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Text
P. GREGUSS
HOLZANATOMIE
ifiiÄBEUROPÄISCHEN ÜS
LAUBHÖLZER UND STRÄUCHER
HOLZANATOMIE
DER EUROPÄISCHEN
LAUEHÖLZER UND STRÄUCHER
VON
PÄL GREGUSS
DER BOTANIK AN DER UNIVERSITÄT
SZEGED (U NGARN)
307 TAFELN MIT ORIG. MIKROPHOTOGRAPHIEN
UND ORIGINALZEICHNUNGEN, 6 TABELLEN ALS BEILAGEN
Lektoren
PROF. DR. SÄNDOR SÄRKÄNY
DOZ. DR. ISTVÄN SZALAI
© Akademiai Kiadö, Budapest, 1959
Umschlag von Ärpäd Kondor
VORWORT ZUR ZWEITEN AUSGABE
Der Leser empfängt hiermit eigentlich eine er-
weiterte Fassung meines »Bestimmung der mittel-
europäischen Laubhölzer und Sträucher auf xylo-
tomischer Grundlage« betitelten Werkes, dessen
erste Auflage vergriffen ist. Die ständige Nach-
frage nach diesem Werke rechtfertigt eine Neu-
auflage, und ich nahm die Gelegenheit wahr, um
gewisse Mängel der ersten Auflage zu beseitigen.
Das Manuskript der ersten Fassung wurde näm-
lich inmitten des zweiten Weltkrieges, im Jahre
1941 vollendet, es dauerte jedoch mehrere Jahre,
bis das Buch endlich erscheinen konnte, da die
Druckerei wiederholt schwere Bombenschäden
erlitt, wobei manche Teile des Satzes und viele
Klischees vernichtet wurden, und es selbst bis
zum Erscheinen des Buches nicht gelang, alle
Schäden gutzumachen.
Obschon auch die vorliegende Auflage nicht
als vollkommen angesprochen |verdcn kann, wurde
hier die Zahl der in der ersten Auflage xylotomisch
bearbeiteten etwa 253 einheimischen oder ange-
siedelten europäischen Holzarten um 50 weitere
— zum Großteil mediterrane und kaukasische —
Arten bereichert. Bei der Behandlung der medi-
terranen Arten stützte ich mich vornehmlich auf
Huber und Rouschals Werk »Mikrophotografi-
scher Atlas der Hölzer des Mediterrangebietes und
des Balkan«, und bei der Auswahl der kaukasi-
schen Arten hauptsächlich auf die Arbeiten von
Gammerman, Nikitin, Nikolajewa, sowie Jat-
sciienko— Kiimelewskij. Zu meinem größten
Leidwesen gelang es mir nicht, alle Arten voll-
ständig zu belegen, obschon die Reihe der Gj^-^.
tungen nahezu lückenlos ist. Alles in allem bietet
die Beschreibung von 303 Arten bzw. Varianten,
von 153 Gattungen der 60 Familien eine viel-
leicht nicht ganz unansehnliche Sammlung. Es
sei noch bemerkt, daß ich bei der Nomenklatur
bzw. Benennung der in diesem Buch bearbeiteten
Arten in erster Linie das vorzügliche Buch
Krüssmanns »Die Laubgehölze« (1951) verwen-
det habe. Bei einigen wohlbekannten Arten
werden auch die alten Synonyme angeführt.
Bei der Bearbeitung der neu beschriebenen
50 Arten, sowie bei deren Einreihung nach dem
Bestimmungsschlüssel wurde das in der ersten
Auflage des Werkes benützte Verfahren ange-
wandt, mit dem Unterschied, daß die Zeichnun-
gen der neu hinzugefügten Arten eine nur 300-
fache Vergrößerung aufweisen, im Gegensatz zu
der 360fachen der ersten Auflage. Dieser Umstand
ist selbstverständlich an den betreffenden Tafeln
vermerkt. Es wurden überdies einige während des
zweiten Weltkrieges beschädigte Klischees durch
neue ersetzt. Die Abbildungen dürften somit
wenn auch nicht vollkommen, immerhin annehm-
bar sein.
Die noch immer bestehenden Hemmungen des
internationalen Kulturaustausches bereiteten bei
der Beschaffung des Holzmaterials zu diesem
Buche erhebliche Schwierigkeiten. Ich bin Herrn
Professor Melchior, Direktor des Botanischen
Gartens zu Berlin—Dahlem, Herrn Professor
Müller-Stoll, Direktor des Botanischen Insti-
tuts zu Potsdam, Herrn Professor F. Lona in
Parma, Italien, sowie Herrn Jenö Misäk, Vor-
stand des Arboretums zu Szarvas, Ungarn, die
mir bei der Beschaffung der einzelnen benötigten
Holzarten behilflich waren, zu aufrichtigem Danke
verpflichtet. Meinen Kollegen, Herrn Prof. SÄndor
Särkany und Herrn Doz. Istvan Szalai bin ich
für das eingehende Studium des Manuskriptes
und für ihre wertvollen Vorschläge sehr ver-
bunden.
Mein Dank gebührt des weiteren meinem
Freunde, Herrn Professor Elemer Moor, der
sich der Übersetzungsarbeit der neuen deutschen
Textteile annahm, sowie Fräulein Margit Szabados
und Fräulein Lenke Gosztonyi, die nach meinen
Angaben die 50 neuen Zeichnungen anfertigten.
1*
3
Die zusätzlichen 300 Mikrophotogramme sind
eigener Verfertigung, wobei mir Herr PÄL Simon-
csics, sowie meine Mitarbeiter Herr György
Bodrogközy, Herr Jözsef Matuszka, Frau M.
Matuszka, Herr Imre Maroti, Frau M. Dzubay,
Herr LaszlÖ Siprak und an erster Stelle meine
Gemahlin, Dr. Terez Forray ihre technische
Beihilfe gewährten. Ihnen allen will ich an dieser
Stelle meinen wärmsten Dank aussprechen.
Auch dem Buchvertriebsunternehmen »Kul-
tura« sowie dem Akademie-Verlag bin ich für
die ansehnliche Ausstattung des Buches inmit-
ten mannigfaltiger Schwierigkeiten dankbar.
Szeged, den 31. Dezember 1957.
Der Verfasser
EINLEITUNG ZUR ERSTEN AUSGABE
Es ist keineswegs Zweck des vorliegenden
Bandes, sämtliche älteren und neueren Ergeb-
nisse der Xylotomie zusammenzufassen und wissen-
schaftlich zu behandeln. Werke dieser Art sind
nicht nur im Ausland, sondern auch in Ungarn
erschienen. In diesem Sinne wäre die vorliegende
Arbeit überflüssig.
Mögen aber die bezeichneten Bücher vom
wissenschaftlichen Standpunkt noch so bedeutend
und wertvoll sein, so sind sie immerhin insofern
unvollständig als sich mit ihrer Hilfe die einheimi-
schen oder gewöhnlicheren mitteleuropäischen
Hölzer und Sträucher auf xylotomischer Grund-
lage nicht immer einwandfrei bestimmen lassen.
In diesen Arbeiten fehlen entweder die entspre-
chenden Illustrationen, Lichtbilder bzw. Zeich-
nungen, oder — falls Bilder vorhanden — ist die
xylotomische Beschreibung unzureichend. Eine
gelungene Zeichnung oder ein gutes Lichtbild
leistet stets hervorragende Dienste und ist eine
sicherere Grundlage der Bestimmung, als eine
bloße Beschreibung. Werden aber Lichtbild, Zeich-
nung und eingehende Beschreibung vereinigt, so
bietet die Bestimmung eines unbekannten Holzes
keine Schwierigkeiten mehr.
In der letzten Zeit wurde die Untersuchung
von immer mehr Kohlen- und anderen Pflanzen-
resten nötig. Die Paläontologen erwarten bei der
Aufarbeitung der Funde mit Recht in erster
Linie die Hilfe der Botaniker.
Außer den paläolithischen Pflanzenresten kom-
men auch prähistorische Kohlenreste, weiters
menschliche Geräte, Särge, Fässer, Pfeile usw.
ans Tageslicht, deren Bestimmung ebenfalls von
der Xylotomie erwartet wird. Aus den Unter-
suchungsergebnissen kann dann wieder der Kultur-
historiker wertvolle Folgerungen ziehen.
Die Angaben der praktischen Xylotomie bie-
ten aber auch dem Forstmann, Fabrikanten,
Technologen und nicht zuletzt dem Richter sehr
nützliche Aufschlüsse. Aus alldem ist ersichtlich,
wie vielseitig und bedeutsam die Anwendungs-
möglichkeiten dieses Wissenszweiges sind.
Die vorerwähnten, rein wissenschaftlichen
Arbeiten werden leider den Bedürfnissen der
Praxis nur teilweise gerecht, so daß mit ihrer
Hilfe die xylotomische Bestimmung der Holz-
arten entweder überhaupt nicht, oder nicht mit
der erforderlichen Sicherheit und nur unter
größten Schwierigkeiten erfolgen kann.
Ich habe daher den Entschluß‘gefaßt, unter
Berücksichtigung der heimischen und ausländi-
schen Verhältnisse eine grundlegende xylotomische
Arbeit zusammenzustellen, deren Hauptziel die
genaue, leichte und sichere Bestimmung 1. der
ursprünglich heimischen, 2. der mitteleuropäischen
und eingeführten Hölzer ist. Meine erste Aufgabe
war 1. die Vermittlung der vollständigen Kennt-
nis des zur Bestimmung verwendeten Materials,
2. die Herstellung von Lichtbildern, Zeichnungen,
Beschreibungen, und die Anfertigung eines Be-
stimmungsschlüssels, mit deren Hilfe jede Holz-
art möglichst schnell, leicht, jedoch mit Sicher-
heit bestimmt werden kann.
Der Großteil des untersuchten Materials — un-
gefähr 80 Holzarten — entstammt der im Besitz
der Hochschule für Heranbildung von Bürger-
schullehrern in Szeged befindlichen und genau
bestimmten Lecfalvi Bodor- und Hollendonner-
schen Sammlung ; eine ansehnliche Menge von
Untersuchungsmaterial wurde von mir selbst bzw.
von mit mir in Verbindung stehenden Botanikern
gesammelt und im allg. 10—15 jährigen Stämmen
und Ästen entnommen.
An dieser Stelle erinnere ich mich in aufrichtiger
Dankbarkeit der Herren Universitätsprofessoren
Dr. Daniel Feher und Dr. Zoltan Szabo, ferner
meiner Freunde, der Botaniker Dr. Jänos Banyai,
Dr. Adam Boros, Gyula E. Nyärädi, Dr. Antal
Penzes, Dr. Sändor Särkany, Dr. Zoltan Zsäk,
5
des Grafen Pal Bolza (s. Zt. Besitzer des Arbore-
tums in Szarvas), LÄszlÖ SaÄghy (s. Zt. Besitzer
des Arboretums in Kämon), schließlich des Leiters
der städtischen Gärtnerei in Szeged Herrn Bela
GuläCsi. Sie alle waren mir bei der Beschaffung
des reichen Untersuchungsmaterials behilflich.
Meinen besonderen Dank spreche ich meiner
Assistentin Dr. Margit Szabados aus, die unter
meiner Anleitung die Zeichnungen der Elemente
der einzelnen Holzarten anfertigte, ferner Herrn
Assistenten Dr. Istvan Szalai, der mir bei der
Sammlung des Untersuchungsmaterials, der Zu-
richtung und Aufarbeitung der Schnitte behilflich
war, und endlich dem Praktikanten Istvan
Varga, der bei der Herstellung der Lichtbilder
mithalf. Hauptsächlich der Unterstützung dieser
meiner nächsten Mitarbeiter ist es zu verdanken,
daß das vorliegende Werk fertiggestellt werden
konnte. Schließlich bin ich auch meinem Laboran-
ten Herrn Istvan J. Toth verbunden, mit dem
ich in gemeinsamer Arbeit die deutsche Über-
setzung des Bandes besorgte.
Ferner muß ich noch des Ungarischen National-
museums, sowie des Ungarischen Landesforst-
vereins gedenken, die auf Anregung der Herren
Dr. Andräs Tasnädi Kubacska, Zoltän Biro
und Dr. Zoltän Mihalyi in selbstloser Weise
die materiellen Voraussetzungen für die Druck-
legung des Werkes schufen.
Herr Dr. Jenö Krammer hatte die Liebens-
würdigkeit, die deutsche Übersetzung durchzu-
sehen ; für diese sorgfältige Arbeit bin ich ihm
besonders verbunden.
Die Fertigstellung der Arbeit erfolgte in den
Jahren 1935 —1940 auf der Botanischen Lehrkan-
zel der Hochschule für Heranbildung von Bürger-
schullchrern in Szeged, und in den Jahren 1940 —
1941 im Botanischen Institut der Universität
Szeged.
Szeged, den 31. Dezember 1941.
Der Verfasser
6
INHALTSVERZEICHNIS
Vorwort zur zweiten Ausgabe.................................................................... 3
Einleitung zur ersten Ausgabe ................................................................. 5
ALLGEMEINER TEIL
Grundlagen der xylotomischen Untersuchung rezenter Laubhölzer ................................. H
a) Herstellung von Schnitten............................................................ 11
b) Verkohlung (Karbonifikation) ........................................................ 12
c) Verfertigung von Mikrophotographien.................................................. 12
d) Mazeration........................................................................... 13
e) Zeichnender Elemente................................................................. 13
Grundbegriffe der histologischen Bestimmung der Holzarten ...................................... 15
Bei der Bestimmung gebräuchliche Terminologie............................................. 17
Bestimmungsmethoden ............................................................................ 26
Untersuchung von Schnitten und Schliffen ................................................. 26
AUSFÜHRLICHER TEIL
A. Xylotomischer Bestimmungsschlüssel der europäischen Laubhölzer und Sträucher.............. 35
A key for the Identification of trees dealt with........................................... 55
B. Eingehende xylotomische Beschreibung der Arten............................................ 75
Dicotyledones
Monochlamydeae
I. Casuarinaceae (1. Casuarina) ................................................ 75
II. Betulaceae (2. Betula, 3. Ainus, 4. Carpinus, 5. Ostrya, 6. Corylus) ........ 77
HL Fagaceae (7. Castanea, 8. Fagus, 9. Quercus)................................... 92
IV. Myricaceae (10. Myrica)..................................................... 104
V. Juglandaceae (11. Juglans, 12. Carya, 13. Pterocarya)....................... 105
VI. Salicaceae (14. Populus, 15. Salix)......................................... 112
VII. Moraceae (16. Morus, 17. Ficus, 18. Broussonetia, 19. Maclura) ............. 124
VIII. Ulmaceae (20. Ulmus, 21. Celtis, 22. Zelkova) .............................. 130
IX. Santalaceae (23. Osyris).................................................... 139
X. Loranthaceae (24. Viscum, 25. Loranthus) ................................... 140
XI. Euphorbiaceae (26. Euphorbia) .............................................. 142
XII. Buxaceae (27. Buxus) ....................................................... 143
XIII. Polygonaceae (28. Polygonum)................................................ 144
Dialipetalae
XIV. Hamamelidaceae (29. Hamamelis, 30. Cercidiphyllum, 31. Liquidambar, 32. Parrotia) 145
XV. Platanaceae (33. Platanus).................................................. 149
XVI. Magnoliaceae (34. Magnolia, 35. Liriodendron) ............................... 150
XVII. Lauraceae (36. Laurus)......................................................153
XVIII. Ranunculaceae (37. Clematis)................................................ 154
XIX. Berberidaceae (38. Berberis, 39. Mahonia, 40. Mahoberberis).................. 156
XX. Cistaceae (41. Cistus, 42. Fumana, 43. Helianthemum)........................ 159
XXL Tamaricaceae (44. Myricaria, 45. Tamarix)....................................... 162
XXII. Saxifragaceae (46. Philadelphus, 47. Ribes)................................. 165
XXIII. Rosaceae (48. Amelanchier, 49. Cotoneaster, 50. Crataegus, 51. Cydonia, 52. Dryas,
53. Kerria, 54. Malus, 55. Mespilus, 56. Pyrus, 57. Prunus, 58. Pyracantha, 59. Rosa,
60. Rubus, 61. Sibiraea, 62. Sorbus, 63. Spiraea) .......................... 167
7
XXIV. Mimosaceae (64. Albizzia) ..................................................... 202
XXV Caesalpiniaceae (65. Ceratonia, 66. Cercis, 67. Gleditschia)................... 203
XXVI. Papilionaceac (68. Amorpha, 69. Caragana, 70. Colutea, 71. Coronilla, 72. Cytisus,
73. Genista, 74. Gymnocladus,75. IIaliinodcndron,76. Laburnum,77. Petteria,78. Retama,
79. Robinia, 80. Sophora, 81. Spartiuni, 82. Ulex, 83. Wistaria) ...................... 207
XXVII. Thymelaeaceae (84. Daphne, 85. Thymelaea)...................................... 222
XXVIII. Cneoraceae (86. Cneorum) ...................................................... 226
XXIX. Elaeagnaceae (87. Elaeagnus, 88. Hippophae) ................................... 227
XXX. Myrtaceae (89. Eucalyptus, 90. Myrtus) ......................................... 230
XXXI. Punicaceae (91. Punica)........................................................ 233
XXXII. Malvaceae (92. Hibiscus)........................................................ 234
XXXIII. Tiliaceae (93. Tilia).......................................................... 235
XXXIV. Rutaceae (91. Citrus, 95. Ptelca) ............................................. 238
XXXV. Simarubaccac (96. Ailanthus) ................................................... 241
XXXVI. Mciiaccae (97. Melia).......................................................... 242
XXXVII. Anacardiaccac (98. Cotinus, 99. Pistacia, 100. Rhus) .......................... 213
XXXVIII. Polygalaceae (101. Polygala) .................................................. 247
XXXIX. Sapindaceae (102. Koelreuteria, 103. Xanthoceras).............................. 247
XL. Aceraceae (104. Acer).......................................................... 249
XLI. Hippocastanaceae (105. Aesculus) .............................................. 254
XLII. Aquifoliaceae (106. Ilex) ...................................................... 255
XLIII. Celastraceae (107. Celastrus, 108. Evonymus) .................................... 257
XLIV. Staphyleaceae (109. Staphylea) ................................................... 260
XLV. Rhamnaceae (110. Paliurus, 111. Rhamnus, 112. Zizyphus) ........................ 261
XLVI. Vitaceae (113. Parthenocissus, 114. Vitis)........................................ 269
XLVII. Cornaceae (115. Cornus) .......................................................... 271
XLVIII. Araliaceae (116. Hedera) ......................................................... 274
XLIX. Umbelliferae (117. Bupleurum)..................................................... 275
Sympetalae
L. Ericaceae (118. Arbutus, 119. Andromeda, 120. Arctostaphylos, 121. Arctous, 122.Bruck-
enthalia, 123. Calluna, 124. Chamaedaphne, 125. Erica, 126. Ledum, 127. Loiseleuria,
128. Rhododendron, 129. Rhodothamnus, 130. Vaccinium) ............................. 276
LI. Empetraceae (131. Empetrum) .................................................. 289
LIL Solanaceae (132. Lycium) ...................................................... 289
LIII. Scrophulariaceae (133. Paulownia).............................................. 290
LIV. Bignoniaceae (134. Campsis, 135. Catalpa) ...................................... 291
LV. Verbenaceae (136. Vitex)....................................................... 293
LVI. Labiatae (137. Lavandula, 138. Rosmarinus)...................................... 294
LVII. Ebenaceae (139. Diospyros) ..................................................... 295
LVIII. Apocynaceae (140. Nerium) ...................................................... 297
LIX. Asclepiadaceae (141. Periploca) ................................................ 298
LX. Oleaceae (142. Forsythia, 143. Fraxinus, 144. Jasminum, 145. Ligustrum, 146. Olea,
147. Phillyrea, 148. Syringa......................................................... 298
LXI.Caprifoliaceae (149. Linnaea, 150. Lonicera, 151. Sambucus, 152. Symphoricarpus,
153. Viburnum, 154. Weigela)..................................................... 310
Literatur
Index .. .
ANHANG
323
325
8
ALLGEMEINER TEIL
GRUNDLAGEN DER XYLOTOMISCHEN UNTERSUCHUNG
REZENTER LAUBHÖLZER
a) HERSTELLUNG VON SCHNITTEN
Bei einer histologischen Bestimmung der Laub-
hölzer sind neben den histologischen Eigenschaften
auch einige weitere Gesichtspunkte in Betracht
zu ziehen. Unterschiede zwischen den einzelnen
Gattungen und Arten können sich z. B. im spezifi-
schen Gewicht, in der Farbe, im Geruch, im Ge-
schmack, im Griff usw. des Holzes zeigen, und
sind durchwegs makroskopisch feststellbar. Die
nähere Bestimmung eines unbekannten Holzkör-
pers erfolgt aber sodann immer mit Hilfe des
Mikroskops. Zu diesem Behufe ist das zu bestim-
mende Holz zur Untersuchung vorerst ent-
sprechend zu präparieren. Das einfachste Ver-
fahren ist, die erwünschten Schnitte, d. h. den
Quer-, Tangential- und Radialschnitt aus frisch
geschnittenen Stämmen oder Asten zu verfertigen.
Derartiges Prüfungsmaterial erhält man jedoch
recht selten. In der überwiegenden Mehrzahl der
Fälle erhalten wir das Holz in trockenem, verkohl-
tem oder verkieseltem Zustande, in dem es zur
Anfertigung von Schnitten, bzw. Schliffen nicht
geeignet ist. Um die Anfertigung von Schnitten
zu ermöglichen, muß das Holz zunächst durch ein
entsprechendes Verfahren erweicht, die Holzkohle
hingegen in eine entsprechende Substanz eingebet-
tet werden. Das einfachste Verfahren zum Auf-
weichen des Holzes ist das Kochen. Die Holz-
klötzchen werden 1 — 2 Stunden, evtl. 2 — 3 Tage
lang in Wasser gekocht, oder aber 2 — 3 Wochen
lang in Wasser geweicht. Dieses Verfahren wird
durch den Kisserschen Verdampfer wesentlich
erleichtert. Bei diesem Verfahren wird das trok-
kene Untersuchungsmaterial vorerst unter Druck
gekocht um sodann unter einem heißen Dampf-
strahl bis zum Erreichen der Schnittbarkeit er-
weicht zu werden.
Zum Schneiden der im vorliegenden Werke
behandelten Hölzer bediente sich der Verfasser
des Schlittenmikrotoms der Firma Reichert, bzw.
des Sartoriusschen Mikrotoms. Zur Bestimmung
sind Schnitte in den drei Hauptrichtungen, also
ein Querschnitt, ein Tangentialschnitt und ein
Radialschnitt (bzw. bei den verkieselten Hölzern
die entsprechenden Schliffe) erforderlich.
Die Schnittdicke betrug 10 bis 20 p, Letztere
Stärke war besonders bei manchen Hölzern mit
weitlumigen Tracheen erforderlich, z. B. bei
Eichen, Robinien und Ulmen, da dünnere Längs-
schnitte längs der mächtigen Gefäße in Stücke
zerfallen. Die dünnen Schnitte mußten mit einem
in Alkohol getauchten Pinsel festgehalten werden,
um Zusammenrollen zu verhindern.
Die gewählten Schnitte wurden ohne Verzug
in eine 3—4 ccm Eau de Javel enthaltende Epru-
vette gestellt und dann über einer schwachen
Flamme bis zum Siedepunkt erhitzt. Nach dem
Abkochen wurden die Schnitte 8 — 10 Minuten lang
in der Lauge abgestellt um einen je vollkommene-
ren Grad der Bleichung und des Zelleninhalten-
zuges zu sichern. Manchmal können etwa vor-
handene Längs- oder Markstrahlparenchymzellen
betreffs ihres Inhaltes an unbehandelten Schnitten
besser beobachtet werden.
Eine übermäßige Javelbehandlung ist nicht
zu empfehlen, da hierdurch die Schnitte zu sehr
erweicht werden. Zwecks Neutralisierung wurden
die Schnitte aus der Lauge erst in ein Säurebad
1 —2%ige Essigsäure) und dann in destilliertes
Wasser gebracht, um sie für den Fall einer etwa-
igen Färbung gründlich zu waschen.
Es ist ratsam, die Übertragung mit Hilfe eines
Pinsels vorzunehmen, da die ausgekochten und
ausgewaschenen Schnittchen im allgemeinen
schwach halten.
Unsere Schnitte wurden dann teils mit Malachit-
grün, teils mit Fuchsin-Pikrinsäure gefärbt. Beim
Färben mit basischer Fuchsin-Pikrinsäure sind
die Schnitte erst gründlich in Wasser zu waschen.
11
Nachher kommen sie für die Dauer von 20 Minu-
ten in eine 2%ige verwässerte Fuchsinlösung,
werden dann wieder gewaschen, und gelangen
endlich auf die Dauer von 5 Minuten in eine
konzentrierte alkoholische Pikrinsäurelösung (die
vorher bis zur Hälfte verdünnt wurde).
Zuletzt werden die Schnitte in Alkohol aus-
gewaschen, bis ihnen kein Farbstoff mehr ent-
weicht. Dies ist nötig, um ein Fleckigwerden der
Schnitte infolge zurückgebliebener Pikrinsäure-
reste zu verhüten.
Die in der vorliegenden Arbeit abgebildeten
Schnitte wurde nur zum Teil gefärbt, größtenteils
jedoch im Karbonifikationsverfahren präpariert.
b) VERKOHLUNG (KARBONIFIKATION)
Nach Erfahrung des Verfassers ist die Karboni-
fikation von Präparaten der Färbung derselben
vorzuziehen, da verkohlte Präparate schnell und
leicht herzustellen sind und auch viel kontrast-
reichere Lichtbilder ergeben. Die Karbonifikation
wird folgendermaßen ausgeführt :
Die entsprechend dünnen Schritte müssen,
wie bei der Zubereitung zur Färbung, erst vom
Zellinhalt gesäubert werden, da dieser sonst bei
der Verkohlung in den Zellen verbrennen würde.
Dies würde jedoch nicht nur das Erkennen der
feineren Gewebestruktur erheblich erschweren,
sondern auch die Möglichkeit einer befriedigenden
photographischen Wiedergabe vereiteln. Um dies
zu vermeiden werden die Schnitte nach dem be-
schriebenen Verfahren behandelt, sie sind jedoch
vor der Verkohlung zu entwässern. Zu diesem
Zwecke werden die Schnitte von 50%igem, über
75°/oigem, in absolutes Alkohol überführt. Abso-
lute Entwässerung ist unerläßlich, um bei der
Karbomfikation zu verhütcn> daß Schnitte gchon
infolge des geringsten Wasserinhalts rissig werden
und an den Objektträger anbrennen.
Nach vollständigem Wasserentzug werden die
Schnitte mit Hilfe eines Pinsels oder Spatels
zwischen sorgfältig gereinigte Objektträger oder
Glasplatten gelegt, und die Objektträger (evtl,
gesäuberte photographische Platten) an beiden
Enden mit Klammern zusammengefaßt (siehe
Photo). Bei der Karbonifikation ist die Ver-
wendung von dünnen Objektträgern oder Glas-
platten zu empfehlen, da bei plötzlicher Er-
wärmung bzw. Abkühlung dicke Platten oft ber-
sten. Die Schnitte werden dann über einer schwa-
chen Gasflamme unter ständiger Bewegung ver-
kohlt, bis sie eine semmelbraune Farbe erhalten
wobei die nachträglich bräunende Wirkung der
heißen Objektträger natürlich ebenfalls in Be-
tracht gezogen werden soll. Waren die Schnitte
gut gesäubert und entwässert, bzw. waren die
Objektträger vollkommen fettfrei und unbedingt
sauber, so lösen sich die Schnitte vom abgekühlten
Objektträger schon infolge ihres Eigengewichtes
von selber ab. Sollte dies nicht erfolgen, so können
die Schnitte mit Hilfe einer dünnen Rasierklinge
vom Objektträger losgelöst werden.
Die verkohlten Schnitte werden sofort in
Xylol übertragen und dann nach 5 — 10 Minuten
in Kanadabalsam eingeschlossen. In Bezug auf
das Ausmaß der Verkohlung wäre noch zu er-
wähnen, daß die dünneren Tangential- und
Radialschnitte eine etwas längere und dunklere
Verkohlung erheischen, als die Querschnitte, und
auf diese Art in den Einzelheiten bessere Kontras! •
Wirkungen ergeben.
Es kam oft vor, daß in dm Markstrahlz. Ilm
der Quer- sowie der Radial»chmtte, ja sogar
in den englumigen Holzfasernzellen der Längs-
schnitte einige Luftblasen verblieben, deren Ent-
fernung durch anhaltendes Kochen in Xylol ui.d
Warmwasserbad erfolgte.
c) VERFERTIGUNG VON MIKRO-
PHOTOGRAPHIEN
Mit den angeführten Verfahren wurden von
jeder Art dreierlei Schnitte (Quer-, TangentiaL
und Radialschnitt) und von diesen je Art vier
mikrophotographische Aufnahmen verfertigt. L le
innere Struktur des Holzes wird am einfachsten
12
mazerierte Material erscheint als eine opalisierende
Flüssigkeit. Um das Entfliehen des Alkohols zu
vermeiden, ist es ratsam, das auf die beschrieben**
Weise vorbereitete Material sofort oder nach der
Abseihung in eine kleine Epruvette oder Phiole
von 1 cm Durchmesser zu gießen, diese zu verkor-
ken, und gegebenfalls den Kork mit Paraffin zu
überziehen. Die Phiole wird mit einer Aufschrift
versehen, damit sie zwecks Nachprüfung stets
und sofort zur Verfügung steht.
e) ZEICHNEN DER ELEMENTE
Beim Zeichnen ist es viel ratsamer, statt
Deckglas und Objektträger eine gereinigte, 6x9
cm große, dünne Photoplatte zu verwenden, die
wieder mit 1 bis 2 sehr dünnen Objektträgern,
oder ähnlich großen und dünnen Photoplatten
bedeckt wird. Dieses Verfahren eignet sich schon
deshalb vorzüglich, weil man auf diese Weise
eine große Anzahl von Elementen untersuchen
kann und zu gleicher Zeit sich die Möglichkeit
bietet, die kennzeichnendsten Elemente aufs
Papier zu bringen. Es ist sozusagen ausgeschlos-
sen, auf diesem Wege nicht allen Zellarten zu
begegnen.
Bei diesem Verfahren gossen wir mit einer
Pipette einige Tropfen des Materials auf die
Photoplatte, färbten sie mit Malachitgrün und
bewegten die daraufliegende Glasplatte hin und
her, damit sich sämtliche Elemente zwischen
den Glasplatten gleichmäßig färben. Da man für
die Anfertigung einer Zeichnung 4 bis 5 Stunden
rechnen mußte, gaben wir nach der Färbung 1 bis
2 Tropfen Glyzerin zu, um die Austrocknung des
Materials nach dem Verdunsten des Alkohols zu
verhindern. Die ausgetrockneten Elemente kön-
nen nämlich nicht gezeichnet werden, da der
fallweise entstehende Niederschlag, sowie zurück-
gebliebene Alkoholteile nicht nur die Beobachtung
stören, sondern auch das Zeichnen unmöglich
machen würden.
Nach der Anfertigung der einzelnen Präparate
konnte eine eingehende Untersuchung derselben
eingeleitet werden. Wir orientierten uns über Lage
und Vorkommen der einzelnen Elemententypen,
und stellten in Ausführung einer noch wichtige-
ren Aufgabe fest, aus welchen Elementen das
Holz aufgebaut ist, bzw. welche von diesen am
häufigsten vorkommen. Gelegentlich dieser Unter-
suchungen war das Ziel nicht das Festhalten
im Querschnitt dargcstellt. In diesem Schnitt ist
die Breite der Jahrringe, die mehr oder minder
scharfe Abgegrenztheit derselben, die Anordnung
der Gefäße (Poren), der Tracheiden und der
Parenchymzellen, sowie die Struktur der Mark-
strahlen usw. klar zu erkennen. Diese Einzelheiten
kommen am besten durch eine mittelmäßige Ver-
größerung zur Geltung. Zu diesem Behufe wurden
die Querschnitte der einzelnen Hölzer dreißig-
fach, zum Studium der feineren Struktur jedoch
auch hundertfach vergrößert. Ebenfalls hundert-
fach wurde der eine Teil der Tangentialschnitte
\ ergrößert, der andere Teil jedoch, sowie die
Radialschnitte, einhundertachtzigfach. Vergröße-
rungen dieses Grades ermöglichen die Beobach-
tung a 011 feineren Einzelheiten und damit eine
bessere Wahrnehmung der Differenzen. Um auch
Vergleichsschlüße ziehen zu können, wurden sämt-
liche Holzarten in den besagten drei Vergröße-
rungen abgebildet. Hierzu bedienten wir uns des
Apparates »Promar« der Firma Leitz.
d) MAZERATION
Die xylotomische Untersuchung erstreckte
sich nicht nur auf die räumliche Anordnung der
einzelnen Holzelemente, sondern auch auf die
Prüfung der feineren Struktur der Holzkörper-
elemente. Dazu aber mußte der Holzkörper nach
dem Verfahren von Schultze in reine Elemente
zerlegt, d. h. mazeriert werden. Die Holzsplitter-
chen wurden erst in 3 bis 4 ccm HNO3 und etwas
KC1O3 zerkocht. Dies bezweckte nicht die voll-
kommene Zergliederung in kleinste Teile, denn das
Holz zerfällt während der weiteren Behandlung
(Sieden, Waschen usw.) ohnehin in seine Bestand-
teile. Sobald der oben besprochene Zustand, d. h.
der 70- bis 80%ige Zerfall des Stoffes erreicht
war, wurde das mazerierende Mittel beseitigt.
Zu diesem Zweck haben wir eine Epruvette
mit Wasser gefüllt, um die Konzentration der
Säure möglichst herabzusetzen. Nach kurzem
Zentrifugieren wurde das säurehaltige Wasser vor-
sichtig abgegossen, mit besonderem Augenmerk
darauf, daß die Holzelementc nicht mit dem Wasser
die Epruvette verlassen. Dann wurde das zurück-
gebliebene Material nochmals mit Wasser auf-
gefüllt, d. h. gewaschen und geseiht. Das aus-
gewaschene Material wird jetzt in eine Epruvette
gebracht, diese mit 96%igen Alkohol angefällt ]
und genügend geschüttelt. Das so erhaltene, !
13
schöner Formen, sondern die kennzeichnendsten
Bildungselemente der betreffenden Holzart zu
fixieren.
Zur Verfertigung der Zeichnungen bedienten
wir uns des Spiegelzeichenapparates von Reichert.
Die Verwendung eines Apparates ist zwecks Her-
stellung genauer Zeichnungen unerläßlich. Es
empfiehlt sich dabei, die Bleistiftzeichnung sofort
nach ihrer Beendigung mit Tusche nachzuziehen,
solange alle Einzelheiten, selbst die kleinsten, noch
unserem Gedächtnis gegenwärtig sind. Auch kön-
nen wir — falls irgendwelche Zweifel auftauchen —
sofort am Präparat nachsehen.
Das Zeichnen der beobachteten Elemente
wurde durch die schon früher angefertigten mikro-
photographischen Aufnahmen sehr gefördert. Diese
benötigten wir, da sie einerseits das Vorhanden-
sein der einzelnen Elemente, anderseits die feinere
Struktur derselben (Tüpfel, Gefäßdurchbrechung
usw.) zeigen. So wußten wir immer schon im voraus,
nach welchen Elementen wir zu suchen hätten
und welche ihre anfallendsten Kennzeichen wären.
Die Aufbewahrung der abgezeichneten Präpa-
rate ist überflüssig und wurde daher unterlassen.
Die Anfertigung bleibender, gefärbter Präparate
ist übrigens eine ziemlich umständliche Arbeit.
Die Schwierigkeiten werden noch dadurch gestei-
gert, daß ein großer Teil der Elemente unter dem
Deckglas fortschwimmt, infolgedessen es vorkom-
men kann, daß im Präparat manche, und oft
gerade die kennzeichnendsten Elemente nicht in
Erscheinung treten.
Von sämtlichen Bildungselementen der unter-
suchten Holzarten wurden besondere Zeichnungen
angefertigt, nach einem allgemeinen Grundsatz
gruppiert und mit Buchstaben bezeichnet, um
bereits auf Grund der Zeichnungen Vergleiche an-
stellen zu können. Die fetten Buchstaben auf den
Zeichnungen deuten eine 120fache, die einfachen
und größeren Buchstaben eine 300- oder 360fache
Vergrößerung an, da die Elemente teils in 120-,
teils in 300-, bzw. 360facher Vergrößerung darge-
stellt wurden, je nachdem bloß Zeichnungen der
Umrisse, oder aber auch Einzelheiten benötigt
wurden.
Zeichnungen, die einzelne Elemente veran-
schaulichen, brauchen wir, um unbekanntes Holz
gegebenenfalls mit Sicherheit bestimmen zu kön-
nen. Besonders die prähistorischen Funde liefern
selten geeignete Holz- oder Aststückchen zur
Schnittverfertigung, sondern meistens bloß Staub.
In solchen Fällen können keine Schnitte hergestellt
werden, auf Grund der mazerierten Elemente ist
jedoch das Genus, eventuell auch die Holzart mei-
stens genau bestimmbar. So ist es mir z. B. gelun-
gen, aus den Teilen eines Pfeiles des avarischen
Grabfundes von Csengele festzustellen, daß der
betreffende Pfeil aus Birkenholz verfertigt war.
GRUNDBEGRIFFE DER HISTOLOGISCHEN BESTIMMUNG
DER HOLZARTEN
Die histologische Bestimmung eines Laub-
holzes kann mit Aussicht auf Erfolg nur unternom-
men werden, wenn man mit der Struktur des
Holzkörpers, dessen Elementen und räumlicher
Anordnung, den wichtigsten Grundbegriffen usw.
\ ertraut und dessen bewußt ist, daß die räumliche
Anordnung der Elemente das bedeutendste Kenn-
zeichen jedweder Holzart darstellt. Die einiger-
maßen auch mit freiem Auge wahrnehmbare eigen-
artige Zeichnung wiederholt sich annähernd glei-
cherweise im Holz aller Laubholzarten. Unter
dem Mikroskop verrät jedoch in der Mehrzahl
der Fälle die innere Struktur des Holzes, also
Gestalt und Anordnung der Elemente, für das
Genus oder für die Art charakteristische Merk-
male und feinere Skulpturen.
Zum leichteren Verständnis der im nach-
folgenden vorkommenden Termini, sowie zur
besseren Veranschaulichung der einzelnen Gewebe-
elemente sei auf die beigefügte schematische Dar-
stellung verwiesen (s. Tafel I). Diese Zeichnung
wurde auf Grund der sich mikroskopisch dar-
bietenden Eigenschaften eines zweijährigen Linden-
astes vom Verfasser entworfen und unter seiner
Anleitung von Stefan Toth ausgeführt. In dieser
Zeichnung sind die drei Hauptschnittflächen,
welche den drei Schnittrichtungen entsprechen
und verschieden bezeichnet werden, schematisch-
typisch dargestellt. Der Längsschnitt, der durch
die Achse des Baumstammes geführt wird, wird
Radialschnitt oder Spiegelschnitt genannt und im
Text mit dem Buchstaben »R« bezeichnet. Liegt
der Schnitt parallel zur Achse, jedoch an der Stelle
einer Tangente oder einer Sehne des Kreises, so
handelt es sich um einen Tangentialschnitt oder
einfach um Seitenholz, wofür in der Beschreibung
der Buchstabe »T« als Bezeichnung zugewendet
wird. Endlich wird der senkrecht zur Achse
geführte und sowohl im Text wie auch in den
Abbildungen immer mit dem Buchstaben »Q«
bezeichnete Schnitt Querschnitt, Hirnschnitt oder
Endholz genannt.
In der Achse des jungen Holzkörpers bilden
die dünnwandigen Gewebeelemente das Mark
(Tafel I, Nr. 17). Auch der Holzteil der primären
Gefäßbündel dringt in das Mark ein. Der im Inneren
des Holzkörpers von konzentrischen Kreisen um-
faßte Ring ist der Jahrring, in dem man oft eine
Frühholz- (9, 10) und eine Spätholzzone (11, 12)
unterscheiden kann. Die Linie, der entlang sich
zwei Jahrringe treffen, ist die Jahrringgrenze. Die
die Jahrringe hindurch radial verlaufenden Zell-
reihen werden Markstrahlen genannt. An der
Grenze des Holzzylinders befindet sich das Kam-
bium (4), außerhalb desselben die Borke (3), dann
das Rindenparenchym (2) und abschließend, zu
äußerst, an Stelle der Epidermis, die Korkrinde
(1), während der im engeren Sinne Holz oder
Holzkörper genannte Teil sich innerhalb des Bastes
bzw. der Rinde befindet. Die vorliegende Arbeit
befaßt sich ausschließlich mit diesem Teil des
Dikotylenholzes, d. h. mit der histologischen Struktur
des Holzteiles oder Holzkörpers, wobei die Rinde
nicht erörtert wird. Bezüglich der letzteren
soll auf Hohlheidens vorzügliche »Anatomie
mitteleuropäischer Gehölzrinden« hingewiesen
werden.
Die im Querschnitt sichtbaren, kleineren oder
größeren, mit der Lupe wahrnehmbaren, manch-
mal aber selbst mit freiem Auge erkennbaren
feinen Poren sind in Wirklichkeit Querschnitte
der in der Längsrichtung des Holzkörpers liegenden
Gefäße oder anderer Elemente.
Die in den Radialschnittansichten manchmal
auch mit dem freien Auge sichtbaren, zur Achse
senkrecht verlaufenden breiteren oder schmaleren
Zellenbänder sind Seitenflächen der Markstrahlen
(14), deren oben und unten randständigen und
von den inneren Zellen abweichenden Zellenreihen
Kantenzellen (15) genannt werden.
15
Tafel I
Innere Struktur
eines zweijährige
Lindenastes
1. Kutikula
2. Epidermis
3. Borke
4. Rinde
5. Bastfasern
6. Bastparen-
chymzellen
7. Geleitzellen
8. Siebröhren
9. Tracheiden
10. Gefäße
11. Holzparen-
chymzellen
12. Fasertrachei-
den
13. Kambium
14. Markstrahlen
15. Kantenzellen
16. Jahresring-
grenze
17. Mark
(Original)
Plate I
The internal Struk-
tur e of a twoyear
old twig of
limetree
1. Cuticula
2. Epidermis
. 3. Bark
4. Bast
5. Bast fibres
6. Bast paren-
chyma cells
7. Coinpanion
cells
8. Sive tubes
9. Tracheids
10. Vessels
11. Wood-paren-
chyma cells
12. Fibre
tracheids
13. Cambium
14. Rays
15. Ray-edge
cells
16. Annual ring
border
17. Pith
(Original)
TAFEL
Bei den Tangentialansichten sind die gestreck-
ten Zellen eigentlich die Holzelemente im Läng-
schnitt, während die Querschnitte der Markstrah-
len (12) in diesen Ansichten als kürzere, wesent-
lich kräftigere Zellenreihen in Erscheinung treten.
Durch eine derartige makroskopische oder mit
der Lupe vorgenommene Beobachtung ist die
Bestimmung eines Laubholzcs noch keineswegs
möglich. Es wird allenfalls eine feinere mikro-
skopische Prüfung des Holzkörpers, sowie eine
Kenntnis der wichtigsten Grundelemente und
Einzelheiten vonnöten sein. Die zur Bestimmung
von Laubhölzern und Sträuchern erforderlichen
elementaren histologischen Grundbegriffe seien
nun hier in alphabetischer Reihenfolge angeführt.
BEI DER BESTIMMUNG GEBRÄUCHLICHE
TERMINOLOGIE
Alternierende Tüpfelung. Die dicht
nebeneinander befindlichen Hoftüpfel sind in
schiefen Reihen bienenwabenartig aneinander
gelagert und geplattet (Salix, Tafel III, Abb. 29
und Juglans, Tafel III, Abb. 41).
Äußere Tüpfelmündung = Öffnung des
Tüpfelkanals gegen die Mittellamelle (s. Fig. 1).
Begrenzende Markstrahlzellen,
Kantenzellen. Die Markstrahlen nach oben
und unten begrenzende, horizontale, ein- oder
mehrschichtige Zcllenreihe. Ihre Struktur ist von
jener der inneren Zellen oft abweichend und ver-
mag aus diesem Grunde bei der Bestimmung des
Holzes eine wichtige Rolle zu spielen. (Salix,
Tafel III, Abb. 37 und Populus, ferner Tafel I,
Nr. 15).
Behöfter Tüpfel = s. Hoftüpfel.
Durchbrechung, Perforation ent-
steht, wenn die Zellwand an den Enden der be-
nachbarten Gefäßglieder oder an einem Teil der-
selben gänzlich oder teilweise absorbiert wird.
Die Perforation ist einfach (Tafel III, Abb. 31
und Tafel IV, Nr. 6 —13), wenn die Scheidewand
zweier Zellen gänzlich absorbiert wurde. In diesem
Falle ist an der Berührungstelle nur eine einzige
Durchbrechung vorhanden. Gestalt der Durch-
brechung: kreisförmig oder rund (Ulmus glabra),
elliptisch oder gestreckt ellipsenförmig (Sambucus
nigra) usw. Die Form der Durchbrechung ist
meist ein artunterscheidendes Merkmal. Am Rande
der Perforation ist stets ein schmaler oder breiterer
Sauna zu beobachten.
2 /
In der leiterartigen Perforation gibt es an der
Durchbruchstelle Leitersprossen ähnliche Quer-
latten. Zahl der Leitersprossen : 3 bis 60. Die
Grenzzahl ist für jede Holzart kennzeichnend
(Tafel III, Abb. 32 — 35 und Tafel IV, Nr. 1 — 5) :
Corylus avellana, Viburnum opulys var. roseus usw.
Bei manchen Arten ist die Durchbrechung einfach
(Sambucus nigra) oder nur leiterförmig (Ainus
incana), bei anderen erscheinen beide Durch-
brechungsformen (Fagus silvatica).
Einfacher Tüpfel, einfache tüp-
fel i g e Verdickung (Fig. 1). Die Tüpfel-
kanäle in der Zellwand sind regelmäßige Zylinder.
In der Aufsicht weist die Verdickung eine einfache
runde Öffnung auf. Wenn zwei benachbarte ein-
fache Tüpfel nur durch die Schließhaut (Primär-
wand und Mittellamelle zusammen) getrennt
sind, so liegt ein einfaches Tüpfelpaar vor. Paren-
chymelemente, also Längsparenchymzellen unter-
einander, oder Längsparenchymzellen mit Mark-
strahlparenchymzellen bilden immer einfache Tüp-
fel. Grenzt aber eine Parenchymzelle an eine
Trachee, so enstehen in der Parenchymzellwand
einfache Tüpfel, in der Tracheenwand aber ein-
seitig behöfte Tüpfel (halbbehöfte Tüpfel) (Fig. 2).
Einseitiger Hoftüpfel = Halb-
behöfter Tüpfel (Fig. 2).
Ersatzfaser. Eine Übergangsform von
mehr starkwandigen Zellen. Meist lebendig und
dünnwandig. In den Zellen sind Nährstoffe auf-
gespeichert. Tüpfelöffnungen in der Regel ein-
fach (Tafel IV, Nr. 35-37).
Falsche oder Scheinj ahrringe
entstehen, wenn im Wachstum während der
normalen Vegetationsperiode, z. B. durch Insekten-
fraß oder infolge anderer Faktoren, Störungen ein-
treten. In solchen Fällen sind im normalen
Jahrring zwei Wachstumszonen sichtbar, die
enger als der Durchschnitt sind (Tafel II,
Abb. 5).
Fasertracheide. Besonderes Kenn-
zeichen : im Vergleich zum Lumen dicke Wand
und kleine Hoftüpfel, Tüpfelkanal lang. Öffnung
des Kanals entweder umfassend und spaltartig
oder gekreuzt (Tafel IV, Nr. 19 — 21).
Frühholz, Frühlingsholz, Weit-
holz. Eine mehr oder minder breite Gewebe-
zone, die sich außen an die Jahrringgrenze an-
schließt, und zu Beginn der Vegetationszeit ent-
standen ist. Bei ringporigen Hölzern i. d. R. durch
großlumige Gefäße gebildet. Bei manchen zer-
streutporigen Hölzern ist die Struktur des Früh-
holzes vollkommen derjenigen des Spätholzes
ähnlich (Tafel II, Abb. 1, 12 und 17).
Gefäße oder Tracheen entstehen,wenn
die Quer- oder schiefen Zellwände der übereinander
liegenden wasserführenden Zellen teilweise oder
Fig. 1. Entstehung und Struktur des einfachen Tüpfels. 1 : a = Mittellamelle
(dicker schwarzer Strich); b = Primärwand; c = Sekundärwand ; d = Umkreis
des einfachen Tüpfels ; e = Tüpfelkanal; f = Tüpfeltiefe. 2 : Einseitige einfache
Tüpfel entstehen nur in der Sekundärwand, die Primärwand nimmt an ihrem
Zustandekommen nicht teil. 3 : Einfaches Tüpfelpaar, durch die Primärwand
und die Mittellamelle miteinander verbunden (Nach Boureau)
Fig. 2. 1 : Struktur des einzelstehenden Hoftüpfels. 2 : Zusammengesetzter
Tüpfel. 3 : Behöftes Tüpfelpaar. Hoftüpfelstruktur in der Aufsicht : f = Tüp-
felring ; e = Schließhautgrenze; d = Torus ; g = Hoftüpfelmündung. Innere
Tüpfelmündung gegen den Tüpfelhof; äußere Tüpfelmündung in der Richtung
der Pfeilspitze; h — Tüpfelhof. In allen Figuren : a = Mittellamelle ; b = Primär-
wand ; c — Sekundärwand (Nach Boureau)
gänzlich aufgesogen werden. Sie kommen durch
Fusion von Zellen (Gefäßgliedern) zustande, sind
also langgestreckte und in Längsreihen ange-
ordnete, tote Röhren von rundlichem oder poly-
gonalem Querschnitt. Ihre Verdickung kann oft
tüpfelig, spiral, ringförmig gehöft oder eine Kombi-
nation der beiden letzteren Formen, manchmal
auch netzartig sein. Länge und Durchmesser der
Gefäßglieder wechseln erheblich. Die Breite der
Gefäße liegt zwischen bestimmten, für einzelne
Holzarten kennzeichnenden Grenzen.
Der Durchmesser der Frühzonerigefäße
kann manchmal das Mehrfache der Werte der
Spätholzzone betragen (Tafel IV, Nr. 1 — 13).
Gefäßbündel, Leit bündel. Der
Strang der primären Leitelemente im jungen
Stamm, in der Wurzel und in
den Blättern. Im ganz jungen
Stammquerschnitt der Laub-
hölzer ordnen sich die Bündel
zu einem zur Peripherie pa-
rallel verlaufenden Ring an.
Sie sind kollateral und offen,
d. h. gegen das Zentrum zu
befindet sich der Holzteil (Xy-
lem), nach außen zu dem
Bastteil (Phloem) oder Bast,
und zwischen diesen beiden
ein Bildungsgewebe (Leit-
bündelmeristem), das fasziku-
läre Kambium.
Gegenständige, op-
ponierte Hoftüpfelung
entsteht, wenn die nebeneinan-
der befindlichen Tüpfel sich
zu horizontalen Reihen anord-
nen und in der Regel nicht dicht
aneinander gelagert ev. abge-
plattet sind (Tafel III, Abb. 30).
Der Gegensatz hierzu ist die al-
t er nicr en de T üpfelung.
Gehäufter Mark-
strahl, Scheinmark-
strahl. In einigen Holzarten
häufen sich die ein-, eventuell
die zwei-, vierschichtigen Mark-
strahlen stellenweise so dicht
und nahe zueinander, als ob
jede Häufung scheinbar ein
separierter und sehr breiter
Markstrahl wäre. Sie werden
deshalb Gehäufte- oder Schein-
markstrahlen genannt (Tafel II, Abb. 18).
Gehöfte Verdickung. Die Pore wird
von dem Lumen der Zelle an bis zur äußeren
Grenze der Zellwand gleichmäßig breiter. Da aut
der entsprechenden Stelle der Naehbarzelle das-
selbe geschieht, treffen sich diese zwei Ausdehnun-
gen ganz genau, wodurch an dieser Stelle ein einer
doppelt konkaven Linse ähnliches Lumen ent-
steht. Die zwei Halbhöfe werden durch eine sekun-
däre Wandverdickung, ein schließendes Häutchen
(Torus) getrennt. In einem Hoftüpfelpaar ist
18
also das Lumen beider Hoftüpfel an beiden Seiten
der Zellwand gleichmäßig entwickelt. Der Hof-
tüpfelring ist der kreisförmige Umriß der Tüpfel-
platte (Fig. 2).
Gekreuztspaltiger Hoftüpfel. In
der Aufsicht kreuzen sich die spaltförmigen Poren
der einander gegenüber befindlichen Hoftüpfel
(Tafel IV, Nr. 19).
Gestalt des Hoftüpfels. Kann in
der Aufsicht rund, oval oder vieleckig abgeplattet
sein. Die letztere Form entsteht, wenn sich die
Tüpfelhöfe dicht gedrängt aneinanderreihen (Tafel
IV, Nr. ]-13).
Gezierter Hoftüpfel = Ornamentier-
ter Hoftüpfel (s. dort).
Grundmasse. Jener Teil des Holzkör-
pers, welcher sich zwischen den Gefäßen und
Tracheiden befindet, mit Ausnahme der Mark-
strahlen. Besteht aus Holzfasern, Ersatzfasern,
Fasertracheiden, para- und metatrachealen Paren-
chymzellen (s. Tafel II).
Die Menge gewisser Elemente bzw. der Mangel
an denselben ist für die histologische Bestimmung
des Holzes von großer Bedeutung. Bei manchen
Holzarten dominieren z. B. Gefäße und Mark-
strahlen (Tafel II, Abb. 4), die begleitenden Ele-
mente sind dagegen in den Hintergrund gedrängt.
Bei anderen Holzarten wieder ist die Anzahl der
begleitenden Elemente im Vergleich zu den
trachealen Elementen auffallend groß (Tafel II,
Abb. 3). Auch in der Anordnung der einzelnen
Elemente (Gewebeteil) der Grundmasse zeigen
sich Unterschiede. In der Spätzone mancher
Holzarten wechseln z. B. Parenchymzonen mit
Holzfaser- oder Fasertracheidenschichten ab, ein
Merkmal, das zur Bestimmung des Holzes eben-
falls herangezogen werden kann. (Tafel II, Abb. 17).
Halbbehöfter Tüpfel, einseiti-
ger Hoft ü p f e 1 entsteht, wenn der behöfte
Tüpfel der Tracheide sich dem einfachen Tüpfel
der mit ihr kommunizierenden Parenchymzelle
unmittelbar anschließt. In der Aufsicht ist in-
mitten des doppelten Tüpfelringes i. d. R. eine
runde Doppelöffnung sichtbar (Fig. 2).
Herbstholz = Spätholz (s. dort).
Heterogener Markstrahl (s. Mark-
strahl) (Tafel III, Abb. 23).
Hoftüpfel (s. gehöfte Verdickung) (Fig. 2).
Hoftüpfel, Lage zueinander. 1. Abwech-
selnd (alternierend): wenn die einzelnen Höfe,
bzw. ihre Poren in schiefen Reihen angeordnet
sind. Sitzen sie dicht, so sind die Tüpfelhöfe i. d. R.
sechseckig (Tafel III, Abb. 29, 41 und Tafel IV,
Nr. 9). 2. Entgegengesetzt (opponiert): wenn die
Höfe, bzw. ihre Poren vorwiegend in waagerechten
Reihen angeordnet sind (Tafel III, Abb. 30). 3.
Zerstreut: wenn die einzelnen Höfe in verschiedenen
Entfernungen voneinander, also unregelmäßig vor-
kommen (Tafel IV, Nr. 6). 4. Stufenweise : wenn
die in waagerechter Richtung erweiterten Höfe den
Sprossen einer Leiter entsprechend angeordnet
sind (Tafel IV, Nr. 11).
Hoftüpfelpaar. Der Raum zweier kor-
respondierender Hoftüpfel. Das Paar gleicht einer
doppelkonvexen Linse. Die Kammern der beiden
Tüpfel werden in der Mitte durch die Schließhaut
getrennt (Fig. 2).
H o f w a n d. Den Tüpfelraum und den Tüpfel-
kanal begrenzender sekundärer Zellwandteil (Fig.2).
Holz, Holzkörper. Gewebekörper von
sehr verwickeltem Bau. Durch die Kambium-
tätigkeit nach innen zu erzeugtes sekundäres
Dauergewebe, welches aus mehr oder minder
verholzten oder — was seltener der Fall ist —
aus unverholzten Zellen bestehen mag. Es setzt
sich zusammen aus : 1. längs verlaufenden Strän-
gen meist toter Gefäße, 2. meistens toten Skleren-
chymfasern, d. h. Holzfasern, und 3. längs, bzw.
in den Markstrahlen radial verlaufenden Strängen
von Speicher- und Leitparenchymzellen, d. h.
Holzparenchym und Markstrahlparenchym.
Holz, losegefügtes. In den Jahr-
ringen kommen Gefäße und dünnwandige, paren-
chymatische Elemente besonders häufig vor (Tafel
II, Abb. 7).
Holz, ringporiges. In den Jahrringen
sind die im Frühling entstandenen Gefäße viel
weitlumiger, als die im Spätsommer gebildeten.
Zwischen den ringporigen und zerstreutporigen Jahr-
ringen gibt es auch Übergangsformen. Die Einrei-
hung ist daher nicht immer leicht (Tafel II, Abb. 1).
Holz, zerstreutporiges. Auf dem
Querschnittsblid sind Frühzone und Spätzone
gleichmäßig verteilt (Tafel II, Abb. 2). Die Zer-
streutporigkeit ist oft so gleichmäßig, daß auch
die Jahrringgrenze kaum merkbar erscheint (Tafel
II, Abb. 9).
Holzfaser, Libriformfaser. Sehr
in die Länge gestreckte, an beiden Enden stark
zugespitzte oder auf mannigfaltige Art endende
Zelle. Sie ist im allg. mit Luft ausgefüllt ; manch-
mal verdickt sich ihre Wand so stark, daß das
Lumen beinahe verschwindet. In anderen Fällen
wieder bleibt die Wand dünn, mit schiefspaltigen,
2*
19
einfachen Tüpfeln besetzt. Vorkommen und An-
Ordnung der Holzfasern dient als wichtiges Kenn-
IVCNn ^9 der BeStimmung dcr Holzart (Tafel
Holzfaser, gefächerte. Dickwandig,
Lumen durch mehrere Querwände geteilt (Tafel
IV, Abb. 28).
Holzparenchy m, Längsparen-
chym, Strangparenchym, Paren-
chym. Besteht aus vertikal reihenförmig ge-
ordneten, gestreckten, zartwandigen Parenchym-
zellen. Die Holzparenchymzellen erscheinen am
Querschnitt im allg. zerstreut, ordnen sich aber
manchmal in parallel zur Jahrringgrenze verlaufen-
den, mehr oder weniger zusammenhängenden
Reihen oder Schichten. Der betüpfelte Charakter
der Wand ist ein wichtiges diagnostisches Merk-
mal (Tafel IV, Nr. 29 — 34). Bei der Bildung des
Holzparenchyms werden die Gewebemutterzellen
des Kambiums wiederholt quer geteilt. Es be-
steht aus längs, d. h. parallel zu den Gefäßen und
Holzfasern verlaufenden Zellenreihen, die oben
und unten in zugespitzten Zellen enden.
Holzparenchymgruppe. Senkrecht
gruppierte Parenchymzellreihe (Ailanthus altis-
sima, Tafel 194, Phot. 2, 3).
Holzstruktur. Sie wird durch die Breite
oder Enge der im Jahrring vorkommenden Ge-
fäße, durch die schmalen, bzw. breiten Mark-
strahlen, durch das Vorhandensein oder Fehlen
derselben bestimmt. Fein ist die Holzstruktur,
wenn der Durchmesser der Gefäße klein, ihre
Anzahl aber groß ist und auch die dünnen Mark-
strahlen dicht aufeinander folgen. Den Gegen-
satz hierzu bildet die grobe Struktur. Die Holz-
struktur besitzt besonders angesichts der in-
dustriellen Verwendbarkeit des Holzes große
Bedeutung.
Interzellularraum entsteht dort, wo
mehrere Zellen einander begegnen; im Quer-
schnitt erscheint derselbe als ein viereckiger
Hohlraum.
J ahrring. Im Verlauf einer Vegetations-
periode enstandener Wachstumsring (bzw. -Zylin-
der), dessen Breite sich während der Lebenszeit
des Baumes — von den Umweltfaktoren ab-
hängig — ändern kann. Seine Breite ist kein
unbedingt ständiges Merkmal, muß aber trotzdem
bei der Bestimmung ziemlich oft in Betracht ge-
zogen werden, insbesondere, wenn sie für eine
Art entscheiden kennzeichnend ist (Tafel II,
Abb. 5).
Jahrringfcld, Jahrringfläche ist
die von zwei benachbarten Jahrringgrenzen und
von zwei nebeneinander liegenden Markstrahlen
begrenzte Fläche. Ihre Breite hängt von der
Dichte der Markstrahlen, ihre Höhe von der
Breite des Jahrringes ab. Die Breite der Jahrring-
fläche kann manchmal bei der Bestimmung des
Holzes ein kennzeichnendes Merkmal sein (Tafel
II, Abb. 10).
Jahrringgrenze ist die Berührungs-
linie zweier echter Jahrringe, also die Grenze
zwischen Spätholz und dem darauffolgenden Früh-
holz. Die Jahrringgrenze ist scharf, falls sich die
englumigen, dickwandigen Elemente des Spät-
holzes bezüglich ihrer Größe und Anordnung auf-
fallend von den nach ihnen entstandenen weit-
lumigen und strukturell abweichenden Frühholz-
elementen unterscheiden (Tafel II, Abb. 19). Ist
dieser Gegensatz nicht augenfällig, so erscheint
die Jahrringgrenze als verschwommen; Jahrringe
dieser Art sind z. B. bei einigen tropischen Arten
vorzufinden (Tafel II, Abb. 9).
Kanten zellen sind die die Markstrahlen
nach oben und unten begrenzenden, von den
inneren Zellen bzw. Zellenreihen oft abweichenden
Zellen (Tafel I, Nr. 15 und Tafel III, Abb. 23).
Kernholz. Älterer Teil des Holzkörpcrs,
welcher in Farbe und Dichte von dem jüngeren
Teil, dem Splint, abweicht. Meistens dunkler, als
der Splint. Im Holz einiger Laubhölzer setzt sich
das Kernholz selten ausgeprägt vom Splint
ab (Salix), obwohl bei einigen Arten der
Unterschied auffallend zum Vorschein kommt
(Robinia).
Kreuzungsfeld ist die Fläche, weich'*
von zwei horizontalen Wänden eines sich hinter
der Markstrahlzelle befindlichen Gefäßes einge-
schlossen wird. Die Struktur des Kreuzungsfeldcs
weist recht häufig für die Diagnostik wichtig-
Eigenschaften auf (s. Tafel III, Abb. 36 — 3 7.
39-40).
Kristalle. Kleine Kalziumoxalatkristalle
welche sich in den parenchymatischen Elementen
des Holzes bilden. Ihr Vorhandensein kann manch-
mal einen diagnostischen Wert besitzen (s. Tafel
III, Abb. 45).
Längsparenchym - Holzparenchym
(s. dort).
Leitbündel = Gefäßbündel (s. dort).
Libriform = Holz- oder Sklerenchym-
faser = Holzfaser (Tafel IV, Nr. 19 — 27).
Lumen. Der innere Hohlraum der Zellen.
20
L y s i g e n e r G a n g. Entsteht durch Auf-
lösung der Zellwände und ist meistens mit Harz
ausgefüllt (Harzgang).
M a r k. Der innerste periaxiale Teil des Holz-
körpers. Besteht bei den Laubhölzern meistens aus
lockerem Gewebe mit einem Durchmesser von
1—2 mm (Tafel I, Nr. 17 und Tafel II, Abi?. 6).
Markfleck, Marksklerenchym.
Meistens unregelmäßige und abstechende Zellen-
gruppe, deren Wände oft verdickt sind (Tafel II,
Abb. 7).
Markkrone ist der bis ins Mark hinein-
reichende Holzteil der primären Gefäßbündel.
Die in derselben befindlichen Tracheiden sind
meistens Ring- oder Spiraltracheiden (Tafel I,
Nr. 17).
Markstrahl (sekundärer Markstrahl). Zel-
lenbänder von verschiedener Höhe, eine oder
mehrere Schichten breit, die den Holzkörper
radial durchsetzen und aus Parenchymzellen be-
stehen (Tafel I, Nr. 14). Sie dienen in erster Linie
zur horizontalen Stoffleitung und Speicherung.
Die Größe der Zellen der Markstrahlen, deren
Form, Struktur und Anordnung ist für die ein-
zelnen Arten kennzeichnend, obwohl diese Merk-
male selbst innerhalb des Markstrahls von ein-
ander ab weichen können (heterogener Markstrahl).
In dieser Hinsicht sind die unteren und oberen
Zellenreihen, die sogenannten Kantenzellen (Salix,
Populus) von ausschlaggebender Bedeutung (Tafel
I, Nr. 15). Die Markstrahlzellen können in der
Nähe der Jahrringgrenze, somit im Frühholz und
im Spätholz, oder aber im Inneren der breiteren
Markstrahlen länger bzw. kürzer werden.
Über die Struktur der Markstrahlen geben die
Tangential-, Quer- und Radialschnitte Aufschluß.
Aus diesen ist die homogene oder heterogene Struk-
tur, die Höhe und die Breite der Markstrahlen, die
Gestalt und Struktur ihrer Zellen usw. ersichtlich.
Aus dem Quer- und Tangentialschnitt läßt sich
sofort feststellen, ob es sich um ein- oder mehr-
schichtige Markstrahlen handelt (Tafel III, Abb.
21-30).
Markstrahl, homogener. Die den
Markstrahl aufbauenden Zellen sind einander an
Erscheinung, Größe und Struktur mehr oder
we niger gleich. Ihre Elemente sind i. d. R. radial
gestreckt, und betüpfclt (Tafel III, Abb. 21 — 22).
Markstrahl, heterogener. Die den
Markstrahl aufbauenden Zellen, besonders die
Kantenzellen sind an Erscheinung, Größe und
Struktur mehr oder weniger verschieden. Ihre
Elemente sind i. d. R. vertikal gestreckt und even-
tuell anders betüpfclt (Tafel III, Abb. 23, 37).
Die Struktur der Markstrahlen kann bei der
Bestimmung der Gattung und Arten der Laub-
hölzer als wichtiges Merkmal gelten. Diesbezüglich
soll auf die Tabelle am Ende des Buches verwiesen
werden. Nicht unbedingt verläßliche, also nur
informatorische Ergebnisse liefert die Zahl der
auf je 1 mm2 des Tangeltialschnittes entfallenden
Markstrahlen bzw. Markstrahlzellen. Da die photo-
graphischen Abbildungen der Tangentialschnitte
im vorliegenden Werke in hundertfacher Ver-
größerung wiedergegeben sind und infolgedessen
0,4 mm2 in Geviert darstellen, kann die Zahl der
auf 1 mm2 entfallenden Markstrahlen errechnet
werden, indem die in der Photographie abgezählte
Zahl der Markstrahlen durch 2,5 multipliziert
wird. Es kann aber auch zwischen dünnen und
dicken Markstrahlen unterschieden werden, wie
das aus der Tabelle zu ersehen ist.
Markstrahlbreite. Kann am Tangen-
tial- und Querschnitt festgestellt werden. Ihr
Ausmaß wird durch die Anzahl der die Mark-
strahlen bildenden und nebeneinander liegenden
Zellen bestimmt. Die Markstrahlen der Laub-
hölzer sind ein-, ausnahmsweise zwei, drei- oder
(10—12) mehrschichtig (Tafel III, Abb. 21 — 30).
Markstrahlgerüst wird das tangential
betrachtete strukturelle Bild des Markstrahles
genannt. Es gewährt über die Höhe, die Breite,
die homogene oder heterogene Natur des Mark-
strahles, über die Gestalt der Zellen, ihre Größe,
evtl, über die Tüpfelung der Zellwände, usw.
Auskunft. Eine genaue Kenntnis des Markstrahl-
gerüstes spielt bei der Bestimmung eine bedeutende
Rolle (Tafel III, Abb. 21-30).
Markstrahl höhe drückt die Anzahl der
übereinander geschichteten horizontal verlaufen-
den Markstrahlzellenlagen aus. Meistens wird sie
durch die Zahl der übereinander liegenden Zellen-
reihen ausgedrückt. Die Markstrahlhöhe variiert
selbst innerhalb desselben Holzes, erweist sich
aber manchmal als ein wichtiges diagnostisches
Kennzeichen zur Bestimmung der Holzart. Die
Höhe der Markstrahlzellen, die Breite und Dicke
ihrer Wand kann in fi ausgedrückt werden und
oft als unterscheidendes Merkmal dienen. Beim
Messen der Zellenhöhc wird jeweils die innere
Wölbung des Lumens und nicht das Äußere der
Zelle gemessen (Tafel III, Abb. 21—30).
Markstrahlparenchym, Quer- od.
Radial parenchym. Die Zellen stehen
21
senkrecht zur Achse des Holzkörpers. Alle
drei Wände der Markstrahlparenchymzellen kön-
nen mehrere, kleinere oder größere Tüpfel auf-
weisen. Die Art der Tüpfelung der Wand kann bei
der Bestimmung des Holzes als ein wichtiges dia-
gnostisches Merkmal dienen (Tafel I, Nr. 14 — 15).
Mechanisches System. Holzstoff-
elemente, welche in erster Linie zur Festigung
des Holzkörpers dienen. I. d. R. langgestreckte,
dickwandige, prosenchymatische spitze Elemente.
Ihre Wand ist mit einfachen oder spaltenartigen
Tüpfeln oder aber mit überschreitenden Hoftüpfeln
besetzt (Tafel IV, Nr. 19 — 28).
M etatracheales Parenchy m oder
schichtiges Parenchym. Entsteht be-
sonders in der zweiten Hälfte der jährlichen Wachs-
tumsperiode als eine mit der Jahrringgrenze
parallel laufende Schicht und als eine mit den
Elementen der Grundmasse wechselnde Paren-
chymscheibe. Ihr Vorhandensein ist besonders in
jenen Hölzern auffallend, deren Grundmasse aus
einer Menge dickwandiger Holzfasern besteht
(Tafel II, Abb. 17).
Mittellamelle. Zwei benachbarte Zel-
len trennende, sehr dünne Schicht. Auch Inter-
zellularsubstanz genannt (Fig. 1 und 2).
Opponierte Hoftüpfelung = Ge-
genständige Hoftüpfelung (s. dort).
Ornamentierte Hoftüpfel, ver-
zierte Hoftüpfel. Am Rande des Hof-
tüpfels sind manchmal sehr kleine, perlartige
Erhöhungen zu sehen oder der Hof selbst weist
verschiedene Figuren auf.
Paratracheale Parenchymzel-
len. Die Längswand läuft parallel zur Achse des
Holzes. Die Zellen selbst liegen in der Nähe der
Gefäße (Tafel II, Abb. 16).
Parenchymatisches Syste m. Seine
Elemente sind i. d. R. kurz, dünnwandig und ein-
fach getüpfelt. Der Unterschied zwischen Längen-
und Breitenausmaß kann verschieden sein (Tafel
IV, Nr. 29-34).
Parenchym, begrenzendes oder
terminales. Am Ende der Wachstumsperiode
in der Nähe der Jahrringgrenze entstandener,
schmalerer oder breiterer, zusammenhängender
oder auch unterbrochener Streifen aus paren-
chymatischen Zellen. Besonders auf dem Quer-
schnitt zu beobachten (Quercus cerris, Tafel II,
Abb. 17).
Parenchymfaser. Dünnwandige, manch-
mal quergestellte Scheidewände besitzende, an
< n /tndCn 8tark ausgedchnt‘‘> spaltig verdickte
Hellen (Tafel IV, Nr. 28).
renchym zellen sind immer ein-
fach getüpfelt (Tafel IV, Nr. 29-34). Wir unter-
, „n J^ngs-, Axial- oder Strangparenchym-
und Horizontal- oder Markstrahlparenchymzellen.
Erstere laufen im Holzkörper zu dessen Achse
parallel, letztere stehen senkrecht zur Achse.
Die Längsparenchymzellen erscheinen am Quer-
schnitt manchmal einzelstehend, im Holzkörper
verstreut, manchmal ordnen sic sich zu mehr oder
minder tangentialen Reihen, oder treten zu
kleineren oder größeren Gruppen zusammen. All
dies kann im Querschnitt gut beobachtet werden
(s. Parenchymatisches System).
Perforation = Durchbrechung (s.
dort).
Pore. Querschnittbild eines Gefäßes oder
einer gefäßähnlichen Tracheide eines cnglumigen
Gefäßes. Bedeutet auch die Öffnungen der Tüpfel
bzw. Tüpfelkanäle (s. Tüpfelmündung).
Die Größe der Pore kann auch innerhalb eines
Jahrringes variieren. Gefäßdurchmesser in der
Frühzone meistens vielfach größer als in der
Spätzone ; dies wird durch eine Bruchzahl aus-
gedrückt. Der Zähler gibt an, wievielmal der
Durchmesser der Frühzonengefäße größer als
derjenige der kleinsten Gefäße der Spätzone ist,
vorausgesetzt, daß der Nenner stets mit 1 bezeich-
net wird. Obwohl dieser Verhältniszahl (P : p)
kein absoluter Wert beizumessen ist, erhalten
wir durch dieselbe immerhin gewisse Aufschlüsse
über die Größe des Gefäßdurchmessers in der
Früh-, bzw. Spätzone. Die Tabelle gibt diese
Verhältniszahl für jede einzelne Holzart an (Tafel
II, Abb. 1, 16-17).
Pore, vereinzelt stehende. Steht
mit keinem anderen Gefäß in Berührung ; ist
i. d. R. von Holzfasern, Holzparenchym oder
Fasertracheiden umgeben (Tafel II, Abb. 9).
Pore, Zwillings. Querschnitt sbild zweier,
sich aneinander schmiegender Gefäße. Die beide
Poren trennende Wand ist i. d. R. flach- Die
Zwillingspore hat meistens die Form einer in der
Richtung der kleinen Achse geteilten Ellipse,
gegebenenfalls zweier, gleich oder verschieden
großer Dreivicrtel-Kreise (Tafel II, Abb. 10).
Poren, flammenartige Anord-
nung der. Die Anzahl der Gefäße und ihr
Durchmesser nimmt - bei der Jahrringgrenze
beginnend und eine mehr oder weniger ^ngelnde
Linie bildend - stufenweise ab (Tafel II, Abb. 13).
gegebenenfalls zweier,
22
P o re n g r u p p e. Die Gefäße gruppieren
sieh in radialer und tangentialer Richtung zu
kleineren Bündeln. Die Querschnitte der Glieder
können verschieden groß sein. Die inneren Tren-
nungslinien sind i. d. R. gerade (Tafel II, Abb.
11-15).
P o r e n s t r a h 1. Querschnitt von 3 bis 15,
in radialer Richtung angeordneten, mehr oder
minder gleich großen Gefäßen. Ein kurzer Poren-
strahl besteht aus 3 — 5 Gliedern (Tafel II,
Abb. 10). Im langen Porenstrahl beträgt die
Zahl der Glieder 6 bis 15 oder mehr (Tafel II,
Abb. 11).
P o r e n z a h 1. Die Zahl der auf 1 mm2
entfallenden Poren gibt über die Dichte, gegebenen-
falls auch über die Größe der Gefäße Auskunft.
Im Jahrring ist auch die Verteilung der Gefäße
nicht gleichmäßig. Es gibt Bäume, in deren
Frühzonen Zahl und Größe der Gefäße im großen
ganzen gleichmäßig sind. (Weiden, Weißbuche
usw.). In anderen wieder ist die Gefäßbildung in
der Spätzone viel seltener und auch der Gefäß-
durchmesser viel geringe r. Dieses Verhältnis wird
durch eine Bruchzahl ausgedrückt, deren Zähler
die Anzahl der auf de m ersten 0,5 mm2 der Früh-
zone sich befindenden Gefäße, der Nenner ihre
Anzahl auf dem letzten 0,5 mm2 der Spätzone
darstellt. Diese beiden Zahle n zusammen zeigen
daher an, wieviel Gefäße auf 1 mm2 entfallen
(P -|- p = 1 mm2). Im Spätholz mancher typisch
ringporigen Hölzer gibt es sozusagen keine Gefäße.
In diesem Falle ist der Nenner 0, auf der ersten
0,5 mm2-Flächc der Frühzone befinden sich da-
gegen ziemlich viele Gefäße.
Dieses Verfahren kann nur bei Hölzern ange-
wandt werden, in denen die Jahrringe mindestens
0,5 mm breit sind. Es gibt aber auch solche
Hölzer, deren Jahrringe diese Breite nicht er-
reichen (z. B. Evonymus, Cotoneaster, Amelanchier
usw.). In solchen Fällen fassen wir 2 bis 3 Jahrringe
zusammen, und zählen alle auf einer Fläche von
1 mm2 vorhandenen Gefäße.
Dieser Zahl darf kein absoluter Wert bei-
gemessen werden. Sic gewährt jedoch einigen Auf-
schluß über die innere Struktur des Holzes. In
der Bestimmungstabelle sind diese Verhältnis-
zahlen ebenfalls angeführt.
Die Gefäße wurden auf folgende Weise gezählt:
Die erste der vier Lichtbildaufnahmen wurde bei
30facher Vergrößerung hergestellt. Auf diesem
Lichtbild wurde dann eine Fläche von 1 mm2
abgegrenzt. u. zw. mit Hilfe eines aus Karton
hergestellten quadratischen Ausschnittes, dessen
Seitenlänge genau 30 mm betrug. Innerhalb des
Ausschnittes wurde dann die Anzahl der Gefäße
an mehreren Stellen des Lichtbildes festgestellt
und auf diese weise ein Durchschnittswert er-
mittelt, welcher für die betreffende Holzart als
innerhalb gewisser Grenzen mehr oder minder
kennzeichnend angesehen werden darf. Die Zäh-
lung haben wir i. d. R. so durchgeführt, daß wir
die Linie, welche das Quadrat in zwei gleiche
Teile teilt, auf die Jahrringgrenze setzten. Dann
zählten wir die Gefäße des Früh- bzw. Spätholzes
gesondert und die Endsumme ergab die Anzahl
der auf 1 mm2 entfallenden Gefäße. Zwecks
Überprüfung wurden auch Lichtbilder mit 100-
facher Vergrößerung verwendet, deren Fläche
genau 0,4 mm2 darstellte. Auf diesem Lichtbild
wurden sämtliche Gefäße gezählt. Durch Multipli-
kation mit 2,5 gelangten wir zu einer Zahl, welche
mit dem bei 30facher Vergrößerung erhaltenen
Wert im großen und ganzen übereinstimmte.
Sollen die im Text und in der Bestimmungstabelle
angeführten Ergebnisse nachgeprüft werden, so
schneidet man ein Quadrat von 30 mm Seiten-
länge aus, setzt dieses auf das Bild und zählt die
innerhalb des Quadrates liegenden Gefäße oder
multipliziert die aus der lOOfachen Vergrößerung
erhaltenen Ergebnisse mit 2,5. Nach demselben
Verfahren kann auch die Größe der auf dem
Lichtbild dargestellten Elemente nachgeprüft wer-
den. Zu diesem Zweck nehmen wir bei den 100-
bzw. 200fach vergrößerten Bildern Längen von
100 bzw. 200 mm, teilen sie in 100 gleiche Teile
und jede Einteilung entspricht nun genau 10
Mikronen.
Die Vergrößerung der einzelnen Elemente kann
auch auf den Zeichnungen selbst gut überprüft
werden. Alle Zeichnungen wurden bei 120-, 300-
bzw. 360facher Vergrößerung verfertigt. Wir mes-
sen also jede Zeichnung in mm ab,'multiplizieren
die Länge mit 12 bzw. 36, und erhalten dadurch
die Maße der Zeichnung in Mikra.
Primärwand. Wand der meristemati-
schen Zelle. Ist mit der dünnen, stark anisotropen,
sich zuerst bildenden Schicht der sekundären
Zellwand nicht zu verwechseln (Fig. 1 — 3).
Querparenchym = Markstrahl-
parenchym (s. dort).
Radialparenchym=Markstrahl-
parenchym (s. dort).
Rhexigener Gang entsteht, wenn in-
folge des Wachstums Gewebeelemente zerreißen.
23
Zwischen den sich voneinander trennenden Ele-
menten entsteht ein Gang.
Ring = Zone (s. dort).
Ringporiges Holz s. Holz, ringporiges.
Scheinjahrri nge = Falsche Jahr-
ringe (s. dort).
Schizogener Gang entsteht, wenn ein-
zelne Zellen ihre Primärwand entlang auseinander-
Bei manchen Hölzern ist cs auf wenige Zellschich-
ten begrenzt (Tafel II, Abb. 2), während es bei
anderen den überwiegenden Teil des Jahrringes
ausmacht (Tafel I).
Spiralverdickung ensteht durch die
auf der inneren Wand der Gefäße spiral verlaufen-
den, dünneren oder stärkeren, jeweils recht feinen
Leisten. Der Verlauf der Leisten kann verschiedene
Winkel zur Gefäßachse ein-
schließen, oft 45°, doch
sind die Spiralverdickungen
manchmal auch ringförmi-
gen Verdickungen ähnlich.
Ihr Vorhandensein und ihre
Beschaffenheit kann bei
der Bestimmung der Hölzer
als wichtiges Gattungs- bzw.
artdiagnostisches Merkmal
dienen (Tafel IV, Nr. 1 — 3,
10). Die Spiralverdickun-
gen treten immer neben der
behöften Verdickung auf
und kommen einzeln, paar-
weise oder zu dritt verlau-
fend vor (Tafel I\ , Nr. 1 — 3,
15, 17-18).
Splint ist der äußerste
jüngste, noch lebende Tt-il
des Heizkörpers.
Strangparenchym
= Holzparenchym (s. dort).
Streifung. Die Wand
der Gefäße weist manchmal
eine schief verlaufende,
dichte Streifung auf die
möglicherweise durch eine
Verdrehung des Holzes ent-
standen ist. Dem zufolge
Fig. 3. Unten in der Mitte : Skizze der Struktur mehrerer Längsfaserzellen; die
Stelle, wo die Wände von 4 Zellen miteinander in Berührung kommen, fett umrahmt
und stark vergrößert. Auf die Mittellamelle A lagern sich die Primärwände B auf,
auf diese wieder die Sekundärwände C, u. zw. als erste die primäre C1? dann die sekun-
däre C2 und schließlich die tertiäre C3 Schicht. D = die einzelnen Lamellen der
Sekundärwand im Querschnitt; E = Längsstruktur der sekundären Schicht ;
F — tertiäre Schicht (Nach Boureau)
weichen, sich spalten, ohne daß der Zellinhalt
verletzt würde.
Schließhaut. Die dünne primäre Zell-
wandpartie, die die Hoftüpfelpaare voneinander
trennt (Fig. 2).
Sekundäre Zellwand lagert sich an
die primäre Wand gegen das Zellinnere zu an ;
ihre Dicke sowie ihre physikalischen und chemi-
schen Eigenschaften variieren bedeutend ; sie
ist geschichtet, gestreift und getüpfelt (Fig. 1 — 3).
Spätholz = Herbstholz ist der
schmalere oder breitere Streifen der am Ende
der Wachstumperiode enstandenen und von der
Jahrringgrenze einwärts liegenden Holzelemcnte.
kann dies nicht als eine echte Spiralv erdiekung
angesehen werden.
Tangentialwand ist die langem i ib'
Seite der den Holzkörper bildenden Ebmienb «
d. h. der Tracheen, der Längsparenchymzedeu.
der Markstrahlzellen usw. (Tafel III, Abb. 21 — oöi.
Torus. Der innere, scheiben- bzw. linsen-
förmig verdichtete Teil der Schließhaut. Er ist
größer, als die Tüpfelmündung (Fig. 2).
Tracheale Elemente sind die Tra-
cheen und Tracheiden (Tafel IV, Nr. 1 — 18).
Tracheen = Gefäße (s. dort).
Tracheiden. In der Richtung der Achse
langgestreckte, durch spiralartige, oder durch
24
beide Arten von Verdickungen versteifte, perfora-
tionsfreie, einzellige, wasserleitende oder -festi-
gende Holzelemente. Ihre Wand kann dünn
oder dick sein. Die der Spätholztracheiden ist im
allgemeinen dicker (Tafel IV, Nr. 16—18).
Tüpfel = einfacher Tüpfel (s. dort).
Tüpfelhöhle, Tüpfelkammer ist
der ganze innere Umfang des Tüpfels. Im Falle
eines einfachen Tüpfels ist sie regelmäßig zylind-
risch, während die Höhle des Hoftüpfels mehrere
Teile umfaßt, und zwar den Tüpfelraum, den
Tüpfelkanal, die äußere Tüpfelmündung (Tüpfel-
spalte) und die innere Tüpfelmündung (Tüpfel-
spalte) (Fig. 1 und 2).
Tüpfelkammer = Tüpfelhöhle (s. dort).
Tüpfelkanal verbindet das Zellenlumen
mit dem Tüpfelraum (Fig. 1).
Tüpfelmembrane = Schließhaut und
Torus (s. dort).
Tüpfelmündung, Tüpfelspalte
ist die Öffnung des Tüpfelkanals, auch Pore ge-
nannt (Fig. 1). Innere Tüpfelmündung : Öffnung
des Tüpfelkanals in das Lumen (Fig. 2).
Tüpfelpaar; zwei sich ergänzende Tüpfel
zweier benachbarter Zellen (Fig. 1 und 2).
Tüpfelraum, Hoftüpfelraum. Der
nach innen erweiterte halblinsenförmige Hohlraum
des Hoftüpfels.
Tüpfelspalte = Tüpfelmündung (s.dort).
Überschreitende, umfassende
Mündung entsteht, wenn die Spalte des Hof-
tüpfels größer ist als der Durchmesser des Tüpfel-
hofes.
Vasizentrisches Parenchym.
Wenn die Längsparenchymzellen die Gefäße un->
mittelbar und ringartig umhüllen (Tafel II,
Abb. 16).
Vertikales Parenchym = Holz-
parenchym, Längsparenchym, Strangparenchym
(s. dort).
Verzierter Hoftüpfel = Ornamen-
tierter Hoftüpfel (s. dort).
Wechselständige s. alternierende Tüp-
felung.
Zerstreutporiges Holz s. Holz, zer-
streutporiges.
Zone, Jahrringzone. Im Jahrring
sind meistens zwei Zonen, eine Früh- und
eine Spätholzzone vorhanden. Bei einigen Bäu-
men sind die beiden Zonen schwer zu unter-
scheiden.
Ziegelzellen sind die Glieder der Mark-
strahlen, deren senkrechte und waagerechte Ab-
messungen mehr oder minder übereinstimmen ;
sie sind also quadratisch.
Zuwachszone = Jahrring (s. dort).
BESTIMMUNGSMETHODEN
Soll ein Gehölz, sei es ein Laubholz, ein Lignit,
ein Nadelholz oder eine Versteinerung, auf Grund
seines Holzes bestimmt werden, so ist in nicht
fossilem Zustand das spezifische Gewicht, die
Farbe, eventuell der Geschmack und selbst der
Geruch in Betracht zu ziehen. Ein volles Maß von
Sicherheit bei der Unterscheidung bietet jedoch
nur die Kenntnis der inneren, feineren Struktur
des Holzkörpers. Die wichtigste Voraussetzung
einer genauen und einwandfreien Diagnose ist
— neben der Prüfung der äußeren morphologi-
schen Eigenschaften — die Anfertigung der drei
möglichst dünnen Hauptschnitte bzw. Schliffe
aus dem fraglichen Holz, bzw. der Holzkohle oder
der Versteinerung, über die systematische Zu-
gehörigkeit des Holzes gibt ein einziger, in nur
einer der Schnittebenen geführter Schnitt oder
Schliff keinen genügenden Aufschluß, und es
kann aus einem einzigen Schnitt auf die Familie,
•die Gattung oder die Art selbst höchstens nur
gefolgert werden. Das Anfertigen von Präparaten,
das Schneiden oder Schleifen kann mit einiger
Übung leicht erlernt werden. Es erübrigt sich
hier auf die Einzelheiten der Herstellung von
Schnitten und Schliffen, der Färbemethoden, der
Mikrophotographie, der Zeichnung usw. cinzu-
gehen, einerseits, da diese Fragen im einleitenden
Teil bereits kurz berührt wurden, und andererseits,
weil ein reichhaltiges und recht gut brauchbares
Spezialschrifttum zur Verfügung steht, vor allem
die Standardwerke von Huber, Müller-Stoll,
Kräusel, Kisser, Särkäny, Szalai usw. (s.
Literaturverzeichnis).
UNTERSUCHUNG VON SCHNITTEN
UND SCHLIFFEN
Die Bestimmung des Holzes beginnt im all-
gemeinen mit einer Untersuchung des Quer-
schnittes bzw. des Querschliffes. Sind in der
Querschnittansicht die Querschnitte der einzelnen
Zellen homogen und in radialer Richtung — am
häufigsten in regelmäßigen Reihen — angeordnet
Tafel II
I. Verschiedene Querschnitte (Q)
1. Ringporiges Holz (Fraxinus americana). 2. Zerstreutporiges Holz ( Viburnum lantana). 3. Grundinasse dominiert (Quercus
borealis). 4. Gefäße dominieren (Parthenocissus quinquefolia). 5. Scheinjahresringgrenze (Evonymus verrucosa). 6. Mark
(Rhododendron hirsutum). 7. Markfleck (Crataegus degeni). 8. Gefäßthyllen (Maclura pomifera). 9. Vereinzelte Gefäße
(Cornus mas). 10. Zwillingsporen und kurze Porenstrahlen (Acer campestre). 11. Lange Porenstrahlen (Corylus avellana).
12. Porengruppen (Ulmus glabra). 13. Flammenartige Anordnung der Gefäße (Rhamnus cathartica). 14. Dünnwandige
Gefäße und Tracheiden, dünnwandige Grundmasse (Ulex europaeus). 15. Dickwandige Gefäße und Trachciden, dünn-
wandige Grundmassc (Daphne arbuscula). 16. Paratracheale (vasizentrische) Parenchyme (Fraxinus ornus). 17. Meta-
tracheale Parenchyme (Quercus cerris). 18. Gehäufter Markstrahl (Ainus glutinosa). 19. Ein-und mehrschichtige Mark-
strahlen (Fagus silvatica). 20. Markstrahl verdickt sich an der Jahresringgrenze (Tilia americana)
Plate II
I. Diverse transverse sections (Q)
1. Ring porous wood (Fraxinus americana). 2. Diffuse porous wood (Viburnum lantana). 3. Main stock doinineering (Quer-
cus borealis). 4. Vessels domineering (Parthenocissus quinquefolia). 5. Fqlse annual ring border (Evonymus verrucosa). 6. Pith
(Rhododendron hirsutum). 7. Pith-flecks (Crataegus degeni). 8. Thylloses (Maclura pomifera). 9. Sohtary vessels (Cornus
mas). 10. Twin-pores and short porous rays (Acer campestre). 11. Stretched porous rays (Corylus avellana). 12. Fore-clusters
(Ulmus glabra). 13. Flame-shaped arrangement of vessels (Rhamnus cathartica). 14. Vessels thm-walled, tracheids vasi-
centric, main stock thin-walled (Ulex europaeus). 15. Vessels thick-walled, tracheids vasicentric, main stock thin-walled
(Daphne arbuscula). 16. Paratracheal (vasicentric) parenchyma (Fraxinus ornus). 17. Metatracheal paren.chyma C “c f“»
cerris). 18. Aggregate ray (Ainus glutinosa). 19. Rays one or more seriate (Fagus silvatica j. 20. Rays somewhat widening
towards the annual ring border (Tilia americana)
26
TAFEL II
13 14 15' '16
so kann auf eine Gymnosperme, u. zw. in erster
Linie auf eine Konifere gefolgert werden. Sind
hingegen in der Querschnittansicht neben kleine-
ren Lumina auch bedeutend größere zu beobach-
ten, so wird es sich gewiß um irgendein Dikotyle-
donen-Holz handeln.
Bei der Untersuchung der Querschnittstrukturen
eines Dikotylenholzes stellen wir vor allem fest,
ob die Lumina der Frühtracheen mehrfach
größer sind als die Spätzonen (Tafel II, Abb. 1),
die Jahrringgrenze ausgeprägt und anfallend
ist, d. h. das betreffende Holz zu den ringporigen
oder zerstreutporigen Hölzern gehört (Tafel II,
Abb. 1-2),
im Holz die Grundmasse, d. h. Holzfasern,
Fasertracheiden (Tafel II, Abb. 3) oder die Ge-
fäße dominieren (Tafel II, Abb. 4), das Holz
eventuell Markflecke hat oder nicht (Tafel II,
Abb. 7), in den Gefäßen Thyllen vorhanden sind
oder nicht (Tafel II, Abb. 8),
die Gefäße in der Grundmasse alleinstehend
sind (Tafel II, Abb. 9) oder Zwillingsporen bilden
(TafclII, Abb. 10),
ob sich die Gefäße in kurze oder lange Poren-
trahlen oder Porennester gruppieren (Tafel II,
Abb. 11 12) oder sich eventuell in flammen-
artige Gruppen anordnen (Tafel II, Abb. 13), die
Wände der Gefäße dünn oder dick sind (Tafel II,
Abb. 14 15), paratracheale Parenchymzellen
vorhanden sind, oder nicht (Tafel II, Abb. 16),
ob sich Parenchymzellen mehr in mit den
Jahrringgrenzen parallel laufenden Reihen ord-
nen (metatracheales Parenchym) (Tafel II Abb.
17),
ob das Holz gehäufte Markstrahlen hat oder
nicht (Tafel II, Abb. 18), die Markstrahlen dünn
oder breit sind,
eventuell in demselben Holz zweierlei, d. h.
einreihige, und mehrreihige Markstrahlen vorkom-
men, wie z. B. bei den Quercus- und Fagus-Arten
(Tafel II, Abb. 19),
ob sich die Markstrahlen an der Jahrringgrenze
etwas ausbreiten oder nicht (Tafel II, Abb. 20),
ob sie in radialer Richtung gerade laufen, oder
etwas abbiegen usw.
Auf den tangentialen Schnitten beobachten
wir die Höhe und Breite der Markstrahlen,
ferner
ob sie eine Zelle oder mehrere Zellen breit
sind (Tafel III, Abb. 21-22),
Tafel III
II. Tangentialschnitte (T)
21. Einreihige Markstrahlen (Koelreuteria paniculata). 22. Zwei- bis dreireihige homogene Markstrahlen (Ulmus americana).
23. Heterogene Markstrahlen (Cornus mas). 24. Ein- und mehrreihige Markstrahlen (Fagus silvatica). 25. Gehäufte Mark-
strahlen (Carpinus betulus). 26. Meta- und paratracheale Parenchymzellen (Juglans mandschurica). 27. Ersatzfasern (Cara-
gana arborescens). 28. Dünnwandige Holzfasern (Paulownia tomentosa). 29. Dickwandige Holzfasern und alternierte Hof-
tüpfeln (Salix fragilis). 30. Opponierte Hoftüpfeln (Platanus orientalis)
III. Radialschnitte (R)
31. Einfache Perforationen (Sambucus nigra). 32., 33., 34. Leiterartige Perforationen (Liriodendron tulipifera, Corylus
avellana, Betula pendula). 35. Übergang von den Hoftüpfeln zu den leiterartigen Perforationen (Viburnum opulus).
36. Liegende homogene Markstrahlzellen (Evonymus europaea). 37. Heterogene Markstrahlen, netzartige Tüpfelung (Salix
viminalis). 38. Stehende Markstrahlzellen (Lonicera xylosteum). 39. Heterogene Markstrahlen mit winzigen Tüpfeln (Dio-
spyros lotus). 40. Heterogene Markstrahlzellen mit großen einfachen Tüpfeln (Ulex europaeus). 41. Metatracheale Parenchym-
zellen und vieleckige Hoftüpfeln (Juglans cinerea). 42. Langgedehnte Pitis-artige Hoftüpfeln (Parthenocissus quinquefolia).
43. Spiralverdickungen (Tilia platyphyllos var. rubra). 44. Paratracheale Parenchymzellen (Ficus elastica). 45. Paratracheale
Parenchymzellen und Kristallbehälter (Juglans nigra)
Plate III
II. Tangential sections (T)
21. Uniseriate rays (Koelreuteria paniculata). 22. Bi-triseriate homogeneous rays (Ulmus americana). 23. Heterogeneous
rays (Cornus mas). 24. Uni- and more seriate rays (Fagus silvatica). 25. Aggregate rays (Carpinus betulus). 26. Meta- and
paratracheal parenchyma-cells (Juglans mandschurica). 27. Supplementary fibers (Caragana arborescens). 28. Thin-walled
fibers (Paulownia tomentosa). 29. Thick-walled fibers and alternate pits (Salix fragilis). 30. Superposed pits (Platanus
orientalis)
III. Radial sections (R)
31. Perforations simple (Sambucus nigra). 32., 33., 34. Perforations scalariform (Liriodendron tulipifera, Corylus avellana,
Betula pendula). 35. Change from bordered pits into scalariform perforations ( Viburnum opulus). 36. Procumbent homogen-
eous ray-cells (Evonymus europaea). 37. Heterogeneous rays with net-work pits (Salix viminalis). 38. Upright ray-celh
(Lonicera xylosteum). 39. Heterogeneous rays with small bordered pits (Diospyros lotus). 40. Heterogeneous ray-celK
with great simple pits (Ulex europaeus). 41. Metatra-cheal parenchyma-cells and vessels with bordered pits (Juglans cinerea).
42. Elongated Eüis-shaped bordered pits (Parthenocissus quinquefolia). 43. Spiral thickenings (Tilia platyphyllos var. rubra).
44. Paratracheal parenchyma-cells (Ficus elastica). 45. Paratracheal parenchyma- and crystal-cells (juglans nigra)
28
TAFEL III
ob diese eine homogene oder heterogene Struk-
tur haben (Tafel III, Abb. 22 — 23),
ob neben den einreihigen Markstrahlen auch
mehrreihige vorkommen (Tafel III, Abb. 24),
ferner ist auf die Zusammensetzung der ge-
häuften Markstrahlen zu achten (Tafel III, Abb.
25),
zu untersuchen, was für eine Gestalt und
Struktur die para- und metatrachealen Parenchym-
zellen haben (Tafel III, Abb. 26),
ob das Holz Holzfasern oder Ersatzfasern hat
(Tafel III, Abb. 27),
wie die Holzfasern und Fascrtracheiden (Tafel
III, Abb. 28) angeordnet sind,
wie sich die Hoftüpfel in den Gefäßen anordnen,
ob sie alterniert oder opponiert sind (Tafel
III, Abb. 29—30) usw.
Auf den Radialschnitten stellen wir fest die
feinere Struktur der Markstrahlcn und der ein-
zelnen Elemente,
an den Gefäßen die Art der Perforationen, wel-
che kreis-, ellipsenförmig oder leiterförmig sein
können (Tafel III, Abb. 31), an den leiterförmigen
Perforationen die Zahl und Breite der einzelnen
Leitersprossen (Tafel III, Abb. 32 — 34),
ferner beobachten wir die Beschaffenheit der
Übergänge zwischen den Leitersprossen und den
Höfen der Hoftüpfel (Tafel III, Abb. 35), bezüg-
lich der Struktur der Markstrahlen beobachten
wir die Gestalt, Größe und das feinere Gefüge
der Markstrahlzellen, bei den einzelnen Arten
sind die Markstrahlzellen eher liegende Vierecke
(Tafel III, Abb. 36) und ± gleich hoch. In diesem
Falle ist ihre Struktur homogen. In anderen, sog.
heterogenen Markstrahlen sind neben den liegen-
den Markstrahlzellen auch stehende Kantenzellen
vorhanden (Tafel III, Abb. 37),
bei anderen Holzarten enthalten die Mark-
strahlen nur stehende Markstrahlzellen (Tafel
III, Abb. 38),
sehr wichtig ist ferner die Beachtung der Struk-
tur der Kreuzungsfelder, besonders an der Stelle,
an der sich die Gefäße mit den Markstrahlzellen
berühren,
die Tüpfelung der Markstrahlzellen kann hier
sehr verschiedenartig ausgebildet sein. Die ein-
fachen Tüpfel sind manchmal sehr klein und
kreisförmig, in anderen Fällen verschieden ge-
artet und groß (Tafel III, Abb. 39 — 40).
Stellen wir ferner fest, wie die Gestalt und
Anordnung der Hoftüpfel in den Gefäßwänden ist
(Tafel III, Abb. 41),
stellen wir in der Nähe der Gefäße die para-
trachealen Parenchymzellen fest,
beachten wir, daß die Höfe der Hoftüpfel sich
oft horizontal sehr weit verlängern und eine fast
leiterartige Struktur aufweisen (Tafel III, Abb. 42),
sehr wichtig ist auch zu beobachten, ob die
Gefäße und Tracheiden spirale Leisten besitzen
oder nicht (Tafel III, Abb. 43),
ob die paratrachcalen Parenchymzelien ver-
schiedenartige Kalziumoxalatkristalle enthalten
oder nicht (Tafel III, Abb. 45), und endlich wie
ihre Gestalt und Größe beschaffen ist.
Bei einigen Holzarten kommen auch sogenannte
Harzzellen vor, deren Anordnung, Größe und
Tafel IV
Die wichtigsten Holzelemente
a) Gefäße : 1. Corylus avellana., 2. Ilex aquifolium, 3. Staphylea pinnata, 4. Betula nana, 5. Betula nana, 6. Castanea sativa,
7. Tilia cordata, 8. Hibiscus syriacus, 9. Juglans regia, 10. Ulmus glabra, 11. Vitis vinifera, 12. Loranthus europaeus, 13. Loran-
thus europaeus. b) Tracheidenartige Gefäße: 14. Laurus nobilis, 15. Rhus typhina. c) Tracheiden: 16. Quercus robur, 17. Tilia
cordata, 18. Daphne arbuscula. d) Fasertracheiden : 19. Cornus sanguinea, 20. Rhamnus tinctoria, 21. Sibiraea croatica. e) Holz-
fasern : 22. Corylus avellana, 23. Fagus silvatica, 24. Castanea sativa, 25. Clematis vitalba, 26. Liriodendron tulipifera, 27. Ficus
elastica. f) Gefächerte Holzfasern : 28. Punica granatum. g) Holzparenchymzellen : 29. Daphne mezereum, 30. Celtis occiden-
talis, 31. Clematis vitalba, 32. Amorpha fruticosa, 33. Platanus orientalis, 34. Juglans nigra, h) Ersatzfasern: 35. Caragana
arborescens, 36. Genista radiata, 37. Cytisus sessilifolius. i) Markstrahlzellen : 38. Quercus cerris var. austriaca, 39. Celtis
australis, 40. Amelanchier ovalis, 41. Prunus domestica, 42. Dryas octopetala
Plate IV
The most important wood-elements
a) Vessels : 1. Corylus avellana, 2. Ilex aquifolium, 3. Staphylea pinnata, 4. Betula nana, 5. Betula nana, 6. Castanea salira,
7. Tilia cordata, 8. Hibiscus syriacus, 9. Juglans regia, 10. Ulmus glabra, 11. Fitis vinifera, 12. Loranthus europaeus, 13. Loran-
thus europaeus. b) Tracheid-shaped vessels : 14. Laurus nobilis, 15. Rhus typhina. c) Tracheids : 16. Quercus robur, 17. Tilia
cordata, 18. Daphne arbuscula. d) Fibre-tracheids : 19. Cornus sanguinea, 20. Rhamnus tinctoria, 21. Sibiraea croatica. e) Wooti
fibres : 22. Corylus avellana, 23. Fagus silvatica, 24. Castanea sativa, 25. Clematis vitalba, 26. Liriodendron tulipifera, 27. Ficus
elastica. f) Septate fibres : 28. Punica granatum. g) Wood Parenchyma-cells : 29. Daphne mezereum, 30. Celtis occidenlalis.
31. Clematis vitalba, 32. Amorpha fruticosa, 33. Platanus orientalis, 34. Juglans nigra, h) Supplementary fibres : 35. Caragana
arborescens, 36. Genista radiata, 31. Cytisus sessilifolius. i) Ray-cells : 38. Quercus cerris var. austriaca, 39. Celtis australis,
40. Amelanchier ovalis, 41. Prunus domestica, 42. Dryas octopetala
30
TAFEL IV
29 30 31 32 33 34 35 36 37 39 41 42
Inhalt ebenfalls wichtige Hinweise zur genaueren
Bestimmung des Holzes liefern können.
Wie schon aus dieser kurzen Übersicht her-
vorgeht, ist die innere Struktur der Laubhölzer
außerordentlich verschiedenartig. Trotz dieser
reichen Verschiedenartigkeit sind jedoch die xylo-
tomischen Merkmale für die einzelnen Genera
derart charakteristisch, daß ihre Kenntnis bei
der Bestimmung der Hölzer wertvolle Anhalts-
punkte bietet. Wenn aber weder die Querschnitte,
noch die Längsschnitte zur Bestimmung eine ge-
nügende Grundlage bilden, haben wir uns bei der
weiteren Untersuchung an die feineren Strukturen
der Holzelemente zu halten, welche auf den beige-
gebenen Tafeln genau abgebildet sind. Erst wenn
auch die einzelnen abgebildeten Holzelemente
mit denen des untersuchten Holzes verglichen
und übereinstimmend befunden worden sind,
können wir ruhig behaupten, daß unsere Bestim-
mung richtig ist (s. Tafel IV).
In der Kenntnis obiger xylotomischer Eigen-
schaften wollen wir nun jetzt an die Bestimmung
der einzelnen europäischen Hölzer und Sträucher
schreiten.
AUSFÜHRLICHER TEIL
A. XYLOTOMISCHER BESTIMMUNGSSCHLÜSSEL DER EUROPÄISCHEN
LAUBHÖLZER UND STRÄUCHER
I.
Lumina der Gefäße (Poren) der Frühzone
übertreffen an Weite die der Spätzone zumindest
vier- bis fünffach. An der Jahrringgrenze aus-
geprägte und stets gut abgesonderte Ringporen.
In der Spätzone keine auffallenden Porengruppen.
A. Markstrahlen i. allg. einschichtig.
a. Gefäße von der inneren Grenze des
Jahrringes bis zur äußeren Grenze der
Spätzone nacheinander in zuweilen ver-
zweigende und nicht ausgeprägt radiale
Reihen geordnet sich allmählich ver-
jüngend. Markstrahlhöhe 2 bis 28 Zellen.
Ab und zu leiterartige Perforationen.
Hoftüpfel-Poren umfassen die Höfe nicht.
Grundmasse : Fasertracheiden. Keine
Spiralverdickungen.
Castanea sativa Mill.
Tafel 17, S. 92
b. Keine radiale Anordnung der Gefäße.
Markstrahlhöhe 2 bis 15 Zellen. Keine
leiterartigen Perforationen. Hoftüpfel-
Poren umfassen die Höfe. Grundmasse :
Holzfasern. Engere Gefäße und Trache-
iden mit Spiralverdickungen.
Koelreuteria paniculata Laxm.
Tafel 201, S. 247
c. Einzelne Frühtracheiden sind an den
Jahrringgrenzen unregelmäßig angeordnet
oder bilden 2 — 3gliedrige kleinere Poren-
gruppen ; solche Gruppen hie und da
auch in den Spätzonen; einzelne Ge-
fäße mit gelblichem Harzinhalt (Q). Ge-
fäße und Tracheiden spiralartig verdickt,
Leisten stellenweise haarflechtenartig und
mit der Achse fast parallel laufend,
Perforationen einfach (R).
Xanthoceras sorbifolium B.G.E.
Tafel 202, S. 248
B. Markstrahlen i. allg. ein- und zweischichtig,
a. Keine Spiralverdickungen.
a. Radiale Durchmesser vereinzelter Ge-
fäße der Frühzone 40 bis 70 p.
Carya tomentosa Nutt.
Tafel 37, S. 110
ß. Radiale Durchmesser vereinzelter Ge-
fäße der Frühzone 140 bis 170 p.
Fraxinus americana L.
Tafel 274, S. 299
F. mandschurica Rupr.
Tafel 276, S. 300
F. oxycarpa Willd.
Tafel 278, S. 302
b. Spiralverdickungen, heterogenes Mark-
strahlgerüst. Grundmasse : Fasertrachei-
den.
Lonicera nigra L.
Tafel 292, S. 312
Symphoricarpus albus Blake
Tafel 298, S. 316
3*
35
c. Spiralverdickungen, homogenes Mark-
strahlgerüst. Grundmasse : Holzfasern.
Rhus typhina L.
Tafel 199, S. 246
Cotinus coggygria Scop.
Tafel 196, S. 243
Hibiscus syriacus L.
Tafel 185, S. 234
C. Markstrahlen ein- bis dreischichtig.
a. Keine Spiralverdickungen.
a. Gefäße dünnwandig, Einander berüh-
rende Hoftüpfel werden eckig.
Sophora japonica L.
Tafel 166, S. 218
y. Strangparenchym mit K’
V kristallen, gefächerte Holzfasern Kan
tenzcllen mit großen einfachen Tüpfeln.
Gleditschia caspica Desf.
Tafel 146, S. 205
D. Markstrahlen vorwiegend vier- und mehr-
schichtig.
a. Keine Spiralverdickungen.
a. Ersatzfasern vorhanden.
Tamarix gallica Webb.
Tafel 92, S. 163
T. pentandra Pall.
Tafel 93, S. 164
ß. Gefäße dickwandig. Selbst die einander
berührenden Hoftüpfel nicht eckig.
Fraxinus ornus L.
Tafel 277, S. 300
F. excelsior L.
Tafel 275, S. 300
b. Spiralverdickungen.
a. Spiralverdickungen i. allg. lose.
1. Grundmasse : weitbehöfte Faser-
tracheiden ; Kantenzellen mit ver-
hältnismäßig kleinen Tüpfeln.
Syringa vulgaris L.
Tafel 287, S. 309
2. Grundmasse : Fasertracheiden und
Holzfasern ; Kantenzellen mit ver-
hältnismäßig großen Tüpfeln.
Syringa josikaea Jacq.
Tafel 286, S. 308
ß. Spiralverdickungen i. allg. enggestellt.
Grundmasse : Holzfasern. Gefäße ent-
halten häufig Thyll en.
Maclura pomifera C. Schn.
Tafel 58, S. 129
ß. Ersatzfasern fehlen, Markstrahlen 1 —
240 Zellen hoch und 2 — 8 Zellen breit,
heterogenes Markstrahlgerüst.
Celastrus orbiculata Thunb.
Tafel 215, S. 257
b. Spiralverdickungen.
a. Markstrahlhöhe über 100 Zellen und
mehrere mm. Markstrahlbreitc fünf
bis sechs Zellen (60 bis 80 /z). Mark-
strahlstruktur mäßig heterogen. Grund-
masse : Fasertracheiden.
Rosa canina L.
Tafel 131, S. 193
ß. Markstrahlhöhe geringer als 100 Zel-
len :
1. Markstrahlbreite vier bis sechs Zel-
len (30 — 40 /z). Grundmasse : Holz-
fasern. Holzparenchymgruppen. Er-
satzfasern, Thyllen häufig.
Robinia pseudoacacia L.
Tafel 165, S. 218
2. Markstrahlbreite vier bis sechs Zel-
len (20—30 /z). Grundmasse : Faser-
tracheiden. Keine Holzparenchym-
36
gruppen. Ersatzfasern, Thyllen feh-
len.
Elaeagnus angustifolia L.
Tafel 178, S. 227
E. angustifolia var. orientalis Ktze.
Tafel 179, S. 228
3. Markstrahlbreite sechs bis acht Zel-
len (60 — 80 /z). Markstrahlzellen dick-
wandig, englumig. Markstrahlgerüst
heterogen. Grundmasse : Holzfasern.
Im Spätholz kleinere Gruppen englu-
miger Gefäße. Weite Gefäße oft
ohne Spiralverdickungen.
Celtis australis L.
Tafel 63, S. 134
4. Markstrahlbreite sechs bis acht Zel-
len (60 — 80 /z). Markstrahlgerüst
homogen. Markstrahlzellen groß und
weitlumig. In der Spätzone Paren-
chymgruppen. Weiteste Gefäße mög-
licherweise ohne Spiralverdickungen.
Grundmasse : Holzfasern.
Gleditschia triacanthos L.
Tafel 147, S. 206
5. Markstrahlgerüst heterogen.
Ailanthus altissima Swingle.
Tafel 194, S. 241
6. Markstrahlstruktur analog. Paren-
chymgruppen in der Spätzone selten.
In sämtlichen Gefäßen Spiralverdik-
kungen. Fasertracheiden und Holz-
fasern.
Prunus armeniaca L.
Tafel 118, S. 180
7. Markstrahlbreite 1—4 (5), Höhe bis
35 Zellen, homogenes Markstrahl-
gerüst, weite Gefäße enthalten keine
Spiralverdickungen und Thyllen, in
der Spätzone Parenchymgruppen,
Grundmasse : Holzfasern.
Gymnocladus dioicus K. Koch
Tafel 159, S. 214
E. Markstrahlen ein- und mehrschichtig (10 —
30).
Quercus borealis maxima Sarg.
Tafel 20, S. 95
Q. canariensis Willd.
Tafel 21, S. 95
Q. castaneifolia C. A. Mey.
Tafel 22, S. 96
Q. cerris L.
Tafel 23, S. 97
Q. cerris var. austriaca Loud.
Tafel 24, S. 97
Q. frainetto Ten.
Tafel 25, S. 99
Q. petraea Liebl.
Tafel 27, S. 101
Q. pubescens Willd.
Tafel 28, S. 101
Q. robur L.
Tafel 29, S. 102
Q. suber L.
Tafel 30, S. 103
II.
Der fast gleich großen Verteilung Poren voll-
kommen gleichmäßig, auffällige Anhäufung der-
selben selbst an der Jahrringgrenze nicht bemerk-
bar.
A. Markstrahlen ein-, ausnahmsweise zwei-
schichtig. Grundmasse : Fasertracheiden.
a. Perforationen einfach, Spiralverdiekun-
gen.
37
a. Markstrahlzellen im Radial- und Tan-
gcntialschnitt aufrechte Ziegelformen.
Polygala chamaebuxus L.
Tafel 200, S. 247
ß. Markstrahlzellen eher radial langge-
streckt. Gefäße meist vereinzelt und
eckig.
Cotoneaster melanocarpa Lodd.
Tafel 101, S. 169
C. multiflora var. calocarpa Rehd. et Wils.
Tafel 102, S. 169
C. racemiflora K. Koch
Tafel 103, S. 169
y. Markstrahlzellen aufrechte und lie-
gende Ziegelformen, Poren eher radiale,
kurze Ellipsen.
Helianthemum nummularium L.
Tafel 90, S. 161
b. Einfache, ausnahmsweise leiterförmige
Perforationen, sämtliche tracheale Ele-
mente spiralartig verdickt. Markstrahl-
gerüst heterogen.
Forsythia viridissima Ldl
Tafel 273, S. 298.
c. Leiterförmige, eventuell einfache Perfora-
tionen. Gefäße ohne Spiralverdickungen.
a. Querschnitt des Holzes im Durch-
messer höchstens 3 mm.
1. Fasertracheiden ziemlich lang (bis
2 mm). Leitersprossenanzahl auch
20 bis 30. Markstrahlzellen auf-
rechte Ziegelformen.
Linnaea borealis L.
Tafel 288, S. 310
2. Leitersprossen 6 bis 15. Grund-
masse : Holzfasern und Fasertrachei-
den.
Rhodolhamnus chamaecislus Rchb.
Tafel 256, S. 285
3. Fasertracheiden bedeutend kürzer
(0,4 bis 1,6 mm). Leitersprossenzahl
10 bis 15.
Vaccinium oxycoccos L.
Tafel 258, S. 287
ß. Querschnitt des Holzes größer als 3
mm.
1. In den Gefäßen waagerecht gestreckte
» Fitis-artige« Hoftüpfel.
+ Grundmasse : Fasertracheiden,
Markstrahlgerüst homogen.
Loiseleuria procumbens Desv.
Tafel 252, S. 283
+ + Grundmasse : Holzfasern. Stellen-
weise heterogenes Markstrahl-
gerüst ; seltener 2 — 5 gliedrige
Porenstrahlen, Porengröße bis
50/z. Leitersprossenanzahl 10 — 20.
Markstrahlen 1 — 2 Zellen breit.
Querschnitt der Zellen eher kreis-
förmig, die der zweischichtigen
mehr elliptisch.
Liquidambar styraciflua L.
Tafel 76, S. 147
+ + +Markstrahlen heterogen.
Hamamelis virginiana L.
Tafel 74, S. 145
2. Hoftüpfel nicht waagerecht, »Fitis-
artig«, gestreckt.
Andromeda polifolia L.
Tafel 242, S. 278
Ledum palustre L.
Tafel 251, S. 282
Rhododendron ferrugineum I
Tafel 253, S. 28
Rh. hirsutum 1
Tafel 254, S. 2:
Rh. ponticum
Tafel 255, S. 2
38
y. Querschnitt des Holzes kaum 5 mm.
Einfache Perforationen ohne Spiral-
verdickungcn.
1. Höfe der Tüpfel sehr schmal (1 bis
2 /z). Mitunter auch Holzfasern.
Erica carnea L.
Tafel 249, S. 281
2. Höfe der Tüpfel größer (3 bis 4 /u).
Calluna vulgaris Hüll.
Tafel 246, S. 280
d. Einfache und leiterartige Perforationen
ohne Spiralverdickungen.
Erica tetralix Scop.
Tafel 250, S. 282
B. Markstrahlen ein- bis dreischichtig.
a. Perforationen einfach, keine Spiralver-
dickungen.
a. Markflecke häufig.
Crataegus nigra W. et K.
Tafel 108, S. 172
ß. Keine Markflecke (Durchmesser des
Holzes höchstens 3 mm).
Dryas octopetala L.
Tafel 112, S. 175
y. Keine Markflecke ; Strauch oder Baum ;
Gefäße in der Grundmasse einzelste-
hend, oder 2 —3gliedrige Porenstrahlen
bildend ; homogenes Markstrahlgerüst
Querschnitte der Zellen der einreihigen
Markstrahlen eher kreisförmig oder
kurze, an der Radialseite langgestreckte
Vierecke.
Albizzia julibrissin Durazz.
Tafel 143, S. 202
[».Einfache Perforationen, Spiralverdickun-
gen.
a. Die übereinander laufenden zweischich-
tigen Markstrahlen verschmelzen durch
einschichtige Kantenzellen sehr oft in-
einander (T).
1. Querschnitt der Markstrahlen i. allg.
ungleichmäßig, kleinere und größere
Kreise oder kurze Ellipsen (T). Kan-
tenzellen der Markstrahlen eher lie-
gende Vierecke (R).
Pyrus communis L.
Tafel 116, S. 179
2, Querschnitt der Markstrahlzellen
eher gleichmäßig (T); die Kanten-
zellen fast immer stehende Ellipsen
(R).
Sorbus mougeotii Soy. et Gord.
Tafel 138, S. 199
ß. Die übereinander laufenden zweischich-
tigen Markstrahlen verschmelzen nicht
ineinander, sondern laufen fast immer
vereinzelt (T).
1. Die zweischichtigen Markstrahlen
meistens mit 1—4 — 8 etageigen ein-
reihigen Kantenzellen (T).
+ Zahl der einschichtigen Markstrah-
len verhältnismäßig höher als die
der zweischichtigen (T).
Crataegus degeni ZsÄK
Tafel 105, S. 171
C. orientalis Pall.
Tafel 109, S. 173
++ Zahl der einschichtigen Markstrah-
len gleich oder verhältnismäßig
niedriger, als die der zweischichti-
gen (T).
Cydonia oblonga Mill.
Tafel 111, S. 174
Malus silvestris Mill.
Tafel 114, S. 177
39
2. Die zweischichtigen Markstrahlen
meisten mit 1 — 2 — 3 etageigen ein-
reihigen Kantenzellen (T).
Sorbus domestica L.
Tafel 137, S. 197
S. torminalis Crantz
Tafel 140, S. 200
2. Markstrahlzellen verhältnismäßig
dünnwandig, quadratisch oder ziegel-
förmig, bloß in der Höhe von 1 oder
2 Zellen zweischichtig. Leiterförmige
Perforationen langgedehnt mit 30
bis 40 Sprossen.
Cercidiphyllum japonicum S. et Z.
Tafel 75, S. 146
c. Leiterförmige Perforationen. Leiterspros-
sen bis 40, keine Spiralverdickungen.
Markstrahlgerüst heterogen.
a. Grundmasse : sehr dickwandige Faser-
tracheiden und Holzfasern. Gefäße
meistens vereinzelt, eckig.
1. Zweischichtige Markstrahlen nicht
oder kaum breiter als die einschichti-
gen ; Grundmasse : Fasertrachei-
den.
Viburnum lantana L.
Tafel 299, S. 317
3. Perforationen häufig einfach. Die
leiterförmigen Perforationen kurz,
Sprossenzahl gering (bis 10). Kein
typisch heterogenes Markstrahlge-
rüst. Gefäße radial angereiht.
Vaccinium uliginosum L.
Tafel 259, S. 287
2. Der zweischichtige Teil der Mark-
strahlen ist doppelt so breit, wie die
einschichtigen. Die inneren mehr
waagerecht gestreckt (Tang. Schn.)
Grundmasse : Fasertracheiden und
Holzfasern.
Cornus australis C. A. Mey.
Tafel 235, S. 271
C. mas L.
Tafel 236, S. 272
C. sanguinea L.
Tafel 237, S. 273
ß. Grundmasse : dünnwandige Fasertra-
cheiden.
1. Zweischichtige Markstrahlen sehr
dickwandig (mit einfachen kreis-
förmigen und ovalen Tüpfeln), Lei-
tersprossenzahl auch 35 bis 40.
Viburnum opulus L.
Tafel 300, S. 317
4. Perforationen einfach und leiter-
förmig. Sprossenzahl 10 bis 12.
Grundmasse : Holzfasern und Faser-
tracheiden. Einige Gefäße ordnen
sich in radialen Reihen neben Mark-
strahlen. Markstrahlgerüst nicht aus-
gesprochen heterogen.
Chamaedaphne calyculata Moench
Tafel 247, S. 280
d. Einfache und leiterförmige Perforationen,
Grundmasse : Fasertracheiden ; ohne
Spiralverdickungen ; Kalziumoxalatkris-
talle.
Lonicera etrusca Santi.
Tafel 291, S. 311
C. Markstrahlen drei- oder mehrschichtig.
a. Gefäße einfach perforiert, keine Spiral-
verdickungen.
Bruckenthalia spiculifolia Rchb.
Tafel 245, S. 279
40
b. Einfache Perforationen, in manchen Ge-
fäßen Spiralverdickungen
Crataegus monogyna Jacq.
Tafel 107, S. 172
C. oxyacantha L.
Tafel 110, S. 173
c. Leiterförmige Perforationen und lose
Spiralverdickungen. Markstrahlbreite 1
bis 10. Querschnitt der Gefäße kantig.
Grundmasse : dickwandige Fasertrachei-
den. Heterogene Markstrahlstruktur.
Staphylea pinnata L.
Tafel 22L S. 260
d. Einfache und leiterartige Perforationen,
keine Spiralverdickungen.
Vaccinium myrtillus L.
Tafel 257, S. 286
verengen sich zuweilen etwas in der Spätzone, auch
ihre Zahl ist geringer. Manchmal Porenringe vor-
handen.
A. Markstrahlen einschichtig.
a. Perforationen einfach, Spiralverdickun-
gen.
a. Markstrahlzellen und Kantenzellen län-
gere oder kürzere liegende Ziegelfor-
men. Markstrahlgerüst homogen.
Evonymus europea L.
Tafel 216, S. 257
E. latifolia Scop.
Tafel 217, S. 258
E. nana Bieb.
Tafel 218, S. 258
E. verrucosa Scop.
Tafel 219, S. 259
e. Markstrahlbreite 1 — 2 (3 — 4).
Staphylea colchica Stev.
Tafel 220, S. 260
f. Einfache Perforationen ; Grundmasse :
Holzfasern und Ersatzfasern.
Myricaria germanica Desv.
Tafel 91, S. 162
g. Einfache und leiterförmige Perforationen,
ohne Spiralverdickungen, Markstrahlbrei-
te 6—10, Markstrahlhöhe 100—200 Zellen,
heterogenes Markstrahlgerüst.
Kerria japonica DC.
Tafel 113, S. 176
ß. Markstrahlzellen quadratisch oder auf-
rechte Ziegelformen.
1. Weiteste Gefäße der Frühzone mehr
oder weniger in Porenringe geordnet.
Durchmesser 40 bis 60 p.
Jasminum fruticans L.
Tafel 279, S. 302
2. Porenringe undeutlich. Durchmesser
selbst der weitesten Gefäße bloß
20 bis 25 p.
Fumana procumbens Gren. et Godr.
Tafel 89, S. 160
Cotoneaster integerrima Med.
Tafel 100, S. 168
III.
Verteilung der Poren ziemlich gleichmäßig.
Am Beginn der Frühzone eine gewisse Vergröße-
rung und Anhäufung der Poren bemerkbar. Poren
b. Perforationen einfach, nur selten ein-
bis dreisprossig, zarte Spiralverdickungen.
Vaccinium vitis-idaea L.
Tafel 260, S. 288
41
c. Leiterförmige Perforationen, keine Spiral-
verdickungen.
a. An der Jahrringgrenze Porenring wahr-
nehmbar. In den übrigen Teilen des
Jahrringes Poren nur selten. Mark-
strahlen sehr hoch, bis 25 Zellen. Zel-
len derselben aufrechte Ziegelformen.
Dünnwandige, viereckige Zellen der
Grundmasse radial angereiht (Q).
Myrica gale L.
Tafel 31, S. 104
1. Gefäßwände ziemlich stark. Höfe
der Hoftüpfel klein (1,5 bis 2 fi).
Markstrahlen häufig dreischichtig.
Erica arborea L.
Tafel 248, S. 281
2. Gefäße dünnwandig. Hoftüpfel groß,
Markstrahlen eher ein- oder zwei-
schichtig.
Crataegus intricata Lge.
Tafel 106, S. 171
ß. An der Jahrringgrenze keine abge-
sonderten Porenringe. Markstrahlzel-
Jen länglich abgeflacht und zugespitzt
(T). Zellen der Grundmasse nicht in
ausgeprägter radiale Anordnung.
Empetrum nigrum L.
Tafel 261, S. 289
B. Markstrahlen ein- bis vierschichtig.
a. Einfache Perforationen ; in den breiten
Gefäßen keine, in den engeren Spiral-
verdickungen. Durchmesser der breiten
Gefäße bis 200 ; Grundmasse : Holz-
faser und Fasertracheiden, para- und
metatracheales Parenchym häufig. Mark-
strahlbreite 1 — 3, Markstrahlhöhe 1 — 100
Zellen ; heterogenes Markstrahlgerüst.
Campsis radicans Seem.
Tafel 264, S. 291
b. Perforationen einfach, keine Spiralver-
dickungen.
a. Markstrahlen sehr hoch, über 100 Zel-
len (T), zweischichtig, Querschnitt der
Markstrahlzellen eher kantig.
Sibiraea croatica Deg.
Tafel 133, S. 195
ß. Markstrahlen bedeutend niedriger (T),
25 bis 30 Zellen. Innere Zellen kurz,
elliptisch oder kreisrund.
c. Perforationen einfach, Spiralverdickun-
gen.
a. Grundmasse : Holzfasern.
1. Gefäße der Frühzone : Durchmesser
70 bis 100 /z, ziemlich enggestellt.
Gefäßglieder mehrfach länger als
breit, homogene Markstrahlstruktur.
Ptelea trifoliata L.
Tafel 193, S. 239
2. Gefäßglieder mehrfach länger als
breit. Heterogene Markstrahlstruk-
tur.
Arbutus andrachne L.
Tafel 240, S. 276
A, unedo L.
Tafel 241, S. 277
3. Gefäße der Frühzone 50 bis 70 p.
Einzelne Gefäßarten verhältnismäs-
sig kurzgliedrig, höchstens zwei-
oder dreimal länger als ihr Durch-
messer, homogene Markstrahlstruk-
tur.
Petteria ramentacea Prsl.
Tafel 163, S. 217
ß. Grundmasse : Fasertracheiden.
I. Markstrahlgerüst, homogen, Mark-
42
strahlzellen groß (15 bis 20 /z),
Fasertracheiden dickwandig.
Amelanchier ovalis Med.
Tafel 99, S. 167
Sorbus aria Crantz
Tafel 134, S. 195
S. semiincisa Borb.
Tafel 139, S. 199
2. Markstrahlgerüst heterogen, Mark-
str ahlzellen kleiner, bis 15 /z.
+ Sämtliche Gefäße und Fasertrachei-
den spiralartig verdickt.
Lonicera coerulea L.
Tafel 290, S. 311
L, orientalis Lam.
Tafel 293, S. 312
L. xylosteum L.
Tafel 295, S. 314
+ + Gefäße und Tracheiden nicht spi-
ralartig verdickt.
Cotoneaster tomentosa Ldl.
Tafel 104, S. 170
3. Heterogenes Markstrahlgerüst, im
Holz Markflecke häufig; Spiral-
verdickungen lose, Hoftüfpel zer-
streut.
Ligustrum vulgare L.
Tafel 280, S. 303
4. Markstrahlgerüst homogen, Höhe bis
80 Zellen.
Mespilus germanica L.
Tafel 115, S. 178
5. Gefäße meist länglich geschnäbelt,
in sämtlichen Gefäßen und Trachei-
den Spiralverdickungen.
Prunus fruticosa Pall.
Tafel 123, S. 186
P. tenella Bätsch.
Tafel 129, S. 191
6. Gefäße bloß hie und da spiralartig
verdickt.
Syringa amurensis Rupr.
Tafel 285, S. 307
7. Weitlumige Gefäße gar nicht, engere
nur etwas geschnäbelt. Spiralver-
dickungen fast waagerecht.
Hippophae rhamnoides L.
Tafel 180, S. 229
d. Einfache, seltener leiterartige Perforatio-
nen und Spiralverdickungen.
a. Typisch heterogenes Markstrahlgerüst.
Lonicera caprifolium L.
Tafel 289, S. 311
L. tatarica L.
Tafel 294, S. 313
ß. Markstrahlgerüst i homogen.
1. Markstrahlhöhe 2 bis 15 Zellen.
Grundmasse : Holzfasern und Faser-
tracheiden.
Arctostaphylos uva-ursi Spreng.
Tafel 243, S. 278
2. Markstrahlhöhe auch über 30 bis 40
Zellen. Grundmasse : Fasertrachdi-
den.
Sorbus aucuparia L.
Tafel 135, S. 196
S. chamaemespilus Crantz
Tafel 136, S. 197
e. Leiterförmige Perforationen, keine Spiral-
verdickungen. Grundmasse : Fasertrachei-
den.
Arctous alpinus Niedenz
Tafel 244, S. 279
f. Leiterförmige Perforationen, Sprossen-
zahl 6 — 20, keine Spiralverdickungen.
43
Grundmasse : Holzfasern ; heterogenes
Markstrahlgerüst, Durchmesser der Ge-
fäße 25 — 45 //.
Parrotia persica C. A. Mey.
Tafel 77, S. 148
g. Leiterförmige Perforationen ; Sprossen-
zahl 10 — 30, in einzelnen Gefäßen Spiral-
verdickungen, in anderen keine ; Grund-
masse : Holzfasern und Fasertracheiden,
im Holzparenchym Kalziumoxalatkris-
talle, heterogenes Markstrahlgerüst aus-
geprägt, Markstrahlbreite 1 — 3 (4).
Viburnum tinus Maxim.
Tafel 302, S. 319
h. Wie oben, jedoch Markstrahlbreite 1 — 2
(3) Zellen, Sprossenzahl bis 40.
Viburnum orientale Pall.
Tafel 301, S. 318
C. Markstrahlen mehr als vierschichtig.
a. Einfache Perforationen ohne Spiralver-
dickungen ; Grundmasse : Holzfasern
und Fasertracheiden ' heterogenes Mark-
strahlgerüst ausgeprägt.
Spiraea cana W. et K.
Tafel 141, S. 201
S. crenata L.
Tafel 142, S. 201
b. Einfache Perforationen, Spiralverdickun-
gen.
a. Grundmasse : Fasertracheiden.
Prunus amygdalus Bätsch.
Tafel 117, S. 180
P- mahaleb L.
Tafel 125, S. 187
P' persica Bätsch.
Tafel 127, S. 189
ß, Grundmasse : Holzfasern. Markstrah-
len sehr (10 bis 12 Zellen) breit (100
bis 120 p). Breite Gefäßeglieder oft
niedriger als breit.
Loranthus europaeus L.
Tafel 70, S. 141
c. Einfache und leiterförmige Perforationen,
ohne Spiralverdickungen. Markstrahlen
1 bis 4 und 10 bis 30 Zellen breit.
Fagus orientalis Lipsky
Tafel 18, S. 93
F. silvatica L.
Tafel 19, S. 93
d. Einfache Perforationen, keine Spiralver-
dickungen ; heterogenes Markstrahlge-
rüst ausgeprägt, 1 —5reihig, Markstrahl-
höhe 1 — 280 Zellen.
Osyris alba L.
Tafel 68, S. 139
e. Leiterförmige Perforationen, keine Spiral-
verdickungen. Markstrahlgerüst hetero-
gen.
a. Sprossenzahl meistens 8 —10, Poren-
größe 30—40 p.
Ribes alpinum L.
Tafel 96, S. 166
ß. Sprossenzahl 25, ja 40, Porengröße bis
80 p.
Philadelphias coronarius L.
Tafel 95, S. 165
IV.
Meistens Zwillingsporen oder vier- bis fünf-
gliederige Porenstrahlen.
A. Größtenteils nur einschichtige Markstrah-
len, Grundmasse : Holzfasern.
a. Perforationen einfach, keine Spirah rr-
dickungen.
44
a. Gefäße verhältnismäßig dünnwandig.
Kantenzellen weisen sehr große, ein-
fache Tüpfel auf (R).
1. Kantenzellen eher liegende Ziegel-
formen oder Quadrate und nur höchst
selten aufrechte Ziegelformen. In
der Höhe von einer Markstrahl-
zelle 2 oder 3 (4) einfache große
Tüpfelreihen.
Populus alba L.
Tafel 39, S. 112
P. canescens Sm.
Tafel 40, S. 114
P. deltoides Marsh.
Tafel 41, S. 114
P. nigra L.
Tafel 42, S. 115
’ " P. nigra var. italica Duri.
Tafel 43, S. 116
P. robusta C. Schn.
Tafel 44, S. 116
P. simonii Carr.
Tafel 45, S. 117
P. tacamachacca Mill.
Tafel 46, S. 118
P. tremula L.
Tafel 47, S. 119
P. trichocarpa Torr, et Gray.
Tafel 48, S. 120
2. Kantenzellen eher aufrechte Ziegel-
formen oder Quadrate. In der Höhe
eines Markstrahles 4 bis 8 (10) ein-
fache große Tüpfelreihen.
Salix caprea L.
Tafel 49, S. 121
S. fragilis L.
Tafel 50, S. 122
S repens var. rosmarinifolia Wimm, et Grab.
Tafel 51, S. 123
S. viminalis L.
Tafel 52, S. 123
ß. Gefäße dickwandig. Radiale Tüpfel der
Kantenzellen klein.
1. Holzfasern gefächert.
Punica granatum L.
Tafel 184, S. 233
2. Holzfasern nicht gefächert.
Zizyphus jujuba Mill.
Tafel 232, S. 268
b. Einfache Perforationen mit Spiral Ver-
dickungen.
Aesculus hippocastanum L.
Tafel 213, S. 254
c. Leiterartige Perforationen ohne Spiral-
verdickungen. Auch gefächerte Holz-
fasern.
Ainus viridis DC.
Tafel 10, S. 83
B. Ein- oder zwei-, ausnahmsweise dreischichti-
ge Markstrahlen, Grundmasse : Holzfasern,
a. Einfache Perforationen ohne Spiralver-
dickungen.
a. Gefäße kurz, walzenförmig, nicht ge-
schnäbelt. Hoftüpfel klein, kantig, Hof-
tüpfelporen i. allg. klein, rund oder
elliptisch.
Amorpha fruticosa L.
Tafel 148, S. 207
ß. Gefäßglieder langgestreckt. Hoftüpfel
groß, einander berührend mitunter auch
eckig. Poren spaltartig.
1. Mehrere zur Jahrringgrenze parallel
verlaufende, terminale Parenchym-
reihen.
Pterocarya stenoptera DC.
Tafel 38, S. 111
2. Keine zusammenhängenden Paren-
chymreihen.
Juglans cordiformis Maxim.
Tafel 32, S. 105
45
b. Einfache und leiterartige Perforationen,
keine oder kaum wahrnehmbare Spiral-
verdickungen.
a. Hoftüpfel stets rund oder kurz ellip-
tisch.
Laurus nobilis L.
Tafel 82, S. 153
ß. Hoftüpfel (T) ganz langgestreckt,
»Fürs-artig«. Höchst selten ganz zarte,
kaum wahrnehmbare Spiralverdickun-
gen.
Magnolia acuminata L.
Tafel 80, S. 150
c. Einfache Perforationen, Spiralverdickun-
gen.
a. Spiralverdickungen unregelmäßig und
lose.
Juglans nigra L.
Tafel 35, S. 107
ß. Spiralverdickungen verlaufen regelmäs-
sig.
1. Grundmasse an der Jahrringgrenze:
Ersatzfasern und Parenchyme.
Am Rand des Sommcrholzes (in
einer Breite von 10 bis 15 Zellen)
eine Zone englumiger, drei bis
fünfgliedriger Porengruppen.
Catalpa bignonioides Walt.
Tafel 265, S. 292
+ + Keine Porengruppenzone. Englu-
mige, spiralartig verdickte, ge-
wöhnlich vereinzelte Spätholzge-
fäße von dünnwandigen Holz-
parenchymzellen umgeben.
Paulownia tomentosa Steud.
Tafel 263, S. 290
2. Grundmasse an der Jahrringgrenze
aus Holzfasern.
+ Größere Gefäße (100 bis 130 /z)
an der Jahrringgrenze in Poren-
ringen angeordnet (p : P = 1:4—
5).
Rhamnus frangula L.
Tafel 226, S. 265
+ + An der Jahrringgrenze keine An-
häufung von Poren. Durchmesser
der Gefäße der Frühzone 40—
60 /z (p : P = 1 : 2 —3)-
Äcer cappadocicum Gleditsch
Tafel 204, S. 250
A. ginnala Maxim.
Tafel 205, S. 250
A. negundo L.
Tafel 207, S. 251
A. opalus var. obtusatum Henry
Tafel 208, S. 252
A. saccharum Marsh.
Tafel 211, S. 253
C. Markstrahlen drei- oder mehrschichtig.
a. Perforationen einfach, keine Spiralver-
dickungen.
a. Durchmesser der vereinzelten Gefäße
100 bis 150 p. Im Verhältnis zur Grund-
masse in geringer Zahl. Metatracheale
Parenchyme zahlreich.
Juglans cinerea L.
Tafel 33, S. 106
J. mandschurica Maxim.
Tafel 34, S. 106
J. regia L.
Tafel 36, S. 108
ß. Durchmesser der vereinzelten Gefäße
bis 70 p. Grundmasse im Verhältnis
zu den Gefäßen wesentlich geringer.
Holzparenchym spärlich.
Sambucus nigra L.
Tafel 296, S. 314
S. racemosa L.
Tafel 297, S. 315
46
6. Perforationen einfach, Spiralverdickun-
gen.
a. Grundmasse : Holzfasern.
Acer campestre L.
Tafel 203, S. 249
A. monspessulanum L.
Tafel 206, S. 251
A. platanoides L.
Tafel 209, S. 252
A. pseudo-platanus L.
Tafel 210, S. 253
A. talaricum L.
Tafel 212, S. 254
ß, Grundmasse: Fasertracheiden oder
mitunter Holzfasern.
1. Markstrahlen ein- bis vierschichtig.
Quers chnitt der Markstrahlen spindel-
förmig, dieselben bis 30 Zellen hoch,
homogene Markstrahlstruktur.
Prunus padus L.
Tafel 126, S. 188
2. Markstrahl ein- bis fünfschichtig.
Querschnitt der Markstrahlen kür-
zer und breiter, dieselben bis 20
Zellen hoch, heterogene Markstrahl-
struktur.
Prunus avium L.
Tafel 119, S. 181
a. Hoftüpfel ganz klein (2 bis 3 /z). Leiter-
sprossen dicht (bis 15).
Betula humilis Schrank
Tafel 2, S. 77
B. nana L.
Tafel 3, S. 78
B. pendula Roth.
Tafel 4, S. 78
B. pubescens Ehrh.
Tafel 5, S. 79
b. Hoftüpfel größer (8 bis 10 p). Leiter-
sprossen voneinander mehr entfernt.
Corylus maxima Mill.
Tafel 16, S. 91
C. Perforationen einfach, Spiralverdickungen.
Ostrya carpinifolia Scop.
Tafel 13, S. 87
D. Einfache Perforationen, keine Spiralver-
dickungen, ausgeprägte heterogene Mark-
strahlstruktur, Grundmasse : Holzfasern.
Jahrringgrenze verschwommen.
Euphorbia dendroides L.
Tafel 71, S. 142
VI.
V.
Meistens Porenstrahlen von über fünf Gliedern.
A. Einfache und leiterförmige Perforationen»
in einzelnen Gefäßen auch Spiralverdickun-
gen.
Betula raddeana Trautv.
Tafel 6, S. 80
B. Leiterförmige Perforationen, keine Spiral-
verdickungen.
Gehäufte Markstrahlen.
A. Leiterförmige Perforationen, keine Spiral-
verdickungen, Sprossenzahl 18 bis 22.
Ainus glutinosa Gaertn.
Tafel 7, S. 80
A. incana Moench
Tafel 8, S. 81
A. subcordata C. A. Mey.
Tafel 9, S. 83
47
B. Leiterförmige Perforationen, seltener Spiral-
Verdickungen, Sprossenzahl nur 10 bis 12
und weniger.
Corylus avellana L.
Tafel 14, S. 88
C. colurna L.
Tafel 15, S. 90
C. Perforationen einfach, seltener Spiralver-
dickungen.
Carpinus betulus L.
Tafel 11, S. 84
C. orientalis Mill.
Tafel 12, S. 86
VII.
Die 3 —10 Zellen breiten Markstrahlen an der
Jahrringgrenze etwas anschwellend.
A. Perforationen einfach ; in denselben Ge-
fäßen Hoftiipfel und breite Spiralverdickun-
gen. Grundmasse : meist Holzfasern und
Fasertracheiden, daneben metatracheales
Parenchym. Markstrahlen ein- bis vier-
schichtig (bis 30 p). Zellen derselben sehr
schmale Ellipsen (T).
Tilia americana L.
Tafel 186, S. 235
T. cordata Mill.
Tafel 187, S. 235
T. platyphyllos Scop.
Tafel 188, S. 235
T. platyphyllos var. rubra Rehd.
Tafel 189, S. 236
T. tomentosa Moench
Tafel 190, S. 236
B. Perforationen einfach, zarte Spiralverdickun-
gen. Grundmasse : Fasertracheiden. Mark-
strahlen 1 bis 10 Zellen breit (70 bis 80 p).
Zellen dickwandig, breite Ellipsen oder
Kreise.
Prunus cerasifera Ehrh.
Tafel 120, S. 182
P. cerasus L.
Tafel 121, S. 184
P. domestica L.
Tafel 122, S. 185
P. spinosa L.
Tafel 128, S. 189
C. Leiterförmige Perforationen, keine Spiral-
verdickungen.
a. Große opponierte Hoftiipfel, Grundmasse:
Holzfasern, Markstrahlen 1—3 Zellen breit.
Liriodendron tulipifera L.
Tafel 81, S. 152
b. Hoftiipfel kleiner, zerstreut; Grundmasse:
Fasertracheiden, Markstrahlen 1 — 8 Zellen
breit.
Ribes sativum Syme.
Tafel 97, S. 16b
R. uva-crispa L.
Tafel 98, S. 166
D. Einfache und leiterförmige Perforationen,
keine Spiralverdickungen. Grundmasse :
Holzfasern und Fasertracheiden. Hoftiipfel
häufig entgegengesetzt liegende Ellipsen.
Platanus occidentalis L.
Tafel 78, S. I P*
P. orientalis 1 .
Tafel 79, S. 15
E. Perforationen einfach, keine Spiralverdr
kungen. Grundmasse : Fasertracheide
Hoftüpfel nicht opponiert.
Rubus idaeus
Tafel 132, S. I
48
VIII.
Gefäße (Poren) im ganzen Jahrring in kleineren
oder größeren Gruppen angeordnet, Markstrahlen
1 — 15 Zellen breit.
A. Größere Gefäße oder Gefäßgruppen der Früh-
zone bilden gut abgesonderte Porenringe.
a. Markstrahlbreite 1 — 2, Markstrahlhöhe
1 — 45, Durchmesser der breiten Gefäße
bis 270 p ; einfache Perforationen, ohne
Spiralverdickungen ; Grundmasse : Faser-
tracheiden.
Periploca graeca L.
Tafel 272, S. 298
b. Markstrahlen ein- bis zweischichtig und
70 bis 120 p breit. Durchmesser der wei-
ten Gefäße 80 bis 200 p.
a. Ersatzfasern häufig.
Laburnum alpinum Bercht. et Prsl.
Tafel 161, S. 214
L. anagyroides Med.
Tafel 162, S. 215
ß. Keine Ersatzfasern.
Berberis vulgaris L.
Tafel 84, S. 156
Celtis caucasica Willd.
Tafel 64, S. 135
C. occidentalis L.
Tafel 65, S. 136
Zelkova carpinifolia K. Koch
Tafel 66, S. 137
c, Markstrahlen ein- bis sechsschichtig
jedoch unter 50 p breit.
a. Durchmesser der weiten Gefäße bis
100 p; Markstrahlzellen breite Ellip-
sen oder Kreise (T).
1. Markstrahlen 1—6 Zellenbreit; in
den Jahrringen ordnen sich enger
werdende Gefäßgruppen gegen die
Jahrringgrenze zu in schiefer oder
waagerechter Richtung; Spiralverdik-
kungen, Holzparenchymzellen mit
Kalziumoxalatkristallen ; einfache
Perforationen ; Grundmasse : Holz-
fasern und Ersatzfaser.
Halimodendron halodendron Voss
Tafel 160, S. 215
2. Gefäße enden in gleicher Höhe,
sämtlich mit Spiralverdickungen.
Tangentialschnitt der Markstrahlen
unregelmäßig, auch Zellen von un-
regelmäßiger Form. Fallweise Er-
satzfasern.
Coronilla emerus L.
Tafel 154, S. 210
3. Die Gefäße enden nicht in gleicher
Höhe. In den breitlumigsten gibt es
keine Spiralverdickungen. Tangen-
tialschnitt der Markstrahlen regel-
mäßige Spindelform. Zellenschnitte:
Kreise, in Reihen angeordnet.
Ulmus americana L.
Tafel 59, S. 130
ß. Markstrahlen ein- bis sechsschichtig.
Zellen; langgestreckte Ellipsen. Er-
satzfasern.
Caragana arborescens Lam.
Tafel 149, S. 208
C. grandiflora DC.
Tafel 150, S. 208
Colutea arborescens L.
Tafel 151, S. 209
C. cilicica Boiss.
Tafel 152, S. 209
C. orientalis Mill.
Tafel 153, S. 210
CreguM
49
y, Markstrahlen ein- bis sechsschichtig,
keine Ersatzfasern.
Morus alba L.
Tafel 53, S. 124
Af. nigra L.
Tafel 54, S. 125
Broussonetia papyrifera Vent.
Tafel 57, S. 128
Zelkova serrata Mak.
Tafel 67, S. 137
d. Markstrahlen ein- bis sechsschichtig und
über 50 p breit (70 bis 90 p)', Durchmesser
der Frühgefäße 150 bis 300 p. Höfe der
Hoftüpfel regelmäßige Kreise, auch die
Poren meistens Kreise.
Ulmus carpinifolia Gleditsch
Tafel 60, S. 131
[/. glabra Huds.
Tafel 61, S. 132
U. laevis Pall.
Tafel 62, S. 132
e. Markstrahlbreite 1 — 8, Markstrahlhöhe
1—25 ; mitunter heterogene Markstrahl-
struktur, Spiralverdickungen ; Durchmes-
ser der Gefäße bis 25 p ; Grundmasse :
Holzfaser. Vasizentrisches Parenchym;
in den Strangparenchymzellen oft Kal-
ziumoxalatkristalle.
Melia azedarach L.
Tafel 195, S. 242
f, Markstrahlbreite 1—10; einfache Perfora-
tionen, Spiralverdickungen, in den breite-
ren Gefäßen jedoch oft fehlend. Grund-
masse ; Holzfasern und Ersatzfasern •*
in den Spätzonen laufen die zickzackarti-
ge Gefäßgruppen in schiefer Richtung,
die Enden der engeren Gefäße sich in
gleicher Höhe und zahnartig aneinander
anschließend.
Retama rhodorhizoides Mey.
Tafel 164, S. 217
g. Markstrahlen 10 bis 15schichtig (150 bis
200 p) und mehrere mm hoch. Durch-
messer der Gefäße der Frühzone von
250 bis 350 p.
a. Hoftüpfel waagerecht, stark langge-
streckt. In engeren Gefäßen in eine
einzige senkrechte Reihe geordnet. Ge-
fächerte Holzfasern. Gefäße der Spät-
zone mehr in Porenreihen angeordnet.
Vitis vinifera L.
Tafel 234, S. 270
ß. Hoftüpfel weniger gestreckt. Holzfa-
sern sehr dickwandig, nicht gefächert.
Gefäße der Spätzone in Porengruppen
geordnet.
Clematis vitalba L.
Tafel 83, S. 154
B. Weite Gefäße und Gefäßgruppen der Früh-
zone nicht oder kaum größer als die der
Spätzone.
a. Markstrahlen ein- bis dreischichtig.
a. Anordnung der Gefäße flammenartig.
1. Flammenzungen gehen an der Jahr-
ringgrenze aus zusammenhängenden
Porenringen als breiten Basen aus.
Rhamnus cathartica L.
Tafel 224, S. 263
Rh. imeretina Booth.
Tafel 227, S. 266
Rh. pallasii Fisch, et Mey.
Tafel 228, S. 266
Rh. pumila L.
Tafel 229, S. 267
Rh. saxatilis Jacq.
Tafel 230, S. 267
Rh. tinctoria W. et K.
Tafel 231, S. 268
50
2. An der Jahrringgrenze keine Poren-
ringe. Flammen in der Mitte des
Jahrringes am breitesten.
Phillyrea vilmoriniana Boiss. et Bal.
Tafel 284, S. 306
3. Die flammenartig gruppierten Spät-
gefäße laufen fast ohne Änderung
durch die Jahrringgrenze, andere
Gefäßgruppen hingegen laufen von
der Jahrringgrenze hinaus.
+ Breite der Markstrahlzellen 8 —
40 p; auffalende heterogene Mark-
strahlstruktur.
Phillyrea latifolia L.
Tafel 282, S. 305
+ + Breite der Markstrahlzellen 13 —
21 p.
Phillyrea latifolia var. media C. Schn.
Tafel 283, S. 306
ß. Anordnung der Gefäßgruppen nicht
flammenartig.
1. Infolge Wandstärke der Elemente
der Tracheidengruppen heben sie
sich von der dünnwandigen Holz-
faser-Grundmasse scharf ab.
Daphne alpina L.
Tafel 170, S. 222
D. arbuscula Öelak.
Tafel 171, S. 222
D. blagayana Frey.
Tafel 172, S. 223
D. cneorum L.
Tafel 173, S. 223
2. Wandstärke der Elemente der tra- «
cheidalen Gruppen nicht ausgeprägt.
+ Radial geordnete Porengruppen
schmal.
* Runde Hoftüpfel der Gefäße
und Poren ebenfalls Kreise.
Daphne laureola L.
Tafel 174, S. 224
D. mezereum L.
Tafel 175, S. 224
* * Poren der Hoftüpfel der Ge-
fäßespitzen sich zu.
Thymelaea hirsuta Endl.
Tafel 176, S. 225
* ** Die Gefäße häufen sich in
losen Gruppen;heterogenes Marks-
gerüst, Spiralverdickungen, Grund-
masse : Holzfasern ; Markstrahl-
trahlhöhe 1—40 Zellen, Durch-
messer der Gefäße 30—40 p.
Cneorum tricoccum L.
Tafel 177, S. 226
++ Radial geordnete Porengruppen
breit. Jahrringgrenze gewellt.
Rosmarinus officinalis L.
Tafel 268, S. 294
+++ Richtung der Porengruppen
schräg, Ersatzfasern vorhanden.
Cytisus austriacus L.
Tafel 155, S. 211
C. scoparius LK.
Tafel 156, S. 212
Genista radiata Scop.
Tafel 158, S. 213
Spartium junceum L.
Tafel 167, S. 219
++++ Anordnung der Porengruppen mehr
tangential oder radial und tangen-
tial.
Lycium halimifolium Mill.
Tafel 262, S. 289
Lavandula officinalis Chaix, et Vill.
Tafel 267, S. 294
4*
51
b. Markstrahlen mehr als dreischichtig.
a. Perforationen leiterförmig, Spiralver-
dickungen. Fasertracheiden, Mark-
strahlbreite 1 — 7 /z.
Ilex aquifolium L.
Tafel 214, S. 255
ß. Perforationen der Gefäße einfach.
1. Keine Spiralverdickungen. Grund-
masse gefächert, Holzfasern.
Hedera helix L.
Tafel 238, S. 274
2. Ausgeprägte Spiralverdickungen.
+ Markstrahlen 1 mm hoch oder
höher.
* Außer den ziemlich zahlreichen
einschichtigen Markstrahlen
auch 3 oder 4 Zellen hohe Mark-
strahlen vorhanden.
Ulex europaeus L.
Tafel 168, S. 220
* * Keine einschichtigen Markstrah-
len. Jahrringgrenze inmitten der
dicken Markstrahlen einwärts
gebogen. Markstrahlen mehrere
mm hoch.
* * Gefäßgruppen mehr Nester, um
dieselben viele Parenchyme.
Cercis siliquastrum L.
Tafel 145, S. 204
* ** Gefäßgruppen schräg oder tan-
gential angeordnet. Inmitten
derselben Parenchyme und
Ersatzfasergruppen.
Cistus monspeliensis L.
Tafel 87, S. 159
C. salvifolius L.
Tafel 88, S. 159
Cytisus sessilifolius L.
Tafel 157, S. 212
**** Inmitten der dichten und breiten
Markstrahlen radial angeord-
nete, englumige Gefäßgruppen,
die die Jahrringfelder ganz aus-
füllen. Darunter ab und zu ver-
einzelte Gefäße mit bedeutend
weiteren Lumina.
Pistacia terebinthus L.
Tafel 198, S. 244
Mahonia aquifolium Nutt.
Tafel 85, S. 157
Mahoberberis neubertii C. Schn.
Tafel 86, S. 158
Markstrahlen verhältnismäßig nie-
drig (unter 1 mm) und ein- bis
sechsschichtig.
* Richtung der Gefäßgruppen
radial und schmal flammen-
artig.
y. Einfache und leiterförmige Perfora-
tionen ; Grundmasse : Holzfasern
und Fasertracheiden; Markstrahlbreite
3 — 6; leicht heterogenes Markstrahl-
gerüst, Spiralverdickungen in den brei-
teren Gefäßen fehlend. Die 3 — lOglied-
rigen Porengruppen laufen in etwas
schräger Richtung nach der Jahrring-
grenze.
Bupleurum fruticosum L.
Tafel 239, S. 275
Rhamnus alaternus L.
Tafel 223, S. 262 '
Rh. fallax Boiss.
Tafel 225, S. 264
Jahrringgrenze meistens nicht
wahrnehmbar ; das Holz zeigt eine
Struktur.
oder kaum
gleichmäßige
52
A. Markstrahlen einschichtig und nur teil-
weise zweischichtig.
a. Gefäßwände sehr stark. Grundmasse :
Holzfasern. Gefäße in Zwillingsporen oder
in drei- bis sechsgliedrige Porenstrahlen
angeordnet.
Paliurus spina-christi Mill.
Tafel 222, S. 261
b. Gefäßwände dünn. Gefäße stets verein-
zelt. Grundmasse : Fasertracheiden.
Eucalyptus globulus Labill.
Tafel 182, S. 231
c. Markstrahlen teilweise zweischichtig,
Durchmesser der Gefäße bis 210 p, Thyl-
len vorhanden.
Eucalyptus amygdalina Labill.
Tafel 181, S. 230
B. Markstrahlen ein- bis vierschichtig.
a. Leiterförmige Perforationen. Keine Spiral-
verdickungen. Markstrahlen heterogen.
Hoftüpfel der Gefäße ganz klein (2 bis
3 /z).
Buxus sempervirens L.
Tafel 72, S. 143
b. Einfache, seltener leiterförmige Perfora-
tionen. In einigen Gefäßen Spiralver-
dickungen. Homogenes Markstrahlgerüst.
Hoftüpfel größer (4 bis 6 p).
Pyracantha coccinea Roem.
Tafel 130, S. 191
c. Perforationen einfach, Spiralverdickun-
gen.
a. Spiralfäden dick, häufig verzweigend.
Grundmasse : Holzfasern.
Pistacia lentiscus L.
Tafel 197, S. 244
ß, Spiralfäden zart. Grundmasse : Faser-
tracheiden, mitunter ebenfalls spiral-
artig verdickt.
Myrtus communis L.
Tafel 183, S. 232
d. Perforationen einfach, keine Spiralver-
dickungen.
a. Mit den Jahrringgrenzen parallel lau-
fende metatracheale Parenchymrei-
hen ; Gefäße einzelstehend oder 2-4-
gliedrige Porenstrahlen bildend; auf-
fallend dickwandige Gefäße.
1. Markstrahlbreite 1 — 2, Markstrahl-
höhe 1 — 32, Parenchym mit Kalzium-
oxalatkristallen.
Diospyros ebenaster Retz.
Tafel 269, S. 295
2. Heterogenes Markstrahlgerüst aus-
geprägt, Markstrahlbreite 2—4; ohne
Kalziumoxalatkristalle.
Diospyros lotus L.
Tafel 270, S. 296
ß. Grundmasse : gefächerte Holzfasern.
Ceratonia siliqua L.
Tafel 144, S. 203
y. Grundmasse : einfache Holzfasern.
1. Breite der einschichtigen Markstrah-
len 10 bis 12 p (T).
Neri um oieander L.
Tafel 271, S. 297
2. Breite der einschichtigen Markstrah-
len 20 bis 25 p,
Olea europaea L.
Tafel 281, S. 304
e. Netz- und leiterförmige Perforationen,
Sprossenzahl bis 60, heterogenes Mark-
53
strahlgerüst, Grundmasse : Fasertrachei-
den.
Weigela japonica Thunb.
Tafel 303, S. 320
C. Markstrahlen ein- bis fünfschichtig.
a. Perforationen einfach, Spiralverdickun-
gen. Grundmasse : Fasertracheiden.
Prunus laurocerasus L.
Tafel 124, S. 186
6. Perforationen einfach, keine Spiralver-
dickungen. Grundmasse : Holzfasern.
a. Größe der vereinzelten Gefäße 30 bis
40 p. Hoftüpfel klein. Ersatzfasern.
Tamarix tetrandra Pall.
Tafel 94, S. 164
ß. Größe der vereinzelten Gefäße 80 bis
150 p. Keine Ersatzfasern.
1. Markstrahlgerüst heterogen. An ein-
zelnen Gefäßen einander berührende
Hoftüpfel.
Ficus carica L.
Tafel 55, S. 126
F. elastica Roxb.
Tafel 56, S. 127
2. Markstrahlgerüst eher homogen. Ne-
beneinander liegende kleinere Tüpfel
der weiten Gefäße nicht kantig.
Citrus aurantium L.
Tafel 191, S. 238
C. medica var. vulgaris Risso
Tafel 192, S. 239
D. Markstrahlbreite 1 — 8, Markstrahlhöhe bis
120 Zellen; Spiralverdickungen in den brei-
ten Gefäßen fehlen; einfache Perforationen,
im Strangparenchym Kalziumoxalatkristal-
le, Durchmesser der Gefäße 100—200 ft.
Wistaria sinensis Sweet
Tafel 169, S. 221
E. Markstrahlbreite 4-12, Markstrahlh
150-300 Zellen, Durchmesser der Ge e
100-250 ft. Im Strang- und Markstrahl-
parenchym viele Kalziumoxalatdrusen, ei
fache Perforationen ; in den engeren
fäßen und Tracheiden Spiralverdickungen.
Polygonum baldschuanicum Reg.
Tafel 73, S. 144
F. Markstrahlen ein- oder zweizeilig (4) und
auch breiter (15 bis 20 Zellen).
a. Die ganz niedrigen Markstrahlen stets
einschichtig.
Quercus Hex L.
Tafel 26, S. 100
b. Die ganz niedrigen Markstrahlen ein- bis
vierschichtig.
Casuarina equisetifolia Forst.
Tafel 1, S. 75
G. Die breiten Markstrahlen mehrere mm hoch.
a. Durchmesser der weitesten Gefäße 150
bis 180 p. Grundmasse ganz unbedeutend.
Hoftüpfel in waagerechter Richtung sehr
langgestreckt. Gefächerte Holzfasern.
Parthenocissus quinquefolia Planch.
Tafel 233, S. 269
b. Durchmesser der weitesten Gefäße bis
100 p. Grundmasse um die Gefäße be-
deutend. Hoftüpfel kreisrund, auch Poren
rund oder kurzelliptisch. Außer den hohen
Markstrahlen auch niedrige, ein- oder
zweischichtige vorhanden.
Vitex agnus-castus L.
Tafel 266, S. 293
c. Durchmesser der weitesten Gefäße bis
40 p, Holzfasern sehr dickwandig.
Viscum album I .
Tafel 69. S. 140
54
A KEY FOR THE IDENTIFICATION OF TREES DEALT WITH
I.
Lumina of spring vessels overwhelmingly, but
at least 4 — 5 times wider than summer vessels.
On the growth ring delimitation definite ; well
separated ring pores. No conspicuous groups of
pores in the summer zone.
A. Rays uniseriate.
a. Vessels, arrangend from the inner border of
the growth ring towards the summer zone
consecutively and at the same time in
gabled, not definitely radial rows, grad-
ually diminishing. Height of rays 2 — 28
cells. Occasionally scalariform perfora-
tions. Pores of pits do not reach the
width of the same. Main stock : fibre
tracheids. No spiral thickening.
Castanea sativa Mill.
Plate 17, p. 92
b. No radial arrangement of vessels. Height
of rays 2 —15 cells. No scalariform per-
forations. Pores of pits reaching width
of the same. Main stock : wood fibres.
Narrower vessels and tracheids with
spiral thickenings.
Koelreuteria paniculata Laxm.
Plate 201, p. 247
c. Some spring tracheids form irregulär
rows on the delimitation of growth
ring or vessels of 2 — 3 cells ; such groups
here and there in autumn zones ; some
vessels with yellow resin content (Q).
Spiral thickening of vessels and tracheids,
edges in some places tresslike and paral-
lel with the axis, perforations simple
(R).
Xanthoceras sorbifolium B.G. E.
Plate 202, p. 248
B. Rays mostly uni- and biseriate.
a. No spiral thickenings.
a. Radial diameter of separate vessels
of the spring zone 40 — 70 /z.
Carya tomentosa Nutt.
Plate 37, p. 110
ß. Radial diameter of separate vessels of
the spring zone 140—170 /z.
Fraxinus americana L.
Plate 274, p. 299
F. mandschurica Rupr.
Plate 276, p. 300
F. oxycarpa Willd.
Plate 278, p. 302
b. Spiral thickenings, heterogeneous ray
structure ; main stock : fibre tracheids.
Lonicera nigra L.
Plate 292, p. 312
Symphoricarpus albus Blake
Plate 298, p. 316
c. Spiral thickenings, homogeneous ray struc-
ture, main stock : wood fibres.
Rhus typhina L.
Plate 199, p. 246
Cotinus coggygria Scop.
Plate 196, p. 243
Hibiscus syriacus L.
Plate 185, p. 234
55
C. Rays uni- to triseriate.
a. No spiral thickenings.
a. Vessels thin-walled. Pits coterminous,
angular.
Sophora japonica L.
Plate 166, p. 218
ß. Vessels thick-walled. Even coterminous
pits not angular.
Fraxinus ornus L.
Plate 277, p. 300
F. excelsior L.
Plate 275, p. 300
b. Spiral thickenings.
a. Spiral thickenings mostly loose.
1. Main stock : fibre tracheids with
wide pits. Marginal cells with rela-
tively tiny pits.
Syringa vulgaris L.
Plate 287, p. 309
2. Main stock: fibre tracheids and wood
fibres. Marginal cells with relatively
large pits.
Syringa josikaea Jacq.
Plate 286, p. 308
ß. Spiral thickenings usually dense. Main
stock : wood fibres. Vessels often
contain tyloses.
Maclura pomifera C. Schn.
Plate 58, p. 129
y. Wood parenchyma with calcium oxa-
late crystals septate wood fibres, margi-
nal cells with big simple pits.
Gleditschia caspica Desf.
Plate 146, p. 205
D. Rays ovcrwhelmingly four- and many 8erl
ate.
a. No spiral thickenings.
a. Additional fibres present.
Tamarix gallica Webb.
Plate 92, p. 163
T. pentandra Pall.
Plate 93, p. 164
ß. No additional fibres, height of rays
1 — 240 cells, width of rays 2 — 8 cells,
heterogeneous ray structure.
Celastrus orbiculata Thunb.
Plate 215, p. 257
b. Spiral thickenings.
a. Height of rays above 100 cells and
several mm. Width of rays 5 — 6 cells
(60 — 80 p,). Structure of rays slightly
heterogeneous. Main stock : fibre trach-
eids.
Rosa canina L.
Plate 131, p. 193
ß. Height of rays less than 100 cells.
1. Width of rays 4 — 6 cells (30 — 40 f-t),
Main stock : wood fibres. Groups of
wood parenchyma. Additional fib-
res. Tyloses frequent.
Robinia pseudoacacia L.
Plate 165, p. 218
2. Width of rays 4 — 6 cells (20 — 30 //)•
Main stock : fibre tracheids. \o
groups of wood parenchyma. Addi-
tional fibres, tyloses lacking.
Elaeagnus angustifolia L.
Plate 178, p. 227
E. angustifolia var. orientalis Ktze.
Plate 179, p. 228
56
3. Width of rays 6 — 8 cells (60 — 80 P).
Celis of rays thickwalled with tight
lumina. Rays heterogeneous. Main
stock : wood fibres. Small groups of
vessels with tight lumina in summet
wood. No spiral thickenings in wide
vessels.
Celtis australis L.
Plate 63, p. 134
4. Width of rays 6 — 8 cells (60 — 80 /z).
Structure of rays homogeneous. Cells
of rays large with wide lumina.
Groups of parenchyma in the summet
zone. There may be no spiral thicke-
nings in the widest vessels. Main
stock : wood fibres.
Gleditschia triacanthos L.
Plate 147, p. 206
5. Rays heterogeneous.
Ailanthus altissima Swingle.
Plate 194, p. 241
6. The same structure of rays. Groups
of parenchyma rare in the autumn
zone. Spiral thickenings in all
vessels. Fibre tracheids and wood
fibres.
Prunus armeniaca L.
Plate 118, p. 180
E. Rays one- and many seriate (10 — 30).
Quercus borealis maxima Sarg.
Plate 20, p. 95
Q. canariensis Willd.
Plate 21, p. 95
Q. castaneifolia C. A. Mey.
Plate 22, p. 96
Q. cerris L.
Plate 23, p. 97
Q. cerris var. austriaca Loud.
Plate 24, p. 97
Q. frainetto Ten.
Plate 25, p. 99
Q. petraea Liebl.
Plate 27, p. 101
Q. pubescens Willd.
Plate 28, p. 101
Q. robur L.
Plate 29, p. 102
Q. suber L.
Plate 30, p. 103
II.
Division of pores entirely regulär ; not even
at the growth ring delimitation a conspicuosus
density to be observed.
7. Width of rays 1 — 4 (5), height of
rays up to 35 cells, homogeneous
ray structure, no spiral thickenings
and tyloses in wide vessels, paren-
chyma groups in autumn zone ;
main stock : wood fibres.
Gymnocladus dioicus K. Koch
Plate 159, p. 214
A. Rays uni-, exceptionally biseriate. Main
stock : fibre tracheids.
a. Perforations simple, spiral thickenings.
a. Cells of rays in radial and tangential
cut vertically rectangular.
Polygala chamaebuxus L.
Plate 200, p. 247
57
ß. Cells of rays radially stretched. Vessels
mostly single and angular.
Cotoneaster melanocarpa Lodd.
Plate 101, p. 169
C. multiflora var. calocarpa Rehd. et Wils.
Plate 102, p. 169
C. racemiflora K. Koch.
Plate 103, p. 169
y. Cells of rays vertically and horizontally
rectangular. Pores of rather radial,
short elliptical form.
Helianthemum nummtllarium L.
Plate 90, p. 161
6. Simple, exceptionally scalariform perfora-
tions, all tracheal elements spirally thicke-
ned. Structure of rays heterogeneous.
Forsythia viridissima Ldl.
Plate 273, p. 298
c. Scalariform, exceptionally simple per-
forations. Vessels without spiral thicken-
ings ; rays heterogeneous.
a. Transversal cut of wood not more than
3 mm in diameter.
1. Fibre tracheids very long (up to
2 mm). Number of bars up to 20—30.
Cells of rays vertically rectangular.
Linnaea borealis L.
Plate 288, p. 310
2. Number of bars 6—15. Main stock:
wood fibres and fibre tracheids.
Rhodothamnus chamaecistus Rchb.
Plate 256, p. 285
3. Fibre tracheids considerably shorter
(0.4 —1.6 mm). Number of bars
10-15.
Vaccinium oxycoccos L.
Plate 258, p. 287
ß. Transversal cut of wood larger than
3 mm.
7. In the vessels horizontally streched,
Fitis-shaped bordered pits.
+ Structure of rays homogeneous.
Loiseleuria procumbens Desv.
Plate 252, p. 283
++ Main stock : wood fibres. Here
and there heterogeneous stock of
rays. Seldom rays of pores with
2 — 5 cells, size of pores up to
50, number of scalariform bars
10 — 20. Width of rays 1 — 2 cells.
Transversal cut of cells rather
round, that of the biseriate ellipt-
ical.
Liquidambar styraciflua L.
Plate 76, p. 147
+++ Stock of rays heterogeneous.
Hamamelis virginiana L.
Plate 74, p. 145
2. Bordered pits not horizontally (“ Vitis-
shaped”) stretched.
Andromeda polifolia L.
Plate 242, p. 278
Ledum palustre L.
Plate 251, p. 282
Rhododendron ferrugineum L.
Plate 253, p. 284
Rh. hirsutum L.
Plate 254, p. 284
Rh. ponticum L.
Plate 255, p. 285
y. Transversal cut of wood barely 5 mm.
Simple perforations without spiral
thickenings.
5«
1. Cavities of pits very narrow (1 — 2 /z).
Occasionally wood fibres.
Erica carnea L.
Plate 249, p. 281
2. Cavities of pits larger (3—4 /z).
Calluna vulgaris Hüll.
Plate 246, p. 280
d. Simple and scalariform perforations
without spiral thickenings.
Erica tetralix Scop.
Plate 250, p. 282
B. Rays uni- to triseriate.
a. Perforations simple, spiral thickenings
lacking.
a. Pith flecks on rays frequent.
Crataegus nigra W. et K.
Plate 108, p. 172
ß. No pith flecks on rays, diameter of
wood not more than 3 mm.
Dryas octopetala L.
Plate 112, p. 175
y. No pith flecks on rays ; bush or tree ;
vessels in the main stock single or
forming rays of pores with 2 — 3 cells,
homogeneous stock of rays, transversal
cut of cells of uniseriate rays rather
round or short quadrangles, on the
radial side stretched.
Albizzia julibrissin Durazz.
Plate 143, p. 202
b. Simple perforations, spiral thickenings.
a. The superposed biseriate rays amalga-
mate often through uniseriate marginal
cells (T).
1. Transversal cut of rays generally
irregulär, bigger or smaller ring or
short ellipse (T). Marginal cells of
rays rather lying quadrangle (R).
Pyrus communis L.
Plate 116, p. 179
2. Transversal cut of ray cells rather
regulär (T) and marginal cells nearly
always Standing ellipses (R).
Sorbus mougeotii Soy. et Gord.
Plate 138, p. 199
ß. The superposed biseriate rays do not
unite, but run separately (T).
2. Biseriate rays mostly with 1—4—8
chambered marginal cells in one
line (T).
+ Number of uniseriate rays is
relatively higher than that of the
biseriate (T).
Crataegus degeni ZsÄK
Plate 105, p. 171
C. orientalis Pall.
Plate 109, p. 173
Number of uniseriate rays the
same or relatively lower than that
of the biseriate (T).
Cydonia oblonga Mill.
Plate 111, p. 174
Malus silvestris Mill.
Plate 114, p. 177
2. Biseriate rays mostly with 1 — 2(3)
chambered marginal cells in one
line (T).
Sorbus domestica L.
Plate 137, p. 197
S. torminalis Crantz
Plate 140, p. 200
59
c. Scalariform perforations, no spiral thicken-
ings. Structure of rays heterogeneous.
a. Main stock : fibre tracheids and wood
fibres with very thick walls. Vessels
mostly single angular.
I. Biseriate rays wider or hardly wider
than the uniseriate ones ; main
stock : fibre tracheids.
Viburnum lantana L.
Plate 299, p. 317
2. Biseriate part of the rays twice as
wide as the uniseriate. The inner
ones more vertically stretched (tang.
cut); main stock : fibre tracheids
and wood fibres.
Cornus australis C. A. Mey.
Plate 235, p. 271
C. mas L.
Plate 236, p. 272
geneous structure of rays. Vessels in
radial Order.
Vaccinium uliginosum L.
Plate 259, p. 287
4. Perforations simple and scalariform.
Number of bars 10 —12. Main stock:
wood fibres and fibre tracheids.
Some vessels arranged in radial rows
near rays. Structure of rays not
definitely heterogeneous.
Chamaedaphne calyculata Moench
Plate 247, p. 280
d. Simple and scalariform perforations;
main stock : fibre tracheids ; no spiral
thickenings, calcium oxalate crystals.
Lonicera etrusca Santi.
Plate 291, p. 311
C. sanguinea L.
Plate 237, p. 273
ß. Main stock : thin-walled fibre tracheids.
1. Biseriate rays with very thick walls.
Number of bars even 35—40. Pits
round and oval.
Viburnum opulus L.
Plate 300, p. 317
2. Cells of rays relatively thin-walled,
cubic or quadrangular biseriate only
through 1 2 cells. Long-stretched
scalariform perforations with 30 — 40
bars.
Cercidiphyllum japonicum S. et Z.
Plate 75, p. 146
3. Perforations often simple. Scalari-
form perforations short, number of
bars small (10). No typically hetero-
C. Rays three- or multiseriate.
a. Vessels with simple perforations, no
spiral thickenings.
Bruckenthalia spiculifolia Rchb.
Plate 245, p. 279
b. Simple perforations, in some vessels
spiral thickenings.
Crataegus monogyna Jacq.
Plate 107, p. 172
Cr. oxyacantha L.
Plate 110, p. 173
c. Scalariform perforations and loose spiral
thickenings. Width of rays 1 —10. Trans-
versal cut of pores angular. Main stock :
thick-walled fibre tracheids. Structure ol
rays heterogeneous.
Staphylea pinnata L.
Plate 221, p. 2b0
60
d. Simple and scalariform perforations, no
spiral thickenings.
Vaccinium myrtillus L.
Plate 257, p. 286
e. Width of rays 1 — 2 (3 — 4).
Staphylea colchica Stev.
Plate 220, p. 260
f. Simple perforations. Main stock : wood
fibres and supplementary fibres.
Myricaria germanica Desv.
Plate 91, p. 162
g. Simple and scalariform perforations, no
spiral thickenings, width of rays 6—10,
heigth of rays 100 — 200 cells, heterogen-
eous structure of rays.
Kerria japonica DC.
Plate 113, p. 176
III.
Division of pores fairly regulär. At the begin-
ning of the spring zone a certain enlargement and
density of pores to be observed. The pores become
somewhat tighter in the summer zone, their
number also diminishing. Sometimes pore rings
present.
A. Rays uniseriate.
a. Perforations simple, spiral thickenings.
a. Cells of rays and marginal cells of
shorter or longer horizontal quadran-
gulär forms, Structure of rays homo-
geneous.
Evonymus europea L.
Plate 216, p. 257
E. latifolia Scop.
Plate 217, p. 258
E. nana Bieb.
Plate 218, p. 258
E. verrucosa Scop.
Plate 219, p. 259
ß. Cells of rays square or of a vertical
quadrangular form.
1. Largest vessels of the spring zone
more or less arranged in pore rings,
diameter 40—60 p.
Jasminum fruticans L.
Plate 279, p. 302
2. Pore rings not clearly defined. Dia-
meter even of largest vessels not
more than 20—25 p.
Fumana procumbens Gren. et Godr.
Plate 89, p. 160
Cotoneuster integerrima Med.
Plate 100, p. 168
b. Perforations simple, rarely 1 — 3 bars,
delicate spiral thickenings.
Vaccinium vitis-idaea L.
Plate 260, p. 288
c. Scalariform perforations, no spiral thick-
enings.
a. On the delimination of the growth ring
distinct pore rings. In other parts of
the growth ring pores rarely occurring.
Rays very high, upto 25 cells. Cells of
these vertically quadrangular. Thin-
walled, square cells of the main stock
radially ordered (Q).
Myrica gale L.
Plate 31, p. 104
ß. No separated pore rings on the delimita-
tion of growth rings. Cells of rays
longitudinally flattened and pointed
(T). Cells of the main stock not in a
definite radial Order.
Empetrum nigrum L.
Plate 261, p. 289
61
B. Rays uni- to fourseriate.
a. Simple perforations, no thickenings in
wide cells but spiral thickenings in the
narrow ones. Diameter of wide vessels
up to 200 /z, main stock: wood fibre and
fibre tracheids, para- and metatracheal
parenchym often present. Width of rays
1—3, height of rays 1 — 100 cells ; stock
of rays heterogeneous.
Campsis radicans Seem.
Plate 264, p. 291
b. Perforations simple, no spiral thickenings.
a. Rays very high, above 100 cells (T),
biseriate, transversal cut of ray cells
more angular.
Sibiraea croatica Deg.
Plate 133, p. 195
ß. Rays considerably lower (T), 25 — 30
cells. Inner cells short, elliptic or
circular.
1. Walls of vessels rather strong. Cavi-
ties of pits tiny (1.5—2 p), Rays
often triseriate.
Erica arborea L.
Plate 248, p. 281
2. Vessels thin-walled, pits large. Rays
uni- or biseriate.
Crataegus intricata Lge.
Plate 106, p. 171
c. Perforations simple, spiral thickenings.
u. Main stock : wood fibres.
I. Vessels of the spring zone 60—100 p
in diameter, rather densely arranged.
Vessels many times longer than wide;
rays homogeneous.
Ptelea trifoliata L.
Plate 193, p. 239
2. Vessels of the spring zone 30 — 70 p,
rather densely arranged. Vessels many
times longer than wide.
Arbutus andrachne L.
Plate 240, p. 276
A. unedo L.
Plate 241, p. 277
3. Vessels of the spring zone 50 — 70 p.
Some kinds of vessels rather short,
not more than thrice longer than
wide ; structureof rays homogeneous.
Petteria ramentacea Prsl.
Plate 163, p. 217
ß. Main stock : fibre tracheids.
1. Cells of rays large (15—20 p, T),
structure homogeneous. Fibre tra-
cheids thick-walled.
Amelanchier ovalis Med.
Plate 99, p. 167
Sorbus aria Crantz
Plate 134, p. 195
S. semiincisa Borb.
Plate 139, p. 199
2. Structure of rays heterogeneous.
Cells of rays smaller, up to 15 p,
+ All vessels and fibre tracheids
spirally thickened.
Lonicera coerulea L.
Plate 290, p. 311
L, orientalis Lam.
Plate 293, p. 312
L. xylosteum L.
Plate 295, p. 314
++ Vessels and tracheids not spirally
thickened.
Cotoneaster tomentosa Ldl.
Plate 104, p. 170
62
3. Structure of rays heterogeneous,
many pith flecks on the delimitation
of growth rings, loose spiral thicken-
ings.
Ligustrum vulgare L.
Plate 280, p. 303
4. Structure of rays homogeneous.
height up to 80 cells.
Mespilus germanica L.
Plate 115, p. 178
5. Vessels mostly oblong, pointed, spiral
thickenings in all vessels and fibre
tracheids.
Prunus fruticosa Pall.
Plate 123, p. 186
P. tenella Bätsch.
Plate 129, p. 191
6. Vessels only here and there spirally
thickened.
Syringa amurensis Rupr.
Plate 285, p. 307
7. Vessels with wide lumina not at all,
tighter ones only slightly pointed.
Spiral thickenings almost horizontal.
Hippophae rhamnoides L.
Plate 180, p. 229
d. Simple, rarely scalariform perforations
and spiral thickenings.
a. Typically heterogeneous structure of
rays.
Lonicera caprifolium L.
Plate 289, p. 311
L. tatarica L.
Plate 294, p. 313
ß. Structure of rays 4z homogeneous.
1. Height of rays 2 — 15 cells. Main
stock : wood fibres and fibre tra-
cheids.
Arctostaphylos uva-ursi Spreng.
Plate 243, p. 278
2. Height of rays sometimes above
30—40 cells. Main stock: fibre tra-
cheids.
Sorbus aucuparia L.
Plate 135, p. 196
S. chamaemespilus Crantz
Plate 136, p. 197
e. Scalariform perforations, no spiral thick-
enings ; main stock: fibre tracheids.
Arctous alpinus Niedenz
Plate 244, p. 279
f. Scalariform perforations, number of bars
6—20, no spiral thickenings. Main stock:
wood fibre ; heterogeneous structure of
rays, diameter of vessels 25—45 p.
Parrotia persica C. A. Mey.
Plate 77, p. 148
g. Scalariform perforations ; number of bars
10—30, vessels with and without spiral
thickenings ; main stock : wood fibres
and fibre tracheids, calcium oxalate crys-
tals in the wood parenchyma ; stock of
rays distinctly heterogeneous, width of
rays 1 — 3 (4).
Viburnum tinus Maxim.
Plate 302, p. 319
h. As above but width of rays 1 — 2 (3)
cells, number of bars up to 40.
Viburnum orientale Pall.
Plate 301, p. 318
63
C. Rays more than fourseriate.
a. Simple perforations without spiral thick-
enings ; main stock ; wood fibres and
fibre tracheids, heterogeneous structure
of rays distinctly.
Spiraea cana W. et K.
Plate 141, p. 201
S. crenata L.
Plate 142, p. 201
b. Simple perforations, spiral thickenings.
a. Main stock : fibre tracheids.
Prunus amygdalus Bätsch.
Plate 117, p. 180
P. mahaleb L.
Plate 125, p. 187
P, persica Bätsch.
Plate 127, p. 189
ß. Main stock : wood fibres. Rays very
wide (10—12 cells, 100 —120 p). Wider
vessels often lower than wide.
Loranthus europaeus L.
Plate 70, p. 141
c. Simple and scalariform perforations with-
out spiral thickenings. Rays 1—4 and
10 — 30 cells wide.
Fagus orientalis Lipsky
Plate 18, p. 93
F. silvatica L.
Plate 19, p. 93
d. Simple perforations, no spiral thickenings,
structure of rays heterogeneous, conspicu-
ous, in 1 — 5 lines, height of rays 1 — 280
cells.
Osyris alba L.
Plate 68, p. 139
e. Scalariform perforations, no spiral thick-
enings. Structure of rays heterogeneous.
a. Number of bars 8 —10. Width of pores
30 — 40 p.
Ribes alpinum L.
Plate 96, p. 166
ß. Number of bars 25 — 30, even 40. Width
of pores up to 80 p.
Philadelphus coronarius L.
Plate 95, p. 165
IV.
Mostly twin pores or porous rays with 4 — 5
cells.
A. Mostly uniseriate rays, main stock : wood
fibres.
a, Perforations simple, no spiral thickenings.
a. Vessels relatively thin-walled. Marginal
cells contain very large, simple pits
(R).
1. Marginal cells rather horizontally,
very rarely vertically rectangular or
square-shaped. In the height of one
ray-cell 2 — 3 (4) rows of simple,
large pits.
Populus alba L.
Plate 39, p. 112
P. canescens Sm.
Plate 40, p. 114
P. deltoides Marsh.
Plate 41, p. 114
P. nigra L.
Plate 42, p. 115
P. nigra var. italica Duri,
Plate 43, p. 110
P. robusta C. Sciiv
Plate 44, p. H'
P. simonii Cviu-
Plate 45, p. H“
P. tacamachacca Mu »
Plate 46, p. I1,
P. tremula 1
Plate 47, p. H
P. trichocarpa Torr, et Gri'
Plate 48, p. I
64
2. Marginal cells rather vertically rect-
angular or square-shaped. In the
height of one ray 4 8 (10) rows of
simple, large pits.
Salix caprea L.
Plate 49, p. 121
S. fragilis L.
Plate 50, p. 122
S. repens var. rosmarinifolia Wimm, et Grab.
Plate 51, p. 123
S. viminalis L.
Plate 52, p. 123
ß. Vessels thick-walled. Radial pits of
marginal cells tiny.
1. Wood fibres septate.
Punica granatum L.
Plate 184, p. 233
2. Wood fibres not septate.
Zizyphus jujuba Mill.
Plate 232, p. 268
b. Simple perforations with spiral thicken-
ings.
Aesculus hippocastanum L.
Plate 213, p. 254
c. Scalariform perforations without spiral
thickenings. Also septate wood fibres.
Ainus viridis DC.
Plate 10, p. 83
B. Uni-, bi-, exceptionally triseriate rays,
main stock : wood fibres.
a. Simple perforations without spiral thick-
enings.
a. Vessels short, cylindric, not pointed.
Bordered pits tiny, edged. Pores gene-
rally tiny, round or elliptic.
Amorpha fruticosa L.
Plate 148, p. 207
ß. Vessels stretched. Bordered pits large,
coterminous, also angular. Pores slit-
shapcd.
1. Several terminal parenchyma rows
running parallelly to the growth
ring delimitation.
Pterocarya stenoptera DC.
Plate 38, p. 111
2. No connected terminal parenchyma
rows.
Juglans cordiformis Maxim.
Plate 32, p. 105
b. Simple and scalariformperforations, hardly
discernible spiral thickenings or none at all.
a. Pits always round or short-elliptical.
Laurus nobilis L.
Plate 82, p. 153
ß. Pits (T) wholly stretched, ” Vitis-
shaped”. Very rarely delicate, hardly
discernible spiral thickenings.
Magnolia acuminata L.
Plate 80, p. 150
c. Simple perforations, spiral thickenings.
a. Spiral thickenings loosc and irregulär.
Juglans nigra L.
Plate 35, p. 107
ß. Spiral thickenings running regularly.
1. Main stock on the growth ring de-
limitation: supplementary fibres and
parenchyma.
+ On the border of the summer wood
(10—15 cells in width) a zone of
vessels with tight lurnina spirally
thickened with 3 — 5 cells.
Catalpa bignonioides Walt.
Plate 265, p. 292
rregMM
65
++ No zone of pore groups. Summer
vessels with tight lumina, spirally
thickened, mostly single, sur-
rounded by thin-walled wood pa-
renchyma cells.
Paulownia tomentosa Steud.
Plate 263, p. 290
2. Main stock at the growth ring de-
limitation : wood fibres
+ Vessels larger (100—130 p), lumina
on the growth ring delimitation
arranged in pore-rings (p : P =
= 1 : 4—5).
Rhamnus frangula L.
Plate 226, p. 265
++ No accumulation of pores on the
growth ring delimitation. Dia-
meter of vessels of the spring zone
40-60 p, (p : P = 1 : 2-3).
Acer cappadocicum Gleditsch
Plate 204, p. 250
A. ginnala Maxim.
Plate 205, p. 250
A. negundo L.
Plate 207, p. 251
A, opalus var. obtusatum Henry.
Plate 208, p. 252
A. saccharum Marsh.
Plate 211, p. 253
C. Rays tri- or multiseriate.
a. Perforations simple, no spiral thickenings.
a. Diameter of the single vessels up to
100 150 p. Main stock scanty when
compared with vessels. Metatracheal
parenchyma abundant.
Juglans cinerea L.
Plate 33, p. 106
J. mandschurica Maxim.
Plate 34, p. 106
J. regia L.
Plate 36, p. 108
ß. Diameter of the isolated vessels up to
70 /z. Main stock considerably less as
compared with vessels : wood paren-
chyma scanty.
Sambucus nigra L.
Plate 296, p. 314
S. racemosa L.
Plate 297, p. 315
b. Perforations simple, spiral thickenings.
a. Main stock : wood fibres.
Acer campestre L.
Plate 203, p. 249
A. monspessulanum L.
Plate 206, p. 251
A. platanoides L.
Plate 209, p. 252
A. pseudo-platanus L.
Plate 210, p. 253
A. tataricum L.
Plate 212, p. 254
ß, Main stock : fibre tracheids or occasion-
ally wood fibres.
1. Rays uniseriate, up to fourseriate.
Transversal cut of rays spindle-like.
height up to 30 cells, homogeneous
ray structure.
Prunus padus L.
Plate 126. p. 188
2. Rays uniseriate up to fiveseriat < .
Transversal cut of rays sliorter aiui
wider, height up to 20 cells, hetero
geneous ray structure.
Prunus avium 1
Plate 110, p. 18!
6)6
V.
VI.
Mostly porous rays with more than 5 cells.
Accumulated rays.
A. Simple and scalariform perforations, spiral
thickenings in some vessels.
Betula raddeana Trautv.
Plate 6, p. 80
B. Scalariform perforations, no spiral thick-
enings.
a. Bordered pits very tiny (2 — 3 /z). Bars
dense (up to 15).
Betula humilis Schrank
Plate 2, p. 77
B. nana L.
Plate 3, p. 78
B. pendula Roth.
Plate 4, p. 78
B. pubescens Ehrh.
Plate 5, p. 79
A. Scalariform perforations, no spiral thicken-
ings, number of bars 18—22.
Ainus glutinosa Gaertn.
Plate 7, p. 80
A. incana Moench
Plate 8, p. 81
A. subcordata C. A. Mey.
Plate 9, p. 83
B. Scalariform perforations, rarely spiral thick-
enings. Number of bars 10—12 only or
even less.
Corylus avellana L.
Plate 14, p. 88
C. colurna L.
Plate 15, p. 90
b. Bordered pits larger (8 — 10 /z). Bars more
scattered.
Corylus maxima Mill.
Plate 16, p. 91
C. Perforations simple, spiral thickenings.
Ostrya carpinifolia Scop.
Plate 13, p. 87
D. Simple perforations, no spiral thickenings,
conspicuous heterogeneous ray structure,
main stock : wood fibres, growth ring
delimitation indistinct.
Euphorbia dendroides L.
Plate 71, p. 142
C. Perforations simple, rarely spiral thickenings.
Carpinus betulus L.
Plate 11, p. 84
C. orientalis Mill.
Plate 12, p. 86
VII.
More extended rays (3 — 10 cells), somewhat
widening towards the growth ring delimitation.
A. Perforations simple; bordered pits and
wide spiral thickenings in the same vessels.
Main stock : mostly wood fibres and fibre
tracheids, beside metatracheal parenchyma.
67
Rays uni- to 4-scriatc (up to 30 p). Cells of
the same very narrowly ellipsis-shaped (T).
Tilia americana L.
Plate 186, p. 235
T. cordata Mill.
Plate 187, p. 235
T. platyphyllos Scop.
Plate 188, p. 235
T. platyphyllos var. rubra Rehd.
Plate 189, p. 236
T. tomentosa Moench
Plate 190, p. 236
B. Perforations simple, delicate spiral thick-
enings. Main stock: fibre tracheids.
Rays 1 — 10 cells wide (70—80 p). Cells
thick-walled, wide ellipses or circles.
Prunus cerasifera Ehrh.
Plate 120, p. 182
P. cerasus L.
Plate 121, p. 184
P. domestica L.
Plate 122, p. 185
P. spinosa L.
Plate 128, p. 189
C. Scalariform perforations, no spiral thick-
enings.
a. Large and alternating pits ; main stock :
wood fibres, rays 1 — 2 cells wide.
Liriodendron tulipifera L.
Plate 81, p. 152
b. Pits smaller, scattered ; main stock :
fibre tracheids, rays 1-8 cells wide.
R. sativum Syme.
Plate 97, p. 166
Ribes uva-crispa L.
Plate 98, p. 166
D. Simple and scalariform perforations, no
spiral thickenings. Main stock : wood fibres
and fibre tracheids. Bordered often oppositc
ellipses.
Platanus occidentalis L.
Plate 78, p. 149
P. orientalis L.
Plate 79, p. 150
E. Perforations simple, no spiral thickenings.
Main stock : fibre tracheids. Bordered
pits not opposite.
Rubus idaeus L.
Plate 132, p. 194
VIII.
Vessels (pores) along the whole growth ring
arranged in smaller or larger groups, rays 1 —15
cells wide.
A. Larger vessels or groups of vessels of the
spring zone forming well separated pore
rings.
a. Width of rays 1—2, height of rays 1—45,
diameter of wide vessels up to 270 /z;
simple perforations, no spiral thickenings;
main stock : fibre tracheids.
Periploca graeca L.
Plate 272, p. 298
b. Rays uni-, biseriate and 70 — 120 p wide.
Diameter of wide vessels 80 — 200 p.
a. Supplementary fibres frequent.
Laburnum alpinum Bercht. et Prsl.
Plate 161, p. 214
L. anagyroides Med.
Plate 162, p. 215
68
ß. No supplementary fibres.
Berberis vulgaris L.
Plate 84, p. 156
Celtis caucasica Willd.
Plate 64, p. 135
C. occidentalis L.
Plate 65, p. 136
Zelkova carpinifolia K. Koch.
Plate 66, p. 137
c. Rays 1 —6-seriate, not more than 50 p
wide.
a. Diameter of wide vessels up to 100 //.
Cells large ellipses or circular (T).
1. Width of rays 1 — 6 cells, vessel
groups in growth ring arranged at
growth ring delimitation in oblique
or horizontal direction ; spiral thick-
enings, wood parenchyma cells with
calcium oxalate crystals, simple per-
forations ; main stock : wood fibres
and supplementary fibres.
Halimodendron halodendron Voss
Plate 160, p. 215
2. Vessels ending at the same height;
there are spiral thickenings in all of
them. Tangential cut of rays irregu-
lär, also cells of irregulär form.
Occasionally supplementary fibres.
Coronilla emerus L.
