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                    ©euffdje ^((gemeine
Sctlitt, ftteitaQ' 28* mätfi 1941
Vetlag und Schriftleitunf: Berlin SW 68, Koehstraße 22—26. Fernruf: in Berlin 17 4901, ton außer¬
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3toetU@Qr*<33ecftöfee
gegen bie 9leutratität
Oberft ‘Doitotoait über ba§ SRiflfo
beë ßnglanbfytlfegefe^eë
S*. 3>cr atncrifantf d)c Obcrft Sono non, bcr im
Aufträge bcs ^räfibcntcn Noofeoclt einige Sänber im
Güboften befucfjt ßatte unb bann als amcrilaitifcßer
Veobacßter in Gnglanb rociltc, fjat in einer Nunbfunf-
rebe foeben zugegeben, baß bas oom Viäfibenten Noofe-
oelt Unterzeichnete Gnglanbßilfcgefcß gegen bie Neu¬
tralität oerftößt. (Er crflärte, nach ber Einnahme bcs
Vadjt- unb Seißgefeßcs hätte USA. groci Singe getan,
bie als Kriegsattc angefeßen toerben fönnen. (Erftcns
fei nämlicf) bie USA.-Ncgierung gum Vau oon Kriegs-
feßiffen ermäd)tigt roorben, bie an (Englanb ausge-
liefert rocrbcit follen, unb grocitens ßätte Antcrtfa oer*
anlaßt, baß britifeße ©cßiffe in amertfanifdjen Berften
repariert roerben biirfen. Oberft Sonooan fetgte hingu,
bas amertfanifeße Voll miiffe fid) über bas Nififo tlar
fein, bas hiermit oerbunben fei. Ser oertrantc Vcrater
Noofeoclts hat mit biefen fgcftftellungen ein Sßenta
aufgegriffen, bas in bcr amerifanifeßen ‘tßreffe fdjon
angefeßniiten rourbc, als bas Noofeocltgefeß bem Kon-
flreB gugejeitet rourbc. 3it bcr Genatsbcbatte haben
mehrere Senatoren fd)on barauf ßtngeroiefen, baß bc*
fonbers bie Reparatur britifdjer Krtcgsfcßtffe auf
ameritanifchcn Berften gegen bie Ncutralitätspflicßtcn
Amerifas oerftoße.
Bie ift bie Nedjtslagc? Sic Ncdjte unb Pflichten
ber Neutralen im ©eefriege finb am 18. Segember
1907 im §aagcr Abfomnten feftgclegt roorbeit. Sie
Veftimmungen biefes Abfommeits tobifigierten bie all¬
gemein anerfannten Siegeln bes Völterredjts. Sie
bereinigten Staaten oon Amertla finb biefem Ablom-
men am 1. gebruar 1910 beigetreten, alfo burd) bas
Abtommen gebunben. Nicht roeniger als oier Nrtifel
biefes Abfommens roerben burd) bas £eiß- unb ißadjt-
gefeg oerleßt.
Siact) Artifel 5 bürfen neutrale >päfen ober (Seroäffer
nicht gunt Stügpuntt für Seetriegsuntcrnehmungen
gemacht roerben. Sas gefdjictjt aber, roenn Kriegs-
fcßtffe repariert roerben. Sies ift bat)cr im Arttlel 17
iicâ) üUât.üulisii saboten ulhocu. oiiuiüßalb neutra¬
ler Jpäfen unb Neebcn bürfen Knegsfd;iffc friegfüßren*
ber Staaten 6d)äbcn nur fo rocit ausbeffern, als cs
für bie Bieberßerfteliung bcr Secfähigteit bcr Sdjiffe
unerläßltdj ift. Sic bürfen aber nicht in irgcnbroeld)er
Beife ihre militörifdje Straft erhöhen. Artitcl 18 ocr.
ftärft biefen Artilcl itod), inbem er beftimmt, baß
Kriegsfcßiffe ihre Vemaffnung unb ihre militärifeßen
Vorräte in neutralen §äfen roeber erneuern nod) ocr-
ftärten bürfen. Siefe brei Artilcl, bie oon Anterita
unterfchrieben finb, roerben in flagranter Beife burd)
ben Paragraphen bcs Seih- unb Sjjacßtgcfeßes ocrleßt,
ber bie Ncparatur cnglifcher Striegsfdjiffe in ameri-
fanifd)cn Berften geftattet. Ser anbere oon Obcrft
Sonooan ermähnte $all oerftößt gegen ben Artilel 6
bes §aager Abfommens, ber ben Neutralen bie Ab¬
gabe oon Kriegsfcßtffcn, SRunition ober fonftigem
Kriegsmaterial an Kriegfüßrcnbe oerbietet. (Scrabe
bies ift aber ber Kern bcs Gnglanbßilfegefeßcs.
Sie Negierung bcs Nräfibcnten Noofcoclt ßat ftä)
alfo nid)t nur oom (Seift bcr Neutralität entfernt, fon*
bern auch gegen ben Vucßftabcit ber oon Amerila unter*
feßriebenen • Ncutralitätspflid)ten oerftoßen. Obcrft
Sonooan hat mit feiner fyeftftellung bureßaus recht.
Nräfibent Noofeoclt fclbft ift es geroefen, ber bie Atgu»
mente für bie Neutralitätsroibrigfeit bes jeßigen ameri-
tanifdjen Verhaltens unb ber fegigen ameritanifchcn
Abficßten geliefert hat. Sie finb in ben Vegrünbungen
enthalten,'mit benen er 1935 bas Neutralitätsgefeg ein¬
führte. Sr hat bann biefes (Sefeg balb nach Ausbrucß
bes Krieges im Oftober 1939 abänbern Iaffen. Sr hob
groar bas Baffcnctnbargo auf, geftattete aber Kriegs¬
lieferungen nur unter ber cash- and carry-KIaufel. Um
bie 9NögIid)fcit oon 3roifcßcnfällcn ausguf(halten, er*
Ilärte er ein Sperrgebiet für bie amerifanifeße Sdjif-
fahrt. Sies reichte oon Vergcn bis gur fpanifeß-fran-
gÖfifd)en ©renge unter Ginfdjluß ber britifdjen Snfeln.
Beiter füblid) am Singang gum SNittelmeer gab er
amcrifanifchen Schiffen befdjränlte jjaßrtcrlaubnis,
jeboch nur nach nichtfricgfiihrenben fiänbern. ©ernbe
bie cash- and carry-KIaufel follte bie Neutralität roah-
ren. Sie Kricgführenben mußten bar begaljlcn unb bie
Sransporte auf eigenen Sdjiffcn abholen. NUcs bies
gefchah unter ber ausbrücflid)en Vegrünbung, bie Neu¬
tralität gu roahren. Surd) bas Seihgefeg ift nun fdjon
bie cash-Klaufel aufeer Kraft gefegt roorben unb Vor-
fdjläge gur Umgehung ber carry-KIaufel erfdgeinen täg¬
lich in bcr amerifanifeben Nreffe.
NJas ^räfibcnt Noofcoelt im 3ahrc 1939 fclbft für
eine unneutrale .Stanblungsroeife hielt, bas fann nid)t
beanfprud)cn, 1941 plöglid) als neutral gu gelten, unb
bcr Oberft Sonooan als perfönlidjer «Beauftragter
Noofeoelts erflärt ja auĄ gang offen, baff bie groei
roefentlidjcn Vcftimmungen bcs Snglanbhilfegefcges
als Kriegsafte angefehen roerben fönnen. Nad) eige¬
nem Sirigeftänbnis haben alfo bie Vereinigten Staaten
ben V3eg bcr Neutralität oerlaffen unb tragen bamit
bie Verantwortung für alle etroaigen Konfcqucngen.
Nud) bies hat Oberft Sonooan beftätigt, inbem er fagte,
bie Nmerifaner müfeten fid) über bas cingcgangenc
Nififo flar fein.
Q3rififcf)er 6000*2onner u^ecfäQig
•	dnb. Nero ?)orf, 27.3.
Sie Neebcrei Varber Stcamfhip So. in San Vebro inel-
bet als Ülgentin bes britifdjen ffraebters „© r e rj ft o f e
CE a ft I e“, bas Scfjiff fei feit groei ©odjen auf bent ffiege
»on Salfutta nach (Englanb überfällig. Sas 5853 93NI.
grofje Schiff hat Vlanganerg geloben.
Ueberetnffimmung
'Die evfte Qluèfaradje <3Rt66cntrot>-<3)latfuofa
dnb. Verlln, 27. 3.
Ser Neiihsminifter bcs Tlusroärtigen o. Nibbentrop
empfing am Sonnerstagnormittag ben auf (Einlabung ber
Nelchsregierung gum Staatsbefud) in Serlin rocilenben
Slufeenminifter bes uerbiinbeten 3apan, ?)ofufe
9K a t f u o! a, gu einer Vefpredjung, bie in einer
2ltmofpbäre herglichen (Einoernehmens oerlief. Sei biefet
mehrere Stunben roährenben Unterrebung tourbe eine ooUe
Uebereinftimmung ber 3luffaffung in allen gragen ergielt,
bie fiĄ aus bcr 3ufammcnarbeit, roie fie im Srcimädjte-
paft gtoifthen Scutfcglanb, 3talicn unb 3apan oorgefchen
ift, ergeben.
$ln[<hliefjenb gab ber Nelchsminiftcr bcs Slusroartigcn
o. Nibbentrop gu (Ehren bes japanifdjen ©aftes einen
(Empfang im fleinften Streife, an bem bie Angehörigen bcr
iapanifdjen Sclegation, Vertreter ber japanifdjen Votfdjaft
unb bie Ieitenben Vcamten bcs Austoärtigen Amtes teil-
nahmen.
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„6iun6e ber fonftnentolen 6oIibaritäten'
Von unterem Veridjterftatter
öh. Nom, 27.3.
Ser gro§artige ©mpfang, ben Verlin bem japanifdjen
Augenminifter bereitete, hat auch in 3talien tiefen ffiinbrucf
hinterlaffen. Sie erften Seiten ber ^iefigcrt ßeitungen
geben faft ousfchlieglich gunfbilber oon bem (Empfang,
ferner ausführliche Verichte aus Verlin foroie (Einbrücfe
oon ber gafjrt im Sonbergug bes japanifchen Nlinifters.
„Cs ift gut", fdjrcibt „V o p o 1 o b t Noma", „baß bei
ber geier bes europäifd)-afiatifchen Sreierpaftes, bie ber
Vefuci) bcs japanifchen Nlinifters grocifellos barfteUe,
(Europa, Udc \n \t\ntt (\cmgen poWUfdjtn unb \bcn\cn efte- \
|rf)iof|£iiyihi ’gp.cge. „Cs (ei oic ctunoe oer r/mnnentalen
Soliboritäten': ©egen bie flerfplitterung brr oon ben
Vlutofraticn ausgebeuteten unb ruitb um ben Crbball bcr
Not unb Unruhe nusgeliefcrtcn Sänbet erhebe fieß bas
©efeg einer einheitlidjen fflirtfehaftsorganifation unb einer
ausgeglichenen C&eredjtigleit für aüe Voller. Ser Srcier-
palt fei bie ibealc politifcße Vrücle gmifchen Curopa unb
Afien, ein Unterpfanb für griebe unb Orbnung unb ein
gunbament für eine neue ©elttultur.
an bie Italiener
Von unterem Veridjterftatter
wl. Nlailanb, 27.3.
Ser großartige unb hcrglicfjc ©mpfang bes japanifchen
Außenminiftcrs 9N a t f u o f a in Scutfci)Ianb finbet auch
in Norbitalien ein nachhaltiges Ccho, roo tnon gleichfalls
bereits oont Vrenner bis nach Nom gu feinem Vefucf)
riiftet, ber als ein außergewöhnliches Crcignis ber 03e-
fdjichte Curopas geroürbigt roirb. Von ben fiihrenben
Vlättern roirb betont, bie bipromatifdje Aftion ber Adjfe
bchcrrfdjc bie internationale Cagc, unb bcr Vcfud)
Ntatfuolas unb 3ugoflaroiens Veitritt gum Sreimächtcpalt
bclräftigen bie ©eroißtjeit, baß bie Acßfe ben Sieg in ber
§anb t)abe.
Nlatfuola hat bent ißm im beutfdjen Sonbergug an^bie
rxtffifdje ©renge mit entgegengereiften italienijchen Son-
bcrlorrcfponbcnten lurge 3uteroieros geroährt, roorin er,
roie bereits gcmclbet, auch ou jeiuc Vcgegnung mit Außen-
minifter ©raf Ciano erinnerte, unb an ben ftarten ©in-
brud feiner erften Vcgegnung mit bem Suce im 3Qhre
1933, unb Ujm bas fafdjiftifdje Vnrte'nbgeichen oercfjrt
rourbc. Sem Korrefponbenten ber ,Stampa* hat Ntotfuota
auf eine grnge geantroortet: Sie Stellung 3apons roerbe
burd) bie Vcftimmungeit bcs Voltes oorgefchrieben. ©as
auch immer oorfommen möge, roirb 3apon feine Verpflich¬
tungen mit ben Achfcnmädjten einhalten, betonte Nlatfuola.
giir bas italienifdje Volt hat bcr japanifchc Außenmini-
ftcr bem Korrefponbenten bcs „V o p o l o b ' 3 t a l i a* fol-
genbe Voffdjaft übergeben: „3dj freue mich, öurdj Ver¬
mittlung ber 3eituug bes Suce, bes „Vopolo b'Stalia",
meinen erften ©ruß bem nrbeiffamen itnlienifdjen Voll
gu entbieten, beffen ©igenfchaftcit ich fdjon tpäßrcnb ber
wenigen Sage fchägen lernte, bie idj 1933 in 3hrcm Saobe
ocrbradjte. Von ber Vcgegnung, bie idj bamals mit bem
Suce bes 3ajd)isn\us hatte unb ber Untetrebung oon über
.inet ©Uvnbe trun (An Jtebexjn'—Aor; -
Vegiehungen gmifdien unfern beiOen Sänbern immer enger
unb frcunbfd)oftlidjrr werben. Sie ©rcigniffe haben bas
beftätigt. 3<h bin Rdjcr, baß aus ben neuen beoorftefjenben
Vegegnungen mit bem ftühm bes nationalfogialiftifd)cn
Seutfd)lanb unb bes fnfd)iftifd)cn 3talien neue Glcmcnte bes
©inoetnehmens unb ber Solibarität hctoar0Ehe't roerben,
bie geeignet finb, einen wohltätigen ©influß auf bie Ve»
gießungen unjeret beiben großen 2änber ausguüben."
6r|fe *5000)16 in Sofio
ffunlfprucß unf. ^ernoft-Vericßferftafterd
Wilhelm Schulze
Solio, 27. 3.
5ür bie mciften ßieftgen Sagesgcitungen tag bas ©intrcffeit
Nlatfuolas in Verlin gu fpät, als baß bie Nlorgenaus-
gaben noch Vericßle bariiber bringen tonnten. Nut gang
fpät fdjließcnbe, roie „Afaßi* unb bie Amtsagentur Somct,
oergeießnen bas ©rgebnis oorerft lurg in fpäteften Nacß*
fdjiiben, wobei Somei aber feßon mclbet, boß bcr Anßalter
Vaßnßof, ber feßon oietc ©mpfänge oon ©ürbenträgern
erlebte, niemals folcßc ffiiHtommensfgcnen gefeßen ßabc.
(5ingei)enbe Säuberungen in 9teto ^ort
dnb. Nero ?)orf, 27.3.
Sie Nem-Vorler Vrcffc, bie bioßer nur fpärlicßc Nlelbun-
gen über bie ©uropareifc bes japanifchen Außenminiftcrs
Nla-tfuofa gab, berichtet ßcute ausführlich über ben be-
geifterten ©mpfang, ben bie Neicßshauptftabt bem ßoßert
japanifeßen ffiaft bereitete. Sie Vlätter pcröffentlicfjen
teilroeife aueß ffunlbilber oon bcr Anlunft Nlntfuotas auf
bem Anßalter Vaßnßof unb feiner 5Qßrt bureß bos unüber*
feßbare jubrlnbc Nlcnfcßenfpottcr. tSie Begrüßungsfeier*
Iicßfciten roerben in allen Gingelßeitcn gcjcßiibcrt.
Äo|)eni)agen: ^eUpolitii^e ‘Bebeutnng
Von unterem Veridjterftatter
bm. Kopenhagen, 27.3.
Sie Kopenßagener treffe geigt fieß ftarf beeinbrurft oon
bem Naßmen, ben Verlin bem Vefucß Nlatfuofas ge¬
geben ßat, unb oon ber $erglicßfeit, bie bie ©mpfangsfeicr«
licßlcitcn geprägt ßat. „Verlin bereitete SDtatfuofa einen
übcrroältigenben ©mpfang“, fdjrcibt „Verlingfle S i *
b e n b e". Set äußert Vahmtu fe\ \o 'unpoulercnb uüe mög.
Vcft) pcftaUpt roorben. „^pUttten* jpridjt oon Vet-
banblungen von tvcltpolitifcficr 'Pcbcittung unb berichtet,
baß Verlin bem japanifdjen Aufieitminiffer einen ffraßfen*
ben unb ßerglicßen ©illfomm bereitet ßabe. Verlin ßabe
gang im 3dd)en bes Sonnenbanners geftanben, unb es
roaren bie jungen Nationen 3apan unb Seutjdjlanb, bie bie
§»auptroücn fpiclten.
@cfotg in ‘Storftafrifo
38 500 5012 oernic^fet, 50 000 59R2 |tf)toer bef^äbigf
gjcoltn, 27.3.
Sas OBetfomntanbo bet ffießrma^t giht
BcJannt:
Scutfcßc unb ItaHenlfcße motorlfiertc Stuppcn Befeß-
ten tn bett Nlorgenftunben bes 24. 9Rätg naeß lurgeiu
Kampf ©I Agßetia an bcr Voüfte bcr großen Sgrtc unb
roarfen ben Seinb ttae^ Oftcn gurücf.
Sie Suftroaffc füßrte ben Kampf gegen bie Britifdje
§anbclsf<ßiffaßrt mit fteigenbem ©rfolg roeiter.
9Bie Bereits bclanntgegcben, »erniößteten beutfeße
Kampffluggeugc im Saufe bes geftrigen Sages im
Atlantifdßcn Ogcan unb in ber Sßemfemünbung ctroa
31500 VNS. feinblicßen $anbelsf^iffsraums weitere
6000 VN5. »urben ferner Bcfößäbigt. Nacß ergangen*
ben SRelbungen rourben außerbem Bei ben garöer
3nfeln groei §anbelsftßiffe oon gufammen 7000 VNS.
burèß VomBenooUtrcffcr oerfenft. Somit rourben
geftern insgefamt 38 500 VNS. fcinblicßer Scßiffe-
raum oernießtet. gerner gelang es, im ©eegebiet
um ©nglanb geßn Sdßiffe mit ctroa 44 000 VNS. bureß
Suftangriffc ftßrocr gu Befcßäbigen.
3m Nlittclmccr crgielten beutfeße Kampffluggeugc
füblidß Kreta itoß ßeftiger ABroeßt feßroere Srcffer auf
groei größeren Sransportfdjiffen eines feinblicßen ©c-
Icitguges.
Vci Bewaffneter Aufllärung über ©übcnglanb rour¬
ben brei moberne ^abrifanlagcn angegriffen. Unter
aitberem crßiclt ein SScrf bcr ftluggcugrüftungs-
inbuftrie Sreffet in eine große 9RontageßaIlc.
Auf groei glugpläßen rourben oBgefteUtc fcinbliiße
gluggeuge im Siefangriff bombarbiert.
Vei einem Angriff auf einen $afen an ber englifcßcn
Süblüfte entftanben in ber VeirieBsßatle eines große*
ren Ajcrles ©jplofioncn rtnb Vränbe.
Gin beutfeßes Aufllärungsfluggcug feßoß über ©üb*
englanb in einem Suftlampf mit fünf britifeßen Sä¬
gern groei feinblicße gluggeuge oom SNufter $urricane
ab. Sas bcutfdje gluggeug erreichte troß ernftßafter
Vcfcßäbigungcn ben §eimatßafen. Sie Vefaßung be-
ftanb aus Seutnant 9N e g e r als Kommanbant uitb
Veobacßter, Oberfclbroebcl g i f cß e r, Unteroffigier
A 11 ß a u s unb Obcrfelbroebcl G u r i iß.
Ser geinb flog roeber bei Sage nacß in ber Nacßt
nacß Scutfdjlanb ein.
Ser ©egner ocrlor groei gluggeuge unb einen ©perr*
Ballon. 3roei eigene gluggeuge roerben oermißt.
Bomben auf englische Transporter
Italienisches U-Boot versenkte 12500 BRT
dnb. Koni, 27. 3.
Der italienische Wehrmachtbericht vom Don¬
nerstag hat folgenden Wortlaut:
An der griechischen Front Artillerie¬
tätigkeit.
Unsere Jagdformationen haben einen Angrifi au!
den feindlichen Luftstützpunkt von Paramythia
durchgeführt und dabei Flugzeuge am Boden mit
MG.-Feuer belegt. Zwei Gloster wurden in Brand
geschossen, weitere Flugzeuge schwer beschädigt.
Unsere Bomberformationen haben in Preveza
im Haten liegende Schiffe und Hafenanlagen ange¬
griffen. Ein weiterer feindlicher Flottenstützpunkt
wurde im Peleponnes mit Bomben belegt.
In Nordafrika haben italienische und
deutsche Einheiten El a g h e i 1 a (Syrte) besetzt.
Im östlichen Mittelmeer haben Flug¬
zeuge des deutschen Fliegerkorps feindliche auf
Fahrt befindliche Schiffseinheiten angegriffen. Zwei
Transportdampfer wurden getroffen und schwer
beschädigt.
In O s t a f r i k a geht die Schlacht bei Keren
heftig weiter. Wiederholte feindliche Angriffe sind
durch den hartnäckigen Widerstand und durch die
Gegenangriffe unserer tapferen Truppen gebrochen
worden, die dem Gegner schwere Verluste bei¬
brachten. Unsere Jäger haben der feindlichen Luft¬
tätigkeit heldenhatten Widerstand entgegengesetzt
und in zahlreichen Kämpfen gegen überlegene
Streitkräfte zwei Hurricane und eine Bienheim ab¬
geschossen. Ein eigenes Flugzeug ist nicht zum
Stützpunkt zurückgekehrt. Unsere Bomber haben
Artilleriestellungen und Truppen getroffen.
Unsere Bomber haben zahlreiche feindliche Pan¬
zerwagen und Kraftwagen in der Gegend von
H a r r a r angegriffen und beschädigt.
Eines "unserer im Atlantik operierenden U-Boote
unter dem Befehl des Korvcttenkapiläns Giu¬
seppe Roselli -Lorenzini hat zwei Damp¬
fer mit insgesamt 12 500 BRT. versenkt.
Gngtonb „tauft“
<jriecf)ijcf)en JJaffagierbampfer
dnb. Nero Vor!, 27. 3.
®et grieeßifeße Vaffagierbampfer „N e a $ e II a s* (16 991
Tonnen) ift non öetn britifeßen Seßiffaf)rtßminifterium
„angelauft* roorben.
Qlrfeital be§
9leD=0mt>crtciKâmuë
Von unferem Amerila-Vcricßter ff aller
Pnut Scheffer
Nero ?)orI, im Ntärj
2)ic Vereinigten 6tanten ßaben [idj zum „Arfenal
bcr ©cmofrntic" erflärt. Gs ift ein tUngcnbes ©ort,
bas bcr Hkäfibcnt geprägt ßat. Genauer betraeßfet,
fann cs bem nationalen Sclbftbcroußffcin ber Ameri*
lancr mißt ganz fo fiel ©Genugtuung geben, roie cs
ißm nacß bem SBunfcß bcs Urßcbcrs biefer ftormel oßne
ßroeifet nerfdjaffen follte. Gin Arfenal liefert 'Baffcn
auf Abruf, bcr Sageroerroaltcr gebraueßt fie nidjt fclbft
uni) beftimmt audj nießt, rote fie gebraudjt roerben. Gin
Arfenal ift ctroas Notroenbigcs, aber es ift nießt mit
ßeroifeßen Säten inbirett nerlnüpft unb nidjt ber
©cßauplaß großer Gntfdjcibungen. Nlinbeftens bas
Bort »ermittelt nießt folcßc Vorftcllungen. ®ie ©e-
feßießte fprießt lieber non ben fronten als »on ben
©tappen.
Gs ift roaßr, bie Amertfancr feßreiben fid) ßeute mit
Stolz bie Nolle bcr Netter ber ®emolratie zu- fonfret
gefproeßen ©roßbritanniens. 3cbcn Sag finb meßt
2eitte auf ben Straßen Nero S)orfs zu ftßcn, bie bie
große Gmailleplatctte mit bem englifdjen Bappen tra*
gen. Aber jeben Sag fragen fieß aueß meßt Ameritaner:
),®ie Nettung Gnglanbs zu beforgen, ift bas nun
alles?"
©cmemßin roirb btefe ^rage nießt laut gcftcllt, fie
crrcicßt erft neuerbings ben ©cßerfaal unb bann roirb
fie zu allcrmcift in oerfeßämten 9Nanuf!ripten oorge-
tragen; ftanfaren roerben ocrmicben. fyür bie Ameri»
laner ift ißre Außenpolitil in biefer Krife roirfltcß
ungeßeuer lompliziert. 6ie follen gegen bie totalitären
©taaten fämpfen, aber fie follen cs oßne Vlutoergicßcn
tun. Sie follen ben status quo ber Belt retten. Status
quo trott 1919? Ober oon 1938? Ober oon 1939?
^ebenfalls einen status quo. 3uglcid) aber ßören fie aus
Gitglanb, unb bie etroas nacßbeitfcn, facten es fuß fclbft,
baß nad) betn Gnbe bes europäifeßen Krieges eine „Neue
Vielt" entfteßen muß unb entfteßen foll! Stcfc Ausfidjt
läßt fid) nidjt ausfüllcn mit ber Vorftcllung oon bem
„Arfenal bcr Scmofratic". Bas roirb Amcrila in bet
neuen Belt tun? Bcldje 3>de tntrb cs in ißr ocr-
folgen? Bie muß fie ausfcljcn, um gut zu fein? Unb
roas fann Amcrtia bazu tun?
