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Author: Vogt Susanne
Tags: lehrmittel vorschulerziehung papierhandwerk
ISBN: 978-3834642028
Year: 2019
Text
Susanne Vogt
Mini-Kurs für Kita-Kinder:
8 fertige Lernabenteuer
mit den mutigen Indianern
Tro/Lsport des Sehest,
Um die Schere sicher von A noch B zu bringen, soll-
ten die Kinder die geschlossene Schere immer am
Edelstahlbereich (an den Schneideblättern) fassen.
Die beiden Haltegriffe zeigen dann Richtung Ziel
oder nach oben. Auf diese Weise verhindern Sie,
dass das Kind bei einem eventuellen Stolpern sich
oder andere verletzt. Gelagert werden können die
Scheren in einem speziellen Scherenständer, der
selbst gebauten Variante mit WC-Rolle (s. S. 9)
oder auch in einem Backstein, in dessen Löcher die
Scheren einfach mit dem Schneidblatt voran von
oben hineingesteckt werden.
U M(Ltssisdz^SchneidesL
Verwenden Sie ganz am Anfang möglichst stabile
Materialien zum Schneiden. Tonpapier ist beispiels-
weise wesentlich stabiler als dünnes Transparent-
papier, Lässt sich aber dennoch gut schneiden.
Schwer zu schneidende Materialien, wie fester
Tonkarton oder auch Moosgummi, sollten erst
später eingesetzt werden.
••••• SehzcbLonejz -jzl oder nein?
Als Verfechterin des entdeckenden Lernens möchte
ich es den Kindern ermöglichen, meist ohne Schab-
lonen auszukommen. Oftmals arbeiten die Kinder
bei den gezeigten Lerneinheiten ohne exakte Vorla-
ge. Auf diese Weise erzielen sie individuelle Ergeb-
nisse. Schablonenartige Vorlagen werden nur dann
verwendet, wenn diese unbedingt nötig sind.
Ablauf des Mini-Projektes
Die Lerneinheiten sind stets nach folgendem
Schema aufgebaut:
> Gemeinsame Aktivität als Einstieg
> Vorübung
> Gemeinsames Betrachten (mit Reflexion)
> Übung
> Schlussrunde (mit Reflexion)
Jede Einheit dauert ca. 40 Minuten. Die benötigte
Zeit kann variieren. Denn es hängt davon ab, wie
aufmerksam die Kinder sind. Das kann je nach
Tagesform oder Interessenlage verschieden sein.
Wichtig ist, dass immer dieselbe Person die Einhei-
ten durchführt. Das sorgt für Kontinuität und Ritu-
alcharakter. Falls nötig, könnte eine zweite Leitung
als Assistenz (in diesem Fall ein stellvertretender
Indianerhäuptling) auftreten. Denn dann können
Kinder mit Förderbedarf optimal begleitet werden.
Verla«
*/ Mlm-Kür.fu.KIto-Klnd.,; SchnMUn.
Wiederkehrende Elemente
IrLcLLanej'plj^rde,
IizdüiizerzeJl
Ein gekauftes Indianerzelt dient als dekoratives
Element und als Ort für das themenbezogene Frei-
spiel. Es kreiert eine indianische Atmosphäre und
erleichtert den Kindern den Einstieg in die gelenk-
ten Übungen. Es müsste vor jeder Einheit aufgebaut
werden oder kann während der ganzen Zeit, in der
der Mini-Kurs durchgeführt wird, stehen bleiben
(z. B. zwei Wochen). Das Aufbauen wird nicht vor
jeder Einheit explizit erwähnt.
Die Indianerpferde können mit den Kindern gebas-
telt werden. Sie kommen bei Auflockerungsübungen
zum Einsatz. Knicken Sie dazu eine Schwimmnudel
oben um, damit ein Kopf entsteht. Diesen Kopf
binden Sie mit einem dekorativen Band zusammen.
Dieses ist später das Zaumzeug des Pferdes. Schnei-
den Sie aus etwas Stoff (am besten Fleece oder
dünnem Filz) eine Mähne aus. Die Haarstruktur
entsteht, indem Sie den Stoff seitlich immer wieder
parallel einschneiden. Kleben Sie die Mähne mit
Bastelkleber an. Ebenso kleben Sie bitte auch zwei
große Wackelaugen an. Malen Sie dem Pferd mit
einem wasserfesten Stift Nüstern (Nasenlöcher) auf.
Zum Schluss gestalten Sie aus etwas festerem Filz
noch zwei Ohren, die Sie dann mit festem Faden
an den Pferdekopfnähen.
Das Lagerfeuer ist der Mittelpunkt des Sitzkreises,
in dem sich die Gruppe bei den Sammlungen trifft.
Es schafft eine indianische Atmosphäre und kann
gleichzeitig Mittelpunkt von freien Tänzen werden.
Sie können das Lagerfeuer beispielsweise aus Kie-
selsteinen (zu einem Kreis gelegt) und feuerfarbe-
nen Chiffontüchern legen. Eventuell etwas Holz
dazu, schon ist der Versammlungsort fertig.
8 fertige Lernabenteuer mit den mutigen Indianern
Der indionische Kopfschmuck wird ganz einfach
für jedes Kind gebastelt. Eine Feder und ein „Stirn-
band" aus Stoffresten oder Papier sorgt dafür, dass
sich die Kinder in Windeseile in Indianer verwandeln.
IndianMzane,
Für den Mini-Kurs darf sich jedes Kind einen India-
nernamen geben. Es wählt diesen selbst. Inhalt des
Namens ist immer ein Adjektiv und ein Nomen, z. B.
Heulender Wolf. Als Sinnbild dieses Namens (und
Erleichterung für Sie als Erzieherin) darf das Kind ein
Symbol malen, das Sie laminieren. Achten Sie beim
Laminieren darauf, dass keine scharfen Kanten ent-
stehen. Lochen Sie die laminierten Symbole und las-
sen Sie die Kinder diese auf ein Band auffädeln. So
erhält jedes Kind sein eigenes Amulett, das am Ende
des Mini-Kurses die Perlen aus den einzelnen Ler-
neinheiten als Schmuckelemente bekommt.
Toten
So geht's
• Das Kind stellt die Chipsdose verkehrt herum
(mit der Öffnung nach unten) vor sich. Das ist
deshalb so, damit das Totem später leichter
befällt und geleert werden kann.
• Zuerst umklebt das Kind den Totempfahl mit
mehreren Bahnen aus farbigem Papier, die in
parallel verlaufenden Streifen mit Kleber an der
Chipsdose befestigt werden. Auch das Deko-
Tape kann jetzt aufgeklebt werden. Es ähnelt
nun einem Streifenmuster.
• Das Kind schneidet jetzt aus dem festeren Ton-
papier die „Flügel" aus. Damit beide gleich wer-
den, können Sie das Tonpapier vorher falten.
• Diese beiden „Flügel" werden jetzt mit Papier-
streifen oder Streifen mit Wellen-, Bogen- oder
Zickzackschnitt aus dem Lernkoffer beklebt,
am besten symmetrisch. Dabei müssten Sie den
Kindern helfen. Wer möchte, kann jetzt noch
Verzierungen mit Filzstiften aufmalen.
Die Flügel werden seitlich gegenüber auf die
Chipsdose geklebt.
Als „Krone“ des Totems wird die Chipsdose oben
beklebt. Dafür könnte das Kind z. B. einen Strei-
fen aus dem Lernkoffer nehmen, bei dem es
parallel verlaufende Einschnitte gemacht hat.
Der Totempfahl kommt bei den Versammlungen
zum Einsatz. Er beinhaltet viele Elemente, die beim
Schneidenüben hergestellt werden. Im Anschluss
an den Mini-Kurs kann jedes Kind einen solchen
Totempfahl selbst herstellen.
Material
✓ 1 leere Chipsdose mit Deckel
'S ausgeschnittene Elemente aus dem Lernkoffer
($. S. 10/12/13)
S 1 Schere
✓ farbiges Papier (evtl, auch bedrucktes oder
bemaltes Papier)
'S evtl. Deko-Tape
'S etwas festeres Tonpapier
'S Klebestift
'S Filzstifte
Mi.i-Kun (ür Kita-Kind.,: Sefcae.i.de.a
Aus etwas farbigem Papier schneidet das Kind
jetzt ein Dreieck aus (oder entnimmt eines aus
dem Lernkoffer). Dieses wird in der Mitte gefal-
tet, damit die Struktur eines Schnabels erkenn-
bar ist. Seitlich könnte es jetzt noch Klebela-
schen falten, die dann mit Kleber bestrichen
werden und als Befestigung dienen.
• Aus dem Lernkoffer nimmt das Kind jetzt zwei
Kreise, die es als Augen aufklebt und mit Filz-
stift weiter verziert.
Ist das obere Gesicht fertig, gestaltet das Kind
unten am Totem noch ein weiteres. Es könnte
dafür Dreiecke oder Bögen als Ohren, Kreise als
Schnauze und ein Dreieck oder Herz als Nase
verwenden. Aber hier ist der Kreativität der Kin-
der keine Grenze gesetzt.
Situationen, in denen es sehr laut oder hektisch ist,
um die Gruppe zu erden.
Perle für das Indianeramulett
Bei jeder Lerneinheit sammeln die kleinen Indianer
eine Perle. Diese bewahren sie gut auf und gestal-
ten damit am Ende ihr ganz eigenes Indianeramu-
lett (s. S. 45).
