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Tags: zeitschrift zeitschrift focus money
Year: 2021
Text
FocusMoney Cover
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12.05.21 10:27
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1
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12:53
22.04.2021
10:22:43
2:43
moneyeditorial
FRANK PÖPSEL
CHEFREDAKTEUR
FOCUS-MONEY
EDITORIAL
Morgen, Kinder,
wird’s nichts geben
K
ennen Sie das alte Weihnachtslied? Es stammt aus
dem 18. Jahrhundert, ich kenne es noch aus meiner
Kinderzeit und ich habe es ein wenig verändert:
„Morgen, Kinder, wird’s nichts geben,
morgen ist’s vorbei mit freun,
voll mit Schulden euer Leben,
wird in eurem Erbe sein,
ein paar tausendmal werdet ihr noch wach,
Heysa, dann ist Zahlungstag!“
Warum ich Ihnen das Lied heute, sieben Monate vor
Weihnachten, „vorsinge“? Weil es in meiner Persiflage so
wie auch in der 1928 erschienenen Satire von Erich Kästner um „Generationengerechtigkeit“ geht. Und damit wären wir wieder beim Urteil des Bundesverfassungsgerichts
(BVerfG) vom 29.4.2021, über das ich ja schon in der vergangenen Woche mit Ihnen gemeinsam nachgedacht habe.
Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts beschäftigt
sich mit der Generationengerechtigkeit. Es rügt die Lücken
im bundesdeutschen Klimaschutzgesetz, die künftigen
Generationen übermäßige Lasten aufbürden. Die Politik
klatschte ob ihrer eigenen Versäumnisse Applaus. Das Urteil sei „wegweisend“, ließ Kanzlerin Angela Merkel ihren
Sprecher ausrichten. „Nächste Woche lege ich mit Svenja
Schulze einen Gesetzentwurf auf den Tisch“, versprach
Vizekanzler Olaf Scholz sofort. Nötig seien „mehr Generationengerechtigkeit, mehr Planungssicherheit und mehr
Klimaschutz“.
Bleibt die Frage: Warum soll die Generationengerechtigkeit eigentlich beim Klimaschutz aufhören? Was ist denn
mit Rente, Bildung, Schuldenpolitik? „Das Bundesverfassungsgericht bedenkt die Auswirkungen heutiger Politik
auf die künftige Freiheit junger Menschen“, sagt der Heidelberger Staatsrechtler Hanno Kube. „Es wägt erforderliche
Freiheitseinbußen heute und in Zukunft miteinander ab.“
Es zeige damit „der aus vielen Politikbereichen bekannten politischen Strategie, Probleme in die Zukunft zu verschleppen und die Kosten für politische Maßnahmen anderen Generationen aufzubürden, Grenzen auf“, meint auch
Norbert F. Tofall, Sozialexperte des Flossbach von Storch
Instituts. Ökonomisch formuliert, bestehe diese Strategie
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21003A 3
Foto: D. Gust/FOCUS-MONEY
darin, nicht alle Kosten einer politischen Maßnahme zum
Zeitpunkt ihrer Verabschiedung zu berücksichtigen. Es
werde ein falscher Preis ausgewiesen.
Falsche Preise kennen wir: So wurde nicht nur der CO2Ausstoß, gemessen an den Folgen für die Umwelt, lange Zeit
zu niedrig bepreist. Es wird auch der Preis für die Staatsschulden – die Zinsen – von der Europäischen Zentralbank
(EZB) künstlich nach unten manipuliert. Und die Schulden
von heute sind die Lasten der zukünftigen Generationen –
auch das ist „Generationengerechtigkeit“.
In meinem Volkswirtschaftsstudium habe ich mich auch
mit dem Thema „Neue Politische Ökonomie“ befasst. Die
Theorie überträgt das Gewinnmaximierungsstreben der
Unternehmen auf das Verhalten in der Politik. Sie geht davon aus, dass es im politischen Kräftefeld einen Kampf um
Ämter gibt. Das Ziel der Politiker sei, kurzfristig ihre Wiederwahl zu sichern, um so ihren „Eigennutz zu maximieren“. Langfristig nachteilige Folgen für noch nicht wählende künftige Generationen werden dabei in Kauf genommen.
Ich finde, das trifft das heutige Politikverhalten in weiten
Teilen auf den Punkt.
Die Beschwerdeführer gegen das Klimaschutzgesetz
beim Bundesverfassungsgericht waren teilweise noch sehr
jung. Ich würde mir wünschen, dass die jungen Leute auch
gegen die ihnen aufgebürdeten Lasten durch die überbordenden Staatsschulden, die rechtlich nicht gedeckte EUTransferunion und die unsolide Rentenfinanzierung vor
Gericht ziehen.
Denn das Grundsatzurteil vom 24. März 2021 könnte,
wenn es denn konsequent auf alle Politikbereiche Anwendung findet, noch viel „wegweisender“ sein, als es die Kanzlerin vermutlich bisher bedacht hat. Es könnte den Primat
von Generationengerechtigkeit stärken und den angemaßten Primat der Politik zurückdrängen – sodass Politiker weniger ihren „Eigennutz“ und mehr den Nutzen für künftige Generationen „maximieren“. Hoffen wir, dass das Urteil
so korrekt ausgelegt ist.
Ihr
Composing: FOCUS-MONEY
3
12.05.21 12:53
moneyinhalt
moneykompakt
6 Brennpunkt: Bei welchen CoronaImpfstoff-Aktien noch mehr geht
26 Krypto-Ticker: Was bei den
heißen Cyberwährungen jetzt läuft
98 Andis Börsenbarometer: Vorsicht
– nicht nur Chips werden knapp!
moneymarkets
16 Große Marktanalyse: Warum bei
Aktien und Rohstoffen trotz
Zinsängsten König Bulle dominiert
20 PWO: Die Aktie des Kfz-Leichtbau-Spezialisten ist unterbewertet
22 Dauer-Dividenden: Diese AGs
überstehen Krisen bestens und
senkten nie die Erfolgsprämien
29 Cyberwährungs-Aktien: Wer
Bitcoin & Co. scheut, verdient mit
diesen Titeln trotzdem am Boom mit
32 Stabiler Geldgeber: Albis Leasing
verspricht solide Dauer-Gewinne
34 Zinssicher: Diese Top-Aktien
trotzen steigenden Marktrenditen
38 Estée Lauder: Die US-Firma macht
schöne Gewinne mit Schönheit
44 E-Profiteur: Dem Zulieferer Polytec
kommt die Kfz-Wende gerade recht
45 Austro-Anlage: Andritz ist und
bleibt günstig und im Aufwärtstrend
46 Grüne Infrastruktur: Mit diesen
Fonds am Megatrend top verdienen
50 Taiwan Semiconductor: Die AG
fertigt das wichtigste Produkt der
Welt – die Aktie ist ein Muss
53 Erträge laden: Fastned erzielt mit
Ladesäulen stabil steigende Erlöse
54 Norwegen-Strategie: Traumren
diten des größten Staatsfonds mit
wenigen ETFs ins Depot holen
56 Stabilität plus Rabatt: Ausgewählte „Discounter“ bieten genau das
60 Goldene Elefanten: Durch
Fusionen kann ein afrikanischer
Goldbranchenriese entstehen
64 Sonder-Dividende: Der Waschstraßen-Spezialist Washtec hat
den Cashflow versechsfacht
65 Musterdepots: Konsumartikler
und Finanzwerte bleiben gefragt
4
FM21004A 4
Titelillustration: iStock
19. MAI 2021 www.money.de
moneytitel
8
Wissen
schafft Geld
Der Mathematiker und
Portfolio-Manager Dr. Andreas
Beck verrät, wie Anleger mit
wissenschaftlichen Methoden
Risiken stark minimieren, ihre
Renditen dauerhaft erhöhen
– und Krisen bestens nutzen.
Plus: Das Top-Do-ityourself-Depot!
Composing: FOCUS-MONEY
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 13:33
22
Dividenden trotz Corona
Diese Ausnahme-AGs überstehen Krisen deutlich
besser als andere – und senkten ihre Erfolgs
prämien auch in Großkrisen bislang nicht
34
moneyyou
40 Aktienanalyse: Wie geht’s weiter
beim Reiseportal Booking.com?
43 Chartsignal: Wie Lieferengpässe
bei Chips die Kurskurven des
Herstellers AMD beflügeln
43 Börsenwissen: Was der BalticDry-Index Anlegern alles verrät
Hier macht das AngstThema keine Angst
Steigende Zinsen aufgrund anziehender Inflation sind derzeit die
Hauptsorge der meisten Anleger.
FOCUS-MONEY hat akribisch
analysiert, welche Unternehmen
trotzdem unbeirrt auf Kurs bleiben
moneyanlegerschutz
66 Osram: Sollen Anleger das
Abfindungsangebot bei der
Ex-Siemens-Tochter annehmen?
66 Aktionärsärger: Bei den Hauptversammlungen 2021 läuft vieles
nicht rund
moneyservice
68 Kooperationstarife: Die besten
Zusatzpolicen für privat und
gesetzlich Krankenversicherte
76 Finanzvertrieb: Welche Firmen
sind die fairsten der Branche? Das
zeigt der FOCUS-MONEY-Test
moneyanalyse
81
82
90
96
97
Fonds
Deutsche Aktien
Internationale Aktien
ETFs
Zertifikate
Wem direkte Investments in Bitcoin
& Co. zu aufwendig oder zu unsicher
sind, der kann auf Aktien setzen, die
vom Durchmarsch der Cyberwährungen
profitieren – hier finden Sie 19 (!) besonders aussichtsreiche Vertreter
Makellose Renditen
Wer seinem Depot etwas Gutes tun
möchte, mischt Aktien von Schönheitsfirmen wie dem US-amerikanischen Klassiker Estée Lauder bei –
ein Top-Tipp in der weitgehend
krisenfesten Branche
3 Editorial
80 Leserbriefe – Impressum
98 Termine
FM21005A 5
Krypto-Aktien für alle!
38
moneyrubriken
FOCUS-MONEY 21/2021
29
Fotos: Institut für Vermögensaufbau (IVA)/A. Müller, iStock (3), 123RF
Composing: FOCUS-MONEY
5
12.05.21 13:33
money
KOMPAKT
Kleiner Piks, großer Profit
IMPFEN
Das Coronavirus bleibt und mutiert, ein Milliardenmarkt für die Impfstoff-Hersteller.
Von den sieben wichtigsten Biotech-Aktien überflügeln aber nur drei die gängigen Börsenindizes.
Wo geht noch mehr: bei Moderna, Biontech, Curevac – oder beim Aufholkandidaten Pfizer?
Ein Schuss vor den Bug: Den Patentschutz
für Corona-Impfstoffe auszusetzen, auf diese Linie schwenkte jüngst die US-Regierung ein. Doch die Debatte dürfte länger
dauern. Erst mal bleibt den Herstellern das
➤
Milliardengeschäft. Pharma-Riese Pfizer
rechnet für 2021 dank des Medikaments
von Partner Biontech mit zusätzlichem Umsatz von 26 Milliarden Dollar.
500
Spitze dank Spritze
Kurssteigerungen seit März 2020 in Prozent
Wer seit Beginn der Pandemie auf Moderna, Biontech
oder seit dem Börsenstart im Sommer 2020 auf CureVac
setzte, hat die Steigerung des S&P-500 übertroffen.
Pfizer und Johnson & Johnson blieben
zwanzig Prozent darunter.
400
Kurs seit März 2020
n
n
n
n
n
n
n
Moderna+432 %
Biontech+206 %
Curevac+80 %
Pfizer
+34 %
Johnson & Johnson+33 %
Sanofi
+19 %
AstraZeneca
+13 %
300
200
100
S&P-500 +54 %
0
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FM21006A 6
Quelle: Bloomberg
Mai 2021
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 12:53
➤ Länder nach Anteil der Corona-Geimpften
in Prozent der Bevölkerung
61,9
57,6
Israel
Chile
28,4
Vereinigtes
Königreich
48,5
15
USA
Deutschland
25,5
20,1
6,7
Die Aktienkurse erholen sich nach dem Patent-Schwenk der USA wieder. An der Börse performen seit 2020 die Aktien der
westlichen Produzenten Moderna, Biontech und Curevac besser als der Börsen-
20 Mio.
15 Mio.
39,6
einfach geimpft
zweifach geimpft
Impfdosen in Deutschland
index S&P-500. Die übrigen besitzen teils
erhebliches Aufholpotenzial. Allen voran:
US-Konzern Pfizer. Auch weil er viele weitere Arzneien herstellt und damit nicht allein vom Corona-Wirkstoff abhängt.
in Prozent der verabreichten
Impfdosen
Die Impfkampagne ist
seit Anfang des Jahres
in voller Fahrt.
AstraZeneca
20,8
Moderna 5,4
10 Mio.
5 Mio.
0
27.12.20
Quelle: Our World in Data
➤ Anteil der Impfstoffe in Deutschland
➤ Zahl der verabreichten
25 Mio.
40,5
Impfweltmeister
Israel hat bereits weit
mehr als die Hälfte
der Bevölkerung
versorgt.
Mai 2021
Quelle: Robert Koch-Institut
Biontech
73,8
Quelle: Robert Koch-Institut
➤ Chancen-Analyse
Faktencheck der medizinischen und wirtschaftlichen Ausgangslage: welche westlichen ImpfstoffHersteller ihren Aktienkurs in Zukunft noch weiter ausbauen können – und welche
der Konkurrenz womöglich dauerhaft hinterherhinken.
Tendenz
Biontech
Aktuell Marktführer in vielen Ländern, kaum Lieferprobleme. Womöglich wird sogar eine dritte
Impfung mit dem Stoff nötig: Langfristig dürften die Umsätze stark steigen.
Curevac
Großes Potenzial, wenn der Impfstoff erst am Markt ist. Zulassung wohl im 2. Quartal 2021
Pfizer
Laut CEO Albert Bourla „sehr unterbewertet“. Dabei fließt die Hälfte der Gewinne mit dem
Biontech-Impfstoff an Pfizer. Erwartetes Umsatzwachstum 2021: plus 47 Prozent
Johnson &
Johnson
Bei der Vakzine ist nur eine Impfung nötig. Aus Kostengründen ist das vor allem für die Märkte
in der 2. und 3. Welt wichtig. Allerdings: Problem wegen Thromboserisiken
Moderna
Großes Potenzial, die Marktanteile zu steigern. Allerdings hat die Aktie schon stark zugelegt.
Sanofi
Verzögerungen. Der Impfstoff ist noch in der Testphase, kommt wahrscheinlich im 4. Quartal.
AstraZeneca
Lieferengpässe und medizinische Zweifel Thromboserisiko. EU verlängert Liefervertrag nicht.
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21007A 7
Illustrationen: Can Stock Photos
7
12.05.21 12:53
moneytitel
INTERVIEW
Die Frage ist
nicht, ob sich
mein Kapital
verdoppelt,
sondern
wann“
Der Mathematiker und PortfolioExperte Dr. Andreas Beck spricht
im großen FOCUS-MONEY-Interview über die Banalität der Börse,
das Scheitern der Fondsmanager
und wie Sie Krisen nutzen, um Ihr
Kapital zu vervielfachen – mit
einfachen Mitteln
von ANDREAS KÖRNER UND SINAN KRIEGER
DR. ANDREAS BECK:
Der Experte erklärt, wie
Privatanleger ihr Kapital an
der Börse sinnvoll anlegen
8
FM21008A 8
Foto: A. Müller
Composing: FOCUS-MONEY
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 10:15
Herr Beck, Sie beschäftigen sich als Mathematiker
seit Jahrzehnten mit der Börse aus der wissenschaftlichen Perspektive. Haben Sie nicht auch
mal Lust, aus dieser Rolle auszubrechen und einfach den nächsten Crash auszurufen?
Dr. Andreas Beck: Danke, nein. Die CrashPropheten haben natürlich eine große Ausstrahlungskraft für die Laien, weil sie behaupten, dass sie wissen, was passieren wird.
Wenn ich jetzt dagegenhalte und sage, die
Zukunft sei ergebnisoffen, dann wirkt das
vielleicht für den Laien so, als hätte ich weniger Kompetenz. Das ist das Erfolgsrezept
der Crash-Propheten, aber gleichzeitig auch
der Grund, warum sie auch so schnell verbrennen. Wir dürfen nicht vergessen: Das
Spiel mit der Angst ist lukrativ, denn Zukunftsängste haben wir alle. Und eine steigende Unzufriedenheit in der Bevölkerung
ist ebenfalls festzustellen. Diesen Menschen
bieten diese Crash-Propheten die ideale
Identifikationsfläche.
Wenn Crash-Propheten keine Krise vorhersehen
können, wie können Sie dann davon ausgehen,
dass die Kurse langfristig steigen?
Dr. Andreas Beck: Weil das keine Prognose
Die gehypten
ist, sondern unsere globale Marktwirtschaft
eine gewisse Funktionsweise hat. Diese gloRobo-Advisors
bale Marktwirtschaft ist ein typisches, nicht
triviales System. Es gibt auf der einen Seite
mit Value-atInvestoren, die der Weltwirtschaft RisikokaRisk-Steuepital zur Verfügung stellen, und dann gibt es
die Weltwirtschaft. 8800 Unternehmen, die
rung haben
um dieses Kapital der Investoren konkurriewährend der
ren und im Gegenzug eine Risikoprämie bieten – eine Rendite. Und dieses Spiel hat seiCorona-Pandenen ureigensten Mechanismus über die
mie regelrecht
Zielstellungen der Spieler. Und damit ist klar,
warum Eigenkapitalrenditen auf Dauer höversagt“
her sein müssen als Fremdkapitalrenditen.
Weil die Investoren ein höheres Risiko einDR. ANDREAS BECK,
gehen, wenn sie Eigenkapital einem UnterFINANZMATHEMATIKER
nehmen zur Verfügung stellen. Also muss
das Unternehmen mehr dafür bieten. Das
sind ganz einfache Prinzipien, wie unsere
Gibt es überhaupt eine fundierte Basis, auf der wir Aussagen für die
Wirtschaft aufgebaut ist. Wer diese Prinzipien versteht, kann
Zukunft an der Börse treffen können?
langfristig ein sicher funktionierendes Portfolio-ManageDr. Andreas Beck: Lassen Sie uns dafür einen Schritt zurückment-System aufbauen.
gehen und über eines der elementarsten Dinge sprechen: den
Unterschied zwischen trivialen und nicht trivialen Systemen.
Brauchen Anleger dann nicht logischerweise eine hochkomplexe Lösung für dieses hochkomplexe System?
Triviale Systeme haben einen Input, eine Regel und daraus
Dr. Andreas Beck: Genau das Gegenteil ist der Fall. Kompleresultiert der Output. Naturgesetze zum Beispiel: Wenn die
Außentemperatur auf unter null Grad fällt, gefriert der See.
xe Systeme brauchen eben gerade einfache Antworten. WunDiese trivialen Systeme sind wahnsinnig angenehm, weil
derbar herausgearbeitet hat das Friedrich August von H
ayek
man eine Planbarkeit hat. Sie sind leicht zu verstehen. Es
in seinem Werk „Die Anmaßung von Wissen“. Wenn ich komexistiert eine Monokausalität. Nicht triviale Maschinen hinplexe Systeme habe, dann kann ich keine exakten Vorhersagegen zeichnen sich dadurch aus, dass sie Feedback-Schleigen treffen. Aber ich kann gewisse Muster beschreiben. Ich
fen haben. Es gibt keine Monokausalitäten. Nach dem Input
weiß nicht, wann welche Muster auftreten, aber es gibt gefinden Selbstregulierungs- und Anpassungsmechanismen
wisse Muster, die ich beschreiben kann und das ist der Schlüsinnerhalb des Systems statt, die von außen nicht gesteuert
sel. So eine Beschreibung ist aber dann immer relativ grob.
werden können. Und genau dieser Prozess entscheidet dann,
Und die ist interessanterweise auch in der Regel nicht mawas für ein Output entsteht.
thematisch. Die Anhänger der trivialen Theorie behaupten,
man brauche einfach nur sehr viele Daten und eine ideale LaUnd genau das ist bei der Weltwirtschaft der Fall . . .
borsituation, um die Zukunft vorherzusagen. Das Gegenteil
Dr. Andreas Beck: Exakt. Die Weltwirtschaft und die Geist der Fall. Je mehr Daten, je idealer die Laborsituation,
sellschaft an sich sind in jeder Hinsicht komplexe Systeme.
umso weniger kann ich sie vorhersagen. Ein Beispiel: Stellen
Corona ist ein gutes Beispiel hierfür. Hätten wir auf das ViSie sich eine sehr glatte Glasscheibe vor. Wenn auf diese Glasrus nicht reagiert, hätte dieses die Weltwirtschaft in einen
fläche eine Kugel mit einer gewissen Geschwindigkeit aufunglaublichen Abgrund gerissen. Aber natürlich reagiert
schlägt, dann weiß ich, dass das Glas springen wird und ein
netzartiges Muster an Rissen entsteht. Je besser die Qualität
man. Beispielsweise durch Zinssenkungen oder durch
des Glases und je gerader die Kugel auf das Glas aufschlägt,
kurzfristige Änderungen im Insolvenzrecht. Das ganze Ledesto ungenauer wird meine Prognose, in welche Richtung
ben besteht daraus, dass permanent überraschender Input
und wie dieses Muster genau aussehen wird. Wenn das Glas
kommt und wir – als das System – über die Art der Reaktion entscheiden, was für ein Output entsteht. Crash-Proeine schlechte Qualität hat, dann kann ich an leichten Bepheten gehen jedoch davon aus, dass die Weltwirtschaft ein
schädigungen oder an leichten Unregelmäßigkeiten sehen,
an welcher Stelle der Sprung verlaufen könnte.
triviales System ist, das durch Monokausalitäten zu erklären ist. Sie ignorieren, wie kreativ und flexibel der Mensch
ist. Es wäre katastrophal, wenn wir in einer Welt leben würDas klingt wie ein Abgesang auf die Robo-Advisors . . .
den, die vorhersagbar wäre. Das würde uns jede Freiheit
Dr. Andreas Beck: Bei den Robo-Advisors ist das auch schon
absprechen.
zu erkennen. Die, die ganz trivial arbeiten und einfach
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12.05.21 10:15
moneytitel
nichts machen und ein statisches Portfolio nutzen, haben
nicht besonders gut funktioniert, aber immerhin einigermaßen. Und die, die komplexe Modelle im Hintergrund haben,
mit Value-at-Risk-Steuerung, haben regelrecht versagt.
Wenn ein Großteil der Fondsmanager langfristig den Markt nicht
schlagen können und Robo-Advisors auch keine Alternative sind –
bleibt der MSCI-World dann nicht die einfachste – und genau deshalb – sinnvollste Lösung?
Dr. Andreas Beck: Wir brauchen immer ein Modell. Wenn
wir eine Aussage treffen, dann treffen wir diese nicht über die
Wirklichkeit, sondern über das Modell. Je komplizierter das
Modell, desto höher wird das Modellrisiko. Und wenn wir uns
die Finanzmarktkrisen der letzten 100 Jahre anschauen,
dann war die eigentliche Ursache der Katastrophe fast immer eine Unterschätzung des Modellrisikos. Und um dieses
Modellrisiko eben von vornherein nicht zu einer gefährlichen Zeitbombe werden zu lassen, hilft Einfachheit. Wenn
ich mir den Aktienmarkt anschaue, dann ist es eine ganz primitive Herangehensweise, dass ich einfach die größten Unternehmen nehme, zum Beispiel die 1600 größten. Ich nehme die Industriestaaten und ich gewichte einfach nach
liquider Marktkapitalisierung. Das ist der MSCI-World. Und
das funktioniert besser als das Team von Spezialisten, die die
ANLAGEUNIVERSUM
Die Weltwirtschaft ist das Spielfeld
Das Ausgangslage: Es gibt heute sehr viele Finanzprodukte für
Privatanleger. Egal, wie komplex man diese konstruiert, am Ende
wird über Aktien oder Zinspapiere in die Realwirtschaft investiert. Nur dort entstehen die Renditen. Die Realwirtschaft ist für
alle gleich – eigentlich ganz einfach. Die ganze Komplexität in der heutigen Produktwelt dient in erster Linie dazu, dass möglichst viele Parteien am gleichen Geschäftsvorfall verdienen. Dass hier
etwas aus dem Ruder gelaufen ist, zeigt allein
die Tatsache, dass es auf der Welt vielleicht
8000 Unternehmen gibt, deren Aktien an
Börsen liquide gehandelt werden. Dem stehen weltweit über 150 000 Aktienfonds und
viele Millionen verschiedener Zertifikate und
Derivate gegenüber, die auf Kursveränderungen dieser 8000 Aktien wetten.
Das Problem: Nicht nur, dass es zu viele Finanzprodukte ohne wirklichen Zusatznutzen für deren
Käufer gibt. Viele Anleger schöpfen auch nicht ansatzweise aus der gesamten Palette des Aktien- und Anleihenuniversums. Zum Beispiel stecken in Deutschland rund 80
Prozent aller Aktienanlagen, die sich an Indizes orientieren, in
Dax-Werten. Das nennen Experten „Home Bias“. Eine gefährliche Heimatliebe, die verhindert, dass wirklich optimale Ergebnisse bei Renditen und Risikostreuung erzielt werden können.
10
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Illustration: iStock
Muster der Vergangenheit auf gewisse Regelmäßigkeiten untersuchen und eine aufwendige Datenanalyse betreiben.
Denn der Trugschluss ist doch: Natürlich werde ich in diesen
Daten irgendwelche Muster finden. Aber ich kann bei dieser
Datenanalyse nicht zwischen Rauschen und echter Information trennen. Wenn ich die Anzahl der Daten erhöhe, dann
steigt die Anzahl der Fehlinformationen exponentiell, weil
die wirklich wichtigen Informationen in ihrer Anzahl gleich
bleiben – ob ich sie messe oder nicht. Heißt: Je mehr Daten
ich analysiere, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit,
dass ich einem Rauschen unterliege und dadurch in eine völlig falsche Richtung laufe. Mit dem MSCI-World macht der
Privatanleger somit nichts falsch. Ich glaube aber nicht, dass
es auf Dauer weiterhin so gut laufen wird wie in den letzten
15 Jahren. Es gab Zeiten, in denen man als Vermögensverwalter ausgelacht wurde, wenn man den MSCI-World als
Benchmark verwendet hat. Es gab Phasen, da hatte der
MSCI-World keine Chance gegen Emerging-Markets- oder
Value-Indizes. Seit 15 Jahren haben wir jedoch die sehr ungewöhnliche Situation, dass die Unternehmen, die am teuersten waren und dementsprechend hoch gewichtet sind,
outperformt haben, sodass alle nur noch den MSCI-World
kaufen wollen. Das ist aber auch wieder eine Überinterpretation eines bestimmten historischen Zeitraums.
Die wissenschaftliche Lösung: Andreas Beck nutzt als Alternative Investitionen in die „Welt AG“, also in rund 8200 Unternehmen weltweit (inkl. kleiner und mittlerer) aus Industrie- und
Schwellenländern. Die Gewichtung wird unter Berücksichtigung der Unternehmensgewinne und -bewertungen gesteuert. Damit ergibt sich eine möglichst umfassende Abbildung
der Erträge der Weltwirtschaft im Portfolio. Dank der breiten
Streuung wird dieser Baustein insgesamt als ausfallsicher
eingestuft. Daneben besteht eine „Investitionsreserve“, die in langlaufende sichere Staatsanleihen
der Bonitätsstufen AA und AAA fließt. Diese
Reserve liefert selbst (aktuell) keinen Renditebeitrag. Sie steht als Liquidität zur Verfügung, um in Krisen antizyklisch in die „Welt
AG“ umgeschichtet zu werden. Für die regionale Gewichtung der „Welt AG“ werden
die Kennzahlen Kurs-Gewinn-Verhältnis
(KGV) und Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)
berücksichtigt. Die Erträge der Weltwirtschaft werden so eingesammelt. Eine Überprüfung der Gewichtungen erfolgt quartalsweise. Die Investitionsreserve besteht neben
klassischen festverzinslichen Euro-Staatsanleihen
auch aus inflationsindexierten Anleihen und Schweizer
Staatsanleihen. Die Zusammensetzung spiegelt damit aktuelle Risiken bezüglich eines Anziehens der Inflation sowie eine
Anomalie der Zinsstrukturkurven von Bundesanleihen und
Schweizer Anleihen wider. Die Überprüfung erfolgt hier laufend
(siehe auch Kasten rechts).
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 10:15
Dr. Andreas Beck zeigt, wie
Privatanleger mit nur sieben
ETFs die gesamte Weltwirtschaft deutlich besser abbilden
können als mit einem herkömmlichen ETF auf den MSCI
World. Diese breit gestreute
„Welt AG“ in Kombination mit
hochqualitativen Anleihen bildet für Beck die Basis, um Krisen an den Börsen für sich als
Anleger zu nutzen.
Asset-Klasse
Anteil am Fonds- Beispiel-ETF aus dem GPO
volumen in %
ISIN
Aktien
Nordamerika Großunternehmen
35 %
Europa Großunternehmen
Asien, Pazifik Großunternehmen
12 %
9%
Schwellenländer Großunternehmen
Welt mittelständische Unternehmen
Anleihen
Staat Euro Inflationsindexiert
Staat Euro Festverzinslich
Staat Schweizer Franken
13 %
11 %
Xtrackers MSCI USA Index
UBS ETF-MSCI Canada
Xtrackers MSCI Europe
Lyxor Core MSCI Japan
Vanguard FTSE Developed Asia Pacific ex Japan
iShares-Core MSCI Emerging Markets
Vanguard Global Small-Cap
IE00BJ0KDR00
LU0446734872
LU1242369327
LU1781541252
IE00B9F5YL18
IE00BKM4GZ66
IE00B42W4L06
8%
4%
8%
0,1 Frankreich Infl.-linked 15.7.2020–1.3.2036
0,25 Bundesrep. Deutschland 11.1.2019–15.2.2029
0 Switzerland 26.6.2019–26.6.2034
FR0013524014
DE0001102465
CH0440081393
Was ist dann die beste Alternative?
Dr. Andreas Beck: Die entscheidende Frage hierbei ist: Wie
reagiert ein Portfolio in der Krise? Da wird das wirkliche Geld
gewonnen und verloren. Und genau an diesem Punkt kommen
Portfolio-Manager in eine Zwickmühle. Denn obwohl die meis-
VERMÖGENS-MIX
Die Geldaufteilung überdenken
Die Ausgangslage: Ist erst einmal entschieden, aus
welchem Aktienuniversum man schöpfen möchte (s.
Kasten links), müssen sich Privatanleger und Finanzprofis Gedanken darüber machen, wie sie ihre Mittel
zwischen Aktien und anderen Anlagen aufteilen wollen. Das ist ein extrem wichtiger Bestimmungsfaktor
für die Gesamtrendite des Portfolios.
Das Problem: Durch die umstrittene Null- beziehungsweise Negativzinspolitik von Notenbanken wie der EZB gelten
alte Grundsätze nicht mehr. Betrachtet man die wissenschaftliche Literatur zum Portfolio-Management, dann waren Depots
mit statischen Aktien- und Anleihenquoten langfristig exzellent.
Als besonders sicher galt jahrzehntelang die Kombination 60
Prozent Aktien und 40 Prozent Staatsanleihen. Diese Analysen
und Abhandlungen gehen alle davon aus, dass es am langen
Ende der Zinskurve positive Erträge gibt, wie etwa noch 2008
vier Prozent für zehnjährige Bundesanleihen. Diese sicheren Zinsen überlagerten – besonders aufgrund des Zinseszinseffekts
– langfristig die Schwankungen des Aktienanteils. Wunderbare
einfache Welt. Heute liegen die Zinsen sicherer zehnjähriger Anleihen bei rund –0,5 Prozent. Ein statischer Anleihenanteil im
Portfolio liefert über die Zeit also keine Sicherheit mehr, sondern
planbare Verluste. Sie machen für langfristige Anleger keinen
Sinn mehr. Das gängige Risikomanagement hat sich jedoch verselbstständigt. Es wird tatsächlich in der Praxis weiterhin verwenFOCUS-MONEY 21/2021
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Foto: Can Stock Photo
Quelle: Andreas Beck
Die ganze Welt im Depot
ten von ihnen eigentlich das Richtige tun und zu günstigen
Kursen nachkaufen wollen, machen sie es nicht, weil der Kunde ihnen schon im Nacken sitzt. Wenn der Vermögensverwalter jetzt nachkaufen würde und der Markt noch mal um 20 Prozent einbricht, steht er mit einem Bein im Gefängnis. Die
WERTVOLLES WISSEN:
Das E-Book von Andreas Beck können
Interessierte gratis unter www.globalport
folio-one.com herunterladen
det und der Schaden ist gewaltig. Der Ansatz
vieler Vermögensverwalter, den Wegfall sicherer Zinsen dadurch auszubügeln, dass sie niedrigere Qualität kaufen, führt in die Katastrophe.
Die wissenschaftliche Lösung: „Wer vor Krisen
Angst hat, hat’s nicht verstanden“, lautet das Motto des E-Books
„Erfolgreich wissenschaftlich investieren“ von Andreas Beck (siehe oben). Das bedeutet, er sieht Krisen als inhärenten Bestandteil der Realwirtschaft und der Börse und baut sein dynamisches
statt statisches Risikomanagement darauf auf. In dynamischen
Systemen seien Krisen nicht der Vorabend eines Systemausfalls,
sondern eine Phase der Anpassung. Beck steuert seine Investitionsquote entsprechend. In normalen Phasen stecken 80 Prozent in der „Welt AG“, also Aktien, und 20 Prozent in der „Investitionsreserve“ („Regime A“) . Kommt es zu Eigenkapitalknappheit
des Unternehmenssektors, etwa in Rezessionen, stellt er zu günstigen Kursen der „Welt AG“ mehr Mittel zur Verfügung und erhöht
deren Quote auf 90 Prozent („Regime B)“. Eskaliert die Eigenmittelknappheit in Krisen wie bei Corona, steigert er die Aktienquote zu Ausverkaufspreisen auf 100 Prozent („Regime C“). Wie diese Entscheidungen genau getroffen werden, wird im nächsten
Kasten auf Seite 12 beschrieben (siehe auch Interview).
Composing: FOCUS-MONEY
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moneytitel
guten Vermögensverwalter machen also nichts und die
schlechten lösen ihre restlichen Aktienpositionen auf. Und genau das ist der Grund, wieso aktives Management so schlecht
funktioniert – ein zyklisches Handeln. Die ganzen PortfolioManagement-Systeme arbeiten mit Kennzahlen, die für eine
ganz kurze Frist sind, insbesondere Value-at-Risk. Und die
schießen immer, nachdem es eingebrochen ist, in die Höhe und
geben den Impuls, jetzt die Risikopositionen abzubauen. Und
an dieser Stelle gehen wir wieder zurück zur Frage: Wie funktioniert eigentlich die Weltwirtschaft? Und versuchen ein möglichst einfaches Modell zu haben, um handlungssicher in einer
Krise zu agieren. Und dann stellen wir Folgendes fest: Man darf
sich die Wertpapiere gar nicht so genau anschauen, weil am
Ende die Rendite des Anlegers die Kapitalkosten der Unternehmen sind. Die Wertpapiere verpacken das nur.
Welche Muster tun sich bei den Kapitalkosten der Unternehmen innerhalb von Krisen auf?
Dr. Andreas Beck: Es gibt ein deutliches Bild: Immer wenn
die Märkte einbrechen, schießen die Kapitalkosten der Unternehmen in die Höhe. Das ist die Definition einer Krise. Für
mich als Anleger ist es logischerweise jetzt am attraktivsten,
der Weltwirtschaft Kapital zur Verfügung zur stellen und
eben nicht, wenn die Sonne scheint und die Unternehmen
mir weniger bieten müssen. Das ist meine Antizyklik-Prämie. Ich steuere das Portfolio über die Kapitalkosten der Unternehmen. Und das Beste: Hierfür brauche ich keine Prognosemodelle. Ich muss nur erkennen, wann ich in
der Krise bin, um das Kapital freizugeben und den
Renditeturbo zu zünden.
Das klingt logisch. Wenn die Kapitalkosten der Unternehmen in die
Höhe schießen, stiegt aber auch gleichzeitig das Insolvenz-Risiko . . .
Dr. Andreas Beck: Richtig. Wenn ich als Vermögensverwalter ein Portfolio mit nur 30 bis 50 Aktien habe, kann mich
dieses Risiko schnell aus dem Spiel werfen. Antizyklisches
Handeln ist so nicht möglich. Tatsächlich kann ich diese
Strategie nur umsetzen, wenn ich das Ausfallrisiko grundsätzlich marginalisiere. Dazu muss ich zwei Dinge machen:
Erstens, ich muss die gesamte Weltwirtschaft kaufen, nicht
nur die 1600 größten Unternehmen der Industriestaaten,
sondern im Idealfall alle hinreichend börsennotierten 8800
Unternehmen in Industrie- und Schwellenländern. Zweitens
darf ich nicht nach Marktkapitalisierung gewichten, weil dadurch das Blasenrisiko durch dominante Unternehmen im
Index steigt. Das ist der Schwachpunkt beim MSCI-World.
Ich erinnere an 1989, als 40 Prozent des MSCI-World durch
Japan gedeckt waren. Heute macht der amerikanische Aktienmarkt rund 65 Prozent des Index aus.
Glauben Sie also an eine amerikanische Investitionsblase?
Dr. Andreas Beck: Eine Blase ist dadurch gekennzeichnet,
dass die Unternehmensgewinne sich von den Aktienkursen
entkoppeln. In Japan war das eindeutig der Fall. Japan stand
nie für 40 Prozent der weltweiten Unternehmensgewinne.
Heute machen amerikanische Unternehmen rund 48 Prozent der globalen Unternehmensgewinne aus. Heißt: Amerika ist tatsächlich sehr stark – aber nicht so stark, wie es der
Index vermuten lässt. Von einer Blase würde ich allerdings noch nicht sprechen. Das zeigt jedoch, dass
wir fundamentale Kennzahlen wie die Unter-
INDIKATOREN
Das sind die Auswahlkriterien
für den „Regimewechsel“
Die Ausgangslage: In den bisherigen Kästen auf den Seiten 10 und 11 hatten wir geklärt, welche Wertpapiere gekauft
werden sollen und wie die Aufteilung der Mittel zwischen Dividendenwerten und der „Investitionsreserve“ in verschiedenen
Marktphasen, die Wissenschaftler Beck wie oben erläutert als
Regime A (Aktienquote: 80 Prozent), Regime B (Aktienquote
wird auf 90 Prozent erhöht) und Regime C (Aktienquote wird
auf 100 Prozent gesteigert) bezeichnet, aussehen soll. Doch
wann genau wird zwischen den unterschiedlichen Gewichtungen von Aktien und Liquidität gewechselt?
Das Problem: „An der Börse wird nicht geklingelt“, lautet eine
bekannte Anlegerweisheit. Das heißt, es gibt vom Markt keine
zeitnahen und eindeutigen Signale, wann es besser ist, mehr
Aktien zu kaufen oder mehr Barreserven zu halten. Viele Indikatorenmodelle, die versuchen, das Dilemma zu lösen, sind
hoch kompliziert und oft lassen sich die nötigen Daten für Anleger nur schwer zusammentragen.
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FM21012A 12
Illustration: VectorStock
Die wissenschaftliche Lösung: Andreas Beck hat daher ein einfaches, regelbasiertes System entwickelt,
mit dem die Regimewechsel klar nachvollzogen werden können. „A→B“ bedeutet dabei, dass zwischen
Regime A und Regime B gewechselt wird, und welche
Kriterien dafür erfüllt sein müssen:
A→B: Der Aktienmarktverlust zum 3-Jahres-Hoch beträgt mehr
als 20 Prozent, zusätzlich steigt die Volatilität am Aktienmarkt
sprunghaft an und die Risikoprämien bei Unternehmensanleihen weiten sich aus, die Zinsen für die Firmen steigen also.
B→C: Der Aktienmarktverlust seit einem Regimewechsel A→B
oder C→B übersteigt 25 Prozent, bei den Risikoprämien für Unternehmensanleihen gibt es eine regelrechte Eskalation.
C→B: Der Aktienmarktgewinn zum 3-Jahres-Tief beläuft sich
auf mehr als 50 Prozent, die Volatilität am Aktienmarkt beruhigt sich ebenso wie die Risikoprämien am Anleihenmarkt.
B→A: Der Aktienmarktgewinn seit einem Regimewechsel A→B
oder C→B beträgt mehr als 25 Prozent, die Volatilität und die
Risikoprämien kehren zu ihren langfristigen Mittelwerten zurück (siehe auch Chart rechts oben).
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 10:15
Das Rundum-sorglos-Paket
Mit dem Global-Portfolio-One-Fonds (Kurz: GPO)
(WKN/ISIN: A2PT6U/AT0000A2B4T3) haben seit
November 2019 auch Privatanleger die Chance, in
die wissenschaftlich basierte Portfolio-Strategie von
Dr. Andreas Beck unkompliziert und kostengünstig
(TER: ca. 0,7 %) zu investieren.
Wie gut Becks System dabei funktioniert, konnte
der Fonds bereits während der Corona-Krise beweisen. Pünktlich zum Tiefpunkt wurde der Aktienanteil im Portfolio auf 90 Prozent aufgestockt, um
so maximal von der anschließenden Erholungs
phase zu profitieren. Das derzeitige Fondsvolumen
liegt bei über 51 Millionen Euro. Basierend auf dem
Konzept der „Ultrastabilität“, peilt Beck eine Verdopplung des Kapitals nach zehn Jahren an.
1-Jahr-Global-Portfolio One
prozentuale Entwicklung seit 15.11.2019 bis 17.11.2020
0
–10
–20
Regimewechsel
2019 2020
JAN
NOV
–30
NOV
nehmensgewinne mitberücksichtigen müssen. Erst dann
erschaffen wir die sogenannte Welt AG. Zudem brauche
ich eine Investitionsreserve, die ich in jeder Krise auch
mit Gewinn verkaufen kann – hoch qualifizierte Staatsanleihen.
Im Klartext: Anleihen, die planbar negative Rendite einbringen . . .
Dr. Andreas Beck: Richtig, und genau deshalb kauft diese
auch kein Vermögensverwalter einfach so. Der nächste Fehler. Denn um nicht in Erklärungsnot beim Kunden zu geraten, beobachten wir in den letzten Jahren ein spannendes
Phänomen: Die Vermögensverwalter investieren immer
mehr in „Junk-Bonds“. Das Durchschnittsrating ist mittlerweile BBB. Das heißt: Die Vermögensverwalter versuchen,
diese Niedrigzinsproblematik dadurch zu lösen, dass sie die
Qualität der Anleihen senken, was dazu führt, dass sie in der
Krise gar nicht umschichten können, selbst wenn sie wollen,
weil diese Anleihen auch baden gehen. Die negativen Renditen der Investment-Grade-Anleihen in meinem Portfolio sind
mir egal, weil der Sinn und Zweck ist, allein diese AntizyklikPrämie zu vereinnahmen. Und die ist so attraktiv, dass es sich
lohnt, diese Investitionsreserve in den normalen Marktphasen mit mir herumzutragen. Ich kann so in jeder Marktphase ruhig schlafen.
Auch während der Corona-Krise?
Dr. Andreas Beck: Ein schönes Beispiel. Am Freitag, den 20.
März 2020, haben wir den Regimewechsel von „Normal“ zur
„Eigenkapitalknappheit“ festgestellt. Am Wochenende hat
dann die Mission Money kurzfristig ein Interview ange-
Quelle: Liechtensteinische Landesbank (Österreich) AG
NACHHALTIGKEIT
Lohnt sich der Modetrend?
Die Ausgangslage: Schon seit Jahren wächst weltweit das Volumen an Geldanlagen, die sich an ökologischen, sozialen und
ethischen Kriterien orientieren sowie hohe Anforderungen an
die Unternehmensführung stellen. Das wird in sogenannten
ESG-Ratings (Environmental, Social, Governance) ausgedrückt.
Fonds aus diesem Bereich, auch für Privatanleger, boomen
regelrecht. Jetzt sollen zudem noch Notenbanken wie die Europäische Zentralbank mit ihrer Geldpolitik grüne Ziele unterstützen, indem sie etwa Anleihen von entsprechend aufgestellten Unternehmen erwerben.
Das Problem: Durch den Fokus auf Kriterien, die nicht originär
mit Renditeaspekten zusammenhängen, kann es zu Kapital-Fehlallokationen in der Volkswirtschaft kommen. Experte Beck führt
dazu aus: „Natürlich wollen wir alle nachhaltig investieren und
nachhaltig ist ein positiv besetzter Begriff. Ich bin nur sehr unzufrieden mit den ESG-Ratings, die jetzt handlungsleitend sind,
wenn ich das auf der Investmentseite umsetzen möchte. Ich halte diese ESG-Ratings schlicht und einfach für nicht nachhaltig,
für nicht zielführend.“ „Ich hatte ja im Interview bereits das BeiFOCUS-MONEY 21/2021
FM21013A 13
spiel von Tesla und Volkswagen erwähnt, wo es durchaus zu einer widersprüchlichen Verteilung der Finanzmittel kommt, die
der Umwelt sicher nicht helfen“, so Beck weiter (siehe auch Interview Seite 14). Generell würde man, so Beck, bei der Verwendung von ESG-Ratings Äpfel mit Birnen vergleichen. Niemand
könne beurteilen, ob ein Waffenhersteller, der im Vorstand 50
Prozent weibliche Führungskräfte beschäftigt und viel in die Ausbildung des Nachwuchses investiert, unterm Strich besser oder
schlechter sei als etwa ein Hersteller von veganen Fleischprodukten, der seine Mitarbeiter mies behandelt und bei der Produktion riesige Mengen an Wasser verbraucht. Das stoische Festhalten an ESG-Kriterien schließe auch zu viele rentable AGs aus.
Die wissenschaftliche Lösung: Für Mathematiker Beck ist daher klar, dass er bei Portfolio-Entscheidungen NachhaltigkeitsRatings erst dann berücksichtigt, wenn es nicht auf Kosten der
Anleger geht. Das bedeutet: Im Vordergrund bei der Aktienauswahl stehen nach wie vor die bereits im ersten Kasten erwähnten Kriterien Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und KursBuchwert-Verhältnis (KBV). In normalen Phasen beträgt das
Durchschnitts-KGV der „Welt AG“ 17 und die Rentabilität auf das
eingesetzte Kapital sechs Prozent. In Krisen, wenn der Aktienanteil erhöht wird, sinkt das KGV im Schnitt auf elf und die Rendite steigt auf neun Prozent – und das ist, was hier zählt.
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moneytitel
fragt, welches am Sonntag, den 22. März 2020, ausgestrahlt
wurde. Einen Tag später, am Montag, haben wir Aktien nachgekauft.
Können Sie diese Regimewechsel genauer erklären? Können
Privatanleger ebenfalls solche Regimewechsel feststellen?
Dr. Andreas Beck: Im Detail, wie wir das bei unserer „ultrastabilen“ Portfolio-Lösung, dem Global Portfolio One, machen, ist das für den Privatanleger nicht machbar, weil er zu
gewissen Daten keinen Zugang hat. Allerdings kann jeder
den Ansatz in einer vereinfachten Form verfolgen. Die
Grundregel hierbei ist: Fällt der Markt – hier kann man den
MSCI-World als Benchmark nehmen – um mindestens 20
Prozent zum letzten Allzeithoch, sprechen wir von einem
Regimewechsel von „A: Normal“ zu „B: Eigenkapitalknapp
heit“. Dementsprechend erhöhe ich meinen Aktienanteil im
Portfolio von 80 auf 90 Prozent. Fällt der Aktienmarkt insgesamt um 40 Prozent, erreichen wir „Stufe C: Eskalation
der Eigenkapitalknappheit“. Hier beträgt unsere Investitionsquote 100 Prozent.
Wenn Sie „Privatanlegern in Zeiten der größten Krisen dazu
raten, „All in““ zu gehen, fordern Sie eine gehörige Portion
Mut. Was wollen Sie denjenigen vor dem nächsten
SELBER MACHEN
Das ganz persönliche Depot
Die Ausgangslage: Es gibt kostengünstige
Produkte, die den Ansatz von Andreas Beck
erfolgreich nachbilden. Das ist der bereits erwähnte GPO-Fonds (WKN/ISIN: A2PT6U/
AT0000A2B4T3), dessen aktuelle Mittelaufteilung in
der Tabelle auf Seite 11 steht (s. auch Chart Seite 13 und
Aktiendreieck rechts). Für sicherheitsorientierte Anleger ist der
nochmals risikoreduzierte Xtrackers-Portfolio-Income-ETF (Börsenfonds) interessant (A1C1G8/IE00B3Y8D011).
Das Problem: Viele Anleger haben dennoch das Bedürfnis,
sich ihr Depot aus Einzelinvestments selbst zusammenzustellen – zum Beispiel, weil sie bereits bestehende Investments
kostensparend integrieren wollen. In seinem E-Book schlägt
Beck hierfür ebenfalls ein kosteneffizientes Vorgehen vor – es
handelt sich also eigentlich gar nicht um ein Problem!
Die wissenschaftliche Lösung: Um eine Investition in die Weltwirtschaft über rund 5000 Unternehmen umzusetzen, können
Anleger ETFs auf folgende Indizes kaufen: für die großen und mittleren Firmen (Large-/Midcaps) den MSCI-All-Countries-World-Index. Hier stehen vier hochwertige ETFs von iShares (WKN:
A1JMDF), SPDR (A1JJTC), Xtrackers (A1W8SB) und Lyxor (LYX00C)
bereit. Die Gesamtkosten (TER) liegen zwischen 0,20 und 0,45
Prozent pro Jahr. Die ersten drei ETFs sind physisch replizierend,
kaufen die Wertpapiere also tatsächlich, statt sie über Derivate
nachzubilden. Für die kleineren AGs (Smallcaps) kann der MSCI14
FM21014A 14
Illustration: VectorStock
Crash sagen, die aktuell noch nicht diesen Mut aufbringen
können?
Dr. Andreas Beck: Die Weltwirtschaft ist ein selbstregulierendes System. Jede Krise ist eine Phase der Anpassung. Es
ist ganz einfach: Alle 8800 CEOs führen ihr Unternehmen
über ihre Eigenkapitalrentabilität. Angenommen, wir befinden uns in einer normalen Phase, in der das Eigenkapital
nicht knapp ist, und Sie sind CEO von BASF. Jetzt kommt ein
Mitarbeiter und will ein neues Werk in Brasilien bauen. Sie
fragen sich also: Was ist meine Eigenkapitalrendite? Und
wenn die zehn Prozent ist, dann stimmen Sie zu. Wenn der
Mitarbeiter aber in der Krise mit seinem Anliegen zu Ihnen
kommt, werden Ihnen die zehn Prozent nicht ausreichen.
Da geht unter 25 Prozent nichts. Das ist ein natürlicher Ausleseprozess. Die Unternehmen, die den Sprung schaffen,
werden nach der Krise also mindestens so rentabel sein wie
davor. Das bestätigt die Datenlage seit 1830.
Sie definieren eine Krise als Chance. Trends hingegen sind für Sie
die wahre Gefahr für Anleger. Der größte Trend derzeit ist das nachhaltige Investieren. In Ihrem Portfolio findet man keine Nachhaltigkeits-ETFs. Wieso nicht?
Dr. Andreas Beck: Wir müssen vorsichtig sein. Natürlich
wollen wir alle nachhaltig investieren. Ich bin nur sehr
World-Smallcap-Index genutzt werden. Es stehen zwei gute ETFs von iShares (A2DWBY) und
SPDR (A1W56P) zur Verfügung. Die TER liegt
zwischen 0,35 und 0,40 Prozent. Beide replizieren physisch.
Bei der „Investitionsreserve“ besteht eine vernünftige Lösung für Kleinanleger darin, einen Teil davon
einfach auf ihrem Konto als Liquidität stehen zu lassen.
Die damit verbundenen Realverluste sind bei niedrigen Inflationsraten akzeptabel. Zur Absicherung gegen ein Anziehen
der Teuerung bietet es sich an, als zweiten Baustein der Reserve
in einen ETF auf inflationsindexierte Euro-Staatsanleihen zu investieren. Hier kann man auf den Bloomberg-Barclays-Euro-Government-Inflation-Linked-Bond-Index zurückgreifen, für den es drei
hochwertige ETFs von iShares (A0HGV1), Lyxor (LYX0XL) und
Xtrackers (DBX0AM) gibt (TER zwischen 0,20 und 0,25 Prozent).
Den Regimen entsprechend kauft man dann:
Regime A: 70 Prozent MSCI-All-Countries-World-Index, zehn
Prozent MSCI-World-Smallcap-Index, zehn Prozent BloombergBarclays-Euro-Government-Inflation-Linked-Bond-Index, zehn
Prozent bleiben auf dem Konto.
Regime B: 78 Prozent MSCI-All-Countries-World-Index, zwölf
Prozent MSCI-World-Smallcap-Index, fünf Prozent BloombergBarclays-Euro-Government-Inflation-Linked-Bond-Index, fünf
Prozent bleiben auf dem Konto.
Regime C: 85 Prozent MSCI-All-Countries-World-Index, 15 Prozent MSCI-World-Smallcap-Index, null Prozent Bloomberg-Barclays-Euro-Government-Inflation-Linked-Bond-Index, null Prozent bleiben auf dem Konto.
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 10:15
unzufrieden mit den ESG-Ratings, die jetzt handlungsleitend
sind. Ich halte diese ESG-Ratings schlicht und einfach für
nicht zielführend. Die Zielstellung ist es, dass privates Kapital umgeleitet wird in Unternehmen, die sich zum Beispiel
auf Klimaneutralität umbauen. Das ist aber jetzt keine Frage von Ratings, sondern von gesetzlichen Vorgaben. Das
heißt, die Unternehmen müssen das tun. Volkswagen zum
Beispiel hat einen hohen Kapitalbedarf, weil sie sehr radikal
umbauen – auch in Richtung Recyclingfähigkeit der Batterien. Wenn ich mich nach den ESG-Ratings von MSCI & Co.
richte, darf ich VW aber kein Kapital mehr geben und soll dieses stattdessen in Tesla investieren. Tesla investiert das Geld
zum Teil in Bitcoin. Das mag vielleicht ganz toll sein, ist aber
sicherlich nicht ESG-konform. Das ist widersprüchlich. Und
Chronische Gewinne
Das Risiko des ultrastabilen Portfolios ist nicht, ob sich der
Einsatz verdoppelt, sondern wann. Andreas Beck verweist
auf die historischen
Ergebnisse dieser Strategie. Das DreiUltrastabiles
Portfolio 80/100
eck
zeigt
den
Vervielfachungsfaktor
des investierten KapiUltrastabiles Portfolio 80/100
tals über verschiedene Zeitperioden zwischen 1988 und
1988
2020. Anleger, die beispielsweise über den
1,3 1989
1988
1988
gesamten Zeitraum von 33 Jahren die
1,5
1,1
1989
1,3 1989 1990
1988
1,2
0,9
0,8 1991 Strategie verfolgt haben, konnten ih1990
1,5
1,1 1990
1989
1,5
1,1
1,0
1,2 1992 ren Einsatz verfünfzehnfachen!
1991
1,2
0,9
0,8 1991
1990
1,5
1,1
1,0
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1,0 1993 Wer seit 2010 dabei ist, war
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1,5
1,1
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1991
2,1
1,6
1,4
1,8
1,4
1,4 1994
1993
über die gesamte Zeit im
1,5
1,1
1,0
1,3
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1992
2,0
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1,7
1,4
1,3
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1994
2,1
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Plus.
1993
1995
1994
1996
1995
2,1
2,0
2,5
2,1
1,6
1,5
1,9
1,6
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1,3
1,7
1,4
1,8
1,7
2,1
1,8
1,4
1,4
1,7
1,4
1,4
1,3
1,6
1,4
1,0
0,9
1,2
1,0
1997
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1998
1997
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3,3
3,1
2,4
1,9
2,5
2,4
2,1
1,7
2,2
2,1
2,6
2,1
2,8
2,6
2,1
1,7
2,2
2,1
2,1
1,6
2,2
2,1
1,5
1,2
1,6
1,5
1999
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2000
1999
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3,3
4,5
4,6
3,4
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3,3
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3,8
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3,0
3,1
3,0
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2000
2002
2001
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4,5
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3,2
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2,1
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2,7
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2,0
2,1
1,5
2,0
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2002
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1,8
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2007
2006
2008
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2008
2010
2009
5,3
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2,8
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2014
2013
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3,4
4,4
3,9
10,0
9,4
11,2
10,0
12,0
11,2
7,5
7,0
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8,4
6,6
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7,3
6,6
7,9
7,3
8,4
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8,4
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6,8
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13,9
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7,5
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11,7
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11,7
9,9
12,6
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2004
2006
2005
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2015
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13,9
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8,5
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10,4
2020
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11,2
2018
2017
2019
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Faktor
Faktor
Quelle: Hackler & Hoffmann
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1,5
2,2
1,6
1,3
1,2
1,8
1,3
2,2
2,3
2,1
2,2
2,1
2,2
2,0
2,1
1,8
1,8
1,7
1,8
1,6
2,1
1,9
1,6
1,5
2,0
1,8
1,5
1,3
1,7
1,5
1,3
2,1
1,9
2,8
2,1
2,0
1,8
2,6
2,0
1,7
1,5
2,2
1,7
3,0
2,8
3,0
3,0
2,8
2,6
2,8
2,8
2,4
2,2
2,4
2,4
2,0
3,0
2,6
2,0
1,9
2,8
2,5
1,9
1,6
2,4
2,1
1,6
3,3
2,6
3,1
3,3
3,1
2,5
2,9
3,1
2,6
2,1
2,5
2,6
3,5
3,1
4,1
3,5
3,4
2,9
3,9
3,4
2,8
2,5
3,3
2,8
4,7
4,4
5,3
4,7
5,7
5,3
4,7
4,1
5,0
4,7
4,4
3,9
4,7
4,4
3,7
3,3
4,0
3,7
5,5
5,0
6,0
5,5
5,3
4,7
5,7
5,3
4,4
4,0
4,8
4,4
7,4
7,8
9,1
7,4
5,3
5,7
6,6
5,3
5,6
6,0
6,9
5,6
5,3
5,7
6,6
5,3
4,5
4,8
5,5
4,5
10,2
9,4
9,8
9,1
7,1
6,6
7,4
6,9
7,1
6,6
10,2
9,8
7,1
7,4
7,1
≥3
2 bis unter 3
≥3
2 bis unter 3
1,0 1999
1998
1,5 1999
1,4 2000
1,0
1,4
1,4
1,0 2001
1,5
1,4 2000
1,3
1,4
1,0
1,3
1,3
1,4
1,0
1,3
0,9
1,0
0,7
0,9
1,2
1,0
1,3
1,2
1,2
1,0
1,3
1,2
0,8
0,7
0,9
0,8
1,8
1,3
1,9
1,8
1,7
1,3
1,8
1,7
1,2
0,9
1,3
1,2
1,9
1,9
1,3
1,9
1,8
1,8
1,2
1,8
1,3
1,3
0,9
1,3
1,7
1,3
2,1
1,7
1,6
1,2
2,0
1,6
1,1
0,9
1,4
1,1
2,0
2,1
2,3
2,0
1,9
2,0
2,2
1,9
1,3
1,4
1,6
1,3
2,6
2,3
3,0
2,6
2,5
2,2
2,9
2,5
1,8
1,6
2,0
1,8
3,2
3,0
3,6
3,2
3,0
2,9
3,4
3,0
2,2
2,0
2,4
2,2
3,8
3,6
3,6
3,8
3,6
3,4
3,4
3,6
2,6
2,4
2,5
2,6
6,0
5,5
4,4
3,6
4,8
4,4
4,2
3,4
4,6
4,2
3,0
2,5
3,3
3,0
6,0
4,8
4,6
3,3
Apropos Bitcoin. Sind Sie manchmal neidisch auf Anfang 20-Jährige,
die völlig unbekümmert und nahezu ohne Hintergrundwissen durch
Kryptowährungen binnen wenigen Wochen reich geworden sind,
während Sie seit Jahrzehnten nach rationalen Modellen für den Aktienmarkt forschen?
Dr. Andreas Beck: Ich sehe die Sache neutral. So ein Bitcoin
wird aus dem Nichts geschaffen und erreicht derzeit einen
hohen Preis. Er hat aber keinen inneren Wert. Er ist ein
Schneeballsystem. Der Bitcoin steigt, solange es mehr Menschen gibt, die ihn haben wollen und sich im Preis überbieten. Und eben weil er keinen inneren Wert hat, an dem man
ihn festbinden könnte, kann er auch unendlich steigen. Deshalb schließe ich weitere Sprünge nicht aus. Aber ich schließe auch nicht aus, dass er auf null fällt. Darauf bin ich nicht
neidisch. Aber ich habe auch kein Mitleid, wenn es schiefläuft. Wer mit Bitcoins spekulieren will, kann das gern tun.
Wir beim GPO machen da aber nicht mit.
Wollen Sie den jungen Krypto-Tradern dennoch etwas sagen?
Dr. Andreas Beck: Vermeintlich langweilige Strategien lohnen sich, auch wenn es vielleicht nicht so sexy klingt, wenn
man „einfach nur“ an den generierten Erträgen der Weltwirtschaft partizipiert. Wir reden, historisch gesehen, von sieben Prozent im Schnitt pro Jahr. Diese innere Rentabilität
bedingt einen Zinzeszinseffekt, der alle zehn Jahre zu einer
Verdopplung des inneren Wertes führt. Ob sich das dann im
Kurs widerspiegelt, ist nicht sicher, aber der schwankt letztendlich trotzdem immer um diesen inneren Wert. Das Risiko des ultrastabilen Portfolios ist somit nicht, ob sich der Einsatz verdoppelt, sondern wann. Nach 20 Jahren sprechen wir
von einer Vervierfachung. Alle 30 Jahre habe ich schon eine
Verachtfachung. Und genau deshalb werden die Reichen immer reicher.
