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Text
Handwörterbuch
der
deutschen
Gegenwarts
sprache ln zwei Bänden
Akademie-Verlag
Berlin
Handwörterbuch der deutschen Gegenwartssprache
AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN DER DDR
Zentralinstitut für Sprachwissenschaft
Handwörterbuch
der deutschen
Gegenwartssprache
In zwei Bänden
Von einem Autorenkollektiv
unter der Leitung von
GÜNTER KEMPCKE
Autoren:
Christa Blumrich • Edelgard Dück ert
Marie-Elisabeth Fritze • Heidrun Käubler f
Günter Kempcke • Susanne Ketzel
Margot Richter • Vera de Ruiter
Renate Schmidt ♦ Hanna-Brigitte Schumann
Doris Steffens • Elke Tellenbach
Birgit Wolf • Waldemar Wunderlich
Karl Wunsch
L-Z
AKADEMIE-VERLAG• BERLIN
19 84
Erschienen im Akademie-Verlag, D D R -1086 Berlin, Leipziger Straße 3 —-4
© Akademie-Verlag Berlin 1984
Lizenz-Nr. 202 • 100/215/84
Printed in the German Democratic Republic
Gesamtherstellung: VEB Druckhaus „Maxim Gorki“ , 7400 Altenburg
Einbandgestaltung: Karl Salzbruim
Lektor: Alfred Gessler
LSV 0817
Bestellnummer: 753 333 0 (6449/1 -f- 2)
06800
L
1, L, das;
- /umg.
-s [sl] der Laut L; zwölfter
Buchstabe des Alphabets: ein kleines, großes
Lab, das; -(e)s, -e Ferment bes. im Magen saugender
Kälber, das das Kasein der Milch gerinnen läßt:
für die Herstellung von Käse, Quark wird L. ver
wendet
labb(e)rig /Adj./ umg. fvon Nahrungj ohne Gehalt,
Geschmack, wässerig: Spinat, die Suppe ist ihm zu 1.
Labe, die; fo. PI./ veraltend Labsal: solch ein
Glas Milch ist eine echte L.
laben jsw. Vb.; hat/ geh . sich, jmdn. erfrischen,
stärken (1.1.1): sich an, mit etw. 1.: sich an, mit
einem Glas Bier, Milch 1.; jmdn. m it etw. 1.: jmdn.
mit einem Trunk frischen Wassers 1.; etw. labt
jmdn.: der kühle Trunk, die frische Luft wird
mich 1.
Lab|ferment, das Lab
labil fAdj.f 1.1 . unbeständig, schwankend: eine
labile Pulsfrequenz 1 .2 . jmd. h at eine labile (nicht
widerstandsfähige, anfällige) Konstitution, Gesund
heit l.B . ein psychisch labiler (leicht zu beeinflussen
der, charakterlich nicht fester) Mensch; ein Mensch
m it labilem Wesen; dazu Labilität, die; -,
-en
fvorw. 8g.I
Labjmagen, der letzter Abschnitt des M agens von
Wiederkäuern
Labor, das; -s, -s/-e fKurzw . für Laboratorium/: sie
arbeitet in einem L .; ein medizinisches, chemisches
L.
Laborant, der; -en
-e n Fachkraft für naturwissen
schaftlich-technische Hilfsarbeiten in einem Labo
ratorium, einer Apotheke; dazu Laborantin, die;
-nen
Laboratorium, das; -s, Laboratorien [ . .ion, ..io n]
1 / auch Labor/ A rb eitsraum für experimentelle
Forschung und praktische wissenschaftliche Arbeit,
bes. in Naturwissenschaft und Technik
laborieren fsw. Vb.; hat/ umg . an einer Krankheit,
einem Leiden 1. (sich mit einer Krankheit, einem
Leid en herumplagen und allerlei Mittel versuchen,
um gesund zu werden)
Labsal, das; -(e)s, -e, süddt. österr. auch die;-,
-e [..za: 1] geh. etw., das jmdn. lobt: dieser Trunk,
die Weintrauben, Kühle des Waldes ist ein L. (für
mich)
Labyrinth, das; -(e)s, -e [ ..b y ..] 1. Garten(anlage)
m it vielen von hohen Hecken umgebenen Wegen, aus
denen man nur sehr schwer herausfindet; O das L.
der Schächte und Stollen in einem Bergwerk —
2. Med. innerer Teil des Ohrs
Lache, Lache, die; -,
-n I. fvorw. Sg.f [laxe] umg.
Art und Weise, wie jmd. lacht: er hat eine unan
genehme, laute, dröhnende L .; eine laute L. anschla
gen (plötzlich laut zu lachen beginnen) — II. kleine
Ansammlung einer Flüssigkeit bes. auf dem flachen
Boden: das Wasser stand in Lachen auf der
Straße; der Verletzte lag in einer L. von Blut; der
Regen bildete Lachen (Pfützen)
lächeln fsw. Vb.; hat/ seine Freude, Heiterkeit,
aber auch andere Gefühle äußern, indem man leicht
das Gesicht verzieht, ohne den M u nd zu öffnen:
fröhlich, heiter, zufrieden 1.; verbindlich, v iel
sagend, geheimnisvoll 1.; bitter, verächtlich, spöt
tisch 1.; ein feines, unmerkliches, verführerisches,
schelmisches Lächeln; ein Lächeln spielte um ihren
Mund; ein Lächeln der Freude
lachen jsw. Vb.; hat/ mehr od. weniger unwill
kürlich durch Verziehen der Gesichtszüge und H er
vorbringen kurzer, abgerissener, unartikulierter L a u
te seine Freude, Heiterkeit, aber auch andere
Gefühle äußern: herzlich, fröhlich, la ut, schallend,
leise, höhnisch, ärgerlich, spöttisch 1.; von Herzen,
über das ganze Gesicht 1.; über jmdn., jmds. Dumm
heit, einen Witz 1.; ein helles, unterdrücktes
Lachen; in Lachen ausbrechen; er konnte sich das
Lachen nicht verbeißen; jmdm. ist nicht zum
Lachen (zumute) (jmd. mag nicht lachen, weil ihm
etw. zu ernst ist, weil er Kummerhat); Ogeh. jmdm.
lacht das Glück (jmd. hat Glück); die Sonne lacht
(strählt 1.1 .1)
+ nichts zu 1. haben (es schwer haben); um g . das
wäre ja g ela cht (das müßte gelingen, zu schaffen
sein)!; sich ausschütten vor Lachen, sich vor
Lachen ausschütten wollen (anhaltend, sehr lachen);
daß ich nicht lache (das ist ja lächerlich)!; sich
vor Lachen kringeln, kugeln (heftig lachen); —
sich einen / Ast 1.; mit einem lachenden und
einem weinenden / Auge; sich den /* Bauch vor
Lachen halten; der lachende / t Dritte; sich (eins)
ins / Fäustchen 1.; / gut 1. haben; aus vollem
/* Hals(e) 1.; jmdm. lacht das / Herz im Leibe;
da 1. ja die / Hühner; sich / krank, / krumm und
schief, / scheckig 1.
Lacher, der; -s, - 1 . jmd., der über etw. lacht: seine
Späße fanden immer wieder L .; die L. auf seiner
Seite haben (Personen bei einer Auseinander
setzung dadurch, daß man sie zum Lachen bringt,
für sich einnehmen) — 2 . u m g . kurzes A uflachen:
sein Witz konnte ihr nur einen mühsamen L. ab
gewinnen
Lach|erfolg, der jin der Verbindung/ einen L.
haben (Personen zum Lachen bringen)
lächerlich fAdj.f 1. komisch wirkend, Albern, nicht
ernst zu nehmen: sein lächerliches Auftreten; u m g .
eine lächerliche Figur abgeben (komisch wirken)^;
das ist ja 1.; etw. 1. finden; etw., jmd. sieht 1. aus;
sie befürchtete, sich 1. zu machen (sich dem Spott
anderer auszusetzen, sich zu blamieren) ; jmdn., etw.
1. machen, etw. ins Lächerliche ziehen (jmdn., etw.
herabsetzen, demSpott anderer preisgeben) — 2 . ge
ringfügig, unwichtig, unbedeutend: ein lächerlicher
Anlaß; eine lächerliche Kleinigkeit — 3 . fadv.; emo
tional im negativen Sinne vor Adj., die ein niedriges
Maß ausdrückenf sehr: eine 1. niedrige, kleine, g e
ringe Summe; zu 1 u. 2 Lächerlichkeit, die; -,
-en
Lachj -falte, die fvorw. Pl.f durch das Verziehen
des Gesichts beim Lachen entstandene Falte; -g a s,
46 Wörterbuch
708
lachhaft — Ladung
das jo. Pl.j Med. Narkosemittel aus Stickstoffoxid
m it Sauerstoff
lachhaft jAdj.; vorw. präd.j nicht ernst zu nehmen:
sein Einwand, seine Behauptung ist geradezu 1.
Lach| -krampf, der M ed . krampfhaftes, unstillbares
Lachen, das bei bestimmten Krankheiten auftreten
kann; -tust, die jo. Pl.j Lust zum Lachem die Kari
katur reizte ihre L.; -reiz, der jo. PL/: etw. übt
einen L. auf jmdn. aus (reizt ihn zum Lachen)
Lachs, der; -es , -e räuberisch lebender Knochenfisch
der nördlichen Meere, der zum Laichen fluß auf
wärts wandert und als Speisefisch genutzt w ird :
Lachse fangen, räuchern
Lach| salve, die gleichzeitig einsetzendes lautes Ge
lächter mehrerer Personen: sein witziger Vortrag
wurde wiederholt v on Lachsalven unterbrochen
lachs/Lachs| -färben jA d j.j von hellem, leicht ins
Orange spielendem Bot; -rot lA dj.j vgl.
- färben;
- Schinken, der zarter und magerer, kurz gepökelter
und leicht geräucherter Schweineschinken
Lack, der; -(e)s, - e l . l . farblose Lösungaus (Kunst-)
harzen und Ölen zum Anstreichen, die nach dem
Trocknen einen festen, dichten, durchscheinenden,
glänzenden Überzug bildet: farbloser L .; ein schnell
trocknender L.; den L. dünn auftragen 1,2 . Über
zug aus 1.1: der L. platzt ab — 2 . Lackfarbe
Lack| affe, der u m g . übertrieben herausgeputzter,
geckenhafter Mann: so ein eitler L.!
Lackel, der; -s, - landsch., bes. süddt. österr.
ungezogener junger Mensch, Flegel
lacken jsw. Vb.; hat/ etw. lackieren (1)
Lack|färbe, die Lack (1) mit einem Zusatz von
Farbe: L. für außen, innen; weiße L.
lackieren jsw. Vb.; hat/ 1. etw. mit Lack überziehen,
streichen: einen Schrank, die Türen mit Vorstreich
farbe streichen und anschließend 1.; ein Boot 1.;
die Fingernägel 1. (mit Nagellack bestreichen) —
2. s a l o p p jmdn. betrügen, hereinlegen: ich bin, den
haben sie ganz schön lackiert; zu 1 Lackierer, der;
- s, - Facharbeiter, der fertige.Erzeugnisse lackiert;
Lackierung, die; -,
-en: das Auto hat eine neue L.
(ist neu lackiert worden)
Lack|leder, das mit Lack überzogenes, glänzendes
Leder
Lackmus, das, der; -, jo. P l.j aus einer strauchigen
Flechte (1) gewonnener Farbstoff
Laekmus|papier, das jo. P l.j als Indikator (3) die
nendes, m it Lackmus getränktes Papier, das sich
in Säuren rot, in Basen blau färbt
Lack| schuh, der Schuh mit einem Oberleder aus Lack
leder
Lade| -fläche, die vgl. Laderaum; -gerät, das Gerät
zum Aufladen von Batterien: -hemmung, die Hem
mung in einer Handfeuerwaffe, die das (selbst
tätige) Laden verhindert; + umg. scherzh. jmd.
hat (eine) L. (weiß nicht, was er sagen wollte, ist
momentan begriffsstutzig); -liste, die Verzeichnis
der für die Beladung des Schiffes vorgesehenen
Güter; -luk e, die verschließbare Öffnung im Deck
eines Schiffes, durch die das Schiff be-, entladen w ird
laden (er lädt, um g. ladet), lud, hat geladen //*
auch geladen/ 1,1 .1 . etw., jmdn. in, auf etw. L,
etw. auf jmdn. 1. etw., jmdn. zum Transport auf
etw., etw. auf jmdn. legen, packen, etw. zum Trans
port in etw. füllen: Steine auf einen Wagen, Kohlen
in einen Wagen, Frachtgut auf Schiffe 1.; sie hatten
ihm einen Sack Zement auf die Schultern geladen;
o mit der Erziehung seines Neffen wurde ihm eine
schwere Last auf die Schultern geladen; er lud
damit eine schwere Verantwortung, Schuld auf
sich 1.2 . etw. 1. etw. als Fracht, zum Transport auf-
nehmen: das Schiff lud Erz, hat Kohlen geladen —
2. das Geschütz, Gewehr (mit Patronen) 1. (das
Geschoß in die Kammer 1.3 einführen und schuß
bereit machen) ; der Revolver ist geladen; sich selbst
L: diese Waffe lädt sich selbst — 3. Phys. etw.
m it elektrischer Spannung versehen: der Zaun i s t
m it Starkstrom geladen; ein negativ geladenes (mit
der negativen A rt der , Elektrizität ausgestattetes)
Elementarteilchen — Ü .l . geh. jmdn. einladen
(II.1.1): jmdn. zum Essen, zur Geburtstagsfeier
I.
—
2. Ju r. jmdn. auffordern, vor Gericht od.
einem anderen Untersuchungsorgan zu erscheinen,
jmd n. vorladen: er wurde als Zeuge geladen
+ jmdn. auf den / Besen 1.; sich jmdn., etw. auf
den / Hals 1.; jmdn. auf die / Schippe 1.; /
schwer geladen haben
Laden, der; -s, Läden/- I . jPl. Läden/ (kleines)
Geschäft: ein moderner L. in der Hauptgeschäfts
straße; ein L. an der Ecke; ein L. für Lebensmittel,
Kurzwaren; die Läden schließen um 18 Uhr —
II. Fensterladen: die L., Läden öffnen, schließen;
die L. (Jalousien) herunterlassen
+ s a lo pp den L. kennen (einen Betrieb, den Ablauf
von etw. genau kennen); den L. schmeißen (etw.
schaffen, bewältigen; etw. leisten)
Laden zu Laden I| -hüter, der (überalterte, un
modern gewordene) Ware, die in einem Geschäft
schon lange angeboten w ird, aber nicht mehr od. nu r
schwer abgesetzt werden ka nn; -kasse, die Behälter in
einem Laden, der die Tageseinnahmen enthält;
- m iete, die; -preis, der Einzelhandelspreis; -Schluß,
der Geschäftsschluß: kurz vor L. betrat er das Ge
schäft; -straße, die Straße, in der sich viele Läden
befinden; -tisch, der langgestreckte, tischähnliche
Vorrichtung in einem Geschäft, hinter der der Verkäu
fer steht und Waren verkauft: hinter dem L. stehen;
+ etw. unter dem L. verkaufen (Mangelware nicht
offen anbieten, sondern für bestimmte K und en reser
vieren)
Ladej -rampe, die Bampe (1.2); -raum, der der für
die Ladung (LI) nutzbare Baum eines Transport
m ittels
lädieren jsw. Vb.; hat/ etw. leicht beschädigen: die
Möbel sind beim Umzug lädiert worden, wirken
ziemlich lädiert
Ladung, die;
-e n 1.1 . Gesamtheit der in einem
Transportmittel untergebrachten, unterzubringenden
Güter, Fracht: der Frachter löschte seine L.; die L.
gut verstauen; die L. bestand aus Kisten und Säk-
ken; eine L. Holz — 2 . die für eine Sprengung od.
einen Schuß bestimmte abgemessene Menge Spreng
stoff od. Munition: die L. für eine Sprengung vor
bereiten; eine L. Schrot — 3 . u m g . größere Menge
von etw.: als der W agen durch die Pfütze fuhr,
bekamen die Fußgänger eine L. Schmutzwasser ab
—
4. P h y s . einem Elementarteilchen jeweils inne
wohnende positive od. negative A rt von Elektrizität
od. die energetisch nutzbare, aus der quantitativ
unterschiedlichen Verteilung dieser verschiedenen
Teilchen im Atom, Molekül od. einem Körper sich
ergebende, sich als Spannung äußernde Tendenz zum
Ausgleich dieses Unterschieds — II . J u r. Aufforde
rung, vor Gericht od. einem anderen Untersuchungs-
Lafette — lahm
709
organ zu erscheinen, Vorladung: er erhielt eine
L.
Lafette, die; -,
- n M il. tragendes, fahrbares Gestell
eines Geschützes: der Sarg des verstorbenen
Staatsoberhauptes wurde auf einer Lafette ge
fahren
Laffe, der; -n, -n u m g . Geck: ein geschniegelter,
aufgebla sener, junger L.
Lage, die;
-n 1. Art, wie etw., jmd. liegt: eine
waagerechte, horizontale, schräge L.; der Kranke
wurde in eine bequeme, ruhige L. gebracht; etw.
in die richtige L. bringen — 2 . Art, wie ein Ort,
Gebäude gelegen ist, A r t der räumlichen Umgebung
eines Ortes, Gebäudes: eine G aststätte in verkehrs
günstiger L .; der Kurort, die Stadt hat eine klima
tisch günstige L.; die geographische L. eines Ortes;
in höheren Lagen (höher gelegenen Gebieten) muß
m it Frost gerechnet werden — 3 . die zu einer Zeit
allgemein od. in einem bestimmten Rahmen w irk
samen, etw.,
jmd n. bestimmenden Verhältnisse,
Zustände Umstände, Bedingungen: eine günstige,
vorteilhafte, bedenkliche L .; die militärische, inter
nationale, wirtschaftliche L .; die rechtliche L. der
Sache; jmd. befindet sich in einer mißlichen, g e
fährlichen, verzweifelten, ausweglosen, prekären
L.; jmdn. in eine peinliche L. bringen; in eine üble
L. geraten; die L. spitzt sich zu, wird besser; er
war in der (glücklichen) L. (war imstande), uns
helfen zu können;versetze dich einmal in meine L .!;
sich einer veränderten L. anpassen; den Ernst der
L. begreifen; die L. überblicken, sofort erfassen;
nach L. der Dinge war nichts anderes zu erwarten
—
4 . (durch A u feinanderlegen sich ergebende)
Schicht: eine L. Watte, Stroh — 5. der als Aus
schnitt a u s ' dem Gesamtumfang einer Stimme od.
eines Instruments durch eine bestimmte Höhe ge
kennzeichnete Bereich von Tönen: die hohe, mittlere,
tiefe, untere L. der menschlichen Stimme, der
Klarinette — 6. umg. Runde (3): eine L. Bier
ausgeben, schmeißen
-f- um g. die L. peilen (erkunden, wie die Dinge
liegen); — / Herr der L. sein, bleiben
Lage zu Lage 3| -bericht, der Bericht über die ge
genwärtige L age: einen L. geben; -besprechimg,
die
Lagen/lagen| -schwimmen, das Sport Wettkampf
im Schwimmen, bei dem ein Schwimmer, eine
Schwimmstaffel hintereinander in vier Schwimmarten
jeweils meist 100 Meter schwimmt; -Staffel, die
vgl.
- s chwimmen; -weise fAdv.f in Lagen (4): das
Obst wird mit Zucker 1. in Steintöpfe gelegt
Lage {plan, der (maßstabgerechter) Plan , Übersicht
über die Anordnung bes. von Gebäuden, Räumen in
ihrer Umgebung: jmdm. den Weg anhand eines
Lageplans erklären; der L. des Werkes
Lager, das; -s, -, auch Läger 1. jPl. -f Schlafgele
genheit: ein bequemes, einfaches L.; ein Sofa als L.
für jmdn. zurechtmachen — 2 . jPl.
- / von einer
größeren A nz ah l Menschen zu vorübergehendem
Aufenthalt bezogene Unterkunft, meist außerhalb von
Ortschaften, aus Zelten, Baracken od. einfachen
Gebäuden bestehend: ein L. (Zeltlager) aufschlagen ,
abbrechen; ein Kriegsgefangener ist aus dem L.
(Gefangenenlager) geflohen; er konnte als Häftling
aus dem L. (Konzentrationslager) entkommen —
3. fPl. -/ Gruppe von Menschen, Parteien od. Staaten
m it gleichen (politischen) Anschauungen, Zielen:
das sozialistische L.; das L. des Friedens; die
Wähler waren in zwei L. gespalten — 4 . fachspr.
Vorratsraum, Speicher für Waren: die Läger auf-
füllen, räumen; Ware auf L. (vorrätig) haben; die
Lieferung erfolgt ab, frei L.; auf L. liegen (in
einem Vorrats-, Speicherraum aufbewahrt werden) —
5* fPl.
- j T ech n . Maschinenelement zur Stützung
od. Führung eines anderen sich drehenden od.
schwingenden Teils: das L. ölen, schmieren —
6. jPl. -/ Jägerspr. Ruheplatz von Hase, Kanin
chen, Fasan, Schnepfe, Rebhuhn
• f umg. etw. auf L. haben (etw. beizutragen haben;
etw. sagen, mitteilen wollen)
Lager/lager| -bestand, der Bestand an Waren in
einem Lager; -fähig \A d j.\ geeignet für längeres
Lagern (3.1); -fener, das offenes Feuer im Freien,
um das man sich lagert; -getreide, das L a nd w . durch
anhaltenden Regen niedergedrücktes Getreide; -halle,
die vgl. Lagerraum; -h altung , die jo. Pl.f Gesamtheit
der Arbeitsprozesse in einem Lager (4); -haus, das
Gebäude zum Lagern von Waren
Lagerist, der; -en, -en Arbeiter in einem Lager (4);
Lagerverwalter
Lager| -kapazität, die Kapazität in bezug auf das
Lagern (3.2): die Nutzung der vorhandenen L.;
- leiter, der Leiter bestimmter Arten eines Lagers (2)
lagern jsw. Vb.; hat/ 1,1. sich an einem Ort im
Freien niederlegen, -setzen und rasten: wir lagerten
uns im, ins Gras, am Waldrand, im Schatten, im
Kreis ums Lagerfeuer 1.2 . jmdn. betten, jmdn., etw.
in bestimmter Weise a uf einer Liegestatt hinlegen,
auf eine Liegestatt legen: die Schwester lagerte den
Kranken auf eine, einer Trage; das gestauchte
Bein mußte ruhig gelagert werden — 2 . sein Lager
(1) an einem bestimmten Ort haben: die Gäste muß
ten eine N acht auf Luftmatratzen 1. (schlafen);
O über der Stadt lagerte (lag 2.1 .2) eine brütende
Hitze — 3 .1 . auf Lager (4) liegen: in dem Kühlhaus
1. leichtverderbliche Lebensmittel; das Bier, der
Wein muß noch 1., um die rechte Reife zu erlangen
3.2 . Waren in einem Lager (4) aufbewahren: Lebens
m ittel im Kühlhaus 1.
Lager| -obst, das gelagertes od. lagerfähiges Obst;
- ra u m, der Raum, in dem etw. gelagert wird; -statt,
die; -,
- Stätten Lager (1): sich von seiner L. er
heben; -Stätte, die 1. Lagerstatt — 2 . G e ol. größeres
natürliches Vorkommen eines nutzbaren Stoffes
in der Erde; -Verwalter, der Verwalter eines Lagers
(4); -Wirtschaft, die jo. P l.j fachspr. Gesamtheit
der Ökonomik, Organisation und Technik in der
Lagerhaltung
Lagune, die; -,
-n durch einen Streifen Land od. ein
Korallenriff vom Meer fast völlig abgeschnittener
(flacher) Teil des Meeres: die Lagunen Venedigs
lahm jA d j.j 1.1 . durch einen körperlichen Schaden
in der Bewegung gehindert: er ist von Geburt an 1.
(hüftlahm); ein lahmes Pferd; einen lahmen Arm
haben; 1. gehen (hinken 1) 1.2 . um g. durch (ein
seitige) Belastung erschöpft, kraftlos geworden: meine
Arme sind ganz 1. vom Koffertragen — 2. umg.
2.1 . eine lahme (nicht überzeugende) Entschuldi
gung, Ausrede 2 .2 . eine lahme (schwunglose) Dis
kussion; ein lahmer Vortrag 2.3 . ein lahmer (in
seinen Reaktionen und in seinem Denken langsamer)
Bursche
- f jmdm. zureden wie einem lahmen / Gaul;
jmdn. / krumm und 1. schlagen
46*
710
lahmen — Land
lahmen fsw. Vb.; hat/ lahm gehen, hinken: er lahmt
(auf einem B ein); das Pferd lahmt
lähmen /sw, Vb.; hat/ etw. lähmt etw., jmdn. etw.
ru ft bei etw., jmd m . (vorübergehend) eine Lähmung
hervor: der Schlaganfall hatte ihn rechtsseitig ge
lähmt; er ist s eit zwei Jahren gelähmt; vor Schreck
standen sie wie gelähmt da; O die Angst lähmte
ihn (machte ihn für Momente unfähig zu denken,
etw. zu tun); die ständigen Ärgernisse hatten seine
Schaffenskraft gelähmt
lahm|legen fVb.f etw. zum Erliegen bringen: durch
das Unwetter, den Nebel wurde der ganze Verkehr
lahmgelegt; durch den Stromausfall wurde die
Produktion lahmgelegt
Lähmung, die;
- e n durch einen körperlichen
Schaden bewirkte Schwäche od. Unbeweglichkeit
eines Gliedes od. Unbeweglichkeit des ganzen M en
schen: eine einseitige, rechtsseitige L .; eine L. beider
Beine
Laib, der; -(e)s, -e landsch.: ein L. Brot (ein
ganzes rundes Brot)
Laich, der; -(e)s, -e von einer Masse aus Schleim od.
Gallert umgebene, meist im Wasser abgelegte Eier
von Fischen, Amphibien, Schnecken; dazu laichen
/sw. Vb.; hat’/ den Laich oblegen: die Frösche haben
gelaicht
Laie, der; -n, -n 1. jmd., der auf einem bestimmten
Gebiet keine Fachkenntnisse h at: in dem Fach bin
ich (völliger) L .; das kann ein L. nicht beurteilen —
2. Rel. ev. kath. nicht in einem geistlichen Amt
stehender Christ
LaienIbruder, der R el . k a th . Mitglied eines geist
lichen Ordens ohne geistliche Weihen
laienhaft fAdj.f wie ein Laie (1), wie von einem
Laien, nicht fachmännisch: ein laienhaftes Urteil;
etw. i. ausführen
Laien[ -kunst, die fo. PI ./ Kunst von Menschen, die
nicht beruflich als (ausgebildete) Künstler tätig sind ;
dazu -künstler, der; -Schwester, die vgl. Laien
bruder; -spiel, das Theaterstück für das Laien
theater; -theater, das jo. PI ./ vgl. -kunst
Lakai, der; -en, -en 1. Diener in Livree — 2 . (finan
ziell) abhängiger, kriecherischer und dienstbeflissener
Mensch
Lake, die;
-n
starke Salzlösung zum Einlegen:
Heringe, Fleisch, Gurken durch L. konservieren
L&ken, das; -s, - landsch. Bettuch: ein weißes L.;
ein L. über das Bett breiten; das L. glattziehen
lakonisch /A dj.f treffend, m it wenigen Worten: eine
lakonische Erklärung; 1. antworten
Lakritze, die; -,
-n als Süßigkeit verwendete schwarze
Masse aus Mehl, Zucker und einem Extrakt aus der
Wurzel des Süßholzes
lala /in der Verbindung/ umg . so 1. leidlich gut: das
Wetter war so 1.; es geht ihm so 1.
lallen /sw. Vb.; hat/ (etw.) unartikuliert, in unvoll
ständigen Wörtern sprechen, stammeln: das Baby
lallte; der Betrunkene lallte etw. Unverständliches
xLama, das; -s, -s südamerikanisches kleines Kam el
ohne Höcker
2Lama, der; -/ -s , -s tibetanischer buddhistischer
Priester, Mönch
Lamelle, die; -,
-n jvorw. PI./ 1. Techn. dünne
Scheibe, Rippe (2) aus Metall als Teil an einem
metallenen Körper zum Abstrahlen (1) von Wärme:
die Lamellen des Heizkörpers, der Zentralheizung,
des Zylinders an luftgekühlten Motoren — 2 . B o t .
eines von vielen dünnen, scheibenförmigen, strahlen
förmig angeordneten Teilen an der Unterseite des
Hutes von Blätterpilzen
lamentigren /sw. Vb.; hat/ umg. ständig, unnötig
jammern, Magen: sie lamentierten bei jeder Klei
nigkeit
Lamento, das; -s, -s u m g . lautes Gejammer: ein
L. erheben
Lametta, das; -s, /o. Pl.j schmale lange Streifen aus
Silberpapier, die zum Schmücken des Weihnachts-
baumes verwendet werden: den Tannenbaum mit L.
schmücken
Lamm, das; -(e)s, Lämmer Junges von Schaf od.
Ziege: weiße Lämmer; sie ist sanft wie ein L.; dazu
lammen /sw. Vb.; hat/ ein Lamm zur Welt bringen:
das Schaf hat gestern gelammt
Lamm/lammj -feil, das; -fromm /A dj./ vorw.
s p ö tt. sehr sanft, ruhig: ein lammfrommes Pferd
Lammsjgeduld, die u m g . /emot./ sehr große Geduld:
der hat ja wirklich eine L.!
Lampe, die; -,
-n 1. Vorrichtung, Gerät mit einer
künstlichen Lichtquelle: die L. ein-, auss chalten;
die L. brennt, leuchtet, erleuchtete den Raum nur
schwach; beim Licht einer L. lesen, schreiben —
2. Glühlampe: eine neue L. einschrauben; die L. ist
durchgebrannt
+ u m g . einen auf die L. gießen (Alkohol trinken)
Lampen| -fieber, das starke nervöse Erregung, Angst
vor öffentlichem Auftreten: bei seinem ersten Auf
tritt hatte er L.; er kennt kein L.; -licht, das /o.
PI./: bei L. lesen, schreiben; -schirm, der: ein L.
aus Glas, Plast, Stoff
Lampion, der; -s, -s [. .ploq, auch . .pio] Lampe (1)
aus buntem Papier: für das Kinderfest, Gartenfest
Lampions aufhängen
Lampion|fest, d as: ein L. im Garten feiern
lancieren /sw. Vb.; hat/ [laq si:.., auch läsi:] 1.1 .
jmdn. auf geschickte, aber nicht ganz redliche Weise
in eine gute Position bringen: er hat seinen Neffen
in den Vorstand lanciert 1.2 . etw. 1. geschickt, aber
in nicht ganz redlicher Weise dafür sorgen, daß etw.
in die Öffentlichkeit kommt, verbreitet wird: eine
Nachricht, Meldung (in die Presse) 1.
Land, das; -(e)s, Länder 1. /o. PL/ der nicht mit
Wasser bedeckte feste T eil der Erdoberfläche: A m
phibien leben im Wasser und auf dem L .; die Insel
ist.dem festen L. vorgelagert; nach der langen See
reise wieder festes L. unter den Füßen haben;
an L. gehen; das Meer hat die Wrackteile an L.
geschwemmt; die Inseln meldeten bei der Sturm
flut L. unter (Überschwemmung) — 2. /o. PL/ ab
gegrenztes, genutztes, bebautes Stück Boden, Acker:
er h at ein Stück gutes, (un)fruchtbares, sandiges L.
erworben; das L. bestellen, bebauen; das L. um
graben — 8 . jo. Pl.j das durch die Landwirtschaft
geprägte Gebiet im Gegensatz zur Stadt: er wohnt auf
dem Lande, ist auf dem Lande aufgewachsen;
seine Ferien auf dem Lande verleben; aufs Land
ziehen — 4 . jo. PI ./ (geographisch charakteristisches)
Gebiet, Gegend: flaches, fruchtbares,gebirgiges,kah
les L.; zur Küste hin fällt das L. ab — 5. geo-
grapisch, politisch begrenztes (Staatsgebiet, Staat
(1.2): das L. Belgien; die sozialistischen, kapitali
stischen Länder; die Bewohner eines Landes; im
Innern eines Landes; er befindet sich außer Lan
des; /inder Verbindung/veraltend / außer Lan
des gehen; /B R D / Bund und Länder (Bundesländer)
landab — Landschaft
711
+ L. und Leute (ein Land und seine Bewohner)
kennenlernen; um g . jmd. ist wieder im Lande (ist
nach längerer Abwesenheit wieder an dem Ort, an
dem er ansässig ist); L. (einen Ausweg) sehen; —
aus aller Herren Ländern
land/Land| -ab /Adv./ + / landauf, L; -ambu-
latorium, das Ambulatorium für die Landbevöl
kerung; -arbeit, die jo. Pl.j Arbeit in der Landwirt
schaft; -arbeiter, der jDDBj veraltend «Zs Lohn
arbeiter in einem landwirtschaftlichen Betrieb be
schäftigter W erktätiger: im Sozialismus sind die L.
gesellschaftliche Eigentümer der landwirtschaft
lichen Betriebe; -auf jAdv.j
- f L, landab (überall
im Land 5); -aufenthalt, der Aufenthalt, Urlaub in
ländlicher Umgebung; -bev ölkerung, die auf dem
Lande wohnende Bevölkerung; -bewohner, der vgl.
- bevölkerung
Lande zu landen 1.11-bahn, die Piste, auf der Flug
zeuge landen; -erlaubnis, die: das Flugzeug hat L.
erhalten; -klappe, die F lu g w . ausfahrbares Teil
an der Tragfläche von Flugzeugen zur Erleichterung
von Start und Landung
landen, landete, ist/hat gelandet 1. (ist) 1.1. mit
einem Luft-, Baumfahrzeug auf einer Piste, einem
Landeplatz, auf dem Boden der Erde od. eines H im
melskörpers aufsetzen und damit den Flug beenden:
das Flugzeug ist soeben, der Pilot ist sicher ge
landet; das Raumschiff ist auf dem Mond gelandet
1.2 . mit einem Wasserfahrzeug an der Küste an
kommen und an La nd gehen: die Schiffbrüchigen
sind mit einem Rettungsboot auf der Insel ge
landet; wir landeten mit dem Schiff in einer stillen
Bucht — 2 . jmdn., etw. mit einem Luft- od. Wasser
fahrzeug auf der Erde, an Land absetzen (hat): der
Gegner hat (mit Landungsbooten) Truppen und
Material gelandet — 8. umg. (ist) irgendwo 1.8.1.
un freiwillig irgendwohin gelangen, geraten: der
Fahrer ist mit seinem W agen im Straßengraben
gelandet; wenn du so weitermachst, wirst du noch
im Krankenhaus 1. 8 .2 . hier wären wir nun glück
lich gelandet (angekcmmen) — 4 . (hat) der Boxer
vermochte eine linke Gerade am Kopf seines Geg
ners zu 1. (vermochte den Gegner mit einer linken
Geraden am K opf zu treffen)
+ umg. bei jmdm. nicht 1. können (bei jmdm. kei
nen Anklang finden, von jmdm . abgewiesen werden);
—
im / Hafen der Ehe 1.
Landjenge, die /PI. -n/ schmaler Streifen Land z wi
schen zwei Meeren, Seen: die L. von Korinth
Lande |platz, der Platz, auf dem ein Flugzeug landen
kann
Länderef, die;
-en fvorw. Pl.j großer privater
Grundbesitz: die Ländereien der Großgrundbesitzer
wurden enteignet
Länder| -grenzen, die jPl.j Grenzen zwischen Län
dern; -kampf, der sportlicher Wettkampf zwischen
Mannschaften zweier od. mehrerer Staaten; -spiel,
das vgl. -kampf; -vergleich, der vgl. -kampf
Landes/landes| -bischof, der R el. e v . eine Landes
kirche leitender Geistlicher; -färben, die /P l.j Farben
der Fahne eines Landes: die österreichischen L.
rot-weiß-rot; -grenze, die; -kirche, die R el. ev .
größte Verwaltungseinheit der evangelisch-luthe
rischen Kirche in der DDB und der BBD: die
sächsische, lutherische L.; -kundig jAdj.j das be
treffende Land gut kennend: wir hatten einen landes
kundigen Reiseleiter; er ist 1.; -regierung, die L e
gierung eines Bundeslandes in der BBD und in
Österreich; -spräche, die: die offizielle L. in Indien
ist Hindi; -üblich jA dj.j in dem betreffenden Lande
üblich: landesübliche Sitten; -verrat, der strafbare
staatsfeindliche Handlung(en) :jmdn. wegen Landes
verrats anklagen; dazu -Verräter, der u. verräte
risch jA dj.j; -Verteidigung, die jo. P l.j Gesamtheit
der Maßnahmen zum (bewaffneten) Schutz eines
Staates od. einer K oalition vor einem gegnerischen
m ilitärischen Überfall; -Währung, die
Land/land| -flucht, die jo. Pl.j unter k ap. Verhält
nissen auftretende, m it der starken Ausprägung des
Gegensatzes zwischen Stadt und Land einhergehende
Abwanderung der Bevölkerung, Arbeitskräfte vom
Land in die Stadt; -friedensbruch, der jo. Pl.j Jur.
jBBDj strafbare Handlung gegen die innere staat
liche Ordnung jvom Strafrecht der BBD oft auf
außerparlamentarische Kampfaktionen oppositionel
ler demokratischer Kräfte bezogenj; -gang, der S e e -
mannsspr. 1. Urlaub od. Freizeit in einem Hafen
mit der Erlaubnis, an Land zu gehen: er hat L. —
2. Steg als Verbindung zwischen K a i und Schiff, der
zum Betreten od. Verlassen des Schiffes dient; -g e
m einde, die Gemeinde ohne Stadtrecht, ländliche
Gemeinde; -gericht, das Gericht in der BBD , dem
mehrere Amtsgerichte unterstehen; -g raf, der A n
gehöriger des Adels im Bang zwischen Graf und
Herzog; -jugend, die auf dem Lande lebende Jugend;
- ka rte, die auf eine Fläche projizierte, maßstab
gerecht verkleinerte zeichnerische Darstellung (eines
Teils) der Erdoberfläche: eine geog raphische, p oli
tische L .; einen Ort auf der L. suchen; -kind, das
jmd., der auf dem Lande aufgewachsen und dadurch
geprägt ist: er ist ein L.; -kreis, der ein ländliches
Gebiet umfassender K reis (3) mit einem Kreistag
als oberstem staatlichem Organ, in der DDB neben
dem Stadtkreis die nächstkleinere Einheit nach dem
Bezirk (1); -läufig jAdj.; nur attr.j: die landläufige
(allgemein übliche) Meinung ist, daß . . . ; landläufige
Vorstellungen; -leben, das Leben in ländlicher
Umgebung: er liebt das L.
ländlich jAdj./ das Land (3) betreffend: eine länd
liche Gemeinde; ländliche Sitten
Land] -luft, die jo. P l.j die in ländlicher Umgebung
vorherrschende, für sie typische reine, nicht ver
schmutzte Luft: der Aufenthalt in gesunder L.;
- m a s chine, die in der Landwirtschaft eingesetzte
Kraft- od. Arbeitsmaschine; -xnasse, die fa ch sp r .
großes zusammenhängendes Festland: die L. Asiens;
- nähme, die; -, jo. Pl.j Eroberung und Besiedlung
eines Gebietes, bes. in der Zeit der Völkerwanderung:
die L. der Norweger auf Island; -partie', die v e r
a lte n d Ausflug in ländliche Umgebung: eine L.
machen; -plage, die jo. Pl.j Plage, Bedrängnis, N ot,
die ein größeres Gebiet befallen h a t : die Mücken sind
in diesem Jahr eine wahre L.;
-rat, der /in der
B B D j Leiter der staatlichen Verwaltung eines
Kreises (3); -ratte, die umg. scherzh. jvorw. aus
der JSicht des Seemannsj jmd., der auf dem Festland
lebt, nicht zur See fährt; -regen, der anhaltender,
leichter Begen in einem größeren Gebiet; -rü ck en, der
G eo g r . langgestreckter Höhenrücken
Landschaft, die; -,
- e n 1. (größeres) Gebiet (1.1), das
durch natürliche (od. von Menschen hervorgerufene)
Gegebenheiten ein einheitliches eigenes Gepräge auf
weist: eine heitere, malerische, gebirgige, frucht
bare L .; den Charakter der L. erhalten — 2. Land
712
landschaftlich — 3lang
schaftsbild (1): eine L. von Ruisdael; zu 1 land
schaftlich /A d jn ich t präd./: die landschaftlichen
Schönheiten unserer H eim at; eine L herrliche Ge
gend
Landschafts| -bild, das 1. Bild mit einer Landschaft
als M otiv — 2 , das charakteristische Ä ußere einer
Landschaft; -malerel, die jo. Pl.j Gattung der
Malerei, die landschaftliche M otive zum Gegenstand
h a t; -sc hü tz, der durch Rechtsvorschriften geregelter
Schutz von Landschaften gegen Beeinträchtigungen
od. Verunstaltungen; -Schutzgebiet, das
Land| -Seite, die fo. Plf die der See abgewandte S eite:
sie wandten sich nach der L.;
- sitz, der /unter
bürgerl. Verhältnissen/ größeres {herrschaftliches)
Anwesen auf dem Lande (3): der englische Pre
mierminister gab auf seinem L. einen Empfang
Landsj -knecht, der zu Fuß kämpfender Söldner
des 15. u. 16. Jhs.; -mann, der /PL -leute, selten
- männer/ M ann, der aus dem gleichen Lande, der
gleichen Gegend stammt: er ist mein L., ein L. von
mir {er stammt aus meiner Heimat); wir sind Lands
leute {haben dieselbe Heimat); dazu -männin, die;
-nen
Land| -Straße, die befestigte Straß e außerhalb von
Ortschaften; -Streicher, der v era lten d jmd., der
keinen festen W ohnsitz, kein geregeltes A rb eits
verhältnis hat und, oft auf zweifelhafte Weise seinen
Lebensunterhalt bestreitend, umherzieht;-Streitkräfte,
die /PI./ Teil der Streitkräfte zum Ausfuhren von
Kampfhandlungen, militärischen Operationen auf
dem Lande (1); -strich, der Teil, Streifen eines Ge
bietes, einer Landschaft: ein schwer zugänglicher,
fruchtbarer L .; -ta g , der die Vertretungskörperschaft
der Länder in der BRD und in Österreich; -technik,
die /o. PI ./ 1 . Teilgebiet der Landwirtschaftswissen
schaft, das die Mechanisierung und Automatisierung
landwirtschaftlicher Produktionsprozesse zum Inhalt
hat — 2. die für die Mechanisierung und Automati
sierung landwirtschaftlicher Produktionsprozesse ein
gesetzten M aschinen, Geräte: die moderne L. ein-
setzen; -tier, das Tier, das auf dem Land (1) lebt
Landung, die; -en /zu-landen 1 u. 2/ das Landen;
zu 1.1: eine harte, weiche L. auf dem Mond; zu 2:
die L. von Truppen
Laiidungs| -boot, das Wasserfahrzeug m it geringem
Tiefgang, das zum Landen (2) von Truppen und
Material dient; -brücke, die vom Ufer, der Küste
aus ins Wasser führender Bau, an dem Schiffe anle-
gen können; -fahrzeug, das vgl. -boot; -Steg, der vgl.
-brücke
Land/land| -Urlaub, der Urlaub, den ein Seemann an
Land verbringt: er hat nach großer Fahrt seinen
ersten L. angetreten; -YOgt, der im Mittelalter vom
Kaiser, Landesherrn eingesetzter Statthalter im Rang
eines Grafen; -Warenhaus, das Einkaufszentrum,
großräumige Verkaufsstelle auf dem Lande mit
einem typischen Sortiment an Lebensmitteln und
Industriewaren; -weg, der 1. Feldweg für Fahr
zeuge — 2 , /o. PL; als Gegensatz zum Seeweg/ Güter
auf dem L. (per Bahn, m it dem Kraftfahrzeug) ver
senden; -wind, der fo. Pl.j Wind vom Land zum
Meer hin; -wirt, der /noch BRD/ 1. Besitzer od.
Pächter eines landwirtschaftlichen Betriebes — 2 .
für die Landwirtschaft ausgebildete Fachkraft: er
ist staatlich geprüfter L.;
- Wirtschaft, die 1, jo.