Scherenständer
Ein kleiner Scherenständer für jedes Kind sorgt da-
für, dass die Schere „ruht", wenn sie nicht benötigt
wird. Sie stellen diesen Ständer ganz einfach aus
einer leeren WC-Rolle her, die Sie auf eine Unterla-
ge kleben. Eine Feder und etwas Deko-Tape sorgen
für einen indianischen Look. Lassen Sie die Kinder
die weitere Gestaltung übernehmen. Der Fantasie
sind keine Grenzen gesetzt.
V RituaLe,
Indianermusik und gemeinsames Tanzen ums
Lagerfeuer
Ein gemeinsamer Tanz kann als Gemeinschafts-
ritual eingesetzt werden. Wählen Sie ein indianisch
klingendes Musikstück (z. B. mit Panflöte) aus. Im-
mer wenn dieses erklingt, dürfen die Indianer sich
in frei um das Lagerfeuer bewegen.
Entsenden und Zurückholen der Indianer
Auch zu Beginn und zum Ende einer jeden Arbeits-
phase gibt es ein kleines Ritual. Nachdem Sie eine
Aufgabe erklärt haben, sagen Sie immer „Howgh,
ich habe gesprochen!“ Wenn Sie eine Übung been-
den möchten und die Kinder sammeln, lassen Sie
den Indianerruf erklingen. Lassen Sie beispielsweise
ein „A" hören, das durch das abwechselnde Flache-
Hand-auf-den-Mund-Legen zu einem gut hörbaren
Lockruf wird.
Geheime Zeichen
Die geheimen Zeichen der Indianer dürfen hier
natürlich nicht fehlen. Auf S. 11 finden Sie eine
Auswahl an Zeichen, die Sie in den einzelnen Lern-
einheiten einsetzen können, um z. B. die Aufmerk-
samkeit der Kinder zu gewinnen oder diskret mit
ihnen zu kommunizieren. Dies hilft vor allem in
8 fertige Lernabenteuer mit den mutigen Indianern
Lerrdüoljl^r
Werfen Sie Papierreste und Schnipsel, die bei den
Lerneinheiten entstehen, nicht weg. Die Kinderver-
arbeiten diese sehr gerne in individuellen Verklei-
dungen oder waghalsigen Kopfbedeckungen. Legen
Sie ihnen einfach die Reste und etwas Kleber in
einem Karton bereit und lassen Sie sich überra-
schen, welche kreativen Werke daraus entstehen.
Diese Idee fördert nicht nur die Kreativität der
Kinder, sondern ist auch noch nachhaltig und
umweltfreundlich.
Der Lernkoffer ist eine Box (z. B. ein Materialkoffer
aus dem Baumarkt), die gefüllt ist mit kopierten
Schneidevorlagen, die jeweils die Grundformen der
einzelnen Lerneinheiten zeigen (s. Kopiervorlagen
S. 12/13). Diese Grundelemente können jederzeit
von den Kindern freiwillig ausgeschnitten werden.
Die geschnittenen Teile werden nicht weggeworfen,
sondern gesammelt und kommen bei einigen Ideen
wieder zum Einsatz.
10 Mim-Kur« für Kita Ktndr, SthMidLln
Zelt/Tipi
hören
8 fertige Lernabenteuer mit den mutigen Indianern
8 fertige Lernabenteuer mit den mutigen Indianern
Vorbereitende Übungen
Als vorbereitende Übungen eignen sich spielerische
Aktivitäten, die das Schneiden und die Einsicht in
dessen Notwendigkeit langsam anbahnen. Solche
Vorübungen sind z.B.:
Sdzelden istals Reißen
Zeichnen Sie den Kindern zuerst gerade Linien auf
ein Blatt. Die Aufgabe lautet: „Reiße die Streifen
möglichst genau an der Linie aus dem Papier."
Schon bald werden die Kinderfeststellen, dass es
äußerst schwierig ist, die Streifen exakt zu erhalten.
Fragen Sie die Kinder jetzt, welche Idee sie haben,
um die Streifen ganz genau zu erhalten. Schon bald
wird sicher die Schere ins Spiel gebracht werden.
Damit Sie die gerissenen Streifen nicht wegwerfen,
sei diese Idee hier erwähnt: Gestalten Sie doch ein-
fach eine Indianerlandschaft aus den Streifen.
Durch das Ausstanzen einiger Details entstehen
schnell und einfach Hintergründe für diverse Bilder,
die im Laufe des Mini-Kurses vorkommen.
:Z': Ku^elrollenzus Aub^csmun^ und
Hondmassofye-
Um die kleinen Kinderhände auf das bevorstehende
Schneiden vorzubereiten, sollte man sie lockern und
aufwärmen. Dies kann z.B. geschehen, indem man
den Kindern Krepppapier aushändigt, aus dem sie
unterschiedlich große Kugeln rollen. Dies können
die Kinder zwischen beiden Handflächen oder mit
ihrer Lieblingshand auf der Tischftäche machen.
Noch schwieriger wird es, wenn die Kinder versu-
chen, jeweils zwischen zwei Fingern kleine Kugeln
zu formen. Dabei können sie sämtliche Zwei-Finger-
Konstellationen ausprobieren. Werfen Sie auch
die Kugeln nicht weg, sondern legen Sie sie in
die Restekiste zum Weiterverwenden.
•J’ Formen ins Rostes
Schneiden Sie verschiedene Formen aus Papier aus,
jede in einer anderen Farbe. Zeichnen Sie eine
Tabelle mit den verschiedenen Formen entweder
auf ein A3-Papier oder kleben Sie die Tabelle aus
Malerkrepp auf den Fußboden. Die Kinder sollen
nun die Formen richtig in der Tabelle anordnen.
Bei der Variante mit Blatt kommt die zusätzliche
Komponente dazu, dass die Kinder die Formen an-
kleben. Dies schult dann auch das genaue Leimen.
Beide Varianten zielen nicht nur auf das vorsichtige
Greifen ab, sondern sie schulen auch die visuelle
Wahrnehmung und, falls es als Partnerübung
durchgeführt wird, das kooperative Lernen.
/-/alte,- und SchneldeJzand
Um die Halte- und die Schneidehand richtig zu
benutzen, kann es den Kindern helfen, wenn Sie
beiden einen indianisch klingenden Namen geben.
Die Haltehand ist diejenige, die das zu schneidende
Material (meist Papier) hält und führt. Diese könn-
ten Sie „Neelassmal" nennen und die aktivere
Schneidehand „Machmit". Diese Namen tauchen
während des Mini-Kurses nicht mehr aktiv auf.
14 Mini-Kurs für Kita-Kinder: Schneiden
Sie dienen während der Vorübungen der besseren
Verständlichkeit der Aufträge. Sie können sie
selbstständig je nach Interesse in die einzelnen
Lerneinheiten einbauen, wie es Ihnen gefällt.
Liebespaar, küsst euch ntaU
Um die Schere als Arbeitsgerät einzuführen, könn-
ten Sie sie den Kindern als Liebespaar vorstellen.
Jedes Loch symbolisiert eine Person, z. B. den jun-
gen Häuptling Loderndes Feuer und seine schöne
Indianerfrau Brennende Glut. Diese beiden küssen
sich unentwegt. Das Küssen wird symbolisiert durch
die Berührung der beiden Löcher. Das Bild des Küs-
sens finden Kinder höchstwahrscheinlich sehr lustig
und freuen sich immer, wenn es zum Einsatz kommt.
8 fertige Lernabenteuer mit den mutigen Indianern ' x
•...•* ZceZe
Die Kinder lernen in dieser Lerneinheit, wie sie
möglichst gut gerade Linien schneiden können.
Sie erkennen, wie es ihnen leichter fällt, zu schnei-
den - horizontal oder vertikal. Das Schneiden gera-
der Linien und das Zerschneiden sind die einfachs-
ten Formen des Schneidens, deshalb werden sie
ganz zu Beginn durchgeführt. Die Kinder empfinden
es als emotional und persönlich bedeutsam, Dinge
zerschneiden zu können, also den Trennschnitt zu
erlernen. Ein gelungener Einstieg in die Arbeit mit
der Schere also!
V AbLau/j'
Material
✓ Indianerschmuck
✓ Scheren
✓ Krepppapier- oder Absperrband
✓ Zeitungen
✓ farbiges Papier
✓ ggf. Kopiervorlage „Teppich und Grundformen1'
(S. 19)
✓ evtl, bunte Färb- oder Gelstifte
✓ evtl. Klebestift
evtl. Kreppklebeband
Vorbereitung
Sperren Sie eine Ecke des Raumes mit Absperrband
oder Krepppapier ab. Spannen Sie so viele Streifen,
wie Kinder in der Gruppe sind, sodass jedes später
einen durchschneiden kann.
Überlegen Sie sich, in welcher Form Sie den Einstieg
durchführen möchten. Besorgen Sie die entspre-
chende Anzahl an Zeitungen, Scheren und Papier.
Kopieren Sie ggf. die Kopiervorlage „Teppich und
Grundformen“ auf farbiges Papier.
Schneiden Sie für die Übung bereits die Grund-
formen der Verzierungen aus, die Sie den Kindern
anbieten möchten: Feder (Spindelform), Sonne
(Kreis) usw.