Plate 154, p. 210
3. Vessels not ending at the same height.
In those with widest lumina there
are no spiral thickenings. Tangen-
tial cut of rays shaped in regulär
spindle form. Cuts of rays circular,
arranged in rows.
Ulmus americana L.
Plate 59, p. 130
ß. Rays 1 —6-seriate. Cells stretched
ellipses. Supplementary fibres.
Caragana arborescens Lam.
Plate 149, p. 208
C. grandiflora DC.
Plate 150, p. 208
Colutea arborescens L.
Plate 151, p. 209
C. cilicica Boiss.
Plate 152, p. 209
C. orientalis Mill.
Plate 153, p. 210
y. Rays 1 —6-seriate, no supplementary
fibres.
Morus alba L.
Plate 53, p. 124
M. nigra L.
Plate 54, p. 125
Broussonetia papyrifera Vent.
Plate 57, p. 128
Zelkova serrata Mak.
Plate 67, p. 137
d. Rays 1 —6-seriate, more than 50 p wide
(70 — 90 p). Tangential cut of spring
vessels 150 — 300 p in diameter. Lumina
of bordered pits regulär circles, pores
also mostly circular.
Ulmus carpinifolia Gleditsch
Plate 60, p. 131
U. glabra Huds.
Plate 61, p. 132
U. laevis Pall.
Plate 62, p. 132
e. Width of rays 1 — 8, height of rays 1 — 25 p;
now and than heterogeneous ray struc-
69
ture, spiral thickenings; diameter of I. The flame-shaped vesse s start rom
vessels up to 25 [jl ; main stock : wood continous rings of pores as a wi e
fibres. Vasicentrical parenchyma ; cal- basis at the growth ring e m
cium oxalate crystals found often in
wood parenchyma cells. Rhamnus cathartica L.
Plate 224, p» 263
Melia azedarach L.
Plate 195, p. 242 Rh imeretina Booth.
Plate 227, p. 266
f. Width of rays 1 — 10, simple perforations,
spiral thickenings in wide vessels often
missing. Main stock : wood fibres and
supplementary fibres ; vessel groups in
autumn zone run zigzag in oblique direc-
tion. The ends of narrow vessels joining
each other toothlike in the same height.
Retama rhodorhizoides Mey.
Plate 164, p. 217
g. Rays 10—15-seriate (150—200 /z) and
several mm high. Diameter of vessels of
the spring zone 250—350 /z.
a. Bordered pits horizontal, long-stretched,
in narrower vessels arranged in a
single vertical row. Septate wood
fibres. Vessels of the summer zone
arranged in pore rows.
Vitis vinifera L.
Plate 234, p. 270
ß. Pits less stretched. Wood fibres thick-
walled, not septate. Vessels of the
summer zone arranged in pore rows.
Clematis vitalba L.
Plate 83, p. 154
B. Wide vessels and vessel-groups of the
spring zone not larger or hardly larger than
those of the summer zone.
°. Rays 1 — 2-seriate.
a. Arrangement of vcaaela flame-Bhuped.
Rh. pallasii Fisch, et Mey.
Plate 228, p. 266
Rh. pumila L.
Plate 229, p. 267
Rh. saxatilis Jacq.
Plate 230, p. 267
Rh. tinctoria W. etK.
Plate 231, p. 268
2. No pore rings at the growth ring
delimitation. Flames are the widest
in the middle of growth ring.
Phillyrea vilmoriniana Boiss et Bal.
Plate 284, p. 306
3. The flame-shaped autumn vessel-
groups run almost without altera-
tion through the growth ring de-
limitation, some other run even out
of the latter.
+ Width of ray cells 8 10 ii. Re-
markablc heterogeneous ray struc-
ture.
Phillyrea latifolia I .
Plate 282, p. 303
Width of ray cells 13 — 21 p.
Phillyrea latifolia var. media ('. Schn.
Plate 283, p. 306
70
ß. Arrangement of vessel groups not
flame-shaped.
1. According to the thickness of their
walls, the elements of the tracheal
groups detach themselves markedly
from the thin-walled wood fibre
stock.
Daphne alpina L.
Plate 170, p. 222
D. arbuscula Celak.
Plate 171, p. 222
D. blagayana Frey.
Plate 172, p. 223
D. cneorum L.
Plate 173, p. 223
2. The thickness of the walls of tracheal
elements not conspicuous.
+ Radially arranged groups of pores
narrow.
* Round bordered-pits. of vessels,
pores equally circular
Daphne laureola L.
Plate 174, p. 224
D, mezereum L.
Plate 175, p. 224
* * Pores of the bordered pits of
vessels pointed.
Thymelaea hirsuta Endl.
Plate 176, p. 225
* ** The vessels gather in loose groups;
heterogeneous ray stock, spiral
thickenings ; main stock : wood
fibres, hight of rays 1—40 cells,
diameter of vessels 30—40 p.
Cneorum tricoccum L.
Plate 177, p. 226
Radially arranged groups of pores
wide. Growth ring delimitation
undulating.
Rosmarinus officinalis L.
Plate 268, p. 294
+++ Direction of pore groups oblique,
presence of supplementary fibres.
Cytisus austriacus L.
Plate 155, p. 211
C. scoparius LK.
Plate 156, p. 212
Genista radiata Scop.
Plate 158, p. 213
Spartium junceum L.
Plate 167, p. 219
++++ Arrangement of pore groups more
tangential or radial and tangen-
tial.
Lycium halimifolium Mill.
Plate 262, p. 289
Lavendula officinalis Chaix, et Vill.
Plate 267, p. 294
b. Rays more than 3-seriate.
a. Perforations scalariform, spiral thick-
enings. Fibre tracheids; width of
rays 1—7 p.
Ilex aquifolium L.
Plate 214, p. 255
ß. Perforations of vessels simple.
1, No spiral thickenings. Main stock :
septate ; wood fibres.
Hedera helix L.
Plate 238, p. 274
2, Distinct spiral thickenings.
+ Rays 1 mm, or higher.
71
* Besides rather numerous uniseriate
rays also rays as high as 3 — 4
cells.
Ulex europaeus L.
Plate 168, p. 220
* * Rays several mm high. No uni-
seriate rays. Growth ring delimita-
tion running towards the middle
of thick rays.
Mahonia aquifolium Nutt.
Plate 85, p. 157
Mahoberberis neubertii C. Schn.
Plate 86, p. 158
+ F Rays relatively low (under 1 mm),
1 —6-seriate.
* Direction of vessel groups -|-
radial and narrow flame-shaped.
Rhamnus alaternus L.
Plate 223, p. 262
Rh. fallax Boiss.
Plate 225, p. 264
* * Groups of vessels rather nests,
many parenchymas around them.
Cercis siliquastrum L.
Plate 145, p. 204
* ** Groups of vessels arranged in
oblique or tangential order. Paren-
chymas and groups of supple-
mentary fibres under them.
Cistus monspeliensis L.
Plate 87, p. 159
C. salvifolius L.
Plate 88, p. 159
Cytisus sessilifolius L.
Plate 157, p. 212
♦*♦* Under the thick and wide rays
groups of vessels with narrow
lumina radially arranged, filling
completely the area of the growth
ring. Under these occasionally
isolated vessels with considerably
wider lumina.
Pistacia terebinthus L.
Plate 198, p. 244
y. Simple and scalariform perforations ;
main stock: wood fibre and fibre
tracheids, width of rays 3 — 6 ; light
heterogeneous ray stock, no spiral
thickenings on wide vessels. Pore
groups with 3—10 cells run in a some-
what oblique direction towards the
growth ring delimitation.
Bupleurum fruticosum L.
Plate 239, p. 275
IX.
Growth ring delimitation hardly or not at all
discernible ; wood has homogeneous structure.
A. Rays uniseriate (partly biseriate).
a. Vessels very thick-walled. Main stock :
wood fibres. Vessels arranged in twin
pores or in pore rays with 3 — 6 cells.
Paliurus spina-christi Mill.
Plate 222, p. 261
b. Vessels thin-walled, always single. Main
stock : fibre tracheids.
Eucalyptus globulus Labill.
Plate 182, p. 231
c. Rays partly biseriate. Diameter of vessels
up to 210 p, tyloses present.
Eucalyptus amygdalina Labill.
Plate 181, p. 230
72
B. Rays 1—4-seriate.
a. Scalariform perforations. No spiral thick-
enings. Rays heterogeneous. Bordered
pits of vessels tiny (2 — 3 /z).
Buxus sempervirens L.
Plate 72, p. 143
b. Simple, rarely scalariform perforations.
In some vessels spiral thickenings. Homo-
geneous rays. Bordered pits larger
(4-6 fi).
Pyracantha coccinea Roem.
Plate 130, p. 191
c. Simple perforations, spiral thickenings.
a. Spiral fibres thick, often ramifying.
Main stock : wood fibres.
Pistacia lentiscus L.
Plate 197, p. 244
ß. Spiral fibres delicate. Main stock : fibre
tracheids, possibly also spirally thick-
cned.
Myrtus communis L.
Plate 183, p. 232
d. Perforation simple, no spiral thickenings.
a. Metatracheal parenchyma rows paral-
lel to growth ring delimitations ; ves-
sels single or arranged in pore-rays
with 2 — 4 cells ; conspicuously thick-
walled vessels.
1. Width of rays 1—2, height of rays
1 — 32, in the parenchyma calcium
oxalate crystals.
Diospyros ebenaster Retz.
Plate 269, p. 295
2. Heterogeneous ray stock clearly de-
fined, width of rays 2 — 4, no cal-
cium oxalate crystals.
Diospyros lotus L.
Plate 270, p. 296
ß. Main stock : septate wood fibres.
Ceratonia siliqua L.
Plate 144, p. 203
y. Main stock : simple wood fibres.
1. Width of uniseriate rays 10—12 p
(T).
Nerium oieander L.
Plate 271, p. 297
2, Width of uniseriate rays 20 — 25 p.
Olea europaea L.
Plate 281, p. 304
e. Netlike and scalariform perforations, num-
ber of bars up to 60, heterogeneous ray
structure ; main stock : fibre tracheids.
Weigela japonica Thunb.
Plate 303, p. 320
C. Rays 1 —5-seriate.
a. Perforations simple, spiral thickenings.
Main stock : fibre tracheids.
Prunus laurocerasus L.
Plate 124, p. 186
b. Perforations simple, no spiral thickenings.
Main stock : wood fibres.
a.Size of single vessels 30 — 50 p. Bordered
pits tiny. Supplementary fibres.
Tamarix tetrandra Pall.
Plate 94, p. 164
ß. Size of single vessels 80 —150 p. No
supplementary fibres.
1. Structure of rays heterogeneous.
Coterminous bordered pits on some
vessels.
Ficus carica L.
Plate 55, p. 126
Ficus elastica Roxb.
Plate 56, p. 127
73
2, Structure of rays rather homo-
geneous. Coterminous smaller pits
of wider vessels not angular.
Citrus aurantium L.
Plate 191, p. 238
C. medica var. vulgaris Risso
Plate 192, p. 239
D, Width of rays 4—12, height of rays 120 cells;
no spiral thickenings in wide vessels, simple
perforations, calcium oxalate crystals in
the wood parenchyma ; diameter of vessels
100—200 /z.
Wistaria sinensis Sweet
Plate 169, p. 221
E. Width of rays 4—12, height of rays 150 —
200 cells, diameter of vessels 100 — 250 /z.
Many calcium oxalate crystals in wood and
ray parenchyma ; simple perforations ;
spiral thickenings in narrow vessels and
tracheids.
Polygonum baldschuanicum Req.
Plate 73, p. 144
F. Rays with 1 — 2 cells (4) also wider (15 — 20
cells).
a. Low rays invariably uniseriate.
Quercus Hex L.
Plate 26, p. 100
6. Low rays 1 —4-seriate.
Casuarina equisetifolia Forst.
Plate 1, p. 75
G, Wide rays several mm high.
a. Diameter of widest vessels 150 —180 /z.
Main stock unsignificant. Bordered pits
stretched longitudinally in horizontal
direction. Septate wood fibres.
Parthenocissus quinquefolia Planck.
Plate 233, p. 269
b. Diameter of widest vessels up to 100 /z.
Main stock round the vessels considerable.
Bordered circular, pores similarly cir-
cular or short ellipses. Besides high rays
there are also lower, 1 — 2-seriate ones.
Vitex agnus-castus L.
Plate 266, p. 293
c. Diameter of widest vessels up to 40 /z.
Wood fibres very thick-walled.
Viscum album L.
Plate 69, p. 140
R. EINGEHENDE XYLOTOMISCHE BESCHREIBUNG DER ARTEN
DICOTYLEDONES
Monochlamydeae
I. CASUARINACEAE
Gattung 1. Casuarina
CASUARINA EQUISETIFOLIA Forst
Eisenholz
Sivam poak, Iron wood
Tafel 1
In tropischen und subtropischen Gebieten
(Ostindien, Malaiische* Halbinsel) heimisch.*
Das Untersuchungsmaterial stammt aus dem
Botanischen Garten der Universität Budapest.
Q. 1, 2. Zerstreutporiges Holz. Anordnung der
Gefäße ziemlich unregelmäßig, an einzelnen Stellen
des Jahrringes dichter, an anderen spärlicher.
Jahrringgrenze manchmal verschwommen, i. allg.
jedoch recht augenfällig, da die unmittelbar an
der Jahrringgrenze liegenden Gefäße des Früh-
holzes einen ziemlich deutlichen und zusammen-
hängenden Ring bilden. Von diesen zweigen stellen-
weise an die Quercusarten erinnernde, radiale
Gefäßreichen ab. In der Grundmasse sind an
Ulmus- und Celtis-ÄTten erinnernde Gefäßtrachei-
den und Parenchymgruppen bemerkbar. Gefäße
vorwiegend vereinzelt. Zwillingsporen, kurze
Porenstrahlen oder Porengruppen selten. Der
Querschnitt zeigt mehr oder minder regel-
mäßige Kreise oder kurze Ellipsen. Die größe-
ren Gefäße des Früh- und Spätholzes haben
Lumina von fast derselben Größe. Daneben
kommen auch Gefäße mit ganz engen Lumina
vor. Rings um die Gefäße Tracheiden und Faser-
tracheiden in großer Anzahl. Breite der Mark-
strahlen variabel. Außer 1- bis 4schichtigen sind
auch ganz breite, — an die Quercus-Arten erin-
nernde — Markstrahlen zu finden. Bei letzteren
* Dieses Holz ist nur wegen seiner taxonomischen
Wichtigkeit behandelt.
— ähnlich wie bei denen der Quercus-Arten
starke, bogen- oder kegelförmige Einbuchtungen.
Dadurch wölbt sich die Jahrringgrenze zwischen
je zwei breiten Markstrahlen nach außen. Sämt-
liche Markstrahlen in ihrem radialen Lauf mäßig
gewellt. Holzfasern und Fasertracheiden von
mittelmäßiger Stärke in der Crundmasse reich-
lich vorhanden. Ihre Wände stellenweise stärker
verdickt und parallel zur Jahrringgrenze in kleine-
ren oder größeren Gruppen, fallweise in breiteren,
bzw. schmaleren Lamellen angeordnet. Holz-
parenchymzellen teils als paratracheale, teils als
zusammenhängende und gut wahrnehmbare meta-
tracheale Zellen angeordnet. Letztere Erscheinung
erinnert ebenfalls an die Quercus-Arten. Paren-
chymzellen dünnwandig, daher von den Fasern
der Grundmasse gut abgesetzt.
R. 3. In radialer Richtung ist der Verlauf der
Fasern und Gefäße ziemlich gleichmäßig und die
einfachen, kreis- oder ellipsenförmigen Tüpfel der
Gefäße sind besonders gut sichtbar. Hoftüpfel
auf den radialen Wänden spärlicher als auf den
tangentialen. Gefäße von einer großen Anzahl von
Tracheiden, Parenchymen und Fasertracheiden
begleitet. Auffallend ist ein regelmäßiger Wechsel
zwischen Fasern, bzw. Fasertracheiden und meta-
trachealen Parenchymketten. Letztere bilden ver-
einzelte, häufiger Doppel- und dreifache Reihen.
Die Zellen sind dünnwandig und besitzen die Form
kürzerer oder längerer Rechtecke. Parenchym-
reihen teilen die eigentliche Masse der Holz-
fasern in Bündel. In den Wänden der Parenchym-
zellen viele Tüpfel. Radialwände der Holzfasern
an Tüpfeln ärmer. Markstrahlen von mehr oder
weniger verschiedener Struktur. Die inneren Zel-
len sind kurze Ziegelformen, es kommen aber auch
quadratische, ja manchmal sogar stehende Formen
vor. Die Kantenzellen : stehende Ziegel- oder
quadratische Formen. Außenwände ziemlich ge-
wellt.
75
Sämtliche Wände der Markstrahlen reich be-
tüpfelt. Radialwände, wo sie Holzfasern berühren,
an Tüpfeln etwas ärmer ; wo sie aber Gefäße be-
rühren, dicht mit etwas größeren Tüpfeln bedeckt.
T. 4. Es fällt vor allem die große Anzahl und
Mannigfaltigkeit sowie die unregelmäßige An-
ordnung der Markstrahlen auf. Höhe der 1- bis 3-
oder 4schichtigen Markstrahlen sehr verschieden,
variiert zwischen 1 bis 50 Zellen. Höhe der ein-
schichtigen Markstrahlen i. allg. unter 10, jene
der zweischichtigen zwischen 10 und 20 Zellen.
Noch höhere Markstrahlen drei- oder mehrschichtig
mit häufigen Ausnahmen. Form der Letzteren eben-
falls ziemlich mannigfaltig. Mehrschichtige Mark-
strahlen werden an ihren Enden einschichtig und
lang zugespitzt. Die Kantenzellen können von
den inneren Zellen oft kaum unterschieden werden,
in anderen Fällen sind sie ziemlich langgezogen.
Die breiten Markstrahlen können — denen der
Quercus-Arten ganz ähnlich — 10 bis 15, sogar
20 Zellen breit und von Fasern durchzogen sein.
In manchen Fällen erscheinen sie als typische ge-
häufte Markstrahlen. Markstrahlzellen dünnwan-
dig, ihr Querschnitt zeigt einen Kreis oder eine et-
waslängliche Ellipse ; manchmal sind sie eckig. An
den Tangentialwänden viele Tüpfel. Ablauf der
Gefäße und Fasern leicht wellig. Die einfachen
Perforationen der Gefäße sind i. allg. an der
Radialwand, doch kommen solche auch auf der
tangentialen Seite vor. Wände an Hoftüpfeln
reich. Paratracheale Parenchymzellen häufig. Er-
scheinen metatrachealer Elemente auf dem Tan-
gentialschnitt davon abhängig, in welcher Menge
die Zellenreihen auf den Schnitt gelangten. Ihre
Form längere oder kürzere Rechtecke. Paratrache-
ale Elemente bilden keine längeren Reihen.
Beschreibung der Elemente, im weiteren E.
Gefäßwände ziemlich stark. Die weitesten Ge-
fäße 2- bis 3mal länger als breit. Englumigcre
Gefäße im Vergleich zur Breite sehr lang. Perfora-
tion : einfacher Kreis oder Ellipse ; Abweichun-
gen von diesen regelmäßigen Formen kommen
vor. Die Perforation der weiteren Gefäße ist
unmittelbar an ihrem Ende, beinahe in der
Querrichtung angeordnet. In anderen Fällen ist
das Gefäß oberhalb der Perforation schnabel-
förmig ausgebildet. Ist der Schnabel kleiner, so
ist die Wand glatt, ist derselbe größer, dann er-
scheint die Wand mit Hoftüpfeln bedeckt. Auch
ganz englumige, tracheidenartige Gefäße vorhan-
den, deren Perforation oft ganz klein ist. In den
Gefäßwänden viele Hoftüpfel, i. allg. zerstreut,
oder den Poren der Parenchymzellen ent-
sprechend — zu Längsreihen geordnet. Kleinere
oder größere Wandflächen, besonders auf den
Radialseiten, können auch tüpfelfrei sein. Glatte
Wandteile auch in der Nähe der Perforationen
möglich. Höfe der Tüpfel : längere oder kürzere
Ellipsen, hie und da sogar kreisförmig. Auch stark
in die Länge gezogene Formen kommen vor. Die
Poren sind schmalere Ellipsen, die die Grenze des
Hofes nicht erreichen, sondern höchstens an die-
selbe Nahe herankommen. Lage der Poren in den
weiteren Gefäßen ganz oder annähernd querge-
richtet, in den engeren Gefäßen jedoch schief.
Einzelne unter den spärlichen Tüpfeln von unge-
wöhnlicher Größe, hingegen die an den Mark-
strahlen anliegenden Tüpfel etwas kleiner
(ai-s)-
Auch tracheidenartige Gefäße kommen vor, die
Gefäßen mit engstem Lumen gleichen. Perforatio-
nen bloß an einem Ende vorhanden, das andere
Ende tracheidenartig verdünnt.
Tracheiden kommen i. allg. nur selten vor.
Ihre Größe ungefähr den kleinsten Gefäßen
gleich, die Enden stumpf oder spitz. Wände an
schrägen Hoftüpfeln ziemlich reich. Die Pore
nähert sich dem Hof stark oder umfaßt denselben.
Fasertracheiden stimmen in Form und Wand-
stärke mit den Fasern und betreffs Betüpfelung
mit den Tracheiden überein
Holzfasern: typisch langgezogene Fasern von
mittlerer Wandstärke. In den Wänden schräge
oder vertikal gestellte, einfache, spaltenförmige
Tüpfel. Der äußere Porenmund stellt zuweilen
eine größere, kreisförmige Öffnung dar (dr_2).
Holzparenchymzellen ziemlich dünnwandig.
Form : Rechtecke verschiedener Länge. Die das
Ende der Reihe abschließende Zelle dreieckförmig.
Sämtliche Wände reich betüpfelt. Tangential-
wände an Tüpfeln verhältnismäßig ärmer. Tüpfel
der die Gefäße berührenden Wände größer als die
übrigen kleinen Tüpfel, kreisrund, elliptisch oder
von anderen Formen, in ihrer Anordnung den
Tüpfeln der Gefäße folgend und den gleich be-
tüpfelten Zellen der Markstrahlen sehr ähnlich
tft-öZ . ui
Form, Wandstärke, Betüpfelung der Mark-
strahlzellen bei der Beschreibung der Schnitte be-
reits behandelt (g). (Junges Holz, in weiteren J.)
76
II. BETULACEAE
Gattung 2. Betula
BETULA HUMILIS Schrank
Strauchbirke
Shrubby birch, Bouleau chetif
Tafel 2
Verbreitungsgebiet : Nord- und Süddeutsch-
land, nordwestliche Regionen Rußlands.
Q. _Z, 2. Zerstreutporiges Holz. Früh- und Spät-
holz kaum zu unterscheiden. Gefäße allein oder
Porenstrahlen bildend ; die längsten enthalten
etwa 15 bis 20 Poren. Vereinzelte Gefäße sind
kreis- oder ellipsenförmig. Innere Glieder der
Porenstrahlen viereckig, von verschiedener Größe;
bilden häufig radial flachgedrückte, schmalere
oder breitere, tangential gerichtete Ziegelformen.
Porenstrahlen manchmal in zwei Reihen geordnet.
Größe der Poren des Früh- und Spätholzes fast
gleich. Markstrahlen ziemlich dicht und gleich-
mäßig. Breitere Markstrahlen an den Jahrring-
grenzen auffallend weiter. Grundmasse besteht aus
einer Menge dünnwandiger Holzfasern und Holz-
parenchymzellen gebildet. Größe und Wandstärke
der Holzfasern im Früh- und Spätholz fast gleich.
Endreihen ziemlich flachgedrückt.
Jahrringgrenzen ziemlich ausgeprägt, leicht
gewellt, an Parenchymzellen reicher. Diese teil-
weise paratracheal, teils metatracheal ; letztere
laufen in ziemlich gewellten Reihen parallel zu
den Jahrringgrenzen, können aber zuweilen auch
vereinzelt sein.
R. 3. Markstrahlen 1- bis 2-, seltener 3- bis
4schichtig, von homogener Struktur und 6 bis
80 Zellen hoch ; die sehr hohen durch Ver-
schmelzung mehrerer Markstrahlen entstanden.
Durchschnittliche Höhe 10 bis 30 Zellen. Zellen-
querschnitte : längere oder kürzere Ellipsen.
Lauf der Gefäße sowie der Fasern gerade. Zahl-
reich vorhandene Holzparenchymzellen hie und
da in Reihen von etwa 4 bis 6 Gliedern geordnet.
Tangentialwände glatt, nur mitunter betüpfelt.
An Berührungsstellen mit Gefäßen sehr viele
Tüpfel. Tangentialwände der Gefäße ebenfalls
dicht betüpfelt. Perforation immer der Radial-
wand zugewandt. Perforationen der Tangential-
wände schräg, zu den Längsachsen der Gefäße
unter flachen Spitzwinkeln, bogenartig oder in
S-Form geneigt.
T. 4. Die Markstrahlzellen sind am Tangential-
schnitt ziemlich gleichmäßig (homogene Mark-
strahlen), radial nicht länger als hoch ; manche
haben eine kurze, aufrechte Form. Paratracheale
Parenchymzellen ebenfalls nicht selten.
E. Enden der Gefäße stumpf oder schwach zuge-
spitzt. Wände dünn, tangential von sehr kleinen
Hoftüpfeln dicht bedeckt. Perforationen der Ge-
fäßglieder elliptisch und leiterförmig. Die Sprossen
sind ziemlich dicht, 10 bis 20 an der Zahl, zuweilen
verzweigt eventuell wiederholt vereinigt. Die Hof-
tüpfel lagern dicht aneinander. Radialwände i.
d. R. auf kleineren oder größeren Flecken tüpfel-
frei. Poren der Hoftüpfel schräg, dünn, stäbchen-
förmig, die Höfe ganz umfassend oder sich den
Grenzen derselben nähernd. Spiralverdickungen
der Gefäße kommen bei Betula-Arten nur selten
vor (a^).
Holzfasern dünnwandig. Enden ziemlich man-
nigfaltig oder zugespitzt. Besonders die Radial-
wände an einfachen Tüpfeln ziemlich reich. Tüpfel
in verschiedenem Grade schräg gerichtet. Die
äußeren Porenöffnungen kreisrund, die inneren
spaltenförmig. Sind die äußeren Porenränder brei-
ter als die inneren, so erscheinen sie von oben ge-
sehen als Hoftüpfel. Der Querschnitt zeigt aber
deutlich, daß die Tüpfel an den Primärwänden
am engsten sind
Hoftüpfel nicht ausgeschlossen. In solchen
Fällen liegen möglicherweise Tracheiden vor.
Holzparenchymzellen dünnwandig, der Form
nach langgezogene Rechtecke. Die Wände von
einfachen Tüpfeln bedeckt, die aber nur an
Stellen erscheinen, wo die Wände an Gefäße
grenzen. Mit Fasern kommen sie nicht in Verbin-
dung, Zellen klein, ihre Breite geringer als die der
Holzfasern (ß-z)-
Markstrahlzellen i. allg. gleich groß, teils recht-
eckig, teils quadratisch geformt. Sämtliche Wände
dünn und dicht betüpfelt. Bloß an Stellen, wo sie
sich mit Gefäßen nicht berühren, an Tüpfeln
ärmer. Auch stehende Formen kommen vor
(g^)- (J )
17
BETULA NANA L.
Zwergbirke
Dwarf birch, Bouleau nain
Tafel 3
Komt in Nordeuropa und Asien, sogar in der
Nähe des 70. Breitengrades vor.
Q. 1, 2. Jahrringgrenze gut sichtbar, durch
in Ringform angeordnete, weitlumigere Gefäße
des Frühholzes angedeutet. Das Holz dadurch von
den übrigen Betula-Arten einigermaßen zu unter-
scheiden. Gefäße ordnen sich in kurze Poren-
strahlen oder Gruppen, und sind in den übrigen
Teilen der Jahrringe — besonders im späten Som-
merholz — in geringerer Anzahl vorhanden, ordnen
sich — wie bei anderen Betula-Arten — in Zwil-
lingsporen, kurze Porenstrahlen oder Porengrup-
pen. Markstrahlen wie bei den übrigen Betula-
Arten, Zahl der Holzparenchyme etwas geringer
als bei B. humilis. Im Querschnitt keine zusammen-
hängenden Reihen.
R. 3. Kantenzellen auch hinsichtlich Höhe
und Länge den inneren Zellen gleich. Leiter-
förmige Perforationen der Gefäße annähernd in
gleicher Höhe. Anordnung und Struktur der Holz-
parenchymzellen wie oben. Die Fasern enden
ungefähr in derselben Höhe.
T. 4. Lauf der Gefäße ziemlich gerade, einzelne
Glieder länglich gespitzt. Tangentialwände mit
feinen, kleinen Hoftüpfeln dicht bedeckt. Mark-
strahlzellen i. allg. einschichtig, und 3 bis 10,
seltener 18 bis 20 Zellen hoch. Manchmal kommen
auch 2- bis 3-, sogar 6- bis Öschichtige vor, deren
Höhe sogar 30 Zellen überschreitet. Querschnitt
der Markstrahlzellen ellipsen- oder linsenförmig.
Dicht anliegende Markstrahlen werden durch ein-
zeln oder zu zweit laufende Holzfasern getrennt.
Diese an Tüpfeln ziemlich reich.
E. Größen- und Längenmaße der Tracheen etwa
die Hälfte jener der anderen vier Birken-Arten.
Wände mit Hoftüpfeln dicht bedeckt. Die Per-
forationen sind leiterförmig mit 18 bis 20 Sprossen
und verschwinden dem Ende zu allmählich
(ai-io)’
Die Holzfasern enden gleichmäßiger als bei
B. humilis. Die Tüpfelchen sind an den Radial-
wänden — ähnlich wie bei B. humilis — besonders
dicht und kreuzen einander öfters (d^^).
Ausnahmsweise kommen Fasertracheiden auch
mit Hoftüpfeln vor. Wände etwas dicker als die
der Fasern (e).
Wände der Holzparenchymzellen dünn. Die
Tangentialwände sind einfach betüpfelt. Tüpfel i.
allg. in einer Reihe, fallweise in mehreren geordnet
oder zerstreut. Der Form nach typische, lang-
gezogene Holzparenchymzellen, mit glatten Radial-
wänden
Markstrahlzellen rechteckig, rhomben- oder
auch rhomboidenförmig, mit Tüpfeln bedeckt.
Diese sind die kleinsten Markstrahlzellen der
untersuchten Birken-Arten (g^-z). (J.)
BETULA PENDULA Roth.
Weißbirke
White birch, Bouleau verruqueux
Tafel 4
Mit der Haarbirke leicht zu verwechseln.
Bildet manchmal zusammenhängende Bestände.
Am ganzen eurasischen Kontinent verbreitet.
Splint vom Kernholz nicht zu unterscheiden.
Holz gleichmäßig weiß oder schwach gelblich
gefärbt.
Q. 1, 2. Jahrringgrenze — im Gegensatz zur
B. humilis — etwas schärfer, doch vollkommen
gleichmäßig, nicht gewellt. Dieses Merkmal wird
aber nur durch den Unterschied angedeutet, der
zwischen den Lumina jener Gefäße hervortritt, die
einerseits im Frühholz unmittelbar am Jahrring
lagern, andererseits die engeren Gefäße des Spät-
holzes bilden. Holzfasern an der Jahrringgrenze
1 bis 2 an der Zahl. Gefäße ordnen sich zu je 2
bis 4 (5) in Porenstrahlen. Ihr Lumen im Spätholz
etwas enger, doch keine bedeutenden Unter-
schiede zu beobachten. Grundmasse : eine Menge
von Parenchymzellen und Holzfasern.
R. 3. Radial- sowie Tangentialwände der Ge-
fäße mit Hoftüpfeln in gleichem Maße dicht
bedeckt. Perforationen der benachbarten Ge-
fäße ungefähr in gleicher Höhe. Leitersprossen
sehr fein, dicht, einzelne auch verzweigend, bi>
20 an der Zahl. Markstrahlzellen vorwiegend ver-
schieden lange liegende Rechtecke, nicht selten
Quadrate oder auch stehende Formen. Kanten-
zellen von den inneren kaum zu unterscheiden,
fallweise kürzer, also mehr quadratisch. Di«
Radialwände der Holzfasern, die zwischen den
Gefäßen breitere oder schmalere Zonen bilden,
sind an Tüpfeln reicher. Radialwände der nut
Gefäßen oder Holzparenchymzellen benachbarten
Markstrahlzellen dicht betüpfelt. Die Markstrald-
zellen enthalten Kalciumoxalatkristalle.
78
T. 4. Das Holz hat eine viel feinere Struktur
als bei der vorigen Art. Die Gefäße laufen gerade
und sind an den Tangentialwänden von ganz
kleinen Hoftüpfeln bedeckt. Die Perforationen
schließen mit den Längsachsen der Gefäße Winkel
von beinahe 80° ein. Markstrahlen ein- bis zwei-
oder dreischichtig. Je breiter der Markstrahl,
umso kleiner sind seine Zellen. Kantenzellen
etwas höher als die inneren. Mehrzahl der Paren-
chymzellen unter den Holzfasern angeordnet.
Höhen der Markstrahlen ziemlich gleichmäßig ;
5 bis 6, ausnahmsweise 16 bis 30 Zellen. Quer-
schnitte der Markstrahlzellen — für die Birken
kennzeichnend — schmale Ellipsen oder linsen-
förmig. Zuweilen werden die Markstrahlzellen so
eng, daß ihr Lumen als eine schmale Spalte er-
scheint. Hierdurch weichen sie von den übrigen
Arten einigermaßen ab, da in jenen ähnliche
spaltenförmige Zellen kaum, niemals regelmäßig
zu finden sind.
E. Gefäße stimmen in Maß und Struktur mit
B. humilis überein. In den Birken sind keine ein-
fachen Tüpfel, wie bei den Corylus-Arten oder
anderen Bäumen. Leitersprossenzahl 16 bis 18
oder 20. Im Gegensatz zur vorigen Holzart Hof-
tüpfel an den Tangenlialwänden der Gefäßglieder in
zusammenhängenden Feldern versammelt (al_7).
Holzfasern dünnwandig, ungefähr der Wand-
stärke der Gefäße entsprechend. Tüpfel schräg
oder fast vertikal ; tangential in geringerer Zahl,
radial etwas dichter (dx_±).
Die Holzparenchymzellen stimmen in Struktur,
Größe und Form mit B. humilis überein. Manche
sind fallweise etwas größer und bloß an den Tan-
gentialwänden betüpfelt (f).
Wände der Markstrahlen etwas dicker als die
der übrigen Elemente. Tüpfel ungleichmäßig zer-
streut, rechteckig oder quadratisch geformt. Die
inneren Zellen der Markstrahlen ziegclförmig, die
Kantcnzcllen aber quadratisch fgi-2?- (Altes
Holz, im weiteren A.)
BETULA PUBESCENS Ehrh.
Moorbirke
Bouleau, Birch, Betulla
Tafel 5
Verbreitungsgebiet vorwiegend Nordeuropa und
Sibirien bis Kamtschatka.
Q. J, 2. Querschnittsbild fast wie bin B. pen-
dula, daher Unterscheidung auf dieser Grundlage
schwierig. Jahrringgrenze ziemlich scharf. Gefäße,
wie bei der vorigen Art, im ganzen Jahrring zer-
streut ; die mächtigeren Markstrahlen den ein-
schichtigen gegenüber größer. 3- bis 4schichtige
Markstrahlen häufiger. Zahl der Porenstrahlen-
fflieder i. allg. geringer. Auch hier können die
einzelnen Reihen 4 bis 6 Gefäße enthalten ; An-
zahl der einzelstehenden oder Zwillingsporen be-
deutend größer. Die Grundmasse ist aus einer
Menge ungefähr gleichlumiger Holzfasern und
Holzparenchymzellen zusammengesetzt. Sonst
herrscht vollkommene Übereinstimmung mit der
vorigen Art.
R. 3. Am Radialschnitt zwischen den Kanten-
und inneren Zellen ist ein gewisser Unterschied
bemerkbar. Sonst stimmt das Bild mit dem der
vorigen Art ganz überein.
T. 4. Markstrahlen auch 3 bis 4 Zellen breit,
nur sind — zufolge der breiteren Zellen — auch
diese bedeutend breiter als die 2- bis 3schichtigen
Markstrahlen von B. pendula. Ein- oder mehr-
schichtige Markstrahlen durchschnittlich niedriger
als jene der vorigen Art. Zwei oder drei Zellen
hohe Markstrahlen häufig. Kantenzellen auch hier
fast von derselben Höhe, wie die übrigen. Quer-
schnitt der Markstrahlzellen breiter als bei B.
pendula, auch hier stets ellipsen- oder linsen-
förmig. Dies gilt als unterscheidendes Merkmal.
Struktur weniger gleichmäßig. Lauf der Gefäße
mehr gewellt, jedoch mit Hoftüpfeln ebenso
dicht bedeckt.
E. Gefäßwände ungefähr wie bei den übrigen
Birken. Perforation leiterförmig, mit 16 bis 18
Sprossen. Diese — mehr oder minder gewellt —
sind im großen-ganzen parallel. Wände — die
unmittelbare Umgebung der Perforation ausge-
nommen — von dicht aneinander liegenden Hof-
tüpfeln bedeckt. Die Hoftüpfel sind klein (etwa
wie bei B. humilis), die Poren querliegende oder
etwas schräggestcllte Ellipsen oder Spalten, die
die Höfe umfassen oder sich deren Grenzen nähern
Die Wandstärke der Holzfasern stimmt mit
jener der Gefäßglieder überein. Tüpfel an der
Zahl geringer als bei B. humilis oder B. nana,
jedoch von größerem Ausmaß. Enden spitz und
i. allg. sehr mannigfaltig ; nicht selten auch ver-
zweigte Fasern fd1_37.
Holzparenchymzellen von länglicher Ziegel-
form. An den Wänden spärliche einfache Tüpfel,
vorwiegend radial, zu dreien oder zu vieren in
kleinen Gruppen geordnet. Ausmaße verschieden,
79
da die zwischen den Fasern lagernden metatrachea-
len Parenchymzellen bedeutend kleiner sind als
die an den Gefäßen liegenden Paratrachealen.
Erstere bilden, an ihren Enden verbunden, lange
»Parenchymketten«, letztere stehen — höchstens
zu 3 bis 4 — aneinander gereiht
MarkstrahLellen größer als bei den übrigen
Birken. Radialwände mit spärlichen, kleinen
Tüpfeln, Tangentialwände reich betüpfelt. Äußere
(nicht radial gestellte) Wände der Kantenzellen
glatt (g^). (A.)
BETULA RADDEANA Trautv.
Kaukasische Birke
Tafel 6
Verbreitungsgebiet : Kaukasien. Baum bis
zu 4—6 m Höhe.
Q. 7, 2. Unterscheidet sich im Querschnitt
hinsichtlich ihrer Struktur von den übrigen
Betula-Arten durch die verhältnismäßig geringe
Anzahl der Porenstrahlen. Jahrringgrenze ziem-
lich auffallend ; Tracheen im ersten Frühholz
zerstreut, fallweise verlaufen auch 2—3 neben-
einander. Jahrringgrenze am äußeren Teil des
Spätholzes durch 3—4 Holzfasern kaum ange-
deutet. Von der Jahrringgrenze laufen verschieden
lange 3—5 (7) gliedrige Porenstrahlen aus. Grund-
masse von Holzfasern ausgefüllt. Markstrahlen
allgemein eine, zuweilen auch 2—3 Zellenschichten
breit.
R. 3. Stimmt mit den bereits besprochenen
Arten vollkommen überein. Zahl der Leiter-
sprossen in den Durchbrechungen 10—17, mit-
unter um ein oder zwei mehr oder weniger. Mark-
strahlzellen rechteckig, meistens quadratisch, Kan-
tcnzellen von abweichender Form kommen eben-
falls vor. Äußere Wand leicht gewellt, die der
Kreuzungsfelder, den Gefäßen hinter denselben
entsprechend, reich feinbetüpfclt.
T. 4. Die einzelnen Markstrahlen sind 1 —
10—15 Zellenetagen hoch, allgemein einschichtig,
es kommen aber auch zweischichtige ziemlich
häufig vor. Querschnitte der Markstrahlzellen
stehende Ellipsen, in den zweischichtigen Mark-
strahlen 4—5eckig. Zwischen den Markstrahlen
metatracheale Parenchymzellen häufig, Gefäße
dagegen von paratrachealen Parenchymzellen dicht
bedeckt. Querwände der Strangparenchymzellen
stark betüpfelt. Gefäßwand von kleinen Hoftüpfeln
dicht bedeckt. Diese Struktur ist wie auch bei
den ürbigen Betula-Arten, sehr charakteristisch.
E. Gefäße meistens zugespitzt, die leiterförmi-
gen Perforationen kommen immer unter den
zugespitzten Enden zu liegen. Manche Leiter-
sprossen verzweigt. Breite der Tracheiden 20—45 p.
Wand von außerordentlich feinen Hoftüpfeln be-
deckt. Sehr selten Gefäße mit feinen Spiralver-
dickungen (a1_3).
Lumina der Tracheiden enger, Tüpfelung mit
jener der Gefäße übereinstimmend (^-2).
Holzfasern: Wände verhältnismäßig dünn,
mit schrägen Tüpfelöffnungen. Enden der Holz-
fasern sehr verschieden geformt, mitunter scharf
zugespitzt ; an denselben zuweilen Verzähnungen
und Auswüchse bemerkbar (d1^i).
Parenchymzellen dünnwandig, äußerst lang-
gestreckt, 60—100 p lang, 8—15 p breit. In der
Zellwand Gruppen von 4—16—10 kleinen, ein-
fachen Tüpfeln, die denjenigen des Kreuzungs-
feldes entsprechen. Querwände ebenfalls getüpfelt
(fl-J-
Markstrahlzellen meist isodiametrisch, mitunter
aber die inneren eher liegende, die äußeren stehende
Rechtecke. Dementsprechend beträgt die Höhe
der Markstrahlzellen 13—18—40 p. Ihre sämtlichen
Wände mit dichten und kleinen, einfachen Tüpfeln
durchsetzt (J.)
Gattung 3. Ainus
ALNUS GLUTINOSA Gaertn.
Schwarzerle
Aune commun, Sticky alder, Aino, Ontano nero
Tafel 7
In ganz Europa und in den sibirischen Regionen
Asiens heimisch.
Das Holz teilt sich nicht in Splint und Kern-
holz ; es ist rötlichweiß gefärbt, wird aber an der
Luft dunkelrot.
Q. 7, 2. Markstrahlen sehr fein, für das freie
Auge unsichtbar. Zerstreutporiges Holz. Die Vn-
zahl der Poren nimmt - - besonders in der Späl-
zone, unmittelbar an der Jahrringgrenze. wo die
Grundmasse überwiegt, — stark ab. Gtläße und
gehäufte Markstrahlen auch mit freiem Auge
sichtbar. Die Jahrringgrenze biegt in die Mark-
strahlen ein, doch in geringerem Maße als bei A.
incana. Gehäufte Markstrahlen von kleinen Dinien-
80
sionen. Jahrringgrenze scharf. Holzfasern radial
flachgedrückt, Lumina fast linienartig. An der
Jahrringgrenze 3 bis 5 solcher Reihen. Die Früh-
zone an Gefäßen reicher als die Spätzone. Lumina
der Frühzonengefäße etwas größer. Querschnitte
der Gefäße regelmäßiger und stärker abgerundet.
Gefäße meistens Zwillingsporen, seltener aus 3
bis 4 Gliedern gebildete kurze Porenstrahlen ;
zuweilen vier- bis sechsgliedrige Porengruppen.
Die Scheidewände zwischen den Gliedern der
Porenstrahlen sind i. d. R. parallel, bei den End-
und inneren Zellen kommen jedoch auch eckige
Formen vor. Zwischen den gehäuften Markstrah-
len sind dichtstehende echte Markstrahlen zu
finden. Sämtliche einschichtig. Tangential zwischen
zwei benachbarten Markstrahlen ein bis zwei
Gefäße. Zuweilen an beiden Seiten der Gefäße
Markstrahlen angeschmiegt, zum andernmal bloß
eine Faserreihe zu finden. Holzparenchymzellen
häufig und verstreut.
R. 3. Das Radialschnittbild stimmt mit dem
von A. incana fast überein. Gefäße auch an den
Seiten, die sich mit keinen Markstrahlen berühren,
dicht von Hoftüpfeln bedeckt. Dies kann auch
als Unterschied zwischen den beiden Arten be-
trachtet werden. Längsspaltige Tüpfel — an den
Radialseiten der Fasern — in der Mitte breiter.
An solchen Stellen zuweilen auch hellere, kleine,
runde oder kurze elliptische Teile, die als über-
schreitende Hoftüpfel oder als äußere Mündungen
spaltförmiger, einfacher Tüpfel aufgefaßt werden
können. Tüpfel ganz oder fast senkrecht.
T. 4. Sowohl die echten, wie die gehäufte
Markstrahlen bildenden einzelnen Markstrahlen
sind nur einschichtig. Diese Eigenschaft soll — im
Gegensatz zu den verschieden breiten Markstrahlen
der A. incana — als unterscheidendes Merkmal
erwähnt werden. Ein weiteres wichtiges Merkmal
ist die Höhe der Markstrahlen. Manche sind 40
bis 50 Zellen hoch, es kommen jedoch auch solche
von nur 2 bis 3 Zellenhöhen vor. Querschnitte
der Zellen kürzere oder längere Ellipsen, seltener
Kreise. Letztere eher bei den gehäuften Mark-
strahlen. Wände stärker als bei A. incana. Eckige
Formen selten. Interzellulare Gänge ziemlich
groß, scharf unterscheidbar. Verlauf der Gefäße
regelmäßig. Inmitten derselben sind auch die
Fasern gleichmäßiger gelagert. Tangentialwände
— der A. incana ähnlich — mit Hoftüpfeln
dicht bestreut. Auch Gefäße mit spärlich hof-
betüpfelten Wänden nicht selten. Diese Hoftüpfel
weichen von den übrigen etwas ab, und gleichen
denen von A. incana. Die schiefen Scheidewände
unter 70 bis 80 Grad zur Längsachse geneigt.
Spaltförmige Tüpfel der Holzfasern zur Längs-
achse der Fasern fast gleichgerichtet, in der Mitte
etwas breiter. Zahl der Holzparenchymzellen
ziemlich groß. Radialwände verhältnismäßig dick.
E. Gefäße hier etwas weitlumiger als bei A.
incana; Wände von derselben Stärke. Beide Enden
der Gefäßglieder leiterförmig durchbrochen, mit
etwa 12 bis 15 Sprossen. Die sich mit Mark-
strahlen berührenden Teile der Radialwände der
Gefäße dicht hoftüpfelig. Die Tüpfel — die denen
der Markstrahlen gleichen — sind in rechteck-
förmige Flecken geordnet. Neben diesen finden
sich — vorwiegend tangential und radial — auch
ellipsenförmigen Poren ähnliche Tüpfel, die ein-
ander berühren, oder auf 2 bis 3 Tüpfelbreiten
voneinander angeordnet sind. Höfe ellipsenförmig,
zuweilen ganz oder fast kreisrund. In solchen
Fällen sind auch die Poren annähernd kreisrund
föi _2/
Tracheiden bedeutend kürzer und enger, als
die Gefäße, mit schrägspaltigen, kleinen Hoftüpfeln
dicht bedeckt. Beide Enden, wie bei den Holz-
fasern, länglich zugespitzt fc1_3J.
Holzfasern gleichfalls zugespitzt. Die Enden
weisen keine Mannigfaltigkeit auf. Wände mittel-
stark, hiervon kleinere oder größere Abweichun-
gen möglich (di—.^).
Tangentiale Wände der Holzparenchymzellen
an Tüpfeln arm oder ganz glatt. Radialwände
hingegen ziemlich reich betüpfelt. Parenchym-
zellen an den sich gegenseitig berührenden Enden
ebenfalls mit vielen Tüpfeln bestreut
Wände der Markstrahlzellen stärker, radial
kaum, tangential etwas reicher betüpfelt. Form
der Zellen — der vertikalen oder schrägen Lage
der Wände entsprechend — verschieden. Höhen
mehr oder minder gleich (g). (A.)
ALNUS INCANA Moench
Grauerle
Aune blanc, Speckled alder, Aino (Ontano) bianco
Tafel 8
In Europa, Asien, sowie in einzelnen Gegenden
Nordamerikas verbreitet.
Q. 7, 2. Kennzeichnendes Merkmal : gut ent-
wickelte, gehäufte Markstrahlen. Diesen neigen
sich die ziemlich scharfen Grenzen der schmalen
Jahrringe kegelartig zu, hingegen wölbt sich die
6 Gregui
81
Jahrringgrenze zwischen je zwei gehäuften Mark-
strahlen ab. Jahrringgrenze stellenweise wellig.
Zerstreutporiges Holz. Lumina der Gefäße im
Früh- und Spätholz gleichermaßen weit. Meistens
einzelnstehend, seltener zu zweit, zu dritt, manch-
mal auch zu viert oder zu fünft in Porenstrahlen
geordnet. In manchem Jahrring sind sogar 2 bis
3 Porenstrahlen vereinigt. Die Querschnitte ein-
zelstehender Gefäße sind Vielecke, jene der in
Strahlen vereinigten längliche Rechtecke. Zwischen
den gehäuften Markstrahlen laufen meist ein-
schichtige. Holzfasern der Grundmasse ziemlich
dickwandig. Lumina gestalten sich in der Richtung
des Spätholzes — auch wegen ihrer größeren
Anzahl — immer enger. An der Jahrgrenze 2 bis
5, tangential etwas flachgedrückte Holzfasern.
Anzahl der trennenden Holzfasern reihen 1, häufi-
ger 2, in einzelnen gehäuften Markstrahlen 5 oder
auch 6.
R. 3. Am Radialschnitt Perforationen der un-
mittelbar benachbarten Gefäße in gleicher Höhe.
Gefäßglieder ziemlich lang ; an Stellen, wo sie
sich mit Markstrahlzellen oder Holzparenchymen
berühren, hofbetüpfelt. An den übrigen Wandteilen
bloß einige verstreute Hoftüpfel. Mit Gefäßen in
Verbindung stehende Markstrahlen weisen verein-
zelt auch größere, einfache Tüpfeln auf. An den
von Markstrahlzellen berührten Wandteilen der
Gefäße nur einseitige Hoftüpfel. Struktur der Mark-
strahlen homogen, Höhe der Kantenzellen kaum
größer, als die der inneren. Anzahl der Tracheiden
im Verhältnis zu den Tracheen sehr gering.
T. 4. Ein- und zweischichtige Markstrahlen
verschiedener Höhe (3 bis 30 Zellen), in unge-
fähr gleicher Zahl. Die Höhe der übrigen Mark-
strahlen ebenfalls zwischen diesen Grenzen. Zwei-,
höchst selten Dreischichtigkeit bloß in der inner-
sten Mitte des Markstrahles und in der Höhe von
nur 3 bis 4 Zellen. Ständiges Vorhandensein von
2- bis 3-schichtigkeit — einige Kantenzellen aus-
genommen — selten. Querschnitt der Markstrahl-
zellen häufig ellipsenförmig. Die einander berüh-
renden Wände — infolge ihrer Dünne und Nähe —
flachgedrückt, Form der Zellen daher mehr recht-
eckig. In solchen Fällen sind die zwischen Mark-
strahlen und Holzfasern entstandenen Interzellular-
räume nur kaum, oder überhaupt nicht, in anderen
Fällen jedoch sehr gut sichtbar. Trennende Holz-
fasern der gehäuften Markstrahlen sehr verworren,
querliegend, nach kürzerem oder längerem Lauf
zurückgebogen, verschiedenartig gekrümmt. Ge-
häufte Markstrablen ungefähr spindelförmig, als
solche natürlich von beträchtlichen Dimensionen
und oft vereinigt. Ablauf der Gefäße ziemlich
gleichmäßig. Querwände unter 45 bis 60 Grad
geneigt, die Tangentialwände mit Hoftüpfeln
dicht bestreut. Holzparenchymzellen befinden
sich in der Nähe der Gefäße und unter den Holz-
fasern.
E. Gefäße dickwandig, mit kegelartigem Ende.
Die Perforationen haben 18 bis 20 (22) Leiter-
sprossen. Radialwand einzelner Gefäße nur an
den von Markstrahlzellen berührten Stellen mit
kleineren Hoftüpfeln bestreut ; in anderen Fällen
die ganze Fläche hofbetüpfelt. Tangential die
meisten Gefäße dicht mit Hoftüpfeln bestreut ;
viele von diesen berühren einander. Manchmal
weisen die tangentialen Gefäßwände eine spärliche
und zerstreute, in Form und Größe von der
sonstigen abweichende Betüpfelung aul. Die Höfe
kreisrund oder kurz-elliptisch, Poren schräg, spal-
tenartig, die Höfe umfassend, oder diese sogar
überschreitend. Form der Höfe der vereinzelten
Tüpfel kürzere Ellipse oder Kreis, die der einander
berührenden eckig. Vereinzelte Tüpfel waagerecht
oder verschieden schräg, doch nicht über 45°.
Poren schmal, ellipsen- oder stäbchenförmig, den
Hof beinahe oder ganz umfassend und nach der
Lage des Hofes gerichtet. Zuweilen kommen nur
an einem Ende durchbrochene, am anderen zu-
gespitzte Gefäße vor (a^^).
Tracheiden dünnwandig, an den Enden zu-
gespitzt. Die Wände gleichen denen der Gefäße
und sind mit Hoftüpfeln dicht bedeckt (c).
Die Holzfasern sind etwas dickwandig, d. h.
an beiden — nicht besonders mannigfaltigen —
Enden langgespitzte Prosenchymzellen. Tangen-
tialwände spärlich, Radialwände dichter betüpfelt.
Die Tüpfel einfach, spaltförmig oder von einem
unbedeutenden Hof mit durchgehenden Poren
umgeben, die i. d. R. ganz oder fast senkrecht
gerichtet sind (d1_2).
Holzparenchymzellen dünnwandig, nur an den
einander berührenden Enden stärker und ab-
wechselnd länger oder kürzer. Auf den Tangential-
wänden der metatrachealen Formen keine, oder
äußerst selten kleine, einfache Tüpfel. Radial-
wand an kleinen, in Gruppen zu 3 bis 5 geordneten
oder zerstreuten Tüpfeln reich. Mil Gefäßen in
Berührung kommende Wände der paratrachealen
Parenchymzellen den Gefäßwänden entsprechend
dicht betüpfelt. Diese einfachen Tüpfel ent-
sprechen an Form, Größe und Richtung i. d. R.
den Poren der Hoftüpfel
82
Markstrahlzellen dünnwandig. Tüpfel auch hier
in kleinere oder größere Gruppen geordnet. Radial-
wände vereinzelter Zellen tüpfelfrei. Gefäßwände
größer und reicher betüpfelt. Formen im großen-
ganzen gleich, rechteckig (g). (A.)
ALNUS SUBCORDATA C. A. Mey.
Kaukasische Erle
Tafel 9
Verbreitungsgebiet : Kaukasien, Persien.
Wächst bis zu 15 m Höhe.
Q. 7, 2. Im Holz ausgeprägte gehäufte Mark-
strahlen, in welchen die Jahrringgrenze gegen das
Zentrum zu eine kleine Ausbuchtung bildet.
Jahrringgrenze auffallend. An derselben formen
weitlumige Gefäße im ersten Frühholz einen zu-
sammenhängenden Porenring, der in den gehäuften
Markstrahlen abbricht. Im Jahrringfeld kommen
stellenweise auch 8—lOgliedrige Porenstrahlen
häufig vor. Die Grundmasse besteht aus Holz-
fasern und ist ziemlich reich an metatrachealem
Parenchym, mit Zellen von dunklem Inhalt.
Lumendurchmesser der Gefäße 15—70 p.
R. 3. Struktur ganz wie bei den übrigen Ainus-
Arten. Die Ähnlichkeit mit Ainus viridis wird
dadurch besonders betont, daß auch bei dieser
Art 10—18—20 Sprossen in den leiterförmigen
Durchbrechungen vorkommen, die sich aber
häufiger als bei A. viridis verzweigen. Mark-
strahlzellen meistens liegende Rechtecke. In den
Kreuzungsfeldern sind dicht angebrachte kleine
einfache Tüpfel sichtbar, die Radialseite mancher
Markstrahlzellen ist jedoch tüpfellos. Holzparen-
chym reichlich.
T. 4. Markstrahlen manchmal von recht an-
sehnlicher Höhe : gewöhnlich als Ergebnis des
Zusammenwachsens von 2—3, sogar 4 einfachen
Markstrahlen ; i. allg. einschichtig, aber besonders
in den gehäuften Markstrahlen bisweilen auch
zweischichtig, Ge häufte Markstrahlen hinsichtlich
ihrer Struktur den übrigen Ainus-Arten ähnlich.
Sind die Wände* der Tracheen von Hoftüpfeln
fast lückenlos bedeckt, so erscheinen die Höfe
stark zusammengedrückt, sechseckig. Markstrahl-
zellen im Querschnitt stehende, kurze oder lang-
gezogene Ellipsen, mit dicht betüpfelter Tangen-
tialwand. Parenchymzellen 70—110 p hoch.
E. Leiterförmige Perforation an den Gefäßen-
den immer vorhanden. Gefäße von ganz kleinen,
miteinander kaum in Berührung stehenden Hof-
tüpfeln bedeckt, oder bienenwabenartig zusammen-
gedrückt. An einigen Stellen ordnen sie sich in
waagerechte Streifen an, woselbst eigentlich eine
Berührung mit den Radialwänden der Mark-
strahlzellen stattfindet fax_5/
Tracheiden verhältnismäßig spärlich ; Hof-
tüpfelung wie bei den Gefäßen.
Holzfasern verhältnismäßig lang, bis zu 350—
500 p, und nur 10—18 p weit. Wand von zer-
streuten querspaltigen Tüpfeln bedeckt (d1_i).
Holzparenchymzellen bedeutend kürzer : 70—110
p hoch und 10—12 p breit. In der Radialwand
Gruppen von 6—8—10 Tüpfeln, die eigentlich die
Berührungsstellen mit dem Markstrahlparenchym
bilden (fx-3).
Markstrahlzellen von derselben Struktur, wie
bei den schon besprochenen Arten (J«)
ALNUS VIRIDIS DC.
Grünerle
Aulne anne vert, Green or mountain alder,
Aino verde
Tafel 10
Vorwiegend in der nördlichen Hemisphäre
verbreitet, dringt im Norden der Sowjetunion bis
Kamtschatka vor.
Q. 1, 2. Im Gegensatz zu den beiden anderen
Ainus-Arten keine gehäuften Markstrahlen. Jahr-
ringgrenze nicht gewellt, auch nicht so scharf,
wie bei den vorigen Arten. Bezüglich Wand-
stärke und Lumina zwischen Früh- und Spätholz
keine auffallenden Unterschiede. An der Jahr-
ringgrenze sind bloß einige Reihen radial etwas
flachgedrückter Holzfasern zu finden, welche an
bestimmten Stellen ganz aufhören, wodurch auch
die Jahrringgrenze verschwindet.
Zerstreutporiges Holz. Anzahl der Gefäße
jedoch bedeutend geringer als bei den anderen
Ainus-Arten. Kürzere (3 bis 5) Porenstrahlen
häufiger als längere (5 bis 8). Angliederung der
Poren jedoch hier häufiger, als bei den vorigen
Arten. 95 v. H. der Markstrahlen einschichtig und
sehr dicht. Ablauf — unter Beibehaltung der
Radialrichtung — ziemlich regelmäßig. Anzahl der
Holzfasern der Grundmasse im Verhältnis zu den
Gefäßen höher als bei den vorher besprochenen
Arten. Holzparenchymzellen im ganzen Jahrring
zahlreich ; i. d. R. vereinzelt, doppelt oder zu
dreien.
6*
83
R. 3. Markstrahl homogen. Äußerer Rand
der Kantenzellen stärker gewellt als bei den
vorigen Arten. Gefäße auch an den Radial-
seiten dicht hoftüpfelig. Holzparenchymzellen
zerstreut und überall in ziemlicher Anzahl vor-
handen.
T. 4. Markstrahlen verhältnismäßig niedrig,
über 20 bis 22 Zellen hohe können nur durch
Verschmelzung übereinander gelegener Markstrah-
len entstehen ; in der Mehrzahl nur 2 bis 3 oder
4 bis 6 Zellen hoch. Markstrahlzellen flacher und
schmaler als die von A. incana und A. glutinosa.
Der Form nach schmalere Ellipsen. Enden zu-
gespitzt oder verflachend. Lumina zuweilen ganz
verengt. Höhen der Kantenzellen weichen von
denen der inneren Zellen kaum ab. Ablauf der
Gefäße ziemlich gleichmäßig. Einzelne Gefäß-
glieder kürzer als die der vorigen Arten, jedoch
Tangentialwände ebenfalls mit Hoftüpfeln dicht
bedeckt. Wände der Holzfasern auf dieser Seite
fast glatt.
E. Wandstärke, Größe und Form der Gefäße
den beiden anderen Ainus-Arten ähnlich. I. d. R.
an einem Ende zugespitzt, am anderen etwas
abgerundet. Durchbruch an beiden Enden leiter-
förmig. Sprossen einander berührend oder ver-
zweigend, 14 bis 18 an der Zahl. An den Radial-
wänden liegen die Hoftüpfel, die ganze Wand-
fläche regelmäßig bedeckend, dicht nebeneinander.
Knapp an der Perforation eine kleine Fläche
tüpfelfrei. Anordnung der Tüpfel radial, etwas
abweichend, da Hoftüpfel bei manchen Formen
nur an den Stellen vorkommen, wo sie sich mit
Markstrahlzellen berühren. Sämtliche Poren ellip-
tisch quergestellt. Abweichungen selten und ge-
ringfügig. Form und Größe der Tüpfel eher wie
bei A. incana (a1_i).
Wände der Tracheiden gleichfalls mit Hoftüpfeln
reich bedeckt. Tüpfel schräg, an beiden Enden
spitz, ohne Durchbruch
Wände der Fasertracheiden an Hoftüpfeln
arm; Poren schmal, spaltförmig (d1^i).
Die Holzparenchymzellen gleichen kürzeren oder
längeren Rechtecken. Sie sind an den Radial-
und Tangentialwänden mit ungleichmäßig ver-
streuten Tüpfeln bedeckt, die in ihrer Breite an
jene der Fasertracheiden erinnern (f).
Die Markstrahlzellen mehr oder minder gle ich.
Kadialwände, sowie obere und untere Wände* an
Tüpfeln arrn, Tangentialwände* aber reicher be-
tüpfelt. Wandstärke? jener der übrigen Elemente
gleich (g^).
Holzfasern im allgemeinen wie bei den vorigen
Arten
Ab und zu kommen auch gefächerte Holzfasern
vor (i). (J.)
Gattung 4. Carpinus
CARPINUS BETULUS L.
Hainbuche
Charme, Hornbeam, Iron wood, Carpino bianco
Tafel 11
Verbreitungsgebiet : von Europa bis Persien.
Q. 1, 2. Zerstreutsporiges Holz mit gehäuften
Markstrahlen. Die Jahrringgrenzen sind stark
wellig und in den gehäuften Markstrahlen bald
auswärts, bald einwärts gebogen. Die ganze
Querschnittfläche ist von den gehäuften Mark-
strahlen beherrscht ; diese bestehen eigentlich
aus 1- bis 4schichtigen, echten Markstrahlen und
sind durch 1 bis 2 (3) Holzfaserreihen voneinander
getrennt. Jahrringgrenze fein, die stark flach-
gedrückten Holzfasern hier fast ohne Lumina.
Zahl jener Libriformfasern, die an der Bildung
einer Jahrgrenze teilnehmen, etwa (2) 3 bis 5.
Gegen das Inneren des Jahrringes zu werden die
Fasern der Reihen immer mehr dickwandig und
englumig. Gefäße vereinzelt oder Zwillingsporen,
manchmal zu kurzen und langen Porenstrahlen,
seltener zu Tangentialgruppen vereinigt ; im
Früh- und Spätholz gleichermaßen vorhanden.
Die inneren Gefäße wichen durch radiale Flach-
gedrücktheit von den an den Rändern befindlichen
Formen ab. Solche Formen zuweilen derart eng,
daß die Lumina bloß als schmale Spältchen er-
scheinen. Im Früh- und Spät holz auch Gefäß-
gruppen zu beobachten, die weit mehr als 4 bis
6 — fallweise auch 10 bis 14 — Glieder zählen.
Die Markstrahlen laufen ohne Ausbreitung durch
die Jahrringgrenzen ; sie werden von ihrer Rich-
tung nur durch großen* Gefäße oder Gefäßgruppen
abgelenkt. Sehr kennzeichnend ist außerdem, daß
sie bald schmäler, bald breiter werden. Die Grund-
masse wird von einer Mengt* gleich-großer und mit-
telmäßig dickwandiger Fasert racheiden und Liings-
parenchyinzellen gebildet. Diese sind - je nach-
dem si<* sich in Früh- oder Spätholz befinden —
einigermaßen verschieden. Lumina — ausgenom-
men die an der Bildung der Jahrringgrenze teil-
84
nehmenden — ziemlich groß und eckig. Die Früh-
und Spätzonen des Jahrringes weichen kaum vom
Frühholz ab. Der Übergang ist sehr gleich-
mäßig.
Längsparenchyme (Holzparenchyme) meist
länglich, also im ganzen Jahrring zerstreut ange-
ordnet. Wagerechte Wände an einfachen Tüpfeln
ziemlich reich.
R. 3. Radialschnitt an Markstrahlen reich,
diese füllen sozusagen das ganze Sichtfeld aus ;
auch längere oder kürzere Formen kommen vor.
Kantenzellen bedeutend kürzer und breiter als
die inneren. Vorwiegend quadratisch, aber auch
stehende Formen möglich. Außere Wände bis zu
einem gewissen Grade wellig. Radialwände sämt-
licher Zellen an Tüpfeln arm. Gefäßwände radial
an Hoftüpfeln bedeutend ärmer als tangential,
hingegen sind hier die Spiralverdickungen häufiger.
Auch rein spiralverdickte oder ganz glatte Wand-
teile kommen vor.
T. 4. Am Tangentialschnitt tritt die Struktur
der gehäuften Markstrahlen deutlich hervor. Ein-
fache, 1- bis öschichtige Markstrahlen ; in den
breiteren ist die Zahl der Schichten noch höher.
Libriformfasern bilden in schlängelndem Lauf
Scheidewände. Höhe der einfachen Markstrahlen
sehr verschieden ; Grenzwerte : 3 bis 4 und 35
bis 40 Zellenhöhen. Zwischen den äußersten Wer-
ten kommen auch stufenweise Übergänge vor.
Unter den gehäuften Markstrahlen sind auch
Zellenhöhen von 100 bis 150 anzutreffen. Dünnere
Markstrahlen 1- bis 2-, seltener dreischichtig.
Querschnittsform der Markstrahlzellen kürzere
oder längere Ellipsen, seltener länglich zugespitzt,
eckig oder unregelmäßig. In den Tangential-
wänden unregelmäßig angeordnete, kleine, ein-
fache Tüpfel. Ablauf der Gefäße gerade, kaum
gewellt, mit an Hoftüpfeln reichen Wänden. Die
Höfe können auch einander berühren ; in solchen
Fällen sind sie flachgedrückt oder eckig. An den
Tangentialwänden außer den Hoftüpfeln auch
Spiralverdickungen möglich. In solchen Fällen
sind die Hoftüpfel von geringerer Anzahl, sie
berühren einander nicht und liegen mehr oder
minder verstreut. Wände zuweilen tüpfelfrei,
manchmal nur die Spiralverdickungen wahrnehm-
bar. Querwände der Gefäße schließen mit ihren
Längsachsen Winkel von 45° ein. Die Gefäße
sind von Markstrahlen, paratrachealen Parenchym-
zellen und Fasern begleitet. Tangentialwände der
Holzfasern manchmal mit 1 bis 2 schmalspaltigen
Tüpfeln bestreut.
E, Gefäße ziemlich weitlumig (englumige kom-
men in einer viel niedrigeren Zahl vor); sie werden
an beiden Enden plötzlich dünn und laufen in
kürzere oder längere, doch in jedem Falle abge-
rundete Spitzen aus. Perforationen i. allg. ein-
fach, mehr oder minder kurze Ellipsen, aber mit-
unter auch stumpf oder unregelmäßig. Wände
— besonders tangential — von Hoftüpfeln bedeckt.
Höfe i. allg. kreisrund, zuweilen — infolge enger
Anordnung — eckig ; alle verkehren durch kreis-
förmige oder kurze, querstehende, ellipsenförmige
Poren. Außer den Hoftüpfeln sind — in bedeutend
niedrigerer Anzahl — auch einfache Tüpfel zu
finden. Diese sind an solchen Wandteilen angeord-
net, wo Gefäßglieder einander oder Markstrahlen
— seltener Holzparenchymzellen — berühren.
In den breiteren Gefäßen kommen außer tüpfeli-
gen Verdickungen auch spiralförmige vor. Spiral-
fäden sehr fein, vereinzelt, ohne zu verzweigen,
meist in regelmäßiger Anordnung verlaufend. An
einzelnen Wandteilen keine Spiralverdickungen
— oder nur in geringer Zahl — zu finden ; diese
sind in englumigeren Gefäßen zuweilen dicht
und verworren. Der Lauf einzelner Fäden hat
eine Richtung, die mit der Längsachse der Gefäße
einen Winkel von höchstens 45° einschließt,
manchmal können aber die Fäden auch quer-
gerichtet sein. An den Radialwänden sind wenige
Hoftüpfel die Spiralverdickungen überwiegen. Eng-
lumigere Gefäße von ähnlichem Gefüge und Auf-
bau
Tangentialwände der Tracheiden mit Hoftüpfeln
dicht und eng bestreut. Struktur und Größe der
Tüpfel stimmt mit jener der Gefäße vollkommen
überein. An den Radialwänden wenige und zer-
streut angeordnete Hoftüpfel. Spiralverdickungen
kommen — den vorher behandelten Arten gleich —
auch hier vor. Dies ist an der Radialwand be-
sonders gut feststellbar (wo wenige oder keine
Hoftüpfel zu finden sind). Gefäße, sowie Trachei-
den ziemlich dünnwandig und — von den abge-
rundeten Enden einzelner Gefäße abgesehen —
an beiden Enden zugespitzt. Es kommen auch
bloß an einem Ende perforierte Tracheiden vor.
Diese sind nach Form und Struktur Übergänge
zwischen Gefäßen und Tracheiden
Holzfasern verhältnismäßig sehr lang, beide
Enden langgezogen, sich allmählich verjüngend.
An den mittelstarken Wänden einfache, spalt-
förmige Tüpfel. Einzelne Holfasern sind an ein-
fachen Tüpfeln reicher ; diese bilden einen Über-
gang zu den Fasertracheiden. Die äußeren öffnun-
85
gen der einfachen Tüpfel erscheinen als Kreise
oder kurze Ellipsen, während die inneren — d. h.
die den Fasern zugekehrten Öffnungen — läng-
lich, spaltartig, spindelförmig und senkrecht sind,
also der Richtung der Faserlängsachsen folgen.
Von dieser allgemeinen Richtung findet eine
Abweichung nur selten, und auch dann nur
um einige Grade statt. Bei Aufsicht ist die äußere
kreisförmige Öffnung, deren Grenze die der inne-
ren Öffnung nicht überschreitet, gut sichtbar.
(Also kein Hof!) Die Holzfasern schmiegen sich
den Markstrahlen an, daher ihre Enden wellig,
sonst aber nicht mannigfaltig (d1^2).
Wände der Holzparenchymzellen ziemlich stark.
Verdickungen klar und deutlich sichtbar, was
bei anderen Hölzern nur sehr selten der Fall ist.
Tangentialseiten tüpfelfrei oder sehr spärlich,
Radialseiten reich betüpfelt. Tangentiale Ausdeh-
nung der Zellen stets größer als die radiale ;
Länge verschieden. Die die »metatrachealen Paren-
chymketten« abschließenden Endzeilen verlaufen
an einem Ende zu spitzeren oder stumpferen
Kegeln (fi-J-
Markstrahlzellen dickwandig. Mit einfachen
Tüpfeln spärlicher oder reicher bedeckt, je nach-
dem sie sich mit verschiedenen Elementen berüh-
ren. Einzelne Markstrahlzellen radial so lang-
gezogen, daß ihre Längen die Höhen nicht selten
8- bis lOfach übertreffen. Andere Markstrahl-
zellen radial bloß 3- bis 5mal länger als hoch.
Die Markstrahlen haben auch die Eigenschaft,
daß ihre tangentialen Endwände stets dünner als
die radialen oder die unteren und oberen Wand-
teile sind. Tangentialwände ganz oder nahezu
senkrecht fgi-2/ CM
CARPINUS ORIENTALIS Mill.
Kleinblättrige Hainbuche
Eastern hornbeam, Charme d'Orient
Tafel 12
Verbreitungsgebiet : Balkan, Italien, Krim,
Ungarn, Kroatien, Süddeutschland, Kleinasien
und Persien.
Q, 7, 2. Die Gefäße der Frühzone bilden einen
aus nur einer Reihe bestehenden Ring, das Holz
ist also eher ring- als zerstreutporig. Jahrringgrenze
etwas gewellt. Gefäße von der Frühzone ausgehend
in mehr oder minder zusammenhängende Poren-
strahlen geordnet, etwas schlängelnd, in die Spät-
zone hineinreichend. Bei manchen Jahrringen
sind in Gruppen geordnete Gefäße zu finden.
Die einzelnen Glieder dieser Gruppen durch eine
kleinere oder auch größere Menge verschiedener
Holzfasern der Grundmasse voneinander getrennt.
Grundmasse von verhältnismäßig dünnwandigen
Holzfasern und Holzparenchym gebildet. Gefäße :
kreisförmige Vielecke.
R. 3 und T. 4. Markstrahlzellen auffallend
kurz, nicht länger als hoch, größtenteils stehende
Formen ; enthalten viele Kalziumoxalat-kristalle.
E. Gefäße an beiden Enden zugespitzt. Die
Breite der Gefäße ist innerhalb der Gefäßglieder
nicht konstant, da die Lumina sich am einen Ende
allmählich verengern. Die einfachen, ungleich-
mäßig eingedrückten Ellipsen ähnlichen Perfora-
tionen sind von den schnabelförmigen Enden in
kleineren oder größeren Abständen angeordnet.
Außer einfachen, sehr selten auch leiterartige
Perforationen zu finden. Im letzteren Falle stimmt
die Form der Perforation mit jener der einfachen
überein. Die Anzahl der Sprossen schwankt
zwischen 1 bis 6. Die Gefäße sind ziemlich dünn-
wandig ; außer den einfachen und behöften
Tüpfeln kommen auch Spiralverdickungen vor.
Die einfachen Tüpfel sind ellipsen- oder tropfen-
förmig, querstehend, zerstreut oder in Gruppen
geordnet und — besonders an Berührungsstellen
— mit parenchymatischen Elementen verbunden.
Hoftüpfel vorwiegend tangential in großer An-
zahl, die ganze Wandfläche bedeckend, hie und
da einander berührend ; radial an Zahl geringer,
mehr verstreut. Höfe : schräge Ellipsen, Poren
gleichfalls schräge Ellipsen oder die Höfe fast
umfassende Spalten. Außerdem kommen — vor-
wiegend in engeren Gefäßen und Tracheiden,
ziemlich oft sogar auf den weiten Gefäßen — auch
Spiralverdickungen vor. Struktur i. allg. wie bei
C. betulus
Tracheiden an beiden Enden zugespitzt. Die
Wandstärke stimmt mit jener der Gefäße überein.
Außer den gleichmäßig verteilten Hoftüpfeln kom-
men auch ziemlich dichte Spiralverdickungen vor
(ci- s)-
Holzfasern: langgezogene, fast nadelartig spitze,
charakteristische Prosenchymzellen. Wände dünn,
mit ganz kleinen Tüpfeln gleichmäßig bedeikt.
Zugespitzte Teile der Fasern tüpfelfrei. Wände
an der einen Seite gewellt ; an diese schmiegen
sich nämlich Markstrahlzellen an. Manchmal wer-
den die Wände dünn und nachher wieder stärker
(di -*)•
86
Holzparenchymzellen mit kleinen Durchmessern,
welche die Stärke der einzelnen Holzfasern kaum
erreichen. Wände dünn, an den Radial- und
Tangentialseiten ungleichmäßig betüpfelt. Ange-
gliederte Zellen, die 6- bis lOmal höher als breit
sind, verkehren an ihren Enden durch 2 bis 3
kleine Tüpfel (fr-3).
Länge und Dicke- der meist quadratischen
Markstrahlzellen fast gleich. Verschiedenartig vier-
eckige oder trapezoid-ähnliche Formen nicht
selten. Radiale, wie tangentiale Wandteile an
Tüpfeln arm (g1-2). (J.)
Gattung 5. Ostrya
OSTRYA CARPINIFOLIA Scop.
Hopfenbuche
Ostria, Hophornbeam^ Carpinello
Tafel 13
Ein in Südeuropa heimischer Baum. Nörd-
liche Verbreitungsgrenze : Frankreich, bzw. Süd-
abhang der Alpen, adriatisches Küstengebiet und
Kroatien. Kommt auch im Osten — Klein-
asien, Armenien und Palästina — vereinzelt vor.
Höhengrenze 1000—1200 m. In nördlich gelegenen
Ländern als Zierbaum in Parkanlagen zu finden ;
frostempfindlich.
Q. 1, 2. Zerstreutporiges Holz. Gefäße im Früh-
jahrsholz etwas geräumiger und in größeren
Mengen vorhanden. Jahrringgrenze daher ver-
hältnismäßig ausgeprägt, hauptsächlich zufolge
einer geringeren oder größeren Anzahl von Reihen
radial zusammengedrückter Holzfasern. Verlauf
der Jahrringgrenze mehr oder minder gewellt,
Ein- und Ausbuchtungen jedoch unabhängig von
den Markstrahlen. Gefäße annähernd einer radial
gestellten Ellipse ähnlich. Unmittelbar an der
Jahrringgrenze weitlumige Formen, vielfach ring-
förmig, im Spätholz aber einigermaßen zu Poren-
strahlen geordnet. In den Porenstrahlen eine
erhöhte Anzahl (8 bis 12) von Gliedern. Gefäßzahl
in den einzelnen Gruppen 2 bis 5 oder 6 bis 10.
Markstrahlen ziemlich dicht. Fast sämtliche ein-
zelnstehenden Gefäße oder in radialer Richtung
angeordneten Porenstrahlen und Porengruppen
durch Markstrahlen voneinander getrennt. Mark-
strahlen von wechselnder Breite, längs der Jahr-
ringgrenze etwas gebrochen und breiter. Grund-
masse besteht aus einer großen Menge ziemlich
dickwandiger, englumiger Holzfasern und Holz-
parenchymzellen. Die Holzfasern sind besonders
im Spätholz derart eng, daß das Lumen nur mehr
als ein Punkt erscheint. Gefäße des Spätholzes
mit bedeutend engeren Lumen.
R. 3. Verlauf der Gefäße gut sichtbar. Anzahl
der Hoftüpfel auf dieser Seite bereits erheblich
geringer. Einzelne Gefäße gänzlich ausfüllende
Spiralverdickungen deutlicher sichtbar. Perforatio-
nen benachbarter Glieder ungefähr in derselben
Höhe ; Markstrahlzellen nicht wesentlich länger
als breit. Nur die innersten Zellen länger und
schmaler. Unter den Kantenzellen stehende For-
men häufig. Viele Markstrahlzellen — zufolge
der Nachbarschaft von Gefäßen — mit größeren
einfachen Tüpfeln bestreut. Äußere Wand der
Kantenzellen etwas wellenförmig. In manchen
Markstrahlzellen Kalciumoxalatkristalle. In den
Gefäßen mitunter Thyllen.
Anordnung der Holzparenchymzellen wie im
Tangentialschnitt, jedoch an den Radialwänden
Hoftüpfel in größerer Anzahl. An den Radial-
wänden der Holzfasern ebenfalls Hoftüpfel.
T. 4. Die Markstrahlen sind 1- bis 2-, aus-
nahmsweise auch 3- bis 4schichtig, in ziemlich
großer Anzahl vorhanden und liegen sehr nahe
zueinander. Zwischen ihnen bloß 1 bis 2 Holz-
fasern oder ein parenchymatisches Element. Höhe
der Markstrahlen sehr verschieden. Unter den ein-
und zweischichtigen kommen auch 3 bis 4 Zellen-
hoche vor. Einzelne Markstrahlen — dies gilt be-
sonders für die breiteren — werden gegen ihr
allmählich schmaleres Ende zu wieder umfang-
reicher. Diese Erscheinung ist wahrscheinlich
darauf zurückzuführen, daß zwei übereinander
angeordnete Markstrahlen in Berührung kamen
und dann verschmolzen. Deshalb sind diese Mark-
strahlen bedeutend höher als die einfachen ; es
finden sich unter ihnen auch 60 bis 70 Zellenhoche.
Querschnitt der Markstrahlzellen von länglicher
Form, bei den breiteren kurze Ellipse oder Kreis,
aber meistens unregelmäßig. Die Längeren meis-
tens Ellipsen, häufig auch Rechtecke. In den
einschichtigen Markstrahlenkommen ganz schmale,
an beiden Enden zugespitzte, spindelförmige
Zellen vor deren Lumen häufig nur einen schmalen
Spalt darstellt. Gefäße von verhältnismäßig engem
Lumen, gerade verlaufend, an den Tangential-
seiten dicht mit ziemlich großen Hoftüpfeln be-
deckt. Außer den Hoftüpfeln auch Spiralverdickun-
gen möglich. An einzelnen Wänden oder Wandtei-
len ist die Anzahl der Hoftüpfel gering. In solchen
87
Fällen sind die Spiralverdickungen besonders gut
sichtbar. An den Tangentialwänden i. allg. Hof-
tüpfel. Die dicht angeordnete Markstrahlen von-
einander trennenden Holzfasern sind tüpfellos
und treten i. d. R. einzeln oder zu zweien zwischen
je zwei benachbarten Markstrahlen auf. Die
Trennungswände der Gefäße neigen unter einem
Winkel von 60 bis 70° zur Längsachse. Die vielen
Holzparenchymzcllen erscheinen meistens —haupt-
sächlich unter den Fasern und Markstrahlen —
als metatracheales Parenchym und bilden i. d. R.
vereinzelte Reihen. Parenchymzellen in die Länge
gezogen, Tangentialwände ohne Tüpfel, voll-
ständig glatt oder nur spärlich mit Tüpfeln be-
setzt.
E. Mächtige, in kurzen Spitzen endende
Tracheen. In deren Nähe in die Länge gezogene,
ellipsenförmige, aber einfache Perforationen. An
den Wänden außer den Hoftüpfeln sehr feine
und i. d. R. sehr regelmäßig geordnete Spiral-
verdickungen. Große Hoftüpfel in der Richtung
der Gefäßlängsachse in kleineren und größeren
Abständen aneinander gereiht und zwar derart,
daß sie sich teils berühren, teils durch größere
Entfernungen voneinander getrennt sind. Gegen-
überliegende Reihen der parallelen Hoftüpfelketten
befinden sich zumindest um einen halben Tüpfel-
durchmesser voneinander. Die schiefen, schmalen,
elliptischen Poren nehmen fast den ganzen Hof
ein. Außerdem kommen auch einfache Tüpfel
von ungefähr gleicher Größe wie die Hoftüpfel
vor, u. zw. meist in Gruppen von 4 bis 6.
Perforationen auch in englumigeren Gefäßen
einfach, langgestreckten Ellipsen ähnlich. En-
den der Gefäßglieder sehr häufig abgerundet
(ai-z)-
Tracheiden an beiden Enden zugespitzt. Größe
und Wandstärke wie bei den englumigeren Tra-
cheen. Spiralverdickungen und Hoftüpfel eben-
falls vorhanden. Aufbau und Anordnung der
Hoftüpfel wie bei den Tracheen. Die Spiral-
verdickungen bestehen zuweilen aus zwei, nahe
nebeneinander laufenden Strängen und erwecken
den Eindruck von spiralförmigen Bändchen
(Cis)’
Holzfasern von mittlerer Wandstärke, deren
Enden verschieden ausgebildet sind. An den
Tangentialwänden keine, an den Radialwänden
einfache, spaltartige Tüpfel mit rundem oder
elliptischem äußeren Rand ; innerer Tüpfelrand
spindelförmig und senkrecht, oft aber auch von
dieser Richtung abweichend
Wände der Holzparenchymzellen dünn. An
den Radial- und Tangentialwänden einfache Tüp-
fel. An Berührungstellen mit Gefäßen große
Tüpfel, deren Form nach der Art der benachbarten
Elemente wechselt. Holparenchymzellen in der
Nachbarschaft von Holzfasern oder Tracheen
langgestreckte Rechtecke,diesichnebenMarkstrah-
len an diese anschmiegen und etwas kürzer sind
Radialwände der Markstrahlzellen an Tüpfeln
arm ; Tangentialwände, sowie die einander be-
rührenden unteren und oberen Wandteile reicher
betüpfelt. Wandstärke verschieden ; Länge ein-
zelner Markstrahlzellen das 3- bis 4fache ihrer
Höhe, andere sind höher als breit. Tangentiale
Zellenwände zuweilen nicht senkrecht gerichtet,
sondern unter einem kleineren oder größeren
Winkel geneigt. In anderen Fällen bogenartig
gekrümmt und nicht selten unter einem spitzen
Winkel gebrochen. Größere Tüpfel kommen in
den an tracheale Elemente grenzenden Wänden
vor (A‘)
Gattung 6. Corylus
CORYLUS AVELLANA L.
Gemeiner Haselstrauch
Noisetier, Hazel-nut^ Noccinto
Tafel 14
In ganz Europa heimische Holzart, deren Ver-
breitungsgrenzen sich — mit geringen Abwei-
chungen — bis zu den äußersten Rändern unseres
Erdteiles erstrecken.
Q. 7, 2. Gefäße verstreut ; im Frühholz be-
deutend dichter als im Spätholz. Außer den feinen
Markstrahlen sind — besonders im älteren Holz —
auch dicke, gehäufte Markstrahlen vorhanden,
welche, sowie die Gefäße, nur mit der Lupe
wahrnehmbar sind. Zuweilen kommen auch Mark-
flecke vor. Die Holzart gleicht betreffs Zeichnung
der Corylus colurna. Gehäufte Markstrahlen i.
allg. seltener. Die kegelartigen Einbuchtungen der
Jahrringgrenze kaum sichtbar. Jahrringgrenze
— unabhängig von den Markslrahlcn — etwas
willig, verhältnismäßig sehari, durch 3 bis 4
Reihen cnglumigcrer Holzfasern noch deutlicher
88
hervorgehoben. Gefäße — denen der C. colurna
gleichend — viereckig, unregelmäßig geformt.
Auch elliptische oder kreisrunde Poren vor-
handen. Porenstrahlen 2- bis lOgliedrig. Das
Frühholz des Jahrringes enthält hie und da auch
tangentiale Gefäßgruppen, die mit den anschließen-
den Porenstrahlen kleinen Büscheln ähneln. Lu-
mina der in den Porenstrahlen des Herbstholzes
befindlichen Gefäße eng und fast faserartig.
Grundmasse aus vielen Holzfasern und Holz-
parenchymzellcn gebildet, deren Menge bedeutend
größer ist als jene der Gefäße. Diese Verteilung
ist also gegenüber C. colurna ein gutes Unter-
scheidungsmerkmal. Die Markstrahlen sind größ-
tenteils einschichtig und durchschreiten die Jahr-
ringgrenze ohne wesentliche Veränderungen zu
erfahren.
R. 3. Im Radialschnitt leiterförmige Perforatio-
nen der nebeneinander gelegenen Gefäße in
gleicher Höhe. Anzahl der Sprossen auch 6 bis
12. (Bei C. colurna weniger!) An den radialen
Wandteilen viel weniger Hoftüpfel, als an den
tangentialen. Spiralverdickungen — wie bei C.
colurna — auch hier, wenn auch seltener anzu-
treffen. Ein Teil der Holzparenchymzellen bc-
tüpfelt ; die neben Gefäßen liegenden Mark-
strahlzellcn ebenfalls. Die dem Markstrahl abge-
kehrten Seiten der inneren Markstrahlzellen etwas
gewellt.
T. 4. Am Tangentialschnitt viele einfache
Markstrahlen, darunter bloß Fasern. Auch Schein-
markstrahlen (gehäufte Markstrahlen) kommen
vor. Höhe der Markstrahlen verschieden, auch
30 bis 80 Zellen hohe möglich. Außergewöhnliche
Höhen durch Verschmelzung mehrerer Mark-
strahlen entstanden. Dies ist auch dadurch
nachweisbar, daß einschichtige Teile sich wieder-
holt ausbreiten, und hie und da sogar dreischichtig
werden. Verlauf der Gefäße gerade, durch Paren-
chymzellen. sowie durch ziemlich breite Holz-
faserstreifen voneinander getrennt. Gefäße tangen-
tial mit Hoftüpfeln reich bedeckt. Gefäßbegleitende
paratracheale Zellen ziemlich häufig, metatracheale
Parenchymzellen unter den Holzfasern ebenfalls
zahlreich vorhanden.
E. Gefäßglieder sehr lang, bedeutend länger
als breit. Das eine Ende zugespitzt, das andere
stumpf. Perforation länglich-elliptisch. Wände
dünn, tangential mit Hoftüpfeln dicht bedeckt.
Die Tüpfelhöfe berühren einander vielfach ; da-
durch entstehen eckige Formen. Diese sind ge-
wöhnlich unregelmäßig und von ziemlich großer
Mannigfaltigkeit. Vereinzelte tangentiale Tüpfel
haben Höfe von liegender Ellipsenform. Tangen-
tial kommen auch Spiralverdickungen vor. Die
Zahl der radialen Hoftüpfel ist im Verhältnis zu
den tangentialen geringer, daher sind die einander
selten berührenden verstreut, oder in Längsreihen
geordnet. Außer den radialen Hoftüpfeln treten
auch querliegende, ellipsen- oder tropfenförmige
Tüpfel auf, die fallweise größer als die Höfe der
Hoftüpfel und i. d. R. zu kleineren oder größeren
Gruppen bzw. Reihen geordnet sind. Zuweilen
auch Spiralverdickungen zu beobachten. Die
Form und Größe der Hoftüpfelporen ist sehr
verschieden : i. allg. schmalere Ellipsen oder an
den Enden zugespitzte Formen. Die Poren neh-
men den 3/4 Teil der Höfe ein, sind ganz oder
nahezu querliegend und nähern sich gegebenenfalls
deren Grenzen, ohne dieselben zu erreichen. Es
gibt auch solche — z. B. unter den vereinzelten
Tüpfeln der Radialwände und besonders unter
jenen der Tracheiden —, bei denen der Neigungs-
winkel von Hof und Pore gleichermaßen etwa
45° beträgt. Die Form dieser stimmt mit jener der
vorher beschriebenen Tüpfel überein
Tracheiden an beiden Enden zugespitzt. Wände
von Hoftüpfeln — die jenen der Tracheiden glei-
chen — dicht bedeckt. Außer den querliegenden
auch schräggestellte Tüpfel möglich (c-^^).
Fasertracheiden ziemlich dünnwandig, und —
besonders an der Radialseite — von umfassenden
Hoftüpfeln bedeckt. Tangential angeordnete Hof-
tüpfel nur ab und zu bemerkbar. Auch einfache,
spaltartige Tüpfel kommen vor, deren äußere
und innere Öffnungen jedoch verschieden sind.
Diese sind Holzfasern (dr^3).
Unter den Holzparenchymzellen auch meta-
und paratracheale Elemente — letztere besonders
zwischen den Holzfasern — zu finden. Tangential-
wände glatt oder nur sehr spärlich betüpfelt.
An den Radialwänden kleine Gruppen von 6 bis
10 winzigen Tüpfeln. Die paratrachealen Paren-
chymzellen begleiten die Gefäße und sind sowohl
radial, wie auch tangential mit zerstreuten Tüp-
feln bedeckt. Radiale Tüpfel größer als die tangen-
tialen (fr-J.
Radialwände der Markstrahlzellen fast glatt,
nur die einander berührenden oberen und unteren,
sowie die tangentialen Wände betüpfelt. Radial
gerichtete Tüpfel besonders bei Kantenzellen,
doch bloß in der Nähe der Gefäße, möglich. Zellen
kaum etwas länger als hoch. Wände von mittlerer
Stärke (g). (A.)
89
CORYLUS COLURNA L.
Baumhasel
Cluster nut, Noisetier de Turquie, ou de Byzance
Tafel 15
In Südeuropa, sowie in Südasien, gegen Osten
bis zum Himalaja, wenn auch nicht in geschlosse-
nen Beständen, doch sporadisch als Baum zweiten
oder dritten Ranges überall heimisch. Wird in
Parkanlagen gepflanzt. Erreicht in der ungari-
schen Tiefebene oder im Hügelland eine Höhe
von 8 bis 10 m.
Q. 1, 2. Jahrringgrenze scharf, etwas wellen-
artig. Die größeren Wölbungen der Wellen rei-
chen bis zu den gehäuften Markstrahlen und
buchten sich in diese kegelartig ein. Gehäufte
Markstrahlen weniger enggestellt als bei den
übrigen Haseln. Inmitten der benachbarten Mark-
strahlen auch mehrere — gegebenenfalls 6 bis
8 — Fasern möglich. Manche Jahrringe enthalten
an der Jahrringgrenze 6 bis 8 radial flachgedrückte,
jedoch nicht verdickte Holzfaserreihen, hingegen
weisen die schmäleren Jahrringe — bei denen die
Grenze bei weitem nicht so scharf hervortritt —
bloß 3 oder 4 Holzfaserreihen auf. Im Gesichtsfelde
überwiegen die Gefäße. Inmitten dieser erscheinen
die Holzfasern der Grundmasse und die kleinere
Anzahl von Holzparenchymzellen nur als Flecke.
Querschnitte der Gefäße sehr mannigfaltig, meist
unregelmäßigen Vielecken ähnlich. Vereinzelte
Poren nur sehr selten ; größtenteils zu 3-, bis
6-, bis 10-gliedrigen radialen Porenstrahlen geord-
net, manchmal auch ein wenig tangential ver-
breitert und zu Porengruppen vereint. Die meisten
Porengruppen sind im Frühholz vorhanden. Ihre
Anzahl nimmt gegen das Spätholz ab. Die Ge-
fäßlumina verengern sich allmählich und ver-
schwinden unmittelbar an den Jahrringgrenzen
gänzlich. Markstrahlen ein- bis zweischichtig,
breitere bloß unter den gehäuften Markstrahlen
zu finden. Die Grundmasse enthält fast keine
Holzfasern ; diese sind verhältnismäßig dünn-
wandig, mit verschieden weitem Lumen. Mark-
strahlen an der Jahrringgrenze fallweise — und
innerhalb der einzelnen Jahrringe öfters — etwas
breiter. Holzparenchymzellen in größerer Anzahl,
vorwiegend im Spätholzteil und unmittelbar an
der Jahrringgrenze.
R. 3. Am Radialschnitt die leiterförmigen Per-
forationen der Gefäße gut sichtbar. Die Sprossen-
anzahl schwankt zwischen 3 bis 5. Auffallend sind
auch die zahlreichen metatrachealen Parenchym-
zellen, die teils an den Gefäßen, teils im Sommer-
holz, unter den Holzfasern, liegen. Perforationen
in verschiedener, an unmittelbar benachbarten
Gefäßen jedoch meistens in gleicher Höhe. Ra-
diale Wandteile an Hoftüpfeln bedeutend ärmer.
Außer diesen — obzwar kaum bemerkbar — auch
Spiralverdickungen. Unter den Markstrahlzellen
teils radial langgezogene, teils aufrechte Formen
vorhanden. Letztere vorwiegend Kantenzellen.
Äußere Wände wellenartig, doch nicht über-
mäßig hoch, daher die Markstrahlen ziemlich
homogen.
T. 4. Höhe der Markstrahlen sehr verschie-
den, auch 30 Zellen hohe kommen vor. Die ein-
zelnen Markstrahlen der gehäuften Markstrahlen
i. allg. breiter, kürzer, folglich mehr stämmig-
spindelförmig, als die übrigen. Auch am Tangen-
tialschnitt kann leicht festgestellt werden, daß
inmitten der zahlreichen Gefäße Fasern kaum
zu finden sind. Gefäße öfters durch Markstrahlen
voneinander getrennt, doch kommen unter diesen
auch einzelne Fasern vor. Fasern in den gehäuften
Markstrahlen verworrener als z. B. bei Ainus
glutinosa. Tangentialwände der Gefäße mit Hof-
tüpfeln reich bedeckt. Querschnitte der Mark-
strahlzellen längere oder kürzere Ellipsen und
Kreise, es sind aber — besonders bei einschichti-
gen Markstrahlen — auch eckige Formen möglich.
E. Maße und Enden der Gefäße wie bei C.
avellana, Perforationen jedoch abweichend. An-
zahl der Sprossen 3, höchstens 4—6 bis 7. Auch
Wandstärke wie bei C. avellana. Wände mit
Hoftüpfeln und Spiralverdickungen bedeckt. Die
Hoftüpfel bilden lange, anliegende Reihen. Form
und Anordnung der Hoftüpfel und Poren ganz
wie bei der vorigen Art. Auch außergewöhnlich
große und in der Querrichtung stark verlängerte
Tüpfel kommen öfters vor. Diese können die ge-
wöhnlichen Tüpfel an Länge zwei- bis dreifach
übertreffen. Poren natürlich den Höfen ange-
paßt.
Ähnliche Tüpfel sind auch bei C. avellana zu
finden ; ihre Ausdehnung ist sogar manchmal
beträchtlich und engere Gefäße können von
einzelnen langgczogenen Tüpfeln ganz umfaßt
werden. (An Vitis erinnernde Tüpfel ; vorwiegend
bloß an den Radialwänden.) Einfache Tüpfel
denen der C. avellana gleich. Auffallende Spiral-
verdickungen bedecken ziemlich große Wand-
flächen. Enden der Gefäßglieder nicht so stark
zugespitzt, wie bei C. avellana (at_5).
90
Wände der Tracheiden dünn, von enggestellten
Hoftüpfeln ganz bedeckt. Enden zugespitzt, Tüpfel
wie bei C. avellana. Die tangential gelegenen ziem-
lich dicht, auch einander berührend, quer- oder
schrägstehend. Die radial gelegenen an Zahl ge-
ringer und mehr schräggestellt (c^^).
Holzfasern mit mittelstarken Wänden und vor-
wiegend radial gerichteten, spaltartigen Tüpfeln.
Tangentialwände nicht oder bloß spärlich be-
tüpfelt. Auch ziemlich viele glattwandige Holz-
fasern vorhanden
Holzparenchymzellen meist langgestreckte Zie-
gelformen. Die sich aneinander schmiegenden
Enden stehen durch einzelne kleine Tüpfel in
Verbindung. An den Tangentialwänden spärliche
oder keine Tüpfel. An den radialen Wandteilen
um so mehr unregelmäßig zerstreute oder zu klei-
neren Gruppen geordnete Tüpfel (fi-z)-
Höhe und Länge der Markstrahlzellen fast
gleich. Die Längen übertreffen die Höhen i. allg.
P/2- bis 2fach. Kantenzellen kurz, i. d. R. quadra-
tisch oder rhombenförmig, aber auch stehende
Formen vorhanden. Obere, untere und tangentiale
Wände dicht betüpfelt. Radialwände an Tüpfeln
arm. An Gefäße angrenzende Markstrahlzellen
von großen Tüpfeln bedeckt (gi-z)- (J.)
CORYLUS MAXIMA Mill.
Lamberts Haselstrauch
Lambertshasel, Noisetier tubuleux, White or
red filbert
Tafel 16
Verbreitungsgebiet : Balkan, Ungarn, West-
asien.
Q. 1, 2. Querschnittsbild mehr dem von C.
avellana als dem von C. colurna ähnlich. Gehäufte
Markstrahlen fehlen, auch sind die Jahrringgren-
zen und Gefäßlumina regelmäßiger. Kreis- oder
Ellipsenformen hier häufiger als bei den vorigen
Haselnußarten. Gruppierung der Gefäße genau
wie bei den beschriebenen Arten. Die einander
berührenden Porenstrahlen bzw. Porengruppen,
sowie die Gefäße des Frühholzes zweigen aus einer
unmittelbar an der Jahrringgrenze gelegenen,
größeren Gefäßgruppe aus und laufen dann dem
Spät holz zu. Die Grundmasse besteht aus vielen
Holzfasern und Holzparenchymzellen, welche die
(/«•faße an Menge übertreffen. Anzahl der letzteren
innerhalb einzelner Gruppen bzw. Porenstrahlen
ähnlich wie bei C. avellana. Mehrzahl der Mark-
strahlen einschichtig. Diese werden an der Jahr-
ringgrenze etwas breiter, umgehen mehrfach
größere Gefäßgruppen und verlaufen genau radial.
Jahrringgrenze deutlich sichtbar.
R. 3. Radialschnitt durch die leiterförmigen
Perforationen der Gefäße gekennzeichnet. Spros-
senanzahl liegt zwischen den entsprechenden Wer-
ten der beiden anderen Haselarten (5 bis 6).
Gegenseitiges Verhältnis der Holzfasern, Holz-
parenchymzellen ungefähr wie bei den bereits
behandelten Arten. Erwähnenswert, daß Paren-
chymzellen in verhältnismäßig größter Anzahl
hier auftreten.
T. 4. Am Tangentialschnitt — gleich wie bei
den übrigen Haseln — zahlreiche, größtenteils
einzellenschichtige Markstrahlen. Zweischichtige
sind kaum zu finden ; daher können die Hasel-
arten auf Grund der Markstrahlenbreite bis zu
einem gewissen Grade unterschieden werden.
Verlauf, Anordnung und Höhen der Markstrahlen
im großen ganzen wie bei den übrigen Hasel-
arten.
E. Gefäße — ähnlich wie bei den übrigen
Haselarten — leiterförmig durchbrochen. Spros-
senzahl 3 bis 7 ; in dieser Beziehung nimmt also
C. maxima eine Zwischenstellung unter den früher
besprochenen Haselarten ein. Gefäßwände etwas
stärker, und gleichfalls mit Hoftüpfeln, in der
Nähe der Markstrahlen mit einfachen Tüpfeln
bedeckt. Struktur und Anordnung der Tüpfel wie
bei den übrigen Corylus-Axten ; die Gefäßformen
der anderen Arten sind auch hier anzutreffen.
Die Gefäße verkehren mit den angrenzenden Mark-
strahlen durch einfache Tüpfel. Spiralverdickun-
gen, vorwiegend auf der Radialseite. Diese etwas
stärker und schärfer ausgeprägt als bei C. colurna
oder C. avellana, jedoch in geringerer Zahl und
bloß bei einem kleineren Teil der Gefäße vorhanden.
Gefäßenden kurz, kegelartig, oder — wie bei den
übrigen Haselarten — eher abgerundet (a^^).
Tracheiden an beiden Enden zugespitzt, an
allen Seiten mit Hoftüpfeln dicht bestreut. Sonst
wie bei den vorher beschriebenen Haselarten
Holzfasern betreffs Maße und Enden den
beiden anderen Arten gleich. Tüpfel linsenförmig,
einfach, etwas breiter und kürzer als bei den vor-
her beschriebenen Haseln. Die entgegengesetzt
angeordneten, besonders die auf den Radial-
wänden, kreuzen sich in den meisten Fällen.
Möglicherweise auch einige Höfe vorhanden ;
solche sind als überschreitende Hoftüpfel zu be-
91
trachten. Bei diesen die Höfe nur im Mindestmaß
überschritten, nicht wie bei den vorigen Elementen
oder wie allgemein bei den Tüpfeln der Fasern ;
diese sind eigentlich Fasertracheiden (dr_3).
Holzparenchymzellen im großen und ganzen
wie bei den übrigen Haselarten f/i-J.
Wände der Markstrahlzellen etwas stärker.
Beschaffenheit und Anzahl der Tüpfel wie bei
den übrigen Haselarten. Gefäße berührende Mark-
strahlzellen von großen und mannigfaltig geform-
ten Tüpfeln bedeckt (gv_2). (A.)
III. FAGACEAE
Gattung 7. Castanea
CASTANEA SATIVA Mill.
Edelkastanie
Chestnut, Chataignier^ Castagno
Tafel 17
Urheimat : Asien. In den wärmeren Gebieten
Ost- und Westasiens, in Nordafrika und Süd-
europa verbreitet. Wird in Spanien, Frankreich,
Italien gepflanzt, kommt aber in Ungarn auf den
Lößböden Transdanubiens, ferner bei Koszeg
und in der Umgebung von Nagymaros auch ver-
wildert vor und dringt bis zu einer Höhe von
500 m hinauf.
Splint gelblich-weiß oder von schmutziger
Farbe, sehr schmal. Kernholz lichtbraun, dem
der Eiche ähnlich.
Q. 7, 2. Markstrahlen fein, mit freiem Auge
nicht sichtbar. In der innersten Frühzone zahl-
reiche, weitlumige Gefäße. Die Poren laufen schräg
schlängelnd, hie und da verzweigend der Jahrring-
zone zu. Unterschied zwischen Lumina des Früh-
und Spätholzes auffallend groß. Manche Früh-
gefäße übertreffen die Spätgefäße 30- bis 40fach.
Übergang nicht ganz allmählich. Den ganz englumi-
gen Gefäßen folgen in den schlängelnden Linien
zuweilen auch etwas breitere. Markstrahlen in
gleichen Abständen, sämtliche einschichtig, sehr
selten zweischichtig, ausnahmsweise dreischichtig.
Grundmasse besteht aus einer Menge vieleckiger
Fasertracheiden. Wände letzterer mittelstark, ihre
Zahl im Verhältnis zu den Gefäßen groß. Lumina
in der Spätzone — gleiche Durchmesser voraus-
gesetzt — enger, Wände etwas stärker.
R. 3, Am Radialschnitt leiterförmige Perfora-
tionen einiger englumiger Gefäße sichtbar. Anzahl
der Sprossen sehr häufig bloß 1, seltener 2 oder 3.
Holzparenchymzellen und Holzfasern gleich breit.
Kantenzellen der Markstrahlen weichen von den
inneren Zellen ab. Erstere überall quadratisch
oder rhombenförmig, während die inneren längere
oder kürzere Ziegelformen haben und kaum etwas
höher sind. Aufrechte Formen selten. Äußere
Seiten der Kantenzellen etwas wellig. Markstrahlen
— je nach ihrer Anordnung — mit kleineren oder
größeren Tüpfeln bedeckt. Holzparenchymzellen
in längere oder kürzere Reihen geordnet, zuweilen
vereinzelt, das andere Mal zu zweit ; kommen
auch inmitten von Fasern oder in der Nähe von
Gefäßen vor.
T. 4. Markstrahlen 2 bis 40 Zellen hoch.
Sämtliche einschichtig. Zellen ellipsen- oder kreis-
förmig, manchmal eckig. Kantenzellen kaum
größer als die inneren. Um die Mitte der Mark-
strahlen stehen zuweilen innerhalb einer Zellen-
höhe auch zwei Zellen nebeneinander. Diese kön-
nen jedoch nicht als zweischichtige Strahlen
bezeichnet werden. Ablauf der Gefäße etwas wellig.
Glieder kurz, mit einfachen und Hoftüpfeln be-
deckt. An den Radialseiten der Holzfasern, Faser-
tracheiden und Holzparenchymzellen sind Tüpfel
kaum vorhanden.
E. Gefäßwände mittelstark. Manche Gefäß-
glieder an beiden Enden offenen Walzen ähnlich
und nicht länger als breit, demzufolge nur (‘infach
durchbrochen. Größt* der Perforation stets dem
Lumen des Gefäßes angepaßt. V ände mit Hof-
tüpfeln bestreut, die ausgedehnten Wandflächen
jedoch bloß an kurzen Strecken betüpfelt. Höfe
kurz elliptisch, fast kreisrund. Poren : querlie-
gende oder schräge, schmalere Ellipsen, die aber
die Höfe nicht umfassen. Außer den Hoftüpfeln
auch einfache ziemlich häufig ; diese bedecken die
freigebliebenen Wandteile. Kommen besonderes
an Berührungsstellen von Gefäßen und Mark-
strahlzellen vor, kreis- oder ellipsenförmig, fall-
weise unregelmäßig ; zuweilen auch stark lang-
gezogene Formen sichtbar ßj«
Einzelne Gefäße englumiger als die der \ origen
Art, gewöhnlich abgerundet oder kegelartig en-
92
dend, die zwei- bis dreisprossigen leiterförmigen
Perforationen auf kleinere oder größere Entfer-
nungen vom Ende. Die einzelnen Sprossen nicht
immer parallel, oft unter einem gewissen Winkeln
zueinander geneigt. Inmitten der Sprossen große
perforierte Flächen. An den Durchbruchstellen
zuweilen beträchtliche Hoftüpfel, die die Ent-
stehung der leiterförmigen Perforationen sehr gut
veranschaulichen. Die Wände solcher Gefäße sind
von in schlängelnde und oft verzweigende Linien
geordneten Hoftüpfeln bedeckt, die entweder
einander berühren oder um einen halben, bzw.
ganzen Tüpfeldurchmesser voneinander entfernt
liegen. Höfe kreisrund oder ellipsenförmig, wie
bei den vorigen Arten. Die Poren liegen schräg
oder annähernd quer und nehmen die Höfe nicht
ganz ein. Wände dieser gefäßartigen Tracheiden
etwas dünner, als die der Gefäße.
Wände der Fasertracheiden etwas stärker, mit
Hoftüpfeln unregelmäßig bedeckt ; Hoftüpfel tan-
gential spärlich, radial zahlreicher. Höfe meist
regelmäßig, kreisrund oder kurz ellipsenförmig.
Die Poren sind gleichfalls Kreise oder kurze
Ellipsen, stehen im letzteren Falle schräg, umfas-
sen die Höfe nicht ganz, reichen höchstens an-
nähernd bis an deren Grenzen Die entgegengesetzt
angcordneten Poren können einander kreuzen
6ci-2^* Auch spärlich betüpfelte Fasertracheiden
kommen vor Höfe der Tüpfel in manchen
Fällen stark verschwommen, unbemerkbar oder
bloß als sehr schmale Ränder zu erkennen. Da
diese Poren, sowie die Fasern mit den übrigen
übereinstimmen, werden auch diese Elemente für
Hoftüpfel gehalten. Somit kommen hier einfach
betüpfelte Fasern nicht vor, mit anderen Worten :
die Grundmasse besteht am meisten nur aus
Fasertracheiden.
Wände der Holzparenchymzellen ungefähr von
der Dicke der Fasertracheiden. Radial wie tangen-
tial einfache, spärliche, ziegelförmige oder an-
nähernd kegelartige große Tüpfel. Letztere bilden
die Endzeilen der metatrachealen »Parenchym-
kette« (fi-J.
Markstrahlzellen im großen ganzen gleich hoch.
Innere Zellen radial vier- bis fünfmal länger als
hoch und — die Tangentialwände ausgenommen —
an verstreuten oder in Gruppen angeordneten
Tüpfeln arm. Kantenzellen kaum höher, jedoch
kürzer als bei der vorigen Art, oft quadratisch.
Wände ungleichmäßig verdickt. Inmitten der
großen Tüpfel — wie bei Markstrahlen innerer
Lage — oft kleine Tüpfelgruppen (gi-2/ (A.)
Gattung 8. Fagus
FAGUS ORIENTALE Lipsky
Orientalische Buche
Tafel 18
Verbreitungsgebiet : Südeuropa, Kleinasien,
Kaukasien, Nordpersien.
Q. 2, 2. Querschnittsbild ganz wie bei F.
silvatica. Die Holzart kann also auf Grund des
Querschnittes von der Rotbuche nicht unter-
schieden werden. Bloß die Wände der Holzfasern
sind etwas dünner. Vermutlich ist auch dies für
die Art nicht kennzeichnend, da die Holzfasern
in den verschiedenen Jahrringen veränderlich und
allem Anschein nach vom Alter des Baumes ab-
hängig sind. Die in den breitesten Markstrahlen
an der Jahrringrenze auftretenden Einwölbungen
sind hier stärker gebogen, nur selten kegelartig.
T. 4. Ablauf der Gefäße und Fasern am Tan-
gentialschnitt — trotz zahlreicher Markstrahlen —
etwas gleichmäßiger, als bei F. silvatica. Dies ist
darauf zurückzuführen, daß die schmaleren Mark-
strahlen bloß ein-, zwei-, höchstens dreischichtig,
und ihre Zellen schmaler, und bedeutend höher
sind als bei F. silvatica. Breitere Markstrahlen
wesentlich höher, auch mehrere hundert Zellen
hoch ; von Fasern und Parenchymen kaum
zergliedert, im Gegensatz zu F. silvatica, wo diese
Zergliederung ziemlich ausgeprägt ist. Sonst der
F. silvatica gleich.
E. Elemente der beiden Arten ohne wesentliche
Unterschiede. Einfache so wie leiterförmige Per-
forationen auch hier vorhanden. Langgezogene,
so wie einfache Hoftüpfel ziemlich häufig. Das
über F. silvatica gesagte auch hier gültig (a±
el-3> /’ £1-2?* (J-)
FAGUS SILVATICA L.
Rotbuche
Beech, Hetre, Faggio
Tafel 19
Verbreitungsgebiet : Mitteleuropa bis zu Kau-
kasien.
Holz rötlich-weiß, ohne Kernholz.
Q. 1, 2. Zerstreutporiges Holz. Gefäße mit
freiem Auge kaum sichtbar..Anzahl und Lumina
der Gefäße im Frühholz bedeutend größer als
93
im Spätholz ; sämtliche gleichen radial geordneten,
langachsigen Ellipsen und sind radial — halbwegs
auch tangential — in doppelte oder dreifache
Gruppen geordnet. Holzfasern und Fasertracheiden
der Grundmasse dickwandig. Lumina erscheinen
— besonders im Spätholz — bloß als Punkte.
Sämtliche annähernd kreisrund, der dichten An-
ordnung zufolge etwas modifiziert. Lumina der
Gefäße werden vom Frühholz gegen das Spätholz
zu regelmäßig allmählich enger, und nehmen auch
an der Zahl ab. Markstrahlen dicht, doch ungleich-
mäßig angeordnet. Die dickeren an der Jahrring-
grenze etwas breiter. Zwischen zwei dicken Mark-
strahlen wölbt sich die Jahrringgrenze bogen-
artig aus. Die Gleichmäßigkeit dieser Wölbungen
wird bloß durch jene kleinen Einbuchtungen unter-
brochen, welche zwischen den dünneren Mark-
strahlen entstehen. Jahrringgrenze in den breite-
sten Markstrahlen kegelförmig, stark eingewölbt.
Die dünnsten Markstrahlen erleiden an der Jahr-
ringgrenze keine Veränderung. Diese Markstrahlen
folgen einander fast auf eine Gefäßbreite. Im
Frühholz bilden die Gefäße knapp an der Jahrring-
grenze zusammenhängende Ringe und berühren
einander größerenteils auch tangential. Holz-
parenchyme entweder zerstreut oder parallel zur
Jahrringgrenze in kürzeren oder längeren Reihen
geordnet. Die Wände sind dünn und heben sich
von den dickwandigen Fasern klar ab.
R. 3. Perforationen der Gefäße, ob benachbart
oder fernliegend, in gleicher Höhe. Einzelne Glieder
von mittlerer Länge. Dazwischenliegende Streifen
der Holzfasern und der Holzparenchymzellen sehr
schmal. Die an deren Enden sich an einander
anschmiegenden Parenchymzellen bilden lange,
doch stets einzeln verlaufende Ketten. Mark-
strahlzellen radial langgezogen, Wände stark ver-
dickt. Zellen anderer Markstrahlpartien ganz kurz,
oft höher als lang.
T. 4. Höhe und Breite der großen Markstrah
len verschieden. Höhe oft durch Verschmelzung
der übereinander lagernden Markstrahlen ge-
steigert. In solchen Fällen sind dieselben bloß
durch 1 oder 2 Fasern voneinander getrennt.
Diese Erscheinung kann — im Gegensatz zur
Verschmelzung — auch so gedeutet werden, daß
einzelne große Markstrahlen von Fasern durch-
gesetzt sind. Mehrzahl der Markstrahlen ein-
schichtig und 3 bis 20 Zellen breit. Eine dritte
große Gruppe der Markstrahlen ist 15 bis 30
Zellen breit ; auf je 1 mm2 entfallen 10 bis 15
Zellen. Querschnittsbilder der Markstrahlzellen
kurze Ellipsen, bei den breiteren oft Kreise, fall-
weise etwas unregelmäßig, manchmal eckig. Tan-
gentialwände ziemlich dicht betüpfelt. Ablauf
der Gefäße unter den Markstrahlen stark wellig.
Wände teils einfach, teils mit Hoftüpfeln bedeckt.
Holzfasern mit spaltförmigen Tüpfeln bestreut.
Überall zahlreiche metatracheale Holzparenchym-
zellen.
E. Die Gefäße haben — im Verhältnis zu ihrer
Größe — ziemlich dünne Wände. Lumina — wie
am Querschnitt zu ersehen — von ziemlich ver-
schiedener Größe. Die Enden sind entweder
röhrenartig ganz offen oder verengern sich — u. zw.
gewöhnlich bloß das eine, fallweise beide — in
längere oder kürzere Schnäbel. Die kleineren glatt,
die größeren eher hofbetüpfelt. Perforationen
meistens einfach, in der Form mehr elliptisch
oder unregelmäßig ; i. allg. einfach, zuweilen
aber auch leiterförmig, kommen besonders in den
englumigeren Spätholzgefäßen ziemlich oft vor.
Sprossen verhältnismäßig dicht, oft verzweigend.
An den Stellen der Perforationen entstehen zu-
weilen auch längliche, spaltartige Tüpfel. Gefäß-
wände mit einfachen- und Hoftüpfeln bedeckt.
Hoftüpfel tangential und radial ziemlich häufig,
jedoch in geringer Zahl, berühren einander daher
höchst selten, liegen zerstreut, bzw. in längeren
oder kürzeren, schlängelnden Reihen geordnet,
und treten tangential reichlicher, radial bloß spora-
disch, mit den einfachen Tüpfeln zusammen auf.
Form der Tüpfel sehr manningfaltig. Form der
Höfe seltener kreisrund, meist eine kürzere oder
längere Ellipse. Die Gestrecktheit kann so be-
trächtlich sein, daß die Breite von der Länge
mehrfach übertroffen wird; solche Tüpfel können
die engeren Gefäße auch ganz umfassen (s.
Vitis vinifera). Enden immer regelmäßig gerun-
det und querstehend. Zuweilen gekrümmt
oder in »S«-Form gebogen. Solche langgezogene
Tüpfel kommen besonders tangential vor. Die
Poren der Tüpfel gleichen den Formen der
Höfe, umfassen aber diese nie ganz, sondern
folgen den Grenzen der Höfe gleichmäßig.
Einfache Tüpfel vorwiegend an Stellen, wo
Gefäße, Markstrahlen oder Holzparenchyme
miteinander in Berührung kommen. Formen
mannigfaltig, cllipsen- oder gespitztlinsenförmig.
Durchschnittlich größer als die Hoflüpfel (a^^).
Zahl der Tracheiden gering, beide Enden ver-
jüngt, Wände — denen der Tracheen gleich —
dünn und betüpfelt. Poren der Tüpfel schräg
94
Fasertracheiden an den Enden etwas abge-
rundet, ihre Wandstärke beträchtlich, jedoch
geringer als der Durchmesser der Lumina. Wände
mit zerstreuten Hoftüpfeln bedeckt. Die zu den
Faserlängsachsen sich unter 45° neigenden spalt-
förmigen Poren der Tüpfel umfassen beinahe die
ganze Tüpfelbreite (e).
Die Enden der Holzfasern werden allmählich
schmaler, laufen aber trotzdem nicht entschieden
spitz aus. Wände dick. Lumina erscheinen manch-
mal bloß als Risse, anderenortes sind sie etwas
breiter. Wände mit spaltartigen kleinen Tüpfeln
bestreut. Richtung der Tüpfel ganz oder nahezu
senkrecht (d^z).
Holzparenchymzellen regelmäßige, langgezogene
Ziegelformen. Wände gleichmäßig, mitteldick,
radial reich, tangential spärlicher betüpfelt. Zellen
sieben- bis achtmal länger, als breit (fi-z)-
Markstrahlzellen verschieden. Die inneren —
von den Kanten- und Randzellen abweichend —
radial langgezogen. Kantenzellen bedeutend kür-
zer, an den äußeren Wänden gewellt ; stehende
Formen sehr häufig. Wände beider Zellenarten
oft stark verdickt, Lumina deshalb vielfach klein
und infolge der starken Verdickungen ziemlich
unregelmäßig verästelt. Unter den großen Mark-
strahlzellen verstreut auch kleinere zu finden, die
in ihrer Form den stark verkürzten Faserzellen
ähneln. Wände — wie bei den übrigen Mark-
strahlzellen — ganz dick, mit kleinen Tüpfeln
bestreut. Solche Markstrahlzellen kommen vor-
wiegend an der Jahrriggrenze vor (gY -2)- (A.)
Gattung 9. Quercus
QUERCUS BOREALIS MAXIMA Sarg.
Roteiche
Tafel 20
Verbreitungsgebiet : Nordamerika. Auch in
Europa überall gepflanzt.
Q. 1, 2. Von den übrigen Eichen abweichend,
— zu mindest bei der untersuchten Probe —
Zahl der weitlumigen Gefäße in den Jahrringen
bedeutend geringer. Im Frühholz bloß hie und
da verstreut einzelne Gefäße zu finden ; kann
also eigentlich nicht als ringporiges Holz betrachtet
werden. Im Spätholz Gefäße englumiger, doch an
der Zahl geringer. Daher Grundmasse vorwiegend
von einer großen Holzfasermenge, sowie von
spärlichen Fasertracheiden und Holzparenchym-
zellen gebildet. Lumina der Gefäße ; radiale
kurze Ellipsen oder Kreise. Jahrringgrenze gut
sichtbar und etwas wellig, zwischen oder in den
Markstrahlen unverändert.
R. 3 und T. 4. Mehrzahl der Markstrahlen
einschichtig. Höhe sehr verschieden. Holzfasern
in den größeren Markstrahlen derart verworren,
wie bei keiner anderen Eiche. Sonst stimmen
Radial- wie Tangentialschnitt mit denen der
übrigen Eichen ganz überein. Die geringe Anzahl
der Gefäße auffällig. Am Radialschnitt Holz-
parenchymzellen, ebenso einzelne Markstrahlzellen
mit Kalziumoxalatkristallen gefüllt.
E. Größe, Wandstärke und Form, sowie ein-
fache und Hoftüpfel der Gefäße wie bei den ande-
ren Eichen. Höchstens Hoftüpfel etwas kleiner.
Form der Poren auch hier sehr mannigfaltig.
Perforationen der Gefäße einfach. Auch die en-
glumigeren Gefäße sind den ähnlichen Elemen-
ten der übrigen Eichen gleich fd1_3>/.
Tracheiden, Holzfasern und Fasertracheiden,
ferner Holzparenchymzellen wie bei den übrigen
Arten. Manche Parenchymzellen aber von bedeu-
tend längerer Form. Markstrahlzellen denen der
übrigen Eichen gleich ; doch radial langgezogene
Formen häufiger (c, d, g^). (A.)
QUERCUS CANARIENSIS Willd.
Kabylen-Eiche
Chene zan (ou zeen) des cabyles
Tafel 21
Verbreitungsgebiet : Spanien, Nordafrika.
Q. 1, 2. Wie bei den anderen Eichen ; ent-
schieden ringporiges Holz. Lumina des Frühholzes
sehr groß, übertreffen an Breite sogar die analogen
Gefäße von Q. cerris und Q. robur. Weicht von
Q. pubescens oder petraea stark ab. Die großen
Gefäße an der Jahrringgrenze, in ein-, zwei oder
drei Reihen geordnet, laufen ziemlich nahe neben-
einander, berühren jedoch einander unmittelbar
sehr selten. Sie sind an Form den großen Gefäßen
der übrigen Quercus-Arten ähnlich und enthalten
zahlreiche Thyllen. Das Spätholz setzt sich vom
Frühholz scharf ab. Gefäße des Spätholzes sehr
englumig, weisen keinen Übergang zum Frühholz
auf. Gegen die Jahrringgrenze zu häufen sich diese
engeren Gefäße und die anschließenden Paren-
chym- und Fasertracheiden in eine ziemlich
zusammenhängende und breitere, etwas wellig
verlaufende, mitunter sich verzweigende oder
95
vereinigende Zone. Metatracheale Parenchym-
reihen wie die der übrigen Q.-Arten, und in gleicher
Menge vorhanden. Jahrringgrenzen infolge der
anliegenden großen Frühgefäße leicht wellig, die
breiten Markstrahlen entlang aber gerade, auch
bogen- oder kegelartig eingewölbt.
R. 3. Radialschnitt i. allg. dem der übrigen
Q.-Arten gleich.
T. 4. Am Tangentialschnitt keine ausgepräg-
ten trennenden Unterschiede feststellbar. Breite
Markstrahlen den übrigen ähnlich und ziemlich
gleichmäßig. Durch Fasertracheiden nur mäßig zer-
stückelt. Höhen der einschichtigen denen der
übrigen ungefähr gleich. Einzelne Zellen jedoch
größer als bei den übrigen Q.-Arten. Hier entfällt
also auf die gleiche Markstrahlhöhe eine kleinere
Anzahl von Markstrahlzellen. Zellenwände dünn,
am Querschnittbild mehr eckig, ziegelförmig oder
quadratisch. Unter denselben, sowie unter den
Fasertracheiden auch spärliche und sehr kleine
Interzelullarräume sichtbar. Tangentialwände der
Zellen an Tüpfeln reich.
E. Gefäße von denselben Typen wie die der
übrigen Q.-Arten. Höfe der Hoftüpfel : Kreise
oder Ellipsen. Poren : ellipsen- oder linsenförmig.
Die Poren kommen an die Grenzen der Höfe stark
heran, erreichen oder überschreiten dieselben aber
selten und sind in den weiteren Gefäßen quer-,
in den engeren schräggestellt. Die großen Gefäße
haben ziemlich mannigfaltige Formen, die kürzeren
enden in längeren oder kürzeren Schnäbeln ^«1-4/
Tracheiden an Form ziemlich mannigfaltig,
oft zickzackartig, wie bei den übrigen Eichen.
Hoftüpfel denen der Gefäße ähnlich
Holzparenchyme (ft-2) und auch Markstrahl-
zellen (gi-2) sehr dünnwandig ; unter letzteren
zuweilen auch solche mit dickeren Wänden zu
finden.
Fasertracheiden und Holzfasern bezüglich Be-
tüpfelung den allgemeinen Typen der Quercus-
Arten ähnlich ; verhältnismäßig ziemlich dünn-
wandig (c^). (A.)
QUERCUS CASTANEIFOLIA C. A. Mey.
Kastanienblätterige Eiche
Chene ä feuilles chätaignier
Tafel 22
Verbreitungsgebiet : Kaukasien, Persien. Der
Baum erreicht einer Höhe von 25 m.
0- 1, 2. Holz, wie bei den meisten Quercus-
Arten, charakteristisch ringporig. Jahrringe von-
einander gut abgesetzt. Im Frühholz mancher
Jahrringe sind die ersten weitlumigen Gefäße in
2 3 Reihen anzutreffen, die weiteren werden aber
immer enger und ordnen sich flammenzungen-
förmig an. Metatracheales Parenchym in den ein-
zelnen Jahrringen lamellenförmig angeordnet.
Die Anwesenheit von schmalen und breiten Mark-
strahlen, sowie die Anordnung des metatrachealen
Parenchyms ganz Quercus-artig. In dieser Hin-
sicht vielfach der Q. frainetto und der Q. pubescens
ähnlich.
R. 3. Struktur des Radialschnittes vollkommen
Quer cus-artig. Zwischen den weitlumigen Ge-
fäßen viele Parenchymzellen. In den Gefäßen
Thyllen reichlich vorhanden.
T. 4. Stimmt mit den übrigen Quercus-Arten
weitgehend überein, indem außer einschichtigen
auch 15—20 Zellenreihen breite Markstrahlen
vorkommen ; Höhe der einschichtigen Mark-
strahlen 1—30, die der breiten auch 50—100
Zellen. Querschnitte der Zellen der breiten Mark-
strahlen verschiedenförmig, i. allg. vieleckig.
E. Gefäße im Frühholz verhältnismäßig weit-
lumig, Durchmesser 25—150—200 p, mitunter
sehr niedrig und von regelmäßiger Zylinderform,
mit einfacher Perforation, meistens unterhalb der
zugespitzten Gefäße. Hoftüpfel schütter, meistens
mit waagerechten Öffnungen. In der Wand einiger
Tracheen einfache Tüpfelfelder an den Stellen,
wo sich die Gefäße mit den Markstrahlparenchym-
zellen berühren. Perforation einfach, leiterförmige
Durchbrechung wurde nicht beobachtet
Tracheiden bedeutend schmaler als die Gefäße,
Enden verhältnismäßig stumpf. Breite 10—16 p.
Größe der Hoftüpfel 5—8 p (c^^).
Fasertracheiden von den gewöhnlichen Tra-
cheiden schwer zu unterscheiden, höchstens da-
durch, daß die Enden der ersteren scharf zugespilzt,
die der letzteren mehr abgerundet sind.
Holzfasern verhältnismäßig sehr lang und
besonders dickwandig. Durchschnittliche Länge
560—860 p, Breite 8—10 p. In der Radialwand
schmale spaltartige Tüpfel
Holzparenchymzellen verhältnismäßig lang,
60__120 p hoch, 8—10 p breit, und dicht von
kleinen einfachen Tüpfeln bedeckt (f).
Markstrahlzellen hinsichtlich Form und Struk-
tur mit den übrigen Quercus-Arten übereinstim-
mend. In der Radialwand der die Gefäße berühren-
den Markstrahlzellen sind die Tüpfel verhältnis-
96
mäßig groß und von mannigfaltiger Form, in
den übrigen Wänden klein und einfach. Höhe
der Markstrahlzellen 13—27 //, Wände mitunter
erheblich verdickt (gL-4). (A.)
QUERCUS CERRIS L.
Zerreiche
Chene chevelu ou lombard, Cerro
Tafel 23
Verbreitungsgebiet : Südeuropa, Westasien.
Q. 7, 2. Stimmt im Querschnitt mit Q. cerris
var. austriaca überein. Unterscheidende Merkmale
nicht feststellbar. Auch die scheinbaren Unter-
schiede sind für die Art nicht bezeichnend, daher
bei der Bestimmung kaum in Betracht zu ziehen.
Jahrringe fallweise schmaler als bei Q. cerris
var. austriaca, deswegen Spätholz nicht so kenn-
zeichend ausgebildet. Gabelartige Anordnung der
englumigeren Gefäße kaum zu beobachten. Im
Frühholz weitlumige Gefäße in größerer Anzahl ;
diese in zwei, fallweise drei Reihen geordnet.
Da die Gefäße auch tangential näher zueinander
geraten, wird die Bildung von Zwillingsporen
möglich, was bei der vorigen Holzart kaum vor-
kommt. Metatracheale Parenchymzellen durch-
schnittlich in kleinerer Anzahl, doch geordneter
als bei Q. cerris var. austriaca. Sonst kein Unter-
schied.
R. 3 und T. 4. Tangetialschnitt im Wesent-
lichen vollkommen wie bei Q. austriaca. Absondern-
de Unterschiede oder Merkmale auch hier nicht
feststellbar ; nicht einmal im Radialschnitt.
E. Bezüglich der Elemente keine Unterschiede.
Auch die Abweichungen der Tüpfel und Poren
sind für eine Absonderung nicht brauchbar, da
sogar innerhalb derselben Art verschieden. Zu
erwähnen, daß während bei der nächsten Art in
den Radialwänden der Gefäße die Tüpfelporen
fast in jedem Falle kurz elliptisch oder kreis-
förmig, hier mehr linsenförmig, die Höfe im allge-
meinen umfassend oder stark annähernd, in den
größeren Gefäßen aber meist quergestellt sind.
Dies kann jedoch nicht als entscheidendes Merk-
mal betrachtet werden. Kreisförmige Tüpfel auch
bei Q. cerris zu finden, wogegen linsenförmige
und Höfe umfassende Poren auch bei Q. cerris v.
austriaca vorhanden sind (di-^ cA dr_2, f, g)’
(A.)
QUERCUS CERRIS var. AUSTRIACA Loüd.
österreichische Zer reiche
Turkey-, or bitter- or mossy-cupped oak
Tafel 24
Verbreitungsgebiet : Südeuropa, Westasien.
Q. 1, 2. Ringporiges Holz. Gefäße mit mächti-
gen Lumina im Frühholz an der Jahrringgrenze
i. d. R. in eine, seltener in zwei Reihen geordnet
und auf verschiedene Entfernungen — doch nie
weiter als auf einen Gefäßdurchmesser — vonein-
ander. Radial werden die Gefäße immer kleiner
und spärlicher. Lumina der größeren Gefäße
annähernd kreis- oder eiförmig, Wände dick.
Breite der Jahrringe unterschiedlich, zuweilen so
schmal, daß die breitlumigen Gefäße die Breite
des Jahrringes beinahe umfassen. In anderen
Fällen gesellen sich — von diesen Gefäßen aus-
gehend — kleinere, gabelartig sich verzweigende
Gefäßreihen aneinander. Diese Erscheinung be-
sonders in den ersten Jahrringen häufig. Die ver-
zweigenden Gefäßreihen sind überall von Holz-
parenchymzellen begleitet, die am Hirnschnitt
als dunklere Felder erscheinen. Jahrringgrenze
infolge der stärkeren Wände der Ringporen, sowie
der englumigeren Holzfasern klar bemerkbar,
doch fast immer etwas wellig. In den dicken Mark-
strahlen spitzkegelartige Einbuchtungen. Unter
den dicken Markstrahlen auch dünnere sichtbar.
Diese sind i. allg. einschichtig, es kommen aber
häufig auch breitere vor. Grundmasse : eine Menge
dickwandiger Holzfasern. Dazwischen metatrache-
ale Holzparenchymzellen und Fasertracheiden.
Auf Grund der dünnen Wände von den Fasern gut
zu unterscheiden.
R. 3. Querscheidewände der Gefäße teils recht-
eckig, teils unter kleinerem Winkel gegen die
Längsachse zu geneigt. Die metatrachealen Paren-
chymzellenketten sind von verschiedener Länge
und einzeln, öfters doppelt oder zu dritt knapp
aneinander geordnet. Markstrahlzellen fast gleich-
mäßig, ziegelförmig. Kantenzellen kaum kürzer
als die inneren ; äußere Wände gewellt.
T. 4. Markstrahlen — von den mächtig-brei-
ten und hohen abgesehen — fast ausnahmslos
einschichtig ; zwei- bis dreischichtige in geringer
Zahl ; teilweise knapp an den breiten Markstrah-
len gelagert. Die einschichtigen 3 bis 20 Zellen
hoch. Breite Markstrahlen ziemlich dicht durch
7 CregUHH
97
kleinere oder größere Faserbündel der Grundmasse
zerlegt. Glieder der weitlumigen Gefäße kurz, die
der englumigen — im Verhältnis zu ihrer Breite —
lang. Tangentialseiten der Ersteren teils mit ein-
fachen- und Hoftüpfeln, die der Letzteren nur
mit Hoftüpfeln bedeckt. Zwischen den Holzfasern
überall viele Holzparenchymzellen. Holzfasern
tangential tüpfelfrei, Fasertracheiden an schräg-
porigen Hoftüpfeln reich.
E. Gefäße mit mächtigen Lumina. Gefäß-
glieder kaum länger als breit. Wände verhältnis-
mäßig stark, mit Hof- und einfachen Tüpfeln
dicht bestreut. Tangentialseiten mit Hoftüpfeln
bedeckt. Höfe rund, die kurz-ellipsenförmigen
Poren von verschiedener Länge quer stehend,
jedoch den Hof nicht umfassend, zuweilen kreis-
förmig und verkürzt. Solche, und auch Tüpfel
mit ganz kleinen Poren besonders am Radialschnitt
häufig. Von diesen abweichend, kommen aus-
nahmsweise auch Tüpfel mit elliptischen Höfen
und linsenförmigen Poren vor. Diese umfassen
den Hof ganz und greifen sogar manchmal über
den Hof hinaus. Ihre Lage ganz oder nahezu
waagerecht. Solche Tüpfel sind auch an verschiede-
nen Gliedern derselben Gefäßreihe möglich, doch
stets abgesondert, nie mit jenen des anderen
Typs vermengent ; es kommen höchstens Über-
gänge vor. Höfe zuweilen in enger Berührung
miteinander, anderswo in kleineren oder größeren
Abständen voneinander. Unter ihnen ab und zu
spaltförmige große Tüpfel sichtbar Diese mit
ihren Längsachsen immer quergestellt. Die Radial-
seite verkehrt an Stellen, wo das Gefäß mit Mark-
strahlzellen in Berührung steht, immer durch
einfache, große Tüpfel. Radialwand an Hof-
tüpfeln reich ; diese stimmen i. allg. mit jenen
der Tangentialwand überein. Perforation der
Gefäße einfach ; ihre Größe wird i. d. R. durch
jene des Gefäßlumens bestimmt. Englumigere
— kurze oder lange — Gefäße enden schnabel-
förmig, haben an beiden Enden ellipsenförmige
Perforationen, die i. d. R. auf die einander gegen-
überliegenden Gefäßwände entfallen. Tangential-
wände von Hoftüpfeln bedeckt, die denen der
Frühgefäße an Struktur und Größe ähneln. Unter
diesen keine einfachen Tüpfel. Betüpfelung der
Radialseite jener der großen Gefäße gleich. Nach-
dem diese — infolge ihrer kleineren Ausdehnung —
zwischen den Markstrahlen laufen, ohne sich mit
denselben zu berühren, kommen an ihren Wänden
einfache Tüpfel nur äußerst selten vor. Ihre Länge
ist verschieden ; i. d. R. sind sie zwei- bis dreimal
länger, als die Gefäßglieder des Frühholzes, Lumina
jedoch drei- bis viermal enger (al^).
Die gefäßartigen Tracheiden oder tracheiden-
ähnliche Gefäße laufen meist an beiden Enden
— zuweilen nur an einem — in langen Schnäbeln
aus. Wände von bedeutender Stärke. Mit Hoftüpfeln
— die denen der vorigen Elemente in Größe und
Struktur entsprechen — ungleichmäßig bestreut.
Diese Elemente sind nur an einem Ende durch-
brochen. Perforation einfach, oval oder ellipsen-
förmig. Die sich verjüngenden Spitzenteile sind
tüpfelfrei.
Holzfasern — besonders die des Spätholzes —
dickwandig, Lumina verschwinden beinahe ganz,
nur spärlich verstreute spaltförmige Tüpfel sicht-
bar. Holzfasern des Frühholzes ähnlich, nur die
Wände etwas dünner (dr_3).
Fasertracheiden nicht mehr spitz, wie die Holz-
fasern. Wände dünner, an Hoftüpfeln reich. Höfe
ellipsenförmig. Poren linsenartig, meistens den
Hof umfassend, und unter etwa 45° schräg ge-
stellt
Holzparenchyme dünnwandig. Radiale und
waagerechte Wände an einfachen Tüpfeln reicher,
als die tangentialen. Verteilung der Tüpfel un-
gleichmäßig. Die metatrachealen Parenchymket-
ten enden in abgestumpft-spitzigen Zellen und
verkehren — wenn sie an Gefäße grenzen — durch
größere Tüpfel. Zellen i. allg. kurz, ziemlich
breit, ziegelförmig (f).
Markstrahlzellen eher dünnwandig, von sehr
mannigfaltiger Form. Innere Zellen radial, stark
langgezogen. Kanten- und Randzellen eher ste-
hende Formen. Auch Quadrate, Rhomben, Tra-
peze, Dreiecke usw. kommen vor. Alle Wände
sämtlicher Markstrahlzellen reich, radial ver-
hältnismäßig weniger betüpfelt. Die einschichtigen
Markstrahlzellen i. d. R. so lang wie hoch.
Die Gefäße berührenden Zellen müssen ge-
sondert behandelt werden. Sie haben große, radial
angeordnete, elliptische, parallel zueinander ver-
laufende, die Höhe der Zelle immer umfassende
Tüpfel, deren Längsachse i. d. R. senkrecht ge-
stellt ist. Andermal sind die Tüpfel waagerecht,
oder fächerartig ausgebreitet ; in solchen Fällen
das eine Ende sich verjüngend. Unter diesen
kommen zuweilen auch kleinere Tüpfel vor. Die
Wände solcher Markstrahlzellen immer dicker,
als die anderer Zellen. Aufrechte und liegende
Formen möglich (gt-z)- (A.)
98
QUERCUS FRAINETTO Ten.
Ungarische Eiche
Hungarian oak, Chene ä glands fascicules
Tafel 25
Verbreitungsgebiet : Südosteuropa, Italien,
Rumänien : Siebenbürgen.
Q, 1, 2. Ringporiges Holz. Gefäße in der
Frühzone des breiten Jahrringes in ein bis zwei
Reihen oder in Gruppen geordnet. Jahrringgrenze
ausgeprägt. Im Spätholz englumige Gefäße radial
geordnet, zuweilen verzweigt. Lumina von der
Jahrringgrenze an abnehmend. Auch bedeutend
schmalere Jahrringe ziemlich häufig ; in diesen
sind neben den breitlumigen Gefäßen englumigere
kaum zu sehen. In solchen engeren Jahrringen
gibt es keine gabelartige Verzweigungen. Gefäße
ziemlich dickwandig. Die Grundmasse besteht aus
einer Menge dickwandiger Holzfasern, deren Lu-
mina im Früh-, wie im Spätholz ganz gleich
sind ; im Querschnitt unregelmäßigen Vielecken
ähnlich. In der Grundmasse sind spärlich meta-
tracheale Holzparenchymzellen, aber auch Faser-
tracheiden verstreut. Diese bilden — von den
englumigeren Gefäßen des Spätholzes unabhän-
gig — in einem, zur Jahrringgrenze i. allg. parallel
verlaufenden Zickzackkurs teils zusammenhän-
gende, teils unterbrochene Reiht n. Dadurch er-
hält das Holz eine Fladerzeichnung. Viele Mark-
strahlen bedeutend verdickt. Unter diesen ist
die Jahrringgrenze bogenartig eingewölbt. Diese
Einwölbung vollzieht sich nicht innerhalb der
Breite eines Markstrahles, wie bei Q. cerris var.
austriaca, sondern zwischen zwei, nebeneinander
liegenden breiten Markstrahlen. Unabhängig da-
von, an der Jahrringgrenze einige kleinere oder
größere Wellen sichtbar. Diese Wellen laufen i. d.
R. in der Nachbarschaft eines breitlumigeren
Gefäßes. Unter den breiteren Markstrahlen ein-
schichtige. Diese im großen ganzen radial, zwi-
schen den breitlumigen Gefäßen stark hin- und
herschlängelnd.
R. 3. Radialschnitt dem der übrigen Eichen
ähnlich. Anordnung der Elemente im großen-
ganzen gleich. In den Markstrahlzellen, noch
häufiger in den Holzparenchymzellen zahlreiche
Kalziumoxalatkristalle.
T. 4. In den breiten Markstrahlen des Tangen-
tialschnittes sind die Fasern nicht verworren,
wie es bei manchen Eichen der Fall ist. Alle von
sehr beträchtlicher Höhe. Die einschichtigen 2
bis 25 Zellen hoch und in großer Anzahl. Englumi-
gere Gefäße mit Hoftüpfeln dicht bedeckt. Diese,
wie auch die breitlumigeren, zeigen einen geraden
Verlauf. Gefäße von zahlreichen paratrachealen
Parenchymen umgeben.
Querschnitt der Markstrahlzellen sehr mannig-
faltig. Runde, elliptische, eckige Formen häufig.
Tangentialwände mit einfachen Tüpfeln reich
bedeckt.
E. Gefäße ziemlich breitlumig, jedoch bedeu-
tend schmaler als die von Q. robur und Q. cerris
var. austriaca. Radial- und Tangentialwände mit
Hoftüpfeln reich bestreut. Tüpfel in größtenteils
senkrechte, miteinander parallele und oft ab-
zweigende Reihen geordnet. Die Tüpfel berühren
einander meistens nur senkrecht, die querliegenden
sind weiter voneinander entfernt. Höfe kreis-
oder ellipsenförmig. Poren mandel- oder auch
schmal ellipsenförmig. Sie umfassen zwar die
Höfe nicht, die mandelförmigen können sich
jedoch den Grenzen des Hofes stark annähern, oder
dieselben auch erreichen. Poren in den größeren
Gefäßen quer-, in den kleineren mehr schräg-
stehend. Wände dünn, einfach durchbrochen,
Größe der Perforationen durch die Weite der
Lumina bestimmt. An den die Markstrahlen be-
rührenden Wandteilen große und eigenartig ge-
formte Tüpfel. Die engen Gefäßglieder häufig
zugespitzt, kreis- oder ellipsenförmig durchbrochen
und unter 45° zur Längsachse des Gefäßes geneigt.
Wände dieser mit einfachen- und Hoftüpfeln
bedeckt. Größe und Struktur wie die der vorigen
Arten. Poren quer- oder schrägstehend
Tracheiden hinsichtlich ihres Durchmessers mit
denen der englumigsten Gefäße gleich. Auch ihre
Wandstärke stimmt überein. Beide Enden sind
rund und etwas verjüngt. Wände — wie die der
Gefäße — von Hoftüpfeln gleicher Struktur und
Größe bedeckt.
Die Fasertracheiden stimmen im großen gan-
zen mit den Tracheiden überein, sie sind jedoch
i. allg. mehr länglich und faserartig. Wandstärke
ungefähr gleich. Die schmal-spaltartigen und stets
schrägen Poren der Hoftüpfel umfassen die Höfe
(ei -$)*
Die Holzfasern stimmen an Form und Größe
mit jenen der übriger? Quercus-Arten überein.
Wände stark, gewöhnlich tüpfelfrei, oder mit ein-
fachen, spaltartigen Tüpfeln spärlich bestreut (d^).
Die Holzparenchymzellen (f) und Markstrahl-
zellen (gr-^) sind an Struktur und Größe denen der
T
99
übrigen Eichen gleich. Tüpfel der Parenchym-
zellen vielleicht etwas kleiner und häufiger,
Markstrahlzellen aber radial kürzer und dünn-
wandiger. Die kennzeichnenden Tüpfel sind — wie
bei den übrigen Eichen — auch an den mit Gefäßen
in Berührung kommenden Formen gut sichtbar.
(A.)
QUERCUS ILEX L.
Immergrüne Eiche
Common evergreen or holm oak,
Chene yeuse, ou vert
Tafel 26
Verbreitungsgebiet : Südeuropa.
Q. 2, 2. Von den übrigen Eichen auf Grund
des Querschnittes leicht abzusondern. Unter-
schied vorwiegend bei den Gefäßen bemerkbar.
Die für die anderen Quercus-Arten kennzeichnen-
den weitlumigen Frühholzgefäße fehlen. Die spär-
lich vorhandenen Gefäße im Früh- so wie im
Spätholz mehr oder minder zerstreut, daher als
zerstreutporiges Holz zu betrachten. Innerhalb
des vollkommen gleichmäßig aufgebauten Jahrrin-
ges kann Früh- und Spätholz kaum voneinander
unterschieden werden. Vermutlich eine Folge der
Lebensbedingungen bzw. der Standortverhältnisse.
Jahrringgrenze undeutlich, kaum feststellbar, bloß
durch leichte Zusammendrücktheit der letzteren
Faserreihen angedeutet. An den breiten, ge-
häuften Markstrahlen sind die Jahrringgrenzen
kegelartig einwärts gebogen. Dazwischenliegende
Teile stark nach außen gewölbt. In den breiten
Markstrahlen sind die Jahrringgrenzen zuweilen
kaum wahrnehmbar. Die Grundmasse besteht
aus einer Menge dickwandiger Holzfasern und
dünnwandiger Fasertracheiden. Unter diesen viele
metatracheale Parenchymketten sichtbar, die
parallel zur Jahrringrenze verlaufen, und in mehr-
fache, zickzackartige Reihen geordnet sind. Die
Parenchymreihen hängen jedoch nicht vollständig
zusammen. Die dünnen Wände der Parenchym-
zellen heben sich von denen der Fasern deutlich,
ab. An der Jahrringgrenze stellen diese parenchy-
matische Reihen Grenzparenchyme dar. Die Wände
der Tracheiden und Fasertracheiden, welche stär-
ker als die der Parenchymen, aber dünner als die»
der Fasern sind, können in der Nähe der Gefäße
ziemlich gut unterschieden werden. Ihre mark-
strahlartige Struktur jener der übrigen Eichen
ähnlich. Markstrahlen entweder einschichtig oder
sehr dick (gehäuft).
R. 3. Radialschnitt jenem der übrigen Eichen
gleich. Markstrahlzellen länglich, i. d. R. liegende
Rechtecke. Parenchymzellen ziemlich lang. An
den Radialwänden Tüpfel verschiedener Größe,
der Form nach Ellipsen, i. allg. querliegend, in
Gruppen oder verstreut. Fasern und Fasertrachei-
den etwas verworren.
T. 4. Tangentialschnitt i. allg. jenem der übri-
gen Eichenarten ähnlich. Einschichtige Mark-
strahlen mitunter 20 bis 25 Zellen hoch. Ihr
Querschnitt : Ellipse von verschiedener Breite
und Länge. Die großen Markstrahlen auch 30
Zellen breit und manchmal von ein- bis zwei-
schichtigen Fasern durchzogen. Größe und Form
der Zellen ziemlich verschieden ; in manchen
sind schöne Kalciumoxalatkristalle zu finden.
Tangentiale Seiten der Fasern tüpfelfrei.
E. Die ziemlich dickwandigen Gefäßglieder
sind bedeutend länger als breit, nicht so kurz wie
die der anderen Eichen, und weisen einfache
Perforationen von mannigfaltiger Form und Größe
auf. Sie sind mit regelmäßigen kreis- oder kurz-
ellipsenförmigen Hoftüpfeln dicht bedeckt. Diese
sind verstreut angeordnet, ziemlich groß, fallweise
einander berührend, wobei jedoch ihre Form
umverändert bleibt. Die Poren querstehend, ellip-
sen- oder stäbchenförmig, umfassen die Höfe i. d.
R. nicht, reichen aber fast bis an deren Grenzen.
Auch ganz kurze Poren kommen vor (a1_i).
Wände der Tracheiden so dick, wie die der
Gefäße. Enden stumpf oder kaum gespitzt. Die
ellipsenförmigen Hoftüpfel schräg. Die schräg-
gestellten Poren sind länger als die der Gefäße,
umfassen die Höfe in der Mehrzahl der Fälle oder
erreichen nahezu die Grenzen derselben und haben
eine Linsen- oder Spaltenform.
Fasertracheiden an beiden Enden zugespitzt.
Wände etwas dicker als die der Gefäße, jedoch
dünner als die der Fasern. Die Poren der sehräg-
oder senkrecht gestellt en Tüpfel umfassen die
Höfe vollständig (eL^.3).
Wände der Fasern sehr dick. Ihre Lumina
erscheinen bloß als schmale Streifen. An den
Radialseiten spärliche spalt artige Tüpfel
Ilolzparenchyme (j\_2) nn<l Markstrahlen (g)
jenen der anderem Eichen ähnlich. (A.)
100
QUERCUS PETRAEA Liebl.
Steineiche
Chestnut oak, Chene ä trochets, Quercia
Tafel 27
Verbreitungsgebiet : Europa, Westasien.
Q. 7, 2. Die Jahrringe der äußeren Holzteile
scheinen in dieser Eiche am schmälsten zu sein.
Die Jahrringgrenze ist ziemlich gleichmäßig und
bildet innerhalb der größeren Markstrahlen i. d.
R. Einbuchtungen. Breitere Jahrringe bis zur
Mitte, schmalere ganz von weitlumigen Gefäßen
ausgefüllt. Ringporiges Holz. Gefäße in mehrere,
tangentiale, oder eher radiale Reihen geordnet.
Diese werden in den mittleren Teilen der jüngeren
und breiteren Jahrringe plötzlich enger, und ver-
zweigen sich gabelartig gegen die Grenze des
Spätholzes zu. In den schmaleren Jahrringen
keine Verzweigungen. Unter den dickeren Mark-
strahlen sind auch einschichtige gelagert ; diese
ändern oft ihre Richtung zwischen den großen
Gefäßen. Holzfasern der Grundmasse etwas dünn-
wandiger als die der bereits beschriebenen Eichen.
Fasertracheiden und Holzparenchymzellen bilden
ebenfalls tangentiale, gewellte Streifen (metatra-
cheales Parenchym).
R. 3 und T. 4. Am Tangential- und Radial-
schnitt weist die Struktur — im Vergleich mit
jener der vorigen Arten — keinen Unterschied
auf. Am Tangentialschnitt sind die breiten Mark-
strahlen nicht so zerstückelt, wie bei Q. pubescens,
sondern bieten ein einheitliches Bild.
E. Durchmesser der Gefäße denen von Q.
pubescens gleich. Glieder etwas kürzer. Dünn-
wandig, oft in langen, dünnen Schnäbeln endend.
An beiden Enden einfache, unregelmäßig geformte
Perforationen. Durchmesser dieser kleiner als die
Lumina der Gefäße. An den Wänden voneinander
verhältnismäßig weit gelegene Hoftüpfel und ein-
fache Tüpfel. Höfe etwas kleiner, als die der
Gefäße der übrigen Eichen, doch i. allg. von
derselben Form : längere oder kürzere Ellipsen,
fallweise Kreise. Poren ellipsen- oder linsenförmig.
Erstere umfassen niemals den Hof. Letztere sind
längere und erreichen beinahe, zuweilen sogar
ganz die Grenze der Höfe. Quer- oder schräg-
gestellt. Außer solchen Tüpfeln kommen auch mehr
langgezogene oder gar außergewöhnlich breite
und große vor. Diese beiden Variationen treten auch
nebeneinander auf. An Berührungstellen mit
Markstrahlen — den übrigen Q.-Arten ähnlich —,
Tüpfel von sehr mannigfaltiger Form und Größe
zu finden. Engere Gefäße an einem Ende spitz,
am anderen abgerundet und — denen der bereits
behandelten Eichen gleich — mit einfachen
und Hoftüpfeln bedeckt. Größe und Struktur der
Tüpfel gleich, nur in der Anordnung abweichend
Tracheiden kommen auch vor (c).
Die Holzfasern haben eine stärkere Wand, als
bei den anderen Arten, mannigfaltig zugespitzte
Enden, und in den Wänden keine Tüpfel
Maße der Fasertracheiden denen der Holzfasern
gleich. Wände dünn, mit schrägen Hoftüpfeln dicht
bestreut. Die Poren umfassen i. d. R. die Höfe,
die gegenüberliegenden kreuzen einander (e^^).
Metatracheale und paratracheale Holzparen-
chymzellen dünnwandig. Einfache Tüpfel eher an
den Radialwänden. Paratracheale Parenchymzel-
len dagegen sowohl an den Radial- wie auch an
den Tangentialseiten betüpfelt (f).
Markstrahlzellen dünnwandiger als die bereits
beschriebenen, stimmen jedoch an Form, Zahl und
Größe der Tüpfel mit diesen überein (g). (J.)
QUERCUS PUBESCENS Willd.
Flaumeiche
Chene pubescant
Tafel 28
Verbreitungsgebiet : Mittel- und Südeuropa
bis Westasien.
Q. 7, 2. Jahrringe etwas gleichmäßiger, als die
der vorigen Art. Weit- sowie englumigere, frühe
und späte Gefäße bedeutend häufiger vorhanden.
Da die Gefäße im Frühholz oft in größeren Ab-
ständen voneinander liegen, bilden sie keine
gleichmäßig zusammenhängenden Ringe. Eine
weitere kennzeichnende Eigenschaft der vorigen
Art gegenüber : weitlumige Gefäße entstehen im
Frühholz auch in größerer Entfernung von der
Jahrringgrenze und sind fallweise zu kleineren
oder größeren Gruppen geordnet. Gliederzahl der
einzelnen Gruppen 8 bis 12. Nach auswärts im
Spätholz gleich große, von den vorigen bedeutend
abweichende, viel englumigere Gefäße, im großen
radiallaufende, doch tangential in mehrere Reihen
gegliederte, sich ausbreitende, bzw. verschmälernde
Streifen sichtbar. Die Grundmasse besteht grös-
stenteils aus einer Menge dickwandiger Holzfasern.
Inmitten derselben abwechselnd paratracheale
101
und metatracheale Holzparenchymzellen, ferner
lichtere Streifen von Fasertracheiden, in mit der
Jahrringgrenze parallelen, gewellten Reihen an-
einander angeschlossen. Einige Markstrahlen ganz
breit. (Gehäufte Markstrahlen). In diesen wölbt
sich die sonst kaum sichtbare, bogenartig verlau-
fende Jahrringgrenze dem Zentrum zu ein. Unter
den breiten Markstrahlen auch zahlreiche ein-
schichtige. Diese schlängeln radial und nur unter
den weitlumigen Gefäßen des Frühholzes.
R. 3. Die Holzparenchym- und Markstrahl-
zellen enthalten viele Kalziumoxalatkristalle. Die
weitlumigen Gefäße des Frühholzes sind kleiner,
aber länger. Wände dicker, mitunter von Hoftüp-
feln bedeckt. Hoftüpfel von derselben Größe und
Form, wie jene der Q. conferta. Die schmalen
ellipsen- oder spaltförmigen Poren umfassen also
die Höfe nicht. Im übrigen ist das dort Ausge-
führte auch hier gültig. Die für Quercus-Arten
kennzeichnenden und mit Markstrahlzellen in
Verbindung stehenden großen Tüpfel der Tangen-
tialseite sind auch hier anzutreffen.
T. 4. Am Tangentialschnitt breite Markstrah-
len von viel geringeren Maßen, als bei Q. cerris
var. austriaca. Die Einschichtigen sind jedoch
gleich hoch. Breite Markstrahlen durch Faser-
zellen der Grundmasse zerstückelt. Dies tritt ins
besondere auch am Querschnitt gut hervor, wo
sie als typische, gehäufte Markstrahlen erscheinen.
E. Die viel englumigeren Gefäßglieder des
Spätholzes sind oft an beiden Enden länglich
schnabelförmig, mit viel dünneren Wänden als
die der weitlumigeren Gefäße ; oft nur einfach
betüpfelt. Die Perforationen einfache, längliche
Ellipsen, an den einander gegenüberliegenden
Seiten der Gefäße angeordnet ; Tüpfel zerstreut
Wände der Fasertracheiden etwas dünner, doch
von einheitlichen Ausmaßen. Hoftüpfel etwas
kleiner als die der Gefäße. Die Poren sind sehr
schmal, spaltförmig, schräggestellt und umfassen
meistens die ganze Hofbreite. Solche kommen
sämtliche Fasern entlang vor (e).
Die Holzfasern stimmen bezüglich ihrer Struk-
tur mit jener der anderen Eichen überein, sind
aber an einfachen Tüpfeln etwas reicher(dr^3).
Holzparenchymzellen langgezogen, von mittlerer
Wandstärke, an allen Seiten mit einfachen Tüpfeln
bestreut. Paratracheale Parenchymzellen — als
an den Enden kegelartige Schlußformen der
Parenchymreihen — i. d. R. von in senkrechte
Reihen goerdneten, größeren Tüpfeln bedeckt (f).
Markstrahlzellen gleichen ganz jenen der Q.
frainetto, doch sind die Radialwände an einfachen
Tüpfeln reicher. Mit Gefäßen in Verbindung stehen-
de Formen auch hier von eigenartigen einfachen
Tüpfeln bedeckt. Diese sind äußerst mannig-
faltig, eingedrückten Ellipsen ähnlich, oder von
unregelmäßiger Form. Es kommen auch kleinere
Tüpfel vor (g^2). (A.)
QUERCUS ROBUR L.
Stieleiche
Common oak, Chene commun^ Quercia commune
Tafel 29
Verbreitungsgebiet : Europa, Nordafrika, West-
asien.
Holz sehr hart, rohfaserig, jedoch elastisch.
Splint gelblich-weiß, Kernholz braun.
Q. 7, 2. Breite Markstrahlen häufiger, als bei
der Zerreiche. Inmitten derselben auch einschichtige
zu finden. Jahrringgrenze dünn, in den Mark-
strahlen kegelartig eingewölbt, zwischen zwei
Markstrahlen etwas wellig. Gefäße sehr groß, im
Frühholz, unmittelbar an der Jahrringgrenze,
bloß in einer Reihe und in verschiedenen Ab-
ständen voneinander angeordnet. Zahl der Ge-
fäße bedeutend kleiner als bei der Zerreiche. In
der Spätzone tangentiale Holzparenchymreihen.
Auch die radialen Zonen englumigerer Gefäße
vorhanden, und zwar von weitlumigen Faser-
tracheiden und Holzparenchymzellen umgeben.
R. 3. Radiales Schnittbild ganz der Zer-
reiche ähnlich.
T. 4. Tangentialschnitt dem der übrigen Eichen
ähnlich. Bezüglich der Maße der breiten Mark-
strahlen steht diese Holzart der Q. cerris näher,
die dünnen Markstrahlen weichen ab'*r von denen
der Zerreiche etwas ab, da hier auch zweischichtige
häufig sind. Querschnitt der Markstrahlzellen
meistens kreisrund, seltener ellipsenförmig ; auch
waagerechte, flachgedrückte Formen möglich. Tan-
gentialwände reich betüpfelt.
E. Gefäßglieder des Frühholzes denen von Q.
cerris gleich, jedoch eher breiter als hoch. V ämh
mitteldick, ziemlich gleichmäßig mit Hoflüpfeln
bedeckt. Tüpfel — ganz wie bei Q. cerris sehr
mannigfaltig. Höfe : Kreist* oder kurze Ellipsen.
Poren : Ellipsen oder Kreise. Letztere umlassen
die Höfe nicht. Auch an die Hofgreiizen heran-
102
kommende, dieselben erreichende oder gar über-
schreitende Linsenform verschiedener Breite mög-
lich. In der Richtung gegen die einfachen Tüpfel
zu kommen gewisse Übergänge vor. An den
Rändern mancher einfach erscheinender, an Größe
und Form mit den einfachen Tüpfeln überein-
stimmender Tüpfel schmale, verschwommene Strei-
fen, augenscheinlich Höfe, sichtbar. An mit Mark-
strahlen sich berührenden Wandteilen kommen au-
ßer diesen Tüpfeln auch andere, der Form und
Richtung ihrer Längsachse nach abweichende,
Tüpfel vor. Gefäße des Spätholzes bedeutend
enger, doch viel länger. Ihre Wände mit Hoftüpfeln
bestreut. Beide Enden länger oder kürzer zuge-
spitzt. Perforationen einfach, Ellipsen, und zwar
oft langgezogenen und an beiden Seiten einge-
drückten Ellipsen ähnlich
Tracheiden sehr dünnwandig, an Größe den
Holzfasern gleich. Wände — i. d. R. nur an den
beiden gegenüberliegenden Seiten — von in senk-
rechte Reihen geordneten Hoftüpfeln bedeckt.
Größe und Struktur dieser erinnert an die Hof-
tüpfel der Gefäße (c); ihre Lage stets waagerecht
Fasertracheiden ganz denen der übrigen Quer-
cus-Arten gleich. Die Poren der Hoftüpfel um-
fassen i. d. R. die Höfe und sind schräg-
gestellt.
Holzfasern an beiden Enden zugespitzt, den-
jenigen der übrigen Eichen ähnlich. Wände mit
spaltförmigen kleinen Tüpfeln bedeckt. Im Früh-
holz haben die Holzfasern dünnere Wände und
enthalten zahlreiche einfache Tüpfel, die Über-
gänge zu den Fasertracheiden bilden (dr^2).
Die metatrachealen Holzparenchymzellen haben
eine kurze Ziegelform, sind dünnwandig, tangen-
tial spärlich, radial und an den einander ange-
schlossenen Endwandteilen dicht mit unregel-
mäßig verstreuten, einfachen Tüpfeln bedeckt.
Paratracheale Holzparenchymzellen an Gefäße
berührenden Stellen dicht betüpfelt ; kleinere
Tüpfel sind auch an den übrigen Wandteilen zu
finden. Wände der paratrachealen Holzparenchym-
zellen stärker als die der vor erwähnten Elemente
(f)-
Unter den Markstrahlzellen — wie bei den
anderen Eichen — auch liegende und aufrechte
Formen. Wandstärke, Tüpfel ebenfalls ähnlich.
Die großen Tüpfel der mit den Gefäßen in Ver-
bindung stehenden Zellen sind länglich-ellipsen-
förmig mit vertikalen oder schrägen Längs-
achsen (A.)
QUERCUS SUBER L.
Korkeiche
Cork tree, Chene liöge, Sughera
Tafel 30
Verbreitungsgebiet : Südeuropa.
Q. 2, 2. Ringporiges Holz. Breiteste Früh-
jahrsgefäße die Jahrringgrenze entlang verhältnis-
mäßig spärlich, in Abständen von mehrfachen
Porenbreiten angeordnet. Radial kommen über-
einander mehrere Gefäße auch zu Gruppen ver-
einigt vor, diese werden aber gegen das Spätholz
zu allmählich enger. Die das Spätholz abschließende
schmalere oder breitere Zone ist gefäßfrei. Gefäße
stets vereinzelt ; ihre Querschnitte regelmäßige
Ringe, seltener kurze Ellipsen. Grundmasse auch
unter den weitlumigsten Frühgefäßen vorhanden.
Die Jahrringgrenze ist nicht ausgeprägt scharf,
sondern nur durch einige radial flachgedrückte
Holzfaserreihen angedeutet ; sie wölbt sich in den
breiten Markstrahlen kegelartig ein, während sie
in den engeren nur gebrochen und zwischen den
breiteren etwas wellig ist.
Diese Holzart ist — gleichwie Q. robur und Q.
borealis m. — an Markstrahlen verschiedener
Stärke reich. Zellen an den Rändern breiter und
kürzer als im Inneren. Die Tangentialwände
stehen zu den radialen meist vertikal.
Unter den Markstrahlen auch viel einschichtige,
hie und da zwei- und dreischichtige.
In der Grundmasse viele dickwandige Holz-
fasern, Fasertracheiden sowie Holzparenchyme
vorhanden. Letztere durch ihre dünnen Wände
gut abgesondert und größtenteils in metatracheale
Parenchymreihen geordnet.
R. 3. Radialschnitt dem der anderen Q.-Arten
gleich.
T. 4. Gehäufte Markstrahlen 25 bis 30 Zellen
breit. Ihre Höhe verschieden, jedoch verhältnis-
mäßig bedeutend. Oft von Fasern der Grundmasse
in Stücke verschiedener Größe zerlegt. In solchen
abgetrennten Stücken kommen außer den Fasern
auch einschichtige Markstrahlen und Holzparen-
chyme vor. Querschnitte der breiten Markstrahl-
zellen kreisförmig oder unregelmäßige Rechtecke.
Tangentialwände der Markstrahlen mit einfachen,
kleinen Tüpfeln reich bedeckt. Einige enthalten
Kristalle. Die Höhe der einschichtigen schwankt
zwischen 2 bis 3 und 26 bis 30 Zellen. Fasern i. allg.
von geradem Lauf. Holzparenchymzellen in großer
103
Zahl, vereinzelt, bilden aber auch 2 bis 3 anein-
ander geordnete Reihen. Zellen der einzelnlaufen-
den Reihen i. allg. breiter. Betüpfelung der Tan-
gentialwände verschieden. Gefäße von geradem
Lauf, mit Hoftüpfeln reich bedeckt.
E. Elemente stimmen mit denen der übrigen
Q.-Arten in hohem Maße überein. Hoftüpfel der
Gefäße jenen der übrigen gleich, Höfe : kurze
Ellipsen oder Kreise. Poren : schmale Ellipsen,
manchmal ganz kurz, fast Kreise, im Verhältnis
zu den Höfen ganz klein. Längere Poren in den
breiteren Gefäßen querliegend, in den engeren
schräggestellt (ar_^).
Höfe und Poren der Tracheiden ellipsenförmig
und schräg
Hoftüpfel der sehr dickwandigen Fasertracheiden
ebenfalls ellipsenförmig und schräg, ihre Achsen
zuweilen fast mit denen der Fasertracheiden gleich-
gerichtet ; die Poren umfassen die Höfe ganz oder
fast (e^).
Holzfasern sehr mannigfaltig, durchwegs dick-
wandig. Lumina — von der Breite der Faser ab-
hängig — verschieden. Wände entweder ganz
glatt, tüpfelfrei, oder mit einfachen Tüpfeln
bestreut. Diese entweder klein, kreisrund, oder
verschieden groß, spaltförmig, in schräger Lage.
Letztere umfassen in der Breite die Fasern fast
ganz. Die einander gegenüberliegenden kreuzen
sich (d^).
Ab und zu kommen auch Ersatzfasern
vor.
Unter den Holzparenchymzellen auch breite
und kurze Formen häufig. Sie sind i. allg. größer
als in den übrigen Q.-Arten. Radialwände an
Tüpfeln reich
Markstrahlen stimmen mit denen der übrigen
().-Arten überein. Die Zellen der großen Mark-
strahlen überschreiten die Maße der normalen
Zellen oft bedeutend (g). (A.)
IV. MYRICACEAE
Gattung 10. Myrica
MYRICA GALE L.
Echter Gageistrauch
Sweet gale, Bois scutbon
Tafel 31
In Europa, sowie im Nordosten Asiens ver-
breitet.
Q. 7, 2. Entschieden ringporiges Holz. Die
Frühgefäße sind dicht und bilden — unmittelbar
an der Jahrringgrenze — einen zusammenhängen-
den Ring. Dieser Ring ist nur stellenweise von
1 bis 2 Reihen der Fasertracheiden unterbrochen.
Zweiter Gefäßring nicht mehr so zusammenhän-
gend, enthält meistens nur vereinzelte Gefäße.
Poren, Zwillingsporen oder kleinere Porengruppen
kommen spärlich auch im Spätholz vor. Äußere
Spätzone jedoch — in einem ziemlich breiten
Streifen — ohne Gefäße. Die an der Jahrring-
grenze tangential sich berührenden Gefäße sind
radial stark flachgedrückt ; sie werden dadurch
ellipsen- oder ziegelförmig. Die Radialwände ge-
raten zuweilen so nahe aneinander, daß die Zell-
lumina nur mehr als schmale Streifen erscheinen.
Querschnitte der vereinzelten Gefäße : kurze
Ellipsen, Kreise oder Vielecke. Die Grundmasse ist
von einer Menge para- und metatrachealer Paren-
chymzellen, sowie dünnwandiger Fasertracheiden
gebildet ; ihre Querschnitte sind ziemlich regel-
mäßige Vier- bzw. Vielecke, oft quadratisch oder
ziegelförmig und — den Tracheiden der Fichten
ähnlich — in regelmäßige, radiale Reihen geordnet,
die bloß selten und nur von einzelnen eingeschal-
teten Gefäßen unterbrochen werden. An der Jahr-
ringgrenze nur die letzten Reihen stärker flach-
gedrückt. Jahrringgrenze leicht gewellt. Mark-
strahlen sehr dicht, oft nur auf 1 bis 2 Gefäßbreiten
voneinander entfernt, heben sich — infolge der
radialen Kürze ihrer Zellen — von der dünnwandi-
gen Grundmasse nicht scharf ab, sind meistens
nur eine Zelle breit. Die Zellen weichen von der
regelmäßigen Ziegelform ab.
Am Querschnitt nur wenige Holzparenchym-
zellen, die von den dünnwandigen Fasertracheiden
schwer zu unterscheiden sind, da waagerechte
Wände infolge der großen Zellenlängen äußerst
selten auf die dünnen Schnitte geraten.
R. 3. Am Radialschnitt weisen die Zellen der
mehrschichtigen Markstrahlen eine liegende, die
einschichtigen jedoch eine aufrechte Form auf.
Mehr oder minder quadratische Übergangsformen
häufig. Para- und metatracheale Parenchym-
zellen kommen im Früh-, so wie im Spätholz voi,
ihre Zahl ist aber gering. Sie sind radial schmaler
104
als tangential, und — auch von den Gefäßen
unabhängig — von kreisförmigen Tüpfeln ziem-
lich bedeckt. Tüpfel an den die Gefäße berührenden
Wänden häufiger.
T. 4. Der Tangentialschnitt ist zufolge be-
sonders, was die Markstrahlen anbetrifft, ebenfalls
sehr kennzeichnend. Markstrahlen i. d. R. eine
Zelle breit, selten zwei- oder mehrschichtig. Diese
Feststellung bezieht sich jedoch nur auf die drei
ersten Jahrringe, kann also nur mit einem gewissen
Vorbehalt aufgenommen werden. In späteren
Jahrringen ändert sich oft das Verhältnis. Die
Zellen der mehrschichtigen Markstrahlen weichen
von denen der einschichtigen ab, bilden längere
oder kürzere Ellipsen, die der einschichtigen sind
demgegenüber langgezogene Ziegelformen von ver-
schiedener Breite. Zuweilen sind sie ganz schmal,
enthalten nur eine Reihe kleinster Tüpfel. Diese
Erscheinung folgt aus den beim Querschnitt er-
wähnten Gründen. Waagerechte Wände quer oder
etwas schräg. Kantenzellen stark zugespitzt. Zel-
len der einschichtigen Markstrahlen niedrig. In-
mitten derselben bloß ein bis zwei Fasertracheiden.
Die Zellenformen erinnern stark an die Holz-
parenchymreihen, sind aber von denselben gut
abzusondern, da die Tangentialwände der Mark-
strahlzellen viele Tüpfel aufweisen. Hingegen sind
die entsprechenden Wände der Holzparenchym-
zellen ganz glatt, oder bloß spärlich betüpfelt,
wo sie aber mit Gefäßen in Berührung kommen, an
Tüpfeln ziemlich reich. Die Parenchymzellen sind
auch bedeutend größer, ihre Breiten denen der
Fasern gleich, von ziemlicher Länge, bilden je-
doch aus wenigen Gliedern bestehende Reihen.
Markstrahlen mitunter auch 20 bis 25 Zellen hoch,
die Zellen der mehrschichtigen 5 bis 6mal kleiner,
als die der einschichtigen.
E. Enden der Gefäßglieder rundlich oder etwas
zugespitzt. Sprossenartige Perforationen — von
wenigen Ausnahmen abgesehen — radial. Zahl
der Sprossen 10 bis 15, seltener 20. Dieselben
liegen in regelmäßigen Abständen voneinander
und weisen oft Verzweigungen auf. Wände mit
querliegenden, längeren oder kürzeren, ellipsen-
förmigen oder kreisrunden Hoftüpfeln bestreut.
Die stäbchenförmigen Poren umfassen die Höfe
gewöhnlich ganz und sind quergestellt (a1_2).
Die Tracheiden meistens sich stumpf verjün-
gend. Hoftüpfeln denen der Gefäße ähnlich, jedoch
oft in schräger Lage (c±^3).
Fasertracheiden dünnwandig, mit ziemlich brei-
ten Lumina, jedoch nicht übermäßig lang. Enden
ziemlich mannigfaltig. Tangential spärlich, radial
bedeutend reicher mit Hoftüpfeln bedeckt. Die
Höfe sind kreisrund, ziemlich klein. Die linsen-
oder spaltartigen Poren durchschreiten i. allg.
die Höfe. Manche Poren umfassen die Höfe kaum
oder gar nicht, die einander gegenüber liegenden
kreuzen sich. In solchen Fällen — aber oft auch
sonst—sind die Höfe schwer erkenntlich, erschei-
nen manchmal ganz als einfache Tüpfel und die
kleinen kreis- oder ellipsenförmigen Teile ent-
sprechen dem äußeren Porenmund. In dieser
Beziehung kann man bereits von Holzfasern
sprechen (d und e).
Wände der Holzparenchyme (fis)', besonders
aber der Markstrahlen (g), im Verhältnis zu denen
der Tracheiden ziemlich stark, mit denselben
mehr oder minder übereinstimmend, können je-
doch nicht als dick bezeichnet werden. Form und
Betüpfelung wurde bei der Beschreibung der
Schnitte bereits behandelt. Markstrahlen — ab-
gesehen von denjenigen, die sich mit Gefäßen be-
rühren — radial, nur spärlich betüpfelt. (J.)
V. JUGLANDACEAE
Gattung 11. Juglans
JUGLANS CORDIFORMIS Maxim.
Japanische Walnuß
Tafel 32
Verbreitungsgebiet : Japan ; wird auch in
Europa gezüchtet.
Q. 7, 2. Besitzt — im Verhältnis zu den
untersuchten anderen Arten — die schmälsten
Jahrringe, deren Breitenmaß sich ziemlich mannig-
faltig gestaltet. Die Jahrringgrenze — wie bei
den anderen Arten — ziemlich ausgeprägt, jedoch
etwas welliger. Poren kreis- oder ellipsenförmig,
verstreut, im Frühholz an Dimensionen und Zahl
größer als im Spätholz. Markstrahlen gewellter
als bei den nächsten Arten. Sonst stimmt diese
Holzart mit den übrigen Juglans-Arten überein.
R. 3. Radialschnitt ist gleichfalls identisch
mit dem von J. mandschurica und kann von diesem
nicht unterschieden werden. Hoftüpfel der Ge-
fäße, die sich mit Markstrahlen oder Längsparen-
105
chymen berühren, werden in vielen Fällen derart
weitporig, daß die Höfe kaum oder überhaupt
nicht wahrnehmbar sind.
T. 4. Markstrahlzellen ein- oder zweischichtig,
aber nicht so hoch wie bei J. mandschurica. Die
Höhe der einschichtigen beträgt 10 bis 15, die
der zweischichtigen 20 bis 25 Zellen. Verschmolzene
Markstrahlen kommen selten vor, und sind höch-
stens aus zwei Markstrahlen entstanden. Ihre
Höhe erreicht nicht mehr als 25 Zellen. Auf Grund
dieses Unterschiedes kann diese Art von J.
mandschurica einigermaßen unterschieden werden.
Die Kantenzellen heben sich von den inneren
Zellen gut ab. Tangentialschnitt im übrigen dem
der anderen Juglans-Arten gleich, besonders dem
von J. mandschurica.
E. In Hinsicht der Elemente bestehen zwischen
diesem Nußbaum und den übrigen Juglans-Art en
keine wesentlichen Unterschiede (a±^ ^1-2, ^1-4,
e, f, g^). (J.)
JUGLANS CINEREA L.
Butternuß
Butter or oil nut
Tafel 33
Im östlichen Teil der Vereinigten Staaten hei-
misch. In manchen Gegenden Mitteleuropas ge-
pflanzt.
Q. 7, 2. Das Querschnittsgefüge weist eine
sehr große Ähnlichkeit mit den übrigen Juglans-
Arten auf. Am meisten der Schwarznuß ähnlich.
Entschieden zerstreutporiges Holz. Die Gefäße
sind im Querschnitt des ganzen Jahrringes ziem-
lich gleichmäßig verteilt und erscheinen, abgesehen
von wenigen Zwillingsporen kleiner, als bei J.
nigra. Porenstrahlen können — ganz ausnahms-
weise — nur in der Spätzone beobachtet werden.
Abweichend von J. regia und J. Sieboldina hat
diese Holzart wenig Porenstrahlen. Auch die Größe
der Gefäße ist bedeutend gleichmäßiger, als bei
den eben erwähnten Arten, bei welchen Gefäße
mit verschiedenen Lumina nebeneinander ange-
ordnet liegen.
R. 3. Am Radialschnitt kann kein unfehlbar
unterscheidendes Merkmal festgestellt werden.
Dieser ist den übrigen Juglans-Arten gleich.
T. 4. Tangentialschnitt am meisten dem von
J. mandschurica und J. Sieboldiana ähnlich. Die
Zellen der 1- bis 3-, ab und zu auch der 4schichti-
gen Markstrahlen sind ellipsenförmig, die der
mehrschichtigen ziemlich schmal. An den Enden
der ein- oder mehrschichtigen Markstrahlen er-
scheinen breitere, zuweilen ziegelförmige Zellen.
Auf Grund des Tangentialschnittes kann die Art
von J. nigra viel leichter unterschieden werden.
Breite der Markstrahlen auch hier 1 bis 3, vor-
wiegend 2 Zellen, im Durchschnitt jedoch ge-
ringer. Die Form der Zellen ist auch bei den
mehrschichtigen ein Kreis oder eine kurze Ellipse,
die gedrängten Spindelformen der Markstrahlen
heben sich daher ziemlich gut ab. Die Art unter-
scheidet sich von J. regia noch mehr, weil der
Größte Teil ihrer Markstrahlen 3- bis 4schichtig
ist und so die bei J. nigra erwähnte Eigenschaft
hier noch augenscheinlicher wird. Außerdem
weist der Ablauf der Faser- und Parenchymreihen
unter den schmalen Markstrahlen dieser Holzart
eine viel größere Gleichmäßigkeit auf.
E. Ihre Elemente stimmen mit denen der
übrigen J.-Arten überein. Die Radialwände der
Holzfasern enthalten ellipsenförmige, einfache
Tüpfel, die einander unter verschiedenen Winkeln
kreuzen, oder aber Holztüpfel mit ganz kleinen
Höfen. Wände dieser Elemente — denen von J.
Sieboldiana ähnlich — dünn. Auch in dieser
Beziehung ähnelt sie mehr der Walnuß, als den
anderen Juglans-Arten, da viel mehr Faser-
tracheiden als Holzfasern vorhanden sind. Die
Grundmasse von J. nigra besteht nämlich fast
ausschließlich aus Fasertracheiden, während die
der beiden anderen fast nur Holzfasern enthält.
Es soll dabei bemerkt werden, daß Fasertrachei-
den sehr oft nur schwer und unbestimmt von Holz-
fasern unterschieden werden können ^i-2,
ei-2’ /i-3’ #1-2/ (Ä«)
JUGLANS MANDSCHURICA Maxim.
Mandschurische Walnuß
Tafel 34
Verbreitungsgebiet : Mandschurei, Amurge-
biet. Auch in Europa gepflanzt.
Q, 7, 2. Zersteutporiges Holz, obwohl die Ver-
teilung der Gefäße nicht so gleichmäßig ist. Die
Gefäße sind im Frühholz bedeutend größer und
auch häufiger. In der Mehrzahl — der J. nigra
gleich — vereinzelt. Zwillingsporen oder Poren-
strahlen nur in kleiner Zahl vorhanden. Zerstreut
angeordnet, zuweilen jedoch einigermaßen zu
106
radialen Reihen geordnet. Zellen der Grundmasse
etwas dünnwandiger als bei der nächsten Art.
Querschnittsbild sonst mit dem der vorigen Art
übereinstimmend.
R. 3 und T. 4. Am Tangentialschnitt — auf
Grund der Markstrahlen — von J. regia deutlich,
von J. nigra jedoch weniger leicht zu unterschei-
den. Die große Anzahl von Markstrahlen ein- bis
dreischichtig, zwischen denselben der Verlauf der
Gefäße und der Fasern gleichmäßig. In Anbetracht
dessen von J. regia gut zu unterscheiden. Die
Höhe der einschichtigen Markstrahlen beträgt
1 bis 16 (18), die der zwei- oder dreischichtigen
25 bis 30 Zellen. Zwei oder drei übereinander
gelegene Markstrahlen verschmelzen oft durch die
Vermittlung von Kantenzellen. So entstehen
Markstrahlen deren Höhe zuweilen auch 50 bis
60 Zellen erreicht, wodurch diese Art einiger-
maßen von J. nigra abgesondert werden kann,
da bei dieser solche verschmolzenen Markstrahlen
kaum vorkommen. Tangentialwände der Gefäße
reich betüpfelt. Höfe auch hier eckig, jedoch die
Poren kürzer als bei den nachfolgenden Nuß-
bäumen, umfassen die Höfe niemals. Poren quer-
oder etwas schräggestellt, linsen-, mitunter ellip-
senförmig. Wenn die Wände sich mit dem Paren-
chym berühren — was sehr häufig vorkommt —,
erleiden die Tüpfel Veränderungen. In solchen
Fällen weisen die Höfe — den Tüpfeln des Paren-
chyms angepaßt — die Form eines regelrechten
Kreises auf, und weichen von dieser Form sehr
selten ab. Die Poren weisen i. allg. eine Linsen-
form von verschiedener Breite und Lage auf,
umfassen stets die Höfe, ja überschreiten sie sogar
ein wenig.
E. Diejenigen Teile der Gefäße, die sich mit
Markstrahlen oder Parenchymen berühren, sind
stets von Hoftüpfeln bedeckt. Form der Höfe
nicht mehr so regelmäßig, wie an der Tangential-
seite. Es kommen kreis-, ellipsen-, linsen- oder
andersförmige Höfe vor. Auch die Poren sind von
verschiedener Größe. Zuweilen ganz groß, so daß
sie kaum von den Höfen unterschieden werden
können, jedoch die Höfe immer umfassend. Ein-
fache Tüpfel findet man kaum (a1_6).
Markstr ahlzellen dünnwandiger als bei den
nächsten Arten. Kantenzellen höher, als die in-
wendigen, meistens von aufrechter Form, sie
ziemlich viele Tüpfel enthaltend. Struktur der
einzelnen Elemente i. allg. wie bei den bereits
behandelten Arten (gi-z)- (s. noch dj-7, /1-2/
(A.)
JUGLANS NIGRA L.
Schwarzer Nußbaum
Black walnut, Noyer noir
Tafel 35
Nordamerikanischer Baum. Splint dunkel-
violett, beinahe schwarz. Das Holz ist ebenso
wertvoll, wie das von J. regia.
Q. 19 2. Die Gefäße liegen zerstreut und sind
im ganzen Jahrring ziemlich gleichmäßig verteilt.
In der Frühzone sind sie etwas weitlumiger als
im Spätholz und annähernd kreisförmig oder oval.
Ihr größter Teil steht — von den die Grundmasse
bildenden Holzfasern, Fasertracheiden und Holz-
parenchymzellen umgeben — vereinzelt, der klei-
nere Teil reiht sich zu zweien und dreien in Poren-
strahlen. In diesen ist das Lumen der radial ein-
wärts liegenden Gefäße am weitesten, während
es nach außen hin allmählich enger wird. Die
Jahrringgrenze ist dünn, ziemlich gut sichtbar,
da ein bis zwei Reihen der Holzfasern in radialer
Richtung stark flachgedrückt und auch etwas
dickwandiger sind. Die Markstrahlen sind ein
bis dreischichtig, ziehen sich schlängelnd durch
die Jahrringe, oft die größeren Gefäße meidend.
Die Grundmasse bilden meistens dünnwandige
Fasertracheiden. Neben diesen kommen in kleiner
Zahl auch Fasern vor. Im Querschnitt sind diesel-
ben vieleckig, im Frühholz weitlumiger ; Wände
dünner als im Spätholz. Diese Holzart ist — ebenso
wie J. regia — an Holzparenchymzellen reich,
deren Anordnung und Form mit denen der J.
regia übereinstimmt.
R. 3. Am Radialschnitt ist die große Menge
der metatrachealen Parenchymzellen besonders
gut zu beobachten. Diese bilden, einander an den
Enden berührend, lange Ketten und sind zuweilen
durch eine Faser, öfters durch 2 bis 3 Fasern
voneinander getrennt. Markstrahlzellen kurz, viele
unregelmäßigen Vierecken ähnlich, und höher als
lang. Die Wand aller Zellen ist dünner als die
Zellenwände von J. regia. In den Holzparenchym-
zellen oftmals Kalziumoxalatkristalle ; die Tra-
cheen aber — besonders die wcitlumigeren — mit
mächtigen Thyllen verstopft. Radialwand der
Holzparenchyme und der Fasern ziemlich reich
betüpfelt.
T. 4. Markstrahlen ein- bis dreischichtig und
verschieden hoch, größtenteils zweischichtig, ihre
Höhe kann aber auch 3 bis 16 (20) Zellen betra-
gen. Der Querschnitt einzelner Zellen ist kreis-
107
förmig oder elliptisch ; die Kantenzellen weichen
einigermaßen von diesen Formen ab. Infolge der
schmaleren Markstrahlen ist der Verlauf der Ge-
fäße und Fasern gleichmäßiger als bei J. regia.
Dies bildet ein genügend sicheres Unterscheidungs-
merkmal. Die einander berührenden, gänzlich per-
forierten Wände der Tracheen bilden mit ihren
Längsachsen einen Winkel von 30 bis 50°. Obwohl
die englumigeren Gefäße wellenförmig ablaufen,
stehen ihre Querwände auch annähernd unter
einem Winkel von 45°. Die Tangentialwand ist
— ähnlich wie bei J. regia — mit Hoftüpfeln reich
bedeckt. Anordnung und Gestallt dieser stimmt
mit denen der J. regia überein. Auf dem Tangential-
schnitt ist die Wand der in großer Anzahl erschei-
nenden Parenchymzellen — diejenigen ausgenom-
men, die sich mit Gefäßen berühren — glatt.
Die Tangentialwand der Fasertracheiden und
Holzfasern ist ebenfalls tüpfelfrei.
E. Tracheen etwas größer als die von J.
regia, Perforation aber einfach und ihre Größe
stets durch die Weite des Lumens bestimmt.
Die Wände sind ziemlich dick und mit Hoftüpfeln
dicht bedeckt, die einander berühren und besonders
die Tangential-Wandteile vollständig bedecken.
Die Tüpfel sind mit den benachbarten Gefäßen,
noch öfters aber mit den Parenchymzellen durch
die elliptischen, annähernd querliegenden Poren
verbunden. An den Stellen, wo sich die Pore mit
einem anderen Gefäß berührt, umfaßt sie den
Hof nicht. Innerer und äußerer Mund nicht so
scharf abgesondert wie bei J. regia. Die Pore ist
größer, hat die Form einer breiten Linse und um-
faßt i. d. R. den Hof gänzlich, falls sich der Tüpfel
mit dem Parenchym oder einem Markstrahl
berührt. Manchmal erreicht die Pore beinahe
oder ganz die Größe des Hofes. Im letzten Falle
haben wir es mit einfachen Tüpfeln zu tun.
Außer den schon erwähnten Verdickungen sind
— besonders in den engeren Gefäßen — auch
spirale oder netzartige anzutreffen. Die ersten
kommen eher am Ende der Gefäße, im Schnabel,
die letzteren anderweitig vor
Die Grundmasse besteht größtenteils aus Faser-
tracheiden. Diese stimmen in Form und Betüpfc-
lung mit denen der J. regia überein. Poren ganz
od( r beinahe senkrecht. Tüpfel bloß auf den Radial-
wänden ; die tangentialen sind glatt. Radialwände
häufig nur stellenweise mit Hoftüpfeln bedeckt,
öfters sind größere; Wandteile glatt oder haben
einfache Tüpfel, die sich am einen Ende verdünne n
oder regelmäßigen Ellipsen gleichen. Am Ende
manchen Gefäßgliedes befindet sich ein kurzer
Fortsatz.
Die Holzfasern gleichen vollkommen denen
der J. regia, nicht allein im Ausmaß, sondern
auch was Wandstärke und Struktur betrifft.
Ihre Wand ist mit einfachen, kleinen Tüpfeln
bestreut. An den Enden sind sie ebenso mannig-
faltig, nur kommen verzweigende Formen viel
seltener vor. Die Zahl der Fasern ist im Vergleich
zu den Fasertracheiden gering (e).
Holzparenchymzellen betreffs Form und Struktur
denen anderer Nußbäume vollkommen gleich
ihre radiale Seite mit einfachen Tüpfeln dicht
bestreut, die tangentiale hingegen tüpfelfrei (fj.
Die paratrachealen Parenchymzellen weisen an
ihren, die Gefäße berührenden Wänden — auch
in tangentialer oder radialer Richtung — stets
große Tüpfel auf. Da die Gefäße hauptsächlich
auf ihren Tangentialseiten reicher betüpfelt sind,
zeigen dementsprechend auch die Parenchym-
zellen auf ihren tangentialen Seiten öfters große
runde oder elliptische Tüpfel (f2)-
Unter den Markstrahlzellen sowohl kurze, als
auch längere Formen in annähernd gleicher An-
zahl ; ihre Wand mittelmäßig dick, ähnlich wie
bei J. regia oder stellenweise dünner. An Tüpfeln
ist besonders die tangentiale und die waage-
rechte Seite reich (g).
Die an die Gefäße grenzenden Markstrahl-
zellen haben an ihrer die Gefäße berührenden Seite
große Tüpfel. Die Form derselben ist elliptisch
oder rund ; sie liegen gewöhnlich quer zur Längs-
achse. (A.)
JUGLANS REGIA L.
Walnußbaum
Walnut, Noyer, Noce
Tafel 36
Urheimat unbekannt. In Süd- und Mittel-
europa sowie Kleinasien gepflanzt ; kommt in
Kaukasien auch wild vor.
Q 1, 2. Jahrringgrenze dünn, ziemlich auf-
fallend; ihre bogenarlige Linie enthält — von
den Markstrahlen unabhängig — kleinere oder
größere Wellen. Diese können auch 6 bis 8 Mark-
strahlen umfassen ; manchmal sind sie jedoch
bedeutend kleiner. Gefäße unregelmäßig verstreut.
108
Im Früh- und Spätholz kommen weitere, so wie
engere Gefäße vor. Im Spätholz sind sie etwas
englumiger, auch ihre Anordnung stimmt mehrere
Jahrringe hindurch vollkommen überein ; ein-
zeln, zu zweien oder in größerer Zahl radial ange-
reiht. Im Jahrring sind kurze und Zwillingsporen
in gleichem Verhältnis vorhanden. Vereinzelte
Gefäße von ovalem Durchschnitt, Längsachsen
radial. 30 bis 40 v. H. der Gefäße ist von dieser
Beschaffenheit Zwillingsporen und kurze Poren-
strahlen etwas häufiger. An der Frühzone ge-
legene Randgefäße besitzen die weitesten Lumina,
die folgenden etwas engere. Die Scheidewände
laufen tangential parallel miteinander und verjün-
gen sich oft vom Zentrum ab nach auswärts.
In manchen Gruppen sind die durch gemeinsame
Wände gebildeten Durchmesser unter ausgeprägten
»Y«- oder »K«-förmigen Winkeln zueinander
geneigt. Markstrahlen teils 1 bis 2-, teils 3- bis 4-,
oder mehrschichtig. Zwischen zwei Markstrahlen
liegen tangential bloß 1 bis 2 Gefäße oder Gefäß-
gruppen. Die stärkeren Markstrahlen weichen in
der Nähe der größeren Gefäßgruppen von deren
Richtung etwas ab, während die kleineren dieselben
ziemlich oft ganz umgehen. Schmalere und kräfti-
gere Markstrahlen kommen abwechselnd vor,
ohne daß dabei eine Regelmäßigkeit feststellbar
wäre. Die Grundmasse besteht aus einer Menge
von Holzfasern und Fasertracheiden, die im
Querschnitt übereinstimmen. Einige Reihen wer-
den an der Jahrringgrenze flacher und wirken so
bei der Bildung derselben mit. Wände ziemlich
dünn, im Querschnitt von unregelmäßig eckiger
Form.