PL/ Zweig der Volkswirtschaft, der Pflanzen- und
Tierproduktion sowie auch Forstwirtschaft, J agd und
Binnenfischerei umfaßt: die moderne sozialistische
L.; er arbeitet in der L. — 2 . /noch BRD/ privater
bäuerlicher Betrieb: er betrieb nebenbei eine kleine
L.; zu 1 -wirtschaftlich /A d j.; nicht Präd./: land
wirtschaftliche Betriebe, Maschinen, Kulturen,
Produkte; die landwirtschaftliche Nutzfläche, Pro
duktion; eine landwirtschaftliche Produktionsge
nossenschaft /
auch LPG/ (sozialistischer genos
senschaftlicher Großbetrieb in der Landwirtschaft
der DDR)
Landwirtschafts zu Landwirtschaft 1| -betrieb, der;
- Wissenschaft, die Wissenschaft, die die Produktiv
kräfte und die Produktionsverhältnisse in der La nd
wirtschaft erforscht: die Akademie der Landwirt
schaftswissenschaften der DDR
Land|zunge, die schmaler, ins Meer od. in einen
See reichender Streifen Land
xlang, länger, längste /Adj.; / auch lange/1.1 . /be
zeichnet im Vergleich zur Breite die jeweils, oft
wesentlich größere räumliche A usd ehnung eines
Gegenstandes, Raumes, einer Fläche in der Rich
tung der waagerechten Erstreckung/ 1.1 .1 . /einer
Maßangabe nachgestellt/ das Zimmer ist vier Meter
1. und drei Meter breit; ein 150 Kilometer langer
Fluß; dieses B rett ist drei Meter länger als das
andere, ist einen Meter zu h 1.1 .2 . /ohne Maßangabe/
eine lange Straße; ein langer, schmaler Raum; die
längste Brücke der W elt 1.2 . /bei vorw. eindimensio
nal empfundenen Gegenständen, Körpern/ von re
la tiv großer, im Unterschied zu anderen möglichen
Erstreckungen meist sehr großer Ausdehnung in
einer Richtung 1.2 .1 . /einer Maßangabe nachgestellt/
ein zehn Meter langes Seil; die Strecke ist 100 Me
ter 1. 1 .2 .2 . /ohne Maßangabe/ lange Arme, Beine;
eine lange Strecke, Reihe; ein langer Faden; ein
langer Mast, Gang; lange (bis zu den Füßen rei
chende) Hosen; der Rock ist zu 1.; einen Mantel
länger machen lassen; sich 1. (seiner ganzen Länge
nach) hinlegen 1.3 . groß gewachsen, von hohem
Wuchs: ein langer Kerl, Mann; er ist 1. und hager —
2.1 . /bezeichnet die bestimmte zeitliche Ausdehnung,
Dauer; einer Maßangabe nachgestellt/: er hat vier
Stunden 1. gewartet; einen Augenblick 1. zögerte er
2.2 . / ohne Maßangabe/ von relativ großer zeitlicher
Ausdehnung, Dauer: ein langer Urlaub, Vortrag;
eine lange Pause, Rede; die Tage, Nächte werden
wieder länger; er verstarb nach langer Krankheit;
das hat sich vor langer Zeit zugetragen; acht lange
(scheinbar sehr langsam verrinnende) Stunden haben
wir gewartet — 3 . ausführlich: einen langen Brief
schreiben
+ 1. und breit, des langen und breiten zu ausführ
lich: etw. 1. und breit, des langen und breiten er
klären, erzählen; seit langem (seit langer Zeit); —
den längeren / Arm, Atem haben; etw. auf die
lange Bank schieben; lange / Finger machen;
ein langes ^ Gesicht, einen langen / Hals
machen; etw. von langer
Hand (her) vorbe
reiten; am längeren Hebel sitzen; über / kurz
oder L; ein langes Laster; eine lange / Leitung
haben; jmdm. eine lange / Nase zeigen; alle
/ t Nasen L; auf lange Sicht; den lieben, langen
/ Tag; jmdm. wird die / Zeit 1.
2lang /Adv./ umg. 2entlang:ich muß auch da 1.
3lang /Präp. m it Akk.; dem Nomen nachgestellt/
u m g . Entlang: den Weg 1. standen Birken, standen
Menschen Spalier
langärmelig — Längsseite
713
langj -ärmelig jAdj./ mit langen, bis zu den Hand
gelenken reichenden Ä r m eln : eine langärmelige
Bluse; -armig jAdj.j Techn. mit langem Hebelarm;
- ärmlig /Adj./ s. -ärmelig; -atmig /Adj./ zw aws-
führlich, weitschweifig: 1. über etw. berichten; eine
langatmige Schilderung; -beinig jAdj.j mit relativ
langen Beinen (1): ein langbeiniges, staksiges Fohlen,
Kalb
lange, länger, am längsten /Adv.; / auch xlang,
längst/ 1. sich über eine relativ große zeitliche Aus
dehnung, Dauer hinziehend: 1. schlafen, wegbleiben;
etw. dauert L; er hat dreimal so 1. gebraucht wie
ich; das ist länger als ein Jahr her — 2 . seit gerau
mer Zeit: er ist schon 1. fertig, weiß das schon L —
3. /in der Verbindung! umg. 1. nicht längst nicht:
das ist noch 1. nicht alles
+ salopp jmd. wird nicht mehr 1. machen (wird
bald sterben)
Länge, die;
- n 1. /vorw. Sg.j 1.1, die jeweils grö
ßere räumliche Ausdehnung im Vergleich zur Breite
in der waagerechten Erstreckung: L., Breite und
Höhe eines Zimmers; dieL . der Straße; eine Straße
von 18 Kilometern L.; ein Brett der L. nach (in
der Längsrichtung) durchsägen; Leisten in ver
schiedenen Längen (Abmessungen in der Längs
richtung) 1.2 . die relativ große, im Unterschied zu
anderen möglichen Erstreckungen meist sehr große
Ausdehnung in einer Richtung: die L. der Arme,
Beine, Hosen, eines Rockes, Fadens, Mastes, einer
Strecke; Sport das Pferd gewann mit einer L.
(Pferdelänge) Vorsprung; unser B o o t wurde um
eine halbe L. (Bootslänge) geschlagen 1.3 . er rich
tete sich in seiner ganzen L. (Körperlänge) auf;
er fiel der L. nach hin (fiel so, d aß er ausgestreckt
am Boden lag) — 2 . relativ große zeitliche Aus
dehnung, Dauer: die L. eines Jahres, Vortrags —
3 . Ausführlichkeit, Breite: die L. deines Briefes,
des Romans hat mich ermüdet; der Film hat Län
gen (ist zum Teil langatmig) — 4 . jo. Pl.f in Graden
(1.2, 1.3) gemessener Abstand eines Ortes auf der
Erdoberfläche vom Nullm eridian in Greenwich: die
ser Ort liegt auf dem 20. Grad östlicher, westlicher
L. (östlich, westlich vom N ullm eridian in Greenwich)
+ etw. zieht sich in die L. (etw. dauert länger als er
wartet); etw. in die L. ziehen (etw. verzögern 1.1)
länge[langjAdv.j umg. mit dem ganzen Körper, aus
gestreckt: 1. im Gras liegen; 1. hinfallen
langen /sw. Vb.; hat/ umg. 1.1. sich etw., jmdn. 1.
die Hand nach etw., jmdm. ausstrecken, um es, ihn
anzufassen, zu ergreifen: er langte sich ein Glas und
stieß mit an; er langte sich seinen Sohn, um ihm
die L eviten zu lesen; /m it Richtungsangabel: er
langte sich an den Kopf; er langte sieh ein Formu
lar aus der Schublade, vom Tisch 1.2 . in die
Tasch e 1. (hineingreifen); nach ein em Glas 1. (grei
fen 1.1) — 2 . etw. langt bis irgendwohin etw. reicht,
erstreckt sich bis irgendwohin: das Kleid langte (ihr)
gerade bis zum K nie; der Vorhang langt bis zum
Boden — 3 .1 . genügen, ausreichen: ich glaube, das
Brot langt nicht (bis zum Montag); das Essen
langte ihm nicht zum Sattwerden 3.2. mit etw. 1.
(auskommen)
4- umg. jmdm. langt es (jmds. Geduld ist zu Ende);
jmdm. eine 1. (jmdm. eine Ohrfeige geben); eine
gelangt bekommen (eine Ohrfeige bekommen)
Längenj -grad, der jP l. - e/ Fläche zwischen zwei um
einen Grad (1.2 ,1 .3) auseinanderliegenden Längen
kreisen: der Ort liegt auf dem 20. L .; -kreis, der
G eog r . gedachter, durch die Pole verlaufender K reis
um die Erdkugel; -maß, das jPl. -e/ eine für die Be
rechnung der Länge verwendete Einheit
langjentbehrt /Adj.; vorw. attr.f lange Zeit ent
behrt: ein langentbehrter Genuß
Lange[weile, Lange|weile, die; -/Langenweile /Gen.,
Dat. Langeweile od. Langerweile, wenn ohne A rt.:
Langerweile; o. PI .! unangenehmes Gefühl des Un
beschäftigtseins, a ls unangenehm empfundene M u
ße, Wartezeit: L. haben; an L., Langerweile lei
den; sich die L. zu vertreiben suchen; etw. aus
Langerweile tun
Lang/lang| -flnger, der veraltend scherzh. Dieb;
- fristig jAdj.j 1.1 . für eine lange Frist geltend: lang
fristige Verträge 1.2 . etw. 1. (lange vorher, für eine
lange Zeit im voraus) planen; -gehegt /Adj.; vorw.
attr.j: sich einen langgehegten (seit langem gehegten)
Wunsch erfüllen; -gestreckt /A dj.; vorw. attr.j von
langer Erstreckung: eine langgestreckte Hügelkette,
Mauer; -gezogen /Adj.; vorw. attr.j in die Länge (2)
gezogen, lange anhaltend: ein langgezogener Heul-
ton; -haarig jAdj.; nicht adv./ mit langem Haar;
- holz, das jo. Pl.j gefällte Baumstämme über sechs
Meter Länge, von denen alle Ä ste entfernt worden
sind: eine Fuhre L .; -jährig jAdj.; nur attr.j 1. schon
viele Jahre bestehend: langjährige Erfahrungen, B e
mühungen — 2 . lange Zeit dauernd: ein langjähriger
Auslandsaufenthalt; -lauf, der Lauf (1.2) über eine
große Distanz beim Ski-, Eissport; -lebig [A dj.; nicht
adv.j von Natur aus von langer Lebensdauer: lang
lebige Pflanzen , Tiere; O langlebige (dauerhafte,
strapazierfähige) Konsumgüter, Industriewaren;
- legen, sich jVb.j umg. sich (zum Ruhen, Schlafen)
hinlegen: ich lege mich noch ein wenig lang
länglich jAdj.j im Verhältnis zur Breite relativ lang,
etwas länger als üblich: ein längliches Gesicht,
Päckchen; ihr G esicht wirkt durch die Frisur 1.
Iang/Lang| -liegen jVb.j umg . ausgestreckt daliegen,
liegen (1.1); -m ut, die; -, jo. P l.j große Geduld:
jmds. L. mißbrauchen; dazu -mütig jAdj.j sehr
geduldig; -ohr, das sch erzh . Hase, Kaninchen od.
Esel
längs jPräp. mit Gen., auch mit Dat.j an etw. ent
lang: 1. des Flusses, der Straße
Längs[achse, die Achse in der Längsrichtung: eine
Drehung um die L.
langsam jA dj.j 1. von geringer Geschwindigkeit,
Schnelligkeit: 1. gehen, fahren, arbeiten, sprechen,
begreifen; er trank 1. und bedächtig; er schlug eine
langsamere Gangart an — 2 . nicht schnell be
greifend, schwerfällig: ein langsamer Schüler; er ist
ziemlich 1.
—
3. jadv.j umg. allmählich (1.2): es
wird nun 1. Zeit, daß ich gehe; das wird mir 1. zu
viel!
■f u m g . 1., aber sich er (allmählich)
Langj -sehäfter, der; -s, - jvorw. P l.j Schaftstiefel;
- Schläfer, der jm d ., der morgens (gern) lange schläft:
wach endlich auf, du L .!
Längs/längs| -faden, der in der Längsrichtung eines
Gewebes, einer Stoffbahn liegender Faden; -falte,
die in der Längsrichtung verlaufende Falte; -g e
streift jA dj.j in der Längsrichtung gestreift; -rich-
tung , die Richtung der jeweils größten räumlichen
Ausdehnung in der waagerechten Erstreckung;
- s chnitt, der Schnitt (4) in der Längsrichtung: den
L. v on einem Wurm, Bauwerk hersteilen; -Seite,
714
längsseits — lasch
die von der Längsrichtung gebildete S eite; -seits / A dv ./
Seemannsspr.: 1. gehen (an der Längsseite des
Schiffes anlegen)
längst /Adv.; / auch lange/ 1, schon lange, seit
langer Zeit: das ist 1. bekannt, weiß ich L, habe ich
1. vergessen — 2 . fin der Verbindung! 1. nicht bei
weitem nicht: hier ist es 1. nicht so schön wie bei uns
zu Hause; das ist noch 1. nicht alles
langstielig fAdj.; nicht adv.f 1.1* mit langem Stiel
(1.1): langstielige Rosen 1.2 . m it langem Stiel (2):
ein langstieliger Hammer, Löffel — 2 . unnötig lang,
ausführlich und daher langweilig: sein Aufsatz ist
1.; eine langstielige Rede
Langstrecken | -bomber, der Bombenflugzeug mit
großer Reichweite; -lauf, der fo. PLf das Laufen über
eine Distanz von mehr als 3000 Meter als leicht
athletische Disziplin; -rakete, die Rakete mit großer
Reichweite
Längs|wand, die Wand an der Längsseite
Languste, die;
-n im M eer lebender langer,
rötlich-violett gefärbter K r eb s ohne Scheren, dessen
Fleisch als Delikatesse gilt
lang/Lang| -weilen, langweilte, hat gelangweilt 1.1 .
sich 1. Langeweile haben: ich habe mich schrecklich
gelangweilt 1.2 . du langweilst mich mit deinen
Geschichten (deine Geschichten interessieren mich
nicht)!; -weilig /Adj.f 1.1 . eine langweilige (mono
tone, uninteressante) Arbeit 1.2 . eine langweilige
(reizlose) Gegend; ich fand sie 1.; -welle, die Phys.
R un d f. lAbk. LW/ 1. elektromagnetische Wellen
m it einer Wellenlänge im Bereich von 1 bis 10 K ilo
meter — 2 . /o. PLf Wellenbereich von 1; -wierig
fAdj.f viel Zeit beanspruchend: eine langwierige
Arbeit, Angelegenheit; langwierige Verhandlungen
Langzeit sich über einen längeren Zeitraum er
streckend] -fing, der: der L. einer Raumstation;
- forschung, die; -gedäehtnis, das fo. PLf Psy ch .
M ed. Fähigkeit, sich an lange Zeit zurückliegende
Ereignisse zu erinnern
lang|zeitig /Adj.; vorw. attr.f: langzeitige (sich über
einenlängeren Zeitraum erstreckende) Beobachtungen
Langzeit sich über einen längeren Zeitraum er
streckend] -programm, das; -test, der; -therapie,
die: eine L. mit Penizillin
lang|ziehen jVb.f
-}- jmdm. die s* Ohren 1.
Lanze, die;
-n
aus langem Schaft mit Spitze be
stehende mittelalterliche Stoß -, Stichwaffe
4- für jmdn. eine L. brechen (für jmd n. eintreten)
Lanzette, die; -,
- n M ed. kleines, spitzes, zweischnei
diges Messer, bes. zum Impfen
lanzettförmig fAdj.f in der Form eines langgestreck
ten Rhombus
lapidar fAdj.f kurz und knapp und kraftvoll wir
kend: ein lapidarer Satz, Ausspruch; lapidarer Stil
Lapislazuli, d er; - blauer, undurchsichtiger H alb
edelstein
Lappalie, die;
-n [..io] etw. Belangloses, Un
wichtiges: sich wegen einer L. streiten; 100 Mark
sind eine L. für dich
Lappen, der; -s, - 1 . kleineres Stück Stoff, das bes.
zum Reinigen, Putzen (im Haushalt) benutzt wird:
ein frisch zugeschnittener, umsaumter, bunter,
nasser, öliger, schmutziger L .; einen L. auswringen;
etw. mit einem L. aus-, abwisehen; den Fußboden
mit einem L. aufwischen; die Schuhe mit einem L.
putzen — 2. salopp femot. neg.f in diesem L.
(Kleid) kannst du dich nicht mehr sehen lassen! —
3. fvorw. Pl.f s a lo p p Geldschein (von größerem
Wert): das tun wir nicht umsonst, dafür muß er
erst einmal ein paar L. hinblättern
+ umg. jmd. geht jmdm. durch die L. (jmd. ent
kommt jmdm.); etw. geht jmdm. durch die L. (etw.
entgeht 2, 3 jmdm.)
lappig fA dj.; vorw. von Textilienf weich und schlaff,
ohne die nötige Festigkeit, Form: ein lappiger Kra
gen; die Bluse ist 1., sieht 1. aus
läppisch fAdj.f 1. von albernem Benehmen zeugend:
sein läppisches Gebaren, Gefrage; das ist nichts als
läppische Spielerei; das war einfach 1.
—
2. un
bedeutend, lächerlich: er hatte nur noch eine läp
pische Kleinigkeit zu erledigen; sich um ein paar
läppische Pfennige zanken
Lapsus, der; -s, - [PL ..u :s ] (leichter) Fehler, Ver
sehen, bes. im Umgang m it anderen Menschen,
beim Sprechen: einen L. begehen; mir ist ein L.
unterlaufen, passiert
Lärche, die; -,
- n Nadelbaum der nördlichen Halb
kugel mit weichen Nadeln, die im Herbst abfallen
larghetto fAdv.f [..g sto] Mus. etwas getragen, etwas
langsam (1)
largo IAdv.f Mus. getragen, sehr langsam (1)
Larifari, das; -s, fo. Pl.f unsinniges Gerede, Ge
schwätz : das ist alles L .; mach nicht soviel L.
Lärm, der; -(e)s, fo. PLf als störend, belästigend
empfundene Geräusche von großer Lautstärke: ein
unbeschreiblicher, unerträglicher, ohrenbetäuben
der L .; der L. der Maschinen, des Verkehrs; die
Kinder, Maschinen machen L .; der L, dringt durch
die Wände; den L. bekämpfen; bei diesem L. kann
man nicht arbeiten; L. (Alarm) schlagen; O viel
L. (Aufheben, Rummel) um jmdn., etw. machen
Lärm/lärm| -bekämpfung, die; -belästigung, die:
etw. gegen die L. unternehmen; L. durch Flug
zeuge; -empfindlich fAdj.; nicht adv.f empfindlich
gegen Lärm: ich bin ziemlich 1.
lärmen fsw. Vb.; hat/ Lärm verursachen: eine lär
mende Menge; die Kinder 1. im Garten; der Motor
lärmt
larmoyant fAdj./ [..m öajant] weinerlich: in lar
moyantem Ton sprechen; ein larmoyantes (rühr
seliges) Theaterstück
Lärm/lärm| -pegel, der Grad der Lautstärke von
auf den Menschen einwirkendem Lärm: den L.
senken; -quelle, die Ursache von Lärm; -schluckend
IAdj.f schallschluckend; -schütz, der Schutzm aß
nahmen) gegen Lärm
Larve, die;
-n [..fo , auch ..v o ] I. Erscheinungs
form der Entwicklung von Insekten und bestimmten
Tieren, die sie nach dem Schlüpfen aus dem Ei
durchleben und in der sie äußerlich von dem ge
schlechtsreifen Tier völlig unterschiedliches A u s
sehen haben, aus der sie sich erst später durch eine
Metamorphose in das geschlechtsreife Tier verwan
deln: die L. eines Schmetterlings; die L. ist aus
dem Ei geschlüpft; die L. verpuppt sich — ,11.
Maske in Form einer Nachbildung des ganzen
Gesichts od. Kopfes, die auf das Gesicht od. über
den K opf gestülpt wird od. Halbmaske, mit der nur
der obere Teil des Gesichts verdeckt wird: eine L.
aufsetzen, umbinden; das Gesicht hinter, unter
einer L. verstecken; O er verbarg seine wahren
Absichten hinter der L. des Biedermanns
lasch fA dj.f energielos, schlaff (1.2): ein la scher
Lasche — Last
715
Händedruck; eine lasche Haltung, Stimme; er ist
mir zu 1.
Lasche, die;
-n 1. T echn. meist schmales, flaches
(metallenes) Verbindungsstück zweier B auteile: die
Schienen werden durch Laschen verbunden —
2. als Verschluß dienendes Teil eines Gegenstandes:
die L. des Briefumschlages; den Gürtel durch die
L. (Schlaufe) ziehen — 3 . ledernes Teil, das die
Lücke in der M itte eines Schnürschuhs verdeckt,
Zunge (3.1): die L. am rechten Schuh ist abge
rissen
Laser, der; -s, - [le:.., la:..] Phys. Gerät zur Er
zeugung intensiver kohärenter, gerichteter Licht
strahlen bestimmter Wellenlänge
Laser Phys.|
- strahl, der; -technik, die fo. Pl.f
Technik der Anwendung von Laserstrahlen
lasieren jsw. Vb.; hat/ etw., bes. Holz, mit Lasur
(2) überziehen: ein Gemälde L; lasierte Küchen
möbel
lassen (er läßt), ließ, hat gelassen 1.1 , fin Ver
bindung mit einem I nf.; bei vorangehendem I nf.
steht statt des Part. Prät. der Inf. von 1./ veran
lassen, daß etw. geschieht, getan w ird : jmdm. etw.
ausrichten L; jmdn. etw. entgelten, wissen 1.; er
hat es mich wissen 1.; jmdn. kommen, rufen,
bitten 1.; jmdn. warten 1.; jmdn. etw. (vor)lesen,
erzählen, raten 1.; sich bedienen, verleugnen 1.;
sich einen neuen Mantel schneidern 1.; den Hund
apportieren 1.; ich habe mir sagen I. (ich habe
erfahren), daß . . .; ich lasse bitten (führen Sie bitte
den Besucher herein)! 1.2 . etw. aus, in etw. 1. durch
entsprechende Handhabung (einer Vorrichtung) be
wirken, daß etw. aus etw., etw. in etw. gelangt'.
Wasser aus der Leitung, in die Wanne 1.; die Luft
aus dem R eifen 1.
—
2. /bei vorangehendem Inf.
steht statt des Part. Prät. der Inf. von 1./ 2 .1 . fin
Verbindung mit einem Inf.f jmdn. etw. tun I. in
jmds. Tun, in ein Geschehen nicht eingreifen, es
(in seinem Ablauf) nicht hindern, ihm keinen Wider
stand entgegensetzen: jmdn. schlafen, ungestört
arbeiten, reden, gewähren 1.; laß ihn doch er
zählen!; sich nichts gefallen, sagen 1.; etw. hin
gehen, durchgehen I.; laß dir nichts vormachen!;
laß mich das m achen!; sich überreden, sich zu etw.
verführen 1.; sich nichts (an)merken 1. 2 .2 . jmdm.
etw. einräumen, gewähren: jmdm. Ruhe, Zeit, die
Wahl 1.; den Kindern ihren Willen 1.; diese Arbeit
hat mir wenig Freizeit gelassen 2.3 . jmdn. aus,
in, auf etw. 1. jmdm. gestatten, einen Ort zu ver
lassen, sich irgendwohin z u ' begeben: er h at den
Vogel aus seinem Käfig gelassen; die Kinder in
den Garten 1.; der Hund läßt niemanden auf das
Grundstück 2.4 . /etw. läßt sich + Inf.f: der Riegel
läßt sich (man kann den Biegel) schwer öffnen;
diese Tür läßt sich nicht verschließen; dieses
Material läßt sich gut biegen, verarbeiten; umg.
scherzh . etw. läßt sich trinken, essen (schmeckt
gut); hier läßt es sich aushalten, leben 2.5 . laß es
dir schmecken (guten Appetit)! — 3 .1 . etw. nicht
tun, etw. unterlassen: erst wollte ich kommen, habe
es dann aber doch gelassen; laß das!; er konnte es
nicht 1., sie zu necken; tu, was du nicht 1. kannst
3.2 . etw., von etw. 1. etw. einstellen (4.1): er kann
das Rauchen nicht 1., hat das Rauchen, hat vom
Rauchen gelassen; er kann vom Alkohol nicht -I.
(das Trinken 1.2 nicht einstellen); von jmdm. 1.:
er soll von ihr 1. (die Beziehungen zu ihr ab
brechen )! — 4 .1 . etw. irgendwo, irgendwie 1.
den Platz, Zustand von etw. nicht verändern: laß
die Teller im Schrank!; er hat den Schirm zu
Hause gelassen (vergessen 1.3); er h at eine Menge
Geld im Wirtshaus gelassen (ausgegeben 2); laß
alles, wie es ist; wir wollen es bei der Verein
barung 1.; nichts
unversucht 1. 4 .2 . etw. irgend
wo 1. etw. irgendwohin oblegen, hinlegen: den Man
tel 1. wir in der Garderobe; wo kann ich meine
Tasche 1.?; wo habe ich nur meine Brille gelassen?
4.3 . laß ihn doch (in Ruhe) (hör auf, auf ihn ein
zuwirken)!; laß ih n bei seiner Meinung (versuche
nicht, ihn um zustimmen)!; jmdn. unbehelligt 1.
(jmdn. nicht behelligen) — 5 . jmdm. etw. aus
händigen, überlassen: laß ihm das Buch!; können
Sie mir das Stück nicht billiger 1. (verkaufen 1.1)?
—
6. fin Aufforderungssätzen; laß(t) uns, 1. Sie
uns + Inf.f: laßt uns gehen (wir wollen gehen)!
-J- sich nicht zu 1. wissen (sich nicht fassen, be
ruhigen können); umg. scherzh. das lasse ich mir
gefallen (das ist sehr schön, so gut möchte ich es
auch haben); — es auf etw. ^ ankominen 1.;
jmdn., etw. nicht aus den / Augen 1.; sich (bei
jmdm.) / blicken 1.; die / Finger von etw.,
jmdm. 1.; es gut sein 1.; kein gutes / Haar an
jmdm. , etw. L;
Haare 1. müssen; jmdm. freie
/ Hand 1.; von sich / hören 1.; auf jmdn. nichts
kommen 1.; einer Sache freien / Lauf 1.; sich
nicht ^ lumpen 1.; etw. / mitgehen 1.; das
muß man ihm 1.; sich etw. nicht /* nehmen 1.;
m it sich
reden 1.; etw., jmd. kann sich / sehen
L; das läßt / tief blicken; sich etw. nicht träu
men L; sich
treiben 1.; es sich / wohl sein 1.;
jmdn. nicht zu
Wort kommen 1.; jmdm., sich
Zeit 1.
lässig fAdj.f 1. ungezwungen: eine lässige Haltung;
mit lässiger Geste grüßen; er lehnte sich 1. in den
Sessel; er hatte sich den Mantel nur 1. um die
Schultern g elegt — 2 . nachlässig (1.1): eine Arbeit
1. tun; dazu Lässigkeit, die; -,
-en; zu 1: er über
deckte seine Unsicherheit durch eine betonte L .;
zu 2: seine L. im Bienst wurde getadelt
läßlich fAdj.f 1. etw. nicht sehr genau nehmend:
eine läßliche Auffassung von Sitte und Moral; ein
Gesetz 1. auslegen — 2 . Reh kath. läßliche (ver
zeihliche) Sünden
Lasso, das, seltener der; -s, -s Riemen od. Leine
mit einer Schlinge am Ende, die man einem Tier
über den Kopf, das Gehörn wirft, um es einzu
fangen
Last, die; -,
- e n 1.1 . etw. von größerem Gewicht,
das getragen, transportiert, bewegt w ird : eine
schwere L. tragen, aufgeladen bekommen; einen
Esel mit Lasten beladen; der Kran hebt große
Lasten 1.2 . fvorw. Sg.f größeres Gewicht, das auf
etw., jmdm. ruht, auf etw., jmdn. einwirkt: das ist
eine zu große L. für den leichten Wagen; <C> die
L. der Verantwortung, Schulden 1.3 . psychische,
physische Belastung, Mühsal: die L. des Alters;
das Leben wurde ihr allmählich zur L.; ihr ist
damit eine L. vom Herzen genommen 2. fnur
im Pl.f (finanzielle) Verpflichtung, die der Inhaber
eines Vermögenswertes zu erfüllen hat: steuerliche
Lasten; auf dem Haus liegen erhebliche Lasten
-f- jmdm. zur L. fallen (jmdm. Mühe und Un
kosten bereiten); jmdm. etw. zur L. legen (jmdn.
eines Vergehens beschuldigen); etw. g eht zu jmds.,
716
Lastarm — Lattenzaun
einer Sache Lasten etw. wird jmdm., einer Insti
tution, einem Betrieb als zu zahlende Verpflichtung
auferlegt', die Reparaturen gehen zu Lasten des
Herstellers
Last] -arm, der Phys. Hebelarm, an dem das Ge
wicht der Last (l.i) wirkt; -auto, das Lastkraft
wagen
lasten, lastete, hat gelastet 1. etw. lastet auf etw.
sich mit seinem Gewicht auf etw., jmd m . befinden:
das Gewicht des Rucksacks, der Rucksack lastete
schwer auf mir, meinem Rücken; <0> dunkle
Wolken lasteten über der Landschaft; die Ver
antwortung, Sorge, v iel Arbeit lastete auf ihm —
2. auf dem Hause lastet eine Hypothek (das Haus
ist m it einer Hypothek belastet)
Lasten |aufzug, der Aufzug für Lasten (1.1)
^Laster, das; ~s, - a uf einen unmäßigen Lebens
genuß gerichtete (und sittliche Grundsätze außer
acht lassende) Gewohnheit: einem L. frönen; ein
L. haben; das Trinken ist ein L.
+ salopp scherzh. ein langes L. (ein großer und
hagerer Mensch)
2Laster, der; -s, - u m g. Lastkraftwagen: schwere L.
rollen durch die Straßen
lasterhaft /A dj.j einem, dem 1Laster (1) verfallen:
ein lasterhafter Mensch; ein lasterhaftes (aus
schweifendes, unsittliches) Leben führen; da zu
Lasterhaftigkeit, die; -,
- en jvorw. 8g./
Lasterleben, das vorw. s ch erzh . lasterhaftes Leben:
er führte ein L.
lästerlich jA dj.j 1. jvorw. aus religiöser Sichtj über
jmdn., etw., was (anderen) als wertvoll gilt, über
Gott schimpfend: 1. fluchen; lästerliche Reden
führen — 2 . lasterhaft: ein lästerliches Leben
führen
Lästerjmaul, das salopp 1. jmd., der gern lästert
(1) — 2. jo. Pl.j Veranlagung, Neigung, über andere,
etw. zu lästern (1): er hat ein L.
lästern jsw. Vb.; hat/ 1* über jmdn., bes. eine ab
wesende Person, über etw. abfällig reden, Übles
sagen: er wußte, daß hinter seinem Rücken über
ihn gelästert wurde — 2 . R el. Gott schmähen,
beschimpfen: er hat Gott gelästert
Lasterjzunge, die u mg . Lästermaul
lästig jA d j.j als störend, aufdringlich, beschwerlich
empfunden xmd Abneigung hervorrufend: ein lästi
ger Mensch, Besucher, Prager; eine lästige Pflicht;
ein lästiger Auftrag; die Fliegen sind heute wieder
1.; jmdm. 1. sein, werden, fallen
Last| -kahn, der Fahrzeug der Binnenschiffahrt zur
Beförderung von Lasten, bes. von Schüttgut: Ziegel,
Kohle, Kies mit einem L. befördern; -kraftwagen,
der fauch LKW, Lkw/ zwei- od. mehrachsiger
Kraftwagen zur Beförderung von Laoten von über
einer bis zu 12 Tonnen; -Schrift, die B ank Ein
tragung einer Schuld od. eines von einem Guthaben
abzuziehenden Betrages; -tier, das Tier, das zum
Tragen, zur Beförderung von Lasten dient: Esel,
Kamele sind Lasttiere; -wagen, der Lastkraft
wagen; -zug, der Lastkraftwagen mit Anhängern)
Lasur, die; -,
- e n 1. A nstrich aus durchsichtiger
Farbe (2) od. Lack — 2 . durchsichtige Farbe (2),
Lack (1): etw. mit (einer) L. überziehen
Lasur| -färbe, die; -lack, der
lasziv /A dj.j schlüpfrig, unzüchtig: laszive Worte,
Blicke
Latein, das; -s, jo. P l.j die lateinische Sprache
• f umg. mit seinem L. am Ende sein (sich keinen
Rat mehr wissen)
lateinisch /A dj.j 1. die lateinische Sprache (die
Literatursprache im antiken Rom; die A m ts- und
Verkehrssprache im Römischen Reich und im
Mittelalter, bes. in der Kirche des Mittelalters) —
2, die lateinische Schrift (Schreib-, Druckschrift 2
m it Rundbögen)
latent jA dj.j als Möglichkeit vorhanden, aber noch
nicht hervortretend, wirksam werdend: ein latenter
Gegensatz; eine latente Krise, Feindschaft; dazu
Latenz, die; -, jo. Pl.j
Laterne, die; -,
-n zur Nutzung im Freien durch
ein Gehäuse (aus Glas und Metall) geschützte Lampe:
eine L. anstecken, anzünden, auslöschen; über
dem Tor hängt, vor dem Hause steht eine L .; eine
L. m it einer Kerze, Glühbirne; unter einer L.
(Straßenlaterne) parken
Laternen| -garage, die umg. scherzh. Platz auf
der Straße (unter einer Straßenlaterne), auf dem
ein Auto immer wieder parkt; -pfähl, der im
Boden befestigter, senkrecht stehender langer Teil
einer Straßenlaterne; -sch ein, der jo. Pl.j Licht
schein einer Laterne
Lgtex, der; jo. Pl.j 1# milchig aussehende Emul
sion aus in Wasser sehr fein verteilten Teilchen von
Kunststoff od. Kautschuk, die für die Herstellung
von Farben verwendet wird und beim Trocknen
einen in Wasser unlöslichen Film (II) ergibt — 2 .
milchig er S aft (verschiedener, vorwiegend) tropischer
Pflanzen, aus denen Kautschuk gewonnen werden
kann — 8 . umg, Latexfarbe: etw. mit L. streichen
Latex |farbe, die m it Latex (1) hergestellte Farbe
Latrine, die; -,
-n für bestimmte Massenunterkünfte
als Abort dienende Anlage, die von mehreren Perso
nen gleichzeitig benutzt werden kann: auf der L.
sitzen
Lgtsch, der; -es, -en s alopp s. Latschen
Latsche, auch Latsche, die; -,
-n
niedrige, strauchige
Kiefer
v
latschen jsw. Vb.; ist/ salopp nachlässig (mit den
Schuhen auf dem Boden schleifend) gehen: er ist
über den Rasen gelatscht
+ salopp jmdm. eine 1. (jmdm. eine Ohrfeige
geben)
Latschen, der; -s, - salopp 1. einfacher Haus
schuh, Pantoffel — 2 . (alter, abgetragener) Schuh
+ salopp aus den L. kippen (in Ohnmacht fallen;
die Fassung verlieren)
Latschenj, auch Latschen|kiefer, die Latsche
Latte, die;
-n 1, langes Stück Schnittholz m it
rechteckigem Querschnitt in den Abmessungen von
16 bis 40 mal maximal 80 Millimetern: eine L.
annageln; ein Gerüst aus Latten und Brettern;
am Zaun fehlt eine L. (Zaunlatte) — 2. Sport
2.1 . querliegende Leiste (1), die beim (Stabhoch
sprung übersprungen werden m uß : er hat die L.
berührt, gerissen 2.2 . ein xTor (2.1) oben ab
schließender Balken: der Schuß ging an, gegen die
L.
—
8. salopp jvon einem Menschen/ er ist eine
lange L. (ist lang, hager) — 4 . um g. eine (lange)
L. (große Menge) von Vorstrafen, Schulden haben
Latten] -rost, der Rost aus Latten, der in Räumen
mit nassem Fußboden als Auflage auf dem F uß
boden vor Ausgleiten schützen soll; -zaun, der Zaun
aus gitterartig angeordneten, auf einer Breitseite
meist abgerundeten Latten
Lattich — laufen
717
Lattich, der; -(e)s, -e krautiger Korbblütler mit
meist gelben Blüten
Latz, der; -es, Lätze 1. Tuch, das kleinen Kindern
vor die Brust gebunden wird, um ihre Kleidung
beim Essen zu schützen — 2 . vorn an Böcken,
Schürzen, Hosen angesetztes Teil, das die B ru st be
deckt — 3 . klappenartiges knöpfbares Vorderteil an
Trachten-, Kinderhosen
-|- derb jmdm. eine, eins vor den L. knallen
(jmd m . von vorn einen heftigen Schlag versetzen)
Lätzchen, das; -s, - Latz (1)
Latz, kose, die Hose mit einem Latz (2)
lau /Adj./ 1 .1 . mäßig warm: der Kaffee, das
Wasser ist nur 1.; ein laues Bad nehmen 1.2 . eine
laue (angenehm milde) Sommernacht; die L uft ist
1.
—
2. keine eindeutige Ablehnung, keine ein
deutige Zustimmung zeigend: eine laue H altung,
Kritik; ein lauer Mensch; laues (nur mäßiges)
Interesse
Laub, das; -(e)s, \o. P L / Gesamtheit der Blätter
eines Baumes od. von Bäumen, eines Strauches od.
von Sträuehern: junges, grünes, dichtes, schattiges,
buntes, welkes, trockenes L .; das L. fällt von den
Bäumen; das L. zusammenkehren, -harken
Laubj -bäum , der zu den Laubhölzern gehörender
Baum; -dach, das wie ein Dach wirkendes dichtes
Laub eines Baum es, Strauches, des Waldes
Laube, die; -,
- n 1. kleines, einfaches H aus (aus
Holz) in einem Garten zum Aufbewahren der Garten
geräte, zum Aufenthalt, Übernachten im Sommer:
aus Brettern eine L. bauen; vor der L. sitzen —
2. Laubengang (2)
- f umg. ... und fertig ist die L. (und damit ist
die Sache erledigt)\
Lauben| -gang, der 1. schattiger Weg unter den wie
ein Dach wirkenden Kronen von in Reihen stehen
den Bäumen od. unter einem von rankenden Pflan
zen überdeckten Gestell aus Latten — 2 . bedeckter,
gewölbter, nach einer Seite durch Arkaden offener
Gang an Häusern, Bogengang; -kolonie, die K lein
gartenkolonie; -pieper, der; -s, - berl. scherzh.
Besitzer od. Pächter eines Kleingartens
Laub| -frö sch, der klettergewandter, grüner od.
dunkelbrauner Froschlurch, der meist auf Bäumen,
Sträuchern lebt; -hölzer, die / PL/ zu den Bedeckt
samern gehörende Bäume, auch Sträucher mit meist
flächigen Blättern, die in der Regel im Herbst ab-
fallen: Laub- und Nadelhölzer; -säge, die Säge
m it einem höchstens zwei Millimeter breiten Säge
blatt, m it der dünnes Holz, bes. Sperrholz, gesägt
werden kann; -wald, der Wald aus Laubbäumen;
- werk, das jo. PL/ die Blätter eines Baumes od. von
Bäumen, eines Strauches od. von Sträuchern
Lauch, der; -es, -e in zahlreichen Arten vorkommen
des Liliengewächs m it weißen, roten od. gelben
Dolden: zum L. gehören Zwiebel und Porree
Laudatio, die; -, Laudationen/Laudationes [..e;s]
m ündlich vorgetragene feierliche Würdigung der
Verdienste eines Menschen: die L. halten; eine L.
auf den Preisträger
Lauer, die
-j- auf der L. (im Hinterhalt wartend) liegen; sich
auf die L. legen (auf jmdn., etw. lauern 1.1)
lauern /sw. Vb.; hat/ 1.1 . versteckt, im Hinterhalt
auf jmdn., etw. warten: er lauerte hinter der Tür
auf seinen Nebenbuhler; die Katze lauert auf die
Maus; die Spinne lauert in ihrem N etz; <C> in
diesem Gebirge 1. (drohen 2) viele Gefahren 1 .2 .
u m g , auf jmdn., etw. (voller Ungeduld) warten: wir
1. schon seit einer Stunde auf ihn, auf seine An
kunft
Lauf, der; -(e)s, Laufe 1.1 . /o. P l.j das Laufen (1.2 ,
2.1), die (schnelle) Fortbewegung zu F uß: in seinem,
mitten im L. innehalten; sich in L. setzen (zu
laufen beginnen) 1.2 . das Laufen (2.1) über bestimmte
Distanzen als sportlicher Wettkampf: der L. über
kurze Strecken beginnt mit einem Tiefstart; der
Favorit trat wegen einer Sehnenzerrung zum
zweiten L. nicht mehr an; einen L. gewinnen —
2. /o. Pl.j Verlauf, Ablauf eines Vorgangs, P ro
zesses, einer Entwicklung: du kannst diesen Prozeß
nicht in seinem L. beeinflussen; das ist der L. der
Welt (so geht es im Leben vor sich); im L., Laufe
(im Verlauf) des Sommers, Tages, Lebens, Ge
spräches, der Geschichte — 3 . der L. (das Sicher
strecken in einer bestimmten Richtung) des Flusses;
den L. des Baches (den, am Bach) entlang gehen;
der L. (die Bahn 1.2) der Sonne — 4 . Rohr von
Handfeuerwaffen: der L. eines Gewehrs — 5 . J ä
ger spr. Bein von Hund od. Haarwild: die Läufe
des Hasen — 6 . Mus. schnelle Folge von Tönen:
einen L. blasen, spielen; perlende Läufe
- f etw. nimmt seinen L. (etw. ist in Gang ge
kommen und läuft folgerichtig ohne weiteres Z utun
ab); einer Sache freien L. lassen etw. in seiner
Entwicklung nicht zurückhalten: seiner Phantasie
freien L. lassen; im L., Laufe der Zeit (allmählich)
Lauf|bahn, die 1 . berufliche Entwicklung: eine
wissenschaftliche, künstlerische, handwerkliche L.
einschlagen — 2 . Sport 400 Meter lange elliptische
Bahn für Wettkämpfe im Laufen (2.1)
laufen (er läuft), lief, ist/hat gelaufen / / auch
laufend/ 1.1 . sich zu F uß fortbewegen, gehen (ist):
das Kind konnte bereits mit einem Jahr 1. (sich
selbständig auf seinen Füßen fortbewegen); der
Kranke konnte nur langsam, unsicher, am Stock
1.; in diesen Schuhen kann ich gut 1.; er lief im
Zimmer hin und her; bis nach Hause laufe ich
zehn Minuten; wir sind im Urlaub viel, den ganzen
Tag gelaufen (gewandert) 1.1 .1 . (hat) sich Blasen,
die Füße wund 1. (durch vieles Gehen Blasen an
den Füßen, wunde Füße bekommen); sich müde 1.
(vom vielen Gehen müde werden); in diesen Schuhen
läuft es sich gut (kann man gut gehen) 1.1 .2 . nach
etw. 1. viele Wege zurücklegen, um etw. zu bekom
men (ist): nach diesem Buch bin ich lange ge
laufen 1.1 .3 . um g. (aus Gewohnheit immer wieder)
zu etw. Bestimmtem gehen (ist): er läuft in jeden
Film (sieht sich jeden Film an), lauft alle Tage ins
Wirtshaus, zu jedem Fußballspiel 1.2 . beschleunigt
gehen, ohne schon zu rennen (ist): ich muß (rasch)
noch zur Post, zum Bäcker 1. — 2 .1 . sich mit an
gewinkelten Armen und so, daß immer nur ein
Bein den Boden berührt, schnell auf seinen Füßen
fortbewegen (ist): er lief, so schnell er konnte; um
die W ette 1.; das Pferd läuft im Galopp, Trab
2.2 . (ist, hat) 2.2 .1 . etw. durch 2.1 in einem sport
lichen W ettkampf erreichen: der Sportler ist B est
zeit gelaufen, ist, hat einen neuen Rekord gelau
fen 2 .2 .2 . (ist) 100 Meter in zehn Sekunden 1. (durch
2.1 in einem sportlichen Wettkampf zurücklegen)
2.3 . sich mit einem Sportgerät an den Füßen (in
einem sportlichen Wettkampf so schnell wie möglich
od. besonders kunstvoll) fortbewegen (ist, h a t):
718
laufend — Laufwerk
Schlittschuh, Ski, Rollschuh 1.; ich bin, habe
früher viel Ski gelaufen — 3 . (ist) etw. läuft 3*1.
etw. bewegt sich in bestimmter Weise, Richtung: die
Erde läuft (rotiert) um die Sonne; täglich 1. 200
Personenwagen vom Band (werden 200 Personen
wagen fertiggestellt und rollen aus der Werkhalle);
eine Masche läuft (bewegt sich in einer Linie auf-
od. abwärts, so daß eine Laufmasche entsteht); die
Finger des Pianisten liefen leicht und flink über
die Tasten; O ein Zittern, Schaudern, Frösteln
lief durch ihre Glieder; ein Gemurmel lief durch
die Reihen 3.2 . ein Fahrzeug fährt: der Wagen
ist erst 2000 Kilometer gelaufen; der Wagen läuft
150 Stundenkilometer (hat eine Spitzengeschwin
digkeit von 150 Kilometer in der Stunde); /mit
Richtungsangabef der Wagen, Zug läuft in die
Halle; das Schiff läuft aus dem, in den Hafen;
das Schiff läuft vom Stapel (wird nach seiner Fer
tigstellung zu Wasser gelassen) 3.3 . etw. fließt: /mit
Richtungsangabef das Wasser läuft aus der Leitung,
in die Wanne; das Regenwasser ist in den Keller, Gul
ly gelaufen; der Hahn läuft (ist aufgedreht, das W as
ser fließt; ist undicht, tropft); ihm lief das Blut über
das Gesicht, der Schweiß über die Stirn; die Trä
nen liefen ihr über die W angen — 4 . eine Maschine,
ein Gerät läuft eine Maschine, ein Gerät ist in
Betrieb (ist): die Maschine, der Motor läuft (auf
vollen Touren, ruhig, einwandfrei); die Kamera,
das Tonband läuft; bei ihm läuft das Radio den
ganzen Tag; die Uhr läuft (funktioniert 1.1) wie
der — 5 . ein Film läuft ein Film wird gezeigt, steht
auft dem Programm (ist): der Film läuft in allen
Kinos, seit Freitag, im Fernsehen; das Interview
ist im ersten Programm gelaufen — 6 . etw. läuft
(in bestimmter Weise) etw. geht (irgendwie) von
statten, vor sich, nim mt einen bestimmten Verlauf
(ist): die Sache läuft, kann so oder so 1.; wir
werden sehen, wie alles läuft; die Dinge 1. lassen;
der Verkehr läuft wieder normal; diese Vorlesung
läuft parallel (findet gleichzeitig statt) mit dem Vor
trag; mein Antrag läuft (ist eingereicht, wird bear
beitet) ; die Verhandlungen sind nicht so gelaufen,
wie wir es uns vorgestellt haben — 7. (ist) der
Vertrag läuft (über) (erstreckt sich über) zwei
Jahre; das Anrecht läuft bis zum Ende der Spiel
zeit
+ um g. etw. läuft wie geschmiert (etw. geht
reibungslos vonstätten); — / Amok L; jmdm. in
die / Arme 1.; am laufenden / Band; / Gefahr
1.; etw. läuft ins / Geld; sehen, abwarten, wie
der / Hase läuft; die / Karre 1. lassen; jmdm.
ist eine / Laus über die Leber gelaufen; von
/ Pontius zu Pilatus 1.; etw. läuft wie am
/ Schnürchen; / Spießruten 1.; gegen etw.