1,1 1996
1995
1,2
1,2 1997
1,1 1996
1,6
1,5 1997
1,2 1998
1,2
1,2
1,6
1,6
2,3
1,6
deshalb werden wir die Nachhaltigkeits-Ratings erst dann
berücksichtigen, wenn es nicht auf Kosten der Anleger geht.
0,9 2002
2001
0,7
0,8 2003
0,9 2002
0,9
0,9 2003
1,2 2004
0,7
0,8
1,0
0,9
1,2
1,0
1,0
0,9
1,3
1,0
1,3
1,2
1,7
1,3
1,3
1,2
1,4
1,3
1,4
1,3
1,4
1,4
1,8
1,7
1,8
1,8
0,9
1,4
1,2
0,9
1,0
1,4
1,2
1,0
1,3
1,8
1,6
1,3
1,5
1,2
1,4
1,5
1,6
1,2
1,5
1,6
2,0
1,6
1,9
2,0
1,6
1,4
1,9
1,6
1,7
1,5
2,0
1,7
2,2
1,9
2,5
2,2
2,1
1,9
2,2
2,1
2,2
2,0
2,4
2,2
2,9
2,5
3,1
2,9
2,5
2,2
2,7
2,5
2,6
2,4
2,8
2,6
2,5
2,7
3,1
2,5
1,1 2005
2004
1,4
1,3 2006
1,1 2005
1,6
1,4 2006
1,1 2007
1,4
1,3
1,6
1,6
1,1
1,6
1,4
1,4
1,0
1,4
1,1
1,1
0,7
1,1
1,4
1,1
1,7
1,4
1,2
1,0
1,5
1,2
0,9
0,7
1,2
0,9
1,6
1,7
1,9
1,6
1,5
1,5
1,7
1,5
1,1
1,2
1,3
1,1
2,2
1,9
2,5
2,2
1,9
1,7
2,2
1,9
1,5
1,3
1,7
1,5
3,4
3,1
3,7
3,4
2,6
2,5
2,9
2,6
3,1
2,9
2,4
2,2
2,6
2,4
2,8
2,6
3,4
3,1
2,7
2,8
3,3
2,7
3,6
3,3
3,5
3,7
4,3
3,5
4,6
4,3
3,0
3,1
3,6
3,0
3,9
3,6
3,4
3,6
4,6
3,9
1,5 bis unter 2
1 bis unter 1,5
1,5 bis unter 2
1 bis unter 1,5
1,0 2008
2007
0,7
0,7 2009
1,0 2008
0,9
0,9 2009
1,3 2010
0,7
0,7
1,1
0,9
1,0
1,1
1,1
0,9
1,0
1,1
1,6
1,3
1,5
1,6
1,2
1,0
1,4
1,2
1,2
1,0
1,4
1,2
1,7
1,5
2,0
1,7
1,8
1,7
2,0
1,8
2,2
2,0
1,6
1,4
1,7
1,6
1,6
1,4
1,7
1,6
2,3
2,0
2,4
2,3
1,9
1,7
2,0
1,9
1,8
1,7
2,0
1,8
2,7
2,8
3,3
2,7
3,5
3,3
2,0
2,2
2,5
2,0
2,7
2,5
1,9
2,0
2,3
1,9
2,5
2,3
3,5
2,7
2,5
1,2 2011
2010
1,2
0,9 2012
1,2 2011
1,4
1,1
1,2 2013
1,2
0,9 2012
1,2 2014
2013
1,3
1,1 2015
1,2 2014
1,4
1,2
1,1 2016
1,3
1,1 2015
1,6
1,4
1,8
1,6
1,3
1,1
1,4
1,3
1,3
1,2
1,5
1,3
2,7
2,4
2,9
2,7
1,9
1,8
2,1
1,9
2,3
2,1
1,5
1,4
1,7
1,5
1,6
1,5
1,8
1,6
1,9
2,0
2,3
1,9
2,5
2,3
2,8
2,9
3,4
2,8
3,7
3,4
2,2
2,3
2,6
2,2
2,8
2,6
1,8
1,7
1,7
1,8
1,9
1,8
1,8
1,9
1,6
1,4
1,7
1,6
1,6
1,7
1,4
1,2
1,5
1,4
1,4
1,5
1,2
1,1
1,3
1,2
1,2
1,3
1,1 2017
2016
1,2
1,1 2018
1,1 2017
1,1
1,0 2018
0,9 2019
1,2
1,1
2,1
1,7
2,3
2,1
2,2
1,8
2,4
2,2
2,0
1,6
2,1
2,0
1,7
1,4
1,8
1,7
1,5
1,2
1,6
1,5
1,4
1,1
1,5
1,4
1,2
1,0
1,3
1,2
1,2
0,9
1,3
1,2
1,2 2020
2019
1,3
1,1
1,2 2020
2,5
3,7
2,8
2,3
2,4
2,1
1,8
1,6
1,5
1,3
1,3
1,3
0,9 bis unter 1
0,8 bis unter 0,9
0,9 bis unter 1
0,8 bis unter 0,9
Foto: ZUMA Press/Alamy Stock Photo
1,1
0,7 bis unter 0,8
< 0,7
0,7 bis unter 0,8
< 0,7
15
12.05.21 10:15
moneymarkets
PUZZLETEILE: „eine robuste
Aktienmarktentwicklung“
MARKTANALYSE
FOCUS-MONEY begeistert sich für Aktien und hält
Rohstoffen die Stange. An diesen Märkten regiert
König Bulle. Dass Zinsen und Dollar die heile Welt
stören könnten, ist vorerst unwahrscheinlich
Wer ist hier der Tenbagger?
Seit der Jahrtausendwende stieg die Bilanzsumme
der europäischen und der amerikanischen Notenbank um 800 bzw. 1100 Prozent. Das kommt einem
Tenbagger sehr nahe.
Bilanzsummen von Notenbanken
prozentuale Entwicklung seit 1.1.2000
600
FM21016A 16
400
Finanzkrise
200
EZB
2000
Fotos: 123RF (3), Can Stock Photo
800
US-Notenbank
von DIRK REICHMANN
16
1000
Corona-Pandemie
Composing: FOCUS-MONEY
05
10
15
0
Quelle: Bloomberg
Es muss
passen
2020
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 11:03
S
chön ist das nicht. An allen Ecken und Enden treffen Anleger auf Widrigkeiten, die ihnen das Leben
an der Börse madig machen wollen. Zu allem Überfluss scheint die Inflation nicht so tot zu sein, wie
man jahrelang dachte. In China führen die Sorgen
bei Angebotsverknappungen etwa bei Eisenerz bereits zu spekulativen Käufen. Das bringt Zinsmärkte unter
Druck, was wiederum die Aktienmärkte nicht unberührt lässt.
Zahlreiche Charts in diesem Artikel zeigen Anlegern, was die
Kapitalmärkte derzeit bewegt und wie sie in der Vergangenheit
reagierten. Das ist nicht nur negativ für die großen Börsen.
Risiko? Chancen!
Ein Puzzleteil greift ins andere, sodass letztlich alles passt. Dafür nahm sich FOCUS-MONEY die Einzelteile der Finanzmärkte vor. Das fängt an bei der Bewertung des S&P-500-Index mit
seinem Kurs-Gewinn-Verhältnis (s. Kasten r.), sparte Indikatoren wie den New-High-Index oder die Einkaufsmanager-
Barometer (s. Kästen S. 18) nicht aus und warf zum Schluss einen Blick auf die Zinsen, den Greenback und die Rohstoffe (s.
Kästen S. 19). Aus unserem Ergebnis machen wir keinen Hehl.
Zum Schluss gaben wir Entwarnung – nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Gut für den S&P-500-Index, gut
für den Dax.
Dass die Börse keine Einbahnstraße ist, dürfte dabei jedem
klar sein. Korrekturen an den Aktienmärkten irritieren den
Aktionär. Diese Verlustphasen sind so etwas wie ein Naturgesetz, müssen allerdings nicht das Ende der langjährigen
Hausse sein. Eher eine Gelegenheit. Mächtige Verbündete wie
internationale Notenbanken stehen seit Jahren auf der Seite
der Aktionäre und fluten die Landschaft mit Geld (s. Grafik S.
16). Wer jemals einen Tenbagger (eine Verzehnfachung des Index, der Aktie) gesucht hat, wird bei Bilanzsummen oder Geldmengen fündig. Und ohne Moos ist an der Börse nichts los.
FOCUS-MONEY bleibt trotz der aktuellen Irritation an den Aktienmärkten also gelassen. Mit dieser Einstellung stehen wir
nicht allein. Die Deutsche Bank schreibt in den „Perspektiven
am Morgen“: „Nach vorne blickend verspricht die Hybridökonomie aus langfristig profitablen Tech-Trends und zyklischem
Rückenwind durch die Konjunktur eine robuste Aktienmarktentwicklung.“ Oder: „Gegenüber dem Vorjahr konnten die Konzerne des S&P-500-Index ihre Gewinne im Schnitt um 50 Prozent steigern.“ Das lag über den Erwartungen.
Wer jetzt mit dem Finger auf das hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis zeigt, trifft einen wunden Punkt. Der S&P-500-Index
wirkt teuer. Allerdings dürfte das selbst bei moderat steigenden Zinsen kein Problem sein. Der Rückgang der Renditen seit
der Jahrtausendwende machte die Staatsanleihen immer unattraktiver. Aktien waren dagegen begehrt. Das hat einen
Grund: Der theoretisch „faire Wert“ vieler Anteilscheine, gemessen am Dividenden-Diskontierungs-Modell, stieg mit fallenden Zinsen (Unterstellung: etwa konstante Dividendenzahlungen und sinkender Kalkulationszinssatz). Wer von einer
Fortsetzung der weltweiten Konjunkturerholung ausgeht,
geht in der Regel auch von gut verdienenden Unternehmen aus,
die ihren Anteilseignern kontinuierlich höhere Dividenden
zahlen. Das steigert den „fairen Wert“ der Aktie oder des Index – wenn die Zinsen nicht zu stark und zu schnell steigen.
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21017A 17
KURS-GEWINN-VERHÄLTNIS
„Lächerlich billig“
Anleger bekommen bei dem Chart (s. Grafik u.) Höhenangst. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des S&P500-Index steigt. Anfang der 1970er-Jahre betrug es 15,
derzeit liegt es bei rund 30. Das heißt: In 50 Jahren ist
das Börsenbarometer doppelt so „teuer“ geworden.
Das KGV errechnet sich, indem der Kurs (hier des Index) durch den Gewinn je Aktie/Index dividiert wird. Je
niedriger das KGV, desto günstiger ist die Anlage. Ein
hohes KGV schreckt ab. Das aber ist nur die halbe Wahrheit. Der 10-Jahres-Durchschnitt des KGV zeigt Anlegern,
wie der Hase läuft. Bis Anfang der 1980er-Jahre sank
dieses arithmetische Mittel auf unter zehn. Für viele Anleger galten US-Aktien als Schnäppchen. Die Ausverkaufsstimmung hatte einen Grund: Die zehnjährigen USZinsen stiegen in wenigen Jahren auf über 15 Prozent.
Seit Anfang der 1980er-Jahre sanken die Renditen wieder, was dem S&P-500-Index neues Leben einhauchte.
Der Zusammenhang ist offensichtlich: Sinkende Zinsen
sind gut für Aktien, da sie eine Höherbewertung häufig
rechtfertigen – gemessen am KGV. Das meint FOCUSMONEY und sieht sich in guter Gesellschaft. Kein Geringerer als der Starinvestor Warren Buffett sagt in einem
Interview, das Aktien „lächerlich billig“ seien. Nur wenn
die Zinsen zu schnell und zu stark steigen, sollten Anleger sich Sorgen machen. Bei den zehnjährigen deutschen Staatsanleihen liegt eine wichtige Marke bei null
Prozent. Die sollte nicht dauerhaft überschritten werden.
Bis dahin aber gilt wohl: La hausse amène la hausse (Die
Hausse bringt die Hausse).
Kontinuierliche Höherbewertung
S&P-500
Kurs-Index in Punkten, logarithmische Darstellung
3200
1600
ähnliche Situationen
800
400
200
100
Quelle: Bloomberg
50
Kurs-Gewinn-Verhältnis im S&P-500
30
Aktien werden
günstiger
20
Aktien werden
teurer
10-Jahres-Durchschnitt
steigende
sinkende Zinsen
Zinsen
1970
1980
1990
2000
2010
10
0
2020
Quelle: Bloomberg
17
12.05.21 11:03
moneymarkets
NEUE HOCHS
ISM-MANUFACTURING
Hohe Wahrscheinlichkeit
Es kommt noch besser
Aktien, die ein neues Hoch erreichen, erfreuen sich der
Aufmerksamkeit vieler Investoren. Dabei denken die Investoren nicht um mehrere Ecken. Sie argumentieren einfach und meinen: Diese Anteilscheine sind teurer geworden, was sicherlich Gründe haben wird. Von daher kann
man sie kaufen. Dieses Vorgehen klingt einfach, obwohl
man einiges aus den Charts lesen kann.
Die Datenreihe zeigt die „neuen Hochs“ (s. Grafik u.) an
der New York Stock Exchange, der Nyse. Es handelt sich
bei den Hochs um 52-Wochen-Hochs. FOCUS-MONEY
nutzte bei seinen Berechnungen nur die Monats-Schlusskurse der Datenreihe. Wir addierten die letzten zwölf Zahlen und dividierten die Summe durch zwölf. Im Dezember
2003, im Mai 2007 oder im März 2013 stieg der Indikator
über 350. Bis auf das Jahr 2007 sind das Zeiten gewesen, in denen die amerikanischen Börsen stets zulegten.
Viele andere Indizes wie der Dax folgten dem Beispiel.
Die Interpretation des Indikators in diesem Zeitfenster
spricht für die Methode. Wenn das arithmetische Mittel
unter 50 gefallen ist, landen US-Aktien auf der Watchlist
von Investoren. Sie werden also erst einmal nur zum Kauf
vorgemerkt. Erst wenn der Indikator wieder über 50 steigt,
kaufen die Börsianer unbeschwert ein. Das war in diesem
Zeitfenster im Februar 2010 und im Februar 2016 so. Und
derzeit wieder. Wir setzen also auf einen Erfolg des „NewHigh-Index“ wie in der Vergangenheit. Sie können auch
so argumentieren: Wenn dieser Indikator steigt, steigt die
Wahrscheinlichkeit, eine Aktie zu kaufen, die ein 52-Wochen-Hoch erreichte.
Der ISM-Manufacturing-Index (s. Grafik u.) ist ein Gradmesser für den Zustand der US-Wirtschaft. Dafür werden monatlich 300 Einkaufsmanager des verarbeitenden Gewerbes befragt. Wenn dieser Indikator ein hohes
Niveau erreicht, ist die Nachfrage nach Produkten hoch.
Der Grund: In den Fabriken der USA wird emsig bestellt.
Bereits ein Punktestand über 50 deutet auf eine wirtschaftliche Expansion hin. Zuletzt notierte der ISM-Manufacturing bei über 60 Punkten. Optimisten würden
das als Auftakt zur Hochkonjunktur bezeichnen.
60 Punkte! Das ist ein Niveau, das seit der Jahrtausendwende nur zweimal erreicht wurde – Anfang 2004
und Anfang 2018. FOCUS-MONEY interpretiert das nicht
als überhitzten Zustand der US-Wirtschaft, sondern als
Auftakt zu einer konjunkturellen Aufwärtsbewegung, die
erst später zu einem überhitzten Zustand führt. Das
klingt optimistisch, sieht die Börse derzeit aber wohl genauso: Anfang 2004 notierte der Dow Jones bei rund
10 000 Punkten, Ende 2007 40 Prozent höher. Anfang
2018 stand das Börsenbarometer bei 26 000 Punkten,
derzeit bei 34 777 Punkten. Das sind gute Zeiten für Investoren gewesen, die dieser Methode mit dem ISM-Manufacturing folgten. Wer auf diese optimistische Interpretation des ISM vertraut, kann wohl nicht anders, als
Aktien zu kaufen. In der Euro-Zone mit Deutschland sehen die Einkaufsmanager-Indizes (s. Grafik ganz unten)
ausgesprochen konstruktiv aus. Das spricht für europäische Aktien. Für Japan spricht die Konstanz. China kann
diesen Vorgaben nicht folgen.
Gute Kaufgelegenheit
ISM-Manufacturing-Indikator in Punkten
Dez. 2003, S&P500: 1100 Punkte
Russell-3000-Index
Kurs-Index in Punkten
Dez. 2020, S&P-500: 3750 Punkte
Feb. 2018, S&P-500: 1350 Punkte
2500
50
2000
1500
Corona-Pandemie
Hightech-Blase
500
0
Anzahl der Aktien mit neuen Hochs
an der New York Stock Exchange
400
12-Monats-Linie
2000
Quelle: Bloomberg
18
FM21018A 18
2020
2020
60
300
0
15
15
Monatswerte in Punkten
China
50
Japan
Kaufzeitpunkte 100
10
30
10
Einkaufsmanager-Indizes
200
05
05
Quelle: Bloomberg
40
Finanzkrise
1000
2000
60
40
2020
Deutschland
Euro-Zone
MÄR A
M
J
J
30
2021
A
S
O
N
D JAN
F MÄR
Quelle: Statista
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 11:03
ZINSEN
DOLLAR UND ROHSTOFFE
Gute Zeiten, schlechte Zeiten
Rohstoffe hui, Dollar pfui
Als die Zinsen in den USA und Deutschland zur Jahrtausendwende zu rutschen begannen, ahnten nur wenige,
wohin das führen würde. Die Renditen der zehnjährigen
amerikanischen Staatsanleihen fielen von mehr als sechs
auf zeitweise unter ein Prozent, die der deutschen Pendants sogar unter null (s. Grafik u.). Wer will, kann eine
solche Entwicklung auch mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis fassen: Beträgt die Rendite sechs Prozent, liegt das
KGV der Anleihe bei 16,7 (eins durch sechs multipliziert
mit 100). Sinkt die Rendite auf eins, beträgt das KGV 100
(eins durch eins multipliziert mit 100). Liegt die Rendite im
negativen Bereich, kann kein KGV ermittelt werden. Anleihen sind also sowohl in den USA als auch in Deutschland teuer, Aktien günstiger. Die Mahnung an die Fans
von Rentenpapieren – immer besonnen bleiben. Denn
wenn die Zinsen steigen, fallen die Kurse der Anleihen.
In den vergangenen Wochen sind die amerikanischen
Zinsen kräftig geklettert. Vorsichtige Anleger registrieren
das. Sie wissen allerdings auch, dass Aktien derzeit weiterhin besser bewertet sind. Dafür erinnern sie sich des
KGV. Wenn die US-Zinsen auf drei Prozent steigen, beträgt dieses Bewertungsmaß 33,3 (eins durch drei multipliziert mit 100). Dann wären US-Bonds und US-Aktien
aus heutiger Sicht ähnlich hoch bewertet. Niemand in verschuldeten und Kapital suchenden Staaten dürfte allerdings Interesse an steigenden Zinsen haben. Das funktionierte bislang recht gut: In Euro-Land hat die Europäische
Zentralbank seit Jahren Staatsanleihen gekauft. Dauerhafte Zinssteigerungen blieben so aus.
Der Dollar-Index und die Rohstoffe pflegen eine innige Beziehung (s. Grafiken u.). Wenn der US-Dollar gegenüber
wichtigen Währungen Boden gutmacht, neigt der CRBRohstoff-Index zur Schwäche. Wenn der Greenback schwächelt, geht auch den Rohstoffen häufig die Puste aus. Indiz: Die Dollar-Stärke vom ersten Halbjahr 2011 bis Anfang
2020 kostete die Rohstoffe viele Fans – der CRB-RohstoffIndex fiel nach Ausbruch der Corona-Pandemie zwischenzeitlich auf ein 20-Jahres-Tief. Anmerkung: In dem DollarIndex tummeln sich verschiedene andere Währungen zum
Greenback, wie der Euro, der Yen und das Pfund.
Inflation galt als ein Relikt der Vergangenheit, gewann
zuletzt aber an Fahrt. Eine Beschleunigung ist die Sorge
vieler Marktteilnehmer. Denn der Dollar neigt derzeit
massiv zur Schwäche, was den Aufwärtstrend des CRB-
Rohstoff-Index beflügeln könnte. Die Entscheidungszone
sehen Charttechniker bei 210 Punkten. Steigt das Barometer über diese Marke, würde das den Bodenschätzen
wie Rohöl oder Kupfer Aufwärtspotenzial bescheren.
Selbst der Spread ist nicht mehr das, was er war. Ende
2014 stieg die Differenz zwischen den US-Staatsanleihen
und ihren deutschen Pendants über rund 1,25 Prozent (s.
Grafik Kasten l. u.). Das war der höchste Wert seit der Jahrtausendwende. Das sollte dem Euro-Dollar-Währungskurs nutzen, schließlich zahlen die USA den Anleihenkäufern deutlich mehr für ihr Geld. Es funktionierte nicht mehr.
In den vergangenen Jahren kam es offenbar zu einer
Neubewertung der USA. Das könnte zu einem tendenziell schwächeren Dollar führen.
Langjährige Talfahrt
Der eine runter, der andere hoch
Zehnjährige Staatsanleihen
Dollar-Index und Rohstoffpreise
Renditen in Prozent
6
120
Top-Bildung: Dollar schwächelt
4
USA
Finanzkrise
US-Dollar-Index in Punkten
100
2
Deutschland
Aufwärtstrend
0
Corona-Pandemie
60
–2
CRB-Rohstoff-Index in Punkten
Spread zwischen den Renditen in Prozent
2
Neubewertung
Abwärtstrend
–1
05
Quelle: Bloomberg
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21019A 19
10
15
2020
200
Entscheidungszone
0
400
300
1
2000
80
100
0
2000
05
10
15
2020
Quelle: Bloomberg
19
12.05.21 11:03
moneymarkets
RÄDERWERK:
Der Autozulieferer
punktet bei Kunden
und Anlegern
PWO
Schwere Orders mit leichtem Bau
Mit Leichtmetallteilen für Gehäuse oder tragende Teile bei Fahrzeugen und Elektro
liegt der 1919 gegründete Mittelständler, damals Weltmarktführer für Luftpumpen,
voll im Trend der Zeit. Die Aktie spiegelt dies nur unzureichend wider
von BERND JOHANN
D
ie Zahlen machten Eindruck, vor allem auch an der
Börse: die Umsätze im ersten Quartal 2021 mit 110,2
Millionen Euro bereits wieder über dem noch kaum
von Corona infizierten gleichen Vorjahreszeitraum, das Periodenergebnis mit 4,1 Millionen Euro sogar um 17 Prozent
höher. Hinzu kommt ein dicker Auftragseingang von 135 Millionen Euro. Erfreulich seien die Zahlen, meint der Vorstand
des Progress-Werks Oberkirch (PWO) und schraubte gleich
die Prognose für das ganze Jahr merklich nach oben. Die Börse klatschte Beifall mit einem Kursanstieg von zunächst zehn
Prozent. Es könnte noch einiges hinterherkommen.
20
FM21020A 20
Fotos: PWO, iStock
Ambitionierte Ziele
Zuvor ereilte die Aktie das Schicksal der meisten Autozulieferer. Nachdem schon 2018 und 2019 wegen flauer Branchenkonjunktur nicht berauschend waren und die Aktie unter Druck kam, versetzte Corona dem Kurs mit einer
nochmaligen Halbierung im vergangenen Frühjahr einen erneuten Stoß. Das weitere Geschäft 2020 lieferte gleichfalls
wenig Anlass für eine Wende: Umsatz fast 20 Prozent runter
auf 371 Millionen Euro, das Ergebnis rutschte von plus 9,1
Millionen oder 2,91 Euro je Aktie 2019 auf minus 11,7 Millionen Euro. Die Dividende fiel wie schon im Vorjahr aus.
Composing: FOCUS-MONEY
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 11:01
Delle nachhaltig überwinden
Die Trümpfe stechen. Dabei übersah die Börse im CoronaSchock zwei wichtige Fakten: PWO bedient mit seinen Produkten einen elementaren Trend in der Auto- wie auch in der
Elektroindustrie: den wachsenden Zwang zur Leichtbauweise. In der Fahrzeugbranche ist Leichtbau umso mehr gefragt,
je stärker sich Elektroautos mit schweren Batterien durchsetzen. PWO gilt hier in der Herstellung und Formung stabiler Metallteile mit geringem Gewicht wie Träger oder Gehäuse als global führend. Mit „Mobilität der Zukunft mitgestalten“
stellt der Vorstand ambitionierte Ansprüche an sich selbst.
Schon vor Corona startete er Programme zur Steigerung von
Effizienz und Rentabilität. Aktuell verfügt er über weitere
130 Millionen Euro zum Ausbau des Geschäfts.
Zweiter Trumpf: die internationale Präsenz mit Standorten in Deutschland, Tschechien, Kanada, Mexiko und China.
Sie zahlt sich jetzt voll aus: Zwar hinken Europa und Kanada
noch etwas hinterher, im Sog der internationalen Konjunktur ziehen Mexiko und China indes bereits wieder deutlich an.
Als Folge schraubte PWO die Prognose für den Umsatz 2021
auf 400 Millionen Euro und mehr nach oben und für das Geschäftsergebnis (Ebit) auf mindestens 15 Millionen Euro (Vorjahr minus 8,1 Millionen). Voraussetzung: Corona grätscht
mit langen Lockdowns nicht erneut dazwischen.
Gewinnsprung absehbar. Auf die Börse übertragen, würde dies 2021 wieder für einen Gewinn je Aktie von klar mehr
als zwei Euro und für die Folgejahre aller Voraussicht nach –
wie bereits 2016 und 2017 – von drei Euro und mehr sprechen. Die Analysten rechnen 2022 sogar schon mit Erträgen
um vier Euro je Aktie. Der Optimismus hat einen konkreten
Hintergund: PWO ist zwar kein Wachstumswert. Die Umsätze lagen in den Vor-Corona-Jahren aber stets nachhaltig über
400 Millionen Euro. Der Vorstand peilt dank Innovationskraft und Marktstellung künftig ein jährliches Ordervolumen
von 500 Millionen Euro an. Dies würde auch die Umsatzgrenze nach oben schieben. Gelingt das, dürfte das Ertragsniveau ebenfalls steigen – und mit ihm der Aktienkurs.
Der PWO-Vorstand sieht sein Unternehmen gut positioniert für künftiges Wachstum. 2021 rechnet er mit
einem Umsatzsprung von um die zehn Prozent.
Umsatzentwicklung in Millionen Euro, ab 2021 Prognose
409,6
2016
461,0
476,3
458,6
371,2
17
18
19
405,0
20
21
450,0
2022
Quellen: PWO, Bloomberg
Ertragsrekorde erwartet
Effizientere Produktion, wachsende Umsätze – das
Duo soll schnell höhere Erträge bringen. Die Analysten rechnen ab 2022 mit neuen Gewinn-Tops.
Jahresüberschuss in Millionen Euro,
ab 2021 Prognose
10,1
9,5
2016
17
12,8
9,1
6,6
18
19
7,9
20
21
2022
Quellen: PWO, Bloomberg
–11,7
Zurück zu alten Höhen?
Für die PWO-Aktie war die Geschäftsprognose für 2021 vom April ein „Hallo-Wach“-Ruf. Kann der Vorstand seine Pläne umsetzen, sollten auf Sicht von sechs bis zwölf MonatenProgresswerk
die Höchstkurse der Vorjahre von um die 50 Euro wieder ins Visier rücken.
Quelle: Bloomberg
Aktienkurs in Euro
50
45
40
35
30
25
e = erwartet
20
15
2017
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21021A 21
18
19
20
Quelle: Bloomberg
696800/DE0006968001
Börsenwert
94 Mio. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021/22
12,1/8,5
Dividendenrendite in 2021/22e
0,0/2,8 %
Kursziel/Stoppkurs
50,00/25,00 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■
Kurspotenzial 65 %
WKN/ISIN
2021
21
12.05.21 11:01
moneymarkets
2007/08: Weltfinanzkrise
2000: Platzen der Dotcom-Blase
Immer weiter!
Auch wenn der
Deutsche Aktienindex hin und wieder eine Delle verkraften musste, so
verlief er langfristig stets
nach oben. Trotz anhaltender Corona-Krise
könnte der Dax
noch in diesem
Jahr die Marke von
16 000 Punkten
knacken.
Dax Performance-Index in Punkten
1995
96
97
98
99
2000
DAUERDIVIDENDEN
Die Devise?
Dividende!
Vier Krisen zu überstehen ist die eine Sache,
Dividenden aber nie zu kürzen eine andere.
Diesen Unternehmen gelang das Kunststück
von TIM HOLZAPFEL
D
as Platzen der Dotcom-Blase kurz nach der Jahrtausendwende, die globale Finanzkrise 2007 und 2008,
die Euro-Krise seit 2010 und die anhaltende CoronaKrise. Die deutsche Wirtschaft im Allgemeinen sowie Unternehmen im Einzelnen mussten sich in den vergangenen 25
Jahren schwierigen Herausforderungen stellen. 20 Firmen,
die zehn Jahre lang ihre Dividende nie gesenkt haben, sahen
sich wegen der Corona-Pandemie gezwungen, erstmals die
Ausschüttungen an ihre Anleger zu kürzen. Das geht aus der
Dividendenstudie 2021 der Röhl Capital GmbH hervor. Betrachtet man die 160 Unternehmen aus den wichtigen deut-
22
FM21022A 22
Fotos: Bloomberg
01
02
03
04
05
06
07
08
schen Aktienindizes Dax, MDax und SDax, wird nach dem
krisengebeutelten Jahr für 2021 wieder ein Anstieg der insgesamt ausgeschütteten Dividenden erwartet: 4,9 Prozent
auf 44,7 Milliarden Euro im Vergleich zu 2020.
Konstante Zahlungen. Doch einigen Konzernen gelang es
nicht nur, den großen Wirtschaftskrisen zu trotzen, sondern
auch an den Ausschüttungen an ihre Investoren seit dem
Ende des 20. Jahrhunderts festzuhalten – wie die Tabelle auf
Seite 23 zeigt. Zwölf deutsche Unternehmen senkten ihre Dividenden seit 25 Jahren nicht, allen voran der Software-Konzern SAP. Im Durchschnitt erhöhte er seine Ausschüttungen
um 15 Prozent pro Jahr. Schaut man sich den Zeitraum seit
1997 an, stieg die Dividende von acht Cent je Aktie auf 1,85
Euro in diesem Jahr. Sieben weitere Gesellschaften aus der
Dax-Indexfamilie kürzten ihre Dividenden in diesem Zeitraum nicht, dasselbe gilt für Traditionskonzerne aus dem
Freiverkehr, etwa die Nürnberger Versicherung und das Gesundheitsunternehmen Paul Hartmann. Mit Fresenius gibt
es in den deutschen Indizes sogar einen Dividendenaristokraten, also einen Konzern, der seine Gewinnanteile in den
vergangenen 25 Jahren annuell erhöhte. „Die Ausschüttungspolitik dieser Unternehmen sieht eine ‚atmende Dividende‘ vor“, sagt Investor und Kapitalmarktexperte Christian Röhl. „In guten Zeiten wird eher defensiv ausgeschüttet,
sodass ein Puffer für mögliche Krisenjahre entsteht.“
Sicherer Nebenverdienst. Für Anleger bedeuten zuverlässige Dividendenzahler Sicherheit. Aktien, die ein regelmäßiges Zusatzeinkommen garantieren, hat schließlich jeder
gern im Depot. Hinzu kommen mehr als solide Kurschancen,
wodurch sich eine zweite Renditequelle generieren lässt –
auch wenn Dividendenaktien nicht gerade zu den heißesten
Composing: FOCUS-MONEY
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 11:41
SEIT 2020: Corona-Krise
14 000
13 000
SEIT 2010: Euro-Krise
12 000
11 000
10 000
9 000
8 000
7 000
6 000
5 000
4 000
3 000
2 000
09
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
2021
Zuverlässiger Zahler
Wachstumswerten zählen. Trotzdem gibt es mit Fresenius
Medical Care auch einen Wert in der Liste, der von Analysten
ein Kurspotenzial von knapp 55 Prozent zugeteilt bekommt.
Eines steht fest: Mit einem Investment in eine der unten
aufgelisteten Aktien können Sie nicht viel falsch machen. Sie
profitieren von bewährten Geschäftsmodellen – und von konstanten Ausschüttungen. Komme, was wolle!
Der Dividende von Dax-Primus
SAP konnte keine der Krisen
etwas anhaben.
1,6
1,2
0,8
Dividendenzahlungen
von SAP
0,4
in Euro je Aktie
0
95 2000
Dauerhaft Dividende: 15 verlässliche Werte
Unternehmen
WKN/ISIN
SAP
Münchener Rück
Fresenius
Fuchs Petrolub
Henkel
Nürnberger
Baywa
Hornbach Baumarkt
Beiersdorf
Paul Hartmann
Rheinland Holding
Hornbach Holding
Fresenius Medical Care
Hamborner REIT
Sedlmayr Grund
716460/DE0007164600
843002/DE0008430026
578560/DE0005785604
579040/DE0005790406
604843/DE0006048432
843596/DE0008435967
519406/DE0005194062
608440/DE0006084403
520000/DE0005200000
747404/DE0007474041
841510/DE0008415100
608340/DE0006083405
578580/DE0005785802
A3H233/DE000A3H2333
722400/DE0007224008
Quellen: Bloomberg, Dividendenstudie 2021 der Röhl Capital GmbH
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21023A 23
Börsenwert Dividende je
Dividenden- Dividenden
Stoppkurs
in Mrd. Euro Aktie 2021/22e wachstum* nicht gesenkt in Euro
in Prozent seit . . . Jahren
142,1
33,9
22,9
5,5
28,3
0,87
1,5
1,1
23,9
1,4
0,14
1,3
19,0
0,73
2,3
1,85/1,90
9,80/10,25
0,88/0,91
0,98/1,00
1,85/1,85
3,30/k. A.
1,00/0,95
0,90/0,90
0,70/0,70
8,00/k. A.
1,20/1,20
2,00/2,00
1,34/1,40
0,47/0,47
29,00/k. A.
15,1
13,8
13,1
12,6
9,4
7,7
7,1
6,7
6,5
5,3
5,0
4,0
9,4
3,5
13,0
25
25
25
25
25
25
25
25
25
25
25
25
24
24
23
98,99
205,96
35,22
30,39
79,92
65,03
36,04
28,90
80,56
328,95
30,60
69,62
54,43
7,99
2720,00
05
10
15
Quelle: Bloomberg
08
2020
Kurspotenzial
in Prozent
15,9
19,7
30,0
23,1
18,1
11,1
29,7
52,4
11,8
k. A.
k. A.
20,9
54,6
20,6
k. A.
e = erwartet; *CAGR (durchschnittliche jährliche Wachstumsrate)
Aktien, die ein
regelmäßiges
Zusatzeinkommen garantieren,
hat jeder gern im
Depot“
TIM HOLZAPFEL,
FOCUS-MONEY
23
12.05.21 11:41
So viel Dividende wie noch nie
Aufwind
nach kurzer Tech-Krise
SAP
Das Unternehmen: Seit 1995 ist der baden-württembergische Software-Konzern SAP Teil des Dax und stellt Betrieben jeder Größe
Geschäftssoftware bereit. Ein Erfolgsfaktor: die Vielseitigkeit des
Unternehmens. SAP ist unter anderem in den Branchen Energie, Finanzen, Konsumgüter und Dienstleistung tätig.
Aktienkurs in Euro
80
60
40
Die Zahlen: Seit dem Zwischentief Ende Oktober 2020 stieg die
SAP-Aktie um gut 27 Prozent. Vom Allzeithoch von 142,50 Euro sind
die Walldorfer aber noch etwas entfernt. Analysten prognostizieren
allerdings weiterhin wachsende Umsätze. Die Dividende für das
letzte Geschäftsjahr beträgt 1,85 Euro je Aktie – ein neuer Höchstwert. Im Vorjahr lag sie noch bei 1,57 Euro pro Anteilschein.
20
2010
12
14
16
18
2020
716460/DE0007164600
Börsenwert
142,1 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021/22
23,1/22,6
Dividendenrendite 2021/22e
1,6/1,7 %
Stoppkurs
98,99 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■
Kurspotenzial 16 %
Demografischer Wandel bietet Chancen
Solides Wachstum voraus
Vor allem die Unsicherheiten durch Covid-19
belasten den Aktienkurs des Gesundheitsunternehmens. Analysten rechnen aber mit lukrativen Aufwärtsbewegungen des Charts.
Das Unternehmen: Der Gesundheitskonzern Fresenius ist in mehrere eigenständig agierende Unternehmensbereiche untergliedert. Dazu zählen neben
Fresenius Medical Care auch die Kliniken-Gruppe Helios, der Medikamentenanbieter Fresenius Kabi und Fresenius Vamed mit Fokus auf das Management von Institutionen im Gesundheitswesen. Die Arbeitsfelder reichen von
der Dialyse über Infusionstherapien bis hin zu klinischer Ernährung.
Fresenius
Aktienkurs in Euro
70
Die Zahlen: Im Pandemiejahr 2020 gelang es dem Medizinunternehmen,
seinen Umsatz auf 36,3 Milliarden Euro zu steigern. In zwei Jahren sollen laut
Schätzungen von Experten zwei Kennzahlen des Konzerns wichtige Marken
knacken: Der Erlös könnte auf über 40 Milliarden Euro steigen und der Gewinn je Aktie mit prognostizierten 4,06 Euro eine weitere Grenze durchbrechen. Aktuell liegt er bei einem Euro weniger. Die Dividende in diesem Jahr
erreicht mit 0,88 Euro je Aktie einen neuen Höchstwert (Vorjahr: 0,84 Euro).
2010
Die Vision: Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Fresenius weiterhin mit
Einflüssen der Covid-19-Pandemie, erwartet laut offiziellem Konzernausblick
aber ein Umsatzplus im einstelligen Prozentbereich. Vor allem die Diversifikation im Produktportfolio spielt den Bad Homburgern in die Karten. Hinzu
kommen die Megatrends Gesundheit und Demografie: Ein Blick geht in Richtung der Schwellenländer, wo der Gesundheitssektor stetig wächst. Ein zweiter Punkt, der Wachstum verspricht, ist die alternde Bevölkerung. Bereits
2019 waren knapp zehn Prozent der Weltbevölkerung älter als 65 Jahre.
578560/DE0005785604
Börsenwert
22,9 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021/22
12,7/11,2
Dividendenrendite 2021/22e
2,1/2,3 %
Stoppkurs
35,22 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■
Kurspotenzial 30 %
24
FM21024A 24
Foto: SAP
e = erwartet
WKN/ISIN
Quelle: Bloomberg
Die Vision: Der Vorstandsvorsitzende Christian Klein hält an der
Strategie fest, vermehrt in die Cloud-Sparte zu investieren – auch
wenn kurzfristige Gewinne darunter leiden können.
120
100
50
30
10
12
14
16
18
2020
Quelle: Bloomberg
WKN/ISIN
e = erwartet
moneymarkets
HAUPTSITZ IN WALLDORF: Von
hier aus leitet SAP-Chef Christian
Klein die Geschicke
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 11:41
Energiereicher Jahresauftakt
Neue Höhepunkte
Vor allem die Agrar- und die Energiesparte
trieben die Umsätze in die Höhe, die dadurch
die Erwartungen der Analysten übertrafen.
Die Aktie befindet sich im Aufwärtstrend.
Das Unternehmen: Ursprünglich als Unternehmen für die Landwirtschaft gegründet, ist die Baywa heute ein weltweit agierender Konzern mit weiteren
Schwerpunkten in den Bereichen Energie sowie Innovation und Digitalisierung, wo die vielversprechenden Bereiche E-Business und Digital Farming
gebündelt werden. Letzteres soll ein künftiges Steckenpferd des Konzerns
werden – eine führende Rolle in Europa wird angestrebt.
BayWa
Aktienkurs in Euro
45
Die Zahlen: Die Zahlen des ersten Quartals 2021 fielen laut einer Studie von
Warburg besser aus, als die Expertenschätzungen es vorhersagten. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um über zehn Prozent auf 4,3
Milliarden Euro und ergibt sich in erster Linie aus den Geschäften der Bereiche Landwirtschaft und erneuerbare Energien. Auch der gesamte Erlös in
diesem Jahr soll laut Prognosen wachsen: um rund sieben Prozent auf 18,3
Milliarden Euro.
40
35
30
25
2010
12
14
16
18
2020
519406/DE0005194062
Börsenwert
1,5 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021/22
49,3/34,0
Dividendenrendite 2021/22e
2,4/2,5 %
Stoppkurs
36,04 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■
Kurspotenzial 30 %
Gewinn je Aktie 2020 fast verdoppelt
Starke Nachfrage durch Corona
Das Unternehmen: Die Produktpalette des baden-württembergischen Medizin- und Pflegekonzerns Paul Hartmann umfasst neben der Wundversorgung und OP-Einmalprodukten auch das große Feld der Desinfektion und
Hygiene. Kein Wunder also, dass das Unternehmen von den Bestimmungen
in der Corona-Pandemie profitiert. Nicht nur Desinfektionsmittel wird hergestellt, sondern auch die dazugehörigen Geräte wie Spender und Wandhalter. Gut möglich, dass diese Produkte auch noch gefragt sind, wenn die gängigen Corona-Regelungen außer Kraft gesetzt worden sind.
Paul Hartmann
Weil Hartmann nur im Freiverkehr und nicht
an regulierten Börsen handelbar ist, bleiben
fundierte Investmentanalysen aus. Doch eins
ist klar: Hartmann gilt als Corona-Profiteur.
Aktienkurs in Euro
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21025A 25
400
350
300
Die Zahlen: 2020 setzte sich das Wachstum der Hartmann-Gruppe fort, der
Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um gut elf Prozent auf rund 2,4 Milliarden Euro. Besonders sticht der Gewinn je Aktie hervor, der sich von 16,41
Euro 2019 auf 29,98 Euro im letzten Jahr fast verdoppelte. Auch im Unternehmen ist man zuversichtlich, die nächsten Jahre ähnlich erfolgreich gestalten zu können, selbst wenn die für den Konzern positiven Corona-Effekte mit den fortschreitenden Impfungen ein wenig nachlassen dürften.
250
200
150
2010
12
14
16
18
2020
747404/DE0007474041
Börsenwert
1,4 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2019/20
17,2/11,9
Dividendenrendite 2019/20
2,5/2,3 %
Stoppkurs
328,95 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■
Kurspotenzial k. A.
e = erwartet
WKN/ISIN
Quelle: Bloomberg
Die Vision: Die aktuelle Strategie von Hartmann verfolgt das Ziel, in den drei
Kernsegmenten Wund-, Inkontinenz- und Infektionsmanagement eine führende Marktposition beizubehalten. Der Wettbewerbsdruck im immer weiter
wachsenden Gesundheitssektor steigt, bestimmte Zukunftsinvestitionen in
neue Produktionsanlagen, Logistiklösungen und die digitale Infrastruktur sollen dazu beitragen, diesem Druck standzuhalten.
e = erwartet
WKN/ISIN
Quelle: Bloomberg
Die Vision: Das starke Auftaktquartal der Münchner könnte den Grundstein
für ein erfolgreiches Jahr gelegt haben – zumal die ersten Monate saisonal
eigentlich zu den eher schwächeren Monaten des Konzerns gehören. Doch
mehrere strategische Stroßrichtungen sollen die Wachstumsfähigkeit der
Baywa künftig sichern: So entwickelt das Unternehmen etwa neue Geschäftsmodelle – auch durch externe Partnerschaften wie mit der Innovationsplattform Agro Innovation Lab – und treibt die digitale Transformation in allen
Konzernbereichen weiter voran.
50
25
12.05.21 11:41
moneykompakt
KRYPTOWÄHRUNGEN
The show must go on
von MARIAN KOPOCZ
Elon Musk trat in der US-Late-Night-Show „Saturday Night Live“ auf und kritisierte den Dogecoin, den
er zuvor mit einigen Tweets angefeuert hatte. Die Parodie-Kryptowährung DOGE brach daraufhin um
43 Prozent ein und verzeichnet nun eine hohe Volatilität. Der Bitcoin hingegen konnte etwas profitieren und stieg wieder leicht. Wichtig ist jetzt, die Marke von 58 100 US-Dollar zu halten und 61 060 Dollar zu überwinden. Wenn Sie einen Blick in die Tabelle auf der rechten Seite werfen, sehen Sie, dass die
Seitwärtsphase den Bitcoin wieder attraktiver machte. Der Relative-Stärke-Index kühlte ab (ein Wert von
70 zeigt einen überkauften Kurs an) und der Bitcoin näherte sich der 20-Wochen-Linie, welche als wichtige Unterstützung gilt. Atemberaubend ist momentan Ethereum. Was die zweitbeste Kryptowährung
aktuell so stark macht und wie Anleger sich jetzt verhalten sollten, lesen Sie auf Seite 28.
KRYPTO-TICKER
+++ Aktuelle Staking-Zinssätze +++ Polkadot: 13,15 Prozent +++ Cosmos: 8,91 Prozent +++
E
lon Musk spielte in der US-Show „Saturday Night Live“
einen Finanzexperten. Immer wieder stellten die Moderatoren in einem Sketch die Frage, was Dogecoin eigentlich sei. Musk antwortete in seiner Comedy-Rolle verschiedene Dinge darauf, konnte aber nie erklären, was
Wer ist hier dominant?
Bitcoin bleibt der Platzhirsch. Hin und wieder proben
die Altcoins aber den Aufstand.
Anteile an der Marktkapitalisierung in Prozent
Bitcoin
80
Quelle: coinmarketcap.com
60
26
FM21026A 26
40
sonstige Kryptowährungen
2016
17
Ethereum
18
20
0
19
20
2021
Foto: iStock
Dogecoin ist. Am Ende sagte er: „Yes, it is a hustle.“ Frei übersetzt, bedeutet das Wort „hustle“ Hektik und Trubel, aber
auch Abzocke und Schwindel. Hatte Musk mit seinen Tweets
noch mitgeholfen, dass Dogecoin seit Jahresbeginn um rund
14 000 Prozent auf 0,72 Dollar stieg, so stürzte der Kurs noch
während der Show massiv ab und notierte mit hoher Volatilität zwischen 0,43 und 0,58 Dollar. Der Kryptomarkt ist also
weiterhin mit Vorsicht zu genießen. Auch wenn er einige
große Chancen bietet.
Der Bitcoin verliert an Dominanz. Trotz des umstrittenen
Auftritts traf Elon Musk einen Nerv. Denn zuletzt performten vor allem die Altcoins stark, während der Bitcoin konsolidierte. Denn: Altcoins wirken auf Neueinsteiger optisch
günstiger, weil ihre Kurse manchmal nur wenige Dollars oder
gar Dollar-Cents betragen. Wichtig ist aber natürlich immer
die gesamte Marktkapitalisierung. Doch durch die stark steigenden Kurse der Altcoins verliert der Bitcoin etwas an Dominanz. Betrug der Anteil des Bitcoin am gesamten Kryptomarkt im Januar noch fast 74 Prozent, so sank dieser Anteil
auf nun nur noch 45 Prozent. Aber Anleger sollten bedenken,
dass das Pendel auch ganz schnell wieder in die andere Richtung ausschlagen kann. Der Bitcoin sollte, vor allem für NeuFOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 10:23
Top Ten Kryptowährungen
Hinweis: Mit der Blockchain „Internet Computer“ ist eine neue Kryptowährung Mitte Mai an den Start gegangen.
Weil es noch nicht genug Daten gibt, nahmen wir die neue Währung noch nicht in unsere gewohnten Top Ten auf.
Rang Name
1 Bitcoin
Marktkapitali
sierung
Kurs in
Euro
Preisverän RSI auf
20-Wo
News
derung
Wochen chen-Linie
1 Monat
basis
in Euro
in %
857,7 Mrd. Euro 45 807
–8,76
61,55
2 Ethereum
376,4 Mrd. Euro 3252
3 Binance Coin 82,3 Mrd. Euro 535,8
4 Dogecoin
50,7 Mrd. Euro 0,3876
80,87
34,67
6696
88,14
84,69
74,69
46,6 Mrd. Euro 0,8241
43,6 Mrd. Euro
1,36
41,3 Mrd. Euro
1,19
28,4 Mrd. Euro 30,31
20,8 Mrd. Euro
1106
–1,92
33,33
0,31
–11,49
89,63
–
73,92
66,92
59,91
71,26
19,8 Mrd. Euro
–11,13
69,91
5
6
7
8
9
Tether
Cardano
Ripple
Polkadot
Bitcoin Cash
10 Litecoin
ER
294,6
40 675 Der Mai ist historisch bullish. Bitcoin muss jetzt sein Allzeithoch bei 54 000 Euro
überwinden.
1 643 Der Ethereum-Zug rollt. Anleger achten dennoch auf ihr Risiko. Ziel: 4100 Euro
240 Der Coin der Kryptobörse Binance bleibt auf hohem Niveau.
–
Spaßwährung, die als Parodie auf den Bitcoin entstand. Aktuell viel Volatilität und
Risiko
–
Stablecoin, der den Dollar 1 : 1 abbildet
0,8172 Brach wie erwartet aus seiner Konsolidierung aus. Nächstes Ziel: 1,75 Euro
0,6 Vorsichtiger Aufwärtstrend mit viel Volatilität intakt
24,88 Blockchain-Ökosystem. Verharrt momentan zwischen 24 Euro und 33 Euro
559 Überraschte in der vergangenen Woche und zog neu in die Top Ten ein. Abspaltung vom
Bitcoin mit dem Ziel, Bitcoin Cash als Zahlungsmittel zu benutzen
176,5 Versucht sich am Rekordhoch aus dem Jahr 2018 bei 349 Euro
Quellen: coinmarketcap.com, tradingview.com, eigene Recherche
* Alles Stand: 11.05.2021
ent +++ Cardano: 7,24 Prozent +++ Ethereum 2.0: 7,18 Prozent +++ Tezos: 5,54 Prozent +++
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21027A 27
Gesamter Kryptomarkt
Allein seit Anfang des Jahres legte der Kryptomarkt
um rund 220 Prozent auf etwa 2,4 Billionen US-Dollar zu. Erst schob der Bitcoin an, dann folgten die
Altcoins. Ordentlich Schub bringen zahlreiche neue
Kryptoprodukte. Zudem lancierte S&P Dow Jones Indices, der führende Index-Anbieter der Welt, einen
neuen Index auf Bitcoin und auf Ethereum. Mit diesen Indizes dürfte es noch besser möglich sein,
neue Produkte auf diese Währungen aufzulegen.
Gesamte Marktkapitalisierung
in US-Dollar, seit 29.4.2013
1 Bill.
100 Mrd.
Quelle: coinmarketcap.com
einsteiger, weiterhin die größte Position (mindestens zwei
Drittel) in einem Krypto-Portfolio ausmachen.
Doch was hat der Bitcoin – und damit auch der Markt –
nach diesem bereits starken Anstieg noch zu bieten? Schauen wir uns dafür das Wachstum des Kryptomarkts in der Vergangenheit an (s. r.): Der erste Marktzyklus erreichte vom
Boden bei etwa einer Milliarde US-Dollar sein Top 2013 bei
rund 15 Milliarden Dollar. Der zweite toppte Anfang 2018
bei rund 800 Milliarden Dollar aus. Im logarithmischen
Chart ist zu erkennen, dass sich der Kryptomarkt mit Überund Untertreibungen etwa in Zehnerpotenzen entwickelt.
Denn er übersprang zwar die 100-Milliarden-Marke, doch
war diese im Bärenmarkt mehrfach die Untergrenze des
Marktes. Bedeutet: Es ist möglich, dass sich der Kryptomarkt
in diesem Zyklus zehn Billionen Dollar annähert. Die Rally
der Kryptos ist also höchstwahrscheinlich noch lange nicht
vorbei. Doch Anleger sollten auch immer das Risiko managen und Teilgewinne mitnehmen. Wenn Sie Bitcoin ganz gut
finden, aber lieber in „Bitcoin-Aktien“ investieren wollen,
dann lesen Sie die nächste Geschichte auf Seite 29.
Weiterhin hohe Kursziele. Auch die Experten von Bloomberg unterstellen Bitcoin im „Crypto Outlook May 2021“,
10 Mrd.
1 Mrd.
2013
14
15
16
17
18
19
20
100 Mio.
2021
27
12.05.21 10:23
moneykompakt
dass er in den frühen Tagen der Adaption steht. Immer mehr
Anleger würden ein klassisches Portfolio mit Bitcoin erweitern. Zu Ethereum schreiben die Analysten, dass es den Akzeptanz-Kampf gewonnen habe und die Nummer-eins-Anlaufstelle für Kryptoprojekte, DeFi und dezentralisierte
Börsen sei. „Wenn es zu keinem Risikoereignis kommt und
auch technologische Fehler der Blockchain ausbleiben, sind
Preisrücksetzer bei Bitcoin und Ethereum sehr limitiert, weil
die Flut der Adaption sie nach oben hebt, bis ein höheres
Preisplateau erreicht ist“, so die Bloomberg-Experten. Zudem schreiben die Analysten, dass der Ethereum-Kurs dem
Verlauf des Bitcoin aus dem Bullenmarkt 2017 verblüffend
ähnlich folgt. Tue er das weiterhin, so Bloomberg, dann könne Ethereum Ende 2021 bei 19 000 Dollar stehen. Für den
Bitcoin sehen sie weiterhin etwas mehr als 100 000 Dollar
als Ziel, wobei die 50 000-Dollar-Marke als starke Unterstützung dienen soll. Und es gibt noch ein hohes Ethereum-Kursziel: James Wang arbeitet als Analyst für den 6,6 Milliarden
Dollar schweren Ark-Next-Generation-Internet-ETF von
Cathie Wood. Wang erklärt, Ethereum sei eine programmierbare Computerplattform, die permanent mit Upgrades und
Verbesserungen ausgerüstet werden könne. Deswegen denkt
er, dass Ethereum mit seinen Anwendungen in der Finanzbranche ein Stück vom riesigen Kuchen abhaben kann. Von
der drei Billionen US-Dollar schweren globalen Bank- und
Wirtschaftsprüfungsbranche könnte Ethereum mit einem
Anteil von nur einem Prozent rund 40 000 US-Dollar wert
sein, so Wang in einem Interview.
FOCUS-MONEY ist da noch etwas konservativer. Unsere
Einschätzung zu Ethereum lesen Sie in der Analyse unten.
DIE ANALYSE
Der Ethereum-Zug rollt
28
FM21028A 28
länger investiert ist, sollte auch mal Teilgewinne mitnehmen. Und wichtig: Wer
jetzt einsteigen möchte, der macht das
am besten, indem er die Summe auf mehrere Tranchen aufteilt. Historisch hat Ethereum seine besten Monate von Januar bis Mai. Das haben wir bald hinter uns.
Es bedeutet aber nicht, dass ETH im weiteren Jahresverlauf nicht weiter steigen
kann. Deswegen lassen Anleger jetzt den
Cost-Average-Effekt für sich arbeiten, um
dann voll von ETH 2.0 zu profitieren. Entweder über e
inen direkten Coin-Kauf
oder über den 21Shares-Ethereum-ETP
(ISIN: CH0454664027) oder den HANetf
ETHetc (DE000A3GMKD7).
Höhen und Tiefen seit 2015
Die kommenden Ziele
Ethereum seit 2018
Ethereum seit 2020
Der Ethereum-Kurs schwankt seit
Beginn kräftig. Etwas Ordnung in den
Chart bringt eine Trendlinie. Über
dieser notiert der Kurs aktuell.
in US-Dollar, logarithmische
Darstellung
Wenn der Kurs 4000 Dollar überwindet, sind 4500 Dollar und danach
4900 Dollar die Ziele. Unterstützung
dann bei 3600 und bei 2300 Dollar.
Trendlinie
500
200
80
2018
Illustration: VectorStock
2019
2020
Kursziele
4000
2000
1000
2021
4000
2000
1000
Unterstützungen
Quelle: Bloomberg
Die Zahlen: Die Inflation des EthereumNetzwerks betrug 2020 rund 4,6 Prozent. Durch die Updates soll diese Rate
laut Gründer Vitalik Buterin auf 0,5 bis
2,0 Prozent pro Jahr fallen. Die Zinsen
beim Staking von ETH 2.0 betragen aktuell 7,18 Prozent pro Jahr. Nachteil: Noch
muss man seine ETH dafür verbindlich
weggeben und kommt erst wieder an die
Coins ran, wenn die Transformation zu
ETH 2.0 abgeschlossen ist. Das kann
aber dauern, und sollte die Transformation scheitern, könnten die Coins verloren sein. Anleger bedenken das.
Das Investment: Ethereum ist in diesem
Jahr bereits um 435 Prozent gestiegen.
Anleger sollten etwaige Korrekturen und
ein Testen der 20-Wochen-Linie bei ihren
Plänen berücksichtigen. Doch der Aufwärtstrend ist weiterhin intakt und dürfte
Ethereum in diesem Marktzyklus bis mindestens auf 5000 Dollar bringen. Dieses
Ziel ergibt sich, wenn Ethereum dem Bitcoin-Kurs-Muster folgt. Zeichnet man vom
Hoch im Dezember 2017 bis zum Tief
2018 die Fibonacci-Level beim Bitcoin ein,
so erreichte er zuletzt die 3,618er-Marke.
Macht Ethereum die gleiche Bewegung,
so liegt dieses Level je nach Börse zwischen 4900 und 5000 Dollar. Wer bereits
in US-Dollar, logarithmische
Darstellung
20-Wochen-Linie
JAN
500
200
2021
JAN
80
Quelle: Bloomberg
Die Kryptowährung: Die zweitgrößte
Kryptowährung der Welt treibt ihren
technologischen Fortschritt unerbittlich
voran. Dabei wechselt die Blockchain in
diesen Monaten vom Proof-of-Work-
Mechanismus aufwendig zu einem
Proof-of-Stake-Algorithmus, um die
Blockchain moderner, schneller und
günstiger zu machen. ETH 2.0, so der
Name des Vorhabens, bietet auch Vorteile für Anleger. Diese bekommen neuerdings beim Staking Zinsen auf ihre
Coins. Zudem soll durch die Umstellung
die Inflation des Netzwerks deutlich sinken, was ebenfalls zu einer Preissteigerung führen könnte. Anleger achten dafür auf das große Update namens
„London-Hardfork“, geplant für Mitte Juli.
MAI
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 10:23
moneymarkets
9.5.2021:
57 931 USD
Im Rausch der Kryptos
Bitcoin und Ethereum gehören zu den
bekanntesten Kryptowährungen. Seit
Anfang 2020 stiegen ihre Preise um
rund 700 und 2800 Prozent.
9.5.20219: 3910 USD
1.1.2020: 7364 USD
Preis für 1 Bitcoin
1.1.2020: 135 USD
Preis für 1 Ethereum
Quelle: Bloomberg
BITCOIN-AKTIEN
Renditeknaller
mit Extra-Chance
Wer das Risiko von Kryptos scheut, aber
trotzdem am Boom verdienen will, der kauft
Bitcoin-Aktien. FOCUS-MONEY präsentiert
19 Top-Profiteure – für jeden Risikotyp
von JENS MASUHR
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21029A 29
Foto: 123RF
E
ins steht fest: Hätte Warren Buffett zu Zeiten des kalifornischen Goldrauschs (um 1848) gelebt, das Investmentgenie hätte nie nach dem Edelmetall geschürft.
Um reich zu werden, wäre Buffett auf Nummer sicher gegangen und hätte den Glücksrittern Schaufeln und Spitzhacken
verkauft. So wie sich der Börsenaltmeister fast 200 Jahre später aus dem Krypto-Kaufrausch raushält. In einem TV-Interview im Anschluss an die Hauptversammlung seines Anlagevehikels Berkshire Hathaway ätzte Buffett vor drei Jahren:
„Der Bitcoin-Kauf folgt der Theorie des größeren Dummkopfs.
Es geht nur darum, jemanden zu finden, der noch mehr dafür zahlt.“ Sein Fazit: „Bitcoin, das ist Rattengift hoch zwei.“
Kurs versechsfacht. Wobei Buffett zugeben muss: eines
mit sagenhafter Wertentwicklung. Denn der Preis steigt und
steigt. Allein auf Jahressicht ergibt sich für das digitale Geld,
in US-Dollar gerechnet, ein Plus von mehr als 500 Prozent.
Anleger, die mitverdienen wollen, haben drei Möglichkei29
12.05.21 12:42
moneymarkets
Bitcoin-Titel
bieten zwei
Chancen in
einer Anlage:
ein starkes
Kerngeschäft
plus hohe
Krypto–
erlöse“
JENS MASUHR,
FOCUS-MONEYREDAKTEUR
ten. Erstens: Sie kaufen Kryptos. Zweitens: Sie kaufen Aktien von Unternehmen, die Kryptos kaufen.
Und drittens: Sie kaufen Aktien von Firmen, die die
Schaufeln für die Krypto-Glücksritter verkaufen, beispielsweise Halbleiter zum „Schürfen“ der digitalen
Währung. Die Wall-Street-Bank Goldman Sachs beschränkt sich in einer Studie auf Option zwei und drei
und erstellt eine Liste von 19 Profiteuren, deren Aktienkurse zum Teil eng mit der Wertentwicklung des
Bitcoin korrelieren. Der besondere Charme für Anleger: Abgesehen von wenigen Hotstocks, hängen Wohl
und Wehe der Auserwählten überwiegend von ihrem
intakten Kerngeschäft ab (siehe Tabelle unten). Anders gesagt: Die Bitcoin-Rally ist für den Löwenanteil
der Goldman-Favoriten ein schönes Zubrot. FOCUSMONEY stellt drei Kryptogewinner mit unterschiedlich hohem Risikograd vor – die Wall-Street-Bank J.P.
