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Text
VÖLLER & VOGTS Die Ex-Bundestrainer im Doppelinterview vor der EM
Österreich € 3,30, Schweiz 5,80 sFr., BeNeLux € 3,40, Frankreich € 3,90, Italien € 3,90, Portugal (cont.) € 4,20, Spanien (cont.) € 4,20, Kanaren (Luftfracht) € 4,50, Ungarn 1 470 Ft., Griechenland € 4,50, Dänemark 34,95 Dkr
RELEGATION
Bitteres Ende:
Kiel chancenlos
Alles Kopfsache:
Köln erstklassig
„Alle Spiralen
drehen sich
nach unten“
TRANSFERS IM ZEICHEN DER KRISE
Der Einbruch des Marktes.
Die Probleme der Bundesliga.
So reagieren die Macher.
Eberl im großen Interview.
Foto: Getty Images
CH A M P I ON S L E AG U E
Havertz
trifft,
Chelsea
holt den
Henkelpott
TEST GEGEN DFB-ELF
Poulsen und
die Vorfreude
Raum und 44
die Euphorie 3,00
U-21-EM
31. 5. 2021
22. WOCHE
¤
31. MAI 2021
EDITORIAL
I N DI ES ER AU S G AB E
Jörg Jakob
Chefredakteur
Eberl gibt mit
Gladbach ein
gutes Beispiel
6
Angespannt und heikel: Die Klubs
sind auf dem Transfermarkt in die
Defensive gedrängt. Serie, Teil 2
D
ie erste komplette CoronaSaison hat weitreichende
wirtschaftliche Folgen.
Die in einigen Klubs bereits
dramatischen Verhältnisse und
die riesigen Herausforderungen
für eine gesündere Zukunft
schildern wir in einer Serie. Im
zweiten Teil spricht Max Eberl
im Interview mit Jan Lustig
über „Finanzen & Transfers im
Zeichen der Krise“. Der Sportdirektor und seine Kollegen
steuern die Mönchengladbacher
Borussia nachhaltig erfolgreich.
Wenngleich der angestrebte
sportliche Erfolg, die Europacupteilnahme, verpasst wurde,
taugen die Gladbacher als sehr
gutes Beispiel für vernünftiges
Wirtschaften in der Bundesliga.
16
19
76
82
Emotional und erfolgreich:
Jonas Hector und der 1. FC Köln in
der Relegation gegen Holstein Kiel
Erfolglos und einmalig: Schalke hat
in seiner Horrorsaison 42 Spieler
eingesetzt – Gründe und Hoffnungen.
Gesprächig und zuversichtlich:
Die Ex-Bundestrainer Rudi Völler und
Berti Vogts über Löws EM-Kader
DER SPORT steht im Mittelpunkt unserer aktuellen Sonderhefte. Mit allen relevanten
Fakten und den Einordnungen
der kicker-Experten begleiten
wir Sie durch die EM. Die große
Bundesliga-Bilanz kommt Ende
dieser Woche in den Handel.
36
Bundesliga:
Aktuelles aus
den Vereinen
Foto: von der Lage
Wir wünschen
eine schöne Woche!
52
International:
Aktuelles aus
aller Welt
Gelogen und betrogen: Wie der
Fußball beim Bundesliga-Skandal 1971
seine Unschuld verlor. Serie, Teil 1
57
2. Liga:
Aktuelles aus
den Vereinen
64
3. Liga:
Aktuelles aus
den Vereinen
72
Regionalliga:
Aktuelles aus
den Regionen
kicker ist Mitglied im Verbund „EUROPEAN SPORTS MEDIA“. Dazu gehören: A Bola (Portugal), De Telegraaf
(Niederlande), ELF (Niederlande), Fanatik (Türkei), La Gazzetta dello Sport (Italien),
Marca (Spanien), Nemzeti Sport (Ungarn), So Foot (Frankreich), Sportal Korea (Südkorea),
Sport-Express (Russland), Sport-Magazine (Belgien), Tipsbladet (Dänemark), World Soccer (England).
3
31. MAI 2021
KNIPSER
Foto: Imago Images/Rafayat H. Khan
4
Vergebliche
Liebesmäh
M
it 18-monatiger Verspätung ist in Asien die
zweite Qualifikationsrunde für die WM 2022 in Katar
fortgesetzt worden. Aber ganz
egal, wie sehr sich die Greenkeeper im Stadion von Sylhet
für die drei noch ausstehenden
Heimspiele Bangladeschs gegen
Afghanistan, Indien und den
Oman auch plagen: die Mühe
beim Mähen ist vergebens. Das
Nationalteam ist Letzter der
Gruppe E mit einem Punkt und
2:13 Toren. Und weil zudem in
der Pandemie Sicherheit und
Gesundheit Vorrang haben, finden die Gruppenspiele an einem
zentralen Ort statt. In Doha.
6
31. MAI 2021
Transferausgaben
der Bundesligisten
2016/17
645 Mio. Euro
Der jeweils teuerste
Zugang der Bundesliga
in den jüngsten fünf
Saisons: Mats Hummels,
Corentin Tolisso,
Abdou Diallo, Lucas
Hernandez, Leroy Sané
2017/18
708 Mio. Euro
2018/19
540 Mio. Euro
2019/20
930 Mio. Euro
31. MAI 2021
7
Finanzen & Transfers
im Zeichen der Krise (Teil 2)
Die
fetten
Jahre
sind
vorbei
Die Corona-Pandemie hat
den T R A N SF ER MA R KT in
weiten Teilen zum Erliegen
gebracht – und die Klubs in
die D E F E NSIV E gedrängt.
Die Branche ist darauf
eingestellt, dass der Sommer
2021 für sie noch schwieriger
wird als der vor einem Jahr.
2020/21
369 Mio. Euro
„No way“, ließ Oliver Mintzlaff
den Antragsteller abblitzen,
„keine Chance!“ Im August 2019
spielte sich das ab, zwei Wochen
vor Schließung des Transferfensters. Und
der Anlass war ein Angebot des FC Arsenal über 75 Millionen Euro für den damals
20-jährigen Dayot Upamecano, das der
Geschäftsführer von RB Leipzig dankend
ablehnte. Zum einen, weil er dem frisch
verpflichteten Trainer Julian Nagelsmann
nicht die größte Abwehrhoffnung des Vereins entziehen wollte. Zum anderen, weil er
davon überzeugt war, dass ein Jahr später
ein Klub kommen werde, der die dann festgeschriebenen 60 Millionen Euro bezahlen
werde. Doch dann kam Corona und im
Sommer 2020 eben kein Verein, der sich
Upamecano leisten konnte und wollte. Erst
in diesem Frühjahr schlug der FC Bayern
zu – für „nur“ noch 42,5 Millionen Euro.
Binnen zwei Jahren hatte sich der Wert des
französischen Abwehrjuwels fast halbiert.
Am Beispiel Upamecano lassen sich die
drastischen Auswirkungen der Corona-Krise
auf die Profiklubs und ihre Personalpolitik beispielhaft ablesen. Nach Jahren des
scheinbar unaufhaltsamen Umsatzwachstums und der immer neuen Rekordablösen
brach der Transfermarkt schlagartig ein. Die
Einnahmeverluste der Bundesligisten von
insgesamt einer Milliarde Euro seit Ausbruch der Pandemie führten bei den meisten
Vereinen zur Vollbremsung – und es ist nicht
absehbar, ob und wann der Betrieb wieder
jene Drehzahlen wie vor der Krise erreicht.
„Der Markt ist eingebrochen. Und
wenn man durch viele Netzwerkgespräche hört, was in vielen Klubs los ist und wie
agiert wird, dann sage ich: Dieses Jahr wird
es noch mal weniger“, glaubt Alexander
Rosen. Hoffenheims Manager fügt hinzu:
„Das Kapital im Markt ist so krass reduziert,
dass es wieder wenig Bewegung geben wird.“
Bayern Münchens Vorstandsmitglied Oliver Kahn prophezeit: „In der kommenden
Saison werden wir die Schleifspuren der
Corona-Krise zu spüren bekommen.“ 9
8
31. MAI 2021
B U N D E S L I G AZ U G Ä N G E – 2 0 1 9 /2 0 UND 2 0 2 0 /2 1 I M V E R GL E I C H
78
2020/21 wurde viel
seltener Ablöse gezahlt
Zugänge,
die Ablöse
kosteten
Der Absturz der Werte ist sehr auffällig. In den beiden Transferphasen der
Saison 2019/20 zahlten die Bundesligaklubs für 78 Spieler eine Ablöse, in
den beiden folgenden nach Ausbruch der Pandemie nicht mal mehr für halb
so viele. Auch die Verkäufe mit Ablöse wurden weniger: 2019/20 brachten
57 Abgänge Transfereinnahmen, 2020/21 nur noch 39.
35
33
Zugänge
mit mind.
10 Mio. Euro
Ablöse
638,5
12
19/20
20/21
19/20
20/21
Gesamtsumme
der Ablöse
dieser Zugänge
in Mio. Euro
230,5
19/20
20/21
Kadergrößen, Gehälter, Beraterhonorare, Ablösesummen – die Klubs
nutzten und nutzen viele Stellschrauben, um ihre Personaletats einschneidend zu kürzen. Die Dimensionen
werden sichtbar beim Vergleich der
Ablösesummen in den vergangenen
zwei Bundesligaspielzeiten. In der
Saison 2019/20, als die Fans bis in den
März hinein noch unbeschwert die
Stadien füllen durften, standen den
Transferausgaben von 930 Millionen
Euro lediglich 683 Millionen Euro an
entsprechenden Erlösen gegenüber.
2020/21 hingegen überstiegen die
Transfereinnahmen die -ausgaben
um zehn Millionen Euro – bei deutlich geringerem Volumen: 369 Millionen Euro wurden ausgegeben,
379 Millionen eingenommen. „Es gab
Diese 45 Spieler kosteten 10 Millionen Euro oder mehr
Emre Can, Hannes Wolf, Paco Alcacer und Martin Hinteregger waren bereits ausgeliehen, bevor die Kaufpflicht griff oder die Kaufoption gezogen wurde.
Zum Teil ergibt sich die Ablöse aus Leihgebühr plus Kaufpreis.
Die 12 teuersten Zugänge 2020/21
Die 33 teuersten Zugänge 2019/20
Ablöse in
Mio. Euro Spieler
80
35
32
31
25,5
25
23
21
20
18
17
15
13
12
11
10
Lucas Hernandez
Benjamin Pavard
Kerem Demirbay
Mats Hummels
Thorgan Hazard
Julian Brandt
Nico Schulz
Lucas Tousart
Krzysztof Piatek
Paco Alcacer
Dodi Lukebakio
Erling Haaland
Dani Olmo
Ademola Lookman
Matheus Cunha
Edmond Tapsoba
Exequiel Palacios
Moussa Diaby
Ozan Kabak
Christopher Nkunku
Benito Raman
Hannes Wolf
Xaver Schlager
Diadie Samassekou
Munas Dabbur
Santiago Ascacibar
Michael Cuisance
Breel Embolo
Stefan Lainer
Martin Hinteregger
Djibril Sow
Jacob Bruun Larsen
Marin Pongracic
von
zu
Atletico Madrid
VfB Stuttgart
TSG Hoffenheim
Bayern München
Bor. Mönchengladbach
Bayer Leverkusen
TSG Hoffenheim
Olympique Lyon
AC Mailand
FC Barcelona
FC Watford
RB Salzburg
Dinamo Zagreb
FC Everton
RB Leipzig
Vitoria Guimaraes
River Plate
Paris St. Germain
VfB Stuttgart
Paris St. Germain
Fortuna Düsseldorf
RB Salzburg
RB Salzburg
RB Salzburg
FC Sevilla
VfB Stuttgart
Bor. Mönchengladbach
FC Schalke 04
RB Salzburg
FC Augsburg
Young Boys Bern
Borussia Dortmund
RB Salzburg
Bayern München
Bayern München
Bayer Leverkusen
Borussia Dortmund
Borussia Dortmund
Borussia Dortmund
Borussia Dortmund
Hertha BSC
Hertha BSC
Borussia Dortmund
Hertha BSC
Borussia Dortmund
RB Leipzig
RB Leipzig
Hertha BSC
Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen
FC Schalke 04
RB Leipzig
FC Schalke 04
RB Leipzig
VfL Wolfsburg
TSG Hoffenheim
TSG Hoffenheim
Hertha BSC
Bayern München
Bor. Mönchengladbach
Bor. Mönchengladbach
Eintracht Frankfurt
Eintracht Frankfurt
TSG Hoffenheim
VfL Wolfsburg
Ablöse in
Mio. Euro Spieler
49
26
25
24
20
15
11
10,5
10
Leroy Sané
Patrik Schick
Jude Bellingham
Emre Can
Alexander Sörloth
Dominik Szoboszlai
Jhon Cordoba
Jeremie Frimpong
Hannes Wolf
Bouna Sarr
Ridle Baku
Baptiste Santamaria
von
zu
Manchester City
AS Rom
Birmingham City
Juventus Turin
Crystal Palace
RB Salzburg
1. FC Köln
Celtic Glasgow
RB Leipzig
Olympique Marseille
1. FSV Mainz 05
Angers SCO
Bayern München
Bayer Leverkusen
Borussia Dortmund
Borussia Dortmund
RB Leipzig
RB Leipzig
Hertha BSC
Bayer Leverkusen
Bor. Mönchengladbach
Bayern München
VfL Wolfsburg
SC Freiburg
Auch sie waren einem
Bundesligaklub 2019/20
zwischen 10 und 25 Millionen
Euro Ablöse wert: Nico Schulz,
Ademola Lookman, Benito
Raman, Michael Cuisance,
Jacob Bruun Larsen
kaum mehr große Transfers“, sagt
Bayern-Präsident Herbert Hainer,
„da waren die Corona-Auswirkungen zu spüren.“ Der Branchenprimus
blieb da im Trend, auch wenn er im
Oktober kurz vor Transferende in
einer Art Torschlusspanik für knapp
20 Millionen Euro mit Eric Maxim
Choupo-Moting, Bouna Sarr, Marc
Roca und Douglas Costa noch schnell
vier neue Spieler holte, die – außer
Lewandowski-Back-up Choupo-Moting – nicht halfen. Unterm Strich gab
der FC Bayern in der abgelaufenen
Saison 34,25 Millionen Euro mehr
für Transfers aus als er einnahm, ein
Jahr zuvor waren es 90,5 Millionen.
Bei zehn Bundesligavereinen
steht hinter dieser Saison ein Transferplus, das sind doppelt so viele
Klubs wie in der Spielzeit 2019/20.
Dass dies nicht zu Lasten der Qualität gehen
muss, verkörperte kein
Klub besser als Union
Berlin. Die findigen
Hauptstädter ergänzten
sich ausnahmslos mit
ablösefreien Spielern
und kostengünstigen
Leihgaben, mit denen
eine sorglose Saison mit
der Qualifikation für die
Conference League als
Krönung gelang. „Man
merkt eindeutig, dass
weniger Geld für Spieler
im Topf ist und ausgegeben wird“, konstatiert
Oliver Ruhnert, Unions
Geschäftsführer Profifußball. Die Eisernen
hatten zudem das Glück – oder die
Spürnase –, Max Kruse ablösefrei
an Land ziehen zu können, der mit
seinem vorherigen Klub Fenerbahce
Istanbul juristisch über Kreuz lag
und gekündigt hatte. Einen Promi
wie Ex-Nationalspieler Kruse hätte
Union in dessen Zenit wohl kaum
nach Köpenick lotsen können.
Vergleichsweise glimpflich
kam bislang RB Leipzig durch die
Krise, und das nicht etwa, weil Klubgründer Dietrich Mateschitz unter
Umgehung des Financial Fair Play
extra unter die Arme gegriffen hätte.
Gleich vier außerordentliche Effekte
sorgten vielmehr auf der Einnahmeseite für Entlastung: erstens die im
Januar 2020 – unmittelbar vor dem
Corona-Ausbruch in Europa – für
zusammen 30 Millionen Euro getätigten Verkäufe von Matheus Cunha
(zu Hertha) und Diego Demme (nach
Neapel); zweitens der Einzug ins
Champions-League-Halbfinale im
vergangenen August, der unerwarte-
9
te Millionengewinne abwarf; drittens
der Umstand, dass sich die nun absolvierten fünf Bundesligaspielzeiten
vollends in der Fünfjahreswertung
bei der Verteilung des TV-Geldes
niederschlagen; und viertens kommen RB die Transfereinnahmen für
Timo Werner (2020 für 53 Millionen
Euro zum FC Chelsea), Upamecano
und Ibrahima Konaté, der für eine
Sockelablöse von 40 Millionen Euro
zum FC Liverpool wechselt, entgegen. „Wir“, sagt deshalb der Kaufmännische Leiter Florian Scholz,
„fühlen uns in einer vergleichsweise komfortablen Situation.“ Das gilt
auch für den VfL Wolfsburg, der mit
der Inthronisierung von Geschäftsführer Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer (beide seit
2018 im Amt) schon vor Corona die
„Der Markt ist
eingebrochen.
Dieses Jahr wird es
noch mal weniger.“
Alexander Rosen, Manager TSG Hoffenheim
„2021/22 werden wir
die Schleifspuren
der Corona-Krise
zu spüren bekommen.“
Oliver Kahn, Vorstand FC Bayern
Konsolidierungsphase einläutete –
und im Angesicht der Pandemie
erst recht Vernunft walten lässt. Der
Wechsel der Philosophie, verstärkt
auf junge und entwicklungsfähige
Spieler zu setzen, zeigte sich auch
im Sommer 2020: Ridle Baku (Mainz,
10 Mio. Euro) wurde zum Königs- und
Toptransfer, mit Maxence Lacroix
(Sochaux, 5 Mio.) und Bartosz Bialek
(Lubin, 5 Mio.) wurden zwei große
Talente verpflichtet, Maximilian Philipp kam als Leihspieler von Dynamo
Moskau – der Plan ging mit Platz 4
voll auf. Volkswagen im Rücken zu
haben ist dennoch umso mehr in
Pandemie-Zeiten ein Faktor. Dass der
VfL durch den mit VW geschlossenen
Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag – Verluste werden ausgeglichen, Gewinne müssen an den
Konzern abgeführt werden – einen
Marktvorteil in der Corona-Krise hat,
bestreitet auch der Klub selbst nicht.
„Wir sind relativ resistent“, hatte
Schmadtke schon zu Beginn der 9
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31. MAI 2021
10
31. MAI 2021
TR ANSFE R AUSGABE N DER TOPLIGEN
„Wenn es ums Verkaufen
geht, gibt es anscheinend
kein Corona.“
Sven Mislintat, Sportdirektor VfB Stuttgart
„Viele Klubs werden
abwarten müssen, bis sie
Einnahmen generieren.“
Michael Zorc, Sportdirektor Borussia Dortmund
„Alle warten, dass
das Ganze in einer Art
Domino-Effekt losgeht.“
Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Union Berlin
„Die nächsten zwei Jahre
im Fußballgeschäft
werden katastrophal.“
Uli Hoeneß, Aufsichtsrat FC Bayern
(AC Mailand, 23 Mio.) und Dodi Lukebakio (Watford, 20 Mio.) wurden
überteuert eingekauft. Heraus kamen
zwei Spielzeiten am Rande des Abgrunds – und ein Transfer-Sommer
2020 zwischen Hektik und Verzweiflung. Auf den letzten Drücker kamen mit Matteo Guendouzi (Arsenal,
1,2 Mio. Leihgebühr), Omar Alderete
(Basel, 6,5 Mio.) und Rückkehrer Eduard Löwen (Augsburg, Leihe vorzeitig
beendet) Anfang Oktober noch drei
Profis – da war der Saisonstart schon
verpatzt und die Hoffnung erodiert,
dass im Laufe des Sommers die Preise
fallen. Dass Herthas Kasse gut gefüllt war, ließ die Forderungen vieler
Klubs, deren Spieler für die Berliner
interessant waren, in surreale Höhen
klettern. Der FC Liverpool verlangte für den vorherigen Leihspieler
Marko Grujic 20 Millionen Euro Ablöse, Olympique Lyon für den französischen U-21-Nationalspieler Jeff
Reine-Adelaide über 30 Millionen.
Grujic ging zum FC Porto, Reine-Adelaide nach Nizza – und der damalige
Hertha-Trainer Bruno Labbadia sagte
ernüchtert: „Der Markt ist nicht mehr
gesund und überhaupt nicht richtig aufgegangen. Egal, bei welchem
Spieler du anfragst – er kostet 10 oder
15 Millionen. Das ist nicht normal.“
Und Michael Preetz, damals Manager
und Ende Januar wie Labbadia als
Folge der verfehlten Kaderzusammenstellung geschasst,
sagte mit Blick auf die aufgerufenen Preise lakonisch: „Wir
sind mitten in der Pandemie.
Aber davon spürst du auf dem
Transfermarkt nichts.“
Diese Beobachtung hat
man auch in Frankfurt gemacht. Eintracht-Finanzvorstand Oliver Frankenbach
„muss immer ein bisschen mit
dem Kopf schütteln, wenn ich
die Diskussionen höre, wer
wohin wechselt und welche
Transferforderungen im Raum
stehen“. Sein Fazit: „Irgendwie
haben alle vergessen, dass wir
Corona hatten und haben, und
dass es Klubs gibt, die sich am
Rande der Insolvenz bewegen.
Die Summen, die durch die Gegend getrieben werden, halte
ich aktuell für absolut unrealistisch.“ Viele Klubs wollen
ihre Kader beisammenhalten,
weil der Markt seit dem Frühjahr 2020 in weiten Teilen zum
Erliegen gekommen ist – und
wenn sie doch jemanden verkaufen, dann bitteschön für so
viel Geld, dass damit ein Teil
der Mindereinnahmen kompensiert werden kann. „Nicht gerade
einfach“ findet Stuttgarts Sportdirektor Sven Mislintat die aktuelle Situation: „Wenn es ums Verkaufen geht,
gibt es anscheinend kein Corona.
Wenn es ums Kaufen geht, schon.“
Die Umsatzrückgänge der
Klubs; angepasste Gehaltsstrukturen; die eingebrochene Nachfrage auf
dem Transfermarkt, in den zugleich
etliche Profis neu gespült werden,
weil das Gros der Vereine die Kader
abspeckt und jede Vertragsverlängerung genauer abgewogen wird
als früher; Leihen als das neue Kaufen – es ist eine für Klubs, Spieler
und Berater äußerst anspruchsvolle
Gemengelage, die bisherige Gewiss-
2,1
2,0
1,9
1,8
1,7
1,6
1,5
1,4
1,3
1,2
1,1
1,0
0,9
0,8
0,7
0,6
0,5
0,4
0,3
0,2
0,1
0
“infografik
Pandemie gesagt, betonte aber auch:
„Dennoch müssen wir vernünftig
wirtschaften und überlegen, welche
Investitionen möglich sind.“
Dass Liquidität auch in CoronaZeiten noch keine gelungene Transferpolitik garantiert, weiß man bei
Hertha BSC ziemlich gut. Satte
374 Millionen Euro wird Investor Lars
Windhorst mit seiner Tennor-Holding bis Ende Juni in den Klub, der
in früheren Zeiten notorisch klamm
war, gepumpt haben. Über 140 Millionen Euro flossen seit Windhorsts
Einstieg allein in Ablösen für neues
Personal – Profis wie Lucas Tousart (Lyon, 25 Mio.), Krzysztof Piatek
Ausgaben in Milliarden Euro
Die Klubs aller fünf Topligen in Europa gaben 2020/21, also in den
zwei Transferphasen seit Ausbruch der Pandemie, weniger für
Zugänge aus als in der Vorsaison. Die Bundesliga am wenigsten.
2016/17
17/18
18/19
heiten schnell torpediert. Verlängern
oder verkaufen hieß es bislang in aller
Regel bei Profis ein Jahr vor Vertragsende. Das ist vorbei. Immer mehr
Klubs gehen bewusst mit Spielern ins
letzte Vertragsjahr, ohne die Zukunft
geklärt zu haben. Sie nehmen in Kauf,
dass der Spieler nach Auslaufen des
Vertrags ablösefrei wechselt – weil sie
sich eine kostspielige Verlängerung
aktuell nicht leisten können oder
wollen. Niklas Süle (Bayern), Marcel
Sabitzer, Marcel Halstenberg (beide
Leipzig), Axel Witsel, Dan-Axel Zagadou, Thomas Delaney, Mo Dahoud
(alle Dortmund), Niklas Stark und
Dedryck Boyata (beide Hertha) – das
sind namhafte Profis, deren Kontrakte 2022 enden. Man müsse „auf
19/20
20/21
den veränderten Markt mit veränderten Strategien reagieren“, unterstreicht Rosen. „Früher war es bei
einer bestimmten Spielerkategorie
ein Ausschlusskriterium, dass man
in ein letztes Vertragsjahr geht.“ Jetzt
nicht mehr. Mit Topstürmer Andrej
Kramaric hat Rosen das perfekte Role
model im eigenen Haus: „Man muss
nicht immer jeden Spieler zu Geld
machen. Wir haben für Andrej vor
fünfeinhalb Jahren investiert (11 Mio.
an Leicester City, d. Red.). Er ist längst
abgeschrieben und hat doppelt und
dreifach zurückgezahlt. Ich sehe die
Summe nicht, die es für uns attraktiver machen könnte, ihn zu verkaufen,
als es die Scorerpunkte wären, die wir
dadurch verlieren.“
Vertragsende 2022: Verlässt Andrej Kramaric Hoffenheim?
Und wenn ja, jetzt mit Ablöse oder in einem Jahr ohne?
Dass das Personalkarussell im
anstehenden Transfer-Sommer früher oder stärker in Schwung kommt
als vor Jahresfrist, glaubt in der Branche niemand. „Es ist noch immer
sehr ruhig auf dem Transfermarkt –
und zwar nicht nur, was Vollzugsmeldungen angeht, sondern auch, was
die üblichen Anbahnungsprozesse
von Wechseln betrifft“, sagt Borussia
Dortmunds Sportdirektor Michael
Zorc. Er rechnet für diesen Sommer
nur mit „wenigen wirklich großen
Transfers“ und erklärt: „Viele Klubs
werden abwarten müssen, bis sie
Einnahmen generieren, um dann
selbst zu investieren. Dadurch fällt
die Planung schwerer. Es dürfte länger dauern, bis die Vereine ihre Kader
final zusammengestellt haben.“
Der erste Stein muss fallen,
damit der Markt – zumindest ein
bisschen – in Bewegung kommt. An
der Spitze der Nahrungskette stehen
Topkräfte wie Kylian Mbappé, Harry
Kane, Sergio Ramos, Lionel Messi
und Cristiano Ronaldo, die mit der
Suche nach neuen Arbeitgebern dem
Transfer-Sommer einen glamourösen Anstrich geben könnten. Das
Problem: Die möglichen Ziele für die
Superstars sind so begrenzt wie nie.
Die beiden Klubs aus Manchester sowie Real Madrid und Paris Saint-Germain – niemand sonst dürfte sich
angesichts der auch wirtschaftlich
verheerenden Pandemie einen dieser Superstars leisten können, selbst
wenn Messi und Ramos ablösefrei
sind. Die Gehaltswünsche würden
vielerorts die Budgets sprengen. Das
aus Katar alimentierte PSG verlängerte zuletzt mit Neymar, dessen
angeblicher Wunschklub FC Barcelona mit über einer Milliarde Euro
Er will Tottenham verlassen: Aber
wer kann sich Harry Kane leisten?
11
verschuldet ist. Besonders düster
sieht es in Italien aus. Juventus steht
mit 450 Millionen in der Kreide,
630 Millionen sind es bei Italiens
Meister Inter Mailand, der Trainer
Antonio Conte verlor, weil offenbar
kaum Verstärkungen machbar sind.
AC Milan gab ein Rekordminus von
195 Millionen für das Geschäftsjahr
2019/20 bekannt. Insgesamt sind die
Klubs der Serie A mit fast drei Milliarden Euro im roten Bereich.
Die Zeichen bei den Großen
der Branche stehen auf Flaute. „Zum
Wohle des Fußballs“ wollten sie eine
Super League starten – dabei wäre es
wohl vor allem darum gegangen, das
eigene ruinöse Geschäftsmodell zu
retten. In England bringt die Verlängerung des nationalen TV-Vertrags
etwas Planungssicherheit, zwischen
2022 und 2025 kassieren die Klubs
wieder rund 5,5 Milliarden Euro. Aber
die fetten Jahre sind auch auf der Insel für den Großteil der Klubs vorbei.
„Es ist nicht die beste Situation für
den ganzen Planeten, warum sollte
es für einen Fußballverein anders
sein?“, fragt Jürgen Klopp rhetorisch.
Auch sein FC Liverpool ist dem neuen Sparzwang unterworfen. Darum
gab es im Winter keine große, teure
Antwort auf die Verletzungskrise in
der Abwehr, sondern man lieh sich
Ozan Kabak von Schalke 04.
Die Bundesliga schaut auf die
anderen Märkte und sich selbst –
und braucht Geduld. „Wir haben die
EM“, sagt Frankfurts Finanzvorstand
Frankenbach. „Es wird einen relativ langen Sommer geben.“ Schnell
und schlau sein musste man immer
schon – jetzt muss man auch warten
können. „Alle“, sagt Unions Ruhnert stellvertretend für die Branche,
„warten darauf, dass der erste große
Transfer über die Bühne geht, damit
das Ganze in einer Art Domino-Effekt
losgeht.“ Aber klar ist auch: Selbst
wenn der erste Stein gefallen ist,
werden nicht annähernd so viele
Steine folgen wie vor Corona. Bayerns Aufsichtsrat Uli Hoeneß entwirft
angesichts der enormen Defizite der
Klubs ein realistisch anmutendes
Szenario: „Die nächsten zwei Jahre
im Fußballgeschäft werden katastrophal.“ Auch Schwergewicht Bayern
setzt am Markt deshalb auf kontrollierte Defensive. „Es wird keine großen Transfers geben“, sagt Hoeneß.
„Das wurde zwischen dem Vorstand
und dem Aufsichtsrat auf der letzten Sitzung so besprochen.“ Damit
dürfte Innenverteidiger Upamecano
Bayerns Topeinkauf im Sommer 2021
bleiben.
OLIVER HARTMANN, STEFFEN ROHR
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31. MAI 2021
12
31. MAI 2021
Finanzen & Transfers
im Zeichen der Krise (Teil 2)
E
r kennt den Transfermarkt mit all seinen
Facetten wie kaum ein anderer: Max Eberl,
seit 2008 Sportdirektor bei Borussia Mönchengladbach, spricht über die Auswirkungen der
Corona-Pandemie auf die Branche, über Kaderverschlankungen und kreative Transfermodelle, über
Ausstiegsklauseln für Trainer und Moralfragen –
und auch über sein Festhalten an Marco Rose.
Herr Eberl, erleben wir auf dem Transfermarkt gerade
die Ruhe vor dem Sturm oder läuft es ähnlich wie
im vergangenen Jahr auf ein vergleichsweise laues
Lüftchen hinaus?
mächtigen Fernsehvertrag sind klar im Vorteil und
auf dem Transfermarkt das Zünglein an der Waage.
große Palette an kreativen Transfermodellen
erleben.
Schon vor einem Jahr spürten wir die Auswirkungen von Corona, hatten aber auch die Hoffnung,
dass die Normalität bald wieder zurückkehrt.
Heute leben unsere Gesellschaft und der Fußball
seit über ein Jahr mit der Pandemie. Die Stadien
waren quasi eine ganze Saison lang leer. Das schlägt
nun voll durch – und die Problematik des neuen
Fernsehvertrags kommt für uns noch dazu. Ich
rechne damit, dass die Vereine noch defensiver
denken, mit noch mehr Vorsicht handeln. Nicht
mehr ans Limit gehen, sondern Puffer einbauen.
Oder sich im ersten Schritt Puffer erarbeiten.
Bei den Vereinen sehr wohl, wir sehen unser Budget ja täglich schwarz auf weiß und damit auch,
was alles in der Kasse fehlt. Was die Spieler- und
Beraterseite angeht, ist mein Eindruck: Bei allen
Spielern und allen Beratern ist noch nicht komplett
durchgedrungen, was Corona für den Fußball wirklich bedeutet. Klar, in den Gesprächen ist Corona
immer ein Thema. Aber wenn es dann konkret an
die Zahlen geht, dann merke ich plötzlich nicht
mehr, dass Corona noch eine Rolle spielt.
Was läuft in diesem Sommer noch mal anders als
2020?
Die Dimension von 2019 wird der Markt jedenfalls
nicht erreichen. Die Vereine machen jetzt, da die
Entscheidungen gefallen sind, erst einmal Kassensturz und wissen dann, was
Werden Qualitätsspieler den
möglich ist. Hinter uns liegen „Die Engländer finden Markt fluten, weil die Klubs ihre
15 Monate Corona mit gravierenKader verschlanken?
die grüne Wiese vor. Sehr gut möglich, weil die Kaderden Mindereinnahmen. Hinzu
kommt in Deutschland der neue Sie sind klar im Vorteil.“ verschlankung mit Sicherheit
TV-Vertrag, der den Vereinen
eine Reaktion auf die Pandemie
an Einnahmen insgesamt 200
sein wird. Ich rechne auch mit
Millionen Euro weniger beschert. Das sind zwei
mehr Leihgeschäften. Und die Preise werden
entscheidende Punkte, die in die Kalkulation
natürlich andere, in der Regel niedrigere sein.
einfließen. Es spricht viel dafür, dass die Klubs
Leihen als das neue Kaufen: Verstärkt sich dieser
eher auf Bewegungen reagieren und der gesamte
Trend weiter?
Markt erst spät Fahrt aufnimmt.
Davon gehe ich aus. Allerdings muss man genau
Wie schätzen Sie die Marktsituation generell ein?
die Vor- und Nachteile abwägen. Leihen helIch sehe einen sehr kleinen Käufermarkt, bestefen kurzfristig. Die Kosten sind vergleichsweise
hend aus Vereinen, die trotz Corona und finanziüberschaubar und das Risiko geringer. Aber es
ellen Einbußen aktiv werden können. Und einen
ist nicht der Ansatz, um nachhaltig Kaderpolitik
extrem großen Verkäufermarkt.
zu betreiben und damit auch Geld zu verdienen.
Wie beurteilen Sie die Ausgangslage, wenn Sie die
einzelnen nationalen Märkte durchgehen?
In Frankreich gibt es noch gar keinen neuen Fernsehvertrag. In Italien stellt sich die wirtschaftliche
Situation schon seit Jahren als sehr problematisch
dar. Auch in Spanien ist es komplizierter geworden,
und betrachtet man dort die großen Klubs Real
Madrid und FC Barcelona, ist von Schulden die
Rede, die an eine Milliarde Euro heranreichen.
Stichwort Super League, die beide Vereine wollten.
Bleiben nur die immer noch wohlhabenden Klubs
aus England.
Der Käufermarkt wird aus England kommen. Das
wird letztendlich der Markt sein, der entscheidet,
wann und in welchem Umfang es losgeht. Der
Vorteil der Engländer ist: Sie finden einen sehr
großen Verkäufermarkt vor und können in Ruhe
entscheiden, was sie machen wollen. Die englischen Vereine sind bekannt dafür, dass sie erst
sehr spät loslegen. Mit der Gewissheit, dass sie
jetzt auch noch mit die Einzigen sind, die richtig
agieren können, wird der Markt wohl erst nach
der Europameisterschaft Schwung aufnehmen.
Aber nicht auf breiter Front?
Viele Vereine werden erst handeln können, wenn
sie über Spielerverkäufe Transfererlöse erzielt haben. Falls überhaupt Geld zum Investieren übrig
bleibt und es nicht komplett fürs Stopfen von
Finanzlöchern verwendet werden muss.
Baut also die Premier League ihre Vormachtstellung aus?
Die englischen Vereine finden die grüne Wiese vor.
Sie können auf fast jeden Verein zugehen in der
Annahme, dass dieser Verein verkaufen muss und
nicht groß pokern kann. Die Engländer mit ihrem
Welche Folgen zeichnen sich noch ab?
Anderen Modellen könnte eine größere Bedeutung zukommen, zum Beispiel dem Tausch von
Spielern. Oder es wird ein Spieler auf ein Tauschgeschäft angerechnet. Ich denke, wir werden eine
Wenn Sie in den Markt hineinhorchen: Bei wem ist
die neue „Corona-Botschaft“ angekommen und bei
wem noch nicht?
War das nicht absehbar?
Alle Beteiligten müssen sich bewusst werden,
dass wir in einem Boot sitzen. Spieler reden von
internationaler Perspektive, wollen wissen, wie
der Kader aussieht, das Gehalt ist logischerweise
Thema – aber sie müssen auch erkennen, wie sich
die Finanzen der Vereine darstellen. Ich glaube, da
muss mehr Akzeptanz, Bewusstsein und Klarheit
geweckt werden, dass Corona für die Vereine eben
Sparen bedeutet. Die Zeiten, in denen der Honig
von den Bäumen floss, diese zehn Jahre, die sind
vorbei. Wir haben diese hochintensive Zeit miterlebt. Aber jetzt heißt es wieder einen Schritt zurück.
Einen Schritt zurück zu mehr Normalität. Daher
kann Corona, mal rein auf den Fußball bezogen,
eine Chance bedeuten. Auch in Bezug auf die
Förderung unserer Talente.
Der Sparzwang der Klubs trifft aber nicht alle Profis
gleichermaßen.
Es wird aber für sehr viele Spieler kleinere Verträge
geben. Und weil die Klubs die Kader verkleinern,
wird es auch mehr arbeitslose Spieler geben. Kleinere Vertragsangebote, mehr Arbeitslose – ich bin
„Wenn es konkret wird,
spielt Corona plötzlich
keine Rolle mehr“
MAX EBER L (47) hat den Eindruck, dass
noch nicht bei allen Spielern und Beratern
komplett durchgedrungen ist, was Corona für
den Fußball bedeutet. Ein Gespräch über die
Folgen der Pandemie für den Transfermarkt.
mir sehr sicher, nach diesem Sommer haben noch
mehr Spieler und Berater die neue Realität erkannt.
Wie packen Sie das Thema bei der Borussia konkret an?
Wir reduzieren das Gehaltsbudget. Das kann auf
zwei Wegen geschehen: kleinerer Kader oder weniger Geld für alle. Wir in Gladbach werden den
Kader verschlanken und dafür mehr eigene Talente
einbauen.
Verändert sich durch eine gravierendere Kaderumstrukturierung gleichzeitig das Anspruchsdenken?
Die Diskrepanz zwischen Erwartungshaltung und
realistischen Möglichkeiten darf nicht zu groß werden, sonst kann es schnell unruhig werden. Wenn
wir gezielt den Kader verschlanken und verstärkt
auf Eigengewächse setzen, dann ist das ein bewuss-
„Es wird für viele Spieler
kleinere Verträge geben.
Und mehr Arbeitslose.“
ter Strategiewechsel, den wir so auch erklären werden. Er kann bedeuten, dass man auch mal einen
Schritt zurückgeht, etwas aufbaut, um anschließend wieder etwas Größeres angreifen zu können.
Warten wir mal ab, was im Sommer passiert.
Wie kompliziert ist aktuell die Preisfindung zwischen
Vereinen bei Verhandlungen um einen Spieler?
Der verkaufende Verein fordert Vor-Corona-Preise,
während der interessierte Klub bei seinem Angebot
Corona berücksichtigt. Die Unterschiede sind gerade vielleicht etwas größer als in der Vergangenheit,
aber das wird sich regulieren.
Rechnen Sie mit einem Transfer im Bereich von
100 Millionen Euro?
Wir werden Transfers in einer Größenordnung
sehen, bei der uns allen schwindelig wird. Aber
nicht mehr in dieser Vielzahl wie 2019 und früher.
Wie steht die Bundesliga generell da – im Vergleich
zu anderen Ligen?
Stabiler, weil sich die Klubs hierzulande doch
eher daran halten, nicht mehr auszugeben als sie
einnehmen. In anderen Ländern sichern oftmals
Investoren das Überleben der Vereine, auch das
der ganz Großen.
Ist die Demut, von der oft gesprochen wird, für Sie
sichtbar?
Es ist doch nicht so, dass wir in Deutschland keine
Demut hätten. Natürlich müssen auch wir uns der
Kritik stellen, die Zahlen sind in allen Bereichen
sehr groß geworden, aber ich glaube schon, dass
wir in Deutschland die Dinge realistisch betrachten und wissen, dass wir in einem sehr lukrativen Geschäft arbeiten. Wir laufen nicht wie die
Großkopferten durch die Gegend. So zumindest
empfinde ich es.
Foto: picture alliance/dpa
Sorgt die Pandemie trotzdem für ein anderes
Bewusstsein?
Themen wie Werte, Nachhaltigkeit und auch Haltung werden in Zukunft wieder eine große Rolle
spielen. Vielleicht ist an manchen Stellen etwas
verloren gegangen in den goldenen Jahren. Da
lande ich direkt beim Thema Marco Rose.
Inwiefern?
Werte und Haltung – das heißt für mich, für etwas
zu stehen als Verein. Einerseits wird von uns 9
14
31. MAI 2021
Gibt es bei der Borussia eine Pandemie-Klausel in
den Verträgen?
In den neuen Verträgen werden solche Klauseln
eingearbeitet.
Auf den Nachwuchs wird nicht nur in Gladbach stärker gesetzt. Reicht in Deutschland die Qualität der Eigengewächse, um die hohen Ansprüche zu erfüllen?
Topqualität ist vorhanden, allerdings nicht mehr
in der Fülle wie vor einigen Jahren. Deshalb balgen
sich viele Klubs um die einzelnen Spitzenspieler.
Ich sehe die aktuelle Situation als Chance. Der
Zwang, gute Spieler selbst zu entwickeln, wird größer für die Klubs. Davon profitiert der Nachwuchs.
Foto: Getty Images
Demut gefordert. Auf der anderen Seite sollen dann
aber Köpfe rollen, um ganz kurzfristig – vielleicht –
mit neuen Personen Erfolg zu haben. Die meisten
verbinden mit Nachhaltigkeit eine ökologische
Bedeutung. Nachhaltigkeit bedeutet für mich
auch der Umgang mit Menschen. Mit Spielern, mit
Trainern, mit allen Mitarbeitern im Verein. Dafür
steht Borussia Mönchengladbach. Auch in Zukunft.
Schalke als Endspiel für Rose?
„Im Falle einer Niederlage hätte man
überlegen müssen, wie es weitergeht.“
Wie beurteilen Sie die Situation bei der Borussia?
Genauso. In den vergangenen Jahren hatten wir
einen Kader entwickelt, der es Talenten aus dem
Nachwuchsleistungszentrum schwer gemacht hat,
richtig Fuß zu fassen in der Bundesliga. Wir werden
zur neuen Saison vier, fünf spannende junge Spieler dazu nehmen, die ihre Chance bekommen – und
das Potenzial haben, sie auch zu nutzen.
Der Kampf um die Toptalente, weltweit, wurde in
den vergangenen Jahren mit sehr viel Geld geführt.
Verschärft Corona sogar die Jagd auf die Juwelen,
wird noch mehr Geld fließen?
Alle Spiralen drehen sich nach unten, weil die
Klubs in sämtlichen Bereichen mit ihrem Geld
haushalten müssen. Am stärksten, vermute ich,
geht die Spirale für Spieler im Bereich von 27, 28,
29 Jahren nach unten. Da wird nicht mehr das
ganz große Geld ausgegeben.
Die Pandemie hat die Qualität der Ausbildung massiv beeinträchtigt. Werden wir ein
„Corona-Loch“ bei bestimmten Jahrgängen
erleben?
lichen Bereich. Warum sollte man ausgerechnet für
ihn kein Geld bezahlen? Gute Trainer entscheiden,
wie gut die Entwicklung deines Vereins ist.
War das nicht immer so?
Die Bedeutung des Trainers hat in den vergangenen Jahren ganz klar zugenommen. Er macht,
im besten Fall, deine jungen Spieler besser, die
Mannschaft insgesamt. Und auf das Wirtschaftliche bezogen: Dadurch erfahren die Investments
des Vereins am Ende auch eine Wertsteigerung.
Im Umkehrschluss ist es daher absolut okay, für
Trainer auch Geld zu bezahlen. Ich gehe sogar so
weit und sage: Eher verzichte ich auf einen Spieler
und leiste mir dafür meinen Wunschtrainer.
Der in der Regel woanders unter Vertrag steht.
Das ist die andere Seite der Medaille. Im
Optimalfall schadet man keinem anderen
Verein, aber das lässt sich nicht immer
vermeiden.
An Ausstiegsklauseln für Trainer hat sich
massiv Kritik entzündet.
Definitiv. Was für unsere Kinder in der Schule gilt, gilt auch
An diesen Ausstiegsklauseln
für den Fußball. Es ist sehr
sind wir Vereine gar nicht so
„Eher verzichte ich
viel wertvolle Ausbildungszeit
unschuldig. Im Misserfolgsfall
auf
einen
Spieler
und
verloren gegangen. Kaum oder
werden die Trainer von den
gar kein Mannschaftstraining, leiste mir dafür meinen Klubs, oft von der Erfolgsgier
abgebrochene oder abgesagte
getrieben oder auch mal rein aus
Wunschtrainer.“
Wettbewerbe. Nachwuchsspieeinem populistischen Handeln
ler in den älteren Jahrgängen
heraus, teilweise blitzschnell
haben den letzten Schliff nicht erhalten, sie havor die Tür gesetzt. Zu im Voraus vereinbarten
ben sich eher sogar zurückentwickelt, weil die
Modalitäten: Ich finde es legitim, wenn Trainer
Spielpraxis fehlt. Ich befürchte, dass uns ein, zwei
auch das andere Szenario berücksichtigt haben
Jahrgänge verloren gegangen sind.
wollen. Am Ende entscheidet doch der Verein,
Eine ganz neue Dynamik entsteht auf dem Trainer- ob er eine Ausstiegsklausel akzeptiert oder nicht.
Transfermarkt. Für Sie eine Überraschung?
Ich bin der Überzeugung, dass das, was in Deutschland in diesem Jahr passiert ist, eine Ausnahme
bleibt. Eine derartige Fluktuation werden wir
kurzfristig nicht wieder erleben.
Werden Millionen-Ablösen für Trainer zum Standard?
Ich halte Ablösesummen für Trainer für eine normale Entwicklung, wobei ich nicht damit rechne,
dass es sich in Bereichen von Julian Nagelsmann
einpendeln wird. Der Trainer ist der wichtigste
Mitarbeiter – nicht die wichtigste Person – im sport-
Was ist mit der Vorbildfunktion von Trainern, der
Moralfrage, die gerade auch bei Rose und Adi Hütter
diskutiert wurde?
Uns Vereinen muss doch die Moralfrage gestellt
werden! Da werden Trainer nach drei Monaten entlassen oder schnell noch vor dem letzten Spieltag
gewechselt. Wir führen gerade Moraldiskussionen
über Trainer, die zwei oder sogar drei Jahre bei
ihren Vereinen tätig waren, das sind in diesem
Geschäft richtig lange Amtszeiten. Und vertragskonform handelten diese Trainer auch noch.
Dem Druck, Marco Rose nach dessen Wechselankündigung zu entlassen, haben Sie widerstanden. Würden Sie nach diesem Saisonausgang die
Entscheidung wieder so treffen?
Marco Rose ist von einem Tag auf den anderen
kein schlechterer Trainer geworden. Ich entscheide
rational, nicht emotional. Ich war auch nicht stur
oder beratungsresistent, ich habe nach Fakten bewertet und nach meiner Überzeugung gehandelt.
Kann mir denn jemand belegen, dass wir mit einem
anderen Trainer Platz 6 erreicht hätten? Dann hätte
ich eine falsche Entscheidung getroffen. Ich war
von Marco Rose am 1. Juli 2019 überzeugt. Und
genauso im Februar 2021.
Nach unseren Informationen war Schalke trotzdem
eine Art Endspiel für Rose. Es war das achte Spiel
nach seiner Ankündigung, die sieben zuvor gingen
verloren.
Ich muss kein Hehl daraus machen: Irgendwann
brauchten wir schon ein Ergebnis. Bei aller Haltung, für die wir stehen, und aller Überzeugung,
was die Qualität von Marco Rose als Trainer angeht.
Im Falle einer Niederlage hätte man überlegen
müssen, wie es weitergeht. Und nach diesem
Sieg auf Schalke setzten dann auch die Erfolge
wieder ein.
Adi Hütter hat keine Ausstiegsklausel?
Richtig. Er hat keine Ausstiegsklausel.
Mussten Sie Überzeugungsarbeit leisten, damit er
auf eine Ausstiegsklausel verzichtet?
Es war kein Thema. Ich hatte in unserem Gespräch
erwähnt, dass ich es gerne ohne Ausstiegsklausel
machen möchte, und das war für ihn okay.
INTERVIEW: JAN LUSTIG
Finanzen & Transfers
im Zeichen der Krise
In Teil 3 dieser Serie, der in unserer kommenden
Montagsausgabe (7. Juni) erscheint, legen wir auch
auf die Sicht der Spieler einen Fokus – wie hat sich
ihre Lage während der Corona-Pandemie entwickelt?
16
31. MAI 2021
42 SPIELER, EINE HORRORSAISON
Mit Rekord zum
AB TIEG
Der VfL Wolfsburg setzte in einer Saison mal
36 Spieler ein, diese Marke hat SCHA LKE
nun deutlich übertroffen. Ein Grund dafür
ist die Zukunftsplanung des Zweitligisten.
K
eine 120 Sekunden sind regulär noch zu spielen, einen
letzten Wechsel in dieser aus
Schalker Sicht grauenvollen Saison
will Trainer Dimitrios Grammozis
beim Auswärtsspiel in Köln aber noch
durchführen. Sein Landsmann Vasileios Pavlidis hatte während des
Warmmachens schon ein paar Minuten Zeit, sich auf diesen Moment vorzubereiten – es ist ein denkwürdiger
Moment für den jungen Griechen: Es
ist sein Debüt als Bundesligaspieler.
So freudig dieses Ereignis auch ist,
schafft es gleichzeitig einen bitteren
Fakt: Mit seinem Einsatz wird der
18-jährige Innenverteidiger automatisch auch zu einem Gesicht des
Schalker Abstiegs, mit ihm sind es
insgesamt nun 42.
Rekord! Denn: Bei der Zahl der
eingesetzten Spieler innerhalb einer
Saison reichte bislang kein Verein an
den VfL Wolfsburg heran, der einst
36 Akteure zum Zuge kommen ließ
(2011/12). Diesen Wert überbot der
FC Schalke bereits am 32. Spieltag
beim 2:4 bei der TSG Hoffenheim
durch den Startelfeinsatz von Florian Flick, noch in derselben Partie
schraubte Grammozis den Rekord
durch die Einwechslungen von
Münir Levent Mercan und Jimmy
Kaparos auf 39 hoch.
Warum so viele verschiedene
Spieler eingesetzt wurden? Nun, 9
W E R S ETZ T E W I E V I E L E E I N?
Nur fünf Teams brauchten 30 oder mehr
Wie groß soll ein Kader sein? Zwischen Finanz- und Sportchefs teilen sich die
Meinungen. Doch Schalkes Rekord muss nicht unbedingt teuer gewesen sein.
Verein
FC Schalke 04
Hertha BSC
1. FSV Mainz 05
Bayer 04 Leverkusen
TSG Hoffenheim
VfB Stuttgart
Bayern München
1. FC Köln
1. FC Union Berlin
Eingesetzte Spieler
42
32
31
30
30
29
29
28
27
Verein
Werder Bremen
VfL Wolfsburg
Arminia Bielefeld
Borussia Dortmund
Eintracht Frankfurt
FC Augsburg
RB Leipzig
SC Freiburg
Bor. Mönchengladbach
Mehmet
Aydin
Timo
Becker
Spiele: 6
Minuten: 499
Spiele: 20
Minuten: 1641
Florian
Flick
Amine
Harit
Spiele: 4
Minuten: 360
Spiele: 28
Minuten: 2101
Jimmy
Kaparos
Sead
Kolasinac
Rabbi
Matondo
Henning
Matriciani
Goncalo
Paciencia
Vasileios
Pavlidis
Luca
Schuler
Suat
Serdar
Spiele: 1
Minuten: 18
Spiele: 3
Minuten: 219
Spiele: 15
Minuten: 749
Spiele: 17
Minuten: 1425
Spiele: 1
Minuten: 24
Spiele: 1
Minuten: 2
Eingesetzte Spieler
27
26
26
26
25
25
25
24
23
Spiele: 2
Minuten: 40
Spiele: 25
Minuten: 1954
Nabil
Bentaleb
Nassim
Boujellab
Can
Bozdogan
Kerim
Calhanoglu
Ralf
Fährmann
Matthew
Hoppe
Klaas Jan
Huntelaar
Spiele: 9
Minuten: 587
Vedad
Ibisevic
Spiele: 4
Minuten: 155
Blendi
Idrizi
Spiele: 3
Minuten: 238
Ozan
Kabak
Spiele: 14
Minuten: 1243
Ahmed
Kutucu
Spiele: 7
Minuten: 108
Michael
Langer
Spiele: 3
Minuten: 239
Kilian
Ludewig
Mikail
Maden
Omar
Mascarell
Hamza
Mendyl
Münir Levent
Mercan
Shkodran
Mustafi
Matija
Nastasic
Spiele: 15
Minuten: 1221
Bastian
Oczipka
Spiele: 27
Minuten: 1922
Benito
Raman
Frederik
Rönnow
Sebastian
Rudy
Spiele: 2
Minuten: 180
Salif
Sané
Spiele: 14
Minuten: 1071
Alessandro
Schöpf
Steven
Skrzybski
Benjamin
Stambouli
Malick
Thiaw
Mark
Uth
William
Spiele: 9
Minuten: 547
Spiele: 22
Minuten: 1305
Spiele: 3
Minuten: 95
Spiele: 25
Minuten: 1248
Spiele: 13
Minuten: 419
Spiele: 12
Minuten: 604
Spiele: 1
Minuten: 6
Spiele: 11
Minuten: 945
Spiele: 24
Minuten: 1956
Spiele: 14
Minuten: 650
Spiele: 6
Minuten: 520
Spiele: 13
Minuten: 1038
Spiele: 19
Minuten: 1452
Spiele: 4
Minuten: 296
Spiele: 1
Minuten: 6
Spiele: 20
Minuten: 1493
Spiele: 22
Minuten: 1876
Spiele: 24
Minuten: 1764
Spiele: 19
Minuten: 944
Spiele: 8
Minuten: 473
18
31. MAI 2021
Zwei Hoffnungsträger: Florian Flick beim Torjubel (links) gegen Frankfurt; Matthew Hoppe, bester Torjäger, wird von Trainer Dimitrios Grammozis instruiert.
zum einen ist das natürlich ein
ben zwölf Spieler ihr Bundesligasicheres Zeichen dafür, dass in der
debüt, davon allein acht in den
abgelaufenen Saison einfach so
elf Spielen von Grammozis: Negut wie gar nichts rund gelaufen
ben Flick und Aydin auch Blendi
ist beim FC Schalke 04. Ziemlich
Idrizi, Kerim Calhanoglu, Hengut verdeutlicht das die Tatsache,
ning Matriciani, Jimmy Kaparos,
dass allein als Rechtsverteidiger
Mikail Maden und Pavlidis, der
insgesamt acht (!) verschiedene
bei seiner Einwechslung in Köln
Spieler ranmussten. Den Anfang
bereits der 110. Teenager war, der
machte Sebastiim Oberhaus für
an Rudy, in dem
den FC Schalke
Acht von zwölf
der damalige
auflief. Kein anTrainer David Spielern debütieren derer Verein hat
unter Grammozis. in der GeschichWagner den zu
jenem Zeitpunkt
te der Bundesliga
geeignetsten
auch nur annäRechtsverteidiger des völlig unhernd so viele verschiedene Akausgewogenen Kaders sah. Als
teure unter 20 Jahren eingesetzt –
sich Rudy Richtung TSG Hoffenes folgt der FC Bayern mit 81.
heim verabschiedete, begann das
„Wir sind sehr stolz, dass
Wechselspiel. Kilian Ludewig,
in dieser Saison so viele Spieler
Alessandro Schöpf, Mehmet Ayaus der Knappenschmiede die
din, Benjamin Stambouli, William
Möglichkeit hatten, sich bei den
und Malick Thiaw führten den
Profis zu zeigen“, sagt Mathias
Part mehr schlecht als recht aus,
Schober, der Direktor Knappenam besten schlüpfte noch Timo
schmiede und Entwicklung. Die
Becker in diese Rolle. Er wurde
vergleichsweise hohe Zahl an Deschlussendlich am häufigsten als
bütanten unter Grammozis hängt
Verteidiger auf der rechten Seite
eng mit der Zukunftsplanung des
eingesetzt (neunmal).
FC Schalke zusammen. Talente
Gewiss war auch die eine
wie Flick, Aydin oder Calhanoglu
oder andere Verletzung schuld
sollen ein fester Bestandteil des
daran, dass Schalke am Ende
Zweitligakaders werden. Dass der
auf 42 eingesetzte Spieler kam.
eine oder andere das Zeug dazu
Auffällig jedoch ist, dass die Zahl
hat, ist durchaus eine Erkenntnis
in der Schlussphase der Saison
der vergangenen Wochen und
exorbitant nach oben schnellte.
Monate.
Bei genauerer Betrachtung fällt
Beispiel Flick: Der 21-Jährige
auf: Im Verlauf der Spielzeit gawar vor der Saison aus seiner Hei-
matstadt vom SV Waldhof Mannlässt sich feststellen: Hoppe, der
heim gekommen, in der Schalker
mit seinem Dreierpack beim 4:0
Regionalligamannschaft erargegen die TSG Hoffenheim im
beitete er sich auf Anhieb einen
Januar im kicker zum Spieler
Stammplatz. Grammozis stellte
des Tages wurde, mauserte sich
den Leistungsträger der U 23 an
mit insgesamt sechs Treffern zu
den finalen vier Spieltagen jeweils
Schalkes Toptorschützen der Abin die Startelf, beim spektakulästiegssaison. Nur zehn Spieler
ren 4:3 gegen Eintracht Frankfurt
können mehr Einsatzminuten
im vorerst letzten Erstliga-Heimvorweisen als Hoppe (1305), an
auftritt der Königsblauen erzielder Spitze steht Amine Harit
te er sein erstes Bundesligator.
(2101), wobei man hier anfügen
Belohnt wurde er mittlerweile
muss: Noch nie zuvor kam ein
mit seinem ersten Profivertrag,
Bundesligaspieler mit der meisden er vor wenigen Tagen unterten Einsatzzeit eines Teams so
schrieb und der nun zwei Jahre
wenig zum Zug. Den alten Rekord
lang gültig ist
hielt ebenfalls ein Schalker: Mike
Während unter Grammozis
Büskens war 1998/99 mit 2238 Miacht Spieler in der Bundesliga denuten der Mann mit den meisten
bütierten, war es unter Christian
Spielminuten.
Gross nur einer – Weltmeister
441 Spieler hat der FC SchalShkodran Mustafi. Drei waren
ke nun insgesamt in der Bunes unter Manudesliga
einel Baum: Kilian Hoppe und Co. wollen gesetzt,
nur
Ludewig, Luca
Eintracht Frankzu Gesichtern des furt kommt auf
Schuler sowie
Aufstiegs werden. mehr (444). Die
einer, der zwar
noch einen lanZahl der Gelsengen Weg gehen
kirchener kann
muss, ehe aus ihm ein ausgereifsich frühestens in 15 Monaten
ter Bundesligastürmer wird, der
weiter erhöhen – wenn es denn
für Schalke in der 2. Liga aber eine
klappt mit der direkten Rückkehr
gute Rolle spielen könnte.
in die Beletage. Hoppe, Flick und
Die Rede ist von Matthew
Co. sollen ihren Teil dazu beiHoppe. Baum beförderte die Retragen. Sie mögen jetzt zu den
gionalliga-Teilzeitkraft zwar völGesichtern des Abstiegs zählen,
lig unerwartet, aufgrund großer
vielleicht gehören sie aber schon
Personalnot aber aus gegebenem
in einem Jahr zu den Gesichtern
Anlass. Ein halbes Jahr später
des Aufstiegs.
TONI LIETO
31. MAI 2021
19
topthema
Foto: Witters
Geschafft! Trainer
Friedhelm Funkel
ist beim Kölner
Jubel ganz
vorn dabei.
Leichter Sieg, schwere Zeiten
Wieder einmal hielt der 1 . FC KÖ L N dem Druck stand, verbleibt
ein weiteres Jahr in der Liga. Allerdings ohne Horst Heldt, der
Geschäftsführer wurde am Sonntag vom Vorstand beurlaubt.
Am Ende waren es über
250 WhatsApp-Nachrichten und mehr als einhundert SMS, die Friedhelm
Funkels Smartphone zum Glühen
brachten. Sein Vorgänger Markus
Gisdol übermittelte ebenso Glückwünsche wie sein Nachfolger Steffen
Baumgart. Hansi Flick war dabei,
auch Jupp Heynckes und Peter Hermann „und“, so Funkel lachend, „viele Leute aus Düsseldorf“. Sein (vorerst) letztes Spiel als Trainer lässt ihn
als Gewinner, ja: Retter abtreten. Ein
Szenario, das sich Funkel gewünscht
und zu dem er selbst eine Menge
beigetragen hat. Der Routinier fand
von Beginn an den Weg in die Köpfe
der Spieler, fand für jeden Profi die
richtige Ansprache, bis zum letzten
Spiel in Kiel, wo er mit der gesamten
Mannschaft schon am Abend vor
der Partie Marco Höger (31) einen
gefühlsbetonten Abschied bereitete,
der dem scheidenden Mittelfeldspieler die Tränen in die Augen trieb.
Funkel verzichtete am Freitag
auf Videostudium und Taktiktafel,
ging mit „meinen Jungs“ spazieren,
hielt am Abend noch eine „sehr emo-
tionale Rede“. Vor dem Spiel ließ er
Jonas Hector und Ron-Robert Zieler
im Kreis sprechen, als Schlusswort
zitierte der Trainer dann die „Höhner“: „Wenn nicht wir, wer dann!
Wenn nicht jetzt, wann dann!“ Der
Rest ging unter im Gebrüll, auf dem
Rasen setzte das Team vom ersten
Augenblick um, was Funkel gefordert hatte: „Druck, Selbstvertrauen,
Zielstrebigkeit.“ Nach der Pleite vom
vergangenen Mittwoch hatte er sein
Mantra noch verstärkt: „Die Relegation wird in Kiel entschieden.“ Diesen
Mittelpunkt seiner Gedanken impfte
er den Spielern ein. Als die Ernte
eingefahren war, bedankte Funkel
sich bei den Profis: „Von diesem Abschluss kann man nur träumen.“
Der letztlich leichte Sieg in Kiel
ändert wenig daran, dass dem FC
schwere Zeiten drohen. Auch die
Tatsache, dass der Klassenerhalt
die Einnahmen auf einem deutlich
höheren Niveau hält, ändert nichts
daran, dass beim FC Schmalhans
Küchenmeister ist. Eine Summe
zwischen 20 und 30 Millionen Euro
muss – so die Vorgabe des Vorstands an die Geschäftsführer – 9
31. MAI 2021
in der aktuellen Transferphase erwirtschaftet werden. Dass dies bei
Verkäufen von Spielern wie Sebastiaan Bornauw, Ondrej Duda oder Ellyes
Skhiri nur zu weiterem sportlichen
Substanzverlust und erneutem Abstiegskampf führen wird, scheint
dabei keine gewagte Prognose. Wohin
der Abstiegskampf wiederum diesen
Verein und seine „Führungs“figuren
führt, zeigt die Aktualität.
Seit Sonntag steht fest, dass die
weitere Kaderplanung nicht mehr
Horst Heldt obliegt. Der Vorstand
erlag den Verlockungen des Populismus und entband den 51-Jährigen
von seinen Aufgaben. Damit treffen
die ablösefrei verpflichteten Akteure
Dejan Ljubicic (23, Mittelfeld, Rapid
Wien) oder Marvin Schwäbe (26, Torwart, Bröndby) sowie der neue Trainer Steffen Baumgart (49) nicht mehr
auf den Mann, der sie geholt hat. Dem
Geschäftsführer Sport, vor Jahresfrist
noch mit einem Vertrag bis 2023 ausgestattet, wurde schon am Samstag
nach dem Klassenerhalt schmallippig gratuliert. Selbst für den Fall, er
hätte jeden einzelnen Fehler selbst
zu verantworten – geht man so mit
einem leitenden Angestellten um?
F E RN S E HG EL D
Wohl eher nicht. Heldts Aufgaben
werden zunächst Vorstandsberater
Dr. Jörg Jakobs und Ex-Torwart
Thomas Kessler übernehmen.
Als eines der großen Probleme
des FC gilt, dass zu wenig miteinander gesprochen wird. Übereinander,
das klappt gut, doch der konstruktive Ansatz, gemeinsam Lösungen
für auftretende Probleme zu finden,
ist komplett verkümmert. Was eine
Menge damit zu tun hat, dass Erwartungshaltung und Realität nicht
immer übereinstimmen. Wer den
TransfermarktmiteinemPC-ManagerSpiel verwechselt, der verkennt die
Realitäten. Und wer die Qualität
eines Sportchefs an Fehleinkäufen
festmacht, sollte sich umsehen in
der Liga. Im Fußball gibt es keine
Garantie, und da kann es passieren,
dass ein 80-Millionen-Euro-Profi
häufig auf der Bank sitzt. Oder ein
Jahr benötigt, ehe er einschlägt. Oder
sich verletzt. All dies kann passieren.
In Köln ist es passiert. Hector, Andersson, Bornauw, Kainz – verletzte
Führungsspieler im Viererpack. Aber:
Am Ende steht der Klassenerhalt.
Und diesen hat auch Horst Heldt
zu verantworten. Trotz aller Fehler.
Der Sportchef will mit dem begehrten Trainer
Stövers Ziel: Neuer
Nach einem gemeinsamen Essen ging es Samstagabend auseinander. Mit
großer Enttäuschung. „Ich
weiß, dass dieses Gefühl anhalten
wird“, sagt Ole Werner, „bei einigen
einige Tage, bei anderen vielleicht
auch ein, zwei Wochen. Es gehört
zum Sport, dass man sich mal jubelnd
in den Armen liegt und eben auch
negative Dinge verarbeiten muss. Das
eine gibt es nicht ohne das andere.“
Große Worte und eine wohltuende
Analyse des begehrten Trainers. Geht
es nach Uwe Stöver, waren es nicht
die Abschiedsworte Werners.
Holsteins Sport-Geschäftsführer hat am Sonntag die Planung
begonnen. „Jetzt, da die Ligazugehörigkeit feststeht, geht es richtig los.“
Mit dem 33-Jährigen als Fixpunkt.
„Es gibt keine Anfrage und kein Angebot“, sagt Stöver und unterstreicht
gegenüber dem kicker, dass er selbst
eines unterbreitet. „Oles Vertrag läuft
bis 2022, wir haben gegenseitig große Wertschätzung füreinander. Ole
fühlt sich in Kiel sehr wohl und wir
fühlen uns mit ihm sehr wohl. Daher
war und ist es unser Ansatz, mit ihm
auch über das Jahr 2022 hinaus zusammen zu arbeiten.“ Werner selbst
hatte Fragen nach seiner persönlichen Zukunft mit Hinweis auf das
Gefühl der großen Enttäuschung
zunächst abgeblockt. „Wir werden
uns mit ein, zwei Tagen Abstand
zusammensetzen und einen Ausblick
machen, was der Verein vorhat, was
ich vorhabe.“ Das war einerseits kein
klares Bekenntnis, andererseits aber
auch keine Absetzbewegung. „Es
geht darum, diese Analyse mit Abstand und nicht unter dem Eindruck
der Enttäuschung zu machen.“ Und:
Während seine Profis nun in den
Urlaub gehen, verriet er, dass er die
kommenden Tage noch bezüglich der
Planung in Kiel sein werde. Um einen
neuen Angriff zu starten?
Deutliche Einbußen für 15 Klubs
Darum profitiert nur Union
D
KIEL
ie im Juni 2020 abgeschlossenen nationalen Fernsehverträge für die Saison 2021/22
bis 2024/25 bringen der DFL insgesamt 4,4 Milliarden Euro. Das sind
240 Millionen Euro weniger als in
dem mit Abpfiff dieser Saison beendeten Vierjahresvertrag. Auch die
internationalen Erlöse sind bei den
Abschlüssen in Zeiten der Pandemie
gesunken. Unter dem Strich werden in der kommenden Saison mit
1,1 Milliarden Euro etwa 300 Millionen Euro weniger ausgeschüttet als
in der Spielzeit 2020/21 – nach einem
neuen und recht komplizierten Verteilungsschlüssel.
Am wenigsten betroffen von
den gesunkenen Einnahmen ist Arminia Bielefeld, weil sich die Ostwestfalen in den beiden Fünfjahreswertungen als wichtigste von insgesamt
drei Säulen innerhalb eines Jahres
gleich um drei Ränge verbessert haben. Nicht zuletzt wegen der Abstiege
von Werder Bremen und Schalke 04.
Auch Union Berlin und der FC Augsburg rückten um jeweils drei Plätze
vor; Union kassiert als einziger Bundesligaklub der Saison 2020/21 in der
kommenden Saison sogar mehr Geld.
Für die beiden Aufsteiger VfL
Bochum und SpVgg Greuther Fürth
klingelt es mit mehr als doppelt so
hohen Einnahmen gegenüber der
Zweitligasaison 2020/21 richtig in
der Kasse.
Die DFL wird erst im Juli die
36 Profiklubs über die exakte Verteilung der nationalen und internationalen Medienerlöse informieren.
Der kicker hat die zu erwartenden
Zahlungen an die 18 Bundesligaklubs
hochgerechnet.
R. F.
D I E GE L DTAB EL L E
Verein
2021/22 20/21
1. Bayern München
2. Borussia Dortmund
3. Bayer Leverkusen
4. RB Leipzig
5. Eintracht Frankfurt
6. Bor. M’gladbach
7. VfL Wolfsburg
8. TSG Hoffenheim
9. SC Freiburg
10. Hertha BSC
11. FSV Mainz
12. FC Augsburg
13. VfB Stuttgart
14. Union Berlin
15. 1. FC Köln
16. Arminia Bielefeld
17. VfL Bochum
18. SpVgg. Gr. Fürth
90,4 107,1
80,1 96,7
75,6 89,8
73,4 83,3
67,2 77,3
66,7 79,3
60,6 70,6
60,5 73,4
52,6 59,3
52,0 68,0
49,9 55,8
44,1 50,9
42,9 45,6
39,9 37,8
39,3 48,6
34,4 34,9
30,8 15,1
29,0 13,2
Alle Beträge in Millionen Euro
DER EXPERTE
Hector war ein vorbildlicher Kapitän
A
m Ende hat sich
ist er auf dem Rasen als
bestätigt, was
vorbildlicher Kapitän aufviele vermutet
getreten, hat mit seiner
hatten und logisch
Entschlossenheit und
absehbar war: Die Kieler
seinen Leistungen unter
Markus Anfang
mussten einer unheimBeweis gestellt, welchen
Ex-Trainer Kiel und Köln Wert er für den FC besitzt.
lich kräftezehrenden
Saisonendphase mit
Auch wenn in Kiel die
Quarantänemaßnahmen
Enttäuschung nach der
und mehreren engliverpassten Chance jetzt
schen Wochen Tribut zollen. Schon
logischerweise erst mal groß ist, kann
der erfolgreiche Kraftakt beim 1:0
ich mich nur wiederholen: Der Klub ist
in Köln war ja überraschend. Im
so stabil, dass er nicht abstürzen wird.
Rückspiel reichte die Energie dann
Dafür steht die Vereinsführung mit
physisch und mental einfach nicht
Wolfgang Schwenke, Steffen Schneemehr aus, um voll gegenzuhalten.
kloth und Uwe Stöver. Gefühlsmäßig
Die Kölner Leistung soll das nicht
würde ich davon ausgehen, dass auch
schmälern. Der FC ist sehr klar und
Trainer Ole Werner an Bord bleibt.
konsequent aufgetreten. GlückAber selbst wenn nicht: Holstein hat
wunsch an Friedhelm Funkel und
in solchen Fällen immer wieder gute
sein Team! Mit Sebastian Andersson Lösungen gefunden. Der 1. FC Köln
diesmal anders als im Hinspiel von
bleibt in der 1. Liga, wo er vom eigenen
Beginn an einen echten Stürmer
Selbstverständnis und natürlich auch
aufzubieten, war eine entscheimeiner Ansicht nach hingehört. Das
Potenzial ist sicher da, 2021/22 eine
dende Maßnahme. Ein besonderes
stabilere Saison zu spielen. Einfach
Lob hat außerdem Jonas Hector
verdient. Über beide Spiele hinweg
wird das aber auch weiterhin nicht.
Markus Anfang (46), gebürtiger Kölner, stieg mit Kiel 2016/17 in die 2. Liga auf, scheiterte ein Jahr später in der Relegation zur 1. Liga an Wolfsburg. 2018/19 übernahm der heutige Darmstädter den 1. FC Köln, wurde nach 31 Spielen auf Platz 1 der 2. Liga entlassen.
Fotos: Getty Images, nordphoto, imago images/MIS
20
31. MAI 2021
verlängern und orientiert sich an Heidenheim
Vertrag für Werner
Vor einigen Wochen hatte Stöver angekündigt, dass ein weiteres
Zweitligajahr mit einer Etatkürzung
verbunden sei. Nun soll genau darüber neu befunden werden. Weil
die Verantwortlichen wissen, dass
diese historische, aber ungekrönte
Spielzeit neue Anforderungen mit
sich bringt. „Wir müssen an die Jungs
bei aller Enttäuschung heranführen,
dass wir die beste Saison der Vereinsgeschichte gespielt haben, dieser
Stolz muss sich mit Abstand durchsetzen“, erklärt Stöver. Dazu gilt es,
schmerzliche Verluste zu kompensieren. Neben dem Abschied des am
Samstag wegen Oberschenkelproblemen kurzfristig ausgefallenen Janni
Serra Richtung Bielefeld steht jetzt
auch der von Jae-Sung Lee endgültig fest. „Bei einem Aufstieg“, verrät
Stöver, „hätte es vielleicht noch eine
Möglichkeit gegeben, in der 2. Liga
besteht diese leider nicht.“
Einen Abschied von den Ambitionen soll es nicht geben. „Wir
werden jetzt mit dem Trainer intensiv
die Köpfe zusammenstecken und
sehen, dass wir Qualität dazuholen.“
Sandhausens Angreifer Kevin Behrens ist ein möglicher Kandidat, wird
jedoch auch von Bremen umworben.