16 ; Mini-Kurs für Kita-Kinder: SchrLCidLcrL
Einstieg
Damit die Kinder sich als kleine Indianer fühlen,
legen sie den selbst gebastelten Kopfschmuck an.
Wenn Sie den Kopfschmuck nicht im Vorfeld gebas-
telt haben, können Sie es an dieser Stelle tun (An-
leitung s. S. 8). Diesen tragen die Kinder dann wäh-
rend der gesamten Lerneinheit. Die kleinen Indianer
sammeln sich in der abgesperrten Ecke des Raumes.
Nacheinander können sie die abgegrenzte Zone
verlassen und zu ihrem Häuptling gelangen, indem
sie das Absperrband überwinden. Dies geschieht,
indem die Kinder mit einer Schere je ein Band die
Absperrung durchschneiden und darunter durch-
krabbeln. Sie sammeln sich am Lagerfeuer.
Dort erzählt die Stammesälteste (Erzieherin, vor
der das Totem steht) von der ersten Mutprobe
der Indianer:
„Liebe Indianer, wir haben uns hier versammelt, um
unseren Göttern ein Geschenk zu machen. Die Götter
der Jagd wünschen sich von uns eine riesige Schlange.
Diese opfern wir dann gemeinsam. “
Den ersten wirklichen Einstieg in das Thema
Schneiden bildet eine lustvolle Übung, bei der die
Kinder die Funktion des Schneidens spielerisch
erfahren. Es handelt sich um eine Partnerarbeit.
Dafür erhält jedes Team ein Zeitungsblatt und
eine Schere. Die Aufgabe lautet:
„Schneidet gemeinsam eine Schlange aus, die mög-
lichst lang sein soll. Wechselt euch beim Schneiden ab.
Howgh, ich habe gesprochen!“
Diese Übung fördert zum einen den Erfindergeist
der Kinder, die überlegen müssen, wie sie eine mög-
lichst lange Schlange erzielen. Zum anderen schafft
sie durch das abwechselnde Schneiden den Kindern
immer ausreichend Zeit zum Regenerieren ihrer
Hand. Die Auflösung erfolgt am Schluss: Wenn man
möglichst schmale Abstände vom Zeitungsrand
lässt und jeweils in der Form eines Rechteckes
schneidet, erhält man die längste Schlange.
Nach diesem Einstieg tanzt der Indianerstamm ge-
meinsam zu indianischer Musik um das Lagerfeuer.
Vorübung
Die schöne Indianerin wünscht sich einen neuen
Teppich für ihr Tipi. Die Kinder bekommen nun far-
biges Papier oder die Kopiervorlage „Teppich und
Grundformen" und schneiden den Papierrand par-
allel ein. Sie schneiden immer in etwa gleich lange
Fransen ein. Schnellere Kinder können den Rand
ihres Teppichs auch noch mustern, während die
anderen noch schneiden. Wenn der Indianer-Lock-
ruf ertönt, sammeln sich die Kinder am Lagerfeuer.
Gemeinsames Betrachten
Gemeinsam schauen sich die Kinder alle Ergebnisse
an. Lenken Sie das Gespräch mithilfe folgender
Impulsfragen:
Sind die Fransen noch vollständig oder abgeschnitten?
Haben die Fransen in etwa die gleiche Länge?
Die Kinder formulieren kleine Komplimente für gut
gelungene Ergebnisse und Tipps für Kinder, die
noch mehr Mühe hatten.
Schlussrunde
Wieder werden die Teppiche gemeinsam gewürdigt.
Die Stammesälteste weist darauf hin, dass die Indi-
aner demnächst wieder aktiv werden. Jedes Kind
erhält eine Perle zum erfolgreichen Abschluss der
ersten Lerneinheit.
Übung
Der Stammesälteste erklärt die letzte Übung. Dabei
geht es darum, dass die Kinder jetzt aus bunten
Papierresten Dekorationen für den Teppich aus-
schneiden. Das können Federn, Sonnen oder ähn-
liche Formen sein, die dann jeweils durch gerade
Schnitte strukturiert werden. Durch die Aussage
„Howgh, ich habe gesprochen!“ werden die Kinder
in die Gestaltung entlassen. Der Indianer-Lockruf
sammelt die Kinder zur Schlussrunde.
17
8 fertige Lernabenteuer mit den mutigen Indianern
7
Weiterführende Ideen
> Haare für die Indianer: Die Kinder finden es
Lustig, wenn Sie die Haare schneiden dürfen.
Dazu gibt es zwei Möglichkeiten. Die Kinder
können einen Streifen Papier einschneiden und
die entstandenen Haare auf ein Blatt kleben und
ein Indianergesicht dazumalen.
Oder Sie bereiten dafür eine WC-Rollen-Figur
(s.u.) vor, die Kinder dürfen dann die Haare
frisieren.
> Indianer in der Steppenlandschaft: Die Kinder
schneiden grünes Papier als Graslandschaft ein.
Sie malen Indianer und einen Hintergrund dazu.
Zusätzlich können sie weitere Grundformen von
S. 19 einschneiden und in die Landschaft integ-
rieren.
> Streifen aus dem Lernkoffer (S. 12): Die Kinder
zerschneiden die Streifen in Quadrate und stel-
len diese dann zu bunten Mosaiken zusammen.
► Papptellerkopf: Die Kinder zeichnen auf die
raue Unterseite eines Papptellers ein Gesicht,
den Rand schneiden sie als Haare ein.
18 ; Mini-Kurs für Kita-Kinder: ScAn&Lcten
19
Bei dieser Lerneinheit steht das Dreieck im Fokus.
Die Kinder lernen, auf und ab zu schneiden. Sie
erlernen oder wiederholen den Begriff Dreieck für
eine geometrische Flächenform, die sehr viel zu
bieten hat.
Kopieren Sie den Schatzplan einmal auf braunes
Papier oder Packpapier. Zerknittern Sie das Papier,
damit es benutzt und alt aussieht.
Bereiten Sie die Kiste mit den Perlen und Nascherei-
en als Schatz vor und stellen Sie sie an einen Ort,
wo sie die Kinder nicht sofort sehen können.
Kopieren Sie die Kopiervorlage „3-D-Tipi" in ver-
schiedenen Farben nach Anzahl der Kinder.
AbLau^
Material
✓ Indianerschmuck
Einstieg
Die Kinder tragen ihren Kopfschmuck und sammeln
sich am Lagerfeuer.
Dort erzählt die Stammesälteste (Erzieherin mit
✓ Scheren
Totem) mit dem Schatzplan in der Hand:
✓ mit etwas Sand gefüllter Schuhkartondeckel
✓ Kiste mit vielen Perlen
✓ buntes Papier
✓ Kopiervorlage „Schatzplan“ (S. 23)
✓ Kopiervorlage „3-D-Tipi“ (S. 24)
✓ ggf. Schaschlikstäbchen oder Zahnstocher
✓ kleine Nascherei für jedes Kind
✓ ggf. Packpapier
✓ ggf. Farbstifte
✓ Klebestift
Vorbereitung
Entscheiden Sie sich für eine Variante des Einstiegs.
Kopieren Sie dafür entweder die Kopiervorlage
„Schatzplan“ für jedes Kind oder bereiten Sie einen
oder mehrere Schuhkartons vor.
Füllen Sie den Deckel eines Schuhkartons mit etwas
Sand. Kleben Sie an die markanten Stellen kleine
Schilder mit den Bildern aus der Kopiervorlage
„Schatzplan". Diese dienen den Kindern als Orien-
tierungshilfe.
„ Ich als Stammesälteste sage euch: Meine alte Groß-
mutter hat mir erzählt, dass in unserem Land ein Per-
lenschatz versteckt ist. Lange Zeit wusste mein Stamm
nicht, wo dieser Schatz versteckt ist. Aber jetzt ist mir
dieser Schatzplan in die Hände gekommen. Verfolgt
die aufgezeichnete Spur und ihr werdet den Schatz
finden. Aber verlasst die Spur nicht! Howgh, ich habe
gesprochen.u
lag ar, der Ruhr
20 Mini-Kurs für Kita-Kinder: ScJlrt,e,Lcte,n
Die Kinder können diese Aufgabe auf zwei Wegen
lösen. Auf Papier können sie die gestrichelte Linie
einfach nachspuren. Dies können Sie mehrmals mit
verschiedenen Farben machen.
Die andere Möglichkeit ist, dass sie die Zickzack-
linien lustvoll in den Sand spuren, indem sie von
einem Ort zum nächsten gehen. Sie können die
Kinder dabei unterstützen, um die Zickzackform
zu erreichen. Dafür leiten Sie die Kinder von einem
Ort zum anderen, z. B.: .Gehe zunächst von deinem
Tipi zu den Pferden, dann zum Totem ...". Diese
Übung schult das genaue Hinsehen, Zuhören und
Übertragen einer Information auf eine andere Um-
gebung, nämlich den Sandkarton.
Wenn die Kinder die Aufgabe erledigt haben, holen
Sie geheimnisvoll den Schatz hervor, sodass die
Kinder neugierig werden.
Für die erfolgreich absolvierte Schatzsuche erhält
jedes Kind zunächst eine kleine Nascherei. Erklären
Sie den Kindern, dass sie je eine Perle nach jeder
Lerneinheit bekommen und daraus am Ende ein
Indianerschmuckstück entsteht.