/* Sturm 1.; jmdm. über den / Weg 1.
laufend /Adj.; nicht präd.; / auch laufen/ 1. die
laufenden (ständig wiederkehrenden 2) Ausgaben,
Einkünfte — 2 . ununterbrochen, unablässig: wir
arbeiten 1. an der Verbesserung dieser Methode;
eine laufende Verbesserung der Methode — 3 . /nur
a ttr ./ das laufende (gegenwärtige, gerade ablaufende)
Jahr — 4 . /nur attr./ der laufende Meter (Meter
einer Ware, der von einem B allen abgeschnitten
wird) kostet zwanzig Mark
+ auf dem laufenden sein (über den neuesten
Stand der Entwicklung unterrichtet sein; in seiner
Tätigkeit das Erforderliche fristgemäß geschafft
haben); jmdn. auf dem laufenden halten (jmd n»
ständig über das Neueste unterrichten)
lanfenjlassen, ließ laufen, hat laufenlassen, auch
laufengelassen jmd n. (unbestraft) freilassen: den
haben sie verhört und wieder 1., laufengelassen
Läufer» der; -s, - 1 . Leichtathlet, der über bestimmte
Distanzen in sportlichen Wettbewerben läuft: er ist
unser bester L. über 100 Meter — 2. B allspiele
Spieler, der bei bestimmten Mannschaftsspielen in
der Position zwischen Verteidigung und Sturm
spielt: er ist rechter, linker L.
—
3.1 . langer
schmaler Teppich 3.2 . Tischläufer — 4 . Figur im
Schachspiel, m it der nur diagonal gezogen und ge
schlagen werden kann: der weiße, schwarze L.
—
5. T e ch n . rotierender Teil bestimmter Maschinen
— 6 . Landw. junges Schwein (1.2) etwa vom vierten
Lebensmonat an
Lauferei, die; -,
-en
u m g . vieles (oft vergebliches}
Laufen (1.1) nach etw., u m etw. zu erledigen: ich
habe eine Menge L. mit der Sache gehabt
Lauf[ -feuer, das - f wie ein L . : das Gerücht, die
Nachricht verbreitete sich wie ein L. (sehr schnell);
-f läche, die Fläche, mit der etw. bei der Fort
bewegung den Boden berührt: die L. des A uto
reifens, vom Ski, des Schuhs; -gitter, das im Vier
eck aufgestelltes, zusammenklappbares niedriges
Gitter, in dem das Kleinkind laufen lernen und
spielen kann; -graben, der Mil. bis mannstiefer
Graben, in dem m a n vor Geschossen geschützt ent
langgehen kann
läufig /A dj./: eine läufige (brünstige) Hündin; dazu
Läufigkeit, die; -, /o. PI ./
Lauf| -junge, der meist junger M ann, der in einer
Firma die Botengänge erledigt; -käfer, der in zahl
reichen Arten vorkommender, meist räuberisch am
Boden lebender, manchmal glänzend bunter Käfer
mit langen Beinen; -katze, die Techn. den Teil
einer Anlage (2) bildende Vorrichtung mit auf
Schienen gleitenden Rollen, m it der Lasten horizon
tal und vertikal bewegt werden; -künde, der vgl.
•Kundschaft; Kundschaft, die Kundschaft, die nur
gelegentlich im Vorübergehen, zufällig in einem Ge
schäft kauft; -masche, die Masche an Strick-, Wirk
waren, die sich gelöst und eine Reihe von Maschen,
nach oben od. un ten gleitend, aufgelöst hat; -paß,
der - f u m g . jmdm. den L. geben (die Beziehun
gen zu jmdm. abbrechen); -planke, die zum Dar
überlaufen für eine Person, zur Überwindung einer
unpassierbaren Wegstrecke cd. eines Höhenunter
schieds dienende Plank e; -Schrift, die leuchtende,
sich auf einem Raster (3) über Glühlampen von
rechts nach links bewegende Schrift, meist für
Reklame od. Nachrichten; -schritt, der /in der Ver
bindung/ im L. in der Fortbewegung zu Fuß mit
gleichmäßigem Rhythmus in der A rt des Laufens
(2.1): im L. ging es zum Bahnhof; -schuh, der
1. bequemer Schuh mit flachem Absatz — 2. Sport
Schuh für das Laufen (2.1); -Steg, der 1.1 . vgl.
- p lanke: wir gingen über den L. zum Schiff 1.2 .
erhöhte stegartige Vorrichtung, auf der die M anne
quins hin- un d hergehen und Modelle vorführen:
die Mannequins führen die Kleider auf dem L.
vor; -Vogel, der Vogel mit verkümmerten Flügeln,
der nur laufen kann; -werk, das 1. einen Antrieb
bewirkender Mechanismus: das L. eines Spiel
zeugautos — 2 . Eisenb. Teil des Eisenbahn
waggons, der Räder, Achsen und Federn umfaßt;
Laufzeit — läuten
719
- zeit, die 1. Bank Zeit bis zur Fälligkeit eines
Kredits, Wechsels, einer Anleihe: der Kredit hat
eine L., ein Kredit mit einer L. von fünf Jahren
—
2.1 . Zeitdauer für das Durchlaufen, Zurücklegen
einer Strecke: die L. eines Briefes 2.2 . Zeitdauer
des Laufens (4): der Motor muß nach längerer L.
überholt werden
Lauge, die; -,
-n 1.1. die L. {Wasser, in dem etw.,
bes. ein Waschmittel, gelöst ist) verdünnen 1.2 .
alkalische wäßrige Lösung, die Lackmuspapier blau
färbt
Lauheit, die; -,
-en/zulau2/
Laune, die; -,
- n 1. vorübergehende bestimmte S tim
mung, Gemütsverfassung: er hat heute gute,
schlechte L.; er ist in guter, schlechter L.; jmdm.
die gute L. verderben; jmd. ist bei, in L. (in guter
Stimmung) — 2 . /nur im PL/ unmotiviert wechselnde
Stimmungen: wir mußten oft unter ihren Launen
leiden — 3 . einer augenblicklichen Stimmung ent
springender E infall: etw. aus einer L. heraus tun;
das war nur so eine L. von mir
+ nach / Lust und L. handeln
launenhaft /Adj./ voller Launen (2): ein launen
hafter Mensch; er ist ziemlich 1.
launig /Adj.f von guter Laune zeugend, bestimmt:
eine launige Ansprache; 1. plaudern
launisch /Adj./ launenhaft: ein launisches Mäd
chen; er ist ziemlich 1.
Laus, die; -, Läuse 1.1 . in zahlreichen Arten vor
kommendes, flügelloses, blutsaugendes, als Pa rasit
a u f der H aut von Menschen und Säugetieren leben
des Insekt: er hat Läuse; ein Mittel gegen Läuse
1.2 . Blattlaus
+ urng. jmdm. ist eine L. über die Leber gelaufen
(jmd. ist verärgert, hat schlechte Laune); sich eine
L. in den Pelz setzen (durch eigenes Verschulden
in eine unangenehme Lage kommen)
Laus/laus| -bub, der oft sch e r z h . frecher (kleiner)
Junge, Schlingel: er ist ein richtiger L.; so ein L .!;
- b ü berei, die; -en Streich aus jugendlichem Über
m ut; -bübisch /A dj.f wie von einem Lausbuben;
ein lausbübisches Grinsen
lauschen fsw. Vb.; hat/ 1.1 . horchen (1.1): jmd.
lauscht am Schlüsselloch, an der Tür; wir merk
ten, daß er gelauscht hatte 1.2 . jmdm., einer Sache
aufmerksam zuhören: er lauschte dem Gesang;
jmdm., seinen Worten aufmerksam 1. 1 .3 . durch
Hinhören genau auf etw. achten: er lauschte auf
die Schritte der Passanten
Lguscher, der; -s, - 1 . jmd., der lauscht (1.1) —
2. Jägerspr. Ohr des Schalenwildes mit Ausnahme
des Schwarzwildes
lauschig /Adj.; nicht adv./ 1 .1 . verborgen und still
gelegen, anheimelnd: ein lauschiges Plätzchen im
Garten; lauschige Winkel der Altstadt — 1 .2 . eine
lauschige (milde, stille und anheimelnde) Nacht
Lause umg. femot.f\ -bengel, der frecher Bengel: so
ein L.; -junge, der frecher Junge
lausen /sw. Vb.; hat/ 1. sich, jmdn. 1. sich, jmdn.
nach Läusen absuchen: die Affen 1. sich geg en
seitig — 2 . sa lopp jmdn. einer Leibesvisitation
unterziehen: sie sind an der Grenze tüchtig ge
laust worden — 3. salopp scherzh. jmdn. 1.
jmdm. (beim Kartenspiel) sein Geld abnehmen,
jmdn. schröpfen: sie haben ihn mächtig gelaust;
er ist ganz schön gelaust worden
-f- ich denke, mich laust der / Affe
lausig /Adj.f 1. sa lopp gemein (IAA): ein lausiger
Kerl — 2. salopp armselig (1): ein lausiges Nest;
lausige (schlechte 2.1) Zeiten; laß deine lausigen
(wenig wertvollen) paar Groschen stecken — 3 .
u m g . /drückt im negativen Sinne emotional einen
hohen Grad aus/: eine lausige Kälte; das tut 1.
(sehr) weh
^aut IAdj.f 1.1 . kräftig im Ton, weithin hörbar:
ein lautes Gelächter; laute Musik; man hörte einen
lauten Schrei, kein lautes Wort; sie sprach mit
lauter Stimme; sprich lauter!; 1. lachen, singen,
aufschreien; seid nicht so 1.!; er ist 1. geworden
(hat sich aufgeregt und zornig geschrien); O das
kann man gar nicht 1. (nicht zu Außenstehenden),
gar nicht 1. genug (nicht ausdrücklich genug) sagen
1.2 . eine laute Straße, ein lautes Haus (eine Straße,
ein Haus mit viel Lärm); hier ist es mir zu 1.
—
2. / in der Verbindungf etw. wird 1. etw. wird be
kannt: das darf nicht 1. werden, darfst du nicht 1.
werden lassen; es ist der Wunsch 1. geworden
(geäußert worden), daß . . .
2laut /Präp. mit Dat., selten mit Gen./ entsprechend
dem Wortlaut von, nach Angabe von, gemäß: 1.
dieser Anweisung; 1. ärztlichem Gutachten; /o. er
kennbare Rektion in Verbindung mit starkem Subst.
im Sg. o. Art. u. Attr.f: 1. Fahrplan fährt der
Bus in zehn Minuten; 1. Artikel vier der Verfas
sung
Laut, der; -(e)s, -e 1.1 . von einem Menschen, Tier
m it dem Stimmorgan hervorgebrachte akustische E r
scheinung: keinen L. mehr vo n sich geben (still
sein); nicht den leisesten L. hören lassen; ein L.
der Überraschung; ein klagender L. 1 .2 . Geräusch,
Ton: wir hörten seltsame, geheimnisvolle Laute
—
2.1 . kleinste klangliche Einh eit der menschlichen
Rede, die mit einem od. mehreren Buchstaben im
Schriftbild dargestellt wird: der L. A, Sch; das
System der Laute einer Sprache 2.2 . heimatliche,
vertraute, fremde L aute (als Schall wahrgenom
mene Äußerungen) — 3. fo. PI f Jägerspr. der
Hund gibt L. (bellt)
lautbar fA dj.; in der Verbindung/ etw. wird 1. etw.
w ird bekannt: der Vorfall sollte auf keinen Fall 1.
werden
Laute, die; -,
-n
sechssaitiges Zupfinstrument mit
ovalem, an einer Seite spitz zulaufendem, bauchigem
Resonanzkörper
lauten, lautete, hat gelautet 1.1 . etw. läutet in
bestimmter Weise etw. hat einen bestimmten Wort
laut: der Befehl lautete: „Fertigmachen zum Ab
marsch!“ ; das' Testament hatte anders gelautet;
wie lautet das Original? 1.2. die Antwort lautete
günstig, tröstlich für uns (war, klang für uns
günstig, tröstlich) 1.8. etw. la utet auf etw. etw.
enthält eine bestimmte Festlegung: das Urteil lautete
auf sechs Monate Freiheitsentzug, auf Freispruch;
die Papiere 1. auf meinen Namen (sind auf^meinen
Namen ausgestellt)
läuten, läutete, hat geläutet 1.1 . eine Glocke läutet
eine Glocke ertönt: die Kirchenglocken L; es läutet
zu Mittag 1.2 . jmd. läutet die Glocke jmd. bringt
eine Glocke zum Ertönen: der Küster läutet die
Glocken — 2. landsch. 2.1. etw. läutet etw.
klingelt (1.2): das Telefon, der Wecker, die Klingel
läutet; es hat eben geläutet 2.2 . jmd. läutet jmd.
läßt eine Klingel ertönen: sie läutete an der Woh
nungstür
720
1lauter — Leben
+ etw. 1. hören (etw. andeutungsweise erfahren) ; —
/ Sturm 1.
lauter fAdj.f geh. 1. rein, nicht mit anderem ver
mischt: lauteres Gold; eine lautere (klare 1.1)
Quelle; O er spricht die lautere (reine) Wahrheit
—
2* aufrichtig, ehrlich: ein lauterer Mensch, Cha
rakter; lautere (von Aufrichtigkeit zeugende) Motive
al8uter findekl. Indef.pron.f u mg. sehr viel, nichts
als, nur: er redete 1.'Unsinn, machte 1. Dumm
heiten; 1. nette Leute; aus 1. Dankbarkeit; die
Vase ist in 1. Scherben zersprungen; vor 1. Arbeit
kommt er nicht ins Theater
- f jmd. sieht den / Wald vor 1. Bäumen nicht
Lauterkeit, die; fo. PL; zu Mauter 2/
läutern /sw. Vb.; hat/ 1. etw. von Schlacken, Ver
unreinigungen befreien: Rohstoffe von tonigen Be
standteilen 1.
—
2. geh. etw. läutert jmdn. etw.
führt dazu, d aß jmd. Fehler ablegt, innerlich reifer
wird: das Unglück, Leid hat ihn geläutert; sich 1.:
er hat sich geläutert; dazu Läuterung, die;
-en
Läute [werk, das Vorrichtung, die durch Läuten ein
Signal gibt: das L. des Weckers, im Bahnwärter
häuschen
laut/Laut| -hals /A dv./ sehr laut : 1. singen, schreien,
protestieren; -lehre, die fo. P l.j Phonologie
lautlich /A d j.i nicht präd-.f die Laute (2.1) betref
fend : die lautliche Form eines Wortes
laut/Laut| -los fAdj.f ohne jeglichen Laut (1): 1.
lachen, weinen; eine lautlose (absolute 2) Stille
trat ein; sich 1. (geräuschlos) anschleichen; -malend
fAdj.f vgl. -m alerei: lautmalende Wörter; -malerei,
die Nachahmung von Geräuschen, Naturlauten,
Klängen durch Sprachlaute; -Schrift, die Sp rach -
w i s s . Schrift, die die einzelnen Sprachlaute in ihren
Abstufungen exakt wiedergibt; -Sprecher, der Gerät,
das elektrische Schwingungen niederer Frequenz in
hörbaren Schall umwandelt: den L. einschalten;
etw. durch L. übertragen, bekanntgeben; -stark
fAdj.f: 1. (sehr laut) diskutieren; etw. 1. verkünden;
ein lautstarker Streit; -stärke, die (subjektiv emp
fundene) Stärke des Schalls: die L. läßt sich regu
lieren; er lachte mit einer solchen L., daß die
Umstehenden aufmerksam wurden; -Verschiebung,
die Sprachwiss. nach bestimmten Gesetzen erfolgte
Veränderung bestimmter Konsonanten, bes. in der
Geschichte der deutschen Sprache
Läut|werk, das Läutewerk
lau|warm fAdj.f mäßig warm, lau: ein lauwarmes
Bad; lauwarme Umschläge
Lava, die; -, Laven fvorw. Sg.j [,.va] bei einem
Vulkanausbruch ausgeworfenes, ausfließendes glü
hend flüssiges Gestein: glühend e, erk altete, er
starrte L.
Lavendel, der; -s, - [ . .v . .] 1. fvorw. Sg.f zu den
Lippenblütern gehörender niedriger Strauch mit
schmalen Blättern und blauen duftenden Blüten:
etw. duftet nach L.
—
2. fo. Plf aus den Blüten
von 1 gewonnener Duftstoff
lavieren fsw. Vb.; hat, ist/ [., v ..] sich mit Geschick
durch Schwierigkeiten hindurchbringen: er lav ierte
vorsichtig zwischen den verschiedenen Interessen
gruppen
Lawine, die; -,
-n
a n Steilhängen (im Hochgebirge)
abstürzende und dabei immer größer werdende M asse
von Schnee, Eis, Geröll: eine L. ging nieder, hat
die ganze Ortschaft unter sich begraben, mehrere
Touristen verschüttet; O femot.f eine L. (Un
menge) von Zuschriften
Lawinen/lawineni -gefahr, die fo. PL/: es besteht
L.; Vorsicht! L.; -sicher fAdj.f sicher vor Lawinen:
die Paßstraße ist I.; -Warnung, die
la x fAdj.f (in sittlicher Beziehung) ohne feste Grund
sätze: eine laxe Auffassung von Moral, Pflicht;
laxe Sitten; dazu Laxheit, die; -en
Layout* Layout, das; -s, -s [leraut] Verlag sw.
Entwurf, Gestaltung des Satzes (3.2) von Text und
Bildern bes. einer Zeitung
Laza rett, das; -(e)s, -e medizinische Einrichtung,
Krankenhaus für Verwundete, für erkrankte A nge
hörige der Streitkräfte
Lebe| -hoch, das Hochruf: ein dreifaches L.; ein
L. rufen, auf jmdn. ausbringen; -m ann, der jPL
-männer/ v era lten d dem (sinnlichen) Genuß und
dem Luxus lebender Mann
Igben fsw. Vb.; hat/ 1.1 . durch Leben existieren,
im Besitz von Leben sein: er lebt (noch); seine
Eltern 1. nicht mehr; wir 1. im 20. Jahrhundert;
er hat nicht mehr lange zu 1.; es ist eine Lust zu
L; der lebende Organismus; die noch lebenden
Nachkommen; /in Wunschformelnf: das B raut
paar soll 1., es lebe das Brautpaar (es lebe hoch) !;
lebende (keine künstlichen) Blumen; das lebende
Inventar (der Viehbestand); O in ihr lebt ein
fester Glaube (sie hat einen festen Glauben), ein e
große Hoffnung; sein Ruhm wird ewig L; er wird
in unserem Herzen, in .seinem Werk 1. (uns auch
nach seinem Tod, durch sein Werk unvergessen
bleiben); lebende (noch gesprochene) Sprachen 1 .2 .
das, sein Leben, Dasein auf bestimmte Weise ge
stalten, verbringen: anständig, menschenwürdig,
bequem, unbeschwert, zufrieden 1.; er lebt gut
(gönnt sich, was er sich gönnen k ann), sorgenfrei;
er muß sparsam, vernünftig, gesund, enthaltsam
1.; zurückgezogen, gesellig 1.; sie lebt v on ihrem
Mann getrennt; zu 1. verstehen, wissen; er hat
gelebt (sein Leben genossen); im Wohlstand, Über
fluß, in N ot 1.; in geordneten Verhältnissen 1.;
auf sozialistische Weise arbeiten und L; in Har
monie, Freundschaft miteinander 1.; unter fal
schem Namen 1. — 2 .1 . von etw. seinen Lebensunter
halt bestreiten: vom Einkommen, von der Rente
L; von seiner Hände Arbeit 1. 2 .2 . von Fleisch,
Gemüse, Kartoffeln 1. (sich ernähren) — 3 . seinen
Wohnsitz irgendwo haben: an der See, im Gebirge,
auf dem Dorf, in der (Groß)stadt L; <> er lebt
(hat seinen geistigen Standort) in der Wirklichkeit;
in einer Traumwelt 1.
—
4. für jmdn.,1etw. L
sein Leben jmdm., einer Sache widmen: für seine
Kinder, die Wissenschaft 1.; jmdm., einer Sache
1.: er lebte ganz seinen Kindern, seinem Beruf,
seiner Kunst, dem Augenblick
- f nicht 1. und nicht sterben können (sich sehr
elend, krank fühlen); — herrlich und in /* Freuden
1.; auf großem / Fuß(e) 1.; 1. wie / Gott in
Frankreich; von der / Hand in den Mund L;
wie er ^ leibt und lebt; von der /* Luft, von
Luft und Liebe 1.; wie die /* Made im Speck 1.;
auf, hinter dem / Mond 1.; in Saus und Braus
1.; über seine / Verhältnisse 1.
Leben, das; -s, fo. PL/ 1.1 . fvom Menschen, vom
Tier, von der Pflanzef das Existieren, Dasein als
funktionierender Organismus, das vor allem durch
Stoffwechsel, Wachstum, Fortpflanzung und A n
lebendgebärend — Lebensgefährte
721
passung an die Umwelt charakterisiert ist: die E n t
stehung, Entwicklung, Erhaltung des Lebens; das
L. als eine besondere Bewegungsform, als eine
Existenzform der Materie; in ihm war kein L.
mehr (er war gestorben); die K atze hat ein zähes
L.; jmdm. das L. retten; sein L. verlieren; das
kann dich das L. kosten; am L. hängen; er
schwebte zwischen L. und Tod; einen Bewußt
losen ins L. (Bewußtsein 3) zurückrufen; mit dem
L. davonkommen; um sein L. kämpfen, laufen;
der Wille, die Liebe zum L. 1 .2 . Zeitdauer, Ablauf
von 1.1 eines einzelnen Lebewesens, bes. eines
menschlichen Individuum s: ein kurzes, langes L.;
am Ende seines Lebens erkannte er ...; Zeit seines
Lebens, sein L. lang (solange er lebt od. lebte); sein
L. währte 80 Jahre; aus seinem L. (von dem, was
man früher erlebt hat) erzählen; eine Freundschaft
für das ganze L. (bis zum Tode); zum ersten Mal
im L. sah ich ihn 1.3 . von äußeren Bedingungen,
von gesellschaftlichen Wechselbeziehungen sowie von
der eigenen Führung und Gestaltung geprägte A r t
und Weise von 1.1 eines Menschen, von M enschen:
ein sorgloses, glückliches, einfaches L. führen; ein
schweres, verpfuschtes L. haben; sein L. meistern,
ändern; sich, jmdm. das L. angenehm, erträglich,
schwer machen — 2 . die durch das Dasein der
Menschen gegebene gesellschaftliche Wirklichkeit in
ihren vielfältigen Ausprägungen und in Ihren Wir
kungen auf und für den einzelnen als Teil der Gesell
schaft: das tägliche, moderne, künstlerische, poli
tische L .; Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens;
aktiv im gesellschaftlichen L. stehen; die Wechsel
fälle, Freuden, der E rnst des Lebens; das L. hat
ihn ins Ausland verschlagen; das L. fordert sein
Recht, verlangt Opfer; das L. hat ihm viel, wenig
geboten, hat ihn hart angefaßt; gut mit dem L.
fertigwerden; für ein besseres L. kämpfen; der
Stoff dieses Romans ist mitten aus dem L. ge
griffen; das L. auf dem Lande, in der Stadt —
3. Gesamtheit der Vorgänge, Tätigkeiten in einem
Bereich, Betriebsamkeit: auf den Straßen, am
Strande herrschte ein reges L.; um ihn herum
brodelte das L. der Großstadt
-f- um s L. kommen (umkommen 1); seines Lebens
nicht mehr froh werden (ständig Sorgen haben);
sich das L. nehmen, seinem L. ein Ende machen,
setzen (Selbstmord begehen); wie das blühende L.
(sehr gesund und schön) aussehen; mit dem L. ab
geschlossen haben (nichts mehr erhoffen); für sein
L. gern (sehr gern); am L. sein (leben 1.1); etw.
ins L. rufen (etw. gründen); jmdm. nach dem L.
trachten (jmdn. töten wollen); nie im L. (niemals);
—
mit beiden / Beinen fest im L. stehen; den
/ Bund fürs L. eingehen, schließen; ein / Kampf
auf L. und Tod; einem j* Kind das L. schenken
lebend/Lebend| -gebärend jA d j.; nicht adv.j lebende
Jung e zur W elt bringend: lebendgebärende Tiere;
Kreuzottern sind 1.; -gebürt, die lebend geborenes
Kind; -gewicht, das fo. PL/ Gewicht eines lebenden
Tieres vor dem Schlachten
lebendig fAdj.f 1. Leben habend, lebend: ein leben
diger Organismus; sie sind bei lebendigem Leibe
verbrannt; <0 seine erstarrten Glieder wurden all
mählich wieder 1. (belebten sich wieder); alte Ge
schichten, Kamen wurden wieder 1. (kamen wieder
in Erinnerung); dieses Ereignis steht mir heute
noch 1. vor Augen; Pol. ök. die lebendige Arbeit
(unmittelbare Verausgabung physischer und geistiger
Kräfte im Arbeitsprozeß) — 2 . viel Bewegung
zeigend, temperamentvoll, lebhaft: die Kinder sind
sehr 1.; gegen Mittag wurde es auf den Straßen 1.
—
8. lebhaft (2): er hat eine lebendige Phantasie;
1. erzählen, diskutieren
+ es von den Lebendigen nehmen (sehr hohe, über
hohe Preise fordern); — jmd. ist mehr / tot als 1.
Lebendigkeit, die; -, jo. PL; zu lebendig/
Lebens/lebens| -abend, der fo. PL / Lebenszeit nach
der Berentung aus Altersgründen, Alter: seinen L.
genießen; einen sorgenfreien L. haben; -abschnitt,
der: die Studienzeit war für ihn ein wichtiger L .;
- alter, das 1.1 . fo. PL/ Jahre, die ein Mensch lebt
od. gelebt hat: ein hohes L. erreichen 1.2 . Alters
stufe: Krankheiten treten in allen Lebensaltern
auf; -art, die 1. Art und Weise zu leben: seine L.
ändern — 2. fo. P l.j kultiviertes Benehmen, a n
sprechende Umgangsformen: er hat keine L.; -a uf-
gabe, die Aufgabe, der man sein Leben widmet;
- bäum, der mit der Zypresse verwandter Baum,
Strauch; -bedingungen, die /PL/ die Lebensverhält
nisse eines Menschen, der Bevölkerung bestimmende
(materielle) Bedingungen: gute, gesunde L. schaf
fen; Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeits
und L .; -bejahend fAdj.f dem Leben gegenüber opti
mistisch eingestellt: er war ein lebensbejahender
Mensch; -bereich, der: Erfahrungen in allen
Lebensbereichen (in allen Bereichen des Lebens)
sammeln; -dauer, die 1. die durchschnittliche,
m ittlere L! (Dauer des Lebens) dieser Tiere, Pflanzen
beträgt. . . .
—
2. Dauer der Funktionstüchtigkeit
eines Gerätes; -ende, das fo. P l.j: er hat bis an sein
L. an dieser Idee festgehalten; -erfahrung, die aus
dem eigenen Leben gewonnene Erfahrung: er besitzt
noch keine L., ist ein Mensch ohne, mit einer
reichen L .; -erinnerungen, die jPl.f Erinnerungen
am das eigene Leben, Memoiren: seine L. schreiben;
- e rwartung, die fo. Pl.j statistisch ermittelte Anzahl
der Jahre, die ein Organismus im Durchschnitt zu
erwarten hat: die durchschnittliche L. der B ev öl
kerung beträgt 75 Jahre; die L. ist gestiegen;
- fähig fAdj.; nicht adv.f physiologisch imstande zu
leben: das Kind war nicht 1.; -form, die 1. gesell
schaftlich bestimmte A rt und Weise des (indivi
duellen) Verhaltens: es bilden sich demokratische
Lebensformen heraus; die sozialistische L. e n t
wickeln — 2 . bestimmte physische Ausprägung des
Lebens (1.1) von Organismen: unter dem Mikroskop
seltsame Lebensformen betrachten; -frage, die
für das Leben (1.3 ,2), Dasein und seinen Verlauf
entscheidende Angelegenheit: die Erhaltung, Siche
rung des Friedens ist eine L. für alle Nationen;
- fremd fAdj.f weltfremd: er ist L; ein lebensfremder
Mensch; -freude, die fo. Pl.f Freude am Leben
(1.1): tiefe, überschäumende L .; er"war voller L .;
- froh fAdj.f voller Freude am Leben (LI): ein
lebensfroher Mensch; -führung, die fo. Pl.f A rt
und Weise, wie jmd. sein Leben (1.2) einrichtet, ge
staltet: seine bisherige L. ändern; eine vernünftige,
sinnvolle L.; -gefahr, die fo. Pl.f (tödliche) Gefahr
für das Leben (1.1): für den Verletzten bestand
akute, keine L.; jmdn. unter L. retten; -gefähr
lich fA dj.f mit Lebensgefahr verbunden: I. erkrankt
sein; eine lebensgefährliche Verletzung; -gefährte,
der jmd., mit dem man ein gemeinsames Leben
(1.3) führt, bes. Ehemann: ein treuer L.; dazu
722
Lebensgefährtin — Leberkäse
- gefährtin, die; -gefühl, das fo. PI ./ gefühlsmäs-
sige Einstellung zum Leben (1.2): etw. hebt,
steigert das L.; -geister, die jPl.j umg.: der Kaffee
hat meine L. wieder aufgefrischt, geweckt (mich
wieder frisch, munter gemacht); -gemein Schaft, die
1.1, ständiges eheliches Zusammenleben ohne stan
desamtliche Trauung 1.2 . eheliche Gemeinschaft —
2. B io l . Gesamtheit der in gegenseitiger Wechsel
beziehung in einem natürlich abgegrenzten Lebens
raum lebenden Tiere und Pflanzen; -gewohnheit, die
die Lebensführung bestimmende Gewohnheit; -gier ,
die Gier, das Leben (1.2) zu genießen; -glück, das:
ihre Ehe wurde geschieden, ihr L. war zerstört (sie
konnte nicht mehr glücklich sein); -g roß fA dj.f in
natürlicher Größe eines Menschen, T ie r s : eine
lebensgroße Plastik; dazu -große fin der Ver
bindungI in L. in natürlicher Größe: ein Porträt in
L.;
- haltungskosten, die fPl.f Geldaufwendungen,
die zum Bestreiten des (individuellen) Lebensun
terhalts der Menschen, Familien anfallen: die L. sind
gestiegen, gesunken; -hunger, der vgl. -gier; dazu
- hungrig fAdj.f; -inhalt, der Gesamtheit dessen,
was das Leben (1.2) eines Menschen ausfüllt: nach
einem echten L. suchen; die Arbeit, Musik, die
Kinder sind ihr L .;
- interessen, die fPl.f lebens
wichtige Interessen; -jahr, das Jahr (2): das erste
L .; er steht im 20. L. (zwischen dem 19. und 20.
Geburtstag); -kamerad, der vgl. -geführte; -kosten,
die fPl.f Lebenshaltungskosten; -k raft, die fo. Pl.f
physische, psychische Voraussetzungen für die Bewä l-
tigung des Lebens (1.3) : seihe L. war ungebrochen;
- kunst, die fo. Pl.f Fähigkeit, das Leben (1.2) ge
schickt zu meistern; dazu -künstler, der: er ist ein L .;
- läge, die Lage, Situation im Leben (1.2): sich in al
len Lebenslagen zurechtfinden; -lang fAdj.f ein
ganzes Leben (1.2) lang; -länglich fAdj.f erst mit
dem Tode endend: eine lebenslängliche H aftstrafe;
1. eine Schuld mit sich herumtragen; -la uf, der
(schriftliche) Darstellung des Werde- und B il
dungsganges eines Menschen: seinen L. schreiben,
bei der Bewerbung vorlegen; -lust, die fo. Pl.f
Lebensfreude; -lu s tig fA d j.f heiter, unbeschwert, voll
Lebenslust: sie ist ein lebenslustiger Mensch, ist L;
- m ilieu, das vgl. -Verhältnisse; -m ittel, das fvorw.
Pl.f Nahrungsmittel: leicht verderbliche L.
Lebensrnittel! -geschäft, das; -preis, der fvorw. P l.f;
-Vergiftung, die Vergiftung durch den Genuß ver
dorbener od. giftige Stoffe enthaltender Lebensmittel
lebens/Lebens| -müde fAdj.f des Lebens (1.2) müde,
überdrüssig: 1. sein; s ch er zh . du bist wohl 1. (willst
du dich m it deiner Unvorsichtigkeit umbringen)'*;
- m ut, der M ut, sich im Leben (1.2) zu behaupten:
ihm fehlte der L.;
- n ah fAdj.f wirklichkeitsnah:
lebensnahen Unterricht erteilen; -nerv, der etw.,
das für die Existenz, das Funktionieren von etw.
eine zentrale Rolle spielt: der L. der Wirtschaft;
- niveau, das /o. Pl.f Niveau der Lebensbedingungen,
bes. der Grad der Möglichkeit, die materiellen und
geistig-kulturellen B edürfnisse zu befriedigen: die
Verbesserung, Hebung des materiellen und kul
turellen Lebensniveaus der Werktätigen; -n ot
wendig fAdj.f notwendig zum Leben (1.1): ein
lebensnotwendiges Organ; lebensnotwendige W a
ren
lebenj -spendend fA dj.; vorw. attr.f: die leben
spendende Sonne; -sprühend fAdj.; vorw. attr.f
sehr lebenslustig, temperamentvoll: sie war ein leben
sprühender Mensch; eine lebensprühende Stadt
(eine Stadt voller Betriebsamkeit, Lebenslust)
Lebens/lebens| -raum , der B io l. Bereich, in dem
eine bestimmte Lebensgemeinschaft verschiedener
Organismen bestehen ka nn; -regel, die Richtschnur
für die Lebensführung: sich etw. zur L. machen;
- r etter, der jmd., der (einem) anderen das Leben (1.1)
gerettet hat; -Standard, der jo. P l.f Lebensniveau, bes.
in materieller Hinsicht: einen hohen L. erreicht
haben; der materielle L.; -Stellung, die Anstellung
auf Lebenszeit: dieser Arbeitsplatz ist praktisch eine
L .; -Stil, der A rt der Lebensführung: es gehört zu
seinem persönlichen L., daß er . . . ; -tüchtig fAdj.f
das Leben (1.2, 2) meisternd, den Anforderungen des
Lebens gewachsen: seine Kinder zu lebenstüchtigen
Menschen erziehen; -umstände, die fPl.f jmds.
persönliche Lebensverhältnisse; -unfähig fAdj.f
physiologisch nicht imstande zu leben (1.1); -unter
halt, der für das Leben (1.2) notwendiger finanzieller
Aufwand: sich seinen L. selbst, durch seiner Hände
Arbeit verdienen; für jmds. L. sorgen; -untüchtig
fAdj.f das Leben (1.2 ,2) nicht meisternd, den Anfor
derungen des Lebens nicht gewachsen; -Verhältnisse,
die fP l.f gesellschaftliche, soziale Verhältnisse, die
jmds. Leben (1.2) od. das Leben von Menschen be
stim men; -Versicherung, die Versicherung (3), die bei
Erreichen eines bestimmten Alters od. m it dem Tod
des Versicherten zugunsten eines anderen fällig
wird: eine L. abschließen; -voll fAdj.f das Leben
(2) anschaulich widerspiegelnd: eine lebensvolle
Darstellung; -wahr fAdj.f der Wirklichkeit ent
sprechend; -wandel, der A rt der sittlichen Lebens
führung: einen ordentlichen, leichtfertigen L. füh
ren; -weg, der: jmdm. gute Ratschläge für den L.
(für sein weiteres Leben) mitgeben; -weise, die
1.1 . Lebensführung: eine gesunde, naturgemäße L.
1.2 . bes. von der Produktionsweise bestimmte, für
eine Gesellschaft charakteristische A r t und Weise
der Gestaltung des gemeinschaftlichen und i nd i
viduellen Lebens (1.3, 2); die sozialistische L.;
- w erk, das (schöpferische) Leistung eines ganzen
Lebens (1.2); -wert fAdj.f: sich das Leben 1. ge
stalten (so gestalten, daß es sich lohnt zu leben);
- wichtig fAdj.f notwendig, wichtig für das Leben (1.1,
1.2 ,2), für die Lebensbedingungen: lebenswichtige
Interessen; -w ille(n), der Wille, sich im Leben (1.2,
2) zu behaupten: ein starker, unbeugsamer L.; -Zei
ch e n, das Zeichen vorhandenen Lebens (1.1): das
erste L. eines Kindes; der Verunglückte gab kein
L. von sich; O wir haben lange kein L. (keine
Nachricht 1) von ihm bekommen; -zeit, die fo. Pl.f:
Anstellung auf L. (bis zur Berentung, bis zum Tode)
Leber, die; -,
-n 1.1 . größtes, bei Wirbeltieren und
beim Menschen im rechten oberen T eil des Bauches
liegendes Organ, das als Drüse Galle (1) absondert,
an der Bildung von Eiw eiß und der Freisetzung von
Traubenzucker beteiligt ist sowie der Entgiftung des
Körpers dient: eine gesunde, kranke L .; <> der Är
ger, Zorn frißt ihm an der L. (verursacht ihm K u m
mer) 1.2 . fo. Pl.f als Speise dienendes 1.1 von be
stimm ten Schlachttieren
+ veraltend umg. frisch, frei von der L. weg
(ohne Scheu, so wie man denkt) reden, sprechen; —
jmdm. ist eine / Laus über die L. gelaufen
Leber| -entzündung, die; -fleck, der brauner Fleck
aus Pigmenten auf der Haut; -käse, der fo. Pl.f
1. landsch., bes. süddt. Hackbraten aus gewieg-
Leberkrebs — leeren
723
tem KalbSchweinefleisch, Speck und Gewürzen —
2. norddt. ostmdt. Leberpastete; -krebs, der
/o. Pl.f; -leiden, das; -pastete, die aus Leber und
Kalbfleisch bestehende Pastete; -trän, der bes. aus
Dorschleber gewonnenes Öl mit hohem Vitam ingehalt;
-wurst, die mit Leber zubereitete Wurst; + s a 1opp
die beleidigte, gekränkte L. spielen (ohne Grund
beleidigt, gekränkt tun)
Lebe| -wesen, das organisches System, das befähigt
ist, sich durch Stoffwechsel in seiner Umwelt selb
ständig als Individuum zu erhalten, auf Reize zu
reagieren, zu wachsen und sich fortzupflanzen: ein
einzelliges, hochentwickeltes L .; -WQhl, das /PL -s
od.
- e; Abschiedsgruß/: jmdm. L. sagen (sich von
jmd m. verabschieden)
lebhaft fAdj.f 1.1 . temperamentvoll: ein lebhaftes
Kind 1.2 . viel Bewegung zeigend: auf den Straßen
herrschte ein lebhafter Verkehr 1 .8 . in der Klasse
ging es 1. zu (gab es viel Bewegung und wurde viel
geredet); L (angeregt) diskutieren — 2 . er ha t eine
lebhafte (reich, stark entwickelte) Phantasie; 1. (an
regend und temperamentvoll) erzählen — 8 . ihre
Wangen überzog eine lebhafte (intensive) Kote;
lebhafte (starke) Zustimmung, Ablehnung; er
wurdd mit lebhaftem Beifall begrüßt — 4 . fvorw.
adv.f jmdn., etw. 1. (sehr deutlich) in Erinnerung
haben; das kann ich mir L vorstellen; dazu Leb
haftigkeit, die; /o. PL/
Leb/lfib| -k uchen , der gesüßtes und stark gewürztes,
haltbares Stück Gebäck in kleinem Format, das zu
Weihnachten gegessen w ird, Pfefferkuchen; -los
/Adj.f 1.1 . ohne ein Zeichen von Leben (1.1), tot: ein
lebloser Körper; wie 1. dasitzen, daliegen 1.2 . der
leblose (unbewegliche, starre) Ausdruck seines Ge
sichts; -tag, der /in der Verbindung/ v era lten d
u m g . (all) mein, dein, sein L. mein, dein, sein Leben
(1.2) lang: mein L. werde ich daran denken; das
habe ich mein L. noch nicht (noch nie) gesehen;
-Zeiten, die /PL; in den Verbindungen/ bei, zu jmds.
L. zu der Zeit, als jmd. lebte: zu meines Großvaters
L., zu, bei L. meines Großvaters
lechzen /sw, 76 .; hat/ geh. nach etw. 1. ein starkes
Bedürfnis nach etw. (Erfrischendem) haben: nach
einem frischen Trunk Wasser, einem schattigen
Plätzchen 1.; O der ausgedörrte Boden lechzte
nach Regen; nach Rache, Vergeltung I.
leck /A d j.; von einem Wasserfahrzeug, Behälter/
beschädigt und dadurch undicht: ein leckes Schiff;
der Tank ist 1.; das Boot wurde im Sturm 1. ge
schlagen
Leck, das; -(e)s, -e durch Schaden entstandene und
dadurch (wasserdurchlässige Stelle, in einem Was
serfahrzeug, Behälter: das L. im Schiffsrumpf, K es
sel; das Schiff hat ein L. (bekommen); das L.
abdichten
lecken /sw. 76.; hat/ I. (an) etw. 1. 1.1. mit der
Zunge mehrmals an etw. entlang-, über etw. hinweg-
gleiten: (sich) die Lippen, den Mund 1.; der H und
leckte ihm die Hand; an einer Briefmarke 1.
I . 2 . sich etw. durch 1.1 als Nahrung zuführen: an
einer Eiswaffel 1.; Eis 1.; die K atze leckt die Milch —
II. leck, undicht sein : der Kühler leckt
- f u m g . wie gefeckt a ussehen (tadellos, ordentlich,
sehr sauber aussehen); — leck mich am / Arsch;
jmd. hat / Blut geleckt; sich alle zehn, die Fin
ger nach etw. 1.
lecker /A dj./ wohlschmeckend, appetitlich: ein
leckerer Nachtisch; die gebratene Forelle sieht 1. aus
Lecke rbis sen , der etw. besonders gut Schmeckendes:
eine Platte mit pikanten L .; O künstlerische L.
Leckerei, die; -,
- e n /vorw. PL/ etw. Leckeres, bes.
eine Süßigkeit
Lecker|maul, das u m g . jmd., der gern Süßigkeiten
ißt: er ist ein L.
Leder, das; -s, /o.Pl.j, fachspr. - 1,gegerbte Haut
(1.2): glattes, geschmeidiges, genarbtes L .; L. ver
arbeiten; seine Haut ist derb wie L.; das Fleisch
ist zäh wie L.