S>as Vooblcnt bes fjricbcns liefert oon Natur aus
eine gute Anfniipfuug, um all biefe rocitcrcit fjoagen zu
erörtern. 3cbod) Ixit ber Viäftbcnt bas Sljcuta foeben
glatt abgcfdjnittcn: jetzt fei bcr Gicg bie $>auptfncßc
unb bas Bcitcrc ßabe fieß fpätcr zu finben. ®ic Gr*
flnr.ung ber ftriebcnsziclc Gnglanbs unb ber Vereinig¬
ten ©tonten ift oon Anfang bcr Krife on in biefem
ßanbe geforbert toorbeit, immer roicbcr trat bas ©c-
rUcßt auf, baß fie in ßonbpn ober in Bafßington un¬
mittelbar bcoorftcßc. Gs ßeißt nun, ilorb ^alifas, ber
neue cnglifcßc Votfrijaftcr, ßabc beabfießtigt, zu fpre*
eßen unb baß bcr Vräfibcnt bies burd) jene Venterfung
oerßinbert ßabe. Gs ift oicl roaßrfcßetnlicßcr, baß bie
anicrilamfcßc unb bie englifdje Negierung in biefetn


tote in ütelcn anberen Bunlten einer SDlcinung finb. Schweigen ift ©olb. (Es wirb ißnen E)ier in Btnerifa nießt gu feßwer gemacht. “211s ber 2onboncr „(Econo- mift", F)icr fonft oiel beamtet, feßrieb, (Englanb irtüffe Bmerifa bet ber geftftellung bes gricbens ben SBor- tritt loffctt, würbe biefer Saß ßier naßegu ignoriert. 3>ie ©ebatte über bic „SRcue SBelt" muß alfo auf ^ilfsftellung bureß eine gricbcnsbebatte toeiter oergief)* ten. (Es fällt ißr nießt nur bcsßalb feßwer, fieß gu ent¬ falten. ©er ifolationiftifdje ©cbanle, bas ©oangelium ber Selbftbcfcßräntiing Bmerifas auf feine heutigen (Srengcn, bie ^rebigt ber (Entßaltfamfeii oon ftemöen Jntereffenfäinpfcn èrfter Orbnung, an benen Bmerifa nur in gweiter 2inie intereffiert wäre, bies Brogtamm fpielt immer nocß eine große SRolle im SBcwußtfein Bme» rilas, aueß toenn cs fèit bem 3. September 1939 eine feßwere SRicberlagc naeß ber anberen erfahren ßat. 3n- fofern Jf>at es freilich ben Sturg iiberftanben, als bie moralifcßcn Begriffe, mit benen ber 3folationismus operiert, urnb bies freigiebig, roeiter unbebingt gum guten Gon in ber politifdjcn ©isfuffion gehören. „(Er¬ oberung," „Unterwerfung", „©ewalt" ejiftieren nießt im UBörterßucß ber Jfolationiftcn. ßs märe falfeß, in biefem 3ufammcnßang oon einer beftimmten ©ruppc gu fpreeßen. ©ic SReaftion gegen bic Geilnaßme S!tme* rifas am SHkltricg bat ficß' bis tief in bie breißiger 3aßre gefteigert. Sie fanb il)ren Hößepunft in ber SRcutralitätsgefeßgcbunq feit 1934. Jn ißt oergießtete SUmcrita auf bie „Freiheit ber SDleere". Um fic E>atte es feit SBafßingtons Sagen gerungen, gulcßt nod) gegen ßnglanb in ben Jaßrcit 1914 bis gum SRbbrueß ber Be¬ gießungen mit ©eutfeßlanb. Soeben ift behauptet wor* ben, bis 1939 fei felbft SRoofetelt ein 3folationift ge* toefen. BicIIeießt. Seine heutige Spredjtoeifc enthält oiele ßlcmente aus jener Seßule, unb fcljr cßaraftcri- ftifd) forbert er, baß fid) Btncrifa auf Kriegsbafis ftelle, bamit cs — nidjt in Krieg gerate. ©as amerifanifeße ©enten ift meßr als bas irgenb* eines anberen 2aitbcs bureßfetjt mit Gßefen, bie pagi* fiftifcß fcßillern, roenn fic es nießt ifolatoniftifcß tun. ©ic 3bec, baß Bufjcnpolitif fcßließließ uneigcnniijjig fein unb bent Bcftcn ber StRenfcßßeit bienen foll, Hingt bem Sllmcrifaner oon ßeute nid)t notroenbig paraboj:; gum minbeften erroartet er, baß bie Bufjcnpolitit feines 2anbes in biefen SOlontcI fid) Ileibc. SIBenn oon ber 3uIunft gefprodjen toirb, roirb allgemein bie Bor- fidßt geübt, fic mit gang bünnen 2inicn 511 umreißen, ßs ift nid)t anbers möglich, ©ie bemofratifeße Frei¬ heit ber Bölfcr roie ber 3nbioibuen foH überall ge- fßaffen roerben, naeß ben SBorten bes 'präfibenten, meil bas ber Sinn unb gugleieß bas ©cbot ber Sclbft- erßaltung ber ©emofratie fei. ©ie ftrengen Jfolatio¬ niftcn fagen, bics geße gu rocit. 9lber bas Sfkingip, überall müffe ©emofratie ßerrfeßen, bamit IIS2I. fießer fei, roirb nidjt beftritten. ©ie ©emofratie ift nämließ bie eingige Staatsform, bie grieben oerbiirgt. So allgemeine Säße finb bas eingige, roas im öinblicf auf bie unbeftreitbare Gatfacße gu ßören ift, baß eines Soges ber SBaffcnlärm oerftummt fein roirb. ©ie frö- nenbe Sßefe ift, baß eine für SRmerifa afgeptable 3»* funft nur möglich fei, roenn bic ©emofratie ßnglanb fiege. ßinige Spegialiftcn ber ifmnbclstenfung unb einige am ßjport intereffierte ©efeßäftsleute mögen fuß überlegen, roie man mit einem einheitlichen (Europa unter beutfeßer güßrung irgenbroic gu SRanbe fommen fonnte. 3m gangen läßmen aber bie ifolationiftifcß-pagi- fiftifßcn Sßefen ßeute nocß alle genauere Busmalung, roie benn im fonfreteren bic ®clf befeßaffen fein müffe, bamit Ultncrtfa an ißr ®oßlgcfalIen finben fönne. SUmcrita genießt bas Bcwußtfcin mit greubc, ©ott banfen gu bürfen, baß cs nidjt ift roie jene . . . Silber fo fönnte es audj, unb oielleiĄt feßr plößlid), eines Sages oor Sllufgaben unb ßntfeßeibungen fteßen, für bie es fidj oiellcidjt militärifdh, aber in feinem anberen Sinne gerüftet ßat unb auf. bie cs in feinem Sinn gefaßt ift. Summarifcßc SBcfcßrcibungen ber ©ciftcsocrfaffung eines großen unb Icbcnbigcn SBoIfcs, beffem unmittel- barem 3ll9rfff 9taturfdjäßc unterliegen, roie fic feinem anbern gur Verfügung fteßen, nocß' je gut SBcrfiigung fteßen roerben, föitnen nie gang ftimmen. ßinc einfame Scßroalbc crfd)icn im September 1940. 3n bent Sonn- tagsmagagin bet „SRcro 2)orf Simcs" fanb fid; ein oor* gitglid) gcftßricbener, mit unterßaltenben 3*Men aus ber SPergangenßeit gcfdjmüdtcr Sllrtifcl oon fjrancis SBroron, ber im Untertitel fonftatierte: ,,©ic SRütion roenbet fieß ab oon ftarrem 3foiationismus, fie feßeint in eine Sllera ber ßjpanfion eingutreten." ©er Sitcl fagte: „Sllmerifas §origonte rociten fid)." Soroeit icß roeiß, roar bies ber eingige ^luffaß, ber bic „ßiftorifeße SBebcutung ber Sgcne" roiirbigtc, in ber SRoofcoelt ber Sprcffc am 3. September 1940 mitteiltc, SJlmcrifa ßabc oon SRcufunblanb bis ßinab nad) Srinibab flotten* unb ßuftftüßpunfte auf ben englifcßcn 3nfcln erroor* ben, bic bem amerifanifeßen ttontinent oorgelagcrt finb. UeberaH in ber amerifaniftßcn Ocffentlicßfcit rourbe bei biefer ©elegenßeit am roenigften baoon S®c- fen gemaißt, baß bies einen enormen 9Radßtguroad)S für bie SBéreinigtcn Staaten bcbcutcte, genau fo roie ber Qlrtifel bes „ßconomift" bureßfiet. ©er SBerfaffer aber fnüpfte an bie SRacßricßt SBetradjtungen, bie auf eine fyorntel aus ber Sölittc bes 19. 3aßrßunbcrts gu- rücfgtiffcn, bamals, als USSH. fieß ben Sffleften er¬ oberte. ©amals bcgcißnetc ein SDlitglieb bes SRcprä- fentantenßaufes biefe 'llnncsionen auf äResifos Äoftcn als bic „offenbare SBeftimmung* ber amerifanifißcn SRation. 3n ßrnft unb in Spott ift biefe religiös ge¬ färbte SRcdjtfertiguiig amcrifanifdßcr ßjpanfion immer roieber bei neuen ßroberungen aufgetaueßt. Silber fic fdjicn feit bem ©eltfrieg gang in SBcrgcffenßeit ge¬ raten. ©er SBerfaffer finbet, „Manifest Destiny" ßabe feinen Sinn geänbert. $ull ßabe ben 21 Staaten ber pan-ame- rifanifeßen Sonfercng bie SDlitbcnußung ber neuen SBafen angeboten. ©as fei nidjt ber ©eift Sßeofcor SRoofeoelts, aus ben 3eften, USSU.-Satein-'Jlmerifa als bas „Äoloffus im SRorben" oorgeftcllt rourbe, ein nun „altmobifdjer" Spißname, aber bafiir fei ßeute Sllmerifa offenbar gum Sdjüßer unb sproteftor bes Süb- fontinents beftimmt. ‘Jlmcrifas gefäßrlidßcr SBSeg füßre oon ber SBafengcmeinfcßaft gur engen Spartneefcßaft mit ßnglanb, gur 93crfd;melgung ber ßiftorifdjcn „Pax Bri- tannica” mit ber „Pax Americana", bic Jrancis SBroron nießt als ßiftorifcß bcgeidjnct unb alfo rooßl als Stjmbol ber neuen rocliumfaffcnbcn ©eltung ber ber¬ einigten Staaten benußt. So roerbe bmerifa eine 3n- tereffcngcmcinfdjaft über ein ©ebiet, bcrooßnt oon 700 SDlillionen 9Rcnfdßen, guroaeßfen. ©er SBerfaffer ift bei all bem oorfießtig. „SIBenn bic ßreigniffe cs gu- laffen", fügt er immer roieber ßingu. Silber jebenfaHs „ift bas anglo-amcrifanifcße bbfommen 00m 3. Sep¬ tember bic logifeße Folgerung aus ffräften, bic, oicl* leießt mgftifcß, Sllmerilas Scbcn im 2auf ber 3aßrc ge¬ formt ßaben. ©ic alten ©crooßnßciten ber SHusbeßnung, bes 3ufQmmenfd)Iuffcs mit einer anberen 9Racßt im Fall ber SRot, ßaben fieß roieber geregt, ©ic alte 2cßre oon ber „Offenbaren SBeftimmung", fo feßr fie ißren ©eift geänbert ßaben mag, ßat roieber Äraft." ©er SBer¬ faffer' erroartet innere Kämpfe bariiber, ob bic neue „Offenbare SBeftimmung", genau fo roie jeßt über bas £ilfsgefcß geftritten roirb, roirflief) roerben foH. SB3o er felbft fteßt, ift flar. 3ngroifdjcn ßat §enri) SU. 2ucc, ber 53cftßcr unb Her¬ ausgeber einer Äcttc oon granbiofen 3titf(ßriften, in „2ifc", einem roöcßcntlidjcn SBilbcrbudj, bas ißm autß gcßört, bie Scßicffalsfrage cbenfaUs geftcUt. SBroron ßat in SRäumen gefprodjen. 2ucc fprießt oon bem „erften großen amerifanifeßen 3aßrßuubcrt", näinlitß bem groangigften. ©cm „erften", rocitcre fönnen alfo folgen, ßr gefteßt gunädßft: „ŚBir SUmcrifancr finb unglüefließ. sJBir finb nidjt gliicflidj über ‘Jlmcrifa. SJBir finb nidjt glüefließ über unfere eigene SBegießung gu SUmcrita. ÜBir finb neroös, ober feßen fdjroarg, ober finb apa- tßifcß". 2luf oiclcn foftbaren Seiten, oon feinem 3nfe» rat unterbrodjen, feßt 2ucc roeiter auscinanbcr, baß „Sllmerifa fieß im Jlrieg befinbe, unb bic Frage fei, roo- für? ©ie roitßtige, große Sadjc, bic ßier ben SJIusfcßlag gibt, ift, baß bic oollc ©elegenßeit gu füßrcit, uns gu- gefallen ift". 2ucc fäßrt fort: „fjrcunbc unb SUlIiicrtc 2lnterifas? SBcr finb fic, unb roofür finb fie esV ßs ift unfere Sacße, bas ißnen gu fagen." ^lmerifa, ßeißt es roeiter, fet groar bic oitalftc unb mädjtigfte dlation ber groangigften 3aßrßunbcrts geroorben, aber fei un¬ fähig geroefen, fieß geiftig unb tatfädjlicß bem angu- paffen. ©aßer ßabe ■Jlmerita cs nießt oermoeßt, feine SRolle als Sßgeltmacßt gu fpiclcn. ©ics ßabc bcsaftröfe Solgen für bic SDicnfdßßcit unb cs felbft geßabt. ©ann tommt eine feine Untcrfdjcibung: „SUmcrita fann nidjt für bas SBoljlocrßaltcn ber gangen übrigen Sfficlt ocr- antroortlid) fein. Silber rooßl ift Sllmerifa ocrantroortlidj fid) felbft gegenüber unb gegenüber ber ©cfcßicßtc ocr¬ antroortlidj für bas SBeltmilieu, in bem es lebt." Sßcldyec frwft fpcidjt aus biefen beiben Shtnbgcbiuu gen, bie bisßcr feßr cinjam baftcßcn‘1 SBci bem gcroieg- ten HUtorifcr SBroron beroußt, bei bem spraginatifer 2uce oßne alle Ucbcrlcgung erfdjeint 3inpcrialismus auf ber SBilbflädjc. ßiu geläuterter roie SBroron er- Hört, aber bei 2uce fpridjt feßon bebeutenbes Ungc- ftüm, troß feiner humanitären unb ibcaliftifdjen Spradje. ipeute roagt nicmanb in Sllmerifa oon 3mpc- rialismus, fei cs audj nur als einer SDiöglidjfcit, gu fprcdjcn, gcfdjrocigc beim ißn gcrabeaiis gu oertreten. ©as Sffiort ift oöllig fompromittiert. ©ie alte 5orm aus Jliplings Sagen ift rooßl audj oorbei. 'Slbcr aller 3fo- lationismus unb Spagifismus ber Icßtcn groangig 3nßec roirb nidjt oerßinbern fönnen, baß fidj ein unoerbädj- tiges SB3ort für eine fo oerbäeßtig gcroorbenc Sacße ein* ftclit. ©enn ein SReo-3mperialismus ift bereits in bcc 2uft. SBer roeiß, roie er fteß nieberfdjlägt. 2ucc ßat feinen SHuffaß auf groci ©angfeiten ber „ŚR. '?). Simes" unb bes „Sit. 2). Heralb" noeß einmal oeröffentliAt; bas roirb SBcrocgung bringen. SRidjt nur Siege, auctj ßnt* täufeßungen gerftören fo entfagungsoollc sprogrammc, roie bie 2eßre ber 3folationiftcn. ®as bas gioangigftc 3aßrßunbcrt 'Jlmcrifa bringen roirb, bleibe baßingcftcllt. Silber oiel fprießt bafiir, baß nod) im 3aßr 1941 bic SUnierifaner bes troefenen Sons fatt roerben fönnten. Die Lage: (3Dtatfuota—13Rt65cnfco)> Unfere <3Weinung ©er fapanifeße 'älußenminifter Sülatfuofa ßat in feiner SBotfdjaft an bofe beutfdße SBolf bas Sbeal, bas bem japanifeßen SBolf über alles teuer ift, als in „Haffo Sißiu" oerförpert begei^net, b. ß. in ber ßarmonifdjen 9Bcltgemeinfd)aft mit SRaum für alle Sßölfer gut SBer- roirflid)ung ißrer Sffiünfdje unb ßrfüüung ißrer Sen* bung. ©iefes „Haffo 3<ßiu" fann als „©eift ber aeßt SIBelträume unter einem ©ad)" ausgelcgt roerben, ben fuß Sapan in feiner SReuorbnung ©roß-Oftafiens als SRicßtlinic geroäßlt ßat. ©ie ffiebanfengänge, bie bie Japaner bei biefer 3iclfeßung leiten, finb folgenbe: Sills bie Sößne ber ©ötter roünfcßen bie 3apaner, fieß bes 2cbens auf ber ©rbc gu erfreuen. SBubbßa ßat bas Sßoßlroollen als bie ßöcßftc Sugenb geleßrt. ©er Senno betrachtet fein SSoIf als feinen größten Scßaß, unb bas japanifd)e SBolf feinerfeits betrachtet alle SBölfer ber ©rbe als feine „Sßrüber über ben oier SlBeltmecren". 3n einem Grlaß bes Staifers 3inimu, bes erften Herr- fdßers über 3apan, ßeißt es: „3ft es nießt eine freubige SRufgabe, aus ber gangen Sffielt einen eingigen Hausßalt gu madjen?" SHn biefen ©runbfaß ßält fidß Japan jeßt bei ber Schaffung ber neuen Orbnung ©roß-Oftafiens, nadßbem es bereits gelungen ift, aus ber SRanbfcßurei einen guten SRadßbarn gu maeßen. 9Ran leßnt baßer oon außen fomtjtenbe Störungsocrfudje ab unb bringt ißnen fein SBerftänbnis entgegen. Sffienn hingegen tie¬ fes Berftänbnis aud) bei fremben Staaten spiaß greifen mürbe, fo fönnten ftcß ißnen faft unermeßliche roirtfcßaft- ließe 9RögIid)feiten eröffnen, ©ie fapanifdje SUuffaffung oon ben „aeßt SlPelträumen unter einem ©aeß" beeft fid) rocitgeßcnb mit curopäifcßcn ^luffaffungcn oon ber SBrüberlidjfeit aller SBölfer. ©ic japanifdjc familie um¬ faßt SBater, 9Ruttcr, SBriiber unb Sdjroeftern, barüber bie ©roßcltcrn unb bariiber roieber bic allroiffcnbcn 9lßnen. Ueber ber familie tßront 'Hmaterafu-Omifami, bie ©ottßcit ber Sonne, ©as ift bie mcnfcßlicß-gött- lidje Orbnung nad) japanifd)er Slluffaffung, in ber alle in SRecßtlicßfeit unb Hannonie miteinanber leben, ©ie Schlußfolgerung lautet baßin, baß ein tijrannifdjer Herr, ber fieß bes Grbes biefes ©elftes unroiirbig er- roeift, Unorbmmg Uber bie SIBelt bringt, ©iefe religiös* pßilofooßifcß unterlegten SRicßtlinicn ber Japaner roirb man fieß oor Sllugen ßalten miiffen, roenn man in ben ©eift bes japanifeßen SBolfes tiefer eingubringen fud)t unb,-roie fid) gegeigt ßat, aud) ber politifeßen ^lftioität Japans SBerftänbnis entgegenbringen »iß. ©er SUbfcßluß bes repräfentatioen 3rWus ber Spßil- ßarmonifdjen Hongertc ift bas Signal bgfür, baß ber SBerliner ŚRufifrointer feinem Gnbe guneigt. 2ln gülle unb ®cbeutung ber fitnftlerifcßen (Ereigniffe — nod) fteßt ein fo bemerfensroertes roie bas ©efamtgaftfpiel ber Söniglicßen Oper aus SRom beoor — roar er fo reieß roie irgenbeincr guoor. ©ine fcßmerglicße ©rfaß- rung aber ift ben SDtufiffreunben nidjt erfpart geblieben: einSfiunfaII9BiIßelmSuriIS)öngiersßat ißnen bie SlRitroirfung bes Zünftlers gu guter 2eßt ent- gogen. Gr mußte bic 2citung bes 9. spßilßarmonifcßen ÄÖngerts abfagen; aber aueß bic Hoffnung, baß er bas 10. — bas Icßte — roieber birigieren roürbc, erfüllte fieß nießt. ©amit fcßltc für biesmal ber SBcctßooen- Silbenb, ber nad) ßerfömmlicßcm SBraucß in ffurtroänglers eingigartiger 3nterpretation biefes StReiftcrs einen roefentließen fjaftor iin ©epräge bes SDhififrointcrs bc- bcutet. Scßön roäre es, roenn bas spßilßarmonifeße Orcßeftcr es cinrießten fönnte, baß biefer SBcetßooen- Sllbenb gu oorgefeßrittener Jaßresgeit außerhalb bes übließen ©urnüs nadjgeßolt roirb. ©as roürbc ben ^Berlinern bic freubige ©elegenßeit bieten, fturt» roänglcr boeß noeß einmal oor bem Gintritt ber Sommcrpaufe gu begrüßen, ©enn naeß unferen Gr- funbigungen fteßt feßon ßeute feft, baß bic SBcffcrung feines Sßefinbcns Iangfam, aber regelmäßig fortfeßreitet. S®ie er uns gum SUusbruef bringt, tut cs ißm felbft feßr leib, baß er an ber oorgefeßenen ©ureßfitßtung ber beiben Icßtcn ‘Spßilßarmonifdjcn ffongertc oerßinbert roar. 2lber es ift leidßt eingufeßen, baß felbft gering¬ fügige S&cfcßrocrben, bic in anberen fällen einer SBSiebcraufnaßmc ber SBcrufstätigfeit nießt im SHJegc ftiinben, einem ©irigenten 3uritcfßaltung auferlcgcn. ©enn bas ©irigieren erforbert nun einmal, roie jebc ausiibenbe mufifalifd)c ©ätigfeit, and) förperlicß ben Ginfaß ber oollcn sperfönließfcit. ©ic unausbleibliche SBerfucßung, fieß bennod) gang ausgugebcit, roürbc ben natiirlidjen Hcilungsprogcß ßinausgießen, roenn nießt gar gefäßrben unb in f^ragc ftcllcn. Um fo banfbarer biirfcn roir es begrüßen, beiß SBilßcIm ^urtroänglcr ber ‘■Rotrocnbigfcit fonfequenter Scßonitng bis gur oöUigcn Sllusßeilung iRccßnitng trägt. SIBenn roir fomit feine aRitroirfunq gerabc gum Seßluß bes spßilßormonifeßcn ®intcrs cütbèßren mußten, fo ift nun gu hoffen, baß er in einigen SlBodjcn gang roicbcrßcrgeftcllt fein roirb. Gr barf bagu ber ßergließficn SKünfdje feiner Hörer ge* roiß fein. daz. QJerlin, 27.3. ©er japanifeßc ^lußenmlniftcr SDlatfuofa ßatte am ©onnerstagoormittag eine erfte 'älusfpradje mit 9lei^s- außenminifter 0. SRibbentrop, bie meßrere Stunben bauerte. Rlorßer Begab fidß ber japanifeßc Slußcnminifter mit feinet Begleitung gum Cßrenmal. ©ie angeifäcßfif^c ‘Brcffe fteßt ftarf unter bem Gin- bruef ber in Berlin jeßt eingeleiteten Befprecßungen über bie Sunftion bes ©reimäeßtepaftes. SRari) ber 9lS(!feßr SRatfuofas aus 9iom roirb eine japanifeße Botf^after-Äonfereng unter Borfiß SRat- fuofas ftattfinben, an ber bie japanifeßen Botfeßafter aus Berlin, SRom, Slnfara unb Bi^g teilncßmen roerben. ©ie Grroeiterung ber beutfeßen Operationsgone im SRorbatlantit roirb, roie Unterftaatsfefretär Sumncr 9BeIIes mitteiltc, in Sßafßington geprüft, obrooßl Jsianb nießt als gur roeftließcn Hc,n>fpßöte betrachtet roerbe. Botfeßafter 2orb Ha^f°X ßitJt c*ne grocitc Bebe unb fagte, Gnglanb roerbe aueß groangig Jaßre lämpfen, roenn es fein müßte. ©as britifeße Seßlaeßtfeßiff „©corge V." bleibt in Äanaba. ©a spräfibent SRoofcoelt auf feiner Steife im Sari* bifeßen SDleer bureß ein ^luggcug, bas im ©croittcr umteßren mußte, nießt fofort erreießt rourbe, oergögertc fidj bie Untergeießnung ber 7>SlRiUiarbcn-BiU für bie Gnglanbßilfe. ©er amerifanifeße Obcrft ©onooan ßiclt eine Bebe, in ber er gugab, bie Bereinigten Staaten ßätten bereits groei Ariegsalte begangen, nämließ bie Bereitfiellnttg oon 3'iftörern für Gnglanb unb bie Grlaubnis gut Bcnußung amerifanifeßer SBerfien audj für britifeße Rricgsfeßiffe. ©ie „SRero ?)orf Simes* roeift barauf ßin, baß mit bem Jntrafttreten bes Gnglanbßiifs-Gefeßes oermut- ließ bie getrennten Siüftungsauftrâge beiber Begicrun- gen an bie amerifanifeße Jnbuftrle aufßören mürben. ©ic UGB.-SRiffion, bie gum Stubium bes 2uftfrie- ges fieß in Gnglanb aufßielt, ift im Clipper naeß ben Bereinigten Staaten roieber gurüetgefeßrt. Unter ber Seßiaggeile: „Gin Berfueß, bas nationale Bcrtcibigungsprogramm unb bie Gnglanbßilfe gu fabo- tieren", mclbet „Sleros Gßronielc" aus SRero ?)orf, baß burß ben Streif in einem ©ießerei- unb Stangroerf in Kalifornien bie Brbeit oon neun ^luggeugrocrfen in ben Bereinigten Staaten roefentlicß untcrbro^cn roürbe. ©er frangöfifcßc Bigeprâfibent Slbmiral ©arian tft in BIgier eingetroffen. ©ic in ber Scßroeig anffiffigen arabifeßen Stubentcn ßaben eine Botfdjaft an bas ägqptifcße Bolf gerießtet, in ber fie bic Begppter gum SBiberftanb gegen bie immer ftärfer roerbenbe britifdße Ginmifeßung in bic äggptifdjcn Bngelegcnßeiten aufforbern. ©er bisßerige rumänifeße ©efanbte am Batifan ift gum ©cfanbten am Quirinal ernannt roorben. 9lm 25. SRärg rourben bie Umfieblungsaftionen groi- feßen ©cuifdjlanb unb ber Sorojetunion aus Sitaucn, 2ettlanb unb Gftlanb abgefcßloffen. botfdjaft (3)Tatfuota§ an beutfcfjc 03oIf dnb. Berlin, 27.3. ©er Bußcnminifter bes Senno, SIR a t f u 01 a, erließ folgenbe Botfißaft an bas beutfeße Bolf: „SRun, ba ber ©reimäeßtepalt Gatfacße geroorben ift, roirb bie japanifeße SRation mit eudj fein in ^reube unb Seib. Sie ßat einen unbebingten Glauben an bie große Bcrfönlicßteit bes ^üßrers unb bie ßeroorragenben Gigenfeßaften bes beutfeßen Bolfes. Sie roirb nießt ßintcr eudj gurürtfteßen an Greue, SDlut unb fefter Gntfeßloffen- ßeit, bie Blelt auf Gritnb einer neuen Orbnung aitfgu- rießten. 9öir müffen in ber 3ufunft unb nießt in ber Ber- gangenßeit leben. 2aßt uns oorroärts unb nießt rücfroärts feßauen! ©as 3beal, bas bem japanifeßen Bolf über alles teuer ift, roirb in ,Hatto 3cßiu" oerförpert, jener ßarmonifeßen Blcltgcmcinfeßaft mit SRaum für alle Bölfcr gur Berroirf- ließung ißrer SSünfeße unb GrfiiHung ißrer Senbung — ein 3beal, bas ber japanifeßen Station feit unbenfiießen 3eiten als Crbe oermaeßt rourbe unb auf bem ber ©runb- ftein bes Kaiferrcießs rußt, ©iefes 3beal fommt in ber Bräambel bes ©reimäeßtepaftes fiat gum Busbruef, ja, cs ift tatfäeßließ bie ©ruttblagc bes spalte». Uufer Bolf oertraut barauf, baß aueß bas beutfeße Bolf bem ©eift unb bem 31*1 bes ©reimäeßtepaftes bie Grcue roaßrt. Jcß braueße laum ßingugufiigen, baß bie ^erjcn unferes Bolfes fiir bie beutfeße Station feßlagen in bem gigautifeßen Kampf, ber gegenwärtig gefüßrt roirb, es betet, baß bie Kraft unb ber SDtut ber tapferen beutfeßen SRation gu einem rajeßen Sieg feiner Saeße fiißren möge. 3eß tomnie auf (Siniabung ber beutfeßen unb ber italie* nifeßen SRegierung unb ßoffe, bureß meinen Bufentßalt in ben beiben Sänbern gu lernen unb baraus 9tußen gu gießen, fo baß cs mir oergönnt ift, noeß beffer gur engeren 3nfammcnarbeit ber oerbünbeten Stationen beigutragen." ©cfpräch mit ^lolfuota Der 6inn bet eurDba*SHetie - ^tele in Ojtojien Bon unferem Sonberberidjterftatter Otto Jlossclorf 3m Sonbergug ber SRciéßsregierung, 26.3. Bom geftrtgen Gage ift nadjgußolen, baß an ber ©renge roieber ooHer UBinter mit Sdjncctreiben unb einigen ©raben fyroft eingefeßrt roar, als ber ruffifeße Sonbergug mit bem iapattifdjen yiußcnminiftct SOlatfuota in SJtalfinia cinlief. ©er Koffctbétg bet japanifâjen ©elegation roar’ bltTb uiiter einer leid)ten Scßneebecte oergraben. Stadjbcm ber ruffifeße Sonbergug gurüdgegogen unb ber beutfdje roieber oorgefaßren roar, beftieg ber japanifeße Slußenminiftcr mit feinen Hcrtcn Öen Salonroagen, naeß- bem er fieß oorßer mit japanifdjen Gcßriftgeießen in bas Jrembeubud) bes Baßnßofes eingetragen ßatte. spünttlicf) 1.45 ilßt feßte rtd) ber beutfeße 3'<8 nocß SBeften in Be¬ wegung. Um Ußr rourbc, unbemerft oon ber Steife* gefcllfd)aft, Söarfdjau paffiert. ©ic nädjfte Station mit längerem Slufcntßalt roar Bofcn- Sdjon eine ßalbc Stunbc oorßer ßatte ber japanifdjc Bußcnminiftcr fid) bereit crtlärt, ber Sprcffc, ben beutfeßen unb italicnifeßen Seßriftlcitern, gu einer Unterhaltung gur Bcrfiigung gu fteßen. 3m Salon¬ roagen bes Sonbcrguges ging biefe groanglos oor fieß- Slueß roar ber SIRinifter bereit, auf fragen SRebe unb Bntroort gu fteßen. ©er SIRinifter bebiente fieß ausfdjließließ ber englifcßcn Spradje, fo baß fieß bie Uebertragung bureß einen ©ol- metfdjer erübrigte. Gr trug roie am Borabenb bie feßilf* grüne SRationaltraeßt unb raueßte eine furge Sßfrife. Gr be¬ gann bamit, baß er baran erinnerte, baß er jeßt gum brittenmal über SRostau naeß SÖeften gereift fei. Bor 29 3aßten gum erftenmal, bann oor aeßt 3aßcen bei feiner Jaßrt als ©elegationsfüßrer gur Bölterbuitbsoerfammlung, als es fieß um bie Befcßlußfaffung bes Bölterbunbes gu 3apans Borgcßen in ber SDtanbfcßurei ßanbelte. 9tun ßabe er in feiner Gigenfeßaft als Bußenminiftcr gum brittenmal SDtostau paffiert. ©ie Jaßrt über Sibirien naeß SOlostau ßabe 18 Gage in Bnfprucß genommen. 3n SDtoslau ßabe er Höflidjleitsbefucße abgeftattet. 3unäef)ft befueßte er im Busroärtigen Brat SIRoIotoro, mit bem er fieß eine ßalbe Stunbe unterßalten ßabe. 3m gleicßen SRaum fanb anfcßlie- ßenb bas 3uforomentreffen mit Stalin ftatt, mit bem bie Unterhaltung über eine Stunbe bauerte. Bnfeßließenb ging ber Bußenminifter gum intcreffan» teften Geil feiner Grtlärungen über unb fptaeß über bie Siele feiner Guropareifc. Gr roiffe nießt, ob feine oielfacßen Grtlärungen unb SReben im SReießstag in ©eutfeßlanb ßin- reießenb betannt geroorben feien. Gr ßabe feßon naeß Untergeießnung bes ©reimäeßtepaftes oon SReicßsaußen* minifter o. SRibbentrop unb Bußenminifter ©raf G i a n 0 Ginlabungen gu einem Befucß in Berlin unb Sloin erßaltcn. SDiit beiben SDliniftern ßabe er fieß telefonifcß barüber unterßalten. Gr ßabe feine BereitroiOigteit gu ben Befucßen erflärt, boeß ßätten ißn feine SDliniftergefcßäfte bamals abgeßalten, fein Berfprecßen balbigft gu erfüllen. Gr ßabe jebod) auf bie ©elegenßeit geroartet, bie SReife naeß Guropa angutreten. Gs mußten immerßin feeßs ffloeßen für eine fo ausgebeßnte SReife in Busficßt genommen roer¬ ben. Grft als ber Konflilt groifeßen Gßailanb unb 3nbo- cßina bureß ben Scßieösfprueß 3opQns geregelt roar, b. ß. am 9tod)tnittag bes 11. SUlärg, tonnte er an bie Busfüß- rung ber geplanten SReife benten. Sdjon am näcßften Gage trat er bie Jaßrt an, bie ißn über runb 15 000 Kilometer naeß Slßeften füßren follte. ©er H°uptgroecf ber SReife ift, bie füßrenben Berfönlidjfeiten in ©eutfeßlanb unb 3talien fennengulcrnen, ißnen Buge in Buge gegenübergutreten. SDluffolini ßat SOlatfuola bereits einmal getroffen unb ©raf Giano in Sdjangßai tennengclernt, als er bort italicnifcßer ©eneraltoniul roar. 3et)t,fußr SOlatfuola fort, liege ißtn gang befonbers baran, ben Jiißrer, ©bring, SRibbentrop unb anbere füßrenbe SOlänner ©eutfeßlanbs fennengulcrnen. ®cn {Jüßrer gu feßen, ßabe er feßon oor aeßt 3nßren oer- fueßt, aber ißre B'ege ßätten fieß immer gefreugt. Btcnn er, ÜRatfuota, in Berlin roar, befonb ftd) ber Jiißrer in SDiiincßcn unb umgeleßrt. So lei es gu feinem 3uf<mmen- treffen gefommen. SOlatfuola ift ber Bnfidjt, baß ber per- fönließe ©ebanfenaustaufcß oon größter Bebcutung im politifeßen 2cbcn ift, ja entfeßeibenb für bie Befeßlüffe über große außenpolitifcße ftragen. ©ie f?rage über Krieg unb ^rieben ßänge oft baoon ab. ©as fei fein ©runbfaß oon 3ugenb auf geroefen. ®en ©reimäeßtepalt begeießnete SDlalfuola als bas be* beutenbfte internationale 3nfttument unferer Gage. Seine Uebergeugung geße baßin, baß ber bie auswärtige Bolitif 3öPQn» feft ocranfert ßabe. Gr fei baßer feinem Sanbe feßu/öig, bie leit^nben SOlänner bei europäifdjen Bcßfc fennengulcrnen. SUlan ßabe im Buslanb gefagt, baß roaßtfeßcinlid) ber ®reimäd)tcpatt bureß feine SReife noeß enger gcftaltet roerben (olle, ©as fei Infofern nießt ridjtig, als ber BQ*t fdjon biejenige Starte in fid) trage, bie man oon ißm oerlangen tonne. Gr fpreeße bureß feine Brtifcl für fieß felbft. Gine neue Stärfung fei alfo nießt nötig. BUerbings ßabe er bie Bbficßt, roäßrcnb feinet SReife bie 2age in Guropa genau bureß eigenen Bugenfdjcin gu ftubieren. Gin Blicf bringe mandjes Sölal meßr ©eroinn als ßunbert SReben. lieber 3apans oftafiatifeße 8**1* befragt, erflärtc ber Bußenminifter, es fornme 3<*P<*n barauf an, bie neue Orb¬ nung in Oftafien ßcrguftellen, fo roie ©eutfeßlanb unb 3talien bie neue Orbnung in Guropa ßcrfteUten. Unb nod)* mals ben ©reimäeßtepaft beriißrenb, erllärte SOlatfuola, baß ber Spatt eingig in ber ©iplomatie ber 3Belt bafteße. ©ie große 3bee fei, bie Sßlelt burd) ben Bott gu beffem. Hier rourbe bie SRebe unterbrodjen, roeil ber 8U3 *n Bofen einlief, ©er Baßnßof roar roegett bes längeren Bufentßaltes auf ber erften größeren beutfdjen Station gang befonbers feftlicß gefeßmüeft. Bm ©itter ßatte fieß bas 3ungoolf autgefteilt unb empfing ben 3**g mit ipcil-SRufcn, roobei bie 3ungen Heine Bapierfäßncßen in ben garben ©eutfeßlanbs unb 3apans feßroentten. ©rei SDlufitlapeUen roaren aufmarfeßiert unb fpielten naeßeinanber beutfdje SOlärfcße. ©ie 4Beßrmaeßt, ber SReießsarbcitsbienft unb bie gelbgenbarmerie roaren mit ißren Kapellen gur Stelle. Schließlich rücfte nocß ber Grommler- unb ganfarengug bes 3ungoolts auf ben Sßaßnfteig unb feßmetterte feine SBeifen gur Begrüßung bes japanifeßen Bußenminifters. SOlatfuola geigte fieß lange 3**t Qm offenen genfter unb banfte immer roieber für bie BufmerEfaintett, bis bas rauße UBinter- roetter gum Schließen ber genfter groang. Bis fieß ber 3**S in Bewegung feßte, rourbe bie Unterhaltung nocß einmal Eurge Seit aufgenommen, roobei ber japanifeße Bußen¬ minifter betonte, baß es ißm 1933 fdjon in ©enf flar ge¬ roorben fei, baß 3apan mit ©eutfeßlanb gufammengeßen müffe. , 3cß fonnte ben japanifeßen Staatsmann gum Seßluß nocß an ein perfönlicßes 3ufQmmentreffen in Berlin erinnern, als er oon ©enf gurücffeßrte, wo er am 24. gebruar 1933 ben entfeßeibenben Seßritt aus eigener 3n*t*otioe getan ßatte, inbem er mit feinen Heroen ben Bölferbunbsfaal oerließ, als 21 Staaten ißr Urteil gegen 3opon roegen feiner manbfdjurifeßen Bolitif abgegeben hatten mit Bus- naßme Siams, bas fieß ber Stimme entßielt. Bucß fpraeß iĄ aus, roie feßr man fteß in ©eutfeßlanb gefreut ßabe, baß alte japanifeße greunbe roieber nad) Berlin guriiefgefeßrt feien: ©eneralleutnant O f ß i m a als Botfeßafter, Gene¬ ralleutnant Sangai als SDlilitärattaeßé unb Hor** belsbotfeßaftsrat SR a g a i. ©er SDliniftcr ftimmte bie¬ fer Bemcrfung läeßelnb gu, roie fteß überhaupt bie gange Unterhaltung in ungegroungenent, oft roißigem Gone ab* fpielte. 3n 3apan begeiehnet man ben Bußenminifter gern als ben „eroig-jungen SOlinifter". ©iefer Ginbrucf rourbe aueß oon biefer Unterrebung roäßrcnb ber gaßrt naeß Berlin mitgenommen. 3n Bentfcßen roar ebenfalls bei einem fiirgercn Bufent* ßalt bie beutfdje 3**genb auf bem Baßnfteig oerfamntelt unb braeßte betn SOlinifter ßerglicßc Bfillfommcnsgriiße, roo¬ bei eine Kapelle beutfeße SDiärfcße fpielte. 3n granffurt an ber Ober tarn cs gu einer befonbers großen Kunb- gebung, an ber fieß neben ben Jungen audj bie SOläbcls bes 3ungpolls lebßaft beteiligten. Bußenminifter SDlat- fuola oerließ oßne H**t unb SDlantel feinen Salonroagen unb feßritt groeimal bie gront ber beutfd)en 3ugenb ab, immer roieber bureß laute Heilrufe bes beutfdjen 3ungoolfs begrüßt. Gine Kapelle ber«SB. fpielte bort ebenfalls, ©er Sonbergug rourbc über SRuminelsburg nad) Gempel- ßof geleitet, um oon bort mit bem Salonroagen bes SDli- nißers an ber Spiße naeß bem Bnßnlter Baßnßof gefaßrett gu roerben, roo er lurg noeß 18 Ußr eintraf. Gs folgte ber große Gmpfong bureß SReicßsaußenminifter o. SRibbentrop.