Vorübung
Der Indianerstamm sammelt sich im Kreis. Sie spre-
chen zu den Kindern:
„Liebe Indianer, ihr wisst, unser Schatz ist sehr wert-
voll. Der Stamm des Häuptlings Will-Ma ist uns auf
den Fersen. Die anderen Indianer wollen unseren
Schatz stehlen. Wir müssen umziehen, um unseren
Schatz zu retten. Helft ihr mit, möglichst schnell einen
neuen Platz für uns, unsere Herden und unsere Tipis zu
finden?“
Gemeinsames Betrachten
Gemeinsam betrachten die Kinder ihre Ergebnisse.
Die Kinder formulieren kleine Komplimente für gut
gelungene Ergebnisse und Tipps für Kinder, die
noch mehr Mühe hatten.
Nun schenkt jedes Kind sein Tipi einem anderen
Kind. So entsteht ein Tausch unter den Kindern.
Achten Sie darauf, dass jedes Kind am Ende ein Tipi
hat. Mit den Tipis können die Kinder später gemein-
sam eine der weiterführenden Ideen umsetzen.
Übung
Die Stammesälteste erklärt die letzte Übung. Dabei
schneiden die Kinder die Dreiecke aus dem Lernkof-
fer (s. S. 13) aus. Wenn sie fertig sind, bauen sie
Türme und andere fantasievolle Bauwerke daraus,
die den Indianern neben den Tipis als Wohnorte
o.Ä. dienen können. Der Indianer-Lockruf sammelt
die Kinder zur Schlussrunde.
Gemeinsame Schlussrunde
Als Ausklang reiten die Kinder auf den Schwimm-
nudelpferden im Außengelände. Stellen Sie z. B.
Pylonen als Tipis auf, die die Kinder umreiten.
Wieder im Gruppenraum, erhält jedes Kind nun
eine Perle vom gefundenen Perlenschatz.
Die Kinder antworten. Sie erklären jetzt, dass jedes
Tipi von der Kopiervorlage ausgeschnitten werden
soll. Danach werden die Tipis an den gestrichelten
Linien gefaltet. In die Falzen können Sie Schaschlik-
stäbchen oder Zahnstocher kleben. Anschließend
kleben die Kinder ihr Tipi zusammen, sodass es zum
Leben erwacht und dreidimensional wird.
Ein „Howgh, ich habe gesprochen!“ entsendet die
Kinder an ihre Arbeitsplätze.
Der Indianerruf beendet nach einiger Zeit die Vor-
übung.
8 fertige Lernabenteuer mit den mutigen Indianern
21
Weiterführende Ideen
> Tipis aufbauen: Eine Landschaft wird gestaltet.
Die Kinder schneiden je zwei große Dreiecke aus
und falten sie mittig. Ein Schlitz als Eingang
wird nun eingeschnitten und die Öffnungen auf-
gefaltet. Bevor die Tipis aufgeklebt werden, kön-
nen die Kinder eine kleine Indianerszene malen,
die später in der Tipi-Öffnung zu sehen ist, oder
ein Foto von sich dort aufkleben. Als zusätzli-
ches Element können Zahnstocher oder Schasch-
likstäbe an den Zelträndern aufgeklebt werden.
► 3-D-Tipis: Die Kinder gestalten die Tipis von der
Vorübung mit Mustern und bauen sich ein eige-
nes Tipi-Dorf, das sie im Freispiel (z. B. mit Plas-
tikfiguren) bespielen können.
► Wimpelketten: An eine Leine aus Wolle tackern
Sie ausgeschnittene Dreiecke. Die Dreiecke kön-
nen auch vorher bemalt werden. Diese Wimpel-
kette verschönert Ihren Indianer-Versammlungs-
platz und sieht noch wirkungsvoller aus, wenn
Federn angeknotet sind.
22 Mini-Kur» für Kita Kinder: 5 c/ULfcLctftn
8 fertige Lernabenteuer mit den mutigen Indianern L
V ZteZe
Der Kreis ist eine geometrische Flächenform, die in
vielen Gestaltungen vorkommt. Sie wird in dieser
Lerneinheit geübt und später für viele schöne Ideen
verwendet.
AbLaufr
Material
✓ Indianerschmuck
✓ Scheren
✓ Klebepunkte
✓ Konfetti
✓ kleiner Softball
✓ Rolle Packpapier
✓ Kopiervorlage „Pferde einfangen" (S. 27)
✓ Kopiervorlage „Kreise" (S. 28)
✓ buntes Tonpapier
✓ Filzstifte
✓ Klebestift
Vorbereitung
Überlegen Sie sich, in welcher Form Sie den Einstieg
durchführen möchten. Besorgen Sie für jedes Kind
etwas Konfetti (oder Locher-Abfälle) und eine
Kopie der Kopiervorlage „Pferde einfangen".
Zeichnen Sie für die Vorübung unterschiedlich
große Kreise auf farbiges Papier. Die Kreise haben
idealerweise die Durchmesser eines flachen Tellers
(ca. 30 cm), eines Desserttellers (ca. 20 cm) und
eines Glases (ca. 5 cm).
Kopieren Sie die Kopiervorlage „Kreise" in ganz
unterschiedlichen Braun- und Orangetönen.
Einstieg
Die Kinder tragen den selbst gebastelten Kopf-
schmuck. Sie folgen dem Ruf der Stammesältesten
in den Sitzkreis. Dort erklärt die Stammesälteste
(Erzieherin, vor der das Totem steht) die nächste
Aufgabe für den Indianerstamm:
„Liebe Indianer, unsere Herde irrt umher. Der Wind
hat die Tiere in alle Himmelsrichtungen verstreut.
Ihr müsst mir bitte helfen, die Herde wieder in ihr
gewohntes Gebiet zu bringen. Ich zeige euch, wie."
Vor Ihnen liegt eine Kopiervorlage „Pferde einfan-
gen". Darauf liegen einige Konfetti-Kreise. Mit dem
Pinzettengriff (Zeigefinger und Daumen) greifen Sie
einen Kreis und legen diesen an die richtige Stelle
(•K }). Das erste Pferd ist eingefangen, wenn es ein-
mal von Kreisen eingezäunt ist. Weitere folgen auf
gleiche Weise. Kinder mit motorischen Schwierigkei-
ten benutzen den Zeigefinger und schieben damit
das Konfetti.
Vorübung
Die Stammesälteste ist jetzt zufrieden, dass die Her-
de eingefangen ist. Aber nun sind die Indianer hung-
rig. Sie müssen ein Bison fürs gemeinsame Abendes-
sen erbeuten. Dafür trainieren sie das genaue
Schießen. Sie benötigen Zielscheiben. Diese stellen
sie her, indem sie die großen, farbigen Kreise aus-
schneiden und als Zielscheibe aufeinanderkleben.
Damit auch Bewegung ins Spiel kommt, werden die
Zielscheiben an einer Wand aufgehängt. Die Kinder
werfen mit einem kleinen Softball (= Pfeil und Bo-
gen) darauf und versuchen, das Zentrum der Schei-
be zu treffen. Mit kleinen Klebepunkten markieren
die Kinder oder Sie die Stellen, die sie getroffen
haben. Das erleichtert später die Kontrolle.
Mit dem Indianer-Lockruf sammelt die Stammes-
älteste die Indianer im Sitzkreis.
Gemeinsames Betrachten
Die Stammesälteste lobt das erfolgreiche Training
und ist sich sicher, dass der Stamm schon bald ein
Bison fangen wird. Nun sollen die Kinder überlegen,
wie sich wohl der Anspruch der Aufgabe verändert,
wenn die Kreise immer kleiner werden. Die Indianer
tauschen sich darüber aus. Später können Sie es mit
kleineren Kreisen ausprobieren, wenn sie Lust haben.
Übung
Die Stammesälteste informiert ihre Indianer über
die nun bevorstehende Aufgabe:
„Meine Indianer, gern möchte ich unsere Freunde vom
Rotnasen-Stamm zu unserem Abendessen einladen.
8 fertige Lernabenteuer mit den mutigen Indianern
25
Entwerft bitte mit mir em riesiges Indianer-Plakat von
unserem wunderschönen Woldland Unser schnellster
Reiter wird hinreiten und den Rotnasen unsere riesige
Einladung überbringen. Gebt euch bitte Mühe, kleine
Indianer, die Rotnasen sollen Augen machen! Howgh,
ich habe gesprochen!“
Geben Sie den Kindern jetzt die kopierten Kreise
Jedes Kind schneidet vorsichtig alle Kreise aus. In
der Zwischenzeit haben Sie eine Rolle Packpapier
aut dem Boden ausgerollt, auf das die Kinder ihre
Kreise zu einem Gemeinschaftsbild kombinieren.
Sie kleben die Kreise auf und zeichnen später mit
schwarzen oder weißen Filzstiften kleine Details
ein. Die Stammesälteste sammelt alle Indianer
mit dem bekannten Ruf im Sitzkreis.
Klebstreifen am Bierdeckel. Nun knoten oder
kleben sie zwei Wollfäden an den Bierdeckel
und fädeln an jeden eine Holzperle mit Loch
oder alternativ ein kleines Glöckchen. Durch
Drehen des Stabes zwischen den Handflächen
erklingt das Indianer-Instrument.
Gemeinsame Schlussrunde
Dos entstandene Gemeinschaftsbild wird gemein-
sam betrachtet und gewürdigt. Um den Rotnasen
symbolisch die Einladung zu überbringen, können
Sie das Bild gemeinsam im Gruppenraum aufhän-
qen Jedes Kind erhält am Ende eine Perle aus dem
Perlenschatz
> 3-D-Bild: Die Kinder schneiden freihand unter-
schiedlich große Kreise aus. Diese kleben sie
nun, der Größe nach geordnet, aufeinander.