Bei dieser Art sind die Holzparenchymzellen
zahlreich. Diese erscheinen teils — in der unmittel-
baren Nähe der Gefäße — als paratracheale, teils —
von diesen unabhängig — als metatracheale Paren-
chyme. Letztere bilden kaum zusammenhängende,
durchwegs dünnwandige Reihen. Manche der para-
trachealen Parenchyme, besonders die an den
Tangentialseiten der Gefäße, schmiegen sich an
dieselben stark an und sind flachgedrückt. Die
Übrigen stimmen in Form und Größe mit den
Fasern überein, sind jedoch etwas dünnwandiger.
Waagerechte Wände mit einfachen Tüpfeln reich
bedeckt. Diese Tüpfel sind in Ringform an den
Längswänden angeordnet. Demzufolge ist der
mittlerer Wandteil ganz glatt, mit höchstens
einigen Tüpfeln.
R. 3. Markstrahlen homogen. Zellen von der-
selben Höhe und auch radial gleich lang. Kanten-
zellen — i. d. R. dünnwandiger als die übrigen —
etwas wellig geändert. Die häufigen metatrachealen
Parenchyme auch hier, am Radialschnitt, auf-
fallend. Die vertikalen Reihen laufen oft einzeln,
oder zu 2 bis 3, unweit voneinander. Solche
Parenchymketten enthalten i. d. R. 4 bis 5 (8)
Zellen.
T. 4. Die geringe Höhe der Markstrahlen ist
im Verhältnis zu ihrer Breite auffallend. 40 v. H.
des Bestandes der Markstrahlen einschichtig,
i. d. R. 3—12—15 Zellen hoch. Breitere Mark-
strahlen 2- bis 3- oder 4schichtig und bloß selten
5 Zellenreihen breit. Unter den letzteren auch
30 bis 35 Zellen hohe vorhanden, aber meistens
erreichen diese bloß eine Höhe von 15 bis 20
Zellen. Der Querschnitt sämtlicher Markstrahl-
zellen zeigt Kreise oder sehr kurze Ellipsen. Die
Kantenzellen weichen von den übrigen in ihrer
Höhe nicht oder kaum ab. Zellenwände verhältnis-
mäßig stark, ziemlich reich betüpfelt. Gefäße von
schlägelndem Lauf. Glieder kurz. Schräge Scheide-
wände und Tangentialseiten dicht betüpfelt. Diese
Seiten sind von einer Masse eng aneinanderliegen-
der Hoftüpfel ganz bedeckt. Höfe der Tüpfel
infolge Gedrängtheit unregelmäßig, 6-, fallweise
5eckig, d. h. von wechselnder Lage. Zwischen
den Holzfasern zahlreiche, die Zwischenräume der
Markstrahlen ausfüllende Parenchymzellen. Diese
überwiegen an manchen Stellen, und füllen den
größten Teil der Grundmasse aus. Sie schließen
sich — i. d. R. zu viert oder zu fünft — mit ihren
Enden aneinander.
E. Die Tracheen bzw. ihre Glieder — besonders
die breiten — sind ziemlich kurz, schräg abge-
schnittenen Walzen ähnlich. Perforation einfach,
meistens ellipsenförmig. Besonders die breiteren,
aber auch die schmaleren enden in kleineren oder
größeren Schnäbeln. In den längeren Schnäbeln
kommen auch Hoftüpfel vor. Tangentialwände
sehr dicht, hofbetüpfelt. Radialwände vorwiegend
bloß an Berührungsstellen mit Markstrahlen und
Parenchymen betüpfelt, sonst glatt. Die einander
berührenden Tüpfel sind an den Tangential-
wänden eckig, an den Radialseiten meistens ver-
einzelt. Poren schmal, linsenförmig. Der äußere
Porenmund umfaßt den Hof meistens nicht,
erreicht jedoch beinahe, zuweilen auch ganz dessen
Grenze. Der innere Mund umfaßt den Hof bei-
nahe immer, oft überschreitet er auch denselben
Die inneren Porenmunde zweier Tüpfel von
gleicher Richtung schmelzen fallweise zusammen.
109
In solchen Fällen sind die sich mit Markstrahlen
und Holzparenchymen berührenden Tüpfel etwas
modifiziert. Höfe : kürzere oder längere Ellipsen,
eventuell linsenförmig. Die Poren haben dagegen
eine breitere Linsenform, und umfassen die Höfe
beinahe oder ganz. Die Höfe sind von verschiedener
Breite ; zuweilen erscheinen sie als schmale
Streifen und verschwinden manchmal sogar gänz-
lich. Solche Tüpfel sind dem Anschein nach nur
einfache Tüpfel ; ihre Größe und Form stimmt
mit denjenigen der Höfe überein. Poren sämt-
licher Hoftüpfel quer oder etwas schräggestellt.
Letztere — den Markstrahlen und Holzparen-
chymen entsprechend — in Quer- oder Längs-
reihen geordnet.
Die Wände der gefäßartigen Tracheiden gleich-
falls mit winzigen Hoftüpfeln bedeckt. Höfe oval
oder kreisrund. Das eine Ende der einzelnen
Glieder kegelartig und ohne Perforation, das
andere den Enden der Gefäße ähnlich und einfach
perforiert. Die Poren der Hoftüpfel stimmen mit
denen der englumigen Gefäße überein. Tracheiden
fehlen.
Wände der Holzfasern verhältnismäßig dünn,
radial mit spaltförmigen Tüpfeln sehr verschiede-
ner Größe gleichmäßig bestreut. Tangentialwände
glatt. Enden der Fasern mannigfaltig, jedoch in
allen Fällen spitz. Auch gabelartige Verzweigungen
häufig ; diese haben zwei, gleich lange Zweige ;
manchmal ist der Zweig verhältnismäßig ganz
kurz (dj^).
Zahl der Fasertracheiden ziemlich hoch. Diese
haben die gleiche Form, Größe und Wandstärke,
wie die Fasern, nur enthalten die Wände kleine,
durchschreitende Hoftüpfel (e).
Die Wände der Holzparenchymzellen sind ebenso
stark, wie die der Holzfasern ; jene der unter
den Holzfasern liegenden Zellen bloß mit kleinen
Tüpfeln bestreut ; die die Gefäße begleitenden
Zellen stehen stets mit einfachen, großen Tüpfeln
in Verbindung. Diese Tüpfel sind kreis-, breite
ellipsen- oder linsenförmig. An den mit Gefäßen
sich nicht berührenden Seiten kleine Tüpfel
(f^)-
Die Markstrahlzellen sind zwei- bis dreimal
länger als hoch und stehen miteinander durch
die in jeder Richtung unregelmäßig verteilten
kleinen Tüpfel in Verbindung. Äußerste Wand
der Kantenzellen meistens ohne Verdickung. In
den sich mit Gefäßen berührenden Wänden der
Parenchyme ähnliche, etwas längliche große Tüpfel
(g)- (A.)
Gattung 12. Carya
CARYA TOMENTOSA Nutt.
Spottnuß
Mocker nut
Tafel 37
Verbreitungsgebiet : Nordamerika. Auch in
Europa gepflanzt.
Q. 7, 2. Ringporiges Holz. Große Gefäße des
Frühholzes an der Jahrringgrenze in eine einzige
Reihe — an manche Stellen in zwei Reihen —
angeordnet, in der Regel einzelstehend, nur selten
einander radial oder tangential berührend. Im
Jahrring befinden sich mit diesen großen Frühge-
fäßen zusammen verstreut auch i. d. R. von Paren-
chymen umgebene Gefäße, die bedeutend enger
bemessen sind, als die vorigen. Zwischen den bei-
den Gefäßarten kaum merkbare Übergänge. Mark-
strahlen ein- bis zweischichtig. Infolge ihrer Dichte
findet zwischen denselben nur je ein großes
Frühgefäß Platz. Ablauf etwas wellig, die Früh-
gefäße entlang, jedoch stärker schlängelnd. Die
Grundmasse besteht aus einer Menge ziemlich
dickwandiger Holzfasern. Zwischen Früh- und
Spätfasern gibt es fast keinen Unterschied, und
auch an den Jahrringgrenzen sind kaum Ver-
änderungen wahrzunehmen. Primäre Wände
der Fasern eckig, Lumina jedoch mehr kreis-
oder ellipsenförmig.
Holzparenchymzellen teils in Form paratra-
chealer, teils metatrachealer Parenchyme ange-
ordnet. Letztere schließen sich in zusammen-
hängende, zur Jahrringgrenze parallele Reihen
zusammen und heben sich i. d. R. in 2 bis 3 Paren-
chymreihen geordnet von den dickwandigen Fa-
sern gut ab. Stellenweise werden sie breit, und
häufen sich in kleinere oder größere Parenchym-
felder an. Auch engerlumige Gefäße ordnen sich
i. d. R. in diese Gruppen. Parenchymzellen mehr
oder weniger eckig, jedoch durchschnittlich größer
als die Fasern ; die waagerechten Wände reich
betüpfelt.
R. 3. Die metatrachealen Parenchymreihen
laufen einzeln, zu zweien, oder auch mehrere ver-
eint ziemlich regelmäßige, lange Reihen bildend.
Radialwände mit Tüpfeln bedeckt, die i. allg. in
kleineren oder größeren Gruppen angeordnet sind.
Radialwände der Holzfasern ebenfalls reich betüp-
felt. Markstrahlen homogen. Kantenzellen unter-
scheiden sich kaum von den inneren Zellen
110
und weisen vorwiegend kurze Ziegelformen auf;
diese können sich aber in beiden Richtungen
ändern, es gibt also oft auch quadratische oder
kurze, aufrechte Formen. Letztere finden wir
besonders bei Kantenzellen in größerer Zahl.
T. 4. Markstrahlen ein- und zweischichtig.
Einschichtige 1 bis 40 (45) Zellen hoch. Die
höchsten werden jedoch gegen die Mitte zu in
einigen Zellen zweischichtig. Zweischichtige er-
reichen selbst die Höhe von 50 bis 55 Zellen, ver-
schmälern sich jedoch oft wiederholt zu ein-
schichtigen, zum Beweis dessen, daß sie durch
Verschmelzung mehrerer Markstrahlen entstanden
sind. Ablauf der Gefäße und der Fasern gleich-
mäßig. Neben den Gefäßen viele paratracheale
Parenchyme vorhanden. Gefäße tangential mit
kleinen Hoftüpfeln bestreut, welche jedoch ein-
ander nicht berühren. Wände der paratrachealen
Parenchyme, die mit Gefäßen in Berührung kom-
men, an Tüpfeln gleichfalls ziemlich reich, hin-
gegen fehlen diese bei den metatrachealen Paren-
chymen, sowie an den Tangentialwänden der Fa-
sern. Radiale und tangentiale Wände besitzen
ähnliche Tüpfel. Stellenweise können Tüpfel beo-
bachtet werden, die größer sind als die gewöhn-
lichen, und einander berühren. In solchen Fällen
wird auch ihre Form eckig.
E. Die Gefäßglieder sind mannigfaltig geformt.
Die breiteren zeigen längere oder kürzere Walzen-
formen mit quer oder schräg abgeschnittenen
Enden. Zuweilen jedoch das eine Ende, oder auch
beide zugespitzt. Wände ziemlich stark. Perforatio-
nen einfach, kreis- oder ellipsenförmig. Englumige
Gefäße an beiden Enden spitz oder stumpf
geschnäbelt. Perforationen immer gleich gerichtet,
der Form nach regelrechte Kreise oder Ellipsen.
Wände der Gefäße dicht hofbetüpfelt, es kommen
aber auch tüpfelfreie Flecken vor. Die Hoftüpfel
sind zerstreut oder in lange, bzw. den Markstrahl-
parenchymen entsprechende Flecken angeordnet.
Form der Höfe kürzere oder längere Ellipsen,
gegebenenfalls Kreise. Die sich berührenden sind
eckig. Die Poren von flacher Ellipsen- oder
Linsenform nähern sich stark den Höfen, und neh-
men sie mitunter sogar ein. Die Gefäße besitzen
keine einfachen Tüpfel (a^).
Tracheiden nicht vorhanden ; selbst die eng-
sten Formen sind durchbrochen.
Holzfasern ziemlich dickwandig. Einfache spalt-
artige Tüpfel nur radial. Der äußere Porenmund
ist kreis- oder ellipsenförmig, kann aber auch als
unbedeutender Hof angesehen werden
Wände der nicht sehr zahlreichen Holzparen-
chym- und Markstrahlzellen verhältnismäßig dick.
Tüpfel parenchymartig. Die mit Gefäßen in Be-
rührung kommenden Tüpfel sind kaum größer als
die übrigen (f^, gi-J. (J.)
Gattung 13. Pterocarya
PTEROCARYA STENOPTERA DC.
Flügelnuß
Tafel 38
Verbreitungsgebiet : China. In Europa in
Ziergärten gepflanzt.
Q. 1, 2. Gleichmäßig zerstreutporiges Holz.
Gefäße zuweilen in radiale oder schräge Reihen,
manchmal in unregelmäßige Gruppen von gerin-
ger Gliederzahl geordnet, ziemlich weit und von
annähernd gleichen Dimensionen. Kleinere Ge-
fäße laufen mehr in der Spätzone, es können aber
in dieser auch solche vorkommen, deren Größe
denen des Frühholzes entspricht. Größtenteils
vereinzelt, es kommen jedoch auch Zwillingsporen
und kurze Porenstrahlen vor. Letztere drei,
höchstens viergliedrig. Die vereinzelten Poren sowie
die Zwillingsporen sind in der Regel kreisförmig,
die Porenstrahlen mehr elliptisch. Anordnung
der Markstrahlen ungleichmäßig. Diese befinden
sich zuweilen bloß um eine Faserbreite, andere
Male auf mehrere Faserbreiten voneinander ent-
fernt. Ihr Ablauf, vornehmlich die Gefäße entlang,
etwas wellig. Die Grundmasse besteht aus einer
Menge dünnwandiger Holzfasern und Holzparen-
chymzellen. Die letzten Reihen der Frühzone er-
fahren radial eine stärkere Verflachung, auch ihre
Wände werden dicker. Besonders gilt dies für die
Fasern der letzten Reihe, deren Lumen nur mehr
als ein schmaler Spalt erscheint oder vollkommen
verschwindet. Infolgedessen ist die Jahrringgrenze
ziemlich stark ausgeprägt. Sie enthält verhältnis-
mäßig zahlreiche Längsparenchyme, die teils als
para-, teils als metatracheale Parenchyme ange-
ordnet sind. Letztere bilden zur Jahrringgrenze
mehr oder weniger parallel laufende, ziemlich
zusammenhängende Reihen. Diese verlaufen in
verschiedenen Abständen voneinander, die Rei-
hen bleiben jedoch immer ziemlich nahe zueinander
und streng abgesondert. Sämtliche Parenchym-
zellen sehr dünnwandig, einfach betüpfelt. Waage-
rechte Wände kaum betüpfelt, mehr oder weniger
glatt.
111
R. 3. Radialwände der Gefäße hofbetüpfelt.
Kommen sie mit Markstrahlen oder Parenchymen
nicht in Berührung, so sind sie ganz glatt. An
Stellen, die mit Parenchymen in Berührung kom-
men, weicht die Form der Tüpfel von jener der
tangentialen ab. Höfe von elliptischer oder ge-
spitzt-linsenförmiger Gestalt. Die Poren nehmen
die Höfe meist ganz ein, und sind quer- oder
etwas schrägstehend, linsenförmig. Die beiden
Hofseiten erscheinen oft nur mehr als ganz schmale
Streifen. Solche Tüpfel können — falls eine Be-
rührung mit Parenchymen stattfindet — auch
tangential vorkommen. Struktur der Markstrahlen
heterogen. Die innersten Zellen haben eine kürzere
oder auch längere, liegende Ziegelform, die äuße-
ren sind i. d. R. ausgeprägt quadratisch, die
Kantenzellen dagegen mehr von aufrechter Ziegel-
form. Äußere Wände etwas gewellt. Betüpfelung
der Markstrahlzellen am Radialschnitt gut sicht-
bar. Radialwände am ärmsten an Tüpfeln. An
den Radialwänden der sich mit Gefäßen berühren-
den Formen eckige oder runde Tüpfel. Metatrache-
ale Reihen gewöhnlich vereinzelt. In verschiedenen
Abständen voneinander, doch stets ziemlich nahe,
regelmäßig angereiht, verleihen sie dem Radial-
schnitt ein charakteristisches Gepräge. Die meta-
trachealen Zellen weisen lange, dünnwandige
Ziegelformen auf. Radialwände an einfachen
Tüpfeln reich. Die sich mit Gefäßen berührenden
Wände der paratrachealen Zellen sind ebenso
betüpfelt, wie die entsprechenden Wände der
Markstrahlen.
T. 4. Gefäße und Fasern von gleichmäßigem
Verlauf. Die einander berührenden Wände der
Gefäße sind mit Hoftüpfeln dicht bedeckt, alter-
nierend angeordnet. Wo diese einander berühren,
werden ihre Höfe eckig. Die querstehenden linsen-
VI. SAL
Gattung 14. Populus
POPULUS ALBA L.
Silberpappel oder Weißpappel
White or Silver-leaf poplar, Peuplier blanc,
Pioppo bianco
Tafel 39
Verbreitungsgebiet: von Mittel- und Südeuropa
bis Mittelasien.
förmigen Poren nehmen die Höfe zu dreiviertcl
Teil ein, zuweilen kommen sie an deren Grenzen
ganz nahe heran, ohne sie aber zu erreichen.
Außer den Gefäßen sind auch zahlreiche para-
tracheale Parenchyme zu finden. Markstrahlen
ein- oder zweischichtig. Ihre Höhe beträgt 1 bis
30 Zellen ; 10—20 Zellen hohe Markstrahlen
kommen am häufigsten vor. Tangentialschnitt der
Zellen i. allg. Ellipse, derjenigen, die den Kanten-
zellen folgen, quadratisch oder ziegelförmig, bei
den Kantenzellen aber meist dreieckig. Diese
haben sehr dünne Wände, ausgeprägte Tüpfel
sind aber an ihnen nicht feststellbar. Die meta-
trachealen Parenchyme ordnen sich im allgemei-
nen vereinzelt oder mit mehreren zusammen
in Längsreihen. Wände gleichfalls sehr dünn,
Tangentialwände ganz glatt oder sehr spärlich
betüpfelt. Auch Tangentialwände der Fasern
tüpfelfrei.
E. Eine ausführliche Beschreibung der Elemente
dürfte sich erübrigen, da diese bereits bei der
Besprechung der einzelnen Schnitte einer näheren
Betrachtung unterzogen worden sind. Gefäß-
glieder i. d. R. ziemlich spitz, verschieden lang,
offen oder in Schnäbeln endend. Die Perforationen
stellen Ellipsen oder andere mannigfaltige Formen
dar. Tracheiden fehlen.
Fasertracheiden der Grundmasse gleichartig.
Wände dünn. An der Radialseite befinden sich
ziemlich viele kleine Hoftüpfel. Höfe regelmäßig
kreisrund, Poren schräggestellt, schmal, spalt-
förmig, die Höfe ganz einnehmend, gegebenenfalls
dieselben etwas überschreitend. Die einander
gegenüber liegenden Poren kreuzen sich. Manch-
mal sind bloß einfache Tüpfel zu beobachten, die
als Fasern angesehen werden können
/1-39 £1-2/ GM
CACEAE
Splint schmal, weiß, Kernholz gelblich-
braun.
Q. 1, 2. Gefäße zerstreut, vereinzelt, bzw. ge-
paart, selten zu dritt, zu fünft, meistens in radialen
Reihen. Früh- und Spätholz fast gleich. Jahrring-
gienze kaum wahrnehmbar, durchwegs gleich-
mäßig. Die Faserzellen an der Jahrringgrenze
schmiegen sich eng aneinander und ihr Radial-
maß ist kleiner, als das tangentiale. Markstrahlen
einschichtig und so nahe zueinander, daß zwischen
je zwei Markstrahlen bloß ein höchst selten
112
zwei __ Gefäße Platz finden. Gefäße im Früh- so
wie im Spätholz von gleicher Größe. Nur diejeni-
gen etwas kleiner als durchschnittlich, die un-
mittelbar an der Spätzonenseite der Jahrringgrenze
liegen. Die Gefäße sind zuweilen in kurze Poren-
strahlen zusammengedrängt. An den einander
berührenden Scheidewänden der Gefäße hofbe-
tüpfelte Verdickungen recht deutlich zu sehen.
Innerhalb desselben Jahrringfeldes sind die Ge-
fäße radial, ungefähr in Abständen von je l1^
Gefäßbreiten voneinander angeordnet. Die Grund-
masse enthält Holzfasern. Holzparenchymc er-
scheinen meistens nur unmittelbar an der Jahrring-
grenze, als terminale Parenchyme, vorwiegend
in einer Reihe, selten in zv^ei mehr oder weniger
zusammenhängenden Reihen. Die Zellen der-
selben sind an der Jahrringgrenze radial stark
flachgedrückt, die waagerechten Wände mit
vielen einfachen, kreisförmigen Tüpfeln be-
streut.
R. 3. Am Radialschnitt fallen einfache, ellip-
senförmige Perforationen der Gefäße auf. Die
Tüpfel der sich mit Gefäßen berührenden Kanten-
zellen sind auffallend groß. Die Reihen der großen
Tüpfel verlaufen im großen ganzen parallel zu den
Längswänden ; es gibt deren zumindest zwei, in
den sich ausbreitenden Teilen einiger Kantenzellen
jedoch auch drei. Die Kantenzellen sind in allen
Fällen kaum länger als hoch, und das ist den Wei-
denarten gegenüber ein wichtiges unterscheidendes
Merkmal. Die Kantenzellen weichen von den
übrigen Markstrahlzellen auch betreffs der Form
ab. An der Jahrringgrenze verknüpfen sich die
Holzparenchymzellen wie Kettenglieder.
T. 4. Am Tangentialschnitt finden wir das
Markstrahlgerippe am kennzeichnendsten darge-
stellt. Markstrahlen — an einer für die Populus-
Arten bezeichnenden Weise — überall einschichtig.
Zellen ein- oder zweimal höher als breit. Höhe
der Markstrahlen verschieden. Außer 5 bis 6
Zellen hohen kommen auch Markstrahlen vor,
deren Höhe sogar 30 bis 32 Zellenreihen mißt ;
meistens schwankt sie jedoch zwischen den beiden
Grenzwerten. Weitlumige Gefäße, von Hoftüpfeln
reichlich bestereut, schmiegen sich auffallend eng
aneinander, zuweilen bloß durch einige Markstrah-
len, oft durch Holzfasern, seltener durch eine
breitere oder schmalere Zone der Holzparenchyme
getrennt. Holzfasern dünnwandig. Ihre aneinan-
der liegenden, zugespitzten Enden dringen
i. d. R. bis in die Mitte der übrigen Fasern
vor.
E. Gefäßwände glatt oder betüpfelt. Tangentia
an Tüpfeln reich. Glatte oder nur spärlich betüpfelte
Wände gibt es kaum, was dadurch erklärt werden
kann, daß Hoftüpfel hauptsächlich an mit Ge-
fäßen benachbarten Wandteilen entstehen. Da
die Porenstrahlen radial sind, berühren sich auch
die Gefäße in erster Reihe radial. Die sich mit
Fasern berührenden Gefäße sind tüpfelfrei. Wenn
dicht gedrängt alternieren die Tüpfel an den
Tangentialwänden, sind sie aber versteut, so
können sie auch entgegengesetzt liegen. Dieselbe
Erscheinungen können auch radial beobachtet
werden. Da aber hier Tüpfel spärlicher vorkommen,
kann häufiger mit einer zerstreuten Anordnung
gerechnet werden. Form und Struktur der Tüpfel
auf beiden Seiten gleich. Höfe mehr oder weniger
regelmäßige Kreise. Geraten sie einander noch so
nahe, so kommen sie trotzdem in keine unmittel-
bare Berührung und sind nur selten eckig. Poren
kreisrund, häufiger kurz elliptisch. Außer den
obenerwähnten Tüpfeln sind auch einfache Tüpfel
da, die immer an demjenigen Teil der Gefäßwand
entstehen, der mit den Markstrahlen in Berührung
kommt. Diese Tüpfel stimmen an Form und
Größe mit den Höfen der Hoftüpfel ungefähr
überein, oder sind etwas kleiner. Die Gefäß-
glieder sind einfach durchbrochen, Perforationen
treten bei spitzen Gefäßgliedern an den Enden
auf. Es gibt auch Gefäße, die nicht zugespitzt
sind, sondern einer schräg abgeschnittenen Walze
gleichen. Wände beider Gefäßtypen dünn. Tra-
cheiden, sowie Fasertracheiden kommen bei Popu-
lus-Arten nicht vor (ar_^).
Libriformfasern dünnwandig, die spaltartigen
Tüpfel werden der Mitte zu breiter. Je nach
Einstellung tritt der Porenmund der Tüpfel licht
oder dunkel hervor. Der innere Mund spaltartig,
mit der Längsachse der Faser gleichgerichtet.
Tüpfel tangential in kleinerer Zahl, radial etwas
häufiger. Fasern an beiden Enden zugespitzt, es
kommen aber auch anders geformte, stumpfe
oder schnabelartige vor
Holzparenchymzellen in der Längsrichtung ziem-
lich langgezogen, ziegelförmig, radial stark flach-
gedrückt. An der Radialseite an einfachen, ge-
wöhnlich in Gruppen zu je 2 bis 3 geordneten
Tüpfeln reich. Waagerechte Wände an Tüpfeln
ziemlich reich, tangentiale arm
Die Markstrahlzellen sind zweierlei : einzelne
radial sehr langgezogen, daher 6- bis 8mal länger
als hoch, die übrigen — gewöhnlich sind es Kan-
tenzellen — an Länge und Höhe mehr oder weni-
« Gregusit
113
ger gleich. Radial-, Tangential-, sowie einander
berührende Wände der Zellen einfach betüpfelt
(gi -2/ (A.)
POPULUS CANESCENS Sm.
Tafel 40
Verbreitungsgebiet : Europa,Krim, Kaukasien.
Nicht zu verwechseln mit Populus alba, die diesem
Baum in ihrem Habitus ähnlich ist. Von einigen
Forschern wird dieser Baum für eine Hybride der
P. alba gehalten.
Q. 7, 2. Hinsichtlich der Struktur von den
übrigen Populus-Arten kaum abweichend ; unter-
scheidet sich von P. alba nur einigermaßen darin,
daß die ersten Gefäße des Frühholzes an der
Jahrringgrenze einen i zusammenhängenden Ge-
fäßring bilden, während sich die ersten Früh-
gefäße in der P. alba nicht dicht aneinander
reihen. In beiden Arten 2-, 3gliedrige Poren-
strahlen ziemlich häufig. Durchmesser der Tra-
cheen in Radialrichtung 25—80—100 A*.
R. 3. Stimmt mit den Populus-Arten vollkom-
men überein, fast ohne jede wesentliche Ab-
weichung von P. alba,
T. 4. Struktur von typischem PopuZus-Charak-
ter, da alle Markstrahlen eine Zellenschicht breit
und 1—25 Zellen hoch sind. Höhe der einzelnen
Markstrahlzellen 13—21 (32) /z, Breite 5—10 p,
Hoftüpfel in der Tangentialwand der Gefäße
wabenartig zusammengedrängt, Öffnungen der
Tüpfel i. allg. waagerecht.
E. Gefäßdurchbrechungen einfach, oberhalb
bzw. unterhalb der Perforation kürzerer oder
längerer Schnabel. Gefäßwand entweder tüpfellos,
oder mit stark zusammengedrängten, wabenarti-
gen Hoftüpfeln, deren Öffnungen waagerechte
Ellipsen darstellen und immer eingeschlossen sind
Holzfasern dünnwandig, zugespitzt, in der
Wand spärlich spaltartige Tüpfel ^-2/
In den Strangparenchymzellen ordnen sich die
einfachen Tüpfel lose einreihig, oder etwas zer-
streut an. Höhe der Zellen 60—100 //, Breite
(,—]() In einigen Parenchymzellen Kalzium-
oxalatkristalle (ß^).
Markstrahlparenchymzellen im allgemeinen
langgestreckte, die Kantenzellen eher kurze oder
stehende Rechtecke. Die großen Tüpfel in den
Ktntenzellen in 2—3, ausnahmsweise in 5 Reihen
geordnet ; in gewisser Hinsicht ist dies ein Salix-
Merkmal (A.)
POPULUS DELTOIDES Marsh.
Kanadische Pappel
Cotton wood
Tafel 41
Nordamerikanischer Baum, bei uns als Zier-
baum gepflanzt. Kernholz grau, Holz gleich-
mäßig.
Q. 7, 2. Jahrringgrenze dieser Pappel — die
sonst den anderen Arten sehr ähnlich ist — etwas
deutlicher. Es fällt gleich auf, daß im Frühholz
u. zw. unmittelbar an der Jahrringgrenze, die
Gefäße fest aneinandergelagert verlaufen. Auch
die Lumina hier bedeutend größer bemessen, als
die der in kleinerer Zahl vorhandenen und eng-
lumigeren Gefäße der Spätzone. Ansonsten,
— namentlich in der Verteilung der Gefäße, sowie
in der Anordnung derselben in radiale Gruppen
zu je 2 oder 3, — weist dieser Baum eine große
Ähnlichkeit mit den übrigen Pappeln auf. Als
abweichende Eigenschaft wäre die stärkere Ver-
längerung der Gefäße der ersten Reihen des
Frühholzes zu erwähnen.
R. 3. An den radialen Wandteilen der Ge-
fäße viele Hoftüpfel ; manche Glieder werden
durch dieselben ganz bedeckt. Die Perforationen
der aneinander gelegenen Gefäße können mitunter
in verschiedene Höhen geraten. Zuweilen kommt
auch in der Mitte des Gefäßgliedes eine Perfora-
tion vor. Die sich mit Gefäßen berührenden Seiten
der Markstrahlen sind — wie bei den übrigen
Pappeln — großbetüpfelt. Anzahl der Tüpfel-
reihen 2 bis 4. Holzfasern an Tüpfeln arm. Holz-
parenchymzellen langgezogen, sich in vereinzel-
ten oder in doppelten, aneinanderliegenden Ketten
an die Jahrringe anreihend.
T. 4. Markstrahlen einschichtig, 3 bis 20
Zellen hoch, aber auf gleich großer Fläche etwas
dichter als bei der Balsampappel. Querschnitte
der Zellen schmale, lange Ellipsen. Gefäße
sind tangential mit eng aneinanderlagernden
Hoftüpfeln bedeckt. An den Tangentialwänden
der Fasern befinden sich spärlich spaltartige
Tüpfel.
E. Gefäße in Form und Größe denen der
übrigen Pappeln sehr ähnlich. Dicke der Wände,
sowie deren verschiedene Verdickungen im großen
ganzen gleich; es ist fast unmöglich, sie vonein-
ander genau zu unterscheiden. Tangentiale, sich
mit Markstrahlen berührende Stellen auch hier
von einfachen, großen Tüpfeln bedeckt. Neben
114
den breiter bemessenen erscheinen die englumige-
ren Gefäße länger oder kürzer zugespitzt (üy^).
Holzfasern dünnwandig, mit einfachen, spalt-
artigen Tüpfeln spärlich bedeckt (d1_1).
Die Markstrahlen und Holzparenchym-
zellen (fi-3) weichen von den entsprechenden
Zellen der übrigen Pappeln fast in keiner Bezie-
hung ab. Die andersgeartete Form der Mark-
strahlzellen kann keineswegs als Unterscheidungs-
merkmal gelten (A.)
POPULUS NIGRA L.
Schwarzpappel
Black poplar, Peuplier noir,
Pioppo commune, nero
Tafel 42
Verbreitungsgebiet : Europa, Westasien. Splint
weiß, bedeutend breiter als bei der Weißpappel.
Kernholz graulich.
Q. 7, 2. Jahrringgrenze verläuft in gebogener
Linie leicht gewellt. Markstrahlen einschichtig,
sehr dicht. Zwischen zwei Markstrahlen nehmen
in der Breite, u. zw. tangential, gewöhnlich bloß
einige Gefäße oder kleinere Gefäßgruppen Platz, die
jedoch manchmal weiter voneinander geraten.
In solchen Fällen lagern 2 bis 3 Gefäße, unter
Umständen Gefäßgruppen, tangential nebenein-
ander. In den einzelnen Zonen erscheinen die
Gefäße ziemlich gleichmäßig, jedoch im Frühholz
auffallend breitlumiger als im Spätholz. Formen
mannigfaltig. Die vereinzelten mehr ellipsenförmig,
andere 6- oder 8eckig, jedoch auch diese ent-
sprechen dem Umriß einer Ellipse. 50 bis 60%
der Gefäße kommen nicht vereinzelt vor, sondern
reihen sich zu zweit oder dritt, seltener zu viert
oder zu fünft radial aneinander. (Kurze Poren-
strahlen.) In den breiteren Jahrringen schließen
sich den radial in gleiche Gruppen geordneten
Gefäßen seltener auch tangentiale an. In Zwillings-
poren findet man die Scheidewände ungefähr in
der Mitte. Die mittleren Gefäße der Gruppen sind
radial bedeutend enger, als die an den Rändern
lagernden. Thyllen kommen häufig vor. Die
Grundmasse wird von nicht gleichlumigen Holz-
fasern gebildet.
R. 3. Die bei der Beschreibung des Quer-
schnittes erwähnten Füllzellen oder Thyllen am
meistens fallen am Radialschnitt besonders
auf. In je einem Gefäßglied beträgt die Zahl
dieser dünnwandigen Thyllen 4 bis 6. Die Mark-
strahlzellen erscheinen — von den Kantenzellen
abgesehen radial stark langgezogen und von
fast geometrisch gleicher Höhe. Die Kantenzellen
und auch einige innere Zellen — wie bei den ande-
ren Pappeln — von sehr großen Tüpfeln bedeckt.
Anzahl der Längsreihen 2 oder 3. Diese einfachen
Tüpfel schmiegen sich infolge ihrer Größe so
nahe aneinander an, daß freigebliebene Wand-
teile netzartig erscheinen. Alle niedere Mark-
strahlzellen die sich mit Gefäßen berühren, kön-
nen derart großbetüpfelt sein. Einzelne groß-
betüpfelte Zellen kommen aber auch in der Mitte
höherer Markstrahlen vor. In solchen Fällen han-
delt es sich vermutlich um die Verschmelzung
zweier niedrigerer Markstrahlen. An den Wänden
der übrigen Markstrahlen finden sich ebenfalls
zahlreiche einfache Tüpfel und zwar in der Nähe
der Tangentialwände gewöhnlich dichter, an sonsti-
gen Stellen spärlich verstreut. Die vom Markstrahl
abgekehrten äußeren Wände der Kantenzellen
sind etwas wellig.
T. 4. Die Markstrahlen sind im allgemeinen
gleichmäßig, meistens 8 bis 12, manchmal nur
4 bis 8 Zellen hoch ; es gibt aber auch solche, die
sogar die Höhe von 16 bis 20 Zellen erreichen.
90 v. H. der Markstrahlen einschichtig, nur etwa
10 v. H. zweischichtig. Diese Zweischichtigkeit
beschränkt sich jedoch meistens bloß auf eine
Zellenhöhe, hingegen ist die Höhe von zwei
Zellen äußerst selten zu beobachten. Der Quer-
schnitt der Zellen bildet eine sehr schmale Ellipse.
Lumen oft spaltartig. Tangentialwände an Tüpfeln
ziemlich reich. Tangentialwände der Gefäße ganz
mit Hoftüpfeln bedeckt. Höfe beinahe einander
berührend.
E. Gefäßwände dünn. Die sich mit Mark-
strahlzellen berührenden Teile der Wände sind
immer von großen Tüpfeln bedeckt ; an der
Radialseite kommen auch Hoftüpfel verstreut vor.
Die großen Höfe münden in runde oder häufiger
in kurze ellipsenförmige Poren. Die Poren nehmen
die Höfe zuweilen zu 3/4 Teilen ein, oft sind sie
noch kleiner. In größerer Menge kommen sie bloß
tangential in zusammenhängenden Feldern vor.
Gefäßglieder einfach durchbrochen. Die Enden
sind verschieden : es gibt auch zugespitzte, die
schräg abgeschnittenen Walzen ähnlich sind (a1^3),
Libriformfasern oder Holzfasern länglich etwas
zugespitzt, verhältnismäßig dünnwandig, typische
ProsenchymzeHen, spaltenförmig betüpfelt, wie
bei den übrigen Populus-Arten. Solche Tüpfel
8*
775
sind meist radial, wie auch tangential vorhanden
Holzparenchymzellen langgezogen, ziegelförmig,
ziemlich dünnwandig, mit kleinen Tüpfeln, deren
Verteilung wie bei den übrigen Popu/us-Arten
r/i-2/
Markstrahlen radial langgezogen (die radiale
Betüpfelung wurde beim Radialschnitt bereits
behandelt). Auch die übrigen Wände an Tüpfeln
ziemlich reich. Wände, die sich mit Gefäßen
berühren, denen der übrigen Pappeln ähnlich
(gis)- (A.)
POPULUS NIGRA var. ITALICA Duri.
Pyramiden-Pappel
Peuplier d'Italie, Pioppo cipressino
Tafel 43
Verbreitung wie bei der P. nigra.
Q. 7, 2. Jahrringgrenze — wie bei den anderen
Pappeln — auch hier kaum wahrnehmbar. Mark-
strahlen einschichtig, zwischen denselben neh-
men tangential ein, (seltener) zwei Gefäße oder
Gefäßgruppen Platz. Lumina der Gefäße, die
beim Frühholz im 2/3 Teil des Jahrringes gleich
groß sind, werden bloß in der Spätzone enger.
Sie liegen größtenteils zu zweit, seltener zu dritt
oder zu viert radial nebeneinander. Querschnitt
der Gefäße elliptisch, Längsachse radial. Holz-
fasern der Grundmasse vieleckig.
R. 3. Die an Gefäße grenzenden Markstrahlen
auch hier mit großen Tüpfeln bedeckt. Zahl der
Tüpfel reihen innerhalb der einzelnen Zellen ge-
wöhnlich zwei. In manchen Kantenzellen auch
drei Tüpfelreihen möglich. Gefäßwände teils glatt,
teils — wie am Tangentialschnitt — mit Hoftüpfcln
dicht bedeckt.
T. 4. Sämtliche Markstrahlen einschichtig und
3 bis 22 Zellen hoch. Die Kantenzellen sind kaum
höher, als die inneren. Die Tangentialwände der
Gefäße sind an einander berührenden Hoftüpfeln
reich. Die Berührung beschränkt sich jedoch
bloß auf (ine kleine Strecke an der Hofgrenze und
entstellt deshalb die Kreisform der Höfe gar
nicht oder kaum. Ausgeprägt eckige Formen
kommen nicht vor ; es können höchstens infolge
der Einstellung einige als solche erscheinen. Tan-
gehtialseiten der Holzfasern tüpfelfrei.
E. Manche Gefäßglieder durchwegs betüpfelt,
andere fast tüpfelfrei ; es gibt aber auch solche,
bei denen die Wände teilweise glatt, teilweise
betüpfelt sind. Fasern radial von einfachen, spalt-
artigen, kleinen Tüpfeln bestreut. Die Gefäße
enthalten sehr oft Thyllen. Die Perforationen ent-
fallen ebenfalls auf dieselben Seiten und sind in den
Gefäßgruppen an den einzelnen Gliedern unge-
fähr in gleicher Höhe angeordnet (a1_ll).
In der Struktur der englumigeren Gefäße und
der Holzfasern besteht keine wesentliche Abwei-
chung (d1^J, während die Holzparenchymzellen
sich immerhin, einigermaßen von diesen durch
stärkere Wände unterscheiden ff).
Zwischen den kleinen Tüpfeln der Markstrahl-
zellen und den sich mit Gefäßen berührenden groß-
betüpfelten Formen kann kaum irgendein Unter-
schied festgestellt werden ; sie stimmen mit den
Markstrahlzellen der anderen Populus-Arten über-
ein (gl -3>- (A-)
POPULUS ROBUSTA C. Schn.
(P. angulata X P. nigra plantierensis)
Französische Pappel
Tafel 44
Ein wertvoller Forstbaum. In Europa überall
kultiviert.
Q. 1, 2. Querschnittsbild mit dem der Popu
Zus-Arten im allgemeinen übereinstimmend. Größe
und Verteilung der Gefäße unterscheiden diese
Holzart von der Gruppe der Weiß- und Schwarz-
pappeln, in dieser Beziehung weist sie mehr
Ähnlichkeit mit P. simonii auf. Ausmaß der
Gefäße etwas größer als bei P. simonii. Die
Dimensionen von P. alba werden höchstens durch
die Frühgefäße ganz oder annähernd erreicht.
Zwischen den Früh- und Spätgefäßen zeigt
sich — wie bei P. simonii — ein ziemlich großer
Unterschied. Der bei dieser Holzart beschriebene
Porenring an der Jahrringgrenze findet sich auch
hier, ja sogar vielleicht noch ausgeprägter. Die
an seiner Entstehung beteiligten Gefäße liegen
fast ausnahmslos vereinzelt und sind entweder
kreisförmig oder von kurzer Ellipsenform. Die
Anordnung der Gefäße im Jahrring gleicht
ebenfalls jener von P. simonii. Eine Ab-
weichung im Querschnitt besteht darin, daß
in der Nähe der Gefäße keine Parenchymzellen
vorhanden sind. Höchstens einzelne können an
der Jahrringgrenze beobachtet werden. Holzfasern
der Grundmasse sehr dünnwandig.
116
R. 3. Am Radialschnitt ist ein gewisser Unter-
schied in der Struktur der Markstrahlen bemerk-
bar. Die Zellen sind i. allg. kürzer als bei den
anderen Pappeln. Besonders unter den Kanten-
zellen findet man häufig aufrechte Formen. In
diesen scharen sich die großen Tüpfel in der
Regel in drei bis vier, unter Umständen in fünf
Reihen. Diese Eigenschaft bedeutet also für P.
robusta ein unterscheidendes Merkmal gegenüber
den anderen Pappeln und erinnert mehr an die
Salix-Arten, bei welchen solche Formen für ganz
regelmäßig gelten.
Ähnlich wie bei P. simonii sind auch solche
Markstrahlen vorhanden, in welchen die Wände
fast aller, sich mit Gefäßen berührenden Zellen
durch große Tüpfel in Verbindung stehen. Auch
das für die anderen Arten bezeichnende Mark-
strahlengefüge kommt oft vor.
Am Radialschnitt keine weiteren charakteris-
tischen Unterschiede.
T. 4. Am Tangentialschnitt ist die beträcht-
liche Höhe der Markstrahlzellen von Bedeutung.
Einzelne Markstrahlen erreichen die Höhe von
40 oder noch mehr (46) Zellen. Zuweilen kann der
Markstrahl 1—2 Zellen hindurch zweischichtig
sein. Zellenquerschnitte : schmale Ellipsen. Die
Kantenzellen sind bedeutend höher. Tangential-
wände der Gefäße dicht hofbetüpfelt. Die sich
miteinander berührenden Tüpfel behalten ihre
Kreisform ganz oder beinahe ; sie werden selten
eckig. Die Poren sind Kreise oder kurze Ellipsen.
E. Hinsichtlich der Struktur der Elemente
stimmt diese Art gleichfalls mit den übrigen
Pappeln in hohem Maße überein ^-7,
fl-z, g^). (J.)
POPULUS SIMONII Carr.
Chinesische Pappel
Tafel 45
Aus Nordchina stammender Baum. Auch in
Europa gepflanzt.
Q. 1, 2. Querschnittsbild dem der vorigen
Populus-Arten sehr ähnlich. Durch einige abwei-
chende Eigenschaften kann jedoch die Art von den
übrigen mehr oder weniger unterschieden werden.
Im Querschnitt gehen diese Eigenschaften aus
der Anordnung der Gefäße klar hervor. Diese
sind enger, als die der bisher besprochenen Arten,
folglich auch verhältnismäßig zahlreicher. Auch
die Grundmasse erscheint bedeutender, als die der
übrigen Pappeln, besonders im Spätholz, wo sich
die Gefäße ziemlich verengen.
Jahrringgrenze etwas wellig, im Verhältnis zu
den übrigen Pappeln ziemlich scharf. Diese
Schärfe wird durch 3 bis 4 radial stark flach-
gedrückte Holzfaserreihen, sowie durch brcit-
lumige Frühgefäße, die sich unmittelbar an der
Jahrringgrenze tangential fast berühren, hervor-
gerufen. Die Gefäße dieses Ringes liegen fast aus-
nahmslos vereinzelt, berühren einander weder
radial, noch tangential. 40 bis 50% der Gefäße
innerhalb des Jahrringes ebenfalls vereinzelt.
Die übrigen höchstens zu Zwillingsporen oder zu
kurzen Porenstrahlen geordnet. Vier- oder gar
mehrgliedrige Porenstrahlen kommen nur ganz
ausnahmsweise vor. Zuweilen erscheinen aber
Porengruppen. Die Querschnitte weisen Kreise
oder häufiger radial langgezogene Ellipsen auf,
die der Porenstrahlen längere Ellipsen, die der
Porengruppen zuweilen Kreise. In solchen Fäl-
len berühren sich die Gefäße durch aufeinander
senkrechte Wände. Lumina der Gefäße bleiben
fast im ganzen Jahrring gleichmäßig weit und
verengen sich erst unmittelbar an der Jahrring-
grenze. Die Markstrahlen sind ebenso dicht,
wie bei den anderen, nur ist ihr Abstand ver-
schieden. Es kommt vor, daß zwischen zwei
Markstrahlen sich nur ein Gefäß befindet, während
das andere Mal auch drei vorhanden sind.
Als eine andere abweichende Eigenschaft gilt
der Umstand, daß Holzparenchymzellen auch
außerhalb der Jahrringgrenze, im Jahrring zu
beobachten sind. Sie begleiten bloß wenige Gefäße
und auch dann ist nur eine Zelle — höchstens
zwei — sichtbar. Zuweilen berühren sie sich mit
Markstrahlen, andere Male bleiben sie vereinzelt,
unabhängig von denselben. Sie sind ziegelförmig
und die waagerechten Wände reich betüpfelt.
R. 3. An den Radialwänden der Gefäße — wie
bei den übrigen Arten — Hoftüpfel nur spärlich.
Poren der Tüpfel kreis- oder kurz ellipsenförmig.
Poren der tangentialen Tüpfel ebenfalls. An dem
Radialschnitt macht sich ein gewisser Unterschied
auch in der Struktur der Markstrahlen bemerk-
bar, deren Zellen radial i. allg. kürzere Ziegel-
formen aufweisen als die übrigen. Die Kanten-
zcllen erscheinen besonders kurz. Es befinden sich
unter ihnen oft auch Quadrate oder aufrechte
Ziegelformen. Ihre äußeren Wände etwas gewellt.
Wände sämtlicher Markstrahlzellen dünn und
dicht betüpfelt. Auch Radialwände an Tüpfeln
reicher als bei den übrigen Pappeln. Die sich mit
117
Gefäßen berührenden Markstrahlzellen sind auch
hier großbetüpfelt. Tüpfel zuweilen von eckiger
Form. Es wäre auch der nicht besonders seltene
Fall zu erwähnen, daß bei diesem Baum sämtliche
Parenchymzellen der sich mit Gefäßen berühren-
den einzelnen Markstrahlen nur von großen Tüp-
feln besetzt sind, während bei den übrigen Pap-
peln die inneren Markstrahlen durch kleine Tüpfel
in Verbindung stehen. Dies kommt auch bei P.
simonii häufig vor. Den Radialseiten der Gefäße
schließen sich Holzparenchymzellen selten an.
Auch diese gehören mehr zu den Tangential-
wänden und ragen von dort herüber. Es wäre
noch zu bemerken, daß die Radialwände der
Holzfasern an Tüpfeln bedeutend reicher sind als
bei den übrigen Pappeln. Diese sind schräge, kurze,
spaltartige, einfache Tüpfel. Im übrigen stimmt
der Radialschnitt mit dem der bereits besproche-
nen Pappeln überein.
T. 4. Tangentialschnitt dem der übrigen Popu-
Zus-Arten sehr ähnlich. Ein gewisser Unterschied
zeigt sich bloß in der Betüpfelung der Gefäße.
Hoftüpfel an den Tangentialwänden dicht, wäh-
rend sie an der Berührungsgrenze ganz eckig wer-
den. Die Form wechselt, es bilden sich 6-, 5eckige
oder sonstige regelmäßige oder unregelmäßige
Vielecke. Im Falle verstreuter Hoftüpfel zeigt
sich eine kreisrunde Form. Die Höhe der Mark-
strahlen erreicht auch 25 Zellen, stimmt also mit
jener der anderen Arten ungefähr überein. Zellen
— mit denen der Weiß- und Schwarzpappeln ver-
glichen — verhältnismäßig breiter und kürzer,
obwohl auch hier ganz schmale Zellen vorkommen.
Tangentialwände reich betüpfelt.
Auch die paratrachealen Parenchymzellen wei-
sen manche Abweichungen auf. An den sich mit
Gefäßen berührenden Wänden finden wir große
und einfache, fast netzartige Tüpfel. Diese meist
kreisförmig oder gegebenenfalls auch mehr oder
minder eckig. Innerhalb der breitporigen, einfachen
Tüpfel kann auch ein verschwommener, schmaler
Ring beobachtet werden, dessen Entstehung ver-
mutlich auf die Höfe der an der Gefäßwand be-
findlichen Hoftüpfel und deren Poren zurückzufüh-
ren ist. In diesem Fall sind an den entsprechenden
Gefäßwänden nicht nur einfache, sondern auch
Hoftüpfel mit ziemlich großen, kreisförmigen
Poren und schmalen Höfen anzutreffen. Der Ring
kann auch von der Dicke der Gefäßwand herrüh-
ren.
E. An den einzelnen Elementen können, außer
den bereit» angeführten, keine weiteren Abwei-
chungen festgestellt werden b, dj-j, Ji-2»
(J‘)
POPULUS TACAMACHACCA Mill.
Balsampappel
Peuplier baumier, Tacamachae
Tafel 46
Nordamerikanischer, bzw. nordostasiatischer
Baum, bis Kamtschatka anzutreffen. Auch in
Europa gepflanzt.
Q. 7, 2, Jahrringgrenze kaum wahrnehmbar,
leicht gewellt. Gleich wie bei den anderen Pappeln,
kann man das Früh- und Spätholz auch hier
kaum voneinander unterscheiden. Gefäße gleich-
lumig, innerhalb der Jahrringgrenze gleichmäßig
verteilt, höchstens im Frühholz etwas dichter
und größer. Die Jahrringgrenze wird durch einige
Reihen radial zusammengedrückter Holzfasern
angedeutet. Gefäße zu zweit oder zu dritt radial
aneinandergereiht, in ellipsenförmige Gefäßgrup-
pen geordnet (sog. kurzer Porenstrahl). Die Glieder
der Mitte eckig, da die Tangentialwände ganz
gerade verlaufen. Gefäßgruppen mit aneinander-
gereihten, von der der radialen Richtung ab-
weichenden Gefäßen nur in geringer Zahl vorhan-
den. Die einschichtigen Markstrahlen weichen den
größeren Gefäßen aus, sind also etwas gewellt.
Die Grundmasse besteht aus einer großen Menge
von Holzfasern mit unregelmäßigem Querschnitt.
Holzparenchymzellen bilden sich — den übrigen
Pappeln gleich — am Jahrring als terminale
Parenchyme.
R. 3. Radialwände der Gefäße an Hoftüpfeln
ärmer als die Tangentialwände. Die Perforationen
der radial unmittelbar nebeneinander placierten
Gefäße stehen zu 90% auf gleicher Höhe. Thyllen
selten vorhanden. An Markstrahlzellen, die mit
Gefäßen benachbart sind, können statt einfacher
kleiner Tüpfel große beobachtet werden. An ent-
sprechenden Stellen der Gefäße sind mit diesen
vollkommen übereinstimmende Hoftiipfel sicht-
bar. In jeder einzelnen sieh mit solchen Gefäßen
berührenden Markstrahlzelle finden wir die Tüpfel
in 2 bis 3 Reihen angeordnet, wodurch eine netz-
artige Verdickung der Zelle entsteht.
T. 4. Sämtliche Markstrahlen einschichtig ;
ihre Höhe schwankt zwischen 3 bis 25 Zellen.
Gefäßglieder tangential von 1 loft iipfeln reich be-
deckt, wobei jedoch auch tüpfelfreie Wandflächen
vorkommen. Tangenlialwünde der Holzfasern et was
118
verdickt. Markstrahlen in mehr oder weniger
gleichen Abständen angeordnet ; zwischen den-
selben befinden sich gewöhnlich 2 bis 3 Fasern.
E. An den Holzfasern bloß spärliche, sehr
kleine, spaltförmige Tüpfel
Holzparenchymzellen schmaler als die Fasern,
und langgezogen (fr-J.
Auch diese Art kann — den übrigen Pappeln
gleich — von den anderen fast unmöglich unter-
schieden werden. Die Form der Elemente und ihre
Betüpfelung stimmt mit denen der übrigen Arten
beinahe vollkommen überein.
Tracheen f Holzfasern mit engeren Lumina, wie
auch Holzparenchym und Markstrahlzellen denen
der bereits besprochenen Arten gleich
^1-3’ /1-2’ #1-3/ (A.)
POPULUS TREMULA L.
Zitterpappel
Aspen, Tremble, Pioppo tremolo
Tafel 47
Verbreitungsgebiet : ganz Europa, Nordafrika,
Westasien, Sibirien.
Holz von feiner Struktur, weiß, ohne Kernholz.
Q. 7, 2. Zerstreutporiges Holz. Gefäße im
Früh- wie im Spätholz gleichmäßig verteilt.
Früh- und Spätholz können ganz übereinstimmen;
Lumina der Gefäße in beiden Zonen ungefähr
gleich. Die zarte Jahrringgrenze nur durch einige
radial aneinandergereihte Holzfasern mit fast
spaltförmigen Lumina erkenntlich. Die Mark-
strahlen sind einschichtig, dringen durch die
aufeinander folgenden Jahrringe, weichen jedoch
den großen Gefäßen innerhalb der einzelnen Jahr-
ringe oft aus. Die so entstandenen Wellen sind
etwas größer als bei P. alba.
Gefäße zu zweit, nicht selten zu dritt, oder
gegebenenfalls auch mehrere, radial in kleinere
oder größere Gruppen geordnet ; sie bilden also
vereinzelte Poren oder einen kurzen Porenstrahl.
Ihr Umkreis ist keine langgezogene Ellipse—wie
bei P. alba —, da einzelne Glieder der Gruppen aus
der Porenreihe heraustreten und sich neben die
anderen ordnen. Das andere Mal reihen sich die
benachbarten Gefäße in Halbmondform aneinander.
Dieser Anordnung entsprechend laufen die einan-
ander berührenden Wände als Diagonalen nicht
mehr parallel zueinander — wie bei P. alba —,
sondern schließen einen kleineren oder größeren
Winkel ein ; ja es kommt sogar vor, daß die
Gefäßreihen verzweigen. Lumina mancher ver-
einzelnten Gefäße erscheinen radial, wie etwas
langgezogene Ellipsen, und sind gewöhnlich auch
kleiner bemessen, als die in Gruppen geordneten.
Die Markstrahlen geraten oft weiter voneinander.
In solchen Fällen entsteht zwischen zwei benach-
barten Markstrahlen tangential je eine Gruppe
von zwei oder auch drei Gefäßen. Solche breiteren
Abstände öffnen sich zwischen je 4 bis 5, oder 5
bis 6 Markstrahlen. Dies kann aber keineswegs
als eine Regel hingestellt werden, da solche brei-
tere Markstrahlenabstände sich öfters unmittel-
bar nacheinander drei- oder viermal wiederholen.
An den einander berührenden Wändet der Ge-
fäße können Hoftüpfel beobachtet werden. Die
Holzfasern und die Holzparenchymzellen der
Grundmasse, die gleichfalls an der Jahrringgrenze
Platz finden, sind denen der Weißpappel
ähnlich.
R. 3. Gefäße einfach durchbrochen ; die Durch-
bruchstelle ist jedoch nicht so ausgesprochen ellip-
senförmig, wie bei P. alba. Oft finden sich bohnen-
ähnliche, eingedrückte Ellipsen. Thyllenwände ver-
hältnismäßig dick, Markstrahlzellen radial stark
langgezogen, länglichen Ziegelformen ähnlich. Die
großen Tüpfel bilden sich an den Kantenzellen
ebenso, wie bei der Weißpappel. Tüpfel der Kan-
tenzellen und der sich mit Gefäßen berührenden
Markstrahlzellen groß. Anzahl der Tüpfel 2 oder
auch 3. Die Tüpfel, oder genauer genommen
betüpfelten Wände, weichen von denen der Weiß-
pappel einigermaßen ab, da bei dieser ziemlich
große Wandteile von Tüpfeln frei bleiben, während
bei der Zitterpappel die Zahl der Tüpfel so groß
ist, daß die dazwischen gelegenen Wandteile fast
netzartige Verdickungen aufweisen.
T. 4. Am Tangentialschnitt finden wir über-
wiegend Gefäße, zwischen welchen die Fasern
einzeln, zu zweit, höchstens zu acht bis neun
laufen. Oft trennt zwei benachbarte Gefäße bloß
je eine Faser, zuweilen von einigen Markstrahlen
begleitet. Dickwandige Thyllen kommen auch
hier vor, doch bei weitem nicht so häufig, wie bei
P. alba. Sämtliche Markstrahlen sind einschichtig
und schwanken zwischen Höhenwerten von 4 bis
22 Zellen. Einzelne Markstrahlzellen etwas niedri-
ger, doch breiter als bei P. alba. Kantenzellen am
Radialschnitt von den übrigen Zellen der Mark-
strahlen kaum verschieden. Betüpfelung der Ge-
fäßwände ganz wie bei der Weißpappel. Die Tüpfel
119
sind hier noch dichter verstreut und darum fast
immer in wechselnder Anordnung. Auch eckige
Formen kommen häufiger vor.
E. Gefäße einfach durchbrochen und spitz.
Sind sie anders geartet, so deutet der Querschnitt
die Perforation an. An den Berührungsstellen mit
Markstrahlzellen findet man große Tüpfel in den
Wänden der Gefäße, die ungefähr dieselbe Dicke
haben, wie bei den übrigen Pappeln
Die Hoftüpfel bedecken nicht immer die ganze
Wandfläche, sondern ordnen sich nur an den
Seiten, die sich mit den benachbarten Gefäßen
berühren, in lange Streifen. Gefäßähnliche Trachei-
den werden an dem einen Ende dünn, an dem
anderen — den Gefäßen ähnlich — gespitzt. Per-
forationen finden sich gewöhnlich nur am letzteren.
Holzfasern dünnwandig. Betüpfelung wie bei
der Weißpappel (dl^).
Tangentialwände der dünnwandigen, ziemlich
langgezogenen Holzparenchymzellen breiter, Radial-
wände von sehr schmaler Ziegelform. Radial wie
tangential kleine Tüpfel, doch tangential spär-
lieber (fj.
Markstrahlzellen fast gleich, radial ziemlich
langgezogen. Kantenzellen etwas höher. Die Radial-
wände der Gefäße, sowie auch einige Glieder der
inneren Zellenreihen haben große Tüpfel. Radial-
wände der übrigen Markstrahlzellen mit sehr
kleinen Tüpfeln spärlich bestreut (§±-2)- (A.)
POPULUS TRICHOCARPA Torr, et Gray.
Haarfrüchtige Pappel
Tafel 48
Stammt aus Nordamerika. In Europa gepflanzt.
Q. 7, 2. Das Querschnittsbild denen der an-
deren Populus-Arten, besonders dem von P.
robusta ähnlich. Bezeichnend ist der vollkommen
zusammenhängende und ausgeprägte Porenring an
der Jahrringgrenze.
Der Form nach sind die Gefäße kürzere oder
auch längere Ellipsen und nur selten Kreise. Die
Gefäße berühren einander an den Radialseiten
und bilden so einen mehr oder minder zusammen-
hängenden Ring. Die zweite Gefäßreihe formt
keinen solchen zusammenhängenden Ring. In
einzelnen Jahrringen findet man die ersten Ringe
nicht ganz ausgeprägt. In der Anordnung der
Gefäße gleicht diese Art hauptsächlich der P.
robusta, und den Pappeln im allgemeinen. Zwillings-
poren, aber auch Porenstrahlen und Porengrup-
pen kommen oft vor. Die alleinstehenden Poren
sind mehr kreisförmig, die in Gruppen geordneten
hingegen erleiden gewisse Veränderungen. An den
einschichtigen Markstrahlen sind keine besonderen
Abweichungen wahrzunehmen. Die Fasern der
Grundmasse zeigen sich innerhalb des ganzen
Jahrringes dünnwandig. An der Jahrringgrenze
höchstens einige Faserreihen flachgedrückt. Holz-
parenchyme finden sich an der Jahrringgrenze
spärlich, den Gefäßen entlang sogar nur ganz
sporadisch.
R. 3. An den Radialwänden der Gefäße sind
die Hoflüpfel noch viel spärlicher. Eckig begrenz-
ten Tüpfeln begegnen wir auch hier auf kleineren
oder größeren Flächen. Markstrahlstruktur jener
von P. robusta ähnlich. Die großen Tüpfel der sich
mit Gefäßen berührenden Zellen findet man in
4 bis 5 Reihen angeordnet, seltener kommen in
einzelnen, übermäßig langgezogenen längsparen-
chymartigen Zellen sogar 6 Reihen vor. (Vergl.
Tangentialschnitt.) An der Jahrringgrenze er-
scheinen die Holzparenchymzellen radial sehr
flachgedrückt ; von der Radialseite betrachtet
bilden sie daher sehr schmale und ziemlich lange
Ziegelformen. An dieser Seite sind kreisförmige,
einfache Tüpfel häufig. Radialseite der Fasern
reich betüpfelt.
T. 4. Gefäßwände an Hoftüpfeln sehr reich,
daher ihre mehreckige Form. Die Porenformen
sind kurze, etwas ausgebreitete Ellipsen, aber
auch Abweichungen kommen in beiden Richtun-
gen vor. Durchschnittliche Markstrahlhöhe 8 bis
10, höchstens 20 bis 25 Zellen. Querschnitte der
Markstrahlzellen ziemlich mannigfaltig. Es gibt
schmale ellipsen-, linsen-, breitere ellipsen-, seltener
auch kreisförmige. Mehrzahl der Kantenzellen
langgezogen, sowie auch die sich anschließenden
inneren Zellen. Letztere zuweilen parenchymartig
stark verlängert. Tangentialwände der Markstrah-
len an Tüpfeln reich. Holzparenchymzellen an
der Jahrringgrenze ziegelförmig, Tangentialwände
sehr spärlich betüpfelt. Solche, die sich an Gefäße
anscljließen, zeigen i. allg. kurze, aber breite
Ziegelformen. Die mit Gefäßen sich berührenden
Wände — wie bei P. simonii — kreisrund oder
kreis ähnlich und von großen, einfachen Tüpfeln
bedeckt. Diese Tüpfel befinden sich — den Hof-
tüpfeln des Gefäßes entsprechend — i. d. R. in
zwei Längsreihen regelmäßig angeordnet.
E. Elemente denen der übrigen Populus-
Arten gleich («h-s, g)- (J-)
720
Gattung 15. Salix
SALIX CAPREA L.
Salweide
Common sallow, Säule marceau, Saldo caprino
Tafel 49
Nicht bloß in ganz Europa, sondern auch in
Asien vom Amur bis zu Kaukasien anzutreffen.
Q. 1, 2. Zerstreutporiges Holz. Zwischen Früh-
und Spätzone besteht so gut wie kein Unter-
schied. Gefäße gleichmäßig verteilt, Lumina gleich,
die wenigen Gefäße ausgenommen, die sich un-
mittelbar an der Frühzone der Jahrringgrenze be-
finden. Die einschichtigen Markstrahlen verlaufen
radial, ohne an den Jahrringgrenzen eine Verände-
rung zu erleiden. Die Dichte der Anlagerung der
Markstrahlen entspricht jener der Pappeln ;
zwischen zwei kleinen Markstrahlen befindet sich
also tangential je ein Gefäß. Das Querschnittsbild
der Gefäße zeigt eine Ellipse. 80 bis 85% der
Gefäße vereinzelt, die übrigen zu 2 bis 3 in Poren-
gruppen angeordnet. Die Vereinzelten befinden
sich im allg. im Frühholz, die Gefäßgruppen mehr
in der Spätzone. Die Grundmasse besteht im großen
ganzen aus einer Menge gleichförmiger Holzfasern.
An der Jahrringgrenze erfahren einzelne eine
stärkere Verflachung und tragen dadurch zur
Bildung der ausgeprägten Jahrringgrenze wesent-
lich bei. Holzparenchyme bilden sich — wie bei
den meisten Pappeln — als terminale Parenchyme
nur an der Jahrringgrenze. Weder meta-, noch
paratracheale Parenchyme vorhanden.
R. 3. Höhe der Markstrahlzellen verschieden.
Die durchschnittliche Markstrahlzellenhöhe wird
nicht bloß durch den größten Teil der Kanten-
zellen, sondern auch von einigen inneren Zellen
zwei- oder gar dreifach übertroffen. Äußere Wände
der Kantenzellen etwas wellig. Die Kantenzellen
— von jenen der Pappeln abweichend — erscheinen
i. d. R. eher hoch als lang, zeigen also mehr auf-
rechte Formen. Die Anzahl der großen Tüpfel-
reihen kann — sofern diese mit Gefäßen benach-
bart sind — 6 bis 8 betragen, 4 bis 5 Reihen sind
jedoch immer vorhanden. Die Kantenzellen sowie
die Zellen der 1 oder 2 Reihen, die sich mit den-
selben berühren, weisen — falls sie auch mit
Gefäßen in Berührung stehen — eine ähnliche
große Betüpfelung auf, wie wir sie bei den Pappeln
schon bemerkt haben. Große Tüpfel kommen in
inneren Markstrahlen sehr selten vor, nur in
Fällen, wo die Markstrahlen sich mit Gefäßen
berühren. Hoftüpfel können auch an Radialwand-
teilen der Gefäße beobachtet werden ; ihre An-
ordnung ist dieselbe, wie an den Tangentialwänden,
ihre Zahl hingegen bedeutend geringer. In solchen
Fällen halten sie die elliptische Form bei und er-
scheinen i. d. R. verstreut. Die Holzfasern sind
tangential ziemlich reich betüpfelt.
T. 4. Höhe der einschichtigen Markstrahlen
verschieden, außer den 3 bis 4 Zellen hohen sind
auch 40 bis 44 Zellen hohe Markstrahlen vorhan-
den. In der Mehrzahl schwankt die Höhe zwischen
diesen beiden Grenzwerten. 99% sind einzellen-
schichtig und bloß 1% zweizellenschichtig. Die
Zweizellenschichtigkeit beschränkt sich auch bei
diesen auf eine Zellenhöhe. Der Querschnitt der
meisten Zellen gleicht dem der Pappel-Mark-
strahlen. Die Kantenzellen, manchmal auch die
inneren Zellen, erscheinen zuweilen sehr lang-
gezogen ; in solchen Fällen sind die Markstrahlen
zweischichtig. In den Gefäßen kommen oft auch
dünnwandige Thyllen in wechselnder Zahl vor.
Die Tangentialwände der Gefäße sind von Hof-
tüpfeln dicht bedeckt, und die Höfe berühren
einander. Diese werden oft ganz eckig, manchmal
halten sie aber ihre runde Form mehr oder weniger
bei. Auch an der Radialseite findet man ziemlich
oft ganz glatte Wände oder Wandteile. Fasern
tangential tüpfelfrei oder bloß sehr spärlich be-
tüpfelt.
E. Gefäßglieder dünnwandig und offen ; fall-
weise enden sie aber in kleineren oder größeren
Schnäbeln. Perforationen kreisförmig, elliptisch
oder von unregelmäßiger Form. Wände mit ein-
fachen oder mit Hoftüpfeln bestreut, oder aber
ganz glatt. Die querliegenden Poren bilden län-
gere oder kürzere Ellipsen, die die Höfe nicht
umfassen. Die Gefäße gleichen i. allg. denen der
Pappeln
Tracheiden kommen im Holz dieser Baumart
nicht vor.
Holzfasern dünnwandig. Tangentialwände tüp-
felfrei, Radialwände von spaltartigen, einfachen
Tüpfeln bedeckt. Die äußeren Porenmundöffnun-
gen bilden ziemlich große Kreise oder Ellipsen, die
inneren Munde längere, schräge oder senkrechte
Spalten. Die Form der Fasern weist eine ziemlich
große Mannigfaltigkeit auf, die Enden sind stumpf
oder zugespitzt (d^^).
Radialwände der Holzparenchymzellen dicht
betüpfelt. Die spärlich vorhandenen Tüpfel der
Tangentialwände sind im großen ganzen in senk-
121
rechte Reihen geordnet (f). Zellenwände dünn,
mehr oder minder regelmäßigen Ziegelformen
ähnlich, aber auch abweichende Formen möglich
Die sich gegenseitig berührenden Tangential-
wände der Markstrahlzellen sind dicht betüpfelt.
Die Kantenzellen höher als die inneren. Diese
wie jene weisen mit Gefäßen benachbart teilweise
eine bedeutende Betüpfelung auf. Die Anzahl
der Tüpfelreihen beträgt 4 bis 6 oder auch mehr,
die Markstrahlen sind also heterogen (gi-s)- (A.)
SALIX FRAGILIS L.
Bruchweide
Crack willow, Saute fragile, Saldo fragile
Tafel 50
Von Portugal gegen Osten bis zum Altai-
Gebirge, von Dänemark, vom finnischen Meer-
busen bis zu den südlichen Gegenden von Sizilien
und der Balkanhalbinsel überall anzutreffen.
Q. 1, 2. Der Salweide stark ähnlich, weicht
aber von dieser insofern einigermaßen ab, als der
Unterschied zwischen den Früh- und Spätzonen
hier etwas größer ist : im Frühholz bilden sich
die Gefäße in größerer Zahl als im Spätholz, die
Grundmasse tritt also hier ganz zurück. Die
Anzahl der Gefäße übertrifft die von S. caprea.
Die Jahrringgrenze erscheint ganz schmal, nur
durch einige radial flachgedrückte Holzfasern
angedeutet. Die einschichtigen Markstrahlen recht
dicht, zuweilen kommen tangential 3 oder 4
Gefäße zwischen je zwei Markstrahlen vor. Ver-
einzelte Gefäße elliptisch, von radialer Längsachse.
Sie bleiben — wie bei der Salweide — überwiegend
vereinzelt, nur wenige bilden Zwillingsporen oder
2 bis 3 tangential aneinandergereihte Poren-
gruppen. Gruppen zu dritt beschränken sich mehr
auf die Spätzone.
R. 3. Von den an Gefäßen gelegenen Mark-
strahlzellen sind — mit wenigen Ausnahmen —
nur die Kantenzellen großbetüpfelt. Die Anzahl
der Tüpfelreihen schwankt bei den aufrechten
Formen zwischen 5 und 10. Große Tüpfel befinden
sich vornehmlich an denjenigen inneren Zellen,
die mit den Kantenzellen unmittelbar benachbart
sind. Sie bilden i. d. R. aufrechte Ziegelformen.
Gefäße radial mehr glatt, einige von Hoftüpfeln
bedeckt.
Holzparenchymzellen kommen auch hier nur
die Jahrringgrenze entlang vor, in einer Tangen-
tialreihe, seltener in zwei Reihen und sind radial
stark flachgedrückt. Tüpfel radial zerstreut oder
in Gruppen zu 3 bis 4 Gliedern, gegebenenfalls in
senkrechten Reihen angeordnet, kreisförmig, etwas
größer als die kleinen Tüpfel der Markstrahl-
zellen. Holzfasern radial an Tüpfeln ärmer als
bei S. caprea, Bau der Tüpfel jedoch wie bei der
Salweide.
T. 4. Markstrahlen einschichtig und hetero-
gen. Ihre Höhe schwankt zwischen 3 bis 12 oder
13 bis 26 Zellen. Gefäße an Hoftüpfeln reich,
manche Glieder jedoch tangential ganz tüpfelfrei.
Der Querschnitt der Markstrahlzellen bildet eine
Ellipse. Die Kantenzellen sind zwei- oder dreimal
so hoch als die inneren. Im Innern der Markstrahlen
weisen einzelne Zellen dieselbe Höhe auf, wie die
Kantenzellen, was vermutlich durch Berührung
zweier, übereinander gelegener Markstrahlen ent-
standen ist.
E. Die Gefäßglieder sind Walzen mit offenen
Enden ähnlich — ihre Öffnung bildet die eigent-
liche Perforation —, können aber auch geschnäbelt
sein. An Stellen, die sich mit Markstrahlen berüh-
ren, findet man in Gruppen ganz beträchtliche
Hoftüpfel, deren Anordnung der Form der mit
ihnen in Berührung stehenden Markstrahlzellen,
bzw. den Tüpfeln an diesen entspricht
Tangentialwandteile an Hoftüpfeln stets reicher
als die radialen. Form, Größe, Anordnung die-
ser Tüpfel denen von S. caprea gleich. Ebenso
die Poren, von längerer oder kürzerer Ellipsenform,
manchmal aber fast kreisförmig, die sich in waage-
rechter Lage befinden und die Höfe nicht ein-
nehmen.
Die Holzfasern haben ziemlich dünne Wände,
enthalten verstreute, winzige Tüpfel und sind i.
allg. spitzig. Enden ohne Abwechslung (d^z).
Wände der Holzparenchymzellen bloß radial,
ab und zu auch tangential betüpfelt ; in diesem
Falle den radialen ähnlich. Ziegelförmig, bloß die
Endzeilen kegelartig ausgebildet (f^-zf
Markstrahlzellen heterogen. Einige radial stär-
ker langgezogen. Bei diesen finden wir die einander
gegenseitig berührenden Wände, sowie die tangen-
tialen dicht betüpfelt, während an den radialen
kaum 3 bis 4 Tüpfel vorkommen. Das andere
Mal sind die Kantenzellen bedeutend höher als
breit, sie ergeben also aufrechte Formen. Die an
Gefäße grenzenden von gewaltigen Tüpfeln be-
deckt (gi-aZ (A.)
122
SALIX REPENS var. ROSMARINIFOLIA
Wimm, et Grab.
(Salix rosmarinifolia L.)
Kriechzveide
Säule rampant, Salice serpeggiante
Tafel 51
Verbreitungsgebiet : Europa und Nordasien.
Q. 1, 2. Die Querschnittstruktur ist i. allg.
jener der beiden vorigen Salix-Arten ähnlich,
doch weicht sie von denselben durch einige Merk-
male ab. Die Jahrringe erscheinen schmaler und
auch die Gefäße sind etwas kleiner bemessen. Die
Früh- und Spätzonen heben sich ziemlich scharf
ab. Auch die Jahrringgrenze macht sich gut be-
merkbar und wird besonders durch den fast ganz
zusammenhängenden Porenring des Frühholzes
gekennzeichnet. Unmittelbar an die Jahrringgrenze
schließt sich i. d. R. bloß eine einzige Reihe weit-
lumigster Frühgefäße an, die einander haupt-
sächlich durch die Radialwände berühren. Infolge
der Dichte sind sie radial ellipsenförmig. In den
übrigen Teilen des Jahrringes finden wir die Ge-
fäße verstreut und meist vereinzelt. Zwillingsporen
oder Porenstrahlen kommen sowohl in der Früh-
wie auch in der Spätzone nur spärlich vor. Die
Lumina der Gefäße nehmen in der Spätzone all-
mählich ab. Die Markstrahlen verlaufen in ver-
schiedenen Abständen voneinander und erschei-
nen der Richtung nach etwas gewellt ; ihre
Zellen sind kürzer. Die Lumina der Holzfasern
in der Grundmasse bleiben auch enger als bei der
vorigen Art und verflachen ein wenig an der
Jahrringgrenze. Die Zahl der terminalen Holz-
parenchyme ist beschränkt.
R. 3, Am Radialschnitt fällt die Kürze der
Markstrahlzellen — also die große Anzahl der
aufrechten Formen — auf. Zuweilen besteht der
ganze Markstrahl aus solchen. Seine Radial-
wände sind neben den Gefäßen von ziemlich zahl-
reichen und großen Tüpfeln bedeckt, die in Form,
Größe und Anordnung mit denen der übrigen
Salix-Arten übereinstimmen. In höheren Kanten-
zellen können auch 6 bis 7 größere Tüpfel überein-
ander Platz finden. Infolge der Schmalheit dieser
Zellen und auch der Gefäße bilden sich in den
einzelnen Kantenzellen 2 bis 3 Reihen, in den
schmaleren aber bloß eine senkrechte Reihe von
Tüpfeln. Am Radialschnitt können sonst kaum
Verschiedenheiten festgestellt werden. Natürlicher-
weise erscheint die Struktur des Holzes infolge
der geringeren Masse der Gefäße und der Fasern
gedrängter als die von S. caprea und S. fragilis.
T. 4. Markstrahlzellen sehr dünnwandig und
teilweise ziemlich lang. Einzelne — vorwiegend
die Kantenzellen — sind auffallend langgezogen.
Zuweilen sieht der ganze Markstrahl wie eine
Parenchymreihe aus. Größe, Anordnung, Betüpfe-
lung der Gefäße wie bei den übrigen Salix-Arten.
E. Die Struktur der Elemente ist dieselbe,
wie bei den anderen Salix-Axten. Die Tangential-
wände der Geföße sind dicht und reich hofbetüpfelt,
die Hoftüpfelgrenzen daher eckig. An den Radial-
wänden engerer Gefäße erscheinen die Hoftüpfel
manchmal in eine Reihe angeordnet und zeigen
gewöhnlich elliptische Formen. Die Poren von
elliptischer Form sind immer querstehend und
niemals von den Höfen umfaßt. Die Holzfasern
bleiben zuweilen ganz schmal und sind ziemlich
zugespitzt, nicht selten auch stumpf fa1-6, d1-4,
gl-J- (J.)
SALIX VIMINALIS L.
Korbweide
Osier willow, Säule viminal, Brillo
Tafel 52
Verbreitungsgebiet : Europa, Nordasien.
Q. J, 2. Querschnittsbild, Breite und Größe der
Gefäße, sowie die der Jahrringe wie bei S. repens var.
rosmarinifolia. Die Anordnung der Jahrringe, sowie
die der Gefäße ist hier bedeutend gleichmäßiger. Der
Porenring an der Jahrringgrenze kann auch bei
dieser Art beobachtet werden, doch nicht mehr so
ausgeprägt und zusammenhängend ; in manchen
Jahrringen oder an einzelnen Stellen erscheint er
sogar ganz verschwommen. Die Gefäße berühren
einander bloß mit ihren Radialseiten : sie sind
kreisförmig oder bilden radiale, ganz kurze Ellip-
sen. Die Gefäße innerhalb des ganzen Jahrringes
gleichmäßig zerstreut ; 70% bleiben vereinzelt
und bilden Kreise oder kurze Ellipsen. Gegen die
Jahrringgrenze zu verjüngen sich ihre Lumina
stufenweise. Die Fasern sind dünnwandig, ei-
nige Reihen werden an der Jahrringgrenze mehr
flach.
R. 3. Im Radialschnitt gelten die heterogenen
Markstrahlen für bezeichnend, obwohl auch diese
denen von S. repens var. rosmarinifolia sehr stark
ähneln. Mit den Gefäßen benachbart erscheinen
die hohen und aufrechten Kantenzellen, sowie
123
die inneren Zellen reich betüpfelt. Die Anordnung
der großen Tüpfel wie bei S. repens var. rosmarini-
folia. Die Zahl der übereinandergelegenen Tüpfel
beträgt 7 bis 8. Die im inneren der Markstrahlen
befindlichen hohen Zellen können aller Wahr-
scheinlichkeit nach als Kantenzellen angesehen
werden. In solchen Fällen sind zwei oder auch
mehrere übereinander gelegene Markstrahlen mit-
einander verschmolzen.
T. 4. Tangentialwände der Gefäße dicht hof-
betüpfelt. Die Hoftüpfel sind oft eckig, die Poren
kurze Ellipsen oder Kreise. Kantenzellen oft
auch die inneren Zellen der Markstrahlen in Längs-
richtung stärker gedehnt als bei S. repens var.
rosmarinifolia, länglich ziegelförmig, dünnen Holz-
parenchymen ähnlich. Enden der Zellen stark
zugespitzt, Wände dünn. Tangentialwände an
sehr kleinen, runden einfachen Tüpfeln reich.
Oft enthalten ganze Markstrahlen ausschließlich
solche Zellen ; viel seltener finden wir ellipsen-
oder kreisförmige Markstrahlen. Diese zwei Zel-
lenarten wechseln oft abschnittsweise ab. Die
Zellenanzahl der einzelnen Abschnitte zeigt sich
— je nach der Höhe der Markstrahlen — ver-
schieden. Auch eine einzige Zellenschicht kann
einen Abschnitt bilden. Der Tangentialabschnitt
gleicht an sonsten dem von S. repens var. rosmarini-
folia.
E. Im übrigen stimmt sowohl der Radialschnitt,
wie die Struktur der Elemente mit den allgemeinen
Typen der Salix-Arten überein <^-4, /i-2’
g)- (J.)
VII. MORACEAE
Gattung 16. Morus
MORUS ALBA L.
Weißer Maulbeerbaum
White mulberry, Mürier blanc, Gelso
Tafel 53
Urheimat vermutlich Persien, Kleinasien und
China. Von hieraus hat sich diese Art in den
Südteilen Europas, namentlich in Südfrankreich,
Italien, Ungarn und sogar in der Rheingegend, in
Süddeutschland verbreitet. Die Anbaugrenze
stimmt Jz niit jener der Edelkastanie überein.
Splint gelblichweiß und ziemlich schmal, Kern-
holz gelblichbraun, im Sonnenlicht rötlichbraun,
mehr oder minder dem Mahagoniholz ähnlich.
Q. I, 2. Entschieden ringporiges Holz, Jahr-
ringgrenze gut wahrnehmbar. Flachgedrückte
Holzfasern an der Grenze radial, zu 2 bis 5 anein-
andergereiht. Frühgefäße weitlumig, radial in 2
bis 3 Reihen geordnet, zuweilen vereinzelt, manch-
mal zu 2 oder 3 radial oder tangential nebenein-
ander angeordnet. Die bedeutend breitere Sommer-
zone enthält vorwiegend dünnwandige Holzfasern,
unter welchen in ziemlich gleichmäßigen Ab-
ständen lichtere Gruppen von englumigeren Ge-
fäßen, gefäßartigen Tracheiden und auch Holz-
parenchymzellen zu beobachten sind. Sehr dichte
und 4 bis 6 Zellen breite Markstrahlen, die die
Jahrringgrenze entlang kaum bemerkbar breiter
werden. Zwischen den großen Gefäßen zuweilen
stark schlängelnd dringen die Markstrahlen durch
das Spätholz, ohne aber ihre Breite einzubüßen ;
auch einschichtige kommen unter ihnen vor. In
der Nähe der Gefäße findet man die Holzparen-
chymzellen als paratracheale Parenchyme in
größerer Zahl angeordnet. Metatracheale Paren-
chyme tauchen bloß ab und zu auf.
R. 3. Weitlumige Gefäßglieder sehr kurz. Die
Holzparenchymzellen — aber auch die Kanten-
zellen der Markstrahlen — enthalten Kalzium-
oxalatkristalle. Die Mehrzahl der Zellen der
einschichtigen Markstrahlen, sowie auch die Kan-
tenzellen der mehrschichtigen oder ihre unmittel-
baren Nachbarzellen sind von quadratischer
Form, mitunter höher als lang. Die inneren Zellen
bilden längliche Ziegelformen. Ablauf der Gefäße
und der Fasern gleichmäßig. Radialwände der
Gefäße an Parenchymzellen reich, die an der
Jahrringgrenze radial stark flachgedrückt in mehre-
ren Reihen lagern. Radialwände ziegelförmig,
reich betüpfelt.
T. 4. Einschichtige Markstrahlen durchschnitt-
lich 3 bis 10 Zellen hoch. Breitere von verschiedener
Höhe, meistens 30 bis 40 (45) Zellen hoch. Von den
Kantenzellen und von den unmittelbaren Nach-
barzellen abgesehen erscheinen hier die Zellen
ziemlich gleichmäßig, mit elliptischem Quer-
schnitt. Die Kantenzellen weichen in Maß und
Form von den anderen etwas ab, und sind bedeu-
tend größer, als die inneren Zellen, i. d. R. ziegel-
förmig. Die Gefäße werden überall von einer gros-
sen Zahl paratrachealer Parenchymzellen beglei-
124
tet, während unter den Holzfasern bloß ab und
zu metatracheale vorkommen. Markstrahlgerüst
heterogen.
E. Gefäßglieder sehr weitlumig und zuweilen
bedeutend weiter als hoch. Wände dieser groß
bemessenen Gefäße verhältnismäßig dünn, von
einfachen und Hoftüpfeln bedeckt. Die Ent-
stehung dieser zweierlei Gefäße hängt davon ab,
ob das Gefäß sich mit anderen Gefäßen, oder aber
mit Parenchymen berührt. An den Wänden der
Gefäße — falls sie sich mit anderen Gefäßen be-
rühren — bildet sich sowohl radial wie auch
tangential eine ziemlich große Menge von Hoftüp-
feln, deren Höfe waagerechte Ellipsen oder Kreise
zeigen. Geraten sie nahe zueinander, so verflachen
die in Berührung gekommenen Wände, werden
jedoch nie ganz eckig. Poren — gleich wie die
Höfe — Kreise oder Ellipsen. Zwischen dem inne-
ren und äußeren Mund kann ein deutlicher Unter-
schied festgestellt werden. Der äußere ist kreis-
rund oder gleicht einer kurzen Ellipse, der innere
erscheint aber mehr länglich-elliptisch oder linsen-
förmig. Der äußere Mund nähert sich den Grenzen
der Höfe oder erreicht sie auch, der innere jedoch
niemals. Falls sich das Gefäß mit Parenchym be-
rührt, werden die Poren der Hoftüpfel größer,
umfassen die Höfe ganz und gewinnen in Größe
und Form eine auffallende Ähnlichkeit zu densel-
ben. An beiden Seiten der Poren erscheint der Hof
bloß als ein schmaler Streifen, und kann oft
überhaupt nicht wahrgenommen werden. In solchen
Fällen liegen bereits einfachen Tüpfel vor. Die
einfachen Tüpfel spitzen sich an beiden Enden oder
bloß an einem Ende zu und gleichen Ellipsen.
Ihre Größe wechselt. Die Gefäße bleiben an beiden
Enden offen, ihre Perforationen sind also einfach
und stets den Lumina der Gefäße gleich
Englumigere Gefäße und tracheidenartige Ge-
fäße enden abgerundet oder in kurzen Spitzen.
Die meistens elliptischen Perforationen nehmen
das Ende oder die Seite des Gefäßgliedes ein.
Die Wände sind dünner, als die der Gefäße, und
werden von spiralförmigen, feinen Fäden beinahe
hauchartig reich durchzogen. Die Fäden neigen
sich unter 45° zur Längsachse der Gefäße, können
jedoch auch in kleineren oder größeren Wellen
davon abweichen. Außer den Spiralverdickungen
sind ziemlich viele Hoftüpfel von ansehnlicher
Größe vorhanden, doch sind diese etwas kleiner
als die der weitlumigen Gefäße, liegen nahe zu-
einander und bedecken bloß einzelne Wandteile.
Ihre Höfe formen schöne Kreise oder Ellipsen.
Die waagerecht oder schräg gelegenen Poren
umfassen den Hof beinahe ganz. Lumina dieser
Gefäße, als auch der tracheidenartigen Gefäße
abwechslungsreich. Bei einigen ist das Lumen kaum
etwas dicker als das der Fasern, bei anderen er-
reicht es fast die Maße des Lumens der Gefäße.
Zwischen diesen Grenzwerten ist eine ganze Skala
von Übergängen möglich.
Holzfasern an beiden Enden länglich zugespitzt,
dünnwandig und spärlich einfach betüpfelt. Enden
nicht abwechslungsreich, sämtlich gerade (d^^^).
Die Holzparenchymzellen sind so dickwandig,
wie die Holzfasern, von bald bedeutender, bald
geringerer Breite. Die sich mit Gefäßen oder mit
anderen Parenchymzellen berührenden Wand-
teile werden am dicksten (paratracheale Paren-
chyme). An den Wänden, die sich mit Gefäßen
berühren, wachsen die Tüpfel an und stehen mit-
einander durch feine, sehr kleine Tüpfel (meta-
tracheale Parenchyme) in Verbindung. Einzelne
werden nicht höher als breit, andere aber sogar
zwei- bis viermal höher. Die paratrachealen For-
men verkehren mit den Gefäßen durch große
Tüpfel. Manche Parenchymzellen spitzen sich
— von der üblichen Ziegelform abweichend — an
einem Ende oder an beiden länger oder kürzer zu,
enden also faserartig. Ihre Wanddicke, sowie die
der Tüpfel stimmt mit jener der übrigen Paren-
chymzellen mehr oder weniger überein f/1-4/
Die Wand der Markstrahlzellen ist dick. Die-
selben stehen in jeder Richtung durch zahlreiche,
jedoch kleine Tüpfel in Verbindung und zeigen
radial mehr oder minder langgezogene Formen.
Die Kantenzellen meist aufrechte Ziegelformen.
Radialwände an Tüpfeln arm (g1-2)- (A.)
MORUS NIGRA L.
Schwarzer Maulbeerbaum
Mürier noir, Moro
Tafel 54
In Kleinasien heimisch. Europäische Verbrei-
tung wie bei Morus alba.
Q. 7, 2. Das Querschnittsbild stimmt mit dem
der oben besprochenen Arten so weitgehend über-
ein, daß kein Unterschied feststellbar ist. Die
Anzahl der Gefäße des Frühporenringes scheint
etwas geringer zu sein, als bei M. alba. Einzelne
Gefäße mit größeren Lumina kann man zuweilen
auch in den Spätzonen der Jahrringe beobachten.
125
Dieses Holz enthält mehr einschichtige Mark-
strahlen als die vorige Art ; die mehrschichtigen
erreichen die Breite von 4 bis 5 Zellen.
R. 3. An den entsprechenden Wandteilen eini-
ger Gefäße sind die Hoftüpfel so dicht, daß sie
ganz eckige Formen annehmen.
T. 4. Die Markstrahlen sind etwas höher als
bei der vorigen Art, zuweilen 50, sogar 60 Zellen
hoch. Folglich verlaufen die Fasern und die
Gefäße am Tangentialschnitt gleichmäßiger als
bei M. alba. Die Gefäße enthalten häufig Thyllen.
Die Anordnung der Elemente ist dieselbe, wie bei
den vorigen Arten, Maß und Struktur der Elemente
stimmt ebenfalls mit jenen überein. Die Gefäße
(a), sowie tracheidenartige Gefäße (b) weisen
— wie beim Weißen Maulbeerbaum — eine große
Mannigfaltigkeit auf; die Spiralverdickungen er-
scheinen aber hier nicht so regelmäßig angeordnet.
E. Die Holzfasern sind an Tüpfeln ärmer
(^1-3) a^s es Weißen Maulbeerbaum der
Fall ist. Die inneren, radial langgezogenen Mark-
strahlzellen zeigen (gi-2) gegenüber den Kanten-
zellen augenfällige Verschiedenheiten. (A.)
Gattung 17. Ficus
FICUS CARICA L.
Feigenbaum
Fig tree, Figuier, Fico
Tafel 55
Von östlicher Herkunft. In Ungarn nur in
Treibhäusern, mitunter an sonnigeren, geschütz-
ten Hängen anzutreffen. In wärmeren Gegenden
von Asien und Amerika, sowie in Europa am Mittel-
meer wird die Art im großen gepflanzt.
Q. I, 2. Zerstreutporiges Holz. Nachdem die
Holzfasern in den am weitesten nach außen ge-
legenen Teilen der Spätzone radial kaum englumi-
ger sind, als die übrigen, kann die Jahrringgrenze
bloß unter dem Mikroskop wahrgenommen wer-
den. Lumina der Gefäße enger als bei den Morus-
Arten, jedoch mit stärkeren Wänden. Die Ge-
fäße bleiben teils vereinzelt, teils erscheinen sie als
Zwillingsporen oder Porenstrahlen zu dritt oder
zu fünft. Seltener schließen sich ihnen auch ein-
zelne Gefäße tangential an. Lumina der verein-
zelten Gefäße kreisrund oder kurze, radiale Ellip-
sen bildend. Die in Gruppen angeordneten sind
flachgedrückt. Auch Thyllen kommen häufig vor.
Grundmasse von einer Menge dünnwandiger,
weitlumiger, mehr oder minder gleicher Holz-
fasern gebildet. An der Jahrringgrenze findet man
auch einige Libriformfasern. Die ein- bis drei-
schichtigen Markstrahlen schlängeln zwischen den
Gefäßen hin und her und überschreiten die Jahr-
ringgrenzen unverändert. An Holzparenchym sind
sie ziemlich reich. Besonders zahlreiche para-
tracheale Parenchyme, die die Gefäße oft ganz
umgeben. Die metatrachealen Elemente bilden
parallel zur Jahrringgrenze mehrfache Zonen.
Außer diesen kommen Parenchymzellen auch
verstreut vor.
R. 3. Im Radialschnitt fällt der reiche
Thyllengehalt der Gefäße, sowie die 2 bis 3
Zellen breite, oft sehr lange Kette der meta-
und paratrachealen Parenchymzellen auf. Die
parallelen Streifen der Holzfasern verlaufen ziem-
lich dicht und fast in gleichen Abständen. Die
Markstrahlzellen zeigen größtenteils aufrechte For-
men, bei welchen die Höhe die Länge übertrifft.
Auch quadratische Formen kommen vor, während
die liegenden eher kurze Ziegelformen bilden.
T. 4. Gefäße gerade. Die Glieder verschieden-
lang, durchschnittlich drei- bis viermal länger als
breit, oft sind aber beide Maße gleich. Neben
den Gefäßen gibt esauchparatracheale Parenchym-
zellen. Die einander berührenden Gefäßwände
sind an Hoftüpfeln reich. Bei den unmittelbar
übereinander gelegenen Markstrahlen findet oft
eine Verschmelzung statt ; diese Feststellung wird
durch den Umstand erhärtet, daß die Teile bald
drei- bis viermal breiter, bald wieder um ebenso
viel schmaler werden. Die Breite der Markstrahlen
beträgt 1 bis 3 Zellen, ihre Höhe wechselt infolge
der Verschmelzung vielfach ; es gibt solche, die
die Höhe von 3 bis 4, oft aber auch von 60 bis
70 Zellen erreichen. Die einschichtigen Teile wer-
den bedeutend höher, als die zwei- bis dreischichti-
gen. Zuweilen sieht man in einzelnen Teilen der
breiteren Markstrahlen auch größer bemessene
Zellen eingekeilt, die so breit sind, wie 2 bis 3
normale Markstrahlen zusammen.
E. Die Gefäße erscheinen i. allg. weitlumig
und sind mit ziemlich starken Wänden versehen.
Die einfachen Perforationen nehmen gewöhnlich
die äußersten Enden der Gefäße ein. Ihre Größe
und Form wird mehr oder weniger durch die
Lumina der Gefäße bestimmt. Die einander be-
rührenden Wandt eile sind an Hoftüpfeln sehr
reich, und werden durch die Berührung ecki<*
Findet keine Berührung statt, so behalten sie die
126
elliptische Form. Der äußere Porenmund von el-
liptischer oder Linsenform ist waagerecht und
umfaßt den Hof nicht. Die innere Öffnung der
Tüpfel etwas breiter als die äußere. Sie umfaßt
den Hof ganz, ja sie kann denselben unter Um-
ständen sogar überschreiten. Liegen zwei oder
mehrere Poren in gleicher Richtung, so können die
inneren Porenmunde auch verschmelzen, die
äußeren bleiben jedoch stets selbständig
Es sind weder Tracheiden noch Fasertracheiden
vorhanden.
Holzfasern dünnwandig und im Verhältnis zu
ihrer Breite eher kurz. Die beiden Enden spitzen
sich zu. Beide Wände mit sehr kleinen Tüpfeln
bedeckt. Einzelne Fasern spitzen sich unvermittelt
zu, und sind an den abschließenden Enden ge-
wellt
Die Holzparenchymzellen zeigen i. allg. regel-
mäßige Ziegelformen, es kommt aber auch vor,
daß sie an einem Ende abgestumpft sind. Die so
gestalteten Zellen sind dann größer bemessen und
ihre Wände weisen in allen Richtungen gleich
große Tüpfel auf, während die kleiner bemessenen
paratrachealen Parenchymzellen an den Seiten,
die sich mit Gefäßen berühren, von sehr bedeuten-
den Tüpfeln unregelmäßiger Form bedeckt sind.
Unter diesen findet man verstreut auch kleinere
Tüpfel. An den Wänden, die sich mit Gefäßen nicht
berühren, befinden sich bedeutend kleinere Tüpfel,
deren Zahl auch viel geringer ist (f).
Der Form nach zeigen die Markstrahlzellen
eine große Mannigfaltigkeit. Es gibt ziegelförmige
oder quadratische, aber auch dreieckige. Die
Wände sind bogenartig bald ein-, bald auswärts
gekrümmt. Andere gleichen Rechtecken mit stark
abgestumpften Kanten. An den Radialwänden
derjenigen, die sich an die Gefäße grenzen, finden
wir große, eiförmige Tüpfel ; manchmal bilden
die Tüpfel regelmäßige, eingedrückte, mitunter an
dem einen Ende sich verengende Ellipsen. An den
einander berührenden Radialwänden der Mark-
strahlen sind die Tüpfel viel spärlicher, während die
übrigen Wände beider Zellenarten eine gleich-
mäßige und dichte Betüpfelung aufweisen (g),
(A.)
FICUS ELASTICA Roxb.
Gummihaum
Tafel 56
Verbreitungsgebiet : Ostindien und die; Malai-
ischen Inseln.
Q- Querschnittsbild stimmt mit dem von
F. carica überein ; die beiden Arten können daher
nicht leicht unterschieden werden. Die Gefäße
sind etwas enger als die von F. carica, die Mark-
strahlen dagegen dichter. Die metatrachealen
Parenchymzellen bilden beinahe zusammenhän-
gende, breite Abschnitte. Die Anzahl der Paren-
chymreihen beträgt sogar 6 bis 8 ; sie erreicht,
ja übertrifft mitunter die der zwischen ihnen be-
findlichen Faserreihen. Die Abschnitte können
infolge der dünnen Wände der Parenchymzellen
im Querschnitt gut beobachtet werden.
R, 3. Die Markstrahlzellen sind von kurzer
Ziegelform oder quadratisch. Die Kantenzellen
zeigen aufrechte Ziegelformen mit etwas welligen
äußeren Wänden. Die Radialwände der Mark-
strahlen ziemlich reich betüpfelt, die Tüpfel sind
von verschiedener Größe. Neben den kleinsten
kommen auch größere vor, besonders wenn die
Markstrahlen sich mit Holzparenchymen berühren.
An den Wänden, die sich mit Gefäßen berühren,
treten ziemlich große Tüpfel von mannigfaltiger
Form auf. Der gewohnte Wechsel der metatra-
chealen Parenchymreihen mit den Holzfasern
läßt sich gut beobachten und verleiht dem Radial-
schnitt ein charakteristisches Gepräge. Die einan-
der berührenden Wände der Gefäße — denen von
F. carica ähnlich — betüpfelt. An den Wänden,
die mit Holzparenchymen und Markstrahlen in
Berührung kommen, sieht man einfache und
Hoftüpfel von verschiedener Größe und Form.
Die großen Tüpfel der Parenchym- und Mark-
strahlzellen stimmen in ihrer Größe und Form mit
diesen nicht immer überein. Das Verhältnis zwi-
schen den Höfen und den Poren gestaltet sich
in Bezug auf Größe und Form sehr verschieden.
T. 4. Am Tangentialschnitt fällt die große
Anzahl der Markstrahlen auf. Unter denselben
befinden sich nur einige Faserreihen von ziemlich
welligem Ablauf. Die Markstrahlen erscheinen
— jenen von F. carica ähnlich — ein- bis drei-
schichtig, ihr Aufbau ist jedoch nicht so heterogen.
Hohe, aufrechte Zellen kommen bloß unter den
Kantenzellen oder unter den kurzen, einschichti-
gen Zellen vor. Verschmelzungen gibt es auch
hier, die verbindenden Zellen sind jedoch meistens
bloß niedrigere, liegende Zellen. Der Größe nach
zeigen die Zellen eine reiche Mannigfaltigkeit.
Die Querschnitte formen Kreise oder Ellipsen.
Wände dicht betüpfelt. Die Markstrahlenhöhe
zählt durchschnittlich 10 bis 30 Zellen, infolge
Verschmelzung kann sie aber auch 40 bis 50
127
Zellen erreichen. An den Tangentialseiten der
Fasern sowie an den Parenchymzellen finden wir
Tüpfel.
E. Die weiteren Elemente weichen von denen
des Feigenbaumes in keiner Hinsicht ab 6^-4,
^1 -2’ £1-2/ CM
Gattung 18. Broussonetia
BROUSSONETIA PAPYRIFERA Vent.
Papier Maulbeerbaum
Paper mulberry, Papyrier
Tafel 57
Verbreitungsgebiet : Ostasien.
Q. 1, 2. Kann als Übergang von den ring-
porigen zu den zerstreutporigen Bäumen ange-
sehen werden. In der Frühzone bildet sich an der
Jahrringgrenze — wie bei den Morus-Arten —
ein Porenring, während im Inneren des Jahrringes
verstreut Gefäße zum Vorschein gelangen, die
mit denen der Frühzone übereinstimmen oder
noch bedeutend größer sind. Die Querschnitte
derselben erscheinen als Ringe oder als kurze
Ellipsen. Sie kommen einzeln oder zu zweit vor.
In der äußersten Zone des Spätholzes werden die
Gefäße fast ohne Übergang ganz eng und eckig.
Stellenweise gesellen sich Tracheiden bzw. tra-
cheidenartige Gefäße zu den Holzparenchymzellen
und ordnen sich in kleinere oder größere lichte
Gruppen. Diese Gruppen heben sich von der
dickwandigen, dunkleren Grundmasse scharf ab.
Die Holzparenchymzellen befinden sich i. d. R.
an den Rändern der Gruppen, die sie gewissermas-
sen einsäumen. Einzelne Gruppen verlaufen paral-
lel zur Jahrringgrenze. An der Jahrringgrenze
verflachen die Fasern. Markstrahlen — denen
der Morus-Arten gleich — sind mehrschichtig,
jedoch unter der Breite von 5 bis 6 Zellen. Die
Grundmasse wird von einer Anzahl von Holz-
fasern gebildet. Para- und metatracheale Paren-
chyme gibt es hier auch.
R. 3. Auch der Radialschnitt gleicht jenem
der Morus-Arten. Die Markstrahlzellen sind hetero-
gen, die an den Kanten befindlichen unterschei-
den sich kaum von den inneren. Der Form nach
erscheinen sie länglich rechteckig. Die Kanten-
zellen zeigen kurze, zuweilen aufrechte Formen,
wellige äußere Ränder und enthalten oft Kalzium-
oxalatkristalle. Die sich mit Gefäßen berührenden
sind an großen Tüpfeln reich. Radialwände der
Fasern einfach betüpfelt.
T. 4. Tangentialschnitt i. allg. dem der Morus-
Arten sehr ähnlich. Die Gefäße erscheinen in Be-
gleitung von zahlreichen paratrachealen Paren-
chymen. Unter den Markstrahlen befinden sich
ein- und zweischichtige in viel geringerer Zahl,
auch diese sind niedrig und meistens 3 bis 5 Zellen
breit. Ihre Höhe kann auch 50 Zellen erreichen,
gewöhnlich beschränkt sie sich jedoch auf 15 bis
35 Zellen. Der Querschnitt der Zellen bildet meis-
tens eine Ellipse, die Kantenzellen unterscheiden
sich kaum von den inneren. Die Markstrahlen
enden ziemlich oft ganz unvermittelt. Tangential
sind die Fasern tüpfelfrei.
E. Gefäßglieder von verschiedener Größe und
Form. Die ganz weitlumigen oft breiter als lang,
an beiden Enden ganz offen. Perforationen ein-
fach. Die englumigeren gleichen kürzeren oder
längeren Walzen oder Schnäbeln. Perforation stets
einfach, von elliptischer Form. Einzelne enge
Gefäße geschnäbelt. Die sich mit anderen Gefäße n
berührenden Wandteile von großen Hoftüpfeln
dicht bestreut. Die Tüpfel formen Kreise oder
waagerechte Ellipsen, liegen nahe aneinander,
ohne einander zu berühren. Die Poren bilden
schräge oder waagerechte Ellipsen und umfassen
die Höfe nicht ganz. Die größten Gefäße weisen
i. d. R. nur an diesen Wandteilen Spiralverdickun-
gen auf. Diese bilden ein sehr feines und dichtes
Netz. Die Fäden verlaufen von den Tüpfeln un-
abhängig, ziemlich mannigfaltig, schräg, oder der
Längsachse des Gefäßes angepaßt. Derselbe Faden
ändert die Richtung selbst innerhalb desselben
Gefäßgliedes. In den englumigeren Gefäßen wer-
den die Spiralverdickungen bedeutend gleich-
mäßiger und können an allen Wandteilen verfolgt
werden. Sie stehen schräg zur Längsachse des
Gefäßes. Die Hoftüpfel der kleinen Gefäße stim-
men mit denen der großen überein, nur sind sie
etwas kleiner und gewöhnlich schräggestellt. Die
Radialwände der großen Gefäße sind an Hoftüp-
feln arm. Die Hoftüpfel auch hier zerstreut, die
Spiralverdickung sehr fein, zuweilen gar nicht
wahrnehmbar. An Wandteilen, die sich mit Paren-
chymzellen berühren, werden die Hoftüpfel läng-
lich-elliptisch, tropfen- oder linsenförmig. Die
Poren übernehmen die Form der Höfe und er-
reichen fast deren Größe. Zuweilen verschwinden
die Höfe vollkommen
Die Tracheiden gleichen den engluinigsten
Gefäßen.
128
Die Holzfasern sind von mittlerer Wandstärke,
bloß radial betüpfelt, ohne mannigfaltige Enden
6*1-5/
Wände der Holzparenchym- und Markstrahl-
zellen .mittelstark. Parenchyme an Tüpfeln reich,
Markstrahlen sehr reich. An den entsprechenden
Seiten der sich mit Gefäßen berührenden finden
wir große Tüpfel ff-4, g^)- (A.)
Paratracheale Zellen oft sehr lang. Wände dünn,
tangential tüpfelfrei, radial spärlich betüpfelt.
An der waagerechten Wand sind viele sehr kleine
Tüpfel zu sehen.
Gattung 19. Maclura
MACLURA POMIFERA C. Schn.
Osagedorn
Bow wood, Osage Orange
Tafel 58
Verbreitungsgebiet : östliche Teile von Nord-
amerika.
Q. 1, 2. Ringporiges Holz, obwohl auch in der
Spätzone einige Gefäße mit größeren Lumina vor-
handen sind. Die breitlumigeren Gefäße sind and
der Jahrringgrenze nicht eng aneinandergereiht.
Die Poren bleiben meistens vereinzelt, es kommen
jedoch auch Zwillingsporen oder dreiporige Strah-
len vor. Sie sind kreisförmig oder stellen radiale,
kurze Ellipsen dar. Die größeren Gefäße der
Spätzone erscheinen kaum kleiner als die der
Frühzone, sie werden aber später allmählich
enger. Die Gefäße bilden i. d. R. Gruppen und
sind meistens von dünnwandigem Parenchym
umgeben. Diese Gruppen reihen sich in helle
Flecken, wodurch sie sich von den dickwandigen
Fasern grell abheben. Die kurzen tangentialen
oder schrägen Reihen der Parenchymzellen ver-
binden zuweilen nur zwei, mitunter auch mehrere
Gefäßgruppen. Infolge der größeren Anzahl der
paratrachealen Parenchyme sticht die Frühzone
von der Spätzone stark ab. Die Grundmasse wird
von einer Anzahl ziemlich dickwandiger, gleich
großer und gleichmäßig verteilter Holzparenchyme
und Holzfasern gebildet. Die ein- bis drei-, mit-
unter auch vierschichtigen Markstrahlen verlaufen
in verschiedenen Abständen, doch ziemlich dicht
angeordnet. Zwischen ihnen können sich 1 bis
]0 bis 15 Faserreihen und 1 bis 2 Gefäße befinden.
Ihr Ablauf ist ziemlich gleichmäßig.
R. 3. Die Gleichmäßigkeit der Markstrahlen
fällt auch am Radialschnitt deutlich auf.
Die inneren Zellen zeigen kurze Ziegelformen,
mitunter sind sie quadratisch, oder von kurzer,
aufrechter Ziegelform. Äußere Wände gewellt.
Zellenwände tangential spärlich betüpfelt. Man-
che Parenchymzellen länger und schmaler als
gewöhnlich, an den Radialseiten mit sehr kleinen,
gruppierten Tüpfeln. Die an den Tangential-
wänden der Gefäße befindlichen Holzparenchym-
zellen sind an Tüpfeln reich.
T. 4. Die Markstrahlen entstehen aus ein- bis
dreischichtigen Zellen reihen. Ihre Höhe kann auch
40 bis 50 Zellen betragen, schwankt aber gewöhn-
lich zwischen 20 bis 30 Zellen. Die einschichtigen
sind i. allg. niedriger. Der Querschnitt der Zellen
zeigt Ellipsen- oder Kreisform, aber auch ziegel-
förmige oder quadratische kommen vor. Die
Markstrahlen sind homogen, die Kantenzellen
unterscheiden sich kaum oder überhaupt nicht
von den inneren. Die Form der Markstrahlen
erscheint i. allg. ziemlich ungleichmäßig ; manch-
mal ist sie schmaler, in anderen Fällen breiter oder
gar verkrümmt. Verlauf der Gefäße gerade, bei
den Fasern zwischen den Markstrahlen leicht ge-
wellt. Tangentialwände tüpfelfrei. Gefäße an
Thyllen reich. An den einander berührenden
Gefäßwänden finden sich sehr viele Hoftüpfel.
Paratracheale Parenchymzellen, die sich mit den
großen Frühgefäßen berühren, werden groß und
sind breit ziegelförmig. Die sich mit Gefäßen
berührenden Seiten von großen und einfachen
Tüpfeln bedeckt. Die metatrachealen Paren-
chymzellen der Spätzone sind gewöhnlich in
kurze Reihen angeordnet, die letzten Zellen
spitzen sich unvermittelt zu. Manche Reihen
bestehen bloß aus zwei oder drei Gliedern.
Die ziemlich dickwandigen Zellen können in ge-
wisser Beziehung auch als Ersatzfasern angesehen
werden. Zwischen den Fasern kommen zuweilen
auch ganz kurze Parenchymreihen vor, die i. d. R.
die Höhe von 12 bis 15 Zellen erreichen. Die
Radialseiten der Zellen zeigen sehr kurze Ziegel-
formen Quadrate oder Dreiecke. Solche Holz-
parenchymreihen gleichen stark den einschichti-
gen Markstrahlen, sie weichen jedoch von diesen
durch die Dünnheit der Wände, sowie auch durch
die Glätte ihrer Tangentialwände ab. Sie enthalten
meist Kalziumoxalatkristalle, während solche in
den Markstrahlen nicht nachweisbar sind.
E. Der Querschnitt der Gefäßglieder ist ver-
schieden. Auch ihre Länge wechselt, doch sind sie
9 Gregu.. 129
i. allg. kurz. Einige sind kürzer als breit, andere
— besonders die englumigen — erscheinen bedeu-
tend länger. Perforationen stets ganz einfach und
stark. Außer einfachen und Hoftüpfeln kommen
auch Perforationen an der Seite vor ; in solchen
Fällen sind die Gefäßglieder mehr oder weniger
zugespitzt. Wände ziemlich stark. Außer einfachen
und Hoftüpfeln kommen auch Spiralverdickungen
vor — abgesehen von den weitlumigen Frühge-
fäßen. Die feinen Spiralen verlaufen dicht und
ziemlich gleichmäßig. An den einander berührenden
Gefäßwänden sind die Hoftüpfel sehr dicht ange-
ordnet und erhalten in ihrer abwechslungsreiche
Lage eckige Formen. Ihre Poren liegen — den
Höfen gleich — waagerecht. Die äußeren, ellip-
sen- oder linsenförmigen Porenmunde kommen
den Hofgrenzen bloß nahe, ohne sie zu erreichen.
Der innere Porenmund gestaltet sich bereits etwas
größer und umfaßt den Hof ganz. Gleichgerichtete,
innere Porenmunde der einander berührenden
Tüpfel — auch 5 oder 6 an der Zahl — können
zu einer einzigen, langen, zusammenhängenden
Pore verschmelzen. Berühren sich Tüpfel mit
Parenchymen, so überschreiten ihre Poren i. d. R.
die Höfe. Ihre Form und Größe sehr mannigfaltig.
Sämtlich waagerecht gestellt. Zwischen groß-
porigen Hoftüpfeln und einfachen Tüpfeln kön-
nen häufig Übergänge beobachtet werden
Die weiten Gefäße enthalten auch dünnwandige
Thyllen.
Die Wände der Holzfasern erscheinen mittel-
stark, die der Spätholzzone können bereits als
dickwandig bezeichnet werden. Sie sind länglich,
an beiden Enden zugespitzt, mitunter etwas
stumpf. Größe und Breite ziemlich gleichmäßig.
Die Radialwände von sehr kleinen, schrägen,
spaltartigen, einfachen Tüpfeln ziemlich spärlich
besetzt (dr_3).
Die Eigenschaften der Holzparenchym- sowie
der Markstrahlzellen wurden bereits erläutert
(f, g^)-
Auch Ersatzfasern vorhanden (h). (A.)
VIII. ULMACEAE
Gattung 20. Ulmus
ULMUS AMERICANA L.
Weißulme
Water or white elm, Orme blanc
Tafel 59
Verbreitungsgebiet : Nordamerika.
Q. J, 2. Am Querschnittsbilde fällt in erster
Linie die Anordnung der Gefäße und deren Ver-
hältnis zur Grundmasse auf. Von den untersuchten
Ulmen hat diese die englumigsten Gefäße, auch
deren Zahl ist hier etwas geringer. Weitlumigere
Gefäße an der Jahrringgrenze in eine Linie, mit-
unter in zwei Reihen geordnet. Sie kommen meist
vereinzelt vor, nur selten radiale oder tangentiale
Zwillingsporen bildend. Die Spätholzgefäße sind
— besonders im Verhältnis zu denen von U.
carpinifolia — sehr englumig. Diese Eigenschaft
kann bei der Unterscheidung der beiden Bäume
ausschlaggebend sein. Die Spätholzgefäße und
Holzparenchymzellen in mehr oder weniger aus-
geprägte und zusammenhängende, 45°ige Reihen
geordnet. Einzelne Reihen verzweigen in Y-
oder V-Form und gehen mitunter in die entgegen-
gesetzte Richtung über, d. h. sie bilden Zick-
zacklinien. Durch diese Eigenschaft kann die
amerikanische Ulme oder Weißulme von den
übrigen Ulmen einigermaßen unterschieden wer-
den, da die entsprechenden Reihen bei U. laevis
und U. glabra mehr oder weniger mit der Jahrring-
grenze parallel verlaufen. Die Reihen bei U.
carpinifolia sind zwar ebenfalls schräg, eine Unter-
scheidung scheint jedoch auf Grund der bereits
erwähnten Eigenschaft möglich.
R, 3. Am Radialschnitt kann im Vergleich
zu dem der anderen Ulmus-Arten kein wesent-
licher Unterschied festgestellt werden.
T, 4. Auf Grund des Tangentialschnittes und
der Markstrahlen unterscheidet sich diese Ulme
immerhin einigermaßen von den übrigen Ulmus-
Arten. Hier sind nämlich die Markstrahlen 1 bis
3 Zellen breit, im Gegensatz zu den sonst sechs-
bis siebenschichtigen Markstrahlen. Auch die
Höhe der Markstrahlen bleibt geringer als bei den
übrigen Ulmus-Arten.
E. Die Elemente stimmen ebenfalls mehr
oder weniger mit denen der übrigen Arten über-
ein ; somit gelten die bei den anderen Ulmen
festgestellten Merkmale auch hier (a±^ b, d4_4,
/i-3’ &1-2/ (A*)
130
ULMUS CARPINIFOLIA Gleditsch
Feldulme
Field elm, Orme champetre, Olmo campestre
Tafel 60
In ganz Südeuropa verbreitet.
Nördlich von Ungarn, also in Norddeutschland,
England und Schweden nur gepflanzt. Gegen Süden
bis Kleinasien und Algir verbreitet.
Holz sehr hart. Splint gelblich-Heiß, Kernholz
dunkfdbraun oder rot.
Q. /, 2. Querschnitt dem der Ulmus laevis
stark ähnlich. Frühgefäßring ebenso auffallend.
Die wellige Zeichnung des Spätholzes und die
Anordnung der beteiligten Elemente im großen
ganzen wie bei den anderen Arten. Die Spätge-
fäße werden hier vielleicht um etwas größer und
im Verhältnis zur Grundmasse kommen sie auch
in größerer Menge vor als bei U. laevis. Die Mark-
strahlen können jedoch mit freiem Auge überhaupt
nicht wahrgenommen werden. Die Linie der Ge-
fäße und Holzparenchymzellen des Spätholzes
zeigt ungefähr dieselbe Breite, wie die dunkleren
Holzfaserzonen, die sie trennen. Gefäße in Gruppen,
meistens in zwei Reihen angeordnet. Die
Markstrahlen werden an der Jahrringgrenze
breiter.
R. 3. Die Einteilung des Radialschnittes in
Zonen ist nicht so auffallend, wie bei U. laevis,
da weitlumige Gefäße hier unregelmäßiger und
auch häufiger vorkommen. Anordnung der Mark-
strahlzellen, sowie der Parenchymzellen wie bei
den anderen Arten. Höchstens finden wir diese
hier in längere »Ketten« gereiht.
T. 4. Der Tangentialschnitt zeigt ein ähnliches
Bild, wie bei U. laevis. Breitere Markstrahlen
kommen hier vielleicht zahlreicher vor.
E. Die Dimensionen der Gefäße gestalten sich
ungefähr so, wie bei U. laevis. Die Wände sind
dünn und mit großen Hoftüpfeln besetzt. Die
Hoftüpfel haben in den größten Gefäßen quer-
spaltige Poren, die — wie bei der vorigen Art —
die ganze Breite der Hoftüpfel einnehmen. Zwi-
schen den Hoftüpfeln befinden sich verstreut auch
kleinere oder größere, ellipsenförmige einfache
Tüpfel. Berühren sich diese mit parenchymati-
schen Zellen, so ist ihre Zahl geringer und sie
erscheinen, der Form der Parenchyme entspre-
chend, in Flecken geordnet. Die Gefäßglieder des
Spätholzes werden kaum oder überhaupt nicht
länger, als bei den vorerwähnten Arten ; die
Wände bleiben gleich dünn. Die in 3 bis 4 Reihen
nebeneinander liegenden Hoftüpfel bedecken den
größten Teil der Wandfläche. Außer denselben sieht
man auch Spiralverdickungen. Die Leisten ver-
laufen sehr regelmäßig parallel zueinander. Die
Hoftüpfel befinden sich unter den spiralen Fäden.
Auf diese Art werden nicht nur vertikale, sondern
auch schräge Reihen gebildet, die der Richtung
der Fäden entsprechend unter 45° verlaufen.
Poren teils elliptisch und waagerecht liegend, teils
kreisrund und — im Verhältnis zum Hof — sehr
klein. Tüpfel von ähnlicher Form finden sich auch
in den schmaleren Frühgefäßen, jedoch ohne
Spiralverdickungen (a^^).
Auch tracheidenartige Gefäße sind vorhanden
(b).
Die Tracheiden erscheinen größer bemessen,
als die Fasern. Ihre Wände sind spiralförmig
verdickt. Zwischen den Spiralfäden befinden sich
in lange Reihen angeordnete Hoftüpfel (b).
Die Holzfasern sind größtenteils langgezogen
und spitzen sich allmählich zu, am Mittelteil
werden sie jedoch ein wenig breiter. Ihre Wände
sind meistens glatt oder von kleinen Rissen bedeckt.
Die Enden weisen keine großen Unterschiede
auf (d^).
Die Wände der Holzparenchymzellen sind i.
allg. ebenso dick, wie die der Fasern. Nur an den
Kanten der Zellen findet man Wandteile von
größerer Verdickung. An den einander berühren-
den Enden stehen die Zellen nur durch einige
kleine Tüpfel in Verbidung. Die Tangentialwände
bleiben an Tüpfeln sehr arm, die Radialwände
besitzen deren viel mehr. An den Wandteilen
der paratrachealen Elemente, die sich mit Ge-
fäßen berühren, werden die Tüpfel bedeutend
größer, als bei U. laevis und sind in der Form
den regelmäßigen Parenchymzellen ähnlich; die
Wände der äußerst gelegenen, die die Paren-
chymreihe abschließen, werden jedoch oft dicker
Die Markstrahlzellen sind meist radial lang-
gezogen, im großen ganzen von gleicher Höhe
und Länge. Bloß die Kantenzellen weichen
etwas ab, da sie bedeutend kürzer als hoch
und ihre äußeren Wände oft wellig sind. Die
Radialwände, sowie die unteren und oberen
Wände der Zellen erscheinen nur spärlich be-
tüpfelt, die Tangentialwände sind jedoch dichter
bestreut (gj-J. (A.)
9*
131
ULMUS GLABRA Huds.
Bergulme
Scotch elm, Orme commun, Olmo montano
Tafel 61
In den nördlichen Teilen Europas, nördlich
von Deutschland und Ungarn bis Finnland über-
all anzutreffen. Ein auch für Ungarn und für die
Alpenländer bezeichnender Gebirgsbaum. Dringt
bis zu einer Höhe von 900 bis 1000 m vor, bildet
aber keine geschlossenen Bestände.
Splint gelblich weiß, ziemlich schmal, Kern-
holz schwach bräunlich.
Q. 1, 2. Der Ulmus carpinifolia gleich, neben
den Gefäßringen des Frühholzes die späteren
Gefäße und Holzparenchymzellen in Wellenlinien
vereint. Den Flatter- und Feldulmen gegenüber
erscheinen die Gefäßstreifen weniger gewellt,
jedoch mehr zusammenhängend. Diese Gefäß-
linien werden von ziemlich breiten Holzfaserzonen
unterbrochen. Die großen Gefäße enthalten ziem-
lich viele Thyllen.
R. 3 und T. 4. Tangentialschnitt gleichfalls
demjenigen der vorigen Arten sehr ähnlich. Auch
die Anordnung sämtl eher Elemente am Radial-
schnitt mit jener der anderen Ulmen überein.
Die metatrachealen Holzparenchymzellen ent-
halten Kalziumoxalatkristalle.
E. Die Gefäßglieder sind noch größer bemessen,
als die von U. laevis. Wand ungefähr gleich stark,
ebenfalls mit Hoftüpfeln dicht bedeckt. Diese
berühren einander manchmal, sonst befinden sie
sich in kleineren oder größeren Abständen vonein-
ander. Es kommen aber auch ganz glatte Wände
vor. Die Gefäßglieder sind i. allg. mehr oder min-
der von derselben Höhe und Weite und an beiden
Enden ganz offen. Unter den Hoftüpfeln sieht
man zuweilen auch einfache Tüpfel, die größer
sind als die Poren der Hoftüpfel. Hoftüpfel groß,
Höfe rund, ihre elliptisch-linsenartigen Poren
liegen waagerecht fax_37.
Die engeren Gefäßglieder sind von derselben
Länge, mitunter länger als die breiteren, doch
im Verhältnis zu diesen sehr eng. An beiden Enden
spitzen sie sich kurz und abgerundet zu. In ihrer
Nähe b( finden sich kreis- oder eiförmige einfache
Perforationen. Die Wände sind dünn und spiral-
förmig verdickt. Die Fäden können auch verzwei-
gen. Auch Hoftüpfel sind vorhanden. Diese be-
decken in kleinere oder größere Gruppen geordnet
bloß kleinere Teile der Wände;.
Die Größe der Tracheiden entspricht ungefähr
jener der Tracheenglieder. Die Poren der Hoftüpfel
liegen schräg, und sind schmal, spaltartig oder
kreisförmig (c).
Die Holzfasern erscheinen im Verhältnis zu
ihrer Breite sehr lang, an beiden Enden zugespitzt.
Die Wände sind dünn und von nadelartigen Rissen
bedeckt. Die Richtung der letzteren stimmt mit
jener der Längsachse der Fasern mehr oder weniger
überein. Die Holzfasern werden manchmal plötz-
lich dünn, oder sie enden ganz abgestumpft
(d^).
Holzparenchymzellen ziegelförmig, abschließende
Formen an dem einen Ende kegelartig. Tangential-
wände an Tüpfeln arm, Radialwände etwas
reicher (fr-J.
Zwischen den inneren und äußeren Formen
der Markstrahlzellen zeigt sich keine große Ab-
weichung. Tüpfel der Radialwände in Gruppen
oder Reihen angeordnet (gi-zf (A.)
ULMUS LAEVIS Pall.
Flatterulme
Spreading branched elm, Orme diffus
Tafel 62
Nur in Mitteleuropa heimisch. Gedeiht weder
in Nord-, noch in Südeuropa. Wächst hauptsäch-
lich in Belgien, Deutschland, Holland, Mittel-
rußland, meistens verstreut, ohne geschlossene
Bestände zu bilden. Dringt höchstens bis zur
Höhe von 400 bis 700 m vor. Der Feldulme ähn-
lich, bevorzugt sie Hügellandschaften oder Tief-
ebenen.
Der breite Splint ist gelblich-weiß, das Kern-
holz hellbraun gefärbt. Holz leichter und weicher,
als das der anderen Ulmenarten.
Q. I, 2. Ringporiges Holz. Auf die breiteren
oder schmaleren Zonen der wcitlumigen Gefäße
des Frühholzes folgen in konzentrischen Kreisen
Wellenzonen und Streifen ; das sind die heller
Linien der Gefäße des Spätholzes und der die^
begleitenden Holzparenchymzellen. Die welliger
Streifen erscheinen — bei mäßiger Vergrößerung
fast ununterbrochen. Diese helleren Zonen köiiir r
innerhalb der Frühzone des Jahrringes oh n<>
zweigen, im Spätholz hingegen lassen sieh dm
welligen Linien bedeutend leichter verfolgen, b"
Jahrringgrenze verläuft ziemlich gleichmäßig. Ih.
Gefäße von beträchtlicher Größe sind der Gren/'
132
unmittelbar angegliedert. Ihre Form wechselt je
nachdem, ob sie vereinzelt oder in Gruppen vor-
kommen. Die vereinzelten bilden kurze Ellipsen
oder fast regelmäßige Kreise, die in Gruppen ste-
henden hohe gerade Wände, die einander berühren.
Die Markstrahlen sind von verschiedener Breite.
Vor ihrem Übertritt aus dem vorangegangenen
Jahrring in den Frühzonenteil des folgenden neh-
men sie an Breite allmählich zu und setzen
zwischen den weitlumigen Gefäßen hin- und her-
schlängelnd ihren Ablauf fort. Die dunkleren welli-
gen Streifen sind eigentlich die dickwandigen
Holzfasern der Grundmasse. Auf dem Querschnitt
erscheinen diese in unregelmäßiger Form, an der
Jahrringgrenze radial flachgedrückt, mit Lumina
von verschiedener Größe. Die Holzparenchym-
zellen finden wir teils als paratracheale Elemente
neben den Gefäßen, teils in der Grundmasse ver-
streut angeordnet vor.
R. 3. Das bezeichnende Bild, welches sich aus
dem Wechsel der lichteren und dunkleren Zonen
ergibt, erscheint am Radialschnitt noch ausge-
prägter. Die Spiralverdickungen der Gefäße des
Spätholzes fallen ebenfalls auf; sie fehlen aber
im Frühholz. An den Gefäßen befinden sich para-
tracheale Parenchymzellen in großer Anzahl.
Die radial stark langgezogenen Markstrahlzellen
können als bezeichnende Merkmale gelten. Die
Kantenzellen sind selten höher als die inneren,
im Verhältnis zu diesen jedoch stark verkürzt.
Markstrahlen eher homogen.
T. 4. Markstrahlen im Verhältnis zu ihrer
Breite ziemlich kurz. Ihre Höhe übertrifft das
Breitenmaß durchschnittlich vier- bis fünffach ;
es gibt aber auch solche, die 16mal höher sind als
breit ; andere sind wieder nur doppelt so hoch.
Am Tangentialschnitt hebt sich die hellere Zone
durch ihre Färbung von der benachbarten dünk-
leren scharf ab, nachdem die große Masse der
Holzparenchyme im Gegensatz zu den Gefäßen
sich bedeutend stärker verfärbt. Breite der Mark-
strahlzellen verschieden. Neben den spärlich vor-
kommenden einschichtigen, deren Höhe 3 bis 6
Zellen beträgt, mißt die Breite der Mark-
strahlen überwiegend 3 bis 7 Zellen. Ihr Quer-
schnitt ist annähernd kreis- oder ellipsen-
förmig und — mit Ausnahme der Kantenzellen —
von ziemlich gleichmäßiger Größe. Unter den eng-
lumigen, also Spätgefäßen befinden sich para-
tracheale Holzparenchymzellen in großer Zahl.
Diese sind gewöhnlich Großbetüpfelt. Auch unter
den Holzfasern können Holzparenchymzellen ver-
streut vorkommen ; hier bilden sie, an ihren
Enden aneinander geheftet, 2 bis 5 Zellen lange
»Ketten«. Tangentialwände tüpfelfrei oder von
sehr kleinen Tüpfeln spärlich bestreut.
E. Gefaßglieder breitlumig, oft weiter als hoch.
Die Wände sind stark, mit Hoftüpfeln dicht be-
deckt, die Tüpfel einander fast berührend. Die
Höfe bilden gewöhnlich Kreise oder Ellipsen.
Ihre Poren erscheinen schmal-elliptisch oder lin-
senförmig, in waagerechter Lage, und umfassen
die Höfe ganz ; zuweilen scheinen sie diese sogar
durch zu schreiten. Die Enden der Gefäßglieder
sind ganz durchbrochen, gleichen daher offenen
Walzen. Die bedeutend dünneren Wände der
Gefäße des Spätholzes weisen außer den Hoftüp-
feln auch Spiralverdickungen auf. Die Spiralfäden
erscheinen selbst bei stärkerer Vergrößerung haar-
dünn und verlaufen zur Längsachse des Gefäßes
i. d. R. unter einem Winkel von 45°, in regelmäßi-
gen gleichen Abständen. Die Hoftüpfel weichen
von den Tüpfeln der weitlumigen Gefäße ab, da
ihre Poren rund oder von kurzer Ellipsenform sind.
Zumeist befinden sie sich in regelmäßige Reihen
geordnet ; in solchen Fällen berühren sie einander
ganz dicht und werden eckig. Sonst verfolgen sie
etwas weiter voneinander entfernt stets die Rich-
tung der spirallaufenden Fäden. In den Früh-
gefäßen befinden sich häufig Thyllen. Die Gefäße
enthalten außer Hoftüpfeln auch einfache Tüpfel,
die an den Berührungsstellen mit Holzparenchymen
oder Markstrahlen entstanden sind. Die Mannig-
faltigkeit der Formen ist auffallend. Die Tüpfel
erscheinen der Form der Holzparenchym-
oder Markstrahlzellen entsprechend geordnet
Diese Baumart hat tracheidenartige Gefäße (b),
mit ebenso starken Wänden, wie die Gefäße.
Auch gespitzte Enden der Tracheiden kommen
vor (c).
Die Holzfasern sind langgezogen, teils spitz, teils
abgerundet. Die Wände von kleinen, spaltförmigen
Tüpfeln spärlich bestreut. Auch verzweigende
Fasern kommen vor ; die Zweige zeigen sich i. d.
R. kurz, verstümmelt, teils aber langgezogen, oft
sichelförmig gekrümmt (dy^),
Holzparenchymzellen erscheinen i. allg. zu
zweit oder dritt an den Enden aneinander ange-
schlossen, so daß eine Ende sich meistens zuspitzt
und sind einfach betüpfelt. Die Anzahl der Tüpfel
ist tangential kleiner, radial höher ; sie befinden
sich in eine Linie oder in zwei Reihen angeordnet
oder aber verstreut. Ihre Form gleicht den ent-
133
sprechenden einfachen Tüpfeln, die sich an den
Gefäßen befinden, sie sind jedoch gewöhnlich
etwas kleiner (f^-^).
Die inneren Markstrahlzellen erscheinen radial
sehr langgezogen und unterscheiden sich stark
von den Kantenzellen. Die äußeren Wände der
Kantenzellen erscheinen etwas wellig. Die Radial-
wände sind an Tüpfeln ärmer, als die tangentialen,
oder die unteren und oberen Wände. An den Radial-
wänden der sich mit Gefäßen berührenden Zellen
finden wir — den paratrachealen Parenchymen
gleich — größere Tüpfel (g). (A.)
Gattung 21. Celtis
CELTIS AUSTRALIS L.
Südlicher Zürgelbaum
Hackberry, Micocoutier, Arcidiavolo
Tafel 63
Gedeiht in Ungarn im Tisza—Maros-Winkel,
in Kroatien und in den südlichen Teilen von
Siebenbürgen, wo sich auch seine nördliche Ver-
breitungsgrenze befindet. In der Gegend des Mittel-
meeres hat sich diese Baumart überall verbreitet ;
erreicht ein hohes Alter und oft eine Höhe von
20 m.
Sehr hartes Holz, Splint grünlich-gelb, Kern-
holz grünlich-schwärzlich-braun.
Q. 1, 2. Ringporiges Holz, obwohl die Struk-
tur einigermaßen an die zerstreutporigen Hölzer
erinnert. Die weitlumigen Gefäße der Frühzone
radial nur ab und zu gepaart, meist vereinzelt.
Am Anfang der Frühzone bilden die Gefäße schmale
Ringe, radial aneinander gereiht oder dazwischen
auch englumigere Gefäße. Weitlumige Gefäße be-
finden sich — meist gleichmäßig verstreut —
auch in den übrigen Teilen des Jahrringes, sie
verjüngen sich aber immer mehr gegen den folgen-
den Jahrring zu. Sie besitzen hauptsächlich
Zwillingsporen, oder vereinigen sich zu dritt in
kleine Gruppen. Innerhalb der Gruppen können
die sich aneinander reihenden Glieder radial,
tangential oder schräg gerichtet sein. In geringerer
Zahl bilden sich auch Gruppen zu viert oder zu
fünft, deren Gefäße aber durch engere Lumina
gekennzeichnet sind. Die Gefäßgruppen werden
im Spätholz des Jahrringes von paratrachealen
Parenchymzellen begleitet. Diese erscheinen etwas
dunkler gefärbt und umfassen die Gefäßgruppen
ringartig. Neben diesen besteht die Grundmasse
aus einer Menge von Holzfasern, deren Anzahl
die der trachealen Elemente weit übertrifft. In
einzelnen Jahrringen bilden die paratrachealen
Parenchymzellen und Gefäßgruppen wellige, je-
doch wiederholt unterbrochene, meistens tangentiale
Linien, und zeigen dem Ulmenholz einigermaßen
ähnliche Zeichnungen. Die kräftigen Markstrahlen
werden an der Jahrringgrenze breiter, können aber
nicht nur an der Jahrringgrenze, sondern an
manchen Stellen auch im Inneren der Jahrringe
breiter werden, d. h. sie dehnen sich stellenweise
aus, bzw. verengen sich. Inmitten der breiten
Markstrahlen befinden sich vereinzelt, zu zweien
oder zu dreien, einschichtige" Markstrahlen. Die
Jahrringgrenze bleibt ziemlich gleichmäßig und
wird von den breiteren Markstrahlen sozusagen
ohne jede Veränderung durchquert.
R. 3. Im heterogenen Markstrahlgerüst weisen
sämtliche Markstrahlzellen — die Kantenzellen
ausgenommen — die gleiche Höhe auf, sind aber
radial von verschiedener Länge. Die Zellen der
ein- und zweischichtigen Markstrahlen werden
bedeutend höher, als die der mehrschichtigen.
Unter ihnen kommen auch aufrechte Formen vor.
Mit Gefäßen benachbart, finden wir die Mark-
strahlen von einfachen großen Tüpfeln bedeckt.
Am Radialschnitt verlaufen die Gefäße bedeutend
gleichmäßiger.
T. 4. Tangentialschnitt i. allg. wie beiden
Ulmenarten. Englumigere Gefäße, Tracheiden und
Gruppen der Holzparenchymzellen sind aber hier
nicht so regelmäßig wie bei den Ulmen. Am
Tangentialschnitt zeigen sich nämlich die sonst
bei den Ulmen infolge der Färbung leicht erkenn-
baren Zonen hier nicht. Die Markstrahlen sind i.
allg. 4 bis 50 Zellen hoch und 1 bis 8 Zellen breit.
Im Vergleich mit den breiten gibt es nur wenig
einschichtige Markstrahlen. Gefäßglieder kurz.
Die Querwände stehen unter einem Winkel von
45° zueinander. Ihr Ablauf ist wellig, sie schlän-
geln zwischen den großen Markstrahlen hin und
her. An den Tangentialwänden befinden sich
dicht verstreute Hoftüpfel. Die paratrachealen
Holzparenchymzellen sind in einer bedeutend
größeren Zahl, als die metatrachealen vorhan-
den.
E. In den breiteren Gefäßen erreichen die
Gefäßglieder eine Höhe, die ihre Breite ungefähr
um das doppelte übertrifft. Auch ihre Wände mit
größeren Hoftüpfeln bedeckt. An der Zahl sind
134
sie radial und tangential gleich. Die Höfe formen
Kreise oder kurze Ellipsen. Wo sie einander
berühren, werden sie eckig. Auch die Poren bilden
Kreise oder kurze Ellipsen. Diese liegen gewöhn-
lich waagerecht und umfassen die Höfe höchstens
zum 3/4 Teil. Bei englumigeren Gefäßen und
Tracheiden machen sich auch Spiralverdickungen
bemerkbar, ganz wie bei den Ulmen. Die Spiral-
fäden erscheinen ziemlich enggestellt und regel-
mäßig, sie können aber ab und zu auch verzweigen.
An jenen Teilen der Gefäße, die sich mit paren-
chymatischen Elementen berühren, bilden sich
einfache Tüpfel, die an Form, Größe und Anord-
nung mit den ähnlichen Tüpfeln der Ulmen über-
einstimmen. Die Perforationen der Gefäßglieder
sind einfach und der ganze Endwandteil geht in
denselben auf (a^^).
Die Struktur der tracheidenartigen Gefäße stimmt
mit jener der englumigeren Gefäße überein, Per-
forationen finden sich hier jedoch nur an dem einen
Ende. Infolge der geringeren Dimensionen der
Zelle bleiben auch die Hoftüpfel vielleicht etwas
kleiner, als bei den weitlumigeren Gefäßen.
Die einfachen sowie die Hoftüpfel der Tra-
cheiden stimmen mit denen der Gefäße überein, sie
sind jedoch etwas kleiner bemessen. Ihre Spiral-
verdickungen erscheinen ziemlich dicht. Die Breite
der Tüpfel übertrifft kaum die der Fasern. Am
einen Ende, mitunter an beiden Enden, sind sie
faser artig ausgebildet. Die weitlumigeren haben
stumpfe Enden (c). Die Wände der Holzfasern
spitzen sich dünn und länglich zu. An den Holz-
fasern befinden sich sehr kleine, spaltartige, ein-
fache Tüpfel. Die in der Mitte sichtbaren kleinen
Kreise stellen eigentlich die äußeren Porenmunde
dar. Tüpfel bloß radial und in geringer Anzahl
(<^)-
Die Wände der metatrachealen Holzparenchym-
zellen zeigen dieselbe Dicke, wie die der Holzfasern.
Die Tangentialwände bleiben glatt oder erscheinen
bloß ab und zu betüpfelt, die Radialwände weisen
aber immer Tüpfel auf. In den paratrachealen
Holzparenchymzellen sind große Tüpfel, während
an den Wandteilen, die sich mit Gefäßen berühren,
sich zahlreiche kleine Tüpfel befinden
Von den Markstrahlzellen erscheinen die inne-
ren radial langgezogen, von geringer Höhe, während
die Kantenzellen und die Zellen der einschichti-
gen Markstrahlen kürzer, jedoch höher sind. Bei
beiden Zellenarten finden wir radial eine spärliche,
tangential, sowie an den unteren und oberen Wänden
eine reiche Betüpfelung (g). (A.)
CELTIS CAUCASICA Willd.
Kaukasischer Zürgelbaum
Tafel 64
Verbreitungsgebiet : Kaukasien, Westasien.
Ein umfangreicher Baum, welcher eine Höhe von
20—25 m erreicht ; in seinem Habitus der Celtis
australis ähnlich.
Q. 1, 2. Struktur entschieden ringporig. Im
ersten Frühholz formen weitlumige Gefäße einen
fast zusammenhängenden Ring. Lumina der Tra-
cheen und Tracheiden verschieden ; Durchmes-
ser 15—180 p. Im Jahrringfeld stehen die weit-
lumigen Gefäße allein, oder sie bilden 2—3glied-
rige Porenstrahlen, oder aber schließen sich
Gefäße und Tracheiden zu den die Ulmen kenn-
zeichnenden i großen Porengruppen zusammen.
Die Grundmasse besteht hauptsächlich aus Fasern
und Fasertracheiden, es ist jedoch auch Holz-
parenchym ziemlich reichlich vorhanden. Mark-
strahlen 2—3 Zellenreihen breit, an der Jahrring-
grenze etwas ausgebreitet.
R. 3. Heterogene Struktur der Markstrahlen
auf dem Radialschnitt besonders auffallend. In-
nere Zellen langgestreckte liegende Rechtecke,
Kantenzellen — manchmal in 5—6 Reihen ange-
ordnet — eher quadratisch oder sechseckig. In
den Gefäßen Thyllen reichlich vorhanden.
T. 4. Markstrahlen heterogen, 1—50 Zellen
hoch, 1—6 Zellen breit, Kantenzellen jeweils
höher. Auch die an breite Markstrahlen grenzen-
den Zellen sind bedeutend breitlumiger als die
inneren, was ein die Celtis von den Ulmus-Arten
unterscheidendes Merkmal darstellt (Scheidezellen).
Form und Anordnung der Markstrahlzellen, wie
bei den beiden anderen Celtis-Arten.
E. Gefäßglieder teils ganz niedrig und tonnen-
förmig, teils langgestreckt und schnabelartig zu-
gespitzt. Gefäßwände von Hoftüpfeln dicht be-
deckt, wobei sich die Tüpfel nicht berühren.
Öffnungen waagerecht oder schräg. Wände der
langgestreckten Gefäßglieder außer verstreuten
Hoftüpfeln auch von feinen Spiralverdickungrn
bedeckt ; die Spiralen verlaufen dicht nebenein-
ander oder in größeren Abständen (a{^).
In den Tracheiden fast immer Spiralverdickun-
gen. Im übrigen sind die Tracheiden in ihrer
Struktur mit den Gefäßen übereinstimmend (c^^).
Holzfasern: langgezogene spindelförmige Zel-
len. Wände glatt oder mit spärlichen spaltartigen
Tüpfeln. Länge der Fasern 430—1000 Breite
kaum 15—20 p (d1^3).
135
Holzparenchymzellen schmiegen sich teils allein-
stehend, teils in kleineren oder größeren Ballen
an Gefäße und Tracheiden an. Ihre Wände, auch
die waagerechten, von einfachen Tüpfeln dicht
besetzt. Höhe der Zelle 40—100 /z, Breite 10—20 p.
Wände einiger Holzparenchymzellen erheblich
verdickt ; an der Außenseite der Wände bilden
sich zapfenartige Verdickungen. In diesen Paren-
chymzellen erscheinen die einfachen Tüpfel ge-
wöhnlich als liegende Ellipsen. In einigen Holz-
parenchymzellen vereinzelte Kalziumoxalatkris-
talle (f^).
In den Markstrahlen erscheinen die inneren
Holzparenchymzellen als langgestreckte, die äuße-
ren meist als stehende Rechtecke, wodurch die
heterogene Struktur der Markstrahlen erwiesen
erscheint. In den Markstrahlzellen die kleinen Tüp-
fel entweder kreisförmig, oder liegende schmale
Ellipsen. Höhe der Mark Strahlzellen 5—27 /z,
Breite 5—13 fj. (gi-z). (A.)
CELTIS OCCIDENTALIS L.
Amerikanischer Zürgelbaum
Western nettle tree, Sugar berry
Tafel 65
Stammt aus Nordamerika.
Q. 7, 2. Der Unterschied zwischen diesem
Baum und der Celtis australis offenbart sich in
erster Linie in den schmaleren Jahrringen, ferner
darin daß die größeren Gefäße bloß unmittelbar
am Anfang der Frühzone zu Porenringen vereini-
gen. Im Spätholz sieht man nur englumige Ge-
fäße, Tracheiden, Holzfasern und Holzparenchym-
zellen. Diese häufen sich zu den gewissen — schon
bei der Celtis australis erwähnten — kleineren
oder größeren, lichteren Feldern, die aber hier
bereits in ausgeprägtere und mehr zusammen-
hängende Linien geordnet sind. Diese Felder er-
scheinen in dem einen Jahrring als etwas wellige
Linien, die zur Jahrringgrenze parallel verlaufen,
im anderen dagegen sind sie, und zwar den ganzen
Jahrring hindurch, im großen ganzen unter einem
Winkel von 30° angereiht. Die Größe der Lumina
der Gefäße hängt auch hier davon ab, ob die Ge-
fäße vereinzelt oder in Gruppen geordnet vorkom-
men. Die Markstrahlen sind breit, es gibt auch
ein- bis dreischichtige. An der Jahrringgrenze
— oft aber auch im Jahrring selbst — werden sie
bald breiter, bald schmaler, verlaufen jedoch
nicht so parallel wie bei Celtis australis. Die Holz-
fasern verflachen an der Jahrringgrenze radial
und erwecken den Eindruck viel breiterer Streifen,
als man sie bei Celtis australis beobachten konnte.
R. 3. Zwischen den Zellen der ein- und mehr-
schichtigen Markstrahlen, sowie in der Höhe der
Kantenzellen ergeben sich — von der Breite der
Markstrahlen unabhängig — auchhier Verschieden-
heiten ; die Markstrahlen sind also heterogen.
Auch der Ablauf der Gefäße erscheint viel regel-
mäßiger, als bei den anderen Ce/tis-Arten.
T. 4. Der Tangentialschnitt ist dem der ande-
ren Celtis-Aiten sehr ähnlich. Die Markstrahlen
sind etwas breiter, da hier auch acht- bis neun-
schichtige ziemlich oft vorkommen. Sie sind auch
etwas gleichmäßiger und höher, wodurch die Fa-
sern mehr in gerader Richtung verlaufen und weni-
ger herumschlängeln, als die der vorigen Art.
Das ergibt sich aus dem Umstand, daß die Mark-
strahlen sich nicht so jäh zuspitzen, sondern sich
nur allmählich verjüngen. Die Gefäße enthalten
häufig Thyllen.
E. Die Frühgefäße haben weite Lumina. Im
Querschnitt erscheinen sie ellipsenförmig oder
annähernd kreisrund. Die Wände ziemlich stark
und sind von einfachen oder Hoftüpfeln dicht
bedeckt, die in Form, Größe und Anordnung mit
denen von C. australis übereinstimmen. Die regel-
mäßigen Kreisformen der Höfe erfahren infolge
der dichten Anordnung zuweilen gewisse Ver-
änderungen. Der Form nach weisen die Gefäßglie-
der keine besondere Mannigfaltigkeit auf und
bleiben an beiden Enden ganz offen. Die einfachen
Perforationen neigen sich quer zur Längsachse
der Gefäße oder unter kleineren oder größeren
Winkeln. Die Gefäßglieder sind kurz und über-
treffen ihre Breite höchstens um das zweifache
Die Lumina der tracheidenartigen Gefäße und
der engen Gefäße erscheinen bedeutend schmaler
bemessen als die der anderen Gefäße. Ihre Wände
sind von einfachen und Hoftüpfeln bedeckt. Die
Tüpfel haben — wie bei der vorigen Art — eine
kreisrunde Form. Auch ihre Poren bilden an-
nähernd Kreise. Die Perforationen sind einfach und
an beiden Enden des Gefäßes von der Spitze etwas
weiter entfernt angeordnet. Außer den zweierle i
Tüpfeln sind in den engeren und tracheidenartigen
Gefäßen auch Spiralverdickungen, deren Form mit
den oben besprochenen übereinstimmt.
Die Tracheiden weisen dieselben Maße auf, w ie
die tracheidenartigen Gefäße, und sind auch an
136
Hoftüpfeln ebenso reich. Ihre Struktur, Größe
und Anordnung ist dieselbe, wie bei C. australis.
Auch die Spiralverdickungen sind vorhanden.
Die Wände der Holzfasern entsprechen unge-
fähr dem halben Durchmesser der Lumina. Die
beiden Enden spitzen sich gewöhnlich langge-
streckt zu und sind nicht mannigfaltig (d^t).
Die Betüpfelung der Radialwände gleicht der von
C. australis.
Die Form der zahlreichen Holzparenchym-
zellen ziemlich eintönig. An Größe zeigen sich
gewisse Verschiedenheiten. Die Zellen gleichen
langen Ziegeln, die tangential stets schmaler blei-
ben als radial. Die Wände sind mit einfachen
kleinen Tüpfeln unregelmäßig bestreut. Das Vor-
kommen und die Anordnung der Tüpfel ist wie
bei Celtis australis (ß-3)-
Der Größe nach können zweierlei Markstrahl-
zellen unterschieden werden. Einzelne erscheinen
radial stark langgezogen, andere derart kurz, daß
ihre Länge durch die Höhe mehrfach übertroffen
wird. Ob tangential oder radial, haben diese
Zellen mit einfachen Tüpfeln dicht bestreute,
ziemlich dicke Wände. Die Markstrahlzellen der
zweiten Gruppe weisen sehr mannigfaltige For-
men auf; zuweilen enthalten sie Kalziumoxalat-
kristalle (g). (A.)
Gattung 22. Zelkova
ZELKOVA CARPINIFOLIA K. Koch
Kaukasische Zelkove
Tafel 66
Verbreitungsgebiet : Kaukasien. Der Baum
erreicht eine Höhe von etwa 25 m.
Q. 1, 2. Struktur im großen und ganzen wie
bei Zelkova serrata. Entschieden ringporiges Holz.
Während aber die weitlumigen Gefäße im Früh-
holz an der Jahrringgrenze der Z. serrata in 1—2
etwas lockeren Reihen anzutreffen sind, ordnen
sie sich bei Z. carpinifolia fast immer in 2 (3)
Reihen an. Im Jahrring stellen sich 30 bis 40 von
den englumigeren Tracheiden in waagerechte oder
etwas schräge, aber das ganze Jahrringfeld um-
fassende Gruppen zusammen. Hierin ist die Art
besonders der Ulmus laevis sehr ähnlich. Mark-
strahlen 6—8 Zellen breit.
R. 3. Auch in der Radialstruktur im großen
und ganzen mit Z. serrata übereinstimmend. Weit-
lumige Gefäßglieder kurz, tonnenförmig, Wände
dicht von Hoftüpfeln besetzt, die sich i. allg. in
waagerechte Reihen anordnen ; Mündungen der
Hoftüpfel waagerecht. In schmaleren Gefäßen
und in Tracheiden sind stets Spiralverdickungen
fest zustellen. Markstrahlen nur äußerst selten
heterogen, wobei die Kantenzellen Quadrate oder
etwas stehende Rechtecke darstellen. Wände der
Markstrahlzellen verhältnismäßig dick. Die lie-
genden Markstrahlzellen sind nur selten von
stehenden eingefaßt ; letztere sind bisweilen 2—
3mal höher, als die inneren Zellen.
T. 4. Es fällt die große Menge der 6—8 Zellen
breiten und manchmal 70 Zellen hohen Mark-
strahlen auf. Markstrahlen heterogen, also wie
bei den CeZtis-Arten, da die begrenzenden Kanten-
zellen höher sind, als die inneren Zellen. Zwischen
den Markstrahlen eng- oder weitlumige Gefäße,
Tracheiden, Holzfasern und vor allem Holzparen-
chymzellen.
E. Elemente weitgehend denen der Celtis-
und Ulmus-Arten ähnlich, deren Eigentümlich-
keiten bei der Besprechung der Schnitte bereits
hervorgehoben wurden. Auch in diesem Holz gibt
es breite und tonnenförmige Gefäße mit Hoftüpfeln,
langgestreckte Gefäße tracheidenartige
Gefäße (b), Tracheiden mit spiralen und hoftüpfeli-
gen Verdickungen (c), langgestreckte Holzfasern
Ersatzfasern (hr^) und Fasertracheiden
(e), die machmal eine Länge von 510—1200 p
erreichen, während ihre Breite nur 10—15 p be-
trägt (d1_^). Holzparenchymzellen ziemlich lang
(40—110 p), ihre Breite nur 10—16 p (ß-^).
Höhe der mittleren Markstrahlzellen 8—13 p,
die der äußeren Kantenzellen sogar 27—40 p. In
den Markstrahlzellen, aber auch in den Parenchym-
zellen gibt es viele einfache Tüpfel, die meistens
in gepaarten Reihen erscheinen (A.)
ZELKOVA SERRATA Mak.
Zelkove
Tafel 67
Verbreitungsgebiet : West- und Ostasien, auch
in Europa gepflanzt.
Xylotomisch gleicht das Holz dem der Ulmus-
und Celtis-Arten. Die Anordnung der Gefäße auf
ihrem Querschnittsbild erinnert am meisten an
Celtis australis und kann von dieser nicht leicht
unterschieden werden.
137
Q. 1, 2. Eher ringporiges Holz, da die für
die Frühzone bezeichnenden weitlumigen Gefäße
auch in der Spätzone ziemlich zahlreich vorkom-
men. In der Spätzone nimmt jedoch ihre Anzahl
und Lumengröße stufenweise ab. Die Frühgefäße
mit den weitesten Lumina bilden an der Jahrring-
grenze schmale Ringe. Die Gefäße bleiben, obwohl
sie ziemlich nahe aneinander liegen, i. allg. trotz-
dem vereinzelt und berühren einander radial oder
tangential nur selten. In solchen Fällen bilden sie
Zwillingsporen oder ganz kurze Porenstrahlen.
An der Bildung der Ringe können auch Gefäße
von geringerem Ausmaß beteiligt sein. In die
Porengruppen mischen sich — besonders in den
späteren Abschnitten der Spätzone — auch eng-
lumigere Gefäße ein. Den Gefäßgruppen schließen
sich möglicherweise auch paratracheale Paren-
chyme, ferner metatracheale Parenchyme und
Fasertracheiden an. In solchen Fällen können sich
für Ulmus und Celtis kennzeichnende Flecke und
mehr oder weniger zusammenhängende Felder
bilden, deren Anordnung und Form dieselbe ist,
wie bei Cellis, während ihr Auftreten und ihre
Anzahl je nach den Jahrringen wechseln. Die
Grundmasse besteht aus dünnwandigen Faser-
tracheiden, Holzparenchymen und Holzfasern.
Wanddicke und Lumina haben in der Früh-,
bzw. Spätzone beinahe identische Dimensionen.
An der Bildung der Jahrringgrenze beteiligen sich
bloß ein- oder zweireihige Holzfasern, aber auch
diese sind nur mäßig flachgedrückt. Infolgedessen
wird die Jahrringgrenze durch den Porenring
eigentlich nur angedeutet. Die Markstrahlen
gleichen denen der Ulmus- und der Celtis-
Arten.
R. 3. Die Perforationen der weitlumigen Ge-
fäße liegen senkrecht zur Längsachse der Gefäße
und weichen von dieser Richtung nur selten u.
zw. in sehr geringem Maße ab. Die Perforationen
der englumigeren Gefäße stehen schräg zur radia-
len Ebene, sind also leicht bemerkbar. Die Per-
forationen der aneinander gelegenen Gefäßglieder
befinden sich in gleicher Höhe. Die auffällig hete-
rogenen Markstrahlen gleichen denen der Celtis-
Arten. Die schmalen und langgezogenen inneren
Zellen werden gegen die Kanten zu allmählich
kürzer. Die Randzellenreihen erscheinen mehr
quadratisch, während die Kantenzellen meistens
aufrechte Ziegelformen aufweisen. Quadratische,
sowie aufrechte Formen kommen auch im Inneren
der Markstrahlen vor ; diese Erscheinung läßt auf
die Verschmelzung zweier Markstrahlen schließen.
Die Zellen der einschichtigen Markstrahlen stellen
Quadrate oder kürzere Ziegelformen dar.
T. 4, Auch der Tangentialschnitt sieht dem
von Celtis stark ähnlich, weicht aber von demsel-
ben in gewisser Hinsicht ab. Der Ablauf der Ge-
fäße und der Fasern erscheint hier bedeutend
gleichmäßiger als bei den Celtis oder Ulmus-Arten,
was auf die schmaleren und höheren Mark-
strahlen zurückzuführen ist. Die breiteren Mark-
strahlen haben hier nämlich eine Breite von nur
3 bis 4 Zellen. Ihre Höhe erreicht 50 bis 60 Zellen.
Die Breite der Markstrahlen bei den Cehis-Arten
beträgt dagegen 6 bis 8 Zellen, und die sind auch
ein wenig kürzer. Die Markstrahlen von Zelkova
haben eher die Form einer stark zugespitzten
Spindel. Die Höhe der einschichtigen Markstrahlen
beträgt 1 bis 20 Zellen. Metatracheale Parenchym-
reihen kommen seltener, paratracheale Elemente
jedoch häufiger vor.
E. Auch die Elemente gleichen stark denen der
Celtis und der Ulmus-Ailen. Unterscheidende
Merkmale der Arten können fast unmöglich fest-
gestellt werden. In den äußerst weitlumigen Früh-
gefäßen kommen auch hier bloß einfache- und
Hoftüpfel vor, in den englumigeren findet man
aber auch Spiralverdickungen. Die Hoftüpfel der
weitlumigen Gefäße sehen denen der Ulmen ähn-
lich, da die linsen- oder spaltartigen Poren den
kreis- oder ellipsenförmigen Hof meistens ganz
umfassen oder sogar dessen Grenzen überschreiten.
Die Hoftüpfel der englumigeren Gefäße gleichen
ebenfalls denen der vor erwähnten UZmus-Arten,
die runden oder ellipsenförmigen Poren umfassen
aber die Höfe nicht. Die einfachen Tüpfel entstehen
an den Berührungsstellen, obwohl daselbst auch
Hoftüpfel möglich sind. Diese gleichen den übrigen,
nur haben sie größere und breitere Poren. Sie sehen
einigermaßen den einfachen Tüpfeln der Parenchy-
men ähnlich, infolge ihrer Spiralverdickungen ste-
hen sie aber denen der Celtis-Arten näher
Auch tracheidenartige Gefäße sind vorhanden.
Die Tracheiden stimmen in Form und Struktur
mit denen der Celtis-Arten überein. Ihre Enden
spitzen sich gewöhnlich zu. Ihre Zahl ist jedoch
gering
Die spärlich vorhandenen Fasertracheiden ha-
ben dünne Wände ; ihre Breite entspricht jener
der Fasern und der Tracheiden. Die Radialwände
sind von sehr kleinen Hoftüpfeln ziemlich reich
bedeckt. Die Poren liegen schräg oder senkrecht ;
sie umfassen oder überschreiten die Höfe und sind
an den Enden zugespitzt.
138
Die Holzfasern bestehen aus jäh zugespitzten,
mitunter stumpf endenden, dünnwandigen Zellen,
die tangential tüpfelfrei sind. An den Radial-
wänden erscheinen die Hoftüpfel in unbedeuten-
der Anzahl, und überschreiten die Höfe
Hie Holzparenchymzellen sind ziemlich langge-
zogen, die Tangentialwände nur spärlich betüpfelt.
Radial, besonders in Berührung mit Gefäßen,
haben sie bedeutend mehr Tüpfel. Die Wände sind
sehr dünn (fi~2).
Auch die Markstrahlzellen sind dünnwandig-
ihre Formen wurden beim Radialschnitt bereits
behandelt. Die radialen, besonders aber die waage-
rechten Wände reich betüpfelt (g). (J.)
IX. SANTALACEAE
Gattung 23. Osyris
OSYRIS ALBA L.
Harnstrauch
Zukvica
Tafel 68
Ein halbschmarotzender mediterraner Strauch.
Q. 1, 2. Kein ausgesprochen ringporiges Holz,
obgleich die weitlumigeren Gefäße im Frühholz
neben der Jahrringgrenze einen zt lockeren Poren-
ring bilden. Der Unterschied zwischen den weit-
lumigen Gefäßen des Frühholzes und den englumi-
gen des Spätholzes ist auffallend. Einige Früh-
jahrsgefäße sind 5—6mal weiter, als die anliegenden
Spätholzgefäße. Gefäße nur einzeln ; bilden weder
Zwillingsporen noch Porenstrahlen. Grundmasse
besteht aus dickwandigen Holzfasern und sehr
wenig Holzparenchym. Markstrahlen dicht ge-
stellt und 2—6 Zellen breit. Die Markstrahlzellen
der radial verlaufenden breiten Markstrahlen sind
verhältnismäßig kurze Rechtecke, bisweilen Quad-
rate. Die Markstrahlen durchqueren die Jahrring-
grenze ohne sich besonders zu verändern.
R. 3. Markstrahlen auffallend hoch ; Mittel-
und Kantenzellen quadratisch ; letztere mitunter
etwas höher und schmaler ; Wände dicht, einfach
betüpfelt. Tracheen mit einfachen Durchbrechun-
gen ; Wände von einander nicht berührenden
Hoftüpfeln mit schräggestellten und überkreuzten
Öffnungen dicht bedeckt. Auffallend viel Holz-
parenchym mit verhältnismäßig großen und ellip-
senförmigen einfachen Tüpfeln in waagerechter
regelmäßigen Anordnung. Holzfasern dickwan-
dig ; sporadisch verhältnismäßig kleine spaltar-
tige Tüpfel, gewöhnlich mit überkreuzten Mün-
dungen.
T. 4. Heterogenes Markstrahlgerüst ; Mark-
strahlen überwiegend 2—3—5 Zellen breit, mit-
unter einschichtig ; die einschichtigen kaum
2—6 Zellen, die breiteren 60—70 und auch 120
Zellen hoch : letztere sind wahrscheinlich das
Ergebnis einer Verschmelzung von 2—3 überein-
anderlaufenden einfachen Markstrahlen. Zwischen
den Markstrahlen Holzparenchym und auch Holz-
fasern ziemlich reichlich. Tangentialwände der
Markstrahlzellen von einfachen Tüpfeln dicht
besetzt. Im Querschnitt stellen die Zellen der
mehrschichtigen Markstrahlen i. allg. verlängerte
Vierecke oder Vielecke, die der einschichtigen
langgestreckten Ellipsen dar.
E. Gefäßdurchbrechungen einfach ; oberhalb
der Perforation ein längerer oder kürzerer Schna-
bel, worin manchmal auch Hoftüpfel vorkommen.
Die kleinen einfachen Tüpfel zerstreut oder in
Reihen bzw. Doppelreihen angeordnet. Zwischen
den Hoftüpfeln befinden sich mitunter auch ein-
fache ; an diesen Stellen berührt sich das Gefäß
mit den stehenden Markstrahlzellen. Keine Spiral-
verdickungen (ar .
Tracheiden strukturell mit den Gefäßen über-
einstimmend, Öffnungen der Hoftüpfel etwas
schräg (c).
Holzfasern ziemlich dickwandig, mit spalt-
artiger Tüpfelung und verschiedenartig ausge-
bildeten Enden (d^^).
Holzparenchym 60—120 /z lang, 5—15 p breit,
enthält wenige kreisförmige einfache Tüpfel ;
Zellen bisweilen verhältnismäßig kurz und breit,
den Markstrahlzellen ähnlich (f^^)*
Markstrahlzellen von zweierlei Form : die
inneren kurze Rechtecke und Quadrate, die
äußeren hingegen stehende Rechtecke ; die Mark-
strahlen sind also heterogen, und es kommen man-
nigfaltige Formen vor. Die kleinen Tüpfel der
inneren Markstrahlparenchymzellen sind kreis-
förmig, die der Kantenzellen, und besonders die
der höheren stellen linear gestreckte und
verhältnismäßig große Ellipsen dar
(J.)
139
X. LORANTHACEAE
Gattung 24. Viscum
VISCUM ALBUM L.
Mistel
Mistletoe visco, Gui commun
Tafel 69
Verbreitungsgebiet : ganz Europa.
Die Anordnung der Gefäße weist — beson-
ders im Querschnitt — eine große Unbestimmtheit
auf; die einzelnen Elementengruppen sind von-
einander nicht scharf abgesondert, sondern ver-
mengen sich, und darum zeigt das Querschnittsbild
keine kennzeichnenden Merkmale.
Q. I, 2. Zerstreutporiges Holz. Die Gefäße sind
jedoch i. allg. sehr ungleichmäßig verstreut, zu-
weilen markstrahlartig in radiale Reihen geordnet.
Solche Gefäßreihen können oft mehrere Jahrringe
hindurch verfolgt werden. Mitunter breiten sie sich
wiederholt aus, oder verschmälern sich, werden
auch unterbrochen oder verzweigen sich. An den
breiteren Stellen können auch 6 bis 7 Gefäße vor-
handen sein, während in den Reihen gewöhnlich
nur 3 bis 5 Gefäße sich nebeneinander befinden.
Innerhalb der Reihen stehen die Gefäße in Berüh-
rung miteinander. In Hinblick auf Größe und
Wanddicke zeigt sich zwischen den Früh- und
Spätgefäßen fast überhaupt kein Unterschied.
Ihr Querschnitt ist kreisförmig. Die Gefäße der
Frühzone sind kaum bemerkbar größer, als die der
Spätzone. Die Markstrahlen verlaufen inmitten
der Gefäßreihen. Weder die Zellen, noch die Mark-
strahlen weisen eine ganz bestimmte Form und
Anordnung auf. Ihrem zickzackartigen Lauf nach
können sie von wechselnder Breite sein, dringen
oft zwischen die Reihen der Gefäße oder der Fasern
ein und stören deren Anordnung. Dies kann aber
auch umgekehrt geschehen. Die Zwischenräume
der Gefäße und der Markstrahlen werden von
Holzfasern mit besonderer Wandstärke ausgc-
füllt, sind also im großen und ganzen in radiale
Reihen geordnet. Sie erreichen manchmal Wand-
dicken, die die Lumina fast vollkommen ver-
decken. Zwischen Früh- und Spätfasern ist kein
Unterschied feststellbar, auch in der Jahrring-
grenze sind keinerlei Veränderungen bemerkbar.
Das Holz von Viscum album erscheint also sehr
gleichmäßig; zwischen Früh- und Spätzone be-
steht kein Unterschied. Die Jahrnnggrenze bleibt,
besonders bei stärkerer Vergrößerung, fast un-
bemerkbar. Sie ist manchmal gewellt, diesbezüglich
kann jedoch keine Regelmäßigkeit festgestellt
werden.
-R. 3. Die Markstrahlen sind ziemlich mannig-
faltig ; liegende oder aufrechte Ziegelformen,
Quadrate, Rhomben oder sonstige unregelmäßige
Formen kommen gleichermaßen wor. Die dicken
Wände weisen eine ziemlich reiche Betüpfelung
auf. Die Tüpfel gleichen mehr Ellipsen als Kreisen
und sind quergestellt. Es gibt wenig Holzparen-
chymzellen und diese sind i. allg. den Markstrahl-
zellen ähnlich.
T. 4. Ablauf der Gefäße sowie der Fasern
wellig. Die Gefäßglieder bleiben kurz. Sie sind gar
nicht oder höchstens nur etwas weiter als die
Fasern. Die Wände sind i. allg. ziemlich reich
hofbetüpfelt. Einfache querliegende Perforationen.
Markstrahlen von verschiedener Breite, ein- bis
vier- oder fünfschichtig. Auch ihre Höhe ist recht
verschieden : oft bloß einige Zellen, manchmal
sogar 40 bis 50. Der Form nach sind die Mark-
strahlen unbestimmt. Ihr Ablauf unter den Fasern
und Gefäßen gewellt. Die Markstrahlen werden
breiter oder enger, es kommt aber vor, daß sie
durch die Fasern zerstückelt werden. Im Quer-
schnitt erscheinen ihre Zellen als Kreise, Ellipsen
oder von unregelmäßiger Form ; die Wände sind
betüpfelt.
E. Walzen ähnliche Gefäßglieder mit starken
Wänden, stets länger als breit, gewöhnlich kurz,
wobei ihre Breite niemals mehr als drei- oder
vierfach von der Länge übertroffen wird. Einigt*
haben eine kurze Tonnenform. Einfache Per-
forationen an den Enden angeordnet und quer-
liegend, an Größe und Form mit den Lumina
der Gefäße übereinstimmend. Sämtliche Gefäß-
wände an einfachen und Hoftüpfeln ziemlich
reich, jedoch unregelmäßig bestreut; Die einfachen
und Hoftüpfel, bzw. deren Poren bilden quer-
stehende Ellipsen, bei den einfachen kommen
auch Kreise vor. Die Größe der paratrachealen
Zellen stimmt mit jener der Gefäße überein.
Die Wände sind verschieden stark und von
einfachen Tüpfeln ziemlich reich bedeckt
(ais)-
Die Holzfasern weisen sehr mannigfaltige
Formen auf; ihre Länge ist verschieden zuge-
140
spitzt oder stumpf abgerundet, zuweilen auch
verzweigt. Gewöhnlich erscheinen sie zickzack-
artig mit verschiedenen Lumina. Die Wrände sind
sehr dick und von stark schichtiger Struktur.
Einfache, spaltartige Tüpfel sind in verschiedener
Größe vorzufinden, dies ist jedoch infolge der
Streifelung schwer zu beobachten (d{_J.
Markstrahlen, sowie Holzparenchymzellen haben
ziemlich dicke Wände und größtenteils eine un-
regelmäßige Betüpfelung. Auch die Form der
Markstrahlzellen weist gewisse Unregelmäßigkei-
ten auf. Die Höhe der Holzparenchymzellen ent-
spricht meistens der Höhe der Gefäße f/i-3, g).
(A.)
Gattung 25. Loranthus
LORANTHUS EUROPAEUS L.
Europäische Riesenblume
Loranthe commun
Tafel 70
Verbreitungsgebiet : Europa.
Q. 1, 2. Vom xylotomischen Standpunkt be-
sitzt diese Art eine bedeutend ausgeprägtere
Struktur als Viscum album, da die einzelnen
Elementengruppen ziemlich scharf abgesondert
erscheinen. Kann als ringporiges Holz betrachtet
werden, obwohl die großen Gefäße der Frühzone
wegen der breiten primären Markstrahlen keine
zusammenhängenden Reihen bilden, sondern nur
in Gruppen angeordnet verlaufen. Unter den
Gefäßen kommen auch einige Holzparenchyme,
bzw. Holzfasern vor. In der Spätzone des Jahrringes
finden wir die Gefäße mehr radial geordnet. Die
Markstrahlen sind gewöhnlich breit, die breitesten
zehn- bis zwölfschichtig, es gibt aber — haupt-
sächlich in den ersten Jahrringen — auch zwei —
bis dreischichtige. Sie sind sehr dicht nebenein-
ander angeordnet und die dazwischen befindliche
Grundmasse ist nicht, oder kaum breiter als
mancher breite Markstrahl. Die Markstrahlen ver-
engen sich — die Porenringe der Frühzone durch-
schreitend — infolge der Nähe der Gefäße ; in
der Spätzone werden sie wieder breiter. Die Zellen
erscheinen kurz, und haben an den waagerechten
Wänden ziemlich viele Tüpfel. Die Grundmasse
besteht aus Holzfasern mit ziemlich starken Wän-
den, die jedoch die Wandstärke von Viscum nicht
erreichen. Ihre Zahl bleibt im Verhältnis zu den
vielen Gefäßen, Markstrahlen und Holzparenchym-
zellen ziemlich beschränkt. Die Wanddicke der
para- und metatrachealen Parenchymzellen kann
als mittelmäßig bezeichnet werden. Ihre Quer-
schnitte bilden Kreise oder schräg radiale
Ellipsen.
R. 3. Im Radialschnitt fallen in erster Reihe
die vielen und mächtigen Markstrahlen, sowie
die ebenfalls zahlreichen englumigen Spätgefäße
auf. Die Zellen der Markstrahlen sind kurz, mei-
stens von liegender oder aufrechter Ziegelform, oft
aber auch quadratisch oder unregelmäßig. Die
Radialwände weisen eine ähnliche Betüpfelung
auf wie bei den anderen Arten. Sämtliche Gefäß-
glieder haben ungefähr die gleiche Länge. Die
einfachen Perforationen der benachbarten Zellen
liegen in gleicher Höhe. Die englumigeren werden
nicht breiter als die Fasern. An ihren Wänden
befinden sich Spiralverdickungen. In der Spätzone
außer Gefäßen und Parenchymen auch ziemlich
zahlreiche aneinandergeschmiegte Ersatzfasern.
Diese bestehen aus mehr oder weniger dickwan-
digen prosenchymatischen Zellen, und spitzen
sich an beiden Enden zu, erscheinen also mehr
oder minder spindelförmig. Ihre Wände sind —
wie bei den Holzparenchymen — einfach be-
tüpfelt. Ihre Länge entspricht jener der Gefäß-
glieder.
T. 4. Die Breite der Markstrahlen wechselt
selbst innerhalb desselben Markstrahles. Besonders
hohe übersteigen die Höhe von 100 bis 200 Zel-
len. Die Anordnung der Zellen unbestimmt, auch
in der Form zeigt sich eine große Mannigfaltigkeit:
Kreise, Ellipsen oder auch ganz unregelmäßige
Formationen. Es kommen auch ziemlich große Zel-
len von mittlerer Wandstärke vor.
E. Die Gefäßglieder gleichen i. allg. denen von
Viscum, auch ihre Länge stimmt i überein, die
Wände sind jedoch dünner. Ihre Perforation und
Betüpfelung auch wie bei Viscum. Hoftüpfel
und Poren querliegend, elliptisch. Die Poren um-
fassen die Höfe meist ganz oder nähern sich den-
selben stark ; zuweilen durchschreiten sie die
Höfe. In englumigeren Gefäßen kommen auch
Spiralverdickungen vor. Die Leisten verlaufen ziem-
lich dicht und regelmäßig. In den weitlumigen
Frühgefäßen befinden sich keine Spiralverdickun-
gen
Holzparenchyme (ß-2), sowie Holzfasern und
Markstrahlzellen wie bei Viscum (d, g). (J.)
141
XI. EUPHORBIACEAE
Gattung 26. Euphorbia
EUPHORBIA DENDROIDES L.
Strauchwolfsmilch
Tafel 71
In Europa ist dieses Gewächs der Mittel-
meerländer die einzige Euphorbia-Art mit hölzer-
nem Stengel ; sie soll daher hier als einzige Ver-
treterin dieser Familie behandelt werden.
Q. 7, 2. Kann als zerstreutporiges Holz ange-
sehen werden, da die Jahrringgrenze verschwom-
men, kaum bemerkbar ist. Im Jahrring findet
man die im Querschnitt eckigen Gefäße von 10—110
p Durchmesser vereinzelt oder in aus 8—10—12
Gefäßen bestehenden Porenstrahlen angeordnet.
Die Lumina der Gefäße sind in der Nähe des
Frühholzes enger, erweitern sich aber allmählich
gegen das Spätholz zu, wo ihre Querschnitte vier-
oder sechseckig sind. Der Porenstrahl umfaßt
manchmal den ganzen Porenring, wobei die Poren-
strahlen wiederum nebeneinander geraten und zwei-
dreireihige Porenstrahlen bilden. Die Markstrah-
len sind kaum bemerkbar und nur eine Zellen-
schicht, manchmal zwei Schichten breit. Ihre
Querschnitte und die Dicke ihrer Wände stimmen
mit denen der Tracheiden der Grundmasse überein
und unterscheiden sich von den Fasertracheiden
nur darin, daß es in den waagerechten Wänden
der Markstrahlzellen dicht verstreute, kleine ein-
fache Tüpfel gibt. Neben den weitlumigen Gefäßen
finden sich auch englumigere Gefäße und Tra-
cheiden.
R. 3. Es fällt die heterogene Struktur der
Markstrahlzellen auf. Kein anderer europäischer
Baum oder Strauch besitzt derart hohe Mark-
strahlzellen ; somit bilden diese ein höchst ver-
läßliches Unterscheidungsmerkmal.
T. 4. Sehr auffällig ist die große Höhe der
Markstrahlen, desgleichen die Höhe der Mark-
strahlzellen im Vergleich zu ihrer Breite. Die
Markstrahlen sind 1—7—10—35 Zellen, die ein-
zelnen Zellen 35—50 und auch 160 p hoch, wobei
die Zellenbreite kaum 10—20 oder 27 p beträgt ;
somit sind die Markstrahlzellen bisweilen 5 lOinal
höher als breit. In ihren Wänden sind viele ein-
fache Tüpfel. Die metatrachealen Parenchym-
zellen der Grundmasse sind mitunter noch viel
höher, von 150 bis 270 /i, während sie nur 8 10 p
breit sind. Die Holzparenchymzellen lassen sich
von den Markstrahlzellen oft gar nicht unter-
scheiden, da beide ziemlich gestreckt und ver-
hältnismäßig schmal sind.
E. Gefäße langgestreckt, Durchbrechungen
meistens einfach ; oberhalb der Perforationen
der Gefäßglieder bilden sich nicht immer Schnä-
bel, auf den kürzeren Gefäßgliedern können aber
längere oder kürzere Schnäbel vorkommen. Ge-
fäßwände von opponierten oder alternierten Hof-
tüpfeln bedeckt ; die opponierten sind in waage-
rechter Richtung ziemlich gestreckt, so daß einig»«
das ganze Gefäß umfassen, in welchem Falle auch
eine leiterförmige Perforation entstehen kann.
Sonst sind die Hoftüpfel verstreut oder waben-
förmig zusammengedrängt, jedoch ohne Spiral-
verdickungen.
Tracheidenartige Gefäße ziemlichhäufig; Durch-
brechungen einfach (b).
Die Betüpfelung der Tracheiden schon in folg»
der engen Lumina von jener der breiteren Gefäße
etwas abweichend ; sie besteht i. allg. aus kleinen
Hoftüpfeln mit rundlichen Höfen.
Holzfasern dünnwandig, einige aber weitlumig,
so daß sie für Fasertracheiden gelten können
(ei- 3/
Die Holzparenchymzellen werden bei der B< -
prechung des Tangentialschnittes schon behänd» li
(/1-3/
Die Markstrahlzellen sind im Vergleich zu
denen der übrigen bekannten Bäume sehr ho» h.
von heterogener Struktur, indem einige von der
Radialseite aus betrachtet quadratisch sind oder
kurze Rechtecke darstellen, wogegen die äußersten
bei gleichbleibender Breite die 4—5fache Hole
der inneren erreichen. Auf den Wänden verstreu1
ellipsenförmige, etwas schräggelagerte Tüpb 1
Markstrahlzellen in Berührung mit breiteren L» -
fäßen tragen stellenweise große einfache Tüpt»1
von verschiedener Form, die manchmal die ganz
Zelle umfassen (gi-2)’ (J-)
142
XII. BUXACEAE
Gattung 27. Buxus
BUXUS SEMPERVIRENS L.
Buchsbaum
Tafel 72
Verbreitungsgebiet : Südeuropa, Westasien,
Nordafrika.
Q. 7, 2. Typisch zerstreutporiges Holz. Das
Frühholz kann vom Spätholz nicht unterschieden
werden. In beiden sind die annähernd gleich
großen Poren der Gefäße gleichmäßig verstreut ;
sie fehlen bloß in den 3 bis 4 letzten Teilen des
Spätholzes. Die Gefäße des Frühholzes befinden
sich gewissermaßen in tangentialen Reihen ge-
ordnet ; sie berühren einander aber nicht, sondern
kommen vorwiegend vereinzelt vor ; nur selten
entstehen Zwillingsporen. Die Querschnitte zei-
gen i. allg. Kreise oder eckige Formen. Lumina
sehr klein so daß, auf 1 mm2 eine verhältnis-
mäßig große Anzahl entfällt.
Die Breite der Markstrahlen gleich einer Zelle,
meistens aber zwei Zellen. Ihr Ablauf gestaltet
sich etwas wellig und sie bleiben an den Jahrring-
grenzen unverändert. Die einreihigen sind eigent-
lich die Kantenzellen der zweireihigen. Sie weisen
eher aufrechte Formen auf und bieten darum
ein Bild radial geordneter Parenchymzellen.
Die Grundmasse besteht aus dickwandigen
Fasertracheiden und Holzparenchymen. Holz-
fasern fehlen. Der Querschnitt der Fasertracheiden
zeigt die Form regelmäßiger oder unregelmäßiger
Vier- oder Vielecke. Die Jahrringgrenze ist ver-
schwommen.
Holzparenchymzellen sind zahlreich vorhanden.
Ihre Wände bleiben dünn, sie heben sich daher
von den dickwandigen Fasertracheiden deutlich
ab. Sie ordnen sich teils als paratracheale, teils
als metatracheale Parenchyme. Letztere erscheinen
verstreut oder gruppiert.
R. 3. Im Radialschnitt fällt die Struktur der
Markstrahlen scharf ins Auge. Innere Zellen radial
langgezogen. Kurze Kantenzellen quadratisch,
trapezartig oder unregelmäßig geformt. Die äuße-
ren Wände gewellt. Die höheren Kantenzellen
zeigen stehende Formen. Solche kommen zuweilen
auch unter den liegenden vor. Die Perforationen
der Gefäßgliedcr sind ellipsenförmig und sprossen-
artig ausgebildet. Anzahl der Sprossen 5 bis 8.
Diese befinden sich — waagerecht liegend ____ in
gleichen Abständen u. zw. meistens parallel
zueinander angeordnet. Infolge ihrer ziemlichen
Dicke fallen sie leicht auf. An den Wänden der
Gefäße, die sich mit Holzparenchymen und Mark-
strahlen berühren, findet man stellenweise eine
reiche, anderswo eine etwas spärlichere Betüpfe-
lung. Der Ablauf der Gefäße und Fasertracheiden
ist gleichmäßig, dazwischen reihen sich Holz-
parenchymketten aneinander.
T. 4. Die zweischichtigen Markstrahlen er-
reichen die Höhe von 5 bis 15 Zellen. Die Kanten-
zellen heben sich von den übrigen scharf ab. Die
Markstrahlen enden i. d. R. in beiden Richtungen,
zuweilen aber bloß an einem Ende in einer läng-
lichen, dreieckförmigen Zelle. Neben der Kanten-
zelle finden wir manchmal eine größere Zelle,
deren Breite zwei Zellen umfaßt. Der Quer-
schnitt dieser Zelle stellt einen Kreis oder eine
kurze Ellipse dar. Die einschichtigen Mark-
strahlen enthalten bloß 2 bis 5 ziegelförmige
Zellen.
Ablauf der Gefäße und der Fasertracheiden
etwas wellig. Die leiterartigen Perforationen der
Gefäße liegen radial und sind unter einem Winkel
von 45° geneigt; ab und zu erscheinen einige auch
am Tangentialschnitt. Die Wände sind von Hof-
tüpfeln reich bedeckt. Para- und metatracheale
Parenchyme deutlich sichtbar.
E. Die Gefäßglieder sind ungefähr von gleicher
Länge, auch ihre Lumina stimmen überein. Sie
enden in kürzeren oder längeren Spitzen. Diese
können aber auch fehlen ; dann befinden sich die
Perforationen an den Enden der Gefäße ange-
ordnet, winkelig gestellt. In solchen Fällen sind
dort die gleichen Hoftüpfel zu sehen, wie an den
übrigen Teilen des Gefäßes. Die Perforationen
fallen dann mehr seitswärts. Die Gefäßwände
ziemlich stark und mit Hoftüpfeln reich bedeckt.
Die Tüpfel bleiben aber sehr klein. Die Poren
stimmen mit der Form der Höfe überein und
umfassen diese fast ganz. Die Tüpfel sind Jz ver-
streut oder gruppiert. An den längsgerichteten
Hoftüpfelreihen bleiben auch glatte Wandteile,
die sich mit den Holzparenchymen und Mark-
strahlen durch kreisförmige einfache Tüpfel be-
rühren ; diese sind nicht größer als die Hoftüpfel
6*1-3/
143
Fasertracheiden ziemlich zahlreich vorhanden.
Ihre Wände sehr stark, mit 1 bis 3 Reihen von
Hoftüpfeln, deren Höfe sich meistens unter einem
Winkel von 45° neigen. Die Fasertracheiden haben
ungefähr dieselbe Länge und spitzen sich an
beiden Enden zu (e1__3).
Holzparenchymzellen ziegelförmig, dünnwandig.
Wände von zahlreichen kreisrunden, einfachen
Tüpfeln bedeckt, gewöhnlich in regelmäßigen
Längsreihen angeordnet (fi-tf
Markstrahlzellen ebenfalls dünnwandig, reich
betüpfelt (A.)
XIII. POLYGONACEAE
Gattung 28. Polygonum
POLYGONUM BALDSCHUANICUM Reg.
Knöterich
Knot weed, Renouee, Sanguinaria
Tafel 73
Dieser bis 15 m hoch kletternde Strauch stammt
aus Bochara, ist aber auch in Europa sehr ver-
breitet und wird als Kletterstrauch überall ange-
pflanzt.
Q. 7, 2. Das Querschnittsbild verrät sofort
die Schlingpflanze. In der inneren Struktur der
Vitis und der Parthenocissus quinquefolia sehr
ähnlich, obgleich diese in der Systematik von die-
sem Strauch ferne stehen. Kann als zerstreut-
poriges Holz angesehen werden, da die weitlumi-
gen Gefäße, die vereinzelt stehen, oder sich zu
2—3gliedrigen Gefäßgruppen vereinigen, über den
ganzen Jahrring gleichmäßig verteilt sind. Manch-
mal formen sie aber auf der kaum bemerkbaren
Jahrringgrenze einen mehr oder minder zusammen-
hängenden Porenring, der nur von den 6—8
Zellenschichten breiten Markstrahlen unterbro-
chen wird. Durchmesser der kleinsten Gefäße
15—20 /z, während die der größten, auch mit freiem
Auge wahrnehmbaren 250 p beträgt. Die Grund-
masse besteht aus Fasertracheiden und Holz-
fasern ; dazwischen verschieden große Parenchym-
zellen ; auch die weitlumigeren Gefäße sind fast
immer von paratrachealen Parenchymzellen ein-
gefaßt. Sowohl in den Parenchymzellen, als auch
in den Markstrahlen, Kalziumoxalate in Form
von Drusen sehr häufig. Markstrahlen 3—8—10
Zellen breit und 1—2 Gefäßweiten voneinander
entfernt. Zwischen zwei Gefäßen verengern sich
die breiten Markstrahlen manchmal auf die
Hälfte, gewinnen aber nach dem Verlassen der
Gefäße ihre ursprüngliche Breite wieder. Die
Markstrahlzellen sind in Radialrichtung kurze
Rechtecke oder Quadrate und ringsum dicht
betüpfelt.
R. 3. Auch hier fallen i. allg. die außerordent-
lich hohen Markstrahlen auf. Falls der Schnitt
zufällig durch einen hohen Markstrahl ausgeführt
wurde, kann man auf dem ganzen Schnitt fast
nur Markstrahlzellen in unregelmäßiger Anord-
nung beobachten, während die Zellen isodiamet-
risch sind.
T. 4. Es fällt die außerordentliche Höhe der
Markstrahlen auf; mitunter sind sie 200—300
Zellen hoch, oder noch höher i. allg. jedoch nur
8—10—12 Zellen breit. Markstrahlzellen im Quer-
schnitt relativ kleine unregelmäßige Vielecke.
In denselben häufig Kalziumoxalat in Form von
Drusen. Neben den Markstrahlen meistens weit-
oder englumigere Gefäße oder Tracheiden. Die
breiten Gefäßglieder verhältnismäßig niedrig,
meistens ebenso hoch wie breit, es kommen aber
auch ganz niedrige oder höhere zylinderförmig!
vor. Die breiteren Gefäßglieder etwas langgestre ckt
und von ziemlich weitem paratrachealen Pare n-
chym bedeckt. Die englumigeren Gefäße und
Tracheiden verdichten sich manchmal in besonder”
Ballen und sind mit ihren Enden in derselbe i«
Höhe fast sägezähneartig miteinander verknüpft
In anderen Fällen sind Gefäße und Markstrahle”
durch Holzfaserballen voneinander getrennt.
E. Gefäße zweierlei: die ganz breiten sind
allg. niedriger als breit und tragen quer- <»<!• ।
schrägspaltige Hoftüpfel teils in waagerecht
teils in schrägen Reihen angeordnet ; Spiral
Verdickungen fehlen ; Durchbrechungen einiac:
Die englumigeren Gefäße ebenfalls einfach dun;
brochen, an den Enden ohne, oder mit nur
kurzem Schnabel ; Hoftüpfel etwas kleiner. /
streut oder in Reihen angeordnet, mit Spital
dazwischen (aY_3).
Von der gleichen Struktur sind auch die (!
cheidenartigen Gefäße und die Tracheiden (6, .
Holzfasern relativ sehr lang, bis zu 1
an beiden Enden lang zugespitzt, schräg>pah'
144
betüpfelt (d^—^). Mitunter sind sie kürzer, weit-
lumiger und dickwandiger, so daß sie den Faser-
tracheiden gleichen, da in den Wänden sehr
kleine Hoftüpfel vorkommen.
Paratracheale Parenchymzellen langgestreckt,
dünnwandig, einfach betüpfelt ; ihre Formen ver-
ändern sich manchmal der Torsion entsprechend
und werden unregelmäßig. Stellenweise verhältnis-
mäßig große Einzelkristalldrusen
Da sich einzelne Parenchymzellen in der
Grundmasse zu kleineren oder größeren Gruppen
verdichten, die Enden aber sägezähnearlig ange-
ordnet und die Zellen weitlumig und dünnwandig
sind, wird man sie wohl als Ersatzfasern qualifjzie.
ren (h).
Die Markstrahlzellen wurden bei der Bespre-
chung der Tangential- und Radialschnittc bereits
behandelt. Sie sind dickwandig und führen waage-
recht liegende, ellipsenförmige einfache Tüpfel.
Die äußersten Kantenzellen sind manchmal dop-
pelt so hoch, wie die inneren, ihre äußere Wand
etwas dicker, als die der inneren Zellen (gA _3). (A.)
Dialipetalae
XIV. HAMAMELIDACEAE
Gattung 29. Hamamelis
HAMAMELIS VIRGINIANA L.
Virginische Zaubernuß
Witch hazel
Tafel 74
Verbreitungsgebiet : östliche Regionen Nord-
amerikas. In den europäischen Arboreten häufig.
Q. 7, 2. Zerstreutporiges Holz, Anzahl der
Gefäße, im Verhältnis zur Grundmasse, bedeutend.
Die Gefäße kommen in sämtlichen Teilen der
Jahrringgrenze gleichmäßig verstreut vor, im
Frühholz etwas häufiger. Hier erscheint auch die
Grundmasse stark vermindert. Die Jahrringgrenze
ist zwar verschwommen, aber durch die Verfla-
chung der Fasern immerhin noch zu erkennen.
Querschnitt der Gefäße vieleckig, oft quadratisch
oder ziegelförmig. Diese sind vereinzelt, oder bil-
den Zwillingsporen. Die ziemlich dichten Mark-
strahlen bleiben einschichtig und sind am Quer-
schnitt nicht leicht zu erkennen. Zellen kurz.
Wände der Fasern der Grundmasse etwas stärker
als die der Gefäße. Auch in der Wanddicke der
Früh- und Spätzone kann ein gewisser Unter-
schied festgestellt werden. Holzparenchymzellen
nur sehr spärlich und verstreut angeordnet.
R. 3. Im Radialschnitt ist das heterogene
Gefüge der Markstrahlen deutlich wahrnehmbar.
Die Länge der liegenden Formen entschpricht
ungefähr der Höhe der aufrechten. Die auf-
rechten sind aber gewöhnlich höher als die liegen-
den. Zwischen den binden Typen bestehen häufig
quadratische Übergänge. Sämtliche Wände sind
reich betüpfelt, mit Ausnahme der Radialwände,
welche an Tüpfeln arm bleiben. Bei Berührung
mit Gefäßen bilden sich an den Radialwänden
große Tüpfel ; die Kantenzellen sind aufrecht,
ihre äußeren Wände gewellt. Holzparenchym-
zellen kommen den’Gefäßen entlang, sowie in der
Grundmasse nur ab und zu vor. Tangential-
wände glatt, Radialwände spärlich betüpfelt.
Radialwände der Gefäße und der Fasern mehr
oder weniger den tangentialen entsprechend be-
tüpfelt.
T. 4. Markstrahlen von heterogenem Aufbau
und stets einschichtig. Sie erreichen auch die Höhe
von 30 bis 50 Zellen. Wände ziemlich dünn. Quer-
schnitt der niedrigen Zellen ellipsen-, bei den
höheren mehr ziegelförmig. Tangentialwände an
Tüpfeln reich. Tangentialwände der Gefäße durch
Hoftüpfel in spärlicher Anzahl bedeckt. Tüpfel
können auch an Fasern beobachtet werden. Ab-
lauf der Gefäße sowie der Fasern gerade.
E. Gefäßglieder langgezogen, meist eckig. Per-
forationen stets radial und bloß infolge der Dre-
hung der Gefäße manchmal auch tangential
angeordnet. Sie entstehen gewöhnlich an den
Enden der Gefäße und enden meistens in einem
kleinen Schnabel. Oberhalb der Perforationen
kommen auch größere betüpfelte Teile vor.
Sämtliche Perforationen leiterartig. Sprossen sehr
fein, gleichmäßig und kurz, zwanzig oder auch
mehr ; in diesem Fall ist die Perforation stark in
die Länge gezogen und ellipsenförmig. Die Spros-
sen zuweilen verzweigend. An Gefäßwänden ein-
fache und Hoftüpfel von mannigfaltiger Form
10 Grrguaa
145
und Größe. Anzahl mittelmäßig. Radial sind etwas
mehr Tüpfel vorhanden als tangential. Bei einem
Typ der Hoftüpfel bilden die Höfe regelrechte
Kreise. Ihre Poren sind ebenfalls Kreise oder sich
Kreisen nähernde Ellipsen, jedoch im Verhältnis
zu den Höfen stets sehr klein. Hoftüpfel dieser
Art sowohl tangential wie radial zu beobachten.
Die Höfe des anderen Hoftüpfeltyps bilden stark
lanßKezoßf*ne Ellipsen, die oft das ganze Gefäß
umfassen. Zuweilen haben jedoch auch zwei
Hoftüpfel in der Gefäßbreite Platz. Die Poren sind,
den Höfen angepaßt, langt* Ellipsen, zuweilen
spaltartig, umfassen aber die Höfe nie ganz.