—
2. /o. Pl.j Sport umg. Fuß-,
Handball: das L. ins Tor schießen; das L. rollte ins
Tor, ins Aus
- 7 u mg . jmdm. ans L. wollen (jmdn. angreifen
wollen); (gegen jmdn.) vo m L. ziehen (jmdn. scharf
kritisieren, beschimpfen)
Leder zu Leder 1| -einband, der Bucheinband aus
Leder; -fett, das Fett zur Pflege von Leder; -hand-
schuh, der; -haut, die /o. PL/ Med. unter der oberen
Schicht der H aut liegende derbe, elastische Haut, die
bei Tieren zu Leder verarbeitet wird; -kose, die
meist kurze Hose aus Leder; -jacke, die; -koffer,
der; -mantel, der
ledern /A dj./ 1 .1 . /nur attr./ aus Leder: lederne
(Hand)schuhe; O eine lederne (wie Leder aus
sehende) Gesichtshaut 1.2 . der Braten ist 1. (sehr
zäh) — 2 . die Abhandlung ist recht 1. (trocken 3.1)
Leder zu Leder 1| -schuh, der; -schürz, der lederner
Schurz, bes. für Handwerker und Bergleute; -sessel,
der mit Lederbezogener Sessel; -sofa, das vgl. -sess el;
- s ohle, die: Schuhe mit Ledersohlen; -tasche, die;
- waren, die /PL/
ledig /A dj./ 1. unverheiratet: er ist 1.; eine ledige
Frau — 2 . /in der Verbindung/ geh . einer Sache 1.
sein: aller Sorgen, Pflichten 1. (frei von Sorgen,
Pflichten) sein
-f- einer Sache / los und 1. sein
lediglich I. /Adv./ nur (1.1): er tut 1., was ohnehin
seine Aufgabe ist — II . /Partikel/ nur (II. 1.2): es
ist 1. eine Formsache
Lee, die; -, jo. PL/ fachspr. dem Wind abgewandte
Seite von etw., bes. eines Schiffes; /in der Verbin
dung/ in, nach L.: die Küste lag in L.
leer /A dj./ 1 .1. wider Erwarten ohne Inhalt, entleert,
nichts enthaltend: ein leeres Glas, Faß; eine leere
Schachtel; mit leerem Magen (ohne etw. gegessen zu
haben) fortgehen; das leere (nicht möblierte) Zim
mer h allt; ein leeres (von den Vögeln verlassenes)
Nest; der Tank ist 1.; den Teller 1. essen; ein Glas 1.
trinken; die Wohnung steht 1. (ist unbewohnt); viele
Plätze blieben 1. (wurden nicht besetzt); ein leeres
(unbeschriebenes, unbedrucktes) Bla tt Papier; O ins
Leere greifen, starren 1 .2 . leeres (inhaltloses, nich
tiges) Gerede; leere (wertlose) Versprechungen;
leere (haltlose) Ausflüchte; mit leeren (ausdrucks
losen 1.1) Augen — 2 . (fast) ohne Menschen: leere
Straßen
-j- 1. ausgehen (nichts abbekommen) ; — vor leeren
/ Bänken spielen, sprechen; mit leeren / Händen
dastehen; nicht mit leeren / Händen kommen;
ein Schlag ins L eere; leeres p* Stroh dreschen
Leere, die; -, /o. PI .; zu leer/
- f u mg . es herrscht eine gähnende L. (niemand
is t anwesend, nichts is t vorhanden)
leeren jsw. 76 .; hat/ 1.1. ein Gefäß, einen Behälter
leer machen, seinen Inhalt herausnehmen: den Müll
eimer 1.; der Briefkasten wird um 10 Uhr geleert;
47 Wörterbuch
724
Leerfahrt — Lehen
ein Glas auf jmds. Wohl 1. (austrinken) 1.2 . etw.
leert sich etw. wird leer (1.1, 2): der Saal leerte sich
allmählich
Leer/leer| -fahrt, die Fahrt mit unbeladenem Fahr
zeug ; -gewicht, das jo. Pl.j Gewicht eines unbelade-
nen Fahrzeugs; -gut, das jo. Pl.j leere(r), für die
Wiederverwendung vorgesehene(r) Behälter; -la uf,
der 1. jo. Pl.j das Laufen einer Kraft-, Arbeits
maschine, ohne daß sie zur Leistung von Arbeit ge
nutzt w ird : der L. einer Turbine, eines Motors —
2. uneffektiver Arbeitsablauf auf Grund mangel
hafter Arbeitsorganisation: bei der Arbeit un
nötigen L. vermeiden; -laufen jV b.; ist/ auslaufen
(1.2): er ließ das Faß L; -stehend jA dj.; vorw. attr.j
nicht bewohnt, ungenutzt: eine leerstehende W oh
nung; -ta ste, die Taste auf einer Schreibmaschine
für den Zwischenraum zwischen den Wörtern;
- zimm er, das zum Vermieten vorgesehenes un
möbliertes Zimmer
Lefze, die; -,
- n überhängende Lippe bes. des Hundes
und des Haarraubwildes
leg al jA d j.j dem geltenden Gesetz, geltenden Rechts
normen entsprechend, gesetzlich: etw. auf legalem
Wege erreichen, erwerben
legalisieren jsw. Vb.; hatj etw. legal machen, für
legal, rechtsgültig erklären
Legalität, die; jo. P I ./ Übereinstimmung mit den
geltenden Rechtsnormen: etw. unter dem Schein der
L. tu n; die Pa rtei kämpfte um die L. (Anerkennung
a ls rechtmäßiger politischer Faktor)
xLegat, das; -(e)s, -e J u r. letztwillige Zuwendung,
Vermächtnis: jmdm. in seinem Testament ein L.
aussetzen
2Legat, der; -en, -en R el. k ath. päpstlicher Gesand
ter
Legeleistung, die jo. Pl.fiachspr. Anzahl der Eier,
die eine Henne in einem bestimmten Zeitraum legt
legen jsw. Vb.; hat/ 1. etw., jmdn., sich auf der
Oberfläche von etw. in liegende Stellung bringen
jmit Richtungsangabe/: ein Paket, Buch, den Blei
stift auf den Tisch 1.; eine Decke auf den Tisch 1.
(breiten 1); jmdm. die Hand auf den Arm 1.; den
Löffel neben den Teller L; er legte ihr eine K ette
um den Hals; ein Kind, sich ins B ett, auf das Sofa
1.; sich in die Sonne 1. (sich sonnen); sich schlafen 1.;
S p ort jmdn. auf die Schultern 1. (jmdn. im Ring-
kampf dahin bringen, daß seine Schultern den Boden
berühren, und ihn dadurch besiegen)"i ; ein gebroche
nes Bein in Gips 1. (mit einem Gipsverband ver
sehen); jin der Verbindung! etw. einer Sache / zu
grunde 1.; O dichter Nebel hatte sich über die
Wiesen g elegt (ausgebreitet 3) — 2 . etw. in eine be
stimmte Stellung, Lage bringen: Schienen, Gleise,
Rohre, K abel 1. (*verlegen 4.1); Parkett, Miesen 1.
(1verlegen 4.2); Kartoffeln 1. (in die Erde zum K ei
men und Wachsen bringen); die Wäsche 1. (zu
sammenfalten) — 3 . um g. sich auf etw. 1. sich einer
Sache besonders widmen, zuwenden: er hat sich auf
sein Studium, das Briefmarkensammeln gelegt —
4. etw. legt sich: der Sturm, die Aufregung hatte
sich bald gelegt (hatte bald nachgelassen) — 5 . etw.
legt sich .(jmdm.) auf etw. 5 .1 . der Nebel legte sich
(uns) auf die Brust (nahm uns den Atem) 5.2 . die
Erkältung hatte sich (bei ihm) auf die Nieren g e
legt (hatte die Nieren in Mitleidenschaft gezogen)
—
6. jvon Hühnern, Vögeln/: die Hennen 1. (Eier)
(bringen Eier hervor); die Hühner 1. gut, schlecht
-j- etw. / ad acta, zu den Akten 1.; sich ins ge
machte
Bett 1.; etw. auf / Eis 1.; / t Gewicht
auf etw. 1.; /* Hand an sich 1.; die / Hände in den
Schoß 1.; für jmdn., etw. die, seine / Hand ins
Feuer 1.; jmdm. das / Handwerk 1.; jmdm. etw .
ans
Herz 1.; etw. auf die hohe
Kante 1.;
jmdm. die / t Karten 1.; die / K arten offen auf
den Tisch 1.; jmdn. übers / Knie 1.; jmdn. aufs /
Kreuz 1.; jmdm. etw zur / Last 1.; sich auf die /*
Lauer 1.; sich für jmdn. ins / Mittel 1.; sich aufs /
Ohr 1.; etw. in / Schutt und Asche 1.; etw. auf die
/ Seite 1.; den / Ton auf etw. 1.; / Wert auf etw.
1. ; sich für jmdn., etw. ins / Zeug 1.
legendär jAdj.j 1.1 . nur durch Erzählung, Sagen
bekannt, unverbürgt: eine legendäre Gestalt, Tat;
er wurde zu einem legendären Volkshelden (zu
einem Volkshelden, dessen hervorragende Taten —
oft als Geschichten — in aller Munde sind) 1.2 . ein
legendäres (erstaunlich, überaus hohes) Alter er
reicht haben
Legende, die;
-n 1.1 . sagenhafte, unverbürgte E r
zählung vom Leben und den Leiden von Heilig en: die
L. von der heiligen Elisabeth 1.2 . mit Phantasie
ausgeschmückte (historische) Erzählung: eine mär
chenhafte L .; Legenden ranken sich um dieses hi
storische Ereignis — 2 . erläuternder Text 2.1 . zu den
auf Landkarten verwendeten Zeichen 2.2 . bei Ab
bildungen
leger jAdj.j [le3e:r, le38:r] 1. ungezwungen: etw. im
legeren Ton sagen; sich 1. benehmen — 2 . jvon
Kleidung\ nicht streng, ein wenig salopp im Schnitt:
ein legeres Kostüm; eine legere Jacke
legieren jsw. Vb.; hat/ 1. Metalle zu einer Legierung
mischen: Kupfer und Zinn 1.; legierter Stahl —
2. K o chk . Suppen 1. (mit Eigelb, Mehl verrühren
und dadurch dicker, sämig machen); eine legierte
Soße
Legierung, die; -,
-en Techn. bes. durch 2Schmelzen
erzeugtes Gemisch von Metallen: eine hitzebestän
dige, nichtrostende L.; Messing ist eine L. aus
Kupfer und Zink
Legion, die; -,
-en 1. jo. best. Art.; vorw. Sg.j geh.
jemot.j unbestimmte, sehr große Zähl, Menge: eine
L. Anhänger; die Zahl der Demonstranten ist L.
(ist sehr groß) — 2 . jBez. für ein bestimmtes Heer von
2.1 . F reiwilligenj 2.2 . Söldnernj — 3 . größte Einheit
des römischen Heeres; zu 2 u .Z Legionär, der; -s, -e
Legislative, die; -n [ . . vo] nach der bürgerl. Lehre
von der Dreiteilung der Staatsgewalt die (dem Parla
ment zustehende) gesetzgebende Gewalt, im soz. Staa t
im Rahmen einer einheitlichen Staatsgewalt
Legislaturperiode, die Zeitraum, für den die Ab
geordneten des gesetzgebenden Staatsorgans gewählt
werden
legitim jA dj./ 1 .1 . gesetzlich, rechtmäßig: mit legi
timen Mitteln arbeiten 1.2 . eine legitime (berech
tigte) Forderung
Legitimation, die; -,
- e n 1* das Legitimieren (1),
Rechtfertigung: sein Vorgehen erfuhr eine nach
trägliche L. — 2 . Ausweis, mit dem man sich legiti
miert: jmds. L. überprüfen
legitimieren jsw. Vb.; hat/ 1. etw. für legitim er
klären: Gesetzesänderungen, Reformen 1. — 2. sich
(mit etw.) ausweisen: sich (mit dem Personalaus
weis) 1.
Legitimität, die; jo. PI .; zu legitim/
Lehen, das; -s, - Land, Gut, (1.1 .1 ), das vom feudalen
Lehm — Lehrveranstaltung
725
Herrscher gegen die Verpflichtung zu Gefolgschaft
und zum Kriegsdienst verliehen, zur Verwaltung
ubergehen wurde: ein L. erhalten
Lehm, der; -(e)s, fo. Pl.f, fachspr. -e aus Sand und
2Ton bestehende, gelb bis braun gefärbte schwere Erde,
die bes. zur Herstellung von Ziegeln verwendet wird :
Ziegel aus L. brennen; mit den Füßen im L. ver
sinken; dazu lehmig fAdj.f: lehmiger Boden
Lehne, die; -,
- n 1. Stütze eines Sitzmöbels für
Rücken od. Arm: eine hohe L.; eine Bank ohne L. —
2. süddt. österr. Schweiz. Abhang: eine bewal
dete, sanft ansteigende L.
lehnen jsw. Vb.; hat/ 1.1. jmd., etw. lehnt an etw.
jmd., etw. findet in schräger Haltung, Lage eine
Stütze an etw.: jmd. lehnt an der Tür; die Leiter,
der Stock lehnt an der Wand 1.2 . etw., sich an etw.
1. etw., sich in schräger Haltung, Lage an etw. stüt
zen, gegen etw. stellen: den K opf a n jmds. Schulter
1.; die Leiter, den Stock an (he Wand 1. I.B. sich
aus dem Fenster, über die Brüstung 1. (sich auf-
stützend aus dem Fenster, über die Brüstung beugen)
Lehnsessel, der Sessel mit einer Lehne
Lelms | -herr, der Feudalherr, der (ein) Lehen ver
geben hat; -mann, der fPl.
- männer, auch -leute/
Besitzer eines Lehens
Lehn| -Stuhl, der vgl. Lehnsessel; -wort, das jPl.
-Wörter/ Sprachwiss. Wort, das aus einer fremden
Sprache entlehnt und lautlich angeglichen wurde;
das lateinische ,fenestra4 wurde zu dem deutschen
L. ,Fenster4
Lehr] -anstatt, die Ausbildungsstätte, an der Unter
richt erteilt, gelehrt, nicht od. anteilig wenig p r a k
tische Berufsausbildung betrieben wird: eine öffent
liche L.; -auftrag, der offizieller Auftrag, an einer
Hochschule, Universität zu lehren, Vorlesungen zu
halten: einen L. bekommen; -ausbilder, der päd
agogisch geschulter, m it der praktischen Berufsaus
bildung von Lehrlingen beauftragter Facharbeiter;
- beauftragte, der u. die jmd., der einen Lehrauf
trag hat; -beginn , der Beginn der Lehre (1.3); -beruf,
der Beruf, der eine Lehre (1.3 .1) erfordert; -brief, der
1. für den Studierenden dargestellter Lehrstoff zum
Selbststudium: ein L. für das Fernstudium — 2 .
Bescheinigung über die abgeschlossene Lehrzeit;
- buch, das Buch für Schule und Studium, das den
Lehrstoff darstellt: ein L. der Biologie
Lehre, die;
-e n 1.1 . durch Erfahrung gewonnene
Richtschnur für das Verhalten: eine heilsame, b it
tere L.; Lehren aus der Vergangenheit ziehen; das
wird dir, mir eine L. sein — 2 .1 . System wissen
schaftlicher Erkenntnisse, Thesen, Theorien auf
einem bestimmten Fachgebiet, in der Wissenschaft:
die L. vom Schall, inneren Aufbau der Erde 2.2 . die
Gesamtheit einer (wissenschaftlichen) Weltanschau
ung, eines philosophischen, (philosophisch-)welt
anschaulichen Systems: die wissenschaftliche L. des
Marxismus-Leninismus;die L. Pla to s;sich mit einer
L. auseinandersetzen 2.3 . aus allgemeinen (Glau-
bens)grundsätzen aufgebaute Gesamtheit von (reli
giösen) Anschauungen: die christliche L. , L. des
Islam — 3 . jo. Pl.f 3.1 . Ausbildung eines Lehrlings
zum Facharbeiter: eine L. (in einem Betrieb) an-
treten, beenden; in einem Handwerksbetrieb zu
einem Meister in die L. g ehen 3 .2 . das Lehren (1.2):
Forschung und L.
—
H. T echn. Meßwerkzeug,
m it dem die Abmessungen eines Werkstückes auf
ihren Grenzwert geprüft werden
lehren jsw. Vb.; hat; / auch gelehrt, Gelehrte/
1.1 . jmdn. etw.l . jmdm. durch Unterricht Kenntnisse
und Fertigkeiten vermitteln, beibringen: er hat mich
gutes Deutsch gelehrt; die Mutter lehrte die Kin
der das Stricken; /mit Inf. ohne zu/ er hat dich
schwimmen gelehrt; fbei erweitertem Inf. vorw. m it
zu/ er lehrte mich, ordentlich zu sein 1.2 . er lehrte
(hielt Vorlesungen, Seminare) an der Universität —
2. etw. lehrt etw. etw. zeigt, beweist etw .: die Er
fahrung lehrt, daß man sparsam mit dem Geld
umgehen sollte; das wird die Zukunft 1.
-j- jmdn.
Mores 1.
Lehrer, der; -s, - jmd., der die Qualifikation besitzt,
a n einer Schule od. auch außerhalb des Bildung s
wesens Unterricht zu erteilen: ein guter, erfahrener,
strenger L .; er ist L. an einer zehnklassigen Ober
schule; jDDRj Verdienter L. des Volkes /Ehren
titel/; dazu Lehrerin, die; -,
-nen
Lehrerschaft, die; jo. P l.j Gesamtheit der Lehrer
bes. einer Schule
Lehrer|zimmer, das Raum in einer Schule, der den
Lehrern als Aufenthaltsraum dient: in der Pause
trafen sich die Lehrer im L.
Lehr| -fach, das Fach, das an Schulen, Universi
täten gelehrt wird: das L. Deutsch; -film , der K u r z
film für Lehrzwecke; -g a ng , der 1. zeitlich fest
gelegte schulmäßige Ausbildung zur Vermittlung
eines bestimmten Lehrstoffes für eine bestimmte
Gruppe von Menschen: ein vierwöchiger L.; an
einem L. teilnehmen — 2 . Gesamtheit der Teil
nehmer von 1; -geld, das
L. (be)zahlen (auf
Grund fehlender Erfahrungen Mißerfolg haben, aber
daraus lernen)
lehrhaft jAdj.j: einen lehrhaften (Schulmeister
lichen) Ton anschlagen
Lehr| -jahr, das Zeitraum von zwölf Monaten als
festgelegte Einheit im Ablauf der Lehre (1.3 .1);
- korper, der Gesamtheit der Lehrer einer Schule, der
Lehrenden an einer Hochschule; -kraft, die Lehrer
an einer Schule
Lehrling, der; -s, -e Jugendlicher im Lehrverhältnis:
einen L. einstellen, ausbilden
Lehrlings |Wohnheim, das Internat für Lehrlinge
Lehr/lehrI -material, das (Anschauungsmaterial
für den Unterricht; -m einung, die sich auf wissen
schaftliche Untersuchungen gründende (und als
solche gelehrte) Meinung, Auffassung: eine L. ver
treten; -meister, der Fachmann für die praktische
Berufsausbildung von Lehrlingen: ein erfahrener,
strenger L .; 0> die Not ist ein harter L .; -methode,
die Unterrichtsmethode; -m ittel, die /Pl.j vgl.
- m aterial; -pfad, der Wanderweg m it belehrenden
Hinweisen auf am Wege befindliche Pflanzen,
Gesteinsarten u . ä .;
-p lan, der Plan, der den nach
Jahrgängen gegliederten Lehrstoff für den Schul
unterricht enthält: sich streng an den L. halten;
- r eich jA dj.j Erfahrung und Wissen bereichernd:
ein lehrreiches Beispiel; das war sehr 1. für ihn;
-Satz, der grundlegende, beweisbare These: ein L.
der Mathematik; -stelle, die Planstelle für die A u s
bildung eines Lehrlings: eine L. suchen, haben;
-Stoff, der für das Lehren (1), den Unterricht vor
geschriebener, vorgesehener Stoff (2); -Stuhl, der:
den L. für Germanistik (die Planstelle eines Pro
fessors für Germanistik an einer Hochschule) inne-
haben; -tätigkeit, die Tätigkeit des Lehrens (1.2);
- Veranstaltung, die Veranstaltung, in der unter
47*
726
Lehrverhältnis — leicht
richtet, gelehrt wird, bes. Vorlesung; -Verhältnis,
das vertraglich festgelegtes Verhältnis zwischen
einem Lehrling und einem Lehrmeister, B etrieb : ein
*L. eingehen, lösen; -vertrag, der Vertrag zwischen
Betrieb und Lehrling über seine Ausbildung, die
m it der Facharbeiterprüfung abgeschlossen w ird;
-Werkstatt, die Werkstatt in einem größeren Betrieb,
die ausschließlich zur Ausbildung von Lehrlingen
dient; -zeit, die Zeitdauer der Lehre (1.3 .1); -zweck,
der fvorw. PL /: Material für Lehrzwecke (Lehr
material)
Leib, der; -(e)s, -er 1. Körper od. bes. der Rumpf
von Mensch od. Tier: ein gesunder, kräftiger,
nackter L.; die glatten Leiber der Schlangen,
Fische; am ganzen Leibe zittern; die Opfer sind
bei lebendigem Leibe (lebend) verbrannt; O der
Anzug ist ihm (wie) auf den L. geschneidert (paßt
ihm sehr gut) — 2 . Bauch (1): ein dicker, auf
getriebener L.; jmdn. in, vor den L. treten;
O nichts im L., Leibe haben (einen leeren Magen
haben, hungrig sein)
mit L. und Seele mit der ganzen Persönlichkeit:
m it L. und Seele dabeisein; etw. am eigenen Leibe
(an sich selbst) erfahren; etw. ist jmdm. auf den
L. geschrieben: die Rolle ist dem Schauspieler auf
den L. geschrieben (entspricht voll und ganz seinen
künstlerischen Fähigkeiten, seinem Wesen); einer
Sache zu Leibe gehen, rücken (etw. tatkräftig an
packen); umg. jmdm. mit etw. vom Leibe bleiben
(jmdn. mit etw. nicht belästigen); — keinen trocke
nen / Faden auf dem Leibe haben; kein / Herz
im Leibe haben; jmdm. dreht sich das / Herz
im Leibe herum; jmdm. lacht das
Herz im
Leibe; sich die / K ehle, / Lunge aus dem L.,
Leibe schreien; jmdm. drei / Schritt vom Leibe
bleiben
leib/Leib| -eigen, auch -eigen /Adj.; nicht adv.f in
Leibeigenschaft befindlich: leibeigene Bauern;
- eigenschaft, die jo. Pl.j völlige persönliche und
rechtliche Abhängigkeit der bäuerlichen (und hand
werklichen) Produzenten vom Feudalherrn
Leibes| -frucht, die /vorw. Sg.j fachspr. Kind
im Mutterleib; -fülle, die Beleibtheit, Körperfülle;
-kräfte /Pl.j + umg. aus, nach Leibeskräf
ten mit aller, ganzer körperlicher K raft: aus Lei
beskräften schreien, rennen; -Übungen, die /PI./
turnerische Übungen z ur körperlichen Ertüchtigung;
- u mfang, der jo. Pl.j Umfang des Leibes (2);
- Visitation, die von Kontrollorganen vorgenommene
Überprüfung einer Person, indem man ihre am
Körper getragene Kleidung auf verbotenerweise m it
geführte Gegenstände durchsucht
Leib| -garde, die militärische Einheit zum persön
lichen Schutz eines regierenden Fürsten, Herrschers;
- gericht, das Lieblingsspeise
leibhaftig, leibhaftig jAdj.j 1.1 . /nicht präd.j sich
jmdn., ein Ereignis 1. (als real vorhanden) v o r
stellen; plötzlich stand sie 1. (persönlich 1.2) im
Zimmer 1.2 . /nur attr.j er sah aus wie das leib
haftige schlechte Gewissen (man sah ihm an, daß
er ein schlechtes Gewissen hatte) 1.3 . /leibhaftig;
adv.j da kommt er 1. (wirklich und wahrhaftig) zur
Tür herein!
Leibhaftige, der; -n, jo. Pl.j veraltend verhüll.
der Teufel (1.1)
leiblich /A d j.; vorw. attr.j 1. für jmds. leibliches
(körperliches) Wohl sorgen; sein leibliches B efin
den — 2 . sie sorgten für das Kind wie leibliche
Eltern (wie Eltern, von denen das K ind direkt ab-
stammt); ein leiblicher Erbe
Leib| -schmerz, der /vorw. Pl.j Schmerz im Leib
(2); -speise, die süddt. österr. Schweiz. Lieb
lingsspeise
leibt /3. Pers. Präs, des veralteten Verbs leiben/
-j- umg. wie er 1. und lebt (ganz, wie er in Wirk
lichkeit aussieht, ist)
Leib] -wache, die vgl. -Wächter; -Wächter, der jmd.,
der berufsmäßig ständig über jmds. persönliche
Sicherheit wacht; -wasche, die jo. Pl.j veraltend
Unterwäsche; -w i ck el, der (feuchter) Wickel um den
Leib (2)
Leiche, die; -,
- n Körp er eines toten Menschen,
seltener eines Tieres: eine L. waschen, obduzieren,
identifizieren, verbrennen; die L. (des Staats
mannes) wurde öffentlich äufgebahrt
+ u m g . über Leichen gehen (skrupellos und keiner
lei Rücksicht auf andere nehmend seine Absichten
verfolgen); nur über m eine L. (das geschieht nicht,
solange ich lebe) !
Leichen/leichen| -befund, der Befund auf Grund
der Untersuchung einer Leiche; -begängnis, das
geh . Beerdigung, Bestattung; -bittermiene, die
veraltend umg. sehr trauriges Gesicht: eine L:
aufsetzen; -blaß /A dj.; emot.j sehr blaß; -fledderei,
die; -,
- e n Ausplünderung von Leichen; dazu
-f ledderer, der; -s, -;
-frau, die Frau, die eine
Leiche für die Beerdigung zurechtmacht; -gift, das
jo. Pl.j Gift, das bei einer Leiche durch Verwesung
entsteht; -halle, die Raum, Gebäude, in dem die
Särge mit den Toten bis zur Beerdigung stehen;
- hemd, das Hemd, in dem Verstorbene beerdigt
werden; -Öffnung, die Sektion einer Leiche zur E r
mittlung der Todesursache; -rede, die Rede bei einer
Beerdigung zum Gedenken des Verstorbenen; -s cha u ,
die ärztliche Untersuchung eines Verstorbenen zur
Feststellung des Todes, der Todesart und -Ursache;
- s chauhaus, das Gebäude,'in dem nichtidentifizierte
Leichen vorübergehend aufgebahrt s ind; -sta rre, die
nach dem Tod eintretende Starre beim Menschen,
bestimmten Tieren; -Verbrennung, die; -w ag e n, der
Fahrzeug, in dem der Sarg mit dem Toten transpor
tiert wird; -zug, der Trauerzug
Leichnam, der; -s, -e jvorw. Sg.j Körper eines toten
Menschen: einen L. aufbahren, feierlich beisetzen
leicht jAdj.j 1. von geringem Gewicht: leichtes Ge
päck; der Koffer ist 1.; ein leichter (aus dünnem
Stoff gefertigter) Anzug; ein leichter (dünner, dünn
gewebter) Wollstoff; sich 1. kleiden (wenige, dünne
Kleidungsstücke anziehen) — 2 .1 . von geringer
Intensität, Stärke: ein leichter Luftzug, Frost,
Regen; eine leichte Brise; ein leichter (nicht sehr
tiefer, fester) Schlaf; ein leichtes Unbehagen; er
spricht mit leichtem Akzent; er legte seinen Arm,
den Mantel 1. um sie; jmdm. einen leichten Stoß,
Schlag versetzen 2.2 . von geringem A usm aß: eine
leichte Gehirnerschütterung, Grippe; er ist 1. ver
letzt 2.8 . /adv./ es beginnt 1. (ein wenig) zu regnen,
schneien; die Kerzen flackerten 1.; das Wetter
bleibt 1. unbeständig; der Stoff ist 1. angerauht —
3.1 .1 . m it geringer körperlicher Anstrengung ver
bunden: eine leichte Arbeit 3.1 .2 . keine (große)
Mühe erfordernd, verursachend: eine leichte A uf
gabe; ein leichtes Leben, einen leichten (schnellen,
schmerzlosen) Tod h ab en; diese Aufgabe is t 1.;
Leichtathlet — Leidenschaft
727
jmd. hat es nicht 1. (hat viele Sorgen); er macht
es sich zu L (strengt sich zu wenig an) 3.2 . /adv./
ohne daß es einer großen Einwirkung bedarf: er ist
1. erregbar; sie gibt 1. nach; die Milch kocht L
über; das wäre 1. (ohne weiteres) möglich gewesen;
um g. das hätte 1. (unter Umständen sehr schnell)
schiefgehen können 3.3 . ein leichter (nicht sehr
anspruchsvoller) Roman, Film; leichte Musik —
4. etw. in leichtem (ungezwungenem) Ton sagen —
5. eine leichte (den Organismus wenig belastende)
Kost, Zigarre; ein leichter Tischwein
+ das ist leichter gesagt als getan (kostet etliche
Anstrengungen)!; 1. reden haben (selbst nicht von
etw. Unangenehmem betroffen sein); — etw. auf
die leichte /f Achsel nehmen; etw, geht jmdm. L
von der / Hand; etw. leichten / Herzens tun;
ein leichtes / Mädchen; die leichte / Muse; etw.
auf die leichte
Schulter nehmen; etw., alles
von der leichten / Seite nehmen; mit jmdm.,
etw. leichtes / Spiel haben; keinen leichten
Stand haben
Leicht/leieht| -a thlet, der vgl.
-athletik; -athletik,
die; -, fo. Pl.f Sportart, die Übungen im Laufen,
Gehen, Springen, Stoßen und Werfen umfaßt; dazu
- athletisch jAdj.; nur attr.f; -bau, der fo. Pl.j
Leichtbauweise; -bauweise, die jo. Pl.f moderne
Bauweise, bei der Werkstoffe und Bauelemente
geringer Dichte (2) verwendet werden; -beuzin, das
foPl.f Benzin mit niedrigem Siedepunkt; -blütig
/Adj.f das Leben leichtnehmend, stets unbeschwert
und fröhlich; -fallen jVb.j etw. fällt jmdm, leicht
etw. verursacht jmdm. keine, wenig Mühe: das Er
lernen v on Sprachen fällt ihm leicht; der Abschied
wird ihm nicht 1. (wird ihm zu Herzen gehen);
- fertig /Adj.f unbesonnen, unüberlegt; dazu -fertig-
keit, die jo. Pl.f; -fuß, der jo. Pl.j umg. scherzh.
(junger) leichtsinniger M en s ch : er ist ein (Bruder)
L.!; -füßig jAdj.f: das Mädchen eilte 1. (flink)
davon; -gewicht, das jo. Pl.f Sport /Gewichts
klasse in den Disziplinen Boxen, Ringen, Gewicht
heben, Judoj; -gläubig jAdj.j schnell etw. glaubend,
leicht zu täuschen; däin, -hin jAdv.j ohne Ernst,
ohne vieles Nachdenken: etw. 1. sagen, glauben;
eine 1. gemachte Bemerkung
Leichtigkeit, die; /o. PI.; zu leicht 3.1, 3.2, 4/;
zu 3.1.1: mit L. gewann er das Rennen
Leicht/leicht| -industrie, die / zusammenfassende
Bez. für Industriezweige, die vorwiegend nicht
metallische Rohstoffe verarbeiten und mit der H er
stellung von Konsumgütern befaßt sind/; -lebig
jAdj.j das Leben nicht zu ernst nehmend, un
bekümmert; -matrose, der Seemannsspr. noch in
der A usbildung befindlicher Matrose, der bereits
über Erfahrung als Seemann verfügt; -metall, das
Metall mit einer Dichte unter fünf Gramm pro
Kubikzentimeter: Aluminium ist ein L.; -nehmen
/ Vb.j etw. nicht ernst nehmen, einer Sache unbe
kümmert gegenüberstehen; -öl, das jo. Pl.j Mineralöl
mit einem Siedepunkt zwischen 120 und 180 Grad;
- sinn, der jo. Pl.j leichtfertiges Verhalten: ein sträf
licher, verbrecherischer L .;
-sinnig jAdj.j 1.1 . ein
leichtsinniges (leichtlebiges) Mädchen 1 .2 . 1. (leicht
fertig) mit dem Geld umgehen; sie setzte ihre Ge
sundheit 1. aufs Spiel; -verdaulich fAdj.; nur attr.f
bekömmlich, leicht zu verdauen; -verletzt fA dj.;
vorw. attr.j nicht gefährlich verletzt; -verständlich
Adj.; nur attr.j leicht zu verstehen
leid jAdj.; nicht attr.; in den Verbindungen! 1.1 .
jmd. tut jmdm. L, es tut jmdm. 1. um jmdn.
jmds. unerfreuliches Ergehen geht jmdm. nahe, jmd.
erregt jmds. Bedauern, Mitleid: er tut mir 1., es
tut mir 1. um ihn, weil er so krank ist, weil er
seine Eltern so früh verloren hat 1.2 . ein Tier,
etw. tut jmdm. L, es tut jmdm. 1. (um etw.) ein
Tier, etw. findet jmds. Bedauern, jmd. findet etw.
unerfreulich, bedauerlich: der Löwe im Käfig tut
mir 1.; es tut mir 1. um den zertrampelten Rasen;
/in Entschuldigungenf es tut mir 1., daß ...; es
täte mir 1., wenn...; (es) tut mir 1., aber die
Sache ist nicht zu ändern — 2. etw. ist, wird
jmdm. 1. jmd. bereut etw.: der voreilige Entschluß
war ihm bald L; es war ihr um jede Gelegenheit
1., die sie verpaßt hatte — 3. landsch. etw. ist,
wird jmdm. 1. jmd. ist, wird einer Sache über
drüssig: die ständige Fragerei, Rederei war ihm
schon lange 1.
Leid, das; -(e)s, /o. Pl.j psychische Qual, großer
Kummer: bitteres, namenloses, schweres, tiefes L .;
er hat viel L. im Leben erfahren; jmdm. sein L.
klagen; jmdm. L. zufügen; sie ertrug alles L.
geduldig
+ / FreudundL.
leiden, litt, hat gelitten /Vb.; / auch leidend/
1.1 . physische, psychische Belastungen, Unangeneh
mes aushalten, ertragen müssen: er leidet schwer,
maßlos, sehr; sie hat seinetwegen viel gelitten;
etw. 1.: große K ot, (keinen) Mangel, Hunger,
Durst 1.; er litt große Schmerzen 1.2 . an, unter
etw., jmdm. 1. wegen einer Sache, jmds. wegen
Kummer haben: er litt an, unter ihrem Mangel an
Humor; sie litt unter seiner schlechten Behand
lung, unter ihrer Einsamkeit — 2. an etw. 1. ein
bestimmtes Leiden (1) haben: sie leidet an Migräne;
er leidet an Schlaflosigkeit, Depressionen — 8 .
etw. leidet unter, durch etw. etw. wird durch etw.
beeinträchtigt: die Möbel hatten unter der Feuch
tigkeit stark gelitten; sein Ansehen hatte unter
seinen, durch seine Verfehlungen sehr gelitten; ihr
Gedächtnis hat durch die Krankheit gelitten —
4. jmdn., etw. 1. können, mögen jmdn., etw. mögen,
gern haben: joft verneint/ er kann, mag sie nicht,
gut 1.; er kann Ballettaufführungen, Widerspruch
nicht 1. — 5. umg. 5.1. etw. dulden, zulassen: das
leide ich nicht in meiner W ohnung!; die Sache
litt keinen Aufschub 5.2 . /verneint mit unpers. es;
vorw. im Prät.j es litt ihn nicht mehr im Bett, zu
Hause (er hielt es nicht mehr im Bett, zu Hause
aus)
-f- etw. auf, für den / Tod nicht 1. können
Leiden, das; -s, - 1 . lange od. dauernd währende
Krankheit: ein chronisches, unheilbares, rheuma
tisches L .; sie starb nach einem langen L .; er hat
ein organisches L.
—
2. /nur im Pl.j die Freuden
und L. (Qualen, Schmerzen) des Lebens, Alltags
+ umg. jmd. sieht aus wie das L. Christi (sieht
sehr elend, krank aus)
leidend jAdj.; / auch leiden/ 1. jvorw. präd.j mit
einem Leiden (1) behaftet: die Frau ist schon lange
1.—
2. jvorw. attr.j mit schmerzlichem Ausdruck,
Schmerz ausdrückend: etw. mit leidender Miene,
Stimme, mit leidendem Blick sagen
Leidenschaft, die; -,
-e n 1.1 . heftiger gefühlsmäßiger,
stark willensbetonter, oft triebhafter Erregungszu
stand, der sich in unbedingter Hingabe an etw. od.
728
leidenschaftlich — leise
jmdn. äußern kann: er arbeitete mit, voller L. an
der großen Aufgabe; er war zum Spielball seiner
Leidenschaften geworden; er ließ seinen Leiden
schaften freien Lauf 1.2* jo. P L / sehr starke Liehe
zu jmd m .: eine große, echte, unbezwingliche L .
(zu ihr) erfaßte ihn; er entbrannte in heftiger L.
zu ihr, für sie; ihre L. war erloschen 1,8. /o. P l.j
sehr große Begeisterung für etw .: er hat eine große
L. für das Fußballspiel, eine stille L. für Bücher
und Musik; er ist Angler aus L.
leidenschaftlich /A d j./ 1 .1 . von Leidenschaft (1.1)
erfüllt: er ist ein leidenschaftlicher Mensch; ein
leidenschaftlicher W unsch, Protest, Streit; eine
leidenschaftliche Anklage, Parteinahme; er spricht
mit leidenschaftlicher Anteilnahme; etw. 1. ab
lehnen, verteidigen 1.2, voller Leidenschaft (1.2):
ihn hatte eine leidenschaftliche Zuneigung (zu ihr)
erfaßt; jmdn. 1. lieben, umarmen, küssen 1.3 . he-
geistert, von Leidenschaft (1.3) bestimmt: er ist ein
leidenschaftlich er Spieler, Sammler, Opernfreund;
er sammelt 1. (mit Begeisterung) Briefmarken; er
fährt 1. (sehr) gern Auto; zu 1.1 u. 1.2 Leiden
schaftlichkeit, die; -,
- e n fvorw. Sg.j
leidenschafts|los /A dj./ nicht emotional bestimmt,
sachlich: er ist ein leidenschaftsloser Mensch; etw.
1. berichten, prüfen
Leidensj -geführte, der vgl. -genösse; -genösse, der
jmd., der mit jmdm. das gleiche Leid, gleiches un
erfreuliches Ergehen teilt; -geschichte, die 1.1 . die
L. (der Leidensweg) eines unterdrückten Volkes
1.2 . s p ö tt. sie erzählte ihre (ganze) L. (erzählte
von all ihren Krankheiten, Schicksalsschlägen) 1.3 .
fo. PI./ Rel. ev. kath. biblischer Bericht vom
Leiden und Sterben Christi; -m iene, die schmerz
erfüllter Gesichtsausdruck; -w eg, der Lebens
abschnitt, in dem ein Volk, jmd. viel Leid, Ver
folgung durchmachen m uß
leider fAdv.f: er kann 1. nicht kommen (es ist zu
bedauern, daß er nicht kommen kann); ich habe
1. keine Zeit (ich bedaure, daß ich keine Zeit habe);
1. (ja, nein, nicht)! /bedauernde verneinende A n t
wort auf eine Frage/
leidig /Adj.; nur attr.j: er versuchte, die leidige
(unangenehme, lästige) Ang elegenh eit, den leidigen
Zwischenfall zu vergessen
leidlich /A dj./ mittelmäßig, nicht besonders gut: er
ist ein leidlicher Schauspieler; sie hat eine leid
liche Figur; sein Abgangszeugnis ist 1.; es geht
mir so 1.!; die Straße ist 1. sauber
Leid/le|d| -tragende, der u. die; -n,
-n 1.
Trauernde(r), Hinterbliebene(r): den Leidtragen
den sein Beileid aussprechen — 2 . jmd., der die
unangenehmen Folgen eines Ereignisses tragen m uß :
er ist der L., obwohl er das Unglück nicht ver
ursacht hat; -voll /Adj./ geh.: ein leidvolles
Leben; -wesen, das -f zu jmds. L. zu jmds. Be
dauern: zu seinem großen L. war das Theater aus
verkauft
Leier, die; -,
-n 1. aus der Antike bekanntes Zupf
instrument: der Sänger spielte, schlug die L.
—
2. landsch. Kurbel
+ u m g . das ist immer die alte, gleiche, dieselbe
L. (das ist immer dasselbe)
Lejer umg.|
- kästen, der /PI.
- kästen/ Drehorgel;
- kastenmann, der /PI.
-männer/ Mann, der, auf
dem Leierkasten spielend, umherzieht und dafür
kleine Geldspenden einsammelt
leiern jsw. Vb.; hat/ 1. landsch. eine Kurbel
drehen und dadurch einen Mechanismus betätigen:
die Drehorgel 1. — 2 . u m g . /emot./ etw. eintönig,
mechanisch sagen, singen: ein Gedicht, Lied 1.;
leiernd sprechen
+ jmdm. etw. aus dem / Kreuz 1.
Leih| -bibliothek , die öffentliche Bibliothek, die
Bücher ausleiht; -bücherei, die vgl. -b ib liothek
leihen, lieh, hat geliehen 1. sich von jmdm. etw.
m it dem Versprechen der Rückgabe zu vorüber
gehendem Gebrauch geben lassen, sich etw. borgen:
er lieh sich von ihr ein Buch, fünf Mark — 2.
jmdm. etw. unter,der Bedingung der Rückgabe zu
vorübergehendem Gebrauch zur Verfügung stellen,
borgen: er lieh ihm Geld, seinen Fotoapparat
+ jmdm. sein / Ohr 1.
Leih/leih| -gäbe, die wertvoller (Kunst)gegenstand,
den jmd., eine Institution einer Ausstellung, einem
Museum leihweise z u r Verfügung stellt, gestellt hat:
das Gemälde ist eine L.; -haus, das /noch in der
BRD/ öffentliche Einrichtung, in der man gegen
ein Pfand Geld ausleihen kann; -wagen, der M iet
wagen;-weise/Adv./ zur vorübergehendenBenutzung:
er überließ ihr 1. seine Uhr
Leim, der; -(e)s, -e wasserlöslicher Klebstoff, der
bes. zum Verbinden von Holz od. Papier dient:
fester, flüssiger L.; dieser L. klebt gut, schlecht;
umg. der Stuhl geht aus dem L. (seine geleimten
Teile lösen sich)
+ umg. jmdm. auf den L. gehen (auf jmdn. her
einfallen); jmd. geht aus dem L. (wird übermäßig
dick)
leimen jsw. Vb.; hat/ 1. etw. 1. Teile eines (hölzer
nen) Gegenstandes m it Leim fest verbinden: wir
haben den Tisch, das Spielzeug (wieder) geleimt
—
2. s a lo p p jmdn. anführen (3), betrügen (1.1)
Leim |färbe, die m it Leim vermischte, wasserlösliche
Farbe für den Anstrich innerhalb von Räumen
Lein, der; -(e)s, /°* jW*/ landsch. Flachs (LI)
Leine, die; -,
- n 1.1* dünneres Seil: eine L. aus -
spannen, ziehen; die Wäsche auf die L. {Wäsche
leine)hängen, von derL. nehmen1.2.Seemanns-
spr. 2Tau: die L. aufschießen, einholen 1.3. Hunde
leine: er führt, hielt seinen Hund an der L .; sie
nahm ihren Boxer an die L.
+ s a lop p L. ziehen (sich eilig entfernen)
Leinen, das; -s, jo. PI ./ sehr haltbares Gewebe aus
Flachs (1.2): grobes, reines, schweres L.; eine
Decke aus L.; das Buch ist in L. gebunden
Leinen| -wasche, die jo. Pl.j Wäsche aus Leinen;
- z wang , der jo. Pl.j behördliche Anordnung, Hunde
an die Leine zu nehmen
Le|n| -öl, das jo. PI ./ Öl, das durch Auspressen von
Leinsamen gewonnen wird; -samen , der stark öl
haltiger Samen des Flachses; -wand, die 1. /o. Pl.j
veraltend Leinen — 2.1. Fläche aus Leinen, auf
die der Kunstmaler seine Farben für ein Gemälde
aufträgt 2.2 . große, weiße Fläche aus einem texti
len Gewebe, auf die ein Film, Dias projiziert wer
den
leise /Adj./ 1. nur schwach hörbar: ein leises Ge
räusch, Rascheln; man hörte leise Musik, Schritte;
sie sprach mit leiser Stimme; das Kind sang,
weinte 1. vor sich hin; seid bitte 1., etwas leiser!;
1. gehen, anklopfen — 2 .1 . von geringer (1.2) Inten
sität, leicht (2.1): ein leiser Argwohn erfüllt ihn;
eine 1. Verstimmung, Trauer überkam ihn; eine 1
Leisetreter — L eiter
729
Hoffnung, Vermutung; er hegte nicht den leise
sten (gar keinen) Verdacht ihr gegenüber; ein
leiser Händedruck; er strich ihr 1. über das Haar
2.2 . behutsam: eine 1. Andeutung, Anspielung
machen 2.3 . jadv.f 1. (ein wenig) lächeln, weinen;
er zuckte 1. zusammen
Leisejtreter, der umg. 1 . Duckmäuser — 2. intri
ganter Heuchler
Leiste, die; -n 1. schmaler, dünner, langer Gegen
stand aus Holz, Metall od. Kunststoff, der zum Ver
zieren und zum Abdecken, Markieren von Rändern
dient: eine schmale, breite L.; aus Leisten einen
Bilderrahmen basteln — 2 . unten seitlich am
Bauch befindliche Körperzone, die den Übergang
vom R u mpf zum Oberschenkel bildet
leisten, leistete, hat geleistet 1.1 . etw. vollbringen,
das Anstrengung kostet, etw. schaffen (3), zustande
bringen: er leistet viel, wenig; körperlich, geistig
etw. L; sie haben für die Wissenschaft Hervor
ragendes geleistet.; er leistet gute, schwere Arbeit
1.2 . etw. leistet etw. etw. bringt eine bestimmte
Arbeit (5) hervor: der Motor leistet 60 PS — 2.
sich etw. 1. 2 .1 . etw. zu tun wagen, ohne auf gesell
schaftliche Normen Rücksicht zu nehmen; sich etw .
erlauben (3), die Freiheit zu etw. nehmen: er kann
es sich 1., einmal später zu kommen; er hat sich
einen schlechten Scherz geleistet 2.2 . die finan
ziellen Mittel zu etw. haben: sich ein Auto 1. können
2.3 . sich etw. gönnen, zukommen lassen: sich einen
Eisbecher, eine Flasche Sekt 1.
—
3. /in Ver
bindung mit Subst. zur Umschreibung eines Verbal-
begriffsj: jmdm. Gehorsam 1. (jmdm . gehorchen);
jmdm. Ersatz 1. (jmdm. etw. ersetzen); einer A uf
forderung Folge 1. (nachkommen 3); / Abbitte 1.
-(- etw. leistet jmdm. gute / Dienste; einer Sache,
jmdm. / Genüge 1.; jmdm. / Schützenhilfe 1.;
jmdm., einer Sache / Vorschub 1.
Leisten, der; -s, - hölzernes Modell eines F ußes,
m it dessen Hilfe Schuhe hergestellt od. repariert
werden: fußgerechte L.
um g. alles über einen L. schlagen (alles mit
demselben M aß sta b messen, unterschiedslos be
handeln, beurteilen)
Leisten|bruch, der 1Bruch (2.2) in der Leiste (2)
Leistung, die; -,
- e n 1. jo. Pl.f das Leisten (1.1):
die L. bestimmter Arbeiten, Dienste — 2 .1. durch
Aufbietung und Anwendung bes. der körperlichen,
geistigen K räfte hervorgebrachtes, erzieltes Ergebnis:
eine bahnbrechende, große, hervorragende, sport
liche, wissenschaftliche L.; eine gute, schwache L.
bieten, ei zielen; die L eistungen steigern, erhöhen
2.2 . von einer Einrichtung, einem Betrieb angebotene
Dienstleistung — 3 . /o. Pl.j 3.1 . Leistungsfähig
keit: die L. des menschlichen Körpers, Gehirns,
des Mikroskops 3.2 . Phys. Techn. Arbeit (5) pro
Zeiteinheit: die L. des Elektromotors beträgt 300
Watt; die Maschine hat eine L. von 60 PS
Leistungs/leistungs] -abfall, der Abnahme der
Leistung (2.1 ,3); -abhängig /A dj./ von Quantität und
Qualität der jeweiligen Leistung (2.1) abhängig: sein
Lohn ist 1.; -anstieg , der Steigerung der Leistung
(2.1); -durchschnitt, der: der Schüler hat einen L.