Stöver orientiert sich dennoch mutig
an dem im Vorjahr in der Relegation
gescheiterten Zweitligisten. „Heidenheim ist es auch gelungen, trotz einiger Abgänge und der Enttäuschung
wieder eine gute Saison zu spielen.“
Holstein Kiel – 1. FC Köln
1:5
1:4
Gelios 4
Neumann 6
Wahl 5
21
TRAINER: Werner
Lorenz 6 i
Komenda 5 i
Meffert 5
Mühling 6
B Lee 3
Bartels 5
Porath 5,5 G i
Reese 4 i
B B Andersson 1 i
Kainz 1
Duda 1,5 i
J. Horn 3 G i
Wolf 2 i
B Hector 1
B Skhiri 2
B Czichos 2
Bornauw 4,5 G i
Ehizibue 2,5
T. Horn 3 G
TRAINER: Funkel
EINGEWECHSELT: 46. Mees (5) für Lorenz und Girth (5) für Porath, 63. Kirkeskov (–) für
Komenda, 80. Awuku (–) für Reese – 46. Jakobs (3) für J. Horn und Jorge Meré (3) für
Bornauw, 63. Meyer (–) für Duda, 72. Thielmann (–) für Wolf, 76. Drexler (–) für Andersson – RESERVEBANK: Dähne (Tor), Reimann (Tor), Dehm, Ignjovski, Sterner – Zieler (Tor),
Schmitz, Höger, Özcan
TORE: 0:1 Hector (3., Kopfball, Vorarbeit Duda), 1:1 Lee (4., Kopfball, Porath), 1:2 Andersson (6., Kopfball, Kainz), 1:3 Andersson (13., Kopfball, Kainz), 1:4 Czichos (39., Linksschuss, Hector), 1:5 Skhiri (84., Rechtsschuss, Thielmann) – CHANCEN: 1:17 – ECKEN: 2:8
SR-TEAM: Aytekin (Oberasbach – Assistenten: Dietz, Sinn – Vierter Offizieller: Badstübner – Video-Assistent: Brand), Note 1, souverän und klar, handelte bei Jannes Horns Foul
gegen Bartels (44.) im Ermessensspielraum. – ZUSCHAUER: 2334 – GELBE KARTEN:
Porath – Bornauw, J. Horn, T. Horn, Thielmann – SPIELNOTE: 2, von Beginn an ein Spektakel und Chancenfestival – wenn auch recht früh sehr einseitig.
“ ANALYSE
ES BERICHTEN
Frank Lußem und Sebastian Wolff
Köln vergibt sogar einen zweistelligen Sieg
die Begegnung, weil der FC prompt
zurückschlug und zu keiner Phase
Zweifel aufkommen ließ. Schon
mit dem dritten, spätestens dem
vierten Treffer, war die Partie entschieden. Die Umstellung von Kiels
Coach Werner nach der Halbzeitpause, hinten mit Dreierkette zu
verteidigen und die beiden Spitzen
Girth und Mees durch Bartels und
Reese zu flankieren, verpuffte wirkungslos.
FAZIT: Am Ende war es wie Bundesliga gegen Regionalliga – der
1. FC Köln war in allen Belangen
turmhoch überlegen und vergab
einen zweistelligen Sieg.
SP I E L E R DE S SP I E L S
Sein frühes 1:0 war ein Signal, das
vierte Tor bereitete JONAS HECTOR
vor. Mit seiner Körpersprache strahlte
er über die gesamte Spielzeit puren
Willen und Entschlossenheit aus.
Daten: opta
Ø-Note
Ø-Alter
Teamlaufleistung (km)
Laufstärkster Spieler
(km)
Meiste Ballkontakte
KIEL
4,96
26,71
110,1
Meffert
11,23
102 Wahl
KÖLN
2,27
26,32
115,6
Skhiri
12,82
60 Kainz
Ballbesitz
50+50
60+40
Trost und Enttäuschung: Ole Werner, mit dem Kiel weitermachen möchte,
leistet Hauke Wahl Beistand. Und der Rest der Truppe verabschiedet sich
nach einer starken Saison ohne Krönung von 2334 Zuschauern.
Der Bundesligist setzte gegenüber
dem Hinspiel-0:1 mit Ehizibue,
Jannes Horn, Kainz und Andersson
anstelle von Schmitz, Katterbach,
Özcan und Jakobs nicht nur personell auf die jeweils offensivere
Variante, sondern setzte auch auf
dem Platz vom Anpfiff weg voll auf
Angriff. Ein Schlüssel dabei: Dudas
aggressives Anlaufverhalten gegen
Meffert. Der andere: Flanken über
die rechte Defensivseite der Holsteiner, wo Neumann komplett neben
sich stand. Die Lufthoheit der Kölner im Zentrum war überdeutlich
und letztlich spielentscheidend.
Nicht mal der schnelle und kurzzeitige Ausgleich durch Lee veränderte
60 %
55
40 %
56
Gewonnene
Zweikämpfe
Mal in Serie ein deutscher Trainer die Champions League. Im
August 2020 war Tuchel, selbst
verletzt, noch traurig und auf Krücken am Pokal vorbeigehumpelt.
Nun rannte er stolz mit dem Pott
über den Rasen von Porto. Bei
PSG hatte man ihm nicht mehr
zugetraut, das Ensemble der Egos
zu dirigieren und feuerte ihn vor
Weihnachten. Bei Chelsea
hat er in kurzer Zeit ein
Team geformt, das
ihm bedingungslos folgt.
Dabei hatte Tuchel auch in
London einige Härtefälle wie Hakim Ziyech oder Christian Pulisic
zu moderieren, die im Finale nicht
in der Startelf standen. Auf seine
drei deutschen Nationalspieler
kann er ohnehin vertrauen.
Antonio Rüdiger wandelte
sich unter ihm vom Tribünenhocker zu einem Anführer des
Teams sowie zu einem der aktuell weltbesten Innenverteidiger.
Auch Kai Havertz hatte Tuchel
im wichtigsten Spiel
des Jahres wieder
gebracht. Und der
Über das CL-Finale berichten
Thomas Böker, Martin Gruener,
Manfred Münchrath und Keir Radnedge
Champions-League-Triumph des
FC Chelsea, der zweite nach 2012,
vor allem ein Werk des 47-jährigen
Deutschen. Nicht nur, dass er im
Endspiel den verehrten Kollegen
Pep Guardiola in den Schatten
stellte. Schon im Halbfinale hatte er Zinedine Zidane und Real
Madrid alt aussehen lassen. Seit
Tuchel im Januar von Frank
Lampard übernommen hatte,
ging es steil nach oben bei
den Blues. Jetzt sitzt Tuchel
auf Europas Thron.
Nach Jürgen Klopp
und Hansi Flick gewinnt zum dritten
Der ganz große
Wurf
1:0 im Finale über ManCity – Thomas Tuchel und seine
drei deutschen Profis feiern mit dem FC CHEL SEA .
Beim Gegner aber braucht nun ein Landsmann Trost.
Fotos: Getty Images (2), imago images, Witters
CHAMPIONS LEAGUE
Es gibt schlimmere Orte
für ein Kennenlernen.
Thomas Tuchel und sein
Team waren gerade voll
im Partymodus, da stand auch
schon der Chef neben ihm. „Auf
dem Rasen habe ich das erste Mal
mit Roman Abramovich gesprochen“, erzählte der Trainer später.
Und Chelseas Eigner habe nicht
nur aufs Herzlichste gratuliert,
sondern auch gleich Geschäftliches mit Tuchel geregelt. „Ich
bin zwar nicht hundertprozentig
sicher, aber ich glaube, jetzt habe
ich einen neuen Vertrag.“
Verwundern wird das niemanden, schließlich ist dieser
31. MAI 2021
Ex-Leverkusener suchte sich nach
einem halbgaren ersten Jahr in England den besten Moment aus für sein
erstes Champions-League-Tor im
blauen Trikot. Sein Treffer wurde
nicht nur durch einen feinen Steilpass von Mason Mount ermöglicht,
sondern auch durch einen Sprint von
Timo Werner. Der frühere Leipziger,
zuvor eher ungeschickt bei zwei Möglichkeiten, spurtete mit perfektem
Timing nach links samt Ruben Dias
im Schlepptau, sodass der Weg für
Havertz frei war. Der brauchte zwar
auch etwas Glück, dass der Ball unter
City-Torwart Ederson durchflutschte, ehe er einschob, doch danach
konnte er das Erreichte kaum in Worte fassen. „Von diesem Moment habe
ich schon als Kind geträumt“, sagte
Havertz überglücklich. Zuvor hatte
er noch seinen Nationalelf-Kollegen
Ilkay Gündogan getröstet, der nach
2013 (mit dem BVB gegen Bayern)
erneut ein Henkelpott-Finale verlor.
Der entscheidende Mann in
einem Finale und damit in den Geschichtsbüchern wie Mario Götze
bei der WM 2014 oder Kingsley Coman
beim FC Bayern 2020, das ließ auch
den sonst so schüchtern wirkenden
Havertz selbstbewusster auftreten.
„I give a f*** shit“, erwiderte er auf
die Bemerkung eines Fragestellers,
dass er ja der teuerste Einkauf der
Klubgeschichte sei. Da kam auch
schon direkt Kapitän Cesar Azpilicueta hinzu und lobte den deutschen
Kollegen nicht nur für sein Tor, sondern auch für die Arbeit nach hinten.
„Das ist Teamwork! Kai hat uns die
Champions League geschenkt!“
Mit Chelsea gewann allerdings
auch just der Verein, der im vergangenen Sommer mit rund einer Viertelmilliarde Euro am meisten Geld für
neue Spieler ausgab. Allein die Ab-
MEINUNG
Thomas Böker
Redakteur
Tor zum Triumph:
Kai Havertz zieht
an Ederson vorbei
Richtung 1:0.
Später feiert er mit
Timo Werner und
Antonio Rüdiger
sowie natürlich
dem Henkelpokal.
löse für Havertz dürfte von anfangs
80 Millionen nun bereits geschätzte
95 Millionen erreicht haben, darum
feierte man auch in Leverkusen kräftig mit. Auch in der nun anstehenden
Transferperiode dürften teure neue
Leute kommen (siehe Seite 25). Denn
nicht vergessen ist auch, dass eine
D EU TSCH E S I EG E R I M AU S L A N D
Drei Trainer plus neun Spieler
Seit Einführung der Champions League 1992 waren
zwölf Deutsche mit ausländischen Klubs erfolgreich.
Jahr
Verein
Spieler/Trainer
2021
FC Chelsea
FC Chelsea
FC Chelsea
FC Chelsea
FC Liverpool
Real Madrid
Real Madrid
Real Madrid
FC Barcelona
Real Madrid
FC Liverpool
Real Madrid
Real Madrid
Real Madrid
Olympique Marseille
Thomas Tuchel
Timo Werner
Antonio Rüdiger
Kai Havertz
Jürgen Klopp
Toni Kroos
Toni Kroos
Toni Kroos
Marc-André ter Stegen
Sami Khedira
Dietmar Hamann
Bodo Illgner
Jupp Heynckes
Bodo Illgner
Rudi Völler
2019
2018
2017
2016
2015
2014
2005
2000
1998
1993
23
Trainer sind gefettet
Wieder nicht gewonnen:
Ilkay Gündogan verlor
sein zweites Endspiel.
Woche vor dem Finale sogar Platz 4 in
der Premier League kurz futsch war.
Tuchel legte mit seinem Team einen
Balanceakt Richtung Gipfel hin. Über
allem stets die Aussicht, dass Abramovich ihn womöglich kalt abservieren wird, wenn es nicht so blendend
laufen sollte. Man frage nach bei
Roberto di Matteo, dem Coach des
Siegerteams von 2012 in München,
der im November desselben Jahres
schon wieder Blues-Geschichte war.
Tuchel soll das freilich nicht
passieren. Während er den Erfolg
nun einige Tage genießen kann,
geht es für Rüdiger, Werner, Havertz
sowie den unterlegenen Gündogan
am 3. Juni weiter mit der Vorbereitung
auf die EM. „Dieser großartige Erfolg
wird unsere Nationalspieler noch einmal stärken“, erklärte Bundestrainer
Joachim Löw in Seefeld mit Blick auf
sein Chelsea-Trio. Und Gündogan
„werden wir in unserem Kreis wieder
aufbauen“. Geklärt scheint auch, dass
die vier vor den Gruppenspielen in
München keine Corona-Quarantäne
absolvieren müssen. Am 6. Juni will
der DFB-Tross nach Deutschland reisen – mit den England-Legionären.
Die Chelsea-Profis waren am Sonntag
nur kurz mit dem Team zum Feiern
nach London geflogen, und das wird
laut DFB als Durchreise gewertet.
Dieser
Hattrick ist
kein Zufall
V
on Bert Trautmann über
Jürgen Klinsmann bis hin
zu Michael Ballack –
deutsche Spieler waren in
England schon immer beliebt und
hoch im Kurs. Bei Trainern sah
das lange etwas anders aus. Bis
auf Felix Magath in Fulham 2014
schaute sich die Premier League
gerne woanders um. Doch dann,
2015, kam Jürgen Klopp, er
wurde nicht nur in Liverpool zum
Helden, sondern verlieh dem
englischen Fußball eine, seine
eigene Note. Verdienter Lohn:
der Champions-League-Sieg
2019. Zwei Jahre später nun ist
Thomas Tuchel im Olymp. Er hat
dreimal in den vergangenen zwei
Monaten Pep Guardiola besiegt,
zudem auf dem Weg ins Finale
auch Zinedine Zidane und Diego
Simeone ausgeschaltet. Tuchel
stehen nun bei Chelsea alle Türen für eine langfristige Zukunft
offen. Er arbeitet akribisch,
geradlinig, erfolgreich.
TUCHEL KOMPLETTIERTE
nun einen deutschen Trainer-Hattrick. Er und Klopp
rahmen Hansi Flick ein, der 2020
mit Bayern in der Königsklasse
triumphierte. Flick wird nun
bekanntlich Bundestrainer und
nährt große Hoffnungen, weil er
ebenso wie Klopp und Tuchel für
eine stilbildende Arbeit steht.
Auch er war im Ausland auf
Wunschlisten wie bei Real und
in Barcelona. Der gute Ruf dieser
Trainer hallt in die Welt, das ist
eine willkommene Werbung für
den deutschen Fußball insgesamt. Der dreifache Erfolg in der
Königsklasse ist also kein Zufall.
Und wenn man bedenkt, dass
ein absoluter Fachmann wie Ralf
Rangnick bisher nicht in einer
Top-Liga im Ausland arbeitete,
scheint das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht.
24
31. MAI 2021
Gefangen im Ich
KOLUMN ISTEN-K REI S
Auch Pep Guardiolas Plan trug dazu bei, dass
M ANCHEST ER CIT Y verlor. Was dachte er sich
dabei und warum? Wie geht es nun weiter?
Erik Meijer
Sky-Experte
Natürlich wäre es
zu einfach, diese
Finalniederlage
nur Pep Guardiola
anzulasten. Doch der Trainer Manchester Citys hatte,
wie im Vorfeld angedeutet,
mal wieder eine Eingebung.
Eine Idee, die ihn einen Plan
ohne etatmäßigen Sechser
und mit drei Flügelstürmern
entwerfen ließ, von denen
Phil Foden erst Achter, dann
Neuner spielte. Damit verunsicherte er seine Mannschaft
mehr, als Chelsea unlösbare
Rätsel aufzugeben.
Der Coach hatte durchaus recht, wenn er sagte, dass
Warum Havertz mir
immer besser gefällt
C
helsea hat verdient gewonnen. Das mal
vorneweg. Denn die Blues haben es taktisch stark gemacht, haben an ihre Stärken geglaubt, waren aber zugleich sehr variabel
beim Besetzen der Räume. Und Manchester
City? Tja, Pep Guardiola hatte mal wieder einen
besonderen Einfall. Ich habe nicht verstanden,
warum Rodrigo draußen saß, warum Raheem
Sterling von Beginn an spielte. Ich würde nicht
so weit gehen zu sagen, dass er jetzt bei den
Cityzens infrage gestellt wird. Schließlich ist
er überzeugend Englischer Meister geworden.
Aber er sollte einfach mal über sich selbst
nachdenken, ob seine Herangehensweise in
großen Spielen so passt.
BEI THOMAS TUCHEL stimmte alles, Gratulation! Sein Stellenwert ist bei Chelsea um
ein Vielfaches gestiegen. Er hat in den ersten
Monaten mit dem Klettern auf Platz 4 und nun
dem Triumph in der Champions League einen
unglaublichen Eindruck hinterlassen. Sein
Vertrag läuft noch bis 2022, nun wird Chelsea
ihn sicher lange binden wollen. Trotzdem sei an
dieser Stelle auch an Frank Lampard erinnert,
der in der Gruppenphase Chelseas Trainer war
und diesen Kader mit zusammengestellt hat.
Beeindruckend, wie in der Königsklasse sowohl
bei ihm als auch dann bei Tuchel die Defensive
funktionierte. In der Liga lief es für Lampard
nicht, dort hatte ich Chelsea eigentlich schon
2020/21 als Meister auf der Rechnung. Das
wurde bekanntlich nichts, aber nun darf man
die Londoner zu den Titelanwärtern zählen.
nert. Damals brachte Guardiola sein Team mit drei
Innenverteidigern aus dem
Rhythmus, diesmal mit einer
zu offensiven Aufstellung.
Warum tat er das?
Guardiola zweifelte
wieder mal daran, ob es denn
reichen würde, sein Team wie
immer aufs Feld zu schicken.
Dieses Vertrauen hätten sich
seine Jungs durchaus angesichts des souveränen Durchmarschs in der Liga und in
der Königsklasse verdient
gehabt, doch der Coach war
wieder gefangen im eigenen
Ich. „Der Feind in seinem
Kopf“, wie der kicker vor
einigen Monaten bei einem
Porträt über ihn geschrieben
hatte, schlug wieder zu.
Mit Guardiolas
Rauswurf ist
nicht zu rechnen.
Foto: Getty Images/Atkins
AUCH DANK DER deutschen Spieler. Toni
Rüdiger ist ein echter Kerl, wie er verteidigt, ist
enorm stark. Timo Werner ist fleißig, aber muss
natürlich noch seine Chancen nutzen. Und Kai
Havertz wird immer besser, weil er in so wichtigen Spielen das Vertrauen bekommt, weil er
sich wohlfühlt in der Rolle auf halbrechts, wenn
er nach innen ziehen kann. Alle drei Spieler fahren nun mit Rückenwind zur EM, Rüdiger wird
gesetzt sein, die beiden anderen werden sich
bestmöglich im Trainingslager empfehlen.
Der kicker-Kolumnistenkreis:
Gerald Asamoah, Sergej Barbarez, Giuseppe Bergomi,
Fredi Bobic, Marco Bode, Helen Breit,
Didier Deschamps, Eduard Geyer, Thomas Helmer,
Bernd Heynemann, Bodo Illgner, Jürgen Kohler, Erik Meijer,
Uli Stein, Joachim Streich, Olaf Thon, Rudi Völler
Ilkay Gündogan diese Rolle
kenne und über Jahre gespielt habe, nämlich 103-mal
in Dortmund, 38-mal in Manchester. Und dass er schnelle
und wendige Offensivkräfte
brauchte. Doch es gab zwei
Denkfehler dabei: Gündogan
spielte als Achter eine brillante Saison, torgefährlich
wie nie, wurde dieser Stärke
beraubt. Und Sterling, der
für einen der Stabilisatoren
Rodrigo oder Fernandinho in
die Startelf rückte, ist schnell,
hat aber an Torgefährlichkeit
eingebüßt, sinnbildlich sei an
seine vergebene Chance beim
Aus gegen Lyon 2020 erin-
Niemand muss einen
Gedanken an einen Rauswurf
Guardiolas verschwenden,
es sei denn, es entstünde
eine negative Eigendynamik
im Binnenklima zwischen
Coach und Spielern. Damit
ist nicht zu rechnen. Aber es
war ein missglückter Versuch
Guardiolas, so zu agieren
wie Ajax im Finale 1995 gegen Milan (1:0), im 3-4-3 mit
Raute bei eigenem Ballbesitz.
Trainer Louis van Gaal hatte
damals mit Frank Rijkaard als
Sechser deutlich mehr Balance im Spiel. Wie formulierte es Sky Sports England?
„Der vermeintliche Überdenker hat jetzt einen Sommer,
um darauf herumzukauen.“
Derweil hofft Kevin
De Bruyne, dass er trotz
seines Augenhöhlen- und
Nasenbeinbruchs für Belgien
bei der EM starten kann.
Nicht zu fassen: Das
Star-Ensemble von
Pep Guardiola verlor.
31. MAI 2021
Nach dem Finale ist vor
den T RA N S FER S . Zwischen
Chelsea und ManCity steht
nun das nächste Duell an –
um Englands Topstürmer.
Bis 2023 soll der neue Trainervertrag von
Thomas Tuchel laufen, inklusive der Option auf ein weiteres Jahr. Das wurde mit
Roman Abramovich offenbar bereits in
der Jubelnacht von Porto so verabredet.
Der Triumph in der Königsklasse dürfte
dem Deutschen auch deutlich stärkeren
Einfluss auf die künftige Transferpolitik seines
Vereins bringen. Und bei einer Personalie steht
gleich das nächste Duell mit Pep Guardiola an.
Harry Kane will Tottenham nach 17 Jahren
ohne Trophäe verlassen – und sowohl Chelsea als
auch Manchester City werben um Englands Mittelstürmer Nummer eins. Tuchel hat in seinen gut vier
Monaten bei den Blues längst durchblicken lassen,
dass die beiden vorhandenen Alternativen im
Kader nicht seine erste Wahl sind. Sowohl Olivier
Giroud (34) als auch Tammy Abraham (23) sahen
nicht nur das Finale gegen City von draußen, sondern auch die meisten anderen Spiele. Weil Timo
Werner (noch) zu viele Chancen liegen ließ, könnte
Kane eine neue Qualität in den Abschluss bringen.
Günstig zu haben ist der 27-Jährige freilich
nicht, was die Zahl der Anwärter in Corona-Zeiten
noch mehr einschränkt. Doch sowohl Chelsea als
auch City wären bereit und vor allem finanziell
in der Lage, mehr als 100 Millionen Euro in ihn
zu investieren. Ein Wechsel innerhalb Londons
würde bei den Spurs-Fans sehr schlecht ankommen, nicht nur deshalb gilt City derzeit als erste
Adresse für Kane. Die Skyblues lassen mit Sergio
Aguero (32) den treffsichersten Stürmer ihrer Geschichte Richtung Barcelona ziehen. Also gäbe es
außer dem eher leichtgewichtigen Gabriel Jesus
kaum Konkurrenz in der Sturmmitte, wo Guardiola
zuletzt vor allem Kevin De Bruyne als falsche Neun
DIE NÄCH STE SA I S O N
Der Kampf um Kane
Wohin? Tottenhams Harry Kane hätten beide Finalisten gern. Preiswert wird er nicht.
aufgestellt hatte. Das hatte gereicht für die Meisterschaft, aber eben nicht für den Henkelpokal.
Weil Co-Kapitän Fernandinho Anfang Mai
seinen 36. Geburtstag feierte, ist auch im Mittelfeld bald wieder eine Lücke zu schließen. Auf
den Flügeln hat man das 2020 nach dem Abgang
von Leroy Sané zum FC Bayern versäumt. Aber
vielleicht bedient man sich hier ja ausgerechnet
bei Chelsea. Denn der erst vorigen Sommer aus
Amsterdam geholte Hakim Ziyech (28) und auch
Cullum Hudson-Odoi (20) haben unter Tuchel
wenig Spielzeit und damit eine ungewisse Zukunft.
Nur DAZN und Amazon übertragen live – Auswärtstorregel vor dem Aus
Foto: imago images/PA Images
Dortmund dank Chelseas Sieg im zweiten Lostopf
Wie gerne sich Thomas Tuchel an seine
Zeit in Dortmund erinnert, wissen wir nicht.
Aber bei der Borussia freuten sie
sich sehr für ihren Ex-Trainer,
wenn auch nicht nur aus Gründen
der Zuneigung, sondern auch des
Eigennutzes. Durch Chelseas Sieg
liegen die Dortmunder bei der
Gruppenauslosung der Champions League 2020/21 in Topf 2.
Bei einer Finalniederlage wären
die Blues anstelle des BVB dort
gelandet – und Russlands Meister
Zenit St. Petersburg in Topf 1, der
nun in den dritten Topf wandert.
Die Einteilung ergibt sich aus einer Mischung von Länderkoeffizienten, von denen die Meister der
25
bestplatzierten Ligen für Topf 1
profitieren, und von Klubkoeffizienten, die ab Topf 2 greifen.
Das steht bisher fest, sofern
die UEFA die Initiatoren der Super
League, Real Madrid, FC Barcelona und Juventus Turin, gegen die
ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde, nicht ausschließt:
Topf 1: Chelsea, Villarreal, Bayern,
ManCity, Atletico Madrid, Inter
Mailand, Sporting Lissabon, Lille
Topf 2: Real Madrid, Barcelona,
Juventus, Paris SG, ManUnited,
Liverpool, FC Sevilla, Dortmund
Topf 3: FC Porto, Ajax Amsterdam,
Leipzig, Atalanta Bergamo, St. Petersburg und drei weitere
Topf 4: AC Mailand, Wolfsburg
und sechs weitere
Abhängig davon, welche
sechs Teams sich noch qualifizieren, werden Besiktas, Club Brügge
und Dynamo Kiew verteilt.
Während hier also vorerst
noch Fragen offen bleiben, ist
geklärt, dass die Königsklasse in
den kommenden drei Jahren von
DAZN und Amazon (über seinen
Streamingdienst Prime Video)
übertragen wird – nur das Finale
läuft auch beim ZDF. DAZN zeigt
121 der 137 Spiele, Amazon die
restlichen Partien, darunter immer das Topspiel vom Dienstag.
Sky, das seit 21 Jahren die Champions League übertrug, hatte den
Rechtepoker verloren.
Eine wichtige Neuerung
könnte auch den Modus betref-
fen. Die 1965 eingeführte Regel,
nach der bei Torgleichstand nach
zwei Spielen der Klub weiterkommt, der auswärts mehr Treffer erzielt hat, steht vor dem Aus.
Die Änderung für alle Europacup-Wettbewerbe dürfte das Exekutivkomitee auf einer seiner
nächsten Sitzungen beschließen.
FRAGE
DER WOCHE
Soll die Auswärtstorregel
abgeschafft werden?
Stimmen Sie auf kicker.de ab.
26
31. MAI 2021
Top: N’golo Kanté ließ
nicht nur ManCitys
Bernardo Silva stehen.
vor allem vertikal. Die im Vorfeld thematisierten
Zwischen- und Halbräume, die City so gerne
und gut bespielt, wurden immer wieder effektiv
geschlossen oder taten sich erst gar nicht auf.
Zudem fanden die Skyblues so keine Tiefe.
Während Chelsea also nur zwei Torchancen
zuließ, war Englands Meister hier wesentlich
großzügiger und eröffnete, auch in Ermangelung
eines echten und vor allem defensiv denkenden
Sechsers, unfassbar viele Schnittstellen. Mount
nutzte eine große dankbar vor dem Treffer.
Folgt nun eine gute EM,
ist Kanté ein Kandidat
als Weltfußballer.
Der Eroberer
Taktisch gab es zwei Knackpunkte: Chelseas
Pressing war schlauer – und N’GO LO KA NT É (30)
omnipräsent. Kann er Weltfußballer werden?
Pressing und Gegenpressing sind zwei
Elemente, die beide Finalisten in ihrem
jeweiligen Portfolio haben. Schon vorher
war klar, dass jenes Team gute Karten
haben würde, welches effizienter pressen
würde. Es war ganz klar: Chelsea.
Die Blues bauten nicht aus einer
Dreier-Abwehrreihe heraus auf, sondern mit
Thiago Silva und Antonio Rüdiger innen und dem
rechts leicht vorrückenden Cesar Azpilicueta sowie
mit dem links etwas höher positionierten Ben Chilwell. Reece James suchte direkt Tiefe. Dies hatte
zur Folge, dass sich zunächst Kevin De Bruyne
in 1:2-Situationen, und selbst mit den unterstüt-
S CH I ED S R I CH T ER
zenden Riyad Mahrez und Raheem Sterling in
3:4-Unterzahl wiederfand. Hinzu kam, dass Phil
Foden und Bernardo Silva Schwierigkeiten hatten,
sich richtig zu positionieren, sodass Chelsea sich
immer wieder befreite und gleichzeitig City in
1:1-Defensivsituationen zwang, so auch beim 1:0.
Chelsea indes wählte eine kluge Mischung
aus Angriffs- und Mittelfeldpressing, entweder
liefen Masont Mount, Kai Havertz und Timo Werner punktuell und mit variabler Aggressivität an,
oder, gerade im zweiten Durchgang, ließen sie
die Innenverteidiger im Spielaufbau gewähren,
standen dafür dann aber in der eigenen Hälfte
umso kompakter, nicht nur horizontal, sondern
Buchstäblich mittendrin: N’golo Kanté. Wieder mal. Schon in den Halbfinalduellen mit Real
war der Mittelfeldspieler der Blues top, nun ragte
er wieder heraus. Ob als nerviger Schatten Ilkay
Gündogans, als antreibender Achter, als Räume
zulaufender Sechser – dank seiner unglaublichen
Zweikampfstärke, seiner Präsenz und seiner hohen Spielintelligenz dominierte er das Mittelfeld,
defensiv wie offensiv. Er eroberte Bälle, bei denen
andere nicht mal einen Versuch starten hinzukommen. Die Zeit schrieb im Vorfeld über ihn:
Der Mann, der Bälle frisst. Das trifft es sehr gut.
Apropos sehr gut: Natürlich stehen bei der
Wahl zum Weltfußballer traditionell große Offensivkünstler wie Lionel Messi, Cristiano Ronaldo
oder zuletzt eben Toptorjäger Robert Lewandowski
zu Recht ganz oben auf dem Treppchen. Doch
wenn Kanté, für Chelsea von unermesslichem
sportlichen Wert, nun auch noch mit Frankreich
bei der EM nun so auftrumpfen sollte wie bei der
erfolgreichen WM 2018, dürften manche Experten
mehr als einen Gedanken daran verschwenden, ihn
in die engere Wahl mit einzubeziehen. Der Spruch,
nach dem 70 Prozent der Erde mit Wasser bedeckt
seien und den Rest decke Kanté ab, kann man seit
diesem Samstag weiterdrehen: Auf dem Spielfeld
scheint es, als würde der Kilometerfresser und
permanent auch noch offensiv anspielbare Kanté,
der keineswegs nur ein Zerstörer ist, annähernd
100 Prozent in Beschlag nehmen.
Ohne ihn wäre Chelsea nicht ins Finale
gekommen, hätte wohl den Pott nicht geholt. Und
hätte, da sind wir wieder bei der Taktik, weder
seinen Spielaufbau noch sein Pressing so gut
gestalten können. Denn dazu brauchte es einen,
der Lücken beim Gegner reißt und einen, der sie
im eigenen Gebilde stopft. Einen wie Kanté eben.
Spanier Mateu Lahoz mit praktisch tadelloser Leistung
E
in souveräner Auftritt war es
diesmal, nur vor dem Spiel und
am Ende gab es Ungewöhnliches, was aber wiederum mit Blick
auf Antonio Mateu Lahoz gar nicht so
ungewöhnlich ist: Der dritte Spanier,
der ein Champions-League-Finale
leitete, liebt bekanntlich die große
Geste, oft wird ihm daher auch pfauenhaftes Auftreten nachgesagt.
Im Dezember 2020 etwa hatte er
in der Gruppenphase bei Leipzigs 3:2
über ManUnited einen rabenschwarzen Tag, kicker-Note 6. Am Samstag
umarmte der Mann aus Valencia vor
dem Endspiel in alter Freundschaft
Pep Guardiolas Co-Trainer Juanma
Lillo. Uiuiui, dachte man. Zumal der
Referee Pep 2018 wegen Meckerns auf
die Tribüne geschickt hatte.
Doch Bedenken waren unberechtigt, es folgte eine tolle Leistung,
nach dem Match zeigte sich Lahoz
den Tränen nahe, legte eine Hand
aufs Herz. Ein wenig Geste muss sein
beim 44-Jährigen. In seiner Heimat
war er einst umstritten, weil er Stars
nicht über Gebühr schützte, was bei
Barca und Real für Schnappatmung
sorgte. Hat sich gegeben.
Foto:s 2021 Getty Images, 2021 UEFA
Anders als in Leipzig nichts zu kritisieren
31. MAI 2021
EI N Z E L K R I T I K
Kyle Walker
3,5
Engagiert, aber nicht immer stellungssicher und mit allerlei Fouls.
Viel in der Defensive gebunden, nur
selten mit Vorstößen.
FC Chelsea
Ruben Dias
3,5
Nicht so souverän wie sonst, ließ sich
vor dem 0:1 von Werner aus dem Zentrum locken. So gut wie keine Impulse
in der Spieleröffnung.
Antonio Rüdiger
1,5
Ließ Citys Offensivkräften keine Luft
zum Atmen, schaltete sich, wenn
möglich, auch in den Aufbau ein. Mit
perfekter Grätsche blockte er Manchesters beste Chance durch Foden.
Ilkay Gündogan
3,5
Ungewohnt als Sechser eingesetzt,
mit zu wenigen Anspielstationen nach
vorn und oft mangelnder Unterstützung bei der Abwehrarbeit. Erst als
Fernandinho kam, offensiv präsenter.
Reece James
3
Im positiven Sinne mit einer Durchschnittsleistung: ließ defensiv nichts
anbrennen, versäumte es aber, mehr
anzuschieben.
N’golo Kanté
1
Überragender Mann auf dem Platz
(s. Seite 26 und Spieler des Spiels).
Bernardo Silva
5
Nach vorne unsichtbar, defensiv oft
zu viel Abstand zu den Gegnern.
Jorginho
2
Hat seine Schwäche von einst, Räume
hinter sich zu früh zu öffnen, beeindruckend in den Griff bekommen.
Passsicher, guter Partner von Kanté.
Phil Foden
4
Hatte eine Großchance, die Rüdiger
gerade noch abblockte (27.), sonst in
der Regel gut abgeschirmt.
Ben Chilwell
4
Offensiv stärker als defensiv, wo er
zu viel zuließ, weil auch gedanklich
zuweilen zu langsam.
Riyad Mahrez
3,5
Bei der Hereingabe von Walker knapp
zu spät (29.). Blieb bei Dribblings
häufig an einem Gegner hängen.
Kai Havertz
1,5
Ganz starker Laufweg und Vollendung
beim Tor des Tages. Auch in der zweiten Halbzeit mit guten Pässen und
schlauem Pressingverhalten.
Kevin De Bruyne
4,5
Erst falsche Neun, dann Zehner. Arge
Probleme mit der engen Bewachung
im Zentrum, so gut wie keine Bindung
zum Spiel, später von Rüdigers Schulter ausgeknockt.
Mason Mount
2
Spielte einen Zuckerpass vor dem 1:0,
defensiv zuweilen in der Achterrolle,
auch da sehr engagiert und griffig.
Raheem Sterling
4,5
Vermasselte sich die erste Chance
des Spiels mit schwacher Ballannahme. Danach selten im Tempo und so
enttäuschend wie seine ganze Saison.
Timo Werner
4
Fleißig, lauffreudig. Gut, wie er Ruben
Dias vor dem Tor aus dem Zentrum
zog. In seiner Kernkompetenz jedoch
schwach, vergab eine Großchance
und trat einmal über den Ball.
Gabriel Jesus
4,5
Agierte nicht als der dringend benötigte Mittelstürmer, sondern blieb mit
seinen Läufen Richtung Flügel eine
Einwechslung ohne Effekt.
Andreas Christensen
2,5
Fügte sich nahtlos in den starken
Defensivblock ein, nur einmal nicht
gut, als er einen Schnittstellenpass
zu Sterling zuließ.
TRAINER: Guardiola
Stones 4,5
Ruben Dias 3,5
Gündogan 3,5 G
Bernardo Silva 5 i
Mahrez 3,5
Cesar Azpilicueta
3
Zuweilen mit Fehlpässen im Aufbau,
aber mit großer Zweikampfstärke,
Präsenz und Ausstrahlung unterwegs.
Thiago Silva
2,5
Organisierte vorm verletzungsbedingten Ausfall die Abwehr bis auf kleine
Ausnahmen mit Auge und Klasse.
Oleksandr Zinchenko
4,5
Im Mittelfeld und als Linksverteidiger
gefragt, aber fast ohne Wert fürs eigene Team bei Ballbesitz. Ließ Havertz
vor dem Tor aus den Augen.
Walker 3,5
Edouard Mendy
Note 3
Aus dem Spiel heraus fast beschäftigungslos, wichtiges Element im
Aufbau, leitete mit einem Chipball
auf Chilwell das einzige Tor ein.
John Stones
4,5
Mehrfach Probleme bei der Orientierung, beim Gegentor völlig im luftleeren Raum unterwegs.
0:1
Ederson 4
Zinchenko 4,5
Foden 4
De Bruyne 4,5 i
Sterling 4,5 i
Werner 4 i
Mount 2 i
Chilwell 4
B Havertz 1,5
Jorginho 2
Rüdiger 1,5 G
Kanté 1
Thiago Silva 2,5 i
James 3
Azpilicueta 3
Mendy 3
TRAINER: Tuchel
EINGEWECHSELT: 60. Gabriel Jesus (4,5) für De Bruyne, 64. Fernandinho (–) für
Bernardo Silva, 77. Aguero (–) für Sterling – 39. Christensen (2,5) für Thiago Silva, 66.
Pulisic (–) für Werner, 80. Kovacic (–) für Mount – RESERVEBANK: Carson, Steffen
(beide Tor), Aké, Garcia, Joao Cancelo, Laporte, Mendy, Rodrigo, Ferran Torres – Kepa,
Willy Caballero (beide Tor), Emerson, Marcos Alonso, Zouma, Gilmour, Ziyech, Giroud,
Hudson-Odoi
TOR: 0:1 Havertz (42., Linksschuss, Vorarbeit Mount) – CHANCEN: 2:5 – ECKEN: 3:1
SR-TEAM: Mateu Lahoz (Assistenten: Cebrian Devis, del Palomar – Vierter Offizieller:
del Cerro Grande – Video-Assistent: Hernandez Hernandez/alle Spanien), Note 1,5, sehr
souveräne Vorstellung in einem weitgehend fairen Spiel, hätte Fernandinho Gelb geben
können. – ZUSCHAUER: 14 110 (in Porto) – GELBE KARTEN: Gündogan, Gabriel Jesus –
Rüdiger – SPIELNOTE: 2, vor der Pause ein taktisch und technisch hochklassiges Spiel,
im zweiten Durchgang wurde Tempo herausgenommen, es blieb jedoch bis zum Schluss
spannend.
“ ANALYSE
City ohne Mittel gegen Chelseas Defensive
Beide Mannschaften verzichteten
auf eine Abtastphase, sondern suchten schnell das Heil in der Offensive. Werner hätte für eine frühe
Chelsea-Führung sorgen können,
vergab jedoch zwei Chancen. Bei
Manchester rückte Zinchenko bei
Ballbesitz ins Mittelfeld neben oder
leicht vor Gündogan und erweiterte
bei Ballverlust die Abwehrkette zum
Viererverbund. Nach gut 20 Minuten wurde Foden, mit Ball erst Zehner in einer Raute, von City-Trainer
Guardiola in die Sturmspitze beordert, De Bruyne rückte dafür auf
die Spielmacherposition, was dem
Team eine leichte Dominanz einbrachte. Chelsea machte jedoch die
Räume clever eng, stand kompakt,
ohne sich einzuigeln, ließ keine
Chancen zu und konnte sich immer
wieder freispielen. In dieser Phase
fiel etwas überraschend die Führung
durch Havertz nach großartigem
Pass von Mount.
Mit zunehmender Spieldauer drängte Manchester immer stärker, wirkte
dabei jedoch ideenlos, erst in der
Nachspielzeit gelang Mahrez der
erste gefährliche Schuss in Richtung
Tor. Chelseas Abwehrbollwerk hielt
bis zum Schluss stand.
FAZIT: Dank des Chancenplus und
der großartigen Defensivleistung
ein verdienter Sieg für Chelsea. City
fand über 90 Minuten kein Mittel
gegen die gut organisierten Blues.
SP I E L E R DE S SP I E L S
Wieder einmal war an N’GOLO KANTÉ
kein Vorbeikommen. Omnipräsent auf
dem Platz, intelligentes Umschaltverhalten und großes Spielverständnis:
eine absolute Weltklasse-Leistung des
französischen Weltmeisters.
Ø-Note
Ø-Alter
Meiste Ballkontakte
Daten: opta
Ederson
Note 4
Hatte wenig zu halten, sein langer
Ball führte zur ersten Chance. Nicht
resolut beim Rauslaufen vor dem 0:1.
0:1
MANCITY
4,13
28,04
109 Zinchenko
CHELSEA
2,50
26,85
80 James
Ballbesitz
50+50
60+40
Manchester City
Manchester City – FC Chelsea
27
60 %
57
40 %
58
Gewonnene
Zweikämpfe
28
31. MAI 2021
Rekorde, Rekorde, Rekorde
Haaland, Moukoko, Giroud, Neymar, Bayern: Sie alle haben 2 020 /21 in der
Königsklasse neue Bestmarken aufgestellt. Eine Auswahl besonderer Werte.
3 Dortmunds YOUSSOUFA MOUKOKO debütierte
am 8. Dezember 2020 beim 2:1 bei Zenit St. Petersburg im Alter von 16 Jahren und 18 Tagen in
der Königsklasse und ist damit jüngster Spieler
der CL-Geschichte. Er löste Anderlechts Celestine
Babayaro ab, der 1994 mit 16 Jahren und 86 Tagen
für die Belgier debütiert hatte.
3 Chelseas OLIVIER GIROUD erzielte am 5. Spieltag
beim 4:0 in Sevilla im Alter von 34 Jahren und
63 Tagen vier Tore. Mit diesem Viererpack löste
er zugleich auch Claudio Pizarro, der mit 34 Jahren und 35 Tagen im November 2012 dreifach für
Bayern gegen Lille getroffen hatte, als ältesten
Dreierpacker der CL-Geschichte ab.
3 NEYMAR ist der erste Spieler, dem je 20 Treffer
für zwei Vereine gelangen: Für Barcelona hatte er
21-mal getroffen, für Paris nun 20-mal.
3 City-Coach PEP GUARDIOLA erreichte zum achten
Mal ein CL-Halbfinale und zog damit mit Rekordhalter José Mourinho gleich.
3 Kiew-Trainer MIRCEA LUCESCU ist der älteste
Trainer der CL-Geschichte. Beim letzten Gruppenspiel der Ukrainer war er 75 Jahre und 132 Tage alt.
Er löste Jupp Heynckes ab, der 2018 mit 72 Jahren
und 357 Tagen Bayern in der Königsklasse coachte.
3 Zum ersten Mal in der CL-Geschichte erreichten
vier Trainer einer Nation, DEUTSCHLAND, das Viertelfinale: Edin Terzic (BVB), Jürgen Klopp (Liverpool),
Thomas Tuchel (Chelsea), Hansi Flick (Bayern).
D I E BE ST EN TO R JÄG ER
Dortmunds Haaland hängt
alle anderen Topstürmer ab
Tore
Spieler
Verein
10
8
6
6
6
6
6
6
6
Erling Haaland
Kylian Mbappé
Karim Benzema
Youssef En-Nesyri
Olivier Giroud
Alvaro Morata
Neymar
Marcus Rashford
Mohamed Salah
Bor. Dortmund
Paris St. Germain
Real Madrid
FC Sevilla
FC Chelsea
Juventus Turin
Paris St. Germain
Manchester United
FC Liverpool
3 MANCHESTER CITY feierte 2020/21 elf Siege
in einer Saison – seit im aktuellen Format mit
nur einer Gruppenphase gespielt wird, also seit
2003/04, gelang das sonst nur Real 2013/14, Barcelona 2014/15 und Bayern 2019/20. Im Gegensatz zu
den drei vorigen Vereinen konnten die Engländer
die Champions League jedoch nicht gewinnen.
3 MANCHESTER CITY erzielte 18 Tore in Folge, ohne
dass die Gegner ein einziges Mal treffen konnten –
die längste Serie dieser Art in der CL-Geschichte.
Die Serie endete erst mit Marco Reus’ Treffer bei
Manchesters 2:1-Sieg gegen Dortmund.
3 Vor dem 1:1 bei Atletico Madrid am 5. Spieltag
hatte der FC BAYERN 15 Spiele hintereinander
gewonnen – die längste Serie der CL-Geschichte.
Vorige Rekordhalter mit je zehn Siegen: Bayern
selbst (2013) und Real Madrid (2014 – 2015).
3 Seit 18 Auswärtsspielen ist der FC BAYERN in
der Königsklasse ungeschlagen – eine solche
Serie gelang zuvor noch keinem Verein in der
Champions League. Voriger Rekordhalter war
Manchester United mit 16 Auswärtsspielen ohne
Niederlage (2007 – 2010).
Die CL-Elf der Saison
Benzema
Real Madrid
Mbappé
De Bruyne
Paris SG
ManCity
Kanté
Chelsea
Chelsea
Mahrez
ManCity
Jorginho
Rüdiger
Haaland
Dortmund
Chelsea
Marquinhos
Paris SG
Ruben Dias
ManCity
Mendy
Chelsea
3 Der FC BARCELONA war vor dem 0:3 gegen
Juventus Turin am 6. Spieltag der Gruppenphase 38 Heimspiele in Serie ungeschlagen geblieben – das gab es zuvor
noch nie. Bis dahin lag der Rekord bei
29 Heimspielen ohne Niederlage, aufgestellt vom FC Bayern von 1998 – 2002.
3 OLYMPIQUE MARSEILLE stellte
einen neuen Negativrekord auf:
13 Niederlagen in Serie. So viele
mussten die Franzosen vor
dem 2:1-Sieg gegen Olympiakos am 5. Spieltag der
Gruppenphase hintereinander einstecken. Damit überboten sie den
vorigen Rekordhalter
Anderlecht um ein
Spiel (12 Niederlagen
in Folge von 2003 –
2005).
Jüngster Debütant und
jüngster Torschützenkönig:
Moukoko und Haaland
Foto: imago images
3 ERLING HAALAND (20) ist der jüngste Torschützenkönig der Champions League, zuvor war das
Lionel Messi, der sich 2008/09 mit 21 Jahren die
Krone aufsetzte. Zudem ist der Dortmunder der
Profi mit den wenigsten Spielen, um auf 20 CL-Treffer zu kommen (14). Hier löste er Harry Kane ab (24).
31. MAI 2021
Der Ex-Präsident wies schon
2020 auf Kochs Wissen in
der WM -A FFÄ RE hin. Doch
die Ermittler schweigen.
Allerlei Merkwürdigkeiten in der Generalinventur, die der DFB an die Berliner
Firma Esecon vergeben hat, kommen
nach und nach ans Tageslicht. Etwa,
dass sich DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch
im Besitz des internen Arbeitspapiers zum
Gespräch zweier Esecon-Ermittler mit
Ex-Präsident Reinhard Grindel befand.
Dieses als „streng vertraulich“ markierte
Dokument nahmen Steuerfahnder bei
ihrer Razzia am 7. Oktober 2020 aus Kochs
Privaträumen in Poing, Oberbayern, mit.
Nun bestätigt Grindel dem kicker: Es
gab ein zweites Treffen mit Esecon, am
27. Mai 2020 in Rotenburg. Und in diesem
teilte er den internen Ermittlern einen für
Koch heiklen Sachverhalt mit: „Bei dem
zweiten Gespräch habe ich angeregt, im
Rahmen der ,Generalinventur‘ aufzuklären, ab wann Rainer Koch von der
Sommermärchen-Recherche des Spiegel
wusste und ob dem DFB Schaden entstanden ist, weil er dem Präsidium sein Wissen
nicht mitgeteilt hat. Insofern habe ich schon vor
einem Jahr Hinweise für interne Ermittlungen
gegeben und bin damit nicht erst jetzt in Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen an der
DFB-Spitze gezielt ins ZDF gegangen, wie Rainer
Koch mir unterstellt hat.“
Grindel hatte diesen Vorwurf gegenüber
Koch öffentlich erstmals am 30. April 2021 geäußert. Koch tat dies am 7. Mai 2021 im Aktuellen
Sportstudio als „nicht zutreffend“ ab und erweckte
den Eindruck eines Rachefeldzugs gegen sich:
„Reinhard Grindel hat in den letzten Wochen
mehrfach gezeigt, dass er offensichtlich mit mir
gebrochen hat.“ Glaubt man nun Grindel, wies
er bereits vor einem Jahr auf Kochs angebliches
Vorwissen hin, und zwar diskret, um den internen
Ermittlern die Chance zur Aufklärung zu geben,
ohne öffentlich Porzellan zu zerschlagen. Hat
Koch, der den Verband nach dem Rücktritt von
Fritz Keller derzeit interimistisch mit Peter Peters
S CH I E D S R I C HT ER
Grindels Verdacht
29
Grindel erfuhr erst aus den Gerichtsakten,
dass die Inhalte des ersten Gesprächs von Esecon
überhaupt zu Papier gebracht wurden. „Ich habe
das nie gesehen oder gar autorisiert. Die mir in diesem Schriftstück zugewiesenen Aussagen sind
teilweise falsch und oftmals unvollständig.
Nachdem mir das Schriftstück bekannt
geworden war, hatte ich gegenüber Esecon
verlangt, dass über unsere beiden Treffen
von mir autorisierte Protokolle erstellt
werden“, schildert er. „Das hat Esecon mit
der Begründung abgelehnt, dass keine
meiner Aussagen aus dem Januar und Mai
2020 Eingang in den Abschlussbericht
finden werden und eine Autorisierung
„Ich habe Zweifel an
der Unabhängigkeit
der Untersuchung.“
Reinhard Grindel, Ex-DFB-Präsident
führt, auch von diesem zweiten Gespräch mit
dem für seine Person brisanten Inhalt ein Protokoll erhalten? Fragen dazu beantwortet der DFB
nicht. Dass dem Multifunktionär überhaupt ein
internes Arbeitspapier von Esecon vorlag, erklärt
man beim Verband damit, dass Koch Ansprechpartner für Esecon war. „Einflussnahmen auf den
objektiven Gang der Untersuchungen waren mit
der Beantwortung solcher Fragen von Esecon zu
keinem Zeitpunkt verbunden.“ Nur: Esecon hat
hier keine Fragen gestellt, sondern ein Papier
weitergegeben. Ex-Präsident Keller wurden derartige Details augenscheinlich nicht zuteil, anderen
Präsidiumsmitgliedern offenbar ebenso wenig.
insofern nicht nötig sei.“ Erstaunlich. Grindel gab
im Januar Hinweise zu Ausschreibungen und im
Mai nach eigener Darstellung Hinweise zu Insiderwissen des selbst ernannten Chefaufklärers Koch
in der Sommermärchenaffäre – das soll keine Rolle
spielen im Abschlussbericht der Generalinventur?
Eine kicker-Anfrage zu dem zweiten Grindel-Gespräch beantwortet Esecon nicht. „Angesichts
der Beziehungen zwischen Esecon und Herrn
Diekmann (Medienberater, d. Red.), der dem DFB
nachweislich schweren Schaden zugefügt hat und
mit Herrn Koch in enger Verbindung stand, habe
ich Zweifel an der Unabhängigkeit der Untersuchung“, kritisiert Grindel.
Mirjam Berle, erst am 1. Oktober 2020 als
Kommunikationsdirektorin angetreten, und der
DFB trennen sich nach nur acht Monaten. Berle
kritisiert „fassungslos“ wiederholte „Indiskretionen“, nun auch in ihrem Fall.
BENNI HOFMANN
Nur noch 24 Erstliga-Referees – Schlager für internationalen Lehrgang gemeldet
Reduzierter Kader mit Reichel und Jöllenbeck
Foto: imago images/Schroedter
W
as der kicker bereits
am Mittwoch berichtet
hatte, wurde am Freitag offiziell bestätigt. Den Unparteiischen Manuel Gräfe, Guido
Winkmann und Markus Schmidt
gewährt der DFB keine Ausnahmeregelung von der bestehenden
Altersgrenze von 47 Jahren – trotz
heftigen Widerstands aus den Profiklubs mit Blick auf Gräfe, der
sich zudem den Klageweg offenhält. Da Bibiana Steinhaus-Webb
ihre aktive Karriere bereits im
September 2020 beendet hat,
reduziert sich das Aufgebot der
Bundesliga-Schiedsrichter im
Vergleich zum Vorjahr von 26 auf
24. Neu dabei sind Tobias Reichel
(35, Stuttgart) und Matthias Jöllenbeck (34, Freiburg), die bereits
2020/21 jeweils fünf Probeeinsätze
im Oberhaus absolvierten.
Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich bekundete in einer
DFB-Mitteilung seine Freude darüber, dass Schmidt und Winkmann wie zuvor Steinhaus-Webb
das Angebot angenommen haben, als VAR weiterzumachen.
Gräfe, mit dem die Schiri-Führung seit einiger Zeit in verschiedenen Punkten über Kreuz liegt,
erwähnte er dabei nicht.
Veränderungen dürfte es
bald auch bei den zehn deutschen
Plätzen auf der FIFA-Liste geben,
die derzeit die beiden EM-Fahrer Felix Brych und Daniel Siebert sowie Deniz Aytekin, Felix
Zwayer, Sascha Stegemann, Harm
Osmers, Marco Fritz, Christian
Dingert und Bastian Dankert einnehmen. Das letztgenannte Trio
wird zwar als VAR geschätzt und
agiert in dieser Funktion bei der
EM, bekam zuletzt aber kaum
internationale Einsätze auf dem
Rasen. Nach der EURO ist zudem mit dem Ende von Brychs
FIFA-Karriere zu rechnen. Laut
Fröhlich meldete der DFB nun
Daniel Schlager (31) für den 2020
coronabedingt ausgefallenen UEFA-Perspektivlehrgang CORE
(Centre of Refereeing Excellence).
Sven Jablonski (31) und Robert
Schröder (35) sind weitere Anwärter aufs begehrte FIFA-Abzeichen.
CARSTEN SCHRÖTER-LORENZ
N AT I O N A L M A N N S C H A F T
TH OM AS M Ü L L E R und
M ATS H U M M E L S sind
Foto: firo
zurück und wichtig.
Sie geben den Ton an.
Die Heilsbringer
Nach 36 Minuten wurde der Auftritt
entierung und Stabilität verleihen. Und sie
von Thomas Müller (31) am Sonntag
sollen maßgeblich dazu beitragen, dass die
bei der digitalen Pressekonferenz in
Mannschaft wieder jene „Gewinner-MentaliSeefeld beendet – nicht etwa, weil es keine
tät“ entwickelt, die für eine erfolgreiche TurFragen mehr gegeben hätte, sondern weil Mats
nierteilnahme Grundvoraussetzung ist. Dass
Hummels (32) ins Bild drängte, um seinen
dies alles nötig ist, bestätigte auch Müller mit
Kollegen für einen anderen Termin abzuholen.
Hinweis auf den zwölften Platz im FIFA-RanDie beiden Rückkehrer sind omnipräsent in
king. „Die Weltrangliste lügt nicht, sie zeigt an,
diesen ersten Tagen der EM-Vorbereitung,
was die vergangenen Jahre passiert ist. Da haund genau das ist auch eine
ben wir als Deutschland underihrer Aufgaben. „Beide geben
performt“, so sein Urteil.
Müller über die
in ihren Vereinen den Ton an,
Mit dem Testspiel am
Weltrangliste:
neben dem Platz und auf dem
Mittwoch gegen Dänemark soll
„Sie lügt nicht.“
Platz. Das ist, was wir von ihdie Wende eingeläutet werden,
nen auch hier erwarten“, forselbstredend mit Hummels
muliert Bundestrainer Löw
und Müller in der Startformadie Ansprüche an die beiden Weltmeister,
tion. Eine Einsatzgarantie fürs ganze Turnier
die vor zweieinhalb Jahren beim 2:2 gegen
hat der Bundestrainer den beiden Routiniers
die Niederlande letztmals für die Nationalelf
in den Vorgesprächen zwar logischerweise
aufgelaufen waren und im März 2019 von Löw
nicht erteilt, ihnen wohl aber ihre Wichtigkeit
ausgebootet wurden.
versichert. Auch in seiner Eingangsansprache
Jetzt hat er sie als Heilsbringer zurückgean die derzeit 20 anwesenden Berufenen hatte
holt. Mit ihrer Erfahrung von zusammen 170
Löw diesbezüglich klare Worte gewählt: „Ich
Länderspielen und neun Turnierteilnahmen
habe der Mannschaft gesagt: Ich musste nicht
sollen Hummels und Müller dieser in den
über meinen Schatten springen, ich mache das
vergangenen Monaten allzu anfälligen und
aus Überzeugung. Sie können der Mannschaft
wankelmütigen DFB-Auswahl wieder Orientscheidend weiterhelfen.“
Dass vor der Rückkehr mehrere Telefonate vonnöten waren, um die Vergangenheit
aufzuarbeiten und die Zukunft abzustecken,
schilderte Müller am Sonntag. „Es waren Gespräche, die durchaus ihre Intensität hatten,
aber man hat auch gespürt, dass beide das
Gleiche wollen: nämlich den maximalen Erfolg“, berichtete der Münchner, der in der
abgelaufenen Saison mit 41 Scorerpunkten in
44 Pflichtspielen den Bundestrainer wieder
überzeugt hatte, dass er unverzichtbar ist.
In der Mannschaft genießen die beiden
Weltmeister ohnehin höchste Wertschätzung.
„Jeder weiß, welche Erfolge sie schon gefeiert
haben. Ihre Erfahrung und ihre fußballerische
Klasse helfen jedem Team weiter. Wir sind
froh, dass sie dabei sind“, sagte Leroy Sané
im kleinen Kreis.
Ob es mit Hummels und Müller nach der
EM im Nationalteam weitergeht, bleibt indes
offen. Gerade Müller genießt bei Hansi Flick
hohes Ansehen, der künftige Bundestrainer
verhalf ihm bei Bayern zu alter Stärke. Dennoch gab sich der Offensiv-Allrounder betont
zurückhaltend. Der Blick über die EM hinaus
„ist nullkommanull aktuell in meinen Gedanken“.
OLIVER HARTMANN
31. MAI 2021
DE UTSC HL AND
31
Standards im Trainingsfokus
Löw setzt jetzt auf
ein notwendiges Übel
N
Die EM im Visier:
Mats Hummels und
Thomas Müller zeigen
sich sehr präsent.
Deutschland – Dänemark
Mittwoch, 02. 06., 21.00 Uhr
in Innsbruck
(live bei RTL)
Neuer
TRAINER: Löw
Bayern München 35 Jahre/98 Länderspiele
Klostermann
RB Leipzig 24/12
Ginter
Hummels
Kimmich
Can
Bor. Mönchengladbach 27/38 Borussia Dortmund 32/70
Bayern München 26/53
Gosens
Atalanta Bergamo 26/5
Borussia Dortmund 27/33
Müller
Sané
Volland
Bayern München 31/100
Bayern München 25/28
AS Monaco 28/10
Gnabry
Bayern München 25/20
Braithwaite
FC Barcelona 29/48
Höjbjerg
Tottenham Hotspur 25/40
Maehle
Atalanta Bergamo 24/8
TRAINER: Hjulmand
Wind
Poulsen
FC Kopenhagen 22/6
Eriksen
Inter Mailand 29/106
Vestergaard
FC Southampton 28/21
RB Leipzig 26/52
Delaney
Borussia Dortmund 29/52
Kjaer
AC Mailand 32/105
Wass
FC Valencia 32/28
Schmeichel
Leicester City 34/63
RESERVEBANK: Leno 29/8 (FC Arsenal), Trapp 30/5 (Eintracht Frankfurt/beide Tor),
Günter 28/1 (SC Freiburg), Halstenberg 29/8 (RB Leipzig), Koch 24/7 (Leeds United),
Süle 25/29 (Bayern München), Hofmann 28/2 (Bor. Mönchengladbach), Musiala 18/2
(Bayern München), Neuhaus 24/5 (Bor. Mönchengladbach) – Lössl 32/1 (FC Midtjylland), Rönnow 28/8 (FC Schalke 04/beide Tor), Christensen 25/40 (FC Chelsea),
Andersen 25/4 (FC Fulham), Boilesen 29/18 (FC Kopenhagen), Jörgensen 31/34
(FC Kopenhagen), Stryger Larsen 30/34 (Udinese Calcio), Christiansen 30/3 (Malmö
FF), Damsgaard 20/2 (Sampdoria Genua), Jensen 25/5 (FC Brentford), Nörgaard 27/4
(FC Brentford), Skov 25/9 (TSG Hoffenheim), Cornelius 28/27 (Parma Calcio), Dolberg
23/24 (OGC Nizza), Skov Olsen 21/5 (FC Bologna)
SR-TEAM: Weinberger (Assistenten: Heidenreich, Kolbitsch – Vierter Offizieller:
Muckenhammer/alle Österreich)
ein, er werde jetzt nicht zu einem neuen Menschen oder gar
zu einem neuen Trainer, bloß
weil er vor seinem letzten Turnier
stehe, versicherte Joachim Löw bei
seinem ersten Auftritt im DFB-Trainingslager in Seefeld. Eine pointierte Schwerpunktsetzung in der
Trainingsarbeit erlaubt sich der Bundestrainer vor seiner Abschieds-EM
allerdings sehr wohl. Plötzlich ist
wieder en vogue, was Löw jahrelang
so sehr schätzte wie einen Zahnarztbesuch: Standardsituationen waren
trotz ihres wichtigen Beitrags zum
WM-Titel 2014 ein notwendiges Übel,
Freude zog der Fußballfeingeist daraus nicht. Jetzt aber sagt er, er wolle
mit seiner Mannschaft „konsequent“
Ecken und Freistöße üben, denn das
Verhalten dabei sei zuletzt „total ausbaufähig“ gewesen. Nanu! Das klang
dann zumindest ein Stück weit dann
doch nach einem neuen Löw.
Auch die Mannschaft lernte
die modifizierten Schwerpunkte
bereits kennen. Schon in der ersten
Ansprache in Tirol thematisierte Löw
ausgiebig, dass das kollektive Defensivverhalten dringend verbessert
DÄNE MAR K
werden müsse – Standards explizit
eingeschlossen. Defensiv wie offensiv. „Gerade in so einem Turnier“,
sagt Rechtsverteidiger Lukas Klostermann, „können sie extrem wichtig
sein – etwa als Dosenöffner, um überhaupt in ein Spiel reinzukommen.“
Der Leipziger findet es deshalb „gut
und richtig“, dass der Fokus auf dem
Platz und im Schulungsraum darauf
gerichtet werde – und musste für diese Aussage keinen Widerspruch innerhalb des Kollegiums befürchten.
Mats Hummels und Emre Can
etwa, die einzigen beiden Dortmunder im deutschen Aufgebot, wurden
mit der Borussia in dieser Saison erst
dann erfolgreich, als die Arbeit gegen
den (ruhenden) Ball verbessert wurde. „Wir haben es in der Vergangenheit manchmal vermissen lassen, als
Mannschaft zu verteidigen, und vor
allem auch nach Standards zu viele
Tore kassiert“, sagt Can mit Blick auf
die zurückliegenden DFB-Auftritte.
„Doch bei einem Turnier ist es die
Basis, wenig Gegentore zu bekommen.“ Daran scheint sich auch der
neue, alte Löw erinnert zu haben.
MATTHIAS DERSCH
Hjulmand gönnt Christensen eine Pause
Das beste Team seit 1992
Die Erwartungen an das
Nationalteam sind in diesen Tagen ungewöhnlich
hoch in Dänemark. Und das betrifft
beileibe nicht nur das Testspiel gegen
Deutschland, sondern insbesondere
auch die EM-Endrunde. Die allgemeine Meinung ist,
dass Trainer Kasper
Hjulmand (Foto) über
die beste Mannschaft
der letzten 30 Jahre
verfügt – also seit
dem sensationellen EM-Triumph
1992. Und deshalb träumen die Fans
davon, das „Danish Dynamite“ auch
in diesem Jahr mal wieder so richtig
zündet. Zumal ja auch die drei Gruppenspiele daheim in Kopenhagen
stattfinden.
Das Jahr 2021 ließ sich bislang
gut an. In den drei WM-Qualifikationsspielen im März gewannen
die Dänen gegen Israel, Österreich
und die Republik Moldau mit einer
Torbilanz von 14:0. Vor allem der
4:0-Erfolg in Österreich war eine
beeindruckende Demonstration der
Leistungsfähigkeit dieser Auswahl.
Das Vorbereitungsspiel gegen die
DFB-Elf soll ein echter Härtetest werden und zeigen, wo die Mannschaft
steht. Am kommenden Sonntag wartet dann noch Bosnien-Herzegowina
für die Generalprobe.
Größere Experimente sind
nicht zu erwarten, die Stammelf soll
sich einspielen. Allerdings wird Chelseas Andreas Christensen nicht in der
Innenverteidigung stehen, sondern
bekommt nach dem ChampionsLeague-Finale eine Pause. „Er hatte
mit Verletzungen zu kämpfen, und
wir werden es mit ihm ruhig angehen
lassen, wenn er hier angekommen
ist“, so Hjulmand. Beunruhigt war
der Trainer beim Aufstiegsspiel in
die englische Premier League – als
nämlich Brentfords Mathias Jensen
nach einer harten Attacke verletzt am
Boden lag: „Da bin ich etwas nervös
geworden.“ Doch der Mittelfeldmann
konnte weitermachen und der Coach
aufatmen.
MARTIN DAVIDSEN
32
31. MAI 2021
„Wir haben eine geile Truppe“
Nach dem letzten Bundesligaspiel bei Union Berlin
ging es für Leipzigs Stürmer
Yussuf Poulsen zurück in die Heimat.
Mit der dänischen Nationalmannschaft bereitet sich der 52-malige
Nationalspieler (7 Tore) auf die Europameisterschaft vor, diesen Mittwoch
folgt in Innsbruck die Standortbestimmung gegen die Auswahl von
Bundestrainer Joachim Löw.
Für Y USSUF PO UL SEN (26) ist das Spiel
gegen die deutsche Nationalelf die ideale
Vorbereitung auf die EM. Ein Gespräch über
einen Underdog, die Fans und Torquoten.
Nach der Bundesliga ist vor der Europameisterschaft, die für Sie die erste
in Ihrer Karriere ist. Haben Sie noch
genug Körner im Tank, Herr Poulsen?
Wir hatten in den letzten Jahren viele
Spiele gegen Gegner, die auf unserem
solch eine Top-Nation zu spielen,
ist für uns vor der EM eine ideale
Vorbereitung.
Warum?
Ist so eine EM in zwölf Ländern in
Pandemiezeiten überhaupt sinnvoll
und angemessen?
Level waren oder ein bisschen darunter. Aber wir hatten nicht viele Spiele
auf allerhöchstem Niveau. Wir brauchen mehr von diesen Spielen, um als
Nationalmannschaft den nächsten
Schritt zu machen.
Habe ich, mehr als genug. Ich freue
mich riesig, erst recht, weil zu unseren drei Heimspielen Zuschauer
zugelassen werden. Das wird ein
Fußballfest in Kopenhagen und ein
tolles Erlebnis. Ich bin einfach froh,
dass ich in einem Jahrgang geboren
wurde, der es mir ermöglicht, zumindest eine halbe Heim-EM zu spielen.
Kleine Saison-Rückschau: Vizemeister, Pokalfinalist. Welches Gefühl
überwiegt: etwas erreicht oder etwas
verpasst zu haben?
Klar hätte man sich gerne mehr gewünscht, aber im Fußball ist es eben
Sie sprechen die Gruppenspiele gegen Finnland, Belgien und Russland
an, für die jeweils 14 500 Zuschauer
zugelassen werden sollen.
Timo Werner nicht
adäquat ersetzt? „Sehe
ich überhaupt nicht so.“
Das ist schon ein Riesenvorteil, zu
Hause spielen zu dürfen. Ihr Journalisten liebt ja die Statistik: Wenn
man vergleicht, wie viele Heimsiege
es vor und während Corona gab, dann
kann man schon erkennen, welch
großen Anteil Fans an den Ergebnissen haben. Wenn Zuschauer auf den
Rängen sind, bekommt man noch ein
bisschen mehr Adrenalin, und dann
ist es auch egal, wie viele Körner noch
im Tank sind.
so, dass Spiele durch Kleinigkeiten
entschieden werden. Wir waren im
Pokalfinale nicht die bessere Mannschaft auf dem Platz. Was die Effizienz angeht, war Dortmund an diesem Tag einfach abgezockter. Und
Bayern war über die 34 Spieltage auch
konstanter als wir. Trotzdem können
wir stolz und zufrieden sein, weil wir
das für uns Maximale erreicht und
eine geile Saison gespielt haben.
Dänemark spazierte ungeschlagen
durch die EM-Qualifikation, wurde in
der Nations League Gruppenzweiter
vor England und Island. Kann Dänemark zum Geheimfavoriten werden?
Der gesamte RB-Sturm mit Ihnen,
Sörloth, Kluivert und Hwang kommt
zusammen auf 13 Saisontore. Muss
man sich eingestehen, Timo Werner
nicht adäquat ersetzt zu haben?
Ja genau, so haben wir es geplant:
Deutschland ist nicht gut drauf,
wir können auch mal einen Großen
schlagen und dann sieht es gut aus
für die EM. (lacht) Ne, ne, Deutschland ist ein Top-Gegner, und gegen
Fotos: Getty Images (2), imago images
Das Favorit-Wort will ich nicht in
den Mund nehmen. Ich würde uns
einen Underdog nennen, der vielleicht auch mal gewinnen kann. Wir
haben eine geile Truppe, die sehr
gut performt hat. Wir haben in den
letzten drei Jahren nur zwei Spiele
verloren – jeweils gegen Belgien, die
Nummer eins der Welt.
Im Testspiel gegen Deutschland wartet
ein zuletzt von Spanien vorgeführter und sogar von Nordmazedonien
bezwungener Gegner. Der richtige
Aufbaugegner?
Ich weiß nicht, ob ich so entschieden
hätte, wenn ich die finale Entscheidung hätte treffen müssen. Aber ich
finde, man kann es so machen. Wir
sehen ja alle, dass das normale Leben
wieder ein bisschen zurückkommt
und die meisten Länder wieder aufmachen. Diese EM wird schon sehr
lange geplant, da wurden sehr viele
Vorbereitungsstunden investiert, davon hängt für die Länder auch wirtschaftlich viel ab. Und da keine Auswärtsfans zugelassen werden, gibt es
auch keinen grenzüberschreitenden
Reiseverkehr von Fußballfans.
Nein, das sehe ich überhaupt nicht
so. Wenn immer von Quoten und
Statistiken gesprochen wird, würde
ich gerne mal eine Statistik darüber
sehen, wie oft wir Stürmer tatsächlich
in einem torgefährlichen Raum waren, und wie oft andere Spieler von
uns im torgefährlichen Raum waren.
Wenn Sie das miteinander vergleichen, bekommen Sie ein besseres
Bild, als wenn Sie nur die Stürmertore
zusammenzählen.
Sie haben die entsprechenden Daten
doch bestimmt erhalten.
Ja. Es hängt sehr stark damit zusammen, wie wir Fußball gespielt haben
und taktisch aufgestellt waren. Wir
haben sehr oft ein System gespielt, in
dem der Stürmer dann den Platz frei-
31. MAI 2021
33
nur sagen, dass wir Julian natürlich
gerne länger hiergehabt hätten. Aber
die Entscheidung ist getroffen. Wir
freuen uns jetzt auf die nächste Saison mit Jesse Marsch und wünschen
Julian beim FC Bayern – (schmunzelt)
nicht zu viel Erfolg.
Sie kennen Jesse Marsch aus der Saison 2018/19 als Co-Trainer von Ralf
Rangnick. Eine gute Wahl?
Freud und Leid: Während Poulsen mit Dänemark ungeschlagen durch die EM-Qualifikation spazierte, reichte es mit
RB Leipzig trotz fünf Toren im DFB-Pokal-Wettbewerb nach der 1:4 Finalpleite gegen den BVB nur zu Platz 2.
gemacht hat, damit beispielsweise
unsere Flügelspieler zu Torchancen
kommen. Bei den Torquoten unserer Außenspieler besteht zwischen
aktueller und letzter Saison ein Riesenunterschied. Deswegen: Es geht
mehr darum, wer kommt wohin in
welchen Situationen.
Erklärt das auch Ihre Trefferquote?
Meine Quote bei fünf Toren ist im
Vergleich zur Saison 2018/19, als ich
15 Tore in der Bundesliga erzielte,
genau gleich oder sogar besser. Ob
das die Anzahl der Spielminuten im
Vergleich zu Toren und Vorlagen betrifft oder die Effizienz von Toren aus
den Torabschlüssen, die ich hatte.
Sie hatten mit fünf Toren maßgeblichen Anteil am Einzug ins Pokalfinale.
Wie bitter war es da, zunächst draußen
sitzen zu müssen?
Es war eine Entscheidung des Trainers, die ich natürlich akzeptiere. Da
kann ich noch so unzufrieden oder
sauer sein, das ist aber egal, weil es in
einem Finale nicht um einzelne Spieler geht, sondern ums Gewinnen. Ich
habe mir gesagt, dass ich alles geben
muss, wenn ich eingewechselt werde.
Das war dann in der Halbzeit, als RB
schon 0:3 zurücklag und Sie und Christopher Nkunku reindurften.
Es waren zwei Wechsel, die das Spiel
an diesem Tag schon verändert haben. Leider hat es aber nicht mehr
gereicht, um die Wende zu schaffen.
Sie haben immer die Nähe zu den Fans
gesucht, standen nach Trainingseinheiten für Selfies und Autogramme
zur Verfügung, sind auch deshalb Publikumsliebling. Ist nach über einem
Jahr Pandemie und monatelangen
Geisterspielen noch eine Bindung zu
den Fans da?
Grundsätzlich ja, aber wir haben
die Fans ein Jahr nicht gesehen.
Trotzdem fehlen sie uns sehr. Wir
vermissen es, dass sie im Training
zuschauen, dass wir sie auch mal in
der Stadt treffen, dass sie uns in den
Spielen anfeuern. Als zum letzten Saisonspiel bei Union Berlin 2000 Fans
zugelassen wurden, haben sich alle
riesig darauf gefreut, obwohl das
nicht mal zehn Prozent der Stadionkapazität war.
Glauben Sie, dass es nach Corona wieder so werden wird, wie es davor war?
sind und mit Nagelsmann noch stärker
werden?
Sie waren auch nicht so schlecht
mit Hansi Flick. (lacht) Da haben
sie auch sehr viel erreicht, und sie
haben auch in den Jahren davor immer die Meisterschaft gewonnen.