28. März 1941 DcutfcbcA((gemdne3eCtung Nr. 147/148 Beiblatt •Bäa, bie Botenfrau Bon Eitel Kaper ffienn es nidjt neulieg Sdjtoara auf ffieig in bet 3e>tunS eftanben gätte, mürbe niemanb bet 3alobäa geglaubt aben, bag fie nun fünfzig 3agre ben garten unb fdjönen Sienft einer Sorfbotin oerfegen bat. ©s ift aber fogar ber Sanbrut in ©rimerbict erfcgienen mit einem nüglicgen Hngebinbe, um ber unoerjagten ©ittfrau bes meilanb 3immermann £uifcbcn feinen ©lüdrounfdj ausaufpredjcn. Kluge £eute gaben c*n groges Hecgenejempel angefteIXt unb berechnet, roeldjen ©eg bie Botenfrau Bäa in einem halben 3agrgunbert in Sègnee, |>agel unb Sonnenfcbein jurüdgelegt gat. Sie finb — glaube ich — babei bis ins Sibetifcge getommen, benn oon ©rimerbie! finb es ohne Barbon oieraegn Nitometer bin unb oieraegn jurüi bis aur §afenftabt. ©ir alte bQben lange bas fiidgtbitb Bäas befegen, bas biefe aritbmetifcbe §ulbigung begleitete, unb mir gaben uns beimlicb gefreut, bag bei: rüftigen Sieb¬ zigerin bie Bugen immer noeb Hinten, ff oft fpottifeg bQt fie bem „©croefc" jugefĄaut, bas man ju ibrem golbcnen 3ubiläum in biefem Kricgsjagr 1941 um fie entfaegt bat. Bber man roeig nirf)t reebt, oielleiigt baben fie bie ©gren boib ein roenig gefreut. Bäa mitb aueg jegt nodj nidjt feiern, unb bas ift uns ein großer Sroft, menn mir ein mentg oon ibrem Hmt unb oon ibrem £eben berichten. Blaniger roirb ihr no<b begegnen, menn er burdj mabernbe Hebet unb griefe He- genflagen nadj ©rimerbief unb ben üppigen Sorfern ber Heumarfeg manbert, ein roenig oerbroffen über ben roei- ten ©eg. Sann gibt igni ber Hnblid ber alten ftrau, bie ba mit ber oielftrapajiertcn Kiepe ant Knotcnftod bager* lommt, roicber Jpattung. Scufcl ja, es ift fegon roagr, menn einmal ein befinntid)cr Blann gejagt bat, bie Bäa miigte mobt oon ben fegnauabärtigen ©renabieren bes Htten Seffauer abftammen. 3br' oerroafdgener Sturmgut bat ben gleichen feden Sdjroung, obroogl er nod) nie mit einer 3Jtobe äufammenfiel, unb ipre Stiefel treten gut ju. „Sag oot", fagt Bäa unb_Iägt ben Hegentropfen an ber H«* bidjtsnafe glänjcn. Sic rudt ein menig an ber Kiepe unb brängt ihre ©cfeüfdjaft niemanb auf. ®er Hebet nimmt fie auf, aber ben Blid oergigt niemanb. ★ ilnfcren Seutcn ift in ©rimerbiet niemanb fo nabe ge- lommen roie 23äa. Kinber bat fie mitgenommen aum 3agn* ar^t unb aunt Bfingftmarlt; fie bat Klcibcrftoff gebott unb neue Bcitfdjcn aus ber Stabt, jebe ©cignadjtspuppc unb jebes Sdjaulclpfcrb ift auoor in ihrer Kiepe bie oicraebn Kilometer gereift bis ©rimerbict. Blon bQt £cgrer unb ©enbarmen angeführt ats 3unge unb auch bem Somine einen Scbabcrnad gcfpiclt, aber Bäa bat uns allezeit burd)» fdgaut. ffienn eines' ber Kinber einen neuen Hnaug brauchte au feiner 3cit, ba bat es auf alten Höfen gegeigen: „®as muft 33äa beforgen". Bcaaglung, fo ftar unb nüchtern blantes ©elb auf ben Sild), bat biefe ffrau niemals bean¬ sprucht. Blan beaablt Bäa nicht, man ocrfucht es ihr au oergetten, unb man fd)idt ihr oom tSefd)taef)teten unb oom ©ingemadjten einen Keinen 3cbutcu in bas Raustem bei ber StTtüble, barin fie ihr Stanbquarticr bat. Bis 3afobäa ^utifchen ihr Hmt antrat, ba gab es noch oiele Botenfrauen im Umtrcis. 3n ben anbern ®örfcrn tarn cs bann aus ber Htobe, ober ber 3immcrmannsroitroe mar es nun aum Segen, bah ©rinierbid nicht an bie .Kreis¬ bahn tarn. Sie bat biefe Bahn nicht gebraudjt, unb fie ift rociter ben ganacn ©eg gegangen nad) ber atten fficife. 3m 3nternat bat man oft über bie ©rimerbider 3ungens gelacht, menn au ijjucn bie Botenfrau tarn unb 3U(oft brachte ober einen Sitbcrtatcr für ein gutes 3eugnis. ®ie anberen in bet Stabt haben nidjt tneljr begriffen, warum bann bie ©rimerbider fcinbfclig btidten unb bie Sb'örner fentten. Bäa bat gefdjroicgen unb bie 3ungen haben ge- fdjmiegen, benn cs gab ein altes Uebcrcinfommen, bah fte in atten fyäüen fdjlcdjte Renfurcn mettttug unb in belömm- Iidjcn Sofcn babeim pubtiaierte. ©er bann geimtam, ber hörte nur nod) bas legte ©rollen oon bem grofjen, natur- notroenbigen ©emitter. Bäa fetbft bat teinc Kinbct gehabt. 3br SHann ift in frühen 3abren an btr Brufttrantbeit geftorben, unb ba bat fie mobt tüchtig bie 3äbne aufammenbeihen miiffen, um in bem tteinen £>aus an ber iffiinbmüble nod) Bans au blei¬ ben. ©ine junge Bna bat oon uns {einet mehr gekannt. Bor ihr haben éanbäratc unb Baftorcn, grofjc Hüte in ber Stabt unb gtüdtidjc ^aufteute immer einen grofjen Hefpclt gehabt, ©s tarn baber, bah Bäa uns alte oon Äinb auf getannt bat roic eine atocitc Hlutter. Sie hätte oiellcidjt einen llcberttugen fragen lönncn, roie cs benn bamals mit bem Brief bes fiateinfchulrettors im 3ahte 1907 bcfteHt mar. Sie mirb beute — ein paar 2Bodjen nadj ihrem Subitäum — fdjon mieber rüftig auf bem „Bab" fein, ©s gibt ba fooiet au befd)iden im ®orf unb in ber Stabt, unb Bäa ift noch immer eingefprungen, menn es irqenöroo „brannte". Sic Xagung bet Scutfcbcn (ScfcDfdjaft für Chirurgie finbet auch in biefem Äriegsjafjre in S e r t i n oom 16. —19. 4. im £angenbecf.25itcf)oro.|mus, Cuifenftrafje ftatt. 3toifcf)en ©octffc unb <3)to3act 3um 200. ©eburfélag üon go^ann Slnbré (28.3.) / Bon Fred iiamei „3ch roofjnte bei 3ohann Bnbré . . . ©s mar ein Blann oon angeborenem‘lebhaften Satente, eigentlich als ®ech= ni{er unb ftabricant {n £)^enbQ(^ Qnfäffig; er fdjroebte aroifeben bem ©apeEmeifter unb ®ilcttanten ., . £iUis Bianofpiel feffeltc unfern guten Bnbré poEtommen an un- ferer ©efeEfcbaft . . . Bürgers Seonore, bamals gana frifd) betannt, unb mit ©ntbufiasmüs oon ben ®cutfcben aufge¬ nommen, mar oon ihm componiert; er trug fie gern unb roieberbolt oor. Buch ich, öer oiel unb lebhaft recitierenb oortrug, mar fte au bettamieren bereit; man tangmeitte ftch bamals noch nicht am roieberhotten ©incrlei . . . ®ie- fes aEes aber, roie es audj fet), biente ben Siebenben nur aur Berlängerung bes 3ufammcnfeins; fie roiffen tein ©nbe au finben, unb ber gute 3ohann Stnbré roar bunh roe^fetrocifc Berfiibrung ber beiben gar au Icidjt in unun¬ terbrochene Bcrocgung au fegen, um bis nach Blitternadjt feine Hlufit roieberholenb au oertöngern." Hiebt nur um ©oetges, £ili Schönemanns unb Bürgers £enore roiücn ift biefes tteine ©enrebitb aus bem 17. Bud) oon „Bßabrheit unb ®id)tung* nod) beute bebeutfant. Huch ber „gute" 3obQnn Hnbré, ber in biefen fdjönen ffrühlings» tagen 1775 ats unentbehrlicher ©efeEfdjafter ber £iebcnben fungiert, hat au biefem Bcrbicnft nod) manches anbere ge¬ fügt, bas in bie beutfdje ©eiftcsgefcf)icbte eingegangen ift. Hegt 3aljre älter als ©oetge, bamals fegon auf bie Hiitte ber ©teigig augegenb, ftanb er oor ber grögten ©nt- fegeibungsfrage feines ®afeins. Bon ^>aus aus für ben ©cg bes Kaufmanns unb 3ubu* ftrieEen beftimmt, aog cs ign innerlich roeit metjr aum Kiinftterifd)cn, oor aBent aur Htufit. ®cr Bater war Seiben- gänbter in Offcnbncg, bie Htutter gatte eine gutgegenbe ©irtfrei in bie ©ge eingebraegt. Ser Sogn übernahm bei- bes. Hbcr bie {ünftterifegen Heigungen taffen ign feinen Umgang in fjranlfurt unb in ber ©eit ber jungen beut- f^cn ®icgtung fudjen. ©r tomponiert galante Scgäferticber oon ffieige, aber aueg Bürgers „fieonore", er fegreibt ein Singfpiel „®er ©öpfer" — ©ejt unb Bhifit — bas 1773 in £>anau gcraustommt unb igm aEgemcinc Beacbtuna ein- trägt, ©oetge fegägt ign niegt nur als guten ©cfcEfchaftcr, fonbern ebenfo als „afleaeit fertigen ©iegter unb Kompo- niften", unb lägt ben ©rftbrud bes „Bcitcgens* mit ber Hie- tobie Hnbrés in bie ©ett ginausgegen. Balb barauf faEen bie ©iirfet. ®ie Seibe galt Hnbré nicht megr. 1777 übcrlägt er bie ffabrit bem Brubcr unb qcgt als Kapeümeifter bes Söbbetinfcgen Sgeaters nneg Berlin, ©r macht ber qerabe ftorierenben Berliner £iebcr* fdjute Konturrcna, mit'aablteidgen fiieberfnmmtungen, benen ber teidjtc fiibbeutfcgc ©infcglag befonbere Hnaicgungslraft ocrlcigt. ffir bringt cs bis auf breigig Singfpic-te, betunbet feine atte Hngängticgtcit an ©oetge mit ber Kompofition non „©rroin unb ©Itnire", ber „©taubine oon BiBa Bclta", tommt mit ber Kontpogtion oon Bregncrs „©ntfiigrung aus bem Serail" um wenige Blonate Hloaort aut,°r. „ freitid) airgt rr, audj in Berlin, fegt balb ben türaeren. ©eroig, feine tiinfttcrifdje Begabung hat ihre ©renaen, bas ©tbe tommeraieBcn Unternehmertums lägt fieg nicht gana oerleugnen, ©s egrt Hnbré, bag er bem Hcdinung trägt. 3n ber Snntgefe tiinftterifcger Heigung unb teegnifeg» roirtfebafttieger Hntagcn eröffnet fid) igm eine groge Hliffion. 3ur Jpcrausgabc feiner Kompofitionen gatte er fegon friiger in feiner Jpcimatftaöf eine Hotenftecgerci ein¬ gerichtet. 1784 frört er roicber nadj bort auriid unbjbciut fie au einem Hlufitatienoerlag aus. ®urd) fauberen Stid), {orrette ffiiebergabe unb tbeitc Bertretung mirb er a« einem roefentlidfcn ©egberciter ber tlaffifcgen Htufil. 3ns- befonbere mandies Hloaartitge B'ert wirb oon gier aus propagiert. Hod) in ben ©üclbtättcrn feiner “Husgaben fpic- getn fug bie {ünftlerifcg-bitettantifdjen Heigungen Hnbrès unoerfennbar roicber. ®er ©rfotg gibt igm red)t. Sic ffippanfion bes Unter¬ nehmens ift 'cinaigartig. 3n breiaegn 3agren, 1797, roirb bie Bcrlagsnummer 1000 überfdjritten. Bis Hnbré amei 3agre fpater ftirbt, finbe.t er in feinem britten Sogn, Hnton, ben berufenen Hacgfolget. ©in gebiegenet Hluftl- tgeoretiler, Hutor eines trefftiegen „£egrbucgs ber Son- fegfunft", gat Hnton Hnbré ben ©eitblid, oon Hloaarts ©itroe, ©onftanae Hiffen, ben gefamten ganbfcgriftlicben Hacgtag bes Hleifters au erwerben. Somit unb bureg bie ©infügtung bes litgograpbifdjen Srudoerfagrens baute er ben Berlag ooEenbs au einem ©ettunternegmen aus. Unb boeg ift 3ogann Hnbré audj ats Äomponift in bie ©efitbe ber Unftcrblicgfeit eingegangen, mit einer einigen {leinen, begnabeten Sdjöpfung: ber einftimmigen Hlelobie, bie er anm „Hgeinroeintieb" bes Hlattgias ©laubius fegrieb. Schon 1776, int gleichen 3agr, in bent ©ebiegt unb Hlelobie erfd)ienen, rougte ©griftian ffriebrief) Scgubart baoon au fagen: „Sas £ieb gat bie ©infalt unb ben fröh¬ lichen Hnftrid) eines Hunbgefnnges, brum ift es megr Haturfdjrei ats Kunft. ©er’s einmal gört, lann’s gteieg nadjfingen." Unb nadjgcfungcn ift cs toorben — fö aE- gemein, fo unentwegt itnb fb begeiftert, bag fiubroig ©rf Foto: Otto Schmidt es 1838 bereits in bas erfte ipeft feiner „Scutfdfjen Botfs- tieber" aufnagm. Sas Botl nagnt bie ffleife in feinen Scfig, bie Sunft gölte ge fid) auriid; £ouis Spogr oer- roenbet fie in feiner Sinfonie „Sie 3agrcsaciten", Hobert Sd)umann legt fie feiner „ffcftouoertiirc* augrunbe. 3" \ebem Kommcrsbud) ftegt fie fortan, unb nod) 1015 bringt fie Hlap Heger in bem oierftimmigen Sag für bas Bol!»- tiebcvbuâ) für i}cmifd>tcn Gt)or. ©o immer man biefe oer- traute ©eifc fingt, „Befranat mit £aub ben lieben ooEen Bedjet" — ba lebt aud) geute noeg mitten unter uns ein Junten oom fflefen feines Komponiftcn, oon jenem Hlen- fd)cn 3ogann Hnbré, ber awifdicn ben grögten feiner ffeit ftanb unb igrer, an feinem bcjcgcibcnen Seit, roürbig roar. Daë Sprachgenie ^aralD Schuh fjrnnffurt a. Hl., 27.3. (©igenberiegt) 3n frranffurt ftarb bas Sprachgenie Dr iparatb S cg ü g im Httcr oon 68 3agren. $aratb Sdjiig fprad) 290 Sprachen, ©ine rounberbarc Sprad)begabung oerbanj) fid) bei igm mit unermeglicgem ©ifer. Sie £iebc au ben Sprachen roar igm angeboren unb oerlicg ign nidjt, ats er auf ber Unioerfität Hlatgcmatit, Haturroiffenfcgaft unb Bgü°i0Pgie ftubierte unb erft Hffiftent für Bbtjftl. bann £cgrcr für Hlatgematit, Bbgfif unb Haturroiffenfdjaftcn rourbe. Sic roiegtigften Ber- öffenttiegungen finb Ueberjegungen aus bem ©ginefifegen unb Sanstrit, ein ©ert über bie $auptfpracgen unterer 3eit unb bie roiegtigften ber Bcrgangengcit, bann bie erfte, aBe Kotonialfpraigc'n umfaffenbe Schrift „Sie bcutfdjcn Ko* tonialfpradjen", unb neben anberen Hrbeiten ein Bänbdjen „£iebe unb £pril bei fünfaig Böllern", in bem er £iebcs* ebiegte unb tprifege Berfe aus fünfaig Sprachen ins eutfdje iiberfegt gat. £ Sas intcrefjantcftc Budj feiner über 14 000 Bänbe um- faffenben fprioatbibliotgcf, in ber cginefifcgc ifJapierroEen cbenforoenig fegten roic fpalmblättcr mit ffkli-Sejten oon ber 3nfet ©epfon, ift ein Budj, in bas Dr. Scgiig in alpga- betifeger Hcigcnfotgc ganbfdjriftticg aEes bas eintrug, roas mit bem ©rlcrnen ber Spradjen in 3ufnmmcngang ftegt. Hidjt nur bie Sprachen, aud) bie Siatefte waren igm ge¬ läufig. Sclbftoerftänblidj gat er fidj audj grünbfieg mit aüen beutfegen Sialettcn auscinanbcrgefcgt unb aud) bie Kunftfpradicn Bolapiit, Gfperauto, 3bo, Hooatatin, Suc tingue, Otaibental feglen niegt. Bei ber ©rlernung ber richtigen Husfpracgc Ieiftete bie ScgaEptatte wichtige Sicnfte. Bis bie rctatio fegroierigften Spradjen beacidjncte Dr. Scgiig bie 3ubiancrfpracgen, ©stimofpraegen, Bastifcg unb ©rufinifeg, wie cs im Kautafus gefprodjen roirb, eben- faEs bie ungatifege Spradjc mit igren nieten ltnregetmä|ig- leiten. — Bis in feine legten fiebenstage hinein roar ber fforfeger unermiibticg tätig im Sicnfte ber Spradge. ®lärtffen t>on Kobinfon Sgcafcr in bev Soartanbffraftc ©ugen K t ö p f e r gat ffriebric^ Jorfters „Hobinfon foE niegt fterben" roieber gcroorgegott unb oergilft bent Spiet oon ben fiinbern, bie in Orbnung bringen, roas bie ©rroadj- fenen oerfagten gaben, in einer 3nfaenierung oon $cina Sietrieg Kenter oon neuem au einem grofjen ©rfotg. Sie Komöbie um ben alten Sefoe, ben fein Sogn Sotn um ben ganacn ©rtrag feiner Brbeit gebradjt gat, bis bie Sinber, bie niegt rooBcn, bag Hobinfon ftirbt, ben JaE unb ben Hliffetäter oor ben König fcgleppen, ber weife unb gereegt aEes orbnet — biefe Komöbie gat bie riegtige Hlärcgcn- mifegung fürs Sgeater: fie ift niegt nur Blärcgen ber Kin- ber, niegt nur ©tauben an bas ©ute unb Hicgtige, fie ift augteieg Sgeater bes Hicgtigen für bie grofjen Kinber im ^ârtett, gibt einmal bie Örbnung aüer Scgroierigleiten, um bie bie fflirtticglcit fieg immer oergeblid) bemügt. Sic bringt bie Häuberromantit ber 3ungens, bie Hobinfon unb ffreitag fpieten, unb bie Homantil ber Belehrung Soiti Se- foes, bie noeg oiel unroirlticger ift ats ber Kinbcrtreuaaug aum König, unb barunt bie crroadjfcnen Kinber nodj oict megr beglüdt. ,Sie entgätt ein paar ausgeaeicgnetc HoEen, oom alten Sefoe bis aum prächtigen Blärcgenfönig unb bem reiaenben Keinen Hläbcgen, bas bie 3ungens au igm führt: fie ift Sgeater im beften Sinne, unb bas Bubtilum ift banl- bar, igr roieber einmal begegnen au lönncn. Sie Buffügtung Kcnters brachte bas Blärcgen unb bas Sgcater in reiaooüer Berfcgmetaung heraus. Sas Sgeatcr gaben bie ©rroadjfencn, bas Blärcgen gatten bie Kinber übernommen, an igrer Spige gannetore Sdjrotg. Sic fpielte, beffer fie roar bie Keilte Hlaub ©anttep mit einer beaaubernben Hlifcgung oon ©djtgeit unb faenifeger ©eftattung ber ©egtgeit; bie Sicgergeit, mit ber fte Sdjcu unb Borftog, 3urüdgattung unb mutiges Busbrccgen ocr» einte, roar reiaenb anaufegen, ergab ein Keines Blenfcgcn- bitb junger ©irKicgfeit, roie man es niegt oft au fegen bc* lommt. Sie 3ungens gatten es fegroer, ftd) neben igr au gatten, obroogt £>ans Q u e ft, ©unnar Hl ö 11 e r unb ber Keine Hlcingarb ©ras fegr oiel beftc ©irtlicglcit ber Jtegetjagrc unb igrer taugen Blärcgenroclt brachten. Sen Betbinbungsoffiaier aroifegen ben beiben ©eiten, ben ^ierrn im rotgolbenen Hod, ber fid) als ber König au er- lennen gibt, machte ©alter S t c i n b c d impofant unb mit ber ffrcunbtid)leit eines überlegenen alten £cgrers, ber Blärcgen nid)t nur eraägtt, fonbern in ber ©irllid)lcit, roenn aud) nur bes 'lgeatcrs, meiftert. Sefoe war roicber ©ugen K l o e p f e r, mit ben Bagtönen feiner Stimme noeg tiefer in bie ©ett ber Kinbergefcgicgten ginabtauegenb, ein greifet Hobinfon unb ein armer alter guter Onlet in einem. Sen böfen Sorn, ber fieg fo plögtidj beffert, gab £ug © o e g , ber bide ^err Bum, ber aud) halb ins Blär- egen gegört, roar 3ocob S i c b 11 c, Hlaubs Hlutter Heitre S t o b r a ro a. Segr gübfege, gatb reale, gatb traumhafte Biärcgcnbilber oon ©buarb Sugr. Begeifterter BeifaE bes Bubliluins. Paul Fechter SHaf ^erhuljt t Gs finb Inapp au>ei ©odgen oetgangen, feit Hntroerpen bent flämifegen Sicgter unb Bubliaiftcn Haf Bcrgutft, ber naeg 22jägrigcr Bcrbannung roicber in bie £ciinat fam, eine geraKcgc ©grung bereitete; tags barauf rourbe igm, roie bie ®B3- ausfiigrfidj beriegtefr, ber Hcmbranbt-Breis über¬ reicht. Hun lommt bie Hacgricgt aus Badjcit, bag Bcrgutft im Btfer Don 75 3ugren geftorben ift. Ser greife Sicgter unb ©etegrte roar oon jeget ein groget ffreunb Seutfdjlanbs, wo et audj feine arooitc £>cimat fnnb, nadjbem tram Sdjlug bcs ©clUr\cges toegeu feines Kamp¬ fes für eine freie ftämifcgé fieimnt an ber Seite Seutfd)- taub» in Belgien /tilgt megr firfier roar. 3” Hbrocfengcff gaben ign bie betgifcgeit ©eridjte feiner^eit aum Sobe oer- urteilt. ©ge er fieg enbgiittig in Hndjrn nicbcrlieg unb gier feinem biegterifegen Scgaffen lebte, roar et mehrere 3agrc ginburdj £eltor an ber Unioerfität ©öttingen. Sein belann- teftes Bferl ift bet Homan „©oele unb ©oetgats", ber audj entfdjcibenb für bie goge Hueaeiegitung geroefen ift, bie igm tura °°r feinem Sobe nod) juteil rourbe. ®cfamlauégabc bet Böctlc 31»tngltd Ser 3roingti-Bertag in 3ütid) bringt gegenwärtig eine ffiefamtausgabe ber Serie 3n'ingtis heraus, ©s ganbclt fieg gierbei in erfter £inie utn eine groge umfaffenbe Botts- ausgabe. Sie roirb 14 Bänbe entgolten. Herausgeber finb ffri^ Btante, Ostar fferner unb Hubolf BfifKr. Äapellmeiftet $ajo $titri^, ein 6ogn bes Didjtecs Buguft ^inriegs, ber bislang in Osnabtiicl tätig roar, routbc itacg 3 n n s - b r u ct oerpflidftet. ®as ®icner llfabemie. Sgeater, bie ff'Eatbügne ber Burg, gat bas Cuftfpiel „3rfi liebe »irr ffmuen" bes Ungarn 3sgann o. Sotap jur bcutfigen ffrftauffiigrung angenommen. ScAüfte Tvo&e*t. Collonil Am Brunnen von Santa Maria 11. Fortsetzung Roman von Herbert Wu s t h of f Copyright 1941 by Deutscher Verlag, Berlin Stoben am §ang, in Stefanos baufäEiger Hütte, glomm plöglid) ein £icgtlcin auf. ©infam unb ftiE ftanb ber fpär* liege Scgein ginter ben oerfdgnittenen Hlaulbeerbäumen, bie igren Sdjatten aufs HQus roarfen. „Hlan gegt bei ber erften Beurteilung ber Singe Icidjt oon fatfdjcn Borausfegungen aus", fugr ber Sottor fort. „Sdjtieglidj gat jebes ©reignis feine eigene ©efdjidjte, unb aueg im Seetifcgen gefegiegt niegts ogne einen auteiegenben ©runb." ©ieber ftodte er unb oerfiel in Sdjroeigen. Sinnenb blidte er oor fieg gin auf ben ©eg, auf bie treibegraue Strage, bereu Sdjotter gie unb ba in ben Bremsfpuren ber Höbet einen metaEenen ©lana angenommen gatte. „3cber trägt bie Btitfdjutb an bem, roas ign trifft", be* mertte ber Brat fcglicglicg, inbem er feinen Btid roicber emporgob unb in bie ©eite riegtete. Brofeffor Stiigi gob ebenfaEs ben Kopf. Seine nüch¬ ternen Bugen ftreiften tura über ben Sottor gin. „©ine Begauptung, bie au ©bclmut oerpftiegtet", meinte er im Sone jener teifen, einfcgrönlenben Seftfteflung, mit ber er ftets fotege Säge aureegtrüdte, bie igm migfielen. Ser Brat madjte eine gleichmütige Bewegung. Gr ftritt niegt gern um begriffliche fjolgerungen. Subem mürbe cs ja in biefem JaE {einerlei ©elegengeit geben, cbelmütig au fein. ,,©s lebt fidj natürlich teidjter mit gaffenbem H^raen als mit einer Sclbftanttage", bemertte er nur, aBe weiteren ©rörterungen über biefen B»ntt abfegneibenb. „Bor bem fjorum feines ©eroiffens bürfte es wogt nte- manbem freiftegen, fid) fetbft ober anbere au befdjutbigen", meinte sprofeffoc Stiigi mit einem trogigen Bufioerfen bes Kopfes. Ser Sottor aber fdjicn in feinen ©ebanten fegon weiter- geeilt au fein, roenigftens gab er niegt au ertennen, bag er bie Bemertung bes Btofffj°*s aufgenommen gatte. Sein Btid fdjroeifte roieber über bie fernen Blatten gin, roo fieg bie garten Scglagfegatten ber ©ipfet langfam auflöften, je megr ber Blonb auf feiner Bagn fortfdjritt. „3cg gäbe bie Beobachtung gemaegt", fagte er langfam, roie aus immer noeg aögernber Ueberlegung heraus, „bag bas äugere £eben bas innere aerfdjlägt, bag jeber ©rfotg im Beugern auf ber feelifdjen ©bene eine ©inbuge naeg fug aiegt. Ser heutige Btenfdj roäcgft niegt megr aus feinen ffiuraeln geraus, es fei benn, bag er aufs neue au fug aurüdfinbe." ,,©ie meinen Sie bas?" fragte ber Brofeffor aufgor* egenb, als wittere er gier einen mpftifegen Bereich, ber aunädgft einmal mit ber ffadel ber Bernunft beleudjtet au roerben oerbiene. Bber ber Sottor ging niegt barauf ein, fonbern fugr fort; ,,©ie es getommen ift, bag roir uns fo auseinanber- gelebt gaben, bariiber bin icg mir aueg geute noeg niegt üöüig im tlaren. ©s begann bamit, bag roir eigentlich nie megr aüeine aufammentamen. 3cg gatte bamals eine junge Bffiftcntin, bie id) aueg im HQUfe eingefügrt gatte, ©s roar um bie 3eig roo icg eine grögere bauliege Beränberung ber Klinil plante, unb roir erörterten gemeinfam bie aroed- mögige Haumaufteitung. ©s roar bamals immer Befucg- im HQufe, bas geigt, anfänglich eigentlich niegt, aber et ftcEte fieg bann ein, oermutlidj, roeit meine ffrau fid) bei unferer Unterhaltung langweilte." „Hm!" meinte ber Bt°fEffoD ols eine turae Buufe entftanb. „Bon biefer 3c't °u fagen roir uns eigentlich nie megr aEcin. ©enn icg geim tarn, roar entroeber Befucg an- roefenb, ober meine ffrau roar ausgegangen. 3äj felbft roar beruflieg au fegr überlaftet, unb bie gaitac ©ntroidhing roar aBau natürlich, als bag icg eine beginnenbe StnEUung barin gättc oermuten tönnen. 