Zwischen den beiden Typen gibt es natürlich
Übergänge, besonders radial; Anordnung jener
der Hoftüpfel gleich. Langgezogene Hoftüpfel
treten hauptsächlich in der Nähe der sprossen-
artigen Perforationen auf und bilden gewisser-
maßen einen Übergang. In Wandteilen der Ge-
fäße, die sich mit Parenchymen berühren, kommen
auch andere Hoftüpfelformen vor. Form der
Höfe kleinere oder größere Ellipsen. Trachei-
den sind nicht vorhanden. (Wenigstens waren
solche am Untersuchungsmaterial nicht zu finden
Fasertracheiden der Grundmasse von mittel-
mäßiger Wandstärke. Sämtliche Wände enthalten
Hoftüpfel. Die Fasertracheiden sind ziemlich
weit und erreichen zuweilen die Größe englumiger
Gefäße. Ihre Enden sind nicht sehr abwechslungs-
reich ; sie verschmälern sich allmählich und enden
meist stumpf. Höfe der Hoftüpfel : Kreise oder
kurze Ellipsen. Diese befinden sich stets in schrä-
ger, nicht selten in ganz vertikaler Lage, wodurch
sie von den Tüpfeln der Gefäße leicht zu unter-
scheiden sind. Die Poren umfassen die Höfe ganz,
oder erreichen die Grenzen dieser beinahe. Ab
und zu kommen auch kürzere vor, sogar solche
von ganz kurzer Ellipsenform. Innerhalb der
Breite von einer Fasertracheide findet man sie
— mit kleineren oder größeren Unterbrechungen—
gewöhnlich nur in eine einzige Längsreihe geordnet
(ei -*)•
Tracheiden denen der Gefäße ähnlich; die
Wände enthalten etwas schräge, ziemlich große
Hoftüpfel
Holzparenchyme: langgestreckte, ziegelförmige
Zellen ; die Wände sind nur spärlich betüpfelt
(f)-
Markstrahlzellen verhältnismäßig kurz; die sich
mit Gefäßen berührenden Wände enthalten große
Tüpfel (g). (J.)
Gattung 30. Cercidiphyllum
CERCIDIPHYLLUM japonicum s. et z.
Judasbaumblatt
Jap- Katsara
Tafel 75
Verbreitungsgebiet : Japan, Mittel- und \X i-s|.
China ; in den europäischen Arboreta häufig.
Q, /, 2. Holz in xylotomischer Hinsicht mit
geringem Unterschied — dem der Virginisch,n
Zaubernuß ähnlich. Ebenfalls gleichmäßig z,-r-
streutporiges Holz. Grundmasse im Verhältnis
zur Virginischen Zaubernuß bedeutender. Qm r-
schnitte der Gefäße — von Hamamelis abwei-
chend — mehr kreisförmig oder vieleckig dir
Poren, meistens vereinzelt oder zu Zwillingsporm
gepaart. Markstrahlen — wie bei Hamamelis
ziemlich dicht, jedoch von der Grundma»r -i, |(
nicht scharf absetzend.
R, 3. Im Radialschnitt das deutlich heterogene
Gefüge der Markstrahlen, sowie die stark kin<r-
gezogenen, leiterartigen Perforationen der Ge-
fäße sehr gut sichtbar. Struktur der Markst ralilm
und der übrigen Gewebe im Radialschnitl i. alp',
wie bei der vorher besprochenen Art.
T. 4. Im Tangentialschnitt ist der (Juerschnii i
der Markstrahlen ähnlich wie bei Hamamelis
E. Die Gefäßglieder sind gleich lang und haben
meist stumpf abgerundete Endungen. Die leiter-
artige Perforation erscheint radial stark längli» li
gedehnt und umfaßt oft die Hälfte der Radial-
wand. Infolgedessen wird die Anzahl der Spro^-r
recht erheblich. Auch 40- bis 50sprossige P» i -
forationen kommen vor. Meistens finden wir ab* i
15- bis 35sprossige. In ihrer Nähe ist der allmäli
liehe Übergang von den langgezogenen Hoftüpf« In
zu den sprossenartigen Perforationen gut zu beo-
bachten. Die Größe und Stärke der Sprossen, soli-
der Abstand zwischen ihnen ist ungefähr wir b< i
Hamamelis, die Verzweigungen sind aber häufi-
ger. In den Wänden der Gefäße finden wir wem.
Hoftüpfel. Die waagerechten Hoftüpfel bild'u
kürzere oder längere Ellipsen. Poren ebenfall-
ellipsen- oder linsenförmig ; der Virginisch* ;
Zaubernuß ähnlich, erscheinen sie i. d. R. — 1111:
kleineren oder größeren Unterbrechungen — ’’
eine einzige Längsreihe geordnet, radial häufig !
als tangential, doch auch hier in kleiner Zahl.
146
An Wandteilen, die sich mit Markstrahlen berüh-
ren, sieht man einfache Tüpfel in ähnlicher An-
ordnung und Größe
Fasertracheiden wie bei Hamamelis. Die Poren
der schräggestellten Hoftüpfel überschreiten zu-
weilen die Höfe, die elliptisch sind, und sich eben-
falls in schräger Lage befinden öh-J. Manche
Fasern weisen Spiralverdickungen auf (d).
Die Holzparenchymzellen in einzelne oder dop-
pelte Zellenketten geordnet. Die Wände enthal-
ten verhältnismäßig zahlreiche, sehr kleine Tüp-
fel (ff
Die Wandstärke der Markstrahlzellen ist mittel-
mäßig. Abgesehen von den Radialwänden er-
scheinen alle Wände sehr reich betüpfelt. An
Radialwänden, die sich mit Gefäßen berühren,
findet man quergestellte, ellipsenförmige große
Tüpfel, die die Radialwände mitunter ganz um-
fassen, i. d. R. Längsreihen geordnet (J.)
Gattung 31. Liquidambar
LIQUIDAMBAR STYRACIFLUA L.
Amberbaum
Red Gum, Noyer satine, Noce satin,
Satijn noten, Säten
Tafel 76
Der Baum stammt aus Amerika, gehört also
nicht zu den eigentlichen europäischen Bäumen,
obgleich er in Parkanlagen überall angepflanzt
wird. Im Mittelmeergebiet, vornehmlich in Klein-
asien gedeiht die Art Liquidambar orientalis Mill.,
die holzanatomisch eine nahe Verwandte dieser
Art ist, von der ich mir aber keine Probe verschaf-
fen konnte.
Q. 7, 2. Zerstreutporiges Holz, Jahrring-
grenze mehr oder minder deutlich bemerkbar.
Gefäße einzeln, selten zu zweit oder zu dritt ste-
hend ; Querschnitte : in Radialrichtung lang-
gestreckte Ellipsen oder Vielecke. Die Querschnitt-
struktur erinnert an die Pappel. Grundmasse
besteht hauptsächlich aus Holzfasern. Mark-
strahlen 1—3 Zellen breit ; hierin weicht die
Art von der Pappel ab. Wände der Gefäße ver-
hältnismäßig sehr dünn, ihr Durchmesser schwankt
zwischen 25—54 p. In der Grundmasse kommen
auch Holzparenchymzellen vor, deren Wände
dünner sind, als die der Holzfasern.
R. 3. Höhe und heterogene Struktur der Mark-
strahlen fällt sofort auf. Im Inneren der Mark-
strahlen sind die Zellen bedeutend niedriger, und
zwar liegende Rechtecke, während sie an den
Rändern eher kurze Rechtecke oder Quadrate
darstellen. Der Unterschied ist in den Zelltypen
mitunter sehr auffallend, indem oberhalb und
unterhalb der verflachenden mittleren Mark-
strahlzellen manchmal 10—15 Zellenschichten von
quadratischen oder rechteckigen Zellenreihen an-
zutreffen sind. Wo sich Markstrahlen und Gefäße
berühren, befinden sich in den einzelnen Mark-
strahlzellen 2—3, eventuell sogar 10 kreisförmige
einfache Tüpfel, die größer sind als die in den
Tangentialwänden. Hoftüpfel in den Gefäßwänden
verstreut oder besonders an den Enden, linear
gestreckt, und stufenweise in leiterförmige Per-
forationen übergehend. Zahl der Sprossen in den
leiterartigen Durchbrechungen 8—20 ; die Leiter-
sprossen verzweigen sich ziemlich häufig.
Zwischenräume der Gefäße von Holzfasern
und Holzparenchymzellen ausgefüllt. Letztere
80—120 p hoch, 8—12 p breit und einfachbetüpfelt.
In der feineren Struktur der Markstrahlzellen
ist es eine bemerkenswerte Erscheinung, daß die
Tüpfel der inneren Markstrahlzellen kleine Kreise,
dagegen die einfachen Tüpfel in den Kantenzellen
liegende Ellipsen sind, und manchmal so erschei-
nen, als ob sie Sprossen einer leiterförmigen Per-
foration wären.
T. 4. Auffällig ist die Dichte der Mark-
strahlen, die 1—42 Etagen hoch, vorwiegend ein-
oder zweischichtig, selten dreischichtig sind. Mit-
unter läßt sich eine Markstrahlenverschmelzung
vermuten, da der untere und der obere Teil höherer
Markstrahlen zweischichtig, der Mittelteil aber
5—6 Zellen hindurch nur einschichtig ist. Die Höhe
der zweischichtigen Markstrahlzellen beträgt 10—
15 p, während die Kantenzellen und die einschichti-
gen Zellen eine Höhe bis zu 27 p erreichen. Zellen-
breite in den Einzelmarkstrahlen 3—16 p. In den
Tangentialwänden mehrere einfache Tüpfel, so
daß die Tangentialwand wie ein feines Sieb aus-
sieht.
E. Gefäße 50—90 p breit, durch leiterförmige,
manchmal fast netzartige Perforation gekenn-
zeichnet ; Hoftüpfel verstreut oder in Reihen
gelagert. Einige waagerecht langgezogcne Hoftüpfel
umfassen das ganze Gefäß. In anderen Fällen
dagegen sind die Tüpfel in den Wänden der
Gefäße sehr klein und ordnen sich in lockere
Reihen an. Ihre Öffnungen erscheinen aber immer
10*
147
in waagerechter oder höchstens in etwas schräger
Stellung. Auch Thyllen sind anzutreffen (ax^).
Lumina der Tracheiden nur um weniges enger
als die der Gefäße (c).
Holzfasern dickwandig, 500—1000 /z lang,
15—30 p breit ^-3/
In den Wänden der Fasertracheiden stellen
Höfe und Öffnungen der Hoftüpfel liegende oder
etwas schräge Ellipsen dar (e).
Holzparenchymzellen mit kleinen, runden, ein-
fachen, oder bedeutend größeren liegenden ellip-
senförmigen Tüpfeln (f).
Markstrahlzellen mit dunklem Inhalt. Bei der
Beschreibung des Radialschnittes bereits bespro-
chen (g). (J.)
Gattung 32. Parrotia
PARROTIA PERSICA C. A. Mey.
Tafel 77
Diese Art ist in Kaukasien und Persien hei-
misch. Immergrüner Strauch von ungefähr 10 m
Höhe.
Q. 1, 2. Holz eher zerstreutporig. Jahrring-
grenze fast verschwommen, nur durch einige
abgeflachte Spätholzfasern angedeutet. Gefäße
vorwiegend einzeln, nur ganz selten in 2—3gHcd-
rige kurze Porenstrahlen angeordnet, in Radial-
richtung etwas gezogene Ellipsen oder Vielecke
von 20—45 /z. Wand der Gefäße fast so dick, wie
die der Zellen der Grundmasse in den daneben
befindlichen Holzfasern. In der Grundmasse findet
sich auch Holzparenchym. Markstrahlen 1—2-
schichtig. Grundmasse der Holzfasern mit spär-
lichem Holzparenchymanteil. Parenchymzellen ver-
streut.
R. 3. Heterogene Markstrahlstruktur auch hier
auffallend. Die inneren Markstrahlzellen radial
langgegtreckte, die Kantenzellen eher stehende
Rechtecke oder regelmäßige Fünf- oder Sechsecke.
Markstrahlzellen, die mit länglichen Gefäßgliedern
in Berührung stehen, sind dicht und fein betüpfelt,
hingegen sind die bedeutend größeren Tüpfel
in den Kantenzellen waagerecht liegende Ellipsen,
umfassen.
Die Holzparenchymzellen
in länglichen alleinstehenden
die meistens fast das Lumen der ganzen Zelle
fügen sich entweder
Reihen, oder schmie-
gen sich zu 2—3 nebeneinander. Ihre Wände von
einfachen Tüpfeln dicht bedeckt, die sich mancher-
orts in Gruppen von 4-6—10 verdichten. Holz-
fasern verhältnismäßig schmal (12—22 fi), dagegen
auffallend lang (160 1300 /i).
T. 4. Markstrahlstruktur entschieden hetero-
gen. Zellen der einschichtigen Markstrahlen lang-
gestreckte Ellipsen, bisweilen 2—3mal höher als
breit, in den Partien aber, wo der Markstrahl
zwei Zellen breit ist, 5—ösekig und bedeutend
kleiner, als die äußersten. Zwischen den Mark-
strahlen stellenweise Holzparenchym mit Zellen
von 80—120 p Höhe und 20—40 p Breite.
E. Gefäße durch leiterförmige Durchbrechun-
gen gekennzeichnet. Zahl der Sprossen 8—20,
einige gabelartig verzweigt. Mitunter durchqueren
die leiterförmigen Perforationen 4—5 nebenein-
ander befindliche Gefäße auf derselben Höhe.
Oberhalb oder unterhalb der Perforation gibt e*
immer einen längeren oder kürzeren Schnabel.
In den Wänden der Gefäße spärliche Hoftüpfel :
Höfe nur selten kreisförmig, meistens waagerechte
oder etwas schräggestellte Ellipsen, Höfe einiger
langgezogener Hoftüpfel umfassen manchmal ein
Drittel oder sogar die Hälfte des Gefäßes. Die-,
gehen fast stufenweise in leiterartige Perforatio-
nen über
Die Holzfasern wurden in der Beschreibung de-
Radialschnittes bereits behandelt ; es ist nod
hinzuzufügen, daß die Wände der Holzfasern eii>>
lockere spaltartige Betüpfelung aufweisen fdj--
Das Holzparenchym wurde bei der Beseh re-
bung des Längsschnittes eingehend besprochen .
alle Wände sind von einfachen Tüpfeln dhli'
besetzt (f^).
Porm und Größe der Markstrahlzellen liän_
davon ab, ob sich das Markstrahlpareneln in n
Inneren oder an den Rändern der Markstr.ihl« ’
angesammelt hat. Die Betüpfelung der Kante'
zellen von den niedrigen und inneren Ma»1-
strahlzellen meist abweichend. In den stehend
Markstrahlzellen sind die einfachen Tüpfel Lu
gestreckte waagerechte Ellipsen
M'i
XV. PLATANACEAE
Gattung 33. Platanus
PLATANUS OCCIDENTALIS L.
Abendländische Platane
Plane, Platane, Platano
Tafel 78
Urheimat : Nordamerika. In Süd- und Mittel-
europa als Zierbaum gepflanzt und sehr ver-
breitet.
Q. 1, 2. Zerstreutporiges Holz. Gefäße der
Frühzone setzen sich von den übrigen kaum ab,
und übergehen allmählich in die Spätzone. In-
mitten der Gefäße der Frühzone befiden sich bloß
einige paratracheale Parenchyme und Holzfasern.
Die Gefäße reihen sich hauptsächlich radial an-
einander. Bald gleichen sie Vielecken, bald sehen
wir sie zusammengedrückt und verflacht. In den
übrigen Teilen des Jahrringes kommen sie meist
vereinzelt vor, aber auch dann vieleckig geformt.
Lumina weisen, abgesehen von denen, die sich in
den äußerst gelegenen Teilen der Spätzone be-
finden, die gleiche Weite auf. Radial flachgedrückte
Holzfasern an der Jahrringgrenze in schmale
Streifen geordnet. Die Breite der Zonen ver-
schieden. An einzelnen Stellen erreicht sie 3 bis
4, anderswo 10 bis 14 Zellen. Die breiten Mark-
strahlen werden an der Jahrringgrenze noch etwas
breiter, und die Jahrringgrenze erscheint bald nach
auswärts, bald nach einwärts »V«-artig gebrochen.
Zwischen den breiten Markstrahlen verläuft ent-
weder 1- bis 2schichtiger Markstrahl oder gibt es
ihrer höchstens zwei. Die Jahrringgrenze zwischen
den breiten Markstrahlen bogenartig eingekrümmt.
Die Grundmasse wird von dünnwandigen Holz-
fasern, bzw. Fasertracheiden verschiedener Lumina
und Holzparenchymen gebildet.
jR. 3. Größe und Form der Markstrahlen im
Radialschnitt gleich. Holzparenchymzellen in lan-
gen »Ketten« aneinandergereiht, bloß durch einige
Holzfaserreihen voneinander getrennt und sehr
zahlreich.
T. 4. Markstrahlen — von den einschichtigen
abgesehen — i. allg. 2 bis 8 Zellen breit und von
sehr verschiedener Höhe. Die zwei- bis drei-
schichtigen erreichen i. allg. die Höhe von 8 bis
80 Zellen, die breiteren jedoch — selbst wenn sie
nicht durch Verschmelzung entstanden sind —
auch 100 bis 180 Zellen. Querschnitte der Mark-
strahlzellen ziemlich gleich. Die Gefäße verlaufen
gleichmäßig. Thyllen kommen häufig vor. Die
Gefäße sind von paratrachealen Parenchymzellen
begleitet, zwischen den Holzfasern findet man
jedoch auch metatracheale.
E. Gefäßglieder fast von gleicher Höhe und
bedeutend länger als breit. Wände mittelstark
und durch Hoftüpfel sehr unregelmäßig bestreut.
Außerdem kommen auch einfache Tüpfel vor,
jedoch in bedeutend geringerer Zahl und i. d. R.
in zur Längsachse des Gefäßes parallel gerichtete
Reihen geordnet, die Poren sind also typisch
opponiert. Oft verlaufen mehrere Reihen parallel
zueinander und — gegenüberliegend — ziemlich
große Wandflächen dicht bedeckend. Höfe quer
und ellipsenförmig, Poren ebenfalls. Die Poren
kommen den Hofgrenzen ganz nahe. Die Perfora-
tionen der Gefäße sind einfach oder leiterartig
durchbrochen ; dies richtet sich nicht immer
nach der Form des Gefäßes. Leiterförmige Per-
forationen kommen i. allg. bei den englumigeren
Gefäßen häufiger vor. Die Anzahl der Sprossen
verschieden, sie übertrifft aber nie 10 bis 12.
Die Gefäße sind überwiegend walzenförmig oder
gleichen viereckigen Prismen mit stark abge-
rundeten Kanten. Die Perforationen erreichen an-
nähernd die Größe des Lumens
Fasertracheiden kommen häufig vor. Ihr Maß
übertrifft kaum jenes der Holzfasern. Ihre mittel-
starken Wände sind von Hoftüpfeln bedeckt, die
meistens in zur Längsachse der Tracheiden parallel
und voneinander in fast gleichen Abständen ver-
laufenden Reihen geordnet erscheinen. Diese
Hoftüpfel gleichen gewöhnlich denen der Gefäße,
nur sind sie waagerecht gelegen, während jene
eine ganz schräge Lage einnehmen.
Holzfasern nicht mannigfaltig, ziemlich lang
und schmal, an beiden Enden allmählich zuge-
spitzt. Wanddicke mittelmäßig. Radial, wie tan-
gential schräge oder vertikale, spaltartigc, ein-
fache Tüpfel (d1^2).
Die Holzparenchymzellen weisen eine große
Mannigfaltigkeit auf, schon dadurch, daß die
Betüpfelung der paratrachealen Formen von jener
der metatrachealen ganz abweicht. Aber nicht
bloß die Form der Tüpfel erscheint recht mannig-
faltig, sondern auch die der Zellen. Die Zellen-
wände beider Parenchymarten sind stark und
reich betüpfelt. Die metatrachealen Formen glei-
chen mehr den bei den übrigen Bäumen bereits
749
behandelten Typen, sie haben also eine längliche
Ziegelform. Die paratrachelaen Formen sind vor-
wiegend Rhomben und Rhomboiden ähnlich. An
den Wänden finden wir oft Tüpfel von solcher
Größe, daß sie die ganze Breite der Zelle einneh-
men. Da diese Tüpfel denen der sich mit ihnen
berührenden und mit ihnen in Verbindung stehen-
den Gefäße entsprechen, befinden sie sich auch
hier zur Längsachse der Gefäße quergestellt
Wände der Markstrahlzellen sehr verdickt, an
einfachen Tüpfeln reich. Einzelne Zellen erschei-
nen radial, der Länge nach mehr gedehnt, ihre
Höhe wird also von der Länge bedeutend über-
troffen. Andere sind annähernd quadratisch.
Diese haben gewöhnlich bedeutend stärkere Wän-
de (g)- (A-)
PLATANUS ORIENTALIS L.
Morgenländische Platane
Plane, Platane, Platano
Tafel 79
Die Urheimat dieser Art ist vermutlich Grie-
chenland, Kleinasien und Iran.
Q. 1, 2. Im Querschnitt mit P. occidentalis
vollkommen übereinstimmend. Als ein gewisser
Unterschied kann die etwas größere Anzahl der
Gefäße in der Spätzone gelten ; die Holzfasern
der Grundmasse sind also hier noch mehr zurück-
gedrängt.
R. 3. Das Bild des Radialschnittes entspricht
im großen ganzen dem der Abendländischen
Platane. Es befinden sich in demselben auch viele
Kalziumoxalatkristalle.
T. 4. Zwischen den zahlreichen Gefäßen er-
scheinen die Streifen der Holzfasern bzw. der
Holzparenchymzellen kaum breiter als die Ge-
fäße. Als weiterer Unterschied gilt, daß hier die
Markstrahlen von gleicher Breite nicht die ent-
sprechende Höhe erreichen, da zwischen ihnen
1 bis 3 Zellen breite oder noch breitere Faser-
streifen durchziehen. Dadurch wird die ursprüng-
liche Höhe der Markstrahlen besonders verringert
Dieser Durchlauf wiederholt sich in der Höhe von
je einem Markstrahl zuweilen zwei- bis dreimal
E. Die Struktur der Elemente weist eine starke
Ähnlichkeit auf. Dem Maß, der Wandstärke und
der Betüpfelung nach gleichen die trachealen
Elemente stark denen der vorigen Art. An den
Wänden der Morgenländische Platane erscheinen
Hoftüpfel in größerer Anzahl, ihre Struktur i>t
jedoch den Gefäßen der anderen Platane ähnlich.
Die engeren Gefäße enthalten auch hier leiter-
förmige Perforationen. Zahl der Querleisten sehr
verschieden.
Tracheidenartige Gefäße kommen ebenfalls vor.
Fasertracheiden und Holzfasern gleichen vollkom-
men denen der vorigen Art, sowie auch die Holz-
parenchymzellen und die Markstrahlzellen
ci-2’ ^1-29/1-2, £1-2/ (Ä.)
XVI. MAGNOLIACEAE
Gattung 34. Magnolia
MAGNOLIA ACUMINATA L.
Cucumber tree
Tafel 80
Gelangte aus den Vereinigten Staaten nach
Europa. Während sie dort eine Höhe von 30 m
erreicht, erscheint sie bei uns als Strauch von
3—4 Höhe. Ihren wundervollen Blumen zuliebe
in Parkanlagen gepflanzt.
Q. 1, 2. Zerstreutporiges Holz, jedoch in den
Früh- bzw. Spätzonen des Jahrringes weichen die
Gefäße an Zahl und Größe einigermaßen vonein-
ander ab. In der Frühzone, unmittelbar an d« r
Jahrringgrenze, findet man etwas mehr (h f
als in der Spätzone. Folglich gibt es hier fast k( .1 >
Grundmasse. Auch Lumina der Gefäße liier um-
fangreicher als in der Spätzone. Die Poren < -
scheinen entweder vereinzelt oder noch häui! >
als Zwillingsporen oder Porenstrahlen. Lel/.i >
enthalten in der Spätzone sogar 6 bis 8 (Jliee >.
An der Jahrringgrenze berühren einandn "
Frühgefäße am häufigsten tangential. Mark-'
len ein- oder zweischichtig, gleichmäßig und d !>i
angeordnet. Ihr Lauf ungleichmäßig. Zw< i-i i
tige werden an der Jahrringgrenzt* etwa" bi«
Im größten Teil des Jahrringes wird die
mässe von einer Menge verhältnismäßig •!
150
wandiger und weitlumiger Holzfasern gebildet.
Einige Holzfasern erscheinen an der Jahrringgrenze
radial auffallend flachgedrückt, und es gliedern
sich ihnen — noch zahlreicher — nur hier ange-
lagerte, ebenfalls stark flachgedrückte Holzparen-
chymzellen an. Dadurch ergibt sich eine ziemlich
Schärfe der Jahrringgrenze. Der Umriß derselben
zeigt sich etwas wellig, d. h. die Jahrringgrenze
biegt sich zwischen je zwei Markstrahlen gegen
das Spätholz zu wellig ein ; in den Markstrahlen
selbst erscheint der Umriß etwas nach aufwärts
gewölbt.
R. 3. Markstrahlen heterogen, da die Kanten-
zellen höher als die inneren, oft sogar von auf-
rechter Form. Äußere Wände* der Kantenzellen
etwas wellig. Höhe der inneren Zellen sehr gleich-
mäßig. Die Perforationen der Gefäße fallen in ver-
schiedene Höhen. Jahrringgrenze und Holzparen-
chymzellen daneben deutlich erkennbar.
T. 4. Die Markstrahlen weisen zumeist eine
Breite von zwei Zellenreihen, seltener von einer
Zellenreihe auf. Ihre Höhe schwankt zwischen
einigen und 20 bis 22 Zellen. Der Form nach glei-
chen sie ziemlich regelmäßigen, schmalen Spindeln.
Der Querschnitt der Zellen bildet eine längere
oder kürzere, ziemlich schmale Ellipse. Die relative
Anzahl der Gefäße und der Holzfasern hängt von
der Stelle des Schnittes ab. Ablauf ziemlich gleich-
mäßig. Perforationen der Gefäßglieder stets radial,
nur ausnahmsweise halb tangential gerichtet.
Stets in schräger Lage schließen sie mit der
Längsachse einen Winkel von höchstens 45° ein.
E. Die Länge der Gefäßglieder schwankt zwi-
schen engen Grenzen. Kürzere Formen kommen
vereinzelt vor, aber auch diese sind mehr als
tracheidenartige Gefäße und nicht als Gefäße an-
zusehen. Ihre Länge übertrifft ihre Breite mehr-
fach. Wände dünn. Perforationen im allgemeinen
einfach, stets radial angeordnet, ausnahmsweise
auch leiterförmig als Übergang und Verbindung
zu Liriodendron. Anzahl der Querleisten gering
und von sehr feinem Bau. Gefäßwände enthalten
ziemlich viele Hoftüpfel. An Gefäßwänden, die
sich berühren, kommen langgezogene, ellipsen-
förmige Hoftüpfel zahlreich vor, die i. d. R. so
nahe aneinander liegen, daß ihre langen Höfe ein-
ander in geraden Linien berühren. Ihre Länge nimmt
gewöhnlich die Wände ganz ein. Selbst wenn sie
diese Länge nicht erreichen, ordnen sie sich in eine
einzige Längsreihe. Mitunter können manche
Hoftüpfel entzweigeteilt sein ; in solchen Fällen
befinden sich zwei gleiche Hoftüpfel nebeneinan-
der. Die Poren der Tüpfel sind der Länge des Hofes
entsprechend lange und verhältnismäßig ziemlich
breite Ellipsen, die sich an beiden Enden zuspitzen.
Die Poren umfassen die Höfe niemals vollständig.
Die sich mit Holzfasern berührenden Wände er-
scheinen entweder ganz glatt, tüpfelfrei, oder bloß
spärlich betüpfelt. Diese Hoftüpfel haben — von
den übrigen abweichend — eine kurze Ellipsen-
form ; sie können sogar annähernd kreisförmig
sein. Die Poren nehmen die Wände gleichfalls
nicht ein, sondern passen sich den Höfen an und
zeigen auch zugespitzte Linsenformen. An dersel-
ben Seite sind die Hoftüpfel oft in mehrere Reihen
angeordnet, jedoch stets in kleiner Zahl. Sie be-
rühren einander selten. An Markstrahlen berühren-
den Gefäßwänden kommen auch von den übrigen
abweichende Hoftüpfel vor. Die Poren dieser
erreichen eine bedeutendere Größe als die der
übrigen ; sie fallen häufig mit den Höfen zusam-
men, so daß sie fast schon als einfache Tüpfel zu
betrachten sind. An einigen Seiten scheinen den-
noch Höfe vorzukommen, die kreis- oder linsen-
förmig sind. Zuweilen haben größere ellipsenförmige
Höfe zwei kreisförmige Poren. Außer den Hof-
tüpfeln, besonders an spärlich betüpfelten Wänden,
können sogar dichte, wenn auch schwach ent-
wickelte Spiralverdickungen beobachtet werden
(ai -3/
Tracheidenartige Gefäße stimmen mit den sonsti-
gen Gefäßen mehr oder weniger überein, ihr per-
forationsloses Ende spitzt sich jedoch stufen-
weise zu. Unter ihnen befinden sich auch kürzere
Formen als die Gefäße (b).
Tracheiden spärlich vorhanden, bilden sich
mehr in der Spätzone und in der Nähe der Jahrring-
grenze. Vermutlich stellen sie die abschließenden
Glieder der Spätzone dar, und haben deswegen
engere Lumina als die Gefäße. An Form und
Betüpfelung gleichen sie jedoch den letzteren und
sind an beiden Enden leicht zugespitzt.
Holzfasern ziemlich lang, zugespitzt, ihre Lu-
mina können jedoch durchwegs verfolgt werden.
Zuweilen mit verschiedenen Endungen. Wände
verhältnismäßig dünn ; tangential spärlich, radial
zahlreicher einfach betüpfelt. Die äußeren Poren-
münde stellen Kreise oder Ellipsen dar, die inneren
erscheinen hingegen — die Breite der äußeren
beibehaltend schräg linsenförmig oder spaltartig.
Größe des inneren Mundes verschieden. Die
größeren Münde stellen jedoch sekundäre Gebilde
dar. Wände verhältnismäßig stark und von ein-
fachen Tüpfeln ziemlich dicht bedeckt
151
Holzparenchymzellen gewöhnlich unegelmäßige
Ziegelformen. Radialwände spärlich, tangential
reicher betüpfelt
Markstrahlzellen längere oder auch kürzere,
liegende oder aufrechte Ziegelformen oder Rhom-
ben. Die Stärke ihrer Wände wird gegen die Lumina
zu durch Verdickungen von mannigfaltiger Form
noch mehr gesteigert. Diese Verdickungen fallen
besonders an den waagerechten, sowie an den
Tangentialwänden auf, während die Radialwände
i glatt sind. Die Tangentialwände enthalten die
meisten Tüpfel. Sehr kleine kreisförmige Tüpfel
kommen an den Radialwänden verstreut in Grup-
pen oder in Längsreihen geordnet vor. An Wänden,
die sich mit Gefäßen berühren — auch an den inne-
ren Zellen — sieht man große kreis- oder ellipsen-
förmige einfache Tüpfel, die fast die ganze Wand-
fläche bedecken und sich den entsprechenden
Tüpfeln der Gefäße anschließen (g). (A.)
Gattung 35. Liriodendron
LIRIODENDRON TULIPIFERA L.
Tulpenbaum
Tulip tree, Tulipier
Tafel 81
Aus Nordamerika stammender, ziemlich win-
terharter Baum ; erreicht ausnahmsweise sogar
eine Höhe von 60 m. Bei uns in Parkanlagen als
Zierbaum gepflanzt.
Holz xylotomisch dem der vorigen Art ähnlich,
immerhin kann sie auf Grund einiger ausgeprägter
und beständiger abweichender Merkmale von dieser
gut unterschieden werden.
Q. 7, 2. Noch mehr zerstreutporiges Holz als
Magnolia. Zwischen Früh- und Spätzone besteht
sozusagen kein Unterschied. In der Spätzone gibt
es zuweilen mehr Gefäße oder weniger Fasern als
im Frühholz.
Die Spätholzgefäße sind kaum enger als die
Frühgefäße. Sie erscheinen vereinzelt, radial oder
gruppenweise angeordnet. Markstrahlen ähnlich
wie die bei Magnolia, ihr Lauf ist jedoch etwas
gleichmäßiger und auch ihre Ausbuchtung fällt
an der Jahrringgrenze mehr auf. Jahrringgrenzc
fein gewellt. An der Grenze findet man fast aus-
schließlich terminale Parenchyme angereiht. Diese
radial stärker flachgedrückten Zellen sieht man
in 3 bis 4 zusammenhängenden Reihen geordnet,
welche nur selten von einigen Tracheiden o er
Holzfasern unterbrochen werden.
R. 3. Radialschnitt — mit geringem Unter-
schied — wie bei Magnolia,
T. 4. Markstrahlen — wie bei Magnolia —
ebenfalls zweischichtig, doch werden sie manch-
mal, in der Höhe von einigen Zellen, auch drei-
schichtig. Höhe der Markstrahlen etwas größer,
da sic auch 40 bis 50 Zellen erreicht, durchschnitt-
lich aber 20 bis 30 Zellen beträgt. Querschnitt
der Zellen schmale Ellipse. Die Kantenzellen sind
höher als die inneren.
E. Gefäße — von denen der Magnolia abwei-
chend — ausnahmslos leiterartig durchbrochen.
Zahl der Querleisten verschieden. In einzelnen
längeren Perforationen kann sie auch 10 bis 15
betragen, in solchen Fällen kommen die Leisten
einander ziemlich nahe. Manchmal selbst bei
einigen größeren Perforationen findet man bloß
2 bis 5 Querleisten. Zwischen Hoftüpfeln und leiter-
artigen Perforationen kann man zuweilen gewisse
Übergänge beobachten. Die Querleisten verzwei-
gen nicht. Ein anderer Unterschied geht aus der
Betüpfelung der Gefäße hervor. An den sich gegen-
seitig berührenden Gefäßwänden befinden sich
— statt der einreihigen, langen Hoftüpfel der
Magnolia-Art — in zwei oder drei, sogar in vier
Reihen geordnete, einander gegenüber- und quer-
gelegene kurze ellipsen-, mitunter kreisförmige
Tüpfel. Diese können miteinander in Berührung
stehen, wodurch ihre Form gewisse Veränderungen
erleidet. Ihre ellipsen-, oder häufiger zugspitzten
linsenförmigen Poren umfassen die Höfe nicht.
Die übrigen Elemente sind nahezu so beschaffen
wie bei Magnolia ((*1-5)-
Einfache Tüpfel der Holzfasern kleiner als
bei Magnolia; es machen sich in diesen sehr lose,
oft undeutliche, dünne Spiralverdickungen be-
merkbar (d1 _5).
Holzparenchymzellen: langgestreckte Ziegel-
formen ; Tüpfel der Radialwände kreisförmig
oder oval (f).
Wände der Markstrahlzellen noch stärker, um!
auch die Verdickungen mannigfaltiger als bei
Magnolia. Radial einfache kleine Tüpfel, läug^ in
eine Linie oder in zwei Reihen geordnet. Im cr^li n
Falle befindet sich die Reihe i. d. R. in der Mill
der Zelle, im zweiten nähert sie sich den waagu
rechten Wänden. Die Reihen erscheinen oll zai-
sammenhängend und können in der Höhe d<*i
ganzen Zelle verfolgt werden GM
152
XVII. LAURACEAE
Gattung 36. Laurus
LAURUS NOBILIS L.
Loorbeerbaum
Swea bay, Laurier, Allero
Tafel 82
Immergrünes, baumartiges Gewächs. In ganz
Südeuropa, in Kleinasien, sogar in Nordafrika
verbreitet. In Mitteleuropa verträgt es den Winter
nur in Gewächshäusern.
Q. 1, 2. Zerstreutporiges Holz. Gefäße des
Frühholzes kaum bemerkbar weitlumiger als die
der Spätzone, von gleicher Zahl. Die Breite des
Jahrringes wechselt. Jahrringgrenze ziemlich gut
bemerkbar und zwar nicht allein durch die 3 bis
4 Reihen radial flachgedrückter Holzfasern, son-
dern auch durch die Menge der von der Mitte des
Jahrringes ausgehenden, sich immer mehr ver-
engenden Holzfasern. Gefäße zur Hälfte vereinzelt,
zur Hälfte radiale Zwillingsporen. Englumigere
Gefäße der Spätzone auch in drei- oder vierfachen
Porenstrahlen vereint. Die ein- bis zweischichtigen
Markstrahlzellen erleiden an der Jahrringgrerize
keine Veränderungen und sind gleichmäßig ver-
teilt. Jahrringgrenze ohne Wölbungen oder Wellen-
linien. Grundmasse : eine Menge von Holzfasern
mittlerer Dicke.
R. 3. Markstrahlen von heterogener Struktur.
Die Zellen kurze Ziegelformen aufweisend oder
quadratisch. Höhere Ziegelformen können bloß
unter den Kantenzellen beobachtet werden. Einige
enthalten öl (Ölzellen). Holzfasern radial betüp-
felt, tangential glatt. Die Holzparenchymzellen
befinden sich auch hier inmitten der Holzfasern
verstreut, oder in der Nähe der Gefäße angeordnet.
Leiterförmige Perforationen sind an manchen
Gefäßen deutlich wahrnehmbar.
T. 4. Die große Anzahl der Markstrahlen in
Tangentialschnitt besonders gut sichtbar. Diesel-
ben sind 1 bis 2 Schichten breit und von ver-
schiedener Höhe. Para- und metatracheale Paren-
chyme kommen ziemlich häufig vor. Die Gefäß-
glieder haben verschiedene Längen, sind aber
stets vier- bis fünfmal länger als breit und an
Thyll en reich.
E. Gefäßglieder an beiden Enden kurz zuge-
spitzt. Die kreis- oder ellipsenförmigen einfachen
Perforationen erscheinen unmittelbar unter
der Spitze. In englumigeren, seltener auch in
weitlumigeren Gefäßen können leiterförmige Per-
forationen beobachtet werden. Querleistenzahl
möglicherweise 7 bis 8. An manchen Perforatio-
nen ist die allgemein bekannte Form weniger
gut zu beobachten, da längere oder kürzere
Hoftüpfel sich gegenseitig an ihren Enden anhef-
ten und dadurch eine leiterartige Perforation
entsteht. Die dicke Wand sowohl der weiteren,
wie der engeren Gefäße erscheint von einfachen
und Hoftüpfeln bedeckt. Hoftüpfel radial Mie
tangential zu beobachten. Tangential zeigen sich
dieselben bedeutend dichter, so, daß sie einander
berühren ; an Radialwandteilen wechseln sie
mit einfachen Tüpfeln ab. Ein Teil der einfachen
Tüpfel bildet sich an Stellen, wo Markstrahlen
berührt werden. Der Form nach sind sie langge-
streckte Ellipsen ; die Längsachsen stehen bald
senkrecht, bald waagerecht, nicht selten schräg.
Die sich mit anderen Elementen berührenden klei-
neren, unregelmäßig verstreuten Tüpfel zeigen
annähernd kreisrunde Formen
Die tracheidenartige Gefäße weisen fast diesel-
be Wandstärke auf, wie die vorigen Formen, und
sind von ähnlichen einfachen und Hoftüpfeln
bedeckt. Perforationen leiterartig und von den
Gefäßen — je nach der Länge der Spitzen — mehr
oder weniger entfernt. Sie enthalten zwei, seltener
drei Querleisten. Hoftüpfel kreisrund, Poren
schräg- oder querliegende schmale Ellipsen. Auch
die Wände der Gefäße von derartigen Tüpfeln
bedeckt. Einfache Tüpfel regelmäßig in eine
Reihe geordnet. Der Form nach langgestreckte
Ellipsen, mit querliegender Längsachse (b).
Holzfasern an beiden Enden zugespitzt. Enden
ziemlich mannigfaltig. Wände mittelstark und an
Tüpfeln arm. Dieselben sind klein, fast kreisrund
und treten stets bloß radial in Erscheinung
Breite der Holzparenchymzellen etwa wie die
der Holzfasern. Auch die Wände haben die gleiche
Stärke und an den Enden—radial wie tangential —
einfache, kleine Tüpfel. Form und Größe der Tüpfel
verschieden, je manchem, unter was für Elementen
sie gelagert sind, bzw. mit welchen Elementen sic;
in Berührung stehen. Die Wände der paratrachea-
len Elemente bedecken Tüpfel, die betreffs ihrer
Lage, Größe und Form bereits bei den Gefäßen
behandelt wurden. Anzahl der Tüpfel so hoch,
daß unter ihnen bloß linienartige Wandteile frei
153
bleiben. Radial- wie Tangentialwände der meta-
trachealen Elemente enthalten nur sehr kleine
Tüpfel (f^). (A.)
Aus den Bau des heterogenen Markstrahlgerüs-
tes folgt, daß hier zweierlei Markstrahlzellen vor-
handen sind. Die eine Art erscheint quadratisch,
die andere gleicht einer aufrechten Ziegelform,
XVIII. RANU
Gattung 37. Clematis
CLEMATIS VITALBA L.
Gemeine Waldrebe
Clematite des haies, Old man's beard, Clematide
Tafel 83
Verbreitungsgebiet Europa, Nordamerika, Kau-
kasien. Ein Kletterstrauch, der zuweilen auch
10 m lang wird.
Q. 7, 2. Jahrringe schmal, Jahrringgrenze ver-
schwommen. Der ringporige Charakter fällt daher
nicht auf. Der größte Teil des Jahrringes von
Gefäßen beträchtlicher Größe ausgefüllt. Von den
Elementen des Spätholzes können meistens bloß
ganz schmale Streifen und auch diese nur an der
Jahrringgrenze beobachtet werden. Die ziemlich
großen Frühgefäße erscheinen gewöhnlich in zwei,
seltener in drei Reihen, in der Frühzone des Jahr-
ringfeldes im Gruppen geordnet. Tangential ent-
hält je eine Gruppe zwei oder drei große Gefäße.
An diese schließen sich in der Frühzone teils auch
ganz englumige Gefäße an. Die letzteren füllen
gewöhnlich den Raum zwischen den großen Ge-
fäßen aus. Die großen Frühgefäße kommen meist
vereinzelt vor und berühren einander nur selten.
Die Querschnitte stellen Kreise oder Ellipsen dar,
oder weisen von diesen etwas abweichende Formen
auf. In der Spätzone dagegen — vorwiegend an der
Jahrringgrenze — befinden sich englumige Ge-
fäße, Tracheiden, Ersatzfasern und Holzparen-
chymzellen. An der Jahrringgrenze erscheinen
einzelne Glieder radial flachgedrückt und in 2 bis
5 Reihen geordnet. Die Spätgefäße oft einander
berührend. Die Markstrahlen sind breit und ver-
laufen in Abständen, die 3 bis 4 Durchmesser
der großen Frühgefäße ausmanchen. An der Jahr-
ringgrenze können große und einwärts gewölbte
Bögen beobachtet werden. Verlauf gleichmäßig.
Zwischen den großen Gefäßen werden die Mark-
die auf die kürzere Seite gestellt ist. Einige Mark-
strahlen weichen aber von diesen Formen ab.
Sämtliche sind — die mit trachealen Elementen
benachbarten ausgenommen — von einfachen
kleinen Tüpfeln reich bedeckt. Diese sind dicht
betüpfelt, mit ähnlichen starken Wänden wie wir
sie bei den Gefäßen beobachten konnten.
NCULACEAE
strahlen enger, anderswo etwas breiter. An beiden
Seiten der Markstrahlen findet man dickwandige
Holzfasern.
R. 3. Das Bild des Radialschnittes hängt
ebenfalls von der Stelle des Schnittes ab. Verläuft
die Schnittfläche in einem breiten Markstrahl, so
kann man im ganzen Schnitt nichts anderes, als
Markstrahlen sehen. Diese sind dickwändige,
längere oder kürzere ziegelförmige Zellen ; es
kommen aber auch quadratische oder aufrechte
Formen vor. Sie enthalten einfache, kreisrunde
oder elliptische Tüpfel. Das Schichtengefüge der
Wände kann gut beobachtet werden. Die Wände
scheinen stellenweise gegen das Lumen zu einge-
drückt, wodurch die an und für sich schon starken
Wände noch dicker werden. Zuweilen wächst
diese Verdickung derart an, daß sie die Mitte der
Zellen erreicht.
Auf manche Schnitte entfallen überhaupt keine
Markstrahlen. In solchen Fällen sieht man an den-
selben vorwiegend Früh- und Spätholzgefäße.
Die Perforationen der großen Gefäße liegen auch
hier in der Quere. Die englumigeren Gefäße enden
quer oder abgerundet. Tracheiden und Holz-
parenchymen erscheinen hier nicht so zugespitzt,
wie im Tangentialschnitt, können daher von den
auch hier zugespitzten Holzfasern sehr leicht unter-
schieden werden.
T. 4. Der Tangentialschnitt wird durch Mark-
strahlen von erheblicher Größe gekennzeichnet,
deren Breite 14 bis 16 Zellen beträgt. In ihrem
Verlauf werden dieselben enger oder breiter.
Die Höhe erscheint fast unbegrenzt, da an den
untersuchten Schnitten das Ende keines einzigen
Markstrahles zu beobachten war. Die Markstrahl-
zellen haben sehr starke Wände. Ihre Querschnitte
sind kreis- oder ellipsenförmig oder unregelmäßig.
Gegen die Ränder zu kommen auch ziegelförmi-
ge vor. Größe verschieden, mitunter ganz be-
trächtlich. An den Tangen tialwänden zahlreiche
Tüpfel.
154
Die übrigen Teile des Tangentialschnittes
gestalten sich je nachdem, ob sie dem Früh- oder
Spätholz entstammen. Mitunter sind auch beide
Teile aufzufinden. Weitlumige Frühgefäße kurz-
gliedrig, zuweilen breiter als hoch, Perforationen
einfach, meist querliegend oder nur ein wrenig
schräg, gegebenenfalls »S«-förmig gekrümmt. Eng-
lumige Gefäßglieder der Spätzone nicht oder
kaum länger als die der Frühzone, jedoch länger
als breit, schräg oder kegelartig zugespitzt.
Die unter ihnen eingebetteten Tracheiden
können auf Grund der Struktur ihrer Wände kaum
unterschieden werden. Ihre Zuspitzung ist aus-
geprägter und auch ihre Wände sind viel reicher
betüpfelt.
Die Holzparenchymzellen sind sehr kurz,
gewöhnlich bloß zwei-, unter Umständen dreiglied-
rig. Das eine der Enden spitzt sich fast immer
kegelartig zu. Zwei Zellen zusammen erreichen
kaum die Länge eines Gefäßgliedes oder einer
Tracheide. Ihre Wände bleiben zwar etwas dünner
als die der Holzfasern, sind aber auch so ziemlich
stark. An den Tangentialwänden und waage-
rechten Scheidewänden befinden sich meistens
ziemlich viele Tüpfel. Inmitten der Holzparenchyme
kommen auch Ersatzfasern vor. Die i. allg. ziem-
lich kurzen Holzfasern übertreffen an durch-
schnittlicher Länge die Gefäße und Tracheiden
überhaupt nicht oder nur sehr wenig. Tangential
sind sie an einfachen Tüpfeln ziemlich reich. Die
Enden der Spätgefäße und Tracheiden fallen
innerhalb des ganzen Sichtfeldes in gleiche Höhe.
Enden der Fasern bei weitem nicht so gleich-
mäßig.
E. Die Gefäßwände sind stark. Uber Form und
Größe wurde bei der Beschreibung der einzelnen
Schnitte das wesentliche angegeben. Perforationen
einfach, in den großen Gefäßen waagerecht ;
Form und Größe entsprechen den Lumina der
Gefäße. Bei den englumigeren Gefäßen geraten die
Perforationen eher radial, und sind enger als das
Lumen, rund oder elliptisch. Sämtliche Wände
der Gefäße an Hoftüpfeln reich. Höfe kreisrund,
oder querliegende Ellipsen von verschiedener
Länge, behalten auch dicht gelagert ihre ur-
sprünglichen Formen. Wenn sie einander berühren,
so werden sie etwas eingedrückt. Die Poren sind
ebenfalls waagerecht, spaltartig, nehmen meistens
die Höfe ein, ja oft überschreiten sie dieselben.
Die inneren Münde gleichgerichteter Poren können
mehrere Tüpfel hindurch verschmelzen. So ent-
stehen lange, querliegende spaltartige Poren, die
bei einer gewissen Einstellung als einfache Spal-
ten erscheinen. Spiralverdickungen fehlen in den
Gefäßen mit weitesten Lumina ganz, oder kom-
men höchst selten vor ; in den engeren sind sie
jedoch neben Hoftüpfeln oft anzutreffen. Fäden
zart, dicht, mitunter auch verzweigend (a.^).
Größe und Betüpfelung der Tracheiden ±
denen der englumigeren Gefäße gleich.
Wände der Holzfasern sehr stark, die Fasern
an beiden Enden zuspitzend, oft spindelförmig.
Die einfachen Tüpfel zeigen Kreis- oder Ellipsen-
formen, und erscheinen im Querschnitt der sehr
starken Wände oft als ganz bis zur Mitte der Fasern
reichende lange Kanäle, die auch Verzweigungen
aufweisen.
Als eine Merkwürdigkeit wäre zu erwähnen, daß
in den einzelnen Fasern — wenn sie in mazerier-
ten Präparaten bei mäßiger Vergrößerung unter-
sucht werden — Gebilde zu beobachten sind, die
auf den ersten Blick als breite und lose Spiral-
verdickungen erscheinen. Diese Schnitte reichen
bis zu den Primärwänden, bzw. erwecken den Ein-
druck, als ob sie außerhalb derselben angeordnet
wären. Bei starker Vergrößerung und genauer
Beobachtung zeigt sich aber, daß dies keine
Spiralverdickungen, sondern in die Wände ge-
schnittene, in einer Spirallinie verlaufende, an der
inneren Seite der Primärwände befindliche Kanäle
sind. Die in die Lumina der Fasern mündenden
Öffnungen sind nicht zu sehen ; die Kanäle wer-
den von den sekundären Wänden ganz verdeckt.
Im Querschnitt weisen die Verdickungen die Form
von Halbkreisen oder von Kreissegmenten auf.
Breite sehr verschieden i. allg. den breitesten
Spiralverdickungen entsprechend. Lumina werden
zuweilen auch enger. Fasern von solcher Struktur
kommen neben den übrigen bloß selten vor. Da
diese Spiralverdickungen an den Schnitten nicht
in Erscheinung treten, sind vermutlich an diesen
Stellen auch keine Lumina vorhanden. Möglicher-
weise ist hier, die Zusammensetzung der Wände
anders, vielleicht nicht verwachsen, daher lösen
sich diese Stellen beim Mazerieren auf und dadurch
enstehen die Lumina. Diese Auffassung scheint
auch durch die Beobachtung bestätigt, daß der
Auslösungsgrad verschieden sein kann. Bei star-
kem Mazerieren zerfällt die Faser in ganz kleine
Stücke
Die Eigenschaften der Holzparenchyme und
Markstrahlzellen wurden bereits bei der Beschrei-
bung der einzelnen Schnitte eingehend behandelt
(h-J- (A.)
155
XIX. BERBERIDACEAE
Gattung 38. Berberis
BERBERIS VULGARIS L.
Sauerdorn
Vinettier^ Barberry., Crespino
Tafel 84
Halbstrauch oder Strauch. Gedeiht in jedem
Boden, auf Bergen sowie in Tälern, und ist in
ganz Europa verbreitet. In den Alpen dringt diese
Art bis zu Höhe von 1400 m vor. Bildet keine
geschlossenen Bestände ; in Wäldern und an
Waldrändern trifft man sie sporadisch an.
Splint zitronengelb, sehr breit. Kernholz bläu-
lichrot. Aus dem Holz wird gelber Farbstoff
gewonnen.
Q. 7, 2. Ringporiges Holz. An der Jahrring-
grenze bildet bloß eine Reihe weitlumiger Gefäße
4z einen zusammenhängenden Ring. In kleineren
oder größeren Abständen von diesem Ring findet
man bloß Gefäße und Zone mit engeren Lumina
aneinandergereiht. Sehr kennzeichnend sind die
zahlreichen Markstrahlen von ansehnlicher Breite,
die zwar an jeder Jahrringgrenze etwas breiter
werden, doch im Inneren des Jahrringes ganz
gleichmäßig bleiben. Die Jahrringgrenze wölbt
sich unter den kräftigen Markstrahlen gegen das
Mittelpunkt zu bogenartig ein. In der Grundmasse
befinden sich englumige Gefäße, Fasertracheiden,
Holzfasern, Holzparenchyme und Tracheiden-
gruppen. Letztere sind teils radial, teils tangential
oft auch schräg aneinander gereiht, so daß das
Holz eine krause Zeichnung aufweist. In diesen
Gefäß-, bzw. Tracheidengruppen verjüngen sich
die Lumina der Elemente allmählich in dem Maße
als sie sich vom Frühholz entfernen. Unmittelbar
an der Jahrringgrenze weisen diese Gefäße stär-
kere Wände und etwas engere Lumina als die
übrigen auf.
R. 3. Die große Anzahl der Markstrahlen
fällt im Radialschnitt noch mehr auf, da hier
sozusagen nur Markstrahlen zu finden sind. In
den Gefäßen gibt es viele Thyllen.
T. 4. Im Tangentialschnitt findet man zahl-
reiche breite und hohe Markstrahlen. Die Breite
schwankt zwischen 8 bis 10, die Höhe zwischen
80 bis 100 Zellen. Auch Höhen von 30 bjs 120
Zellen kommen vor. Lumina der Markstrahlzellen
sehr verschieden. Im allg. zeigen sich die Kanten-
zellen größer, doch auch in den inneren Teilen
der Markstrahlen gibt es größere Formen. Die
Holzfasern, sowie die englumigen Gefäße und
Tracheiden bilden abwechselnd Zonen von unge-
fähr gleicher Breite ; dies folgt übrigens aus der
beim Querschnitt behandelten Anordnung. So-
wohl die Holzfasern, wie die Gefäßgruppen schlän-
geln stark unter den zahlreichen und breiten Mark-
strahlen.
E. Gefäßglieder einfach durchbrochen. Wände
dünn, mit Hoftüpfeln dicht bestreut. Höfe kreis-
förmig oder kurze Ellipsen. Ihre Größe verschie-
den. Sie berühren einander selten und ihre An-
ordnung wechselt. Die spaltartigen Poren umfas-
sen zumeist die Höfe. In den breitesten Gefäßen
erscheinen die Poren ganz waagerecht gestellt.
Englumige Gefäße an beiden Enden etwas
zugespitzt. An dem einen Ende findet man zu-
weilen elliptische Perforationen ; solche Elemente
sind tracheidenartige Gefäße. Wände etwas dün-
ner als die der Gefäße. An den Wänden — zwi-
schen den Hoftüpfeln — Spiralverdickungen, die
auch in die englumigen Spitzen der Gefäße ein-
dringen. Hoftüpfel kleiner bemessen als die der
großen Gefäße, mehr schräg und ellipsenförmig.
Poren ebenfalls schräg
Auch Tracheiden vorhanden. Diese etwas
kurzer als die tracheidenartigen Gefäße, jedoch
mit stärkeren Wänden, die hoftüpfelige und spirale
Verdickungen enthalten. Die Tüpfel gleichen im
allgemeinen denen der englumigeren Gefäße (c1^2).
Fasertracheiden ± den Fasern gleich bemessen.
Außer Hoftüpfeln kommen auch Spiralverdickun-
gen vor. In dem sich verengenden Teil entfallen
aber diese samt den Tüpfeln.
Die Wände der Holzfasern erscheinen ziemlich
stark, an dem einen Ende spitzer, an dem anderen
etwas stumpfer. Außer den längeren kommen
auch ganz kurze Holzfasern in mannigfaltiger
Form vor. Sämtliche zeigen sich ziemlich breit,
so daß die stets großen Lumina sogar in die
Enden eindringen. Wände hauptsächlich von
schrägen oder vertikalen einfachen Tüpfeln ziem-
lich bedeckt (d^^).
Gruppen von Markstrahlzellen verschiedener
Länge. Die längeren eher ziegelförmig, die kürze-
ren quadratisch. Die Wände sind stark und die
radialen ausgenommen — an Tüpfeln reich. Tüpfel
auch radial vorhanden, doch seltener (gi-%)- (A.)
156
Gattung 39. Mahonia
MAHONIA AQUIFOLIUM Nutt.
Gemeine Mahonie
Mahonie de feuilles des houx, Frailling Mahonia
Tafel 85
Verbreitungsgebiet : Westliche Regionen von
Nordamerika. In Europa überall gepflanzt.
Q. 1, 2. Kann als zerstreutporiges Holz ange-
sehen werden, obwohl die Gefäße des Frühholzes
sich an der Jahrringgrenze einigermaßen ver-
dichten, ohne einen zusammenhängenden Ring
zu bilden. In der breiten Spätzone erscheinen die
Gefäße in wellige, i schlängelnde oder zickzack-
artige Linien gereiht, fallweise in kleinere oder
größere Gruppen geordnet. Neben und zwischen
den Gefäßen findet man überall sehr dünnwandige
Tracheiden in verschiedener Anzahl. Letztere
heben sich samt den Gefäßen von den dickwandigen
Holzfasern gut ab. Die Gefäße bleiben vereinzelt
oder berühren einander. Querschnitt vieleckig.
Lumina der Früh- und Spätholzgefäße weisen kaum
Unterschiede auf; der Übergang vollzieht sich
allmählich. Die Breite der weitlumigsten Früh-
gefäße übertrifft den drei- bis vierfachen Durch-
messer der Holzfasern nicht.
Die Grundmasse wird von einer Menge von
Holzfasern mit stärkeren Wänden gebildet. Ihre
Zahl übetrifft Gesamtzahl der Gefäße und der
Tracheiden wesentlich. Die Markstrahlen verlaufen
in regelmäßigen Abständen voneinander. Auch
ihre Breite zeigt sich ziemlich regelmäßig, und
mißt durchschnittlich 6 bis 10 Zellen. Schmalere
kommen viel seltener vor. Zellen kurze und breit,
besonders die an der Jahrringgrenze, von der
Grundmasse sich stark absetzend. Die Jahrring-
grenze ist stark gewellt, und im Jahrringfeld
einwärts, in den Markstrahlen auswärts gewölbt.
Jahrringgrenze oft ganz verschwommen, da zu
ihrer Bildung die Holzfasern kaum beitragen. Die
äußersten Reihen erscheinen oft etwas flach-
gedrückt. Die Jahrringgrenze wird nur durch den
undeutlichen Ring der größeren Frühgefäße und
durch die etwas größer bemessenen Frühtracheiden
und Holzfasern wahrnehmbar.
R. 3. Im Radialschnitt zeigen sich — je nach
der Schnittstelle — bloß Markstrahlzellen oder
ausschließlich Gefäße, Tracheiden und Fasern.
Die Markstrahlzellen stellen kurze Ziegelfor-
men, oft Quadrate, mitunter aufrechte Ziegelformen
dar. Wände nicht auffallend stark, jedoch sämt-
liche Zellen wände ziemlich gleichmäßig betüpfelt.
In radialer Richtung sind die kreis- oder ellipsen-
förmigen Tüpfel zuweilen in Längsreihen, öfters
jedoch verstreut angeordnet. Verlauf der Gefäße,
Tracheiden und Fasern sehr gleichmäßig, Perfora-
tionen der Gefäße im allgemeinen radial.
T. 4. Auch der Tangentialschnitt wird von
Markstrahlen mit großen Dimensionen gekenn-
zeichnet. Die breitesten bestehen aus 6 bis 10
Zellenschnitten. (Diese Feststellungen bezieht sich
auf den zweiten Jahrring. Wie cs aber auch im
Querschnitt ersichtlich ist, können die Mark-
strahlen in den späteren Jahrringen noch dicker
werden.) Unter den dickeren befinden sich auch
schmalere. Höhe i. allg. beträchtlich. Es kommt
vor, daß am mehrere Zentimeter breiten Schnitt
— von den schmalen und ein- oder zweischichtigen
Markstrahlen abgesehen — überhaupt keine Mark-
strahlenden zu beobachten sind. Die schmalen
Markstrahlen beschränken sich zuweilen auf einige
Zellen. Die breiten werden möglicherweise durch
einige schräg durchschreitende Holzfasern zer-
stückelt, doch auch die Größe dieser Stücke ist
sehr beträchtlich. Sämtliche Markstrahlen haben ein
homogenes Gefüge. Querschnitt der Zellen kreis-
oder ellipsenförmig, manchmal aber ganz eckig.
Zwischen den Markstrahlen von gerader Richtung
verlaufen Streifen von Gefäßen und Holzfasern.
E. Gefäßwände mittelstark. Einfache, kreis-
oder ellipsenförmige Perforationen, deren Größe
die der Lumina der Gefäße erreicht oder kaum
hinter derselben zurückbleibt. Geraten sie an die
Seiten, so gestalten sich die Gefäße über ihnen sehr
häufig, mehr oder minder geschnäbelt. Hoftüpfel
an beiden Seiten ziemlich gleichmäßig und dicht.
Die Höfe stellen Kreise oder Ellipsen in schräger
Lage dar, die unter gewöhnlichen Umständen
einander selten berühren und daher ihre ursprüng-
lichen, regelmäßigen Formen beibehalten. Poren
schräg, spaltartig, gegebenenfalls in waagerechter
Lage, werden von den Höfen meistens ganz
unfaßt, oft sogar überschritten. Gleichgerichtete
Poren können zuweilen auch verschmelzen. Als-
dann entstehen ziemlich ansehnliche Spalten.
Außer den Hoftüpfeln enthalten sämtliche Ge-
fäße auch dichtgelegene, zarte Spiralverdickungen,
Wände in der Nähe der Perforationen ganz glatt;
es kommen sogar Wandteile ohne Spiralverdickun-
gen vor (a^).
157
Tracheiden schmal, oft schmaler als die Holz-
fasern, an beiden Enden länglich zugespitzt.
Wände — denen der Gefäße gleich — mit Hoftüp-
feln dicht bedeckt. Die Höfe werden von den Poren
dieser Tüpfel seltener überschritten, oft gar nicht
erreicht.
Außer Hoftüpfeln kommen Spiralverdickun-
gen, aber auch Formen ohne solche vor
Holzfasern kurz, nicht länger als die Gefäß-
glieder und Holzfasern, weisen ziemlich mannig-
faltige Formen und Enden auf. Die Wände radial
von etwas einfacheren, kreisförmigen oder ellip-
tischen Tüpfeln bedeckt, als tangential
Holzparenchymzellen sind nicht vorhanden.
Form und Betüpfelung der Markstrahlen wurde
oben bereits behandelt ; die Wände der Mark-
strahlzellen sind mittelstark (J.)
Gattung 40. Mahoberberis
MAHOBERBERIS NEUBERTII C. Schn.
Mahoberberis
Tafel 86
Eine Hybride von Berberis und Mahonia.
Immergrüner Strauch, welcher auch eine Höhe
von 2 m erreicht. Vereinigt die xylotomischen Eigen-
schaften von Berberis und Mahonia. Die Ähnlich-
keit zu Berberis scheint aber zu dominieren.
Q. 7, 2. Querschnitt fast wie bei Berberis,
die Anordnung der Markstrahlen jedoch nicht so
regelmäßig und ausgeprägt. Die Markstrahlen der
Jahrringgrenze werden auch hier breit, und an
dieser Stelle erscheint die Jahrringgrenze stark
gewölbt. Die Frühgefäße mit weitesten Lumina
bilden mit den englumigen und mit den Trachei-
den ziemlich ausgeprägte Porenringe. Gefäße mit
engeren Lumina und Tracheiden in der Spätzone
in Gruppen oder auch in mehr oder minder zu-
sammenhängende Reihen geordnet. Letztere schräg
oder radial gerichtet ; dadurch unterscheiden sie
sich von Berberis, wo die analogen Elemente zur
Jahrringgrenze i. allg. parallel verlaufen, fall-
weise wellige, zickzacklinige Reihen oder Gruppen
bildend. In dieser Beziehung ist also die Ähnlich-
keit zu Mahonia größer ; bei der letzteren Art
erscheinen die Spätholzgefäße in radial schlängelnde
Linien geordnet, ihre Zahl bleibt jedoch geringer
als bei Mahoberberis.
R. 3. Am Radialschnitt besteht, abgesehen
von den erwähnten Abweichungen, überhaupt
kein Unterschied, die Abgrenzung begegnet daher
Schwierigkeiten.
T. 4. Am Tangentialschnitt offenbaren sich
die Verschiedenheiten und Ähnlichkeiten der drei
Arten auch im Gefüge der Markstrahlen. Die
Markstrahlen erscheinen schmaler, als die der
beiden anderen Arten. Bei Berberis mißt die Breite
10 bis 12, bei Mahonia 6 bis 8, bei Mahoberberis
gewöhnlich 2 bis 5 und nur selten 6 Zellen. Der
Unterschied fällt besonders auf, wenn wir auch
die Größe und Breite der Zellen in Betracht ziehen.
Gegenüber den kreisförmigen oder breiten ellip-
tischen Zellen bei Mahonia hat Mahoberberis
schmale, oft sogar sehr schmale elliptische Zellen.
Der Unterschied in der Breite der Markstrahlen
ist also ziemlich groß.
Die Markstrahlenhöhe schwankt zwischen jenen
der beiden vorangegangenen Arten (Mahonia
und Berberis). Die Markstrahlen von Berberis
werden von diesen übertroffen, während die von
Mahonia höher sind ; es kommen aber auch hier
sogar 100 Zellen hohe vor. Die Markstrahlen zeigen
sich — wie bei Mahonia — übereinander angeord-
net. Unter ihnen verlaufen die Holzfasern gerade,
im Gegensatz zu Berberis, wo breite und kurze
spindelförmige Markstrahlen abwechselnd ange-
ordnet sind und der Verlauf der Holzfasern und
Gefäße stark gewellt erscheint.
E. Bezüglich Gefüge und Größe der Elemente
stimmt diese Art i. allg. mit den beiden anderen
überein. Die Spiralverdickungen sind aber viel-
leicht etwas bedeutender als bei den selben.
Die Holzparenchymzellen fehlen, ganz wie bei
Mahonia und Berberis. Es ist jedoch nicht aus-
geschlossen, daß — ganz ausnahmsweise — un-
mittelbar am Mark einige Holzparenchymreihen
erscheinen und hier unter Gefäßen und Fasern
Vordringen g). (J.)
158
XX. CISTACEAE
Gattung 41. Cistus
CISTUS MONSPELIENSIS L.
Zistrose, Ziströschen
Rock Rose, Leciste, Mucchie
Tafel 87
Verbreitungsgebiet : Mittelmeerländer.
Q. 1, 2. Holz nicht eindeutig zerstreutporig,
eher als ringporig zu bezeichnen. An der Jahrring-
grenze ist der Gefäßdurchmesser im Frühholz
3—4mal größer als im Spätholz. Gefäße des
Frühholzes verdichten sich an der Jahrringgrenze
in Gruppen von 4—6—8. In größerer Entfernung
von der Jahrringgrenze werden die Lumina der
Gefäße immer enger und auch in den Gruppen
nimmt die Zahl der Gefäßglieder stufenweise ab,
so daß die Gefäße an der nächsten Jahrringgrenze
oft schon allein stehen. Im Jahrring reihen sich
die Gefäßglieder manchmal in schrägen Reihen
übereinander an. Strukturell vielfach der Cistus
salvifolius ähnlich. Grundmasse : hauptsächlich
Holzfasern und Fasetracheiden ; Holzparenchym
wenig. Markstrahlen 1—5 Zellenschichten breit.
Markstrahlzellen in Radialrichtung etwas lang-
gezogene Rechtecke.
R. 3. Markstrahlenstruktur auch hier auf-
fallend heterogen. Mittlere Markstrahlzellen : ver-
hältnismäßig kurze, liegende Rechtecke, Kanten-
zellen : Quadrate, Sechsecke oder stehende Recht-
ecke. Wände der Markstrahlzellen auffallend dick
und dicht betüpfelt. Die Kanäle der einfachen
Tüpfel stehen in Verbindung miteinander, somit
erscheinen sie in der Zellenwand gewissermaßen
als Leitersprossen. Im übrigen mit Cistus salvi-
folius übereinstimmend.
T. 4. Von^Cistus salvifolius dadurch leicht
zu unterscheiden, daß einer Markstrahlbreite von
3—5 Zellen, hier im allg. eine von nur einer ein-
zigen Zelle gegenübersteht. Aber auch betreffs der
Höhe ist der Unterschied wesentlich, denn wäh-
rend die Markstrahlen dort nur 15—20 Etagen
hoch sind, erreichen sie hier eine Höhe bis zu
60 Etagen. Die Zellen der einschichtigen Mark-
strahlen sind immer höher, als die inneren Zellen
der mehrschichtigen. Heterogene Struktur der Mark-
strahlen auch auf dem Querschnitt der Markstrah-
len deutlich sichtbar. Querschnitte der inneren
Zellen der breiten Markstrahlen meistens unregel-
mäßige Vielecke. Zwischenräume der dichten
Markstrahlen, d. h. in der Grundmasse, von
dickwandigen Holzfasern, Holzparenchymen und
Fasertracheiden ausgefüllt. Unter diesen kommen
verstreut auch einige Holzparenchymzellen vor. Ge-
fäße von spärlich bis dicht von wabenartig zusam-
mengedrängten kleinen Hoftüpfeln bedeckt. In
den Wänden der Gefäße lose Spiralverdickungen.
E. Gefäßdurchbrechungen einfach, oberhalb
und unterhalb der Perforationen meist schnabel-
förmige Verlängerungen, sonst befinden sich die
Perforationen an Enden der Gefäßglieder in der
Richtung der Längsachse. In den Wänden der
Tracheiden neben den Hoftüpfeln auch Spiral-
verdickungen (ar _3 ).
Die Tracheiden stimmen in der Struktur mit
den Tracheen überein (c).
Holzfasern dickwändig, Tüpfelung spärlich.
Faserlänge 600—900 /z, Breite 8—15 (d). Auch
Fasertracheiden vorhanden
Parenchymzellen 60—120 /z lang, 8—30 (jl
breit, dicht kleingetüpfelt (fi-^)*
Die typische Eigentümlichkeiten der Mark-
strahlparenchymzellen wurden oben schon ange-
führt. Starke Wanddicke, Betüpfelung und hetero-
gene Struktur der Markstrahlzellen auffallend.
Die Tüpfel in den Kantenzellen stellen waagerecht
langgestreckte Ellipsen dar (g1-^)> (A.)
CISTUS SALVIFOLIUS L.
Salbeiblättrige Zistrose
Cisete femelle, Cisto femmina
Tafel 88
Verbreitungsgebiet : Mittelmeergebiet.
Q. 1, 2. Holz des etwa 60 cm hoch wachsen-
den Strauches fast vollkommen zerstreutporig.
Frühgefäße um die Jahrringgrenze, besonders aber
innerhalb einzelner Jahrringe, ziemlich häufig
und größer als die Spätgefäße. In den äußeren
Spätzonen bilden sich kaum mehr Gefäße. Die
Jahrringgrenze zeigt sich folglich ziemlich scharf.
Diese Schärfe wird durch die besonders enge
Stellung und die Abflachung der sehr dickwandigen
Fasertracheiden der Grundmasse noch mehr ge-
steigert. Gefäße meist vereinzelt. Zwillingsporen
selten, mehr im Frühholz ; im Spätholz kommen
159
solche bloß ab und zu vor. Poren kreis- oder ellip-
senförmig. Die Grundmasse bleibt den trachealen
Elementen gegenüber, fast immer im Überge-
wicht. Im Frühholz einzelner Jahrringe sind die
Gefäße viel zahlreicher. Markstrahlen bloß ein-
schichtig. Zellen sehr kurz, innerhalb der Grund-
masse also nur durch ihre dünnen Wände abge-
setzt, enggestellt und in Abständen von 1 bis
3 Gefäßdurchmessern aufeinander folgend. Para-
tracheale Parenchyme kommen vorwiegend im
Frühholz, metatracheale eher im Spätholz vor.
Ihre Zahl ist gering.
R. 3. Das Bild des Radialschnittes kann aus
den vorigen Angaben zusammengestellt werden.
Zellen der homogenen Markstrahlen zeigen auf-
rechte Ziegelformen. Die Wände sind dünn und
dicht betüpfelt, besonders radial, wenn sie sich mit
Gefäßen berühren. An solchen Stellen erreichen
die Tüpfel eine beträchtlichere Größe als sonst.
T. 4. Im Tangentialschnitt verlaufen die Ge-
fäße recht gleichmäßig, was den einschichtigen,
schmalen, jedoch aus außergewöhnlich hohen
Zellen bestehenden Markstrahlen zuzuschreiben
ist. 10 bis 15 Zellen hohe Markstrahlen werden
demgemäß schon zu den beträchtlichen gezählt.
Solche, deren Höhe 20 Zellen übertrifft, kommen
sehr selten vor. Perforationen der Gefäße auch
tangential ziemlich häufig.
E. Gefäßglieder länger oder kürzer und walzen-
förmig. Perforationen einfach, kreis-, ellipsenför-
mig oder unregelmäßig geformt und radial, mit-
unter tangential angeordnet. Die Gefäßglieder
enden in kürzeren oder längeren Schnäbeln. Sie
sind an allen Seiten von meist zerstreuten oder
auch in Längsreihen geordneten Holztüpfeln
ziemlich reich bedeckt. Die Höfe stellen Kreise
oder kurze Ellipsen dar. Poren schräge oder
waagerechte schmale Ellipsen, die in den engeren
Gefäßen auch der senkrechten Richtung nahekom-
men, oder Stäbchen, die die Höfe ganz einnehmen,
oder sich ihren Grenzen stark nähern. Außer
behöften Tüpfeln gibt es auch Spiralverdickungen,
die meist querlaufend, ziemlich glatt, doch undeut-
lich, in den weitesten Gefäßen kaum wahrnehm-
bar sind, eventuell fehlen (<*!-$) •
Fasertracheiden dickwandig und ziemlich kurz.
Weder die Formen, noch die Stumpfen oder zu-
gespitzten Enden weisen eine besondere Mannig-
faltigkeit auf. Hoftüpfel gleichen denen der Ge-
fäße. Poren stäbchenförmig, schräg oder senkrecht,
Spiralverdickungen kommen vor, zuweilen können
sie auch fehlen (el^4).
Holzparenchymzellen dünnwandig, bilden Rei-
hen von bloß einigen Gliedern. Wände, die sich
mit Gefäßen berühren, erscheinen mit größeren
einfachen Tüpfeln reich bedeckt, die übrigen
Wände sind an Tüpfeln ärmer
Die Markstrahlzellen wurden beim Radial-
und Tangentialschnitt bereits behandelt (g^-J.
(J-)
Gattung 42. Fumana
FUMANA PROCUMBENS Gren. et Godr.
Zwerg-Heidenröschen
Tafel 89
Verbreitungsgebiet : Mittel- und Südeuropa,
Vorderasien. Etwa 10 bis 12 cm hoch wachsen-
der Halbstrauch.
Q. 1, 2. Von den vorigen Arten verschieden,
mehr ringporiges Holz. An der Bildung der Poren-
ringe in der ganzen Frühzone sind die unmittel-
bar an der Jahrringgrenze zusammenhängend in
eine Reihe oder stellenweise auch in zwei Reihen
geordnete Gefäße beteiligt. Die daneben be-
findliche Grundmasse besteht aus einer Menge
dünnwandiger Fasertracheiden. In den übrigen,
größtenteils Spätzone bildenden Teilen des Jahrrin-
ges kommen bereits Fasertracheiden mit stärkeren
Wänden vor. Unter diesen findet man zerstreut,
in wechselnder Zahl Gefäße, die an Größe und
Form denen der Frühzone entsprechen. Die
Breite der Jahrringe wechselt, sie ist jedoch ver-
hältnismäßig gering. Die Jahrringgrenze hebt
sich infolge des Porenringes scharf ab und zeigt
sich fein gewellt. Die Markstrahlen sind — wie bei
Cistus — ziemlich dicht und größtenteils einschich-
tig. Um die Gefäße, sowie in der Grundmasse fin-
det man zerstreut, aber auch vereinzelt, Holz-
parenchyme, die hier bedeutend häufiger vor-
kommen.
R. 3. Auch im Radialschnitt ziemlich viele
Markstrahlen, deren Zellen längere oder kürzere,
aufrechte Ziegelformen oder Quadrate darstellen.
Liegende Ziegelformen seltener. Radialschnitt
gleicht sonst dem der nächsten Art.
T. 4. Am Tangentialschnitt fällt besonders
die große Zahl der Markstrahlen auf. Diese sind
— wie bei der nächsten Art — größtenteils ein-
schichtig, sie werden jedoch ausnahmsweise in
der Höhe von einigen Zellen auch zweischichtig.
Die Zellen sind bedeutend niedriger, als bei
160
Helianthemum und besonders als bei Cisfus-Arten.
Die Höhe der ellipsen- oder linsenförmigen Zellen
übertrifft zwei- bis dreifach ihre Breite. Auch die
höheren ziegelförmigen Zellen erreichen nicht die
Höhe der analogen Zellen der nächsten Art, und
sind höchstens vier- bis fünfmal so hoch, wie
breit. Im Verhältnis zu den übrigen erscheint aber
ihre Zahl gering. Die Höhe der Markstrahlen er-
reicht 1 bis 10 Zellen. Höhere kommen selten vor.
Perforationen der Gefäße selten tangential. Nei-
gung der Scheidewände 40°, mitunter sind sie
waagerecht.
E. Die Gefäße weisen — im Verhältnis zu jenen
der anderen Arten — eine abrechnungsreichere
Größe auf. Außer ganz engen kommen auch
breitere vor. Perforationen einfach, meist quer
oder etwas schräg. Englumige Gefäße enden in
kürzeren oder längeren Schnäbeln. Die Hoftüpfel
wie bei der nächsten Art, auch ihre Anordnung
ist ähnlich, in den breitesten Gefäße in Flecke
verdichtet. Spiralverdickungen zart, in weitlumi-
gen Gefäßen schwer erkenntlich, mitunter fehlend
Fasertracheiden — wie bei Cistus — dickwandig,
bloß in der Frühzone kommen dünnwandige vor,
die an Helianthemum erinnern. Behöfte sowie
spirale Verdickungen, wie die der Gefäße. Bei
dünnwandigen, also weitlumigen fehlen die Spiral-
verdickungen manchmal ganz (er^3).
Holzparenchym- und Markstrahlzellen ebenfalls
dickwandig und an Tüpfeln ziemlich reich. Die
sich mit Gefäßen berührenden Wände haben läng-
liche ellipsen- oder linsenförmige, wagerechte,
größere, einfache Tüpfel. Die Holzparenchyme
bilden längere oder kürzere, vereinzelte Reihen,
und kommen ziemlich häufig vor. Die Zellen zeigen
lange Ziegelformen oder spitzen sich an den Enden
zu (fi-a, gi -3)- (J-)
Gattung 43. Helianthemum
HELIANTHEMUM NUMMULARIUM L.
Gemeines-Sonnenröschen
Herbe d'or, Little sunflower^ Eliantemo
Tafel 90
Verbreitungsgebiet : Europa und Westasien.
Etwa 30 cm hoch wachsender Halbstrauch.
Q. 7, 2. Zerstreutporiges Holz, die Gefäße
jedoch allmählich dem Ende des Spätholzes zu
sich verjüngend. Xylotomisch den Cistus-Arten
ähnlich, aber im Verhältnis zu den Fasertrachei-
den zeigen sich die Gefäße hier etwa häufiger und
auch die Wände der Fasertracheiden bleiben etwas
dünner. Gefäßsporen an Form ganz wie bei
Cistus-Arten. Meist gleichfalls vereinzelt, Zwillings-
poren kommen selten vor. Markstrahlen ebenfalls
einschichtig, jedoch an Zahl geringer, zuweilen
in Abständen von 5 bis 6 Gefäßdurchmessern
voneinander angeordnet, von der Grundmasse
noch weniger abgesetzt als bei den Cistus-Arten.
Holzparenchymzellen in geringer Zahl im ganzen
Jahrring verstreut und vereinzelt angeordnet.
R. 3. Radialschnitt i. allg. dem der Cistus-
Arten gleich. Die Unterschiede folgen aus den obi-
gen Ausführungen. In beiden Fällen die Mark-
strahlen unbedeutend und ganz undeutlich ge-
formt.
T. 4. Im Tangentialschnitt unterscheidet sich
dieser Strauch von den Cistus-Arten hauptsäch-
lich nur durch die Markstrahlen, da diese, sowie
die in denselben enthaltenen Zellen, bedeutend
niedriger sind, als die der Cistus-Arten, Die Mark-
strahlen erreichen i. allg. eine Höhe von 2 bis 6,
bloß selten 8 bis 10 Zellen. Ihr Gefüge zeigt sich
eher heterogen, da außer den hohen und aufrechten
Formen, die denen der Cistus-Arten ähnlich sind,
auch kürzere vorkommen. Sie werden gar nicht,
oder nur kaum höher, als breit, und weisen Ziegel-,
Ellipsen- oder Linsenformen auf. Der Verlauf
der Elemente ist etwas gewellt.
E. An Form und Größe sind die Gefäße viel
abwechslungsreicher als die der Cistus-Arten.
Anordnung der einfachen Perforationen ganz wie
bei den vorigen Arten. Die Formen erscheinen oft
als regelmäßige Kreise, die mitunter ganz klein
sind. Form, Größe und Anordnung der Hoftüpfel
ungefähr dieselbe, wie bei den Hoftüpfeln der
Cistus-Arten. Die Spiralverdickungen zeigen sich
hier viel zarter und dichter, sie fehlen auch häufiger
als bei den vorigen Arten
Die Fasertracheiden haben mannigfaltigere En-
dungen und Formen, als bei Cistus. Sie werden
einigermaßen weiter und auch die Wände sind
dünner. Die Lumina werden infolgedessen größer
und erreichen manchmal sogar die Breite der eng-
lumigeren Gefäße : sie sind den Gefäßen gleich
betüpfelt. Spiralverdickungen nicht so dicht
Die Holzparenchymzellen und Markstrahlzellen
stimmen — abgesehen von den erläuterten Ver-
schiedenheiten — mit den entsprechenden Zellen
der Cistus-Arten überein f/i-g, gi-4). (J.)
11 Gregtisa
161
XXI. TAMARICACEAE
Gattung 44. Myricaria
MYRICARIA GERMANICA Desv.
Federbusch
Tafel 91
Verbreitungsgebiet : Mittel und Südeuropa,
Westasien. Ein 1 bis 2 m hoch wachsender Strauch.
Q- 2, 2. Kann mit Bestimmtheit weder als
ringporiges, noch als verstreutporiges Holz be-
zeichnet werden. Die Jabrringgrenzen ziemlich
ausgeprägt : unmittelbar am Anfang der Früh-
zone ein größtenteils zusammenhängender Poren-
ring sichtbar. Unter den Markstrahlen finden wir
die Gefäße ziemlich häufig in kleinere oder größere
Gruppen geordnet. Die Räume zwischen den
vereinzelten Gefäßen, wie auch die zwischen den
einzelnen Gefäßgruppen werden durch eine große
Anzahl von Tracheiden, Ersatzfasern und Holz-
parenchymzellen ausgefüllt. Die Porengruppenoder
Porenstrahlen verjüngen oder vermindern sich
gegen das Spätholz zu allmählich. In den äußersten
Zonen des Spätholzes fehlen die Gefäße häufig
vollständig oder werden ganz englumig. An sol-
chen Stellen sind bloß Tracheiden, Ersatzfasern,
sowie ganz spärlich Holzparenchymzellen zu be-
obachten. Diese Elemente heben sich — infolge
ihrer dünneren Wände — von den dickwandigen
Holzfasern der Grundmasse ziemlich scharf ab.
Die Gefäßquerschnitte stellen Kreise, Ellipsen oder
kantige Formen dar. Die Markstrahlen bestehen
aus 1 bis 4, ausnahmsweise aus 5 Zellenschichten.
R. 3. Im Radialschnitt bilden die Markstrahl-
zellen Quadrate, ziemlich häufig aber auch auf-
rechte oder liegende kurze Ziegelformen. Wände
der Gefäße und Tracheiden auch an dieser Seite
reich hofbetüpfelt. Die Holzfasern enthalten etwas
mehr Hoftüpfel.
T. 4. Am Tangentialschnitt fällt die große
Höhe der Markstrahlen auf, die möglicherweise
die Höhe von 100 bis 150, ja sogar von 200 Zellen
erreichen. Niedrigere, 20 bis 30 Zellen hohe kann
man bloß selten beobachten. Größe und Form der
Zellen ziemlich mannigfaltig ; es kommen Ellip-
sen, Ziegelformen, meistens aber unregelmäßige
Vielecke vor. Die Kantenzellen unterscheiden sich
kaum von den inneren. Tangentiale Zellenwände
an Tüpfeln reich.
Holzfaser, Ersatzfaser, sowie Gefäß- und Tra-
cheidenzonen wechseln miteinander. Ihre An-
ordnung zeigt sich nicht immer gleichmäßig und
im ständigen Verhältnis. Die Enden der Gefäß-
glieder und der diese umgebenden Tracheiden und
Ersatzfasern befinden sich in gleicher Höhe. Die
Tracheiden und Ersatzfasern spitzen sich tangentia]
in der Form eines kurzen Keiles zu, daher er-
scheinen die Enden in einer Zickzacklinie. Die
Tangentialwände der Gefäße der Tracheiden und
der Ersatzfasern sind, wenn sie sich mit Gefäßen
und Tracheiden berühren, meistens dicht betüpfelt.
Die Wände derjenigen Gefäße und Tracheiden,
die mit Ersatzfasern und Holzparenchymen nicht
in Berührung kommen, sowie auch die Tangential-
wände der Holzfasern, weisen nur eine sehr spär-
liche Betüpfelung auf.
E. Gefäßglieder gleich lang und walzenförmig
mit dünnen Wänden. Die einfachen Perforationen
geraten meist an die äußersten Gefäßenden und
sind waagerecht oder etwas radial geneigt, an
Form und Größe den Lumina der Gefäßer ent-
sprechend. Die Perforationen können ausnahms-
weise auch an der Radialseite erscheinen. Abge-
sehen von den Wandteilen, die sich mit Holzfasern
berühren, finden wir an allen Wänden viele Hof-
tüpfel, deren Höfe kleine Kreise oder kurze Ellip-
sen darstellen. Die Poren erscheinen spaltartig
oder linsenförmig, von verschiedener Breite, und
kommen an die Hofgrenzen nahe heran oder um-
fassen sie ganz ^«1-4^.
Die Länge der Tracheiden stimmt mit jener
der Gefäßglieder, die Breite mit der der Ersatz-
fasern oder der Parenchyme mehr oder minder
überein. Die Wände sind dünn, an allen Seiten
dicht betüpfelt. Die Poren der Hoftüpfel ver-
größern sich meistens, und so werden die Höfe
kaum oder überhaupt nicht sichtbar
Wände der Holzfasern dicker, von ziemlich
mannigfaltigen Formen und Enden. Tüpfel der-
selben sehr klein, kreisförmig oder kurz spaltartig.
Ihr Auftreten wurde bei der Beschreibung der
einzelnen Schnitte bereits behandelt (d±^13).
Wände der Ersatzfasern (hj^), Holzparen-
chymzellen (f) und der Markstrahlzellen
ebenfalls dünn. Wände, die sich mit Gefäßen und
Tracheiden berühren, von ziemlich zahlreichen,
größeren und einfachen Tüpfeln bedeckt. Anders-
wo finden sich dagegen spärliche, kreisförmige
oder punktartige Tüpfel; die tangentialen und teil-
weise auch die waagerechten Wände der Holz-
parenchymzellen bilden jedoch Ausnahmen. (J.)
162
Gattung 45. Tamarix
TAMARIX GALLICA Webb.
Federbusch
Tafel 92
In Westeuropa verbreitet.
Q. 7, 2. Die Gefäße haben im Frühholz bedeu-
tend weitere Lumina, als im Spätholz, der Über-
gang ist jedoch dz gleichmäßig. Sie sind meist
vereinzelt, manchmal bilden sie radial oder schräg
Zwillingsporen. Besonders um die englumigen
Spätgefäße sieht man ziemlich viele Ersatzfasern.
Diese verdichten die Gefäße in kleinere oder größe-
re Nester. Daselbst findet man auch Holzparen-
chymzellen. Diese bilden keine längeren ausge-
prägten Reihen, und da sie sich mit Ersatzfasern
vermengen, können sie von diesen schwer ausein-
andergehalten werden. Die Markstrahlen sind dick,
und breiten sich an der Jahrringgrenze stark aus.
Diese Ausbreitung geht von weitem, aus dem
Inneren des Jahrringes aus. In der Frühzone ver-
engen sich die Markstrahlen wieder, doch gegen
den nächsten Jahrring zu breiten sie sich neuerlich
aus. Im allg. verlaufen sie in Abständen von 1 bis
2 Gefäßdurchmessern. Die Grundmasse enthält,
im Gegensatz zu den trachealen Elementen, eine
Menge derbwandiger Fasern. Jahrringgrenze ziem-
lich scharf und gleichmäßig.
R. 3. Radiale- und Höhenmaße der Mark-
strahlzellen unterscheiden sich nicht voneinander.
Auch die Kantenzellen sind nicht höher als die
inneren, und zeigen liegende oder aufrechte Ziegel-
formen, ziemlich häufig aber auch Quadrate.
Wie bei Laburnum wechseln Holzfaserzonen
von verschiedener Breite, Zonen englumiger
Gefäße und um dieselben befindliche Ersatzfasern
miteinander ab. Elemente von gleicher Länge
reihen sich auf gleicher Höhe, wodurch die End-
wände zueinander parallel verlaufende, etwas zick-
zackige Linien bilden. Die gleich großen Gefäß-
glieder befinden sich auf gleicher Höhe. Perforatio-
nen waagerecht oder etwas radial gestellt. Para-
tracheale Parenchymzellen treten daher neben
weitlumigen, wie auch neben englumigen Gefäße
auf, sind aber von den Ersatzfasern, besonders im
Radialschnitt, nur schwerlich abzugrenzen. Ihre
Zahl ist gering, sie stellen bloß Übergangsformen
zu den Ersatzfasern dar. Die Radialseiten der
Ersatzfasern enden, wie die Parenchymen, in
Querwänden, oder nur schwach zugespitzt. Die
Betüpfelung der sich mit Gefäßen berührenden
Radialwände ist wie an den Tangentialwänden.
Die übrigenWände haben nur winzige Tüpfel, doch
etwas dichter als am Tangentialschnitt.
T. 4. Ablauf der Holzfasern und der Gefäße
— infolge der breiten Markstrahlen — gewellt.
Dickere Markstrahlen weisen nicht selten eine
Breite von 8 Zellenschichten und eine Höhe von
60 Zellen auf. Die Breite der schmaleren beschränkt
sich auf 2 bis 4 Zellenschichten, und ihre Höhe
auf 10 bis 25 Zellen.
Der Tangentialschnitt der Markstrahlen zeigt
eine niedrigere oder höhere, regelmäßige Spindel-
form. Zellenquerschnitte meist Kreise oder Ellip-
sen. Manche größere Markstrahlen werden von den
durchziehenden Holzfasern in 2 bis 3 Teile zer-
gliedert. Seltener können sie auch von kleineren
Gefäßgruppen durchzogen sein. Der Tangential-
schnitt erinnert an Laburnum-Art (siehe dort).
Die typischen Formen der um die Gefäße lagernden
Ersatzfasern sind auch am Tangentialschnitt
auffallend. Die Länge derselben ist mehr oder
weniger gleich, und entspricht der Gefäßglieder-
länge. Auch die Enden befinden sich in gleicher
Höhe und entsprechen also Im großen ganzen den
Gefäßenden. Der zugespitzte Teil ist zwischen den
daneben und darunter befindlichen Holzfasern
eingekeilt. Die sich mit Gefäßen unmittelbar
berührenden Wände sind von großen einfachen
Tüpfeln dicht bedeckt, die den Hoftüpfeln der
Gefäße entsprechen ; ihre Form ist die einer
Ellipse häufig zugespitzt. Tangentialwände, die
einander oder die Holzfasern berühren, weisen
entweder sehr kleine und spärliche Tüpfel auf,
oder bleiben ganz glatt.
E. Gefäßglieder auffallend kurz. Die mit den
weitesten Lumina sind nicht länger als breit.
Die Länge der engeren übertrifft ihre Breite um
das vielfache ohne jedoch die Länge der weit-
lumigen zu erreichen. Die beträchtlichen Wand-
flächen durch kleine kreis- oder ellipsenförmige,
einander berührende Hoftüpfel bedeckt. Diese
sind durch waagerechte elliptische oder spalt-
förmige Poren miteinander verbunden, die die
Höfe ganz umfassen. Gleichgerichtete Poren kön-
nen sich in der Höhe von mehreren Tüpfeln auch
vereinigen. Dies beschränkt sich jedoch meistens
auf den inneren Porenmund : die äußeren Poren-
munde öffnen sich geordnet. Die beiden Enden
der Gefäße sind ganz offen. Die Wände der eng-
lumigen Gefäße sind — den übrigen gleich —
dickwandig und von enggestellten Hoftüpfeln
bedeckt. Die Endwände verjüngen sich auch hier
11*
163
völlig, sie können quergestellt oder auch in schräger
Lage sein (O1_4, gl.2, Die aus.
luhrhche Beschreibung der anderen Elemente
u. zw. der Holzfasern, Holzparenchymzellen. Mark-
strahlzellen und Ersatzfasern s. bei Tamarix
tetrandra. No. 94. (A.)
TAMARIX PENTANDRA Pall.
Tamarisk
Tafel 93
Verbreitungsgebiet : Südosteuropa bis Mittel-
asien.
Q. 2, 2. Im Querschnitt erinnert diese Art
an T. gallica und weicht davon bloß sehr wenig
ab. In der Spätzone befinden sich außer den größe-
ren Gefäßen auch kleinere, oft solche mit sehr
engen Lumina. Die Gefäße berühren einander
tangential. Die Form derselben zeigt — infolge
der Berührung — keine solchen regelmäßigen
Kreise oder Ellipsen, wie wir sie bei T. gallica
gesehen haben. Zwillingsporen auch im Spätteil
häufiger. Unter den englumigen Gefäßen der Spät-
zone findet man viele Ersatzfasern. Die Ersatz-
fasern bilden ganz zusammenhängende, drei- bis
zehnreihige Zonen, die — den terminalen Paren-
chymen gleich — die Jahrringe abschließen.
Besonders die letzten Reihen erscheinen radial
stärker flachgedrückt, wodurch sie die Schärfe
der Jahrringgrenze steigern. Sie heben sich außer-
dem durch ihre dünneren Wände und weiteren
Lumina von den Holzfasern auch gegen das
Spätholz zu ziemlich scharf ab. Ähnliche »ab-
grenzende Ersatzfasern« können auch bei T.
gallica beobachtet werden. Hier finden wir sie
aber eher zwischen die Gefäße angeordnet und an
der Jahrringgrenze keine zusammenhängenden
Reihen bildend, da diese durch Holzfasern häufig
unterbrochen werden.
Markstrahlen wie bei T. gallica. An der Jahr-
ringgrenze schwellen diese bloß ein wenig an, im
Frühholz verschmälern sie sich aber kaum.
R. 3. Im Radialschnitt können keine wesentli-
chen Unterschiede der beiden Arten festgestellt
werden.
T. 4. Die Markstrahlen stimmen an Breite
und Höhe mit denen von T. gallica überein. Es
kommen auch Breiten von 10 Zellen und Höhen
von 60, ja sogar ausnahmsweise von mehr als
100 Zellen vor. Ablauf der Holzfasern und der
Gefäße infolge ihrer Anordnung gerade, also das
Tangentialbild ist — im Gegensatz zu T. gallica_
bedeutend gleichmäßiger.
E. Auch die Elemente und ihr Gefüge wie
bei T. gallica. Hoftüpfel etwas kleiner als die von
T. gallica. Poren etwas kürzer, sie umfassen also
die Höfe oft nicht ganz fOl_3, d1^i, gl_3,
K-s)- (J.)
TAMARIX TETRANDRA Pall.
Rispelstrauch
Bruyere, Tamarisk, Tamarigio
Tafel 94
Verbreitungsgebiet : Südosteuropa, Orient. Ein
bis 5 m hoher Baum.
Q. 1, 2, R. 3, T. 4. Gewebebau des Holzes
stimmt i. allg. mit den Tamarix-Arten überein,
gleicht aber doch mehr der T. gallica-Art.
E. Dasselbe gilt auch für die Elemente, obwohl
die Größe und die Poren der Tüpfel eher so er-
scheinen, wie bei T. pentandra (a1^z, fi-^).
Holzfasern dickwandig. Lumenweiten des Früh-
und Spätholzes weisen Unterschiede auf, erscheinen
verhältnismäßig kurz, sind von einfachen, sehr
kleinen Tüpfeln bedeckt, und zwar tangential
spärlich, radial mittelmäßig. An dieser Seite
finden wir sie meistens zu 2 bis 4 in Gruppen
angeordnet (d± .
Unter den dünnwandigen Markstrahlzellen be-
finden sich radial langgestreckte oder kürzere
Formen, aber auch quadratische oder trapezen-
artige Formen sind nicht selten. Sie erscheinen an
allen Seiten von Tüpfeln ziemlich reich bedeckt.
In der Nachbarschaft der Gefäße — den zahl-
reichen Hoftüpfeln der Gefäße entsprechend —
zeigen sich sowohl die Kantenzellen, wie die
inneren, von kreis- oder ellipsenförmigen, größe-
ren Tüpfeln dicht bestreut (J-)
Die Wandstärke der Ersatzfasern entspricht
derjenigen der Holzfasern oder ist etwas genügt i
(h).
164
XXII. SAXIFRAGACEAE
Gattung 46. Philadelphus
PHILADELPHUS CORONARIUS L.
Falscher Pfeifenstrauch
Philadelphe, White syringa, Fior d'angiolo
Tafel 95
Verbreitungsgebiet : Italien bis zu Kaukasien.
Q. I, 2. Zerstreutporiges Holz. Gefäße so-
wohl im Früh-, wie im Spätholz fast mit gleichen
Lumina. In der Frühzone sind die Gefäße etwas
zahlreicher und vielleicht auch um etwas breiter
als am äußersten Rand der Spätzone. Die Jahrring-
grenze wird durch einen ziemlich breiten Gürtel
radial flachgedrückter Holzfasern deutlich wahr-
nehmbar. Obwohl die Markstrahlen nur vier- bis
sechschichtig sind, erscheinen sie infolge der
Breite ihrer Zellen doch sehr mächtig. Sie durch-
setzen die Jahrringgrenze ohne Veränderung und
zeigen sich radial etwas gewellt. Die Jahrring-
grenze ist gleichmäßig. Querschnitte der Gefäße
annähernd Kreise oder Ellipsen. Die Gefäße
befinden sich in kleineren oder größeren Ab-
ständen voneinander, fast immer vereinzelt, höch-
stens als Zwillingsporen angeordnet. Die Grund-
masse besteht aus einer Menge dickwandiger
Holzfasern, dünnwandiger paratrachealen Holz-
parenchymzellen und Fasertracheiden. Die radia-
len und tangentialen Dimensionen stimmen in
der Frühzone teilweise auch im inneren Teil der
Spätzone miteinander überein. Im äußeren Teil
der Spätzone zeigen sie sich radial bereits stark
flachgedrückt.
R. 3. Im Radialschnitt sind die kurzen Mark-
strahlen deutlich zu sehen. Sie sind gewöhnlich
nicht länger als breit. Gefäßglieder von verschiede-
ner Höhe. Perforationen radial. Thyllen häufig
vorhanden. Holzparenchymzellen vereinzelt, oft
zu dreien, zu vieren gruppiert, manchmal in breite-
re oder schmalere, zu den Markstrahlen parallel
verlaufende Streifen geordnet.
T. 4. Die Breite der Markstrahlen beträgt i. allg.
2 bis 6 Zellenschichten, während die Höhe oft
100 Zellen erreicht. Selbstredend gibt es auch
niedrigere, doch in 80% der Fälle sind sie minde-
stens 60 Zellen hoch. Markstrahlen von länglichen
Spindelformen. Kantenzellen zugespitzt, kegel-
artig. Die folgenden 3 bis 4 Zellen sind wieder
3- bis 4mal höher als die inneren. So entsteht die
sich allmählich verjüngende Form der Mark-
strahlen, d. h. der typisch heterogene Markstrahl.
Die Zellen der einschichtigen Markstrahlen sind
bedeutend höher, als die der mehrschichtigen.
In der Nähe der Gefäße, sowie inmitten der Fasern
findet man para- und metatracheale Parenchym-
zellen. Gefäße von ziemlich geradem Ablauf. Die
Holzfasern sind fest angeschlossen und verlaufen
inmitten der Gefäße und der Markstrahlen in
Bündeln von ziemlich gleicher Breite.
E. Gefäßglieder von gleicher Lumen weite und
verschiedener Länge, die an beiden Enden in einem
kurzen Kegel auslaufen. Perforationen radial stets
leiterförmig durchbrochen. Die Anzahl der auf
je einen durchbrochenen Teil entfallenden Leiter-
sprossen beträgt 38 bis 40, oder auch weniger.
Sprossen sehr zart, gleichmäßig verteilt, nahe
aneinander geordnet. Wände der Gefäße dünn.
Bei starker Vergrößerung erscheinen sie von
Hoftüpfeln fast bestreut, bei schwacher Vergröße-
rung sieht man jedoch die Tüpfel in zur Längsachse
des Gefäßes scheinbar parallel verlaufende Reihen
geordnet ; zuweilen berühren die Tüpfel einander,
dann wieder geraten sie weiter voneinander. Poren
schmal, spaltartig oder elliptisch, meist in Quer-
lage, umfassen möglicherweise den ganzen kleinen
Hof, doch kommen sie demselben meistens nur
nahe. Ab und zu findet man auch größere Hof-
tüpfel, in welchen nicht bloß die Poren, sondern
auch die Höfe quergelegene, längliche Ellipsen
bilden (a^^).
Die Wandstärke der englumigeren Gefäße weist
an Größe und Gefüge der Hoftüpfel mit den weit-
lumigeren Gefäßen eine gewisse Ähnlichkeit auf.
Leiterartige Perforationen von sehr zahlreicher
Sprossenzahl. Sprossen zuweilen verzweigend. Per-
forierter Teil länglich und vom Ende des Gefäßes
etwas weiter entfernt.
Die Holzfasern laufen an beiden Enden in
kurzen, stumpfen Spitzen aus. Die Enden zeigen
sich sehr einheitlich, gar nicht abwechslungsreich.
Wände ziemlich stark, Tüpfel einfach, schräg,
ellipsenförmig. In den Holzfasern auch dichte
Spiralverdickungen möglich (dj^).
Fasertracheiden unterscheiden sich von den
Fasern bloß durch die Hoftüpfel. Die Poren sind
jedoch stets in Querlage
Die Wände der Holzparenchymzellen verhältnis-
mäßig ziemlich stark. Die Zellen von verschiedener
165
Länge sind ziegel- oder trapezoidenförmig, radial
wie tangential einfach betüpfelt, jedoch tan-
gential an Tüpfeln bedeutend reicher (f).
Markstrahlzellen — den Holzparenchymzellen
gleich — dickwandig und reich betüpfelt. Ihre
Radialmaße übertreffen kaum die Höhe, ziemlich
oft ist aber auch das Höhenmaß größer als das
Radialmaß. Auch quadratische Zellen vorhanden
(g)- (J-)
Gattung 47. Ribes
RIBES ALPINUM L.
Berg-Johannisbeere
Groseillier des Alpes
Tafel 96
Verbreitungsgebiet : Europa. Höher wachsend
als die vorigen Arten ; etwa 2 m hoher Strauch.
Q. 1, 2. Erinnert an Ribes uva-crispa. Tangen-
tial aneinandergeordnete Gefäße bilden bloß ein-
reihige Porenringe. Die übrigen Gefäße findet man
in der Früh- und Spätzone gleichmäßig verstreut,
ihre Lumina sich nach außen zu verjüngend. Die
Jahrringgrenze ist schon infolge der Anordnung
der Gefäße ziemlich scharf. Im äußeren Teil der
Spätzone wird diese Schärfe durch die große Masse
der beinahe gefäßfreien Fasern noch mehr ge-
steigert. Markstrahlen hier bedeutend kleiner
bemessen als bei R. uva-crispa. Die Holzfasern
der Grundmasse sind regelmäßig angereiht. Die
Jahrringgrenze ist zwischen den größeren Mark-
strahlen bogenartig eingewölbt.
R. 3. Ablauf der Gefäße gleichmäßig. Per-
forationen radial angeordnet. Zweierlei Typen der
Markstrahlzellen deutlich zu unterscheiden. Holz-
parenchymzellen verstreut, doch ziemlich häufig.
T. 4. Markstrahlen haben eine Breite von 1
bis 5 Zellen und erreichen bei weitem nicht die
Höhe, die wir bei R. uva-crispa feststellten. Zu-
weilen verschmelzen zwei übereinandergelegene
Markstrahlen. Die Kantenzellen sowie die nach-
folgenden Zellen bedeutend höher als die inneren.
Die einschichtigen Markstrahlen enthalten ebenso
hohe Zellen. Die Zahl dieser ist bedeutend höher
als bei R. uva-crispa (heterogener Markstrahl).
E. Gefüge und Form der Elemente wie bei R.
uva-crispa. Es kann als ein gewisser Unterschied
gelten, daß die bei der Stachelbeere behandelten
kennzeichnenden langen Tüpfel seltener vorkom-
men, ferner daß auch glattwandige Holzfasern
anzutreffen sind g). (J.)
RIBES SATIVUM Syme.
Rote Johannisbeere
Groseillier commun, Red currant, Ribes rosso
Tafel 97
Ähnlich wie die vorige Art, bloß ein kleiner
Strauch. Meistens in Gärten gepflanzt. Verwildert
in den Karpaten bis zur Höhe von 1000 bis 1500
m anzutreffen.
Q. 1, 2. Querschnittsbild ganz wie bei R.
uva-crispa.
R. 3. Auch das Radialschnittbild stimmt mit
dem der vorigen Art im großen ganzen überein.
T. 4. Die Anordnung der Elemente am Tangen-
tialschnitt entspricht ebenfalls ganz der vorigen
Art. Die Zahl der breiteren, d. h. mehrschichtigen
Markstrahlen ist bedeutend geringer, einschichtige
scheinen dagegen häufiger vorzukommen.
E. Tracheale Elemente spitzen sich an beiden
Enden zu und sind mit kreisrunden Hoftüpfeln
bestreut. Diese zeigen seltener länglich-elliptische
Formen. Perforationen der dünnwandigen Gefäße
auch hier leiterartig (a^^).
Auch tracheidenartige Gefäße vorhanden (b± 3J.
Die Holzfasern unterscheiden sich nur inso-
fern von denen der beiden anderen Ribes-Arten,
daß ihre Betüpfelung spärlicher ist (d). Die
Fasertracheiden, die Holzparenchymzellen, sowie
Markstrahlzellen entsprechen im wesentlichen de-
nen der übrigen Arten (e1^z, f^, gi-^)- (J.)
RIBES UVA-CRISPA L.
Stachelbeere
Groseillier des haies, Gooseberry, Uva spina
Tafel 98
Verbreitungsgebiet : Europa, Nordafrika, Kau-
kasien. In Ungarn auch wild wachsend, wird aber
meistens gepflanzt. Strauchartig. Wild besonders
an sonnigen, felsigen Berglehnen, gedeiht bis zur
Höhe von 1000 m.
Q. 1, 2. Gefäße im allgemeinen verstreut, doch
finden wir in den meisten Jahrringen, am Anfang
der Frühzone, weitlumigere Gefäße radial in 2
bis 3 Reihen geordnet. In manchen Jahrringen
bildet sich bloß eine Reihe ; in solchen Fällen
sind die Gefäße radial eng aneinandergereiht.
166
Unter Mikroskop betrachtet bilden die Ge-
fäße Porenringe. In den übrigen Teilen des Jahr-
ringes sind die Gefäße ziemlich gleichmäßig ver-
streut und verändern vom Frühholz gegen das
Spätholz zu ihre Lumina kaum. Zu 80 bis 90%
vereinzelt ; Form : vieleckig. Der übrige Teil
radial wie tangential zu zweien oder dreien in
Gruppen geordnet. Die breiten Markstrahlen ver-
laufen fast schnurgerade und werden an der Jahr-
ringgrenze noch etwas breiter. Zwischen densel-
ben die Jahrringgrenze sanft gebogen, nach innen
gekrümmt. Unter den breiten Markstrahlen — die
in ungleichen Abständen voneinander verlaufen —
findet man auch dünnere. Die Grundmasse be-
steht aus einer Menge dickwandiger Holzfasern.
Unter den letzteren kommen in geringer Zahl auch
Fasertracheiden und Holzparenchymzellen vor.
R. 3. Ein Teil der Markstrahlzellen bildet
radial längliche, ein anderer Teil mehr aufrechte
Formen. Ablauf der Gefäße gerade. Länge der
einzelnen Glieder verschieden. Perforationen stets
radial angeordnet. Auch paratracheale Paren-
chymzellen vorhanden.
T. 4. Die Breite der Markstrahlen mißt 7 bis
8 Zellen und ihre Höhe ist, wie bei Philadelphus^
beträchtlich. Von den Kantenzellen abgesehen,
findet man hier keine so hohen Zellen, ja selbst
die Kantenzellen sind nicht auffallend hoch. Die
Fasertracheiden, wie auch die Holzparenchym-
zellen, sind verstreut in ziemlich kleiner Anzahl.
Die Markstrahlen sind also heterogen.
E. Die Gefäßglieder spitzen sich an beiden
Enden zu, doch in etwas längeren Kegeln, als bei
Philadelphus. Die Wände sind ebenso dünn, leiter-
förmig durchbrochen und mit Hoftüpfeln ver-
streut bedeckt. Höfe rund, Poren quergestellt,
spaltartig oder ellipsenförmig, nähern sich stark
den Hofgrenzen und erreichen sie bisweilen.
Höfe der Tüpfel an manchen Gefäßen schräg und
ellipsenförmig, Poren spaltartig, erreichen die
Hofgrenze und überschreiten oft dieselbe. Die
Gefäße enthalten mitunter solche Hoftüpfel, deren
Hof- und Porenlänge manchmal dem halben
Gefäßdurchmesser entspricht, die also fast spalt-
artig sind. In anderen Gefäßen findet man beide
Tüpfelarten, Sprossen der leiterartigen Perforatio-
nen dicker, in viel kleinerer, als bei Philadelphus
(meist nur 8 bis 10). Perforationen gewöhnlich
an beiden Gefäßenden an derselben Seite ange-
ordnet. Wände der englumigeren Gefäße i. allg.
etwas stärker, rund oder ein wenig elliptisch,
mit Hoftüpfeln bedeckt. Die Höfe sind in ziemlich
lange Reihen geordnet oder verstreut und von
verschiedener Größe. Enden abgerundet oder
kegelartig f«i-3J. Auch tracheidenartige Perfora-
tionen vorhanden
Enden der Holzfasern nicht mannigfaltig, das
eine Ende spitzer, das andere stumpfer. Wände
und Lumina gleich bemessen, mit dicht und un-
regelmäßig verstreuten kurzen, ellipsenförmigen
kleinen Tüpfeln (d).
Fasertracheiden von gleicher Größe und Form,
wie die Holzfasern. Wände von Hoftüpfeln be-
deckt. Poren derselben spaltartig und größer als
ihre Hofbreite (durchschreitende Hoftüpfel) (e^^).
Holzparenchymzellen von äußerst mannigfalti-
gen Formen. Ziegeln, fallweise abgestumpften
Dreiecken oder Rhomboiden ähnlich. Wände dün-
ner als die der Holzfasern, an allen Seiten von ein-
fachen kleinen Tüpfeln bestreut. An den sich mit
Gefäßen berührenden Wandteilen findet man
größere und dicht angeordnete Tüpfel
Wände der Markstrahlzellen stark und an allen
Seiten reich betüpfelt (A.)
XXIII. ROSACEAE
Gattung 48. Amelanchier
AMELANCHIER OVALIS Med.
Felsenbirne
Amelanchier, Shad-bust, Pero corvina
Tafel 99
Ein Strauch, welcher in ganz Europa, besonders
in Mittel- und Südeuropa gedeiht. Bevorzugt
trockene, felsige Berglehne und Mittelgebirge.
In Ziergärten angepflanzt.
Q. I, 2. Weder ringporiges, noch verstreut-
poriges Holz. Auf 1 mm2 entfallen 10 bis 12 Mark-
strahlen. Jahrringgrenze ziemlich ausgeprägt, da
die radial flachgedrückten Elemente der Grund-
masse in eine schmale Zone gedrängt sind. Die
Schärfe der Jahrringgrenze wird auch dadurch
gesteigert, daß die Gefäße des Frühholzes zwar
verstreut, doch zahlreicher sind, und auch ihre
Lumina etwas breiter werden, als in anderen
Teilen des Jahrringes. Querschnitte — besonders
im Frühholz — vieleckig. Lumina der vereinzelten
167
Formen der Spätzone elliptisch oder rund. In
beiden Holzteilen kommen verstreut auch Ge-
fäße mit engeren Lumina vor. Wie bei den übrigen
Rosaceae, befinden sich auch hier zwischen je
zwei Markstrahlen tangential bloß 2 bis 3 Gefäße
oder denselben der Breite nach entsprechende
Streifen von Fasertracheiden. Die Grundmasse
besteht aus einer Menge von Fasertracheiden,
Holzfasern und i dünnwandigen Holzparenchym-
zellen. Holzfasern und Fasertracheiden können
voneinander am Querschnitt kaum unterschieden
werden. Die dünnwandigen Parenchymzellen heben
sich von den Fasern gut ab. Ihre Zahl ist mittel-
mäßig, sie sind para- oder metatracheal angeordnet
und sowohl in der Früh-, wie in der Spätzone
ziemlich häufig.
R. 3. Ein Teil der Kantenzellen weist auf-
rechte Formen auf. Außenwände gewellt. Holz-
parenchymzellen bilden an den Enden aneinander-
geschlossen einzelne Parenchymsäulen. Diese sind
gleichmäßig verteilt und werden voneinander
meistens durch ein oder zwei, mitunter auch von
drei Fasertracheiden getrennt.
T. 4. Im Tangentialschnitt — in bezug auf
die Markstrahlen — den Sorbus-Arten sehr ähn-
lich. Auch hier 1- bis 2schichtige Markstrahlen
vorhanden. Tangentialschnitt der Markstrahlzellen
vorwiegend Kreise oder — in kleinerer Anzahl —
Ellipsen. In allen Teilen der Markstrahlen kommen
sehr oft auch solche Zellen vor, deren Breite ein-
zeln zwei Zellen mißt. Oft sind die Markstrahlen
in einer ziemlichen Länge einschichtig und nur
in ihrem mittleren Teil zweischichtig. Gewöhnlich
erreichen sie eine Höhe von 16 bis 24 Zellen. Ab-
lauf der Gefäße und der Fasertracheiden gerade,
unter denselben verstreut ziemlich viele Holz-
parenchymzellen.
E. Lumina der Gefäße enger als z. B. bei den
Sorbus-Arten, ähnlich, wie bei Cotoneaster. Beide
Enden länglich und kurz zugespitzt, oder mit ganz
offener Endung. Hoftüpfel wie bei den Sorbus-
Arten, jedoch etwas kleiner. Poren meistens in
schräger Lage, umfassen die Höhe ganz, oder
kommen an dieselben sehr nahe heran. Spiralver-
dickungen, wie bei den Sorbus-Arten, aber auch
hier ziemlich undeutlich entwickelt ; die der
engerlumigen Gefäße mehr ausgeprägt. An den
Wandteilen, die sich mit Holzparenchymen und
Markstrahlen berühren, kommen auch — u. zw.
ziemlich zahlreich — Hoftüpfel vor, die rund und
kleiner sind als sonst. Die Poren sind i. allg. quer-
stehend, umfassen die Höfe ganz, oft durchschrei-
ten sie diese. Die Perforation der Gefäße ist im.
allg. einfach. In den weitesten Gefäßen kommen
zuweilen auch leiterartige Perforationen vor.
Diese unterscheiden sich immerhin gewissermaßen
von den gewöhnlichen leiterartigen Perforationen,
da die 3 bis 6 (8) ziemlich starken welligen Leiter-
sprossen einander kreuzen, ja sogar oft miteinan-
der verschlungen sind.
Ab und zu findet man auch Tracheiden (c).
Fasertracheiden erscheinen als langgezogene,
an beiden Enden zugespitzte, dickwandige Fasern.
Beide Wände enthalten ziemlich viele Hoftüpfel.
Höfe mehr oder weniger kreisförmig. Poren in
schräger oder senkrechter Lage, umfassen die
Höfe teilweise oder ganz. In den Fasertracheiden
kommen ausnahmsweise auch Spiralverdickungen
vor (el-s)-
Das Vorhandensein von Holzfasern ist zweifel-
haft, da zwischen den Fasern in Größe, Form und
Wandstärke kaum irgendein Unterschied besteht.
Nur auf Grund der einfachen Tüpfeln könnten
dieselben von den Fasertracheiden unterschieden
werden, was in den meisten Fällen äußerst schwie-
rig ist.
Holzparenchymzellen radial wie tangential reich
einfach betüpfelt. Wände bald dicker, bald dünner,
in der Nähe von Gefäßen von größeren Hoftüpfeln
dicht bedeckt. Im allg. tangential größer bemessen
als radial f/i-J.
Markstrahlzellen — abgesehen von den Kan-
tenzellen — ziemlich gleichmäßig. Wände stark
verdickt, dichter oder spärlicher einfach betüpfelt.
Größere Tüpfel berühren sich bloß mit den Ge-
faßen (A.)
Gattung 49. Cotoneaster
COTONEASTER INTEGERRIMA Med.
Gemeine Zwergmispel
Tafel 100
Verbreitungsgebiet: Europa und Sibirien. 2 bis
3 m hoher Strauch.
Q. 1, 2. Dieser Strauch ist nicht nur im Quer-
schnitt und in der Anordnung der Elemente, son-
dern auch in der ungleichmäßigen Breite der
Jahrringe der C. orientalis ähnlich.
R. 3. Radialschnitt wie bei C. tomentosa. Ein
gewisser Unterschied besteht darin, daß hier
168
radial langgedehnte Markstrahlzellen nur in ge-
ringerer Zahl vorhanden sind.
T. 4. Im Tangentialschnitt treten bereits schär-
fere Unterschiede auf, da hier die Mehrzahl der
Markstrahlen (etwa 70%) einschichtig, auch die
Höhe der zweischichtigen oft auf 1 bis 2 Zellen
beschränkt. Als Unterscheidungsmerkmal kann
noch gelten, daß hier Markstrahlen in der Höhe
von 25 bis 30 Zellen häufiger vorkommen, sowie
daß neben den ziegelförmigen Querschnitten der
Markstrahlzellen die Anzahl der elliptischen ge-
ringer ist. Gefäße von geradem Ablauf, Perfora-
tionen der Glieder oft tangential, seltener radial
gerichtet.
E. Größe und Struktur der trachealen Elemente
wie bei C. tomentosa. An manchen Gefäßen er-
scheinen jedoch die Spiralverdickungen in deut-
licherer Form und häufiger. Form und Größe der
Hoftüpfel verschieden ^«1-4,
Die Fasern enthalten auch hier überall Hof-
tüpfel, sind also Fasertracheiden
Zwischen Holzparenchym- und Markstrahlzellen
kann kein bestimmter Unterschied festgestellt
werden. Markstrahlzellen vielleicht etwas dünn-
wandiger als bei C. tomentosa (f±-3, d±_3). (J.)
COTONEASTER MELANOCARPA Lodd.
Schwarze-Steinmispel
Tafel 101
Verbreitungsgebiet : Ost- und Nordeuropa,
Asien.
Q. 1, 2. Eher verstreutporiges Holz. Xyloto-
misch stimmt diese Art mit C. tomentosa und mit
C. integerrima ganz überein. Auf Grund des Quer-
schnittes kann sie von denselben gar nicht aus-
einander gehalten werden.
R. 3 und E. Radialschnitt sowie Gefäße fast
ganz wie bei der vorigen Cotoneaster-Art. Keine
diagnostischen Unterschiede feststellbar fax_4,
el “4> /1-3, £1-2/ (J*)
T. 4. Tangentialschnitt wie bei C. integerrima,
jedoch zweischichtige Markstrahlen, bzw. bloß
Markstrahlteile kommen hier noch spärlicher vor,
und beschränken sich auf einige Zellen. Das hetero-
gene Gepräge der Markstrahlen tritt nicht hervor,
da die Kantenzellen von den inneren gar nicht
oder kaum abweichen. Innere Zellen gewöhnlich
kurze Ziegelformen oder Quadrate.
COTONEASTER MULTIFLORA var. CALOCARPA
Rehd. et Wils.
Westchinesische Zwergmispel
Tafel 102
Verbreitungsgebiet : Kaukasien, Westasien.
Q. 1, 2, R. 3, T. 4. Hinsichtlich seiner Struk-
tur ist dieser Mispelbaum der Cotoneaster racemi-
flora sehr ähnlich, höchstens auf dem Radial-
schnitt zeigt sich ein geringer Unterschied darin,
daß an der Jahrringgrenze die 2—3reihige Anord-
nung weitlumiger Gefäße bei C. multiflora weni-
ger auffällig ist.
E. Auch die Elemente gleichen einander sehr ;
ein Unterschied zeigt sich vielleicht nur darin,
daß während die Kalziumoxalatkristalle enthalten-
den Holzparenchymzellen bei C. racemiflora ziem-
lich häufig sind, fehlen sie bei C. multiflora fast
vollständig clH!, gi-J. (J.)
COTONEASTER RACEMIFLORA K. Koen
Kreisrundblättrige Zwergmispel
Tafel 103
Verbreitungsgebiet : Südeuropa, Nordafrika,
Westasien bis Turkestan.
Q. 1, 2. In der Struktur eher der Cotoneaster
melanocarpa als der C. integerrima ähnlich. Kein
ausgesprochen ringporiges Holz, obgleich die er-
sten Frühholzgefäße einen ± zusammenhängen-
den Porenring bilden. Gefäße im Spätholz etwas
kleiner als im Frühholz. Gefäßgröße 16—45 m.
Das über die Struktur des Querschnittes der beiden
anderen Cotoneaster-Arten vorgetragene bezieht
sich auch auf diese Art ; zwischen den Beiden ist
kein wesentlicher Unterschied wahrzunehmen.
R. 3. Hier zeigt sich die heterogene Struktur
der Markstrahlen darin, daß die inneren Zellen
mehr liegende Rechtecke, die Randzellen hingegen
mehr Quadrate oder stehende Rechtecke sind.
In den Holzparenchymzellen Kalziumoxalat-
kristalle häufig.
T. 4. Markstrahlen einschichtig, ganz aus-
nahmsweise zweischichtig, wodurch sich die Art
von C. interregima unterscheidet. Ein weiterer
Unterschied besteht hinsichtlich der Markstrahlen,
die selten höher als 20, bei C. integerrima aber
169
25 30 Zellen hoch sein können. In der übrigen
Struktur mit den beiden Cotoneaster-Arten über-
einstimmend. Dasselbe gilt auch für den Radial-
schnitt.
E. Gefäßglieder einfach durchbrochen. Charak-
teristisch ist, daß sich manchmal unterhalb und
oberhalb der Perforationen ein langgezogener
Schnabel bildet : sonst ist aber dieser Schnabel sehr
niedrig. Hoftüpfel verstreut, Öffnungen im allg.
waagerecht oder etwas schräg gestellt. Im Inneren
der Gefäße Spiralverdickungen (a±_5).
Holzfasern verhältnismäßig lang, 600—1000
und 10—22 p breit, mit spärlichen spaltartigen
Tüpfeln
Fasertracheiden langgestreckt, mit wenigen
Hoftüpfeln und Spiralverdickungen (e).
Holzparenchymzellen lehnen sich bisweilen an
die Gefäße an, sind in senkrechter Richtung
bedeutend langgestreckt, 100—200 p hoch und
10—20 p breit, sonst weisen sie zwischen den
Fasern keine regelmäßigen Formen auf. In den
Wänden kreis- oder ellipsenförmige einfache Tüp-
fel. In einigen Kalziumoxalatkristalle
Markstrahlen sind heterogen, die mittleren
Zellen waagerecht verlängert, mit einfachen kreis-
förmigen Tüpfeln, oder stehende Rechtecke mit
einfachen Tüpfeln, die liegende Ellipsen darstellen.
Alle Wände der Markstrahlzellen verhältnismäßig
dick (g^). (J.)
COTONEASTER TOMENTOSA Ldl.
Filz-Zwergmispel
Neflier-cotonnier, Chockberry, Cotognostro
Tafel 104
In Europa, auch im nördlichen Ungarn, in den
Gebirgen in einer Höhe von 1000 bis 1600 m
wild wachsend.
Q. J, 2. Weder ringporiges noch verstreut-
poriges Holz, sondern nimmt zwischen den beiden
Grenztypen Platz. Am Beginn der Frühzone hebt
sich jedoch die Reihe der weitlumigeren Gefäße,
d. h. der Teil von loserem Gefüge, etwas ab. Die
Sommerzone ist i. allg. von Gefäßen mit engeren
Lumina vollgestreut. Gefäße vieleckig, vereinzelt,
aber auch Gefäßgruppen 2 bis 3 Gliedern kommen
nicht selten vor. Breite der Jahrringe ungleich-
mäßig. Markstrahlen ein- oder zweischichtig, die
Zellen ziemlich breit ; infolgedessen werden so-
wohl die einschichtigen, wie die zweischichtigen
Markstrahlen ziemlich dick. Obwohl im großen
ganzen radial gerichtet, verlaufen sie dennoch
fast in allen Jahrringen etwas wellig. Die Jahrring-
grenze ist ziemlich auffallend, und die Zahl der
radialen, flachgedrückten Fasertracheidenreihen
darin beträgt 8 bis 12. Die Grundmasse besteht
aus einer Menge dickwandiger Fasertracheiden ;
unter denselben sind auch Holzparenchymzellen,
in geringerer Anzahl, zu finden.
R. 3. Die größere Menge der Markstrahlzellen
radial kurz, jedoch die Kantenzellen sowie sämt-
liche Zellen der einschichtigen Markstrahlen mehr
von aufrechter Form. Ablauf der Gefäße im Radial-
schnitt noch gleichmäßiger, als im tangentialen.
Perforationen der aneinander gelegenen Gefäße
meistens in gleicher Höhe angeordnet.
T, 4. Zahl der Markst rahlen verhältnismäßig
groß : auf 1 mm2 entfallen je 50 bis 60 ; dieselben
werden bloß durch 3 bis 4 Fasern getrennt. Etwa
50% einschichtig, 50% ein- oder zweischichtig.
Letztere meistens gleich (2 bis 12 Zellen) hoch.
Häufig finden wir 1 bis 2 Zellen hohe. Die Kanten-
zellen beider Typen, ja sogar die nachfolgende n
Zellen werden bedeutend höher als die in den
mittleren Teilen des Markstrahles gelagerten.
Zweischichtigkeit der Markstrahlen ist im mitt-
leren Teil der Markstrahlspindel anzutreffen u. zw.
etwa in der Höhe von 2 bis 6 Zellen ; die übri-
gen Teile bleiben einschichtig. Querschnitte der
inneren Zellen Kreise oder Ellipsen, die der ein-
schichtigen jedoch sehr oft ziegelförmig. Ablauf
der Gefäße gerade ; dieselben werden überall von
paratrachealen Parenchymzellen umgeben. Scheide-
wände der Gefäße unter 45° geneigt.
E. Gefäße englumig. Zwischen Gefäßgliedern
des Früh- und Spätholzes besteht kaum irgendein
Unterschied. Dieselben sind an beiden Enden
zugespitzt, ihre Wände dünn. Die einfachen, ellip-
senförmigen Perforationen befinden sich an der-
selben Seite, mitunter unmittelbar am Ende des
Gefäßgliedes. Im Verhältnis zur Größe der Gefäße
erscheinen die nur spärlich vorhandenen Hoftüpfel
groß. Einzelne Wandflächen ganz hoftüpfelfrei.
Höfe meistens kreisrund, cs kommen jedoch auch
elliptische Formen vor. Poren und deren Lage sehr
verschieden. Diese gleichen meistens dünnen
Stäbchen und nehmen die Höfe bloß zu 3/4 Teil
ein. Schmale spaltartige Poren umfassen die Höfe
ganz. An Berührungsstellen mit parenchymali-
schen Elementen kommen auch durchschreitende
170
Hoftüpfel vor. Poren größtenteils schräg, in den
breiteren Gefäßen fallweise querliegend, in den
schmälsten Gefäßen fast in senkrechter Lage.
Außer den Hoftüpfeln kommen an den sich mit
Markstrahlen und Holzparenchymen berührenden
Wänden auch einfache Tüpfel vor. Diese scheinen
solche Hoftüpfel zu sein, deren Porengröße die
des Hofes erreicht. Der Form nach meistens quer-
liegende Ellipsen. Ubergangsformen von einfachen
zu Hoftüpfeln können in großer Zahl festgestellt
werden. Jenseits der Perforationen gelegene spitze
Endteile der Gefäße bleiben meist tüpfelfrei. Außer
den tüpfeligen Verdickungen kommen zuweilen
auch nicht leicht wahrnehmbare Spiralverdickun-
gen vor. Diese sind in englumigeren Gefäßen
häufiger vorhanden als in den breiteren. Spiral-
linien zart und ziemlich spärlich (ai-5)-
Englumigere Gefäße unterscheiden sich von
den übrigen Gefäßen nur insofern, daß ihre jen-
seits der Perforationen gelegenen Teile bedeutend
länger gedehnt erscheinen. Derjenige Teil der
Gefäße, der ellipsenförmige Perforationen ent-
hält, breitet sich ein wenig aus. Die Wände haben
dieselbe Dicke und sind von Hoftüpfeln nur spär-
lich bedeckt. Größe und Struktur wie bei den
breitlumigen fa6_7^.
Tracheiden spärlich fc1_2/
Fasertracheiden enthalten sowohl radial, wie
tangential Hoftüpfel fe1_2/ Holzfasern gibt es
nicht. Höfe verhältnismäßig sehr groß, häufig
von der Größe der Hoftüpfel der Gefäße, meistens
regelmäßige Kreise oder kurze Ellipsen. Poren in
schräger oder senkrechter Lage, spalt- oder stäb-
chenförmig, von verschiedener Größe; es kommen
auch kaum durchschreitende Poren vor. Die
Hoftüpfel i. d. R. in Längsreihen geordnet, zwei
nebeneinander gelegene sind selten zu finden
6el-2/
Holzparenchymzellen sehr lang gedehnt. Wände
von der Dicke der Gefäße. Einfache Tüpfel, deren
Größe sich je nach der Art der Elemente mit denen
sie sich berühren, gemäß zwei Typen gestaltet.
Große, Form und Anordnung der Tüpfel der
paratrachealen Parenchymen entsprechen denen
der einfachen Tüpfel. Wände der metatrachealen
Elemente von kleineren Tüpfeln bedeckt
Form der Markstrahlen sehr verschieden.
Radialwände besonders stark. Wände der Kanten-
zellen, sowie auch der nach innen gelegenen Zellen
an Tüpfeln reich. Besonders viele und große Tüp-
fel gibt es in den Markstrahlzellen, die mit Gefäßen
benachbart sind (g^-^)- (J.)
Gattung 50. Crataegus
CRATAEGUS DEGENI Zsäk
(C. monogyna x C. nigra)
Degens- Weißdorn
Tafel 105
Kommt nur in Ungarn vor.
Q. 7, 2. Der Querschnitt setzt sich zwar auf
Grund der Dichte der Markstrahlen, hinsichtlich
der Verteilung der gleichlumigen Gefäße, sowie
auch in bezug der Markflecke von C. intricata
(coccinea) gut ab, gleicht aber den übrigen
Crataegus-Arten. Jahrringgrenze kaum erkennt-
lich. Abgesehen von 1 bis 2 Reihen radial flach-
gedrückter Fasertracheiden, besteht weder in den
Lumina der Gefäße, noch in der Anzahl derselben
innerhalb der einander unmittelbar berührenden
Früh- und Spätholzes irgendein Unterschied.
R. 3. Markstrahlzellen sehr gleichmäßig, an
Holzparenchymzellen reich.
T. 4. Im Tangentialschnitt kommen — im
Vergleich zu C. intricata (coccinea) — weniger
Markstrahlen vor (auf 1 mm2 entfallen 14 bis
16). Auf Grund der Markstrahlzellen, sowie der
Größe der Markstrahlen gleicht diese Art eher
der C. nigra. Zweischichtige Markstrahlen in
kleinerer Zahl.
E. Die Elemente stimmen mit denen der übri-
gen Crataegus-Arten überein. Fasertracheiden je-
doch bedeutend dünnwandiger. Dies gilt auch für
die übrigen Elemente (a^, ex-4,/i-3, gi-J- (A.)
CRATAEGUS INTRICATA Lge.
(C. coccinea L.)
Scharlachdorn
Skarlet haw
Tafel 106
Aus den Vereinigten Staaten nach Europa
ein geführt.
Q. 7, 2. Der C. nigra ähnlich, zerstreutporiges
Holz, der äußerste Teil der Spätzone ist jedoch
von bedeutend gedrängterem Bestand, und fast
ohne Gefäße. In diesem Teil erscheinen die Faser-
tracheiden der Grundmasse in den äußersten 4 bis
5 Reihen flachgedrückt. Lumina der Gefäße im
171
Früh- sowie im Spätholz — die an der Jahrring-
grenze eng aneinandergereihten Gefäße ausgenom-
men — ziemlich gleichmäßig. Querschnitte schwach
vieleckig oder ellipsenförmig. Bei den übrigen
Crataegus-Arten bestehen zwischen Früh- und
Spätzone keine derart großen Unterschiede.
R. 3. Radialschnitt dem der übrigen Crataegus-
Arten gleich (s. dort).
T. 4. Dichte Markstrahlen wie bei den übrigen
Crataegus-Arten ; auf je 1 mm2 entfallen 16 bis
20. Unter ihnen werden die zweizellenschichtigen
von den einschichtigen überwogen. Dichtere als
zweizellenschichtige Markstrahlen kommen nicht
vor. Ein- und zweischichtige erreichen die Höhe
von 20 bis 24 Zellen ; als äußerste Höhenwerte
gelten 3 bis 30 Zellen. In einem Teil der zwei-
schichtigen Strahlen beschränkt sich die Zwei-
schichtigkeit auf 4 bis 5 Zellen, während in ande-
ren der Markstrahl in seiner ganzen Ausdehnung
zweischichtig erscheint. Zellen tangential an Tüp-
feln reich. Ablauf der Gefäße sowie der Faser-
tracheiden gerade. Para- und metatracheale Paren-
chyme.
E. Struktur und Größe der Elemente gleichen
denen der übrigen Crataegus-Arten (a1_3,
Hoftüpfel der Radialwände der Fasertracheiden
bedeutend größer, als die der tangentialen. Höfe
regelmäßige Kreise, Poren schmal und spalten-
artig, etwas schräg oder ganz vertikal, werden
von den Hofen umfaßt oder sogar durchschritten
Holzparenchyme spärlich betüpfelt (fi-^)-
Markstrahlzellen, wie die Parenchymzellen (g).
(J.)
CRATAEGUS MONOGYNA Jacq.
Eingriffeiiger Weißdorn
Aubepine, Hawthorn, Bianco spino
Tafel 107
Etwa 5 m hoch wachsender Strauch oder klei-
ner Baum. Gedeiht in den mittleren und südliche-
ren Regionen Europas, vorwiegend an den Rän-
dern der Wälder und Gestrüppe des Flachlandes.
Außer Europa auch in Sibirien, im Himalaja
und in Nordafrika verbreitet.
Holz sehr hart, gedrängt, rötlich gefärbt.
Q. 7, 2. Ganz wie bei C. nigra, jedoch Mark-
flecke nicht so häufig. Zone der radial flachgedrück-
ten Fasertracheiden in der Jahrringgrenze breil
und gleichmäßig. Querschnitt der Gefäße mehr
vieleckig. Die Jahrringgrenzen durchschreitenden
Markstrahlen schwellen auch hier etwas an. Durch-
messer der trachealen Elemente des Früh- und
Spätholzes ohne wesentliche Verschiedenheit. Holz-
parenchyme denen der C. nigra ähnlich.
R. 3. Im Radialschnitt ist die Richtung des
Laufes der Fasertracheiden bedeutend gerader,
geordneter, das Holz von feinerem Bau, als bei
der vorigen Art. Holzparenchymzellen häufiger.
Sonst gleicht diese Art besonders der C. oxy-
acantha.
T. 4. Im Tangentialschnitt die drei- bis vier-
schichtigen Markstrahlen etwas zahlreicher und
höher als die zweischichtigen. Holzparenchymzellen
auch hier ziemlich häufig. Tangentialwände sämt-
licher Elemente an Tüpfeln verhältnismäßig reich.
E. Form, Maß und Struktur der trachealen
Elemente, d. h. sowohl der Gefäße (a) wie der
tracheidenartige Gefäße (b) gleichartig. Unter-
schiede zeigen sich bloß bei den Fasertracheiden
(e), indem diese dünnwandiger und von Hoftüpfeln
dichter bedeckt, mehr prosenchymartig sind als
bei C. nigra. Poren zuweilen länger und spaltartig,
die Höfe durchschreitend (a1_e, b, cx_2, €1^).
Holzparenchym- und Markstrahlzellen denen
der Crataegus-Arten ähnlich fyx_2, g). (A.)
CRATAEGUS NIGRA W. et K.
Schwarzfrucht
Tafel 108
3 bis 4 m hoch wachsender Stauch. Gedeiht
in Gestrüppen an der Donau, an den Flüssen Maros
und Tisza, in Siebenbürgen, sowie in Serbien. In
Gärten als Zierbaum gepflanzt.
Q. 1, 2. Markflecke bilden sich von der Jahr-
ringgrenze weiter entfernt, meistens in der Mitte
des Jahrringes, und werden kleiner als z. B. bei
C. oxyacantha. Auf Grund der Markstrahlen kann
diese Art von Cr. monogyna gut unterschieden
werden. Hier sind nämlich die Markstrahlzellen
und die Markstrahlen bedeutend kleiner, ein bis
zwei Zellenschichten breit, ihre Höhe schwankt
zwischen 2 bis 20 Zellen, auf 1 mm2 entfallen
etwa 18 bis 20. Auch die Wände der Markstrahl-
zellen sind dünner, als bei Crataegus monogyna.
R. 3. Kristallhaltige Zellen kennzeichnend.
Meist in länglichen Reihen geordnet, gleichen
tangential den Markstrahlen. Sie können sieh an
172
dieselben fest anschmiegen oder sich dazwischen
einkeilen. Ihre Zellen sind aber bedeutend größer
als die der Markstrahlen, bleiben stets einreihig,
die Wände unbetüpfelt und ziemlich dünn. Meist
quadratisch oder kurz ziegelförmig. Am Radial-
schnitt haben sie dieselbe Form, Beweis dessen,
daß sie als Markstrahlen anzuseben sind.
T. 4, Ablauf der Gefäße und Fasertracheiden
ebenfalls bedeutend gleichmäßiger. Die Richtung
des Ablaufes der Markstrahlen ist stellenweise
stark gestört ; infolgedessen werden sie 4 bis 6
Zellenschichten breit. Die ganz niedrigen haben
keine Spindelform mehr. In solchen Fällen sind sie
stark verzerrt, Gefäße und Fasertracheiden schlän-
geln dazwischen vielfach umher. Diese Erschei-
nung macht sich auch am Radialschnitt geltend,
da die Markstrahlen sowie auch die Gefäße, ja
sogar die zwischen ihnen verlaufenden Holz-
parenchymzellen sehr stark deformiert werden.
Die Gefäße enthalten häufig Thyllen.
E. Größe und Gefüge der einzelnen Gefäß-
glieder wie bei jenen der vorigen Arten, die Hof-
tüpfel werden jedoch hier größer* Die sich mit
Markstrahlen und Holzparenchymen berührenden
Hoftüpfel bedeutend kleiner als die übrigen.
Poren der großen Hoftüpfel kommen den ellipsen-
förmigen Höfen meistens nahe oder umfassen sie
bloß zu 3/4 Teilen. Auch ganz kurze, fast kreis-
runde Poren anzutreffen.
Ausnahmsweise kommen in einzelnen Gefäßen
und Tracheiden ganz deutliche Spiralverdickun-
gen vor. Verzerrte tracheale Elemente sind selten
(ai -io?-
Der Unterschied zwischen den Tracheiden und
den Fasertracheiden zeigt sich in den Hoftüpfeln,
da in den Tracheiden ähnliche große Tüpfel
(c) wie in den Gefäßen vorkommen, während die
der Fasertracheiden bedeutend kleiner bleiben
(e1). Tüpfel und Form der Holzpsrenchym- und
Markstrahlzellen wie bei den beiden anderen
Crataegus-Arten, doch etwas dünnwandiger (ß
gi-J- (J-)
CRATAEGUS ORIENTALIS Pall.
östlicher Weißdorn
Tafel 109
Verbreitungsgebiet : Südosteuropa, Westasien.
Q. 7, 2. Strukturell am meisten der Crataegus
intricata ähnlich. Jahrringgrenze auffallend. Die
ersten Frühholzgefäße stehen einzeln, zu zweien,
oder in kleineren Gruppen. Die Zahl der Gefäße
und die Lumendurchmesser nehmen gegen das
Spätholz zu stufenweise ab ; unmittelbar an der
Jahrringgrenze kommen kaum mehr solche vor.
R. 3. Im großen ganzen mit den bereits be-
handelten Arten übereinstimmend. Innere Mark-
strahlzellen mehr langgedehnte Rechtecke ; die
äußersten etwas höher, also einigermaßen hetero-
gen, ihre äußere Wand meistens gewellt. Zwischen
den Holzfasern und Gefäßen Holzparenchymzel-
len ziemlich häufig, welche manchmal dicht neben-
einander gereiht sind. Höhe der Holzparenchym-
zellen 60—150 p,, Breite 7—10 p.
T. 4. Stimmt mit den übrigen Crataegus-Arten
überein, weicht von denselben nur dadurch ab,
daß die Markstrahlen 1—2-, selten 3- und nur ganz
ausnahmsweise 4—5schichtig sind. Markstrah-
len 1—70 Zellen hoch, die hohen wahrscheinlich
aus dem Zusammenwachsen von 2—3 einfachen
enstanden. Markstrahlzellen im Querschnitt vor-
wiegend kreisförmig, die mittleren verschieden
groß.
E. Gefäße einfach durchbrochen. Oberhalb und
unterhalb der Perforationen pflegt sich ein längerer
oder kürzerer Schnabel zu bilden. Hoftüpfel in
lockeren Reihen angeordnet oder in Flecken
gruppiert. Höfe manchmal gut sichtbar. Öffnun-
gen waagerecht oder etwas schräg. In der Wand
einiger Gefäße bilden sich Hoftüpfel von zweierlei
Größe. In den Wänden der Gefäße abschnitts-
weise Spiralverdickungen ; das Innere des Ge-
fäßes ist also nicht in seiner ganzen Länge von
demselben bedeckt. Keine Tracheiden (al_ei).
Tracheidenartige Gefäße vorhanden (b).
Holzfasern glattwandig oder betüpfelt.400—700
p lang und 10—15 p, breit fdx-ßj. Wände der
Fasertracheiden mit sehr kleinen Hoftüpfeln lose
bestreut (e).
Holzparenchymzellen: in Zusammenhang mit
dem Radialschnitt bereits besprochen
Markstrahlparenchymzellen in Zusammenhang
mit den Schnitten gleichfalls schon behandelt.
Elemente stimmen in ihrer Struktur mit den übri-
gen Crataegus-Arten vollkommen überein (g±^)-
(J-)
CRATAEGUS OXYACANTHA L.
Stumpfgelappter Weißdorn
Aubepine commune, Common hawthorn
Tafel 110
Verbreitungsgebiet : ganz Europa. 4 bis 5 m
hoher Strauch oder niedriger Baum.
173
Q. 1, 2. Zerstreutporiges Holz worin mit freiem
Auge weder Gefäße noch Markstrahlen entdeckt
werden können. Markflecke häufig vorhanden.
Markstrahlen sehr dicht : auf 1 mm entfallen
13 bis 16. Gefäße im ganzen Jahrring nicht nur
verstreut, sondern auch beinahe gleichmäßig ver-
teilt, radial etwas langgedehnte Ellipsen bildend.
Zuweilen erleiden sie paarweise aneinandergela-
gert gewisse Deformationen. Stärkere Markstrahlen
breiten sich an der Jahrringgrenze kaum bemerk-
bar aus. Fasertracheiden des Spätholzes an der
Jahrringgrenze radial etwas flachgedrückt. Die
Grundmasse besteht aus einer Menge von Faser-
tracheiden. Auch einige para- und metatracheale
Parenchymzellen können beobachtet werden.
R. 3. Im Radialschnitt fällt die Verworrenheit
der Fasertracheiden ins Auge ; auch die Gefäße
stark schlängelnd. Perforationen radial gerichtet.
Holzparenchymzellen kommen nicht bloß in der
Nähe der Gefäße, sondern verstreut auch in der
Grundmasse vor. Markstrahlzellen — abgesehen
von den an Kantenzellen mit gewellten Außen-
wänden — sämtlich stark langgedehnt. Zellen der
einschichtigen Markstrahlen meistens quadratisch.
T. 4. Im Tangentialschnitt fällt besonders
die große Anzahl der Markstrahlen auf, deren
Breite 1 bis 4 Zellenschichten mißt. Die Höhe
bleibt ziemlich gering, sie geht nicht über 30 bis
32 Zellen hinaus. Die Zellen im Tangentialschnitt
kreisrund. Ablauf der Gefäße und Fasertracheiden
infolge der kurzen und breiten Markstrahlen stark
gewellt.
E. Dünnwandige Gefäßglieder zugespitzt oder
auch ohne Spitze. Perforationen einfach, Kreise
oder Ellipsen. In Gefäßwänden, die sich mitein-
ander oder mit Fasertracheiden berühren, findet
man große, runde, oder kurz-elliptische Hoftüpfel.
Poren derselben kleine Kreise oder Ellipsen, die
in der Regel die Höfe nicht umfassen. Die Be-
tüpfelung der sich mit Holzparenchymen oder
Markstrahlen berührenden Gefäße ändert sich,
die Höfe werden etwas kleiner, dafür die Poren
größer, ellipsen- oder linsenförmig, die Höfe ganz
umfassend, mitunter dieselben durchschreitend.
Höfe neben den Poren bloß undeutlich zu sehen.
An solchen Stellen findet man ziemlich häufig
auch einfache Tüpfel vor. Die Formen entsprechen
den Poren der Hoftüpfel, und sind auch in der
Größe kaum abweichend, den Holzparenchym-
zellen entsprechend, in eine Reihe oder in zwei
Reihen, nahe aneinander oder einander berührend,
im Querlage angeordnet. Neben den behöften
Verdickungen sieht man auch sehr feine, nur
undeutlich wahrnehmbare Spiralverdickungen, die
aber in manchen Gefäßen fehlen
Tracheidenartige Gefäße haben engere Lumina
als die Gefäße und spitzen sich an beiden Enden zu.
Wände dicht von Hoftüpfeln bedeckt, die den
Tüpfeln der englumigeren Gefäße sehr ähnlich
sind. Deren elliptischen Höfe werden von den
gleichgelagerten und geformten Poren bloß zu
3/4Teil umfaßt, manchmal rücken aber dieselben
noch näher heran.
Tracheiden den oben erwähnten ähnlich, oder
mit noch engeren Lumina. Ihre Länge stimmt mit
jener der sonstigen trachealen Elemente überein,
beide Enden spitzen sich länglich zu. Auch diese
enthalten zahlreiche in Gruppen oder in Reihen
geordnete Hoftüpfel. Spaltartige Poren in schräger
oder senkrechter Lage. Wände der letzteren dicker
als die der Gefäße. Manchmal findet man in ihnen
ziemlich deutliche Spiralverdickungen (c).
Fasertracheiden von sehr mannigfaltiger Form.
Die Lumina können sich die ganze Länge hindurch
wiederholt verändern. Wandstärke ebenfalls ver-
schieden, Enden zugespitzt oder abgestumpft, in
sehr mannigfaltigen Formen zwischeneinander
gekeilt. Wände von hoftüpfeln ziemlich dicht be-
deckt. Höfe der Tüpfel denen der vereinzelten
Gefäßhoftüpfel gleich oder noch größer, die Lumina
ganz umfassend. Schmale spaltartige oder linsen-
förmige, schräge oder senkrechte Poren umfassen
die Höfe gewöhnlich ganz. Entgegengesetzt ange-
ordnete kreuzen sich möglicherweise (er^5).
Holzparenchymzellen und Markstrahlzellen wei-
sen keine besonderen Formen auf. Wände ziemlich
dünn und einfach betüpfelt (f gx-z). (A.)
Gattung 51. Cydonia
CYDONIA OBLONGA Mill.
Quitte
Coignassier, Quince, Melo cotogo
Tafel 111
Strauch oder kleinerer Baum. Stammt angeb-
lich aus Indien und hat sich von dort über
Italien in Süd- sowie in Mitteleuropa verbreitet.
Ein gewöhnlicher Obstbaum unserer Gärten.
Q. /, 2. Entschieden zerstreut poriges Holz.
Jahrringe unter dem Mikroskop gut wahrnehmbar,
da sich unmittelbar an der Jahrringgrenze tangen-
174
tial fest aneinandergeschmiegte und im Verhältnis
zu den übrigen breitlumigere Gefäße befinden.
Jahrringe breit. In der Grundmasse findet man 4z
gleichlumige Gefäße, u. zw. unregelmäßig ver-
streut. Sämtliche vieleckig, größtenteils vereinzelt,
bloß selten zu 2 oder 3 gruppiert. Im Spätholz dicht
an der Jahrringgrenze radial flachgedrückt 2 bis
4 Faserreihen. Markstrahlen zuweilen so dicht
angeordnet, daß zwischen ihnen in der Breite
höchstens 1 bis 2 Gefäße und einige Fasern Platz
finden. Die Grundmasse besteht aus einer Menge
dickwandiger Holzfasern und Fasertracheiden,
auch Holzparenchymen, letztere durch ihre dünnen
Wände von den Fasern gut abgesetzt. Meistens
metatracheale Parenchyme, i. allg. verstreut und
vereinzelt, zuweilen unbestimmte und kurze tan-
gentiale Reihen bildend.
R. 3. Cydonia ist an Holzparenchymen reich ;
dies ist besonders im Radialschnitt gut sichtbar.
Die langen »Kettenreihen« der Parenchymzellen
werden zuweilen so dicht, daß zwischen ihnen
höchstens je eine Faser oder Fasertracheide Platz
findet : Fasertracheiden und Holzparenchymzellen
wechseln also gegenseitig miteinander ab. Ablauf
der Gefäße im Radialschnitt gerader. Ihre einfache
Perforation radial gerichtet. Gefüge der Mark-
strahlen ziemlich gleichmäßig. Die inneren zeigen
längliche Ziegelformen, die an den Rändern sind
breiter und kürzer, mitunter quadratisch. Einzelne
Kantenzellen von aufrechter Ziegelform.
T. 4. Die große Anzahl der Markstrahlen
fällt besonders am Tangentialschnitt auf. Auf je
1 mm2 entfallen etwa 90 bis 100 Markstrahlen.
Tangentialschnitte der Zellen Kreise oder Ellipsen.
Kantenzellen zuweilen stark langgezogen und ver-
jüngt. Die Markstrahlen sind also heterogen.
Zweizeilige Markstrahlen zahlreich, einzellige spär-
licher vorhanden. Die Höhe der ein-, aber auch der
zweischichtigen schwankt zwischen 5 und 25
Zellen. Die Gefäße schlängeln stets unter den
zahlreichen Markstrahlen hindurch. Neben den-
selben und zwischen den Fasern befinden sich
viele para- und metatracheale Holzparenchyme.
E. Gefäßwände ziemlich dünn. Die Gefäß-
glieder enden in kleinen, kurzen Spitzen, oder sind
quer abgeschnitten. Perforationen in beiden Fällen
einfach, ihre Größe von der Lumenweite abhän-
gig. Die Gefäße sind 16- bis 20mal breiter als
lang ; bei den englumigeren oft sogar 26fache
Länge möglich. Wände von einfachen und Hof-
tüpfeln bedeckt. Letztere sind auf die Berührungs-
stellen der Markstrahlen mit den Holzparenchym-
zellen beschränkt, aber auch hier kommen sie
bloß ausnahmsweise vor und sind bedeutend kleiner
als die übrigen. Die Größe der Höfe stimmt mit
jener der einfachen Tüpfel der Holzparenchyme
überein. Poren von verschiedener Lage, meistens
ganz schmal, spaltartig oder breitere Ellipsen ;
manchmal weisen sie nahezu die Form und Größe
der Höfe auf, umfassen die Höfe meistens ganz,
ab und zu durchschreiten sie auch dieselben.
Die Anordnung der Tüpfel hängt von der
Form und Lage der Holzparenchyme ab. An den
übrigen Teilen der Gefäße findet man verstreut
bedeutend größere Hoftüpfel in kleinerer Zahl.
Außer den Hoftüpfeln können ab und zu auch
Spiralverdickungen beobachtet werden. Anordnung
und Entwicklung derselben ist jedoch unbestimmt.
Die Perforationen geraten oft weiter vom Ende
des Gefäßgliedes. Gefäße mit engeren Lumina von
gleichem Bau, hier kommen aber auch kleinere
Hoftüpfel vor fax-«/
Fasern lang, zugespitzt, dickwandig. Die Wände
der meisten Fasern enthalten den großen Tüpfeln
der Gefäße ähnliche Hoftüpfel. Die Höfe sind
manchmal sehr schwer wahrnehmbar, weshalb
nicht leicht entschieden werden kann, ob sie
Fasertracheiden oder Fasern darstellen (dr^).
Holzparenchymzellen von ähnlicher Wanddicke,
wie die Gefäße, länglich-ziegelförmig, von ein-
fachen Tüpfeln bestreut. Mit Gefäßen benachbart
werden die großen Tüpfel, je nach der Zellen-
breite, ein- oder zweireihig (fi-2).
Die Markstrahlzellen weisen längliche oder kurze
Ziegelformen auf. Wände 4z stark und ziemlich
reich betüpfelt (gi-2). (A.)
Gattung 52. Dryas
DRYAS OCTOPETALA L.
Silberwurz
Montain Avens, Chenette suisse, Camedrio alpino
Tafel 112
Verbreitungsgebiet : Europa, Asien, Nord-
amerika.
Q. 1, 2. Am xylotomischen Bild fallen haupt-
sächlich'die dünnen Wände der Elemente auf.
Zerstreutporiges Holz. Zwischen den Früh- und
Sommergefäßen findet man kaum einen Unter-
schied. Sie erscheinen vereinzelt oder bilden
Zwillingsporen, oft unregelmäßig, seltener ellip-
tisch. An der Jahrringgrenze ziemlich zusammen-
175
hängende, einreihige Porenringe. Die Anordnung
der breiteren Markstrahlen ist unregelmäßig ;
sie heben sich von der Grundmasse, die aus einer
Menge sehr dünnwandiger Fasertracheiden und
Holzparenchyme besteht, kaum ab. An der Jahr-
ringgrenze verflachen nur einige Reihen ein wenig,
wodurch die Jahrringgrenze kaum wahrnehmbar
erscheint. Holzparenchyme ziemlich zahlreich ;
diese können jedoch im Querschnitt von den
dünnen Fasertracheiden kaum unterschieden wer-
den.
R. 3. Markstrahlzellen radial meistens auf-
rechte Ziegelformen oder Quadrate, auch liegende
Ziegelformen möglich. Um die Gefäße oder auch
in der Grundmasse findet man ziemlich häufig
Holzparenchymzellen in kurze Reihen geordnet.
T. 4. Die Markstrahlen sind 1- bis 3schichtig,
seltener und bloß einige Zellen hindurch eventuell
4schichtig. Die Höfe der einschichtigen erreicht
10 bis 15, die der mehrschichtigen 10 bis 25, mit-
unter auch 30 Zellen. Die letzteren werden mög-
licherweise an den Enden einschichtig, oder enden
unvermittelt. Kantenzellen i. allg. höher, als die
inneren, auch die letzteren von einer sehr hetero-
genen Zusammensetzung, da große und kleine
Zellen gemischt vorkommen. Zellenform gewöhn-
lich elliptisch, die der einschichtigen ziegelförmig.
Perforationen der Gefäße radial gerichtet und unter
verschiedenen Winkeln geneigt.
E. Die Größe der Gefäßglieder verschieden.
Wände dünn, jedoch um die Perforationen wie
auch an manchen Stellen der Endungen ring-
förmig stärker verdickt. Perforationen meist ein-
fach, ab und zu aber auch leiterartig. Sprossen-
anzahl 2 bis 6 (8), Sprossen ziemlich stark, in
größeren Abständen, zuweilen auch verzweigend.
Perforationen meistens regelmäßig geformt. Per-
forationen der breiteren Gefäßglieder befinden
«ich schräg- oder quergestellt an den Enden der
Gefäße und ihre Größe entspricht den Gefäß-
lumina. Perforationen der englumigeren Gefäß-
glieder geraten an die Radialseite ; in solchem
Fall sind sie kleiner als die Gefäßlumina. Gefäß-
wände von Hoftüpfeln dicht bedeckt. Hoftüpfel
rund oder elliptisch, zuweilen ganz langgestreckt,
in horizontaler oder etwas schräger Lage. Poren
Stäbchen- oder linsenartig, umfassen die Höfe
gewöhnlich ganz, es sind aber auch andere For-
men möglich. Es kommen auch sich kreuzende
Poren vor
Tracheiden meistens von weiterer und kürzerer
Form, oft plötzlich endend. Wände sehr dünn,
den Gefäßen ähnlich mit Hoftüpfeln bedeckt
--j).
Holzparenchym- und Markstrahlzellen dünn-
wandig, besonders an den sich mit Gefäßen be-
rührenden Wänden reich betüpfelt (fi g\-^). VJ.)
Gattung 53. Kerria
KERRIA JAPONICA DC.
Kerrie, Ranunkelstrauch
Tafel 113
Dieser aus China stammende 3 m hoch wach-
sende Strauch wird in Europa wegen seiner orange-
gelben Blüten überall angepflanzt.
Q. 7, 2. Kann als zerstreutporiges Holz an-
gesehen werden, da der 1—2reihige Porenring im
ersten Frühholz nur von den sehr breiten Mark-
strahlen unterbrochen wird, oder aber auch für
ringporiges Holz gelten, weil die Gefäße im Jahr-
ring einzelstehend oder höchstens zwillingsporig
und gleichmäßig verteilt sind. Ein besonderes
Merkmal bilden die 6—8—10 Zellen breite Mark-
strahlen, die auf der Jahrringgrenze fast unver-
ändert in das Frühholz übergehen. Markstrahl-
zellen meistens Quadrate oder sehr kurze Recht-
ecke, an der Jahrringgrenze eher in Radialrichtung
verflachte kurze Rechtecke. Zwischen den dicken
Markstrahlen verlaufen eine Zelle breite Mark-
strahlen meist auf 1—2 Gefäßweiten voneinander
entfernt, hingegen pflegen die breiteren einander
in einer Entfernung von zwei Gefäßen abzulösen.
Grundmasse besteht meistens aus dickwandigen
Holzfasern oder dünnwandigen Tracheiden, Er-
satzfasern, stellenweise Holzparenchymnester ; da-
zwischen lagern sich die Paratrachealen.
R. 3. Auch am Radialschnitt ist die außer-
ordentliche Höhe der Markstrahlen charakteris-
tisch. Die inneren Markstrahlzellen sind stehende
oder liegende, die Randzellen eher stehende Recht-
ecke, die bisweilen doppelt so hoch sind, als die
inwendigen. Die Gefäße führen bisweilen einen
goldgelben Harzinhalt.
T. 4. Besonders kennzeichnend ist die außer-
ordentliche Höhe der 3—6—8—10 Zellen breiten
Markstrahlen. Auf einem 1 cm hohen Schnitt
können die beiden Kanten einiger Markstrahlen
manchmal gar nicht festgestellt werden. Am
Querschnittbilde sind die Markstrahlzellen mei-
stens isodiametrische unregelmäßige Vielecke. Auch
176
die Holzfasern sind sehr langgestreckt, mitunter
bis zu 1000 fi, während ihre Breite nur 5—7 p
beträgt.
E. Gefäßglieder im allg. langgestreckt, enden
in einem längeren oder kürzeren Schnabel. Durch-
brechungen einfach oder leiterförmig, Sprossen-
zahl abwechselnd 2—12. Hoftüpfel sehr klein und
kreisförmig oder groß und von liegender Ellipsen-
form. Stellenweise läßt sich der allmähliche Über-
gang waagerecht gestreckter Hoftüpfel in eine
leiterförmige Perforation recht gut beobachten.
In den Schnäbeln einiger Gefäße sind die Tüpfel
liegende Ellipsen, an den Wänden anderer befin-
den sich die Hoftüpfel in opponierter Stellung, aber
verschieden groß, zerstreut oder in Längsreihcn
angeordnet. Keine Spiralverdickungen
Holzfasern dickwandig; Lumina eng bis weit
spaltartig, betüpfelt (dj^). In einigen Fasern
reihen sich kleine Hoftüpfel an ; solche Elemente
können als Fasertracheiden gelten fdx_2, e).
Metatracheale Parenchymzellen langgestreckt
und schmal, spärlich kleingetüpfelt ; die para-
trachealen Zellen breiter und kürzer, mit viel
größeren kreisrunden oder liegend ellipsenförmi-
gen einfachen Tüpfeln (fi-z)-
Einige dünnwandige, weitlumige Zellen sind
mit ihren Enden sägezahnartig nebeneinander an-
geordnet. Deshalb können diese auch als Ersatz-
fasern angesehen werden
Die Markstrahlzellen wurden im Zusammen-
hang mit dem Radialschnitt bereits besprochen.
Tüpfel in den Markstrahlzellen entweder ganz
klein und kreisförmig oder waagerecht liegende
Ellipsen ; letztere meistens in Reihen, die kleine-
ren in großen Gruppen angeordnet. In den Ge-
fäßen der Kantenzellen sind die Tüpfel von mannig-
faltiger Gestalt, meistens liegende Ellipsen, welche
die Zellen fast umfassen (gi-z)- (J-)
Gattung 54. Malus
MALUS SILVESTRIS Mill.
Holzapfelbaum
Pommier, Apple tree, Melo
Tafel 114
In ganz Mitteleuropa heimisch. Splint rötlich,
sehr breit, Kernholz rötlichbraun.
Q. 1, 2. Zerstreutporiges Holz. Weitlumige
Gefäße kommen im Frühholz etwas häufiger vor,
daher auch die Jahrringgrenze ziemlich auffallend.
Diese Erscheinung wird durch den äußersten Saum
des Spätholzes gesteigert, wo radial 3 bis 6 flach-
gedrückte Reihen von Fasertracheiden auftreten.
Abgesehen von den im Innersten des Frühholzes
gelagerten, ist zwischen denselben kein Unter-
schied feststellbar. Sämtliche sind vereinzelt, viel-
eckig, es gibt bloß sehr wenig kreisförmige oder
radial elliptische Markstrahlen so dicht angeord-
net, daß sie in Abständen von etwa 1—2 Gefäß-
durchmessern aufeinanderfolgen, bzw. aneinander
gereiht sind. Sämtliche verlaufen radial und durch-
schreiten die Jahrringgrenze fast ohne Verände-
rung. Die Grundmasse besteht aus einer Menge
ziemlich dickwandiger Fasertracheiden, deren
Querschnitt unregelmäßig erscheint. Zwischen
denselben Holzparenchymzellen zerstreut. Mark-
strahlen zuweilen so dicht geordnet, daß zwischen
ihnen bloß einige Reihen von Fasertracheiden
Platz finden. Infolgedessen erscheinen die darun-
ter eingekeilten Gefäße radial etwas langgezogcn,
oder die Markstrahlen weichen den Gefäßen etwas
aus. Jahrringgrenze gleichmäßig ; Wellen, Wöl-
bungen kaum vorzufinden.
R. 3. Auch im Radialschnitt gewisse Ab-
weichungen bemerkbar. Ablauf der Gefäße, sowie
der Fasertracheiden hier bedeutend gleichmäßiger,
nicht so verworren wie bei Pyrus. Perforationen
der Gefäße radial und in gleicher Höhe angeord-
net. Holzparenchymzellen inmitten der Gefäße
und Fasertracheiden meistens einschichtig, in
großer Länge angereiht. Innere Glieder der Mark-
strahlen radial langgestreckt, Kantenzellen kürzer,
äußere Wände derselben wellig und zackig.
T. 4. Im Gegensatz zu Pyrus communis grös-
stenteils ein- oder zweischichtige Markstrahlen.
Nur ganz vereinzelt kommen 1—2 Zellen hin-
durch drei- oder vierschichtige Markstrahlen vor.
Die Höhe dieser schwankt zwischen 1 und 30
Zellen, zumeist beträgt sie aber 15 bis 20 Zellen.
Zellen querschnitte Kreise, nur seltener quer-
liegende Ellipsen. Bloß die Kantenzellen stehen
elliptisch, ihre äußeren Teile mitunter kegelartig
zugespitzt. Zwischen den Markstrahlen verlaufen
die Gefäße — von Holzparenchymzellen begleitet
— etwas wellig. Die Fasertracheiden sind wellig.
E. Gefäße englumiger, als bei Pyrus communis.
Wandstärke sowie Enden der Gefäßglieder ganz
ähnlich. Perforationen einfach. Betüpfelung der
Wände wie bei P, communis. An Wänden, die sich
mit Fasertracheiden berühren, kommen spora-
disch weitbehöfte Tüpfel vor, deren Poren sich
12 Greg uss
177
gewöhnlich in schräger Lage befinden. An Be-
rührungsstellen mit parenchymatischen Elementen
sind die kleinen Tüpfel dichter, ihre Poren ge-
wöhnlich querliegend. Ab und zu sieht man ziem-
lich verschwommene Spiralvedickungen. Fäden
sehr zart, ihr Verlauf gewellt, schräg oder quer-
gerichtet (ai-5). Ab und zu kommen auch tra-
cheidenartige Gejäße vor (b^^). Die sich verjüngen-
den Teile der englumigeren Gefäße enden stark
ausgezogen in Schnäbeln. Demzufolge geraten die
einfachen, elliptischen Perforationen ziemlich
weit von den Enden der Gefäße. Ihre Wanddicke
entspricht jener der weitlumigen Gefäße. Sämt-
liche Fasern enthalten Hoftüpfel, gelten also für
Fasertracheiden. Sie sind länglich zugespitzt und
dickwandig, daher — besonders im Spätholz —
englumig. An den Tangential- sowie Radialseiten
ziemlich viele Hoftüpfel. Die Höfe bilden regel-
mäßige Kreise oder kurze Ellipsen. Poren stets
senkrecht, spalt- oder linsenförmig, die Höfe ganz
umfassend, ja oft sogar dieselben durchschrei-
tend
Holzfasern gibt es hier nicht.
Paratracheale Parenchymzellen dickwandig, ra-
dial wie tangential gleichmäßig betüpfelt. Tüpfel
klein, einfach (f).
Markstrahlzellen — den Holzparenchymzellen
gleich — ziemlich dickwandig und dicht betüpfelt.
Wandverdickung nicht immer gleichmäßig, zu-
weilen reicht sie bis zur Hälfte des Lumens und
ist von welliger Oberfläche. Höhe und Länge der
Kantenzellen ± gleich. Die inneren weichen von
diesen ab, da sie radial langgedehnt sind, ihre
Höhe wird jedoch höchstens drei- bis sechsfach
von der Länge übertroffen. In unmittelbarer Nähe
der Gefäße findet man an der Radialwand der
Zellen größere Tüpfel (g). (A.)
Gattung 55. Mespilus
MESPILUS GERMANICA L.
Echte Mispel
Neflier, Medlar, Nespolo
Tafel 115
Strauch oder kleinerer Baum. Aus der Gegend
der Kaukasien und aus Persien stammend. Heute
unter allen milderen Klimaten Europas gepflanzt.
Manchenorts trifft man den Baum auch ver-
wildert an.
Im Querschnitt können auch mit bloßem Auge
ziemlich viele Markflecke beobachtet werden.
Q. 7, 2. Entschieden zerstreutporiges Holz.
Zwischen den ziemlich zahlreich vorhandenen
Gefäßen des Spätholzes und den etwas weitlumi-
geren und auch zahlreicheren Gefäßen des Früh-
holzes bestehen kaum irgendwelche Unterschiede.
Bezüglich Form und Maß der Gefäße unterschei-
den sich die einzelnen Teile des Jahrringes nicht.
Jahrringgrenze gleichmäßig. Markstrahlen dicht,
auf 1 mm2 entfallen durchschnittlich 12 bis 14.
Sie durchschreiten die Jahrringgrenze ohne jede
Veränderung. Unter den breiteren kommen — wie
bei Amelanchier ovalis — häufig einschichtige
Markstrahlen vor. Gefäße meist vereinzelt, selte-
ner Gruppen zu zweien oder zu dreien bildend.
In der Grundmasse sieht man ziemlich viele dünn-
wandige metatracheale Parenchyme und Faser-
tracheiden.
R. 3. Im Radialschnitt lassen sich zweierlei
Markstrahlen unterscheiden. Die inneren Zellen
des einen Typs sind sehr niedrig, während fast
sämtliche des anderen Typs von aufrechter Form.
Unter den in Radialrichtung langgestreckte Zellen
der verschmolzenen Markstrahlen findet man in
verschiedenen breiten Streifen auch bedeutend
kürzere Markstrahlzellen, die nicht selten fast
aufrechte Formen aufweisen. Anzahl der Holz-
parenchymzellen etwas geringer als bei Amelan-
chier. Perforationen der Gefäßglieder fast aus-
nahmslos radial gerichtet, jedoch in verschiedenen
Höhen angeordnet.
T. 4. Tangentialschnittbild jenem von Ame-
lanchier ähnlich, jedoch die Markstrahlen höher
und breiter. Außer den einschichtigen, 2 bis 14
Zellen hohen Markstrahlen findet man auch drei-,
seltener sogar vierschichtige. Zuweilen erreicht
die Höhe mancher Markstrahlen 90 Zellen und diese
können sich durch Verschmelzung von 3 oder 4
übereinandergelegenen Markstrahlen verdoppeln,
sogar verdreifachen. Tangentialschnitte der Mark-
strahlzellen : Kreise oder kurze Ellipsen. Wände
an Tüpfeln reich. Zwischen den sehr hohen, aber
verhältnismäßig ziemlich schmalen Markstrahlen
verlaufen die Gefäße und die Fasertracheiden
in gerader Richtung.
E. Form und Wandstärke, sowie Betüpfelung
der Gefäßglieder denen der Sorbus-Arten ähnlich.
Manche Gefäßglieder zugespitzt. Perforationen
einfach, meistens deformierte Kreise oder Ellipsen.
Hoftüpfel größer, als die von Amelanchier. Die
kreis- oder ellipsenförmigen Höfe werden von
178
den spaltartigen Poren in der Regel umfaßt, oft
jedoch bloß angenähert. Durchschreitende Tüpfel
kommen eher an Wandteilen vor, die sich mit
Holzparenchym- und Markstrahlzellen berühren.
Die Höfe dieser Tüpfel sind kleiner als gewöhnlich.
Die Spiralverdickungen der weitlumigeren Ge-
fäße zeigen sich ziemlich undeutlich, die der weit-
lumigeren etwas deutlicher (a^^).
Durchmesser der Tracheiden dem der eng-
lumigeren Gefäße gleich, abgerundet, oder kürzer
oder länger zugespitzt. Wände von Hoftüpfeln
dicht bedeckt. Die Höft; der die Tüpfel umfassen-
den, spaltartigen Poren in schräger Lage. Die
Tracheiden sind ziemlich dickwandige, langge-
streckte; und zugespitzte Prosenchymzellen, in
denen außer den Hoftüpfeln — deren Form und
Größe für die* Gefäße bezeichnend ist — auch
quer oder unter spitzen Winkeln verlaufende
Spiralverdickungen vorkommen. Diese erscheinen
bedeutend dichter und vollständiger als in den
Gefäßen (cr_3).
Fasern und Fasertracheiden können vonein-
ander nur sehr schwer unterschieden werden, da
die Höfe der Hoftüpfel oft stark verschwommen,
kaum wahrnehmbar sind. Bei verschiedener Ein-
stellung können auch um die einfachen Tüpfel
ganz kleine Höfe beobachtet werden (e^z).
Holzparenchymzellen. sowie Markstrahlzellen in
der Form sehr mannigfaltig. Markstrahlzellen
— die Radialwände ausgenommen — an allen
Seiten sehr reich betüpfelt. Wände dicker als die
der Holzparenchymc f/i-3, (A.)
Gattung 56. Pyrus
PYRUS COMMUNIS L.
Wilde Birne
Poirier, Pear, Crab
Tafel 116
Ein Baum, nur selten Strauch. Urheimat
Westasien und Amerika. Von dort aus in Europa
verbreitet. Bevorzugt flache und hügelige Gegen-
den. Gedeiht in ganz Europa und Asien, bzw. in
den gemäßigten Zonen dieser Kontinente. Im
Holz kann kein Kernholz unterschieden werden.
Der Splint, d. h. das ganze Holz, lichtbraun oder
bräunlichrot.
Q. 1, 2. Zerstreutporiges Holz. Jahrringgrenze
kaum wahrnehmbar, bloß durch die etwas höhere
Anzahl der Gefäße des Frühholzes, ferner durch
einen schmaleren gefäßfreien Streifen der Faser-
tracheiden angedeutet. Gefäße im ganzen Jahr-
ring ziemlich gleichmäßig zerstreut. Lumina in der
Früh- und Spätzone beinahe ganz gleich. Eng-
lumigere Formen kommen sowohl im Früh-, wie
auch im Spätholz vor. Markstrahlen sehr dicht,
dichter als bei Cydonia und auch gleichmäßiger
verteilt. Gefäße kreisrund, oder sehr kurze Ellip-
sen, in solchen Fällen die Längsachsen radial
gerichtet. Sämtliche vereinzelt, nur selten findet
man sie in der Nähe von anderen gleich großen
Gefäßen angeordnet. Die Grundmasse besteht vor-
wiegend aus Fasertracheiden, doch kommen in
derselben auch ziemlich viele Holzparenchyme
vor.
R. 3. Ablauf der Gefäße im Radialschnitt
nicht gerade. Die starke Verworrenheit der Faser-
tracheiden fällt auf; oft schlagen diese aus der
senkrechten in die waagerechte Lage um. Mark-
strahlzellen radial sehr langgedehnt, Die Rand-
zellen kurz, besonders ihre äußeren Wände wellig
und zackig. Perforationen der Gefäßglieder radial
gerichtet. Fasertracheiden sowie Holzparenchym-
zellen an Hoftüpfeln radial sehr reich. Anordnung
und Häufigkeit der Holzparenchymzellen wie bei
Cydonia.
T. 4. Markstrahlen 1 bis 4 Zellen breit, oft
findet eine Verschmelzung der aneinandergelege-
nen statt. Querschnitt der Zellen sowohl in den
einschichtigen, wie in den breiteren kreisrund,
bloß die Form der Kantenzellen abweichend. Die
Höhe der Markstrahlen erreicht 3 bis 35 Zellen,
bei den verschmolzenen eventuell noch mehr. Ihre
Form weicht von der Spindelform oft ab. Der
zwei- bis dreischichtige mittlere Teil wird am
einen Ende 14 bis 16 Zellen hindurch einschichtig.
Die Gefäße zwischen den Markstrahlen schlän-
gelnd, ebenso auch die einschichtigen Markstrah-
len. Unter den Fasertracheiden gibt es ziemlich
viele metatracheale Parenchymzellen, häufig auch
paratracheale.
E. Mittelstarke Gefäßwände von Hoftüpfeln
bedeckt. Ab und zu sieht man an denselben un-
bestimmt entwickelte, zarte Spiralverdickungen.
Die einfachen, großen Perforationen nehmen un-
mittelbar an den Enden der Gefäßglieder Platz,
zur Längsachse quer oder schräg gelagert. Gefäß-
glieder an beiden Enden länger oder kürzer zu-
gespitzt. Hoftüpfel in kleiner Zahl i. d. R. zer-
streut, Höfe ziemlich groß, Kreise, oder kurze
quer- oder schrägliegende Ellipsen. Poren spalt-
12*
179
artig, kommen der Hofgrenze nahe oder erreichen
dieselbe. Ihre Lage stimmt mit jener des Hofes
überein. An Berührungsstellen mit parenchyma-
tischen Elementen sicht man kleinere, meistens
quergelegene Hoftüpfel, gewöhnlich in Gruppen,
die der Form der Holzparenchymzellen entspre-
chen. Ihre spaltartigen Poren umfassen die Höfe
meist ganz (a1^%).
Fasertracheiden. Hoftüpfel von länglichen Spal-
ten bedecken dieselben dicht. Höfe kreis- oder
ellipsenförmig, von den Poren ganz umfaßt, zu-
weilen auch durchschritten. Typische Prosenchym-
zellen, mit sehr mannigfaltigen Enden
Holzparenchymzellen: die eine Gruppe lang
gedehnt, oft zehn- bis zwölfmal länger als breit,
die anderen kürzer. Betüpfelung der Wände, je
nach den Elementen, mit denen sie sich berühren,
verschieden. An den sich mit Gefäßen berührenden
Wänden zahlreiche einfache und große Tüpfel.
An sonstigen Wandteilen kommen bloß spärlich
sehr kleine Tüpfel vor (C/i—27-
Markstrahlzellen radial, i. d. R. stark lang-
gedehnt, oft 15- bis 20mal länger als hoch. Die
Kantenzellen dagegen sehr kurz, jedoch auch
unter diesen finden sich einige von ansehnlicher
Länge. Wände reich betüpfelt und so dick, wie
die der Holzparenchymzellen (g). (A.)
Gattung 57. Prunus
PRUNUS AMYGDALUS Bätsch.
Mandelbaum
Amandier, Almond tree, Mandorla
Tafel 117
Urheimat : das Mittelmeergebiet, besonders
das Küstengebiet Asiens. In südlichen Gebieten
Europas, und in den nördlichen Regionen Afrikas
gepflanzt.
Q. 1, 2. Holz an Gefäßen verhältnismäßig
arm. Die vorhandenen — abgesehen von einigen
weitlumigeren Gefäßen des Frühholzes sämt-
lich ziemlich englumig. Gefäße der Frühzone ver-
einzelt, auf 2 bis 3 Durchmesser voneinander ent-
fernt, Lumina : Kreise oder regelmäßige Ellipsen.
Von wenigen Ausnahmen abgesehen, findet man
die Gefäße auch in der Spätzone vereinzelt und
zerstreut. Die Grundmasse besieht aus einer Menge
dickwandiger Holzfasern. Fasertracheiden kom-
men darunter nur ab und zu, eher in der Iruh-
zone vor. Markstrahlen auffallend breit, dicht
ungleichmäßig angeordnet (auf 1 mm entfallen
7 bis 8), an der Jahrringgrenze sich stark aus-
breitend. Einige Markstrahlen breiten sich auch
in anderen Teilen des Jahrringes aus, oder ver-
jüngen sich unvermittelt zu einer Breite von 1
bis 2 Schichten. Einzelne Markstrahlen werden
von jenem Jahrring an, in welchem sie beginnen,
bereits im zweiten Jahrring bedeutend breiter.
Inmitten der Markstrahlen kommen auch ein-
schichtige vor. Am Rande des Spätholzes gegen
die Jahrringgrenze zu verengen sich die Holz-
fasern radial nur selten. Die Jahrringgrenze wird
dadurch sichtbar, daß den dickwandigen Holz-
fasern dünnwandige, weitlumigere, radial flach-
gedrückte Fasertracheiden folgen.
R. 3. Radialschnitt dem Pyrus communis
gleich.
T. 4. Die Anordnung der Markstrahlen am
Tangentialschnitt erinnert an P. armeniaca. Der
Tangentialschnitt der Markstrahlzellen ist jedoch
hier mannigfaltiger, und auch die Größe derselben
sehr verschieden. Einschichtige Markstrahlen er-
reichen bloß die Höhe von 3 bis 5 Zellen ; auf
1 mm2 entfallen etwa 8 bis 9 größere oder 50 bis
60 kleinere einschichtige Markstrahlen.
E. Unter den Elementen weisen bloß die Holz-
fasern gewisse Abweichungen auf. An ihren starken
Wänden befinden sich einige sehr kleine einfache
Tüpfel (ai-Q, cx-2, dx_2, ex-2, 2, £1—2)• (A.)
PRUNUS ARMENIACA L.
Aprikose
Abricotier, Albicocco
Tafel 118
Aus ihrer Urheimat : Turkestan, China und
Mongolien nach Europa eingeführt. In Gärten an-
gepflanzt, in Gegenden milderen Klimas überall
gewöhnlich.
Q 1, 2. Von den anderen Prunus-Arten ab-
weichend, ein entschieden ringporiges Holz. Die
Jahrringgrenze fällt nicht bloß dadurch auf, daß
unmittelbar an derselben sowohl radial wie tan-
gential weitlumige Frühgefäße eng aneinander
gereiht sind, sondern auch dadurch, daß in der
gedrängteren Grundmasse der benachbarten Spät-
zone die Lumina der Gefäße ganz eng sind.
Verhältnis der zweierlei Gefäßdurchniesserl : 0,
ihrer Zahl 1:1. Die Jahrringgrenze entlang sind
J8Ü
die Gefäße vereinzelt und kreisförmig. Wenn tan-
gential eng aneinandergereiht, bilden sie radial
sehr langgedehnte Ellipsen. Nach einem Ring,
seltener nach zwei bis drei Ringen der Gefäße
folgt bereits die Spätzone, deren engere Gefäße
sich nach außen zu verjüngen. Auch in der Spät-
zone kommen vereinzelte oder zwei- bis fünf-
gliedrige Porenstrahlen vor. Markstrahlen dicht,
in ziemlich gleichen Abständen angereiht (auf je
1 mm entfallen 8 bis 9). Inmitten derselben findet
man auch ein- bis vierschichtige Markstrahlen
angeordnet. Die großen Markstrahlen breiten sich
an der Jahrringgrenze etwas aus, und behalten
diese Breite oft in der Frühzone auf einer bestimm-
ten Strecke bei, sich bloß nach einer gewissen
Entfernung verjüngend. Die Grundmasse besteht
aus einer Menge von Holzfasern und Fasertrachei-
den.
R. 3. Der Radialschnitt gleicht dem der übri-
gen Prunus-Arten. Die Gefäße enthalten häufig
Thyllen.
T. 4. Unter den angeführten Prunus-Arten
enthält diese vielleicht verhältnismäßig die mei-
sten Markstrahlen. Die Zahl der ein- und zwei-
schichtigen (auf 1 mm2 entfallen etwa 50) über-
trifft vielfach die der vier- bis achtschichtigen
mit verschiedenen Höfen. Sämtliche regelmäßig
spindelförmig. Unter ihnen Holzfasern, Faser-
tracheiden und Gefäße stark schlängelnd. Tangen-
tialschnitte der Markstrahlzellen : Kreise, Ellip-
sen oder unregelmäßige Vielecke.
E. Die Gefäße haben breite Lumina ; kurze
Formen sind häufig. Tracheidenartige Gefäße,
Markstrahlzellen und faserige Elemente wie bei
den anderen Prunus-Arten. Holzfasern und Faser-
tracheiden besonders tangential an Tüpfeln arm
(alS-> ^1—3’ el—(-A-)
PRUNUS AVIUM L.
Vogelkirsche
Cerisier, Gean, Ciliegio
Tafel 119
Zahlreiche Formen als gezüchtete Obstbäume
bekannt. Stammt von Osten, aus Kleinasien und
aus der Gegend der Kaukasien. Heute bereits
in ganz Europa heimisch. Splint rötlichweiß, Kern-
holz lichtbraun.
Q. 7, 2. Zerstreutporiges Holz. Mit P. do-
mestica weist diese Art mehr Ähnlichkeit auf als
mit P. spinosa. Von beiden abweichend bilden im
Frühholz die Gefäße mit weiteren Lumina aus-
geprägtere Reihen, bzw. Gruppen. Gefäße ver-
einzelt, ellipsenförmig, die Längsachsen radial
gerichtet oder zu 2 bis 6 in Porenstrahlen geordnet.
Querschnitt der Gefäße verschieden. An der Jahr-
ringgrenze zeigen sich im Frühholz auch die Durch-
messer der radial langgedehnten und aneinander-
geordneten Gefäße verschieden. Die zahlreichen
Markstrahlen durchschreiten die Jahrringgrenzen,
ohne sich auszubreiten. An der Jahrringgrenze
beträgt die Zahl der radial flachgedrückten Faser-
tracheiden 3 bis 6. Die Grundmasse besteht aus
einer Menge von Fasertracheiden und Holz-
parenchymen. Ihre Querschnitte von verschiede-
ner Form, auch die Breite ihrer Lumina unter-
schiedlich.
R. 3. Die Kantenzellen, oft aber auch ein-
zelne Zellenreihen der inneren Zellen, höher als
lang. Ablauf der Fasertracheiden und der Gefäße
radial gerade. Perforationen der aneinander fol-
genden Gefäßglieder ungefähr in gleicher Höhe
und radial richtet. Spärliche metatracheale Paren-
chymzellen auch hier verstreut vorzufinden.
T. 4. Die Breite der Markstrahlen übertrifft
kaum 3 bis 5 Zellenschichten. Größtenteils nied-
rige, nur 2- bis 3-schichtige Markstrahlen. Die
Tangentialschnitte der Markstrahlen zeigen keine
regelmäßigen Spindelformen, da sie sich an ihrem
einen Ende jäh verjüngen, am anderen Ende hin-
gegen häufig auch in der Höhe von 3 bis 10 Zellen
einschichtig bleiben. Bei den übereinander ge-
lagerten Markstrahlen findet oft eine Verschmel-
zung statt. Höhere Markstrahlen wiederholt von
durchdringenden Fasertracheiden unterbrochen.
Einschichtige Markstrahlen erreichen eine Höhe
von 3 bis 12 Zellen. Tangentialschnitte der Zellen
ziegelförmig, Kanten abgerundet. Die Höhe der
breiteren Markstrahlen — abgesehen von den
verschmolzenen Markstrahlen — mißt 5 bis 20
Zellen. Tangentialschnitte der Zellen Kreise, El-
lipsen oder Vielecke. Kantenzellen aller Mark-
strahlarten kegelartig. Gefäße — besonders die
Fasertracheiden — schlängeln stark zwischen
den dichten Markstrahlen. Die Markstrahlen sind
durch Gefäße oder durch 2 bis 5 Fasertracheiden
breite Streifen voneinander getrennt.
E. Form und Länge der Gefäßglieder sehr
mannigfaltig. Einzelne schräg oder quer abge-
schnitten, somit ganz offen, die Mehrzahl jedoch
länger oder kürzer zugespitzt. Die Perforationen
sind regelmäßige Ellipsen oder haben die Form
181
eines eingedrückten Kreises und befinden sich
von den Spitzen auf verschiedene Entfernung.
Sämtliche Gefäße von einfachen und Hoftüpfeln
bedeckt. Außer denselben sieht man auch ver-
zweigte Spiralverdickungen. Die Anordnung der
Hoftüpfel hängt von ihrer Lage an den Gefäß-
wänden ab. Sie berühren einander i. allg. oft und
bedecken dicht die Tangentialwände. Zuweilen
sieht man auch die Radialwände auf dieselbe
Art betüpfelt. Derart dicht betüpfelte Wände ent-
stehen bei unmittelbarer Berührung zweier Ge-
fäße. Da die Porenstrahlen radial sind, schmiegen
sich auch die Gefäße mit ihren Tangentialwänden
aneinander. In anderen Fällen ordnen sich die
Gefäße in kleineren oder größeren Abständen von-
einander verstreut oder in Reihen an. Ähnliche
tüpfelfreie Wandteile kommen jedoch auch tan-
gential ziemlich häufig vor. Die einfachen Tüpfel
sind klein und bilden an den Gefäßwänden stets
an Berührungsstellen der Gefäße mit Markstrahlen
oder Holzparenchymzellen einzelne Gruppen. Die
ganz einfachen Tüpfel erscheinen jedoch auch an
solchen Stellen verschieden.
Wände der englumigeren Gefäße ebenso dick,
wie die der weitlumigen, sie können jedoch auch
etwas dünner sein. Sie sehen zugespitzten Ge-
fäßen ähnlich. Perforationen einfach, meist ellip-
senförmig. Nicht selten kommen Gefäße mit sogar
drei Perforationen vor : zwei befinden sich dann
an den Enden, die dritte in der Mitte des Gefäßes.
Wände von Hoftüpfeln dichter bedeckt, als die
der weitlumigen Gefäße. Wenn sie einander be-
rühren, so haben sie dasselbe Gefüge wie die
Gefäße mit weiteren Lumina. Spiralverdickungen
auch hier vorhanden, jedoch kaum wahrnehmbar
Auch tracheidenartige Gefäße kommen häufig
vor. Diese sind bloß am einen Ende perforiert,
sonst sehen sie den englumigeren Gefäßen ähnlich
(b).
Die Tracheiden sind an beiden Enden kegel-
artig zugespitzt oder stumpf. Wände mittelstark,
mit Hoftüpfeln dicht bedeckt. Höfe kleiner als
die der Gefäße, Poren schmal, von schräger Lage.
Die Spiralverdickungen können die ganze Länge
der Tracheide entlang verfolgt werden, sogar
im sich verjüngenden Spitzteil. Es kommen aber
auch Formen ohne Spiralverdickungen vor
Wandstärke der Fasertracheiden fast den Lu-
mendurchmessern gleich. Die Hoftüpfel sind klein,
ihre schmalen, schrägen Poren umfassen die Höfe
ganz. Sie ordnen sich annähernd in zur Längs-
achse der Fasertracheiden parallel verlaufende
Reihen, mehr oder weniger voneinander entfernt.
Solche Hoftüpfel können vorwiegend tangential
beobachtet werden. Radialwände an Tüpfeln
ärmer. Poren : breitere Ellipsen oder Linsenfor-
men ; erreichen die Hofgrenzen oft gar nicht
oder kommen denselben bloß nahe. Höfe häufig
verschwommen, ihre Form und Größe also un-
deutlich. Die Fasertracheiden sind Zellen von
Prosenchym-Typ. Beide Enden länglich zuge-
spitzt. Oft auch abweichende Formen, daher die
Enden ziemlich mannigfaltig (e1_3).
Holzparenchymzellen: langgestreckte Ziegel-
formen. Wände dünn. An einfachen Hoftüpfeln
radial arm, tangential reich. Diese sind kreisrund
und verstreut angeordnet. Einzelne Holzparen-
chymzellen berühren einander mit ihren Enden
nicht ; diese Wände sind tüpfelfrei. Endwände
sehr dick
Markstrahlzellen in Form und Struktur bei-
nahe gleich. Sämtliche ziegelförmig, einzelne ra-
dial bedeutend länger, radial wie tangential an
Tüpfeln arm. Tüpfel einfach, sehr klein und kreis-
förmig (g). (A.)
PRUNUS CERASIFERA Ehhh.
Kirschpflaume
Bacarinier, Ciliegio-susine
Tafel 120
Verbreitungsgebiet : Ostbalkan, Vorderasien.
Q. 7, 2. Zerstreutporiges Holz. Gefäße auf-
fallend dicht. Grundmasse — besonders in der
Frühzone — in den Hintergrund ganz gedrängt.
Gefäße des Frühholzes etwas breiter und dichter.
Übergang allmählich, aber auch das Spätholz ent-
hält viele Gefäße. Diese sind vorwiegend ver-
einzelt, es kommen jedoch ziemlich oft auch ra-
diale Zwißingsporen, seltener sogar kurze Poren-
strahlen oder Porengruppen vor: ihre Quer-
schnitte sind Kreise, Ellipsen, eckige oder unregel-
mäßige Formen. Jahrringgrenze verschwommen.
An ihrer Bildung beteiligen sich vorwiegend die
radial flachgedrückten Zellen der Grundmasse.
Stellenweise findet man 5 bis 6 solche Reihen,
anderswo bloß 1 bis 2, manchmal fehlen sie ganz.
Alsdann berühren sich die Gefäße des Frühholzes
182
unmittelbar mit denen des Spätholzes. In den
breiteren Markstrahlen tritt die Jahrringgrenze
kegelartig stark ausgewölbt hervor. Dieser Aus-
wölbung folgt bogenartig die zwischen zwei Mark-
strahlen befindliche Jahrringgrenze.
Breitere Markstrahlen in ziemlich gleichmäßi-
gen Abständen voneinander entfernt, an der Jahr-
ringgrenzc sich etwas ausbreitend. Zwischen ihnen
ein- bis dreireihige Markstrahlen. Diese durch-
schreiten die Jahrringgrenze ohne Veränderung.
Zwischen den breiteren Markstrahlen befinden
sich 3 bis 7 Gefäße.
R. 3. Innere Markstrahlzellen langgestreckt,
ziegel- mitunter rhombenförmig. Ihre Länge über-
trifft etwa zwei- oder dreifach ihre Höhe. Ablauf
der Gefäße und der Fasertracheiden ziemlich ge-
rade. Perforation radial gerichtet, jedoch nicht
immer auf gleicher Höhe. Para- und metatrache-
ale Parenchyme auch hier gut sichtbar.
T. 4. Im Tangentialschnitt fällt die große
Anzahl der Markstrahlen und der Gefäße, sowie
auch die viel geringere Anzahl der Fasertracheiden
und der Holzfasern auf. Ein- und zweischichtige
Markstrahlen erreichen die Höhe von 3 bis 16
Zellen, die breiteren eine Höhe von 20 bis 80
Zellen. Auch höhere kommen vor, diese werden
jedoch durch ± querlaufende Fasertracheiden,
seltener durch Gefäße zerstückelt. Sie sind nicht
immer regelrecht spindelförmig ; einige ver-
jüngen sich stellenweise. An solchen Stellen findet
man bedeutend größere Zellen als sonst. Enden
einfach. Höhe der Kantenzellen wie bei den übri-
gen. Die Markstrahlen bestehen, zuweilen 3 bis 6
Zellen hindurch, bloß aus einschichtigen Zellen.
Querschnitte der Zellen : Kreise, Ellipsen oder
Vielecke ; Wände ziemlich dünn. Infolge der
großen Anzahl der Markstrahlen gestaltet sich
der Ablauf der Gefäße und der Tracheiden wellig.
Auch para- und metatracheale Parenchyme vor-
handen.
E. Länge der Gefäßglieder nicht abwechslungs-
reich, nur einzelne Gefäße kürzer als die übrigen.
Enden umso mannigfaltiger. Einzelne schräg oder
fast quer abgeschnitcen, also ganz offen, mit-
unter nur ganz wenig zugespitzt. Andere haben
spitze Endungen. Die regelmäßigen, elliptischen,
oder von dieser Form etwas abweichenden Perfo-
rationen sind von der Spitze in verschiedener Ent-
fernung angeordnet, meist unter 45° geneigt.