Ich glaube, es wird nächste Saison
genauso schwierig. Wir wissen aber
auch, dass wir die Qualität haben, um
lange dran zu bleiben. Für uns geht es
darum, dass wir die entscheidenden
Momente, die wir diesmal nicht auf
unsere Seite ziehen konnten, beim
nächsten Mal nutzen.
Das hängt in erster Linie davon ab,
wie viele Fans ins Stadion dürfen, und
ob sie auf den Rängen genauso enthusiastisch sein dürfen wie zuvor. Wenn
das der Fall ist, dann glaube ich,
dass es vielleicht noch wilder werden
Wie beurteilen Sie die zwei Jahre unter
könnte als zuvor. Für uns Spieler
Nagelsmann für Sie und den Klub?
ist es leider Alltag geworden, ohne
Es waren insgesamt zwei brutal erZuschauer zu spielen. Wir werden
folgreiche Jahre. Wir haben uns in
uns dann erst einmal wieder daran
der Champions League etabliert mit
gewöhnen müssen, dass wir wegen
dem Halbfinale im letzten Jahr und
der Lautstärke dem 30 Meter entferndem Achtelfinale in dieser Saison.
ten Mitspieler keine Anweisungen
Wir haben gesehen, dass wir mit
mehr geben könden Top-Klubs
nen. (schmunzelt)
„Ich freue mich riesig der Welt mitspieWar diese Sailen können. Diese
son besonders auf Jesse Marsch. Er letzten Schritte
anstrengend und passt sehr gut zu RB.“ zu gehen, um
belastend, weil
oben mitspielen
der Terminkalenzu können, sind
der eng wie nie war und es von den die schwierigsten. Und da haben
Rängen aus keine Motivationshilfen wir unter Julian einen sehr großen
geben konnte?
Entwicklungsschritt gemacht. Wir
Die Motivation zieht zunächst jeder
werden von diesen Jahren auch in
aus sich selbst. Wir wären nicht so
der Zukunft sehr profitieren, weil
weit gekommen, wenn wir nicht alle
viele Spieler fußballerisch so viel
Gewinner wären. Aber richtig ist, dass
Neues gelernt haben.
die vielen Spiele in so kurzer Zeit
Haben Sie Verständnis für seinen Entanstrengend waren, wir nur einen
schluss? Hätten Sie ihn als Klubchef
kurzen Sommerurlaub und keine
zum direkten Konkurrenten ziehen
Winterpause hatten. Und richtig
lassen?
ist auch, dass Fans dafür sorgen,
Ich kann nicht sagen, ob ich es so oder
dass man noch ein bisschen mehr
so gemacht hätte, weil ich nicht in der
Adrenalin im Körper bekommt und
Position bin und auch nicht den Einein Spiel dann auch mal weniger
blick habe, den die Vereinsführung
anstrengend wirkt.
hat. Ich habe nicht die InformatioMuss man sich dauerhaft mit Platz 2 nen, die ich brauche, um eine solche
begnügen, weil die Bayern zu stark Entscheidung zu treffen. Ich kann
Ja, er ist ein geiler Trainer und ich
freue mich riesig auf ihn. Als er hier
als Co-Trainer war, hat man schon
gemerkt, dass er eigentlich eher ein
zweiter Cheftrainer ist. Ich glaube, er
passt sehr gut zum Verein. Er kennt
schon viele Spieler. Er weiß, was wir
können und was er von uns verlangen kann. Ich glaube, dass es sehr
spannend sein wird und wir auch
sehr, sehr erfolgreich sein können
mit Jesse als Cheftrainer.
Sie sind schon seit acht Jahren in Leipzig, stürmten schon in der 3. Liga für
RB, haben bis 2024 verlängert. Hatten
Sie nie den Wunsch, mal was anderes
auszuprobieren?
Ich mache mir nicht so gerne diese
Was-wäre-wenn-Zukunftsgedanken.
Ich mag das, was ich hier habe. Und
so lange ich damit erfolgreich bin,
mich gut fühle und immer noch
gefordert werde, so lange muss ich
nichts anderes probieren. Ich habe
ein gewisses Standing im Klub, das
müsste ich aufgeben. Ich habe ein
gut funktionierendes Privatleben,
das müsste ich ändern. Erst wenn
zu viele dieser Faktoren in die andere Richtung gehen, dann sollte ich
mir Gedanken über Veränderungen
machen.
Es denken ja einige Kollegen und Identifikationsfiguren von RB Leipzig wie
Sie: Auch Willi Orban, Peter Gulacsi
und Emil Forsberg haben zuletzt verlängert.
Darunter sind Spieler mit Kindern,
die auch Entscheidungen im Sinne
der Familie treffen müssen. Emil
ist bald 30, Pete schon darüber, die
spielen keine zehn Jahre mehr. Da
Planung und Sicherheit für die nächsten Jahre zu haben, ist auch etwas
wert. Wenn man irgendwo glücklich
und zufrieden ist, dann muss auch
erst einmal ein Angebot kommen,
dass das alles noch toppt.
Was kommt nach der EM. Holen Sie
endlich Ihre Hochzeit nach, die Sie
im letzten Sommer wegen Corona
verschoben haben?
Nein, die haben wir erst einmal auf
unbestimmte Zeit verschoben. Diese Hochzeit soll ein richtiges Fest
werden, das schönste und größte
Fest unseres Lebens. Und auch wenn
die Pandemie jetzt in die richtige
Richtung läuft, sehe ich den Zeitpunkt noch nicht, wann man ein
solches Fest mit Umarmungen ohne
Bedenken und Mundschutz feiern
kann. INTERVIEW: OLIVER HARTMANN
34
31. MAI 2021
Happy mit Löw
Die WU N S C H E L F D E R FA NS bestätigt den Bundestrainer:
39 621 haben mitgemacht auf kicker.de und befürworten
die Rückkehr von Hummels und Müller.
N
och bevor Joachim Löw sein Aufgebot für die
EM bekannt gab, fragte der kicker die Fans:
Welche Mannschaft wünscht ihr euch? 39 621
haben abgestimmt, und im Nachhinein lässt sich
sagen: Der Bundestrainer hat den Geschmack der
Leute vorzüglich getroffen!
In der Fan-Elf gesetzt sind die Rückkehrer
Mats Hummels und Thomas Müller. Bei ihrer
Zusammenstellung waren mehrere Varianten
denkbar: Würde Kimmich nach rechts hinten
gehen, wäre im Mittelfeld Platz für Kroos (55,1 %).
Ginter ist außen nicht ideal aufgehoben, bekam
aber mehr Stimmen als Süle (30,6 %) oder die
Rechtsverteidiger Baku (20,8 %), Klostermann
(18,2 %), Kehrer (3,2 %) und Henrichs (2,3 %). Auch
Linksverteidiger Halstenberg (15,2 %) schnitt mäßig
ab. In einem 4-2-3-1 mit Müller als Zehner wäre vorne Platz für Werner (48,5 %) oder Havertz (42,9 %).
Und sonst? Auch Boateng (27,3 %), Can (19,7 %)
und der von Löw tatsächlich nominierte Volland
(11,4 %) kamen auf zweistellige Werte. Ter Stegen
(23 %) und Reus (18,5 %) mussten die EM absagen.
Der Fitmacher: Auf
184 Seiten stellen wir
im EM-Sonderheft alle
Teams ausführlich vor.
FRAGE
Wer wird
Europameister?
Gnabry
Müller
77,7 %
Sané
71,8 %
62,9 %
Gündogan
36,7 %
Deutschland
16,3 %
Belgien
13,8 %
England
13,3 %
Spanien
8,4 %
Wie weit kommt
die deutsche Elf?
Goretzka
69,3 %
Frankreich
75,6 %
Kimmich
86 %
Aus in der Gruppenphase
23,6 %
Bis ins Achtelfinale
12,6 %
Bis ins Viertelfinale
29,5 %
Bis ins Halbfinale
16,8 %
Bis ins Finale
3,1 %
Sie holt den Titel
32,3 %
Hummels
Rüdiger
62,1 %
38,2 %
Neuer
73,9 %
Finden Sie es gut,
Fans zu EM-Spielen
zuzulassen?
Ginter
35,7 %
“infografik
Gosens
14,4 %
Ja
51,2 %
Nein
48,8 %
39 621 Teilnehmer
www.kicker.de
35
Nmecha: „Wir schaffen das schon“
An diesem Montag
wird es für die U 2 1
ernst mit dem
EM-Viertelfinale
gegen Dänemark.
Da erhielt der Kader
der deutschen U 21 am
Wochenende noch mal
einen Extraschub Aufwind und
Euphorie, ehe das DFB-Team gegen Dänemark in die Endrunde
der EM in Ungarn und Slowenien
startet. Denn drei der vier zuletzt
noch in Relegationsspielen mit
ihren Klubs beschäftigten Nachrücker stießen mit frischen Erfolgserlebnissen zur Mannschaft.
So feierten die beiden Kölner
Ismail Jakobs und Salih Özcan
den Klassenerhalt, zudem schaffte
in England Vitaly Janelt mit dem
FC Brentford den Aufstieg in die
Premier League. Nur Kiels Janni
Serra blieb gleich doppelt auf der
Über die U-21-EM berichten
Michael Pfeifer und
Carsten Schröter-Lorenz
Strecke: Der Stürmer verpasste
wegen einer Oberschenkelverletzung nicht nur das Rückspiel
gegen Köln (1:5) und den Aufstieg,
sondern auch die K.-o.-Phase der
U-21-EM. An seiner Stelle wurde
Düsseldorfs Shinta Appelkamp
nachgemeldet, der wie Bochums
Armel Bella Kotchap schon prophylaktisch am Trainingslager
in Südtirol teilgenommen hatte.
Für die Startelf gegen die
Dänen werden die noch vor zwei
E N D RUN D E U -2 1 - E M
VIERTELFINALE
Montag, 31. Mai (18 Uhr):
Niederlande – Frankreich
Spanien – Kroatien
Montag, 31. Mai (21 Uhr):
Dänemark – Deutschland
Portugal – Italien
HALBFINALE
Donnerstag, 3. Juni (18 Uhr):
Spanien/Kroatien – Portugal/Italien
Donnerstag, 3. Juni (21 Uhr):
Niederlande/Frankreich – Dänemark/Deutschland
ENDSPIEL – 6. JUNI, LJUBLIJANA, 21 UHR
Foto: imago images/Revierfoto
U-21-EM
31. MAI 2021
„Man muss einfach stark im Kopf sein“: Lukas Nmecha erzielte zehn Tore in 17 U-21-Einsätzen.
Tagen Beanspruchten nicht infrage kommen. Özcan, der in Kiel
ohne Einsatz blieb, aber eben
auch die EM-Vorbereitung verpasste, ist laut Trainer Stefan
Kuntz zumindest eine Option.
Wie der gelbgesperrte
Sechser Niklas Dorsch hoffen
die Spätankömmlinge auf einen Erfolg und weitere Bewährungschancen im Halbfinale und
womöglich gar im Endspiel. Es
wäre die dritte deutsche Finalteilnahme nacheinander (Titelgewinn 2017). Lukas Nmecha ist
jedenfalls optimistisch: „In der
Videoanalyse haben wir Möglichkeiten gesehen, wie wir sie
gut schlagen können. Wenn
wir fokussiert bleiben und den
Matchplan umsetzen, schaffen
DÄ N EMA RK
wir das schon“, sagt Deutschlands erfahrenster und treffsicherster Spieler mit zehn Toren
in 17 U-21-Länderspielen. Nach
der langen Saison setzt Nmecha,
der für Anderlecht 21 Tore in
41 Pflichtspieleinsätzen erzielte, auf mentale Stärke: „Wenn
es um so etwas geht, denkt man
nicht so viel über den Körper
nach, man muss einfach im Kopf
stark und fokussiert sein.“
Kuntz betont: „Es ist wichtig, unsere defensive Stabilität
aus den Gruppenspielen wiederzufinden. Zudem haben wir
offensive Abläufe trainiert, die
Jungs vorne sind gut.“ Dazu zählt
Leverkusens Jungstar Florian
Wirtz, der während der Gruppenphase beim A-Team weilte.
Christensen
Carstensen Nelsson Hausner Poulsen
Lindström Nartey Kofoed Andersen
Bruun Larsen Faghir Isaksen
DÄNEMARK
DEUTSCHLAND
Nmecha
Wirtz
Baku
Stach
Maier
Raum Schlotterbeck Pieper Vagnoman
Dahmen
Berisha
Schiedsrichter: Cuadra Fernandez (Spanien)
Montag, 21 Uhr, live bei Pro 7,
in Szekesfehervar (Ungarn)
Makellose Bilanz im März für Bruun Larsen und Co.
Offensiv – nicht nur auf dem Platz
Drei Siege, sechs Treffer,
kein Gegentor. So liest
sich die starke Bilanz der
dänischen U 21 in der EM-Gruppenphase, sie ließ Top-Nation
Frankreich (1:0) hinter sich, schlug
auch Russland (3:0) und Island
(2:0). Zwei Monate später geht fast
dasselbe Aufgebot an den Start,
nur Mads Bech Sörensen (Brentford), Torschütze gegen Island,
und Victor Jensen (Nordsjaelland)
wurden durch Simon Graves Jen-
sen (Randers) und Victor Kristiansen (FC Kopenhagen) ersetzt.
Die meisten Spieler sind in
der heimischen Superliga aktiv.
Der wohl bekannteste, der von Hoffenheim verliehene Jacob Bruun
Larsen, versucht im belgischen
Anderlecht, sein beim BVB angedeutetes Potenzial konstant abzurufen. Neben dem Offensivmann
zählen Kapitän und Innenverteidiger Victor Nelsson (Kopenhagen)
sowie Keeper Christensen zu den
Schlüsselakteuren eines selbstbewussten Teams, das für geradlinigen und druckvollen Angriffsfußball steht. Sandhausens Nikolas
Nartey und der Ex-Gladbacher
Andreas Poulsen haben gute
Startelfchancen. Auch wenn die
Dänen gegen die U 21 des DFB bei
den EM-Turnieren 2015 (0:3), 2017
(0:3) und 2019 (1:3) verloren, sagt
Trainer Albert Capellas: „Es wird
schwierig für Deutschland, uns
zu schlagen.“
MARTIN DAVIDSEN
Der Top-Transfer ist längst getätigt. Jetzt geht es für den FC BAY ERN
darum, das Team zu komplettieren. Dafür braucht es auch Soforthilfen.
Nachdem die Bundesligasaison nun komplett
beendet wurde und sich
die Nationalspieler bei
ihren EM-Teams aufhalten, geht
es für die Klubs darum, den Kader
für die neue Saison zu basteln.
Das kontinentale Sommer-Turnier bietet sich da logischerweise noch mal an, um potenzielle Neuzugänge zu beobachten.
Denn: Wie die Vereinsführung des
FC Bayern schon mehrmals betont
hatte, könne der Rekordmeister in
diesem Sommer keine großkalibrigen Deals mehr vollziehen. Das
heißt nach der 42,5 Millionen Euro
teuren Verpflichtung von Dayot
Upamecano und den 15 Millionen
Euro plus x für Neu-Coach Julian
Nagelsmann auch, dass alle weiteren Transfers gut durchdacht sein
müssen, da der bayerische Sparkurs kaum Experimente zulässt.
Gut möglich also, dass die
Münchner ihren Kader mit Leihgeschäften auffüllen. Zumal dieses
Modell dem Klub häufig mehrere
Optionen offenlässt. Sportlicher
wie monetärer Art. 2019 holte der
FCB Philippe Coutinho, Ivan Perisic und Alvaro Odriozola; 2020 waren es Douglas Costa und Thiago
Dantas. Zwar wurden alle fünf
Profis nach einem Jahr wieder
an ihren Stammverein zurückgegeben, allerdings gelang es den
Münchnern so in der Triple-Saison Soforthilfen unter Vertrag zu
nehmen. Da blieb mit Blick auf
den Kosten-Nutzen-Faktor das
Risiko auf Bayernseite absolut
überschaubar.
Bei Spielern wie etwa dem
23-jährigen Omar
Richards, der –
wie der kicker
bereits im Februar vermeldete –
vom englischen
Zweitligisten
FC Reading an die Isar kommt,
zählen andere Parameter. Der als
Back-up für Alphonso Davies eingeplante Linksverteidiger gehört
zur Kategorie Weiterbildung. Er
wird erst an das Profiteam herangeführt werden müssen.
Spekulationen dieser Form
werden sich die Münchner wohl
nicht zu viele erlauben. Der Kader
für die Saison 2021/22 ist gerade
Foto: imago images/Sven Simon
BUNDESLIGA
Die Krux der Kaderplanung
Setzen die Bayern erneut auf Leihgeschäfte? Hasan Salihamidzic (l.)
und Oliver Kahn könnten somit wirtschaftliche Risiken minimieren.
nach den Abgängen von David
Alaba, Jerome Boateng und Javi
Martinez in der Defensive eher
dünn besetzt. Hinzu kommt, dass
die Zukunft von Niklas Süle noch
nicht endgültig geregelt ist und
mit Corentin Tolisso (beide können bei der EM für sich werben)
ein zentraler Mittelfeldspieler, bei
entsprechendem Angebot, ebenfalls noch gehen könnte. Da wäre
deutschen Dauerchampion bereit.
Wohl wissend, dass die finanziellen Einbußen, die selbst beim
FC Bayern in Zeiten der globalen
Pandemie beträchtlich ausfallen,
die Kaderplanung gewiss nicht
Auch die Ablöse für Trainer
Nagelsmann schränkt das
Transferbudget ein.
ein Profi mit nachgewiesenen
Qualitäten und wenig Anlaufzeit
gewiss ein gewinnbringendes
Element. Die für die abgelaufene
Spielzeit verliehenen Joshua Zirkzee, Michael Cuisance, Lars Lukas
Mai, Chris Richards, Adrian Fein
und Christian Früchtl zählen da
(noch) nicht dazu.
Vielleicht hält die EM ja auch
noch eine Überraschung für den
einfacher gestalten. Und der Klub
mit Alaba, Boateng und Martinez
gleich drei verdiente Spieler und
zweimalige Triple-Sieger zum
Nulltarif ziehen ließ.
Der Österreicher hat inzwischen seinen neuen Verein gefunden. Er wechselt zu Real Madrid,
wie die Königlichen über ihre
Klub-Medien offiziell verkündeten. Dort unterschreibt der 28-Jährige einen Fünfjahresvertrag. Bei
Boateng und Martinez, die beide
nicht zur Europameisterschaft
fahren, ist die Zukunft hingegen
nach wie vor ungeklärt. Der Spanier möchte gerne zurück in sein
Heimatland, könnte dort dann
gegen Alaba spielen. Und Boateng
erhofft sich das Interesse eines
Champions-League-Klubs. Beide
Profis sind ablösefrei, also verhältnismäßig leicht zu haben. Wenngleich es durch die EM sicherlich
noch etwas dauern könnte, bis
Bewegung in den Markt kommt.
Gewiss ist jedenfalls, dass
der Deutsche Meister seinen
Umbruch weiter vorantreibt. Das
Team wird stetig verjüngt, mit Nagelsmann übernimmt ein ebenso
enorm junger Trainer ab 1. Juli
2021 die sportliche Leitung an der
Säbener Straße. Zudem brechen
mit Hermann Gerland und Miroslav Klose Persönlichkeiten um die
Mannschaft herum weg. Viele
Neuerungen mit Blick auf die kommende Saison.
GEORG HOLZNER
SAI SON 20 2 1/2 2
Wann startet welcher Wettbewerb?
3 In der Bundesliga beginnt
die neue Saison am 13. August,
mit dabei sind dann auch die
Aufsteiger Bochum und Fürth.
3 Die 2. Liga startet am
23. Juli – mit der geballten
Powertradition von Schalke,
Werder, Hamburg, Düsseldorf,
Hannover, Nürnberg, St. Pauli,
Dresden, Rostock und noch
mehr. Auch in der 3. Liga geht
es am 23. Juli wieder los.
3 Im DFB-Pokal finden die
Spiele der 1. Runde eine Woche
vorm Bundesligastart statt:
vom 6. bis 9. August.
3 Für die Gruppenphase
der Champions League (ab
14. September) sind Bayern,
Leipzig, Dortmund und Wolfsburg gesetzt, für die der Europa
League (ab 16. September)
Frankfurt und Leverkusen. Und
dann startet noch die neue
Europa Conference League,
für deren Gruppenphase sich
Union Berlin über die Play-offs
(19./26. August) qualifizieren
kann.
31. MAI 2021
Bobic
legt los
37
Pal Dardai bleibt
Trainer – und der neue
Geschäftsführer startet
diesen Dienstag. Beide
haben bei H E RT H A B S C
viel Arbeit vor sich.
Foto: Witters
Hertha hatte Michael Preetz in den
Ruhestand verabschiedet, Nachfolger
Fredi Bobic sollte den Klub in die
Champions League schießen – und
landete mit Hertha 2003/04 im Abstiegskampf.
Die Erfahrung, wie weit Erwartung und Realität
bisweilen auseinanderklaffen, wird Bobic (49)
in seinem neuen Job gewiss helfen: Er kehrt als
neuer Geschäftsführer (Vertrag bis 2024 plus
Option) zu Hertha zurück und folgt wieder auf
Preetz. Offiziell legt Bobic diesen Dienstag los,
bei Weichenstellungen – etwa der Frage nach
dem Verbleib von Trainer Pal
Dardai (45, Foto) – war er schon
involviert. Nach fünf erfolgreichen Jahren in Frankfurt soll
Bobic mit Hertha wiederholen,
was ihm bei der Eintracht gelang:
einen kriselnden Traditionsklub in den Europacup zu führen. An Arbeit mangelt es nicht.
TRAINER: Dardai, der Hertha unter komplizierten Umständen gerettet hat, bleibt wie
erwartet im Amt. Bei der digitalen Mitgliederversammlung des Klubs am Sonntag sagte Carsten Schmidt, der Vorsitzende der Geschäftsführung: „Wir haben mit keinem anderen Trainer
gesprochen. Es gab niemanden, in den wir mehr
Überzeugung haben als in Pal Dardai und sein
Team.“ Seit Dardais erstem Abschied 2019 hatte
Hertha nie Kontinuität auf dieser Schlüsselposition: Ante Covic, Jürgen Klinsmann und
Alexander Nouri waren Fehlbesetzungen,
Bruno Labbadia rieb sich an den Umständen
und dem falsch zusammengestellten sowie
schwierig zu führenden Kader auf. Dass Dardai,
der einer irrlichternden Elf Halt und Struktur
gab, weitermachen darf, ist nur logisch. Er und
Bobic schätzen sich seit den gemeinsamen
Hertha-Zeiten. Bobic landete mit Adi Hütter
bei der Trainer-Akquise in Frankfurt einen
Volltreffer, zuvor bildete er mit Niko Kovac eine
schlagkräftige Einheit. Fortan soll er in Berlin
die Fluktuation auf diesem Posten stoppen. Der
Trainer-Verschleiß war – abgesehen von den
Jahren unter Jos Luhukay (2012 bis Februar
2015) und Dardai (erste Amtszeit Februar 2015
bis 2019) – Preetz’ größte Angriffsfläche.
SPORTDIREKTOR: Arne Friedrich, der wie Dardai
einst mit Bobic zusammenspielte, überlegt
noch, ob er bleibt. Bobic, Schmidt und Präsident
Werner Gegenbauer werben um ihn. „Wir sind
in guten Gesprächen mit Arne und hoffen, dass
wir bald zu einem Ergebnis kommen“, sagte
Schmidt am Sonntag. „Aber wir brauchen noch
ein bisschen dafür.“ Der frühere Hertha-Kapitän
Friedrich, von Jürgen Klinsmann im November
2019 als Performance-Manager in seinen Stab
geholt, später Teammanager, seit Sommer 2020
Sportdirektor, übernahm im Januar Preetz‘
Aufgaben – und war für Dardai eine wichtige
Hilfe. Friedrich hat Spaß an seinem Job, aber
er ist auch jemand, der persönliche Freiheit
schätzt. Seine Domizile in Kalifornien und
Frankreich gab er nie auf. Ob mit ihm oder ohne
ihn: Das Organigramm wird sich verändern,
Hertha stellt sich deutlich breiter auf. Am 1. Juli
steigt Dirk Dufner als Kaderplaner ein. Aus
Frankfurt bringt Bobic Sebastian Zelichowski
(Referent des Sportvorstands, zuvor Leiter
Analyse), Thomas Westphal (Teammanager)
und Matthias Borst (Leiter Spielkonzeption)
mit. Vom VfL Wolfsburg soll Pablo Thiam, dort
Sportlicher Leiter des Nachwuchses, kommen.
MANNSCHAFT : Der seit dem Einstieg von Investor Lars Windhorst im Sommer 2019 für mehr
als 140 Millionen Euro aufgerüstete Kader ist
unausgewogen besetzt. Der zu große Umbruch
im Sommer 2020 erwies sich als Bumerang. Bobic, der in Frankfurt mit spektakulären Ein- und
Verkäufen (u. a. Jovic, Haller, Rebic, Silva) für
Aufsehen sorgte und speziell bei Leihgeschäften viel Kreativität bewies, soll mit seinem Netzwerk und seinem Gespür den Kader nach und
nach umbauen. „Die sportliche Leistung der
letzten Saison muss schonungslos hinterfragt
werden“, so Schmidt. „Da nehmen wir auch
Spieler mit einem hohen Leistungsvermögen
nicht heraus.“ Die Botschaft gilt Profis wie
Matheus Cunha, Dodi Lukebakio und Krzysztof
Piatek, die zur Disposition stehen. Dardai will
Erfahrung und Torgefährlichkeit fürs zentrale
Mittelfeld und mehr Optionen auf den Flügeln.
MENTALITÄT: Hertha schien sich über Jahre im
Mittelmaß recht bequem eingerichtet zu haben.
Seit Schmidts Amtsantritt am 1. Dezember ist es
damit vorbei. Der langjährige Sky-Frontmann,
der Bobic einst als TV-Experte zu seinem Sender
holte, schaut genau hin und handelt – wie bei
der Trennung von Preetz und Labbadia – im
Zweifel eher zügig. Schmidt will ein neues
Erfolgsdenken verankern. Der notorisch ehrgeizige Bobic ist da ein wichtiges Puzzlestück.
Er erreichte als Spieler (Europameister 1996,
mit Stuttgart Pokalsieger 1997, EuropacupFinalist 1998) und Verantwortlicher (DFB-Pokalsieg 2018, Europa-League-Halbfinale 2019 mit
Frankfurt) mehr, als ihm viele zutrauten. Künftig soll er bei Hertha Aufwand und Ertrag in die
Balance bringen und zusammen mit Dardai
dem Team den Hang zur selbstverliebten Genügsamkeit austreiben. „Bei der Mentalität der
Mannschaft“, räumte Klub-Boss Gegenbauer
vor den Mitgliedern ein, „wurden Fehler gemacht. Da verdienen wir Kritik.“
AUSSENDARSTELLUNG: Während Preetz in der
Öffentlichkeit auf viele oft defensiv und farblos
wirkte, gilt Bobic als zupackend und geradlinig.
Er weiß, was er will – das haben sie in Frankfurt
bei Bobics eigenmächtiger und öffentlicher
Anmoderation des Abgangs zuletzt schmerzhaft zu spüren bekommen. Für Preetz, der als
Spieler und im Management fast ein Vierteljahrhundert für Hertha wirkte, war der Klub
eine Lebensaufgabe, für den bekennenden
New-York- und Berlin-Liebhaber Bobic ist er
das nächste spannende Projekt. STEFFEN ROHR
38
31. MAI 2021
Planungssicherheit im Kasten
G REGO R KO B E L (23)
eine langfristige
Lösung zwischen
den Pfosten sein.
An die pittoreske Aussicht in Bad Ragaz wird
sich Gregor Kobel diesen Sommer gewöhnen
dürfen. Aktuell weilt der Schlussmann seit Donnerstag mit der
Schweizer Nationalmannschaft
im Kurort am Rande des Taminatals, in der Sommervorbereitung
dürfte er mit seinen neuen Mitspielern bei Borussia Dortmund
erneut in den Kanton St. Gallen
reisen. Die offizielle Verkündigung stand am Sonntag noch aus
und soll Anfang der Woche folgen,
Zweifel am Gelingen des Transfers gibt es aber keine mehr: Kobel
wird die neue Nummer 1 in Dortmund und setzt die jüngste Tradition Schweizer Keeper beim BVB
fort. Rund 15 Millionen Sockelablöse bekommt der VfB Stuttgart
für seinen Schlussmann, dieser in
Dortmund einen Vertrag bis 2026
(siehe auch Seite 40).
Die Hoffnung beim BVB
ist, mit Kobel über Jahre hinweg
Planungssicherheit im Kasten
zu haben. Der 23-Jährige steht
noch am Beginn seiner Karriere
U N IO N
und hat viel Potenzial. Dortmund
bekommt einen ruhigen, modernen, bei den Grashoppers Zürich
und der TSG Hoffenheim bestens
ausgebildeten Keeper, der neben
seinen Qualitäten im Torwartspiel auch als erster Spielmacher
agiert. In Stuttgart leitete er oft
mit schnellen Abwürfen von der
Strafraumkante die Gegenstöße
ein, auch mit dem Fuß war er vergleichsweise häufig ins VfB-Aufbauspiel eingebunden. Gemessen
am kicker-Notenschnitt von 2,86
war Kobel vergangene Spielzeit
hinter Manuel Neuer, Manuel Ortega und Rafal Gikiewicz zusammen mit Koen Casteels der viert-
beste Stammkeeper. Nun kann er
sich erstmals auch in der Champions League beweisen, internationale Erfahrung hat er bislang
nur als Junioren-Nationalspieler.
Trotz seines für einen Torhüter jungen Alters ist Kobel ein
Lautsprecher, der auf dem Platz
und in der Kabine seine Meinung
sagt. Es wird spannend sein, zu
sehen, wie sich der Schweizer in
Dortmunds Teamgefüge einordnet, die Hierarchien in Stuttgart
sind flacher. Auch der Druck und
die mediale Aufmerksamkeit werden eine neue Herausforderung,
die Kobel aus Hoffenheim, Augsburg und Stuttgart so nicht kennt.
Für seinen Landsmann Roman Bürki bedeutet der Transfer die endgültige Gewissheit,
dass er keine Zukunft mehr bei
Borussia Dortmund hat. Der
30-Jährige sucht nach einer
enttäuschenden Spielzeit einen
neuen Arbeitgeber, aller Voraussicht nach im Ausland. Nummer 2
der Schwarz-Gelben bleibt wie
zu Beginn der vergangenen Saison Marwin Hitz, der noch einen
Vertrag bis 2023 besitzt und nach
Bürkis Verletzung und dessen
folgender Degradierung auf die
Bank eine ordentliche Rückrunde spielte (kicker-Notenschnitt 3,34). PATRICK KLEINMANN
Foto: imago images/Weber
Als Dortmunds
Nummer 1 soll
Auf dem Sprung zum
BVB: Der Schweizer
Gregor Kobel hütete
zuletzt in Stuttgart,
Augsburg und
Hoffenheim das Tor.
Ob die Berliner einen neuen Keeper verpflichten, hängt auch von einem Eigengewächs ab
Die Torwartfrage: Wer wird der dritte Mann?
Wenn der 1. FC Union
am 28. Juni mit den
medizinischen Tests
in der Charité in Berlin-Mitte in
die Vorbereitung einsteigt, soll
die Frage idealerweise geklärt
sein. Die Frage, mit welchen drei
Schlussmännern die Eisernen in
die Saison 2021/22 gehen, nachdem der in der abgelaufenen
Saison vom FC Liverpool ausgeliehene Loris Karius zu seinem
Stammklub zurückgekehrt ist.
Stand jetzt sind zwei der
drei Positionen besetzt: Mit
Andreas Luthe (34, Vertrag bis
2022), der zuletzt als Nummer 1
laut Geschäftsführer Profi-
fußball Oliver Ruhnert „alles
das, was wir uns erhofft haben,
am Ende auch erfüllt hat“, aber
auch einige Wackler hatte. Und
mit dem Dänen Jakob Busk (27,
Vertrag bis 2022), der weiterhin
die Nummer 3 sein soll.
Eine Position ist also noch
frei, und das Profil für diese umreißt Ruhnert: „Wir suchen einen Torhüter, der in der Lage ist,
Bundesliga zu spielen und auch
um die Nummer 1 zu konkurrieren.“ Interesse hat Union nach
kicker-Informationen am zuletzt
von Bremen an Sandhausen ausgeliehenen Stefanos Kapino, der
27 Jahre alte Grieche hat aber eher
die Ambition, bei Werder die neue
Nummer 1 zu werden.
Die Entscheidung , wer bei
Union der neue dritte Mann in
der Torhüter-Riege wird, hängt
indes auch von einem Eigengewächs ab: von Lennart Moser.
Der 21-Jährige war zuletzt für ein
halbes Jahr an Austria Klagenfurt ausgeliehen und schaffte mit
dem Klub in der Relegation gegen
St. Pölten (4:0, 1:0) den Aufstieg in
die österreichische Bundesliga.
Allerdings bestritt Moser wegen
einer Handverletzung inklusive
Operation insgesamt nur drei
Pflichtspiele. Bei Union hält man
von dem 1,96 Meter großen Tor-
wart sehr viel und hegt laut Ruhnert „null Zweifel“, dass Moser
das Anforderungsprofil erfüllen
würde. Jetzt, so der Geschäftsführer Profifußball weiter, „müssen
wir mal abwägen, was für ihn das
Beste ist“. Es könne aber sein,
„dass er zu uns zurückkommt“.
Laut Ruhnert fände man es
auch „sehr charmant, wenn Lennart bei einer möglichen weiteren
Leihe viel Praxis sammeln kann,
um dann zurückzukehren“. Moser selbst präferiert nach kickerInformationen eine erneute Leihe.
Anfragen gibt es, auch Klagenfurt
ist dem Vernehmen nach wieder
eine Option. ANDREAS HUNZINGER
31. MAI 2021
DI E GR OSSE BI L ANZ
39
Sonderheft zur Saison 2020/21
Rekorde, Aufreger, Jubel
D
Integratives Element:
Josuha Guilavogui ist
hoch angesehen.
WOLFS B URG
Schäfer vor der Vertragsverlängerung
Foto: regios24/Simka
Lob für Guilavogui:
„Ich ziehe den Hut“
Wie hart diese Saison für
ihn war, verrät Josuha
Guilavogui bei Instagram.
„Die schwierigste in meiner
Karriere“, schreibt der Wolfsburger
Kapitän, dessen Anteil am Einzug in
die Königsklasse auf dem Spielfeld
arg überschaubar war. 20 Partien
absolvierte er, nur siebenmal stand
er in der Startelf. Seine Einsatzzeit
brach im Vergleich zu Vorsaison dramatisch ein. Lediglich 748 Minuten
verbrachte der 30-Jährige auf dem
Rasen, 1315 Minuten weniger als
im Jahr zuvor. Bei keinem anderen
VfL-Profi ist die Differenz so groß wie
beim Anführer. Der betont dennoch:
„Die Qualifikation zur Champions
League ist für mich als VfL-Kapitän
das Wertvollste. Seit Beginn meiner
Karriere habe ich immer das Kollektiv
an die erste Stelle gesetzt.“
Eine Einstellung, die VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke zu
würdigen weiß. „Es war schwer für
ihn“, weiß der Wolfsburger Geschäftsführer, „dennoch hat er getan, was
er als Kapitän zu tun hat. Ich ziehe
den Hut vor ihm.“ Obwohl Guilavogui unter Ex-Trainer Oliver Glasner sportlich praktisch keine Rolle
mehr spielte, wurde er außerhalb des
Platzes seiner Rolle gerecht. „Vorangehend“, so Schmadtke, „als integratives Element in der Mannschaft,
leistungsstark, wenn er gespielt hat.
Und das alles, obwohl seine persönliche Situation nicht perfekt war.“
Aus sportlicher Sicht zu Teilen
nachvollziehbar, schließlich war der
VfL auf der Doppelsechs mit Maximilian Arnold und Xaver Schlager
optimal besetzt. Dennoch hätte sich
Guilavogui mehr Einsätze, mehr Vertrauen von Glasner gewünscht, der
seinen Kapitän am letzten Spieltag
in der weitgehend bedeutungslosen
Partie gegen Mainz (2:3) 90 Minuten
auf der Bank schmoren ließ.
Wie geht es weiter mit Guilavogui, seit 2014 beim VfL, dessen
Verhältnis zum nach Frankfurt gewechselten Österreicher sichtbar abgekühlt war? Der Franzose schließt
seinen Instagram-Post mit dem Satz:
„Jetzt ist es Zeit, sich auszuruhen und
zu sehen, was die Zukunft bringt …“
Guilavoguis Vertrag beim VfL läuft
bis 2023, mit dem Trainer Glasner
wäre eine Zukunft in Wolfsburg
wohl ausgeschlossen gewesen. „Er
hat sich in den Urlaub verabschiedet und keinen Hinweis gegeben,
dass er sich verändern möchte“, sagt
Schmadtke. „Ich gehe davon aus, dass
er bei uns bleibt.“
Eine entscheidende Rolle dürften ein Gespräch und die Pläne des
künftigen Trainers mit Guilavogui
spielen. In dieser Woche, voraussichtlich am Mittwoch, soll Mark
van Bommel als neuer VfL-Coach
bekanntgegeben werden. Parallel
dazu treibt der Klub auch die Planungen auf der Führungsebene voran:
Sportdirektor Marcel Schäfer steht
vor der Verlängerung seines 2022
auslaufenden Vertrags. „Wir sind in
Gesprächen“, bestätigte Schmadtke
am Sonntag.
THOMAS HIETE
ie letzten Seiten sind am Sonntagmorgen
fertig geworden, einige Stunden, nachdem
sich Köln in der Relegation gegen Kiel gerettet hatte. Nun wird gedruckt, und ab 5. Juni ist es
überall im Handel: unser Sonderheft „Die große
Bilanz“. 164 Seiten geballte Rückblick-Power auf die
Saison, die so viel zu bieten hatte: Rekorde von Robert Lewandowski und Youssoufa Moukoko, Stress
um Marco Rose und Adi Hütter, Tränen auf Schalke
und in Bremen, Jubel bei Union und den Arminen.
Ebenfalls im Heft: die Top-Spieler und die Elf
der Saison. Die zusammenzustellen war nicht leicht,
nein, es war sauschwer! War Manuel Neuer wirklich besser als Stefan Ortega? Nach kicker-Noten
nur um 0,01 Punkte! Noch kniffliger war die Frage
nach Erling Haaland: 27 Tore – und nicht drin? Ja,
weil André Silva bessere Werte hat (Tore, Assists,
Noten, Elf des Tages) und wir das Team mit drei
Stürmern plus Thomas Müller nicht zu offensiv
aufstellen wollten. Deshalb blieb zum Beispiel
Joshua Kimmich als zweiter Sechser drin. Die Infos
und die Storys dazu – alles im neuen Sonderheft.
Die große Bilanz
der Saison 2020/21:
Unser Sonderheft ist
ab 5. Juni erhältlich.
kicker-Elf der Saison
André Silva
Frankfurt
Robert Lewandowski
München
Thomas Müller
München
Silas Wamangituka
Stuttgart
Angelino
Leipzig
Leon Goretzka Joshua Kimmich
München
Willi Orban
Leipzig
München
Matthias Ginter Marvin Friedrich
Gladbach
Manuel Neuer
München
Union
Dreimal
Am 1. Juni tritt MA RKUS KR Ö SCH E (40)
zum Dienst an. Auf den Sportvorstand
wartet eine knifflige Wechselperiode.
Die Eintracht steht vor
einem ähnlich spannenden Transfersommer wie 2019. Damals
sorgten die Hessen europaweit für
Aufsehen, als sie bis ins Halbfinale
der Europa League stürmten und
erst im Elfmeterschießen beim
FC Chelsea den Kürzeren zogen.
Der Fluch des Erfolgs ließ nicht
lange auf sich warten: Luka Jovic
(Real Madrid), Sebastien Haller
(West Ham United) und Ante Rebic (AC Mailand) sagten Frankfurt
Adieu. 57 der 91 Pflichtspieltore
hatte die „Büffelherde“ erzielt,
was zur großen Frage führte: Wie
bloß will die Eintracht diesen Substanzverlust kompensieren?
Zwei Jahre später könnte
die SGE auf eine vergleichbare
Situation zusteuern. „André Silva
ist ganz sicher einer der heißesten
Stürmer im europäischen Markt“,
glaubt Vorstandssprecher Axel
Hellmann. Angesichts der 28 Saisontreffer des portugiesischen
Nationalstürmers ist das keine
allzu gewagte These. Der 25-Jährige wird mit etlichen internationalen Top-Klubs in Verbindung
gebracht. Doch auch Linksaußen
Filip Kostic (4 Tore, 17 Assists) und
Zehner Daichi Kamada (5 Tore,
15 Assists) dürften angesichts
ihrer Qualitäten und Torbeteiligungen Begehrlichkeiten wecken.
Zudem gilt der hochtalentierte
Innenverteidiger Evan Ndicka als
potenzieller Wechselkandidat.
Ob es tatsächlich zum
Ausverkauf der Spitzenkräfte
kommen wird, lässt sich derzeit
nicht seriös prognostizieren.
Zumal die Verantwortlichen mit
einem langen Transfer-Sommer
rechnen (siehe Seite 11). „Wenn
du Spieler besser gemacht und
weiterentwickelt hast, geht die
Botschaft in den Markt: Hier ist
ein attraktiver Spieler“, weiß
Hellmann. Der Vorstand gibt sich
Dost und Silva kamen
spät und benötigten
viel Anlaufzeit.
gleichwohl betont gelassen: „Wir
müssen niemanden verkaufen
und hängen deswegen Preisschilder hinter unsere Top-Spieler,
die erfüllt werden müssen. Es ist
ein großer Vorteil, dass wir keine
Notverkäufe machen müssen. Wir
können den Markt und die Entwicklung abwarten.“
Diese Sichtweise ist einerseits nachvollziehbar, sie hat
aber auch einen Haken. Wenn
es aus dem Sommer 2019 eine
wichtige Lehre gibt, dann diese:
Sollten Schlüsselspieler transferiert und Nachfolger verpflichtet
werden, muss das so früh wie
möglich geschehen und nicht erst
irgendwann im August. Vor zwei
Jahren kam der vermeintliche
Königstransfer Bas Dost (Sporting Lissabon) in einem desolaten
körperlichen Zustand am 26. August, gar erst am letzten Tag der
Transferperiode ging Rebic im
Tausch mit Silva nach Mailand.
Der Portugiese brauchte rund
ein halbes Jahr, bis er endlich
zündete. Dost war erst nach dem
Re-Start im Mai 2020 richtig fit.
Auf ein solches Vabanquespiel
sollte sich der neue Sportvorstand
Markus Krösche, der am 1. Juni
seinen Dienst offiziell antritt, lieber nicht einlassen.
Das oberste Ziel sollte lauten, dem neuen Trainer Oliver
Glasner frühestmöglich Gewissheit zu verschaffen, mit welchen
Schlüsselspielern er planen kann.
Denn dem 46-Jährigen bleibt im
Grunde nur die Vorbereitung,
um der Mannschaft seine Spielphilosophie zu implementieren.
Durch die Teilnahme an der
Europa League tanzt Frankfurt ab
September auf drei Hochzeiten,
intensive taktische Feinarbeit
wird dann erst wieder im Trainingslager im Januar möglich
sein … Wenn nach der Rückkehr
der EM-Teilnehmer die heiße Phase der Vorbereitung beginnt, sollte
klar sein, auf wen Glasner wirklich
zählen kann.
JULIAN FRANZKE
Die von Corona und Verletzungen arg gebeutelten
Hoffenheimer könnten einige Schwachpunkte der abgelaufenen Saison durchaus auch mit
dem vorhandenen Personal beheben.
ZWEIKÄMPFE Mit nur 47,3 Prozent
gewonnener Zweikämpfe stellte die
TSG das schwächste Team der Liga.
Das Hoffenheimer Selbstverständnis liegt von jeher eher auf spielerischen Ansätzen, jedoch büßte das
Spiel auch durch die langwierigen
Ausfälle gerade robuster Spieler
wie Kapitän Benjamin Hübner, Ermin Bicakcic, Dennis Geiger, Pavel
Kaderabek, Konstantinos Stafylidis, Havard Nordtveit oder Kevin
Akpoguma viel Körperlichkeit ein.
STUT TGART
Hoffenheim
Was Kobels
Diese Personalie
bestimmte viele
Wochen die Schlagzeilen des Transferfensters im vergangenen
Sommer rund um den VfB.
Hoffenheim forderte für den
an Stuttgart verliehenen Gregor Kobel und dessen geplante
fixe Weiterverpflichtung rund
fünf Millionen Euro. Geld, das
der VfB direkt nach dem Aufstieg und mit Blick auf die
finanziellen Unsicherheiten
im Zusammenhang mit der
Corona-Pandemie nicht zahlen wollte und kaum konnte.
Am Ende einigten sich
beide Klubs auf eine Ablöse
von rund vier Millionen, die
sich durch eine Reihe verschiedener in den Verträgen
verankerter Boni erhöhte. So
floss mindestens eine weitere
Million, u. a. für den schwäbischen Klassenerhalt, an die
TSG, die sich jetzt über noch
Foto: Imago Images
Die Lehren
aus dem
Sommer 2019
Unabhängig von
Verstärkungen muss
sich HO F FE NH E IM
in bedeutenden
Komponenten des
Spiels verbessern.
31. MAI 2021
Schlusslicht
EFFIZIENZ Umgekehrt erspielten sich
die Kraichgauer mit 195 Torchancen
die fünftmeisten der Liga, ließen aber
überdurchschnittlich viele ungenutzt. Im Mittel benötigten sie 3,8 Gelegenheiten für einen Treffer und
lagen damit im letzten Ligadrittel.
TORGEFAHR 39 der 52 Saisontore wurden von nur vier Spielern geschossen:
Andrej Kramaric ( 20), Ihlas Bebou (9),
Christoph Baumgartner (6), Munas
Dabbur ( 4). Eine Konzentration auf
so wenige Schützen bei vergleichbarer Trefferzahl wurde in der Liga
zuletzt vor sieben Jahren registriert,
damals in Gladbach. Zudem ist die
Abhängigkeit von Toptorjäger Kramaric, der 39 Prozent der Tore schoss,
enorm. Auffällig auch, dass in Hoffenheim von der Abteilung direkt
hinter den Offensivkräften kaum Torgefahr ausgeht. Ob Sebastian Rudy,
16 Gegentore nach
Kontern – kein anderer
Klub bekam mehr als 10.
Mijat Gacinovic, Florian Grillitsch,
Dennis Geiger oder Diadie Samassekou, alle haben ihre Vorzüge in anderen Disziplinen. Deshalb mangelt es
an Torgefahr aus der zweiten Reihe.
AUFMERKSAMKEIT Auffällig häufig
geriet die TSG gleich zu Beginn eines
Spiels zumindest ins Hintertreffen
oder gar gleich auf die Verliererstraße. Mit zehn Gegentoren in der Anfangsviertelstunde zählt sie mit Köln
und Frankfurt hier zu den Schlusslichtern der Liga. In einer nur nach
den ersten Halbzeiten errechneten
Tabelle rangiert die TSG auf Platz 15.
Foto: imago images
Sollten mehr dieser Säulen in der
kommenden Saison wieder stehen,
wird auch das Gesamtgebilde automatisch an Stabilität gewinnen und
die enorme Anfälligkeit sinken. Nur
3,04 Chancen reichten den Gegnern
im Schnitt um zu treffen, nur Köln
(2,97) und Schalke (3,00) verzeichnen
noch schlechtere Werte. Allerdings
bleibt gerade bei den Langzeitverletzten wie Hübner oder Bicakcic
abzuwarten, ob und wie schnell diese
Zweikämpfer ihr einstiges Niveau
wieder erreichen können. Da steht
ein kniffliger (Transfer-)Sommer an.
Letzter in der Nahkampfstatistik: Mit nur 47,3 Prozent gewonnener
Zweikämpfe war Hoffenheim das schwächste Team der Liga.
KONTERSICHERUNG Allein 16 der
insgesamt 54 Gegentreffer kassierte
die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß nach Konterattacken
der Gegner und landet damit im
Ligavergleich weit abgeschlagen
auf dem letzten Platz. Kein anderer Bundesligist kassierte mehr als
zehn Kontertore. Zwar schafften es
die Hoffenheimer regelmäßig, den
Gegner in dessen Hälfte zu drängen,
doch das Ballbesitzspiel war oft zu
anfällig, zudem die Tiefenstaffelung
defizitär und das Umschaltverhalten nach Ballverlusten generell zu
träge.
MICHAEL PFEIFER
partizipiert am Wechsel des Keepers zum BVB
BI E L E FE L D
Transfer den VfB kostet
Tore mit Serra – und Klos
einmal rund 2,2 Millionen
Euro freuen darf.
Eine Summe, die im
Zuge des bevorstehenden
Transferabschlusses bei
Kobels Wechsel zu Borussia
Dortmund fällig wird. In den
Ablösemodalitäten zwischen
der TSG und dem VfB ist eine
Beteiligung am Weiterverkauf
des 23-jährigen Torhüters enthalten, die nach kicker-Informationen bei 20 Prozent liegt.
Vom Differenzbetrag ausgehend, der sich aus dem Kaufpreis 2020 und dem aktuellen
Preis errechnet.
Auf Basis von 15 Millionen Euro, die die Schwaben
vom BVB erhalten, werden die
2020 gezahlten vier Millionen
an die TSG abgezogen. Von
den restlichen elf Millionen
fließen also genannte 20 Prozent, rund 2,2 Millionen Euro,
in den Kraichgau. Selbstredend lassen sich die Stuttgar-
41
ter ihrerseits Erfolgsprämien
für Einsätze und Titel, sowohl
nationaler wie internationaler
Natur, sowie eine Weiterverkaufsbeteiligung an künftigen Transfererlösen für den
Schweizer Jungstar zusichern.
Für die Kobel-Nachfolge
befassen sich die Stuttgarter
bereits mit Florian Müller. Die
Gespräche laufen und waren
bei Druckbeginn dieser Ausgabe auch noch nicht abgeschlossen. Knackpunkt ist, wie
schon im Vorjahr bei Kobel,
die Ablöse. Dem FSV Mainz
schwebt eine Transfersumme vor, die eine Sechs vor
sechs Nullen abbildet. Die
den Schwaben allerdings
angesichts des im Juni 2022
auslaufenden Vertrags des
Keepers zu hoch erscheint.
Außerdem wird auch hier um
diverse Bonuszahlungen und
Beteiligungen gerungen.
GEORGE MOISSIDIS
Vasiliadis da, Voglsammer offen, Yabo weg
Verkündet hat Arminia nun
die Verpflichtung von Sebastian Vasiliadis aus Paderborn.
Der derzeit an einem Syndesmoseriss laborierende Mittelfeldspieler
kommt ablösefrei und bindet sich bis
2024, also genauso lang wie sein designierter Bielefelder Nebenmann Manuel
Prietl, dessen Vertragsverlängerung
kurz zuvor vermeldet worden war.
Mit Janni Serra dürfte die nächste offizielle Bestätigung einer länger
bekannten Personalie bevorstehen.
Der Kieler, der ebenfalls wegen Verletzung (Oberschenkel) auf die U-21-EM
verzichten muss, gilt als wesentlicher
Faktor bei den Bemühungen um mehr
Tempo und Tore im Team von Trainer Frank Kramer. Neben weiteren
Transfers spielen hierbei auch zwei
bekannte Gesichter eine Rolle. So kehrt
das hoffnungsvolle Sturmtalent Sebastian Müller (20) nach seiner eher
mittelmäßig erfolgreichen Ausleihe
an Zweitliga-Nachbar VfL Osnabrück
zurück. Und: Bei Kapitän und Kultfigur Fabian Klos deutet alles auf eine
Verlängerung des auslaufenden Vertrages um voraussichtlich ein weiteres,
womöglich letztes Jahr als Aktiver bei
den Ostwestfalen hin.
Prietl, dazu wahrscheinlich
Klos – somit bliebe aus dem Trio der
„Aufstiegs- und Klassenerhaltshelden“, deren Verträge 2021 auslaufen,
nur noch Andreas Voglsammer übrig.
Dessen Verbleib in Bielefeld erscheint
allerdings in diesen Tagen alles andere
als Formsache. Vor geraumer Zeit bereits hatte Arminia dem 29-Jährigen,
den 2020 gleich zwei Mittelfußbrüche
beeinträchtigt hatten, ein neues Angebot vorgelegt, freilich begleitet von
der seinerzeit noch ungewissen sportlichen Zukunft des Klubs. Voglsammer hatte zwischenzeitlich öffentlich
betont, gerne in der 1. Liga bleiben zu
wollen, und nicht unterschrieben. Seither herrscht offenbar Funkstille. Nicht
ausgeschlossen ein Abschied, wie ihn
jetzt Reinhold Yabo trotz Vertrages bis
2022 wegen anhaltender Knieprobleme generell vom Profifußball nehmen
musste.
MICHAEL RICHTER
42
31. MAI 2021
Führungslos?
In der Krise fehlten B AY E R die Leader.
Ein Vakuum, das der Klub nach dem
Karriereende der Benders nicht nur aus
den eigenen Reihen füllen kann.
Als Bayer in der Rückrunsieren. Von diesem Quartett werden
de in die Krise schlitterte,
zur neuen Saison nach dem Karrierewurde in den leeren Stadiende der Benders nur noch Keeper
en offensichtlich, welches
Hradecky und Baumgartlinger übrig
Problem die Werkself plagte: Fühsein. Wobei Hradeckys Einfluss auf
rungslosigkeit. Auf dem Platz war
dem Platz mit der Rückkehr der Fans
von den Profis kaum ein Wort zu höaus akustischen Gründen noch mal
ren. Leader, die auch
sinken dürfte. Und
verbal die Richtung Rolfes sucht Neue welche Rolle Baumvorgeben, Mitspieler
gartlinger einnehmen
besonders für
pushen und lenken?
wird, ist fraglich.
dieses Profil.
Fehlanzeige. „Es ist
Besitzt der Kapitän
für keine Mannschaft
der österreichischen
leicht, FührungsspieNationalmannschaft
ler zu ersetzen. Vor allem in der Phadoch trotz hoher Verlässlichkeit keise, die wir in der Rückrunde hatten“,
ne Lobby im Klub. Auch wenn Sporterklärt Rechtsverteidiger Lars Bender
direktor Simon Rolfes sagt: „Julian
im Rückblick. 2021 fehlten Bayer
ist ein wichtiger Faktor.“
solche Säulen über weite Strecken.
Bayer muss in jedem Fall ein
Abwehrchef Sven Bender fiel
Loch in seiner Teamhierarchie schliehäufiger aus, begann nur sechsmal.
ßen. Von dieser war schon im SomDer frühere Kapitän Lars Bender
mer 2020 mit Kevin Volland eine
(Meniskusschaden) und Sechser
Schlüsselfigur in dieser Hinsicht
Julian Baumgartlinger (Operation
nach Monaco transferiert worden.
am Kreuzband) waren ab Ende JaEin in Kauf genommener Verlust
nuar verletzt. Und zwischenzeitlich
an Führungskraft, der sich zuletzt
musste auch Lukas Hradecky mit
niederschlug. Auch der nach Chelsea
einer Achillessehnenverletzung pauverkaufte Kai Havertz fehlte als Fix-
L E I PZI G
Führungsspieler mit Fragezeichen: Charles Aranguiz (l.) fehlt seit
geraumer Zeit die Form, Julian Baumgartlinger die Lobby im Klub.
punkt, der er wegen seiner exponierten Qualität war. Ist Bayer kommende
Saison also erneut führungslos?
Ob Charles Aranguiz noch
mal als Anführer reüssieren kann,
bleibt abzuwarten. Verbal war dies
der chilenische Nationalspieler nie.
Den schweigsamen Sechser 2020
zum Kapitän zu bestimmen, war
ein Fehler. Hinter Aranguiz stehen
Konaté der größte Transferdeal der RB-Geschichte – 100 Millionen Euro
Foto: imago images
Scholz verspricht: „Wir werden
Ab zu Klopp: Ibrahima Konaté
wechselt zum FC Liverpool.
Es ist nicht die Rekordablöse, aber der größte
Transferdeal der Klubgeschichte. Für festgeschriebene 40 Millionen Euro
wechselt Ibrahima Konaté zum
FC Liverpool, weitere sechs Millionen Euro könnten durch Bonuszahlungen dazukommen. In absoluten
Zahlen bedeutet dies zwar nur Platz 4
hinter den Transfers von Naby Keita
(2018 für 60 Mio. nach Liverpool),
Timo Werner (2020 für 53 Mio. nach
Chelsea) und Dayot Upamecano (2021
für 42,5 Mio. zum FC Bayern). Doch
anders als bei diesem Trio zahlte
RB bei Konatés Verpflichtung keine
zweistellige Millionensumme, sondern holte ihn 2017 ablösefrei vom
FC Sochaux. Und anders als bei Keita,
Upamecano und Werner, bei denen
deren Ex-Vereine RB Salzburg und
VfB Stuttgart kräftig am Weiterverkauf partizipierten, hübscht diesmal
die volle Summe die RB-Bilanz auf.
Aus sportlicher Sicht verlieren
die Leipziger in Upamecano und
Konaté einen Leistungs- und einen
Hoffnungsträger, doch Florian Scholz
hält entgegen: „Der wirtschaftliche
Gegenwert ist immens, sodass wir
weiterhin sehr handlungsfähig sind.“
Der Kaufmännische Leiter Sport, der
nach der Trennung von Sportdirektor
Markus Krösche dessen Aufgaben
teilweise mitübernommen hat, betont: „Wir haben uns frühzeitig um
Alternativen gekümmert, da beide
Spieler Ausstiegsmöglichkeiten hatten.“
Scholz sagt dies mit dem Hinweis auf die bereits verpflichteten
Abwehrspieler Josko Gvardiol (19)
und Mohamed Simakan (21). Der
für 18 Millionen Euro von Dinamo
Zagreb verpflichtete Gvardiol stimmt
sich derzeit mit Kroatiens Nationalteam auf die EM ein. Simakan, für
15 Millionen Euro von RC Straßburg
geholt, bereitet sich indes schon seit
Wochen auf sein Engagement bei
RB Leipzig vor. Der Franzose, der
sich Mitte Januar einer Knie-OP unterzogen hatte, absolviert in Absprache mit Straßburg die Reha im Red
Bull Athlete Performance Center in
Thalgau (Österreich). Er liege voll
im Zeitplan, heißt es aus Leipzig,
zum Trainingsauftakt am 5. Juli soll
Simakan wieder voll belastbar sein.
Fragezeichen nach einer Saison, von
der der 32-Jährige große Teile mit
Achillessehnenproblemen verpasste,
nach starkem Comeback gegen den
BVB am 19. Januar nie zu alter Form
fand und sogar seinen Stammplatz
verlor. Die Stimmen mehren sich,
dass die Zeit von Aranguiz vorbei sei.
Da zudem Baumgartlingers
Vertrag 2022 endet, würde es nicht
überraschen, wenn Bayer jetzt einen
Sechser holt, um diesen aufzubauen.
Auch wenn die Position keine Priorität besitzt. Schalkes Suat Serdar (24),
mit Bayer in Verbindung gebracht,
passt nicht ins Profil. Dieser Spielertyp steht fast schon zu oft im Kader.
Sicher ist: Bayer braucht neue
Führungsfiguren. Ohne neue Köpfe
sind Bayers hohe Ambitionen kaum
umsetzbar. „Junge Spieler bei uns
müssen den Schritt nach vorne machen“, sagt Rolfes zwar, „aber wir
müssen auch bei den Spielern , die
wir holen, schauen, welche Profile
wir dazunehmen.“ Innenverteidiger Jonathan Tah, zwischenzeitlich
Kapitän, und Achter Exequiel Palacios traut man intern diese Rolle
zu. Wobei bei Tah offen ist, ob er
bleibt. Und Palacios nach über einem Jahr Leidens- und Wartezeit
sich erst endgültig als Stammkraft
etablieren muss, um in die Aufgabe
hineinwachsen zu können.
Sich darauf zu verlassen, dass
sich neue Leader aus dem aktuellen
Kader entwickeln, wäre auch gewagt.
Schließlich sollte der Klub nicht im
dritten Jahr in Folge die Champions
League verfehlen – um damit seinen
Status als idealer Entwicklungsort
für Toptalente nicht zu gefährden.
STEPHAN VON NOCKS
Einnahmen durch Ablösen
noch aktiv“
Ob dieses Duo die Abwehrlücke
tatsächlich schließen kann, wird sich
zeigen. Möglicherweise rüstet RB in
der Defensive auch noch auf. „Wir
schauen in allen Mannschaftsteilen,
wo es Verstärkungen für uns geben
könnte“, sagt Scholz und verspricht:
„Wir werden auf dem Transfermarkt
auf jeden Fall noch aktiv.“ Inklusive
der Ablöse für Julian Nagelsmanns
Wechsel zum FC Bayern (bis zu
25 Mio.) haben die Leipziger bereits
rund 100 Millionen Euro eingenommen und damit reichlich Mittel, um
vor allem den benötigten Torjäger zu holen. Auch hier ist Scholz
zuversichtlich: „An der Aussage, dass
wir sehr angriffslustig nächste Saison
agieren, hat sich nichts verändert –
ganz im Gegenteil.“ OLIVER HARTMANN
Spätlese
43
Mit Verzögerung entfaltet R O L A ND SA LL A I (24) sein
Potenzial und könnte bald dem DFB-Team wehtun.
Wenn sich der viel beschäftigte Freiburger
Sportdirektor und Chefscout eine seiner seltenen Pausen gönnt, dient ihm oft
ein spezieller Ort für den Stressausgleich. „Ich besitze ein kleines Stück Reben. Nach 70 Telefonaten bin ich froh, wenn ich dort
in völliger Ruhe an den Reben
rumschnipseln kann“, erzählte
Klemens Hartenbach im Februar
2018 im kicker-Interview.
Das Ziel dabei: Den Weintrauben beste Bedingungen zum
Gedeihen bereiten. Im übertragenen Sinne verfolgt sein Hauptjob einen ähnlichen Zweck. Wobei er und Sportvorstand Jochen
Saier vor allem die passenden
Spieler auszuwählen haben, die
unter Trainer Christian Streich
bestmöglich reifen sollen. Der
Gradmesser sind am Ende Menge und Qualität des Weines –
oder eben Leistungsbilanzen der
Profis und die Abschlusstabelle.
Ob 70 Telefonate im Sommer 2018 ausreichten, um Roland Sallai zu verpflichten, darf
bezweifelt werden. Hartenbach
und Saier lieferten sich mit diversen Akteuren von APOEL Nikosia
einen zähen Poker, gewannen
ihn erst kurz vor Ende der Transferperiode zum Preis von etwa
4,5 Millionen Euro. Zuvor hatte
der SC erst zweimal mehr Ablöse
gezahlt. War es das wert?
Zu dieser Kernfrage lagen
seitdem unterschiedliche Antworten nahe. Nach dem ersten
Tor des ungarischen Nationalspielers nach nur sieben Bundesliga-Minuten und weiteren
Startelfeinsätzen gab es eine
klare Tendenz zum Ja. „Roland
ist ein Draufgänger. Das belebt
unser Spiel“, lobte Hartenbach
im November 2018 vor allem die
Dynamik des zentral und außen
einsetzbaren Offensivspielers.
Doch wenig später bremsten den 1,82-Meter-Mann Adduktorenprobleme aus, die Anfang März 2019 eine Leisten-OP
erforderten. Zehn Einsätze, zwei
Tore, null Vorlagen stehen unter
seiner Premierensaison. Auch
2019/20 fällt die Ernte mit Blick
auf Sallais Potenzial deutlich
zu karg aus: zwei Treffer und
eine Vorlage in 21 Einsätzen. Den
hohen Anforderungen in puncto
taktischem (Defensiv-) Verhalten
und professionellem Umgang
mit dem Körper wurde er nicht
immer gerecht, oft agierte er zu
wild und überhastet. Ein unerfülltes Versprechen, zum Etikett
Fehleinkauf fehlte nicht viel.
Auch in der abgelaufenen
Spielzeit hatte Sallai schwächere
Phasen und beging Fehler, er
Die Königsdisziplin
wartet: noch mehr
Konstanz zeigen
wurde im Oktober von Streich
wegen seines Anteils an einem
Union-Treffer kritisiert. Einige
Wochen später bemängelte der
Trainer unangebrachtes Wegdrehen bei gegnerischen Schüssen,
das zwei Punkte gekostet habe.
Insgesamt verkörpert Sallai
2020/21 jedoch eine mit zwei
Jahren Verzögerung ausgereifte Spätlese, die den geduldigen
Verantwortlichen besonders süß
schmeckt. „Es hat lange gedau-
ert, um ihn stabil zu kriegen“, sagt
Streich. Der Lohn: acht Tore und
sieben Assists in 28 Einsätzen.
„Roland hat seine Wildheit
und Energie behalten, setzt sie
aber zielführender ein, er hat
nun oft auch die nötige Ruhe in
den Aktionen“, lobt Saier. Und:
„Er ist im Eins-gegen-eins sehr
unangenehm zu verteidigen.“
Der SC offeriert deshalb im März
eine Vertragsverlängerung, Sallai
willigt ein in der Überzeugung,
„sich in diesem Umfeld nochmals weiterentwickeln zu können“. Es wartet die Königsdisziplin: noch mehr Konstanz zeigen.
Zuvor hat er in gut drei
Wochen nun die Chance, dass
ihn Fußball-Deutschland noch
besser kennenlernt. Mit Ungarns
Auswahl, in der er mit dem Mainzer Adam Szalai die Doppelspitze bildet – beide trafen im März
beim 3:3 gegen Polen – fordert
er im dritten EM-Gruppenspiel
das DFB-Team heraus. Sollte er
diesem und SC-Mitspieler Christian Günter die Tour vermasseln,
geht Hartenbach vielleicht Reben schnipseln. Zum Frustabbau. CARSTEN SCHRÖTER-LORENZ
Fotos: imago images/Schroedter
Foto: Getty Images/Schüler
31. MAI 2021
Feste Größe: Nach 22 Einsätzen, vier Toren und zwei Vorlagen ist
Sallai in Ungarns Nationalmannschaft für die EM im Sturm gesetzt.
44
31. MAI 2021
G L A DB ACH
Unterschiedliche Situation bei den verliehenen Spielern – Wendts Abschied als Chance für Poulsen?
Rückkehrer Benes bleibt im Fokus des FCA
Offiziell finden zur neuen
Saison die verliehenen
Laszlo Benes, Andreas Poulsen, Moritz Nicolas und
Keanan Bennetts den Weg zurück
nach Gladbach. Aber wie geht es
für das Quartett weiter? Der kicker
beleuchtet die Situation.
zeigen. Poulsens Chance: Durch den
Abschied von Dauerbrenner Oscar
Wendt (ablösefrei zu IFK Göteborg)
wird auf der Linksverteidigerposition
der Platz hinter dem gesetzten Ramy
Bensebaini frei. Poulsen ging Anfang
Moritz Nicolas: Die Hoffnung auf eine
Februar zu Austria Wien und stand
bei den Österreichern regelmäßig in
der Startelf (insgesamt zwölf Einsätze). Durch die Teilnahme an der U-21EM im März sammelte er zusätzliche
Wettkampfpraxis.
Nummer-1-Position erfüllte sich für
den 23-jährigen Torhüter weder bei
Union Berlin noch zuletzt beim VfL
Osnabrück. Für Union stand Nicolas (Vertrag bis 2023) in der Saison
2019/20 in einem Bundesligaspiel
zwischen den Pfosten. Ein Einsatz
wurde es in der abgelaufenen Zweitligasaison auch für Osnabrück. Zwar
verlängerten die Borussen den auslaufenden Vertrag von Max Grün
nicht, doch die drei Torhüterpositionen für die neue Saison dürften an
Yann Sommer, Tobias Sippel und
Nachwuchsmann Jan Olschowsky
vergeben werden. Tendenz: Zwecks
Spielpraxis soll Nicolas wieder verliehen werden. In Gladbach ist man
nach wie vor vom Potenzial seines
Eigengewächses überzeugt.
Laszlo Benes: Erst steht für den slowa-
Andreas Poulsen: Neuer Trainer, neu-
es Glück, das gilt auch für Poulsen
(Vertrag bis 2023). Der 21 Jahre alte
Däne ist zunächst voll eingeplant und
soll sich Hütter in der Vorbereitung
AU GS B UR G
Keanan Bennetts: Der pfeilschnelle
Offensivspieler (Vertrag bis 2022)
versuchte sein Glück in der abgelaufenen Saison beim englischen
Drittligisten Ipswich Town und verbuchte wettbewerbsübergreifend
30 Pflichtspieleinsätze (1 Tor). Tendenz: Trifft für den 22-Jährigen eine
Offerte ein, wäre die Borussia gesprächsbereit.
JAN LUSTIG
Foto: picture-alliance/dpa
kischen Nationalspieler die Europameisterschaft auf dem Programm,
dann wird Benes (Vertrag bis 2024)
zurück im Borussia-Park erwartet.
Durch den Trainerwechsel von Marco
Rose zu Adi Hütter könnte sich die
Perspektive für den Mittelfeldspieler
wieder verbessern. Aber: Auch der
FC Augsburg bleibt bei Benes am
Ball und ist grundsätzlich an einer
Weiterverpflichtung des Linksfüßers interessiert (siehe Story unten).
Beim FCA sammelte der 23-Jährige
die erhoffte Spielpraxis und kam im
vergangenen Halbjahr auf zwölf Einsätze (ein Tor). In Gladbach wartet
auf Benes nach wie vor eine sehr
leistungsstarke Konkurrenz, auf allen
Mittelfeldpositionen. Und: Durch
den Wegfall der Dreifachbelastung
nimmt der Rotationszwang in der
nächsten Saison ab, das dürfte den
Kampf um die Plätze verschärfen.
Welches Trikot
trägt er nach der
EM? Laszlo Benes
war zuletzt an den
FCA ausgeliehen.
Die Kaderplanung läuft an – Aus der Akademie des FC Bayern kommt Talent Günther
Interesse an Nürnberger als Khedira-Nachfolger
Aus seiner Wertschätzung
für Rani Khedira macht
Markus Weinzierl auch
heute noch kein Geheimnis. Gerne hätte Augsburgs Trainer den Mittelfeldspieler
weiterhin als Fixpunkt seiner Team-Achse gesehen.
Doch bevor er in Amt und
Würden zurückkehrte, hatte der ablösefreie Abschied
des 27-Jährigen zu Union bereits
festgestanden. „Das ist nicht zu ändern“, so Weinzierl, der zur Suche
nach einem Nachfolger aufgerufen hat. Ein Kandidat ist Nürnbergs Fabian Nürnberger (Foto).
Mit Carlos Gruezo und
Tobias Strobl haben die bayerischen Schwaben zwar zwei Kan-
didaten, die in den taktischen
Vorstellungen Weinzierls für die
Doppelsechs eine wichtige Rolle
spielen. Doch den kleinen Ecuadorianer sieht er besser auf der
Achter-Position postiert.
Den 21-Jährigen aus Nürnberg, der variabel im Mittelfeld einsetzbar ist und
45 Zweitligaspiele (3 Tore)
für den FCN bestritten hat,
könnten sie sich beim Bundesligisten dagegen gut sehr im Zentrum vorstellen. Die Chance, aus
Nürnberger einen Augsburger zu
machen, wäre angesichts einer
Ausstiegsklausel über rund zwei
Millionen Euro gegeben. Der Kontrakt des Mittelfeldmannes hat
eine Laufzeit bis Ende Juni 2023.
Ablösefrei hat der FCA
dagegen Lasse Günther aus der
Akademie des FC Bayern geholt.
Beim Rekordmeister hätte man
den 18-Jährigen mit den flinken
Beinen zwar gerne weiter an sich
gebunden. Doch der Flügelspieler, der von der U 16 bis zur U 18
bisher 13 Partien im DFB-Trikot
absolvierte, in der UEFA Youth
League für die U 19 der Bayern
zum Einsatz kam und in der vergangenen Saison auch fünf Drittligaspiele bestritt, entschied sich
für den FCA, aus dessen Jugend
er einst nach München gezogen
war. „Wir trauen ihm den sofortigen Schritt in unsere Bundesliga-Mannschaft zu“, sagt Manager Stefan Reuter, der sich freut,
internationale Bewerber wie zum
Beispiel den FC Liverpool und
Everton ausgestochen zu haben.
Günther, der bis 2025 (plus
einjährige Option) unterschrieben
hat, soll der Offensive Schwung
verleihen. Eine Aufgabe, die
Weinzierl auch Laszlo Benes anvertrauen würde. Doch der Slowake, der nach seiner Leihe und der
EM-Teilnahme nach Gladbach
zurückkehrt (siehe oben), könnte
schwer zu bekommen sein. „Ein
sehr interessanter Spieler mit einem starken linken Fuß, guten
Standards und vor allem einem
guten Charakter“, so Weinzierl,
der diese Wertschätzung hinterlegt hat. Diesmal vielleicht noch
rechtzeitig.
GEORGE MOISSIDIS
31. MAI 2021
45
Bauer und der
rasante Aufstieg
Foto: Zink
Von der Teilzeitkraft zur festen Größe im
F Ü RT H ER Abwehrzentrum: Der Youngster
spielt in den Planungen eine wichtige Rolle.
Eine Woche ist es nun her,
dass sich Mannschaft, Trainer und Verantwortliche einen Tag nach dem zweiten
Bundesligaaufstieg der Vereinsgeschichte ins Goldene Buch der Stadt
Fürth eintragen durften. Viel Zeit,
den Triumph auszukosten, blieb
Sportgeschäftsführer Rachid Azzouzi
und Trainer Stefan Leitl in den vergangenen sieben Tagen aber nicht.
Schließlich gilt es, möglichst schon
bis Ende Juni/Anfang Juli – also
zum Start der Vorbereitung – einen
schlagkräftigen Kader für die Mission
Klassenerhalt zusammenzustellen.
Obwohl Leitl bisher ein klares
Bekenntnis zu seiner Zukunft in
Fürth vermieden hat, geht Azzouzi
weiter zu „100 Prozent“ davon aus,
dass der 43-Jährige seinen bis 2023
gültigen Vertrag auch 2021/22 beim
Kleeblatt erfüllen wird. Kommt es
so, wird Leitl aller Voraussicht nach
auch im Oberhaus auf Stürmer Havard Nielsen setzen können. Die Verhandlungen mit dem 27-Jährigen,
dessen Vertrag im Sommer ausläuft,
sind nach kicker-Informationen weit
B OCH UM
vorangeschritten, sodass wohl schon
zeitnah der Verbleib des Norwegers
verkündet werden kann. Ob auch
Sturmpartner und Kapitän Branimir
Hrgota (28), der ebenfalls ablösefrei
zu haben ist, bleibt, ist weiter offen.