Morgan Chase, den Chip-Fertiger Nvidia und den
Payment-Dienstleister Square (siehe Kästen S. 31).
Gewinne mit Luft und Strom. Die Kursperformance
der 19 Goldman-Favoriten seit Jahresbeginn kann
sich sehen lassen. Im Schnitt ging’s mit den Kursen
zwischenzeitlich um rund 50 Prozent nach oben –
teilweise nicht unerheblich von der Bitcoin-Rally befeuert. Und das, obwohl Kritiker im Kryptoboom
nicht mehr sehen als Spekulationsobjekte aus Luft
und Strom, ein Pyramidensystem und gigantische
Geldwaschanlage für Kriminelle. Einerseits. Andererseits bieten Kryptowährungen Vorteile, die nicht
wegzudiskutieren sind. So werden Kryptos über die
Blockchain-Technologie garantiert. Die Transaktionen sind online jederzeit und für jeden nachvollziehbar. Zentral- und Geschäftsbanken sind in dem dezentralen System überflüssig. Der Programmcode
stellt sicher, dass die Menge an Bitcoins nicht unbegrenzt wachsen kann, sodass Inflation kein Thema
mehr ist. Eine Einlagensicherung, die Verbraucher
schützt, gibt es nicht. Der Trick, Kryptos als Notenbankgeld ins Spiel zu bringen, führt bei Marktteilnehmern dazu, Bitcoin & Co. als legitimen Nachfolger von
Fiat-Geld zu betrachten.
Sicherheit ist Trumpf. Dennoch: Goldman beachtet bei seiner Aktienauswahl gewisse Grundvoraussetzungen – darunter ein Börsenwert von mindestens
einer Milliarde US-Dollar, ein gewisser Gleichlauf der
Aktie mit der Preisentwicklung an den Kryptomärkten, ein Firmenporträt, das die Nähe zum Digitalgeschäft aufzeigt, sowie die Mitgliedschaft in einem der
sechs großen Blockchain-Indexfonds, beispielsweise
dem Invesco-Elwood-Global-Blockchain-ETF.
19 Bitcoin-Profiteure – für jeden Risikogeschmack
Auf Basis bestimmter Kriterien entwarf Goldman Sachs einen Krypto-Score. Heraus kam eine Liste von 19
Favoriten – von der 3-Personen-Firma mit Bitcoin & Co. als Hauptgeschäftszweck bis zum Weltkonzern mit
jahrzehntelanger Historie, solidem Kerngeschäft und Kryptoerlösen als zusätzlicher Einnahmequelle.
Unternehmen
Branche
ISIN
Marathon Digital Holdings
Riot Blockchain
Microstrategy
Silvergate Capital
Square
PayPal
Overstock
Nvidia
Investview
Ideanomics
Tesla
J.P. Morgan
Visa
Bank of New York Melon
Facebook
Mastercard
Broadridge Financial Solutions
IBM
Coinbase
Finanzen
Finanzen
Software
Finanzen
Finanzen
Finanzen
Handel
Technologie/Halbleiter
Finanzen
Technologie/Finanzen
Technologie/Automobile
Finanzen
Finanzen/Software
Finanzen
Internet/Social Media
Finanzen/Software
Finanzen
Informationstechnologie
Finanzen
US5657881067
US7672921050
US5949724083
US82837P4081
US8522341036
US70450Y1038
US6903701018
US67066G1040
US46183W1018
US45166V1061
US88160R1014
US46625H1005
US92826C8394
US0640581007
US30303M1027
US57636Q1040
US11133T1034
US4592001014
US19260Q1076
Krypto- Börsenwert
punkte (in Mrd. Euro)
9
9
9
9
9
9
9
7
6
6
6
6
6
6
6
6
6
6
6
3,1
2,3
5,0
1,9
88,0
247,0
2,9
307,0
0,7
0,9
537,0
400,0
423,0
45,5
750,0
314,0
15,8
108,0
40,5
Wertentwicklung
(seit Jahresbeginn) in %
198
110
61
49
9
12
73
15
96
40
–2
30,2
9
26
21
9
10
19
–24
2021erKGV
–
–
–
56
322
58
40
85
–
–
674
13
48
15
27
57
38
24
–
Quelle: Bloomberg; Stand: 7.5.2021
30
FM21030A 30
Foto: S. Ugurlu/FOCUS-MONEY
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 12:42
J. P. Morgan
Kurs in Euro
120
Neuer Schub mit Bitcoin-Fonds
100
80
Das Unternehmen: J.P. Morgan ist an der Wall Street neben Goldman Sachs
und Morgan Stanley der Platzhirsch unter den US-Universalbanken.
60
Die Zahlen: Mit 4,50 Dollar Gewinn je Aktie im ersten Quartal lag das Plus
gegenüber Vorjahr bei sagenhaften 450 Prozent (Schätzung: 3,10 Dollar). Der
Umsatz kletterte um 14 Prozent. Die Eigenkapitalrendite von 23 Prozent zeigt,
wie profitabel die Bank arbeitet. Angesichts der Wirtschaftsaussichten erwartet das Management „ein extrem robustes, mehrjähriges Wachstum“.
17
18
19
20
2021
850628/US46625H1005
Umsatz 2021/22e
99,4/100,6 Mrd. €
Gewinn je Aktie 2021/22e
10,49/9,82 €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021/22
12,8/13,7
Kursziel/Stoppkurs
160,00/111,00 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■
Kurspotenzial 20,0 %
e = erwartet
WKN/ISIN
Quelle: Bloomberg
Die Kryptochance: Die US-Bank plant, einen aktiv gemanagten BitcoinFonds für ausgewählte, besonders wohlhabende Klienten anzubieten. Geplant ist der Start des Fonds-Angebots in diesem Sommer. Zudem entwickelte die Bank mit dem JPM Coin eine eigene Kryptowährung, um Firmenzahlungen zu beschleunigen. Als Großaktionär mit an Bord: Warren Buffett.
40
2016
Nvidia
Kurs in Euro
500
400
Schaufeln für den Kryptorausch
300
Das Unternehmen: Nvidia ist einer der weltgrößten Hersteller von Grafikprozessoren und Chip-Sätzen für PCs, Server und Spielkonsolen. Die Chips
kommen in allen Boombranchen zum Einsatz – von der Medizintechnik über
maschinelles Lernen (künstliche Intelligenz, KI) bis zur autonomen Mobilität.
200
100
0
2016
Die Zahlen: Binnen drei Jahren wuchsen Umsatz und Gewinn im Schnitt um
11 und 13 Prozent pro Jahr. Tendenz: rasant steigend. Seit drei Quartalen stieg
der Gewinn um zwei Drittel. Fürs Gesamtjahr wird ein Plus beim Ergebnis je
Aktie von 13,23 US-Dollar erwartet – ein Drittel mehr als im Vorjahr.
18
19
20
2021
918422/US67066G1040
Umsatz 2021/22e
18,4/20,7 Mrd. €
Gewinn je Aktie 2021/22e
11,19/12,66 €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021/22
42,3/37,4
Kursziel/Stoppkurs
620,00/390,00 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■
Kurspotenzial 30,0 %
e = erwartet
WKN/ISIN
Quelle: Bloomberg
Die Kryptochance: Die Power-Chips der Kalifornier sind beim „Schürfen“ von
Bitcoin & Co. heiß begehrt. Die Aktie brummt und wirkt teuer (KGV: 42). In
fünf Jahren aber treiben KI, Kryptos und Blockchain-Anwendungen die Nachfrage nach Rechnerleistung. Fazit: bei Kursschwäche einsteigen!
17
Square
Kurs in Euro
200
Bitcoin-Umsatz verachtfacht!
150
100
Das Unternehmen: Der Payment-Dienstleister profitiert gleich von mehreren Trends: als Lösungsanbieter für E-Commerce-Händler, von der Wallstreetbets-Bewegung, die nach den vielen Handelsverboten zur „Cash-App“ von
Square wechselt und vom Kryptohype (Handel von Bitcoins über die App).
50
0
2016
Die Zahlen: In Q1 stieg der Umsatz um 266 Prozent auf gut fünf Milliarden
US-Dollar. Grund ist das starke Bitcoin-Geschäft der „Cash“-App. Hier stiegen die Erlöse um 666 Prozent auf gut vier Milliarden Dollar. 85 Prozent davon entfielen auf den Handel mit Kryptos – elfmal so viel wie im Vorjahr.
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21031A 31
18
19
20
2021
A143D6/US8522341036
Umsatz 2021/22e
14,8/17,3 Mrd. €
Gewinn je Aktie 2021/22e
1,23/1,73 €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021/22
149,2/106,0
Kursziel/Stoppkurs
255,00/152,00 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■
Kurspotenzial 40,0 %
e = erwartet
WKN/ISIN
Quelle: Bloomberg
Die Vision: Square ist ein Wachstumswunder (5-Jahres-Sicht: plus 40 Prozent pro Jahr). Die Aktie wirkt teuer (KGV: 150). Aber: Sollte die Umsatzprognose von 13,7 Milliarden Dollar im Jahr 2022 (nach 4,7 Mrd. 2019) zutreffen,
kann die Aktie in die Bewertung hineinwachsen. Fazit: chancenreich!
17
31
12.05.21 12:42
moneymarkets
ALBIS LEASING
E-BIKE: Die ElektroZweiräder sind der am
schnellsten wachsende Geschäftszweig
Solides aus
dem Norden
Ein wachsendes und rentables Geschäft,
ein stabiler Eignerkreis – die Aktie des
Leasing-Spezialisten ist kein Aufreger,
verheißt aber eine relativ sichere Rendite
von BERND JOHANN
S
pezielle Branche – allgemeiner Trend. Corona und
Lockdowns kippten mit der Investitionsbereitschaft
der Wirtschaft auch die Expansion von Albis Leasing.
Bei Abklingen der Pandemie in Deutschland prognostiziert
der Vorstand aber auch bereits wieder eine deutliche Geschäftsbelebung im zweiten Halbjahr. Klar sichtbar in den
Ertragszahlen würde das ab 2022. Der Markt erwartet in dem
Fall wieder Gewinne zumindest auf Vorkrisenlevel. Der wäre
dann Richtmarke ebenfalls für den Aktienkurs. Und: Eine
wachsende und zunehmend rentable Albis könnte rasch zum
Übernahmeziel eines größeren Finanzkonzerns avancieren.
Ausbruchsübungen
Albis Leasing
Aktienkurs in Euro
4
3
2
1
0
15
16
17
WKN/ISIN
Börsenwert
Quelle: Bloomberg
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021/22
Dividendenrendite 2021/22e
Kursziel/Stoppkurs
Risiko
32
FM21032A 32
■■■■■
18
19
20
2021
646940/DE0006569403
65,7 Mio. €
16,1/11,3
1,3/1,3 %
4,00/2,70 €
Kurspotenzial 30 %
Foto: Depositphotos
e = erwartet
2014
Als Leasing-Partner für zuletzt gut 1300 Firmen, zumeist Mittelständler, bieten die Hanseaten kleinere Wirtschaftsgüter vor allem aus der EDV an, wie etwa PCs, elektronische Kassen oder auch Software, ferner Kopierer,
Videogeräte oder Beamer. Als Renner erweisen sich neuerdings E-Bikes, die Firmen zunehmend für ihre Mitarbeiter anmieten. Mit entscheidend für den Geschäftserfolg
sind Neuvermietungen und Leasing-Volumen. Die Profitabilität folgt wegen oft üblicher Abschlussprovisionen etwas zeitversetzt. Albis mit ihren fünf Töchtern ist nur in
Deutschland aktiv und besitzt – anders als etwa Grenke –
keine Auslandsgesellschaften. Ein striktes Risikomanagement verhinderte bisher größere Forderungsausfälle.
Covid-19 drückte aber das Neugeschäft 2020 um 22 Prozent auf 79 Millionen Euro und den Jahresüberschuss von
2,7 auf 0,99 Millionen Euro.
Zeichen wieder auf Expansion. Inzwischen belebt sich das
Vermietgeschäft zusehends. Die Neuabschlüsse lagen zuletzt
bereits wieder über Vorjahr. „Insbesondere durch den weiteren Ausbau des E-Bike- und des Online-Geschäfts“, erklärt
Vorstand Andreas Oppitz. Perspektivisch erwartet der Markt,
dass sich das Neugeschäft mit Erholung der Wirtschaft wieder dem bisherigen Rekordjahr 2019 annähert und ab 2022
die Erträge gleichfalls das frühere Niveau von mehr als 20
Cent je Aktie (2020: sechs Cent) erreichen. Damit sollte dann
auch der Aktienkurs zum alten Level um vier Euro aufschließen oder es vielleicht etwas übertreffen. Daran interessiert
sein dürfte auch der 2019 neu formierte Eignerkreis mit dem
Unternehmer Rolf Hauschildt (Beteiligung gut 20 Prozent)
vorneweg sowie einer Gruppe Hamburger Kaufleute mit ähnlichem Anteil. Im Streubesitz liegen lediglich rund 30 Prozent der Aktien (Orders limitieren!).
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 10:46
FÜR IHRE
ATEMBERAUBENDE ZUKUNFT
Grüne Meeresschildkröte
Sie STIRBT AUS, weil bei
höheren Temperaturen fast
nur noch Weibchen schlüpfen.
Korallenriffe
Die größten Bauwerke
der Erde, manche über
2000 Kilometer lang, werden
durch den Klimawandel
ZERSTÖRT.
Der Planet Erde, unsere Heimat, ist bedroht – durch
den Menschen. Der Kampf gegen Corona hat diese
harte Wahrheit lange verdrängt: Der Klimawandel ist
die größte Bedrohung unserer Zeit. Nie war es
wichtiger, für unsere Erde zu kämpfen. Deshalb haben
wir – die Medien des BurdaVerlags – uns entschlossen,
gemeinsam für den Einklang von Mensch und Natur
einzutreten und einen Beitrag zu nachhaltigerem Leben
zu leisten. Dafür haben wir die Initiative For Our
Planet ins Leben gerufen. Mehr Informationen dazu
finden Sie hier: www.forourplanet.com
FM21033A 33
powered by
12.05.21 10:46
moneymarkets
ZINSSTEIGERUNGEN
Auf Kurs
bleiben!
Bei steigenden Zinsen droht eine
turbulente Börsenzeit. FOCUS-MONEY
analysiert, mit welchen Werten
ZINSSTURM: Während Wachstumsaktien kentern, liegen
ausgewählte Zykliker wie ein
Frachter ruhig in der See
Anleger entspannt blieben können
von MARC BÄCHLE
Schicksalschart der Börsen?
Anlegerrespekt vor den zehnjährigen US-Staatsanleihen: Geht’s nach oben, gibt es häufig Schweißaus
brüche, geht’s nach unten, ist Entspannung angesagt.
Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen
in Prozent
1,60
Quelle: Bloomberg
1,20
0,80
2019
JAN
0,40
2020
JAN
MAI
Regelmäßig unregelmäßig
Die monatliche Entwicklung der Basispunkte weicht
immer wieder von der Norm ab. Allerdings war die
Februar-Volatilität nach oben die höchste seit 2016.
Quelle: Goldman Sachs
Z-Score (Standardabweichung)
Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen
4
rollierende 1-Monats-Veränderung in Basispunkten 80
2
40
0
0
–2
–40
–4
–80
–6
–120
2012 13
34
FM21034A 34
14
15
16
17
Illustration: iStock
18
19
20 2021
Z
uckt’s schon? Wie nervös die Märkte sind, zeigte
jüngst ein Interview mit Janet Yellen, als die US-Finanzministerin den Satz fallen ließ, wonach „es sein
kann, dass die Zinsen etwas steigen müssen, um sicherzustellen, dass unsere Wirtschaft nicht überhitzt“. Mit diesen
nur wenigen, harmlos klingenden Worten schickte sie die
Kurse rund um den Erdball auf Talfahrt. Allein das Wort
Zinsen wird zunehmend zum Trigger, um die Anleger in
Alarmbereitschaft zu versetzen. Schließlich lauert allerorten die Inflationsgefahr. Dieses Phänomen der Hypernervosität hatten wir bereits Anfang des Jahres, als die Zinsen
für US-Anleihen drastisch nach oben gingen. Aber: Es gab
dabei auch Aktien, die richtig gut mit dem Anstieg umgehen konnten. Das fanden Analysten einer Goldman-SachsStudie heraus, die FOCUS-MONEY nun vorstellt.
Sprunghafter Zinsanstieg. Im Kern der Studie: die im
Februar sprunghaft gestiegenen zehnjährigen US-Staatsanleihen und deren Korrelation mit US-Aktien. Rückblick: Die
Staatsanleihen legten zwischen Ende Januar und Ende Februar um 50 Basispunkte zu – von rund einem Prozent auf 1,5
Prozent (allein am 25. Februar um über elf Prozentpunkte).
Immens! Denn naturgemäß fallen die monatlichen Entwicklungen, ob ins Plus oder ins Minus, deutlich geringer aus (siehe Grafik links). Nun lag aber die Februar-Steigerung um 2,6
Standardabweichungen über der Norm, wie Goldman ermittelte. Die Erklärung: Nach weltweit uferlos anmutenden Covid-19-Rettungspaketen und dem billionenschweren US-Infrastrukturprogramm von US-Präsident Joe Biden griffen im
Februar Inflations- und Zinssteigerungsängste um sich. Und
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 11:36
Besser kurz als lang. Und genau vor diesem Hintergrund
erlitten Aktien mit langer Laufzeit – also wachstumsstarke, typischerweise technologieorientierte Werte, die allein aufgrund
von Anlegererwartungen auf zukünftiges Gewinnwachstum
in die Höhe geschossen sind – einen deutlichen PerformanceEinbruch. Dagegen rückten auf der anderen Seite zyklische
und Covid-19-geplagte Aktien von Unternehmen in den Fokus, die 2020 mit Verlusten und sinkenden Umsätzen zu
kämpfen hatten. Von ihnen wird heuer ein regelrechtes Aufblühen der Geschäfte erwartet, da es sich zunehmend abzeichnet, dass die Welt die Pandemie in den Griff bekommt und die
fiskalische Stimulierung der Wirtschaften ihr Übriges tut. Die
Goldman-Analysten raten Anlegern daher, „die Attraktivität
vielversprechender Unternehmen gegen das Risiko abzuwägen, dass die Zinsen (Anm.: Staatsanleihen-Zinsen) weiter
steigen und die jüngste Rotation anhält“.
Robust gegen Zinssteigerungen. Was das konkret bedeutet? Dass Anleger in einem zinsunruhigen Umfeld am besten auf Aktien mit einer kurzen Laufzeit setzen sollten und damit auf Unternehmen, die 2021 ihre Erträge schnell wieder
steigern könnten. Deshalb stellt FOCUS-MONEY drei Aktien
aus dem Russell-1000-Index vor, die nach Einschätzung der
Goldman-Experten in ihren jeweiligen Branchen die kürzesten Laufzeiten aufweisen. Denn: Je kürzer die Laufzeiten, desto robuster sind die Unternehmen gegenüber höheren Zinssätzen, so die Studienerkenntnis. Der Beleg an den Märkten
scheint dafür in den letzten beiden Februarwochen erbracht
worden zu sein. Die drei US-Aktien aus dem Hotel-, Fernsehsender- und Tierpharmazeutika-Bereich schnitten in diesem
Zeitraum mit ihrer Performance besser ab als ihre Branchenkollegen. Diese Standhaftigkeit ist ebenso für die Zukunft zu
erwarten, wenn die Zinsängste einmal mehr zurückkommen,
um die Börsen wieder ordentlich durchzurütteln. Wer diese
Werte im Depot hat, der sollte entspannt bleiben können, zumal die Aktien noch weiteres Kurspotenzial versprechen.
Auf dem Weg zu alter Stärke
Luft nach oben: Schlafend Geld zu verdienen, ist der Anlegertraum! Was oftmals als geflügeltes Wortspiel daherkommt, nimmt die siebtgrößte Hotelkette Hyatt wörtlich. Denn je mehr Gäste-Übernachtungen, desto höher der Umsatz, heißt es dort in der Regel. Aber da die meisten der weltweit 240 000
Betten in den 982 Hyatt-Hotels vergangenes Jahr aus bekannten Gründen
ungenutzt blieben, fehlten auch die Einnahmen. Mit den entsprechenden
Nachwehen an der Börse: Zwar erholte sich der Kurs nach dem Einschnitt
wieder, aber noch hinkt die Aktie dem Vorkrisenniveau rund 35 Prozent hinterher. Das birgt jetzt Einstiegschancen, wenn durch ein steigendes Reiseaufkommen das Geschäft wieder anzieht.
Neues Jahr, neues Geld: Mit Auswirkungen auf die Erlöse, denen Goldman
Sachs im laufenden Jahr ein Anstieg um 46 Prozent auf drei Milliarden Dollar
prophezeit. Das wäre ein guter Anfang zurück zu alter Stärke, rutschten die Erlöse 2020 doch um fast 60 Prozent auf rund zwei Milliarden US-Dollar ab. Im
gleichen Zuge schnellten die Schulden von 1,9 auf 3,2 Milliarden US-Dollar
hoch. Dieser Trend sollte sich nun wieder umkehren, zeigt sich CEO Mark
Hoplamazian überzeugt: „Obwohl Risiken im Umgang mit der Pandemie verbleiben, sind wir optimistisch, was das weitere Wachstum der Nachfrage in
den kommenden Monaten und für den Rest des Jahres 2021 angeht.“ Die Voraussetzungen dafür stimmen: Zum 31. März waren 96 Prozent der Hotels geöffnet, wobei die Nachfrage in China und den USA im März und April deutlich
nach oben zeigte, wie Hoplamazian bei den Q1-Zahlen zu Protokoll gab.
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21035A 35
Sicheren Tritts nach oben
Seit August 2020 geht es stufenförmig im
3-Monats-Rythmus nach oben. Jetzt sind wieder drei Monate um und es könnte abermals
aufwärtsgehen.
Hyatt
Aktienkurs in Euro
80
70
60
50
40
30
2017
18
19
20
2021
A0YAKV/US4485791028
Börsenwert
6,83 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021/22
–/–
Dividendenrendite 2021/22e
0,15/0,0 %
Kursziel/Stoppkurs
75,00/49,10 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■
Kurspotenzial 15,00 %
WKN/ISIN
e = erwartet
was liegt da für die Anleger näher, als in den sicheren Hafen
US-Staatsanleihen zu flüchten? Der logische Effekt auf die
Märkte ließ nicht lange auf sich warten: Nach immer neuen
Höchstständen büßten die Indizes gegen Ende Februar ordentlich ein. Inmitten eines sich vertiefenden Ausverkaufs
bei Anleihen betrug das Minus der Technologiebörse Nasdaq
in der letzten Monatshandelswoche schließlich fast vier Prozent, der breiter gefasste S&P-500 verlor 2,1 Prozent. „Die
Tatsache, dass die Nominalzinsen (Anm.: bei den zehnjährigen US-Staatsanleihen) um mehr als zwei Standardabweichungen gestiegen sind, bedeutet Gegenwind für Aktien“, so
die Goldman-Analysten. Passend dazu lieferten sie historische Daten, um ihre These zu untermauern. In Monaten, in
denen die Nominalzinsen um mehr als zwei Standardabweichungen gestiegen seien, hätten Aktien im Durchschnitt ein
Renditeminus von einem Prozent erzielt. Stiegen dagegen
die Realzinsen um mehr als zwei Standardabweichungen an,
lag das durchschnittliche Monatsminus bei Aktien sogar bei
fünf Prozent, heißt es in deren Studie weiter.
Quelle: Comdirect
35
12.05.21 11:36
moneymarkets
Streaming-Dienst als Treiber: Diese Aussage wird gestützt von der Deutschen Bank sowie der US-Bank Wells Fargo. Erstere legte Mitte April ein Kursziel von umgerechnet 55 Euro fest, Letztere veranschlagte Anfang Mai 54 Euro.
Das wären Potenziale von rund 65 Prozent. Denn auch wenn die jüngst vorgestellten Zahlen für Q1 hinter denen von 2020 zurückgeblieben sind (Free Cashflow: –22 Prozent auf 179 Millionen Dollar, Nettogewinn: –63 Prozent auf 140
Millionen Dollar), so zählt an der Börse doch die Zukunft. Und diese erobert der
Medienkonzern gerade mit seinem neuen Streaming-Angebot Discovery+, das
am 4. Januar in den USA startete. Mittlerweile stehen 15 Millionen Abonnenten
zu Buche. Der Konzern selbst spricht deshalb von einem „fantastischen Start“,
der die Erwartungen deutlich übertroffen hat und dessen „Dynamik auch in Q2
anhalten“ wird. Die im April erfolgten Starts des Angebots auf Comcast Xfinity
und Amazon Prime Video dürften die Reichweite nochmals vergrößern.
Gut gerüstet im Wachstumsmarkt
Tierwohl-Gewinner: „Steig nach oben“ oder „Spring über die Hürde“ – was
wäre das für eine tolle Sache, wenn man Aktien wie die drolligen Vierbeiner
dressieren könnte. Weil das Wunschdenken ist, klappt das auch beim US-Tierpharmazeutiker Elanco nicht. Und trotzdem könnte die Abspaltung des Pharma-Riesen Eli Lilly auch ohne gutes Zureden in Zukunft im Kurs steigen. Denn
die Amis forschen, entwickeln, produzieren und beraten rund um das Thema
Tierwohl – sowohl für Haustiere wie Katzen und Hunde als auch für die Nutztiere wie Hühner und Rinder. Die Palette reicht von Impfstoffen, Therapeutika
und anderen medizinischen Produkten bis hin zu datengetriebenen Optimierungen bei der Futtergabe. Die robuste Gesundheit steht genauso im Vordergrund wie eine höhere Leistungsfähigkeit auf den Bauern- und Zuchthöfen.
Top-Aussichten: Dass Elanco von der Tierliebe der Haustierbesitzer dabei genauso profitiert wie vom Fleischhunger einer wachsenden Weltbevölkerung,
steht außer Frage. So soll nach Schätzungen von Grand View Research das
weltweite Marktvolumen bei Tiergesundheit in den kommenden Jahren ordentlich zunehmen. Lag der globale Markt 2020 bei umgerechnet rund 42 Milliarden Euro, soll er bis 2028 durchschnittlich um jährliche 8,8 Prozent auf 64
Milliarden Euro anwachsen. Gut, wenn man dann wie Elanco in über 90 Ländern präsent ist, um seine Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Dass
es auch aktuell läuft, zeigen die Zahlen für das erste Quartal. Sowohl Umsatz
als auch Ebitda und Gewinn je Aktie lagen über den aufgestellten Erwartungen, weshalb die Jahresprognose für 2021 nach oben korrigiert wurde.
36
FM21036A 36
Zwischen November und Mitte März legte die
Aktie knapp 300 Prozent zu. Dann der tiefe
Fall infolge einer Hedge-Fonds-Pleite, der nun
neue
Chancen bietet – auch dank Streaming.
Discovery
Aktienkurs in Euro
60
50
40
30
20
10
2017
18
19
20
2021
A0Q90G/US25470F1049
15,35 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021/22
–/–
Dividendenrendite 2021/22e
0,0/0,0 %
Kursziel/Stoppkurs
49,75/19,70 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■
Kurspotenzial 65,00 %
WKN/ISIN
Börsenwert
e = erwartet
Lohnender Kursrutsch: Ende März fegte ein kurzer Sturm über die amerikanischen Börsen, als der Hedge-Fonds Archegos Capital in Schieflage geriet.
Neben internationalen Geldhäusern, die infolgedessen Milliarden abschreiben mussten, waren auch Aktien von Medienunternehmen involviert, mit denen Archegos Capital spekulierte. Eine davon: Discovery Communications.
Deren Kurs brach um über 50 Prozent ein, nachdem Archegos den Margin
Call der Banken nicht erhörte, woraufhin diese begannen, die Investments
des Hedge-Fonds zu versilbern. Mit dem Ergebnis, dass es sich bei Discovery nun um eine gute Kaufgelegenheit handeln könnte.
Schütteln, orientieren, klettern
Quelle: Comdirect
Neu gewonnene Freiheit?
Seit November bewegt sich die Aktie in einem Korridor zwischen 23,50 und 27,50 Euro.
Nach den guten Q1-Zahlen könnte jetzt ein
Ausbruchsversuch nach oben anstehen.
Elanco Animal Health
Aktienkurs in Euro
30
26
22
18
14
2019
2020
2021
A2N6BH/US28414H1032
Börsenwert
12,32 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021/22
33,8/25,5
Dividendenrendite 2021/22e
0,0/0,0 %
Kursziel/Stoppkurs
30,50/19,30 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■
Kurspotenzial 19,00 %
WKN/ISIN
e = erwartet
Neue Gewinn-Entdeckung
Quelle: Comdirect
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 11:36
FM21037A 37
12.05.21 11:37
moneymarkets
KOSMETIKPRODUKTE:
gut für Ihre Haut, noch
besser für Ihr Depot
ESTÉE LAUDER
Ein makelloses Renditepaket
Wer kann seidiger Haut und einem guten Duft schon widerstehen? Tun Sie sich und Ihrem Depot
etwas Gutes – mit Kosmetikartikeln. Dieser Top-Pick der Branche verspricht attraktive Gewinne
von VERENA SEPP
Qualität hat ihren Preis
Wenn es um die eigene Schönheit geht, greifen viele gern einmal tiefer in die Tasche. Das zeigt sich an
den steigenden Umsätzen von Luxus-Kosmetika.
Weltweiter Umsatz mit
Kosmetik und Düften
78,5
in Milliarden Euro,
73,4
ab 2021 Prognose
67,1 66,9
60,6
55,8
49,5 52,2
2015
16
17
18
19
20
21
22
89,1
82,5 85,9
23
24 2025
Quelle: Statista Consumer Market Outlook
38
FM21038A 38
Fotos: Estée Lauder (6), Depositphotos
Illustration: VectorStock
S
chönheit kommt bekanntlich von innen – ein wenig
nachzuhelfen, ist aber definitiv nicht verwerflich – im
Gegenteil. Der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Daniel Hamermesh belegte bereits in seinem 2011
veröffentlichten Buch „Beauty pays“ (Schönheit zahlt sich
aus), dass „schöne“ Bewerber gegenüber der weniger attraktiven Konkurrenz wahrscheinlicher einen Job ergattern. Bei
gleicher Qualifikation verdienen sie sogar bis zu fünf Prozent
mehr als ihre Kollegen. An dieser Tatsache hat sich bis heute nichts geändert. Ein makelloser Auftritt verhilft Ihnen jedoch nicht nur im Berufsleben zu mehr Erfolg. Auch Ihr Depot profitiert von einer Schönheitsbranche ganz besonders:
Kosmetik. FOCUS-MONEY präsentiert Ihnen einen Spezialisten, der schön, rentabel und auch noch grün kann.
Ein Urgestein im Beauty-Sektor. Als einer der weltweit
führenden Anbieter und Hersteller von Luxus-Artikeln im
Kosmetikbereich gehört Estée Lauder zu den Klassikern der
Branche. Die Produktpalette des US-amerikanischen KonComposing: FOCUS-MONEY
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 10:27
Klarer Umsatztreiber
Besonders beliebt unter den Estée-Lauder-Kunden:
Hautpflege. Die Sparte generierte in den letzten
sechs Jahren ein Umsatzplus von rund 55 Prozent.
Umsatz von Estée Lauder nach Sparten
in Milliarden US-Dollar
Hautpflege Düfte
Kosmetik
Haarpflege
6
4
2
0
2014
15
16
17
18
19
2020
Quelle: Estée Lauder
Gut, besser, Estée Lauder
Seit dem Börsengang 1995 kennt die Estée-LauderAktie nur eine Richtung: bergauf. In den letzten fünf
Jahren legte das Papier um über 220 Prozent zu.
Estée Laudér
Aktienkurs in Euro
250
200
150
100
50
0
13
14
15
WKN/ISIN
Börsenwert
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021/22
Dividendenrendite 2021/22e
Kursziel/Stoppkurs
Risiko
■■■■■
16
17
18
19
20 2021
897933/US5184391044
88,53 Mrd. €
47,1/40,7
0,7/0,8 %
271,29/207,60 €
Kurspotenzial 11 %
Quelle: Bloomberg; e = erwartet
Grünes Engagement
entscheidet über die
Zukunft eines Konzerns
– egal, in welcher Branche!“
VERENA SEPP, REDAKTEURIN FOCUS-MONEY
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21039A 39
e = erwartet
2011 12
zerns umfasst Haut- und Haarpflegeprodukte, Make-up und
Parfüm. Neben der Eigenmarke Estée Lauder bündelt das
Unternehmen eine Vielzahl unterschiedlichster Label, darunter Clinique, Prescriptives, Origins, Tommy Hilfiger, MAC,
Kiton, La Mer, Bobbi Brown, DKNY, Aveda, Jo Malone London, Michael Kors und Tom Ford. Verkauft werden die Produkte nicht nur über zahlreiche Verkaufshäuser, sondern
auch über einen eigenen Online-Shop. Laut der Privatbank
Berenberg generierte der Konzern darüber im Jahr 2020
rund 22 Prozent seines Umsatzes. Der pandemiebedingte
Einbruch im Frühjahr 2020 hielt deshalb nicht lange an.
Gewappnet für die Zukunft. Estée Lauder trägt nicht nur
zu einer gesunden Haut, sondern auch zu einer gesunden
Umwelt bei. Im letzten Jahr erhielt der Konzern für den nordamerikanischen Raum den „Sustainable Leadership Award“
von EcoVadis, einem der weltweit führenden Anbieter von
Nachhaltigkeitsratings. Diese Auszeichnung würdigt das
unternehmensinterne Engagement zur Integration nachhaltiger Produktionsprozesse. EcoVadis bewertet hierbei insbesondere, wie tief Nachhaltigkeitskriterien, auch ESG-Kriterien genannt, in der Produktionskette eines Konzerns
verankert sind. ESG (Environmental, Social, Governance)
steht hierbei für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Diese drei Faktoren bilden den modernen Maßstab zur
Bewertung der Nachhaltigkeit und der sozialen Verantwortung eines Titels. Unternehmen, die ESG missachten, werden in Zukunft unter massiven Kosten und einer schlechten
Reputation leiden. Insbesondere die nachhaltigkeitsaffinen
Millennials treiben diesen Wandel zusätzlich an. Denn: Sie
bilden zunehmend die stärkste Finanzkraft am Markt und
beeinflussen damit maßgeblich das Nachfrageverhalten.
Estée Lauder hat sich auf diese Entwicklung bereits frühzeitig eingestellt und durch Maßnahmen wie Emissions- und
Müllreduzierung sowie Wassermanagement darauf reagiert.
Die Zahlen sprechen für sich. Kürzlich veröffentlichte
Estée Lauder bereits die Bilanz für das am 31. März endende
dritte Quartal 2021, wobei der Konzern in einem verschobenen Geschäftsjahr agiert. Der Anbieter konnte seine Umsätze um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern. Der Gewinn je Aktie legte um satte 85 Prozent auf 1,31 Euro zu.
Hauptwachstumstreiber war dabei die Hautpflege-Sparte,
die ein Umsatzplus von 28 Prozent verzeichnete. Dicht dahinter: das Parfüm-Segment, mit einem Umsatzwachstum
von 27 Prozent. Rückschläge musste der Konzern jedoch im
Make-up-Bereich hinnehmen, hier gingen die Einnahmen
um 13 Prozent zurück. Grund für den Einbruch bildeten die
pandemiebedingten Restriktionen. Berenberg geht jedoch
angesichts der zunehmenden Lockerungen in wichtigen Absatzmärkten wie China, Australien und Israel von einer Erholung der Make-up-Sparte aus. Auch in den USA und in
Großbritannien nehmen die Impfraten rasant zu, weshalb bis
zum Sommer mit einer deutlichen Verbesserung zu rechnen
ist. Für das Gesamtjahr 2021 prognostiziert Berenberg ein
Umsatzwachstum von neun bis zehn Prozent. Laut dem Analysten Fulvio Cazzol bildet Estée Lauder einen „langfristigen
Wachstumswert, der für schneller wachsende Kanäle und
Geografien (E-Commerce und China) gut positioniert ist und
dessen Portfolio von Premiumisierungstrends profitiert“.
39
12.05.21 10:27
money
YOU
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TUI 31 %
Lufthansa 23 %
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AKTIENANALYSE
Hoffen auf
offene Grenzen
In der Pandemie gibt es Licht am Ende des
Tunnels. Vor allem für die arg gebeutelte
Reisebranche. Warum der jüngste Kursrutsch
bei Booking enorme Chancen eröffnet
von PETER BLOED
40
FM21040A 40
E
s langt dann mit Pandemie und Lockdown. Das geht jedem so. Klar. Allein die Lage ist noch nicht im Griff. Aber
mit den Impffortschritten rund um den Globus gibt es
endlich wieder realistische Chancen, dass viele Öffnungen
bald möglich sind. Restaurants, Bars, Museen, Theater und
Konzerthallen, die gesamte Tourismusbranche – alle scharren mit den Hufen. Und wollen endlich loslegen. Denn sie
alle hat die Pandemie wirtschaftlich am härtesten getroffen.
Besser durch die Krise gekommen. Freilich ist Booking
Holdings als größter Online-Reisevermittler der Welt da
keine Ausnahme. Das vergangene Jahr war einfach nur übel.
Hotelübernachtungen, Flugzeugtickets, Autoreservierungen – überall sank der Absatz um fast 60 Prozent, wie denn
auch der Gesamtumsatz des Unternehmens. Der Gewinn
brach gar um 95 Prozent ein. Eigentlich darf als Erfolg gewertet werden, dass unterm Strich in der Bilanz noch eine
schwarze Zahl stand. Wenn auch eine sehr kleine. Den meisten Hoteliers oder Airlines war das sicherlich nicht vergönnt.
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 12:55
Analystenschätzungen
Günstig sieht anders aus
Analystenrating (Buy/Hold/Sell)
Positivste Empfehlung
Negativste Empfehlung
Konsensschätzung
Bilanz und Wachstumspotenzial sind bei dem
Online-Konzern sehr gut. Allerdings ist die Bewertung
zumindest im Moment noch sportlich.
Rentabilität
Eigenkapitalrendite 21/22e in %
Gesamtkapitalrendite 21/22e in %
Ebitda-Marge 21/22e in %
Nettomarge 21/22e in %
Bruttospanne 21/22e in %
Qualitätsscore
25,5/71,6
6,0/14,3
23,4/35,1
15,0/25,9
99,8/99,9
8/10
Risiko
Maximaler Drawdown (5 Jahre)
Drawdown Erholungszeit
Gesamtschulden/Eigenkapital
Gesamtschulden in Mrd. €
Liquide Mittel in Mrd. €
Qualitätsscore
44,79 %
10 Monate
256,3
10,3
12,1
14/17/2
27,3 %
–14,1 %
10,7 %
Wachstum
GesamtScore
7
/10
7/10
Umsatz 21/22e in Mrd. €
Ebitda 21/22e in Mrd. €
Free Cashflow 21/22e in Mrd. €
Gewinn je Aktie 21/22e in €
Wachstumsrate (Bloomberg)
Qualitätsscore
7,77/12,03
1,82/4,23
1,46/3,57
28,68/76,72
31,9 %
9/10
Bewertung
KGV 2021/22
KBV 2021/22
KUV 2021/22
PEG
KCV 2021/22
Qualitätsscore
65,5/24,5
13,8/11,4
6,3/5,2
2,1
34,2/16,9
5/10
Quelle: Bloomberg
Burggraben
Marke: Booking betreibt weltweit acht Marken rund um Online-Reisehandel, die größten sind
Booking.com, Kayak (USA), Agoda (Asien) und momondo.
Marktanteil: Der Konzern ist mit deutlichem Abstand der größte Online-Reisevermittler.
Größter Rivale ist Expedia.
Ziele Lock-in-Effekt/Wiederkehrende Erträge/Kundenbindung:
Für Experten gilt Booking als am besten aufgestellter Online-Reisevermittler weltweit. Das bringt bessere Konditionen und natürlich
Marktmacht. Allerdings drängen auch viele Wett
bewerber in dieses Geschäft.
Dass bei Booking keine roten Zahlen standen, hat damit zu
tun, dass das Unternehmen als Vermittler natürlich keine
Hotels, Flugzeuge oder Autos besitzt. Aber vor allem auch,
weil das Management mit einem schnellen und konsequen
ten Sparprogramm das Schlimmste verhindern konnte. So
senkte das Unternehmen die operativen Kosten um fast 40
Prozent. Nicht zuletzt mit dem Abbau von 25 Prozent der
Stellen weltweit. Der große Vorteil: Das Unternehmen ist
bereit und finanziell stark genug zu investieren, wenn das
Geschäft wieder anzieht – vor allem in Marketing, IT und
Personal.
Wo geht die Reise für Booking also hin? Unbestritten ist si
cherlich, dass der Reisebranche ein gigantischer Nachhol
effekt ins Haus steht. Kehrt die Reisefreiheit durch hohe
Impfquoten zurück, geht es wieder in den Urlaub. Wer war
tet nicht darauf!? „Keiner ist besser aufgestellt im OnlineReisegeschäft“, sagt Doug Anmuth, Analyst bei der Invest
mentbank J. P. Morgan. Booking sollte also auch überFOCUS-MONEY 21/2021
FM21041A 41
Foto: iStock
durchschnittlich profitieren können. Nur ist die Frage, wie
schnell die Grenzen aufgehen. Vermutlich langsamer, als uns
allen und den Booking-Aktionären lieb ist. Analysten rech
nen damit, dass der Konzern frühestens im kommenden Jahr
das Umsatzniveau des Vor-Corona-Jahres 2019 knapp errei
chen wird. Heißt aber auch: In diesem und dem kommenden
Jahr ein Umsatzwachstum von 40 Prozent beziehungswei
se 50 Prozent. Das Ergebnis kann sich in den beiden Jahren
jeweils fast verdreifachen. Die langfristige Wachstumsrate
taxiert der Informationsdienst Bloomberg auf knapp 32 Pro
zent. Wendet man das Dividenden-Diskont-Modell an, ergibt
sich daraus für die Aktie derzeit ein Kurspotenzial von rund
56 Prozent (s. Grafik S. 42). Kann Booking noch eine Schip
pe drauflegen, ist natürlich entsprechend mehr drin. Aller
dings: Schafft aufgrund der noch anhaltenden Reisebe
schränkungen das Unternehmen die Wachstumsraten nicht
und wächst nur um 20 Prozent, ist das Papier bereits etwas
zu teuer.
41
12.05.21 12:55
moneyyou
Langfristig ist das Potenzial, wenn Corona eines Tages
überwunden ist, enorm. Als größter Online-Reisevermittler
mit starker Präsenz in den USA und auch in China hat Booking noch enorme Entwicklungsmöglichkeiten. Bislang
kommt das Unternehmen auf einen einstelligen Marktanteil
am Gesamtreisemarkt. Und der Trend zu Online-Buchungen
ist auch in der Tourismusbranche ungebrochen. Damit hat
Booking sehr gute Voraussetzungen, die Marktanteile längerfristig deutlich auszubauen.
Dickes Cash-Polster. Von Vorteil ist dabei die solide Bilanz.
Selbst im absoluten Krisenjahr 2020 waren die Kennzahlen
nicht besorgniserregend. Derzeit hortet Booking noch zwölf
Milliarden Euro an liquiden Mitteln. Das entspricht mehr als
dem Doppelten des Umsatzes im vergangenen Jahr. Ausreichend Kapital also, um die Expansion wieder anzugehen, sobald es das Geschäft auch zulässt.
Anleger sollten dennoch eher gebremst euphorisch sein.
Wie volatil die Gemengelage noch ist, zeigten die vergangenen Wochen. Nachdem die Aktie im vergangenen Jahr mit
Ausbruch der Pandemie um rund 40 Prozent einbrach, erklomm das Papier im April dieses Jahres ein neues Allzeithoch – in der Euphorie, dass bald wieder gereist werden kann.
Dann kamen die Zahlen zum ersten Quartal. Und es zeigte
sich, dass die Erholung auf sich warten lässt. Der Umsatz
sank gegenüber dem Vorjahresquartal um rund 50 Prozent.
Die Buchungslage im April sah nur unwesentlich besser aus.
Allerdings gibt es in den USA und auch in Asien deutliche
Erholungstendenzen. „Die Aufholjagd wird weniger linear
verlaufen und sehr regional stattfinden“, erklärt Analyst Anmuth. Investoren hatten vermutlich also zu viel vorweggenommen. Und sie wurden von den jüngsten Zahlen daher negativ überrascht. Jetzt bietet sich aber die Chance, sich
zumindest auf die Lauer zu legen.
Enorme Chancen
Auf Basis der derzeit prognostizierten Wachstumsraten,
hat die Aktie noch ein Potenzial von mehr als 50 Prozent.
Sollte sich das Wachstum aber wegen Corona noch nicht
einstellen, ist die Aktie bereits etwas zu teuer.
Kurspotenzial gegenüber dem
aktuellen Wert nach DDM-Modell
98,2 %
auf US-Dollar-Basis optimistisches Szenario
aktueller
Wert
Standard-Szenario
pessimistisches Szenario
55,9 %
–9,5 %
Auf die Lauer legen
Die jüngste Korrektur ist noch nicht vorüber. Anleger, die
auf eine Rückkehr setzen, warten noch ab, bis sich der
Boden gebildet hat. Auch der MACD-Indikator hat bislang kein Kaufsignal ausgelöst.
Booking.com
Aktienkurs in US-Dollar
2200
1800
200-Tage-Linie
1400
1000
MACD-Indikator
100
0
Signallinie
Attraktiv, aber . . .
. . . frei von Unwägbarkeiten ist die Aktie derzeit nicht. Längerfristig überwiegen die Chancen die Risiken jedoch klar.
Chancen
■ Starke Marktposition weltweit
■ Solide Bilanz mit hohen CashReserven
■ Ein gigantischer Nachholeffekt
ist quasi sicher.
■ Großes Potenzial, langfristig
den Marktanteil am gesamten Reisegeschäft deutlich auszubauen
42
FM21042A 42
Risiken
■ Der Aufholeffekt dauert deutlich länger als erhofft wegen der
anhaltenden Pandemie.
■ Dann ist die Bewertung derzeit
schon zu hoch.
■ Konkurrenz durch neue Anbieter und vor allem die traditionellen
Vermittler und Anbieter, die ebenfalls ins Online-Geschäft drängen.
–100
2020
JAN
2021
JAN
–200
MAI
Quelle: Bloomberg
Fazit
Die große Aufholjagd hat die Börse schon ziemlich vorweggenommen. Mit der Korrektur zuletzt wird es jetzt
wieder interessanter. Die langfristigen Chancen für
Booking sind sehr attraktiv, die Marktposition ist stark.
Allerdings reagiert die Aktie sehr volatil auf kleinste
Wasserstände bei den Buchungen. Gehen die Grenzen
alsbald auf, dürfte das Papier schnell drehen und hat
dann noch reichlich Potenzial. Bis dahin sollten Anleger aber eher vorsichtig agieren.
Kaufen
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 12:55
Bei der Chartanalyse arbeitet FOCUS-MONEY exklusiv mit der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands e. V. (VTAD) zusammen.
Führende Mitglieder stellen jede Woche ihre wichtigsten Chartsignale vor. Diese Woche: Karin Roller, Vorstandsmitglied der VTAD e. V., Autorin,
Traderin und Technische Analystin (CFTe), www.vtad.de
CHARTSIGNAL DER WOCHE
Chips stark gefragt – hopp oder top?
Chips sind derzeit Mangelware – nicht nur Apple bekommt diesen
Engpass stark zu spüren, auch die Autobauer müssen ihre Produktionslinien teilweise stilllegen. Die Knappheit an Mikrochips könnte
aber den Chip-Herstellern in die Hände spielen. Beispiel: AMD
AMD Kurs in US-Dollar, logarithmische Darstellung
Allzeithoch
Kopf
Schulter
90
80
70
Schulter
Nackenlinie
60
50
Kursziel der Schulter-Kopf-Schulter
40
Unterstützungszonen
30
20
15
200-Tage-Linie
10
8
2018
2019
2020
2021
Es herrscht Engpass – Halbleiter-Engpass. Abzulesen
ist dies an der hervorragenden Performance von AMD
(ISIN: US0079031078). AMD ist fabless („fabriklos“),
also ohne eigene Produktion – im Gegensatz zum Mitbewerber Intel.
Die spannende Frage ist: Hilft der Halbleiter-Engpass
AMD auch, die obere Kopf-Schulter-Formation zu
überwinden? Denn auf den ersten Blick sieht das
Chartbild gefährlich aus.
AMD (im Wochenchart) hat mit dem Allzeithoch im
Januar bei 99,23 Dollar den Kopf der SKS (SchulterKopf-Schulter-Formation) ausgebildet. Eine typische
Umkehrformation, auf die häufig starke Kurskorrekturen folgen.
Entweder bricht der Chart die Nackenlinie bei 74
Dollar, dann liegt das rechnerische Kursziel bei circa
49 Dollar. Auf dem Weg dorthin gibt es bei 58 Dollar
eine Unterstützungszone.
Oder AMD schafft einen Wochenschlusskurs über
dem Hoch der rechten Schulter bei 89,20 Dollar –
dann kann die Aktie die obere Umkehrformation negieren. Schafft es der Kurs über die runden 100 Dollar hinaus, bleibt der langfristige Aufwärtstrend intakt.
Das nächste Kursziel liegt dann bei 120 Dollar.
Quelle: Bloomberg
BÖRSENWISSEN: BALTIC-DRY-INDEX
Der Baltic-Dry-Index ist ein wichtiger Preisindex für das weltweite Verschiffen von Gütern wie etwa Kohle,
Eisenerz und Getreide. Damit lässt sich ablesen, ob sich die Weltwirtschaft erholt oder eintrübt
Was ist der Baltic-Dry-Index (BDI)?
Der BDI ist ein Frühindikator für die Weltwirtschaft. Dieser wird börsentäglich von der Baltic Exchange London veröffentlicht und zeigt
die Frachtkosten für das Verschiffen von Rohstoffen an. Hierbei
handelt es sich in erster Linie um Kohle, Eisenerz, Zement, Kupfer
und Getreide. Bevor Volkswirtschaften Güter und Dienstleistungen
erzeugen können, müssen die Rohstoffe erst zum Produzenten
gebracht werden. Die Menge der verschifften Güter ist somit ein
wichtiger Frühindikator für die Entwicklung der Wirtschaft.
Welche Aussagekraft hat der BDI?
Seit 1985 gibt der BDI an, ob die verschifften Güter zu- oder
abnehmen. In der Regel folgt die Wirtschaft dem Indikator in
den nächsten acht bis zwölf Monaten. Über 90 Prozent des
weltweiten Handels werden über Schiffe abgewickelt. In konjunkturellen Hochphasen werden somit meist mehr Rohstoffe
über die Weltmeere verschifft, was zu einem Anstieg der FrachtFOCUS-MONEY 21/2021
FM21043A 43
raten führt. In Schwächephasen werden dagegen deutlich
weniger Rohstoffe verschifft, was den BDI typischerweise einbrechen lässt. Da die Rohstoffe am jeweiligen Beginn der Verarbeitungskette stehen, läuft der BDI der realwirtschaftlichen
Entwicklung als wichtiges Signal voraus.
Liefert der BDI auch Signale für den Aktienmarkt?
Die Zahlen belegen: Der Handelskonflikt zwischen den USA
und China – und zuletzt auch die Corona-Pandemie – haben
zum Rückgang der Frachtraten auf den Weltmeeren geführt.
Die hohe Geschwindigkeit des Rückgangs konnte als eindeutiges Warnsignal für die Weltwirtschaft und die Aktienmärkte
interpretiert werden. Die Kurse brachen weltweit ein. Die Erholung des BDI ist wiederum ein positives Signal für die Weltwirtschaft. Wichtig: Für sich allein genommen, hat der Index aber
nur eine eingeschränkte Aussagekraft. So werden etwa die Angebote der Reeder, die Ausweitung von Schifffahrtskapazitäten, die Zunahme des Containerverkehrs sowie die Bedeutung
bestimmter Rohstoffe vom BDI nicht berücksichtigt.
43
12.05.21 12:55
moneymarkets
POLYTEC
Profiteur der E-Mobilität
Die Autobranche und deren Zulieferer laufen wieder. Polytec hat sich mit seinen Leichtbaukomponenten in
der Corona-Krise als widerstandsfähig erwiesen. Die günstige Aktie hat noch reichlich Luft nach oben
von CHRISTOPH A. SCHERBAUM
44
FM21044A 44
Entwicklung und Herstellung von hochwertigen Kunststofflösungen aus Spritzguss und Faserverbund spezialisiert hat.
Bei Polytec ist man überzeugt, dass Kunststoffe als Ausgangsmaterial für den Leichtbau ideal sind. Und besonders dieser
sei im Bereich E-Mobilität von Bedeutung – nicht nur im Sinne der Gewichtsreduktion. Während Polytec die Insassen vor
dem Eindringen des elektromagnetischen Feldes der Batterie in das Fahrzeuginnere schützen will, soll die Batterie vor
äußeren Einflüssen wie Schmutz und Nässe sicher sein.
Starke Charttechnik. Die Aktie hat sich seit dem CoronaTief mehr als verdoppelt und zuletzt dreimal den Bereich um
elf Euro getestet. Setzt sich die Aufwärtsbewegung weiter
fort, könnte sich bei der Aktie, die aktuell mit einem moderaten Kurs-Gewinn-Verhältnis von nicht einmal elf bewertet ist, bis zum 2017er-Rekordhoch mittelfristig ein weiteres Verdoppelungspotenzial eröffnen.
Noch viel Luft nach oben
Corona-Krise überstanden, Allzeithoch im Blick – die
Polytec-Aktie lockt mit der Aussicht auf hohe Kursgewinne
Polytec und eine stattliche Dividende.
Aktienkurs in Euro
20
15
10
5
0
2015
16
17
WKN/ISIN
Börsenwert
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2020/21
Dividendenrendite 2020/21e
Kursziel/Stoppkurs
Risiko
■■■■■
18
19
20
2021
A0JL31/AT0000A00XX9
244 Mio. €
38,2/10,5
2,7/3,5 %
18,30/9,45 €
Kurspotenzial 65 %
e = erwartet
D
er Dieselskandal. Die Umstellung auf den Abgas- und
Verbrauchsstandard WLTP. Handelsstreitigkeiten
zwischen den USA und China. Die Umstellung auf
E-Mobilität und andere alternative Antriebe. Die CoronaPandemie. Die Automobilbranche und Zulieferer wie der
Kunststoffteileproduzent Polytec aus dem österreichischen
Hörsching hatten in den vergangenen Jahren ein großes
Päckchen zu tragen. Jetzt scheint aber die Talfahrt ein Ende
gefunden zu haben. Denn die weltweiten Impfprogramme
lassen auf eine starke wirtschaftliche Erholung hoffen.
Wichtiger Partner für VW & Co. Diese Erholung ist in vielen Märkten bereits bei den Autoverkäufen sichtbar, allen voran in China. Einem Markt, den die Experten ohnehin als den
wichtigsten Zukunftsmarkt identifiziert haben. Diese Erholung kommt auch der Zuliefererbranche zugute. Nur ein
Grund, warum sich der Kurs der Polytec-Aktie seit Herbst
2020 bereits mehr als verdoppelt hat – zumal die Österreicher einige besonders in China erfolgreiche Unternehmen
wie Volkswagen zu ihren größten Kunden zählen.
Die erwartete Erholung des Geschäftsumfelds hat das Polytec-Management dazu veranlasst, für 2021 einen Umsatzanstieg auf 575 Millionen Euro zu prognostizieren, nach 522
Millionen Euro im Jahr 2020. Das Ebit (operatives Ergebnis
vor Zinsen und Steuern) soll von 13 Millionen Euro im Vorjahr
auf 35 Millionen Euro ansteigen. Dafür sollen auch einige in
der Corona-Krise gestartete Einsparungen sorgen. So hat
Polytec unter anderem vier Produktionswerke geschlossen,
das bringt eine nachhaltige Reduzierung der Personal- und
Strukturkosten. Allerdings ist die Prognose angesichts der
Marktunsicherheiten mit Vorsicht zu genießen: Das PolytecManagement verwies im Bericht zum ersten Quartal 2021 darauf, dass sich diese Unsicherheiten in den letzten Wochen
spürbar verschärft hätten, mit Blick auf die erheblich steigenden Materialpreise sowie die teilweise Verknappung von Rohstoffen. Zudem bleibt Covid-19 ein Belastungsfaktor. Im ersten Quartal sanken die Erlöse im Vorjahresvergleich dennoch
nur um 0,9 Prozent auf 147,8 Millionen Euro, das Ebit kletterte dagegen von 2,7 Millionen auf nun 6,7 Millionen Euro.
Mittel- bis langfristig bleibt es ebenfalls spannend: Elektroautos revolutionieren die Automobilindustrie. Solche großen Umwälzungen bieten auch große Chancen. Insbesondere für ein Unternehmen wie Polytec, das sich auf die
Quelle: Bloomberg
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 10:18
ANDRITZ: seltene Kombination
positiver Faktoren
A
ANDRITZ
Anlagenbauer
mit Appeal
Intakter Aufwärtstrend, moderates KGV, gute
Dividendenrendite. Dazu die Aussicht, den
langfristigen Margen-Zielen näherzukommen.
Austrias Anlagenbauer Andritz hat Charme
von CHRISTOPH A. SCHERBAUM
Richtung
Allzeithoch
Andritz
Aktienkurs in Euro
55
50
45
40
35
30
25
16
17
WKN/ISIN
Börsenwert
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2020/21
Dividendenrendite 2020/21e
Kursziel/Stoppkurs
Risiko
■■■■■
18
19
20
2021
632305/AT0000730007
4,5 Mrd. €
21,7/14,2
1,1/2,4 %
57,00/37,21 €
Kurspotenzial 27 %
Quelle: Bloomberg
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21045A 45
Foto: Andritz
e = erwartet
2015
ktien, die sich in einem intakten Aufwärtstrend befinden,
gibt es dieser Tage zuhauf – wenn dazu aber noch ein verhältnismäßig moderates KGV und eine solide Dividendenrendite kommen, ist diese Kombination derzeit nicht oft zu finden.
Der Maschinen- und Anlagenbauer Andritz ist so ein Kandidat, obwohl das Unternehmen von der Corona-Konjunkturdelle nicht verschont wurde und jüngste Zahlen gemischt ausfielen.
Dennoch hat das Unternehmen seine Hausaufgaben gemacht.
Die Österreicher nutzen die Corona-Krise für Einsparungen – diese dürften sich in Zukunft bezahlt machen. Trotzdem bleiben auf
der andere Seite Risiken bei der Prognose für das Geschäftsjahr
2021, falls die erwartete Konjunkturerholung nicht wie erhofft
vonstatten gehen sollte. So zumindest hat es das Management des
ATX-Konzerns im Bericht zum ersten Quartal deutlich gemacht.
Aufgrund des geringeren Auftragseingangs im Geschäftsjahr
2020 rechnet Andritz zwar für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatzrückgang (2020: 6,7 Milliarden Euro). Dagegen soll
das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
(2020: 391,7 Millionen Euro) steigen. Bereinigt um Einmaleffekte,
wird ein stabiles Ergebnis erwartet. Im ersten Quartal 2021 lagen
die Umsatzerlöse bei 1,49 Milliarden Euro. Der leichte Rückgang
von 1,1 Prozent im Vorjahresvergleich konnte sich angesichts der
schwierigen Marktbedingungen sehen lassen.
Starke Marge. Trotz des Umsatzrückgangs sprang das operative Ergebnis im Vorjahresvergleich deutlich um 58,2 Prozent auf
110,9 Millionen Euro, die Marge legte um 2,8 Prozentpunkte auf
7,4 Prozent zu. Hierfür war vor allem die anhaltend gute Geschäftsentwicklung des Geschäftsbereichs Papier & Verpackung verantwortlich. Zudem halfen die Kosteneinsparungen aus dem Vorjahr.
Mit einer Marge von 7,4 Prozent im März-Quartal ist Andritz gar
nicht so weit entfernt von dem langfristigen Ziel. Der ATX-Konzern möchte die Rentabilität nachhaltig auf acht Prozent steigern.
Darüber hinaus hat sich das Management langfristig das Ziel gesetzt, die Umsätze durchschnittlich um fünf bis acht Prozent pro
Jahr zu erhöhen. Die Konzernleitung setzt darauf, dass die Corona-Impfprogramme fruchten und die wirtschaftliche Erholung
einsetzt. Ein positives Signal konnte in dieser Hinsicht bei einem
Blick auf die Entwicklung im Service-Geschäft im ersten Quartal
2021 beobachtet werden. So habe sich der Auftragseingang des
Service-Geschäfts im März-Quartal sehr erfreulich entwickelt und
sei gegenüber den Vorquartalen deutlich angestiegen.
Richtung Allzeithoch. Nachdem die Aktie von Andritz im März
2020 auf 23 Euro zurückgeworfen wurde, folgten bis zum Juni eine
Kurserholung auf 35 Euro und ein erneuter Einbruch bis zum September auf 25 Euro. Dieser höhere Kursboden legte die Basis für
eine kräftige Aufholrally. Dabei legten die Notierungen bis Mai dieses Jahres auf zeitweise gut 45 Euro zu, was den höchsten Stand
seit dem April 2019 bedeutet. Die Aktie notiert damit inzwischen
in deutlichem Abstand über der bei 35 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie, womit die Trendpfeile hier inzwischen wieder klar nach
oben zeigen. Setzt sich der Aufwärtstrend fort, stellen sich die
nächsten Kursziele auf die Jahreshochs von 2018 (53 Euro) und von
2017 (55 Euro). Nur knapp darüber würde dann sogar wieder das
Allzeithoch aus dem Jahr 2015 bei 57 Euro in den Fokus rücken.
45
12.05.21 11:13
moneymarkets
GRÜNE INFRASTRUKTUR
Noch lange
nicht am Ziel
Ein Klimaprogramm jagt das nächste. Die Weltwirtschaft wird vom Klimavertrag umgestaltet!
Nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihr Depot
kann von diesen Veränderungen profitieren
von LIOBA SCHULZ
D
as Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe kippte jüngst das
Klimagesetz der Bundesregierung. Der Grund: Klimaschutz
darf nicht mehr in die Zukunft verschoben werden. Trotz
politisch unbequemer und drastischer Maßnahmen ist mit Blick
auf den Klimawandel jetzt Tempo angesagt. Die große Koalition
verschärft daraufhin das Klimagesetz, sodass Deutschland bis
2030 nun 65 Prozent der notwendigen CO2-Einsparungen erreichen und ab 2045 klimaneutral wirtschaften soll.
Plan vs. Realität. Weltweit haben rund 130 Länder, die zusammen 73 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verursachen, Netto-Null-Ziele verabschiedet oder erwägen diese. Der Climate Action Tracker (CAT) berechnet die Auswirkungen der Politik
auf den globalen Temperaturanstieg (siehe Seite 47, Abbildung
oben). Nachdem kürzlich auch Europa, China, Japan und die USA
ihre Klimaziele und -investitionen erhöht haben, hat CAT die Temperaturschätzungen Anfang Mai aktualisiert: Dank der neuen Zusagen wird bis 2100 mit einem Temperaturanstieg in Höhe von 2,4
46
FM21046A 46
Illustration: VectorStock
Grad gerechnet – 0,2 Grad weniger, als die letzte CAT-Berechnung
im September 2020 ergab. Obwohl diese Entwicklung zu begrüßen ist, wird die globale Erwärmung auf Basis der Klimaziele immer noch deutlich über den im Pariser Abkommen festgelegten
notwendigen 1,5 Grad liegen. Für die 1,5 Grad bräuchte es weltweit Treibhausgasneutralität bis Mitte des Jahrhunderts. Um die
einzelnen Sektoren auf einen Paris-kompatiblen Pfad zu bringen,
müssen die Ambitionen weiter erhöht und durch ehrgeizige Maßnahmen unterstützt werden.
Das schwarze Schaf. Mit die meisten Treibhausgasemissionen
verursacht die Infrastruktur. Die Bevölkerung in den Städten
wächst rasant und der Bedarf nach verbesserten, neuen Anlagen
in Europa besteht weiterhin. Bei der aktuellen Entwicklung könnte laut Sweco der Infrastruktursektor bis 2050 allein über 90 Prozent der Treibhausgasemissionen ausmachen. Auch bauen einige
Regierungen neue Infrastrukturen, die nicht mit den Pariser Zielen vereinbar sind. Um die Netto-Null-Emissionen zu erreichen
und den Klimawandel aufzuhalten, muss der CO2-Ausstoß von
Transport, Wasser, Entsorgung, Energie und Telekommunikation
drastisch reduziert werden.
Die grüne Lösung. Gemäß den Klimaziel-Berechnungen von
CAT werden erneuerbare Energien bis voraussichtlich 2040 einen
Anteil von 75 bis 100 Prozent an der Stromerzeugung erreichen.
Für den gesamten Verkehr, also alle Verkehrsträger von Personen
und Fracht, ist es erforderlich, dass kohlenstoffarme Brennstoffe
wie Strom, Wasserstoff oder Biomasse zeitnah in den Energiemix
fließen – konkret etwa 20 Prozent bis 2030 und 100 Prozent im
Jahr 2050. Elektrische Personenkraftwagen oder andere emissionsfreie Fahrzeuge müssen 2030 schon nahezu 100 Prozent ausmachen. Für diesen Wandel braucht es unterstützende CO2-freie
Technologien.
Fortschritt und Entwicklung. „Die gute Nachricht ist: Drei Viertel der Maßnahmen, die wir bis 2030 umsetzen müssen, sind mit
heute marktreifen Technologien machbar“, so Hauke Engel, CoAutor der McKinsey-Studie „Net-Zero Europe“. Doch trotz ausgereifter Technologien sind kontinuierliche Innovationen und Skaleneffekte wichtig, um die Übergangskosten zu senken. So sind
Sonnenkollektoren aufgrund stetiger Neuerungen und industrieller Produktion viel günstiger geworden. Ähnlich könnte es bei Elek-
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 11:21
trofahrzeugen sein. Für die Klimaziel-Erreichung müsste laut der
McKinsey-Studie allein Europa jährlich knapp 1000 Milliarden
Euro investieren. Davon entfallen circa 820 Milliarden Euro auf
Investitionen, die heute bereits getätigt werden, aber zukünftig in
CO2-arme Anwendungen umzulenken sind. Weitere 180 Milliarden an Investitionen sind nötig, die jedoch durch Einsparungen an
anderen Stellen kompensiert werden könnten. Durch den grünen
Umbau der europäischen Wirtschaft entstünden unterm Strich
fünf Millionen neue Arbeitsplätze. Aufträge werden umweltbewussten Unternehmen sicher sein.
Mehr als nur Klimaschutz. Geld für grüne Infrastruktur auszugeben, ist immer klug: Eine funktionierende und moderne Infrastruktur ist für die wirtschaftliche Entwicklung von zentraler Bedeutung. So sorgen bessere Schienenwege und Straßen für eine
effizientere Logistik. Durch die Erneuerung von Wasser- und Gaswegen versickern weniger Ressourcen und leistungsfähige Sendemasten wie auch Glasfaserverbindungen beschleunigen den Datenverkehr und die Digitalisierung. Infrastruktur ist für Menschen
und Unternehmen überall von Bedeutung und Investitionen steigern entsprechend das Wirtschaftswachstum.
Investition mit Zukunft. Für Privatanleger ist es ebenfalls attraktiv, in Unternehmen aus diesem Sektor zu investieren. Die von Infrastrukturanbietern erbrachten Leistungen wie Wasser- und
Stromversorgung, Bau und Unterhalt von Verkehrswegen oder Telekomdienstleistungen profitieren von einer stabilen Nachfrage.
Die Unverzichtbarkeit der Infrastruktur sorgt nahezu für Konjunkturunabhängigkeit. Unternehmen genießen meist langfristige
Verträge und häufig eine Monopolstellung, dank hoher Markteintrittsbarrieren oder staatlicher Wettbewerbsverbote. Das sorgt für
zuverlässige Einnahmen und einen guten Cashflow. So entwickeln
sich Infrastrukturaktien, langfristig betrachtet, besser als der
Marktdurchschnitt. Beim Blick auf die unausweichlichen Verschärfungen der Politik punkten Investitionen in grüne Infrastruktur besonders mit geringeren Risiken: Nicht nachhaltige Unternehmen könnten in Zukunft Reputations- und regulatorische
Risiken sowie erhöhten Abschreibungsbedarf bergen. Grüne-Infrastruktur-Anleger werden auch weiterhin mit niedrigen Kursschwankungen und hohen Ausschüttungen für ihr Investment in
die Zukunft belohnt.
Stand jetzt: Klimaziele gescheitert
Im Vergleich zu einer Welt ohne Klimapolitik werden
zwar solide Fortschritte gemacht, aber die aktuellen
Bemühungen genügen noch lange nicht, um die notwendigen internationalen Ziele zu erreichen.
Weltweite Treibhausemissionen bis 2100
in Gigatonnen Kohlendioxid pro Jahr
4,1 bis 4,8°C
Trend ohne
reduzierende Maßnahmen
140
100
aktuelle Politik 2,7 bis 3,1°C 60
1990
2010
20
Zusagen und Ziele 2,4°C
Pariser Klima-Abkommen 1,5°C
–20
2030
2050
2070
2090
Quelle: Climate Action Tracker (Mai 2021)
CO2-Emissionen durch Infrastruktur
In Deutschland wurden 2020 rund 739 Millionen
Tonnen Treibhausgase freigesetzt – eine Reduktion
von 8,7 Prozent im Vergleich zu 2019. Für weitere
Reduzierungen ist grüne Infrastruktur unabdingbar.
Treibhausgas-Emissionen in Deutschland
Anteile nach Sektoren in Prozent
Landwirtschaft 1,1 Abfall, Sonstiges
8,9
29,9 Energie
Gebäude 16,2
Verkehr 19,8
24,1 Industrie
Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
REALITÄTSCHECK: Für eine
CO2-neutrale Zukunft im Jahr 2050
wird grüne Infrastruktur benötigt
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21047A 47
47
12.05.21 11:21
moneymarkets
BNP-Paribas-Easy-ECPI-Gl.-ESG-Infrastructure-ETF
Kurs in Euro
BNPP-EASY-ECPI-GLOBAL-ESG-INFRASTRUCTURE-UCITS-ETF
70
Der Stabile
60
Die Anlagepolitik: Der BNP-Paribas-Easy-ECPI-Global-ESG-InfrastructureETF bildet die Wertentwicklung des ECPI-Global-ESG-Infrastructure-EquityIndex nach. Der Index beinhaltet Unternehmen mit den besten Voraussetzungen, um von der steigenden Nachfrage nach grüner Infrastrukturentwicklung und -instandhaltung zu profitieren. Dabei müssen die angebotenen Produkte und Dienstleistungen konkrete Lösungen für bestimmte ökologische
und soziale Herausforderungen bieten und zu einer CO2-freien Wirtschaft
beitragen. Als ergänzendes Kriterium müssen die Unternehmen über ein positives ESG-Rating (Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) verfügen.
2018
2019
2020
2021
40
LU1291109293
66,5 Mio. €
thesaurierend
0,30 %
19,0/29,4/39,6 %
ISIN
Fondsvolumen
Ertragsverwendung
Quelle: Bloomberg
Die Zahlen: Mit Jahresgebühren in Höhe von 0,30 Prozent ist der passiv gemanagte Fonds günstiger als seine Konkurrenten. Dass die Volatilität der
letzten fünf Jahre bei 14,68 Prozent liegt, zeugt von einem geringen Risiko.
50
laufende Kosten p. a.
Wertentwicklung 1/3/5 Jahre
Risiko
■■■■■
Green Benefit Global Impact Fonds
GREEN BENEFIT GLOBAL IMPACT FUND
Kurs in Euro
300
250
Der Überflieger
200
Die Anlagepolitik: Der aktiv gemanagte Green Benefit Global Impact Fund
berücksichtigt bei Investments ökologische, soziale und ethische Gesichtspunkte. Nachdem im April 2021 der Technologiesektor einen Rücksetzer erlebte und der Fonds im März/April etwa zehn Prozent einbüßte, bieten sich
günstige Einstiegschancen. Bei der Unternehmensauswahl setzt das Management auf Technologieführer, Partnerschaften und eine starke finanzielle CashPosition. Dabei entfallen knapp 97 Prozent des Portfolios auf Wasser-/Brennstoffzellen, erneuerbare Energien, Elektromobilität und Energieeffizienz. So
profitiert der Fonds besonders von Joe Bidens neuem Infrastrukturpaket.
50
2018
2019
2020
ISIN
Fondsvolumen
Ertragsverwendung
Quelle: Bloomberg
Die Zahlen: Der Ausgabeaufschlag des Fonds beträgt fünf Prozent. Allein
innerhalb eines Jahres erzielte das Portfolio ein Kurswachstum von rund 129
Prozent. Von Morningstar erhält der Fonds ein Top-Rating mit fünf Sternen.
150
100
laufende Kosten p. a.
Wertentwicklung 1/3/5 Jahre
2021
LU1136260384
164,4 Mio. €
ausschüttend
1,93 %
129/189/253 %
Risiko
■■■■■
Digital-Infrastructure-and-Connectivity-ETF
Kurs in Euro
DIGITAL-INFRASTRUCTURE-AND-CONNECTIVITY-UCITS-ETF
8,00
Der Newcomer
48
FM21048A 48
7,50
Fondsauflage
Die Anlagepolitik: Bedingt durch fast fünf Milliarden Menschen, die heute
mit dem Internet verbunden sind, wächst die Nachfrage nach kontinuierlichem Zugang zu digitaler Information und Kommunikation exponentiell. Als
Reaktion darauf legte am 8. Oktober 2020 Quikro den Digital-Infrastructureand-Connectivity-ETF auf. Der ETF bildet den Tematica-BITA-Digital-Infra
structure-and-Connectivity-Index ab, welcher über 80 globale Unternehmen
umfasst. In den Index schaffen es nur Unternehmen, die vom Wachstum des
Datenverkehrs in allen digitalen Segmenten profitieren. Zu den Aktien im Index gehören unter anderem Mediatek, Intel Corp, Nvidia und Square.
7,00
6,50
OKT
N
D
2020 2021
JAN
F
ISIN
Fondsvolumen
Ertragsverwendung
Quelle: Bloomberg
Die Zahlen: Dieser passive Fonds ist Europas erster thematischer ETF, der
sich ausschließlich auf digitale Infrastruktur und Konnektivität konzentriert.
Seit der Auflage im Herbst 2020 beträgt die Kursperformance 15,02 Prozent.
8,50
laufende Kosten p. a.
Wertentwicklung 6 Monate
Risiko
6,00
M
A
MAI
IE00BL643144
39,4 Mio. €
thesaurierend
0,69 %
19,1 %
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FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 11:21
Im Frühling wächst
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abrufen. *Dieser Anruf kostet 0,20 €/ Anruf aus dem dt. Festnetz. Aus dem Mobilnetz max. € 0,60 €/ Anruf - Ausland abweichend. Verantwortlicher und Kontakt: Abonnenten Service Center GmbH,
Hauptstr. 130, 77652 Offenburg für die FOCUS Magazin Verlag GmbH, in gemeinsamer Verantwortlichkeit mit mehreren Verlagen von Hubert Burda Media (siehe www.burda.com/de/gvv). Datenschutzinfo:
Kontakt zum Datenschutzbeauftragten: Abonnenten Service Center GmbH, Postfach 1223, 77602 Offenburg, Tel. 0049 781 6 396100. Namens-, Adress- und Kontaktdaten zum Vertragsschluss erforderlich.
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der Verarbeitung, Widerspruch gegen die Verarbeitung, auf Datenübertragbarkeit sowie auf Beschwerde bei einer Aufsichtsbehörde.
Aktionsnr.: 643660M55
FM21049A 49
12.05.21 11:21
moneymarkets
BEGEHRTES GUT: Die
Nachfrage nach den
Halbleitern ist höher denn je.
Doch das Angebot ist knapp!
TAIWAN SEMICONDUCTOR MANUFACTURING
Die Herrschaft
der Halbleiter
Auf einer Insel produziert ein Konzern das wichtigste Produkt der digitalen Welt. TSMC ist das
kritischste Glied der globalen Halbleiter-Lieferkette. An der Aktie führt kein Weg vorbei
E
igentlich sollte das hier ein ganz normaler Artikel über einen Halbleiterkonzern werden: Taiwan Semiconductor
Manufacturing (TSMC). Geschäftsmodell, Umsatz, Kursentwicklung . . . eine klassische Unternehmensgeschichte eben.
Am Ende aber stießen wir auf ein Motiv globalen Ausmaßes. Die
Verstrickung dieses Unternehmens in der Welt reicht so tief,
dass sie genügend Stoff für einen neuen James-Bond-Film und
zwei Netflix-Dokus auf einmal bietet. US-Präsident Biden und
Chinas Präsident Xi Jinping sind mit von der Partie, selbst der
ehemalige Direktor der CIA schaltet sich ein. Das Ergebnis der
Recherche ist dennoch eindeutig: Die TSMC-Aktie ist ein klarer
Kauf. Von TSMC hängt nicht nur die Weltwirtschaft ab. Auch
unsere digitale Zukunft. Aber zunächst ganz von vorn.
Halbleiter – Herz der Digitalisierung
von JENNIFER SENNINGER
Halbleiter. Etwas, das eigentlich unspektakulär klingt, ist Herz
und Hirn der digitalen Geräte. Wenn Sie auf Ihr Smartphone tip-
50
Composing: FOCUS-MONEY
FM21050A 50
Illustrationen: Can Stock Photo, VectorStock (4)
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 10:17
pen, wischen oder einen Sprachbefehl
geben, reagiert es binnen Sekunden
und liefert Ihnen das gewünschte Ergebnis. Halbleiter sind überall. Ob in
Computern, Autos, im Verkehr, im Gesundheitswesen. Künstliche Intelligenz, 5G, Internet der Dinge . . . ohne
diese wichtige kleine Komponente
gäbe es unsere digitale Welt nicht. Ihr
Smartphone verfügt heute über mehr
Rechenleistung als jener Computer, mit
dem die Nasa 1969 die erste Mondlandung ermöglichte. Ein modernes Auto
besitzt mehr Software-Codes als ein
Flugzeug.
Umsatz nach Segmenten
schung und Entwicklung zu stecken. Im
ersten Quartal stellte TSMC zum dritten
Am meisten Umsatz macht TSMC im UnMal in Folge einen Rekordumsatz auf,
terhaltungssektor, das Autosegment
am stärksten wuchs das Automobilgewächst derzeit aber am stärksten.
schäft. Auch das Gesamtjahr 2020
Umsatz von Taiwan Semiconductor
konnte sich trotz Pandemie sehen lasnach Plattformen
sen: TSMC erzielte ein Umsatzplus von
Anteile in Prozent, 1. Quartal 2021
25 Prozent auf 47,78 Milliarden Dollar,
Sonstige
Datenübertragung
der Gewinn je Aktie stieg über 50 Prozent
auf 3,51 Dollar. Die mittelfristigen
3
Autoindustrie
4
4
Wachstumsperspektiven beim Umsatz
Internet
bis 2025 korrigierte das Unternehmen
der Dinge 9
auf zehn bis 15 Prozent pro Jahr nach
oben. Das Erfolgsgeheimnis ist ebenso
45 Smartphones
einfach wie genial: Niemals würde
TSMC unter eigenem Namen Chips deDie Chips sind aus!
signen, produzieren oder vermarkten.
Nun gibt es aber ein Problem. Diese unDer Konzern handelt im Kundenauftrag.
35
entbehrlichen Halbleiter werden
So kommt es, dass vermeintliche RivaHochleistungsknapp! So knapp, dass die Autobauer
len wie Nvidia oder AMD gleichzeitig
computer
Quelle: TSMC
ihre Fließbänder anhalten mussten. So
zum Kundenstamm von TSMC zählen.
Als erstes Glied einer globalen Lieferketknapp, dass im ersten Halbjahr 2021
te verweilt TSMC in einer enorm mächtigen Position, steht für
womöglich zwei bis vier Millionen Autos nicht gebaut werden
57 Prozent des globalen Foundry-Markts. Ein Foundry stellt in
können. E-Autos benötigen doppelt so viele Halbleiter wie herseiner Fabrik Produkte für andere Halbleiterkonzerne her. Von
kömmliche Fahrzeuge. Die sonst so mächtige Autoindustrie hat
in der Mikrochip-Branche aber nicht einmal unbedingt Vorrang.
der Lieferkette für Halbleiter hängen Branchen, ganze VolkswirtTech-Konzern Apple beispielsweise bestellt so viele Chips wie die
schaften weltweit ab. Und so funktioniert sie: Ein Kunde, zum
gesamte Autobranche zusammen. Zur Knappheit führte die CoBeispiel ein Autobauer, bestellt Chips selten direkt. Der Autobaurona-Pandemie, aber auch Rohstoffmangel, geopolitische Spaner ordert seine Bauteile also etwa bei einem Zulieferer wie Bosch.
nungen und der Handelskrieg zwischen den USA und China sind
Bosch ordert die Chips bei Halbleiterkonzernen wie AMD. Die
Faktoren. Die Halbleiterproduktion ist zudem ein hochkomgeben einen Teil ihrer Aufträge, zum Beispiel einen selbst designplexer Prozess mit langen Vorlaufzeiten. Durchschnittten Chip, zur Herstellung in die Werke von Foundries, den Auftragsfertigern.Davon gibt es nur eine Handvoll weltweit, denn
lich braucht es drei bis fünf Jahre, bis die erste Forschung zum
Endprodukt führt. Der Lieferengpass betont einmal mehr die
die Produktionskosten sind hoch. Da aus diesem Grund keine
technologische Abhängigkeit Europas von der asiatischen Prokleinen Fabriken entstehen, konnte sich TSMC im Hintergrund
zu einem Chip-Giganten entwickeln. Er ist also das erste Glied
duktion. Experten schätzen, dass die Lieferengpässe der Chipeiner Kette, von der die wichtigsten Branchen der Welt abhänIndustrie noch bis mindestens 2022 anhalten. Die befindet sich
gen. Das Interesse der USA und von China ist groß.
also vor einem Nachfrage-Boom mit knappem Angebot, das sich
auf Branchen weltweit auswirkt. Dadurch können die Hersteller
Die USA, China und der Taiwan-Konflikt
höhere Preise verlangen, was zu einem Anstieg der Kurse führt.
Ein Bauteil, das der Autoindustrie besonders fehlt: Microcontrol- „Am ersten Tag des chinesischen Neujahrsfestes hissen Mitarbeiler. Und der größte Produzent, der laut IHS Markit 70 Prozent
ter über der Firmenzentrale der Taiwan Semiconductor Manudes Bedarfs dieser Chips abdeckt, führt uns nun nach Taiwan.
facturing Company in Hsinchu die rote Fahne der Volksrepublik
China. In den USA war nach den Präsidentschaftswahlen am
Alle Wege führen nach Taiwan
3. November 2020 das innenpolitische Chaos ausgebrochen, der
Nur 130 Kilometer vom chinesischen Festland entfernt, mit 23,5
wichtigste Verbündete der Inselrepublik wurde handlungsunfähig. Die Kommunistische Partei Chinas überfiel Taiwan, nach
Millionen Einwohnern, befindet sich der demokratische Inselstaat Taiwan. Dort sitzt ein Unternehmen, von dem die mächnur drei Tagen musste sich die Regierung in Taipeh ergeben. Der
tigsten Führungskräfte der Welt abhängen: Taiwan Semiconducgrößte Auftragsfertiger der Welt für Halbleiter, TSMC, ist nun
tor Manufacturing, der größte und fortschrittlichste Chipein chinesisches Staatsunternehmen.“ Dies ist freilich keine echAuftragsfertiger der Welt. Dem ehemaligen Marktführer Intel
te Meldung. Es ist ein hypothetisches Szenario, vergangenen
schnappte es nicht nur die Marktanteile weg, sondern überholSommer geschrieben vom ehemaligen CIA-Direktor Michael
te ihn auch technologisch. TSMC stellt 10 000 verschiedene
Morell für ein Magazin. Es verdeutlicht aber ganz gut den Konflikt der beiden Supermächte um TSMC. Denn wer die VorherrChips für über 500 Kunden aller Branchen her. Durch die breite
schaft bei den Halbleitern hat, der hat sie auch beim technologiKundendiversifikation ist das Geschäftsmodell weniger zyklisch.
schen Fortschritt. Chips sind das neue Öl. Sie sind nicht nur in
TSMC investiert viel, um die Marktherrschaft zu behalten. Jüngst
Smartphones und Autos, sondern auch in modernen Kampfflugkündigte der Konzern an, in den nächsten drei Jahren 100 Milliarden Dollar in den Ausbau seiner Kapazitäten und in Forzeugen und Raketenleitsystemen verbaut. Chips bedeuten
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21051A 51
51
12.05.21 10:17
Halbleiter-Lieferkette
im Automobilsektor
Foundry
MCU/
Leistungshalbleiter
TIER-1-Lieferant
Taiwan Semiconductor Manufacturing ist das erste Glied in
der Halbleiter-Lieferkette, von
dem alles ausgeht. Ein Fahrzeughersteller bestellt die kleinen Bauteile selten direkt (Lieferkette von links nach rechts).
Fahrzeughersteller
Quelle: Counterpointresearch.com; eigene Darstellung
Macht. Die wollen sowohl China als auch die USA. Taiwan
„ist potenziell das kritischste Glied in der gesamten Halbleiter-Wertschöpfungskette“, schreibt die Stiftung Neue Verantwortung. Ein dortiger Ausfall würde Kollateralschäden für
alle Branchen weltweit bedeuten. Daran hat natürlich weder
China noch die USA Interesse. Dennoch ist die Lage heikel.
Peking hat wiederholt gewarnt: Falls Taiwan je die formelle
Unabhängigkeit erklären sollte, droht militärische Gewalt.
Denn China betrachtet die Insel eigentlich als sein Territorium, als abtrünnige Provinz. Auch für die USA ist TSMC wichtig, zudem beliefert es den Konzern mit Materialien und Geräten für die Halbleiterherstellung. Daher musste TSMC auch
Huawei, seinen einst zweitgrößten Kunden, aufgeben, nachdem die USA im Mai 2020 die Sanktionen gegen den chinesischen Tech-Konzern verschärfte. Das Interesse ist groß, bei
der Lieferung von Halbleitern für Militär und Wirtschaft Vorrang zu haben. Vermutlich würden die USA Taiwan daher
auch bei einer Invasion Chinas beistehen.
Vorerst Entwarnung
Einiges spricht aktuell jedoch gegen eine Invasion Chinas wegen TSMC. So erklärt „The Diplomat“ in einem Artikel, dass
Präsident Xi Jinping die Stabilität der Taiwanstraße wichtig
sei, man es sich mit den qualifizierten taiwanesischen Arbeitskräften nicht verscherzen wolle. Einige von ihnen kommen zudem aus dem Ausland, und würden wohl das Weite
suchen, sollte China Taiwan besetzen. Auch ist TSMC auf
Maschinen und Chemikalien angewiesen, die größtenteils
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021/22
Dividendenrendite 2020/21e
Kursziel/Stoppkurs
Risiko
■■■■■
909800/US8740391003
450 Mrd. €
26,2/22,8
1,7/2,0 %
123,00/80,58 €
Kurspotenzial 29,74 %
*ADR: 1:5; Quellen: comdirect, onvista, The Wall Street Journal
52
FM21052A 52
e = erwartet
Aktienkurs in Euro
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Composing: FOCUS-MONEY
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18
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20
Quelle: Bloomberg
Über 370 Prozent legte die Aktie in den vergangenen fünf Jahren zu. Dank der unentbehrlichen
Halbleiter ist weiterhin viel Luft nach oben.
Börsenwert
Chip, Chip, Hurra!
2020 wuchs der Halbleitermarkt das dritte Jahr in Folge zweistellig. Ein zunehmend verändertes Verbraucherverhalten
treibt das Wachstum weiter. Am stärksten sind die Umsätze
in der Asien-Pazifik-Region, die laut einer PWC-Studie bis
2022 jährlich um 4,8 Prozent steigen sollen. 2021 wächst der
Markt weltweit um vier Prozent auf 428 Milliarden Dollar, in
Deutschland sinkt er um 14 Prozent auf einen Umsatz von
12,3 Milliarden. Die Lieferengpässe machen es deutlich:
Halbleiter zählen zu den begehrtesten Gütern der neuen digitalen Welt. Mit nur einer Handvoll Lieferanten als erstes
Glied in der Kette gilt TSMC als eines der wichtigsten Unternehmen der Welt. Kein Fan von Einzelwerten? Der VanEckVectors-Semiconductor-UCITS-ETF (WKN: A2QC5J) setzt
auf die gesamte Branche und besteht aus Firmen, die mindestens die Hälfte ihres Umsatzes mit Halbleitern verdienen.
Taiwan Semiconductor
Die Zukunft kann kommen
*WKN/ISIN
aus den USA kommen. Der weitere Erfolg von TSMC wäre
also nicht mehr garantiert, was China, mit zahlreichen von
TSMC abhängigen Unternehmen, vermeiden möchte. Ein
Ziel der Kommunistischen Partei sei außerdem die Unabhängigkeit bei Kerntechnologien wie Halbleitern. Als Reaktion
auf die US-Sanktionen arbeiten sie selbst an Chip-Fertigungen, die frei von US-Technologien sein sollen. Da China aber
noch von ausländischen Produktionsmitteln der HightechIndustrie abhängt und weiß, was ein Ausfall von Halbleitern
für die eigene Wirtschaft bedeutet, will es vermutlich internationale Kanäle offen halten und nicht weiter gefährden.
2021
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 10:17
moneymarkets
FASTNED
Fasten your seatbelt
Die Branche der Elektrofahrzeuge läuft, immer mehr Hersteller geben hohe Absatzziele für E-Fahrzeuge
an. Wer deren Batterien täglich wieder auflädt, hat ein aussichtsreiches Geschäftsmodell
E
von JULIUS BOXBERGER
Mehr E-Autos = mehr Umsatz
Wenn Trend und Umsatz positiv korrelieren, macht
man alles richtig. Die Rendite der zu Beginn hohen
Investitionskosten steigt tendenziell mit jedem Elektrofahrzeug, das auf Europas Straßen unterwegs ist.
Umsatzentwicklung und zugelassene E-Autos
in den Niederlanden zugelassene
E-Autos, in Tsd.
1,60
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1,20
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Quelle: Bloomberg
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Fastned-Umsatz in Mio. Euro
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Fastned
Aktienkurs in Euro
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Börsengang: 28.6.2019
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2020
WKN/ISIN
Börsenwert
Kurs-Buchwert-Verhältnis 2020/21
Dividendenrendite 2020/21e
Stoppkurs
Risiko
■■■■■
2021
A2PMA5/NL0013654809
1,03 Mrd. €
11,0/4,7
0,0/0,0 %
48,00 €
Kurspotenzial 60,0 %
Quelle: Bloomberg
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21053A 53
Foto: Fastned
e = erwartet
2019
s erfordert umfangreiche Investitionen, eine flächendeckende Infrastruktur aufzubauen. Wer aber diese Kosten nicht scheut, verfügt langfristig über eine sehr beständige Einkommensquelle und
eine nur schwer anzufechtende Marktstellung. Der Megatrend E-Auto
bietet ein solches Marktpotenzial – das die Gründer von Fastned erkannten, als sie sich im Jahr 2012 frühzeitig einen Platz im heute umkämpften Markt öffentlicher Ladestationen für Elektrofahrzeuge sicherten.
Nachdem das holländische Start-up die ersten 50 Stationen an niederländischen Autobahnen betrieb und im vergangenen Sommer den
Konkurrenten MisterGreen und dessen Schnellladenetz übernahm,
wurden auch erste Anleger auf das an der Amsterdamer Börse gelistete
Unternehmen aufmerksam. Ein stetiges Umsatzwachstum (2019 ganze 291 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und der kontinuierliche Ausbau weiterer Ladestationen katapultierten den Kurs um 1000 Prozent
nach oben. Nach dem Allzeithoch von 112 Euro hat sich der Kurs nun
um die 50-Euro-Marke eingependelt, doch die Analysten von Berenberg
Capital Markets attestieren der Aktie weiterhin ein deftiges Kurspotenzial auf bis zu 91 Euro.
Europa elektrisiert. Die Niederlande sind Europas Vorreiter im Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos, holländische Firmen marktführend in diesem Bereich. Fastned profitiert von der Expertise auf dem
Heimatmarkt und dem frühen Einstieg in die Branche, um sich nun auch
paneuropäisch aufzustellen. So befinden sich bereits 29 der aktuell 134
Ladestationen in Deutschland, Großbritannien, Belgien und der
Schweiz. Auch von den 166 Stationen, die sich gerade in der Entwicklung befinden, werden 72 an hochfrequentierten Autobahnschnittstellen im europäischen Ausland platziert. Noch mehr Optimismus schürt
ein Blick in die Empirie und die dort ablesbare, simple Kausalkette: mehr
Elektrofahrzeuge = mehr Umsatz. Kurz unterbrochen von den pandemiebedingten Mobilitätseinschränkungen und dem daraus folgenden
Nachfrageeinbruch wachsen der Umsatz von Fastned und die Anzahl
der E-Fahrzeuge auf europäischen Straßen in seltener Geschlossenheit.
Die politisch forcierte E-Wende veranlasst die Analysten von Berenberg, den letztjährigen Umsatz von sieben Millionen Euro auf 13 Millionen Euro im Jahr 2021, 44 Millionen im Jahr 2022 und schon 84 Millionen Euro 2023 zu skalieren. Mit einem Gewinn vor Zinsen, Steuern
und Abschreibungen (Ebitda) von rund sieben Millionen Euro werden
ab nächstem Jahr nun auch Betriebsgewinne erwartet. Diese Entwicklungssprünge können gleich über drei Hebel realisiert werden: die Erschließung weiterer Ladestandorte, die Erhöhung der Ladesäulen pro
Station und die Verbesserung der Effizienz und Geschwindigkeit der Ladesysteme. Fastned gedenkt, alle Hebel zu bedienen.
53
12.05.21 10:29
moneymarkets
NORWEGEN
Fast elf Billionen Kronen
Der Norwegische Staatsfonds ist der größte
der Welt, er besitzt 1,4 Prozent aller Aktien
weltweit und ist seit 1996 auf fast elf Billionen
norwegische Kronen angewachsen. Jährlich
darf die Regierung nur wenige Prozent des
Fonds ausgeben.
Vermögen im
Norwegischen Staatsfonds
in Billionen norwegischen Kronen
10
8
Investieren wie die
Norweger
Norwegen hat den größten Staatsfonds der Welt und
investiert sehr erfolgreich trotz mittlerem Risiko. Wie man
die Norweger-Strategie mit wenigen ETFs nachbilden kann
von ANNA LENA LIPKA
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Quelle: www.nbim.no
Langer Atem
Die Norweger investieren auf lange Sicht und
lassen sich von Verlustjahren nicht abschrecken. Die durchschnittliche Rendite lag in allen
bisherigen Jahren seit Auflage immer bei um
die sechs Prozent. Da macht es auch nichts,
wenn ein Jahr mal weniger rosig ausfällt.
Jährliche Renditen
in Prozent
20
GUTE AUSSICHT(EN):
Die norwegische
Investmentstrategie ist
entspannt, aber erfolgreich
15
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Quelle: www.nbim.no
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Foto: M. Meurisse/Unsplash
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 10:18
V
iel besser kann man Stabilität und Sicherheit nicht mit
einer durchschnittlichen Jahresrendite von 6,3 Prozent verbinden als der Norwegische Staatsfonds. Darin verwaltet das Land Einnahmen aus dem Verkauf von Erdöl. Die Norweger hatten den Fonds in den 90ern ins Leben
gerufen, um als Stabilitätsanker für die norwegische Wirtschaft zu dienen, wenn der Ölpreis schwankt. Aber noch
mehr: Der Fonds soll nicht nur die aktuelle, sondern auch zukünftige Generationen am Reichtum durch das Öl teilhaben
lassen, selbst wenn Norwegen eines Tages kein Öl mehr fördern kann. In der Corona-Krise hat Geld aus dem Fonds den
Staatshaushalt stabilisiert – und trotzdem hat der Fonds eine
starke Jahresrendite eingefahren (siehe Grafik links unten).
Dafür braucht es die richtige Mischung aus Sicherheit,
Ruhe und Beharrlichkeit auf der einen Seite und einer Prise
Risikobewusstsein auf der anderen Seite. Allein mit Staatsanleihen ist nichts zu holen, sie sorgen nur für ein Sicherheitspolster. 1997 beschloss deshalb die norwegische Regierung, nicht mehr nur alles Geld in Staatsanleihen zu stecken,
sondern 40 Prozent in Aktien zu investieren. Heute machen
Aktien fast drei Viertel des Fondsvolumens aus. Allerdings
sind die Abstriche bei der Sicherheit nicht sonderlich groß:
Bei einem Fondsvolumen von fast 1,1 Billionen Euro (kein
Übersetzungsfehler – es geht wirklich um knapp 1100 Milliarden Euro) ist es ein Leichtes, das Investment auf Aktien von
über 9000 Unternehmen in der ganzen Welt zu streuen. Außerdem hält der Fonds über 1200 Anleihen und Anteile an
mehr als 800 Immobilien.
Nachbau mit ETFs. Ein einzelner Kleinanleger kann von
solch einem diversifizierten Investment nur träumen – eigentlich. Man kann zwar keine Anteile am Norwegischen
Staatsfonds erwerben, aber mit nur wenigen ETFs lässt sich
die Erfolgsstrategie der Norweger nachbilden (siehe Tabelle
unten). Allein mit dem MSCI-World-ETF investiert man in
etwas über 1600 Aktien. Zwei weitere Aktien-ETFs, einer davon mit Fokus auf kleinere, wachstumsstärkere Unternehmen, tragen zu noch mehr Risikostreuung bei. Der GlobalGovernment-Bond-ETF bringt mehr als 750 Staatsanleihen
mit, die über alle Laufzeiten gestreut sind und zwar kaum
Rendite bringen, aber für Sicherheit sorgen. Ein kleiner Anteil wird außerdem in Unternehmensanleihen gesteckt, die
ebenfalls eher auf der sichereren Seite stehen, aber mehr
Rendite abwerfen als Staatsanleihen. Und zu guter Letzt
bringt der Developed-Markets-Property-Yield-ETF Immobilien als weitere Anlageklasse ins Spiel. Mit Anteilen an Real
Estate Investment Trusts (Reits) und Immobiliengesellschaften kann ein Privatanleger von Immobilien profitieren, ohne
selbst welche kaufen zu müssen, und weiter diversifizieren.
Allerdings ist der Anteil der Immobilien im Norweger-Fonds
mit aktuell nur noch 2,5 Prozent sehr gering. Wer nicht so
viel in die Norwegen-Strategie investieren möchte, dass diese 2,5 Prozent ins Gewicht fallen, sollte sich die Ordergebühren dafür sparen und den Anteil je nach Präferenz in einen
der Aktien- oder Anleihen-ETFs umschichten.
Global und groß. Die Norweger unter dem neuen CEO
Nicolai Tangen, der im September erst die Nachfolge von Yngve Slyngstad angetreten ist, setzen nicht nur auf eine große
weltweite Streuung, sondern auch bevorzugt auf große Unternehmen. Dadurch, dass der MSCI-World-ETF optimiertes
Sampling betreibt – also die Unternehmen auswählt, die den
größten Einfluss auf den Index haben –, wird dieser Teil der
Strategie quasi automatisch umgesetzt. Die Smallcaps bilden
eine gute Ergänzung, die die Entscheidung von 2007 widerspiegelt, auch in kleinere Unternehmen zu investieren.
Norwegens Strategie ist allerdings auch deshalb so erfolgreich, weil das Land warten kann. Die Regierung darf nicht
mehr aus dem Fonds entnehmen, als durch Fondserträge
wieder hinzukommt; mittlerweile besteht die Hälfte des
Fondsvolumens aus eigenen Erträgen. Ein langer Atem zahlt
sich eben aus. Transaktionskosten sollen explizit minimiert
werden, „wir versuchen, beim Ausbalancieren unseres Portfolios geduldig zu sein“, steht auf der Web-Seite unter der
Überschrift „Investmentstrategie“. Und auch Kleinanleger
sollten Geduld mitbringen, lieber das Geld investieren und
dann für mehrere Jahre liegen lassen, statt zu versuchen, jeden Trend mitzumachen. Damit ist die Norwegen-Strategie
nicht besonders spannend, vielmehr entspannend – bestechend einfach und dabei erfolgreich.
Unspektakulär, aber diversifiziert und gewinnbringend
Nur sechs ETFs genügen für eine Annäherung an den Norwegischen Staatsfonds. Damit können Privatanleger
stabil und unaufgeregt sehr breit investieren, ohne wie die Norweger Aktien von mehr als 9000 Firmen kaufen
zu müssen. Wer möchte, verzichtet auf den kleinen Immobilienanteil von 2,5 Prozent.
Kategorie
Name
Aktien
Xtrackers MSCI World
Xtrackers MSCI World Value Factor
iShares MSCI World Small Cap
Anleihen
iShares Global Government Bond
iShares Global Corporate Bond
Immobilien iShares Developed Markets Property Yield
WKN
ISIN
A1XB5U
A1103E
A2DWBY
A0RGEM
A1W02Q
A0LEW8
IE00BJ0KDQ92
IE00BL25JM42
IE00BF4RFH31
IE00B3F81K65
IE00B9M6SJ31
IE00B1FZS350
Fondsvo- TER in %
lumen in
Mrd. Euro
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Rendite 1/3
Jahre in %
32,1/47,0
33,3/14,6
70,3/43,1
–10,5/4,7
4,9/11,8
20,8/8,3
Gewichtung
in %
25
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22,5
15
10
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Aktien 72,5 %
Anleihen 25 %
Immobilien 2,5 %
Quelle: Onvista
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21055A 55
55
12.05.21 10:18
moneymarkets
ENTSPANNT INVESTIEREN:
Mit Discountzertifikaten sinkt
nachweislich das Risiko im
Depot – ohne dass die
Rendite allzu sehr darunter
leidet
DISCOUNTZERTIFIKATE
In der Ruhe
liegt die
Kraft
Discountzertifikate bieten
nicht nur einen Preisnachlass
auf Aktien. In turbulenten
Börsenzeiten bringen sie auch
Stabilität ins Depot. Hier der
Beweis. Plus: sechs besonders
attraktive Rabattscheine
von SASCHA ROSE
Was können Discountzertifikate?
Die im DDV-Discount-Index abgebildeten Discountzertifikate auf den Euro-Stoxx-50 brachten seit 2006
im Schnitt deutlich mehr Rendite ein als der Basiswert
(ohne Dividende) – bei nur halb so hoher Volatilität.
DDV-Discount-Index
prozentuale Entwicklung seit 1.1.2006
+60
+20
–20
Euro-Stoxx-50
–60
2006
08
10
12
14
Quelle: Deutscher Derivate Verband (DDV)
56
FM21056A 56
Foto: iStock
16
18
2020
G
ewinne sind an der Börse das eine. Ein mulmiges Gefühl, wenn die Kurse kräftig zu fallen beginnen, das
andere. Zugegeben, wer langfristig denkt, den sollte
das nur bedingt nervös machen. Für die meisten Anleger sind
(hohe) Verluste und die damit oft verbundenen Kursschwankungen allerdings etwas, auf das sie gern verzichten. Stabilität lautet hier das Zauberwort. Eine, die man vor allem
durch Beimischung von Discountzertifikaten im Depot erreichen kann. Denn selbst größere Rücksetzer am Aktienmarkt machen den Urgesteinen der Zertifikateindustrie
kaum etwas aus. Eine neue Untersuchung der HSBC hat das
abermals bestätigt.
„Zählt wirklich nur die Rendite?“, wollte der Emittent mit
Blick auf das extreme Börsenjahr 2020 wissen und startete
Anfang des Jahres einen Test, bei dem geschaut wurde, wie
sich verschiedene Discountzertifikate auf den Dax in drei unterschiedlichen Perioden während des turbulenten Börsenjahrs 2020 geschlagen haben. Und ob es für Anleger schlauFOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 10:39
Wie funktionieren Discountzertifikate?
Bei einem tief liegenden Cap stehen die Chancen
auf den maximalen Gewinn besonders gut. Der damit
einhergehende hohe Discount dient gleichzeitig als
Sicherheitspuffer und schützt vor etwaigen Verlusten.
Auszahlungsszenarien für ein Discountzertifikat
Laufzeitende
Fall 1: Kurs über dem Cap: maximaler Gewinn
100 Euro
Fall 2: Kurs trotz Verlust
über dem Cap: max. Gewinn
Cap bei 80 Euro
Kaufpreis bei 75 Euro
Fall 3: Kurs unter dem Kaufpreis: Verlust
Laufzeit des Zertifikats
Was bieten Discountzertifikate?
Mit einem Dax-Discountzertifikat sind in gut einem
Jahr selbst dann noch vier Prozent Rendite (p. a.)
möglich, wenn der Dax 10,4 Prozent an Wert verliert.
Wunschrendite WKN1)
(p. a.)
3,00 %
4,00 %
5,00 %
6,00 %
7,00 %
8,00 %
9,00 %
KB9QC1
KB9QC9
KB9QDG
SD2VKE
PF442Q
PF442U
PF442X
nötige DaxPerformance
Laufzeitende2)
–15,58 %
–10,39 %
–5,84 %
–2,27 %
0,65 %
3,25 %
5,20 %
22.6.2022
22.6.2022
22.6.2022
24.6.2022
26.5.2022
26.5.2022
26.5.2022
Stand: 10.5.2021; 1)Basiswert Dax, 2)Restlaufzeit 12 bis 15 Monate
TEST DISCOUNTZERTIFIKATE
Besseres Chance-Risiko-Verhältnis
Das Ergebnis: Auch im dritten Untersuchungszeitraum (vom 26.8. bis
30.12.2020) zeigte sich, dass Anleger mit Discountzertifikaten weniger
Risiko (Volatilität, max. Drawdown) eingehen als mit einem Direktinvestment in den Dax. Und: Gemessen an den geringen Wertschwankungen,
erzielten sie damit die „bessere“ Rendite (höhere Sharpe-Ratio).
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21057A 57
max.
Rendite
3,06 %
4,01 %
5,08 %
6,02 %
7,13 %
8,22 %
9,14 %
Quelle: finanztreff.de
Wie entwickeln sich Discountzertifikate?
Dax- Discountzertifikate (26.8.2020 bis 30.12.2020)
Wertentwicklung in Prozent
TT2FQJ
Die Idee: Der Zertifikate-Emittent HSBC wollte wissen: Wie schlägt sich
ein Discountzertifikat gegenüber dem Dax? Und kann man trotz der begrenzten Renditechancen (Cap) damit erfolgreich sein?
Die Untersuchung: Antworten sollte ein Test bringen, bei dem drei bis
vier Discountzertifikate auf den Dax mit einem Direktinvestment in den
Index verglichen wurden – für drei unterschiedliche Zeiträume im Jahr
2020. Dabei schaute man nicht nur auf die Rendite, sondern auch auf
Risikokennzahlen wie die historische Volatilität und den maximalen
Drawdown sowie die risikoadjustierte Rendite (Sharpe-Ratio).
Kurs des Basiswerts
Quelle: eigene Darstellung
er gewesen wäre, darauf zu setzen statt direkt auf den
deutschen Aktienindex. Dabei betrachtete man nicht die Rendite. Die HSBC wollte auch wissen, welches Verlustrisiko
Käufer der Discountzertifikate eingegangen wären und ob
sich die Sache – gemessen an der erzielten Rendite – überhaupt gelohnt hätte (Rendite-Risiko-Verhältnis).
Test bestanden. Wer weiß, wie Discountzertifikate ticken,
dürfte über die Ergebnisse nicht allzu sehr erstaunt sein. Egal,
wann man in die Dax-Discountzertifikate investiert hätte: Das
Verlustrisiko war stets geringer als bei einem Direktinvestment in den Dax – was sich nicht zuletzt in einem ruhigeren
Kursverlauf widerspiegelte. Gleichzeitig war, trotz der begrenzten Gewinnchancen, auch das Rendite-Risiko-Verhältnis in vielen Fällen besser als beim Dax (s. Kasten unten).
Was das in der Praxis bedeutet, zeigt unter anderem der vom
Deutschen Derivate Verband (DDV) publizierte Discount-Index. Dieser besteht aus 20 Discountzertifikaten auf den Aktienindex Euro-Stoxx-50, wie sie typischerweise von Anlegern
gekauft werden. Dadurch lässt sich die durchschnittliche
Wertentwicklung (Berechnung durch Infront Quant) einer
kontinuierlichen Discountzertifikate-Strategie auf den EuroStoxx-50 ablesen. Mit einem erstaunlichen Resultat: Seit
2006 erzielte der Discount-Index ein Plus von fast 70 Prozent
bei einer Volatilität von nur etwas mehr als elf Prozent. Der
Euro-Stoxx-50 legte (ohne Dividenden) hingegen um lediglich
10,3 Prozent zu und schwankte doppelt so stark.
Der Cap lag bei den im DDV-Discount-Index enthaltenen
Papieren Ende April 2021 übrigens bei durchschnittlich
2791 Indexpunkten. Sprich: gut 1200 Punkte unterhalb des
aktuellen Euro-Stoxx-50-Niveaus. Der Leitindex der EuroZone dürfte also bis zum Laufzeitende der Discountzertifikate gut 30 Prozent nachgeben, ohne dass Anleger irgendwelche Abstriche bei der Rendite machen müssten. Womit wir
bei der Funktionsweise wären: Discounter, wie Discount-
+4
TT2FQU
0
TT2FQY
–4
–8
Dax
26.8.2020
26.9.
26.10.
–12
26.11.
30.12
Quelle: HSBC
Cap
WKN
(Dax-Pkte)
Discount Rendite* historische max.
SharpeVolatilität* Drawdown* Ratio*
11 600 TT2FQY 15,70 % 2,63 % 9,10 % –5,21 %
10 000 TT2FQU 25,74 % 1,78 % 5,81 % –3,28 %
8 000 TT2FQJ 39,62 % 1,08 % 2,83 %
–1,76 %
Dax 5,19 % 21,94 % –12,82 %
*im Zeitraum vom 26.8. bis 30.12.2020; Fälligkeit der Discountzertifikate: jeweils 24.9.2021
0,89
0,97
1,28
0,71
Quelle: HSBC
57
12.05.21 10:39
moneymarkets
Autozulieferer vor Neuanfang
zertifikate umgangssprachlich genannt werden, beziehen
sich immer auf einen Basiswert. Außer dem Dax oder EuroStoxx-50 kann das auch ein anderer Index oder eine Einzelaktie sein. Allerdings erhalten Käufer von Discountzertifikaten einen Rabatt auf den jeweiligen Basiswert, wobei es nicht
selten Nachlässe von 30, 40 oder mehr Prozent gibt.
Als Gegenleistung verzichten Anleger – außer auf die Dividende – auf unbegrenzte Gewinnchancen. Notiert nämlich der
Basiswert am Laufzeitende auf oder über dem sogenannten
Cap, zahlt der Emittent des Discountzertifikats immer nur den
Höchstbetrag (= Cap-Niveau) aus. In dem Fall wird die maximal mögliche Rendite erreicht. Im anderen Fall gibt es den
Kursstand des Basiswerts in bar – oder den Basiswert selbst
(physische Lieferung). So oder so würden Anleger aber nur
dann Verluste machen, wenn der Kurs des Basiswerts unter
dem Kaufpreis des Discounters liegt (s. Grafik S. 57 oben).
Defensiv gewinnt. Prinzipiell kann der Cap über dem Basiswertkurs liegen, auf gleicher Höhe zu diesem oder – wie
beim DDV-Discount-Index – darunter. Letztere Variante ist
vor allem bei risikobewussten Anlegern beliebt. Immerhin
lässt sich hier auch dann die maximale Rendite erzielen, wenn
der Kurs des Basiswerts fällt. Denn solange dieser am Laufzeitende auf oder über dem Cap notiert, ist alles im grünen Bereich (ein Abtauchen unter den Cap während der Laufzeit hat
keine Folgen). Discounter mit einem tief liegenden Cap – und
folglich hohen Discount – haben aber zudem den Vorteil, dass
ihr Kurs besonders wenig schwankt. Eine Eigenschaft, die der
Zertifikate-Test der HSBC ebenfalls eindrucksvoll belegte.
Und die Rendite? Bleibt bei so viel Sicherheit unterm Strich
überhaupt was hängen? Die klare Antwort: Ja! Das gilt selbst
für etablierte Indizes wie den Dax (s. Übersicht S. 57 Mitte).
Die besten Konditionen finden Anleger freilich bei Einzelaktien. Beispiel Continental: Ein Discountzertifikat der DZ Bank
auf den Automobilzulieferer gab es zuletzt mit knapp 26 Prozent Preisnachlass. Der Cap liegt bei 90 Euro. Sprich: Auch
wenn die Continental-Aktie am Laufzeitende Mitte Juni 2022
gut 21 Prozent ihres Werts eingebüßt hat, würden Anleger
rund 6,3 Prozent Rendite einstreichen. Verluste drohen sogar
erst bei Kursen unter 84,68 Euro (= Kaufpreis). Ein mulmiges
Gefühl dürfte sich hier also erst recht spät einstellen.
Analysten rechnen mit einem weiter steigenden Kurs
der Continental-Aktie. Allerdings sind die Erwartungen an das Management in Hannover hoch. Mit dem
Discounter der DZ Bank reduzieren Anleger das Risiko.
Continental
Aktienkurs in Euro 240
200
160
120
Cap bei 90 Euro
80
40
2017
18
19
20
2021
Quelle: Bloomberg
Biotech-Aktie vor Verschnaufpause
Langfristig stimmt der Ausblick für das Biotech-Unternehmen Evotec. Kurzfristig halten Marktbeobachter
das Potenzial der Aktie jedoch für ausgereizt. Die
Alternative: ein Discountzertifikat von Goldman Sachs.
Evotec
Aktienkurs in Euro
35
30
Cap bei 27 Euro
25
20
15
10
5
2017
18
19
20
2021
Quelle: Bloomberg
Attraktive Discounter auf Einzelaktien
Der Markt hält eine ganze Reihe spannender Discountzertifikate parat – sowohl auf Blue Chips als auch auf Titel aus der zweiten Reihe
(Nebenwerte). Bei diesen sechs Scheinen stimmt die Mischung aus wenig Risiko (= hoher Discount) und (maximaler) Rendite besonders.
Basiswert
Emittent
WKN
Laufzeitende
Kurs
Arcelor Mittal
Continental
Electricite de France
Evotec
K+S
Süss Microtec
Vontobel
DZ Bank
Citigroup
Goldman Sachs
HVB
DZ Bank
VQ3ND6
DFL11D
KE6KGB
GC7EL2
HR71FS
DFR9LR
17.6.2022
17.6.2022
16.6.2022
16.6.2022
17.6.2022
17.6.2022
18,68 €
84,68 €
8,50 €
24,96 €
7,03 €
16,66 €
Stand: 10.5.2021; *um so viel darf der Basiswert am Laufzeitende gefallen sein, ohne dass die max. Rendite in Gefahr ist
58
FM21058A 58
Discount
32,27 %
25,93 %
27,26 %
26,55 %
33,80 %
36,29 %
Cap
Abstand zum max. RückCap*
zahlung
Abwicklungsart
20,00 €
90,00 €
9,00 €
27,00 €
7,50 €
18,00 €
–27,48 %
–21,27 %
–22,98 %
–20,54 %
–29,38 %
–31,17 %
bar/physisch
bar/bar
bar/bar
bar/bar
bar/physisch
bar/bar
20,00 €
90,00 €
9,00 €
27,00 €
7,50 €
18,00 €
max. Rendite
7,07 %
6,28 %
5,88 %
8,17 %
6,69 %
8,04 %
Quellen: Emittenten, finanztreff.de
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 10:39
DAS HAT FOLGEN FÜR DICH!
DAS MAGAZIN FÜR SERIEN-FANS
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* 20 CENT / ANRUF AUS DEM DT. FESTNETZ, MOBIL MAX. 60 CENT / ANRUF
FM21059A 59
12.05.21 10:39
moneymarkets
GOLDMINEN
Goldene Elefanten
600
Der Goldpreis fördert Begehrlichkeit. Entsteht daher ein afrikanischer Super-Goldminenkonzern? Wer bei den richtigen Titeln
dabei ist, könnte dann sein Freudentänzchen aufführen
500
400
Sibanye Stillwater
von JOHANNES HEINRITZI
300
Gold Fields
200
AngloGold Ashanti
100
NYSE Arca-Gold-Bugs-Index
0
prozentuale Entwicklung seit 1.1.2019, auf US-Dollar-Basis
2019
2020
2021
Aktienkurse driften auseinander
Die Preise für Platinmetalle galoppieren, so
daher auch die Sibanye-Stillwater-Aktie. Dies
und reichlich Cashflow erlauben Übernahmen.
GOLDBERGBAU: Hohe
Kosten verlangen nach
immer mehr Effizienz
60
FM21060A 60
Foto: Bloomberg
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 11:55
Zwei Riesen
Barrick Gold und Newmont dominieren
aufgrund ihrer Marktkapitalisierungen
viele Goldminenindizes und -portfolios.
Börsenwerte
in Millarden Euro
Newmont 42,7
Barrick Gold 32,6
Sibanye Stillwater 11,3
Gold Fields 7,2
AngloGold Ashanti 7,5
zusammen 26,0
Quellen: BMO, Sibanye, JPM, eigene Schätzungen
Club der Millionäre
Weltweit fördern die drei größten
„Afrikaner“ fast so viel Gold wie der
US-Konkurrent Newmont allein.
Goldproduktion 2021
Prognose in Millionen Unzen
Newmont 6,23
Barrick Gold 4,62
Sibanye Stillwater*
0,97
Gold Fields 2,40
AngloGold Ashanti 2,70
zusammen 6,07
*nur Gold, Platinmetalleproduktion zusätzlich ca. 2,4 Mio. Unzen;
Quellen: BMO, Sibanye, JPM, eigene Schätzungen
Ressourcen für Jahrzehnte
Das Gold im Boden geht so schnell nicht
aus. Aufgrund der Lagerstätten dürften
jedoch die Abbaukosten steigen.
Goldreserven und -ressourcen
in Millionen Unzen
Newmont 164,0
Barrick Gold 160,0
N
eal Froneman ist ein Macher. Er
verwandelte einen südafrikanischen Goldproduzenten in ein internationales Edelmetall-Powerhouse.
2013 gliederte die südafrikanische Gold
Fields ihre unter hohen Kosten ächzenden Minen Kloof, Beatrix und Driefontein in die neu gegründete Sibanye Gold
unter Vorstand Froneman aus. Kaum jemand hatte damals an einen Erfolg von
Sibanye geglaubt. Es war eher so, dass
Gold Fields Ballast abgeworfen hatte.
Doch nach nur wenigen Jahren der Umstrukturierung und klugen Zukäufen
entstand die heutige Sibanye Stillwater,
einer der größten Goldproduzenten und
Top 3 der Platinmetallbranche.
Die zukunftsweisende Wende kam
2017, als Sibanye den PlatinmetalleProduzenten Stillwater in den USA für
rund 2,2 Milliarden US-Dollar kaufte.
Damit schaffte Froneman endgültig den
Wandel. Er hatte sicherlich auch das
Glück des Tüchtigen: Die Edelmetallpreise gingen durch die Decke. Der Preis
eines Korbes aus Gold, Platin, Palladium und Rhodium hat sich seit den ersten Übernahmen verfünffacht. Damit
relativierte sich das große Problem der
Verschuldung. Heute steht Sibanye netto schuldenfrei da und kann sogar schon
wieder zukaufen, diesmal eine Beteiligung im Lithiumsektor Finnlands, was
den Weitblick des Managements für die
zukünftige Nachfrage an den Rohstoffmärkten zeigt.
Der Sibanye-Weg scheint noch lange
nicht zu Ende zu sein. Froneman sagte
bereits im Januar, er wolle bis zu seinem
Ruhestand in zwei bis drei Jahren die
Die perfekte Mischung. Für Investoren
bietet dies gute Chancen im Edelmetallsektor. Sollte Sibanye Gold Fields
und/oder AngloGold Ashanti übernehmen wollen, dann ginge dies sicherlich
nur mit einem lukrativen Aufschlag auf
den heutigen Aktienkurs. Das kann
sich Froneman zumindest leisten,
wenn er in Sibanye-Aktien zahlt, da der
Sibanye-Kurs zuletzt extrem stärker
gestiegen ist.
Sibanye Stillwater selbst gehört ohnehin zur engeren Investmentauswahl.
Die Aktie ist auch nach der Rally vergleichsweise günstig. Gold und Platinmetalle vereinen zudem alles, was das
Anlegerherz begehrt: Gold ist eine Absicherung bei inflationären Tendenzen
und die Platinmetalle klettern bei verbessertem Wirtschaftswachstum.
Gold mit Nachholpotenzial
Industrie gibt Impulse
Preise für Edelmetalle
Anstieg der Preise in den
letzten 12 Monaten in Prozent*
Inflationssorgen dürften den Goldpreis Die industrielle Nachfrage nach Silber
unterstützen. Auch ein Anlauf Richund den Katalysatormetallen Platin
tung 2000 Dollar ist möglich. Platinund Palladium trieb deren Preise in
metalle profitieren von der Konjunktur. schwarze
den letztenSchrift
zwölf Monaten nach oben.
in US-Dollar je Unze
Palladium
Sibanye Stillwater* 76,5
Gold Fields 97,4
FM21061A 61
1000
Platin
zusammen 258,2
FOCUS-MONEY 21/2021
2000
Gold
AngloGold Ashanti 84,3
* nur Gold, Platinmetalle zusätzlich ca. 390 Mio. Unzen; Quellen: BMO, Sibanye,
JPM, eigene Schätzungen
Größe von Sibanye nochmals verdoppeln, Zudem ist er ein Fan von Gold und
erwartet einen deutlichen Anstieg des
Preises. Dies könnte wiederum auf Zukäufe bei Goldproduzenten hindeuten.
Daher sprangen auch die Preise der afrikanischen Goldkonzerne AngloGold
Ashanti und Gold Fields, als James
Wellsted, ein Sibanye-Vice-President,
über diese sagte: „Sie passen in die Kategorie der Goldproduzenten, auf die
wir schauen.“ Könnte also in Zukunft
ein großer südafrikanischer Edelmetallkonzern entstehen? Es ist zumindest kein Geheimnis, dass Froneman
ein internationales Gegengewicht zu
den zwei weit führenden Goldkonzernen der Erde, Barrick Gold und Newmont, schaffen will.
2015
16
17
18
19
20
2021
Palladium 65
Platin 63
0
Quelle: Bloomberg
Silber 79
Gold 6
Quelle: Commerzbank
61
12.05.21 11:55
moneymarkets
Diversifikation vorangetrieben
Von Afrika nach Australien
Das Unternehmen: Sibanye Stillwater gehört zu den
größten Gold- und Platinmetallproduzenten der Erde. Zudem besitzt der Konzern eine große Platin-Recycling-Anlage und stieg jüngst durch eine Beteiligung im Lithiumsektor in das Batterierohstoffsegment ein.
Das Unternehmen: Mit der Abspaltung der südafrikanischen Goldminen in Sibanye wollte Gold Fields Bergwerke, die unter hohen Kosten ächzten, wohl aus den Büchern streichen. Heute kommen nur mehr rund zwölf
Prozent der Produktion aus Südafrika. In Australien ist
mittlerweile Gold Fields stärkste geografische Präsenz.