Die Gefäße enthalten außer Hoftüpfeln auch
Spiralverdickungen. Das Verhältnis zwischen die-
sen Gebilden gestaltet sich verschieden. Manche
Gefäße sind an Hoftüpfeln reich ; in solchen
Fällen berühren sie einander. Andere an Hof-
tüpfeln ärmer. Diese enthalten vorwiegend Spiral-
verdickungen. Hoftüpfel zerstreut oder in Längs-
reihen geordnet. Höfe : mittelgroße Kreise oder
kurze Ellipsen. Poren schmale Ellipsen oder Spal-
ten, nehmen die Höfe meistens bloß zum % Teil
ein. Andere umfassen die Höfe ganz, ja sie durch-
schreiten sogar dieselben. Meistens unter 45°
geneigt oder fast querliegend.
An sich mit Holzparenchymen- oder Mark-
strahlzellen berührenden Wandteilen kommen
ziemlich oft großporige, einfache- oder Hoftüpfel
vor. Ihre Form ziemlich mannigfaltig. Am häufig-
sten sind aber querstehende breite Ellipsen oder
Linsen zu sehen. Enden in verschiedenem Maße
zugespitzt. Ihre Anordnung hängt von der Form,
Stelle und Größe der Holzparenchymzellen ab.
Spiralverdickungen zart, wellig, oft verzweigt, fast
oder ganz querstehend. Wanddicke der englumi-
geren Gefäße wie bei den weitlumigen oder etwas
kleiner (a^^).
Auch tracheidenartige Gefäße kommen in ge-
ringer Zahl vor (b).
Die Tracheidenwände sind etwas stärker als die
der Gefäße. Ihre Enden kegelartig oder zugespitzt.
Wände von gehöften und spiralen Verdickungen
bedeckt
Holzfasern in geringer Zahl, dickwandig, an
beiden Enden zugespitzt, mitunter verzweigt.
Spaltartige Verdickungen nur sporadisch zu be-
obachten.
Größe und Wanddicke der Fasertracheiden
entspricht denen der Holzfasern. Zuweilen sind
sie von ganz feinen Spiralverdickungen und von
verstreuten Hoftüpfeln bedeckt. Die Lage der Spal-
ten der letzteren stimmt mit jener der Gefäß-
tüpfel überein fei-3,).
Holzparenchymzellen in eine Reihe oder in zwei
Reihen geordnet. Längliche Ziegelformen, oder an
den Enden schräg abgeschnitten. Wände der sich
mit Markstrahlen berührenden wellig. Dünne
Wände an einfachen Tüpfeln reich. Letztere tan-
gential etwas spärlicher, radial dichter vorhanden.
Endwände am tüpfelreichsten (f).
Form der Markstrahlzellen beim Radialschnitt
bereits behandelt. Wände dünn, verstreut einfach
betüpfelt, besonders tangential. Radial sind die
Tüpfel spärlicher. An den sich mit Gefäßen be-
rührenden Radialwänden findet man ziemlich
dicht größere, mehr ellipsenförmige Tüpfel (g).
(A.)
183
PRUNUS CERASUS L.
Sauerkirsche
Griottier, Cherry, Amarella
Tafel 121
Verbreitungsgebiet: Balkan, Kaukasien, Klein-
asien.
Q. 7, 2. Im Gegensatz zu P. cerasifera über-
wiegen hier die Zellen der Grundmasse. Kein
typisch ringporiges Holz. Die Jahrringg renze
setzt sich durch die an derselben in größerer An-
zahl angeordneten Frühgefäße ziemlich scharf ab.
Von diesen Gefäßen sind jedoch bloß die unmittel-
bar an der Jahrringgrenze befindlichen in tangen-
tiale Reihen geordnet. Bei diesen findet oft eine
gegenseitige Berührung statt. Die übrigen Gefäße
des Frühholzes sind meist verstreut, und gehen
allmählich in das breitere Spätholz über. An der
Jahrringgrenze findet man in 2 bis 6 Reihen ge-
ordnet radial flachgedrückte Holzfasern und Faser-
tracheiden, die aber zuweilen fehlen oder kaum
wahrnehmbar sind. Jahrringgrenze etwas gewellt.
Gefäße des Spätholzes verstreut oder zu radialen
Zwillingsporen vereinigt. Auch drei- bis fünf-
gliedrige Porenstrahlen vorhanden. Querschnitte
unregelmäßige Vielecke, nur seltener Ellipsen
oder Kreise.
Die breiteren Markstrahlen werden an der
Jahrringgrenze etwas dicker, die schmaleren laufen
unverändert weiter. Zuweilen — besonders in der
Nähe der Gefäße — breiten sich die Markstrahlen
innerhalb des Jahrringes aus. Verteilung derselben
ungleichmäßig. Zwischen zwei breiten Mark-
strahlen befindet sich zuweilen bloß ein Gefäß,
andere Male können zwischen zwei breiten auch
3 bis 4 einschichtige vorkommen. Sie sind durch-
schnittlich kurz : die schmaleren verschwinden
bereits innerhalb einer Jahrringbreite, auch die
breiteren durchdringen kaum 2 bis 3 Ringe. Vor
ihren Enden werden sie in ziemlicher Länge ein-
schichtig.
Die Grundmasse besteht aus einer Menge von
Holzparenchymen, Holzfasern und Fasertrachei-
den. Querschnitte unregelmäßige Vielecke.
R. 3. Manche inneren Markstrahlzellen zwei-
oder dreimal länger als breit ; sie sind i. allg.
ziegel- oder trapezförmig. Kantenzellen selten von
aufrechter Form, Quadraten, Trapezen, Trapezoi-
den, oder Dreiecken ähnlich. Die äußeren Wände
wellig. Tangentialwände reich betüpfelt. An den
unteren und oberen, besonders aber an den Radial-
wänden die Tüpfel dicht verstreut. Letztere größer
als die übrigen, gewöhnlich kreisförmig.
Perforationen der Gefäße radial angeordnet.
Gefäßwände spiral verdickt, dazwischen auch Hof-
tüpfel. Es gibt auch rein von Hoftüpfeln bedeckte
Wände.
T. 4. Der Tangentialschnitt unterscheidet sich
leicht von dem der P, cerasifera. Anzahl der Ge-
fäße geringer, auch Markstrahlen schmaler und
niedriger als bei P. cerasifera. Selbst die größten
erreichen nicht die Breite von 5 Zellen, ihre Höhe
schwankt zwischen 10 bis 35 Zellen. Die Ein-
schichtigen haben eine Höhe von 2 bis 14 Zellen.
Im Tangentialschnitt sind die Markstrahlzellen
Kreise oder Ellipsen, die Kantenzellen kegelförmig.
Das eine Ende der Markstrahlen bleibt zuweilen
5 bis 6 Zellen hindurch einschichtig. Es gibt auch
verschmolzene Markstrahlen. Einige werden wie-
der von Holzfasern und von Fasertracheiden zer-
stückelt.
Die Gefäße schlängeln zwischen den Mark-
strahlen. Ihre Wände sind von einander berühren-
den Hoftüpfeln bedeckt. In solchen Fällen bilden
die Hoftüpfel regelmäßige fünf- oder sechseckige
Formen. Manche Wände spiral verdickt ; zwischen
denselben befinden sich verstreute Hoftüpfel, die
regelmäßige Kreise oder Ellipsen darstellen. Para-
und metatracheale Parenchymzellen ziemlich
häufig.
E. Gefäßglieder länglich, Lumina gleichförmig,
ihre Perforationen einfache Ellipsen. Enden kurz
oder länglich zugespitzt. An längeren Spitzen fin-
det man spirale und behöfte Verdickungen. Spiral-
verdickungen etwas stärker als bei P. cerasifera.
Die vereinzelten Hoftüpfel werden größer als die
in Gruppen geordneten. Die Höfe bilden Kreise
oder Ellipsen. Die Spalten umfassen die Höfe zum
% Teil und sind quergestellt. Außer den dicht-
bet üpfelten Wandteilen kommen auch tüpfelfreie
vor (aj-J.
Tracheiden in geringer Zahl, unterscheiden sich
in der Weite kaum von den Holzfasern und Faser-
tracheiden, sind nicht oder nur etwas länger als
die Gefäßglieder und gewöhnlich kegelartig zu-
gespitzt. Wände von Hoftüpfeln dicht bestreut.
Poren derselben von schräger Lage, ohne Spiral-
verdickungen (c1^2)^
Wände der Fasertracheiden dick, ihre Lumina
übertreffen auch so die Wanddicke zwei bis
dreifach. Sie sind an beiden Enden zugespitzt.
Wände von Hof tüpfeln bedeckt. Die Poren der
184
Hoftüpfel von schräger Lage, die Höfe durch-
schreitend (ei-4/
Die Holzfasern gleichen den Fasertracheiden
und unterscheiden sich von denselben bloß durch
ihre einfachen spaltartigen Tüpfel.
Holzparenchymzellen: längere oder auch kür-
zere Ziegelformen, die spärlichen Tüpfel auch
sehr klein. Die sich mit Gefäßen berührenden sind
größer und bedecken dicht die entsprechenden
Wände (ß-J-
Form der Markstrahlzellen und der Tüpfel
wurden bereits beim Radialschnitt behandelt
fe-J- (A.)
PRUNUS DOMESTICA L.
Pflaume
Prunier, Plum, Pruno
Tafel 122
Urheimat vermutlich Kleinasien und Persien.
Meist in gezüchteten Formen bekannt. Häufig
auch verwildert.
Splint schmal, gelblich weiß, Kernholz bräun-
lichrot. Markstrahlen zahlreich, auch mit freiem
Auge wahrnehmbar.
Q. 7, 2. Im Querschnitt der P. spinosa ähn-
lich. Ebenfalls zerstreutporiges Holz. Zwischen den
Markstrahlen von ansehnlicher Dicke sieht man
bloß verstreut ein- oder zweischichtige Mark-
strahlen. Auf 1 mm entfallen etwa 16 bis 18 Mark-
strahlen. Unterscheidet sich insofern von dem
Schlehdorn, daß gegen die Spätzone zu die Lumina
der Gefäße sich gleichmäßig verjüngen, an den
äußersten Teilen der Zone hingegen — wie bei
P. spinosa — ihre Zahl immer mehr abnimmt.
Verhältnis der Durchmesser der Gefäße etwa 2:1.
Gefäße gewöhnlich vereinzelt. Lumina am Beginn
der Frühzone am weitesten. Gefäße selten in
Gruppen geordnet. Die Anzahl der in Porenstrah-
len gereihten Gefäße beträgt in der Mitte des
Jahrringes auch 4 bis 6. Die Grundmasse besteht
aus einer Menge von Fasertracheiden sowie Holz-
fasern. Querschnitte der Gefäße radiale Ellipsen,
oft eckig. Jahrringgrenze fein, aber, hauptsächlich
infolge der Markstrahlen, ungleichmäßig gewellt.
R. 3. Im Radialschnitt haben die Markstrahl-
zellen dieselbe Form, wie bei P. spinosa, doch sind
hier die Zellen der einschichtigen größtenteils
aufrechte Formen, während die inneren Zellen
der mehrschichtigen radial mehr langgestreckt
erscheinen. Die Holzparenchymzellen befinden
sich an den Gefäßen und in der Grundmasse.
Sonst wie bei der vorigen Prunus-Art.
T. 4. Markstrahlen 1- bis 2- und 6- bis 8-
schichtig. Ablauf der Gefäße und Fasertracheiden
inmitten der Markstrahlen wellig. An Holzparen-
chymzellen reicher als P. spinosa. Diese sind i.
d. R. an den Gefäßen, teilweise inmitten der Faser-
tracheiden angeordnet. Zellenwände der Mark-
strahlen etwas dünner als die bei P. spinosa.
Auf 1 mm2 entfallen etwa 10 breitere oder 20 bis
24 schmalere Markstrahlen.
E. Gefäßglieder von verschiedener Länge, je-
doch von ziemlich gleicher Weite. Spiralver-
dickungen und Tüpfel der Wände wie bei der
vorigen Prunus-Art. Radialwände der Gefäße i.
allg. von Hoftüpfeln dicht bedeckt. Ihre Form
mannigfaltig. Die Hoftüpfel sind in einer zur
Längsachse des Gefäßes parallel verlaufenden
Linie oder in zwei Reihen geordnet, manchmal
wieder verstreut. Die Höfe stellen Kreise oder
Ellipsen dar, in beiden Fällen mit länglichen,
spaltartigen Poren. Gefäßglieder abgerundet. Per-
forationen einfach, meist radial gerichtet, an den
gegenüberliegenden Seiten der Gefäßglieder an-
geordnet. Manche Gefäße — zumindest an einem
Ende — länger oder kürzer zugespitzt
Die Tracheiden enden in kurzen, stumpfen
Spitzen. Ihre Wände dicker als die der Gefäße.
Außer den annähernd querlaufenden Spiralver-
dickungen kommen auch Hoftüpfel vor. Die Größe
der letzteren entspricht den Hoftüpfeln der Ge-
fäße ; da sie einander nicht berühren, sind sie
meist regelmäßig kreisrund. Die Tüpfel ordnen
sich meistens in zwei, zur Längsachse der Trachei-
den parallel verlaufenden, Reihen.
Die wenigen Holzfasern befinden sich haupt-
sächlich im Spätholz. Sämtliche lang, an beiden
Enden zugespitzt, dickwandig. Von einfachen
Tüpfeln sporadisch bedeckt.
Die Fasertracheiden haben dieselbe Größe wie
die Holzfasern, sie sind jedoch etwas dünnwandi-
ger und weisen überall sehr feine Spiralverdickun-
gen auf. Ihre großen Hoftüpfel werden von den
Poren fast ganz umfaßt (e^-).
Metatracheale Parenchymzellen von länglicher
Ziegelform, dünnwandig,radial an einfachen kleinen
Tüpfeln reich. Tangential die einfachen, jedoch ähn-
licherweise auch die größeren Tüpfel ± in Reihen
angeordnet. Langgedehnte, meistens ellipsenför-
mige, querstehende große Tüpfel an den para-
trachealen Elementen in eine Linie oder in zwei
Reihen geordnet (fis)-
185
Struktur der Markstrahlzellen wie bei der
vorigen Prunus-Art, doch sind hier die Tüpfel
der sich mit Gefäßen berührenden Formen größer
und mannigfaltiger (g1-2). (A.)
PRUNUS FRUTICOSA Pall.
Zwergkirsche
Tafel 123
Verbreitungsgebiet : Mittel- u. Südosteuropa,
Asien.
Q. 1, 2. Kann mit Bestimmtheit weder als
zerstreutporiges noch als ringporiges Holz be-
zeichnet werden. An den Porenring des Früh-
holzes schließt sich die Spätzone eng an, in welcher
sich ziemlich gleichmäßig verteilt Gefäße befinden,
die nicht oder kaum englumiger sind als die der
Frühzone. Die Frühgefäße unmittelbar an der
Jahrringgrenze in eine Linie oder auch in zwei
Reihen geordnet, vereinzelt, einander nur selten
rührend. Die Querschnitte stellen Kreise oder radi-
ale Ellipsen dar. Die einander berührenden i. allg.
etwas deformiert. Spätgefäße meist vereinzelt,
bloß wenige Porenstrahlen oder Porengruppen
sind zu beobachten. Gewöhnlich verstreut, doch
zuweilen auch in schräge Reihen geordnet. Lu-
mina verjüngen sich allmählich dem äußeren Teil
der Spätzone zu. An Markstrahlen ziemlich reich.
Deren Ablauf — besonders in der Nähe von Ge-
fäßen — etwas wellig. Die Grundmasse besteht
aus einer Menge dickwandiger Fasertracheiden.
Para- und metatracheale Parenchyme spärlich
vorhanden.
R. 3. Radialschnitt dem der übrigen Prunus-
Arten ähnlich. Markstrahlzellen kurze Ziegelfor-
men, Quadrate oder aufrechte Formen. Perfora-
tionen der Gefäßglieder gewöhnlich nicht auf
gleicher Höhe.
T. 4. Markstrahlen 1- bis 3schichtig, ziemlich
regelmäßige Spindelformen. Höhe verschieden,
zwischen 20 und 50 Zellen. Querschnitte der Mark-
strahlzellen elliptisch, häufiger eckig. Die inneren
Zellen der mehrschichtigen gewöhnlich vieleckig,
die äußeren Zellen, sowie die einschichtigen, quad-
ratisch oder ziegelförmig. Kantenzellen gewöhn-
lich etwas höher als die inneren. Ein oder zwei
Zellen der mehrschichtigen sind stärker entwickelt,
in der Regel kreisrund ; in diesem Fall erreichen
sie selbst die Breite von zwei oder drei Markstrah-
len. Ablauf der Gefäße und Fasertracheiden ziem-
lich gleichmäßig.
E. Die Elemente zeigen die Eigentümlich-
keiten der Prunus-Arten. An den Enden der
Gefäßglieder befinden sich einfache, meistens
ellipsenförmige Perforationen. An den einander
gegenseitig berührenden Gefäßwänden kommen
verstreut elliptische oder kreisförmige Hoftüpfel
vor, die dichter angeordnet einander berühren
und eckig werden. Die Poren sind gewöhnlich
schräge Ellipsen, die die Höfe nicht umfassen.
An gegenüberliegenden Seiten angeordnete Poren
können einander fallweise kreuzen. Die sich mit
Holzparenchymen und Markstrahlen berührenden
Wandteile sind ganz dicht von Hoftüpfeln be-
deckt, die kleiner sind als bei der vorigen Art.
Poren dagegen verhältnismäßig bedeutend größer
und von breiterer Linsenform, die Höfe durch-
schreitend oder sie mindestens umfassend. Außer
den Hoftüpfeln sind auch die für Prunus-Arten
kennzeichnenden Spiralverdickungen gut zube-
obachten. Ihre losen und ziemlich feinen Fäden
verlaufen wellig
Tracheiden schmal, stumpf zugespitzt. Wände
mit ähnlichen Tüpfeln, wie die Gefäße, reich
bedeckt (c). Einzelne enthalten dichte Spiral-
verdickungen.
Fasertracheiden ziemlich mannigfaltig. Hof-
tüpfel groß, zuweilen noch größer, als die ver-
einzelten Tüpfel der Gefäße in schräger, oder
öfters in senkrechter Lage. Poren elliptisch, Stäb-
chen-, zuweilen spaltartig, oft von den Höfen
ganz umfaßt, zuweilen sind die Höfe wieder ganz
kurz
Holzparenchym-., sowie Markstrahlzellen von
mittlerer Wandstärke gi-sJ« (J.)
PRUNUS LAUROCERASUS L.
Kirschlorbeer
Laurier-cerise, Laurel, Lauro-regio
Tafel 124
Verbreitungsgebiet : Europa, Kleinasien.
Xylotomische Struktur — besonders das Quer-
schnittsbild — von den übrigen Prunus-Arten
sehr verschieden.
Q. 7, 2. Jahrringgrenze ganz verschwommen,
sogar unter dem Mikroskop nicht leicht zu er-
kennen. Anzahl der verstreuten oder gruppierten
Gefäße im Verhältnis zur Grundmasse sehr gering.
Diese bilden an der Jahrringgrenze, ab und zu
auch im Inneren des Jahrringes, immer wieder
unterbrochene Ringe. Querschnitte der verein-
ig
zelten Gefäße vieleckig, die der miteinander in
Berührung stehenden ebenfalls vier- oder fünf-
eckig oder polygonal, jedoch mehr abgeflacht und
von gleicher Weite. Die engeren kaum weiter als
die Fasertracheiden, daher von diesen nicht leicht
auseinanderzuhaltcn. Auch die weitesten erreichen
kaum den drei- bis vierfachen Durchmesser der
Fasertracheiden. Die Markstrahlen verlaufen in
verschiedenen Abständen, jedoch ziemlich dicht.
Besonders die mehrschichtigen setzen sich durch
ihre breiten, kurzen, oft quadratischen Zellen von
der Grundmasse gut ab, die aus eckigen, u. zw.
oft vier- oder fünfeckigen, in ziemlich ausgeprägte
Reihen geordneten Fasertracheiden, bzw Holz-
fasern besteht. Holzparenchyme ziemlich häufig,
im Querschnitt schwer erkenntlich, da die Wände
so dick sind, wie die der Fasertracheiden, und
infolge ihrer großen Länge, die waagerechten
Wände nur selten auf den Schnitt geraten.
R. 3. Im Radialschnitt stellen die Markstrahl-
zellen Quadrate oder ziemlich hohe aufrechte
Ziegelformen dar. Liegende Ziegelformen selten
und dann ganz kurz. Verhältnismäßig sehr große
Zellen. Die Gefäße im Radialschnitt sehr spärlich.
Einfache Perforationen auf verschiedenen Höhen
und gewöhnlich radial. Inmitten der Fasertrachei-
den kommen häufig dünnwandige, größere, meta-
tracheale Parenchymzellen vor.
T. 4. Im Tangentialschnitt ist der Bau der
heterogenen Markstrahlen deutlich zu sehen. Ab-
wechselnd ein- und mehrschichtige Markstrahlen.
Die Breite der mehrschichtigen beträgt 2 bis 4,
fallweise 5 Zellen. Zumeist dreischichtig. Die
Zellenquerschnitte stellen Kreise, Ellipsen oder
eckige Formen dar. Auch an Größe ziemlich man-
nigfaltig, jedoch meistens groß. Die Höhe erreicht
40 bis 50 Zellen oder auch mehr. Einzelne höhere
Markstrahlen sind zuweilen bloß durch eine oder
zwei Fasertracheiden oder Holzparenchymreihen
getrennt, sie können also kaum als völlig einzeln-
stehend angesehen werden. Kantenzellen, fall-
weise auch die unterhalb derselben befindlichen
Zellen länglich zugespitzt, bzw. gestreckt. Andere
Kantenzellen wieder weichen gar nicht oder kaum
von den inneren ab. Solche Markstrahlen laufen
gewöhnlich plötzlich aus. Zellen der einschichtigen
Markstrahlen längere oder kürzere Ziegelformen ;
die Höhe der letzteren beträgt höchstens 10 bis 12
Zellen. Einschichtige Markstrahlen können als
Enden der mehrschichtigen betrachtet werden.
E. Gefäße ziemlich dünnwandig. Die Perfo-
rationen sind einfach, meist seitwärts gelegen, die
Gefäßglieder enden dann in Schnäbeln. Hoftüpfel
rund oder elliptisch, in Längsreihen geordnet oder
vereinzelt zerstreut, zuweilen einander berührend.
Poren ellipsen- oder linsenförmig, kommen an die
Hofgrenzen ganz nahe heraus, umfassen jedoch
die Höfe gewöhnlich bloß zum % Teile. Es kom-
men aber auch Ausnahmen vor. Auch Spiral-
verdickungen vorhanden, die, denen der übrigen
Prunus-Arten gleich, ziemlich zart und lose sind
("«1-2/
Tracheiden ziemlich englumig und langge-
streckt. Hoftüpfel denen der Gefäße gleich, jedoch
durchschnittlich etwas kleiner. Spiralverdickungen
gleichfalls denen der Gefäße ähnlich (c).
Fasertracheiden und Holzfasern verhältnis-
mäßig ziemlich dünnwandig, da die Lumina sehr
weit sind. Tüpfel sehr mannigfaltig. Die Typen
übergehen ineinander, die beiden Arten von Fasern
kann man also kaum auseinanderhalten. In ein-
zelnen Fasern die großen Höfe und Poren der
Hoftüpfel deutlich zu sehen, während diese in
anderen Fällen verschwommen sind oder ganz
verschwinden. Sie stellen ellipsen- oder linsen-
förmige einfache Tüpfel dar, sollten daher bereits
als Holzfasern qualifiziert werden, deren Identifi-
zierung auch durch das häufige Kreuzen der Poren,
bzw. der einfachen Tüpfeln erschwert wird. In
manchen Fasern können ausnahmsweise auch
Spiralverdickungen vorkommen, was die Gegen-
wart von Fasertracheiden vermuten läßt (dr^
el -4 )
Holzparenchym- und Markstrahlzellen fallen
durch ihre Größe auf. Wände der Holzparenchym-
zellen besonders dünn. Tangentialwände tüpfel-
arm, radiale bedeutend reicher betüpfelt. Tüpfel
gewöhnlich zu 2 oder 6 gruppiert, rund oder el-
liptisch (fi-J.
Wände der Markstrahlzellen dicker als die der
Holzparenchyme, tangentiale und auch waage-
rechte Wände ziemlich reich, radiale bedeutend
ärmer betüpfelt (g). (A.)
PRUNUS MAHALEB L.
Felsenkirsche
Bois de Sainte Lucie, Rock cherry,
Ciliegio canino
Tafel 125
Mittelgroßer Strauch, in Mittel- und Südeuropa
vorwiegend auf kalkigem Boden in sonnigen
187
Lagen verbreitet. In Ungarn die untere Donau
entlang, sowie in der Gegend der Kleinen-Kar-
paten, überhaupt im nordwestlichen Hochland
heimisch.
Splint rötlich, Kernholz lichtbraun.
Q. 7, 2. Im großen ganzen den übrigen Pru-
nns-Arten ähnlich. Hier findet man jedoch die
größeren Gefäße unmittelbar an der Jahrring-
grenze in eine augenfällige radiale Reihe geordnet.
Außerdem sieht man im Spätholz an der Jahrring-
grenze 1 bis 3 Reihen flachgedrückter Faser-
tracheiden und Holzfasern. Gefäße innerhalb des
Jahrringes verstreut oder teils radial, teils in
schräge Streifen angeordnet. Manche Jahrring-
grenzen sind so weit, daß man sie mit freiem Auge
wahrnehmen kann. Stärkere Markstrahlen breiten
sich an der Jahrringgrenze etwas aus. Infolge-
dessen zeigt der Querschnitt gegenüber P. avium
eine gewisse Abweichung und gleicht mehr dem
von P. spinosa und P. domestica. Die Grundmasse
besteht aus einer Menge von Fasertracheiden
und Holzparcnchymen. Die Gefäße enthalten
Thyllen.
R. 3. Für die Markstrahlzellen gilt dasselbe
wie für P. avium. Die Holzparenchymzellen so-
wohl an den Gefäßen wie zwischen den Fasern
gleichartig zerstreut. Einfache Perforationen der
Gefäßglieder auf verschiedener Höhe.
T. 4. Markstrahlen bedeutend breiter und
höher als bei P. avium, erinnern stark an jene von
P. domestica. Mit diesen stimmt sowohl ihre Breite
wie ihre Höhe überein. Infolge der weiteren Lu-
mina der Markstrahlzellen werden jedoch die 4
bis 5 Zellen starken Markstrahlen etwas breiter
als bei P. domestica. Dazwischen verlaufen bloß 3
bis 6 Holzfasern oder Fasertracheiden.
E. Struktur und Verdickung der Tracheen wie
bei den übrigen Prunus-Arten. Die Tracheen der
innersten Reihen des Frühholzes haben aber
breitere Lumina als die übrigen. Tracheiden, Holz-
parenchymzellen und Markstrahlzellen unter-
scheiden sich nicht von denen der bereits behan-
delten Arten. Manche Fasertracheiden enthalten
außer Hoftüpfeln auch Spiralverdickungen, je-
doch in geringerer Anzahl. Es sei erwähnt, daß
sich an den Tangentialwänden der Fasertracheiden
bedeutend weniger Tüpfel befinden als an den
radialen. Dieser Unterschied fällt besonders im
Gegensatz zu P. avium auf, wo die Tangential-
wand reich betüpfelt ist. Beide Wände der meta-
trachealen Parenchyme an Tüpfeln gleichfalls
arm c1_2, e1_3, /j-3, gi-2/ (A.)
PRUNUS PADUS L.
Traubenkirsche
Putit, Bird cherry, Pado
Tabelle 126
Großer Strauch oder Baum. Wegen seiner
reichen Blüte in Ziergärten angepflanzt. In ganz
Europa sowie in Nordasien verbreitet.
Splint gelblichweiß, Kernholz etwas lichter.
Q. 1, 2. Unter den bisher untersuchten Pru-
nus-Arten enthält diese eine verhältnismäßig
größere Anzahl von Gefäßen. Auch Lumina größer
als bei den bisherigen Arten. Gefäße der Früh-
und Spätzone von ungefähr gleichem Durch-
messer. Querschnitte der im Frühholz an der
Jahrringgrenze fest aneinandergeschmiegten Ge-
fäße radiale Ellipsen. Zwei- bis dreifache Poren-
strahlen häufig. Letztere werden durch ein-, oder
seltener zweischichtige Markstrahlen voneinander
getrennt. Jahrringgrenze leicht gewellt. Die An-
zahl der radial flachgedrückten Holzfasern beträgt
3 bis 5. Stärkere Markstrahlen breiten sich an der
Jahrringgrenze etwas aus, viel weiter voneinander
entfernt als bei P. spinosa, P. domestica oder
P. mahaleb. Inmitten derselben kann man zuweilen
15, manchmal bloß 2 bis 3 einschichtige Mark-
strahlen feststellen. Die Grundmasse besteht aus
einer Menge von Holzfasern und paratrachealen
Parenchymen. Auf 1 mm entfallen 15 bis 17
Markstrahlen, darunter bloß 1—2 breitere.
Höhe und Breite der Markstrahlen entsprechen
den Ausmaßen der bereits bekannten Prunus-
Arten. Infolge der dünnen Wände und engen Lu-
mina der Markstrahlzellen erscheinen aber hier
die Markstrahlen in derselben Zellenschicht be-
deutend schmaler. Ein weiterer Unterschied be-
steht darin, daß hier im Verhältnis zu den mehr-
schichtigen bedeutend mehr einschichtige Mark-
strahlen vorkommen als bei den übrigen Prunus-
Arten.
R. 3. Im Radialschnitt ist das feine Gefüge
des Holzes besonders deutlich sichtbar. Ein Teil
der Markstrahlzellen radial kaum länger als hoch,
die Randzellen jedoch gewöhnlich höher als breit.
Holzparenchymzellen in kleiner Anzahl befinden
sich meistens in der Nähe von Gefäßen.
T. 4. Tangentialschnitte der Markstrahlen re-
gelmäßig spindelförmig. Die Zellen stellen läng-
liche Ellipsen und Ziegelformen dar. Unter den
einschichtigen sind lange und schmale Ziegel-
formen ziemlich häufig. Solche mit ganz schmalen
788
Lumina gibt es auch unter den mehrschichtigen
ziemlich häufig.
E. Formen der Gefäße, wie bei den übrigen
Prunus- Art en. Gewisse Abweichungen in den
Spiralverdickungen der Wände, sowie im Gefüge
der Hoftüpfel. Spirallaufende Fäden ziemlich fein,
aber kontinuierlicher als bei den übrigen Prunus-
Arten. Poren der Hoftüpfel der tangentialen,
nicht selten auch der radialen Wände stellen
Kreise oder Ellipsen dar und sind — im Vergleich
mit dem Umfang der Höfe — ziemlich klein.
Spaltporige Tüpfel kommen jedoch auch hier vor
(ai -e) •
Die Tracheiden laufen an beiden Enden kegel-
artig aus. Lumina i. allg. weiter, als die der Fa-
sern, fast den tracheidenartigen Gefäßen gleich.
Wände stark, von Hoftüpfeln bestreut. Letztere
kleiner als die der Gefäße. Poren schräg, ellipsen-
förmig (c^).
Der größte Teil der Grundmasse besteht aus
Fasertracheiden (e^^) und Holzfasern. Wände der
letzteren dünner als bei den übrigen Prunus-Arten,
ihre Lumina ziemlich weit, die Verjüngung dringt
auch in die Endungen vor. Tangentialwände fast
tüpfelfrei, radial hingegen in geringer Anzahl
breitere, ellipsenförmige, einfache Tüpfel zu sehen.
Die gegenteilig angeordneten kreuzen einander oft
unter kleinen Winkeln und sind meistens lang-
gestreckt, jäh oder allmählich zugespitzt, fall-
weise stumpf endend (dj^).
Holzparenchymzellen kürzer oder länger. Die
größeren übertreffen an Länge auch zweifach die
kleineren. Wände dünn, mit einfachen kleinen
Tüpfeln bestreut. Solche Tüpfel sowohl radial wie
tangential zu sehen (f).
Innere Markstrahlzellen radial langgedehnt ;
die übrigen eher höher als länger. Beide Zellen-
arten tangential an Tüpfeln reich, radial, sowie
an den unteren und oberen Wänden bedeutend
spärlicher betüpfelt. Mit Gefäßen benachbarte
Zellenwände stets dicht und mit großen, ein-
fachen Tüpfeln bedeckt (gi-2/ (A.)
PRUNUS PERSICA Bätsch.
Pfirsich
Pecher, Peash, Pesco
Tafel 127
Kleiner Baum. Erreicht nur eine Höhe von
5 bis 6 m. Zahlreiche Abarten als Obstbäume
in allen Zonen gepflanzt, wo auch Trauben reif
werden. Die Urheimat wäre nach der einen An-
sicht in Persien, nach einer anderen in China zu
suchen.
Q. 1, 2. Das Querschnittsbild erinnert auf
Grund der Anordnung der Gefäße an P. armeniaca,
da das Holz als mehr oder weniger ringporig gilt.
Im Frühholz, an der Jahrringgrenze, findet man
große Gefäße in 2 bis 3 Reihen angeordnet. Die
Form dieser : radiale Ellipsen. Ihre Anzahl
nimmt in der Spätzone ab. Lumina verjüngen sich
gleichmäßig, am äußersten Teil der Spätzone wer-
den sie aber so eng, daß sie denen der weitlumi-
geren Fasertracheiden der Frühzone gleichen.
Verhältnis der Gefäßdurchmesser P : p = 5 : 1.
Elemente der Grundmasse im Spätholz an der
Jahrringgrenze radial nicht flachgedrückt. Mark-
strahlen dicht. Die dickeren breiten sich an der
Jahrringgrenze nur kaum bemerkbar aus und sind
verhältnismäßig dick, was jedoch nicht der An-
zahl der Schichten, sondern dem ansehnlichen
Durchmesser der Zellen zuzuschreiben ist. Ein-
schichtige Markstrahlen folgen gewöhnlich in Ab-
ständen von je einem Gefäßdurchmesser aufein-
ander. Auf je 1 mm entfallen 18 bis 20 Markstrah-
len. Die Grundmasse besteht i. allg. aus einer
Menge von Holzfasern, Fasertracheiden und Holz-
parenchymen.
R. 3. Radialschnitt dem der anderen Prunus-
Arten gleich.
T. 4. Markstrahlen verschieden hoch, kaum 3
bis 4 Schichten breit. Zahl, Anordnung, sowie die
Proportionen der dazwischen befindlichen Ele-
mente wie bei den übrigen Prunus-Arten. Auf
1 mm2 entfallen 28—32 große oder 45—50 kleinere
Markstrahlen.
E. Unter den Gefäßgliedern finden sich auch
solche mit weiteren Lumina. Spiralverdickungen,
sowie Struktur der übrigen Elemente wie bei den
vorigen Arten föi-e, ^i-2, 61-3, /1-6, £1-2/ CM
PRUNUS SPINOSA L.
Schlehdorn
Prunellier, Sloe Pruno
Tafel 128
In Europa — die nördlichen Regionen aus-
genommen — überall heimisch, auch in Nord-
afrika gewöhnlich.
Splint rötlich, Kernholz braunrot.
Q. 7,2. Zerstreutporiges Holz. Gefäße zu Be-
ginn der Frühzone, unmittelbar, an der Jahrring-
grenze, etwas dichter und auch etwas weitlumiger
als in den Jahrringen. Von den bisher behandelten
189
Hölzern abweichend, im an der Jahrringgrenze
gelegenen Teil des Spätholzes zwar auch ziemlich
viele Gefäße vorhanden, diese jedoch bedeutend
englumiger. Die Jahrringgrenze ist kaum erkennt-
lich. Zahl der radial flachgedrückten Fasertra-
cheiden an dieser Stelle sehr verschieden. Die
Grundmassc besteht aus einer Menge von Faser-
tracheiden von ungefähr gleichem Durchmesser,
außerdem kommt auch Holzparenchym spärlich
vor. Dickere Markstrahlen ziemlich dicht ; auf
1 mm entfallen etwa 8 bis 10. Abgesehen von den
dazwischen verlaufenden, wenigen, ein- bis zwei-
schichtigen Strahlen, sind alle ziemlich stark, und
breiten sich an der Jahrringgrenze aus. Richtung
des Laufes der Markstrahlen verschieden. Manche
erleiden an der Jahrringgrenze eine gewisse
Brechung und laufen — von ihrer Richtung
etwas abgebogen — gegen die folgende Jahring-
grenze zu, hier werden sie wieder unter einem
gewissen Winkel abgelenkt, jedoch gewöhnlich
gegen die andere Seite zu, d. h. sie verlaufen
letzten Endes abwechselnd in einer Zickzacklinie.
Gefäße vereinzelt oder in Gruppen geordnet
zuweilen zu zweien, zu dreien oder zu vieren
Porenstrahlen bildend ; nicht selten kommen
aber auch tangential aneinandergereihte Gefäß-
gruppen zu 2 bis 3 vor. Letztere, im Gegensatz
zu den vereinzelten und zu den Porenstrahlen
bildenden, eher flachgedrückt.
R. 3. Innere Markstrahlzellen radial lang-
gedehnt, von gleicher Größe. Kantenzellen, und
auch die mit denselben benachbarten Zellen,
ferner die Zellen der einschichtigen Markstrah-
len radial kürzer, oft rhombenförmig. Einfache
Perforationen der Gefäßglieder gut bemerkbar.
Tüpfel der mit den Gefäßen benachbarten Mark-
strahlen groß.
T. 4, Höhe und Breite der Markstrahlen ver-
schieden. Außer den ein- oder zweischichtigen
und 2 bis 20 Zellen hohen Markstrahlen kommen
bedeutend häufiger auch solche vor, deren Breite
4 bis 6 Zellenschichten, die Höhe 16 bis 70 Zellen
erreicht. Ein Teil derselben schließt mit ziemlich
hohen Kantenzellen ab. Tangentialschnitte der
Zellen deformierte Kreise oder Ellipsen. Zuweilen
findet man im Inneren der Markstrahlen große,
meistens ellipsenförmige Zellen, deren Maß mit
der dem Kantenzellen übereinstimmt. Infolge der
dichten und großbemessenen Markstrahlen er-
scheint der Ablauf der Fasertracheiden und der
Gefäße etwas gewellt. Der Durchmesser der großen
Gefäße entspricht annähernd der Breite der
vierschichtigen Markstrahlen. Scheidewände der
Gefäße etwa unter 45° geneigt, häufig Thyllen
enthaltend. Holzparenchymzellen finden sich
hauptsächlich nur in der Nähe der Gefäße, aber
verstreut auch in der Grundmasse.
E. Gefäßglieder dünn und abgerundet oder
zugespitzt endend ihre Wände dünn. Dasselbe
Gefäßglied erscheint an dem einen Ende zugespitzt,
an dem anderen abgerundet. Die Wände enthalten
Hoftüpfel und Spiralverdickungen. Erstere meist
Kreise oder Ellipsen. Poren schmal, spaltartig,
die Höfe fast ganz umfassend. Ihre Anordnung sehr
verschieden. Sie sind an den Tangentialwänden
mancher Gefäße so dicht, daß sie einander berühren
und infolgedessen eckig werden. Viel zahlreicher
sind solche Gefäße zu sehen, deren Hoftüpfel
verstreut in beträchtlichen Abständen voneinander
vorkommen und an Größe bzw. Gefüge denen
der bereits behandelten Arten ähnlich sind.
Radialwände an Hoftüpfeln besonders arm. Die
Poren liegen zumeist ganz oder beinahe quer.
Außer den Hoftüpfeln sieht man auch feine, lose
und verzweigte Spiralvedickungen, die höchst
selten parallel verlaufen und an Gefäßen, die
viele Hoftüpfel aufweisen, kleiner bemessen sind.
Ihre Fäden in einzelnen Gefäßen etwas geordneter
und stärker. Perforationen einfach, meistens ellip-
tisch (ar_b).
Wände der Tracheiden etwas stärker als die
der Gefäße, aber in ähnlicher Weise spiral verdickt
und von Hoftüpfeln bedeckt ; diese sind hier
etwas kleiner als die der Gefäße. Die Tracheiden
laufen an dem einen Ende spitzer, am anderen
Ende stumpfer, nicht selten abgerundet aus
Fasertracheiden. Ihre Form und Endungen
ziemlich mennigfaltig. Wände von Hoftüpfeln
spärlich bedeckt. Die Höfe stellen Kreise oder
kurze Ellipsen dar. Die Poren umfassen die Höfe
gewöhnlich nicht ganz und befinden sich i. allg.
in schräger oder senkrechter Lage. Außer Hof-
tüpfeln kommen auch Spiralverdickungen häufig
vor. Diese erscheinen aber hier feiner und dichter
als in den Gefäßen, und verlaufen annähernd
waagerecht
Metatracheale Parenchymzellen gleichen lang-
gedehnten Ziegelformen. An der Tangentialwänden
sieht man nur einige Tüpfel. Die gegenüber-
liegenden Wände der paratrachealen verlaufen
nicht parallel, sondern kommen einander näher
oder entfernen sich ; demzufolge verändert sieh
auch das Maß der Lumina. Die Tangentialwände
190
sind an Tüpfeln reicher. An den Radialwänden
sind die Tüpfel infolge der Berührung mit den
Gefäßen größer
Markstrahlzellen kürzer oder auch länger.
Radialwände an Tüpfeln arm, obere und untere
Wände etwas reicher bestreut. Tüpfel an den
Tangentialwänden dicht vorhanden. Radialwände
der sich mit Gefäßen berührenden Zellen — von
den vorigen Arten abweichend — von einfachen,
aber größeren Tüpfeln ziemlich dicht bedeckt
(A.)
PRUNUS TENEELA Bätsch.
Zwergmandel
Amandier nain
Tafel 129
Verbreitungsgebiet : Südeuropa, Südungarn,
Südasien.
Q. 1, 2. Ringporiges Holz. Gefäße des Früh-
holzes an der Jahringgrenze in eine Linie, in
zwei Reihen, oder in Gruppen geordnet, meistens
vereinzelt, seltener sich mit Radialwänden be-
rührend. Gefäße des Spätholzes zerstreut und
vereinzelt. Dadurch kann diese Art von P. cerasus
unterschieden werden, da dort häufig Zwillings-
poren zu finden sind. Querschnitte meist Kreise,
mitunter Ellipsen. Durchmesser — besonders
im Spätholz — klein.
Die Grundmasse besteht aus einer Menge sehr
dickwandiger und englumiger Holzfasern, bzw.
Fasertracheiden. Die Zellen der Früh- und Spät-
zone unterscheiden sich kaum, und sind an der
Jahrringgrenze radial nicht flachgedrückt, über-
gehen also unmittelbar ins Frühholz. Die Jahrring-
grenze wird bloß durch den Porenring des Früh-
holzes angedeutet. Para- und metatracheale Paren-
chyme spärlich vorhanden.
R. 3. Unter den Markstrahlen befinden sich
keine radial stark langgestreckten. Ihre Länge
übertrifft kaum einfach, mitunter zweifach ihre
Breite. Meistens quadratisch. Unter den Kanten-
zellen, sowie im Inneren der Markstrahlen kommen
häufig aufrechte Formen vor.
T. 4. Breite der Markstrahlen 1 bis 3, ausnahms-
weise 4 Zellen. Höhe der zwei—vierschichtigen
Markstrahlen schwankt ausnahmsweise sogar 50
Zellen. Einschichtige Markstrahlen ziemlich zahl-
reich vorhanden. Ihre Höhe beträgt 1 bis 10, bzw.
14 Zellen.
Breitere Markstrahlen am einen Ende, gewöhn-
lich 8 bis 10 Zellen hindurch einschichtig. Quer-
schnitte der inneren Zellen stellen nur selten
Kreise, häufiger Ellipsen dar. Die Zellenquer-
schnitte der einschichtigen Markstrahlen sind
meistens lange Ziegelformen, sie erscheinen also
oft als Parenchymreihen.
Gefäße und Fasern i. allg. von gleichmäßigem
Ablauf, Gefäßwände spiral oder behöft verdickt.
E. Perforationen der Gefäßglieder radial richtet,
ellipsenförmig. Enden der weiteren Gefäßglieder
einfach, die engeren enden in längeren oder kürze-
ren Spitzen. Manche Gefäße zerstreut oder grup-
piert, fallweise in längliche Reihen geordnet. Höfe
— im Verhältnis zu jenen der übrigen Gefäße —
klein und kreisrund. Die Poren umfassen die Höfe
mitunter, meistens kommen sie jedoch bloß nahe
an dieselben heran. Sie sind quer- oder schräg-
gestellt. Gefäßwände — im Vergleich zu den
Fasern — dünn
Tracheiden in kleiner Anzahl, gar nicht, oder
kaum weiter als die Fasern, mit zugespitzten
oder stumpfen Enden und dünnen Wänden, an
Hoftüpfeln reich ; dieselben in 1 bis 2 Reihen
geordnet. Am einen Ende, mitunter in der Mitte,
oval perforiert ; daher gefäßartige Tracheiden
Wände der Holzfasern und der Fasertracheiden
sehr dick. Lumina derselben — besonders beim
Sommerholz — fast verschwindend. Die Holz-
fasern sind an beiden Enden zugespitzt. Hoftüpfel
der Fasertracheiden breit, die Spalten erreichen
die Höfe oder durchschreiten dieselben. Einfache
Spalten der Holzfasern schräggestellt, nicht
größer als die Poren der Hoftüpfel. Ihre Anzahl —
im Verhältnis zu den Fasertracheiden — gering.
Die Auseinanderhaltung der beiden ist nicht
leicht
Holzparenchymzellen: langgestreckte Ziegelfor-
men, mitunter am einen Ende zugespitzt, dünn-
wandig, einfache Tüpfel spärlich vorhanden (f).
Wände der Markstrahlzellen dünn. Tüpfel
wie bei P. cerasus (J-)
Gattung 58. Pyracantha
PYRACANTHA COCCINEA Roem.
Feuerdorn
Buisson ardent, Agazzino
Tafel 130
Verbreitungsgebiet : Von Italien bis Westasien.
1 bis 2 m hoher Strauch.
191
Q. 7, 2. Jahringgrenze stark verschwommen,
fast unkenntlich. Die Gefäße sind vereinzelt
und im ganzen Felde gleichmäßig verteilt, Kreise
oder Ellipsen, oder gemäßigt eckig. Die Grund-
masse besteht aus einer Menge Fasertracheiden.
Es kommen häufig auch metatracheale Parenchym-
zellen vor, welche sich durch ihre dünne Wände
von den Fasertracheiden scharf absetzen. Gewöhn-
lich liegen sie vereinzelt, in der Grundmasse
einander nur selten berührend. Zuweilen stehen
sie dicht an den Gefäßen. Diese sind jedoch keine
wirklichen Paratracheale, da sie keine zusammen-
hängenden Schichten bilden; auch ihre Anzahl ist
unbedeutend. Die Markstrahlen sind meistens ein-
schichtig, und heben sich durch ihre dünnwandige
Zellen von der Grundmasse gut ab. Sie sind
enggestellt, der Abstand zwischen ihnen beträgt nur
einen Gefäßdurchmesser. Ihr Ablauf gleichmäßig.
R. 3. Die radiale Form der Markstrahlzellen folgt
aus diesen Voraussetzungen. Die inneren sind
meistens Quadrate oder von längerer oder kürzerer
liegenden Ziegelform. Die Kantenzellen und fall-
weise auch die benachbarten Zellen weisen dagegen
höhere, aufrechte Ziegelformen auf. Die sich
mit Gefäßen berührenden Radialwände enthalten
ziemlich zahlreiche, kreis-, ellipsen oder linsen-
förmige einfache Tüpfel. Die Radialwände sind
sonst an Tüpfeln bedeutend ärmer.
Die Holzparenchymzellen bilden gewöhnlich
vereinzelte Reihen. Radialwände an Tüpfeln reich.
Die sich mit Fasertracheiden berührenden sind
spärlicher betüpfelt ; in solchen Fällen richtet
sich Anordnung und Größe der Tüpfel 4z nach
denjenigen der Fasertracheiden.
T. 4. Einschichtige Markstrahlen enggestellt.
Die längeren 1—2 Zellen hindurch, gegebenenfalls
auch an mehreren Stellen zweischichtig und
haben eine mehr oder weniger heterogene Struktur.
Die inneren Zellen stellen Kreise, häufiger aber
längere oder kürzere Ellipsen dar. Die Kanten-
zellen, sowie die anschließenden Nachbarzellen
sind ziemlich langgestreckt, ziegelförmig. Solche
Zellen sind auch im Inneren der Markstrahlen zu
beobachten, woraus auch auf eine stattgefundene
Verschmelzung gefolgert werden kann. In einzelnen
Markstrahlen sind dagegen keine langgestreckten
Kantenzellen vorhanden. Die Tangentialwände der
Zellen an Tüpfeln ziemlich reich.
Im Tangentialschnitt sind auch zahlreiche
Holzparenchymzellen zu sehen. Diese bilden ver-
einzelte oder einander berührende längere oder
kürzere Reihen. Einzelne Zellen sind vor läng-
licher Ziegelform. Ihre Tangentialwände erscheinen
ganz glatt oder nur sehr spärlich betüpfelt. Hier-
durch unterscheiden sie sich von den Markstrahl-
zellen auch dann deutlich, wenn sie die gleiche
Form besitzen. Im Tangentialschnitt sind nur we-
nige Gefäße zu sehen. Infolge der größeren Anzahl
der Markstrahlen und Holzparenchymreihen scha-
ren sich die Fasertracheiden in keine größere
zusammenhängende Zonen.
E. Gefäße dünnwandig. Die Perforationen
geraten ans äußerste Ende der Gefäßglieder und
neigen sich etwas der radialen Seite zu. In anderen
Fällen finden wir sie ganz an der radialen Seite,
dann sind aber auch die Gefäßglieder kürzer oder
länger zugespitzt. Die Perforationen sind kreis-
oder ellipsenförmig. Ausnahmsweise kommen auch
leiterartige Perforationen mit einigen Sprossen vor.
Die Wände enthalten Hoftüpfel, ziemlich oft
auch tüpfelfreie Flächen. Einzelne Hoftüpfel for-
men ziemlich große Kreise oder Ellipsen. Ihre Stäb-
chen- oder spaltartigen Poren durchqueren die
Höfe gewöhnlich nicht, weisen jedoch eine sehr
große Mannigfaltigkeit auf. Es kommen auch
überquerende, spaltartige Poren vor. An manchen,
miteinander in Berührung stehenden Gefäßwänden
sind größere durchbruchartige Wandauflösungen
zu beobachten. Außer den großen findet man auch
zahlreiche kleinere fensterartige Perforationen,
bzw. einfache Tüpfel. Einzelne Gefäße enthalten
neben Hoftüpfeln auch schraubenförmige Ver-
dickungen in ziemlich gleichmäßigen, doch häufig
unterbrochenen Abständen voneinander
Tracheiden in kleiner Zahl, schmalere, faser-
artige, schwach zugespitzte oder stumpf endende
Formen. Ihre Wände — denen der Gefäße gleich —
dünn und an Hoftüpfeln ziemlich reich, durch
diese beiden Eigenschaften von den dickwandigen
und an Hoftüpfeln ärmeren Fasertracheiden
ziemlich leicht zu unterscheiden. Ihre Hoftüpfel
gleichen denen der Gefäße (c.)
Die Fasertracheiden stellen längere oder kürzere,
schwach zugespitzte Formen dar. Auch an der
tangentialen Seite finden wir ziemlich viele Hof-
tüpfel. Die Grenze dieser werden von den ebenfalls
schrägen, verschieden breiten, linsen- oder spalt -
förmigen Poren ganz umfaßt, fallweise durch-
schritten oder nur nahezu erreicht
Die Markstrahlzellen (gi-i) haben etwas
dickere Wände als die Holzparenchymzellen (f).
Die Art ihrer Betüpfelung wurde bereits bei der
Beschreibung der einzelnen Schnitte ausführlich
behandelt. (A.)
192
Gattung 59. Rosa
ROSA CANINA L.
Hundsrose
Rose de haies, Dog rose, Rosa canina
Tafel 131
Verbreitungsgebiet : Europa.
Splint schmal, schmutzig rötlichweiß, Kern-
holz braun.
Q. 1, 2. Ringporiges Holz. Von den Crataegus-
und Sorbus-Arten setzt sich diese Art nicht bloß
durch die Porenringe, sondern auch durch die
breiten Markstrahlen gut ab. Gefäße mit weitesten
Lumina unmittelbar an der Jahrringgrenze tan-
gential eng aneinander gereiht, radial bald in
eine Linie, bald wieder in zwei Reihen geordnet.
Längsachse der elliptischen Lumina radial gerichtet.
Infolge der engen Aneinanderreihung erscheinen
diese oft tangential ziemlich flachgedrückt. Abge-
sehen von der schmalen Frühzone, kommen auch
in der breiteren Spätzone englumigere Gefäße in
verschiedener Größe, aber ziemlich gleichmäßig
verteilt, vor. Diese verjüngen sich an den äußersten
Teilen der Spätzone zu ganz kleinen Gefäßen, und
verkleinern sich oft zu 1/15 des Durchmessers der
Frühgefäße. Die Grundmasse besteht aus einer
Menge von Fasertracheiden, Holzfasern, meta-
trachealen und paratrachealen Parenchymen. Die
auffallende Breite der Markstrahlen wird nicht
allein durch die Anzahl der Zellenreihen, sondern
auch durch die verhältnismäßig kurzen und
breiten Markstrahlzellen hervorgerufen.
R. 3. Im Radialschnitt fällt die Mannigfaltig-
keit der heterogenen Markstrahlen sofort ins Auge.
Auch die in der Nähe der Gefäße befindlichen
paratrachealen Parenchymzellen sind sehr mannig-
faltig. In der Grundmasse sieht man metatracheale
Elemente in geringer Anzahl.
T. 4. Der Tangentialschnitt erinnert — wenn
wir von den Gefäßen absehen und bloß die breiten
Markstrahlen in Betracht ziehen — einigermaßen
an die Quercus-Arten. Außer den ein- und zwei-
schichtigen Markstrahlen von sehr verschiedener
Höhe kommen auch Strahlen vor, deren Breite
bis 10 Zellenschichten beträgt. Diese werden oft
Fasertracheiden, seltener von Gefäßen durch-
quert und sozusagen zerstückelt. Die Tangential-
schnitte der Markstrahlzellen stellen Kreise oder
Ellipsen, oft unregelmäßige Vielecke dar. Sämt-
liche ziemlich dünnwandig. Ablauf der Gefäße
und der Fasertracheiden, sowie der Holzfasern —
abgesehen von denjenigen, die durch die Mark-
strahlen dringen — gleichmäßig.
E. Gefäßglieder ziemlich weitlumig, manchmal
zwei- bis dreimal länger als weit. Wände ziemlich
stark, an Hoftüpfeln reich. Verteilung der Hof-
tüpfel ungleichmäßig. Neben ganz glatten Wand-
flächen findet man auch solche, wo die Hoftüpfel
einander fast berühren.
Größe, Form und Struktur der Hoftüpfel sehr
mannigfaltig. Form der Höfe i. allg. Kreis oder
Ellipse, der einander berührenden auch eckig.
Poren gewöhnlich schmale Ellipsen- oder spalt-
förmig. Wo Gefäße sich mit Holzparenchymen
oder mit Markstrahlen berühren, sieht man ziem-
lich häufig durchschreitende Tüpfel. Diese sind
in weitlumigen Frühgefäßen besonders groß. Poren
gewöhnlich groß und breit, überschreiten oft
die Höfe, mitunter erreichen sie nur die Grenze
des Hofes. In weitlumigeren Gefäßen können
zuweilen Spiralverdickungen beobachtet werden.
Perforationen der Gefäße einfach. Ihre Größe
wird durch den Durchmesser der Gefäßlumina
bestimmt.
Auch englumigere Gefäßglieder sind häufig,
alle kurz zugespitzt. Perforationen einfach, Kreise
oder häufiger Ellipsen, unmittelbar an den Enden
der Gefäße angeordnet. Die Gefäße sind an Hof-
tüpfeln reich ; diese gleichen den Tüpfeln der
weitlumigen Gefäße (a).
Zuweilen kommen auch Tracheiden (cY_2) un(^
tracheidenartige Gefäße vor ^1-2/
Holzfasern kurz oder mittelmäßig lang. Wände
dünn, einfach betüpfelt.
Fasertracheiden in bedeutend größerer Zahl,
etwas länger als die Holzfasern, und auch die
Wände stärker. Weder diese, noch die übrigen
weisen mannigfaltige Endungen auf. Die Faser-
tracheiden sind in ihrer ganzen Länge spo-
radisch von Hoftüpfeln bedeckt, tragen aber
auch zarte, quer verlaufende Fäden, die für
Spiralverdickungen gelten können. Poren spalt-
artig, in schräger Lage umfassen die Höfe
nicht ; es gibt aber auch solche Poren, die die
Höfe sogar durchschreiten
Holzparenchymzellen Jz langgedehnt, ziegel-
förmig. Wände dünn, von einfachen, sehr kleinen
Tüpfeln bedeckt. Wandteile, die mit anderen
Parenchymzellen benachbart sind, werden oft
stärker als diejenigen, die sich mit anderen Ele-
menten berühren. An den Gefäßen gelegene
paratracheale Parenchyme von sehr mannigfaltiger
Form (f).
13 Greg uss
793
Markstrahlzellen fast ausnahmslos auffallend
kurz, kaum länger als breit. Aufrechte Formen —
gewöhnlich Kantenzellen — gleichen vollkommen
den liegenden. Wände beider Typen stark und
ungleichmäßig von einfachen Tüpfeln bedeckt
tei-s). (A.)
Gattung 60. Rubus
RUBUS IDAEUS L.
Brombeere
Framboiser, Raspberry
Tafel 132
Verbreitungsgebiet : Europa, Nordasien.
Q, 7, 2. Zerstreutporiges Holz. Gefäße im
ganzen Jahrring ziemlich gleichmäßig und spärlich
zerstreut, bloß an der Jahrringgrenze der Früh-
zone etwas dichter. Zwischen den weitlumigeren
Gefäßen kommen auch solche mit engeren Lumina
ziemlich häufig vor. Poren vereinzelt, in Zwillings-
poren oder in Porengruppen von mehreren
Gliedern angeordnet. Der Form nach nur aus-
nahmsweise kreisrund, häufiger radialgestreckte
Ellipsen, meistens jedoch regelmäßige oder un-
regelmäßige Vielecke. Markstrahlen oft 5 bis 8
Zellenschichten breit, in Abständen von 4 bis
8 Gefäßdurchmessern ziemlich regelmäßig ver-
laufend. An der Jahrringgrenze breiten sich die
Markstrahlen ziemlich ausgeprägt aus. Zwischen
den breiteren Markstrahlen findet man auch ein-
schichtige in veränderlicher Anzahl. Die Grund-
masse besteht aus einer Menge von Fasertrachei-
den und auch von Holzfasern in geringer Anzahl.
In der Größe und Wandstärke des Früh- und
Spätholzes kommen kaum Abweichungen vor.
Holzparenchymzellen in der Grundmasse zer-
streut, um die Gefäße ziemlich häufig.
R. 3. Im Radialschnitt erscheinen die Mark-
strahlzellen als aufrechte Ziegelformen oder
Quadrate. Liegende Ziegelformen können bloß
spärlich und nur um die Mitte der heterogenen
Markstrahlen beobachtet werden. Außer Gefäßen
kommen auch ziemlich viele paratracheale Paren-
chymzellen vor. Form und Größe derselben sehr
mannigfaltig. Metatracheale Parenchymzellen Jz
langgestreckt, vereinzelt oder aneinander gereiht.
T. 4. Tangentialschnitte der breiteren Mark-
strahlen ziemlich unregelmäßig geformt, sich
wiederholt ausbreitend oder verschmälernd. Die-
selben werden selbst an den schmalen Stellen nie
einschichtig. Ab und zu enden sie plötzlich oder
setzen sich mehrere Zellen hindurch als ein-
schichtige fort. Ihre Höhe schwankt zwischen 20
bis 25 und 100 Zellen. Ihre Form, hauptsächlich
aber die Größe der Zellen, sehr mannigfaltig :
gewöhnlich längere oder kürzere Ellipsen, oder
unregelmäßige eckige Formen, entweder ganz
klein oder von ansehnlicher Größe. Erstere mehr
im Inneren der Markstrahlen, letztere an den
Rändern. Dies kann aber nicht als allgemein
vorherrschende Erscheinung betrachtet werden.
Die schmalen ein- oder zweischichtigen Mark-
strahlen bleiben bedeutend niedriger ; ihre Höhe
beträgt oft nur eine Zelle, erreicht aber auch 15
bis 20 Zellen. Die Zellen sind einheitlicher, von
Ellipsen-, Linsen- oder Ziegelform und ver-
schiedener Größe. An einzelne Markstrahlen
geschmiegt, oder als Teile derselben kommen
auch langgestreckte holzparenchymartige Zellen
vor. Diese spitzen sich an den Enden oft zu und
erscheinen in solchen Fällen als Ersatzfasern.
Ab und zu können sie auch als Übergänge zu den
Holzfasern betrachtet werden, von denen sie
sich jedoch durch ihre kreis- oder ellipsenförmigen
Tüpfel einigermaßen unterscheiden. Ablauf der
Fasern stellenweise ziemlich verworren, anderswo
gleichmäßiger.
E. Gefäße. Perforationen einfach, jene der
weiten Gefäßglieder waagerecht oder etwas schräg,
die der engeren etwas an die Seite gerückt. Letztere
manchmal sich ausbuchtend. An den Wänden
der Gefäße, besonders an ihren Berührungsstellen
findet man ziemlich häufig Hoftüpfel, in Längs-
reihen geordnet oder verstreut. Ihre Form und
Größe ist sehr mannigfaltig. Die kreis- oder ellipsen-
förmigen Poren umfassen die Höfe meistens ganz
oder kommen an deren Grenzen nahe heran ;
mitunter erreichen sie diese bloß zum % Teil.
Es gibt aber auch Poren, die die Höfe überschreiten.
Manchmal haben sie breitere Linsenformen. In sol-
chen Fällen bleiben von den Höfen beiderseits
bloß ziemlich schmale Streifen
Fasertracheiden an Form, Ende, Betüpfelung
äußerst mannigfaltig. Die Enden zeigen ziemlich
mannigfaltige stumpfe oder spitze Formen. Höfe
der Hoftüpfel Kreise oder Ellipsen, an Größe sehr
verschieden. Unter den ganz beträchtlichen kom-
men auch winzige vor. Poren spalt- oder linsenartig,
schräg oder senkrecht. An Berührungsstellen
mit Markstrahlen sind die Tüpfel stets kleiner
als anderswo,
194
Holzfasern von geringer Zahl. Ihre Wände
i. allg. dünner als die der Fasertracheiden. Sie
gleichen einigermaßen den Fasertracheiden, sowie
auch den Holzparenchym-, bzw. »Ersatzfaser«-
förmigen Zellen. Die einfachen Tüpfel sind kreis-,
ellipsen-, linsen- oder auch spaltförmig.
Holzparenchym- und Markstrahlzellen ziemlich
dünnwandig. Wände, die sich mit Gefäßen nicht
berühren, spärlich betüpfelt. Wände, die sich mit
Gefäßen berühren, an größeren kreis- oder ellipsen-
förmigen Tüpfeln sehr reich g)- (J-)
Gattung 61. Sibiraea
SIBIRAEA CROATICA Deg.
Blauspiere
Tafel 133
Verbreitungsgebiet : Herzegowina.
Q. I, 2. Kann mit Bestimmtheit weder als
ringporiges, noch als zerstreutporiges Holz be-
zeichnet werden. In den breiteren Jahrringen eine
an Gefäßen reiche Frühzone und eine an Gefäßen
arme Spätzone ziemlich leicht zu unterschieden,
aber in den allerschmalsten sieht man keine so
deutliche Abgrenzung mehr ; diese sind ganz
von größeren Frühgefäßen ausgefüllt. Im Frühholz
kommen neben den breiten auch englumigere
Gefäße vor, diese entstehen jedoch mehr im
Spätholz. Poren gewöhnlich vereinzelt, seltener
mit Zwillingsporen, kreis- oder ellipsenförmig,
seltener kantig. Die breiteren, ein- bis zweischich-
tigen Markstrahlen folgen — wie bei Rubus idaeus
— ziemlich gleichmäßig, in Abständen von 2
bis 4 Gefäßbreiten aufeinander. Infolgedessen
ergibt sich ein ähnliches Querschnittsbild wie bei
Rubus. Die Markstrahlen schwellen an den Jahr-
ringgrenzen bloß unbedeutend an ; sämtliche
Zellen sind kurz. Unter denselben einige ein- oder
zweischichtige. Die Grundmasse besteht aus einer
Menge Fasertracheiden. Früh- und Spätholz-
fasertracheiden lassen sich kaum unterscheiden,
daher fällt die Jahrringgrenze — besonders in den
schmaleren Ringen — wenig auf. Para- und meta-
tracheale Holzparenchyme findet man spärlich.
R. 3. Radialschnitte der Markstrahlzellen zei-
gen aufrechte Ziegelformen oder Quadrate, seltener
liegende Ziegelformen. Kantenzellen stets höher
als die Markstrahlen, Gefäße u. Fasertracheiden
gleichmäßig.
T. 4. Die Höhe der breitesten Markstrahlen
erreicht 150 bis 200 Zellen. Die Einschichtigen
schwanken zwischen 1 oder 2 und 10 bis 20 Zellen.
Tangentialschnitte der Zellen längere oder kürzere
Ellipsen, Rechtecke oder unregelmäßige Formen.
Verlauf der Markstrahlen, der Gefäße und der
Fasertracheiden gleichmäßig.
E. Die Gefäßglieder zeigen weder der Breite
noch der Länge nach eine Mannigfaltigkeit. Per-
forationen einfach, die der weiten Gefäße quer- oder
etwas schräggestellt. Die Größe richtet sich nach
dem Lumen. Die Gefäßglieder sind offen, oder
enden in unbedeutenden Schnäbeln. An englumi-
geren Gefäßen gerät die Perforation auf die Seite.
Solche Gefäßglieder enden in längeren oder
kürzeren kegelartigen Schnäbeln oder laufen stumpf
aus. Hoftüpfel elliptisch, mitunter rund, schräg
oder quer. Die Poren stellen schmalere oder
breitere Linsen dar, umfassen die Höfe gewöhnlich
ganz, es kommen jedoch auch die Höfe durch-
schreitende, oder diese nicht ganz umfassende
Poren vor
Fasertracheiden zugespitzt, radial wie tangen-
tial von Hoftüpfeln dicht bedeckt
Holzparenchymzellen meistens längliche Ziegel-
formen. Wände dünn, die Betüpfelung richtet
sich nach den Nachbarzellen, ist aber stets ziemlich
reich
Markstrahlzellen ziemlich dickwandig, reich be-
tüpfelt, abgesehen von den sich mit Fasertrachei-
den berührenden Wänden, welche spärlicher betüp-
felt sind (g). (J).
Gattung 62. Sorbus
SORBUS ARIA Crantz
Mehlbeerbaum
Alisier commun, White team, Chiavosdello farinaccio
Tafel 134
Baum oder Strauch. Die nördlichen Regionen
ausgenommen, in ganz Europa heimisch. In Kauka-
sien, auch östlich davon, in Sibirien verbreitet.
Bei uns in Parkanlagen angepflanzt.
Splint weiß, Kernholz von ± welliger Zeich-
nung, rotbraun.
Q. I, 2. Von S. domestica, S. aucuparia und
S. torminalis weicht diese Art insofern ab, daß
ihr Holz kein ganz zerstreutporiges ist, von S.
semiincisa, aber darin, daß sie kein ausgesprochen
ringporiges Holz hat. Die einzelstehenden oder in
13*
195
verschiedenen Richtungen gruppierten Gefäße
vieleckig, in der Frühzone viel häufiger als in der
Spätzone und auch mit weiteren Lumina Ver-
hältnis : P : p = 2 : 1. Je nach der Breite des
Jahrringes beginnt die Spätzone entweder in der
Mitte des Jahrringes oder noch davor ; die Größe
der ungleichmäßig zerstreuten Gefäße mit sehr
unregelmäßigen Lumina weist keine großen Unter-
schiede auf. Markstrahlen — den übrigen Sorbus-
Arten gleich — dicht ; auf 1 mm entfallen 13 bis
15. Die Jahrringgrenze verläuft zwischen denselben
gerade. Grundmasse besteht aus Holzfasern,
Fasertracheiden und Holzparenchymen.
R. 3. Radialschnitt gleicht denen der übrigen
Sorbus-Arten,
T. 4. Tangentialschnitt gleicht dem der übri-
gen Sorbus-Arten. Unter den Markstrahlen kom-
men — obwohl in geringer Zahl — auch drei —
bis vierschichtige vor. Im allg. bleiben meistens
diejenigen Markstrahlen niedriger, die breiter
als zweischichtig sind. Zwei übereinander gelegene
Markstrahlen können auch verschmelzen ; dadurch
erreichen sie oft die Höhe von 35 bis 40 Zellen.
An vielen Stellen verlaufen die Fasertracheiden
in großer Verworrenheit.
E, Mit den übrigen Sorbus-Arten verglichen,
kann kaum irgendwelche wesentliche Abweichung
festgestellt werden. Gefäße an Hoftüpfeln ärmer
oder fast ganz tüpfelfrei. Es wäre zu erwähnen,
daß in einzelnen Gefäßen die Spiralverdickungen
in großer Verworrenheit schlängeln (04 _3).
Holzfasern einfach, spaltartig einfach-betüpfelt.
Enden wenig mannigfaltig, laufen meistens in
stumpfen Spitzen aus
Fasertracheiden weitlumiger als die Fasern, doch
etwas dünnwandiger, in kleiner Zahl. Wände an
Hoftüpfeln ziemlich reich
Form und Struktur der Markstrahlzellen und
Holzparenchymzellen wie bei den anderen Sorbus-
Arten (f, g). (A.)
SORBUS AUCUPARIA L.
Eberesche
Sorbier des oiseleurs, Quickbeam, Sorbo selvatico
Tafel 135
Etwa 10 m hoch wachsender Baum, dessen
zahlreiche Unterarten in Gärten, Parkanlagen
vielfach gepflanzt werden. In den nördlichen
Regionen Europas und Asiens besonders ver-
breitet.
Splint leicht rötlich, Kernholz rötlichbraun.
Q, 1, 2. Querschnittsbild dem der anderen
Sorbus-Arten ähnlich. Die Anzahl der Spätgefäße
ist aber im Verhältnis zur Fasertracheidenzahl
in der Grundmasse scheinbar geringer. Häufigkeit
und Anordnung der Markstrahlen wie bei den
anderen Arten. Jahringgrenze bloß durch eine
dünne Linie angedeutet. Wände der Fasertrachei-
den in der Frühzone bedeutend dünner als in der
Spätzone ; diese setzen sich daher voneinander
scharf ab. Der Unterschied scheint etwas größer
zu sein als bei S. domestica.
R. 3. Radialschnitt stimmt mit dem von S.
domestica überein (s. dort).
T. 4. Tangentialschnitt zeigt keine größeren
Unterschiede. Es ist bemerkenswert, daß breitere
Markstrahlen als zweischichtige nicht vorkommen
und auch ihre Höhe diejenige von S. domestica
nicht erreicht. Sie messen durchschnittlich 16
bis 18 Zellen. Diese Höhe wird höchstens dann
übertroffen, wenn sich ganz selten zwei Mark-
strahlen verschmelzen. Einschichtige, 2 bis 8 Zellen
hohe Markstrahlen ziemlich häufig. Da die Mark-
strahlen von geringeren Dimensionen und ver-
hältnismäßig seltener sind, verlaufen die Gefäße
und die Fasertracheiden etwas gleichmäßiger.
E. Gefäßglieder einfach perforiert und an beiden
Enden i zugespitzt, Wanddicke mittelmäßig.
An den Wänden befinden sich in Abständen von
etwa 1 bis 2 Tüpfeldurchmessern Hoftüpfel. Poren
derselben ellipsenförmig oder kreisrund, im
ersteren Falle etwas schräg gestellt. Außer den
Hoftüpfeln kommen in den Wänden auch Spiral-
verdickungen vor. Letztere hängen nicht zusam-
men, sie werden oft unterbrochen. Wände einzelner
Gefäße von Hoftüpfeln dichter bestreut, doch
ohne Spiralverdickungen.
Enden der englumigeren Gefäße i langgestreckt
und zugespitzt. Ihre Wandstärke entspricht jener
der weitlumigeren Gefäße. Die Wände enthalten
gewöhnlich Hoftüpfel und Spiralverdickungen.
Diese erscheinen besonders in den zugespitzten
Enden ausgeprägter. Perforationen einfach und
elliptisch. Ausnahmsweise können auch undeut-
liche leiterartige Perforationen vorkommen.
Gefüge und Größe der Hoftüpfel wie bei den
anderen Arten (a^^).
Wände der Fasertracheiden ziemlich stark,
besonders in der Spätzone ; zuweilen bleiben
größere Flächen tüpfelfrei. An anderen Stellen
findet man auch Hoftüpfel spärlicher oder dichter
verstreut. Tangentialwände an Hoftüpfeln beson-
196
ders arm. Die Poren umfassen die Höfe, fallweise
durchschreiten sie die Grenzen derselben. Sie
befinden sich in senkrechter oder liegender Lage.
Höfe kreisrund. Die Enden spitzen sich unver-
mittelt zu und tragen sehr mannigfaltige Spiral-
verdickungen
Holzparenchymzellen und Markstrahlzellen
langgezogen. Die Wände dünner, als die der
entsprechenden Zellen bei S. domestica, ungefähr
von der Dicke der Gefäßwände und an Tüpfeln
im allg. arm. Diejenigen Wandteile, an die sich
Gefäße anschmiegen, reicher betüpfelt (/i-g,
gl-2^’
SORBUS CHAMAEMESPILUS Crantz
Alpen-Zwergmispel
Salciagnolo
Tafel 136
Verbreitungsgebiet : Mitteleuropa. Pyrenäen?
Appenninen, Westbalkan.
Q. 1, 2. Weicht einigermaßen von den übrigen
Sorbus-Arten ab und steht den ringporigen Hölzern
näher. Anordnung der Gefäße ziemlich unbe-
stimmt. In den breiteren Jahrringen trennen sich
jedoch das an Gefäßen reiche Frühholz,
bzw. das an Gefäßen ärmere und vorwiegend
aus Fasertracheiden bestehende Spätholz scharf
voneinander. Die Gefäße sind meistens vereinzelt,
im Frühholz mitunter in Zwillingsporen. Quer-
schnitte : Kreise, Ellipsen, zumeist aber Vielecke.
Markstrahlen ein- oder zweischichtig, mit kurzen
Zellen und ziemlich enggestellt. Die Jahrringgrenze
wird durch das Vorhandensein von Fasertrachei-
den noch ausgeprägter. Zerstreut kommen auch
Holzparenchymzellen vor.
R. 3. Markstrahlzellen im Radialschnitt auf-
rechte oder liegende Ziegelformen oder Quadrate.
Ab und zu kommen auch ganz kleine Formen
vor; langgestrecktere, wie bei den übrigen
Sorbus-Arten, sind aber hier kaum anzutreffen.
Holzparenchymreihen vereinzelt, es können jedoch
auch zwei, mitunter drei ziemlich lange Reihen
nebeneinander geraten. Wände dünn ; der sich
mit Gefäßen berührende Teil reich, die übrigen
mittelmäßig oder spärlich betüpfelt.
T. 4. Markstrahlen dicht, ein- oder zwei-
schichtig ; ausnahmsweise geraten sogar drei
Zellen nebeneinander. Die Höhe der Markstrahlen
schwankt zwischen einer Zelle und 30 bis 50.
Bei den höchsten wechselt oft ein einschichtiger
Teil mit einem zweischichtigen ab. Zellen der
zweischichtigen Teile ± kreis- oder ellipsenförmig.
Unter den Zellen der einschichtigen findet man auch
vieleckige, manchmal kürzere oder längere ziegel-
förmige. Die Markstrahlen sind also einigermaßen
heterogen. Verlauf der Gefäße, Fasertracheiden
und Holzparenchymreihen gleichmäßig.
E. Gefäßglieder wie bei den übrigen Sorbus-
arten ; enden meistens in Schnäbeln. Perforationen
einfach, ausnahmsweise leiterartig, geraten meist
radial. Die Hoftüpfel stellen Kreise oder Ellipsen
dar. Stäbchenförmige Poren umfassen die Höfe
ganz oder erreichen nahezu die Grenzen derselben.
Die Poren der sich mit Markstrahlzellen berüh-
renden halbseitigen Hoftüpfeln durchqueren die
Höfe und sind quer oder etwas schräg gelegen.
Die Hoftüpfel bedecken die Wände in Längsreihen,
verstreut oder gruppenweise. Außer behöften, auch
spirale Verdickungen vorhanden. Letztere können
jedoch bei einzelnen Sorten, — hauptsächlich
bei denen mit weiterer Lumina — fehlen. Sonst
sind die Spiralverdickungen ziemlich zart und
etwas schräg verlaufend
Fasertracheiden an Form und Größe gar nicht
mannigfaltig ; ihre Wände im Spätholz ziemlich
stark, im Frühholz etwas dünner. Höfe der Tüpfel
kreisförmig, zuweilen sogar größer als die der
Gefäße oder wenigstens ebenso groß. Poren von
breiteren oder schmaleren Linsenformen, schräg
oder senkrecht, die Höfe ganz umfassend, fall-
weise diese durchschreitend, zuweilen kommen
sie aber bloß den Hofgrenzen 4z nahe. Die an
entgegengesetzten Seiten befindlichen Tüpfel kön-
nen einander kreuzen. Schraubige Verdickungen
fehlen
Holzparenchymzellen länger, mitunter auch kür-
zer. Tüpfel radial spärlicher, tangential zahlreicher
vorhanden. An Berührungsstellen mit Gefäßen
werden die Tüpfel größer f/i—5J-
Wand der Markstrahlzellen von mittlerer Stärke
stärker als die der Holzparenchymzellen und,
abgesehen von den sich mit Gefäßen nicht berüh)
renden Wänden, sehr dicht betüpfelt (g). (J.-
SORBUS DOMESTICA L.
Spierling
Cormier, Service tree, Sorbo
Tafel 137
Gedeiht in Mittel- und Südeuropa verwildert.
Splint und Kernholz wie bei der Birne, doch
härter.
197
Q. 1, 2. Zerstreutporiges Holz. Anzahl der
Gefäße des Früh- und Spätholzes verschieden.
Die der Frühzone nicht nur etwas weitlumiger,
sondern auch häufiger. Die Gefäße der Spätzone
sind vereinzelt, annähernd kreis- oder ellipsen-
förmig, während die der Frühzone infolge der
dichten Anordnung kaum vereinzelt vorkommen,
aber auch nicht als Gruppen angesehen werden
können, da zwischen denselben sich auch Faser-
tracheiden und Holzparenchymzellen eingekeilt
vorfinden. Diese meist vieleckig. Außer diesen
radial oder tangential, fallweise anders gerichtete,
auch ungleichmäßig aneinandergeordnete zwei-
bis viergliedrige Gefäßgruppen. Fasertracheiden
in der Spätzone an der Jahrringgrenze aneinander
gereiht. Zuweilen — von den englumigeren Ge-
fäßen unterbrochen — finden wir dieselben in
schmale Zonen geordnet, wodurch das Früh-
und Spätholz ziemlich deutlich abgesetzt erscheint.
Die zahlreichen Markstrahlen verlaufen in unglei-
chen Abständen ; auf eine Entfernung von 1
mm entfallen oft 8 bis 10. Sie werden durch eine
Gefäßreihe oder durch Abstände von 3 bis 5
Gefäßdurchmessern voneinander getrennt. Die
Markstrahlen durchschreiten die Jahrringgrenze
ohne irgendwelche Veränderung zu erleiden.
R. 3. Die Markstrahlzellen — u. zw. sowohl
die inneren wie die Kantenzellen — sind von
liegender Form und nur sehr selten quadratisch.
Äußere Wände wellig. Die Perforationen der
Gefäße geraten in verschiedene Höhen. Holz-
parenchymzellen findet man verstreut überall.
T, 4. Die zahlreichen Markstrahlen bleiben
im Vergleich zu ihrer Breite ziemlich niedrig.
Es gibt einschichtige Markstrahlen mit einer
Höhe von 2 bis 10 Zellen, ferner solche, deren
Breite 2 bis 3 Zellen, Höhe 10 bis 30 Zellen erreicht.
Das Vorhandensein einer großen Anzahl von
Gefäßen fällt bereits am Querschnitt auf. Hier
im Tangentialschnitt sind sie aber zusammen mit
den Markstrahlen derart in Übergewicht, daß
die Fasertracheiden der Grundmasse, some die in
kleinerer Zahl vorhandenen Holzparenchymzellen
ganz in den Hintergrund gedrängt werden. Meta-
bzw. paratracheale Holzparenchymzellen befinden
sich auch zwischen den Fasertracheiden und in
der Nachbarschaft von Gefäßen. Verlauf der
Gefäße zwischen den dichten Markstrahlen wellig.
Tangentialschnitt der Markstrahlzellen — abge-
sehen von den Kantenzellen — kreisförmig.
E. Gefäßglieder dünnwandig, mit engeren und
weiteren Lumina, länglich oder kurz zugespitzt.
Es gibt auch quer oder etwas schräg abgeschnittene,
bei welchen die Größe der Perforation durch die
Gefäßweite bestimmt wird. An den zugespitzten
befinden sich unmittelbar vor dem verjüngten
Teil elliptische Perforationen, deren Längsachse
verschieden gerichtet sein kann. An den Wänden
zarte, jedoch nicht ganz deutlich entwickelte
Spiral Verdickungen. Leisten zur Längsachse des
Gefäßes quer- oder unter 45° gestellt. Die Fäden
verzweigen sehr oft und schlängeln um die Hof-
tüpfel, die die Wände spärlich bedecken. Die Höfe
stellen Kreise oder kurze Ellipsen dar. Poren -|-
quer- oder schräggestellt, schmal, spaltartig, errei-
chen die Höfe meist in der ganzen Breite. Da ihre
Anzahl im Verhältnis zur Wandfläche gering ist,
berühren sie einander höchst selten. An den
Wänden einzelner Gefäße sind neben den unvoll-
kommen entwickelten Spiralverdickungen Hof-
tüpfel kaum zu sehen. Auch in den Gefäßen mit
engeren Lumina gibt es Hoftüpfel und Spiral-
verdickungen. Die Hoftüpfel ungefähr wie bei den
weitlumigen Gefäßen ; die Spiralfäden sind aber
mehr zusammenhängend und sind auch in den
länglich gedehnten Spitzteilen deutlich sichtbar.
Bei diesen englumigeren Formen findet man sehr
häufig statt der einfachen Perforationen perforierte
Teile aus großen Tüpfeln von verschiedener Größe
und Form. Die Gesamtheit der Tüpfel ist jedoch
nicht größer als eine der einfachen, gewöhnlichen
Perforationen. Form und Größe der Hoftüpfel,
sowie die Beschaffenheit der Poren ziemlich
mannigfaltig. An den sich mit parenchymatischen
Elementen berührenden Wandteilen befinden sich
kleinere und dichtere Hoftüpfel (a1_^t).
In manchen Fasertracheiden — besonders im
Spätholz — gestalten sich die Lumina infolge
starker Verdickung der Wände verschwindend
klein. Bei anderen ist der Durchmesser der Lumina
etwas größer ; die Wände sind in solchen Fällen
dünner, die Lumina also weiter. Die Fasertrachei-
den sind von verschiedener Länge, an beiden Enden
zugespitzt und von sehr mannigfaltiger Form. Die
Wände enthalten viele Hoftüpfel und sind etwas
kleiner als bei den trachealen Elementen. Poren
spaltartig, schräg, zuweilen auch senkrecht. Sie
umfassen die Höfe ganz, einige durchschreiten
sie sogar. (Tracheiden,
Holzparenchymzellen sehr mannigfaltig. Dies
zeigt sich auch in der Form und in der Wandstärke.
Einzelne Zellen oder bloß einzelne Wände werden
zt stärker. Wände in allen Richtungen einfach
betüpfelt (f
198
Auch die Wände der Markstrahlzellen sind
stärker und von einfachen kleinen Tüpfeln bedeckt.
Sämtliche länger als breit. Die von den Mark-
strahlen abgewandten Wände der Kantenzellen
zeigen sich etwas wellig und kräftiger verdickt
als die übrigen Wandteile und die Wände der
anderen Markstrahlzellen (g). (A.)
SORBUS MOUGEOTII Soy. et Gord.
Alpen- Mehlbeerbaum
Tafel 138
Verbreitungsgebiet: Mitteleuropa.
Q. 7, 2. Kann eher als ringporiges Holz be-
zeichnet werden, weist daher die größte Ähnlich-
keit mit S. semiincisa auf. Gefäße der Frühzone
meist zerstreut und nur die äußersten zu mehr
oder weniger ausgeprägten Reihen geordnet. Späte
Früh- und Spätgefäße berühren sich tangential sel-
ten, radial schon häufiger. Die Gefäße zwischen den
Holzparenchymen und Fasertracheiden der Spät-
zone mehr vereinzelt, zerstreut und auch etwas
englumiger. Ihr Querschnitt ist ziemlich mannig-
faltig : etwas eckige Ellipsen oder Kreise. Mark-
strahlen wie bei den meisten Sorbus-Arten. Im
Früh-, wie im Spätholz findet man Holzparenchyme
spärlich verstreut.
R. 3. Auch im Radialschnitt zeigen sich Unter-
schiede in der Struktur der Markstrahlzellen.
Diese sind kürzer als bei den übrigen Sorbus-
Arten. Quadratische und aufrechte Ziegelformen
kommen besonders unter den Kantenzellen ver-
hältnismäßig häufig vor. Die äußeren Wände
ziemlich gewellt.
T. 4. Das Bild des tangentialen Schnittes
weicht von dem der übrigen Sorbus-Arten einiger-
maßen ab, was aber auch dem jungen Unter-
suchungsmaterial zugeschrieben werden kann.
Das Holz ist verhältnismäßig sehr dicht und
es finden darin nur wenig Fasern Platz. Mark-
strahlen 1 bis 2 Zellen breit, von sehr verschiedener
Höhe. Mehrere übereinander gelegene Markstrahlen
verschmelzen häufig miteinander und dadurch kön-
nen bei Sorbus-Arten sonst nicht vorkommende,
60 bis 70 oder bis 100 Zellen hohe Makestrahlen
entstehen. Die Stelle der Verschmelzung kann aber
stets mit Bestimmtheit festgestcllt werden, da die
Markstrahlen hier einschichtig bleiben und auch
die Form der Zellen anders gestaltet ist. Quer-
schnitt der Markstrahlzellen größtenteils ellipsen-
förmig, seltener kreisrund. Auch länglich gedehnte,
ziegelförmige Zellen kommen besonders an ein-
schichtigen Stellen, sowie unter den Kantenzellen
häufig vor. Tangentialwände ziemlich reich be-
tüpfelt. Gefäße und Fasern von geradem Verlauf,
reich betüpfelt.
E. Gefäßglieder denen der übrigen Sorbus-
Arten ähnlich. Spiralverdickungen der Wände
bestimmter und gleichmäßiger, als bei den übrigen
Arten. Im Verhältnis zu den anderen Sorbus-Arten
weisen sie zahlreiche Hoftüpfel, Höfe, Ellipsen
von schräger oder Querlage, mitunter auch Kreise
auf. Poren spaltartig, umfassen die Höfe gewöhnlich
ganz und sind zerstreut angeordnet.
Tracheiden kommen gleichfalls spärlich vor
(ci -*)•
Wände der Fasertracheiden ziemlich stark.
Hoftüpfel denen der Gefäße ähnlich, jedoch i. allg.
etwas kleiner. An beiden Wänden ziemlich viele
Tüpfel. Enden auffallend mannigfaltig, ihre For-
men ebenfalls (eis)* Einzelne sind vielleicht
einfache Fasern (d1_JZ).
Die Holzparenchyme wie bei den übrigen Arten
Markstrahlzellen verhältnismäßig dick-
wandig, ebenfalls reich betüpfelt (gr-^)- (J.)
SORBUS SEMIINCISA Borb.
Ungarischer Spierling
Tafel 139
Verbreitungsgebiet : Ungarn.
Q. 7, 2. Weicht von den meisten bisher
behandelten Sorbus-Arten wesentlich ab, und kann
eher als ringporiges Holz betrachtet werden. In der
Frühzone ziemlich zahlreiche weitlumige Gefäße,
deren Zahl sich jedoch nach einer kurzen Übergangs-
zone plötzlich vermindert. Spätholzzone beinahe
gefäßfrei. Die Breite der Jahrringe verschieden.
Der gefäßfreie Teil der Spätzone verschwindet
in den schmaleren Jahrringen fast ganz. Gefäße
am dichtesten tangential, unmittelbar an der
Jahrringgrenze. Querschnitte der Lumina : radiale,
vieleckige Ellipsen ; vereinzelte Gefäße der Spät-
zone bilden eher Kreise. Die Markstrahlen ver-
laufen bald in gleichen, bald in ungleichen Abstän-
den voneinander : auf je 1 mm entfallen etwa
20 bis 22 Markstrahlen. An den Jahrringgrenzen
erleiden die Markstrahlen keine Veränderungen.
Fasertracheiden der Grundmasse vieleckig und
mit sehr starken Wänden. Metatracheale Paren-
chyme in der Spätzone besonders zahlreich vor-
handen, durch ihre dünnen Wände deutlich von
199
den Fasertracheiden abgesetzt, meist vereinzelt
und zerstreut.
R- 3. Markstrahlzellen radial kleiner bemessen
als bei den vorigen Sorftus-Arten. An den Radial-
seiten der Fasertracheiden fällt die große Anzahl
der Tüpfel auf; tangential fehlen diese fast
gänzlich.
T. 4. Markstrahlen ein-, meistens aber zwei-
schichtig, Höhe verschieden. Tangentialschnitte
der Zellen kreisförmig, die Kantenzellen sowie
die benachbarten 2 bis 3 Zellen, jedoch bedeutend
höher als breit. Holzparenchymzellen zerstreut
und ziemlich häufig. Verlauf der Gefäße und der
Fasertracheiden gerade. Die Markstrahlen bleiben
niedriger als bei den anderen Sorbus-Arten. Im
allg. erreichen sie die Höhe von 10 bis 25 Zellen.
E. Gefäßglieder ziemlich englumig ; ihre Höhe
übertrifft acht- bis zehnmal ihren Durchmesser.
Die Wände enthalten zerstreute Hoftüpfel. Deren
Anordnung, Größe und Struktur fast wie bei S.
aucuparia, sie bleiben aber kleiner als die Tüpfel
von S. torminalis. Perforationen einfach, unmittel-
bar an den kürzer oder länger zugespitzten Enden
angeordnet. An den Wänden gibt es auch Spiral-
verdickungen, die denen der übrigen Sorbus-Arten
gleich, ziemlich zart bleiben und nicht leicht
wahrgenommen werden können ; sie sind quer-
gerichtet oder von schrägem Verlauf
Wände der Fasertracheiden sehr stark, tan-
gential — ebenso wie bei S. aucuparia —ohne
Hoftüpfel, radial dagegen an Hoftüpfeln reich.
Größtenteils sind diese einfache runde Tüpfel
<61-J-
Holzparenchymzellen gleichen in jeder Beziehung
denen von S. aucuparia, sind jedoch an Tüpfeln
reicher (fr-J-
Die Markstrahlzellen sind dickwandig, beson-
ders die Kantenzellen. Diese enthalten an den
sich mit Gefäßen berührenden Wänden ansehn-
liche Tüpfel — wie bei S. torminalis —, die
aber noch größer sind (gr-J- (A.)
SORBUS TORMINALIS Crantz
Eibeerbaum
Alisier, Wild Service, Sorbezzolo
Tafel 140
In Mittel- und Südeuropa verbreitet. Auch in
Kaukasien anzutreffen. Holz anfangs bräunlich-
gelb, später rotbraun.
Q. 1, 2. Zerstreutporiges Holz. Dichte der
Gefäße des Früh- und Spätholzes weniger ver-
schieden als z. B. bei Sorbus aucuparia. Mark-
strahlen dichter. Die Jahrringgrenze dazwischen
verlauft in gerader Richtung. Markstrahlen breiten
sich an der Jahrringgrenze kaum wahrnehmbar
aus. Querschnitte der Gefäße etwas eckig, kreis-
oder ellipsenförmig. Grundmasse besteht aus
Fasertracheiden und Holzparenchymen.
R. 3. Das Bild des Radialschnittes gleicht in
der Verteilung der Gefäße, der Fasertracheiden
sowie der Holzparenchymzellen den bereits
behandelten Sorbus-Arten. Gewisse Abweichungen
zeigen sich bloß bei den Markstrahlzellen, deren
weiteste sich ein wenig in der Mitte und gegen
die Enden zu verjüngen. Einzelne Zellen sind
rechteckig oder die eine Seite neigt sich der ande-
ren bogenartig zu und endet in stumpfem Winkel.
T. 4. Markstrahlen größtenteils zweischichtig,
dreischichtige sind selten vorhanden. Anzahl der
einschichtigen bedeutend geringer als z. B. bei
S. aucuparia. Höhe ziemlich gleich, schwankt
zwischen 10 und 30 Zellen. Gefäße und Faser-
tracheiden verlaufen zwischen den gleichmäßig
verteilten, im großen und ganzen gleich hohen
und breiten Markstrahlen fast gerade. Tangential-
schnitt der Markstrahlzellen, abgesehen von den
Kantenzellen, Kreise, seltener Ellipsen.
E. Gefäßglieder weichen in Form und Größe
von denen der anderen Sorbus-Arten kaum ab.
In diesem Holz findet man vielleicht etwas häu-
figer Gefäßglieder ohne spitzen Enden oder solche
mit quer oder schräg abgeschnittenen offenen
Enden. Wände dünn, die Spiralverdickungen
können an denselben oft kaum wahrgenommen
werden. Die Hoftüpfel sind dagegen gut sichtbar ;
sie gleichen denen der beiden anderen Sorbus-
Arten. Poren in Schräg- oder Querlage. Letztere
kommen besonders unter den kleineren, sich mit
den Markstrahlen berührenden Hoftüpfeln häufig
vor. Gefäßglieder mit engeren Lumina zeigen sich
sehr oft an dem einen Ende breiter, an dem
anderen enger. An jedem Teil befindet sich je
eine ellipsenförmige, einfache Perforation. Diese
Perforationen sind zuweilen auch weiter von den
Endungen den Gefäßglieder entfernt. Die Dicke
der Wände sowie die Form der Hoftüpfel entspricht
i. allg. denen der weitlumigeren Gefäße. Die
Spiralverdickungen sind gewöhnlich quergerichtet,
während sie bei den bisher behandelten Arten mit
der Längsachse der Gefäße kleinere oder größere
Winkel einschließen ("«1-4/
200
Wände der Fasertracheiden dicker als bei S.
aucuparia. Sie sind wie bei S. domestica und
mit Hoftüpfeln dicht bestreut. Ihre schmalen
Poren nehmen die Höfe in ihrer ganzen Breite
ein und haben die gleiche Richtung wie die
Längsachsen der Fasertracheiden. Form der Höfe
der Tangentialwände kreisrund, die der radialen
mehr senkrechte Ellipsen (e1^5).
Paratracheale Parenchymzellen dickwandig. Ihre
Tüpfel an sich mit Gefäßen berührenden Seiten grös-
ser als anderswo, und in Reihen geordnet (fi-2)-
Markstrahlzellen gleichen teilweise denen der
obigen Sorbus-Arten. Abweichende Merkmale
wurden teilweise schon beim Radialschnitt
behandelt (g1^2)- (A.)
Gattung 63. Spiraea
SPIRAEA CANA W. et K.
Spierstrauch
Spiree, Spiraea
Tafel 141
Verbreitungsgebiet: Südosteuropa und Italien.
Q. 7, 2. Zerstreutporiges Holz, Gefäße ziem-
lich weit, im ganzen Jahrring gleichmäßig
zerstreut oder auch gewissermaßen gruppiert.
Gewöhnlich bilden zwei bis drei Gefäße eine
Gruppe, die einander nur selten berühren. Zwil-
lingsporen, kurze Porenstrahlen, mitunter Poren-
gruppen kommen nur im Frühholz vor. Die Poren
sind kreis- oder ellipsenförmig ; diejenigen, die
einander berühren, weisen fallweise kleinere Ver-
änderungen auf. Außer den größeren Gefäßen
finden sich manchmal auch solche mit engeren
Lumina, jedoch in geringerer Zahl. Die breiten,
drei- bis fünfschichtigen Markstrahlen verlaufen
in ziemlich regelmäßigen Abständen von 3 bis 4
Gefäßdurchmessern voneinander. Unter ihnen
erscheinen die einschichtigen etwas gewellt. Grund-
masse besteht größtenteils aus einer Menge von
Fasertracheiden, Holzfasern, verstreuten meta-
trachealen und paratrachealen Parenchymen.
R. 3. Im Radialschnitt sieht man Mark-
strahlzellen von aufrechter oder liegender Ziegel-
form ; manche sind quadratisch. Wände dünn
und, abgesehen von den Radialseiten, reich
betüpfelt. Die Holzparenchymzellen bilden ein-
zelne oder doppelte Reihen ; sie sind im allg.
kurz, fünf- bis sechsgliedrig.
T. 4. Einige der breiteren Markstrahlen errei-
chen möglicherweise die Höhe von 500 bis 600
Zellen, man findet aber auch solche, die niedriger
sind als 100 Zellen. Ihre Enden verengen sich
auf längeren oder kürzeren Strecken zu einschichti-
gen Markstrahlen. Die höheren können fallweise
durch Fasertracheiden zergliedert werden. Die ein-
bis zweischichtigen bleiben bedeutend niedriger.
Ihre Höhe schwankt von wenigen bis 40, ja 50 Zel-
len. Die Markstrahlzellen stellen längere oder kür-
zere Ellipsen, oder unregelmäßige Formen dar.
An der Enden der breiteren, sowie unter den
Zellen der einschichtigen Markst^ahlen sind auch
solche von länglicher Ziegelform. Ablauf der Ele-
mente zwischen den Markstrahlen gleichmäßig.
E. Perforationen der Gefäßglieder einfach, in
den breiteren Gefäßen immer quergestellt, in den
engeren hingegen an die Seite gerückt. Uber
denselben enden die Gefäßglieder meistens in
Schnäbeln. Wände mit ziemlich vielen Hoftüpfeln
bedeckt. Diese befinden sich in senkrechten
Reihen oder zerstreut, in alternierter Stellung
oder entgegengesetzt geordnet. Hofgrenzen: Kreise
von stäbchenförmigen schmalen Poren ganz ein-
genommen. Die Poren erscheinen schräg oder
quer, zuweilen gekreuzt (a1_1).
Die Tracheiden erreichen nicht oder kaum die
Länge der Gefäßglieder. Ihre Betüpfelung stimmt
mit jener der Gefäße überein, Wände ziemlich
dünn, stumpf oder etwas zugespitzt (c-l-?)-
Fasertracheiden an Tüpfeln ziemlich reich.
Poren schmal ; sie umfassen die Höfe ganz, ja
mitunter überschreiten sie dieselben. Sie sind
kleiner als die Tüpfel der Gefäße
Wände der Holzfasern i. allg. dünner als die
der Fasertracheiden (dy_±).
Der eine Typ der Holzparenchymzellen dünn-
wandig, länglich-ziegelförmig, mittelmäßig betüp-
felt. Der andere Typ länglich, Reihen von
mehreren Gliedern bildend (fisf
Die Markstrahlzellen wurden bei der Beschrei-
bung des Radialschnittes bereits eingehend behan-
delt (J.)
SPIRAEA CRENATA L.
Spierstrauch
Spiree, Steeple bush
Tafel 142
Verbreitungsgebiet : Von Südosteuropa bis
zu Kaukasien und bis zum Altai-Gebirge.
Q. 7, 2. Xylotomisch zeigt diese Art eine
große Ähnlichkeit mit S. cana. Auf 1 mm2 ent-
201
fallen aber hier weniger Gefäße als bei S. cana.
Im Frühholz sind die Gefäße etwas größer und
dichter, im Spätholz verjüngen sie sich allmählich.
Die äußersten Spätholzteile enthalten kaum größe-
re Gefäße und vereinigen sich nur ausnahmsweise
zu Zwillingsporen, oder ordnen sich in kurzen
Porenstrahlen. Die bei S. cana sichtbaren
Gruppen oder schrägen Reihen sind hier nicht
vorhanden. Manchmal ist das Querschnittsbild
genau wie bei S. cana.
R. 3. Radialschnitt — ohne besondere Unter-
schiede — wie bei S. cana.
T. 4. Die breiteren, drei- bis fünfschichtigen
Markstrahlen können auch hier beträchtliche
Höhen erreichen. Die einschichtigen bestehen
bloß aus einigen Zellen und erreichen meistens
nur eine Höhe von kaum 10 bis 12 Zellen. Diese
zeigen sich dabei häufig ganz schmal, ziegel-,
ellipsen- oder linsenförmig. Die Zellen der brei-
teren Markstrahlen wie bei S. cana.
E. Das von S. cana Gesagte gilt mehr oder
weniger auch für diese Art (a± _12, dj -2, _3,
/i-2’ £1-3/ (J-)
XXIV. MIMOSACEAE
Gattung 64. Albizzia
ALBIZZIA JULIBRISSIN Durazz.
Rosenseidenfarbige Akazie
Prickly yellow, Amaqui, Pacard blanco
Tafel 143
Kommt in Südeuropa als Baum, in Mitteleuropa
nur als Strauch vor. Auch in Kaukasien und
Persien verbreitet.
Diesen Schnitt habe ich zwecks weiterer Unter-
suchung von Prof. Müller-Stoll erhalten.
Q. 1, 2. Strukturell von den später zu erörtern-
den Leguminosen-Arten grundverschieden. Jahr-
ringgrenze ganz verschwommen. Grundmasse be-
steht aus dünnwandigen Holzfasern, Fasertrachei-
den und Ersatzfasern. Zwischen diesen allein-
stehende oder zwillingsporige großlumige Gefäße.
Die Gefäße sind von paratrachealem Parenchym
umgeben.
R. 3. Markstrahlzellen in Radialrichtung et-
was gestreckt, mitunter 2—4-mal länger als hoch.
Die Randzellen unterscheiden sich von den inneren
nur in der Form. Tangentialwände bogenförmig
oder unter spitzem Winkel mit den waagerechten
Wänden der Markstrahlzellen verbunden. Wände
der Markstrahlzellen verhältnismäßig dünn, ziem-
lich reich betüpfelt. Auch die Wände der para-
trachealen Parenchymzellen sind dünn, und weisen
viele Tüpfel auf; besonders in den mit Gefäßen
in Berührung stehenden Wänden sind kleine
und lose liegende Tüpfel angereiht. Öffnungen
i. allg. waagerecht. Wände der Gefäße manchmal
von wabenartig zusammengedrängten Hoftüpfeln
bedeckt.
T. 4. Markstrahlen 1—2, bisweilen 3 Zellen-
schichten breit, 16—20 Zellen hoch ; die ein-
schichtigen sind von regelmäßiger Spindelform,
die zweischichtigen und die breiteren meistens
unregelmäßig geformt. Die einschichtigen Teil-
stücke pflegen manchmal mit zwei- und drei-
schichtigen abzuwechseln ; dementsprechend sind
auch die Querschnitte der Zellen im Inneren der
Markstrahlen von verschiedener Form und Größe.
Unter den breiteren Markstrahlen gibt es kaum
solche, die mit den daneben oder in der Nähe
befindlichen in Form und Struktur vollkommen
übereinstimmen würden. Die weitlumigen Gefäße
sind von paratrachealen bedeckt ; die Form
dieser stellt etwas gedehnte Rechtecke oder
unregelmäßige Vierecke dar.
E. Gefäßglieder zweierlei. An beiden Enden
der kurzen und breiten Gefäße querliegende,
an den Enden der längeren mehr schräge Perfora-
tionen, während auf den Längsten ober- und
unterhalb der Perforation auch ein schnabel-
förmiger Auslauf zu sehen ist. Wände der Gefäße
von Hoftüpfeln dicht, aber trotzdem etwas lose
bedeckt, während in anderen Gefäßen die Hof-
tüpfel wabenartig zusammengedrückt sind. Die
Hoftüpfel weisen verschiedene Größen auf;
Öffnungen im allg. waagerecht. Einige Gefäße
faserartig zugespitzt, bei diesen nimmt die ein-
fache Perforation ein Drittel oder ein Viertel
der Gefäße ein
Es sind auch tracheidenartige Gefäße vor-
handen, auf welchen sich nur eine Perforation
bildet. Tracheiden kommen ebenfalls vor (c).
Dünne Holzfasern spärlich (d1^2). Wand der
Fasertracheiden verhältnismäßig dünn, ihre Lumina
weit ; es reihen sich in denselben Hoftüpfel an.
202
In einigen breiten Fasertracheiden keine Hoftüpfel
vorhanden ; diese können auch als Holzfasern
gelten (e1-4).
Wände des Holzparenchyms gleichfalls dünn,
mit 1—2 Reihen von kleinen einfachen Tüpfeln (f).
Die Ersatzfasern mit spitzen Enden, in den
Wänden spärliche Tüpfelung
Die Markstrahlzellen wurden bei der Bespre-
chung des Radialschnittes teilweise schon erwähnt.
Mittlere Markstrahlzellen stellen Quadrate oder
kurze Rechtecke dar ; die Randzellen i. allg. von
derselben Form, nur sind sie mindestens doppelt
so groß als jene. In ihren Wänden reihen sich dicht
kleine einfache Tüpfel an. Die Tüpfel jener Mark-
strahlzellen, die Gefäße berühren, also die der
paratrachealen Parenchymzellen, sind bedeutend
größer und zwar liegende oder stehende Ellipsen.
In beiden Typen wird die ganze Markstrahl-
zelle von solchen ellipsenförmigen Tüpfeln um-
faßt (g^). (A.)
XXV. CAESALPINIACEAE
Gattung 65. Ceratonia
CERATONIA SILIQUA L.
Johannisbrotbaum
Caroubier, Carob tree, carrubbio
Tafel 144
Verbreitungsgebiet : östliches Mittelmeer-
gebiet, Südarabien.
Q. 1, 2. Zerstreutporiges Holz ; diese Eigen-
schaft wird durch die kaum wahrnehmbaren
Jahringgrenzen noch mehr betont. Gefäße im
Verhältnis zur Grundmasse in kleiner Zahl,
vereinzelt oder zu Zwillingsporen vereint, in
radiale Porenstrahlen oder in Porengruppen ange-
ordnet. Die längsten Porenstrahlen zählen mit-
unter auch 10 bis 12 Glieder. Querschnitt der
Gefäße kreisrund, elliptisch, häufig auch eckig
geformt. Inmitten der Porenstrahlen und -gruppen
finden spärlich auch Tracheiden Platz. Die Mark-
strahlen verlaufen in kürzeren oder größeren
Abständen und sind ein-, zwei-, oder auch drei-
schichtig.
Zellen kurz, können also von der Grundmasse
nicht leicht unterschieden werden. Die Grund-
masse besteht aus einer Menge von Holzfasern
und Holzparenchymen. Wände der Holzfasern
mittelstark im Früh- wie im Spätholz gleich, auch
an der Jahrringgrenze unverändert. Holzparen-
chyme reichlich vorhanden. Diese bilden teils
vereinzelte Zellen, teils scharen sie sich als Meta-
tracheale der Jahrringgrenze ähnlich in konzen-
trisch zusammenhängende oder in wiederholt
unterbrochene Gruppen. Sie sind von den dick-
wandigeren Holzfasern gut abgesetzt und gliedern
mit ihnen die Grundmasse abwechselnd in Ringe
von dunklerer und lichterer Färbung.
R. 3. Die Markstrahlzellen sind stehende Ziegel-
formen oder Quadrate. Liegende Ziegelformen
kommen selten vor. Von einigen wenigen abgesehen
sämtliche Zellen ziemlich hoch. Die Holzfasern
und Holzparenchymzellen wechseln miteinander
deutlich ab. In manchen, durch dünne Wände
gefächerten Parenchymzellen finden sich auch
Kalziumoxalatkristalle, aber in jedem Fach nur
eine.
T. 4. Markstrahlen ein- oder zweischichtig,
teilweise dreischichtig. Die zwei- und dreischichti-
gen werden manchmal an beiden Seiten ein-
schichtig ; der mittlere Teil der einschichtigen
bereitet sich in der Höhe von einigen Zellen zu
2- bis 3schichtigen aus. Zellen ziemlich groß,
ziegelförmig oder quadratisch. Zuweilen an den
Seiten ausgewölbt, werden sie ganz ellipsen- bzw.
kreisförmig. Kantenzellen möglicherweise etwas
höher, manche weichen von den inneren gar
nicht ab. Die Höhe der Markstrahlen schwankt
zwischen einigen und 20 bis 25 Zellen. Auch
Verschmelzung der Zellen möglich. Die Abwechs-
lung der Holzfasern und der metatrachealen Paren-
chyme kann bloß an einigen Tangentialschnitten
beobachtet werden ; auf die einen geraten mit-
unter nur Holzfasern, auf die anderen dagegen
nur Holzparenchyme. Paratracheale Parenchyme
sind jedoch an allen Schnitten zu finden. Diese
bilden, ineinander gekeilt, kurze, zwei- bis fünf-
gliedrige Reihen.
E. Gefäßwände sehr stark. Perforationen ein-
fach ; die der weiteren Gefäßglieder geraten ganz
an die Enden. In diesem Fall stimmen die Perfora-
tionen mit den Lumina überein und sind quer-
oder schräg gestellt. Bei engeren Gefäßen liegen
die Perforationen gewöhnlich radial. Die Perfora-
tionen sind kreisrund oder elliptisch, stets kleiner
als die Lumina. Gefäßglieder länger oder kürzer,
203
enden jedoch stets in kleinen Schnäbeln, oder
abgerundet. Wände mit Hoftüpfeln dicht bedeckt.
Höfe meist Kreise oder querstehende Ellipsen.
Hie und da geraten sie nahe aneinander, berühren
aber einander gewöhnlich nicht. Poren stäbchen-
oder linsenförmig, umfassen die Höfe gewöhnlich
nicht ganz, kommen aber an die Hofgrenzen
sehr nahe heran. Die inneren Porenmunde zweier
gleichgerichteter Tüpfel können auch verschmelzen
(al-3)-
Form und Betüpfelung der Tracheiden denen
der englumigeren Gefäße gleich, nur die Wände
sind gewöhnlich dünner (c1^z).
Holzfasern ziemlich langgestreckte, weitlumige
Zellen, deren Wände stets bedeutend dünner
sind als die der Gefäße. Sämtliche Fasern sind
durch dünne, strukturlose, quergestellte Wände in
2 bis 4 oder 5 Fächer geteilt : das sind gefächerte
Holzfasern. Radialwände der Fasern von ein-
fachen, kreis-, ellipsen- oder spaltförmigen Tüpfeln
ziemlich dicht bedeckt. Tangentialwände fast ganz
tüpfelfrei (d1^).
Wände der Holzparenchym- und Markstrahl-
zellen sogar dünner als die der Holzfasern. Die
Holzparenchymzellen stellen längere oder kürzere
Ziegelformen dar. Kommen sie mit Gefäßen in
Berührung, dann werden sie von größeren kreis-
förmigen oder querliegenden Tüpfeln reich bedeckt.
Sonst tüpfelarm. Tüpfel einfach, sehr klein, kreis-
oder ellipsenförmig, i. d. R. gruppiert. Betüpfelung
der Markstrahlzellen wie bei den Holzparenchymen.
Hier befinden sich die Tüpfel meist tangential
in größter Zahl fdx-.3, g). (J.)
Gattung 66. Cercis
CERCIS SILIQUASTRUM L.
Judasbaum
Arbre de Judee, Judas-tree, Albero di Guida
Tafel 145
In den südlichen und östlichen Regionen
Europas und in Westasien heimisch. In Garten-
anlagen als Zierbaum gepflanzt.
Kernholz gelbbraun, Splint grau-weiß.
Q. 7, 2. Die Frühgefäße formen lose Poren-
ringe, die sich zwar vom Spätholz nicht so aus-
geprägt absetzen wie z. B. bei den Quercus- oder
UZmus-Arten, aber dennoch auffallen. Die Gefäße
an der Jahrringgrenze sind meistens vereinzelt
oder bilden Zwillingsporen, bzw. zu dritt, radiale
oder tangentiale Gruppen. Die Querschnitte stellen
etwas eckige Kreisformen dar. Englumigere Gefäße
der Spätzone sowie Holzparenchymzellen und
Holzfasern reihen sich in Gruppen von ziemlich
gleicher Größe und gleichen in ihrer Gesamtheit
welligen Streifen.
In der Mitte je einer solchen Gruppe befinden
sich 3 oder 4 radial aneinander geordnete Gefäße,
an welche sich auch tangential Glieder anschließen.
Die Gefäßgruppen sind von Holzparenchymzellen,
ferner von Tracheiden umgeben. Holzfasern der
Grundmasse sehr dünnwandig, ihre Querschnitte
vieleckig. Lumina derselben in der Frühzone etwas
größer als in der Spätzone. Unter den Markstrah-
len erscheinen die 3 —öschichtigen weiter, und
breiten sich an der Jahrringgrenze, manchmal aber
auch im Inneren des Jahrringes stellenweise aus.
Unter denselben befinden sich auch ein- oder zwei-
schichtige Markstrahlen, die — wie die großen —
stellenweise etwas breiter werden. Die Markstrah-
len verdicken sich auch an anderen Teilen des
Jahrringes — gewöhnlich neben den Gefäßgruppen —
jedoch nicht derart, wie an der Jahrringgrenze.
Der Abstand zwischen den einzelnen Markstrahlen
umfängt zE einen weißen Fleck, der aus je einem
solchen Gefäß und aus mehreren Holzparenchym-
zellen besteht. Auf 1 mm entfallen ungefähr 7 bis
9 Markstrahlen.
R. 3. Auch im Radialschnitt fällt der Wechsel
der schmaleren, aber loseren Gefäß- und Holz-
parenchymzellenteile mit den bedeutend breiteren
Streifen der Holzfasern auf. Die Enden der auf
derselben Höhe befindlichen Holzparenchymzellen
fallen mit denen der benachbarten i in gleiche
Höhe. Ab und zu kommen auch vereinzelte meta-
tracheale Parenchymreihen vor. In der Anordnung
der Markstrahlen nichts Bemerkenswertes, höch-
stens, daß die Kantenzellen höher und kürzer be-
messen sin dals die inneren. Unter denselben findet
man häufig auch kurze Ziegelformen oder Quad-
rate. Die Holzparenchymzellen enthalten ziemlich
oft Kalziumoxalatkristalle.
T. 4. Die Höhe der einschichtigen Markstrah-
len beträgt 3 bis 10, die der zwei bis fünfschichtigen
10 bis 26 Zellen. Im allg. ist ein Markstrahl um so
höher, je breiter er ist. Das Tangentialschnittbild
ist ziemlich ungregelmäßig und spindelförmig ;
zuweilen verengen sich die Markstrahlen drei- bis
viermal, in anderen Fällen wird das einheitliche
Bild von durchziehenden Holzfasern, manchmal
wieder von Holzparenchymzellen gestört. Anzahl
der paratrachealen Parenchymzellen sehr hoch.
204
Die Scheidewände der Gefäßglieder sind waage-
recht, andere Male schließen sie mit der Längsachse
des Gefäßes kleinere oder größere Winkel ein.
Tangentialschnitte der Markstrahlzellen bilden
Kreise oder Ellipsen, zuweilen eckige Formen.
Gefäßgruppen und Holzfasern der Grundmasse
wechseln miteinander in Zonen von sehr verschie-
dener Breite ab.
E. Gefäßglieder ziemlich weitlumig. Im allg.
übertrifft ihre Länge drei- bis fünfmal das Weiten-
maß. Wände dünn, besonders tangential sehr dicht.
Hoftüpfel bedecken die Wände zuweilen so dicht,
daß infolge der Berührung die sonst elliptischen
Höfe eckig werden. Neben Hoftüpfeln auch kaum
wahrnehmbare Spiralverdickungen. Gefäßglieder
an beiden Enden ganz offen. Perforationen ein-
fach, ihre Ebenen quer- oder schräggelegen. Es
gibt auch solche Gefäße, deren Wandflächen von
Hoftüpfeln nicht ganz bedeckt sind. An diesen
zeigen sich die Spiralverdickungen stets deutlich.
Die Höfe der großen Gefäße stellen kurze, sehr
kleine Ellipsen dar. Poren derselben schmale
Ellipsen oder spaltartig und qucrgelegen. Die Höfe
können ab und zu auch als langgedehnte Ellipsen
erscheinen. In solchen Fällen sind die Poren bedeu-
tend länger und umfassen — wie die Poren
der kleinen Tüpfel — die Höfe fast ganz.
Einzelne Gefäßglieder bedeutend englumiger
als die oben beschriebenen. Diese enden abgerun-
det oder kurz zugespitzt. Ihre Perforationen stellen
kurze Ellipsen dar, die häufig auf eine größere
Entfernung von den Enden der Gefäßglieder gera-
ten. Die Perforationen bilden sich gewöhnlich bloß
am einen Ende, viel seltener an beiden. Demnach
sind sie als Tracheidalgefäße anzusehen. Die Wände
werden stets durch sehr augenfällige, langgedehn-
tere Spiralverdickungen bedeckt. Zwischen diesen
kommen in eine Linie oder in zwei Reihen geordnet,
etwas kleinere, jedoch rundbehöfte, abgesonderte
Tüpfel vor. Poren derselben spaltartig und quer-
gestellt (ar-J.
Holzfasern dünnwandig. An ihren beiden En-
den enstehen zugespitzte prosenchymartige Zellen.
Mit jenen der Prunus-Arten verglichen, sind die
Holzfasern kurz. Wände an Tüpfeln arm. Radial
wie tangential punktartige, einfache Tüpfel zu
sehen, die gewöhnlich in kurze Längsreihen ange-
ordnet erscheinen (d}_4).
Holzparenchymzellen: längere oder kürzere
Ziegelformen. Ihre Wände dünn, radial von ein-
fachen, kleinen Tüpfeln bedeckt Diese sind tangen-
tial größer als radial. Sind sie nicht Gefäßen benach-
bart, dann ist ihre Tangentialwand von sehr klei-
nen Tüpfeln spärlich bedeckt. Diese sind sogar
kleiner als die Tüpfel der Radialwände. An sich
mit Gefäßen berührenden Wänden sieht man dicht
angeordnete, einfache Tüpfel von sehr verschie-
dener Größe und Form (fi-%)-
Form der Mark Strahlzellen — äußerst mannig-
faltig — wie aus der Behandlung des Tangential-
schnittes zu ersehen. Wände ebenfalls ziemlich
dünn. Es gibt wenig solche Markstrahlen, deren
Höhe und Länge miteinander übereinstimmen,
die also Quadraten, Trapezen oder Rhomben ähn-
lich sind. Wände in allen Richtungen von einfachen,
kleinen Tüpfeln bedeckt (g). (A.)
Gattung 67. Gleditschia
GLEDITSCHIA CASPICA Desf.
Kaspischer Lederhülsenbaum
Sweet locust
Tafel 146
Verbreitungsgebiet : Kaukasien, Nordpersien.
Ein 12 m hoher Baum.
Q. I, 2. Holz entschieden ringporig. Die locke-
ren weitlumigen Gefäße an der Jahrringgrenze
im Durchmesser 4—6mal größer als die eng-
lumigen Spätholzgefäße. Gefäße alleinstehend oder
zwillingsporig, in welchem Falle die gemeinsamen
Scheidewände zu den Markstrahlen etwas schräg
liegen, während die Gefäße sich selten in 3—4glied-
rige Gruppen verdichten. Gefäße gewöhnlich von
paratrachealem Parenchym eingefäßt. Die Grund-
masse besteht aus Holzfasern, Fasertracheiden,
Ersatzfasern und metatrachealen Parenchymen.
_R. 3. Der G. triacanthos weitgehend ähnlich.
Große Höhe der Markstrahlen auch hier ein unter-
scheidendes Merkmal. Die inneren Markstrahl-
zellen bilden kürzere oder längere liegende Recht-
ecke von ± gleicher Form und Größe ; Randzel-
len etwas höher, in Radialrichtung aber etwas
kürzer, mitunter sogar Quadrate oder stehende
Rechtecke.
T. 4. Struktur des Querschnittes weicht von
der G. triacanthos entschieden ab. Einer Mark-
strahlbreite von 3—6 Zellen bei der letzteren Art
steht hier eine von nur 2—3, ganz ausnahmsweise
mehr Zellen gegenüber. Ferner sind hier die Mark-
strahlen 60, die zweischichtigen bis zu 100 Zellen
hoch und mancherorts 3 Zellenschichten breit,
während sie dort eine Maximalhöhe von 30—40
Zellen erreichen. An para- und metatrachealem
205
Parenchym sind die Markstrahlen sehr reich.
Metatracheale Parenchymbänder von den daneben
befindlichen Holzfasern stellenweise gut abgesetzt.
Diese auffallende Struktur der Markstrahlen genügt
an und für sich, um die beiden Arten voneinander
unterscheiden zu können.
£. Gefäßglieder heterogen, entweder ganz nied-
rig und zylinderförmig, in welchem Falle die ein-
fachen Perforationen an beiden Enden der Gcfäß-
glieder anzutreffen sind, oder die einfache Perfora-
tion befindet sich unterhalb der schnabelartig
langgezogenen Gefäßenden. In den weitlumigen
Gefäßen sind die Hoftüpfel verstreut, oder in lan-
gen aber lockeren Reihen angeordnet. Öffnungen
i. allg. waagerecht. Die Hoftüpfel der in kürzerem
oder längerem Schnabel endenden Gefäßglieder
liegen gleichfalls lose. Öffnungen ebenfalls waage-
recht, an ihren Wänden laufen sehr feine Spiral-
verdickungen
Tracheiden fehlen.
Holzfasern verhältnismäßig dünnwandig, Lu-
mina ziemlich weit. In den Wänden nur spaltartige
Tüpfelung. Sehr selten auch fächerige Holzfasern
zu beobachten (d^^).
Fasertracheiden dünnwandig, an beiden Enden
zugespitzt, mit kleinen Hoftüpfeln, in Reihen
gelagert (e).
Holzparenchym häufig, in den Parenchymzel-
len einfache Tüpfel zerstreut, in jenen aber, die
breite Gefäße berühren, sind die einfachen Tüpfel
waagerecht langgestreckt und bedecken dicht die
Radialwände. In den Parenchymzellen bisweilen
Kalziumoxalatkristalle
Markstrahlparenchymzellen relativ dickwandig,
in allen Wänden verhältnismäßig viel einfache
Tüpfel. Kantenzellen weichen in Form und Struk-
tur von den inneren Zellen nicht besonders ab
(g)- (J )
GLEDITSCHIA TRIACANTHOS L.
Christusdorn
Fivier, Honey locust
Tafel 147
Urheimat : Nordamerika. In Europa nur ge-
pflanzt.
Splint grünlich oder rosafarbig, enthält 8 bis
12 Jahrringe, Kernholz bräunlichrot oder rosa-
farbig.
Q. 7, 2. Eher ringporiges als zerst reiitporiges
Holz, obwohl man iin Frühholz auf einem ziemlich
breiten Stück sich verjüngende Gefäße findet.
Diese sind größtenteils vereinzelt ; Querschnitte i.
allg. Kreise oder Ellipsen. Zuweilen sind die Gefäße
radial oder etwas schräg, als Zwillingsporen ange-
ordnet. In solchen Fällen sind aber die Gefäße
der Achse zu stets größer als die peripherialen. In
der Spätholzzone findet man — wie bei Cercis —
lichtere Flecken von sehr kleinen Gefäßen,
von Holzparenchymzellen, ferner von Ersatz-
fasern. Dieselben enthalten radial wie tangential
gewöhnlich 2 bis 3, seltener 4 bis 5 aneinander-
gelegene Gefäße. Diese lichteren Flecke gewöhn-
lich zerstreut angeordnet. Markstrahlen etwas
kräftiger als bei Cercis, breiten sich — wie bei dieser
— an der Jahrringgrenze oder im Inneren der
Jahrringe etwas aus. Kleinere Markstrahlen im
allg. ein- oder zweischichtig, die größeren Gefäße
umgehend. 2 bis 4 in der Spätzone unmittelbar
an der Jahrringgrenze gelagerte Reihen von Holz-
fasern radial flachgedrückt. In der Grundmasse
der Früh- und Spätzone sonst kein Unterschied.
Die Anzahl der Ersatzfasern und der Holzparen-
chymzellen nimmt innerhalb des Jahrringes vom
Mittelpunkt ausgehend immer mehr zu. Die dar-
unter befindlichen Gefäße haben i. allg. kaum wei-
tere Lumina, als die Fasern selbst. Letztere reihen
sich gewönlich in — zur Jahrringgrenze parallel
laufende — schmalere oder breitere lichte Felder.
R, 3. Im Radialschnitt weicht die Form der
Markstrahlzellen von denen der Cercis ab, da die
inneren lange Ziegelformen darstellen. Ihre Länge
übertrifft auch 10- bis 12fach ihr Breitenmaß.
Kantenzellen weiter und kürzer als die inneren,
unter ihnen keine aufrechten Formen. Die Holz-
faserzonen der Holzparenchymgruppen weichsein
— wie bei Cercis— miteinander ab. Gefäße jedoch
hier mit bedeutend weiteren Lumina. Die Mark-
strahlzellen enthalten manchmal Kalziumoxalat
kristalle. Bei Cercis haben dagegen eher die Holz-
parenchymzellen einen Kristallgehalt.
T, 4. Anordnung der Elemente im Tangen-
tialschnitt im großen ganzen wie bei den Cercis-
Arten, Markstrahlen jedoch hier mehr spindelförmig.
Tagentialschnitte der in denselben befindlichen
Zellen englumiger, auch die Wände stärker; fast
alle regelmäßig kreisrund.
E. Gefäßglieder des Frühholzes besitzen bedeu-
tend weitere Lumina als die von Cercis und sind
im Verhältnis zu ihrer Höhe kürzer. Längen- und
Brritenmaßr stimmen oft überein. Wände stark,
tangentia 1 wie radial von Iloftüpleln dicht bedec kt.
Die* bei Cercis beobachteten Spiralverdickungen
206
sind hier in den weitesten Gefäßen nicht vorhan-
den. Höfe der Tüpfel elliptisch, einander nicht
berührend. Die Höfe ganz umfassende Poren
elliptisch und in Querlage. Gefäßglieder an beiden
Enden ganz offen, Perforationen einfach, meist
quergestellt (oi-t)-
Die Gefäße mit engeren Lumina enthalten
außer Hoftüpfeln oft auch Spiralverdickungen.
Diese verlaufen meistens annähernd parallel zuein-
ander, ändern jedoch häufig ihre Richtung und
geraten bald in eine fast waagerechte Lage, bald
richten sie sich nach der Längsachse des Gefäßes.
Gefüge der Hoftüpfel dem der weitlumigen Gefäße
ähnlich. Die englumigeren Gefäße erscheinen an
den Enden fast geschloßen ; sie berühren einander
bloß durch einfache ellipsenförmige Perforationen
und sind stets radial gerichtet.
Die Holzfasern sind bei gleichem Durchmesser
wie die Cercis-Arten drei- bis viermal länger. Die
etwas stärkeren Wände sind von einfachen, spalt-
artigen Tüpfeln spärlich bedeckt (dl_3).
Holzparenchymzellen an Form und Größe denen
der Cercis-Arten ähnlich. An den mit Gefäßen in
Berührung kommenden Wänden sieht man längere
oder kürzere Quertüpfel. Insbesondere die neben
den Gefäßen liegenden Wände sind stärker als bei
Cercis (f^).
Wandstärke der MarkstrahlzeUen wie bei Cercis,
Tangentialwand an Tüpfeln ziemlich reich, waage-
rechte und auch radiale Wände ärmer. Radial-
wände einzelner Zellen — von den anderen Arten
abweichend — reich betüpfelt. Die^Tüpfel sind
sehr klein und kreisrund. Mit Ausnahme der Radial-
wände sämtliche Wände ziemlich reich betüpfelt
(&i -i)-
Die große Zahl der Ersatzfasern ist bemerkens-
wert. Diese sind bedeutend kürzer und dünnwan-
diger als die Holzfasern, aber mit etwas weiteren
Lumina versehen und von einfachen, annähernd
kreisförmigen, kleinen Tüpfeln bedeckt. Neben
Holzparenchymzellen kann man sie von diesen
an den Schnitten kaum unterscheiden (h). (A.)
XXVI. PAPILIONACEAE
Gattung 68. Amorpha
AMORPHA FRUTICOSA L.
Falscher Indigo
Indigo bush
Tafel 148
Aus den Vereinigten Staaten nach Europa ein-
geführt.
Q. 7, 2. Zeistreutporiges Holz. Ab und zu
an der Jahrringgrenze etliche Porenringe. Die
Poren sind hier in eine Linie, fallweise in zwei
Reihen geordnet, vereinzelt radiale Zwillingsporen
oder auch kurze zwei- dreigliedrige Porenstrahlen
bildend. Tangential berühren sich die Poren nur aus-
nahmsweise. Der Form nach radiale Ellipsen oder
Kreise. Unmittelbar an der Jahrringgrenze kom-
men außer den großen Gefäßen der Frühzone auch
ganz englumige vor. Gefäße der Spätzone sich der
Jahrringgrenze zu allmählich verjüngend. Im äußer-
sten Spätholz Lumina kaum größer als die der Holz-
fasern oder der Holzparenchyme. Wände mancher
englumigen Gefäße verhältnismäßig stark. Die
zahlreichen Markstrahlen verlaufen in Abständen
von einer Gefäßbreite, seltener von zwei Gefäßbrei-
ten, zuweilen aber auch dichter. Ihr Ablauf ist
gleichmäßig. Die Grundmasse besteht aus einer
Menge Holzfasern von mittlerer Wandstärke. Die
Holzfasern der Spätzone sind etwas dickwandiger,
aber auch deren Lumina gut wahrnehmbar. An
der Jahrringgrenze sind die Holzfasern etwas abge-
flacht. Para- und metatracheale Parenchyme
findet man in geringer Zahl.
R. 3. Für den Radialschnitt sind homogene
Markstrahlen kennzeichnend. Die Zellen stellen
kurze Ziegelformen oder Quadrate dar.
T. 4. Im Tangentialschnitt fällt die große Anzahl
der Markstrahlen auf, die im allgemeinen ein-
schichtig sind und höchstens an den Mittelteilen
zweischichtig werden. Dreischichtige Markstrah-
len findet man jedoch selten. Einzelne Markstrah-
len breiten sich in ihrem Ablauf wiederholt aus,
was auf ihre Verschmelzung schließen läßt. Ihre
Höhe ist verschieden : sie schwankt zwischen
einigen wenigen und 70 bis 80 Zellen. Zellen-
querschnitte Ellipsen, mitunter Ziegelformen.
Kantenzellen im allgemeinen kaum höher als die
inneren. Zuweilen kommen auch unter den inne-
ren sehr langgestreckte, ziegelförmige Zellen vor.
Ablauf der Gefäße und der Holzfasern gleichmäßig.
Tangentialwände der letzteren nur sehr spärlich
betüpfelt.
E, Gefäße nicht mannigfaltig. Ihre Wände
sind mittelstark, mit einfachen quer liegenden
207
Perforationen, die an Form und Größe den Gefäß-
lumina entsprechen. Wände von Hoftüpfeln
bedeckt. Diese sind zerstreut oder gruppenweise
verteilt. Zuweilen formen sie auch ausgeprägte
Reihen. Die gemeinsamen Wände der einander
berührenden Gefäße mit alternierenden Hoftüpfeln
reich bedeckt. Diese sind waagerechte Ellipsen
und berühren einander nicht, oder bloß an ganz
kleinen Flächen. Die Höfe stellen regelmäßige
Ellipsen dar, die Poren kommen den Hofgrenzen
ganz nahe heran. An den anderen Wänden erschei-
nen die Hoftüpfel gewöhnlich als Ellipsen oder
Kreise, es kommen aber auch mehr gestreckte
Formen vor. Poren durchschreiten die Höfe selten.
Berühren sie sich mit Holzparenchymen und Mark-
strahlen, so umfassen sie die Höfe gewöhnlich
ganz ; sonst sind die Poren kürzer, und folgen nur
einigermaßen den Umrissen der Höfe. Auch ganz
glatte Flächen kommen vor. Tracheiden dürften
hier fehlen (aj^).
Größe und Breite der Holzfasern ziemlich ein-
heitlich. Wände mittelstark, ab und zu dünn. Tan-
gential spärlich, radial zahlreich mit sehr kleinen,
schrägen, ellipsen-, linsen- oder spaltförmigen
einfachen Tüpfeln bedeckt (dx^).
Fasertracheiden fehlen vermutlich auch.
Die Holzparenchym- und Markstrahlzellen sind
dünnwandig, metatracheale länger, paratracheale
im allgemeinen kürzer Tangentialwände
der Markstrahlzellen reich, radiale spärlicher betüp-
felt. Die Tüpfel sind sehr klein. An den sich mit
Gefäßen berührenden Formen die Tüpfel i. allg.
größer (g). (J.)
Gattung 69. Caragana
CARAGANA ARBORESCENS Lam.
Erbsenstrauch
Peashrub, Siberian Pea-tree
Tafel 149
Verbreitungsgebiet : Sibirien, Nordchina. Von
Sibirien aus in Europa verbreitet.
Q. 1, 2. Ringporiges Holz. Das Querschnittsbild
stimmt mit dem von Colutea fast ganz überein, so
daß die Unterscheidung Schwierigkeiten bereitet.
Ein geringfügiger Unterschied zeigt sich haupt-
sächlich in der Form der Gefäße, ferner in der Form
der lichteren Flecke oder verzweigenden Streifen
in der Spätzone. Gefäße von unregelmäßiger Form,
fallweise eckig. Die lockerer gebauten Teile der
Holzparenchymzellen und Ersatzfasern haben
gegen die Grundmasse zu keine so scharfen Ab-
grenzungen, wie bei Colutea, sondern es sind zwi-
schen denselben Übergänge zu beobachten.
-R. 3 u. T. 4. Tangential- und Radialschnitt
wie bei Colutea.
E. Im feineren Gefüge der Elemente sind einige
Unterschiede feststellbar. Die Querporen der Hof-
tüpfel der Gefäße sind hier noch größer als bei
Colutea. Außer den an beiden Enden offenen Gefäß-
gliedern findet man unter den engeren Gefäßen
auch solche, deren ellipsen- oder unregelmäßig
kreisförmige Perforationen an den Enden der
Gefäßglieder auftreten. In solchen Gefäßen befin-
den sich nur viel kleinere Hoftüpfel. Poren spalt-
artig, in schräger Lage. Struktur der übrigen Ele-
mente wie hei Caragana grandiflora (dY__2, f g±_2,
h, i^3). (A.)
CARAGANA GRANDIFLORA DC.
Kaukasischer Erbsenstrauch
Pea-tree
Tafel 150
Verbreitungsgebiet : Süden der Sowjetunion,
Turkestan, Sibirien. Kaum 1 m hoher Strauch.
Q. 1, 2. Strukturell der C. arborescens ähnlich.
Von dieser nur insofern einigermaßen abweichend,
daß die Gefäßgruppen in den Jahrringen der C.
arborescens lose, in den der C. grandiflora aber
eher in dreieckförmigen Streifen angeordnet sind,
die gegen die Jahrringgrenze zu stufenweise kleiner
werden. An der Jahrringgrenze formen die Gefäß-
gruppen bereits einen zusammenhängenden Poren-
ring.
R. 3. Struktur stimmt im wesentlichen voll-
ständig mit jener der C. arborescens überein.
T. 4. Auch in dieser Ansicht der C. arborescens
sehr ähnlich. Ein geringer Unterschied besteht in
der Höhe der Markstrahlen, die in diesem Holz
einigermaßen niedriger und etwas gedrungener
sind. Die 2—3schichtigen Markstrahlen sind hier
8—10—12, ausnahmsweise 16—18 Zellen hoch.
Bei C. arborescens sind die Markstrahlen 2 3 (4)
Zellenschichten breit, 15 20 25 Zellen hoch,
und es kommen sogar noch höhere vor. Ersatz-
fasern bedeutend weniger als in der C. arborescens.
Gefäßglieder durch breite Holzfaserballen von-
einander getrennt.
E. Gefäßglieder verhältnismäßig kurz, gehören
zwei Typen an. Zu dem einen rechnen die niedri-
208
gercn Formen mit einfachen Durchbrechungen
aI1 beiden Enden, während beim anderen Typ
die Perforation sich unterhalb des kürzeren oder
längeren Schnabels befindet. Auch Übergangs-
formen möglich. Gefäßwände mit Spiralverdik-
kungen und Hoftüpfeln. Die Letzteren lose ange-
ordnet. Öffnungen meistens waagerecht oder
etwas schräg (a^).
Tracheidenartige Gefäße mitunter an einem
Ende zugespitzt, während das andere in eine das
ganze Gefäß umfassende einfache Perforation aus-
läuft ^1-2/
Tracheiden und Gefäßglieder ungefähr gleich
groß. Wände — wie bei den Gefäßen — mit Spiral-
verdickungen und Hoftüpfeln, deren spaltförmige
Poren senkrecht oder schräg stehen (c1^3).
Holzfasern dickwandig, mit spärlicher spalt-
artiger einfacher Tüpfelung. Enden der Fasern
manchmal fast nadelartig langgezogen. Länge der
Fasern 450—600 /z, Breite 10—15 p (d±_J.
Ersatzfasern dünnwandig, mit schräg abge-
hackten Enden und kreisförmigen einfachen Tüp-
feln (h).
Holzparenchym 8—100 p hoch und 8—15 p
breit, kleine einfachen Tüpfel verstreut oder in
Gruppen zu 3—4 fä-z).
Markstrahlparenchym. Im Inneren der breiten
Markstrahlen erscheinen die Zellen als waagerecht
langgestreckte Rechtecke. Wände dick, dicht
einfach betüpfelt. Kantenzellen einiger Mark-
strahlen bedeutend höher als die inneren. Form :
Quadrat oder stehendes Rechteck, was für die
einigermaßen heterogene Struktur der Markstrah-
len zeugt. Die einfachen rundlichen Tüpfel in den
äußersten Kantenzellen sind etwas größer als die
Tüpfel der inneren Zellen. Höhe der Markstrahl-
zellen 8—16—27 /z, Breite 5—13 p (g±-b). (J.)
Gattung 70. Colutea
COLUTEA ARBORESCENS L.
Blasenstrauch
Baguenaudier, Biadder-senna, Vesicaria
Tafel 151
In Mitteleuropa sowie in den nördlichen Regio-
nen Afrikas gewöhnlich.
Q. f 2. Ringporiges Holz. Auf den ersten
Blick erinnert zwar diese Art an Laburnum, genauer
betrachtet fallen aber wesentliche Unterschiede
a|jf. Jahrringgrenze wellig ; diese Eigenschaft
hängt jedoch nicht von den Markstrahlen ab.
Weitlumige Gefäße des Frühholzes tangential
unmittelbar an der Jahrringgrenze fest aneinander
geordnet. Lumina stellen radial langgestreckte
Ellipsen dar. Dieser Gefäßreihe folgt nach aus-
wärts eine zweite Reihe. Auch diese Gefäße haben
beinahe die gleichen Lumina. In den darauffolgen-
den Abschnitten findet man gegen das Innere des
Jahrringes zu sich stets verjüngende Gefäße, immer
von Holzparenchymzellen, bzw. Ersatzfasern um-
geben und schräg angereiht. Im Inneren der Jahr-
ringe sind losegebaute Teile von englumigeren
Gefäßen, Tracheiden, Holzparenchymzellen und
Ersatzfasern sichtbar. Diese unterscheiden sieh
von den dickwandigen Holzfasern der Grundmasse
auch in den Farbentönen. Die lichteren Felder
verlaufen zuweilen parallel zur Jahrringgrenze,
oder verzweigen im Inneren des Jahrringes hin-
und herschlängelnd ; manchmal vereinigen sie
sich in breite Flecken. Markstrahlen schmaler
bemessen als z. B. bei Robinia oder bei Laburnum.
An der Jahrringgrenze breiten sich bloß die breite-
sten Markstrahlen aus und auch diese kaum wahr-
nehmbar. Die Porenringe der großen Gefäße sind
in manchen Jahrringen auch in drei Reihen ange-
ordnet.
R. 3. Radialschnitt fast wie bei Laburnum.
Gleich bemessene Gefäßglieder und Tracheiden
befinden sich nicht genau auf gleicher Höhe ange-
ordnet.
T. 4. Markstrahlen i. allg. 1- bis 2-, die größe-
ren auch drei- bis fünfschichtig. Ihre Höhe erreicht
manchmal 50 bis 60 Zellen. Die Anordnung der
Elemente erinnert stark an Laburnum. Auf
Grund der Markstrahlen lassen sich die beiden
Bäume leicht voneinander unterscheiden. Die
Markstrahlen sind hier nämlich bedeutend schma-
ler, die Markstrahlzellenwände bedeutend dünner,
auch die Lumina kleiner. Tangentialschnitte der
Zellen länglichen Vielecken ähnlich. Infolge der
kleineren Markstrahlen erscheint der Ablauf der
Fasern und der Gefäße nicht gewellt.
E. Form und Bau der Elemente ganz wie bei
Laburnum jedoch sämtliche mit bedeutend dün-
neren Wänden (a^^, b, c, ^1-2,/i«2, g). (A.)
COLUTEA CILICICA Boiss.
Kleinasiatischer Blasenstrauch
Tafel 152
Verbreitungsgebiet : Kaukasien, Krim. 3—4 m
hoher Strauch.
14 CregUM
209
Q. 7, 2. Strukturell der C. orientalis ähnlich.
Ein gewisser Unterschied läßt sich vielleicht in
der Anordnung der Gefäße feststellen. Die Grund-
masse besteht auch bei dieser Art hauptsächlich
aus dickwandigen Holzfasern, Fasertracheiden,
Ersatzfasern und spärlichem Holzparenchym ;
unweit der Gefäße, befinden sich viele Ersatzfasern.
R. 3. Reichtum an Markstrahlen und deren
heterogene Struktur auffallend. Während die
mittleren Markstrahlzellen kürzere oder längere
liegende Rechtecke, manchmal fast Quadrate
darstellen, sind die Randzellen eher stehende Recht-
ecke. In den Zellen einiger Gefäßgruppen ist
ein harzartiger Stoff angehäuft.
T. 4. Zeigt gleichfalls viel Ähnlichkeit mit
C. orientalis, doch sind die Markstrahlen etwas
höher und breiter ; manchmal erreichen sie eine
Höhe von 80—100 Zellen. Unter den Markstrahlen
breite Bündel von dickwandigen Holzfasern.
E. Struktur der Elemente stimmt mit jener
bei C. orientalis fast vollständig überein (ar_7,
Cl-4’ ^1-3’/’ £1-2’ ^1-4^* (Ä.)
COLUTEA ORIENTALIS Mill.
östlicher Blasenstrauch
Tafel 153
Verbreitungsgebiet : Kaukasien, Turkestan.
Ein beiläufig 2 m hoher Strauch.
Q. 1, 2. Struktur wie bei C. cilicica, mit dem
Unterschied, daß die Gefäßgruppen von der Jahr-
ringgrenze ausgehend manchmal in Radialrich-
tung angeordnet sind. Die Grundmasse besteht
auch bei dieser Art aus dickwandigen Holzfasern,
Holzparenchym und Ersatzfasern.
R. 3. Strukturell mit der vorigen Art überein-
stimmend. Einiger Unterschied zeigt sich nur in
der Struktur der äußersten Markstrahlzellen, indem
diese quadratförmig oder stehende Rechtecke sind.
T. 4. Struktur mit den vorerwähnten zwei
Colutea-Arten übereinstimmend, die Markstrahlen
sind jedoch in diesem Holz die höchsten und
zugleich breitesten ; manche sind 130 Zellen hoch
und zugleich 4—6 Zellenschichten breit. Äußere
Kantenzellen in einigen Markstrahlen etwas höher,
bzw. weiter als die inneren Zellen, was jedoch
keine allgemeine Erscheinung ist. An einigen Mark-
strahlen läßt sich die heterogene Struktur leicht
feststellen.
E. Strukturell mit den beiden anderen Arti n
fast vollständig übereinstimmend 6’i -2’
^1—3’ f> £1—2’ (*J*)
Gattung 71. Coronilla
CORONILLA EMERl S L.
Strauchivicke
Coronille-baguenaudier, Emero
Tafel 154
Verbreitungsgebiet: Mittel- und Südeuropa.
Q. 1, 2. Struktur des Querschnittes erinnert
an die Colutea-, Caragana-, bzw. Cytisus-Arten. In
einem gewissen Sinne ringporiges Holz, da die
weitlumigeren Gefäße des Frühholzes an der Jahr-
ringgrenze zusammenhängende Porenringe bilden.
Aus den ein-, mitunter zweireihigen Porenringen
ausgehend dringen — wie bei den erwähnten Arten
— stellenweise flammenförmige Gefäßgruppen
bis zur Jahrringgrenze vor, und zerstückeln gewis-
sermaßen die Grundmasse. Mittlerweile können
dieselben sich verzweigen oder auch sich zusammen-
schließen. Der Durchmesser der weitlumigen
Gefäße nimmt gegen die Jahrringgrenze zu stufen-
weise ab. Die Frühgefäße berühren einander
meistens durch ihre Radialwände und sind radial
länger gestreckt. Ab und zu berühren sie einander
auch durch tangentiale oder schräge Wände.
Die größeren Gefäße des Spätholzes sind —
vereinzelt oder auch zu Zwillingsporen vereint —
kreisrund oder kurzellipsenförmig. Diese Gefäße
mit weiteren Lumina sind bereits in der Frühzone
von zahlreichen, ganz englumigen Gefäßen, mit-
unter Tracheiden umgeben und setzen sich durch
weitere Lumina und dünnere Wände von den
dickwandigen Holzfasern und dünnwandigen
Parenchymen der Grundmasse scharf ab.
R. 3. Im Radialschnitt sind die Markstrahl-
zellen stehende Ziegelformen oder Quadrate.
Kurze liegende Ziegelformen noch häufiger. In
den Gefäßzonen reihen sich die Holzparenchym-
zellen gewöhnlich mit mehreren anderen radial
aneinander. Gefäßglieder i gleich lang. Enden
bzw. Perforationen meistens in gleicher Höhe. Dies
besonders bei englumigeren Gefäßen deutlich sicht-
bar. Gefäße mit weiteren Lumina können jedoch
auch kurzgliedrig sein. Die abschnittsweise Anord-
nung der Gefäße und der Holzfasern erscheint auch
am Radialschnitl ausgeprägt.
T. 4. Die mehrschichtigen Markstrahlen
erreichen sogar die Höhe von 50 Zellen und enden
oben und unten gewöhnlich als einschichtige.
Kaiiteiizellen höher als die inneren, manche unter-
210
scheiden sich jedoch kaum von den übrigen. Ihrer
Gestalt nach Ellipsen, Ziegelformen oder andere
eckige Formen. Der abschnittsweise Wechsel der
Zonen der Holzfasern und der Gefäße gut sichtbar.
Die Perforationen der Gefäße richten sich fast
stets radial. Wenn die Enden in gleiche Höhe
geraten, zeigen die ineinander verkeilten Gefäß-
enden stark zickzackartige Linien.
E. Einfache Perforationen der weitlumigen
Gefäßglieder endständig, hingegen die der engeren
fast stets radial. Die Gefäßglieder enden jedoch
auch dann nicht geschnäbelt, sondern quer abge-
rundet. Die Hoftüpfel stellen Kreise oder Ellipsen,
dar. Poren elliptisch, von wechselnder Breite oder
linsenförmig, die Höfe nicht umfaßend. Mitunter
breiten sich die Poren ganz aus, wodurch die Höfe
um sie kaum wahrnehmbar werden. Sämtliche
Gefäße enthalten auch Spiralverdickungen. Schrau-
bengänge gut sichtbar und regelmäßig verlaufend.
Die der weiteren Gefäße spärlicher und etwas
schräg, während die der engeren Gefäße dicht und
etwa unter 45° geneigt verlaufen. Weitere Gefäße
enthalten auch Spiralfäden, deren Lauf der Längs-
achse des Gefäßes annähernd oder ganz entspricht.
Wände sämtlicher Gefäße nur mittelstark fax-fj.
Tracheiden sind den Gefäßen mit engsten
Lumina ähnlich. Ihre Zahl ist gering fc1_2Z
Holzfasern: langgestreckte Formen, länglich
zugespitzt und dickwandig. Lumina oft ganz
verengt. Die ganz dünnen Wände enthalten spär-
liche, spaltartige, einfache Tüpfel
Holzparenchymzellen oft Ziegelformen von
bedeutender Länge. Wände sehr dünn und an
gruppierten Tüpfeln reich. Berühren sie sich mit
Gefäßen, so werden die Tüpfel größer ^-3/
Wände der Markstrahlzellen stärker als die
der Holzparenchymzellen, zuweilen bedeutend
verdickt. An Tüpfeln selbst die Radialwände
reich (g). (J.)
Gattung 72. Cytisus
CYTISUS AUSTRIACUS L.
österreichischer Geißklee
Tafel 155
Verbreitungsgebiet : Südosteuropa, Kaukasien.
Q. 7, 2. An der Jahrringgrenze bilden die
Poren der Frühzone ziemlich zusammenhängende,
zuweilen zickzackartige Gefäßreihen, bzw. Gefäß-
gruppen. Diese Reihen und Gruppen bestehen —
wie bei den vorigen Arten -— aus Gefäßen mit ver-
schiedenen Lumenweiten. Die Gefäßlumina ver-
ringern sich meist allmählich in der Spätzone. Die
Grundmasse enthält Ersatzfasern, Holzfasern,
Holzparenchyme und zwar mehr dickwandige
Holzfasern als Gefäße. Fasern der Früh- und Spät-
zone kaum zu unterscheiden.
R. 3. Im Radialschnitt sind die Markstrahl-
zellen meistens aufrechte Ziegelformen oder
Quadrate. Liegende Ziegelformen selten. Der
Radialschnitt stimmt sonst i. allg. mit dem von
C. sessilifolius überein.
T. 4. Von C. sessilifolius weicht diese Art
hauptsächlich durch die Verschiedenheit der Mark-
strahlen ab. Bei C. austriacus erscheinen die Mark-
strahlen zumeist einschichtig und bloß an den
mittleren Teilen einige Zellen hindurch zwei-
schichtig. Drei Zellen geraten nur ausnahmsweise
nebeneinander. Ziemlich oft verbleiben die Mark-
strahlen durchwegs einschichtig. Ihre Höhe schwankt
zwischen 1 bis 2 und 25 bis 30 Zellen. Noch höhere
— bis zur Höhe von 50 Zellen — entstehen erst
durch die Vereinigung von zwei oder drei Mark-
strahlen. Diese Angaben stimmen mit denen für
C. sessilifolius überein ; die Zellen dieser Art sind
aber höher. Ablauf der Fasern und Gefäße sehr
gleichmäßig. Ansonsten gleicht der Tangential-
schnitt dem von C. sessilifolius. Die Anzahl der
Holzfasern in Vergleich zu den Gefäßen hängt
infolge der tangentialen Anordnung der Gefäß-
reihen von der Schnittstelle ab. Die Endungen
der Gefäßglieder fallen nicht immer und aus-
gesprochen in gleiche Höhe.
E. An den von Hoftüpfeln dicht bedeckten
Gefäßwänden können die Spiralverdickungen eben-
falls fehlen. Die Poren dieser Tüpfel umfassen die
Höfe nicht und sind ellipsenförmig. Sonst werden
die Poren gewöhnlich ziemlich groß, so, daß dabei
die Höfe kaum zu erkennen sind
Auch spärliche Tracheiden vorhanden (c).
Die Wand der Ersatzfasern ist etwas dünner,
aber noch immer genügend stark (h). Dickwan-
dige Formen kommen jedoch auch hier vor und
das sind die Holzfasern. An den Radialwänden
findet man ziemlich häufig einfache Tüpfel. Die
Öffnungen einzelner Tüpfel gestalten sich zu
länglichen, senkrechten Spalten (dl-J.
Holzparenchym- und Markstrahlzellen reich
betüpfelt. Wände der MarkstrahlzeUen kaum etwas
stärker als die der Parenchyme gi-J- (J-)
14*
211
CYTISUS SCOPARIUS LK.
Besenstrauch
Genet, Broom, Ginestra scopareccia
Tafel 156
Verbreitungsgebiet : Mittel- und Südeuropa,
West Sibirien.
Q. 1, 2. Eher ringporiges Holz. Die Ringe
nicht ganz deutlich, da sie an der Jahrringgrenze
mehrfach unterbrochen sind. Englumige Gefäße
der Spätzone von Ersatzfasern und von Holzparen-
chymen umgeben. Dadurch bilden sich im Jahr-
ring Felder von äußerst mannigfaltiger Form und
verschiedener Größe. Ebenso zeigen auch die
Querschnitte der Gefäße ziemlich mannigfaltige
Formen und sind i. allg. sowohl in der Früh- wie
auch in der Spätzone sehr englumig. Die Poren
berühren einander in der Frühzone häufig. Mark-
strahlen größtenteils einschichtig,kaum wahrnehm-
bar, da sich die kurzen Zellen von der Grundmasse
wenig abheben. Die Grundmasse enthält noch
eine Menge von Holzfasern.
R. 3. Markstrahlen von sehr einheitlichem
Gefüge. Kantenzellen etwas höher als die inneren ;
ab und zu auch ganz hohe, aufrechte Formen zu
sehen. Die inneren Zellen mehr kurze Ziegelformen
oder Quadrate, auch unter diesen kommen jedoch
aufrechte Ziegelformen vor. Länge der Gefäß-
glieder einheitlich, auch die Enden meist auf
gleicher Höhe. Wandstärke mittelmäßig. Per-
forationen quer oder schräg. Auch die Perfo-
rationen der englumigen Gefäße befinden
sich an den Enden der Gefäßglieder, aber fast
immer schräggestellt und sind kleiner als der
Gefäßdurchmesser. Sämtliche Perforationen ein-
fach. Weite Gefäße enthalten bloß Hoftüpfel, die
von kurzer Ellipsenform und querliegend sind.
Poren kommen den Hofgrenzen nahe oder errei-
chen sogar diese. Auch größere und einfache Tüpfel
kommen nicht selten vor. Außer den behöften und
einfachen Tüpfeln findet man zuweilen auch ziem-
lich zarte und enggestellte Spiralverdickungen.
T. 4. Im Tangentialschnitt erscheinen die
Markstrahlen zumeist bloß einschichtig und nur
einzelne werden mehrere Zellen hindurch zwei-
oder höchst selten dreischichtig. Höhe derselben
verschieden. Grenzwerte 1 bis 2 Zellen und 50 bis
60 Zellen, gewöhnlich zwischen 10 und 30 schwan-
kend. Zellenquerschnitte mehr länglich, seltener
kreisförmig. Tangentialwände betüpfelt. Die
Gefäßzonen setzen sich von den Holzfasern gut ab.
Tracheiden im Tangentialschnitt sehr häufig an
beiden Enden zugespitzt. Perforationen der Gefäße
radialgerichtet, schräggestellt.
E. Die Gefäße mit engen Lumina enthalten
außer den schrägen behöften Tüpfeln stets auch
Spiralverdickungen. Diese verlaufen schräg, enggr-
stellt und sind verhältnismäßig ziemlich dick
(ai
Tracheiden i. allg. den englumigen Gefäßen
ähnlich. Spiralverdickungen, sowie Hoftüpfel ent-
sprechen denen der Gefäße (cL^).
Holzfasern ziemlich mannigfaltig. Wände ver-
hältnismäßig dünn. Außer den einfachen, sehr
kleinen, kurzelliptischen oder andersförmigen
Tüpfeln findet man zuweilen auch langgestreckte
und spaltartige. Ab und zu sieht man sehr langge-
streckte, undeutliche Spiralverdickungen. Um die
einfachen, kleinen Tüpfel befinden »ich zuweilen
Höfe von unbestimmter Form und Größe (dy. cj.
Die Ersatzfasern und Holzparenchymzellen (f)
unterscheiden sich bloß in der Form. Wände mehr
oder weniger gleich stark. Ihre Länge stimmt mit
jener der Gefäßglieder meist überein.
Wände der Markstrahlzellen mittelstark, reich
betüpfelt (g). (J.)
CYTISUS SESSILIWLIIS L.
Meergrüner Geißklee
Cytise, Cytisus broom, Majella
Tafel 157
Verbreitungsgebiet : Südeuropa, Nordafrika.
Q. 1, 2. Querschnittsbild i. allg. wie bei den
anderen Leguminosen und bei C. austriacus, von
der letzteren Art aber dennoch zu unterscheiden.
Die ziemlich zusammenhängenden, stellenweise
drei-, mitunter vierreihigen Porenringe der Frühzo-
ne sind auch hier vorhanden. Auße r den weitlurnigen
Gefäßen finden wir hier auch englumige* begleitende
Gefäße. Die Anordnung der Gefäßreihen der
Sommerzone gestaltet sich anders, als be i C. aus-
triacus, da bei genannter Art die Gefäßre ihe n
die Jahrringgrenze radial oder schräg durch-
schreiten, während hier dieselben mehrere*, zur
Jahrringgrenze parallele, zusammenhängende*
Ringe bilden. Diese Ringe können wiederholt
unterbrochen und die schräg laufenden Leihe 11
aneinandergeheftet sein, die Ringe sind aber trotz-
dem ganz deutlich zu erkennen. Die Jahrringgre nze*
erscheint auffallend gewellt, da sie in den Mark-
strahlen gewölbt hervortritt, in den Zwi>chen-
212
räumen hingegen stark einwärts gebogen ist. Die
Grenze bleibt aber infolge der Porenringe gut
sichtbar. Markstrahlen ziemlich enggestellt. Mit
ihren großen Zellen und dünneren Wänden setzen
«ich diese von den dickwandigen Holzfasern der
Grundmasse scharf ab. Einzelne Markstrahlen sind
radial kürzer als tangential, wodurch sie sich von
Jen übrigen als quergestellte Ziegelformen gut
absondern.
J?, 3. MarkstrahlzeUen sehr kurz, meist quad-
ratisch, oder kurze, liegende, mitunter aufrechte
Ziegelformen.
T. 4. Das kennzeichnende Bild des Tangen-
tialschnittes bieten die Markstrahlen. Ihre Breite
beträgt 1 bis 3, einige Zellen hindurch auch 4
Zellen. Sie sind im allgemeinen niedrig, ihre Höhe
schwankt zwischen 1—2 und 25—30 Zellen. Es
kommen jedoch auch höhere vor, die durch Ver-
schmelzung entstanden sind. Die Zellen stellen
Kreise, kurze Ellipsen, oder unregelmäßige Formen
dar. Längen- und Breitendurchmesser kaum ver-
schieden. Folglich haben die breiteren und kürze-
ren Markstrahlen eher eine breite und kurze Spin-
del- oder Linsenform. Die breiteren können an
den Enden auch einschichtig auslaufen und oft
unvermittelt enden. Bei den einschichtigen kommen
auch ziegelförmige Zellen vor. Die Kantenzellen
weichen von den inneren gar nicht oder kaum ab.
Markstrahlen ganz homogen gebaut. Verlauf der
Fasern inmitten der Markstrahlen etwas wellig,
bei den Gefäßen eher gleichmäßig, da in ihre
Gruppen die Markstrahlen selten eindringen. Perfo-
rationen der Gefäße fallen in gleiche Höhe. Tangen-
tialschnitt i. allg. dem der übrigen Leguminosen
gleich. Um die Gefäße und auch zwischen densel-
ben kommen ziemlich häufig Holzparenchymzellen
und ersatzfaserartige Gebilde vor. Unter den
Fasern befinden sich auch dünnwandige, kurze
Formen, die einigermaßen den Ersatzfasern ähn-
lich sind. Auch die einfache Betüpfelung wie bei
diesen.
E. Die Gefäße sind im allgemeinen denen der
bereits besprochenen Arten gleich. Die Perforatio-
nen der weitlumigen Gefäße befinden sich an den
Enden. Bei den englumigen Gefäßen geraten sie
an die Seite, enden aber auch dann nicht in Schnä-
beln. Die Spiralverdickungen können bei den
weitlumigen Gefäßen fehlen, besonders wenn die
Hoftüpfel die einander berührenden Wände dicht
bedecken. Die Hoftüpfel weisen Kreis- oder Ellip-
senformen auf. Poren : querliegende schmale
Spalten oder Linsen, die die Höfe ganz umfassen.
Geringe Abweichungen sind aber in beidenRichtun-
gen möglich. Die Höfe der anderen Hoftüpfel
bleiben gewöhnlich klein. Die Poren zeigen an
Form und Größe eine große Mannigfaltigkeit.
Auch diese umfassen die Höfe gewöhnlich ganz.
Tracheidenartige Gefäße und Tracheiden sind eben-
falls vorhanden. Betüpfelung, schraubenartige
Verdickungen wie bei den englumigen Gefäßen
(^1-2,
Holzfasern denen der vorigen Arten gleich,
dickwandig, an Tüpfeln arm. Auch dünnwandige,
kürzere Formen kommen vor (d1_3).
Holzparenchymzellen an Form und Größe ziem-
lich mannigfaltig, reich betüpfelt (f^-J-
Wände der MarkstrahlzeUen stärker, als die der
Holzparenchyme. Radial nur spärlich, sonst reicher
betüpfelt (g^).
Ersatzfasern ziemlich lang, an den Enden schief
(%). (J.)
Gattung 73. Genista
GENISTA RADIATA Scop.
Kugelginster
Genet, Broom, Ginestra stellata
Tafel 158
Verbreitungsgebiet : Südosteuropa.
Q. 7, 2. Xylotomische Struktur jener von Coro-
nilla emerus ähnlich, die charakteristischen Zeich-
nungen des Spätholzes sind jedoch nicht so
ausgeprägt. Weitlumige Ringporen des Früh-
holzes von dickwandigen Holzfasergruppen häufig
unterbrochen. An solchen Stellen dringen die
Porengruppen schräg durch die ganze Jahrring-
grenze. Außer den Gefäßen mit weiteren Lumina
kommen auch ganz englumige vor, dazwischen
Tracheiden, Holzparenchyme sowie Ersatzfasenr
Die Breite der Markstrahlen verschieden, in
ziemlich gleicher Anordnung gewellt, einzelne
ganz kurz.
R. 3. Im Radialschnitt erscheinen die Mark-
strahlzellen als Quadrate, aufrechte oder kurze
liegende Ziegelformen. Radialschnitt sonst wie
bei Coronilla. Gefäß- und Holzfaserzonen wechseln
auch hier miteinander ab. Einfache Perforationen
der Gefäße meistens in gleicher Höhe.
T. 4. Der Tangentialschnitt stimmt im großen
ganzen mit dem der erwähnten Arten überein,
in Einzelheiten zeigen sich jedoch gewisse Unter-
scheide. Markstrahlen ein- bis dreischichtig, ihre
Höhe schwankt zwischen einigen wenigen und
213
60 bis 70 Zellen. Letztere sind vermutlich durch
Verschmelzung zustande gekommen, da sie im
Ablauf wiederholt einschichtig werden. Die Zellen
sind an Form und Größe ziemlich einheitlich
rund-, oder ellipsenförmig, zumeist jedoch eckig
geformt. Die Kantenzellen weichen von den inne-
ren gar nicht oder nur kaum ab. Die englumigen
Gefäßgruppen enthalten spärlich auch Tracheiden,
Holzparenchyme und Ersatzfasern. Die Ersatz-
fasern können von den Holzparenchymzellen durch
die zugespitzten Endungen, von den Gefäßen sowie
von den Tracheiden aber durch die einfachen
Tüpfel unterschieden werden. Ihre Länge stimmt
mit jener der Gefäßglieder und Tracheiden überein.
Auch ihre Enden geraten oft in gleiche Höhe, wie
dies bei Coronilla und auch bei anderen Arten der
Fall ist. Ersatzfasern in unbedeutender Zahl.
Die Holzparenchymzellen bilden gewöhnlich kur-
ze, zwei- bis viergliedrige Reihen, und zwar ver-
einzelt oder in Gruppen geordnet.
E. Elemente gleichen denen von Coronilla;
in der Form, Perforation sowie Lage der Gefäße
ist zwischen den beiden Arten kaum ein Unter-
schied wahrzunehmen. Die Gefäßglieder sind aber
etwas kleiner bemessen. Die Höfe sind von den
Poren fast ganz umfaßt ; ausnahmsweise sogar
durchschritten. Die Poren weisen Linsenformen
von verschiedener Breite oder elliptische Formen
auf. Die schraubenartigen Verdickungen der Ge-
fäße erscheinen gleichfalls ausgeprägt ; bei den
weitesten Gefäßen können sie mitunter auch
fehlen, während sie in den Gefäßen mit engeren
Lumina querliegen oder sich in einer etwas schrä-
gen Lage befinden (a^?).
Über Tracheiden kann nichts besonderes be-
richtet werden. Sie gleichen den englumigeren
Gefäßen (c).
Die Holzfasern haben längere oder kürzere
zugespitzte Formen. Die Wände sind ziemlich
dünn, die inneren Porenmünde ihrer einfachen,
runden Tüpfel breiten sich linsenartig aus. Ihre
Zahl ist unbedeutend (d1^3).
Holzparenchymzellen und Ersatzfasern dünn-
wandig, ziemlich zahlreiche, winzige, runde Tüpfel
enthaltend (f±^ h).
Markstrahlzellen ebenfalls dünnwandig und
— die Radialwände ausgenommen — an Tüpfeln
ziemlich reich. Tüpfel einfach, sehr klein und rund.
In den Wänden der letzteren drei Elemente findet
man — falls sie sich mit Gefäßen berühren
querliegende ellipsen- oder linsenförmige, große
Tüpfel (g^). (J.)
Gattung 74. Gymnocladus
GYMNOCLADÜS DIOICLS K. Koch
Schusserbaum
Chicot, Kentucky coffee tree
Tafel 159
Verbreitungsgebiet : Nordamerika. In Europa
in Parkanlagen gepflanzt.
Q. 7, 2. Mehr zerstreutporiges Holz. Die weit-
lumigen Gefäße berühren einander an der Jahrring-
grenze tangential nur selten. Die Gefäße kommen
meistenteils vereinzelt vor. Ihre Anzahl kaum
oder überhaupt nicht größer als in den mittleren
Teilen des Jahrringes. In der Spätzone nimmt
ihre Zahl auffallend ab. Lumina verjüngen sich
allmählich im Holz der Spätzone, und an der
Jahrringgrenze erscheinen sie kaum mehr breiter
als eine Holzparenchym- oder Holzfaserzelle. Im
allg. vereinzelt, aber auch Zwillingsporen ziemlich
häufig. Ihr Querschnitt kreis- oder ellipsenförmig.
Holzparenchymzellen, Holzfasern und Ersatzfasern
befinden sich meistens im abschließenden Teil
des Spätholzes und an der Jahrringgrenze. Daselbst
umgeben sie entweder die englumigen Gefäße,
oder scharen sich unabhängig von denselben in
kleinere oder größere Felder zusammen. Mark-
strahlen ziemlich zahlreich, häufig um die weiteren
Gefäße schlängelnd. Holzfasern verhältnismäßig
dünnwandig. Lumina stets gut sichtbar.
jR. 3. Im Radialschnitt die kurzen Markstrahl-
zellen der homogenen Markstrahlen deutlich zu
sehen. Die Holzfasern enthalten radial schmal-
elliptische, schräg oder fast senkrecht gestellte
einfache Tüpfel.
T. 4. Im Tangentialschnitt sind die Markstrah-
len 1 bis 4, seltener 5 Zellen breit, Höhe derselben
reicht von 1—3 bis 30—35 Zellen, beträgt aber
zumeist 10—20 Zellen. Diese sind mannigfaltig,
meistens unregelmäßig geformt. Die Kantenzellen
unterscheiden sich von den inneren gar nicht oder
nur wenig.
Querschnitte der Zellen : Kreise oder Ellipsen,
zuweilen abgeflacht oder etwas kantig. Die An-
wesenheit der Holzparenchymzellen und der Er-
satzfasern hängt von der Schnittstelle ab. Neben
den Gefäßen befinden sich beinahe immer para-
tracheale Parenchymzellen. Wände derselben reich
betüpfelt, dagegen die Wände der metatrachealen
Parenchyme und der Ersatzfasern, falls sie sich
mit Gefäßen nicht berühren, an Tüpfeln arm.
214
Holzfasern der Frühzone ziemlich kurz und
jäh endend. In den Mittelteilen der Jahrringe er-
scheinen sie bereits länger und mehr zugespitzt.
Tangentialwände an Tüpfeln arm.
E. Die Elemente, u. zw. Holzfasern, Holz-
parenchymzellen, Markstrahlzellen und Ersatz-
fasern stimmen mit denen der anderen Leguminosae-
Arten i. allg. überein. Die weiteren Gefäße ziem-
lich dickwandig. Die Hoftüpfel bilden verschieden
lange, querliegende Ellipsen. Poren schmal-ellip-
tisch oder spaltartig, kommen an die Hofgrenze
sehr nahe heran oder erreichen sogar dieselbe.
Poren, die sich mit Holzparenchymen berühren,
durchschreiten die Höfe breiter und häufig. Die
Tüpfel der englumigen Gefäße stellen kurze,
schräge Ellipsen dar. Betreffs der Form der Poren,
sowie des Verhältnisses zu den Höfen der vorigen
Baumart ähnlich (a^, d^, f^, h). (A.)
Gattung 75. Halimodendron
HALIMODENDRON HALODENDRON Voss
Salzstrauch
Sait tree
Tafel 160
Verbreitungsgebiet : Kaukasien, Sowjetunion.
Q. 1, 2. Das Querschnittsbild zeigt die charak-
teristische Leguminosae-Struktur. Holz ringporig,
an der Jahrringgrenze bilden die Gefäßgruppen
einen zusammenhängenden Porenkreis ; auf die
Porenkreise des Frühholzes folgen 2—3 Gefäß-
bänder, die mit der Jahrringgrenze parallel ver-
laufen oder etwas wellig sind. Grundmasse be-
steht aus Holzfasern und Holzparenchym ; in
der Nähe der Gefäße kommen Ersatzfasern in
großer Zahl vor.
R. 3. Innere Zellen der Markstrahlen verhält-
nismäßig niedrig, in Radialrichtung meist ziem-
lich langgestreckte, bisweilen stehende Rechtecke.
In den zwischen den Fasern befindlichen Holz-
parenchymzellen sind oft Kalziumoxalatkristalle
angehäuft.
T. 4. Markstrahlen i. allg. 3—4—5—(6) Zel-
lenreihen breit, 1—15—20, ausnahmsweise 35—40
Zellen hoch. Grundmasse hauptsächlich Holz-
fasern, wobei die Markstrahlen von Streifen der
Ersatzfasern eingefaßt sind. Weitlumige Gefäß-
glieder i. allg. zylinderförmig, kurzgliedrig, von
Hoftüpfeln dicht bedeckt, die einander manchmal
nicht berühren, in der Regel aber bieiienwaben-
artig abplatten.
E. Gefäßglieder verhältnismäßig niedrig, Ton-
nen- oder zylinderförmig, an beiden Enden mit
einfacher Perforation. Schnabelartig zugespitzte
Gefäßglieder nicht vorhanden. Öffnungen der
relativ großen Hoftüpfel waagerecht (a^^).
Tracheidenartige Gefäße kurz, an einem Ende
etwas zugespitzt, am anderen mit einfacher Per-
foration. Hoftüpfel mit großen Höfen, deren
Öffnungen waagerechte Ellipsen bilden (bi-zf
Tracheiden spärlich, stellenweise Spiralver-
dickungen
Fasertracheiden verhältnismäßig dünnwandig,
meistens gleichmäßig zugespitzt (e^^).
Die Ersatzfasern mit schiefen Enden stehen
gewöhnlich in Berührung miteinander. In den
Wänden runde, einfache Tüpfel (hj^^).
Die Holzparenchymzellen sind an Form und
Struktur den Ersatzfasern ähnlich, ihre Scheide-
wände liegen aber fast immer waagerecht. In den
Wänden gleichfalls kreisförmige kleine Tüpfel.
Die Kalziumoxalatkristalle sind in den Paren-
chymzellen groß
In den Zellen des Markstrahlparenchyms sind
die Tüpfel klein und kreisrund, manchmal in
Doppelreihen, sonst aber unregelmäßig angeordnet
(gl^)- (J.)
Gattung 76. Laburnum
LABURNUM ALPINUM Bercht. et Prsl.
Alpen-Goldregen
Ebenier ou cytise des Alpes, Citiso delle alpi
Tafel 161
Von Südfrankreich bis Siebenbürgen anzu-
treffen.
Q. 1, 2. Im allg. mit unbedeutenden Abweichun-
gen dem gemeinen Goldregen ähnlich. Ringporiges
Holz. Wie bei L. anagyroides findet man die Gefäße
der Frühzone, die mit den radialen oder tangentia-
len Seiten einander häufig berühren, an der Jahr-
ringgrenze mehr in Gruppen als in Reihen ge-
ordnet. Die Zellen der gut ausgebildeten Grund-
masse verflachen im Spätholz an der Jahrring-
grenfce. Markstrahlen ein- bis zweireihig.
T. 4. Das Gesamtbild dem L. anagyroides
ähnlich.
215
E. Elemente stimmen i. allg. auch mit denen
von L. anagyroides überein, die Gefäße sind hier
jedoch etwas kleiner. Spiralverdickungen weniger
enggestellt, aber etwas dicker. Größe, Form,
Struktur der Hoftüpfel sowie der übrigen Elemente
wie bei L. anagyroides (a^, d^,
gi -3/ (A.)
LABURNUM ANAGYROIDES Med.
Gemeiner Goldregen
Aubour, Golden chain, Avorniello
Tafel 162
In Südeuropa, in Dalmatien heimisch. Splint
gelblich weiß und schmal. Kernholz dunkelge-
streift, enthält abwechselnd gelbe, braune, schwarz-
braune Ringe.
Q- 1, 2. Im Frühholz findet man 2 bis 3
Reihen der weitlumigeren Gefäße in Porenringe
geordnet. Gefäße zuweilen vereinzelt, kreis- oder
ellipsenförmig. Häufiger tangential, teils radial
zu 2 oder 3 in Gruppen geordnet. Diese Gefäß-
gruppen sieht man in der Frühzone des Jahrringes
— noch mehr aber in der Spätzone — in Streifen
angeordnet, die zur Jahrringgrenze parallel ver-
laufen oder schräg gerichtet sind. Die Gefäße
sind überall von Holzparenchymzellen und von
Ersatzfasern umgeben. Diese in die Grundmasse
einverleibten Flecke bilden in der äußersten
Schicht des Spätholzes vollkommen zusammen-
hängende Streifen, die nur von Markstrahlen unter-
brochen werden. Die Grundmasse besteht aus einer
Menge dickwandiger Holzfasern, die, von der
Dichte der lichteren Felder abhängig, als schmalere
oder breitere Streifen erscheinen. In sämtlichen
Leguminosae-Arten reihen sich die breiteren Mark-
strahlen dicht aneinander, zwischen denselben
sind nur selten dünnere Markstrahlen zu sehen.
In manchen Jahrringen breiten sich einzelne Mark-
strahlen genau an der Jahrringgrenze aus. Außer-
dem kommen auch in der Nähe der Gefäßgruppen
und der Ersatzfasern kleinere Ausbreitungen vor.
Die großen Markstrahlen verlaufen i. allg. in
Abständen von 3 bis 4 Gefäßdurchmessern von-
einander ; zwischen denselben ist die Jahrring-
grenze bogenartig eingewölbt.
R. 3. Im Radialschnitt wechseln die gedräng-
teren und dunkler gefärbten Zonen der Holz-
fasern mit den etwa gleich breiten tracheiden bzw.
Gefäßstreifen ab. Die unmittelbar benachbarten
Gefäßglieder und Tracheiden haben dieselbe Länge
und enden auf gleicher Höhe. Dies wiederholt
sich ebenso auch in den übrigen Zonen, so (|aß
auf dem ganzen Schnitt parallel verlaufende
Querlinien zu beobachten sind. Unter den Gefäßen
verlaufen diese Linien gerade, da die Perforatio-
nen ganz waagerecht und in gleiche r Höhe liegen,
zwischen den Ersatzfasern dagege n zickzackartm.
da die Scheidewände sich unter 45° neigen.
T. 4. Wie bei der vorigen Holzart L. alpinum
kommen hier im Tangentialschnitt auch 8 bis 12
Zellenschichten breite Markstrahlen vor. Diese
verjüngen sich unvermittelt, zeigen daher gedrun-
gene Spindelformen. Sie werden ziemlich oft durch
kreisförmige Kantenzellen von etwas größerem
Durchmesser abgeschlossen. Zwischen den ver-
hältnismäßig niedrigen Markstrahlen schlängeln
starke Gefäße und Holzfasern. In der Nähe der von
Ersatzfasern begleiteten Gefäßgruppen scharen
sich gleich lange und enge Gefäße bzw. Tracheiden.
Diese befinden sich aneinandergereiht und die
beiden Enden stehen mit den übrigen auf gleicher
Höhe. Zwischen den großen und breiten Markstrah-
len sieht man auch einschichtige, deren Höhe 2
bis 3 Zellen erreicht.
E. Die weitlumigen Gefäßglieder sind dick-
wandig. Perforationen einfach und fast ausnahms-
los zur Längsachse quergestellt. Radiale wie tan-
gentiale Wände von Hoftüpfeln bedeckt. Höfe
elliptisch, die spaltartigen Poren waagerecht.
Obwohl diese Tüfpel sich berühren, erscheinen sie
dennoch regelmäßig elliptisch. Solche Hoftüpfel
befinden sich bloß an den einander gegenseitig
berührenden Wänden. Kommen die Gefäße mit
Parenchymen und Ersatzfasern in Berührung,
so vergrößern sich die Poren der Tüpfel und
gewinnen die Form von Ellipsen oder Linsen.
Um diese erscheinen die Höfe als schmale und
undeutliche Ringe oder Streifen. Die englumi-
geren Gefäßglieder werden so lang wie bei den
oben behandelten Arten, die Hoftüpfel sind je-
doch kleiner. Außer den Hof tüpfeln sind auch
Spiralverdickungen zu sehen. Diese zeigen >ich
ziemlich fein, gleichmäßig, sehr dicht und schlies-
sen mit der Längsachse einen fast rechten Win-
kel ein; zuweilen wieder findet man sie last in
senkrechter Lage (ax_4).
Die tracheidenartigen Gefäße können anbei den
Tüpfeln auch Spiralverdiekungen enthalten. Die^e
sind gleichmäßig verteilt, jedoch n ersehiedenc!-
maßen langgedehnl. Perforationen einfach, wie
die der Gefäße, aber in schräger Lage, und an den
Gefäßenden entgegengesetzt ungeordnet.
216
Tracheiden der Form nach mannigfaltig, an
beiden Enden zugespitzt, gleichen in Länge und
Breite den englumigeren Gefäßen. Tüpfel und
Spiralverdickungen wie in den obigen Elementen
^1-2/
Holzfasern zerstreut von feinen, sehr kleinen
Tüpfeln spärlich bedeckt ^-4/
Holzparenchymzellen, Markstrahlzellen und Er-
satzfasern gleichen i. allg. denen der vorigen Arten
Gattung 77. Petteria
PETTERIA RAMENTACEA Prsl.
Albanischer Goldregen
Tafel 163
Verbreitungsgebiet : Istrien, Albanien.
Q. 1, 2. Ringporiges Holz. Gefäße der Spät-
zone an der Jahrringgrenze in eine Linie, mitunter
in zwei Reihen geordnet, einander oft berührend,
kreisrund oder elliptisch geformt. In der Anord-
nung der Gefäße, Holzparenchyme und Ersatz-
fasern der schmalen Spätzone kann eine Regel-
mäßigkeit kaum festgestellt werden. Anordnung
der Gefäße, sowie der paratrachealen Parenchym-
zellen und der Ersatzfasern innerhalb der breiteren
Jahrringe wie bei Colutea und Caragana. Die
Grundmasse besteht aus einer Menge von Holz-
fasern mittlerer Wandstärke, sowie aus ziemlich
zahlreich vorhandenen Ersatzfasern. Die enggestell-
ten, 1 bis 4 Zellen breiten verengen sich häufig
zwischen den breiten Gefäßen, während sie sich
an der Jahrringgrenze wieder bemerkbar aus-
breiten.
R. 3. Am Radialschnitt sind quadratische oder
kurze Ziegelformen häufig. Auch die Kanten-
zellen sind Quadrate oder aufrechte Ziegelformen.
Ihre Wände mittelstark, zuweilen aber noch mehr
verdickt. Tangentiale, so wie auch waagerechte
Wände reicher, Radialwände spärlicher betüpfelt.
T. 4. Die Höhe der Markstrahlen erreicht
40—60, ausnahmsweise sogar 100—120 Zellen.
Die Markstrahlzellen stellen Kreise, Ellipsen oder
Vielecke dar.
E. Gefäßwände ziemlich dick. In den weit-
lumigen Gefäßen kommen nur behöfte, in den
englumigen auch schraubenartige Verdickungen
vor.
Hoftüpfel : kurze Ellipsen oder Kreise. Die
Poren umfassen die Höfe fast oder ganz. Die der
weitlumigen Gefäße sind quer-, die der englumigen
schräggestellt (a^, d^, f,_3, h). (A.)
Gattung 78. Retama
RETAMA RHODORHIZOIDES Mey.
Ginster
Tafel 164
Verbreitungsgebiet : Mittelmeerländer.
Q. 1, 2. Ringporiges Holz, dessen Struktur
am Querschnittsbild jener der Ulex und der
anderen Leguminosen, besonders der Genistae
sehr ähnlich ist. Im Frühholz sind die Gefäß-
gruppen an der Jahrringgrenze nur durch 6—8—10
Zellen breite Markstrahlen voneinander getrennt,
im Jahrringfeld zwischen den Markstrahlen fast
schichtenweise angeordnet. Eine charakteri-
stische Eigentümlichkeit der Markstrahlen be-
steht darin, daß sie an der Jahrringgrenze etwas
breiter werden. Die Gefäßgruppen, ferner die
Holzfasern, Fasertracheiden, Holzparenchyme und
Ersatzfasergruppen verlaufen manchmal in welli-
gen Streifen fast parallel mit der Jahrringgrenze.
R. 3. Es fällt auf, daß die dickwandigen
Holzfasern und Tracheiden in Streifen abwechseln.
Mittlere Zellen der Markstrahlen in Radialrich-
tung langgezogen, aber niedrig ; ihre Länge
erreicht manchmal das 8—10 fache der Höhe.
Äußerste Zellen höher als die inneren ; Form
auch bei diesen in Radialrichtung langgezogene
Rechtecke, und nur ausnahmsweise Quadrate
oder stehende Rechtecke. Glieder der breitlumigen
Gefäße kurz ; Wände von zerstreuten oder zu-
sammengedrückten Hoftüpfeln bedeckt. In den
Wänden der breitlumigeren Gefäße, aber auch in
der Wand dünnerer Tracheiden sind dichte Spiral-
verdickungen vorhanden. In einigen Markstrahlen
ist ein harzartiger Stoff anzutreffen.
T. 4. Mark strahlen 1—10 Zellen breit, die
einschichtigen sind kaum 3—4, die breiteren
25—30—50 Zellen hoch. Die äußersten Zellen
der breiteren Markstrahlen sind immer größer
als die mittleren Scheidezellen ; dies bezieht sich
auch auf die meisten Kantenzellen, indem die
Kantenzellen der breiten Markstrahlen bedeutend
höher sind, als die inneren. Diese Markstr&hl-
217
Struktur erinnert in manchen Einzelheiten an die
der Celtis-Arten.
E. Markstrahlen von dickwandigen Holzfasern,
ferner von Ersatzfasern und auch niedrigen Gefäß-
gliedern eingefaßt, deren schiefe Endwände sich
meistens kammartig in derselben Höhe befinden.
Gattung 79. Robinia
ROBINIA PSEUDOACACIA L.
Robinie
Robinier, Black Locust, Acacia cascia
Tafel 165
Urheimat Nordamerika. In Europa schon fast
verwildert. In Ungarn ein wichtiger Baum, welcher
auch in Waldkultur angepflanzt wird. Splint
schmal und gelblich oder grünlichweiß. Die Fär-
bung des Kernholzes kann von gelblichgrün bis
rötlichbraun dunkler abgestuft sein.
Q* 7, 2. Querschnitt dem von Sophora ähn-
lich, also ebenfalls eher ringporiges Holz, obwohl
das Spätholz auch ziemlich großlumige Gefäße
enthält. Außer denselben kommen im Früh-
holz auch ganz klein bemessene Gefäße vor. Die
Frühzone enthält neben den dünnwandigen Holz-
fasern ziemlich zahlreiche Holzparenchyme und
Ersatzfasern. Terminale Parenchymzellen befinden
sich auch in der Spätzone an der Jahrringgrenze.
Um die Gefäße sieht man zahlreiche paratracheale
Parenchyme und Ersatzfasern. Zuweilen zur Jahr-
ringgrenze parallel verlaufend teilen diese als
metatracheale Parenchyme die Grundmasse — be-
sonders in der Spätzone — in kleinere oder
auch größere Felder. Die Grundmasse besteht
größtenteils aus Holzfasern. Die Holzfasern fin-
den — infolge der obigen Anordnung der Ersatz-
fasern und Holzparenchymzellen — eher in der
Mitte des Jahrringes Platz. Größe, Anordnung
und Form der Jahrringgrenze, der Markstrahlen
und der Gefäße wie bei Sophora. Gefäße — die
des Spätholzes ausgenommen — an Thyllen sehr
reich.
R. 3 und T. 4. Tangential- wie Radialschnitte
stimmen mit denen von Sophora überein.
E. Unter den Gefäßen des Frühholzes gibt cs
auch solche mit weiteren Lumina als die von
Sophora. Unterschiede zeigen sich hauptsächlich
in den Hoftüpfeln, obwohl auch in diesem Holz
quergelegene ellipsenförmige aber bedeutend grös-
&crc Hoftüpfel vorkommen. Anordnung der Hof-
tüpfel wie bei Sophora. Ein weiterer Unterschied
ist bei den sich mit Gefäßen berührenden Tüpfeln
der Holzparenchymzellen bemerkbar. Diese großen
Hoftüpfel formen — den mächtigen Poren ent-
sprechend quergelegene Ellipsen von ansehn-
licher Größe, die die ganze Breite der schmaleren
Holzparenchymzellen umfassen (a^.
Die übrigen Elemente stimmen mit denen
von Sophora überein. An Gefäßen mit engeren
Lumina sieht man auch Spiralverdickungen (d,.,
fi-v g)- (A.)
Gattung 80. Sophora
SOPHORA JAPONICA L.
Schnurbaum
Chinese scholar-tree
Tafel 166
In Japan, Korea und China heimisch. In
Europa überall angepflanzt.
Q. 7, 2. In großen Zögen der Gleditschia ähn-
lich, es gibt jedoch auch hier gewisse trennende
Merkmale. Früh- und Spätholz unterscheiden sieh
deutlich voneinander. Im Herbstholz überwiegen
die dickwandigen Holzfasern. Die beiden Zonen
unterscheiden sich auch dadurch, daß sich im
Frühholz überwiegend vereinzelte Poren, bzw.
Zwillingsporen befinden, während im Spätholz
englumigere, radial und auch tangential einander
berührende, mehrgliedrige Gefäßgruppen und die
diese begleitenden Holzparenchymzellen überwie-
gen. Durch Färbung mit Malachitgrün kann auch
in dem Farbenton ein Unterschied zwischen beiden
Holzteilen festgestellt werden. Die dickwandigen
Holzfasern der Spätzone färben sich gleichmäßig
und auf ein dunkleres Grün. Infolge des ringporigen
Holzes fällt die Jahrringrenze gut auf. Die Gefäße
sieht man die Jahrringgrenze entlang, meistens in
eine Linie oder in zwei Reihen geordnet. Ihre
Lumina ungef. so groß, wie bei Gleditschia, kreis-
oder ellipsenförmig. Die Markstrahlen breiten sich
der Jahrringgrenze etwas aus. Das Breiterwerden
an der Markstrahlen an den Gefäßgruppen im
In neren der Jahrringe ist weniger bedeutend al
bei Cercis oder Gleditschia.
R. 3. Im Radialschnitt erinnern sowohl die
weit- als auch die englumigeren trachealen Ele-
mente in Form und Größe an die von Gleditschia,
218
weichen jedoch mit ihrem feineren Gefüge von
diesen etwas ab. Dies macht sich bei den weit-
lumigen Gefäßen in der Größe der Hoftüpfel, bei
den englumigeren aber im Fehlen der Spiral-
verdickungen vorzüglich bemerkbar.
T. 4. Markstrahlen durchschnittlich nur drei-
bis vierschichtig ; es gibt auch ein- und zwei-
schichtige Strahlen, diese sind jedoch bedeutend
kleiner und auch niedriger. Tangentialschnitte
der Markstrahlen Kreise oder Ellipsen. Markstrah-
len eher denen von Gleditschia als denen von
Cercis ähnlich, i. allg. schmaler. Die Höchsten
erreichen auch eine Höhe von 40 bis 50 Zellen.
Ablauf der Holzfasern, sowie der Gefäße gleich-
mäßig.
E. Die Hoftüpfel der weitlumigen Gefäße sind
größer und kommen meistens in enge Berührung
miteinander. Infolgedessen sehen sie querliegen-
den, länglichen Sechsecken ähnlich. Die quer-
gestellten, elliptischen oder linsenförmigen Poren
umfassen die Höfe fast in ihrer ganzen Breite.
Es sind auch Hoftüpfel häufig, deren Form und
Größe von den normalen abweicht. In einzelnen
Gefäßen geraten die Höfe mehr voneinander
entfernt und ordnen sich in mit der Längsachse
des Gefäßes gleichgerichtete, aus 3 bis 4 Reihen
bestehende, senkrechte Zonen. Hoftüpfel der
englumigeren Gefäße größer (a1_^).
Größe und Struktur der übrigen Elemente
wie bei Gleditschia (d1 _4, g)- (A.)
Gattung 81. Spartium
SPARTIUM JUNCEUM L.
Spanischer Ginster
Genet d'Espagne, Rush broom, Maggio
Tafel 167
Im Mittelmeergebiet verbreitet.
Q. I, 2. Xylotomisch in gewissem Gerade den
Coronilla-, Genista- und Cytisus-Arten ähnlich,
weicht aber von diesen einigermaßen ab. Jahrring-
grenze ganz verschwommen. Die Porenringe feh-
len hier ganz. Die größeren und kleineren Gefäß-
reihen und -gruppen sind im ganzen Jahrring
gleichmäßig verteilt, größere Gefäße, Kreise,
Ellipsen oder unregelmäßige Formen darstellend,
zuweilen auch eckig. Nur selten vereinzelt. Mei-
stens berühren sich mehrere, und bilden Reihen
oder Gruppen. Einige holzparenchymatischc Ele-
mente dringen auch zwischen die Holzfasern der
Grundmasse ein. Markstrahlen ziemlich engge-
stellt, ein- bis dreischichtig. Die Abstände da-
zwischen betragen 1 bis 3 oder 4 Gefäßdurch-
messer.
R. 3. Markstrahlzellen vorwiegend liegende
Ziegelformen. Es kommen zwar auch Quadrate
und aufrechte Ziegelformen vor, jedoch in ge-
ringer Zahl. Die Perforationen der Gefäße gera-
ten meistens radial. Der abschnittsweise Wechsel
der Holzfasern und Gefäßzonen auch hier gut
ausgeprägt.
T. 4. Die Markstrahlen erreichen auch die
Höhe von 40 bis 50 Zellen. Sie sind durch Ver-
schmelzung entstanden, da die Höhe der ein-
schichtigen höchstens 20 bis 30 Zellen beträgt.
Die Verschmelzungsstelle ist stets gut erkennbar ;
an derselben, in einer Höhe vor. 20 bis 25 Zellen,
werden die Zellen einschichtig. Markstrahlzellen
im Tangentialschnitt ellipsen- oder linsenförmig.
Einzelne — besonders die Zellen der einschichti-
gen — werden ganz englumig. Kantenzellen kaum
oder nicht höher als die inneren. Die Gefäßglieder-
enden geraten nicht immer auf die gleiche Höhe,
und bieten daher nicht das kennzeichnende Bild,
das bei Coronilla und auch bei anderen Arten
hervortritt. Holzparenchymzellen nur in kurze
Reihen angeordnet, ebenso auch die Ersatzfasern.
Die Wände sind so dünn, wie die der Holzparenchy-
me und weichen von diesen nur insofern ab, daß
sie, von der tangentialen Seite betrachtet, an beiden
Enden zugespitzt erscheinen. Sie können also
nicht als typische Ersatzfasern betrachtet werden.
Unter den Holzfasern kommen auch bedeutend
kürzere und dünnwandige Formen vor, die infolge-
dessen auch am Tangentialbild von den übrigen
scharf absetzen.
E. Unter den Gefäßgliedern haben die weitlumi-
gen eine wechselnde Länge. Außer den mittel-
mäßigen sieht man auch bedeutend niedrigere,
ganz scheibenartige Formen. Perforationen, end-
ständig, quer- oder schräggestellt. Die Perforatio-
nen stimmen an Form und Größe mit den Lumina
der Gefäße überein. Es kommen aber auch kür-
zere Formen vor, bei welchen die Perforationen sich
verengen, gegebenenfalls auch seitwärts geraten.
Hoftüpfel rund oder elliptisch, die Wände dicht,
in Längsreihen geordnet oder bedeckend zer-
streut. Poren an Größe und Form sehr mannig-
faltig, meist elliptisch, linsenförmig, die Höfe
ganz umfassend oder an deren Grenzen sehr nahe
herankommend. Sie erreichen beinahe — zuweilen
219
ganz schmal-spaltartig, manchmal wieder ganz
breit -- die Hofgrenzen, so daß um sie die Höfe
bloß als schmale Streifen erscheinen. In einzelnen
weiteren Gefäßen können die Spiralverdickungen
mitunter ganz fehlen oder kaum erkennbar sein,
in anderen wieder ausgeprägt, aber immer zarter
als bei Coronilla oder Genista. In manchen Ge-
fäßen haben sie — wie bei Coronilla — einen
senkrechten Verlauf. Englumigere Gefäße denen
der bereits behandelten Arten ähnlich (a^).
Da selbst die engsten Formen Perforationen
besitzen, dürften die Tracheiden fehlen. Nach den
übrigen Holzarten zu urteilen, ist aber deren
Vorhandensein immerhin möglich.
Holzfasern dickwandig, denen der übrigen
Arten ähnlich. Sie enthalten eine kleine Anzahl
von winzigen, runden oder elliptischen einfachen
Tüpfeln. Die bereits erwähnten, kurzen dünn-
wandigen Formen sind bemerkenswert (d^^).
Die dünnen Wände der langgestreckten Holz-
parenchymzellen reich betüpfelt ebenso
die Ersatzfasern (h).
Wände der MarkstrahlzeUen dicker als die der
Holzparenchyme. Sämtliche Wände an Tüpfeln
reich. An den Wandteilen, die sich mit Gefäßen
berühren, größere Tüpfel (gi-3). (J.)