An genügend Interessenten mangelt
es nach 16 Toren und 9 Assists in der
Aufstiegssaison jedenfalls nicht.
Das weiß-grüne Trikot auch in
der neuen Spielzeit definitiv tragen
wird Maximilian Bauer. Der 21-Jährige, seit seinem Profidebüt im August
2018 maximal Teilzeitkraft, ist in der
abgelaufenen Saison eindrucksvoll
durchgestartet: In 29 Ligaspielen
stand das Eigengewächs, seit 2014
im Verein, auf dem Platz – davon
25-mal in der Startelf – und sicherte
mit zwei Last-Minute-Toren zum 2:2
in Würzburg und zum 1:0 in Heidenheim zudem vier wichtige Aufstiegspunkte. In den Planungen für die
neue Saison spielt der kopfball- und
zweikampfstarke Innenverteidiger
mit einem Vertrag bis 2022 also eine
wichtige Rolle. Fest steht aber auch:
Fürth braucht dringend noch Verstärkung fürs Abwehrzentrum: Nach den
Durchgestartet: 1,89-Meter-Mann Maximilian Bauer ist nicht
nur kopfball- und zweikampfstark, sondern auch torgefährlich.
Abgängen von Paul Jaeckel (Union
Berlin) und Mergim Mavraj, der wie
der erst im Januar aus Frankfurt geholte Mittelfeldspieler Marijan Cavar
keinen neuen Vertrag erhält, gibt es
mit Abdourahmane Barry (21) aktuell
nur einen zweiten Innenverteidiger
im Kader. Auch wenn Sechser Hans
Nunoo Sarpei (22) diese Rolle aushilfsweise bekleiden kann, sollen auf
jeden Fall noch zwei Neue für die Abwehrmitte kommen.
FABIAN ISTEL
Zweiter Versuch bei Bröndby-Verteidiger Jung – Auch Ganvoula ein Wechselkandidat
Keeper Drewes: Nachschlag als Riemann-Back-up
Die ersten Pflöcke sind
eingeschlagen. Der Vertrag von Flügelstürmer
Danny Blum verlängert
sich durch den Aufstieg um ein
Jahr, auch das Arbeitspapier von
Milos Pantovic läuft nun bis 2022;
der Mittelfeldmann hat mit 31 die
erforderliche Zahl an Pflichtspielen erreicht. Auch der erste Zugang
ist perfekt, aus Paderborn kommt
Flügelstürmer Christopher AntwiAdjei. Nicht weiter geht es für
Mittelfeldmann Thomas Eisfeld,
dessen Vertrag ausläuft.
Ansonsten mahnt Sebastian
Schindzielorz zur Ruhe. Vier, fünf
neue Spieler sollen den Kader des
Aufsteigers ergänzen und verstärken; möglich, so der Sportchef,
dass noch bis August Planstellen
frei gehalten werden, um die Entwicklung am Markt abzuwarten.
Das ist umso mehr geboten,
als sich nun die Hoffnung auf
zusätzliches Geld zerschlug. Wäre
Holstein Kiel aufgestiegen, hätte Bochum etwa zwei Millionen
mehr an TV-Geldern einstreichen
können als beim Kölner Klassenerhalt. Klar war aber ohnehin,
dass der VfL seinen knallharten Sparkurs weiter verfolgen
muss, auch wenn nach dem
Aufstieg statt zwölf nun 22 oder
23 Millionen für die Lizenzspielerabteilung verplant werden
können.
Eine überraschende Wende
bahnt sich bei der Besetzung ei-
ner Torhüterposition an. Patrick
Drewes war eigentlich nicht weiter eingeplant, nun aber hat sich
der Vertreter von Stammkeeper
Manuel Riemann auf der Zielgeraden empfohlen, als die Nummer 1 wegen eines Handbruchs
ausfiel. Gut möglich also, dass
auch in der Bundesliga Riemann
und der 2019 aus Würzburg gekommene Drewes das Gespann
bilden werden; entsprechende
Gespräche mit Drewes über einen
Nachschlag laufen bereits.
Dagegen möchte der VfL
aber auch Personal abbauen in
Form von Spielern, für die die
Bundesliga eine Nummer zu groß
sein dürfte und die auch schon im
Aufstiegsjahr eher Randfiguren
waren. Raman Chibsah, Baris Ekincier und Tom Weilandt würde
der Klub sicher keine Steine in
den Weg legen. Unklar ist auch
der Verbleib von Stürmer Silvere
Ganvoula, ebenfalls eine Randfigur im Aufstiegsjahr.
Denkbar ist, dass durch den
Aufstieg das Interesse an Anthony
Jung (29) von Bröndby IF wieder
aufflammt. Der Links- und Innenverteidiger war schon Anfang
2020 ein Wunschkandidat, doch
der Wechsel scheiterte damals
an der geforderten Ablöse von
750 000 Euro. Der vielseitige Abwehrmann, der unter anderem
bei Eintracht Frankfurt ausgebildet wurde, ist mittlerweile ablösefrei zu haben. OLIVER BITTER
46
31. MAI 2021
kurz
bündig
Fünf Wechsel bleiben
Die Corona-Ausnahmeregel von
fünf möglichen Auswechslungen
im Fußball bleibt bis 31. Dezember
2022 gültig. Das beschlossen die
Regelhüter des International Football Association Board am Freitag.
Damit dürften Trainer auch bei der
WM in Katar Ende 2022 fünf Spieler
im Spiel austauschen. Die Anwendung der Regel in den Wettbewerben
obliegt den jeweiligen Organisationen, der DFL in Deutschland und der
UEFA im Europapokal.
VfB pflanzt 10 000 Bäume
Kohr bleibt, auch ohne Kaufoption
Und täglich eine neue
Vertragsunterschrift
Bevor Christian Heidel am Samstag in
das Flugzeug Richtung Mallorca stieg,
um nach dem Klassenverbleib
endlich wieder einmal zur Familie und zum Zweitwohnsitz
zu fliegen, war die vierte Unterschrift perfekt: Eintracht
Frankfurts Leihgabe Dominik
Kohr bleibt bis Sommer 2022 am
Bruchweg. Auf Leihbasis, eine
Kaufoption oder -pflicht sieht
der Vertrag mit dem Bundesliga-Nachbarn nach kicker-Informationen nicht vor. Zuvor hatte
der Sportvorstand von Mainz 05
in Zusammenarbeit mit Sportdirektor Martin Schmidt im täglichen Rhythmus Arbeitspapiere besiegelt, nämlich die Verlängerungen mit Karim Onisiwo
und Leandro Barreiro sowie die
Verpflichtung von Anderson
Lucoqui. Das Trio ist nun bis
2024 an den FSV gebunden.
Im Fall von Kohr kam die
Unterschrift überraschend,
den Rheinhessen waren keine
großen Chancen auf eine Weiterbeschäftigung eingeräumt
worden. Der 27-Jährige, der
2019 für neun Millionen Euro
Ablöse zur Eintracht wechselte,
beabsichtige nach dem Wechsel
von Trainer und Sportvorstand
in Frankfurt einen Neustart zu
versuchen, hieß es aus dem
Spielerumfeld. Unter der neuen sportlichen Leitung am Main
rechnete sich Kohr Einsatzchancen aus an der Seite der Stammspieler Djibril Sow, Sebastian
Rode und Makoto Hasebe.
Durch das Erreichen der Europa
League benötigt Frankfurt einen
größeren Kader. In Mainz zu
bleiben war für Kohr wohl auch
eine Bauchentscheidung. Seit
seiner Ankunft am 18. Januar
ging es für den Edelreservisten der Eintracht am Bruchweg
quasi nur bergauf. „Ich habe von
der ersten Sekunde an großes
Vertrauen in mich gespürt und
wurde von meinen Teamkollegen großartig aufgenommen“,
blickte Kohr zurück.
Mit der Weiterverpflichtung des Mittelfeldabräumers
setzt der FSV ein Zeichen gegen
die These, die Mannschaft könnte auseinanderfallen. Trainer Bo
Svensson hatte angekündigt,
dass er wegen der geringen
Fluktuation vor einem Jahr in
diesem Sommer stärkere Veränderungen erwarte, stufte dieses
jedoch sofort als „einen ganz
normalen Prozess“ ein. Zumal
der Klub den Anspruch habe,
den großen Kader „ein Stück
weit zu verkleinern“. Bei Stammspielern, die noch unter Vertrag
stehen, ist Mainz 05 allerdings
nur gesprächsbereit, „wenn irgendeiner Zahlen hinlegt, bei
denen uns schwindlig wird“,
stellte Heidel unmissverständlich klar.
MICHAEL EBERT
Neue Erfahrung: Sami Khedira
arbeitet bei der EM fürs TV.
Meier nun bei der U 17
„Kultfigur“ Alex Meier arbeitet ab
der neuen Saison als Co-Trainer an
der Seite von Eintracht Frankfurts
U-17-Coach Ervin Skela. Zuletzt war
der 38-Jährige in gleicher Funktion
in der U 16 und U 19 tätig.
„Step kickt!“ ein Erfolg
Die Stiftung der DFL und die ClevenStiftung haben bei einer digitalen
Schritte-Tour zahlreiche Kinder zu
mehr Bewegung und besserer Ernährung animiert. In nur einer Woche
wurden bei „step kickt!“ insgesamt
4299 Kilometer oder umgerechnet
6 448 284 Schritte gesammelt. Kurator ist Eckart von Hirschhausen,
prominent unterstützt wurde die
Aktion auch von Dunja Hayali, Britta
Heidemann und Maria Höfl-Riesch.
An dem gemeinsam mit elf Klubs von
der 1. bis zur 3. Liga entwickelten
Programm nehmen mehr als 1600
Schülerinnen und Schüler aus 3. und
4. Klassen teil. Als Belohnung erhalten 17 Schulen ein zusätzliches Bewegungspaket für den Schulalltag.
Khedira bei ESPN Experte
Sami Khedira wird Fußball-Experte
im Fernsehen. Der Weltmeister von
2014 gehört während der Europameisterschaft (11. Juni bis 11. Juli)
zu den insgesamt zehn Analysten
des US-Fernsehsenders ESPN.
Fußball LIVE
MONTAG
16.00 Uhr DAZN: FC Morecambe – AFC Newport County (Quali League Two, Finale)
18.00 Uhr Pro Sieben Maxx: Niederlande – Frankreich (U-21-EM, Viertelfinale)
21.00 Uhr Pro Sieben: Dänemark – Deutschland (U-21-EM, Viertelfinale)
DIENSTAG
18.00 Uhr DAZN: Fünf Testspiele, u. a. Nordmazedonien – Slowenien
20.45 Uhr DAZN: Polen – Russland (Testspiel)
MITTWOCH
18.00 Uhr DAZN: Zwei Testspiele, u. a. Bosnien-Herzegowina – Montenegro
19.00 Uhr DAZN: Norwegen – Luxemburg (Testspiel)
20.45 Uhr DAZN: Zwei Testspiele, u. a. Niederlande – Schottland
21.00 Uhr RTL: Deutschland – Dänemark (Testspiel)
21.00 Uhr DAZN: Zwei Testspiele, u. a. England – Österreich
Foto: imago images/Laage
MAINZ
Foto: picture-alliance
Unter Dach und Fach: Sportdirektor Martin Schmidt (li.) hat mit
Vorstand Christian Heidel auch Dominik Kohr weiter gebunden.
Der VfB Stuttgart hat erfolgreich an
der CSR/Nachhaltigkeits-Zertifizierung sustainClub teilgenommen.
Nach der Prüfung aller relevanten
Nachweise erhalten die Schwaben
mit 119 von 194 möglichen Punkten
die silberne sustainClub-Auszeichnung. Als Bestandteil des Themenblocks Ökologie (Mobilität) wurden
auch die CO₂-Emissionen der Reisen
des Profiteams in der abgelaufenen Saison gemäß des sogenannten
Greenhouse Gas Protocols durch
die DEKRA verifiziert. Die Emissi-
onen der Mannschaftsreisen beliefen sich auf 91,46 Tonnen CO₂. Die
Emissionen der VfB-Profis werden
durch Baumpflanzaktionen kompensiert. Hierfür unterstützt der VfB
Klimaschutzmaßnahmen in Kenia.
Die erste Pflanzaktion soll in der
ersten Juni-Woche erfolgen. Die
gesamte Pflanzaktion für die 10 000
Setzlinge wird im September 2021
abgeschlossen sein.
31. MAI 2021
47
Lieber impfen
statt ständig
testen: Viele
Profis nehmen das
Angebot gerne an.
B
Wann
kommt der Piks
für die Profis?
undesländer wie der Freistaat
Bayern haben die Impfpriorisierung bereits aufgehoben,
deutschlandweit gilt dafür der 7. Juni
als Stichtag. Automatisch stellt sich
die Frage, wie die 36 Profiklubs mit
dem Thema umgehen, wann die
Spieler den Piks zum Schutz gegen
COVID-19 erhalten. Während die
Vereine Kreuzbandrisse und Muskelverletzungen mehr oder weniger
offen kommunizieren, verweisen hier
viele auf die Privatsphäre der Spieler.
Aufgrund der Priorisierung, die
im Bundesland Hessen gilt, hat zum
Beispiel Eintracht Frankfurt ebenso
wie der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der DFB an alle
Spieler ein Impfangebot mit Johnson
& Johnson gegeben. Nach Auskunft
des Klubs haben die meisten SpieIM P F EN
ler dies nach dem letzten Saisonspiel angenommen. Der Vorteil
dieses Impfstoffs: Ein Piks genügt,
eine Zweitimpfung ist nicht nötig.
liert auf Johnson & Johnson, zumal
kation Christian Arbeit. Der MannZweitligist Jahn Regensburg bot allen
bei Biontech häufig von Reaktionen
schaftsarzt gilt nach dieser Logik als
Mitgliedern des Profistabs ebenfalls
beim zweiten Piks berichtet wird, der
Betriebsarzt.
Johnson & Johnson an, Termin war
wiederum in die Vorbereitungszeit
Keinesfalls wollen die Klubs
wie beim 1. FC Nürnberg unmitauf die neue Saison fallen könnte.
den Eindruck „Impfdrängler“ erwetelbar vor dem UrBeim Karlsruher SC
cken, das Image des Profifußballs ist
laubsstart. „Nahezu „Dankbar haben fast erhielten Spieler
schließlich ramponiert genug. „Wir
alle Akteure haben
und Betreuer daher
warten das Ende der Priorisierung ab,
dieses Impfangebot alle angenommen.“ bereits am 17. Mai die
da wir keine Sonderrolle einnehmen
dankbar angenom- Jahn Regensburg zum Impfangebot erste Impfung, die
wollen“, verlautbart der VfL Bochum.
men“, heißt es aus
zweite folgt vor dem
Mitaufsteiger Greuther Fürth hat seiJahn-Kreisen. Dieser
Vorbereitungsstart
nem Profitross ein Angebot mit dem
Zusatz ist insofern wichtig, als die
am 20. Juni, sodass der Tross im
freigegebenen Astra-Zeneca unterKlubs ihre Spieler nicht zwingen könJuli durchgeimpft ins Trainingslager
breitet. Der 1. FC Köln folgt wie Borusnen, wie bei Otto Normalverbraucher
nach Österreich reisen kann.
sia Mönchengladbach den Regeln des
ist die Impfung freiwillig.
Möglichst bis zum TrainingsLandes Nordrhein-Westfalen und will
Auch der SC Paderborn arbeitet
start will auch Union Berlin durch
erst dann ein Angebot machen, wenn
an einem Impfplan, erst zwei Akteusein. „Betriebsärzte, auch dazu
die Priorisierung gefallen ist.
re sind aufgrund ihres häuslichen
zählen wir, können impfen“, sagt
Bayer Leverkusen hatte mit
Umfelds geimpft. Der SCP spekuUnions Geschäftsführer KommuniTapsoba, Sinkgraven, Wendell,
Foto: imago images
Das Motto der 36 Profiklubs:
Bloß nicht drängeln, dennoch
möglichst bald möglichst alle
gegen COVID-19
.
Demirbay, Amiri und Diaby einige
COVID-19-Fälle, die erst sechs Monate nach der Infektion geimpft werden
müssen. Andere haben die Spritze
bereits bekommen, weil die Ehefrauen schwanger sind oder waren, es
Pflegepersonen im Umfeld gibt oder
sie Asthmatiker sind. Interessant:
Es gab Spieler, die sich bei der Impfaufklärung sehr ablehnend gezeigt
haben. Ein gutes Beispiel hierfür ist
auch der EM-Kader der Niederlande,
wo 6 der 26 Spieler verzichteten.
Stichwort EM und Nationalteams. Dort ergibt sich derzeit die
Möglichkeit zur Impfung, Weltfußballer Robert Lewandowski und seine polnischen Mitspieler bekamen
vergangene Woche den Piks. Bei
der deutschen Nationalmannschaft
habe ein Großteil des 90-köpfigen
Trosses bereits vorher die Erstimpfung erhalten, berichtete Teamarzt
Tim Meyer zu Beginn des Trainingslagers in Seefeld. Geschlossene Impfungen wie bei Italien oder Belgien
seien nicht vorgesehen, auch keine
einzelnen während des Turniers.
„Ich halte das für zu gefährlich angesichts der denkbaren Nebenwirkungen“, sagte Meyer.
Die DFL empfiehlt eine Impfung. Kein Wunder bei 217 CoronaInfektionen in den beiden höchsten
Ligen in der abgelaufenen Saison.
Nahezu alle Fälle hatten asymptomatische Verläufe oder mit geringen
Symptomen, in zwei Fällen war ein
Krankenhausaufenthalt notwendig.
Die vergleichsweise hohe Zahl an Fällen erklärt die DFL durch die dauerhafte Testung, wodurch es keine Dunkelziffer an nicht erkannten Fällen
geben konnte.
FRANK LINKESCH
Panther, Wolf, Kater
E
s ist und bleibt wohl eine
der am häufigsten erzählten
Anekdoten aus der an Histörchen so prall gefüllten Schatztruhe
des deutschen Fußballs. Eine jener
kleinen Storys, derer man als erfahrener Fußballfan nicht überdrüssig wird. Weil sie so viel erzählt von
den Beteiligten. Sepp Herberger hier,
Hans Tilkowski da und Wolfgang
Fahrian mittendrin. Der „Chef“, der
vor der Weltmeisterschaft 1962 im
fernen Chile seine Nummer 1, Hans
Tilkowski, im Glauben lässt, er würde
diese WM spielen. Der Keeper, der
genau davon ausgeht und als es anders kommt, vor Wut höher springt
als jemals im Training. Der (vergeblich) seinen Reisepass einfordert und
heimfliegen will, der vor lauter Wut
einen Stuhl durch sein Zimmer brettert, heftiger als jemals einen Ball.
Weg aus diesem nasskalten Chile,
ab nach Deutschland. Und dann ist
da Wolfgang Fahrian, der 21-jährige
Ulmer, der Nachwuchstorhüter aus
der Regionalliga, mit gerade einem
Länderspiel auf dem Buckel. Der
seit Tagen Bescheid weiß, dass er
spielen wird und trotzdem die Klappe
hält. Kein Wort zur Presse, keins zur
Familie daheim, schon gar keines
zu Tilkowski.
Diese Zuverlässigkeit und Verschwiegenheit gehören zu Wolfgang
Fahrians Charakter ebenso wie seine
Lebenslust und sein Ehrgeiz. Dies
alles hilft ihm während seiner aktiven Karriere und noch mehr viele
Jahre später beim Start in die zweite
Laufbahn nach dem Fußball.
Es werden „nur“ zehn Länderspiele für den nahe Ulm Geborenen,
mit dem Bonbon einer Weltmeisterschaft vorweg. In den vier Spielen, die
der deutschen Mannschaft in Chile
beschieden sind, glänzt er durchgehend. Dennoch kann er das Aus im
Viertelfinale gegen Jugoslawien nicht
verhindern. „Trotzdem, es war der
Höhepunkt“, sagt Fahrian – der bis
zur A-Jugend als linker Verteidiger
auflief und erst mit 18 Jahren ins Tor
wechselte – heute noch. Es folgt der
Wechsel von den Ulmer „Spatzen“
in die Bundesliga, und weil die Unterschrift bei der Hertha ein schönes
(aber eben verbotenes) Handgeld beinhaltet, wird er für ein Jahr gesperrt,
später wird die Strafe um die Hälfte
der Zeit reduziert. Eine Jugendsünde.
Fahrian ist damals aber nur einer von
sehr vielen Profis, die sich zu dieser
Zeit so das Salär aufbessern lassen.
Es folgen Wechsel nach München zu den Löwen, nach Düsseldorf,
schließlich 1969 zur Fortuna nach
Köln, wo der Gemütsmensch seine
Heimat findet. Bis heute lebt er mit
seiner Frau Karola in der wunderschönen Jugendstil-Villa im Kölner
Osten, genießt die Kinder um sich he-
rum, schon lange nicht mehr nur die
eigenen, sondern die Enkel Vanessa
(34), Larissa (32), Laura (29), Sandro
(28), Fabio (28), Jana (21), Joel 7, dazu
die Urenkel Thiago (7) und Chiara (1).
Mit nun 80 Jahren kann Fahrian das Leben bequem auskosten, das
ihn in den vergangenen Jahrzehnten
nicht selten auf die Überholspur führte. Nach dem Ende seiner Profilaufbahn 1976 steigt der Mann mit dem
markanten Lockenkopf nach und
Nach einem Herzinfarkt
kämpft sich Fahrian
zurück ins Leben.
nach in das noch junge Geschäft
mit der Spielerberatung ein, eine
Branche, die sich zu dieser Zeit gerne
in der Grauzone aufhält, aus der sie
unter anderem Wolfgang Fahrian
herausholt. „Er hatte den großen Vorteil, dass man sich auf ihn und sein
Wort zu einhundert Prozent verlassen
konnte“, sagt Reiner Calmund, der
als Manager von Bayer Leverkusen
eine Menge Verhandlungen führte
mit Fahrian: „Er tat nie etwas hinter
dem Rücken des Klubs.“
Mit den Jahren weitet er sein
Geschäft aus, transferiert Spieler
ins Ausland und holt von dort Verstärkungen wie etwa den Brasilianer
Carlos Dunga zum VfB. Der wurde
in seiner Stuttgarter Zeit 1994 als
Kapitän Weltmeister mit Brasilien.
Als die Märkte zu groß und zunehmend unübersichtlich werden
und die One-Man-Show beginnt, den
Einzelkämpfer aufzufressen, eröffnet
er nach der Jahrtausendwende das
Kölner Büro von ROGON, bleibt aber
in jeder Phase sein eigener Herr.
Seit Ende 2009 ist es ruhiger geworden um Fahrian, und der Grund
ist kein angenehmer. Ein versteckter
Herzinfarkt im Urlaub auf seiner
Lieblingsinsel Ischia haut den Bär
von einem Mann nach der Rückkehr
um, er fällt ins Koma, wacht erst
Wochen später auf und es beginnt die
lange Zeit der Reha – 234 Tage liegt
er in der Klinik, bekommt jeden Tag
Besuch von seinen Töchtern Andrea,
Susanna und Michaela, von seiner
Karola sowieso. Es wird ein Fest, als er
nach fast acht Monaten wieder heimkommt. Geschwächt zwar („Ich hatte
Beine wie ein Storch.“), aber aufrecht.
Seit damals weiß er, wie schnell
es zu Ende gehen kann und dass
Arbeit nicht alles ist. Der Fußball
lässt ihn bis heute nicht los, aber die
Anspannung ist weg. Und wenn die
Urenkel da sind, wird der Mann, den
man einst als Spieler den „Schwarzen
Panther“ nannte, dann als Berater
den „Grauen Wolf“, liebend gern zum
zahmen Kater.
FRANK LUßEM
Foto: Horstmueller
1962 in Chile war WOLFGANG FAHR IAN der deutsche WM-Torwart. Ein
damals junger Kerl, der diesen Montag seinen 80. Geburtstag feiert.
31. MAI 2021
49
KICKERKULISSE
Notiert von Thomas Hiete
DER HÖRNERJUBEL des ehemaligen Kölner Stürmers Anthony Ujah
mit Maskottchen Hennes VIII. rief
vor sechs Jahren schon einmal die
Tierschutz-Organisation PETA auf
den Plan, nun gibt es den nächsten Anlauf, den Geißbock aus dem
FC-Stadion zu bekommen. „Von dem
völlig veralteten Brauch, ein Tier
als Glücksbringer zu
missbrauchen, muss
sich der 1. FC Köln
endlich trennen“,
fordert die Biologin
Yvonne Würz. „Der
Verein sollte seinen
Erfolg in der Relegation als Chance für einen Neustart
betrachten und aufhören, Geißböcke
ins Stadion zu zwingen.“ Die Begründung: Tiere würden in voll besetzten Arenen einem immensen Stress
ausgesetzt. Wegen der Pandemie
war Hennes IX. (Foto) zwar schon
lange nicht mehr im Stadion, geht
es nach Würz, kehrt das FC-Maskottchen dorthin auch nicht mehr
zurück. Sie liefert sogar einen Alternativvorschlag: „PETA hilft gerne
dabei, eine geeignete Unterbringung
für Hennes IX. und ein passendes
Maskottchen-Kostüm zu finden.“
WO DIE KARRIERE von Rafael
van der Vaart (Foto) 2018 endete,
dort beginnt sie nun für seinen Sohn
Damian. Beim dänischen Erstligisten
Esbjerg fB unterschrieb der 15-Jährige seinen ersten
Vertrag. „Ich bin unglaublich stolz“, postete der Papa, dessen
Laufbahn einst jedoch
eine Nummer größer
begann – bei Ajax
Amsterdam.
SEINE KARRIERE beendet hat vor
zwei Jahren Fernando Torres, ein
vermeintliches Comeback des früheren spanischen Torjägers entpuppte
sich nun als PR-Gag. „Ich verstehe
das Leben nur auf eine Art: spielen“ hatte der 37-Jährige gepostet
und hinzugefügt: „Ich habe mich
entschlossen, zurückzukommen.“
Viele Fans träumten von der Rückkehr von „El Nino“ auf den Rasen,
stattdessen aber enthüllte Torres
wenige Tage später den Hintergrund
seiner nebulösen Andeutungen: Er
schloss einen Werbedeal mit einem
spanischen Spielehersteller ab.
Was Friedhelm Funkel nach fast 50 Jahren
im Geschäft beim 1. FC Köln noch lernen durfte
D
ass Karl Lauterbach und der
gemeine Fußball-Fan noch
einmal gedanklich zusammenkommen während dieser so nervigen wie gefährlichen CoronaPandemie darf überraschen. Der
Vorschlag des Politikers in der
Bild am Sonntag, die Spiele der
Europameisterschaft durchaus
gemeinsam mit mehreren Personen anschauen zu können, lässt
hoffen. Zwar rät Lauterbach vom
klassischen Public Viewing ab.
Aber zehn Fans gemein-
Frank Lußem
sam im Außenbereich
einer Kneipe oder eines Restaurants, das kann er sich gut
vorstellen.
EBENSO VORSTELLEN KANN
er sich, dass der Gastronomie zusätzliche Außenbereiche „unbürokratisch“ zur Verfügung gestellt
werden und die Öffnungszeiten
über 22 Uhr hinaus verlängert
werden, um auch die späten Spiele zeigen zu können. Der Vorstoß
des Kölners – der bekanntlich
nicht für barocke Lebensfreude
steht – macht Mut und Hoffnung,
seine Trefferquote während der
Pandemie war ordentlich, seine
aktuelle Forderung klingt deshalb
verlockend und vernünftig: „Die
Menschen brauchen nach den
harten Monaten Momente der
Entspannung.“
ENTSPANNT ZURÜCKLEHNEN
durften sich am Samstag in Porto und Köln übrigens die Video
Assistant Referees in den dortigen Übertragungsstätten. In den
beiden Spielen fielen sieben Tore,
kein einziges musste „gecheckt“
werden. Zwei unglaublich wichtige Spiele und kein VAR-Ärger –
das gab es wohl lange nicht und
zeigt uns: Fußball kann so einfach
sein. Und noch schöner machte diese Spiele und die Treffer,
dass sie bejubelt (oder betrauert)
wurden von „echten“ Fans, die
Einlass fanden in die Stadien. Das
wird auch die nun anstehende EM
aufwerten, die eine Menge Menschen skeptisch sehen, bei der
Veranstalter und Fans beweisen
können, dass man in der Lage
ist, schwierige Situationen mit
Ruhe und Bedacht zu bewältigen.
Als paneuropäisches Fußballfest
kann das Turnier über den Fußball
hinaus einiges bewirken.
OB FRIEDHELM FUNKEL am
Samstag sein letztes Spiel als
Trainer gemacht hat? Der alte
Fuchs will sich nicht festlegen.
Corona machte dem 67-Jährigen
einen Strich durch die „DolceVita-Rechnung“, als ihm daheim
die Decke auf den Kopf fallen
wollte, kamen die Kölner gerade
rechtzeitig. Ob es aus und vorbei
sei nun mit der Karriere, wurde
er am Sonntag gefragt. „Vorbei
ja“, lautete seine Antwort, „aus
aber nicht unbedingt.“ Kann also
sein, dass er noch einmal zurückkehrt. Dass einer wie er immer zu
gebrauchen ist, bewies er in Köln
eindrucksvoll.
IMMERHIN LERNTE FUNKEL
nach knapp 50 Jahren Profifußball etwas Neues hinzu. Kurz
nach Dienstbeginn Mitte April
bekam er einen kurzen Anruf vom
Präsidenten, ansonsten gab es
keinen persönlichen Kontakt mit
der Klub-Führung. „Das habe ich
noch nie erlebt, ich kann es mir
auch nicht erklären“, so Funkels
verblüffte Reaktion, dem „ein kurzes persönliches Hallo“ ja schon
gereicht hätte. Berührungsängste
zwischen dem Vorstand und dem,
der den Klub retten soll – das
dürfte ein Novum darstellen.
FRAUEN
Die unglaubliche
Serie geht weiter
Der VfL Wolfsburg gewinnt zum siebten Mal den DFB- POKAL ,
setzt sich aber erst in der Verlängerung gegen Frankfurt durch.
Das Finale gewonnen, die unfassbare
Serie bleibt: Mit einer
Energie- und Willensleistung gewann der
VfL Wolfsburg zum
siebten Mal in Folge
den DFB-Pokal und ist damit
seit 2015 in diesem Wettbewerb
ungeschlagen. „Pure Freude!“
empfand Wolfsburgs Angreiferin Svenja Huth nach dem
Abpfiff der Verlängerung. „Wir
sind einfach nur glücklich. Wir
hatten viel mehr Ballbesitz
und haben uns gute Chancen
herausgespielt. Wir sind der
verdiente Sieger.“
Den ersten Titel in der
laufenden Saison, in der auch
Über das DFB-Pokal-Finale
der Frauen in Köln berichten
Jim Decker und Gunnar Meggers
noch der Gewinn der Meisterschaft möglich ist, sicherte sich
das Team von Trainer Stephan
Lerch aber erst nach einem nervenaufreibenden Geduldspiel.
Überhaupt Lerch: Bemerkenswert ist auch die Serie des nach
der Saison zur TSG Hoffenheim
wechselnden 36-Jährigen. Seit
seinem Amtsantritt 2017 verlor
er kein einziges Pokalspiel mit
seiner Mannschaft. Nun geht
er mindestens mit einem Titel
2021 in der Vita.
Im Kölner Stadion entwickelte sich diesmal eine Partie,
in der die Wolfsburgerinnen
die reguläre Spielzeit deutlich
dominierten. Immer wieder
stießen die Stürmerinnen Ewa
Pajor und Fridolina Rolfö zwar
gefährlich bis an den Fünfmeterraum vor, sie brachten
aber trotz überlegenen Ballbe-
sitzes nur selten Bälle auf das
Tor der aufmerksamen Merle
Frohms. Die Frankfurterinnen
setzten vor allem lange Bälle
auf Laura Prasnikar und die
deutsche Nationalspielerin
Laura Freigang dagegen, die
aber wirkungslos blieben. So
entwickelte sich eine ruppige
Partie, in der die Hessinnen
erbitterte Gegenwehr gegen
den Favoriten aus Niedersachsen leisteten, aber auch Glück
hatten. Nach 66 Minuten hätte
die Unparteiische Mirka Derlin
nach einem Handspiel Sophia
Kleinhernes im Strafraum auf
Elfmeter entscheiden müssen,
ließ aber weiterspielen. Nach
90 Minuten pfiff Derlin dann
ab – Verlängerung!
Und diese hatte es in sich.
Denn einen langen Pass der
umsichtigen Sjoeke Nüsken
erlief Prasnikar, die rüde von
VfL-Torfrau Almuth Schult
umgerammt wurde. Die Rote
Karte für die Nationalkeeperin
war eine der wenigen korrekten
Entscheidungen des Schiedsrichter-Gespanns, das zuvor
diverse falsche getroffen hatte.
Das spielerische Übergewicht der Wolfsburgerinnen
ging in Unterzahl zwar nicht
verloren, Frankfurt kombinierte sich nun aber immer
öfter und näher an das Tor von
Schult-Ersatz Friederike Abt.
Doch die Entlastung blieb ohne
große Wirkung. Ein Solo der
starken Pajor konnten die Eintracht-Verteidigerinnen dann
nicht mehr aufhalten, Frohms
blieb gegen den Abschluss der
24-Jährigen machtlos. „Wir
haben die Mentalität und die
Fitness. Wir haben gezeigt, dass
wir den Pokal mitnehmen woll-
ten“, sagte Nationalspielerin Huth,
die ihren Kolleginnen nach dem
Platzverweis eine „absolute Willensleistung“ bescheinigte.
Die Frankfurterin Laura Feiersinger erlebte dagegen einen „ziemlich bitteren“ Nachmittag. Denn zusätzlich schockierte die Verletzung
der Kapitänin Tanja Pawollek das
Team. Die 22 Jahre alte Mittelfeldspielerin musste in der ersten Halbzeit mit Verdacht auf Kreuzbandriss
auf einer Trage vom Feld gebracht
werden. „Ein paar Mädels sind schon
ziemlich niedergeschlagen“, sagte
Feiersinger über die Stimmung
nach der knappen Niederlage. Zuletzt stand 2015 der Vorgängerverein
1. FFC Frankfurt im Pokalfinale. Diesmal schnupperte die Mannschaft von
Trainer Niko Arnautis 118 Minuten
lang am Titelgewinn, sie hätte letztlich aber wohl etwas mehr offensive
Durchschlagskraft für den Sensationssieg gegen die Wolfsburgerinnen
benötigt.
Eintracht Frankfurt – VfL Wolfsburg
FRANKFURT
Leticia Santos 4
Feiersinger 4,5
Rolfö 4 i
Rauch 3,5
WOLFSBURG
Frohms 3,5
Kleinherne 4,5 G
Störzel 3,5 i
Nüsken 3
Pawollek 3,5 i
Freigang 5
Prasnikar 3,5
B Pajor 2 i
Blomqvist 4 i
3,5
Oberdorf
G
Engen 3
Janssen 3
Schult 5 R
Doorsoun 3
n.V.
0:1
0:0, 0:0
TRAINER: Arnautis
Küver 3,5 i
Dunst 4 i
Huth 3,5
Wedemeyer 4 i
TRAINER: Lerch
EINGEWECHSELT: 40. Johannsdottir (3,5) für Pawollek, 91. Hechler (–) für Küver, 95.
Kirchberger (–) für Störzel, 106. Martinez (–) für Dunst – 49. Blässe (3) für Wedemeyer, 65. Wolter (3) für Blomqvist, 98. Abt (–) für Rolfö, 120. Jakabfi (–) für Pajor –
RESERVEBANK: Bösl (Tor), Mauron, Panfil – Dickenmann, Goeßling, van de Sanden
TOR: 0:1 Pajor (118., Rechtsschuss, Vorarbeit Huth) – CHANCEN: 3:6 – ECKEN: 3:19
SR-TEAM: Derlin (Bad Schwartau – Assistentinnen: Arlt, Herrmann – Vierte Offizielle:
Kunkel), Note 4,5, hätte bei Kleinhernes Handspiel im Strafraum Elfmeter pfeifen müssen (66.), übersah auch noch ein weiteres Handspiel; berechtige Rote Karte für Schult
in der Verlängerung. – ZUSCHAUER: keine (in Köln) – GELBE KARTEN: Trainer Arnautis,
Kleinherne – Oberdorf, Jakabfi – ROTE KARTE: Schult (96., Notbremse an Prasnikar) –
SPIELNOTE: 4, zerfahrene Partie, Wolfsburg konnte seine spielerische Überlegenheit
gegen kampfstarke Frankfurterinnen lange nicht in Tore umsetzen. – SPIELERIN DES
SPIELS: Ewa Pajor, die schnelle Stürmerin sorgte immer wieder für Gefahr und schoss
das Tor des Tages.
31. MAI 2021
51
Jubel in letzter
Minute: Ewa Pajor
(2. von links)
erzielte das
entscheidende Tor
für Wolfsburg.
BUNDESLIGA-TABELLE
1. Bayern München
2. VfL Wolfsburg (M, P)
3. TSG Hoffenheim
4. Turbine Potsdam
5. Bayer Leverkusen
6. Eintracht Frankfurt
7. SC Freiburg
8. SGS Essen
9. Werder Bremen (N)
10. SC Sand
11. SV Meppen (N)
12. MSV Duisburg
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
21
78:9
63:17
51:22
39:34
32:38
43:25
25:35
28:35
23:59
20:53
16:47
14:58
58
56
41
38
33
30
27
24
19
15
14
7
22. SPIELTAG
SONNTAG, 6. JUNI
Sand
Freiburg
Duisburg
Potsdam
Wolfsburg
München
FRANKFURT
Dietrich fehlt seit Wochen
Endspiel ohne Macher
Fotos: imago images
D
er Mann ist Macher, Manager, Sportdirektor und
Initiator der Fusion zwischen dem 1. FFC Frankfurt und
dem großen Nachbarn Eintracht
im vergangenen Jahr, außerdem Vorsitzender des DFB-Ausschusses Frauen-Bundesligen.
Am Sonntag saß Siggi Dietrich
allerdings nicht auf der Tribüne des Rhein-Energie-Stadions
in Köln, um seine Eintracht zu
unterstützen. Der umtriebige
„Mister Frauenfußball“ musste
aus gesundheitlichen Gründen
passen. Er fehlt der Eintracht
schon seit mehreren Wochen.
Dietrich hat sich komplett aus
der Öffentlichkeit zurückgezogen. Der Zeitpunkt seiner Rückkehr ist weiterhin unklar.
„Siggi hat schon 13 PokalEndspiele erlebt, bei diesem
wird er leider nicht bei uns sein
können“, sagte ein trauriger Eintracht-Trainer Niko Arnautis in
der vergangenen Woche. „Wir
werden auch für ihn spielen und
für ihn einen Schritt mehr gehen.“ Dieses Versprechen ihres
Coaches setzten die Spielerinnen um. Dietrich wird vor es vor
dem Fernseher mit Stolz verfolgt
haben – trotz der Niederlage.
Die Pokal-Bilanz der
Frankfurterinnen ist herausragend: Der Vorgängerverein
1. FFC Frankfurt gewann zwischen 1999 und 2008 siebenmal
in Berlin den Pokal. In Köln war
der 1. FFC immerhin zweimal
erfolgreich: 2011 sowie 2014.
Mr. Frauenfußball aus Frankfurt:
Siggi Dietrich fehlte in Köln.
WOL FSBUR G
14.00 UHR
(1:2)
(1:0)
(0:7)
(2:1)
(5:1)
(1:0)
Leverkusen
Meppen
Hoffenheim
Essen
Bremen
Frankfurt
Jakabfi beendet ihre Karriere
Glücklicher Abschied
E
s war schon ihr achtes
DFB-Pokal-Finale mit dem
VfL Wolfsburg. Jedes Mal
hat Zsanett Jakabfi gewonnen.
Eine unglaubliche Serie! Und
Jakabfi konnte noch kurz mitwirken: In der letzten Minute
der Verlängerung wurde sie
für Torschützin Ewa Pajor eingewechselt. „Es ist immer ein
tolles Gefühl, diesen Pokal zu
gewinnen“, erzählte die Ungarin. Es war für sie der letzte Pokaltitel, denn das Finale in Köln
war das vorletzte Spiel ihrer Profikarrierre. Am Sonntag nach
der Partie gegen Werder Bremen
ist endgültig Schluss. Die Meisterschaft ist auch noch möglich.
Im Januar machte Jakabfi
ihr Karriereende öffentlich.
Zwölf erfolgreiche Jahre mit
sechs Meisterschaften, zwei
Champions League-Titeln und
den acht Triumphen im DFBPokal liegen hinter ihr. 2009
wechselte die Offensivakteurin,
die von allen nur „Jay“ genannt
wird, vom MTK Budapest FC
nach Wolfsburg. Dort wurde sie
schnell heimisch. „Einen Grund,
den Verein zu wechseln, habe
ich nie gehabt“, verrät Jakabfi.
Die Entscheidung, ihre Karriere
zu beenden, hatte sie schon im
Sommer getroffen. „Ich kann
es schwer erklären, warum ich
aufhöre. Es ist einfach ein Gefühl“, erzählt die in dieser Saison
torgefährlichste Wolfsburger
Spielerin, die nicht mehr zum
Stammpersonal zählt.
Erfolgreichste Wolfsburger Torschützin
in dieser Saison: Zsanett Jakabfi
I N T E R N AT I O N A L
D
er Meistertrainer von Inter
Mailand setzte ein Zeichen.
Da der seit Monaten fordernde Antonio Conte (51) keine Transferzusagen von seinem
chinesischen Präsidenten Steven Zhang (29) bekommen hatte,
beendete der Coach die Zusammenarbeit trotz Vertrag bis 2022.
Und setzte sich damit auf ein
Trainer-Karussell, das in Windeseile Fahrt aufgenommen hat. Mit
dabei sind namhafte Trainer wie
Zinedine Zidane (Real Madrid)
oder auch Max Allegri, der nach
zwei Jahren Pause wieder bei
Juventus Turin anheuerte. Aber
nicht nur in der Serie A dreht sich
das Karussell, sondern auch in
Spanien und Frankreich.
An
ITALIEN
Allegri, Inzaghi, Spalletti:
In der Torschlusspanik
ging alles sehr schnell über
die Bühne. Schließlich
haben Klubs und
Trainer drin-
genden Handlungsbedarf
in
puncto Saisonplanung.
Etwas überraschend gerierte
sich lediglich Inters Engagement
von Simone Inzaghi – Luciano
Spallettis Verpflichtung in Neapel
(drei Millionen Euro pro Saison bis
2023) und Max Allegris Rückkehr
zu Juventus hatten sich bereits
abgezeichnet.
Allegris zweite Anstellung
ließ sich die Juve neun Millionen
Euro bis 2025 kosten, damit der
53-Jährigen für Turin und gegen
Inter oder Real Madrid votierte.
Er hatte die alte Dame bereits
zwischen 2014 und 2019 trainiert
und fünf Scudetti gewonnen. In
den letzten drei Jahren wechselte
Juventus nun dreimal den Coach,
ein sehr deutliches Anzeichen
für eine teils wenig durchdachte
Arbeit der Führungsetage.
Der fiel auch Sportchef Fabio
Paratici zum Opfer, der erheblichen Anteil an den personellen
Irrtümern der vergangenen Jahre
hatte. Angefangen mit der Ausbootung von Allegri und Manager
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Auf dem
Karussell
Viele namhafte und dekorierte
T R AINER sind auf Jobsuche.
Einige fanden einen neuen Klub,
bei etlichen wird noch um die
weitere Zukunft spekuliert.
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31. MAI 2021
M
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dine Zidane vor ihm) bei Reals
FRANKREICH
drittklassiger B-Elf Castilla Praxis
Unai Emery triumsammelt und in dieser Saison um
phiert im Finale der
den Aufstieg gespielt hatte, erEuropa League, Thomas Tuchel
klärte nach Gerüchten, er könnte
stemmt den Henkelpott der
in die Bundesliga wechseln: „Real
Champions League. Die beiden
Madrid ist mein Zuhause, hier
letzten Trainer von Paris St. Gerwill ich bleiben.“
main schwimmen auf der ErDass er nach dem Abgang
folgswelle – vielleicht waren sie
Zidanes aber jetzt schon auf
gar nicht so schlecht, vielleicht
dem Chefsessel landen könnte,
ist das Problem in der Hauptstadt
ist unwahrscheinlich. Aus dem
nur das Starensemble mit seinen
Klub dringen
ausgeprägten Eiderweil die NaParis wundert sich genwilligkeiten,
men Mauricio
das nicht mal
Pochettino und über die Erfolge von die TitelverteiAntonio Conte. Emery und Tuchel. digung in der
Dass beide KanLigue 1 schaffte.
didaten für unDer 49-jähterschiedlichen Fußball stehen,
rige Coach Pochettino hat imwäre kein Hindernis. Auch Xabi
merhin schon mal den TraiAlonso, der die B-Elf San Sebasningsauftakt zur neuen Spielzeit
tians (Sanse) in die 2. Liga führte,
geplant. Treffpunkt Camp des
wird als Kandidat genannt. Der
Loges. Auch wegen der EM, der
frühere Königliche und Bayer
Copa America und des olympischloss sich allerdings selbst aus:
schen Fußballturniers ist keine
„Ich fühle mich wohl bei Sanse,
Weltreise vor der Saison avisiert.
das ist jetzt mein Platz und genau
Die Frage scheint aktuell nur,
das Richtige für mich.“
ob Pochettino den Saisonauftakt
Beim FC Barcelona sitzt
überhaupt noch in Paris erlebt.
derweil Ronald Koeman weiSo meldeten englische
ter zwischen den Stühlen. PräQuellen, auch wegen der wesident Joan Laporta kündigte
nig gedeihlichen Zusammenkürzlich „das Ende einer Ära“
arbeit mit dem brasilianischen
an, ein personeller Umbau des
PSG-Sportdirektor Leonardo,
Teams scheint bei dem hochschon die Rückkehr des Argenverschuldeten Klub allein schon
tiniers nach Tottenham. Pochetaus finanziellen Gründen unvertino wäre wohl nicht abgeneigt.
meidlich – vor allem, wenn man
Spurs-Präsident Daniel Levy
Superstar Lionel Messi halten
habe wohl Kontakte bestätigt.
will. Aber ob Koeman flexibel
Unterdessen ist auch PSG-Präz
genug
ist,
aus
einer
zu
erwarsident Nasser Al-Khelaifi nach
s
o
rB
tenden
bunten
Mischung
von
einem Danzig-Besuch, wo er den
e
t
Pe
Forderungen wie
Nachwuchsleuten wie Ronald
Erfolg seines Ex Unai Emery mitunter Conte sind
Araujo, Oscar Mingueza und Eric
erlebte, nach London gejettet …
nicht zu erwarten. Ganz
Garcia, dazu vorhandenen und
Spekuliert wird auch, dass
im Gegensatz zum Eheschluss
ablösefreien Routiniers wie GePochettino ein Kandidat für die
zwischen Spalletti und Napolirard Piqué, Sergio Busquets und
Nachfolge von Zidane bei Real
Hotzenplotz Aurelio de LaurenSergio Aguero ein Siegerteam
sein könnte. Im Tausch mit dem
tiis. Der Filmproduzent trieb
um Messi zu zimmern, das der
Weltmeister? Charmant der Geletztlich noch jeden Coach der
Argentinier erwartet, ist fraglich.
danke, schließlich könnte mit
letzten Jahre
Laporta
„ZZ“ auch Kylian Mbappé eher
(wie Carlo Ancehat sich deshalb
zum Bleiben animiert werden.
Zwei, die nicht
lotti, Rafa Benigerüchtehalber
Aber der Gedanke scheint abwekompatibel sind:
tez und Gennaro
von Koeman
gig: Gebürtig aus Marseille könnAllegri und CR7.
Gattuso) in den
zwei Wochen
te Zidane nicht nach Paris gehen
Irrsinn.
Bedenkzeit er– wegen der extremen Rivalität.
beten, kein guEin neues Kapitel möchte
SPANIEN
tes Zeichen. Andererseits sagte
auch Meistertrainer Christophe
Geht es nach den alten
Laporta: „Koeman passt in unser
Galtier (Lille) aufschlagen. Erst
Schwergewichten, wäre
Profil, wir müssen aber nachdenbei Neapel im Gespräch, sagte er
die Trainerfrage bei Real Madken.“ Zumal die Abfindung von
Lyon als designierter Nachfolger
rid schnell geklärt. „Die Zukunft
rund zehn Millionen Euro, die der
Rudi Garcias ab. Den Marsaillais
heißt Raul“, so der frühere Spiebis 2022 vertraglich abgesicherte
zieht’s zu OGC Nizza. Dort baut
ler, Trainer und Generaldirektor
Koeman bei einem Rauswurf zu
man auf das Geld des englischen
Jorge Valdano. Und Predrag Mierwarten hätte, Barca schmerzen
Eigners Jim Ratcliffe, CEO des
jatovic, der 1998 beim Gewinn
würde. Alternativen? FußballChemieunternehmens Ineos. Imder Königsklasse Reals das 1:0 im
direktor Mateu Alemany verfügt
merhin durfte dadurch in Lyon
Champions-League-Finale gegen
allerdings über beste Kontakte
der Niederländer Peter Bosz
Juventus erzielt hatte, erklärte:
und die nötige Diskretion. Namen
(Ex-Leverkusen) aufspringen –
„Mir würde Raul gefallen.“
wie Pep Guardiola und Thierry
wenn auch nur als zweite Wahl.
Henry, die aus dem Umfeld drinOLIVER BIRKNER , LAURENT MALTRET,
Der frühere Schalker, der
aktuell (wie auch schon Zinegen, sind eher Träumereien.
PETER SCHWARZ-MANTERY
Beppe Marotta bis hin zur Verpflichtung Cristiano Ronaldos,
die das Gefüge von Juventus erschütterte, und den Klub finanziell in Probleme brachte.
In Allegris Kalkül der
Renovierung spielt CR7 keine
Rolle, denn ihm missfiel schon
2019, das komplizierte Paralleluniversum des Portugiesen in
den Turiner Alltag funktional
zu integrieren. Auch Ronaldo
machte nie einen Hehl aus seiner
Abneigung gegen Allegri.
Die Nachricht, Allegri an
Juve verloren zu haben, trieb
Inter-Manager Marotta zum
postwendenden Handeln. Am
Mittwoch noch sprach Simone
Inzaghi mit Lazio-Patron Claudio Lotito über eine Vertragsverlängerung, tags darauf war
der 45-Jährige bei Inter schon
Nachfolger von Antonio Conte.
Eine intelligente Entscheidung von Marotta,
denn Auseinandersetzungen und
54
31. MAI 2021
Zum Double auch
noch den Rekord
Am letzten Spieltag ging
da es keinen Absteiger gegeben hates in Tschechiens Liga nur
te. Jetzt müssen Zbrojovka Brünn,
noch um das Wie. Schon
Pribram und Opava runter.
Wochen vor Saisonschluss
„Wir haben es geschafft, unstand Slavia Prag den gesamen Monat
geschlagen zu bleiben“, freute sich
Mai über als Meister fest. Für den
Trainer Jindrich Trpisovsky. „Wir
Erzrivalen Sparta blieb nur Platz 2,
haben zudem das Double geholt,
distanziert um zwölf
haben in der Europa
Der Meister
Punkte. Mit dem 2:1
League das Viertelfiüber Budweis schrieb
nale erreicht und stelSlavia am Samstag solen die Basis für die
gar Geschichte, blieb
Nationalelf.“ Was er
ungeschlagen und holte bei 26 Siegen
nicht sagte: Slavia ist saisonübergreiund acht Remis 86 Punkte.
fend seit 46 Spielen in Tschechiens
Ähnliches gelang Sparta zuletzt
Liga ungeschlagen. Die vorerst letzte
in der Spielzeit 2009/10. Aber bei
Niederlage datiert vom März 2020 bei
damals nur 30 Spieltagen kam Sparta
Slovacko. Ein Rekord, den es nicht
auf 16 Siege und 14 Remis. 2020 dann
mal in der Vorkriegsliga gab.
war die Liga wegen der Pandemie von
Mit dem 24-jährigen Jan Kuchta
16 auf 18 Klubs aufgestockt worden,
stellt Slavia auch den erfolgreichsten
SLAVIA PRAG
POLEN
Trainerfuchs
R UMÄNI EN
Foto: Slavia Praha
In TS CH EC H I E N ist der Klub aus der
Hauptstadt weiter dominant. Selbst
Sparta bleibt da nur das Nachsehen.
Schampuslaune: Ausgelassen feiern Trainer Jindrich Trpisovsky (li.) und
seine Spieler Slavias dritte Meisterschaft in Folge.
Torjäger der Liga. Doch seine 15 Tore
egalisierte am Wochenende noch
Spartas Adam Hlozek (18) dank vier
Toren binnen 23 Minuten beim 6:1
über Brünn. Der Jung-Nationalspieler war einer der wenigen Lichtblicke
Spartas, das sich unter Sportdirektor
Tomas Rosicky (Ex-Dortmund) frühzeitig dem Lokalrivalen geschlagen
geben musste. „Slavia gehört zu den
Topteams in Europa, wir haben da-
Trainererbe
UNGAR N
gegen noch viel Arbeit vor uns“, lobt
der seit Februar amtierende SpartaCoach Pavel Vrba, der im vergangenen Jahrzehnt Viktoria Pilsen zu drei
Meisterschaften geführt und auch die
Nationalelf trainiert hatte.
Mit ihm will Sparta wieder angreifen. Aktuell aber gibt Slavia, das
den dritten Titel in Folge und den
siebten seit der politischen Wende
holte, den Ton an.
VIT CHALUPA
Trainerfrage
Michniewicz mit
der Erfolgstaktik
Sohn Edward wie
Vater Iordanescu
Bleibt Rebrov?
Kommt gar Stöger?
Wer sonst als Legia? Aber auch der siebte
Titel in den letzten zehn Jahren stellt
Präsident Dariusz Mioduski nicht zufrieden. Kontinental sollte Legia mitmischen,
scheiterte aber erneut in den Play-offs zur Europa
League an Qarabag Agdam. Da war Trainer Aleksandar Vukovic bereits durch Czeslaw Michniewicz abgelöst. Der
51-Jährige gilt als Der Meister
Taktikfuchs. Zum
Rückrundenstart gegen den schärfsten
Konkurrenten Tschenstochau spiegelte der Coach
dessen 3-4-3-Taktik – mit Erfolg. Seit dem 2:0-Sieg
wurden die Außenbahnspieler Josip Juranovic und
Filip Mladenovic (Ex-Köln) zu den entscheidenden
Faktoren. Mit sieben Toren und sechs Assists wurde
Mladenovic zum besten Spieler der Saison gewählt.
Seine beste Saison erlebte der tschechische
Torjäger Tomas Pekhart (32). Mit 22 Toren trumpfte
der EM-Spieler, der auch in Nürnberg und Ingolstadt am Ball war, auf. Pekhart ist mit Torwart-Oldie
Artur Boruc (41) der Topverdiener. Legia-Fan Boruc
spielte bis 2005 für seinen Klub, kickte dann für
Celtic, Florenz, Southampton, Bournemouth und
kehrte 2020 zurück. Jetzt hat er verlängert, um
Europa zu erobern.
ROMAN KOLTON
Schon zum vierten Mal in Folge sicherte
sich CFR Cluj den Meistertitel in Rumänien. Das Team aus Transsilvanien feierte
einen Erfolg der Erfahrung, immerhin
sind fast 20 Spieler des Kaders älter als 30 Jahre.
Und erstmals setzte sich eine Mannschaft durch,
die nach Ablauf der regulären Saison nur auf Rang 2
hinter FCSB Bukarest
(ehemals Steaua) lag. Der Meister
CFR erreichte
den siebten Titel und
wandelte dabei einen
Punkt Rückstand in den Play-Offs in neun Punkte
Vorsprung um. Und während Vater Anghel Iordanescu von 1987 bis 1989 und 1993 mit Steaua vier
Titel holte, triumpnierte dessen 42-jähriger Sohn
Edward, im Dezember angetreten, nun mit Cluj.
Mit ruhiger Hand führte Iordanescu jr. sein
Multikulti-Team zur Meisterschaft. Außer den
17 Rumänen laufen Profis aus Litauen, Polen,
Portugal, Brasilien, Bosnien, Frankreich, Tunesien, Island, Venezuela und Kroatien für CFR auf.
Der eingebürgerte portugiesische Kapitän Mario
Camora, der auch in Rumäniens Nationalelf spielt
und selbst 34 ist, meinte: „Wir haben gezeigt, dass
wir nicht zu alt sind. Für unsere Leistung sollte
man uns mehr Respekt zollen.“
PAUL ZAHARIA
Zum dritten Mal in Folge gewann Ferencvaros Budapest den Titel in Ungarn. Keine besondere Zahl im internationalen
Vergleich, aber für „Fradi“, wie der Klub
genannt wird. Nur einmal, zwischen 1909 und
1913 gelang den Grün-Weißen eine bessere Serie –
damals holten sie fünf Meisterschaften am Stück.
Der Erfolg ist
auch Verdienst des Der Meister
ukrainischen Trainers
Serhiy Rebrov, der
2018 die Nachfolge
von Thomas Doll antrat. Rebrov und Sportdirektor
Tamas Hajnal (Ex-Schalke und Ex-Dortmund) stellten ein Team zusammen, das längst das Maß der
Dinge ist und sich auch in der Champions League
bewährt hat. Fünf Akteure (Gergö Lovrencsics, der
Deutsche Marcel Heister, Aissa Laidouni, Somalia,
Myrto Uzuni) wurden in die Elf der Saison gewählt.
Bei der EM stellt Fradi das größte Kontingent
Ungarns, mit dem Slowaken Robert Mak (einst
Nürnberg) und dem Ukrainer Oleksandr Zubkov
kommen weitere Grün-Weiße dazu. Fraglich nur,
ob Coach Rebrov bleibt. Sein Ex-Klub Dynamo
Kiew und Fenerbahce buhlen um ihn. Favorit auf
die Nachfolge ist Peter Stöger von Austria Wien,
einst in Köln und Dortmund tätig. ATTILA MONCZ
LEGIA WARSCHAU
CFR CLUJ
FERENCVAROS
Nummer 50 im 10. Anlauf
31. MAI 2021
55
Am Samstag stand der
Westen Londons kopf.
Zumindest diejenigen,
die sich in diesem Teil
der britischen Hauptstadt überdurchschnittlich für Fußball interessieren. Denn nicht genug
damit, dass Chelsea am späten
Abend die Champions League gewann – drei Stunden zuvor hatte
schon der FC Brentford, gerade
mal ein paar Kilometer westlich
die Themse hinauf gelegen, den
Aufstieg in die Premier League
geschafft. Zuletzt hatte der kleine
Klub vor 74 Jahren in der höchsten englischen Liga gespielt.
Insgesamt neunmal war
Brentford seitdem in den Aufstiegsspielen gescheitert. Doch
nun, dank des 2:0-Sieges über
Swansea City im Finale der Playoffs in Wembley, werden die Bienen, so der Spitzname Brentfords,
der 50. Klub der Premier League
seit ihrer Gründung 1992.
Zwei frühe Tore durch Ivan
Toney (10., Elfmeter) und den
dänischen Junioren-Nationalspieler Emiliano Marcondes (20.)
entschieden die Partie frühzeitig
zugunsten des Außenseiters. Der
25-jährige Toney kam zu Beginn
dieser Saison als Ersatz für den
zu Aston Villa abgewanderten
und nun in Englands EM-Kader
stehenden Ollie Watkins für die
Vereinsrekordsumme von 6,6 Millionen Euro und erzielte 31 Treffer.
Und dass Marcondes in
Brentford spielt, ist auch kein
Zufall. Trainer Thomas Frank
ist Däne und insgesamt stehen
acht Landsleute im Kader – ein
Schwede und ein Finne ergänzen die skandinavische Phalanx.
Und auch ein deutscher Profi trug
wesentlich zum Aufstieg bei: Der
23-jährige Vitaly Janelt kam im
vorigen Oktober für 600 000 Euro
vom VfL Bochum und etablierte
sich schnell als absolute Stammkraft im defensiven Mittelfeld.
Frank, der erste dänische
Trainer in der Premier League,
ließ seinen Tränen nach dem
Erfolg freien Lauf. Nicht zuletzt
in Erinnerung an das Drama des
Vorjahres. Damals hatte man
sich im Halbfinale ebenfalls gegen Swansea durchgesetzt, war
aber dann im Endspiel erst nach
Verlängerung mit 1:2 an Fulham
gescheitert. „Die Reise, auf der
dieser Klub war, ist unglaublich.
Wenn du hart arbeitest, eine klare
Strategie und ein Gemeinschaftsgefühl hast, ist alles möglich in
dieser Welt“, freute sich Frank.
Brentford, das dem ausgebildeten Mathematiker und professionellen Buchmacher Matthew
Benham gehört, stieg 2009 in die
3. Liga und 2014 in die 2. Liga auf.
Jetzt wartet die größte Herausforderung. Der Aufstieg bringt zwar
210 Millionen Euro, weshalb diese
Play-off-Partie oft als wertvollstes Spiel der Welt auf Klubebene
bezeichnet wird. Dennoch gilt
Brentford als erster Abstiegskandidat. Aber auf Überraschungen
versteht man sich ja im Westen
Londons.
KEIR RADNEDGE/mm
EU R O PA L EAGUE
Foto: imago images/Action Plus
Neunmal scheiterte der FC B R E N T FO R D
in den Play-offs. Ein dänischer Trainer
führt den Klub in die Premier League.
Aufstieg geschafft: Vitaly Janelt (Mitte, mit Trophäe) bejubelt mit
seinen Teamkollegen Brentfords Play-off-Sieg über Swansea.
De Geas Elfmeter-Negativserie
Wunschkandidat: Oblak
Vor einem Jahrzehnt
wechselte David de
Gea für die damals
durchaus spektakuläre
Ablösesumme von rund 25 Millionen Euro von Atletico Madrid zu
Manchester United. Der damals
20-Jährige galt als eines der Toptalente unter den Torhütern, ein
Jahr zuvor war er mit Atletico
bereits als Stammkeeper Sieger der
Europa League geworden. In Spanien dachten manche schon, es sei
nur eine Frage der Zeit, bis er, wie
sein Landsmann Iker Casillas von
Real Madrid, Welttorhüter würde.
Es kam dann anders.
Zwar legte de Gea eine veritable Karriere hin, agierte und
parierte nicht selten spektakulär,
wurde viermal Uniteds Spieler der
Saison und, vor allem, 2013 mit
den Red Devils Meister und 2016
Pokalsieger. Auch Nationaltorhüter
wurde de Gea. Unumstritten ist der
Spanier aber seit vielen Jahren wieder im Klub noch in der Seleccion,
wozu in unschöner Regelmäßigkeit
immer wieder teils haarsträubende
Patzer beitrugen.
Am Mittwoch war es im Endspiel der Europa League just de
Gea, der im Elfmeterschießen den
22. Elfmeter vergab. Zuvor hatten
alle 21 Akteure getroffen, direkt vor
ihm Villarreals Keeper Geronimo
Rulli. Dann trat de Gea an und sein
Gegenüber parierte. De Gea selbst
hat nun 40 Elfmeter in Folge nicht
pariert seit 2016, 32 im Klub, acht in
der Nationalelf. Und so könnte sein
Schuss am Mittwoch in Danzig sein
letzter im Dress von ManUnited
gewesen sein, zumal er mit dem
24-jährigen Dean Henderson, der
im November auch in Englands
Nationalelf debütierte, teamintern
Konkurrenz bekommen hat.
Wichtiger aber: Trainer Ole
Gunnar Solskjaer ist von keinem
der beiden richtig überzeugt, im
Klub denkt man über einen einen
möglichen Tausch mit de Gea und
Jan Oblak nach, der seit Jahren einer der Erfolgsgaranten bei de Geas
Ex-Klub Atletico ist. Die Frage ist
allerdings, warum sich die Madrilenen darauf einlassen sollten. Oblak
selbst hat (noch) keine Wechselabsichten angekündigt.
K. R.
Nachtrag vom Mittwoch
Villarreal – ManUnited
i.E. 11:10 (1:1, 1:1)
Villarreal: Rulli (1,5) – Foyth (4; 88. Mario
Gaspar/3,5), Raul Albiol (3,5), Pau (3,5),
Alfonso Pedraza (4,5; 88. Alberto Moreno/4) –
Pino (3,5; 77. Paco Alcacer/4,5), Capoue (4;
120./+3 Dani Raba/–), Parejo (2,5), Manu
Trigueros (4; 77. Moi Gomez/4) – Gerard (3),
Bacca (4,5; 60. Coquelin/4) – Trainer: Emery
ManUnited: de Gea (3,5) – Wan-Bissaka (3,5;
120./+3 Mata/–), Bailly (3,5; 116. Tuanzebe/–), Lindelöf (5), Shaw (4) – McTominay
(3,5; 120./+3 Alex Telles/–), Pogba (3; 115.
James/–) – Greenwood (3; 100. Fred/–),
Bruno Fernandes (4,5), Rashford (4,5) –
Cavani (2) – Trainer: Solskjaer
Tore: 1:0 Gerard (29., Rechtsschuss, Parejo),
1:1 Cavani (55., Rechtsschuss, McTominay) –
Elfmeterschießen: 1:0 Gerard, 1:1 Mata, 2:1
Dani Raba, 2:2 Alex Telles, 3:2 Paco Alcacer,
3:3 Bruno Fernandes, 4:3 Alberto Moreno,
4:4 Rashford, 5:4 Parejo, 5:5 Cavani, 6:5 Moi
Gomez, 6:6 Fred, 7:6 Raul Albiol, 7:7 James,
8:7 Coquelin, 8:8 Shaw, 9:8 Mario Gaspar,
9:9 Tuanzebe, 10:9 Pau, 10:10 Lindelöf, 11:10
Rulli, de Gea scheitert an Rulli – Chancen:
1:2 – Ecken: 7:3 – SR: Turpin (Frankreich),
Note 2, im besten Sinne unauffällig, ohne
gravierende Fehler. – Zuschauer: 9500 (in
Danzig, ausverkauft) – Gelbe Karten: Capoue,
Foyth – Bailly, Cavani – Spielnote: 4,5, eide
Teams wirkten nach einer langen Saison müde
und ohne Esprit. Heraus kam eine zerfahrene
Partie mit nur wenigen Torchancen, immerhin
war es spannend bis zum Schluss und das
Elfmeterschießen sogar spektakulär. – Spieler
des Spiels: Geronimo Rulli
56
31. MAI 2021
Zurück nach zehn Jahren
kurz
Neymar wehrt sich gegen Nike
Der Sportartikelhersteller Nike hat die
Trennung von Neymar im Zuge einer
Anschuldigung mit einem angeblichen
sexuellen Übergriff begründet. Der
PSG-Spieler habe sich bei der Untersuchung des Vorwurfs einer Mitarbeiterin
gegen ihn unkooperativ verhalten, so
der Konzern. Bei den Untersuchungen
gehe es um einen Vorfall von 2016, der
dem Unternehmen 2018 angezeigt
worden sei. Neymar weist die Vorwürfe
entschieden zurück.
Das Ende der Tingeltour? Trainer P ET ER PACULT (61) ist mit
Austria Klagenfurt in Österreichs Bundesliga aufgestiegen.
WM-Qualifikation Asien
2. Runde, Gruppe A:
Guam - China
1. Syrien
2. China
3. Philippinen
4. Malediven
5. Guam
2. Runde, Gruppe F:
Japan - Myanmar
1. Japan
2. Tadschikistan
3. Kirgisistan
4. Myanmar
5. Mongolei
Österreich
0:7
15
10
7
6
0
5
5
5
5
6
14:4
20:2
8:8
6:10
2:26
6
6
5
6
7
10:0
37:0 18
9:8 10
10:5 7
5:23 6
2:27 3
Länderspiele
Türkei - Aserbaidschan
Italien - San Marino
Schweden - Finnland
Mexiko - Island
Malta - Nordirland
Schweiz - USA
2:1
7:0
2:0
2:1
*
*
England
Aufstieg Premier League, Endspiel:
FC Brentford - Swansea City
2:0
Italien
Aufstieg Serie A, Endspiel, Rückspiel:
FC Venedig - AS Cittadella (1:0)
1:1
(In Klammern Hinspielergebnis)
Frankreich
Relegation:
FC Toulouse - FC Nantes
FC Nantes - FC Toulouse
1:2
*
Portugal
Relegation:
FC Arouca - FC Rio Ave
FC Rio Ave - FC Arouca
Hause mit 4:0 und am Samstag
auswärts mit 1:0 gewann. Das
passt zum Comeback des schillernden Pacult, der nach seinem
Wechsel 2011 zu Leipzig und der
Folgestation Dresden viele Jahre
tingelte: Floridsdorf, Zavrc, Cibalia, Radnicki Nis, Kukesi oder
Titograd hießen die Stationen in
Österreich, Slowenien, Kroatien,
Serbien, Albanien und Montenegro, 2020 war Pacult erneut als
Aufsichtsrat bei Floridsdorf tätig.
Seit diesem Jahr nun coacht
er in Klagenfurt, wo der Deutsche
Harald Gärtner (Ex-Ingolstadt)
Geschäftsführer ist. Die Hoffnung
dort, wonach sich Pacults gebündelte Erfahrung aus vielen Höhen
und Tiefen seines Trainerdaseins
in der prekären Situation rechnen
würde, ist aufgegangen. Der Aufstieg trägt vor allem auch seinen
Namen. Es gilt als ausgemacht,
dass Pacult die Kärntner auch in
der Bundesliga betreut.
3:0
*
Play-offs Europa Conference League,
Endspiel:
Austria Wien - Wolfsberger AC
3:0
Wolfsberger AC - Austria Wien
1:2
Relegation, Rückspiel:
St. Pölten - Austria Klagenfurt (0:4) 0:1
(In Klammern Hinspielergebnis)
Dänemark
Play-off Europa Conference League:
Aarhus GF - Aalborg BK
i.E. 3:1
Tschechien
SFC Opava - Viktoria Pilsen
1:3
Sparta Prag - Zbrojovka Brünn
6:1
Banik Ostrau - MFK Karvina
1:1
1. FC Slovacko - FK Zlin
2:0
FK Teplice - 1. FK Pribram
2:2
Slavia Prag - Dyn. Budweis
2:1
Slovan Liberec - Sigma Olmütz
1:2
Mlada Boleslav - Bohemians Prag
3:1
FK Pardubitz - FK Jablonec
0:1
Abschlusstabelle:
1. Slavia Prag (M)
34 85:20 86
2. Sparta Prag (P)
34 82:43 74
3. FK Jablonec
34 59:33 69
4. 1. FC Slovacko
34 58:33 63
5. Viktoria Pilsen
34 60:45 58
6. Slovan Liberec
34 44:32 52
7. FK Pardubitz (N)
34 41:42 52
8. Banik Ostrau
34 48:38 49
9. Sigma Olmütz
34 40:40 45
10. Bohemians Prag
34 40:37 43
11. FK Mlada Boleslav
34 49:54 39
12. MFK Karvina
34 37:49 39
13. Dynamo Budweis
34 33:47 38
14. FK Zlin
34 30:50 32
15. FK Teplice
34 34:66 30
16. Zbrojovka Brünn (N) 34 33:57 26
17. 1. FK Pribram
34 26:65 25
18. SFC Opava
34 23:71 17
Pacult hat seinen aktuellen
Aufstieg aber auch dem Fall eines Mannes zu verdanken, den er
einst bei 1860 München trainierte:
Daniel Bierofka verlor mit Wacker
das Fernduell um den Relegationsplatz.
HUBERT WINKLBAUER
Ungarn öffnet für EM-Fans
Foto: imago images/GEPA pictures
Austria Klagenfurt ist
zurück. Elf Jahre war
der Traditionsverein,
der mit dem Wörthersee-Stadion die drittgrößte Arena Österreichs hat, weg aus der
Bundesliga. Die Rückkehr nun
unter dem seit Januar amtierenden Trainer Peter Pacult ist so
glücklich wie fulminant. Auch für
den mittlerweile 61-jährigen Pacult bedeutete der Aufstieg nach
einem Jahrzehnt die Rückkehr in
Österreichs Oberhaus. 2011 war er
nach fünf Jahren als Coach von
Rapid nach Leipzig gewechselt.
Glücklich war nun die Rückkehr für Klagenfurt, weil man erst
durch das Straucheln von Wacker
Innsbruck am letzten Spieltag der
2. Liga Dritter wurde und so erst
zu den Duellen mit St. Pölten antreten konnte, das nun nach fünf
Jahren wieder abstieg.
Fulminant war die Rückkehr, weil man die Relegation zu
Großer Erfolg, verhaltene Freude:
Klagenfurts Trainer Peter Pacult
Zypern
Abschlusstabelle:
1. Omonia Nikosia
36
2. Apollon Limassol
36
3. AEL Limassol
36
4. Anorthosis Famagusta 36
5. AEK Larnaka
36
6. Olympiakos Nikosia 36
7. Pafos FC
40
8. APOEL Nikosia
40
9. Ethnikos Achnas
40
10. Doxa Katokopia
40
11. Nea Salamina
40
12. Ermis Aradippou
40
13. EN Paralimni
40
14. Karmiotissa PP
40
55:17
68:30
58:34
44:37
44:40
38:51
58:38
48:39
48:56
46:43
48:61
40:61
35:61
36:98
79
74
68
57
50
47
63
60
52
51
43
38
34
24
Schweiz
Relegation:
FC Thun - FC Sion
FC Sion - FC Thun
1:4
2:3
Griechenland
Relegation, Rückspiel:
Panetolikos Agrinio - AO Xanthi (1:2)
(In Klammern Hinspielergebnis)
*
Schweden
Pokal, Endspiel:
Hammarby IF - BK Häcken
Rumänien
i.E. 5:4
Abschlusstabelle Meisterschaftsrunde:
1. CFR Cluj (M)
40 15:5 54
2. FCSB Bukarest (P) 40 13:14 45
3. Universitatea Craiova 40 9:11 41
4. Sepsi OSK
40 11:8 40
5. Academica Clinceni 40 10:15 33
6. FC Botosani
40 13:18 31
Abstiegsrunde:
1. Chindia Targoviste
39 7:3 36
2. UTA Arad (N)
39 7:9 32
3. Gaz Metan Medias
39 15:10 32
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
Viitorul Constanta
Arges Pitesti (N)
Dinamo Bukarest
FC Voluntari
FC Hermannstadt
Astra Giurgiu
FC Politehnica Iasi
bündig
39
39
39
39
39
39
39
Ausländische Fans können für die EM
im Juni nach Ungarn reisen, wenn sie
ein Ticket für eines der drei geplanten
Spiele der Gruppe F in Budapest oder
das Achtelfinal-Spiel haben. Sonst sind
touristische Reisen nach Ungarn derzeit nicht möglich. In der Puskas-Arena
finden die drei Vorrundenspiele der
„Deutschland“-Gruppe statt, die nicht
in München ausgetragen werden: Ungarn - Portugal, Ungarn - Frankreich
und Portugal - Frankreich. Als einziges
EM-Austragungsland hat Ungarn volle
Ränge zugesichert. Ausländische Fans
müssen sowohl bei der Einreise als
auch am Stadioneingang einen negativen PCR-Test vorlegen, der nicht älter
als 72 Stunden ist.