Die Zahlen: Von 2016 bis 2020 steigerte Sibanye seinen
Anteil des Platinmetallsektors am operativen Konzerngewinn von weniger als fünf auf mehr als 80 Prozent. Die
hohen Edelmetallpreise geben großen Spielraum für Investitionen in die Effizienzsteigerung, weitere Übernahmen und erhöhte Dividenden.
Die Zahlen: Im ersten Quartal 2021 ging zwar die Produktion gegenüber dem Vorquartal um neun Prozent auf
541 000 Unzen zurück und die Abbaukosten stiegen.
Doch langfristig besitzt Gold Fields Wachstumspotenzial
und die Aktie erscheint unterbewertet.
Die Vision: Sibanyes Goldminen arbeiten mit sehr hohen
operativen Kosten von rund 1300 US-Dollar je Unze. Gold
Fields und AngloGold haben 820 bis 850 Dollar. Durch
Übernahmen könnte Sibanye seine Kosten verwässern,
eventuell mittels Synergien senken. Der Konzern dürfte
durch Fusionen und organisch weiterwachsen.
Die Vision: Mit 115 776 Solarmodulen und einer Kapazität
von 40 Megawatt will Gold Fields langfristig die Energiekosten seiner South-Deep-Goldmine in Südafrika senken.
Das Management strebt bei seinen Minen von Südamerika bis Australien eine nachhaltigere Goldproduktion an.
Das könnte neue Investorengruppen anlocken.
Riesige Platinmetall-Vorkommen
Australien statt Afrika
Ressourcen von Sibanye Stillwater
Goldminen Südafrika
8,3
EdelmetallProjekte USA
Prognose in Tausend Unzen
56,8
Platinmetall-Minen USA 86,9
220
Peru (inkl. Kupfer)
Südafrika (South Deep)
289,3
1005 Australien
217,6 Platinmetall-Minen
Südafrika
Ghana 890
Platinmetall-Projekte Südafrika 86,0
Sibanye Stillwater
Gold Fields
Aktienkurs in Euro
Aktienkurs in Euro
4
Umstellung ISIN/WKN
10
8
3
6
2
WKN/ISIN
Kurs-Gewinn-Verh. (KGV) 2021/22
Kurs in Euro/Kursziel/Stoppkurs
Risiko
■■■■■
Quellen: Bloomberg, Sibanxye-Stillwater
62
FM21062A 62
2021
JAN
1
2
MAI
A2PWVQ/ZAE000259701
4,9/4,7
4,00 €/6,38 €/3,49 €
Kurspotenzial 60 %
2019
WKN/ISIN
Kurs-Gewinn-Verh. (KGV) 2021/22
e = erwartet
2020
FEB
4
Kurs in Euro/Kursziel/Stoppkurs
Risiko
■■■■■
2020
2021
856777/ZAE000018123
9,9/9,2
8,95 €/11,60 €/7,75 €
Kurspotenzial 30 %
e = erwartet
Goldprojekte 19,7
Goldproduktion 2021 nach Ländern
in Millionen Unzen
Quellen: Bloomberg, Gold Fields
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 11:55
GOLD AUS AFRIKA
Starke Standbeine in Afrika
Streuen und abwarten
Das Unternehmen: AngloGold Ashanti, der afrikanischste
der drei ganz großen Goldkonzerne, streckt seine Fühler
immer mehr auch international aus.
Die Vision: „Jüngst wurde die Übernahme des kleinen
westafrikanischen Goldproduzenten Roxgold bekannt
gegeben. Dies ist ein gutes Zeichen für den Sektor und
deutet auf Käuferinteresse bei aktuellen Bewertungen
hin“, sagt Andreas Böger, Fondsmanager bei C-Quadrat.
Dabei ist Roxgold nicht der erste Aufkauf in Afrika in den
vergangenen Monaten. Die Branche hat die Chancen in
Afrika erkannt. Und die Minenbetreiber mit Afrika-Erfahrung schlagen beherzt zu. So zum Beispiel Endeavour
Mining, die sich den ebenfalls in Westafrika aktiven Konkurrenten Teranga Gold einverleibt haben. Oder G
aliano,
die zusammen mit Gold Fields die Asanko-Mine in Ghana betreiben. Sie kauften Anfang Mai Explorationsprojekte in Mali von Barrick Gold ab. Investments in Afrika
sind zwar immer auch spekulativ. Doch es gibt Chancen
und feste Größen, wie zum Beispiel Caledonia Mining
zeigt. Der auf den Kanalinseln ansässige Konzern dürfte in Simbabwe die Produktion sukzessive ausbauen
und zahlt seit Jahren ununterbrochen Dividende.
Die Zahlen: In Tansania, dem Kongo und Westafrika (Ghana, Guinea) schürfte Anglogold 2020 gut 1,6 Millionen Unzen Gold. Aus Brasilien und Argentinien waren es 649 000
und aus Australien 553 000 Unzen. Bald dürften auch die
Projekte in Kolumbien zur Gesamtförderung beitragen.
Die Abbaukosten sind dabei im Branchenvergleich günstig. Je 200 US-Dollar Goldpreissteigerung sollte sich der
freie Cashflow um 480 Millionen Dollar steigern lassen.
Die Vision: Gezielte Exploration und Beteiligungen wie
bei Corvus Gold in Nevada sowie Übernahmen sollten
AngloGold Ashanti in den nächsten Jahren wieder auf
Wachstumskurs bringen. Dabei dürfte die geografische
Diversifikation wie zum Beispiel durch Projekte in Kolumbien eine bedeutende Rolle spielen.
Die Unternehmen: Anleger setzen in Afrika nicht auf
inzelaktien. Aber ein Korb mit aussichtsreichen GoldE
minen verringert das Einzelaktienrisiko und dürfte sich
aus heutiger Sicht langfristig gut entwickeln. Bestandteile neben den drei Großen könnten sein: Endeavour
Mining (WKN/ISIN: A2ABF1/KYG3040R1589), Harmony
Gold (851267/ZAE000015228), B2Gold (A0M889/
CA11777Q2099),
Resolute
Mining
(794836/
AU000000RSG6), Centamin (A1JPZ6/JE00B5TT1872),
West African Resources (A1CZBT/AU000000WAF6), Galiano Gold (A2P381/CA36352H1001), DRDGold
(A0DNR0/ZAE000058723), Caledonia Mining (A2DY13/
JE00BF0XVB15). Alternativ, um die Branche weltweit abzudecken, können Anleger auf ETFs wie den VanEck
Vectors Junior Gold Miners (A12CCM/IE00BQQP9G91)
und den Commodity Capital Global Mining Fonds
(A0YDDD/LU0459291166) setzen.
2020er-Einbruch bald verdaut
Goldproduktion in Millionen Unzen, ab 2021 Prognose
3,40
3,28
2018
2,81
20
19
2,80
2,94
3,03
21
22
23
3,30
3,40
24
2025
AngloGold Ashanti
Aktienkurs in Euro
Jede Größe vertreten
30
Goldproduzenten in Afrika
Prognose 2021 in Tausend Unzen
25
Endeavour Mining 1480
20
Harmony Gold 1400
15
B2Gold 1036
10
WKN/ISIN
Kurs-Gewinn-Verh. (KGV) 2021/22
Kurs in Euro/Kursziel/Stoppkurs
Risiko
■■■■■
Quellen: Bloomberg, AngloGold Ashanti, BMO
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21063A 63
2020
Resolute Mining 450
2021
164180/ZAE000043485
8,7/8,4
18,85 €/28,13 €/15,95 €
Kurspotenzial 49 %
Centamin 399
West African Resources 250
Galiano Gold 228
e = erwartet
2019
DRDGold 176
Caledonia Mining
64
Quellen: Bloomberg, BMO, Unternehmen
63
12.05.21 11:55
moneymarkets
WASCHANLAGE:
Washtec startet mit
starkem erstem Quartal
WASHTEC
B
Einfach
grundsolide
Washtec ist die Aktie der Stunde: stabil
finanziert, Cashflow versechsfacht – und
jetzt mit Sonderdividende. Vier Prozent
Ausschüttungsrendite winken
von ARNO KONKEL
Comeback-Qualitäten
Washtec
Aktienkurs in Euro
70
50
30
10
16
17
18
WKN/ISIN
Börsenwert
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021/22
Dividendenrendite 2021/22e
Kursziel/Stoppkurs
Risiko
■■■■■
19
FM21064A 64
2021
750750/DE0007507501
756,1 Mio. €
31,4/24,2
4,0*/2,6 %
62,50/50,20 €
Kurspotenzial 10,0 %
Quelle: Bloomberg; *inklusive 1,31 € Sonderdividende
64
20
Foto: Washtec
e = erwartet
2015
eim Washtec-Vorstandschef Ralf Koeppe klingelt die Kasse. Zwar gingen auf Gesamtjahressicht etwa 13 Prozent
weniger Umsatz durch die Bücher, doch das Momentum
spricht für das Unternehmen. Trotz Lockdown installierten
die Augsburger neue Waschstraßen, was sich positiv im
Schlussquartal bemerkbar machte. Gleichzeitig verordnete
Koeppe ein Sparprogramm und konnte den Rückgang beim
Gewinn vor Zinsen und Steuern begrenzen. 20,1 Millionen
Euro standen für 2020 zu Buche – knapp 45 Prozent weniger
als vor Jahresfrist.
Dafür hat sich der Cashflow gewaschen: 36,9 Millionen Euro
beträgt er. 30 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor. Zudem ist
Washtec stark finanziert. Die Eigenkapitalquote stieg von 30,7
Prozent auf 39,4 Prozent. Bei etwa gleich bleibendem Umsatz
rechnet Konzernlenker Koeppe mit einem deutlich steigenden
Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf Gesamtjahressicht
2021.
Dass die Rechnung aufgeht, zeigte sich bereits in den ersten
Monaten dieses Jahres. Gleich im ersten Quartal 2021 hat sich
das Ebit auf 3,5 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Wies Washtec im ersten Quartal 2020 noch einen Verlust aus, kletterte das
Konzernergebnis nach den ersten drei Monaten 2021 mit zwei
Millionen Euro wieder deutlich in die schwarzen Zahlen.
Bonus für Aktionäre mit Sonderdividende. Das zahlt sich für
Anleger aus. Der Aktienkurs stieg innerhalb des vergangenen Jahres um mehr als 55 Prozent. Washtec will nun die Anteilseigner
auch mit einer Dividende verwöhnen. 0,99 Euro Ausschüttung je
Aktie sollen es regulär sein, 1,31 Euro gibt’s als Zuckerl oben drauf.
Macht rund vier Prozent Rendite – stark.
Was bringt die Zukunft? Die Prognose steht: Washtec will
2021 weiter durchstarten. Innovationen sollen helfen. Mit der
App Easy Car Wash können Kunden einen Termin vereinbaren,
checken, wie lange die Schlange an der Station ist, und gleich
online bezahlen. Bequemer geht’s nicht.
Ein weiteres Plus: Washtec ist eine grüne Aktie. Je nach Programm verbraucht eine Wäsche 15 bis 30 Liter. Konventionelle Waschstraßen hauen dagegen schon mal bis zu 170 Liter raus.
Das macht die Washtec-Aktie attraktiv für Nachhaltigkeitsfonds, also die Töpfe, wo derzeit das große Geld zu holen ist. Zudem will Washtec die Internationalisierung vorantreiben. In
China legen die Automobilisten noch selbst Hand an. Merkwürdig. So bringen sie sich doch selbst um das schönste Erlebnis des
Monats: einen Trip zur Waschstraße.
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 10:29
DIE ZAHLEN DES ERSTEN QUARTALS haben gezeigt: Bei den Unternehmenszahlen
brummt es, leider aber auch bei der Inflation“, sagt Frank Fischer von Shareholder
Value Management. Unternehmen wie Unilever würden jedoch von steigenden Preisen
profitieren. „Deshalb sehen wir uns auch für
ein Szenario steigender Inflation gut aufgestellt“, sagt Fischer.
„In kaum einem anderen Sektor erreichen
derzeit so viele Aktienkurse neue Jahreshochs wie bei den Banken“, sagt Hartmut
Jaensch von prediqma. Der Börsenexperte
gibt auch gleich seine Begründung: In den
MUSTERDEPOTS 2021
Gewinnmargen steigen
Jaensch erwartet viel von
Finanztiteln. Fischer setzt auf
Inflationsprofiteur Unilever
DEPOT 1
FRANK FISCHER,
Shareholder Value
Management AG
Guthaben:
11 174,94 €
Depotwert:
90 336,86 €
Gesamtwert*:101 511,80 €
Depotveränderung:1,5 %
DEPOT 2
ANDREAS BÖGER,
C-QUADRAT
Gold & Resources
Fund
Guthaben:
1 452,08 €
Depotwert:
101 141,27 €
Gesamtwert*:
102 593,35 €
Depotveränderung:2,6 %
DEPOT 3
HARTMUT JAENSCH,
prediqma – Institut
für Börsenstrategie
Guthaben:
3 891,44 €
Depotwert:
111 788,20 €
Gesamtwert*:
115 679,64 €
Depotveränderung:15,7 %
großen Währungsräumen wie US-Dollar,
Euro oder Yen lägen die langfristigen Anleihenrenditen seit einiger Zeit wieder über
den kurzfristigen Geldmarktsätzen. Die daraus resultierenden Zinsabstände würden
weiterwachsen und auf künftig höhere Gewinnmargen bei Finanzinstituten hinweisen. „Im Musterdepot bleiben diese deshalb
ein Schwerpunkt, auf den auch in nächster
Zeit gesetzt wird“, sagt Jaensch.
Das Musterdepot von Andreas Böger, CQuadrat, profitierte vom festeren Goldpreis.
Neun der zehn Positionen konnten Wochengewinne verzeichnen.
JH
Anzahl/nominal
des Wertpapiers
ISIN
aufge
Kaufkurs
nommen in Euro
Ausgabe
2 524
18
250
370
60
25
44
170
222
49
Agfa-Gevaert
Roche GS
Grenke
Keurig Dr Pepper
Verisign
Alibaba
Facebook
Novo Nordisk
Unilever
Becton Dikinson
BE0003755692 diverse
3,86 9 737,97
CH0012032048 3/21 284,27 5 116,86
DE000A161N30 6/21
37,98 9 495,00
US49271V1008
6/21
25,70 9 509,00
US92343E1029
6/21 160,46 9 627,60
US01609W1027 9/21 223,00 5 575,00
US30303M1027 9/21 222,70 9 798,80
DK0060534915 diverse 60,40 10 268,00
GB00B10RZP78 diverse 45,28 10 053,27
US0758871091
16/21 209,05 10 243,45
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
3,72
270,77
30,38
29,90
180,50
175,20
247,15
62,22
49,01
201,50
1 410
2 360
1 200
950
1 350
1 840
520
390
460
2 150
Alamos Gold
B2Gold
Equinox Gold
First Majestic Silver
Gold Fields ADR
Kinross Gold
MAG Silver
Pan American Silver
Endeavour Mining
Yamana Gold
CA0115321089
CA11777Q2099
CA29446Y5020
CA32076V1031
US38059T1060
CA4969024047
CA55903Q1046
CA6979001089
KYG3040R1589
CA98462Y1007
9 886,92
10 702,60
9 942,00
9 851,50
10 057,50
11 104,40
8 153,60
10 524,15
8 560,60
9 992,13
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
7,16
4,24
7,06
13,20
8,75
6,32
15,83
28,69
17,90
4,15
500
175
1 000
265
480
500
550
35
2 350
17 000
Alcoa
Daimler
Deutsche Bank
Jungheinrich Vz.
ArcelorMittal
Halliburton
Royal Dutch Shell (B)
Goldman Sachs
Aegon
Bombardier
US0138721065
3/21
DE0007100000
3/21
DE0005140008
3/21
DE0006219934
3/21
LU1598757687
5/21
US4062161017
6/21
GB00B03MM408 6/21
US38141G1040
13/21
NL0000303709 13/21
CA0977512007
18/21
18,07 9 036,00
57,79 10 113,25
8,95 8 949,00
36,60 9 699,00
20,20 9 693,60
15,95 7 973,00
15,73 8 651,50
287,20 10 052,00
4,16 9 768,95
0,61 10 370,00
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
33,71
71,62
11,23
40,26
26,76
18,20
15,48
301,40
3,90
0,61
3/21
3/21
3/21
3/21
3/21
3/21
3/21
3/21
10/21
3/21
7,01
4,54
8,29
10,37
7,45
6,04
15,68
26,99
18,61
4,65
Kaufsumme Limits Euro Kurs am Kurswert
in Euro
je Stück/ 11.5.2021 am
Anzahl
in Euro
11.5.2021
Kursver
änderung
in %
9 389,28
–3,6
4 873,86
–4,7
7 595,00 –20,0
11 063,00
16,3
10 830,00
12,5
4 380,00 –21,4
10 874,60
11,0
10 577,40
3,0
10 880,22
8,2
9 873,50
–3,6
10 088,55
10 008,76
8 474,40
12 540,00
11 812,50
11 636,16
8 229,00
11 189,10
8 231,70
8 931,10
16 855,00
12 533,50
11 232,00
10 668,90
12 842,40
9 100,00
8 514,00
10 549,00
9 174,40
10 319,00
2,0
–6,5
–14,8
27,3
17,4
4,8
0,9
6,3
–3,8
–10,6
86,5
23,9
25,5
10,0
32,5
14,1
–1,6
4,9
–6,1
–0,5
*Startkapital am 30.12.20 = 100 000 Euro, abzüglich Ausgaben für Wertpapiere und Spesen (0,2 % pro Wertpapiergeschäft, 2,5 % Ausgabeaufschlag bei Fonds); Limits: K = Kauflimit, V = Verkaufslimit, o. L. = ohne Limit, SL = Stop-Loss
Die Beiträge stellen die Privatmeinung der Verfasser dar und dienen ausschließlich der unverbindlichen Information. Analysen und Schlussfolgerungen sind allgemeiner Natur und berücksichtigen nicht die individuellen Bedürfnisse einzelner
Anleger. Wertentwicklungen der Vergangenheit lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Vor Treffen einer Anlageentscheidung sollte jedenfalls ein professioneller Finanzdienstleister konsultiert werden.
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21065A 65
65
12.05.21 10:31
dswanlegerschutz
LICHTTECHNIK VON
OSRAM: Nach dem
Börsenabschied die Aktie
zu behalten, kann Sinn
machen
OSRAM
Gehen oder bleiben?
Die Ex-Siemens-Tochter steht kurz vorm
Delisting. Sollen Osram-Aktionäre das Angebot annehmen?
STANDPUNKT
Ärgerliche Einladung
Es ist kaum zu übersehen, dass in dieser Hauptversammlungssaison nicht alles so läuft wie in den Jahren zuvor.
Und das betrifft nicht nur das virtuelle Format und die damit verbundenen Einschränkungen der Aktionärsrechte.
Vielmehr geht es um die Einladung zur Hauptversammlung. Hintergrund ist die Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie.
Anders als bisher werden deshalb die Einladungen nun
meist nicht mehr in Gänze und damit in Form einer kurzen
Broschüre versendet. Stattdessen erhalten die Aktionäre
eine in wenigen Stichworten zusammengefasste Tagesordnung. Wer alle Tagesordnungspunkte mit den Beschlussvorschlägen und den Erläuterungen lesen will, wird auf die Internet-Seite der Gesellschaft verwiesen. Neu ist ebenfalls,
dass immer öfter Einladungen zu Hauptversammlungen von
66
FM21066A 66
Foto: Osram
GEZÄHLT SIND DIE TAGE des Lichttechnikkonzerns Osram an
der Börse. Es ist noch kein Jahr her, da übernahm der österreichische Sensorspezialist ams für rund vier Milliarden Euro die Mehrheit an der Ex-Siemens-Tochter. Anfang November 2020 folgte
dann ein Beherrschungsvertrag, der dem neuen Großaktionär
weitreichende Durchgriffsrechte zubilligt, so etwa auf die Finanzmittel des beherrschten Unternehmens. Die Osram-Aktionäre hatten im Gegenzug die Wahl zwischen einer Garantiedividende oder
einer Abfindungszahlung. Die Anfechtungsklagen gegen den entsprechenden HV-Beschluss konnten die Eintragung ins Handelsregister nur kurz aufhalten. Nun soll also ein Delisting folgen.
Mit 52,30 Euro pro Osram-Aktie liegt dafür ein Angebot auf dem
Tisch, das deutlich höher ausfällt als die beiden vorherigen Offerten, die zunächst im Rahmen der Übernahme und dann wegen des
Beherrschungsvertrags gemacht wurden. „Trotz der Höhe ist die
Offerte lediglich knapp über dem gesetzlich vorgesehenen Minimum, also dem gewichteten Durchschnittskurs der vergangenen
sechs Monate“, sagt DSW-Geschäftsführer Thomas Hechtfischer.
Das Kaufangebot läuft voraussichtlich vom 21. Mai bis zum 18.
Juni. Eine Zustimmung der Hauptversammlung ist für das Delisting nicht erforderlich. „Anleger, die Geld und vor allem Zeit haben, müssen ein Delisting nicht fürchten, alle anderen sollten über
einen Exit nachdenken“, so Hechtfischer.
Nach einem Börsenabschied dabeizubleiben, könne schließlich
durchaus Sinn machen, erläutert der DSW-Mann. So etwa, wenn
der Investor überzeugt ist, dass das Unternehmen gut aufgestellt ist
und weiter eine ordentliche Dividende zahlt, oder es die berechtigte Hoffnung auf eine Rückkehr an die Börse in nicht allzu ferner Zukunft gibt. Ebenfalls ein Grund, die Aktien zu halten, könnte sein,
dass als nächster Schritt des Großaktionärs ein Squeeze-out zu erwarten ist. Ein solcher Zwangsrausschmiss wäre mit einem erneuten Abfindungsangebot verbunden, das im Gegensatz zur DelistingOfferte per Spruchverfahren gerichtlich überprüfbar wäre.
Unternehmen aus dem europäischen Ausland im Postkorb
landen. Das ist sicherlich positiv zu werten. Weniger erfreulich ist, dass die Bestellung einer Eintrittskarte für eine EUHauptversammlung oft mit kräftigen Gebühren verbunden
ist. So wird die Idee einer EU-Kapitalmarktunion faktisch ad
absurdum geführt, bevor sie überhaupt existiert.
Für Aktionäre ist das höchst ärgerlich. Natürlich
müssen wir mit der Zeit gehen. Gleichzeitig müssen wir aber aufpassen, dass die
Axt nicht zu sehr bei den Aktionärsrechten ansetzt. Genauso wenig darf es
sein, dass die Ausübung des Stimmrechts mit Gebühren belegt wird. Das
muss bei der Aktionärsrechterichtlinie
III dringend korrigiert werden.
MARC TÜNGLER,
Hauptgeschäftsführer der DSW
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 10:28
FM21067A 67
12.05.21 10:28
moneyservice
ZUSATZPOLICEN
KLUGE
KOMPOSITION
Kooperationstarife ergänzen den Kranken- und Pflegeschutz von privat
und gesetzlich Versicherten. Die Top-Angebote am Markt im Überblick
J
von THOMAS SCHICKLING
a, es gibt sie noch: Realpolitiker, die klare Aussagen
treffen! Für Erwin Rüddel, CDU-Mann und Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Bundestag,
hat die Bürgerversicherung hierzulande in naher
Zukunft keine Chance auf Umsetzung. Anders sehen dies zwar SPD, Grüne und Linkspartei, welche
sich für eine Bürgerversicherung starkmachen, in die abhängig Beschäftigte, Selbstständige, Beamte und selbst Abgeordnete einkommensabhängig unter Einbeziehung aller
Einkunftsarten Beiträge in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) einzahlen und im Versicherungsfall daraus gleiche Leistungen in Anspruch nehmen können.
Rüddel hingegen ist sich sicher: „Die Bürgerversicherung
spielt ausschließlich im Wahlkampf eine Rolle, danach bei
keinem mehr.“ Dies gelte selbst für den Fall einer künftigen
68
FM21068A 68
Foto: Pexels
rot-grünen Koalition. Die Diskussion über
die Bürgerversicherung sei rein ideologisch
und bringe fachlich überhaupt nichts, sagt
der Fachmann. Darum tritt Rüddel für den Erhalt des dualen Systems aus gesetzlicher und
privater Krankenversicherung (PKV) ein. „Viele
Innovationen hätten wir nicht in der GKV, wenn es
die PKV nicht geben würde.“ Wobei der Christdemokrat die
Zukunft der PKV mehr in einer Zusatzversicherung als in einer Vollversicherung sieht.
Was auch die Zukunft bringen mag – wichtig ist eine starke Daseinsvorsorge im Hinblick auf die medizinische
Betreuung! Darum wird die Finanzierung des deutschen
Gesundheitswesens wohl auf Jahre hinaus weiter aus Mitteln
von GKV und PKV gespeist werden. Was sinnvoll ist, zumal
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 11:22
die Menschen hierzulande mit der Arbeit sowohl von gesetzlichen als auch von privaten Kassen überaus zufrieden sind:
Dies attestiert das M+M Versicherungsbarometer 2021 von
Management + Marketing Consulting, Technischer Universität Dresden und Usuma. Im Rahmen dessen wurden im vergangenen Januar insgesamt 1000 repräsentative Erwachsene befragt. Als Maß der Zufriedenheit fungiert beim
Barometer der Customer Satisfaction Index (CSI). In diesen
fließen die Merkmale Leistungsumfang und -angebot, fachliche Beratung, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, Information/Kommunikation sowie Service- und Beratungsleistungen ein. Im Vergleich zum Vorjahr konnten die gesetzlichen Kassen heuer den CSI um 1,9 Punkte steigern. Die PKV
kletterte in der Gunst der Kunden immerhin um 1,1 Punkte.
GKV und PKV existieren friedlich nebeneinander. Und
das ist gut so. „Dank des Wettbewerbs zwischen privater
und gesetzlicher Krankenversicherung zählt die medizinische Versorgung in Deutschland zu den besten der Welt“,
erklärt Ralf Kantak, Vorsitzender des PKV-Verbands. In ihrem stetigen Ringen um eine möglichst rasche Einführung
medizinischer Innovationen und um eine evidenzbasierte
Qualitätssicherung ergänzten sich die beiden Systeme sehr
gut und trieben sich gegenseitig an. „Dabei nimmt die PKV
häufig die Rolle des Innovationsmotors ein, da neue Verfahren und Medikamente bei ihr keine langwierigen Bewilligungsverfahren abwarten müssen“, betont Insider Kantak.
Eine provokante Sichtweise, die eine Studie der Universität Duisburg-Essen in Zusammenarbeit mit dem Essener
Forschungsinstitut für Medizinmanagement unterfüttert.
Dazu haben die Studienautoren Professor Jürgen Wasem,
Anke Walendzik und Carina Abels den Werdegang neuer
Untersuchungs- und Behandlungsmethoden analysiert, die
in den vergangenen zehn Jahren in die ambulante GKV-Versorgung aufgenommen wurden. Fazit: Medizinische Innovationen in der ambulanten ärztlichen Versorgung werden
von der PKV teils deutlich früher erstattet als von der GKV.
Was für gesetzlich Versicherte schier danach schreit, möglichst den GKV-Schutz mit privaten Zusatzpolicen zu ergänzen, um stets medizinisch top versorgt zu sein. Ein Schritt,
den einige gesetzliche Kassen ihrer Klientel bereits mit sogenannten Kooperationstarifen mit privaten Krankenversicherungen erleichtern. Der Markt für solche Policen aber ist inzwischen groß – und damit unübersichtlich geworden. Und
nicht jeder Tarif ist aus Kundensicht auch wirklich top!
Orientierung gibt der FOCUS-MONEY-Test. Für MONEY
haben die Fachleute des Deutschen Finanz-Service Instituts (DFSI) in Köln aktuelle Kooperations-Zusatzpolicen
aus den Bereichen ambulante und stationäre Leistungen,
Zahnersatz und -behandlung, Pflegetagegeld sowie Auslandsreisekrankenschutz dezidiert unter die Lupe genommen (s. Methode Kasten rechts). Was Verbraucherschützer
freuen dürfte: „In allen von uns getesteten Versorgungssegmenten sogenannter Kooperationstarife haben Privatversicherer heuer hervorragende Policen am Start“, lobt
Sebastian Ewy, Projektleiter beim DFSI (s. Tabellen S. 70 ff.).
Da einige Kassen über Gruppenverträge oft bessere Konditionen mit dem PKV-Partner aushandeln, sind Kooperations-Zusatzpolicen für GKV-Versicherte mitunter bis zu
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21069A 69
METHODE
Blick hinter die Kulissen
Für den Kooperationspolicen-Test untersuchte das
DFSI insgesamt 177 Tarife von 40 Anbietern. Bewertet wurden Zusatzversicherungen für ambulante und
stationäre Leistungen, Zahnersatz und -behandlung,
Pflegetagegeld und Erkrankungen auf Reisen.
Allgemeine Merkmale
Für einen ersten Überblick betrachtete das DFSI-Team
zunächst 18 GKV/PKV-Kooperations-Sonderbedingungen. Unter anderem wurde abgefragt, ob es einen Beitrags-, Leistungs- oder Servicevorteil gibt, ob ein Kontrahierungszwang besteht, wer Ansprechpartner in
Leistungsfällen ist und ob die Verwendung einer zweckgebundenen GKV-Bonusprämie dem Kunden zur Beitragszahlung angeboten wird. Je nachdem, wie vorteilhaft bzw. unvorteilhaft die jeweilige Ausprägung für den
Kunden war, wurden entsprechend Punkte vergeben.
Spezifische Merkmale
Anhand von mindestens 15 weiteren Kriterien je Zusatzversicherungsgattung wurden anschließend die
konkreten Leistungsinhalte für die Bereiche ambulante Zusatzpolicen, stationäre Zusatzversicherungen,
Reisekrankenversicherungen, Pflegetagegeldversicherungen und Zahnzusatzversicherungen bewertet.
Prämien
Die Prämien für Reisekrankenpolicen wurden für Singles (35 und 75 Jahre) und eine Familie (Eltern 35
und 33 Jahre, Kinder 8 und 5 Jahre) bewertet. In den
Bereichen ambulante Zusatzversicherungen, stationäre Zusatzversicherungen, Pflegetagegeldversicherungen und Zahnzusatzversicherungen erfolgte
die Bewertung für die Altersstufen 25, 35, 45 und 55
Jahre.
Gesamtergebnis
Die Leistungs- und Prämienpunkte wurden addiert
und ins Verhältnis zur maximalen Punktzahl im jeweiligen Teilbereich der Untersuchung gesetzt. Die Bewertung „Hervorragend“ erhielten dabei Angebote,
deren Punktzahl im Bereich der obersten zehn Prozent zwischen null und dem höchsten erzielten Wert
lag. Die Note „Sehr Gut“ ging an die darunterliegenden zehn Prozent auf der Skala. Die übrigen Bewertungen („Gut“, „Befriedigend“, „Ausreichend“, „Mangelhaft“) erfolgten dann in 20-Prozent-Schritten. Die
Gesamtnote schließlich ergibt sich je zur Hälfte aus
der Preis- und der Leistungsbewertung.
69
12.05.21 11:22
moneyservice
Unfälle und deren medizinische Folgen handelt – ansonsten
in aller Regel acht Monate gedulden, bis sie bei einer PKV
entsprechende Leistungen abrufen dürfen.
Klingt gut, doch Vorsicht! Wechselt ein Versicherter seine gesetzliche Kasse, verliert er automatisch vereinbarte Vorzugskonditionen für
seinen privaten Kooperations-Zusatzvertrag und wird nach dem Wechsel für die
gleiche Leistung von der Assekuranz in
AUSLANDSREISEaller Regel stärker zur Kasse gebeten.
BESTE
KRANKENVERSICHERUNG
Spezialtarife für GKV-Versicherte
Auslandsreisekrankenversicherung für SINGLES
Unternehmen
Tarifname
Allianz
DKV
DKV
ERGO Reise
HUK-COBURG
vigo
VRK
AXA
Barmenia
Envivas
ERGO Reise
HanseMerkur
INTER
MeineGesundeReise
ReiseMed Tarif RD
ProReise Plus
Tarif RD – Einzeltarif
RBE20
vigo select Ausland (AR20)
RPE20
SingleTRAVEL
BKKR
TravelPlus (TravelXN)
XKA120; XKG120; XKC120 und XKH120
RKJ/DAK Plus Reise
Reise AV
Münchener Verein ReisekrankenVersicherung
Einzelschutz (501)
SIGNAL IDUNA
Jahres-Reise-Krankenversicherung
Württembergische Tarif RK
Kooperationspartner
Tarifmerkmale
Bewertung
Jahresprämie
Single 35 Jahre
Jahresprämie
Single 75 Jahre
Gesamtnote
11,90 €
9,90 €
9,90 €
8,91 €
13,60 €
11,40 €
16,30 €
7,92 €
5,16 €
11,90 €
18,00 €
13,90 €
9,00 €
39,00 €
34,90 €
34,90 €
31,41 €
39,50 €
33,60 €
47,60 €
20,52 €
25,20 €
61,90 €
71,00 €
79,90 €
36,00 €
Hervorragend
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
8,40 €
28,20 €
Gut
14,90 €
10,20 €
81,00 €
24,30 €
Gut
Gut
AOK Baden-Württemberg
Hervorragend
AOK Hessen, BIG direkt gesund
Sehr Gut
pronova BKK
Sehr Gut
SBK
Sehr Gut
BARMER
Sehr Gut
AOK Rheinland/Hamburg
Sehr Gut
BKK Diakonie
Sehr Gut
HEK – Hanseatische Krankenkasse
Gut
Dachverband BKK
Gut
TK – Techniker Krankenkasse
Sehr Gut
Mobil Krankenkasse
Sehr Gut
DAK-Gesundheit
Sehr Gut
BKK firmus
Gut
BKK Pfalz, BKK ProVita, BKK VerbundPlus,
Gut
IKK Südwest, Novitas BKK
IKK classic
Sehr Gut
vivida bkk
Gut
Auswahl: Gesamtnote „Gut“ und besser; Quellen: Angaben der Versicherer, DFSI
zehn Prozent günstiger. Tipp: Beiträge für eine Zusatzversicherung können gesetzlich Versicherte gegebenenfalls
über zweckgebundene Prämien refinanzieren, welche sie
bei ihrer Kasse im Rahmen eines Bonusprogramms (siehe
dazu auch FOCUS-MONEY Heft 44/20) erworben haben.
Nicht zu vergessen: Wird der medizinische Ergänzungsschutz über die gesetzliche Kasse abgewickelt, verzichten
einige Privatversicherer sogar auf die üblichen Karenzzeiten. Ein dickes Plus, müssen sich doch Patienten bei speziellen Extras etwa für Zahnersatz – sofern es sich nicht um
Auslandsreisekrankenversicherungen für FAMILIEN
Tarifname
Allianz
ERGO Reise
DKV
DKV
Envivas
ERGO Reise
HUK-COBURG
UnsereGesundeReise
Tarif RD – Familientarif
ReiseMed Tarif RD
ProReise Plus
TravelPlus (TravelXF)
XKA120; XKG120; XKC120 und XKH120
RBF20
Kooperationspartner
AOK Baden-Württemberg
SBK
AOK Hessen, BIG direkt gesund
pronova BKK
TK – Techniker Krankenkasse
Mobil Krankenkasse
BARMER
Pfalz, BKK ProVita, BKK VerbundPlus, IKK Südwest,
Münchener Verein ReisekrankenVersicherung Familienschutz (502) BKK
Novitas BKK
vigo
vigo select Ausland (AR20)
AOK Rheinland/Hamburg
VRK
RPL20
BKK Diakonie
AXA
SingleTRAVEL
HEK – Hanseatische Krankenkasse
Barmenia
BKKR
Dachverband BKK
HanseMerkur
RKJ/DAK Plus Reise
DAK-Gesundheit
INTER
Reise AV
BKK firmus
SIGNAL IDUNA
Jahres-Reise-Krankenversicherung
IKK classic
Württembergische Tarif RKF
vivida bkk
70
FM21070A 70
Tarifmerkmale Jahresprämie
Bewertung
Familie
Hervorragend
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Gesamtnote
28,50 € Hervorragend
17,82 € Hervorragend
19,80 €
Sehr Gut
19,80 €
Sehr Gut
28,90 €
Sehr Gut
34,00 €
Sehr Gut
30,80 €
Sehr Gut
Gut
18,60 €
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Gut
Gut
Sehr Gut
Gut
Sehr Gut
Gut
45,60 €
37,10 €
31,68 €
18,96 €
29,00 €
23,40 €
29,90 €
18,70 €
Sehr Gut
Sehr Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Gut
Auswahl: Gesamtnote „Gut“ und besser; Quellen: Angaben der Versicherer, DFSI
Unternehmen
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 11:22
BESTE
ZAHNZUSATZVERSICHERUNG
Spezialtarife für GKV-Versicherte
Zahnzusatztarife (mit und ohne Altersrückstellungen)
Unternehmen
Allianz
LVM
Tarifname
Kooperationspartner
ZahnBest (ZB02) mit
ZahnFit (ZF02)
ZahnPremium
AOK BadenWürttemberg
hkk Krankenkasse
Münchener Verein ZahnGesund 100 (579)
SDK
Zahn 100 (ZP1F)
Allianz
DentalBest (DB02)
AXA
Dent Premium-U
Barmenia
Mehr Zahn 100 + Mehr
Zahnvorsorge Bonus
DFV Dt. FamilienDFV-ZahnSchutz Exklusiv
versicherung
BeitragsServicevorteil für vorteile für
Versicherte Versicherte
Zahnersatz
inkl./exkl. GKV
Zahnbehandlung
inkl./exkl. GKV
Tarifmerkmale
Bewertung
monatliche
Prämie 25/45Jährige1)
Gesamtnote
Ja
Ja
90,0/90,0 %
100,0/100,0 % Hervorragend 31,43/41,06 € Hervorragend
Ja
Ja
100,0/100,0 %
100,0/100,0 % Hervorragend 24,68/39,06 € Hervorragend
Ja
Ja
100,0/65,0 %
100,0/100,0 % Hervorragend 16,10/36,76 € Hervorragend
Ja
Nein
100,0/100,0 %
100,0/100,0 % Hervorragend 14,27/39,09 € Hervorragend
Ja
Ja
90,0/90,0 %
100,0/86,7 %
Nein
Nein
85,0/85,0 %
100,0/100,0 %
28,35/33,40 €
Sehr Gut
Dachverband BKK
Nein
Ja
100,0/80,0 %
100,0/100,0 % Hervorragend 18,50/42,70 €
Sehr Gut
KKH Kaufmännische
Krankenkasse
Nein
Ja
100,0/80,0 %
100,0/80,0 %
Hervorragend 24,00/40,00 €
Sehr Gut
BKK VerbundPlus,
Novitas BKK, BKK Pfalz,
BKK ProVita
mhplus
Betriebskrankenkasse
AOK BadenWürttemberg
HEK – Hanseatische
Krankenkasse
Hervorragend 21,04/30,02 €
Sehr Gut
Sehr Gut
DKV
Audi BKK, vivida bkk,
KombiMed Dental KDTP100
energie-BKK, Salus BKK,
+ KombiMed Zahn KDBP
VIACTIV Krankenkasse
Ja
Ja
100,0/70,0 %
100,0/90,0 %
Hervorragend 30,79/50,05 €
Sehr Gut
DKV
KombiMed Dental KDTP100 Mobil Krankenkasse, BIG
+ KombiMed Zahn KDBP direkt gesund, BKK VBU
Ja
Ja
100,0/70,0 %
100,0/90,0 %
Hervorragend 30,79/50,05 €
Sehr Gut
Envivas
ZahnFlex.XL
TK – Techniker
Krankenkasse
Ja
100,0/50,0 %
100,0/50,0 %
Hervorragend 30,80/38,94 €
Sehr Gut
Generali
PlanZ1
BKK Linde
Ja
90,0/45,0 %
90,0/90,0 %
27,96/36,31 €
Sehr Gut
HUK-COBURG
GZZ Pro100
BARMER
Ja
100,0/60,0 %
100,0/100,0 % Hervorragend 37,80/37,80 €
Sehr Gut
INTER
INTER QualiMed Z Z90 + ZPro BKK firmus
Ja
90,0/70,0 %
100,0/100,0 % Hervorragend 27,66/42,96 €
Sehr Gut
Ja
Ja
93,3/70,0 %
100,0/100,0 % Hervorragend 23,54/36,57 €
Sehr Gut
Ja
Ja
93,3/70,0 %
100,0/100,0 % Hervorragend 23,54/36,57 €
Sehr Gut
Ja
Nein
Nein
Nein
Ja
Nein
90,0/90,0 %
100,0/60,0 %
90,0/90,0 %
100,0/100,0 % Hervorragend 46,75/57,67 €
100,0/100,0 % Hervorragend 40,50/40,50 €
100,0/100,0 % Hervorragend 23,31/39,79 €
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Nein
Ja
90,0/50,0 %
100,0/100,0 %
Gut
31,47/34,44 €
Gut
DAK-Gesundheit
Nein
Ja
100,0/65,0 %
100,0/100,0 %
Gut
30,85/41,31 €
Gut
IKK classic, IKK Südwest
Nein
Nein
90,0/90,0 %
90,0/90,0 %
Gut
29,35/41,77 €
Gut
IKK Brandenburg und
Berlin, IKK gesund plus,
IKK - Die Innovationskasse
Nein
Nein
90,0/90,0 %
90,0/90,0 %
Gut
28,24/40,66 €
Gut
Nein
Nein
90,0/90,0 %
90,0/90,0 %
Gut
14,32/41,26 €
Gut
Nein
Nein
90,0/90,0 %
90,0/90,0 %
Gut
13,89/40,02 €
Gut
zahnPLUS Premium
Münchener Verein Prophylaxe (571, 572, 573,
574)
AOK PLUS
Deutsche ZahnVersicherung BKK VerbundPlus,
Münchener Verein Premiumschutz (571, 572, Novitas BKK, BKK Pfalz,
573, 574)
BKK ProVita
R+V
Mitglieder premium (M1U)
VRK
ZZ Exclusive
Württembergische ZE90+ZBE
HanseMerkur
HanseMerkur
SIGNAL IDUNA
EZ + EZT + EZP/DAK Plus
Zahn + DAK Plus Zahn TOP DAK-Gesundheit
+ DAK Plus Zahnvorsorge
EZL/DAK Plus Zahn
PREMIUMPAKET
ZahnTOP
SIGNAL IDUNA
ZahnTOP
SIGNAL IDUNA
ZahnTOPpur
SIGNAL IDUNA
ZahnTOPpur
ohne Altersrückstellung
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21071A 71
R+V Betriebskrankenkasse
BKK Diakonie
vivida bkk
IKK classic, IKK Südwest
IKK Brandenburg und
Berlin, IKK gesund plus,
IKK - Die Innovationskasse
eigener
Kooperationstarif
Ja
eigener
Kooperationstarif
Ja
Sehr Gut
Quellen: Angaben der Versicherer, DFSI; Auswahl: Gesamtnote „Gut“ und besser; 1)beispielhaft; inkl./exkl. GKV = inkl./exkl. Anteil der Kosten, die die gesetzliche Krankenversicherung im Rahmen der sogenannten Regelversorgung trägt
71
12.05.21 11:22
moneyservice
BESTE
ZUSATZVERSICHERUNG
AMBULANTE
LEISTUNGEN
Zusatzpolicen für ambulante Leistungen (mit und ohne Altersrückstellungen)
Unternehmen
Tarifname
Kooperationspartner
Allianz
AmbulantBest (AB02)
AOK BadenWürttemberg
Barmenia
Mehr Gesundheit 1000 Dachverband BKK
+ Mehr Sehen
LVM
A&O, Natur, Check
hkk Krankenkasse
AXA
MED Komfort Start-U
AXA
MED Komfort-U
DKV
KombiMed Balance
KAB (hier KABN)
DKV
KombiMed Balance
KAB (hier KABN)
Mobil Krankenkasse,
BIG direkt gesund,
BKK VBU
HanseMerkur
E2 /DAK Plus 2
DAK-Gesundheit
HUK-COBURG
GAZpremium
BARMER
Kostenüber- weitere Kosten
nahme
übernahme: Hör
Sehhilfen hilfen/amb. Naturheilverfahren/Vorsorge-U./Weiteres
Spezialtarife für GKV-Versicherte
Beitragsvorteil
Service-
vorteile
Tarifmerkmale
Bewertung
monatliche
Prämie für
25/45-Jährige1)
Gesamtnote
Ja
Ja
100 %, max.
300 €
Ja /Ja /Ja /Ja
Hervorragend 16,65/19,31 € Hervorragend
Nein
Ja
100 %, max.
300 €
Ja /Ja /Ja /Ja
Hervorragend 21,50/33,50 € Hervorragend
Ja
Ja
80 %, max. Ja /Ja /Ja /Nein Hervorragend
400 €
HEK – Hanseatische
Krankenkasse
Nein
Nein
100 %, max.
300 €
Ja /Ja /Ja /Ja
Hervorragend 15,92/24,96 €
Sehr Gut
HEK – Hanseatische
Krankenkasse
AOK Hessen, Audi
BKK, vivida bkk,
energie-BKK, Salus
BKK, VIACTIV
Krankenkasse
Nein
Nein
100 %, max.
300 €
Ja /Ja /Ja /Ja
Hervorragend 21,97/27,03 €
Sehr Gut
Ja
Ja
100 %, max.
300 €
Ja /Ja /Ja /Ja
Sehr Gut
19,48/35,26 €
Sehr Gut
Ja
Ja
100 %, max.
300 €
Ja /Ja /Ja /Ja
Sehr Gut
19,48/35,26 €
Sehr Gut
eig.
eig.
100 %, max. Nein /Ja /Ja /Ja
Koop.-tarif Koop.-tarif
200 €
Sehr Gut
19,29/25,63 €
Sehr Gut
eig.
eig.
100 %, max.
Koop.-tarif Koop.-tarif
100 €
Ja /Ja /Ja /Ja
Sehr Gut
19,63/30,82 €
Sehr Gut
100 %, max.
400 €
Ja /Ja /Ja /Ja
Hervorragend 53,18/62,19 €
Sehr Gut
7,45/10,89 € Hervorragend
Deutsche AmbulantMünchener Verein Versicherung
Premiumschutz (172,
173, 178)
BKK VerbundPlus,
Novitas BKK, BKK
Pfalz, BKK ProVita
Ja
Ja
SDK
Ambulant 100 (AP1F)
mhplus
Betriebskrankenkasse
Ja
Nein
100 %, max. Ja /Ja /Ja /Nein
500 €
Sehr Gut
30,77/42,92 €
Sehr Gut
SIGNAL IDUNA
AmbulantPLUSpur
IKK classic, IKK
Südwest
Nein
Nein
100 %, max.
375 €
Ja /Ja /Ja /Ja
Sehr Gut
20,14/38,98 €
Sehr Gut
SIGNAL IDUNA
AmbulantPLUSpur
IKK Brandenburg und
Berlin, IKK gesund
plus, IKK Nord
Ja
Nein
100 %, max.
375 €
Ja /Ja /Ja /Ja
Sehr Gut
19,54/37,90 €
Sehr Gut
SIGNAL IDUNA
AmbulantPLUS
IKK classic, IKK
Südwest
Nein
Nein
100 %, max.
375 €
Ja /Ja /Ja /Ja
Sehr Gut
30,91/39,36 €
Sehr Gut
SIGNAL IDUNA
AmbulantPLUS
IKK Brandenburg und
Berlin, IKK gesund
plus, IKK Nord
Ja
Nein
100 %, max.
375 €
Ja /Ja /Ja /Ja
Sehr Gut
29,80/38,25 €
Sehr Gut
VRK
Ambulant Comfort
BKK Diakonie
Nein
Ja
100 %, max.
100 €
Ja /Ja /Ja /Ja
Sehr Gut
20,41/32,04 €
Sehr Gut
Envivas
PraxisTop
TK – Techniker
Krankenkasse
Gut
26,64/34,28 €
Gut
HanseMerkur
EVHS /DAK Plus
Vorsorge
DAK-Gesundheit
Gut
14,90/14,90 €
Gut
INTER
vigo
Nein
Ja
100 %, max.
200 €
INTER QualiMed Z APS BKK firmus
Ja
Ja
100 %, max. Ja /Ja /Ja /Nein
375 €
Sehr Gut
29,59/51,62 €
Gut
Rheinland/
vigo akzent Natur Plus AOK
Hamburg
Ja
Ja
80 %, max. Nein /Ja /Nein /
300 €
Ja
Gut
14,30/16,40 €
Gut
Nein
Nein
100 %, max.
125 €
Gut
33,15/39,78 €
Gut
Württembergische Natur MedPlus (NH)
ohne Altersrückstellung
72
FM21072A 72
eig.
eig.
100 %, max. Nein /Ja /Ja /Ja
Koop.-tarif Koop.-tarif
150 €
vivida bkk
Ja /Nein /Ja /
Nein
Nein /Ja /Ja /
Nein
Quellen: Angaben der Versicherer, DFSI; Auswahl: Gesamtnote „Gut“ und besser; 1)beispielhaft
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 11:22
BESTE
Zusatzversicherungen für stationäre Leistungen (mit und ohne Altersrückstellungen)
Unternehmen
Tarifname
Kooperationspartner
Allianz
KrankenhausBest (KHB02) mit
Ambulante OP Krankenhaus
(AOPKH02)
AOK BadenWürttemberg
Barmenia
BKKST
Dachverband BKK
INTER
INTER QualiMed Z S1
SDK
Beitrags
Service Bis zu welcher Höhe
vorteil für vorteile für
GoÄ/GoZ wird
Versicherte Versicherte
geleistet?
Tarifmerkmale
Bewertung
ZUSATZVERSICHERUNG
STATIONÄRE
LEISTUNGEN
Spezialtarife für GKV-Versicherte
monatliche Prämie
für 25/45-Jährige1)
Gesamtnote
Ja
Ja
Über Höchstsatz Hervorragend
44,27/66,49 € Hervorragend
eig.
Koop.-tarif
Ja
Über Höchstsatz Hervorragend
30,65/47,28 € Hervorragend
BKK firmus
Ja
Ja
Über Höchstsatz Hervorragend 22,56/25,47 € Hervorragend
Klinik 1-Bett (SP1F)
mhplus
Betriebskrankenkasse
Ja
Nein
Über Höchstsatz Hervorragend
SIGNAL IDUNA
KlinikTOP1
IKK classic, IKK Südwest
Nein
Nein
Über Höchstsatz Hervorragend 32,33/49,65 € Hervorragend
SIGNAL IDUNA
KlinikTOPO1
IKK Brandenburg und
Berlin, IKK gesund plus,
IKK – Die Innovationskasse
Ja
Nein
Über Höchstsatz Hervorragend
31,01/48,33 €
19,68/25,66 € Hervorragend
Hervorragend
Württembergische SZ+SZE
vivida bkk
Nein
Nein
Über Höchstsatz Hervorragend
41,04/60,30 € Hervorragend
Württembergische SZR+SZE
vivida bkk
Nein
Nein
Über Höchstsatz Hervorragend
24,42/27,53 € Hervorragend
Generali
PlanS
BKK Linde
Ja
Ja
HUK-COBURG
GSZ
BARMER
eig.
Koop.-tarif
Ja
Bis Höchstsatz
Sehr Gut
28,99/42,44 €
Sehr Gut
INTER
INTER QualiMed Z S1R
BKK firmus
Ja
Ja
Über Höchstsatz
Sehr Gut
37,99/56,35 €
Sehr Gut
Münchener Verein Clinic Care Premium (735)
BKK VerbundPlus,
Novitas BKK, BKK Pfalz,
BKK ProVita
Ja
Ja
Über Höchstsatz Hervorragend
38,94/60,12 €
Sehr Gut
vigo
vigo select Einbettzimmer (S1)
eig.
AOK Rheinland/Hamburg Koop.-tarif
Ja
Bis Höchstsatz
Sehr Gut
19,20/28,40 €
Sehr Gut
VRK
SW
BKK Diakonie
Nein
Ja
Bis Höchstsatz
Sehr Gut
31,27/44,72 €
Sehr Gut
AXA
Komfort-U
HEK – Hanseatische
Krankenkasse
Nein
Nein
Über Höchstsatz
Gut
33,93/49,67 €
Gut
AXA
Komfort Start-U
Nein
Nein
Über Höchstsatz
Gut
16,67/22,14 €
Gut
DKV
KombiMed Krankenhaus KGZ1
Ja
Ja
Über Höchstsatz
Sehr Gut
39,70/62,24 €
Gut
DKV
KombiMed Krankenhaus KGZ1
HEK – Hanseatische
Krankenkasse
AOK Hessen, Audi BKK,
vivida bkk, energie-BKK,
Salus BKK, VIACTIV
Krankenkasse
Mobil Krankenkasse, BIG
direkt gesund, BKK VBU
Ja
Ja
Über Höchstsatz
Sehr Gut
39,70/62,24 €
Gut
Envivas
KlinikSpezial
TK – Techniker
Krankenkasse
eig.
Koop.-tarif
Ja
Bis Höchstsatz
Gut
39,62/53,19 €
Gut
HanseMerkur
PSG/DAK Plus Klinik
DAK-Gesundheit
Nein
Ja
Bis Höchstsatz
Gut
31,20/48,04 €
Gut
VRK
GBE3
BKK Diakonie
Nein
Ja
Bis Höchstsatz
Gut
34,10/34,10 €
Gut
ohne Altersrückstellung
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21073A 73
Über Höchstsatz Hervorragend 38,08/56,39 €
Sehr Gut
Quellen: Angaben der Versicherer, DFSI; Auswahl: Gesamtnote „Gut“ und besser; 1)beispielhaft, GoÄ = Gebührenordnung Ärzte; GoZ = Gebührenordnung Zahnärzte
73
12.05.21 11:22
moneyservice
BESTE
PFLEGETAGEGELDVERSICHERUNG
Spezialtarife für GKV-Versicherte
Zusatztarife ungefördertes Pflegetagegeld (statische und flexible Tarife)
Unternehmen
Tarifname
Allianz
PflegetagegeldBest AOK Baden(PZTB03)
Württemberg
DFV Dt.
Familienversicherung
Knappschaft
PflegePlus
HanseMerkur
INTER
DKV
DKV
Kooperationspartner
KNAPPSCHAFT
Pflegemonatsgeld
Tarif PG mit den
Tarifstufen PGA,
DAK-Gesundheit
PGS/DAK Plus
Pflege
INTER QualiCare® Tarifstufen QC 1-5 BKK firmus
und QCS 2-4
AOK Hessen, Audi
BKK, vivida bkk,
Pflege Tagegeld
energie-BKK, Salus
PTG
BKK, VIACTIV
Krankenkasse
Mobil Krankenkasse,
Pflege Tagegeld
BIG direkt gesund,
PTG
BKK VBU
Beitragsvorteil
Service- Dynamik
vorteile VOR/NACH
Eintritt
Pflegebedürftigkeit
Assistance- Sonderleistungen zahlungen
für nahe
Angehörige
Beitrags- Tarifmerkmale monatliche Präfreiheit im Bewertung mie für ein PfleLeistungsgemonatsgeld
fall
von 1500 Euro in
Pflegegrad 5 für
25/45-Jährige1)
Gesamtnote
Optional,
Ja,
ab PG 2 ab PG 5 Hervorragend 22,25/50,35 € Hervorragend
Im Tarif
inkludiert, abJa,
Sehr Gut
18,56/66,44 € Hervorragend
PG 1
ab PG 1
Ja
Ja
Ja/Ja
Ja
Nein
Ja
Ja/Ja
Ja
Nein
Ja
Ja/Ja
Ja
Im Tarif
inkludiert,
ab PG 2
Ja
Ja
Ja/Ja
Ja
Optional,
Ja,
ab PG 2 ab PG 5
Ja
Ja
Ja/Ja
Ja
Optional,
ab PG 2
Nein
Gut
17,78/42,84 €
Sehr Gut
Ja
Ja
Ja/Ja
Ja
Optional,
ab PG 2
Nein
Sehr Gut
17,78/42,84 €
Sehr Gut
Nein
Nein
Ja/Ja
Ja
Optional,
Ja,
ab PG 1 ab PG 4
Sehr Gut
31,61/60,65 €
Gut
eig.
Koop.-tarif
Ja
Ja/Ja
Ja
Optional,
Ja,
ab PG 2 ab PG 4
Sehr Gut
30,67/63,90 €
Gut
Gut
32,40/64,05 €
Gut
Optional,
Ja,
ab PG 2 ab PG 4 Hervorragend 40,05/86,85 €
Im Tarif
inkludiert, abJa,
Gut
20,85/46,36 €
PG 5
ab PG 4
Gut
Nein
Gut
Sehr Gut
15,00/41,15 €
Hervorragend
24,48/54,38 € Hervorragend
AXA
Pflegevorsorge
VARIO
HEK - Hanseatische
Krankenkasse
HUK-COBURG
GPMvario
BARMER
LVM
PZT-Komfort
hkk Krankenkasse
Ja
Ja
Ja/Ja
Nein
R+V
MitgliederPflege
premium (PM1M)
R+V
Betriebskrankenkasse
Ja
Nein
Ja/Ja
Ja
SIGNAL IDUNA
PflegeTOP
IKK classic, IKK
Südwest
Nein
Nein
Ja/Ja
Nein
SIGNAL IDUNA
PflegeTOP
Ja
Nein
Ja/Ja
Nein
Im Tarif
inkludiert, abJa,
PG 5
ab PG 4
Gut
20,22/44,97 €
Gut
vigo
vigo akzent Pflege
(PTV)
IKK Brandenburg und
Berlin, IKK gesund
plus, IKK – Die
Innovationskasse
AOK Rheinland/
Hamburg
Ja
Ja
Ja/Ja
Nein
Optional,
Ja,
ab PG 3 ab PG 2
Sehr Gut
29,88/61,16 €
Gut
VRK
Pflege Flexible
BKK Diakonie
eig.
Koop.-tarif
Ja
Ja/Ja
Ja
Optional,
Ja,
ab PG 2 ab PG 4
Sehr Gut
33,52/69,87 €
Gut
Nein
Nein
Ja/Ja
Ja
Optional,
Ja,
ab PG 2 ab PG 4
Sehr Gut
34,40/74,36 €
Gut
Nein
Nein
Ja/Ja
Nein
BKK Linde
Ja
Ja
Ja/Ja
Nein
BKK Pfalz, BKK ProVita,
BKK VerbundPlus,
Novitas BKK
Ja
Ja
Ja/Ja
Ja
Pflegemonatsgeld
PZ – ohne
Württembergische (Tarif
Staffel-Option, mit
stat. Erhöhung)
vivida bkk
Barmenia
Pflege 100 (PM100) Dachverband BKK
Generali
PflegePlus
Münchener Verein Deutsche
PrivatPflege
flexible Tarife
74
FM21074A 74
Nein
Ja,
ab PG 3
Im Tarif
inkludiert, abJa,
PG 4
ab PG 4
Im Tarif
inkludiert, abJa,
PG 4
ab PG 2
Gut
Sehr Gut
Gut
47,40/104,85 € Befriedigend
37,18/84,43 €
Befriedigend
Optional,
Ja,
ab PG 2 ab PG 2 Hervorragend 48,84/80,13 €
Befriedigend
Quellen: Angaben der Versicherer, DFSI; Auswahl: Gesamtnote „Befriedigend“ und besser; 1)beispielhaft; PG = Pflegegrad
FOCUS-MONEY 21/2021
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die Fairsten der Branche gekürt. Zahlreiche Anbieter erweisen sich als echte Seriensieger
von Gunther Meyn
R
ückblick: Im Corona-Frühjahr 2020 waren in Spitzenzeiten mehr als sechs Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit – und mussten sich finanziell entsprechend einschränken. Damals befürchteten Finanzvertriebler eine
große Stornowelle bei Altersvorsorgeprodukten. Zu Recht
warnten sie vor den finanziellen Folgen einer vorschnellen
Vertragsauflösung. Tatsächlich aber blieben die betroffenen
Policeninhaber standhaft. Laut einer Analyse des Lübecker
Maklerpools lag die Zahl der Kündigungen im ersten Halbjahr 2020 nur geringfügig über der im Vorjahreszeitraum.
Die alljährliche Marktstudie der Continentale zeigt sogar,
dass das Interesse an einer privaten Vorsorge in der Krisenzeit gestiegen ist. „Die Corona-Pandemie hat ganz offenkundig noch einmal viele Menschen für das Thema Altersvorsorge sensibilisiert. Und zwar vor allem diejenigen, die wegen
ihrer geringen Einkommen besonders von Altersarmut bedroht sind“, sagt Dr. Helmut Hofmeier, Vorstand Leben im
Continentale Versicherungsverbund.
Qual der Wahl. Dennoch gilt: Die Wahl eines individuell geeigneten Vorsorgeprodukts stellt Finanzlaien vor enorme
Herausforderungen – zumal die verbindlichen Renditeversprechen immer kleiner und das Angebot an Anlagekonzepten immer größer wird. Auch das Thema Nachhaltigkeit gewinnt in der Finanzwelt an Relevanz. Hinzu kommen die
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Foto: Adobe Stock
unterschiedlichen staatlichen Fördermöglichkeiten. Da verliert der Vorsorgewillige schnell den Überblick. Ohne professionelle Unterstützung aber trifft man bei langfristigen Anlageprodukten schnell fatale Fehlentscheidungen.
Faire Finanzbetreuer. An potenziellen Partnern für komplexe Geldangelegenheiten mangelt es nicht. Die großen Finanzvertriebe verfügen über ein Heer von Beratern und werben mit maßgeschneiderten Produktlösungen. Doch welche
Anbieter behandeln ihre Kunden wirklich fair? Um diese Frage zu beantworten, hat FOCUS-MONEY gemeinsam mit dem
Kölner Beratungs- und Analyseinstitut ServiceValue die Fairness der Branche untersucht – in diesem Jahr zum mittlerweile elften Mal. Dazu nahmen die Wissenschaftler zwölf
bankunabhängige Allfinanzvertriebe ins Visier. Zwischen
März und April haben sie rund 1000 Kunden nach ihren Erfahrungen befragt. Dabei wurden 25 Service- und Leistungsmerkmale berücksichtigt (s. Grafik S. 78). Abgefragt wurden
auch wieder die Punkte Kundenbindung, Treue, Loyalität
und Weiterempfehlung.