Zwischen die einzelnen Kreise kommt jedoch
nicht nur Kleber, sondern zwei Lagen Wellpappe
als Abstandhalter. Das verleiht dem Bild Tiefe
und eine grandiose Wirkung. Wer mehr ausge-
ben kann und will, kauft fertige Abstandhalter-
plättchen, die beidseitig kleben. Diese sind im
Bastelfachhandel erhältlich.
Weiterführende Ideen
> Indianer-Instrumente: Die Kinder zeichnen die
Kreis Umrisse eines runden Bierdeckels 2-mal
aut farbiges Papier, schneiden die Kreise aus und
bekleben beide Seiten des Bierdeckels damit Sie
schneiden weitere Kreise aus dem lernkoffer aus
und kleben diese ebenfalls auf den Bierdeckel
Mit farbigen Grlstiften gestalten sie die Hache
aus Sir befestigen einen dünnen Holzstab mit
jb Mim »IH»<UI «Ul« sinder Schneiden
8 fertige Lernabenteuer mit den mutigen Indianern
Zcele,
In dieser Lerneinheit geht es um die Herzform. Das
ist gleichzeitig ein sehr bekanntes Symbol, das auch
in vielen anderen Formen vorkommt, z.B. in einem
Kleeblatt. Die Kinder experimentieren damit und
entdecken ihren eigenen Weg, diese etwas knifflige
Form auszuschneiden - und zwar in einem (Jmweg
über die Tränenform.
AbLau/r
Material
✓ Indianerschmuck
✓ Scheren
✓ blaues und weiteres buntes Kopierpapier
✓ Kopiervorlage „Herz" (S. 31)
✓ Säckchen oder Schüssel, gefüllt mit gereinigten
Kirschkernen und verschiedenen Formen zum
Erfühlen
geht. Alternativ dazu können Sie eine alte Schussel
mit gereinigten Kirschkernen füllen, die Formen
darin untermischen und dte Kinder fühlen lassen
Nach diesem Einstieg tanzt der Indianerstamm ge
meinsam zu indianischer Musik um das Lagerfeuer
Vorübung
Die Stammesälteste erzählt weiter
„Tränendes Auge hat noch nicht herausgefunden von
wem dieses Geschenk stammt Sie ist verzweifelt und
traurig. Tränendes Auge beginnt, zu weinen.“
Händigen Sie jedem Kind eine vorgezeichnete Träne
aus. Weisen Sie genau darauf hin, wo geschnitten
werden soll. Die Kinder nehmen ihre Schere und
schneiden. Schon bald erkennen sie: Zwei Tropfen
ergeben zusammen ein Herz. Dies ist ganz einfach,
denn sie klappen einfach ihren ausgeschnittenen
Tropfen auf.
Vorbereitung
Zeichnen Sie für jedes Kind die Skizze einer Träne
auf ein gefaltetes, blaues Blatt Papier. Achten Sie
genau darauf, wo die Falzlinie ist. Sie muss an einer
der langen Seiten der Träne sein.
Schneiden Sie einen gefalzten Tropfen (aufgeklappt
Herz) und zwei einzelne aus.
Kopieren Sie die Kopiervorlage „Herz" für jedes
Kind auf unterschiedliche Farben.
Einstieg
Die Stammesälteste (Erzieherin, vor der das Totem
steht) erklärt die Aufgabe, die die Kinder nachei-
nander absolvieren, mit folgenden Worten:
„Tränendes Auge ist sehr traurig. Sie sucht einen tapfe-
ren Mann, dem sie ihr Herz schenken kann. Plötzlich
bekommt sie ein Geschenk: Ein Herz. Sucht im Säck-
chen/in der Schüssel auch das Herz, das Tränendes Auge
geschenkt bekommt. Howgh, ich habe gesprochen!
Die Kinder erhalten nun ein Fühlsäckchen mit be-
kannten Formen aus Holz oder Moosgummi. Sie
sollen das Herz finden, um das es in der Einheit
Mit dem Indianer-Lockruf sammelt die Stammes-
älteste die Indianer im Sitzkreis.
Gemeinsames Betrachten
Die Kinder tauschen ihre Erkenntnisse im Kreis aus.
Sie erkennen, dass man ein Herz ganz einfach aus-
schneiden kann, indem man das Blatt vorher faltet
und die Rundung ausschneidet. Zeigen Sie jetzt ein
29
8 fertige Lernabenteuer mit den mutigen Indianern
misslungenes Herz, bei dem nicht an der gefalzten Seite geschnitten wurde, sondern an der offenen. Die Kinder sollen selbst erkennen, was hier schief- gelaufen ist. Sie formulieren die Regel: Wir schnei- den immer ab der Seite mit der Faltung. Sonst haben wir wieder Tränen. Übung Die Stammesälteste informiert ihre Indianer über die nun bevorstehende Aufgabe: „Liebe Indianer, wir wollen keine Tränen mehr. Trä- nendes Herz soll glücklich sein! Deshalb gehen wir auf Nummer sicher und schneiden das Herz als Ganzes aus. Ich habe euch hier die Vorlage mitgebracht. Howgh, ich habe gesprochen." Zeigen Sie die Vorlagen, die auf unterschiedlich farbiges Papier kopiert wurden. Überlegen Sie gemeinsam mit den Kindern, wie sie am besten die Herausforderung mit der Spitze in der Herzmitte meistern. Zeigen Sie dies dann vor, bevor die Kinder mit dem Schneiden anfangen. Schneiden Sie zuerst vom einen Herzbogen bis in die Spitze der Herzmitte ein. Wiederholen Sie die- sen Vorgang dann mit der anderen Seite. Dadurch ergibt sich eine schöne, spitzige Schnittkante in der Herzmitte. Mit dem bekannten Sammelruf lockt die Stammes- älteste ihre Indianer zurück in den Kreis. Gemeinsame Schlussrunde Die Kinder zeigen ihre Ergebnisse und sammeln Lob und Tipps. Jedes Kind erhält eine Perle aus dem Perlenschatz. Im Anschluss können die Kinder mit den Herz- formen, die sie ausgeschnitten haben, weiter- experimentieren. Weiterführende Ideen > Aus vier Herzen entsteht ein Kleeblatt. hu ► Aus Herzen entstehen lustige Muster, die gleichzeitig dekorativ aussehen und zur Übung der Seriation genutzt werden können.
30 Mini-Kurs für Kita-Kinde» Sc/LflfcLclfcM
8 fertige Lernabenteuer mit den mutigen Indianern
31
Die Form der Welle steht im Zentrum der nun
folgenden Einheit. Ein regelmäßiges und ruhiges
Führen der Schere ist dabei vonnöten. Deshalb
trainieren die kleinen Indianer dies in ganz unter-
schiedlichen Situationen, Anwendungsarten und
Wellengrößen - bis sie schließlich zu ihrer „Meister-
arbeit" gelangen und weitere Ideen mit der Wellen-
form ausarbeiten.
M AbLcM^
Material
✓ Indianerschmuck
✓ Steckenpferde aus Schwimmnudeln (falls
vorhanden)
✓ Straßenkreide
✓ Pylonen
✓ Scheren
✓ Kopiervorlage „Kakteen umreiten" (S. 34)
✓ farbiges Papier in DIN A4 oder Zeitung
✓ ggf. Buntstifte
Einstieg
Die Kinder tragen ihren Kopfschmuck und sammeln
sich am Lagerfeuer.
Dort erzählt die Stammesälteste (Erzieherin mit
Totem):
„Meine lieben Indianer, ich als Stammesälteste sage
euch: Wir müssen auf der Hut sein. Unsere Essensvor-
räte sind leer. Bald schon müssen wir wieder Bisons
jagen. Aber die Tiere werden immer gerissener. Das
bedeutet, wir müssen unsere Reittechnik verbessern.
Reitet los, meine Brüder und Schwestern. Trainiert
hart und achtet genau auf die Kakteen, die im Weg
stehen. Berührt sie nicht. Denn ein gestochener Krie-
ger ist ein verlorener Krieger. Also, sattelt eure Pferde
und achtet darauf, dass ihr heil wieder zurückkommt!
Howgh, ich habe gesprochen."
Im Außengelände findet nun eine lustvolle „Reit-
übung“ statt, bei der die Kinder mit ihren Stecken-
pferden die Hindernisse umreiten. Die Wellenform
auf dem Boden hilft ihnen dabei und prägt sich
bei der Übung gut ein.
Der Indianer-Lockruf sammelt nach einiger Zeit
die Kinder.
Vorbereitung
Betrachten Sie die Skizze auf dem Foto. Gestalten
Sie diese in groß im Außengelände nach. Statt der
Aufkleber benutzen Sie Pylonen, die Wellenlinien
zeichnen Sie mit etwas Straßenkreide auf.
Vorübung
Der Indianerstamm sitzt im Kreis. Sie sprechen zu
den Kindern:
„Liebe Indianer, ihr habt gut trainiert. Jeder hat sein
Bestes gegeben. Damit ihr noch sicherer im Kurvenrei-
ten werdet, erhaltet ihr jetzt eure Folgeaufgabe. Die
jetzige Mutprobe lautet: Indianer, reitet in Schlangen-
linien um die Kakteen. Nehmt dazu euren Pfeil und
Bogen (Schere zeigen) mit! Schafft ihr es auch damit,
die Kakteen zu umreiten? Howgh, ich habe gespro-
chen!"