3d) entfinne mieg, bag es in ber ffolgejeit oueg einige Btnlc au furaen Buseinanbcr- fegungen getommen ift, aber es roar niegts Gntfdjcibcnbcs, niegts Gnbgiiltiges, roas ba grfprodjen ober getan rourbe. ©ie gefugt, gatte icg audj teine 3e'g bem aüen grogen ffiert beiaumeffen. fflas foE icg midj no^ in ©inaetgeiten oertieren! ffienn icg fegt aurüdbenfe, bann ift es fo: Gs ift mir ergangen, roie es manegen oielbefcgäftigten Krauten ergegt: Sie Befcgroerben ftnb niigt geftig genug, unb man nimmt ftdj niigt bie 3eit, ben Brat aufaufuegen, bis bann plögtidj bie Kataftropge gereinbriegt unb es au fpät ift für einen rettenben 3ugriff." „Sie entfcgulbigen, lieber Sottor, roenn idg bie Bnge- legengeit grunbfäglicg anbers anfege", nagm Brofeffor Stügi bas ©ort, inbem er fieg unroiElürlicg ein roenig aufaureden fdjien. ,,©s gat fidj neuerbings, niegt aulegt burdj ben Ginflug ber HomanfdjriftftcEer, bie Bnficgt oer¬ breitet, als ob bie ©ge eine greifarte f;jr e;nc pcrgnüglicge Sarbietung oon ©onne unb ©lüd fei. Semgegenüber mug idg jebodg baran erinnern, bag es geroiffe Hegeln unb Ber- gattungsroeifen gibt, gegen bie niemanb oerftogen barf, ogne bag igm bie Sdgulb für bie golgen augcfigriebcn roirb. Sie menfcglicge ©efeEfcgaft brauegt eine berartige Hormierung igrer Bergältniffe um ber aEgemeinen Orb- nung roiEen unb fetbft um ben Breis, im einaetnen gaEe ber Komplitation ber Singe niegt oöüig gereegt au werben." ©in fdjroadjes fiädgeln gufegte tura über bas ernfte ©e* fidgt bes Brätes: „3dj errate bie Bbfidgt, bie 3guen 3gre Brgumente ein- gibt. Unb roas foE icg 3gnen antworten? Sie roiffen fo gut roic icg, bag bas £eben autonom ift, bag es fidj feine ©e- fege fegafft unb aueg roieber igren Hagmen fprengt, roenn er igm au eng geworben ift. ©as geftern als Orbnung galt, tonn morgen als Störung einer neuen Orbnung empfunben roerben." Gr fdjlog fura üic Bugen unb fugr mit einer H°ub- beroegung fort, als erübrige cs fieg eigentlich, bas gotgenbe äu erroägnen: „Gs ganbelt fid) audg gar niegt um bie Sdjulbfrage, bie etroa im Borbergrunb meiner Uebcrlcgungen ftegt, fonbern gana einfach um bie brutale Grfcnntnis, bag mein £ebcn einen Knid befommen gat. ©s ift ctroas oerfcglt gcroefrn in feiner Gntroidtung, ctroas, bas fidj roeber locgrebcn nod) roieber gutmaegen lagt, ©s ift ein feetifd)es Sraitma ent- ftoubcn, wenn id) einmal fo fagen barf, bas aud) meine Brbeiten iiberfdjattet." ©r oerftummte roieber; audj Brofeffor Stügi fcgrolcg, unb faegt nur unb roie oerloren flangen bie fdjlorrenben Sdjrittc ber cinfamcn fiuftroanbler auf ber nädjtlicgen Strage. Unoeränbert gog ber ooEe Blonb fein mefgngblantes £id)t über bie £niibfcgaft. 3m Siifter igrer Scglucgtcn ftun- ben bie fegroffen ©änbe bes Blonte ©enerofo, unb fegarf acidgneten fidg feine aadigen ©rate gegen ben btei^blauen Hadjtgimmet. 3mmer nodg ftridg ber ©inb gerab über bie Högen oon ©giribone, unb bisweilen ertönte oon ber HQföo ger, aus ber Hütte bes jungen Stefano, einer äiüoruben Klage gleicg öer cerroegte Klang ber Blanbotine. XI 3n ber geräumigen, ein roenig an mittelalterliche Ru- ftänbe gemagnenben Kücge im Houfe Brofeffor Stügis, roo es ftets naeg in Del gefegmorten 3roiebeln, naeg gefottenen Koglblättern unb frifeg gebranntem Kaffee todj, roirt- fegaftete Bnnamaria mit aufgetrempelten Blufenärmeln unb einer grün unb rofa gemufterten Satinfdjürae über bem fegroaraen Hod. fflie faft au aüen Sagesaeiten brugette an warmem Ort auf bem weitläufigen, fteinernen Herbe irgenbeine Soge in oerbedtem Siegel, unb ein groger fflafferteffet fummte in abfegenben Stögen auf ber fjeuerfteüe. 3n ber fjmfter* ni[d)e tag ein gerupftes Hugn auf einem blutigen H°ta* brett unb ftredte feine ftarr oerlrampften ^üge in bie £uft. ©igentlid) roar Bnnamaria mit bem Blätten ber ©äfege befegäftigt, bie in einem Körbdjen auf bem Sdjemel ftanb, roägrenb auf bem Sifige ein aur Hälfte gebügeltes Hnuh feiner gcrtigfteEung garrte. Bber Bnnamaria gatte geute teine Huge; balb roar fie am Hrrbe, balb an ber Kudjenfdjüffct, balb in ber Keinen, buntten Speifelammcr, ober fte redte fid) ans ffenfter, pregte igr ©eftdjt an bie Jpolgleiften unb fpägte bureg bie Higcn ber £äbcn auf bie Strage. Sann roieber cüte fie mit igren trippelnbcn Sigritten in ben ftlur, goregte ein¬ mal bie Sreppe ginauf, obroogt fie bod) rougte, bag äugen- blidlid) niemanb im Hal|fr roar, unb trat tura oor bie Siir auf beti ebenen Borplag hinaus, roo unter bem btaugelbcn Sonncnfd)irm ber Kaffectifcg gebedt roar. 3roifd)cn Seufaern unb golbtauten Bitrufungen ber Hol" Iigcn murmelte fie bisweilen etwas oor fieg gin, bas roie geimlicge Befdjroönmgen Hang. Blantfpnat fegtug fie bie Bugen aur Sedc empor unb rang bie Hänbc, als mügte fie gegen ein brogenbes Ungeil bie H'lfc öes Himmel® gerab- flegen. Scgon feegs 3agrc biente fte nun bei bem Brofeffor, abe* noeg nie gatte fie ign fo böfe gefegen roie geftern bei bc* Huseinanberfegung mit Signor Hubolfo, bem junge* Herrn. (fVortfegung fotgt)
©Ijarafteriftit bc§ ©etterafè ©etff unb OJeranftDorfong ber oberen tSüfjning Bon Kriegsberißter Dr. Fritz Meske 27.3. (BR.) „©er geinb roirb rüdftßtslos geworfen, wo er ftß er* bretftet, noß ©Biberftonb gu [elften." ©iefen Safe biftierte ein junger beutfdjer ©eneral feinem Sßreiber in bie ©Ra* fßine, als im 3uni 1940 ber Berfolgungsfampf in ffilfaß- 2otßringen in feine leßte Bßafe getreten mar. Soeben mar ber ffiencral oon feinen fämpfenben ©Regimentern gum ©iot* ftons-ffiefeßtsftanb guriidgefebjrt, ßatte mit feinem erften ©eneralftabsoffigier furg bie 2age befproßen unb erließ nun ben ©toiftonsbefeßl für ben näßften Kampftag. ©ine ßalbe Stunbe fpäter ßatten bie Krabmelber ben Befeßl gu oEen ©ruppen ber ©ioifton gefaßten. Offigiere unb ©Rann» fßaften oernaßmen bas Programm ißres ffienerals, ben ftc aEe fannten unb für ben fie burtßs geuer gingen. ©ie un* geßeure moralifße Ueberlegetißeit unb bet rüdfißtslofe Siegesroiüe, bie in bem ©ioiftonsbefeßl loberten, riffen bie Gruppen erneut gu beifpiellofen ßeiftungen empor. ©ie ©ioifton griff an unb groang einen oielfaiß überlegenen geinb gur Kapitulation. ©as bebeutfamfte ©Rerfmal unferer oberen güßrung ift in biefem Kriege barin gu crbliden, baß bie ©enetale naß ßebensalter oon ber ©ruppe feßr oiel roeniger entfernt finb, als bas im alten §>eer normaterroeife ber gaü mar. ©Bas bas für bie fceüfße gunbicrung bes Befeßls, für bie pfpßologifße Begießung groifßcn bem Befeßlsßaber unb bem einfaeßen Solbaten bebcutet, liegt auf ber ^anb. ©ie Sßtßt unferer ßößeren güßrer ßat fieß (cßon im grieben, gang befonbers aber feit ber aJtobilmacßung, immer mieber oon unten ßer oerjüngt. ©s gibt genügenb ^Regiments* fommanbeure unb ßoße ffieneralsftabsoffigiere, bie jeber* geit geeignet ftnb, eine- ©ioifton gu überneßmen — unb bas gleidje gilt felbftoerftänblicß entfpreßenb auß für bie ßößeren KommanbofteEen —, fo baß es fieß im allgemeinen als bureßaus oermeibbar erroies, bereits längft ausge* fßiebene ©enerale mit grontfommanbos gu betrauen. ©ntfßeibenb ift natürtieß ßier meßr als in jebem anbeten Bereidj bie ©krfönlißfeit. ©s ßat gu aBen 8p*tpn unge* ßeuer jugenblicße gelbßerrcn im ßoßen ©reifenalter ge* geben, unb es märe ein oetßängitisooEer geßler, auf fie gu oergießten, nur roeil fie bie iiblicße Altersgrenge über* fßritten ßaben. Aber baß bie törperliiße unb feeliftßc Spanntraft in jungen 3aßren normalerroeife größer ift, läßt fieß nießt beftreiten. ©erabe ber Blißfrieg, roie Abolf Ritter ißn gum Segen feiner ©Beßrmaßt unb feines Bolfes gu fiißren pflegt, erforbert eine fo ungcßcure Kongcntration ber Kräfte, eine gafammenbrängung ßöcßfter ßeiftungen unb ©ntjßlüffe auf bem geitrnum roeniger Sage, roie fie im aEgemeinen nur oon jungen güßrern mit oorbeßalt* Iofem Angriffsfßroung erroartet roerben tönnen. ©s gibt teine ftärtere Betätigung für bie ©lißtigfeit biefes beut* fßen B*üngips als ben Verlauf ber bisßerigen Operationen. Aus ber relatioen 3ugenblißfcit unferer ßeutigen ©ene- ralität aber ergibt fuß ein groeiter feßr bebeutfamer ©Befens» gug im Silbe unferer oberen giißrung. ©lüc unfere ©enc- rale ßaben noeß ben ©Beltfrieg mitgemaeßt, unb groar als fleutnants unb §auptleute an ber gront ober im ©eneral* ftab. ©htr menige oon ißnen finb barnals feßon Stabsoffi* giere geroefen. Sie aEe ftnb bann mit einem unfßäßbaren SReißtum an Kriegserfaßrungen in bie ©leißsroeßr ßinein» gegangen, bie unfere gefamte obere giißrung audj ent» feßeibenb unb einßeitlicß geformt ßat. ©tur 4000 Offigicre ftnb cs geroefen, bie Scecft barnals als bie ©luslefc bes beutfeßen 6olbatentums um fuß oerfammelte. ©Bas in jener geit an ßodjqualifigicrtem militärifßem ©Biffen, an (ßataf* terlißer Härte, innerer ffiefßloffcnßeit unb unbeirrbarem ©laubeti an ben Sieg erarbeitet mürbe, bas ßat bas fficfißf jener folöafifcßen giißrcrfcßicßt geprägt, bie beute an ber Spiße unferer ©ioiftonen unb Armeen fteßt. ©s mar moßt fßidfalsbeftimmt, baß ©eutfßlanb burß einen entfeßtießen ©tieberbrud) gur ©rünbung eines foldjen lleinen, aber bei* fpiellos ßoßroertigen folbatifdjett Orbcns gegroungett roet* ben mußte, ber innerlid) gernbe ooB nusgereift roar, als es galt, bie Speete bes neuen nationalfogialiftifcßen ©teißes gegen feine geinbe gu fiißren. Unb bod) ift biefe ©Beßrmaßt ©tbolf Ritters, gernbe aueß oon ber oberen giißrung ßer gefeßen, ctmas roefentlicß an* bers als bie ©leißsroeßr. ©er autoritäre ffirunbcßaraltcr bes neuen SReicßcs ßat auß bie militärifdje giißrung noeß ftraffer als bisßer in rein autoritärer 9tid)tung roeiterent* roidclt, roenn biefer Borgang aueß nitßt in organifatorifßen ©Banblungen, fonbern nur in füßrungsmäßigen Sluffaffungen gum ülusbrud tommt. ©er güßrer felbft ift Oberfter Se* feßlsßaber ber ffießrmacßt, unb bamit entfaflen fämtlicße Untlarßeitcn über bie leßten ©ntfeßeibungen. ©benfo ift jeber militärifdje Sefeßlsßaber gang aüein ocrantroorttidß für feine Sruppe unb für bie Ülrt feiner güßrung. gmar braudjt er — meßr als je bie Seratung unb Unterftüßung buriß ben ©ßef unb bie ^Referenten feines ©eneralftabes. 2lbet bie Sorfteüung, als ob ber ©encralftab ein anonpmes giißrungsotgan mit felbftänbiger Serantroortliißteit fei, roürbe in bie ßeutc geltenben Sluffaffungen oon ber 2rup* penfüßrung nießt meßr ßineinpaffen. fflie ßat fuß bie obere güßrung in biefem Kriege nun praltifcß geftaltet? Setracßten roir als Seifpiel bie güß* rung einer ©ioifion, alfo jener taftifrßen ©inßeit, bie als lleinfter Serbanb mit aBen ©affen ausgerüstet, alfo felbftänbig einfaßfäßig ift unb im aEgemeinen ißre gu* fammenfeßung unoeränbert beibeßält, roäßrenb ja Korps unb Armeen je na^ ißren Aufgaben oerfeßieben geftaltet roerben lönnen. Sroß ber ©roßc einer mobernen ©ioifton bilbet fte meßr als früßet einen in fieß gefdjloffcnen ©rup* pentörper mit eigenem Korpsgeift. ©äßrenb friißer im aEgemeinen ber Śegimentsoerbanb bie ©rengen gog, in benen ber einfatße Solbat noeß ©efeßeib roußte, ift es ßeute bie SRegel, baß jeber 3Rann aueß feinen ©ioiftonstomman* beur lennt, unb groar nießt nur bem SRamen naeß aus bem ©ienftunterrießt, fonbern oon 9lngcfid)t gu illngeficßt unb ßäufig genug auf ffirunb eines perfönli^en ©efpräeßes. ©s gibt erftaunließe Seifpielc bafiir, roie bie ©ioifions* Jommanbeure biefes Krieges ißre ©ruppe bureß ißre per* fönlicße ©efensart, bureß eine tppifeße Sefeßlsformulierung unb bureß ißr tämpfcrifd)es Seifpiel gufammengefeßmiebet ßaben. „iDer ©eneral* ift für ben Solbaten fein roeit ent* fernter Seßlacßtenbenfer am Sdjreibtifeß, fonbern man fteßt ißn ßäufig unb in jeber Sage. 9Ran fennt fein ©efießt, feina ©igenßeiten, feine ßeiteren ober gürnenben Kraftaus* brüefe, nub man erlebt oor aEem unmittelbar, mie er füßrt unb roie fein Sefeßl ftcß ausroirtt. ©iefe perfönliiße Segießung gum Solbaten ift aueß für ben ©ioifionsfommanbeur oon unfeßäßbarem ffiert, aber cs ßat nodß einen anberen — einen rein füßrungsmäßigen — ©runb, roesßalb er fieß fo ßänfig oon feinem ®ioifions*©e* fecßtsftanb gu ben Iämpfenben ©ntppen begibt. 3m Sliß* frieg unferer ©age fommt cs bnrauf an, bie giinftige ©c* legcnßeit fofort gu erfaffen unb blißartig gu ßanbeln. ©ntfißließt ber ©ioifionsfommanbeur fteß, felbft naeß ootn gu geßen, fo ift roäßrenb feiner 9Ibroefenßcit ber erfte ©ene* ralftabsoffigier — ber la fein Sertretcr. ©er la ift ftänbig ber taftifeße Serater feines Kommanbeurs, über beffen Slbficß* ten er genaueftens unterrießtet ift, fo baß er — im Sinne bes Kommanbeurs — geitroeilig felbft gu füßren oermag. Sofort, roenn bie beiben ©Ränner roieber gnfammentreffen, muß beiberfeits ein oöEig flares Sitb ber ßage ßergcfteüt roerben. ©er la ift roeniger befannt als fein Kommanbeur; aber ber Solbat foE roiffen, roie roießtig bie Ülrbeit biefes ©eneralftnbsoffigiers ift. Unter bem la arbeitet im Stabe bes ©ioifionsfomman* beurs eine gange ©teißc roeiterer ^Referenten: ber Ib, ber für ben gejamten SRacßftßub oerantroortliiß ift, ber Ic, ber aEe geinbnad)ricßjten fammelt unb bamit roid)tige ©runb* lagen für bie Dperationsbefeßle erarbeitet, ber ©ioifions* abjutant, bei bem aEe perfoncEen Ülngelegenßeiten gtt* fammenlaufen, bagu in aBen 9lbteilungcn bie nötigen ipitfsfräfte. So umfangreid) aber aueß bas 3nftiument ber oberen ©ruppertfiißrung fein mag unb fo feft auef) bie ®anöc ber ©ifgipUn biefes 3nfVrument mit bet ©ruppe oetbinben. cntfdjeibenb ift bie ©ctfönlicßleit bes Kommanbeurs, bet in feiner Seele feßtießließ aEe Serantraortlid)feit oereinigen muß. „güßrung* ift im nntionnlfoginliftifcßcn iRcicß eine ©Ingclegcnßcit, bie feinesroegs auf ben mifitärifdjen Screid) befeßränft ift. ©as bie politifdic güßrung gefcßnffcit ßat, ift bie ©runblage bafiir geroefen, baß roir ßeute ein ge¬ waltiges Solfsßeer fiegreid) unter einer ßeroorragenben militärifeßen giißrerfcßidjt fämpfen feßen. ©et Sefeßl, fo fompromißlos er ift, roürbe roeber für ben politifeßen notß für ben folbatifdjen güßrer aüein genügen, um ben Sieg gu erringen, roenn er nidjt getragen roäre oon ber lieber* geugungsfraft ber ‘Pcrfönlicßfeit. ©atibolM unb ^oatta $er neue 9ber5efef)I^aber in 9lorbafriJa unb ber nene @eneralffab§cf)ef 35on unierem Berietet ft atter öh. SRom, 27.3. ©er 9?ad)folget oon ©RarftßaE ©ragiani, ©eneral 3talo © a r i b o l b i, ift 62 3aßre alt unb ftammt aus ßobi. 3m abefftnifdien gelbgug ßatte er fuß buriß feine ©apferfeit, feine Umficßt unb feine eiferne ffiiüensfraft unter ber ©e* neralität befonbers ßeroorgetan. 9lucß naß ber ©roberung bes 3mperiums entfaltete er in 3tatienifß»Oftafrifa eine rege unb frußtbare ©ätigfeit, bie immer roieber oom ©uce geroürbigt rourbe. 3laß bem Sefuß ber 3nfanterie-Sßule begann er feine glängenbe militärifße ßaufbaßn. ©lls ^iauptmann fam er 1911 naß ßibpen, um brei ©Ronate roäßrenb bes italienifß-türfifßen Krieges feine gäßigfeiten als ßinienoffigier gu erroeifen. ©äßrenb bes ©eltfrieges roar er als ©Rajor unb Oberftleutnant im italienifßen ©e* neralftab. 3anuar 1918 rourbe er mit ber Silbernen ©apfer* leitsmebaiEe unb balb barauf mit bem SRitterfreug bes ©Rilitärorbens oon Saoopen ausgegeißnet. ©laß bem Kriege roar er in. oerfßiebenen ©ioifionsftäben tätig, um im ©Rai 1920 gum ©Riffionsßef für bie italienifß.-jugoflatoifßen ©rengfragen ernannt gu roerben. ©Ißt 3aßre fpäter fteßt man ißn als ©ogenten an ber Kriegsfßule. 1931 rourbe er gum Srigabegeneral beförbert. ©r leitete bann bie König* liße 3nfanterie- unb ©Irtiüerie-Sßule, rourbe 1935 gum ©ioiftonsfommanbeur beförbert unb ein 3aßt fpäter ©Rit- glieb bes §eeresrates. ©lls ©ßef ber 3nfanterie*®ioifton „Sabaubia I* naßm er 1936 an ben 3anuarfämpfen bes ©Ibefftnien-gelbguges teil. 3ebes §inbernis rourbe oon ißm überrounben unb jeber feinbliße ffiiberftanb gebroßen, ©laß einem oiergeßn* tägigen ©croaltmarfß gog er in ©lbbis*©lbeba mit ber motorifierten Spißengruppe feiner ©ioifton ein. ©eneral ©nribolbi tourbe naß Scettbigung bes Krieges gum ©eneralftabsßef unb ©enernlgouoerneur in 3talienifß* Oftafrifa befteüt. 3m 3aßre 1937 erßielt er bie ©rnennung gum ©Irttteegeneral rnegen ßeroorragenber militärifßer ßeiftungen. ©in 3aßr fpäter feßrte er naß 3talien gttrüd, unt bann bas Kontmanbo übet bie 5. ©Irmee in ©ripolis gu überneßmen. 3efet ßat ißn bas Sertrauen bes ©uce auf ben oerantroortungsooüen ißoften eines Obcrbefeßlsßabers ber italienifßen «ßtreitfräfte in ©lorbafrifa unb eines ffiouoerneurs oon ßibpen berufen. ©eneral ©Rario 31 o a 11 a , 1877 in ©obena geboren, naßm als ©Rajor am ©eltfriege teil, gebruar 1919 rourbe er ©ßef einer ©Rilitärmiffion in Berlin, ©laß einer ßeßr* tätigfeit an ber §aupt*3nfanteriefßule roar er ©Rilitär* attaßé in ©arfßau, ©tiga, ©teoal unb ^elftnfi. ©lis ßeiter einer italienifßen ©Rilitäraborbnung nnß,m er itt Spanien an bem greißeitsfampf ber granco*©ruppen teil. 3n ber Sßlaßt bei ©Ralaga rourb« er oerrounbet. Bor Bilbao unb Santanber befeßligte er bie grecce*®ioifton. ©laß bem Spanien-gelbgug fam ©eneral 9Roatta 1939 als ©Rilitär- attaßé naß Berlin, um im ©looember bes gleißen 3aßres gum SteEoertretenben ©eneralftabsßef bes italienifßen §e«res ernannt gu roerben. ffiäßrenb bes Spanien-gelb* guges erßielt er bas ©titterfreug bes ©Rilitärorbens oon Saoopen. ©luß ©enefal 91 o f f i, ber SteEoertretenbe ffieneralftabs* ßef bes feeres, blieft auf eine glängenbe militärifße ßauf¬ baßn als grontoffigier unb ©eneralftäbler gurüd. Äetne ägtjptif^cn tfrbettëfotonnen für (Snglanb Bon unterem ©laßoft-Berißterftatter Ul Bnfara, 27.3. ®ie ägppltfße ©legierung leßntc bie cnglifße gorberung ab, ägpptifße ©Irbeitsfotonnen ßinter ber gront eingu* feßen. 3m ©öfltfrieg mußte ©Icgpptcn gerabe auf biefe ©öeife fßroerfte Blutopfer für bie Saße ©nglanbs bringen. 3m gangen roaten 300 000 groangstoeife ausgeßoberte ©legppttr als ©Irbeitstolonncn an ben oerfßicbenften cnglifßcn gron* ten eingefeßt. Befonbers an ben gronten, too bie ©legppter oßne genügenbe militärifße Bebedung in oorberfter ßinie fßangen mußten, fegten bie ©ranaten ber feinblißen Artil¬ lerie mitten in bie Beißen ber gellaßen ßinein unb rtß* teten unter ißnen ein furdjtbares Blutbab an. 9teue ^ufammenftöfoe in gnbien Bon un'ferem Berißtcr ft atter wl. ©ailanb, 27.3. ©laß einer ©Reibung ber „ffi a g e 11 a bei B 0 P o l o* aus Kabul ift es itn inbifßcn Begirf ©ismail Kßan, unweit ber Briidc oon BatrocE, gu einem neuen 3ufammcntreffen giöifßcn bet Boligfi ben Bcbeücn qefommen. ©nrß eine Bombettesplofion in einem Spoliftcipoftcn ftnb in ©am* bati ©angai Bannu ein Korporal uttb 13 Solbaten getötet roorben. ©er ffirünber ber Aderbauinftitute oon Aüaßabab, Dr. ęiggibottcn, erflärte, ein ©rittel ber anbaufäßigen Obet- fläße 3nbiens fei nod) nißt bepflangt, unb bas bebaute ßanb bringe nur einen ©etl bes erreißbaren ©rtrages ein. 3n biefem guftanb roerbe bas ßanb burß bie ©laßläffigfeit ber Begierung gclaffen. Qluf 0agb im Qlttanttf 9lac^Ui^e Begegnung 3tocicr Deutfcf>er Ärieg§fcf)iffc Bon Kriegsberißter A. Zell 27.3. (B8-) ®s ift Baßt. Begenfßleier umfangen uns unb oer* fßluden bas ßißt ber Sterne. AEe gormen löfen fiß auf. ©ie ©eftalten ber Kameraben ftnb roefenlofe Sßatten ge¬ worben. Ab unb gu entroeißt ein bunfelroter gunfe bem Sßlot bes Sdjiffes. ©er feußte ©ßinb reißt ißn mit; tau- melnb oerlöfßt er irgenbroo im Bißts. • ©in leißtes 3*1* tern geßt burßs Sßiff unb bringt irgenbroelße ©ifenteiTe gum Klirren, ©s ift bie gebänbigte Kraft oieler taufenb Bfetbeftärfen, bie biefen Berg aus Staßl erfßüttert. Born, an ber Bad, leußten roeiße Sßaumftreifen gu uns ßeraus unb oerrnten: £oße gaßrt! ©ie 3ctt ßat es nißt fo eilig roie unfer Sßiff; quälenb laitgfnm oertinnen bie ©Rinuten, ßunbert Augenpaare boßren fiß in bas ©unfel, bas uns fo geßeimnisooE um* fßloffen hält. ßunbert Augenpaarc aßten auf jeben Sßatten, ber bas graue ©inerlei burdßrißt. Büßte roie biefe finb gcfnßrlid)! 3** ißrem Sßoß fann fßrocigenb bas Berberbett lauern, ©as roiffen aüe, beren Bflißt cs ift, auf Ausgnd für unfere Sißcrßeit gu maßen, ©as 3**krn bes Sßiffcs befoinmt plößliß einen anberen Bßtjtßmus. ©ie Sßaumftreifen an ber Bad leußten nißt meßr fo ßcE ßeraus. 3cber weiß, bas bebeutet oerringerte gaßrt! ©Rit oerboppelter Aufnterffamfeit fpäßt aBes in bie Baßt. ©3 ift nid)ts gtt feßen! 29ns mag gefßcßen fein? Auf ber Signalroaße im Bormarfß geßt bas ©elefon: ©Bir ßaben giißlung mit einem anberen bentfßen Kriegs* fßiff, bas in biefem ©eil bes 2ltlantif operiert, ©ie Baß* rißtenmittel beginnen gu arbeiten. Baß wenigen ©Rinu¬ ten roiffen roir, baß unfer Borbermann einen geßeimnis- ooEen ©nglänber ocrfolgt ttnb gleiß gum Eingriff über* geßen roirb. ©Dir feßen uns etrons ab. ©ie Spannung ber Teßten ©Rinuten rocidjt einem befreienben Sßmttngeln. 3roei 3äger ßnb auf ber Birfß begegnet! 3fßt roerben roir, bie immer 3äger roaren, einmal 3**fßn*rot fein. ©ine grage aEerbings bleibt offen: ©Barum wartet man mit bem Angriff nidjt bis gum Attbrmß bes ©ages? ©s ift bod) fonft nißt bie ©Irt bcutfßer Kricgsfßiffe, im ©unfein gu jagen. — ©er Dberfignalmciftcr, ein alter §afe, weiß, roie immer, auß barauf eine Antwort: ,,©nb* roeber ßanbelt es fid) um ein cnglifdjes Kriegsfcßiff*, meint er, „ober um einett ©atttpfer, ber ein fßled)tes ©e* roiffen ßat unb abgeblenbet fäßrt. Baß ber internationalen Brifcitorbttung ift ein Sdjiff, bas abgeblenbet fäßrt, roie ein Kriegsfßiff gu beßattbeln!* ©Ber bie ©efaßren einer folßrn $nnblitng in Kauf nimmt, barf ftß nißt rounbern, roentt er roäßrenb ber Bad)t einfaß abgefßoffen roirb. ©Bit laufen unferen Kur3 mit oerringerter gaßrt roci* ter. Bon ©Rinute gu ©Rinute fteigt unfer 3agbfieber, ob* rooßl roir an ben fommenöen ©reigniffett nißt bireft be¬ teiligt fein roerben. Unfere Augen, burß fßärffte Baßt* gläfer unterftiißt, fönnen noß immer nißts entbeden. ©er ©Binb pfeift uns um bie Oßren, es ift gicmliß frifd) ßier oben auf bem Bortnars, aber feiner weißt oon feinem Blaß. Bodj groangig ©Rinuten oergeßen. ©ic erfte Saloc ®a — ein weißer Bfc*I burßfßneibet roie ein ©Reffer bie Baßt! 3*UErr*b fpielt er über bent ©Baffer, um gleidß bar¬ auf an einem großen grauen Körper gu ßaften. ©as ift ber geinb! ©er roeiße iffcil fommt irgenbroo aus bem ©unfel. ©ort, roo er am bünnften ift, blißt es plößliß auf. Sefunben oergeßen, bie roir unroiüfürliß laut mitgäßlen, 21, 22, breiunbgro aus bem grauen Körper fßießt ein gelbes glammenbiinbcl. ©ie erfte Saloe ßat gefeffcnl ©Benige Seemeilen nur trennen uns oott ber ©ragöbie, bie fiß bort abfpielt. ©Bit ßören leinen Knaü, roir feßen nur bas Aufblißen ber Abfßiiffe unb ben geuerfßein ber ©in* fßläge, bie leißt im ©unft oerfßroimmen. Balb forgt ber ©Binb für beffere Sißt. 3eßt feßen roir es ift ein ©ampferl ©in großer, moberner bewaffneter ©ampfer mit ungefäßr 6000 ©onnen. ©r brennt! ©ie Baudjrooifen, bie feine Aufbauten einßüüen, leußten gefpenftifß im Sßein- roerferlißt. Sangfam fommen roir näßer. Kleine Cißter tangen neben bem ©nglänber auf bem ©Baffer. ©Baßrfßein* liß ßat et Baßtrettungsbojen geworfen. 