Zwar ist die Gesamtfairness gegenüber dem Vorjahr leicht
rückläufig – dennoch bewegen sich die Kundenbewertungen
weiterhin auf einem hohen Niveau. „Die Auswertung macht
deutlich, dass auf die Finanzvertriebe auch in schwierigen
Zeiten Verlass ist“, so ServiceValue-Geschäftsführer
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 10:26
FAIRSTER
FINANZVERTRIEB
GESAMTRANKING
Viel Kontinuität in
Sachen Fairness
Insgesamt sieben von zwölf bewerteten Finanzvertrieben erreichten diesmal ein überdurchschnittliches Ergebnis – und
schafften es so ins Ranking. Hintergrund: Ein „Gut“ erhalten Unternehmen, die im Kundenurteil
besser als der Durchschnitt abschneiden. Die Top-Bewertung
„Sehr Gut“ geht an Unternehmen,
die über dem Mittelwert der „Guten“ landen. Das gelang diesmal
vier Anbietern.
Mit GLOBAL-FINANZ, MLP und
TELIS FINANZ finden sich in der
Bestenliste drei „Wiederholungstäter“. Das Trio erreichte bereits
im Vorjahr die Bestnote, während
Dr. Klein und Swiss Life Select erneut mit „Gut“ performen. Den
Sprung in die Phalanx der Besten
schaffte auch der rheinische Anbieter Bonnfinanz, Deutschlands
ältester Allfinanzvertrieb.
Wie solide die sieben Fairnesssieger aufgestellt sind, wird beim
Blick in die Einzelrankings ersichtlich (s. S. 79). In allen sechs Kategorien finden sich ausschließlich
die hier aufgezählten Unternehmen.
Rangliste
Urteil
Unternehmen
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Gut
Gut
Gut
DVAG
GLOBAL-FINANZ
MLP
TELIS FINANZ
Bonnfinanz
Dr. Klein
Swiss Life Select
Beachtlich
Qualität der Produkte
Die Portfolios aus dem
Anlageuniversum der
Finanzprofis können
sich offenbar sehen
lassen: 85 Prozent der
Befragten loben die
Qualität der Finanzprodukte. Nur drei Prozent
sind überhaupt nicht
zufrieden.
„Die Qualität der Produkte und Leistungen meines
Finanzvertriebs ist hoch.“
in Prozent der Befragten
trifft überhaupt nicht zu
3
trifft eher nicht zu
12
39 trifft voll und ganz zu
trifft eher zu 46
Quelle: ServiceValue
5-Jahreswertung
Die Dauerbrenner aus Kundensicht
Der Wettbewerb
unter den Finanzvertrieben
ist
5 JAHRE
groß. Offensive
FAIRSTER
Werbekampagnen sind regelmäßig Teil ihrer Marketingstrategie.
Doch langfristige
Kundenzufriedenheit lässt sich nicht erkaufen, nur erarbeiten.
Aus der 5-Jahres-Auswertung geht
hervor, welche Anbieter aus Kundensicht dauerhaft mit einer überdurchschnittlichen Fairness-Performance
überzeugen konnten. Das Tableau zeigt
jene Finanzvertriebe, die es in den letz-
FINANZVERTRIEB
5-Jahres-Ranking
Urteil
Unternehmen
Sehr Gut Swiss Life Select
Sehr Gut TELIS FINANZ
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
ten fünf Studienjahren (Erhebungen
von 2017 bis 2021) regelmäßig in die
Rangliste der fairsten Anbieter schafften – und dabei mindestens dreimal die
Bestnote „Sehr Gut“ erhalten haben.
Fazit: Das Seriensieger-Duo besteht
– wie bereits im Vorjahr – aus TELIS
FINANZ und Swiss Life Select.
KUNDENBEWERTUNG:
Für die Studie wurden
über 1000 Kundenurteile
eingeholt
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21077A 77
77
12.05.21 10:26
moneyservice
So wurden die Rankings ermittelt
Im Auftrag von FOCUS-MONEY hat
ServiceValue zum elften Mal die Fairness großer bankunabhängiger Finanzvertriebe untersucht. Hierzu hat
das Analyse- und Beratungsunternehmen über 1000 Kundenurteile
ausgewertet. Abgefragt wurden 25
Service- und Leistungsmerkmale.
Die Bewertung dieser Fairness-
Aspekte erlaubt eine aussagefähige
Messung des subjektiven FairnessBegriffs. Jeder Befragte des OnlinePanels durfte bis zu zwei Finanzvertriebe beurteilen, bei denen er in den
vergangenen zwölf Monaten Kunde
war. Die Ergebnisse wurden anschließend von den ServiceValueFachleuten nach wissenschaftlichen
Methoden ausgewertet.
Zunächst errechneten sie über
eine vierstufige Bewertungsskala für
jedes Merkmal einen normierten Indexwert auf einer Skala zwischen
null und hundert. Die Leistungsprofile zeigen die Durchschnittswerte der
einzelnen Finanzvertriebe auf Basis
einer vierstufigen Notenskala im Vergleich zum Gesamtmarkt (hier am
Beispiel von Telis Finanz). Außerdem
legten die Experten sechs Fairness-
Kategorien fest und ordneten ihnen
die Attribute zu. Zusätzlich zum Gesamturteil zeigt die Studie so die
Stärken und Schwächen der Anbieter in verschiedenen Disziplinen (s.
Ranglisten S. 77 und S. 79).
Die Werte für die Teildimensionen
errechneten die Fachleute als ungewichteten Durchschnitt der dazugehörigen Indexwerte.
Das Urteil „Fairster Finanzvertrieb“
ergibt sich wiederum aus den sechs
Kategoriewerten, die zu gleichen
Teilen in das Gesamtergebnis ein
fließen.
25 Merkmale – ein Fairness-Profil
Bewertung von 1 (trifft voll und ganz zu) bis 4 (trifft überhaupt nicht zu)
Fairer
Schutz und
Vorsorge
1,5
1,6
1,7
1,8
gesamt
Max
Qualität der Produkte
Tarifauswahl/Tarifvielfalt
1,9
2,0
2,1
2,2
2,1
2,2
2,3
2,4
2,5
2,3
2,4
2,5
Min
TELIS FINANZ
Transparenz der Tarife und Angebote
Sicherheit der Produkte
Eingehen auf Kundenbedürfnisse
Faire
Kundenberatung
Fachkompetenz
Soziale Kompetenz
Ehrlichkeit
Beratungsqualität
Doku/Protokollierung der Beratungsinhalte/-ergebnisse
Kapitalmarktorient. Vorschläge zur Vermögensoptimierung
Belohnung von Kundentreue
Faire
Kundenbetreuung Regelm. Überprüfung von Vers.-umfang und -beiträgen
Umgang mit Beschwerden/Reklamationen
Reaktionsgeschwindigkeit
Faires PreisLeistungsVerhältnis
Preis-Leistungs-Verhältnis
Kostentransparenz
Best-Price-Garantie
Faire
Kundenkommunikation
Verbindlichkeit von Aussagen
Verständlichkeit der Kommunikation
Erreichbarkeit von Mitarbeitern
Orientierungshilfen
Nachhaltigkeit
und
Verantwortung
Ökonomische Nachhaltigkeit
Übernahme sozialer Verantwortung
Ökologische Nachhaltigkeit
1,5
78
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1,6
1,7
1,8
1,9
2,0
Mittelwerte, gerundet; Quelle: ServiceValue
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Dr. Claus Dethloff. Dass sieben von zehn Befragten ihren Anbieter auch Freunden und Bekannten weiterempfehlen würden, unterstreicht das hohe Vertrauen der Kunden. Zudem
gaben knapp drei Viertel der Teilnehmer an, ihrem Finanzpartner auch in zwei Jahren noch treu sein zu wollen.
Aus den einzelnen Kategorie-Rankings wird ersichtlich,
wo die konkreten Stärken der Finanzprofis liegen. Beispiel:
„Höchste Nachhaltigkeit & Verantwortung“. Hier sollten die
Studienteilnehmer anhand von drei Fragen die ethischen
FAIRSTE
KUNDENBETREUUNG
FAIRSTER
SCHUTZ UND
VORSORGE
FAIRSTE
KUNDENBERATUNG
FAIRSTE
KUNDENKOMMUNIKATION
Skills der Finanzvertriebler bewerten. Sechs Anbieter stachen hier hervor. Besonders detailliert wurde die Kernkompetenz „Faire Kundenberatung“ unter die Lupe genommen:
Geht der Anbieter auf die Kundenbedürfnisse ein? Macht er
kapitalmarktorientierte Vorschläge zur Vermögensoptimierung? Insgesamt sieben Unternehmen konnten in dieser Kategorie mit einer Top-Fairness überzeugen. Vermutlich kein
Zufall: Es sind jene sieben Finanzvertriebe, die auch im Gesamtranking die Nase vorn haben.
FAIRSTES
PREIS-LEISTUNGSVERHÄLTNIS
HÖCHSTE
NACHHALTIGKEIT &
VERANTWORTUNG
AUSWERTUNG:
sechs Fairness-Kategorien,
sechs Siegel, sieben
Unternehmen
Urteil
Unternehmen
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Gut
Gut
Gut
GLOBAL-FINANZ
Swiss Life Select
TELIS FINANZ
Dr. Klein
DVAG
MLP
Wer kann was am besten?
Die sechs Teilrankings zeigen, welche Finanzvertriebe in welchen Kategorien
besonders stark auftrumpfen. Insgesamt ergibt sich
hier ein einheitliches Bild.
In allen Kategorien ma-
chen insgesamt sieben
Anbieter das Rennen unter
sich aus. Keine Blöße geben sich GLOBAL-FINANZ
und TELIS FINANZ. Beide
Anbieter erreichten in jedem Ranking die Bestnote
„Sehr Gut“.
Wettbewerber MLP sticht
mit fünf Top-Bewertungen
ebenfalls hervor. Immerhin
viermal „Sehr Gut“ erhielt
der Frankurter Finanzvertrieb DVAG. Wie herausragend die Performance dieser Anbieter ist, wird beim
tieferen Blick in die Studie
deutlich. Hier zeigt sich,
dass der Abstand zwischen Top-Anbietern und
hinterem Feld in einigen
Kategorien deutlich größer
ist als noch im Vorjahr –
insbesondere in den Bereichen „Fairer Schutz und
Vorsorge“ sowie „Faire
Kundenkommunikation“.
Fairer
Schutz und Vorsorge
Faire
Kundenberatung
Faire Kunden
kommunikation
Faires PreisLeistungs-Verhältnis
Urteil
Unternehmen
Urteil
Unternehmen
Urteil
Unternehmen
Urteil
Unternehmen
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Gut
Gut
Dr. Klein
DVAG
GLOBAL-FINANZ
MLP
TELIS FINANZ
Bonnfinanz
Swiss Life Select
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Gut
Gut
Gut
DVAG
GLOBAL-FINANZ
MLP
TELIS FINANZ
Bonnfinanz
Dr. Klein
Swiss Life Select
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Gut
Gut
Dr. Klein
DVAG
GLOBAL-FINANZ
MLP
TELIS FINANZ
Bonnfinanz
Swiss Life Select
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Gut
Gut
Gut
DVAG
GLOBAL-FINANZ
MLP
TELIS FINANZ
Bonnfinanz
Dr. Klein
Swiss Life Select
KUNDENURTEIL
Einheitliches Bild
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
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Nachhaltigkeit &
Verantwortung
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
Fotos: Adobe Stock
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
Faire
Kundenbetreuung
Urteil
Unternehmen
Sehr Gut
Sehr Gut
Sehr Gut
Gut
Gut
Gut
GLOBAL-FINANZ
MLP
TELIS FINANZ
Dr. Klein
DVAG
Swiss Life Select
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
alphabetische Sortierung; Quelle: ServiceValue
79
12.05.21 10:26
moneyleserbriefe
Liebe Leserin, lieber Leser
Schreiben Sie Ihre Meinung zu den
Themen in diesem Heft – bitte
unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse:
Redaktion FOCUS-MONEY
Arabellastraße 23, 81925 München
oder E-Mail:
leserservice@focus-money.de
oder Leserbrief-Fax: 0 89/92 50-3610
Leserservice -Tel.: 0 89/92 50-25 65
(Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.)
PARADIES MIT BIS ZU 75 % STEUERSATZ
(19/21) Editorial
Als Erstes ein sehr großes Lob an Herrn
Mertgen. Die objektive Betrachtung im
Artikel „Paradies mit bis zu 75 Prozent
Steuersatz“ trifft es leider sehr genau.
Ingesamt hat mir persönlich die alte
Heftaufmachung besser gefallen. Da wurden verschiedene Themen besser aufgegriffen und erläutert. Das jetzige Heft liest sich
eher wie ein Bestellkatalog und erinnert
mich stark an die frühere Zeitschrift „Der
Aktionär“. Vielleicht gibt es ja schon Überlegungen, nicht immer 100 Aktien zu
erläutern, sondern weniger. Sehr gut gelungen ist der Bereich MONEYYOU.
Ralf Hartkopf, Weinstadt
Der steuerliche Amoklauf
links der Mitte verschont zunächst den größten Teil der
Bevölkerung, das unterscheidet ihn von Trittins Eigentor (Spritpreis 5 DM) Anfang der 90er. Aber halt!
Sobald die Unternehmerschaft unter der Folter abwandert oder austrocknet,
wird das auch bei Otto Normalverbraucher ankommen,
der plötzlich Bittsteller bei
Hartz IV wird. Doch wer ist
der Rufer in der Wüste, der
diese Mission rechtzeitig ins
breite Bewusstsein trägt?
C. Schönberger, Aachen
KRYPTOWÄHRUNG
(18/21) Coinbase
Schön, dass sich FOCUSMONEY mit Kryptowährungen auseinandersetzt.
Leider wird auch von Ihnen
immer wieder betont,
80
FM21080A 80
Kryptowährungen unterlägen keiner staatlichen
Kontrolle. Bestes Gegen
beispiel ist im Moment
XRP/Ripple: Durch den
Rechtsstreit mit der
amerikanischen Börsenaufsicht SEC ist der Handel
auf diversen Börsen wie
zum Beispiel Coinbase
ausgesetzt. Ein Kauf oder
Verkauf ist zumindest dort
nicht möglich. Das macht
die Währung im Moment
de facto wertlos, sofern
sie nicht zu einer anderen
Börse transferiert und
dort gehandelt werden
kann. Selbiges Schicksal
kann jede Währung
erleiden, wenn die Kryptobörsen die Währung aus
ihrem Handelsportfolio
streichen – zum Beispiel
aufgrund von Klagen,
Konkurrenzdruck oder
politischen Ereignissen.
Bastian Kellner, Regensburg
ISSN: 1615-4576
FOCUS Magazin Verlag GmbH, FOCUS-MONEY, Arabellastr. 23, 81925 München,
Postfach 88 88, 81903 München Telefon: 089/92 50-0, Fax: 0 89/92 50-20 26
Pflichtblatt der Börse in Frankfurt, Düsseldorf, München, Hamburg, Berlin,
Stuttgart, Bremen und Hannover
FOCUS-MONEY ist eine Marke der BurdaVerlag GmbH
REDAKTION FOCUS-MONEY REDAKTIONS-GMBH
Chefredakteur: Frank Pöpsel
Stellv. Chefredakteur: Frank Mertgen
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MONEY-Markets (Tel.: -38 22, Fax: -36 10): Frank Mertgen (FM); Marc Bächle (MB), Heike Bangert
(BAN), Peter Bloed (BLO), Matthias Dworak (MD), Johannes Heinritzi (JH), Mika Hoffmann (HF), Tim
Holzapfel (TH), Andreas Körner (KÖ), Marian Kopocz (MK), Sinan Krieger (SK), Anna Lena Lipka (ALL),
Mario Lochner (ML), Jens Masuhr (JM), Dirk Reichmann (DR), Sascha Rose (SR), Lioba Schulz (LS),
Jennifer Senninger (JS), Verena Sepp (VS)
DSW Anlegerschutz (Tel.: 0211/6697-02): Jürgen Kurz (JK) (verantwortlich)
MONEY-Service (Tel.: -38 22, Fax: -36 10): Gregor Dolak (GD), Werner Müller (WM), Thomas Schickling
(TS), Martina Simon (SIM)
Versicherungen: Werner Müller (WM)
Nachrichtendienste: AP, Bloomberg, Reuters
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Titel: Ludger Vorfeld; Thomas Laudahn
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FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 10:21
moneyanalyse
TopFonds
a
uf eine
n
Blick
Branchen-Fonds im Check
Vor allem einige große Technologie-Fonds mussten in den vergangenen Wochen Federn lassen. Dafür geht es bei Goldminen- und
besonders bei Rohstoffaktien-Fonds seit Jahresanfang deutlich nach oben – hier zeigen sich Inflationsängste der Anleger.
Rang Name
Aktien
Biotechnologie
Aktien
Gesundheitswesen
Aktien
Goldminen
Aktien
Infrastruktur
Aktien
Konsumgüter
Aktien
Ökologie
Aktien
Rohstoffe
Aktien
Technologie
1
2
3
4
5
1
2
3
4
5
1
2
3
4
5
1
2
3
4
5
1
2
3
4
5
1
2
3
4
5
1
2
3
4
5
1
2
3
4
5
Polar Capital Biotech R
RIM Global Bioscience
Allianz Biotechnologie R
DekaLux-BioTech TF
Candriam Eqs L Biotech R
CS (Lux) Digital Health Equity B
Bellevue BB Adamant Dgtl Hth B
apo Digital Health Aktien Fonds R
Fidelity Global Health Care Y
BGF World Healthscience D2
STABILITAS Gold+Res. Spec Sit P
Earth Gold Fund UI R
STABILITAS Silber+Weissm. P
Bakersteel Global Prec. Metals D
Franklin Gold & Prec Mtls A
M&G (Lux) Global Listed Infras CI
CS (Lux) Infrastructure Equity B
DWS Invest Global Infras D RD
LM ClearBridge Infras Val A
MS INVF Global Infrastructure A
Invesco Glbl Consmr Trnds Z
BNP Paribas Cons. Innovtr Privl C
LO Funds World Brands P
Fidelity Global Cnsmr Inds Y
Pictet-Premium Brands P
green benefit Global Impact Fund P
BNP Paribas Energy Transi. Privl C
Green Effects NAI-Werte Fonds
Schroder ISF Glb Clmt Chg Eq C
ÖkoWorld Klima C
GR Dynamik
Bakersteel Glb Fds – Elctm A2
BGF World Mining D2
Craton Capital Gl Resources A
Sunares Sustainable Natural Res.
ABAKUS New Growth Stocks
Allianz Global Artfcl Intlgc P
BGF World Technology D2
JPM US Technology A
Fidelity Global Technology Y
WKN
A1W70F
580452
A2AMPU
DK1A3Z
A2DHUX
A2H661
A2JJA7
A2AQYW
A1W4T7
A1J4QL
A0MV8V
A0Q2SD
A0KFA1
A12FT7
A1CU84
A2DXUB
A2H66S
DWS1R9
A2AP7B
A0Q8T6
A2H5HT
A1T8WM
A2JLNB
A1W4T4
A0ET47
A12EXH
A1T8W6
580265
A0MSUR
A0MX8G
A0H0W9
A0F6BP
A0J2PH
A0RDE7
A0ND6Y
A0RGKU
A2PGCW
A1JRX1
A0HG3G
A1W4TN
Kurs
in Euro
31,49
461,59
143,36
494,43
190,32
883,79
221,25
91,28
27,02
56,70
62,98
120,18
57,90
416,85
8,62
14,50
183,96
153,14
12,59
57,13
18,31
421,79
580,38
27,62
241,18
234,97
190,34
377,35
28,95
121,52
34,34
75,14
65,61
133,46
104,55
222,07
1.979,26
67,13
647,68
54,00
Währung
jährliche Fondsvol.
Gebühr in Mio. €
in %
Dollar 1,75
Euro 4,05
Euro
1,17
Euro 2,25
Dollar
–
Dollar 1,85
Dollar 2,29
Euro
1,59
Euro
1,05
Euro
–
Euro
3,07
Euro
2,34
Euro 2,22
Pfund 1,51
Euro
1,83
Euro
0,97
Dollar 1,84
Pfund 0,85
Euro
1,95
Dollar 1,74
Dollar 1,12
Euro
–
Euro 2,22
Euro
1,05
Euro 2,00
Euro 3,50
Euro
–
Euro
–
Dollar 1,04
Euro 6,83
Euro
2,12
Euro
2,48
Euro
–
Dollar 1,96
Euro 2,40
Euro
2,16
Euro
1,08
Dollar 1,07
Euro
1,73
Euro
1,04
1149,5
–
252,1
325,5
1562,7
5743,2
1109,7
501,8
1307,9
10247,3
17,3
217,4
170,1
888,9
362,8
634,0
703,6
1400,9
635,0
1011,0
–
1214,0
730,4
1428,1
1047,8
160,9
2806,2
162,2
3729,6
575,0
21,9
201,7
6862,4
6,4
22,6
14,9
–
10101,6
4672,5
11968,5
Wertentwicklung in %*
lfd. Jahr
1 Jahr
1,4 21,3
–3,7
9,6
–2,7
2,7
–1,8
4,3
–6,4 –3,0
–6,0 35,1
–4,3 32,8
1,2 29,2
11,8 13,9
7,0
8,3
16,7 85,8
0,5 42,7
3,8 28,0
0,6
9,2
3,2 24,7
11,1 20,5
6,4 31,6
12,3
9,0
4,8 16,1
10,0 10,7
6,9 64,4
6,0 39,8
1,9 37,5
6,1
31,8
11,5 50,5
–9,7 129,0
–14,1 142,5
11,0 55,1
8,5 59,7
0,6 42,3
15,0 77,6
21,1 65,1
33,0 80,0
21,6 100,9
10,3 59,5
7,1 64,9
4,1 69,2
–3,5 42,8
–4,7 40,9
14,2 48,8
3 Jahre
5 Jahre 10 Jahre
68,4 149,6
–
52,8 149,2 459,9
49,1
–
–
42,1
54,1 329,3
41,3
78,7 443,6
115,6
–
–
112,6
–
–
88,4
–
–
62,1
78,6 278,6
60,9 86,0
–
140,0 149,7 –23,9
111,6 96,1 –10,5
110,0 95,0 –19,6
87,5
87,3
–
86,0 42,5 –29,3
47,7
–
–
45,3 65,9 139,8
32,2 38,1
–
25,2
–
–
24,5 33,2 160,6
84,1
–
–
73,9 133,5
–
60,8 153,0 241,6
59,3 101,1 284,1
52,3 94,9 155,5
186,2 236,8
–
93,1 130,3
–
85,5 115,7 235,3
79,1 133,6 250,2
77,2 162,8 237,9
109,8
78,6 –35,1
103,4 102,6
10,6
72,1 152,9 –2,9
64,9 127,7 –26,0
57,6
81,5 –20,0
140,9 268,2 404,3
140,8
–
–
140,2 353,6 646,9
139,5 335,3 610,2
127,8 274,1 661,3
MorningstarRating**
★★★★★
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*Wertentwicklung (Total Return) kumuliert auf Euro-Basis; **Morningstar-Rating: Bewertung von Morningstar auf Basis der risiko- und kostenadjustierten Rendite, Top-Fonds erhalten ★ ★ ★ ★ ★ , die schwächsten zehn Prozent nur ★
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21081A 81
81
12.05.21 12:43
moneyanalyse
Deutsc
he
Aktien
BRENNTAG
Brenntag
Aktienkurs in Euro
Kurs runter trotz Rekord-Ebitda
60
Der Weltmarktführer in der Chemiedistribution Brenntag hat im ersten Quartal mit
knapp über 300 Millionen Euro den größten operativen Betriebsgewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen in der Unternehmensgeschichte erzielt. Der
Umsatz hingegen ging um 2,5 Prozent etwas zurück und der auf die Aktionäre
entfallende Konzerngewinn sank von 113,7 auf 97,5 Millionen Euro. Der Kurs stand
nah am Rekordhoch, fiel nach den Zahlen jedoch um rund vier Prozent.
ISIN DE000A1DAHH0
Name
DAX
Adidas NA
Allianz vNA
BASF NA
Bayer NA
BMW St
Continental
Covestro
Daimler NA
Delivery Hero
Deutsche Bank NA
Deutsche Börse NA
Deutsche Post NA
Deutsche Telekom NA
Dt. Wohnen Inh.
E.ON NA
Fresenius
Fresenius M. C. St.
HeidelbergCement
Henkel Vz.
Infineon NA
Linde PLC
Merck
MTU Aero Engines
Münch. Rück vNA
RWE St.
SAP
Siemens Energy
Siemens NA
Volkswagen Vz.
Vonovia NA
MDAX
Airbus
Aixtron NA
Alstria Office
Aroundtown
Aurubis
Bechtle
Beiersdorf
82
FM21082A 82
Empfohlen am 5.1.2021
WKN
Kurs
in €
A1EWWW
840400
BASF11
BAY001
519000
543900
606214
710000
A2E4K4
514000
581005
555200
555750
A0HN5C
ENAG99
578560
578580
604700
604843
623100
A2DSYC
659990
A0D9PT
843002
703712
716460
ENER6Y
723610
766403
A1ML7J
286,35
211,55
68,81
54,96
83,40
113,12
57,76
71,95
111,70
11,38
138,20
50,64
16,61
42,30
10,64
42,72
65,50
74,02
94,72
31,44
244,65
138,90
207,20
238,90
31,05
112,74
25,13
139,92
207,15
50,68
938914
A0WMPJ
A0LD2U
A2DW8Z
676650
515870
520000
95,68
15,60
14,19
6,50
78,90
154,55
96,98
Empfehlungskurs 64,56 €
+/- zur
Vorwoche in %
+/- seit
30.12.20
in %
Hoch / Tief
52 Wochen
in €
2,0
–1,3
–2,2
1,5
–0,29
–1,3
–0,45
–2,0
–10,8
–0,92
–2,1
–0,71
0,48
–2,0
0,70
2,5
1,3
–0,78
–1,3
–3,3
–0,71
–2,7
–2,4
–3,9
–3,5
–3,9
–4,2
–3,0
–1,7
–2,2
–3,9 306,8 / 189,4
5,4 221,5 / 139,78
6,3 72,88 / 41,14
14,1 73,63 / 39,91
15,5 90,68 / 45,30
–6,7 130,85 / 68,80
14,4 63,24 / 27,94
24,5 77,99 / 26,30
–12,0 145,4 / 80,74
27,1 11,78 / 5,80
–0,75 170,15 / 124,85
25,0 51,70 / 25,50
11,1 17,36 / 12,59
–3,2 46,97 / 37,17
17,4 10,81 / 8,27
12,9 46,51 / 31,03
–4,0 79,96 / 55,18
20,9 81,04 / 38,83
2,6 99,50 / 75,00
0,16 37,31 / 16,50
14,9 249,8 / 160,05
–1,0 150,1 / 98,20
–2,9 221,0 / 112,4
–1,6 269,3 / 173,45
–10,2 38,65 / 26,55
5,1 143,32 / 89,93
–16,2 34,48 / 18,36
19,1 145,96 / 77,79
35,9 252,2 / 111,1
–15,2 62,74 / 47,30
–2,7
4,8 104,56 / 48,24
–6,4
9,4 20,35 / 8,73
–1,7 –4,1 15,34 / 10,50
–1,9
6,1
6,72 / 3,86
1,6 23,9 79,96 / 46,19
–5,3 –13,4 190,7 / 141,5
0,96
2,7 104,1 / 81,86
Kurs aktuell 73,38 €
40
30
20
KBV
KCV
Q
W
E
Gewinn 20 Gewinn 21
je Aktie
je Aktie
275,83
192,74
61,18
51,58
70,87
107,76
49,71
57,44
109,87
9,06
142,06
41,69
15,13
42,58
9,38
37,86
67,52
62,06
89,63
29,61
214,40
133,13
184,43
238,31
33,45
114,60
27,34
121,20
164,90
56,82
7,7
1,1
1,7
1,8
0,8
1,7
1,7
1,2
19,1
0,4
3,8
3,7
2,2
1,1
3,5
1,3
1,5
1,1
2,3
4,4
3,4
3,6
4,2
1,1
1,2
4,0
1,2
3,0
0,9
1,2
41,3
2,21
5,0 16,32
11,7 –1,15
14,3 –10,68
4,2
5,73
8,3 –4,81
9,0
2,48
3,4
3,39
— –7,00
0,8
0,07
17,9
5,89
8,7
2,36
3,3
0,88
29,2
4,13
5,2
0,39
3,6
3,06
4,5
3,96
4,9 –10,78
13,6
3,23
22,0
0,26
21,1
3,87
17,4
4,57
28,4
2,59
4,6
8,63
4,7
1,56
18,5
4,35
12,5 –2,21
14,0
4,86
4,2 16,60
27,1
5,87
84,33
13,85
13,44
5,53
64,93
167,97
93,66
10,7
3,5
0,8
0,7
1,1
5,4
3,5
—
—
24,5
21,0
7,8
20,9
21,8
R
–1,45
0,31
0,95
0,49
5,95
4,58
2,47
2020
2019
Neuer Stopp 62,37 €
KGV 21
T
Z
7,60
19,79
4,74
5,81
10,99
7,25
5,83
10,17
–3,55
0,78
6,56
3,47
1,06
1,62
0,72
3,25
3,60
7,46
4,82
1,12
7,92
6,96
5,95
20,43
1,60
5,02
0,44
6,63
27,06
2,85
2,21
0,48
0,62
0,42
5,29
5,08
2,94
Quelle: Bloomberg
50
+/– in % +13,7
200 Tage
Linie
70
2021
Kursziel 85,00 €
Dividenden- Dividenden- HVRendite 20 Rendite 21 Termin
in %
in %
Kursziel
U
U
I
O
37,7
10,7
14,5
9,5
7,6
15,6
9,9
7,1
—
14,5
21,1
14,6
15,6
26,1
14,8
13,1
18,2
9,9
19,6
28,2
30,9
20,0
34,9
11,7
19,4
22,5
57,2
21,1
7,7
17,8
1,0
4,5
4,8
3,6
2,3
—
2,3
1,9
—
—
2,2
2,7
3,6
2,4
4,4
2,1
2,0
3,0
2,0
0,7
1,3
1,0
0,6
4,1
2,7
1,6
—
2,5
2,3
3,3
1,1
4,8
4,9
3,6
3,9
2,1
3,8
4,9
0,0
1,4
2,3
3,2
3,6
2,4
4,6
2,0
1,8
3,4
2,0
0,9
1,4
1,1
0,9
4,3
2,9
1,6
0,8
2,5
3,2
3,5
12.05.
308,89
229,05
76,68
64,37
97,60
134,33
67,25
93,82
150,74
10,63
157,91
57,93
20,19
50,13
11,46
48,76
67,78
84,26
102,00
39,83
265,86
146,08
201,52
271,22
40,40
128,94
36,36
158,43
277,05
65,48
43,3
32,6
22,9
15,4
14,9
30,5
33,0
—
0,7
3,7
2,2
1,6
0,9
0,7
0,7
0,9
3,8
3,7
1,8
1,0
0,7
29.04.
11.05.
16.06.
27.05.
06.05.
01.06.
12.05.
21.05.
20.05.
04.04.
26.07.
30.06.
15.06.
Analystenempfehlungen
P
20
19
16
19
15
11
20
23
19
1
14
24
25
17
22
19
8
16
10
25
26
13
6
17
23
25
17
22
22
21
18
10
11
11
12
17
4
5
3
17
14
4
4
6
6
4
15
13
15
6
9
11
15
9
5
8
2
6
6
4
2
1
3
1
4
2
3
1
2
12
0
1
0
4
2
1
1
1
2
1
1
3
6
3
1
4
0
2
0
1
114,13 20
20,90 7
15,50 10
7,37 12
75,17 3
182,98 8
92,64 5
8
2
6
3
5
6
16
0
1
2
2
4
1
7
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 12:05
1 Die 200-Tage-Linie zeigt den Durchschnittswert der
200 letzten Handelstage. Schneidet der Aktienkurs
die Linie von unten nach oben und gibt damit ein
technisches Kaufsignal, erscheint der Stand der
200-Tage-Linie in einem grünen Viereck. Schneidet
der Aktienkurs die Linie von oben nach unten
und erzeugt damit ein technisches Verkaufssignal,
steht der Stand der 200-Tage-Linie in einem roten
Rechteck.
2 KBV: Kurs-Buchwert-Verhältnis auf Basis des letzten
berichteten Buchwerts.
3 KCV: Kurs-Cashflow-Verhältnis auf Basis des letzten
berichteten Netto-Cashflow.
4 Gewinn je Aktie 20: berichteter Gewinn oder von
den beim Finanzdienst Bloomberg erfassten Analysten im Durchschnitt (Konsens) erwarteter Gewinn
Name
Brenntag NA
Cancom
Carl Zeiss Meditec
Commerzbank
CompuGroup Med.
CTS Eventim
Dürr
Encavis
Evonik Industries
Evotec
Fraport
freenet NA
Fuchs Petrolub Vz.
GEA Group
Gerresheimer
Grand City Prop.
Hann. Rückvers. NA
Hella
HelloFresh
Hochtief
Hugo Boss NA
K+S NA
Kion Group
Knorr-Bremse
Lanxess
LEG Immobilien
Lufthansa vNA
MorphoSys
Nemetschek
Nordex
Porsche Vz.
ProSiebenSat.1
Puma
Qiagen
Rational
Rheinmetall
Sartorius Vz.
Scout24 NA
WKN
A1DAHH
541910
531370
CBK100
A28890
547030
556520
609500
EVNK01
566480
577330
A0Z2ZZ
579043
660200
A0LD6E
A1JXCV
840221
A13SX2
A16140
607000
A1PHFF
KSAG88
KGX888
KBX100
547040
LEG111
823212
663200
645290
A0D655
PAH003
PSM777
696960
A2DKCH
701080
703000
716563
A12DM8
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21083A 83
Kurs
in €
+/- zur
Vorwoche in %
+/- seit
30.12.20
in %
73,72 –3,3 16,4
46,99 –7,1
3,6
138,85 –4,3 27,5
6,18 10,1 17,4
64,10 –1,6 –18,4
52,80 –1,0 –2,9
32,40 –7,4 –3,0
14,59 –3,2 –31,7
29,41 –2,1 10,2
33,94 0,59 12,1
59,98
1,8 21,5
21,43 0,33 24,6
41,76 –4,9 –10,1
35,58 –2,3 21,5
89,40 –1,4
1,9
21,50 –1,8
2,6
147,75 –3,3 13,4
49,63 –3,4 –6,2
65,12 –0,55
3,0
70,62 –6,6 –11,2
41,24 –3,4 51,1
10,65
4,1 36,7
82,42 –2,0 15,8
103,60 –0,62 –7,2
61,80 –4,1 –1,5
115,85 0,30 –8,8
10,70 –4,8 –1,0
67,40 –3,9 –28,2
56,32 –2,8 –6,8
19,50 –6,2 –12,0
83,86 –4,2 48,7
16,78 –5,7 22,0
90,00 0,20 –2,5
38,47 –3,3 –9,4
781,60 0,93
2,6
83,58 –5,1 –3,5
413,70 –7,7 20,4
68,80 –2,2
2,6
je Aktie im abgelaufenen Geschäftsjahr, das erst mit
der Vorlage der endgültigen Bilanz des Geschäftsjahrs (keine vorläufigen Zahlen) auch als abgeschlossen gilt. In der Regel handelt es sich um das
Kalenderjahr, doch gibt es oft gebrochene Geschäftsjahre, die z. B. bis 30. September laufen (Beispiele aus dem Dax: Siemens, Infineon).
Dividendenvorschlag veröffentlicht hat). Bei inter
nationalen Aktien: Dividendenrendite auf Basis der
Nettodividenden der letzten 12 Monate.
Dividendenrendite 21 in %: Dividendenrendite auf
Basis der Folgedividende nach der Dividende der
Spalte „Dividendenrendite 2020“ (in der Regel die
für das Kalenderjahr/Geschäftsjahr 2021 prognostizierte Dividende, auszuzahlen 2022).
5 Von den beim Finanzdienst Bloomberg erfassten
Analysten im Durchschnitt (Konsens) erwarteter
Gewinn je Aktie im Geschäftsjahr, das auf das Geschäftsjahr nach Ziffer 4 folgt.
8 HV-Termin: Termin der nächsten Hauptver
sammlung.
6 Kurs-Gewinn-Verhältnis auf der Basis der Gewinnschätzungen für das Kalenderjahr/Geschäftsjahr
2021.
7 Dividendenrendite 20 in %: Bei deutschen Aktien
die Dividendenrendite auf Basis der letzten gezahlten Dividende oder der für das letzte Geschäftsjahr
angekündigten Dividende (wenn der Vorstand vor
der nächsten Hauptversammlung bereits einen
Hoch / Tief
52 Wochen
in €
77,08 / 41,87
59,05 / 32,98
151,05 / 80,65
6,20 / 2,81
85,40 / 59,40
59,20 / 31,36
37,78 / 16,69
25,55 / 11,22
31,00 / 20,04
43,00 / 21,31
61,50 / 30,26
21,86 / 13,59
49,70 / 31,78
37,34 / 20,74
103,7 / 70,20
22,94 / 18,85
166,8 / 120,7
55,85 / 29,68
77,90 / 33,80
90,60 / 60,75
43,13 / 19,40
10,71 / 4,98
88,20 / 41,25
117,24 / 78,53
67,38 / 41,31
129,16 / 106,04
12,96 / 6,85
125,2 / 61,66
74,35 / 50,95
29,20 / 6,80
99,80 / 39,52
18,84 / 8,19
94,36 / 55,04
46,95 / 36,00
888,0 / 407,4
93,80 / 58,66
502,0 / 261,6
79,80 / 60,30
200 Tage
Linie
KBV
KCV
Q
W
E
62,82
47,37
117,49
5,06
75,69
48,10
30,89
17,55
26,14
27,65
44,31
18,08
44,11
30,97
91,72
20,97
141,15
46,94
56,39
75,51
27,87
7,75
74,28
105,45
56,90
119,42
9,75
92,55
59,98
18,55
62,79
13,70
81,99
42,36
686,91
81,65
388,56
69,13
3,0
2,9
8,0
0,3
5,5
11,3
2,4
3,4
1,5
7,0
1,6
1,5
3,5
3,1
3,2
1,0
1,6
2,4
15,5
7,4
3,8
0,8
2,3
9,1
1,8
1,1
3,2
3,8
14,6
3,3
0,7
2,8
6,9
3,8
15,9
1,9
29,6
2,4
Gewinn 20 Gewinn 21
je Aktie
je Aktie
R
9,3
3,02
26,4
1,60
69,4
1,37
0,2 –2,33
—
1,40
— –0,86
11,7 –0,23
13,0
0,07
8,1
1,00
117,0
0,04
— –7,12
7,7
4,44
16,6
1,58
9,1
0,54
12,6
2,82
19,2
2,01
5,5
7,32
9,1
2,85
18,2
2,19
6,9
6,16
13,3 –3,18
4,8 –8,96
25,8
1,81
16,5
3,07
8,1 10,22
25,0 18,67
— –12,51
62,4
2,97
42,0
0,84
— –1,21
33,3
8,56
2,5
1,18
34,7
0,53
23,3
1,26
95,7
7,04
8,0 –0,62
57,3
3,30
96,9 23,17
9 Kursziel: durchschnittliches Kursziel der Analysten,
die laut Finanzdienst Bloomberg die Aktie beur
teilen.
10 Analystenempfehlung: 18/10/6 (diese Ziffern dienen
hier nur als Beispiele): Zahl der Analysten, die laut
Erfassung des Finanzdienstes Bloomberg zum Kaufen/Halten/Verkaufen der Aktie raten.
KGV 21
T
Z
3,83
1,67
2,38
0,10
2,03
–0,27
1,50
0,42
1,80
0,27
–1,98
1,74
1,72
1,42
4,45
1,10
10,79
3,26
1,93
6,75
1,05
0,13
4,01
3,79
4,00
5,54
–3,57
–5,68
1,02
0,21
13,15
1,34
1,85
2,04
8,91
8,00
6,66
1,43
19,2
28,2
58,3
62,4
31,6
—
21,6
35,2
16,4
128,1
—
12,3
24,3
25,1
20,1
19,5
13,7
15,2
33,7
10,5
39,5
85,2
20,6
27,3
15,4
20,9
—
—
55,4
93,8
6,4
12,5
48,6
18,9
87,7
10,5
62,1
48,0
Dividenden- Dividenden- HVRendite 20 Rendite 21 Termin
in %
in %
U
U
I
1,8
1,6
0,4
—
0,8
—
0,9
1,9
3,9
—
—
0,7
2,4
2,4
1,4
3,8
3,0
1,6
—
5,6
0,1
—
0,5
1,5
1,6
3,3
—
—
0,5
—
2,6
2,9
0,2
—
0,6
2,4
0,2
1,0
2,0
1,7
0,5
0,2
0,8
0,0
1,8
2,0
3,9
0,0
0,0
7,1
2,4
2,4
1,5
3,9
3,7
2,0
0,0
6,1
2,1
0,4
1,2
1,7
1,7
3,5
0,0
0,0
0,6
0,0
4,0
3,9
0,6
0,0
0,8
2,9
0,3
1,0
10.06.
29.06.
27.05.
06.05.
27.05.
02.06.
15.06.
01.06.
18.06.
03.05.
28.04.
09.06.
04.05.
30.09.
26.05.
20.05.
27.05.
01.06.
04.05.
08.07.
Kursziel
Analystenempfehlungen
O
75,98
59,00
127,60
5,87
78,00
42,25
35,80
18,06
31,76
36,00
52,96
22,44
46,36
34,34
102,00
24,34
164,15
53,44
83,73
88,47
39,58
9,47
91,05
112,44
69,17
137,11
8,39
110,65
66,68
27,55
108,47
19,22
96,92
48,29
593,07
115,22
517,64
70,42
Quelle:
So lesen Sie die Aktientabelle
P
12
7
7
7
7
1
8
3
13
9
7
9
7
10
8
13
15
8
10
5
6
5
14
7
16
15
2
12
11
7
11
10
16
10
1
19
9
7
10
3
5
15
2
3
8
6
9
2
12
5
6
14
4
5
9
9
6
4
17
12
6
8
10
4
7
6
4
7
6
3
6
11
2
1
5
7
2
0
4
6
1
3
1
1
5
0
10
3
4
3
3
1
4
4
2
1
3
4
1
2
1
1
20
0
3
0
0
5
3
2
12
0
2
0
83
12.05.21 12:05
moneyanalyse
KRONES
Krones
Aktienkurs in Euro
Erwartungen übertroffen
70
Krones, der Hersteller von Getränkeabfüllmaschinen aus Bayern, hat bessere Quartalszahlen als erwartet vorgelegt. Der Umsatz blieb mit fast 875 Millionen Euro rund
sieben Prozent hinter dem Vorjahresquartal zurück, aber der Auftragseingang legte
um mehr als 27 Prozent zu. Die Ebitda-Marge lag mit 8,7 Prozent unter dem Vorjahreswert, aber deutlich über den Erwartungen. „Krones ist bereit, um vom Krisenmodus wieder auf Wachstum umzuschalten“, so CEO Christoph Klenk.
ISIN DE0006335003
Name
MDAX
Shop Apotheke
Siemens Healthineers
Siltronic NA
Software
Ströer & Co.
Symrise Inh.
TAG Immobilien
TeamViewer
Telefónica Deutschl.
thyssenkrupp
Uniper NA
United Internet NA
Varta
Wacker Chemie
Zalando
SDAX
1&1 Drillisch
Aareal Bank
Adler Group
ADVA Optical Net.
Amadeus Fire
Auto1 Group
BayWa vNA
Befesa
Bilfinger
Borussia Dortmund
Ceconomy St.
CeWe Stiftung
Corestate Capital
Dermapharm Holding
Deutz
DIC Asset NA
Drägerwerk Vz.
Dt. EuroShop NA
Dt. Pfandbriefbank
DWS Group
Eckert & Ziegler
ElringKlinger NA
84
FM21084A 84
Empfohlen am 28.10.2020
WKN
Kurs
in €
A2AR94 155,70
SHL100
46,04
WAF300 142,55
A2GS40
33,94
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68,00
SYM999 105,45
830350 23,64
A2YN90
32,10
A1J5RX
2,43
750000
10,50
UNSE01
30,13
508903 34,08
A0TGJ5 111,65
WCH888 122,00
ZAL111
85,64
554550
540811
A14U78
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509310
A2LQ88
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A2H5Z1
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540390
A141J3
A2GS5D
630500
A1X3XX
555063
748020
801900
DWS100
565970
785602
+/- zur
Vorwoche in %
Empfehlungskurs 48,58 €
+/- seit
30.12.20
in %
Hoch / Tief
52 Wochen
in €
–3,5
5,1 249,0 / 76,90
–5,6
9,7 49,99 / 35,58
–2,1 11,3 147,35 / 68,98
–4,7
1,8 44,50 / 30,20
–3,3 –16,0 82,50 / 54,20
–1,6 –2,7 121,05 / 92,06
–6,2 –8,7 28,14 / 19,60
–7,0 –26,8 54,86 / 30,70
–1,3
7,6
2,91 / 2,10
–7,8 29,2 12,03 / 3,82
–2,6
6,7 32,18 / 24,32
–3,8 –1,0 43,88 / 29,35
–3,5 –5,5 181,3 / 72,45
–1,8
4,5 133,0 / 48,84
–1,2 –6,0 103,25 / 51,98
25,74 0,16 25,9
22,32 –4,9 14,2
22,96 –3,4 –20,8
9,98 –2,2 41,4
145,00 –1,9 20,4
42,00 –9,0
—
40,35 –3,5 22,1
60,20
6,2 16,4
27,32 –4,9
5,6
5,86
2,2
7,6
4,21 –13,1 –25,6
131,20 –1,4 41,8
11,26
1,3 –22,9
70,30 –0,42 23,4
6,87 –2,5 34,7
13,83 –3,7
2,7
74,35 –0,73 18,4
18,91 –1,3
2,5
9,60 –1,8
9,2
36,18 –1,3
4,0
75,15 –5,2 67,6
13,79 –6,3 –12,9
27,03 / 17,11
25,64 / 13,25
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154,0 / 76,70
56,76 / 42,00
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33,24 / 13,08
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137,4 / 81,00
24,24 / 10,43
77,00 / 40,79
7,14 / 3,29
16,84 / 8,96
89,10 / 60,70
20,20 / 9,28
10,56 / 4,95
38,84 / 27,43
85,60 / 31,58
17,46 / 4,33
Kurs aktuell 77,05 €
200 Tage
Linie
KBV
KCV
Q
W
E
R
50
40
T
2020
2019
KGV 21
Z
Neuer Stopp 65,49 €
U
163,79
42,38
113,20
36,66
70,44
107,87
25,07
41,42
2,33
7,94
28,89
35,69
120,57
103,75
83,76
5,9 210,4
3,5 25,6
4,4 18,1
1,8 22,3
8,4 10,1
6,2 23,9
1,3 13,6
24,9 32,8
1,1
3,4
0,7
—
0,9
8,9
1,4
6,9
9,0 19,7
3,7
6,9
10,0 40,6
—
1,40
5,36
1,29
0,62
2,22
2,47
0,52
0,11
15,40
1,08
1,54
2,36
3,81
0,88
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1,88
24,5
6,82
20,9
1,34
25,3
2,91
23,4
2,70
39,1
1,36
17,4
0,73
44,0
0,01 269,6
–0,04
—
1,95
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1,91
17,8
3,74
29,9
10,13
12,0
0,96
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—
1,7
1,4
2,2
2,9
0,9
3,7
—
7,4
—
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1,5
2,2
1,6
—
0,0
1,9
1,8
2,3
3,1
1,0
3,9
0,0
7,4
0,4
4,5
1,5
0,7
2,7
0,0
22,07
19,81
24,63
7,98
116,89
47,67
31,89
46,13
24,00
5,45
4,59
103,78
15,06
54,52
5,40
12,91
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15,60
7,79
33,98
51,93
11,42
0,9 10,1
0,5
0,4
0,7 17,3
1,8
5,4
6,9 19,5
— 155,6
1,3
2,4
6,3 20,0
1,0 12,1
1,9
—
2,0
1,4
3,1
6,7
0,4
—
11,8 30,3
1,5 20,8
1,0 16,3
1,4
3,0
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0,4
0,3
1,1 18,8
10,5 42,9
1,0
4,0
1,24
–1,50
1,99
0,40
3,29
–0,84
1,04
2,43
2,47
–0,48
–0,65
7,15
–3,04
1,59
–0,89
0,88
13,34
–4,07
0,74
2,78
1,11
–0,64
1,94
1,32
1,13
0,71
6,22
–0,66
1,18
2,63
1,18
–0,45
0,39
7,32
2,01
3,00
0,23
0,99
7,83
1,96
0,87
3,21
1,24
0,78
0,2
1,8
—
—
1,1
—
2,5
1,2
6,9
—
—
1,8
—
1,3
—
5,1
0,3
0,2
2,7
5,0
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—
0,2
4,9
2,4
—
1,4
0,0
2,5
2,1
3,3
0,0
1,0
1,9
4,1
1,9
1,4
5,2
0,3
4,2
6,6
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0,5
0,8
13,3
16,9
20,3
14,1
23,3
—
34,1
22,9
23,1
—
10,7
17,9
5,6
23,4
30,3
14,0
9,5
9,7
11,1
11,3
60,6
17,7
2021
Kursziel 115,00 €
Dividenden- Dividenden- HVRendite 20 Rendite 21 Termin
in %
in %
U
Quelle: Bloomberg
60
+/– in % +58,6
Gewinn 20 Gewinn 21
je Aktie
je Aktie
80
I
03.09.
15.06.
20.05.
18.05.
27.05.
17.06.
26.05.
27.05.
24.06.
24.05.
11.05.
09.06.
23.06.
06.05.
18.06.
09.06.
02.06.
Kursziel
Analystenempfehlungen
O
P
210,00 10
52,69 15
146,50 0
39,25 8
78,27 9
106,83 9
26,02 7
48,13 13
2,67 12
13,51 12
28,47 3
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0
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2
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13,70 2
13
6
1
0
0
5
2
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1
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0
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4
5
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1
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1
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1
0
0
0
2
0
1
0
1
0
1
0
0
0
1
4
1
1
0
6
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 12:05
BMW
BMW
70
Der Autohersteller BMW hat im ersten Quartal 2021 sein Konzernergebnis im Vergleich zum Vorjahresquartal von 574 Millionen Euro auf gut 2,8 Milliarden Euro steigern können. Der Umsatz stieg um gut 26 Prozent, in China konnte BMW sogar fast
doppelt so viele Autos verkaufen wie noch im ersten Quartal 2020. Allerdings bleibt
das Unternehmen bei seiner Jahresprognose, weil steigende Kosten für Rohstoffe
und die Chip-Knappheit negativ wirken dürften.
ISIN DE0005190003
Name
Fielmann
flatexDEGIRO
Global Fashion Grp.
Hamborner Reit
Hamburger Hafen
Hensoldt
home24
Hornbach Hold.
Hypoport SE
Indus Holding
Instone Real
Jenoptik
Jost Werke
Jungheinrich Vz.
Klöckner & Co. NA
Koenig & Bauer
Krones
KWS Saat
Leoni NA
LPKF Laser & Electr.
Medios
Metro St.
New Work
Norma Group NA
Osram Licht NA
Patrizia
Pfeiffer Vacuum
RTL Group
S&T
SAF Holland
Salzgitter
Schaeffler Vz.
SGL Carbon
Sixt St.
SMA Solar Techn.
Stabilus
Stratec
Südzucker
Empfohlen am 4.11.2020
WKN
+/- zur
Vorwoche in %
+/- seit
30.12.20
in %
577220
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A2PLUG
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A3H233
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A0S848
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HAG000
13,78 –2,1 –1,2
A14KEB
14,63 –22,5 –34,7
608340 82,50 –1,9
4,8
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620010
34,30 –1,4
6,9
A2NBX8 22,90 –2,6
9,0
A2NB60
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JST400
52,40 –2,4 21,6
621993
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KC0100
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26,50 –2,4 10,8
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707400
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19,1
540888
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A1MMCC 34,75 –3,5 –7,1
BFB001
9,68
5,1
5,2
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A1H8BV
44,06 –1,0
5,2
LED400
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1,3
PAT1AG
22,10
2,3 –15,8
691660 161,20 –2,7
2,8
861149
47,22 –2,5 18,8
A0X9EJ
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6,9
SAFH00
14,02 –0,99 25,2
620200 28,00 –2,2 29,0
SHA015
7,49 –2,8
9,5
723530
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A0DJ6J
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A113Q5
65,50 0,69 13,5
STRA55 108,60 –4,7 –11,6
729700
14,16 0,57 21,3
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21085A 85
Kurs
in €
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Hoch / Tief
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Kurs aktuell 83,64 €
200 Tage
Linie
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KCV
Q
W
E
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—
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R
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—
–0,12
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–2,01
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3,20
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–0,64
–1,08
–1,10
0,81
1,27
2,07
–0,14
T
2020
2019
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je Aktie
je Aktie
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Neuer Stopp 71,09 €
KGV 21
Z
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—
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20,1
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–0,83
—
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2,07
11,1
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25,9
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–2,09
—
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31,3
–0,08
—
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0,01 614,0
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18,4
3,48
31,2
0,83
17,0
2021
Quelle: Bloomberg
Konzernergebnis fast verfünffacht
Aktienkurs in Euro
Kursziel 112,00 €
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in %
in %
U
U
I
1,9
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—
5,2
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—
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—
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1,1
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1,1
—
—
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—
—
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—
—
0,7
0,8
0,8
1,5
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—
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1,0
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—
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0,0
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0,0
1,0
0,8
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2,0
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10.06.
17.06.
08.07.
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09.06.
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20.05.
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10.06.
21.05.
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01.06.
20.05.
15.07.
Kursziel
Analystenempfehlungen
O
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10,30
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33,00
107,50
518,00
41,79
30,02
30,35
58,33
44,00
12,46
31,25
81,50
76,10
7,97
38,25
46,50
8,55
267,00
46,64
66,15
27,36
154,08
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8,29
5,50
122,80
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69,56
138,71
14,04
P
10
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0
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0
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0
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0
0
0
1
0
0
0
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0
0
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1
0
1
1
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0
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0
1
3
0
2
2
1
1
4
3
4
1
1
1
0
1
85
12.05.21 12:05
moneyanalyse
ADIDAS
Adidas
Aktienkurs in Euro
Starker Jahresauftakt
280
Im ersten Quartal 2020 konnte der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt, Adidas, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum seinen Umsatz um 20 Prozent auf 5,27 Milliarden Euro steigern. Das Betriebsergebnis legte von 48 Millionen auf 704 Millionen
Euro zu und übertraf somit die Erwartungen der Analysten. Nach dem erfolgreichen
Jahresauftakt hebt Adidas seine Prognose für 2021 an und rechnet mit einem Umsatzplus von 17 bis 19 Prozent – zuvor erwartete der Konzern 14 bis 19 Prozent.
ISIN DE000A1EWWW0
Name
Empfohlen am 11.3.2020
WKN
Kurs
in €
+/- zur
Vorwoche in %
Empfehlungskurs 198,76 €
+/- seit
30.12.20
in %
Hoch / Tief
52 Wochen
in €
SDAX
Süss MicroTec NA
A1K023
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Takkt
744600
12,86 –8,5 20,6 14,46 / 7,53
Talanx NA
TLX100
34,88 –2,4
9,8 37,66 / 24,72
Traton
TRAT0N
26,10
8,2 15,5 26,14 / 12,72
Verbio Verein. Bio.
A0JL9W 33,88 –8,0 10,4 43,80 / 8,00
Vossloh
766710
41,60 –2,6 0,60 45,80 / 29,85
Wacker Neuson NA
WACK01 24,34 0,66 39,0 25,10 / 10,40
Westwing Group
A2N4H0 42,88 –5,9 29,5 48,60 / 5,80
Zeal Network
ZEAL24
37,90 –5,8 –17,7 46,50 / 27,50
zooplus
511170
227,60 –6,8 34,0 274,8 / 125,0
WEITERE DEUTSCHE AKTIEN
2G Energy
A0HL8N
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3U Holding
516790
3,29
2,5 50,9
3,52 / 1,42
7C Solarparken
A11QW6
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4,90 / 3,37
A.S. Création NA
A1TNNN
27,20
1,5 73,2 28,20 / 12,20
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A0KFKB
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ad pepper media
940883
5,82 –6,4 19,3
6,92 / 2,94
adesso
A0Z23Q 112,00 –1,8 16,9 126,5 / 51,60
Akasol
A2JNWZ 119,00 –0,83 23,6 137,2 / 36,31
All for One Group
511000
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Allgeier
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AT&S
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Atoss Software
510440 165,00 –5,6
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Aumann
A2DAM0 11,58 –1,9 –0,17 16,78 / 8,70
Aurelius
A0JK2A
27,40 –0,44 55,6 30,00 / 11,54
Aves One
A16811
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6,0 10,70 / 7,70
Basler
510200 110,60 –0,72 57,5 120,6 / 46,40
Bastei Lübbe
A1X3YY
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Bauer
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Berentzen Group
520160
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Bertrandt
523280 48,40 6,0 28,7 54,50 / 29,05
Bet-at-home.com
A0DNAY 44,80 –1,9 40,4 49,45 / 28,55
Bijou Brigitte
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je Aktie
2020
2019
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KGV 21
Q
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R
T
Z
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2021
Quelle: Bloomberg
240
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O
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0
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 12:05
JUNGHEINRICH
Jungheinrich, Vorzugsaktie
Umsatzprognose für 2021 erhöht
Aktienkurs in Euro
40
Der Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich startet mit einer Glanzleistung in 2021. Im
ersten Quartal verbuchten die Hamburger einen Gewinn nach Steuern von 50,1 Millionen Euro – damit ein Plus von 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die hohe Nachfrage nach Neufahrzeugen und Automatiksystemen war hierfür wesentlicher Treiber.
Der Konzern prognostizierte nun für 2021 einem Umsatzanstieg auf 4 bis 4,2 Milliarden Euro. Bislang rechnete das Management mit 3,9 bis 4,1 Milliarden.
ISIN DE0006219934
Empfohlen am 11.12.2019
Name
WKN
Cenit
Compleo Charg. Sol.
CropEnergies
CureVac
cyan
Daldrup & Söhne
Data Modul
Datagroup SE
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Demire Real Estate
Deutsche Beteiligung
Deutsche Rohstoff
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Dt. Industrie REIT
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Epigenomics
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2019
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—
24,8
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—
13,1
Quelle: Bloomberg
30
2021
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in %
U
U
I
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—
3,5
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Kursziel
Analystenempfehlungen
O
16,33
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—
28,25
P
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87
12.05.21 12:05
moneyanalyse
EVOTEC
Evotec
Aktienkurs in Euro
30
Mit der Bilanz des ersten Quartals kommt der Wirkstoffforscher Evotec seinem Jahresziel einen Schritt näher. Auf der Umsatzseite verbuchten die Hamburger ein Plus
von elf Prozent auf 133 Millionen Euro. Die US-Tochter Just-Evotec Biologics trug
dank der Erlössteigerung von 60 Prozent maßgeblich zu dem Erfolg bei. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank jedoch um knapp 30 Prozent, da Evotec im Vorjahr noch von einer Zahlung eines Pharma-Partners profitierte.
ISIN DE0005664809
Name
Empfohlen am 30.9.2020
WKN
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Knaus Tabbert
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Mutares
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OHB
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OVB Holding
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PharmaSGP Hold.
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200 Tage
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W
E
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25
20
15
2020
2019
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je Aktie
35
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Z
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U
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2021
Kursziel 40,00 €
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in %
in %
U
Quelle: Bloomberg
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I
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Kursziel
Analystenempfehlungen
O
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—
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0
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 12:05
MTU AERO ENGINES
MTU Aero Engines
Aktienkurs in Euro
220
Im ersten Quartal 2021 sackte der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten (bereinigtes Ebit) von MTU um 52 Prozent auf 86 Millionen Euro ab.
Doch die Cash-Generierung des Triebwerkherstellers war besser als erwartet: Der
Konzern schreibt trotz Krise weiterhin schwarze Zahlen. MTU erwartet nun eine Geschäftsbesserung von Quartal zu Quartal. Analysten sehen den Konzern gut aufgestellt, um von der Erholung des Luftverkehrs ab 2022 zu profitieren.
ISIN DE000A0D9PT0
Name
Pierer Mobility
PNE NA
PSI Software NA
publity
PVA TePla
q.beyond
R. Stahl NA
Rhön-Klinikum
RIB Software NA
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Schloß Wachenh.
Secunet
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Sixt Leasing
SLM Solutions Gr.
SNP
STEICO
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Surteco Group
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Telecolumbus NA
TLG Immobilien
TUI NA
Umweltbank
USU Software
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Va-Q-Tec NA
Vectron Systems
VIB Vermögen
Villeroy & Boch Vz.
Vita 34 NA
Washtec
Wüstenr. & Württ.
Empfohlen am 9.9.2020
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+/- zur
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+/- seit
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in %
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A11133
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FOCUS-MONEY 21/2021
FM21089A 89
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200 Tage
Linie
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Q
W
E
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100
2020
2019
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je Aktie
je Aktie
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KGV 21
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U
U
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2,5
1,4
—
3,7
7,0
—
1,5
2,2
1,7
—
0,4
2,4
3,3
1,0
2,4
3,6
0,5
0,5
1,2
—
—
0,5
0,0
0,3
0,8
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0,0
2,4
1,0
0,0
—
0,5
0,0
0,0
0,5
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3,1
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2,2
0,0
3,3
0,0
—
1,6
2,2
2,3
0,0
0,6
2,5
4,0
1,0
2,5
3,8
2021
Quelle: Bloomberg
Besserung in Sicht
I
18.06.