9:4
10:7
11:8
6:7
6:9
6:12
7:15
32
31
31
28
26
24
20
Liechtenstein
Der Pokal-Wettbewerb wurde abgebrochen
und der FC Vaduz für den Europapokal
gemeldet.
Luxemburg
Abschlusstabelle:
1. CS Fola Esch
30 89:35 68
2. F91 Dudelange
30 70:29 66
3. Swift Hesperange (N) 30 72:30 65
4. RFC Union
30 47:29 54
5. Progres Niederkorn 30 48:30 53
6. FC Differdange 03
30 51:48 45
7. FC Wiltz 71 (N)
30 45:42 44
8. Jeunesse Esch
30 41:43 43
9. US Hostert
30 47:56 37
10. FC UNA Strassen
30 44:65 35
11. US Mondorf-les-Bains 30 33:56 28
12. FC Rodange 91
30 27:52 28
13. Victoria Rosport
30 37:67 27
14. RMB Hamm (N)
30 33:48 26
15. Etzella Ettelbrück
30 32:57 24
16. Union Titus Petange 30 23:52 21
Der Pokal-Wettbewerb wurde abgebrochen.
Armenien
Abschlusstabelle:
1. Alashkert Erewan
24 25:15
2. FC Noah (P)
24 35:20
3. Urartu Erewan
24 28:19
4. Ararat Erewan
24 34:18
5. FC Ararat-Armenia (M)24 32:17
46
41
41
40
38
6.
7.
8.
9.
10.
FK Van (N)
Pjunik Erewan
Lori Vanadzor
Schirak Gjumri
Gandzazar Kapan
24 25:30 31
24 20:18 25
24 16:44 23
24 19:53 13
zurückgezogen
Bosnien-Herzegowina
Pokal, Endspiel:
Borac Banja Luka - FK Sarajevo
i.E. 1:4
Republik Moldau
Pokal, Endspiel:
Sheriff Tiraspol - Sfintul Gh. Suruceni
*
Nordirland
Abschlusstabelle:
1. FC Linfield
2. FC Coleraine
3. FC Glentoran
4. FC Larne
5. FC Cliftonville
6. FC Crusaders
7. FC Glenavon
8. Ballymena United
9. FC Portadown
10. Warrenpoint Town
11. Carrick Rangers
12. Dungannon Swifts
38
38
38
38
38
38
38
38
38
38
38
38
83:38
57:35
65:32
64:41
59:42
62:50
72:65
67:44
50:78
38:74
35:92
22:83
78
73
71
64
60
54
62
61
36
36
23
17
Montenegro
Pokal, Endspiel:
Buducnost Podgorica - Decic Tuzi
*
Andorra
Pokal, Endspiel:
UE Sant Julia - AC d’Escaldes
*) bei Redaktionsschluss nicht beendet
Weitere Tabellen finden Sie auf unserer Website unter
www.kicker.de/tabellen-international
*
2. LIGA
Die neue
Achse
Simon Terodde und Co. sollen die
Hierarchie auf SCH A LKE verändern
und dabei auch junge Spieler führen.
Schon am 14. Juni treffen
sich die Schalker erstmals nach dem Abstieg
wieder, am 17. ist das erste Training auf dem Rasen angesetzt. Dann werden alle dabei sein,
die entsprechende Arbeitspapiere
besitzen – auch die Profis, die sich
der Klub nicht leisten kann.
Sportlich könnten gestandene Erstligaspieler wie Sebastian
Rudy, Mark Uth, Amine Harit, Matija Nastasic, Ozan Kabak, Omar
Mascarell oder Salif Sané sicher
beim Bestreben, sofort in die Bundesliga zurückzukehren, behilflich sein. Aber weil ihre sehr gut
dotierten Erstliga-Verträge ebenso
wie die von Hamza Mendyl oder
Rabbi Matondo auch für die 2. Liga
gültig sind (was für ein Missmanagement in der Vergangenheit!),
muss gleich in mehreren Fällen
eine Lösung gefunden werden.
„Es ist eine absolute Herausforderung, da brauchen wir nichts
zu beschönigen“, sagt Rouven
Schröder. Schalkes neuer Sportdirektor muss Uth und Co. verkaufen – am besten nicht nur für
viel Geld, sondern auch schnell,
damit frische Millionen für Zugänge reinkommen. Die Not des Absteigers ist in der Branche bestens
bekannt, Schröder betont aber:
In Transfergesprächen
will der Sportdirektor
Stärke zeigen.
„Wir werden uns nicht ausnutzen
lassen!“ In den Verhandlungen
müsse der Verein eine „gewisse
Stärke“ zeigen.
Schröder, der sich mit
dem bisherigen Mainzer André
Hechelmann als neuem Chefscout
tatkräftige Unterstützung hinzugeholt hat, weiß natürlich, dass
jetzt noch „ein unausgewogenes
Kaderbild“ vorherrscht. „Aber das
Grundgerüst steht.“ Das Ensemble
Grammozis setzt auf ein 3-5-2
Terodde
?
?
?
Palsson
Foto: Witters
?
COACH: Dimitrios Grammozis
?
Latza
Kaminski
?
?
wird hauptsächlich zugeschnitten
auf die Vorstellungen von Trainer Dimitrios Grammozis, der am
liebsten auf ein 3-5-2 setzt, ohne
sich zu sehr daran zu klammern.
Teure Spieler, die bleiben,
weil sich keine Lösung findet, werden sich unterordnen müssen.
Schalke will die Hierarchie klar
verändern. Simon Terodde (33, zuvor HSV), Danny Latza (31, Mainz),
Victor Palsson (30, Darmstadt)
und Marcin Kaminski (29, Stuttgart) wurden schon verpflichtet – vor allem diesen erfahrenen
Kräften trauen die Königsblauen
tragende Rollen zu. „Wir brauchen eine klare Achse mit einer
gewissen Erfahrung“, sagt Schröder und ergänzt: „Stabile Spieler,
die druckerprobt sind und die
Gruppe, vor allem aber auch junge
Spieler führen können.“ Schalke
muss auch vielen Talenten eine
Chance geben. Schröder spricht
von einer „gesunden Mischung“.
Sie soll der Schlüssel zum direkten
Wiederaufstieg sein. Auf das erforderliche Konditionsniveau soll
der von Aufsteiger VfL Bochum
abgeworbene Jörn Menger die
Spieler bringen – er übernimmt
den Posten „Leiter Athletik“.
Einen Stammtorwart gibt es
noch nicht. Ralf Fährmann darf
zwar grundsätzlich bleiben, der
32-Jährige, der zuletzt immer
wieder Knieprobleme hatte, wird
sich aber womöglich gegen einen
noch zu verpflichtenden Herausforderer mit Nummer-1-Anspruch
durchsetzen müssen. Markus
Schubert könnte erneut verliehen werden, Michael Langer gilt
als idealer dritter Torwart und
niveauvoller Trainingspartner.
In der Abwehr setzt Schalke
auf Linksfuß Kaminski, auch Spieler wie Malick Thiaw oder Timo
Becker gelten als Kandidaten für
viele Einsatzminuten. Im Mittelfeld sollen Palsson und Latza das
Herzstück bilden, Florian Flick,
der einen Profivertrag unterschrieben hat, ist einer der Talente mit
rosiger Perspektive im Pott. Was
Schalke noch zwingend braucht,
sind ein Spielmacher sowie Fachkräfte für beide offensive Außenbahnen. Ebenso auf der Liste: ein
Sturmpartner für Terodde. Hier
allein auf Spieler wie Matthew
Hoppe (20) zu setzen, wäre zu
riskant.
TONI LIETO
AU FTA KT
Schalke legt
als Erster los
Verein
Erstes Mannnschaftstraining
Werder Bremen
Schalke 04
Holstein Kiel
Hamburger SV
Fortuna Düsseldorf
Karlsruher SC
Darmstadt 98
1. FC Heidenheim
SC Paderborn
FC St. Pauli
1. FC Nürnberg
Erzgebirge Aue
Hannover 96
Jahn Regensburg
SV Sandhausen
Dynamo Dresden
Hansa Rostock
FC Ingolstadt
noch offen
14. 06.
noch offen
16. 06.
15. 06.
20. 06.
19. 06.
23. 06.
noch offen
17. 06.
21. 06.
21. 06.
21. 06.
20. 06.
noch offen
noch offen
17. 06.
noch offen
58
31. MAI 2021
Wunschlösung Anfang
Dass bis zu 13 Personen an der Trainersuche des SV Werder Bremen beteiligt
waren und sind, macht in etwa deutlich,
dass bei diesem Prozess so gar nichts dem
Zufall überlassen werden soll. Selbst ein Sportpsychologe und ein Kommunikationsexperte waren
in das mehrstufige Auswahlverfahren mit „teils
speziellen Aufgaben“ involviert, um das Bild der
Kandidaten „rund zu machen“, wie Sportchef
Frank Baumann erklärt. Als Wunschlösung unter
den drei verbliebenen Optionen gilt dabei: Markus
Anfang, aktueller Trainer vom SV Darmstadt 98.
Bis Mitte der Woche soll laut Baumann
Klarheit herrschen bezüglich dieser „wichtigsten
Personalie im Verein“; noch geht es jedoch um
die Umsetzung einer Verpflichtung. Dabei spielt
auch der noch bis 2022 laufende Anfang-Vertrag
in Darmstadt eine Rolle. Werder wäre zwar grundsätzlich bereit eine Ablöse zu zahlen, allerdings
nur in „überschaubarer Höhe“, wie Baumann
gegenüber dem kicker sagt: „Eine Million wird
das definitiv nicht sein.“
Unter Trainer Anfang hat der SV Darmstadt
gerade erst die beste Rückrunde der Vereinsgeschichte (33 Punkte) gespielt. Zuvor stellte der
46-Jährige bereits beim 1. FC Köln unter Beweis,
dass er einen abgestiegenen Traditionsklub wieder direkt auf Aufstiegskurs bringen kann. Davor
gelang ihm mit Holstein Kiel sogar fast der Durchmarsch von der 3. Liga in die Bundesliga, der erst
in der Relegation scheiterte. Auch mit jungen
Spielern arbeitete Anfang schon erfolgreich, wurde
als U-17-Coach mit Bayer Leverkusen Deutscher
Meister und trainierte dabei über längere Zeit
einen gewissen Kai Havertz.
DA R MSTA DT
Foto: Ulrich/Huebner
Bis Mitte der Woche soll der
neue Trainer in B RE M E N
feststehen. Baumann schließt
eine Millionen-Ablöse aus.
Die Nummer eins unter den verbliebenen drei Kandidaten: Darmstadts Coach Markus Anfang
Anfang steht für spektakulären Offensivfußball, wie 63 Tore in 34 Zweitligaspielen mit
Darmstadt, 76 Tore in 31 Spielen mit Köln und
71 Tore in 34 Spielen mit Kiel belegen. Das sind
mehr als 200 Treffer in drei Spielzeiten. Drei
unterschiedliche Profis wurden unter Anfang
zudem Torschützenkönig in der 2. Liga: Serdar
Dursun (Darmstadt), Simon Terodde (Köln) und
Marvin Ducksch (Kiel). Bei Werder warten nun
auch einige Profis noch auf einen Vollzug in der
Trainerfrage, bevor sie über ihre persönliche Zukunft entscheiden wollen.
Trotz der bekanntlich begrenzten finanziellen Mittel in Bremen habe Baumann während der
Trainersuche bislang „ein sehr großes Interesse“
bei vielen Kandidaten gespürt. Dass Florian Koh-
feldt in Bremen in dreieinhalb Jahren zum zweitdienstältesten Trainer der Bundesliga wurde, sei
ebenso ein schlagkräftiges Argument gewesen wie
die nach wie vor enorme „Strahlkraft als Verein“.
Viele Trainer hätten die Chance gesehen, „hier
wieder etwas aufzubauen“, so der Werder-Sportchef, „und einen Neuanfang zu starten“.
Baumann hatte sich jedoch auch zwei, drei
Absagen eingehandelt, als sich der erweiterte
rund zehn Trainer umfassende Kandidatenkreis
bildete. Laut Bild ist der 58-jährige Peter Zeidler
vom FC St. Gallen aus der Schweiz noch unter den
letzten drei Optionen verblieben. Der ebenfalls
gehandelte Holstein-Coach Ole Werner (Seite 20)
soll seinen noch ein Jahr laufenden Vertrag in Kiel
hingegen nun sogar verlängern.
TIM LÜDDECKE
Der Präsident will nach dem Abgang wichtiger Spieler nicht auch den Trainer verlieren
Fritschs Dilemma: Eine satte Ablöse wäre wichtig
Torjäger Serdar Dursun
geht, Defensivleader
Victor Palsson ist schon
weg, Immanuel Höhn
ebenso, und auch die beiden
Leihspieler Nicolai Rapp (Union
Berlin) und Lars Lukas Mai (Bayern München) kehren zumindest
zunächst zu ihren Vereinen zurück – Darmstadt 98 verliert seine
gesamte Achse von der Abwehr
bis zum Sturm und steht wieder
einmal vor einem Umbruch.
Und nun kommen dazu
noch die Spekulationen über einen vorzeitigen Abgang von Trai-
ner Markus Anfang. „Wir haben
hier einen Toptrainer, mit dem
wir sehr zufrieden sind“, stellte
Vereinspräsident Rüdiger Fritsch
vergangene Woche klar. Anfang
habe einen Vertrag bis 2022, man
werde weitermachen wie bisher
und solle ihn nicht mit Anfragen
behelligen, sagte Fritsch sichtlich
genervt.
Aber auch bei den Lilien
gibt es eine finanzielle Schmerzgrenze, die je nach sportlichen
und finanziellen Aspekten unterschiedlich ausfällt. Bei Dursun
lehnte der Verein in den vergange-
nen Jahren Angebote im Bereich
von einer Million Euro ab. Der
Deutsch-Türke wurde Torschützenkönig und verlässt den Verein
nun ablösefrei.
Bei Palsson entsprach man
dagegen dem Wechselwunsch des
Spielers zu Schalke und nahm die
Ablösesumme von rund 500 000
Euro für den 30-Jährigen mit, der
noch ein Jahr Vertrag hatte.
Dass der Verein aber grundsätzlich nur begrenzte Möglichkeiten hat, wenn ein Trainer
unbedingt wechseln will, hat
Fritsch 2016 beim Abgang von
Dirk Schuster zum FC Augsburg
selbst erlebt.
Die Aufgabe in Darmstadt
kommende Saison ist herausfordernd: Der Umbruch muss mit
beschränktem Budget vorangetrieben werden. Im vergangenen
Jahr wurde mehrfach deutlich,
dass der ehrgeizige Anfang gerne
anders auf dem Transfermarkt
agiert hätte. Für die kommende
Spielzeit erwartet Fritsch bis zu
fünf Millionen Euro weniger Einnahmen. Da stünde dem Verein
eine ordentliche Ablöse gut zu
Gesicht.
STEPHAN KÖHNLEIN
Der neue Coach der
FO RT U N A kommt ohne
Profi-Erfahrung. Er lernte
bei Klopp und Streich.
Der Juni ist eng getaktet.
Am 12. Juni steigt die letzte,
die 42. Regionalliga-Partie,
im Mösle-Stadion, wenn
die U 23 des SC Freiburg gegen TuS
Koblenz antritt. Drei Tage später
steht bei Fortuna Düsseldorf der
Laktattest an, gefolgt von den ersten
Athletikeinheiten, zuvor natürlich
Kennenlernen der Mannschaft und
einiger Mitarbeiter, kurze Eingewöhnung, Wohnungssuche. Was man
halt so macht in neuer Umgebung.
Ein strammes Programm erwartet
Christian Preußer, wenn er vom Badischen an den Rhein übersiedelt.
Nachdem bekannt geworden
war, dass der gebürtige Berliner beim
Zweitligisten übernimmt, „stand
mein Handy 24 Stunden nicht still“,
erzählt der 37-Jährige. Er wird sich
an größeren Rummel gewöhnen
müssen, mehr – auch mediale –
Aufmerksamkeit – als im beschaulichen Freiburg, hohe Erwartungen.
„Europaweit“, so Klaus Allofs, habe
man gesucht und Kontakte genutzt,
bis man in Freiburg fündig geworden
sei. Hannes Wolf schien zunächst
interessant, zu Miroslav Klose gab es
Kontakt. Warum also Preußer?
Fortuna geht zweifellos einen
mutigen Weg. Friedhelm Funkel,
hierzulande erfahren wie kaum ein
anderer in der Trainerbranche, prägte den Klub jahrelang, Uwe Rösler
brachte internationale Erfahrung aus
England, Norwegen und Schweden
ein. Preußer steht für einen ganz
anderen Ansatz, gewiss für neue Ideen und Schwung. In Freiburg hat er
bewiesen, dass er junge Spieler entwi-
AU E
Von Freiburg II
zur Fortuna:
Christian Preußer
Darum Preußer
ckeln kann, wie etwa die Bundesligaspieler Nico und Keven Schlotterbeck
sowie Mohamed Dräger (Olympiakos
Piräus). Mehr als 20 Spieler schafften
in seinen fünf Jahren in Freiburg den
Sprung in den Profifußball.
Mangelnde Erfahrung, wie
Skeptiker anmerken? Mit 37 blickt er
immerhin schon auf über 20 Jahre als
Coach zurück. Früh beendete er seine
eigene Karriere, übernahm schon mit
15, 16 als Trainer eine Mannschaft,
war bei RW Erfurt erst Co-, dann
Cheftrainer, zuvor Coach der U 19 und
Leiter des Nachwuchsleistungszentrums. Er absolvierte ein Praktikum
beim BVB und sah Jürgen Klopp
über die Schulter, in Freiburg erlebte
er Christian Streich aus der Nähe.
„Gerade in den ersten zwei Jahren in
Freiburg“, erzählt Preußer, „war ich
ganz nah an den Profis dran.“
Preußer also – ein interessanter
Weg. „Flexibel“ wolle er spielen lassen, sagt der neue Mann, der meist
sehr emotional an der Seitenlinie
agiert, „das heißt aber nicht, dass
wir jede Woche unser System umschmeißen“. Ein 3-4-3 bevorzugt der
neue Fortuna-Coach, insgesamt einen offensiven Ansatz; gerade im
Angriffsspiel, das weiß er, soll und
muss er den Hebel ansetzen. „Wir
müssen uns klarmachen: Was ist in
der 2. Liga gefragt, wie können wir die
Aufgaben am besten lösen?“
Da wird ihm auch Co-Trainer
Thomas Kleine, langjähriger Experte,
wichtige Hinweise liefen können. „Er
kennt den Verein und die Liga. Nach
zwei Minuten“, so Preußer, „haben
wir gemerkt, dass wir auf einer Wellenlänge liegen.“ Zuvor will Preußer
noch „Vereinshistorisches“ schaffen,
den Drittliga-Aufstieg mit Freiburg II.
Gelingt der vorzeitig, sind vielleicht
doch noch ein paar Tage Urlaub für
ihn drin.
OLIVER BITTER
Vertrag trotz 1,3 Punkten pro Spiel vorzeitig aufgelöst – Gesucht wird der elfte Trainer seit 2011
Foto: imago images/Hoffmann
Vrabec ist der Top-Favorit als Schuster-Nachfolger
Inzwischen ist es amtlich: Dirk Schuster ist
nicht mehr Trainer in
Aue. Sein bis 2022 gültiger Vertrag wurde in beiderseitigem Einvernehmen vorzeitig
aufgelöst. Er war im August 2019
als Nachfolger von Daniel Meyer
gekommen, schaffte zweimal relativ mühelos den Klassenerhalt,
obwohl die beiden Rückrunden
mau waren. In seinen 62 Spielen holte er 81 Punkte, macht
einen Schnitt von 1,3 Zählern pro
Partie. Für Aue nicht schlecht.
„Trotz allem besteht aus Sicht
der Vereinsführung mit Hinblick
auf die kommende, extrem anspruchsvolle Saison die Notwendigkeit, neue sportliche Impulse
zu setzen“, begründet Vereinsboss
Helge Leonhardt die Trennung.
Es folgt ein Satz, der aufhorchen lässt: „Der Verein dankt
Dirk auch für seine Bereitschaft,
diesen Weg mitzugehen, indem
er bereit ist, den Vertrag vorzeitig aufzulösen.“ Also wollte der
53-Jährige in der Tat das auch
selbst so. Das deutet Schuster in
seinem Statement selbst an. Ihm
habe die Arbeit mit dem Team
immer viel Spaß gemacht, „wenn
man jedoch auf Führungsebene
unterschiedliche Ansichten in
sportlichen Fragen hat, ist es nur
konsequent, sich zu trennen“.
Das Aus von Schuster hatte sich bereits angedeutet, zu
offensichtlich waren die Risse
zwischen Trainer, Mannschaft
und Vereinsführung. Spätestens,
nachdem sich Schuster und sein
Co-Trainer Sascha Franz nach
dem 3:8-Debakel gegen Paderborn krankgemeldet hatten, war
klar, dass eine gemeinsame Zukunft nicht mehr möglich war.
Jetzt ist der Weg frei für einen neuen Trainer, den elften seit
2011. Es wird wohl nicht lange
dauern, bis der Verein Schusters
Nachfolger bekannt gibt. Viel Zeit
bleibt nicht mehr, um mit Mister X das neue Team zu formen,
das frisches Blut braucht, denn in
acht Wochen steht der 1. Spieltag
der neuen Saison an. Als Top-Favorit gilt laut Vereinskreisen immer noch Roland Vrabec, der zuletzt den SC Progres Niederkorn in
Luxemburg trainierte. Er soll aber
nicht der einzige heiße Kandidat
sein.
THOMAS NAHRENDORF
60
31. MAI 2021
H A NNOVE R
Klare Hierarchie im Tor mit alten Hasen statt jungen Hüpfern – Weinkauf soll gehen
Die Schatten der jüngeren Vergangenheit
werden den künftigen
Trainer Jan Zimmermann sicher noch so manches
Mal einholen – im Tor tun sie es
auf jeden Fall schon. Nach dem
Wirbel im vergangenen Jahr steht
der von Ex-Trainer Kenan Kocak
nicht mehr erwünschte und als
Leihgabe nach Köln ausgewichene Ron-Robert Zieler nach jetzigem Stand wieder auf der Matte,
kraft seines Vertrages bis 2023.
Doch nimmt Zieler tatsächlich nach seinem Aufstieg zum
Nationaltorhüter in den Jahren
2010 bis 2016 und dem bösen
Absturz nach seiner Rückkehr
2019/20 zum dritten Mal Anlauf in Hannover? Hier träfe der
Weltmeister von 2014 auf jenen
Mann, dem er zuletzt seinen Platz
überlassen musste: Michael Esser.
Dritter Mann im Bunde wäre der
Däne Martin Hansen. Angeleitet
werden sollen die Schlussleute
künftig von Michael Ratajczak,
der nach dem Ende seiner aktiven
Laufbahn bei den Niedersachsen auf den Torwarttrainerposten wechseln soll. Zimmermann
wünscht sich dem Vernehmen
PA D E RB O RN
Foto: imago images/Huebner
Nimmt Zieler zum dritten Mal Anlauf?
Stand jetzt wieder bei 96: Die Leihe von Torhüter Ron-Robert Zieler,
hier im November 2019 im Hannover-Trikot, zum 1. FC Köln ist vorbei.
nach zur neuen Saison eine klare
Hierarchie im Kasten. Offen, wie
diese dann aussehen wird.
Alte Hasen statt junge Hüpfer – so könnte eine sich abzeichnende Neuformation tituliert werden, wenn sich das künftige Trio
tatsächlich aus Zieler (32 Jahre),
Esser (33) und Hansen (30) bildet.
Bereits verabschiedet wurde nach
seinem ersten Einsatz im letzten
Zweitligaspiel gegen den FCN (1:2)
Marlon Sündermann. Bei dem
23-jährigen Eigengewächs, noch
2020 mit einem einjährigen Profivertrag bedacht, führt der Weg
Kaufoption sorgt für Verbleib
eventuell Richtung 3. Liga. Von
dort kehrt eigentlich Leo Weinkauf nach zweijähriger Ausleihe
an den MSV Duisburg zurück. Der
24-Jährige, ausgebildet bei Werder und dem FC Bayern und hinter Rostocks Markus Kolke nach
kicker-Noten zweitbester Keeper
der abgelaufenen Drittligasaison,
war von 96 einst 2018 perspektivisch als künftige Nummer 1
verpflichtet worden. Weinkauf
besitzt einen Vertrag bis 2023 (wie
Esser und Hansen) und könnte
nun erneut anderswo „geparkt“
oder ganz abgegeben werden ...
Denn zum Thema Weinkauf
machte Martin Kind via Neue
Presse bereits öffentlich: „Wir
haben ihm empfohlen, dass er
sich einen anderen Verein sucht.“
Interpretierbar ist die Aussage
des Profibosses über Zieler: „Wir
glauben ja, dass er mit der Rolle
auf der Bank nicht zufrieden ist.“
Motivation für den Spieler, sich
beim Klub seines Herzens noch
einmal ins Zeug zu legen? Oder
eher die Empfehlung, erneut das
Weite zu suchen? Für Spannung
scheint vor dem Trainingsauftakt
am 21. Juni auch hier bestens
gesorgt.
MICHAEL RICHTER
KAR L SR UHE
Eichner will Goller behalten
Führich bindet Kapital
Heise vor Unterschrift
In Paderborn ist
eine
wichtige
Personalentscheidung gefallen. Der
SCP hat die Kaufoption für
Chris Führich gezogen. Der
Angreifer von Borussia Dortmund hatte in der abgelaufenen Saison auf Leihbasis für
die Ostwestfalen gespielt und
dabei überzeugt. Der 23-Jährige kam in 34 Zweitligapartien
zum Einsatz, schoss 13 Tore
und bereitete weitere sieben
Treffer vor. Führich bewies
dabei seine Vielseitigkeit. Er
ist handlungsschnell, kann
auf den Außenbahnen Tempo
ins Spiel bringen sowie auch
im Strafraum ins Dribbling
gehen. Gemeinsam mit seinen
Sturmkollegen Dennis Srbeny
(16 Tore/5 Assists) und Sven
Michel (7 Tore/7 Assists) hatte
er großen Anteil am stabilen
Auftreten des SCP.
Vier Leihspieler
hatte der KSC in der
abgelaufenen Saison
unter Vertrag. Xavier
Amaechi (20) konnte nicht
für sich werben. Der offensive Außenbahnspieler kehrt
zum HSV zurück. Kevin Wimmer (28) indes hat mit seinen
Auftritten überzeugt, doch der
KSC konnte den Österreicher
nicht halten. Der Abwehrspieler unterschrieb bei Rapid
Wien einen Vertrag bis 2023.
Trainer Christian Eichner,
einst Wimmers Teamkollege
beim 1. FC Köln, ist ob dieser
Entwicklung enttäuscht.
Leihspieler Nummer
drei: Philip Heise. Der hat bei
Norwich City zwar einen Vertrag bis 2022, doch ein Wechsel
zum KSC ist wahrscheinlich.
Der bald 30 Jahre alte Linksverteidiger hat sich wohl mit
Norwich auf eine Abfindung
Über die Höhe der Ablösesumme ist Stillschweigen
vereinbart worden. Sie dürfte sich im Bereich zwischen
700 000 und einer Million
Euro bewegen. Das ist für
Paderborn viel Geld. Die Entscheidung besitzt eine große
Tragweite für die angesichts
des schmalen Etats nicht immer einfache Kaderplanung.
Der Spielraum für weitere
Transfers ist eingeschränkt.
„Wir sind der festen
Überzeugung, dass Chris
Führich bei uns den nächsten
Entwicklungsschritt machen
und seine Rolle als sportlicher
Taktgeber weiter ausbauen
wird“, so SCP-Geschäftsführer Sport Fabian Wohlgemuth.
Wenn das passende Angebot
kommt, ist auch ein Weiterverkauf Führichs noch in diesem
Sommer nicht ausgeschlossen.
JOCHEM SCHULZE
geeinigt, könnte also einen
Vertrag im Wildpark signieren.
Heise kam in 29 Ligaspielen
zum Einsatz, war stark in der
Offensive, agierte defensiv hin
und wieder unkonzentriert.
Der vierte im Leih-Quartett ist Benjamin Goller. Der
22-Jährige, der sich auf dem
rechten Flügel am wohlsten
fühlt, kehrt nach dem Ende
seiner Leihe zu Werder Bremen zurück. Seine Zukunft
beim Bundesliga-Absteiger
ist unklar. Vieles hängt davon ab, ob der neue Trainer
mit Goller plant. Eichner würde den Außen, der 2020/21
beim KSC 27-mal eingesetzt
wurde (kicker-Notenschnitt
3,48), gerne behalten, ist von
dessen Fähigkeiten angetan.
„Er kann auf engem Raum
gut dribbeln, hat Geschwindigkeit und einen guten
Abschluss.“
PETER PUTZING
31. MAI 2021
61
Wer folgt noch alles auf Hunt?
Die erste Personalentscheidung unter T IM WA LT ER (45) ist getroffen, es könnten
weitere namhafte HSV-Profis gehen. Das Bemühen um Hofmann wird konkret.
Grundsätzlich, hatte Tim
Walter bei seinem Antrittsbesuch in Hamburg erklärt,
wolle er erst mal den Menschen hinter dem Profi kennenlernen. Ebenso grundsätzlich aber hat
der neue HSV-Trainer auch eine klare
Spielphilosophie, in die bestimmte
Spielertypen hervorragend passen
und andere wieder nicht. Mit Aaron
Hunt steht seit dem Ende der vergangenen Woche ein erster prominenter Abgang fest. Und es gibt weitere
Kandidaten, für die es zumindest
schwer werden könnte unter dem
Ex-Stuttgarter.
Beim VfB und in Kiel hatte der
45-jährige Coach einen mutigen
Spielaufbau von ganz hinten heraus
eingefordert, das erfordert Ballsicherheit und Passqualität sowohl des Torhüters als auch der Innenverteidiger.
Zwangsläufig wirft das Fragen
nach der Rolle von Sven Ulreich auf.
Der Ex-Münchner hat in seinem
Kerngeschäft keine überzeugende
Saison gespielt, kommt auf einen
mäßigen kicker-Notenschnitt von
3,34, hat auch die ihm zugedachte Leader-Rolle nicht im erhofften
Maß ausgefüllt. Vor allem aber hat
er fußballerische Defizite nicht kaschieren können. Mit dem Ball am
Fuß gilt der für ihn zur Nummer 2
degradierte Daniel Heuer Fernandes
als der deutlich bessere Torwart –
der Ex-Darmstädter aber sollte und
wollte sich in diesem Sommer eigentlich verändern. Folgt angesichts
ST. PAUL I
von Walters Vorstellungen nun ein
Umdenken bei allen Beteiligten?
Dass der neue Trainer seinem
früheren Kieler Schützling David Kinsombi keinen Persilschein ausstellt,
sondern in Bezug auf den intern
kritisch beäugten Mittelfeldmann
anmerkt, es gehe vor allem darum,
dass Spieler inneren Antrieb und
Bereitschaft mitbringen, zeigt, dass
er auch den Königstransfer des Sommers 2019 hinterfragt.
Für Walter geht es jedoch nicht
allein um ein Ausdünnen des Ka-
ders, sondern auch um qualitatives
Aufwerten. Kein einfaches Unterfangen angesichts des Wegfalls von
23-Tore-Stürmer Simon Terodde. Bereits vergangenen Montag hatte der
kicker berichtet, dass Karlsruhes Philipp Hofmann der Wunschkandidat
neben dem viel umworbenen Serdar
Dursun sei. Der 28-Jährige, um den
sich der HSV schon vor einem Jahr
intensiv bemüht hatte, ist zwar noch
ein Jahr an den KSC gebunden, passt
aber hinsichtlich seiner Gehaltsvorstellungen eher als Dursun.
Bislang ist bei den Badenern das
Interesse des HSV hinterlegt, ebenso
hat Hofmann wie im Vorsommer
seinen Wechselwunsch hinterlegt.
Seinerzeit lagen die finanziellen Vorstellungen zwischen beiden Klubs zu
weit auseinander, außerdem hatte
Hamburg mit Terodde bereits einen
Mittelstürmer unter Vertrag – nun
gilt es, einen adäquaten Ersatz zu bekommen. Der Beginn des Pokers um
den auch mit Walter abgestimmten
Wunschkandidaten ist somit eingeläutet.
SEBASTIAN WOLFF
Vergangenheit:
Aaron Hunt steht
auf der Liste der
HSV-Abgänge
– Nebenmann
David Kinsombi
könnte folgen.
Präsident gibt sich sehr ambitioniert und kündigt „ehrgeizige Budgetplanung“ an
Foto: Witters/Horky
Kein Spardiktat – Göttlich will angreifen
Das Ziel, die beste Zweitligarückrunde der Vereinsgeschichte zu spielen, wurde durch drei Niederlagen
zum Saisonausklang verfehlt, die
Blicke gehen dennoch nach oben. Schon im
April hatte Sportchef Andreas Bornemann im
kicker erklärt, dass sich St. Pauli zwei Vorjahres-Aufsteiger zum Vorbild nehmen wolle, die
ihren Höhenflug mit starken Rückrunden im
Jahr vor der Bundesliga-Rückkehr begonnen
hatten. „Wir orientieren uns natürlich an
Vereinen wie Bielefeld oder Bochum. Solche
Entwicklungen sind erstrebenswert.“ Vereinspräsident Oke Göttlich unterstrich diese
Ambitionen am Wochenende nun in seiner
Saisonbilanz.
Der Musikunternehmer räumt ein, dass
St. Pauli pandemiebedingt Umsatzeinbußen
im zweistelligen Millionenbereich hinnehmen
musste, verweist aber auf solide Kalkulationen, durch die sein Verein im Vergleich
zu vielen Zweitligakonkurrenten nun nicht
zum Sparen gezwungen sei. Im Gegenteil: Er
stellte Bornemann und Timo Schultz einen
unveränderten Etat in Aussicht. „Sportchef
und Trainer dürfen sich freuen, dass wir mit
Sicherheit eine sehr ehrgeizige Budgetplanung
aufstellen werden.“ Durch die wirtschaftliche
Vernunft in der Vergangenheit steht St. Pauli
trotz der Auswirkungen von Corona gesund
da – ein Wettbewerbsvorteil in diesem Sommer? „Wir sind ehrgeizig und ambitioniert und
nehmen uns vor, in maßvollem Umgang mit
allen Ressourcen das bestmögliche Ergebnis
zu erzielen“, sagt Göttlich. Das bedeutet: Der
Klub kann inzwischen auch mal Nein sagen.
In der jüngeren Vergangenheit wurden durch
Mats Möller Daehli und Christian Conteh rund
drei Millionen Euro Ablöse erzielt. Aktuell
ist vor allem Daniel-Kofi Kyereh begehrt (der
kicker berichtete), die ehrgeizigen Aussagen
von Göttlich aber deuten an: Gezwungen zu
einem Verkauf des noch bis 2023 gebundenen
Offensivmannes ist St. Pauli nicht. Am Ende
entscheidet die sportliche Leitung über die
Zukunft begehrter Profis – die wirtschaftliche
Lage lässt diesen Abwägungsprozess inzwischen zu.
SEBASTIAN WOLFF
62
31. MAI 2021
D RE S D E N
Ex-Kapitän bereits verabschiedet
R OSTOC K
Überraschendes Aus für Türpitz
Hintertür für Hartmann
Schröter macht viel Sinn
Acht Spieler hat Dynamo
am vergangenen Dienstag verabschiedet. Einer
der Profis, deren Verträge nicht verlängert wird, ist Marco
Hartmann. So wurde es zumindest
in einer Pressemitteilung kommuniziert. Eine Verabschiedung ohne Fans
und aufgrund einer komplizierten
Sehnenverletzung im Knie, die er
sich im Dezember 2020 zugezogen
hatte, ohne einen letzten Auftritt
auf dem Feld.
Nun scheint es, als sei die Tür
für den Publikumsliebling doch
noch nicht gänzlich geschlossen.
Dem 33-Jährigen soll das Angebot
unterbreitet worden sein, die Saisonvorbereitung mitzumachen. Dies
soll allerdings nicht dazu dienen, um
seine fußballerischen Fähigkeiten
unter Beweis zu stellen. Die sind bei
dem Defensivallrounder hinlänglich
bekannt. Vielmehr soll der langjährige Dynamo-Kapitän zeigen, ob
sein Knie nach seiner Operation im
März wieder voll belastbar ist. Sollte
sich dies abzeichnen, könnte der
gebürtige Thüringer in die von ihm
anvisierte finale Saison mit seinem
Herzensverein starten.
Auch bei Außenverteidiger
Niklas Kreuzer, der ebenfalls verabschiedet wurde, scheint sich Dynamo
eine Option offenhalten zu wollen.
Klar ist in diesem Fall jedoch, dass
der Spieler nicht ewig auf eine An-
Dass Hansa die auslaufenden Verträge von Nils Butzen, Max Reinthaler, Erik
Engelhardt, Korbinian Vollmann nicht verlängert, ist zu erwarten gewesen. Überraschend kommt
nun auch Philip Türpitz hinzu. Der
29-Jährige kam erst im Winter aus
Sandhausen und erzielte in 14 Partien
für Hansa drei Siegtore. Allerdings
schwankten seine Leistungen stark,
weil ihm die Fitness fehlte.
Leihgabe Lion Lauberbach
kehrt zu Holstein Kiel zurück. Offen bleibt, wie es für Aaron Herzog
weitergeht, dessen Vertrag ebenfalls
ausläuft. Der 23-Jährige kam im
Sommer 2020 von Mönchengladbach II aus der Regionalliga. Nach
Anpassungsproblemen nahm der
technisch starke Mittelfeldspieler
eine gute Entwicklung und kam noch
auf 13 Drittliga-Einsätze, davon zehn
in der Rückrunde. Zweimal stand
Herzog in der Startelf und bereitete
zwei Tore vor. Gut möglich, dass die
Rostocker ihn weiter binden.
Bislang hat Hansa 22 Spieler
unter Vertrag, darunter drei Torhüter.
Allerdings könnten noch Akteure mit
geringen Einsatzchancen abgegeben
werden. Kandidaten dafür sind die
Mittelfeldspieler Luca Horn, Gian
Luca Schulz und Tobias Schwede, die
die Erwartungen nicht erfüllten. Als
Neuzugänge gehandelt werden vor
allem Morris Schröter (25, Zwickau)
R EG EN S B U R G
Saisonvorbereitung als Chance:
Ex-Kapitän Marco Hartmann
Keller hat einige Angreifer im Visier
SANDHAUSE N
und Yannick Deichmann (26, Lübeck), deren Verträge auslaufen.
Mit Ersterem arbeitete Trainer Jens
Härtel schon in Magdeburg zusammen. Dort verhalf er dem damals
18-Jährigen im August 2014 zum
Profi-Debüt. In Zwickau entwickelte
sich Schröter zum torgefährlichen
Außenbahnspieler, in der abgelaufenen Saison kam er in 36 Einsätzen
auf zehn Treffer und acht Vorlagen.
Er bringt das von Härtel gesuchte
Tempo fürs Konterspiel mit, das Hansa
forcieren will.
TOMMY BASTIAN
Foto: imago images
Foto: imago images
frage warten wird. Zu prägnant sind
bei ihm die Erinnerungen an seine
vereinslose Zeit, die der 28-Jährige
zwischen Juli 2020 und Ende Januar
2021 erleben musste.
Bei einem weiteren Akteur, dessen Kontrakt ausgelaufen ist, scheint
die Trennung endgültig. Verteidiger
Leroy Kwadwo, den Dynamo im Winter aus Würzburg geholt und dem nur
wenige weitere absolvierte Spiele zur
automatischen Vertragsverlängerung
gereicht hätten, wird nicht mehr für
Dresden spielen.
LUCAS BÖHME
Würde viel Tempo mitbringen:
Zwickaus Morris Schröter
Eine halbe Mannschaft ist zu ersetzen
Vrenezi ist der Nächste
Klarheit in der Trainerfrage
Offiziell verabschiedet hat
der Jahn mit Sebastian Stolze, Jan-Marc Schneider und
HSV-Leihgabe Aaron Opoku
zum Saisonabschluss ein Trio. Oliver Hein, der nach 14 Jahren beim
Jahn aufhört, soll Mitte Juli noch
einen größeren Rahmen bekommen.
Neben Stolze, der künftig für den Ligakonkurrenten Hannover aufläuft,
wird die Regensburger mit Albion
Vrenezi noch ein weiterer Flügelflitzer verlassen. „Wir haben uns darauf
geeinigt, fortan in unterschiedliche
Richtungen zu gehen“, erklärt Geschäftsführer Christian Keller. Der
Offensivmann war mit Schwung von
der Leihe aus Würzburg zurückgekommen, nach guter Hinrunde baute
er leistungstechnisch aber ab. Ob
Keeper Kevin Kunz, die Nummer 3
hinter Alexander Meyer und Alexander Weidinger, und Routinier
Der SV Sandhausen macht
aus seiner Interims- eine
Dauerlösung: Die Zusammenarbeit mit den beiden
Trainern Gerhard Kleppinger und
Stefan Kulovits wird fortgesetzt.
Der 63-jährige Routinier aus OberRamstadt und der 38-jährige Novize
aus Wien unterschrieben einen bis
zum Sommer 2022 gültigen Vertrag.
Alles andere wäre auch eine große
Überraschung gewesen.
Es sei die logische Konsequenz
mit diesem Duo als Cheftrainer-Team
in die kommende Spielzeit zu gehen,
erklärte Jürgen Machmeier. „Beide
kennen den SV Sandhausen nach
vielen gemeinsamen Jahren in- und
auswendig und identifizieren sich zu
100 Prozent mit dem SVS“, sagte der
Präsident, „sie haben es sich nach der
sportlichen Rettung absolut verdient,
das Team weiter zu coachen.“
Markus Palionis bleiben, ist dagegen
noch offen.
Auch im Trainerteam gibt es
einen Abschied. Reha- und Athletiktrainer Andreas Gehlen, der großen
Anteil daran hatte, dass der Jahn zu
den laufstärksten Teams der Liga
zählte, sucht eine neue Herausforderung im Profifußball.
Keller bastelt intensiv am Kader
für die kommende Saison. Vor allem
Offensivspieler genießen Priorität.
Die Regensburger sollen – wie auch
andere Ligakonkurrenten – Angreifer
Aygün Yildirim vom Drittligisten Verl
ins Visier genommen haben. Auch
Goalgetter Fabian Schubert vom
österreichischen Zweitliga-Meister
Blau-Weiß Linz, sowie Mittelfeldspieler Konrad Faber (Freiburg II)
und Rechtsaußen Fabio Kaufmann
(Braunschweig) sollen auf dem Zettel
stehen.
FELIX KRONAWITTER
Das Gespann hatte die Mannschaft am 15. Februar von Michael
Schiele auf dem Relegationsplatz
übernommen. Für Sandhausen war
es bereits der zweite Trainerwechsel in einer Saison. Ende November
hatte Uwe Koschinat gehen müssen.
Die beiden schafften es trotz einer
14-tägigen Corona-Quarantäne Mitte
April und trotz eines sehr schweren
Restprogramms, das Team auf den
rettenden 15. Tabellenplatz zu führen. Kleppinger ist der ruhende Pol,
während Kulovits als Macher gilt, der
die Ansprachen hält, und offenbar
auch der heimliche Chef ist.
Die beiden alten und neuen
Trainer müssen einen gewaltigen
Umbruch meistern. Von 14 Spielern
hat sich der SVS nach der sportlich
enttäuschenden Saison getrennt.
Eine halbe Mannschaft muss ersetzt
werden.
CLAUS WEBER
31. MAI 2021
63
Schlanker Kader? Noch weit weg!
Der Kader des 1. FCN für die kommende Saison gleicht einem Puzzle, dessen
vollständiges Bild sich erst am Ende der
Transferperiode ergibt. Den bisher fünf
Abgängen Margreitter, Behrens, Mühl, Früchtl
und Lukse stehen die fünf Neuzugänge Schindler,
Hübner, Tempelmann, Duman und Fischer gegenüber, dazu kehrt Lukas Schleimer nach einem
Leihjahr beim 1. FC Saarbrücken vorerst zurück.
Eigengewächs Mario Suver (21), der zuletzt häufiger im Spieltagskader auftauchte, unterschrieb
am vergangenen Donnerstag einen Profivertrag.
Stand jetzt wären dies 30 Profis, noch ohne
den benötigten zweiten Torhüter. Eine Größe, die
der Aussage von Robert Klauß widerspricht, der
vor dem letzten Spieltag sagte: „Wir wollen den
Kader klein halten. Wir wollen dem Nachwuchs
eine Chance geben, Plätze für unsere NLZ-Spieler bereit halten.“ In der Vorsaison nutzten Erik
Shuranov, Tim Latteier und Linus Rosenlöcher
ihre Chance, Suver gesellt sich nun hinzu. Ein
weiterer Punkt: „Wir wollen Spieler haben, die
auf mehreren Positionen einsetzbar sind“, sagt
Klauß. Kilian Fischer, 20-jähriger Neuzugang von
Türkgücü München, passt voll ins Profil, er kann in
der Viererkette rechts wie links außen verteidigen,
ebenso im defensiven Mittelfeld spielen.
Um auf eine vernünftige Kadergröße zu kommen, muss sich aufseiten der Abgänge etwas tun.
Fabian Schleusener würde der FCN ziehen lassen.
Die Fischer-Verpflichtung ist das klare Signal
an Oliver Sorg, dass Klauß nicht mehr mit ihm
HEIDENHEIM
Foto: Zink
Momentan hat der 1 . FC N
30 Profis – und es fehlt noch
ein zweiter Torhüter. Die
Vorstellungen des Trainers
Klauß sehen anders aus.
„Wir wollen den Kader klein halten“: FCN-Coach Robert Klauß und seine Wunschvorstellung
plant. Und die eine oder andere Transfereinnahme würde in Corona-Zeiten selbstverständlich
guttun, doch wer außer Robin Hack und Fabian
Nürnberger weckt bei zahlungswilligen Klubs
ernsthaft Interesse?
Schon im vergangenen Sommer waren Sportvorstand Dieter Hecking weitgehend die Hände
gebunden. Er weiß, dass weitere zwei Transferperioden nötig sein werden, um den Kader endgültig
nach Vorstellung der amtierenden sportlichen
Leitung umzubauen. „Verträge hat man zu akzeptieren“, sagt Hecking mit Blick auf Spieler, die
künftig keine große Rolle mehr spielen sollen,
aber vermutlich schwierig von der Gehaltsliste
zu bekommen sind.
Im Sommer 2022 bietet sich die große Chance, den eingeleiteten Umbruch abzuschließen.
Dann laufen die Verträge von Sörensen, Knothe,
Valentini, Handwerker, Sorg, Geis, Krätschmer,
Schleimer, Dovedan und Schleusener aus, dazu
jene der von RB Leipzig ausgeliehenen Krauß und
Borkowski. Die wenigsten dieses Dutzends dürften
darüber hinaus eine Zukunft beim FCN haben,
einige können sich noch empfehlen. Unnötig frühe
Vertragsverlängerungen wären in diesen Zeiten
dagegen so unnötig wie falsch. FRANK LINKESCH
Kader steht bereits zu 80 bis 90 Prozent – Abrutschen auf Platz 8 schmerzt
Sanwald entspannt: Mal kein großer Umbruch
Sommerzeit ist seit Jahren auch Umbruchzeit
beim 1. FC Heidenheim.
Marc Schnatterer, Maximilian Thiel und Oliver
Steurer sind bereits weg, dazu
die Nachwuchsschlussleute Diant
Ramaj und Kevin Ibrahim. Der
Unterschied zum vorangegangenen Sommer: Bei diesen Spielern
hat der FCH selbst entschieden
und musste nicht auf den Lockruf
anderer Klubs reagieren.
Vorstandsvorsitzender Holger Sanwald jedenfalls geht in
diese Sommertransferperiode im
Gegensatz zu der des vergangenen Jahres ganz entspannt. „Ich
gehe nicht davon aus, dass uns
ein ähnlich großer personeller
Umbruch bevorsteht. Ein 3. Platz
wie in der Saison davor weckt in
der Regel einfach mehr Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen
als ein 8., weil die Spieler sich
in einen noch größeren Fokus
spielen“, sagt Sanwald.
Das Stichwort 8. Platz ist für
den FCH wie auch seine Spieler
ein schmerzhaftes. Nicht nur,
dass die Prämien vergleichsweise dürftiger ausgefallen sind: Das
Abrutschen vom 6. auf den 8. Platz
kostet den Klub rund eine Million Euro an TV-Geldern – und
dies nach einer Geisterspielsai-
son, wenn jeder Cent wichtig ist.
„Zum Saisonende ist uns mit nur
einem Sieg aus den letzten fünf
Spielen leider die Luft ausgegangen, sodass wir den 6. Platz noch
verspielt haben. Das ist natürlich
ärgerlich“, so Sanwald.
Vor der abgelaufenen Saison hätte man diesen 8. Platz
mit Blick auf das Scheitern in
der Relegation und dem großen
Aderlass noch mit Freude unterschrieben, ergänzt der Vorstandsvorsitzende. Handlungsfähig sei
man auf jeden Fall, versichert er,
viel müsse aber auch gar nicht
gemacht werden. „80 bis 90 Prozent unseres Kaders stehen be-
reits, insofern gibt es momentan
nicht so viel Veränderungsbedarf.
Ob das so bleibt, wird die aktuelle Transferphase zeigen“, sagt
Sanwald, der beim angedachten
Rücktransfer von Stürmer Tim
Kleindienst aus Gent noch keinen
Vollzug melden kann.
Wo der FCH zudem noch tätig werden muss: in der Innenverteidigung sowie auf den Außenbahnen. Was für Sanwald bereits
jetzt feststeht: Man werde ob der
Corona-Pandemie und ihrer Folgen mehr Geduld aufbringen müssen, die Transfertätigkeiten würden sich in jedem Fall nach hinten
verschieben. TIMO LÄMMERHIRT
64
31. MAI 2021
Auf Messers Schneide
Am Ende brachen alle
Dämme, Freudentränen
und Gefühlsausbrüche
der Erleichterung sorgten dafür, dass der FC Ingolstadt
nach einem Wellenbad der Gefühle kollektiv aufatmen konnte.
Im wahrsten Sinne des Wortes,
denn nachdem Osnabrücks Marc
Heider mit einem Doppelschlag
nach 20 Minuten das 2:0 für Osnabrück herausschoss, stand blankes Entsetzen in den Ingolstädter
Gesichtern. Erst Filip Bilbijas Anschlusstor zum 1:2 (31.) sorgte für
Entspannung und dass die dritte
Relegation von Erfolg gekrönt
wurde. Ein weiteres Mal wurde die
Auswärtstorregel den Oberbayern
wie gegen Wehen Wiesbaden 2019
und gegen den 1. FC Nürnberg
2020 nicht zum Verhängnis.
Obwohl es in der Schlussphase noch einmal eng wurde, da der
VfL das 3:1 durch Etienne Amenyido erzielte (81.), reichte der
Drei-Tore-Vorsprung aus dem
Hinspiel, und die 1:3-Niederlage
am Sonntag beim VfL Osnabrück
vor 2000 Zuschauern fiel somit
nicht ins Gewicht. FCI-Trainer
Tomas Oral schien diesen drama-
Foto: picture-alliance
R E L E G AT I O N
In der dritten Relegation in Folge setzt sich ING O L STADT
erstmals durch, muss aber lange um den Aufstieg bangen.
Kollektiver Jubel
nach einem harten
Stück Arbeit: Der
FCI bejubelt den
Aufstieg in Liga 2.
Hinspiel
Rückspiel
FC Ingolstadt 04 – VfL Osnabrück
2:0
Buntic 3
INGOLSTADT
Heinloth 2 G
Paulsen 2,5
TRAINER: Oral
B Schröck 1,5
Krauße 3
Stendera 2
Gaus 3 i
1,5
B Kaya G i
Bilbija 3 i
Kutschke 2,5 i
Santos 5 i
Amenyido 4,5 i
Kerk 4
Wolze 5
Trapp 4
OSNABRÜCK
3:0
Franke 3
Reis 3
Multhaup 4 i
Beermann 5 G
Ajdini 5 G
Taffertshofer 4
Kühn 3,5
TRAINER: Feldhoff
EINGEWECHSELT: 53. Eckert Ayensa (2) für Kaya, 83. Elva (–) für Bilbija und Caiuby
(–) für Kutschke, 90. Röhl (–) für Gaus – 67. Heider (–) für Multhaup, 79. Schmidt (–)
für Amenyido, 86. Müller (–) für Santos – RESERVEBANK: Jendrusch (Tor), Antonitsch,
Kotzke, Beister, Butler – Nicolas (Tor), Engel, Gugganig, Blacha, Henning, Klaas
TORE: 1:0 Schröck (2., Rechtsschuss, Vorarbeit Krauße), 2:0 Kaya (35., Rechtsschuss,
Bilbija), 3:0 Eckert Ayensa (81., Rechtsschuss, Stendera) – CHANCEN: 6:1 – ECKEN: 4:5
SR-TEAM: S. Stegemann (Niederkassel – Assistenten: Assmuth, Schiffner – Vierter Offizieller: Reichel – Video-Assistent: Dr. Kampka), Note 3,5, zeigte eine ordentliche Leistung, nur bei den Gelben Karten war keine einheitliche Linie erkennbar. – ZUSCHAUER:
250 (ausverkauft) – GELBE KARTEN: Kaya, Heinloth –Ajdini, Beermann – SPIELNOTE:
2,5, Ingolstadt war den Osnabrückern in einem einseitigen Spiel in allen Belangen überlegen. Es war ein Klassenunterschied, und das Ergebnis spiegelt das Kräfteverhältnis
wider. – SPIELER DES SPIELS: Tobias Schröck, legte mit seinem Blitztor in der 2. Minute
den Grundstein zum klaren Sieg des FCI und bildete mit Paulsen ein unüberwindbares
Abwehrbollwerk.
VfL Osnabrück – FC Ingolstadt 04
OSNABRÜCK
Ajdini 3,5 i
Gaus 4 i
Franke 4
INGOLSTADT
Engel 3 i
Kühn 3
Gugganig 3 i
3:1
2:1
Trapp 4
Taffertshofer 3
Reis 2,5 G
3
B Amenyido G
B B Heider 1,5
Kerk 2,5
Kaya 4,5 i
Kutschke 4 i
Stendera 4
Krauße 4,5 G i
Schröck 4,5
Buntic 3
Paulsen 3
TRAINER: Feldhoff
Wolze 4 i
B Bilbija 3,5 i
Heinloth 4,5
TRAINER: Oral
EINGEWECHSELT: 57. Multhaup (4,5) für Engel, 69. Schmidt (–) für Ajdini, 78. Müller (–)
für Wolze und Beermann (–) für Gugganig – 54. Kotzke (3,5) für Krauße und Eckert Ayensa
(3,5) für Kaya, 70. Elva (–) für Gaus, 79. Beister (–) für Kutschke und Röhl (–) für Bilbija –
RESERVEBANK: Nicolas (Tor), Blacha, Henning, Klaas, Santos – Jendrusch (Tor), Antonitsch,
Caiuby, Butler
TORE: 1:0 Heider (6., Rechtsschuss, Vorarbeit Ajdini), 2:0 Heider (20., Linksschuss,
Kerk), 2:1 Bilbija (31., Kopfball, Kutschke), 3:1 Amenyido (81., Rechtsschuss, Schmidt) –
CHANCEN: 9:4 – ECKEN: 5:3
SR-TEAM: Stieler (Hamburg – Assistenten: Gittelmann, Thielert – Vierter Offizieller: Ittrich –
Video-Assistent: Welz), Note 3,5, keine spielentscheidenden Fehler, allerdings zu großzügig in
der Zweikampfbewertung einer kampfbetonten Partie; hätte außerdem die Verzögerungen des
FCI konsequenter unterbinden müssen. – ZUSCHAUER: 2000 (ausverkauft) – GELB: Amenyido, Reis, Müller – Krauße – SPIELNOTE: 3, kampfbetontes, schnelles Spiel, das dank der
nie aufsteckenden Osnabrücker bis zuletzt spannend war. Die Ingolstädter hatten Glück, dass
ihnen kurz nach dem Osnabrücker Blitzstart der schnelle Anschlusstreffer gelang. – SPIELER
DES SPIELS: Marc Heider, riss wieder einmal mit seinem leidenschaftlichen Einsatz Team und
Zuschauer mit, belohnte sich mit zwei schönen Toren und hatte zwei weitere gute Abschlüsse.
31. MAI 2021
tischen Spielverlauf zu erahnen,
denn schon nach dem Abpfiff des
Hinspiels hatte er eindringlich
gewarnt „die Hingabe beizubehalten und demütig zu bleiben“.
Diese Vorsicht mag aufgrund der
glänzenden Ausgangsposition
übertrieben gewirkt haben, doch
wer den Coach kennt, weiß, dass
er die Relegationswunden der Vergangenheit noch nicht vergessen
hatte. Nach dem Schlusspfiff lobte
der Coach sein Team: „Die Mannschaft hat es mehr als verdient. Es
Henke verspricht
einen sehr guten
Zweitligakader.
war eine unglaubliche Atmosphäre mit Zuschauern, der Gegner war
bärenstark und wir haben uns mit
allem gewehrt. Ich bin megastolz
auf die Truppe.“
Den Grundstein zum Aufstieg legten die Schanzer dank
eines magischen „Schröck-Moments“ aber bereits beim
3:0-Heimsieg im Hinspiel nach
zwei Minuten. Der variable zentrale Defensivakteur stieß mit seinem
Blitztor am Donnerstag die Tür zur
Rückkehr in die von den Namen
OSNAB RÜCK
her am stärksten besetzte 2. Liga
aller Zeiten auf.
Für Ingolstadts Sportdirektor Michael Henke und den Technischen Direktor Florian Zehe
beginnt nun eine heiße Phase, in
der es darum geht, einen zweitligatauglichen Kader zusammenzustellen. Obwohl der Großteil
der Leistungsträger bereits einen
Vertrag für die kommende Spielzeit in Liga 2 hat, oder sich das
Vertragspapier durch eine Option
automatisch verlängert hat, geht
es darum, die letzten Unklarheiten zu beseitigen. Henke ist guter
Dinge, schon bald in Sachen Neuzugänge Vollzug vermelden zu
können. „Wir arbeiten, wie schon
öfter betont, im Hintergrund daran und so viel kann ich sagen:
Wir haben unsere Hausaufgaben
gemacht. Stand heute können wir
mit gutem Gewissen sagen, dass
wir mit einem sehr guten Kader
in die Zweitligasaison starten
werden.“
Die Vorfreude demnächst
Hochkaräter wie Schalke 04, Werder Bremen und den Hamburger SV im Sportpark begrüßen
zu dürfen, stand allen Schanzer
Verantwortlichen nach dem Abpfiff an der Bremer Brücke ins
Gesicht geschrieben. BERND KÖNIG
FC I NGOL STADT
65
Der Trainer plant langfristig
Oral: Auch in der 2. Liga
will er ein Jäger sein
M
it dem Schrei „Jagen“
von Tomas Oral ist vieles erklärt. Diesen rief
der FCI-Coach von der Seitenauslinie aus vollem Hals seinem
Kapitän Stefan Kutschke und Linksverteidiger
Dominik Franke in der
33. Minute des Hinspiels
zu, um am gegnerischen
Strafraum einen Osnabrücker Abwehrspieler zu einem
Ballverlust zu zwingen. Dieses
Kommando wie ein Donnerhall
beschreibt genau, wie leidenschaftlich der Trainer in seiner
dritten Relegation mitgeht.
Der Ruf des 48-Jährigen
hat ein paar Schrammen abbekommen, was auch seinem
Verhalten in der Coachingzone
und seiner mitunter deftigen
Wortwahl geschuldet ist. Dazu
kommt, dass der gebürtige
Ochsenfurter mit unorthodoxen Motivationstricks in seiner
Trainerlaufbahn für Aufsehen
gesorgt hat. Erworben hat er sich
den Ruf in der Saison 2014/15, als
er vor dem letzten Spieltag den
FSV Frankfurt auf Rang 16 übernahm und seine Spieler durch
eine Auto-Waschstraße
schickte. In Ingolstadt
dagegen zählten bisher
nur Motivationssprüche
auf weißen Armbändchen zum Repertoire des
streitbaren Geistes.
Oral hat mit seiner Besessenheit in den letzten drei
Spielzeiten der Schanzer Großes
geleistet und wurde am Ende belohnt. Sein trotzig formuliertes
Saisonziel Aufstieg, das er zu
Saisonbeginn aussprach, hat der
Wirbelwind – und wie sollte es
auch anders sein – stilgerecht
über die Relegation erreicht.
Oral fühlt sich beim FCI wohl,
möchte langfristig etwas aufbauen und sieht sich als Jäger
auch eine Klasse höher noch
nicht am Ziel.
BERND KÖNIG
Nach dem siebten Zweitliga-Abstieg beginnt das Stühlerücken – Feldhoff geht, Schmedes auch?
Foto: Getty Images/Rose
Eine fatale Wiederholung der ganzen Saison
Der VfL Osnabrück muss
den siebten Abstieg aus der
2. Liga verkraften. Seit 2000
versucht er sich somit vergeblich in der Zweitklassigkeit. Zwar
ließen die Lila-Weißen ihrer blutleeren Vorstellung beim 0:3 in Ingolstadt
eine engagierte wie ansehnliche Leistung und ein verdientes 3:1 folgen,
doch letztlich war es auf die gesamte
Relegation gesehen zu wenig.
Da nutzte es auch nichts, dass
die 2000 Zuschauer, die aufgrund
eines vom Land Niedersachsen genehmigten Modellprojekts ins Stadion durften, die Mannschaft leidenschaftlich mitrissen. Nach dem
2:0-Blitzstart war die Mannschaft
zwar drauf und dran, die Wende zu
schaffen, scheiterte aber am Ingolstädter Kampfgeist – und zweimal
auch noch am Pfosten (Heider und
Kerk). „Wir haben das Gesicht gezeigt,
das man in der gesamten Relegation
hätte zeigen müssen“, sagte Trainer
Markus Feldhoff, „jetzt sind wir am
Boden zerstört. Es traurig, dass der
Verein es nicht schafft, sich in der
2. Liga zu etablieren.“ Eine Erklärung
Blankes Entsetzen: Osnabrücks Trainer Markus Feldhoff tröstet
seine Spieler Timo Beermann (li.) und Keeper Philipp Kühn.
für den Kontrast zu dem erbärmlichen Auftritt am vergangenen Donnerstag hatte der Fußballlehrer nicht.
Seine Zeit in Osnabrück ist nach
drei Monaten zu Ende, das bestätigte er nach dem Schlusspfiff. Möglicherweise verabschiedet sich auch
noch Benjamin Schmedes, der erst
Anfang des Jahres zum Geschäfts-
führer Sport befördert worden ist
und seinen Vertrag bis 2023 verlängert hat. Doch eine Ausstiegsklausel
ermöglicht ihm einen Wechsel; im
Gespräch ist Hannover, das auch
an VfL-Topscorer Kerk interessiert
ist. Schon vor zwei Jahren hatte
sich 96-Boss Martin Kind für den
gebürtigen Hannoveraner Schmedes
interessiert. So könnten Präsident
Manfred Hülsmann und der im Januar 2021 von Mainz 05 gekommene Finanz-Geschäftsführer Michael
Welling die einzigen Konstanten in
der VfL-Führung sein, die den siebten
Abstieg aus der 2. Liga nach 1984,
1993, 2001, 2004, 2009 und 2011 verarbeiten und korrigieren müssen.
Und aufzuarbeiten gibt es eine
Menge. In den Monaten zuvor hatte
die Mannschaft zwar immer wieder
ihr Potenzial angedeutet, rief aber
unterm Strich die im Abstiegskampf
benötigten Tugenden zu selten ab
– so gesehen hat die Relegation die
ganze Saison widergespiegelt.
Einer Saison, in der der VfL
nach sieben Spieltagen ungeschlagener Zweiter war und nach dem
Jahresauftakt mit dem 2:1 in Kiel mit
22 Punkten auf der vermeintlich sicheren Seite stand. Am Ende steht für
die schlechteste Rückrundenmannschaft, die zudem mit unglaublichen
13 Niederlagen an der Bremer Brücke
am Stück einen neuen Negativrekord in Liga 2 aufstellte, zu Recht der
Abstieg.
HARALD PISTORIUS
67
Kruppke wird
befördert
Nach dem Abstieg aus der 2. Liga gilt
es in BRAU N S C H WE I G auch, neue
Strukturen im Verein zu schaffen.
Daniel Meyer ist bei
Eintracht Braunschweig
Geschichte. Am Donnerstag gab der Zweitliga-Absteiger die wenig überraschende Trennung vom Trainer
bekannt. Meyer besaß zwar noch
einen gültigen Vertrag bis Sommer
2022, doch spätestens nachdem
das Ziel Klassenerhalt in den letzten Saisonspielen auf so bittere Art
verpasst wurde, galt der 41-Jährige
als Gesicht des nun anstehenden
Neuaufbaus nicht mehr vermittelbar.
Wer dafür nun als neuer
Chefcoach die Hauptverantwortung übernehmen soll, ist noch
nicht geklärt. Die Eintracht diskutiert über einige Kandidaten.
Als einer der Favoriten hat sich
dabei Christian Neidhart herauskristallisiert. Der 52-Jährige hat
in Meppen und nun auch bei RotWeiss Essen gute Arbeit geleistet
und besitzt als gebürtiger Braunschweiger sowie als ehemaliger
Jugendspieler der Eintracht das
Potenzial, als neue Identifikationsfigur für die enttäuschte Anhängerschaft zu dienen.
Dass es darauf neben fachlicher Kompetenz bei den Löwen
im Zuge der Neustrukturierung
verstärkt ankommt, zeigt die Beförderung von Dennis Kruppke
vom Nachwuchschef zu einer Art
Kaderplaner bei den Profis. Der
Ex-Kapitän der Blau-Gelben soll
als Ergänzung zu Sport-Geschäftsführer Peter Vollmann agieren,
der nach dem Abstieg stark in
der Kritik steht, aber dennoch
weitermachen soll.
Als eine der ersten Handlungen für den Neustart in der
3. Liga konnte Vollmann nun die
Vertragsverlängerung von Torwart
Jasmin Fejzic bis Sommer 2023
bekannt geben. „Jasmin ist ein
wichtiger Rückhalt für die Mannschaft und wird als Führungsspieler in der neuen Saison weiterhin
eine wichtige Säule sein“, sagt
Vollmann.
Fejzic ist Profi Nummer
zehn, den die Braunschweiger für
die nächste Spielzeit bereits unter
Vertrag haben. Ein großer Teil des
aktuellen Kaders besitzt dagegen
keinen gültigen Kontrakt mehr
und wird den Klub verlassen.
KA I S E R S L AU T E R N
Foto: imago images/Hübner
3. LIGA
31. MAI 2021
Der Ex-Kapitän als Kaderplaner: Dennis Kruppke bekommt nach dem
Abstieg ein neues Aufgabengebiet in Braunschweig.
Wie genau sich das Aufgebot
der Braunschweiger aufstellt, wird
entscheidend auch vom neuen
Cheftrainer abhängen. Neben
Neidhart werden auch Alois
Schwartz sowie Markus Kauczinski
gehandelt.
Die größten Chancen auf den
Posten werden aktuell allerdings
Neidhart eingeräumt, der aller-
dings noch ein Jahr bei Regionalligist Essen unter Vertrag steht
und mit Rot-Weiss theoretisch
auch noch den Aufstieg schaffen kann. Sollte dieses Vorhaben
nicht gelingen, könnte er in der
nächsten Saison trotzdem in der
3. Liga an der Seitenlinie stehen –
dann aber in seiner Heimatstadt
Braunschweig.
DANIEL MAU
Kommt Mittelfeldspieler Klingenburg von Viktoria Köln?
Antwerpen fordert künftig mehr Disziplin
95 Gelbe, vier Rote
und vier Gelb-Rote
Karten: Im Sammeln von Verwarnungen und Platzverweisen
machte den Spielern des
1. FC Kaiserslautern in der abgelaufenen Saison niemand
etwas vor. Das soll sich in der
kommenden Spielzeit nicht
wiederholen, machte Marco
Antwerpen beim SWR klar. „An
dieser Thematik müssen wir
arbeiten“, forderte der Trainer.
„Wir müssen definitiv ein besseres Zweikampfverhalten an
den Tag legen und auch Disziplinlosigkeiten dürfen in dieser
Form nicht mehr stattfinden.“
Alleine in der heißen Phase im
Abstiegskampf schwächte sich
der FCK Anfang April gleich
in drei aufeinanderfolgenden
Spielen selbst .
Derweil will sich Antwerpen nach einem halben Jahr
in der Pfalz für ein längerfristiges Engagement beim Traditionsverein einrichten. Wohnte der 49-Jährige bisher noch
im Hotel, will er im Juni eine
Wohnung beziehen. Mit einem
aus seiner Sicht hoffentlich anderen Ausgang als bei seinem
Fünf-Spiele-Intermezzo bei
den Würzburger Kickers im
Herbst 2020. „Ich hatte vier
Tage eine Wohnung und konnte danach wieder ausziehen.
Gott sei Dank bin ich aus dem
Mietvertrag wieder rausgekommen“, erzählte Antwerpen.
Nach seinem Umzug
könnte er zum Trainingsauftakt wieder auf einen alten
Bekannten treffen: René Klingenburg. Der Mittelfeldspieler wird Viktoria Köln nach
kicker-Informationen verlassen und soll sich mit dem FCK
und seinem früheren Trainer
bereits einig sein. Klingenburg, der in einem Jahr in der
Domstadt nicht überzeugte,
war in der Saison 2018/19 unter
Antwerpen beim damaligen
Drittligisten Preußen Münster gesetzt, erzielte neun Tore
und steuerte vier Vorlagen bei.
Der 27-Jährige könnte für die
Lauterer im zentralen Mittelfeld, offensiv wie defensiv,
und auf der Acht zum Einsatz
kommen. MORITZ KREILINGER
68
31. MAI 2021
54 TE I L N E H M E R an der 1. Runde
stehen fest. Auch Magdeburg
hat sich sportlich qualifiziert,
muss aber noch bangen.
M AG D EB U R G
Der Kampf um den
Die erfolgreiche Klage des Achtligisten Abtsdorf sorgt für Unruhe
Erfolgreicher Saisonabschluss für Magdeburg:
In einem dramatischen
Duell mit dem Ligakonkurrenten und Dauerrivalen Halle
setzten sich die Elbestädter in
Halberstadt mit 3:2 durch. Kai
Brünker und Florian Kath – jeweils auf Vorarbeit von Baris Atik –
sowie Stipe Vucur per Eigentor
in der 86. Minute trafen für den
FCM, die Treffer des HFC erzielten Julian Derstroff und der
eingewechselte Jan Shcherbakovski. Ob Magdeburg am ersten
August-Wochenende nun aber
tatsächlich in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals mitspielt, ist
nach dem glücklichen Erfolg vom
Samstag noch nicht endgültig
ausgemacht.
Seit der coronabedingten
Aussetzung des Landespokalwettbewerbs gibt es Querelen
zwischen dem Fußballverband
Sachsen-Anhalt (FSA) und einigen Amateurvereinen, und die
beschäftigen die FSA-Gremien
und Gerichte. Dabei geht es den
unterklassigen Vereinen neben
der Kritik am sogenannten „Qualifikationsspiel“ zur Ermittlung des
DFB-Pokalstarters zwischen den
H A LLE
beiden Drittligisten Magdeburg
und Halle vor allem ums Geld.
Zuletzt hatte Achtligist SV Graf
Zeppelin Abtsdorf geklagt und
am vergangenen Freitag in zweiter Instanz zumindest zum Teil
Recht bekommen. Nun will der
FSA das Schiedsgericht als letzte
sportgerichtliche Instanz anrufen. Bis 1. Juli ist der Starter an den
DFB zu melden, ansonsten wären
die 175 000 Euro Startgebühr, an
denen auch kleine Vereine mit
25 Prozent partizipieren sollen,
verloren.
„Sportlich haben wir jetzt
die Entscheidung, was auch unser
Ziel war. Jetzt muss das Schiedsgericht noch angerufen werden
und eine Entscheidung treffen,
inwieweit das, was der Verbandsvorstand entschieden hat, bestätigt wird“, erklärte FSA-Geschäftsführer Frank Pohl im MDR.
Unterdessen haben Team
und Trainer sich nach dem letzten
Saisonspiel in den Urlaub verabschiedet. Trainer Christian Titz
berichtete, er und Sportdirektor
Otmar Schork hätten sich abgesprochen: „Ich denke, er wird jetzt
richtige und gute Entscheidungen
treffen.“
HANS-JOACHIM MALLI
Foto: GettyImages
Warten auf das Schiedsgericht
Was für ein Drama: Ein Eigentor des Hallensers Stipe Vucur (weiße
Spielkleidung) bringt den 3:2-Siegtreffer für den 1. FC Magdeburg.
Erste Derby-Niederlage dieser Saison liefert den Nachweis: Es besteht Handlungsbedarf
Auf drei Positionen braucht der HFC Verstärkung
Trotz starker Moral hat
der Hallesche FC den
dritten Derbysieg dieser Saison verpasst: Mit
2:3 verloren die Rot-Weißen am
Samstag das Qualifikationsspiel
für den DFB-Pokal gegen den
1. FC Magdeburg, unglücklich
besiegelt durch ein Eigentor von
Abwehrchef Stipe Vucur kurz vor
Schluss.
Entscheidend für die Niederlage waren Schwächen im
Mittelfeldzentrum, wo dem HFC
mit Antonios Papadopoulos eine
Stütze fehlte, der gebürtige Stutt-
garter war aus privaten Gründen
nicht dabei. „Da hatten wir nicht
die Balleroberungen wie zuletzt,
konnten das Spiel der Magdeburger nicht gut stören“, analysierte
Trainer Florian Schnorrenberg,
der zwei Tage vor dem Spiel erwartungsgemäß einen neuen
Vertrag bis 2023 unterschrieben
hatte. Dazu kamen fatale Konzentrationsschwächen. In der ersten
Halbzeit spielte Vucur direkt nach
dem 0:1 einen Fehlpass, Magdeburg gelang so der Doppelschlag
zum 0:2. Und nach Jan Shcherbakovskis verdientem Ausgleichstor
in der 85. Minute war der HFC in
seiner Euphorie ungeordnet und
geriet direkt wieder in Rückstand.