Teilen Sie die Kopiervorlagen aus. Die Kinder sollen
nun Wellenlinien in die Kopiervorlage schneiden
und somit die Kakteen „umreiten". Dazu nutzen sie
die Schere. Der Lockruf beendet nach einiger Zeit
die Vorübung.
Kopieren Sie die Kopiervorlage „Kakteen umreiten"
für jedes Kind.
Halten Sie für jedes Kind ein A4-Blatt farbiges
Papier (oder Zeitung) parat.
32 Mini-Kurs für Kita-Kinder:
Gemeinsames Betrachten
Gemeinsam evaluieren die Kinder, wie ihnen das
Schneiden von Wellenlinien gelungen ist. Sie
berichten, wie das „Reiten mit Pfeil und Bogen"
(= Schneiden mit der Schere) war und ob sie evtl.
Schwierigkeiten mit der Handhabung hatten.
Der ausgeschnittene Teil dieser Kopiervorlage kann
evtl, später in freie Gemälde integriert werden.
Weiterführende Ideen
> Lagenbild: Aus den Resten der Wellenformen
aus dem Lernkoffer und von der Übung kleben
die Kinder eine ganz einfache Berglandschaft.
Diese können sie durch Hineinzeichnen von Zel-
ten und anderen Indianersujets noch ergänzen.
Übung
Die Stammesälteste erklärt die letzte Übung. Die
Kinder erhalten dazu jeweils ein Blatt farbiges Pa-
pier. Ihre Aufgabe ist es, entweder frei Wellenlinien
auszuschneiden oder diese vorher mit dem Bleistift
aufzuzeichnen und dann zu schneiden. Die Ergeb-
nisse können z.B. für das Lagenbild (s. weiterfüh-
rende Ideen) verwendet werden. Dies ist besonders
für weniger kreative Kinder anspruchsvoll. Behalten
Sie deshalb gut im Auge, wer Ihre Hilfe benötigt.
Falls nämlich ein Kind gar nicht frei arbeiten kann,
können Sie auf die Vorlagen aus dem Lernkoffer
zurückgreifen. Der Lockruf sammelt die Kinder zur
Schlussrunde.
Gemeinsame Schlussrunde
Als Ausklang reiten die Kinder erneut -
frei oder um die Hindernisse vom Einstieg -
auf den Schwimmnudelpferden überden
Hof. Danach erhält jedes Kind eine Perle
aus dem Perlenschatz.
> Abstandhalterbild: Aus den restlichen Wellen-
formen aus dem Lernkoffer oder der Übung kann
auch ein Bild mit Tiefenwirkung entstehen. Dazu
werden die Wellen, nach der Höhe gestaffelt,
zusammengeklebt - als Abstandhalter dienen
Kartonschienen oder beidseitig klebende Ab-
standhalterplättchen.
8 fertige Lernabenteuer mit den mutigen Indianern
< 34 > Mini-Kurs für Kita-Kinder: Sc,h,ITe,ldLe,rL
Ziele
Genau wie die Welle ist auch der Zickzack eine
wichtige Grundform, die man gut üben sollte. Denn
hier könnte man mit einem Trick (s. Lerneinheit 4)
das Spitzeninnere einfach herausschneiden. Möchte
man aber eine fortlaufende Zickzacklinie schneiden,
bedarf es einiger Übung. Und damit dies leichter-
fällt, begegnen die Kinder auch hier dem Zickzack
sehr vielfältig und ausdauernd.
AbLau/j-
Material
✓ Indianerschmuck
✓ Scheren
✓ Kopiervorlage „Outfit" (S. 37)
✓ Kopiervorlage „Gebiss" (S. 38)
✓ Musterklammern
✓ braunes und weißes Tonpapier
✓ evtl. Packpapier
✓ Buntstifte oder Wachskreide
✓ evtl. Knöpfe
Vorbereitung
Kopieren Sie die Kopiervorlage „Outfit" für jedes
Kind. Kopieren auch Sie die Kopiervorlage „Gebiss"
für jedes Kind, und zwar auf braunes Tonpapier.
Halten Sie für jedes Kind eine Musterklammer
bereit.
Bereiten Sie einen noch zahnlosen Häuptling als
Muster und zwei Zahnreihen vor, die Sie später
bei der Einführung der Übung zeigen.
Einstieg
Die Kindertragen ihren Kopfschmuck und sammeln
sich am Lagerfeuer. Dort erzählt die Stammesälteste:
„Meine lieben Indianer, wir sind zu einem Fest des
benachbarten Indianerstammes eingeladen. Der Platz,
auf dem das Fest stattfindet, ist an einem geheimen
Ort. Folgt mir und schleicht leise hinter mir her. Keiner
soll uns folgen. Kommt, ich zeige euch den Platz!
Howgh, ich habe gesprochen!“
Gehen Sie voraus in einem Zickzackgang. Achten
Sie darauf, dass Ihnen die kleinen Indianer im
Gänsemarsch folgen und Ihre Zickzacklinie auch
tatsächlich nachgehen.
Vorübung
Leiten Sie die Vorübung mit diesen Worten ein:
„Indianer, es ist Zeit, unsere Kleidung für das Fest vor-
zubereiten. Wir brauchen Kleider mit bunten Zickzack-
Mustern. Entwerft diese gemeinsam. Howgh, ich habe
gesprochen!“
Teilen Sie die Kopiervorlage „Outfit“ aus. Die Kin-
der schneiden das Kleid aus und verzieren es da-
nach mit Zickzacklinien. Diese können sie aufmalen
oder aus z.B. Knöpfen aufkleben.
Durch den Indianer-Ruf der Stammesältesten
sammeln sich die Kinder.
Gemeinsames Betrachten
Gemeinsam evaluieren die Kinder, wie ihnen die
Muster und das Ausschneiden gelungen sind. The-
matisieren Sie, dass besonders die Spitzen schwierig
sind. Besprechen Sie gemeinsam, wie das Schneiden
der Zacken gelingen kann. Die Übung auf S. 30
liefert die Vorlage dafür.
Übung
Erklären Sie jetzt die nächste Übung, die wohl für
Gelächter sorgt. Zeigen Sie dazu das „Foto“ (vorbe-
reitetes Muster der Kopiervorlage „Gebiss“) des
Häuptlings, der ganz zahnlos ist. Sagen Sie:
„Unser alter Häuptling hat ja keine Zähne mehr. Er
hat sie beim Schusswechsel und auch wegen seines
Alters verloren. Er wünscht sich sehnlichst ein Gebiss.
Wie soll er sonst das Festessen zu sich nehmen, das der
andere Stamm für uns gekocht hat? Schenkt ihr es
ihm? Wichtig ist ihm: Er möchte nicht irgendwelche
Zähne. Sie sollen spitz sein, damit er das Bison fleisch
gut abbeißen kann. Indianer, wer liefert unserem alten
Häuptling das passende Gebiss? Howgh, ich habe ge-
Die Kinder schneiden an ihren Arbeitsplätzen die
Zickzacklinien aus dem Lernkoffer aus.
Der Indianer-Lockruf sammelt die Kinder zur
Schlussrunde. Jedes Kind bringt sein bestes
„Gebiss" mit.
Gemeinsame Schlussrunde
Teilen Sie die Häuptlingsvorlagen aus. Die Kinder
schneiden den Kopf grob und den Unterkiefer ge-
nau aus, legen nacheinander ihre „Gebisse" auf ihre
Häuptlingsvorlagen und kleben die Zähne an. Da-
nach verbinden sie Ober- und Unterkiefer mit einer
Musterklammer. Helfen Sie ggf. dabei. Im Anschluss
würdigen die Kinder ihre zahntechnischen Leistun-
gen gegenseitig. Jedes Kind erhält eine Perle aus
dem Perlenschatz.
Weiterführende Ideen
> Fruchtspieße: Als kleine Belohnung für zwi-
schendurch können Sie aus einigen Formen des
Lernkoffers und ein paar Schaschlikstäben ganz
einfach indianische Fruchtspieße herstellen.
Kleben Sie dazu zwei bis drei gleiche Formen
einfach mit Klebeband an einer Seite eines
Schaschlikspießes fest (s. Foto). Schneiden Sie
nun gemeinsam Früchte klein und spießen Sie
damit nach Herzenslust das Obst auf.
> Gemeinschaftsbild Mäander: In diesem Ge-
meinschaftsbild können Sie Zickzackformen wei-
ter nutzen. Jedes Kind schneidet frei aus einem
dünnen Karton Zickzacks aus. Diesen Karton
benutzt es dann als Schablone und zeichnet mit
einem Bleistift die Linie auf ein längliches Papier
oder eine Tapete, das nächste Kind zeichnet mit
seiner eigenen Zickzackform darunter eine Linie
usw. Die Zwischenräume malen die Kinder ge-
meinsam aus und mustern sie indianisch.
> Bisons jagen: Immer zwei Kinder teilen sich ei-
nen Ball. Sie stehen - wie beim Squash - vor
einer Wand. Ein Kind wirft den Ball im schrägen
Winkel an die Wand, der Ball prallt ab und das
andere Kind fängt ihn. So fliegt der Ball eben-
falls im Zickzack.