3cßt oerfußen fte, auß Boote gu ©Baffer gu bringen. ©er ©ampfer ßat aber fßon Sßlagfeite. lieber bie fßrägliegenbe Borbroanb rutfßcn groei Boote ßerab. ©as geuer ift eingefteüt roorben, nur Sßcinroerfer beleußten einen Kampf ums itadte 2eben, ber unnötig roäre. ©ie Boote entfernen ftß oon bem ftnfenben Sßiff. Oben auf betn brennenben ©cd fteßen aber noß ©Rcnfßen. Ber* groeifeit fd)roenfen fte Saternen, aber wer foü ißnen ßclfcn? ©Bir fönnen es nid)t! ©ummßeit ober oerbreßerifßcr Seißtfinn? $offen roir, baß ber, ber für bas ©cfßeßcne oeraiitroortliß ift, roenigftens aud) utu fein Ccben fämpfen muß. ©as ©rattta geßt feinem ©nbe entgegen. Sangfam roEt ber ©nglänber naß Stcuerborb über. Sßon fteßt man bas leußtenb rote llnterroafferfßiff, ba fadt er naß aßtern ab. Steil rißtet ftß fein Bug gegen ben näßtlißen $imntcl. 3ifßenb entroeißt ber ©nmpf. fficroaltigc ©Bafferfontänen fteigen auf, bann geßt er fßttcE auf ©iefe. ©ittgelnc ©riiiit- mer fßießen roieber an bie Obcrfläße, als rooüten ftc fid) bem Berberben eittgicßen, bann ift aBes rußig. Sangfam nimmt unfer Sdjiff bie gaßrt roieber auf. ©Bit fteßen immer noß att uttferen ‘jßläßen uttb fönnen unfere ©lugen oon bettt ©efeßenen nißt losreißen. 3o, gibt cs benn nodj etwas gu feßen? — ©eroiß! ©enn immer nod) liegt ber roeiße Bfp*l über betn ©Baßer, ein rocitßin ficßtbarcs ganal. ©r, ber ben Kampf eröffnet, ßilft ißn jetjt beettben. ©r iibt ©larmßergigfeit, ber roeiße, ßarte Straßl. llnermübliß ftreidjt er über bie ©Bogen, roie eine ittilbe £anb, bie itüfsbebiirftigen geboten roirb. „£>icr ift ber ©Beg gur Bettung*, roinft bie S*nnb, „ßierßer müßt ißr fteuern!" Sie fußt uttb ftreid)t uttb fud)t unb ftreid)t. $ier finbet fie einen Sd)rointmenbcn, bort einen anberen. Sie leitet bie wenigen Boote gu ©rtrinfenben. ßidjt ift in biefem buntlen ©rauen für oiele bie Bettung. Sßein* rocrfcr leußten, obrooßl bas Kriegsfßiff fiß felbft baburß gefäßrbet. Biele Seemeilen roeit ift ber ßeüe Sd)ein gu feßen. ©Beim englifdjc Seeftrcitfräfte in ber Bäße finb, roerben fte nißt gögern, biefem Sd)ein gu folgen, ©as wißen roir aEe. ©rotjbem ßarren roir aus. 3ntnter roieber fußen roir bie ©ßaßerfläße ab unb retten, roas gu retten ift. ©ine gange Stunbe lang ftßten roir ben roeißen Sd)eitt, bis er langfam fßroäd)er roirb unb ant £origont oerfßroinbct. ©as 3*Hptn *** unferem Sßiff roirb ftärfer. ©ie roeißen Sßaumftreifen leußten roieber ßeE gu uns ßerattf. ©Bit faßren neuen Säten entgegen. adjtfjunbect Seeleute Im SIttantft gerettet tourben Bon tTriefiebcridjtcr Fritz SrhwlvgU 25.3. (.BR-j Kaum ift ber ©rfolg unferer jßroeren Sceftreitträftc itn ©Itlantif betanntgeroorben, fo bietet fiß ©clcgcnßeit, bie an Borb genommenen englifdjen ttnb neutralen Befaßtings* mitglieber ber oerfenften Sßiffe fennengitlernen, bie in biefent Kriege gum lctjtcnmal auf gaßrt für ©nglanö ge¬ roefen fittb. 800 ©Rann roaren es, aus aüer Herren ßänber gufammen* gewürfelt unb in aBen Hautfarben, oon ©Beiß bis gunt fßroargeften Sßroarg, bie bie Bettung ißres Sebetts beut* fd)er Bitterlißleit oerbanfteit: ©nglänber, Sßotten, Bor* roeger, Atncrifaner, ©legqpter, ©ätten, Hoüänber, Setten, Spanier, 3pp** unb anbere. 3ßre Ausfagen ßaben ergeben, baß aEe Sßiffe oon ber britifdjen Abmiralität angeroiefen roaren, fofort bewaff¬ neten ©Biöcrftnnb gu leiften. Cebiglid) bas iiberrafdjenbe Auftaud)en unferer Streitfrnfte unb ber rooßlgegielte ©Bar* nungsfßuß ließen irgenbroelße Berteibigiingsmaßnnßmen als ausfißtslos erfßeinen. 3nt übrigen ßatten bie Kapi» täne, roie ße in fßießt oerßiiBter ©Inerfennung gugebett mußten, im ©Itlantif überßaupt nißt mit fßroeren beut» fßen Kriegsfßiffcn gereßnet. ©er in einem gnüc erfolgte ©Biberftanb foftete betn größten ©eil ber Bcfaßung ein- fd)ließ(id) bes Kapitäns bas 8ebcn. ©incr ber lieberleben- ben, ein 19jäßriger 2eißtmatrofe, oerbanft feine Bettung ber ©atfnße, baß er fiß in ein Bettungsboot fliidjtete, als fein Kapitän ben Befeßl ginn geuern gab. Begeißttenb für bie ©roßmütigfeit beutfßcr Secfrieg- fiißrung ift bie Sd)ilberung einer Bettung oon im ©Baffer treibeitöcn Sßiffbrüßigen. ©s roar fßroerer Seegang unb finftere Baßt. Als bie beutfße Sßiffsfiißrung Hilferufe unb ^Pfiffe aus bem ©Baffer ßörte, begann fofort bie Bet¬ tungsaftion, bie meßrere Stunben in Attfpruß naßtn. An jeben Sßiffbriidßgen mußte bas fßrocre Kriegsfßiff ein- geln ßeranmanöorieren, benn bie Ausfcßung oon Bettungs¬ booten roar bei bem ©Bctter unmögliß. Sßeinroerfcr leuß* teten ftänbig bie ©Baßeroberfläße ab, obrooßl fte bas eigene Sßtjj bet ©cjaßr ausfeßien, baburß feinblißen Streitlräftcn ben ©Beg gu weifen, ©as Grgcbnis biefer tincigcttnüßigen Hanblungemelfe roar, baß fämtltßc lieber* lebenbe biefes Hanbclsfdjiffes gerettet würben. ©in aitberer ffiefatigener war ©rfter Offigicr auf einem ßollänbifdjen Sßiff, bas gufammen mit 14 anberen oon ffinqlanb „befßlftgnaßtnt* worben roar. ©Ittf bie grage, ob er bort freiwillig in ©ienft getreten fei, antwortete er: „Hütte iß tnid) geweigert, wäre id) in 3ooa auf ein Kriegsfßiff ober in ein Kongentrationslager geftedt roor¬ ben.* ©lcßnliß äußerte fiß ein 58 3<*ß« ulkt 2cttc, ber feit 20 3aßrett auf englifd)en H****belsfd)iffen fäßrt. ©r gab gu, gerabe roegen ber ftarfen Bewaffnung feines ©anfers (ein 10,8*cm-©cfßiiß aßtern unb groei ©Rnfdjinengeroeßre oorne) befonbere Angft oor roarnungslofer Berfenfung ge* ßabt gu ßaben. „Unb troßbem finb Sie immer roieber an Borb ge¬ gangen?* „©Bas blieb mir weiter übrig", erflärte er in fließenbem ©eutfß. „gür uns Seeleute gibt es in ©nglnitb feine anbere ©Irbcit unb auß feine Unterftüßung. ©Bir fönnen nur ejiftieren, roenn roir uns immer roieber anßeuerii laffen. ©roße Sßiffe fommen naß 2onbon fßon lange nid)t meßr, ßödjftens ab unb gu nod) einmal ein fleiner „©atttpfer". So oerfdjieben biefe Offigiere unb ©Rannfdjaftcn ber ©ttplanb bienenben Sßiffe auß roaren in Hp*dunft, 3n* teüigeng, fficrtnnung unb ißrer ©infteüung gu ©eutfdjlniib, in einem roaren fte fiß aüe einig: 3n ißrem immer roieber geäußerten ©anf für Beßatiblung, Unterfunft, Berpfleguttg unb ärgtliße Betreuung an Borb, bie fo gang anbers aus- gefaEen ift, als man es ißnen in ©nglanb roeisgumaßen oerfußt ßatte. Als fie an einem Stüßpunft oon einem Begleitfßiff aus- gcfßifff würben unb bort iibcraü bie Beroeife beitlfßer ©lufbauarbeit unb militärifßer Starte faßen, merfte man ißnen bas große ©rftaunen über biefen ©egenfaß groifßcn englifßer ©ißtung unb beutfßer ©Baßrßeit an. 6cf)tt>ci3cr Meinungen daz. Berlin, 27.3. ®ie Ctntfßeibung 3ugofIoroiens ßat immer noß ißre ftarfe ©Btrfung in ber ©Beltöffentlißfeit. UeberaU roirb feftgefteUt, baß bamit faft ber gange Baifan in bie 3°**e ber Orbnttng bes neuen (Europa aufgenommen roorben ift. S)as (Eßo, bas ber Beitritt yugoflaroiens guttt ©reimäßtepaft bei Serben, Kroaten unb Sloroenetr geroeeft ßat, roirb als bie Befunbung bafür angefeßen' baß bie güßrung bes jugoflaroifßen Staates' bamit einen Sßritt unternommen ßat, ber ben Staat unb feinen ©Rcnfßen enbgültig bem gcfäßrlißen (Einfluß ber Orbnungsfeinbc entreißt, ©erabe in Śugoflaroien ßatte ©nglanb in ben leßten ©Boßen unb bis in bie allcrleßten Stunben ßinein ja noß bas gange gieber ber Bèunrußigung ßineingetragen. Unt fo meßr oer- geißnett bie Bcrißtc aus allen ©eilen bes Sanbes bie ©rleidjterung, bie ber Alt oon ©Bien für biefen ©eil bes Balfans befonbers gebraßt ßat. Selbftoerftänblid) ßat ßonbon, als cs faß, baß alle Berfudje oergeblid) blieben, nun gur ffiegcnmctßobe gegriffen, ©s läßt burd) feine Bodjrißtenbüros oer* breiten, baß fid) ber Unwille oon ©eilen bes Solfcs in Kunbgebungen 2uft gemaßt ßabe. (Die amtlißen jugoflaroifßen Stellen ßaben bies aus ber Kenntnis ber ©atfad)en fofort unb feßr energifß gurücfroeifcn fönnen. Um fo merfroürbiger muß es fdjeinen, baß fid) geroiffe Blätter ber fiß fo neutral gcricrcnben Sßroeig ben cnglifßcn Agitationsftanbpunft gu eigen modjen wollen. ©)ie ,,©at" roiE bie grage offen laffen, ob gugoflaroien ben Beitritt nur roegen eines ßeftigen beutfßen ©Irucfes ober anberer Ambitionen unternommen ßabe. Sie braußt bie gormulierung, Bclgrab ßabe fiß mit feiner ©ntfßeibung aus ber 9teutrnlität auf bie Seite einer Kriegspartei begeben. Sie unterläßt es aber geflifjcnt- liß, ißren 2efern flargumaßen, roeiße beträßtlißen Bemüßungen 2onbon anftrengte, um jugofIaroifd)en Boben gum Kriegsboben felber gu madjen. $ie jugo* flaroifßen Staatsmänner ßaben bie Antwort in ißrer Begierungserllärung fßon felber gegeben, ©inen äßn* lißen Son fßlägt bie Sßroeigcr „©agette be ßaufannc" an. Sie roagt fogar bie Bemcrfung, bas fcrbifße Bolf ßätte, roenn man es um feine ©Reinung gefragt ßätte, fid) gegen biefe ‘fpolitif feiner Begierung_ ausgefproßen. Sie finbet es intereffant, baß in beutfdjen fteitungen bas amtliße jugoflaroifße ©ementi über bie englifßen Agitationsmelbungcn abgebrudt roorben ift. Unb fie geßt fogar fo roeit, ben Sugoflarocn nod) nadjträglid) ausgurcdjnen, um loicoicl giinftiger ißre 2age geroefen roäre, roenn fie eine anbere Haltung in aUcn gragen eingenommen ßätte. ©ang abgefeßen baoon, baß ber Staatsfefrctär im jugofloroifd)cn Śnnenminiftcrium, ber gleidjgcitig ©ßef ber jugofInroifd)cn B^Ugei ift, eben fotcqorifd) erflären läßt, baß bie neuen englifß-amerifanifdjen ©Reibungen Uber Unrußen unb Sabotagcaftc bewußte 2iigen unb Berleumbungen feien unb gugoflaroicn einem foldjen oerbred)erifd)en ©reiben nißt meßr gufeßen wolle, muß ßier gefragt roerben, roc!d)c Auffaffungcn biefe Sdjroei* gcr ßeilungen cigentliß oon ber oon ißnen fonft im ©Eunbe gefüßrten ©ieutralität ßaben. (Diefc Blätter be¬ geben fiß in ein gefäßrlidjes goßrronffer. (Dies in einem Augcnblid, in bem bie gonge Alelt erfennt, rocid)c fonftruftioen Kräfte ber Orbnung oon ©>eutfß- lanb unb ber Ad)fc iiberßaupt auegeßen.
Wirtschaftsblatt der Deutschen Allgemeinen Zeitung Reichs-Ausgabe Freitag, den 28. März 1941 Nr. 147/148 Frühling am Rentenmarkt Um die Aprilwende entsteht an der Börse der größte Kupon-Anlagebedarf des Jahres, da zu den halbjährigen Rentenkupons noch belangreiche Jahreskupons aus den Dividenden großer Aktiengesellschaften, so der Elektro- und Montanindustrie und der Großbanken treten. Alles dieses freiwerdende Geldkapital strebte schon in Frie¬ denszeiten zum großen Teil in den Wertpapiermarkt zu¬ rück, in Kriegszeiten aber mangels anderer Verwendung noch ausschließlicher: aus Kupons kann gegenwärtig fast nur noch neue Wertpapiernachfrage entstehen. Man kann unterstellen, daß Aktienkupons überwiegend in Aktien, Rentenkupons in Renten Unterkunft finden wol¬ len. Am Aktienmarkt erklärte sich daher die Steige¬ rung der Kurse schon aus der verstärkten Anlagenach¬ frage, die dadurch noch vergrößert wird, daß die Aktien¬ emission nach jahrelanger Sperre erst 1940 gelockert wurde, so daß im ganzen bloß 19 Aktienemissionen, da¬ von 15 über 133 Mill. RM., im zweiten Semester 1940 herauskamen. Allein der Block von 40 Industrieanleihen über 880 Mill., die 1940 ausgegeben wurden, stellte mehr als das Fünffache der Aktienemissionen von 1940 dar. Dazu treten aber etwa 2 Mrd. Pfandbriefe und Kommunalobligationen und 7,85 Mrd. 4 % Reichsschatz¬ anweisungen, so daß man schon aus diesem Ueberschlag ersehen kann, wo der Schwerpunkt der Anlagetätigkeit liegt, und einen wie winzigen Sektor die Aktien im Börsengeschäft noch bilden. Wenn man nun fragt, wie in der letzten aufgeregten Zeit sich die Rentenwerte an der Börse verhalten haben, so ist festzustellen, daß sie im Gegensatz zu früheren Zeiten darauf überhaupt nicht reagie t haben. Die Kurse sind seit Wochen ziemlich unveiändert ge¬ blieben. Bei Betrachtung des Kurszettels fällt auf, daß der Zinsfuß zum Kurs in keinem greifbaren Verhältnis steht. Schon bei dem Block von 10,53 Mrd. 4% % ReichsschatzänWeisungen sieht man einen plötzlichen fast 2prozentigen Unterschied, der zwischen der Aus¬ gabe 1937 Folge I und Folge II besteht; die ersteren sind mit 103%, die letzteren mit 101% notiert. Die Ur¬ sache liegt darin, daß bis zur Folge I die damaligen Emissionen ohne festen Kündigungstermin waren, so daß sie nicht im Sinne der späteren Ausgaben konver¬ tierbar sind. Aus diesem Grunde bleiben auch die 4% % Reichsschatzanweisungen jüngeren Datums im Kurse hinter den 4 % Reichsschatzanweisungen zurück, die sämtlich auf einen Kuisstand von 102 normalisiert sind, obwohl bei diesen die Laufzeiten zwischen 5 und 20 Jahren liegen. Am Pfandbriefmarkt lassen sich Kurse nur noch sehr selten feststellen. Bei der Einführung von 4-%-Werten wird zwar ein amtlicher Kurs von 101 fest¬ gestellt, jedoch finden riesige Koiizertkäufe statt, die oftmals die ganze Emission in den Schatten stellen, so daß die Zuteilung gewöhnlich bis zu % % der Kauf¬ aufträge herabsinkt. Aber auch später steigt der Kurs nicht etwa, sondern wird ,,— G." notieit. Für 4%%ige Pfandbriefe und Kommunalobligationen kommen zuwei¬ len Kurse zustande, die zwischen 102 und 103% liegen, wobei die Unterschiede in den Kündbarkeitsdaten liegen. Große Unterschiede sind auch hei den Industrieschuld¬ verschreibungen zu finden. So schwankt die Notiz allein bei den 5-%-Werten zwischen 102% und 107%. Hier handelt es sich hauptsächlich ebenfalls um die Kün¬ digungstermine, die in den meisten Fällen zwischen 1941 und 1945 liegen. Dazu treten Unterschiede in der Placie¬ rung und schließlich solche in dar Struktur der Unter¬ nehmungen, wobei man die Konversionsgefahr verschie¬ den beurteilt. In der Emission von Industrieanleihen ist zur Zeit eine Pause eingetreten, und es ist vorläufig nicht abzusehen, wann wieder ein größerer Emissions¬ bedarf in der Vierjahresplanindustrie entstehen wird. Man rechnet aber damit, daß alsdann sofort zum 4-%-Typ übergegangen wird, der ja inzwischen schon einzelne Vorläufer gehabt hat. Von einer Kurspflege im früheren Sinne kann an der Börse zur Zeit keine Rede sein. Sie beschränkt sich vielmehr darauf, die Ueberparikurse nicht zu hoch gehen zu lassen. Denn der Ueberparikurs enthält ein Risiko, das dem Käufer Verlust bringen kann. So haben auch die Pfandbriefbanken wiederholt erklärt, daß sie kein Interesse daran haben, die Ueberparikurse ihrer Werte zu stützen. Wohnungsbaustatistik 1940 Im Kriegsjahr 1940 sind, wie das Statistische Reichsamt auf Grund einer vorläufigen Schätzung In „Wirtschaft und Statistik" bekanntgibt, im alten Reichsgebiet insgesamt etwa 115000 Wohnungen fertiggestellt wor¬ den Der aus dem Jahre 1939 vorhandene Bauvorrat von rund 170 000 Wohnungen die Ende 1939 noch In Bau begriffen waren und als sogenannter „Ueberhang" in das Jahr 1940 übernommen wurden, ist demnach im Jahre 1940 zu einem großen Teil aufgearbeitet worden. Darüber hinaus sind Im Laufe des Jahres 1940 schätzungsweise 44 000 Wohnungen neu in Bau genommen worden. Insgesamt sind hiernach während des Jahres 1940 rund 215 000 Wohnungen in Bau gewesen. Da hiervon rund 115 000 Wohnungen fertiggestellt worden sind, waren Ende 1940 noch etwa 100 000 Wohnungen in Bau be¬ griffen. die in das Jahr 1941 übernommen wurden. Die Tatsache, daß im Kriegsjahr 1940 rund 115 000 Woh¬ nungen fertiggestellt und etwa 44 000 Wohnungen neu in Bau genommen werden konnten, muß in Anbetracht der durch den Krieg bedingten Umstellung der Bauwirtschaft als beachtens¬ werte Leistung angesehen werden. Zu ihrer vollen Würdi¬ gung muß in Betracht gezogen werden, daß Im zweiten Jahre des Weltkrieges, im Jahre 1915 nur 55 000 Wohnungen (um¬ gerechnet auf den Stand des alten Reichsgebiets) fertiggestellt worden sind. HerMclliingsivcrliofp der Reichsstelle für Pa¬ pier und Verpaekiingswesen. Obwohl bereits seit Ausbruch des Krieges die Papierbewirtschaftung wesentlich verschärft worden ist, werden noch immer manche Erzeug¬ nisse hergestellt, deren Berechtigung in Friedenszeiten an¬ erkannt, während der Kriegszeit aber nicht mehr verantwortet werden kann. Das Papier und die Arbeitskräfte müssen viel¬ mehr für diejenigen Zwecke zur Verfügung gehalten werden, die auch während des Krieges unbedingt erforderlich sind. Infolgedessen hat die Reichsstelle für Papier und Verpackungs¬ wesen die Nachträge 1 und 2 zu ihrer Anordnung Nr. 2 herausgegeben, welche die Herstellung einer Anzahl unwich¬ tiger Erzeugnisse ab April 1941 verbieten Es ist allgemein verständlich, daß während der Kriegsdauer z. B. Scherzart i k e 1 aus Papier nicht mehr ange¬ fertigt werden dürfen. Eine Ergänzung der Liste den jeweiligen Bedürfnissen entsprechend bleibt Vorbehalten. Die Nachträge Nr. 1 und 2 sind im Deutschen Reichsanzeiger Nr. 60 vom 12. 3. und Nr. 63 vom 15. 3. 1941 veröffentlicht worden. AbHatzregreliinir für »tiekntoff hnlfijro Düngre- mittel. Durch die Bekanntmachung Nr. 29 zur Anordnung Nr. 13 der Reichsstelle „Chemie" vom 22. März 1941, die im Deuts«-' n Reichsanzeiger und Preußischen Staatsanzeiger Nr, 69 vom 22. 3. 41 veröffentlicht worden ist, wird bestimmt, daß diejenigen Mengen an sticksloffhaftigen Düngemitteln, die r.ach §$1,2 der Bekanntmachung Nr 22 zur Anordnung Nr 13 der Reichsstelle „Chemie" noch im laufenden Düngejahr d. h. bis zum 31. Mai 1941 bezogen werden dürfen bis zum 21. April 1941 bestellt sein müssen. Mengen, die bis zu die¬ sem Zeitpunkt nicht bestellt worden sind, dürfen nicht mehr geliefert werden. • Eine A iinrrlnii a ir inr Proisblltliiujr für Ober- bekleid u ii icHHto ff <*. Mit Zustimmung des Beauftragten für den Vierjahresplan hat der Reichskommissar für die Preis¬ bildung im RA. vom 21. 3. 1941 angeordnet, daß für Ober¬ bekleidungsstoffe. die von einem Mitglied der Fachgruppe Tuch- und Kleiderstoff-Industrie hergestellt und im Inlän¬ dischen Geschäftsverkehr verkauft werden, der Hersteller den höchstzulässigen Preis nach den vom Preiskommissar erlasse¬ nen Richtlinien zu bilden hat. Die Richtlinien werden den Mitgliedern der Fachgruppe Tuch- und Kleiderstoff-Industrie durch diese zugeleltet. Der Reichskommissar für die Preis¬ bildung oder die von ihm beauftragten Stellen können Aus¬ nahmen von den Bestimmungen dieser Anordnung zulassen oder anordnen. Die Anordnung tritt am l. April 1941 In.Kraft, in den Reichsgauen der Ostmark und im Reichsgau Sudeten¬ land jedoch erst am 1. Mai 1941 Lebhafter OMoeefrachtenmarkt. fd. Hamburg, 27. 3. (Eigenbericht) Die Ostseetonnage steht im Zeichen einer sehr lebendigen Nachfrage, nachdem die Eiischwle- rigkeiten behoben sind. Insbesondere werden Holz¬ transporte. Phosphatlasten. Salpeter und Kohlen verfrachtet. Erschwerte Leistungssteigerung für Personalgesellschaften Die nationalsozialistische Wirtschaftsführung hat im¬ mer betont, daß die Personalgesellschaft gegenüber der Kapitalgesellschaft die wünschenswertere Wirtschafts¬ form sei; sie hat deshalb die Umwandlung von Kapital¬ gesellschaften in Personalgesellschaften erleichert. Das Steuerrecht hat sich jedoch, wie Dr Fritz Edler, Mitglied des engeren Beirats der Wirtschaftsgruppe Pa¬ pierverarbeitung in einem längeren Aufsatz in der „Pa¬ pierzeitung" darlegt, diesen Grundsätzen nicht ange¬ schlossen. Der Personalgesellschaft wird nach diesen Ausführungen eine Leistungssteigerung durch maschi¬ nelle Erneuerung sehr viel schwerer gemacht als der Kapitalgesellschaft. Bei der. letzteren wird, so führt der Verfasser im einzelnen aus, der zu Investitionszwecken benutzte — also nicht ausgeschüttete — Teil des Rein¬ gewinns nur zu festliegenden nicht progressiv gestaffel¬ ten Körperschaftssteuer herangezogen, während der gleiche Anteil des Reingewinns bei der Personalgesell¬ schaft dem progressiv gestaffelten Einkommenssteuer¬ tarif zuzüglich Kriegszuschlag unterliegt, so daß im un¬ günstigsten Fall 65% dieses Gewinnanteils durch die Steuer abgezogen werden. Der Kapitalsanteilseigner einer Personalgesellschaft, der die Rente aus seinem Kapitalanteil für sich persönlich verwenden will, steht sich dem Aktienbesitz gegenüber zwar besser, weil dessen Dividende der Doppelbesteuerung unterliegt. Vom Standpunkt des Unternehmens liegen diese Dinge jedoch anders. Die Gewinnanteile, die entweder direkt investiert oder einer Werkserneuerungsrücklage zugeführt werden, werden bei der Personalgeselischaft höher besteuert als bei der Kapitalgesellschaft. Im Nachstehenden einige Beispiele, in denen die steuerliche Belastung eines Unternehmens, das in Form einer GmbH, ge¬ führt wird, und eines Unternehmens, das im Besitz eines Ein- zclkaufmannes ist, einander gegenübergestellt werden. Bei den Beispielen ist von der Voraussetzung aus¬ gegangen, daß die Firmen keinerlei Gewinnausschüttungen vor¬ nehmen, sondern die Gewinne zur Konsolidierung des Betrie¬ bes verwenden. Den Unternehmungen werden nur insoweit Mittel entzogen, als sie für eine angemessene Lebenshaltung des Geschäftsführers bzw. Inhabers notwendig sind. In Beispiel 1 wird ein Gewinn von 100 000 RM. angenommen, dem Geschäftsführer bzw. dem Inhaber wird ein persönlicher Verbrauch von 20 000 RM. zugebilligt. Es ergibt sich unter Zugrundelegung der Steuerklasse 4 mit zwei Kindern eine Mehr¬ belastung des Unternehmens des Einzelkaufmanns von 23 515 RM. In Beispiel 2 ist bei der gleichen Verbrauchsbeschränkung auf 20 000 RM. ein Reingewinn von 200 000 tM. zügrunde ge¬ legt. Hier ergibt sich eine Mehrbelastung des Unternehmens des Einzelkaufmanns in Höhe von 42 120 RM. ln Beispiel 3 ist ein Reingewinn von 1 000 000 RM. angenom¬ men und ein Verbrauch des Geschäftsführers bzw. Inhabers von 50 000 RM. Hier ergibt sich eine Mehrbelastung des Un¬ ternehmens des Einzelkaufmanns in Höhe von 172 500 RM. Vielleicht ein nicht alltäglicher Ausnahmefall. Aber auch solche Ausnahmefälle müssen berücksichtigt werden. Man denke z. B. an die einmalige Verwertung in- und auslän¬ discher Schutzrechte, für die schon jahrelang vorher viel Ar¬ beit und Geld aufgewandt wurde. In der anonymen Gesellschaft geht das Gehalt des Geschäfts¬ führers zu Lasten der Handlungsunkosten. Der Einzelkaufmann muß seinen Lebensunterhalt aus dem Gewinn bestreiten. Um vergleichbare Zahlen zu bekommen, ist bei den Beispielen das Gehalt des Geschäftsführers zunächst nicht in Abzug gebracht. Ferner ist berücksichtigt, daß bei einem Verbrauch des Einzel¬ kaufmanns in den Beispielen 1 und 2 in Höhe von 20 000 RM. ein Gehalt von etwa 27 500 RM. und einem Verbrauch in Bei¬ spiel 3 von 50 000 RM. ein Gehalt von 125 000 RM. gegenüber- gestellt werden muß, da die Gehaltssumme durch die private Einkommensteuer entsprechend gemindert wird. Falls das GescMftslührergehaU als zu hoch angesehen wird, vermindert sich . ie Mehrbelastung des Einzelkaulmanns um 30 % des Differenzbetrages zwischen der als angemessenes Ge¬ halt einzusetzenden Summe und des ausgezahlten Betrages. Hat die anonyme Gesellschaft mehrere Leiter oder tritt an die Stelle des Einzelkaufmanns eine offene Handelsgesellschaft mit mehreren Gesellschaftern, dann bedürfen die Beispiele einer geringen Abwandlung. Das Ergebnis bleibt aber das gleiche unter der Voraussetzung, daß einem größeren Gewinn ein geringerer Eigenverbrauch und der Verzicht auf Gewinnausschüttung gegen¬ übersteht. Beispiel 1 GmbH. Einzelkaufmann Reingewinn .... Gehalt d.Geschäfts!. Bei Zugrundelegung der Steuerklasse I erhöht sich die Mehr¬ belastung auf etwa 33 369 RM., bei Steuergiuppe III vermindert sie sich auf 22 036 RM. und bei Steuerklasse IV mit fünf Kindern auf 22 289 RM. Beispiel 2. GmbH. Reingewinn .... 