Zuvor hatte Julian Derstroff in der
70. Minute verkürzt.
„Der Ballverlust vor dem
0:2 hat uns richtig wehgetan, wir
haben gebraucht, um uns davon
zu erholen“, sagte Schnorrenberg.
„Die Mannschaft ist dann aber
stark zurückgekommen. Bitter,
dass es nach dem 2:2 direkt wieder
klingelt, weil das Momentum eigentlich für uns gesprochen hat.“
So endete eine solide Saison,
in der unter anderem zwei Derby-
siege in der 3. Liga gelangen, mit
einer Enttäuschung. Viel Zeit für
Frust bleibt aber nicht. Schon in
zweieinhalb Wochen, am 18. Juni,
startet die Vorbereitung. Bis dahin
wollen Schnorrenberg und der
neue Sportchef Ralf Minge den
Kader verfeinern. Verträge von
Stammkräften wie Vucur und
Papadopoulos laufen aus. Dazu
zeigte der Samstag erneut, dass
Handlungsbedarf besteht: Für die
Außenbahnen, sowohl defensiv
wie offensiv, und das Mittelfeldzentrum müssen Verstärkungen
her.
FABIAN WÖLFLING
31. MAI 2021
69
DFB-Pokal: Die Auflösung
V ERAND S P O KA L- E N D S P I E L E
Saarbrücken scheitert
Wurtz wirbelt für
Wehen Wiesbaden
rei der vier Drittligisten, die es
gelang Andreas Schön mit dem 2:1
am Samstag in den Endspienoch Ergebniskosmetik. Anschlielen um die Verbandspokale
ßend, bei einer internen Saisonabmit unterklassigen Gegnern zu tun
schlussfeier, verabschiedeten die
hatten, wurden ihrer Favoritenrolle
Mannheimer zehn Spieler, darunter
gerecht und sind in die 1. Hauptrunde
mit Markus Scholz der dienstälteste
des DFB-Pokals eingezogen. Nur der
Spieler der Mannheimer. Der 33 Jahre
1. FC Saarbrücken strauchelte, muss- alte Torhüter stand seit 2015 beim
te sich dem Regionalligisten SV ElSVW unter Vertrag und erlebte drei
versberg mit 0:1 geschlagen geben.
Niederlagen in den Aufstiegsspielen
Somit ist der FCS – im Frühjahr
zur 3. Liga, einen Aufstieg und zwei
2020 noch DFB-Pokal-Halbfinalist
Kreuzbandrisse. Ob Scholz dem Klub
(0:3 gegen Leverkusen) – in der zweiin einer anderen Funktion erhalten
ten Saison in Folge nicht dabei, im
bleibt oder seine Laufbahn bei einem
Vorjahr war er am
anderen Verein
FC Homburg gefortsetzt, ist derBisher ist erst ein
scheitert. Das Tor
zeit noch unklar.
Klub von unterhalb
des Tages für die
Olaf Janßen
von Horst Steffen der Regionalliga dabei. freute sich dietrainierten Elbisch über das 2:0
versberger erzielte
seines FC Viktoria
Eros Dacaj in der 76. Minute, nachKöln gegen Alemannia Aachen: „Wir
dem die SVE bereits zuvor zahlreiche
haben rundherum verdient gewonHochkaräter vergeben hatte.
nen und das Spiel jederzeit im Griff
Beim 3:0 des SV Wehen Wiesbagehabt“, sagte der Trainer nach dem
den gegen Regionalligist Steinbach insgesamt souverän herausgespielerzielte Johannes Wurtz einen lupenten Erfolg gegen den Regionallireinen Hattrick. Damit deutete der
gisten. Die Tore schossen Jeremias
Offensiv-Allrounder an, dass für die
Lorch und Kapitän Mike Wunderlich.
Hessen in der zurückliegenden SaiAußer diesen Drittliga-Klubs
son vielleicht mehr möglich gewesen
sind am Samstag – neben der SV Elwäre, wenn er nicht die halbe Spielversberg sowie Preußen Münster
zeit verletzungsbedingt verpasst hätund den Sportfreunden Lotte (waren
te. Derweil meldeten die Hessen neue
beide bereits qualifiziert) – sieben
Personalien: Torwart Arthur Lyska
weitere Viertligisten der kommenden
verlängerte bis 2022, aus der A-JuSaison für den DFB-Pokal qualifiziert,
gend rückt Lucas Becker auf (Vertrag
auch Drittliga-Absteiger SV Meppen.
bis 2022). Verabschiedet wurden neDie Emsländer hatten gegen den
ben Moritz Kuhn und Phillip Tietz
SV Drochtersen/Assel früh mit 0:2
auch Stefan Aigner, Marvin Ajani,
in Rückstand gelegen (Tore: Sören
Michael Guthörl, Matthias Hamrol,
Behrmann und Oliver Ioannou),
Michel Niemeyer und Benedikt RöChristoph Hemlein per Foulelfmecker sowie die Leihspieler Maurice
ter und Luka Tankulic glichen aus,
Malone und Tim Walbrecht. Für zwei
einen weiteren Strafstoß verschoss
weitere Jahre fest verpflichtet wurde
Hemlein. Im Elfmeterschießen setzte
Kevin Lankford, bislang von St. Pauli
sich Meppen mit 4:3 durch.
nur ausgeliehen.
Der bisher klassentiefste VerDer SV Waldhof hatte gegen
ein im DFB-Pokal ist Fünftligist
den Regionalligisten FC-Astoria
Greifswalder FC. Nachdem der PoWalldorf durch Tore von Kapitän
kal-Wettbewerb in Mecklenburg-VorMarcel Seegert und Joseph Boyamba
pommern abgebrochen worden war,
zur Pause einen 2:0-Vorsprung herwurde der Oberliga-Klub vom Lanausgeschossen, in der Nachspielzeit
desverband nominiert.
nic
Foto: picture-alliance
D
Gut in Schuss: Johannes Wurtz, der von Oktober bis Februar
verletzt gefehlt hatte, erzielte alle drei Treffer für Wiesbaden.
FI NALTAG DE R AMATE U RE
Berlin:
Mittelrhein:
Niederrhein:
Westfalen:
Baden:
Hessen:
Rheinland:
Saarland:
Sachsen:
Württemberg:
Brandenburg:
Niedersachsen:
Sachsen-Anhalt:
BFC Dynamo – Berliner AK 07
2:1
FC Viktoria Köln – Alemannia Aachen
2:0
Wuppertaler SV – SV Straelen
2:1
Sportfreunde Lotte – Preußen Münster
0:1
Waldhof Mannheim – FC-Astoria Walldorf
2:1
TSV Steinbach Haiger – SV Wehen Wiesbaden
0:3
TuS Rot-Weiß Koblenz – VfB Linz
6:1
SV Elversberg – 1. FC Saarbrücken
1:0
1. FC Lokomotive Leipzig – Chemnitzer FC
n. V. 1:0
TSG Balingen – SSV Ulm 1846 Fußball
0:3
FSV Union Fürstenwalde – SV Babelsberg 03
0:2
SV Drochtersen/Assel – SV Meppen
2:2, Elfmeterschießen 3:4
Hallescher FC – 1. FC Magdeburg
2:3
Für den DFB-Pokal qualifizierte Klubs in Fettdruck. Drittligisten 2020/21 in blau.
So ist der Stand in den übrigen Landesverbänden
In Bayern, Schleswig-Holstein, Südbaden, Südwest und Thüringen soll der Wettbewerb bis Ende Juni
sportlich beendet werden. Die Meldungen für die 1. DFB-Pokal-Hauptrunde müssen bis 1. Juli erfolgen.
Bremen: Sollte es nicht möglich sein, den Wettbewerb bis Ende Juni sportlich zu beenden, wird der FC Oberneuland als ranghöchster Bremer Verein (Regionalliga) gemeldet.
Hamburg: Ein Verbandstag am 4. Juni soll über den Abbruch des Wettbewerbs entscheiden.
Mecklenburg-Vorpommern: Der Wettbewerb wurde am 19. Mai abgebrochen. Da Hansa Rostock bereits
über die 3. Liga für den DFB-Pokal qualifiziert ist, rückt der Greifswalder FC als zweitbeste Mannschaft nach.
Besonderheiten
Dynamo Dresden, Hansa Rostock, der FC Ingolstadt 04 und der TSV München 1860 haben die Teilnahme
an der 1. DFB-Pokal-Runde 2021/22 bereits über die Endplatzierung in der 3. Liga sicher.
Bayern, Niedersachsen und Westfalen dürfen je zwei Teilnehmer melden.
In Bayern qualifiziert sich neben dem Landespokalsieger der Sieger des erstmals ausgespielten Ligapokals.
Aktuell sind noch sieben Mannschaften im laufenden Wettbewerb.
In Niedersachsen gibt es neben dem Pokal für die Dritt- und Regionalligisten (siehe oben) noch einen für die
Klubs ab Oberliga abwärts. Hier sind noch elf Vereine im Wettbewerb.
Westfalen vergibt dieses Jahr den zweiten Startplatz an die bestplatzierte westfälische Mannschaft in der Regionalliga (Preußen Münster). Somit stehen beide Finalisten bereits als Teilnehmer am DFB-Pokal 2021/22 fest.
70
31. MAI 2021
Mit Ziegner zurück zu alten Werten
T ÜRKGÜ CÜ
Das Chaos war groß: Ein Jahr 2. Liga hat bei den
WÜR ZBUR G ER KICKER S viele Scherben hinterlassen.
Foto: imago images/VIADATAOLAY
Da sind sie wieder, die Würzburger Kickers. Nicht einmal zwölf Monate dauerte der Ausflug in die 2. Liga. Hinter den
Unterfranken liegt ein Jahr voller Irrungen und Wirrungen. Der vermeintliche Aufbruch
in die globale Fußballwelt endete geradewegs in
der Sackgasse. Mit dem Abstieg ist das im Januar
2020 gestartete Projekt Global Soccer des Investors
Flyeralarm mit Felix Magath an der Spitze beendet
worden. Es ist krachend gescheitert.
Was bleibt, sind viele Scherben. Vier verschiedene Trainer und eine abenteuerlich anmutende
Transferpolitik haben das Grundvertrauen in den
Klub und seine Entscheidungsträger erschüttert.
Es braucht, das haben sie in Würzburg verstanden,
einen Neuanfang. Die Kickers wären gerne bald
wieder das, was sie vor Magath waren: Ein Klub,
der für kontinuierliche Arbeit steht, bei dem sich
Talente entwickeln können.
So wie damals, als Michael Schiele drei Jahre
lang als Trainer im sportlichen Bereich fast alle
Fäden zog und Daniel Sauer als Präsident und
Vorstandsvorsitzender den Verein führte, wird es
freilich nicht mehr werden. Sauer wird den Klub
Ende Juni verlassen. Sein Nachfolger als Vorstandsvorsitzender, Christian Förster, kommt vom
nicht mit den Kickers verbandelten Vermarkter
Sportfive und soll für wirtschaftliche Kompetenz
stehen. Den sportlichen Neuaufbau soll Sebastian
Schuppan organisieren. Der Ex-Kapitän, der bereits im vergangenen Herbst als Vorstand Sport
vorgestellt wurde, stand bei der Trainersuche vor
seiner ersten Herausforderung. Die Kickers, so
hieß es, wollten sich in Zukunft als Ausbildungsverein definieren. Der neue Trainer solle Spieler
weiterentwickeln können. Christian Preußer galt
als der Mann, der perfekt zu diesem Profil passen
würde. Nur interessierte sich plötzlich auch Fortuna Düsseldorf für den Coach des SC Freiburg II,
Er soll es jetzt richten: Torsten Ziegner ist der neue Trainer der Würzburger Kickers.
und Würzburg war aus dem Rennen. So lautet die
Botschaft nach der Trainerfindung nun: keine Experimente. Mit Torsten Ziegner soll ein Coach, der
in Zwickau und Halle reichlich Drittliga-Erfahrung
gesammelt hat, dafür sorgen, dass der Verein sich
in der kommenden Saison schnell stabilisiert und
nicht weiter ins Trudeln gerät. „Der ideale Trainer
für den Neustart“, findet Schuppan, der glaubt,
dass Ziegner für die nötige Aufbruchsstimmung
sorgen könne.
Mickels kommt aus Duisburg
UE R DI NGE N
Als Neuzugänge verpflichtet wurden bislang
nur Nachwuchsspieler. 13 Akteure aus dem Zweitligakader wurden verabschiedet. Eine feste Achse
soll bleiben. Torhüter Hendrik Bonmann oder die
Abwehrspieler Lars Dietz und Tobias Kraulich
haben in der 2. Liga wertvolle Erfahrungen gesammelt. Wie die Zukunft von Patrick Sontheimer, dem
einzigen Kickers-Spieler, der in der vergangenen
Saison immer gesetzt war, aussieht, ist noch ungeklärt.
FRANK KRANEWITTER
Kaderplanung und Trainerfrage
Ein Duo verlängert
Es droht wieder Hektik
So holprig die erste Saison
im Profifußball auch war,
so sehr scheint Türkgücü
München derzeit bemüht,
künftig ein etwas stimmigeres
Bild abzugeben. Während der
Abgang von Co-Trainer Andreas
Pummer, der den Verein von
der Landes- in die Regionalliga
geführt hatte und in der abgelaufenen Saison zweimal als
Interimscoach eingesprungen
war, noch überraschte, waren
die Vertragsverlängerungen von
Geschäftsführer Max Kothny und
dem Sportlichen Leiter Roman
Plesche gute Zukunftssignale. Der
erst 24-jährige Kothny ist bereits
seit 2017 im Verein tätig, seit März
2020 als Geschäftsführer. Zeit-
Am 23. Juli wird der Ball
in der 3. Liga wieder rollen. Plant man eine ordentliche Vorbereitung
über fünf Wochen ein, müsste
auch der KFC Uerdingen irgendwann Mitte Juni das Training
wieder aufnehmen. Doch immer
noch stellt sich die Frage: Wer
wird die Mannschaft anleiten?
Und vor allem: Wer wird diesem
Team angehören?
Auch am Wochenende war
nichts zu erfahren, was der neuen Klubführung um den armenischen Investor Roman Gevorkyan vorschwebt. Auch die neuen
KFC-Gesellschafter lassen wie ihr
Vorgänger Mikhail Ponomarev
Öffentlichkeit und Fans nicht
gleich trat auch der 34-jährige
Plesche seine Stelle als Kaderplaner an.
An Arbeit wird es ihnen
nicht mangeln. Bis zum Vorbereitungsbeginn am 15. Juni soll
dem neuen Trainer Petr Ruman
ein wettkampftaugliches Team
zur Verfügung gestellt werden, aktuell stehen gerade einmal zwölf
Spieler unter Vertrag. Darunter
auch Sercan Sararer, dessen Zukunft weiter offen ist. Nicht mehr
mit an Bord ist Kilian Fischer, der
zum 1. FC Nürnberg wechselt.
Stattdessen schließt sich Offensivspieler Leroy-Jacques Mickels zur
neuen Saison den Münchnern an.
Der 25-Jährige kommt vom MSV
Duisburg.
MATTHIAS HORNER
an ihren Überlegungen teilhaben, verkünden nur Entscheidungen. Es droht eine hektische
Kaderzusammenstellung wie im
Vorjahr, als Spieler noch weit in
die Saison-Vorbereitung hinein
verpflichtet wurden, das Team
lange brauchte, um sich zu finden.
Das Insolvenzverfahren soll
in den kommenden Tagen zugunsten der Lizenzierung abgeschlossen werden. Gespannt darf
man sein, ob sich der Klub dann
erklärt. Zuletzt hatte Teamchef
Stefan Reisinger anklingen lassen,
dass er sich mehr Verantwortung
wünsche. Ob und in welcher Rolle
er aber künftig in Uerdingen zu
sehen sein wird, steht ebenfalls
nicht fest.
ANDRÉ LERCH
31. MAI 2021
DUISBURG
71
Der Torhüter soll bleiben
Als Rekordtrainer der
3. Liga hat Pavel Dotchev schon viel erlebt,
im Zuge seines Engagements beim MSV Duisburg ist
der 55-Jährige nun aber um einige Erfahrungen reicher. „Ich
hatte einige schlaflose Nächte“,
gesteht der Coach. Der Klassenerhalt war kein Selbstläufer, bis
zum Schluss mussten die Zebras
um ihn kämpfen.
In der nächsten Saison will
der Deutsch-Bulgare etwas ruhiger schlafen. Dazu beitragen soll
eine bessere Kaderplanung als im
Vorjahr. „Die Mannschaft muss
stärker werden, damit uns das
nicht noch einmal passiert“, sagt
Dotchev. Die letzten Saisontage
haben Spuren bei ihm hinterlassen. „Wir sind sogar mit Eiern
beworfen worden. Das war ein
Tiefpunkt für mich. Dabei denke
ich, dass wir schon etwas erreicht
haben.“
Der Trainer mahnt aber zur
Geduld. Er will keine Schnellschüsse. „Es macht keinen Sinn,
den Kader aufzufüllen, nur um
früh fertig zu sein“, so Dotchev.
Da die 2. Liga später in die Saison
startet, erwartet der Trainer, dass
noch Spieler auf den Markt kommen, die es bei ihrem Stammklub
V ERL
nicht geschafft haben. Als erste
Neuzugänge sind der frühere
Bochumer Abwehrspieler Felix
Bastian und Mittelfeldmann Yannick Deichmann (26, Lübeck) im
Gespräch.
Der MSV hat bereits acht
Akteure verabschiedet, weitere
Abgänge werden folgen. Auch
bei Mittelfeldspieler Wilson Kamavuaka (31), bei dem der MSV
eine Option ziehen könnte, und
bei Stürmer Aziz Bouhaddouz (34)
stehen die Zeichen eher auf Trennung. Winterzugang Federico Palacios (26) würden die Duisburger
gerne halten. Der Mittelfeldspieler war aber als Leihspieler bei den
Zebras am Ball und steht noch
beim SSV Jahn Regensburg unter
Vertrag.
Mit Marlon Frey (25), der
im Winter vom SV Sandhausen
gekommen war, haben die Zebras
hingegen bis 2023 verlängert. Der
defensive Mittelfeldspieler trug
entscheidend zum Klassenerhalt
bei. Auch Innenverteidiger Stefan
Velkov, der ebenfalls zur Rückrunde gekommen war, bleibt. Der
24-Jährige, der bis 2022 verlängerte, spielte aber verletzungsbedingt
keine Rolle.
Um Leo Weinkauf kämpft
der MSV noch. Der Torhüter kam
Der Torhüter kommt vom SC Freiburg
Foto: imago images/Team 2
Walds Argumente
für Weinkauf
Umworbener Torhüter: Leo Weinkauf hat sich in den Blickpunkt mehrerer Vereine
gespielt. Präsident Ingo Wald hofft, dass er trotzdem in Duisburg bleibt.
vor zwei Jahren auf Leihbasis vom
Zweitligisten Hannover 96. Das
Leihgeschäft läuft nun aus, die
Niedersachsen signalisierten dem
24-Jährigen allerdings bereits,
dass sie ohne ihn planen.
Weinkauf spielte sich in
der abgelaufenen Saison in den
Fokus. Mit einem kicker-Notenschnitt von 2,76 erreichte der Oldenburger den zweitbesten Wert
aller Spieler der Liga hinter dem
Rostocker Keeper Markus Kolke (2,67). Mehrere Zweitligisten
haben ein Auge auf den 24-Jährigen geworfen – aber nicht als
Nummer 1. „Bei uns wäre er als
Stammtorhüter gesetzt“, sagt
MSV-Präsident Ingo Wald (63), der
hofft, dass Weinkauf in Duisburg
die beste sportliche Perspektive
für sich sieht.
DIRK RETZLAFF
V I K TOR I A BE R L I N
Olympiastadion als Lösung
Thiede ist der Siebte
Pinckert ist der Erste
Der Finaltag der Amateure bescherte Raimund
Bertels einen trüben
Moment. In der Sportclub-Arena fand das Endspiel
um den Westfalenpokal statt,
Verl war nur Gastgeber. „Ich habe
nicht gerne zugeschaut“, gab der
SCV-Präsident zu, dessen Mannschaft im Halbfinale mit 0:3 an
Preußen Münster gescheitert war.
Immerhin war Neuzugang Joel
Grodowski an der Entscheidung
beteiligt, ein Foul an ihm führte
zum Elfmeter, durch den Münster
mit 1:0 gegen Lotte gewann.
Der Stürmer steht in der
nächsten Saison zusammen mit
Niclas Thiede im Verler Kader.
Der 22-jährige Torhüter kommt
Für die Verantwortlichen
des designierten Aufsteigers Viktoria Berlin ist
Durchatmen angesagt.
„Nach intensiven wie kräftezehrenden Wochen sind alle Verträge unterschrieben, und alle
nötigen Unterlagen für die Lizenz beim DFB eingereicht. Damit
haben wir unsere Schuldigkeit
getan“, sagt ein erleichterter Geschäftsführer Peer Jaekel, wobei
das Problem des Aufsteigers bisher die fehlende Heimstätte war.
Nun hat eine Vereinbarung mit
dem Berliner Senat, der die Kosten für die Nutzung des Olympiastadions übernimmt, es möglich
gemacht, „dass wir“, so Jaekel,
„entspannt auf einen positiven
auf Leihbasis für ein Jahr aus
Freiburg. Für den SC absolvierte
Thiede 2019 sogar ein Bundesligaspiel. Ansonsten wurde er hauptsächlich in der U 23 eingesetzt,
die wohl in die 3. Liga aufsteigt.
Thiede ist der siebte Neuzugang,
von denen sechs aus der Regionalliga und einer aus der Oberliga
kommen.
Weiter offen ist, wo Verl
in der nächsten Saison seine
Heimspiele austrägt. Bertels hofft
immer noch auf eine Ausnahmegenehmigung für die Sportclub-Arena vom DFB. Ansonsten
müsste im 70 Kilometer entfernten Lotte gespielt werden. Auch
dort würde Bertels nicht gerne
zuschauen.
WOLFGANG TEMME
Bescheid aus Frankfurt warten
können“.
Als erster Neuzugang wurde die Verpflichtung von Lukas
Pinckert bekannt. Der 21-Jährige
kommt vom Hamburger SV II,
wo er alle Nachwuchsstationen
durchlaufen hat und zuletzt in der
Regionalliga Nord für die zweite
Mannschaft als Innenverteidiger
auflief. „Ich plane mit ihm aber für
das rechte Mittelfeld“, so Viktorias
Coach Benedetto Muzzicato: „Mit
seiner Art Fußball zu spielen, aber
auch mit seiner Mentalität, passt
er genau in unsere Philosophie.“
Allerdings gilt Pinckerts Vertrag
nur bei Drittklassigkeit. Doch daran zweifelt bei Viktoria niemand
mehr.
MARTIN EISEN
72
31. MAI 2021
Mister Zuverlässig tritt ab
18 6 0 MÜN C HE N
275 Einsätze hat JU LIUS R E INH AR DT (33) in der 2. und
3. Liga absolviert. Jetzt mach der Zwickauer Schluss.
Foto: Picture Point
Mister Zuverlässig verlässt
die große Fußballbühne!
Nach 275 Einsätzen in der
2. und 3. Liga macht Julius
Reinhardt Schluss. „Es ist keine Entscheidung von heute auf morgen“,
betont der Mittelfeldmann, der zuletzt beim FSV Zwickau nicht mehr
spielte: Reinhardt leidet aktuell am
Pfeifferschen Drüsenfieber.
Das letzte Jahr verlief nicht so,
wie er es sich vorgestellt hatte. „Ich
war nicht richtig zufrieden mit mir.
Meine eigenen Ansprüche liegen
höher“, sagt der 33-Jährige. Dass er
nicht mehr zu alter Leistungsstärke
fand, lag an einer Sprunggelenk-Operation im Sommer. „Ich habe die
letzten Wochen der vergangenen
Saison nur noch unter Schmerzen
gespielt und hätte die OP früher machen müssen. Aber ich wollte mich
in den Dienst der Mannschaft stellen
und den Abstieg verhindern“, blickt
Reinhardt zurück.
In einem Herzschlagfinale hielt
er mit Zwickau die Klasse. „Wir waren nach der Niederlage in Münster
schon abgestiegen und haben es doch
noch geschafft. Mental und körperlich waren diese Wochen eine riesige
Herausforderung“, meint Reinhardt.
Es war die Zeit, in der seine
Tochter geboren wurde und die
Gedanken an das mögliche Karriereende stärker wurden. Dass seit
Monaten keine Fans mehr im Stadion
waren, hat ihm den Abschied etwas
leichter gemacht: „Ich habe kürzlich
ein paar Videos von mir angeschaut
mit Spielen von früher. Unfassbar,
wie gigantisch die Stimmung mit
Zuschauern war. Seit Corona ist es in
den Stadien trist und traurig.“
Jetzt ist Schluss: Nach über einem Jahrzehnt in Deutschlands Profiligen hört Julius Reinhardt auf.
Reinhardt wurde beim Chemnitzer FC ausgebildet. Als er 2010 im
Landespokal gegen Dynamo Dresden
zwei Treffer erzielte und im anschließenden Finale beim 3:2 gegen Erzgebirge Aue ebenfalls erfolgreich war,
öffneten sich die Tore in die weite
Fußballwelt für ihn. Trainer Torsten
Lieberknecht holt den damals 22-Jährigen zu Eintracht Braunschweig.
Ein Jahr später stieg er mit den Niedersachsen in die 2. Liga auf. Dieses
Kunststück schafft Reinhardt im Jahr
2014 auch mit dem 1. FC Heidenheim
unter Trainer Frank Schmidt.
Doch es gab nicht nur Höhen.
„Ich habe in Offenbach und Chemnitz zwei Insolvenzen miterlebt. Das
waren die Tiefpunkte“, verrät Reinhardt, der 2016 zu seinem Heimatverein zurückkehrte und 2018 mit
dem CFC abstieg.
Für Reinhardt ging es trotzdem
in der 3. Liga weiter. In Zwickau fand
er das, was er zuvor in Chemnitz
schmerzlich vermisst hatte: „Ein
unheimlich schönes Miteinander,
Harmonie, Gemeinschaft. Der FSV
hat mir den Spaß am Fußball zurückgebracht.“
Auch Mittelfeldspieler Felix
Drinkuth (26) geht, sein zum 30. Juni
auslaufender Vertrag wird nicht
verlängert. Drinkuth ist bereits der
neunte Spieler, der den Verein verlässt.
OLAF MORGENSTERN
Der Verein und der Investor feiern ein denkwürdiges Jubiläum
Ismaik: Weitere zehn Jahre Leidenschaft pur
Rosenhochzeit statt Rosenkrieg. In der Ehe zwischen dem TSV 1860 und
Hasan Ismaik war gestern
ein virtueller Strauß Blumen fällig: Exakt zehn Jahre ist es her,
dass der Münchner Kultverein
60 Prozent seiner Anteile an den
jordanischen Geschäftsmann verkaufte (davon elf Prozent stimmlos). Was mit Dauerstreit und
zermürbenden Machtkämpfen
begann, wirkt noch immer nicht
uneingeschränkt harmonisch,
aber zunehmend professionell.
Ismaik nahm das Jubiläum zum
Anlass, via Facebook zurückzublicken. „Es gab schöne Momente,
aber auch sehr herausfordernde
Ereignisse“, schrieb der Mehrheitsgesellschafter der Löwen:
„Wir haben Erfolge gemeinsam
gefeiert und auch gemeinsam
gelitten. Aber vielleicht ist diese
Mischung genau das, was diesen
wunderbaren Traditionsverein
ausmacht: Leidenschaft pur!“
Am Tiefpunkt, nach dem
Doppelabstieg 2017, änderten
beide Seiten ihre Strategie. Die
früher im Streit ausgelebte Leidenschaft wird nun besser kanalisiert. Ismaik schluckt die
Schuldenbremse des Vereins, die
ihn eines Druckmittels beraubt,
sendet aber eine klare Botschaft
aus: Aufgeben wird er seine Anteile nie – egal was seine Kritiker
anstellen.
Sämtliche Versuche des Vereins, Ismaik loszuwerden, sind
gescheitert. Der Investor handelt
nach dem Motto: Wenn du deine
Gegner nicht besiegen kannst,
dann umarme sie. Im Schluss-
wort seines Jubiläums-Posts
geht Ismaik weiter auf die Investoren-Skeptiker zu. Für die nächsten zehn Jahre wünsche er sich
„eine kontinuierliche sportliche
Weiterentwicklung, eine professionelle Außendarstellung sowie
ein friedliches und produktives
Miteinander“. Der Anfang sei gemacht: „Jetzt liegt es an uns allen,
die Geschichte weiterzuschreiben
und etwas zu schaffen, das der
Tradition unseres Klubs gerecht
wird.“ Er jedenfalls wolle „keinen
Tag missen“.
ULI KELLNER
73
Jabiri denkt an das Jahr 2015
Der FC 05 kämpft nun gegen den TSV Havelse um den Drittliga-Aufstieg.
Für den Routinier würde damit ein großer Traum in Erfüllung gehen.
Adam Jabiri hat schon
viel erlebt in seiner
Karriere. An diesem
Donnerstag wird der
Torjäger des FC Schweinfurt 05
37. Seine Karriere neigt sich also
dem Ende zu – in Bayreuth hat
er allerdings noch einmal Großes
geleistet: Jabiri war an allen vier
Treffern der Nullfünfer beim 4:0Sieg über die SpVgg beteiligt und
hat sein Team damit maßgeblich
zum Gewinn der Meisterschaft
geführt. Das bedeutet auch: in
die Relegation zur 3. Liga. Allzu
gerne würde sich der Architekt mit
dem Aufstieg einen großen Traum
erfüllen: „Dann wäre ich mit beiden großen Vereinen der Region
in den Profifußball aufgestiegen.
Das würde mich unglaublich stolz
machen.“ Im Jahr 2015 war ihm
das bereits mit den Würzburger
Kickers gelungen.
Damit der Traum nun Realität wird, gilt es am 12. Juni zu Hause im Willy-Sachs-Stadion und am
19. Juni gegen den Nord-Vertreter
TSV Havelse zu bestehen – eine
Mannschaft, die seit dem 25.
Oktober kein Pflichtspiel mehr
bestritten hat. Und gegen die der
FC 05 nach dem gemeinsamen
Zweitliga-Jahr 1990/91 erst einmal
gespielt hat: Im Trainingslager
im Februar 2020 gewannen die
Schweinfurter, noch personell
anders aufgestellt, mit 1:0.
Die sportlich bedeutungslose Partie zwischen dem FC 05 und
B AY R EU T H
Foto: imago images/HMB-Media
F U S S B A L L I N B AY E R N
31. MAI 2021
Will zum
zweiten Mal
nach 2015 den
Aufstieg in die
3. Liga schaffen:
Schweinfurts
Adam Jabiri
Viktoria Aschaffenburg am Dienstag soll stattfinden, nicht zuletzt,
weil der Bayerische-Fußball-Verband (BFV) da die Schweinfurter
offiziell zum Meister ernennen
will. Womöglich vor 250 Zuschauern. „Es ist unser Anspruch, die
Runde mit zwölf Punkten abzuschließen und die Chance auf
den DFB-Pokal aufrechterhalten
zu wollen, auch wenn wir personell rochieren werden“, sagte
Trainer Tobias Strobl. Jabiri wird
wohl nicht auflaufen. „Ich spüre
es schon, wenn ich ständig 90
Minuten spiele.“ Er bevorzugt am
Samstag die Relegations-Generalprobe in der Ligapokal-Trostrunde
gegen den TSV Aubstadt: „Klar,
gegen Christopher Bieber“ – den
ehemaligen Kickers-Mitstreiter.
Derweil fordert Geschäftsführer Markus Wolf für das Hinspiel in der Relegation, dass Zuschauer im Willy-Sachs-Stadion
zugelassen werden. Eine Ausnahmegenehmigung für 3000
bis 5000 Fans unter strengen
Hygieneauflagen halten sie für
realistisch angesichts der gesunkenen Inzidenz in der Stadt und
im Landkreis.
MICHAEL BAUER
Bayreuth – Schweinfurt
0:4 (0:2)
Bayreuth: Kolbe – Messingschlager,
E. Schwarz, St. Eder (46. Moos), Götz
(74. Kaymaz) – C. Wolf, Lippert (60.
Weimar) – Danhof, Knezevic (60. Makarenko) – Maderer (46. Nollenberger),
Ziereis – Trainer: Rost
Schweinfurt: Zwick – Grözinger (88.
Cekic), Billick, Rinderknecht, Haas – Fery
(87. Yarbrough), Böhnlein, Adlung (80.
Ph. Maier), Thomann – Suljic (67. Marinkovic), Jabiri (80. Pieper) – Trainer: Strobl
Tore: 0:1 Jabiri (13.), 0:2 Jabiri (26.), 0:3
Götz (53., ET), 0:4 Marinkovic (79.) – SR:
Haslberger (St. Wolfgang) – Zuschauer:
500 (ausverkauft) – Bes. Vorkommnis:
Kolbe hält FE von Marinkovic (70.)
Illertissen wartet im Ligapokal-Halbfinale – Es fehlt ein zweiter Sechser
Rost bleibt nicht viel Zeit zum Wunden lecken
Lange Zeit, die Wunden zu lecken, bleibt
bei der SpVgg Bayreuth nicht. Nach
der 0:4-Pleite und dem Ende
der Aufstiegsträume wartet im
Ligapokal-Halbfinale der FV
Illertissen. Und auch Trainer
Timo Rost wollte sich nicht
allzu lange mit der Partie gegen Schweinfurt beschäftigen.
„Mein Dank gilt den Fans“,
richtete er seine Worte an die
500 treuen Anhänger, die auf
den Rängen eine ähnlich starke
Leistung ablieferten wie die
Gäste auf dem Feld.
Hiermit konnten die Bayreuther nicht Schritt halten.
Ähnlich wie im Hinspiel kontrollierten die nicht ganz so
forsch auftretenden Schnüdel
das Geschehen und bestraften
zwei Bayreuther Fehler eiskalt.
Sebastian Kolbe legte Adam
Jabiri den ersten Treffer auf,
den zweiten servierte Steffen
Eder. Rost haderte derweil mit
zwei hochkarätigen Chancen
nach der Pause.
Es wurde deutlich, was
den Altstädtern fehlt: Im zentralen Mittelfeld spielte nach
dem Ausfall von Christopher
Kracun (Knieoperation) mit
Dennis Lippert bereits der vierte Akteur neben Chris Wolf als
Sechser. Vollends überzeugen
konnte dort kein einziger: Die
Außenbahnspieler Lippert und
Patrick Weimar sowie Ivan
Knezevic fühlen sich anderswo
wohler, Edwin Schwarz überzeugte auf der Manndeckerposition.
NIK KORZENDORFER
LIGA POKA L
Nur drei Tage nach der
0:4-Play-off-Niederlage gegen den 1. FC Schweinfurt 05
treten die Bayreuther an diesem Dienstag im heimischen
Hans-Walter-Wild-Stadion
im Ligapokal-Halbfinale
gegen den FV Illertissen an
(18.30 Uhr). Der Gewinner
dieser Partie trifft dann im
Ligapokal-Finale um einen
Startplatz im DFB-Pokal auf
den VfB Eichstätt.
74
31. MAI 2021
AS CH A FF E N B UR G
R EGI O N AL L IG A S ÜD WEST
Seitz läutet
den Urlaub ein
Nach Clay Verkaj (Innenbandanriss) und Ugurtan
Kizilyar (Zerrung) erwischte es bei der Pokalpleite in
Burghausen auch Philipp Beinenz
(Muskelfaserriss). Daher sah Trainer
Jochen Seitz das 1:2, bei dem er seine
Elf auf acht Positionen geändert hatte, „mit einem lachenden und einem
weinenden Auge. Wir wären gerne
weitergekommen, aber es ist auch
gut, dass die Tortur jetzt vorbei ist.“
Soweit möglich, sollen die Spieler schon in Urlaub fahren, damit
sie zum Vorbereitungsbeginn am
14. Juni wieder zur Verfügung stehen.
Mit dabei ist dann auch Roberto Desch (28), der seinen Vertrag um ein
Jahr verlängert hat.
KLAUS GAST
kurz
bündig
VfB Eichstätt
Der VfB Eichstätt steht im Finale des
Ligapokals. Top-Torjäger Fabian Eberle
traf beim 2:1 über den TSV Buchbach
zweimal per Elfmeter (34. und 45.). Die
Gäste-Führung hatte zuvor Mittelfeldmann Christian Brucia (25.) erzielt.
REGIONALLIGA NORD
GRUPPE NORD
1. SC Weiche 08
9 18:6 24
2. Eintr. Norderstedt 9 14:11 16
3. SV Drochtersen/A. 9 14:8 15
4. Phönix Lübeck (N) 9 11:11 15
5. Teut. Ottensen (N)10 17:13 16
6. FC St. Pauli II
10 15:15 16
7. Hamburger SV II 10 19:12 15
8. LSK Hansa
9 10:11 12
9. Holstein Kiel II
10 10:19 9
10. Heider SV
8 4:19 4
11. Altona 93
7 5:12 3
GRUPPE SÜD
1. Werder Bremen II 8 15:5 20
2. TSV Havelse
9 22:6 20
3. BSV Rehden
9 17:10 17
4. VfB Oldenburg
8 12:8 14
5. SSV Jeddeloh II
8 13:13 12
6. Hannover 96 II
9 14:16 13
7. VfV Hildesheim (N) 9 9:15 11
8. Oberneuland (N) 10 9:15 12
9. VfL Wolfsburg II 9 12:15 9
10. HSC Hannover 10 14:24 6
11. Delmenhorst (N) 7 5:15 2
Die Saison wurde abgebrochen und
nach Quotientenregelung gewertet.
Kein Auf- und Abstieg in die Regionalliga. Nach dem Verzicht von Weiche
Flensburg und Werder II nimmt der
TSV Havelse an den Aufstiegsspielen
zur 3. Liga teil. Die Spiele finden
am 12. Juni in Schweinfurt und
am 19. Juni in Havelse statt.
REGIONALLIGA NORDOST
1.
2.
3.
4.
5.
6.
FC Viktoria 1889 11
VSG Altglienicke 11
Chemie Leipzig 13
Carl Zeiss Jena (A) 12
Berliner AK 07 12
BFC Dynamo
11
26:9
29:14
25:12
24:16
25:21
26:17
33
25
24
21
20
18
VfB Stuttgart II – FK Pirmasens 3:1 (0:0)
Stuttgart II: Schock – Rios Alonso (61. Sökler), Badstuber (46. Reutter), Kober (59.
Meyer) – Kudala, Weil, Michel, Kleinhansl
Alberico (76. Kastanaras), Hottmann (46.
Grimm), Münst – Trainer: Fahrenhorst
Pirmasens: Reitz – Grünnagel, Grieß, Zimmer
(69. Frisorger), Hammann – D. Bohl, Becker –
Cissé (72. Neufang), Chessa, Eichhorn (69.
Schmitt) – Krob (90. Bürger) – Trainer:
Fischer
Tore: 0:1 Krob (52.), 1:1 Sökler (82.), 2:1 Kastanaras (90./+2), 3:1 Kastanaras (90./+5) –
SR: Herbert (Nüsttal) – Zuschauer: keine
Bahlinger SC – Mainz 05 II
2:1 (1:0)
Bahlingen: Geng – F. Schmid (78. Bachmann), Lokaj, Gutjahr, Klein, Alihoxha (63.
Wehrle) – Köbele (75. Torres), Häringer –
Pepic, Fischer (78. Bektasi), Probst (63.
Falahen) – Trainer: Siefert
Mainz II: Manthe – Akoto, Modica, Gans –
Fichtner (70. Stich) – Rösch, Petö (81. Müller), Rupil, Bohnert – Hermes, Curci (60.
Quirin) – Trainer: Gaul
Tore: 1:0 Probst (14.), 1:1 Modica (48.), 2:1
Fischer (67.) – SR: Bergmann (Erbach) –
Zuschauer: 250
Großaspach – VfR Aalen
3:2 (1:1)
Großaspach: Nreca-Bisinger – Held (46.
Santoro), Gipson, Gehring, Brändle – Schiek,
Owusu (86. Ziegler), Sadler, Sirigu – Widemann (90. Leist), Karatas (86. Özdemir) –
Trainer: Scharinger
Aalen: Layer – Volz, Arslan, Arh Cesen, Merk –
Knipfer, Abruscia, Herrmann, Müller – Bux
(58. Ramaj), Barini – Trainer: Wolf
7. Lok Leipzig (M) 12 20:17 19
8. Un. Fürstenwalde 11 22:20 16
9. En. Cottbus
13 18:19 18
10. Chemnitzer FC (A) 13 20:17 17
11. SV Babelsberg 03 13 18:20 17
12. Hertha BSC II
11 12:15 14
13. Lichtenberg 47 13 15:20 16
14. Luckenwalde (N) 13 14:22 15
15. VfB Auerbach
12 18:26 11
16. TeBe Berlin (N) 10 15:20 9
17. Germ. Halberstadt 13 12:18 11
18. ZFC Meuselwitz 13 14:22 11
19. Optik Rathenow 13 15:25 11
20. Bischofswerda 08 12 12:30 7
Die Saison wurde abgebrochen und
nach Quotientenregelung gewertet.
Der FC Viktoria 1889 Berlin steigt
in die 3. Liga auf, Bischofswerda 08
steigt ab. Aus den Oberligen rücken
Tasmania Berlin (Nord) und der
FC Eilenburg (Süd) auf.
REGIONALLIGA WEST
41. SPIELTAG
M’gladbach II 3:1 1:1 Wegberg-B.
Dortmund II 2:2 0:1
Homberg
Lippstadt
1:0 0:0 Bg. Gladbach
Düsseldorf II 1:1 1:0 Rödinghsn.
Fort. Köln
4:1 2:0
Schalke II
DIENSTAG, 1. JUNI
18.00 UHR
Bonn (1:3) Aachen
DIENSTAG, 1. JUNI
19.30 UHR
Ahlen (1:1) Straelen
spielfrei: Wuppertaler SV
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
Bor. Dortmund II 38
Rot-Weiss Essen 39
Pr. Münster (A) 39
Fortuna Köln
39
1. FC Köln II
39
Fort. Düsseldorf II 39
Rödinghausen (M) 39
89:29
88:28
68:36
65:44
66:54
65:48
48:38
87
87
78
66
61
56
56
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
Tore: 1:0 Karatas (14.), 1:1 Merk (33.),
2:1 Schiek (76.), 3:1 Karatas (78.), 3:2 Barini
(81.) – SR: Rau (Nidderau) – Zuschauer:
keine
Hoffenheim II – FSV Frankfurt 1:0 (0:0)
Hoffenheim II: Klein – Görlich, König, Haider,
Beyreuther – Erb (67. Amade), Szarka – Butler (87. Geschwill), Sahin (60. Khan Agha),
Monteiro-Mendes (67. Boutakhrit) – Skenderovic (87. Kölle) – Trainer: Herdling
Frankfurt: Mujezinovic – Kunert (67. Williams), Sierck (83. Muhic), Nothnagel, von
Schroetter – Sejdovic (67. Mangafic), Bazzoli
(74. Lüders) – Kelati, Güclü, Straub – Hirst
(74. Alawie) – Trainer: Brendel
Tor: 1:0 Skenderovic (72.) – SR: Wacker
(Backnang) – Zuschauer: 63
SC Freiburg II – FC Homburg
0:1 (0:0)
Freiburg II: Atubolu – Kammerknecht, BraunSchumacher, Ezekwem – Faber (84. Bacher),
Flum (58. Nieland), Herrmann (90./+2 Tauriainen), Weißhaupt (84. Furrer) – Schade,
Boukhalfa, Burkart (58. Kehrer) – Trainer:
Preußer
Homburg: Salfeld – Stegerer, Di Gregorio
(24. Reuss), Sachanenko, Scholz – Hingerl
(90./+2 Plattenhardt), Lienhard – Hoffmann,
Dulleck, Schuck (78. Weiss) – Marceta (78.
Carl) – Trainer: Wenzel
Tor: 0:1 Marceta (72.) – SR: Schlosser
(Stahlhofen) – Zuschauer: 100
Bayern Alzenau – Hessen Kassel 0:1 (0:1)
Alzenau: Zabadne – Kummer (73. Brauburger), Bergmann, Crljenec, Mazagg (65.
Haritonov) – Wilke – Martin, Kalata (46.
RW Oberhausen 39
Wiedenbrück (N) 39
Bor. M’gladbach II 39
Schalke 04 II
39
Wuppertaler SV 39
Alemannia Aachen 39
SV Straelen (N) 38
Spfr. Lotte
39
SV Lippstadt 08 39
Wegberg-B. (N) 38
VfB Homberg
38
RW Ahlen (N)
38
Bonner SC
38
Berg. Gladbach 38
59:50
53:48
49:53
56:54
56:60
35:47
40:57
45:70
36:60
35:59
39:71
44:67
37:66
30:64
56
55
55
54
54
45
44
43
40
38
34
32
32
30
NACHHOLSPIELE 32., 39. Spieltag
DIENSTAG, 1. JUNI
19.30 UHR
Homberg (0:1) Wegberg-B.
Dortmund II (3:0) Bg. Gladbach
42. SPIELTAG
SAMSTAG, 5. JUNI
14.00 UHR
Oberhausen (1:1) M’gladbach II
Schalke II (1:1) Münster
Rödinghausen (2:3) Fort. Köln
Bg. Gladbach (2:5) Düsseldorf II
Straelen (1:1) Lippstadt
Homberg (1:5) Ahlen
Wuppertal (0:3) Dortmund II
Bonn (1:1) 1. FC Köln II
Lotte (0:0) Wiedenbrück
Wegberg-Beeck (2:3) Essen
spielfrei: Alemannia Aachen
REGIONALLIGA SÜDWEST
40. SPIELTAG
Stuttgart II 3:1
Bahlingen
2:1
Großaspach 3:2
Hoffenheim II 1:0
Freiburg II
0:1
Alzenau
0:1
Gießen
5:0
0:0 Pirmasens
1:0
Mainz II
1:1
Aalen
0:0
Frankfurt
0:0
Homburg
0:1
Kassel
1:0 Schott Mainz
DIENSTAG, 1. JUNI
Offenbach (0:0)
Balingen (2:3)
Steinbach (2:2)
Ulm (3:0)
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
FC Gießen – Schott Mainz
5:0 (1:0)
Gießen: Löhe – Weiß, Boras, Markovic, Takehara (18. Starostzik) – Fink (70. Erkilinc) –
Trkulja (65. Münn), Mohr (70. Hofmann) –
Korzuschek (65. Daghfous), Ibrahimaj –
Arcalean – Trainer: Cimen
Schott Mainz: Hinke – Kern, Raltschitsch,
Müller, Rinker, Schlosser – Fring, Mairose –
Hahn, Auletta (60. Gansmann), Portmann
(60. Assibey-Mensah) – Trainer: Meeth
Tore: 1:0 Korzuschek (35., FE), 2:0 Raltschitsch (58., ET), 3:0 Ibrahimaj (64.), 4:0
Markovic (82.), 5:0 Arcalean (85.) – SR:
Digeser (Korb) – Zuschauer: 150 – Rote
Karte: Schlosser (35., Notbremse)
TORSCH Ü TZE N
Tore
23 (–)
22 (1)
19 (–)
18 (–)
18 (–)
17 (–)
17 (–)
Spieler
Marquet (TSV teinbach Haiger)
Fischer (Bahlinger SC)
Cuni (SGS Großaspach)
Koffi (SV Elversberg)
Suero Fernandez (SV Elversberg)
Mustafa (RW Koblenz)
Fetsch (Kickers Offenbach)
In Klammern Zahl der am Spieltag erzielten Tore
19.00 UHR
Walldorf
Koblenz
Elversberg
Stadtallendorf
SC Freiburg II
40
SV Elversberg
39
Kickers Offenbach 39
SSV Ulm 1846 39
Steinbach Haiger 39
FSV Frankfurt
40
FC Homburg
40
VfB Stuttgart II (N) 40
Bahlinger SC
40
RW Koblenz
39
Hessen Kassel (N)40
VfR Aalen
40
1. FSV Mainz 05 II 40
FC Gießen
40
TSG Hoffenheim II 40
FK Pirmasens
40
TSG Balingen
39
FC-Ast. Walldorf 39
Großaspach (A) 40
Schott Mainz (N) 40
Bayern Alzenau 40
Stadtallendorf (N) 39
41. SPIELTAG
SAMSTAG, 5. JUNI
Bahlingen (2:2)
Schott Mainz (1:8)
Stadtallendorf (1:1)
Kassel (2:1)
Homburg (2:2)
Elversberg (1:1)
Koblenz (1:2)
Frankfurt (1:0)
Walldorf (0:3)
Aalen (2:0)
Mainz II (0:0)
Ljubicic), Ferukoski – Teklab (79. Grünewald),
Kang – Trainer: Bäcker
Kassel: Gröteke – Schwechel (73. Mißbach),
Allmeroth, Urban – Najjar, Bravo Sanchez,
Meha (35. Kahraman), Durna (57. Mogge) –
Saglik – Schmeer (74. Iksal), Fischer – Trainer: Damm
Tor: 0:1 Schmeer (7.) – SR: Hardt (Altendiez) –
Zuschauer: 250
92:37
92:40
71:31
72:33
79:39
55:43
68:53
71:52
63:72
53:55
53:67
45:56
58:71
46:49
53:69
39:58
46:58
59:69
50:72
53:97
47:88
36:92
89
81
78
78
73
69
62
59
58
53
50
49
49
47
47
46
45
44
40
38
25
16
14.00 UHR
Pirmasens
Stuttgart II
Gießen
Ulm
Alzenau
Freiburg II
Steinbach
Balingen
Hoffenheim II
Offenbach
Großaspach
REGIONALLIGA BAYERN
1. Aschaffenburg 25 51:27 50
2. SpVgg Bayreuth 25 53:28 49
3. 1. FC Nürnberg II 25 61:32 49
4. Schweinfurt 05 23 48:29 44
5. TSV Aubstadt (N) 25 43:41 39
6. VfB Eichstätt
26 46:32 37
7. TSV Buchbach 25 32:29 35
8. Greuther Fürth II 26 31:33 36
9. FC Augsburg II
25 44:35 34
10. SV Schalding-H. 24 34:45 32
11. Wack. Burghausen 25 36:35 33
12. FV Illertissen
25 37:51 31
13. TSV Rain/L. (N) 25 26:41 30
14. SV Heimstetten 25 44:54 26
15. FC Memmingen 22 18:30 20
16. 1860 Rosenheim 25 30:61 21
17. VfR Garching
20 21:52 13
Die Saison 2019/21 wurde abgebrochen und nach Quotientenregelung
gewertet. Die Relegation entfällt.
Der VfR Garching steigt ab. Aus den
Bayernligen rücken der SC Eltersdorf
(Nord) und der FC Pipinsried (Süd)
auf. Der Teilnehmer an den Aufstiegsspielen zur 3. Liga gegen den TSV
Havelse wird in einer Play-off-Runde
mit Hin- und Rückspielen ermittelt.
PLAY-OFF-RUNDE
Bayreuth
0:4 0:2 Schweinfurt
1. Schweinfurt 05
2. SpVgg Bayreuth
3. Aschaffenburg
3 8:1
3 5:6
2 0:6
9
3
0
DIENSTAG, 1. JUNI
19.00 UHR
Schweinfurt (2:0) Aschaffenburg
SAMSTAG, 5. JUNI
14.00 UHR
Aschaffenburg (0:4) Bayreuth
IHRE
31. MAI 2021
MEINUNG
75
L e s e r f o r u m @ k i c k e r. d e
Offenbar wurden keine
anderen Kandidaten
in Betracht gezogen
Betr.: „Fundament auf neuen Füßen“ –
Frankfurt verpflichtet Oliver Glasner
Betr.: „Ein Kopf mit vielen Kompetenzen“ –
Flick unterschreibt beim DFB.
% Nr. 43
% Nr. 43
Ich finde die Taktik der EintrachtEntscheidungsträger, einen scheinbar hinters Licht zu führen, indem
man vorher sagte, Glasner wäre aus
dem Fokus geraten, und ihn nun stolz
der Öffentlichkeit präsentiert, eher
albern. Das glauben nur ganz naive
Fans. Und das Bäumchen-wechseldich-Spiel der Bundesligatrainer ist
erbärmlich und zeugt von null Identifikation mit den Vereinen. Wetten,
dass die Eintracht unter dem temperamentlosen Glasner, der mehr auf
die Defensive bedacht ist, nicht mehr
so viele Tore schießen wird, wie unter
Hütter? Eintracht Frankfurt steht für
Emotionen und Leidenschaft und
hätte einen Trainertyp gebraucht, der
bei allem Fußballwissen Spieler und
Anhänger von Anfang an mitreißt.
Nachdem Joachim Löw seinen Abschied für die Zeit nach der Europameisterschaft verkündete, wurde
bekannt, dass Hansi Flick seinen
Vertrag in München nicht erfüllen
will. Da muss man kein Hellseher
sein, dass zu diesem Zeitpunkt mit
Bierhoff und Co. wohl schon ausgekungelt war, dass Flick Bundestrainer
wird. Von einem Auswahlverfahren
kann hier wohl keine Rede sein.
Andere Kandidaten (zum Beispiel
Rangnick) wurden nie ernsthaft in
Betracht gezogen, weil insbesondere
Bierhoff um seine Allmacht beim
DFB fürchtete. Ein Neuanfang beim
DFB und der Nationalelf wäre nur
mit einer komplett neuen Führung
inklusive Trainer- und Betreuerteam
glaubwürdig gewesen.
Marc Hairapetian, Berlin
Joachim Schliecker, Lichtentanne
Günter Güttler
bei vier Vereinen in der Bundesliga aktiv,
feiert seinen 60. Geburtstag.
D I E N S TA G , 1 . J U N I
MITTWOCH, 2. JUNI
Trainer Karl-Heinz Feldkamp 87,
Hans-Bert Matoul (3 A DDR) 76,
Arnold Mühren (23 A Niederlande, EM 1988) 70, Oliver Baumann
(360 BL Freiburg, Hoffenheim) 31.
D O N N E R S TA G , 3 . J U N I
Ulrich Peters (Kanusport, WM
1975) 70, Rüdiger Wenzel (300 BL
Frankfurt, Düsseldorf, St. Pauli) 68,
Thomas Flach (Segeln, OS 1988,
1996, WM 1992) 65, Luigi di Biagio
(31 A Italien, Nationaltrainer 2018)
50, Lukasz Piszczek (66 A Polen)
36, Mario Götze (63 A, WM 2014)
29, Lukas Klostermann (12 A) 25.
Ich hätte erwartet, dass Lewandowski
gegen Augsburg nicht mehr aufläuft
und es bei 40 Treffern belässt. Das
wäre eine Geste gewesen. So aber
schoss er mit Glück in der 90. Minute
das 41. Tor. Peter Paulik, Grafenwiesen
Die Tinte ist trocken: Hansi Flick ist
nun für drei Jahre Bundestrainer.
Ohne Verletzung hätte
Lewandowski vielleicht
sogar 50 Tore erzielt
% Nr. 42
M O N TA G , 3 1 . M A I
Bernhard Steffen (2 A) 84, Caspar
Memering (3 A, EM 1980) 68, Werner Günthör (Schweiz, Leichtathletik,
3 x WM Kugelstoßen) 60, Stefan Böger (4 A DDR) 55, Stefan Minkwitz
(2 A DDR) 53.
Eduard Mühlenhoff, Brakel
Betr.: „Ich bin als Mensch gewachsen“ –
Interview mit Rekordtorjäger Lewandowski
HERZ L I CH E N G LÜ C KW U N S C H!
Wolfgang Fahrian (10 A) wird 80
Jahre, Gerd Weber (35 A DDR,
OS 1976) 65, Günter Güttler (234 BL
FC Bayern, Nürnberg, Waldhof, Schalke) 60, Ralf Weber (9 A) 52, Marco
Reus (44 A) 32.
den Hut vor seiner Leistung ziehen.
Aber auch wenn Gerd Müller diesen
Rekord jetzt verloren hat, bleibt seine
gesamte Leistung unerreicht, und er
ist der größte Torjäger aller Zeiten!!
Foto: imago images
Die Taktik bei Glasner
ist albern, die vielen
Wechsel sind erbärmlich
F R E I TA G , 4 . J U N I
Klaus Urbanczyk (34 A DDR) 81,
Trainer Hanspeter Latour (Schweiz)
74, Jürgen Sparwasser (53 A DDR)
73, Trainer Hermann Gerland 67,
Norbert Nachtweih (325 BL Frankfurt, FC Bayern) 64, Lukas Podolski
(130 A, WM 2014) 36 .
S A M S TA G , 5 . J U N I
Helmut Benthaus (8 A) 86, Hartmut Heidemann (3 A) 80, Richard
Golz (453 BL Hamburg, Freiburg) 53,
Fernando Meira (54 A Portugal) 43.
S O N N TA G , 6 . J U N I
Dr. Theo Zwanziger (DFB-Präsident
2004–12) 76, Björn Borg (Schweden, Tennis, WCT-WM 1976, 3 x ITFWorld-Champion, 2 x Masters-Sieger,
Davis-Cup-Sieger 1975) 65, Tony
Yeboah (59 A Ghana) 55.
Ich möchte Robert Lewandowski zu
seinem historischen Rekord in der
Bundesliga ganz herzlich gratulieren,
er hat etwas Einzigartiges geschafft.
Ich bin mir sicher, dass er ohne Verletzungspause vielleicht sogar die
50-Tore-Marke geknackt hätte. Auch
mit diesem Rekord kann man nur
Das Bilanz-Sonderheft
ist eine unverzichtbare
Quelle am Saisonende
% Sonderhefte
Ich möchte Ihnen
ein Lob aussprechen
für Ihre Sonderhefte.
Im Besonderen für
die nun kommende
Ausgabe Bilanz. Das
ist am Schluss jeder
Saison eine unverzichtbare Quelle,
um die Saison abzuschließen und
Revue passieren zu lassen.
Holger Herfert, Marburg
Redaktion kicker-sportmagazin,
Leserforum, Badstraße 4 – 6,
90402 Nürnberg,
Fax: 0911 / 2 16 - 22 52,
Mail: leserforum@kicker.de
facebook.com/kickeronline
76
31. MAI 2021
D
ie Hall of Fame bildet das
Herzstück des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund.
Hier sind sie verewigt, die Helden
des deutschen Fußballs. Auch die
Weltmeister Berti Vogts und Rudi
Völler gehören seit Kurzem zum
elitären Kreis dazu. Der kicker traf
die früheren Weltklassespieler und
Bundestrainer im Taktikraum des
Museums zum exklusiven Gespräch
über die eigenen Helden, den Fußball
in Pandemiezeiten und die Chancen
der deutschen Elf bei der bevorstehenden EM.
VOGTS
Herr Völler, Herr Vogts, was bedeutet
Ihnen die Aufnahme in die Hall of Fame
des deutschen Fußballs?
Berti Vogts Es macht einen sehr stolz,
wenn man zu den besten Fußballern
in Deutschland gehört. Ich empfinde
das als eine sehr große Ehre.
Rudi Völler Ich gehe eigentlich sehr
sparsam mit dem Begriff Stolz um,
aber diesmal trifft er mein Empfinden. Deutschland ist eine Fußballnation, wir haben über viele
Generationen Weltklassespieler
hervorgebracht. Jetzt schon dazugehören, ist etwas ganz Besonderes.
Zu einer Zeit, in der bislang nur sehr
wenige in die noch relativ junge Hall
of Fame aufgenommen wurden.
Spaß gemacht, mal wieder auf alte
Bekannte zu treffen. Rudi beispielsweise kenne ich schon, seit er ein
Jugendspieler war. Das Wiedersehen
macht immer riesige Freude. Deshalb
meine ich auch, dass sich beim DFB
einiges ändern muss im Umgang
mit den früheren Nationalspielern.
Das war in der Vergangenheit nicht
fair. Ich hoffe, dass das in Zukunft
besser wird und künftig jemand in
der Verantwortung steht, der wirklich
aus dem Fußball kommt.
Welche Idole hatten Sie, als Sie mit
dem Kicken anfingen, Herr Völler?
Völler Berti war damals ja mein Trai-
ner bei der U 21, es war seine erste
Trainerstation, ich war noch ein ganz
junger Spund. Ich habe viel gelernt
von ihm. Er war – wie alle aus der
Weltmeistermannschaft von 1974 –
mein Held. Zu ihnen habe ich aufgeschaut, als ich mit 14 Jahren vor dem
Fernseher saß. Besonders natürlich
zu Gerd Müller, ich war ja auch von
Anfang an Stürmer. Ich kann mich
auch noch gut an das Finale erinnern.
Das Spiel lief, anders als es heute ist,
nachmittags. Nach dem Abpfiff bin
ich sofort runtergerannt und habe
mit den Kumpels selbst gekickt, bis
Foto: Schütze, Gilliar, picture-alliance
Wie schön war es für Sie, sich auch mal
wieder physisch zu treffen?
Vogts Mir hat es unheimlich viel
EM
VÖLLER
es zu dunkel wurde. Das werde ich
nie vergessen.
Dachte der Trainer Vogts früher über
den Spieler Völler: Das ist einer für die
Geschichtsbücher?
Vogts In den Geschichtsbüchern
habe ich ihn so früh noch nicht gesehen, aber ich wusste sofort, dass
ich da ein sehr, sehr großes Talent
in meiner Mannschaft hatte. Die Art
und Weise, wie er gespielt hat, wie er
Tore, Tore, Tore schießen wollte. Das
war außergewöhnlich. Aber es war
auch nicht immer ganz einfach mit
ihm. Ab und an musste ich ihn bei
einem Spaziergang daran erinnern,
dass er den Ball manchmal auch
abspielen muss. (lacht) Was Rudi
und die Spieler seiner Generation
auszeichnete: Sie waren unheimlich
bescheiden und zurückhaltend, aber
wollten dennoch immer noch das
zweite Tor, wenn sie mal 1:0 führten.
Und sie wollten etwas lernen. Diese
Kombination gibt es heute in meinen
Augen kaum noch.
Und wie hat der Stürmer Völler den
Abwehrspieler Vogts wahrgenommen?
„Als Bundestrainer
musst du die Besten
aufstellen“:
Thomas Müller und
Mats Hummels
31. MAI 2021
„Die Jüngeren schauen
zu Müller auf,
Hummels macht die
Nebenleute besser“
Die früheren Bundestrainer BERT I VO G TS (74)
und RU D I VÖ L L E R (61) bewerten den EM-Kader
von Joachim Löw positiv – und trauen der
deutschen Nationalmannschaft den Titel zu.
Völler Berti war damals einer der Pub-
likumslieblinge in den Stadien. Dank
der Art, wie er verteidigt hat. Schon
damals war es so, dass man nur mit
einer Mannschaft aus Gerd Müllers nicht Weltmeister werden konnte, du musstest
auch Tore verhindern. In
Sepp Maier hatten wir
einen Top-Torwart. Davor war Berti in einer
Weltklasse-Verfassung.
Es war kein Zufall, dass er
im WM-Finale 74 Johan
Cruyff in Manndeckung
nehmen musste.
Vogts Ich möchte übrigens noch mal betonen,
dass ich ihn damals nicht
gefoult habe – das war
der Uli Hoeneß. Obwohl
er das bis heute nicht zugegeben hat. (lacht)
Völler Damals gab es nur
eine Wiederholung, da
konnte man das nicht so
gut erkennen. Aber dieses Foul, Berti, hättest
du ja auch nie begangen.
Dafür warst du als Abwehrspieler viel zu clever. (lacht)
Herr Vogts, Sie haben gerade davon
gesprochen, was Rudi Völler auszeichnete. Welche Werte waren damals
wichtig – und sind es heute noch?
Vogts Jetzt muss ich aufpassen, denn
über dieses Thema ärgere ich mich
regelmäßig. Mir missfällt es, wie in
den Akademien beispielsweise mit
den Trainern umgegangen wird. Man
sagt ihnen, sie sollten auf Flexibilität
achten. Aber man kann aus einem
Rudi Völler keinen Mittelfeldmann
machen, der 90 Minuten nur unterwegs ist. Jeder Spieler hat etwas Besonderes, das ich individuell schulen
muss. Heute wird einem Linksfuß gesagt, sein rechter Fuß müsse genauso
gut werden. Aber das geht nicht. Da
laufen wir im Moment in meinen
Augen in eine falsche
Richtung. Das hat
man beim DFB noch
immer nicht erkannt,
wenn Sie mich fragen.
Man kann nicht alle
gleich behandeln.
Man muss stattdessen die Stärke, die
ein Spieler besitzt, weiter forcieren.
Herr Völler, Sie sind bei Bayer Leverkusen in der Verantwortung. Wie stehen
Sie zu den Thesen von Berti Vogts?
Völler Ich würde da gerne noch einen
Schritt zurückgehen. In der jetzigen
Zeit ist es am wichtigsten, dass wir die
Kinder überhaupt wieder zum Kicken
bringen. Durch die Corona-Pandemie
konnten die Nachwuchsspielerinnen
und -spieler ganz lange nicht trainieren, stattdessen saßen viele nur
77
vor der Playstation. Die müssen wir
wieder auf die Straße bekommen, auf
die Plätze, dann auch in die Vereine,
um sie dann dort auszubilden.
Vogts Ich gehe oft mit meinem Hund
spazieren, dann sehe ich ganz oft
Schilder: Ballspielen verboten. Das
ärgert mich maßlos.
Völler Die gab es zu unserer Zeit aber
auch schon, Berti. Wir haben trotzdem gekickt. (lacht)
Wir haben die Pandemie gerade bereits angerissen. In Kürze startet die
EM 2020, coronabedingt ein Jahr
später als geplant, und weiterhin mit
Einschränkungen. Welche Erwartungen haben Sie an das Turnier?
Vogts Ich glaube schon, dass sich
auch in diesem Jahr eine EM-Atmosphäre entwickeln kann. München
ist für mich die Fußballstadt Nummer eins. Wenn die deutsche Mannschaft dort einen tollen Einstieg ins
Turnier findet, dann kann sie sich in
die Rolle des Favoriten hineinspielen.
Dann wird auch die Stimmung im
Land steigen.
Völler Ich sehe das etwas skeptischer.
Ich habe schon bei der Bekanntgabe
der Spielorte der EM gesagt, dass
ich es für eine Schnapsidee halte,
das Turnier auf dem ganzen Kontinent austragen zu lassen. Daran hat
sich bis heute nichts geändert. Ja,
es gab gute Gründe dafür, weil man
das 60-jährige Bestehen des Wettbewerbs auf diese Art feiern wollte. Eine
Endrunde muss aber in einem Land
stattfinden, vielleicht auch mal in
zwei oder drei Ländern, weil die Austragung immer komplizierter wird.
Aber nicht verteilt auf ganz Europa.
Vogts Das Problem sind doch die vielen Teilnehmer. Die Turniere werden
immer größer, entsprechend viele
Stadien benötigt man. Das können
nur ganz wenige Länder alleine
stemmen. Ich halte das für keine
„Zu Gerd Müller habe
ich aufgeschaut.“
Rudi Völler, Weltmeister von 1990
gute Entwicklung, weil man dadurch
viele fußballbegeisterte Nationen
ausschließt, die nicht die nötige Infrastruktur besitzen. Und es kommt
ja noch etwas dazu: In Katar werden
2022 vier Spiele hintereinander ausgetragen. Wer guckt sich das denn
bitte alles im Fernsehen an?
Völler Wir – weil wir fußballverrückt
sind. (lacht) Aber Berti hat recht:
Die Überlegungen, die Wettbewerbe immer weiter auszudehnen oder
beispielsweise alle zwei Jahre 9
31. MAI 2021
Völler Ich glaube, das sollte man nicht
auszutragen, sorgen dafür, dass es
beliebig zu werden droht. Ich nenne
als Beispiel mal den Handball. Da
habe ich manchmal das Gefühl, es
sei alle vier Monate ein Turnier, weil
so oft eine EM oder WM ist. Hinzu
kommt dann noch das olympische
Turnier. Da kann man schon mal den
Überblick verlieren.
Den Teams dürfen pandemiebedingt
diesmal 26 Spieler angehören. Auch
da kann man als Trainer schon mal
durcheinanderkommen, oder?
Vogts Für mich wäre es definitiv ein
Nachteil gewesen. Wie soll man denn
26 Spieler bei Laune halten, gerade
wenn man vielleicht nur drei Spiele
hat. So viele Friseure kann man ja gar
nicht einfliegen lassen. (lacht)
Im Ernst: Wie bewerten Sie den deutschen Kader, Herr Völler?
Völler Ich finde, dass wir aktuell noch
eine Top-Nationalmannschaft haben. Die Mischung stimmt zwischen
erfahrenen Profis und jüngeren Spielern mit viel Talent, etwa Kai Havertz.
Kritischer wird es dagegen in vier,
sechs oder acht Jahren. Da kann man
jetzt schon in den U-Mannschaften
sehen, dass es qualitativ dünner wird.
Die Routiniers Thomas Müller und
Mats Hummels wurden von Bundestrainer Joachim Löw wieder eingeladen. Die richtige Entscheidung?
Vogts Ja, das denke ich schon. Ich
habe vor der WM 1998 ähnlich gehandelt – und würde heute wieder so entscheiden. Mit einem Unterschied: Ich
hätte früher reagieren müssen, nicht
erst zum Turnier. Aber Hummels und
Müller haben ja noch zwei Testspiele,
bevor es losgeht. Von daher: Top, dass
sie zurück sind.
Völler Als Nationaltrainer musst du
die Besten aufstellen. Das ist das
oberste Gebot. Es gab nachvollziehbare Gründe, nach der WM 2018 einen
Schnitt zu machen, um den Jüngeren
eine Chance zu geben. Das haben
Berti und ich damals auch gemacht.
H AL L OF FAME DE S DE UTSC HE N FUSSBAL L S
Die nächsten Legenden ziehen ein
Das Deutsche Fußballmuseum hat mittels einer Jury aus Sportjournalisten
unter Mitwirkung des kicker zehn Neuzugänge (Jahrgänge 2019 und 2020)
in die Hall of Fame aufgenommen. Wegen Corona fand die Zeremonie, bei
der Jürgen Klinsmann zugeschaltet und Hans-Jürgen Dörner gesundheitlich
verhindert war sowie Helmut Schön posthum geehrt wurde, im engsten Kreis
statt. RTL strahlt die feierliche Aufnahme am Mittwoch ab 23.20 Uhr aus.
Männer, Jahrgang 2018
(Gründungself):
Sepp Maier (Tor), Franz Beckenbauer,
Paul Breitner, Andi Brehme (Abwehr),
Günter Netzer, Lothar Matthäus, Fritz
Walter, Matthias Sammer (Mittelfeld),
Uwe Seeler, Gerd Müller, Helmut Rahn
(Angriff), Sepp Herberger (Trainer)
Männer, Jahrgang 2019:
Oliver Kahn (Tor), Hans-Jürgen
Dörner (Abwehr), Wolfgang Overath
(Mittelfeld), Jürgen Klinsmann (Angriff), Helmut Schön (Trainer)
Neben Hummels und Müller gehört
auch Kevin Volland zum Kader. Herr
Völler, Sie kennen ihn noch gut aus
gemeinsamen Zeiten in Leverkusen,
war seine Nominierung richtig?
Völler Ja, Kevin hatte auch aus Verlet-
zungsgründen ein schwieriges letztes
Jahr bei uns, hat es dann aber in
dieser Saison toll gemacht in Monaco.
Er kann auf verschiedenen Positionen spielen: als Spitze, als hängende
Spitze, auch mal über außen. Kevin
ist noch dazu auch ein gu„Klopp könnte später ter Einwechselspieler. Ich
halte das für eine sehr gute
auf Flick folgen.“
Idee, ihn zum Team geholt
zu haben.
Vogts, Weltmeister von 1974
Aber wenn die Leistungen weiter
stimmen, dann musst du sie wieder
zurückholen.
Vogts Im EM-Kader sind viele jüngere
Spieler dabei, die zu einem Müller
aufschauen. Man hört ihn permanent
auf dem Platz, das gibt Halt. Auch
Hummels führt, gibt Kommandos.
Das ist wichtig, denn so nah kommt
der Trainer von der Außenlinie nicht
an seine Spieler ran.
Foto: Schütze
78
Herr Vogts, reicht Hummels aus, um die zuletzt oft
wackelige Abwehr zu stabilisieren?
Vogts Mats wird das Wort ergreifen
und seine Nebenleute dadurch besser machen. Beispielsweise indem
er Niklas Süle, der doch noch einige
taktische Fehler macht, korrigierende
Kommandos zuruft: Geh einen Meter
zurück, orientier’ dich weiter nach
links – so etwas ist extrem wichtig.
Viele Spieler heutzutage agieren
nur ballorientiert, aber man muss
Männer, Jahrgang 2020:
Berti Vogts (Abwehr), Michael Ballack, Andreas Möller (Mittelfeld),
Klaus Fischer, Rudi Völler (Angriff)
Frauen, Jahrgang 2019
(Gründungself):
Silke Rottenberg (Tor), Steffi Jones,
Doris Fitschen, Nia Künzer (Abwehr),
Renate Lingor, Silvia Neid, Martina
Voss-Tecklenburg, Bettina Wiegmann
(Mittelfeld), Inka Grings, Birgit Prinz,
Heidi Mohr (Angriff), Tina Theune
(Trainerin)
auch seine Position im Blick haben.
Hummels kann das. Aber natürlich
kommt einer allein irgendwann an
seine Grenzen. Die Mannschaft muss
der Star sein, das Team als Ganzes
funktionieren. Nur so wurden wir
beispielsweise 1996 Europameister.
Das Wort Abwehrblock kommt ja
nicht von ungefähr: Es muss gerade
in der Defensive alles Hand in Hand
gehen.
Wo sehen Sie noch Schwächen im
deutschen Team, Herr Völler?
Völler Wie Berti schon sagt: An den
Abläufen muss sicherlich noch gearbeitet werden bis zum Turnierstart.
Aber das ist ganz normal. So etwas
kommt durchs gemeinsame Training. Und die Qualität der einzelnen
Spieler, die ist definitiv da. Deshalb
bin ich auch sehr optimistisch, was
die deutschen Chancen bei diesem
Turnier betrifft. Trotz der schweren
Gruppe mit Frankreich und Portugal,
die ich sogar noch stärker einschätze
als vor fünf Jahren.
Löw hört nach der EM auf. Kann seine Entscheidung und die frühzeitige
Kommunikation der Trennung Einfluss
auf die Leistung des Teams haben?