(seine Zensuren haben einen Durchschnitt) v o n 1,9;
- fähig lAdj.; nicht adv./ fähig, (in hohem Maße) etw,
zu leisten (1): jmd. ist 1.; ein leistungsfähiger
Motor; leistungsfähige Maschinen; dazu -fähig-
keit, die jo. Pl.f; -grenze, die Grenze der Leistungs
fähigkeit; -Masse, die Klasse (3), in der in ver
schiedenen Sportarten nach unterschiedlichen P ri n
zipien einzelne Sportler od. Mannschaften je nach
ihrer sportlichen Leistung zusammengefaßt werden;
- kontrolle, die Kontrolle der schulischen Leistung;
- kurve, die die Leistung (2, 3.2) darstellende gra
phische K urve: die tägliche L. der Schüler, Arbei
ter; -lohn, der /o. Pl.f veraltend Stücklohn;
- prämie, die Prämie für besonders gute Leistungen;
- prinzip, das /o. Pl.f Prinzip der soz. Wirtschafts
führung, einen Werktätigen nach seiner Arbeits
leistung zu beurteilen und zu entlohnen; -schau, die
Leistungen (2) demonstrierende Ausstellung: eine
L. der Industrie, Landwirtschaft; -schwach lA dj.j
von geringer Leistungsfähigkeit; -Sport, der Sport
mit dem Ziel höchster Leistungen des einzelnen im
Wettbewerb; dazu -Sportler, der; -stand, der jo. Pl.j
Stand (1.4 .1) der Leistungen (2); -stark jAdj.j von
großer Leistungsfähigkeit: leistungsstarke Schüler,
Kombinate, Fernsehgeräte; -Steigerung, die Steige
rung der Arbeitsleistung, der Leistungsfähigkeit;
- vergleich, der Wettbewerb zur Feststellung des
Leistungsstandes, der Leistungsfähigkeit: die Schüler
haben einen internationalen L. im Fach Mathe
matik; -vermögen, das jo. P l.j vgl. - fähigkeit; -Zu
lage, die vgl.
- Zuschlag; -Zuschlag, der für über
durchschnittliche A rbeitsleistungen z um Grundbetrag
des Tarifgehalts gezahlter Zuschlag
Leit| -artikel, der die politische Grundhaltung des
Presseorgans widerspiegelnde wichtige Abhandlung
auf der ersten Seite einer Zeitung od. Zeitschrift
über bedeutende aktuelle Probleme; -betrieb, der
W irt sch. Betrieb, der die Arbeit einer Erzeugnis
gruppe anleitend organisiert; -bild, das Vorbild
(1.1), von dem man sich leiten läßt
leiten, leitete, hat geleitet 1.1 . etw. 1. als Vor
gesetzter, übergeordnetes Gremium den Verlauf der
Tätigkeit einer Gruppe gemeinsam handelnder
Menschen(gruppen) verantwortlich, ziel- und zweck
gerichtet bestimmend beeinflussen: einen B etrieb,
eine Diskussion, Verhandlung 1.; das Kombinat
wird örtlich, zentral geleitet; ein leitender Arzt,
Ingenieur; in leitender Stellung tätig sein 1.2 .
jmdn. 1. auf jmdn. erzieherisch einwirken und so
seinen Entwicklungsweg bestimmen, jmdn. lenken:
diese Jugendlichen müssen klug und konsequent
geleitet werden — 2 .1 . jmdn. irgendwohin 1. jmdm.
den Weg zu einem Ort zeigen, indem man ihn hin
führt: jmdn. zum Ausgang, durch die Straßen der
Stadt 1.; O sein Gefühl hatte ihn an den richtigen
Ort geleitet 2.2 . sich von etw. 1. lassen sich von
etw. zu etw. veranlassen lassen: er ließ sich bei
dieser Entscheidung vo n seinem Gefühl, von einer
Erwägung 1. — 3 . etw. irgendwohin 1. durch ent
sprechende Maßnahmen dafür sorgen, daß etw. in
eine bestimmte Richtung, an einen bestimmten Ort
gelangt: den Fluß in ein anderes B ett,, ö l durch
Rohre, Gepäck an seinen Bestimmungsort 1., —
4. Phys. Techn. etw. leitet Strom ein Stoff er
möglicht in seinem Innern die Bewegung von Trä
gern elektrischer Ladungen od. die Ausbreitung von
Wärme: Kupfer leitet elektrischen Strom beson
ders gut
-j- etw. in die / Wege 1.
Leiter, der; is, - 1 . jmd., der etw. leitet (1.1): ein
technischer, künstlerischer L.; die staatlichen L.
in den volkseigenen Betrieben; der L. der Delega
730
2Leiter — lenken
tion, einer Expedition, des Krankenhauses — 2 .
Elektrotechn. Phys. Stoff, der elektrischen
Strom gut leitet: ein elektrischer L.; Metalle sind
gute L.
2Leiter, die; -n hölzernes od. metallenes Gerät aus
zwei durch Sprossen verbundenen Stangen, auf das
m an steigt, um einen Höhenunterschied zu über
winden: auf eine L. klettern, steigen; er lehnte die
L. an die Wand; er hielt mir die L.; sie fiel von
der L.
Leiterin, die; -,
-nen /zu 1Leiter 1/
Leiterw agen , der Pferde- od. Handwagen, dessen
Seitenteile aus Balken od. Latten mit Sprossen be
stehen
Leit/le|t[ -fad en , der 1. kurzgefaßte Einführung in
ein Wissensgebiet: ein praktischer L ,; ein L. der
Chemie, Medizin — 2 . fo. Pl.f Leitgedanke; -fähig
/Adj.; nicht adv.f Phys. Techn. fähig, Energie,
Schall, Wärme zu leiten; Metalle sind leitfähige
Werkstoffe; dazu -fähigkeit, die jo. Pl.f; -gedanke,
der als Richtschnur dienender Grundgedanke (eines
größeren Werkes, einer Ausstellung); -ha m m el, der
Hammel, der eine Herde führt; -kegel, der V er-
keh r s w . einer der zur Markierung od. Absperrung
auf der Fahrbahn in einer Reihe aufgestellten kegel
förmigen Gegenstände; -lini e, die 1. Leitgedanke —
2. V erk eh rsw . unterbrochene Markierungslinie
auf der Fahrbahn, die von Fahrzeugen überfahren
werden darf, wenn es der übrige Verkehr gestattet;
- m otiv, das 1. vgl. -gedanke: das L. seines dichte
rischen Schaffens — 2* häufig wiederkehrendes, für
eine Person, Situation charakteristisches M otiv in
einer Oper, Dichtung; -planke, die V erk eh rsw .
Planke aus Stahl od. Beton am Straßenrand od.
am Mittelstreifen von Autobahnen, die verhindern
soll, daß Fahrzeuge von der Fahrbahn abkommen;
-Spruch, der jmdm . als Grundlage für sein Handeln,
Verhalten dienender Spruch; -s telle, die zentrale
Einrichtung, von der a us etw. gelenkt, befehligt wird
Leitung, die; -,
-e n 1. jo. Pl.f das Leiten (1.1):
die Prinzipien der sozialistischen, kollektiven L.;
die L. eines Betriebes, einer Diskussion über
nehmen; die L. und Planung (verbessern); das
Streichquartett spielt unter der L. des Dirigenten
N — 2 . fo. Pl.f das Leiten (1.2): eine straffe L.;
der Junge braucht noch die L. durch seine Eltern
—
8. Gesamtheit der leitenden Personen in einem
Bereich, Betrieb: die staatliche L.; die technische
L. des Werkes prüfte den Verbesserungsvorschlag;
er gehört zur L. des Betriebes — 4*1* Anlage,
System von Rohren, in denen Flüssigkeiten, Gase
befördert werden: eine L. für Erdöl, Gas, Wasser
legen, anschließen, reparieren; die L. {Wasser
leitung) ist verstopft 4.2 . Anlage, System von
Drähten, Kab eln, durch das elektrische Energie be
fördert od. elektrische Signale übermittelt werden:
elektrische Leitungen unter Putz legen; die L.
{Telefonleitung) ist besetzt, unterbrochen; eine
Störung in der L.
-b u mg. eine lange L. haben {begriffsstutzig sein)
Leituugs| -draht, der Draht einer elektrischen
Leitung; -ebene, die fo. Pl.f: etw. auf L. (von
Seiten der Leitung 3) entscheiden; -funktion, die
Funktion als staatlicher 1Leiter; -kader, der für
eine leitende Funktion ausgebildeter Kader; -mast,
der Mast, an dem die Freileitungen befestigt sind;
- n etz, das Netz, System von Leitungen (4); -Organ,
das leitendes Organ (4); -rohr, das Rohr, in dem
Gas, Flüssigkeit befördert w ird ; -schnür, die isolier
ter Draht zur Beförderung elektrischer Energie od.
Übermittlung elektrischer Signale; -tätigkeit, die
fo. Pl.f Leitung (1); -wasser, das fo. Pl.f Wasser
aus der Wasserleitung
LeitJ -werk, das Flugw. am Heck und an den
Tragflächen eines Flugzeugs angebrachte Flächen
zum Stabilisieren seiner Lage beim Fliegen und zum
Steuern; -wort, das jPl. -e/ Motto (1.2)
Lektion, die; -,
-e n 1. Abschnitt, Kapitel in einem
Lehrbuch, bes. für die Erlernung einer Fremd
sprache : die dritte L .; methodisch gut aufgebaute
Lektionen; eine neue L. beginnen, durchnehmen
—
2. bestimmter Lehrstoff, der für den Unterricht
gelernt werden m uß: er hat seine L. nicht gelernt,
nicht gekonnt — 8 . Zurechtweisung: eine wohl
verdiente L.; der Junge hat diese kleine L. ver
dient
+ jmdm. eine L. erteilen (jmdn. scharf zurecht
weisen)
Lektor, der; -s, Lektoren 1. (Hochschullehrer für
Kurse und Übungen in Sprachen, M u sik , Zeichnen:
er ist L. für Russisch — 2 . wissenschaftlicher M it
arbeiter in einem Verlag, der eingereichte M a n u
skripte im Hinblick auf die Möglichkeit ihrer Ver
öffentlichung begutachtet und sie gegebenenfalls bes.
inhaltlich bearbeitet: das Manuskript wurde vom
L. für den Druck bearbeitet
Lektorat, das; -(e)s, -e Abteilung in einem Verlag,
in der M anuskripte lektoriert werden: das Manu
skript wurde im L. geprüft
lektorieren /sw. Vb.; hat/ fach sp r. ein bei einem
Verlag eingereichtes M anuskript, ein (fremd
sprachiges) Buch als Lektor begutachten: vor der
Neuauflage sollte das Buch noch einmal lektoriert
werden
Lektorin, die; -,
-n e n /zu Lektor/
Lektüre, die; -, /o. Pl.f 1. Lesestoff: eine amüsante,
spannende, leichte, schwierige L .; L. in englischer,
russischer Sprache; eine passende L. für den
Urlaub suchen — 2 . das Lesen (1.1 .1): sie war
m it der L. des Briefes, Buches beschäftigt
Lemma, das; -s, -ta 1. Sprachwiss. Stichwort (1):
das L. eines Wörterbuchartikels, eines Beleg
zettels *— 2. W issensch. den Hauptinhalt eines
Werkes kennzeichnender Titel (2.1) — 8 . M ath.
Satz (2), der zum Beweis eines anderen Satzes dient
Lende, die;
-n 1. Teil des menschlichen Körpers
zwischen Wirbelsäule und Hüftknochen: Schmerzen
in der L. haben — 2 . das Fleisch unterhalb des
Rückgrats bei Schlachtvieh: ein Stück L. kaufen
Lenden| -schürz, der Geschlechtsteile und Gesäß be
deckendes Kleidungsstück bei Naturvölkern; -Wirbel,
der einer der fünf Wirbel im Bereich der Lende (1)
Leninjsmus, der; -, fo. Pl.f der durch Lenin in der
und für die Periode des Imperial, und der proleta
rischen Revolution, des Übergangs vom K a p . zum
Soz. weiterentwickelte M arxismus; dazu leninistisch
/Adj.f
lenken /sw. Vb.; hat/ 1. etw. 1. die Bewegungs
richtung von etw. durch mechanische Einwirkung,
Bedienung des 1Steuers bestimmen, etw. steuern: ein
Fahrrad, den W agen 1.; er lenkte das Auto in die
Nebenstraße; ein Pferd am Zügel 1.; O das Ge
spräch in eine bestimmte Richtung 1.
—
2. die
Wirtschaft 1. (leiten 1.1) — 8 . jmdn. 1. den E nt
wicklungsgang von jmd m ., jmd s. Verhaltensweise
maßgeblich beeinflussen: er läßt sich leicht, schwer
L (erziehen) — 4 . etw. auf jmdn., etw. 1. veranlassen,
daß sich etw. auf jmdn., etw. richtet: er hat den
Verdacht auf sie gelenkt; er versuchte, ihre Auf
merksamkeit auf sich, auf die wichtige Frage zu 1.
Lenker, der; -s, - Stange am Fahrrad, Motorrad
m it zwei Griffen zum Lenken
Lcnk|rad, das einem R ad (1.1) ähnliche Vorrich
tung zum Lenken eines zweispurigen K raftfahr
zeugs
Lenk|Stange, die Lenker: er hielt das Fahrrad an
der L.
Lenkung, die; -,
-en 1. fo. PL; zu lenken/ das
Lenken; zu 1: die L. eines Fahrzeugs; zu 2: die
L. von Staat und Wirtschaft — 2 . Vorrichtung
zum Lenken eines Fahrzeugs: die Überprüfung der
L. in der Autowerkstatt
Lenz, der; -es, -e 1* geh. Frühling: der L. ist
gekommen; O im L. des Lebens (in der Jugend
zeit) stehen — 2* fnur im Pl.f scherzh. Lebens
jahre: sie ist gerade 17 Lenze a lt
+ umg. einen L. haben (viel Freizeit, ein an
genehmes Leben haben)
Leopard, der; -en,- -en Großkatze A frik a s und
Asiens mit meist gelblichem und schwarzgeflecktem
Fell, Panther
Lepra, die; jo. Pl.f bakterielle Infektionskrank
heit des Menschen, die zum Absterben des H aut
gewebes, der Gliedmaßen führt
Leptosome, der; -n, -n fachspr. Mensch von
schlanker, schmaler Gestalt
Lerche, die;
- n in zahlreichen Arten vorkommen
der, m eist erdfarbener Singvogel, der i n freiem Ge
lände am Boden nistet und mit trillerndem Gesang
in die Luft steigt: die L. jubiliert, schwingt sich
hoch in die Luft
lern/Lern| -begierig fAdj.f vgl. -eifrig; -eifer, der
Eifer, Fleiß in bezug aufs Lernen; -eifrig fAdj.f
eifrig, fleißig in bezug aufs Lernen: ein lerneifriger
Schüler
lernen fsw. Vb.; hat; / auch gelernt/ Wissen,
Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten durch eigenes
Bemühen (unter A nleitung durch einen Lehrer) er
werben: das Kind lernt leicht, schwer; er lernt
von früh bis spät; etw. lernt sich leicht; etw. aus
wendig 1.; lesen, kochen, radfahren, schwimmen
1.; eine Sprache, Vokabeln 1.; sie lernt Auto
fahren; einen Beruf 1. (für seine künftige B e
schäftigung eine Berufsausbildung durchlaufen); er
ist gelernter Schneider (hat als Schneider eine ab
geschlossene Berufsausbildung); v o n dem kannst
du noch etwas 1.; aus Büchern, der Erfahrung 1.;
er muß 1., mit anderen Menschen auszukommen;
man muß reden, schweigen 1.; Pünktlichkeit,
Sauberkeit kann man 1.
-f etw.vonder/ Pikean,auf1.
Lgs|art, die 1 . Abweichung in einer überlieferten
Handschrift, in einem Druckwerk vom edierten Text:
eine abweichende L. — 2 . Auslegung eines Textes,
eines Geschehens, Deutung: dies ist nur eine andere
L. von der Sache
lgsbar fAdj.f 1. so beschaffen, daß man es (ab)lesen
kann: eine gut lesbare Handschrift; einige Buch
staben der Inschrift waren nicht mehr 1. — 2 . in
verständlicher, stilistisch guter Darstellung: ein les
barer Stil; sie schreibt gut lesbare Artikel
Lesbierin, die; -,
-ne n [..bie..] homosexuelle Frau;
dazu lesbisch fAdj.f: sie ist 1.
Lese, die; -,
-n Weinlese (1)
Lfise zu lesen 1 .11 -abend, dev Abendveranstaltung,
auf der ein Vortragender aus eigenen od. fremden
Dichtungen vorliest; -brille, die Brille, die vor
wiegend zum Lesen bestimmt ist; -buch, das Buch
m it ausgewähltem Lesestoff, bes. für Schulkinder;
- gerat, das optisches Gerät zur Vergrößerung von
Mikrofilmen, auf die Texte aufgenommen worden
sind; -lampe, die kleine Lampe, bes. für den Schreib
tisch
lesen (er liest), las, hat gelesen I.l .l* etw. 1.
Geschriebenes, Gedrucktes m it den Augen wahrneh
men und geistig erfassen: einen T ext, Brief, die
Zeitung genau, gründlich, nur flü chtig 1.; M us.
eine Partitur, Noten lesen (können); der Junge
kann noch nicht L; seine Handschrift ist
schwer zu 1. (zu entziffern); Druckerei /in
der Verbindung/ / Korrektur 1,; etw. liest
sich in bestimmter Weise: der Roman liest sich
gut (ist interessant und flüssig geschrieben)1 1*2*
etw. vorlesen, nach einer schriftlichen Vorlage sp re
chen: ausdrucksvoll, monoton L; ein Drama mit
verteilten Rollen 1.; der Schriftsteller las aus
eigenen Werken; der D ozent las (hielt Vorlesungen)
über die Literatur des 20. Jahrhunderts; P a ri,
der Gesetzesentwurf muß noch einmal gelesen
werden (zu dem Gesetzesentwurf muß noch eine
Lesung 2 stattfinden); Rel. kath. die Messe 1.
(zelebrieren 1.2) — 2 . etw. an, von jmds. Gesicht
ablesen: er las ihr jeden W unsch vo n den Lippen,
vom Gesicht — II .l .l . Ähren 1, (das abgeerntete
Feld nach Ähren absuchen); etw. von etw. 1.: die
Raupen von den Blättern 1. (mit den Händen ent
fernen) 1.2 , Trauben, W ein 1. (ernten) — 2 . Erbsen
1. (die schlechten Erbsen aussortieren)
+ jmdm. die / Leviten 1.; (etw.) zwischen den
/ Zeilen 1.
Iesens|wert fAdj.f wert, gelesen zu werden
Lese|probe, die 1 . für Werbezwecke gedruckter A u s
schnitt aus einem Buch — 2. Theater Probe, bei
der die Rollen von den Schauspielern noch gelesen
und Textänderungen, Streichungen usw. vereinbart
werden
Leser, der; -s, - jmd., der ein Buch od. ein anderes
Druckerzeugnis (gerade eben) liest: er ist ein auf
merksamer, kritischer L. der Tageszeitung; die
Zeitschrift wirbt um neue L. (Abonnenten, Käufer)
Lese|ratte, die umg. scherzh. jmd., der gern und
viel liest
Leser| -brief, der: die Zeitung, der Autor erhielt
viele Leserbriefe; -kreis, der K reis (2) der Leser
einer Zeitung, eines Buches
leserlich fAdj.f gut zu lesen, leicht zu entziffern:
eine leserliche Handschrift
Leserschaft, die; -, fo. Pl.f Gesamtheit der (ständi
gen) Leser bes. einer Zeitung, Zeitschrift, der Werke
eines Autors
Lese zu lesen 1.1.1 j -saal, der großer Raum in einer
öffentlichen Bibliothek, in dem die Benutzer arbeiten
können; -Stoff, der etw. Gedrucktes zum Lesen, das
der Unterhaltung, Weiterbildung dient; -w ut, die
Begierde, viel zu lesen; -Zeichen, das zwischen die
Seiten eines Buches eingelegter flacher Gegenstand,
der anzeigt, auf welcher Seite man beim Lesen a uf
gehört hat; -Zirkel, der Abonnenten, die gegen Z ah -
Lenker — Lesezirkel
731
732
Lesung — Leuchtröhre
hing einer Gebühr eine regelmäßig umlaufende Z eit
schriftenauswahl erhalten
Lesung, die; -en 1, öffentliche Veranstaltung, a uf
der jmd. aus einem, ein Autor aus seinem Werk
vorliest: die Autorin stellte sich mit ihrem neue
sten Roman in einer L. vor — 2 . Beratung eines
Gesetzesentwurfs in einer Volksvertretung, in einem
Parlament: die erste, zweite, dritte L. einer Ge
setzesvorlage
Lethargig, die; -, jo. PI ./ 1 . Med, starke Schläfrig
keit mit Trübung des Bewußtseins — 2 . Teilnahms
losigkeit, das Stumpfsein: in L. versinken; dazu
lethargisch jAdj.j
Letter, die;
- n 1. Druckbuchstabe: große, kleine,
schwarze Lettern — 2, Druckerei zur Her
stellung eines Satzes dienende Type (I)
letzt jA dj.; nur attr.; / auch letztere/ 1. in einer
Reihe, Folge, bei einem Vorgang das 'Ende bildend:
das letzte Haus der Straße; die letzte Sprosse der
Leiter; am letzten Tag des Monats, des Jahres;
um Mitternacht die letzten Nachrichten hören;
ich sage dir das zum letzten Mal; das letzte
Drittel des Weges; den letzten Versuch machen;
der letzte Buchstabe des Alphabets; der letzte
Band der Gesamtausgabe; er wurde in letzter
Instanz zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt; das
kommt an letzter Stelle; er ging als letzter aus
dem Haus; die letzten (abschließenden 3.2) Vor
bereitungen für etw. treffen; sie sagte im letzten
Moment den Besuch ab — 2 . gerade vergangen,
vorig: letztes Jahr, im letzten Herbst waren wir
in Ungarn; in der letzten Zeit fehlte er oft in der
Schule — 3 . am Ende (von einer Menge) übrig
geblieben: das war sein letzte s Geld; er mobilisierte
die letzten Kräfte, Reserven; sie kämpften bis
zum letzten Mann — 4 . /drückt einen nicht mehr
zu steigernden Grad aus/: nach den letzten (höch
sten 3.3) Zielen streben; der letzte (tiefste 5) Sinn
einer Dichtung
+ bis ins letzte (sehr gründlich); umg. das ist das
Letzte (das ist eine unerträgliche Zum utung)!; —
bis zum letzten / Atemzug; eine / Ausgabe
letzter Hand; etw., jmd. ist der letzte
Dreck;
auf den letzten / Drücker; jmdm. die letzte
Ehre erweisen; letzten / Endes; jmdm. das letzte
/* Geleit geben; letzte / Hand an etw. legen;
auf dem letzten / Loch pfeifen; bei jmdm. ist
/ Matthäi am letzten; der letzte
Schrei; jmds.
letzte : / t Stunde hat geschlagen; der L etzte
/ Wille; das letzte / Wort haben; das ist mein
letztes /f Wort; das letzte / i Wort ist noch nicht
gesprochen; in den letzten / Zügen liegen
Letzt
+ zu guter L. schließlich, am Ende: zu guter L.
ist er doch noch gekommen
letztens jAdv.j vor kurzer Zeit: ich habe ihn 1.
erst wieder gesprochen
letztere, der, die, das; -n, -n f/< auch letzt/ der,
die, das letzte von zweien; der, die, das zuletzt Ge
nannte, Erwähnte: er hat zwei Söhne, Rainer und
Erank, der erstere, ersterer ist sehr lebhaft, der 1.,
letzterer dagegen auffallend still; die 1. Frage
möchten wir noch zurückstellen
letzt] -genannt fA dj.; nur attr.j zuletzt genannt:
der letztgenannte Fall muß dringend überprüft
werden; :hin, -hin jAdv.j letztens
letztlich jAdv .j schließlich (2): 1. ist es eine Frage
des Taktes, des Geschmacks, ob du das
tust
letzt| -malig jAdj.; nur attr.j zum letzten Male
gegeben: es ist eine letztmalige Chance, Gelegen
heit, den Beruf zu wechseln; -möglich jAdj.; nur
a ttr./: der letztmögliche Termin (der letzte Termin,
der möglich ist); -willig /Adj.; nicht präd.j im
Testam ent als letzter Wille festgelegt: letztwillige
Bestimmungen, Zuwendungen; jmdm. etw. 1.
(testamentarisch) vermachen, hinterlassen
Leu, der; -en, -en veraltend geh. Löwe
Leu, der; -, Lei [le:u, PI. l e :i] / Währungseinheit
in Rumänienj
Leucht [buchstabe, der bes. für die Leuchtreklame
verwendeter, a us einer od . mehreren Leuchtröhren
gebildeter Buchstabe
Leuchte, die; -,
-n 1. Lampe (1): eine L. für den
Schreibtisch, für das Wohnzimmer kaufen — 2.
u m g . sehr kluger Mensch, Könner: er ist eine L.
in Mathematik; s p ö tt. der Schüler ist nicht gerade
eine L.
leuchten, leuchtete, hat geleuchtet / / t auch leuch
tend/ 1.1* (ein ruhiges) Licht von sich geben, ver
breiten: die Lampen, Laternen, Kerzen 1.; das
Nordlicht leuchtet in bunten Farben; der Mond,
ein einzelner Stern, ein fernes Licht leuchtet in
der Nacht; Phosphor leuchtet im Dunkeln; <0 ihre
Augen leuchteten (glänzten 1.1) vor Freude 1.2 .
in intensivem Licht stehen: das Meer leuchtet in
der Abendsonne — 2 .1 . jmd. leuchtet in, auf,
unter etw. jmd. richtet den Strahl, Lichtschein einer
Lichtquelle auf etw .: jmdm. mit der Taschenlampe
ins Gesicht 1.; sie leuchteten in jeden Winkel des
Raumes, unter das Bett 2.2 . jmdm. 1. (jmdm. in
der Dunkelheit m it einer Lichtquelle eine ausrei
chende Sich t ermöglichen)
- f sein Licht 1. lassen
leuchtend jAdj. ;
auch leuchten/ 1. ein leuchten
des (sehr kräftiges, intensives) Rot — 2 . /nur attr.j
er ist ein leuchtendes Vorbild (ist in besonderem
M aße vorbildlich)
Leuchter, der; -s, - (mehrarmiger) Halter (1) für
Kerzen od. Glühlampen: ein fünfarmiger, g e
schnitzter, silberner L .; ein L. aus Zinn, Meißener
Porzellan
Leucht| -färbe, die (Farb)stoff, der bei Einw irkung
von (Lichtstrahlen selbst leuchtet (1.1); -feuer, das
starkes Lichtsignal von einem festen Punkt aus, das
bes. Schiffen bei der Navigation helfen soll: weit über
das Meer war das Blinken des Leuchtfeuers zu
sehen; -gas, das jo. PI .j Stadtgas; -käfer, der in
zahlreichen A rten vorkommender Käfer, bei dem die
flugfähigen Männchen und die wurmähnlichen,
flugunfähigen Weibchen an der Unterseite des
Hinterleibs Organe haben, die im Dunkeln leuchten
(1.1); -kraft, die jo. Pl.j 1.1 . Intensität\ die L.
der Farben 1.2* A stron. die L. eines Sternes
(pro Sekunde von einem Stern ausgestrahlte
Energie); -k ug el, die Geschoß, das nach dem
Abschuß ein starkes Licht verbreitet und als
Signal dient od. dazu dient, das Gelände in der
Dunkelheit zu erhellen; -rakete, die vgl.
-kugel;
- r eklame, die Reklame (an Hausfassaden) in Form
von Schrift, Konturen od. Figuren mit Hilfe von
Glühlampen od. Leuchtröhren; -röhre, die P h y s .
T ech n . (als Lampe dienende) luftdichte, mit Gas
gefüllte Glasröhre, in der durch elektrische E n t-
Leuchtschirm — licht
733
ladungen Licht erzeugt wird; -schirm, der Phys.
T ech n . beschichteter Bildschirm, der unter E in
wirkung energiereicher Strahlung aufleuchtet;
-Schrift, die vgl. Leuchtbuchstabe; -türm, der an
der Küste installierter Turm mit einem Leucht
feuer
leugnen, leugnete, bat geleugnet jmd. leugnet
etw. jmd. erldärt etw., das ihm zur Last gelegt wird,
als nicht zutreffend: er leugnete seine Tat; etw.
energisch, auf das bestimmteste L; sein Leugnen
half ihm nichts; er leugnet nicht, es getan zu
haben; ich leugne nicht, daß es mir hier gut ge
fällt; etw. ist nicht zu 1. (etw. steht fest)
Leukämie, die; -,
-n [..i:9n] Med. bösartige Krank
heit mit einer Anhäufung, starken Vermehrung der
weißen Blutkörperchen
Leukozyt, der; -en, -en [..y :t] fvorw. Pl.f Med.
weißes Blutkörperchen
Leumund, der; -(e)s, jo. Pl.j Ruf (4): er hat einen
guten, schlechten L.; jmds. L. verteidigen
Leumunds|zeugnis, das Angaben, Aussagen eines
Mitmenschen über den R uf eines ihm bekannten
Menschen: ein L. einholen; jmdm. ein gutes,
schlechtes L. ausstellen
Leute, die fPl.f (Gruppe, Menge von) Menschen,
bes. außerhalb der Familie, des Bekanntenkreises:
alte, junge L.; sie sind angenehme, bescheidene
L.; das waren damals arme L .; zur Demonstration
erschienen viele L.; u m g . die jungen L. (die
Jugendlichen) wollen für sich feiern; die jungen L.
(das junge Ehepaar) leben mit den Eltern zu
sammen; die L. sagen, behaupten (man sagt, be
hauptet), daß . . .; vor allen Leuten (vor der Öffent
lichkeit); im Betrieb sind über 100 L. beschäftigt;
es fehlt an Leuten (Arbeitskräften); der Unter
offizier trommelte seine L. (die von ihm befehligten
Soldaten) zusammen
+ wir sind geschiedene L. (ich will nichts mehr
mit dir zu tun haben); — / Land und L. kennen
lernen
Leutnant, der; -s, -e Offizier der Land-, Luft-,
Seestreitkräfte, dessen Dienstgrad zwischen dem des
Unterleutnants und dem des Oberleutnants liegt
l e u t s e l i g 1 . wohlwollend, herablassend freund
lich: er hat seinem jungen Freund 1. auf die
Schulter geklopft — 2 . freundlich, aufgeschlossen:
er war ein leutseliger alter Herr; dazu L eutselig
keit, die; -, jo. Pl.f
Leviten, die fPl.f [..v . .]
-f- u m g. jmdm. die L. lesen (jmdn. energisch zu
rechtweisen)
Levkoje, die; -,
-n in Gärten wachsender Kreuz
blütler mit stark duftenden, gefüllten Blüten in vielen
Farben
Lew, der; -/-s, Lewa [lef, PI. leva] / Währungs
einheit in Bulgarien!
Lexem, das; -s, -e Sprachwiss. lexikalische Ein
heit
Lexik, die; -, fo. PI./ Sprachwiss. Wortschatz
(1.1): die L. der Alltagssprache, der Fachsprachen;
dazu lexikalisch /Adj.; vorw. attr.j: eine lexika
lische Einheit (ein Formativ m it seiner Bedeutung)
Lexikographie, die; -, jo. Pl.j Wissenschaft von der
Zusammenstellung und Erklärung des Wortschatzes
in Wörterbüchern und Lexika; dazu lexikographisch
/Adj./
Lexikologie, die; -, jo. Pl.j Wissenschaft, die sich
m it der Erforschung des Wortschatzes einer Sprache
befaßt
Lexikon, das; -s, Lexika/Lexiken Nachschlage
werk, d as unter alphabetisch angeordneten Stich
wörtern sachliche Informationen gibt: ein L. der
modernen K unst, über alle Wissensgebiete, in
12 Bänden
+ umg. scherzh. jmd. ist ein wandelndes L.
(weiß a uf allen Gebieten Bescheid)
Lezithin, das; -s, -e jvorw. Sg.j Chem. Biol. den
Fetten verwandte Substanz in pflanzlichen und
tierischen Zellen, die zur Stärkung der Nerven dient
Liaison, die; -,
-s [liezoij, auch ..zo] veraltend
Liebesverhältnis: sie haben eine L. miteinander
Liane, die; -,
- n Schlingpflanze, Kletterpflanze, bes.
in tropischen Urwäldern, deren Stengel sich an
Bäumen emporwindet
Libelle, die; -,
-n I. in zahlreichen Arten vor-
kommendes, räuberisch lebendes, sich m eist in der
Luft aufhaltendes Insekt mit schlankem, meist
farbenprächtigem Körp er und vier durchsichtigen,
nicht faltbaren Flügeln — II* fachspr. in Wasser
waagen od. anderen M eßinstrum enten befindlicher
kleiner, m it einer Flüssigkeit gefüllter Glaszylinder,
in dem eine Luftblase die waagerechte, geneigte Lage
ebener Flächen anzeigt
liberal jA dj.j 1. jzu Liberalismus/: das liberale
Bürgertum des 19. Jahrhunderts — 2 . im Sinne
der Prinzipien des Liberalismus: liberale An
schauungen — 3 . Liberal-Demokratische Partei
Deutschlands jAbk.: LDPD; Blockpartei in der
D D R /; zu 2 Liberale, der; -n, -n; zu 1 liberalisieren
jsw. Vb.; hat; in der kap. Wirtschaftj den Handel
von Einschränkungen befreien
Liberalismus, der; -, jo. Pl.j 1. im Kampf gegen
den Feudalabsolutismus entstandene Ideologie und
politische Bewegung des aufstrebenden Bürgertums,
die gekennzeichnet war durch das Streben nach
Festigung der ökonomischen und politischen Macht
des Bürgertums, nach freier kap. Betätigung, Ge
waltenteilung und uneingeschränktem Parlamenta
rismus — 2 . prinzipienloses, opportunistisches, ver
söhnlerisches Verhalten im Klassenkampf der revo
lutionären Arbeiterbewegung
Libero, der; -s, -s, auch Liberi Fußb all Ver
teidiger ohne direkten Gegenspieler (1.2)
Lfbido, auch Libido, die; -, jo. P l.j Geschlechtstrieb,
sexuelles Begehren
Librettist, der; -en, -e n Verfasser eines Librettos
Libretto, das; -s, -s/Libretti Textbuch, bes. einer
Oper, Operette
licht jAdj.j 1. jvorw. attr.j 1.1. geh. hell (1): ein
lichter Schein, Morgen; ein lichter Glanz, Schim
mer; am (hellen) lichten Tag (bei Tag, Tageslicht);
moderne, lichte W ohnungen; O der Schwer-
kranke hat ab und an lichte Momente (ist manch
mal bei klarem Bewußtsein); der Weg in eine lichte
(glückliche) Zukunft; s p ö tt. manchmal hat er
lichte Augenblicke (verhält er sich vernünftig und
klug) 1.2 . hell (2): ein lichtes Blau, Gelb, Grün;
sie malt gern in lichten Farben; sie trägt ein
lichtes Kleid — 2 . m it weiten Zwischenräumen,
wenig dicht: lichte Birkenwälder; lichtes U nter
holz; sein Haar wird schon 1. (geht aus, wird
dünner) — 3. /nur attr.j fachspr. die lichte (von
Innenrand zu Innenrand gemessene) Höhe, W eite:
die lichte Höhe der Brücke beträgt 10 m; ein
734
Licht - Lichtreiz
Rohr mit einer lichten W eite von 120 Millimetern
Licht, das; -(e)s, -e r/geh.
-e 1. jo. PL/ 1.1. sicht
bare elektromagnetische Strahlung mit Wellenlängen
im Bereich von 380 bis 780 Milliardstel Meter,
durch deren Streuung und Reflexion (in der Atmo
sphäre) nicht selbst strahlende (1.1 .1) Objekte sichtbar
werden: ein grelles, hartes, helles, trübes, mildes,
warmes L .; natürliches, künstliches L .; gutes,
schlechtes L. zum Arbeiten haben; infrarotes,
ultraviolettes L.; das L. der Sonne, des Mondes,
der Sterne, einer Lampe, Laterne, Kerze; das L.
blendet, leuchtet auf; etw. gegen das L. halten;
jmdm. im Lichte stehen (zwischen jmdm. und einer
Lichtquelle stehen und so die Sicht verdunkeln);
rotes, gelbes, grünes L. / Verkehrssignale an einer
Straßenkreuzung/; die Verkehrsampel zeigt grünes
L.; bei L. (Tageslicht) sieht der Stoff ganz anders
aus 1.2 . /nicht mit unbest. A rt./ künstliche, meist
elektrische Beleuchtung: das L. einsch alten; das L.
ausschalten, -löschen; u m g . das L. andrehen,
-knipsen; L. (an)machen; das L. ausdrehen,
-knipsen, -m a chen1; im Zimmer brennt noch (das)
L.; bei L. arbeiten; es gab im Ort noch kein
(elektrisches) L.; L. und Gas legen lassen — 2 .
/PL -er, geh.
-e/ Kerze (1): ein L. ausblasen, aus
löschen; ein L. brennt (herunter), tropft, ver
löscht; Lichter anstecken, anzünden — 3 . /PL
- e r; vorw. P L / Lichtquelle (die weithin leuchtet,
strahlt): in der Ferne blitzen Lichter auf; die
Lichter der Großstadt, eines Passagierschiffes;
O der Maler setzte seinem Aquarell noch einige
Lichter (helle Farbtupfen zur Akzentuierung) auf
—
4. Jägerspr. /PL
-e r/ Augen des Haar-,
Schalenwildes: die grünlich schimmernden Lichter
eines Luchses
+ grünes L. (die Erlaubnis für etw.) geben, er
halten; L. in etw. bringen (etw. einer Klärung
näherbringen, klären); das L. s cheuen (sich ver
bergen müssen, nicht gesehen werden wollen); etw.
wirft ein bezeichnendes L. auf etw., jmdn. (etw.
ist für etw., jmdn. bezeichnend); etw. kommt ans
L. (wird bekannt); bei L. besehen, betrachtet
(genau genommen); jmdn. hinters L. führen (jmdn.
hereinlegen, täuschen); etw., jmdn., sich ins rechte
L. rücken, setzen (etw., jmdn., sich so zeigen, daß
ein anderer es, ihn richtig, angemessen beurteilen
kann); in ein schiefes, schlechtes L. geraten,
kommen (einen schlechten, falschen Eind ruck auf
jmdn. machen); sich in einem guten, schlechten
L. zeigen (einen guten, schlechten Eind ruck machen);
in einem (ganz) anderen, neuen L. erscheinen (einen
ganz anderen, neuen Eindruck auf jmdn. machen);
/von einem K ind/ das L. der W elt erblicken (ge
boren werden); s p ö tt . sein L. leuchten lassen (sein
Wissen, Können zeigen); v era lten d jmdm. ein
L. aufstecken (jmdn. über etw., jmdn. aufklären);
um g. sein L. nicht unter den Scheffel stellen (sein
Wissen, Können nicht aus falscher Bescheidenheit
verbergen); jmdm. geht ein L. auf (jmdm. wird etw.
klar, jmd. begreift, durchschaut etw.); jmd. ist kein
großes L. (ist nicht sehr intelligent)
Licht/lieht zu Licht 1 | -anlage, die Anlage für
elektrische Beleuchtung; -beständig /A d j.; nicht adv./
vgl. -e cht; -Mid, das Paßbild; -blick, der: das, er
war der einzige L. (das, der einzige Gute, Erfreu
liche) dabei; -bogen, der T ech n . hell leuchtende
Entladung zwischen zwei elektrische Spannung
führenden Elektroden; -bündel, das Bündel aus
Lichtstrahlen; -durchflutet /A dj./; -durchlässig
/A d j./ Licht durchscheinen lassend od. durchsichtig,
transparent; -echt /Adj.; nicht adv./i lichtechte
(unter Einwirkung von Sonnenlicht nicht bleichende,
verschießende) Gardinen, (Farb)stoffe; -effekt, der;
- einstrahlung, die; -elektrisch /Adj./ Phys. auf
der durch Bestrahlung j n i t elektromagnetischen
Wellen hervorgerufenen Änderung der elektrischen
Eigenschaften von Stoffen beruhend: ein lichtelek
trischer Effekt; eine lichtelektrische Zelle (Foto
zelle); ein Gerät 1. steuern; -empfindlich /Adj.;
nicht adv./ auf die Einwirkung von Licht in be
stimmter Weise reagierend: ein lichtempfindlicher
Film; die lichtempfindliche N etzha ut des Auges
lichten, lichtete, hat gelichtet 1 .1 . sich 1. licht (2)
werden: zum Berg hin lichtet sich der Wald
(stehen die Bäume weniger dicht); sein Haar lichtet
sich (wird dünner); die Reihen der Zuschauer lich
teten sich (viele gingen nach und nach weg, so
daß die Reihen nicht mehr dicht geschlossen waren) —
2. fachspr. einen Wald, den Baumbestand 1. (so
viele Bäume fällen, daß die Kronen der verbleiben
den kein geschlossenes Dach mehr bilden) — II . den
Anker 1. den A nk er ein-, hochziehen: die Matrosen
lichteten die Anker; das Schiff lichtete die Anker
(fuhr los)
Lfchter| -bäum, der Weihnachtsbaum mit seinen
brennenden K er zen ; -glan z , der strahlender Glanz
von vielen Lichtern: der L. des W eihnachtsbaumes,
des Festsaals, der Hauptstraße
lichterloh, lichterloh jA dj. ; vorw. adv./ etw. brennt
1. etw. steht in lodernden Flammen: das Gebäude
brannte 1.; O seine Liebe, Leidenschaft brennt 1.
(er i s t heftig verliebt)
Lichterjmeer, das /o. P L / sehr große Menge von
Lichtern (3): das L. der Großstadt
Licht/ljcht| -filter, der, f a c h s p r . das Filter, der
nur Licht eines bestimmten Bereiches aus dem
Spektrum einer Lichtquelle hindurchläßt, Farb
filter; -geschwindigkeit, die jo. PL/ Phys. Ge
schwindigkeit der Ausbreitung elektromagnetischer
Wellen im Vakuum; -hof, der Bauw . von hohen
Gebäuden eingeschlossener (mit Glasdach abgedeck
ter) Hof zur Beleuchtung und Belüftung innen
liegender Räume; -hupe, die Vorrichtung an K raft
fahrzeugen für Warnsignale mit Hilfe der Schein
werfer: die L. betätigen; -jahr, das Astron. Maß
einheit für die Strecke, die das Licht in einem Jahr
zurücklegt; -kästen, der /PL -kästen/ Med. Kasten
m it einer A nza hl Wärme erzeugender Glühlampen
zur Behandlung mit Heißluft; -keg el, der von einer
Lichtquelle ausgehendes, sich kegelförmig erweitern
des Strahlenbündel: der L. eines Scheinwerfers;
- k reis , der von einer Lichtquelle hell erleuchteter
Umkreis: er trat in den L. einer Laterne; -leitung,
die Leitung (4.2) für den elektrischen Strom: die L,
(unter Putz) legen; -maschine, die T echn. vom
Motor eines Kraftfahrzeugs angetriebener Generator,
der elektrische Energie für Beleuchtung, Zündung und
Aufladung der Batterie liefert; -pause, die unter
Einwirkung von Licht hergestellte K opie transparen
ter fotografischer od. gezeichneter Vorlagen auf licht
empfindlichem Papier; -quelle, die Gegenstand,
Körper, der Licht ausstrahlt: eine natürliche, kün st
liche L .; -reflex, der von einer (spiegelnden) Fläche
zurückgeworfenes Licht; -r eiz , der durch Licht her-
Lichtreklame — lieber
735
vorgerufener Reiz: Pflanzen reagieren auf Licht
reize; -reklame, die Leuchtrehlame; -satz, der
Druckerei Fotosatz; -schacht, der vgl.
-hof;
-Schalter, der Schalter zum E in - und Ausschalten
der elektrischen Beleuchtung; -s ch ein, der: ein
heller, schwacher L. dringt durch die Türspalte;
-s cheu /Adj.; nur attr.f: lichtscheue (■unredliche,
verbrecherische) Elemente; lichtscheues Gesindel;
-Schimmer, der; -Seite, die i m (Sonnenlicht ge-
legene Seite von etw.: die L. der Straße; O
bei allem nur die Lichtseiten (das Oute) sehen;
-Signal, das durch leuchtende Lampen gegebenes
Zeichen, bes. z ur Verkehrsregelung od. zur N a ch
richtenübermittlung; -s tärk e, die 1. O pt. Verhältnis
der Öffnung der Blende eines Objektivs zur B r enn
weite seiner Linsen — 2. Phys. Intensität, mit der
eine Lichtquelle in eine bestimmte Richtung strahlt;
-strahl, der; -ström, der Phys. von einer Licht
quelle in einer bestimmten Zeiteinheit ausgestrahlte
Lichtmenge; -undurchlässig fA dj./
Lichtung, die;
- e n (größere) von Bäumen freie
Stelle im W ald : er befand sich mitten in, auf
einer L.