200 000 RM. Gehalt d.Geschäftsf. 27 500 „ Einzelkaufmann Reingewinn . . . 200 000 RM. 172 500 RM. Einkommensteuer auf 27 500 .... 4 720 RM. + 50 •/• Kriegs¬ zuschlag 2 360 „ Kirchensteuer 7% •/. auf 4720 . 350 „ Bürgersteuer 600 •/• auf 75 450 „ 7 880 RM. + 40 •/• Körper¬ schaftssteuer auf auf 172 500 ... 69 000 „ Einkommensteuer Kriegszuschlag . 80 000 RM. 40 000 „ 120 000 RM. Höchstgrenze 55*/» ...... 110 000 RM. Kirchensteuer 6 000 „ Bürgersteuer 600 •/• auf 500 . 3 000 „ 119 000 RM. GmbH. Reingewinn . . Gehalt des Ge. schäftsführers Einkommensteuer auf 125 000 . . . Kriegszuschlag Höchstgrenze . , Kirchensteuer 7%% Bürgersteuer 600% a. 500 . 1 000 000 RM. 125 000 875 000 RM. 50 000 RM. 25 000 ,, Einzelkaufmann Reingewinn . . 1 000 000 RM. Einkommenst. Kriegszuschlag 75 000 RM. 68 750 „ 3 750 3 000 Höchstgrenze. Kirchensteuer 7% % auf 400 000 . . . Bürgersteuer 600% auf 3000 75 500 RM. 350 000 „ 400 000 • 1 200 000 „ 600 000 RM. 550 000 RM. 30 000 580 000 RM. 18 000 598 000 RM. Einkommensteuer auf 27 500 . . . + 50 % Kriegszu- 100 000 RM. Reingewinn . . . 100 000 RM. 27 500 „ Einkommensteuer 32 600 ,. 72 500 RM. Kriegszuschlag . 15 000 „ 47 600 RM. 4 720 RM. Kirchensteuer 7%% 2 445 „ 2 360 „ 50 045 RM. 350 „ Bürgersteuer 600 % a. 300 1 800 „ 450 „ 51 845 RM. Kirchensteuer 7% % a. 4720 Bürgersteuer 600 % a. 75 . . 7 880 RM. 30 % Körperschafts¬ steuer auf 72 500 . 21 750 RM. 29 630 RM. Steuerliche Belastung des Einzelkaufmanns . 51 845 RM. Steuerliche Belastung der GmbH 29 630 „ Mehrbelastung des Einzelkaufmanns also . . 22 215 „ + 40 % Körper¬ schaftssteuer . 425 000 RM. Steeurliche Belastung des Einzelkaufmanns . 598 000 RM. Steuerliche Belastung der GmbH 425 500 „ Mehrbelastung des Einzelkaufmanns also . . t72 500 „ Bei Zugrundelegung der Steuergruppe I erhöht sich die Mehrbelastung auf ca. 263 490 RM Bei Steuergruppe II ver¬ mindert sie sich auf ca. 172 700 RM. und bei Steuergruppe IV mit fünf Kindern macht sie 175 410 RM. aus. Falls die Beteiligung des Geschäftsführers unter 25 % liegt, fährt die GmbH, auch hinsichtlich der Gewerbesteuer besser als der Einzelkaufmann. Diese Differenz wird bei den beiden ersten Beispielen etwa 3750 RM. und bei Beispiel 3 etwa 15 000 RM. ausmachen. Der Staat wird für seine Nachkriegsaufgaben sehr viel Geld benötigen und die Gewinne in hohem Maße abschöpfen müssen. Jeder Volksgenosse wird hierfür Verständnis haben. Gefordert werden müssen aber zumindest gleiche Bedingungen für Personal- und Kapitalgesellschaften, wenn sie ihre vornehmste Aufgabe darin sehen, ihre Werke für die Erfüllung der Aufgaben der Nachkriegswirtschaft ge¬ eignet zu machen. Ein Ausgleich könnte dadurch erfolgen, daß den Personal¬ gesellschatten etwa patallel zur Körperschaftssteuergesetz- gebung Steuererleichterungen für den Teil der Gewinne ge¬ währt werden, der dem Werk zur Konsolidierung be¬ lassen wird. Kommen Teile der aufgespeicherten Gewinne später zur Ausschüttung, so könnte eine Gewinn-Ausschüt¬ tungs-Steuer erhoben werden, etwa analog wie sie in der neuen Verordnung über Steuererleichterungen zur Förderung der ein¬ gegliederten Ostgebiete vorgesehen ist. Die Konsolidierung muß der Personalgeselischaft in gleichem Maße möglich sein wie der Kapitalgesellschaft. Sonst würde es naheliegen, an eine Umgründung zu denken. Eine Umgründung aus steuerlichen Gründen wäre aber ein Rückfall in die libe- ralistische Epoche. Soweit die Ausführungen von Dr. Fritz Edler. Wir werden außerdem darauf aufmerksam gemacht, daß auch die LSÖ.-Bestimmungen für die Personalgesellschaften ungünstiger seien als für die Kapitalgesellschaften. Letzteren ist gestattet, die Körperschaftssteuer als Un¬ kostenfaktor in die Kalkulation einzusetzen, während die Personalgesellschaften dies hinsichtlich der Einkommen¬ steuer der Inhaber nicht tun dürfen. Hierdurch können die Kapitalgesellschaften ihre Betriebsmittel sehr viel mehr verstärken als die Personalgesellschaften. Die Ausführungen von Dr. Edler verdienen insofern eine Ergänzung, als die erste und zweite Oststeuerhilfe¬ verordnung in § 10 eine besondere Begünstigung der Einzelkaufleute und der Personalgesellschaften vorsehen. Es wäre dringend zu wünschen, daß auch im übrigen Reichsgebiet die Personalgesellschaften nicht schlechter gestellt werden als die Kapitalgesellschaften. Auch schon während des Krieges. Gelsen-Wasser wieder 7y2% Düsseldorf, 27. 3. (Eigenbericht) Wie uns die Verwaltung der Wasserwerke für das nördliche westfälische Kohlenrevier Gel¬ senkirchen mitteilt, beschloß der AR. der am 15. Mai stattfindenden HV. für das Geschäftsjahr 1940 die Verteilung einer Dividende von wieder % auf das AK. von 35 Mill. RM. vorzuschlagen, die diesmal voll an die Aktionäre zur Ausschüttung gelangt (i. V. 8% % auf die 28 Mill. RM. alten Aktien abzüglich % % für den Anleihestock und 6% /o auf die 7 Mill. RM. neuen Aktien, ebenfalls abzüglich % 7o für den Anleihestock). Bremer Vulkan wieder 8 % In der Aufsichtsratssitzung der Bremer V u 1 k a n, Schiffbau und Maschinenfabrik. Bremen-Vege- * sack, wurde beschlossen, der am 29. April stattfindenden HV. eine Dividende von 8 % (wie im Voriahrl vorzuschlagen. Capito A Klein AG., Dlisseliiorf-Benrnth. — Er- hohler InlaiidKiimKalz. Lt. Verwaltungsbericht waren bei der Capito & Klein AG., Düsseldorf-Benrath, 1939/40 (30. 9.) unter den gegebenen Verhältnissen Erzeugung und Versand Schwankungen unterworfen, die jedoch durch Umstellung im Betrieb aufgefangen werden konnten und auf das Gesamtergeb¬ nis keinen ungünstigen Einfluß ausübten. Der Inlandsabsatz habe auf Kosten des Auslandsabsatzes etwas zugenommen. Das Auslandsgeschäft, das zu Beginn des Berichts¬ jahres fast ganz stockte, belebte sich nach und nach und er¬ reichte gegen Schluß des Geschäftsjahres wieder eine beachtliche Höhe. Das laufende Geschäftsjahr zeigte gegenüber dem Vorjahr bisher keine Veränderung. Der Fabri¬ kationsertrag beläuft sich auf 3,92 (5,03) Mill. RM„ Zinsen und ähnliche Erträge ergaben 0.09 (0,10) und ao. Erträge 0,05 (0,291 Mill. RM., Löhne und Gehälter erforderten 2,16 (3,26), soziale Abgaben 0,29 (0,36), Steuern und Abgaben 0,89 (1,11) Mill. RM. Nach Abschreibungen auf Anlagevermögen von 0,47 (0,50) Mill. RM verbleibt ein Gewinn von 228 323 (180 000) RM., der vertragsgemäß an die Fried. Krupp AG. überwiesen wird. Die wenigen außenstehenden Aktionäre erhalten die garan¬ tierte Dividende von 6 ‘It. — In der Bilanz (in Mill. RM.) stehen die Anlagen mit 2,40 (2,73) zu Buch; die i. V. mit 0.11 auf¬ geführten Beteiligungen wurden bis auf 1 RM. abgeschrieben. Das Umlaufsvermögen verringerte sich auf 3,79 (4,03), darunter betragen Vorräte 1,02 (1,23), Warenforderungen 0,97 (1.08), Forderungen aus Werksgemeinschaftsverrechnung 0,75 (1,54), Bankguthaben 1,01 (0,12). Bel unv. 3,0 Grundkapital und unv. 1,09 Rücklagen erscheinen die Verbindlichkeiten stark ver¬ ringert mit 0,85 (1 96), darunter Warenverbindlichkeiten mit 0,32 10,42), Verbindlichkeiten aus Werksgemeinschaftsverrech¬ nung mit 0,28 (0.531 und sonstige Verbindlichkeiten mit 0,21 (0,72). Akzeptverpflichtungen (i. V. 0,26) sind nicht vorhanden. Rückstellungen tür ungewisse Schulden belaufen sich auf 0,95 (0,46). Wertberichtigungen zu Posten des Umlaufsvermögens auf 0,31 (0,291. r Vorwohler Cement. — Erhiihte Abachreibnn- geil, dl. Hannover, 27. 3. (Eigenbericht). Bei der Vor- 76 880 RM. Steuerliche Belastung des Einzelkaufmann '. 598 000 RM. Steuerliche Belastung der GmbH 76 880 „ Mehrbelastung des Einzelkaufmanns also . . 42 120 „ Bei Zugrundelegung der Steuergruppe I erhöht sich die Mehr¬ belastung auf ca. 56 444 RM., bei Steuergruppe III vermindert sie sich auf 40 995 RM. und bei Steuergruppe IV mit fünf Kindern erhöht sie sich wieder auf 44 504 RM. Beispiel 3 wohler Portland-Cement-Fabrik AG., Hannover, hat der Ge¬ samtabsatz in 1940 infolge der Kriegsverhältnisse und des strengen Winters den des Vorjahres nicht ganz erreicht. Die im letzten Bericht erwähnten Erweiterungsbauten sind in¬ zwischen fertiggestellt und in der zweiten Hälfte des Berichts¬ jahres in Betrieb genommen worden. Der Betriebs-Ertrag wird mit 1,15 (1.06) Mill. RM. ausgewiesen, Beteiligungen erbrach¬ ten dagegen nur 5718 (64 430) RM und Zinsen und Mieten 38 442 (16 662) RM. Personalkosten erforderten 0,37 (0,36) Mill. Reichsmark, Abschreibungen wurden auf 0,28 (0,12) Mill. RM. erhöht, nach Abzug der übrigen Unkosten und nach Vornahme von 105 000 (0) RM. Rückstellungen verbleibt ein Reingewinn von 83 367 (83 470) RM., aus dem, wie bereits berichtet, wieder 6 % Dividende auf 1365 Mill. RM. Aktienkapital verteilt wer¬ den. Anlagen stehen nach Zugängen von 0.06 (0,34) Mill. mit 0,87 (1,08) Mill. RM. zu Buche, Beteiligungen werden mit 0,15 (0,05) Mill. ausgewiesen, unter dem erhöhten Umlaufsvermögen von 1,05 (0,93) befinden sich 0,35 (0.38) Vorräte, 0,22 (0,25) Wertpapiere, 0,33 (0,26) Forderungen und 0,13 (0,005) Kasse und Bankguthaben. Verbindlichkeiten gingen auf 0,34 (0,45) Mill. zurück, darunter die Anleihe auf 0.20 (0.24) Mill, RM. Rückstellungen wurden auf 0,15 (0,04) Mill. RM. erhöht. Siiniag Sächsische Ofen- und Waiidplaf ten- Wcrkc AG., fleißeil (Elhr). — 4 (8) % Dividende. * bö. D r e s d e n , 27 3. (Eigenbericht). Wie wir erfahren, hat der Aufsichtsrat beschlossen, der HV. die Verteilung einer Dividende von 4% (i.V. 5%) auf das 1,435 Mill. RM. betra¬ gende Stammaktienkapital ‘n Vorschlag zu bringen. Kurs in Leipzig 120 %. OM miirU-Keramik AG., Wien. — 5 % Dividende. Die durch Vereinigung der Steingutindustrie AG., Gmunden- Engelhof, und des Znaimer Werkes der Ditmar-Urbaeh AG. mit der Wilhelmsburger Steingut- und Porzellanfabrik AG. ent¬ standene Ostmark-Keramik AG., Wien, veröffentlicht jetzt ihren Rechnungsabschluß für 1940 Das Unternehmen erzielte einen Jahresertrag von 3,46 (3,52) und ao. Erträge von 0,09 (—) Mill. RM. Nach Verrechnung der Aufwendungen und Anlage¬ abschreibungen von 0.25 (0.431 Mil. RM. verbleibt einschließlich 159 262 (—) RM. Vortrag ein Reingewinn von 290 448 (291 273) Reichsmark, aus dem 5 */» Dividende auf das eingezahlte Grund¬ kapital von 3.20 Mill. RM. verteilt werden, während der Gewinnrest von 130 448 RM. zum Neuvortrag gelangt. Im Vor¬ jahre wurden 5 */• Dividende auf das von 1,00 Mill. S. auf 0,80 Mifl. RM. umgestellte AK. ausgeschüttet, das inzwischen laut HV.-Beschluß vom 23. April 1940 aut 4,00 Mill. RM. er¬ höht worden ist, wobei die neuen Aktien von der Creditanstalt- Bankverein übernommen worden sind. Die HV. hat bereits stattgefunden. — Aus der B I 1 a n z (in Mlll RM.): Ausstehende Einlagen auf das Grundkapital 0.80 (—). Anlagevermögen 2.48 (2,20), darunter Beteiligung unv, 0 004, Umlaufsvermögen 3.25 (2,89), darunter Vorräte 2.03 (1,81), demgegenüber Grund¬ kapital 4,00 (0,80), Rücklagen 0,75 (0 71), Pensionsfonds 0,23 (0,18), Wertberichtigungen 0,69 (0,4.3), Rückstellungen 0,16 (0,21) und Verbindlichkeiten 0,41 (2,47). Dividendenvorschlag Rheinische S p 1 e g e 1 g 1 a s f • b r I k Ratlngen: Wieder 4 % auf 6 Mill. AK. Der Außenhandel der Südostpartner des Dreierpaktes Die europäischen Südoststaaten haben, von Griechenland ab¬ gesehen, ihre Außenhandelsstatistiken für das Jahr 1940 nun¬ mehr vollzählig veröffentlicht. Der auswärtige Handel dieser Länder, die dem Dreimächtepakt jetzt ausnahmslos beigetreten sind, zeigte in den letzten drei Jahren folgende Entwicklung: Einfuhr Ausfuhr in Millionen der Landeswährung Bulgarien , Jugoslawien Rumänien . Slowakei Ungarn . . 1938 1939 1940 4 934 5 197 7 028 4 975 4 757 6 019 18 768 22 891 27 411 — 2 200 2 705 411 489 598 1938 1939 1940 5 578 6 065 7 019 5 047 5 521 6 680 21 533 26 809 36 783 — 2 200 2 874 522 603 503 Der Außenhandel der fünf Staaten ist im vergangenen Jahre sowohl bei der Einfuhr als auch bei der Ausfuhr wert¬ mäßig fast durchweg gestiegen. Eine Ausnahme macht lediglich die ungarische Ausfuhr, die infolge schlechter Brot¬ getreideernte und verringerten Schweineanfalls ungefähr auf den Stand von 1938 zurückgelallen ist. Dagegen konnte Bul¬ garien seine Ausfuhr dem Werte nach um 16 %, Jugoslawien um 21 %. die Slowakei um 31 % und Rumänien um 37 % stei¬ gern. Ebenso war auch die Einfuhr im letzten Jahre bei Ru¬ mänien wertmäßig um 20 %, hei Ungarn um 22 %, bei der Slo¬ wakei um 23 %, be< Jugoslawien um 27 % und bei Bulgarien um 35 % größer als Im Jahre 1939. Zu der Erhöhung der Wertzahlen haben freilich auch Preissteigerungen Ihr Teil bel- getragen. Besondets im rumänischen Außenhandel hat sich dieser Faktor im Zusammenhang mit der Währungsentwertung nachhaltig ausgewiikt. Mengenmäßig hatte der auswärtige Handel dieses Landes im Jahre 1940 bei der Einfuhr wie bei der Ausfuhr einen Rückgang um 29% aufzuweisen, wobei allerdings auch der Einfluß der Gebietsabtretungen zu berück¬ sichtigen ist. Unter den Handelspartnern aller dieser Länder nimmt Deutschland eine überragende Stellung ein, die sich im vergangenen Jahre sogar noch befestigt hat. Dem verstärkten Warenaustausch mit Deutschland hahen es die europäischen Südoststaaten im wesentlichen zu verdanken, daß ihr Außenhandel im Jahre 1940 eine In Anbetracht des Krieges als außerordentlich günstig zu bezeichnende Entwicklung nehmen konnte. Rost van Tonninqen Präsident der Niederländischen Bank h Haag, 26. 3. (Eigenbericht) An die Spitze der Niederländischen Bank wurde durch Reichs¬ kommissar Dr. Seyß-Inquart Dr. M. M Rost van Tonnlngen berufen. Er tritt damit an die Stelle des bisherigen Präsidenten dieser Bank Dr. Trip. Auf den Posten des Direktorsekretärs, den bisher Dr. I. Westerman Holstein innehatte, wurde der Prokurist bei der Niederländisch - Indischen Handelsbank, Amsterdam, Dr. J. Robertson, berufen Dr. M. M. Rost van Tonningen, der 1894 geboren Ist, hat anfänglich die Offi¬ zierslaufbahn eingeschlagen, um sich später finanzpolitischen Aufgaben zuzuwenden, war eine Zeitlang beim Arbeitsbüro der Genfer Völkerliga beschäftigt, um 1931—36 als Finanzkommissar der Genfer Liga nach Wien zu gehen. Von 1937 bis 1940 war er als Abgeordneter der NSB. Mitglied der Zweiten Kammer. Seitdem hatte er weitere hohe Aemter innerhalb der Partei¬ leitung der NSB. inne. Stimmen zur dänischen Wirtschafts-Entwicklung bm. Kopenhagen, 27 3. (Eigenbericht) Die Erklärung des Leiters der Organisation „Dänische Arbeit", Olesen, daß Dänemark im vergangenen Jahr sich bedeutend besser habe behaupten können als man anfangs er¬ wartet hatte, wird durch Betrachtungen ergänzt, die der Vor¬ sitzende des dani« hen Industrieverelns, Direktor Holm , jetzt in Kopenhagen angestelH hat. Et erklärte u. a., daß die In¬ dustrie trotz aller Schwierigkeiten das vergangene Jahr ver¬ hältnismäßig gut bewältigt habe und daß nirgends ein direkter Bruch in der Entwicklung oder Schäden entstanden seien, die nicht wieder gut zu machen sind. Es müsse anerkannt wer¬ den, daß von deutscher Seite den besonderen Schwierigkeiten, die für die dänische Wirtschaft entstanden sind, großes Ver¬ ständnis gezeigt worden sei Nicht nur sei die Lieferung von Kohle und Koks, die für' Dänemark eine zwingende Notwendig¬ keit sind, vergrößert worden, sondern auch andere Waren wie Eisen. Stahl. Chemikalien und Textilstoffe seten In bedeutenden Mengen geliefert worden. Trotzdem sei es der dänischen In¬ dustrie nicht möglich gewesen, einen einigermaßen vollstän¬ digen Ersatz für die Waren zu schaffen, die infolge der west¬ lichen Blockade fehlen. Riquetbilanz sehr flüssig lg. Leipzig, 25.3. (Eigenbericht) Wie der Vorstand der R i q u e t u. Co. A G., Leipzig, berichtet, haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr die zur Verarbeitung stehenden Rohstoffe bei der verbliebenen Ge¬ folgschaft für die Beschäftigung des Werks als ausreichend erwiesen. Der ausweispflichtige Ueberschuß In 1940 ermäßigte sich auf 2,03 (2,40) Mill. RM. Hierzu kommen Zinsen und ao. Erträge von zusammen 0,11 (0,05) Mill. RM. Löhne und Gehälter erforderten 1.08 (1,41) Mill. RM. Für Wohlfahrts¬ zwecke einschl. freiwillige soziale Zuwendungen wurden ins¬ gesamt 0,15 (0.19) Mill. RM. aufgewandt. Die Steuern betrugen 0,41 (0.41) Mill. RM. Nach Abschreibungen von 0,28 (0.25) sowie nach Zuweisung zur Rücklage von Werkerneuerungen und anderen Zwecken von 0,05 (0,051 einschl. Vortrag ergibt sich ein Reingewinn von 145 400 (wie i. V.) RM. Hieraus werden wieder 5‘lt Dividende auf 2,9 Mill. RM. AK. ausgeschüttet. Die sehr flüssige Bilanz weist aus Rücklagen 0,52 (0,46), Rückstellungen für ungewisse Schulden 0,47 (0,39), Verbindlich¬ keiten 0,34 (0,36), andererseits Umlaufsvermögen 2,76 (239), darunter Vorräte 0,77 (1,01), Wertpapiere 0,23 (0,26), Außen¬ stände 0,14 10,11), flüssige Mittel 1,56 (0 94) Mill. RM. Das Anlagevermögen steht mit 1,81 (2,06) Mill. RM. zu Buch. . Wegen der durch den Krieg bedingten Wertverminderung sind die Abschreibungen auf Anlagen diesmal höher bemessen worden. Thüringer Elektrizitäts-Lieferung Hohe Ausprüclie An die Betriebsanlagen der Thüringer Elektri.cl- täts-Lieferungs-Gesellschaft AG., Gotha, wur¬ den 1940 hohe Anforderungen gestellt. Die Stromabgabe ist weiter gestiegen. Die Verkehrsbetriebe waren bis zur Grenze ihrer Leistungsfähigkeit ausgenutzt Die lnstandsetzungsarbei- ten konnten nicht in dem notwendigen Umfange durchgeführt werden. Mit Zustimmung des Reichskommissars für die Preis¬ bildung wurde die Umstellung dei Licht- und Krafttarife für Haushalt und Gewerbe gemäß den Vorschriften der Reichs¬ tarifordnung im August durchgetührt; seitdem nimmt der Strombezug nach Grundpreistarifen ständig zu. Die Zahl der Stromabnehmer hat sich um 1536 auf 72 980 erhöht. Das Unternehmen versorgt sieben Städte, 158 Landgemeinden, 25 Elektrizitätswerke und Ueberlandzentialen. Der Durchschnitts¬ erlös für den gesamten St'omabsatz ist Im Berichtsjahr auf 8 06 Rpf/kWh zurückgegangen; gegenüber 1932 bedeutet dies einen Rückgang von 39,14 '!• laut Eriolgsrechnung betrugen die Einnahmen aus Elektrizi¬ tätswerken 13.85 (13.82p und aus Straßenbahn und Thüringer¬ waldhahn 1,31 (0,90|. wählend sonstige Erträge 0,11 (0,13) und ao. Erträge 0,23 (0.07) Mill. RM. erbrachten. Andererseits be¬ anspruchten Handlungsunkosten 1,49 (1,55), Betriebsausgaben I 7,43 (7,061 soziale Ausgaben 0,58 (0,55), Zinsen 0,15 (0 21), I Steuern 2.55 (2,291 und Abschreibungen und Wertberichtigungen I 2,14 (2,11) Mill. RM. Nach 57 797 (57 800) RM. Zuführung zur gesetzlichen Rücklage verbleibt zuzüglich Vortrag ein Rein¬ gewinn von I 264 399 |1 261 697) RM. Der HV. am 27. März wird vorgeschlagen, daraus eine Dividende von 6 */• wie im Vorjahr auszuschütten und 168 998 (166 389) RM. vorzu¬ tragen — ln der Bilanz ist das gesamte Anlagevermögen mit 45 46 144,83) Mill. RM. bewertet, wovon allein 38.81 (37,30) Mill. RM aul die Elektrizitätswerke entfallen. Der weitere Ausbau der Erzeugungs- und Verteilungsanlagen kommt in Zugängen von 1,79 Mill. RM zum Ausdruck. , Nur noch >iinieiiKiiktlen In Itiimltnleii. Buka¬ rest, 26 3. Durch ein Gesetz werden sämtliche Aktien¬ gesellschaften, die ihren Sitz In Rumänien hahen und nach rumänischem Recht konstituier! sind, verpflichtet, nur noch Namensaktien zu hahen. Inhaberaktien dieser Gesellschaften müssen ln Namensaklien iimgewandell werden Zu diesem Zweck müssen alle Besitzer von Inhaberaktien die Aktien In¬ nerhalb eines Monats bei den Gesellschaften abllelern bzw., wenn sie im Auslande wellen. Innerhalb von 60 Tagen bei dem zuständigen rumänischen Berufskonsulat hzw. hei einer rumänischen Gesandtschaft hirterlegen.