36 Mini-Kurs für Kita-Kinder: <ScJ'U'LfLLcL&l'l,
8 fertige Lernabenteuer mit den mutigen Indianern
4*
i 38 i Mini-Kur» für Kita Kinder Sch.rtf.Lderi
ZieLe,
In dieser Lerneinheit steht das Thema Bögen im
Mittelpunkt. Ähnlich wie bei der Herzform erarbei-
ten die Kinder einen kleinen Trick und begegnen
dann lustvoll und spielerisch dem eigentlichen
Bogenschneiden.
Ablauf
Material
✓ Indianerschmuck
✓ Scheren
✓ Filzstifte
✓ farbiges Papier
✓ Krepppapierstücke in Gelb, Rot und Orange
(jedes ca. 5x5 cm)
✓ Kopiervorlage „Hindernisse“ (S. 41)
✓ DIN-A4-Blätter
✓ kleines Körbchen
✓ evtl. Schlangenfigur (Plüschtier o.Ä.)
✓ evtl. Sticker in Herzform
Vorbereitung
Reißen oder schneiden Sie für den Einstieg aus
rotem, orangefarbenem und gelbem Krepppapier
etwa 5x5 cm große Stücke. Sie benötigen diese am
Ende des Einstiegs.
Zeichnen Sie außerdem für jedes Kind auf ein
A4-ßlatt verschiedene Bogenformen (s. Skizze).
Besorgen Sie - falls möglich - Herzaufkleber für
die Vorübung. Alternativ zeichnen Sie einfach ein
Herzchen hinter die Bögen.
»erlog on der Ruh
Einstieg
Die Kindertragen ihren Kopfschmuck und sammeln
sich am Lagerfeuer.
Dort erzählt die Stammesälteste (Erzieherin mit
Totem):
„Liebe Indianer, ich möchte heute gemeinsam mit euch
auf Büffeljagd gehen. Holt dazu eure Pferde (Stuhl
mit der Lehne nach vorn) und folgt mir! Howgh, ich
habe gesprochen."
Führen Sie gemeinsam mit den Kindern ein Sitzspiel
durch. Folgende Elemente kommen vor:
• Pferde reiten (Hintern heben)
• galoppieren (schnelles Hinternheben)
Ausschau halten (Hand an Kopf. Kopf drehen)
• Indianergebrüll (brüllen)
• Cowboy gesehen, sofort stoppen (schnell still
sitzen)
wegrennen (mit Füßen stampfen)
Hindernis überspringen (kurz aufstehen und
dann wieder hinsetzen)
• Munition rollen (Krepp zwischen den Handflä-
chen reiben, damit kleine Kugeln entstehen):
Die Indianer haben ihren Bogen vergessen. Sie
holen sich etwas Lehm aus dem schlammigen
Fluss und rollen daraus kleine Kugeln, um die
giftige Schlange zu vertreiben, die schon in Lau-
erstellung ist. Die Kinder zielen mit den Kugeln
auf ein kleines Körbchen o.Ä., in dem die
Schlange ist.
Sammeln Sie die Kreppkugeln später noch für die
Gestaltung eines Lagerfeuers.
Vorübung
Leiten Sie die Vorübung mit diesen Worten ein:
„Meine Indianer, kennt ihr alle noch unsere Freundin
Tränendes Auge, die endlich ihren Indianer gefunden
hat? (Hier können die Kinder erzählen, was sie sich
über Tränendes Auge gemerkt haben.) Auch die India-
nerin Treue Seele wartet sehnsüchtig auf ihre große
Liebe. Aber ihr Liebster muss mit der Schere viele
Hindernisse überwinden!“
Zeigen Sie jetzt das A4-Blatt mit den Bogenformen.
Die Kinder sollen jetzt überlegen, welchen Scheren-
Tipp sie dem Indianermann geben würden, um die
I
8 fertige Lernabenteuer mit den mutigen Indianern
Hindernisse einfacher zu überqueren, z.B. immer
an der Linie entlangschneiden etc.
Nachdem die Kinder den Tipp formuliert haben,
schneiden sie die Bögen aus. Durch den Lockruf
der Stammesältesten sammeln sich die Kinder.
Gemeinsames Betrachten
Gemeinsam evaluieren die Kinder, wie ihnen die
Bögen gelungen sind. Sie geben einander Feed-
back.
Übung
Sagen Sie:
„Auch ihr sollt jetzt springen. (Kopiervorlage zeigen)
Ihr dürft nun auf Steinen über den Fluss springen.
Springt (Schere zeigen) im hohen Bogen von Zwi-
schenziel zu Zwischenziel. Versucht aber, genau zu
landen, damit ihr nicht abstürzt und - wie hier - im
Wasser nass werdet Viel Erfolg euch, ihr mutigen
Indianer1 Howgh, ich habe gesprochen!“
Bei dieser Übung ist also das Schneiden von freien
Bögen das Ziel. Die Kinder versuchen, aufgezeich-
nete Elemente genau anzupeilen und schöne - freie
- Bogenformen zu erhalten. Kinder, die schon etwas
besser zeichnen können, dürfen statt der
Kopiervorlage auch ein selbst gezeichnetes
Bild benutzen Sie überlegen sich, über
welches Hindernis sie springen möchten.
Sie zeichnen die Hindernisse mit einem
schwarzen Filzstift auf ein Blatt und füh-
ren dann die Übung gleich durch wie die
anderen Kinder.
Der Lockruf sammelt die Kinder zur
Schlussrunde Jedes Kind bringt seinen
„Hindernislauf" mit.
Gemfiniome Schlussrunde
Die Kinder legen nacheinander ihre
Bogenformen aus. Sie würdigen ihre
Leistungen gegenseitig und erholten
je eine Perle aus dem Perlenschatz
Weiterführende Ideen
> Bewegte Turnstunde: In der Turnstunde kann
das Thema Bogen ebenfalls aufgegriffen wer-
den, indem die Indianer über Hindernisse sprin-
gen (mit oder ohne Steckenpferd).
> Sich öffnende Blume: Für den Einstieg in einer
ruhigen Phase (z.B. Morgenritual) können
Blumenformen (s. Skizze) aufgezeichnet,
ausgeschnitten und die
Blätter nach innen gefaltet
werden. Diese werden in
eine mit Wasser gefüllte
Schüssel gelegt, die in der
Kreismitte steht. Die Blu-
men öffnen sich dann, was
für ein großes Staunen und
Raunen sorgt. Um den Bezug zu den Indianern
herzustellen, könnten Sie erzählen, dass die
Blume ein Geschenk für Treue Seele ist, welche
in dieser Einheit vorkommt.
► Bäume: Ganz einfache Bäume entstehen aus
einer bemalten WC-Rolle, etwas grünem Ton-
papier und den Kreppkugeln, die beim Einstieg
hergestellt wurden. Diese Bäume könnten kleine
Spiellandschaften zieren.
40 Mini KMf* *ur Kitu Kindri S C.fl rtf-Cdf CI
I
41
8 fertige Lernabenteuer mit den mutigen Indianern
8. Lerneinheit
Spirale
Ziele
Das anspruchsvolle Schneiden einer Spirale steht im
Zentrum der letzten Lerneinheit. In einem lustvol-
len „Selbstversuch“ erfahren die Kinder am eigenen
Leib das Laufen einer Spiralform. Schrittweise ver-
kleinert sich dieser Weg, bis viele kunstvolle Spira-
len-Objekte entstehen.
♦../ Ablauf
Material
✓ Indianerschmuck
✓ Scheren
✓ Schneckenhaus (auf dem die Spirale deutlich
sichtbar ist, z.B. von einer Bänderschnecke)
✓ mehrere DIN-A3-Blätter
✓ dicke Wolle
✓ Kreppklebeband
✓ Filz- und Bleistifte
✓ Kopiervorlage „Spirale" (S. 44)
✓ mit Wasser gefüllte Schüssel
✓ Löffel
✓ buntes Papier
Zeigen Sie das Schneckenhaus von oben.
Die Kinder bemerken schnell, um welche Form
es geht. Sie nennen das Ziel der heutigen Einheit:
Spirale. Die Stammesälteste spricht weiter;
„Auch das Wasser zeigt uns diese Form. In einem
Strudel dreht sich alles auf ein Zentrum zu.
(Die Stammesälteste reicht jetzt eine mit Wasser
gefüllte Schüssel und einen Löffel.) Ahnt ihr,
kleine Indianer, wie man hier diese Form erzeugt?“
Die Kinder probieren das Erzeugen eines Strudels
jetzt kurz aus.
Dann fassen sie einander an den Händen. Sie als
Stammesälteste gehen voraus und wickeln die Kin-
derkette in die Form einer Spirale auf. Auf diese
Weise erfahren die Kinder lustvoll diese wunder-
volle Form. Sie sammeln sich wieder am Lagerfeuer
und tauschen sich kurz aus.
Vorübung
Zeigen Sie nun die vorgezeichnete Spirale und das
„Werkzeug" für jedes Team. Erklären Sie kurz des-
sen Handhabung und den Ablauf der Vorübung
- das Spuren von außen hin zum Zentrum. Die Kin-
der gehen nun paarweise zusammen und spuren die
Spiralformen nach.
Vorbereitung
Zeichnen Sie jeweils für ein 2er-Team auf ein Blatt
im Format A3 eine Spirale auf. Fixieren Sie dieses
für jedes Team auf dem Boden im Raum.