Gattung 82. Ulex
ULEX EUROPAEUS L.
Stachginster
Ajonc, Grose, Ginestra marina
Tafel 168
Verbreitungsgebiet : Mittel- und Westeuropa.
Q. 7, 2. Vom xylotomischen Standpunkt ge-
sehen dem allgemeinen Typ der Leguminosae
ähnlich. Jahrringe voneinander nicht abgesondert,
Jahrringgrenzen nicht wahrnehmbar. Dieser Um-
stand zeigt, daß es sich um ein zerstreutporiges
Holz handelt. Die Gefäße sind jedoch innerhalb
der Jahrringe nicht gleichmäßig verteilt, sondern
in Gruppen, in verschieden gerichtete, Kurze,
gedrängte Reihen geordnet. Die Gruppen enthalten
gemischt weit- und englumige Gefäße, sowie auch
Parenchymzellen und Ersatzfasern. Die dickwandi-
gen Holzfasern setzen sich von den Gefäßen und
anderen Gewebeelementen scharf ab. Markstrahlen
enggestellt, durch ihre weiten und kurzen Zellen
von der Grundmasse, aber auch von den Teilen
mit Gefäßen ± scharf abgesondert. In dieser
Beziehung erinnert die Art gewissermaßen an
Cytisus sessilifolius.
R. 3. Im Radialschnitt sind die Markstrahl-
zellen quadratisch oder kurze, liegende Ziegel-
formen. Aufrechte Formen kommen eher nur
unter den Kantenzellen und an Verschmelzungs-
stellen vor, aber auch hier nicht immer (s. Cytisus
sessilifolius). Sonst hat der Radialschnitt keine
besondere Bedeutung.
T. 4. Tangentialschnitt dem von C. sessili-
folius sehr ähnlich : die Markstrahlen auch hier
ein- bis dreischichtig, fallweise einige Zellen hin-
durch auch vier- oder fünfschichtig. Einzelne Zel-
len kurz und weitlumig, der Form nach Kreise,
Ellipsen, Quadrate oder kurze Ziegel. Von den
Markstrahlen der erwähnten Art weichen sie nur
insofern ab, als sie eine beträchtliche Höhe er-
reichen. Die einfachen werden 40 bis 50, die zu-
sammengesetzten auch 100 bis 150 Zellen hoch.
Folglich erscheinen sie als langgestreckte Spindeln
oder ganz langgedehnte Bänder. Die zusammen-
gesetzten Markstrahlen breiten sich wiederholt
aus und verschmälern sich wieder. Infolge ihrer
Höhe gestaltet sich zwischen ihnen der Ablauf
der Fasern und der Gefäße gleichmäßig. Ihre
Struktur ist gleichartig. Die Gefäßglieder enden
nicht immer entschieden auf gleicher Höhe, und
sind mit feinen und dichten Spiralleisten verdickt.
Holzparenchymzellen und Ersatzfasern in kleiner
Anzahl.
E. Gefäße gleichen im allgemeinen denen der
Cytisus-Arten. Die Spiralverdickungen — beson-
ders die der weiteren Gefäße — sind aber hier
vielleicht etwas stärker und ausgeprägter. Die
Höfe der Hoftüpfel stellen Kreise oder Ellipsen
dar und sind kaum wahrnehmbar. Poren entweder
breitere Ellipsen — dann umfassen sie die Höfe
nicht ganz —, oder manchmal schmalere oder
breitere Linsen-, fallweise Spaltenformen ; dann
umfassen sie die Höfe ganz, und durchschreiten
diese sogar mitunter
Auch Tracheiden vorhanden, die den Gefäßen
mit engeren Lumina ähnlich sind (c).
Manche Holzfasern sind derart dickwandig,
daß die Lumina bloß als schmale Streifen erschei-
nen. Es kommen aber auch Formen mit dünneren
Wänden vor (d4_3)
Holzparenchymzellen i langgestreckte Zi< g<
formen. Wände — besonders die sich mit Gefäßen
berühren — an großen ellipsenförmigen Tüpfeln
reich (fi-3Z
220
Ersatzfasern dünnwandig, mit schrägen End-
wänden (h).
Markstrahlzellen verhältnismäßig groß. Die
Wände sind kaum stärker als die der Parenchyme
und enthalten zahlreiche Tüpfel. An den sich mit
Gefäßen berührenden Wänden findet man beson-
ders große, querliegende, ellipsenförmige oder
auch zugespitzte Tüpfel. Manche Wandteile — be-
sonders an den Kanten — stärker verdickt ; diese
dienen als Stützpfeiler. Stellenweise sind mehrere
Zellen hindurch in gleicher Höhe gelagerte und
die Tangentialwände verbindende, trabeculaartige
Gebilde zu beobachten. Die Anhaftungsstellen
breiten sich sohlenartig aus (g1-J. (J.)
Gattung 83. Wistaria
WISTARIA SINENSIS Sweet
Glyzine, Blaue Akazie
Tafel 169
Dieser aus China stammende, 8—10 m hoch
kletternde Strauch wird als beliebtes Ziergewächs
auch in Europa überall angepflanzt.
Q. 7, 2. Kann eher für zerstreutporiges Holz
gelten, da die großlumigen Gefäße an der Jahrring-
grenze keinen . ausgesprochenen, zusammenhän-
genden Porenkreis bilden. Gefäße weit auffallend,
mit einem Durchmesser von 20 bis 210—220 /z.
Die weitlumigen Gefäße i. allg. einzelstehend,
manchmal aber sich als Zwillingsgefäße aneinander
schmiegend, wobei die Berührungswand gewöhn-
lich radial und nur ausnahmsweise schräg oder
waagerecht ist. Ihre lianartige Struktur ist jener
der Vitis und der Clematis ähnlich. Die Grund-
masse besteht aus dickwandigen Holzfasern,
Fasertracheiden und Holzparenchymen, die Ge-
fäße sind von paratrachealem Parenchym ein-
gefaßt. Die 1—8 Zellenreihen breite Markstrahlen
verlaufen zwischen den weitlumigen Gefäßen
in radial geschlängelten Bahnen. In den Mark-
strahlen sind die Zellen in Radialrichtung ge-
streckt, in der Nähe der Jahrringgrenze aber be-
deutend kürzer.
R. 3. Durch außerordentliche Markstrahlen-
höhe gekennzeichnet. Die inwendigen Markstrahl-
zellen sind relativ kurze, liegende Rechtecke, die
randständigen Parenchymzellen etwas kürzer und
höher, ohne jedoch, daß die heterogene Mark-
strahlstruktur für dieses Holz kennzeichnend wäre.
In den breiten Gefäßen Thyllen ziemlich häufig.
T. 4. Die außerordentliche Höhe der Mark-
strahlen ist auffallend. Nebst eine Zelle hohen
Markstrahlen kommen nämlich auch 120—130
Zellen hohe vor, die nicht entschieden spindel-
förmig sind ; besonders die längeren Markstrahlen
können mitunter schmaler, dann wieder breiter
werden. Im Schnitt stellen die Markstrahlzellen
Kreise oder regelmäßige Vielecke dar.
Die weitlumigen Gefäßglieder sind relativ
niedrig, meist niedriger als breit, und von kurzen
paratrachealen Parenchymzellen dicht bedeckt.
In den breiten Gefäßgliedern keine Spiralverdickun-
gen, bei den schmaleren bilden die Enden waage-
recht eine Zickzacklinie ; in diesen gibt es immer
Spiralverdickungen. In den gefäßfreien Zwischen-
streifen findet man stellenweise Holzparenchym-
zellen angereiht, vorwiegend mit großen Kalzium-
oxalatkristallen.
E. Gefäße bei der Beschreibung der Schnitte
bereits behandelt. Durchbrechungen der langen
Gefäßglieder einfach, und gewöhnlich kleiner als
die Gefäßdurchmesser. Oberhalb der Perforationen
meistens keine schnabelförmigen, sondern höch-
stens sehr kurze Fortsetzungen
Tracheidenartige Gefäße nur an einem Ende
durchbrochen (b1).
Holzfasern dickwandig und gewöhnlich tüpfel-
los (dr^3), manchmal aber von einer an gefächerte
Holzfasern erinnernden Struktur.
Die Ersatzfasern manchmal in schräge Wände
auslaufend oder zugespitzt, mit spärlichen ein-
fachen Tüpfeln ^1-2/
Paratracheale Holzparenchymzellen kürzer und
mit einfacher Betüpfelung, die metatrachealen
etwas länger, manchmal 150 p lang, aber nur
10—15 p breit (ß-J- In einigen Holzparenchym-
zellen Kalziumoxalatkristalle.
Markstrahlzellen wurden im Zusammenhang
mit dem Radialschnitt schon behandelt ; die
Tüpfel jener, die Gefäße berühren, sind gewöhn-
lich liegende oder stehende Ellipsen, die der übri-
gen relativ klein und kreisförmig (g^)- (A.)
221
XXVII. THYMELAEACEAE
Gattung 84. Daphne
DAPHNE ALPINA L.
Berg-Seidelbast
Daphne alpine, Laureola alpina
Tafel 170
Verbreitungsgebiet : Mittelmeerländer, Alpen,
Westbalkan.
Q* 1, 2. Aus xylotomischem Standpunkt eher
der D. cneorum ähnlich, jedoch von dieser Art
bis zu einem gewissen Grade unterscheidbar.
Wände der Holzfasern hier noch viel dicker, die
Gruppen der Gefäße und der Tracheiden setzen
sich jedoch von denselben scharf ab. Die weit-
lumigen Gefäße der Frühzone bilden an der Jahr-
ringgrenze einen wiederholt unterbrochenen Poren-
ring, wodurch die Jahrringgrenze — an deren
Bildung die Holzfasern fast gar nicht beteiligt
sind — sichtbar wird. An diese Ringstücke der
Frühzone schließen sich die entschieden radial-
gerichteten Gruppen von englumigen Gefäßen
der Spätzone, sowie Gruppen von zahlreichen
Tracheidenreihen an. Auf diese Weise entstehen
eigenartige, T-, L-, Z- und Y-förmige Gefäßgruppen.
Deren Anzahl geringer als bei D. cneorum, wo-
durch eher die Holzfasern der Grundmasse her-
vortreten. Die Markstrahlen sondern sich schärfer
ab als bei D. arbuscula, sind jedoch noch immer
nicht scharf ausgeprägt. Die entschieden radiale
Anreihung der Holzfasern kann bei dieser Art
nicht beobachtet werden.
R. 3. Markstrahlzellen im Radialschnitt kurze,
liegende oder aufrechte Ziegelformen oder Quad-
rate mit sehr dünnen Wänden, die ähnlich betüp-
felt sind, wie bei den vorigen Arten.
T. 4. Im Tangentialschnitt setzen sich die
Gefäß- und Tracheidenreihen von den Holzfasern
nicht so scharf ab, wie bei D. cneorum. Die Mark-
strahlzellen zeigen meistens längere, schmale
Ellipsen oder Linsenformen. Höhe der Markstrah-
len beträgt gewöhnlich nur einige Zellen. Selbst
die höchsten sind nur 10 bis 12 Zellen hoch.
E. Die Betüpfelung der Gefäße und Tracheiden
wie bei den übrigen Daphne-Arten
Holzparenchymzellen in der Nähe der Gefäße
und Tracheidengruppen, aber auch inmitten der
Holzfasern ziemlich häufig, vereinzelte, längere
Reihen bildend. Ihre Zellen längere Ziegelformen
radial ziemlich schmal, von einfachen, kreis- oder
ellipsenförmigen Tüpfeln ziemlich reich bedeckt
(fis)-
Holzfasern und Fasertracheiden länglich und
zugespitzt. Ihre Wände ziemlich dick, mit kreis-
oder ellipsenförmigen einfachen oder Hoftüpfeln
mit sehr unbedeutenden Höfen bedeckt (dr^ e).
Markstrahlzellen quadratisch, einfach und groß-
betüpfelt (g^2). (J.)
DAPHNE ARBUSCULA Celak.
Ungarischer Seidelbast
Tafel 171
Verbreitungsgebiet : Nur in der Tscheeho-
slovakei, an den Felsen der Muränycr Burgruine.
Q. 1, 2. Im Querschnitt der D. cneorum sehr
ähnlich. Die Gefäß- und Tracheidengruppen setzen
sich jedoch von der Grundmasse noch schärfer
ab. Dieser Unterschied wird durch die sehr dünnen
Wände der Zellen noch gesteigert. Die Gefäß-
und Tracheidengruppen gleichen sonst denen der
vorigen Holzarten, nur sind vielleicht die Reihen
etwas breiter, die Gruppen massiger. Vorwiegend
in radiale Reihen geordnet, schräglaufende Reihen
selten. Die sehr dünnwandigen Holzfasern der
Grundmasse in radiale Reihen geordnet. Zwischen
denen der Früh- und der Spätzone besteht kein
Unterschied ; die Jahrringgrenze ist daher ganz
verschwommen, und selbst aus den Gefäßreihen
kann auf diese nicht gefolgert werden, da auch
diese vollkommen gleichartig erscheinen. Die
Markstrahlen verschmelzen ganz mit der Grund-
masse, und sondern sich nur durch ihre schmalere
Zellen einigermaßen ab. Verlaufen sie aber zwi-
schen Gefäß- oder Tracheidengruppen, so setzen
sie sich von diesen infolge ihrer dünnen Wände
scharf ab.
R. 3. Im Radialschnitt sind die Markstrahlen
nicht leicht zu erkennen. Ihre Zellen stellen gew öhn-
lich stehende Ziegelformen dar. Berühren sie sich
mit Gefäßen, so sind sie — den waagerecht en und
tangentialen Wänden gleich — von großen, run-
den oder kurz-elliptischen, einfachen Tüpfeln
bedeckt. Wenn sie sich aber mit Holzfasern be-
rühren, bleiben die spärlichen Tüpfel ganz klein.
222
T. 4. Auf Grund des Tangentialschnittes kann
diese Art von den vorigen einigermaßen unter-
schieden werden. Die Markstrahlen sind hier
gleichfalls einschichtig, nur ausnahmsweise zwei-
schichtig und bedeutend niedriger als die der
vorigen Arten ; ihre Höhe erreicht höchstens 8 bis
10 Zellen, beträgt aber im allgemeinen nur 2 bis
4 Zellen. Form und Größe wie bei den bereits
beschriebenen Arten. Tangentialwände der Zellen
mit großen, einfachen, runden Tüpfeln dicht be-
deckt. Die dazwischen freibleibenden Wandteile
sind schmal, zuweilen ganz netzartig. Holzfasern
breit und ganz kurz. Ihre Enden tangential kegel-
artig, wodurch sie — besonders die kürzeren —
die Form von »Ersatzfasern« erhalten. Anzahl
der Gefäße und Tracheiden gewöhnlich höher als
die der Holzfasern.
E. Gefäße wie bei der vorigen Art. In einigen
Gefäßen mit weiteren Lumina können die Spiral-
verdickungen fehlen. In dieser Richtung enden
die Holzfasern häufig in Querwänden, wodurch
die Zellen eine längere Ziegelform annehmen. In
ihren Wänden sieht man kleine, einfache Tüpfel
oder Hoftüpfel mit unbedeutenden Höfen. Die
Holzparenchymzellen können von den Holzfasern
durch ihre, derjeniger MarkstrahlzeUen entspre-
chende, Betüpfelung auseinandergehalten werden
Cl~2’ ^1-2, /1-2’ §)• (J*)
DAPHNE BLAGAYANA Fbey.
Königsblume
Tafel 172
Verbreitungsgebiet : Südöstliche Alpen, Bal-
kanhalbinsel.
Q. 7, 2. Kann entschieden zu keiner Gruppe
gerechnet werden, da die Gefäß- und Tracheiden-
gruppen nicht so scharf abgegrenzt erscheinen wie
bei den vorigen Arten. Die Wand der Gefäße ist
dicker, als die der Holzfasern der Grundmasse,
darum kann die Art nicht in die D. mezereum
Gruppe eingereiht werden. Jahrringgrenze ver-
schwommen ; dies ist teilweise der Größe und
Anordnung der Gefäße zuzuschreiben. In einzelnen
Jahrringen befinden sich auch Porenringe von
gewissem Ausmaß. Gefäßreihen und -gruppen
ziemlich breit, meistens radial angeordnet. Mark-
strahlen gleichen denen der vorigen Arten.
R. 3. Im Radialschnitt haben die Markstrahl-
zellen höhere Ziegelformcn. In den Wänden der
Holzfasern sieht man kleinere oder größere,
ellipsen- oder kreisförmige, einfache Tüpfel.
T. 4. Markstrahlen niedrig, ihre Höhe beträgt
2 bis 10, ausnahmsweise 15 bis 20 Zellen. Diese
sind hoch und zeigen längliche, schmale Ziegel-
oder Linsenformen ; deshalb kann die wirkliche
Höhe der Markstrahlen ziemlich beträchtlich sein.
Holzfasern größtenteils ganz kurz. In dieser
Beziehung erinnert die Art an D. arbuscula.
E. Die Gefäßwände — wie bereits gesehen —
verdicken sich nicht in dem Maße wie bei D.
arbuscula und bei anderen, dieser Gruppe ange-
hörenden Arten. Folglich bleiben die Spiral-
verdickungen ganz zart, wie bei D. mezereum
und bei D. laureola, und können aus einzelnen
Gefäßen auch fehlen. Höfe und Poren der Hoftüpfel
— wie bei den übrigen Daphne-Arten —regelmäßige
Kreise (a1..3, c1..2, e, fi-& gi-tf (J«)
DAPHNE CNEORUM L.
Heideröschen
Petite thymelee, Garland flower, cneoro
Tafel 173
Verbreitungsgebiet : von Spanien bis West-
rußland.
Q. 7, 2. Gefäße und Tracheiden dickwandig,
daher von den dünnwandigen Holzfasern der
Grundmasse sich scharf absetzend. Zwischen den
Gefäßgruppen der Früh- und Spätzone kein Unter-
schied. Die Gefäße — und überhaupt sämtliche
Elemente — sind kleiner als beiden bereits be-
sprochenen Arten. Gefäßreihen, bzw. -gruppen
radial oder schräg. Gefäße der Frühzone können
sich an der Jahrringgrenze auch tangential an-
reihen. Die einzelnen Reihen und Gruppen kom-
men gewöhnlich in gegenseitige Berührung. Die
Gefäße mit breiteren Lumina der einzelnen Gruppen
meistens vereinzelt, fallweise berühren sich zwei,
seltener drei miteinander. Dieselben sind kreis-
rund oder regelmäßig vieleckig, mitunter unregel-
mäßig geformt. Die radiale Anordnung der Holz-
fasern der Grundmasse fällt auch hier auf. Ele-
mente der Früh- und Spätzone weisen keinen
Unterschied auf, daher die Jahrringgrenze ganz
verschwommen. Ihre Lage kann nur aus den
Gefäßreihen und aus einer Reihe abgeflachter
Fasertracheiden vermutet werden. Markstrahlen
gleichfalls einschichtig. Infolge ihrer kurzen Zellen
223
können sie von der Grundmasse bloß durch die
Betüpfelung ihrer waagerechten Wände einiger-
maßen abgesondert werden.
R. 3. Im Radialschnitt erscheinen die Mark-
strahlzellen meistens als aufrechte Ziegelformen
oder Quadrate. Liegende Ziegelformen sind selten.
Sie sind i. allg. etwas kleiner als die Zellen der vori-
gen Arten. Die Grundmasse besteht aus dünn-
wandigen Holzfasern. An Form und Größe gleichen
diese Elemente den Fasertracheiden von D.
mezereum. Ihre Wände enthalten kleine, runde oder
elliptische Tüpfel. Entgegengesetzt angeordnete
kreuzen sich gewöhnlich. Bei einer gewissen Ein-
stellung können an ihrer Stelle kleine Höfe beob-
achtet werden. Es ist möglich, daß es sich um
Hoftüpfel mit sehr unbedeutenden Höfen handelt,
aber selbst in diesem Falle kann nicht von echten
Fasertracheiden gesprochen werden.
T, 4. Tangentialschnitt dem von D. mezereum
sehr ähnlich. Diese Ähnlichkeit tritt besonders
Markstrahlen und bei den kurzen, breiten Zellen
der Grundmasse hervor. Einen weiteren Unter-
schied ergeben die schmalen, gerade verlaufenden
Streifen der dickwandigen Gefäße und der Tra-
cheiden.
E. Gefäße — von den stärkeren Wänden abge-
sehen — ganz wie bei den vorigen Arten. Poren
der kreisförmigen Hoftüpfel meist ebenfalls Kreise.
Die inneren Porenmündekönnen sich jedoch waage-
recht ausbreiten, die Ränder sich abrunden
Cl-2’ ^1-6? /1-2’ #1-2^- (J*)
DAPHNE LAUREOLA L.
Lorbeer-Seidelbast
Laurier des bois^ Spurge laurel, Laureola
Tafel 174
Verbreitungsgebiet : Südeuropa, Westasien.
Q. 7, 2. Von rein xylotomischem Standpunkt
aus gesehen stimmt diese Art mit D. mezereum
vollkommen überein, die Absonderung erscheint
fast unmöglich. Am Querschnittsbild ist aber die
Anzahl der Gefäße noch geringer. Die Gruppen an
Gliedern ärmer und von der Grundmasse weniger
abgesetzt.
R. 3 und T. 4. Am Tangentialschnitt kann
als Unterschied erwähnt werden, daß hier die
Markstrahlzellen und folglich auch die Mark-
strahlen regelmäßiger und gleichmäßiger er-
scheinen. Dies folgt auch daraus, daß die Faser-
tracheiden hier etwas enger und länger sind wie
bei D. mezereum.
E. Bei den Fasertracheiden sind die Höfe der
Hoftüpfel nur undeutlich sichtbar ; es kann des-
halb oft nicht leicht entschieden werden, ob be-
höfte oder einfache Tüpfel vorliegen
el-2’ /1-2’ §)• (J-)
DAPHNE MEZEREUM L.
Seidelbast
Mezereon, Mezereon, Fior di stecco
Tafel 175
Verbreitungsgebiet : Europa, Kaukasien, Altai-
Gebirge.
Q. 7, 2. Anzahl der Gefäße im Vergleich zur
Grundmasse klein. Mit Tracheiden zusammen
in kleinere oder größere Gruppen geordnet. Die
Gruppen der Frühzone schmiegen sich an die
Jahrringgrenze unmittelbar an und sind mehr
tangential langgestreckt, obwohl Jahrringe vor-
kommen, in welchen man die Gefäßgruppen der
Frühzone auch radial angereiht vorfindet.
Die Gefäßgruppen der Frühzone enthalten
größtenteils weitlumige Gefäße, zwischen denen
bloß wenige Gefäße oder Tracheiden mit engen
Lumina eingebettet sind. Die weitlumigen Gefäße
berühren einander. Querschnitte erscheinen als
Ellipsen oder häufiger als radial langgezogene
Vielecke. In der Spätzone verringern sich die größe-
ren Gefäße der Gefäßgruppen allmählich, wogegen
die Anzahl der englumigen Gefäße und der
Tracheiden steigt. Im äußersten Teil des Spät-
holzes sind sämtliche Glieder der Gefäßgruppen
nur Tracheiden oder sehr englumige tracheiden-
artige Gefäße. Es kommen unter ihnen bloß
wenige vereinzelte Gefäße mit weiten Lumina
vor. Die Gefäßgruppen der Spätzone finden
über die Jahrgrenze hinaus ihre Fortsetzung in
Gefäßgruppen, die eher den Charakter der Früli-
zone tragen ; es besteht also ein Zusammen-
hang zwischen Gefäßgruppen der Früh- und
Spätzonen. Selbstredend sind die Gruppen der
Sommerzone — auch infolge der englumigen
Elemente — stets kleiner als die Gruppen der
Frühzone.
Die Grundmasse besteht aus Holzparenchym
und aus einer Menge von Fasertracheiden. Zwi-
224
sehen denen der Früh- und der Spätzone kannT
nur in der Größe ein Unterschied festgestellt
werden. Die der Spätzone flachen an der Jahrring-
grenze möglicherweise etwas ab. Die leicht ge-
wellte Jahrringgrenze bleibt trotzdem verschwom-
men, kaum wahrnehmbar. Markstrahlen ein-
schichtig, ziemlich enggestellt. Ihre schmalen und
kurzen Zellen von der dünnwandigen Grundmasse
nicht besonders scharf abgesetzt. Fasertracheiden
stellenweise, besonders in der Frühzone in aus-
geprägte radiale Reihen geordnet, meistens quadra-
tisch, hingegen erscheinen diejenigen, die nicht
auf diese Weise in Reihen geordnet sind, vieleckig.
Inmitten derselben kommen auch englumige vor.
R. 3. Markstrahlzellen mehr oder weniger
quadratisch. Es gibt jedoch auch kurze aufrechte
oder liegende Ziegelformen. Die Holzparenchym-
zellen bilden an den Gefäßen, fallweise inmitten
der Fasertracheiden, gewöhnlich vereinzelte Rei-
hen. Die Gefäße und Tracheiden sondern sich von
den Fasertracheiden durch ihre spirale und
behöfte Verdickungen gut ab. Die Perforationen
der Gefäßglieder geraten auf dieser Seite in eine
mehr oder weniger gleiche Höhe.
T. 4. Markstrahlen einschichtig, nur selten
je eine Zelle hindurch zweischichtig. Ihre Höhe
verschieden, schwankt zwischen 1 oder 2 und 20
bis 30 Zellen, bleibt aber zumeist unter 10 Zellen.
Form und Größe der Zellen verschieden. Es kom-
men Ellipsen-, Linsen-, Ziegelformen, mitunter
Quadrate oder andere unregelmäßige Formen vor.
Der Verlauf der Markstrahlen gewellt, gebogen,
die Zellen geraten nicht immer genau unter ein-
ander. Ablauf der Gefäßgruppen gleichmäßig.
Perforationen radial oder endständig.
E. Die Gefäßglieder unterscheiden sich mehr
durch ihre Breite als durch ihre Länge. Perforatio-
nen einfach, meistens Kreise oder Ellipsen, be-
finden sich entweder ganz am Ende der Gefäß-
glieder oder etwas entfernter seitwärts. Alsdann
enden die Gefäßglieder stumpf abgerundet. Wände
der Gefäße ziemlich dünn und — besonders^die
der breiteren Gefäße — mit Hoftüpfeln dicht
bedeckt. Höfe sämtlicher Hoftüpfel von regel-
mäßiger kreisrunder Form. Diese Höfe verbleiben
auch dann, wenn sie einander — ausnahms-
weise — berühren. Im allg. geraten sie jedoch in
kleinere oder größere Abstände voneinader und
bedecken die Wände zerstreut oder in einiger-
maßen längliche Reihen geordnet. Poren regel-
mäßige Kreise, stets bedeutend kleiner als die
Höfe. Sämtliche Gefäße enthalten auch Spiral-
verdickungen. Diese erscheinen bei den Gefäßen
mit weitesten Lumina ziemlich undeutlich, bei
den englumigen hingegen scharf ausgeprägt, ziem-
lich dick, aus den Wänden stark hervorstehend.
Sie verlaufen in regelmäßigen, gleichen Abstän-
den, bis zu 45° geneigt, mitunter waagerecht
(ai -s)-
Tracheiden 4z den englumigeren Gefäßgliedern
gleich, jedoch an den Enden mehr zugespitzt,
ohne Perforationen (c).
Fasertracheiden von breiter, kurzer Form.
Lumina gewöhnlich den Enden zu sich jäh ver-
engend.
Wände tangential wie radial reich betüpfelt.
Höfe der Hoftüpfel Kreise, seltener kurze Ellipsen.
Größe derselben verschieden, sie erreicht jedoch
die der Gefäßtüpfel nicht. Poren an Form sowie
an Größe sehr mannigfaltig, gewöhnlich von
schmaler Linsen- oder Spaltform, die Höfe ganz
umfassend, oft dieselben durchschreitend. Ent-
gegengesetzt angeordnete Poren kreuzen häufig
einander. Bei den einfachen Tüpfeln handelt es
sich natürlich bereits um Holzfasern. Wegen der
mannigfaltigen Übergänge ist ihre Auseinander-
haltung und Absonderung nicht leicht (d±^
ei -2/
Holzparenchymzellen von langgestreckter Ziegel-
form, oft an beiden Enden zugespitzt. Wände
dünn und von großen, runden, einfachen Tüpfeln
dicht bedeckt (fi~^)-
Wände der Markstrahlzellen gleichfalls dünn.
Die einfachen Tüpfel — denen der Holzparenchyme
gleich — von bezeichnender Größe. Die kreis-
förmigen oft sogar größer als die der Holzparen-
chyme. An den sich mit Fasertracheiden berühren-
den Wänden erscheinen sie auffallend dicht
(s^)- (J-)
Gattung 85. Thymelaea
THYMELAEA HIRSUTA Endl.
Rauchhaariger Vogelkopf
Tafel 176
Verbreitungsgebiet : Mittelmeerländer. Kleine-
rer Strauch.
Q. 19 2. Gefäße selten vereinzelt, meistens
mit Tracheiden und Holzparenchymen zusammen
in Porengruppen oder Porenstrahlen geordnet.
Die Porenstrahlen verlaufen schräg oder radial.
15 Greguai
225
Gefäße der Früh und Spätzone an Größe und Form
kaum verschieden ; die Jahrringgrenze erscheint
deshalb ziemlich verschwommen, selbst durch die
Holzfasern bzw. Fasertracheiden der Grundmasse
nicht deutlich hervortretend. Die Wände dieser
Elemente sind verhältnismäßig dick, deshalb
setzen sich auch die Gefäßgruppen nicht scharf
ab. Markstrahlen einschichtig, enggestellt, zu-
weilen kaum auf 1—2 Faserbreiten voneinander
entfernt. Im Querschnittsbild können die para-
und metatrachealen Parenchymzellen nur äußerst
schwierig erkannt werden.
jR. 3. MarkstrahlzeUen meistens ganz oder an-
nähernd quadratisch. Auch aufrechte Ziegelformen
sind ziemlich häufig ; diese können die übrigen
an Höhe zwei- oder gar dreifach übertreffen. Kurze,
liegende Ziegelformen seltener. Gefäßglieder und
Tracheiden annähernd gleich groß, ihre Enden
geraten also häufig in gleiche Höhe. Holzparen-
chymreihen in der Grundmasse häufig, durch ihre
dünnen Wände von den Fasern gut abgesetzt.
Reihen ziemlich kurz und undeutlich ; zuweilen
nur aus 1—2 Zellen bestehend.
T. 4. Die dicht verlaufenden Markstrahlen
werden nur äußerst selten zweischichtig und auch
dann nur ein bis zwei Zellen hindurch. Ihre Höhe
schwankt zwischen 1 und 25 bis 30 Zellen. Niedri-
gere sind i. allg. häufiger. Die Zellen zeigen meistens
niedrigere oder höhere Ziegel- oder an beiden Enden
ziemlich zugespitzte Linsenformen. Größe und
Anordnung der Längszonen der Gefäße und Tra-
cheiden unregelmäßig. Von den faserigen Teilen
setzen sich dieselben nicht scharf ab.
E. Gefäßglieder: Wände mittelstark, Perfora-
tionen einfach, endständig und querliegend, ge-
raten nur in den engsten Gefäßen seitwärts.
Wände an Hoftüpfeln ziemlich reich. Die Höfe
bilden Kreise oder kurze Ellipsen. Poren querlie-
gend oder schräg, spaltförmig oder von breiterer
Linsenform, umfassen die Höfe ganz, oder kom-
men an deren Grenzen ganz nahe heran. In einzel-
nen Gefäßen sieht man zarte Spiralverdickungen
Auch tracheidenartige Gefäße kommen
vor (b).
Die Tracheiden weisen Formen auf, deren
Länge mit dem Längenmaß der tracheidenartigen
Gefäße übereinstimmt (b). Enden schmal, abge-
rundet. Wände reich betüpfelt ((^-z).
Fasertracheiden und Holzfasern können sehr
schwer voneinander unterschieden werden. Sie
sind von dickwandiger, langgestreckter, zugespitz-
ter Form. Tüpfel radial ziemlich häufig. Höfe der
Hoftüpfel an den Fasertracheiden oft derart
verschwommen und undeutlich, daß es meistens
beinahe unmöglich festzustellen ist, ob behöfte
oder einfache Tüpfel vorliegen. Die Poren der
Hoftüpfel, aber auch die der einfachen Tüpfel
schräggestellt und spaltartig (d^^, e).
MarkstrahlzeUen und Holzparenchymzellen dünn-
wandig. Für alle ist die Anwesenheit von kreis-
oder ellipsenförmige Tüpfeln au allen Seiten kenn-
zeichnend. Kleine, punktartige Tüpfel selbst an
einander berührenden Wänden höchst selten.
Tüpfel der sich mit Gefäßen und Tracheiden be-
rührenden Wände größer als die der übrigen
(fl-4, gl-t)- (J-)
XXVIII. CNEORACEAE
Gattung 86. Cneorum
CNEORUM TRICOCCUM L.
Zwergölbaum
Tafel 177
Verbreitungsgebiet : Mittelmeerländer.
Q. 7, 2. Halbringporiges Holz. Gefäße un-
mittelbar an der Jahrringgrenze locker und weit-
lumig (im Durchmesser 15—45 ^), in den Jahr-
ringen dem Spätholz zu allmählich enger werdend.
Mitunter sind sie in Nester gehäuft, wie das für
Thymelaeaceae überhaupt charakteristisch ist. Die
Grundmasse besteht aus dickwandigen Holz-
fasern, Fasertracheiden und etwas dünnwandigem
Holzparenchym. Die vorwiegend einschichtigen
Markstrahlen schlängeln sanft gegen die Peri-
pherie zu. MarkstrahlzeUen verhältnismäßig kurz
und dickwandig.
7?. 3. Auf diesem Schnitt ist die heterogene
Markstrahlstruktur etwas auffälliger. Die inneren
Zellen der Markstrahlen sind kurze liegende Recht-
ecke, die äußersten Zellen, also die Zellen der
einschichtigen Markstrahlpartien eher quadra-
tisch oder stehende Rechtecke. Wo die Markstrahl-
zellen längliche Gefäße berühren, bilden sich in
den Zellen des Markstrahlparenchyms verhältnis-
mäßig große und einfache Tüpfel, während es an
226
den die Fasern berührenden Partien nur kleine
einfache Tüpfel gibt.
T. 4. Markstrahlen einschichtig, nur ziemlich
selten zweischichtig. Die Zellen der einschichtigen
Markstrahlen stellen im Schnitt mindestens dop-
pelt so hohe als breite stehende Ellipsen dar, die
der zweischichtigen sind, gleichfalls elliptisch oder
eckig, aber keinesfalls kreisförmig, wie im Atlas
von Huber—Rouschal dargestellt. Mitunter er-
reichen die Markstrahlen eine Höhe bis zu 40—45
Zellen, in der Mitte sind sie 10 Zellen hindurch
zweischichtig. Bisweilen sind die randständigen
Markstrahlzellen etwas höher als die innenständi-
gen, wodurch die heterogene Struktur sichtbar
wird. Bei einigen Schnittpartien folgen abwech-
selnd dickwandige Holzfaserschichtcn und Gefäß-
schichten von gleicher Breite aufeinander. In
den breiteren Gefäßen hofbetüpfelte und spirale
Verdickungen ; Gefäßglieder meistens einfach
durchbrochen.
E. Gcfäßglieder verhältnismäßig schmal und
langgestreckt, an beiden Enden schnabelförmig
zugespitzt. Unter dem Schnabel einfache Per-
foration. Hoftüpfel mit waagerechten Öffnungen
in lockeren Reihen angeordnet. Dichte Spiral-
verdickungen
Auch tracheidenartige Gefäße mit nur einer
runden Perforation kommen vor (b1^2).
Tracheiden stimmen in Struktur und Länge
mit den Gefäßgliedern überein ; beide Enden sind
zugespitzt oder etwas stumpf, Breite 10—15 [jl
Holzfasern dickwandig, spärlich schrägspaltig
getüpfelt, 400—600 /z lang und 10—15 m breit
Holzparenchymzellen senkrecht langgestreckt,
mit ein bis zwei Reihen von rundlichen Tüpfeln
in der Radialwand. Die einfachen Tüpfel in den
sich mit Gefäßen berührenden Parenchymzellen
etwas größer, Länge 100—200 /z, Breite 8—30 p.
Innere Markstrahlzellen meistens Quadrate oder
kurze, liegende, mitunter stehende Rechtecke.
Randzellen vorwiegend stehende Rechtecke, 2—3-
mal höher als breit. In breite Gefäße berührenden
Markstrahlzellen sind die einfachen Tüpfel größer
als in den übrigen. Höhe der Markstrahlzellen
8—32 /z, Breite 8—30 p, (gr^5)- (J.)
XXIX. ELAEAGNACEAE
Gattung 87. Elaeagnus
ELAEAGNUS ANGUSTIFOLIA L.
Ölweide
Olivagno
Tafel 178
Verbreitungsgebiet : Mittelmeerregion bis Mit-
telasien.
Q. 7, 2. Ringporiges Holz. Der Hippophae ähn-
lich, in gewissen Zügen jedoch von dieser Art
abweichend. Die Markstrahlen sind z. B. breiter,
und zwar nicht nur im Inneren des Jahrringes,
sondern auch in der ziemlich schmalen Frühzone.
Markstrahlen 1—6—(7)-schichtig, voneinander
ziemlich entfernt. Als eine weitere kennzeichnende
Eigenschaft, die diese Art von der Hippophae
unterscheidet, kann die bogenartige Einbuchtung
der Jahrringgrenze zwischen den breiteren Mark-
strahlen angesehen werden. Die Gefäße des Früh-
holzes bilden meist eng aneinandergeordnet tan-
gential zusammenhängende, zwei- bis dreireihige
Porenkreise. Die Grundmassc des Spätholzes
besteht aus einer Menge Holzparenchymzellen,
Ersatzfasern und Fasertracheiden. Unter diesen
befinden sich zerstreut vereinzelte Gefäße, die
aber bedeutend englumiger sind als die der Früh-
zone. Ihre Querschnitte elliptisch oder vieleckig.
Die parenchymatischen Elemente bilden an der
Jahrringgrenze 3 oder 4 zusammenhängende tan-
gentiale Reihen, die (sog. terminale Parenchyme),
radial etwas abgeflacht auch an der Bildung der
Jahrringgrenze teilnehmen. Durch ihre dünnen
Wände setzen sich diese Elemente von den Faser-
tracheiden gut ab.
R. 3. Radialschnitt i. allg. wie bei Hippophae,
Die senkrechte Gewelltheit der Markstrahlen,
sowie auch die Struktur der an der Bildung der
Jahrringgrenze beteiligten Holzparenchymzellen
und Ersatzfasern gut sichtbar. Diese weisen lang-
gestreckte, schmale Ziegel- oder manchmal Faser-
formen auf. An den Radialwänden findet man
einreihige, große, zuweilen die Wände ganz aus-
füllende, runde oder annähernd ellipsenförmige,
einfache Tüpfel. Sind die Tüpfel kleiner, so können
sie zerstreut oder auch in Gruppen angeordnet
sein.
15*
227
T, 4. Unter den Markstrahlen findet man sel-
ten 2 bis 3 Zellen hohe, sowie einschichtige. Die
meisten haben eine Breite von 3 bis 7 Zellen,
± regelmäßige Spindelform und i. allg. eine Höhe
von 15 bis 60 Zellen. Markstrahlzellen meist ellip-
tisch und auffallend dickwandig. Ablauf der Ge-
fäße und der Holzfasern etwas wellig. Neben den
Gefäßen befinden sich paratracheale Parenchym-
zellen in geringer Zahl, da ihr Platz durch ziemlich
zahlreiche Ersatzfasern eingenommen wird. Auch
dies gilt als Unterschied der Hippophae rhamnoides
gegenüber.
E. Länge der Gefäßglieder ± gleich. Weite
verschieden. Wände — die ungefähr dieselbe
Dicke haben wie bei Hipophae — meistens be-
höft betüpfelt. Die Tüpfel sind höchst selten —
auch dann nur tangential — derart dicht, daß
sie einander berühren. Die Höfe bilden Kreise oder
Ellipsen und sind etwas größer, als die Hoftüpfel
von H. rhamnoides. Die quer oder schräg liegenden
spaltartigen Poren umfassen die Höfe ganz. Wie
bei H. rhamnoides gibt es aber auch hier durch-
schreitende Poren oder solche, die die Höfe nicht
ganz umfassen. An sich mit Holzparenchymzellen
und Markstrahlzellen berührenden Radialwänden
sieht man auch mächtige, einfache Tüpfel. Perfo-
rationen einfach. Ihre Größe entspricht den Lu-
mina der Gefäße, ihre Fläche ist quer- oder
schrägliegend. Gefäße mit engeren Lumina laufen
an einem Ende oder an beiden Enden meistens
in kürzeren oder längeren Schnäbeln aus. Alsdann
geraten die Perforationen gewöhnlich radial. Die
meisten Gefäße enthalten außer den behöften
und einfachen Tüpfeln auch gut entwickelte,
feine Spiralverdickungen foi-vJ-
Die Tracheiden sind von den Fasertracheiden
der Grundmasse oft schwer auseinanderzuhalten ;
vielleicht können gesonderte Tracheiden gar nicht
unterschieden werden. Einzelne erinnern durch ihre
Kürze und ihre Spiralverdickungen mehr an Ge-
fäße
Fasertracheiden 4: dickwandig. Ihre Hoftüpfel
sind schräggestellte oder senkrechte Kreise oder
Ellipsen. Die Poren umfassen oder durchschreiten
die Höfe. Sich kreuzende Pore ziemlich häufig (er _2).
Wände der Holzparenchymzellen dünner als die
der Fasertracheiden, von einfachen Tüpfeln reich
bedeckt. An solchen, die mit Gefäßen benachbart
sind, findet man mannigfaltig geformte Tüpfel
von verschiedener Größe (f).
Die Ersatzfasern gleichen der Wandverdickung
und den Tüpfeln nach den Holzparenchymzellen,
doch können sie auch länger werden als diese und
sind an beiden Enden zugespitzt, ziemlich mannig-
faltig geformt
Die Markstrahlzellen — von den Kanten zellen
abgesehen — erscheinen in ziemlich einheitlicher
Größe. Wände dick, reich betüpfelt. Die äußeren,
von den Markstrahlen abgewendeten Kanten-
zellen an Tüpfeln arm, ebenso die Radialwände,
wo die kleinen, einfachen Tüpfel in eine Linie
oder in zwei Reihen geordnet sind. Radialwände,
die sich mit Gefäßen berühren, von großen, for-
menreicheren Tüpfeln bedeckt (g). (A.)
ELAEAGNUS ANGUSTIFOLIA L.
var. ORIENTALIS Ktze.
östliche Ölweide
Tafel 179
Verbreitungsgebiet : Kaukasien.
Q. 1, 2. Querschnittsstruktur weitgehend der
E. angustifolia ähnlich. Ringporiges Holz. Lumina
in den gehäuften Gefäßen unmittelbar an der
Jahrringgrenze weit, dann wesentlich enger, im
Spätholz ganz eng, auch die Gefäßzahl nimmt
allmählich ab. Die Grundmasse besteht aus Er-
satzfasern, Holzfasern, Holzparenchym und Faser-
tracheiden. An der Jahrringgrenze findet sich bis-
weilen, vermutlich infolge Verletzungen, in eini-
gen Herden harzartiges Material angehäuft. Zer-
streute Holzparenchymzellen der Grundmasse bil-
den in der Nähe der Jahrringgrenze Gruppen von
terminalen Parenchymlamellen. 1—3—4 Zellen-
schichten breite verbreitern sich an der Jahrring-
grenze.
R. 3. Innenständige Markstrahlzellen linear ge-
streckte niedrige Rechtecke, Randzellen höher, be-
deutend kürzer, die Außenwand etwas gewellt.
Im übrigen ist auch die Radialansicht der E.
angustifolia ähnlich.
T. 4. Auch hier große Ähnlichkeit mit E.
angustifolia, nur sind die Markstrahlen im allg.
etwas höher und breiter. Die einschichtigen Mark-
strahlen nur 1—3 Zellen hoch, die vier Zellen
hohen Markstrahlen zum Teil schon zweischich-
tig ; die Dreischichtigkeit beginnt bei der Höhe
von 10—12 Zellen ; dann wächst mit der Höhe
auch die Breite. Die höchsten Markstrahlen sind
6—7 Zellen breit und 30—35 Zellen hoch. Es fin-
den sich mitunter aber auch 50—60 Zellen hohe
Markstrahlen. Anordnung der Markstrahlen, Zahl
228
der Holzparenchymzellen und deren Anordnung
wie bei E. angustifolia.
E. Gefäßglieder kurz, zylinderförmig und an
beiden Enden durchbrochen, oder in einem langen
Schnabel endend, in welchem Falle die einfache
Perforation sich unterhalb des Schnabels befindet.
Hoftüpfel zerstreut und von ungleicher Größe ;
manchmal ist der eine der nebeneinander befind-
lichen Tüpfeln 2—4mal größer als der andere.
Öffnungen fast immer waagerecht. In einigen
Gefäßen, besonders in denen mit Schnabelendun-
gen, lose Spiralverdickungen (a1_5).
Tracheidenartige Gefäße an einem Ende einfach
durchbrochen, das andere Ende verschmälert sich
kegelartig (b).
Tracheiden, wie bei den Gefäßen
Holzfasern dünnwandig, mit spärlicher, schräg
spaltiger Betüpfelung. Enden mannigfaltig (dl^5).
Fasertracheiden dünnwandig, mit spärlichen
Hoftüpfeln ; Enden zugespitzt (e), die viel kür-
zeren und schräg zugespitzten sind eher Ersatz-
fasern (h^).
In allen Wänden des Holzparenchyms einfache
Tüpfel angereiht.
Zellen des Markstrahlparenchyms waagerecht
liegende Rechtecke ; in allen Wänden kleine
einfache Tüpfel; in den sich mit den größeren
Gefäßen berührenden äußersten Parenchymzellen
sind die Tüpfel etwas größer und in waagerechter
Lage. Höhe der Parenchymzellen 40—120 //,
Breite 8—10 p (gt-z)- (A.)
Gattung 88. Hippophae
HIPPOPHAE RHAMNOIDES L.
Sanddorn
Argoussier, Sea buckthorn, Olivello spinosa
Tafel 180
Verbreitungsgebiet : Europa bis Nordchina.
Q. 1, 2. Die weitlumigen Gefäße des Früh-
holzes bilden Porenringe. Unter ihnen befinden
sich sehr viele solche englumigen Gefäße, wie sie
im Spätholz entstehen. Tangential aneinander ge-
stellt, in 1 oder 2, seltener in 3 Reihen geordnet.
Die Gefäße mit weitesten Lumina befinden sich
nicht an der Jahrringgrenze, sondern davon etwas
weiter entfernt. Der an der Jahrringgrenze be-
findliche Porenring erscheint eher aus englumigen
und näher aneinander gestellten Gefäßen gebildet.
Die Gefäße sind vereinzelt, ihre Querschnitte
Kreise oder Vielecke. Jahrringgrenze stark, stellen-
weise gewellt, diese Erscheinung hängt jedoch mit
den Markstrahlen nicht zusammen. An der Grenze
sieht man 4 bis 6 Reihen radial schwach abge-
flachter Holzfasern. Markstrahlen ein- oder zwei-
schichtig, sehr enggestellt, in Abständen von je
einem Gefäßdurchmesser angereiht, sich an der
Jahrringgrenze nicht ausbreitend. Die Grund-
masse des Frühholzes besteht hauptsächlich aus
einer Menge von weitlumigen und dünnwandigen
Fasertracheiden. Diese können in manchen Fällen
von den Tracheiden schwer auseinander gehalten
werden, d. h. solche Formen sind als Tracheiden
anzusehen. Um die Gefäße kommen auch Holz-
parenchymzellen, mitunter Ersatzfasern vor.
R. 3. Im Radialschnitt sind die Holzfasern
etwas verworrener, als im tangentialen. Perfora-
tionen fallen auf die Radialseite.
T. 4. Tangentialschnitt der Markstrahlen
spindelförmig. Zellenquerschnitte meist ellipsen-
ähnlich ; von dieser Form weichen nur die kegel-
förmigen Kantenzellen ab. Markstrahlen ein-
oder zweischichtig, ihre Höhe schwankt zwischen
2 und 20 Zellen. Die Anzahl der ein- und zwei-
schichtigen ist zE gleich. Ablauf der Gefäße und
Fasertracheiden gerade. Paratracheale Parenchym-
zellen spärlich, ein- bis zweigliedrige Reihen
bildend. Die sich mit Gefäßen berührenden Wände
erscheinen — ± den Tüpfeln der Gefäße ent-
sprechend — mit großen, einfachen Tüpfeln von
ähnlicher Form dicht bedeckt. Die übrigen Wände
in verschiedenem Maße, jedoch ziemlich reich
klein betüpfelt. Die Metatrachealen sind in der
Grundmasse nur sehr sporadisch zu sehen.
E. Gefäßglieder dünnwandig und zylinder-
förmig, an beiden Enden ganz offen, zuweilen
länger oder kürzer zugespitzt ; alsdann geraten
die einfachen, aber kleineren Perforationen radial.
Sämtliche Gefäße mit Hoftüpfeln. Die Höfe von
regelmäßiger Kreis- oder kurzer Ellipsenform be-
rühren einander nur höchst selten. Poren waage-
recht oder Jz schräg, spaltartig, die Höfe ganz um-
fassend. Es kommen auch Poren vor, die die
Grenze der Höfe nicht erreichen, andere dagegen
durchschreiten diese entschieden. Letztere befin-
den sich vornehmlich an Stellen, wo die Gefäße
sich mit Markstrahlen berühren. Außer den Hof-
tüpfeln sieht man — besonders in englumigen
Gefäßen — auch gut entwickelte und schön an-
229
geordnete Spiralverdickungen. Solche Gefäße ent-
halten etwas weniger Hoftüpfel. In weitlumigeren,
an beiden Enden ganz offenen, kürzeren Formen
findet man unter den Hoftüpfeln auch spaltartige,
größere, einfache Tüpfel, an Stellen jedoch, wo
sie sich mit Markstrahlzellen berühren, kleinere,
gruppenweise angeordnete einfache Tüpfel (ar^).
Tracheiden dünnwandiger als die Gefäße, kaum
breitlumiger als die Fasern, jedoch mit kürzeren
prosenchymatischen Zellen, häufig nicht zuge-
spitzt, sondern abgerundet endend. Ihre Wände
— denen der Gefäße ähnlich — von Spiralen-
verdickungen und Hoftüpfelnd bedeckt, deren
Höfe und Poren aber kleiner sind.
Fasertracheiden ziemlich dünnwandig, an bei-
den Enden langgestreckte und zugespitzte Prosen-
chymzellen. Die Wände tangential spärlich be-
tüpfelt, radial aber dichte Hoftüpfel enthaltend,
mit durchschreitenden Poren, die ihrer Form
nach Kreise oder kurze Ellipsen sind und einander
oft kreuzen (e1-.3).
Holzparenchymzellen und Ersatzfasern (h) wur-
den bereits bei den einzelnen Schnitten behandelt
(fl-»)-
Länge der Markstrahlzellen verschieden, jedoch
i. allg. 4z kurze Ziegelformen. Ihre Höhe ändert
sich kaum. Kantenzellen kaum höher als die inne-
ren. Quadratische oder aufrechte Formen findet
man unter ihnen selten. Wände ziemlich stark,
von kleinen, einfachen Tüpfeln bedeckt, die radial
viel weniger zahlreich sind als an den anderen
Seiten. Sind sie neben Gefäßen angeordnet, so
haben sie — den Holzparenchymzellen ähnlich —
große Tüpfel. Diese sind, den Hoftüpfeln der
Gefäße entsprechend, gewöhnlich rund und be-
decken die Wände dicht (g). (A.)
XXX. MYRTACEAE
Gattung 89. Eucalyptus
EUCALYPTUS AMYGDALINA Labill,
Riesen Fieberbaum
White Peppermint tree, Giant Eucalypt, Wangara
Tafel 181
In den Mittelmeerländern häufig gepflanzter
Baum.
Q, 1, 2, Zerstreutporiges Holz. Jahrringgrenze
verschwommen, nur durch einige verflachte Faser-
tracheiden angedeutet. Gefäße stehen einzeln oder
paarweise, nur in den seltensten Fällen geraten
drei große nebeneinander ; stellenweise sehr weit,
70—210 /z im Durchmesser ; häufig mit Thyllen
durchgesetzt. Markstrahlen 1—2schichtig, in Ab-
ständen von 2—8—10 Holzfasern, bzw. in einer
Gefäßbreite voneinander verlaufend. Grundmasse
besteht au.s Fasertracheiden, die in Radialrichtung
in parallelen Reihen hintereinander angeordnet
sind, mit vielen Parenchymzellen, die einen
dunklen Inhalt führen. Das Querschnittsbild
weicht von Eucalyptus globulus schon dadurch
ab, daß die Gefäße in diesem Holz viel lockerer
sind und sehr häufig in radialen Reihen aufein-
ander folgen. In der Nähe der Gefäß«- viele Tra-
cheidengruppen.
R. 3. Die feinere Struktur der Gefäße und der
übrigen Elemente, ihre Größe, sowie die Struktur
der Markstrahlen gut sichtbar. Wo Markstrahl-
zellen mit länglichen, breiteren Gefäßen in Be-
rührung kommen, bilden sich 2—3 Reihen von
großen Tüpfeln ; in den Holzfasern und an den
Stellen, wo sie Fasertracheiden berühren, sind die
Tüpfel viel kleiner. Im übrigen ist das Holz auch
in dieser Ansicht dem der E. globulus ähnlich.
T. 4, Höhe und Breite der Markstrahlen gut
sichtbar. Diese sind im allg. 1—8—12—23 Zellen
hoch und ein-zwei Zellenreihen breit. Die Mark-
strahlen unter den Holzfasern sind schmaler, als
die in der Nähe der Gefäße, und es gibt unter
ihnen verhältnismäßig mehr zweischichtige. Im
übrigen mit E. globulus übereinstimmend.
E. Gefäßglieder breit, einige bis zu 200
zylinderförmig ; oberhalb der Perforation bildet
sich auf beiden Enden je ein Schnabel der aber
manchmal fehlt ^04-2/
Tracheiden stimmen strukturell mit den Ge-
fäßen überein, jedoch ohne Perforationen. Hof-
tüpfel in spärlichen und schrägen Reihen schütter
verstreut (cj^).
Wände der Fasertracheiden dünn, ihre Lumina
aber bedeutend weiter; Enden zugespitzt; in
den Wänden reihen sich Hoftüpfel an (ej-J-
Zellen des Holzparenchyms 10—15 breit,
60—120 p hoch. Wo sie großlumige Gefäße be-
230
rühren, sind die einfachen Tüpfel groß, ellipsen-
förmig und liegend (/i-3/
Markstrahlzellen variieren zwischen Kurzen
und längeren liegenden Rechtecken, mit kleinen
rundlichen Tüpfeln zu vieren und zu sechsen.
In den Gefäße berührenden aufrechten Zellen die
Tüpfel groß, umfassen manchmal die Höhe der
Zelle und sind von unregelmäßiger Form
(A.)
EUCALYPTUS GLOBULUS Labill.
Fieberbaum
Tafel 182
Verbreitungsgebiet : Südaustralien. Als »Fie-
berholz« in der Mediterranregion überall gepflanzt.
Q. 1, 2. Zerstreutporiges Holz. Poren ver-
einzelt, regelmäßig, rund oder elliptisch, und im
ganzen Jahrring gleichmäßig angeordnet. In den
Frühteilen einzelner Jahrringe zuweilen stärker
verdichtet ; dann entstehen auch Zwillingsporen.
Außer den weitlumigen kommen auch englumigere
Gefäße vor. Auch diese kreisrund und vereinzelt.
Wandstärke der Fasertracheiden veränderlich.
Wände in der Frühzone gewöhnlich ziemlich
dünn, in der Sommerzone jedoch stark verdickt.
Die dick- oder dünnwandigen Teile erscheinen als
Flecke oder Streifen. Jahrringgrenze an manchen
Stellen scharf, anderswo wieder ganz verschwom-
men. Unter den Jahrringen auch Scheinjahrringe
möglich. Markstrahlen einschichtig, ziemlich eng-
gestellt, in Abständen von ein oder zwei Gefäß-
durchmessern aufeinander folgend, in ihrem Ver-
laufe den Gefäßen in kleineren oder größeren
Bogen ausweichend. Markstrahlzellen kurze Ziegel-
formen oder Ellipsen, mitunter Kreise, von der
Grundmasse also nur durch die dünneren Wände
sich absetzend. Paratracheale Parenchyme ziem-
lich zahlreich. Metatracheale Parenchymzellen
in der ganzen Grundmasse zerstreut oder in kurze,
undeutliche Reihen geordnet.
R. 3. Mittlere Zellen der Markstrahlen quad-
ratisch, oder kurze, liegende Ziegelformen, Rand-
zellen aufrechte Ziegelformen, deren Höhe jedoch
die Breite gewöhnlich nicht mehr als zwei- oder
dreifach übertrifft. Tangentialwände oft schräg,
gebogen oder wellig.
T. 4. Markstrahlen von heterogener Struktur
einschichtig, nur ausnahmsweise zweischichtig.
Die inneren Zellen Kreise oder Ellipsen, mit-
unter eckig ; die Randzellen längere oder kürzere,
zuweilen ganz schmale Ziegelformen, fallweise
elliptisch oder linsenförmig. Die Höhe der Mark-
strahlen schwankt zwischen 1—2 und 10 bis 15
Zellen. Para- und metatracheale Parenchym-
reihen gut sichtbar. Verlauf sämtlicher Gefäße
gleichmäßig.
E. Perforationen der Gefäßglieder einfach,
kreis- oder ellipsenförmig und endständig, fast
immer schräggestellt ; ihre Größe entspricht ge-
wöhnlich den Gefäßlumina. Oberhalb der Per-
forationen laufen die Gefäße — gewöhnlich an
beiden Enden — an derselben Seite in längeren
oder kürzeren, ab und zu auch sehr langen Schnä-
beln aus. Hoftüpfel groß ; die Höfe stellen Kreise
oder Ellipsen dar, die von den spalt-, linsen- oder
ellipsenförmigen Poren eingenommen, mitunter
auch durchschritten werden. Ab und zu findet
man auch ganz kurze, sehr kleine Poren. Lage
der Poren waagerecht oder schräg. An den sich
mit Markstrahlen oder Holzparenchymen be-
rührenden Wänden auch mächtige, kreis-, ellipsen-
oder andersförmige, einfache Tüpfel zu sehen
Tracheiden erscheinen als schmale, an beiden
Enden zugespitzte Zellen. Ihre Wände — denen
der Gefäße gleich — von Hoftüpfeln dicht
bedeckt.
Fasertracheiden lang, an beiden Enden läng-
lich zugespitzt. Wandstärke und damit auch
Lumina veränderlich. An den Wänden die Höfe
der Hoftüpfel so undeutlich, daß sie meist nur
schwierig oder gar nicht wahr zu nehmen sind.
In solchen Fällen erscheinen die stets deutlich
sichtbaren Poren als einfache Tüpfel. Aus der
Gleichartigkeit, sowie aus der Tatsache, daß die
Höfe sich im Querschnitt meistens gut absondern,
darf jedoch gefolgert werden, daß auch diese ver-
mutlich Hoftüpfel darstellen. Die Poren kreuzen
sich oft schräg, mitunter ganz senkrecht (e^^).
Wände der Holzparenchym- und Markstrahl-
zellen mittelstark. Längsparenchyme i. allg. län-
gere o. kürzere Ziegelformen. Wände beider
Zellenarten enthalten — wenn sie sich unter-
einander oder mit Fasertracheiden berühren —
zahlreiche, sehr kleine, einfache Tüpfel, ausge-
nommen den Fall, wenn Markstrahlen sich mit
Fasertracheiden berühren. An den sich mit Ge-
fäßen berührenden Wänden findet man — den
Gefäßen ähnlich — ganz große Tüpfel (j\
g)- (JO
231
Gattung 90. Myrtus
MYRTUS COMMUNIS L.
Echte Myrte
Myrte, Mirto
Tafel 183
Verbreitungsgebiet : Mittelmeerregion.
Q. 1, 2. Zerstreutporiges Holz. Die Jahrring-
grenze ist meistens ganz undeutlich, stellenweise
wird sie jedoch, infolge Anhäufung der Früh-
gefäße, ziemlich gut wahrnehmbar. Ihre Gefäße
meist vereinzelt, Zwillingsporen kommen nur
selten vor. Der Form nach Kreise oder Vielecke.
Die Grundmasse besteht aus Fasertracheiden, die
sich stellenweise in Flecken stark verdicken oder
verjüngen. Ihr Querschnitt vieleckig, Lumina je-
doch — besonders der dickwandigen — abgerun-
det. Markstrahlen ziemlich enggestellt. Ihre Form
kann sich, infolge der heterogenen Struktur, am
Querschnitt verschieden gestalten. Die Mark-
strahlen erscheinen hie und da als ein- oder zwei-
schichtige, kürzere oder längere Ziegelformen,
manchmal als einschichtige, dünnwandige, kreis-,
ellipsen- oder vieleckförmige Zellen. Diese findet
man an den Endteilen, jene eher in den mittleren
Teilen der Markstrahlen. Im Schnitt gibt es auch
zahlreiche Holzparenchymzellen, die sich infolge
ihrer dünnen Wände von den anderen Elementen
gewöhnlich scharf absetzen ; sie bleiben verein-
zelt, oder es berühren sich mehrere miteinander.
Sie sind im ganzen Jahrring ungefähr gleich-
mäßig verteilt.
R. 3. Innere Zellen der Markstrahlen radial
liegende Ziegelformen oder Quadrate, die Rand-
zellen aufrechte Ziegelformen. Im Radialschnitt
sind die Holzparenchymreihen, die aus ± läng-
lichen Ziegelformen bestehende, längere oder kür-
zere Reihen bilden, deutlich zu sehen.
T. 4. Die Markstrahlen sind in ihrer Mitte
ein- oder zweischichtig, mit runden oder ellipsen-
förmigen Zellen, die Enden auf längeren oder kür-
zeren Strecken stets einschichtig verlaufend. An
den letzterwähnten Stellen bilden die Zellen läng-
liche, schmale Ziegelformen. Diese Partien ent-
stammen den Enden der Markstrahlen. In einem
Markstrahl befinden sich möglicherweise auch
mehrere ein- und zweischichtige Teile, woraus sich
auch Verschmelzung schließen läßt. Die Höhe
schwankt zwischen 1 oder 2 und 20 bis 25 Zellen,
bei zusammengesetzten Markstrahlen erreicht sie
auch 50 Zellen. Unter den Markstrahlen finden
— infolge ihrer großen Anzahl — nur ein oder
zwei Fasertracheiden und Gefäße Platz, deren
Tangentialwände ziemlich reich betüpfelt sind.
E. Die Längen-, sowie Breitenmaßc der Ge-
fäßglieder weichen voneinander kaum ab. Perfo-
rationen einfach, die der weiteren Gefäße end-
ständig, schräg, seltener querliegend, die der eng-
lumigen seitwärts angeordnet. In solchen Fällen
enden die Gefäßglieder in längeren oder kürzeren
Schnäbeln. Einfache Perforationen kreisrund oder
elliptisch. Sämtliche Wände mit Hoftüpfeln ziem-
lich dicht bedeckt, die gewöhnlich eine zerstreute
Anordnung aufweisen. Die Höfe stellen Kreise
oder kurze Ellipsen dar. Poren : breitere oder
schmalere Ellipsen oder linsenförmig, umfassen
die Höfe ganz, oder kommen an deren Grenzen
bloß nahe heran. Ihre Lage schräg oder quer.
Poren der sich mit Markstrahlen oder fallweise
Holzparenchymen berührenden Gefäß® erweitern
sich stark, die Höfe bleiben bloß als schmale
Ränder erhalten oder verschwinden auch ganz.
Alsdann können die Tüpfel als einfache bezeichnet
werden. Einzelne Gefäße — besonders die eng-
lumigeren — enthalten möglicherweise auch
Spiralverdickungen (~3).
Die Tracheiden sind engere, zugespitzte oder
Stumpfendende, langgestreckte Zellen. Ihre Hof-
tüpfel gleichen solchen Tüpfeln der Gefäße, deren
schmale, spaltartige Poren die Höfe ganz um-
fassen. Manche enthalten, den Gefäßen ähnlich,
möglicherweise auch Spiralverdickungen. Die
Tüpfel befinden sich — von der Weite der
Tracheide abhängig — in Längsreihen angeord-
net (c).
Die Fasertracheiden sind langgestreckt. Ihre
Wandstärke ist verschieden. Manchmal verdicken
sich die Wände derart, daß das Lumen fast ganz
verschwindet, in anderen Fällen können die Faser-
tracheiden die Weite der Tracheiden, ja sogar die
der englumigeren Gefäße erreichen. Von den
Tracheiden sind sie oft nicht leicht zu unter-
scheiden. In der Wandstärke und in der Anzahl
der Tüpfel können jedoch Abweichungen vor-
kommen. Bei manchen auch Spiralverdickungen
möglich (ci-t).
Wände der Holzparenchym- und Markstrahl-
zellen dünn. An den sich mit Gefäßen berührenden
Wänden befinden sich große, runde oder ellipti-
sche, an den übrigen kleinere, einfache Tüpfel
(fl-v g)- (J.)
232
XXXI. PUNICACEAE
Gattung 91. Punica
PUNICA GRANATUM L.
Granat- A pfelbaum
Grenadier, Pomegranate, Melagrano
Tafel 184
Verbreitungsgebiet: Östliche Mittelmeerregion
und Westasien. 1 bis 5 m hoch wachsender Strauch
oder 3 bis 5 m hoher Baum.
Q. 7, 2. Zerstreutporiges Holz. Gefäße im Ver-
hältnis zur Grundmasse in kleiner Zahl im Jahr-
ring gleichmäßig verteilt, nur im jüngsten Früh-
holz etwas dichter. Diese Poren der Frühzone
sind die größten und ihr Durchmesser verringert
sich allmählich bis zum äußersten Teil des Jahr-
ringes. Sie bleiben vereinzelt oder bilden häufiger
Zwillingsporen und kurze Porenstrahlen. Im letzte-
ren Fall kann die Zahl der Glieder auch 5 oder 6
betragen. Querschnitt der vereinzelten Gefäße
Kreise oder Ellipsen, die der übrigen meist eckig.
Markstrahlen einschichtig. Infolge ihrer schma-
len und kurzen Zellen setzen sie sich von der
dünnwandigen Grundmasse sehr schwer ab. Bei
schwacher Vergrößerung sind sie kaum wahr-
nehmbar. Die Grundmasse besteht aus einer
Menge dünnwandiger, in ziemlich ausgeprägte
radiale Reihen geordneter Holzfasern. Deren
Querschnitte : Quadrate, Ziegelformen oder Viel-
ecke. An der Jahrringgrenze verflachen die letzten
Faserreihen der Spätzone stark, wodurch die
Jahrringgrenze ziemlich scharf hervortritt. Diese
Ausgeprägtheit wird durch die Größenunterschiede
der Früh- und Spätgefäße noch gesteigert.
R. 3. Im Radialschnitt überwiegen die Holz-
fasern. Unter den Markstrahlzellen viele von auf-
rechter Ziegelform, ganz oder annähernd quadra-
tisch. Längere, liegende Ziegelformen bildende
Markstrahlzellen entstehen kaum.
T. 4; Die Markstrahlen sind einschichtig und
werden bloß selten einige Zellen hindurch zwei-
schichtig. Ihre Struktur verschiedenartig. Sie
bestehen aus kürzeren, ziegelförmigen oder ellip-
tischen, sowie aus längeren ziegelförmigen Zellen.
Die länglichen Zellen befinden sich jedoch nicht
immer an den Enden der Markstrahlen, sondern
erscheinen zuweilen in der Mitte. In vielen Fällen
unterscheiden sich die Kantenzellen von den
inneren kaum. Die Höhe der Markstrahlen
schwankt zwischen 1 oder 2 und 20 bis 25 Zellen.
Verlauf der Gefäße und der Holzfasern
gerade.
E. Gefäße dickwandig. Die einfachen Perfo-
rationen geraten gewöhnlich an die Enden der
Gefäßglieder. Die sich miteinander berührenden
Wandteile an Hoftüpfeln sehr reich. Die Höfe
liegen nahe zueinander, berühren einander aber
selten, und werden kaum eckig. Der Form nach
Kreise o. kurze Ellipsen. Die Poren längere oder
kürzere Ellipsen, die Höfe nicht umfassend. Die
sich mit Markstrahlen berührenden Stellen dicht
betüpfelt. Die Höfe hier etwas kleiner und die
Poren größer als bei den übrigen Arten. Die sich
mit Fasern berührenden Wände bleiben entweder
glatt, oder enthalten zerstreut 1 oder 2 Tüpfel
Holzfasern länglich zugespitzt, dünnwandig.
An den Längsschnitten enthalten die einzelnen
Fasern tangential wie radial mehrere dünne
Scheidewände. Diese Elemente sind eigentlich
gefächerte Holzfasern (d).
Spärlich auch Fasertracheiden und Holzparen-
chyme vorhanden (e1^2, /1-2/
Markstrahlzellen i dünnwandig ; waagerechte,
sowie tangentiale Wände ziemlich reich betüpfelt.
Die sich mit Gefäßen berührenden Radialwände
enthalten größere, kreis- oder ellipsenförmige,
einfache Tüpfel. Die anders gerichteten Wände
sind an Tüpfeln bedeutend ärmer
(J.)
233
XXXII. MALVACEAE
Gattung 92. Hibiscus
HIBISCUS SYRIACUS L.
Syrischer Eibisch
Tafel 185
Verbreitungsgebiet : China und Indien. In
Europa in Ziergärten gepflanzt.
Q* 1, 2. Ringporiges Holz. Weitlumige Früh-
gefäße unmittelbar an der Jahrringgrenze ring-
artig und gewöhnlich in eine Reihe angeordnet. Im
Spätholz sieht man nur mehr einzelne zerstreute,
weite Poren oder Zwillingsporen, deshalb sticht
das Spätholz vom Frühholz scharf ab. Jahrringe
schmal, einzelne kaum 2 oder 3 Gefäßdurchmesser
breit. Gefäße im Querschnitt Kreise, Ellipsen, sel-
ten Vielecke, gewöhnlich vereinzelt, die Glieder
der Frühringporen können jedoch einander durch
ihre Radialwände berühren. Im Frühholz sind die
Zwischenräume zwischen den weiten Gefäßen mit
englumigen Gefäßen, Tracheiden und Holzparen-
chymzellen Jz ausgefüllt.
Die metatrachealen Parenchymelemente des
Spätholzes zerstreut oder zur Jahrringgrenze
parallel verlaufende, wiederholt unterbrochene
Reihen bildend. Die Jahrringgrenze erscheint — in-
folge der Abflachung der abschließenden Holz-
faserreihen des Spätholzes, sowie der weitlumigen
und dünnwandigen Elemente des nachfolgenden
Frühholzes — ziemlich scharf und gleichmäßig. Die
enggestellten Markstrahlen verlaufen in Abständen
von 1 bis 3 Gefäßdurchmessern, setzen sich durch
ihre dünnwandigen, länglichen oder kürzeren,
ziegelförmigen Zellen von der Grundmasse ab.
Die waagerechten Wände — denen der Längs-
parenchymzellen gleich — nur spärlich betüpfelt.
R. 3. Radialschnitte der Markstrahlzellen mei-
stens liegende Ziegelformen, mitunter Quadrate,
selten aufrechte Formen. Perforationen der weit-
lumigen Gefäße meistens endständig und quer-
liegend. Die metatrachealen Parenchyme enthal-
ten manchmal ganz lange Reihen.
T. 4. Die homogenen Markstrahlen werden
ausnahmsweise in der Höhe von 1 oder 2 Zellen
auch vierschichtig. Ihre Höhe schwankt zwischen
einigen und 60 bis 70 Zellen. Die Zellen weisen
meistens Ellipsen- oder Ziegelformen auf. Die
englumigen Gefäße und Tracheiden setzen sich
infolge ihrer schraubenartig verdickten Wände
von den Holzfasern gut ab. Ihre Enden, sowie
auch die Perforationen der Gefäße fallen gewöhn-
lich auf gleiche Höhe. Para- und metatracheale
Parenchymzellen bilden oft nur kurze, zwei- oder
dreigliedrige Reihen, die einzelnen Glieder der
Reihen werden jedoch ziemlich lang. In ihren
Wänden — abgesehen von denjenigen, die sich
mit Gefäßen berühren — findet man nur spärlich
sehr kleine Tüpfel. Tangentialwände der Holz-
fasern ebenfalls spärlich betüpfelt.
E. Gefäßwände im Verhältnis zu ihrer Größe
dünn. Perforationen einfach, endständig, so groß
wie die Gefäßlumina, der Form nach also regel-
mäßige Walzen. Wände mit vielen, sehr kleinen
Hoftüpfeln. Diese sind in Längszonen oder Grup-
pen geordnet, daher findet man neben den be-
tüpfelten Wandteilen auch ganz glatte. Andere
Wände hinwieder dicht betüpfelt. Die Höfe stellen
Kreise oder kurze Ellipsen dar. Poren stäbchen-
förmig, umfassen die Höfe ganz und sind quer-
oder schräggestellt. Außer solchen Verdickungen
kommen stellenweise waagerecht, schräg, oder
mitunter auch senkrecht verlaufende, von den
behöften Verdickungen unabhängige, jedoch zu-
weilen mit diesen verbundene, enggestelltc und
ziemlich dünne, längliche oder kürzere Vertiefun-
gen vor (a^).
Die englumigen Gefäßglieder zeigen ganz
schmale, ziemlich langgestreckte, an beiden Enden
zugespitzte, oft ganz faserartige Formen. Die
elliptischen Perforationen geraten seitwärts. Wän-
de — denen der Gefäße ähnlich — an Hoftüpfeln
reich. Höfe stets schräggestellt. Die bei den weiten
Gefäßen beobachteten Verdickungen fehlen hier,
dichte Spiralverdickungen sind aber häufig ^-4/
Die Tracheiden gleichen englumigen Gefäßen,
sind aber gewöhnlich noch schmaler, langgestreckt,
zugespitzt, natürlich ohne Perforationen (cv^2).
Wände der Holzfasern mittelstark, langgezogen,
zugespitzt. Die Radialwände an Tüpfeln reicher
als die tangentialen. Das sind sehr kleine, spalt-
artige, einfache Tüpfel deren innere Porenmunde
sich möglicherweise stärker ausbreiten, weshalb
sie in der Draufsicht als winzige Hoftüpfel er-
scheinen
Wände der Holzparenchym- und Markstrahl-
zellen meistens etwas dünner als die der übrigen
Elemente. Die wenigen einfachen kleinen Tüpfel
sieht man noch am ehesten an Radialwänden. Die
sich mit Gefäßen berührenden Formen enthalten
etwas größere und zahlreichere Tüpfel f/1-3,
234
XXXIII. TIL1ACEAE
Gattung 93. Tilia
TILIA AMERICANA L.
Amerikanische Linde
Tafel 186
Verbreitungsgebiet : Nordamerika. In Europa
überall gepflanzt.
Q. 7, 2. Querschnittsbild wie bei den anderen
Tilia-Arten. In Hinsicht der Größe besteht zwi-
schen den Fasern der Frühzone und der Spätzone
kein so bedeutender Unterschied wie bei T. rubra.
Die Jahrringgrenze ist auch hier verhältnismäßig
scharf, inmitten der meist ziemlich enggestellten
Markstrahlen gegen die Spätzone zu bogenartig
eingekrümmt, im Markstrahl hingegen mehr nach
außen gewölbt.
R. 3 und T. 4. Radial- wie Tangentialschnitte
besitzen keine unterscheidenden Merkmale. Unter
den Kantenzellen sind aufrechte Ziegelformen
ziemlich häufig zu sehen, aber auch andere kom-
men vor. Die äußeren Wände ziemlich gewellt.
E. Die Elemente stimmen ebenfalls mit jenen
der anderen TiZia-Arten überein. Das Vorhanden-
sein von Fasertracheiden ist auch hier sehr un-
bestimmt. Außer den einfachen Tüpfeln der dünn-
wandigen Holzfasern scheinen — besonders wenn
sie sich mit Markstrahlen berühren — ab und zu
auch behöfte fasertracheiden vorzukommen (
Cj_2, e, fi-2, g). (A.)
TILIA CORDATA Mill.
Winterlinde
Tillau, Bast-small-leaved lime,
Tiglio maremmano
Tafel 187
In ganz Europa heimisch.
Holz weich und leicht, Kernholz fehlt.
Q. 7, 2. Was Größe und Verteilung der Ge-
fäße und Abstände der Markstrahlen anbetrifft,
der ungarischen Silberlinde (Tilia tomentosa) voll-
kommen gleich.
R. 3 und T. 4. Radial- wie Tangential-
schnitt in Hinsicht der Anordnung der Elemente
denen der Silberlinde gleich, indessen scheint
diese Art von etwas feinerem Gewebe zu sein.
Im Tangentialschnitt sind die Markstrahlen etwas
schmaler als bei T. tomentosa. Ziemlich häufig
findet man vierschichtige, zuweilen auch fünf-
schichtige Markstrahlen. Diese werden jedoch aus
den erwähnten Gründen nicht breiter als die
drei- oder vierschichtigen von T. tomentosa.
E. Struktur und Größe der trachealen Elemente,
wie bei der vorigen Art, nur die Holzfasern länger
föi-3, cL_3, di~3, /i-2, g). (A.)
TILIA PLATYPHYLLOS Scop.
Sommerlinde
Tilleul ä grandes feuilles, Large leaved lime,
Tiglio nostrale
Tafel 188
In ganz Europa verbreitet.
Q. 7, 2. Querschnittsbild im großen ganzen
dem der vorigen Arten gleich, immerhin mit ge-
wissen Unterschieden. So besteht z. B. die Grund-
masse — besonders in der Frühzone — aus einer
Menge von ± weitlumigen und dünnwandigen
Holzparenchymen, Holzfasern, bzw. Fasertrachei-
den. Die Zahl der abgeflachten Faserreihen be-
trägt an der Jahrringgrenze — im Gegensatz zu
den vorigen Arten — gewöhnlich 3 oder 4. Ein
weiterer Unterschied ergibt sich aus dem Ver-
hältnis der Grundmasse zu den trachealen Ele-
menten, da diese spärlicher und mehr vereinzelt
sind. Auch die Radialreihen an Gliedern ärmer.
Die Markstrahlen sind dichter und breiten sich,
wie bei den vorigen Holzarten, an der Jahrring-
grenze aus.
R. 3. Auf der radialen Seite tritt ein gewisser
Unterschied in der Verworrenheit der weitlumi-
geren Holzfasern und Fasertracheiden, sowie in
den wellig ablaufenden kürzeren Gefäßgliedern
hervor. Die Holzfasern sind meistens aneinander-
gereiht und enden auf gleicher Höhe. Dies wird
dadurch noch auffallender, daß alle annähernd
gleich lang sind.
T. 4. Der Tangentialschnitt zeigt keine größe-
ren Unterschiede. Markstrahlen etwas höher als
bei T. tomentosa. Ihre Höhe erreicht auch 70 bis
80 Zellen. Einzelne Zellen schmaler und länger
als bei den vorigen Arten.
E. Es gibt auch solche Gefäße, bei welchen
sich die beiden Enden der Gefäßglieder — im
Gegensatz zu den sich verjüngenden Mitteltei-
235
len — ausbreiten. Spiralverdickungen Verhältnis-
mäßig stark (ax_J.
Die Holzfasern und Fasertracheiden stimmen an
Form und Wandstärke überein und weichen bloß
in der Betüpfelung voneinander ab. Die einfachen,
ellipsen- oder spaltförmigen Tüpfel der Holzfasern
können von den kleinen und undeutlichen Hof-
tüpfeln der Fasertracheiden nur sehr schwer aus-
einandergehalten werden. Die beiden Faserarten
vermengen sich
Holzparenchyme weniger als bei »T.« tomentosa.
Einzelne Markstrahlzellen ± stark langgestreckte
Ziegelformen (fi-^)-
Markstrahlzellen langgestreckt und spärlich be-
tüpfelt (g). (A.)
TILIA PLATYPHYLLOS var. RUBRA Reiid.
Kaukasische Linde
Tafel 189
Verbreitungsgebiet : Moldau, östl. Balkan,
Kleinasien, Kaukasien, Persien.
Q. 7, 2. Querschnitt wie bei den übrigen
Tilia-Arten. Vollkommen zerstreutporiges Holz.
Die Frühzone setzt sich aber von der Spätzone
auf Grund des Durchmessers der Gefäße und
hauptsächlich der Fasern scharf ab. An der Jahr-
ringgrenze wird diese Schärfe durch die stärker
abgeflachten Fasern und Holzparenchyme noch
mehr gesteigert. Fasern der Früh-, sowie der Spät-
zone sehr dünnwandig. Lumina der Holzfasern
der Frühzone fast ebenso groß, wie die der Spät-
zone, manchmal noch größer. Die Markstrahlen
gleichen vollkommen denen der übrigen Tilia-
Arten.
R. 3. Markstrahlen homogen. Äußere Wände
der Kantenzellen nur wenig welliger als die der
übrigen.
T. 4. Tangentialschnitt wie bei den anderen
Tilia-Arten. Ein Unterschied besteht höchstens
darin, daß in diesem Holz zuweilen über 100
Zellen hohe Markstrahlen vorkommen.
E. Die Spiralverdickungen der Gefäße scheinen
etwas schmaler zu sein als bei T. platyphyllos
In den Tracheiden findet man spirale und
behöfte Verdickungen — wie bei den übrigen
Arten — nebeneinander fci-2/
Die sehr dünnwandigen, weitlumigen Holz-
fasern enthalten auch an den Tangentialwänden
einige Tüpfel. An den Radialwänden finden sich
solche häufiger vor ; sie sind schräg oder senkrecht,
die einfachen Tüpfel elliptisch, Stäbchen- oder
spaltförmig. Die schrägen oft einander kreuzend ;
es befinden sich um diese vermutlich runde oder
elliptische Höfe, die aber selten, und auch dann
nur verschwommen und undeutlich zu sehen sind.
In diesem Falle wären die beschriebenen Tüpfel,
die Poren der Höfe und die Fasern Fasertracheiden
(d). Mit Bestimmtheit können aber Fasertracheiden
nicht wahrgenommen werden, bzw. sind dieselben
schwer zu erkennen.
Holzparenchyme und Markstrahlzellen denen der
übrigen Tilia-Arten gleich (f-2-> (Ä.)-
TILIA TOMENTOSA Moench
Ungarische Silberlinde
Tafel 190
Verbreitungsgebiet : Südosteuropa, Westasien.
Q. 7, 2. Zerstreutporiges Holz. Im Vergleich
zur Grundmasse — die aus einer Menge weit-
lumiger Fasertracheiden, terminal-, meta-, para-
trachealer Holzparenchyme und Holzfasern be-
steht — enthält diese Art sehr viel Gefäße. Die
Lumina derselben sind im Früh- und im Spätholz
fast gleich groß. Sämtlich unregelmäßige Vielecke,
auch dann, wenn sie vereinzelt, aber noch mehr,
wenn sie in Gruppen geordnet vorkommen. An
der Jahrringgrenze sind die tangential aneinander-
gerückten Gefäße in eine Linie oder in zwei
Reihen geordnet.
Im Inneren der Jahrringe etwa 10% der Gefäße
vereinzelt, 90% aber in ein- bis zehngliedrigr
Nester geordnet. Diese haben sowohl radial wie
auch tangential eine verschiedene Ausdehnung.
Im Gegensatz zu den im Inneren der Jahrringe
befindlichen und annähernd gleichlumigen Fasern
finden wir an der Jahrringgrenze die Holzfasern
radial in 1 oder 2, flachgedrückte Reihen geordnet,
wodurch sich die Jahrringgrenze sehr scharf hervor-
hebt. Diese Erscheinung wird durch die unmit-
telbare Anlagerung vieler Frühgefäße noch gestei-
gert. Die Markstrahlen werden an der Jahrring-
grenze oft gebrochen, ihre Breite wechselt. Infolge-
dessen verlaufen sie — die Radialrichtung beibe-
haltend — etwas zickzackartig, bis sie dann —
besonders die stärkeren — an der Jahrringgrenze
etwas ausbreiten. Die Jahrringgrenze ist leicht
gewellt. Breitere Markstrahlen folgen einander
— mit Ausnahme der einschichtigen — in Ab-
ständen von 10 bis 15 Gefäßdurchmessern.
236
R, 3. Die ziemlich zahlreich vorhandenen
paratrachealen und metatrachealen Parenchym-
zellen bilden längere oder kürzere Kolonnen.
Ihre waagerechten Wände sind auffallend dünn.
Die Radialseite stets bedeutend schmaler als
die tangentiale. Höhe der ein- sowie der mehr-
schichtigen Markstrahlen — die Kantenzellen
ausgenommen — gleich. Perforationen der Gefäße
radial gerichtet, fast alle in gleicher Höhe.
T. 4. Tracheale Elemente überwiegen der
Grundmasse gegenüber auch am Tangentialschnitt.
Verlauf der Gefäße, der Holzfasern und der
Fasertracheiden gerade. Markstrahlen ± langge-
streckte, oft auch etwas unregelmäßige Spindel-
formen. Querschnitte der Zellen langgedehnte
Ellipsen, seltener Vielecke. Die Markstrahlen
sind meistens drei- bis vierschichtig und nicht
selten 50 bis 60 Zellen hoch. Die durchschnittliche
Höhe schwankt aber nur zwischen 30 und 50
/eilen. Es kommen auch einschichtige Mark-
strahlen vor, deren Höhe 4 bis 12 Zellen beträgt.
In diesen ist der Tangentialschnitt der Zellen von
stark langgestreckter Ellipsen- oder Ziegelform.
E. Gefäßglieder an beiden Enden offen, oder
in kleinen Schnäbeln auslaufend. Perforationen
einfache, mächtige, den Lumina der Gefäße
gleiche Ellipsen oder Kreise. Wände spiral ver-
dickt. Fäden verzweigen selten und weichen von
der Querrichtung bloß wenig ab. Hoftüpfel von
sehr verschiedener Größe; ihre Zahl hängt von
der Lage der Wände ab. An den einander berüh-
renden Gefäßwänden befinden sich ziemlich
große, i enggestellte, einander berührende Hof-
tüpfel ; dadurch werden die ursprünglich kreis-
oder ellipsenförmigen Tüpfel eckig. In einigen
Gefäßwänden sind die Hoftüpfel viel kleiner, mit
besonders kleinen Höfen. Diese winzigen Tüpfel
berühren einander trotz ihrer engen Lumina
nicht, sondern behalten ihre ursprüngliche Form.
Die sich mit Holzparenchymen oder mit Fasern
berührenden Gefäßwände an Tüpfeln ärmer ;
diese sind oft sogar ganz abwesend. Die Anordnung
der Hoftüpfel richtet sich nach der Form der
Holzparenchymzellen. Sie sind meistens in
längliche Reihen oder Nester geordnet und an
Größe den übrigen gleich oder auch kleiner, rund
oder auch eckig. Die sich mit den Markstrahlen
berührenden Höfe etwas kleiner als diejenigen, die
sich mit Gefäßen berühren ; der Form nach
Kreise oder Ellipsen.
Die Zwillingstüpfelporen stellen Kreise oder
kurze Ellipsen dar, umfassen die Höfe kaum,
und erscheinen im Verhältnis zu diesen ziemlich
klein. Poren der sich mit Holzparenchymen und
mit Markstrahlen berührenden Tüpfel umfassen
die Höfe — schon infolge der geringeren Aus-
dehnung derselben — vollkommener, kommen an
deren Grenzen nahe heran oder erreichen sie
auch.
Wände der englumigeren Gefäße und der
Tracheiden so dünn wie die der Gefäße, und
ebenfalls schraubig verdickt. Die Enden dieser
Gefäßglieder nicht offen, sondern in der Nähe der
ellipsenförmigen Perforationen kurz und rund zuge-
spitzt. Die Enden der Tracheiden verjüngen sich
und sind ohne Perforationen. Die Hoftüpfel
fehlen sehr oft, oder beschränken sich auf gewisse
Wandteile. Diese Erscheinung tritt auch bei
weitlumigen Gefäßen auf, wo die Spiralverdickun-
gen schmaler und mehr langgestreckt sind
(c/
Form und Enden der Fasertracheiden, wie
bei den Fasern, mannigfaltig. Ihre kleinen Höfe
sind verschwommen und undeutlich, von senk-
rechter oder schräger Ellipsenform. Die stäbchen-
oder spaltförmigen Poren umfassen die Höfe
ganz. Ihre Absonderung von den Fasern ist infolge
der schwer wahrnehmbaren Höfe unsicher. Auch
an der Tangentialseite sind einige Tüpfel
(«>•
Wände der Holzfasern dünn, sehr klein betüp-
felt. Die Tüpfel sind senkrecht oder etwas schräg,
spaltartig, von den Fasertracheiden ziemlich
schwer zu unterscheiden,
Holzparenchymzellen ebenfalls dünnwandig,
Ziegelformen ähnlich. Tangentialwände glatt, die
radialen klein betüpfelt. An den paratrachealen
Formen sieht man einander fast berührende, runde,
große Tüpfel (ß^).
Markstrahlzellen von mannigfaltiger Form.
Einzelne von den inneren kaum länger als ihre
Höhe, oder sogar kürzer. Andere werden zwanzig-
fach länger als hoch. Im Inneren der Markstrahlen
kommen auch aufrechte Formen vor. Diese
können zwei- oder dreifach höher sein als lang.
Unter den Kantenzellen sind die aufrechten
Formen häufig. Radialwände sämtlicher Zellen-
arten von runden, kleinen Tüpfeln bestreut, die
auch in Nester geordnet vorkommen. Die neben
den Gefäßen befindlichen Zellen sind*— den
Holzparenchymzellen gleich — von dichten, run-
den, größeren Tüpfeln bestreut. Ihre Wände sind
etwas stärker als die der Holzparenchyme (g).
(A.)
237
XXXIV. RUTACEAE
Gattung 94. Citrus
CITRUS AURANTIUM L.
Orangenbaum
Tafel 191
Verbreitungsgebiet: Vorderasien ; in Südeuropa
in großen Anpflanzungen.
Q. 1, 2. Zerstreutporiges Holz. Jahrringgren-
zen nur sehr schwer erkenntlich. Gefäße vereinzelt,
doppelt oder dreifach, im ganzen Holz gleich-
mäßig verteilt. Neben diesen auch englumigere
Gefäße, mitunter Tracheiden. Die Gefäße von
zahlreichen, paratrachealen Parenchymen flügel-
artig umgeben. Diese schließen sich sodann an
metatracheale Parenchyme an, die von den Gefäßen
unabhängig in der Richtung der Jahrringgrenze
in schmalere oder breitere Streifen geordnet sind
und mit ihren dünnen Wänden sich von den
starken Wänden der Holzfasern der Grundmasse
scharf absetzen. Aus ähnlichen Parenchymringen
kann einigermaßen auf die Jahrringe geschlossen
werden. Die Markstrahlen von verschiedener
Breite verlaufen in Abständen von ein oder zwei
Gefäßdurchmessern und geraten ab und zu so
nahe zueinander, daß zwischen ihnen kein einziges
weitlumigeres Gefäß Platz findet. Sie verlaufen
infolge der weitlumigen Gefäße etwas gewellt.
Die zerstreut angeordneten, kristallhaltigen Zellen
setzen sich von ihrer Umgebung durch ihre
Größe ab. Sie sind meist vereinzelt, nur selten
berühren sich zwei kristallhaltige Zellen, die je
einen großen Kristall enthalten.
R. 3. Ablauf der Elemente im Radialschnitt
gleichmäßig. Die MarkstrahlzeUen stellen längere
oder kürzere Ziegelformen dar. Da der Markstrahl
eine einheitliche Struktur besitzt, heben sich die
Kantenzellen von den inneren nicht ab. Kristall-
haltige Zellen sind auch hier bloß einschichtig.
Die dünnwandigen, längliche Ziegelformen bilden-
den Holzparenchymzellen von den Holzfasern
scharf abgesetzt.
T. 4. Die Breite der Markstrahlen beträgt
meistens 1 bis 5, fallweise auch mehrere Zellen.
Ihre Höhe schwankt zwischen 1 und 30 bis 35
Zellen. Sie sind meist 2 bis 4 Zellen breit und 10
bis 20 Zellen hoch. Zellen : Kreise oder kurze
Ellipsen. Die Markstrahlen bilden kurze, gedrun-
gene Spindeln. Infolge ihrer Dichte verlaufen
zwischen ihnen die Elemente wellig. Tangcn-
tialwände der MarkstrahlzeUen mit sehr kleinen
einfachen Tüpfeln dicht bestreut. Kristallhaltige
Zellen — denen der Markstrahlen gleich — in
ein-, seltener in zweischichtige, 10 bis 12 Zellen
hohe Reihen geordnet. Diese Reihen sind von den
Markstrahlen unabhängig und enthalten auch
bedeutend größere Zellen. Zuweilen schmiegen sie
sich aber an jene eng an. Radialwände der Holz-
parenchymzellen an Tüpfeln arm.
E. Die einfachen Perforationen der Gefäße
geraten gewöhnlich an die äußersten Enden der
Gefäßglieder, quer- oder kaum etwas schräg
gestellt. Ihre Größe und Form entspricht den
Gefäßlumina. Das Gefäßglied endet ab und zu
oberhalb der Perforation in einem kurzen
Schnabel. In solchen Fällen kann sich auch
die Größe der Perforation ändern. Gefäßwände
von Hoftüpfeln ganz oder fleckenweisc be-
deckt. Die Flecke entsprechen der Form der
Markstrahl- oder Holzparenchymzellen. Die Höfe
stellen im Verhältnis zur Größe der Gefäße ganz
kleine Kreise oder kurze Ellipsen dar. Berühren
sie einander, so werden sie eckig. Ihre Poren
ebenfalls Kreise oder Ellipsen ; auch stäbchen-
förmige kommen vor, in waagerechter oder
schräger Lage. Innere Porenmundc bisweilen
stärker langgestreckt; dann können die gleich-
gerichteten fallweise auch verschmelzen fch-4/
Tracheiden in kleiner Zahl. Diese zeigen
schmalere, langgestreckte, an beiden Enden stumpf
zugespitzte Formen. Ihre Betüpfelung ist wie
die der Gefäße (^1-2)-
Die Holzfasern sind ziemlich lang und zuge-
spitzt. Die Tangentialwände enthalten wenige,
die radialen mehr einfache Tüpfel, deren äußere
Porenmunde Kreise, die inneren längliche Spalten
bilden
Paratracheale Parenchymzellen an Größe und
Form ziemlich mannigfaltig. Tangentialwände
oft wellig. Die einander berührenden Wände
enthalten kleinere, runde, elliptische oder linsen-
förmige Tüpfel. An den sich mit Gefäßen berüh-
renden Wänden findet man bedeutend größere
Tüpfel, und zwar so dicht, daß die dazwischen
freibleibenden Wandteile als feines »Netz«-werk
erscheinen.
Metatracheale Parenchymzellen stellen Ziegel-
formen von einheitlicher Größe und Gestalt dar.
Ihre Tüpfel sind einfache, kleine, radial, meist
ziemlich dicht, tangential spärlicher verstreute
Kreise
238
Kristallhaltige Zellen im Längschnitt meist
quadratisch. Wände dünn, tüpfelfrei.
Markstrahlzellen gleichmäßig ziegelförmig. Die
einander berührenden Wände enthalten sehr
kleine, kreisrunde, die sich mit Gefäßen berühren-
den Stellen querliegende ellipsenförmige Tüpfel
(g)- (A-)
CITRUS MEDICA var. VULGARIS Risso
Zitronenbaum
Tafel 192
Verbreitungsgebiet: Europa, Mittelmeerregion.
Q, 7, 2. Xylotomisch betrachtet dem Oran-
genbaum (C* aurantium) sehr ähnlich, so daß
eine entschiedene Trennung nicht leicht ist. Im
Querschnittsbild macht sich in der Anordnung der
Poren ein gewisser Unterschied bemerkbar. Während
nämlich bei C. aurantium vereinzelte Poren
ziemlich häufig und dreigliedrige Markstrahlen
nur selten vorkommen, sind bei dieser Art die
vereinzelte Poren selten. Diese häufen sich meist
in Zwillingsporen oder in dreigliedrige radiale
Porenstrahlen geordnet, es kommen jedoch auch
vier-, seltener sogar fünfgliedrige Porenstrahlen
vor. Kristallhaltige Zellen gibt es hier bedeutend
weniger. Querschnittsbild sonst dem der vorigen
Art gleich.
R. 3. Radialschnitt dem von C. aurantium
ganz ähnlich.
T. 4. Im Tangentialschnitt kann in den Mark-
strahlen ein kleiner Unterschied festgestellt werden.
Obwohl räumlich die Markstrahlen hier ebenfalls
eine Breite von 1 bis 5, am häufigsten von 2 bis
3 Zellen und eine Höhe von 30 bis 35 Zellen haben,
sind die Zellen etwas größer, und der ganze
Markstrahl erscheint etwas länger gestreckt als
bei der vorigen Art. Die dazwischen befindlichen
Elemente, sowie auch die Holzfasern zeigen einen
bedeutend gleichmäßigeren Verlauf.
E. Elemente entsprechen vollkommen denen
von C. aurantium (ar^ ^-4, /1-4, g)‘ (^*)
Gattung 95. Ptelea
PTELEA TRIFOLIATA L.
Lederblume
Hop tree
Tafel 193
In Nordamerika heimisch. In Europa in Parkan-
lagen gepflanzt.
Splint schmal, gelblich-weiß, Kernholz dunkler.
Q. 7, 2. Diese Art kann annähernd als ring-
poriges Holz gelten, jedoch nicht mit Bestimmt-
heit, da das Frühholz mehr und weitlumigere
Gefäße enthält. Der Übergang ins Spätholz ge-
staltet sich so gleichmäßig, daß ausgeprägte Poren-
ringe nicht zu unterscheiden sind. (Auf 1 mm!
entfallen etwa 80 bis 90 Poren.) Porenverhältnis
an der Jahrringgrenze : 1 : 4—5.
Jahrringgrenze fein gewellt aus 1 bis 3 Reihen
radial flachgedrückter Fasern gebildet. Gefäße
vereinzelt oder zu 2 oder 4 in Gefäßgruppen geord-
net. Zwillingsporen gewöhnlich radial. Die Gefäß-
querschnitte stellen Ellipsen dar, die in Gruppen
geordneten Ausnahmen sind. Die Grundmasse
besteht aus einer Menge dickwandiger Holzfasern.
Deren Lumina unregelmäßige Vielecke, die sich
dem Spätholz zu verjüngen.
Markstrahlen in ungleichen Abständen vonein-
ander entfernt, ziemlich dicht angeordnet. Auf
1 mm entfallen etwa 14 Markstrahlen. Die mehr-
schichtigen breiten sich an der Jahrringgrenze
etwas aus. Inmitten der nähergelegenen finden
wir bloß eine oder zwei Holzfaserreihen eingebettet,
die weitergelegenen stärkeren sind in Abständen
von 4 bis 6 Gefäßdurchmessern voneinander
angeordnet. Innerhalb des Jahrringes kommen
englumigere Gefäße und Holzparenchymzellen,
ferner Tracheidengruppen ziemlich häufig vor,
in welchen manchmal auch 10 bis 20 der ange-
führten Elemente enthalten sind.
R. 3. Im Radialschnitt erreichen die Markstrahl-
zellen — mit äußerst seltenen Ausnahmen bei
den Kantenzellen — die gleiche Höhe, und radial
meistens die gleiche Länge. (Gleichartiges Mark-
strahlgefüge.) Ablauf der Gefäße gerade. Die ne-
beneinander gelegenen, radial angeordneten Per-
forationen geraten auf gleiche Höhe. Paratracheale
Holzparenchymzellen kommen überall vor.
T. 4. Die ein- bis dreischichtigen Markstrah-
len bilden längliche, schmale Spindelformen.
Die Höhe der einschichtigen beträgt 2 bis 15 Zellen,
die der zwei- und dreischichtigen zwischen 10 und
40 Zellen. In einzelnen Markstrahlen können die
2 oder 3 Schichten in der ganzen Höhe verfolgt
werden, nur die Kantenzellen bleiben einschichtig.
In anderen Markstrahlen folgen auf den dreischich-
tigen Teil in der Höhe von 10 bis 15 Zellen ein-
schichtige Teile. Die übereinander gelegenen
Markstrahlen verschmelzen manchmal. Tangen-
tialschnitte der breiteren Markstrahlzellen Ellip-
sen, die der einschichtigen längliche Ziegelformen
239
mit abgerundeten Kanten. Im Inneren der ver-
schmolzenen Markstrahlen sieht man zuweilen
den Kantenzellen ähnliche Zellen, die die durch-
schnittliche Höhe zwei- oder dreifach übertreffen.
Markstrahlen relativ gleichmäßig verteilt. (Auf
1 mm2 entfallen etwa 45 bis 50 Markstrahlen.)
Lauf der Gefäße samt den neben diesen befind-
lichen Holzparenchymzellen gerade. Die Grund-
masse enthält keine Holzparenchymzellen. Scheide-
wände der Gefäße schließen mit den Längsachsen
einen Winkel von 45° ein.
E. Die weitesten Gefäßglieder kaum länger
als weit, an beiden Enden ganz offen, ihre ein-
fachen Perforationen hängen also von der Weite
der Gefäße ab. Perforationsfläche quer- oder
schräggestellt. Wände der Gefäße von Hoftüpfeln
in verschiedenem Maße bedeckt, zuweilen so
dicht, daß sie einander berühren. Solche Wandteile
befinden sich besonders an den Stellen, wo zwei
benachbarte Gefäße einander berühren. In anderen
Fällen sind die Hoftüpfel — zur Längsachse des
Gefäßes parallel verlaufend — in eine Linie oder
zwei Reihen, mitunter in Gruppen geordnet.
Höfe der Tüpfel annähernd Kreise oder kurze
Ellipsen. Sie erscheinen manchmal zur Längsachse
des Gefäßes quer gestreckt und in kreis- oder kurz
ellipsenförmigen Poren geöffnet. An Berührungs-
stellen der Radialseiten mit Markstrahlzellen
häufen sich die Hoftüpfel — von der Höhe der
Markstrahlzellen abhängig — in ziegelförmige
Flecke, die in 3 bis 4 Reihen geordnet sind.
Sie gleichen den Hoftüpfeln der übrigen Wände,
umfassen die Höfe gewöhnlich ganz, und sich
mit Markstrahlen berührend, durchschreiten sie
sogar diese.
Neben den Hoftüpfeln findet man oft auch
Spiralverdickungen. Diese sind fein und dicht,
unter 45° oder einem kleineren Winkel verlaufend.
Die Gefäßglieder spitzen sich oft nur am einen
Ende, manchmal an beiden Enden kurz zu. An
ihren dicken Wänden findet man außer den bereits
beschriebenen Hoftüpfeln seltener auch einfache
Tüpfel. Diese fallen in die Richtung der Spiral-
verdickungen, bzw. unterbrechen diese. Die Form
der Tüpfel kann auch so gedeutet werden, daß
die Spiralfäden sich an diesen Stellen trennen
und einen länger gedehnten, linsenförmigen Raum
umschließen. Der Tüpfel kann sogar der Windung
des Spiralfadens folgen. Der auf diese Weise
umschlossene Raum ist der eigentliche einfache
Tüpfel, dessen Rand vom Spiralfaden gebildet
wird. Die englumigeren Gefäße enthalten Hoftüpfel
von mehr oder weniger ähnlicher Struktur und
Größe ; in diesen findet man eine bedeutend
größere Anzahl von dichteren und vollkommene-
ren Spiralverdickungen.
Die Hoftüpfel erscheinen in ziemlich gleich-
mäßigen Abständen voneinander, in eine Linie
oder zwei Reihen geordnet. Endteile dieser eng-
lumigeren Gefäßglieder abgerundet oder zuge-
spitzt. Perforationen einfache Ellipsen oder Kreise,
stets seitwärts gewendet. Es gibt auch solche
Formen, die von Hoftüpfeln ganz bedeckt sind.
In diesen Fällen sind Spiralverdickungen kaum
zu sehen (cii-i)-
Lumina und Wandstärke der an beiden
Enden zugespitzten tracheidenartigen Gefäße meist
denen der Fasern ähnlich. Am etwas breiteren
Ende befinden sich langgedehnte, ellipsenförmige*,
einfache Perforationen. Mit den anderen traehe-
alen Elementen übereinstimmend, auch hier
Hoftüpfel und Spiralverdickungen (b1^2)‘
Tracheiden an beiden Enden zugespitzt, jedoch
kaum weitlumiger als die Holzfasern. Ihre Wände
— ebenso wie die der Gefäße — dick, von Hof-
tüpfeln und Spiralverdickungen bedeckt. Hof-
tüpfel — je nach den Lumina der Tracheiden — in
eine Linie oder zwei Reihen, mitunter unregel-
mäßig angeordnet. Ihre Größe derjenigen der
Gefäße gleich, sie schließen aber mit den Längs-
achsen einen kleinen Winkel ein oder befinden
sich in fast senkrechter Lage
Holzfasern ziemlich kurz. Sämtliche enden
ohne Abwechslung in einfachen oder ganz kurzen
Spitzen. Wände mittelstark, radial, seltener tangen-
tial, dicht betüpfelt. Die Tüpfel sind spaltartig,
einfach, oder mit unbedeutenden Höfen, mehr
oder weniger senkrecht (d}^).
Die Holzparenchymzellen stellen längere oder
kürzere Ziegelformen dar. Wände dünn, radial,
wie tangential von einfachen, kleinen, kreisförmi-
migen Tüpfeln bedeckt. An dem den Gefäßen
zugewendeten Teil befinden sich teils kreisförmige,
teils aber querliegende, spaltförmige Tüpfel.
Diese sind entweder angereiht oder unregelmäßig
zerstreut
Die Größe und Form der Markstrahlzellen
wurde bereits beim Radialschnitt behandelt.
Die Wände sind ziemlich stark, in jeder Richtung
von einfachen, runden, kleinen Tüpfeln reich
bedeckt. Größere, querliegende, an beiden Enden
zugespitzten Ellipsen ähnliche, einfache Tüpfel
sieht man bloß an den mit den Gefäßen benach-
barten Radialwänden (g). (A.)
240
XXXV. SIMARUBACEAE
Gattung 96. Ailanthus
AILANTHUS ALTISSIMA Swingle.
Götterbaum
Vernis de Japon
Tafel 194
Aus China und Japan nach Europa eingeführt.
Splint breit, gelblichrosa, Kernholz orangengelb.
Q. 7, 2. Zwei- oder dreireihige Gefäße mit
mächtigen Lumina bilden im Frühholz Porenringe.
Die Gefäße sind vereinzelt, in radiale Zwillings-
poren, höchst selten zu dritt in Gefäßgruppen
angeordnet. Die Spätzone enthält aber auch unregel-
mäßige, aus je 8 bis 20 Gefäßen gebildete Flecke
von Gefäßgruppen. Solche Gruppen sind von
ziemlich zahlreichen Holzparenchymzellen umge-
ben.
Die Markstrahlen von verschiedener Breite
folgen dicht aufeinander (auf 1 mm entfallen 6 bis
7). Inmitten derselben findet im Frühholz im allg.
ein Gefäß Platz. An der Jahrringgrenze schwellen
die Markstrahlen etwas an, jedoch nicht immer.
Querschnitte der Frühgefäße kreisförmig oder
oval, die der kleinen Gefäße der Spätzone mehr
vieleckig. Die Grundmasse enthält eine Menge
von ziemlich weitlumigen, dickwandigen Holz-
fasern und metatrachealen Holzparenchymen.
Ein Teil derselben hat sehr dicke Wände und
färbt sich mit Malachitgrün nicht. Die Gefäße
enthalten Thyllen. Die oben beschriebenen
Gefäßgruppen befinden sich im Spätholz unregel-
mäßig verstreut, jedoch den Raum zwischen
zwei Markstrahlen gewöhnlich in der Breite aus-
füllend.
R. 3. Am Radialschnitt erscheint der Ablauf
der Holzfasern nicht mehr so wellig, ist aber
noch immer wahrnehmbar. Die Höhe der Mark-
strahlen verschieden. Lumina der in 3 bis 6
Reihen aneinandergerückten, englumigen Tracheen
radial gewendet und in gleicher Höhe. Holzparen-
chymzellen nur an trachealen Elementen vorhan-
den.
T. 4. Im Tangentialschnitt unregelmäßig
spindelförmige Markstrahlen, die sich bald ver-
schmälern, bald wieder anschwellen. In beschränk-
ter Zahl kommen auch einschichtige Markstrahlen
vor, deren Höhe zwischen 2 bis 10 Zellen schwankt.
Die Breite der größeren beträgt 3 bis 6 Zellen,
ihre Höhe mißt durchschnittlich 20 bis 40 Zellen
oder noch mehr, bis zu einer Höhe von 60 Zellen.
Sämtliche Markstrahlen verschmälern sich plötz-
lich und werden durch eine vereinzelte Kanten-
zelle abgeschlossen. Diese erscheint kegelförmig,
während die übrigen — abgesehen von den ein-
schichtigen — kreisrund oder elliptisch sind.
Zellen der einschichtigen Strahlen eckig. Die
Kantenzellen übertreffen die inneren an Höhe
mitunter auch zweifach. Heterogene Markstrahlen.
Unter den dichten Markstrahlen schlängeln die
Holzfasern, die zahlreichen Tracheiden, die eng-
lumigen Gefäße, sowie die Holzparenchymzellen
hin und her; der Verlauf der weitlumigen Gefäße
ist gewöhnlich gerade. Die Anzahl der Holzfasern
zwischen je zwei benachbarten Markstrahlen be-
trägt im allg. 4 bis 10, auf 1 mm2 entfallen etwa
20 bis 25 kleine oder 8 bis 10 große Mark-
strahlen.
E. Weitlumige Gefäße des Frühholzes ziemlich
dünnwandig, an Hoftüpfeln reich. Höfe der
Tüpfel große, querliegende Ellipsen. Die Poren
richten sich nach der Lage der Höfe, stellen schmale
Ellipsen oder Spalten dar, die Höfe gewöhnlich
ganz einnehmend, ja fallweise diese sogar durch-
schreitend. Die inneren Porenmunde der gleich-
gerichteten Höfe können zuweilen 4 bis 5 Höfe
hindurch verschmelzen. Gefäßglieder an beiden
Enden offen, Perforationen einfach, quergelegen.
Die Gefäßglieder sind meistens doppelt so lang
wie breit
Die Wände der englumigeren Gefäße sind
noch dünner. Diese enthalten außer Hoftüpfeln
auch Spiral Verdickungen. Hoftüpfel ellipsenför-
mig, mit schmalen, spaltartigen und schrägge-
stellten Poren. Die spiralen Fäden neigen sich
zur Längsachse des Gefäßes quer unter 45°,
erscheinen sehr enggestellt und verlaufen parallel
zueinander. Tangential betrachtet enden diese
Gefäße kegelartig. Die ellipsenförmige einfache
Perforation befindet sich an der Radialseite, am
anderen Ende an der entgegengesetzten Seite.
Die Hoftüpfel der weiten, sowie auch der eng-
lumigen Tracheiden können (c) einander berüh-
ren ; wir finden sie in kleinere oder größere
Gruppen geordnet oder auch voneinander ent-
fernt.
Wände der Holzfasern stark und infolge der
plötzlichen Verengung ihrer beiden Enden läng-
16 (jregUHH
241
lieh zugespitzt. Enden mannigfaltig. Es gibt
kürzere und weitlumigere Formen. Die Tangential-
wand fast tüpfelfrei. An der Radialseite dagegen
ziemlich viele spaltartige, schräge, mitunter
senkrechte einfache Tüpfel. Die entgegengesetzt
angeordneten können einander kreuzen (d1_i).
Tangentialwände der Holzparenchymzellen von
mannigfaltiger Form ; die radialen haben längere
oder kürzere Ziegelformen. Tangentialwände
— je nach ihrem Verhältnis zu den Gefäßen —
von einfachen, kreisförmigen, kleineren oder
größeren Tüpfeln bedeckt, eventuell auch tüpfel-
frei. Radialseite einfach betüpfelt f/1-2/
Formen der Markstrahlzellen mannigfaltig. Unter
den Kantenzellen kommen häufig unregelmäßige
Formen vor, die höher sind als die inneren. Die
mit den Gefäßen benachbarte Fläche von kreis-
förmigen, großen Tüpfeln bedeckt ; die übrigen
Wandteile findet man gleichartig von einfachen
kleinen Tüpfeln bestreut (g). (A.)
XXXVI. MELIACEAE
Gattung 97. Melia
MELIA AZEDARACH L.
Persischer Flieder
Laurier grec^ Bead tree
Tafel 195
Dieser dem Mahagoni ähnliche und in den
Mittelmeerländern häufig kultivierte Baum er-
reicht eine Höhe von ungefähr 10 m. Seine Urhei-
mat ist der Himalaja.
Q. 2, 2. Charakteristisch ringporiges Holz. An
der Jahrringgrenze formen 3—4 Reihen weit-
lumiger Gefäße einen fast zusammenhängenden
Porenkreis. Anordnung und Form der Frühholzge-
fäße erinnern an die Ulmus-Arten. Im Jahrring
nach dem Frühholz werden die Gefäße im Durch-
messer allmählich kleiner, mitunter sind sie in
2—3gliedrigen Porenstrahlen angereiht, während
sie sich im Spätholz gewöhnlich zu 3—4- oder
mehrgliedrigen Gefäßgruppen vereinigen. Gegen
Ende des Spätholzes bilden sich aber nur mehr
kleinere und größere Tracheidengruppen, die
sich hier mit Holzfaserballen, die in gewisser
Hinsicht an die Ulmus-Arten erinnern, abwechseln.
Größere Gefäße von paratrachealem Parenchym
ringartig eingefaßt. Markstrahlen 2—8 Zellen
breit und ziemlich dicht gestellt. Thyllen in den
Gefäßen ziemlich häufig.
R. 3, Markstrahlzellen stellen lange oder auch
kürzere Rechtecke dar ; Randzellen etwas höher
und kürzer, quadratisch oder stehende Rechtecke ;
die äußere Wand etwas gewellt. Die heterogene
Markstrahlstruktur ist aber nicht immer so aus-
geprägt. Markstrahlzellen verhältnismäßig niedrig,
13—21—27 p hoch. Oberfläche der großlumigen
Gefäße von paratrachealen Parenchymzellen
dicht bedeckt. Gefäße mit verhältnismäßig weni-
gen Hoftüpfeln, in Längsreihen angeordnet ; an
der Innenseite der Gefäßwände feine Spiralver-
dickungen. In den länglichen Holzparenchym-
zellen bisweilen Kalziumoxalatkristalle.
T. 4. Markstrahlen heterogen, verhältnismäßig
niedrig, nur 1—25 Zellen hoch und 2—4—5—8
Zellenreihen breit; die 8—10 p breiten Kanten-
zellen etwas höher. Innenständige Markstrahl-
zellen vieleckig oder kreisförmig. Gefäßglieder
verhältnismäßig kurz, bisweilen aber auch langge-
streckt.
E. Gefäße kurzgliedrig oder langgestreckt.
Oberhalb der Perforation kurz zugespitzter oder
stumpfer Schnabel. Kleine Hoftüpfel in Längsreihen
angeordnet oder verstreut. Ihre Lage entspricht
ziemlich oft den kleinen Tüpfeln der Markstrahl-
zellen. Öffnungen der Tüpfel waagerecht oder
schräg. Ablauf der Spiralverdickungen nicht immer
regelmäßig, manchmal laufen die Spiralen haarzopf-
artig
Tracheidenartige Gefäße nur an einem Ende
einfach durchbrochen
Holzfasern verhältnismäßig dünnwandig, manch-
mal fächerig, mit schrägspaltigen Tüpfeln (d^^).
Fasertracheiden gleichfalls dünnwandig, über-
schreitende kleine Hoftüpfel tragend (e).
Holzparenchymzellen 70—120 p lang und 12—15
p breit, mitunter Kalziumoxalatkristalle enthal-
tend (fi-t).
Markstrahlzellen wie bereits erwähnt; in jenen,
die Gefäße berühren, sind die einfachen Tüpfel
erheblich größer als in den übrigen ; der Form
nach liegende Ellipsen (g1-J- (A.)
242
XXX VII .
AN AC ARDI ACE AE
Gattung 98. Cotinus
COTINUS COGGYGRIA Scop.
Perückenbaum
Arbre ä perruques^ Scotano
Tafel 196
Ein größerer Strauch ; am Mitteimeer und in
Kaukasien heimisch.
Splint oft schmal, schmutziggelb, Kernholz
grünlich, gegen die äußeren Teile zu in dunkleren
Tönen fortgesetzt.
Q. 7, 2. Das ringporige Holz enthält 1 oder
3 eng aneinandergeordnete Reihen von weitlumi-
gen Gefäßen. Die weiten Gefäße enthalten reich-
lich Thyllen. Querschnitte kreisförmig oder oval.
Einzelne gleichen an beiden Seiten flachgedrück-
ten, länglichen Ellipsen. Im unmittelbar dem
Frühholz folgenden oder noch zu demselben
zurechnenden Teil findet man die Gefäße bereits
zu Nestern geschart oder aber überwiegend als
Zwillingsporen, in radiale, seltener in radiale und
in tangentiale Reihen geordnet. Mit der Entfernung
vom Frühholz nehmen die Lumina der Gefäße der
einzelnen Nester ständig ab, ihre Anzahl wächst
aber um so mehr an. Im späten Holzteil kommen
auch acht- bis zwölfgliedrige, radial englumige
Poren strahlen vor. Diese Gefäßgruppen werden
von Holzparenchymzellen in beschränkter Zahl
begleitet. Die Grundmasse besteht aus einer Menge
dickwandiger Holzfasern und Holzparenchyme. Die
Holzfasern verengen sich von der Frühzone gegen
dieSpätzone zu immer mehr, und an der Jahrring-
grenze erscheinen sie in einigen Reihen bereits ganz
flachgedrückt. Markstrahlen fein (etwa 12 Mark-
strahlen je 1 mm), die Jahrringgrenzen ohne Aus-
breitung durchschreitend.
-R. 3. Im Radialschnitt sieht man in den
Gefäßen viele Thyllen. Unter den Markstrahlzellen
sind die Kantenzellen höher als die inneren, die
Markstrahlen erscheinen also heterogen. Scheide-
wände der Gefäße querliegend, Perforationen oval
oder rund, auf verschiedener Höhe.
T. 4. Markstrahlen ein- oder zwei-, nur in
seltensten Fällen dreischichtig. Ihre Höhe ver-
schieden ; die der einschichtigen beträgt 3 bis
12, die der zwei- und dreischichtigen 10 bis 30
Zellen. Tangentialschnitte : schlanke Spindel-
formen ; Zellen : Kreise oder Ellipsen. Die der
einschichtigen längliche Ziegelformen, meistens
kristallhaltig. Holzparenchymzellen kommen ver-
streut allenthalben vor. Gefäße und Holzfasern
mit geradem Ablauf.
E. Gefäßlumina sehr verschieden. In den
weitlumigeren Formen sind beide Enden der
Gefäßglieder offen, Perforationen einfach, quer oder
etwas schräggestellt. Englumigere Gefäßglieder
an beiden Enden kürzer oder länglicher zuge-
spitzt, deren Perforationen an der Radialwand
kürzere oder längere Ellipsenformen. Weitlumigere
Gefäße mit einfachen und behöften Tüpfeln.
Echte einfache Tüpfel gibt es nur spärlich, da
die meisten Tüpfel mit solchen größeren Poren
ihre eigenen — wenn auch verschwommenen —
schmalen Höfe besitzen. Die Höfe ganz einneh-
mende Poren müssen bereits als einfache Tüpfel
betrachtet werden. Diese Tüpfel befinden sich
größtenteils an der Radialseite, aber stets in
Gruppen, die der Form der Holzparenchym-, bzw.
der MarkstrahlzeUen entsprechen, da sie nur dort
entstehen, wo sie mit letzteren in Berührung
kommen. Diese Tüpfel bilden an ihren beiden
Enden zugespitzte, querliegende, seltener gewöhn-
lich geformte Ellipsen. Die überwiegende Mehr-
zahl der Hoftüpfel tangential angeordnet. Die
runden oder ovalen Höfe einander fast berührend.
Die Poren stellen längliche Ellipsen oder Spalten
dar und nehmen die Höfe beinahe ein oder bleiben
etwas kürzer ; in allen Fällen sind sie aber quer-
gestellt. Manche Gefäße enthalten auch kleinere
Tüpfel mit schrägen Poren. An den Tangential-
wänden der sich mit Holzparenchymzellen berüh-
renden Gefäße befinden sich ebenfalls großporige
oder einfache Tüpfel, die denen an der Radialseite
ähnlich sehen (a1-ß)>
Englumige Gefäße enthalten außer Hoftüpfeln
auch Spiralverdickungen, die zur Längsachse des
Gefäßes entweder quer oder unter kleineren oder
größeren Winkeln verlaufen. Spiral Verdickungen
gleichmäßig, Fäden parallel zueinander. Größe
der Hoftüpfel wie bei den weitlumigeren Gefäßen,
die Poren jedoch fast ausnahmslos schräg. Ab
und zu kommen auch einfache Tüpfel vor.
Die Tracheiden sind kürzer als die Holzfasern,
ihre Wände aber ebenso dick und von Hoftüpfeln
bedeckt, die meist in zur Längsachse parallele
kürzere oder längere Reihen geordnet sind. Ihre
16*
243
Spiralverdickungen verlaufen enggestellt, schräg
oder quer gerichtet (c).
Die tracheidenartigen Gefäße sind zuweilen
nicht größer als die Tracheiden, mit denen sie
an Struktur sowie an Wandstärke vollkommen
übereinstimmen. Sie unterscheiden sich voneinan-
der bloß durch die an ihrem einen Ende befind-
lichen ellipsenförmigen Perforationen. Hoftüpfel
der weitlumigeren in 2, mitunter in 3 Reihen
angeordnet.
Wände der Holzfasern dünn, mit sehr kleinen,
spaltförmigen Tüpfeln versehen. Endungen wenig
abwechslungsreich
Holzparenchymzellen: längere oder kürzere
Ziegelformen. Ihre Breite — bei gleichbleibendem
Höhenmaße — veränderlich. Neben den Gefäßen
haben die Zellen mannigfaltige, von der Ziegel-
form abweichende Formen. Die sich mit Gefäßen
berührenden Wände von mächtigen einfachen
Tüpfeln bedeckt, die meistens in zwei Reihen
geordnet sind (f).
Die inneren Markstrahlzellen annähernd von
gleicher Höhe, die Längenmaße jedoch umso
verschiedener. Einander gegenseitig berührende
Wände oft schräg oder bogenartig geneigt. Kanten-
zellen höher als die inneren, ihre äußeren Wände
welliger. Die Wände stets ziemlich stark, einfach
betüpfelt (g). (J.)
Gattung 99. Pistacia
PISTACIA LENTISCUS L.
Mastixbaum
Pistachier, Mastich tree., Pistacchi
Tafel 197
Verbreitungsgebiet : Quarnero-Gegend
Wesentliche Züge wie bei P. terebinthus. Be-
sonders die Elemente gleichen einander, auf
Grund der Anordnung sowie der Zahlverhältnisse
können jedoch die beiden Arten auseinander-
gehalten werden.
Q. 7, 2. Anzahl der Gefäße hier bedeutend
geringer als bei der folgenden Art, die Grundmasse
dagegen auffallender. Weitlumige Gefäße kommen
im ganzen Jahrring überall vor, in der Frühzone
häufig in Ringformen angeordnet, Kreise oder
kurze Ellipsen bildend, meistens vereinzelt.
Die Lumina sind jedoch bedeutend enger als die
der analogen Gefäße der folgenden Art ; auch ihr
Durchmesser höchstens halb so groß. Die Gefäße
mit engeren Lumina in radiale Porenstrahlen
geordnet. Diese setzen sich jedoch infolge ihrer
geringeren Maße und des unwesentlichen Unter-
schiedes in der Wandstärke von der Grundmasse
nicht so ausgeprägt ab wie bei P. terebinthus.
Holzfasern der Grundmasse in eine zusammen-
hängende Masse vereint, an der Jahrringgrenze
kaum etwas verflacht, daher nur schwer und oft
undeutlich wahrnehmbar.
Die Art enthält weniger Markstrahlen als
die folgende, und auch diese sind bedeutend
dünner. Auch die Zellen kleiner und daium von
der Grundmasse nicht so scharf abgesetzt wie bei
der folgenden Art. Der Verlauf der Markstrahlcn
gleichmäßiger, eine Ausbreitung oder Verschmäle-
rung kann kaum beobachtet werden.
R. 3. Infolge der schmalen Markstrahlen sieht
man bei dieser Holzart keine so langen inneren
Zellen wie bei der folgenden Art. Hier sind auch
die inneren Markstrahlzellen kurze, liegende
Ziegclformen oder Quadrate. Kantenzellen ab
und zu hohe, aufrechte Ziegelformen.
T. 4. Im Tangentialschnitt zeigt sich der
größte Unterschied bei den Markstrahlen, die
ein- oder zweischichtig sind. Dreischichtige Teile
bereits höchst selten. Die Höhe erreicht auch 40
bis 50 Zellen. Zusammengewachsene Markstrahlen
können auch eine Höhe von 80 bis 100 Zellen
aufweisen. Zellen kreisförmig oder kurzelliptisch.
Kantenzellen zuweilen von den inneren nicht zu
unterscheiden ; ab und zu verrät sich immerhin
ein gewisses heterogenes Gepräge. Die Kanten-
zellen stellen langgestreckte Kegel oder gleichsei-
tige Dreiecke dar, zuweilen sind auch die darunter
angeordneten längliche Ziegelformen. Ähnliche
findet man auch an den Verschmelzungsstellen.
E. Form, Wandstärke und Betüpfelung der
Elemente gleichen im großen ganzen denen der
Elemente der folgenden Art fax_7, c, ^-3, Ji-2*
g)- (J-)
PISTACIA TEREBINTHUS L.
Terebinthenbaum
Terebinthe, Turpenine tree, Terebinto
Tafel 198
Verbreitungsgebiet : Quarnero-Gegend.
Q. 7, 2. Zerstreutporiges Holz. Einzelne Jahr-
ringe ganz gleichmäßig. Gtfäße mancher Jahrringe
der Frühzone enger gestellt, in der Spätzone
244
•— zumindest in den äußersten Teilen nimmt
jedoch ihre Zahl ab. Einzelne Gefäße von beträcht-
licher Größe, kreis- oder ellipsenförmig, meistens
vereinzelt, nur sehr selten Zwillingsporen bildend.
Im allg. sind die Gefäße in der Fruhzone unmittel-
bar an der .Jahrringgrenze oder auch entfernter
angeordnet. Außer den weiten Gefäßen kommen
häufig auch englumigere, etwas eckig geformte
vor. Diese sind gewöhnlich in radiale, längere
oder kürzere Porenstrahlen oder Gruppen geordnet,
und füllen den größten Teil des Jahrringes aus.
Inmitten derselben sieht man Tracheiden und
Holzparenchymzellen,sogar Holzfasern eingebettet.
Die Holzfasern der Grundmasse stellenweise neben
den Gefäßen zurückgedrängt, kommen in bedeu-
tender Anzahl bloß in der äußersten Zone des
Spätholzes vor. Gewöhnlich füllen sie die Räume
zwischen den Gefäßgruppen aus. Jahrringgrenze
nicht ausgeprägt, immerhin in den meisten Fällen
erkenntlich ; sie erscheint etwas gewellt und an
den Markstrahlen oft vorspringend. Ihre breiten
Markstrahlen geraten zuweilen so nahe zueinander,
daß nur 1—2 Faserreihen dazwischen Platz finden.
Richtung der Markstrahlen infolge der weiten
Gefäße gewellt, stellenweise findet eine Verengung
oder Ausbreitung statt.
R. 3. Die inneren MarkstrahlzeUen langges-
treckte, liegende Ziegelformen. Kantenzellen mehr
Quadrate, kurze oder aufrechte Ziegelformen,
deshalb kann im Radialschnitt ein gewisses hete-
rogenes Gepräge festgestellt werden. In den Kanten-
zellen findet man häufig Kalziumoxalatkristalle,
die die ganze Zelle ausfüllen. Randzellen der
Markstrahlen ebenfalls etwas kürzer. Die einander
berührenden Wände der Markstrahlzellen enthalten
sehr kleine, runde Tüpfel, die sich mit Gefäßen
berührenden sind dagegen mit größeren, runden
oder elliptischen Tüpfeln versehen. Dieser Unter-
schied hebt das heterogene Gepräge der Mark-
strahlen noch mehr hervor. Für den Radialschnitt
gelten noch die zahlreichen Gefäße, sowie deren
Perforationen als bezeichnend. Unter den Holz-
fasern befinden sich in lange Reihen geordnete
metatracheale Parenchyme.
T. 4. Im Tangentialschnitt auffallend viele
Markstrahlen, deren Breite 5 bis 6, mitunter
7 Zellen, ihre Höhe 30 bis 40 Zellen beträgt.
Einzelne werden möglicherweise noch höher.
Diese sind jedoch entweder durch Verschmelzung
zustande gekommen, oder durch eine oder zwei
Fasern eventuell Tracheiden zerstückelt. Ihre
Struktur erscheint sowohl gleichartig wie ver-
schiedenartig. Die Zellenformen sind Kreise,
Ellipsen oder Vielecke. Die Form des ganzen
Markstrahls eine schlanke oder gedrängtere Spin-
del. Die Räume zwischen den Markstrahlen
meistens durch die Gefäße und die mit diesen ver-
bundenen parenchymatischen Elemente aus-
gefüllt. Das Verhältnis dieser zu den Holzfasern
hängt immer von der Schnittstelle ab. Perforatio-
nen der Gefäße fallen auf die Radialseite. Die
Enden befinden sich nicht in gleicher Höhe. Die
paratrachealen Parenchymelemente bilden kur-
ze, zwei- bis fünfgliedrige Reihen. Einzelne
erscheinen als an beiden Enden zugespitzte, »ersatz-
fasernähnliche« Gebilde. Die Wände dieser sind
etwas dicker als die der Parenchymzellen, ihre
Betüpfelung aber ähnlich.
E. Perforationen der Gefäßglieder einfach.
Die der weiten endständig, quer- oder schrägliegend.
Größe und Form entsprechen den Gefäßlumina.
Die Perforationen der englumigeren Gefäßglieder
geraten an die radiale Seite. Über denselben setzen
sich die Gefäße noch auf kürzeren oder längeren
Strecken fort. Perforationen hier kleiner als die
Gefäßlumina, kreisförmig oder elliptisch. Die
Hoftüpfel auffallend groß, ihre Höfe Kreise oder
Ellipsen. Sind sie dicht gedrängt und berühren
sie einander, so werden sie hauptsächlich an den
einander berührenden Gefäßwänden eckig. Poren
rund, elliptisch, meist linsenförmig, die Höfe
nicht ganz einnehmend, jedoch an ihre Grenze
nahe herankommend. Bei weiten Gefäßen sind
sie quer-, bei engeren etwas schräggestellt.
Außer den Hoftüpfeln finden wir auch einfache
Tüpfel, deren Größe jener der Höfe entspricht,
oder diese auch übertrifft, von kleinerer Kreis-,
Ellipsen-, Linsenform oder von anderen man-
nigfaltigen Formen. Die englumigen Gefäße ent-
halten auch ziemlich zarte, jedoch ausgeprägte
Spiralverdickungen. Die Leisten verlaufen gleich-
mäßig, in bestimmten Abständen voneinander,
ausnahmsweise findet auch eine Verzweigung statt
Wenn sich in den Gefäßen mit engsten Lumina
keine oder bloß eine einzige Perforation bildet,
so kommen tracheidenartige Gefäße zustande, die
an Form und Struktur den Gefäßen mit engsten
Lumina ähnlich sind.
Dickwandige Holzfasern lang und an beiden
Enden zugespitzt. Äußere Porenmunde der ein-
fachen Tüpfel Kreise, die inneren mehr oder
weniger langgestreckte Spalten, an Radialwänden
häufig
245
Paratracheale Parenchymelemente ziemlich man-
nigfaltig. An den sich mit Gefäßen berührenden
Wänden findet man große — sonst kleinere —
einfache Tüpfel (f).
Die Markstrahlzellen wurden bereits bei der
Beschreibung des Radialschnittes näher behandelt
(g)- (A.)
Gattung 100. Rhus
RHUS TYPHINA L.
Essigbaum
Tafel 199
Nordamerikanischer Baum. In Europa überall
kultiviert.
Q. 1, 2. In mancher Beziehung der Cotinus
ähnliches ringporiges Holz. Die weitlumigen Gefäße
der Frühzone bilden drei- oder vierreihige Poren-
ringe, die auch mit freiem Auge gut sichtbar sind.
Die Gefäße enthalten keine Thyllen. Die Art
unterscheidet sich von der Cotinus durch den
unvermittelten Übergang der Frühzone in die
Spätzone, von der Abnahme der Gefäße und der
Verengerung der Lumina begleitet. In der gruppen-
weisen Anordnung der Spätholzgefäße gleicht sie
wieder der Cotinus. Auch die Anordnung der
Markstrahlen ist ähnlich. Die Markstrahlen laufen
dem Jahrring unter einem vom Rechteck abwei-
chenden Winkel zu. Im Querschnitt sieht man
außerdem bei den Holzfasern der Grundmasse
gewisse Verschiedenheiten. Die Holzfasern sind
hier weitlumiger, auch die Jahrringgrenze ist
breiter.
R. 3. Der Radialschnitt stimmt mit dem der
Cotinus überein.
T. 4. Im Tangentialschnitt bemerkt man — im
Vergleich zur Cotinus — in den Markstrahlen
gewisse Abweichungen. Hier findet man nämlich
vorwiegend zwei- oder dreireihige und« nicht
einreihige Markstrahlen. Der Tangentialschnitt
der Markstrahlen ist von regelmäßigerer Spindel-
form, und auch die Lumina der Zellen sind etwas
enger. Die heterogene Markstrahlstruktur ziemlich
ausgeprägt : auf 1 mm2 entfallen etwa 50 Mark-
strahlen.
E. An Größe und Form erinnern die weitlumigen
Gefäßglieder ganz, die englumigeren weniger an
Cotinus. Die Wände der größeren Gefäße mit
Hoftüpfeln bedeckt, und zwar tangential dichter
als radial. Die Größe der Hoftüpfel wie bei Cotinus.
Poren nur bei den weitlumigen Gefäßen längere
Ellipsen oder auch spaltartig, die Hofgrenzen aber
nicht erreichend. Bei breiteren Gefäßen kommen
auch ganz kurze ellipsenförmige Poren häufig
vor, bei englumigeren hingegen kurze Ellipsen
oder Kreise ; in diesem letzten Fall ganz kleine. Die
feinen, parallel zueinander verlaufenden Spiral-
verdickungen sind bei englumigeren Gefäßen
fast ausnahmslos vorhanden, bei weitlumigeren
nur selten. Diese Spiralverdickungen verlaufen bei
kleineren Gefäßen — ganz wie bei Cotinus — schön
regelmäßig unter etwa 45°, während bei den
weitlumigen Gefäßen zwar auch unter 45°, jedoch
bedeutend verworrener und verzweigend. Radial-
wände der großen Gefäße enthalten — der Cotinus
ähnlich — große Tüpfel, deren Ausmaße und
Mannigfaltigkeit an die Quercus-Arten erinnern.
Ein gewisser Unterschied macht sich zwischen
Cotinus und Rhus auch in den Enden der englumigen
Gefäßglieder bemerkbar, da diese bei der letzteren
Art kürzer und dünn zugespitzt sind. In diesen
Gefäßen befinden sich nur ganz selten und auch
dann nur wenig Hoftüpfel (a1^3).
Tracheidenartige Gefäße (b±_3) und Tracheiden
(c) sind auch vorhanden.
Die Enden der Holzfasern nicht Abwechslungs-
reich, kürzer und dünner als die von Cotinus
und — diesen ähnlich — sehr klein betüpfelt.
Auch weitlumigere Formen häufig. Diese ent-
stammen dem Frühholze und sind reicher betüpfelt
f c?i _4 ).
Die Holzparenchymzellen erinnern an die von
Cotinus. Den größeren Tüpfeln der Gefäße ent-
sprechend findet man hier auch größere Tüpfel,
sogar solche, die die Lumina in ihrer ganzen Breite
einnehmen und die Wände so dicht bedecken,
daß die freibleibenden Wandteile dazwischen
netzartigen Verdickungen ähnlich erscheinen (f).
Markstrahlzellen wie bei Cotinus. Den Holz-
parenchymzellen ähnlich weisen sie, den Gefäßen
benachbart, sehr große einfache Tüpfel auf (gx_2).
(A.)
246
XXXVIII. POLYGALACEAE
Gattung 101. Polygala
POLYGALA CHAMAEBUXUS L.
Kreuzblume
Polygale faux-buis, Polygala falso bosso
Tafel 200
Verbreitungsgebiet : Die Alpenketten entlang
von Sündfrankreich bis Ungarn, ja bis Rumänien.
Q. 7, 2. Jahrringe sehr schmal, Ringporen-
charakter nicht ausgeprägt ; kann auch als zer-
streutporiges Holz gelten. Gefäße größtenteils
die Jahrringgrenze entlang in der Frühzone,
jedoch auch im äußersten Teil der Spätzone
anzutreffen. Infolge der Schmalheit des Jahrringes
Früh- und Spätzone voneinander gar nicht abge-
sondert. Gefäße vieleckig, vereinzelt oder einander
berührend und meist von gleicher Weite. Faser-
tracheiden der Grundmasse an der Jahrringgrenze
nur wenig kleiner und enggestellter als sonstwo,
wodurch die Jahrringgrenze sich nur sehr undeut-
lich absetzt. Markstrahlen wenig ausgeprägt,
stellenweise ganz fehlend, von der Grundmasse
sich nur durch die Dünne der Wände, durch
ihre ausgeprägt radial geordnete Reihen und ihre
Formen absondernd.
R. 3. Für den Radialschnitt ist ebenfalls
das Fehlen der Markstrahlen bezeichnend. Ein-
zelne, aufrechte Ziegelformen bildende Mark-
strahlen sind nur selten zu sehen. Radialwände
der einzelnen Elemente gleichfalls reich betüpfelt.
Enden mehr abgerundet. Ablauf gleichmäßig.
Einfache kreis- oder ellipsenförmige Perforationen
der Gefäßglieder fallen meist auf diese Seite.
T. 4. Im Tangentialschnitt macht sich kein
ausgeprägter Charakter geltend. Befindet sich
auch irgendwo ein Markstrahl, so ist derselbe
auf einige Zellen beschränkt und erinnert eher an
Holzparenchyme. Tangentialwände sämtlicher
Elemente reich betüpfelt. Die einzelnen Elemente
ziemlich kurz, ineinander gekeilt. Holzparenchym-
reihen bestehen aus einigen, oder nur aus 1—2
Gliedern. Ihre Enden häufig zugespitzt.
E. Gefäße dünnwandig. Außer den dichten
Hoftüpfeln finden wir auch zarte und enggestellte
Spiralverdickungen. Höfe der Hoftüpfel kreis-
förmig, mittelgroß. Poren Stäbchen- oder spalt-
artig, die Höfe ganz einnehmend. Stellenweise,
wo sich Gefäße mit Holzparenchymen berühren,
vergrößern sich dieselben und nehmen die Form
von breiteren Linsen oder Ellipsen an fai-3^.
Tracheiden länglich und schmal, tangential
sich zuspitzend, von der radialen Seite betrachtet,
abgerundet endend. Auch ihre Wände dünn und
den Gefäßen ähnlich reich betüpfelt (eA_^).
Wände der Fasertracheiden ziemlich stark,
reich betüpfelt. Die Höfe bilden Kreise oder
Ellipsen und sind meistens etwas kleiner als die
der Gefäße. Poren schräg, spaltartig, die Höfe
ganz einnehmend oder an deren Grenzen nur
nahe herankommend
Wände der Holzparenchym- und Markstrahl-
zellen dünn und reich betüpfelt. Tüpfel groß,
Kreise, Ellipsen oder sonstige Formen bildend.
Holzparenchymzellen meist verstreut angeordnet,
schmale Zellen findet man jedoch auch angereiht
6/1—4’ £1-2/ (J-)
XXXIX. SAPINDACEAE
Gattung 102. Koelreuteria
KOELREUTERIA PANICULATA Laxm.
Blasenbaum
Tafel 201
Heimat : China, Korea, Japan. In Europa
überall kultiviert.
Q. 7, 2. Im Frühholz bilden die Gefäße
von verschiedener Größe und mit auffallend weiten
Lumina gewöhnlich ein-, seltener zweireihige
deutliche Porenringe. Querschnitte sämtlicher
Gefäße kreisförmig oder oval. Die Gefäße sind
meistens vereinzelt, es kommen jedoch auch
Zwillingsporen ziemlich häufig vor. In diesem
Falle kann die Anordnung radial, tangential oder
auch schräg sein. Die Grundmasse besteht aus
einer Menge von Holzfasern, para- und meta-
trachealen Holzparenchymzellen. Lumina der-
selben sind annähernd kreis-, ellipsenförmig oder
eckig. Holzfasern des Spätholzes — mit Ausnahme
der an der Jahrringgrenze befindlichen 2 bis 3
247
Reihen radial abgeflachter Holzfasern — mit
ähnlich weiten Lumina, wie beim Frühholz.
Die Spätzone enthält verhältnismäßig wenig eng-
lumige Gefäße. Hier findet man eher in Flecke,
mitunter schräg, seltener zickzackartig in Reihen
geordnete englumige Gefäße und Holzparenchym-
zellen. Querschnitte der Holzparenchymzellen und
der Tracheiden quadratisch. Markstrahlen ein-
schichtig, im Spätholz ziemlich gleichmäßig ver-
laufend, unter den mächtigen Gefäßen des Früh-
holzes hingegen stark schlängelnd. Jahrringgrenze
etwas wellig. Markstrahlzellen im Vergleich zu
ihrer Breite auffallend kurz.
R. 3. In den weitlumigen Gefäßen ergeben
die Thyllen fast Querdiaphragmen. Ganz durch-
brochene Endwände liegen zur Längsachse des
Gefäßes quergestellt. Markstrahlzellen — von
Kantenzellen und einigen mittleren abgesehen —
von ziemlich einheitlicher Höhe, radial ziemlich
kurz, kurze Ziegelformen oder Vierecke. Manche
um die normale Höhe kürzer als breit. Die sich
mit Gefäßen berührenden können auch länger
sein als die übrigen.
T. 4. Im Tangentialschnitt einschichtige, nur
äußerst selten stärkere Markstrahlen häufig. In
der Mitte 1 oder 2 Zellen hindurch zweischichtig.
Tangentialschnitte der Zellen — die Kantenzellen
ausgenommen — Kreise oder Quadrate. Die Höhe
der Markstrahlen schwankt zwischen 2 und 25,
mißt aber meistens nur 10 Zellen. Unmittelbar um
die Gefäße befinden sich zahlreiche paratracheale
Holzparenchymzellen. Für die metatrachealen
Holzparenchymzellen bezeichnend, daß sie Reihen
bilden, fallweise zu viert aneinandergeordnet sind,
Die mittleren Formen lange Ziegel, die äußeren
zugespitzten Kegeln ähnlich.
E. Gefäßglieder dünnwandig, von verschiede-
ner Länge. Perforationen einfach. Ihre Ebenen
senkrecht zur Gefäßlängsachse, die der weit-
lumigsten so groß wie die Gefäßlumina. Spiral-
verdickungen kommen hier selten vor, um so reich-
licher finden wir fast kreisförmige Hoftüpfel. Poren
elliptisch oder spaltförmig, quergestellt, nehmen
die Höfe nicht ganz ein oder kommen an dieselben
nur nahe heran. Zuweilen, besonders radial, findet
man auch solche Hoftüpfel, deren Poren die Höfe
ganz einnehmen, ja dieselben sogar durchschrei-
ten. Diese Poren sind gewöhnlich auch breiter
als die übrigen. Die Höfe selbst erscheinen da-
neben nur verschwommen und verringert. In
gewissen Fällen vergrößern sich die Poren derart,
daß die Höfe daneben kaum wahrnehmbar sind
und auch für einfache Tüpfel angesehen werden
können. Tangential können diese einander auch
berühren, radial findet man sie aber voneinander
entfernter, in ungleichmäßig verteilte Nester ge-
ordnet. An den engeren Gefäßen berühren die
Hoftüpfel einander ; neben ihnen sieht man auch
Spiralverdickungen in ziemlich ausgeprägter Form
(ai -$)•
In tracheidenartigen Gefäßen befinden sich die
Hoftüpfel und die Spiralverdickungen stets bei-
sammen. Die Tüpfel sind auf denselben verstreut
oder bilden zur Gefäßlängsachse parallele Reihen.
Perforationen elliptisch (c).
Holzfasern tangential glatt, Radialwände klein
betüpfelt. Beide Enden länger oder kürzer zu-
gespitzt, die Formen weisen jedoch keine Mannig-
faltigkeit auf (dl_5). Manchmal sind auch ge-
fächerte Holzfasern zu sehen (i).
Paratracheale Parenchymzellen ziegelförmig. Von
dieser Form weichen nur die metatrachealen der
Grundmasse ab. Wände von einfachen, kleinen
Tüpfeln verstreut bedeckt. Kommen sie mit Ge-
fäßen in Berührung, so entstehen ebenfalls ein-
fache, jedoch größere Tüpfel (f).
Markstr ahlzellenwände an Tüpfeln ziemlich
reich. Sind sie mit Gefäßen benachbart, so haben
gewöhnlich nicht nur die Kantenzellen, sondern
auch die inneren größere Tüpfel (g). (A.)
Gattung 103. Xanthoceras
XANTHOCERAS SORBIFOLIUM B. G. E.
Nordchinesischer Gelbhorn
Tafel 202
Dieser eine Höhe von 8 m erreichende Baum
stammt zwar aus Nordchina, wird aber wegen
seines schönen Laubwerkes und seiner prachtvollen
Blüten auch überall in Europa in Parks ange-
pflanzt.
Q. 1, 2. Im Querschnittsbild der Koelreuteria
paniculata, die in dieselbe Familie gehört, bis
zur Grenze der Ununterscheidbarkeit ähnlich.
Holz ringporig, da die weitlumigen Gelaße* im
ersten Frühholz einen 2—3reihigen Porenkreis
bilden. Gefäße im ersten Frühholz einzelstehend
zwillingporig oder in 3—5—ögliedrige 1 oien-
gruppen vereinigt. Im Jahrring nehmen die Durch-
messer der Gefäße gegen das Spät holz zu stulen-
248
weise ab, während in den kleineren Gefäßgruppen
sowohl die Zahl als auch die Durchmesser der
Gefäße sich allmählich vermindern, so daß un-
mittelbar an der Jahrringgrenze nur ganz englu-
mige, alleinstehende Gefäße oder kleinere Gefäß-
gruppen zu beobachten sind. Die Grundmasse
bilden dickwandige Holzfasern bzw. Fasertrachei-
den und Holzparenchyme. An der Jahrringgrenze
sind die Frühholzgefäße sehr häufig mit gold-
gelben Harzinhalt gefüllt. Markstrahlen einschich-
tig, stellenweise zu zweischichtigen verbreitert.
Weitlumige Gefäße radial bis zu einem Durch-
messer von 150—160 /z.
R. 3. Die heterogene Markstrahlstruktur ist
nicht immer ausgeprägt. Bei einigen Markstrahlen
sind die Kantenzellen fast so hoch, bei anderen
anderthalb bis zweimal so hoch als die innen-
ständigen. Die Tangentialwände passen sich mei-
stens unter einem spitzen, bzw. stumpfen Winkel
den waagerechten Wänden an. Auch auf der
Radialseite bilden lange Holzfasern den größten
Teil der Grundmasse. In den weitlumigen Ge-
fäßen befindet sich sehr häufig ein goldfarbener
oder brauner Harzinhalt.
T. 4. Die Markstrahlen sind eine Zellenschicht,
nur ganz selten zwei Zellenschichten breit, vor-
wiegend 6—8—10, ausnahmsweise 25—30 und so-
gar 45 Zellen hoch. Markstrahlzellen im Quer-
schnitt stehende, kurze Ellipsen, von 8—10—20 /z
Höhe ; Randzellen sind ausnahmsweise bis zu
40 jtz hoch, wobei die Breite der Zellen meistens
nur 6—8, eventuell 15 /z beträgt. Tangential-
wände dicht betüpfelt.
E. Gefäße zweierlei. Die einfache Perforation
der breiten Gefäße senkrecht oder etwas schief
zur Längsachse ; diese sind immer schnabellos ;
in ihren Wänden verstreute kleine Hoftüpfel,
unter welchen es aber immer Spiralen gibt. In
manchen Gefäßen sind die Höfe der Hoftüpfel
wabenartig zusammengedrängt, mit kürzerem oder
längerem Schnabel ober- und unterhalb ihrer Per-
foration, in anderen hingegen befinden sich die
Höfe der Hoftüpfel teils lose nebeneinander als
liegende Ellipsen, teils sind sie wabenartig zu-
sammehgedrängt ; für die Spiralen ist besonders
charakteristisch, daß sie sehr oft fast parallel zur
Längsachse in Ballen laufen, die fast wie Haar-
locken aussehen (ax_^).
Wandstruktur der Tracheiden, wie die der
geschnäbelten Gefäße (cl^2), selten ohne Spiral-
leisten.
Holzfasern dickwandig mit spärlicher spalt-
artiger Betüpfelung (d1^3),
Fasertracheiden dünnwandig, weitlumig, mit
spaltartigen Tüpfeln in 1—2 Längsreihen. Tüpfel-
höfe in einigen Fasertracheiden verschwommen,
in anderen deutlich sichtbar (e).
Holzparenchymzellen meist paratracheal, die
Gefäße dicht bedeckend, 50—100 /z hoch und
8—10 /z breit (f).
Die Markstrahlzellen wurden beim Radial-
schnitt schon behandelt. In ihren Wänden spär-
lich kleine einfache und runde Tüpfel ; nur in
den Kantenzellen sind diese etwas größer ; die
sich mit Gefäßen berührenden Tüpfel sind waage-
recht liegende kurze Ellipsen (J.)
XL. ACERACEAE
Gattung 104. Acer
ACER CAMPESTRE L.
Feldahorn
Aceraille, Common maple, Oppio
Tafel 203
Verbreitungsgebiet : Europa, Westasien.
Q. 1, 2. Zerstreutporiges Holz. Anzahl und
Lumina der Gefäße des Frühholzes übertreffen
nicht die des Spätholzes. Die einzelstehenden
Gefäße bilden Kreise oder Ovale. Die Zahl der
radial verflachten Fasern an der Jahrringgrenze
schwankt zwischen 2 und 10.
R. 3. Im Radialschnitt unterscheidet sich die
Art von A. pseudoplatanus hauptsächlich dadurch,
daß sie kürzere Markstrahlzellen hat als jene.
Kantenzellen besonders kurz, manche quadratisch,
im allg. jedoch längere oder kürzere Ziegelformen.
T. 4. Von A. pseudoplatanus kann diese Holz-
art auf Grund des Tangentialschnittes nicht leicht
unterschieden werden. Markstrahlen hier zahl-
reicher, 1 bis 16 Zellen breit ; auch 2 bis 10 Zellen
hohe und einschichtige kommen ziemlich häufig
vor. Die breiteren sind eher niedrig und spindel-
förmig. Unter ihnen schlängeln die Gefäße und
die Fasern herum.
E. Hoftüpfel der Gefäße kleiner als die der
übrigen ,4cer-Arten (a1_7). Größe und Form ein-
249
seiner Tracheiden erinnert an Fasern. Hoftüpfel
klein, Spiralverdickungen enggestellt (c).
Die Holzfasern sind den Fasern der übrigen
^4cer-Arten ähnlich. Ihre Enden nicht abwechs-
lungsreich und in gleicher Höhe. Radialwände
enthalten ziemlich viele, schräge, spalten- oder
ellipsenförmige, einfache Tüpfel. Zuweilen sieht
man auch unbedeutende und kaum wahrnehm-
bare Höfe ; solche Fasern können trotzdem nicht
als Fasertracheiden bezeichnet werden (d1_J2).
Holzparenchymzellen dünnwandig. Tangential-
wände größtenteils glatt, höchstens mit einigen
Tüpfeln
Wände der MarkstrahlzeUen ziemlich stark.
Tüpfel der sich mit Gefäßen berührenden Kanten-
zellen groß (g). (A.)
ACER CAPPADOCICUM Gleditsch
Tracheidenartige Gefäße vorhanden
Tracheiden strukturell bis auf die hier fehlende
Perforation mit den Gefäßen übereinstimmend
Holzfasern dickwandig, mit spaltartigen Tüp-
feln (d1^i).
Fasertracheiden mit dünneren Wänden und
weiteren Lumina ; spaltartige Hoftüpfel, deren
Höfe aber kaum sichtbar sind (e).
Holzparenchymzellen 40—130 p hoch und 12—
15 p breit, mit Vorkommen von Kalziumoxalat-
kristallen. In jenen, die mit ihrer Radialseite sich
an Gefäße grenzen, sind die einfachen Tüpfel
große und liegende Ellipsen
MarkstrahlzeUen verhältnismäßig dickwandig,
mit zahlreichen kleinen einfachen Tüpfeln. Bei
einigen Markstrahlen ist die heterogene Struktur
leicht zu erkennen (gr^). (J.)
Tafel 204
Verbreitungsgebiet : Kaukasien, Westasien.
Q. 1, 2. Zerstreutporiges Holz. Gefäße liegen
im Jahrring einzeln, selten zu zweien (Zwillings-
poren), noch seltener sind im Spätholz 3—4-
gliedrige Porenstrahlen angeordnet. Die Grund-
masse besteht aus Holzfasern mit etwas Holz-
parenchym. Die bearbeitete Probe ein 12-jähriges
Zweigstück mit verhältnismäßig schmalen Jahr-
ringen, in welcher die mannigfaltige Anordnung
und Gruppierung der Gefäße nicht besonders gut
erkenntlich war.
R. 3. Stimmt mit den übrigen Acer-Arten im
großen ganzen überein. In den Holzparenchym-
zellen stellenweise Kalziumoxalatkristalle.
T. 4. Es fällt die große Höhe und verhältnis-
mäßige Schmalheit der Markstrahlen auf; diese
sind 1—2—3schichtig ; die 3schichtigen bis zu
85—90 Zellen hoch. Hierdurch unterscheidet sich
die Art von den übrigen Acer-Arten entschieden.
Gefäße von Hoftüpfel wabenartig bedeckt, mei-
stens auch Spiralverdickung vorhanden.
E. Gefäßglieder langgestreckt, zylinderförmig,
einfach durchbrochen ; oberhalb der Perforation
bildet sich gewöhnlich ein kürzerer oder längerer
Schnabel, der aber mitunter fehlt. Wände von
Hoftüpfeln wabenartig bedeckt, Hoftüpfelporen
waagerecht. Sonst liegen die Hoftüpfel verstreut
oder in Längsr< ihen ang<-ordnet. Die Spiralver-
dickungen verlaufen fast senkrecht zur Längs-
achse faj_4).
ACER GINNALA Maxim.
Sibirischer Ahorn
Tafel 205
In Mittel- und Nordchina, Japan und der
Mandschurei heimisch.
Q. 1, 2. Den übrigen ^4cer-Arten ähnlich ein
zerstreutporiges Holz. Zwischen Früh- und Spät-
holz zeigt sich kein Unterschied. Es ist aber be-
zeichnend für diese Art, daß im Gegensatz zu den
Zwillingsporen und den Porenstrahlen die Poren
eher vereinzelt vorkommen. Zwillingsporen und
Porenstrahlen an Zahl bedeutend geringer. Die
vereinzelten Poren gleichen eher regelmäßigen
Kreisen.
R. 3. Höhe der MarkstrahlzeUen gleichmäßig.
Die Kantenzellen, sowie die Zellen der Verschmel-
zungsstellen sind höher als die übrigen. Äußere*
Wände der Kantenzellen etwas wellig. Ablauf de r
Fasern und der Gefäße gleichmäßig.
T. 4. Markstrahlen eher einschichtig; z\sei-
oder dreischichtige kommen viel seltener \or.
Diese? erreichen eine Höhe? von 60 bis 70 Zellen,
sind jedoch vermutlich aus mehreren niedrigeren
Markstrahlen entstanden. Querschnitte* der Zelle n
Ellipsen oder eckige* Formen.
E. Struktur und Betüpfelung der Elemente*
wie? bei den übrigen ylcer-Arten ^1-2*
/i-:n (*!•)
250
ACER MONSPESSULANUM L.
Dreilappiger Ahorn
tärable de Montpellier, Acero spino
Tafel 206
In Südeuropa und Westasien heimisch.
Q. 1, 2. Im Querschnitt steht diese Art dem
Eschen-Ahorn (A. negundo) am nächsten, unter-
scheidet sich jedoch durch die breiteren Mark-
strahlen. Außerdem sind hier die Gefäße sowie
die Fasern größer bemessen.
R. 3 und T. 4. Radial- und Tangentialschnitt
unterscheidet sich kaum von A. platonoides, A.
pseudoplatanus und A. campestre, die gleichfalls
breite Markstrahlen besitzen.
E. Größe und Bau der Elemente wie bei den
übrigen ^4cer-Arten c1_2, d^, g). (A.)
ACER NEGUNDO L.
Eschen Ahorn
Box-Elder
Tafel 207
In Nordamerika heimisch. In Europa überall
kultiviert.
Q. 1, 2. Im zerstreutporigen Holz haben die
Gefäße — die äußersten Teile des Spätholzes aus-
genommen — mehr oder weniger gleiche Lumina
und sind alle vereinzelt oder zu 2 oder 5 in radiale
Porenreihen geordnet. Querschnitte der vereinzel-
ten Gefäße bilden Kreise oder radiale, kurze Ellip-
sen. Von den Porenstrahlen sind die beiden äuße-
ren halbkreisförmig, die inneren aber radial flach-
gedrückte Quadrate. Die Grundmasse besteht aus
einer Menge ziemlich dickwandiger Holzfasern
und Holzparenchyme mit kreisförmigen oder
eckigen Querschnitten, die an der Jahrringgrenze
in wechselnder Breite radial abgeflacht sind. Die
etwas wellige Jahrringgrenze ziemlich deutlich zu
sehen. Die ein- und zweischichtigen Markstrahlen
bilden enggestellt abwechselnd scharfe deutliche
Linien.
R. 3. Höhen- und Radialmaße der Mark-
strahlzellen ziemlich gleich. Die Kantenzellen
unterscheiden sich nicht von den inneren. Der
Markstrahl ist homogen. Ablauf der Gefäße und
der Holzfasern gleichmäßig. Perforationen radial
gerichtet.
T. 4. Markstrahlen größtenteils ein- und zwei-,
selten dreischichtig, sämtliche von langgestreckter
Spindelform. Tangentialschnitte der Zellen mehr
oder weniger regelmäßiger Kreise oder Ellipsen ;
von dieser Form weichen bloß die Kantenzellen
ab. Die Höhe der einschichtigen Markstrahlen
schwankt zwischen 2 und 25, die der breiteren
zwischen 10 und 70 Zellen. Ablauf der Gefäße
und der Holzfasern leicht gewellt. Scheidewände
der Gefäße unter kleineren oder größeren Winkeln
geneigt und gekrümmt. Holzparenchymzellen
sieht man nur in unmittelbarer Nähe der Gefäße
(paratracheale Parenchyme), sowie im Spätholz,
aber auch dann nur sehr spärlich.
E. Gefäßglieder an beiden Enden offen, oder
in kurzen Spitzen endend. Die Ebene der ein-
fachen Perforation neigt sich zur Gefäßlängsachse
meist unter 45°. Wände der Gefäße dünn, von
Spiralverdickungen und Hoftüpfeln bedeckt.
Beide Arten von Verdickungen können auch an
denselben Gefäßen auftreten. Querschnitt eckig
oder kreisförmig. An Wänden, die an Gefäße
grenzen, sind die Hoftüpfel alternierend, berühren
einander und dadurch werden die sonst kreis-
oder kurz ellipsenförmigen Hoftüpfel sechseckig.
Tüpfelfreie Wandteile befinden sich nur in der
Nähe der Perforationen. An solchen Wänden
fehlen gewöhnlich die Spiralverdickungen, und da
die Porenstrahlen radial gerichtet sind, sieht man
tüpfelfreie Wände gewöhnlich am Radialschnitt ;
nur ausnahmsweise geraten diese an die tangen-
tiale Seite. Die Poren der Hoftüpfel stellen kürzere
oder längere Ellipsen dar und nehmen die Hof-
grenze nie ein, sondern kommen an dieselbe
höchstens nahe heran. Die Poren sind vollkommen
oder beinahe querliegend. An Wänden, die sich
mit Fasern berühren, gibt es Tüpfel nur ganz
ausnahmsweise. Die Spiralverdickungen erschei-
nen an dieser Seite stark entwickelt. Die schrägen,
mitunter querlaufenden Fäden befinden sich in
ziemlich gleichmäßigen Abständen voneinander.
Sie sind von feiner Struktur, manchmal ver-
zweigend. Manche Holzteile ganz glatt. Berühren
die Wände sich mit Holzparenchymen oder mit
Markstrahlen, so bilden sich an ihnen zumeist
einseitige Hoftüpfel, die jedoch etwas kleiner
bleiben als die übrigen. Die mit Markstrahlen
in Verbindung stehenden Tüpfel berühren
einander gewöhnlich und sind deshalb eckig
251
Tracheidenartige Gefäße von Hoftüpfeln be-
deckt, die denen der Gefäße ganz entsprechen ;
sogar ihre Spiralverdickungen sind die gleichen.
Ellipsenförmige, einfache Perforationen befinden
sich gewöhnlich an der radialen Seite.
Die Tracheiden stellen kürzere Prosenchym-
zellen dar, die weitlumiger sind als die Holzfasern.
Ihre Wände von denjenigen der Gefäße ähnlichen
Hoftüpfeln und Spiralverdickungen bedeckt, und
so stark, wie bei den Fasern.
Die Holzfasern nach plötzlicher Verengung der
Lumina sehr oft kurz zugespitzt ; ihre Wände sind
dünn. Solche weitlumigeren Formen entstammen
dem Frühholz ; im Spätholz befinden sich eher
englumigere und in längere Spitzen auslaufende,
dickwandige Fasern. Wände beider Holzfaser-
arten von schrägspaltigen, einfachen Tüpfeln be-
deckt, die radial bedeutend häufiger sind und
tangential fehlen. Ihre Enden sind nicht ab-
wechslungsreich (dr^).
Wände der Holzparenchymzellen — falls sie
dem äußeren Teil des Spätholzes entstammen —
stärker und von einfachen kleinen Tüpfeln spär-
lich bedeckt. An den mit den Gefäßen benachbar-
ten paratrachealen Parenchymzellen findet man
dagegen reichlich große, runde, einfache Tüpfel.
Diese sind gewöhnlich kürzer und breiter und ent-
halten möglicherweise auch 3 bis 4 Tüpfelreihen
6/1—2^*
Markstrahlzellen dickwandig. Obere und untere
Wände, sowie auch die Tangentialseiten von ein-
fachen, kleinen Tüpfeln sehr dicht bedeckt, an
den Radialseiten sind dagegen wenig Tüpfel. Die
Kantenzellen weichen nur insofern von den ande-
ren ab, daß sie etwas höher und kurzer sind und
viel abwechslungsreichere Formen zeigen. In der
Nähe der Gefäße sind die meisten Markstrahl-
zellen von einfachen, aber größeren Tüpfeln be-
deckt. Es gibt aber auch solche, die den übrigen
ähnliche kleine Tüpfel zeigen (g). (A.)
ACER OPALUS var. OBTUSATUM Henry
Sumpfblättriger Ahorn
Erable printannier, Loppo
Tafel 208
In Südeuropa heimisch.
Q. 1, 2. Das Querschnittsbild des unter-
suchten jungen Astes läßt sich — im Gegensatz
zu den übrigen ylcer-Arten — stellenweise als
zerstreutporig bezeichnen. Neben vereinzelten ra-
dialen Poren befinden sich ziemlich viele Zwillings-
poren und Porenstrahlen.
R. 3. Radialschnitt dem der übrigen Acer-
Arten ähnlich.
T. 4. Struktur des Tangentialschnittes nicht
sehr ausgeprägt. Markstrahlen ein- oder zwei-,
selten dreischichtig. Höhe ebenfalls verschieden.
Infolge der Verschmelzungen erreichen sie mit-
unter eine ansehnliche Höhe. Querschnitte der
Markstrahlzellen kürzere und breitere Ellip-
sen, eventuell Kreise. Es gibt auch eckige
Formen, die längergestreckt, parenchymartig
erscheinen.
E. Dasselbe gilt auch für die Elemente (ai_i,
^1-2’ ^1-5» /1~4’ §)' (J-)
ACER PLATANOIDES L.
Spitz-Ahorn
ßrable plane, Norivay-maple, Acero riccio
Tafel 209
Verbreitungsgebiet : Europa, Kaukasien.
Q. 7, 2. Der Querschnitt von denjenigen der
bereits besprochenen Arten etwas abweichend.
Mittlere Gefäße der zwei- bis viergliedrigen Poren-
strahlen radial mehr oder weniger zusammen-
gedrückt. Flache Holzfasern und terminale Paren-
chymzellen an der Jahrringgrenze in breitere
Streifen angeordnet. Die überwiegende Mehrzahl
der Markstrahlen in Abständen von nur 1—2
Gefäßdurchmessern voneinander angeordnet.
Holzfasern der Grundmasse etwas dünnwan-
diger.
R. 3. Radialschnittstruktur derjenigen der an-
deren Acer-Arten ähnlich.
T. 4. Im Tangentialschnitt zeigt sich ein ge-
wisser Unterschied in der Breite der Markstrahlen.
Hier kommen auch vierschichtige Markstrahlen
vor, infolgedessen wird der Ablauf der Fasern
sowie der Gefäße etwas gewellter. Die Mark-
strahlen sind nicht bloß mehrschichtig, sondern
auch die Lumina der Zellen etwas größer. Daduich
erscheinen die nicht selten fünfschichtigen Maik-
strahlen noch breiter.
E. Gefäße ziemlich weit, Querschnitte oval.
Die Wände stärker als bei A. tataricum oder
252
A. negundo. Die Gefäßglieder sind schräg abge-
schnittenen, an beiden Enden offenen Walzen
ähnlich, oder enden alle in Schnäbeln. Perforatio-
nen den Lumina der Gefäße gleich, oder kaum
etwas kleiner. Außer den spiral verlaufenden
Fäden enthalten die Wände auch große Hoftüpfel.
Höfe derselben etwas größer als die der bereits
behandelten ^4cer-Arten. Die Poren nehmen die
Höfe fast ganz ein. Die sich mit Gefäßen berühren-
den Tangentialwände von Hoftüpfeln dicht be-
deckt. In solchen Fällen sind die Hoftüpfel eckig,
stellenweise auch kreis- oder ellipsenförmig. Die
Poren der Hoftüpfel nehmen die Höfe höchstens
zu % Teil ein. Poren der sich mit Parenchymen
oder Markstrahlen berührenden Höfe länger und
schmaler. Die Poren kommen an die Hofgrenze
ganz nahe heran oder erreichen sie auch.
An den Radialwänden finden wir die Hof-
tüpfel zu dritt oder zu viert aneinandergeordnet,
in breitere, schmalere, zur Längsachse des Ge-
fäßes parallel laufende Streifen gereiht (ar^).
Tracheiden an beiden Enden zugespitzt. Wände
so stark wie die der Gefäße oder etwas dünner,
ebenfalls feine, spiral verlaufende Verdickungen
enthaltend. Hoftüpfel auch hier groß und eng
aneinandergeschmiegt, in spirallose Reihen ge-
ordnet (<^-2).
Es gibt auch dünnwandige Tracheiden sowie
Ersatzfasern., die weiter und kürzer sind als die
Fasern. Tangentialwände sozusagen tüpfelfrei, die
Radialwände hingegen an kreis- oder ellipsenför-
migen, einfachen Tüpfeln ziemlich reich (h). Auch
gefächerte Fasern kommen vor. In einzelnen Zellen
können sich Kristalle in größeren Mengen ansam-
meln. In solchen Fällen vermehrt sich die Anzahl
der Fächer ; größere Kristalle nehmen abgeson-
derte Fächer ein und füllen sie aus. Diese kristall-
haltigen parenchymatischen Zellen sind sehr dünn-
wandig.
Die Wände mancher Ersatzfasern oder ge-
fächerter Fasern können — von den übrigen ab-
weichend — stärker verdickt erscheinen. In ihren
Wänden sind die Lamellen meistens gut sichtbar.
Diese parenchymatischen Zellen bilden an ge-
wissen Stellen zusammenhängendere Gruppen
6^1-2/
Die Holzfasern enden nicht in langen Spitzen,
sondern spitzen sich nach einer jähen Verengung
der Lumina kurz zu (d).
Holzparenchymzellen und MarkstrahlzeUen
stimmen mit denen der bereits behandelten Acer-
Arten über« ;in (fl -2’ g)- (A.)
ACER PSEUDO-PLATANUS L.
Trauben-Ahorn
Erable sycomore, Sycomore, Platano falso o selvatico
Tafel 210
Verbreitungsgebiet : Europa, Westasien.
Holz rein weiß, zuweilen von gelblichem Ton,
ohne Kernholz.
Q- 2, 2. In der Anordnung der Gefäße besteht
eine Ähnlichkeit mit A. negundo und A. tataricum,
die mächtigen Markstrahlen bilden jedoch ein
unterscheidendes Merkmal. Gefäße wie bei A.
negundo und A. tataricum, kreisförmig, jedoch
mit weiteren Lumina.
R. 3. Im Radialschnitt fällt der reiche Thyl-
leninhalt der Gefäße auf. Sonst den vorigen Arten
gleich.
T. 4. Tangentialschnitt auch in Anordnung
der Elemente dem der übrigen udcer-Arten ähnlich,
auf Grund der Markstrahlen aber leicht zu unter-
schieden. Die Höhe der Markstrahlen sowie der
Tangentialschnitt der Zellen wie bei A. platanoides.
E. Gefäßlumina ziemlich ansehnlich. Wände
dünn, wie bei den vorigen Arten von Hoftüpfeln
bedeckt. Oft bleiben allerdings große Wandflächen
ganz tüpfelfrei. Ein Teil der Gefäße enthält außer
Hoftüpfeln auch Spiralverdickungen. Die Fäden
oft verzweigend. Die übrigen Elemente — die
Markstrahlen ausgenommen — den anderen Acer-
Arten ähnlich (ar_3, d1_3).
MarkstrahlzeUen radial sehr langgestreckt, in
dieser Hinsicht sämtliche Acer-Arten übertreffend.
Die Kantenzellen nicht höher als die inneren,
jedoch kürzer, und ihre äußeren Wände gewellt.
In unmittelbarer Nähe der Gefäße an den Zellen-
wänden in zwei Reihen geordnete, große Hof-
tüpfel (g).
Holzparenchymzellen mit einfachen Tüpfeln be-
deckt (A.)
ACER SACCHARUM Marsh.
Silber Ahorn
Tafel 211
In Nordamerika heimisch. In Europa in Park-
anlagen gepflanzt.
Q 1, 2, Xylotomisch eher A. negundo ähn-
lich. Elemente sowie Tüpfel derselben sind jedoch
etwas größer. Zellenwände sämtlicher Elemente
dünn. Zwischen Früh- und Spätholz ist kaum
253
ein Unterschied wahrzunchmen. Nur die Zellen
der Grundmasse verflachen stärker im Spätholz
an der Jahrringgrenze, wodurch diese deutlicher
hervortritt. Auch englumigere Gefäße findet man
hier gruppiert.
R. 3. Der Radialschnitt bietet das bezeich-
nende Bild der Acer-Arten. Marltstrahlen homogen.
Zellen, im Verhältnis zu denen von A. monspessu-
lanum oder besonders zu denen von A. pseudo-
platanus kurze Ziegelformen, in der Spätzone
oder an der Jahrringgrenze möglicherweise auch
quadratisch.
T. 4. Markstrahlen ein- oder zwei-, mitunter
dreischichtig. Auch darin gleicht diese Art A.
negundo, doch sind hier die Markstrahlen noch
schlanker. Querschnitt der Markstrahlzellen län-
gere oder kürzere Ellipsen, während die von A.
negundo kürzere Ellipsen oder Kreise. Ihre Höhe
erreicht auch 50 bis 60 Zellen. Ablauf der Holz-
fasern und der Gefäße gleichmäßig.
E. Elemente denen der übrigen Acer-Arten
gleich. Holzfasern von ziemlich mannigfaltiger
Form, kurz und breit, bilden Übergänge zu
den Ersatzfasern. Holzparenchymzellen kommen
spärlich vor ; sie treten mehr die Gefäße entlang
und in der Nähe der Jahrringgrenze des Spätholzes
auf. An Wandstärke unterscheiden sie sich kaum
von den Holzfasern (a1_^, c^, d^f-^h^). (A.)
ACER TATARICUM L.
Tatarischer Ahorn
Tafel 212
Verbreitungsgebiet: Südosteuropa, Westasien.
Q. 1, 2 und R. 3. Quer- und Radialschnilt
wie bei A. negundo. Einfache und Zwillingsporen
häufig. Infolgedessen sind die Tangentialwände
spärlicher mit Hoftüpfeln besetzt. Auch ganz
eckige Hofformen kommen vor. An anderen
Stellen der Kanten berühren die Tüpfel einander
nicht, ja sondern sich sogar ganz ab. Im letzteren
Fall stellen sie Kreise oder Ellipsen dar. Sonst
stimmen sie mit den Tüpfeln der bereits behandel-
ten Arten überein.
T. 4. Im Tangentialschnitt ist der Unterschied
zu bemerken, daß hier dreischichtige; und zwei-
schichtige Markstrahlen mit gleicher Häufigkeit
auftreten.
E. Gefäße wie bei A. negundo, jedoch ent-
wickeltere und geordnetere Spiralverdickungen
enthalten. Hoftüpfel etwas größer, Lumina der
Holzfasern enger als bei A. negundo, auch die;
Spalten der einfachen Tüpfel länger und quer-
liegend. Die übrigen Elemente gleichen denen der
vorigen Art (a1_5, c1^2, d^, f, g). (J.)
XLI. HIPPOCASTANACE AE
Gattung 105. Aesculus
AESCULUS HIPPOCASTANUM L.
Gemeine Roßkastanie
Horse-Chestnut, Marronier
Tafel 213
In Nordgriechenland und Bulgarien heimisch,
jedoch heute bereits in ganz Europa verbreitet.
Holz ziemlich weich, von feinem Gefüge gleich-
mäßig. Das gelbliche oder wenig ins Rote über-
gehende Kernholz kaum abgesetzt.
Q. 1, 2. Im zerstreutporigen Holz findet man
die Gefäße von eckigem Querschnitt vereinzelt
oder zu 2 bis 6 in Porenstrahlen geordnet. Quer-
schnitte der vereinzelten oval oder etwas eckig.
In den Porenstrahlen erscheinen die inneren Ge-
fäße radial abgeflacht. Die Grundmasse besteht
aus einer Menge von Holzfasern und aus Holz-
parenchymen. Die vieleckigen Lumina der ersteren
sind auch im Frühholz nicht breiter als im Spät-
holz. Eine Ausnahme bilden die in 2 oder 3 Rei-
hen geordneten und radial abgeflachten Zellen,
welche sich an der Jahrringgrenze befinden und
diese hervortreten lassen. Gefäßlumina des Früh-
und Spätholzes gleich groß, im Spätholz ist jedoch
ihre Zahl etwas geringer. Einschichtige Mark-
strahlen sehr enggestellt, etwas wellig, in Ab-
ständen von 1 oder 2 Gefäßdurchmessern verlaufen.
Sie schreiten ohne jede Veränderung durch die
leicht gewellte Jahrringgrenze.
R. 3. Im Radialschnitt — dem tangentialen
gleich — ist der Ablauf der Gefäße und der Holz-
fasern gerade. Perforationen einfach, radial ge-
richtet, die der benachbarten Gefäße nur seilen
in dieselbe Höhe geraten. Höhe der Markst rahl-
zcllen ziemlich gleichmäßig. Kanlenzellen höher,
oft von aufrechter Form. Die den Markstrahlen
abgewandten Seilen etwas wellig.
T. 4. Die Markstrahlen ausnahmslos (‘im* Zel-
lenschichle breit, die Höhe schwankt zwischen 3
254
und 30 Zellen. Tangentialschnitte der Zellen
Ellipsen oder kurze Ziegelformen mit abgerunde-
ten Kanten ; von diesen weichen nur die Kanten-
zellen ab. Die Holzparenchymzellen sind die
Gefäße entlang eingebettet oder in der Grund-
masse zerstreut, aber eher nur im Spätholz und
an der Jahrringgrenze. Verteilung der Markstrah-
len und der Gefäße sowie die der Holzfasern der
Grundmasse und Ablauf der Gefäße sowie der
Holzfasern gleichmäßig.
E. Gefäßwände mittelstark. Durchmesser der
Lumina im allg. gleich, ihre Gliederlänge jedoch
verschieden. Die Perforationen stellen Kreise oder
Ellipsen dar, quer oder etwas schräg an den
Enden der Gefäßglieder angeordnet ; sie können
aber auch seitwärts geraten. Über den Perfora-
tionen spitzen sich die Gefäßglieder kurz zu. An
ihren Wänden sieht man Hoftüpfel und Spiral-
verdickungen, abgesondert, manchmal aber auch
gesellt. Die spiralen Fäden verlaufen mehr oder
weniger quer oder unter kleineren oder größeren
Winkeln, oft auch verzweigend. Hoftüpfel größ-
tenteils kreisförmig, einander entweder ganz be-
rührend (deshalb sind sie sechseckig) — dies ist
hauptsächlich an den tangentialen in geringerem
Maße aber auch an den radialen Wänden zu sehen
— oder sie geraten etwas weiter voneinander,
aber auch in diesem Fall die Gefäßwände eventuell
vollkommen bedeckend. Poren : Kreise oder kurze
Ellipsen. Unter den Hoftüpfeln findet man ab und
zu auch längliche Ellipsenformen. Die quer-
liegenden Poren länglich elliptisch. Mit den vorigen
vergleichen, stimmt deren Breite überein, während
die Länge 2 bis 2%mal größere Werte aufweist.
Die Poren der sich mit Markstrahlen oder mit
Holzparenchymen berührenden Tüpfel sind größer
als sonst, ihre Form den Höfen ähnlich. Auch die
Größe der Höfe wird durch die Poren beinahe
erreicht, so daß die Höfe um dieselben nur als
schmale Ringe erscheinen (at_*).
Holzfasern kurz, mit mittelstarken Wänden,
beide Enden zugespitzt, nicht mannigfaltig. Tan-
gentialwände tüpfelfrei. Auch an den Radial-
wänden gibt es nicht viele Tüpfel, diese sind aber
immerhin ziemlich häufig. Die entgegengesetzt
angeordneten, schrägen oder senkrechten ellipsen-
oder linsenförmigen einfachen Tüpfel können
einander kreuzen. Bei einer gewissen Einstellung
erweckt dies den Eindruck, als ob die Tüpfel klein
behöft wären. In manchen Fällen macht sich ver-
schwommen und undeutlich einigermaßen ein
kleiner Hof bemerkbar, und dieser kann auch vom
inneren Porenmund durchschritten werden. Solche
Fasern können jedoch noch nicht als Fasertrachei-
den bezeichnet werden (d1_3).
Die Holzparenchymzellen zeigen eine ziemlich
regelmäßige Ziegelform. Die Radialseiten von zu 2
bis 6 in Gruppen geordneten, einfachen Tüpfeln
zerstreut bedeckt, Tangentialwände der meta-
trachealen Parenchyme gewöhnlich tüpfelfrei. An
den sich mit Gefäßen berührenden Tangential-
wänden der paratrachealen Parenchyme befinden
sich kreis-, ellipsen- oder andersgeformte, einfache
Tüpfel ; die einander oder die Holzfasern berüh-
renden Wände ; besonders die tangentialen, sind
zuweilen ganz glatt (f^-z)-
Die Wände der Markstrahlzellen sind wie bei
den übrigen Elementen ; Radialseiten an ein-
fachen, kleinen Tüpfeln ziemlich arm. Größere
Tüpfel finden sich nicht einmal neben den Ge-
fäßen, mit Ausnahme der Kantenzellen und der
mit demselben unmittelbar benachbarten Zellen.
Hier sieht man den Holzparenchymen entspre-
chende große Tüpfel, aber auch unter diesen
kommen tüpfelfreie oder sehr klein und spärlich
betüpfelte Zellen vor (g). (A.)
XLII . AQUIFOLIACEAE
Gattung 106. Ilex
ILEX AQUIFOLIUM L.
Stechpalme
Houx, Holly, Aquifolio
Tafel 214
Immergrüner Strauch, gegen Osten sporadisch
bis Ungarn verbreitet.
Holz gedrängt, sehr hart ; Splint grünlich-
weiß.
Q, 1, 2. Zerstreutporiges Holz. Gefäße zu-
weilen in einzelnen Jahrringen tangential so ge-
ordnet, daß sie annähernd Porenkreise bilden.
Sonst in Porengruppen vereint, nur selten ver-
einzelt.
Die Zahl der Gefäße der radialen Porenstrahlen
kann auch 4 bis 15 betragen. Ab und zu verlaufen
zwei Porenstrahlen nebeneinander.
Markstrahlen breit und in der Grundmasse
ziemlich enggestellt. Auf 1 mm2 entfallen etwa
10 Markstrahlen. Jahrringgrenzc allenthalben,
255
zwischen den größeren Markstrahlen aber immer
der Achse zugeneigt. Die Grundmasse besteht aus
einer Menge von Fasertracheiden, deren Quer-
schnitte — denen der Gefäße gleich — eckig sind.
Die Jahrringgrenze wird durch 3 bis 6 Reihen
radial abgeflachter Fasertracheiden angedeutet.
Die großen Markstrahlen breiten sich an der
Jahrringgrenze etwas aus. Auf Grund der eigen-
tümlichen und doppelt radialen Anordnung der
Gefäße, sowie der zahlreichen breiten Markstrahlen
läßt sich diese Holzart von den anderen immer
leicht unterscheiden. Holzparenchymzellen in der
Grundmasse zerstreut, oder um die Gefäße an-
geordnet.
R. 3. Der Unterschied im Ausmaß der Kan-
tenzellen und der inneren Zellen d. h. die hetero-
gene Markstrahlstruktur kommt besonders im
Radialschnitt deutlich zum Vorschein. Die Kan-
ten- und Randzellen unterscheiden sich augen-
fällig von den inneren und radial langgedehnten
Formen. Höhe der Kantenzellen manchmal ver-
schieden, die in der ersten Reihe befindlichen
sind aber stets von derselben Höhe.
T. 4. Im Tangentialschnitt fällt die Breite und
Höhe der Markstrahlen besonders auf. Nicht selten
erreicht die Breite 6 bis 10 Zellen. Die Mark-
strahlen zeigen schlanke Spindelformen, ihre Höhe
kann nämlich auch 100 Zellen erreichen. Dem-
zufolge gestaltet sich der Ablauf der Gefäße und
der Fasertracheiden ziemlich gleichmäßig. Holz-
parenchymzellen verstreut, meistens neben den
Gefäßen angeordnet. Tangentialschnitte der Mark-
strahlzellen bilden Kreise, Ellipsen oder unregel-
mäßige auch eckige Formen. Einschichtige Mark-
strahlen sind in kleiner Zahl vorhanden. Auch die
inneren Zellen sind drei- oder viermal so hoch
wie breit. Auf 1 mm2 entfallen etwa 100 bis 110
Gefäße.
E. Die Gefäße sind infolge der engen Lumina
mit denen der Ribes-Arten vergleichbar. Wände
dünn, von Hoftüpfeln bedeckt, und schraubig
verdickt. Perforationen leiterartig, langgezogenen
Ellipsen ähnlich. Die Anzahl der Querleisten
schwankt zwischen 15 und 35 ; diese befinden
sich entweder an derselben Gefäßseite oder an der
entgegengesetzten, doch stets an der radialen.
Hoftüpfel klein, mit schräg- oder quergestellten,
die Höfe in ihrer ganzen Breite einnehmenden
Poren. Es sind auch Formen vorhanden, deren
Poren ganz kurze Ellipsen oder fast Kreise dar-
stellen. Auch solche Formen sind ziemlich häufig,
deren quergelegene, länglich elliptische Höfe die
durchschnittliche Größe drei- oder vierfach über-
treffen ; diese stehen miteinander durch spalt-
artige, die Höfe fast ganz einnehmende Poren
in Verbindung. Die Hofgrenzen können an den
Tangentialwänden einander berühren und die
Hoftüpfel bedecken im allg. diese Wand dichter
als die radiale. Ziemlich häufig ordnen sie sich
in mit der Gefäßlängsachse gleichgerichtete, vier-
bis fünftüpfelige kurze Reihen, jedoch nicht in
einer Linie.
Unter den Hoftüpfeln sieht man sehr zarte*,
doppelte Spiralverdickungen. Die feinen Spiral-
fäden verlaufen parallel zueinander, gleichmäßig
verteilt, in einer 45°-igen Richtung, sie werden
aber häufig etwas wellig. Sie ziehen nicht bloß
durch die ganze Länge der Gefäßglieder, sondern
dringen auch bis in den zugespitzten Teil vor.
Die Gefäße mit engeren Lumina sind ebenso wie
die weitlumigeren (a^s)-
Auch Tracheiden sind vorhanden (c).
Die Fasertracheiden sind längliche, ziemlich
dünnwandige prosenchymartige Zellen, immerhin
etwas dickwandiger als die Gefäße. Sie enthalten
Hoftüpfel und Spiralverdickungen. Die Zahl der
Hoftüpfel ist gering. Ihre Größe und Struktur ent-
spricht denen der Hoftüpfel der Gefäße. Man fin-
det sie gewöhnlich die Fasertracheiden entlang
in größeren oder kleineren Abständen angeordnet,
vereinzelt. Die Enden der Fasertracheiden weisen
die verschiedensten Formen, von den einfachst en
bis zu den phantastischesten auf fe1_27«
Wände der Holzparenchymzellen dünn, tan-
gential spärlich, radial reich von einfachen, kleinen
Tüpfeln besonders dicht besetzt (A.)
256
XLIII. CELASTRACEAE
Gattung 107. Celastrus
CELASTRUS ORBICULATA Thunb.
Baumwürger
Bitter-Sweet, Celastre
Tafel 215
Stammt aus China, wird aber als Kletter-
strauch auch in Europa vielfach angepflanzt.
Q. 7, 2. Ringporiges Holz ; weitlumige Ge-
fäße formen an der Jahrringgrenze in 1—2 Reihen
zusammenhängende Porenkreise. Im Jahrring nur
zerstreute, ganz englumige Gefäße. Markstrah-
len 1—5 Zellenschichten breit, Markstrahlzellen
in Radialrichtung kurze Rechtecke oder Quad-
rate, und im allg. immer breiter als die unmittel-
bar neben ihnen befindlichen Holzparenchym-
zellen, Holzfasern, bzw. Fasertracheiden. Im Jahr-
ring wenige dünnwandige Holzparenchymzellen.
R. 3. Höhe und heterogene Struktur der Mark-
strahlen auffallend. Die inneren Zellen sind mehr
kurze Rechtecke oder Quadrate, die randständigen
eher stehende Rechtecke. Die stehenden Mark-
strahlzellen oberhalb der inneren Zellen sind
manchmal in 6—8—10 Reihen angeordnet.
T. 4. Markstrahlen relativ sehr hoch und
schmal ; neben den sehr seltenen einschichtigen
kommen auch 3—öschichtige, 100 und sogar 250
Zellen hohe vor. Letztere sind wahrscheinlich
durch Verschmelzung von 2—3 oder 4 einfachen
Markstrahlen entstanden ; diese Ansicht wird
durch den Umstand bekräftigt, daß die Mark-
strahlen nicht überall gleich breit sind. Die Zellen
der einschichtigen Markstrahlen sind mindestens
doppelt so hoch als die mittleren Zellen der brei-
teren. Im Querschnitt sind die inneren Mark-
strahlzellen von verschiedener Form und Größe ;
die kleinsten sind meist kreisförmig, die größeren
verschiedenartig zusammengedrängte Vielecke.
Die Gefäße sind dicht von paratrachealen Ele-
menten bedeckt, aber auch in der Grundmasse sind
viele metatracheale Elemente vorhanden. An an-
deren Stellen hingegen sind die Markstrahlen von
Holzfaserballen eingefaßt. Die breiteren Gefäße,
mit Durchmesser bis zu 180 /z, sind kurzgliedrig
und zylinderförmig. Wände von Hoftüpfeln dicht
bedeckt.
E. Gefäßglieder zweierlei ; die breitesten rela-
tiv niedrig, zylinderförmig, mit einfacher Perfo-
ration an beiden Enden, dicht hofgetüpfelt, wobei
aber die Tüpfel einander nicht berühren ; Hof-
tüpfelwandungen : liegende Ellipsen. Andere Ge-
fäßglieder langgestreckt, oberhalb der einfachen
Perforation in längerem oder kürzerem Schnabel
endend ; die spärlichen Hoftüpfel gewöhnlich
in lockeren Längsreihen angeordnet (a^).
Die Tracheiden sind ebenfalls langgestreckt und
spärlich hofbetüpfelt
Holzfasern dünnwandig mit spaltartiger Tüpfe-
lung (d^).
Fasertracheiden mit weiteren Lumina als die
Holzfasern, und 1—2 Reihen von überschreiten-
den, stellenweise kreuzspaltigen Hoftüpfeln (e^s).
In einigen Fasern quergestellte Scheidewände ;
diese sind also eigentlich fächerige Holzfasern (i),
Holzparenchymzellen kommen ziemlich häufig
vor und führen kleine einfache Tüpfel. An den
Wänden jener, die mit Gefäßen in Berührung
stehen, also in den eigentlichen paratrachealen
Parenchymzellen, sind die Tüpfel größer und
stellen waagerechte Ellipsen dar (fi-^)-
Dasselbe läßt sich auch von den Kanten sagen.
In den kurzen und quadratförmigen Parenchym-
zellen sind die Tüpfel klein und kreisförmig
fe-J- (J-)
Gattung 108. Evonymus
EVONYMUS EUROPAEA L.
Pfaffenhütchen
Fusain, Spindle tree, Fusaria
Tafel 216
3 bis 4 m hoch wachsender Strauch. In Europa
überall heimisch.
Holz gelblichweiß und hart.
Q. 1, 2. Im Querschnitt gleicht diese Holzart
ganz der E. verrucosa. Hier sehen wir jedoch
breitere Jahrringe und die Zahl der an der Jahrring-
grenze tangential abgeflachten Fasertracheiden-
reihen beträgt im allg. 5 bis 6. Die Anordnung der
Gefäße, ihr Verhältnis zu den Elementen der
Grundmasse wie bei E. verrucosa. An der Jahrring-
grenze bilden die enggestellt aneinandergereihten
Gefäße einreihige Porenkreise. Gewelltheit der
Jahrringgrenze, Dichte der Markstrahlen, sowie
ihre Anordnung wie bei E. verrucosa.
R. 3 und T. 4. Auch Radial- und Tangential-
schnitt stimmen mit denen der E. verrucosa
17 Grtgui
257
überein. Im Tangentialschnitt sind die Ellipsen-
formen der Markstrahlen kürzer und breiter als
bei E. verrucosa, oft sogar kreisförmig und auch
ihre Wände etwas stärker.
E. Gefäßformen mannigfaltig, auch mit etwas
weiteren Lumina als bei E, verrucosa. Die eine
Art der Gefäßglieder endet im allg. abgerundet
und ihre Perforationen nehmen unmittelbar am
Ende Platz ; bei anderen Gefäßarten verjüngen
sich die Endteile unvermittelt nach der Perfora-
tion und laufen in länglichen, nicht selten in zick-
zackartigen Verlängerungen aus. Perforationen
beider Gefäßtypen einfach, kreis- oder ellipsen-
förmig, mitunter den obigen Formen ähnlich,
jedoch mit abgeflachter oder welliger Grenze.
Die Wände enthalten Hoftüpfel oder Spiral-
verdickungen. Die Hoftüpfel ordnen sich in ähn-
liche Reihen oder Nester wie bei den anderen
Evonymus-Arten. Höfe häufig regelmäßige Kreise,
von den Poren ganz eingenommen, spaltartig
und von verschiedener Lage.
Spiralverdickungen kürzer oder gestreckter,
sehr zart fadenartig. Am Radialseiten der Gefäße,
an Berührungsstellen mit Markstrahlzellen sind
elliptische, quergestellte Tüpfel angereiht (a^^^).
Lumina der Tracheiden bedeutend enger als die
der Gefäße. Den oben behandelten Elementen
ähnlich auch diese mit Hoftüpfeln und Spiral-
verdickungen versehen. Struktur der Hoftüpfel
derjenigen der Gefäße ganz gleich, nur in der
Anordnung zeigt sich ein gewisser Unterschied,
da sie sich in Reihen befinden, die durch die
ganze Länge der Gefäße ziehen
Es gibt auch Elemente, die in Bau und Wand-
stärke an die Fasertracheiden erinnern, von sehr
mannigfaltiger Form und bedeutend kürzer sind
als die vorigen. Diese treten in der Grundmasse
verstreut auf.
Die Holzparenchymzellen sind Ziegelformen
ähnlich oder an dem einen Ende kegelartig zu-
gespitzt, radial wie tangential einfach betüpfelt
(/)
Größe und Bau der Markstrahlzellen wie bei
Evonymus verrucosa (g). (A.)
EVONYMUS LATIFOLIA Scop.
Breitblättriger Spindelbaum
Tafel 217
Voralpen-Spindelstrauch. In Mittel- und Süd-
europa heimisch.
Q. 1, 2. Zerstreutporiges Holz. In dieser Holz-
art überwiegen in Gegensatz zu den vorher be-
handelten Evonymus-Arten im Verhältnis zum
Bestand der Grundmasse die trachealen Elemente.
Im Frühholz findet man unter den vieleckigen
Gefäßen bloß einige trennende Fasern und Holz-
parenchyme. Im Spätholz erscheinen die Gefäße
kaum etwas enger, an Zahl jedoch bedeutend ver-
mindert. An der Jahrringgrenze befinden sich
2 bis 6 abgeflachte Fasertracheiden, wodurch die
Jahrringgrenze ausgeprägter erscheint. Manche
Jahrringe enthalten oft sogar 2 bis 3 sekundäre
Jahrringe. Jahrringgrenze wellig, Markstrahlen
enggestellt, auf 1 mm entfallen je 12 bis 15
Markstrahlen.
R. 3 und T. 4. Auch die Radial- und Tan-
gentialschnitte sind denen der anderen Arten
ähnlich. Hier überwiegen jedoch mehr die klei-
neren Markstrahlen, in der Höhe von 3 bis 12
Zellen, was gegenüber den anderen Arten einiger-
maßen als Unterscheidungsmerkmal gelten kann.