Licht zu Licht 1.1| -Verhältnisse, die /P I/ : ein
Raum mit guten Lichtverhältnissen; -Zeichen, das
Lichtsignal
Lid, das; -(e)s, -er bewegliche H aut am oberen und
unteren Rand der Augenhöhle, die das Auge ver
schließen kann, Augenlid: geschlossene, geöffnete,
entzündete, gerötete Lider; das obere, untere L.
des Auges; die Lider heben, sen ken; jmdm. werden
die Lider schwer, fallen die Lider zu (jmd. ist
müde)
Lid|schatten, der 1. durch Schminke erzeugte
Tönung auf den Augenlidern — 2 • Schminke für 1:
den L. auftragen
lieb /Adj./ 1 . /nicht adv./ geliebt, geschätzt: dem
Andenken meiner lieben Eltern; mein liebster
Freund, liebstes Ruch; liebe Erinnerungen; meine
Lieben (meine F amilie); /in der Anrede/ liebe
Eltern!, liebe Kinder!; um g . mein Lieber, da
hast Du noch mal Glück gehabt!; /in den Ver
bindungen/ u m g . die liebe Sonne"1; um des lieben
Friedens willen (um endlich Ruhe z u haben) willigte
er ein; /in Ausrufen der Entrüstung, des Erstaunens/
u m g . (ach) du lieber Gott, Himmel!; (ach) du
liebe Güte, Zeit!; mein lieber Mann, Schwan! —
2.1 • Freundlichkeit, Herzlichkeit ausdrückend, lie
bevoll: liebe Worte zu jmdm. sagen; das ist sehr
.1. von dir; liebe Grüße /Schlußformel in Briefen/
2*2. von gewinnender A rt, liebenswert: ein lieber
Mensch; sie hat ein liebes Wesen — 3 . artig (1 ):
ein liebes Kind; bist du auch 1. gewesen? — 4 .
willkommen, erwünscht: er war uns stets ein lieber
Besuch, Gast; das ist mir sehr L so
den lieben / Gott einen guten, frommen Mann
sein lassen; dem lieben
Gott den Tag (weg)-
stehlen; sich bei jmdm. 1. Kind machen; seine
liebe / N ot mit jmdm., etw. haben; den lieben
langen / Tag
lieb |äugeln, liebäugelte, hat geliebäugelt 1. m it
etw. 1. 1 .1 . etw. haben, tun, sein wollen und oft
daran denken: er liebäugelte schon lange mit dem
Mantel im Schaufenster 1.2 . er liebäugelt mit dem
Gedanken (spielt mit dem Gedanken), sich ein Auto
zu kaufen — 2. mit jmdm. 1. mit jmdm. zärtliche,
verliebte Blicke tauschen
Liebe, die; /o. PL/ 1.1. starkes Gefühl der Zu
neigung zu einer Person des anderen Geschlechts,
das auf der innigsten Beziehung zwischen M ann und
Frau sowie a uf dem Geschlechtstrieb beruht: die
körperliche, sinnliche, eheliche, geschlechtliche L .;
die / käufliche L.; eine (un)glückliche, heimliche,
leidenschaftliche L.; jmdm. seine L. gestehen;
jmds. L. erwidern, verschmähen; jmdn. aus L.
heiraten; er hing in großer, zärtlicher L. an seiner
Frau 1.2 . starkes Gefühl der Zuneigung zu einem
Menschen, das auf einer innigen Beziehung zu ihm
und gegebenenfalls auf großer Wertschätzung be
ruht: die freundschaftliche, mütterliche, elterliche,
kindliche L.;
platonische L.; sie hing in zärt
licher L. an ihren Kindern; sie umgab ihre Kinder
mit viel L.; die L. zum Elternhaus, zum hoch-
geschätzten Lehrer 1.3 . starke Wertschätzung einer
Sache, Idee, Hingabe an sie, Begeisterung für etw .:
die L. zum Frieden, zur Wahrheit, Kunst, Natur;
seine ganze L. gehört dem Sport — 2 . Person od.
Sache, der sich jmd . in Liebe (1) hingibt: sie, das
Fußballspiel ist seine einzige große L.; sie war
seine erste L.
-|- L. auf den ersten Blick (Liebe 1.1, die bei der
ersten Begegnung mit jmdm. entstanden ist); tu mir,
ihm, ihr, uns die L. (an) (sei so gut, freundlich); bei
aller L. (bei allem Entgegenkommen, Verständnis,
hei aller Sympathie); jmds. stille L. sein (von
jmdm. heimlich geliebt werden); umg. das tut der
L. keinen Abbruch (das schadet unseren freund
schaftlichen Beziehungen nichts); — v o n / L uft
und L. leben; mit / Lust und L. etw. tun
l|ebe/Liebe| -bedürftig /A dj.; nicht adv./ Liebe (1.1,
1.2), Zärtlichkeit brauchend; -dienere], die unter
würfige Schmeichelei, bes. gegenüber einem Vorge
setzten; dazu -dienerisch /Adj./ u. -d ienern, er liebe
dienerte, hat geliebedienert: vor, bei jmdm. 1.
Liebele], die;
-e n flüchtiges Liebesverhältnis,
Flirt: es war nur L.
lieben /sw. Vb.; hat; / auch Geliebte/ 1.1 . jmdn. 1.
für jmdn. Liebe (1.1) empfinden: eine Frau, einen
Mann innig, leidenschaftlich zärtlich 1.; er liebt
das Mädchen (sehr); eine liebende Frau L2 . jmdn.
1. für jmd n . Liebe (1.2) empfinden: seine Kinder,
seinen Lehrer 1. 1 .3 . etw. in hohem Maße wert
schätzen, für etw. begeistert sein: die Heimat, den
Frieden 1. — 2 . etw. gern haben: sie liebt Blumen,
hübsche Kleidung; er liebt seine Bequemlichkeit;
er liebt (es) nicht, wenn ihm widersprochen wird;
u m g . etw. liebend (sehr, gar zu) gern tun (wollen)
+ die Abwechslung 1.
lieben|lernen /Vb./ jmdn., etw. allmählich zu lieben
(1) beginnen: er lernte sie lieben, hat sie, die Stadt
liebengelernt
liebens/L|ebens| -wert /A dj./ von gewinnender A rt,
sympathisch: sie ist eine liebenswerte Person, hat
liebenswerte Eigenschaften, ist L; -würdig /Adj./
im Umgang mit Menschen entgegenkommend, gefäl
lig, liebenswert, höflich: er i st ein liebenswürdiger
Mensch, war sehr 1.; dazu -Würdigkeit, die; -,
-en
1. /o. Pl.j liebenswürdiges Verhalten — 2 . liebens
würdige Äußerung, Handlung
lieber I. /Adv./ 1 . /Komp, zu gern(e) 1.1, 2/
2. das hätte er 1. (aus Klugheit besser) nicht tun,
sagen sollen — II . /Adj.; Komp, zu lieb 2—4/
+ 1. heute als morgen (möglichst schnell, am lieb
sten sofort); umg. ich wüßte nicht, was ich 1. täte
736
Liebesabenteuer — liederlich
(das tue ich sehr gern; iro n . das kommt überhaupt
nicht in Frage)
Liebes| -abenteuer, das Abenteuer (2); -affäre, die
vgl. -abenteuer; -bedürfnis, das jo. PL / Bedürfnis,
von jmdm. geliebt (1.1, 1.2) zu werden: sie hat ein
großes L.; -beziehung, die auf Liebe (1.1) beruhende
Beziehung zwischen zwei Menschen: seine Liebes
beziehungen zu Frau B; zu jmdm. Liebesbeziehun
gen unterhalten; -brief, der Liebe (1.1) zum A u s
druck bringender Brief, den jmd. an jmdn. schreibt,
in die, den er verliebt ist; -dichtung, die /o. PL/
Dichtung (II.2), die die Liebe (1.1) zum Thema
hat; -dienst, der Gefälligkeit (2): jmdm. einen L.
erweisen; er bat mich um einen kleinen L.;
- e rklärung, die: jmdm. eine L. machen (jmdm.
sagen, daß man sie, ihn liebt); -erlebnis, das
erotisches, sexuelles Erlebnis; -film , der vgl.
- d ichtung; -gäbe, die /vorw. Pl.j Spende aus
Wohltätigkeit; -g edieht, das vgl.
-dichtung; -ge-
schichte, die 1. vgl.
-dichtung — 2. umg. vgl.
-abenteuer: er brüstete sich mit seinen Liebes
geschichten; -geständnis, das vgl.
-e rklärung;
- heirat, die Heirat aus Liebe; -knochen, der
land sch . Eclair; -kummer, der durch unglück
liche Liebe (l.i) verursachter Kummer; -leben, das
Aktivitä ten und Verhaltensweisen im erotisch-sexu
ellen Bereich; -lied, das vgl. -d ichtung; -müh, die
+ das is t verlorene L. (umsonst aufgewandte
Mühe); -paar, das sich liebendes P a a r; -perle, die
/vorw. P l.j kleines buntgefärbtes kugeliges Dragee;
-roman, der vgl.
- d ichtung; -spiel, das die den
Geschlechtsverkehr einleitenden, die sexuelle E rre
gung steigernden Handlungen zweier Liebender;
- Verhältnis, das Liebesbeziehung: ein L. mit jmdm.
haben, unterhalten
liebe|voll /A dj./ 1 .1 . von (zärtlicher, inniger) Liebe
(1) erfüllt: eine liebevolle Umarmung; 1. lächeln;
jmdn. 1. ansehen 1.2 . fürsorglich und mit Liebe
(1.2, 1.3): die Kinder, Kränken 1. betreuen;
Kunstwerke 1. (mit großer Sorgfalt) restaurieren
lieb] -gewinnen /Vb./ zu jmdm., etw. ein starkes
Gefühl der Zuneigung fassen: er hat sie liebge
wonnen; -haben /Vb./ jmdn. lieben (1): ich hab
dich lieb; hab mich lieb!
Liebhaber, der; -s, - 1. Mann, der eine Frau liebt,
sich um sie bewirbt: ein aufdringlicher, stürmischer,
abgewiesener L .; sie hat viele, schon wieder einen
neuen L.; Theater die Rolle des jugendlichen
Liebhabers spielen — 2 . jmd., der für etw. eine
Vorliebe hat, Freund, Verehrer von etw.: er is t ein
L. moderner Musik; diese Uhr ist nur etw. für
L. (Kenner, Sammler)
Liebhaberei, die; -,
-en Beschäftigung m it etw. B e
stimmtem, die jmd. aus Freude an der Sache, aus
Vorliebe für eine Sache in der Freizeit ausübt: er
hat eine ausgefallene L.; etw. aus L. (als Hobby)
tun; seine L. ist das Fotografieren
Liebhaber| -preis, der Preis, der durch den Lieb
haberwert einer Sache bestimmt wird; -w ert, der
/o. P l.j Wert, den etw. unabhängig vom objektiven
Wert für einen Liebhaber hat, Sammlerwert
lieb |kosen, liebkoste, hat geliebkost, lieb |kosen,
liebkoste, hat liebkost jmdn. 1. jmdm. vertrau
liche Zärtlichkeiten erweisen, bes. jmdn. zärtlich
streicheln: er liebkoste sie
lieblich /Adj./ anmutig und bezaubernd: ein lieb
liches Mädchen, Kind; eine liebliche G estalt; 1.
aussehen; O eine liebliche (durch gefällige und
sanfte Schönheit wirkende) Landschaft; ein lieb
licher (zart und weich wirkender) Gesang; ein lieb
licher (aromatischer und milder) Duft, Wein: der
liebliche (leckere) Duft des Bratens
Liebling, der; -s, -e 1.1 . das geliebte Kind: die
Eltern sorgten sich sehr um ihren L.; /von einem
Haustier/ die kleinen Kätzchen wurden rasch die
Lieblinge der Kinder 1.2 . /nur in der Anrede/
Geliebte(r) (2): L., bist du schon fertig? — 2 . jmd.,
der jmds. besondere Zuneigung, Gunst genießt: der
Sohn i st der ausgesprochene L. des Vaters; diese
Schlagersängerin ist der erklärte L. des Publikums;
er ist ein L. der Frauen
Lieblings| -beschäftigung, die: Angeln ist seine L.
(mit Angeln beschäftigt er sich am liebsten); -dichter,
der; -fa ch , das vgl.
- beschäftigung: Mathematik
war sein L.; -färbe, die vgl. -gericht; -gericht, das
Gericht (I), das jmd. bevorzugt; -speise, die vgl.
- gericht; -thema, das vgl. -beschäftigung
lieb/Lieb| -lo s /A d j./ herzlos: sein liebloses Ver
halten machte sie krank; jmdn. L behandeln;
dazu -losigkeit, die; -,
- e n; -reich /A dj./ liebevoll
(1.1): ihr liebreiches Lächeln; -reiz, der von der
anmutigen, reizvollen Erscheinung, vom Wesen einer
weiblichen Person ausgehende Anziehungskraft; dazu
-r eizend /Adj./
Liebschaft, die; -,
-e n jemot. neg./ Liebesverhältnis:
er hatte zahlreiche, unentwegt neue Liebschaf
ten
liebst I. am liebsten /Adv.; Superl. zu gern(e) 1.1,
2/ — II. liebste /Adj.; Superl. zu lieb/
Liebste, der, die; -n, -n veraltend Geliebte(r) (1):
eine L., einen Liebsten haben; ihr Liebster hat sie
verlassen
Liebstöckel, der, das; -s, - /vorw. Sg.j bis zu zwei
Meter hohes Doldengewächs, dessen Blätter als Ge
würz verwendet werden
Lied, das; -(e)s, -er / / f auch Liedchen/ 1 . sang
bares vertontes Gedicht a us einfachen, gleichmäßig
gebauten und nach derselben Melodie gesungenen
Strophen: ein ein-, m ehrstimmiges L.; ein lustiges,
schwermütiges L.; geistliche Lieder; ein L. an-
stimmen, singen, schmettern; O das L. (der Ge
sang 1.1) der Lerche, Na chtigall — 2 . eine lyrische,
epische Dichtung: das L. der Nibelungen, von der
Glocke
+ umg. es ist immer das alte, das gleiche, das
selbe L. (es ist immer wieder das gleiche Negative);
davon kann ich ein L. singen, weiß ich ein L.
zu singen (davon kann ich aus eigener unange
nehmer Erfahrung viel erzählen); — das / Ende
vom L.
Liedchen, das; -s, - / / auch Lied/
+ davon kann ich ein L. singen, weiß ich ein L.
zu singen (davon kann ich aus eigener unange
nehmer Erfahrung viel erzählen)
Lieder| -abend, der Konzertabend, an dem Lieder
(1 ) vorgetragen werden; -buch, das Buch mit einer
Sammlung von Liedern (1 )
Liederjan, der; -(e)s, -e [..ja :n] um g. liederlicher
Mensch
liederlich /A dj./ 1 .1 . unordentlich (1 ): das Zimmer
sah 1, aus; die Sachen lagen 1. herum 1.2 . unordent
lich (2): eine liederliche Arbeit; 1, mit seinen Sachen
umgehen 1.3 . unordentlich (3): jmd. ist sehr 1.;
ein liederlicher Mensch — 2 . ohne festen sittlichen
Liederlichkeit — liegen
737
Halt: sie führt einen liederlichen Lebenswandel;
dazu Liederlichkeit* die; jo. P L /
Lieder|macher* der; -s, - jm d ., der (selbstverfaßte)
Liedertexte, bes. Texte für Songs, vertont (und vor
trägt)
Lied| -gut* das jo. Pl.f (zum kulturellen Erbe
gehörende) Lieder (1): mittelalterliches L .; -text, der
Lieferant* der; -en , -en jmd ., ein Betrieb, der
Waren (der eigenen Produktion) liefert: der B etrieb
ist ein wichtiger L. von Ersatzteilen
lieferbar jA dj.; zu liefern 1 / erhältlich, vorrätig:
die Waren, diese Bücher sind erst in vier Wochen,
nicht mehr 1.
Liefer| -betrieb* der Betrieb unter dem Gesichts
punkt, daß er bestimmte Waren produziert und aus-
liefert, Herstellerbetrieb; -frist* die F rist zwischen
Abschluß des Kaufvertrages und Lieferung der
Ware
liefern fsw. Vb.; hat; /* auch geliefert/ 1. eine
bestellte od. bereits gekaufte Ware an einen verein
barten Ort, jmdm. bringen, zustellen: der Betrieb
wird die Ware sofort, zum vereinbarten Termin 1.;
etw. frei Haus 1.
—
2. die Bienen 1. (durch die
Tätigkeit der Bienen entsteht) Honig und Wachs —
8. das Ereignis lieferte (bot 1.2) genügend Ge
sprächsstoff; /in Verbindung mit Subst. zur Um
schreibung eines Verbalbegriffs/: für etw. einen
Beweis 1. (etw. beweisen 1); umg. die Eishockey
mannschaft lieferte ein hervorragendes Spiel
(spielte hervorragend)
+ jmdn. ans / t Messer 1.
Liefer|termin* der Zeitpunkt, zu dem eine Ware
geliefert werden soll
Lieferung* die; -,
-e n 1. /zu liefern 1/ das Liefern:
die sofortige, termingemäße, vertragsgerechte L.;
die L. der bestellten Ware erfolgt per Nachnahme
—
2. Ware, die geliefert wird, werden soll: die neue
L. erwarten wir täglich; eine L. wurde beanstandet,
vom Käufer zurückgesandt — 8. Heft als Teil eines
nach und nach erscheinenden Buches: das Werk
erscheint in jährlichen Lieferungen; die erste L.
des Wörterbuchs ist erschienen
Liefer zu liefern 1| -wagen, der kleiner Lastkraft
wagen zum Tra nsp ort leichter Güter; -zeit* die
Lieferfrist
Liege* die; -,
-n flache Liegestatt ohne Bücken- und
Seitenlehne: eine bequeme, moderne L.; eine mit
Schaumgummi gepolsterte L.
Liege|möbel* das jvorw. Pl.f Möbelstück zum Liegen
liegen, lag, hat gelegen f/* auch gelegen/ 1 .1 * /von
Menschen, bestimmten Tieren/ sich in der Waage
rechten mit dem ganzen Körper der Länge lang auf
einer (flachen) Unterlage befinden: ausgestreckt, g e
rade 1.; bequem, hart, weich 1.; der Kranke muß
ruhig, flach 1.; er liegt auf dem Bauch, Bücken,
der Seite, auf der Couch, in der Sonne, im, auf dem
Bett, im Krankenhaus; er lag noch lange wach;
verhüll, er liegt schon ein Jahr unter der Erde (ist
seit einem Jahre tot) ; auf welchem Friedhof 1. deine
Verwandten (sind deine Verwandten begraben) ?**; der
Hund lag vor mir auf dem Boden, in seinem Körb
chen 1 .2 . / von Sachen/ sich in der Waagerechten
m it der größten Fläche, der Länge lang a n einer
Stelle auf einer (flachen) Unterlage befinden: einige
Bücher stehen, andere 1. auf dem Tisch; Wein
flaschen sollen L, liegend aufbewahrt werden;
nach dem Begen lag das Getreide (flach auf dem
Boden); der Wagen liegt gut auf der Straße (hat
eine gute Straßenlage); die Hemden sind vom
langen Liegen angeschmutzt — 2 .1 . etw., jmd.
liegt irgendwo etw., jmd. ist, befindet sich irgend
wo: die Wäsche liegt im Schrank, die Bücher 1.
auf dem Tisch, das Geld liegt auf der Bank; er,
sein Truppenteil liegt an der Grenze (ist an der
Grenze stationiert); das Schreiben liegt bei den
Akten; O die Temperaturen 1. zwischen 15 und
20 Grad; die Wahrheit liegt in der Mitte 2.1 .1 .
Idie Ortslage w ird betont/: Berlin liegt an der Spree,
auch ist an der Spree gelegen; die Schule liegt
gleich um die E ck e; die Apotheke liegt an meinem
Wege; das Schiff liegt im Hafen; eine abseits
liegende, gelegene (befindliche 1.1) Tankstelle
2.1 .2 . /die Lage oberhalb von etw. wird betont/
Nebel, Dunst, Schwüle liegt auf, über den Wiesen,
über der Stadt 2.1 .8 . /der Standort in einem zeit
lichen Verlauf wird betont/ er lag im Wettbewerb,
Bennen an der Spitze; die Prüfung liegt noch in
weiter Ferne; ein großes Stück Arbeit liegt noch
vor uns 2.2 . etw. liegt irgendwie etw. hat eine be
stimmte Lage (1): die Tischdecke liegt ganz schief;
O die Dinge 1. (der Sachverhalt ist) in Wirklichkeit
ganz anders — 8. etw. liegt nach irgendwohin etw.
is t nach irgendwohin gerichtet: die Fenster 1. nach
der Straße; das Zimmer liegt nach hinten heraus
—
4. etw. liegt auf jmdm.: die ganze (Last der)
Verantwortung liegt auf ihm (er muß die ganze
Verantwortung tragen); die Schuld liegt schwer auf
ihm (belastet ihn sehr) — 5 . jmdm. liegt viel, wenig,
etwas an etw., jmdm. jmd . legt (viel, wenig) Wert
auf etw., jmd n .: an ihm, seiner Mitarbeit liegt uns
viel, hat, ist uns viel gelegen; ihm lag daran, jedes
Bisiko auszuschließen; auch jmdm. ist an etw.,
jmdm. gelegen: ihm ist, war sehr an unserer Teil
nahme gelegen — 6. etw. liegt jmdm. etw. kommt
jmds. Neigung, Begabung entgegen: diese B olle
liegt dem Schauspieler gut, nicht; jmd. liegt jmdm.
(jmd. ist jmdm. angenehm, sympathisch) — 7. etw.
liegt an jmdm., etw. jmd., etw. ist an etw. schuld:
es lag an ihm, der Verspätung des Zuges, daß wir
zu spät kamen; an mir soll es nicht 1. (ich werde
keine Schwierigkeiten machen) — 8. etw. liegt bei
jmdm. etw. steht in jmds. Macht, Befugnis: die
Entscheidung lag bei ihm; das liegt ganz bei dir
(du k annst nach eigenem Gutdünken handeln) —
9. etw. 1. haben etw. vorrätig haben: ich habe noch
ein paar Flaschen guten Wein 1.
—
10. /in den
Verbindungen/ einer Sache / zugrunde 1.; offen
/ zutage 1.
-f- vor
Ankerl.; etw. liegt im / argen; auf der
/ Bärenhaut 1.; jmdm. liegt es wie / Blei in
den Gliedern; etw. liegt jmdm. im / Blut;
mit etw. / falsch 1.; etw. liegt bei jmdm. in der
/ Familie; jmdm. zu / Füßen 1.; sich in den
/ Haaren 1.; etw. liegt (klar) auf der / Hand;
etw. liegt in jmds. / Hand; da liegt der /i Hase
im Pfeffer; auf der faulen Haut 1.; etw. liegt
jmdm. (sehr) am / Herzen; da liegt der / Hund
begraben; auf der
Lauer 1.; etw. liegt in der
/ Luft; etw. liegt jmdm. (schwer) im / Magen;
auf der / Nase 1.; jmdm. mit etw. in den Ohren
L; im / Sterben 1.; auf der Straße L; jmdm.
auf der
Tasche 1.; etw. liegt nicht aus der
/ t Welt; in den letzten / Zügen 1.; etw. liegt
jmdm. auf der / Zunge
738
liegenbleiben — Linguist
liegen]bleiben /Vb./ 1 . jmd. bleibt liegen 1.1. jmd.
steht nickt auf: sie mußte längere Zeit, wollte noch
im Bett L 1.2 . jmd. kann seinen Weg nicht fort
setzen: wir blieben wegen einer Panne auf der
Autobahn liegen — 2* etw. bleibt liegen 2.1 . etw.
bleibt unerledigt: durch die plötzliche Krankheit
ist mir viel Arbeit liegengeblieben 2.2 . etw. wird
vergessen, nicht abgeholt: i n der Garderobe is t ein
Schirm, eine Tasche liegengeblieben
Liegende, das; -n, jo. PI./ Bergm. Geol. die unter
einer bestimmten Schicht liegende tiefere Schicht
liegen |lassen, ließ liegen, h at liegenlassen, auch
liegengelassen 1.1 . etw. vergessen mitzunehmen: ich
habe meine H andschuhe, meinen Ausweis im
Hotel 1., liegengelassen 1.2 . laß das Gebäude rechts
liegen (gehe links an ihm vorbei)! — 2 . etw. un
erledigt lassen: wegen des schönen W etters habe
ich die Arbeit L, liegengelassen
-}- jmdn,
links 1.
Liegenschaft, die;
- e n Grundstück: Liegenschaf
ten kaufen, erwerben
L|ege| -platz, der Platz (am Kai), der von einem
ankernden Schiff eingenommen w ird; -sitz, der
Sitz, bes. in einem Auto, dessen Rückenlehne zum
Liegen umgeklappt werden k a n n; -statt, die; -,
- Stätten etw., bes. ein Möbelstück, das einer Person
zum Liegen dient; -statte, die s. - statt; -Stuhl, der
zusammenklappbares, verstellbares und mit festem
Stoff bespanntes Holz- od. Metallgestell, das zum
Sitzen, Liegen im Freien benutzt wird; -stütz, der
Turnen Übung, bei der man den gestreckten Körper
mit dem Gesicht nach unten auf Hände und Fuß
spitzen aufstützt (und durch abwechselndes Beugen
und Strecken der Arm e auf und nieder bewegt), ohne
mit dem Körper den Boden zu berühren; -wagen,
der D-Zug-Wagen, dessen Sitzplätze in dreifach
übereinander angeordnete Liegebänke umgewandelt
werden können; -wiese, die Wiese, die zum Lagern
(1.1) dient; -zeit, die Zeit, während der ein Schiff
im Hafen liegt, bes. die Zeit zwischen Löschen und
Beladen
Liese, die; -,
-n u m g , /von einer weiblichen Person!:
sie ist eine dumme, liederliche L. (ist dumm,
liederlich)
Liesen, die jPl.j land sch . Fett vom Bauchfleisch
des Schweines, Schmer
Lift, der; -(e)s, -s/-e Fahrstuhl: das H otel h at
mehrere Lifts
liften, liftete, hat geliftet I. fachspr. etw. (mit
Hilfe eines Krans) in die Höhe heben: die Lkws
werden geliftet und an Bord gehievt — II.1 . Med.
das Gesicht 1. (durch eine kosmetische Operation
die Haut des Gesichts straffen) — 2 . sich 1. lassen
(sich durch eine kosmetische Operation die H a ut bes.
des Gesichts straffenl assen)
Liga, die; -, Ligen 1. Bündnis, Vereinigung: fvorw.
in Verbindungen zur Bezeichnung von Organisatio
nen, Institutionenj die L. der Arabischen Staaten;
einer L. beitreten; die L. für Völkerfreundschaft
der DDR; L. für die Vereinten Nationen in der
DDR — 2. Sport Leistungsklasse
Ligatur, die; -,
-en 1. Druckerei Verbindung von
zwei Buchstaben auf einer Drucktype — 2 . M us.
2.1 . Verbindung mehrerer Noten zu einer zusammen-
gängenden Gruppe 2.2 . Bogen über zwei Noten
bleicher Tonhöhe, auch über den Taktstrich hinweg
Liguster, der; -s, - m it dem Ölbaum verwandter
Strauch m it glänzenden, grünen Blättern, weißen
Blüten und schwarzen Beeren
liieren /sw. Vb.; hat/ [li|i:..] sich mit jmdm.,
etw. 1. sich mit jmdm., etw. eng verbinden, ver
einigen: die Finanzoligarchie war m it dem herr
schenden Regime eng liiert; er h at sich mit einer
Schauspielerin liiert (ist m it ihr ein Liebesverhältnis
eingegangen)
Likör, der; -s, -e alkoholisches Getränk aus Brannt
wein od. Sprit mit Zusätzen von Zucker und aroma
tischen Stoffen
Likör| -glas , das /PL -gläser/; -Service, das vor
wiegend aus sechs Likörgläsern und einer K a raffe
bestehendes Service
lila /indekl. Adj./ von blassem Violett: weißer und 1.
Flieder; jauch dekliniert/ um g . ein lilanes Kleid;
ein lilaner Stoff
lilafarben /Adj./: eine lilafarbene Bluse
Lilie, die;
-n [ . .19] Liliengewächs mit großen,
wohlriechenden, w eißen od. farbigen trichterförmigen
Blüten
LflienIgewachs, das in zahlreichen Arten vorkom
mender einkeimblättriger Bedecktsamer mit meist
schmalen, langen Blättern, endständig en Blüten,
m it Zwiebeln, Knollen od. Wurzelstöcken
Liliputa ner, der; -s, - Mensch von zwergenhaftem
Wuchs
L|mit, das; -(e)s, -s/-e nach oben od. unten festge
legte Grenze für eine Größe (3.2), Leistung, ein Quan
tum: jmdm. ein L. für seine Ausgaben, Mindest
leistung setzen; das gesetzte L. wurde von ihm
nicht eingehalten; das L. für die Teilnehmerzahl
beträgt 25 Personen; Sport der Boxer hat das L.
(das Mindestgewicht) überschritten; dazu limitieren
/sw. Vb.; hat/ das Limit für etw. festlegen
Limo, die; -,
-s
umg. /Kurzw. für Limonade/ s.
Limonade
Limonade, die; -,
-n /Kurzw. Limo/ alkoholfreies
Erfrischungsgetränk aus Fruchtsaft,
- sirup od.
Essenz, Zucker und Wasser, auch mit Zusatz von
Kohlensäure: eine Flasche, ein Glas L.
Limousine, die; -,
-n [..m u . .] geschlossener Perso
nenkraftwagen mit festem Verdeck: eine große,
schwere, schwarze, viertürige L.
lind(e) /A dj./ geh .: ein linder (leichter 2.1) Regen;
der Herbsttag war noch sehr 1. (mild 3)
Linde, die; -,
-n Laubbaum mit herzförmigen Blät
tern und gelblichen, stark duftenden Blüten
Linden| -bäum, der Lind e; -blüte, die
lindern /sw. Vb.; hat/ die Wirkung von etw. Un
angenehmem abschwächen, etw. erträglicher machen,
mildern: das kühle Wasser linderte den Schmerz,
wirkte lindernd; lindernde Um schläge machen;
man versuchte, das Elend, die N ot der Flüchtlinge
zu 1.; dazu Linderung, die; -,
- e n jvorw. Sg.j
lind/Lind| -grün /A dj./ zart gelbgrün: ein lindgrünes
Kleid; -wurm, der dem Drachen ähnliches, aber
ungeflügeltes Fabeltier
Lineal, das; -s, -e [line|a:l, auch linjarl] Leiste
aus Holz, Metall od. Plast mit Maßeinteilung zum
Ziehen von geraden Linien, Strichen
linear /A dj.j 1. linienförmig, von Linien gebildet:
ein lineares Muster — 2 . M a th. 2 .1 . eindimensional,
nur der Länge nach ausgedehnt: der lineare Aus
dehnungskoeffizient 2.2 . den Exponenten 1 habend:
eine lineare Gleichung, Funktion
Linguist, der; -en, -en [liqgüist, auch liqguist]
Linguistik — Linkshänder
739
Sprachwissenschaftler; dazu Linguistik, die; -, jo.
PL/ u. linguistisch /Adj./
Linie, die;
-n [..io] 1.1 . längeres, meist gerades
und durchgezogenes, dünnes graphisches Gebilde:
gerade, krumme, parallele, gepunktete, gestrichelte
Linien; mit Lineal und Stift eine L. zeichnen; die
technische Zeichnung bestand nur aus Zahlen und
Linien; Briefpapier mit Linien (mit a ufgedruckten
Zeilen) 1,2 , etw. wie 1.1 Verlaufendes: das Ge
schoß beschrieb auf seiner Flugbahn eine ge
krümmte L .; die Grenze, Straße führt, wir liefen
in gerader L. bis zum See — 2 . die Linien in der
Hand (Falten in der Innenfläche der Hand) — 8 .
Kontur: in scharfen Linien zeichnete sich seine
Figur vom hellen Hintergrund ab; ein Kleid in
modischer L. (in modischem Schnitt 5.1) — 4 . durch
eine Vielzahl von Sachen, Personen gebildete ununter
brochene, gerade R eihe : die Sportler, Bäume, Häu
ser stehen in einer L. — 5 . S p o rt Begrenzungslinie
des Spielfeldes: den Ball über die L. werfen,
schießen — 6 . Mil. die nebeneinander liegenden,
die Front bildenden Stellungen: er hat in der vor
dersten L. gekämpft; die Truppe schlug sich durch
die gegnerischen Linien — 7. Strecke, die regel
m äßig von Verkehrsmitteln befahren w ird: die Linien
der Eisenbahn, Fluggesellschaft, Reederei; die L.
69 ist eingestellt worden — 8. Reihenfolge der
Generationen eines (fürstlichen Herrschergeschlechts:
die männliche, jüngere, ältere L. dieser Dynastie;
er ist der letzte dieser L. — 9. Seemannsspr.
Äquator — 10 . allgemeine Richtlinie, Richtung, die
bei einem Vorgehen, bes. in Kunst und Politik, ein
geschlagen, eingehalten w ird: die (politische) L.
festlegen; eine (gemeinsame) L. verfolgen; die
große L. wahren
+ in erster L. (vor allem); in zweiter L. (an zweiter
Stelle); scherzh . auf die schlanke L. achten (dar
auf achten, daß man schlank bleibt); um g . auf der
ganzen L. völlig: auf der ganzen L. versagen
Linien| -bus, der auf einer Linie (7). verkehren
der B u s; -dienst, der Linienverkehr, bes. von
Flugzeugen und Schiffen; -flugzeug, das im Linien
verkehr eingesetztes Flugzeug; -führung, die 1 . Ver
lauf der äußeren Gestalt einer Sache: der Mantel
zeigt die modische, ausgestellte L.; der Barock
park weist eine streng ornamentale L. auf — 2 .
Verlauf einer Linie ( 7 ) der Bus hat eine neue,
abgeänderte L.;
- m a s ehine, die Linienflugzeug;
- n etz, das 1. Netz von Linien (7): das L. der Reichs
bahn ist erweitert worden — 2 . Netz von Linien
(1): das Meßtischblatt ist in ein quadratisches L.
eingeteilt; -riehter, der S p or t Helfer des Schieds
richters bei Mannschaftsspielen auf dem Feld, der
die Grenzlinien des Spielfeldes überwacht; -s ch iff, das
vgl. -flugzeug; -v erkehr, der fahrplanmäßiger Ver
kehr auf dem W asser-, Luft- und Landweg zwischen
bestimmten Orten
linieren fsw. Vb.; hat/ Papier in gleichmäßigem
Abstand mit Linien versehen: fvorw. im Part. Prät.f
liniertes (mit Zeilen bedrucktes) Briefpapier; ein
linierter Notizblock
liniieren fsw. Vb.; hat/ [.. n i|i:..] s. linieren
link /Adj.; nur attr./ 1 .1. auf der Seite des Körpers
befindlich, auf der das Herz liegt: der linke Arm;
das linke Bein; die linke Hand; die linke Seite
des Körpers 1 .2 . von einem willkürlich gewählten
Standpunkt des Sprechers od. von einem in die
Bewegungsrichtung von etw. od. z u einem Geschehen
hin blickenden (gedachten) Sprecher aus gesehen a uf
der Seite liegend, die der Seite des Körpers ent
spricht, zugewandt ist, auf der das Herz liegt: die
linke obere Ecke des Blattes; die linke Straßen
seite; das linke Ufer des Flusses — 2 . die linke
Seite eines Stoffes (die Seite eines Stoffes 1, die
nicht dazu bestimmt ist, auf den Betrachter zu
wirken) — 8 .1 . in der politischen Anschauung,
Haltung zur Linken gehörend: linke und rechte Ab
geordnete; ein Zusammenschluß linker Kräfte; die
linke Presse; er gehörte zu den Linken; der linke
(die progressivere od. auch eine radikale Richtung
vertretende) Flügel einer Partei 3.2 . der linke
Radikalismus (Linksradikalismus) — 4 . H a n d
a r b . linke Maschen (Maschen, bei denen der Faden
beim Stricken vor der Nadel liegt)
+ m it dem linken / Bein zuerst aufgestanden
sein; etw. mit der linken / l Hand tun, erledigen;
linker / Hand; zur linken / Hand; zwei linke
Hände haben
Linke, die; -n, -n 1. fvorw. Sg.; zu link 1/; zu 1.1:
er hielt den Schlüssel in seiner Linken (linken
Hand); ein Schlag mit der Linken (linken Faust);
zu 1.2: er ging an, zu ihrer Linken (an ihrer linken
Seite); zur Linken (links 1) erhebt sich die Burg —
2. fo. PI.; vorw. mit bestimmtem Art.; Bez. für die
Parteien und politischen Strömungen in einem nicht-
soz. Staat, die mit unterschiedlicher Zielstellung,
Vorgehensweise und Konsequenz eine Änderung
bestehender Ordnungen im Sinne des gesellschaft
lichen Fortschritts, im Interesse ausgebeuteter K la s
sen, bes. der Arbeiterklasse, anstreben/ : er ist ein
Vertreter der Linken, gehört der (extremen)
Linken an
linker|hand /Adv./ auf der linken (1.2) Seite
lfnkisch /A d j./ unbeholfen und ungeschickt: sein
linkisches Benehmen fiel auf; er verbeugte sich 1.
links fAdv.f 1. auf der linken Seite von jmdm.,
etw.: er ging 1. von mir; 1. im Bilde sieht man Bau
arbeiter; 1. (auf der linken Straßenseite) gehen!;
der W agen überholte uns von 1.; wir müssen
hinter der Ecke nach 1. (nach der linken Seite)
abbiegen; die Augen 1.! /Kommando/; 1. (mit der
linken Hand) essen, schreiben — 2 . den Rock,
Stoff vo n 1. (auf der Innenseite, unteren Seite)
bügeln — 3 . in der politischen Anschauung, Haltung
zur Linken gehörend: er ist (sehr) 1. (eingestellt),
steht (weit) 1.; bei den Wahlen gab es eine Ver
schiebung (des Kräfteverhältnisses) nach 1. (zu
gunsten der Linken)
-h u m g . etw. m it 1. machen (etw. machen, ohne
sich anstrengen zu müssen); jmdn. 1. liegenlassen
(jmdn. nicht beachten); — nicht mehr wissen, was,
wo / rechts und 1. ist
Lmks/lfnksl -abbieger, der; -s, - jmd., der mit
seinem Fahrzeug nach der linken Seite abbiegt;
- drehung, die Drehung des eigenen Körpers, einer
Sache nach links; -extremismus, der jim bürgerl.
Sprachgebrauch bewußt nivellierende Bez. für S ek
tierertum, scheinrevolutionären Radikalismus ver
tretende, aber auch für kommunistische Ideologie
und Politik im bürgerl. Staat/; dazu -extremist, der
u.
- extremistisch /Adj./; -gerichtet /Adj.j in der
politischen Anschauung der Linken (2) nahestehend,
zu ihr gehörend; -gewinde, das T echn. nach links
verlaufendes Gewinde; -händer, der; -s, - jmd ., der
48 Wörterbuch
740
linkshändig — Literarhistoriker
linkshändig ist; -händig fAdj.f bes. die linke Hand
gebrauchend, m it der linken Hand so geschickt wie
andere mit der rechten; -herum /Adv./ nach links
(1 ), links um etw. herum: sich 1. drehen; -kurve,
die nach links führende Kurve; -opportunistisch
fAdj.f vgL -radikal (1); -partei, die Partei der
Linken (2): ein Zusammenschluß, Block der Links
parteien; -radikal fA dj./ 1 . /zu -radikalismus/ —
2 m' fim bürgerl. Sprachgebrauchf linksextremistisch;
- r adikalismus, der sektiererische, scheinrevolutio
näre Strömung (innerhalb der kommunistischen
Bewegung), deren Vertreter sich bes. gegen die
führende Rolle der marxistisch-leninistischen Pa rtei
und den demokratischen Zentralismus wenden und
die politische Massenarbeit geringschätzen; -ruck,
der jvorw. im bürgerl. Sprachgebrauch/: bei den
Parlamentswahlen gab es einen L. (eine spürbare
Verschiebung des Kräfteverhältnisses zugunsten der
Linken 2); -seitig fAdj.f auf der linken Seite des
Körpers: er ist 1. gelähmt; -stehend fAdj.f vgl.
- gerichtet; -um /Adv.; Kommandof um 90 Grad
nach links herumdrehen!; -verkehr, der in einigen
Ländern bestehende Vorschrift, auf der linken Stras-
senseite zu fahren; -Wendung, die Wendung (1)
nach links (1 )
Linnen, das; -s, - veraltend Leinen; dazu linnen
fAdj.; nur attr.f: ein linnenes Tischtuch
Linoleum, das; -s, fo. Pl.j [. .le|um] Fußbodenbelag
aus einer kunststoffartigen Masse, die auf starke
Jute gepreßt ist
Linolschnitt, der 1. graphisches Blatt mit einem Ab
druck von einer Platte aus Linoleum od. Kunststoff,
in die eine Zeichnung eingeschnitten ist: ein farbiger
L.; auf der Ausstellung waren viele Linolschnitte
zu"sehen — 2 . fo. Pl.f graphische Technik zur Her
stellung von 1: der L. ist technisch einfacher als
der H olzschnitt
Linon, Ljnon, der; -/ -s, -s [. .noq] feinfädige leinen
artige Baumwolle (3): Bettwäsche aus L.
Linotype, die; -,
-s [lainotaip] Druckerei
Maschine, die Zeilen setzt und gießt
Linse, die; -n 1, einjährig er, der Wicke ähnlicher
Schmetterlingsblütler, dessen Hülsen scheibenförmige
Samen enthalten, die als Nahrungsmittel verwendet
werden — 2 . Samen von 1: Linsen verlesen; Linsen
kochen — 3. Opt. Körper aus durchsichtigem Stoff,
meist aus Glas, der von zwei das Licht brechenden
Flächen begrenzt ist, von denen mindestens eine
kugelig konvex od. konkav gekrümmt ist: eine bi
konkave, bikonvexe L.; der Durchmesser, die
Brennweite, Dicke, Krümmung der L .; Linsen
schleifen; u m g . er knipste, filmte alles, was ihm
vor die L. (vor das Objektiv) kam — 4 . Med. bi
konvexer, durchsichtiger, das Licht brechender Teil
des Auges, der beim Sehen die Schärfe bewirkt
linsen (sw. Vb.; hat/ umg. scherzh. blinzelnd,
verstohlen nach etw. sehen: er lins te durch die Tür,
linste durch seine Brille heimlich zu ihr hinüber
linsenförmig fAdj.f
Lippe, die;
-n
einer der beiden fleischigen und
muskulösen, den R and des (menschlichen) Mundes
bildenden Teile: die obere, untere L.; sie hat rote,
volle, schmale, dünne Lippen; ihre Lippen sind
aufgesprungen; sie preßte die Lippen aus Trotz
fest aufeinander; er bewegte lautlos die Lippen;
jmdm. einen Kuß auf die Lippen drücken
+ an jmds. Lippen hängen (jmdm. aufmerksam
und gespannt zuhören); etw. nicht über die Lippen
bringen (etw. nicht z u sagen wagen, verm ögen);
u m g . eine dicke, große L. riskieren (vorlaut sein,
herausfordernd sprechen)
Lippen| -bekenntnis, das (mündlich abgelegtes) Be
kenntnis, das nicht der Überzeugung entspricht;
- b l ütler, der; -s, - B o t . in zahlreichen Arten vor-
kommende krautige Pflanze m it zweiseitig symm e
trischen, lippenartigen Blüten; -stift, der rot od. in
anderen Farben getönter, fetthaltiger Stift zum
Färben der Lippen
liquid fAdj.f W irtsch .: liquide (verfügbare, flüs
sige 3) Gelder, Mittel; die Summe ist sofort 1.
Liquidation, die; -,
- e n /zu liquidieren/
liquidieren fsw. Vb.; hat/ !• etw. aufheben, be
seitigen: Gefahrenherde sind zu L; W ir t s c h . ein
Unternehmen 1. (ein kap. Unternehmen auflösen
und seine Rechtsverhältnisse abwickeln); der N a ch
laß wird liquidiert (durch Verkauf in flüssige
Gelder umgewandelt) — 2* finhumane Bez. aus der
Sphäre des organisierten, bes. des faschistischen
(MassenmordesI jmdn. töten, umbringen; dazu
Liquidierung, die; -en fvorw. Sg.f
Liquidität, die; -, fo. PL; zu liquid/ W irtsch.