überschätzen. Berti und ich kennen
beide Seiten. Wir wissen: Als Spieler
interessiert es dich eigentlich nicht,
ob nach dem Turnier ein neuer Trainer kommt. Du willst gute Leistungen
zeigen. Für Jogi hingegen macht das
schon einen Unterschied. Er musste
viel Kritik einstecken, da wirkte seine
Ankündigung wie eine Befreiung. Er
kann sich jetzt komplett auf die EM
fokussieren, kann dort freier agieren,
weil er nicht mehr im Blick haben
muss, was danach passiert.
Wo landet die DFB-Auswahl am Ende
dieser Endrunde?
Völler Wenn die deutsche Mannschaft
die großen Herausforderungen in der
Gruppe erfolgreich übersteht, dann
ist alles drin. Auch der Titel.
Vogts Mit Deutschland ist immer zu
rechnen, auch diesmal.
Und wer sind Ihre Topfavoriten auf
den Titel?
Vogts Neben Portugal und Frankreich
sicher auch Spanien, Italien, England
und Belgien.
Völler Bei Spanien würde ich mich
nicht wundern, wenn sie diesmal
Probleme bekommen. Viele Stars
haben ihre Topzeit hinter sich, von
unten kommt auch nicht so viel nach.
Frankreich dagegen hat eine absolute
Topmannschaft. Man muss sich nur
die U 21 anschauen: Die ist so gut
und prominent besetzt, die könnte
problemlos auch beim A-Turnier
mitspielen. Und ich habe auch die
Italiener als Geheimtipp auf dem
Zettel, auf die ich immer besonders
schaue. Sie sind diesmal gefährlich,
auch wenn sie keine richtig großen
Namen im Team haben.
Nach der EM übernimmt Hansi Flick
die DFB-Elf. Eine gute Wahl?
Völler Ich halte das für eine Top-
Lösung. Beide Seiten kennen sich
seit Jahren und wissen genau, was
sie bekommen.
Vogts Ich denke auch, dass Flick eine
gute Wahl ist, zunächst bis zur HeimEM 2024. Ich könnte mir aber auch
gut vorstellen, dass auf ihn später
einmal Jürgen Klopp als Bundestrainer folgt.
Blicken wir zum Abschluss noch einmal weiter in die Zukunft: Welcher
Spieler von heute hat das Zeug dazu,
später in die Hall of Fame aufgenommen zu werden?
Vogts Manuel Neuer, ganz klar.
Völler Ja, das stimmt, aber ich möchte
auch noch eine Lanze brechen für
einen aus der älteren Generation, der
mir noch fehlt in der Hall of Fame:
Karl-Heinz Rummenigge. Kalle war
einer der weltbesten Stürmer seiner
Zeit.
INTERVIEW: MATTHIAS DERSCH
80
31. MAI 2021
„Mit diesem Fürther Willen ist
Nach dem Aufstieg ist vor der
EM. DAV ID R AUM (23) will mit
der U 21 eine denkwürdige
Saison jetzt noch krönen, ehe
in Hoffenheim der nächste
Karriereschritt ansteht.
Manchmal braucht es keine Scouts. Dann drängen
sich Neuzugänge an Ort
und Stelle auf. Wie David
Raum im Dezember bei Fürths PokalCoup in Hoffenheim. Nur ein bemerkenswertes Detail in einer Saison,
in der dieser zum Linksverteidiger
umgeschulte Angreifer zu einem
der begehrtesten seines Fachs, zum
U-21-Nationalspieler und gleich zweifach in die Bundesliga aufstieg.
Werden denn Aufsteiger im Kreis der
U 21 mit einer La-Ola-Welle empfangen, Herr Raum?
Das nicht, hier sind ja einige Spieler,
die ihre jeweiligen Saisonziele erreicht haben. Mergim Berisha und
Karim Adeyemi sind mit Salzburg sogar Meister und
Pokalsieger geworden, da graU -21-EM
tuliert man sich
gegenseitig, das
war eine sehr
angenehme Zusammenkunft.
Viertelfinale
Dänemark –Deutschland
Montag, 31. Mai, 21 Uhr
live bei Pro Sieben
und im Ticker auf kicker.de
Können Anton
Stach, Paul
Jaeckel und Sie
den Fürther Siegeswillen auf die
U 21 übertragen?
Dieses Adrenalin nimmt man
mit. Wir spüren
auf jeden Fall
diesen Rückenwind und diese Euphorie, das werden wir ins Team einbringen und wollen auch mit der U 21 eine
besondere Geschichte schreiben.
Was ist möglich bei der EM mit der
Fürther Mentalität?
uns zukommt. Ich schaue mir meine
jeweiligen Gegenspieler immer noch
mal genau an, um zu wissen, was
sie gerne machen. Wir werden alles
reinschmeißen.
Was bedeutet es einem gebürtigen
Nürnberger, mit Fürth aufzusteigen?
Gute Frage, mir bedeutet das alles.
Fürth ist natürlich mein Ausbildungsverein, bei dem ich Profi geworden bin und dem ich viel zu verdanken habe. Ich komme ursprünglich
aus Nürnberg, aber es war nie ein
Thema, beim Lokalrivalen zu spielen.
Mit der Zeit bin ich über die 15 Jahre
auch ein Fürther Junge geworden,
deshalb war das auch für die Fans nie
ein Problem. Es war unbeschreiblich,
so einen Abschied zu haben bei dem
Verein, der mir so am Herzen liegt.
Der aber nun vor einem ziemlichen
Umbruch steht. Machen Sie sich ein
wenig Sorgen um die Spielvereinigung
in der Bundesliga?
Sorgen auf keinen Fall. Der Klub
ist Umbrüche gewohnt, wir hatten
auch in diesem Jahr eine megajunge Truppe. Ich glaube, keiner hatte
damit gerechnet, dass diese Saison
so einen Verlauf nimmt.
Selbst Sie nicht?
Weil uns diese Gruppenphase extrem
gestärkt hat. Zudem haben viele danach ihre Ziele im Verein erreicht und
wichtige Erfahrungen gesammelt.
Die EM müssen wir als zusätzliche
Belohnung sehen, um diese tolle
Saison noch zu krönen.
Auch ich musste mir viel anhören,
nach dem Motto: Holt ihr noch Verstärkungen? Ihr seid so jung und
unerfahren. Aber das hat uns nur
noch mehr angespornt. Ich muss
sagen, so eine Gruppe habe ich auch
noch nie erlebt. Viele im gleichen
Alter, viele sogar noch jünger als ich,
ich musste gleich eine ganz andere
Rolle einnehmen. Es war eine große
Truppe von Freunden.
Das wird eine schwere Aufgabe, aber
wir sind sehr gut vorbereitet vom
Trainerteam und wissen, was auf
Genau, in der Halbzeit gegen Düsseldorf in Rückstand und in Unterzahl
haben wir uns gesagt: Für Anton
Stach, der vom Platz flog, bügeln wir
das jetzt noch aus. Dieser Wille und
Geist hat am Ende diesen Aufstieg
Mit diesem Willen ist alles möglich.
Warum ist das DFB-Team jetzt noch
stärker als in der Gruppenphase?
An diesem Montag steht das Viertelfinale gegen Dänemark mit Ihrem
künftigen Teamkollegen Jacob Bruun
Larsen an, wie stehen die Chancen?
Die im Ernstfall mehr bewegen kann?
ermöglicht, wir haben uns das hart
erarbeitet. Das hatte uns wohl kaum
jemand zugetraut.
Jetzt gehen Sie nach Hoffenheim, ablösefrei. Quält Sie ein bisschen das
schlechte Gewissen?
gutes Spiel abgeliefert. Noch am
selben Abend kam die Anfrage. Ich
habe mich riesig gefreut, der Verein
ist mir sehr sympathisch, und ich
wollte sofort die Verantwortlichen
kennenlernen.
Wie liefen denn die Vorgespräche mit
Manager Alexander Rosen und Trainer
Sebastian Hoeneß?
Ich hatte kurz drauf einen Videocall
mit Alexander Rosen, wir haben uns
sofort sehr gut verstanden, ich habe
gleich viel Ehrlichkeit und Wärme
gespürt in diesem Gespräch. Und
nach dem Call mit Trainer Hoeneß
habe ich aufgelegt und zu meinem
Berater gesagt: Das wird es. Das hat
sich alles gut und richtig angefühlt.
Ein schlechtes Gewissen habe ich
nicht, besser als mit dem Aufstieg
konnte ich mich nicht verabschieden, ich hinterlasse etwas und habe
auf jeden Fall für den Verein etwas
geleistet. Das tut mir für mein Ge-
Obwohl viele Klubs Schlange standen.
„Als es hieß Verteidiger,
war das wirklich ein
Schock für mich.“
Sehen Sie sich als linker Verteidiger
oder eher als linker Joker, wie sie den
Außenspieler in Hoffenheim nennen?
wissen gut. Das Thema belastet das
Verhältnis zum Klub und zu Sportdirektor Rachid Azzouzi überhaupt
nicht, es gab viele gute Gespräche.
Am Ende ist es eben so. Mir war wichtig, im Guten zu gehen und mich zum
Abschied noch beim Team und den
Trainern bedanken zu können. Denn
den Schritt, den ich jetzt gehe, schafft
man nur mit der entsprechenden
Unterstützung.
Freuen Sie sich schon auf die Duelle
mit Fürth oder ist da eher ein mulmiges
Gefühl?
Ich habe mir schon einige Sprüche
von den Mitspielern anhören müssen, sie wüssten ohnehin, wie man
gegen mich spielen muss, das wird
lustig. Ich freue mich schon, in die
alte Heimat in den Ronhof zurückzukehren. Und ich hoffe, ich werde
auch von den Fans gut empfangen,
die dann hoffentlich wieder erlaubt
sein werden.
Sie waren ziemlich umworben. Wann
und warum fiel die Entscheidung für
Hoffenheim?
Wir hatten ja im Dezember ein gutes Pokalspiel, das wir bei der TSG
gewonnen haben, ich habe da ein
Es kamen wirklich viele Anfragen,
ich war eben auch ablösefrei. Auf der
Position gibt es auch nicht so viele
Spieler auf dem Markt. Ich habe bei
vielen ins Profil gepasst. Jetzt freue
ich mich auf die Aufgabe bei der TSG.
Ich sehe mich, wie ich vom Trainer
gesehen werden will. Mir ist egal,
wie man das nennt, Hauptsache ich
kann auf der linken Seite marschieren. (lacht)
Sie wurden vom Flügelstürmer umgeschult auf die defensivere Rolle. Damit
hat Robert Skov bei der TSG dann doch
gefremdelt, warum Sie nicht?
Weil ich diesen Umbruch schon hinter mir habe. Ich muss ehrlich sein:
Als es in Fürth hieß, sie wollen mich
zum Verteidiger machen und mir
diese Rolle beibringen, war das ein
Schock für mich. Kein Offensivspieler sagt gerne, okay, jetzt höre ich
eben auf, Tore zu schießen und auf
die Kiste zu ballern und fange an zu
verteidigen. Das war wirklich ein
Schock. Aber ich wurde sehr gut an
die Hand genommen, mir wurden
meine Vorteile auf dieser Position
aufgezeigt, mein starker linker Fuß,
meine Dynamik, meine Flanken.
Nach und nach bin ich zu einem
ganz guten Linksverteidiger gereift,
ich kann die Position und die ganze
linke Schiene gut spielen. Das war
ein wichtiger und der richtige Schritt
in meiner Karriere. Ich bin sehr froh
und dankbar, die Ratschläge so angenommen zu haben und stolz, was
daraus geworden ist.
31. MAI 2021
alles möglich“
Woran und an wem orientiert man sich
bei diesem Prozess?
Zunächst habe ich mir viel von meinem damaligen Kollegen Maximilian
Wittek abgeschaut im Defensiv- und
Verschiebeverhalten. Aber es gibt ja
schon einige frühere Offensivspieler, die jetzt weiter hinten spielen,
etwa Münchens Alphonso Davies.
In den ganz oberen Regionen ist für
mich Liverpools Andrew Robertson
ein Vorbild. Er hat die Champions
League gewonnen und ist Kapitän
der schottischen Nationalelf. Von
seiner Spielart erkenne ich schon
einige Parallelen zu mir, ein Spieler
zu dem ich aufschaue und an dem
ich mich orientiere. Ich schaue mir
gerne seine Spiele an und versuche,
viel mitzunehmen.
Sie sind zum Stammspieler und in die
Bundesliga aufgestiegen als bester
Vorbereiter der 2. Liga – ein Jahr wie
im Traum?
Es ist alles noch schwer zu greifen.
Denn ich hatte auch schon sehr
schwierige Momente, in denen ich
kurz davor war zu sagen, das läuft
alles in die falsche Richtung.
Hatten Sie Zweifel, den Durchbruch
als Profi zu schaffen?
Grundsätzliche Zweifel nicht, aber
Phasen, in denen ich wenig gespielt
habe und es nicht voranging. Ich war
lange genug geduldig, wenn man das
ist als junger Spieler, kommt irgendwann die Zeit, in der man sich zeigen
kann. Ich habe dann zur richtigen
Zeit performt. Ich bin total froh, so
eine Saison gespielt zu haben.
Und trotzdem ist als Neuling auf dieser
Position noch Luft nach oben?
Wenn man sagt, es gibt keine Luft
mehr nach oben, hört man auf, an
sich zu arbeiten. Ich sehe noch viel
Potenzial in mir. Ich schaue mir nach
jedem Spiel zuerst die Dinge an, die
ich hätte besser machen können,
erst dann die guten. Ich hatte auch
schon gute Gespräche mit Trainer
Hoeneß, da wird noch viel an mir
gearbeitet werden.
Woran genau?
Ich werde auch weiter an meinen
Stärken feilen, meine Flankenläufe sind schon ganz gut. Aber jeder
umgeschulte Offensive hat defensiv
seine Defizite. Da hat man nie ganz
ausgelernt, vor allem im Eins-gegen-eins, Kleinigkeiten, die es zu
verbessern gilt.
Überwiegt die Vorfreude oder der
Respekt, wenn demnächst Kaliber wie
Serge Gnabry oder Jadon Sancho auf
Sie zudribbeln?
Meine Vorfreude ist riesig. Ich habe
mir die Chance erarbeitet, gegen solche Topspieler zu spielen, zu denen
ich früher aufgeschaut habe. Der
Respekt ist da, aber letztlich werde
ich sie behandeln wie jeden anderen
Gegenspieler.
Sind Sie sogar im Vorteil, weil Sie als
früherer Stürmer ahnen, was die Gegner vorhaben?
Das ist in der Tat ein wichtiger Aspekt, der wirklich helfen kann. Ich
hoffe, ich kann auch den Gegnern
in der Bundesliga das Leben schwer
machen.
Haben Sie auch die A-Mannschaft
schon im Blick?
Fotos: imago images, Zink
Damit habe ich mich wirklich noch
gar nicht befasst. Vor einem Jahr war
gar nicht an die U 21 oder Hoffenheim
zu denken. Ich konzentriere mich voll
auf die nächste Aufgabe und denke
nicht so weit voraus. Ich werde weiter
geduldig an mir arbeiten, dann sehe
ich, was dabei herauskommt.
Das nächste Ziel: David Raum greift
mit Deutschlands U 21 bei der EM an
Was wäre aus David Raum ohne den
Durchbruch als Profi geworden?
Ich bin ein sehr sozialer Mensch,
vielleicht wäre Grundschullehrer was
für mich gewesen. Aber ich habe Gedanken, dass es mit der Profikarriere
vielleicht nichts werden könnte, erst
gar nicht zugelassen.
INTERVIEW: MICHAEL PFEIFER
81
82
31. MAI 2021
Bier, Schnittchen und ein Tonbandgerät.
Auf der Gartenparty von OFC-Präsident
H O R ST- G R EG O R IO CA NELL AS nimmt am
6. Juni 1971 das bislang dunkelste Kapitel der
Bundesliga seinen Lauf. Wie der deutsche
Fußball seine Unschuld verlor. Serie, Teil 1.
H
ätte Helmut Schön an diesem
Sonntag Anfang Juni 1971 jemand prophezeit, dass er nur
ein Jahr später anlässlich der EM 1972
die beste deutsche Nationalmannschaft aller Zeiten betreuen und drei
Jahre später den WM-Pokal küssen
würde – der Bundestrainer hätte ihn
wohl damals zum Teufel gejagt.
Denn an diesem 6. Juni brach
für Schön eine Welt zusammen, wie
für viele andere Menschen auch, die
sich in Deutschland mit Fußball beschäftigten. Seinen 50. Geburtstag,
der ausgerechnet auf den Tag nach
dem Abstieg seines Vereins Kickers
Offenbach aus der Bundesliga fiel,
nahm der damalige OFC-Präsident
Horst-Gregorio Canellas zum Anlass,
einen Skandal aufzudecken, der den
deutschen Fußball in seinen Grundfesten erschütterte. Es war gegen
Mittag, als er die Wiedergabetaste
seines Tonbandgerätes drückte. Die
Anwesenden, die dachten, er wolle
ein Geburtstagsgeschenk präsen-
tieren, sahen sich getäuscht. Der
Südfrüchtehändler befand sich in
einem tiefen Zwiespalt. Einerseits
wusste er, dass er Dreck am Stecken
hatte und dies nun sichtbar würde.
Andererseits war ihm nach dem Abstieg seines OFC – es ging am Ende
um ein Tor – klar, dass er damit nicht
50 JAHRE
BUNDESLIGA
SKANDAL
alleine war. Also spielte er die Rolle des „Agent Provocateur“, der die
Öffentlichkeit darüber informierte,
was für Schweinereien aktuell im
Profifußball passiert waren. Dies ging
ungefähr drei Stunden gut Als die
Party beendet war, begann auch bald
für Canellas der Ernst des Lebens.
Sein Doppelspiel als betrogener Betrüger, der gleichzeitig Verhandlungen um Schmiergelder führte und
diese Telefonate aufnahm, um den
Skandal nach dem Abstieg auffliegen
zu lassen, gelangte nach und nach
an die Öffentlichkeit, plötzlich hieß
es nur noch: „Rette sich, wer kann!“
Wilfried Straub, damals 32 Jahre alt, arbeitete erst seit zwei Jahren
beim DFB als Referent im Liga-Sekretariat, und geriet ungewollt in eine
Schlüsselrolle. Im Juli 2012 gab der
2016 verstorbene Straub dem kicker
ein Interview über diesen Skandal,
der dem Fundament der gerade einmal acht Jahre alten Liga tiefe Risse
zufügte. Straub war tatsächlich nicht
ganz uninformiert, als er an diesem
Tag nach Obertshausen fuhr, wohin
Canellas eingeladen hatte. Der OFCChef hatte ihn und DFB-Generalsekretär Hans Paßlack angerufen,
eine Woche vor dem letzten Bundesligaspieltag: „Da läuft etwas schief
in der Bundesliga, kümmert 9
Fotos: imago images, picture alliance
Der
betrogene
Betrüger
31. MAI 2021
Perfekte Inszenierung:
Der Offenbacher Präsident
Horst-Gregorio Canellas lässt
am 6. Juni 1971 auf seiner
Geburtstagsparty ein Tonband
laufen, das den Betrug in der
Bundesliga aufdeckt und diese
in den größten Skandal ihrer
Geschichte führt … Im Laufe
der Aufarbeitung saßen dann
auch die Schalker Herbert
Lütkebohmert, Klaus Fichtel,
Jürgen Wittkamp, Reinhard
„Stan“ Libuda, Rolf Rüssmann
und Klaus Fischer (von vorne
links) auf der Anklagebank.
83
84
31. MAI 2021
euch darum“, so die Aufforderung
des Funktionärs. Kein Wort darüber,
was dies sein könnte. Weshalb Straub
die Füße stillhielt: „Ich sagte Herrn
Canellas: »Wenn Sie etwas haben,
dann kommen Sie bitte zu uns.« Er
kam nicht und er hat nichts geliefert.“
Aktiv um Aufklärung zu bitten,
das kam für Straub nicht in die Tüte:
„Ich war bereit, auch nach Absprache
mit Richter Dr. Hubert Claessen, der
damals Vorsitzender des Kontrollausschusses war, den letzten Bundesligaspieltag abzusetzen. Ich hatte schon
alles organisiert, dass der Spieltag
abgesetzt wird. Aber nachdem er
nicht mit Fakten gekommen war, war
das nicht möglich. Canellas stellte
mir damals die Frage: Sind die Beweise am Montag nach dem letzten
Spieltag nichts mehr wert? Ich sagte:
Natürlich sind sie etwas wert, aber sie
müssen sie erbringen.“
Das tat der Mann und er löste
damit ein Erdbeben aus, das den
Verantwortlichen des DFB förmlich
die Schuhe auszog. Drei Jahre vor
der Weltmeisterschaft im eigenen
Land überschattete ein Skandal von
offenbar ungeheuren Ausmaßen den
deutschen Fußball. „Da brannte der
Baum“, schilderte Zeitzeuge Straub
D I E S KA N DA L SA I S O N
Die historische Tabelle
hat weiterhin Bestand
Über die Hälfte der Klubs war damals in
den Bestechungsskandal verwickelt. Die
betroffenen Spiele werden aber noch immer
in den offiziellen Statistiken geführt, die Abschlusstabelle hat weiter Bestand. Beim DFB
jedoch mit dem Zusatz, dass Bielefeld die
Lizenz entzogen wurde und der sportlich eh
abgestiegene OFC zwangsabsteigen musste.
TABELLE 1970/71
1. Bor. Mönchengladbach
2. Bayern München
3. Hertha BSC
4. Eintr. Braunschweig
5. Hamburger SV
6. FC Schalke 04
7. MSV Duisburg
8. 1. FC Kaiserslautern
9. Hannover 96
10. Werder Bremen
11. 1. FC Köln
12. VfB Stuttgart
13. Borussia Dortmund
14. Arminia Bielefeld
15. Eintracht Frankfurt
16. Rot-Weiß Oberhausen
17. Kickers Offenbach
18. Rot-Weiss Essen
34
34
34
34
34
34
34
34
34
34
34
34
34
34
34
34
34
34
77:35
74:36
61:43
52:40
54:63
44:40
43:47
54:57
53:49
41:40
46:56
49:49
54:60
34:53
39:56
54:69
49:65
48:68
50-18
48-20
41-27
39-29
37-31
36-32
35-33
34-34
33-35
33-35
33-35
30-38
29-39
29-39
28-40
27-41
27-41
23-45
die Zeit direkt nach den Enthüllungen, die einflussreiche Funktionäre
verschiedener Klubs am liebsten
unter den Teppich gekehrt hätten.
Straub setzte schließlich im Ligaverband durch, diesen Skandal aufzuarbeiten. Während Schön fluchtartig die Party verlassen hatte – in der
Gewissheit, dass seine Nationalspieler Bernd Patzke und Manfred Manglitz auf jeden Fall in den Skandal
verwickelt waren – hörte sich Straub
das Elend weiter an. Nacheinander
reimte er sich zusammen, wer da
alles in den Sumpf der Bestechung
geraten war: „Dass Berlin involviert
war, war klar nach den Enthüllungen
von Canellas. Es gab das Gerücht,
dass auch Schalke verstrickt sei. Das
ganze Ausmaß der Bestechungen
wurde dann erst im Verlauf der Ermittlungen deutlich.“
Diese Ermittlungen peitschte
man im Rekordtempo durch. Es galt
von Beginn an, die WM 1974 zu schützen. Keinen Schmutz durfte dieses
epochale Ereignis abbekommen.
Nach dem Motto: Wenn das große
Menü aufgetischt wird, darf kein
Flecken das Tafelsilber entstellen. Es
wurde verhört und verhandelt, dass
es eine Wonne war. Der DFB hatte
seine Lektion gelernt, kein Wunder
bei einer Nation, die sich Freitag für
Freitag 97 Folgen der Serie „Der Kommissar“ reinzog und später etwa dreimal so viele Episoden von „Derrick“.
Straub hätte fast selbst zum
„Verhör“ gemusst angesichts der Zeit,
die der DFB-Funktionär fortan außer Haus verbrachte: „In dieser Zeit
gingen die Vernehmungen gelegentlich bis in den Morgen um fünf Uhr,
anfangs noch im DFB-Haus in der
Zeppelinallee, später im Parkhotel
oder im Airport Hotel in Frankfurt.
Meine Frau argwöhnte deshalb, ich
hätte womöglich eine Freundin. Eines Tages tauchte sie im Hotel auf,
saß bis nachts um zwei Uhr an der
Bar, sah dann, dass ich noch in Vernehmungen war. Damit war dieses
Thema vom Tisch.“
Unangenehm wurde es für die
Familie dennoch. Keine zwei Wochen nach Canellas Enthüllungen
saß Straub beim Endspiel um den
DFB-Pokal im Stuttgarter Neckarstadion zwischen dem FC Bayern
und dem 1. FC Köln, da sprach ihn
in der Halbzeit ein Polizist an: „Er
sagte mir, er habe den Hinweis, ich
würde in der Nacht überfallen werden. Man riet mir, umgehend nach
Hause zu fahren.“ Straub alarmierte
sofort seine Frau, trug ihr auf, nicht
zu reagieren, sollte jemand klingeln.
Dann raste er heim nach Dreieich,
rückgeben!“ „Er“ war Torhüter Dieter
Burdenski, der sich prompt anraunzen lassen musste: „Mensch Budde,
geh‘ mal zur Seite.“ Burdenski hatte
bei der entscheidenden Besprechung
gefehlt, als es um die Verteilung des
Geldes ging, wusste zwar Bescheid,
tat aber so, als wisse er von gar nichts.
Später zeigte er sich geständig, wurde
lediglich für drei Monate gesperrt.
Auf dem Weg zur lebenslangen
Bielefeld gewann dieses Spiel mit 1:0.
Sperre: Kölns Manfred Manglitz
Berlin, Schalke, Oberhausen,
Offenbach, Köln, Duisburg, Bielefeld,
Stuttgart, Braunschweig, Frankfurt –
nur wenige Kilometer entfernt von
über die Hälfte aller 18 Klubs war
Offenbach. Er brachte Frau und Tochirgendwie in den Skandal verstrickt,
ter zu Nachbarn, blieb allein in der
der eine mehr, der andere weniger.
Drei-Zimmer-Wohnung: „Ich hatte
Bittere Ironie des Schicksals: Nachecht Fracksausen. Anschließend
weislich nicht beteiligt war Essen, der
wurde ich über ein halbes Jahr unter
Klub stieg als Tabellenletzter ab. WiePolizeischutz gestellt. Das alles war
dergutmachung gab es keine, weil
schlimm für meine Familie.“
nicht nachgewiesen werden konnte,
Der Skandal entpuppte sich
dass der Klub ohne die Manipulatials Sumpf, der seltsame Blüonen der Konkurrenz nicht
ten trieb. „Mein Pech war,
auch auf einem Abstiegsplatz
dass wir gegen alle Teams
gelandet wäre. Und auch,
spielten, die unten standen“,
weil die Ergebnisse zweierklärte Manglitz später mit
felsfrei verschobener Spiele
der ihm eigenen
vom DFB nicht
Larmoyanz. Der
Als Liga-Sekretär und annulliert wurden,
Nationaltorwart
sondern ganz nordes 1. FC Köln Aufklärer stand Straub mal in die Wertung
gefiel sich als
unter Polizeischutz. einflossen.
Schlüsselfigur der
Ein mieses
traurigen AngeleDrehbuch also für
genheit, beschrieb den kompletten
die Essener, das ohnehin mit heutiIrrsinn mit folgendem Satz nahezu
gen Augen wirkt wie eine Klamotte
perfekt: „Man brauchte eigentlich nur
aus dem Bauerntheater. Holzschnittganz normal zu spielen, von irgendartige Figuren beherrschten die Szewem kam automatisch Geld. Entwenerie, hier der windige Canellas, da
der Siegprämie oder weil man verloder wie ein Lude auftretende Mangren hatte.“ Tatsächlich zahlten Klubs
litz, hier die verhuschten Patzke oder
auch Geld, wenn man sich gegen den
Wild, die kleinen Jungs glichen, die
Konkurrenten ganz besonders ins
verbotenerweise ins Glas mit den
Zeug legte, eine Art der Motivation,
Bonbons gegriffen hatten. Dummheit
die übrigens nicht verboten war, mound Arglosigkeit feierten fröhliche
ralisch aber höchst fragwürdig und
Urständ‘ in diesem Skandal, der nie
leicht umzukehren, wie folgendes
orchestriert wirkte, sondern von BeHistörchen zwischen Canellas und
ginn an wie improvisiert.
Manglitz belegt: Im Laufe der ErmittMan traf sich auf Autobahnrastlungen stellte sich heraus, dass Kölns
stätten, an Tankstellen, in FriseursaTorhüter vom OFC-Boss 25 000 Mark
lons oder im Kabinengang. Mal schob
gefordert hatte, andernfalls würde
man die Scheine blanko rüber, dann
er im Spiel gegen Rot-Weiß Essen
wieder im Schuhkarton, auch mal im
absichtlich „ein paar Dinger durchGeldköfferchen, kleinere Summen
lassen“. Canellas zahlte, Köln gewann
im Briefumschlag. Mal wurde quit3:2, Manglitz hielt überragend.
tiert (!), mal nicht. Es gab Spieler,
Am Ende waren so viele Akdie das für die Mannschaft gezahlte
teure in die Betrügereien verstrickt,
Geld behielten und anschließend
dass es ein Wunder gewesen wäre,
zurückgaben, abzüglich „der Spesen“.
wäre nichts ans Tageslicht gedrunDie Summen, um die es ging, muten
gen. Auf dem Rasen entwickelte
dabei heute eher lächerlich an. Rund
sich eine Flüsterpost, die bis heute
eine Million Mark sollen geflossen
jeder Beschreibung spottet. So rief
sein – insgesamt. Die Spieler des
ein Spieler von Arminia Bielefeld
FC Schalke beispielsweise kassierten
den Schalker Kollegen zu: „Er hält
von Bielefeld pro Nase 2300 Mark
wie ein Weltmeister. Wenn nicht bald
und wollten sich jahrelang partout
was passiert, müsst ihr das Geld zuan nichts mehr erinnern. Das brachte
Fotos: Horstmueller (4), imago images
Tatort Glückauf-Kampfbahn: Der
Bielefelder Gerd Roggensack erzielt
gegen Dieter Burdenski & Co. das
Skandaltor zum 1:0, S04-Präsident
Günter Siebert zeigt später die
eidesstattlichen Erklärungen der
Schalker, nicht betrogen zu haben …
DFB-Sportgericht Frankfurt: Die beiden Herthaner Bernd Patzke (links) und
Tasso Wild (rechts) beraten sich 1971 mit ihrem Anwalt Horst Sandner.
Landgericht Essen: Die Schalker Rolf Rüßmann und Klaus Fischer (rechts)
sitzen auch im September 1975 immer wieder auf der Anklagebank.
ihnen eine Klage wegen Meineids vor
sitzender des DFB-Kontrollausschusdem Landgericht Essen ein und den
ses“ für Aufklärung sorgen musste.
wenig schmeichelhaften Spitznamen
Der Richter aus Stuttgart geriet zur
„FC Meineid 04“. Bis 1975 zog sich die
Schlüsselfigur aufseiten der „Guten“,
Prozessserie, erst dann wurde den
was ihm ernstzunehmende Morddroendlich geständigen Profis eine dicke
hungen einbrachte. Seine ErmittlunGeldstrafe aufgebrummt. Spieler wie
gen litten darunter nicht. Er verfolgte
Rolf Rüßmann oder Klaus Fischer
die Sünder mit unnachgiebiger Härte,
verpassten dank dieser Eselei
großer Entschlossenheit und
viele Länderspiele, erst Jahre
dem unbändigen Willen, jede
später ließ der DFB Gnade
Verfehlung aufzuklären. Was
vor Recht ergehen und die
nicht ganz einfach war, weil
Schalker für Deutschland
nach Canellas Enthüllungen
spielen. Stan Lizunächst jeder jebuda, den legenBundestrainer Schön den beschuldigte,
dären Kapitän der
von Missverständ„Knappen“, koste- zeigte sich angewidert nissen sprach und
te der Skandal die
von den Vorgängen. nun mehr oder weKarriere. Der DFB
niger behutsam
sperrte ihn – wie
dazu gebracht
viele andere Profis auch – auf Lewerden musste, vor dem Sportgericht
benszeit, erteilte allerdings Freigaben
zurückzurudern.
für das Ausland. Libuda wechselte
Doch schon am 24. Juli, also
zu Racing Straßburg, wurde wie die
nicht einmal zwei Monate nach Cameisten anderen Spieler begnadigt,
nellas Erst-Enthüllungen, wurden in
kam aber leistungsmäßig nicht mehr
Frankfurt die ersten Urteile gefällt:
auf die Beine.
die Berliner Wild (vier Jahre Sperre)
Hans Kindermann hieß der
und Patzke (zehn Jahre gesperrt) sobedauernswerte Jurist, der als „Vorwie der von Köln entlassene Manglitz
(25 000 Mark Geldstrafe und lebenslange Sperre) traf der Bannstrahl
als erste. Am Ende konnten 53 Profis, zwei Trainer (Bielefelds Egon
Piechaczek und Oberhausens Günter
Brocker) sowie sechs Funktionäre
zweifelsfrei von Kindermann überführt und vom Sportgericht verurteilt
werden. Den Klubs Arminia Bielefeld
und Kickers Offenbach entzog der
DFB 1972 die Lizenz für die Bundesliga. Wie bei Libuda & Co. wurden die
meisten Urteile früher oder später
in Begnadigungen umgewandelt.
Der DFB hatte sein wichtigstes Ziel
erreicht. Die schnelle Aufarbeitung
verhinderte zwar nicht, dass die
Zuschauerzahlen in den nächsten
Spielzeiten einbrachen (von 20 661
im Schnitt 1970/71 auf 17 932 in der
folgenden Saison und auf 16 387 in
1972/73), dem deutschen Fußball
blieb aber nachhaltiger Schaden erspart. Im Sommer 1973 konnte Kindermann stolz verkünden: „Wir haben den Skandal zu fast 100 Prozent
aufgeklärt.“ Auf die WM im eigenen
Lande würde kein Schatten fallen,
dies war sicher. Die neuen Stadien
für das Turnier sorgten dann auch für
wieder steigende Zuschauerzahlen.
Und Helmut Schön? Der Bundestrainer zeigte sich „angewidert
von diesen Vorgängen“, kommentierte sie aber nicht. In den Skandal verwickelte Spieler überging er lange Jahre
konsequent. Immerhin: Entschädigt wurde er reichlich als Europameister 1972 und Weltmeister 1974.
Aber: Als Schön die Einladung zu
Canellas Gartenparty wahrnahm,
wusste er, dass etwas in der Luft lag.
Im seinem Buch Spieltage erzählt Autor Ronald Reng, dass Canellas Schön
in der Woche vorher angerufen und
über die betrügerischen Absichten
sowohl von Manglitz als auch der
Hertha-Spieler um Patzke in Szene gesetzt hatte. Dem langen Sachsen flog
fast die Mütze weg, verzweifelt bat er
den OFC-Chef, ihn aus dem Spiel zu
lassen, er habe eine Reputation zu
verlieren. Canellas hielt dicht. Wenigstens dieses eine Mal. FRANK LUßEM
Teil 2 am kommenden Montag:
„Wer nicht zahlt, steigt ab!“ –
so lief damals der große Bluff
86
31. MAI 2021
kickerbusiness
Gestrichen: Langanhaltende Proteste der Fußballfans hatten schließlich Erfolg. Ab der kommenden Saison gibt es keine Montagsspiele mehr.
L I V E- SP I E L E UND KONFE R E NZ E N
Samstag komplett bei Sky, Freitag und Sonntag bei DAZN
Mit dem Slogan „Alle Spiele, alle Tore“ kann Sky nur noch in der 2. Bundesliga werben. In der Bundesliga erwarb der Sender die Übertragungsrechte für alle Spiele
am Samstag. Am Freitagabend und am Sonntag (mit bis zu drei Spielen) laufen die Live-Übertragungen ab der kommenden Saison bei DAZN.
Freitag
1 Spiel Bundesliga
1 Spiel 2.Liga
Sonntag
und
1 Spiel Bundesliga
2 Spiele 2. Liga
1 Spiel Bundesliga
Insgesamt 10 sogenannte Entlastungsspiele in Europacupwochen.
Dann am Samstag nur 4 Spiele um 15.30 Uhr bei Sky.
1 Spiel Bundesliga
5 Spiele Bundesliga
1 Spiel Bundesliga
Insgesamt 10 sogenannte Entlastungsspiele am Sonntag
(bei DAZN) in Europacupwochen. Dann nur 4 Spiele am Samstag
bei Sky. Dazu alle Spiele am Dienstag und Mittwoch bei SKY.
3 Spiele 2. Liga
Besonderheit:
3 Spiele 2. Liga
Saisoneröffnungsspiel (Freitag), Freitagsspiel am 17. Spieltag, Rückrundenauftakt (Freitag), Saisoneröffnung 2. Liga,
Relegationsspiele Bundesliga – 2. Liga und 2. Liga – 3. Liga, Supercup. Insgesamt neun Spiele bei Sat.1.
3 Bundesliga 3 2. Liga
“infografik
20.30
20.00
19.30
19.00
18.30
18.00
17.30
17.00
16.30
16.00
15.30
15.00
14.30
14.00
13.30
Samstag
Olympia-Verlag GmbH
Badstraße 4 – 6, 90402 Nürnberg
info@olympia-verlag.de
Spielfrei in die Woche,
das hat seinen Preis
Das Ende der Montagsspiele bringt zur Saison 2021/22
N EU E A N STO SSZ E I T E N und den 36 Profiklubs Verluste.
D
ie Abschaffung der Montagsspiele gilt als einer der größten
Erfolge von zeitweise gewaltigen Fan-Protesten. Im November
2018 beugte sich die Bundesliga dem
Druck, Anfang Dezember folgte der
Beschluss der 2. Liga. Umgesetzt werden konnten diese Entscheidungen
erst nach Abschluss der neuen Fernsehverträge zum Start in die kommende Saison der 2. Liga (23. Juli)
und der Bundesliga (13. August).
Die Streichung der Montagspartien hat Auswirkungen auf die
Spielansetzungen in den kommenden vier Jahren. Um in Corona-Zeiten
überhaupt respektable Medienverträge bis zum Abpfiff der Saison 2024/25
mit einem Gesamtvolumen von
ZU SA M M E NFASS U N G
Zeitversetzte
Berichterstattung
Uhrzeiten für den jeweils frühestmöglichen Sendebeginn.
Bundesliga
Samstag
Sonntag
2. Liga
Freitag
Samstag
Sonntag
ab 18.30 Uhr
ab 21.15 Uhr
ab 22.30 Uhr
ab 18.30 Uhr
ab 21.15 Uhr
Foto: imago images/Eibner
Bundesliga und 2. Liga
Samstag
ab 21.45 Uhr
Bundesliga und 2. Liga
Sonntag
ab 6.00 bis 15.00 Uhr
4,4 Milliarden Euro aus der nationalen Vermarktung der Rechte abschließen zu können, musste DFL-Boss
Christian Seifert im Ausschreibungsverfahren neue Anstoßzeiten schaffen. Die Abschaffung der Montagsspiele hat ihren Preis. Eine Steigerung
der Erlöse für die kommenden vier
Jahre auf mindestens 5,2 Milliarden
Neuer Vertrag bedeutet
240 Millionen Euro
weniger als bisher.
Euro hatten sich die 36 Profiklubs
erhofft; tatsächlich brachte der neue
Abschluss 240 Millionen Euro weniger als das bisherige Werk.
Um den Poker mit Fernsehsendern und Streamingdiensten nicht
mit einer deutlichen Reduzierung
der Übertragungen von Einzelspielen
zu eröffnen, kommt es ab der Saison
2021/22 zu folgenden Änderungen:
3 Am Ende einer Saison werden nur
noch am 34. Spieltag die jeweils neun
Spiele in beiden Ligen zeitgleich um
15.30 Uhr angepfiffen. Am 14. Mai 2022
in der Bundesliga, 24 Stunden später in der 2. Liga. Am 33. Spieltag
wird nach dem Regelspielplan mit
Spielansetzungen am Freitag, Samstag und Sonntag verfahren. Aus Wettbewerbsgründen und in den Fragen
nach Meister und Absteigern wurden
im deutschen Fußball über Jahrzehnte an den beiden letzten Spieltagen
alle Partien zeitgleich angepfiffen.
Eine Ausnahme gab es bereits in dieser Saison. Coronabedingt fand das
DFB-Pokal-Finale am 13. Mai (Donnerstag) statt, die Endspielgegner
Borussia Dortmund und RB Leipzig
bestritten ihre Bundesligaspiele an
diesem 33. Spieltag erst am folgenden
Sonntag.
3 In den vergangenen Jahren wurden in der Bundesliga sogenannte
Entlastungsspiele unter Beteiligung
von Teilnehmern an den europäischen Wettbewerben am Sonntag um
13.30 Uhr (5 Spiele) und am Montag
um 20.30 Uhr (5 Spiele) ausgetragen.
Nach Abschaffung der Montagsspiele
finden künftig insgesamt zehn Spiele
pro Saison am Sonntagabend erst ab
19.30 Uhr statt. Das hat Auswirkungen auf weitere Spiele am Sonntag. Da
werden das erste Bundesligaspiel um
15.30 Uhr (wie bisher) und das zweite
Spiel um 17.30 Uhr (bisher 18.00 Uhr)
angepfiffen.
3 Das Topspiel der 2. Bundesliga an
einem Montagabend wurde erstmals
am 18. Oktober 1993 (FC St. Pauli –
VfL Bochum) ausgetragen. Sport1,
das damals noch unter DSF lief, hat
die Abschaffung dieser Spiele nach
knapp einem Vierteljahrhundert
sehr bedauert. „Dass wir die Übertragungsrechte am Montagabend verloren haben, tut weh und schmerzt
den Sender“, sagte Geschäftsführer
Olaf Schröder nach der Vergabe der
neuen Verträge. Sport1 bleibt mit
Spannende Frage:
Spielen die Fans am
Samstagabend mit?
dem Topspiel der 2. Liga am Ball – in
der neuen Saison mit einem neuen
Sendetermin am Samstagabend um
20.30 Uhr (parallel auch bei Sky).
Ein spannendes Unterfangen.
Fußballanhänger, die ihren Verein
zu Auswärtsspielen begleiten, kommt
das mit Sicherheit entgegen. Ob allerdings die Fernsehzuschauer an
einem Samstagabend in Konkurrenz zu Familiensendungen, Serien
oder Freizeitunternehmungen da
mitspielen werden, sei dahingestellt. Samstags beginnen die Spiele
in der 2. Liga um 13.30 Uhr (bisher
13.00 Uhr).
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88
31. MAI 2021
Wer im Land eines Rekordweltdas mal keine Anspielung auf die 44 Hamiltons
meisters groß wird und Rennfahrer
ist ... Norris verweigert bislang jeden Kommentar,
werden möchte, der hat es wahrwas er sich bei der Wahl gedacht hat: „Die geheimlich nicht leicht. In Deutschland lautet die Frage
nisvolle Geschichte dahinter ist nur die, dass es
für die nächste Generation immer noch: „Der
kein Geheimnis gibt.“ Breites Grinsen. Denn nanächste Schumacher?“ In Großbritannien heißt
türlich taugt in seinem Fall auch die Nicht-Aussage
es: „Ist er der nächste Hamilton?“ Die Schumaschon wieder zu neuer Publicity. Ein ganzes Team
cher-Frage wird in naher Zukunft von Mick, seivon Experten vermarktet den jungen Rennfahrer,
nem Sohn, beantwortet. Was Hamilton angeht,
das erinnert nun wirklich stark an Hamilton.
haben die Briten zwei Möglichkeiten: George
Scheu vor großen Namen kennt Norris keine,
Russell und Lando Norris. Der eine als Mercedesob sie Valtteri Bottas (31) oder Charles Leclerc (23)
Junior bei Williams, der andere beim Mercedesheißen. In Monte Carlo verteidigte er seinen zweiKundenteam McLaren. Russell ist 23 Jahre alt,
ten 3. Platz in dieser Saison erfolgreich gegen
Norris erst 21, dieses Rennen wird also noch ein
den heranstürmenden Routinier Sergio Perez (31)
Weilchen dauern. Aktuell mit klaren Vorteilen für
im Red-Bull-Honda. Seinem Renningenieur verden jüngsten Fahrer im Formel-1-Feld: Vor dem
ordnete er für die entscheidende Phase des RenGroßen Preis von Aserbaidschan diesen Sonntag in Baku
liegt Norris auf dem dritten
Platz der Fahrer-Weltmeisterschaft. Dritter war er auch
beim Großen Preis von Monaco
und sorgte so zusammen mit
Max Verstappen und Carlos
Sainz jun. für das zweitjüngste
Podium in sieben Jahrzehnten
Königsklasse. Ein Kronjuwel.
Jüngster britischer Formel-1-Fahrer war er schon bei
seinem Debüt im Frühjahr
2019, als er gleich im zweiten Rennen in Bahrain in die
Punkte fuhr. Sein Rookiejahr
beendete er immerhin auf
Rang 11. Der deutsche TeamL A NDO NO R R IS
chef Andreas Seidl (45) verspricht sich viel von Norris,
vor dem Prestige-Rennen in
Monte Carlo wurde der Vertrag
mit seinem Schützling gleich
um mehrere Jahre verlängert,
Norris bestätigte das Vertrauen umgehend mit
nens Funkstille. Konzentriert und ungestört, das ist
einer fehlerlosen Leistung bei der anspruchsvolNorris im Cockpit. Frech und lustig, so präsentiert
len Hafenrundfahrt. „Mit ihm werden wir noch
er sich außerhalb seiner Dienstwagen. Auch diese
viel Freude haben“, glaubt der ehemalige PorSpäße werden meist für den digitalen Auftritt
sche-Stratege. Auch in der Planung von Formel-1inszeniert, Norris zeigt sich aber auch schlagChef Stefano Domenicali (56) spielt er eine große
fertig in der direkten Auseinandersetzung mit
Rolle: Norris ist nicht nur in den sozialen Medien
seinen Kontrahenten. Da wächst eine neue Boyschon eine große Nummer mit allein 3,1 Millionen
group heran.
Followern bei Instagram, er ist wie Russell auch
Das Generationen-Duell läuft auch innerin den eSports-Serien höchst aktiv – und wird so
halb der McLaren-Truppe. Daniel Ricciardo ist
zum Bindeglied zwischen dem
zehn Jahre älter als Norris und
echten und virtuellen Renngehat in etwa fünfmal so viele
„Mit Lando werden
schehen. Gelegentlich kommt
Formel-1-Rennen bestritten.
wir noch viel Freude
es dabei zu kuriosen GegenDer Australier kämpft noch
haben.“
sätzen: In der Formel 1 sind
mit der Eingewöhnung bei
Verstappen und er Gegner,
seinem neuen Team, ähnlich
Andreas Seidl, McLaren-Teamchef
auf der Plattform iRacing.com
wie der viermalige Champion
haben sie schon erfolgreich
Sebastian Vettel (33) bei Aston
gemeinsame Sache bei der
Martin. Norris aber zeigt bisSimulation eines 24-Stunden-Rennens gemacht.
lang keinerlei Schadenfreude gegenüber dem
Lando Norris, der wie Verstappen eine belRoutinier, er bescheinigt ihm öffentlich Respekt.
gische Mutter hat, als Grenzgänger zwischen den
Mit despektierlichen Aussagen über Konkurrenten,
Welten. Die populäre Gaming-Plattform Twitch
mit denen er am Anfang seiner Karriere aufgefallen
beispielsweise nutzt er als erster der Toprennist, hält er sich auch besser zurück.
fahrer für sich, die Resonanz ist groß. Aus dem
Im Fall von Ricciardo ahnt er, was seinen
Kreis der Simulator-Fans rekrutiert sich auch
Teamkollegen plagt: „Ihm fehlt noch das, was
der Zuschauernachwuchs für die Formel 1. Ein
ich habe – das absolute Vertrauen in mein Auto."
Trend, der auch bei den Quoten des deutschen
Mental stark zu sein, das ist einer der wichtigsBezahlsenders Sky mehr und mehr zu spüren ist.
ten Faktoren in einer Formel-1-Karriere. Norris,
Dementsprechend hat sich Norris einen Kampfaus einem Multimillionär-Haushalt stammend,
namen gegeben, der auch zum Markenzeichen
scheint offenkundig wenig Probleme mit seinem
taugt: #L4NDO. Die Vier als Startnummer, wenn
Selbstbewusstsein zu haben. Er hat aber, auch
Der nächste
Hamilton?
Er steht für einen neuen Typ des
Formel-1-Fahrers.
(21)
zeigt Stärke auf und neben der Piste,
erinnert auch an den Rekordchampion.
31. MAI 2021
89
hier ähnelt er wieder Hamilton, keine Scheu davor, auch Schwächen oder gar Ängste öffentlich
einzugestehen. Wenn der Druck im Grand-PrixZirkus zu groß zu werden droht, taucht Norris
per Meditations-App in seine eigene Welt ab. Das
mag gar nicht zum sonst so extrovertierten Auftritt passen, der eher seinem Idol entspricht, dem
italienischen Motorradpiloten und neunfachen
Weltmeister Valentino Rossi (42).
Gegensätze, die offenbar stark leistungsfördernd wirken. „Eine seiner Stärken ist es, dass er
kaum Fehler macht“, sagt Seidl, „er hat schon als
Neuling beeindruckt
und entwickelt sich
„Zur Stelle sein,
seither deutlich.“ Schon
wenn andere Fehler
in seinem ersten Jahr
machen.“
zeigte er sich furchtlos,
hätte mit etwas Glück
Lando Norris, Jungstar
schon eine Pole-Position erzielen können
und ging keinem Radan-Rad-Duell aus dem Weg. Offenbar verfügt
er über die ausgeprägte Fähigkeit, sich rasend
schnell an neue Gegebenheiten zu gewöhnen.
Das bringen wohl die vielen unterschiedlichen
Nachwuchsserien mit sich, in denen er während
seiner Ausbildungsphase parallel und quer über
den Globus unterwegs war, von Neuseeland bis
Nordeuropa. Das Familienleben und die Schulausbildung wurden dabei den Zielen auf der Rennstrecke untergeordnet.
Der jüngste Erfolg in Monte Carlo gibt der
Ausrichtung recht. „Dieses Rennen ist für mich der
Beweis dafür, dass wir Fortschritte machen. Es ist
eine tolle Motivation für das ganze Team“, sagt Norris. Er kennt die Möglichkeit, die sein Rennstall und
er nutzen müssen: „Zur Stelle sein, wenn andere
Fehler machen. Diese Leistung müssen wir jetzt
auch auf anderen Strecken abrufen. Das wird die
schwierigere Aufgabe.“ Aber er wirkt dabei nicht
wie jemand, der sich fürchtet. Vielmehr ist es eine
große Chance, die sich ihm bietet. Lando Norris
scheint bereit, sie zu nutzen. Und dann mal sehen,
was als Nächstes kommt.
ELMAR BRÜMMER
FOR ME L-1 -WM
Norris unterwegs
im Spitzenfeld
Nach fünf Grands Prix rangiert der
McLaren-Pilot in der Fahrerwertung auf dem starken 3. Rang.
Besonders wertvoll:
Lando Norris ist stolz
auf seinen 3. Platz
beim Prestige-GP
in Monte Carlo.
Foto: Sutton
Platz Name
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
Max Verstappen (NED)
Lewis Hamilton (GBR)
Lando Norris (GBR)
Valtteri Bottas (FIN)
Sergio Perez (MEX)
Charles Leclerc (MON)
Carlos Sainz jun. (ESP)
Daniel Ricciardo (AUS)
Pierre Gasly (FRA)
Esteban Ocon (FRA)
Sebastian Vettel (GER)
Lance Stroll (CAN)
Fernando Alonso (ESP)
Yuki Tsunoda (JPN)
Antonio Giovinazzi (ITA)
Punkte
105
101
56
47
44
40
38
24
16
12
10
9
5
2
1
90
31. MAI 2021
FALLrückzieher
Jung und alt: Der DFC Prag – der deutsche
Vizemeister von 1903 und lange Zeit ein
europäisches Topteam – wurde vor fünf
Jahren neu gegründet. Der Klub, wie seine
Spieler, steckt noch in den Kinderschuhen.
Wenn an das erste Endspiel um die deutsche
Fußball-Meisterschaft erinnert wird – immer zu den
großen Jubiläen, dem 50. oder dem
75. Jahrestag zum Beispiel –, dann ist
allermeistens nur vom VfB Leipzig
die Rede, dem Sieger. So wie in der
kicker-Ausgabe vom 5. Juni 2003,
kurz nachdem sich dieses Finale
zum 100. Mal gejährt hatte. 7:2 für
die Leipziger endete das Duell mit
dem Deutschen Fußball-Club Prag
vor 118 Jahren, am 31. Mai 1903, in
Altona, das seit 1938 zu Hamburg
gehört. Vom DFC Prag jedoch liest
man nie etwas. Das ist kein Wunder:
Den Verein gab es gar nicht mehr.
Als der DFC vergangenen Freitag vor 125 Jahren (28. Mai 1896) von,
laut Homepage, „deutschnational
gesinnten Juden“ gegründet wurde,
da gehörte Prag noch zu Österreich.
Dennoch durfte der Verein an der ersten deutschen Meisterschaft teilnehmen, denn der DFB hatte damals, drei
Jahre nach seiner Gründung, drin-
Von klein auf
1903, vor 118 Jahren, spielte der
D FC P R AG um die erste deutsche
Meisterschaft. 1938 wurde er
verboten, aber nun ist er zurück.
gend Mitglieder gesucht. Als der DFB
aber 1904 der FIFA beitrat, war dies
nicht mehr erlaubt. Fortan kickte der
DFC im Österreichischen Verband
und ab 1918 in der neu gegründeten
Tschechoslowakei. Seinerzeit war er
eines der besten Teams Europas, absolvierte Freundschaftsspiele unter
anderem in Italien und Spanien –
und wurde am 19. Dezember 1923
beim Umsteigen auf dem Stuttgarter
Hauptbahnhof von kicker-Gründer
Walther Bensemann begrüßt, der
für die damals drei Jahre junge Fußball-Fachzeitschrift Fotos schoss. Als
im März 1939 die Deutschen in der
Tschechoslowakei einmarschierten,
wurde der DFC von den Nazis als
„jüdischer Verein“ verboten.
Das war das Ende, glaubte man.
Doch nun ist der DFC Prag wieder da,
seit fünf Jahren schon. Und steckt
noch in den Kinderschuhen – im
wahrsten Wortsinne. Schuld daran ist
die „Initiative 1903 e.V.“, die sich um
„Wahrung und Pflege traditioneller
Werte im Fußballsport“ kümmert
und sporthistorische Projekte in ganz
Europa begleitet. Mitte des vergangenen Jahrzehnts bestritt dieser Verein
mit seiner Hobbykicker-Mannschaft
Freundschaftsspiele bei allen Klubs,
die 1903 in der Endrunde dabei waren. Nur: Den DFC Prag gab es ja nicht
mehr. Also kontaktierten sie Thomas
Oellermann. Der Sporthistoriker, der
schon zehn Jahre lang in Prag lebte
und dort für die Friedrich-Ebert-Stiftung arbeitet, stellte tatsächlich eine
Mannschaft aus Tschechen und
Deutschen auf die Beine. Sie lief am
13. September 2015 als DFC Prag auf.
Erstmals nach 76 Jahren stand wieder
DFC Prag auf einem Spielplakat. Und
es endete wie damals – 2:7.
Das Medienecho war beachtlich
(„Die Legende kehrt zurück“), und
auch die Reaktionen der Menschen
in der 1,3-Millionen-Stadt, in der
ab
91
PFIFF
M
it dem Aufstieg des VfL Bochum 1848 ist
endlich ein elfjähriger Betriebsunfall namens
2. Liga repariert. Nun gilt es, die Mannschaft
punktuell zu verstärken. Und da steht nun wieder
einer zur Verfügung, auf den man in den letzten Jahren
nicht zurückgreifen konnte. Wenn wir bei minus 5 Grad
vor gerade mal 8000 Zuschauern 0:3 gegen Aue
zurücklagen, erflehten die Menschen nicht selten die
Hilfe des einzigen Fußballgottes, und der heißt
Ata Lameck: „Ata, lass dich einwechseln!“ Doch Ata
sprach: „Ich spiel’ nicht 2. Liga!“ Hat er noch nie.
518-mal Liga 1, so sieht’s aus!
Ata Fußballgott
Eine kicker-Seite vom
5. Juni 2003: Den
Rückblick auf die erste
deutsche Meisterschaft
dominiert der VfB Leipzig.
rund 25 000 Deutsche leben, waren
Eine Heimstätte indes fehlt
freundlich. Also beließ es Oellermann
noch. „Das ist ein Riesenproblem“,
nicht bei diesem einen Spaß-Kick.
berichtet Oellermann. Erst mietete
Neun Monate später, am 9. Juni 2016,
sich der Klub beim FK Meteor ein,
hoben er und sieben weitere Grünnun wird auf dem Kunstrasenplatz
der den Deutschen Fußball-Club
einer Grundschule trainiert. Wie die
Prag neu aus der
Entwicklung des
Taufe, seither ist
ganzen Klubs wird
Dr. Israng, der
Oellermann im
auch der Aufbau
deutsche Botschafter, von MannschafVorstand zustänist Ehrenmitglied. ten – notgedrundig für Geschichte,
Werte und Ethik.
gen – von klein auf
Der neue alte Klub,
betrieben. Derzeit
der eng mit den drei deutschen Schutrainieren knapp 60 Jugendliche unlen in Prag zusammenarbeitet, sieht
ter der Anleitung von Trainer René
sich den Werten seines berühmten
Drtina (54). Die seit Jahren gewachseVorgängers verpflichtet und will
ne aktuelle U 12 spielt in der Stadtliga
„einen Beitrag zum toleranten MitPrag Ost, zur kommenden Saison
einander und zur Freundschaft zwisoll eine zweite Mannschaft für den
schen deutschen und tschechischen
Ligabetrieb gemeldet werden. OellerKindern und Jugendlichen“ leisten.
mann: „Wir sind absolut zufrieden.“
Er erhält Förderungen vom Prager
Wenn es so weiter geht, dann
Fußballverband, als Geschäftsstelle
wird man Ende Mai 2028, wenn sich
fungiert eine Rechtsanwaltskanzlei
das erste Endspiel um die deutsche
in der Altstadt, und der deutsche
Meisterschaft zum 125. Mal jährt,
Botschafter in Prag, Dr. Christoph
auch wieder etwas über den DFC Prag
Israng, ist Ehrenmitglied.
lesen können.
PETER NICKEL
NEULICH war ich beim Bäcker meines Vertrauens.
Als ich den Laden wieder verließ, gewahrte ich auf dem
Parkplatz daneben zwei Männer, die sich mit einem
Auto abmühten, das nicht anspringen wollte. Der eine
saß am Steuer, der andere versuchte, den Wagen das
leicht ansteigende Gelände hinaufzuschieben. Ich legte
mein Brot auf einem dekorativ in einem gemulchten
Beet geparkten Findling ab und half. Wir kamen ins
Keuchen, wir kamen ins Schwitzen, doch beim Anrollen
gelang es dem Fahrer nicht, den Motor in Gang zu
setzen.
DA STIEG ATA, der Einzige, aus einem anderen Auto.
Er winkte kurz herüber und verschwand in der Bäckerei.
Wir schoben den Wagen ein zweites Mal hügelan, mit
dem gleichen Ergebnis. Mittlerweile hatte Ata die
Bäckerei wieder verlassen und sah uns zu. In der Hand
hielt er eine Plastiktüte mit drei Scheiben süßen
Stutens. „Der ist gut“, japste ich. Ata nickte. „Bisschen
Marmelade drauf – lecker! Kriegt ihr das mit dem Auto
nicht hin? Versuch’ noch mal!“
Der andere Schieber und ich stemmten uns wieder
gegen die Vorderseite des Wagens, schoben ein paar
Meter, und plötzlich stand Ata neben uns und half mit.
Eigentlich legte er nur eine Hand auf die Motorhaube,
aber mit einem Mal ging es wie von selbst. Mit
Hilfe der Hand Gottes schoben wir das Auto
doppelt so weit wie vorher, und selbstredend
klappte es dann auch mit dem Anrollen. Der
Mann am Steuer versprach zu Ehren des
Einzigen ein Rauchopfer darzubringen und die
Fahne eines beliebigen anderen Vereins zu verbrennen.
ATA HATTE diese Aktion nicht einen Tropfen Schweiß
gekostet, während es mir praktisch in die Schuhe lief.
„Ata“, sagte ich, „der VfL ist doch jetzt aufgestiegen,
das heißt, du kannst wieder eingewechselt werden.“
„Frank“, sprach Ata Lameck Fußballgott, „ich hab’ die
Schuhe schon geputzt!“
Der kicker-„abpfiff“ wird im wöchentlichen Wechsel von
externen Autoren verfasst: FRANK GOOSEN ist
Kabarettist und Fußballfan. Informationen
zu seinen Programmen und Terminen
in Zeiten von Corona unter
www.frankgoosen.de
31. MAI 2021
73
FUSSBALL IM OSTEN
Auf Tour durch die 2. Liga:
Der Mannschaftsbus von
Hansa ist der neue Arbeitsplatz
von Axel Rietentiet (r.u.).
„Jeder Junge hat einen Traum“
Busfahrer statt Trainer: Ex-Spieler AXEL R IET ENT IET (51) nennt die
Gründe für seinen ungewöhnlichen Jobwechsel bei Hansa Rostock.
Foto: imago images/Jan Huebner, imago/objectivo
Einen besonderen Rollentausch gibt es bei
Zweitliga-Aufsteiger
Hansa Rostock: Dort
übernimmt der bisherige U-23Coach Axel Rietentiet das Steuer
des Mannschaftsbusses. Rietentiet kam 1982 zu Hansa und gehörte zum Meisterteam in der letzten
DDR-Oberliga-Saison 1990/91, das
die Qualifikation für die Bundesliga schaffte. Sein Nachfolger bei
der FCH-Reserve wird Kevin Rodewald, der bisherige Leiter des
Nachwuchsleistungszentrums.
Kind hat doch jeder Junge einen
Traum: Er will Kapitän, Pilot, Lokführer und eben Busfahrer werden. Nach meiner Spielerkarriere
habe ich eine Ausbildung zum
Kfz-Mechaniker absolviert und
17 Jahre in der Branche gearbeitet. Das war eine lehrreiche, gute
Zeit. Als Trainer beim FC Hansa
oder beim FC Schönberg 95 habe
ich immer rechts vorn gesessen
und angefangen, mich für das
Busfahren zu interessieren.
Und wie ging es weiter?
Eines Tages, während meiner Zeit
in Schönberg, hat es mich sehr
Herr Rietentiet, wie kommt es zum genervt, dass wir auf langen Reiüberraschenden Rollentausch?
sen immer eine Dreiviertelstunde
Neben dem Fußball ist das BusfahPause machen mussten, weil der
ren eine meiner großen LeidenBusfahrer seine Lenk- und Ruheschaften. Für den FC Hansa fahren
zeiten einhalten muss. Da habe
zu können, ist großartig und die
ich 2016 für mich entschieden,
perfekte Verbindung von beidem.
den Bus-Führerschein zu machen.
Die Arbeit als Trainer und mit
Außerdem wollte ich mich mit
meiner Manneinem zweiten
schaft hat mir
Standbein ab„Als Kind hat
unheimlich viel
sichern. Es war
doch jeder Junge
Spaß gemacht,
immer mein
einen Traum.“
ich freue mich
Ziel, mit 60 nicht
allerdings schon
noch viermal die
riesig auf meine
Woche auf dem
neue Aufgabe als Hansa-BusfahTrainingsplatz zu stehen.
rer, die sich zeitlich einfacher mit
Wo sitzt Coach Jens Härtel im Bus?
meinem Job bei der Bundeswehr
Auf dem ersten linken Platz,
und dem Familienleben vereinquasi hinter mir. Jens und ich
baren lässt.
kennen uns schon eine Zeit, haSeit wann besteht die Leidenschaft ben früher als Trainerkollegen
fürs Busfahren?
mehrfach gegeneinander gespielt
Es mag albern klingen, aber als
und schätzen uns sehr. Wir hatten
schon viele gute Gespräche auf
den langen Rückfahrten, in denen
es nicht nur um Fußball geht. Das
Gute ist, ich kenne die Abläufe und
die Gedanken eines Trainers vor
und nach dem Spiel und mache
zum Beispiel die Musik mal leiser
oder lauter.
Wie schwer fällt
Ihnen der Abschied als Coach?
Das wird die stärkste 2. Liga,
die es jemals gab. Es wird brutal
schwierig. Unsere Mannschaft
wird gezielt verstärkt und alles
dafür geben, um drinzubleiben.
Als Busfahrer beginnen Sie den
dritten Job bei Hansa nach dem
als Spieler und Trainer. Was war Ihr
größter Moment
„Als Trainer konnte im Fußball?
Einen besonders
ich überall meine schönen Erfolg
Es war eine sehr
Ziele erreichen.“
schöne Zeit. Ich
hervorzuheben,
bin stolz auf meifällt mir sehr
ne Trainerkarrieschwer. Es gab
re, habe ganz unten angefangen
viele schöne Momente als Spieund einige Erfolge erreicht. Ich
ler und Trainer. Egal wo ich als
hätte auch weitermachen können.
Trainer gearbeitet habe, überall
Es war mein eigener Wunsch, als
konnte ich meine Ziele erreichen,
Trainer aufzuhören und das Lenkdarauf bin ich sehr stolz. Das größrad zu übernehmen. Meine Mannte Erlebnis war allerdings nicht im
schaft gebe ich in gute Hände.
Sport, sondern die Geburt meiner
Worauf freuen Sie sich als Busfah- Tochter.
rer am meisten?
Auf hoffentlich erfolgreiche Fahrten mit der Mannschaft durch die
2. Liga, auf geile Stadien mit vielen
Zuschauern.
Wie haben Sie den Aufstieg vor gut
einer Woche erlebt?
Das war ein schönes Gefühl und
ein tolles Erlebnis im Ostseestadion. Als Trainer bin ich mehrfach
aufgestiegen, unter anderem 2015
mit Schönberg in die Regionalliga.
Allerdings ist das eine ganz andere
Nummer mit Hansa Rostock und
seinen vielen Fans.
Schafft Hansa den Klassenerhalt?
Stichwort Spielerlaufbahn: Sie sind
mit Hansa 1991 ins Oberhaus eingezogen. Warum haben Sie nach der
Wende nicht dauerhaft den Sprung
in den Profibereich geschafft?
Meine Karriere als Profi war leider
sehr kurz. Ich musste sie aufgrund
einer schweren Verletzung früh
beenden. Nachdem ich mir 1990
im Testspiel gegen Karlsruhe
mehrfach den Knöchel gebrochen hatte, fiel ich monatelang
aus. Anschließend schaffte ich
nicht mehr den Sprung in die erste
Mannschaft und verließ Hansa
1994. INTERVIEW: TOMMY BASTIAN
74
31. MAI 2021
Kapitän Garbuschewski geht – Brandt kehrt zurück
NOFV
BFC DYNAMO
Keine Absteiger
aus den Oberligen
Etwas Schönes aus einer blöden Zeit
REGIONALLIGA NORD
GRUPPE NORD
1. SC Weiche 08
9 18:6 24
2. Eintr. Norderstedt 9 14:11 16
3. SV Drochtersen/A. 9 14:8 15
4. Phönix Lübeck (N) 9 11:11 15
5. Teut. Ottensen (N)10 17:13 16
6. FC St. Pauli II
10 15:15 16
7. Hamburger SV II 10 19:12 15
8. LSK Hansa
9 10:11 12
9. Holstein Kiel II
10 10:19 9
10. Heider SV
8 4:19 4
11. Altona 93
7 5:12 3
GRUPPE SÜD
1. Werder Bremen II 8 15:5 20
2. TSV Havelse
9 22:6 20
3. BSV Rehden
9 17:10 17
4. VfB Oldenburg
8 12:8 14
5. SSV Jeddeloh II
8 13:13 12
6. Hannover 96 II
9 14:16 13
7. VfV Hildesheim (N) 9 9:15 11
8. Oberneuland (N) 10 9:15 12
9. VfL Wolfsburg II 9 12:15 9
10. HSC Hannover 10 14:24 6
11. Delmenhorst (N) 7 5:15 2
Die Saison wurde abgebrochen und
nach Quotientenregelung gewertet.
Kein Auf- und Abstieg in die Regionalliga. Nach dem Verzicht von Weiche
Flensburg und Werder II nimmt der
TSV Havelse an den Aufstiegsspielen
zur 3. Liga teil. Die Spiele finden
am 12. Juni in Schweinfurt und
am 19. Juni in Havelse statt.
REGIONALLIGA NORDOST
1.
2.
3.
4.
5.
6.
FC Viktoria 1889 11
VSG Altglienicke 11
Chemie Leipzig 13
Carl Zeiss Jena (A) 12
Berliner AK 07 12
BFC Dynamo
11
26:9
29:14
25:12
24:16
25:21
26:17
33
25
24
21
20
18
Für
Regionalligist
BFC Dynamo geht es
in eine kurze Sommerpause. Dies verkündete BFC-Trainer Christian
Benbennek (48) nach dem 2:1-Finalsieg im Berliner Landespokal gegen Ligakonkurrent Berliner AK. Am 14. Juni starten
die Hauptstädter demnach mit
der Vorbereitung auf die Saison
2021/22. „Dann haben wir sechs
Wochen Zeit, um fit zu werden“,
so Benbennek, für den der Pokalsieg ein wahres „Happy End“ war.
„Somit können wir aus der blöden
Zeit noch etwas Schönes rausziehen. Wie viele andere haben wir
die Kurzarbeit am eigenen Leib
erfahren. Das Team hat Charakter
und Herz.“
Nun blickt man beim einstigen DDR-Rekordmeister aber
nach vorne, stellt sich personell
für die nächste Spielzeit auf.
Benbennek, der 2019 beim BFC
anheuerte, wird die Mannschaft
auch nächste Saison trainieren.
Nicht mehr dabei sein wird
dann aber Kapitän Ronny Garbuschewski (35), der den Verein
nach drei Jahren verlässt. Dagegen vermeldete der Klub bereits
7. Lok Leipzig (M) 12 20:17 19
8. Un. Fürstenwalde 11 22:20 16
9. En. Cottbus
13 18:19 18
10. Chemnitzer FC (A) 13 20:17 17
11. SV Babelsberg 03 13 18:20 17
12. Hertha BSC II
11 12:15 14
13. Lichtenberg 47 13 15:20 16
14. Luckenwalde (N) 13 14:22 15
15. VfB Auerbach
12 18:26 11
16. TeBe Berlin (N) 10 15:20 9
17. Germ. Halberstadt 13 12:18 11
18. ZFC Meuselwitz 13 14:22 11
19. Optik Rathenow 13 15:25 11
20. Bischofswerda 08 12 12:30 7
Die Saison wurde abgebrochen und
nach Quotientenregelung gewertet.
Der FC Viktoria 1889 Berlin steigt
in die 3. Liga auf, Bischofswerda 08
steigt ab. Aus den Oberligen rücken
Tasmania Berlin (Nord) und der
FC Eilenburg (Süd) auf.
REGIONALLIGA WEST
41. SPIELTAG
M’gladbach II 3:1 1:1 Wegberg-B.
Dortmund II 2:2 0:1
Homberg
Lippstadt
1:0 0:0 Bg. Gladbach
Düsseldorf II 1:1 1:0 Rödinghsn.
Fort. Köln
4:1 2:0
Schalke II
DIENSTAG, 1. JUNI
18.00 UHR
Bonn (1:3) Aachen
DIENSTAG, 1. JUNI
19.30 UHR
Ahlen (1:1) Straelen
spielfrei: Wuppertaler SV
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
Bor. Dortmund II 38
Rot-Weiss Essen 39
Pr. Münster (A) 39
Fortuna Köln
39
1. FC Köln II
39
Fort. Düsseldorf II 39
Rödinghausen (M) 39
89:29
88:28
68:36
65:44
66:54
65:48
48:38
87
87
78
66
61
56
56
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
RW Oberhausen 39
Wiedenbrück (N) 39
Bor. M’gladbach II 39
Schalke 04 II
39
Wuppertaler SV 39
Alemannia Aachen 39
SV Straelen (N) 38
Spfr. Lotte
39
SV Lippstadt 08 39
Wegberg-B. (N) 38
VfB Homberg
38
RW Ahlen (N)
38
Bonner SC
38
Berg. Gladbach 38
die Neuverpflichtungen der Stürmer Justin Engfer (18, zuletzt SC
Staaken U 19) und Pelle Hoppe
(21, Germania Halberstadt) sowie
des Außenspielers Darryl Geurts
(26, Union Fürstenwalde). Zudem
kehrt Mittelfeldspieler Niklas
Brandt (29, vereinslos) zurück.
„Wir sind in unserer Kaderplanung schon gut dabei“, sagt der
Coach, der sich zusätzlich über
zahlreiche Verlängerungen aus
dem aktuellen Kader freuen kann.
Jubel nach dem Pokalerfolg: BFC-Coach Christian Benbennek,
der nach zwei Abbrüchen auf eine komplette Spielzeit hofft.
59:50
53:48
49:53
56:54
56:60
35:47
40:57
45:70
36:60
35:59
39:71
44:67
37:66
30:64
56
55
55
54
54
45
44
43
40
38
34
32
32
30
NACHHOLSPIELE 32., 39. Spieltag
DIENSTAG, 1. JUNI
19.30 UHR
Homberg (0:1) Wegberg-B.
Dortmund II (3:0) Bg. Gladbach
42. SPIELTAG
SAMSTAG, 5. JUNI
14.00 UHR
Oberhausen (1:1) M’gladbach II
Schalke II (1:1) Münster
Rödinghausen (2:3) Fort. Köln
Bg. Gladbach (2:5) Düsseldorf II
Straelen (1:1) Lippstadt
Homberg (1:5) Ahlen
Wuppertal (0:3) Dortmund II
Bonn (1:1) 1. FC Köln II
Lotte (0:0) Wiedenbrück
Wegberg-Beeck (2:3) Essen
spielfrei: Alemannia Aachen
REGIONALLIGA SÜDWEST
40. SPIELTAG
Stuttgart II 3:1
Bahlingen
2:1
Großaspach 3:2
Hoffenheim II 1:0
Freiburg II
0:1
Alzenau
0:1
Gießen
5:0
Bisher haben neun Spieler
neue Verträge unterschrieben. So
ist auch Mittelfeldspieler Philip
Schulz (28) weiter dabei, der seit
2017 bereits im Verein ist und damit dienstältester Spieler ist. „Um
eine Zielsetzung für die nächste
Saison herauszugeben, ist es jetzt
noch zu früh“, sagt Benbennek,
der mit dem BFC in den beiden
Vorjahren jeweils auf Tabellenplatz 6 in der Endabrechnung
landete.