E. Struktur und Größe der Elemente wie bei
den anderen Evonymus-Arten, nur sind in dieser
Holzart die Gefäße ausnahmslos länger oder kürzer
zugespitzt c^, e1_i, f, g). (J.)
EVONYMUS NANA Bieb.
Zwerg-Spindelbaum
Tafel 218
Verbreitungsgebiet : Kaukasien und West-
china. Ganz niedriger, 30—50 cm hoher Strauch.
Q. 1, 2. Holz eher ringporig, da die weit-
lumigen Gefäße mit einem Durchmesser von kaum
15—25 p, an der Jahrringgrenze einen mehr oder
minder zusammenhängenden Porenkreis bilden.
Gefäße im ersten Frühholz gleichmäßig zerstreut,
gegen das Spätholz zu, an Zahl abnehmend, in der
Nähe des Jahrringes kaum mehr vorhanden ;
Struktur somit wie bei den übrigen Evonymus-
Arten.
R. 4. Unterscheidet sich kaum von den ande-
ren Evonymus-Arten.
T. 4. Besitzt, wie die übrigen Evonymus-
Arten, nur einschichtige Markstrahlen, die 1 32
Zellenreihen hoch sind. Querschnitte der einzelnen
Markstrahlzellen eher stehende Ellipsen, die 2 3-
mal höher als breit sind : sie messen in der Höhe
13—24—31 p, und in der Breite 5—13 p. In den
Tracheiden stellenweise gelblicher Harzinhah.
Markstrahlzellen verhältnismäßig dünnwandig.
258
E, Gefäßglieder relativ lang und dünnwandig,
einfach durchbrochen, mit spärlichen Hoftüpfeln
und feinen Spiralverdickungen (a^).
Tracheidenartige Gefäße kommen zuweilen vor
(b^)-
Tracheiden strukturell mit den Gefäßen über-
einstimmend, aber ohne Perforationen
Fasertracheiden langgestreckt, dünnwandig und
weitlumig. Ausläufe sehr verschieden (e).
Holzfasern : keine.
Holzparenchymzellen gleichfalls dünnwandig,
mit rundlichen oder etwas ellipsenförmigen, ein-
fachen Tüpfeln (fi-a/
Markstrahlparenchymzellen: Rechtecke, Rand-
zellen, Quadrate oder stehende Rechtecke oder
die äußere Wand etwas gewellt ; in den äußersten
Kantenzellen die Tüpfel etwas größer (J.)
EVONYMUS VERRUCOSA Scop.
Warziger Spindelbaum
Tafel 219
In Mitteleuropa heimisch.
Q, 1, 2. Gefäße im Jahrring zerstreut, in der
Frühzone etwas weitlumiger und dichter als in der
Spätzone, der Übergang der Zonen gestaltet sich
jedoch allmählich. An der Jahrringgrenze 2 bis
4 Reihen der Fasertracheiden der Grundmasse
tangential etwas abgeflacht ; dadurch wird die
Jahrringgrenze ziemlich scharf und tritt unter
dem Mikroskop deutlich hervor. Gefäße vereinzelt,
im Querschnitt ellipsenähnliche Vielecke, radial
oder tangential einander höchst selten berührend.
Fasertracheiden vieleckig, ihre Lumina in der
Frühzone kaum breiter als in der Spätzone. Zahl
der Gefäße sehr beträchtlich ; sie nehmen ungef.
einen der Grundmasse entsprechenden Raum ein.
Auf 1 mm2 entfallen etwa 800 bis 900 Poren.
Unmittelbar an der Jahrringgrenze bilden die weit-
lumigeren Gefäße tangential aneinandergeordnet
einen einzigen Porenkreis. Die einschichtigen
Markstrahlen folgen in Abständen von 3 bis 5
Gefäßdurchmessern — also ziemlich enggestellt
aufeinander. Markstrahlen zuweilen so dicht, daß
zwischen denselben nur eine Gefäßreihe Platz
findet. Auf 1 mm2 entfallen etwa 20 Markstrahlen.
Selbst der Durchmesser der Gefäße mit weitesten
Lumina bleibt hinter dem der übrigen Bäume
weit zurück.
Die Markstrahlen breiten sich an der Jahrring-
grenze nicht aus.
R. 3. Im Radialschnitt fällt die gleiche Höhe
und annähernd gleiche Länge der Markstrahlen
auf. Die Perforationen sind der radialen Seite
zugewendet, geraten jedoch mit denen der be-
nachbarten Gefäße in gleiche Höhe. Holzparen-
chymzellen kommen in der Nachbarschaft von
Gefäßen, seltener in der Grundmasse verstreut vor.
T. 4. Markstrahlen einschichtig, ganz selten
auch zweischichtig. In solchen Fällen wird in der
Höhe von einer Zelle oder zwei Zellen bloß der
Mittelteil zweischichtig. Tangentialschnitt der
MarkstrahlzeUen elliptisch. Von diesen weichen
die gleich großen Kantenzellen nur durch ihre
zugespitzte Form ab. Verlauf der Gefäße und der
Fasertracheiden gerade. Die Häufigkeit der Ge-
fäße wurde bereits im Querschnitt beobachtet.
Auch im Tangentialschnitt werden die Gefäße nur
durch 2 bis 6 Fasertracheiden und durch die
dazwischen liegenden Markstrahlen voneinander
getrennt. Auf 1 mm2 entfallen je 120 bis 130
Markstrahlen.
E. Gefäße dünnwandig, behöft betüpfelt, mit
Spiralverdickungen an beiden Enden, durch kür-
zere oder längere Spitzen abgeschlossen. In der
Nähe der Spitzen befinden sich radialgerichtete
Perforationen. Spiralfäden neigen sich den Gefäß-
längsachsen unter einem Winkel von 25 bis 30 zu,
jedoch häufig annähernd oder ganz waagerecht
gerichtet, sehr dünn und nicht verzweigend. In
der ganzen Länge der Gefäße findet man kaum
Verzweigungen. Die Hoftüpfel tangential weniger,
radial etwas mehr, bedecken nicht die ganze
Wandfläche. Die Höfe sind Kreise oder Ellipsen,
die Poren schräggestellt, gewöhnlich in Reihen
geordnet in der Richtung den Längsachse ver-
laufend. Entweder berühren sie einander oder
befinden sich in Abständen von 2 bis 3 Hof-
durchmessern voneinander entfernt
Wände der tracheidenartigen Gefäße denen der
Gefäße ähnlich, spiralartig verdickt und hof-
betüpfelt. Perforationen bloß am einen Ende, das
andere Ende verengt sich faserartig. Spiralver-
dickungen findet man auch in den engsten Teilen
der Lumina. Größe und Struktur der Hoftüpfel
wie obigen (b1^2).
Auch ziemlich viele Tracheiden vorhanden. An
den Tracheidenwänden sieht man die Hoftüpfel
in Längsreihen geordnet. Höfe ebenso groß wie
die der Gefäße. Poren schräg, spaltartig, die Höfe
in ihrer ganzen Breite einnehmend (c).
Fasertracheiden: an beiden Enden zugespitzte
Prosenchymzellen, deren Wände dicker sind als
17*
259
die der Gefäße. Es kommen recht häufig Faser-
tracheiden vor, die sich nicht zuspitzen, sondern
sehr abwechslungsreich verjüngen. Ihre Enden
befinden sich etwa in gleicher Höhe (e^J.
Die einander berührenden Endwände der
Holzparenchymzellen sind dicht betüpfelt. Tangen-
tiale und radiale Wände nur spärlich und von
einfachen, kleinen Tüpfeln bedeckt. Sämtliche
Wände dünn (f^).
Markstrahlzellen — von den Kantenzellen ab-
gesehen — radial langgestreckt, also ziegelförmig.
Kantenzellen, bei gleicher oder kaum größerer
Höhe kürzer, äußere Wände gewellt. Beide Zellen-
arten radial spärlich, tangential, sowie an den
unteren und oberen Wänden reich betüpfelt. Mit
Gefäßen benachbart sind sowohl die Kantenzellen,
wie die inneren Zellen von kreisförmigen, größeren
Tüpfeln bedeckt (g). (A.)
XLIV. STAPHYLEACEAE
Gattung 109. Staphylea
STAPHYLEA COLCHICA Stev.
Colchische Pimpernuß
Tafel 220
Ein bis zu 4 m Höhe wachsender Strauch
Kaukasiens.
Q. 1, 2. Zerstreutporiges Holz. Die 6—8- oder
vieleckige Gefäße stehen einzeln oder zu 2—3 (4)
in Gruppen, oder bilden. 3- oder 5gliedrige Poren-
strahlen. Jahrringgrenze nur durch 3—4 Reihen
verflachter Fasertracheiden angedeutet. Struktu-
rell von Staphylea pinnata im Querschnittsbild
grundsätzlich verschieden. Die Grundmasse wird
durch dünnwandige Fasertracheiden und Holz-
parenchyme gebildet.
R. 3. Heterogene Struktur der Markstrahlen
auch hier erkenntlich, indem die inneren Zellen
kürzere oder längere liegende Rechtecke oder
Quadrate, die Kantenzellen eher schmale, stehende
Rechtecke sind. Leiterförmige Perforation, Tüpfe-
lung, Spiralverdickung der Gefäße im großen
ganzen wie bei Staphylea pinnata, desgleichen die
Betüpfelung der Holzfasern.
T. 4. Von Staphylea pinnata wesentlich ver-
schieden. Einer Breite von 6—8—10 Zellen stehen
bei dieser Art vorwiegend ein- und zweischichtige,
selten 3—4schichtige Markstrahlen gegenüber.
Die heterogene Struktur der breiteren Markstrah-
len fällt besonders auf. Die Zellen der einschichti-
gen Markstrahlen stimmen in der Höhe mit den
Kantenzellen der heterogenen Markstrahlen über-
ein. Im Querschnitt sind die inneren Zellen der
breiten Markstrahlen Kreise, oder niedrige, etwas
eckige Ellipsen, die Kantenzellen vorwiegend
lange stehende Rechtecke. Im übrigen der S.
pinnata ähnlich.
E. Gefäße langgestreckt und oberhalb der leiter-
formigen Perforation in einen kurzen Schnabel
auslaufend. Manchmal befindet sich die leiter-
förmige Durchbrechung in der Mitte des Gefäß-
gliedes. Die lose liegenden horizontalspaltigen
Hoftüpfel sind in schütteren Längsreihen un-
geordnet. Zuweilen gibt es an den Wänden der
Gefäße auch liegende einfache Tüpfel, wo das
Gefäß mit den Kantenzellen von stehender Rechl-
eckform der Parenchymzelle in Berührung stand.
Spiralverdickungen bisweilen fehlend (a^i).
Tracheiden in der Struktur, auch in Verdickun-
gen wie die Gefäße (c).
Holzfasern dickwandig, mit spaltartiger Be-
tüpfelung, 500—1200 p lang e).
Holzparenchymzellen schmal und lang ; Höhe
120—180 p, Breite 13—15 p
Markstrahlzellen wurden beim Radialschnitt
besprochen. Markstrahlzellen mitunter bis zu 70 p
hoch (g^). (A.)
STAPHYLEA PINNATA L.
Pimpernuß
Staphylier, Biadder nut, Pistacchio salvatico
Tafel 221
Verbreitungsgebiet : Mittel- und Südeuropa.
Q. 1, 2. Gefäße des zerstreutporigen Holzes
gleichmäßig verteilt. Lumina im Spätholz etwas
enger als im Frühholz ; Anzahl kaum geringer.
Querschnitte sämtlicher Gefäße radial etwas lang-
gestreckt, im großen ganzen ziegelförmig oder
vieleckig. Die Grundmasse besteht aus einer Menge
dickwandiger Fasertracheiden. Lumina derselben
im Spätholz so verengt, daß sie im Querschnitt
nur mehr als Punkte erscheinen. An der Jahrring-
grenze sieht man bloß eine kaum wahrnehmbare
dünne Linie, welche nur eine oder zwei, in Reihen
geordnete, tangential abgeflachte Fasertracheiden
enthält. Markstrahlen breit, in Abständen von 5
bis 6 Gefäßdurchmessern angeordnet und sich
260
an der Jahrringgrenze etwas ausbreitend. Auf
1 mm2 entfallen etwa 100 Poren.
R. 3. Höhe und radiale Länge der Markstrahl-
zellen verschieden. Unter den Kantenzellen auf-
rechte Formen häufig. Perforationen radial gerich-
tet. Holzparenchymzellen in kleiner Zahl ver-
streut und die Gefäße entlang angeordnet.
T. 4. Markstrahlen größtenteils einschichtig,
in der Höhe von 3 bis 20 Zellen. Tangential-
schnitte der Markstrahlzellen Ziegelformen, deren
Höhe ihre Breite drei- bis sechsfach übertrifft.
Markstrahlen, deren Breite 5 bis 10 Zellen beträgt,
erreichen auch die Höhe von 40 bis 60 Zellen.
Die Kantenzellen, sowie auch die vor ihnen be-
findlichen — den einschichtigen gleich — längere
kegel- bzw. ziegelförmig, sehr langgestreckt (hete-
rogene Markstrahlen). In den dicken Markstrahlen
sind die übrigen Zellen fast kreisförmig oder eckig.
Unter den breiten, spindelförmigen Markstrahlen
schlängeln Gefäße und Fasertracheiden umher.
Auf 1 mm2 entfallen etwa 10—12 Markstrahlen.
E. Gefäßglieder von ansehnlicher Länge, Wände
ziemlich stark. Größtenteils kegelartig oder un-
vermittelt verengt in kurzen Spitzen endend.
Perforationen leiterförmig. Anzahl der Querleisten
stark veränderlich, schwankt meistens zwischen
den Grenzwerten von 20 und 40. Die Perforationen
bilden sehr häufig langgedehnte Ellipsen, die
Querleisten oft verzweigend. Wände von Hof-
tüpfeln bedeckt
Einfache Tüpfel quergestellt, an beiden Enden
mitunter zugespitzten Ellipsen ähnlich, ordnen
sich in senkrechte und waagerechte Reihen, je
nachdem, ob sie mit Holzparenchymzellen, auf-
rechten Markstrahlen oder mit liegenden Formen
in Verbindung stehen. Hoftüpfel groß, kreis- oder
ellipsenförmig. Ihre Poren quer- oder schräg-
gestellt, an Größe und Form sehr mannigfaltig.
Es gibt auch ganz schmale spaltartige, die Höfe
ganz einnehmende oder kürzer oder länger ellipsen-
förmige und auch kreisrunde. Zwischen Hof-
tüpfeln und einfachen Tüpfeln findet man in der
Porengröße häufig Übergänge. In manchen eng-
lumigeren Gefäßen kommen auch quergestellte
Hoftüpfel in verstreuter Anordnung vor, die fast
die ganze Gefäßbreite einnehmen. Perforationen
— mit wenigen Ausnahmen — radial gewendet.
Die Gefäße enthalten auch zart entwickelte
Spiralverdickungen, die in verschiedenen, jedoch
größeren Abständen verlaufen.
Tracheiden den Gefäßen gleich, mit quer- oder
schrägporigen, selten rundporigen großen Hof-
tüpfeln ungleichmäßig bestreut. Wandstärke wie
bei den Gefäßen.
Fasertracheiden gewöhnlich an beiden Enden
zugespitzt, die meisten laufen auch so aus. Es gibt
aber auch solche, die sehr abwechslungsreich
enden. Wandstärke fast dem Lumendurchmesser
gleich, im Spätholz mitunter sogar stärker. Von
dem sich verjüngenden Endteil abgesehen, ist die
ganze Fläche mit schrägen, spaltartigen großen
Hoftüpfeln bedeckt (e^z)-
Holzparenchymzellen längere oder kürzere
Ziegelformen. Wanddicke und Tüpfelgröße verschie-
den. Die Verbindung mit den Gefäßen wird durch
große, querstehende, ellipsenförmige Tüpfel ver-
mittelt. Tüpfel verstreut oder gruppiert, an und zu
auch in Reihen geordnet (fi-3)-
Ein Teil der Markstrahlzellen radial langgezo-
gen, während ein anderer Teil aus kurzen, sog.
aufrechten Formen besteht. Sämtliche sind so-
wohl an den tangentialen, wie an den unteren
und oberen Wänden reich betüpfelt. Radialwände
an Tüpfeln bedeutend ärmer. Die sich mit Ge-
fäßen berührenden Markstrahlzellen weisen eben-
falls einfache, jedoch bedeutend größere Tüpfel
auf. Diese großen Tüpfel sind ellipsenförmig, mit
horizontaler mitunter schiefer Achse. An Wand-
stärke sind die Markstrahlzellen sonst den Paren-
chymzellen ganz ähnlich (gi-zf (A.)
XLV. RHAMNACEAE
Gattung 110. Paliurus
PALIURUS SPINA-CHRISTI Mill.
Christusdorn
Paliure, Christas thorn, Paliuro
Tafel 222
Verbreitungsgebiet : Südeuropa, Vorderasien,
Persien. Ein Strauch von 1 bis 3 m Höhe.
Q. 1, 2. Zerstreutporiges Holz, die Gefäße des
Frühholzes jedoch etwas größer und engergestellt,
vereinzelt, mitunter in Zwillingsporen oder Poren-
strahlen, seltener in kleinere Gruppen angeordnet.
Porenstrahlen drei- bis sechsgliedrig. Gefäße be-
sonders dickwandig, daher von der Grundmasse
gut abgesetzt. Daneben ziemlich viele paratrache-
ale Parenchyme, die sich infolge ihrer dünnen
Wände von den dickwandigen Holzfasern der
261
Grundmasse gut abheben. Metatracheale Paren-
chyme zeigen sich auch im Frühholz unmittelbar
an der Jahrringgrenze. Die Jahrringgrenze er-
scheint verschwommen. Dies wird noch dadurch
gesteigert, daß die letzten Reihen der Spätholz-
fasern kaum oder gar nicht abgeflacht sind. Ein
gewisser Unterschied tritt in der Wandstärke der
Früh- und Spätholzfasern zu Tage. Zwischen den
Gefäßen schlängelnd ziemlich viele einschichtige
Markstrahlen, die sich durch ihre ziegel- oder
quadratförmigen Zellen von der Grundmasse
kaum absetzen.
R. 3. Die MarkstrahlzeUen sind am Radial-
schnitt überwiegend quadratisch ; häufig kurze,
aufrechte Ziegelformen. Liegende Ziegelformen
kommen viel seltener vor. Die Kantenzellen etwas
höher als die inneren, ihre äußeren Ränder er-
scheinen leicht gewellt. Die Gefäßwände sind von
Holzparenchymzellen bedeckt.
T. 4. Im Tangentialschnitt sind die zahl-
reichen einschichtigen Markstrahlen von homo-
gener Struktur besonders auffällig. Sie bestehen
vorwiegend aus ziegelförmigen Zellen und gleicher
Größe. Die Kanten der letzteren können abgerun-
det sein. Die Kantenzellen sind um etwas höher als
die inneren und scharf zugespitzt. Die Höhe der
Markstrahlen schwankt zwischen einigen wenigen
und 20 bis 25 Zellen. Die einander berührenden
Radialwände der Gefäße sind von Hoftüpfeln ganz
bedeckt ; an den Außenwänden haften Holz-
parenchymzellen von mannigfaltiger Größe und
Form. Die Gefäßperforationen weichen von der
waagerechten im allg. nur unter einem kleinen
Winkel ab. Verlauf der Holzfasern gleichmäßig.
E. Gefäßwände sehr stark. Ihre Hoftüpfel
reihen sich in alternierender Lage dicht an, wo-
durch die ursprünglich kreisrunden Höfe kantig
werden. An den sich mit Holzparenchymen be-
rührenden Wänden ordnen sich die ziemlich zahl-
reichen Tüpfel in Felder, die den Formen der
Holzparenchymzellen entsprechen. Die Außen-
munde der Hoftüpfelporen nehmen den dritten
Teil der Höfe ein, oder kommen an deren Grenzen
nur nahe heraus. Die inneren Munde können mehr
gestreckt sein, und die Höfe ganz einnehmen ;
die Poren können sogar mehrere Hoftüpfel hin-
durch verschmelzen.
Die einfachen Perforationen geraten an die
Enden der Gefäße. Ihre Formen waagerecht ge-
stellte oder radial geneigte Kreise oder Ellipsen
6h-J-
Die Tracheiden fehlen.
Holzfasern: dickwandige, langgestreckte, zu-
gespitzte Zellen. Spärliche, punktartige oder kurze
spaltartige einfache Tüpfel kommen meist nur
an der Radialseite vor (d).
Holzparenchym- und MarkstrahlzeUen dünn-
wandig. In den sich mit Gefäßen berührenden
Wänden befinden sich ziemlich häufig runde,
größere einfache Tüpfel. Anderswo wieder sieht
man sehr kleine runde Tüpfel. Die Tangential-
wände der MarkstrahlzeUen, sowie die waage-
rechten Wände der Holzparenchyme enthalten
zahlreiche Tüpfel ; an den sich mit Holzfasern
berührenden Radialwänden der Markstrahlen
gibt es ihrer viel weniger (fi-2, g)- (A-)
Gattung 111. Rhamnus
RHAMNUS ALATERNUS L.
Immergrüner Kreuzdorn
Tafel 223
Verbreitungsgebiet : Mittelmeerregion.
Q. I, 2. Zerstreutporiges Holz, R. fallax ähn-
lich, und mit dieser Holzart i übereinstimmend,
von R. cathartia und R. saxatalis dagegen sich
wesentlich unterscheidend. Da zwischen den Ge-
fäßen der Früh- und der Spätzone, besonders
aber zwischen den Holzfasern keine bedeutenden
Unterschiede bestehen und diese an der Jahrring-
grenze kaum etwas abgeflacht erscheinen, sieht
man die Porenringe nur schwach, häufig ver-
schwommen. Die Zahl der Gefäße im Verhältnis
zur Grundmasse etwas höher als bei R. fallax.
R. 3. Radialschnittbild dem von R. fallax
gleich. Ablauf der Holzfasern auch hier gleich-
mäßig, MarkstrahlzeUen kurz.
T. 4. Tangentialschnittbild im allg. dem von
R. fallax gleich, vielleicht mit mehr Markstrahlen.
Auch die einzelnen Zellen sind weiter, daher er-
reichen die Markstrahlen maximal die Höhe von
30 Zellen, im Durchschnitt nur 10 bis 20 Zellen.
Es sind kurze und breite Spindelformen, oft un-
regelmäßig oder undeutlich geformt. Die ein- oder
zweischichtigen sind noch niedriger. Die Zellen
zeigen Kreise, Ellipsen oder unregelmäßige For-
men. Ablauf der Gefäße und der Holzfasern zwi-
schen den Markstrahlen wellig.
E. Elemente wie bei R. fallax c,
e» /1-2’ g)* CM
262
RHAMNUS CATHARTICA L.
Gemeiner Kreuzdorn
Nerprun purgatifi Common buckthorn,
Ramno catartico
Tafel 224
In Europa, West- und Nordasien verbreitet.
Splint schmal, grünlichgelb, Kernholz orange-
rot.
Q. 7, 2. Im Frühholz reihen sich die Gefäße
an der ziemlich ausgeprägten Jahrringgrenze tan-
gential aneinander und bilden mehrere Reihen
von Porenkreisen. Auf Grund dessen kann dieses
Holz eher als ringporig bezeichnet werden. Im
äußeren Teil des Holzes zeigen jedoch die übrigen
Gefäße schräg verzweigende, flammenförmige
schöne Zeichnungen. Diese flammenartigen Zeich-
nungen gehen mit sehr breiter Grundlage von der
Jahrringgrenze und vom Porenkreise aus, so daß
der zusammenhängende Porenkreis nur in einem
sehr kleinen Abschnitt sichtbar wird. Durch die
Zeichnung unterscheidet sich R. cathartica deutlich
von allen anderen Holzarten. Eine ähnlich schöne
Gefäßzeichnung finden wir auch bei Colutea;
diese Holzart hat jedoch einen viel breiteren Poren-
ring, da an dessen Bildung 3 oder 4 Gefäßreihen
sich beteiligten. In diesen mannigfaltig geformten
Gefäßgruppen befinden sich vieleckige Gefäße
mit verschieden großen Lumina. Die Grundmasse
besteht aus einer Menge dickwandiger Holzfasern
und Holzparenchyme. Holzfasern vieleckig, an der
Jahrringgrenze radial etwas verkürzt oder in
1—2 Reihen geordnet.
R. 3. Im Radialschnitt wechseln — wie im
Tangentialschnitt — trachealc Teile mit schmale-
ren oder breiteren Feldern der Holzfasern ab.
Die Markstrahlzellen haben eine auffallend gleiche
Höhe. Nur die Kantenzellen oder die mit diesen
unmittelbar benachbarten Zellen werden höher,
mit welligen Außenwänden. Perforationen der
Gefäße radial gerichtet. In der Nachbarschaft der
Gefäße sowie in der Nähe der Jahrringgrenze
findet man nur wenige Holzparenchymzellen.
T. 4. Markstrahlen ein- und zweischichtig,
drei Zellen breite höchst selten. Sowohl die ein-,
wie die zweischichtigen Markstrahlen haben ungef.
die gleiche Höhe von 4 bis 20 Zellen, die zwei-
schichtigen werden aber bedeutend höher. Die
Form der zwischen den Holzfasern befindlichen
Markstrahlen ist eine bedeutend schlankere Spin-
del als die der neben den Gefäßen befindlichen.
In den letzteren sind die Tangentialschnitte der
Zellen den vorigen gleich, vieleckig-elliptisch, doch
weitlumiger. Ablauf der Holzfasern gleichmäßiger
als bei den Gefäßen. Dem Querschnittbild ent-
sprechend wechseln die Holzfasern- und Mark-
strahlzonen mit Tracheiden-, Gefäßen- und Mark-
strahlabschnitten ab.
E. Gefäßglieder von ziemlich abwechslungs-
reicher Form und Größe. Es kommen auch etwas
geneigte und krumme Formen vor. Die meisten
Gefäße werden schnabelig. Länge und Form der
Enden verschieden. Einfache Perforationen bilden
Kreise, Ellipsen oder unregelmäßige Formen, und
entstehen gewöhnlich an den Seiten. Gefäßwände
mittelstark und von großen Hoftüpfeln bedeckt.
Die großen, kreisförmigen Höfe werden von den
schrägen, schmalen Poren fast ganz eingenommen.
Außer den kreisförmigen Höfen findet man auch
länglichgedehnte, elliptisch oder eckig geformte.
Manche Gefäße enthalten neben den Hoftüpfeln
auch entwickelte Spiralverdickungen ; bei ande-
ren kommen diese nur in verkrümmter Form vor.
Die Hoftüpfel bedecken die Wandflächen weder
radial, noch tangential vollkommen, es kommt
jedoch oft vor, daß sie einander fast berühren
und den größeren Teil der Wände bedecken. An
der Radialseite — besonders bei weitlumigeren
Formen — sehen wir die Hoftüpfel bloß in 1—2
Reihen geordnet. Die sich mit Markstrahlen be-
rührenden Hoftüpfel weichen von den übrigen
etwas ab. Die Höfe sind auch hier Kreise oder
radial kurze Ellipsen, die Poren durchschreiten
jedoch die Höfe oder nehmen sie wenigstens ganz
ein. Im Gegensatz zu den übrigen Hoftüpfeln
sind sie stets quergestellt und erfahren nur selten
und auch dann nur ganz unbedeutende Ver-
änderungen. Spiralverdickungen der englumigeren
Gefäße enggestellter und entwickelter, die Anzahl
der Hoftüpfel jedoch geringer fax-?/
Tracheiden ebenso groß wie die Holzfasern,
ihre Wände jedoch dünner.. Hoftüpfel, betreffs
Struktur, den der Gefäße ähnlich, aber kleiner als
diese. Spiralverdickungen verlaufen meist quer
zur Längsachse, es gibt aber auch Wandteile, an
denen sich keine befinden
Holzfasern an beiden Enden länglich zuge-
spitzt, es kommen aber auch stumpf oder ge-
krümmt endende Formen vor. Wände mittelstark,
Tangentialwände tüpfelfrei, auch die Radial-
wände enthalten nur wenige kreis- oder gewöhnlich
senkrechte ellipsenförmige, einfache Tüpfel (d1.i).
263
Holzparenchymzellen von längerer oder kür-
zerer Ziegelform. Tangential zerstreut kleinbe-
tüpfclt. Ähnliche Tüpfel sieht man auch radial,
aber viel seltener (f).
Wände der Markstrahlzellen mittelstark und
einfach betüpfelt. Tüpfelanzahl der Wände je
Zelle verschieden. Die mit Gefäßen benachbarten
Zellen zeigen stets einfache, aber größere Tüpfel
(g). (A.)
RHAMNUS FALLAX Boiss.
Krainer Kreuzdorn
Tafel 225
Verbreitungsgebiet : Südosteuropa.
Q. 7, 2. Mit R. cathartica verglichen, macht
sich bei dieser Holzart hauptsächlich in der An-
ordnung der Gefäße und die Markstrahlen ein
großer Unterschied bemerkbar. An der Jahrring-
grenze bilden sich im Frühholz Gefäße mit wei-
teren Lumina zwar vereinzelt, jedoch in solcher
Anzahl, daß das Holz als ringporig bezeichnet
werden kann. In der Spätzone haben die Gefäße
bedeutend engere Lumina und bilden hin- und
herschlängelnde, verzweigende Reihen. Diese blei-
ben jedoch viel unentwickelter als bei R. cathartica.
Sie gehen von einer schmalen Grundlage aus, er-
reichen gewöhnlich nur die Breite von 1—2 Ge-
fäßen und werden mittlerweile auch wiederholt
unterbrochen. Nach ihrer Ausbreitung vereinen
sie sich mit Tracheiden und Holzparenchymen ge-
mischt zu Nestern. Markstrahlen dick, vier- oder
sechsschichtig, an die Jahrringgrenzen anschwel-
lend. In der Frühzone sind sie immer schmaler
als im Spätholz. Es gibt auch solche Markstrahlen,
die von der Mitte des Jahrringes ausgehen und
an der Jahrringgrenze sich zu drei- oder vier-
schichtigen ausbreiten ; dann werden sie zum
anderen Jahrring gelangend einschichtig oder ver-
schwinden ganz. Die wahrscheinliche Erklärung
dieser Erscheinung — und dies scheint auch durch
den Radialschnitt bekräftigt — besteht darin,
daß die Markstrahlen nicht beständig in derselben
Höhe verlaufen. Grundmasse : eine Menge von
Holzfasern und Holzparenchymen, die im Spät-
holz englumigerer und dickwandiger sind als in
der Frühzone. Querschnitte der Gefäße vieleckig,
unter den weitlumigsten findet man ab und zu
auch ellipsenförmige.
R. 3. Im Radialschnitt überwiegen die Holz-
fasern. Im Vergleich zu diesen erscheint die Zahl
der Gefäße mit geradem Ablauf ganz unbedeutend.
Ein anderes Unterscheidungsmerkmal besteht
darin, daß die Markstrahlzellen miteinander ver-
glichen ungleichmäßiger sind : auch ihre Höhe
und Breite ist abwechslungsreicher. Die para-
trachealen Parenchymzellen ordnen sich in der
Nähe der Gefäße.
T. 4. Tangentialschnitte der Markstrahlen
kurze, gedrungene Spindelformen. Die höheren
Markstrahlen sind — da sie sich wiederholt ver-
engen und ausbreiten — von unregelmäßiger
Spindelform. Die Höhe der einschichtigen Strahlen
beträgt 3 bis 12 Zellen, die der drei- bis acht-
schichtigen im allg. 30 Zellen und schwankt
meistens zwischen 10 und 40 Zellen. Wie bei
R. cathartica begegnet man auch hier einen Wechsel
der Gefäß — und Tracheidenabschnitte mit Holz-
faserzonen. Die ersteren verdichten sich — im
Gegensatz zu den Holzfasern — in bedeutend
schmaleren Feldern.
Infolge der Breite und der Niedrigkeit der
Markstrahlen gestaltet sich der Ablauf der Gefäße,
sowie auch der Holzfasern wellig. Tangential-
schnitte der Zellen in den dickeren Markstrahlen
Kreise von verschiedener Größe, oder Vielecke ;
in den einschichtigen Vierecke oder Ellipsen.
E. Lumenweiten der Gefäße wie bei der an-
deren Rhamnus-Art.
Die Perforationen sind einfach und befinden
sich entweder an den Enden der Gefäße, waage-
recht, fallweise schräggestellt, oder entstehen in
kleinerer oder größerer Entfernung von den kür-
zeren oder längeren Spitzenden, stets radial. Die*
Gefäßwände — deren Dicke dieselbe ist wie bei
den übrigen Rhamnus-Arten — sind ähnlicher-
weise mit Hoftüpfeln bedeckt. Die Spiralver-
dickungen sind in den ganz offenen Gefäßen un-
vollkommener. Der große Hof der Hoftüpfel rund-
oder ellipsenförmig. Diese stehen durch quer-
oder schräggestellte, spaltartige oder ellipsen-
förmige Poren in Verbindung miteinander und
bedecken an den tangentialwänden einander
berührend die ganze Wandfläche. Solche Wände
kommen jedoch selten vor. Im allgemeinen be-
halten die Tüpfel auch enggestellt ihre ursprüng-
lichen Kreis- oder Ellipsenformen stets bei
(ai-e)-
Ab und zu sieht man auch tracheidenartige
Gefäße.
Elemente der englumigeren Gefäße und Trachei-
den den entsprechenden Elementen wie bei der
anderen Rhamnus-Art.
264
Holzfasern auch hier dickwandig, teils _ sehr
bemerkenswerterweise — am einen Ende durch
unvermittelte Verengung der Lumina abgerundet,
in schmalen, langen Ansätzen endend. Wände
radial verstreut einfach betüpfelt (dl^z).
Struktur der Holzparenchym- und Markstrahl-
zellen wie bei den anderen Rhamnus-Arten. Para-
tracheale Parenchymzellen im Gegensatz zu den
übrigen Arten einfach, jedoch größer betüpfelt
RHAMNUS FRANGULA L.
Faulbaum
Frangule, Alder buckthorn^ Fragula
Tafel 226
In Europa, Sibirien, bis in die Höhe Finnlands
verbreitet.
Splint schmal, lichtfarbig und gleichmäßig ins
lebhaft gelbrote Kernholz übergehend.
Q. 1, 2. Mit R. cathartica weist diese Holzart
weniger Ähnlichkeit auf als mit R. fallax. Die
Jahrringe enthalten weder schlängelnde, noch ver-
zweigende Linien von Gefäßgruppen. Anstatt
dieser entstehen bloß radial aneinander gereihte
Gruppen von 2 bis 8 Gefäßen. Weitlumige, radial
etwas langgestreckt-ellipsenförmige Gefäße bilden
mit den innersten Reihen des Frühholzes ziemlich
zusammenhängende Ringe. Durch die 2 oder 3
weniger zusammenhängenden Reihen der an-
geschlossenen Gefäße wird die Frühzone^ ziemlich
deutlich von der Spätzone abgesetzt. Dem Spät-
holz zu findet man sich gleichmäßig verengernde,
in Radialreihen geordnete und vereinzelte Ge-
fäße angeschlossen. Als diese die äußeren Teile
des Spätholzes erreichen, sind sie kaum weit-
lumiger als die benachbarten Holzfasern. Ab und
zu fehlen die Gefäße vollständig. Die vereinzelten
Gefäße — wie in der Frühzone — ellipsenförmig,
die in Porenreihen geordneten — abgesehen von
den beiden an den Rändern — radial abgeflachte
Vierecke. Die Gefäße enthalten auch Thyllen. Die
im Inneren des Jahrringes befindlichen breiteren
und schmaleren Markstrahlen —besonders infolge
der Ausweichungen neben den größeren Gefäßen
leicht gewellt und an der Jahrringgrenze kaum
wahrnehmbar ausgebreitet, im allgemeinen in Ab-
ständen von 1—2 Gefäßdurchmessern angeordnet.
Wo sich ein Gefäß zwischen die Markstrahlen
einbettet, schlängeln diese hin und her. Die Grund-
masse wird von einer Menge ziemlich weitlumiger
— im Querschnitt vieleckiger — Holzfasern und
von Holzparenchym gebildet. Die Holzfasern er-
scheinen in der Höhe der Jahrringgrenze 4 bis 8
Reihen hindurch radial flachgedrückt. Jahrring-
grenze etwas gewellt, von feiner Linienführung.
Para- und metatracheale Parenchyme spärlich
vorhanden.
R. 3. Laufrichtung der Holzfasern und Gefäße
am Radialschnitt verworrener als am tangentialen.
Innere Zellen der mehrschichtigen Markstrahlen
längliche und schmale, die äußeren Zellen der ein-
und mehrschichtigen hingegen kürzere und brei-
ten* Ziegelform«*!i. Unter den Kantenzellen kommen
auch quadratische, sogar aufrecht«* Formen vor.
T. 4. Im Tangentialschnitt ist das feine Gewebe
«les Holzes deutlich zu sehen. Ablauf der Gefäße
und der Holzfasern gleichmäßig. Markstrahlen
<lr« i- oder vierschichtig. Ihre Höhe sehr verschie-
den Tangentialschnitte der MarkstrahlzeUen etwas
eckige Ellipsen oder von ganz eckigen Formen.
Ein- wi<* zweischichtige Markstrahlen oft stark
abgeflacht. Di«* einschichtigen erreichen meistens
bloß di<* Höhe von 3 bis 15 Zellen, der Höhe von
oft 50 Zellen der dickeren gegenüber.
Die wenigen Paratrachealen Holzparcnchym-
zellen sind nur in den äußeren Teilen des Spät-
holzes sichtbar.
E. Lumina der Gefäße weiter als bei den ande-
ren Rhamnus-Arten ; die Wände hofbetüpfelt
und schraubig verdickt. Ovale oder elliptische
Perforationen einfach unmittelbar an den Enden,
bei manchen Gefäßen in kleinerer oder größerer
Entfernung von den Enden angeordnet. Zuweilen
ändert sich bei gleichbleibenden Lumina auch die
Länge der Gefäßglieder. Bei den spiral verlaufen-
den Fäden kommen oft Verzweigungen und
Unterbrechungen vor ; infolgedessen treten auch
glatte Wandteile auf. Spiralverdickungen oft zu
4 bis 6 oder zu 10 bis 18 enggestellt angeordnet,
ergeben schraubenartig geformte Zonen. Zwischen
denselben können auch schmalere oder breitere
Wandteile ohne Verdickungen vorkommen. Auch
Fäden möglich, die zu den ersteren senkrecht ver-
laufend in ähnlichen Zonen versammelt erscheinen.
Spirale Fäden an einzelnen Wänden ganz gleich-
mäßig. Hoftüpfel groß. Sind sie einzelstehend, es
bilden die Höfe regelmäßige Kreise oder Ellipsen.
Poren ebenfalls Kreise oder Ellipsen, im Verhält-
nis zu den Höfen jedoch klein, und diese nie ein-
nehmend. Die Tüpfel stehen an manchen Tangen-
tialwänden in so enger Berührung, daß ihre Höfe
265
ausgesprochen eckig werden. Die Poren behalten
jedoch ihre ursprüngliche Gestalt und Größe. Die
Tüpfel erleiden auch dann gewisse Veränderungen,
wenn sie sich mit Holzparenchymen oder Mark-
strahlen berühren. In diesem Fall bleibt die
ursprüngliche Form der Höfe unverändert, die
Poren werden aber bedeutend größer, nehmen die
Höfe ganz ein, ja sie können diese sogar durch-
schreiten. In solchen Fällen bleibt der Hof an
beiden Seiten nur in Halbsichelform erhalten. Die
Vergrößerung der Poren kann sich bis zu einfachen
Tüpfeln steigern, was aber nur ganz selten vor-
kommt
An der Wand der tracheidenartige Gefäße und
Tracheen sind ebenfalls Hoftüpfel und Spiral-
verdickungen zu finden (c). Die Wände der Holz-
fasern sind von einfachen kleinen Tüpfeln besetzt,
jedoch nur auf der Radialseite. Die Enden weisen
keine Mannigfaltigkeit auf
Holzparenchymzellen ebenso dickwandig wie
die Holzfasern und mit kleineren, bzw. größeren
Tüpfeln belegt, je nachdem, ob sie mit Gefäßen
in Verbindung stehen oder nicht. Die größeren
Tüpfel sind in senkrechte Reiben geordnet, können
jedoch bei weitlumigeren Gefäßen auch in 2 bis 3
Reihen geordnet auftreten (fi^) .
Wände der Markstrahlzellen dünn. Ihre Tangen-
tialwand senkrecht, schräg oder gewölbt und im
Gegensatz zu den Radialwänden von Tüpfeln reich
bedeckt. Die den Gefäßen benachbarten Kanten-
zellen und inneren Zellen sind in jedem Fall mit
großen Tüpfeln besetzt (A.)
RHAMNUS IMERETINA Booth.
Kaukasischer Kreuzdorn
Tafel 227
Verbreitungsgebiet : Kaukasien, Westasien.
Der Strauch kann eine Höhe von 3 m erreichen.
Q 7, 2, Wie bei den meisten Rhamnus-Arten,
ringporiges Holz. Die weitlumigen Gefäße mit
einem Durchmesser von 40—60 p bilden an der
Jahrringgrenze in verschieden großen Gruppen
vereinigt einen zusammenhängendenPorenkreis.
Dieser findet manchmal in englumigeren Gefäßen
seine Fortsetzung, so daß die für die Rhamnus-
Arten charakteristische »geflammte« Zeichnung,
wenn auch nicht ganz deutlich, bei dieser Art
ebenfalls festzustellen ist. Markstrahlen, die sich
an der Jahrringgrenze einigermaßen verbreitern,
rind 2 — 3—5reihig. An diesen Stellen und in deren
Nähe sind die Markstrahlzellen nicht radial, son-
dern eher tangential gestreckte Rechtecke.
R. 3. Die Markstrahlzellen sind kurze Recht-
ecke, Fünf- oder Sechsecke, die randständigen
bedeutend größer, oder aber stehende Rechtecke.
Die sonstige Struktur ist wie bei den anderen
Rhamnus-Art en.
T. 4. Strukturell am meisten der Rhamnus
fallax ähnlich, wobei die große Höhe der Mark-
strahlen auffällt ; mitunter sind diese bis zu 45_
60 Zellen hoch.
E. Gefäßglieder von zweierlei Beschaffenheit.
Wenn kurz und zylinderförmig, so sind diese an
beiden Enden einfach durchbrochen, mit verschie-
den großen, zusammengedrückten Hoftüpfeln,
deren Öffnungen liegende Ellipsen darstellen ;
Spiralverdickungen fehlen, mitunter nur bei den
kürzeren Gefäßen. Sind aber die Gefäßglieder
langgestreckt, so bilden sich oberhalb der e in-
fachen Perforationen lange' Schnäbel aus. die He»f-
tüpfel lagern schütter und die Spiralverdickungen
verlaufen etwas lockerer ^-5/
In den tracheidenartigen Gefäße finde t sie h die
einfache Perforation sehr häufig in der Mitte* «le s
Gefäßgliedes, die beiden Enden laufen in Schnäbel
aus (b1_2).
Tracheiden in der Wandstruktur mit den Ge-
fäßen übereinstimmend
Holzfasern dickwandig, spärlich schrägspallig
betüpfelt (d-^).
Stumpf ausgehende Elemente mit sehr klei-
nen Hoftüpfeln sind Fasertracheiden (e).
Holzparenchymzellen 50—120 p lang, 0—15 /'
breit, spärlich einfach betüpfelt (fi-z)-
Markstrahlzellen verhältnismäßig dickwandig,
mit kleinen, rundlichen, einfachen Tüpfeln ; in
den Randzellen, die Gefäße berührend, sind dir
Tüpfel etwas größer und waagerecht gela<i< rl
(gl-3)- (JO
RHAMNUS PALLASII Fbcii. ct Mi.y.
Westasiatischer Kreuzdorn
Tafel 228
Verbreitungsgebiet: Kaukasien und W < -1 '
Ein 2 m Höhe erreichender und sich au-br« il
Strauch.
Q I, 2. Struktur des Querschnitte^ < uug ‘
maßen jener der Rhamnus fallax und der Rhamny
pumila ähnlich. Gleichfalls halbringponges H>>1
266
An der Jahrringgrenze formen großporige Gefäße
einen fast zusammenhängenden, ein Gefäß brei-
ten Porenring und nur an einigen Stellen entsteht
ejne flammenstrahlenartige Zeichnung. Grund-
niasse wie bei den vorerwähnten Rhamnus-Arten.
R. 3. Wie bei den übrigen Rhamnus-Arten.
Unterschiede höchstens in der feineren Struktur
der Elemente feststellbar.
T. 4. Markstrahlen überwiegend einschichtig,
aber auch zweischichtige ziemlich häufig. In
mancher Beziehung Rhamnus pumila bzw.
Rhamnus saxatilis ähnlich. Mehr als zwei Zellen-
schichten breite Markstrahlen nicht vorhanden.
E. Gefäßglieder relativ lang und schmal. Ober-
halb der einfachen Perforation befindet sich ein
länger oder kürzer zugespitzter oder abgestumpf-
ter Schnabel. Hoftüpfel relativ groß und in lok-
keren Reihen angeordnet. An den Gefäßwänden
feine Spiralen, die mitunter stellenweise abbrechen,
wobei dann Hoftüpfel nur spärlich zu sehen sind.
Bisweilen kommen zwei einfache Perforationen
nahe zueinander zu liegen ; in solchen Fällen
läuft das Ende des Gefäßgliedes oberhalb der ein-
fachen Durchbrechungen in einen länglichen
Schnabel aus (ai-6/
Tracheiden stimmen strukturell mit den Gefäs-
sen überein ; bisweilen entstehen auch ganz nied-
rige Gefäße und Tracheiden
Holzfasern dickwandig, Enden zugespitzt oder
von verschiedener Gestalt (d) ; die breiteren und
dünnwandigen sind eher Fasertracheiden (e1-^).
Holzparenchymzellen mit sehr kleinen kreis-
förmigen oder großen und waagerecht elliptischen
Tüpfeln (f^).
Markstrahlzellen Quadrate oder liegende Rech-
tecke ; die einfachen Tüpfel in waagerechte Reihen
oder verschiedene Gruppen gelagert. Die Gefäße
berührenden Tüpfel sind bedeutend größere,
waagerechte Ellipsen oder Spalte (g^-t)* (J«)
RHAMNUS PUMILA L.
Niedriger Kreuzdorn
Tafel 229
Verbreitungsgebiet : Alpen, Italien, Spanien.
9« A 2. Der Querschnitt dieser Holzart stimmt
Mit dem von R. tinctoria und R. saxatilis überein,
‘dine unterscheidende Merkmale aufzuweisen. Es
wäre aber zu bemerken, daß die Anzahl der Gefäße
hier vielleicht geringer ist als bei Rh. Jällax.
R. 3 und E. Der Radialschnitt stimmt im
allg. mit dem der anderen Arten überein ; dies gilt
auch für die Elemente. Markstrahlen mit denen
von R. tinctoria und R. saxatilis verglichen dünn-
wandig oder bloß mittelstark. Elemente im allg.
etwas kleiner als die der vorigen Arten <h-3»
e,f, gl_3).
T. 4. Auch der Tangentialschnitt stimmt mit
dem von R. tinctoria, daher auch mit dem von R.
saxatilis überein. Die ein- oder zweischichtigen
Markstrahlen sind aus äußerst schmalen, ellipsen-
oder linsenförmigen Zellen zusammengesetzt. Die
einschichtigen findet man aber hier etwas häufiger.
Dies kann als ein gewisser Unterschied gegen-
über R. tinctoria betrachtet werden. (J.)
RHAMNUS SAXATILIS Jacq.
Felsen-Kreuzdorn
Ramno sassatile
Tafel 230
Verbreitungsgebiet : Mittel-, Süd- und Ost-
europa.
Q. 1, 2. Querschnittsbild dem von R. cathar-
tica sehr ähnlich. Auch die Zeichnungen der Poren
sind ebenso, nur vielleicht etwas zarter. »Flam-
menzungen« gehen hier mit einer schmaleren Grund-
lage aus dem Porenring der Jahrringgrenze hervor.
Querschnitte der Gefäße der meistens einreihigen
Porenringe radiale Ellipsen. Gegen die Spätzone
zu enden, die Gefäßgruppen unvermittelter als bei
R. cathartica. Zeichnungen der Spätzone zarter,
schmaler, öfter unterbrochen als bei R. cathartica.
Im übrigen stimmt der Querschnitt mit dem von
R. cathartica überein. Zuweilen kommen auch
Scheinjahrringe vor ; diese können jedoch von
den wirklichen durch das Fehlen der Porenkreise
deutlich unterschieden werden.
R. 3. Radialschnitt wie bei R. cathartica, ohne
wesentlichen Unterschied.
T. 4. Tangentialschnitt dem von R. cathartica
ähnlich. Da hier die Anzahl der Tracheiden im
Verhältnis zur Grundmasse bedeutend geringer
ist als bei R. cathartica, erweisen sich die Gefäß-
zonen bedeutend schmaler als die Holzfasern.
Freilich hängt das Verhältnis auch davon ab, aus
welchem Teil des Jahrringes der Schnitt angefer-
tigl wurde.
E. Elemente denen von R. cathartica eben-
falls sehr ähnlich.
267
Wesentlichere Unterschiede wären bloß bei den
Markstrahlen feststellbar, deren Wände bedeutend
stärker sind als bei R. cathartica, oder als bei den
übrigen Rhamnus-Arten. Stellenweise sind die
Wände — besonders die waagerechten — sichtlich
verdickt, wodurch die den Lumina zugewendeten
Wandflächen möglicherweise gewellt erscheinen.
Dementsprechend können sich die Lumina der
schmaleren Zellen stark verengern. Es kommen
aber auch MarkstrahlzeUen mit mittelstarken,
mitunter sogar mit dünnen Wänden vor.
Ähnliche Verhältnisse herrschen — wie wir es
sehen werden — auch bei R. tinctoria vor
G ei-2, J1-2, g)- (J-)
RHAMNUS TINCTORIA W. et K.
Färber-Kreuzdorn
Tafel 231
Verbreitungsgebiet : Balkan.
Q. 7, 2. Vom xylotomischen Standpunkt sieht
diese Holzart der R. saxatilis und R. cathartica
am meisten ähnlich. Die Gefäße der Frühzone
formen an der Jahrringgrenze ein- oder zweireihige,
zusammenhängende Ringe, welche nur ausnahms-
weise eine Unterbrechung erfahren. An diese Poren-
kreise, als breite Grundlage, schließen sich schlän-
gelnde Gefäßreihen oder Gefäßgruppen der Spät-
zone an. Anordnung der Gefäße im großen ganzen
wie bei den anderen Rhamnus-Arten. Die Gesamt-
fläche der Gefäße entspricht derjenigen der Holz-
fasern, d. h. die Anzahl der Gefäße und der Tra-
cheiden ist hier im Verhältnis zu den Holzfasern
größer als bei R. saxatilis. Jahrringe ziemlich, zu-
weilen ganz schmal. Alsdann ist die Zahl der
Gefäße und der Tracheiden viel größer als jene der
Holzfasern. Diese sind hauptsächlich an der Jahr-
ringgrenze angereiht.
R. 3. Der Radialschnitt stimmt ebenfalls mit
dem von R. saxatilis überein.
T. 4. Die Struktur der Markstrahlen am Tan-
gentialschnitt ist gleichfalls wie bei R. saxatilis.
Zweischichtige kommen hier vielleicht etwas häu-
figer vor. Die Höhe derselben entspricht ebenfalls
jener der Markstrahlen von R. saxatilis.
E. Diese Ähnlichkeit gilt auch für die Elemente.
Es soll aber bemerkt werden, daß die Wände der
MarkstrahlzeUen auch hier sehr dick sind.Besonders
an den waagerechten Wänden findet man starke
Verdickungen. Die Lumina der schmalen Zellen
verengen sich ab und zu in hohem Grade. Auch
dünnwandige Zellen kommen vor; z. B. die Kan-
tenzellen, sowie manche hohen, aufrechten Zellen
der Markstrahlen.
Auf dieser Grundage können die beiden Arten
von den anderen Rhamnus-Arten ziemlich gut
abgesondert werden ct_3, <h-2’ fi-2^1-2) •
(J.)
Gattung 112. Zizyphus
ZIZYPHUS JUJUBA Mill.
Judendorn
Jujubier, Jujuba tree, Zozzilo
Tafel 232
Verbreitungsgebiet : östliche Mittelmeerre-
gion, Asien. Strauch oder etwa 8 m hoher Baum.
Q. 7, 2. Zerstreut poriges Holz. Gefäße des
Frühholzes zahlreicher und auch etwas größer als
die der Spätzone durch ihre starken Wände von
der Grundmasse scharf abgesetzt. Vereinzelt oder
in radiale, zuweilen fünf- bis sechsgliedrige Poren-
strahlen geordnet. Auch Zwillingsporen kommen
ziemlich häufig vor. Die vereinzelten Formen stel-
len regelmäßige Kreise oder kurze Ellipsen dar.
Die in Porenstrahlen geordneten Gefäße tangential
etwas abgeflacht. An Radialwände grenzende
Gefäßgruppen kommen nur hin und wieder vor.
Die einschichtigen Markstrahlen laufen ziemlich
dicht, heben sich aber — infolge ihrer kurzen
Zellen — von der Grundmasse kaum ab. Die
Grundmasse besteht aus einer Menge ziemlich
dickwandiger Holzfasern, die an der Jahrring-
grenze etwas dichter wird und deshalb ziemlich
scharf hervortritt. Diese Auffälligkeit wird durch
die zahlreicheren Gefäße der Frühzone noch gestei-
gert. Neben den Gefäßen befinden sich ziemlich
viele paratracheale Parechymzellen, welche
besonders in der Frühzone der Grundmasse un-
mittelbar an der Jahrringgrenze auftreten.
R. 3. Markstrahlen homogen. Zellen im allg.
kurze, ziemlich regelmäßige, aufrechte oder lie-
gende Ziegelformen, häufig aber auch regelrechte
Quadrate. Neben diesen Gefäßen befinden sich
ziemlich zahlreiche paratracheale Parenchyme.
Diese Zellen von länglicher Ziegelform bilden meist
mehrgliedrige Längsreihen. Die sich mit Gefäßen
unmittelbar berührenden Zellen sind kürzer und
268
breiter als entfernteren, und treten nur im gefäß-
reichen Frühholz auf, können also bereits als
paratracheale Elemente bezeichnet werden.
T. 4. Markstrahlen derart enggestellt, daß
zwischen denselben bloß wenige Holzfasern Platz
finden. Sie sind einschichtig und werden nur selten
kurze Strecken hindurch zweischichtig. Ihre Höhe
ist veränderlich, schwankt zwischen einigen weni-
gen und 60 bis 70 Zellen. Die Zellen bilden längere
oder kürzere Ziegelformen oder Ellipsen. Ablauf
der Markstrahlen sowie der dazwischen befind-
lichen Holzfasern gleichmäßig. Tangentialwände
der letzteren mit Tüpfeln spärlich besetzt. Per-
forationen der ebenfalls gleichmäßig verlaufenden
Gefäße fallen auf die Radialseite und befinden
sich in schräger Lage. Die sich miteinander berüh-
renden Gefäßwände von großen Hoftüpfeln ganz
bedeckt.
E. Gefäße dickwandig. Ihre kreis- oder ellipsen-
förmigen, einfachen Perforationen endständig
oder häufiger seitwärts gelegen. Im letzteren Fall
ist das Gefäßglied länger oder kürzer geschnäbelt.
Die Perforationen sind aber stets kleiner als die
Gefäßlumina. An einander berührenden Wänden
befinden sich in alternierender Lage zahlreiche
runde oder elliptische, ziemlich groß behöfte Tüpfel.
An anderen Wandteilen sind dieselben verstreut,
fallweise opponiert, zuweilen größere Flächen
freilassend angeordnet. Sie können einander auch
berühren, doch werden sie selten kantig. Die Poren
bilden quergestellte, längere oder kürzere Ellipsen,
welche sich den Hofgrenzen stark nähern, aber
gewöhnlich dieselben nicht erreichen. An Mark-
strahlen und Holzparnechyme grenzende Tüpfel
bleiben etwas kleiner als die übrigen (<*1-4)•
Die Radialwände der dickwandigen, langge-
streckten und häufig stark zugespitzten Holzfasern
sind ziemlich häufig von spaltartigen einfachen
Tüpfeln bedeckt, deren äußere Porenmunde ziem-
lich kurze Ellipsen oder Kreise bilden
Die sich mit Gefäßen berührenden Wände der
parenchymatischen Elemente enthalten ziemlich
zahlreiche, großen; ellipsen- oder kreisförmige
oder unregelmäßige große einfache Tüpfel. An
den übrigen Wänden befinden sich spärlich sehr
kleine, porenartige einfache Tüpfel, mit Ausnahme
der Tangentialwände der Markstrahlen und der
waagerechten Wände der Holzparenchyrnen, an
welchen sie ziemlich zahlreich Vorkommen (fY—4,
gt-J. (JO
XLVI. VITACEAE
Gattung 113. Parthenocissus
PARTHENOCISSUS QUINQUEFOLIA Planck.
Jungfernrebe
Tafel 233
Verbreitungsgebiet: Vereinigte Staaten, Kanada.
In Europa überall gepflanzt.
Q. I, 2. Holz vom xylotomischen Standpunkt
aus dem der Vitis vinifera ähnlich, doch kann es
von diesem mit Bestimmtheit unterschieden wer-
den. Die zahlreichen, weiten Gefäße sind im ganzen
Jahrring gleichmäßig verteilt, es handelt sich also
entschieden um ein zerstreutporiges Holz. Inmitten
der Gefäße sieht man die übrigen Elemente nur
verstreut. Jahrringe schmal, durch 1 2 weite
Gefäße ganz eingenommen. Die Gefäße berühren
einander durch die Radialwände und sind in
zusammenhängende Ringe angeordnet, welche
bloß durch die Markstrahlen unterbrochen werden.
Die Tangentialwände erscheinen meistens nur
durch die dazwischen geordnete Grundmasse
getrennt. Dieser aus einigen Reihen bestehende
Teil enspricht eigentlich der Spätzone des Jahr-
ringes und der Jahrringgrenze. Die Jahrringgrenze
erscheint — obwohl die Gefäße stark abgeflacht
sind — nicht ganz ausgeprägt, sondern unregel-
mäßig gewellt, und auch in den Markstrahlen nicht
so augenfällig wie bei Vitis vinifera. In der spär-
lichen Grundmasse findet man nur Holzfasern
und Holzparenchymc. Parenchymzellen haften
vorwiegend an Gefäße und Markstrahlen. Mark-
strahlen schmaler als bei Vitis und nicht so engge-
stellt. Ihr Ablauf inmitten der vielen Gefäße etwas
gewellt, an den Gefäßen sich verengend und an
der Jahrringgrenze etwas angeschwollen. Zellen
der Spätzone kürzer als die der Frühzone, jedoch
nicht so augenscheinlich wie bei Vitis.
R. 3. MarkstrahlzeUen kürzer als bei Vitis
auch ihre Radialwände etwas dünner. Betüp-
felung und Anordnung mehr oder weniger wie bei
Vitis.
T. 4. Die Breite der Markstrahlen beträgt 5
bis 10 Zellen, die Höhe, wie bei Vitis, sehr beträcht-
lich. Zellen vorwiegend elliptisch oder eckig gt formt.
Unter den äußeren kommen auch stärker gestn ekte
26)9
vor. Die Gefäße enthaltenden Zonen stets bedeu-
tend breiter als die Markstrahlen (Vitis\). Es
kommen ziemlich häufig Holzparenchymzellen
vor, die sich an Gefäße, Markstrahlen oder an
beide haften. Diese sind fünf- bis zehngliedrig und
bilden längere oder kürzere Ziegelformen. Ihre
Wände ziemlich dünn, an den sich mit Gefäßen
berührenden Wänden findet man viele große, ein-
fache Tüpfel. Diese entsprechen in Form und
Größe den einfachen Tüpfeln der angeschlossenen
Gefäße. Die übrigen Wände enthalten eine mäßige
Anzahl von sehr kleinen, runden, einfachen Tüp-
feln.
E. Gefäßglieder mit weiten Lumina walzen-,
die kürzeren scheibenartig. Die einfachen Perfora-
tionen ganz oder fast waagerecht, in Form und
Größe dem Gefäßlumen entsprechend. Bei Gefäßen
mit engeren Lumina geraten die Perforationen
etwas radial. Betüpfelung der Wände wie bei
Vitis, die Anordnung der langgestreckten Hof-
tüpfel jedoch weniger regelmäßig. In den weiteren
Gefäßen finden wir sie auch in zwei oder drei
senkrechte Reihen geordnet. Kurzelliptische oder
kreisrunde Hoftüpfel häufig. Letztere oft zer-
streut oder gewölbt geordnet, mitunter wellige
Reihen bildend. Form und Größe der Höfe und
Poren entsprechen denen von Vitis. Die einfachen
Tüpfel der sich mit Markstrahlen und Holzparen-
chymen berührenden Wände ebenfalls denen von
Vitis ähnlich, den Höfen der Hoftüpfel entspre-
chend f
Auch einige Tracheiden kommen vor
Holzfasern ziemlich kurze und dickwandige
Zellen nur selten gefächert. Enden nicht abwechs-
lungsreich. Tüpfel einfach, kreisrund, oder kurz-
spaltartig. Letztere entsprechen mehr den inne-
ren Porenmunden (d± _2) •
Markstrahlzellen und Holzparenchymen wur-
den bereits bei der Beschreibung der einzelnen
Schnitte behandelt f/1-3, gf (A.)
Gattung 114. Vitis
VITIS VINIFERA L.
Weinrebe
Vigne, Vine, Vite
Tafel 234
VerbreitungHgebiet : von Mitteleuropa bis
Japan, etwa bis zum 50. Breitengrad, ferner
Amerika, Südafrika und Australien. Vermutlich
auch in Mitteleuropa einheimisch.
Q. 1, 2. Eher zerstreutporiges Holz. Die mäch-
tigen Gefäße der Frühzone — welche auch mit
freiem Auge gut erkenntlich sind — von den spä-
teren, bedeutend kleineren engen Gefäßen scharf
abgesetzt. Diese großen Frühgefäße bleiben fast
ausnahmslos vereinzelt. Ab und zu schließen sich
denselben, hauptsächlich gegen die Spätzone zu,
auch Gefäße mit engeren Lumina an. Die weiten
Gefäße der Frühzone sind gewöhnlich unmittel-
bar an der Jahrringgrenze angereiht. In anderen
Fällen enstehen die weiten Gefäße von der Jahr-
ringgrenze etwas entfernter, gegen die Mitte des
Jahrringes zu ; dann befinden sich inmitten der
Grundmasse in der Frühzone vorwiegend Gefäße
oder Gefäßgruppen mit engen Lumina. Diese
Umstände wechseln je nach den Jahrringen. In
den schmaleren Jahrringen bildet sich nur eine, in
den breiteren entstehen auch zwei, mitunter drei
Reihen von großen Gefäßen. Der Form nach sind
diese kurze Ellipsen, häufig beinahe Kreise. Die
englumigen Gefäße der Spätzone sind in Poren-
strahlen oder Gruppen verdichtet häufig bis zur
Jahrringgrenze reichend. Es schließen sich den-
selben auch ziemlich viele Tracheiden an. Die
einzelnen Glieder der Porenstrahlen und Gruppen
meist eckig, quadratisch, ziegelförmig, mitunter
dreieckig oder vieleckig. Markstrahlen recht breit,
enggestellt und auf ziemlich regelmäßige Abstände
voneinander entfernt. Zwischen ihnen findet nur
ein einziges weites Gefäß Platz.
Ziemlich oft ist sogar dieses abgeflacht, oder
weicht ihm der Markstrahl in einer Wellenlinie
aus, mitunter findet eine Verjüngung statt.
In solchen Fällen ist der Lauf des Markstrahles
etwas gewellt, auch seine Breite verschieden, an
der Jahrringgrenze größer als sonst. Die Jahr-
ringgrenze wölbt sich darin gegen die Frühzone zu,
während der zwischen den Markstrahlen befind-
liche Teil — infolge der weiten Gefäße — nach
einwärts gewölbt erscheint. Infolgedessen gleicht
die Jahrringgrenze einer regelmäßig alternierenden
Wellenlinie. Sie kann jedoch nicht als scharf
bezeichnet werden, da an ihrem Zustandekommen
nur 1—2 Elementenreihen beteiligt sind. Die
Grundmassc besteht aus einer Menge von Holz-
fasern. Unter denselben, sowie den Gefäßen ange-
schlossen, kommen ziemlich häufig auch Holz-
parenchymzellen vor.
R. 3. Radialschnittbild je nach der Schnitt-
stelle verschieden. Sämtliche Markstrahlzellen
liegende Zirgelformeii, in der Frühzone länglicher,
in der Spätzone kürzer. An der Jahrringgrenze
270
erscheinen diese Zellen ganz verkürzt, nicht oder
kaum länger als breit, mitunter sogar kürzer, also
eigentlich aufrechte Ziegelformen bildend. Die
Tangentialwände der letzten Zellen der Spätzone
fallen mehr oder weniger in eine Linie, deshalb
setzt sich die Jahrringgrenze ziemlich scharf
ab.
T. 4. Die Streifen der mächtigen Mark-
strahlen sowie der Gefäße und der übrigen Ele-
mente wechseln regelmäßig miteinander ab. Zu-
weilen sind die Streifen der Markstrahlen breiter
als die der übrigen Elemente. Die Breite der Mark-
strahlen beträgt 10 oder 15 Zellen. Ihre Höhe
erreicht mehrere Hunderte von Zellen, sie beträgt
also mehrere cm. Die Zellenquerschnitte kreisrund,
elliptisch oder eckig. Im Grunde genommen sind
sämtliche primären Zellwände eckig, die sekun-
dären bereits abgerundet. Wände ziemlich stark.
Das gefächerte der Holzfasern sowie auch die
Wandstruktur der Gefäße und der Tracheiden tritt
deutlich zutage.
E. Größe der Gefäßglieder — wie bereits am
Querschnitt beobachtet — sehr verschieden. Ihre
einfachen Perforationen geraten bei den weitesten
an die Enden, bei den englumigen an die Radial-
seite. Die Perforationen stellen Ellipsen oder
etwas unregelmäßige Formen dar. In den englu-
migen Gefäßen kommen seltener auch leiterför-
mige Perforation vor. Die einander berührenden
Gefäßswände sind mit Hoftüpfeln dicht besetzt.
Hoftüpfel querliegend, länglich, nehmen die
engeren Gefäßglieder in ihrer ganzen Breite ein.
Enden regelmäßig abgerundet. Sie sind unter einan-
der dicht angereiht, berühren jedoch einander
nicht. Auch kürzere, innerhalb einer Gefäßbreite
in eine, mitunter in mehrere Reihen angeordnete
Hoftüpfel kommen vor. Verstreut sieht man auch
einige Hoftüpfel von längerer oder kürzerer Ellip-
senform. Poren stets den Höfen angepaßt, schmal
und spaltartig, Die Höfe bleiben an beiden Seiten
stets gut sichtbar, werden nie ganz eingenommen
und enden abgerundet oder zugespitzt. An den
sich mit Markstrahlen und Holzparenchymzellen
berührenden Wänden bilden sich einfache Tüpfel,
die den Höfen an Form und Größe entsprechen.
An den sich mit Holzfasern berührenden Wand-
teilen fallen die gut sichtbaren Spiralverdickungen
auf. Die Leisten oft verzweigend, dann sich ver-
knüpfend, wodurch die Verdickungen stellenweise
netzartig werden
Tracheiden gleichen den Gefäßen mit engsten
Lumina. Ihre Betüpfelung entspricht jener der
Gefäße.
Holzfasern langgestreckte, stumpf oder spitzer
endende dickwandige Zellen. Es kommen auch
solche Elemente vor, die von Querwänden in
mehrere Fächer geteilt sind, daher als gefächerte
Holzfasern gelten (ii^). Scheidewände der Fächer
meist ganz dünn, ohne jede Struktur oder Ver-
dickung, nur an den Haftstellen sich zu
Längswänden ausbreitend. In anderen Fällen ver-
dicken sie sich jedoch in geringerem oder höherem
Maße, so daß in ihnen gleichmäßig betüpfelte
Radial und Tangentialwände enstehen. Die äuße-
ren Porenmunde der einfachen Tüpfel stellen
Kreise dar, die inneren sind linsen- oder spalten-
förmig und länger als die äußeren
Wände der Holzparenchymzellen dünner als
die der Markstrahlzellen. Längere oder kürzere
Ziegelformen. Betüpfelung wie bei den Markstrahl-
zellen (f).
Markstrahlzellen dickwandig. Sämtliche Wände
enthalten eine mäßige Anzahl von einfachen runden
Tüpfeln. Man sieht sie an den radialen Wänden
gewöhnlich in radiale Reihen geordnet. Die Tüp-
fel an den sich mit Gefäßen berührenden Wänden
sind größer und passen sich denen der Gefäße an
(g)- (A.)
XL VII. CORNACEAE
Gattung 115. Cornus
CORNUS AUSTRALIS C. A. Mey.
Westasiatischer Hartriegel
Tafel 235
Verbreitungsgebiet : Kaukasien und Asien.
3—4 m hoch wachsender Strauch.
Q. 7, 2. In der Struktur des Querschnittes
sowie irn Habitus der Cornus sanguinea ähnlich.
Gleichfalls zerstreutporiges Holz mit ziemlich
ausgeprägter Jahrringgrenze. Im Frühholz ver-
dicken sich die Wände der späten Fasertracheiden
an der Jahrringgrenze, die Lumina werden spalt-
förmig. Markstrahlen 1—3 Zellenschichten breit,
an der Jahrringgrenze sich etwas verbreiternd ;
daselbst verkürzen sich die Markstrahlzellen in
Radialrichtung und erscheinen sehr häufig als in
der Tangentialrichtung liegende Rechtecke. Grund-
masse wie bie den anderen Cornus-Arten.
271
R. 3. Auch hier stimmt die Struktur mit den
beiden anderen Cornus-Arten völlig überein ;
die einzelnen Querleisten der leiterförmigen Per-
foration sind jedoch bei dieser Art ziemlich häufig
gabelförmig verzweigt. Zahl der Querleisten 25—30.
T. 4. Weicht von den beiden anderen Cornus-
Arten einigermaßen dadurch ab, daß die Mark-
strahlen sehr häufig eine Breite von 3—4 Zellen-
schichten erreichen. Einige Markstrahlen sind
50 und sogar 80 Etagen hoch. Heterogene Struktur
der Markstrahlen auf dem Tangentialschnitt be-
sonders auffallend.
E. Gefäßglieder langgestreckt und verhältnis-
mäßig schmal. Oberhalb der leiterförmigen Per-
foration entsteht ein kürzerer oder längerer
Schnabel. Hoftüpfel verschieden groß, in unregel-
mäßige Gruppen oder Längsreihen angeordnet.
Öffnungen der Hoftüpfel waagerecht
Holzfasern auffallend dickwandig und 700—
1200 [jl lang, mit spaltartiger Betüpfelung. Enden
sehr mannigfaltig (dY^z).
Fasertracheiden dünnwandig, mit spaltartiger,
behöfter Tüpfelung, Höfe manchmal kaum sicht-
bar (e).
Holzparenchym meistens dünn-, manchmal aber
dickwandig, mit sehr kleinen, rundlichen, ein-
fachen Tüpfeln. In den dickwandigen Parenchym-
zellen stellen die Tüpfel große, liegende Ellipsen
dar (fl-l)-
Markstrahlparenchym. Innere Markstrahlzellen
Quadrate odei liegende Rechtecke, mit spärlichen,
kreisförmigen kleinen Tüpfeln. Kantenzellen ste-
hende Rechtecke, die liegenden, ellipsenförmigen
einfachen Tüpfel in 2—3 Reihen nebeneinander
angeordnet (J.)
CORNUS MAS L.
Dirlitze
Cornouiller male, Cornel tree, Corniolo
Tafel 236
Verbreitungsgebiet : Mittel- und Südeuropa,
Westasien.
Q. 7, 2. Zerstreutporiges Holz. Infolge der
gleichmäßigen Verteilung der Gefäße sowie der
geringen Unterschiede in der Lumenweite des
Früh- und Spätholzes sind die Jahrringgrenzen
nur äußerst schwer zu erkennen. Markstrahlen
enggestellt. Zwischen die zweischichtigen Mark-
strahlen geraten auch 1 bis 4 (‘inschichtige.
Diese verlaufen inmitten der Gefäße infolge der
Ausweichungen etwas wellig. Die Grundmasse
erscheint im Querschnitt als eine Menge vieleckiger
Fasertracheiden. Diese sind bereits in der Früh-
zone sehr englumig. In der Spätzone, wo sie auch
radial abgeflacht sind, erscheinen die Lumina
nur mehr als tangentiale Spalten. Gefäße : runde
oder ellipsenförmige Vielecke, stets vereinzelt.
Jahrringe schmal. Die Grundmasse enthält häufig
verstreute paratracheale Holzparenchymzellen.
Diese setzen sich durch ihre dünnen Wände von
den dickeren Fasertracheiden gut ab. Zuweilen
bilden sie mehrere Zellen hindurch zusammen-
hängende tangentiale Reihen.
R. 3. Infolge der fast gleichen Länge der ein-
zelnen Gefäßglieder geraten die leiterartigen Per-
forationen derselben an beiden Enden in gleiche
Höhe. Die gleichmäßige Verteilung der Gefaßt*
bewirkt eine mehr oder weniger gleicht* Breite
der dazwischen eingebetteten Faserlracheiden-
zonen. Manche Gefäße werden durch dickwandige
und dichte Thyllen verstopft, die als verschieden
gestellte Diaphragmen erscheinen.
T. 4. Tangentialschnitte der Markstrahlzellen,
je nach ihrer Anordnung, verschieden. Die Breite
der Markstrahlen beträgt 1 bis 2, seltener 3 Zellen-
schichten. Die inneren Zellen zeigen eine regel-
mäßige Kreis- oder Ellipsenform. Die Zellen der
einschichtigen Markstrahlen sowie die breiteren
Kantenzellen stellen Ziegelformen von verschiede-
ner Höhe dar. Die Höhe der einschichtigen Mark-
strahleii beträgt 2 bis 10 Zellen, ihre mittleren
Abschnitte werden jedoch in der Höhe von 3 bis
4 Zellen auch zweischichtig. Die Höhe der breiteren
Markstrahlen schwankt zwischen 10 und 50
Zellen, kann aber durch die Verschmelzung
zweier, übereinander gelegener Markstrahlen auch
beträchtlicher werden. Diese breitere Mark-
strahlen erscheinen entweder in ihrer ganzen Höhe
zweischichtig und werden durch Kantenzrllen
abgeschlossen oder laufen nach dem zweischichti-
gen Teil in der Höhe von 6 bis 14 Zellen als ein-
schichtige Markstrahlen weiter. Ablauf der Ge-
fäße und der Fasertracheiden gleichmäßig. End-
wände sämtlicher Markstrahlzellen sehr reich be-
tüpfelt. Metatracheale Parenchymzellen am Tan-
gentialschnitt ziemlich häufig ; ihre* Wände schei-
nen dünn zu sein.
E. Gefäße dünnwandig, an beiden Enden in
längeren oder kürzeren Spitzen auslaufend, in
vielen Fällt*» mehr kegelartig. Ihre Wände von
272
Hoftüpfeln bedeckt. Einfache Tüpfel befinden
sich nur an den Berührungsstellen mit Mark-
strahl- oder Holzparenchymzellen. Hoftüpfel in
ungleichen Abständen voneinander verstreut, in
Reihen oder in Nester geordnet. Ihre Höfe ziem-
lich große Ellipsen oder Kreise, die Poren von der
gleichen Form. Perforationen der Gefäße leiter-
artig. Die Querleistenzahl kann auch 40 betragen.
Perforationen: unregelmäßige oder langgestreckte
Ellipsen, schräg gestellt, radial gewendet. Die
Querleisten mitunter verzweigend. Manchmal sind
die benachbarten Querleisten durch eine senk-
rechte Leiste verbunden und infolgedessen teilt
sich die Perforation zwischen zwei Leitersprossen
in zwei oder mehrere Teile. Dies, sowie die Über-
gänge der letzten Sprossen zu Hoftüpfeln bezeugen,
daß die sprossenartigen Perforationen eigentlich
aus Hoftüpfeln entstanden sind. Die einfachen
Tüpfel liegen näher zueinander und bilden quer-
gestellte Ellipsen oder oft Kreise fa^/
Gefäßglieder mit engen Lumina an den Enden
noch mehr langgestreckt. Die leiterartigen Per-
forationen erstrecken sich auch auf die sich ver-
jüngenden Endteile ; die Leitersprossen — der
Verengung der Lumina angepaßt — werden all-
mählich kürzer, bis sie sich zuletzt in kürzeren,
kleinen Tüpfeln fortsetzen. In solchen Fällen weicht
die Form der Perforation von der Ellipse ab.
Wände der Fasertracheiden dick, mit Hoftüpfeln
besetzt Diese werden ebenso groß oder noch
größer als die der Gefäße. Poren schräg, spalt-
artig, die Höfe gewöhnlich einnehmend oder an
dieselben nahe herankommend. Äußere Poren-
munde kleine Kreise oder Ellipsen fa-J-
Holzparenchymzellen ziegelförmig. Wände mit-
telstark. Radial wie tangential findet man in
Nester geordnete oder verstreute Tüpfel. Para-
tracheale Elemente in ihrer Form sehr mannig-
faltig, mit dickeren Wänden als die der bereits
besprochenen Arten. Zuweilen werden die Wände
ganz derb. Sie sind mit quergestellten, an beiden
Enden zugespitzten ellipsen- oder kreisförmigen
Tüpfeln verstreut bedeckt f/i-3^-
Die Markstrahlzellen unterscheiden sich je
nach dem, ob sie aus ein- oder mehrschichtigen
Markstrahlen bzw. aus dem einen oder anderen
Teil derselben entstanden sind. Radial lang-
gestreckte Zellen dünnwandiger als die Kanten-
zellen und die mit ihnen benachbarten Formen.
Wände zerstreut, einfach, klein betüpfelt. In der
Nachbarschaft von Gefäßen werden die Tüpfel
radial größer (g). (A.)
CORNUS SANGUINEA L
Roter Hartriegel
Cornouiller sauvage, Common dog wood,
Verga sanguigna
Tafel 237
Verbreitungsgebiet : Europa.
Splint grünlichweiß, Kernholz hellrot.
Q 1, 2. Im Querschnitt gleicht diese Holzart
dem Cornus mas, immerhin bestehen gewisse
Unterschiede zwischen den beiden. Gefäße gleich-
falls zerstreut, jedoch im Frühholz etwas rngrr-
gestellt ; dadurch erscheinen die Jahrringe etwas
schärfer ausgeprägt. Gefäßlumina im ganzen Jahr-
ring annähernd gleich, im allg. etwas klein«! und
auch etwas dichter als die Gefäße von C. mas.
Hier sieht man auch Zwillingsporen häufiger.
Fasertracheiden der Grundmasse dünnwandiger
als bei ('. mas, verdichten sich an der Jahrring-
grenze, werden abgeflacht, wodurch die Jahrring-
grenze deutlicher hervortritt. Die Holzparenchym-
zellen sind von den Fasertracheiden nicht so scharf
abgesondert, wie bei C. mas, auch ihre Zahl ge-
ringer.
R. 3. Im Radialschnitt weicht diese Holzart
von C. mas infolge der zahlreichen Markstrahlen
auch insoferne ab, daß die Form der Markstrahl-
zellen sich sehr abwechselungsreich gestaltet.
Ablauf der Gefäße und der Fasern wellig. Die
Perforationen geraten in verschiedene Höhe.
T. 4. Auch am Tangentialschnitt bestehen
Unterschiede. In dieser Holzart findet man am
häufigsten einschichtige Markstrahlen, deren Höhe
2 bis 5 Zellen beträgt. Unter den breiteren Mark-
strahlen sieht man — im Gegensatz zu den zwei-
schichtigen bei Cornus mas — auch solche, deren
Breite 3 Zellenschichten mißt.
Auch im Tangentialschnitt der Markstrahlen
und der Markstrahlzellen bestehen gewisse Unter-
schiede. Die Markstrahlen sind keine regelmäßigen
Spindelformen und ihre Zellen bleiben bedeutend
dünnwandiger. Innere Zellen der mehrschichtigen
ellipsenförmig oder zuweilen eckig. Die Mark-
strahlen sind meistens nur durch 1 bis 3 Faser-
tracheiden oder Gefäße voneinander getrennt.
E. In Hinsicht der Länge und Lumina der
Gefäßglieder gibt es kaum Unterschiede. Hoftüpfel
denen von Cornus mas ähnlich, meistens in zur
Längsachse der Gefäße parallel verlaufende Reihen
geordnet. Einfache Tüpfel kommen höchst selten
18 Cngiu»
273
vor, da auch an den Berührungsstellen mit Holz-
parenchymen und mit Markstrahlen nur halbe
Hoftüpfel zu sehen. Höfe derselben kreisförmig,
bedeutend kleiner als bei der vorigen Art. Poren
quergestellte oder etwas schräge Linsenformen, die
Höfe ganz, oder fast ganz einnehmend (a).
Wände der Fasertracheiden dünner als die der
ähnlichen Elemente bei C. mas, auch spitzer en-
dend. Hoftüpfel groß, häufig sogar größer als die
Hoftüpfel der Gefäße, die Lumina der Faser-
tracheiden gewöhnlich ganz ausfüllend. Höfe
regelmäßig Kreise, Poren schräg, einander kreu-
zend. Innere Porenmunde linsenförmig, die Höfe
ganz einnehmend mitunter durchschreitend. Äußere
Porenmunde : Kreise oder kurze Ellipsen. Die
Hoftüpfel in zur Längsachse gleichgerichtete,
meist unterbrochene, zusammenhängende Reihen
geordnet. Tangentialwände an Hoftüpfeln ärmer,
auch die Höfe kleiner ^e1_4^.
Holzparenchymzellen, sowie mehrschichtige in-
nere Markstrahlzellen wie bei C. mas. Unter den
aus einschichtigen Markstrahlen entstandenen,
ferner unter den Kantenzellen findet man ziem-
lich häufig auch Vielecken ähnliche. Wanddicke,
Größe und Verteilung ihrer Tüpfel ebenso wir bei
der vorigen Holzart (f, g). (J.)
XL VIII. ARALIACEAE
Gattung 116. Hedera
HEDERA HELIX L.
Efeu
Lierre commun, Joy bind-wood, Edera
Tafel 238
Verbreitungsgebiet : Europa bis zu Kaukasien.
Q. 1, 2. Zerstreutporiges Holz, Gefäße der
Frühzone jedoch etwas weiter und auch zahl-
reicher. An der Jahrringgrenze bildet sich aus den
Porengruppen ein ziemlich zusammenhängender
Ring, dieser wird jedoch durch die breiten und
dichten Markstrahlen stark zergliedert. Gegen die
Spätzone zu sondern sich die Porengruppen von-
einander ab und im äußersten Teile findet man
sie bereits vereinzelt. Sowohl die Gefäßgruppen,
wie die vereinzelten Gefäße sind von zahlreichen
Tracheiden umgeben, die sich durch ihre engeren
Lumina von den Gefäßen, durch ihre dünnen
Wände aber von der Grundmasse gut abheben.
Markstrahlen breit, man findet jedoch häufig auch
ein- oder zweischichtige. Die Markstrahlen verlau-
fen ziemlich dicht, aber nicht in bestimmten
Abständen. Die zwischen ihnen befindlichen Jahr-
ringfelder sind zuweilen schmaler als die Mark-
strahlen selbst. Ihr Ablauf verfolgt eine entschiede-
ne Richtung. In der Spätzone breiten sie sich im
allg. kaum merklich aus, an der Jahrringgrenze
behalten sie jedoch ihre ursprüngliche Breite.
Jahrringgrenze kaum wahrnehmbar. Hier sieht
man außer den Gefäßen nur 1—2 schwach abge-
flachte Reihen der Grundmasse. Die Grundmasse
besteht aus einer Menge ziemlich zahlreicher
dickwandiger Holzfasern. Holzparenchyme äußerst
selten.
R. 3. Radialschnitte der MarkstrahlzeUen :
längere oder kürzere liegende Ziegelformen. In der
Spätzone finden wir sie stark verkürzt, also
Quadrate oder aufrechte Ziegelformen darstellend.
An der Jahrringgrenze enden sie ung. auf gleicher
Höhe und auf Grund dessen leicht zu erkennen.
T. 4. Infolge der zahlreichen, an Größe und
Form sehr mannigfaltigen Markstrahlen erscheint
der Tangentialschnitt sehr ausgeprägt. Die Breite
der Markstrahlen beträgt 1 bis 8 oder 10 Zellen,
ihre Höhe schwankt zwischen einigen wenigen
und 100 bis 120 Zellen (dies bezieht sich auch auf
die einschichtigen). Aber auch unter den breiteren
befinden sich ziemlich häufig niedrige Markstrah-
len, deren Höhe nur 15 bis 20 Zellen beträgt.
Diese haben gewöhnlich eine stark gedrungene
Spindelform, die höheren weisen dagegen sehr
mannigfaltige unregelmäßige Formen auf. Die
Kantenzellen von den inneren gar nicht oder
kaum abgesetzt. Markstrahlen ausgesprochen ho-
mogen. Die höheren werden oft von Gefäßen,
Tracheiden oder gefächerten Holzfasern in mehrere
Teile zerstückelt. Die breiten Markstrahlen kön-
nen ab und zu von Tracheiden oder von ge-
fächerten Holzfasern sogar auch der Länge nach
zergliedert werden. Zellen regelmäßig kreis- oder
ellipsenförmig oder etwas eckig. Unter den Mark-
strahlen verlaufen die übrigen Elemente stark
wellig.
E. Die Größe der Gefäßglieder nicht mannig-
faltig. Ihre einfachen und gewöhnlich länglich
elliptischen Perforationen geraten meist radial.
Sic sind von Hoftüpfeln reich bedeckt. Form der
274
Höfe Kreise oder kurze Ellipsen, der Anordnung
nach verstreut oder alternierend ; die Poren, den
Hofen gleich, elliptisch oder stäbchenförmig, die
Höfe nicht einnehmend und meistens quergestellt.
In engeren Gefäßen kann der innere Porenmund
spaltartig werden und auch der Hofgrenze ganz
nahekommen oder dieselbe erreichen. Die einander
oder die Tracheiden berührenden Wände enthalten
ziemlich häufig große und recht dichte, einfache
Tüpfel. Diese quergestellten oder schrägen Ellipsen
nehmen häufig das ganze Gefäß oder die ganze
Tracheide ein. Zwischen ihnen verbleibt von den
Wänden bloß ein schmaler Leisten ; deshalb
gleichen sie stark leiterartigen Perforationen oder
zuweilen Spiralverdickungen. Häufig erscheint die
ganze Wand von solchen Tüpfeln bedeckt. Be-
höfte Tüpfel neben einfachen kommen an den-
selben Wänden nicht vor.
In einzelnen Fällen findet man an den die ein-
fachen Tüpfel abgrenzenden schmalen Wänden
ine in gewissem Grad.- positive Verdickung, welche
dann bereits als Spiralverdickung oder wenigstens
als deren Ansatz betrachtet werden kann (a^).
Tracheiden ziemlich häufig. Ihre Form und
Betüpfelung entsprechen denen der engeren Ge-
faße (c^).
Die gefächerten Holzfasern sind ziemlich lang-
gestreckte, drei- bis vierteilige Zellen. Scheide-
wände dünn, waagerecht, gerade, oder schwach
gewölbt. Faserwänden ziemlich stark, Tüpfel von
mittlerer Anzahl enthalten. Die äußeren Munde
sind kleine Kreise, die inneren dagegen spaltartig
und die Kreise durchschreitend
Holzparenchymzellen in kleiner Zahl, ihre
Wände ziemlich dünn. An Form und Betüpfelung
den allgemeinen Parenchymtypen entsprechend
(fi-s)-
MarkstrahlzeUen mit mittelstarken oder zu-
weilen mit stärkeren Wänden. Tüpfel sehr klein,
einfach, radial in Reihen geordnet (g). (A.)
XLIX. UMBELLIFERAE
Gattung 117. Bupleurum
BUPLEURUM FRUTICOSUM L.
Hasenohr
Tafel 239
Immergrüner, ungefähr 2 m hoch wachsender
Strauch ; der einzige baumförmige Vertreter der
Umbelliferae. Verbereitungsgebiet : Südeuropa ;
in Frankreich wird der Strauch vielfach als Hecken-
zaun gepflanzt.
Q. 1, 2. Kann als halbringporiges Holz gel-
ten, obwohl an der Jahrringgrenze nur ganz enge
Gefäße mit Lumina von 15—25 p entstehen und
erst die viel größeren Gefäße mit Lumina von
70—100 p einen mehr oder minder geschlossenen
Porenkreis bilden. Die Gefäße sind vereinzelt, bil-
den sie aber Zwillingsporen, so kann die Berüh-
rungswand radial und tangential sein ; schließ-
lich stehen Gefäße auch in Gruppen zu 4 6.
Manchmal findet man sie in tangentialen, dann
wieder in radialen Reihen nebeneinander, oder sie
folgen hintereinander in schrägen Linien fast
flammenzungenartig, was einigermaßen an die
Holzstruktur der Rhamnaceae oder Leguminosae
erinnert. Die Grundmass«; besteht ausdickwandig« n
Holzfasern, nur sehr selten mit dünnwandigeren
Holzparenchymzellen dazwischen, die sich den
Gefäßen anschmiegen (paratracheales Parenchym).
Die Querschnitte der Holzfasern sind im allg.
unregelmäßige Vier-, Fünf- oder Sechsecke. Mark-
strahlen 4—5, mitunter 15—20 Gefäßweiten von-
einander entfernt.
R. 3. Innenständige MarkstrahlzeUen im allg.
langgestreckte liegende Ellipsen ; die Kanten-
zellen etwas höher und kürzer. Gefäße einfach oder
leiterförmig durchbrochen. Die einfachen Per-
forationen sehr häufig viel kleiner als die Gefäß-
durchmesser, hingegen umfassen die leiterförmigen
Perforationen meistens auch die Lumina der
Gefäße und liegen oft fast senkrecht zur Längs-
achse derselben. Die einzelnen Leitersprossen
können sich auch verzweigen. Zu bemerken ist
noch, daß bei manchen Gefäßen die eine Perfora-
tion einfach, die andere aber leiterförmig ist.
Zahl der Leitersprossen 8—10. Die paratrachealen
Parenchymzellen sind verhältnismäßig klein, kurz
und umfassen die Gefäße vollständig.
T. 4. Markstrahlen 2—5 Zellen breit, 1—70
Zellen hoch. MarkstrahlzeUen im Querschnitt von
verschiedener Größe und Form, im allg. homogen,
nur ausnahmsweise' heterogen. Die Markstrahlen
sind im allg. von dickwandigen Holzfaserballen
eingefaßt. Tangentialwände der Gefäße von Hof-
18*
275
tüpfeln dicht bedeckt, Tüpfelmündungen im allg.
waagerechte Spalte. Die die Gefäße bedeckenden
paratrachealen Parenchymzellen sind relativ
kurz.
E. Gefäßglieder langgestreckt oder kurz. Ober-
halb der Perforationen der langgezogenen Gefäße
bilden sich kürzere oder längere Schnäbel, in
deren Wänden die Hoftüpfel in länglichen losen
Reihen angeordnet erscheinen. In diesen langen
und engen Gefäßen sind auch dicht Spiralverdik-
kungen vorhanden. In den niedrigen aber breiteren
Gefäßgliedern gibt es keine Spiralverdickungen,
sondern die Hoftüpfel sind in ihren Wänden ge-
wöhnlich in lockeren schrägen Reihen angeord-
net ; die Höfe erscheinen manchmal wabenartig
zusammengedrückt, eher liegende kurze Ellipsen,
ihre Öffnungen aber waagerechte Spalte
Tracheidenartige Gefäße möglich (b).
Die zugespitzten Elemente mit dünneren
Wänden und behöfter Tüpfelung sind Faser-
tracheiden (c).
Holzfasern dickwandig, mit spärlicher spalt-
artiger Betüpfelung (d).
Holzparenchymzellen 40—100 p lang und 6—
15 p breit, meistens sich den Gefäßen anschmie-
gend (/I-3/
Von den Markstrahlzellen stellen die inneren
liegende Ellipsen, die etwas höheren Randzellen
kurze Rechtecke, manchmal stehende Rechtecke
dar, in welchem Falle einige sogar die Höhe der
daneben befindlichen beiden liegenden Zellen
erreichen. Die einfachen Tüpfel sind sehr kleine,
in waagerechte Reihen angeordnete Kreise. In
den Randzellen sind die mit Gefäßen in Berüh-
rung stehenden einfachen Tüpfel meistens lie-
gende Ellipsen (gi-3). (J.)
Sympetalae
L. ERICACEAE
Gattung 118. Arbutus
ARBUTUS ANDRACHNE L.
Griechischer Erdbeerbaum
Strawberry tree, Arbousier, Mandrono
Tafel 240
Verbreitungsgebiet : Mittelmeerländer.
Q. 7, 2. Kann als halbringporiges Holz gelten,
da sich die eckigen Gefäße an der Jahrringgrenze
etwas stärker gruppieren. Die Jahrringgrenze ist
außerdem noch durch einige verflachte Reihen
von Fasertracheiden im Spätholz angedeutet.
Markstrahlzellen : Quadrate oder kurze Rechtecke,
die manchmal breiter sind als die benachbarten
Holzfasern. In der sonstigen Struktur A.rbutus
unedo ähnlich.
R. 3. Auch im Radialschnitt der Arbutus unedo
vollkommen ähnlich, von dieser nicht zu unter-
scheiden.
T. 4. Markstrahlen 1—2 Zellenschichten breit,
1—8—25—60 Zellen hoch, und von heterogener
Struktur. Die Zellen der einschichtigen Mark-
strahlen 13—35 p hoch und nur 3—15 p breit.
Im inneren der zweischichtigen Markstrahlen sind
die Zellen viel nideriger. Wände der Tracheen
und Tracheiden von Spiralverdickungen dicht
bedeckt.
E. Gefäßglieder lang und schmal, mit längerem
oder kürzerem Schnabel, oberhalb der einfachen
Perforation. In den Wänden spärlich oder dichter
Spiralverdickungen. Hoftüpfel verstreut, oder in
Längsreihen geordnet, Höfe manchmal verschie-
den groß, Öffnungen waagerecht föi-s/
Tracheidenartige Gefäße kommen auch vor;
ihre Struktur wie die der Gefäße (b±-2).
Tracheiden hinsichtlich ihrer Wandstruktur mit
den Gefäßen übereinstimmend (c±^5).
Holzfasern dickwandig, mit spaltartigen Tüp-
feln. Auch fächerte Holzfasern vorhanden (d1_2).
Fasertracheiden gleichfalls dickwandig, die
Lumina aber weiter als in den Holzfasern, kleine
oder spaltförmige Hoftüpfel. In den Wänden
einiger Fasertracheiden umfassen die Höfe der
Hoftüpfel die Zellwände ganz ; sie sind ellipsen-
förmig, auch ihre Öffnungen stellen liegende
Ellipsen dar (eY_±).
Holzparenchymzellen hoch und verhältnismäßig
schmal, Höhe 70—180 p. Breite nur 10 15 p.
Die sich unmittelbar an die Gefäße anschmiegen-
den weichen in ihrer Betüpfelung von den übrigen
Parenchymzellen ab, indem ihre einfachen Tüpfel
groß sind und liege nde Ellipsen darstellen
276
Markstrahlzellen heterogen ; die mittleren :
Quadrate oder liegende kurze Rechtecke, die
randständigen : hohe und schmale, stehende
Rechtecke. In diesen sind die einfachen Tüpfel
weit größer, ellipsenförmig und von waagerechter
Lage. Wände einiger Markstrahlzellen überdurch-
schnittlich dick (g^). (J.)
ARBUTUS UNEDO L.
Erdbeerbaum
Arbousier, Strawberry tree, Albatro
Tafel 241
Verbreitungsgebiet: Südeuropa, Südwest-Irland.
Xylotomisch von Ledum palustre leicht zu
unterscheiden.
Q. 1, 2, Zerstreutporiges Holz. Gefäße im
Frühholz größer und dichter, gegen die äußeren
Teile des Frühholzes zu allmählich an Größe
und Anzahl abnehmend, vereinzelt oder Zwillings-
poren bildend. Im Frühholz sind auch kleinere
Porengruppen zu beobachten u. zw. Kreise oder
Ellipsen, häufiger etwas eckige oder unregel-
mäßige Formen. Daneben, vorwiegend im Früh-
holz, sind auch Tracheiden vorhanden. Unregel-
mäßig angeordnete ein- oder mehrschichtige Mark-
strahlen infolge ihrer kurzen Zellen — besonders
die einschichtigen — von der Grundmasse nicht
scharf abgesetzt. Grundmasse : eine Menge von
Holzfasern mittlerer Wandstärke, vorwiegend im
Spätholz. Holzparenchymzellen in der Grundmasse
zerstreut, neben den Gefäßen jedoch ziemlich
dicht angeordnet (paratracheales Holzparen-
chym). Jahrringgrenze etwas gewellt und ziemlich
deutlich erkennbar.
R. 3. Heterogene Struktur der mehrschichtigen
Markstrahlen auch am Radialschnitt gut zu be-
obachten. Meist Zellen von der Form stehender
Rechtecke, jedoch auch quadratische oder ähn-
liche Formen ziemlich häufig. Liegende Rechteck-
formen seltener und stets sehr kurz. Sämtliche
Zellenwände dünn. Anzahl und Verteilung ihrer
sehr kleinen, runden, einfachen Tüpfel entsprechen
dem allgemeinen Typus. Gefäße berührende Radial-
wände von elliptischen oder linsenförmigen größe-
ren Tüpfeln ziemlich dicht bedeckt. Holzparen-
chymzellen ebenfalls dünnwandig, den übrigen
Holzparenchymzellen ähnlich betüpfelt. Tangen-
tialwände spärlicher, radiale und waagerechte
reicher betüpfelt.
T. 4. Markstrahlen ein- bis vierschichtig und
1 bis 50 Zellen hoch. Die höheren meist mehr-
schichtig, aber auch ganz niedrige, nur vier- bis
sechszellige Markstrahlen kommen vor. Zellen-
formen bei den einschichtigen Markstrahlen längere
oder kürzere Rechtecke, bei den mehrschichtigen
ausnahmsweise Kreise, meistens aber Ellipsen,
kurze Rechtecke oder sonstige unregelmäßige
Formen. Mehrschichtige Markstrahlen enden ent-
weder unvermittelt — in solchen Fällen sondern
sich die Kantenzellen nicht oder kaum von den
inneren Zellen ab — oder setzten sich mehrere
Zellen hindurch enschichtig fort, sind also hetero-
gen aufgebaut. Verlauf der Elemente ziemlich
gleichmäßig. Holzparenchymzellen : langgestreckte
Rechteckformen, meistens einzelne Reihen bil-
dend. Auf Grund der spärlicher vorhandenen
Tüpfel von den einschichtigen Markstrahlen eini-
germaßen zu unterscheiden.
E. Wände der Gefäße dünn. Elliptische Perfora-
tionen an den Radialwänden meist einfach, selte-
ner auch ein- oder zweisprossige leiterförmige
Perforationen möglich. Hoftüpfel von verschiede-
ner Größe und Form : es gibt verschieden große,
runde, kurz-elliptische oder ganz in die Länge
gezogene. Poren auch sehr abwechslungsreich,
schmale oder breitere Ellipsen, Linsen oder Stäb-
chen, die den Hof gewöhnlich ganz einnehmen
oder auch über denselben hinausragen, in anderen
Fällen sich den Hofgrenzen zuweilen nur nähern.
Die Poren erscheinen ab und zu derart vergrößert,
daß die dieselben umgebenden Höfe nur als schmale
Streifen erscheinen. Poren in den weitlumigeren
Gefäßen meist quer-, in den englumigeren aber
schräggestellt. Anordnung der Höfe verstreut
oder in Gruppen an einzelnen Stellen ganz dicht
angeordnet, an anderen kaum erkenntlich. Mit
Ausnahme der behöften Tüpfel in sämtlichen
Gefäßen ausgeprägte Spiralverdickungen zu be-
obachten, die in bestimmten Abständen vonein-
ander verlaufen, jedoch selten verzweigen
Tracheiden: dünnwandige Zellen mit engerem
Lumen, behöften und spiralförmigen Verdickun-
gen (c).
Holzfasern dünnwandig. Äußere Porenöffnung
der einfachen Tüpfel rund, die innere spaltartig.
Die Tüpfel sind zerstreut oder zu 2 bis 4 in Grup-
pen angeordnet, an beiden Wänden gleichmäßig
verte ilt (d^).
Die Holzparenchym- und Markstrahlzellen wei-
sen keine abweichenden Charakterzüge auf (Jx-g,
gt-J- (J-)
277
Gattung 119. Andromeda
Gattung 120. Arctostaphylos
ANDROMEDA POLIFOLIA L.
Polei-Rosmarinheide
Andromöde ä feuilles de Polium
Tafel 242
Verbreitungsgebiet : Mittel- und Nordeuropa,
Nordasien, Nordamerika.
Q. 7, 2, Vollkommen zerstreutporiges Holz.
Zwischen Früh- und Spätholz weder in der Gefäß-
größe, noch in der Wanddicke ein Unterschied
feststellbar. Jahrringgrenze verschwommen, kaum
wahrnehmbar. Gefäße meist vereinzelt oder Zwil-
lingsporen bildend, vieleckig, dünnwandig. Grund-
masse ; eine Menge dünnwandiger Fasertrachei-
den. Markstrahlen einschichtig, im Querschnitt
nur schwer erkennbar.
R. 3. Im Radialschnitt sämtliche Markstrahl-
zellen aufrechtstehende Rechtecke mit ganz dün-
nen Wänden.
T. 4. Die Höhe der Markstrahlen schwankt
zwischen 1 bis 10, bzw. 15 Zellen. Zellenformen :
hohe schmale Rechtecke, Trapezoide oder Linsen.
Verlauf der Elemente gleichmäßig.
E. Langgestreckte, leiterförmige Perforationen
der Gefäße an der Radialseite. Sprossenanzahl
häufig 15 bis 20, jedoch fast immer mehr als 10.
Die Sprossen zart, dicht angeordnet, seltener ver-
zweigt oder — besonders gegen die Enden der
Perforation zu — Kreuzsprossen. Enden der
Perforationen undeutlich, da die Sprossen all-
mählich in die Hoftüpfel der Radialwände über-
gehen. Hoftüpfel klein, rund, oder Ellipsen von
verschiedenen Längen ; die Porenspalte linsen-
förmig nehmen die nur undeutlich sichtbaren
Höfe ganz ein, oder kommen bloß an deren Gren-
zen nahe heran. Poren meist quergestellt.Verteilung
der Hoftüpfel ungleichmäßig. Hoftüpfel auf den
einander oder Markstrahlen berührenden Gefäß-
wänden dicht angeordnet, auf mit Fasertracheiden
benachbarten Gefäßwänden spärlicher
Grundmasse : eine Menge dünnwandiger Faser-
tracheiden, Hoftüpfel sehr klein, Höfe verschwom-
men, ab und zu nur schwer und undeutlich wahr-
zunehmen. Poren schräg, spaltartig, die Höfe
ganz einnehmend, fallweise auch über dieselben
hinausgebend (e1
Markstrahlzellen mit sehr kleinen einfachen
Tüpfeln (J.)
ARCTOSTAPHYLOS UVA-URSI Spreng.
Immergrüne Bärentraube
Busseroie officinal, Common Bearberry, Uva d'orso
Tafel 243
Verbreitungsgebiet : Nordeuropa, im Süden
nur in Gebirgsgegenden ; Nordasien, Nordamerika.
Q. 7, 2. Zerstreutporiges Holz ; unmittelbar
an der Jahrringgrenze bilden jedoch die ersten
Frühjahrsgefäße — deren Poren weiter sind als
die der übrigen — einen zusammenhängenden
Ring, wodurch die Jahrringgrenze ziemlich gut
erkenntlich wird. Gefäße des Ringes radial ge-
streckte Ellipsen, deren gleichgerichtete Wände
einander berühren. Gefäße auch in den übrigen
Teilen des Jahrringes im Verhältnis zur Grundmasse
überwiegend. Gegen die Jahrringgrenze zu nehmen
die Gefäße an Zahl und Größe allmählich ab,
während die Grundmasse stärker zunimmt. Die
Grundmasse besteht — ähnlich wie bei den
Arbutus-Arten — auch hier aus einer Menge von
Fasertracheiden und Holzfasern. Inmitten der
einander berührenden, elliptischen oder eckig ge-
formten Gefäße auch kleinere Tracheiden zu
beobachten. Markstrahlen ein-, zwei- und drei-
schichtig. Die mehrschichtigen verlaufen in
größeren, jedoch ziemlich gleichmäßigen Abstän-
den. Zellen kurz, besonders die einschichtigen nur
durch ihre betüpfelten, waagerechten. Wände von
der ziemlich dünnwandigen Grundmasse abge-
setzt. Holzparenchymzellen in mittelmäßiger
Anzahl vorhanden.
R. 3. Markstrahlzellen in radialer Richtung
kurz, vorwiegend von quadratischer oder ähnlicher
Form. Aufrecht stehende Rechtecksformen ziem-
lich häufig. Wände dünn, gewöhnlich betüpfelt.
T. 4, Markstrahlen ein- bis dreischichtig. Ihre
Höhe beträgt höchstens 20 bis 25, meistens jedoch
nur 10 bis 15 Zellen. Form und Anordnung ziem-
lich unregelmäßig. Zellenformen mannigfaltig.
Zellen der einschichtigen Markstrahlen etwas höher
als die der mehrschichtigen, also von etwas hetero-
genem Charakter.
E. Elemente im alg. denen der Arbutus-Arten
ähnlich. Ein gewisser Unterschied besteht darin,
daß schraubenartige Verdickungen zarter und
dichter sind als bei den letzteren. Auch die Hol
tüpfel weniger abwechslungsreich. Stabchenlör
278
migc Poren, sowie kreis- oder kurze ellipsenförmige
Höfe häufig.
Wände der Fasertracheiden, besonders aber
die der Holzfasern nicht so stark wie bei Arbutus.
Innere Porenmunde der einfachen Tüpfel der
Holzfasern stellen sehr kleine Kreise oder Ellipsen
dar und sind nie spaltartig (O1_a, b^, c^, d^,
e, ft Si-i)- (J-)
Gattung 121. Arctous
ARCTOUS ALPINES Niedenz
Alpen-Bärentraube
Busseroie alpin, Alpine Bearberry, Arbuto-alpino
Tafel 244
Verbreitungsgebiet : Mittel- und Nordeuropa.
Q 1, 2. Jahrringe i. allg. schmaler als bei
A. uva-ursi, Querschnittsbild also einigermaßen
verschieden. Porenkreise an der Jahrringgrenze
meistens verschwommen ; ist der Jahrring sehr
schmal, so beschränkt sich die ganze Frühzonc
auf diesen Kreis. Der schmale Spätholzteil, eigent-
lich eine dickwandige Grundmasse, von der bei-
nahe ausschließlich dünnwandige Gefäße erzeugen-
den Frühzone abgesetzt. Jahrringgrenze daher
scharf ausgeprägt. Markstrahlen ziemlich dicht
angeordnet, im allg. einschichtig, ihre Zellen in
der Spätzone verkürzt, fast quadratisch. Da wegen
ihrer großen Höhe Querwände seltener auf die
Schnittfläche geraten, setzen sich die Zellen von
der Grundmasse nur durch ihre dünnen Wände ab.
B. 3. Im Radialschnitt bei den Markstrahlen
keine wesentlichen Unterschiede zu beobachten.
Zellen von der Form aufrechtstehender Rechtecke
ziemlich häufig.
T. 4. Markstrahlen ziemlich häufig, wie bei
A. uva-ursi, ein- bis drei- bzw. vierschichtig, je-
doch gewöhnlich höher als bei der letzteren.
Infolge Verschmelzung kommen auch 60 bis 70 (80)
Zellen hohe Markstrahlen vor. Die mehrschichti-
gen sind gewöhnlich von heterogener Struktur.
E. Die Gefäße weisen wichtigere diagnostische
Unterschiede auf. Während bei A. uva-ursi
sprossenartige Perforationen nur ab und zu vor-
handen sind, kommen solche hier regelmäßig vor,
stellen sogar eine ständige Erscheinung dar, und
nur ausnahmsweise sieht man 1 oder 2 einfache
Perforationen. Sprossen meist 4 bis 6, zuweilen
sich verzweigend bzw. durch Quersprossen ver-
bunden. Ein anderer wichtiger Unterschied gegen-
über A. uva-ursi besteht darin, daß hier die schrau-
bigen Verdickungen vollständig fehlen oder bis
zur Unkenntlichkeit verschwommen und undeut-
lich sind. Die Hoftüpfel weisen keine wesentlichen
Unterschiede auf Tracheiden den Gefäßen
ähn’ich (c).
Bei den Fasertracheiden fehlen die Spiral-
verdickungen ebenfalls. Wände — besonders in
der Spätzone — stärker als bei A. uva-ursi (ei_b).
Holzfasern kommen kaum vor ^).
Holzparenchymzellen ziemlich langgestreckt, mit
sehr kleinen einfachen Tüpfeln
MarkstrahlzeUen quadratisch oder gestreckte
Vierecke, mit sehr kleinen einfachen Tüpfeln
(g^)- (J.)
Gattung 122. Bruckenthalia
BRUCKENTHALIA SPICUL1FOLIA Rena.
Bruckenthals Glockenheide
Tafel 245
Verbreitungsgebiet : Siebenbürgen, Balkan,
Kleinasien.
Q. 1, 2. In bezug auf das Querschnittsbild,
Größe und Anordnung der Gefäße, sowie auf das
Verhältnis der letzteren zur Grundmasse der E.
carnea ähnlich, jedoch durch die mehrschichtigen
Markstrahlen von dieser abgesetzt. Zellquerschnitte,
wie bei den einschichtigen Markstrahlen, kurze
Rechtecke oder Quadrate, und da in der Starke
der Zellwände kein Unterschied besteht, heben
sich die Zellen von der Grundmasse nicht ab.
R. 3. Zellen der mehrschichtigen Markstrah-
len : Quadrate oder kurze Rechtecke. Kanten-
zellen : höhere, aufrechtstehende Rechtecke. Mark-
strahlen heterogen gebaut. Zellwände mittelstark,
sämtliche Wände dicht und einfach betüpfelt.
T. 4. Das Charakteristikum des Tangential-
schnittes äußert sich an den mehrschichtigen Mark-
strahlen, deren Breite von 2, bzw. 3 bis 10, bzw.
12 Zellen reicht. Ihre Höhe höchstens 20 bis 30
Zellen, deshalb bilden sie stark gedrungene Lin-
sen oder Spindelformen. Kantenzellen : langge-
streckte Zellen oder Zellengruppen ; die inneren
Zellen : Kreise und Ellipsen, oder eher eckige
und unregelmäßige Formen. Der Markstrahl ist
also heterogen. Neben breiteren, auf verschiedene,
zuweilen aber größere Entfernung voneinander ver-
279
laufenden Markstrahlen gibt es in geringerer An-
zahl auch solche, welche aus länglichen Zellen
von unbestimmter Form bestehen, einschichtig
und denen von E. carnea ähnlich sind.
E. Durch ihre dünneren Wände und Hoftüpfel
der Gefäße eher Calluna als Erica ähnlich. Perfora-
tionen einfach, Wände mit Hoftüpfeln reich be-
streut. Höfe meist Kreise, von den schmalen
spaltartigen Poren i d. R. ganz eingenommen
(“1-7/
Fasertracheiden ebenfalls von Hoftüpfeln dicht
bedeckt. Diese sind wie bei den Gefäßen, mitunter
noch etwas kleiner, die Fasertracheiden sind von
mannigfaltiger Länge und Breite spitz oder stumpf
endend (e^^^).
Tracheidenartige Gefäße den Gefäßen ähnlich,
aber nur mit einer Durchbrechung (b).
Tracheiden ohne Durchbrechung (c).
Holzparenchymzellen: verlängerte Vierecke mit
sehr kleinen einfachen Tüpfeln
Markstrahlparenchymzellen quadratisch, die
Kantenzellen eher stehende verlängerte Vierecke
(81-s)- (J.)
Gattung 123. Calluna
CALLUNA VULGARIS Hüll.
Heidekraut
Bruyere commune, Common heather, Erica minore
Tafel 246
Verbreitungsgebiet : Eurasien, Nordafrika,
Nordamerika.
Q. I, 2. Querschnitte im allg. wie bei E.
arborea. Zerstreutporiges Holz. Gefäße meist ver-
einzelt, von ziemlich gleichmäßiger Größe. Grund-
masse : eine Menge von Fasertracheiden, die in
der Spätzone teilweise dickwandiger als in der
Frühzone, an der Jahrringgrenze aber etwas abge-
flacht sind. Hierdurch tritt die letztere ziemlich
scharf hervor. Markstrahlen, wie bei E, carnea,
einschichtig, ihre aufrechtstehenden Zellen von der
Grundmasse nur durch die dünnen Wände abge-
setzt.
R. 3 und T. 4. Bezüglich des Radial- und
Tangentialschnittes nichts besonders zu bemerken.
Struktur der einschichtigen Markstrahlen ähnlich
wie bei E. carnea.
E. Bei den Elementen sind gegenüber Erica
größere Abweichungen feststellbar. Die Gefäß-
wände sind weniger stark, dagegen die Hoftüpfel
größer und spärlicher. Höfe rund oder elliptisch,
von den spaltartigen Poren fast ganz eingenommen
Hoftüpfel der Fasertracheiden größer als bei
E. carnea, Höfe deutlicher sichtbar (eY_s).
Über Holzparenchym- und Markstrahlzellen ist
außer den bereits Erwähnten nichts Besonderes zu
berichten (f, g^-J- (J-)
Gattung 124. Chamaedaphne
CHAMAEDAPHNE CALYCULATA Moench
Torfgränke
Tafel 247
Verbreitungsgebiet : Nördliche Gegenden der
gemäßigten Zonen, Westdeutschland.
Q. 1, 2. Querschnittsbild dem der Rhododen-
dron-A.rten sehr ähnlich. Vollkommen zerstreut-
poriges Holz. Die Jahrringgrenze ist kaum be-
merkbar, höchstens durch die tangential aneinander
gerückten Gefäßreihen angedeutet. Gefäße poly-
gonal. Die Grundmasse besteht aus ziemlich dick-
wandigen Fasertracheiden, Holzfasern und Holz-
parenchymzellen. Markstrahlen gewöhnlich ein-
schichtig, zuweilen jedoch auch 3 bis 4 Zellen
breit. Neben solche Markstrahlen reihen sich die
Gefäße radial und enggestellt, d. h. gliedern sich
an beiden Seiten der mehrschichtigen Markstrah-
len strahlenartig und in zwei Gefäßreihen an (s.
Photo). Diese Gefäße sind mehr tangential lang-
gestreckt. Eine derartige Gefäßanordnung kommt
bei keiner anderen Ericaceae-Art vor.
R. 3. Im Radialschnitt ist die heterogene
Struktur der Markstrahlen auffallender. Ihre Zel-
len stellen stets aufrechte Ziegelformen dar und
sind nur ganz ausnahmsweise quadratisch, niemals
liegende Ziegelformen. Die sprossenartigen Per-
forationen der Gefäße fallen in gleiche Höhen.
Die Sprossenzahl schwankt zwischen 10 und 15.
Hoftüpfel der Gefäße verstreut. Die Spalten der
Hoftüpfel der Fasertracheidenwände gewöhnlich
einander kreuzend. Ablauf der Gefäße und
der Fasertracheiden gleichmäßig.
T. 4. Im Tangentialschnitt ist die Struktur
der ein- sowie der drei- bis vierschichtigen Mark-
strahlen gut sichtbar. Die Höhe der einschichtigen
Markstrahlen schwankt zwischen 2 und 20 bis 30
Zellen ; dickere Markstrahlen dürften sogar die
Höhe von 100 bis 150 Zellen erreichen. Die Zellen
280
der einschichtigen Markstrahlen bilden längliche
Ellipsen. Die Querschnitte der Zellen der mehr-
schichtigen Markstrahlen sind zwei- oder dreimal
niedriger (seichter). Diese Querschnitte zeigen
Ellipsen, und nur die Kantenzellen erscheinen
etwas mehr gestreckt ; dieser Umstand spricht
für die heterogene Struktur der breiteren Mark-
strahlen.
E. Perforationen der Gefäße einfach oder leiter-
artig. Holzfasern und Fasertracheiden den ent-
sprechenden Elementen der anderen Erica-Arten
ähnlich. Die Spalten sind schief gestellt und kreu-
zen sich gewöhnlich an den entgegengesetzten
Seiten. Die einfachen Tüpfel der Holzparenchym-
zellen sind sehr klein und spärlich. Markstrahlzellen
regelmäßige Quadrate oder langgestreckte Recht-
ecke ei-& f-> 81-2)- (J-)
Gattung 125. Erica
ERICA ARBOREA L.
Baumheide
Bruyere arborescente, Scope
Tafel 248
Verbreitungsgebiet : Mittelmeerregion, West-
kaukasien, Abessinien.
Xylotomisch stimmt diese Art im allg. mit
E. carnea überein, auf Grund der Mark strahlen
ist jedoch eine Unterscheidung möglich.
Q. 7, 2. Jahrringe breiter als bei E. carnea.
Verteilung der Gefäße gleichmäßig, Lumina der-
selben in der Spätzone sich allmählich verengernd.
Jahrringgrenze scharf ausgeprägt. Wände der
Fasertracheiden stärker als bei E. carnea. Mark-
strahl- und Holzparenchymzellen daher von den
letzteren entschieden abgesetzt. Außer den ein-
schichtigen Markstrahlen, welche mit denen von
E. carnea übereinstimmen, sind auch mehrschich-
tige vorhanden. Die Zellen der letzteren können
bereits als charakteristische Markstrahlzellen be-
zeichnet werden. Längere oder kürzere Rechteck-
formen, die waagerechten Wände von sehr kleinen,
einfachen Tüpfeln bedeckt.
R. 3. Im Radialschnitt sind Unterschiede eben-
falls nur bei den Markstrahlen vorhanden. Zellen
der mehrschichtigen Teile derselben liegende
Rechtecke oder Quadrate, die Kantenzellen hin-
gegen, sowie die Zellen der einschichtigen Mark-
ßtrahlen, stehende Rechtecke, also entschieden
von heterogener Struktur.
T. 4. Tangentialschnittbild infolge der mehr-
schichtigen Markstrahlen abweichend. Mittlere
Teile der Markstrahlen zwei- bis mitunter vier-
schichtig ; diese Teile können eine Höhe von 20
bis 30 Zellen erreichen. Zellen kreis- oderellipsen-
förmig. Die mittleien mehrschichtigen Teile ver-
jüngen sich an ihren beiden Enden auf einer
längeren oder kürzeren Strecke zu einschichtigen.
Diese Teile, sowie die vollständig einschichtigen
Markstrahlen sind wie bei E. carnea. Enden der
mehrschichtigen Markstrahlen zuweilen auf die
Kantenzellen beschränkt. Die Markstrahlen sind
jedoch stets charakteristisch heterogen gebaut.
Tangentialschnitt im übrigen wie der entsprechende
Schnitt bei E. carnea.
E. Form, Wandstärke und Betüpfelung der
Gefäße wie bei E. carnea (aY_^). Auch Tracheiden
kommen vor (c).
Fasertracheiden dickwandig. Höfe der Hof-
tüpfel verschwommen, oft kaum wahrnehmbar,
der Form nach Kreise oder kurze Ellipsen. Poren
nicht spaltartig, die Höfe kaum durchschreitend,
nehmen dieselben vielmehr höchstens ein (el_4).
Holzparenchym- und Markstrahlzellen mit den
bezeichneten Unterschieden wie die entsprechenden
Zellen bei E. carnea (f 81+) * (J*)
ERICA CARNEA L.
Frühlingsheide
Bruyöre incarnate, Scopa carnicina
Tafel 249
Verbreitungsgebiet : Alpen, Appenninen.
Q. 7, 2. Zerstreutporiges Holz. An der Jahr-
ringgrenze und in der Frühzone sind die* Gefäße
etwas enggestellter als in der Spätzone, bezüglich
der Größe ist jedoch kaum ein bemerkenswerter
Unterschied vorhanden. Vereinzelte Zwillingsporen
nur selten zu beobachten. Gefäße kreisförmig,
kurz-elliptisch oder abgerundete Vielecke, Mark-
strahlen einschichtig. Markstrahlzellen kurze, ste-
hende Rechtecke und dahe • im Querschnitt den
Zellen der Grundmasse sehr ähnlich. Da auch die
Wände von gleicher Stärke sind, setzen sie sich
kaum voneinander ab. Grundmasse vorwiegend
eine Menge dickwandiger Fasertracheiden und
spärlicher Holzfasern. In Querschnitte sind die
beiden Elemente nicht zu unterscheiden. Das
Vorhandensein von Holzparenchymzellen in der
Nähe von Gefäßen läßt sieh auf Grund des Quer-
schnittes nur vermuten.
281
R. 3. Markstrahlen auch im Radialschnitt
jehwer erkennbar. Sie formen hohe, stehende
Rechtecke. Holzparenchymzellen von den Mark-
strahlen ebenfalls schwer zu unterscheiden, da
ihre Erscheinung und Anordnung nicht deutlich
zutage tritt ; stimmen bezüglich der Form und der
Betüpfelung mit den Markstrahlzellen überein.
T. 4. Im Tangentialschnitt sind die Mark-
strahlen nur bei gründlicher Beobachtung erkenn-
bar. Ihre Zellen langgestreckte Rechtecke, häufiger
längliche Spindeln, zuweilen fast faserartig. Ihre
Höhe schwankt zwischen einigen wenigen und 10
Zellen. Tangentialwände mittelmäßig betüpfelt.
Zuweilen gelangen zwei, mitunter drei Markstrahl-
zellen nebeneinander, so daß der Markstrahl
mehrschichtig erscheint.
E, Gefäßwände ziemlich stark. Perforationen
einfach, Kreise oder Ellipsen, entweder an den
Gefäßgliederenden oder an den Radialseiten. Wenn
an den Seiten, dann setzt sich das Gefäßglied
oberhalb der Perforation fort, oder wird geschnä-
belt. Hoftüpfel verstreut, zu Nestern, fallweise zu
Längsreihen angeordnet. Auch kleinere oder
größere tüpfelfreie Wandflächen sichtbar. Die
Höfe bilden kleine Kreise oder kurze Ellipsen und
sind infolge der starken Wand ziemlich ver-
schwommen. Poren elliptisch oder linsenförmig
gewöhnlich, die Höfe sie ganz einnehmend. Die
Markstrahl- und Holzparenchymzellen berühren-
den Tüpfel unterscheiden sich nicht von den
anderen, höchstens sind ihre Poren größer
(ais)*
Fasertracheiden dickwandig. Sehr kleine, die
Wände dicht bedeckende Hoftüpfel wie bei den
Gefäßen
Unter den Fasertracheiden seltener auch For-
men zu beobachten, welche für Holzfasern ge-
halten werden könnten. Ihre Wände ebenfalls
stark, mit einfachen oder unbedeutend behöften,
runden oder elliptischen Tüpfeln (dY^3).
Wände der Holzparenchym- und Markstrahl-
zellen ziemlich stark, von sehr kleinem, einfachen
Tüpfeln ziemlich reich bedeckt (fi-^ £1-4/ (J-)
ERICA TETRALIX Scop.
Glockenheide
Hruyere ä quatre faces, Cross-leavrd heath
Tafel 250
Verbreitungsgebiet : Von Westeuropa durch
Deutschland bis Lettland.
Q. 7, 2. Querschnittsbild mit dem von Erica
carnea übereinstimmend, obwohl hier die Gefäße
weniger als bei Erica carnea zerstreut sind. Die
Gefäße kommen stets vereinzelt vor, tangential
bilden sich nur ab und zu Zwillingsporen. Jahrring-
grenze ziemlich auffällig. Die letzten Gefäße des
Spätholzes sind etwas kleiner als die des Früh-
holzes. Bei dieser Art bilden sich keine Poren-
kreise ; um so häufiger tritt diese Erscheinung bei
der Erica carnea auf. Markstrahlen einschichtig,
stets genau radial gerichtet. Die einzelnen Gefäße
bilden radial gestreckte polygonale ERipsen. Die
Fasertracheidenwände verdicken sich an der Jahr-
ringgrenze bedeutender, wodurch auch die Jahr-
ringgrenze selbst schärfer hervortritt.
R. 3. Im Radialschnitt erscheinen die Mark-
strahlen als aufrechte Ziegelformenreihen mit
dicht betüpfelten Radial- und Tangential-
wänden. Die Hoftüpfel der Gefäßwände sind in
vertikalen Reihen geordnet. Perforationen der
Gefäße einfach oderleiterartig. Dadurch weicht die
Art von den beiden anderen Erica ab, bei welchen
ich keine leiterartigen Perforationen beobachten
konnte. Die Anzahl der Querleisten beläuft sich
auf 2 oder 3, bis 3 oder 10. Einzelne Sprossen
zuweilen verzweigt.
T. 4. Im Tangentialschnitt ist die einschichtige
Markstrahlstruktur besonders augenfällig. Die
übereinander gelagerten Markstrahlzellen bilden
langgestreckte Ellipsen, deren Höhe zwischen
1 und 8—10 Zellen schwankt Mehrschichtige Mark-
strahlen sind nicht vorhanden.
E. Gefäßglieder ziemlich kurz und stumpf
geschnäbelt : Perforationen einfach. Wände der
Fasertracheiden ziemlich dick. Die Spalten der
Hoftüpfel nehmen den Hof ganz ein und sind
schief gestellt. Die Holzparenchymzellen bilden
langgestreckte Rechtecke mit spärlichen einfa-
chen Tüpfeln. Die Markstrahlzellen sind ziemlich
groß und ± quadratisch dl^3 f ?)•
(J.)
Gattung 126. Ledum
LEDUM PALl'STRE L.
Sumpfporst
Eedos de marais, Dutch m\rthe
Tafel 251
Verbreitungsgebiet : Nordeuropa, Nordasien,
Norda merika.
In xylotomischer Hinsicht Rhododendron ferru-
gineum und Rh. hirsutum ähnlich. Zwischen
diesen Arten sind nur kleinere Unterschiede zu
beobachten.
Q. I, 2. Ledum ist reicher an Gefäßen als
Rh. ferrugineum, dagegen die Anzahl der dünn-
wandigen Fasertracheiden in der Grundmasse
geringer. Querschnittsbild noch zarter als bei Rh.
Porenkreise in der Frühzone der Jahrringe,
ähnlich wie bei Rh., auch hier einigermaßen
wahrnehmbar. Gefäßwände sehr dünn. Radial sind
die Gefäße fast immer durch 1 bis 2 Fasertracheiden
voneinander getrennt, in tangentialer Richtung be-
rühren sich jedoch die demselben Jahrring ange-
hörigen Gefäße häufig. An der Jahrringgrenze nur
eine Reihe etwas flachgedrückter Fasertracheiden.
Die zarten einschichtigen Markstrahlen folgen
einander in Abständen von 2 bis 4 Gefäßbreiten
regelmäßig. Auch mehrschichtige Markstrahlen
kommen vor.
R, 3. Radialschnitt Rh. ferrugineum ähn-
lich.
T. 4. MarkstrahlzeUen Rechtecke oder Lin-
sen. Die Höhe der MarkstrahlzeUen 1 bis 10, bzw.
15 Zellen, während bei Rh. auch eine Höhe von
40 bis 50 Zellen vorkommt. Mehrschichtige Mark-
strahlen können ausnahmsweise auch diese Höhe
erreichen ; in diesem Falle bleiben die Zellen
bedeutend kleiner, kreis-, elliptisch oder linsen-
förmig.
E. Das Gleiche gilt von den einzelnen Elemen-
ten. Nur bei den Hoftüpfeln der Fasertracheiden
bilden die Poren Linsen von größerer und brei-
terer Form als bei Rh. ferrugineum, wo die Poren
mehr spaltenförmig ausgebildet sind d,
«1-8, X gl-?/ (J‘)
Gattung 127. Loiseleuria
LOISELEURIA PROCUMBENS Desv.
Zwergporst
Azalee couchee, Trailing azalea, Bosso alpino
Tafel 252
Verbreitungsgebiet : Mittel- und Nordeuropa,
Nordasien, Nordamerika.
Xylotornisch dem Rhodothamnus ähnlich, kann
jedoch auf Grund einiger Merkmale von dei
ersteren Art unterschieden werden.
Q. 1, 2. Zerstreutporiges Holz. Jahrringe je-
doch so schmal, daß Früh- und Spätzonen nicht
deutlich abgesetzt sind. Einige Reihen der Früh-
gefäße nehmen häufig den ganzen Jahrring ein,
die Spätzone beschränkt sich also auf einige dünn-
wandige Fasertracheiden. Infolgedessen ist auch
die Jahrringgrenze sehr undeutlich, kaum wahr-
nehmbar. Gefäße einzelstehend oder in Zwillings-
poren, fallweise in kleinere Porengruppen ange-
ordnet. Regelmäßige runde oder ellipsenförmige
Poren sind selten. Die Grundmasse besteht aus
einer Menge dünnwandiger Fasertracheiden und
Holzparenchymzellen, die von den dünnwandigen
Fasertracheiden nur durch ihre Querwände und
den Plasmainhalt einigermaßen zu unterscheiden
sind.
Markstrahhn einschichtig, ziemlich dicht ange-
ordnet. Form und Verlauf der MarkstrahlzeUen
sehr undeutlich, schwer wahrnehmbar.
R. 3. Der Radialschnitt der MarkstrahlzeUen
bildet meist längere oder kürzere, aufrecht stehende
Rechtecke oder Quadrate. Wände dünn, ziemlich
reich betüpfelt.
T. 4. Markstrahlen dicht, einschichtig, 1 bis
10 bzw. 15 Zellen hoch, bilden längere oder kür-
zere Ziegelformen oder Linsen. Verlauf sämtlicher
Elemente ziemlich gleichmäßig.
E. Gefäßglieder im allg. wie bei Rhododendron,
nur die langgestreckten querovalen F7as-artigen
Hoftüpfel bilden ein unterscheidendes Merkmal.
Hoftüpfel i. d. R. Radial angeordnet, allmählich
in sprossenartige Perforationen übergehend Die
Perforationsgrenze wird dadurch undeutlich und
die ohnehin länglichen Perforationen erscheinen
noch mehr in die Länge gezogen. Außer den
länglichen Hoftüpfeln sind auch elliptische, fall-
weise kreisgrunde zu beobachten. Zwischen den
beiden Formen sind die Übergänge allmählich.
Poren meist breit, linsen- oder stäbchenförmig,
die Höfe treten also nur als die Poren umgebende
schmale Streifen in Erscheinung. Die Poren neh-
men den ganzen Hof ein oder kommen nahe an
dessen Grenzen heran (a1^ß).
Fasertracheiden dünnwandig, ziemlich reich
hofbetüpfelt. Die sehr kleinen runden oder kurzen
ellipsenförmigen Höfe werden von den schrägen,
linsen- oder spaltförmigen und häufig sich kreu-
zenden Poren meist ganz eingenommen (e^).
In einzelnen Tracheiden Spiralverdickungen (c).
Die Holzparenchym- und MarkstrahlzeUen wei-
sen keine abweichenden Charaklerzüge auf (fx _2,
aJ. (ü)
283
Gattung 128. Rhododendron
RHODODENDRON FERRUGINEUM L.
Rostblättrige Alpenrose
Laurier rose des alpes, Rusty-leaved Alpenrose
Tafel 253
Verbreitungsgebiet : Hochlagen der Karpaten.
Q. 1, 2. Vollkommen zerstreutporiges Holz.
Die zahlreichen Gefäße über den ganzen Jahrring
gleichmäßig verteilt, auch von mehr oder weniger
gleicher Größe sind gewöhnlich vereinzelt oder
bilden Zwillingsporen. Die ersten, sowie die im
Vergleich zu den anderen etwas weiteren Gefäße
der Frühzone unmittelbar an der Jahrringgrenze
angeordnet ; ihre Zahl ist dort größer als in den
übrigen Teilen des Jahrringes. In manchen Jahr-
ringen entstehen ganz gut wahrnehmbare Poren-
kreise, während in anderen diese verschwommen
erscheinen. Die einzelnen Poren sind seltener
kreisrund, häufiger ellipsenförmig oder eckig.
Grundmasse : eine Menge dünnwandiger Faser-
tracheiden, die an der Bildung der Jahrringgrenze
kaum teilnehmen. Zuweilen sind die letzten Rei-
hen stärker abgeflacht. Die Jahrringgrenze ist
dadurch deutlich erkennbar, daß die äußeren Tan-
gentialwände der letzten Gefäße der Frühzone in
eine Linie fallen. Die bereits erwähnte Anordnung
der Gefäße der Frühzone trägt ebenfalls dazu bei.
Markstrahlen einschichtig, dicht, und von der
Grundmasse nur durch ihre betüpfelten, waage-
rechten Wände abgesetzt. Zuweilen kommen — aus-
nahmsweise — auch breitere, zwei- bis fünfschich-
tige Markstrahlen vor. Diese sind scharf abge-
grenzt und an der Jahrringgrenze merklich ver-
breitert.
R. 3. Markstrahlzellen kurze, stehende Ziegel-
formen oder Quadrate, zuweilen mit dünnen, etwas
gewölbten Wänden. Tangentiale und waagerechte
Wände reich betüpfelt, Radialwände nur dann,
wenn sie Gefäße berühren. Diese Tüpfel sind größer
als die anderen, kreisrund oder elliptisch, ziemlich
dicht, ihre Anordnung den Hoftüpfeln der Ge-
fäße entsprechend.
T. 4. Einschichtige Markstrahlen derart dicht
angeordnet, daß dazwischen nur ein oder zwei
Gefäße oder Fasertracheiden Platz finden. Ihre
Höhe schwankt zwischen 1 oder 2 und 40 oder 50
Zellen. Die Zellen bilden längere oder kürzere
Ellipsen, Linsen, oder an beiden Längsseiten aus-
wärts gebogene Ziegelformen, und sind zuweilen
ganz schmal. Die Kantenzellen sind von den inne-
ren Zellen nicht oder kaum abgesetzt, der Mark-
strahl kann als homogen bezeichnet werden. Mehr-
schichtige Markstrahlen erreichen noch bedeuten-
dere Höhen. Zellen kleiner als bei den einschicht i-
gen, an den Stellen, wo sie einschichtig werden,
erscheinen sie wieder größer. Verlauf der Elemente
ziemlich gleichmäßig.
E. Gefäße dünnwandig, leiterartige Perforatio-
nen radial angeordnet. Oberhalb dieser Gefäß-
glieder enden die Perforationen in längeren oder
kürzeren Schnäbeln. Perforationen Ellipsen von
verschiedener Länge. 6—12 Querleisten in bestimm-
ten gleichen Abständen verteilt und nur selten
verzweigt. Neben glatten oder kaum betüpfelten
Wänden kommen auch dichter hofbetüpfelte
Wandteile vor. Markstrahlen berührende Wand-
teile besonders dicht betüpfelt. Tüpfel verstreut
oder bis zu einem gewissen Grade in senkrechte
Reihen angeordnet.
Form der Höfe seltener rund, häufiger quer-,
gegebenenfalls schräggestellte Ellipsen. Die Poren
stellen Stäbchen oder schmale Ellipsen und Linsen
dar, die den Hof zu 3/4 Teilen oder ganz einneh-
men, gegebenenfalls sich stark den Grenzen des
Hofes nähern
Fasertracheiden dünnwandig. Hoftüpfel kreis-
rund oder kurze Ellipsen, verstreut oder in senk-
rechte Reihen angeordnet, kleiner als die Hof-
tüpfel der Gefäße. Poren schräg, einander oft lin-
sen- oder spaltförmig kreuzend ; ihr Größenver-
hältnis zum Hof ähnlich wie bei den Gefäßen
(ei-i)-
Holzparenchymzellen langgestreckt, verhältnis-
mäßig dickwandig, mit sehr kleinen Tüpfeln
Markstrahlzellen quadratisch, oder verschiedene
Vierecke, Wände ziemlich stark fgx-sJ. (J.)
RHODODENDRON HIRSUTUM L.
Behaarte Alpenrose
Tafel 254
Verbreitungsgebiet: Südliche Alpengebiete
Europas.
In xylotomischer Hinsicht gibt es zwischen die-
ser Art und Rh. ferrugineiun keine besonderen
diagnostisch auswertbaren Unterschiede (<<1-3»
el-8i /1-3’ 81-&)• (J •)
284
RHODO endron ponticum l.
Pontische Alpenrose
Tafel 255
Verbreitungsgebiet : Spanien, Portugal, Mittel-
meerregion, Kleinasien, Kaukasien.
q 1, 2. Struktur in großen Zügen mit den
beiden bereits behandelten Rhododendron-Arten
übereinstimmend, jedoch eher Rh. ferrugineum
ähnlich. Zerstreutporiges Holz, obwohl im ersten
Frühholz an der Jahrringgrenze bedeutend mehr
Gefäße vorhanden sind als im Spätholz. Gefäße
alleinstehend oder zwillingsporig, im letzteren
Fall ist die Scheidewand gewöhnlich in Radial-
richtung oder schräg gelagert. Markstrahlen 1—2,
ausnahmsweise auch 3—5 Zellenschichten breit,
in Abständen von 1—5 Tracheidenbreiten in
leicht geschlängelten Bahnen verlaufend.
K. 3. Ausgeprägte heterogene Markstrahlen-
struktur. Die inneren Zellen der Markstrahlen eher
liegende Rechtecke. Auf allen Gefäßen sind die
leiterförmigen Perforationen deutlich zu beobach-
ten. Sonst stimmt die Struktur mit jener des
Rhododendron hirsutum und Rh. ferrugineum völlig
überein.
T. 4. Markstrahlen vorwiegend einschichtig,
zuweilen 2—3 bis 5schichtig ; in dieser Hinsicht
ist das Holz von dem der beiden anderen Arten
grundsätzlich verschieden. Die Zellen der ein-
schichtigen Markstrahlen sind 2—3—5mal höher
als breit, ihre Höhe beträgt 20—60 /z, ihre Breite
IQ—16 p. Einige von den 3—4 Zellenschichten
breiten Markstrahlen sind sehr hoch; manche
erreichen eine Höhe von 100—140 Etagen ; diese
sind wahrscheinlich aus der Verschmelzung von
2—3 Markstrahlen entstanden. Die mittleren
Markstrahlzellen sind bedeutend kleiner, kr is-
förmig oder eckig. In der Tangentialwand sind
einfache Tüpfel dicht verstreut. Die leiterförmige
Perforation auch auf dieser Seite deutlich sicht-
bar.
K. Gefäßglieder verhältnismäßig sehr lang und
englumig; selbst der größte Lumendurchmesser
beträgt kaum 40 p. Gefäßglieder leiterförmig
durchbrochen, Zahl der Leitersprossen 25—30.
Leitersprossen finden ihre Fortsetzung ziem-
Hch häufig in schnabelförmig langgestreckten
Lefäßgliedern. An den Wänden viele, aber locker
ätzende kleine Hoftüpfel. Öffnungen der llof-
tupW waagerecht
T ähnlichen Au6ma^*'n, Wie be
unte 1”’ z > V°n Fas^^en nicht zu
unterscheiden (c).
1 FaSe^C^iden mit bedeutend weiteren Lumina
„ f.e fÜEren 1-2 Reihtn «Paltartiger
rioitupfel (e). ®
Holzparenchymzellen auffallend hoch und rela-
tiv schmal, 100—200 p lang und 10—30 breit,
mit kleinen einfachen Tüpfeln in 1—2 lockeren
Reihen
Markstrahlzellen heterogen : die inneren stellen
Quadrate oder stehende Rechtecke dar, die Kan-
tenzellen hohe und schmale stehende Rechtecke ;
alle Wände verhältnismäßig dick und dicht be-
tüpfelt. In den Kantenzellen sind die Tüpfel eher
liegende Ellipsen (g^). (J.)
Gattung 129. Rhodothamnus
RHODOTHAMNUS CHAMAECISTUS Rchb.
Zwergalpenrose
Tafel 256
Verbreitungsgebiet: Die Alpenregionen Deutsch-
lands, Ostsibirien.
Q. I, 2. Zerstreutporiges Holz. Auf Grund
des Querschnittes von den Rhododendron-Arten
leicht zu unterscheiden. Während im Holz der
Rhododendron-Arten die Gefäße vorherrschen, ist
hier die Anzahl der Gefäße bedeutend geringer.
Gefäße ± gleichmäßig höchstens die Jahrring-
grenze entlang etwas dichter zerstreut. Die Gefäße
sind vereinzelt und berühren einander äußerst
selten. Jahrringgrenze ziemlich auffällig. An der
Grenze der Spätzone nimmt die Zahl der Gefäße
ab, dafür vermehrt sich der Bestand an Faser-
tracheiden. Markstrahlen entschieden einschichtig,
von innen auswärts radial, oder leicht gewellt
verlaufend.
R. 3. Sämtliche Markstrahlzellen zeigen auf-
rechte Ziegelformen. Ihre Radialwände enthalten
ziemlich viele einfache, verstreut angeordnete
Tüpfel. Die leiterartigen Perforationen der Ge-
fäße befinden sich meistens in gleicher Höhe.
Sprossenanzahl 20 bis 30; die Sprossen gehen
allmählich in gestreckte, dann in kreisförmige
Hoftüpfel über. Der Ablauf der Gefäße und der
dazwischen eingelagerten Fasertracheiden ist
gleichmäßig. Die Hoftüpfel an denFasertracheiden-
wänden in Reihen und ziemlich dicht angeordnet.
285
Die Spalten der Hoftüpfel kreuzen sich gewöhnlich
an den entgegengesetzten Seiten. Hie und da
können auch Holzparenchymzellen beobachtet
werden, deren Höhe mit jener der MarkstrahlzeUen
i übereinstimmt.
T, 4. Die einschichtigen Markstrahlen sind
ziemlich hoch. Die waagerechten Wände neigen
sich zu den senkrechten unter spitzen Winkeln.
Einige Markstrahlen dürften sogar die Höhe von
3 bis 4 Gefäßdurchmessern erreichen. Sie können
als homogen bezeichnet werden.
E. Perforationen der Gefäße einfach oder leiter-
artig. Wände der Holzfasern ziemlich dick. Die
Spalten der Fasertracheiden sind schräg gestellt.
Wände der Holzparenchymzellen mit kleinen
Tüpfeln spärlich bestreut. MarkstrahlzeUen sind
quadratisch oder rhombisch fai-5, ^-3, ei-2’
/1-2, &)• (J-)
Gattung 130. Vaccinium
VACCINIUM MYRTILLUS L.
Heidelbeere
Myrtille, Whortleberry^ Mirtillo
Tafel 257
Verbreitungsgebiet : Europa, Nordasien.
Q. 1, 2. Vollkommen zerstreutporiges Holz.
Früh- und Spätholz nicht erkennbar verschieden.
Einige Reihen der Grundmasse an der Jahrring-
grenze etwas abgeflacht, daher nicht leicht zu
erkennen. Gefäße fast immer vereinzelt, der
Form nach Kreise, Ellipsen oder Vielecke. Die
Grundmasse besteht aus einer Menge dünnwandiger
Holzfasern, Fasertracheiden und sehr wenig Holz-
parenchym. Markstrahlen ein- und mehrschichtig.
Die einschichtigen heben sich durch die aufrecht
stehenden Zellen von der Grundmasse nicht ab.
Die Mehrschichtigen deutlich erkennbar, ihre
Anzahl jedoch gering.
R, 3. Das Radialbild der Markstrahlen ergibt
sich aus dem bereits Gesagten. Quadratische und
andere gedrungene Zellen der mehrschichtigen
Markstrahlen wechseln mit den längeren oder
kürzeren, aufrecht stehenden, meist rechteck-
förmigen Zellen der einschichtigen Markstrahlen
ab.
T, 4. Einschichtige Markstrahlen sehr dicht.
Zellen schmale und länglichere Rechtecke, selten
breit und kurz. Höhe verschieden, oft unbestimmt
und undeutlich ; schwankt zwischen einigen
wenigen und 30 bis 40 Zellen. Die mehrschichtigen
Markstrahlen der späteren Jahrringe nehmen bis
zur Rinde an Breite zu. Diese ist vom Aller des
Jahrringes abhängig. Im untersuchten Material
fanden sich im 12. Jahrringe auch vier- bis fünf-
schichtige. Zellen in tangentialer Richtung kurze;
Ellipsen, Rechtecke oder sonstige Formen. Mehr-
schichtige Markstrahlen können die einschichtigen
an Höhe übertreffen. Sie verjüngen sich gegen ihr
Ende zu einschichtig ; die Zellen länger gestreckt,
also von heterogener Struktur.
E. Form und Größe der Gefäßglieder nicht
mannigfaltig. Wände dünn. Perforationen ein-
fach und leiterartig. Im Gegensatz zu V. Vitis-
idaea sind hier leiterartige Perforationen allge-
mein, einfache dagegen selten. Leiterartige Per-
forationen betreffs Form und Größe der Gefäße
sehr mannigfaltig. Längere oder kürzere Ellipsen
mit ausgeprägten Umrissen. In den Perforationen
2 bis 10 zarte, in gleichmäßigen Abständen an-
geordnete, spärlich verzweigte Sprossen. In ande-
ren Fällen stellen die Perforationen langgestreckte,
nicht scharf begrenzte Ellipsen oder unregel-
mäßige Formen dar, welche allmählich in die
Hoftüpfel der radialen Seite übergehen. Sprossen
hier etwas breiter, seltener auch verzweigt. Die
Perforationen sind eigentlich größere einfache
Tüpfel, nachdem sie vermutlich aus solchen ent-
standen sind und sich zu leiterartigen entwickelten.
Dies wird auch durch den Umstand bestätigt,
daß stellenweise infolge der unregelmäßigen An-
ordnung der Hoftüpfel auch die einfachen Tüpfel,
bzw. die zwischen denselben befindlichen Wand-
teile unregelmäßig angeordnet sind. Außerdem
kann zuweilen auch der Werdegang der Umgestal-
tung beobachtet werden, da die Höfe in der
Form eines verblaßten Streifens Zurückbleiben.
Hoftüpfel sehr mannigfaltig. Seltener Kreise,
häufiger längere oder kürzere Ellipsen, zuweilen
recht länglich, Füis-artig, die Gefäßwände ein-
nehmend. Form der Poren ebenfalls verschieden.
Schmalere oder breitere Ellipsen, die die Höfe nicht
ganz einnehmen. In diesen Fällen sind die Höfe
überall sichtbar. Wenn die Poren die Höfe vollstän-
dig einnehmen, dann erscheinen die Höfe an den
beiden Enden unterbrochen, ohne über die Poren
hinauszugehen. Zuweilen erreichen die Poren die
Größe der Höfe ; dann liegen bereits einfache
Tüpfel, bzw. die früher erwähnten perforations-
artigen Teile vor.
Spiralartige Verdickungen sind im Gegensatz
zu V. Vitis idaea hier nicht zu beobachten
286
Wände der Fasertracheiden dünn. Diese ziem-
lich langgestreckt. Enden nicht mannigfaltig.
Große, in einer Reihe angeordnete Hoftüpfel.
Höfe meist regelmäßige Kreise. Die schmalen
linsen- oder spaltartigen Poren nehmen die Höfe
vollständig ein, oder kommen an deren Grenzen
nahe heran.
An entgegengesetzten Seiten befindliche Poren
können sich kreuzen
Wände der Holzfasern nicht stärker als jene
der Fasertracheiden. Tüpfel einfach, klein, meist
kreisrund (dr _3).
Holzparenchymzellen langgestreckte, schmale
Zellen mit einfachen Tüpfeln (f).
Bezüglich der ziemlich dicht betüpfelten Mark-
strahlzellen nichts Besonderes zu bemerken (g!^).
CD
VACCINIUM OXYCOCCOS L.
Sumpfmoosbeere
Canneberge des marais, Cranberry, Mortella di palude
Tafel 258
Verbreitungsgebiet : Mittel- und Nordeuropa,
Nordamerika.
Q. 7, 2. Vollkommen zerstreutporiges Holz.
Jahrringgrenze ganz verschwommen. Grundmasse :
eine Menge ziemlich englumiger Fasertracheiden.
Markstrahlen einschichtig, deren kurze, gewöhnlich
quadratische Zellen kaum voneinander zu unter-
scheiden. Querschnitt im allg. dem der Vaccinium-
Arten ähnlich.
R: 3 und T. 4. Die Markstrahlen enthalten
langgestreckte, schmale, ziegelförmige Zellen. Struk-
tur und Höhe der Markstrahlen wenig ausgeprägt.
Die einzelnen Zellen sind zwar von größerer Höhe,
die Markstrahlen selbst jedoch nicht übermäßig
hoch.
E. Elemente entsprechen im allg. denen der
Vaccinium-Arten. Am meisten V. uliginosum
ähnlich. Perforationen der Gefäße einfach oder
leiterartig. Letztere können, wie bei den übrigen
Arten, einen Übergang zu den Hoftüpfeln bilden.
Aneinander berührenden Wandteilen die bei
V. uliginosum erwähnte dichte Betüpfelung eben-
falls vorhanden (a1_5).
Fasertracheiden stimmen, von kleineren Ab-
weichungen abgesehen, mit den vorher beschriebe-
nen Arten überein. Sie sind englumiger, und daher
auch die Hoftüpfel kleiner (e1_4, c1_4).
Holzparenchymzellen dürften hier fehlen.
Markstrahlzellen ziemlich reich betüpfelt. Ge
fäßen benachbarte Wände von schmalen, quer-
gestellten, ellipsen- oder linsenförmigen Tüpfeln
bedeckt (g). (J.)
VACCINIUM ULIGINOSUM L.
Moorbeere
Airelle uligineuse, Bogbilberry, Mirtillo uliginose
Tafel 259
Verbreitungsgebiet : Eurasien, Nordamerika.
Q. 7, 2. Vollkommen zerstreutporiges Holz.
Jahrringgrenze ganz verschwommen. Gefäße radial
bloß durch einige, der Grundmesse angehöri<re
Zellenreihen voneinander getrennt. Zur Jahrring-
grenze parallel und ziemlich regelmäßig angeordnete
Porenkreise wechseln mit den Zellenringen der
Grundmasse. Gefäße berühren einander ziemlich
häufig auch tangential, wodurch der Kreis noch
mehr zusammenhängend erscheint. Zellenwände
in der Grundmasse mittelmäßig dick, deutlich
erkennbar. Im Gegensatz zu den früher besproche-
nen Arten besteht diese ausschließlich aus Faser-
tracheiden und Holzparenchym. Markstrahlen sehr
dicht, häufig nur von der Breite eines Gefäß-
lumens, meistens einschichtig, nur ganz ausnahms-
weise zwei- oder dreischichtig. Wände dünn, durch
ihren Plasmainhalt von der Grundmasse und von
den Gefäßen ziemlich gut abgesetzt.
R. 3. Markstrahlzellen meist Quadrate oder
diesen nahestehende kurze Rechtecke. Stehende
Ziegelformen ziemlich häufig. Wände dünn, in
allen Richtungen ziemlich reich betüpfelt. Die
sich mit Gefäßen berührenden Radialseiten von
schmalen, ellipsen-, oder linsenförmigen, (‘infachen
Tüpfeln bedeckt.
T. 4. Die Höhe der einschichtigen Mark-
strahlen beträgt 20 bis 30, die der mehrschichtigen
50 Zellen. Die Zellen stellen längere oder kürzere,
stehende Ellipsen oder Rechtecke dar, unver-
hältnismäßig hohe und schmale Formen kommen
jedoch nur höchst selten vor. Innere Zellen der
mehrschichtigen Markstrahlen im allg. niedriger.
E. Gefäße dünnwandig. Ihre Perforationen
meistens einfach und immer auf der radialen
Seite. Oft ganz große, elliptische, oder sonstige
unregelmäßige Formen, seltener auch leiterartige
Perforationen. Dieselben entweder ganz regel-
mäßig und mit zarten Querleisten versehen, oder
wie bei V. myrtillus. Die’Wände enthalten zahl-
reiche Hoftüpfel, diese jedoch nicht von so mannig-
faltiger Form und Struktur wie bei V. myrtillus.
287
Höfe regelmäßige Kreise oder Ellipsen, deren
Ränder von den stäbchenförmigen Poren ganz oder
fast erreicht werden. Langgestreckte Fuis-artige
querovale Hoftüpfel seltener. In der Nähe der Per-
forationen oder auch an anderen Stellen der radia-
len Wandteile erscheint die Betüpfelung einiger-
maßen verändert. Die Höfe sind dort kleiner, ganz
dicht, eventuell einander berührend. Auch in der
Form verschiedene, gestreckte, zuweilen ganz
längliche, schmale Formen. Poren den Höfen
angepaßt, diese einnehmend oder auch über-
schreitend. Ihre Briete verschieden. Die Höfe
erscheinen manchmal bloß als kaum sichtbare,
schmale Streifen, welche die Größe der einfachen
Tüpfel häufig erreichen. Gefäße V. myrtillus ähn-
lich, ohne Spiralverdickungen
Fasertracheiden wie bei V. myrtillus
Holzparenchym- und Marsktrahlzellen wurden
bereits im Zusammenhang mit den einzelnen
Schnitten behandelt (f g1-5). (J.)
VACCINIUM VITIS-IDAEA L.
Preißelbeere
Airelle rouge, Red whortleberry, Vigna d'orso
Tafel 260
Verbreitungsgebiet : Eurasien, Nordamerika.
Q. 7, 2. Zerstreutporiges Holz, da die weit-
lumigen Gefäße der Frühzone an der Jahrring-
grenze einen ziemlich zusammenhängenden Ring
bilden ; dagegen sind in der Spätzone die Gefäße
bedeutend kleiner und auch weniger zahlreich.
Die Gefäße der Frühzone mit ihren Radialwänden
einander häufig berührend. Gefäße seltener Kreise,
meist radial stehende Ellipsen. Englumige Gefäße
der Spätzone gewöhnlich vereinzelt und vieleckig.
Der Übergang zwischen den beiden Zonen je nach
dem Jahrring verschieden. Die Grundmasse be-
steht vorwiegend aus einer Menge von Faser-
tracheiden. Infolge der großen Anzahl der Gefäße
sind die Fasertracheiden in der Frühzone seltener,
in der Spätzone dichter gelagert und an der Jahr-
ringgrenze etwas abgeflacht. Ein- oder mehr-
schichtige Markstrahlen häufig, jedoch von der
Grundmasse nicht scharf abgesetzt.
R. 3. Zellen mehrschichtiger Markstrahlen im
allg. Quadrate oder sich diesen nähernde Recht-
ecke ; jene der einschichtigen Markstrahlen eher
stehende Rechtecke von verschiedener Länge.
Wände mittelstark, ziemlich dicht betüpfelt.
T. 4. Markstrahlen ziemlich dicht, meistens
ein- bis zwei-, seltener drei- bis vierschichtig. Ihre
Höhe schwankt zwischen einigen und 20 bis 25
Zellen. Höhere Markstrahlen vermutlich durch
Verschmelzung entstanden. Zellen der mehr-
schichtigen Markstrahlen Ellipsen oder ähnliche
Formen, häufig eckig oder unregelmäßig. Sowohl
einschichtige, wie auch mehrschichtige Mark-
strahlen enden in langgestreckten rechteckförmi-
gen Zellen, Markstrahlen also bis zu einem ge-
wissen Grade von heterogener Struktur.
E. Gefäßglieder oberhalb der Perforationen
länger oder kürzer geschnäbelt. Perforationen
meist einfach, seltener kommen jedoch auch leiter-
artige mit einigen Querleisten vor. Wände dünn
und von Hoftüpfeln reich bedeckt. Form der
Höfe ziemlich mannigfaltig : regelrechte Kreise,
oder auch längere und kürzere, zuweilen lang-
gestreckte Ellipsen. Poren dementsprechend, die
Höfe gewöhnlich nicht vollständig durchschrei-
tend, sondern kommen nur nahe an deren Grenzen
heran. Es gibt jedoch auch Ausnahmen. Außer
den behöften Verdickungen enthält fast jedes
Gefäß auch sehr zarte, verblaßte Spiralverdickun-
gen. Englumige Gefäße der Spätzone im Wesent-
lichen denen der Frühjahrszone gleich
Fasertracheiden behöft und schraubenartig ver-
dickt. Höfe rund oder kurz-elliptisch. Poren schmal
und schräg, meistens die Höfe durchschreitend.
Spiralförmige Verdickungen denen der Gefäße
ähnlich (e^^).
Die Grundmasse enthält außer Fasertracheiden
und Holzparenchym auch Holzfasern. Wände
derselben von einfachen, kleinen, runden oder
elliptischen Tüpfeln bedeckt (d1^2).
Holzparenchym- und MarkstrahlzeUen stimmen
mit den allgemeinen Typen überein. Sich mit
Gefäßen berührende Wände ebenfalls nur von
kleineren, ellipsenförmigen Tüpfeln bedeckt
6/13’ £1-27* (J*)
288
LI. empetraceae
Gattung 131. Empetrum
EMPETRUM NIGRUM L.
Schwarze Krähenbeere
Camarine noire, Black crowberry
Tafel 261
Verbreitungsgebiet : Europa, Sibirien, Polar-
region von Amerika.
Q- 1, 2. Im Querschnitt den Vaccinium-Arten
änhlich. Gefäße der Frühzone etwas größer und
dichter, an der Jahrringgrenze in ziemlich zusam-
menhängende Porenringe angeordnet. Die Grund-
masse besteht ausschließlich aus Fasertracheiden.
Besonders in der letzten Spätzone sind diese in
größerer Anzahl vorhanden. Die Reihen flachen
sich an der Jahrringgrenze ab, folglich erscheint
diese ziemlich scharf ausgeprägt, was durch die
Verteilung der Gefäße noch verstärkt zutage tritt.
R* 3 und T. 4. Markstrahlen einschichtig. Ihr
Erscheinen undeutlich. Zellen längere oder kürzere,
aufrechte Ziegelformen, denen der vorigen Arten
gleich.
E. Auch die Elemente gleichen denen der
bereits behandelten Arten. Gejaße dünnwandig.
Perforationen leiterartig, mit mehr oder weniger
Sprossen. Betüpfelung spärlich. Größere Flächen
bieiben ganz tüpfelfrei, während anderswo ein-
zelne zerstreute Hoftüpfel vorkommen. Höfe :
Kreise oder kurze Ellipsen, ab und zu jedoch
etwas gestreckt. Poren : schmale Ellipsen, die
die Höfe nicht einnehinen, oder schmäh* Spalten,
die Höfe gewöhnlich ganz einnehmend. Einander
oder die Markstrahlen berührende Wände weisen
längliche Hoftüpfel mit größeren Poren auf,
jedoch spärlicher als bei den Vaccinium-Arten
^1-7/
Fasertracheiden relativ dünnwandig. Höfe rund,
ziemlich hoch, in der Aufsicht auch am Querschnitt
deutlich sichtbar. Poren spaltartig, die Hofgrenzen
ganz einnehmend oder an dieselben nur nahe
herankommend (el^9).
Holzparenchyme dürften hier fehlen.
Über die Markstrahlen wäre nichts besonderes
zu erwähnen (g1 _3j. (J.)
LII. SOLANACEAE
Gattung 132. Lycium
LYCIUM HALIMIFOLIUM Mill.
Gemeiner Bocksdorn
Jasminoide, Bastard jasmine, Inchioda Christi
Tafel 262
Verbreitungsgebiet : von Südosteuropa bis
Westasien
Q, I, 2. Mit freiem Auge weder die Jahrring-
grenze, noch die Markstrahlen zu sehen. Die
Gefäße mit engeren, wie auch die mit weiteren
Lumina findet man mit charakteristischen
Zeichnungen in Gruppen angeordnet. Dieselben
Gruppen enthalten außer wietlumigen auch ganz
englumige Gefäße. Tracheiden spärlich vorhanden.
In der Nähe der Jahrringgrenze, die durch
einige Reihen radial abgeflachter Holzfasern
einigermaßen angedeutet erscheint, befinden sich
Gefäßgruppen in verschiedenen Abständen vonein-
ander. Die Zahl der Glieder der einzelnen Gefäß
gruppen schwankt zwischen 4 und 12. Unter
denselben findet man Tracheiden und Holzparen-
chymzellen angeordnet. Querschnittsbild der Gefäße
unterschiedlich. Von radial sehr langgestreckten
und eingedrückten Ellipsen bis zu den vieleckigen
Formen sind mannigfache Übergänge zu beobach-
ten. Die Gefäßgruppen in radialen, schräg
verlaufenden oder verzweigenden Streifen aneinan-
nander angeschlossen. Markstrahlen sehr schmal
und enggestellt. Holzparenchymzellen ziemlich
häufig, entweder vereinzelt oder in Gruppen zu
2 bis 3 geordnet.
R. 3. Die Perforationen der Gefäße befinden
sich in verschiedener Höhe. Holzparenchymzellen
kommen ziemlich häufig nicht bloß neben den
Gefäßen, sondern zerstreut auch in der Grund-
masse vor. Sie bilden hier überwiegend verein-
zelte Parenchymstränge.
T. 4. Tangentialschnitte der Markstrahlzellen
elliptisch, Wände stark. Markstrahlen im allg.
ein-, seltener zweischichtig, die meisten zwei-
19 Gregui
289
schichtigen bloß in den mittleren Teilen und auch
dort nur 2 bis 4 Zellen hindurch zweischichtig.
Dieselben Markstrahlen werden zuweilen wieder-
holt zweischichtig, jedoch stets nur einige Zellen
hindurch. Ihre Höhe verschieden, schwankt zwi-
schen 1 und 40 bis 45 Zellen, beträgt meistens
10 bis 15 Zellen. Ablauf der Holzfasern zwischen
den hohen und schmalen Markstrahlen gerade,
während die Gefäße wellig verlaufen.
E. Länge der Gefäßglieder, sowie Weite ihrer
Lumina verschieden. Perforationen einfach, schräg-
oder quergerichtet, radial, selten tangential
gewendet. Weitlumige Formen durchschnittlich
zwei-, mitunter dreimal länger als breit, j Wände
von Hoftüpfeln bedeckt ; letztere zerstreut oder
in Gruppen zuweilen derart enggestellt, da sie
einander berühren, wobei sie ihre Kreis- und
Fdlipsenformen behalten und höchstens mäßig
abgeflacht erscheinen. Höfe groß, quergestellt,
ellipsenförmig oder häufiger kreisrund. Poren
an die Höfe angepaßt, längere oder kürzere
Ellipsen, den Hofgrenzen ganz nahe herankommend
ohne die Höfe einzunehmen. An Berührungsstellen
mit Holzparenchym und Markstrahlzellen findet
man auch einfache Tüpfel und Übergangsformen.
Mit Ausnahme der weitlumigsten Gefäße machen
sich neben den behöften und einfachen Tüpfeln
auch sehr feine und enggestellte Spiralverdickungen
bemerkbar. Letztere waagerecht oder leicht
schräggestellt. Im Gegensatz zu den weitlumigen,
ganz offenen Formen verlaufen die englumigen
Gefäße an beiden Enden zugespitzt (a1^%).
Tracheiden verhältnismäßig dickwandig, an
beiden Enden zugespitzt. Ihre behöften sowie
schraubigen Verdickungen deutlich sichtbar
fCl
Länge der Fasertracheiden verschieden, auch
ihre Lumina veränderlich. An Form besonders
mannigfaltig. Wände unregelmäßig zerstreut
hofbetüpfelt. Die Richtung der Tüpfel ganz oder
beinahe senkrecht. Um die Poren befinden sich
stets sehr kleine und verschwommene, kaum
wahrnehmbare Höfe. Die Poren durchschreiten
die Höfe meist entschieden oder nehmen sie
mindestens ein. Die Höfe bilden Kreise oder
Ellipsen, die zuweilen zu den Poren senkrecht
stehen (el^3).
Holzparenchymzellen mannigfaltig. Je nachdem,
ob sie sich neben Gefäßen oder Fasern befinden,
erscheinen ihre Tüpfel einfach, kleiner oder größer
(f)-
Auch die Markstrahlzellen sind mannigfaltig.
Wände — denen der Holzparenchymzellen gleich
— ebenfalls dick, ja sogar noch stärker gegen
die Lumina zu verschiedenermaßen verdickt.
Radialseiten an Tüpfeln ärmer als die übrigen
Wände. Die sich mit Gefäßen berührenden Wände,
wie auch die der Kantenzellen enthalten quer-
gerichtete und zugespitzte, ellipsenförmige, zahl-
reiche einfache Tüpfel (A.)
LIU. SCROPHULARIACEAE
Gattung 133. Paulownia
PAULOWNIA TOMENTOSA Steud.
Blauglockenbaum
Tafel 263
Verbreitungsgebiet : Mittelchina. In Europa in
Parkanlagen überall gepflanzt.
Q. J, 2. Jahrringgrenze ziemlich scharf. Dies
wird durch die zuweilen stärker flachgedrückten
Holzfasern der Grundmasse hervorgerufen. Ge-
fäße der Frühzone groß, vereinzelt oder Zwillings-
poren bildend. Die Poren kreisrund, ellipsen-
förmig oder sanft eckig. Im Spätholz werden die
Gefäße bedeutend seltener und englumiger, errei-
chen zuweilen die Größe der Holzfasernquer-
schnitte. Auch hier erscheinen sie vereinzelt oder
Zwillingsporen, mitunter kurze Porenstrahlen
bildend. Wände stärker als die der Frühzone und
der Holzfasern, deshalb von diesen scharf abgesetzt.
Sämtliche Gefäße sind von einer Reihe, seltener
und auf kurze Strecken von zwei Reihen ziemlich
zahlreicher paratrachealer Parenchyme umgeben.
Markstrahlen ein- oder mehrschichtig. Ihre
Verteilung ungleichmäßig. Zellen schmal, dünn,
von länglicher Ziegelform. Die mehrschichtigen
Markstrahlen breiten sich an der Jahrringgrenze
und in der Frühzone etwas aus, hier werden auch
die Zellen kürzer. Die Grundmasse besteht aus
einer Menge dünnwandiger Holzfasern und
Holzparenchyme. Die paratrachealen Zellen um-
geben oft die Gefäße in der Form größerer oder
kleinerer Inseln. Manchmal sind sie hingegen tan-
gential gestreckt und verbinden eventuell auch
mehrere Gefäße.
290
R. 3. MarkstrahlzeUen radial längere Zicgcl-
formen oder Trapezoide. Kantenzellen im allgemei-
nen etwas breiter und kürzer. Ausnahmsweise
kommen auch aufrechte Formen vor. Wände aller
Zellen dünn, und sämtliche, auch die radialen,
ziemlich reich betüpfelt. Die sich mit Gefäßen
berührenden Wände enthalten große runde oder
elliptische einfache Tüpfel. Die an Gefäße gren-
zenden paratrachealen Parenchymzellen sind ziegel-
förmig oder quadratisch. Dicke und Betüpfelung
ihrer Wände wie bei den MarkstrahlzeUen. An
den sich mit Gefäßen berührenden Wänden sieht
man zahlreiche runde, elliptische oder breite
linsenförmige Tüpfel.
T. 4. Markstrahlen ein- bis drei- eventuell
sechsschichtig. Ihre Höhe beträgt von einigen
wenigen bis 20—25 Zellen, ihre Form ziemlich
unregelmäßig. Die Zellen regelrechte Ellipsen,
zuweilen Kreise oder unregelmäßige Formen. Die
Kantenzellen unterscheiden sich nicht oder kaum
von den inneren. An der Jahrringgrenze in der
Frühzone sowie um die Gefäße ist die Anordnung
der dünnwandigen Zellen der Grundmasse am
Tangentialschnitt ziemlich unregelmäßig. Diesel-
ben enden nicht in gleicher Höhe. Holzparenchym-
zellen in sehr kurze, zwei-, mitunter dreigliedrige
Reihen geordnet. Einzelne erscheinen gestreckt
und werden faserartig. Ihre Absonderung er-
scheint nicht leicht, da sie sich an Wandstärke
kaum unterscheiden und die Betüpfelung infolge
der dünnen Wände kaum sichtbar ist. Die Tangen-
tialwände sind übrigens gar nicht oder nur spärlich
betüpfelt.
E. Weitlumige Gefäßglieder der Frühzonc
walzen- oder scheibenförmig. Perforationen ein-
fach, endständig, quer- oder etwas schräggestellt.
Die ellipsenförmigen Perforationen der englumi-
geren Spätgefäße geraten radial. Sämtliche
Gefäße an Hoftüpfeln reich. Höfe rund
oder elliptisch, von linsenförmigen Poren
ganz eingenommen, mitunter auch durchschrit-
ten, den Hofgrenzen nur selten nahe heran-
kommend.
Poren der sich mit Markstrahlen und Holz-
parenchymen berührenden Hoftüpfel vergrößern
sich besonders. Alsdann bleiben von den
Höfen an beiden Seiten nur schmale Streifen
übrig. In englumigen Spätgefäßen sieht man
auch Spiralverdickungen oder deren Ansätze;
Holzfasern: weitlumigc, dünnwandige Zellen.
Äußere Porenmunde ihrer einfachen Tüpfel bilden
Kreise oder Ellipsen, die inneren sind spaltartig.
An den Radialseiten kommen Holzfasern häufiger,
tangential seltener vor (d^^).
In der Frühzone, jedoch nicht unmittelbar
um die Gefäße, erscheinen die Wände der Holz-
parenchymzellen recht dünn. Die einfachen, sehr
kleinen kreis- oder ellipsenförmigen Tüpfel sind
ganz undeutlich und kommen eher an den waage-
rechten und radialen Wänden vor. An solchen
Stellen findet man sie vorwiegend in kleinere
oder größere Gruppen geordnet (ß-z)-
MarkstrahlzeUen quadratisch oder langge-
streckte Vierecke mit sehr kleinen einfachen
Tüpfeln (g). (A.)
LIV. BIGNONIACEAE
Gattung 134. Campsis
CAMPSIS RADICANS Seem.
Klettertrompete
Trumpetflower, Chevalier, Flor amarilla
Tafel 264
Diese vermittels seiner Luftwurzeln sogar ]0
rn hoch kletternder Strauch stammt aus Amerika,
wird aber in Pj uropa in Gärten überall gepflanzt.
Q. J, 2. Das Querschnittsbild verrät sofort
di«; pjgentürnliehkeiten einer kletternden Liane.
Kann auch als schwach ringporiges Holz gellen,
da die weitlumigen Gefäße bis 200 /z Durchmesser
in 2—3 Reihen angeordnet sind. Gefäße einzeln
oder zwillingsporig ; in letzterem Falle ist die
gemeinsame Wand waagerecht oder schräg bis
senkrecht gestellt. In der Nähe der Gefäße bilden
sich häufig Tracheidennester oder englumige
Holzparenchymnester. Grundmassc besteht meist
aus Holzfasern. Gefäße sehr häufig von paratra-
chealem Parenchym eingefaßt. Markstrahlen 1 2
Zellenschichten breit und zwischen den breiten
Gefäßen schlänglend. Zellen kurze Rechtecke.
In den breiteren Gefäßen Thyllen.
R, 3. Die heterogene Struktur der Mark-
slrahlen ist an dieser Seile auch auffallend. Innere
Zellen waagerecht liegende kurze Rechtecke,
19*
291
Quadrate oder kurze stehende Rechtecke, während
die randständigen schmale stehende Rechtecke
darstellen. Gefäße von verhältnismäßig kurzen
paratrachealen Parenchymzellen dicht bedeckt.
Ziemlich viel längliches Holzparenchym ; Holz-
fasern zwischen den weitlumigen Gefäßen meistens
in Streifen anzutreffen.
T. 4. Es fällt besonders die große Höhe,
relative Schmalheit und heterogene Struktur der
Markstrahlen auf; diese sind 1—4 Zellen breit,
die einschichtigen 1—8—10, die 3—4schichtigen
bis zu 100 Zellen hoch. In der Grundmasse gibt es
viele verhältnismäßig niedrige Holzparenchym-
zellen und dickwandigere langgestreckte Holz-
fasern. Spiralverdickungen fehlen in den kurzglied-
rigen breiten Gefäßen, während sie in den übrigen
gut sichtbar sind.
E. Gefäße heterogen. Den einen Typ vertreten
die breitesten, relativ kurzen und zylinderförmigen
Gefäßglieder, an beiden Enden einfach durch-
brochen, ohne Schnabclausgang, mit zerstreuten
oder einander berührenden, zusammengedrängten
Hoftüpfeln und schmalspaltigen Mündungen, die
nur sehr selten den Hof Überspannen. Unter
diesen kommen an Stellen, wo sie mit den Kanten-
zellen der Markstrahlen in Berührung standen,
auch einfache Tüpfel vor. Den zweiten und
häufigeren Typ vertreten die erheblich längeren,
aber schmaleren Gefäßglieder, deren beide Enden
schnabelartig auslaufen, von dichter gestellten
und meistens wabenartig zusammengedrängten
Hoftüpfeln besetzt. In diesen sind gewöhnlich
auch Spiralverdickungen vorhanden
Tracheiden stimmen hinsichtlich Struktur und
Betüpfelung mit dem zweiten Gefäßtyp überein,
ihre Lumina sind jedoch enger (c).
Holzfasern dickwandig, mit schrägspaltigen
Tüpfeln
Manchmal sind auch fächerige Holzfasern zu
beobachten.
Holzparenchym häufig. Die neben den Gefäßen
befindlichen paratrachealen Zellen sind kurz,
die metatrachealen hingegen viel länger, 100—180/z
hoch und nur 8—18 p breit
Markstrahlzellen heterogen, teils Quadrate,
kurze Rechtecke mit vielen kleinen Tüpfeln,
teils hohe und stehende Rechtecke, in welchen
die einfachen Tüpfel mehr waagerecht liegende,
kurze oder längere Ellipsen darstellen. In den
Gefäße berührenden Kantenzellen sind die ein-
fachen ellipsen förmigen Tüpfel auffallend groß
(gi-J- (A.)
Gattung 135. Catalpa
CATALPA BIGNONIOIDES Walt.
Trompetenbaum
Catalpe, Bean tree
Tafel 265
Verbreitungsgebiet: östliche Teile der Vereinig-
ten Staaten. In Europa in Parkanlagen überall
gepflanzt.
Q. 1, 2. Der Jahrring beginnt nicht immer mit
den weitlumigsten Gefäßen, vielmehr bilden sich
diese erst später, aber noch im frühen Frühlings-
holz, und sind hier derart enggestellt, daß sie
ziemlich ausgeprägte Porenringe formen. Poren
selten vereinzelt, sondern vereinen sich mehr in
Zwillingsporen oder Porengruppen. Gefäße in
der Spätzone zerstreut oder vereinzelt, oft kurze*
Porenstrahlen. Sie erscheinen nicht enger als die*
der Frühzonc, es kommen jedoch unter ihnen auch
Gefäße oder Gefäßgruppen mit bedeutend engeren
Lumina vor. In den Spätzonen einzelner Jahrringe*
wächst die Anzahl der Gefäße möglicherweise*
wieder an, und es bildet sich ein der Frühzone*
ähnlicher Porenring. In der letzten Spätzonc,
unmittelbar an der Jahrringgrenze, treten mit-
unter ganz englumige Gefäße und Gefäßgruppen
auf, die kaum größer und dickwandiger sind als
die Zellen der Grundmasse. An diese schließen
sich, wie auch aus den Längsschnitten ersichtlich,
auch Tracheiden an. Ähnliche Gefäße, eventuell
Tracheiden, kommen auch neben den größeren
Gefäßen vor.
Die Grundmasse besteht im größten Teil des
Jahrringes aus einer Menge dünnwandiger Holz-
fasern. In der Frühzone wird jedoch deren Stelle
von ganz dünnwandigen Holzparenchymzellen
und vermutlich Ersatzfasern eingenommen. Im
spätesten Teil des Jahrringes dickwandigere,
sechs- bis zwölfreihige Holzparenhymzellen als
Grundmasse. Die letzten Reihen stark abgeflacht
an der Jahrringgrenze angeordnet, wodurch dies«*
ziemlich scharf hervortritt. Um die weiten Gefäße
ziemlich zahlreiche paratracheale Parenchyme.
Die Markstrahlen sind von wechselnder Breite,
ziemlich enggestellt und regelmäßig ungeordnet,
von der Grundmasse ziemlich schar! abgesetzt.
Ihr Ablauf erscheint infolge der weiten Gefäße
etwas gewellt.
R. 3. Markst rahlzcllen radial liegende Formen.
Die Kanlenzellcn kürzer und breiter, mit leicht
292
gewellten äußeren Rändern. Markstrahlen gewöhn-
lich sowohl tangential wie radial denen der
Paulownia ähnlich. An Gefäße grenzende Holz
parenchymzellen weisen an Größe und Form
eine ziemliche Mannigfaltigkeit auf. Sie sind
gewöhnlich ziegelförmig oder quadratisch. Die
einander berührenden Wände von sehr kleinen,
die sich mit Gefäßen berührenden dagegen von
großen Tüpfeln ziemlich dicht bedeckt. Holz-
parenchymzellen der Grundmasse des Frühholzes
sehr dünnwandig. An den radialen Wänden
findet man verstreut, oder häufig in Gruppen,
runde oder noch eher quergestellte ellipsenförmige,
einfache Tüpfel. Die Anordnung dieser Zellen ist
nicht besonders regelmäßig, die Enden geraten
nur selten in gleiche Höhe.
T. 4. Markstrahlen zwei- bis dreischichtig,
seltener ein-, fallweise vierreihig. Ihre Höhe
schwankt zwischen einigen wenigen und 20 Zellen.
Die Markstrahlen weisen meistens die Form einer
ziemlich regelmäßigen, in anderen Fällen einer
etwas unregelmäßigen Spindel, und enden unver-
mittelt. Die Kantenzellen unterscheiden sich
nicht oder kaum von den inneren. Diese sind meist
schmale Ellipsen,mitunterlinsenförmig oder eckig.
E. Einfache Perforationen weitlumiger, walzen-
oder scheibenförmiger Gefäßglieder quer- oder
etwas schräggestellt. Wände dünn, an Hoftüpfeln
reich, besonders wenn sie einander berühren.
Die Höfe stellen regelmäßige Kreise oder kurze
Ellipsen dar, und werden sehr enggestellt zu
abgerundeten Vielecken. Innere Porenmunde :
Kreise oder kurze Ellipsen, welche die Höfe nie ein-
nehmen. Die inneren Munde meist spaltartig, die
Höfe ganz einnehmend, ja diese sogar durchschrei-
tend. Sich mit Markstrahlen und Holzparenchy-
men berührende Wände an Hoftüpfeln ärmer.
Die Höfe bleiben unverändert oder verändern
sich kaum, die Poren werden jedoch meist spalt-
artig, die Höfe ganz einnehmend oder über diese
hinausschreitend. Sie erscheinen derart breit,
daß die Höfe daneben kaum wahrnehmbar sind.
In anderen Fällen bleiben sie ganz klein, und neh-
men selbst die Höfe nicht ein.
Einfache Perforationen der englumigen Ge-
fäßglieder der äußersten Spätzone geraten an
die Radialseite. Alsdann enden die Gefäßglieder
in Schnäbeln. In solchen Fällen gleichen die
Hoftüpfel denen der weiten Gefäße, bleiben jedoch
etwas kleiner als diese. Poren verhältnismäßig
groß, rund oder kurz-elliptisch, die Höfe nicht ein-
nehmend. Diese Gefäße enthalten unter behöften
Verdickungen auch gut entwickelte und aus-
geprägte Spiralverdickungen
Die Tracheiden enden zugespitzt und enthalten
den bereits erwähnten Gefäßen gleich behöftc
und spirale Verdickungen.
Die Holzfasern entsprechen in Form, Größe
und Betüpfelung den Holzfasern von Paulownia
Markstrahlzellen, sowie Holzparenchymzellen
gleichfalls. (A.)
LV. VERBENACEAE
Gattung 136. Vitex
VITEX AGNUS-CASTUS L.
Mönchspfeffer
Gattilier, Chaste tree, Agnocasto
Tafel 266
Verbreitungsgebiet : Mittelmeerregion, Süd-
west- und Mittelasien.
Q. 1, 2. Jahrringgrenze ganz verschwommen.
Vollkommen zerstreutporiges Holz. Die Gefäße
mit weiteren Lumina —unter welchen englumigere
nur selten vorkommen — meist vereinzelt, sel-
lener in Zwillingsporen, mitunter in dreigliedrige
’orenslrahlcn angeordnet. Porm der vereinzelten
Gefäße : radiale kurze Ellipsen, fallweise Kreise.
Markstrahlen ziemlich enggestellt, ein- oder mehr-
schichtig. Ihre großen Zellen von der Grundmasse
deutlich abgesetzt. Die Grundmasse besteht aus
einer Menge dünnwandiger Holzfasern. In der
Nähe der Gefäße spärliche paratracheale Paren-
chymelemente. Metatracheale Parenchyme fehlen.
R. 3. Markstrahlzellen in Radialschnitt lie-
gende Formen, Rechtecke oder Trapezoide. Unter
den Kantenzellen kommen auch quadratische
oder aufrechte Formen vor. Wände — dem all-
gemeinen Typ entsprechend — an Tüpfeln
ziemlich reich. Paratracheale Parenchymzellen
im allg. größere Ziegelformen oder Quadrate als
die Markstrahlzellen. Wände dich betüpfelt. Die
an Gefäße grenzenden von großen, quergestellten,
293
ellipsen- oder kreisförmigen Tüpfeln bedeckt.
In den weiten Gefäßen viele Thyllen.
T. 4. Für den Tangentialschnitt sind die
vielen meistens zwei- bis drei-, seltener ein- bis
vierschichtigen, Markstrahlen kennzeichnend.
Deren Höhe verschieden. Von den einige Zellen
hob en, einschichtigen angefangen bis zu den
mitunter durch Verschmelzung zustande ge-
kommenen mehrschichtigen, kommen auch 150
bis 200 Zellen hohe vor. In der Mehrzahl der Fälle
erreichen sie aber bloß die Höhe von 50 bis 60
Zellen. Demzufolge ziemlich mannigfaltige Formen.
MarkstrahlzeUen dünnwandig, kreisrund, kurz-
elliptisch oder vieleckig geformt. Kantenzellen
unterscheiden sich nicht immer von den inneren.
E. Einfache Perforationen der Gefäße end-
ständig oder der Radialseite zugeneigt Alsdann
enden die Gefäßglieder möglicherweise in kleineren
oder größeren Schnäbeln. Hoftüpfel an einander
berührenden Wänden besonders dicht ; im allg.
ist die Betüpfelung wie bei Catalpa. Innere Poren
rund oder kurz ellipsenförmig, die Höfe nicht
einnehmend. Zuweilen spaltartig
Radialwände der Holzfasern enthalten ziemlich
viele, denen der Catalpa ähnliche Tüpfel. An den
Tangentialwänden ist ihre Anzahl geringer (d1_5).
Uber die Holzparenchym- und MarkstrahlzeUen
wurde bereits bei den einzelnen Schnitten berichtet
6/1 —2’ Si -3)’ (A.)
LVI. LABIATAE
Gattung 137. Lavandula
LAVANDULA OFFICINALIS Chaix, et Vill.
Echter Lavendel
Lavande, Lavender, Lavanda
Tafel 267
Verbreitungsgebiet : Westliche Mittelmeer-
region. In Europa in Gärten überall gepflanzt.
Q. 7, 2. In der Frühzone, unmittelbar an
der Jahrringgrenze befindet sich ein aus Gefäßen
und Tracheiden bestehender, ziemlich zusammen-
hängender Porenring. In den übrigen Teilen des
Jahrringes ziemlich zahlreiche, kleinere oder
größere Gruppen zerstreut angeordneter Gefäße
und Tracheiden. In der Spätzone, gegen die
Jahrringgrenze zu, verjüngen sich die Gefäße
allmählich. Die Jahrringgrenze tritt — von dem
Porenringe und einigen dichtgelagerten Holz-
faserreihen abgesehen — ziemlich scharf und
gleichmäßig hervor. Markstrahlen ein-, mitunter
zweischichtig. Zellen kurze Ziegelformen oder
Quadrate. Die Holzfasern der Grundmasse gegen-
über durch ihre dickeren Wände einigermaßen
abgesetzt.
R. 3 und T. 4. Struktur der Markstrahlen
derjenigen von Rosmarinus ähnlich. Zellen höhere,
aufrechte Ziegelformen. Kürzere, fallweise quad-
ratische Zellen kommen eher nur in den zwei-
schichtigen Teilen vor. Betüpfelung wie bei Ros-
mari nun.
E. Gefäße, sowie deren Hoftüpfel und Spiral-
verdickungen entsprechen im wesentlichen denen
der Rosmarinus. Die Höfe werden stellenweise,
infolge der dichten Anordnung, abgerundet eckig.
Andere, sich mit Holzfasern berührende Wand-
flächen bleiben ganz glatt oder nur mit einigen
sehr klein behöften und porigen Tüpfeln. Poren
der Hoftüpfel die Höfe fallweise durchschreitend.
Die Spiralverdickungen können aus den weiteren
Gefäßen auch hier fehlen. Die Leisten zuweilen
verzweigend
Tracheiden wie bei Rosmarinus
Tangentialwände der Holzfasern — von Ros-
marinus abweichend — ziemlich häufig betüpfelt.
Äußere Porenmunde : Kreise oder Ellipsen, die
inneren jedoch schmal-spaltartig (d^s).
Wände der Holzparenchymzellen von sehr
kleinen Tüpfeln spärlich bedeckt (f .7).
Markstrahlzellen wie bei Rosmarinus
(J.)
Gattung 138. Rosmarinus
ROSMARINIIS OFFICINALIS L.
Rosmarin
Rosmarin, Rosemary, Ranieri>10
Tafel 2GB
Verbreitungsgebiet : Mit telineerregion
Q. /, 2. .lahrringgrenze stark gewellt, nicht
scharf ausgeprägt, da an der Grenze nicht überall
Gefäße vorhanden. Scheinjahi 01 inge, welche die
294
Gewellthcit der echten verfolgen, häufig in der
Spätzone mancher Jahrringe, unmittelbar an der
Grenze, tauchen ziemlich zusammenhängende
Porenkreisc auf, hic und da mit Lnterbrechun-
gen. In den übrigen Teilen des Jahrringes
sind die Gefäße und die dieselben umgebenden
oder verbindenden zahlreichen Tracheiden flam-
menartig angeordnet. Als Eigenart wäre zu
erwähnen, daß die Gefäße mit den weitesten
Lumina nicht in der brühzone, sondern im
mittleren, ja sogar im äußeren Spätholzteil
vorkommen ; in der Frühzone finden mehr
Elemente mit engsten Lumina Platz. Die Grund-
masse be teht aus einer Mengr Holzfasern von
mannigfaltiger Wandstärke. An der Jahrringgrenze
sind diese in schmalere oder breitere, ziemlich
gedrängte Zonen geordnet, und auch in der Früh-
zone ziemlich dickwandig. Die Wände bleiben an
solchen Stellen am dünnsten, wo sich die Gefäße
mit weitesten Lumina und die; Tracheiden befinden.
Markstrahlen ein- oder mehrschichtig, durch
ihre dünnere Wände gut abgesetzt.
R. 3. Die radiale Form der Markstrahlzellen
folgt aus den vorigen Angaben. Quadratische
oder kurze Ziegelformen wechseln mit längeren,
aufrechten Formen ab.
T. 4. Markstrahlen ein- bis drei- (vier-)schich-
tig und von verschiedener Höhe. Von einigen
Zellen bis über 100 Zellen — bei Verschmelzung
mehrerer Markstrahlen — findet man die ver-
schiedensten Höhen. Verschmelzung der Mark-
strahlen häufig. Struktur heterogen, die einschich-
tigen stellen höhere Ellipsen oder Ziegelformen
dar. Ähnlich sind auch die Zellen der die ver-
schmolzenen Markstrahlen verbindenden ein-
schichtig( n Teile. Zellen der mehrschichtigen
Markstrahlen kürzer, mitunter Kreise oder Quad-
rate. Zellen einzelner einschichtiger Markstrahlen
ganz schmal, ihre Lumina so eng. daß darin
nur eine einzige Reihe sehr kleiner Tüpfel Platz
findet.
E. Gefäßglieder ziemlich mannigfaltig. Wände
dünn. Perforationen einfach, entweder endsländig
— dann erscheinen die Gefäßglieder mehr oder
weniger walzenförmig, oder — wenn die Per-
forationen radial angeordnet sind — setzen sich
die Gefäßglieder in größeren Schnäbeln fort.
Hoftüpfel rund oder elli p t isch, verstreut die
Wände in verschiedenein Maße bedeckend. Poren
schmäh* Linsen oder Ellipsen, die Höfe selten
einnehmend, An Stellen, die sich mit Markstrahlen
berühren, werden die Poren größer. Einzelne
weitlumigste Gefäße ausgenommen sicht man
neben den behöften Verdickungen auch aus-
geprägte, dichte und ziemlich zarte Spiralvcrdik-
kungen
Tracheiden engluinig, dünnwandig. Enden
abgerundet. Hoftüpfcl und Spiralvcrdickungen
stimmen mit denen der Gefäße überein, nur werden
letztere hier noch etwas dichter fcj_2).
Wandstärke der Holzfasern verschieden. Tangen-
tialwände nur ab und zu betüpfelt, radiale hingegen
an Tüpfeln reich. Die Tüpfel sind rund, elliptisch
oder linsenförmig. Innere Porenmunde mitunter
spaltartig
Holzparenchym- und Markstrahlzellen — die
Radialwände ausgenommen — an Tüpfeln reich.
An Gefäße grenzende Radialwände mit runden
Tüpfeln besetzt, die größer sind als die übrigen
6/1—2’ (J*)
LVII. EBENACE AE
Gattung 139. Diospyros
DIOSPYROS EBENASTER Retz.
Ceylon-Ebenholz
Tafel 269
Diese Art soll nur zum Vergleich mit Diospyros
lotus behandelt werden. Verbreitungsgebiet :
Vorder- und Hinterindien, Mexiko, Portoriko.
Q. 1, 2. Im Querschnittsbild ist das Holz von
dem der Diospyros lotus auf Grund der Anordnung,
Form und Inhalt der Gefäße*, vor allem des Vor-
handenseins von Kalziumoxalatkristallen deutlich
unterscheidbar.
Jahrringgrenze verschwommen, kaum bemerk-
bar ; Gefäße einzeln oder zwillingsporig, formen
nur sehr selten 3—4—(6)gliedrige kurze Poren-
strahlen. Die auffallende Wanddicke^und die
die Längswände dicht bedeckenden, rundlichen
oder abflachendcn, gegen Markstrahlen und
Holzparenchym unveränderte querelliptische Po-
ren besitzenden Hoftüpfeln sind ziemlich charak-
teristisch. Eine weitere Besonderheit der Art ist
das Vorhandensein von metatrachealen Parenchym-
295
lamellen, die parallel zur Jahrringgrenze in
Abständen von 8—10—14 Holzfasern verlaufen.
Die Holzfasern sind zu den Markstrahlen parallel
meistens in radialen Reihen angeordnet. Die
Markstrahlen verlaufen im allg. in Abständen
von 2—4—6 Holzfasern und sind vorwiegend
einsehichtig. Die Gefäße führen einen dunklen,
fast schwarzen Harzinhalt. Grundmasse aus dick-
wandigen Holzfasern, einigen Fasertracheiden
und metatrachealen Holzparenchymen.
R. 3. Wie bei Diospyros lotus, mit dem Unter-
schied, daß in den länglichen Holzparenchym-
zellen und Markstrahlzellen Kalziumoxalatkris-
talle sehr häufig sind, während sie in Diospyros
lotus fehlen.
T. 4. Markstrahlen eine Zellenschicht breit,
nur an einigen Stellen in der Höhe von 1—2
Zellen zweischichtig. Merkwürdig ist, daß verein-
zelte Kalziumoxalatkristalle fast in allen Mark-
slrahlzellen vorhanden sind. Markstrahlen 1—8—
12—32 Zellenreihen hoch, von heterogener Struktur,
die aber bei weitem nicht so deutlich hervortriti,
wie bei Diospyros lotus. In den heterogenen Mark-
strahlen sind die Zellen 16—32, ausnahmsweise
sogar 65 p hoch und 12—22 p breit.
E. Gefäßglieder entweder ganz niedrig, mit
einfacher, zur Längsachse senkrechten Perforation,
oder gedehnt, in welchem Falle die Perforation
sich am Ende des Gefäßes in etwas schräger
Stellung befindet, und nur ganz selten die volle
Breite des Gefäßes umfaßt. Wände der Gefäße
auffallend dick. In alternierender Stellung waben-
artig zusammengedrängte behöfte Tüpfelung.
Keine Spiralverdickungen. Hoftüpfelwandungen :
liegende kurze Ellipsen
Tracheidenartige Gefäße kommen vor (b),
Tracheiden nur sehr selten.
Holzfasern dickwandig, eng- bis weitlumig,
mit spärlicher und spaltartiger sehr kleiner Tüp-
felung (d±^3). Es kommen auch Fasertracheiden
mit kleiner Hoftüpfelung vor (e).
Holzparenchymzellen dünn- bis dickwandig,
mit kleinen, rundlichen, zerstreuten einfachen,
oder viel größeren und verschieden gestalteten
Tüpfeln in Gruppen zu 2—3— 4. Mitunter kommen
Kalziumoxalatkristalle VOr
Markstrahlzellen sind gleichfalls verhältnis-
mäßig dickwandig, mit zahlreichen einfachen
Tüpfeln, vorwiegend zerstreut, bisweilen in
verschieden großen Gruppen vereint. Die Mark-
strahlzellen enthalten meistens Kalziumoxalat-
Einzelkristallc (gl-^). (A.)
DIOSPYROS LOTUS L.
Lotospflaume
Palaque-minier, Date-plum, Legno Santo
Tafel 270
Der Baum wird in den Mittclmeerländern
seit der Römerzeit angepflanzt ; seine Urheimat
ist Asien, Kaukasien, China und Japan.
Q. 1, 2. Zerstreutporiges Holz. Gefäße einzel-
stehend oder in Porenstrahlen von 2—3—5
Gliedern. Erstere sind im Frühholz besonders
weitlumig, 100—160 p im Durchmesser, nehmen
aber gegen das Spätholz zu allmählich bis zu 50—
70 p ab. Gefäßwände auffallend dick, von dichtem
paratrachealen Holzparenchym umgeben. Grund-
masse aus Holzfasern, zwischen welche besonders
gegen das Spätholz zu einschichtige Holzparcnchym-
lamrllen eingeschaltet sind. Markstrahlen 1 — 3
Zellenschichten breit, die (‘inschichtigen auffallend
breiter als die der benachbarten Holzfasermasse.
R. 3. Die heterogene Struktur der Mark-
strahlen tritt auch hier deutlich zutage : innert!
Zellen langgestreckte niedrige Rechtecke, Kantcn-
zellen viel höhere, kurze oder breitere stehende
Rechtecke. Auch auf dieser Seite gibt es viel
Holzparenchym, dessen Zellen gewöhnlich in
gleicher Entfernung, fast streifenweise angeordnet
sind. Gefäße meistens von kurzen paratrachealen
Parenchymzellen bedeckt.