15.07.
09.06.
16.06.
28.05.
29.06.
16.06.
17.06.
24.06.
09.06.
16.06.
23.06.
28.05.
13.05.
28.05.
24.06.
06.07.
26.05.
28.07.
21.05.
10.06.
01.07.
30.06.
20.05.
Kursziel
Analystenempfehlungen
O
82,38
8,50
32,13
—
30,71
2,53
—
17,50
28,15
4,23
37,47
20,65
390,00
34,50
—
15,25
30,00
68,67
92,33
31,00
185,00
34,00
9,05
32,20
3,24
—
2,57
18,21
32,05
89,00
32,48
40,33
19,00
32,47
34,00
18,00
58,50
21,50
P
3
3
5
1
7
3
1
0
0
3
5
3
1
3
0
0
1
2
3
2
1
2
3
2
0
1
2
1
2
1
11
5
2
5
1
1
3
4
0
0
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0
1
0
2
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0
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0
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1
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0
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0
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0
0
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0
0
0
0
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0
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0
0
0
0
0
0
0
0
0
1
0
89
12.05.21 12:05
Inter
nationa
le
Aktien
moneyanalyse
SHOPIFY
Shopify
Aktienkurs in Euro
Großer Wachstumsmarkt
Name
Empfohlen am 17.2.2021
WKN / ISIN
Kurs
in €
Empfehlungskurs 1192,20 €
+/- zur
Vorwoche in %
EURO STOXX 50 / STOXX 50
AB Inbev
A2ASUV / BE0974293251
61,19 –0,42
ABB NA
919730 / CH0012221716
27,29 –2,1
Adyen
A2JNF4 / NL0012969182 1774,00 –7,0
Ahold Delhaize
A2ANT0 / NL0011794037
22,91 –1,1
Air Liquide
850133 / FR0000120073
141,44 –1,7
Amadeus IT
A1CXN0 / ES0109067019
58,58 –0,61
ASML Hold.
A1J4U4 / NL0010273215
515,20 –5,5
AstraZeneca
886455 / GB0009895292
88,96 0,24
AXA
855705 / FR0000120628
22,35 –1,8
Banco Santander 858872 / ES0113900J37
3,25 2,6
BHP Group
A2N9WV / GB00BH0P3Z91
27,40 1,5
BNP Paribas
887771 / FR0000131104
55,92 2,2
BP PLC
850517 / GB0007980591
3,57 –1,1
Brit. Am. Tobacco 916018 / GB0002875804
32,50 –0,91
CRH
864684 / IE0001827041
41,19 –1,2
Danone
851194 / FR0000120644
56,34 –4,8
Diageo
851247 / GB0002374006
36,86 –2,3
Enel
928624 / IT0003128367
8,04 –3,2
Engie
A0ER6Q / FR0010208488
12,20 –3,3
Eni
897791 / IT0003132476
10,19 –0,97
Essilor-Luxottica
863195 / FR0000121667
138,26 –1,6
Flutter Entertain. A14RX5 / IE00BWT6H894
156,40 –7,4
GlaxoSmithKline 940561 / GB0009252882
15,84 0,76
HSBC Hold.
923893 / GB0005405286
5,08 –1,6
Iberdrola
A0M46B / ES0144580Y14
11,17 –3,3
Inditex
A11873 / ES0148396007
30,68 –0,20
ING Groep
A2ANV3 / NL0011821202
10,63 –1,6
Intesa Sanpaolo
850605 / IT0000072618
2,36 –0,02
Kering
851223 / FR0000121485
691,20 –0,07
Kone Corp.
A0ET4X / FI0009013403
66,22 –2,6
L’Oréal
853888 / FR0000120321 346,30 –0,57
LVMH
853292 / FR0000121014
615,10 –2,6
National Grid
A2DQWX / GB00BDR05C01
10,58 –2,1
Nestlé NA
A0Q4DC / CH0038863350
98,66 –0,71
Novartis NA
904278 / CH0012005267
72,25 –0,19
Novo-Nordisk AS B A1XA8R / DK0060534915
62,62 0,19
Pernod Ricard
853373 / FR0000120693
170,60 –2,7
Philips Elec.
940602 / NL0000009538
45,34 –5,4
90
FM21090A 90
+/- seit
30.12.20
in %
6,2
21,3
–8,2
–2,6
4,6
–3,7
29,3
7,1
13,3
25,7
25,0
27,6
22,9
4,3
17,1
3,5
10,0
–2,0
–4,2
18,8
7,1
–9,6
3,0
17,9
–3,6
16,2
36,7
24,2
18,1
–1,5
10,9
19,5
8,4
3,9
–5,2
7,9
6,6
1,8
Hoch / Tief
52 Wochen
in €
62,53 / 35,25
28,11 / 14,92
2220 / 970,0
27,30 / 21,52
144,45 / 110,75
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24,13 / 13,38
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55,92 / 25,00
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51,50 / 37,68
Kurs aktuell 873,80 €
200 Tage
Linie
KBV
KCV
Q
W
E
52,64
23,44
1737,59
23,98
136,94
54,07
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2,38
21,84
42,56
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30,61
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12,17
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124,21
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25,93
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1,94
572,65
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95,54
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58,48
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44,2
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3,6
7,0
15,9
9,8
0,8
0,7
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0,7
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1,0
2,0
2,3
10,9
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1,0
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1,9
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1,9
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0,8
0,8
7,3
14,7
6,7
8,3
1,7
6,7
3,9
18,4
3,1
3,5
400
0
2020
2019
+/– in % –26,7
Neuer Stopp 742,73 €
Gewinn 20 Gewinn 21 KGV 21
je Aktie
je Aktie
R
13,7 0,57
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52,8 8,51
3,9 1,30
13,6 5,14
—
—
40,6 8,82
29,3 2,01
2,2 1,33
0,5
—
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0,5 5,31
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7,9 3,24
9,3 1,24
12,3 2,99
32,1 0,70
7,1 0,26
4,2 –0,71
7,5 –2,42
20,4 0,19
19,8 0,33
8,8 1,33
0,7 0,16
9,5 0,55
31,6
—
0,7 0,64
— 0,18
33,1 17,20
22,1 1,81
30,0 6,34
28,4 9,32
8,3 0,62
21,4 3,91
14,7 2,89
20,9 2,42
37,9 1,24
15,3 1,29
T
Z
2,46 24,9
1,12 24,5
14,02 126,5
1,87 12,2
5,51 25,7
0,30 195,3
12,39 41,6
4,20 21,2
2,63 8,5
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0,36 9,8
3,82 8,5
2,29 18,0
3,26 17,3
1,32 28,0
0,54 15,0
0,99 12,3
0,69 14,7
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1,14 13,9
0,44 11,7
0,59 19,0
1,02 30,0
1,04 10,2
0,20 11,8
23,43 29,5
2,02 32,8
8,24 42,1
16,58 37,1
0,71 15,0
4,05 24,4
5,17 14,0
2,60 24,1
5,64 30,3
1,89 24,0
Quelle: Bloomberg
800
Die amerikanische Investmentbank Loop Capital rechnet mit immensem Wachstum der E-Commerce-Plattorm Shopify. Vor allem der bereits lang anhaltende
und durch die Corona-Krise verstärkte Trend, Online-Dienste zu nutzen, spiele
den Kanadiern in die Karten. Immer größer werde auch das Shopify-Ökosystem,
das durch zahlreiche Drittanbieter-Anwendungen und Entwickler weiter an Wert
gewinnt. Das Geschäftsmodell verspricht Anlegern attraktive Renditen.
ISIN CA82509L1076
1200
2021
Kursziel 1150,51 €
Dividenden- Dividenden- Kursziel
Rendite 20 Rendite 21
in %
in %
U
U
O
0,8
2,7
—
3,9
1,9
—
0,5
2,6
6,4
0,9
4,7
—
4,8
7,6
2,3
3,4
2,2
4,3
—
5,4
0,8
—
5,9
3,0
2,9
1,8
1,1
—
1,2
3,4
1,2
1,0
5,5
2,5
3,8
2,0
1,6
1,9
1,1
2,6
0,0
3,8
2,1
0,1
0,7
2,6
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4,2
7,6
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4,9
7,8
2,5
3,5
2,2
4,7
5,9
6,6
1,5
1,1
5,9
3,5
3,9
3,0
8,2
6,5
1,5
2,9
1,3
1,2
5,5
2,6
3,8
2,1
1,7
2,0
65,54
28,00
2163,55
25,08
155,54
57,85
585,28
102,10
25,28
3,45
27,24
59,53
4,21
37,25
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61,96
37,65
9,38
15,08
11,42
147,19
181,70
17,08
5,34
11,77
29,42
12,03
2,58
682,43
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329,12
640,29
11,55
107,11
84,33
63,18
178,95
52,74
Analystenempfehlungen
P
16
11
14
14
18
10
24
24
23
17
5
18
14
12
16
13
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19
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13
8
10
6
15
16
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21
22
6
12
23
15
21
21
19
13
16
15
20
14
11
13
11
8
2
4
10
12
8
7
5
3
14
7
5
4
14
9
4
14
9
18
15
3
9
7
17
11
8
1
7
8
11
11
8
1
6
6
2
0
10
4
2
1
4
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0
4
1
4
3
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0
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1
5
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1
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1
0
3
11
6
4
1
2
2
7
2
0
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 12:11
CAPGEMINI
Capgemini
IT für Sie?
Aktienkurs in Euro
Als absolute Profiteure des Digitalisierungstrends gelten – auch zukünftig – IT-Spezialisten wie Capgemini. Konnten die Franzosen schon im ersten Quartal 2021 die
Erwartungen beim Umsatzwachstum übertreffen, soll von April bis Juli nun mit 10,6
Prozent organischem Einkommenszuwachs noch einmal ordentlich nachgelegt werden. Eine Gewinnmarge von 12,3 Prozent für das laufende Geschäftsjahr hat zudem
das Potenzial, die hohen Investitionen des vergangenen Jahres zu kompensieren.
WKN FR0000125338
Name
Prosus
Prudential
Reckitt Benckiser
Relx
Rio Tinto
Roche Hold. GS
Royal Dutch Shell A
Safran
Sanofi S.A.
Schneider Electr.
Total
UBS Group
Unilever plc.
Vinci
Vivendi
Vodafone
Zurich Insur. Grp
DOW JONES
3M
American Express
Amgen
Apple Inc.
Boeing
Caterpillar
Chevron Corp.
Cisco Systems
Coca-Cola
Disney Co.
Dow Inc.
Goldman Sachs
Home Depot
Honeywell
IBM
Intel
Johnson & Johnson
JP Morgan Chase
McDonald’s
Merck & Co.
Empfohlen am 27.5.2020
WKN / ISIN
FM21091A 91
Kurs
in €
Empfehlungskurs 90,60 €
Kurs aktuell 149,00 €
+/- zur
Vorwoche in %
+/- seit
30.12.20
in %
A2PRDK / NL0013654783
86,00
852069 / GB0007099541
17,40
A0M1W6 / GB00B24CGK77
73,50
A0M95J / GB00B2B0DG97
21,05
852147 / GB0007188757
77,50
855167 / CH0012032048
273,42
A0D94M / GB00B03MLX29 15,98
924781 / FR0000073272
121,90
920657 / FR0000120578
84,89
860180 / FR0000121972
128,24
850727 / FR0000120271
38,17
A12DFH / CH0244767585
12,42
A0JNE2 / GB00B10RZP78
49,32
867475 / FR0000125486
92,44
591068 / FR0000127771
29,22
A1XA83 / GB00BH4HKS39
1,65
579919 / CH0011075394
346,04
–4,7
–3,9
–0,94
–4,7
0,91
–0,97
–4,3
–3,0
0,22
–4,6
–3,0
–3,5
–0,13
–3,3
–2,2
0,18
–1,5
–3,2
14,7
–1,6
3,1
24,4
–2,8
7,7
1,6
7,1
6,5
6,6
9,3
0,11
11,5
10,1
19,3
1,7
110,0 / 73,50 90,01
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14,80
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95,56 / 74,82 83,24
138,88 / 76,00 117,91
42,14 / 24,70
34,87
13,87 / 7,97
11,54
54,76 / 43,12
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19
91
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moneyanalyse
ARCELORMITTAL
ArcelorMittal
Stählerne Zahlen
Aktienkurs in Euro
20
Der Marktführer der Stahlbranche glänzt weiter. Die Gewinne (EBITDA) des ersten
Quartals lagen mit 3,2 Milliarden US-Dollar um 88 Prozent über dem Vorjahresquartal und neun Prozent über der consensus-Prognose. Von den weltweit steigenden
Preisen und der aufgrund des Wirtschaftsaufschwungs zunehmenden Nachfrage
nach Stahl und Erzen sollte das Unternehmen noch länger profitierten. Schließlich
betreibt Arcelor eigene Eisenerzminen für eine sichere Rohstoffversorgung.
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Quelle: Bloomberg
15
Analystenempfehlungen
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Analystenempfehlungen
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78,90
8,29
10,17
5,60
5,64
Quelle: Bloomberg
16
Der norwegische Öl- und Gaskonzern Equinor hat mit Vårgrønn eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, um gemeinsam Offshore-Windprojekte in Norwegen zu
entwickeln. „Ein schwimmender Offshore-Windpark könnte das nächste groß angelegte Projekt sein, um die Industrialisierung dieser Technologie voranzutreiben“, so
Pal Eitrheim, Vizepräsident für neue Energielösungen bei Equinor. Inzwischen ist der
Konzern weltweit führender Entwickler solcher Erneuerbare-Energien-Anlagen.
ISIN NO0010096985
20
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12.05.21 12:11
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Duke Energy
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–2,6
11,1
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±0,0 16,2
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–1,9
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Hoch / Tief
52 Wochen
in €
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200 Tage
Linie
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KCV
Q
W
E
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15,67
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33,03
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6,32
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1,2
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—
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2,1
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60
Neuer Stopp 72,52 €
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je Aktie
je Aktie
R
T
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—
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—
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—
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—
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–0,53
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—
—
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—
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—
1,09
–0,12
–0,36
2020
2019
2021
Kursziel 88,75 €
Dividenden- Dividenden- Kursziel
Rendite 20 Rendite 21
in %
in %
U
Quelle: Bloomberg
80
Der US-amerikanische Energieversorger Duke Energy hat im ersten Quartal dieses
Jahres 1,26 US-Dollar (1,04 Euro) je Aktie Gewinn gemacht – etwas mehr als die von
den Analysten im Durchschnitt erwarteten 1,24 Dollar. Im Vergleich zum Vorjahr stieg
der Gewinn je Aktie um zehn Prozent – trotz der Winterstürme in Texas. Beim Umsatz hingegen hat Duke Energy nun schon das vierte Quartal in Folge die Analystenerwartungen nicht erreichen können.
ISIN US26441C2044
90
Analystenempfehlungen
U
O
P
—
1,9
4,0
1,2
2,5
3,3
3,3
1,1
0,7
1,8
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2,2
4,5
1,9
4,7
2,2
3,8
1,2
1,8
2,1
20,71
204,13
46,63
40,00
21,64
37,34
7,68
54,52
33,81
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5
4
15
7
10
2
7
2
4
9
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0
0
0
0
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—
1,3
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—
4,7
—
—
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1,4
0,1
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4,6
1,0
2,6
1,8
—
0,5
0,7
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—
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0,0
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0,0
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0,8
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19,07
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170,25
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8,47
201,49
18,89
13,00
85,44
176,00
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6,73
17,60
4,04
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16
15
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19
16
37
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23
16
19
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23
10
10
17
20
10
9
9
11
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11
10
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4
7
2
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0
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10
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1
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0
0
0
3
1
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5
0
0
3
0
7
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 12:11
INTERNATIONAL FLAVORS & FRAGRANCES
International Flavors & Fragrances
Aktienkurs in Euro
Durchwachsene Zahlen
120
International Flavors & Fragrances ist, wie der Name schon sagt, ein Aroma- und
Duftstoffhersteller aus den USA. Dieser hat im vergangenen Quartal mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,60 US-Dollar (1,31 Euro) die Analystenerwartungen
übertroffen, doch ohne das Herausrechnen von einmaligen Effekten steht ein Verlust von 0,21 Dollar je Aktie zu Buche. Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen
noch einen Gewinn erzielt. Der Umsatz stieg leicht auf 2,47 Milliarden Dollar.
ISIN US4595061015
Name
Hennes & Mauritz
Hon Hai
Honda Motor
ICBC
Just Eat Takeaway
LG Electronics
MTN Group
Naspers
NEL
Newcrest Min.
Nintendo
Nippon Tel. & Tel.
Nokia
Norilsk Nickel
Orange
Panasonic Corp.
Reliance Ind GDR
Samsung El. St.GDR
Sberbank of Russia
Sibanye-Stillwater
Siemens Gamesa
Softbank
Sony
Stellantis
Takeda Pharm.
Telefónica
Telia Comp.
Tencent
Tomra Systems
Toyota
Ubisoft Entert.
Umicore
Vestas Wind Sys.
Volvo B
Wheaton Prec. Met.
X 5 Retail
Yandex
Zijin Mining
Empfohlen am 1.3.2017
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Kurs
in €
+/- zur
Vorwoche in %
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in %
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873365 / AU000000NCM7
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9,7
864009 / JP3756600007
465,10 1,3 –11,6
873029 / JP3735400008
21,05 –3,3 –1,6
870737 / FI0009000681
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A140M9 / US55315J1025
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16,1
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10,33 –1,4
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9,33 –2,8 –1,8
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43,40 –0,46 –1,0
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A1JB8N / US80585Y3080
13,60 –3,9 13,3
A2PWVQ / ZAE000259701
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FOCUS-MONEY 21/2021
FM21095A 95
Empfehlungskurs 120,14 €
130
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52 Wochen
in €
80
KBV
KCV
Q
W
E
2020
2019
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je Aktie
je Aktie
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T
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Z
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—
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—
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200 Tage
Linie
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110
100
2021
Kursziel 131,49 €
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Rendite 20 Rendite 21
in %
in %
U
U
O
—
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288,37
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20,01
567,32
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25,60
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49,31
1967,90
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5,03
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39,43
63,58
1,52
Analystenempfehlungen
P
13
18
14
26
15
29
11
12
11
7
19
14
17
4
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9
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0
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7
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0
0
0
0
95
12.05.21 12:11
moneyanalyse
ETFs
NEUEMISSION
Galaxy Digital Holdings
Aktienkurs in Euro
Profiteure digitaler Assets
25
20
15
10
5
0
2020
2019
Quelle: Bloomberg
VanEck hat einen ETF auf den Markt gebracht, mit dem Anleger in Unternehmen
investieren können, die in der Krypto- und Blockchain-Branche tätig sind – etwa
Anbieter von Handelsplattformen, Hardware-Hersteller, Krypto-Miner und Zahlungsdienstleister. Aktuelle Top-Position: Galaxy Digital Holdings. Der thesaurierende
VanEck-Vectors-Digital-Assets-ETF bildet damit eine Alternative zum bislang einzigen verfügbaren Produkt dieser Art, dem Invesco-Elwood-Global-Blockchain-ETF.
2021
WKN A2QQ8F Anbieter VanEck Referenz-Index MVIS-Global-Digital-Assets-Equity-Index Startdatum 30.4.21 Positionen 26 Ertragsverwendung thesaurierend Kosten 0,65 %
Name
WKN
iShares Core DAX
Xtrackers DAX
Deka DAX
iShares TecDAX
Deka MDAX
Invesco MDAX
Lyxor SDAX
Xtrackers ATX
Xtrackers Switzerland
Vanguard S&P 500
Invesco S&P 500
iShares Core S&P 500
Invesco EQQQ Nasdaq-100
Xtrackers MSCI USA
Xtrackers Russell 2000
Vanguard FTSE 100
iShares Core FTSE 100
Xtrackers CAC 40
Amundi CAC 40
Xtrackers Nikkei 225
iShares Core MSCI Japan IMI
Vanguard FTSE Japan
Lyxor Japan (TOPIX) (DR)
Xtrackers MSCI China
Xtrackers CSI300 Swap
iShares MSCI China A
Lyxor MSCI India
Xtrackers MSCI World
Vanguard FTSE All-World
SPDR MSCI ACWI
iShares MSCI World Small Cap
Amundi Prime Global
VanEck Vec. Global Equal Weight
Invesco EURO STOXX 50
iShares Core EURO STOXX 50
iShares STOXX Europe 600
Xtrackers MSCI EMU
Lyxor MSCI EMU Small Cap (DR)
593393
DBX1DA
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A0RGCL
593395
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LYX0W3
96
FM21096A 96
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T
T
T
T
T
T
A
T
A
A
T
T
A
T
T
A
A
A
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A
T
A
A
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T
T
T
T
A
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A
A
T
A
A
A
A
Kurs
€
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144,98
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268,40
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255,85
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95,37
22,06
41,82
29,30
138,06
19,56
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19,04
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94,80
151,62
5,92
24,30
50,09
89,33
40,09
43,64
44,82
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%
1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre
Name
WKN
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38,8
38,7
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32,6
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28,2
27,9
28,2
29,1
50,2
23
22,9
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42,5
24,3
15,2
15,9
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15
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27,6
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28,4
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28,2
45,2
28,6
32
40,2
40,2
31,7
38,9
49,7
Xtrackers MSCI Europe
iShares Core MSCI Europe
Xtrackers MSCI Europe Small Cap
Amundi MSCI EM Asia
Xtrackers MSCI Emerging Markets
ComStage MSCI Emerging Markets
iShares Core MSCI EM IMI
Lyxor MSCI Emerging Markets Asia
Amundi MSCI EM Latin America
iShares Automation & Robotics
iShares Dow Jones Global Titans 50
iShares Global Clean Energy
iShares Digitalisation
VanEck Vec. Gold Miners
Xtrackers MSCI World Health Care
iShares Healthcare Innovation
Lyxor MSCI World Inf. Tech. TR
iShares S&P 500 Inf. Tech. Sector
Lyxor New Energy
VanEck Vec. Video Gaming a. eSports
iShares STOXX Global Select Div. 100
SPDR S&P US Div. Aristocrats
SPDR S&P Euro Div. Aristocrats
Xtrackers MSCI World Min. Volatility
iShares Edge MSCI World Mom. Fac.
iShares Edge MSCI World Val. Factor
VanEck Vec. Mornings. US Wide Moat
UBS ETF (LU) MSCI World Soc. Resp.
Lyxor World Water
BNP Paribas Easy Circ. Ec. Leaders
iShares MSCI Europe ESG Screened
iShares MSCI Europe SRI
UBS ETF (IE) S&P 500 ESG
UBS MSCI USA Socially Responsible
iShares MSCI EM SRI
BNP Paribas Easy Low Carb. 100 Eu.
Arero Der Weltfonds
Xtrackers Portfolio
DBX1ME
A0MZWQ
DBX1AU
A2H58R
A12GVR
ETF127
A111X9
LYX0YF
A2H58P
A2ANH0
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A2ANH3
A12CCL
A113FD
A2ANH2
LYX0GP
A142N1
LYX0CB
A2PLDF
A0F5UH
A1JKS0
A1JT1B
A1103F
A12ATF
A12ATG
A12CCN
A1JA1R
LYX0CA
A2PHCA
A2N48D
A1H7ZS
A2PEZ8
A1JA1S
A2AFCZ
A2DPX9
DWS0R4
DBX0BT
4,6
4,7
4,6
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5,5
—
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—
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6,9
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6,7
12,4
11,5
11,4
10,1
—
—
6,3
6,4
6,5
5,4
7
8,2
8,2
8,2
14,5
8,9
—
11,1
11,2
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—
—
15,2
24,1
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13,9
—
—
10,7
10,7
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—
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—
12,4
—
—
—
9,0
9,1
8,4
9,1
—
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0,14
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0,60
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0,70
T
A
T
T
T
A
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T
A
A
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A
T
A
A
A
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T
T
T
A
A
T
T
T
A
A
T
T
T
T
Kurs
€
Werteentwicklung p.a. in
%
1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre
69,08
27,11
57,56
37,07
52,44
48,16
30,45
10,70
12,20
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51,01
10,09
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8,02
426,55
13,95
37,58
33,77
28,83
57,32
22,62
31,27
49,86
30,33
43,19
109,62
51,58
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22,44
144,66
7,01
201,05
236,32
263,25
30,4 5,7 8,0
30,5 5,8 8,1
49,2 8,0 10,8
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32,2
6
—
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34,1 6,1 11,2
30,4 7,9
—
42,4 –2,7 3,5
35,7 13,8
—
20,8 15,9 15,0
70,1 29,7 19,9
32,5 15,2
—
–2,4 17,3 8,1
6,3 13,8 10,3
21,2 13,1
—
27,3 23,1 25,4
26,1 24,6 26,8
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33,6
—
—
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23,6 1,4 5,3
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21,2 14,1 15,6
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26,8 13,4 13,3
38,7 14,8 11,2
37,5
—
—
31,1
—
—
30,6 9,9 10,4
27,5
—
—
30,2 17,0 16,4
41,8
8
—
25 7,3
—
21,9 6,6 7,8
25 6,8 7,6
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 13:25
Zertifik
ate
UPDATE
Ether-II-Zertifikat
Aktienkurs in Euro
320
280
Immer wieder ärgerten sich Anleger über die fehlende Möglichkeit, in das bestehende Bitcoin- oder Ether-Zertifikat von Vontobel zu investieren. Grund: Es wurden keine Briefkurse mehr gestellt. Der Emittent hat sich nun dazu entschlossen, die „alten“
Scheine ordentlich zu kündigen (den auf Ether zum 31.5.2021; den auf Bitcoin zum
10.9.2021). Als Alternative bietet Vontobel bereits neue, endlos laufende Partizipationszertifikate auf Bitcoin und Ether an – zu allerdings recht happigen Kosten.
240
200
160
APR 2021
Quelle: Bloomberg
Neue Kryptoscheine
MAI 2021
WKN VQ552V (Ether II), VQ63TC (Bitcoin II) Emittent Vontobel Basiswert Ether bzw. Bitcoin Laufzeit endlos Bezugsverhältnis 0,1 (Ether), 0,01 (Bitcoin) Jährl. Gebühr je 3,75 %
Name
Emittent
THEMENZERTIFIKATE
Aqua Index
(VON)
Bauwirtschaft Basket
(RCB)
Belt and Road
(VON)
Bitcoin
(VON)
China Policy
(VON)
Circular World
(VON)
Digital Marketplaces
(VON)
EPRA/NAREIT Eurozone
(HVB)
Erix
(SOG)
ESG Goods for Life
(HVB)
FTSE EPRA/NAREIT Germany(HVB)
Gene Therapy
(VON)
Global Hydrogen
(HVB)
Green Invest
(ERG)
Impact for Good
(VON)
Luxury-Performance-Index (VON)
NYSE Arca Biotech
(HVB)
ROBO Gl. Disruptive Tech. (UBS)
Smart Farming
(VON)
Smart Mobility
(UBS)
Solactive 3D-Printing
(UBS)
Solactive 5G
(VON)
Solactive Artificial Intelli. (VON)
Solactive Batt. En. Storage (VON)
Solactive Best Age
(HVB)
Solactive Blockchain Tech. (VON)
Solactive BRIC E-Comm. (HVB)
Solactive China Internet (VON)
Solactive Cyber Security (VON)
Solactive Dt Maschinenb. (HVB)
Solactive German M&A
(HVB)
Solactive Gl. Family Owned (UBS)
Solactive Global Spin-Off (VON)
Solactive Home Office Tech.(VON)
Solactive Industrie 4.0
(VON)
WKN
VF55L2 147,36
RCB9FM 12,77
VF5Y6S 111,18
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VZ60CP 195,20
VE85VQ 173,46
VN19ER 235,50
HV092P 59,16
SG1ERX 217,40
HVB4GL 105,97
HV2CFJ 21,89
VA3BPR 99,70
HVB4H2 186,19
EB013Z 14,81
VA9QNW 166,38
VTA3LU 225,60
787363 446,26
UBS1RU 254,96
VA8HXD 145,46
UBS0SM 147,63
UBS13D 194,23
VA9H37 140,10
VL3SJB 227,00
VL53BE 201,70
HV3AGE 29,56
VL9NBT 166,10
HV1BEC 36,51
VP6CJ5 113,80
VS5ZCS 232,90
HV3DMB 18,04
HU5JPC 42,11
UBS1FA 136,31
VZ2SP0 169,50
VP796R 114,50
VS8Y40 234,40
EMITTENTEN: BNP BNP Paribas
DB Deutsche Bank
FOCUS-MONEY 21/2021
FM21097A 97
Kurs
€
Werteentwicklung p.a. in %
3 Monate 6 Monate 1 Jahr
Laufzeit
Name
4,1
7,8
–3,7
16,7
–14,0
4,2
–6,5
5,2
–18,0
0,6
–2,9
–18,3
–23,4
1,5
–9,3
14,5
–12,0
–17,3
6,0
–13,5
–48,7
–2,1
–5,6
–16,3
10,4
–3,9
–16,2
–26,9
–4,5
–2,2
–5,6
7,6
–6,5
–9,2
–2,7
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Solactive Robot. a. Drones (UBS)
Solactive Smart Grid
(VON)
Solactive Social Media
(VON)
Solactive Value Investoren (UBS)
Stoxx Europe ESG L. Sel 30 (HVB)
Stoxx Europe IPO
(SOG)
STRATEGIEZERTIFIKATE
CROCI Euro
(DB)
CROCI Germany
(DB)
DAXplus Export Strategy (HVB)
DAXplus Max. Sh. Rat. Ger. (HVB)
DAXplus Min. Varian. Ger. (BNP)
DAXplus Seasonal Strategy (HVB)
Directors-Deal.-Val.-Strat. (UBS)
Dow Jones Asia Sel. Div. 30 (BNP)
European Sector Rot. Strat. (HVB)
Gebert Börsenindikator (MS)
Global Quality Div.Payers (UBS)
RADA Strategy Dax
(UBS)
RADA Strategy E. Stoxx 50 (UBS)
Solactive Europ. Buyback (SG)
Solactive High Div Low Vol (VON)
REGIONENZERTIFIKATE
DAXGlobal BRIC
(BNP)
Next-11
(GS)
S&P SMIT 40
(HVB)
Stoxx Nordic 30
(BNP)
ROHSTOFFZERTIFIKATE
Bloomberg Commodity (RCB)
Bloomberg Indust. Metals (UBS)
Brent Oil (Quanto)
(SOG)
Edelmetall-Basket
(RCB)
Gold Quanto
(DB)
Kupfer Quanto
(DZ)
Rogers Intl. Energy
(BNP)
Silber (Quanto)
(HVB)
DZ Bank
ERG Erste Group
19,3
15,0
6,9
241,2
2,9
12,6
6,0
5,9
–2,1
2,3
3,0
–10,3
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7,2
10,6
28,0
–4,2
23,8
22,6
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50,7
10,1
7,4
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18,6
–0,8
–6,4
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23,5
22,1
10,1
14,8
8,6
14,4
48,5
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16,9
449,6
–1,7
35,3
27,0
18,8
64,6
4,4
11,2
–12,2
117,2
—
37,5
60,2
–9,1
61,2
61,6
—
66,0
66,4
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38,9
105,4
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32,9
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—
18,0
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20,3
54,8
—
43,2
GS Goldman Sachs
HVB HypoVereinsbank
LEO Leonteq
MS Morgan Stanley
Emittent
WKN
Kurs
€
Werteentwicklung p.a. in %
3 Monate 6 Monate 1 Jahr
Laufzeit
UBS0RD
VT0DSG
VZ6ASM
UBS1SV
HX8SQL
SG0HN2
305,13 –20,0
293,50 –5,0
293,20 –17,2
284,37 15,2
33,07
7,0
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16,9
11,1
13,5
29,9
13,8
1,5
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45,4
58,9
56,7
34,4
31,5
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
Open End
DB091Z
DB0WKS
HV095B
HU5JPA
AA0KFZ
HV1DB6
UBS1GB
ABN6ZQ
HVB12Y
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UB0C7T
A12V1Y
VZ7HDL
330,24 5,5
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76,06 –5,8
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149,91 –0,7
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3,5
15,6
15,9
17,4
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AA0AF9 46,01
GS8N11 125,53
HV72PR 11,68
ABN1NK 127,03
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38,8
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RCB9UP
UT8KGL
CE70J1
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DB0SEX
DZ0CDD
ABN08Q
HV2XAG
11,6
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—
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SOG Société Générale
UBS UBS
VON Vontobel
97
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moneyinside
Andis
BörsenBarometer
Vergesst die Basis nicht!
DIE EXTREME KNAPPHEIT BEI VIELEN COMPUTERCHIPS
ist derzeit ein heißes Thema. Das ist verständlich, weil die leistungsstarken Halbleiter in fast allen Produkten stecken – von
Fahrzeugen über Unterhaltungselektronik und Medizintechnik
bis zu Haushaltsgeräten. Das Thema treibt Produzenten um, die
ihre Bänder stoppen müssen und prall gefüllte Auftragsbücher
nicht abarbeiten können, aber auch Anleger dieser Firmen, deren Aktien deshalb leiden. Verbraucher spüren die Lieferschwierigkeiten bei Chips durch längere Wartezeiten und steigende
Preise der Endprodukte.
Doch keineswegs nur bei Elektronikbauteilen bestehen Angebotsengpässe. Wegen des Baubooms ist der Holzmarkt weitgehend leer gefegt, selbst so etwas Profanes wie Sand wird rar,
in vielen Regionen der Welt fehlt massiv Wasser. Aber auch
Eisenerz, Kupfer und andere Industriemetalle verteuern sich
rasant, weil die Kapazitäten der Förderer nicht mit der Nachfrage Schritt halten. Sogar das totgesagte Öl zeigte sich beim
Preis zuletzt quicklebendig.
ANDREAS KÖRNER, REDAKTEUR FOCUS-MONEY
Dieser neue Trend ist in vielen Anlegerdepots noch nicht
umgesetzt. Das gilt besonders für Deutschland, wo, anders
als etwa in Großbritannien, kaum Rohstoffunternehmen auf
den Kurszetteln stehen. Doch es gibt kostengünstige, hierzulande bequem handelbare Börsenfonds (ETFs), die auf genau
diese Profiteure setzen. Stellvertretend ein Beispiel: Der LyxorMSCI-World-Materials-ETF bündelt Rohstoffriesen wie Rio Tinto oder BHP Billiton sowie zahlreiche weitere Werte des Sektors
(ISIN: LU0533033824). Auch wenn diese Aktien von ihren
Tiefs schon deutlich gestiegen sind (der Lyxor-ETF hat auf
12-Monats-Sicht 53 Prozent zugelegt), ist noch viel Platz nach
oben. Denn die früheren Höchstkurse der Grundversorger der
Industrie sind in aller Regel noch nicht erreicht und zudem sind
diese nach wie vor günstiger bewertet als zahlreiche Technologieunternehmen. Zudem dauern Rohstofftrends und damit die
Kursaufschwünge der Branchenaktien traditionell relativ lange. In der FOCUS-MONEY-Ausgabe 18/2021 hat der Bestsellerautor Marc Friedrich ebenfalls klar dargelegt, dass der nächste
Superzyklus der Weltwirtschaft eher auf Basismaterialien beruhen wird statt auf noch mehr Technologie.
Mittwoch
Dienstag
Montag
Freitag
Donnerstag
BÖRSENTERMINE von Donnerstag 20.5. bis Mittwoch 26.5.2021
98
FM21098A 98
Fresenius Medical Care: Der Medizin-
technikkonzern mit Schwerpunkt Dialyse
lädt heute zur Hauptversammlung –
aufgrund der Corona-Pandemie ohne
physische Präsenz der Aktionäre.
CTS Eventim: Europas führender
Ticketvermarkter berichtet heute über
die Entwicklung im ersten Quartal. Dafür,
dass viele Veranstaltungen coronabedingt
ausfallen, ist die Aktie gut unterwegs.
Deere & Co.: Der Motor der US-Traktor-
aktie brummt. Die Q2-Zahlen bringen
neuen Treibstoff: 19 Analysten schätzen
den Q2-Gewinn auf 4,47 US-Dollar je
Anteilschein (Vorjahr: 2,11 Dollar).
Börsenpause: Heute bleiben zahlreiche Finanzmärkte, auch in Deutschland,
Österreich und der Schweiz wegen des
Pfingstfeiertags geschlossen. Anleger
sollten das bei ihren Orders beachten.
Johnson & Johnson: An diesem Tag
notiert die Aktie des US-Pharma-Werts
ex Dividende. Das bedeutet, die
Quartalszahlung von derzeit 1,06 Dollar
(0,87 Euro) wird vom Kurs abgezogen.
VAT Group: Zahltag! Der Vakuumven
MBB: Heute präsentiert der Ingenieurskonzern die Q1-Zahlen für 2021. Wird’s
so gut wie 2020, als der Gewinn je Aktie
in Q1 um 46 Prozent auf 0,66 Euro
gesteigert werden konnte?
Drillisch: Der Telekommunikations-
Nvidia: Der US-Technologiegigant,
bekannt für seine Grafikkarten, zieht
heute ein Fazit zum Auftaktquartal 2021.
Seit Jahresbeginn steht die Aktie
knapp acht Prozent im Plus.
tile-Hersteller für die Halbleiterbranche
beglückt seine Aktionäre mit der Dividende. 4,09 Euro werden ausgeschüttet –
12,5 Prozent mehr als im Vorjahr.
anbieter öffnet heute seine Türen zur
Jahreshauptversammlung – virtuell
natürlich. Im jüngsten Quartal stiegen
die Umsätze um über fünf Prozent.
Fotos: John Deere, DJE
moJetzt
ne auf
Die Märkte außer
y.d
e
Rand und Band?
Was für eine Perversion: Miserable
Daten vom US-Arbeitsmarkt beflügeln
die Aktienkurse. Es scheint, als beherrsche das Irrationale die Finanzmärkte.
Kann das überhaupt gut gehen? Auch
aus und in Europa drohen (Inflations-)
Gefahren. Die EZB druckte in diesen
Krisenzeiten so viel Geld wie nie zuvor.
Der Effekt: Die im Umlauf befindliche
Geldmenge hat sich seit März 2020
nahezu verdoppelt. Haben die Notenbanken die Macht, sich unbegrenzt zu
verschulden? Im Interview mit Money.de
nimmt Börsen-Urgestein Jens Ehrhardt
Stellung zu den
aktuell drängendsten Fragen rund
um die Börse und
die Finanzmärkte.
FOCUS-MONEY 21/2021
12.05.21 10:16
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07.04.21
EDITORIAL
GESUNDHEIT
Inhalt
Mensch im
Mittelpunkt
G
8
esundheit ist keine Ware.“ So steht es im
„Zukunftsprogramm“ der SPD. Dass Gesundheit keine „Ware“ ist,
daran ist nicht zu rütteln. Zumal jeder Mensch das Recht auf einen
Lebensstandard hat, der Gesundheit und Wohlergehen gewährleistet, mahnt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen. Damit auch alle Bürgerinnen und Bürger hierzulande eine effiziente Gesundheitspolitik genießen können, müsse
fortan – so die Forderungen der Genossen – von der Wiederbelebung
der Gemeindeschwester bis zur digitalen Verknüpfung der Sektoren alles getan werden, um die Versorgung in der Fläche zu sichern.
Ohnehin, postuliert die SPD, sollten digitale Potenziale in der „flächendeckenden gesundheitlichen Versorgung“ entschlossener genutzt werden. Wobei die Digitalisierung „unser hervorragendes
und medizinisches Personal nicht ersetzen“ werde.
Was heißt dies im Klartext? Deutschland braucht nicht
nur modernste Medizintechnik. Es braucht auch Menschen im
Gesundheitswesen, die Patienten mit viel Empathie begegnen.
Schon heute ist die Mehrheit der gesetzlich Versicherten mit ihrer Kasse zufrieden. Das attestiert der „Customer Satisfaction Index“ von Management + Marketing Consulting, der Technischen
Universität Dresden und Usuma. Doch bekanntlich lässt sich Gutes oft noch besser machen. Da wollen GKV-Mitglieder schon mal
wissen, welche Kasse – entsprechend persönlicher Vorlieben und
Wünsche – mit herausragenden Leistungen für sie die Richtige ist.
Licht ins Dunkel bringt in dieser Frage unser Sonderheft. Für insgesamt acht marktrelevante Personengruppen haben wir – orientiert an deren Bedürfnissen – in Zusammenarbeit mit dem DFSI in
Köln die jeweils besten Kassen herausgefiltert. Auch zeigen wir,
welche Krankenkassen kontinuierlich über Jahre in der Lage sind,
Hervorragendes für diese Versichertengruppen zu leisten.
Titelfoto: Depositphotos
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4
STARK UND SOUVERÄN
Auch wenn Corona unser Gesundheitssystem
vor immense Herausforderungen stellt: Die
gesetzliche Krankenversicherung trotzt
erfolgreich der SARS-CoV-2-Pandemie – und
schützt medizinisch umfänglich Versicherte
Foto: D. Gust/FOCUS-MONEY
BEFUND AUF BREITER BASIS
Welche Krankenkasse passt am besten zu
mir? Antworten liefert eine zielgruppenspezifische Untersuchung des Deutschen FinanzService Instituts in Köln. Auf welchen Parametern die Diagnose der Experten gründet
12
IMMER INDIVIDUELL
Kluges Daten-Matching macht’s möglich: Die
Kassen mit den meisten Übereinstimmungen
im Hinblick auf die individuellen medizinischen
Wünsche und Servicevorlieben von Familien,
Sportlern, Selbstständigen, jungen Leuten,
Anhängern der Alternativmedizin, Preisbewussten, aktiven Älteren und Anspruchsvollen
Impressum
Redakteur: Thomas Schickling
Verlag: Die Verlagsbeilage erscheint in der FOCUS
Magazin Verlag GmbH.
Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt:
Frank Pöpsel
Nachdruck ist nur mit schriftlicher Genehmigung
des Verlags gestattet.
Druck: Vogel Druck und Medienservice GmbH &
Co. KG, Leibnizstraße 5, 97204 Höchberg
Datenschutzanfrage: 0781-6396100, Fax: 0781-639
6101; E-Mail: focus@datenschutzanfrage.de
Stand: April 2021
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AKTUELL
BESTANDSAUFNAHME
Starker Auftritt
zu allen Zeiten
Obwohl Corona hierzulande das Gesundheitssystem gerade vor immense medizinische und finanzielle Herausforderungen
stellt: Die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland trotzt erfolgreich der
SARS-CoV-2-Pandemie – und schützt
umfänglich ihre Versichertengemeinde
von THOMAS SCHICKLING
4
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F
örderalismus hin oder her: Mit dem erweiterten Infektionsschutzgesetz, der sogenannten Corona-Notbremse, hat nunmehr Bundeskanzlerin Angela Merkel letztendlich doch das Pandemiemanagement zumindest
befristet an den Bund gezogen – und so die Regelungen im
Kampf gegen das SARS-CoV-2-Virus bundesweit vereinheitlicht. Falls einzelne Bundesländer strengere Corona-Maßnahmen getroffen haben, gelten diese allerdings weiter.
Für den Virchowbund der niedergelassenen Ärzte geben
die neuen Leitlinien jedenfalls Grund zur Hoffnung auf wieder bessere Zeiten. „Ich sehe die Chance, dass die dritte Welle gerade gebrochen wird“, sagte der Vorsitzende Dirk Heinrich der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Der wachsende
Impfeffekt und die bisherigen Lockdown-Maßnahmen hätten die Zahlen bereits stabilisiert, nun greife die Notbremse. „Ende Mai wird die Lage deutlich entspannter sein. Dann
werden wir etwa zwölf Millionen Menschen zusätzlich geimpft haben, dann sind 30, 35 Prozent der Menschen geimpft, und das hilft ganz enorm“, prognostiziert Heinrich.
Covid-19 testet zwar gerade die Belastbarkeit der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Deutschland. Die allerdings hält dem enormen Druck bravourös stand! „Ich bin sehr
froh, dass wir über eine so robuste und leistungsfähige Gesundheitsversorgung verfügen“, erklärt Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands. Die GKV habe
Wort gehalten und in der Corona-Pandemie nicht nur alles
medizinisch Notwendige finanziert, sondern auch für eine
Foto: iStock
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DEINE
GESUNDHEIT IST
PRIME.
Wer vorsorgt,
kassiert: bis zu
150 Euro pro Jahr.
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prime@pronovabkk.de
Hotline: 0214 32296-4926
5
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AKTUELL
Stabilisierung der Versorgungsstrukturen gesorgt. „Das Sysinformieren, mehrkostenfreie Hilfsmittel zuerst anbieten
tem der gesetzlichen Krankenversicherung hat sich in der
und auf eventuelle Zusatzkosten ausdrücklich hinweisen.
Ein weiteres dickes Plus der GKV ist aus Sicht gesetzlich
Krise bewährt und die flächendeckende Versorgung der MenVersicherter das coronabedingte Kinderkrankengeld – was
schen sichergestellt“, unterstreicht Insiderin Pfeiffer.
Für 2021 sieht die Chefin des GKV-Spitzenverbands danach Angaben der Kassen auf starke Resonanz stößt: Bereits
her die Finanzierung gesetzlicher Kassen gewährleistet.
im ersten Quartal dieses Jahres seien bundesweit rund
AOK & Co. werden heuer nicht müde, das Gesundheits133 000 Anträge auf die Unterstützungsleistung in der Pandemie eingegangen, teilte die Techniker Krankenkasse (TK)
wesen in Deutschland mit ihren Services und medizinischen
mit. Damit liege die Zahl der Anträge fast doppelt so hoch
Leistungen sowie einer Reihe sogenannter kassenindividuwie die Zahl „regulärer“ Anträge auf Kinderkrankengeld in
eller Satzungsleistungen stets up to date zu halten.
den ersten drei Monaten des Jahres 2021. Hier waren es leSo investiert die GKV-Branche unbeirrt in diesem Jahr für
diglich 79 500. Die Koalition hatte die Kinderkrankentage
ihre rund 73,38 Millionen Versicherten beachtliche SumAnfang 2021 ausgedehnt, damit Familien und Alleinerziemen in die Verbesserung der deutschen Kliniklandschaft.
hende pandemiebedingte Engpässe bei der Betreuung ihrer
Was auch dringend sein muss, denn: „Jeder Mensch muss
Kinder abfedern können. Je Elternteil besteht nunmehr Anüberall im Land gut versorgt werden können. Das ist ein
spruch auf 20 statt bisher zehn Krankentage. AlleinstehenHerzensanliegen der gesetzlichen Krankenversicherung“,
de haben Anspruch auf 40 statt bislang 20 Krankentage.
sagt Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim GKV-Spitzenverband. Damit das auch „dauerhaft für unsere Kleinsten gilt“,
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hatte sich
bekämen in diesem Jahr erstmals 59
kürzlich sogar für eine erneute Ausweiländliche Kinderkliniken jeweils bis zu
tung der Leistung ausgesprochen. Der
400 000 Euro an zusätzlicher Förderung.
Bund übernimmt die Kosten für das CoEin ländliches Krankenhaus, welches
rona-Kinderkrankengeld und schießt zu
über Fachabteilungen für Innere Medizin
diesem Zweck der Liquiditätsreserve des
Ich bin sehr froh,
und Chirurgie, Geburtshilfe oder GynäGesundheitsfonds 300 Millionen Euro zu.
kologie und Geburtshilfe sowie eine FachDie meisten Anträge für die Leistung
dass wir über eine
abteilung für Kinder und Jugendmedizin
kommen laut TK-Angaben aus Nordso robuste und
rhein-Westfalen (39 211), gefolgt von
(samt Basisnotfallversorgung für Kinder)
Bayern (17 291) und Niedersachsen
verfügt, erhält somit 2021 insgesamt
leistungsfähige
800 000 Euro Pauschalförderung. Damit
(11 683). Im Schnitt liegt die Zahl der geverdoppelt sich die maximale Förderung
nommenen freien Tage je Antrag zwiGesundheitsvervon bisher 400 000 Euro.
schen zwei und drei Tagen. TK-Vorsorgung verfügen“
Auch schreibt die GKV die insgesamt 41
standschef Jens Baas betonte in diesem
Produktgruppen des Hilfs- und PflegeKontext, das Geld könne einen wichtigen
hilfsmittelverzeichnisses (HMV) turnusBeitrag leisten, „Eltern in dieser herausDORIS PFEIFFER,
fordernden Zeit zu unterstützen“.
mäßig immer wieder fort, um relevante
VORSTANDSVORSITZENDE
medizinische und technische ErkenntnisUm den wirtschaftlichen HerausfordeDES GKV-SPITZENVERBANDS
se sowie neueste Entwicklungen bei der
rungen heute zu begegnen, suchen manche Kassen ihr Heil in Fusionen. Anfang
Hilfsmittelversorgung der gesetzlich versicherten Patienten zu berücksichtigen.
2021 vereinigte sich etwa die SchwenMit der aktuellen Überarbeitung wurden so immerhin fast
ninger BKK mit der Atlas BKK Ahlmann zur Vivida BKK. Zudem schlossen sich die Big Direkt gesund und die Actimon4000 Hilfsmittel neu ins HMV aufgenommen. Eine von vielen wirklichen Innovationen im HMV beispielsweise ist ein
da BKK zur Big Direkt gesund zusammen. Damit ist die Zahl
topmodernes Knochenleitungshörgerät. Dieses lässt sich
der gesetzlichen Kassen zwar insgesamt auf 103 gesunken.
Je nach Bundesland stehen gesetzlich Versicherten aktuell
einfach mithilfe eines Adapters hinter das Ohr kleben. Anaber immer noch zwischen 42 und 56 Kassen frei zur Wahl!
ders als herkömmliche Knochenleitungshörgeräte muss es
Gerade mehr respektive bessere Leistungen animieren
dem Träger weder implantiert werden, noch erfordert es Angesetzlich Versicherte zum Kassenwechsel, so eine Studie
pressdruck am Kopf, um tadellos zu funktionieren.
des Marktforschers Heute und Morgen. Doch welche KranState of the Art ist das HMV etwa auch im Hinblick auf orkenkasse ist – angesichts unterschiedlicher medizinischer
thopädische Einlagen: So profitieren GKV-Versicherte davon,
dass der 3-D-Fußscan nunmehr auf dem neuesten Stand der
Präferenzen Versicherter – heuer erste Wahl? Eine Frage, die
Technik ist und damit die Datenerfassung der Fußanatomie
vielen Bürgern auf der Seele brennt. Egal, ob Familien, Preisexakter und schneller für Einlagenträger über die Bühne geht.
bewusste oder Sportler: Welche Kasse für welchen Typus top
Gut zu wissen: GKV-Versicherte haben im Rahmen des soist – das verrät jetzt das Deutsche Finanz-Service Institut
(DFSI) in Köln. Zusammen mit den Fachleuten des DFSI hat
genannten Sachleistungsprinzips Anspruch auf eine „mehrkostenfreie“ Hilfs- und Pflegehilfsmittelversorgung. Etwa
FOCUS-MONEY für insgesamt acht Personengruppen aus
Sanitäts- und Orthopädiefachgeschäfte oder Hörakustiker
dem Gros der Kassen die jeweils besten Anbieter (s. Methomüssen darum proaktiv über diesen Versorgungsanspruch
de S. 8 und 10 sowie Profile S. 12 ff.) herausgearbeitet.
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METHODE
Anamnesebogen: Basis der Befunde
Jedem der acht Versichertenprofile in diesem Journal sind Leistungen zugeordnet, die über das gesetzliche Maß
hinausgehen, respektive nicht im regulären Katalog der gesetzlichen Krankenversicherung enthalten sind und
die für die jeweilige Zielgruppe einen Mehrwert darstellen. Anhand zahlreicher Daten, die das unabhängige Portal www.gesetzlichekrankenkassen.de regelmäßig von den Wettbewerbern mittels eines umfangreichen Fragebogens erfasst, und anhand selbst erhobener Daten ermittelte das Deutsche Finanz-Service Institut (DFSI) in Köln,
welche Kassen die höchste Übereinstimmung mit dem jeweiligen Profil aufweisen. Die besten für die
Allgemeinheit geöffneten Anbieter sind in den Tabellen zu den einzelnen Profilen abgebildet. Die der
Benotung zugrunde liegenden Punkte in den einzelnen Leistungsbereichen wurden wie folgt ermittelt:
WAHLTARIFE:
je Wahltarif zwei Punkte; ein Zusatzpunkt, wenn bei Beitragsrückerstattung in Anspruch genommene ärztliche Leistungen ohne weitere Verordnung nicht angerechnet werden; beim Profil „Junge Leute“ maximal vier Punkte, wenn
die Beitragsrückerstattungsprämie höher als 400 Euro innerhalb der ersten drei Jahre ist, drei Punkte, wenn sie mehr
als 300 Euro beträgt, zwei Punkte für mehr als 200 Euro
und ein Punkt, wenn die Summe unter 200 Euro liegt, sowie Zusatzpunkte, wenn der maximale Vorteil schon im ersten Jahr möglich ist oder auch ohne Kostenerstattungsverfahren gemäß § 13 SGB V nutzbar ist.
ZUSATZLEISTUNGEN:
je eigenständige Zusatzleistung im gesamten Versorgungsgebiet der Kasse zwei Punkte; bei der Hautkrebsvorsorge ein Zusatzpunkt, wenn der Einsatz eines Auflichtmikroskops inbegriffen ist; beim Profil „Familien“
zusätzlich drei Punkte, wenn die künstliche Befruchtung
zu 100 Prozent übernommen wird, oder ein Punkt, wenn
weniger Zuschüsse fließen. Ist die Kostenübernahme je
Zusatzleistung zusammen mit anderen Leistungen durch
ein Budget gedeckelt (Gesundheitskonto), wurde die erreichte Punktzahl je nach Anzahl der sich das Budget teilenden Leistungen mit einem Faktor zwischen 0,2 und
0,9 gewichtet (GK-Faktor). Ist die angebotene Leistung
nur regional verfügbar, so wurde die erreichte Punktzahl
nur anteilig mit dem Faktor multipliziert, welcher angibt,
in wie vielen Bundesländern die Leistung im Versorgungsgebiet der jeweiligen Krankenkasse angeboten
wird (Regional-Faktor). Kann die Leistung über eine
zweckgebundene Bonusprämie ausschließlich beziehungsweise zusätzlich finanziert werden, erhöhte sich
die Punktzahl um 0,2 Punkte, aber nicht über die maximal erreichbare Punktzahl hinaus.
INDIVIDUELLE GESUNDHEITSFÖRDERUNG:
ein halber Punkt für das generelle Angebot. Werden zwei
Kurse aus einem Handlungsfeld pro Jahr bezuschusst, gab
es einen halben Punkt extra; einen weiteren halben Punkt,
wenn im jeweiligen Bereich auch ein zertifiziertes OnlineProgramm angeboten wird. Wurde auch die Höhe der Regelerstattung je Fremd- bzw. Eigenkurs betrachtet, gab es
zwei Punkte, wenn der Prozentsatz, bis zu dem die Kosten
für Fremd- bzw. Eigenkurse von der Kasse übernommen
werden, bei 100 Prozent lag, 1,5 Punkte bei mindestens 90
Prozent und einen Punkt bei mindestens 80 Prozent; bei
der Bewertung der durchschnittlichen Erstattungshöhe für
einen Gesundheitskurs konnten für mindestens 250 Euro
(ohne Begrenzung) zwei, für mindestens 150 Euro 1,5 und
für mindestens 75 Euro ein Punkt(e) erzielt werden.
BESONDERE VERSORGUNG UND
VERSORGUNGSMANAGEMENT:
je Indikation ein Punkt bei Verfügbarkeit im gesamten Versorgungsgebiet sowie ein weiterer Punkt, wenn das Angebot in jedem Bundesland besteht, in dem die Kasse aktiv
ist; ein Punkt, wenn das Angebot nur regional begrenzt besteht. Für das jeweilige Versorgungsmanagement gab es
jeweils einen Punkt für eine aktive Aufklärung und Beratung, eine aktive dauerhafte Begleitung durch einen festen persönlichen Ansprechpartner, die Unterstützung durch
einen qualifizierten Gesundheitsberater, einen Terminerinnerungsservice, den Umgang mit Begleiterkrankungen,
eine ärztliche Zweitmeinung vor einer Operation und wenn
die Leistungen proaktiv individuell angeboten werden. Zusätzlich wurde bewertet, in welcher Form eine qualifizierte Betreuung stattfindet. Hierzu gab es bis zu zwei Punkte.
Je nachdem, wie schnell Teilnehmer am Versorgungsmanagement Termine beim Therapeuten bekommen, gab es,
wie auch für die Verfügbarkeit im gesamten Versorgungsgebiet, jeweils bis zu drei Punkte. Die Summe aller Punkte
in dieser Kategorie wurde dann mit 25 Prozent gewichtet.
ALTERNATIVE MEDIZIN:
bis zu zwei Punkte, wenn für ein Verfahren bei allen zugelassenen Leistungserbringern im Versorgungsgebiet gezahlt wird, ohne dadurch ein vorbehaltlos verfügbares
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METHODE
Gesundheitsbudget zu belasten. Diese Punktzahl reduziert
sich jeweils, wenn entweder die Leistung nur bei ausgewählten Leistungserbringern bezahlt wird, die Leistungserbringung nur regional verfügbar ist (Regional-Faktor), nur
für eine bestimmte Personengruppe gilt oder damit ein gedeckeltes Budget belastet wird (GK-Faktor). Kann die Leistung über eine zweckgebundene Bonusprämie ausschließlich beziehungsweise zusätzlich finanziert werden, erhöhte
sich die Punktzahl um 0,2 Punkte, aber nicht über die maximal erreichbare Punktzahl hinaus. Beim Profil „Anhänger
der Alternativmedizin“ wurden die homöopathischen Medikamente und osteopathischen Behandlungen auf Basis
ihrer Erstattungshöhe dreifach bewertet.
BONUSPROGRAMME:
ein Punkt je bonifizierte Maßnahme. Wurde die Bonushöhe bewertet, gab es für eine maximale Bonussumme von
mehr als 300 Euro fünf Punkte, darunter abgestuft ein bis
vier Punkte; bei Betrachtung der durchschnittlichen Bonushöhe je nachgewiesene Maßnahme fünf Punkte bei mehr
als 40 Euro, darunter abgestuft ein bis vier Punkte; beim
Profil „Familien“ getrennte Betrachtung der durchschnittlichen Bonushöhe in Programmen für Erwachsene und Kinder, wobei die erzielte Punktzahl in beiden Programmen
addiert und durch zwei geteilt wurde.
ZUSATZVERSICHERUNGEN:
1,5 Punkte je Zusatzpolice über Kooperationspartner ohne
Gesundheitsprüfung; alternativ 1,5 Punkte, wenn Zugang zu
Zusatzschutz auch über einen Wahltarif der Kasse möglich ist.
Punkte erreicht werden. Wenn diese nicht zu 100 Prozent
bzw. nur im Rahmen eines Gesundheitskontos erstattet
werden, wurde diese Punktzahl mit dem jeweiligen GK-Faktor bzw. Erstattungsprozentsatz gewichtet. Kann die Leis
tung über eine zweckgebundene Bonusprämie ausschließlich beziehungsweise zusätzlich finanziert werden, erhöhte
sich die Punktzahl um 0,2 Punkte, aber nicht über die maximal erreichbare Punktzahl hinaus.
ZAHNMEDIZIN:
zwei Punkte für kostenlose professionelle Zahnreinigung
(PZR) für alle Versicherten, zwei weitere Punkte für einen
Zuschuss zur professionellen Zahnreinigung für alle Versicherten; je zwei Punkte für über die Pflichtleistung hinausgehende spezielle Zahnbehandlungen, ein Punkt für zahn
medizinische Beratung; zwei Punkte für Zahnersatz zum
Nulltarif (z. B. bei Regelversorgung und vollem Bonus durch
Nachweis regelmäßiger Zahnvorsorge) und vergünstigten
Zahnersatz. Ist die Kostenübernahme der jeweiligen zahnmedizinischen Leistung zusammen mit anderen Leistungen
durch ein Budget gedeckelt (Gesundheitskonto), wurde die
erreichte Punktzahl mit dem GK-Faktor gewichtet. Ist die angebotene Leistung nur regional verfügbar, so wurde die
erreichte Punktzahl nur anteilig mit dem Regional-Faktor multipliziert. Kann die Leistung über eine zweckgebundene
Bonusprämie ausschließlich beziehungsweise zusätzlich
finanziert werden, erhöhte sich die Punktzahl um 0,2 Punkte,
aber nicht über die jeweils maximal erreichbare Punktzahl
inaus.
h
VORTEILSPROGRAMME:
zwei Punkte jeweils für die Zuzahlungsfreiheit bestimmter
Generika oder Hilfsmittel. Ein Punkt bei einer Reduktion der
Zuzahlung.
SERVICE:
zwei Punkte je vorhandene Serviceleistung; beim Profil „Anspruchsvolle“ zusätzliche zwei Punkte bzw. ein Punkt, wenn
am Servicetelefon ausschließlich bzw. überwiegend Sozialversicherungsfachangestellte sitzen; beim Profil „Familien“ zwei Punkte für eine 24/7-Hotline und ausschließlich
Sozialversicherungsfachangestellte, ein Punkt, wenn zumindest eine 24/7-Hotline vorhanden ist; bei fremdsprachigem Service 0,5 Punkte je Sprache (max. aber 4,5 Punkte);
bei Geschäftsstellennetz max. je fünf Punkte für die Kennziffer „Versicherte je Geschäftsstelle“ und für die Kennziffer
„Geschäftsstellen je Bundesland“.