Zahlungsfähigkeit eines Betriebes, einer Person
lispeln fsw. Vb.; hat/ 1. jmd. lispelt (jmd. spricht
Zischlaute fehlerhaft aus, stößt m it der Zunge an)
—
2. etw. sehr leise sprechen, tonlos flüstern:
leise, vertraulich lispelte sie ihm einige Worte ins
Ohr
List, die; -,
- e n 1. fo. Pl.f raffiniertes, hinterhältiges
Verhalten: er hat sein Ziel nur duröh, mit L. er
reicht — 2 . geschickt ausgeklügeltes Vorgehen, m it
dem man durch Täuschung eines anderen ein be
stimmtes Ziel erreichen will, T rick : eine teuflische,
grausame L.; sie griff zu einer ausgeklügelten L .;
auf eine L. hereinfailen
- f umg . mit L. und Tücke (mit Raffiniertheit und
Hinterhältigkeit)
Liste, die; -,
-n
schriftliche A uf-, Zusammenstellung
(2), Verzeichnis, Übersicht: eine alphabetische, offi
zielle L.; eine L. der Tagungsteilnehmer anlegen;
eine L. führen; etw., jmdn. in eine L. aufnehmen,
auf eine L. setzen; sich in eine L. einschreiben,
eintragen
Listen| -Sammlung, die Sammlung, bei der die ge
spendeten Beträge in Listen eingetragen werden;
- wähl, die P ari. Wählverfahren, bei dem in Listen
zusammengefaßte Gruppen von Personen gewählt
werden
listig fAdj.f raffiniert, andere durch List täuschend:
er ist ein listiger Fuchs; sich einen listigen Plan
ausdenken; sie ging 1. vor, um ihr Ziel zu er
reichen
Litanei, die; -,
-en 1. Bel. kath. von einemPriester
gesprochenes Gebet, au f das die Gemeinde mit einer
gleichbleibenden Formel antwortet — 2 . um g . ein
töniges, langatmiges Reden, Gerede: er leierte eine
endlose L. von Gründen, Gegengründen herunter;
immer die alte, dieselbe L. (dieselben Klagen)
Liter, auch Liter, der, fachspr. das; -s, - fAbk. 1;
bei Maßangabe Hat. PI . auch Liter; Maßeinheit
des Volumens/: ein halber, zwei L. Milch; was
kostet der L.?; das Auto braucht zwölf L. (Benzin)
auf 100 Kilometer; den Reis mit zwei L. Wasser
ansetzen; ein Volumen von fünf L., Litern
Literar/literar| -historiker, der Fachmann auf dem
literarhistorisch — lohhudeln
741
Gebiet der Literaturgeschichte; -historisch jA d j.j
literaturgeschichtlich
literarisch /A d j./ 1 .1 . die Literatur (2), Belletristik
betreffend: literarische Gattungen, Werke; litera
rische B eiträge; das literarische Erbe 1 .2 . sich mit
Literatur (2), Belletristik befassend: literarische
Veranstaltungen, Zeitschriften; die literarische
Kritik 1.3 . auf dem Gebiet der Literatur (2), schrift
stellerisch: er arbeitet I.; sich 1. betätigen; seine
literarischen Arbeiten
Literat, der; -en, -en 1.1 . v e r a lt e n d Schriftsteller:
ein junger L. 1 .2 . federgewandter, unschöpferischer,
oberflächlicher Schriftsteller
Literatur, die; -,
-en 1. fo. PL/ Gesamtheit des
Schrifttums, der Druckwerke eines Volkes, emer
eines Faches: der Export, Vertrieb v on L.; die
juristische, medizinische, technische L.; die ein
schlägige L. über ein Gebiet, zu einem Thema sich
erarbeiten — 2 . Gesamtheit, das gesamte Gebiet der
Dichtung, Belletristik', die deutschsprachige, fran
zösische, moderne, zeitgenössische L.; die soziali
stische, bürgerliche L .; die L. des 19. Jahrhunderts,
der DDR
Literatur/literatur| -angabe, die /vo m . PL/ genaue
bibliographische Angabe des für eine wissenschaft
liche Arbeit benutzten Titels; -beilage, die Beilage
einer Zeitung, Zeitschrift mit literarischen B ei
trägen; -gattung, die Gattung der Literatur (2), der
Belletristik; -geschichte, die 1. jo. Pl.j Geschichte
der Literatur (2): die L. von den Anfängen bis zur
Gegenwart skizzieren — 2 . eine kurzgefaßte L.
(Werk über 1) publizieren; dazu -geschichtlich
/A dj./; -historiker, der Literarhistoriker; -historisch
IA dj./ literaturgeschichtlich; -kritik, die kritische
Betrachtung, Darstellung od. Besprechung von Dich
tungen, Literatur; dazu -kritiker, der; -preis, der
von einer Institution, Person gestifteter Preis, der
dem Autor eines bedeutenden literarischen Werkes
verliehen wird; -spräche, die jo. PL/ Sprachwiss.
auf Auswahl beruhende, bewußt gestaltete Existenzform
der Sprache, die über M und art und Umgangssprache
steht, Schriftsprache; -Verzeichnis, das Verzeichnis
der für eine wissenschaftliche Arbeit benutzten
Titel; -Wissenschaft, die jo. P l.j Wissenschaft, deren
Gegenstand die Entstehung, Entwicklung, Wirkungs
weise der Literatur (2) ist; dazu -Wissenschaftler,
der u . -wissenschaftlich /Adj./
L|ter/liter, auch Liter/liter| -fla sche, die Flasche, die
einen Liter faßt; -maß, das /PL -e/ Meßgefäß, das
einen Liter Flüssigkeit faßt; -weise /Adv./ in Litern:
die Milch 1. abfüllen; umg. wir hätten die Bowle 1.
(in großen Mengen) trinken können
Litfaßsäule, die frei stehende Säule mit größerem
Durchmesser, auf die bes. Plakate geklebt werden: ein
Plakat, eine Bekanntmachung an eine L. kleben
Lithographie, die; -,
-n [..i:on] 1. jo. PL/ gra
phisches Flachdruckverfahren zur Herstellung von 2
—
2. graphisches Blatt m it einem Abdruck von einer
chemisch präparierten Steinplatte, auf die eine Zeich
nung mit fetthaltiger Tinte od. Kreide aufgebracht
w ird : eine kolorierte L.
Liturgie, die;
-n [..i:on] Rel. ev. kath. 1. all
gemeingültige, vorgeschriebene Ordnung der gottes
dienstlichen Handlungen — 2 . die vom Pfarrer im
Wechsel m it der Gemeinde gesungenen od. gesproche
nen Teile des Gottesdienstes; dazu liturgisch /A dj.f;
zu 2: liturgische Gesänge
Litze, die; -, -n 1.1 . Tresse: eine (farbige) L. auf den
Rock nähen 1.2. Elektrotechn. leicht biegsame
elektrische Leitung aus sehr vielen dünnen, mitein
ander verflochtenen Drähten
live /Adv./ [laif] Rundf. Fernsehen: die Sendung
wird 1. (wird von Ort und Stelle des Geschehens, ohne
vorher aufgezeichnet zu werden) übertragen
Live-Sendung, die live übertragene Sendung
Livree, die; -,
-n/ umg. -s [..vre:, PL . .e: (o)n] (mit
Tressen, Schnüren besetzte) uniformartige Dienst
kleidung für Bedienstete, Angestellte (eines Hotels):
die Hotelboys trugen L .; dazu livriert /Adj./ mit
einer Livree bekleidet
Lizenz, die; -,
-en
rechtskräftige E rlaubnis, Geneh
migung, die einem Betrieb, Unternehmen z ur gewerb
lichen Nutzung, zur Ausübung, zum Vertrieb von
etw. gegen Entgelt erteilt wird: die L. für etw., für
den Druck eines Buches, die Herstellung einer
Ware beantragen, einholen , erwerben, erteilen,
verweigern; jmdm. die L. entziehen
Lizenzj -ausgabe, die V erlag sw . Ausgabe eines
Buches, für die der Verlag vom ursprünglichen Ver
lag die Lizenz eingeholt hat; -gebühr, die J u r . Ge
bühr, die für eine Lizenz zu bezahlen ist; -handel, der
Wir ts ch . Erwerb und Vergabe von Lizenzen (für die
Verwertung eines Verfahrens)
lizenzieren /sw. Vb.; hat/ etw. 1. die Lizenz für etw.
erteilen: den Druck eines Buches, ein Patent, Ge
werbe 1,; eine lizenzierte Ausgabe
Lizenz/lizenzj -mimmer, die Verlagsw. Num
mer, unter der die Lizenz für ein bestimmtes Druck
erzeugnis läuft; -pflichtig /A dj./ eine Lizenz er
fordernd
LKW, Lkw, auch LKW, Lkw, der; -/-&, -/ -s
[sl ka: ve:] /Kurzw. für Lastkraftwagen/ s. Last
kraftwagen
Lob, d a s; -(e)s, -e fvorw. Sg.f Anerkennung, ausdrück
liches günstiges Urteil: ein hohes, überschweng
liches, verdientes L.; jmd. verdient, erntet L.;
jmdm. L. spenden
+ über jmdn., etw. des Lobes voll sein (jmdn., etw.
sehr loben)
Lobby, die; -,
-s [lobi] Gesamtheit der Ange
hörigen monopolistischer Interessengruppen, die in
imperial. Staaten hinter den Kulissen von Parlament
und Regierung den Gesetzgeber, die Parlam entsmit
glieder zugunsten ihrer Interessen zu beeinflussen
suchen
Lobbyismus, der; -, jo. Pl.j [,. b i|is..] in imperial.
Ländern verbreitete Methode monopolistischer Interes
sen gruppen, hinter den Kulissen von Parlament und
Regierung auf Parlamentsmitglieder zugunsten ihrer
Interessen Einfluß zu nehmen; dazu Lobbyist, der;
-e n, -en
loben /sw. Vb.; hat/ etw., jmdn. ausdrücklich günstig
beurteilen, sich anerkennend über etw., jmdn. ä uß er n :
er lobt ihren Fleiß, ihre Einsicht; sie lobte ihn
überschwenglich; jmdn. für seine, wegen seiner
Leistung, um seiner Leistung willen 1.; sich lobend
über etw . , jmdn. aussprechen
-|- jmdn., etw. über den grünen / Klee I.; jmdn.,
etw. in den höchsten / Tönen 1.
lobens|wert jAdj.j: eine lobenswerte (Lob ver
dienende) Tat; ihre Gewissenhaftigkeit ist 1.
Lob/lob] -hudele], die; -,
-e n /zu -hudeln/; -hudeln,
lobhudelte, hat gelobhudelt jmdm., jmdn. 1.
(jmdn. übertrieben loben, jmdm . schmeicheln)
48*
742
löblich - Löffel
löblich jAdj.j v e r a lte n d anerkennen#-, lobenswert:
das ist eine löbliche Absicht, ein löbliches U nter
fangen; sein Verhalten war 1.
Lob/lob| -lied, das + umg. ein L. auf jmdn. sin
gen (jmdn. sehr loben); -preisen, lobpreiste, hat ge
lobpreist geh . jmdn., etw. durch Lob nachhaltig
preisen: man hat ihn, seine Großmut gelobpreist;
-r ede, die Rede zu jmds. Lob, Preis (IL2); dazu
- r edner, der
Loch, das; -(e)s, Löcher 1. meist runde Öffnung od.
Vertiefung in etw., oft als Schaden: ein großes, run
des, tiefes L .; ein L. (in ein Brett) bohren, stemmen,
(im Erdboden) ausheben, (in den Boden) graben,
ins Eis schlagen; ein L. ausfüllen, verkitten, zu
schütten; er hat Löcher in den Strümpfen, in der
Hose, hat sich ein L. ins Hemd gebrannt; in der
Wand ist ein L .; der Eimer hat ein L.; durch ein L.
im Zaun blicken, kriechen, schlüpfen; er h at ein L.
(eine tiefe Wunde) am Kopf — 2 . Bau (4.1): die
Maus verkroch sich in ihr L .; den Fuchs in seinem
L. aufstöbern — 8. s a l o p p femot.f dunkle, enge
Räumlichkeit: in einem solchen L. kann man nicht
arbeiten, wohnen; diese W ohnungen waren die
reinsten Löcher — 4 . fvorw. Sg.f umg. ins L. (Ge
fängnis 1) kommen; im L. sitzen; jmdn. ins L.
sperren
+ umg. etw. reißt ein großes L. in jmds. Beutel
(etw. kostet viel Geld, verursacht ein großes D efizit);
Löcher in die L uft gucken, starren (geistesab
wesend vor sich hin starren); jmdm. ein L., Löcher
in den Bauch reden, fragen (jmdn. m it ständigen
Fragen belästigen); sa lopp auf dem letzten L.
pfeifen (mit seinem Können, seiner Gesundheit,
seinen Geldmitteln am Ende s ein); saufen wie ein L.
(sehr viel und oft Alkohol trinken); — jmdm. zeigen,
wo der / Zimmermann das L. gelassen hat
Lochjband,dasfPl. -bänder/ Datenverarb. Loch
streifen
lochen jsw. Vb.; hat/ etw. mit einem Loch, mit
mehreren Löchern versehen, bes. um es kenntlich zu
machen, zu entwerten: eine Fahrkarte l.j die Bogen
1. und in den Ordner einfügen
Locher, der; -s, - Gerät zum Lochen
löcherig fAdj.f viele Löcher aufweisend und kaputt,
durchlöchert: löcherige Schuhe; ihre Strümpfe
waren 1.
lijchern jsw. Vb.; hat/ salopp jmdn. durch dauern
des Bitten, Fragen belästigen: der Junge löchert
mich schon den ganzen Tag mit seinen Fragen,
m it seinen Wünschen
Lochkarte, die Datenverarb. Karte (1) be
stimmten Formats, in die durch Lochung bestimmter
Felder Daten eingetragen werden, die maschinell be-
und verarbeitet werden
löchrig lAdj.j s. löcherig
Loch| -Stickerei, die Stickerei, bei der ein M uster aus
kleinen umnähten Löchern i n einem Stoff hergestellt
wird; -streifen, der Datenverarb. papierener
Streifen bestimmter Breite, auf dem Daten in
Form von K ombinationen von Löchern gespeichert,
festgehalten werden
Lochung, die; -en jzu lochen/
Loch|zange, die Zange zum Lochen, bes. von Fahr
karten
Locke, die;
- n gekräuselte, gewellte Haarsträhne:
eine L. fiel ihr in die Stirn; ihr Haar ringelt sich im
Nacken zu Locken; sie ließ sich die Locken ab-
schneiden
Ipcken jsw. Vb:; hat/ I. das Haar 1. jmdm., sich das
Haar in Locken legen: die Friseuse lockt ihr, sie
lockt sich das Haar — 11.1.1. ein Tier durch Lock
rufe, Zeichen od. Köder, jmdn. durch Versprechungen
0. ä . dazu bewegen, irgendwoher, irgendwohin zu
kommen: den Hund mit einem Stück Wurst 1.; die
Glucke lockt die Küken; den Fuchs aus dem Bau
1. ; jmdn. in einen Hinterhalt 1.; das schöne W etter
hat uns ins Freie gelockt 1.2 . etw. lockt (reizt 2)
jmdn., etw. Bestimmtes zu tun: es lockt mich,
dir zu folgen; eine lockende (verlockende) Auf
gabe
Locken zu Locke| -köpf, der 1. Kopf mit lockigem
Haar — 2. jmd., der lockiges Haar hat; -pracht, die
s ch e r z h . Fülle schöner Locken; -Wickler, der Röll
chen aus M etall od. Plaste, auf das eine Haarsträhne
gewickelt wird, damit eine Locke, Welle entsteht
locker jA dj.j 1 .1 . mangelhaft befestigt, nicht fest
sitzend, nur leicht haftend, wacklig, lose: ein lockerer
Zahn, Ziegelstein; die Schraube, der Nagel, K nopf
ist 1. 1 .2 . nicht fest anliegend: ihr lockeres, 1. fallen
des Haar — 2 . nicht straff, nicht gespannt: ein
lockeres Seil; die Gliedmaßen 1. (entspannt 1.1)
halten — 8. in der Konsistenz nicht dicht (gepackt)
od. verfestigt: lockerer Erdboden, Schnee; der
Kuchenteig ist 1. — 4 . umg. ohne festen sittlichen
Halt, liederlich: lockere Sitten haben; er führt ein
lockeres Leben
+ eine lockere / Hand haben; bei jmdm. ist eine
/ Schraube 1.
locker| -lassen /hat lockergelassen; nur verneint/
um g.: nicht 1. (nicht nachlassen in seinen Be
mühungen, um etw. Bestimmtes zu erreichen) ;
-m a chen /Vb.j umg.: Geld 1. Geld zur Verfügung
stellen: kannst du nicht etwas Geld 1.?
lockern jsw. Vb.;hat/1.1 , etw. locker (1—3) machen:
eine Schraube 1.; die Erde 1. (auflockern 1.1); der
Bergsteiger lockerte das Seil (ließ es locker)
1.2 . sich 1. locker (1.1) werden: ein Brett, ein Stein
hat sich gelockert; O unsere Beziehungen haben
sich gelockert (sind nicht mehr so eng)
lockig jA dj.j mit, voller Locken: sie besitzt dunkles,
lockiges Haar
Lock| -ruf, der Ruf, m it dem bes. ein Tier angelockt
ivird; -speise, die Köder
Lockung, die; -,
- e n Anreiz, Verlockung: die Lok-
kungen des großstädtischen Nachtlebens; sie
konnte der L. (Versuchung) nicht widerstehen,
ihn zu ärgern
Lock| -vog el, der 1 . gefangener, zahmer Vogel zum
Anlocken anderer Vögel, um diese fangen, erlegen zu
können — 2. jmd., der jmdn. an-, verlocken soll:
das Mädchen wurde als L. ben utzt; -w elle, die
fa ch sp r . Frisur mit künstlichen Locken, die durch
Aufwickeln des nassen Haares auf Lockenwickler
und anschließendes Trocknen des Haares entsteht
lodderig jA dj.j s. lotterig
Loden, der; -s, - jvorw. Sg.j sehr dichtes, wetter
festes Gewebe aus Wolle od. Filz, bes. für Regen
mäntel
Loden|mantel, der: ein grüner L.
lodern jsw. Vb.; hat/: die Flamme, das Feuer lodert
(brennt lebhaft m it heller hoher Flamme); <0>in ihren
Augen loderte der Haß
Löffel, der; *s, - 1 . aus einem schalenförmigen Teil
Löffelbagg er — Loipe
743
m it Stiel bestehendes kleines Gerät als Teil des E ß
bestecks, m it dem man sich bes. flüssige Nahrung
zuführt: ein großer, kleiner, hölzerner, silberner,
verchromter L .; den L. ablecken; ein L. Zucker /als
Inhaltsmenge/; einen gestrichenen L. Medizin ein-
nehmen — 2 . Jägerspr, Ohr des Hasen, Kanin
chens
+ u m g . jmdm. eins, ein paar hinter die L. geben
(jmdm. eine od. mehrere Ohrfeigen geben); eins, ein
paar hinter die L. bekommen (eine od. mehrere Ohr
feigen bekommen); jmdn. über den L. barbieren
(;jmdn. betrügen); —
- die / Weisheit nicht mit Löf
feln gefressen haben
Löffelbagger, der Bagger mit löffelförmigen Schau
feln
löffeln /sw. Vb.; hat/ etw. mit dem Löffel essen: das
Kind löffelte seinen Brei, seine Suppe
Löffel/löffel| -stiel, der; -weise /Adv./: die Medizin
1. (in der Menge, die ein Löffel faßt) einnehmen
Logarithmentafel, die Liste mit der Zusammen
stellung der Logarithmen
logarithmieren /sw. Vb.; hat/ den Logarithmus von
etw. feststellen
logarithmisch fA d j./ Logarithmen anwendend, auf
Logarithmen beruhend
Logarithmus, der; Logarithmen /Abk. log/ M ath.
derjenige Exponent, m it dem man eine Zahl a p o
tenzieren m uß , um eine vorgegebene Zahl b zu erhalten
Logbuch, das Seemannsspr. Tagebuch auf Schif
fen, in das alle nautischen Beobachtungen und Vor
kommnisse eingetragen werden
Loge, die;
- n [ ..30] kleiner, abgeteilter Raum im
Zuschauerraum eines Theaters
Lqgger, der; -s, - Seemannsspr. motorgetriebenes
Fischereifahrzeug der Hochseefischerei m it Schlepp-,
Treibnetzen
Loggia, die; Loggien [lod3(i)a:, P I .lod3(i)on] nach
außen offener, überdeckter, nicht od. nur wenig vo r
springender R au m eines Wohngebäudes
logieren fsw. Vb.; hat/ [..3!:..] veraltend: in
einem (Gast)haus, bei jmdm. 1 . (vorübergehend in
einem Haus, bei jmdm. wohnen)
BQgik, die; fo. P L / 1, Teilgebiet der Philosophie,
Wissenschaft, deren Gegenstand die Str uktur des
richtigen Denkens ist: die / formale L. — 2. Folge
richtigkeit des Denkens: eine strenge, konsequente
L .; mit scharfer L. legte er die Zusammenhänge dar
Logis, das; -,
- [I03L, Gen. u. PI.k>3i:s] veraltend
Unterkunft, Bleibe: er h at freies (kostenloses) L.;
bei jmdm. in K ost und L. sein (Verpflegung und
Unterkunft bei jmdm. haben)
logisch fAdj./ 1 . /attTXogik/; zu 1 : ein logisches
System; zu 2 folgerichtig: 1. denken, handeln; eine
I. durchdachte Gliederung — 2. umg. das ist 1. (das
versteht sich von selbst)
Lohe, die; -,
- n I. g eh . lodernde Flamme: feurige,
heiße Lohen; die L. schlug zum Himmel empor —
II. f a chspr. gemahlene Rinde, bes. von jungen Eichen
od. Fichten, zum Gerben
lohen fsw. Vb.; hat/ geh .: das Feuer lohte (loderte)
zum Himmel; eine lohende Fackel
Loh|gerber, der Gerber, der unter Verwendung von
Lohe (II) starke Lederarten herstellt
Lohn, der; -(e)s, Löhne 1 . Geld für (in einem be
stimmten Zeitraum) geleistete Arbeit (1.2), das im
Soz. den A nteil des einzelnen Werktätigen an dem
Teil des Nationaleinkommens darstellt, der für die
individuelle Konsumtion der Werktätigen zur Ver
fügung steht, das im K ap . der in Geld ausgedrückte
Preis der Ware Arbeitskraft i s t : ein hoher, niedriger,
angemessener, (zu) geringer L.; gleicher L. für
gleicheArbeit; leistungsbezogene Löhne; die Löhne
und Gehälter; firn kap. Wirtschaftssystemf die
Löhne fallen, steigen; die Löhne stoppen, ab-
bauen; die Löhne werden gedrückt, ziehen (nicht)
nach, mit den Preisen nicht mit — 2, fo. Pl.j 2.1.
Strafe: er wird schon seinen L. bekommen; das ist
der L. für seine Frechheit 2.2 . ein angemessener
L. (Belohnung) für seine Mühe
Lohn zu Lohn 1| -abzug, der Abzug eines bestimm
ten Betrages vom Lohn; -arbeit, die PoL Ök. durch
den Verkauf der Arbeitskraft des Lohnarbeiters an
das K apital vermittelte spezifisch kap. Form der
Arbeit (1.2); -arbeiter, der P o l. ö k . Angehöriger
der Arbeiterklasse in der kap. Gesellschaft bes. unter
dem Aspekt, daß er der Ausbeutung unterliegt; -aus -
fall, der Ausfall von Arbeitslohn entsprechend der
nichtgeleisteten A rbeit (1.2); -au sgleich, der dem
Werktätigen bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit
vom Betrieb zusätzlich zu den Geldleistungen der
Sozialversicherung zu zahlender Ausgleich für den
Lohnausfall; -empfänger, der jmd., der Lohn, nicht
Gehalt bezieht
lohnen fsw. Vb.; hat/ 1. etw. lohnt (sich) etw. ist die
Mühe wert, hat Zweck, Sinn, bringt Gewinn:; die
Arbeit, der Aufwand lohnt (sich); es lohnt (sich),
darüber zu sprechen; ein lohnender Blick; ein
lohnendes Werk; etw. lohnt etw.: das lohnt (recht
fertigt) die Mühe nicht — 2 . jmdm. etw. 1. jmdm.
etw. vergelten, jmdn. für etw. belohnen: sie lohnte
ihm seine Treue, Anhänglichkeit; ihre Hilfs
bereitschaft wurde ihr schlecht, übel gelohnt
Lphn zu Lohn 1| -erhöhung, die; -fonds, der W irt-
s c h . Gesamtsumme der Löhne und Gehälter, die in
der soz. Gesellschaft für einen Planzeitra um festgelegt
wird und deren differenzierte Anteile von den Werktä
tigen erarbeitet werden; -form, die W ir ts ch . Form,
A rt von Lohn: Stücklohn und Zeitlohn sind wichtige
Lohnformen; -gruppe, die Gruppe innerhalb der
tarifmäßigen Abstufung der Löhne; -kampf, der
Kampf der Arbeiter im Kap. um höhere Löhne als
Teil des allgemeinen Arbeitskampfes; -kosten, die
fPI.I; -politik, die Gesamtheit der Maßnahmen eines
Staates, im K ap . auch von Interessengruppen, zur
Steuerung der Entwicklung der Löhne nach bestimm
ten Prinzipien: die leistungsorientierte L. soziali
stischer Staaten; -dPreissSpirale, die /BRD; die
wirklichen Ursachen inflationärer Entwicklungen
verschleiernder Begriff der bürgerl. Ökonomie, nach
dem Lohnerhöhungen über steigende Kosten zu s tei
genden Preisen fuhren müßten/; -Steuer, die 2Steuer
vom Arbeitseinkommen; -stopp, der vom monopolkap.
Staat als Machtmittel im Arbeitskampf eingesetztes
Verbot von Lohnerhöhungen und Löhnkämpfen;
- streifen, der in Form eines Streifens ausgefertigter
Beleg über die Abrechnung des Lohnes eines Werk
tätigen; -tag, der Tag, an dem (regelmäßig) der Lohn
ausgezahlt w ird; -tüte, die Tüte m it dem ausgezahlten
Lohn eines Werktätigen und m it der schriftlichen
Abrechnung darüber; -Zuschlag, der bei bestimmten
Abweichungen von den normalen Arbeitsbedingun
gen gezahlter Zuschlag zum tariflichen Lohn
Loipe, die; -,
-n [loypo] Sport mit Fähnchen mar
kierte Strecke beim Skilangla uf
744
Lok — löschen
Lok, die; -s, -s u mg. jKurzw. für Lokomotive/ s.
Lokomotive
lokal /Adj./ 1 . Örtlich (2): lokale Verhältnisse —
2. G ra m m , ein Ortsverhältnis bezeichnend: eine
lokale Präposition
Lokal, das; -(e)s, -e 1. Gaststätte, Restaurant —
2. bes. von einer Organisation ständig genutzter Raum
für Zusammenkünfte: sie trafen sich im L. der
Nationalen Front
Lokal| -anästhesie, die M ed. Örtliche (1) Betäubung;
- bestimmung, die G ram m . Adverbialbestimmung
des Ortes
lokalisieren /sw. Vb.; hat/ 1. etw. 1. den Ort, die
Lage von etw. bestimmen, ermitteln: der Arzt lokali
sierte den Herd der Krankheit; das Erdbeben wur
de vo n den seismischen Stationen genauestens lo
kalisiert — 2, etw. in seiner Ausbreitung beschrän
ken: man versuchte, die Seuche zu 1.; dazu Lokali
sierung, die; -en
Lokalität, die; -,
-en gespreizt Lokal (1): ein
Gang durch die Berliner Lokalitäten lohnt
sich
Lokal| -Patriotismus, der s p ö tt . kurzsichtige, über
triebene Vorliebe für den eigenen Wohnort od . die
engere Heimat; -satz, der Gramm, lokaler Glied
s a tz; -Seite, die Seite einer Tageszeitung mit Berich
ten über Ereignisse am Erscheinungsort; -termin,
der gerichtlicher Termin am Tatort
Lokiführer, der /K urzw. für Lokomotivführer/ s.
Lokomotivführer
Lokomotive, die;
-n [..vo] / / auch Lok/ durch
Dampf, Dieselkraftstoff od. Elektrizität angetrie
bene fahrbare, schienengebundene Kraftmaschine
zum Fortbewegen von Eisenbahnzügen
Lokomotivführer, der / / auch Lokführer/ jmd.,
der auf Grund seiner Qualifikation eine Loko
motive bedient, führt
Lokus, der; -,
-/-se umg. Toilette (II)
Lombard, der, das; -(e)s, -e B a nk in der kap. Wirt
schaft übliches Beleihen von W ertpapieren od.
Waren durch eine Bank
Longe, d ie; -n [I539] 1 . lange Leine, an der Pferde
bei der Dressur geführt werden — 2 . lange Leine, an
der Sportler, A rtisten beim Üben hängen und die sie
gegen Abstürze sichert
Look, der; -s /o. PL / [luk] charakteristisches A u s
sehen bei einem Modestil: der sportliche L. eines
Kostüms
Looping, der, das; -s, -s [lutpiij] Flug w . das
Durchfliegen einer kreisförmigen Schleife m it einem
Flugzeug senkrecht zur Erdoberfläche
Lorbeer, der; -s, -en 1 . Lorbeerbaum — 2 . Lorbeer-
kranz
+ umg. scherzh. (sich) auf seinen Lorbeeren aus-
ruhen (nach Erfolgen in den Leistungen nachlassen);
umg., oft spött. Lorbeeren ernten (für etw. gelobt
werden, Erfolg haben)
Lorbeer] -bäum, der bis zu 10 Meter hoher immer
grüner Baum bes. des Mittelmeergebietes; -blatt, das
/PI. -b lätter/ Blatt des Lorbeerbaumes, das getrocknet
als Gewürz^verwendet wird; -kranz, der Kranz aus
Blättern, Zweigen des Lorbeerbaumes, m it dem der
Sieger eines (sportlichen) Wettbewerbs geehrt wird
Lore, die; -,
- n 1. oben offener Güterwagen der Eisen
bahn (dessen Laderaum durch Kippen entleert wer
den kann) : die Loren waren m it Braunkohle bela
den — 2 . kleiner offner Wagen auf Feldbahnen mit
einem unten spitz zulaufenden, oben offenen Lade
raum, der beim Entladen zur Seite gekippt w ird : die
Arbeiter füllten die Loren mit Bausteinen, Kies
los /Adj.; nicht attr.; / auch lose/ 1. /nur präd.j
abgetrennt, gelöst: der K nopf, die Spange i st 1.;
die Schraube, das Brett ist 1. — 2, fnurpräd./ umg.
etw., jmdn. 1. sein 2.1 . von einer lästigen Sache, einer
unerwünschten Person frei sein: endlich bin ich die
Grippe, den Schnupfen 1.!; seine Schulden, Sorgen
1. sein; den lästigen Besucher 1. sein (wollen) 2.2 .
etw. eingebüßt, jmdn. verloren haben: meinen Schirm
bin ich 1.; den Freund bist dul.! —3 .1 . /nurpräd./
u m g . (irgendwo) ist etwas 1. es geschieht (irgendwo)
etw. Besonderes, Außergewöhnliches: am 1. Mai is t
auf den Straßen allerhand L; bei denen ist immer
etwas 1.; was ist hier L?; hier ist nichts 1. 3 .2 . damit
ist nichts 1. (das taugt nichts); mit ihm ist nicht viel
1. (er ist kränklich, nicht leistungsfähig); mit ihm ist
heute nichts 1. (mit ihm stimmt doch etwas nicht); was
ist denn mit dir 1. (was hast du denn, fehlt dir)*l —
4. /adv.; Ausruf, der zu einer sofortigen Handlung
auffordert, bes. zum Gehen, Laufen/: s a lop p 1.,
mach schon!; 1. doch!; nun mal l.P; Achtung —
fertig — 1.! /Startbefehl im Sport/
-j- u m g . einer Sache 1. und ledig sein von etw. frei
sein: aller Sorgen 1. und ledig sein; — die / Hölle
ist 1.; bei jmdm. ist eine / Schraube 1.; da ist
der / Teufel 1.
los- /trennbare, stets betonte Partikel vor Verben und
deren substantivischen Ableitungen, die in Verbin
dung mit dem Grundwort bestimmte produktive Be
deutungstypen bildet/ 1. /bezeichnet den Beginn/:
/ z . B . losheulen — 2 . /bezeichnet in Verbindung
mit einer lokalen Präp. + Akk. die Richtung auf ein
Ziel/: / z.B . losgehen 2 — 3 . /bezeichnet eine
Trennung/: / z. B . loskoppeln
- los /in Verbindung mit Subst.; drückt das gänzliche
Fehlen des im Bestimmungswort Genannten aus/
ohne: / z. B. ahnungs-, obdach-, zwecklos
Los, das; -es , -e 1.1 . etw., bes. ein gekennzeichnetes
Stück Papier, das zur Feststellung einer E nt
scheidung in einem Personenkreis gezogen werden
m uß: das L. ziehen; das L. soll entscheiden
1.2 . bedruckter Schein,. der zur Teilnahme an einer
Lotterie käuflich erworben werden kann: ein L.
ziehen, kaufen; jedes dritte L. gewinnt; das ge
zogene L. war eine Niete — 2 . ein schweres, be
neidenswertes, glückliches L. (Schicksal 1) haben;
sein L. geduldig tragen
-f- das Große L. (der Hauptgewinn bei einer Lotte
rie); mit jmdm., etw. das Große L. gezogen haben
(mit jmdm ., etw. großes Glück haben, eine gute Wahl
getroffen haben)
los] -bekommen /Vb./ 1. etw. von etw. lösen (1.1.1)
können: er bekam den Verschluß, Deckel nicht
(von dem Glas) los — 2 . einen Gefangenen 1. (seine
Freilassung erwirken); -binden /Vb./ etw. A n-, F est
gebundenes lösen: den Kahn, H und 1.; jmdn. 1.
(jmds. Fesseln I aufbinden); -brechen \Vb.f 1. etw.
m it Gewalt von etw. lösen (1.1.1) (hat): Steine aus
der Mauer 1. — 2 . etw. bricht los etw. beginnt plötz
lich und mit Macht (ist): ein Sturm, Regenguß
bricht los; ein Geschrei, Gelächter, Tumult brach
los; -brüllen / Vb./ zu brüllen beginnen
Lösch|blatt, das /PI. - b lätter/ Blatt aus Löschpapier
löschen /sw. Vb.; hat/ 1.1.1 . etw. 1. bewirken, daß
etw. aufhört zu brennen: ein Feuer, einen Brand,
Löscher — loslösen
745
eine Kerze L 1*2. das Licht 1. (ausschalten 1.2)
1.3. umg. seinen Durst 1. (stillen 2) — 2.1. etw.
streichen (3): pine Eintragung im Strafregister 1.;
eine Hypothek, ein K onto 1. (durch Streichen der
Eintragung bewirken, daß es nicht mehr besteht)
2.2 . Tonbandaufnahmen, Tonbänder 1. (das darauf
magnetisch A ufgezeichnete tilgen) 2.3 . die Schrift
auf einer Tafel 1. (wegwischen) — 3 . K alk 1. (nach
dem Brennen 4 m it Wasser übergießen, vermischen)
—
II. Seemannsspr..die Fracht eines Seeschif
fes ausladen: die Eracht, Schiffsladung 1.
Löscher, der; -s, - u m g . Feuerlöscher
Lösch | -fahrzeug, das Feuerwehrauto; -kalk, der
gelöschter Kalk; -köpf, der T echn . Vorrichtung in
Tonbandgeräten zu m Löschen (2.2) der magnetischen
Aufzeichnungen; -papier, das jo. PI ./ ohne Zusatz
von Leim hergestelltes, sehr saugfähiges P apier zum
Trocknen, A ufsaugen von Tinte; -sand, der jo. Pl.f
vgl. -wasser; -wasser, das fo. Pl.f zum Löschen von
Bränden bestimmtes Wasser
lose /Adj.; / auch los/ 1.1 . locker (1.1): ein loser
Nagel; ein loses Brett; der Knopf ist 1.; die Teile
sind nur 1. (nicht fest) miteinander verbunden;
O zwischen den beiden Dingen besteht nur ein
loser (besteht kein direkter) Zusammenhang 1.2 . nicht
miteinander verbunden: lose Blätter — 2 . nicht eng
anliegend: ein loses Oberteil über einem engen
Bock — 3 . nicht in einem dafür bestimmten Behält
nis, nicht verpackt: 1. Ware; Geld, Zigaretten 1. in
der Tasche tragen; Milch 1. oder in Flaschen ver
kaufen — 4 . fvorw. attr.f 1. (ein wenig freche) Späße;
1. Reden führen
-J- ein loses / Maul,
Mundwerk haben; bei
jmdm. ist eine / Schraube 1.
Löse|geld, das fvorw. Sg.f Geldbetrag, m it dem jmd.,
der von jmdm. gefangengehalten wird, freigekauft
werden k a n n : die Entführer verlangten ein L.
los|eisen fsw. Vb.; hat/ umg. jmdn., sich aus etw.,
von jmdm . lösen (1.3): jmdn., sich aus einer Ver
pflichtung, Tischrunde 1.
losen fsw. Vb.; hat/ durch Ziehen eines Loses eine
Entscheidung herbeiführen: sie losten, wer die Ein
trittskarten bekommt
lösen fsw. Vb.; hat; / auch gelöst/ 1.1 .1 . etw. von
der Stelle, an der es haftet, befestigt ist, abmachen:
eine Spange aus dem Haar 1.; Briefmarken vom
Kuvert, Fleisch von den Knochen 1.; die Schrauben
1. (herausdrehen) 1.1 .2 . etw. löst (sich von, aus etw.)
etw. wird lose (1 .1) und löst sich ab: ein Stein, eine
Eisscholle hat sich gelöst; eine Schraube hat sich
gelöst (ist locker geworden u nd herausgefallen)
1.2 .1 . etw . (Befestigtes, Verschlungenes) locker und
lose machen und die Verschlingung, Befestigung be
seitigen: einen Knoten, eine Schleife L; die Brem
sen 1. (so locker machen, daß die Bremswirkung auf
gehoben ist) 1.2 .2 .etw.löst sich: der Knoten hat sich
gelöst (ist locker geworden und hat seine Verschlin
gung eingebüßt); O der Krampf, die Spannung
löste sich (ließ nach, hörte auf) 1.3 . sich aus, vo n
etw., jmdm. 1. eine äußere od. innere (Verbin
dung nicht länger aufrechterhalten: er löste sich aus,
v on der Tischrunde (verließ die Tischrunde); ein
Tier hat sich von der Herde gelöst (entfernt 2); er
hat sich von uns, seinen Freunden gelöst; er konnte
sich innerlich nur schwer vo n seiner alten U m
gebung 1.; sich aus der Erstarrung 1. (die Erstarrung
überwinden, sich von ihr frei machen);sich v on seinen
Vorurteilen 1. (seine Vorurteile aufgeben) — 2 . etw.
Problematisches, Schwieriges, Verborgenes bes. durch
Nachdenken aufdecken, klären, zu einem sinnvollen
Ergebnis bringen: ein Rätsel, Problem, einen Wider
spruch, eine (mathematische) Aufgabe 1. — 3 . etw.
für nichtig erklären, aufheben, annullieren: eine
Verlobung, ein Arbeitsrechtsverhältnis 1. — 4 . ein
Schuß löste sich (ging los) — 5 . fvon festen, flüs
sigen, gasförmigen Stoffenf 5.1 . sich in einer Flüssig
keit zu Teilchen kleinster, molekularer Größe um
bilden und mit der Flüssigkeit ein homogenes System
bilden: dieser Stoff löst sich (nicht) in Wasser
5.2 . einen bestimmten Stoff durch 5.1 verändern: Salz,
Zucker, ein Pulver in Wasser 1. 5 .3 . eine Flüssigkeit
verändert einen bestimmten Stoff durch 5.1: Terpen
tin löst Ölfarben — 6. einen Fahrschein, eine Ein
trittskarte durch K auf erwerben: einen Fahrschein
1.; gelöste Karten behalten ihre Gültigkeit
4* etw. löst jmdm. die Zunge
los| -fahren fVb.; i s t / 1. abfahren (1): auf das Start
signal fuhren die Rennwagen los — 2 . auf, gegen
jmdn. I. rasch auf jmdn. losgehen (2.1 ): die bei
den Männer fuhren aufeinander los; -gehen
fVb.f 1. aufbrechen, sich auf den Weg machen:
wann gehen wir los?; wir müssen bald L, um nicht
zuspätzukommen —2.1.aufjmdn.I.aufjmdn.in
aggressiver Absicht zugehen: sie gingen mit Messern
aufeinander lo s; auf den Gegner 1. 2 .2 . schnurstracks
auf ein Ziel 1. (in Richtung auf ein Ziel gehen) —
3. umg. ein Revolver, ein Schuß geht los (ein
Schuß wird unabsichtlich ausgelöst); eine Spreng
ladung geht los (explodiert) — 4 . umg. etw. geht
los etw. beginnt: das K onzert, Theater, die Vor
stellung geht um 19 Uhr los; -haben fVb.f umg.
was 1. beschlagen sein: auf seinem Fach-, Spezial
gebiet, in Mathematik hat er was los; -heulen fVb.f
u m g. zu heulen (2) beginnen: das Kind heulte bei
jeder Kleinigkeit laut los; -kaufen jVb.j jmdn., sich
freikaufen; -kommen fVb.f von etw., jmdm. 1. 1.
sich von etw. lösen (1.1) können: der G efesselte v er
suchte loszukommen — 2 . er kam von dem Pro
blem, von der Freundin nicht los (konnte sich von
dem Problem, der Freundin nicht lösen 1.3); -koppeln
fVb.f etw. Angekoppeltes, die K opplung von etw.
lösen: eine Lokomotive, Güterwagen 1.; -kriegen
fVb.f umg. 1. etw. 1. etw. von etw. lösen (1.1) können:
den Deckel nicht (vom Glas) 1. — 2 . jmdn., etw.
loswerden (1 ): den kriegst du nicht wieder los, der
hängt wie eine Klette an dir; -lachen fVb.f zu
lachen beginnen; -lassen fVb.f 1.1 . etw., jmdn. nicht
mehr (fest)halten und seine H a nd , Hände von etw.,
jmdm . wegnehmen: sie ließ seine Hand, ihn, die
Leine, das Steuer los 1.2 . die Hunde 1. (nicht mehr
zurückhalten); einen H und auf jmdn. 1. (hetzen 1.2)
1.3 . etw., ein Buch läßt jmdn. nicht mehr los (fes
selt, beschäftigt jmdn. sehr) — 2 . salopp: eine
Beschwerde 1. (verfassen und abschicken); eine
Rede 1. (halten 14); einen Witz 1. (erzählen);
- laufen fVb.f anfangen, schnell zu laufen; -legen
fVb.f umg. (mit etw.) 1. mit Eifer, ungehemmt be
ginnen 1 .1 . etw. zu sagen: nun leg schon los und er
zähle deine Neuigkeiten!; der hat aber losgelegt (ge
schimpft)! 1.2 . etw. zu tun: die Maurer legten noch
einmal vor Schichtschluß richtig los
löslich fAdj.f so beschaffen, daß es sich in Flüssig
keit löst: Zucker, Salz ist in Wasser 1.
los| -lösen fVb.f etw., sich von etw. lösen (1): eine
746
losmachen — Lotsenboot
Blüte hat sieh vom Stengel losgelöst; die Frage
darf nicht losgelöst (isoliert 1) betrachtet werden;
-m a chen jVb.j1 .1 . umg. etw., jmdn. losbinden:das
Boot, den Hund, einen Gefesselten 1.1 .2 . sich (von
etw.) befreien: der Boxer machte sich aus der U m
klammerung seines Gegners los — 2. Seemanns-
spr. das Schiff matjht (von der, vom Pier) los
(legt ab); -m arschieren jVb.,/ abmarschieren; -plat
zen jVb.f umg. 1 .1 . plötzlich, unbeherrscht etw.
sagen: mitten in der Stille platzte er los 1.2 . plötz
lich zu lachen beginnen — 2 . ein Regenguß, Gewit
ter platzt (plötzlich) los (beginnt plötzlich und mit
Macht); -prusten jVb.j u m g . prustend loslachen;
-r eißen jVb.; hat/ etw., sich von etw., jmdm. reißen
(2): einen Zweig vom Baum 1.; der Hund hat sich
von der Leine losgerissen; mit letzter Kraft riß sie
sich aus seiner Umklammerung los; <0 sie konnte
sich kaum vo n dem Anblick der stürmischen See,
der blühenden Landschaft 1.;
-rennen IVb.f zu
rennen anfangen
Lijß, LQßj'der; -es, jo. Pl.f durch Winde bes. z w i
schen und nach den Eiszeiten angewehtes Sedim ent
aus sehr feinkörnigem Staub aus Quarz und
Kalk
los| -sagen, sich jVb.f sich von etw., jmdm. 1. seine
Beziehungen zu etw.9 jmd m. für geljöst erklären: sich
v on seinem Glauben, v on einem Menschen 1.;
- s chießen fVb.f 1. zu schießen (1.2.2) beginnen (hat)
—
2. (ist) umg . 2 .1 . plötzlich zu rennen beginnen:
die Läufer schossen los; er ist sofort losgeschossen
2.2 . auf jmdn., etw. zurennen: der Junge schoß auf
mich los, ist auf das Startziel losgeschossen —
3. (hat) umg, schieß los (beginne) mit deinem B e
richt!; -schlagen /Vb.j 1. auf jmdn. 1. (jmdn. zu
schlagen beginnen) •— 2 . etw . dbschlagen (1) —
3. mit Kampfhandlungen beginnen — 4. salopp
etw., das man gern loswerden möchte, (billig) ver
kaufen, absetzen: eine Ware, einen Gegenstand
unterm Preis, m it Gewinn 1.; -sprechen jVb.f jmdn.
von etw., das ihn belastet, freisprechen: jmdn. v on
seiner Schuld, seinem Gelübde 1.; -steuern fVb.;
ist/ umg. auf etw., jmdn. 1. in Richtung auf etw.,
jmdn. hin gehen, fahren: das Motorboot steuerte
auf den H afen los
Lfisung, die; -,
-e n 1.1 . kurz und einprägsam formu
lierter, mobilisierender (politischer) Leitsatz, A uf
ruf, in dem ein aktuelles gesellschaftliches Anliegen
ausgedrückt wird: eine kämpferische L.; Losungen
zum 1. Mai; (Produktions) aufgaben erfüllen u n
terderL.: ... — 2.bes.Mil.Parole(1):eineL.aus
geben, fordern, nennen — II. Jägerspr. Kot
des Wildes, auch des Hundes
Lösung, die; -,
-en 1. /zu lösen/ das Lösen; zu 1.1:
die L. der Briefmarken vom Kuvert; zu 2: die L.