T. 4. Markstrahlen 1—2 Zellenschichten breit;
die heterogene Struktur ist auch in den eine
Zcllenschicht breiten Markstrahlen deutlich zu
sehen, in den zwei Zellen breiten ist diese Eigen-
tümlichkeit noch auffallender. Die 10—16 Zellen
hohen Markstrahlen sind verhältnismäßig dicht
angeordnet, die einzelnen Markscrahlzellen 8—13—
24—35 p hoch und 8—10—21 p breit. Wände
der Holzfasern verhältnismäßig dünn.
E. Gefäßglieder auch hier zweierlei : kürzer
oder langgestreckt. Die Perforationen der kurzen
stehen senkrecht zur Achse des Gefäßgliedes
und es bilden sich keine Schnäbel. Beim anderen
Typ sind die Durchbrechungen schräggcstellt ;
längere Schnäbel entwickeln sich auch in diesen
Fällen nicht (^-4)-
Tracheiden: keine.
Holzfasern: dünnwandig und verhältnismäßig
lang, messen ungefähr 1000 p in der Länge und
15—25 p in der Breite. Enden sehr verschieden
ausgebildet
296
Holzparenchymzellen verhältnismäßig groß,
8 -35 p hoch, von der Tangentialseite aus gesehen
20 // breit (^-2).
Markstrahlzellen mit holu-n und gewöhnlich
quadrat- oder rechtcckförmigcn Kanlenzelh-n (g)
(A.) 'SI-
LVIU. APOCYNACEAE
Gattung 140. Nerium
NERIUM OLEANDER L.
Oleander
Nerier ä feuilles de laurier, Oleander, Leandro
Tafel 271
Verbreitungsgebiet : Mittelmeerregion.
Q. 1, 2. Die Jahrringgrenzen erscheinen ganz
verschwommen, meistens nicht einmal angedeutet.
Vollkommen zerstreutporiges Holz. Gefäße dick-
wandig, von der Grundmasse gut abgesetzt,
obwohl sie zuweilen kaum größer sind als die
Zellen der Grundmasse, vereinzelt oder häufiger
in Zwillingsporen oder in längere-kürzere Poren-
strahlen geordnet. Die Anzahl der Glieder beträgt
mitunter auch 6 bis 8. Der Zusammenhang wird
ab und zu durch einzelne dazwischengekeilte
Holzparenchymzellen unterbrochen. Querschnitte
der Poren : Kreise, Ellipsen, oder abgerundet-
eckige Quadrate bzw. kurze Ziegelformen. Die
Grundmasse besteht aus einer Menge dünnwan-
diger, im großen ganzen in radiale Reihen geord-
neter Holzfasern. Unter diesen kommen häufig
vereinzelte, ganz dünnwandige Holzparenchym-
zellen vor, die jedoch erst dann erkennbar werden,
wenn die reich betüpfelten waagerechten Wände
in die Schnittfläche geraten. Manche schmiegen
sich an die Gefäße, ohne jedoch dort ein zusammen-
hängendes paratracheales System zu bilden.
MarkstrahlzeUen ein- oder zweischichtig und
ziemlich dicht.
R. 3. Die heterogene Struktur der Mark-
strahlen macht sich auch am Radialschnitt
bemerkbar. Da zweischichtige Teile verhältnis-
mäßig selten vorkommen, findet man auch liegende
Formen ziemlich spärlich. Die Perforationen der
in demselben Porenstrahl angereihten Gefäße
geraten gewöhnlich in gleiche Höhe. Perforationen
teilweise oder ganz radial gerichtet.
T. 4. Jm Tangentialschnitt fällt die heterogene
Struktur der Markstrahlen auf. Zellen der zwei-
schichtigen Teile ganz klein, elliptisch, und dahe*
auch insgesamt nicht oder kaum breiter als die
einschichtigen Teile. Die einschichtigen hingegen
bilden — von einigen inneren Zellen abgesehen —
länglich gestreckte, ziegelförmige, schmale Zellen-
reihen. Tangentialwände reich betüpfelt und
dadurch von den Holzparenchymzellen leicht zu
unterscheiden. Die Holzparenchymzellen formen
längen- oder kürzere Reihen, ihre Tangent ial-
wändc erscheinen spärlich betüpfelt.
E. Gefäßglieder dickwandig, gewöhnlich walzen-
förmig und mehr oder weniger gleich lang. Auch
die Abstände der Perforationen sind gleich. Das
Gefäßglied kann sich oberhalb der Perforation in
längeren oder kürzeren Ansätzen verlängern.
Perforationen einfach, kreisförmig oder elliptisch.
Die einander berührenden tangentialen Wände;
erscheinen dicht hofbetüpfelt. Auch die übrigen
Wände enthalten ziemlich viele Hopftüpfel,
dazwischen gibt es aber auch kleinere oder
größere glatte Flächen. Die Hoftüpfel sind dicht,
ohne einander zu berühren, zumindest ohne eine
Form Veränderung zu erleiden. Wir finden sie
vorwiegend in Längs- und Querreihen geordnet,
aber auch eine alternierende oder verstreute
Anordnung kommt vor. Die Höfe stellen Kreise
oder kurze Ellipsen dar, welche von den stäbchen-
förmigen Poren nicht ganz eingenommen werden.
Spiralverdickungen fehlen
Holzfasern dünnwandig und ziemlich weit-
lumig. Tüpfel schmal, elliptisch oder spaltartig,
einander fast immer kreuzend
Holzparenchymzellen sehr dünnwandig. Längs-
wände von sehr kleinen runden, einfachen Tüpfeln
spärlich bedeckt. Auf dem an Gefäße grenzenden
Wänden sind die Tüpfel größer und dichter
e/i-3/
Die Wände der MarkstrahlzeUen erscheinen
zwar dicker als die der Holzparenchyme, aber
noch immer ziemlich dünn, mit Ausnahme der
sich mit Gefäßen nicht berührenden Radialwänden
ziemlich reich betüpfelt. Die sich mit Gefäßen
berührenden Wände haben größere, runde oder
elliptische Tüpfel (g). (A.)
2<)7
L I X. A S C L E P I A D A C E A E
Gattung 141. Periploca
PERIPLOCA GRAECA L.
Griechische Baumschlinge
Silk vine, Topi
Tafel 272
Dieser bis zu einer Höhe von 15 m kletternder
Strauch ist ein charakteristisches Gewächs der
Mittelmeerländer, kommt aber auch in Westasien
vor.
Q. 1, 2. Ausgeprägt ringporiges Holz. Die
weitlumigen, manchmal bis zu 270 p breiten
Gefäße bilden unmittelbar an der Jahrringgrenze,
einander meistens mit der Radialseitc berührend,
einen 2—3reihigen Porenkreis. Von diesem gehen
mitunter viele englumigere Gefäßgruppen in
schrägen Bahnen aus. In der Spätzone keine
weitlumige Gefäße. Grundmasse besteht aus dünn-
wandigen Fasertracheiden und Holzparenchym.
Markstrahlen 1—3schichtig, laufen auf der
Jahrringgrenze den großlumigen Gefäßen aus-
weichend auswärts. Gefäße von paratrachealem
Parenchym eingefaßt.
R. 3. Markstrahlen etwas heterogen. Innere
Zellen der hohen Markstrahlen Quadrate oder
kurze Rechtecke. Kantenzellen mehr oder minder
von derselben Form, jedoch viel größer. In den
breiten Gefäßen sind die Hoftüpfel dicht, aber
nicht wabenartig angeordnet, und bedecken nur
in den seltensten Fällen wabenartig die Gefäße.
In einigen Gefäßen findet sich ein harzartiger
Stoff. Die Holzparenchymzellen sind paarweise
oder einzeln und in länglichen Reihen angeordnet.
T. 4. Markstrahlen im allg. einschichtig, aus-
nahmsweise zweischichtig; die einschichtigen vor-
wiegend 1—10—15 Zellen hoch ; die abwech-
selnd zwei- und einschichtigen können eine Höhe
von 50—70 und sogar 100 Zellen erreichen.
Markstrahlzellen im Querschnitt etwas langge-
streckte stehende Ellipsen, 13—27—43 p hoch
und nur 8—13 p breit. Die unmittelbar neben den
Gefäßen liegenden Zellen sind meist Kreise, manch-
mal Quadrate, also viel gedrungener als die übrigem
Markstrahlzellen. Die Gefäßglieder sind kurz, in
welchem Fall die Perforation sich zur Längsache
senkrecht oder etwas schräg verhält.
E. Gefäßglieder entweder niedrig und zylinder-
förmig, in welchem Falle beide Ende n einfache
Perforationen aufweisen, oder es bildet sich
oberhalb der schrägen Perforation ein kurze r oder
längerer Schnabel. Hoftüpfcl linear oder in schrä-
gen Reihen gelagert, Tüpfelmündungen waage-
rechte oder schräge Spalte
Tracheidenartige Gefäße ziemlich häufig (b}^).
Struktur der Tracheiden mit den Gefäßen
übereinstimmend, aber ohne Perforationen, ent-
weder zugespitzt oder stumpf auslaufend schmal,
aber manchmal auch breit wie die Gefäße
Fasertracheiden dünnwandig ; Hoftüpfcl kleiner
als auf den Gefäßen oder Tracheiden, in lockeren
Reihen, mit schräggestcllten, manchmal spalt-
artigen Mündungen
Holzparenchymzellen dünnwandig, mit kleinen
einfachen Tüpfeln. Die paratrachealen Parenchym-
zellen manchmal sehr breit ; dann sind die
Tüpfel waagerecht liegende Ellipsen (fi-^)-
Markstrahlzellen : liegende Ellipsen, Quadrate,
oder stehende Rechtecke. Die letzteren sind
gewöhnlich die Kantenzellen, in welchen auch
die Betüpfelung eine andere ist. Hier sind die
Tüpfel waagerechte oder schräge Ellipsen (gi-^)-
(A.)
LX. OLEACEAE
Gattung 142. Forsythia
FORSYTHIA VIRID1SS1MA Ldl.
(/oldbecher, Goldweide
Tafel 273
Verbreit ungsgebiet : Zentral- und Oslchina.
In Europa seit 1846 gezüchtet.
Q. J, 2. Zerstreutporiges Holz. Vereinzelte
Gefäße, Gefäßgruppen, auch solche von zwei
oder drei Gliedern kommen im ganzen Jahrring
gleichmäßig verteilt vor. Ihn* Lumina verjüngen
sich im Jahrring nach außen hin. IInmiltelbar an
der Jahrringgrenze be findet sich e in zusammen-
hängender Porenkreis eh r Frühzone, aus Gefäßen,
die* kaum größer sind als die* übrigen. Dieser
Porenkreis kann je eloe h auch innerhalb desselben
2<>H
Jahrringes wiederholt Unterbrechungen erfahren.
Fehlt der Porenkreis, so ist die Jahrringgrenze
schwer zu erkennen. Die Grundmasse besteht
aus einer Menge von Fasertracheiden mittlerer
Wandstärke, die am Zustandekommen des
Jahrringes kaum teilnehmen. Jahrringe kommen
ziemlich häufig vor. Die Zellen der einschichtigen
Markstrahlen sind von der Grundmasse schwer
abzusondern. Zerstreute Holzparenchyme sind
auch zu beobachten.
R. 3. Da zweischichtige Markstrahlen verhält-
nismäßig selten vorkommen, geraten auf den
Radialschnitt vorwiegend aufrechte, ziegelförmige
Markstrahlzellen. Zellenwände mittelstark, mit
Ausnahme der radialen reich betüpfelt. Holz-
parenchymzellen in kleinerer Anzahl in sämtlichen
Teilen der Jahrringgrenzen. Ihre länglichen,
ziegelförmigen Zellen findet man in vereinzelte
Reihen geordnet. Zellwände ziemlich dünn.
Waagerechte und radiale Wände mittelmäßig,
tangentiale spärlich betüpfelt.
T. 4. Heterogene Markstrahlen ziemlich eng-
gestellt, im allg. einschichtig, werden nur selten
— in der Mitte und ein-zwei Zellen hindurch —
zweischichtig.
Innerhalb desselben Markstrahles wechseln die
ganz kurzen, ellipsen- bzw. kreisförmigen Zellen
wiederholt mit längeren, ellipsen- oder ziegel-
förmigen ab. Zellen der zweischichtigen Mark-
strahlen ganz schmal, nicht oder kaum breiter
als die der einschichtigen. Die Höhe der Mark-
strahlen reicht bis 30—35 Zellen ; auch Ver-
schmelzungen kommen ziemlich häufig vor. Im
Tangentialschnitt haben die Markstrahlen, mit
den übrigen Elementen zusammen, einen gleich-
mäßigen und geraden Verlauf.
E. Gefäßglieder länger oder kürzer ge-
schnäbelt ; die regelmäßig elliptischen und ein-
fachen Perforationen geraten an die Radialseite.
Außer diesen findet man jedoch auch leiter-
förmige Perforationen. Anzahl der Querleisten
verschieden, schwankt zwischen 1 bis 2 und 6 bis
8 und auch ihr Abstand voneinander gestaltet
sich verschieden, die Größe der Perforationen
bleibt jedoch unverändert. Die Querleisten unter-
scheiden sich von den gewöhnlichen ; sie sind ganz
dünn, saitenartig und nur selten quergerichtet,
eher schräg oder fast senkrecht, geradelinig oder
wellig, zuweilen sich verzweigend oder einander
kreuzend. Wände von verslreuten oder in Längs-
reihen geordneten Hoftüpfeln bedeckt, es kommen
jedoch auch größere, lüpiclfreie Wand! läehen vor.
Höfe größer, regelrechte Kreise oder ganz kurze
Ellipsen. Die Poren nehmen die Höfe nicht ganz ein,
sondern kommen höchstens an ihre Grenze nahe*
heran. Einander berührende Wandflächen an
Hoftüpfeln reicher, deren Poren die Höfe* ein-
nehmen, mitunter auch durchschreiten. Sich mit
Markstrahlen- und Holzparenchymzellen berüh-
rende Wandteile enthalten Hoftüpfel, die kleiner
sind als die übrigen. Deren ebenfalls kreisförmige
Höfe werden von den stäbchenförmigen Poren
ganz eingenommen, oder an manchen Stellen
etwas durchschritten. Poren quer- oder schrägge-
stellt. Die der letzteren in den englumigeren
Gefäßen fast senkrecht. Sämtliche Gefäße ent-
halten auch zarte, jedoch ausgeprägte in gleichen
Abständen laufende Spiralverdickungen f«i-47-
Wände der Fasertracheiden mittelstark, auf
denselben die ziemlich enggestellten und an
Größe und Form denen der Gefäße gleichen
Hoftüpfel deutlich sichtbar. Ihre Poren stimmen
mit denen der Gefäße ebenfalls überein, nehmen
die Höfe auch hier nicht ganz ein. Sie sind ziem-
lich schräggestellt, erscheinen aber in den eng-
lumigeren Gefäßen ganz senkrecht. An Stellen,
wo sie sich mit Markstrahlen und Holzparenchymen
berühren, haben die Tüpfel dieselben Maße wie
die Gefäße. In sämtlichen Fasertracheiden befin-
den sich auch denen der Gefäße ähnliche, jedoch
dichtere Spiral Verdickungen (c^q).
Die sich mit Gefäßen berührenden Wände
der Markstrahl- und Holzparenchymzellen ent-
halten an Größe den Höfen der kleinen Hoftüpfel
der Gefäße entsprechende runde, einfache Tüpfel
(f, S^)- (J-)
Gattung 143. Fraxinus
FRAXINUS AMERICANA L.
Weißesche
White ash
Tafel 274
Verbreitungsgebiet : östliche und mittlere
Regionen der Vereinigten Staaten. In Europa
überall gepflanzt.
Q, 7, 2. Das Querschnittsbild stimmt mit dem
von F. mandschurica last überein. Ein- oder
zweireihige Porenringe findet man ziemlich dicht,
indessen berühren sich die Glieder tangential
seilen. Radiale Zwilliiigsporen I relen viel häufiger
299
auf. Im breiteren Spätholz befinden sich um die
englumigen Gefäße ziemlich viele Holzparenchyme,
die tangential häufig miteinander in Verbindung
stehen, wobei sie zur Jahrringgrenze parallel, in
mehrere, ein oder zwei Zellen breite Reihen
geordnet erscheinen. Diese Holzparenchymart kann
als zusammenfließendes paratracheales Parenchym
betrachtet werden. Das terminale Parenchym
erscheint nicht so entwickelt und zusammen-
hängend wie bei F. excelsior, und kann sogar
fehlen.
R. 3 und E. Über den Radialschnitt, sowie
über die Elemente ist nichts besonders zu bemerken.
Die letzteren sehen den Elementen von F. mand-
schurica auffallend ähnlich d, fi-# gis)-
T. 4. Tangentialschnitt dem der übrigen
Fraxinus-Arten ähnlich. (J.)
FRAXINUS EXCELSIOR L.
Gemeine Esche
Fraisne, Ash, Frassino
Tafel 275
Verbreitungsgebiet : Europa, Kleinasien.
Splint von ansehnlicher Breite, gelblichweiß,
erstreckt sich häufig auf 40 bis 50 Jahrringe. Kern-
holz hellbraun. Jahrringe deutlich sichtbar,
weshalb der Längsschnitt des Holzes gestreift
erscheint.
Q. 7, 2. Der Querschnitt entspricht dem der
Fr. ornus. Porenringe des Frühholzes etwas
breiter. Bezüglich der Anordnung der die Gefäße
umgebenden Holzparenchymzellen besteht ein
gewisser Unterschied der Fr. ornus gegenüber.
Hier werden nämlich die Gefäße vom Holzparen-
chym nur mit einreihigen Ringen umgeben, welche
bloß ab und zu einige Zellen hindurch zweireihig
werden. Die flügelartigen Verlängerungen fehlen.
Solche Parenchyme werden als vasizentrisch
bezeichnet.
R. 3. Radialschnitt wie bei Fr. ornus.
T. 4. Im Tangentialschnitt gilt als deutlich
unterscheidendes Merkmal, daß bei gleicher Höhe
die Markstrahlen meist vierschichtig sind. In-
folgedessen gestaltet sich der Ablauf der Gefäße
und der Holzfasern noch welliger.
E. Gefäßglieder — denen von F. ornus ähnlich
— mächtig und kurz. Die Hoftüpfel entsprechen
denen der anderen Fraxinus-Art. Auch die übrigen
Elemente ähnlich -3, Ji-6, -J- (A-)
FRAXINUS MANDSCHURICA Rum.
Asiatische Schwarzesche
Tafel 276
Verbreitungsgebiet : Nordostasien. In Europa
gepflanzt.
Q. I, 2. Das Querschnittsbild unterscheidet
sich von dem der übrigen Fraxinus-Arten nicht
wesentlich. Die Breite der Jahrringe sehr ver-
schieden. Die schmaleren erscheinen kaum breiter
als ein weitlumiges Gefäß, wobei der Porenring
der Frühzone fast den ganzen Jahrring ausfüllt.
Das Spätholz beschränkt sich auf die Jahrring-
grenze. Um die Gefäße — besonders im Spätholz
— scharen sich zahlreiche, in mehrere Ringe
oder in Nester geordnete Holzparenchymzellen.
Holzparenchyme zuweilen teilweise oder ganz an
einer Seite des Gefäßes gruppiert, berühren sich
in solche Fällen auf kleineren oder größeren
Flächen mit Holzfasern.
R. 3. Radialschnitt, sowie dessen Element«;
denen der übrigen Fraxinus-Arten gleich.
T. 4. Der Tangentialschnitt stimmt mit dem
von F. ornus überein. Die Markstrahlen ein-zwei-
schichtig, etwas höher als bei F. ornus, da hier
Strahlen vorkommen, deren Höhe auch 30 Zellen
erreicht. Einzelne Zellen längere oder kürzere
Ellipsen, seltener Kreise. Typisch homogener
Markstrahl. Die Kantenzellen werden nicht, oder
nur selten, und auch dann kaum größer als die
inneren.
E. An manchen Stellen der Gefäße findet man
die Hoftüpfel so enggestellt, daß sie eckig werden.
In anderen Fällen geraten sie weiter voneinander
entfernt. Die Höfe der sich mit Holzparenchymen
und Markstrahlen berührenden Hoftüpfel klein,
Poren stäbchenförmig, die Höfe gewöhnlich ganz
einnehmend
Einfache Tüpfel der Holzfasern schräg, ellip-
tisch oder linsenförmig, oder kurz spaltartig (dr ^).
Holzparenchym- sowie MarkstrahlzeUen denen
der übrigen Fraxinus-Arten ähnlich (fi-2,gf (J.)
FRAXINUS ORNUS L.
Manna-Esche
Orne ä manne, Ornielle
Tafel 277
Verbreitungsgebiet : Südeuropa, Westasien.
Q. 1, 2. Ringporiges Holz. Die Breite der
Jahrringe verschieden, im allgemeinen schmal.
300
Gefäße dickwandig, weitlumig, im Frühholz verein-
zelt oder zu zweit, seltener zu dritt in Nester
versammelt. Querschnitte Kreise, Ellipsen oder
unregelmäßige Formen, aber niemals eckig. Holz-
fasern der Grundmasse haben nur in dem zwischen
den großen Gefäßen befindlichen Holztcil engere
Lumina, in anderen Teilen des Jahrringes bleiben
sie ganz gleich. Die an der Jahrringgrenze befind-
lichen Holzfasern erscheinen radial nur wenig
abgeflacht. Gefäße des Spätholzes mit engeren
Lumina und vereinzelt. Schmalere sowie breitere
Markstrahlen schlängeln zwischen den großen
Gefäßen hin und her. Jahresringe zuweilen derart
schmal, daß einzelne große Gefäße bis zur Hälfte
des Jahrringes reichen. Die englumigeren Gefäße
des Spätholzcs werden von paratrachealen Paren-
chymzellen ganz umgeben, die weitere Lumina
haben als die Holzfasern. Aus den die Gefäße
umgebenden Parenchymringen zweigen zuweilen
flügelartige Seitenverlängerungen ab. In anderen
Fällen vereinigen sich die tangentialen Flügel
der benachbarten Gefäße, was gewissermaßen
schon einen Übergang zu den zusammenfließenden
Parenchymen bildet. An der Jahrringgrenze ter-
minale Parenchyme in verschiedenem Maße
sichtbar.
R. 3. Im Radialschnitt wechseln die Holz-
fasern und die breiteren oder schmaleren Streifen
der aneinandergereihten Holzparenchymzellen ab.
In den Gefäßen sind Thyllen reichlich enthalten.
Daneben zeigen die Holzparenchymzellen auch
radial so mannigfaltige Formen wie tangen-
tia.
1 T. 4. Tangentialschnitte der Markstrahlen ge-
drängte, kurze, ziemlich regelmäßige Spindel-
formen. Zellen im Querschnitt Kreise oder kurze
Ellipsen. Die Breite der meisten Markstrahlen
beträgt zwei Zellenschichten ; solche, deren Breite
drei Zellenschichten erreicht, findet man höchst
selten. Die Höhe der zwei- oder dreischichtigen
mißt im allg. 8 bis 20, die der einschichtigen 3
bis 10 Zellen. Infolge ihrer großen Zahl gestaltet
sich der Ablauf der Gefäße und der Fasern wellig.
Zwischen den Gefäßen des Frühholzes drängen
die zahlreichen Holzparenchymzellen, die Holz-
fasern ganz in den Hintergrund. Tangentialschnit-
te der paratrachealen Parenchymzellen sehr
mannigfaltig : Zirgelformen, Quadrate, verschie-
dene Vierecke; oder, als Schlußzellen der Reihen,
auch Dreiecke.
E. Gefäßglieder kurz, verhältnismäßig sehr
weit, höchstens doppelt so lang wie; breit. Die
englumigen Spätholzgefäßglieder werden jedoch
bedeutend länger als breit, an beiden Enden in
kleineren oder größeren Schnäbeln auslaufend,
die ellipsenförmigen Perforationen geraten auf
die Radialseite. Ihre Wände werden sehr dick,
beide Enden ganz offen. Perforationen meistens
quer- oder etwas schräggerichtet. Sämtliche Wände
mit zahlreichen Hoftüpfeln besetzt, was darauf
zurückzuführen ist, daß die Gefäße einander
oder parenchymatische Elemente berühren. Auch
kleinere oder größere tüpfelfreie Flächen kommen
vor. Hoftüpfel meistens sehr enggestellt, aber
einander nicht berührend, behalten ihre ur-
sprüngliche Form stets bei. Höfe klein, kreis-
förmig. Poren elliptisch oder linsenförmig. An
die Hofgrenzen ganz nahe herankommend oder
sie auch erreichend. Der Richtung nach waagerecht
oder schräg, im letzteren Fall auch die Tüpfel iu
schräge oder gewölbte Reihen geordnet. Sonst
horizontal angereiht oder zerstreut. Die inneren
Porenmunde der in dieselbe Reihe geratenen
Hoftüpfel vereinigen sich sogar 5 bis 6 Tüpfeln
hindurch möglicherweise zu großen, spaltförmigen
Poren. Zwei- bis viergliedrige Verschmelzungen
ziemlich häufig. Bei einer gewissen Einstellung,
oder wenn die unteren Teile abreißen — was beim
Schnitt einer derart dicken Wand leicht vorkommt
— erscheinen diese Poren als spaltförmige, ein-
fache Tüpfel. Die sich mit Holzparenchymen oder
mit Markstrahlzellen berührenden Hoftüpfel wei-
chen von den übrigen nicht ab.
Die Betüpfelung der englumigeren Gefäße unter-
scheidet sich nicht von denen der großen, höch-
stens bleiben die Höfe kleiner, während die Poren
kurze Ellipsen oder Kreise bilden. Ähnliche kurze
Poren enthalten jedoch oft auch die Tüpfel der
großen Gefäße
Die Tracheiden fehlen.
Die Holzfasern spitzen sich an beiden Enden zu
ihre Wände ziemlich stark. Radial wie tangential
erscheinen spaltförmige Tüpfel (d}^).
Form der Holzparenchymzellen sehr mannig-
faltig. Wände — besonders die mit Gefäßen
benachbarten — an einfachen Tüpfeln reich.
Diejenigen, die sich zwischen Holzfasern befinden,
sind ziegelförmig und zerstreut von einfachen,
kleinen Tüpfeln bedeckt. Zueinander parallel
verlaufende Wände etwas gewellt (fY^).
Markstrahlzellen radial drei- bis viermal
länger als hoch, die starken Wände zerstreut
einfach-betüpfelt. Die Wände der Kantenzellen
dicker als die der inneren, die Außenwand wellig.
301
Beide Markstrahlen-Arten erscheinen in der
Nachbarschaft der Gefäße von sehr dichten und
größeren Tüpfeln bedeckt (gi-^)- (A.)
FRAXINUS OXYCARPA Willd.
Kaukasische Esche
Tafel 278
Verbreitungsgebiet : Südeuropa, Vorderasien.
Q. 7, 2. Das Querschnittsbild stimmt mit dem
der übrigen Fraxinus-Arten im wesentlichen
überein. Es enthält Zwillingsporen, während zu
dritt verlaufende Porenstrahlen bedeutend seltener
sind. An der Jahrringgrenze sind die Gefäße
vereinzelt, mit den Radialwänden einander höchst
selten berührend. Die weitlumigen Gefäße dringen
sogar tief in die Spätzone ein, die Zone der englumi-
gen Gefäße beschränkt sich daher auf schmale
Streifen.
Gefäßquerschnitte — wie bei den übrigen
Fraxinus-Arten — stets Kreise, Ellipsen oder
andere, abgerundete Formen, jedoch niemals
eckig.
Die Anordnung der paratrachealen Parenchyme
eher wie bei F. excelsior, also vasizentrisch. Die
Wände der Holzfasern dünner als bei F. excelsior,
entsprechen ungefähr denen von F. ornus.
R. 3. Radialschnitt wie bei den anderen
Fraxinus-Arten.
T. 4. Tangentialschnitt gleicht dem von F.
ornus. Vierschichtige Markstrahlen kommen — im
Gegensatz zu F. excelsior — nicht vor, auch drei
Zellen geraten sehr selten nebeneinander. Höhe
und Form des Marstrahlen, Ablauf der Gefäße
und der Holzfasern, Anordnung und Form der
Holzparenchyme wie bei F. ornus.
E. Uber die Elemente kann nichts besonderes
berichtet werden. Die weitesten Gefäßglieder
werden breiter als lang, die Länge der englumigen
übertrifft aber ihre Weite. Die Hoftüpfel der
Gefäße, die auch etwas größer sind, geraten oft
so nahe aneinander, daß sie ihre regelmäßige
Kreisforme einbüßen und verschiedenermaßen
und in verschiedener Form abflachcn. Sie berühren
jedoch einander nicht, werden also nicht eckig.
Ausnahmsweise kann aber auch dieser Fall cin-
treten. Die sich mit Holzparenchymcn und Mark-
strahlzellen berührenden Tüpfel sind kleiner als
die anderen. Die übrigen Elemente stimmen mit
denen der anderen Fraxinus-Arten überein (al_8,
f, g). (A.)
Gattung 144. Jasminum
JASMINUM FRUTICANS L.
Echter Jasmin
Jasmin, Jasmine, Gelsomine
Tafel 279
Urheimat : Kaschmir, Persien. In Indien und
China seit langer Zeit gezüchtet ; seit 1597 auch
in Mitteleuropa eingeführt.
Q. 1, 2. An der Jahrringgrenze bilden sich aus
1, seltener 2 Reihen der weitlumigen Gefäße* der
Frühzone ziemlich ausgeprägte Porenringe. Die
Gefäße der Frühzone sind radial langgestreckte
Ellipsen, die sich gegen die Spätzonc zu allmählich
verjüngen und einander durch ihre Radialwände*
berühren ; zuweilen werden sie nur durch einzelne*
eingekeilte Markstrahlen, Holzparenchyme* oder
die Grundmasse voneinander getrennt. Diei Ge fäße*
des Spätholzes bleiben im ganzen Jahrring verein-
zelt und gleichmäßig verteilt. Ihre Lumina ver-
jüngen sich gegen die Jahrringgrenze zu. Die;
Grundmasse besteht aus einer Menge dickwandiger
Fasertracheiden, die am Zustandekommen der
Jahrringgrenze kaum beteiligt sind ; diese wirel
in erster Reihe durch die Gefäße des Porenringes,
sowie durch die ziemlich häufigen, dünnwandigen
Holzparenchymzellen hervorgehoben.1 Holzparen-
chyme befinden sich auch in den übrigen Teilen
des Jahrringes, aber nur vereinzelt und zerstreut.
Die Markstrahlen sind einschichtig, ziemlich dicht,
und von der Grundmasse genug scharf abgesetzt.
R. 3. Im Radialschnitt formen die Markstrahl-
zellen entweder Quadrate oder längere bzw. kür-
zere aufrechte Ziegelformen. Liegende Ziegelfor-
men findet man selten.
T. 4. Die Höhe der Markstrahlen schwankt
zwischen einigen und 25 bis 30 Zellen. Außer den
kürzeren ellipsen-, fallweise kreisförmigen Zellen
kommen auch längliche Ellipsen oder Zicgclformcn
vor. Zuweilen sieht man sogar sehr langgestreckte,
schmale Zellen, in deren Anordnung keine Regel-
mäßigkeit festgestcllt werden kann. Ganz aus-
nahmsweise können die Markstrahlen einige Zellen
hindurch auch zweischichtig werden.
E. Die Gefäße sind von verschiedener Größt*.
Ihre Wandstärke mittelmäßig. Die einfachen
Perforationen gerat en in den Geläßgliedcrn mit
weiteren Lumina an die Enden ; in solchen ballen
liegen sie quer oder e twas schräg. Dieder englumi-
gen verschieben sieh mehr radial. Die Gefäßgliedei
302
enden fast in jedem Falle im länglichen oder
kürzeren Schnäbeln. Die Wände werden von den
Hoftüpfeln dichter oder spärlicher bestreut, aber
auch tüpfelfreie Wände von verschiedener Größe
kommen vor. Die Höfe bilden Kreise oder kurze
Ellipsen, die von stäbchenförmigen oder schmalen
linsenförmigen Poren nicht ganz eingenommen
sind. Sämtliche Gefäße — von einzelnen weit-
lumigen abgesehen — enthalten ausgeprägte, aus
der Wand emporragende, zarte ab und zu ganz
quergestellte und spärliche Spiralverdickungen
mit verschiedenen Neigungswinkeln
Fasertracheiden (Tracheiden?) ziemlich dick-
wandig, mit behöften und spiralen Verdickungen
wie bei den Gefäßen. Hoftüpfel der englumigeren
etwas kleiner als die der Gefäße. Spiralverdickun-
gen entweder nicht oder kaum engergestellt, zu-
weilen ganz spärlich und langgestreckt, ab und zu
nur schwer wahrzunehmen.
An Markstrahlcn und Holzparenchymen gren-
zende Gefäß- und Faserwände enthalten — wie
bei Forsythia — kleine Tüpfel (e^-fj.
Im allg. weisen sämtliche Elemente, das ganze
Holz selbst, xylotomisch eine große Ähnlichkeit
mit Forsythia auf. Dasselbe betrifft auch die Mark-
strahlzellen und Holzparenchymzellen
(J.)
Gattung 145. Ligustrum
LIGUSTRUM VULGARE L.
Rainweide
Troene.) Privet^ Ligustro
Tafel 280
Verbreitungsgebiet : Europa, Nordafrika.
Q. 1, 2. Die Gefäße der Frühzone nicht nur
weitlumiger, sondern auch enggestellter als die
der Spätzone, entweder vereinzelt oder in kleinere
oder größere Nester angeordnet. Unmittelbar an
der Jahrringgrenze kommen Gefäße kaum vor,
da hier die Markflecke — von wenigen Aufnah-
men abgesehen — zusammenhängende Ringe
bilden ; erst auf diese folgen die Ringe der Früh-
gefäße. Die Spätzone bedeutend breiter als die
Frühzone. Die Gefäße sind überwiegend verein-
zelt, ab und zu sieht man aber radial oder tangen
tial Zwillingsporen oder Porengruppen. Die Grund-
masse besteht aus einer Menge von dickwandigen
Fasertracheiden und Holzfasern. In der Nähe von
Gefäßen — besonders im Frühholz — schließen
sich an diese auch Holzparenchymzellen an.
Querschnitte der Gefäße Ellipsen oder Vielecke.
Im Frühholz kommen häufig auch eingedrückte
Kreise oder Ellipsen vor. Die verschieden breiten
Markstrahlen, die sich von der Grundmasse nicht
scharf absetzen, sind ziemlich enggestellt und folgen
in Abständen von 1—2 Gefäßdurchmessern auf-
einander. Nach Durchschreiten der Jahrringgrenze
breiten sich die Markstrahlcn in den markflccki-
gen Jahrringen aus, und erst beim Eintritt in die
Spätzoiie beginnen sie sich zu verjüngen. Die
Jahrringgrenze. die durch eine Anzahl von Reihen
radial abgeflacht er Fasern angedeutet wird, ver-
läuft bald wellig, bald in gerader Linie. Lumen-
weiten der Früh- und der Spätzone sehr verschie-
den, jedoch mit gleichmäßigen Übergängen.
R. 3. Am Radialschnitt erscheinen die Gefäße
und Fasertracheiden viel verworrener. An der
Jahrringgrenze haben die Zellen der Markflecken-
teile die Form von unregelmäßigen Vielecken. Die
niedrigen Markstrahlzellen sind radial langge-
streckt. In einem großen Teil der höheren sind die
beiden Maße gleich, häufig sind jedoch die Zellen
zwei- bis dreimal so hoch als lang. Der Form nach
sehen sie Rhomben, Rhomboiden, Trapezen oder
unregelmäßigen Vierecken ähnlich. Perforationen
der Gefäße radial gewendet, jedoch nicht in
gleicher Höhe. Holzparenchymzellen kommen nur
in der Nähe von Gefäßen vor, und auch dort nur
spärlich.
Die Anordnung der Fasertracheiden und der
Holzfasern kann am besten am Radialschnitt
untersucht werden. Fasertracheiden kommen eher
im Frühholz und um die Gefäße vor ; die Holz-
fasern füllen die dazwischen freibleibenden
Räume aus. Die Fasertracheiden können durch
ihre Spiralverdickungen und Hoftüpfel von den
glattwandigen und einfach betüpfelten Holz-
fasern gut unterschieden werden (d, e).
T. 4. Die Breite der Markstrahlen beträgt
1—2 Zellenschichten ; die zweischichtigen sind
etwas häufiger. Tangentialschnitte der einschichti-
gen MarkstrahlzeUen haben die Form breiter und
hoher Ellipsen. Die der Kantenzellen sind kegel-
artig. Auch diese übertreffen an Höhe die übrigen
Zellen zwei- bis dreifach. Der Markstrahl ist also
heterogen. Die Höhe der einschichtigen Strahlen
schwankt zwischen 3 und 15, die der zweischichti-
gen aber zwischen 8 bis 30 Zellen. Ablauf der
Gefäße, der Fasertracheiden und der Holzfasern
leicht gewellt.
303
E. Gefäßlumina, je nach dem ob sie aus der
Früh-, bzw. Spätzone stammen, verschieden,
sämtliche haben jedoch die gleiche Wanddicke.
Perforationen kreis- oder ellipsenförmig, etwas
schräggerichtet. Die Wände sind von Hoftüpfeln
verschiedener Größe und Anordnung bedeckt.
Ab und zu kommen auch Spiralverdickungen vor.
Die Perforationen der englumigen Gefäße und die
der tracheidenartigen Gefäße erscheinen ellipsen-
förmig und sind seitwärts geraten. An ihren Wän-
den findet man den erwähnten Hoftüpfeln ähn-
liche kleinere Tüpfel, sowie auch Spiralverdickun-
g«n 6h-3/
Die Tracheiden enden mannigfaltig, haben dicke
Wände, und ihre behöften und spiralen Verdickun.
gen treten deutlich hervor
Wände der Fasertracheiden mittelstark, an
beiden Enden kürzer oder länger zugespitzt. Die
Lumina können auch in den Endteilen wahrge-
nommen werden. Die Wände sind mit schraubi-
gcn Verdickungen und behöften Tüpfeln sehr
dicht besetzt. Die Tüpfel gleichen denen der
Gefäße, die Spiralverdickung erscheint ent-
wickelt und verläuft die ganze Fasertracheide
entlang fast in Querrichtung (e).
Holzfasern an Form, Größe und Wandstärke
den Fasertracheiden gleich, jedoch ohne Spiral-
verdickungen und Hoftüpfel. Tüpfel einfach,
Poren schräge oder senkrechte Ellipsen bzw.
Spalten (dj^).
Wände der Holzparenchymzellen mittelstark, so-
wohl radial wie tangential von zerstreuten kleinen
Tüpfeln bedeckt, annähernd Ziegelformen, an
dem einen Ende sieht man jedoch eine kegelartige
abschließende Form (f).
Wir unterscheiden zweierlei Markstrahl-
zellen, aber auch innerhalb dieser sind ver-
schiedene Formen möglich. Die inneren Zellen
der zweischichtigen Markstrahlen sind gleich
hoch und erscheinen radial sehr langgestreckt.
Sie haben starke Wände, die sich gegen die Lumina
zu verschiedenermaßen verdicken. Radialwände
an Tüpfeln arm, um so reicher betüpfelt sind die
oberen, unteren, sowie tangentialen Wände. Die
zweite Gruppe der Markstrahlzellen wird von
stehenden Formen der einschichtigen Markstrahlen
gebildet. Diese sind recht mannigfaltig. Ihre
Wände sind stärker und auch an Tüpfeln reicher
als die der vorigen. Mit Gefäßen benachbart
enthalten sämtliche größere Tüpfel. Die Tüpfel
sind quergerichtete Ellipsen (gi-^)-
Parenchymzellen der Markflecke ebenfalls dick-
wandig und von mannigfaltiger Form, mit vielen
Tüpfeln. (J.)
Gattung 146. Olea
OLEA EUROPAEA L.
Ölbaum
Olivier, Olive tree, Olivo
Tafel 281
Verbreitungsgebiet : Südosteuropa, Ostasien.
Q. 1, 2. Im Querschnitt, in der Anordnung
der Gefäße, sowie in der Struktur der Markstrahlen
weicht diese Baumart von den heimischen Bäumen
vollkommen ab. Die Gefäße bilden Porenreihen
von 2 bis 8 Gliedern. An diese schließen sich
Holzparenchymzellen in großen Mengen an. Ge-
fäßwände dick. Die äußersten Glieder der (/nippe
ausgenommen, sind ihre Querschnitte Quadraten
mit abgerundeten Ecken ähnlich. Die Gruudmasse
besteht aus einer Menge dickwandiger Holzfasern
und Holzparenchyme. Die Querschnitte der Fasern
vieleckig, Lumina verschieden. Zwischen der
Früh- und der Spätzone besteht kein Unter-
schied, deshalb ist die Jahrringgrenze kaum wahr-
nehmbar. Die Markstrahlen verlaufen unter den
Gefäßgruppen wellig sehr nahe zueinander, in
Abständen von einem oder zwei Gefäßdurch-
messern oft auch weiter entfernt. Zellen der ein-
schichtigen Markstrahlen kurz, ab und zu breiter
als lang. Im Querschnitt quadratische oder läng-
liche Ziegelformen. Die zweischichtigen zeigen
längere Ziegelformen.
R. 3. Für den Radialschnitt sind die mannig-
faltigen Formen der Markstrahlzellen kennzeich-
nend. Von wenigen Ausnahmen abgesehen sind
sie mindestens so hoch wie lang. Es gibt auch
aufrechte Formen. Liegende Ziegelformen sieht
man nur an den zweischichtigen Teilen. Diese
haben kleinere Maße als die übrigen. Die in radiale
Gruppen geordneten Gefäße sind von einheitlicher
Höhe. Auch die radial gewendeten Perforationen
geraten in gleiche Höhe.
T. 4. Heterogene Markstrahlen ein- und zwei-
schichtig. Ihre Tangentialschnitte weichen von
denen anderer Bäume deutlich ab. Der Größe
und Form nach sind zweierlei Zellen zu unterschei-
den. Tangentialschnitte stellen bei manchen Ellip-
sen oder Vielecke dar, andere erinnern an Holz-
parenchymzellen ; diese sind bedeutend größere,
304
annähernd ziegelförmige Vierecke. Diesen sehen
auch die Kantenzellen ähnlich, die aber an ihren
beiden äußeren Enden kegelartig hervortreten.
Sämtliche Markstrahlen sind aus den beschriebenen
zweierlei Zellen derart aufgebaut, daß die größeren
Zellen mit den kleineren abwechseln, d. h. inner-
halb der Markstrahlen werden großzellige, ein-
schichtige Teile von kleinzelligen zweischichtigen
abgelöst. Diese Erscheinung wiederholt sich inner-
halb einer Markstrahlhöhe auch zwei- bis dreimal.
In sehr vielen Markstrahlen erreicht der zwei-
schichtige Teil nur die Höhe von 2 bis 3, seltener
5 bis 6 Zellen ; diese werden durch Abschnitte mit
2 bis 5 größeren Zellen voneinander getrennt.
Die Anzahl der Markstrahlen ist mit jener der
Holzfasern der Grundmasse verglichen, sehr hoch.
Verlauf der Holzfasern zwischen den Markstrahlen
gerade ; die Gefäße verlaufen etwas wellig. Die
Holzparenchymzellen sind in der Nähe der Gefäße
oder in der Grundmasse vereinzelt, in der Form
sogenannter Parenchymstränge sichtbar. Von den
Markstrahlen unterscheiden sie sich dadurch, daß
ihre Zellen länger und schmaler sind als die auf-
rechten Zellen der Markstrahlen. Außer diesen
können an den Gefäßen auch zwei bis dreigliedrige
Reihen größerer Zellen vorkommen.
E. Gefäßlumina ziemlich gleichmäßig weit,
Wände stark, Perforation einfach, jedoch infolge
einer kleinen Verengung des Gefäßendteiles etwas
kleiner als das Lumen. Ihre Ebene quer- oder
schräggerichtet. Gefäßglieder an einem, oft an
beiden Enden kurz gestreckt. Ihre Wände sind
sowohl radial, wie tangential von runden oder
etwas eckigen, kreisporigen Hoftüpfeln bedeckt.
Diese sind zuweilen ganz enggestellt, in anderen
Fällen in zur Gefäßlängsachse parallel verlaufende,
breitere oder schmälere Zonen angeordnet. Hof-
tüpfel radial in regelmäßig geformte Flecke vereint.
Diese Tüpfel geben die Form der Markstrahl-, bzw.
Holzparenchymzellen genau wieder fax_4/
Holzfasern mit mannigfaltigen Endungen. Wän-
de im Verhältnis zu den Lumina dick und klein-
betüpfelt. Tüpfel kreis-, ellipsen- oder stäbchen-
förmig
Holzparenchymzellen dünnwandiger als die Ge-
fäße ; längliche oder kürzere Ziegelformen. Die
sich mit Gefäßen berührenden Wände dicht be-
tüpfelt. An den abgewendeten Seiten bilden die
Tüpfel, in Gruppen zu 3 bis 4, voneinander ziem-
lich entfernte kleine Nester. Bei anderen Zellen
sieht man die Tüpfel mehr an den beiden Seiten
gruppiert. Es gibt auch solche Formen, bei welchen
die Lumenweiten infolge der eingedrückten oder
ausbauchenden ^Vände häufig Veränderungen er-
leiden (f^).
Die Wanddicke der Markstrahlzellen mehr oder
weniger wie bei den Holzparenchymen. Tangential-
wände sehr dicht betüpfelt. Radialwände — wenn
sie sich mit Gefäßen nicht berühren — spärlich
betüpfelt. An Gefäße grenzende Wände von ein-
fachen Tüpfeln sehr dicht bedeckt. Diese stellen
Kreise, Ellipsen, zuweilen spitze Formen dar
tei-2>. (A.)
Gattung 147. PhillyreQ
PHILLYREA LATIFOLIA L.
Breitblätterige Steinlinde
Philaria ä feuilles larges, Ilatro
Tafel 282
3—4 m höher immergrüner Strauch. Verbrei-
tungsgebiet : Südturopa und Kleinasien.
Q. f 2. Querschnittstruktur in manchen Be-
ziehungen wie bei Ph. vilmoriana. Auch bei dieser
Art gehen die Gefäßgruppen flammenzungen-
förmig aus und laufen etwas zickzackartig dem
Spätholz zu. Hier werden die Durchmesser der
Gefäße kaum bemerkbar kleiner, höchstens un-
mittelbar an der Jahrringgrenze gibt es eine kleine
Verengung, und die Gefäßgruppen finden fast
ohne Übergang ihre Forsetzung im Frühholz des
nächsten Jahrringes. Zwischen den Gefäßgruppen
des Frühholzes besteht die Grundmasse mehr
aus Tracheiden, im Spätholz aber mehr aus Holz-
fasern. Die Markstrahlen laufen im allg. in einer
Breite von 2—4 Gefäßen und sind 1—2schichtig.
R. 3. Im Radialschnitt kommt die heterogene
Struktur der Markstrahlen deutlich zum Ausdruck.
Die inneren Zellen sind in waagerechter Richtung
langgezogene Rechtecke, die Kantenzellen minde-
stens doppelt so höhe und viel kürzere Rechtecke,
meistens Quadrate oder stehende Rechtecke.
Struktur der Markstrahlen mit jener der Ph. vil-
morinia übereinstimmend.
T. 4. Hinsichtlich der Struktur des Tangential-
schnittes weicht dieser Strauch von der Ph.
vilmoriana einigermaßen ab, indem die Mark-
strahlen in seinem Holz relativ höher, 1—10,
27—45 Zellen hoch sind ; auch zweischichtige
Markstrahlen kommen relativ häufiger vor, sogar
dreischichtige bilden keine Seltenheit. Breite der
Markstrahlzellen der einschichtigen Markstrahlen
20 GregiJMs
305
8—16—27 /z, ausnahmsweise auch 40 p,. Mark-
strahlzellen der einschichtigen Markstrahlen
bilden stehende Rechtecke. Wenn auch die
Markstrahlen zweischichtig werden, bleiben diese
ebenso breit, wie die darüber oder darunter
befindlichen eine Zellenschicht breiten Mark-
strahlzellen. Zellen der zweischichtigen Mark-
strahlen sind im allg. kreisförmig oder zusammen-
gedrückte Vielecke. In den Gefäßen ist neben den
Hoftüpfeln auch die Spiralverdickung gut sicht-
bar.
E. Gefäßglieder im allg. langgezogen, schmal,
ihr Durchmesser 1—30, ausnahmsweise sogar 60 p.
In ihren Wänden sind die Hoftüpfel in losen,
länglichen Reihen oder verstreut angeordnet ;
dazwischen laufen lose, feine spirale Fäden.
Perforationen der Gefäße einfach (a1_2).
Sowohl unter den englumigen als auch unter
den weitlumigen Gefäßen kommen tracheidenartige
Gefäße vor (b^J.
Struktur der Tracheiden wie bei den Gefäßen,
nur sind diese viel dünner (cl_4).
Wände der Holzfasern dick, Enden stark zuge-
spitzt ; in den Wänden relativ wenig spaltartige
Tüpfel (d).
Das Holzparenchym schmiegt sich gewöhnlich
den Gefäßen an ; Zellwände relativ dünn, in den
Zellen zerstreut kleine liegende ellipsenförmige
Tüpfel (f).
Die MarkstrahlzeUen wurden oben in Zusammen-
hang mit dem Radialschnitt bereits behandelt.
Auffallend ist die starke Wanddicke bei den Kan-
tenzellen. Die Tüpfel sind im allg. kleine, liegende
Ellipsen (gt-z). (A.)
PHILLYREA LATIFOLIA var. MEDIA C. Schn.
Syrische Steinlinde
Tafel 283
Verbreitungsgebiet : Mittelmeerländer.
Q. 1, 2. Die Struktur des Querschnittes stimmt
im großen ganzen mit den beiden anderen Phillyrea-
Arten überein. Ein kleiner Unterschied zeigt sich
darin, daß die Gefäßgruppen bei dieser Art aus
dem Spätholz nicht unmittelbar in das Frühholz
übergehen und daß sie engere Lumina als im
Frühholz aufweisen ; ferner, daß die Grundmasse
sowohl im Früh- als auch im Spätholz in erster
Linie aus dickwandigen Holzfasern besteht. Tra-
cheiden kommen hauptsächlich in den flarnmen-
zungenförmigcn Gefäßgruppen vor.
R. 3. Die heterogene Struktur der Markst rah-
len tritt auch im Radialschnitt deutlich. aßr|.
nicht so auffallend zutage, wie in den beiden ande-
ren Phillyrea-Ar len. Übrigens auch in der Radial-
struktur den beiden anderen Phillyrea-Arten ähn-
lich.
T. 4. Struktur des Markst rahlcs von den bei-
den anderen Phillyrea-Arten entschieden abwei-
chend. Die Markstrahlen relativ niedrig, ] —14- 23
Zellen hoch, spindelförmig und überwiegend zw<i-
schichtig, obgleich auch einschichtige und 4 8
Zellen hohe Markstrahlcn ziemlich häufig sind.
Auch die heterogene Struktur In i w< item nicht
so auffallend wie in der P. latifolia od< r P. rilmori-
niana. Zwischen den Holzfasern ist die Zahl der kur-
zen Parenchymzellf n gering, an anderen Stilbn
auffallend groß.
E. Gefäßglieder langgezogen, schmallumig, ihre-
Durchmesser 10—40 bis 50 /i. Perforation n e in-
fach, oberhalb und unterhalb derselben lange*
Schnäbel. Ne bst lose n hoftüpfe ligen auch zarte*
Spiralverdickungen vorhanden (ai_2).
Auch tracheidenartige Gefäße anzutre ffen (bi-zf
Wände; der Tracheiden dünn, mit gehöften und
spiralen Verdickunge n. Be iele* Ende n e inige r Tra-
cheiden länglich zugespitzt und nicht abgerundet,
wie die der Tracheiden im allg.; dadurch sind
diese den Holzfasern ähnlich (c, d).
Die paratrachealen Parenchymzellen sind breit
und kurz, mit spärlichen waagerecht liegenden
ellipsenförmigen Tüpfeln. Die metatrachealen Paren-
chymzellen sind langgezogen und dünn, in ihren
Wänden spärlich einfache kleine* Tüpfel
Die heterogene Struktur der Markstrahlen er-
gibt sich aus den verschiedenartigen Markstrahl-
zellen. Die inneren Zellen mehr waagerecht lie-
gende, langgezogene Rechtecke, die Kantenzellen
bedeutend kürzer, meist quadratisch. Äußere
und Tangentialwände erheblich dicker als die
waagerechten Wände (gT-^). (A.)
PHILLYREA VILMORINIANA Boiss. et Bal.
Steinlinde
Philaria, Filaria
Tafel 284
Verbreitungsgebiet : Westasien. In Europa
überall gepflanzt.
Q. J, 2. Die Grenzen der verschieden breiten
Jahrringe erscheinen als kaum wahrnehmbare,
306
etwas wellige Linien. An ihrer Bildung beteiligt
sich nur eint* Reihe, seltener zwei Reihen der
radial abgeflachten Holzfasern. Die Grundmasse
besteht aus einer Menge vieleckiger, dickwandiger
Holzfasern. Die Lumina derselben im Früh-, wie
im Spätholz gleich weit. Gefäße in der, an der Jahr-
ringgrenze liegenden Frühzone nicht häufiger als
in anderen Teilen des Jahrringes. Von der Jahrring-
git nze gt ht n, in verschiedenen Abständen, breitere
oder schmalere, schlängelnde oder verzweigende,
t bt nfalls aus Gefäßen bestehende Streifen aus,
zuweilen die Jahrringe ganz durchschneidend. Diese
radial wie tangential 8 bis 10 Gefäßdurchmesser
breite, unregelmäßig geformte Flecke werden
durch große Massen von Holzfasern voneinander
gt trennt. Frühholz ganz dem Spätholz ähnlich.
Die Gt fäße der verzweigenden Streifen verjüngen
sich allmählich gegtn den äußeren Teil der Jahr-
ringe zu. Markstrahlen enggestellt, an der Jahrring-
grenze nicht angeschwollen. Gefäße im allgemeinen
cnglumig. Ihre Querschnitte stellen Kreise oder
ellipsenähnliche, eckige Formen dar. Zwischen ihnen
kommen auch Fasertracheiden vor. Zuweilen er-
scheint die Jahrringgrenze so verschwommen, daß
man sie kaum wahrnehmen kann.
R. 3. Perforationen der Gefäßglieder radial
gerichtet. Unter den Markstrahlzellen zahlreiche
quadratische oder aufrechte Formen. Länge der
radial langgestreckten Zellen ziemlich gleichmäßig.
Holzparenchymzellen in der Grundmasse oder in
der Nähe der Gefäße in Reihen geordnet.
T. 4. Heterogene Markstrahlen ein- oder zwei-
schichtig, ihre Höhe zwischen 3 und 15 Zellen
schwankend. Tangentialschnitte der Markstrahl-
zellen auch innerhalb desselben Markstrahles ver-
änderlich. Sowohl die ein-, wie die zweischichtigen
enthalten ellipsen- oder sehr hohe ziegelförmige
Zellen. Hohe, ziegelförmige Zellen sieht man nicht
allein an den beiden Ecken, sondern auch in den
Mittelteilen der zweischichtigen Markstrahlen.
Ablauf der Fasern und der Gefäße gerade. Tra-
cheiden nur in der Nähe der Gefäße. Zuweilen
findet man 6 bis 8 Perforationen in gleicher Höhe,
in anderen Fällen geraten diese in verschiedene
Höhen.
E. Die Gefäßglieder spitzen sich an beiden En-
den zu. Unmittelbar vor den sich verjüngenden
Teilen b< finden sich die kreisförmigen oder ovalen,
einfachen Perforationen. Die Wände enthalten
außer «iner kleinen Zahl von Hoftüpfeln auch
Spiral Verdickungen. Die d< n Markstrahlen g< g< n
über angeordneten Hoftüpfd sind kleiner als an
den übrigen Wandteilen, sonst zerstreut oder in
Gruppen, zuweilen in Reihen geordnet. Ihre Höfe
ziemlich große, regelmäßige Kreise oder sehr
kurze Ellipsen. Poren schräge oder quergestellle
Ellipsen, Stäbchen- oder spalt artig, die Höfe
gewöhnlich nicht ganz einnehmend. Spiralver-
dickungen und Hoftüpfel der englumigen Gefäße
gleichen denen der größeren Gefäße, die jenseits
der Perforationen gelegenen Endteile jedoch
hier gewöhnlich länger sind. An den englumigsten
Formen bilden sich keine Perforationen ; diese
sind daher als Tracheiden zu bezeichnen (c).
Sonst weichen sic von den Gefäßen nicht ab
(ai -3/
Tracheidenartige Gefäße am einen Ende läng-
lich zugespitzt (bY Tracheiden auch vorhanden
fcj.
Wände der Holzfasern ziemlich stark. Lumina
auch in den verengten Teilen vorhanden. Beide
Enden länglich zugespitzt, ziemlich mannigfaltig.
Wände mit einfachen, in kleineren oder größeren
Abständen angeordneten kleinen Tüpfeln besetzt
Wände der Fasertracheiden dick, wie bei den
Holzfasern ; ihre Lumina ebenfalls ungef. gleich
weit ; an den Wänden befinden sich zerstreute
Hoftüpfel. Außerdem sieht man auch sehr feine,
dichte, schraubige Verdickungen. Manche Faser-
tracheiden haben weitere Lumina. Diese bilden
gewissermaßen Übergänge zu den Gefäßen, um so
mehr, da sie in der Nähe der Gefäße* angeordnet
vorkommen. Spiralverdickungen ihrer Wände nicht
so dicht (e).
Formen der Holzparenchymzellen dem allge-
meinen Typ gleich. Wände ziemlich stark. Tüpfel
klein, zu 4 bis 8 gruppiert (fi-^)-
Markstrahlzellen entweder radial gestreckte
längliche Formen oder quadratisch. Wände sehr
dick, mit Ausnahme der Radialwände reich be-
tüpfelt fgx-J. (J-)
Gattung 148. Syringa
SYRINGA AMURENSIS Rupr.
Mandschurischer Flieder
Tafel 285
Verbreitungsgebiet : Mandschurei, Nordchina.
In Europa überall gepflanzt.
Q, f 2. Xylotomisch von den beiden anderen
Syringu-Arlen etwas abweichend, da sich in der
20*
307
Anordnung der Elemente gewisse Unterschiede
bemerkbar machen. Zerstreutporiges Holz, im
Gegensatz zu den beiden anderen Arten, von
denen insbesondere Syringa vulgaris entschieden
als ringporig bezeichnet werden kann. An der
Jahrringgrenze findet man zwar auch hier einen
ziemlich zusammenhängenden Porenkreis, aber
auch dessen Gefäße werden entweder gar nicht
oder kaum größer als die im ganzen Jahrring
zerstreuten Gefäße. Die Fasertracheiden der Grund-
masse nehmen an der Bildung der Jahrringgrenze
kaum teil, dieselbe ist aber infolge der Poren-
kreise trotzdem ziemlich auffällig.
jR. 3. Im Radialschnitt fällt die heterogene
Struktur der Markstrahlen auf. Äußere Wände der
Kantenzcllen stärker gewellt. Radialschnitt sonst
dem von S. Josikaea gleich.
T. 4. Am Tangentialschnitt macht sich ein
gewisser Unterschied in den Markstrahlen bemerk-
bar. Diese ein- oder zweischichtig, die zweischichti-
gen Teile sind jedoch kaum breiter. Hierdurch
unterscheidet sich diese Art von Syringa vulgaris
und Syringa Josikaea, bei welchen auch drei-
schichtige Markstrahlen häufig sind. An Form
und Wandstärke stimmen die Zellen mit denen
der Markstrahlzellen von S. Josikaea überein,
können hingegen von den dickwandigen, kreis-
oder kurzellipsenförmigen Zellen von S. vulgaris
deutlich unterschieden werden.
E. Elemente denen der anderen zwei Syringa-
Arten ähnlich. Bezeichnender Weise nehmen hier
die Spiralverdickungen stark ab und sind nur in
einzelnen Gefäßen mit engeren Lumina deutlich
wahrnehmbar, in den weiteren sieht man fallweise
nur die Anlage dazu, selbst diese nur in den En-
dungen. Fasertracheiden der Grundmasse dünn-
wandiger als die von S. vulgaris; Spiralverdickun-
gen fehlen. Die Betüpfelung der Elemente wie
bei den anderen Arten fcq-7, d, e1_3, /i-2, 81-3)'
(J.)
SYRINGA JOSIKAEA Jacq.
Ungarischer Flieder
Tafel 286
Verbreitungsgebiet : Ungarn, Siebenbürgen.
Q, 1, 2. Der Syringa vulgaris sehr ähnlich,
kann aber von ihr leicht unterschieden werden.
Im großen ganzen stimmt diese Art betreffs
Anordnung der weitlumigen Gefäße der Frühzonc,
sowie der englumigen der Spätzone, und auch
betreffs deren gegenseitigen Verhältnisse mit
der S. vulgaris überein. Radial wie tangential be-
raten die Gefäße nahe aneinander, berühren sieh
oder sind nur durch einige Holzparenchymzellen
getrennt. Querschnitt der Gefäße ausgesprochen
eckig. Ein weiterer Unterschied äußert sieh in der
Anordnung der Gefäße des Spätholzes. Hier sind
nämlich den vereinzelten Formen gegenüber die
zwei- bis viergliedrigen Porenstrahlen bedeutend
häufiger. Dichte der Markstrahlen, Laufrichtung
sowie leichte Gewelltheit der Jahrringgrenze wie
bei S. vulgaris. Radiale Abgeflachtheit der an der
Bildung der Jahrringgrenze beteiligten faserigen
Elemente hier ausgeprägter. Die Grundmasse
besteht aus einer Menge von Fasertraeheiden und
Holzfase rn. Erstere kommen nur im Frühholz
und in der Nähe der Gefäße* vor, letzte re abe r im
Spätholz, und zwar bedeutend häufiger als elie*
Fasertracheiden. Zahlreiche* Holzparenchvmzcllen
treten vorwiege nd auch in eh r Nähe* ehr Früli-
gefäßc auf.
R. 3. Im Radialschnitl gestaltet sieh elie* An-
ordnung der Elemente* wie* bei S. vulgaris. Mark-
strahlzelh n haben auch hier mannigfaltige* f or-
men. Holzparenchymzellen hauptsäehliedi in der
Nähe der Gefäße* zu sehen.
T. 4. Im Tangentialsehnitt machen sieh Un-
terschiede hauptsächlich in der Größe* eler Mark-
strahlen, sowie in den dünnen Wänden eler Mark-
strahlzellen bemerkbar. Besonders elie* einschichti-
gen Markstrahlen unterscheiden sich insofern,
daß ihre Zellen höher sind. Bei den mehrschichti-
gen erreichen die Kantenzcllen und auch elie*
Zellen der einschichtigen Te*ile* ebenfalls eine*
größere Höhe. Hier überwiegen elie* zweischichti-
gen Markstrahlen. Die* Höhe* der einschichtigen
Markstrahlen 2 bis 10, elie* der breiteren 8 bis 2()
Zellen. Holzparenchymzellen kommen sowohl in
der Nähe der Gefäße, wie* auch unter den Fase rn
vor.
E. Gefäßformen wie bei der anderen Syringa-
Art, ebenfalls von zerstreuten oder gruppierten
Hoftüpfeln bedeckt. Außer den Hoftüpfeln mit
runden Höfen und quer- oder schräggestelllcn
Spalten kommen auch ellipsenförmige* vor. Diesel-
ben übertreffen die vorigen an Länge zwei- oder
dreifach. Ihre quergcstellten und spalt artige n Poren
nehmen die Höfe ganz ein. Radial wie* tange ntial
berühren die Hoftüpfel einander, unel bedecken
möglicherweise die ganze Wandfläche*. Alsdann
erleiden die Formen Ände runge n, flache n an den
Seiten mehrfach ab, und we rden sogar eckig. An
308
Berührungsstellen mit Markstrahl- und Holz-
parenchymzellen sicht man kreis- und ellipsen-
förmige oder ovale, große einfache Tüpfel in
Reihen geordnet oder zerstreut. Manche dieser
Tüpfel enthalten schmale ring- oder sichelförmige
kleine Höfe, können deshalb als großporige Hof-
tüpfel bezeichnet werden. Diese sich mit Holz-
parenchymen und Markstrahlen berührenden Gt-
fäßtüpfel weisen an Form, Struktur und gegen-
seitigem Verhältnis ('ine große Mannigfaltigkeit
auf.
Perforationen der Gefäße Ellipsen, mitunter
auch Kreise, bei weitlumigen Gefäßen mehr oder
weniger den Lumina entsprechend, schräg oder
waagerecht gestellt ; in den engeren geraten sie
jedoch radial und sind kleiner als die Lumina.
Mit Ausnahme der weitesten, befinden sich
in zahlreichen Gefäßen verhältnismäßig dicke
Spiralverdickungen oder deren Anlagen. Ausge-
prägte, zusammenhängende Formenkommen selten
vor. Meistens Unterbrechungen und Verzweigun-
gen. Die Wände der Gefäße — je nach Lumen-
breiten — in 2 bis 3 Reihen behöft betüpfelt.
Diese Tüpfel sehen den Hoftüpfeln der Gefäße
ähnlich
Die Wände der Holzfasern wie bei S. vulgaris,
mit spaltartigen oder elliptischen, kleinen Tüpfeln
besetzt. Lumina auch in den sich verjüngenden
Teilen vorhanden. Form und Enden wie bei der
anderen Syringa-Art (d).
Fasertracheiden und Holzfasern an Form und
Wandstärke kaum verschieden. Lumina im allge-
meinen etwas weiter als bei den Holzfasern, auch
die Wände etwas dünner, und zwar haben sie eine
ähnliche Form und Größe wie bei den Gefäßen
und enthalten viele Hoftüpfel. Außer diesem kom-
men häufig auch Spiralverdickungen vor, ab und
zu nur unentwickelt, wie bei den Gefäßen, in
anderen Fällen jedoch ganz ausgeprägt und
zusammenhängend
Holzparenchymzellen: längliche Ziegelformen.
Wände einfach kleinbctüpfelt. Mit Gefäßen be-
nachbart an Größe den Höfen der Hoftüpfel ent-
sprechend. Ihre Formen — besonders tangential
betrachtet — sehr mannigfaltig (fi-3)-
Markstrahlzellen ebenso mannigfaltig oder mit-
unter noch mannigfaltiger als bei S. vulgaris.
Die äußeren Wände der Kantenzellen gewellt,
zackig. Die Form der Tüpfel in der Nachbarschaft
von Gefäßen Kreise oder an be ide n Ende n zuge-
spitzte* Ellipsen, deren Größe* verschieden ist,
jedoch innerhalb derselben Zellen gleich bleibt.
Die übrigen Markslrahlzellen von e infache n Tüp-
feln ziemlich gleichmäßig und dicht bedeckt.
Wände ziemlich stark, zuweilen sogar se hr die k
(g)- (A.)
SYRINGA VULGARIS L.
Gemeiner Flieder
Lilas, Lilac
Tafe l 287
Veibreitungsraum : Südosteuropa.
Splint gelblichweiß, Kernholz hellbraun, lila
oder rot.
Q. 1, 2. Die großlumigen Gefäße des Früh-
holzes bilden in 2 bis 3 Reihen geordnet Poren-
ringc. Die gleichmäßig zerstreuten englumigeren
Gefäße der Spätzone schließen sich denselben an
und verjüngen sich allmählich an der Jahrring-
grenze. Die Gefäße bleiben vereinzelt, seltener
tangentiale Zwillingsporen bildend. Ihre Quer-
schnitte im Früh-, wie in der Spätzone vielcckig,
zuweilen jedoch annähernd kreis- oder ellipsen-
förmig. Die Grundmasse besteht aus einer Menge
dickwandiger Fasertracheiden und Holzparen-
chyme. Die an der Jahrringgrenzc angeordnelen
Glieder erscheinen radial kaum abgeflacht, wo-
durch die Jahrringgrenze sehr schmal wird. Die
ein- und zweischichtigen Markstrahlcn folgen in
Abständen von 1 bis 3 Gefäßdurchmessern auf-
einander. Die Gefäßen des Kernholzes enthalten
dickwandige Thyllen. Jahrringgrenze etwas ge-
wellt. Innerhalb mancher Jahrringe treten auch
sekundäre Jahrringe auf. An diesen findet man
etwas weitlumigere Gefäße als die des Spätholzes.
Querschnitte der faserigen Elemente der Grund-
massc vielcckig, mit sehr dicken Wänden. Um die
Gefäße und in der Grundmasse verstreut Holz-
parenchymzellen in geringer Anzahl.
R. 3. Markstrahlzellen längere oder kürzere
Ziegelformen, Kantenzellen kürzer und höher,
Außenwände gewellt, Formen mannigfaltiger. Per-
forationen der Gefäße radial gerichtet, jedoch in
den einzelnen Gefäßgliedern in verschiedener
Höhe.
T. 4. Markst rahlen ein- oder zwei-, seltener
dreischichtig. Höchst selten geraten auch vier
Zellen nebeneinander, diese sind jedoch stark
abgeflacht und werden auch zusammen nicht
breiter als die dreischichtigen. Markstrahlen regel-
mäßige Spindellorinen nur stellen an einem Ende
langcrgest reckt. Zellen im Querschnitt längere
oder kürzere Ellipsen, oder zuweilen etwas eckige
Formen. Die Höhe der einschichtigen Markstrahlcn
schwankt zwischen 3 und 10 Zellen, zwei- und vier-
schichtige erreichen aber auch die Höhe von 10
bis 20 und 25 Zellen. Kantcnzellen, sowie sämt-
liche Zellen der einschichtigen Markstrahlen höher
als die inneren Zellen der breiteren Markstrah-
len.
E. Gefäßglieder länger oder kürzer. Letztere
gewöhnlich mit weiteren Lumina. Beide Arten
von Gefäßen enden zugespitzt. Perforationen ein-
fach, meist elliptisch, zuweilen bis zur Spitze
reichend. Alle Wände mehr oder weniger in glei-
chem Maße behöft betüpfelt. Hoftüpfel zerstreut
oder in Längsreihen geordnet, die jedoch wieder-
holt unterbrochen werden. Hoftüpfel in mittel-
mäßiger Anzahl berühren einander nicht. Höfe :
regelmäßige Kreise oder Ellipsen. Die stäbchen-
oder linsenförmigen Poren in weiteren Gefäßen
schräg, in engeren fast oder ganz senkrecht neh-
men die Höfe fast oder ganz ein. Die entgegenge-
setzt angeordneten einander kreuzend. Die sich
mit Markstrahlen berührenden Hoftüpfel etwas
kleiner als die übrigen. Poren quergestellt, die
Höfe ganz einnehmend, oder anderen Grenzen
ganz nahe herankommend. Außer Hoftüpfeln
findet man auch ziemlich entwickelte, feine,
dichte Spiralverdickungen. Bei Gefäßen mit wei-
testen Lumina fehlen diese oder treten in undeut-
lichen Formen auf (a1_4).
Tracheidenartige Gefäße am einen Ende, stark
zugespitzt (b).
Fasertracheiden: dickwandige, langgestreckte
prosenchymatische Zellen. Enden nicht mannig-
faltig. Lumina erscheinen oft enger als die Wand-
dicke. Hoftüpfel tangential, wie radial ziemlich
zahlreich. Höfe : Ellipsen oder Kreise. Poren :
linsen- oder stäbchenförmig, die Höfe fast oder
ganz einnehmend, schräg oder senkrecht. Außer
den Hoftüpfeln sieht man oft auch feine, ziemlich
dichte Spiralverdickungen fe1_4J.
Wände der Holzparenchymzellen mittelstark,
einfach, ziemlich gleichmäßig betüpfelt (fi-3).
Wände der MarkstrahlzeUen verhältnismäßig
stark, zuweilen ganz dick. Radialwände spärlicher,
die übrigen reicher betüpfelt. Radialwändie der
sich mit Gefäßen berührenden — von ernigen
inneren Zellen abgesehen — enthalten größere,
runde, an Anordnung denen der Gefäße ent-
sprechende einfache Tüpfel (gi-^)- (A.)
LXI. CAPRIFOLIACEAE
Gattung 149. Linnaea
LINNAEA BOREALIS L.
Nordisches Erdglöckchen
Twin flower, Ground tine
Tafel 288
Verbreitungsgebiet: Nordeurasien, Nord-
amerika. In Europa hie und da im Alpengebiet.
Q. 7, 2. Jahrringgrenze exzentrisch, was durch
die Lebensverhältnisse zu erklären ist. Die eine
Reihe oder höchstens zwei Reihen der größeren
Gefäße der Frühzone füllen die schmalen Jahrringe
sozusagen ganz aus.
Die Jahrringgrenze ganz verschwommen, zu-
weilen nicht feststellbar. In der Grundmasse
Fasertracheiden von mittlerer Wandstärke, deren
Anzahl im Jahrring infolge der unbedeutenden
Spätzone, sowie der größeren Menge der Geläße
verseh winden<1 k L’in ist. Sie sind meist ens in radiale
Reihen geordnet. Markslrahlen einschichtig, ziem-
lich undeutlich können an! Grund der dünnen
Wände von der Grundmasse einigermaßen unter-
scheiden werden. Holzparenchymzellen von un-
deutlicher Anordnung kommen um die Gefäße
sowie um die Fasertracheiden spärlich, gewöhnlich
vereinzelt vor.
R. 3 und T. 4. Über die Längsschnitte ist
nicht viel zu berichten. Markstrahlen einschichtig,
aus langgestreckten, ziegelförmigen Zellen von
ziemlicher Höhe bestehend. Gefäße hund hber
tracheiden sehr langgestreckt, von gleichmäßigem
Ablauf.
E. Die Gefäßglieder sind im Verhältnis zu ihrer
Länge ziemlich schmal und dünn. Perforationen
leiterartig, im allg. sehr langgestreckte Ellipsen
oder gegen das Ende des Gefäßes zu sieh xei-
Kchmäleriide Kreise. Sprossenanzahl 20 bis 2a.
Die Grenze der Perforationen erscheint zuweilen
verschwommener und bildet (‘inen Fbergang zu
den Hoftüpfeln. Die Perforationen geraten fa>t
ausnahmslos radial an die äußersten Enden der
Gefäßglieder. In den Wänden der Gefäße finden
sieh ziemlich häufig in Längsn iln n geordnete runde
odtr elliptische Hoftüplel, Zuweilen langgestreckt
310
küis-artig, die ganze Breite der Gefäße ein-
nehmend. Poren schmal, Stäbchen- oder spaltartig,
die Höfe fast oder ganz einnehmendz meistens
quer- oder schräggestellt, enthalten keine Spiral-
verdickungen (av^).
Fasertracheiden ebenfalls langgestreckt. Ihre
Wände ziemlich enggestellte, größere Kreise oder
ganz kurze Ellipsen, gut wahrnehmbare behöfte
Tüpfel enthaltend. Die schräg oder fast senkrecht
gestellten stäbchenförmigen Poren nehmen die
Höfe ganz ein oder kommen an dieselben nur nahe
heran. Entgegengesetzt angeordnete kreuzen ein-
ander zuweilen. Spiralverdickungen fehlen (e^).
Markstrahl- und Holzparenchymzellen dünn-
wandig. Die Zellen langgestreckt. Ziegelförmige
parenchymatische Zellen. Wände ziemlich reich
betüpfelt (f^ g^). (J.)
Gattung 150. Lonicera
LONICERA CAPRIFOLIUM L.
Wohlriechendes Geißblatt
Chevrefeuille des jardins, Goats leafs, Madreselva
Tafel 289
Verbreitungsgebiet : Europa, Westasien.
Q. 7, 2. Xylotomisch stimmt diese Art mit
L. tatarica überein. Frühgefäße an der Jahrring-
grenze etwas dichter als bei L. tatarica, also eher
ringporiges Holz. Im Spätholz die Gefäße an der
Jahrringgrenze spärlicher als bei L. tatarica. Die
Jahrringgrenze erscheint trotzdem ziemlich aus-
geprägt auch mit freiem Auge deutlich zu erkennen.
Wände der Fasertracheiden stärker als bei
L. tatarica, so, daß die Lumina häufig nur punkt-
artig erscheinen.
R. 3. Radialschnitt wie bei L. tatarica.
T. 4. Im Tangentialschnitt findet man mehr
Markstrahlen als bei L. tatarica Dazwischen gibt
es kaum einige Faserreihen und gewöhnlich nur
ein Gefäß. Dem zwei- oder dreischichtigen Teil
der Markstrahlen gegenüber entwickelt sich hier
mehr der einschichtige Teil. Auch die spärlich vor-
handenen mehrschichtigen Teile beschränken sich
auf einige niedrigere Zellen. Die Zellen der ein-
schiehligen Teile werden gewöhnlich etwas höher
als die ent sprechenden Zellen bei L. tatarica.
E, Die Elemente gleichen denen von L. tatarica.
Poren der Hoftüpfel der Fasertracheiden nicht
spalt artig oder linsenförmig, wie bei L. tatarica,
sondern stäbchenförmig, also mit stumpfen Enden
und in der Mitte kaum oder gar nicht breiter
werdend als an den beiden Enden (at e
fi-vg)- (J.) 1-3’
LONICERA COERULEA L.
Blaue Heckenkirsche
Ciliegia alpina cerulea
Tafel 290
Verbreitungsgebiet : Mittel- und Nordeuropa,
Nordasien, Japan.
Q. 7, 2. Im Querschnitt bilden sich die Poren-
ringe aus einer Reihe, seltener aus zwei Reihen
radialer, elliptischer Poren. Tangential geraten
diese nahe aneinander. Kommen mitunter auch
in Berührung, so, daß sie ausgeprägte Porenringe
bilden. Querschnitt sonst wie bei den übrigen
Lonicera- Arten.
R. 3. Die Wände sind am Radialschnitt oft
schräggestellt.
T. 4. Tangentialsehnitt für die Lonicera-Arten
bezeichnend. Die einschichtigen Markstrahlteile
drängen die zweischichtigen in den Hintergrund.
Zellen der einschichtigen Teile längliche Ziegel-
formen, bzw. Trapeze oder Trapezoiden. Die
beiden waagerechten Wände haben zwar in ver-
schiedenem Maße jedoch fast immer eine gewisse
Neigung, im Gegensatz zu den bereits besproche-
nen Arten, wo diese Wände stets in waagerechter
Lage waren.
E. Elemente im allg. denen der anderen
Lonicera-Arten gleich. In den Fasertracheiden
sieht man ähnliche lose Spiralfäden wie bei L.
xylosteum, hier zuweilen auch enggestellt. Auch an
den Tangentialwänden der Fasertracheiden kom-
men Hoftüpfel ziemlich häufig vor (at^, b1_2,
el-5’ fi-i> &)• (J*)
LONICERA ETRUSCA Santi.
Etrurisches Geißblatt
Tafel 291
Verbreitungsgebiet : Mittelmeerländer.
Q. I, 2. Strukturell von den übrigen Lonicera-
Arten abweichend. Ist als zerst reut poriges Holz
aiiziiseheii, da die Gefäße des 1‘rüh- und Spät-
holzes im Durchmesser voneinander kaum ab-
weiehen. Gefäße einzeln oder zwillingsporig ; drei-
viergliedrige Porenslrahlen kommen nur aus-
311
nahinsweise vor. Das Querschniltsbild erinnert an
Juglans regia und an die Ficus- Arten. Jahr-
ringgrenze kaum bemerkbar, nur durch die etwas
engeren Lumina der Holzfasern in der Grund-
masse angedeutet. Die Grundmass c besteht ein-
heitlich aus dünnwandigen Holzfasern, nur hier
und dort sind 1—3 Holzparenchymzellen zu be-
obachten. Die Markstrahlcn sind ein-zweischich-
tig und laufen in einer Breite von 1—2—3 Ge-
fäßen. Gefäße häufig von paratrachealem Paren-
chym eingefaßt.
R. 3. Auch hier ist die heterogene Markstrahl-
struktur ausgeprägt. Die inneren Zellen sind
relativ kurze Rechtecke, die randständigen quad-
ratisch oder stehende Rechtecke.
T. 4. Heterogene Struktur der Markstrahlcn,
wie bei den übrigen Lonicera-Arten, deutlich ;
besonders auffallend in den zwei Zellenschichten
breiten Markstrahlen und wo zwei übereinander-
laufende Markstrahlen miteinander verschmelzen.
Markstrahlen 1—4—10—16 Zellenreihen hoch ;
Höhe der inneren Zellen 10—20—30 //, die der
Kantenzellen bis zu 55 // ; Breite 8—10—27 /z.
Von tangentialer Seite aus ist die Struktur der
Markstrahlen am meisten jener der L. tatarica
ähnlich.
E. Gefäßglieder langgestreckt und stumpf oder
in einem kürzeren Schnabel endend ; im allg.
einfach durchbrochen, aber auch leiterförmige
Perforationen sind — wie bei den übrigen Loni-
cera-Arten — ziemlich häufig. Eine Besonderheit
der Art bildet im Vergleich mit den übrigen
Lonicera-Arten das Fehlen von Spiralverdickun-
gen. In den Wänden einiger Gefäße findet man
den leiterförmigen Perforationen entsprechend in
waagerechter Lage langgestreckte einfache Tüpfel
nebeneinander angereiht, in anderen Fällen hin-
gegen Tüpfel, die den einfachen Tüpfeln der
Markstrahlzellen entsprechen. Die Hoftüpfel sind
in lockeren Reihen angeordnet, ihre Höfe stellen
in den breiteren Gefäßen linear gestreckte Ellipsen
dar. Bisweilen läßt sich der allmähliche Übergang
der Hoftüpfel in leiterförmige Perforationen gut
beobachten. Hoftüpfel kommen manchmal auch
in den Schnäbeln oberhalb der Perforationen vor
(ai-b)-
Tracheidenartige Gefäße kommen auch vor.
gleichfalls ohne Spiralverdickungen (b).
Holzfasern dickwandig, weitlumig, manchmal
kleine Kalziumoxalatkristalle enthaltend (d).
Paratracheale Parenchymzellen dünnwandig, mit
einfacher Betüpfelung. In den metatrachealen
Parenchymzellen sind die Tüpfel große*, liegende
Ellipsen, die Lumina der Zellen beinahe um-
spannend. In einigen Holzparenchymzelle n finde n
sich Kalziumoxalatkristalle (fi-^)-
Markstrahlzellen verhältnismäßig hoch, mit
einfachen Tüpfeln in verschieden große n Gruppe n.
In den Kantenzellen, besonders wenn sic Ge fäße*
berühren, sind die Tüpfel große, liegende Ellipsen,
die bisweilen fast die ganze Zelle Überspannen,
oder kreisförmig. Kalziumoxalatkristalle häufig
(A.)
LONICERA NIGRA L.
Schwarze Heckenkirsche
Camerisier noir, Madreselva
Tafel 292
Verbreitungsgebiet : Europa, Korea.
Q. 7, 2, R. 3 und T. 4. Entschieden ring-
poriges Holz. Die an der Bildung des Ringes teil-
nehmenden Gefäße ordnen sich in 1 bis 3 Reihen ;
einander tangential berührend. Der Form nach sind
es Kreise, kurze Ellipsen oder Vielecke. Spätholz
gefäßarm. Gefäße vereinzelt. Markstrahlen nur
einschichtig. Zellen schmaler als die der vorigen
Arten, Ziegelformen, Trapeze oder Trapezoiden.
E. Die Elemente weisen keine besonderen
Merkmale auf. Auch Fasertracheiden ohne Spiral-
verdickungen kommen vor c, ej_7, f _2,
g)- (J-)
LONICERA ORIENTALIS Lam.
östliche Heckenkirsche
Tafel 293
Ein 3 m hcch wachsender Strauch. Verbreitungs-
gebiet : Kaukasien und Kleinasien.
Q. 1, 2. Ringporiges Holz. Die weitlumigen,
radial Durchmesser bis zu 70 aufweisenden
Gefäße bilden an der Jahrringgrenze einen zwei-
dreireihigen Porenkreis. Gefäße einzeln, nur selten
einen zwei-dreigliedrigen Porenstrahl bildend, noch
seltener findet man zwei Gefäße nebeneinander.
Gegen das Spätholz zu werden die Lumina der
Gefäße immer enger, mit Durchmessern von
15—20 /z, zerstreut, ohne besondere Regelmäßig-
keit in der Anordnung. Markstrahlen 1—2, selten
auch 3 Zellenschichten breit. Markstrahlzellen in
Radialrichtung verhältnismäßig kurz, Zellen der
einschichtigen Markstrahlen bis zu 20 /z breit.
R. 3. Dasselbe läßt sich auch über die Struk-
tur des Radialsehni11es berichten.
312
T. 4. Die heterogene Struktur der Mark-
strahlen fällt auf. Zellen der einschichtigen Mark-
strahlen sind manchmal 4—5mal höher als breit.
Höhe der Markstrahlzellen 10—15—25 /z, aus-
nahmsweise 80 /z, Breite 5—10—18 /z. Innere
Zellen der zwei-dreischichtigen Markstrahlen klei-
ner als die Kantenzellen. Ihre Querschnitte stellen
kurze Ellipsen oder Fünf-Sechsecke dar. In der
Struktur besonders L. caprifolium ähnlich.
E. Gefäßglieder langgestreckt und in Schnä-
beln zugespitzt. Der Schnabel erreicht mitunter
eine halbe Gefäßlänge. Auf den breitlumigen
Gefäßgliedern bildet sich kein Schnabel. Gefäße
meistens einfach, bisweilen leiterförmig, sehr sel-
ten dicht netzförmig durchbrochen. Netzförmige
Perforationen sind bei den übrigen untersuchten
5 Arten nicht vorgekommen. In den breiten
Gefäßen sind die Hoftüpfel meistens klein, die
waagerechten Durchmesser der selteneren größeren
Hof tüpfel 2—3mal so groß wie die der kleinen ;
Mündungen horizontalspaltig nicht bis zu den
Hofgrenzen reichend. In den langen Gefäßen nur
einerlei kleine Tüpfel mit waagerechten oder leicht
schrägspaltigen Mündungen. Zwischen denselben
laufen lose Spiralen (ai-tf
Tracheidenartige Gefäße dickwandig. Enden
länglich zugespitzt, in den weiten Lumina Spiralen
und kleine Hoftüpfel (b).
Tracheiden von derselben Struktur (cY^3).
Holzfasern dickwandig, spärlich kleine schräg-
spaltige Tüpfel (d).
Holzparenchymzellen: die paratrachealen lang-
gestreckt und schmal, die metatrachealen viel
breiter ; beide tragen zerstreute oder in ver-
schieden großen Gruppen angeordnete einfache
Tüpfel (f^).
Markstrahlzellen: die inneren stellen liegende
Ellipsen oder Quadrate, die randständigen eher
stehende und 2—3mal so hohe Rechtecke dar ;
in den inneren sind die Tüpfel klein und kreis-
förmig, in den Randzellen die Gefäße berührend,
sind die einfachen Tüpfel liegende kleine Ellipsen
in lockeren Reihen (J-)
LONICERA TATARICA L.
Heckenkirsche
Tafel 294
Verbreitungsgebiet : Südrußland, Mittelasien.
In Europa überall gepflanzt.
Q. 7, 2. Gefäßlumina im Frühholz am wei-
testen, auch die Anzahl der Gefäße ist hier am
höchsten. Gegen das Spätholz zu nehmen die
Gefäße an Anzahl und Größe ab, finden sich
jedoch im ganzen Jahrring gleichmäßig verteilt.
Unmittelbar an der Jahrringgrenze bildet die
erste Reihe tangential aneinandergereichter Ge-
fäße einen einigermaßen zusammenhängenden
Porenring, an welchen sich nach außen 3 bis 4
Reihen noch weitlumigerer Gefäße angliedern.
Die Gefäße der Frühzone enthalten häufig Thyl-
len. Ihre Querschnitte stellen in der Frühzone
radiale Ellipsen, in der Spätzone Kreise oder
ellipsenförmige Vielecke dar. Gefäß«* des Spät-
holzes fast immer vereinzelt, die der Frühzone
einander radial oder häufiger tangential berüh-
rend. Die Anordnung der Gefäße erinnert an
Viburnum. Die Grundmasse besteht aus einer
Menge dickwandiger Fasertracheiden mit viel-
eckigen Querschnitten. Die 1 bis 2 Zellen breiten
Markstrahlen folgen dicht aufeinander. In der
Grundmasse zerstreut, im ganzen Jahrring und
um die Gefäße wenig Holzparenchyme.
ft. 3. Am Radialschnitt sind in den Gefäßen
pe za hlreichen Thyllen — natürlich bloß im Kern-
iholz —• deutlich sichtbar. Holzparenchymzellen
spärlich vorhanden. Perforationen der Gefäße in
den benachbarten Gefäßen gewöhnlich in gleiche
Höhe angeordnet. Zelle der mehrschichtigen
Teile der Markstrahlen radiale Ziegelformen, die
der einschichtigen : Quadrate oder aufrechte
Ziegelformen, breiter als die liegenden.
T. 4. Ablauf dec Fasertracheiden und der
Gefäße gerade. Markstrahlen heterogen. Im inne-
ren Teil befinden sich in zwei oder drei, ausnahms-
weise vier Schichten schmale, elliptische Zellen,
in einer Höhe von 10 bis 15 Zellen. An diesen
einschichtigen Teil schließt sich beiderseits die
einreihige Zone an, die aus längeren oder kürzeren,
ziegelförmigen Zellen besteht. Die Zellen werden
hier bedeutend größer als im mehrschichtigen
Teil. Die Höhe dieser Zone erreicht manchmal
15 bis 20 Zellen, in anderen Fällen beschränkt sie
sich jedoch auf einige Zellen. Innerhalb desselben
Markstrahles können abwechselnd mehrere ein-
schichtige und mehrschichtige Teile vorkommen.
Solche Markstrahlen erreichen beträchtliche Hö-
hen. Es gibt auch rein einschichtige Markstrahlen.
E. Die Gefäßglieder verlaufen an beiden Enden
in längeren oder in kürzeren Kegeln aus, die radial
kleinere oder größere ellipsenförmige Perforationen
aufweisen. Die Wände sowohl der eng-, wie auch
der weitlumigeren Gefäße werden von quer oder
etwas schräg laufenden, sehr dichten Spiral-
313
Verdickungen bedeckt. Diese verlaufen zuweilen
auch unter 45°, gewellt, jedoch parallel zueinan-
der. Hoftüpfel ziemlich groß, regelmäßig kreis-
förmig. Spaltartige Poren nehmen die Höfe ganz
oder fast ganz ein. Zuweilen kommen sie mit den
Spiralverdickungen in Berührung und fallen in
deren Richtung, wobei die spirale Linie sich spal-
tet, an die beiden Seiten der Poren gerät, diese
umfaßt oder abbricht. Die Höfe solcher Tüpfel
sind ellipsenförmig und nur undeutlich sichtbar.
Zuweilen werden die Hoftüpfel — besonders tan-
gential — infolge ihrer Enggestelltheit vieleckig.
Die Höfe manchmal elliptisch. An den sich mit
Markstrahlen berührenden Wänden befinden sich
querliegende, an beiden Enden zugespitzte, ellip-
sen- oder kreisförmige, einfache Tüpfel. Ausnahms-
weise kommen auch leiterförmige Perforationen
vor (a^J.
Die Fasertracheiden sind in langgestreckte
schmale Spitzen auslaufende Prosenchymzellen.
Ihre Lumina ab und zu derart eng, daß die beiden
Wände beinahe einander berühren. In den aus
dem Frühholz stammenden Fasertracheiden kön-
nen die Lumina auch breiter sein. Bei diesen
findet man außer den Hoftüpfeln mit schrägen
spaltartigen Poren auch sehr dichte, gut ent-
wickelte Spiralverdickungen. Die Hoftüpfel je
nach ihrer Lumenbreite in eine Reihe oder in zwei
Reihen geordnet, kommen mitunter auch tan-
gential vor. Ihre Enden sind nicht mannigfaltig
(ei -b) •
Auch die Holzparenchymzellen sind nicht ab-
wechslungsreich (f± -2).
MarkstrahlzeUen — Radialwände ausgenom-
men — an allen Seiten reich betüpfelt. Berühren
sie sich mit Gefäßen, so haben sie größere Tüpfel.
Wände dick (#1-2/ (J*)
LONICERA XYLOSTEUM L.
Rote Heckenkirsche
Chövrefeuille, Fly honeysuckle, Gisilosteo
Tafel 295
Verbreitungsgebiet : Europa, Kaukasien, Si-
birien, Amurgebiet.
Q. 7, 2, Querschnitt, sowie das ganze Gewebe
des Holzes den vorigen Lonicera-Arten ähnlich.
Frühgefäße an der Jahrringgrenze spärlicher,
nur einen Porenring oder höchstens zwei zusam-
menhängende und ausgeprägte Porenringe bildend.
Die Gefäße sind radiale Ellipsen tangential ein-
ander berührend.
R. 3 und T. 4. Radiale wie tangentiale
Schnitte denen von L. tatarica ähnlich. Unter-
scheidende Merkmale können kaum festgestellt
werden.
E. Elemente ebenfalls denen der bereits be-
sprochenen Arten gleich. Die Unterschiede sind
unbedeutend. Unter den Hoftüpfeln der Gefäße
besonders tangential, ziemlich mannigfaltige For-
men. Quergestellte, langgestreckte Ellipsen oder
eckige Formen. Die Poren, die den Hofgrenzen
meistens nur nahe zu kommen erscheinen, quer-
oder schräggestellt.
Tracheiden und tracheidenartige Gefäße spär-
lich. Spiral Verdickungen der Fasertracheiden — von
einigen Ausnahmen abgesehen — bedeutend loser
und langgestreckter als die vorigen («t-g, b, r,
ei -6’ y*i —2’ &)• (J«)
Gattung 151. Sambucus
SAMBUCUS NIGRA L.
Schwarzer Holunder
Sureau, Eider, Sambuco
Tafel 296
Verbreitungsgebiet: Europa, Nordafrika, West-
asien.
Holz ohne Kernholz, weißlich oder gelblich.
Q. 7, 2. Holz zerstreutporig, Gefäße zu 2 bis
6, seltener noch mehr, in radiale Porenstrahlen
oder Porengruppen geordnet. In tangentialen
Gruppen 2 bis 4 aneinandergereihte Slrahlen-
reihen möglich. Durchmesser der äußeren Gefäße
in beiden Richtungen ungef. gleich, die der inneren
radial kürzer. Anzahl der Gefäße auffallend groß.
Inmitten derselben kleinere oder größere* Nester
von dickwandigen Holzfasern zu sehen.
An der Jahrringgrenze befinden sich radial
stark abgeflachte Gefäße, Holzparenchymzellen
und Tracheiden. Infolgedessen tritt die Jahrring-
grenze ziemlich deutlich hervor. Die Markstrahlen
von verschiedener Stärke verlaufen gleichmäßig
verteilt, einander im allg. in Abständen von 2 bis 3
Gefäßdurchmessern folgend. An der Jahrring-
grenze breiten sie sich etwas aus ; solche An-
schwellungen können an verschiedenen Stellen
auch im Inneren des Jahrringes beobachtet wer-
den. Zwischen Früh- und Spätholz findet man
314
kaum einen Unterschied. Holzparenchymzellen
nur spärlich vorhanden. Diese sind unter den
Gefäßen zerstreut.
R. 3. Perforationen der Gefäße radial gerich-
tet. Die derselben Gruppe angehörenden findet
man annähernd in gleiche Höhe angeordnet. Eine
kleine Zahl von Holzparenchymzellen sowohl
unter den Gefäßen wie unter den Fasern. Dir
metatrachealen bilden 2 bis 3 Zellen lange, die
paratrachealen noch längere Kolonnen.
T. 4. Tangentialschnitte der homogenen Mark-
strahlen — von kleineren Einbuchtungen ab-
gesehen — spindelförmig. Zellen ellipsenförmig,
nur die Kantenzellen an Form und Größe davon
abweichend aber auch dir innrrrn Zellen er-
scheinen ziemlich mannigfaltig. Dir Breite der
Markstrahlcn mißt 3 oder 4 Zellen. Einschichtige
spärlich vorhanden. Ihre Höht* schwankt — von
den letzteren abgesehen — zwischen 8 und 50
Zellen. Enggestellte Gefäße sind meistens durch je
einen Markstrahl oder durch 2 bis 3 Fasern ge-
trennt. Die Scheidewände zwischen den Gefäß-
gliedern bogenartig gekrümmt, unter 45 bis 70°
geneigt.
E, Gefäßglieder an beiden Enden kegelartig,
zuweilen spitz. Perforationen der Gefäßgliedrr
einfache Kreise oder Ellipsen. An Gefäßwänden,
die sich mit anderen Gefäßen berühren, sind die
Hoftüpfel so dicht angeordnet, daß sic in ver-
schiedenem Maße abgeflachte, mitunter eckige
Formen annehmen. Gewöhnlich alternierend,
manchmal Gruppen bildend, kleinere oder größere
Flächen bleiben jedoch dazwischen immer frei.
Poren: Kreise oder Ellipsen, die Höfe höchstens
zu 3/4 Teil einnehmend, gewöhnlich quer- oder
etwas schräggestellt, entgegengesetzt angeordnete
einander ein wenig kreuzend. Solche Wände vor-
wiegend tangential, aber auch radial ziemlich
häufig. Einzelne Wände spärlich betüpfelt, die
sich mit Fasern berührenden sogar fast ganz glatt.
An den mit Holzparenchymen, hauptsächlich aber
an den mit Markstrahlzellen sich berührenden
Wänden sieht man mächtige, einfache Tüpfel.
Diese sind quergestellte Ellipsen, am einen oder
anderen zugespitzte oder auch sonstige For-
men. Deren Größe ziemlich mannigfaltig. Die
Tüpfel sind den Holzparenchym- oder den Mark-
strahlzellen entsprechend angeordnet. Um die-
selben oder bloß an einzelnen Stellen Reste von
kleinen Höfen. An der Jahrringgrenze kommen
auch Gefäße mit ganz engen Lumina vor, die aber
breiter sind als die Fasern und in der Nähe der
Perforationen sich ausbreiten. An ihren Wänden
finden wir die Hoftüpfel in eine einzige Langs-
reihe geordnet Dazwischen können auch
tracheidenartige Gefäße vorkommen.
An der Jahrringgrenze eventuell spärliche
Tracheiden. Diese spitzen sich an beiden Enden
zu, radial erscheinen sie jedoch gewöhnlich ab-
gerundet. An Größe den Gefäßen mit kleinsten
Lumina gleich. Hoftüpfel — denen der Gefäße
ähnlich — in eine Reihe oder in zwei Reihen
geordnet. Poren schräggestellt
An der Jahrringgrenze kann es auch einige
Fasertracheiden geben ; deren Form wie bei den
Fasern, ihre Betüpfelung wie bei den Tracheiden.
Ihre Hoftüpfel bloß in eine Reihe angeordnet (e).
Holzfasern an beiden Enden zugespitzt, Wände
ziemlich stark, tangential tüpfelfrei, radial mit
ziemlich zahlreichen, schrägen oder fast senk-
rechten einfachen Tüpfeln besetzt. Äußere Poren-
munde : Kreise oder Ellipsen, die inneren : lang-
gestreckte Ellipsen, linsen- oder spaltartig (d).
Holzparenchymzellen dünnwandig, an einfachen
Tüpfeln reich. An Gefäße grenzende Wände groß
betüpfelt ff).
Unter den Markstrahlzellen sind die Kantcn-
zellen höher als lang, die Außenwände stark ge-
wellt. Wände i. allg. sehr stark, gegen die Lumina
der Zellen zu wellig. Tangentialwände dicht be-
tüpfelt. Innere Zellen radial sehr langgestreckt,
auch deren Wände stark. Mit Gefäßen benach-
barte Radialwände von zahlreichen, kreis- oder
ellipsenförmigen, großen Tüpfeln bedeckt (gi-?)-
(J.)
SAMBUCUS RACEMOSA L.
T raubenholunder
Sureau ä grappes, Sambuco montano
Tafel 297
Verbreitungsgebiet : Europa, Westasien.
Holz wie bei S. nigra; diese Art besitzt aber
auch Kernholz, Mark rötlich, bzw. rostbraun.
Q. 1, 2. Querschnitt einigermaßen S. nigra
ähnlich, jedoch überwiegen hier im Vergleich zu
den Gefäßen die Holzfasern der Grundmasse.
Gefäße häufig vereinzelt oder in kleinere Nester,
in Zwillingsporen geordnet. Gewisse Unterschiede
zeigen sich auch in den Jahrringgrenzen, sowie
in den vor diesen liegenden, ziemlich breiten
Tracheiden, — Fasertracheiden — und Holz-
parenchymzonen. In diesem Teil befinden sich nur
wenige dickwandige Holzfasern. Diese Elemente
315
infolge ihrer dünneren Wände und radial stark
abgeflachter Formen von den übrigen Teilen ent-
schieden abgesetzt. Ähnliche Zonen können im
Spätholz auch unabhängig von der Jahrring-
grenze vorkommen, die als Sc heinjahr ringe gelten
können. Para- und metatracheale Parenchyme
zahlreicher als bei S. nigra.
Die Markstrahlen der Grundmasse sondern
sich weniger scharf ab als bei S. nigra, da ihre
Zellen hier etwas kürzer und kleiner, wenn auch
nicht so gleichmäßig sind.
R. 3. Im Radialschnitt machen sich bei den
Markstrahlen ebenfalls einige Abweichungen be-
merkbar. Waagerecht langgestreckte Zellen kom-
men spärlich vor, auch diese sehr kurz. Quadrate
oder aufrechte Ziegelformen häufiger.
Es wäre zu erwähnen, daß die Gefäße des
Kernholzes an Thyllen reich sind, deren Wände
als quergestellte Diaphragmen erscheinen.
T. 4. In den MarkstrahlzeUen und infolge-
dessen auch im Tangentialschnitt der Markstrah-
len machen sich entschiedene Abweichungen be-
merkbar. Unter den MarkstrahlzeUen haben nur
wenige elliptische oder kreisförmige Querschnitte.
Diesen gegenüber überwiegen die für die Kanten-
zellen von S. nigra kennzeichnenden Formen.
Demzufolge erscheint der ganze Markstrahl aus
Zellen von unregelmäßiger Form und verschiede-
ner Größe aufgebaut. Ihre Breite beträgt auch
hier 2 bis 4 Zellen, während die Höhe sich mannig-
faltig gestaltet. Durch Verschmelzung erreicht die
Höhe auch 60 bis 70 Zellen. Ihre Form ziemlich
unregelmäßig, sich wiederholt ausbreitend und
verjüngend. Anzahl der Fasern, im Vergleich zu
den Gefäßen und Markstrahlen verschwindend
klein, ihr Verlauf etwas wellig.
E. Elemente mit kleineren Unterschieden de-
nen von S. nigra sehr ähnlich. Lumina der Gefäß-
glieder im allg. enger als bei S. nigra, aber etwas
länger. Enggestellte Tüpfel der Tangentialwände
nahe aneinander geordnet, ihre Kreisform auch
bei gegenseitiger Berührung beibehaltend. An
kleineren Flächen sind auch kantige Formen mög-
lich. Poren : Kreise oder quer- oder schräg-
gestellte kurze Ellipsen, radial besonders mannig-
faltig. Manche können fast als einfache Tüpfel
bezeichnet werden. Ihre Erscheinung wie bei S.
nigra. Einzelne Gefäße, auch Tracheiden, enthal-
ten sehr selten feine Spiralverdickungen (a1.3).
Betüpfelung der Tracheiden wie bei den
Gefäßen. Poren schräg, die Hoftüpfel in zwei,
drei Reihen geordnet. Diese können als Übergänge
von den Gefäßen mit engsten Lumina zu den
Fasertracheiden betrachtet werden. Form wie die
der Holzfasern. Wände von Hoftüpfeln bedeckt.
Poren ziemlich kurze, schräge Ellipsen. Den Ge-
fäßen ähnlich kommen Tüpfel auch tangential vor,
im Gegensatz zu den Holzfasern, die einfache
Tüpfel nur radial aufweisen
Holzparenchym- und MarkstrahlzeUen an Wand-
stärke und Betüpfelung den entsprechenden Ele-
menten von S. nigra gleich gi-v)' (Ä«)
Gattung 152. Symphoricarpus
SYMPHORICARPUS ALBUS Blake
Schneebeere
Symphorine ä grappes, Racemous flowered honey-
suckle or Snouberry
Tafel 298
Heimat : Nordamerika. In Europa überall ge-
pflanzt.
Q. 1, 2. Xylotomisch, besonders im Quer-
schnitt und im Bau der Elemente Jasminum
ähnlich. Ringporiges Holz. Die Porenringe be-
schränken sich auf 2 bis 3 zusammenhängende
Reihen weitlumiger Gefäße der Frühzone. Poren
radiale Ellipsen oder abgeflachte Formen. Radiale
Wände berühren einander häufig. Gefäße der Spät-
zone vereinzelt, rund oder vieleckig. Gegen den
späteren Teil zu Lumenweiten sich mäßig ver-
jüngend. Die Grundmasse wird aus einer Menge
ganz dickwandiger Fasertracheiden gebildet, die
meistens in ausgeprägt radiale Reihen geordnet
erscheinen. Querschnitte Vier- oder Vielecke, Lu-
mina Kreise oder Ellipsen. Die letzte Reihe oder
auch die letzten zwei flachen an der Jahrring-
grenze kaum ab. Markstrahlen ein- oder zwei-
schichtig. Die aufrechten Zellen der einschichtigen
durch ihre dünneren Wände von der Grundmasse
ziemlich gut abgesetzt. Die Längsparenchym-
zellen befinden sich vorwiegend zwischen den
Gefäßen der Frühzone des Porenringes, doch
tauchen sie zwischen den Fasertracheiden in der
Spätzone auch vereinzelt auf.
R. 3. Die beträchtliche Höhe und verschieden-
artige Struktur der Markstrahlen fällt auch am
Radialschnitt auf. Zellen der zweischichtigen
Teile kurze, aufrechte Ziegelformen oder Quad-
rate. Liegende Ziegejformen findet man nur sel-
ten. Die übrigen Zellen : hohe Ziegelformen.
Ihre Wände ziemlich stark, mit Ausnahme der
radialen reich betüpfelt.
316
T. 4. Markstrahlen ziemlich dicht. Ihre Struk-
tur charakteristisch heterogen. In den zweischich-
tigen Teilen und im Inneren der einschichtigen
weisen die Zellen die Form von Kreisen, Quadra-
ten, längeren oder kürzeren Ellipsen, mitunter
kürzeren Ziegeln auf. Die einschichtigen bestehen
im allg. aus langen, zuweilen ganz langgestreckten
und schmalen, ziegelförmigen Zellen. Infolge der
Länge der Zellen können die an und für sich hohen
Markstrahlen beträchtliche Höhen erreichen.
Durch Verschmelzung von mehreren Markstrahlen
kann diese Höhe auch 100 bis 120 Zellen betragen.
Vereinzelte Markstrahlen kommen selten vor.
Ablauf sämtlicher Elemente ganz gleichmäßig.
E. Gefäßwände mittelstark, häufig behöft be-
tüpfelt. Hoftüpfel der vereinzelten Gefäße der
Spätzone spärlicher, jedoch gleichmäßiger. In den
einander berührenden Radialwänden der größeren
Gefäße der Frühzone sind die Hoftüpfel häufig
ganz enggestellt, mitunter einander berührend an-
geordnet. Neben der runden oder kurz-ellipsen-
förmigen allgemeinen Form treten auch längere
Ellipsen, ja sogar ganz langgestreckte, Vitis-
artige Höfe auf. Die Poren passen sich den Höfen
an. Schmale, linsen- oder stäbchenartige Poren
nehmen die Höfe ganz ein, können anderen Gren-
zen nahe herankommen, dieselben sogar in ge-
ringerem Maße überschreiten. Die Hoftüpfel sind
an sich mit Markstrahlen berührenden Wandteilen
kleiner als die übrigen. Die Gefäße mit weiteren
Lumina enthalten keine Spiralverdickungen, die
sonst in denen mit engeren Lumina überall anzu-
treffen sind. Sie verlaufen ziemlich dicht, sind
jedoch nicht immer deutlich sichtbar (ar_^).
Fasertracheiden dickwandig, folglich sind die
Höfe der Tüpfel kaum wahrnehmbar. Der Form
nach Kreise oder kürzere Ellipsen. Poren stark
schräg oder senkrecht gerichtet, die schmalen,
spaltartigen die Höfe ganz einnehmend, mitunter
diese sogar überschreitend. Fast jede Fasertra-
cheide enthält auch ganz zarte, enggestellte, kaum
etwas schräge oder querlaufende Spiralverdickun-
gen. Diese können in einzelnen Fasertracheiden
gar nicht oder kaum wahrgenommen werden,
ihre Anwesenheit scheint aber auch in diesen
Fällen sehr wahrscheinlich (c^q).
Holzparenchymzellen dünnwandige, langge-
streckte, ziegelförmige parenchymatische Zellen.
Tüpfel sehr klein und kreisförmig (ß-z)-
Markstrahlzellen wurden bei der Beschreibung
des Radialschnittes bereits ausführlich behandelt
(gi-t)- (A.)
Gattung 153. Viburnum
VIBURNUM LANTANA L.
Wolliger Schneeball
Viorne lantane, Wayfaring tree, Lantana
Tafel 299
Verbreitungsgebiet : Europa, Westasien.
Holz gelblichweiß, auch ein gelblichbraunes
Kernholz läßt sich darin unterscheiden.
Q. 1, 2. Querschnitt wie bei Viburnum opulus,
immerhin mit gewissen Unterschieden. Faser-
tracheidenwande bedeutend stärker als bei V.
opulus. An der Jahrringgrenze liegen die Gefäße*
tangential voneinander entfernter, die Mark-
strahlen zwischen den Gefäßen nicht schlängelnd.
R. 3. Radialschnitt wie bei V. opulus, jedoch
Perforationen der Gefäße hier nicht nur bei den
benachbarten, sondern auch bei den entfernteren
ungef. in gleiche Höhe angeordnet.
T. 4. Die Tangentialschnitte können auf Grund
der Markstrahlen unterschieden werden. Die Zahl
der zweischichtigen Markstrahlen ist hier geringer.
Zellen bedeutend höhere Ellipsen als bei V. opulus.
Zellen der einschichtigen Markstrahlen in der
Mitte gewöhnlich hervortretende längere Ziegel-
formen, gewinnen oft das Gepräge von Holz-
parenchymen.
E. Elemente — die Fasertracheiden ausge-
nommen — wie bei V. opulus. Die Fasertracheiden
sind hier dickwandiger f ö] ~4,
Die Holzparenchymzellen enthalten an den Be-
rührungsseiten mit Fasertracheiden kleine, oft in
Gruppen geordnete Tüpfel (f).
Unter den Markstrahlzellen befinden sich selten
liegende Formen, da solche bloß bei zweischichti-
gen Markstrahlen vorkommen. Die Zellen der
einschichtigen sind etwas größer als bei V. opulus
(gl-2)- (J-)
VIBURNUM OPULUS L.
Gemeiner Schneeball
Viorne obier, Water elder, Sambuco aqualico
Tafel 300
Verbreitungsgebiet : Europa, Nordasien.
Q. 1, 2. Im Querschnitt erinnert diese Baum-
arl an die Sambucus-Arien, kann aber von den-
selben immerhin leicht unterschieden werden. Die
Gelaße bilden am Anfang des Frühholzes in eine
317
Reihe oder in zwei Reihen geordnete Porenkreise.
Die Gefäße erscheinen hier radial langgestreckt
als abgeflachte Vielecke. Diese Porenkreise fehlen
jedoch ziemlich oft und die Gefäße des Früh-
holzes unterscheiden sich dann nicht von den
anderen. In den übrigen Teilen des Jahrringes
sind die Gefäße gleichmäßig verteilt, genau wie
bei den Sambucus-Arten ; der Unterschied besteht
lediglich darin, daß hier — von einigen Ausnahmen
abgesehen — sämtliche Gefäße vereinzelt bleiben.
Gefäßlumina des Spätholzes vollkommen gleich,
beinahe kreisförmige Vielecke. Als unterscheiden-
des Merkmal könnte erwähnt werden, daß hier
die Markstrahlen sehr enggestellt sind, allerdings
auch schmaler als bei Sambucus. Die Jahrring-
grenze tritt als eine scharfe Linie hervor und wird
durch 1—2 radial abgeflachte Fasertracheiden an-
gedeutet. Die Markstrahlen verlaufen radial, je-
doch zwischen den Gefäßen ein wenig zickzack-
artig schlängelnd. Die Grundmasse besteht aus
einer Menge in Strahlenreihen angeordneter Faser-
tracheiden. (Wiesner erwähnt, daß Michael auch
eine geringe Anzahl von Holzfasern feststellen
konnte, die langspaltige Tüpfel ohne Höfe ent-
hielten.)
R. 3. Perforationen der Gefäße fast ausnahms-
los radial gerichtet und in verschiedenen Höhen
angeordnet. Infolge der gleichmäßigen Verteilung
der Gefäße schwankt die Anzahl der dazwischen
befindlichen Fasertracheiden zwischen 4 und 10.
T. 4. Markstrahlen ein- und zweischichtig.
Ihre Länge ungef. gleich. Zellen bei den zwei-
schichtigen abgeflachte ellipsenförmige Vielecke ;
Kantenzellen, sowie sämtliche Zellen der ein-
schichtigen Markstrahlen höher, die Markstrahlen
sind also heterogen. Unter den zweischichtigen
Markstrahlen befinden sich einzelne, die bis zu den
Kantenzellen zweischichtig sind. Bei anderen folgt
auf den zweischichtigen Teil in der Höhe von 10
bis 15 Zellen ein einschichtiger. Die Höhe der
Markstrahlen schwankt zwischen 3 und 40 Zellen.
Verlauf der Fasertracheiden und der Gefäße
gerade.
E. Gefäßwände nicht stark. Höfe der Hof-
tüpfel Kreise oder Ellipsen von linsen- oder spal-
tenförmigen, schrägen oder quergestellten Poren
fast ganz eingenommen. Höfe mancher Hof-
tüpfeln drei- oder vierfach längere Ellipsen als
bei den vorigen Arten. Diese Hoftüpfel nehmen
häufig in der Nähe der leiterartigen Perforationen
Platz und bilden sozusagen deren Fortsetzung.
Perforationen der Gefäße leiterartig und an den
halbseitigen, kegelartigen Endteilen angeordnet.
Die Anzahl der Sprossen beträgt mitunter auch
40. Perforationen meist elliptisch. Poren der sich
mit Markstrahlen berührenden Hoftüpfel etwas
breiter als die übrigen, meistens quergestellt, die
Höfe ganz einnehmend, mitunter diese auch über-
schreitend
Tracheiden ebenso groß wie bei Gefäßglieder,
jedoch ohne Perforationen (c).
Fasertracheiden relativ dünnwandig, in ihrer
ganzen Länge von ein- oder zweireihigen Hof-
tüpfeln bedeckt, die nur an den sich am stärksten
verjüngenden Spitzteilen fehlen. Höfe der Hof-
tüpfel runde oder senkrechte kurze Ellipsen. Poren
spaltartig, fast senkrecht, an die Hofgrenzen nahe
herankommend. Die Poren der entgegengesetzten
Seiten kreuzen einander unter kleineren oder
größeren Winkeln. Hoftüpfel radial ziemlich häu-
fig, aber auch tangential vorhanden. Sie enthalten
quergestellt, oder unter spitzen Winkeln geneigte,
sehr kleine, diagonalartige Linien ; in den maze-
rierten Präparaten finden sich solche nicht
Holzparenchymzellen von verschiedener Länge
infolge schräger Scheidewände häufig trapezenför-
mig. Die sich mit Gefäßen berührenden Wände
von senkrechten, in eine oder mehrere Reihen
geordneten, quergestellten, ellipsen- oder linsen-
förmigen, ziemlich großen, einfachen Tüpfeln be-
deckt. Befinden sich diese unter den Fasertrachei-
den, so enthalten sie sehr kleine Tüpfel (fi-z)>
MarkstrahlzeUen nicht viel höher als lang.
Die Kantenzellen aufrechte Formen, drei- bis vier-
fach höher als lang. Radialwände der langen Mark-
strahlzellen an Tüpfeln ärmer als die der auf-
rechten Formen, mit den Gefäßen durch ähnliche
Tüpfel verbunden, wie die Holzparenchymzellen
(A.)
VIBURNUM ORIENTALE Pall.
Westasiatischer Schneeball
Tafel 301
Verbreitungsgebiet: Kaukasien. Von diesem
Holz gelang es mir nur ein Stück eines dünnen
Zweiges zu untersuchen, aber auch dieses zeigt die
charakteristische Struktur des Holzes der Vibur-
num-Arten vollständig.
Q. 1, 2. Den Viburnum-Arten (V. lantana, V.
opulus, V. tinus) vollkommen ähnlich, von diesen
ziemlich schwer zu unterscheiden.
318
R. 3. Wie bei den drei anderen Vibitrnum-
Arten.
T, 4. Struktur der Markstrahlen von jener
der anderen Viburnum-Arten verschieden, vor-
herrschend einschichtig, 1—4—12—32 Zellen
hoch ; Zellen 2—3mal höher als breit. Höhe der
einschichtigen Markstrahlzellen 16—27—54 //,
Breite nur 5—13 p. Die Markstrahlen dieser Art
sind von heterogener Struktur.
E. Gefäßglieder durch vielsprossige leiterför-
mige Durchbrechungen charakterisiert. Manche
Perforationen sind länglich und schräg abge-
schlagen, mit 10—40 Leitersprossen. In einigen
Gefäßen ordnen sich die horizontalen Hoftüpfel
in 2—3 lockeren senkrechten Reihen an, sonst
gibt es übereinander gelagerte einfache Tüpfel.
In anderen Gefäßen hingegen nebst der waage-
rechten hoftüpfeligen Verdickung auch eine sehr
feine Spiralverdickung
Tracheiden auch vorhanden
Fasertracheiden relativ dünnwandig, mit spär-
licher Betüpfelung, manchmal länglich zugespitzt
und mit Spiral Verdickungen.
Holzfasern mit viel dickerer Wand, englumig,
einfach, spaltartig getüpfelt (d).
Holzparenchymzelle verhältnismäßig dick-
wandig, mit kreis- oder liegend ellipsenförmigen
einfachen Tüpfeln besetzt. In einige Längs-
parenchymzellen Kulziumoxalatkristalle (fi~5)>
Markstrahlzellen in der Beschreibung des Ra-
dialschnittes schon behandelt ; Kantenzellenhöher
und von anderer Struktur als die inneren Zellen
(g^)- (J-)
VIBURNUM TINUS Maxim.
Lorbeerschlinge
Laurier-tin, Laurestine, Lauretino
Tafel 302
Immergrüner Strauch, kommt in den Mittel-
meerländern überall häufig vor.
Q. 7, 2. Kein ausgesprochen ringporiges Holz,
obgleich die relativ englumigen Frühholzgefäße
von 40—60 // Durchmesser an der Jahrringgrenze
etwas dichter stehen, als im Spätholz. Gefäße
gewöhnlich vieleckig, erinnern an Nerium oieander.
Grundmasse von dickwandigen englumigen Holz-
fasern, mitunter Fasertracheiden, aber auffallend
wenig Holzparenchym gebildet. Das Holz unter-
scheidet sich von Oleander darin, daß während im
letzteren die vereinzelt stehenden Gefäße etwas
in Radialrichtung angeordnet sind, eine solche
Regelmäßigkeit hier kaum festzustellen ist. Mark-
strahlen ein-zweischichtig, ihre Zellen Quadrate
oder radial gestreckte Rechtecke, manchmal un-
regelmäßige Vielecke.
R. 3. Die heterogene Struktur der Mark-
strahlen fällt auch hier auf; die inneren Zellen
sind Quadrate oder fast regelmäßige Sechsecke,
die Kantenzellen langgestreckte Sechsecke oder
Rechtecke. Gefäßperforationen immer leiterför-
mig. Längsparenchym wenig, 50—140 p hoch.
Im übrigen ist die Gewebestruktur wie bei den
übrigen Viburnum-Arten.
T. 4. Markstrahlen von entschieden hetero-
gener Struktur. Die 2—3—4 Zellenschichten brei-
ten spindelförmigen Markstrahlen werden von
Kantenzellen umrandet, die immer höher sind als
die inneren. In Form und Größe stimmen die
Kantenzellen und die Zellen der einschichtigen
Markstrahlen gewöhnlich überein. In der inneren
Struktur der Markstrahlcn ist von der tangen-
tialen Seite aus betrachtet eine große Mannigfaltig-
keit festzustellen. Die inneren Markstrahlzellen sind
Kreise oder kreisförmige Vielecke, die Kanten-
zellen eher langgestreckte Rechtecke oder Dreiecke.
E. Gefäße durch leiterförmige Perforation ge-
kennzeichnet. Auf einzelnen Gefäßen ist der stufen-
weise Übergang von den linear gestreckten Hof-
tüpfeln oder einfachen Tüpfeln zu den leiter-
förmigen Durchbrechungen gut sichtbar. Die Hof-
tüpfel in lockeren Längsreihen gelagert, Mündun-
gen in den breiteren Gefäßen waagerecht, in den
engeren leicht schräggestellt. Bei den meisten
Gefäßen Spiralverdickungen ; Zahl der Leiter-
sprossen 35—40 fai-2/
Die feinere Wandstruktur der langgestreckten
tracheidenartige Gefäße und der Tracheiden
stimmt mit jener der Gefäße überein. Gefäße
im allg. sehr lang (b, c).
Holzfasern gleichfalls sehr lang, 1200—1600 p,
und nur 15—30 p breit (d1_2).
Holzparenchym wenig, Zellen 180—270 p hoch
und 17—30 p breit, mit kleinen Tüpfeln in klei-
neren Gruppen von 4—6
Markstrahlzellen von zweierlei Gestalt ; mei-
stens liegende, die Kantenzellen aber eher stehende
Rechtecke ; im Spätholz sehr dickwandig, mit
kleinen Tüpfeln, zerstreut oder in verschieden
großen Gruppen. Gefäße berührende Markslrahl-
zeilen führen größere, stehende, eher ellipsen-
förmige Tüpfel (gt^). (J.)
319
Gattung 154. Weigela
WEIGELA JAPONICA Thunb.
Tafel 303
Dieser aus Japan stammende Zierstrauch wird
heute in europäischen Parkanlagen überall an-
gepflanzt.
Q. J, 2. Zerstreutporiges Holz, da die Jahr-
ringgrenze kaum bemerkbar ist und die Gefäße
sowohl im Früh- wie im Spätholz mehr oder
minder zerstreut sind. Gegen das Spätholz zu ver-
mindert sich ihre Zahl, hingegen werden sie im
Frühholz etwas dichter. Gefäße in der Radial-
richtung etwas gestreckte Ellipsen. Markstrahlen
einschichtig, mitunter zwei Schichten breit, im
Querschnitt Quadrate oder in Radialrichtung
etwas gestreckte Rechtecke. Die Grundmasse
besteht aus Holzparenchymen und Holzfasern.
R. 3. Innere Zellen der heterogenen Mark-
strahlen Quadrate oder kurze stehende Rechtecke,
Kantenzellen eher hohe und schmale stehende
Rechtecke. Holzparenchymzellen schmal in Längs-
reihen angeordnet ; die paratrachealen breiter
und niedriger. Auch von dieser Seite fällt mitunter
die leiterförmige Durchbrechung der Gefäße und
die große Zahl der Leitersprossen auf; in einigen
Perforationen kommen bis zu 45—60 Leiter-
sprossen vor.
T. 4. Die heterogene Struktur der Mark-
strahlen fällt auf; sie sind 1—2 Zellenschichten
breit, im Mittelteil durch Unterteilung bisweilen
dreischichtig. Zellen der einschichtigen Mark-
strahlen manchmal 2—4mal höher als breit ;
einige 20—25, andere 50—60 und sogar 80—90 p,
hoch, jedoch nur 8—10 // breit. Grundmassc
Fasertracheiden, aber auch Holzparenchymzellen
ziemlich häufig, die dem eine Zelle breiten Teil-
abschnitt der heterogenen Markstrahlen sehr
ähnlich sind.
E. Gefäßglieder langgestreckt und eng. An den
Enden der Gefäßglieder werden die kleinen Hof-
tüpfel immer größer, ordnen sich in opponierter
Stellung an, um sich dann stufenweise in waage-
rechter Richtung auszudehnen und allmählich in
leiterförmige Perforationen überzugehen. In eini-
gen Perforationen kommen sogar 45—60 Leiter-
sprossen vor ; diese können sich auch verzweigen,
so daß manchmal sogar netzförmige Perforationen
entstehen. Oberhalb der Perforation bildet sich
oft ein kürzerer oder längerer Schnabel. An ande-
ren Stellen in den Wänden kleine Hoftüpfel an-
gereiht oder zerstreut liegend
Struktur der Tracheiden mit jener der Gefäße
übereinstimmend ; keine Perforationen, nur hie
und da sind die Stellen durch in waagerechter
Linie gedehnte Hoftüpfel angedeutet, wo eventuell
Perforationen entstehen könnten (c).
Holzfasern dickwandig, mit spärlicher schräg-
spaltiger Betüpfelung. An den dickwandigen Holz-
fasern erwecken die Tüpfel den Eindruck, als ob
sie Spiralverdickungen wären. Die Enden sind
manchmal abwechslungsreich (dY^).
Metatracheale Holzparenchymzellen dünnwan-
dig und schmal, paratracheale etwas breiter, beide
dicht einfach betüpfelt ; die Tüpfel liegen zer-
streut oder in verschieden großen Gruppen (fi-^).
Form, Anordnung und Struktur der Mark-
strahlzellen wurden in der Beschreibung des Ra-
dialschnittes behandelt (gi-^)>
ANHANG
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INDEX
Abricoter 180
Acacia cascia 218
Acer campestre L. 203, 26, 47, 249
cappadocicum Gleditsch 204, 46,
250
ginnala Maxim. 205, 46, 250
monspessulanum L. 206, 47, 251
negundo L. 207, 46, 251
opalus v. obtusatum Henry 208, 46,
252
platanoides L. 209, 47, 252
pseudo-platanus L. 210, 47, 253
saccharum Marsh. 211, 46, 253
tataricum L. 212, 47, 254
Aceraille 249
Acero riccio 252
spino 251
Aesculus hippocastanum L. 213, 45, 254
Agazzino 191
Agnocasto 293
Ahorn Dreilappiger- 251
Eschen- 251
Sibirischer- 250
Silber- 253
Spitz- 252
Sumpfblättriger- 252
Tatarischer- 254
Trauben- 253
Ailanthus altissima SwiNGLE. 194, 20,
37, 241
Airelle rouge 288
uligineuse 287
Ajonc 220
Akazie Blaue- 221
Rosenseidenfarbige- 202
Albatro 277
Alberto di Guida 204
Albicocco 180
Albizzia julibrissin Durazz. 143, 39,
202
Alder green or mountain 83
speckled 81
sticky 80
Alisier 200
commun 195
Allero 153
Almond-tree 180
Aino bianco 81
verde 83
Ainus glutinosa Gaertn. 7, 26, 47, 80
incana Moench 8, 18, 47, 81
subcordata C. A. Mey. 9, 47, 83
viridis DC. 10, 45, 83
Alpenrose Behaarte- 284
Pontische- 285
Rostblättrige- 284
Rusty-leaved 284
Zwerg- 285
Amandier 180
nain 191
Amarella 184
Amaqui 202
Amberbaum 147
Amelanchier 167
Amelanchier ovalis Med. 99, 23, 30,
43, 167
Amorpha fruticosa L. 148, 30, 45, 207
Andromeda polifolia L. 242, 38, 278
Andromfcde ä feuilles de Polium 278
Apfelbaum Granat- 233
Apple-tree 177
Aprikose 180
Aquifolio 255
Arbre ä perruques 243
de Judee 204
Arbousier 276, 277
Arbuto alpino 279
Arbutus andrachne L. 240, 42, 276
unedo L. 241, 42, 277
Arcidiavolo 134
Arctostaphylos uva-ursi Spreng. 243,
43, 278
Arctous alpinus Niedenz. 244, 43, 279
Argoussier 229
Ash 300
white 299
Aspen 119
Aubepine 172
commun 173
Aubour 216
Aulne Anne vert 83
Aune blanc 81
commun 80
Avens montain 175
Avorniello 216
Azalee couchee 283
B
Bacarinier 182
Baguenaudier 209
Coronille- 210
Barberry 156
Bast-small-leaved lime 235
Baumhasel 90
Baumheide 281
Baumschlinge Griechische- 298
Baumwürger 257
Bärentraube Alpen- 279
Immergrüne- 278
Bead tree 242
Bean-tree 292
Bearberry alpine 279
common 278
Beech 93
Berberis vulgaris L. 84, 49, 156
Besenstrauch 212
Betulla 79
Betula humilis Schrank 2, 47, 77
nana L. 3, 30, 47, 78
pendula Roth. 4, 28, 47, 78
pubescens Ehrh. 5, 47, 79
raddeana Trautv. 6, 47, 80
Bianco spino 172
Birch 79
Dwarf- 78
Shrubby- 77
White- 78
Birke Kaukasische- 80
Moor- 79
Strauch- 77
Weiß- 78
Zwerg- 78
Birne Wilde- 179
Felsen- 167
Bitter-Sweet 257
Black crowberry 289
Locust 218
Biadder nut 260
Bladder-senna 209
Blasenbaum 247
Blasenstrauch 209
Kleinasiatischer- 209
östlicher- 210
Blauglockenbaum 290
Blauspiere 195
Bocksdorn Gemeiner- 289
Bogbilberry 287
Bois de Sainte Lucic 187
scutbon 104
Bosso alpino 283
Bouleau 79
chetif 77
nain 78
verruqueux 78
Box-Elder 251
Brillo 123
Brombeere 194
Broom 212, 213
Broussonetia papyrifera Vent. 57, 50
128
Bruckenthalia spiculifolia Rchb. 245
40, 279
Bruyere 164
arborescente 281
commune 280
incarnate 281
ä quatre faces 282
Buche Hain- 84
Hopfen- 87
Orientalische- 93
Rot- 93
Weiß- 23
Buckthorn alder 265
common 263
Buisson ardent 191
Bupleurum fruticosum L. 239, 52, 277
Buchsbaum 143
325
Busseroie alpin 279
officinal 278
Butternuß 106
Buxus sempervirens L. 72, 53, 143
C
Calluna vulgaris Hüll. 246, 39, 28^
Camarine noire 289
Camedrio alpino 175
Camerisier noir 312
Campsis radicans Seem. 264, 42, 291
Canneberge de» marai» 287
Caragana arborescens Lam. 149, 28,
30, 49, 208
grandiflora DC. 150, 49, 208
Carob-tree 203
Caroubier 203
Carpinello 87
Carpino bianco 84
Carpinus betulus L. 11, 28, 48, 84
orientalis Mill. 12, 48, 86
Carrubio 203
Carya tomentosa Nutt. 37, 35, 110
Castagno 92
Castanea sativa Mill. 17, 30, 35, 92
Casuarina equisetifolia Forst. 1, 54, 75
Catalpa bignonioides Walt. 265, 46,
292
Catalpe 292
Celastre 257
Celastrus orbiculata Thunb. 215, 36,
257
Celtis australis L. 63, 30, 37, 134
caucasica WlLLD. 64, 49, 135
occidentalis L. 65, 30, 49, 136
Ceratonia siliqua L. 144, 53, 203
Cercidiphyllum japonicum S. et Z. 75,
40, 146
Cercis siliquastrum L. 145, 52, 204
Cerisier 181
Cerro 97
Chamaedaphne calyculata Moench 247,
40, 280
Charme 84
d’Orient 86
Chaste tree 293
Chataignier 92
Chene ä feuilles chatagnier 96
ä glands fascicules 99
ä trochets 101
chevelu ou lombard 97
commun 102
lifcge 103
pubescant 101
zan (ou zeen) des cabyles 95
yeuse, ou vert 100
Chenette de Suisse 175
Cherry 184
bird 188
Chestnut 92
Horse 254
Chevalier 291
Chevrefeuille 314
des jardins 311
Chiavosdello farinaccio 195
Chicot 214
Chinese scholar-tree 218
Christ’s thorn 261
Christusdorn 261, 206
Chokeberry 170
Ciliegia alpina cerulea 311
Ciliegio 181
canino 187
susine 182
Ciste femelle 159
Cisto femmina 159
Cistus monspeliensis L. 87, 52, 159
salvifolius L. 88, 52, 159
Citiso delle alpi 215
Citrus aurantium L. 191, 54, 238
medica v. vulgaris Risso 192, 5 1, 239
Clamatide des haies 151
Clematide 154
Clematis vitalba L. 83, 30, 50, 154
Cneoro 223
Cneorum tricoccum L. 177, 51, 226
Coignassier 174
Colutea arborescens L. 151, 19, 209
cilicica Boiss. 152, 49, 209
orientalis Mill. 153, 49, 210
Common maple 249
Cormier 197
Cornel tree 272
Corniolo 272
Cornouiller mäle 272
sauvage 273
Cornus australis C. A. Mey. 235 40, 271
mas L. 236, 26, 28, 40, 272
sanguinea L. 237, 30, 40, 273
Coronilla emerus L. 154, 49, 210
Coronille baguenaudier 210
Corylus avellana L. 14, 18, 26, 28, 30,
48, 88
colurna L. 15, 48, 90
maxima Mill. 16, 47, 91
Cotinus coggygria Scop. 196, 36, 243
Cotognostro 170
Cotoneaster integerrima Med. 100, 23,
41, 168
melanocarpa Lodd. 101, 38, 169
multiflora v. calocarpa Rehd. et
Wils. 102, 38, 169
racemiflora K. Koch 103, 38, 169
tomentosa Ldl. 104, 43, 170
Cotton wood 114
Crab 179
Crack willow 122
Cranberry 287
(Crataegus coccinea L.) 171
degeni Zsäk 105, 26, 39, 171
intricata Lge. 106, 42, 171
monogyna Jacq. 107, 41, 172
monogyna x C. nigra 171
nigra W. et K. 108, 39, 172
orientalis Pall. 109, 39, 173
oxyacantha L. 110, 41, 173
Crespino 156
Cross-leaved heath 282
Cucumber tree 150
Cydonia oblonga Mill. 111, 39, 174
Cytise 212
Cytisus Broom 212
Cytisus austriacus L. 155, 51, 211
scoparius LK. 156, 51, 212
sessilifolius L. 157, 30, 52, 212
D
Daphne alpine 222
Daphne alpina L. 170, 51, 222
arbuscula Celak. 171, 26, 30, 51, 222
blagayana Frey. 172, 51, 223
cneorum L. 173, 51, 223
laureola L. 174, 51, 224
mezereum L. 175, 30, 51, 224
Date-plum 296
Diospyros ebenaster Retz. 269, 53, 295
lotus L. 270, 28, 53, 296
Dirlitze 272
Dog Rose 193
Dogwood common 273
Dryas octopetala L. 112, 30, 39, 175
Dutch myrthe 282
E
Ebenholz Ceylon- 295
Ebenicr ou cytise des Alpes 215
Edelkastanie 92
Edera 274
Eibisch Syrischer- 234
Eiche Flaum- 101
Immergrüne- 100
Kabylen- 95
Kastanienblätterigc 96
Kork- 103
Rot- 95
Stein- 101
Stiel- 102
Ungarische- 99
Zerr- 97
Zerr- österreichische 97
Efeu 274
Eisenholz 75
Elaeagnus angustifolia L. 178, 37, 227
angustifolia v. orientalis Ktze. 179,
37, 228
Elbecrbaum 200
Eider 314
water 317
Eliantemo 161
Elin field 131
scotch 132
spreading branchcd 132
water or white 130
Emero 210
Empetrum nigrum L. 261, 42, 289
firablc de Montpellier 251
plane 252
printannier 252
sycomore 253
Erbsenstrauch 208
Kaukasischer- 208
Erdbeerbaum 277
Griechischer- 276
Erdglöckchen Nordisches- 310
Erica minore 280
Erica arborea L. 248, 42, 281
carnea L. 249, 39, 281
tetralix Scop. 250, 39, 282
Erle Grau- 81
Grün- 83
Kaukasische- 83
Schwarz- 80
Esche, Asiatische schwarz- 300
Eber- 196
Gemeine- 300
Kaukasische- 302
Manna- 300
Weiß- 299
Essigbaum 246
Eucalypt giant 230
Eucalyptus amygdalina Labill. 181,
53 230
globulus Labill. 182, 53, 231
Euphorbia dendroides L. 71, 47, 142
Evonymus europaea L. 216, 23, 28, 41,
257
latifolia Scop. 217, 41, 258
nana Bieb. 218, 41, 258
verrucosa Scop. 219, 26, 41, 259
F
Faggio 93
Fagus orientalis Lipsky 18, 11, 93
silvatica L. 19, 18, 26, 28, 30, 44, 93
Fälscher-Indigo 207
Faulbaum 265
Federbusch 162, 163
Feigenbaum 126
326
Feldahom 249 Gooseberry 166
Feuerdorn 191 Götterbaum 241
Fico 126 Grenadier 233
Ficus carica L. 55, 54, 126 Griottier 184
elastica Roxb. 56, 28, 30, 54, 127 Grose 220
Fieberbaum 231 Groseillier commun 166
Rieser- 230 des Alpes 166
Fig tree 126 des haies 166
Figuier 126 Ground vine 310
Filaria 306 Gui commun 140
Filber white or red 91 Gummibaum 127
Fior d’angiolo 165 Gymnocladus dioicus K. Koch 159,
di stecco 224 37, 214
Fivier 206
Flieder Gemeiner- 309 H
Mandschurischer- 307
Persischer 242 Hackberry 134
Ungarischer- 308 Hainbuche 84
Flor amarilla 291 Kleinblättrige- 86
Flower-twin 310 Halimodendron halodendron Voss. 160,
Flügelnuß 111 49, 215
Fly-honeysuckle 314 Hamamelis virginiana L. 74, 38, 145
Forsythia viridissima Ldl. 273, 38, Harnstrauch 139
298 Hartriegel Westasiatischer- 271
Fragula 265 Roter- 273
Frailling Mahonia 157 Haselstrauch Gemeiner- 88
Fraisne 300 Lamberts- 91
Framboiser 194 Hasenohr 275
Frangule 265 Haw skarlet 171
Frassino 300 Hawthorn 172
Fraxinus americana L. 274, 26, 35, commun 173
299 Hazel-nut 88
excelsior L. 275, 26, 300 Heather common 280
mandschurica Rupr. 276, 35, 300 Heckenkirsche 313
ornus L. 277, 26, 36, 300 Blaue- 311
oxycarpa Willd. 278, 35, 302 östliche- 312
Frühlingsheide 281 Rote- 314
Fumana procumbens Gren. et Godr. Schwarze- 312
89, 41, 160 Hedera helix L. 238, 52, 274
Fusain 257 Heidelbeere 286
Fusaria 257 Heidekraut 280
Heidenröschen Zwerg- 160
Heideröschen 223
G Helianthemum nummularium L. 90
38, 161
Gageistrauch Echter- 104 Herbe d’or 161
Gale sweet 104 Hetre 93
Garland-flower 223 Hibiscus syriacus L. 185, 30, 36, 234
Gatilier 293 Hippophae rhamnoides L. 180, 43, 229
Gean 181 Holly 255
Geißblatt Etrurisches- 311 Holunder Schwarzer- 314
Wohlriechendes- 311 Trauben- 315
Geißklee Meergrüner- 212 Holzapfelbaum 177
österreichischer- 211 Honey locust 206
Gelbhorn Nordchinesischer- 248 Honeysuckle, Racemous flowered- 316
Gelso 124 Hophornbeam 87
Gelsomine 302 Hop-Tree 239
Genet 212, 213 Hornbeam 84
d’Espagna 219 eastern 86
Genista radiata Scop. 158, 30, 51, 213 Houx 255
Ginestra marina 220 Hundsrose 193
scopareccia 212
stellata 213
Ginster 217 I
Spanischer- 219
Gisilosteo 314 Ilatro 305
Gleditschia caspica Desf. 146, 36, 205 Ilex aquifolium L. 214, 30, 52, 255
triacanthos L. 147, 37, 206 Inchioda Christi 289
Glockenheide 282 Indigo bush 207
Bruckenthals- 279 Iron wood 75, 84
Glyzie 221
Goats leafs 311 J
Goldbecher 298
Golden chain 216 Jap. katsara 146
Goldregen Albanischer- 217 Jasmin 302
Alpen- 215 Echter- 302
Gemeiner- 216 Jasmine 302
Goldweide 298 Bastard- 289
Jasminum fruticans L. 279, 41, 302
Jasminoide 289
Johannisbeere Berg- 166
Rote- 166
Johannisbrotbaum 203
Joy bind-wood 274
Judasbaum 204
Judasbaumblatt 146
Judas-tree 204
Judendorn 268
Juglans cinerea L. 33, 28, 46, 106
cordiformis Maxim. 32, 45, 105
mandschurica Maxim. 34, 28, 46, 106
nigra L. 35, 28, 30, 46, 107
regia L. 36, 17, 30, 46, 108
Jujuba-tree 268
Jujubier 268
Jungfernrebe 269
K
Kentucky Cofee tree 214
Kerria japonica DC. 113, 41, 176
Kerrie 176
Kirsch Lorbeer- 186
Pflaume- 182
Kirsche Felsen- 187
Sauer- 184
Trauben- 188
Zwerg- 186
Klettertrompete 291
Knotweed 144
Koelreuteria paniculata Laxm. 201, 28,
35, 247
Königsblume 223
Krähenbeere Schwarze- 289
Kreuzblume 247
Kreuzdorn Färber- 268
Felsen- 267
Gemeiner- 263
Immergrüner- 262
Kaukasischer- 266
Krainer- 264
Niedriger- 267
Westasiatischer- 266
Kugelginster 213
L
Laburnum alpinum Bercht. et Prsl
161, 49, 215
anagyroides Med. 162, 49, 216
Lambertshasel 91
Lantana 317
Large leaved lime 235
Laurel 186
Laureola 224
alpina 222
Laurestine 319
Lauretino 319
Lauri er 153
cerise 186
des bois 224
grec 242
rose des alpes 284
tin 319
Lauro-regio 186
Laurus nobilis L. 82, 30, 46, 153
Lavanda 294
Lavande 294
Lavandula officinalis Chaix et Viel.
267, 51, 294
Lavendel Echter- 294
Lavender 294
Leandro 297
Leciste 159
Lederblume 239
327
Lederhülsenbaum Kaspischer- 205
Ledos de marais 282
Ledum palustre L. 251, 38, 282
Legno santo 296
Lierre commun 274
Ligustro 303
Ligustrum vulgare L. 280, 43, 303
Lilac 309
Lilas 309
Linde Amerikanische- 235
Kaukasische- 236
Sommer- 235
Ungarische Silber- 236
Winter- 235
Linnea borealis L. 288, 38, 310
Liriodendron tulipifera L. 81, 28, 30,
48, 152
Liquidambar styraciflua L. 76, 38, 147
Little sunflower 161
Loiseleuria procumbens Desv. 252, 38,
283
Lonicera caprifolium L. 289, 43, 311
coerula L. 290, 43, 311
etrusca Santi. 291, 40, 311
nigra L. 292, 35, 312
Orientalin Lam. 293, 43, 312
tatarica L. 294, 43, 313
xylosteum L. 295, 28, 43, 314
Loppo 252
Loranthe commun 141
Loranthus europaeus L. 70, 30, 44, 141
Lorbeerbaum 153
Lorbeerschlinge 319
Lotospflaume Echte- 296
Lycium halimifolium Mill. 262, 51,
289
M
Madura pomifera C. Schn. 58, 26, 36,
129
Madreselva 311, 312
Maggio 219
Magnolia acuminata L. 80, 46, 150
Magnolie
Mahoberberis 158
Mahoberberis neubertii C. Schn. 86,
52, 158
Mahonia aquifolium Nutt. 85, 52, 157
Mahonie de feuilles des houx 157
Gemeine- 157
Majella 212
Malus silvestris Mill. 114, 39, 177
Mandelbaum 180
Mandorla 180
Mandrono 276
Manna-Esche 300
Marronier 254
Mastich-tree 244
Mastixbaum 244
Maulbeerbaum Papier- 128
Schwarzer- 125
Weißer- 124
Medlar 178
Mehlbeerbaum 195
Alpen- 199
Melagrano 233
Melia azedarach L. 195, 50, 242
Melo 177
cotogo 174
Mespilus germanica L. 115, 43, 178
Mezereon 224
Mezereon 224
Micocoutier 134
Mirtillo 286
uliginose 287
Mirto 232
Mispel Echte- 178
Mistel 140
Mistletoe visco 140
Moorbeere 287
Moro 125
Mortella di palude 287
Morus alba L. 53, 50, 124
nigra L. 54, 50, 125
Mönchspfeffer 293
Mucchie 159
Mulberry paper 128
white 124
Mutier blanc 124
noir 125
Myrica gale L. 31, 42, 104
Myricaria germanica Desv. 91, 41,
162
Myrte 232
Echte- 232
Myrtille 286
Myrtus communis L. 183, 53, 232
N
Neflier 178
Neflier-cotonnier 170
Nerier ä feuilles de lautier 297
Nerium oieander L. 271, 53, 297
Nerprun purgatif 263
Nespolo 178
Noccinto 88
Noce 108
satin 147
Noisetier 88
de Turquie ou de Bysance 90
tubuleux 91
Norway-maple 252
Noyer 108
noir 107
satine 147
Nußbaum Schwarzer- 107
Nut, lütter or oil 106
cluster 90
mocker 110
0
Oak chestnut 101
common evergreen or holm 100
commun 102
hungarian 99
turkey or bitter or mossy-cupped 97
Olea europaea L. 281, 53, 304
Oleander 297
Old mans beard 154
Olivagno 227
Olive tree 304
Olivello spinoso 229
Olivier 304
Olivo 304
Olmo campestre 131
montano 132
Ontano nero 80
Oppio 249
Orangenbaum 238
Orme blanc 130
diffus 132
chapetre 131
commun 132
Orne ä manne 300
Ornielle 300
Osage Orange 129
Osagedorn 129
Osier Willow 123
Ostria 87
Ostrya carpinifolia Scop. 13, 47, 87
Osyris alba L. 68, 44, 139
Ö
Ölbaum 304
Ölweide 227
Gemeine- 227
östliche- 228
P
Pacarä blanco 202
Pado 188
Palaque-minier 296
Paliuro 261
Paliurus spina-christi Mill. 222, 53,
261
Balsam 118
Pappel Chinesische- 11 7
Französische- 116
Haarfrüchtige- 120
Kanadische- 114
Pyramiden- 116
Silber- 112
Schwarz- 115
Weiß- 112
Zitter- 119
Papyrier 128
Parrotia persica C. A. Mey. 77, 44, 148
Parthenocissus quinquefolia Planch.
233, 26, 28, 54, 269
Paulownia tomentosa Steud. 263, 28,
46, 290
Pear 179
Peash 189
Peashrub 208
Pecher 189
Periploca graeca L. 272, 49, 298
Pero corvino 167
Perückenbaum 243
Pesco 189
Petite thymelee 223
Petteria ramentacea Prsl. 163, 42, 217
Peuplier baumier 118
blanc 112
d’Italie 116
noir 115
Pfaffenhütchen 257
Pfeifenstrauch, Falscher 165
Pfirsich 189
Pflaume 185
Philadelphe 165
Philadelphus coronarius L. 95, 44, 165
Philaria 306
ä feuilles larges 305
Phillyrea latifolia L. 282, 51, 305
latifolia v. media C. Schn. 283,
51, 306
vilmoriniana Boiss. et Bal. 284,
51, 306
Pimpernuß 260
Colchische- 260
Pioppo bianco 112
cipressino 116
commune, nero 115
treinolo 119
Pistacchi 244
Pistachier 244
Pistacchio salvatico 260
Pistacia lentiscus L. 197, 53, 211
terebinthus L. 198, 52, 211
Plane 149, 150
Platane 149, 150
Abenlandische- l 19
Morgenländische- 150
Platano 149, 150
falso o selvatico 253
Platanus occidentalis L. 78, 18, / /'*
orientalis L. 79, 28, 30, 18, / »<’
Plum 185
328
Poirier 179
Polygala chamaebuxus L. 200, 38, 247
Polygala falso bosso 247
Polygale faux-luis 247
Polygonum baldschuanicum Reg. 73,
54, 144
Pomegranate 233
Pommicr 177
Poplar white or silvcr-leaf 112
Populus alba L. 39, 17, 21, 45, 112
(angulataxP. nigra plantierensis) 116
canescens Sm. 40, 45, 114
deltoides Marsh. 41, 45, 114
nigra L. 42, 45, 115
nigra v. italica Duri. 43, 45, 116
robusta C. Schn. 44, 45, 116
simonii Carr. 45, 45, 117
tacamachacca Mill. 46, 45, 118
tremula L. 47, 45, 119
trichocarpa Torr, ct Gray. 48, 45,
120
Prcißelbeerc 288
Prickly yellow 202
Privet 303
Prunellier 189
Prunier 185
Pruno 185, 189
Prunus amygdalus Bätsch. 117, 44,
180
armeniaca L. 118, 37, 180
avium L. 119, 47, 181
cerasifera Ehrh. 120, 48, 182
cerasus L. 121, 48, 184
domestica L. 122, 30, 48, 185
fruticosa Pall. 123, 43, 186
laurocerasus L. 124, 54, 186
mahaleb L. 125, 44, 187
padus L. 126, 47, 188
persica Bätsch. 127, 44, 189
spinosa L. 128, 48, 189
tenella Bätsch. 129, 43, 191
Ptelea trifoliata L. 193, 42, 239
Pterocarya stenoptera DC. 38, 45, 111
Punica granatum L. 184, 30, 45, 233
Putit 188
Pyracantha coccinea Roem. 130, 53,
191
Pyrus communis L. 116, 39, 179
Q
Quercia 101
commune 102
Quercus borealis maxima Sarg. 20, 26,
37, 95
canariensis WlLLD. 21, 37,- 95
castaneifolia C. A. Mey. 22, 37, 96
cerris L. 23, 22, 26, 37, 97
cerris v. austriaca Loud. 24, 30, 37,
97
frainetto Ten. 25, 37, 99
ilex L. 26, 37, 54, 100
petraea Liebl. 27, 37, 101
pubescens Willd. 28, 37, 101
robur L. 29, 28, 30, 37, 102
suber L. 30, 37, 103
Quickbeam 196
Quince 174
Quitte 174
R
Rarnerino 294
Harnno catartico 263
sassatile 267
Ranunkelstrauch 176
Raapberry 194
Red gum 147
currant 166
whortleberry 288
Renovee 144
Retama rhodorhizoides Mey. 164, 50,
217
Rhamnus alaternus L. 223, 52, 262
cathartica L. 224, 26, 50, 263
fallax Boiss. 225, 52, 264
fragula L. 226, 46, 265
imeretina Booth. 227, 50, 266
pallasii Fisch, et Mey. 228, 50,
266
pumila L. 229, 50, 267
saxatilis Jacq. 230, 50, 267
tinctoria W. et K. 231, 30, 50, 268
Rhododendron ferrugineum L. 253, 38,
284
hirsutum L. 254, 26, 38, 284
ponticum L. 255, 38, 285
Rhodothamnus chamaecistus Rchb.
256, 38, 285
Rhus typhina L. 199, 30, 36, 246
Ribes alpinum L. 96, 44, 166
sativum Syme. 97, 48, 166
uva-crispa L. 98, 48, 166
Ribes rosso 166
Riemenblume Europäische- 141
Rispelstrauch 164
Robinia pseudoacacia L. 165, 36, 218
Robinie 218
Robinier 218
Rock cherry 187
rose 159
Rosa canina L. 131, 36, 193
Rose de haies 193
Rosemary 294
Rosmarin 294
Rosmarinheide Polei- 278
Rosmarinus officinalis L. 268, 51, 294
Roßkastanie Gemeine- 254
Rubus idaeus L. 132, 48, 194
Rush broom 219
S
Salciagnolo 197
Salcio caprino 121
fragile 122
Salice serpeggiante 123
Salix caprea L. 49, 17, 20, 21, 45, 121
fragilis L. 50, 28, 45, 122
repens v. r osmar inifolia WlMM. et
Grab. 51, 45, 123
(rosmarinifolia L.) 123
viminalis L. 52, 28, 45, 123
Sallow common 121
Sait tree 215
Salweide 121
Salzstrauch 215
Sambuco 314
aquatico 317
montano 315
Sambucus nigra L. 296, 17, 18, 28,
46, 314
racemosa L. 297, 46, 315
Sanddorn 229
Sanguinaria 144
Säten 147
Satijn noten 147
Sauerdorn 156
Säule fragile 122
marceau 121
rampaat 123
virninal 123
Scharlachdorn 171
Schlehdorn 189
Schneeball Gemeiner- 317
Westasiatischer- 318
Wolliger- 317
Schneebeere 316
Schnurbaum 218
Schusserbaum 214
Schwarzesche, Asiatische- 300
Schwarzfrucht 172
Scopa carnicina 281
Scope 281
Scotano 243
Sea buckthorn 229
Seidelbast 224
Berg- 222
Lorbeer- 224
Ungarischer- 222
Shad-bust 167
Siberian Pea-tree 208
Sibiraea croatica Deg. 133, 30, 42,
195
Silberwurz 175
Silk vine 298
Sloe 189
Snowberry 316
Sonnenröschen Gemeines- 161
Sophora japonica L. 266, 36, 218
Sorbezzolo 200
Sorbier des oiseleurs 196
Sorbo 197
selvatico 196
Sorbus aria Crantz 134, 43, 195
aucuparia L. 135, 43, 196
chamaemespilus Crantz 136, 43,
197
domestica L. 137, 40, 197
mougeotti Soy. et Gord. 138, 39, 199
semiincisa Borb. 139, 43, 199
torminalis Crantz 140, 40, 200
Spartium junceum L. 167, 51, 219
Spierling 197
Ungarischer- 199
Spierstrauch 201
Spindelbaum Breitblättriger- 258
Warziger- 259
Zwerg- 258
Spindle tree 257
Spiraea 201
Spiraea cana W. et K. 141, 44, 201
crenata L. 142, 44, 201
Spiree 201
Spottnuß 110
Spurge laurel 224
Stachelbeere 166
Staphylea colcicha Stev. 220, 41, 260
pinnata L. 221, 30, 41, 260
Staphylier 260
Stechginster 220
Stechpalme 255
Steeple-bush 201
Steinlinde 306
Breitblätterige- 305
Syrische- 306
Steinmispel Schwarz- 169
Strauchbirke 77
Strauchwicke 210
Strawberry tree 276, 277
Sugar berry 136
Sughera 103
Sumpfmoosbeere 287
Sumpfporst 282
Sureau 314
ä grappes 315
Swam poak 75
Swea bay 153
Sweet locust 205
Sycomore 253
Symphoricarpus albus Blake 298, 35,
316
329
Symphorine ä grappes 316
Syringa amurensis Rüpr. 285, 43, 307
josikaea Jacq. 286, 36, 308
vulgaris L. 287, 36, 309
Syringa White- 165
T
Tacamachae 118
Tarnarigo 164
Tamarisk 164
Tamarix gallica Webb. 92, 36, 163
pentandra Pall. 93, 36, 164
tetranda Pall. 94, 54, 164
Tcrebintenbaum 244
Terebinthe 244
Terebinto 244
Thymelea hirsuta Endl. 176, 51, 225
Tiglio maremmano 235
nostrale 235
Tilia americana L. 186, 26, 48, 235
cordata Mill. 187,, 30, 48, 235
platyphyllos Scop. 188, 48, 235
platyphyllos v. rubra Rehd. 189, 28,
48, 236
tomentosa Moench 190, 48, 236
Tillau 235
Tilleul ä grandes feuilles 235
Topi 298
Torfgränke 280
Trayling azalea 283
Tree cork- 103
Service- 197
tulip- 152
Western nettle- 136
Tremble 118
Troene 303
Trompetenbaum 292
Trumpet flower 291
Tulipier 152
Tulpenbaum 152
Turpenine-tree 244
U
Ulex europaeus L.‘ 168, 28, 52, 220
Ulme Berg- 132
Feld- 131
Flatter- 132
Weiß- 130
Ulmus americana L. 59, 28, 49, 130
carpinifolia Gleditsch 60, 50, 131
glabra Huds. 61,17, 26, 30,50, 132
Ulmus laevis Pall. 62, 50, 132
Uva d’orso 278
spina 166
V
Vaccinium myrtillus L. 257, 41, 286
oxycoccos L. 258, 38, 287
uliginosum L. 259, 40, 287
vitis-idaea L. 260, 41, 288
Verga sanguigna 273
Vernis de Japon 241
Vcsicaria 209
Viburnum lantana L. 299, 26, 40, 317
opulus L. 300, 18, 28, 40, 317
orientale Pall. 301, 44, 318
tinus Maxim. 302, 44, 319
Vigna d’orso 288
Vigne 270
Vine 270
ground 310
silk 298
Vinettier 156
Viorne lantane 317
obier 317
Viscum album L. 69, 54, 140
Vite 270
Vitex agnus-castus L. 266, 54, 293
Vitis vinifera L. 234, 30, 50, 270
Vogclkirsche 181
Vogelkopf Rauchhaariger- 225
W
Waldnußbaum 108
Japanische- 105
Mandschurische- 106
Waldrebe Gemeine- 154
Walnut 108
Black- 107
Wangara 230
Wayfaring-tree 317
Weed knot 144
Weide Bruck- 122
Korb- 23, 123
Kriech- 123
Rain- 303
Sal- 121
Weigela japonica Thunb. 303, 54, 320
Weinrebe 270
Weißbirke 78
Weißdorn Degens- 171
Eingriffeiiger- 172
östlicher- 173
Stumpfgelappter- 173
Weißesche 299
Withe ash 299
peppermint tree 230
team 195
Whortleberry 286
red 288
Wild service 200
Wistaria sinensis SwEET 169, 54, 221
Witch hazel 145
Wohlriechendes Gcisblatt- 311
Wolfsmilch Strauch- 142
Wood Iron 75, 84
Bow- 129
X
Xanthoceras sorbifolium B.G.E. 202,
35, 248
Z
Zaubernuß Virginische- 145
Zelkova carpinifolia K. Koch 66, 49,
137
serrata Mak. 67, 50, 137
Zelkove 137
Kaukasische- 137
Zerreiche 97
Österreichische- 97
Zistrose 159
Salbeiblättrige- 159
Ziströschen 159
Zitronenbaum 239
Zizyphus jujuba Mill. 232, 45, 268
Zozzilo 268
Zukvica 139
Zürgelbaum Amerikanischer- 136
Kaukasischer- 135
Südlicher- 134
Zwergbirke 78
Zwergmandel 191
Zwergmandel 191
Zwergmispel Alpen- 197
Filz- 170
Gemeine- 168
Kreisrundblätterige- 169
Westchinesische- 169
Zwergölbaum 226
Zwergporst 283
TAFELN
PLATES
TAFELNERKLÄRUNG
1—2. Querschnitte
3. Radialschnitt
4. Tangentialschnitt
a) Gefäße
b) Tracheidenartige Gefäße
c) Tracheiden
d) Holzfasern
e) Fasertracheiden
f) Holzparenchymzellen
g) MarkstrahlzeUen
h) Ersatzfasern
i) Gefächerte Holzfasern
Vergrößerung der Mikrophotos : 1. = 30 X , 2. und 4. = 100 X , 3. = 200 X
Vergrößerung der Zeichnungen : 120 X (fett), 300 bzw. 360 X
EXPLANATION OF THE PLATES
1—2. Transverse sections
3. Radial section
4. Tangential section
a) Vessels
b) Tracheid-shaped vessels
c) Tracheids
d) Wood fibres
e) Fibre-tracheids
f) Wood parenchyma cells
g) Ray cells
h) Supplementary fibres
i) Septate fibres
Enlargement of mikrophotos : 1. = 30 X , 2. and 4. = 100 X , 3. = 200 X
Enlargement of drawings : 120 X (fat), 300 and 360 X
1
3
4
L Casuarina equisetifoha Forst.
I
r\
1
2
3 4
r
2. Betula humilis Schrank
1
2
3 4
3. Betula nana L.
1
2
3
1
4. Betula pendula Roth.
1
3
4
5. Betula pubescens Ehrh.
1
2
3
6. Betula raddeana Trautv.
1
7. Ainus glutinosa Gaertn.
1
2
8. Ainus incana Moench
2
1
9. Ainus subcordata C. A. Mey.
1
3 4
10. Ainus viridis DC.
11. Carpinus betulus L.
1
2
12. Carpinus orientalis Mill.
1
2
13. Ostrya carpinifolia Scop.
14. Coryhis avellana L.
3
4
15. Corylus colurna L.
1
2
16. Corylus maxima Mill.
I
2
17. Castanea sativa Mill.
1
2
9
1
2
3 4
19. Fagus silvatica L.
OOOftQOQ
1
2
4
H C/i
21. Quercus canariensis Willd.
22. Quercus castaneifolia C. A. Mey.
1
2
3 l
23. Quercus cerris L.
3 l
24. Quercus cerris var. austriaca Loud.
3 4
9
25. Quercus frainetto Ten.
4
3
26. Quercus ilex L.
2
4
27. Quercus petraea Liebl.
1
2
4
28, Quercus pubescens Willd,
1
2
29. Quercus robur L.
1
2
30. Qercus suber L.
1
2
3 1
31. Myrica gale L.
1
2
3 1
32. Jugli111" • 1 ' • 11f«>nni> Maxim.
I
3
33. Juglans cinerea
L.
/
'•I'lschurica Maxim.
3
4
35. Juglans nigra L.
a
9
1
Q
Q
36. Juglans regia
1
3
37. Carya tomentosa Nütt.
2
1
38. Plerorarx a
u
i rnoptrra DC.
1
3
4
39. Populus alba L.
1
2
40. Populus canescens Sm.
41. Populus deltoides Marsh.
2
42. Populus nigra L.
I
2
3 4
43. Populus nigra var. italica Duki.
1
2
1
44. Popuius robusta C. Schn.
1
45. Populus simonii Carr^
1
2
4
46. Populus tacam achacca Mill.
3
47. Populus
tremula L.
1
2
18. Pcpulus trichocarpa Torr, et Gray
•q x!lvS *6t
i
1
2
50. Salix fragilis
a
L.
1
3
l
52, Salix viminali> L,
I
3 4
53. Morus alba L.
1
2
54. Morus nigra L.
2
55. Ficus carica L.
I
56. Ficus elastica Roxb,
3 4
57. Brou»onetia papyrifera A ent.
1
2
58. Maclura pomifera C. Schn.
1
2
59. Ulmus americana L.
1
2
1
()!). I iimi^ rarpiiulolia Gledit^CH
I
61. Ulmus glabra Hlds.
1
2
1
62. Ulmus laevis Pali
2
3
63. Ct,Uis austraüs L-
1
2
3 4
64. Celtis caucasica Willd.
I
2
65. Celtis occidentalis L.
1
2
66. Zclkova carpinifolia K. Koch
3 4
67. Zelkova serrata Mak.
1
2
68. Osyris alba L
3
4
69. Viscum album L.
3
I
70. Loranthus europaeus L.
1
2
7L Euphorbia dendroides L
3
Buxus M*niprr\ircii> L.
1
2
73. Polygonum baldschuanicum Reg.
3 1
74. Hamamelis virginiana 1.
I
2
3 4
75. Cercidiphyllum japonicum S. et. Z.
1
2
3
76. Liquidarnbar Uvracifhia L.
3 4
77, Parrotia persica C, A, Mey.
I
2
?}>. l’l.lliUlH-
3 4
Q
79. Platanus orientalis L.
80. Magnolia aciuuiuata 1 .
1
2
3
4
81. Liriodendron tuiipil
era L.
Oo @o
82. Lauru< nobiüs L.
1
83. Clematis vitalba L.
1
2
4
84. Berberis vulgaris L.
2
85, Mahonia aquifolium Nutt,
1
2
86. Mahoberberis neubertii C. Schn.
87. Cistus monspeliensis L.
1
2
3 1
88. sal\ ifolitus L.
I
2
89. Fumana procumbens Gren. et Godr.
90. Hriiautheinum uuinuiulariuin I
1
2
91. Myricaria <>
germanica Desv.
92. Tamarix galhca EBB
I IVJ VjpilVJU.Hl XUUUIl’ L ’V6
Z
1
2
3 4
94. Tamarix tetrandra Pall.
4
Q
95. Philadelphus coronarius L.
2
1
3 4
96. Ribes alpinum L.
4
97. Ribes sativum Syme.
98. Ribes uva-crispa L.
1
2
9}. Amelanchier ovalis Med.
1
2
1
100. Cotoi-raster intcgerrima Med.
101. Cotoneaster inelanocarpa Lodd.
I 2
ntwiiggß
B HM rrtllf
IIUIßH W«H
1
102. Cotoneaster inultiflora var. calocarpa Rehd. et Wils.
1
2
3 4
103. Cotoneaster racemiflora K. Koch
I
]04. Cotoneaster tomentosa Ldl,
1 2
3 4
105. Crataegus degeni ZsÄK
1
2
]06. Crataegus intricata Lge,
e
107. Crataegus monogyna Jacq.
1
2
108. Crataegus nigra
W. et K.
1
2
109. Crataegus orientalis Pall.
110. Crataegus oxyacantha L.
I
2
4
111, Cydonia oblonga Mill,
112. Dryas cctopetala L.
1
113. Kerria japonica DC.
1
2
114. Malus silvestris Mill.
1
2
4
115. Mcspilus germanica L.
1
2
116. Pyrus communis L.
1
2
117. Prunus amygdalus BäTSCH.
3
2
1
118. Prunus ariueniaca L.
1
2
119. Prunus avium L.
1
120. Prunus cerasifera Ehrii,
121. Prunus cerasus L.
122. Prunus domestica
1
3
2
123. Prunus fruticosa Pall.
I
12 1. Pi uiius iaurocerasus L.
1
2
l
1
3
126. Prunus padus L.
1
2
127. Prunus persica Bätsch.
>e
&
128. Prunus spinosa L.
man
1
2
129. Prunus tcnella Bätsch
130. Pyracantha coccinea Roem.
1
13L Rosa canina L.
1
J32. Kubus L.
1
2
133. Sibiraea croatica Deg.
134. Sorbus aria Crantz
135. Sorbus aucuparia L
1
2
I
I »6. Si)rbus charnaemespilus Crv\zt
1
3
137. Sorbus domestica L.
1
I
1 10. Sorbus torminalis Crantz
I
2
3 4
141. Spiraea cana ÄS . et. K.
1
2
1 12. Spiraea crcnata L.
1
2
3
4
143. Albizzia julibrissin Durazz.
1
3
2
114. Ceratonia >iliqua L.
1
145. Cercis siliquastrum L.
1
146. Gleditschia caspica Desf.
3 4
147. Gleditschia triacanthos L.
1
148. Amorpha fruticosa L,
1
4
149. Caragana arborescens Lam.
1
2
4
150. Caragana grandiflora DC.
151. Colutea arborescens L.
1
2
152. Colutea cilicica Boiss.
4
153. Colutea orientalis Mill.
13 1. (
ri i i I ,i r ui rrii- L.
I
1
155. Cvtisus austriacus L.
~>b.
3 4
1
2
3
4
I//
«I«»/ M' il
157, Cvtisus sessilifolius L,
1
158. Grnista radial a Scoi*.
1
2
3 4
159. Gvmnocladus dioicus K. Koch
1
2
160. Halimodendron halodendron Voss
16L Laburnum alpinum Bercht. et Prsl.
1
2
l
1()2. Laburuuiu anasix roidrs Med,
3
163. Petteria ramentacea Prsl.
4
1
161. Krtaina rhodorhizoido Mev.
I
165. Robinia pseudoacacia L.
1
4
166. Sophora japonica L.
'q nuvMiiiif mnijjRdg 'U){
I
1
2
1
h)8. Ulex europ aeib
L.
3 4
169. Wistaria sinensis Sweet
I
2
l
1 < 0. Daphne alpina L.
171. Daphne arbuscula Celak.
172. Daphne blaga\aua Frey.
173. Daphne ciieorum L.
I
2
I );ipli nr
I
2
175. Daphne mezereum L.
1 7(>- Thynielaea hii-uta Fadi
177. Cneorum tricoccum 1
1
2
178. Elacagiius augu>lit’olia 1
I
2
3
4
179. Elaeagnus angustifolia var. orientalis Ktze.
1
2
180. liippophae rha mnoides L.
181. Eucalyptus amygdalina Labill.
4
182. Eucalyptus globulus Labill.
4
183. Mvrtus communis L.
184. Pimiea grauatuin L.
I
185. Hibiscus syriacus L.
1
2
186. Tilia americana L.
3 4
187. Tilia cordata Mill.
1
188. Tiliu pl;il ypliyllos ScOP.
189. Tilia platyphyllos var. rubra Rehd.
2
190. Tilia tomentosa Moencii
]
2
3 4
191» Citrus aurantium L.
9
192. Citrus medica var. vulgaris Risso
I
3 4
193- Ptelea trifoliata L.
1/
1
194. Ailanthus altissima Swingle.
195. Melia azedarach L<
3
196. Cotinus coggygria Scop.
197. Pistacia lentiscus L.
1
200. Polygala chamaebuxus L.
3
l
9
201. Koelreuteria paniculata Laxm.
1
3 4
202. Xanthoceras sorbifolium B.G.E.
4
203. Acer campestre L.
1
2
204. Acer cappadocicum Gleditsch
1
3 4
205. Acer ginnala Maxim.
1
206. Acer monspessulanum L.
207. Acer negundo L.
1
208. Acer opalus van obtusatum Henry
209. Acer platanoides L.
1
2
210. Acer pseudo-platanus L.
1
211. Acer saccharum Marsh.
1
212, Acer tataricum L,
4
213. Aesculus hippocastanum L.
I
214. Ilex aquifolium L.
1
2
3 4
215. Celastrus orbiculata Thunb
216. Evonymus europaea
Q
o
217. Evonymus latifolia Scop.
218. Evonymus nana Bieb.
1
3 4
219. Evonymus verrucosa Scop.
1
2
220. Staphylea colchica Stev.
3 4
221. Staphy lea pinnata L
1
222. Paliurus spina-christi Mill.
2
1
223. Rhamnus alaternus L.
9
1
224. Rhamnus cathartica L.
1
225. Rhamnus fallax Boiss.
1
2
226. Rhamnus frangula L.
]
2
227. Rhamnus imeretina Booth.
228. Rhamnus pallasii Fisch, et Mey.
1
2
229. Rhamnus pumila L.
1
3 4
230. Rhamnus saxatilis Jacq.
9
1
2
231. Rhamnus tinctoria W. et K.
3 4
232. Zizyphus jujuba Mill.
233. Parthenocissus quinquefolia Planch.
3
4
234. Vitis vinifera L.
1
2
3 4
235. Cornus australis C. A. Mey.
I
2
/OT—nmir
236. Cornus mas L.
® ® &
237, Cornus sanguinea L,
3 4
238, Hedera helix L,
1
2
4
239. Bupleurum fruticosum L.
1
240. Arbutus andrachne L.
3
4
241. Arbutus unedo I
3 4
242. Andromeda polifolia L.
I
243. Arctostaphylos uva-ursi Spreng.
I
244. Arctous alpinus Niedenz
245. Bruckenthalia spiculifolia Rchb.
3 4
246. Calluna vulgaris Hüll.
9
3 4
247. Chamaedaphne calyculata Moench
o
4
3
248, Erica arborea L.
4
249. Erica carnea L.
I
3 4
250. Erica tetralix Scop.
(400 \ )
251. Ledum palustre L.
]
2
3 4
252. Loiseleuria prccumbens Desv.
1
2
253x Rhododendron ferrugineum L,
1
3 4
254. Rhododendron hirsutum L.
1
2
3 4
255. Rhododendron ponticum L.
1
2
256. Rhodothamnus chamaecistus Rchb.
(400 x)
1
3 4
257. Vaccinium myrtillus L.
1
2
3 4
258. Vaccinium oxycoccos L.
1
259. Vaccinium uliginosum L.
1
2
3 4
260, Vacciniinn vitis-idaea L.
o
2
1
3 4
261, Empetrum nigrum L,
1
2
262. Lycium halimifolium Mill.
2
4
263. Paulownia tomentosa Steud.
1
2
3
4
264. Campsis radicans Seem.
3 4
265. Catalpa bignonioides Walt.
i^im.<.ynna3ilT5s»
Mtifllb biiMjiiu— ’t1*1
iiatia
HVMI0I
iUB «sf BH« 3
4
266. Vitex agnus-castus L.
267. Lavandula officinalis Chaix, et Vill.
268. Rosmarinus officinalis L.
1
2
4
269. Diospyros ebenaster Retz.
3 4
270. Diospyros lotus L.
1
3
271. Ncriiim oieander L.
1
2
4
272. Periploca graeca L.
273. F orsythia viridissima Ldl.
1
3
4
274. Fraxinus americana L,
275. Fraxinus excelsior L.
1
2
4
276. Fraxinus mandschurica Rupr.
277. Fraxinus ornus L.
278. Fraxinus oxycarpa Willd.
1
4
279. JasmilJlllTl frntirnnG T.
1
3
d
a
280. Lignstrmn vulgare L.
]
4
281. O ea europaca L.
1
282. Phillyrea latifolia L.
283. Phillyrea latifolia var. media C. Schn.
1
2
284. Phillvrea vilmoriniana Boiss. et Bal.
1
2
285. Syringa amurensis Rupr.
286. Syringa josikaea Jacq.
o
287. Syringa vulgari;
1
288. Linnaea borealis L.
1
2
289^ Lonicera caprifclium I
1
290. Lonicera coerulea L.
1
2
291. Lonicera etrusca Santi.
292. L micera nigra L.
1
's
s
s
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0
6
\
\
\
293. Lonicera orientalis Lam.
1
294. Lonicera tatarica L.
1
295. Lonicera xylosleum I
296. Sambucus
2.
OQ*
r
3 4
297. Sambucus racemosa L.
1
298. Symphoricarpus albus Blake
1
n
3
l
299, Viburnuin lantana L,
pulo uinujnqi *0Q£
7,
I
1
2
3
301. Viburnum orientale Pall.
>epöqo°oq
ödooooooj 9
302. Viburnum tinus Maxim.
303c Weigela japonica Thunb.
4
Für die Ausgabe verantwortlich
Direktor des Verlages der Ungarischen Akademie der Wissenschaften
X
Verantwortlicher Redakteur
Dr. A. Jolsvay
X
Technischer Redakteur
A. Fülöp
X
Manuskript eingegangen am 4. 2, 1959. 110’3 (A/5) Papierbogen, 307 Tafeln + 6 Tabellen
X
Druckerei der Ungarischen Akademie der Wissenschaften
Verantwortlicher Leiter Gy. Bernat
MERKMALÜBERSICHT DER BEHANDELTEN HOI*.
SURVEY OF THE TREES DEALT WITH ABOVE
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ML ' /’ 1 1
w — * _ 1 III111
r. z z jjj} 6
i Ater campt'Irr 203 85
cappadocicum 201 300 HO
205 III 1 > - 85 95
3. n ™
1. monspffisul<*nlltrt 206 Hd HS ] 10—150
HO 120
x
6. opalus Mir. obtusatuni . . . 208 85 95
209 1 '> so 75 85
8. pseudo-platanus 210 - 70 75 60 6'» 1 10 1 10
9. 211 — HO K'i 155 - 165
HO 'M» 170 190
10. <01 100
21 1 .»00 -’.»o 190 190
1). desculus hippocastanum l'JD 210
12. ddanthus altissuna 191 - |, 18 00 68
13. Albizzui julibrissm 1 H 7 8
I 1. Ainus glulinosa 7 - - f<0 "0 175 190
15. 8 • - UH IUI - 165 180
16. ,, subconhilu ........... , 9 21 0—220
17. . uriJn 10 - MO HS - 150—160
18. Anielanchur oialis 99 J20 110 270- 290
19. Amorpha fniltcosa ......... 1 18 >0 So 60— 77
20. indromcda pohfoha 212 — 25- 1200
21. frbutus andrurhnc 210 - — 1000 —1005
22 uniilo ............... 2 41 - 650
23. Arctostaphylos uta-ursi 213 100- 130 100 - ISO 800—900
24. Arclous alpinus 241 -1- — 1000—1100
25. Berberis vulgaris 81 — ~ 200- 220 -= 3|o—370
26. Betula humilis 2 -1- — ',0 60 10 10 - 80—100
27. 3 — 90—100 = 160—180
28. pendula 1 z — HO —HS . 1 10—155
29. pubescens 5 -! — 10 15 - 85—95
30. .. raddeana 6 - — 280—290
31. Broussonetin papyrifern 57 -i- HO 90 — 95—110 ,
32. Bruckenthalui spirulifolia 215 - — 950—1000 1
33. Bupleurum fruticosum ........ 239 550—510 [
31. Buxus semperi irens 72 .1 - 50—500
35. 216 — 12 50 —1300 ।
36. Campst* raihcuni ............ 261 25 -27
37. Caragana arborescens 119 — • 10 15 110—125
38. .. grandtflora 150 1 ;80 —390
39. Carpinus brfulus 11 50 60 - 70 -85
40. orientahs 12 — ’ 120 rto HO 120 230—250
41. Carya lomentosa .37 — - 10 60
42. 17 20 2.S - 10—50
43. (.asuanna equiselifolia 1 - - 60 70 110 — 130
44. Catalpa bignonioides 265 — 4 10 13 15 -55
45. (.elaslrus orbicululu 215 - 90—95
46. (.Alts austrahs .............. 6.3 i 25 10 2S 10 50—60
47. 61 60—65
48. ,. arridentalu 65 1 60 70 90—105
49. l^ratonui sdupia 1 11 125 130
50. Cercidtphyllum japanirum . . . . 75 1 750 850
51. 1 (.erris sdujunnruni 1 15 1 SO 60 105 120
52. 1 (.huniardaphne ralycidata . 2” 1200 1 >00
j
1 “ 2
105. Etonvmus nana
106. rcrruroM
107.
108. ,, sji atu-a
109.
110. „ rlastira
III. Farsythui i wulu.ima .
112. Frannus amenrana
113. excelstar
... mandschunra . ..
„3. ornus
116. ,, ovyrarpa .
117. Fumana procumbcns
118. Genista radiala •
119. Gledmchia ca.fn'n ...
120. ,, In idinthos . . . .
121. Gymnocladui dioicui
122. Halunodendron halodendron
123 Ilamamclu tirciniana
l.’l. Hedera hehl • .
123 Helianlhemum nummalaniim .
126. Iltbisrus ^yriacus ....
127. llippophai' rhamnoidct
128. Ilex aquifolium ...........
129. Jasmtnum frulieans
130.
131.
132
133.
131.
1 10- Laiandula offinnali
1 H. l^edum paluitre . . . .
1 12. Li^usfrum t ul^urr ,
1 1.3. Linnaea borealis ..........
" eirusra .......
»• orientahs ......
». tatarira .........
’• xylotleum .......
i*oran(hua europaeu» ........
Lynum halunifohum............
^laclura pomifera
* E *= ih.b H H IS SS Poren - Pore«: >' „r >’ ‘ 6 " MarkMrahlr" 12
157. 158. 159. 160. 161. 162. 163. 164. 165. 166. 167. 168. 169. 170. 171. 173. 17 t. 176. 178. 179. 180. 181. 182. 183. 184. 185. 186. 187. 188. 189. 190. 191. 192. 193. 194. 195. 196. 197 198 199 200 20] 201 2o: 20 20 20 20 20 lfacno/ia arummalu Mahobrrbrris neubrrtu Mahonia aquifolmm Mcha azcdarach Mrspdus grrmanwa „ nigra Uynra fair Myricaria germanica Myrtus communis A’eruim olrander Olea europaea Oatrya carpinifolia Osyris alba Paluirus spina-chrwli Parrotia persica Parlhenocissus quinquefolia . . Paiilotcnia lomentoia Periplaca graeca Pelteria ramentaceu Phdadrlphus coronarius Phillyrra lotifolui latifolui vor. mtdui ,, vdmonniana Pistacut Itnttsrus „ terebinthus Platanus occidentalts „ orientalis Polygala chamarbuxus Polygonum baldschuanicum . . . Papulus alba ,, canescena „ nigra ............... .. .. 'ar. ualwa „ robusta ,, stmonii ............. M laromflr/iacrn >1 .. iremula " Irichocarpa Prunus amygdalus ,♦ armenuica oiium rera.ifrra •• ♦, crraaus............... o domrslica............ 1- .. frutuosa ’ .. laurocrraaua ........ 6« mahaleb ............ , o padua............... '«• .. prriwo 80 86 85 195 115 53 51 31 91 183 28] 13 68 233 263 163 95 282 283 281 197 198 78 79 200 73 39 10 41 42 13 tt 15 16 17 18 117 118 119 120 121 122 123 121 125 12( 12- / v + - 1 L - I6i> loo 250—290 2:1 3—6 5 i, .’jo jso H5—I7O 2.5:1 2 6 150—200 1:1 — 18’ 370—110 1.5 1 — 10—12 2.1 — 2 2o iS ho 31°—330 2-1 — 55-62 7.5:1 - 2 6 ^-20 75_]OO -.5 :] - 1 ™ 135—150 2:1 - 1 8 110—120 2:1 — 2 i. "" X ll°—180 3:1 — 90—100 1.1 2—5 70—80 3 1 2-6 J““ 180—200 15 1 2—10 2 II 230—210 2 1 — £ .« 7S~8S 2 1 2 S 100—110 l 1 17- 21 8 12 10—35 1 1 - 2 8 220 — 2 10 3 1 2 3 — 5 '° ’° 80 100 3 1 - 10 so 220—2.30 ]] — 2 -50 210— 250 2 ] _ 2-50 3i"-33" > - X’X 100—140 5.1 2-8 260—280 3 1 — — ‘L.'oö 19°-220 1 1 - 3-8 X:X° 300-32ü >> - - 350—100 2:1 2—3 - 30—35 2 1 — 2 —3 23 2~3 3~8 nö-'l’s 230-265 2 1 2-5 2-6 so oo 1 >•->—l.i 2 1 2—1 3—6 oo ioo In—195 2.1 2—8 ;’-8°„ >‘0-160 2 1 2-6 - .so ro 23"-235 3 ' 2- 6 3-<> X X 280 — 320 1 1 2 -5 2-8 so “ H»-130 2 12—5 - m ?„ 120-1 10 2 1 2-1 .3-6 X-X 3,,"--32,, 21 2-‘ 3-8 io-so 11' -13> 11 2 — .30 uo 180-200 8 1 2-3 3-6 X X 200 220 2-1 2-6 3-8 X X >• * - - Z -o 12(1 1 = 1 2-1 3-6 r.o Z 2”<-~3>- 2 1 2—3 3-5 ho iso 2HO 3OO ,.5 1 2-1 _ 8(l - 90 1 1 — _ X X 22"~ 2‘" 2 1 2-4 2-6 .',o X *8" 200 1 1 2-3 2-4 | =0 60 100—120 5-1 2-3 , - < -28 16 . -80 12 1. —60 2o . -100 2o fc— KM) 1 ' P—6 Io | ft—50 8 1 J0—60 6 . |0—12 12 io—75 12—11 t'>—60 8—10 -5—10 11—18 11'0—110 1 5 6—8 25—30 12- 15 1 " 7 16—10 ."15 18 ' 75 14—18 r 60 14—16 । 6i. 11—16 6, 11—16 14—16 11 8—10 1 • 12-14 20—22 H" 8-10 - 8-10 1 10—U 9 12~14Ä 10—ul 3—20 30—100 30—100 1—30 1—12-25 c 2-80 K 3-10 C 30-40 50—60 20—25 20—150 2—25 2—10 1 2~2S 1 k V-l I G 60- TO 1 K 1—4 ! 2-23 ' 1 — 10—31 K 10 60 60—100 1 .0 3—15 2—10 3—35 8—80—180 3 — 6 200— 106 5 -30 1- 10-25 3 20 1-20 2 IO(16) ( 10 30 1 10
E e E ® z r -h je ?•? •5 = = = 4 5 - i > H - ’ 7 b - I - 1 1 _ 1—16 -SO -80 -80 -so -10 -3 -75 -70 -» Zoo =70 —3 -4 ikZo ^-80 -65 |—20 I-4S —55 — SO 100 > - 70 .0—55 >0110 10 - 120 0 120 .11 55 11 15 ’.ii 10 n |0 Mark«lrah)rn l(nvt v* se H H il 1J ti 12 11 O IS Htmrnle Hritirm« 1 GHiUr Tr,«rh'ld’" . , !>.... hl.,.,. 1, |..r.nrll,n> 1 l***rforalioii S ; U 1 s 1 H Ü H il ij h ß 1 l älslii
209. 210. 211. 212. 213. 21S. 216. 218. 219. 223. 226. 228. 23i). 231. 233. 231. 235. 236. 237. 238. 239. 240. 241. 212. 213. 245. 216. 2 47. 218. 219. 250. 251. 252 253 251 2.5.5 256 25' 25t 25t 26i 128 129 191 38 181 130 116 20 23 21 26 28 IO 228 230 231 25.3 199 96 97 98 131 268 1.32 19 50 52 296 297 133 166 131 13.5 136 1.31 1 ~ x 1 I | | • I : . 1 • • -1 -t | 1 1 1 ; ‘ ' 1 t 1 • 1 । । 4 1 1 1 X b 1 " - -7 - - I I I 1 1 , i * 1 1 I -t 1 1 : ’ X X X — 85 84 170 -190 2:1 2— 1 3-1 BS MS 180 200 360—390 1 1 2 -1 2-1 180—100 4?-?° -.5—90 8-1 2— 1 1 5 JS —40 j4 28 30—10 112 1 « 40 70 90 ,:1 2- 1 250—320 1:1 — - 220-2.. 2-.1 3-1 « :: 21 5 1- b 10 56 70 ’n- 1 •’ so 1.0 - ' । 20 100 .... „„ H-210 8.1 - 2-1 u ’n Ml 5.1 — 2—1 8 ’8 12 5.1 — — ti 10—15 10:1 — — 11—20 1:1 — — 10 in .0 60—90 6:1 — ~ 70-85 5:1 — — = 25—40 20:1 — — ^=7-15 2:1 - - 65—70 .3:1 — 2—20 •®T?? = 150—170 3:1 2—3 2—15 320—310 2:1 2—8 2—15 = 130—150 5:1 2—8 3-11 = 90—100 5 : 1 2—8 2—6 2 40—250 2:1 2—8 2—20 2.50—260 1 : 1 2—8 2—20 750—800 2:1 — .’io 210 n()_37() ] , _ 1110—1100 1:1 2-8 1200- 1100 1.1 — — 2100 — 2500 1 1 - — 710—7 40 2.1 - — 1200—1 400 1.5:1 — — 00 HO 123-ir> 10:1 2—1 1 3—6 ''» 370-100 1.5.1 - - 200 210 2,0 2,0 110- 1.50 1 1 - - 1J ";n 310- 160 2:1 — 3—6 170 1B.I jo 28 .35-50 6:1 2-1 3-8 88 .‘u° ’7’>- 190 H 1 ~ 2~6 330 - 150 1:1 — + öo 70 1’5-160 1.1 - .3—6 “ 78 120—110 1:1 2—1 2—5 88 88 1 60-180 1 1 2- 1 2-4 ;;8 288 5 10 - 5 6 0 2.) 2 - 3 3-8 ::z“: 2:1 2 2-> 2- •»-6 ;28 ;;8 2io-2go 2 = 1 2-4 3-8 550—600 3:1 — — iL'.; “>--><> »1 22-3 ho ' = 1 - 3-6 2“ 3:1 - 2-5 650- 700 2.1 — — | iso ko 300—.120 1 . 1 2-3 + 8 10 < 25 IO ( 10 12 10 12 111 20 20 22 10- 12 18- 20 12—11 18 10—12 , 16— 1 8 16- 18 10- 1 2 16 111 16 111 (> 18 2n 12 1 1 11-16 12—1 1 10 16 18—10 10—12 16—11 31—38 36—31 22 '• 40—45 12—14 25—26) 16-18 16—18. 6—10 10—12 12-14 8—10. 14—18; 14—16 20—24 14—18 8—10 18-20 8—10 16-20 16—20 12-14 12—14 ! G 16 '0 (, 1 G 1 K - -0 k > ; 2—10 ] 3 2—10 I - 4 __ 1 — 30 ]> _ _ 3—60 ] _ 2—60 ]—2 - _ 3—50(100) 1-2 (. G 10 JO K 3 20 h| — - G 40 60 G |0 30 K 2 25 hl ~ K 1 H , 1 G 19 2* 1 ‘ G 30 10 G 10 30 _ G « G ll .10 K 1 20 h 1(2 1) G ic G 10 H) 1 ‘k r .25 h ; w - - G ® G 10 10 . K 2-25 h 1 । G « G 6 <0 h 1 30 hl G « G |0 <0 K 3 30 hl ' G (. 25 10 _ 2—20(30) 1—6 — — 4—20 1 — 2(3) — — 1. in ’.o 1. J 1 K 1 IS Kl K 1 3 . - 1—8—18 1—2 — — ,1.-20 1—2 — 1—20 1 — 2 — 3-2o 1-2 - 2 — 50 1—2 - — - 3—50 1 _ _ _ 1B... j j 1 — 10 1 - — — 5—20 2—3 — — I. 7.-60 • K 1 3 11 1. S 60 <• 1 6 K S II Kl 80—100 1—8 — — 3— 10 1—6 — — <• 6 2-8 _ • • ‘ • • ' ' 1 ‘ — — - ' ' ’ 1 1 i i ; i | | 1 1 1 1,11111111111111111111111111,111 , 1 1 1 ' ( , , | , ! Illi | I 1 1 1 । 1 1 1 । 1 1 । ' 1 ' । । 1 1 1 । । । > 1 1 1 । । I 1 1 1 1 1 1 t 1 I 1 (| | 1 1 | > ’ ' - । । 1 . ; , III' . ( । ! 1 | ) ' ' ' 1 । । । । 1 1 1 1 | ' 1 1 । । । । 1 1 ' ' ‘ 1,1,1 ' 1 1 1 1 1 | 1 | ' 1 1 1 1 1 1 ' । । 1 ' 1 । 1 1 ' ' 1 1 1 1 1 1 1 1 ' 1 ' -| 1 1 1 1 | | | | | | | -j | 1 । । । । । । ' 1 1 1 1 1 1 1 1 ' 1 LZ—1-1 । 1 1 1 । ' । । । J_ । । । । । 1 1 1 1 1 | , | t! . । "
Prunus sptnosa Plerocarya slrnoptera racantha coccinea Quercus borralis nuima „ canariensis ,, castaneifolia ,, \ar. austriaca . . ,, frainello Her ,, petraea ,, pubtsrens Retama rhodnrhizoidri Rhamnus alaternus cathartirn fidlax francula lateretina pallasu pumda saxatdis linctoria............ Rhododendron ferru^ineum .... hi”sutum ponticum Rhodothamnus chamaectstus. . .. Rhus tpyphma Ribes alpinum ,, safiium ............... ,, uca-crispa Robinia pseudoacacia Rosa riinina
Rosmarinus offirmalis Rubus idaeus H-> 5 -20 1—2 — u. K 1 B K 1-2 ,1 1.0 5—15 1 — II) 8—16 1 — — , 1.0 4—20 1 — - — jo 8—50 3—4 — — in 1—30 2—4 — - K ? IB Kl ~ ~ ,, -.0 2 - 30 1-3 - H-, 2-20 1-3 - ,(l, 2-10 1-2 - 1 - i.o 2 25 1 - 1
Salix caprta
reperu vor. rosmarinifolia „ i-immalu Sambucas nigra
,, racemosa
• Sibiraea croatira
’♦ Sophora japoii^i
Sorbui aria .................
,, aucuparui ............
,, chamaemetpilus domeslica.............
iioit ör "
Uood — - — - —
H if p p mn- | nun» 1 1 rl
'' 5 7 | i jj
261. SoriuJ mougeolii 138 - - 140—130 320—350 1:1 - -
262. ,, wnimtija 139 100 110 30- 10 130—150 2 : 1 — —
263. ,, lorminalis 140 — ><“ ro 280—300 2 : 1 2 —
264. Sparlium junceum 167 - — 120— 450 1:1 — 3—8
265. 141 — g60 -280 520—560 2 . 1 — 2—4
266. 1 12 - ;00—800 3 : 1 — —
267. 22<1 — 1 : 10—115 2:1 — 2—3
26«. t> pmnata 221 - — >0 60 100—120 1.5 1 — —
269. Ssrnphorwarpus albus 298 — 160 CO 320 -110 l 1 — 3—6
270. Syringa amnrensu 285 - 360 10 720—7 10 2 : 1 2—3 2—1
271. josikaea 286 - - 110 150 300 -320 l . 1 — 2—6
272. i ulgaris 287 - - 110 150 280 100 1:1 — —
273. Tamarix $><i//ir<i 92 — 55— 65 9 1 — 2
274. pentandra .... 93 - 30 60 10 15 90—105 5 . 1 — 2—1
275. ,. tetrandra 91 — 55—65 1 :1 — 2—3
276. Thxmelaea hirsuta. 1 76 - HO ISO 110 ).'»() 280—300 1 : 1 — -
277. Tdia amenrana 186 — «0 uo 150 — 170 1 : 1 3—6 2—6
278. ' .. rorduta. ... 187 — HO 100 155—195 1 : 1 2—1 2—5
279 plaixphsllo' 188 — '?*» 103 190—21» 1 1 — 2-5
280. ur. rubra . 189 - 9, 1 10—160 1.5 : 1 2—6 3—4
281. .. tonientosa 19» — 110 150 270—300 1.5 1 2—1 2—1
282. 1 lex europarus .............. 168 - — 50—160 1 1 — —
283. Clmus americana ........... .59 — - 180-200 - 250—280 8:1 2—5 -
28 t. earpinifolia 60 — 10 1» 55 —67 7 . 1 - 2 — 10
285. glabru 61 — 65 " 210—2.30 1.3 : 1 — .3—10
286. .. laeiis 62 - - HO -100 95—118 10 1 2—10 -
287. 1 accinium myrtilhi* 257 - — 1000—1050 1 : 1 — —
288. OX\COCCqS 258 — 1000—1200 1 :1 — 2—3
289. uligmosum 259 - — 480—1000 1 : 1 — 2—4
290. .. i nis-idaea 260 — - 330- 560 920—910 3:1 2—6 2—6
291. 1 iburnum lantana 299 110-120 195—210 1 : 1 — —
292. opulus 300 160 180 - 375—405 1.5: 1 — —
293. orientale 301 - 320—325 — —
294. .. rtniu 302 - 130—135 — —
295. l'iscum album 69 - — 800—900 1 . 1 .3—18
296. 1 Hrx agnus-castus 266 - — 30—35 1 : 1 —
297. 1 Uis i mifera 231 — — JO. |ß .31—45 10:1 2—10 -
298. 14eigela japonira 303 - — 105—110 1 : I 1 — 2—3
299. 14istarui sinensis 169 - 75-77 1.5:1 2—3
300. Xanthocrras sorbifolmm 202 30— 10 1:1 1 2—3 2—5
301. Zrlkoia earpinifolia ........... 66 - 120—125 7 : 1 1 — 2—10
302. «, serrata ............. 67 - 50 51 ’ 85—100 .3—5
303. Zizyphus jujuba 232 * - 8i 125—140 10 50 2 : ] 4—5