AUSLANDSSCHUTZ:
zwei Punkte, wenn für alle Reiseschutzimpfungen gemäß
den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko)
beim Robert Koch-Institut (RKI) in Verbindung mit den Reise
hinweisen des Auswärtigen Amtes geleistet wird. Ein Punkt,
wenn nur für eine Auswahl der Empfehlungen oder eine
andere Auswahlliste geleistet wird. Für die Erstattung der
Impfleistung und des Impfstoffs konnten ebenfalls zwei
10
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So bewertete das DFSI
Grundlage des Tests bilden die aktuellen Daten von insgesamt 69 allgemein geöffneten gesetzlichen Kassen. Stichtag der Analyse war der 20.4.21. Die Benotung der Kassen
bei den einzelnen Versichertenprofilen resultiert aus der erzielten Punktzahl. Sie reicht von „Exzellent“ bis „Mangelhaft“.
Die Bestnote ging dabei an all jene Kassen, die zu den besten
zehn Prozent der Rangliste gehören. Die Note „Sehr Gut“
ging an die darunterliegenden zehn Prozent auf der Punkteskala. Die übrigen Bewertungen („Gut“, „Befriedigend“, „Ausreichend“ und „Mangelhaft“) erfolgten dann entsprechend
in 20-Prozent-Schritten. Für die Langfrist-Auswertung über
den Zeitraum 2012 bis 2021 galt folgende Systematik: Kassen
mit einer „exzellenten“ Bewertung im jeweiligen Jahr erhielten
sechs Punkte. Krankenkassen mit einem „Sehr Gut“ fünf
Punkte, mit „gutem“ Urteil vier Punkte, einem „Befriedigend“
drei Punkte. Und „ausreichende“ bzw. „mangelhafte“ Kassen
schließlich zwei respektive einen Punkt. Die pro Jahr
erzielten Punkte je Krankenkasse wurden aufaddiert.
Thomas Lemke ist
Geschäftsführer des DFSI
Foto: I. Grosser
04.05.21 15:53
www.meine-mhplus.de
Hahnenkampf?
Reitstunde?
Rückentraining?
Egal wer Du bist. Egal was Du machst.
Wir kümmern uns um
Deine Gesundheit.
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04.05.21 15:53
FAMILIEN
VIELFALT
Gefühlvoll gehalten
Liebe, Vertrauen und Geborgenheit – das macht Familie aus. Damit die Eltern-Kind-Gemeinschaft physisch und psychisch fit bleibt, haben Krankenkassen heute eine Menge auf Lager
K
ennen Sie die Hellin-Hypothese, auch Hellin-Regel
genannt? Mit dieser lässt sich die Häufigkeit von
Mehrlingsschwangerschaften als Potenz der Häufigkeit von Zwillingsgeburten berechnen, wobei der Exponent die Anzahl der Kinder minus eins ist. Wie bitte?
Für Otto Normalbürger in klare Worte übersetzt, heißt
dies konkret: Unter Berücksichtigung weltweit zunehmender Hormonbehandlungen und künstlicher Befruchtungen
liegt die Wahrscheinlichkeit für eine eineiige Zwillingsgeburt bei eins zu 250 Schwangerschaften. Eineiige Drilllinge kommen sogar nur mit einer Wahrscheinlichkeit von eins
zu 200 Millionen zur Welt. Bei eineiigen Vierlingen hingegen liegt die Wahrscheinlichkeit bei eins zu 13 Millionen.
So viel zur Theorie. In der Praxis allerdings nimmt die
Häufigkeit von Mehrlingsgeburten in Deutschland evident
zu: War 1977 nur jedes 56. Neugeborene ein Mehrlingskind,
ist es heute nach Angaben des Statistischen Bundesamts
bereits jedes 27. Neugeborene. „Grund dafür ist zum einen
die Zunahme von künstlichen Befruchtungen, zum anderen das höhere Durchschnittsalter der werdenden Mütter“,
erklärt Privatdozent Kai-Sven Heling, Pränataldiagnostiker
und Ex-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall
in der Medizin (DEGUM). Denn Frauen haben mit zunehmendem Alter häufiger zwei Eisprünge pro Zyklus.
Zwillingsschwangerschaften sind riskant. Zu den Hauptrisiken zählen Fehlbildungen und Frühgeburt. Die Schwangeren tragen zudem allein aufgrund der stärkeren körperli12
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chen Belastung durch zwei Kinder ein erhöhtes Risiko für
Schwangerschaftsdiabetes, Anämie (Blutarmut) und Präe
klampsie, bei welcher die werdenden Mütter unter Bluthochdruck, Eiweiß im Urin und Wasseransammlungen im
Gewebe leiden. „Es ist von entscheidender Bedeutung, dass
jene Zwillingsschwangerschaften, welche einem erhöhten
Risiko für Komplikationen unterliegen, frühzeitig identifiziert und kontinuierlich per Ultraschall betreut werden“, rät
Professor Constantin von Kaisenberg, Bereichsleiter Pränatalmedizin und Geburtshilfe im Perinatalzentrum der Medizinischen Hochschule Hannover. Erste Wahl für Schwangere sind daher gesetzliche Kassen, die ihnen im Rahmen
einer Risikoschwangerschaft über das Normalmaß hinaus
engmaschige Ultraschalluntersuchungen finanzieren.
Auch Vorsorge-Screenings sind für Schwangere wichtig.
Gemäß den Mutterschaftsrichtlinien haben gesetzlich versicherte Frauen daher während der Schwangerschaft Anspruch auf Tests zur Früherkennung von Syphilis, Hepatitis B, Chlamydien und Schwangerschaftsdiabetes.
Ist das Baby ohne Komplikationen zur Welt gekommen,
wünschen sich Väter und Mütter natürlich von Herzen, dass
ihr Kind auch gesund heranwächst. Was nicht unproblematisch unter dem SARS-CoV-2-Virus ist: Pädiater befürchten,
dass während der Corona-Pandemie viele Kinder als Folge von
Home-Schooling und zu viel Aktivität vor dem Bildschirm eine
Kurzsichtigkeit entwickeln. „Kinder und Jugendliche haben
während des Corona-Lockdown deutlich mehr Zeit mit digi-
Foto: iStock
04.05.21 15:54
ABGEFRAGTE KRITERIEN:
Besondere Versorgung/Versorgungsmanagement: Frauenerkrankungen,
Kindererkrankungen
Zusatzleistungen: erweiterte Leistungen für Haushaltshilfen (mit Kind im Haushalt), künstliche Befruchtung, Brustkrebs, Check-up 35 für Versicherte unter 35,
Schutzimpfungen (ohne Reiseschutz), Hebammen-Rufbereitschaftspauschale, Rooming-in bei Kindern, zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen für Schwangere, Angebote zusätzlicher Leistungen bei Schwangerschaft und Geburt, zusätzliche persönliche Hebammenberatung, Akupunktur in der Schwangerschaft, Kostenübernahme
für Geburtsvorbereitungskurs für den Partner, erweiterte Jugenduntersuchungen
Individuelle Gesundheitsförderung: Zuschüsse für Kurse zur Reduzierung von
Bewegungsmangel durch gesundheitssportliche Aktivitäten, Vorbeugung/Reduzierung spezieller gesundheitlicher Risiken durch geeignete Bewegungsprogramme,
Vermeidung/Reduktion von Übergewicht, Vermeidung von Mangel-/Fehlernährung,
Erstattung je Kurs für Fremd- und eigene Kurse der Kasse
Bonusprogramme: durchschnittliche Bonushöhe je nachgewiesene Maßnahme in
Programmen für Erwachsene und Kinder
Auslandsschutz: Kostenübernahme für Reiseschutzimpfungen
Serviceleistungen: Service-Hotline 24/7, medizinische Informations-Hotline 24/7
Betreuungsservice: fester persönlicher Ansprechpartner bzw. e xtra aufgestelltes
Betreuungsteam, Vermittlung von Arztterminen, Vorsorgeerinnerungsservice,
Geschäftsstellennetz, telefonische Hebammenberatung, Online-Elternzeitrechner
talen Spielen verbracht“, so der Präsident des Bundesverbands
der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach. Das
zeige eine aktuelle Studie der DAK. Danach stieg die durchschnittliche Spieldauer werktags von 79 Minuten im September 2019 auf 139 Minuten im April 2020. Vor allem Kinder,
die mit ihren Familien in beengten Wohnungen ohne Garten
lebten, hatten oft nichts anderes als digitale Medien, um sich
abzulenken, ergänzt der BVKJ-Sprecher für Westfalen-Lippe,
Michael Achenbach. Gerade in der Phase des Augenwachstums bei Kindern führt dies jedoch zu Kurzsichtigkeit, wenn
das Auge wenig Sehangebote in der Ferne erhält.
Darum stehen besorgte Eltern auf Kassen, die neben den
Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U9 zusätzlich für die Kosten
der U10 (Kinder von sieben bis acht Jahren) und U11 (Neunbis Zehnjährige) einstehen, in denen Gesundheits- und Entwicklungsstatus der Kids vom Kinderarzt gecheckt werden.
Und außerdem bei Teenagern neben der obligatorischen J1
eine J2-Untersuchung der 16-/17-jährigen Teenies anbieten.
Nicht zu vergessen: Immer mehr Kinder und Jugendliche
in Deutschland bedürfen einer psychotherapeutischen Hilfe. Corona und die damit verbundenen Kontaktbeschränkungen dürften die Situation noch verschärfen. Daher bauen Familien jetzt auf jene Kassen mit speziellen Kinder- und
Jugendprogrammen, die Vorsorgeuntersuchungen weit
über den Leistungen der Regelversorgung enthalten und bei
denen Mediziner gezielt auf physische/psychische Auffälligkeiten junger Menschen achten und diese behandeln.
Top-Kassen für Familien
Kasse
Note
AOK Baden-Württemberg
AOK PLUS
BERGISCHE KRANKENKASSE
DAK-Gesundheit
HEK – Hanseatische Krankenkasse
IKK Südwest
TK – Die Techniker
VIACTIV Krankenkasse
AOK Bayern
AOK Hessen
AOK Rheinland/Hamburg
AOK Rheinland-Pfalz/Saarland
BAHN-BKK
BARMER
BKK VBU
BKK VerbundPlus
BKK24
hkk Krankenkasse
IKK Brandenburg und Berlin
KKH Kaufmännische Krankenkasse
KNAPPSCHAFT
mhplus Betriebskrankenkasse
pronova BKK
Salus BKK
SECURVITA Krankenkasse
regional geöffnet
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Weitere Ergebnisse unter: www.dfsi-institut.de
Innerhalb der Notenstufen alphabetische Sortierung
Langfrist-Wertung1)
Kasse
Punkte
DAK-Gesundheit
TK – Die Techniker
HEK – Hanseatische Krankenkasse
AOK Baden-Württemberg
AOK PLUS
BARMER
regional geöffnet
60
58
56
54
54
52
bundesweit geöffnet
Top 5 im Zeitraum 2012 bis 2021
Innerhalb der Punktestufen alphabetische Sortierung
1)
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SPORTLER
FITNESS
Alles fest im Griff
Sport wirkt präventiv gegen chronische
Entzündungen. Das attestiert die Wissenschaft. Wie Krankenkassen heute den
Sportsgeist ihrer Versicherten fördern
W
er eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“ Dieses Bonmot stammt von der ModeIkone Karl Lagerfeld. Sicher, die bequeme
Sporthose kann aus Sicht eines Haute Couturier nicht mit einem edlen Seidensakko
oder schicken Designerkleidchen Schritt
halten. Doch als gemütlicher Dress sind
dieser Tage Sweatpants fürs Home-Office
und zum Sporteln einfach Kult.
Apropos Sporteln: Wer seine Muskelkraft trainiert, lebt im Schnitt gesünder
und länger. Übungen wie Liegestütze,
Kniebeugen, Gewichtstraining mit Hanteln oder an Geräten dienen nachweislich
dem Aufbau und Erhalt von Muskeln. Wissenschaftliche Studien attestieren, dass gezieltes
Krafttraining genauso essenziell für unsere Gesundheit ist wie etwa Joggen, Radfahren, Schwimmen oder andere Formen von Ausdauertraining.
Regelmäßige Muskelaufbau-Übungen verringern
Experten zufolge beispielsweise die Risiken für Depression und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Auch bei der Diabetes-Prävention wirkt Sport. Wie
funktioniert dies? Körperliche Betätigung aktiviert einen insulinunabhängigen Mechanismus, mit dem die
Körperzellen Glukose aus dem Blut besser aufnehmen
können. Der Blutzuckerspiegel sinkt und die Insulin
sensitivität steigt. Schon zweieinhalb Stunden zügiges
Spazierengehen pro Woche verringerten in Studien bei
Gesunden das Diabetes-Risiko immerhin um 30 Prozent.
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Foto: iStock
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Regelmäßige, muskelkräftigende Bewegung senkt auch die
Entzündungswerte und verbessert die Immunfunktion. Was
gerade sehr wichtig ist für Menschen mit Adipositas, krankhafter Fettleibigkeit. Bei Übergewicht steigen die Spiegel freier
Fettsäuren, Östrogen und Insulin – es kommt zu vermehrt
schädlichen Stoffwechselprodukten. Die Immunfunktion
nimmt ab. Die Folge ist eine systemische Entzündung.
Da Sport Entzündungen vorbeugt, dient er auch der Krebsprävention. Denn Medizinern zufolge entstehen die für die
Krebsbildung nötigen genetischen Veränderungen fast immer
im Rahmen einer chronischen Entzündung. „Chronische Entzündungen schädigen Körperzellen und regen gleichzeitig
Zellen durch Wachstumsfaktoren zum Überleben und Vermehren an“, erklärt Professor Mathias Heikenwälder, Leiter
der Abteilung Chronische Entzündung und Krebs am Deutschen Krebsforschungszentrum. Sie seien nicht nur „initialer
Treiber“, sondern auch Begleiter der Karzinogenese, die oft
mit entzündlichen Umgebungsreaktionen einhergeht.
Dass Bewegungs-Begeisterte weniger von Krebs und seltener von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes sowie
einer Depression betroffen sind, ist auch den gesetzlichen
Krankenkassen längst klar. Darum honorieren die Kassen
gezielt den Sportsgeist ihrer Versicherten: Wer beispielsweise Mitglied im Sportverein ist, das Sport- oder
Schwimmabzeichen besteht oder an Sportveranstaltungen teilnimmt, bekommt im Rahmen sogenannter Bonusprogramme wahlweise Barprämien ausgezahlt oder kann
sich Zuschüsse sichern, etwa für Gesundheitskurse oder
professionelle Zahnreinigung. Prämien und Zuschüsse
winken Versicherten zudem etwa für den Nachweis eines
umfassenden Impfschutzes oder die regelmäßige Teilnahme an Vorsorge- und Früherkennungsterminen.
Doch Vorsicht! Zu viel Anstrengung lässt die Gefäße verkalken, führt zu Narben im Herzmuskel und senkt die Herzleistung. Fatal ist, wenn eine hohe Dosis Sport etwa auf eine
unentdeckte krankhafte Verdickung der Herzmuskulatur
trifft. Um solche Eventualitäten abzuklären, hilft eine sportkardiologische Untersuchung. Tipp: Auch die Krankenkassen finanzieren – ganz oder teilweise – im Rahmen ihrer Satzungsleistungen eine sportmedizinische Untersuchung.
Top-Kassen für Sportler
Kasse
Note
BERGISCHE KRANKENKASSE
HEK – Hanseatische Krankenkasse
SECURVITA Krankenkasse
TK – Die Techniker
AOK Baden-Württemberg
AOK PLUS
Continentale Betriebskrankenkasse
DAK-Gesundheit
IKK Südwest
mhplus Betriebskrankenkasse
Mobil Krankenkasse
regional geöffnet
exzellent
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bundesweit geöffnet
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Langfrist-Wertung1)
Kasse
Punkte
HEK – Hanseatische Krankenkasse
SECURVITA Krankenkasse
TK – Die Techniker
DAK-Gesundheit
AOK Baden-Württemberg
AOK PLUS
BARMER
regional geöffnet
bundesweit geöffnet
Top 5 im Zeitraum 2012 bis 2021
Innerhalb der Punktestufen alphabetische Sortierung
1)
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60
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49
46
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ABGEFRAGTE KRITERIEN:
Wahltarife: Selbstbehalttarif (Abwahltarif) gemäß § 53 Abs. 1 SGB V,
Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit gemäß § 53 Abs. 2 SGB V
Bonusgutschrift im Rahmen eines Bonusprogramms für: Teilnahme an qualitätsgesicherten Präventionsmaßnahmen, Hochschulsport und Challenges mit
Fitnesstracker, Nachweis von Nichtraucherstatus/Raucherentwöhnung, Einhalten von Normalgewicht, Mitgliedschaft im Sportverein, Mitgliedschaft im Fitnessstudio, Vorlage eines Leistungsabzeichens für Sport, Bonushöhe
Über das gesetzliche Mindestmaß hinausgehende Leistungen für: Vorsorgeuntersuchungen, spezielle Medikamente, sportmedizinische Untersuchung
Übernahme von Kosten für alternative Medizin im ambulanten Bereich für:
Traditionelle Chinesische Medizin, homöopathische Medizin, Reflexzonenmassage, Shiatsu
Besondere ambulante bzw. integrierte Versorgung im Bereich:
Orthopädie, Versorgungsmanagement beim Stütz- und Bewegungssystem
Zuschüsse zur individuellen Gesundheitsförderung im Bereich:
Vorbeugung/Reduzierung gesundheitlicher Risiken durch Bewegungsprogramme, Vermeidung von Mangel-/Fehlernährung, Förderung von Entspannung, Erstattung je Kurs je Erwachsenen in Prozent und Euro bei Fremdkursen
Serviceleistungen: Online-Filiale, Reha-Beratung, Krankenhaussuchportal
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JUNGE LEUTE
PRÄVENTION
Blick nach vorn
Hautkrebsvorsorge inklusive Auflichtmikroskopie und eine individuelle Gesundheitsförderung. Das verlangen Youngster unter anderem heute von ihrer Kasse
D
ie Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Professorin Claudia Schmidtke, kann es kaum fassen:
Aus lauter Angst vor einer SARS-CoV-2-Infektion
gehen immer weniger Bürgerinnen und Bürger in Deutschland zur Vorsorgeuntersuchung. Heuer im März appellierte darum die Herzchirurgin eindringlich an Patienten, sich
trotz Pandemie an ihre Ärzte zu wenden, um Früherkennungsuntersuchungen für sich selbst oder ihre Kinder zu
vereinbaren. Zumal Praxen peinlichst darauf bedacht sind,
die Hygienevorschriften einzuhalten. „Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen stellen sicher, dass Betroffene mit Verdacht auf eine Covid-19-Infektion in Arztpraxen getrennt
von anderen Patienten versorgt werden“, sagt Schmidtke.
Ein überaus wichtiger Hinweis der versierten Patientenbeauftragten, denn nach Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums sind allein etwa beim Hautkrebsscreening die
Arzt-Patienten-Kontakte um 71 Prozent eingebrochen.
Ein ungesunder Trend. Denn mit gut 200 000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Hautkrebs leider die häufigste Krebser16
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krankung in Deutschland. Von 100 000 Menschen erkranken jährlich etwa 328. Bei 290 der Betroffenen wird der
weiße Hautkrebs diagnostiziert, der in den meisten Fällen
heilbar ist. Bei den übrigen 38 stellt der Dermatologe das gefährlichere maligne Melanom fest. Zwar nimmt das Erkrankungsrisiko mit dem Alter zu. Doch immer häufiger sind
auch jüngere Menschen betroffen: 20-Jährige mit MelanomDiagnose sind keine Seltenheit mehr. Da dieser Hauttumor
im Frühstadium in fast allen Fällen erfolgreich behandelt
werden kann, ist ein regelmäßiges Hautkrebsscreening
auch für junge Leute quasi eine Pflichtveranstaltung.
Doch generell haben GKV-Versicherte erst ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre einen gesetzlichen Anspruch auf
ein Hautkrebsscreening – aus Sicht von Experten zu spät.
Darum sind für junge Leute gerade jene Kassen interessant,
die auf dem Weg regionaler Verträge mit Hautärzten keinerlei Altersbeschränkungen bei der Kostenübernahme des
Hautkrebsscreenings haben und ihnen Hautkrebsvorsorge
inklusive Auflichtmikroskopie als Zusatzleistung bieten.
Foto: Depositphotos
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Top-Kassen für junge Leute
Kasse
Note
AOK PLUS
BARMER
BERGISCHE KRANKENKASSE
DAK-Gesundheit
HEK – Hanseatische Krankenkasse
IKK Südwest
mhplus Betriebskrankenkasse
pronova BKK
SECURVITA Krankenkasse
TK – Die Techniker
AOK Baden-Württemberg
AOK Bayern
AOK Nordost
Audi BKK
BKK DürkoppAdler
BKK Freudenberg
BKK VBU
BKK Wirtschaft & Finanzen
BKK ZF & Partner
Bosch BKK
hkk Krankenkasse
IKK Brandenburg und Berlin
IKK classic
Mobil Krankenkasse
R+V Betriebskrankenkasse
Salus BKK
SBK
regional geöffnet
exzellent
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bundesweit geöffnet
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Langfrist-Wertung1)
Kasse
Punkte
DAK-Gesundheit
TK – Die Techniker
HEK – Hanseatische Krankenkasse
SECURVITA Krankenkasse
BARMER
BKK Wirtschaft & Finanzen
regional geöffnet
bundesweit geöffnet
1)
Top 5 im Zeitraum 2012 bis 2021
Innerhalb der Punktestufen alphabetische Sortierung
60
60
59
54
53
52
Du bist, was du isst. Logisch, nur: Im Job frisst einen oft
die Sünde auf: Statt viel Obst, Gemüse und frischem Salat,
wenig Fleisch und kaum Süßigkeiten führt der Gang in der –
meist viel zu kurzen – Mittagspause zum Schnellimbiss um
die Ecke. Das Menü: dick Pommes mit Currywurst, gern mit
einem Spritzer Mayo garniert. Dazu ne Zuckerbombe Cola
als Getränk. Als Nachtisch noch ein fetter Schokoriegel, und
im Nachgang eine Zigarette! Gerade bei jungen Berufstätigen führt ein durch viele Meetings, steigenden Termindruck
und ständige Handy-Erreichbarkeit geprägter Arbeitsalltag
zu ungesundem Fastfood- und Zigarettenkonsum.
Was vielen „sauer“ aufstößt! So leiden immer mehr junge
Leute, bedingt durch falsche Ernährung und Stress im Job, an
Sodbrennen, im Fachjargon Reflux. Um die Refluxbeschwerden in den Griff zu bekommen, hilft nur radikales Umdenken
hin zu einer ausgewogenen Ernährung, unter anderem mit
wenig Zucker und wenig rotem Fleisch. Am besten in Verbindung mit wenig Kaffee und dem totalen Verzicht auf Nikotin.
Was vielen Menschen schwerfällt. Aus diesem Grund fahren
gerade junge Leute im Berufsleben besonders auf Kassen ab,
die sie im Rahmen der individuellen Gesundheitsförderung
mit speziellen Kursen zur Vermeidung von Fehlernährung
und Raucher-Entwöhnungskursen auf dem Weg zu einem gesunden Lebenswandel unterstützen.
ABGEFRAGTE KRITERIEN:
Besondere Versorgung/Versorgungsmanagement: ambulante Operationen, Ernährungskrankheiten, onlinegestützte Behandlung, Suchterkrankungen
Wahltarife: Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit für 12 000 Euro brutto Jahresgehalt
Bonusprogramme: Bonifizierung von qualitätsgesicherten Präventionsmaßnahmen,
Normalgewicht im Normbereich, Challenges mit Fitnesstracker, Nachweis von Nichtraucherstatus/Raucherentwöhnung, Mitgliedschaft im Sportverein, Mitgliedschaft im
Fitnessstudio, Vorlage eines Leistungsabzeichens für Sport, maximale Bonushöhe und
durchschnittliche Bonushöhe je nachgewiesene Maßnahme
Individuelle Gesundheitsförderung: Zuschüsse für Kurse zur Vorbeugung/Reduzierung spezieller gesundheitlicher Risiken durch geeignete Bewegungsprogramme, Vermeidung von Mangel-/Fehlernährung, gesundheitsgerechter Umgang mit Alkohol/
Reduzierung des Alkoholkonsums, Förderung des Nichtrauchens, Erstattung je Kurs je
Erwachsenen in Prozent und Euro bei Fremdkursen, Erstattung je Kurs je Erwachsenen
in Prozent und Euro bei Eigenkursen
Auslandsschutz: Kostenübernahme für Reiseschutzimpfungen
Zahnmedizin: Kostenübernahme für professionelle Zahnreinigung, Z uschuss für eine
professionelle Zahnreinigung
Serviceleistungen: Online-Filiale (als App oder auf mobile Nutzung zugeschnitten),
Digitale Gesundheitsakte, Digitales Tracking von Anträgen, Online-Mitgliedsbescheinigung abrufbar, Online-Administration des Bonusprogramms, Facebook, Twitter, WhatsApp, Online-Chat, Video-Chat, Instagram und YouTube, Reha-Beratung, Vorsorgeerinnerungsservice, Arzt-Suchportal
Zusatzleistungen: Hautkrebsvorsorge inklusive Auflichtmikroskopie
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04.05.21 15:54
ALTERNATIVE MEDIZIN
KOMPLEMENTÄRMEDIZIN
Mit der Natur
im Einklang
In Deutschland genießt die Komplementär- neben der Schulmedizin
heute hohe Anerkennung. Welche
alternativmedizinischen Leistungen
die Krankenkassen tragen
18
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W
ie sagte doch Oscar Wilde so schön: „Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Ich bin immer
mit dem Besten zufrieden.“ Das Beste aus zwei
Welten – darauf setzen die Deutschen in Sachen Medizin.
Darum bauen viele Bürger neben der Schul- auf die Alternativmedizin – und greifen zu Arzneimitteln besonderer
Therapierichtungen. Zu diesen zählen neben Phytopharmaka (rein pflanzliche Arzneimittel) und Homöopathika (Arzneien in Zubereitungsverfahren nach den Lehren des Mediziners Samuel Hahnemann) auch Anthroposophika mit
mineralischen, tierischen und pflanzlichen Substanzen.
Daten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte zufolge waren im Januar 2021 hierzulande exakt
7504 Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen
nach abgeschlossenem Zulassungs- oder Registrierungsverfahren im Verkehr, davon 3904 Kombinationspräparate.
Die Menge an Präparaten zeigt: Komplementärmedizin
hat in Deutschland ihre Existenzberechtigung. So wurde an
der Universität Tübingen eine W3-Professur für Komplementärmedizin geschaffen, deren Kosten die Robert Bosch
Stiftung für fünf Jahre tragen soll. Baden-Württemberg hat
diesen Schritt ausdrücklich unterstützt. „Wir sollten den
Nutzen von gemeinsamen Therapien aus Naturheilkunde
und Schulmedizin weiter erforschen“, sagt Manfred Lucha,
Baden-Württembergs Minister für Soziales und Integration.
Auch wenn die französische Gesundheitsbehörde HAS
zum Schluss kommt: Es gebe keine ausreichenden wissen-
Foto: 123RF
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schaftlichen Belege für die Wirksamkeit der Homöopathie,
die eine Erstattung durch die Krankenkassen rechtfertigen:
Bislang hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Kostenübernahme für Homöopathie der Kassen nicht angetastet, was gesetzlich krankenversicherte Anhänger der Alternativmedizin freuen dürfte. Und daran liegen mag, dass der
Anteil homöopathischer Mittel an den Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenkassen mit schätzungsweise
rund 0,1 Prozent verschwindend gering ist.
Fakt ist: Im Gegensatz zur Homöopathie ist die Wirksamkeit pflanzlicher Arzneimittel, sogenannter Phytopharmaka, dank Studien wissenschaftlich belegt. Etwa bei akuter
Rachenentzündung (Pharyngitis) lindern Phytotherapeutika die Beschwerden deutlich. Zu nennen sind hier Präparate aus Eibischwurzel, Salbeiblättern, Spitzwegerichkraut
oder Isländisch Moos. Günstig ist die hervorragende Verträglichkeit dieser Produkte. Sie haben auch entzündungslindernde Eigenschaften. Außer bei Erkältungen präsentiert
die Pflanzenheilkunde auch Erfolge bei Allergien, MagenDarm-Beschwerden und Schlafstörungen. Da Phytopharmaka häufig weniger Nebenwirkungen als synthetische Medikamente aufweisen, kommen sie zudem oft bei chronischen
und psychosomatischen Beschwerden zum Einsatz.
Im Rahmen der Satzungsleistungen erstatten daher einige Krankenkassen ihren Versicherten Phytopharmaka.
Voraussetzung dafür ist, dass das Medikament durch einen
Arzt verordnet wurde – entweder auf grünem Rezept oder
einem Privatrezept. Das grüne Rezept wird für nicht verschreibungspflichtige pflanzliche Medikamente ausgestellt
und dient lediglich dazu, Name und Dosierung zu notieren.
In der Regel bezahlt der Patient das Arzneimittel zunächst
einmal selbst und reicht anschließend die in der Apotheke
erhaltene Quittung und das Rezept bei seiner Kasse ein, die
dann den Medikamentenpreis begleicht. Die Erstattung erfolgt dabei je nach Kasse anteilig oder in voller Höhe und ist
meist auf einen jährlichen Höchstbetrag begrenzt.
Top-Kassen für Anhänger der Alternativmedizin
Kasse
Note
SECURVITA Krankenkasse
exzellent
BERGISCHE KRANKENKASSE
sehr gut
HEK – Hanseatische Krankenkasse sehr gut
AOK Baden-Württemberg
gut
BAHN-BKK
gut
BKK EUREGIO
gut
BKK24
gut
hkk Krankenkasse
gut
Langfrist-Wertung1)
Kasse
Note
Kasse
IKK Brandenburg und Berlin
IKK gesund plus
IKK Südwest
mhplus Betriebskrankenkasse
Mobil Krankenkasse
TK – Die Techniker
gut
gut
gut
gut
gut
gut
SECURVITA Krankenkasse
HEK – Hanseatische Krankenkasse
BERGISCHE KRANKENKASSE
TK – Die Techniker
DAK-Gesundheit
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Punkte
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bundesweit geöffnet
Top 5 im Zeitraum 2012 bis 2021
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1)
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ABGEFRAGTE KRITERIEN:
Alternative Medizin: teilweise Kostenübernahme für
alternative Krebstherapie (inkl. Medikamente), anthroposophische Medizin (inkl. Medikamente), Ayurveda, Chelat-Therapie,
Eigenbluttherapie, Feldenkraismethode, homöopathische
Medizin (Anamnese und Arzneimittel sowie Erstattungshöhe),
Irisdiagnostik, Lichttherapie, Osteopathie (inkl. Erstattungshöhe),
Phytotherapie, Reflexzonenmassage, Shiatsu, Traditionelle
Chinesische Medizin (TCM)
Wahltarife/Zusatzversicherungen: Heilpraktikerbehandlungen,
Heilmethoden nach dem vollständigen H
ufelandverzeichnis
Individuelle Gesundheitsförderung: Zuschüsse für Kurse zur
Reduzierung von Bewegungsmangel durch gesundheitssport-
liche Aktivitäten, Vorbeugung/Reduzierung
gesundheitlicher Risiken durch
Bewegungsprogramme, Vermeidung von Mangel-/Fehlernährung, Förderung
von Stressbewältigungskompetenzen, Förderung
von Entspannung
Zusatzleistungen: erweiterte Leistungen für
Vorsorgeuntersuchungen, medizinische
Vorsorgeleistungen an Kurorten, Patientenschulungen,
Leistungen von nicht zugelassenen Leistungserbringern
(Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser, Heilpraktiker)
19
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PREISBEWUSSTE
FINANZEN
Satte Summen sparen
Dank kassenindividueller Zusatzbeiträge können gesetzlich Versicherte einiges an
Geld sparen. Zudem schonen Selbstbehalt und Beitragsrückerstattung die Finanzen
N
ehmen wir die Corona-Pandemie eher als Gefahr für
unsere Gesundheit oder als Bedrohung für unseren
Geldbeutel wahr? Schwere Frage! In Deutschland
zumindest sorgen sich rund 22 Prozent der BundesbürgerInnen gleichermaßen um Physis und Psyche wie um die persönlichen Finanzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung des Ipsos Meinungsforschungsinstituts im Rahmen
des ING International Survey. Was leider viel zu wenige wissen: Top medizinisch versorgt sein und sparen lässt sich
auch in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).
Zwar ist hierzulande der allgemeine Beitragssatz mit Anspruch auf Krankengeld mit exakt 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens heuer bei allen Kassen identisch. Auch teilen
sich diesen Arbeitnehmer und Arbeitgeber hälftig. Genau
wie den sogenannten Zusatzbeitrag. Dieser allerdings birgt
schon finanzielle Vorteile für Preisbewusste. Denn den Zusatzbeitrag dürfen die Kassen entsprechend ihrer finanziellen Lage laut Gesetzgeber mit gewissen Auflagen individu20
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ell nach ihren Vorstellungen veranschlagen. So reicht die
Spreizung des Zusatzbeitrags in unserer Kassenlandschaft
in diesem Jahr – unter Berücksichtigung auch der betriebsbezogenen Kassen – von wirklich moderaten 0,20 Prozent
bis hin zu doch relativ kostspieligen 2,7 Prozent.
Für Freunde des Minimax-Prinzips ein Geschenk, können sich diese doch die günstigste Kasse frei herauspicken.
Was unterm Strich einige Hundert Euro mehr in der Haushaltskasse bringt, denn: Gemessen an der für 2021 gültigen
Beitragsbemessungsgrenze von monatlich 4837,50 Euro,
liegt zwischen der günstigsten und der teuersten Krankenkasse im Bundesgebiet für einen versicherten Arbeitnehmer
das jährliche Sparpotenzial bei immerhin rund 725,63 Euro.
Nicht nur der kassenindividuelle Zusatzbeitrag hilft sparen. Auch sogenannte Wahltarife auf Grundlage des Wettbewerbsstärkungsgesetzes aus dem Jahr 2007 schonen das
Portemonnaie. Eine Quersubventionierung aus dem allgemeinen Haushalt einer Krankenkasse oder zwischen Wahl-
Foto: 123RF
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tarifen untereinander ist dabei jedoch grundsätzlich nicht
erlaubt. Darum sind die Kassen auch dazu verpflichtet, mindestens alle drei Jahre über diese Einsparungen gegenüber
dem Bundesamt für Soziale Sicherung Rechenschaft abzulegen. Über die Ausgestaltung der Wahltarife hingegen entscheidet jede Krankenkasse im Wesentlichen selbst.
Bei der „Prämie mit Leistungsfreiheit“ etwa können
GKV-Mitglieder maximal 20 Prozent des Jahresbeitrags sparen. Abhängig von der jeweiligen Krankenkasse kommen so
bis zu 600 Euro per annum zusammen, wenn ein Jahr lang
keine medizinischen Leistungen zulasten der Kasse in An-
spruch genommen werden. Vorteilhaft aus Sicht Versicherter: Ausgenommen von dieser Regelung sind Vorsorge- und
Früherkennungstermine bei Human- und Zahnmedizinern
– was auch voll im Sinne des Präventionsgedankens ist.
Bei den sogenannten Selbstbehalttarifen hingegen verpflichten sich die Teilnehmer, anfallende Kosten für Behandlungen, Medikamente und Heil- und Hilfsmittel bis zu einer
bestimmten Summe aus eigener Tasche zu begleichen. Im
Gegenzug spendiert die Kasse eine Prämie. Doch Vorsicht!
In aller Regel übersteigt der Selbstbehalt die Prämie. Wer
häufig malade ist, zahlt dementsprechend leider drauf.
ABGEFRAGTE KRITERIEN:
Top-Kassen für Preisbewusste
Kasse
Note
BKK Faber-Castell & Partner
BKK SBH
hkk Krankenkasse
SECURVITA Krankenkasse
BKK EUREGIO
BKK firmus
BKK Scheufelen
BKK24
TK – Die Techniker
regional geöffnet
exzellent
exzellent
exzellent
exzellent
sehr gut
sehr gut
sehr gut
sehr gut
sehr gut
bundesweit geöffnet
Weitere Ergebnisse unter: www.dfsi-institut.de
Innerhalb der Notenstufen alphabetische Sortierung
Langfrist-Wertung1)
Kasse
Punkte
AOK PLUS
BKK Scheufelen
BKK Faber-Castell & Partner
SECURVITA Krankenkasse
TK – Die Techniker
BKK Akzo Nobel Bayern
HEK – Hanseatische Krankenkasse
hkk Krankenkasse
BIG direkt gesund
Salus BKK
regional geöffnet
34
34
33
32
32
30
30
30
29
29
Kassenindividueller Zusatzbeitrag: Höhe des Beitrags; Wahltarife: Prämienzahlung bei Leistungsfreiheit und Kombinationsmöglichkeiten mit Bonusprogramm
oder Selbstbehaltwahltarif; alternative Medizin: teilweise Kostenübernahme für
homöopathische Medizin und Osteopathie; Zusatzleistungen: erweiterte Leistungen für Sehhilfen; Auslandsschutz: Zahlung von Reiseschutzimpfungen (inkl.
Malariaprophylaxe); individuelle Gesundheitsförderung: Erstattungen für Kurse
von Fremdanbietern; Bonusprogramme: maximale Bonushöhe und Bonushöhe
je nachgewiesene Maßnahme; Zahnmedizin: Kostenübernahme für professionelle Zahnreinigung, vergünstigter Zahnersatz; Vorteilsprogramme: finanzieller
Vorteil bei Nutzung bestimmter Generika und Hilfsmittel
Besondere Methodik
Um der Besonderheit des preisbewussten Kassenkunden gerecht zu werden,
wurde bei dieser Gruppe von den Experten des DFSI in Köln eine andere
Methodik als für die sieben anderen Profile gewählt: In Bezug auf den Beitrag
wurde hier der günstigste bundesweit erreichbare Beitragssatz mit 25, der
teuerste hingegen mit null Punkten bewertet. Was den Wahltarif mit Prämien
zahlung bei Leistungsfreiheit angeht, wurde neben der Prämienhöhe auch die
Kombinierbarkeit von Selbstbehalt und Bonusprogramm ins Kalkül gezogen:
Maximal erreichbar waren hier elf Punkte. Aus dem Bereich der alternativen Me
dizin wurden die für Versicherte relativ teure Homöopathie und Osteopathie mit
einer maximalen Punktzahl von fünf Punkten einbezogen. Neben Zuschüssen für
Sehhilfen wurde auch die Übernahme von Reiseschutzimpfungen inklusive der
Malariaprophylaxe und einer jährlichen kostenfreien professionellen Zahnreini
gung beziehungsweise eines Mindestzuschusses von 60 Euro bewertet. In Sum
me waren hier maximal zehn Punkte erreichbar. Sollte die gesetzliche Kranken
kasse für ihre Klientel die Zuzahlung bei bestimmten Hilfsmitteln und Generika
reduzieren oder Versicherte sogar davon befreien, wurde dies ebenso bewertet
wie die mögliche Reduktion von Eigenanteilen bei der Nutzung von bestimmten
Zahnersatzherstellern. Insgesamt wurden hierfür sieben Punkte vergeben. Die
Höhe der maximal erreichbaren Geldbarprämie beim Bonusprogramm schließ
lich nahm mit maximal acht Punkten Einfluss auf das Ergebnis.
bundesweit geöffnet
Top 5 im Zeitraum 2016 bis 2021
Innerhalb der Punktestufen alphabetische Sortierung
1)
21
MY21_Journal-GKV-Guide_570177.indd 21
04.05.21 15:54
AKTIVE ÄLTERE
GERIATRIE
Hand in Hand
Rund 5,7 Millionen Menschen in Deutschland sind 80 Jahre
und älter. Doch mit zunehmendem Alter verschlechtert sich
die Gesundheit – worauf Kassen Antworten haben
A
ltern gleich Abbau – diese Defizit-Gleichung hat
gottlob längst ausgedient. Heute gilt: „Altern ist Leben, Altern sind Potenziale, Altern sind Herausforderungen und Altern ist auch Entwicklung“, erklärt EvaMarie Kessler, Gerontopsychologin an der Medical School
Berlin. Immer mehr Frauen und Männer hierzulande erreichen ein hohes Lebensalter: Rund 5,7 Millionen Menschen
in Deutschland zählen 80 und mehr Jahre, so die aktuelle
Bilanz des Statistischen Bundesamts. Die Gruppe derer ist
agil, zählt sich nicht zum alten Eisen, bleibt mobil. Für den
Altersforscher Professor Frank Oswald sind diese jungen Alten „Pioniere des neuen Alterns“, die auch hochbetagt noch
einmal Lust auf neue Erfahrungen haben.
Was aber sind Faktoren für ein langes Leben? Die Gene
und eine gesunde Lebensweise. Auch trägt psychische Gesundheit zu einem langen Leben bei, so Forscher der Medical School Berlin. In Interviews mit hundertjährigen Senioren ist ihnen aufgefallen, dass diese besonders gewissenhaft,
zielstrebig und zuversichtlich sind. Sie sind nicht nur körperlich extrem widerstandsfähig, sondern auch psychisch.
Und sie haben keine Angst vor dem Älterwerden, sehen dem
zufrieden entgegen. Denn eine pessimistische Einstellung
führt zur Ausschüttung von Stresshormonen, die wiederum
ein höheres Krankheitsrisiko nach sich ziehen kann.
Doch selbst eine gesunde Lebensweise in Kombination mit
einer positiven Einstellung kann nicht generell jeden Betagten vor Malaisen schützen. Wie auch, erhöht sich doch mit
22
MY21_Journal-GKV-Guide_570177.indd 22
zunehmendem Lebensalter die Wahrscheinlichkeit für Erkrankungen. Heute stehen unterschwellige chronische Entzündungen (Inflamm-Aging) im Verdacht, wesentlich zum
Alterungsprozess und zu alterstypischen Erkrankungen wie
Atherosklerose oder Alzheimer beizutragen. Auch typische
Alterserkrankungen wie Arthritis und Diabetes werden in
Verbindung mit Inflamm-Aging gebracht.
Vor diesem Hintergrund dürften sich darum aktive Senioren bei Kassen bestens aufgehoben fühlen, welche ihrer Klientel ein wissenschaftlich fundiertes, gutes Versorgungsmanagement im Bereich der Geriatrie (Altersmedizin) bieten.
Auch Reha ist ein Top-Thema für aktive Ältere, wollen sie
doch nach einem Klinikaufenthalt mit einer effizienten Anschlussbehandlung schnell wieder auf die Beine kommen.
Doch der direkte Übergang vom Krankenhaus in die Reha wird
oft von bürokratischen Prozessen behindert. Darum präferieren aktive Ältere gerade Kassen mit einem ausgeklügelten Entlassungsmanagement, welche den Versicherten schnell eine
zur Erkrankung passende Reha-Einrichtung vermitteln.
Auch ein Problem älterer Bürger: „Uns bereitet Sorge, dass
alle immer auf dem neuesten Stand der Technik sein müssen, um an Digitalangeboten teilhaben zu können“, moniert
Dagmar Hirche, Vorsitzende des Vereins Wege aus der Einsamkeit. Gesundheit dürfe, so Hirche, keine Frage der Technik sein. So finden bei aktiven Älteren gerade jene Kassen
Anklang, die sie im Umgang etwa mit Videosprechstunden
oder dem elektronischen Rezept bereitwillig schulen.
Foto: Depositphotos
04.05.21 15:54
Top-Kassen für aktive Ältere
Langfrist-Wertung1)
Kasse
Kasse
Note
AOK Baden-Württemberg
HEK – Hanseatische Krankenkasse
IKK Südwest
TK – Die Techniker
AOK PLUS
AOK Rheinland-Pfalz/Saarland
BERGISCHE KRANKENKASSE
Salus BKK
regional geöffnet
exzellent
exzellent
exzellent
exzellent
sehr gut
sehr gut
sehr gut
sehr gut
TK – Die Techniker
HEK – Hanseatische Krankenkasse
AOK Baden-Württemberg
AOK PLUS
BARMER
DAK-Gesundheit
IKK Südwest
SECURVITA Krankenkasse
bundesweit geöffnet
Weitere Ergebnisse unter: www.dfsi-institut.de
Innerhalb der Notenstufen alphabetische Sortierung
Punkte
regional geöffnet
60
56
50
46
46
46
45
45
bundesweit geöffnet
Top 5 im Zeitraum 2012 bis 2021
Innerhalb der Punktestufen alphabetische Sortierung
1)
ABGEFRAGTE KRITERIEN:
Besondere Versorgung/Versorgungsmanagement: Altersmedizin (Geriatrie), Augenerkrankungen (z. B. Makuladegeneration), HerzKreislauf-System (z. B. Herzinsuffizienz), Krebserkrankungen/Onkologie, Schmerztherapie (z. B. bei Migr äne), Osteoporose, besonderes
Versorgungsmanagement im Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen; Serviceleistungen: Service-Hotline 24/7, medizinische InformationsHotline 24/7, Betreuungsservice: fester persönlicher Ansprechpartner bzw. B
etreuungsteam, strukturierte ärztliche Zweitmeinung, RehaBeratung, Vermittlung von Arztterminen, Vorsorgeerinnerungsservice, elektronische Patientenquittung; Vorteilsprogramme: finanzieller
Vorteil bei Nutzung bestimmter Apotheken, Generika und Hilfsmittel; Zahnmedizin: Zahnersatz „zum Nulltarif“, Zahnersatz zu vergünstigten Konditionen; Zusatzleistungen: zusätzliche häusliche Krankenpflege (Leistung auch für Grundpflege und Hauswirtschaft), Haushaltshilfen für Mitglieder ohne Kind im Haushalt, Vorsorgeuntersuchungen, medizinische Vorsorgeleistungen an Kurorten
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04.05.21 15:54
SELBSTSTÄNDIGE
ARBEITSKRAFT
Zuversichtlich
auch in Krisen
Für Freiberufler und Soloselbstständige ist
ihre Gesundheit wohl das höchste Gut.
Wie Kassen diesen Gruppen helfen, auch
in harten Zeiten in der Spur zu bleiben
24
MY21_Journal-GKV-Guide_570177.indd 24
F
ür viele Freiberufler und Soloselbstständige hat das
SARS-CoV-2-Virus zu herben, die Existenz bedrohenden Einkommensverlusten geführt. Daran ändern
auch die von Finanzminister Scholz und Wirtschaftsminister
Altmaier auf den Weg gebrachten Milliarden Euro schweren
Subventionen kaum etwas. Für das Gros der Freischaffenden
sind die „Überbrückungshilfe III“ (sie unterstützt neben Firmen auch Soloselbstständige, Freiberufler sowie gemeinnützige Unternehmen und Organisationen, die zwischen November 2020 und Juni 2021 Umsatzeinbußen von
mindestens 30 Prozent verzeichnen müssen, mit Fixkostenzuschüssen) und die „Neustarthilfe“ (mit ihr erhalten Soloselbstständige einmalig bis zu 7500 Euro, die nicht zurückgezahlt werden müssen) der beiden als „Bazooka-Boys“
bezeichneten Minister nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Junge Selbstständige, die erst kurze Zeit am Markt sind,
leiden unter der Corona-Pandemie besonders. Das zeigt eine
aktuelle Umfrage der staatlichen Förderbank KfW. Seit Ausbruch der Krise haben demnach 40 Prozent der Befragten
mehr als die Hälfte ihrer Umsätze verloren. Dazu kommt
die Angst, schwer an einer Covid-19-Infektion zu erkranken – und den Job an den Nagel hängen zu müssen: Gerade
bei Freiberuflern und Soloselbstständigen hat sich während
der Pandemie der Stresspegel deutlich erhöht. Kein Wunder,
dass Depressionen in dieser Berufsgruppe mehr und mehr
diagnostiziert werden. Und wäre dies nicht schlimm genug:
Gerade psychisch Kranke sind laut Experten einem siebenfach erhöhten Risiko ausgesetzt, an Covid-19 zu erkranken.
Klar, dass Kassen bei Selbstständigen von sich reden machen, die im Rahmen der individuellen Gesundheitsförderung mit einer breiten Palette an qualitätsgesicherten Seminaren Stressbewältigungskompetenz und Entspannung
gezielt fördern und mithilfe ihrer Services bei der Vermittlung eines geeigneten Psychologen in Wohnortnähe helfen.
Nicht nur auf die Psyche, auch auf die Physis müssen
Selbstständige achten. Daher stehen bei diesen Kassen hoch
im Kurs, die Körper und Geist mit modernsten medizinischen Leistungen fit halten und zudem zusehen, dass Versicherte bei Krankheit schnell wieder auf die Beine kommen.
Etwa im Rahmen der besonderen Versorgung mit einem
breiten Portfolio ambulanter Operationsmöglichkeiten.
Und sollte die stationäre Einweisung in eine Klinik doch
unumgänglich sein, sind für Selbstständige gerade Kassen
top, die ihnen im Rahmen sogenannter Zusatzleistungen keine Mehrkosten aufbrummen, wenn sie ein Wunsch-Krankenhaus außerhalb der ärztlichen Verordnung auswählen.
Im Gegensatz zu abhängig Beschäftigten genießen
Selbstständige keine sechs Wochen Lohnfortzahlung im
Krankheitsfall. Geben sie der gesetzlichen statt der privaten
Krankenversicherung den Vorzug, können sie sich jedoch
mit Anspruch auf Krankengeld ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit aktuell mit dem allgemeinen Beitragssatz von
14,6 Prozent des Bruttoeinkommens plus Zusatzbeitrag gesetzlich krankenversichern. Wie ein abhängig beschäftigter
Angestellter erhalten Selbstständige dann Krankengeld,
was sich auf 70 Prozent ihres regelmäßigen Arbeitseinkommens, maximal 112,88 Euro am Tag, beziffert.
Foto: 123RF
04.05.21 15:54
ABGEFRAGTE KRITERIEN:
Top-Kassen für Selbstständige
Kasse
Note
AOK Rheinland-Pfalz/Saarland
BERGISCHE KRANKENKASSE
HEK – Hanseatische Krankenkasse
IKK Südwest
SECURVITA Krankenkasse
TK – Die Techniker
AOK Baden-Württemberg
AOK PLUS
hkk Krankenkasse
IKK Brandenburg und Berlin
KKH Kaufmännische Krankenkasse
KNAPPSCHAFT
mhplus Betriebskrankenkasse
regional geöffnet
exzellent
exzellent
exzellent
exzellent
exzellent
exzellent
sehr gut
sehr gut
sehr gut
sehr gut
sehr gut
sehr gut
sehr gut
bundesweit geöffnet
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Langfrist-Wertung1)
Kasse
Punkte
TK – Die Techniker
HEK – Hanseatische Krankenkasse
SECURVITA Krankenkasse
DAK-Gesundheit
IKK Südwest
regional geöffnet
bundesweit geöffnet
Top 5 im Zeitraum 2012 bis 2021
Innerhalb der Punktestufen alphabetische Sortierung
1)
60
58
56
50
48
Wahltarife/Zusatzversicherung:
Selbstbehalttarif, Tarife für variab
le Kostenerstattung, Krankengeld
für Selbstständige, Krankengeld für
Selbstständige, das jedoch nur bei
Krankenhausaufenthalt gezahlt wird
Bonusprogramme: Bonifizierung von
Teilnahme an qualitätsgesicherten
Präventionsmaßnahmen, Normalgewicht im Normbereich, Challenges mithilfe von Fitnesstracker, Mitgliedschaft
in einem Sportverein, Mitgliedschaft
in einem Fitnessstudio, weitere
Bonusprogramme
Zusatzleistungen: erweiterte Vorsorge
untersuchungen, Check-up 35 für Versicherte unter 35 Jahren, Brustkrebsvorsorge und Darmkrebsvorsorge, freie
Krankenhauswahl (keine Mehrkosten
für Wahl eines zugelassenen Krankenhauses außerhalb der ärztlichen Verordnung)
Alternative Medizin: teilweise Kostenübernahme für Ayurveda, homöopathische Medizin (Anamnese und Arzneimittel), Reflexzonenmassage, Shiatsu
Individuelle Gesundheitsförderung:
Zuschüsse für Kurse zur Reduzierung
von Bewegungsmangel durch gesundheitssportliche Aktivitäten, Förderung
von Stressbewältigungskompetenzen,
Förderung von Entspannung
Zahnmedizin: kostenlose professionelle Zahnreinigung
Auslandsschutz: Kostenübernahme für
Reiseschutzimpfungen
Serviceleistungen: Service-Hotline
24/7, medizinische Informations-Hotline
24/7, Reha-Beratung, Vermittlung von
Arztterminen, Vorsorgeerinnerungsservice, Online-Krankengeldrechner, Callback-Service, elektronische Patientenquittung, fremdsprachiger Service
Besondere Versorgung/Versorgungsmanagement: ambulante Operationen, onlinegestützte Behandlung,
psychische Erkrankungen, Rücken
erkrankungen, Migräne
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25
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ANSPRUCHSVOLLE
UMFÄNGLICHKEIT
Gut gefahren
Wer immer nur der Beste sein will und dabei stets am Limit geht, spielt mit seiner Gesundheit.
Wie die gesetzlichen Krankenkassen dafür sorgen, dass Leistungsträger in der Spur bleiben
V
iel Geld macht glücklich! Eine aktuelle US-Studie
des Psychologen Matthew Killingsworth von der
University of Pennsylvania mit mehr als 33 000 Erwerbstätigen attestiert: Das emotionale Wohlbefinden steigt
mit wachsendem Haushaltseinkommen – und dies weit über
eine Summe von 80 000 US-Dollar (rund 66 232 Euro) hinaus. Als einer der Gründe für die Magie des Geldes nennt der
Wissenschaftler, dass reiche Menschen das Gefühl hätten,
mehr Kontrolle über ihr Leben zu haben. Während die Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman und Angus
Deaton noch vor elf Jahren davon ausgingen, dass ab einem
Jahreseinkommen von 75 000 Dollar (rund 62 093 Euro)
noch mehr „Knete“ das emotionale Wohlbefinden nicht
mehr anwachsen lässt, kommt Killingsworth zum Schluss,
dass der Schwellenwert wesentlich höher liegen muss.
Vor allem wettbewerbsorientierte Leistungsträger glauben nicht selten, immer mehr Geld scheffeln zu müssen, um
ihr Glück zu finden – und gehen so für ihre berufliche Karriere teils über persönliche Grenzen: Mancher Manager kompensiert den Stress im Job mit dem täglichen Griff zu Alkohol und Zigaretten. Daneben werfen einige zusätzlich
Angstlöser und Beruhigungsmittel ein.
Anspruchsvolle, die einer Sucht entkommen wollen, um
auf Dauer keine gesundheitlichen Schäden davonzutragen,
sind darum sehr an Kassen interessiert, die im Kontext der
individuellen Gesundheitsförderung mit Seminaren, etwa
zum gesundheitsgerechten Umgang mit Alkohol und Ent26
MY21_Journal-GKV-Guide_570177.indd 26
spannungstrainings, ihnen in harten Zeiten eine Stütze sind
– und die Kurse zahlen oder zumindest subventionieren.
Leistungsorientierte, anspruchsvolle Menschen sind es
gewohnt, sich aus vielen Infos eine Meinung zu bilden. Gerade dann, wenn es sich um planbare medizinische Eingriffe an ihrem Körper dreht. Und sich die Frage stellt: Wie sieht
die Meinung eines zweiten Mediziners aus? Gute Idee, nur:
Bislang sind Zweitmeinungsverfahren auf Kosten gesetzlicher Krankenkassen äußerst limitiert. So besteht derzeit
nur bei Operationen an den Gaumen- und Rachenmandeln
(Tonsillektomien, Tonsillotomien), bei Entfernung der Gebärmutter und arthroskopischen Eingriffen am Schultergelenk ein Rechtsanspruch. Daher setzen Anspruchsvolle vor
allem auf Kassen, die im Rahmen ihrer Serviceleistungen
Versicherten bei weiteren Eingriffen eine kostenlose Zweitmeinung anbieten. Das Ganze ist nicht uneigennützig, denn
neben Qualitätssteigerungen helfen ärztliche Zweitmeinungen auch, vermeidbare Eingriffe in der medizinischen
Versorgung zu unterbinden – was AOK & Co. viel Geld spart.
Auch das Gesundheitswesen setzt auf Digitalisierung.
So können sich gerade fortschrittsorientierte Anspruchsvolle für jene Kassen erwärmen, die Versicherten im Rahmen
ihrer Services etwa neben kostenlosen Medizin-Apps fürs
Smartphone auch schon jetzt eine gut funktionierende digitale Gesundheitsakte bieten, mit deren Hilfe sie ihre Gesundheits- und Krankheitsdaten strukturiert und übersichtlich
an einem Ort speichern und selbst managen können.
Foto: 123RF
04.05.21 15:54
ABGEFRAGTE KRITERIEN:
Top-Kassen für Anspruchsvolle
Kasse
Note
AOK Baden-Württemberg
exzellent
AOK PLUS
BERGISCHE KRANKENKASSE
HEK – Hanseatische Krankenkasse
IKK Südwest
SECURVITA Krankenkasse
TK – Die Techniker
AOK Rheinland-Pfalz/Saarland
BAHN-BKK
BKK firmus
BKK VBU
BKK VerbundPlus
DAK-Gesundheit
energie-BKK
hkk Krankenkasse
IKK Brandenburg und Berlin
mhplus Betriebskrankenkasse
SBK
VIACTIV Krankenkasse
exzellent
exzellent
exzellent
exzellent
exzellent
exzellent
sehr gut
sehr gut
sehr gut
sehr gut
sehr gut
sehr gut
sehr gut
sehr gut
sehr gut
sehr gut
sehr gut
sehr gut
regional geöffnet
bundesweit geöffnet
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Langfrist-Wertung1)
Kasse
Punkte
HEK – Hanseatische Krankenkasse
TK – Die Techniker
SECURVITA Krankenkasse
DAK-Gesundheit
AOK Baden-Württemberg
SBK
regional geöffnet
bundesweit geöffnet
Top 5 im Zeitraum 2012 bis 2021
Innerhalb der Punktestufen alphabetische Sortierung
1)
60
59
58
53
51
51
Wahltarife/Zusatzversicherungen: Tarife für (variable) Kostenerstattung, Zahn
zusatzversicherungstarife
Bonusprogramme: Bonifizierung von Teilnahme an qualitätsgesicherten Präventionsmaßnahmen, Hochschulsport und Challenges mit Fitnesstracker, Nachweis von
Nichtraucherstatus/Raucherentwöhnung, Einhalten von Normalgewicht (BMI im Normalbereich), Mitgliedschaft im Sportverein, Mitgliedschaft im Fitnessstudio, Vorlage
eines Leistungsabzeichens für Sport (z. B. Wander-, Schwimm- oder Sportabzeichen),
Teilnahme an Geburtsvorbereitungskurs (Schwangere und Partner)
Zusatzleistungen: zusätzliche häusliche Krankenpflege (Kostenübernahme auch
für Grundpflege und Hauswirtschaft), freie Krankenhauswahl (keine Mehrkosten bei
Wahl einer anderen als der vom Arzt zugewiesenen Klinik), zusätzliche Vorsorge
untersuchungen für Schwangere über die gesetzlichen Grundlagen hinaus (z. B. Ersttrimesterscreening, Toxoplasmosetest usw.), Angebote von zusätzlichen Leistungen
bei Schwangerschaft und Geburt, Geburtsvorbereitungskurs für den Partner, erweiterte Jugenduntersuchungen, sportmedizinische Untersuchung, Brustkrebsvorsorge,
Hautkrebsvorsorge (inkl. Nutzung von Auflichtmikroskop), Leistungen von nicht zugelassenen Leistungserbringern, Kostenübernahme für spezielle Medikamente, Haushaltshilfen mit Kind im Haushalt des Mitglieds, Vorsorgeuntersuchungen, Schutzimpfungen (keine Reiseschutzimpfungen!), medizinische Vorsorgeleistungen an Kurorten,
Patientenschulungen, Hebammenversorgung, Rooming-in bei Kindern
Alternative Medizin: teilweise Kostenübernahme für alternative Krebstherapie und
-medikamente, anthroposophische Medizin (Therapie und Medikamente), Ayurveda,
Chelat-Therapie, Eigenbluttherapie, Feldenkrais-Methode, homöopathische Medizin
(Anamnese und Arzneimittel), Irisdiagnostik, Lichttherapie, Osteopathie, Phytotherapie, Reflexzonenmassage, Shiatsu, Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
Individuelle Gesundheitsförderung: Zuschüsse für Kurse zur Reduzierung von Bewegungsmangel durch gesundheitssportliche Aktivitäten, Vorbeugung/Reduzierung
spezieller gesundheitlicher Risiken durch geeignete Bewegungsprogramme, Vermeidung und Reduktion von Übergewicht, Vermeidung von Mangel-/Fehlernährung,
gesundheitsgerechter Umgang mit Alkohol/Reduzierung des Alkoholkonsums, Förderung des Nichtrauchens, Förderung von Stressbewältigungskompetenzen, Förderung
von Entspannung
Auslandsschutz: Kostenübernahme für Reiseschutzimpfungen
Zahnmedizin: kostenlose professionelle Zahnreinigung, erweiterte zahnärztliche
Behandlung, Beratungsservice mit fachlich ausgebildetem Personal
Serviceleistungen: Service-Hotline 24/7, medizinische Informations-Hotline 24/7,
Online-Filiale, Digitale Gesundheitsakte, Betreuungsservice: fester persönlicher Ansprechpartner/extra aufgestelltes Betreuungsteam, Reha-Beratung, strukturierte ärztliche Zweitmeinung, Hebammenvermittlung, Vermittlung von Arztterminen, Vorsorgeerinnerungsservice, fremdsprachiger S ervice
Besondere Versorgung/Versorgungsmanagement: Praxisnetze (Zusammenschlüsse von Vertragsärzten verschiedener Fachrichtungen in der wohnortnahen ambulanten Versorgung), regionale Vollversorgung
27
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