D cu tfcbcAllg cmcinc3cituiig Nr. 147/148 Außcnminiftcr Matfuoha bei Rcicheaußcnminiftcr x>. Ribbcntrop Reichaaußenminiftcr t). Rlbhcntrop begrüßt ben japanitdicn Außcnminiftcr Redito ber japanifdic Bottehafter General Ofhima Der japanifche Außenminister Matfuoha fchrcltet nach ber Anhunft In Berlin blc Front ber Ehrenkompanie ab Erich Engel, Weltbild, Otto MoBdorf (4), PK-Dick u. PK-Richter/Pressebtldzentrale PK-Tölle/Weltblld Außcnminiftcr Matfuoha Icęttc am Ehrenmal Unter ben Linben einen Kranz nlcbcr Außcnminiftcr Matfuoha unb Botfehafter Stahmer bei ber erften Begrüßung im v/\/' Gäftchauß ber Grenzstation Malhinia Mit bem japanifchen Außcnminiftcr burch beutfehe Gaue - Am Fenfter bee Salonmagene Posen Bahnsteig 1 Daß Fanfarenhorpö bee Junguolhcß auf bem Bahnfteig Pofen Begrüßung auf bem Bahnhof Bentfehen burch bic beutfehe Jugenb Saubere Arbeit ber Luftnachrichtentruppe Uebcrflditlich toerben ble zahilofen Fclbhabelleitungcn In bic lufh ioaffen=Fernfprcchocrmtttlung an ber Kanalhtiftc elngcfiihrt Bei unteren Truppen in Bulgarien Bulgarifche Bauern unb Klnbcr betuchen beutfehe Flah«Artlllerie, ble In ber Nahe einer Orttdiaft ben Fliegcrlchuß übernommen hat Vorpoftenboot auf Marfchfahrt Gefahr Ift im Verzug - ble Gefechteftationen finb befetjt
<2Bie ^ecltn *3)latfuota empfing Q3egrii|ung 5urd) fteic^aufeenmtnijfer ü. JRibbenfroj) daz. Berlin, 27. 3. $« Sai|erliß»3apanifße Bußenminifter ®ojufe M a t - f tt o f a ift am Mittwoßnaßmittag wenige Minuten naß 6 Ußr au feinem mehrtägigen Staatsbefuß in ber 9teißs» ßauptftabt eingetroffen, wo er oon 9teißsaußenminifter ». SRibbentrop uitb ^ottlreic^en anberen ‘^Scrfönlid^teiten aus Staat, Partei unb SBcßrmaßt empfangen würbe. 3Bteber waren, wie fßon fo oft in ben oergangenen 3aßren, ber Bnßalter Baßnßof unb bie Feftftraße, bie non bort aum Sßloß Belleoue, bem ©äfteßaus ber 9teißsregie- rung, führt, bas ßiel nieler aehntaufenber Berliner, ©ine unüberfeßbare Menfßenmenge fäumte fßon non ben frühen SRaßmittagsftunben an ben BBeg, ben ber ßoße ®Qf* naB feiner Bnfunft in Berlin nehmen mürbe. ®er Bahnhof felbft war auf bas präßtigfte gefßmüdt. ©te flaggen ber brei nerbiinbeten Nationen 3apan, 3talien unb ©eutfß» Ianb nerwanbelten aufammen mit ben nielen frifdjen Blumen unb bem Sicht ber Scheinwerfer bie fonft fo graue Bahnhofshalle au einem feftlißen ©mpfangsraum. ©er Baßnfteig mar mit einem breiten roten Säufer belegt unb bie fflanb entlang ftanben in regelmäßigen Bbftänben frifefje Sorbeerbäume, umgeben non Biifd)eln blühenber roter unb blauev§ortcnfien, gemifrf)t mit weißem Fieber, ffiolbregen, Manbelblüten, japanifßen Kirfßblüten unb Schneebällen. 9lm Kopfende bes Baßnfteigs erweiterte fid) bet SRaum au einem großen ©eoiert, beffen Stirnfeite unb Iinfe gront oon bißt nebeneinanber aufgehängten beut* fßen unb japanifßen glaggen gebilbet würben, mährenb ber Blid non ben wieber bunt gemifßten Blumen hier nod) befonbers gefeffelt würbe burd) ein großes ßalbfteisföt- miges weiß-rotes Blunirnbünbel — gemiffermaßen bie auf* geßenbe Sonne SRippons ftjmbolifierenb —, auf bas bie Strahlen ber Sd)einmerfer fielen. Bon 5.30 Ußr an nerfammelten fuß auf bem Baßnfteig bie führenben Männer bes Staates, ber 'ßartei, ber ffießr* maeßt unb ber fremben Miffionen ber mit 3apan, 3talien unb ©eutfßlanb burd) ben ©reimäßtepaft nerbunbenen Staaten. Bn ber Spiße ber aum ©mpfang ©rfßienenen ftanb ber Beicßsaußenminifter n. 9tibbentrop mit iperren feines Minifteriums. 3huen fßloffeit ftd) bie ©iplo- maten ber ©reimäcßtepattftanten an, an ber Spiße ber japanifiße Botfcßafter Ofßima, bann ber italienifdje Botfcßafter 311 f i e r i, ber ungarifdje ©efanbte S a t o f a g , ber bulgarifdje ©efanbte ©raganoff, ber jugoflawifdje ©efanbte Bnbric, ber flomafifrfje ©efanbte ©ernat unb ber rumänifeße ©efanbte B o f f g. ©s folgten bie beutfcßerfeits aum ©mpfang bes japanifßen Bußenminifters erfcfjienenen offiaiellen sperfönlidjteitcn: ber ©ßef bes Ober- fomntanbos ber 'JBeßrmacßt ©eneralfelbmarfcßaU Keitel, bie Beid)sminifter Dr. fjricf, Dr. ©oebbels, Sam¬ mets, ©raf Schwerin n. £ r o f i g f, Oßneforge, Fünf, Dr. So b t, Beidjsorganifationsleiter Dr. 8 eg, Beicßsfüßrer § i m m l e r, Stabsißef E u ß e, Beid)s- preffeßef Dr. © i e t r i iß, Beid)snrbeitsfiißrcr §ierl, Beidßsleiter Korpsfüßrer §iißnlein, bie Staatsfefrctäre bes Buswärtigen Bmtes Jreißerr n. ffieiafäder, Boßle unb Steppier, ferner bie Staatsfefretäre Scßlegelberger,Beinßarbt unb d. S f d) a m m e r unb Often, bie Botfßafter Bitter unb Ott, ber ©ßef ber Orbnungspoliaei © a t u e g e, bie ^-Obergruppen¬ führer §eißmeger unb Sorena, ji - Gruppen* füßrer £» e g b r i iß, BSStSt.-Obergruppcnfüßrer Stena- lin, ©eneral ber Kaoallerie Jrcißerr t). ©atroigf, llnterftaatsfetrctär ffloetmann, ber Bräfibeitt bei ®eutfß-3npnnifßen ffiefcllfdjaft Bbmiral f?oerftcr, ber fommiffarifdje Obcrbiirgermciftcr ber Beicßsßnuptftabr Steeg unb ocr BoüScipräfibcnt S'il.-Obergruppenfüßrer ©raf o. $ c 11 b o r f f. Stura nadj 6 Ußr ertönten non ber ©infnßrtriißtung ßer ftanfarentlänge ber Ipitlerjugenb, bas 3eicßen bafür, baß bet Sonberaug bet Bcißsregierung mit bem japanifeßen Bußenminifter Blatfuota fein 8icI erreicht ßatte. ®ie mädjtige, mit Fößnßen gefdjmüdte Sofomotioe glei¬ tet lautlos in bie §alle, unb gleiß, naßbent ber 3>tg gehalten ßat, wirb bie Sür bes erften ©agens geöffnet, unb Bußenminifter Blatfuota nerläßt als erfter ben 3uß. Beidjsaußenminifter n. Bibbentrop fcljreitet auf ißn au, begrüßt ißn, unb lange unb ßeralid) fßütteln fiß bie beiben Staatsmänner bie §änbe. ©arauf ftellt Bußenminifter Blatfuota bie jjerern feiner Begleitung not: ben ©ireftor ber ©uropa- unb ffieftafienabteilung bes Bußenminifte- riums Satamoto, ben Seiter bes Biinifterbiiros im Bußrnntinifteriunt Eegationsfetretär Sofßitaau St a a e, 8e* gationsfetretär in ber ©uropa- unb ©eftafienabteilung Sßinfatu ßogen, ben sprinatfelretär bes Bußen- minifters, Sßinifßi $ a f e g a w a , Oberft Batfuji B a g a i, Fre9Qttenfapitän Sßingeru F u j i i, ben ©ireftor ber Sübmnnbfßurifßcn ©ifcnbaßngefeüfßaft Sofßitaau B a t a n i f ß i, ben außerordentlichen Iißen Sefrctär im Bußenminifterium Stinfaau Safonji unb ben Sonbertorrefponbenten ber japanifßen Baßriß- tenagentur ©omei. 3m Sßein ber immer wieber aufflammenben Sßein- werfer unb Blißlißter fßreitet Bußenminifter Blatfuota fobann bie lange Beiße ber au feiner Begrüßung erfßiene* nen Gßrcngöfte ab, deren jeber non Beißsaußenminiftcr n. Bibbentrop, unterftüßt oom ©ßef bes Bootofolls, ©e- fanbten Jreißerrn n. ©örnberg, bem japanifßen ©aft oor» geftellt wirb. Bis ber japanifße Bußenminifter bie Spiße bes ©ifen- baßnauges erreißt ßat unb ben auf bem Bebenbaßnfteig au nielen ipunberten perfonimeltcn §itlcrjungen fißtbar wtrb, beginnen biefe, ißn mit lauten £>eilrufen au begrüßen unb bie Fößnßen 3apans unb ©cutfd)lanbs, bie fie au biefem ©mpfang mitgebraßt ßaben, au fdjwenfcrt. Sangfam fßrei¬ tet Bußenminifter Blatfuota bie fjront ber ffanfarenbläfer ab unb begibt fiß fobann, oont Beidjsaußenminifter ge¬ leitet, über bie große Freitreppe, bie ebenfalls au beiben Seiten non ęitlerjungen unb B®Bl. flanfiert ift, aur Blöctcrnftraße hinunter, wo ißm nun, als er bort fißtbar wirb, bie §eilrufc ber Berliner Benölferung entgegen- fßallen. 3n ber Saarlanbftraße ift bie Gßrentompanie angetreten, bie bas Spiel riißrt, wäßrenb ber jupanifdjc Bußenminifter mit feiner Begleitung bie Front abfdjreitet. ©anaß befteigen bie ©äftc bie bereitfteßenben ffiagen, unb bie Faßrt butß bas jubelnbe Spalier ber Berliner Beoöllerung beginnt. Bü. §af)rt burd) bie §e|i|irafee 3n ber Saarlanbftraße beftieg ber japanifd)c 3lußen- miniftcr ben ©agen. Bußenminifter n. Bibbentrop naßm neben ißm übrigen §crrcn aus ber Begleitung Blatfuotas befeßten bie näßftcn ©agen. ®ie Slolonne, in ber fiß fämtliße auf bem Baßnßof nertretenen Blitglicbcr ber 9icid)sregicrung unb bie ßoßen Bertretcr ber ©eßrmndjt unb ber Bartei befanben, naßm bann ißren ©eg burß bie Straßenaiigc, bie aum Sdjloß Bellcnue füßrten. ©iefe FQf)rt ßinterlicß unauslöfd)Iid)e ©inbriide. §unberttaufenbe jubel¬ ten unb wintten bem ßoßen ©aft unb feinen Begleitern au. ^unbcrttaufenbe non Fößnßen würben gefdjwenft. ®as Spalier ber ©eßrmaßt, ber FormQtionen ber BS©BB- unb ber bidjtgebrängten Berliner, bas ben japanifdjen Bußenminifter auf bem lilometerlangcn Biege aum Sßloß Bellenuc begleitete, bot einen impofnnten Bnblid bar. ©s aeigte bent ©aft bie tiefe Berbunbenßeit aujifßen ©cutfdj- lanb unb 3apan. Äun&gcbungen uur 5er SReicpfanafei daz. Berlin, 27.3. Bis bie Butofolonne mit bem japanifßen Bußenminifter Blatfuota unb bem Beißsaußenminiftcr n. Bibben¬ trop an ber Spiße ißre FQßrt burß bie Straßen Berlins beenbet ßatte unb im Sdjloß Bellenuc angetommen mar, ftrömten bie Blenfßenmaffen, bie feit Stunben an biefem ©ege geftanben hatten, aum ©Ußeltnplaß not bie Betd)s- tanalei, ®ie Ijier angeftimmten SprrßdjÖre murtten balb beloßnt. ®tc Süre aum Balten ber Bcidjsfaiialei würbe plößltß geöffnet, unb unter bem 3ubcl ber Saufenbe, bie fiß mittlerweile ßier cingcfunbcn ßatten, erfdjien ber Füßrer, ber Don ber Blenge mit begeiftert gcidjwungenen Fößnßen begrüßt würbe. 3mmer wieber Hangen Spredj- ßöre unb taufenbfältige 3urufe auf, fdjallten oom ©ilßelm- plaß in bie Bebenftraßcn unb lodten non bort immer neue Blenfdjenmaffen an, bie fämtliß bem Fußrer ißre Stunb- gebung barbraßten. Die @efaltenen=@fjnms dnb. Berlin, 27.3. Bor ben offiaiellen Befußen unb Gmpfängen begab fiß ber Bußenminifter bes Senno, Bl a t f u o f a, am aweiten Sage feines Berliner Bufentßaltes aum ©ßrenmal Unter ben Sinben, unt bie Gefallenen au eßren. ©ie £unbe oon ber Bnfaßrt bes ßoßen japanifßen ©aftes ßatte fiß in ber Beißsßauptftabt fßnell oerbreitet. Sßon am früßen Bormittag ßatten fiß bie Sinben ent- lang, an beren tpäuferfronten bie FQßnen ber brei Bßfen- partner weßen, oiele taufenb Bienfdjen eingefunben. Bor bem ©ßrenmal, bas oon gtoct großen, mit Sannengrün oerfleibeten Bplonen flanticrt war, ßatte eine Kompanie bes ©aßbataittons mit Blufitforps unb Spielmannsaug Bufftellung genommen. Bor bem jjeugßaus würbe Bußenminifter Blatfuota oon bem Kommanbanten oon Berlin Generalleutnant o. § a f e empfangen. 3n ber Begleitung bes japanifßen ©aftes be¬ fanben fiß ber Kaiferliß 3apanifße Botfßafter Ofßima in ber Uniform eines Generalleutnants ber japanifßen Brmee, ferner bie bem Bußenminifter nttaßierten Offiaiere oon Brmee unb Blarine, Oberft 91 a g a i unb Frc9QHen- tapitän F u j i i, Botfßaftsfetretär F u r u u ß i, ber ©irettor ber ©uropa- unb ©eftafienabteilung bes Bußen- minifteriums Satamoto, ber Seiter bes 9Jlinifterbüros bes Bußenminifters Segationsfefrctär K a a e, Segations- fetretär in ber ©uropa- unb ©eftaficn-Bbteilung § o g e n unb bie Bttaßees oon $cer unb SRarine ber japanifßen Botfdjaft in Berlin. 9laß bem Bbfßreiten ber Front ber ©ßrenfompanic unter ben Klängen bes Bräfentiermarfßes begab üß ber Bußenminifter bes Senno mit bem Kommanbanten oon Berlin unb ber militärifßen Begleitung in bas ©ßrenmal. ®as 9Rufittorps fpielte bas Sieb oom guten Kameraben, itnb ber ßoße japanifdje ©aft legte au F'<ien ^es ©ebent* fteins einen riefigen Sorbcertrana nieber, beffen Sßleife in ben japanifßen Farbfn ^ Snfßrift trägt: „9)ofute 93latfuota, Bliniftcr bes Buswärtigen oon 3opan, ben im Kriege gefallenen §elben." 3n tiefer Berbeugung erwiefen bie japanifßen ©äfte ben Soten bes großen Krieges unb bes jeßigen Freiheits" tampfes ber beutfßen 9lation eßrerbietigen ©ruß, wä߬ renb braußen oor bem ©ßrenmal bie 9Renge mit ent¬ blößten Häuptern unb erhobenen Brmcn ber Soten ge¬ haßte. 9Jlit einem Borbeimarfß ber ©ßrenfompanie oor bem japanifßen Bußenminifter unb feiner Begleitung fßloß ber feierliße Btt, ber bem Befuß bes ßoßen japanifßen ©aftes naß bem jubelnben ©mpfang am Borabenb ben weißeooEen Buftaft gab. (Spanien gegen engtifdje ęOTanćtoet 61orung§t>erfu(5e in 5er 2anger|rage 5on 5er Preffe 3uriicfgetDie?en Bon unferem Berißterftatter bh. 95Jabrib, 27.3. ©ia türaliße ©rnennung eines ^Pafßas, ber in Sänger bie Butoritöt bes Kalifen bet fpanifdjen Brotettoratsaone oon Blarofto oertritt, ßat in einem Seil ber auslänbifdjen Brcffe Bolemiten ausgclöft, auf bie bas offiaiöfc FQlougc- blatt „B r r i b a* antwortet. Spanien ßat im abgelaufe- nen ©reioierteljaßr oßne jebe llcberftüraung oerwaltungs- mäßig, politifd) unb mirtfßaftliß bie Konfcqucnaen ge- aogen, bie fid) nalürlißerweife aus bem erften Sßritt ber Befeßung ergaben. Sogar oon ber ©egenfeite mußte per* fdjiebentlid) anertannt werben, baß bie Blabriber Spolitit ßier mit einer unbeftreitbaren ©elitateffc oorgegnngen war. Um fo iiberrafdjenber ift es, baß man jeßt plößliß in ber ©rfeßung bes oon 9tabat beeinflußten Blenbub burd) ben Bafdja einen „S>iinbftreiß" au erbliden oorgibt. 9Rit ber Bbiöfung bes Bcrtreters bes unter franaöfifdjer Kontrolle fteßenben Sultans burß ben BQißa< uo'u Kalifen'oon Setuan abßängig, würbe lebigliß ein fßon feit Blonaten ftßtbarer Broaeß aum logifßen Bbfßluß gebraßt. Obwoßl über biefe ©utwidlung fßott feit langem fein Sweifel meßr befteßen tonnte, nimmt bie internationale Breffe — „Brriba" nennt befottbers bie Blätter ©ng* lanbs — bie Bcrabfßiebung bes Blenbub aum Borwanb, um oon einem „Bttentat" gegen bie internationalen Bb* maßungen unb 9leßtsoereinbarungen in Sänger au fpreßen. ©ie fpanifßen Befaßungsbeßörbcn ßätten ben ©enbub geawungen, feinen Bmtsfiß au räumen, ©as offiaiöfc FQlQn9cblatt wenbet fiß energifß gegen bösartige Formulierungen biefer 9JleIbung. ©as 9tcgitnc ber eße- mals internationalen 3°ne fei basfetbe wie bas bes fpani- fdjett Broteftorates. ©antit fei bas Busfdjeiben bes Bien- bub, ber ber Butorität einer frentbcn SDlaßt unterftanb, automatifß notwenbig geworben, ©ies fei cbenfo flar wie bie Satfaße, baß ber bisherige Bmtsfiß bes 9Renbub ben beutfßen Beßörbcn aurüdgegeben werben mußte, nndjbcm bas 9leid) rcdjtmäßigcr Beftßcr bes ©rttnbfiüdes fei, bas ißin iti BerfaiHes geraubt würbe. ©as enblid) bie Haltung ber englifdjcn B*'ffc betreffe, fo fei ißr beittlid) bas Beftrcbcit anaumerten, bie ollgcmciuc britifße 9leroofität und) ben Mißerfolgen ber leßten Sage auf anbere Bngelegcnbeitcn — wie beifpielsweife bie Sangerfrage — abauleuten. Sponicn ßabe in Sänger feine einfeitige ©ntfdjeibung getroffen, fonbern in oollet lieber- einftimmung mit bem Kalifen geßanbelt. ©ie Begeiftc- rung, bie beit Kalifen bei feiner Bnfunft in bet Stabt empfing, fei ein Beweis bafür, baß Spanien bie Gcfiißle ber eingeborenen Beoölferung rißtig ausgclöft ßabe. ©as offiaielle Blatt weift anfßlicßenb bie perfönlißen Beleibi- gungen, bie fid) bie britifße ffioßenfßrift „91 e m Statesman* gegen bie Bctfon bes fpanifßen Staats- ßefs erlaubt ßat, mit aller Sdjärfe aurüd unb beaeißnet biefe BusfäHe als fßamlos. Uttfer ^cicbenè3tcl gm £i(5te 5ec gali|aj:^c5e Sine neue Bölferorbnung ffl bas FPtföensaiel ber im ®reierpaft oerbünbeten ©roßmäßte unb ber tfjnen ongefßloffencn Staaten. Seit Sugoflatoicns Beitritt unb im 3cißcu ber Bnfunft bes japanifßen Bußen¬ minifters SDlatfuofa in ber Beißsßauptftabt fteßen Kriegs- unb ^Jriebens^tel bes ©reimädjteblods meßr benn je beßerrfßenb im 93orbcrgrunb ber politifßen ©efpraße unb Grroägungen. ©as will biefe neue Orb- nung ber jungen Bölfcr, unb mie fofl fie ausfeßen? „Sic ©runblage, auf ber bie Bbfommcn bafieren, ift jeßt fdjon tlar. ®ie Bationen fönnen in greißeit unb Sißevßeit nur leben, wenn fie bereit finb, im gegen- feitigen roirtfßaftlißen ©oßlergeßeit aufamntenjuarbei» ien unb notfalls auß in ber gegenfeitigen Berteibi- gung. Buf roirtfßaftlißem Gebiete ßängt alles oon einer berartigen 3l*iQ'PP'Pnarbeit ab. Bicmanb barf ben BdPtner beßerrfßen wollen. 3cbe 9lation wirb ißren Blaß ßaben unb ißren Beitrag erbringen miiffcn." Sine Orbnung ber Bölfcr alfo auf ber Grunblage bes oom Bationalfoaialismus feit jeßer jum oberften ©runbfaß erßobenen Ceiftungsprinaips! Sie ^Definition ift fßlagenb unb ftimmt ßnargenau au bem, was Beißsaußenminiftcr o. Bibbentrop in ©ien unb Bußenminifter Blatfuofa oor ber Bnfunft in Berlin ber Ocffcntlidjfeit über Geift unb ßtel bes ®rcimäßtc- paftes mitgetcilt ßaben. Unb boß ftammt bas auf unfer Fricbensaiel f0 porbeßoltlos paffenbe 3itdt oom Feinbe, itämliß aus ber fßon gcmelbeten Sßilgrim- Bebe bes britifßen Botfßafters Sorb $alifas in 9lew S)orf. Gcmünat waren biefe feine oben wiebergegebe- nen ©orte natürlid) auf bas britifße Kriegs- unb Fric- bensaiel gegen bie SRödjte bes ®reicrpaftcs. llnferc angeblid) böfen Bbfißtcn würben mit ben üblißen Bßrnfen oon ©eltbcßerrfdjung, Bcrfflaoung ber Böl- fer unb Blorb ber menfßlidjcn Fppißcit mit bem gan- âcn Bruftton bes pßarifäifßen Buritancrs abgetan. Saß Sorb §>alifaę oor ben Bmcrifancrn (Englanbs Saße mit ben ©orten au oertreten fußt, bie in ©irf- lißfeit u n f e r Kriegsaiel gegen Gnglanb wiebergeben, ift feineswegs ein Spiel bes politifßen 3ufaHs. Sie ganae artgcffSßfifße Kunft ber Berbreßung unb bes Bertaufdjens ber ©aßrßeit muß ßerßaltcn, um (Eng¬ lanbs oöllig oerfeßrte militärifßc, wie rebnerifß un- ßaltbnr geworbene Sage, fo gut cs geßt, oerrnterifß au „retten". Sa wirb a- ^pp neuartige Begriff eines „foaialcn Grunbfaßcs oon ber inbioibucllen aufgeftellt, für ben (Englanb unb Bmerifa gegen „bie beutfcße $erren-Baffe" naß §alifas auf Seben unb Sob fämpfen wollen. Saau fann man nur bie FrQ9e wieberßolen, bie oor Saßren in einer äßnlißcn 9lew- Sjorfer Beranftaltung einem anberen britifßen Bpo* paganbarebner naß feinem Eoblieb auf (Englanb als $ort ber freien 3>Di*iiation entgegnet würbe. Sie Frage, gefteUt oon einem 3nber, lautete feßr einfaß: „ffiieoiel BioäPut ber Bienfßen in Gnglanb unb ber Bölfer im ©mpire finb ber freien 3'P'lifotion ber bri¬ tifßen ^crren-Baffe teilßaftigV" Ser englifeße Bebner mußte bie Bntwort fßulbig bleiben, unb bie probri- tifße amerifanifßc 3ußörerfßaft würbe mit einemmal rcdjt naßbenfliß unb ftill. ©enn Snglanbs ©efen unb Bbfißtcn fo mären, wie Sorb öalifaj mit ben oom Gegner tüßn „cntlicßcncn" Begriffen ber neuen Bölferorbnung es barftellcn wollte, bann befnnbe bas Seutfßlanb Bbolf ^itlcrs ftß nißt im (Enbtampf gegen ben englifdjen Krieg. Sann märe in ©uropa unb braußen tn ber ©eit eine Ber- ftänbigung mögljß gemefen, bie nißt nur „oorüber- geßcnb" gemefen wäre, wie ^uilifar in feiner oerräte- rifdjen Bcgrünbung ber Bbfeßr Gnglanbs oon ber 9Künßcncr ^olitit gefagt ßat. Sa bem aber nißt fo ift, befinben wir uns im fiegreißen Krieg für bie neue Orbnung unb bcfßeinigen bem britifdjen Botfdjafter in ben Bereinigten Staaten gern, baß er mit feiner Scutung bes angeblißen Kricgsaielcs gegen un3 bas Friebensaiel bes Sreimäßtcpattcs ausgeaeißnet wie- bergegeben ßat. Sie Bölfer Guropas, beren Staaten fiß im 3eißen ber Orbnung aufammenfßließcn, ßaben feineswegs ben Bcrftanb oerloren, wie ber britifße Begehn *m Q^3U freien Bmerifa bcfürdjtet. Bofufe Blatfuofa ift nißt bcsßalb in aweiwößigcr Faßrt aus Oftafien au uns ßcriibergefommcn, um törißte 3Uufioncn ober aum Sdjeitern oerurteiltc Blönc au bisfutieren. 3n unferem Säger fteßen bie jungen Bölfer, mit uns ift bie neue 3eit. ©enn Smlifas ben Bmcrifanern feinen Srid oormadjt, oom Gegner bie foaialcn Burolen au übernehmen unb ißm bie eigenen nationalen Siinben au3ufd)ieben, bann mögen fie gut aufeßen, baß ißre wcftlißc èemifpßäre in ber ©eit oon morgen nißt fdjließlidj als bie „£>cmifpßäre ber geifti- gen Bcrbunfelung" übrig bleibt. M. C. SiegcègetDtfe“ - aber bott U(SQt abhängig 9Tocf) eine ^alifajr-SReöe daz. Stodßolm, 27.3. (Gigcnhcridjt) ©s oergeßt faft tein ©ag, an bem nidjt ber britifße Bot¬ fßafter in ben USB., Sorb § a I i f a s , ber erft am ©ienstag feine Bcrbreßungsfiinfte bei ber ©arlegung ber Kriegs- unb Fr'ebcnsaiele Großbritanniens bewies, ftß bemüßigt fießt, ©rtläntngen oor ber norbatnerifanifßcn Breffe abaugeben, bie ausnahmslos borauf ßinauslnufen, bent amerifanifd)cn Bolf bie 3Eufion eines fiegesfidjeren ©nglanb oorautäufßen. Bm Mittwod) fpraß er oor einem Kreis von 3ournaIiften befonbers ßoßtönenbe ©orte über ben KampfwiEeit Großbritanniens, bas, wie er fagte, wenn nötig, noß awanaig 3aßre fämpfen wiirbe. ©s fei feine woßliiberlegtc llebcraeugung, baß bie Kombination ber militärifßen Mnßtmittel aur See itnb in ber Euft fowie bie Blodabc ©nglanb ben Sieg geben werben, ©ie ©auer bes Krieges, fo jilgte er einfdjräntcnb ßinju, werbe aller- bings von ber $>ilfe ber Bereinigten Staaten nbßängeft. Sorb ftaiifaj tniipftc bann an feine 9lebe oor ber B*f* grims-ffwfellfßnft an unb Dcrftßertc itoßtnals patßetifdj, ©nglanb wolle awar feinen 9lacßefrieben, aber es werbe barauf adjten, baß Maßnaßmen getroffen würben, „um bie ©clt oor einer ©ieberßolung ber gegenwärtigen Sage burß bie ©cutfßcn au bewaßren". 9tem-9)orfer 9Jlelbungen ber fdjwebifdjen Beeffe fpreßen baoou, baß man als näßften Sdjritt bes Brüfibcnten 9t o o f c o e 11 eine Bbäitberung bes für alle norbamerita- itifdjen Sdjiffe befteßcnbcn Berbots, bie europäifdjen Kriegsaonen au befaßten, erwarten ntüffe. 9laß bent „B f t o n b 1 a b e t" oertrete man in ©afßingtoner poti* tifßcn Krcifen bie Bnfißt, baß einer foldjen Bcoifton bes bisßer eingenommenen Stanbpunftes bie ©infiißrung bes amerifanifßen ©eleitfd)ußcs für amerifanifßc ©rnnsportc folgen werbe, ©ie „91 e w 9) o r f 2 i m e s" glaubt bereits anfünbigen au fönnen, baß bie ©infßränfungett, bie bas ©nglanbßilfegefcß oorfeße, binnen furaem jebe Bebeutnng oerliereit würben unb 9toofeoelt bie Unterftüßung ©ng* lattbs burd) bie USB.-Marine anorbnen werbe, ©er Brü- fibent ßabe alle Möglißfeiten unb brauße fiß nißt an ein- engenbe Borfßriften au ßalten. ©s fei baßer bamit au reßnen, baß itn weftlißen Btlantif Bombcrpatrouillcn eingerißtet unb baß ferner U-Bootjäger aur Berfiigung geftellt werben. Sonbon unb ©afßington würben aHmäß- liß au einer Ginßeit aufammengefdjweißt. 3unäßft ßanbele es fiß barum, bie oorßanbene ©onnage au fßüßcn, ber Bau neuer Sßtffe fäme erft in aweitcr Einte, ©ie USB. würben aum Sßuße ber oorßanbenen $>anbclsfßiffe bei¬ tragen unb baburß bie „Sßlaßt um ben Btlantif* ge¬ winnen ßelfen. ©eit oorfidjtigcr briidt fiß bie Eonboner 3citung „Ob- ferner" aus, wenn auß biefes Blatt meint, baß in ber Sdjlaßt um ben Btlantif ein totaler Sieg erfämpft werben titiiffc. ©er „Obfcroer* oerßcßlt ftd) jebod) feines¬ wegs, baß burß bie Bcfcßung 9!orwcgcns bie Sage ©eutfdj» lanbs in „gewiffer Beaießung* erleichtert worben fei, benn bie ©eutfdjcn lönnten oon ber norwegifßett Küftc aus mit Eeißtigfeit Jpanbelsftörer in ben Btlantif entfettben. ©egcitüber ben aiifßeijenben Buslaffuttgen ber im F°ßr' wnffer 9loofeoeIts befittblidjen amerifanifdjer Blätter fehlt es jebodj nidjt an warnenben Brcffeftimmen. So oeröffcitt- lißt bie „S a t u r b a p © o c n i tt g B o ft" einen Scitartifcl unter ber Ueberfdjrift „Sem Unbetannten entgegen", in bem fdjarfe Kritit an bem außenpolitifdjen Kurs 9loofc- velts geübt wirb, ©ie MonroeSottrin, fo fiiljrt bas Blatt weiter aus, fei burß ben HSB.-3n(ernationalismns crfrßt worben, ©leißacitig erinnert bie Seitung an bie wieber- holten ffiaßloerfpreßungen bes Bräfibenten, bas Bolf ber Bereinigten Staaten aus bem Krieg fernßalten au wollen, ©ie Snteroentioniften fßeuten fid) and) jeßt noß/bem Bolf bie ©aßrßeit au fagen unb operierten mit falfßen Brgu- menten, ©cr^ Brtifel fßließt mit ber Mahnung: ,,©ir öcl)cn einem Sćfjićffal entgegen, bas mir nidjt fennen.^ Bus ©rlebnisfdjilberungcn bes biefer Sage mit bent ßol- Iänbifßen ©antpfer „Maasbam" aus ‘©nglanb naß 9lew Bfif auriidgefeßrten Stubenten an ber 9tew-?)orfer Uniocrfität, ©olentan Saunbers, bie bas „9tem 9)orf 3our* nal Bmerican* oeröffentlißt, ergibt fiß, baß bie Beßörben tn Großbritannien mtnmcßr baau übergegangen fmb, auß Bngeßörigen „befreundeter" Staaten gegenüber bie tu ©nglanb ffets fo ßoß gepriefene „Freiheit ber Menfßen- rcdjte au oerlettgiten unb burß brutale Unterbriidungs- ntaßnaßmen au erfeßen. Saunbers berißtet, baß er oon ben ©nglänöern brei Monate eingefperrt worben fei, weil er in einem Brief an eilten amerifanifßen Fteunb bie ©at- fadje erwnßnt ßabe, baß ber 3unenminifter jebermann in ©nglanb oßne Begrünbung oerßaften unb cinfperren laffen fönne. ©r ßabe feinem Befannten ferner gefßrieben, baß bie ©nglänber mit biefem ©efeß alle 9led)te aufgegeben ßätten, bie ißnen burß bie Magna ©ßartn augeftdjert feien, ©as fei ein Bft ber Feigßelß unb er habe feinen Freunb in bem Brief gefragt, warum bie Bereinigten Staaten ©nglanb helfen foüten, wenn es folße Gefeße maße. SPORTNACHRICHTEN 9tDt*9Seife-®ron5enbiirg 6:1 ©Jeirn Snlecnationalen Gidßorfcß * ©ucttic» im Spoptpalaft daz. Berlin, 27.3. ©as internationale ©isßodep--©urnier um ben ©ßrenpreis bes 9letd)sfportfüßrers leitete aut Mittmoßabcnö bie Kämpfe um bie „©roßen Brcife ber 9leißsßauptftabt" oer- ßcißttngsooll ein. Bor ©aufenben oon Soldaten lieferten fiß bie beiben Mannfßaftcn ber Berliner Meiftcrflaffe, 9tot-ffieiß unb Brandenburg, bas erfte ©urnierfpicl, aus weißem 9iot-©eiß mit 6:1 (2:0, 2:0, 2:1) als Sieger ßeroorging. ©er Kampf oerlief abmeßflungsreidjcr, als es im ©rgebnis aum Busbrttd fontmt. ©ie Brandenbur¬ ger hielten bas Spiel bttrßaus offen, ißr ©orwart Buuls weßrtc faft genau fo fißer ab wie §offmann im 9lot- ©eiß-©or, der beim Stanbc oon 5:0 ben ©ßrentreffer au- laffcn mußte, ©ie Sore für ben Sieger fßoffen 9lowaf (3), ©rautmann (2) unb Sßwara. Morgen beginnen bie internationalen Kämpfe mit bem ©ishodepfpiel ©aoofer £>odet)-©lub—Berliner Sdjlittfßuß* ©lub unb dem Baarlnuf-fficttbcmcrb, bei bem u. a. wieber bas ©Ijepaar Baier, die ©efdjwiftcr Boufin unb ©erba Straudj-Güntßer 9load ftarten. §aflentennté‘9Retfferfd)affen ©er Spielplan ber „Ginacl" 3n der Ußlenßorfter ©entiisßalle in Hamburg beginnen am ©ounerstag die ©eutfrijen Kriegsmeifterfßaften im ÈaHentennis, bie fid) bis auttt Sonntag, 30. Miira, erftredett. Seiber ßat ber Kölner ©ies abgefagt, unb and) bas ©r- fdjeinen oon ©ttlca (Köln) ift redjt aweifclßaft. ©ie ©uriticr- ieitung ßat baßer erft nur für bie ©inaelwettbcmerbc bie Spielpliine aufftellen föntten. 3tn M ä n tt e r-© i tt a e l treten am erften ©age an: ©berftein (Smntbnrg) gegen ©ppler (Köln), ©enfer (Berlin) gegen Bentßner (Berlin), Koß (Berlin) gegen Bruns (Ham¬ burg) unb Bußßola (Köln) gegen ©opfert (Berlin), ©er ©iteloerteibigcr ^enfel (Berfin) unb Bartfowiaf (Berlin) in ber oberen, ©ulca (Köln) in bet unteren fjmlfte, find in ber erften 9lunbe fpielfrei. Bei ben Flauen fommt es ebenfaUs au oier Begegnungen in ber erften 9lunbe, unb awar treten an: bie ©iteloerteibigerin llrfula §eibtmann (.pamburg) gegen Bnneliefe ©entfß (Seipaig), 3nge èoffert (Berlin) gegen Frl. Obft (Hamburg), Frau Simme (Magde¬ burg) gegen Sötte ©egtmeier (Seoerfufen), unb Frau ©ber- ftetn (Hamburg) gegen Goa Fußs (Berlin). Grft wenn alle ietlneßmer aur Stelle finb, wirb man feßen, in weißer Befeßung bie ©oppel gefpielt werben fönnen. FußfcaK ©cutfĄlanb—3ugoflatoiett in ©Bien ©as Fußball-Sänberfpiel ©eutfßlanb—3ugofIawien, bas am 10. Buguft nad) Breslau oorgefeßen war, ßat eine Berlegung erfahren. Gs wirb mtnmeßr am 15. 3uni in 3Bten burßgefiißrt. ®en Breslauer Fußbaüfreunben wirb etne ©ntfßäbigung infofern geboten, als bas Eänberfpiet gegen bie Slowafei, bas für ben 17. Buguft aur ©nt» fßeibung anfteßt, nunmeßr in Breslau aum Bustraq ge¬ langen foU. ©eutf^c 99lciftetfrf)h»immei: nach Scßtocbcn ©ie große Sßwimmfport-Bcranftaltung am 6. äpril in Stodßolm wirb unter beutfßer Beteiligung oor fiß geßen. Ginige ber beften beutfdjen üdjwimmer, nämliß Brtßur ^teiita (M.-©Iabbaß) unb 9lupreßt Köninger (Magde¬ burg), faßren naß Sßweben. ©er 9lennleiter ber ®aimIer--Bena-9l©., Blfreb 91 e u - bauer, wirb am 29. Mära 50 3aßre alt, 9teubaucr, in bent fleinen fubetenbcutfdjen Stübtdjen 9leutitfdun geboren, Ijat ftd) insbefonbere burd) feitte ©ätigfeit als Betreuer der berühmten Mercedes • Bctta * 9teniimannfßaft eilten 9lattten gemndjt. Menn bie Bleltmarfc eine berart ftolae 3nß[ ooit ©rfolgeit auf ben in- und auslänbifdjen 9lcnu- ftredeit erringen fonitte, fo au einem großen ©eil nur burd) bie umfißtige Führung ber 9tennnbteUung-burß 9letibauer. Sur Bolleitoiutg feines 50. Sebeitsjnßres wiinfeßen ihm feine oielett Frful,be, baß er nad) ber firgreießen Beenbi- (jung bes Krieges recht bald au feinem, ißm fo feßr ans ipera gcionßfenen 9lennfport auriidfehreii fann. Hauptschrlftlelter: Dr. Karl Silex Stellvertreter: Otmar Best Verantwortliche Schriftleiter: Otto Moasdorf fKelchsausgabe)i Dr. Max Clauss (Aeußeres): Dr. Willy Beer (Inneres), Franz Kunzendorf (Lokales), Dr. Paul Fechter (Feuilleton), Erich Schönborn (Sport), Dr. Josel Winschuh (Wirtschaft), Kurt- walter Usnainsky (Nachrichtendienst), Dienstleiter: Erich Eggeling. Bilder: D. Strauch Anzeigenleiter: Willi Milrrlei sämtlich Berlin. Druck und Verlag: Deutscher Verläg, Ber¬ lin SW 68. Für unverlangt eingereichte Beiträge übernehme« wir keine Verantwortung, Zur Zeit ist Preisliste Nr. 9 gültig.