MATTHIAS SCHÜTT
Foto: imago images
Am Donnerstag hat das
Verbandsgericht des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) die Abstiegsregelung in der Oberliga wieder aufgehoben. Ursprünglich waren
nach einem Präsidiumsbeschluss
nach dem coronabedingten Abbruch
der Saison 2020/21 aus den beiden
Oberliga-Staffeln vier Mannschaften zu Absteigern erklärt worden.
Neben dem FC Strausberg, der sein
Team freiwillig zurückzieht, waren
das der Brandenburger SC Süd, Wacker Nordhausen und Carl Zeiss Jena
II. Der BSC Süd und Nordhausen
hatten daraufhin Beschwerde beim
Verbandsgericht eingereicht.
Man werde das Urteil wohl akzeptieren, teilt NOFV-Präsident Hermann Winkler mit. Da der BSC Süd,
Nordhausen und Jena II nun doch
nicht absteigen, geht die NOFV-Oberliga in der neuen Saison mit zwei
19er-Staffeln an den Start. Auswirkungen auf die Regionalliga Nordost
hat das Urteil nicht. Zwar könnte nun
wohl auch der Bischofswerdaer FV
darauf pochen, nicht abzusteigen,
darauf werde man aber verzichten,
sagte BFV-Präsident Jürgen Neumann.
ANDREAS KRÜHLER
0:0 Pirmasens
1:0
Mainz II
1:1
Aalen
0:0
Frankfurt
0:0
Homburg
0:1
Kassel
1:0 Schott Mainz
DIENSTAG, 1. JUNI
Offenbach (0:0)
Balingen (2:3)
Steinbach (2:2)
Ulm (3:0)
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
19.00 UHR
Walldorf
Koblenz
Elversberg
Stadtallendorf
SC Freiburg II
40
SV Elversberg
39
Kickers Offenbach 39
SSV Ulm 1846 39
Steinbach Haiger 39
FSV Frankfurt
40
FC Homburg
40
VfB Stuttgart II (N) 40
Bahlinger SC
40
RW Koblenz
39
Hessen Kassel (N)40
VfR Aalen
40
1. FSV Mainz 05 II 40
FC Gießen
40
TSG Hoffenheim II 40
FK Pirmasens
40
TSG Balingen
39
FC-Ast. Walldorf 39
Großaspach (A) 40
Schott Mainz (N) 40
Bayern Alzenau 40
Stadtallendorf (N) 39
41. SPIELTAG
SAMSTAG, 5. JUNI
Bahlingen (2:2)
Schott Mainz (1:8)
Stadtallendorf (1:1)
Kassel (2:1)
Homburg (2:2)
Elversberg (1:1)
Koblenz (1:2)
Frankfurt (1:0)
Walldorf (0:3)
Aalen (2:0)
Mainz II (0:0)
92:37
92:40
71:31
72:33
79:39
55:43
68:53
71:52
63:72
53:55
53:67
45:56
58:71
46:49
53:69
39:58
46:58
59:69
50:72
53:97
47:88
36:92
89
81
78
78
73
69
62
59
58
53
50
49
49
47
47
46
45
44
40
38
25
16
14.00 UHR
Pirmasens
Stuttgart II
Gießen
Ulm
Alzenau
Freiburg II
Steinbach
Balingen
Hoffenheim II
Offenbach
Großaspach
REGIONALLIGA BAYERN
1. Aschaffenburg 25 51:27 50
2. SpVgg Bayreuth 25 53:28 49
3. 1. FC Nürnberg II 25 61:32 49
4. Schweinfurt 05 23 48:29 44
5. TSV Aubstadt (N) 25 43:41 39
6. VfB Eichstätt
26 46:32 37
7. TSV Buchbach 25 32:29 35
8. Greuther Fürth II 26 31:33 36
9. FC Augsburg II
25 44:35 34
10. SV Schalding-H. 24 34:45 32
11. Wack. Burghausen 25 36:35 33
12. FV Illertissen
25 37:51 31
13. TSV Rain/L. (N) 25 26:41 30
14. SV Heimstetten 25 44:54 26
15. FC Memmingen 22 18:30 20
16. 1860 Rosenheim 25 30:61 21
17. VfR Garching
20 21:52 13
Die Saison 2019/21 wurde abgebrochen und nach Quotientenregelung
gewertet. Die Relegation entfällt.
Der VfR Garching steigt ab. Aus den
Bayernligen rücken der SC Eltersdorf
(Nord) und der FC Pipinsried (Süd)
auf. Der Teilnehmer an den Aufstiegsspielen zur 3. Liga gegen den TSV
Havelse wird in einer Play-off-Runde
mit Hin- und Rückspielen ermittelt.
PLAY-OFF-RUNDE
Bayreuth
0:4 0:2 Schweinfurt
1. Schweinfurt 05
2. SpVgg Bayreuth
3. Aschaffenburg
3 8:1
3 5:6
2 0:6
9
3
0
DIENSTAG, 1. JUNI
19.00 UHR
Schweinfurt (2:0) Aschaffenburg
SAMSTAG, 5. JUNI
14.00 UHR
Aschaffenburg (0:4) Bayreuth
73
Abschied vom Abstiegskampf
Die wichtigste Personalie ist geklärt: Markus
Unger heißt der neue
Trainer des VfV 06 Hildesheim. Mit dem 39-jährigen
A-Lizenz-Inhaber wollen die
Hildesheimer nun den nächsten
Schritt machen. Der Aufsteiger
schaffte unter Ex-Trainer Benjamin Duda den Klassenerhalt in
der Abbruchsaison und hat sich
wieder zu einer seriösen Adresse
in der Regionalliga entwickelt.
Das zeigte sich auch darin, dass
bei den Verantwortlichen etliche
Bewerbungen für den Trainerposten eingingen. „Es waren einige
interessante Kandidaten dabei“,
erzählt Präsident Michael Salge.
In der kommenden Saison
möchten die Hildesheimer mit
Unger noch besser abschneiden
als zuletzt. „Wir arbeiten gerade
an unseren Strukturen und wollen damit die Basis für ein noch
besseres sportliches Abschneiden
schaffen“, sagt der Vorsitzende
Achim Balkhoff. Gemeinsam mit
Unger stellen die Hildesheimer
gerade den Kader für die neue
Spielzeit zusammen. Unger, der
in der vergangenen Saison als
Co-Trainer der U 23 beim VfL
Wolfsburg gearbeitet hatte, setzt
dabei auf das Gerüst der Mannschaft. „Ich kenne die Mannschaft
und hoffe, dass wir viele Spieler
überzeugen können, zu bleiben.“
Balkhoff wird da schon etwas kon-
HSV I I
Neuer Coach und besserer Kader:
Der V F V 0 6 H ILDESH EIM will sich
zukünftig höhere Ziele stecken.
Foto: Gaube
FUSSBALL IM NORDEN
31. MAI 2021
Auf der Suche nach neuen Spielern: Markus Unger arbeitete
in der vergangenen Saison als Co-Trainer des VfL Wolfsburg II.
kreter. „Ich gehe davon aus, dass
zehn bis zwölf Akteure ihre Verträge verlängern.“
Bislang stehen aber nur Abgänge fest: Abwehrspieler Steffen
Suckel zieht es zum Oberligisten
MTV Wolfenbüttel, die Offensiv-
spieler Cedric Jahnel (Landesligist
Bavenstedt) und Leon Heesmann
(Kreisligist Borsum) wollen in unteren Ligen wieder mehr Spielpraxis bekommen. Den 3. Torwart
Lyon Raeck zieht es zum Bezirksligisten Blau-Weiß Neuhof. Der
40-jährige Ersatztorwart Sven Kiontke, der seine Karriere beenden
wollte, überlegt gerade, ob er einen
Rücktritt vom Rücktritt wagt. „Die
Suche nach neuen Spielern läuft
parallel“, berichtet Unger. Insgesamt planen die Hildesheimer mit
22 Spielern und drei Torhütern.
„Wir wollen jetzt zügig die Planungen abschließen, brauchen
natürlich auch frisches Personal,
um die Mannschaft weiterzuentwickeln“, meint Balkhoff, der
sich aber mit Unger darüber einig
ist, eventuell noch drei Plätze im
Kader auch nach dem Trainingsstart am 28. Juni freizuhalten. „Wir
wissen, dass gerade die Spieler
aus den Nachwuchsleistungszentren abwarten und in Richtung
3. Liga schielen. Da brauchen
auch wir Geduld“, sagt Unger.
„In Hildesheim haben die Jungs
die Möglichkeit, unter normalen
Bedingungen vor 1000 oder mehr
Zuschauern zu spielen.“
Spieler sind das eine, ein
Trainerstab und sportlich Verantwortliche das andere. „Auch
auf dieser Ebene führen wir Gespräche“, erklärt der neue Coach.
Aktuell beschäftigen sich die Hildesheimer mit der Stellenbesetzung eines Sportlichen Leiters.
Der fehlte zuletzt beim VfV. All das
macht deutlich, dass sich der Klub
zukünftig nicht mehr mit dem
Abstiegskampf zufriedengeben
will.
STEPHAN GAUBE
Fortschritte vor Tabellenplatz – Trainer Reimers bekommt keine Vorgaben
Meißner wird zum Vorbild für die Talente
Nach seinem kurzfristigen und erfolglosen Intermezzo bei
den Profis kann sich
Horst Hrubesch wieder seiner
Kernaufgabe beim HSV widmen: der Nachwuchsarbeit.
Der 70-Jährige sendete selbst
deutliche Zeichen, indem er in
allen seiner drei Zweitligapartien Robin Meißner auf den
Platz schickte. Der 21-Jährige
war zuvor gemeinsam mit Cemal Sezer (FC St. Pauli II) mit
sechs Treffern Torschützenkönig in der Nord-Staffel der
Regionalliga geworden. Unter
Hrubesch traf er dreimal und
empfahl sich damit für einen
Profivertrag.
Nur so kann es in Zukunft beim ehemaligen „Dino“
funktionieren, der nach drei
4. Plätzen in der nächsten Saison wahrscheinlich ein ganz
normaler Zweitligist sein wird.
Die Vorbilder sind dann nicht
mehr Weltstars wie Rafael van
der Vaart, Ruud van Nistelrooy
oder Felix Magath, sondern
heißen Josha Vagnoman und
Stephan Ambrosius – oder
eben Meißner. Sie schafften
den Sprung über die Regionalligamannschaft zu den Profis,
Vagnoman aktuell sogar zur
U-21-Europameisterschaft.
In Meißners Fußstapfen
soll nun Pingdwinde Beleme
treten, der vom FC St. Pauli zu
den Rothosen wechselt. Bei
den Braun-Weißen wurde
der schnelle Angreifer zum
U-20-Nationalspieler Burkina
Fasos, erzielte nach seinem
Wechsel vom ETV zwei Regionalliga-Tore. Ebenfalls neu
beim HSV ist Moses Otuali (18),
der vom VfL Wolfsburg kommt.
Auch er wurde einst beim ETV
ausgebildet, kehrt nun in die
Hansestadt zurück.
Trainer Pit Reimers (37)
soll die Talente nach oben führen. Im Gegensatz zu manch
anderem inzwischen ausgetauschten Nachwuchstrainer
traut ihm Hrubesch die Aufgabe zu, Spieler zu entwicklen. Der Fußballlehrer geht
in seine 15. Saison beim HSV,
hat allerdings keine Vorgabe
in Sachen Tabellenplatz. Zwar
hatte der HSV die Lizenzierungsunterlagen für die 3.Liga
eingereicht, echte Ambitionen
hat die Mannschaft allerdings
auch in der neuen Saison nicht.
„An erster Position stehen die
Fortschritte der Spieler mit
Perspektive für den Profikader“, weiß Reimers, „aber natürlich steht auch der Ehrgeiz
im Mittelpunkt, in der Tabelle
die bestmögliche Platzierung
zu erreichen.“ Nicht mehr dabei helfen wird Rechtsverteidiger Lukas Pinckert, der zu
Viktoria Berlin in die 3. Liga
wechselt. HARALD BORCHARDT
74
31. MAI 2021
kurz
bündig
R EGI O N AL L IG A WEST
FC Oberneuland
Mit Clemens Schoppenhauer (29) verzeichnet der FCO einen prominenten
Abgang. Der Innenverteidiger war erst
im vergangenen Sommer vom Chemnitzer FC nach Bremen gewechselt,
wird seine Fußballkarriere nun aber
beenden und sich um die berufliche
Zukunft kümmern. Ansonsten wird der
aktuelle Kader weitgehend erhalten
bleiben. Es liegen bereits zahlreiche
Zusagen vor.
Eintracht Norderstedt
Die Mannschaft hat spontan drei Wochen vor dem geplanten Start das
Training wieder aufgenommen. Hintergrund ist das vom Verband angekündigte Entscheidungsspiel gegen
Teutonia 05 um die Teilnahme am
DFB-Pokal.
Teutonia 05
Als vierter Torhüter wurde Luca Bruß (19)
unter Vertrag genommen. Er spielt bereits seit der D-Jugend an der Kreuzkirche und rückt nun in den Ligakader auf.
Altona 93
Nach Niklas Bär (18) kommen vier
weitere Spieler aus der U 19 des Eimsbütteler TV, die in der Bundesliga
spielte: Djavid Abdullatif (18), Diego
Berendsohn, Peer Mahncke und Jurek
Stoeck (alle 19).
REGIONALLIGA NORD
GRUPPE NORD
1. SC Weiche 08
9 18:6 24
2. Eintr. Norderstedt 9 14:11 16
3. SV Drochtersen/A. 9 14:8 15
4. Phönix Lübeck (N) 9 11:11 15
5. Teut. Ottensen (N)10 17:13 16
6. FC St. Pauli II
10 15:15 16
7. Hamburger SV II 10 19:12 15
8. LSK Hansa
9 10:11 12
9. Holstein Kiel II
10 10:19 9
10. Heider SV
8 4:19 4
11. Altona 93
7 5:12 3
GRUPPE SÜD
1. Werder Bremen II 8 15:5 20
2. TSV Havelse
9 22:6 20
3. BSV Rehden
9 17:10 17
4. VfB Oldenburg
8 12:8 14
5. SSV Jeddeloh II
8 13:13 12
6. Hannover 96 II
9 14:16 13
7. VfV Hildesheim (N) 9 9:15 11
8. Oberneuland (N) 10 9:15 12
9. VfL Wolfsburg II 9 12:15 9
10. HSC Hannover 10 14:24 6
11. Delmenhorst (N) 7 5:15 2
Die Saison wurde abgebrochen und
nach Quotientenregelung gewertet.
Kein Auf- und Abstieg in die Regionalliga. Nach dem Verzicht von Weiche
Flensburg und Werder II nimmt der
TSV Havelse an den Aufstiegsspielen
zur 3. Liga teil. Die Spiele finden
am 12. Juni in Schweinfurt und
am 19. Juni in Havelse statt.
REGIONALLIGA NORDOST
1.
2.
3.
4.
5.
6.
FC Viktoria 1889 11
VSG Altglienicke 11
Chemie Leipzig 13
Carl Zeiss Jena (A) 12
Berliner AK 07 12
BFC Dynamo
11
26:9
29:14
25:12
24:16
25:21
26:17
33
25
24
21
20
18
Wiedenbrück – 1. FC Köln II
1:1 (1:1)
Wiedenbrück: Beermann – Hüsing, Zech,
Pudel, Latkowski, Geller – Brosowski (61.
Demming), Beckhoff (61. Tabaku), Szeleschus (83. Thomas) – Osawe (61. Maier),
Kaptan – Trainer: Brinkmann
1. FC Köln II: Friedsam – Islamovic, Laux,
Voloder – Olesen (64. Ksiouar), Petermann,
Wydra (78. J. A. Jansen) – Futkeu (46. Zorn),
Akalp (75. Klump) – Musculus – Lemperle –
Trainer: Zimmermann
Tore: 0:1 Lemperle (40.), 1:1 Szeleschus
(42.) – SR: Visse (Recke) – Zuschauer: 130
M’gladbach II – FC Wegberg-B. 3:1 (1:1)
M’gladbach II: Olschowsky – Müller, Lieder,
Pazurek – Wentzel (61. Kurt), Lockl – Niehues,
Benger (86. Arslan) – Quizera, Schroers (84.
Pia), Steinkötter (56. Adigo) – Trainer: Vogel
Wegberg-Beeck: Wille – Hühne, Wilms,
Leersmacher – Hoffmanns, Kühnel, Mandt,
Fehr – Hasani (63. Merl), Bach (75. Geerkens), Mause – Trainer: Zeh
Tore: 0:1 Mause (11.), 1:1 Benger (27., FE),
2:1 Pazurek (57.), 3:1 Niehues (61.) – SR:
Severins (Gütersloh) – Zuschauer: 145
Bor. Dortmund II – VfB Homberg 2:2 (0:1)
Dortmund II: Unbehaun – Thaqi, Dams, Finnsson – Bah-Traore (54. Makreckis), Pfanne,
Osterhage (46. Wanner), Bakir – Raschl –
Tachie (86. Knauff), Tigges – Trainer: Maaßen
Homberg: Gutkowski – Antonaci, Kogel,
Koenders, Walker, Marcinek – Lorch, Nowitzki
(90./+2 Yesil), Asare (70. Kayaoglu), Harouz
(81. Hirschberger) – Rankl (87. Palla) –
Trainer: Acar
7. Lok Leipzig (M) 12 20:17 19
8. Un. Fürstenwalde 11 22:20 16
9. En. Cottbus
13 18:19 18
10. Chemnitzer FC (A) 13 20:17 17
11. SV Babelsberg 03 13 18:20 17
12. Hertha BSC II
11 12:15 14
13. Lichtenberg 47 13 15:20 16
14. Luckenwalde (N) 13 14:22 15
15. VfB Auerbach
12 18:26 11
16. TeBe Berlin (N) 10 15:20 9
17. Germ. Halberstadt 13 12:18 11
18. ZFC Meuselwitz 13 14:22 11
19. Optik Rathenow 13 15:25 11
20. Bischofswerda 08 12 12:30 7
Die Saison wurde abgebrochen und
nach Quotientenregelung gewertet.
Der FC Viktoria 1889 Berlin steigt
in die 3. Liga auf, Bischofswerda 08
steigt ab. Aus den Oberligen rücken
Tasmania Berlin (Nord) und der
FC Eilenburg (Süd) auf.
REGIONALLIGA WEST
41. SPIELTAG
M’gladbach II 3:1 1:1 Wegberg-B.
Dortmund II 2:2 0:1
Homberg
Lippstadt
1:0 0:0 Bg. Gladbach
Düsseldorf II 1:1 1:0 Rödinghsn.
Fort. Köln
4:1 2:0
Schalke II
DIENSTAG, 1. JUNI
18.00 UHR
Bonn (1:3) Aachen
DIENSTAG, 1. JUNI
19.30 UHR
Ahlen (1:1) Straelen
spielfrei: Wuppertaler SV
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
Bor. Dortmund II 38
Rot-Weiss Essen 39
Pr. Münster (A) 39
Fortuna Köln
39
1. FC Köln II
39
Fort. Düsseldorf II 39
Rödinghausen (M) 39
89:29
88:28
68:36
65:44
66:54
65:48
48:38
87
87
78
66
61
56
56
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
Tore: 0:1 Finnsson (38., ET), 0:2 Rankl (52.),
1:2 Wanner (63.), 2:2 Raschl (80.) – SR: Koj
(Wegberg) – Zuschauer: 500
SV Lippstadt – Berg. Gladbach 1:0 (0:0)
Lippstadt: Balkenhoff – Sansar, Steringer,
Schubert, Heiserholt – Evers – Karimani
(77. Henneke), Hoffmeier, Liehr, Heinz (90.
Schneider) – Kaiser (87. Meier) – Trainer:
Bechtold
Bg. Gladbach: Lohmann – McCormick (46.
Fragapane), Dal, Spiegel, Heider – Durgun –
Hirsch (69. Wüstenberg), Odagaki, Mamutovic (87. Kuhbier), Friesdorf – Lunga (79.
Hill) – Trainer: Hohl
Tor: 1:0 Karimani (74.) – SR: Scheer (Essen) –
Zuschauer: 500 – Rote Karte: Hoffmeier
(4., grobes Foulspiel)
Düsseldorf II – Rödinghausen
1:1 (1:0)
Düsseldorf II: Wiesner – Montag, Touglo,
Oberdorf, Siadas – Gül (85. Kummer), Köther –
Schaub, Sieben (52. Lofolomo), Könighaus
(76. Heric) – Meuer – Trainer: Michaty
Rödinghausen: Schönwälder – Arkenberg,
Flottmann, Riemer (46. Schuster) – Kurzen
(73. Lee), Kunze, Haut, Derflinger, Langer –
Wirtz (42. Buckmaier), Simakala (42. Ibrahim) – Trainer: Drube
Tore: 1:0 Gül (31.), 1:1 Langer (47., FE) – SR:
Fuchs (Odenthal) – Zuschauer: 500
Fortuna Köln – Schalke 04 II
4:1 (2:0)
Fort. Köln: Rauhut – Ochojski (83. Özden),
Löhden, Rumpf (77. Baba), Poggenberg – Hölscher, Kegel (58. Brandenburger) – Ubabuike,
Salman, Owusu (74. Nadjombe) – Najar –
Trainer: Ende
RW Oberhausen 39
Wiedenbrück (N) 39
Bor. M’gladbach II 39
Schalke 04 II
39
Wuppertaler SV 39
Alemannia Aachen 39
SV Straelen (N) 38
Spfr. Lotte
39
SV Lippstadt 08 39
Wegberg-B. (N) 38
VfB Homberg
38
RW Ahlen (N)
38
Bonner SC
38
Berg. Gladbach 38
59:50
53:48
49:53
56:54
56:60
35:47
40:57
45:70
36:60
35:59
39:71
44:67
37:66
30:64
56
55
55
54
54
45
44
43
40
38
34
32
32
30
NACHHOLSPIELE 32., 39. Spieltag
DIENSTAG, 1. JUNI
19.30 UHR
Homberg (0:1) Wegberg-B.
Dortmund II (3:0) Bg. Gladbach
42. SPIELTAG
SAMSTAG, 5. JUNI
14.00 UHR
Oberhausen (1:1) M’gladbach II
Schalke II (1:1) Münster
Rödinghausen (2:3) Fort. Köln
Bg. Gladbach (2:5) Düsseldorf II
Straelen (1:1) Lippstadt
Homberg (1:5) Ahlen
Wuppertal (0:3) Dortmund II
Bonn (1:1) 1. FC Köln II
Lotte (0:0) Wiedenbrück
Wegberg-Beeck (2:3) Essen
spielfrei: Alemannia Aachen
REGIONALLIGA SÜDWEST
40. SPIELTAG
Stuttgart II 3:1
Bahlingen
2:1
Großaspach 3:2
Hoffenheim II 1:0
Freiburg II
0:1
Alzenau
0:1
Gießen
5:0
0:0 Pirmasens
1:0
Mainz II
1:1
Aalen
0:0
Frankfurt
0:0
Homburg
0:1
Kassel
1:0 Schott Mainz
DIENSTAG, 1. JUNI
Offenbach (0:0)
Balingen (2:3)
Steinbach (2:2)
Ulm (3:0)
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
TOR SCHÜTZ EN
Tore Spieler
Engelmann (Rot-Weiss Essen)
Tigges (für Borussia Dortmund II)
Koruk (SV Berg. Gladbach 09)
Prokoph (Fortuna Köln)
Meuer (Fortuna Düsseldorf II)
Kaiser (SV Lippstadt 08)
Kreyer (RW Oberhausen)
Simakala (SV Rödinghausen)
Beckhoff (SC Wiedenbrück)
Duman (Borussia Dortmund II)
Langlitz (Preußen Münster)
Ceka (FC Schalke 04 II)
Tachie (Borussia Dortmund II)
Salman (Fortuna Köln)
L. Demaj (Spfr. Lotte)
Grote (Rot-Weiss Essen)
Rankl (VfB Homberg)
Lemperle (für 1. FC Köln II)
Ibrahim (SV Rödinghausen)
Kader (SV Straelen)
Ametov (Wuppertaler SV)
Königs (Wuppertaler SV)
28
20
19
15
14
14
14
14
13
12
12
12
11
11
11
10
10
10
10
10
10
10
19.00 UHR
Walldorf
Koblenz
Elversberg
Stadtallendorf
SC Freiburg II
40
SV Elversberg
39
Kickers Offenbach 39
SSV Ulm 1846 39
Steinbach Haiger 39
FSV Frankfurt
40
FC Homburg
40
VfB Stuttgart II (N) 40
Bahlinger SC
40
RW Koblenz
39
Hessen Kassel (N)40
VfR Aalen
40
1. FSV Mainz 05 II 40
FC Gießen
40
TSG Hoffenheim II 40
FK Pirmasens
40
TSG Balingen
39
FC-Ast. Walldorf 39
Großaspach (A) 40
Schott Mainz (N) 40
Bayern Alzenau 40
Stadtallendorf (N) 39
41. SPIELTAG
SAMSTAG, 5. JUNI
Bahlingen (2:2)
Schott Mainz (1:8)
Stadtallendorf (1:1)
Kassel (2:1)
Homburg (2:2)
Elversberg (1:1)
Koblenz (1:2)
Frankfurt (1:0)
Walldorf (0:3)
Aalen (2:0)
Mainz II (0:0)
Schalke II: Wienand – Halbauer, Hanraths,
Matriciani, Frölich – Kaparos – Balouk (46.
Ceka), Matter (80. Awassi), Berisha (46.
Weschenfelder Scienza) – Schuler, Krasniqi
(64. Kankam Kyerewaa) – Trainer: Fröhling
Tore: 1:0 Salman (10.), 2:0 Salman (23.),
3:0 Rumpf (59.), 4:0 Ubabuike (73.), 4:1
Ceka (79.) – SR: Gansloweit (Dortmund) –
Zuschauer: keine – Bes. Vorkommnis:
Rauhut hält FE von Schuler (77.)
92:37
92:40
71:31
72:33
79:39
55:43
68:53
71:52
63:72
53:55
53:67
45:56
58:71
46:49
53:69
39:58
46:58
59:69
50:72
53:97
47:88
36:92
89
81
78
78
73
69
62
59
58
53
50
49
49
47
47
46
45
44
40
38
25
16
14.00 UHR
Pirmasens
Stuttgart II
Gießen
Ulm
Alzenau
Freiburg II
Steinbach
Balingen
Hoffenheim II
Offenbach
Großaspach
REGIONALLIGA BAYERN
1. Aschaffenburg 25 51:27 50
2. SpVgg Bayreuth 25 53:28 49
3. 1. FC Nürnberg II 25 61:32 49
4. Schweinfurt 05 23 48:29 44
5. TSV Aubstadt (N) 25 43:41 39
6. VfB Eichstätt
26 46:32 37
7. TSV Buchbach 25 32:29 35
8. Greuther Fürth II 26 31:33 36
9. FC Augsburg II
25 44:35 34
10. SV Schalding-H. 24 34:45 32
11. Wack. Burghausen 25 36:35 33
12. FV Illertissen
25 37:51 31
13. TSV Rain/L. (N) 25 26:41 30
14. SV Heimstetten 25 44:54 26
15. FC Memmingen 22 18:30 20
16. 1860 Rosenheim 25 30:61 21
17. VfR Garching
20 21:52 13
Die Saison 2019/21 wurde abgebrochen und nach Quotientenregelung
gewertet. Die Relegation entfällt.
Der VfR Garching steigt ab. Aus den
Bayernligen rücken der SC Eltersdorf
(Nord) und der FC Pipinsried (Süd)
auf. Der Teilnehmer an den Aufstiegsspielen zur 3. Liga gegen den TSV
Havelse wird in einer Play-off-Runde
mit Hin- und Rückspielen ermittelt.
PLAY-OFF-RUNDE
Bayreuth
0:4 0:2 Schweinfurt
1. Schweinfurt 05
2. SpVgg Bayreuth
3. Aschaffenburg
3 8:1
3 5:6
2 0:6
9
3
0
DIENSTAG, 1. JUNI
19.00 UHR
Schweinfurt (2:0) Aschaffenburg
SAMSTAG, 5. JUNI
14.00 UHR
Aschaffenburg (0:4) Bayreuth
73
„Mehr Druck als sonst“
Auch wenn für diese Trophäe
nur zwei Siege notwendig waren, kosteten die Preußen-Profis
den 1:0-Sieg im Westfalenpokal-Endspiel gegen die SF Lotte voll aus.
Spätestens mit dem Abpfiff war spürbar,
dass sich die Mannschaft auf dieses eine
verbliebene Saisonziel verständigt hatte.
Schon mit dem goldenen Tor kurz vor
Schluss (Elfmeter von Gerrit Wegkamp)
fiel eine Last von allen ab. Anschließend
startete eine große Party, erst vor der Kabine in Verl, später verordnungskonform
im größeren Rahmen am Stadion.
„Es war ein krönender Abschluss
dieser Halbserie“, sagte Sportchef Peter
Niemeyer. Interessant war die Wertung
der Partie, in der der SCP auch etwas Glück
benötigte, nicht nur, weil das Chancenplus
eher für den Gegner sprach. „In der Kabine
hat die Mannschaft eine Anspannung
gezeigt, die ich so nicht kannte“, meinte
Coach Sascha Hildmann. „Es war ein sehr
guter mentaler Test, in den vergangenen
Wochen konnten wir sonst befreit aufspielen“, sagte Wegkamp. Auch Abwehrchef Simon Scherder, der in dieser Woche
seinen Vertrag verlängert hatte, räumte
ein: „Wir haben uns diesmal mehr Druck
gemacht als sonst.“
In Münster regiert die Zuversicht,
dass die vielen Erfahrungen der langen
Saison dem Team in der nächsten Spielzeit
zugutekommen. Einer, der beim Angriff
A AC HE N
Statt Liga-Alltag ging es für P R EUSSEN M ÜN STE R
am Wochenende um den Einzug in den DFB-Pokal.
Foto: Wedel
FUSSBALL IM WESTEN
31. MAI 2021
Grund zum Jubel: Der SCP gewinnt den Verbandspokal gegen die Sportfreunde Lotte.
auf die 3. Liga nicht mehr dabei sein wird,
ist Joel Grodowski. Der 23-Jährige wechselt zum SC Verl, er holte als Joker nach
gerade überstandener Verletzungspause
den entscheidenden Strafstoß heraus. „Es
war die ganze Zeit mein Ziel, dass ich hier
noch mal auflaufen kann. Dass es dann
so läuft, ist natürlich das i-Tüpfelchen“,
verriet Grodowski glücklich.
Die Bilanz einer schwierigen Saison
Er und Lukas Frenkert sind die beiden Stammkräfte, die den SCP nun verlassen. Verstärkung wird vor allem für
die Außenpositionen gesucht. Niemeyer
weiß, dass er an der kommenden Transferperiode gemessen wird, nachdem sein
Wirken bislang nur positiv aufgenommen
wurde. Am Samstag spielte das jedoch bei
der Feierei keine Rolle. THOMAS RELLMANN
WUP P E RTAL
Belohnung für „überragende Serie“
Baders „Steine im Weg“ Mehnerts „Krönung“
Diese eine Szene war
sinnbildlich für Alemannias verkorkste Saison:
Als der Regionalligist
das Verbandspokalfinale gegen
den Drittligisten Viktoria Köln in
der 88. Minute per Elfmeter noch
einmal spannend hätte gestalten können, versagten Schütze
André Wallenborn die Nerven.
Sein Schuss geriet zur Rückgabe.
Der Favorit gewann verdient mit
2:0. „In dieser Saison lagen uns
einige Steine im Weg“, bilanziert
Aachens Sportdirektor Martin Bader, „und einer davon lag wohl
auch am Elfmeterpunkt.“
Mit diesem einen Spiel
wollten die Aachener eine Saison retten, die am Dienstag mit
dem Nachholspiel beim Bonner
SC bestenfalls auf Platz 13 enden
wird und den Alemannen zwar
keine Zuschauer, dafür aber einen
Spieleraufstand plus Trainer- und
Managerwechsel gebracht hat. Der
Versuch scheiterte, wie schon so
vieles zuvor.
Doch Bader lässt sich davon nicht unterkriegen: „Ich freue
mich auf die neue Saison, wenn
wir die große Chance haben, den
Staub dieser Spielzeit abzuschütteln.“ Man habe einige interessante Ideen parat, sagt er und spricht
von einem kleinen, jungen Kader,
der mit Ex-Nationalspieler Patrick Helmes von einem neuen
Trainer angeleitet wird. Der verpasste Einzug in den DFB-Pokal
falle da nicht weiter ins Gewicht.
„Wir haben jetzt nicht weniger
Geld zur Verfügung, weil wir mit
Einnahmen aus dem DFB-Pokal
gar nicht gerechnet haben.“ Und
neue Spieler, die nur zum Tivoli
gekommen wären, wenn man dort
auch im DFB-Pokal hätte spielen
können, habe er auch nicht auf
seiner Liste.
HOLGER RICHTER
Björn Mehnert geriet ins
Schwärmen. „Das ist die
Krönung unserer überragenden Rückserie“,
meinte der Cheftrainer des Wuppertaler SV nach dem 2:1-Endspielsieg im Niederrheinpokal in
Duisburg gegen den Ligakonkurrenten SV Straelen. Für den WSV
war es am „Finaltag der Amateure“
der erste Titelgewinn und damit
auch die erste Qualifikation für
den DFB-Pokal seit 2007.
„Wenn mir das jemand bei
meinem Amtsantritt gesagt hätte, ich hätte es nicht geglaubt“,
gab Mehnert freimütig zu. Als
der 44-jährige Ex-Profi Anfang
Dezember zum WSV zurückkehrte, schwebte der Traditionsklub
schließlich in akuter Abstiegsgefahr. Diese wurde dank einer starken Rückrunde mit einem durch
acht Winterzugänge umformierten Kader souverän gebannt. Jetzt
gelang durch drei Pokalerfolge
(zuvor 3:1 gegen den VfB Homberg
und 6:2 gegen Drittligist MSV Duisburg) der große Coup. „Für den
Verein, die Stadt und vor allem
für die WSV-Fans bedeutet es unheimlich viel, wieder bundesweit
im DFB-Pokal vertreten zu sein“,
so Mehnert.
Das weiß auch Peter Neururer (66), der sich seit wenigen
Tagen als Vorstandsmitglied beim
WSV engagiert. „Durch den Pokalsieg ergeben sich plötzlich Möglichkeiten für den Verein, sich neu
aufzustellen“, sagt der Kulttrainer.
„Wir sind dabei, eine professionelle Führung zu schaffen. Auf
diesem Weg hat die Mannschaft
dem Verein einen sehr großen
Dienst erwiesen.“ Neben der bundesweiten Medienpräsenz spült
der DFB-Pokal schließlich auch
einen sechsstelligen Betrag in die
Vereinskasse.
PETER HAIDINGER
74
31. MAI 2021
Wiedenbrück – 1. FC Köln II
1:1 (1:1)
Wiedenbrück: Beermann – Hüsing, Zech,
Pudel, Latkowski, Geller – Brosowski (61.
Demming), Beckhoff (61. Tabaku), Szeleschus (83. Thomas) – Osawe (61. Maier),
Kaptan – Trainer: Brinkmann
1. FC Köln II: Friedsam – Islamovic, Laux,
Voloder – Olesen (64. Ksiouar), Petermann,
Wydra (78. J. A. Jansen) – Futkeu (46. Zorn),
Akalp (75. Klump) – Musculus – Lemperle –
Trainer: Zimmermann
Tore: 0:1 Lemperle (40.), 1:1 Szeleschus
(42.) – SR: Visse (Recke) – Zuschauer: 130
M’gladbach II – FC Wegberg-B.
3:1 (1:1)
M’gladbach II: Olschowsky – Müller, Lieder,
Pazurek – Wentzel (61. Kurt), Lockl – Niehues,
Benger (86. Arslan) – Quizera, Schroers (84.
Pia), Steinkötter (56. Adigo) – Trainer: Vogel
Wegberg-Beeck: Wille – Hühne, Wilms,
Leersmacher – Hoffmanns, Kühnel, Mandt,
Fehr – Hasani (63. Merl), Bach (75. Geerkens), Mause – Trainer: Zeh
Tore: 0:1 Mause (11.), 1:1 Benger (27., FE),
2:1 Pazurek (57.), 3:1 Niehues (61.) – SR:
Severins (Gütersloh) – Zuschauer: 145
Bor. Dortmund II – VfB Homberg 2:2 (0:1)
Dortmund II: Unbehaun – Thaqi, Dams, Finnsson – Bah-Traore (54. Makreckis), Pfanne,
Osterhage (46. Wanner), Bakir – Raschl –
Tachie (86. Knauff), Tigges – Trainer: Maaßen
Homberg: Gutkowski – Antonaci, Kogel,
Koenders, Walker, Marcinek – Lorch, Nowitzki
(90./+2 Yesil), Asare (70. Kayaoglu), Harouz
(81. Hirschberger) – Rankl (87. Palla) –
Trainer: Acar
Tore: 0:1 Finnsson (38., ET), 0:2 Rankl (52.),
1:2 Wanner (63.), 2:2 Raschl (80.) – SR: Koj
(Wegberg) – Zuschauer: 500
REGIONALLIGA NORD
GRUPPE NORD
1. SC Weiche 08
9 18:6 24
2. Eintr. Norderstedt 9 14:11 16
3. SV Drochtersen/A. 9 14:8 15
4. Phönix Lübeck (N) 9 11:11 15
5. Teut. Ottensen (N)10 17:13 16
6. FC St. Pauli II
10 15:15 16
7. Hamburger SV II 10 19:12 15
8. LSK Hansa
9 10:11 12
9. Holstein Kiel II
10 10:19 9
10. Heider SV
8 4:19 4
11. Altona 93
7 5:12 3
GRUPPE SÜD
1. Werder Bremen II 8 15:5 20
2. TSV Havelse
9 22:6 20
3. BSV Rehden
9 17:10 17
4. VfB Oldenburg
8 12:8 14
5. SSV Jeddeloh II
8 13:13 12
6. Hannover 96 II
9 14:16 13
7. VfV Hildesheim (N) 9 9:15 11
8. Oberneuland (N) 10 9:15 12
9. VfL Wolfsburg II 9 12:15 9
10. HSC Hannover 10 14:24 6
11. Delmenhorst (N) 7 5:15 2
Die Saison wurde abgebrochen und
nach Quotientenregelung gewertet.
Kein Auf- und Abstieg in die Regionalliga. Nach dem Verzicht von Weiche
Flensburg und Werder II nimmt der
TSV Havelse an den Aufstiegsspielen
zur 3. Liga teil. Die Spiele finden
am 12. Juni in Schweinfurt und
am 19. Juni in Havelse statt.
REGIONALLIGA NORDOST
1.
2.
3.
4.
5.
6.
FC Viktoria 1889 11
VSG Altglienicke 11
Chemie Leipzig 13
Carl Zeiss Jena (A) 12
Berliner AK 07 12
BFC Dynamo
11
26:9
29:14
25:12
24:16
25:21
26:17
33
25
24
21
20
18
SV Lippstadt – Berg. Gladbach 1:0 (0:0)
Lippstadt: Balkenhoff – Sansar, Steringer,
Schubert, Heiserholt – Evers – Karimani
(77. Henneke), Hoffmeier, Liehr, Heinz (90.
Schneider) – Kaiser (87. Meier) – Trainer:
Bechtold
Bg. Gladbach: Lohmann – McCormick (46.
Fragapane), Dal, Spiegel, Heider – Durgun –
Hirsch (69. Wüstenberg), Odagaki, Mamutovic (87. Kuhbier), Friesdorf – Lunga (79.
Hill) – Trainer: Hohl
Tor: 1:0 Karimani (74.) – SR: Scheer (Essen) –
Zuschauer: 500 – Rote Karte: Hoffmeier
(4., grobes Foulspiel)
Düsseldorf II – Rödinghausen
1:1 (1:0)
Düsseldorf II: Wiesner – Montag, Touglo,
Oberdorf, Siadas – Gül (85. Kummer), Köther –
Schaub, Sieben (52. Lofolomo), Könighaus
(76. Heric) – Meuer – Trainer: Michaty
Rödinghausen: Schönwälder – Arkenberg,
Flottmann, Riemer (46. Schuster) – Kurzen
(73. Lee), Kunze, Haut, Derflinger, Langer –
Wirtz (42. Buckmaier), Simakala (42. Ibrahim) – Trainer: Drube
Tore: 1:0 Gül (31.), 1:1 Langer (47., FE) – SR:
Fuchs (Odenthal) – Zuschauer: 500
Fortuna Köln – Schalke 04 II
4:1 (2:0)
Fort. Köln: Rauhut – Ochojski (83. Özden),
Löhden, Rumpf (77. Baba), Poggenberg – Hölscher, Kegel (58. Brandenburger) – Ubabuike,
Salman, Owusu (74. Nadjombe) – Najar –
Trainer: Ende
7. Lok Leipzig (M) 12 20:17 19
8. Un. Fürstenwalde 11 22:20 16
9. En. Cottbus
13 18:19 18
10. Chemnitzer FC (A) 13 20:17 17
11. SV Babelsberg 03 13 18:20 17
12. Hertha BSC II
11 12:15 14
13. Lichtenberg 47 13 15:20 16
14. Luckenwalde (N) 13 14:22 15
15. VfB Auerbach
12 18:26 11
16. TeBe Berlin (N) 10 15:20 9
17. Germ. Halberstadt 13 12:18 11
18. ZFC Meuselwitz 13 14:22 11
19. Optik Rathenow 13 15:25 11
20. Bischofswerda 08 12 12:30 7
Die Saison wurde abgebrochen und
nach Quotientenregelung gewertet.
Der FC Viktoria 1889 Berlin steigt
in die 3. Liga auf, Bischofswerda 08
steigt ab. Aus den Oberligen rücken
Tasmania Berlin (Nord) und der
FC Eilenburg (Süd) auf.
REGIONALLIGA WEST
41. SPIELTAG
M’gladbach II 3:1 1:1 Wegberg-B.
Dortmund II 2:2 0:1
Homberg
Lippstadt
1:0 0:0 Bg. Gladbach
Düsseldorf II 1:1 1:0 Rödinghsn.
Fort. Köln
4:1 2:0
Schalke II
DIENSTAG, 1. JUNI
18.00 UHR
Bonn (1:3) Aachen
DIENSTAG, 1. JUNI
19.30 UHR
Ahlen (1:1) Straelen
spielfrei: Wuppertaler SV
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
kurz
R EGI O NA L L I GA W EST
Bor. Dortmund II 38
Rot-Weiss Essen 39
Pr. Münster (A) 39
Fortuna Köln
39
1. FC Köln II
39
Fort. Düsseldorf II 39
Rödinghausen (M) 39
89:29
88:28
68:36
65:44
66:54
65:48
48:38
87
87
78
66
61
56
56
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
Schalke II: Wienand – Halbauer, Hanraths,
Matriciani, Frölich – Kaparos – Balouk (46.
Ceka), Matter (80. Awassi), Berisha (46.
Weschenfelder Scienza) – Schuler, Krasniqi
(64. Kankam Kyerewaa) – Trainer: Fröhling
Tore: 1:0 Salman (10.), 2:0 Salman (23.),
3:0 Rumpf (59.), 4:0 Ubabuike (73.), 4:1
Ceka (79.) – SR: Gansloweit (Dortmund) –
Zuschauer: keine – Bes. Vorkommnis:
Rauhut hält FE von Schuler (77.)
TOR SC HÜTZ E N
RW Oberhausen 39
Wiedenbrück (N) 39
Bor. M’gladbach II 39
Schalke 04 II
39
Wuppertaler SV 39
Alemannia Aachen 39
SV Straelen (N) 38
Spfr. Lotte
39
SV Lippstadt 08 39
Wegberg-B. (N) 38
VfB Homberg
38
RW Ahlen (N)
38
Bonner SC
38
Berg. Gladbach 38
56
55
55
54
54
45
44
43
40
38
34
32
32
30
NACHHOLSPIELE 32., 39. Spieltag
DIENSTAG, 1. JUNI
19.30 UHR
Homberg (0:1) Wegberg-B.
Dortmund II (3:0) Bg. Gladbach
42. SPIELTAG
SAMSTAG, 5. JUNI
14.00 UHR
Oberhausen (1:1) M’gladbach II
Schalke II (1:1) Münster
Rödinghausen (2:3) Fort. Köln
Bg. Gladbach (2:5) Düsseldorf II
Straelen (1:1) Lippstadt
Homberg (1:5) Ahlen
Wuppertal (0:3) Dortmund II
Bonn (1:1) 1. FC Köln II
Lotte (0:0) Wiedenbrück
Wegberg-Beeck (2:3) Essen
spielfrei: Alemannia Aachen
REGIONALLIGA SÜDWEST
40. SPIELTAG
Stuttgart II 3:1
Bahlingen
2:1
Großaspach 3:2
Hoffenheim II 1:0
Freiburg II
0:1
Alzenau
0:1
Gießen
5:0
0:0 Pirmasens
1:0
Mainz II
1:1
Aalen
0:0
Frankfurt
0:0
Homburg
0:1
Kassel
1:0 Schott Mainz
DIENSTAG, 1. JUNI
Offenbach (0:0)
Balingen (2:3)
Steinbach (2:2)
Ulm (3:0)
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
Alemannia Aachen
Drei Spieler verlassen die Alemannia:
Stipe Batarilo-Cerdic (27) wechselt zu
Fortuna Köln, Muja Arifi (20) schließt
sich dem FC Wegberg-Beeck an, und
Steven Rakk (22) kehrt zu Hessen
Kassel zurück.
19.00 UHR
Walldorf
Koblenz
Elversberg
Stadtallendorf
SC Freiburg II
40
SV Elversberg
39
Kickers Offenbach 39
SSV Ulm 1846 39
Steinbach Haiger 39
FSV Frankfurt
40
FC Homburg
40
VfB Stuttgart II (N) 40
Bahlinger SC
40
RW Koblenz
39
Hessen Kassel (N)40
VfR Aalen
40
1. FSV Mainz 05 II 40
FC Gießen
40
TSG Hoffenheim II 40
FK Pirmasens
40
TSG Balingen
39
FC-Ast. Walldorf 39
Großaspach (A) 40
Schott Mainz (N) 40
Bayern Alzenau 40
Stadtallendorf (N) 39
41. SPIELTAG
SAMSTAG, 5. JUNI
Bahlingen (2:2)
Schott Mainz (1:8)
Stadtallendorf (1:1)
Kassel (2:1)
Homburg (2:2)
Elversberg (1:1)
Koblenz (1:2)
Frankfurt (1:0)
Walldorf (0:3)
Aalen (2:0)
Mainz II (0:0)
Flügelspieler Ansgar Knauff (19) kam
trotz eines Bänderanrisses im Fuß
zu einem Kurzeinsatz gegen den VfB
Homberg. Marco Hober (25) fehlte
hingegen. Gegen den SV Rödinghausen
(0:0) am Mittwoch hatte er einen
Schlag auf den Spann bekommen. Ob
beide in den letzten zwei Ligaspielen
eingreifen können, ist noch unklar.
Für Abwehrspieler Pierre Fassnacht
(25) ist die Saison beendet: Beim 1:3
in Münster sah er die Rote Karte und
wurde nun für zwei Spiele gesperrt.
Das bedeutet, dass er auch im ersten
Spiel der nächsten Saison noch nicht
spielen darf. + + + Nach sieben Jahren verlässt Offensivspieler Raphael
Steinmetz (26) zum Saisonende die
Kleeblätter. Der Oberhausener will
sich beruflich umorientieren, bleibt
dem Fußball aber als Trainer (und
demnächst wohl Spielertrainer) seines Heimatvereins, des Bezirksligsten
Schwarz-Weiß Alstaden, erhalten.
Engelmann (Rot-Weiss Essen)
Tigges (für Borussia Dortmund II)
Koruk (SV Berg. Gladbach 09)
Prokoph (Fortuna Köln)
Meuer (Fortuna Düsseldorf II)
Kaiser (SV Lippstadt 08)
Kreyer (RW Oberhausen)
Simakala (SV Rödinghausen)
Beckhoff (SC Wiedenbrück)
Duman (Borussia Dortmund II)
Langlitz (Preußen Münster)
Ceka (FC Schalke 04 II)
Tachie (Borussia Dortmund II)
Salman (Fortuna Köln)
L. Demaj (Spfr. Lotte)
Grote (Rot-Weiss Essen)
Rankl (VfB Homberg)
Lemperle (für 1. FC Köln II)
Ibrahim (SV Rödinghausen)
Kader (SV Straelen)
Ametov (Wuppertaler SV)
Königs (Wuppertaler SV)
59:50
53:48
49:53
56:54
56:60
35:47
40:57
45:70
36:60
35:59
39:71
44:67
37:66
30:64
Borussia Dortmund II
Rot-Weiß Oberhausen
Tore Spieler
28
20
19
15
14
14
14
14
13
12
12
12
11
11
11
10
10
10
10
10
10
10
bündig
92:37
92:40
71:31
72:33
79:39
55:43
68:53
71:52
63:72
53:55
53:67
45:56
58:71
46:49
53:69
39:58
46:58
59:69
50:72
53:97
47:88
36:92
89
81
78
78
73
69
62
59
58
53
50
49
49
47
47
46
45
44
40
38
25
16
14.00 UHR
Pirmasens
Stuttgart II
Gießen
Ulm
Alzenau
Freiburg II
Steinbach
Balingen
Hoffenheim II
Offenbach
Großaspach
REGIONALLIGA BAYERN
1. Aschaffenburg 25 51:27 50
2. SpVgg Bayreuth 25 53:28 49
3. 1. FC Nürnberg II 25 61:32 49
4. Schweinfurt 05 23 48:29 44
5. TSV Aubstadt (N) 25 43:41 39
6. VfB Eichstätt
26 46:32 37
7. TSV Buchbach 25 32:29 35
8. Greuther Fürth II 26 31:33 36
9. FC Augsburg II
25 44:35 34
10. SV Schalding-H. 24 34:45 32
11. Wack. Burghausen 25 36:35 33
12. FV Illertissen
25 37:51 31
13. TSV Rain/L. (N) 25 26:41 30
14. SV Heimstetten 25 44:54 26
15. FC Memmingen 22 18:30 20
16. 1860 Rosenheim 25 30:61 21
17. VfR Garching
20 21:52 13
Die Saison 2019/21 wurde abgebrochen und nach Quotientenregelung
gewertet. Die Relegation entfällt.
Der VfR Garching steigt ab. Aus den
Bayernligen rücken der SC Eltersdorf
(Nord) und der FC Pipinsried (Süd)
auf. Der Teilnehmer an den Aufstiegsspielen zur 3. Liga gegen den TSV
Havelse wird in einer Play-off-Runde
mit Hin- und Rückspielen ermittelt.
PLAY-OFF-RUNDE
Bayreuth
0:4 0:2 Schweinfurt
1. Schweinfurt 05
2. SpVgg Bayreuth
3. Aschaffenburg
3 8:1
3 5:6
2 0:6
9
3
0
DIENSTAG, 1. JUNI
19.00 UHR
Schweinfurt (2:0) Aschaffenburg
SAMSTAG, 5. JUNI
14.00 UHR
Aschaffenburg (0:4) Bayreuth
73
Aufstiegsentscheidung vertagt
Die Enttäuschung über
die vertagte Aufstiegsentscheidung war dem
SC Freiburg II nach dem
Schlusspfiff anzumerken, obwohl
der Vorsprung des Tabellenführers weiter komfortabel ist. Nach
14 ungeschlagenen Spielen unterlag die U 23 dem FC Homburg
mit 0:1. Dabei war der SCF zum
Zeitpunkt des Gegentores durch
Damjan Marceta deutlich besser
im Spiel, vergab durch Kevin Schade und David Nieland aber seine
Großchancen. Ab der 25. Spielminute war Trainer Christian Preußer, der in der neuen Saison den
Zweitligisten Fortuna Düsseldorf
übernehmen wird, dennoch „zufrieden mit dem Spiel, aber mit
dem Ergebnis natürlich nicht“.
Obwohl die Routiniers Johannes Flum (nach Gelbsperre)
und Sandrino Braun-Schumacher (nach Verletzung) wieder
dabei waren, zeigte sich die junge
Mannschaft in der Anfangsphase
nervös. Da half es auch nur wenig, dass Freiburger Fans kurz
G I E SS E N
Foto: Seeger
Nach 14 Spielen ohne Niederlage hat Tabellenführer SC F R EIBUR G II
ausgerechnet sein Matchball-Spiel gegen den FC Homburg verloren.
Aufstieg auf dem Sofa? Sollte Elversberg in Steinbach verlieren,
steht Freiburg II mit Trainer Christian Preußer als Meister fest.
vor dem Anpfiff außerhalb des
Möslestadions Raketen gezündet
hatten, und sich auch während
des Spiels immer mal wieder
mit Sprechchören bemerkbar
machten. Drinnen feuerten zudem Familien und Freunde die
Spieler von der Tribüne aus an –
die Corona-Lockerungen in Freiburg machten es möglich. „Das ist
Korzuschek vor dem Absprung
Burgio wechselt zum FC
Pünktlich zur Rückkehr
von 150 Fans feierte der
FC Gießen seinen höchsten Saisonsieg: „Schön,
dass wir den Zuschauern fünf Tore
schenken konnten“, sagte Trainer
Daniyel Cimen, dessen Fokus jedoch längst auf der Kaderplanung
für die kommende Saison liegt.
Mit den Verpflichtungen des
regionalligaerfahrenen Stürmers
Giuseppe Burgio (32, von Astoria
Walldorf) und des körperbetonten Außenbahnspielers Dennis
Owusu (20, Greuther Fürth II) hat
der FC in den letzten Tagen weitere Zeichen ausgesendet. Fragen
zur Finanzierung beantwortet Cimen so: „Wir wissen, was wir den
Spielern anbieten können. Das ist
nichts Utopisches. Wir trainieren
auch nächste Saison um 17 Uhr,
sodass die Spieler sich vorher etwas nebenher verdienen können.“
13 Spieler stehen aktuell für
die neue Saison unter Vertrag:
Die Torhüter Frederic Löhe und
Vladan Grbovic, die Verteidiger
Hendrik Starostzik und Marco Boras, die Mittelfeldakteure Michael
Fink (ab kommender Saison spielender Co-Trainer), Nikola Trkulja,
Louis Münn, Donny Bogicevic, Ali
Ibrahimaj, Nejmeddin Daghfous
und Dennis Owusu sowie die Stürmer Giuseppe Burgio und Aykut
Öztürk. Zudem strebt der FC eine
Vertragsverlängerung mit Tolga
Sahin, Ryunosuke Takehara und
Niclas Mohr an. Gießens bester
Torschütze Tim Korzuschek (zehn
Treffer) wartet auf ein passendes Angebot, um „den nächsten
Schritt nach oben zu machen“.
Weiterhin werden die Geschicke von dem als Notvorstand
agierenden Rechtsanwalt Turgay
Schmidt geleitet – er erklärte zuletzt, die Schulden des Vereins
von 2,18 Millionen (Stand Oktober
2020) auf rund 270 000 Euro gesenkt zu haben. SVEN NORDMANN
eine gute Erfahrung für die Jungs,
dass die Aufmerksamkeit und das
Drumherum ein bisschen anders
ist, wenn es richtig um was geht“,
sagte Preußer. „Wir hätten uns
natürlich einen anderen Ausgang
gewünscht, aber das können wir
gut erklären und besprechen.“
Die Homburger hielten sich
an das, was Trainer Timo Wenzel
schon zuvor versprochen hatte:
dass es für sie „keineswegs eine
Kaffeefahrt“ sei und man alles
dafür tun wolle, „den Aufstieg
der Breisgauer zu verschieben“.
Die ehemaligen SC-II-Spieler Ivan
Sachanenko, Marco Hingerl und
Patrick Lienhard hatten großen
Anteil daran, dass die Freiburger
ihre erste Niederlage seit dem
6. März (2:3 beim Bahlinger SC)
kassierten. „Matchball hin oder
her, wir werden das gut nachbereiten und haben eine komplette
Woche, um uns auf Elversberg
vorzubereiten“, gab sich Preußer aber schon kurz nach dem
Schlusspfiff wieder kämpferisch.
DANIELA FRAHM
bündig
kurz
FUSSBALL IM SÜDWESTEN
31. MAI 2021
SV Elversberg
Sinan Tekerci (27, Mittelfeld)
erhält einen neuen Vertrag bis
2023.
TSV Steinbach Haiger
Rechtsverteidiger Tino Bradara
(23) hat um ein Jahr verlängert.
FC Homburg
Die Verträge der Innenverteidiger Stefano Maier (28) und Ivan
Sachanenko (23) sowie von Mittelfeldspieler Serkan Göcer (27)
wurden bis 2022 verlängert. +++
Verteidiger Philipp Schuck (22)
hat bis 2023 unterschrieben.
Bahlinger SC
Die Verteidiger Walter Adam
(29, Achillessehnenprobleme),
Maximilian Faller (25, Augenverletzung) und Jonas Siegert
(22, muskuläre Probleme) sowie
Mittelfeldspieler Ivan Novakovic
(24, Fußverletzung) sind zurück
im Mannschaftstraining. +++
Mittelfeldspieler Manolo Rodas
(24, Schleimbeutelentzündung
im Fuß) pausiert weiterhin.
KSV Hessen Kassel
Steven Rakk (22, Mittelfeld) kehrt
von West-Regionalligist Alemannia Aachen zum KSV zurück
bei dem er bereits von 2014 bis
2018 spielte. +++ Brian Schwechel (22, Mittelfeld) hat einen
neuen Einjahresvertrag unterschrieben. +++ Alban Meha (35,
Mittelfeld) musste in Alzenau
(1:0) mit Problemen im Sprunggelenk ausgewechselt werden.
VfR Aalen
Tim Schmidt (18, Abwehr) kommt
vom 1. FC Heidenheim U 19.
FK Pirmasens
Dennis Chessa (28, Mittelfeld)
verlässt den FKP im Sommer.
TSG Balingen
Laurin Curda (19, Abwehr) kommt
von der U 23 des SV Sandhausen,
die abgemeldet wird.
74
31. MAI 2021
TOR SCHÜTZ EN
REGIONAL L I GA S ÜD W EST
VfB Stuttgart II – FK Pirmasens 3:1 (0:0)
Stuttgart II: Schock – Rios Alonso (61. Sökler), Badstuber (46. Reutter), Kober (59.
Meyer) – Kudala, Weil, Michel, Kleinhansl
Alberico (76. Kastanaras), Hottmann (46.
Grimm), Münst – Trainer: Fahrenhorst
Pirmasens: Reitz – Grünnagel, Grieß, Zimmer
(69. Frisorger), Hammann – D. Bohl, Becker –
Cissé (72. Neufang), Chessa, Eichhorn (69.
Schmitt) – Krob (90. Bürger) – Trainer:
Fischer
Tore: 0:1 Krob (52.), 1:1 Sökler (82.), 2:1 Kastanaras (90./+2), 3:1 Kastanaras (90./+5) –
SR: Herbert (Nüsttal) – Zuschauer: keine
Bahlinger SC – Mainz 05 II
2:1 (1:0)
Bahlingen: Geng – F. Schmid (78. Bachmann), Lokaj, Gutjahr, Klein, Alihoxha (63.
Wehrle) – Köbele (75. Torres), Häringer –
Pepic, Fischer (78. Bektasi), Probst (63.
Falahen) – Trainer: Siefert
Mainz II: Manthe – Akoto, Modica, Gans –
Fichtner (70. Stich) – Rösch, Petö (81. Müller), Rupil, Bohnert – Hermes, Curci (60.
Quirin) – Trainer: Gaul
Tore: 1:0 Probst (14.), 1:1 Modica (48.), 2:1
Fischer (67.) – SR: Bergmann (Erbach) –
Zuschauer: 250
Großaspach – VfR Aalen
3:2 (1:1)
Großaspach: Nreca-Bisinger – Held (46.
Santoro), Gipson, Gehring, Brändle – Schiek,
Owusu (86. Ziegler), Sadler, Sirigu – Widemann (90. Leist), Karatas (86. Özdemir) –
Trainer: Scharinger
REGIONALLIGA NORD
GRUPPE NORD
1. SC Weiche 08
9 18:6 24
2. Eintr. Norderstedt 9 14:11 16
3. SV Drochtersen/A. 9 14:8 15
4. Phönix Lübeck (N) 9 11:11 15
5. Teut. Ottensen (N)10 17:13 16
6. FC St. Pauli II
10 15:15 16
7. Hamburger SV II 10 19:12 15
8. LSK Hansa
9 10:11 12
9. Holstein Kiel II
10 10:19 9
10. Heider SV
8 4:19 4
11. Altona 93
7 5:12 3
GRUPPE SÜD
1. Werder Bremen II 8 15:5 20
2. TSV Havelse
9 22:6 20
3. BSV Rehden
9 17:10 17
4. VfB Oldenburg
8 12:8 14
5. SSV Jeddeloh II
8 13:13 12
6. Hannover 96 II
9 14:16 13
7. VfV Hildesheim (N) 9 9:15 11
8. Oberneuland (N) 10 9:15 12
9. VfL Wolfsburg II 9 12:15 9
10. HSC Hannover 10 14:24 6
11. Delmenhorst (N) 7 5:15 2
Die Saison wurde abgebrochen und
nach Quotientenregelung gewertet.
Kein Auf- und Abstieg in die Regionalliga. Nach dem Verzicht von Weiche
Flensburg und Werder II nimmt der
TSV Havelse an den Aufstiegsspielen
zur 3. Liga teil. Die Spiele finden
am 12. Juni in Schweinfurt und
am 19. Juni in Havelse statt.
REGIONALLIGA NORDOST
1.
2.
3.
4.
5.
6.
FC Viktoria 1889 11
VSG Altglienicke 11
Chemie Leipzig 13
Carl Zeiss Jena (A) 12
Berliner AK 07 12
BFC Dynamo
11
26:9
29:14
25:12
24:16
25:21
26:17
33
25
24
21
20
18
Tore
Aalen: Layer – Volz, Arslan, Arh Cesen, Merk –
Knipfer, Abruscia, Herrmann, Müller – Bux
(58. Ramaj), Barini – Trainer: Wolf
Tore: 1:0 Karatas (14.), 1:1 Merk (33.),
2:1 Schiek (76.), 3:1 Karatas (78.), 3:2 Barini
(81.) – SR: Rau (Nidderau) – Zuschauer:
keine
Hoffenheim II – FSV Frankfurt 1:0 (0:0)
Hoffenheim II: Klein – Görlich, König, Haider,
Beyreuther – Erb (67. Amade), Szarka – Butler (87. Geschwill), Sahin (60. Khan Agha),
Monteiro-Mendes (67. Boutakhrit) – Skenderovic (87. Kölle) – Trainer: Herdling
Frankfurt: Mujezinovic – Kunert (67. Williams), Sierck (83. Muhic), Nothnagel, von
Schroetter – Sejdovic (67. Mangafic), Bazzoli
(74. Lüders) – Kelati, Güclü, Straub – Hirst
(74. Alawie) – Trainer: Brendel
Tor: 1:0 Skenderovic (72.) – SR: Wacker
(Backnang) – Zuschauer: 63
SC Freiburg II – FC Homburg
Freiburg II: Atubolu – Kammerknecht, BraunSchumacher, Ezekwem – Faber (84. Bacher),
Flum (58. Nieland), Herrmann (90./+2 Tauriainen), Weißhaupt (84. Furrer) – Schade,
Boukhalfa, Burkart (58. Kehrer) – Trainer:
Preußer
Homburg: Salfeld – Stegerer, Di Gregorio
(24. Reuss), Sachanenko, Scholz – Hingerl
(90./+2 Plattenhardt), Lienhard – Hoffmann,
Dulleck, Schuck (78. Weiss) – Marceta (78.
Carl) – Trainer: Wenzel
Alzenau: Zabadne – Kummer (73. Brauburger), Bergmann, Crljenec, Mazagg (65.
Haritonov) – Wilke – Martin, Kalata (46.
Ljubicic), Ferukoski – Teklab (79. Grünewald),
Kang – Trainer: Bäcker
Kassel: Gröteke – Schwechel (73. Mißbach),
Allmeroth, Urban – Najjar, Bravo Sanchez,
Meha (35. Kahraman), Durna (57. Mogge) –
Saglik – Schmeer (74. Iksal), Fischer – Trainer: Damm
Tor: 0:1 Schmeer (7.) – SR: Hardt (Altendiez) –
Zuschauer: 250
FC Gießen – Schott Mainz
5:0 (1:0)
Gießen: Löhe – Weiß, Boras, Markovic, Takehara (18. Starostzik) – Fink (70. Erkilinc) –
Trkulja (65. Münn), Mohr (70. Hofmann) –
Korzuschek (65. Daghfous), Ibrahimaj –
Arcalean – Trainer: Cimen
Schott Mainz: Hinke – Kern, Raltschitsch,
Müller, Rinker, Schlosser – Fring, Mairose –
Hahn, Auletta (60. Gansmann), Portmann
(60. Assibey-Mensah) – Trainer: Meeth
Tore: 1:0 Korzuschek (35., FE), 2:0 Raltschitsch (58., ET), 3:0 Ibrahimaj (64.), 4:0
Markovic (82.), 5:0 Arcalean (85.) – SR:
Digeser (Korb) – Zuschauer: 150 – Rote
Karte: Schlosser (35., Notbremse)
Tor: 0:1 Marceta (72.) – SR: Schlosser
(Stahlhofen) – Zuschauer: 100
7. Lok Leipzig (M) 12 20:17 19
8. Un. Fürstenwalde 11 22:20 16
9. En. Cottbus
13 18:19 18
10. Chemnitzer FC (A) 13 20:17 17
11. SV Babelsberg 03 13 18:20 17
12. Hertha BSC II
11 12:15 14
13. Lichtenberg 47 13 15:20 16
14. Luckenwalde (N) 13 14:22 15
15. VfB Auerbach
12 18:26 11
16. TeBe Berlin (N) 10 15:20 9
17. Germ. Halberstadt 13 12:18 11
18. ZFC Meuselwitz 13 14:22 11
19. Optik Rathenow 13 15:25 11
20. Bischofswerda 08 12 12:30 7
Die Saison wurde abgebrochen und
nach Quotientenregelung gewertet.
Der FC Viktoria 1889 Berlin steigt
in die 3. Liga auf, Bischofswerda 08
steigt ab. Aus den Oberligen rücken
Tasmania Berlin (Nord) und der
FC Eilenburg (Süd) auf.
REGIONALLIGA WEST
41. SPIELTAG
M’gladbach II 3:1 1:1 Wegberg-B.
Dortmund II 2:2 0:1
Homberg
Lippstadt
1:0 0:0 Bg. Gladbach
Düsseldorf II 1:1 1:0 Rödinghsn.
Fort. Köln
4:1 2:0
Schalke II
DIENSTAG, 1. JUNI
18.00 UHR
Bonn (1:3) Aachen
DIENSTAG, 1. JUNI
19.30 UHR
Ahlen (1:1) Straelen
spielfrei: Wuppertaler SV
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
0:1 (0:0)
Bayern Alzenau – Hessen Kassel 0:1 (0:1)
Bor. Dortmund II 38
Rot-Weiss Essen 39
Pr. Münster (A) 39
Fortuna Köln
39
1. FC Köln II
39
Fort. Düsseldorf II 39
Rödinghausen (M) 39
89:29
88:28
68:36
65:44
66:54
65:48
48:38
87
87
78
66
61
56
56
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
RW Oberhausen 39
Wiedenbrück (N) 39
Bor. M’gladbach II 39
Schalke 04 II
39
Wuppertaler SV 39
Alemannia Aachen 39
SV Straelen (N) 38
Spfr. Lotte
39
SV Lippstadt 08 39
Wegberg-B. (N) 38
VfB Homberg
38
RW Ahlen (N)
38
Bonner SC
38
Berg. Gladbach 38
59:50
53:48
49:53
56:54
56:60
35:47
40:57
45:70
36:60
35:59
39:71
44:67
37:66
30:64
56
55
55
54
54
45
44
43
40
38
34
32
32
30
NACHHOLSPIELE 32., 39. Spieltag
DIENSTAG, 1. JUNI
19.30 UHR
Homberg (0:1) Wegberg-B.
Dortmund II (3:0) Bg. Gladbach
42. SPIELTAG
SAMSTAG, 5. JUNI
14.00 UHR
Oberhausen (1:1) M’gladbach II
Schalke II (1:1) Münster
Rödinghausen (2:3) Fort. Köln
Bg. Gladbach (2:5) Düsseldorf II
Straelen (1:1) Lippstadt
Homberg (1:5) Ahlen
Wuppertal (0:3) Dortmund II
Bonn (1:1) 1. FC Köln II
Lotte (0:0) Wiedenbrück
Wegberg-Beeck (2:3) Essen
spielfrei: Alemannia Aachen
REGIONALLIGA SÜDWEST
40. SPIELTAG
Stuttgart II 3:1
Bahlingen
2:1
Großaspach 3:2
Hoffenheim II 1:0
Freiburg II
0:1
Alzenau
0:1
Gießen
5:0
0:0 Pirmasens
1:0
Mainz II
1:1
Aalen
0:0
Frankfurt
0:0
Homburg
0:1
Kassel
1:0 Schott Mainz
DIENSTAG, 1. JUNI
Offenbach (0:0)
Balingen (2:3)
Steinbach (2:2)
Ulm (3:0)
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
Spieler
Marquet (TSV Steinbach Haiger)
Fischer (Bahlinger SC)
Cuni (SGS Großaspach)
Koffi (SV Elversberg)
Suero Fernandez (SV Elversberg)
Mustafa (RW Koblenz)
Fetsch (Kickers Offenbach)
Burkart (SC Freiburg II)
Saglik (Hessen Kassel)
Brandstetter (1. FSV Mainz 05 II)
Güclü (FSV Frankfurt)
Schnellbacher (SV Elversberg)
Sökler (VfB Stuttgart II)
Dürholtz (SV Elversberg)
In Klammern Zahl der am Spieltag erzielten Tore
R L B AYER N
SpVgg Bayreuth – Schweinfurt 0:4 (0:2)
Bayreuth: Kolbe – Messingschlager,
E. Schwarz, St. Eder (46. Moos), Götz (74.
Kaymaz) – C. Wolf, Lippert (60. Weimar) –
Danhof, Knezevic (60. Makarenko) – Maderer
(46. Nollenberger), Ziereis – Trainer: Rost
Schweinfurt: Zwick – Grözinger (88. Cekic),
Billick, Rinderknecht, Haas – Fery (87. Yarbrough), Böhnlein, Adlung (80. Ph. Maier),
Thomann – Suljic (67. Marinkovic), Jabiri
(80. Pieper) – Trainer: Strobl
Tore: 0:1 Jabiri (13.), 0:2 Jabiri (26.), 0:3
Götz (53., ET), 0:4 Marinkovic (79.) – SR:
Haslberger (St. Wolfgang) – Zuschauer: 500
(ausverkauft) – Bes. Vorkommnis: Kolbe hält
FE von Marinkovic (70.)
19.00 UHR
Walldorf
Koblenz
Elversberg
Stadtallendorf
SC Freiburg II
40
SV Elversberg
39
Kickers Offenbach 39
SSV Ulm 1846 39
Steinbach Haiger 39
FSV Frankfurt
40
FC Homburg
40
VfB Stuttgart II (N) 40
Bahlinger SC
40
RW Koblenz
39
Hessen Kassel (N)40
VfR Aalen
40
1. FSV Mainz 05 II 40
FC Gießen
40
TSG Hoffenheim II 40
FK Pirmasens
40
TSG Balingen
39
FC-Ast. Walldorf 39
Großaspach (A) 40
Schott Mainz (N) 40
Bayern Alzenau 40
Stadtallendorf (N) 39
41. SPIELTAG
SAMSTAG, 5. JUNI
Bahlingen (2:2)
Schott Mainz (1:8)
Stadtallendorf (1:1)
Kassel (2:1)
Homburg (2:2)
Elversberg (1:1)
Koblenz (1:2)
Frankfurt (1:0)
Walldorf (0:3)
Aalen (2:0)
Mainz II (0:0)
23 (–)
22 (1)
19 (–)
18 (–)
18 (–)
17 (–)
17 (–)
16 (–)
16 (–)
16 (–)
15 (–)
14 (–)
14 (1)
13 (–)
92:37
92:40
71:31
72:33
79:39
55:43
68:53
71:52
63:72
53:55
53:67
45:56
58:71
46:49
53:69
39:58
46:58
59:69
50:72
53:97
47:88
36:92
89
81
78
78
73
69
62
59
58
53
50
49
49
47
47
46
45
44
40
38
25
16
14.00 UHR
Pirmasens
Stuttgart II
Gießen
Ulm
Alzenau
Freiburg II
Steinbach
Balingen
Hoffenheim II
Offenbach
Großaspach
REGIONALLIGA BAYERN
1. Aschaffenburg 25 51:27 50
2. SpVgg Bayreuth 25 53:28 49
3. 1. FC Nürnberg II 25 61:32 49
4. Schweinfurt 05 23 48:29 44
5. TSV Aubstadt (N) 25 43:41 39
6. VfB Eichstätt
26 46:32 37
7. TSV Buchbach 25 32:29 35
8. Greuther Fürth II 26 31:33 36
9. FC Augsburg II
25 44:35 34
10. SV Schalding-H. 24 34:45 32
11. Wack. Burghausen 25 36:35 33
12. FV Illertissen
25 37:51 31
13. TSV Rain/L. (N) 25 26:41 30
14. SV Heimstetten 25 44:54 26
15. FC Memmingen 22 18:30 20
16. 1860 Rosenheim 25 30:61 21
17. VfR Garching
20 21:52 13
Die Saison 2019/21 wurde abgebrochen und nach Quotientenregelung
gewertet. Die Relegation entfällt.
Der VfR Garching steigt ab. Aus den
Bayernligen rücken der SC Eltersdorf
(Nord) und der FC Pipinsried (Süd)
auf. Der Teilnehmer an den Aufstiegsspielen zur 3. Liga gegen den TSV
Havelse wird in einer Play-off-Runde
mit Hin- und Rückspielen ermittelt.
PLAY-OFF-RUNDE
Bayreuth
0:4 0:2 Schweinfurt
1. Schweinfurt 05
2. SpVgg Bayreuth
3. Aschaffenburg
3 8:1
3 5:6
2 0:6
9
3
0
DIENSTAG, 1. JUNI
19.00 UHR
Schweinfurt (2:0) Aschaffenburg
SAMSTAG, 5. JUNI
14.00 UHR
Aschaffenburg (0:4) Bayreuth