Fixieren Sie an einem etwa 10 cm langen Blei- oder
Buntstift vier dickere Wollfäden, die jeweils eine
Länge von etwa 15 cm haben sollen (s. Foto).
Kopieren Sie die Kopiervorlage auf grünes oder
gelbes Papier in Anzahl der Kinder.
Einstieg
Die Kinder tragen ihren Kopfschmuck und sammeln
sich am Lagerfeuer.
Dort erzählt die Stammesälteste (Erzieherin mit
Totem):
„Kleine Indianer, unsere Mutter Natur hält viele son-
derbare Formen für uns bereit Eine davon möchte ich
euch zeigen."
Mit dem Indianer-Lockruf sammeln Sie die Kinder.
42 Mim-Kurs für Kita-Kinder: <SchtL&LcL&n,
Gemeinsames Betrachten
Gemeinsam evaluieren die Kinder, wie ihnen die
Partnerarbeit gelungen ist. Sie geben einander
Feedback.
Übung
Sagen Sie:
„Unser großer Häuptling und Mutter Natur möchten
sehen, ob jeder Indianer einzeln seine Aufgabe erfüllen
kann."
Zeigen Sie die Kopiervorlage. Jedes Kind bekommt
eine und schneidet nun die Spirale aus.
Der Lockruf sammelt die Kinder zur Schlussrunde.
Jedes Kind bringt seine Spirale mit.
Gemeinsame Schlussrunde
Die Kinder legen nacheinander ihre Spiralen aus.
Sie würdigen ihre Leistungen gegenseitig. Die Kin-
der erhalten jeweils eine Perle aus dem Schatz.
Aus der Spirale entsteht nun in Windeseile eine
Schlange. Die Kinder bemalen dazu ganz einfach
die Spirale mit Mustern und kleben auf der Rücksei-
te ins Zentrum eine Zunge. Durch Ziehen an der
Zunge erwacht die Schlange zum Leben.
Weiterführende Ideen
► Papptellerfiguren: Aus einem ganz normalen
Pappteller können Sie auch eine Landschaft her
stellen Die Kinder bemalen den Teller vor dem
Schneiden mit blauer Farbe, schneiden dann
eine Spirale und kleben anschließend kleine Eie
mente, wie Schmetterlinge, Wolken etc., darauf
Durch das Schneiden eines Papptellers trainieren
die kleinen Indianer auch den Umgang mit an-
deren Materialien. Der Bezug zum Thema India-
ner entsteht, indem jeder Indianer, z.B passend
zu seinem Indianernamen, eine Spirale gestaltet
„Fliegende Wolke", „Heller Stern“, „Wundervol-
ler Schmetterling“, „Fliegendes Blatt“ o Ä ge-
stalten mit ausgestanzten Formen ihre individu-
elle Spirale.
► Schnelle Beine für die Tamachi und Timochu:
An einen Ballon werden zwei Spiralen geklebt,
Füße und weitere Körperteile kleben die Kinder
frei an. Ganz besonders ist das Indianerstirn-
band, das mit Buntstiften und Federn gestaltet
und am Kopf angeklebt wird. Fertig sind die
kleinen Indianer.
8 fertige Lernabenteuer mit den mutigen Indianern
Mini-Kurs für Kita-Kinder: S
©Verlag an der Ruhr | Autorin: Susanne Vogt |
Indianer Bettina Weyland, Spirale: Verlaa an rf»r o..k, i iron «-»r. — ----------
O AnudetL
•../ HäsuL&bdtL
Mit den Perlen, die bei jeder der acht Lerneinheiten
gesammelt werden, bastelt jedes Kind am Schluss
ein Amulett. Dieses Amulett ist dann ein wertvolles
Schmuckstück, das jedem Kind eine erfolgreiche
Absolvierung der schwierigen Indianeraufgaben
bescheinigt. Die Kinder können die acht Perlen
auf Wolle auffädeln und als Kette an das Amulett
knoten.
Hier wurde das Amulett aus Moosgummi ausge-
schnitten und damit gleich das Schneiden eines
Kreises in einem anderen Material geübt. Das
Amulett wurde mit Wolle bestickt und mit einem
Glitter-Pen bemalt.
Im Zentrum des Amuletts könnte ein gemaltes
Bild sein, das den selbst gewählten Indianernamen
wieder aufgreift. Für den Hintergrund des Bildes
haben die Kinder ein Murmelbild gemacht, worauf
sie das Bild ihres Indianernamens geklebt haben.
Wenn Sie am Schluss des Projektes noch das Schnei-
den freier Formen üben möchten, so eignen sich
Handformen sehr gut. Die Kinder zeichnen ihre Hand
auf und schneiden sie aus. Gemustert und zu einem
Gesamtplakat kombiniert, erlangen sie Wirkung
•...? Bcchesicoplf Spielenmit des Sehest
Viel Spaß macht den Kindern auch das Experimen-
tieren mit der Schere. Die Kinder schneiden dazu
aus Zeitschriften freie Formen aus und entwerfen
damit einen Indianerkopf. Wenn Sie einen Locken-
kopf (s. Bild) herstellen möchten, nehmen Sie gera-
de Papierstreifen, die sie mit einer Kante der Schere
zum Rollen bringen.
8 fertige Lernabenteuer mit den mutigen Indianern
ReÄhujz^: La^erl^u^r
U* Expm/umtterm mit MotesialtesL
Ein wirkungsvolles, kleines Geschenk entsteht aus
ein wenig Papier, einem LED-Teelicht und einem
kleinen Einmachglas. Die Kinder falten schwarzes
oder rotes Papier in Leporellofaltung und schneiden
daraus eine Feuerform, ein Indianerzelt oder kleine
Indianer aus. Die einzelnen Lagen stellen sie dann
in das Einmachglas. Das LED-Teelicht wird in der
Mitte platziert. Durch den Schein des Lichtes ent-
steht der Eindruck von Dreidimensionaliät.
Die Kinder üben das Schneiden von verschiedenen
Materialien, wie Moosgummi, Karton, Stoff etc. Im
Zuge des Experimentierens könnten dann kleine
Indianerpferde entstehen, für die man Karton, Stoff,
Filz und Klebstreifen schneiden muss und eine leere
WC-Rolle damit gestaltet.
Aus denselben Materialien können die Kinder auch
Karton-Stapel-Totems herstellen.
46 Mim Kur* für Kita Kinde»
Indmnfjprc^tklt^
Po* Indionerprojekt können Sie ouch viel uberqrei
trndr« ausdehnen Dabei könnte ein Indianerbuch
(*elb*tqebunden au* Kraftpapier) entstehen, dos
die verschiedenen Stationen zeigt, die die Kinder
wahrend des Projektes durchlaufen Werden Sie
gemeinsam mit den Kindern kreativ und denken Sie
sich Übungen und Gestaltungelemente für solch ein
Indionerbuch aus. Die folgenden Ideen können Sie
dobei inspirieren.
Indih/te/riajnA
Der indianername, den sich die Kinder zu Beginn
des Projekts ausgedacht haben, wird im Buch
verewigt Der mit Bleistift vorgeschriebene Name
wird in bunt nachgespurt. Jedes Kind kann ein
Erkennungszeichen dazu malen.
1
Die Lagerfeuer (rfahrungen des Mitunl« verarbeiten
die Kinder in einer kleinen Zetrhnung Die Chiffon
tucher des Feuers stellen sie durch gerissenes Krepp
popier dar und schulen so gleichzeitig dos Kleben
Titre, des Indsanes
Erzählen Sie übet die besonderen Tiere der Indianer
Die Kinder gestalten die Bisons mit Kunstfell nach
IndüjJLeszdt
Ein Indianerzelt wird frei gebastelt. In die Klappen
kleben oder malen die Kinder eine kleine Indianer-
szene
4?
8 fertige Lemubenteuer mit den mutigen Indianern
GeZrö/docUr IirdLcMr u FLadcnbrot
Das Indianerprojekt eignet sich ganz toll, um
heimische Blätter und Beeren genauer kennenzu-
lernen. Warum nicht auch einmal Kräuter etc.
sammeln und diese als kleines Herbarium getrock-
net in das Indianerbuch kleben? Selbstverständlich
wird auch Tee gekocht und probiert.
\ j ZeÄxJzejzspradze,
Indianer bewegen sich leise. Auch ihre Kommunika-
tion muss lautlos erfolgen. Die geheimen Zeichen
von S. 11 können Sie kopieren und auch in das
Indianerbuch kleben.
Stellen Sie typisch indianisches Fladenbrot mit den
Kindern her. Kleben Sie auch das Rezept ins India-
nerbuch.
250 ml Wasser
2 TL Backpulver
1 TL Salz
Öl
Indioner-Fladenbrot
Zutaten:
Verkneten Sie die Zutaten zu einem
gleichmäßigen Teig. Formen Sie mit den
Kindern zusammen kleine Bällchen und
klopfen Sie sie etwas flach.
Erhitzen Sie Öl in einer Fritteuse oder
Bratpfanne und backen Sie die kleinen
Brote goldbraun.
Sie können die Indianer-Fladenbrote süß
oder salzig genießen. Bestreichen Sie sie
mit Zutaten Ihrer Wahl, z. B. Honig,
Puderzucker, Kräuterquark o.Ä.
48 Mini-Kurs für Kita-Kinder: 5 cA/'L&toLe./'L