DEUTSCHE BANK Geschäftsbericht für das Jahr 1940 (Auszug) Im Jahre 1940, in dem Deutschlands Wehrmacht Siege geschichtlichen Aus¬ maßes errang, hat auch die deutsche Kriegswirtschaft die von ihr geforderte Leistungsprobe bestanden. Aeußerste Anspannung aller Kräfte, höchste Ausnutzung aller wehrwichtigen Betriebe und gesteigerte Leistungen der neuen Produktions¬ zweige brachten ein rüstungswirtschaftliches Gesamtergebnis, das allen durch die Kriegführung gestellten Anforderungen entspricht. Der aus der diesjährigen Bilanz ersichtlichen Ausweitung unseres Geschäfts sind infolge der kriegsbedingten Beeinflussung einzelner Geschäftszweige die Um¬ sätze nicht im gleichen Verhältnis gefolgt) die echten Kundenumsätze erhöhten sich mit Banken und Bankleis 1939 von 36 408 Mill. RM. 1940 auf 37 557 „ Nichtbankiers 111 649 Mill. RM. 120 290 „ insgesamt 148 057 Mill. RM. 157 847 „ Die Anzahl der für unsere Kundschaft geführten Reichsmark- und Währungs¬ konten stieg innerhalb des Berichtsjahres von 939 000 auf 1 004 500. Im vergangenen Jahr eröffneten wir Niederlassungen in Diedenhofen, Goten¬ hafen, Lebenstedt über Braunschweig, Metz, Mülhausen (Elsaß) und Straßburg (Elsaß), schlossen die kleine Zweigstelle Oderberg (Oberschlesien) und übertrugen die Geschäfte der Niederlassungen Krakau auf die uns nahestehende Creditanstalt- Bankverein und Heydekrug auf die Bank der Ostpreußischen Landschaft. Außer In Berlin sind wir an 306 Plätzen durch 136 Filialen, 137 Zweigstellen und 33 Außendepositenkassen und Zahlstellen vertreten) daneben unterhalten wir 183 Stadtdepositenkassen. Unser Personalbestand erhöhte sich durch Einstellung einer größeren Zahl von Hilfskräften auf insgesamt 20 605, darunter 4095 weibliche Gefolgschaftsmitglieder und 949 Lehrlinge. Durch den Tod verloren wir — außer 36 auf dem Felde der Ehre gefallenen oder als Soldaten verstorbenen Arbeitskameraden — 90 Gefolg¬ schaftsmitglieder und 211 Pensionäre, die der Bank zum großen Teil während vieler Jahre in treuer Mitaibeit verbunden waren. Ihr Gedenken wird bei uns in Dank¬ barkeit fortleben. Die Betreuung unserer zum Wehrdienst einberufenen Arbeits¬ kameraden und auch ihrer Angehörigen ist uns nach wie vor eine Ehrenpflicht. Der Aufrechterhaltung und Pflege unserer sozialen und gemeinschaftsfördernden Einrichtungen galt auch im Kriegs jahr 1940 unsere besondere Aufmerksamkeit, ebenso der beruflichen Schulung der Gefolgschaftsmitglieder. 4 Niederlassungen erhielten im Leistungskampf der deutschen Betriebe das Leistungsabzeichen für vorbildliche Berufserziehung. 12 weitere Niederlassungen wurden mit dem Gau¬ diplom für hervorragende Leistungen ausgezeichnet. Unseren Gefolgschaftsmit¬ gliedern, an die wegen der Kriegsverhältnisse erhöhte Anforderungen gestellt wurden, sprechen wir für ihre Einsatzbereitschaft und treue Mitarbeit Dank und volle Anerkennung aus. Infolge der anhaltenden Verflüssigung der Wirtschaft und der fortlaufend starken Bildung neuen Sparkapitals stiegen die gesamten Gläubiger ein¬ schließlich Spareinlegen von RM. 3 733 517 562,27 um RM. 1 105 859 851,74 auf RM. 4 839 377 414,01 an Der Zugang an fremden Geldern (ohne Spareinlagen) ent¬ fiel zu rund 'A auf kurzfristige und zu etwa Vn auf langfristige Einlagen und ent¬ stammt vor altem unseren weitverzweigten Verbindungen zu Industrie, Handel und anderen gewerblichen Betrieben. Infolge der allgemeinen Geldflüssigkeit erhielten wir größere Rückzahlungen auf die von uns gegebenen Kredite und Warenvorschüsse, so daß wir uns mit einer weiteren erheblichen Verringerung unseres Debitorenbestandes um etwa RM. 320 000 000,— ahfinden mußten. Schuldner und Vorschüsse auf ver¬ frachtete oder eingelagerte Waren weisen wir insgesamt mit RM. 1 130 886-858,58 gegen RM. 1 451 887 914,46 am 31. Dezember 1939 aus. Dagegen beliefen sich die bei uns neu in Anspruch genommenen oder zugesagten Kredite auf RM. 1 53G 631 299,— gegen RM. 1 672 724 947,— Ende 1939. Die Nachfrage nach neuen Krediten war somit nur um rund RM. 140 000 000,— niedriger als im Vorjahre. Aus der Anlage der uns neu zugeflossenen fremden Gelder sowie der Infolge der Entwicklung des debitorischen Geschäfts freigewordenen Mittel ergab sich eine beträchtliche Steigerung unserer Bestände an Wechseln, Schatz¬ wechseln und unverzinslichen Schatzanweisungen auf RM. 2 885 218 919,24 gegen RM. 1 919 028 512,36 im Vorjahr. Aus den gleichen Gründen nahmen auch die Bestände an Anleihen und verzinslichen Schatzanwej- sungen des Reichs um rund RM. 410 000 000,— zu. Außer erheblichen Beträgen an lang- und mittelfristigen Reichsanleihen und Reichsschatzanweisungen übernahmen wir im vergangenen Jahre zahlreiche Emissionen von Industrieobligationen und Aktien, die wir im Kreis unserer Kundschaft unterbrachten. Wir haben in 60 Fällen bei Emissionen. Konversionen und Börseneinführungen festverzinslicher Werte und in 43 Fällen bei Kapital¬ erhöhungen sowie bei Emissionen und Börseneinführungen von Aktien mitgewirkt. Eine wesentliche Erhöhung erfuhren die Dauernden Beteiligungen durch die Uebernahme des größten Teils des Kapitals der Böhmischen Union- Bank, Prag, durch Verstärkung unserer Beteiligung an der Handel-Maatschappij H. Albert de Barv & Co. N. V., Amsterdam, sowie durch den Erwerb eines größeren Postens von Aktien der Banca Comerciala Romana, Bukarest, und der General- Bank Luxemburg Aktiengesellschaft, Luxemburg. Nachdem wir bereits in den letzten Jahren fortgesetzt eine Verbesserung des Verhältnisses unserer eigenen zu den fremden Mitteln durch Verstärkung unserer offenen Reserven vorgenommen hatten, entschlossen wir uns namentlich auch mit Rücksicht auf den weiterhin beträchtlich gestiegenen Bilanzumfang und die erhebliche Zunahme der Beteiligungen zu einer Erhöhung unseres Grundkapitals von RM. 130 000 000,— um RM. 30 000 000,— auf RM. 160 000 000,—, wozu eine am 28. November 1940 abgehaltene außerordentliche Hauptversammlung ihre Zustim¬ mung gab. Von den ab 1. Januar 1941 gewinnberechtigten neuen Aktien wurden noch im Berichtsjahre RM, 26 000 000,— den Inhabern der alten Aktien zum Kurse von 130 % angeboten und die restlichen RM. 4 000 000.— zum Börsenkurse ver¬ wertet. Aufgeld sowie Mehrerlös aus der Verwertung der RM. 4 000 000,— Aktien sind mit zusammen RM. 9 600 000,— der Gesetzlichen ReserVe zugeflossen, der weitere RM. 400 000,— zur Abrundung zu Lasten der diesjährigen Gewinn- und Verlust-Rechnung zugeführt werden, so daß die Gesetzliche Reserve gegenüber dem Vorjahr um insgesamt RM. 10 000 000,— gestiegen ist. In unserer Gewinn - und Verlust-'Rechnung gingen in Auswirkung der Kriegsmaßnahmen die Personalaufwendungen von RM. 78 761 824,23 auf RM. 73 759 343,76, die Ausgaben für soziale Zwecke, Wohlfahrtseinrichtungen und Pensionen von RM. 20 353 138,99 auf RM. 17 312 601,05 und die sonstigen Hand¬ lungsunkosten von RM. 20 126 913,39 auf RM. 17 266 095,02 zurück. Die erhebliche Steigerung der Steuern und Abgaben ist vor allem auf das Freiwerden von Kontokorrentrückstellungen und Wertpapierreserven zurückzuführen) insgesamt erhöhten sich die Steuern und Abgaben von RM. 36 680 651,29 im Jahre 1939 auf RM. 47 365 979,—. Die Einnahmen aus dem laufenden Geschäft an Zinsen und Diskont sowie Provisionen und Gebühren entsprachen insgesamt ungefähr denen des Vorjahres, weil den Mehreinnahmen aus der Erweiterung des Bilanzumfanges und dem leb¬ haften Wertpapier-Kommissionsgeschäft eine Ertragsminderung durch die Ver¬ ringerung der Zinsspanne, die Umschichtung im Aktivgeschäft und den Rückgang in einzelnen, vom Kriege besonders beeinilußten Geschäftszweigen gegenüberstand. Im einzelnen weisen wir diesmal Zinsen und Diskont mit RM. 84 083 393,86 gegen RM. 77 020 337,78 Ende 1939, Provisionen und Gebühren mit RM, 85 625 624,97 gegen RM. 92 850 159,02 aus. Alle Einnahmen aus Sondergeschäften und einmaligen Geschäften, Zinserträg¬ nisse aus Beteiligungen, Wertpapier- usw. Gewinne sowie sonstige Erträgnisse wurden auch diesmal wieder zu inneren Rücklagen benutzt. Vom Reingewinn verwendeten wir, wie bereits erwähnt, RM. 400 00C,— zur Erhöhung der Gesetzlichen Reserve auf RM. 42 500 000,—, ferner RM. 4 500 000,— zur Erhöhung der Freien Sonderreserve auf RM. 24 000 000,— und RM. 1 175 000,— zur Erhöhung der Pensionsrücklage auf RM. 24 000 000,—. Zur Verfügung bleiben RM 7 930 000.—, von denen RM. 130 000,— gemäß unserer Satzung der Aufsichtsrat erhält, RM. 7 800 000,— der Verfügung der Hauptversammlung unterliegen. Wir schlagen vor, diesen Betrag als Dividende von 6 % auszuschütten. Das Eigenkapital unserer Bank setzt sich nunmehr zusammen aus: Grundkapital RM. 160 000 000,— Gesetzliche Reserve „ 42 500 000,— Freie Sonderreserve „ 24 000 000,— Insgesamt • RM. 226 500 000,— Berlin, den 24. März 1941. Der Vorstand der Deutschen Bank Abi von Halt Klehl Klmmlch Plassmann Rösler Rummel Slppell Wintermantel Bilanz am 31. Dezember 1940 Aktiva Barreserve a) Kassenbestand (deutsche und ausländische Zahlungsmittel, Gold) b) Guthaben auf Reichsbankgiro- und Post¬ scheckkonto Fällige Zins- und Dividendenscheine Schecks Wechsel Davon entfallen RM. 502 244 899,50 auf Wechsel, die dem § 13 Abs. 1 Nr. 1 des Gesetzes über die Deutsche Reichsbank entsprechen (Handels¬ wechsel nach § 16 Abs. 2 KWG.) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanwei¬ sungen des Reichs und der Länder Darin sind enthalten: RM. 1 629 583 084,11 Schatzwechsel und Schatzanweisungen, die die Reichsbank beleihen darf Eigene Wertpapiere a) Anleihen u. verzinsliche Schatzanweisungen des Reichs und der Länder b) sonstige verzinsliche Wertpapiere c) börsengängige Dividendenwerte d) sonstige Wertpapiere ln der Gesamtsumme sind enthalten: RM 646 821 674,61 Wertpapiere, die die Reichs¬ bank beleihen darf Konsortialbeteiligungen Kurzfällige Forderungen unzweifelhafter Bonität und Liquidität gegen Kreditinstitute Davon sind RM. 37 142 247.26 täglich fällig (Nostroguthaben) Forderungen aus Report- und Lombardgeschäften gegen börsengängige Wertpapiere Vorschüsse aut verfrachtete oder eingelagerte Waren a) Rembourskredite b) sonstige kurzfristige Kredite gegen Ver¬ pfändung bestimmt bezeichneter marktgängi¬ ger Waren Schuldner a) Kreditinstitute b) sonstige Schuldner In der Gesamtsumme sind enthalten: RM. 184 171 125,88 gedeckt durch börsengängige Wertpapiere RM. 511 775 260,83 gedeckt durch sonstige Sicherheiten Hypothekenforderungen Beteiligungen (5 131 Abs. 1AII Nr. 6 des Aktien¬ gesetzes) Davon sind RM. 66 000 000,— Beteiligungen bei anderen Kreditinstituten Grundstücke und Gebäude a) dem eigenen Geschäftsbetrieb dienende •• b) sonstige Zugänge RM. 1 805 259,93 Abgänge u. Abschreibungen RM. 3 445 075,89 Geschäfts- und Betriebsausstattung Zugang RM. 968 296,31 Abschreibung RM. 968 296,31 Posten, die der Rechnungsabgrenzung dienen •• Uebergangsposten der eigenen Stellen unterein¬ ander Sonstige Aktiva (nicht gemünztes Silber, nicht umlaufsfähige Münzen u. ä.) RM. 49 533 695,99 189 013 227,25 572 612 371,82 95 834 741,07 80 633 668,39 14 878 193,48 RM. 238 546 923,24 19 981 638,25 45 471 534,83 805 962 589,63 2 079 256 329,61 18 813 605.95 70 428 240,71 45 991 185,25 995 653 826,67 54 500 000,— 23 500 000,— RM 763 958 974,76 31 363 339,50 38 299 162,15 2 464 053,50 89 241 846,66 1 041 645 011,92 9 374 294,52 70 000 000,— 78 000 000,— 1,— 878 523,66 206 325,11 43 973,63 In den Aktiven sind enthalten: Forderungen an Konzernunternehmen (einschließlich Ver¬ bindlichkeiten aus Bürgschaften und Indossamentsverbind¬ lichkeiten) Forderungen an Mitglieder des Vorstandes Forderungen an sonstige Personen und Unternehmen gemäß § 14 Abs. 1 und 3 KWG. und Artikel 13 der Durchführungs¬ verordnung (einschließlich Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Indossamentsverbindlichkeiten) Anlagen nach §17 Abs. 1 KWG Anlagen nach § 17 Abs. 2 KWG. 5 314 694 521,97 RM. 41 374 730,70 48 296 896,29 130 264 262,80 148 000 000,— RM. 1 518 418 429,69 153 072 318,47 341 967 607,28 8 693 660,82 Passiva Gläubiger a) seitens der Kundschaft bei Dritten benutzte Kredite b) sonstige im In- und Ausland aufgenommene Gelder und Kredite c) Einlagen deutscher Kreditinstitute RM. 286 905 051,66 d) sonstige Gläubiger * - * - RM. 3 803 683 998,89 Von der Summe c) + d) entfallen auf 1. jederzeit fällige Gelder RM. 2 572 170 620,86 2. feste Gelder und Gelder auf Kündigung ••• Von 2. werden durch Kün¬ digung oder sind fällig a) innerhalb 7 Tagen •••• RM. b) darüber hinaus bis zu 3 Monaten RM. 1 014 684 643,12 c) darüber hinaus bis zu 12 Monaten RM. d) über 12 Monate hinaus RM. Verpflichtungen aus der Annahme gezogener und der Ausstellung eigener Wechsel Spareinlagen a) mit gesetzlicher Kündigungsfrist b| mit besonders vereinbarter Kündigungsfrist Auf unserem Grundbesitz ruhende, zur Zeit nicht ablösbare Hypotheken Unerhobene Dividenden Grundkapital Rücklagen nach § 11 KWG. a) Gesetzliche Reserve b) Freie Sonderreserve Pensionsrücklage Rückstellungen Posten, die der Rechnungsabgrenzung dienen • • Reingewinn Eigene Ziehungen im Umlauf RM. 2 116 608,15 Verbindlichkeiten aus Bürgschaften, Wechsel- und Scheckbürgschaften sowie aus Gewähr¬ leistungsverträgen (§ 131 Abs. 7 des Aktien¬ gesetzes), denen ein gleich hoher Betrag Bürg¬ schaftsschuldner gegenüber¬ steht RM. 337 928 653,70 Eigene Indossamentsverbindlichkeiten aus weiterbegebenen Bank¬ akzepten RM. 12 911 928,44 aus sonstigen Rediskontie¬ rungen RM. 84 750 241.62 RM. 97 662 170,06 RM. 66 082 539,18 14 399 144,50 4 090 589 050,55 551 381 364,48 116 925 315,30 42 500 000,- 24 000 000,- RM. 4 171 070 734,23 185 397 308,21 668 306 679,78 766 462,38 817 174,96 160 000 000,— 66 500 000,— 24 000 000,— 8 071 093,53 21 835 068,88 7 930 000,— RM. 5314 894 521.97 In den Passiven sind enthalten: Verbindlichkeiten gegenüber Konzernunternehmen •• Gesamtverpflichtungen nach § 11 Abs. 1 KWG. •••• Gesamtverpflichtungen nach § 16 KWG Gesamtes haltendes Eigenkapital nach § 11 Abs. 2 KWG. RM. 27 186 098,23 5026 891 330,37 4358 584 650,59 226 500 000,— Gewinn- und Verlust-Rechnung am 31. Dezember 1940 Aufwendungen RM. RM. Personalaufwendungen Ausgaben für soziale Zwecke, Wohl/ährtsein- 73 759 343,76 17 312 601.05 Sonstige Handlungsunkosten 17 266 095,02 Steuern und ähnliche Abgaben 47 365 979,— Zuweisung an die Gesetzliche Reserve 400 000,— Zuweisung an die Freie Sonderreserve 4 500 000,— Zuweisung an die Pensionsrücklage 1 175 000,— Reingewinn 7 930 000,— RM. 169 709 018,83 Erträge RM. RM. Zinsen und Diskont 84 083 393.86 Provisionen und Gebühren 85 625 624.97 169 709 018,83 Der Vorstand der Deutschen Bank Hermann J. Abs, Dr. Karl Ritter von Halt, Johannes Kiehl, Dr. Kahl Kimmieh, Dr. Clemens Plassmann, Oswald Rösler, Hans Rummel, Dr. Karl Ernst Sippell, Fritz Wintermantel. Nach dem abschließenden Ergebnis meiner pflichtmäßigen Prüfung auf Grund der Bücher und der Schriften der Gesellschaft sowie der vom Vorstand erteilten Aufklärungen und Nachweise entsprechen die Buchführung, der Jahresabschluß und der Geschäftsbericht, soweit er den Jahresabschluß erläutert, den gesetzlichen Vorschriften. Berlin, den ll. März 1941. Karl Fehrmann, Wirtschaftsprüfer. Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank Franz Urbig, Vorsitzer) Dr. Ernst Enno Russell, stellvertretender Vorsitzer; Gustav Brecht, Werner Carp, Dr. Wolfgang Dierig, Dr. Dr.-Ing. E. h. Hugo Eckener, Richard Freudenberg, Franz Hasslacher, Hermann Ludwig Fürst von Hatzfeldt, Dr. Hugo Henkel, Dr.-Ing. E. h. Artur Koepchen, J. U. Dr. Emil Kreibich, Her¬ mann R. Münchmeyer, Hans Oesterlink, Präsident Albert Pietzsch, Leiter der Reichswirtschaftskammer, Dr.-Ing. E. h. Günther Quandt, Philipp F. Reemtsma, Dr.-Ing. E. h. Wolfgang Reuter, Carl Eduard Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha, Karl Schirner, Max H. Schmid, Dr. jur. h. c. Hermann Schmitz, Dr. Ernst Schoen von Wildenegg, Dr. phil. Hermann von Siemens, Rudolf Stahl, Dr.-Ing. E. h., Dr. rer. pol. h. c. Emil Georg von Stauss, Preußischer Staatsrat, Vizepräsi¬ dent des Reichstages, Erich Tgahrt, Richard F. Ullner, Dr.-Ing. E. h., Dr. rer. pol. h. c. Johann P. Vielmetter, D Dr, jur. Wilhelm de Weerth, Theodor Wiedemann, Wilhelm Zangen. Die glückliche Geburt ihres vierten Kindes, eines gesunden Sohnes, zeigen in dankbarer Freude an Dr. jur. Eduard von Schwartzkoppen Ilse von Schwartzkoppen geb. Gräfin von Rothkirch, Frei in von Trach Berlin-Grunewald, den 25. Mörz 1941 Hohenzollerndamm 122 Meisdorf (Harz) Die Geburt eines gesunden Jungen zeigen in dankbarer Freude an Dr. Ludolf v. Bismarck Jngeborg v. Bismarck, geb. Schaefer z. Z. Kl. Briest b. Tangerhütte, d. 23. 3. 41 V.. ■"\ Geburten Ein Sohn §mn Dip[..3ng ?>ans TRüHer unb grau 'Annemarie, geb. SiSrpfd), Ser. Im-Cbarlottenburg. — $mn ©r. meb. Jians.Bolfgang Smbner unb grau CEtifa, geb. Baltee, Hamburg. — Eine Tochter &errn Dt. meb. §. ®. UUmann y unb grau CEllt), geb. Sjcjobtomfft, Unerwartet entfóltef fanft am 25. TOar» ttnfer innig gebettet Bat« unb ©cbmiegcreat«, unfer liebet itnb gütiger Srofieat« Richarb Roth Otheimer Ober|uftlzrat unb Senatapräflbcnt I. R. am Kammergerlrht, Inhaber hoher Orben unb Ehrenzeichen int 85. 8eben4iaf)te. ©ein ganjr« Eeben war aufopfetnbe Hebe unb felbfllofe Eingabe. 3n tiefem ©dmerj Elilabeth Gcbauhr, geb. Stotb Dr. Han« Roth, Üteibtäanwalt unb Dlotat, fjaurtm. im DStffi. Wilhelm Gebauhr, 9J!a|or Im Dtei($äluftfa()rfmint(lertum Hana-Wllhelm Gebauhr Ubo-Jürgcn Gebauhr betbe im (Jetbe Erika Roth Beeilt! W30, aaperiftber tpiao 11. aetItn<3eblenbo tf<aBe(I, aeerenßrage 40. Die aetfebung finbet (lall ©ennabenb, »9. ffldtj, ij Uhr, auf bem t.ftrl - - - - - - ®t.<gRattbäu«<Orlebbof, fflrofegerfcbenflrafje 13—14. Bm 22. auärj b. 3«. eerftarb ba« «ültfglieb unfett« Bttffhbf«/ tat«, !}ttt Carlo Z. Thomfen Hamburg SBIr empffnben ftbmtrjlitb ben ftetmgang blefe« aitłgrjelrtneten SDlantte«, bet eine Weibe eon 3abten unterem Slufflebtätat angebbrt bat unb ber un« In ben ferneren 3at>”u brr UBIrtftbafMftlfe unb beim fpäteren ÜJufbatt unfehlbare Dlenfle geleiflet (tat. ©eine bcrpcrragrnben menfrblicben Uigenftbaften, fein pcrnebme« unb llebenämürbige« OTefen »erben Ibm In unferem Unternehmen ein unetrge&litbeä SInbenfen bewahren. Äuffichtsrat unb Vorftanb ber Dycfecrhoff Portlanb*Zcmentwerfee Ä.G. Serlin-SHummelsburg. — £ertn Otto 'JHorgenftern unb gtau Cbitl), geb. Bergmann, Betltn • Siditenberg. — Verlobungen grl. 3rma ©röntng mit £>errr» ftans -Bagnet. §ambutg/®abcno>etlet. — grl. ®erba ®ilg mit ęcrrn Oberleut, nant ffigon Bellet oon Cljrenberg, dlfagbeburg. — gel. Cftriftinc Ropp mit Öerrn %lrd)iteft fflolf Stfjropp. ©tesbcn/6aljburg. — grl. ©uftl Sdjuftet mit £>ertn SRaj Bröbftl, ■Mündjen. Vermählungen §err Oberleutnant ®ert Bifljelm ffieitljauer mit grl. Cljrtfta Benjel, ®rcslau. — èerr grig Binbhaufen mit grau netto. Cisbett) Rlog, geb. Bsmus, Diiffelborf, Ceipsig. — £err Beter Wttppcl mit grl. Dina Sdjicr- ftein granffurt a. 31t. — $err Dipl.. 3ng. Submig ®auer mit grL StaubI 3mtjof, Bcgfdieib (Slbtj.). Toöeefälle 6ert S9l.-Oberfturmfüt)rer Oscat 3tagel, Berlin SB. — §etr 5Reid)*> banfrat a. D. Biltjelm Cange, Berlin, gricbenau. — S>err Sanitätstat t. SR. Sr. Osfar Sdjlagintmeit, flraiütng. Blanegg. -Heimchen früher Wasservogel Seifen ParfOmerien Hausrat Wirtsciiaftsartilcel Filialen In allen Stadtteilen Deutsche Allgemeine Zeitung / 28. Mirt 194t