(das Finden des Ergebnisses) der (mathematischen)
Aufgabe war schwierig; zu 3: die L. der Verlobung;
zu 5.2: die L. von Salz in Wasser — 2. das Ergebnis
des Lösens (2): eine befriedigende, falsche, richtige
L .; die L. eines mathematischen Problems suchen,
vorlegen; wir haben des Rätsels L. gefunden —
3. durch Lösen (5) geschaffene homogene Verteilung
eines Stoffes in einem anderen, bes. in einer Flüssig
keit: eine / gesättigte, / ungesättigte L.; eine L.
verdünnen
Lösungs|mittel, das Mittel, das zum Lösen (5.3) ge
eignet ist
lös| -werden jVb.f 1. etw., jmdn. 1. sich von etw.,
jmdm. freimachen können: ich werde das Gefühl
nicht los, daß hier etw. nicht stimmt; einen Lieb
haber nicht 1.
—
2. um g. etw. verkaufen können:
alte Warenbestände, wertlose Möbel 1. — 8 . um g.
Geld ausgeben müssen, einbüßen: bei einem Einkauf,
beim Glücksspiel bin ich viel Geld losgeworden; +
etw. mit / Kußhand 1.; -ziehen jVb.; ist/ umg. 1.
sich auf den Weg machen, aufbrechen: ich werde
jetzt 1., um den Freund zu treffen — 2 . über, gegen
jmdn. , etw. 1. (über jmdn., etw. herziehen 4)
Lot, das; -(e)s, -e 1. Bauw. 1.1. an einer Schnur
hängendes, nach unten spitz zulaufendes M etallstück
zur Bestimmung der Senkrechten: den senkrechten
Stand einer Mauer, eines Pfeilers mit dem L.
prüfen 1 .2 . jo. P l.j (durch 1.1 angezeigte) Senkrechte:
die Mauer ist, steht im L. (steht senkrecht) —
2. M a t h . Gerade, die senkrecht a uf einer gegebenen
Geraden od. einer Ebene steht: (von einem Punkt)
das L. (auf eine Gerade) fällen — 3. veraltend
Seemannsspr. (Gerät aus einer markierten Leine
m it daran hängendem) Stück Blei zum Messen der
Wassertiefe — 4 . T e eh n . Metallegierung zum Löten:
das L. auftragen
- f umg. etw. ist im L. (in Ordnung); etw. (wieder)
ins L. (in Ordnung) bringen; etw. kommt wieder
ins (rechte) L. (in Ordnung)
loten, lotete, hat gelotet 1. etw. 1. die senkrechte
Stellung von etw. bestimmen, p rüfen: den Kühl
schrank 1. — 2 . ein Gewässer 1. die Wassertiefe eines
Gewässers messen: der Kapitän ließ 1.
löten, lötete, hat gelötet (metallische) Werkstücke
unter Einsatz von Hitze mit Hilfe eines Lots (4),
dessen Schmelztemperatur niedriger als die der
Metallteile ist, miteinander verbinden: Bleche,
Kupferdraht 1.; die Bruchstellen eines Kabels,
einer elektrischen Leitung 1.
Lotion, die; -,
- e n,Lotion, die; -s [lo:jen]//to^e$
kosmetisches M ittel, das einen bestimmten Wirkstoff
für die Haut und meist Alkohol enthält
LÖt| -kolben, der Werkzeug mit einem K opf (3.1)
(meist aus K upfer), der (elektrisch) erhitzt wird, um
das Lot (4) zum Schmelzen zu bringen; -lampe, die
m it Leichtbenzin betriebener Brenner (1) zum Löten
Lgtos, der; -, jo. Pl.j Lotosblume
Lotos|Mume, die in Asien und Afrik a wachsende
Seerose .
lot|recht jA d j.j senkrecht: die Masten 1. aufstellen
Lotse, der; -n, -n staatlich geprüfter Seemann. der
Schiffe durch ein bestimmtes, schwierig zu befahren
des Gewässer (eines Hafens) leitet: der L. kommt an
Bord, dirigiert das Schiff durch den Kanal, in den-
Hafen; O sich als L. (wegekundiger Führer) für
jmdn. anbieten
Iptsen jsw. Vb.; hat/ 1. (als Lotse) ein Schiff durch
ein bestimmtes, schwierig zu befahrendes Gewässer
leiten, ein Flugzeug vom Boden aus durch den Luft
raum ans Ziel dirigieren: er lotste das Schiff durch
den Kanal; der Flugsicherungsdienst lotst die
Maschine sicher durch den Luftraum; O umg.
er lotste (führte 1.1) den ausländischen Gast zum
Hotel, zum Tagungsbüro; jmdn. durch das Ge
dränge 1. — 2 . u m g . jmdn. überreden, irgendwohin
mitzugehen: jmdn. nach Hause, zu einer Abend
gesellschaft 1.
Lotsen|boot, das Boot, mit dem der Lotse zu den
von ihm zu lotsenden Schiffen, von diesen Schiffen
weg befördert w ird
lotterhaft — Luft
747
lotterhaft jAdj.j veraltend liederlich (2): ein
lotterhaftes Leben führen
Lotterie, die;
- n [. .i:on] (staatliche) Auslosung
von (Geldgewinnen unter den Personen, die ein Los
erworben haben: in der L. spielen; er gewann
öOO Mark in der L.
Lotterie| -einnehmer, der; -s, - Leiter einer staat
lich konzessionierten Einrichtung für den Vertrieb
(1) von Lotterielosen; -los, das: ein L. kaufen, ge
winnen; -spiel, das Spiel in der Lotterie; <0> es ist
das reinste L. (Sache, deren Ausgang vom Zufall
abhängt)
lotterig /A d j.; emot. neg.j unordentlich, schlampig:
er sah 1. aus; seine lotterige Kleidung
Lo tterleben , das faules, liederliches, ausschweifendes
Leben: ein L. führen
Lotterwirtschaft, die unordentliche Haushalts-, B e
triebsführung, nachlässiges Wirtschaften
Lotto, das; -s, -s 1 . Glücksspiel, bei dem mehrere
Zahlen aus einer begrenzten Anzahl ausgelost und die
Gewinne nach der Anzahl der richtig angekreuzten
Nummern gestaffelt werden: (im) L. spielen; u m g .
fünf Richtige im L. haben — 2 . Gesellschaftsspiel,
bei dem Spielkarten m it aufgedruckten Zahlen od.
Bildern durch dazugehörige Kärtchen bedeckt werden
müssen
Lotto zu Lotto 1| -gewinn, der Gewinn im Lotto;
-s chein, der Tippschein für das Lotto; -zahlen, die
PL/ Gewinnzahlen im Lotto
ottrig fAdj.f s. lotterig
Lotung, die; -en das Loten (1, 2)
Löt|zinn, das als Lot (4) verwendete Zinnlegierung
Löwe, der;
-n gelbbraune Großkatze Afrik a s und
Indiens, deren männliche Vertreter eine Mähne
haben: einen Löwen jagen, erlegen; der L. brüllt,
reißt ein Zebra, fallt einen Menschen an; sie kämpf
ten wie die Löwen (tapfer und verbissen)
+ sich in die / Höhle des Löwen begeben, wagen
Löwen| -anteil, der femoLf: den L. (größten Anteil)
von etw. bekommen; -käfig, der; -mahne, die
Mähne des Löwen; -maul, das jo. Pl.j in Gärten
wachsender Rachenblütler mit vielfarbigen, tra ub en
förmig angeordneten Blüten; -zahn, der jo. P l.j auf
Wiesen wachsender Korbblütler m it grob gezähnten
Blättern, milchigem Saft in den Stengeln und einem
goldgelben Blütenkorb, Pusteblume
Löwin, die; -nen weiblicher Löwe
loyal /Adj.f [loaja:1] 1. zuverlässig einhaltend, er
füllend, was eine (übergeordnete) Person, Institution
von jmdm . erwartet, treu zu ihr haltend: ein loyaler
Staatsbürger; sich gegenüber jmdm. 1. verhalten —
2« Vereinbarungen haltend: ein loyaler Vertrags
partner; ein Abkommen, einen Vertrag 1. erfüllen,
einhalten; dazu Loyalität, die; jo. PL/ [löajali..]
LPG, die;
-(s) [elpe:ge:] jKurzw. für landwirt
schaftliche Produktionsgenossenschaft/ s. land
wirtschaftlich
Luch, das; -(e)s, -e, Luch, die; Lüche landsch.
Sumpf, 2Bruch
Luchs, der; -es, -e zu den Katzen (1) gehörendes
Raubtier, das Haarbüschel am Ohr, ein dichtes,
wertvolles F ell und einen bes. ausgeprägten Gehör-
und Gesichtssinn hat: der L. lebt in großen W ald
gebieten
H- / Augen wie ein L. haben
Lücke, die;
- n (durch ein fehlendes Stück ent
standener) Zwischenraum, leere Stelle, bes. in einer
Reihe: eine große, kleine L.; eine L. zum Parken
des Autos suchen; sein Gebiß weist viele Lücken
auf; <> sein Tod h at eine empfindliche, fühlbare L.
gerissen; sein Wissen h at etliche, große Lücken (ist
lückenhaft); durch eine L. des Gesetzes, im Gesetz
schlüpfen (auf Grund unzureichender gesetzlicher
Bestimmungen straffrei ausgehen)
Lücken|büßer, der umg . jmd., der die Stelle eines
anderen einnehmen m uß , den man lieber genom men
hätte: als L. dienen; den L. spielen
lückenhaft /Adj.j Lücken aufweisend, unvollständig:
eine lückenhafte Aussage, Darstellung; ihre Kennt
nisse sind ziemlich 1.
lückenlos /Adj.f alle für etw. wichtigen Angaben
ausnahmslos enthaltend, keine Lücken aufweisend:
ein lückenloses Alibi haben; ein lückenloser Beweis,
Überblick
Lude, der; -n, -n s alopp Zuhälter
Luder, das; -s, - 1. salopp /emot.; von einem Men
schen11.1 . er, sie ist ein freches, unverschämtes L.
(ist frech, unverschämt); so ein L. (von einem W eibs
stück, Kerl); auch Schim pfw . du faules, dummes
L.! 1.2 . er war (zeitlebens) ein armes L. (ein be
dauernswerter Mensch) — 2. Jägerspr. Aas, Ka
daver (zum Anlocken von Raubwüd)
Lues, die; -, jo. Pl.j [lu:es] Med. Syphilis; dazu
luetisch IAdj.j [lu|e:..]
Luft, die;- , Lüfte 1. Gemisch aus bestimmten Gasen
1.1 . jo. Pl.j das die Lufthülle der Erde (1.1) bildet:
die L. ist feucht, kalt, klar, mild, warm; frische L.
ins Zimmer lassen; L. (auf einen Reifen) (auf)pum-
pen; umg. der Schlauch hat zu wenig L. (zu gerin
gen Luftdruck); <0 etwas L. (einen kleinen Zw i
schenraum) zwischen Schrank und Wand lassen
1.2 . jo. Pl.j das zum Atmen dient: die L. (den Atem)
anhalten; L. holen (atmen); ihm blieb vor Schreck
die L. weg (er war völlig konsterniert); keine L. be
kommen (vorübergehend nicht atm en können); die
L. anhalten (nicht ausatmen) 1.8 . das sich bewegt,
Luftzug: sich L. zufächeln; geh . die linden Lüfte
wehen — 2.1 . jo. Pl.j der freie Raum außerhalb von
Gebäuden: viel an die (frische) L. gehen 2.2 . der
von 1.1 eingenommene R a u m über der Erdoberfläche:
die Eingeschlossenen wurden aus der L. mit Lebens
mitteln versorgt; die Arme, den Ball in die L. (in
die Höhe) werfen; das Flugzeug erhob sich in die L.,
geh. Lüfte
-J- L. schaffen, machen (Ordnung schaffen); (fri
sche) L. schnappen (ins Freie gehen); nach L.
schnappen (rasch und mühsam Atem holen); etw.
liegt in der L. (etw. steht bevor, droht, liegt nahe);
etw. ist aus der L. gegriffen (etw* ist frei erfunden);
umg. halt die L. an (hör auf zu reden)\; die L. ist
rein (es besteht keine Gefahr, es ist niemand da, der be
obachtet) ; dicke L. (schlechteStimmung);L. für jmdn.
sein (von jmdm . nicht be-, geachtet werden); jmdn.
wie L. behandeln (jmdn. nicht beachten); sich L.
schaffen (sich Bewegungsfreiheit verschaffen); jmdn.
an die (frische) L. befördern, setzen (jmdn. hinaus
werfen 2.1); in die L. gehen (wütend werden); etw.
fliegt, geht in die L. (explodiert); etw. in die L.
jag en (etw. durch Sprengen zerstören); jmd. hängt
in der L. (jmd. w eiß nicht, wo er hingehört, was er
tun soll; jmd. hat keine Existenzgrundlage); etw.
hat sich in L. aufgelöst (etw. ist spurlos verschwun
den); von der L., von L. und Liebe leben (sehr
wenig zum Leben brauchen); sch erzh . gesiebte L.
748
Luftabwehr — Lüge
atmen (im Gefängnis sitzen); salopp jmdn. in der
L. zerreißen (jmdn. vernichtend k ritisieren); —
seinem / Herzen L. machen; / Löcher in die L.
gucken, starren
Luft/luft| -abwehr, die Gesamtheit der Maßnahmen,
Kräfte und Mittel zur Abwehr gegnerischer Angriffe
aas der Luft (2.2); -ang riff, der auf gegnerische
Ziele gerichteter A ngriff durch Flugzeuge; -auf-
nahme, die Aufnahme (2.1) (eines Teils) der E rd-
Oberfläche von einem Flugkörper aus; -ballon, der
meist aus Gummi bestehender Hohlkörper, der auf
geblasen od. mit Gas gefüllt wird und bes. als Kinder
spielzeug dient; -bild, das vgl.
- a ufnahme; -blase,
die kleiner, m it Luft gefüllter Hohlraum; -brücke,
die durch Flugzeuge hergestellte Verbindung zu einer
von der Außen-, Umwelt abgeschnittenen Gruppe von
Menschen; -dicht fAdj.f so fest verschlossen, daß
keine Luft eindringen od. entweichen kann; -druck,
der P h y s . 1 .1 . Druck (1.1) der atmosphärischen
Luft: der L. schwankt außerordentlich, steigt 1.2,
Druck (1,1) der Luft in einem geschlossenen Behäl
ter; -durchlässig fAdj.f so beschaffen, daß Luft hin
durchdringen kann
lüften, lüftete, hat gelüftet 1.1 . etw. von frischer
Luft durchdringen lassen: die Betten, ein Zimmer 1.
1.2 . du mußt mal 1. (frische Luft ins Zimmer lassen)
—
2. etw. lüpfen: den Schleier, Vorhang 1.; den
Hut zum Grüßen 1.
+ den /* Schleier 1.
Lüfter, der; -s, - Ventilator
Luft| -fahrt, die fo. Pl.f der den Verkehr mit Luft
fahrzeugen umfassende Bereich; -fahrzeug, das
Fahrzeug, das für die Fortbewegung in der Luft (2.2)
dient; -feuchtigkeit, die Gehalt der Luft an Was
serdampf; -filter, der, fachspr. dasTechn. Filter
zum Reinigen von Luft; -frächt, die mit Flugzeugen
beförderte Fracht; -gewehr, das Gewehr, bei dem
das Geschoß durch Druckluft aus dem Lauf getrie
ben wird; -hoheit, die jo. Pl.f Souveränität eines
Staates über den Luftraum seines Hoheitsgebiets;
- h ü l le, die Hülle aus bestimmten Gasen über der
Oberfläche eines Planeten, bes. der Erde
luftig fA dj.f 1 . so beschaffen, daß die (erforderliche)
Zufuhr von Luft möglich ist: ein heller luftiger
Raum; eine luftige Wohnung; sich in luftiger (von
frischer, freier Luft umgebener) Höhe befinden —
2. leicht, nur lose anliegend: eine luftige Bekleidung
tragen; sie ist 1. gekleidet
Luftikus, der; - /umg.
-ses, -se umg. scherzh.
leichtsinniger, oberflächlicher Mensch: du bist und
bleibst ein L .!
Luft/luft| -kampf, der K a m pf zwischen gegnerischen
Flugzeugen in der Luft (2.2); -kissen, das 1. mit Luft
zu füllendes Kissen — 2 . Menge von einen bestimmten
Raum einnehmender, künstlich verdichteter L uft;
- k issenfahrzeug, das Fahrzeug, das sich dicht über
dem Erdboden od. dem Wasser auf einem Luftkissen
(2) fortbewegt; -k offe r, der sehr leichter, m ittel
großer Koffer; -krieg, der Kriegführung mit Luft
streitkräften; -kühlung, die T ech n . Kühlung durch
Luft (1.1), z. B . bei Verbrennungs-, Elektromotoren;
- landetruppe, die Mil. Truppe, die mit Flugzeugen
hinter der gegnerischen Front abgesetzt wird, um
dort zu kämpfen; -leer fAdj.f Phys. ein Vakuum
bildend: ein luftleerer Raum; -linie, die kürzeste
Verbindung zwischen zwei Punkten auf der E rd
oberfläche; -loch, das u mg . 1 . Öffnung, durch die
Luft aus- und einströmen kann — 2 . nach unten ge
richtete Windbö; -masche, die H andarb. Masche
beim Häkeln, die nu r durch das Verschlingen des
Fadens entsteht; -masse, die fvorw. Pl.f Meteor.
große Menge atmosphärischer Luft m it horizontaler
Ausdehnung und relativ einheitlichen thermodyna
mischen Eigenschaften: der Zustrom kalter, feu ch
ter Luftmassen hält an; -matratze, die Luftkissen
(1) von etwa zwei Metern Länge; -post, die vgl.
Luftfracht:er schickte den Brief per L .; -pumpe, die
Pumpe zum An-, Absaugen od. Verdichten von Luft
(1.1) od. anderen Gasen; -raum , der Luft (2.2),
bes. als bestimmtes Gebiet der Lufthoheit; -röhre,
die röhrenförmiges Hohlorgan zwischen K ehlkopf
und Lunge; -schacht, der Schacht (2), durch den die
Luft geleitet wird; -schiff, das durch Motoren ange
triebenes, lenkbares Luftfahrzeug aus einem großen
länglichen, zum Auftrieb (1) mit Gas gefüllten Be
hälter und Gondeln zur Aufnahme von Fracht, P a s
sagieren; -schleuse, die luftdicht verschließbarer
Raum zum Ausgleich zwischen den verschiedenen
Luft- od. Gasdrücken zweier anderer benachbarter
Räume; -schloß, das in der Phantasie eines M en
schen bestehendes Gebilde von etw. Wunderbarem;
- s chraube, die Propeller (1); -Spiegelung, die durch
Schichten von Luft verschiedener Dichte hervorge
rufene, am Himmel, über dem Horizont sichtbare
optische Erscheinung; -Sprung, der: sie machte
vor Preude einen L. (Sprung in die Höhe); -streit-
kräfte, die fPl.j M il. m it Flugzeugen operierender
Teil der Streitkräfte; -ström, der eine Menge in be
stimmter Richtung sich bewegender, bewegter L uft;
- ta xi, das kleines Flugzeug, das für Strecken bis
300 Kilometer gemietet werden kann
Lüftung, die; -,
-e n fvorw. Sg.f 1.1 . das Lüften, die
Zuführung frischer Luft: für eine gute L. der Ar
beitsräume ist Sorge zu tragen 1.2 . Vorrichtung zum
Lüften: die L. in diesem Hochhaus funktioniert
nicht richtig
Luft| -Veränderung, die: der Arzt hat ihm L. (zur
Erholung einen zeitweiligen Aufenthalt an einem
Ort mit anderem Klima) empfohlen; -verkehr, der
Teil der zivilen Luftfahrt, der Personen, Fracht und
Post befördert; -Verkehrsgesellschaft, die Betrieb,
der den Luftverkehr durchführt; -Verschmutzung,
die Verunreinigung der Luft (1.1) durch Abgase o. ä .:
die L. bekämpfen; -Verteidigung, die Gesamtheit
der Maßnahmen, Einrichtungen zur Verteidigung
gegen gegnerische Luftangriffe; -w a ffe, die fo. Pl.f
Mil. fBRDf Luftstreitkräfte; -weg, der 1. etw. auf
dem L. (per Flugzeug) befördern — 2 . fnur im
Pl.f Atmungsorgane: eine fieberhafte Erkrankung
der Luftwege; -widerstand, der fo. Pl.f Wider
stand, den ein bewegter Körper durch den Druck
und die Reibung der ihn umgebenden Luft erfährt;
-zufuhr, die Zuführ von (frischer) Luft; -zug, der
fo. Pl.f Bewegung der Luft, leichter Wind
Lug
-f- L. und Trug Lüge und Betrug: alles war L. und
Trug
Lüge,die; -, «n bewußt falsche Aussage (1.1) zur Täu
schung anderer: eine freche, grobe, raffinierte, v er
zeihliche L.; das ist (eine) L .; Lügen verbreiten;
jmdn. der L. bezichtigen, verdächtigen, zeihen
(jmdn. als Lügner hinstellen); sich in Lügen ver
stricken; um eine L. nicht, nie verlegen sein (immer
eine Ausrede wissen)
lugen — Lupine
749
-j- jmdn. Lügen strafen (jmdm. nachweisen, daß
er gelogen hat)
lugen /sw. Vb.; hat/ veraltend vorsichtig, aber
aufmerksam nach etw., jmdm. spähen, Ausschau
halten: er lugte aus dem Fenster, durch den Tür
spalt, neugierig ins Zimmer; nach jmdm., etw. 1.
lügen, log, hat gelogen wissentlich eine fälsche Aus
sage (1.1) machen, die Unwahrheit sagen: er lügt
ständig, auf Schritt und Tritt; du sollst nicht
1. !; ich müßte L, wenn ich behaupten wollte, daß
es mir gut geht
- f umg. 1. wie gedruckt (unverschämt lügen); —
L, daß sich die / Balkenbiegen; das / Blaue vom
Himmel (herunter) L; jmdm. die / Hucke, /
Jacke voll. 1.
Lügen | -gebäude, das aus vielen Lügen zusammen
gestellte Darstellung, Schilderung; -geschiehte, die
erlogene Geschichte (4)
lügenhaft /A dj./ unwahr, erlogen: das ist eine lügen
hafte Darstellung
Lügen] -maul, das salopp Lügner; -netz, das vgl.
Lügeng ebäude
Lügner, der; -s, - jmd ., der lügt, gelogen hat: ein
gemeiner notorischer L.; jmdn. als L. entlarven
lügnerisch /Adj.; nicht adv.j 1. verlogen, heuch
lerisch: ein lügnerisches Spiel — 2 . unwahr, er
logen : eine lügnerische Behauptung
Luke, die; -,
- n 1.1 . kleines Fenster, Öffnung, bes. im
Keller, Dachboden: eine offene, verriegelte L .; die
L. im Dach öffnen, schließen 1.2 . verschließbare
Öffnung im Deck od. in der Wand eines Schiffes,
im R umpf eines Flugzeuges od. Raumflugkörpers
(zum Be-, Entladen od. Ein -, Aussteigen): alle
Luken dichtmachen
lukrativ /A dj./ gewinnbringend: ein lukrativer
Posten; ein lukratives Geschäft; dies ist nicht 1.
genug
lukullisch /A dj./: ein lukullisches (sehr erlesenes
und üppiges 1.2) Gericht, Mahl; lukullische Spei
sen
Lulatsch, der; -(e)s, -e s a lo p p lange, schlaksige
männliche Person
lullen fsw. Vb.; hat/: ein Kind in den Schlaf 1.
(durch Sing en, Schaukeln einschläfern)
Lumen, das; -s, -/Lumina 1. /Abk. Im; bei M aß
angabe PI. Lumen; Maßeinheit des Lichtstroms/ —
2. T ech n . Med. lichte Weite bei Hohlkörpern,
-Organen: das L. einer Bohre, der Speiseröhre
Lumineszenz, die; -,
-en Phys. das Leuchten von
bestimmten Stoffen in kaltem Zustand; dazu lumi-
neszieren /sw. Vb.; hat/
Lümmel, der; -s, -/ umg. -s u mg. Flegel: ein fauler,
frecher, unverschämter L .; auch Schimpf w .;dazu
lümmelhaft /A dj./: er benahm sich 1.
Himmeln /sw. Vb.; hat/ umg. 1 .1 . er lümmelte sich
(saß in betont nachlässiger Haltung) im Sessel, auf
der Couch 1.2 . er lüm melte sich (setzte sich in betont
nachlässiger Haltung) in den Sessel — 2 . in betont
nachlässiger Haltung herumstehen: sie lüm melten
auf den Korridoren
Lump, der; -en /(-e)s, -e n gemeiner, charakterloser
Mensch: ein elender, erbärmlicher, großer, nieder
trächtiger L.; der L. hat sie sitzenlassen; auch
Schimpfw. du L.!
lumpen / Vb./
■f u m g . sich nicht 1. lassen (großzügig sein, reich
lich zahlen)
Lumpen, der; -s, - /vorw. PI ./ 1 .1 . (abgerissenes)
wertloses, altes Stück Stoff od. alte, nicht mehr brauch
bare Kleidungsstücke: alte, schmutzige L .; L. und
Altpapier sammeln 1.2 . sa lopp mit, in diesem
L. (mit, in diesem schäbigen Kleidungsstück) kannst
du nicht mehr zur Arbeit gehen!
Lumpen| -hämller, der v e r a lt e n d Altstoffhändler;
-hund,der veraltend umg. Schimpfw.:duL.!;
- Proletariat, das Gesellschaftsschicht, die sich aus
deklassierten Angehörigen bes. der unteren Schich
ten, bes. Asozialen in den kap. Ländern rekrutiert;
-Sammler, der 1. veraltend jmd., der gewerbs
mäßig Lumpen (1.1) sammelt —2. umg. scherzh.
letztes nachts noch verkehrendes öffentliches Verkehrs
mittel, mit dem man nach Hause fahren kann
Lumperei, die; -,
-e n 1. niederträchtige, gemeine Tat:
das ist eine (große) L.!
—
2. um g. lächerliche
Kleinigkeit: streitet euch nicht wegen dieser L .!
lumpig /A d j./ 1. charakterlos, gesinnungslos, ge
mein: eine lumpige Gesinnung, Handlungsweise —
2. u m g . femotKneg./ kärglich, gering: um ein paar
lumpige Mark feilschen
Lunch, der; -/ -es, -/ -e [lantf] kleines Essen um die
Mittagszeit nach englischer Sitte: er kam zu uns zum
L.; dazu lunchen /sw. Vb.; hat/
Lunge, die; -,
-n im Brustraum liegendes, paariges
Atmungsorgan des Menschen und der Luft atmenden
Wirbeltiere: eine gesunde, starke, schwache, an
gegriffene L.; umg. jmd. hat es auf der L. (ist
lungenkrank); auf L. rauchen (den Zigarettenrauch
tief einatmen); Med. die eiserne L. (Apparat zur
künstlichen Beatmung)
- f umg. sich die L. aus dem Hals(e), Leib(e)
schreien (sehr laut schreien)
Lungen/lungen| -entzündung, die durch Bakterien,
Viren verursachte entzündliche Erkranku ng der
Lunge; -flügel, der M ed. eine Hälfte der Lunge;
- h aschee, das Gericht aus zerkleinerter gekochter
Kalbslunge; -h eilstätte, die Heilstätte für Lungen
kranke; -krank /Adj.; nicht adv./ an Lungentuber
kulose leidend: er ist 1.; -krebs, der / o. P L/; -tuber
kulöse, die; -zug, der Zug (1.6.2), bei dem Zigaret
tenrauch tief eingeatm et wird
lungern /sw. Vb.; hat/ herumlungern: einige Bur
schen lungerten vor dem Bahnhof
Lunte, die; -n 1. m it einer Lösung getränkter F a
den aus Hanf, m it dem früher eine Sprengladung
gezündet wurde: eine glimmende, schwelende L.;
die L. anzünden — 2. Jägerspr. Schwanz des
Haarraubwildes: die L. des Fuchses
+ u m g . L. riechen (Verdacht schöpfen)
Lupe, die; -,
- n Sammellinse für die Betrachtung
kleiner Objekte, Vergrößerungsglas: einen T ext mit
der L. lesen, entziffern
+ jmdn., etw. unter die L. nehmen (jmdn., etw.
kritisch prüfen)
lupen|rein /Adj.; nicht adv.j 1.1 . ein lupenreiner
(völlig reiner, makelloser) Brillant 1.2 . ein lupenrei
nes (widerspruchsfreies, stimmiges) Alibi ha
ben
lüpfen /sw. Vb.; hat/ etw. (Deckendes) leicht an-,
hochheben: den Vorhang, Deckel 1.; er lüpfte den
Hut zum Gruße
Lupine, die; -n Schmetterlingsblütler m it traubigen,
vielfarbigen Blütenständen, der sowohl in Gärten
gehalten als auch zur Gründüngung und als Futter
pflanze angebaut wird
750
Lurch — Mache
Lurch, der; -(e)s, -e Wirbeltier, das als Larve im
Wasser mit Kiemen, ausgewachsen an Land mit
Lungen atmet und eine nackte, feuchte Haut hat,
Amphibie
Lust, die; Lüste 1.1 . fo. PI ./ Verlangen (1): große,
wenig L. zu etw. haben, verspüren; ich hätte große
L., dich heute abend zu besuchen 1.2 . auf sinnlichen,
bes. sexuellen Genuß gerichtetes Verlangen, B e
gehren; seine L. befriedigen, zügeln; g eh . seinen
Lüsten frönen — 2 . /o. Pl.j Freude, Wohlgefallen:
es ist eine L. zu leben; man könnte die L. am
Leben verlieren; ihm ist die L. an dieser Arbeit
vergangen; es ist eine (wahre) L., euch arbeiten zu
sehen — 8 . aus der Befriedigung sinnlicher Bedürf
nisse entstehendes Gefühl: L. empfinden
+ nach L. und Laune (ganz wie es einem beliebt)
handeln; mit L. und Liebe (mit Freude) etw.
tun
Lustbarkeit, die; -en v e r a lt e n d öffentliche Ver
anstaltung zur Unterhaltung
Lüster, Lüster, der; -s, - 1 . Kronleuchter — 2* T e x
t i l . glänzendes halbwollenes Gewebe — 8 . glänzender
Überzug auf Glas, K era mik - und Porzellanwaren
lüstern /A dj./ 1 .1 . voll sexueller Begierde: lüsterne
Blicke werfen; er hat lüsterne Gedanken, Vorstel
lungen; er ist 1. 1 .2 . auf, nach Spargel, Schoko
lade 1. (begierig) sein; dazu Lüsternheit, die; -,
fo. Pl.f
Lust [gefühl, das Gefühl von Lust (2, 3)
lustig /Adj./ 1 .1 . (im Wesen) heiter und in dieser
Weise auf andere wirkend: er ist ein lustiger
Mensch, Bursche, eine lustige Person; das sind
lustige Leute; eine lustige Runde, Gesellschaft
1.2 . Heiterkeit ausdrückend: er h at lustige Augen,
ein lustiges Gesicht; sein lustiges Lachen, lustiger
Gesang — 2 . so beschaffen, daß es Heiterkeit be
wirkt: ein lustiges Erlebnis, Abenteuer; eine lustige
Feier, ein lustiger Abend — 3 . /adv./ die Wäsche,
Fahnen flatterten 1. (einen heiteren Eindruck ver
mittelnd) im Wind — 4 . das ist ja 1. (komisch,
merkwürdig)1—5. landsch. jin den Verbindungen!
mach, tu, wozu, mach es, wie du 1. bist (mach, was
du, wie du es möchtest) !
+ sich über jmdn., etw. 1. machen (in überheblicher
Weise seinen Scherz, Spott mit jmdm., etw. trei
ben)
lust/Lust| -los /Adj.l ohne Lust (1.1 ,2): 1. ging er an
die Arbeit; -mo rd, der M o rd a us fehlgeleiteter sexuel
ler Begierde; dazu -mörder, der; -sp iel,da s Komödie
(1); -wandeln, lustwandelte, ist gelustwandelt
sch erzh. Spazierengehen
lutschen /sw. Vb.; hat/ 1. ein(en) Bonbon 1. (im
Munde zergehen lassen) — 2 . an etw. 1. (etw. in den
Mund stecken und daran saugen: das Kind lutscht
(am Daumen, Schnuller, an einem Lutscher)
Lutscher, der; -s, - Stielbonbon
lütt /Adj./ n orddt. klein (6.2): die Kinder sind da
zu noch zu L; der Lütte (der kleine Junge) schläft
schon
Luv, die; /o. PI ./ fachspr. dem Wind zugewandte
Seite von etw., bes. eines Schiffes; /inKder Verbin
dung/ in, nach L.: die Küste lag in L.
Lux, das; -,
-
/Abk. Ix; Maßeinheit der Stärke der
Beleuchtung einer Fläche/
luxuriös /Adj./ mit Luxus: ein luxuriöses Leben
führen; eine 1. eingerichtete Wohnung
Luxus, der; -, /o. PI ./ in einer Gruppe, Gesellschafts
schicht den normalen Lebensstandard, ein übliches
M aß a n Bedürfnisbefriedigung überschreitender
Aufwand: dies ist der (einzige) L., den ich mir
leiste; diese Dinge waren damals für uns L.; den L.
lieben; in L. leben
Luxus | -artikel, der A rtikel, Gegenstand, der dem
Luxus dient; -ausgabe, die prunkvolle, kostbar aus
gestattete Buchausgabe; -schiff, das mit allen Be
quemlichkeiten un d besonderer Eleganz ausgestattetes
Passagierschiff
Luzerne, die; -, /o. PL/ Schmetterlingsblütler mit
dreiteiligen Blättern, gelben od. violetten Blüten und
Samen in gewundenen Hülsen, der als Futterpflanze
angebaut wird
lymphatisch /Adj./ [ly..] Med. /zu Lymphe/
Lymphe, die; /o. PI ./ [ly..] Med. in einem be
sonderen Gefäßsystem des Körpers beförderte farb
lose bis gelbliche Flüssigk eit, die dem Stoffaustausch
der Gewebe dient
lynchen /sw. Vb.; hat/ [lynoen] jmdn. 1. an jmdm.
Lynchjustiz üben: er wurde gelyncht
Lynch|Justiz, die als M ittel des Terrors der herr
schenden Ausbeuterklasse bes. ir^ den USA vor
kommende grausame Mißhandlung, Tötung von
(diffamierten) Menschen durch eine aufgehetzte
Volksmenge
Lyrik, die; -, jo. Pl.j [ly:..] Gattung der Dichtkunst,
die am unmittelbarsten Stimmungen, Gefühle und
Gedanken ausdrückt und reich an einzelnen, durch
Rhythmus, oft durch Reim und meist durch eine
Gliederung in Verse und Strophen bestimmten For
men ist; dazu Lyriker, der; -s, - u. Lyrikerin, die;
-nen
lyrisch /Adj./ [ly:..] 1.1 . /nicht adv./ zur Lyrik ge
hörend: die lyrische Dichtung; das lyrische Werk
eines Dichters 1.2 . in der A rt der Lyrik, mit gefühls-,
stimmungsbetontem Grundton: eine lyrische Passage
in einem Roman; ein lyrischer Stil — 2 . romantisch
(2.1): eine lyrische Stimmung, Anwandlung
m, M, das; -,
- /umg. -s [em] der Laut M ;dreizehnter
Buchstabe des Alphabets: ein kleines, großes M
Mäander, der; -s, - 1 . Geogr. Reihe von Win
dungen eines Flusses (1) — 2. Architekt, bild.
K un st Ornament aus rechtwinklig od. spiral
förmig verlaufenden Linien
Maat, de r; -(e)s, -e/-en Angehöriger der Seestreitkräfte,
dessen Dienstgrad dem des Unteroffiziers entspricht
Machjart, die Art, in der etw., bes. ein Kleidungs
stück, hergestellt, geformt ist: eine hübsche, legere,
modische, jugendliche M.
machbar /Adj.; vorw. präd.j: etw.,ist m. (etw. läßt
sich ausführen, bewerkstelligen)
Mache, die; -, jo. P l.j umg. etw. Gekünsteltes, Un
echtes, m it dem man etw. vortäuscht: bei ihm ist das
m eiste nur M.
machen — mächtig
751
+ salopp jmdn. in der M. haben, in die M. neh
m en (jmdn. tadeln; jmdm . hart zusetzen)
machen jsw . Vb.; hat; / auch gemacht/ 1. etw.
hersteilen (1.1), an-, verfertigen: (sich) aus Latten
ein Gestell m.; (sich) einen Anzug m. lassen; das
Essen m. (bereiten 1.1); Kaffee m. (aufbrühen,
kochen); er macht Gedichte; sie macht aus allem
etwas; das Gehäuse ist aus Kunststoff gemacht;
sein Testament, einen Aufsatz m. (verfassen);
O jmdn. aus jmdm., jmdn. zu jmdm. m .f sein
Lehrer, das Leben hat einen tüchtigen Menschen
aus ihm, hat ihn zu einem tüchtigen Menschen ge
macht — 2.1, etw. m. durch Tun, Handeln be
wirken, daß 2.1 .1 . etw. durchgeführt, ausgeführt
w ird : chemische Versuche, ein Spiel, eine Pause,
eine Verbeugung, Musik, Lärm m. 2 .1 .2 . etw. ent
steht, zustande kommt: Feuer m .; Licht m . ; Fehler,
Dummheiten m .; ein erstauntes, ernstes Gesicht m.
(erstaunt, ernst aussehen, dreinblicken) 2.1 .3 . etw. in
eine bestimmte, gewollte Ordnung, Form ko m m t: sich,
jmdm. die Haare m. (sich, jmdn. frisieren);die B etten
m. (nach Benutzung des Bettes Kissen und Decke auf-
schütteln und mitsamt dem Laken glatt und ordent
lich hinlegen) 2.1 .4 . um g. man etw. bekommt: viel
Geld, ein Vermögen m. (erwerben 1.1) 2.2 .1 . etw.
tun (1, 2): er hat alles, die ganze Arbeit gemacht;
laß mich das m.!; bei ihm können die Kinder m.,
was sie wollen; das ist nicht zu m.; was
machst du den ganzen Tag über?; das wird sich m.
(einrichten 2) lassen 2.2 .2 . um g. nun mach doch
(beeile dich)! 2.3 .1 . etw. irgendwie m. in bezug auf
etw. in bestimmter Weise handeln: das hast du rich
tig, falsch gemacht (dabei hast du richtig, falsch
gehandelt); das hast du gut gemacht, daß du ihm
die Wahrheit gesagt hast 2.3.2 . maeh’s gut (laß es
dirgut ergehen)!2.4. umg. verhüll, in die Windeln,
Hosen m. (Urin, Kot in die Windeln, Hosen aus-
scheiden) — 3.1. jmdm. etw. m. (durch sein Tun,
Verhalten) bewirken, verursachen, daß jm d . etw. hat,
empfindet: jmdm. Freude m.; er hat ihm, das h at
(ihm) Schwierigkeiten, Arbeit, Mut gemacht
3.2 .1 . jmdn., etw., sich irgendwie m. durch sein
Tun, Handeln bewirken, daß jmd., etw., m an selbst
irgendwie wird, daß jmd. etw. tut: jmdn. eifer
süchtig, froh, lachen, weinen m.; etw., jmdn., sich
sauber m .; Land urbar, einen Platz frei, den Kaffee
süß, die Suppe sämig m.; umg. etw. wieder ganz m.
{reparieren^; jmdm. etw. irgendwie m .: jmdm.
etw. verständlich m. (bewirken, daß jmd. etw. ver
steht); den Kindern das Leben schön m.; sich
irgendwie m.: sich (jmdm.) verständlich m. (bewir
ken, daß man von jmdm. verstanden wird); sich be
merkbar m. (bewirken, d aß man von jmdm. bemerkt
wird); sich (bei jmdm.) unentbehrlich, verhaßt m .;
jmd. macht sich interessant (versucht, interessant
zu wirken, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken)
3.2 .2 . etw. macht jmdn., etw. irgendwie: das Kleid
'm acht sie alt (läßt sie alt aussehen, wirken); der
Teppich macht den Raum wohnlich; etw. macht
sich irgendwie: u mg . der Wandbehang macht sich
gut {wirkt gut, vorteilhaft) im Wohnzimmer 3.2 .3 .
um g. jmd. macht sich (entwickelt sich positiv) —
4. etw. macht etw. etw. Ergibt (1.1) eine bestimmte
Summe: die Rechnung,macht 20 Mark; 100 Pfen
nige m. eine Mark; wieviel macht (kostet) das? —
5. was macht dein Vater (wie geht es deinem Vater)?;
was macht die Arbeit (was gibt es über die Arbeit
zu berichten)? — 6. umg. 6 .1 . eine Funktion haben,
eine Bolle spielen: er macht den Anführer, Schieds
richter 6.2 . jmdn. zu etw. m. jmdn. in eine Funk
tion einsetzen: man wollte ihn zum Direktor m. —
7.1 . sich an etw. m. eine Arbeit, Tätigkeit beginnen:
sich an die Arbeit, Übersetzung m. 7 .2 . sich auf die
Reise m. (abreisen) — 8 . /in Verbindung mit Subst.
z ur Umschreibungeines Verbalbegriffs/: jmdm. einen
Besuch m. (jmdn. besuchen); Einkäufe m. (ein
kaufen); den Versuch m. (versuchen), jmdn. t e l e
fonisch zu erreichen; einen Vorschlag m. (etw. Vor
schlägen)
+ etw. macht jmdm. zu schaffen (bereitet jmdm.
Schwierigkeiten, Mühe); sich nichts aus etw., jmdm.
m. (etw., jmdn. nicht leiden können, mögen); mach
dir nichts daraus (nimm es nicht so ernst, mach dir
keine Gedanken deswegen) !; das m ach t (schadet
1.1) nichts; etwas aus sich m. (sich gut kleiden;
seine Fähigkeiten vorteilhaft zur Geltung bringen)
Machenschaften, die /PL; emot. neg./ Unter
nehmungen zur Erreichung eines bestimmten Zieles,
Vorteils: verbrecherische M. (gegen jmdn., etw.)
Machinationen, die /PL/ v e r a lten d Bänkespiel,
Machenschaften: gefährliche, heimtückische, p oli
tische M.
Macht, die; -, Mächte 1. /o. PI ./ 1 .1 . (angeeignete)
Befugnis einer Person(engruppe), bestimmend in
einem Bereich zu wirken, ihren Willen gegen andere
durchzusetzen: seine M. gebrauchen; er hat die M.,
das zu tun, zu veranlassen; jmdn. seine M. fühlen
lassen 1.2 . die politische, ökonomische und ideolo
gische Herrschaft einer Klasse od. ihrer Bepräsen-
tauten über die anderen Klassen und Schichten in
einem Staate: die M. ausüben; die M. der Arbeiter
klasse 1.3 . Begierungsgewalt, Begierung: die M. /
ergreifen; an die, zur M. kommen; die reaktio
näre Clique war jahrelang an der M. — 2. jo. Pl.j
2.1 . elementare K raft, Gewalt: die M. des Sturmes,
der Wassermassen; <> die M. der Liebe, Gewohn
heit 2.2 . mit aller M. (entschieden) gegen etw. auf-
treten; der Winter kam mit M. (schnell und inten
siv) — 3 . großer, politisch und wirtschaftlich ein
flußreicher Staat: die imperialistischen Mächte —
4. /vorw. PL; nach abergläubischer Vorstellung/
Wesen (3.2), dem besondere, geheimnisvolle K räfte
zugeschrieben werden: an überirdische Mächte
glauben
+ etw. steht nicht in jmds. M. (jmd. kann etw.
nicht durchführen, erreichen, ändern)
Macht]befugnis, die Befugnis, Macht (1.1) auszu
üben: seine Machtbefugnisse überschreiten; jmds.
Machtbefugnisse einschränken
Machthaber, der; -s, - jvonv. PI; emot. neg./ jmd.,
bes. eine Gruppe von Personen, die die Begierungs
gewalt ausübt, Herrscher
mächtig /Adj.j 1. (viel) Macht (1.1, 1.2) besitzend,
einflußreich: ein mächtiger Staat, Herrscher; einen
mächtigen Verbündeten haben; er ist ein mäch
tiger Mann — 2 . /in' den Verbindungen/ einer
Sprache m. sein (eine bestimmte Sprache beherr
schen); seiner selbst nicht (mehr) m. sein (die
Beherrschung verlieren); vor Aufregung war sie der
Sprache kaum noch m. (konnte sie kaum noch
sprechen) — 3 .1 . ein mächtiger (mit viel Kraft aus
geführter, weiter) Sprung 3.2 . von beeindruckender
Größe, Ausdehnung: ein mächtiger Berg, Turm,
Stoß Akten — 4 . u m g . /drückt emotional einen
752
Machtinstrum ent — Magnat
hohen Grad ausj 4.1 . sehr groß (8): sie hatten (einen)
mächtigen Appetit; er bekam einen mächtigen
Schreck; sie hatte mächtiges Glück 4.2 . fadv./
uberoMS, sehr: beim Überqueren der Straße muß
man m. aufpassen; er hat sich m. gefreut, geärgert
Macht/macht| -instrument, das jo. PL/: der Staat
ist das M. (Mittel zur Ausübung der Macht 1.2, 1.3)
der herrschenden Klasse; -kampf, der K a m pf um
die M acht (1): Machtkämpfe innerhalb einer
Gruppe, Partei; -los fA dj.l ohne Möglichkeit, für,
gegen etw., jmdn. zu wirken, sich zur Wehr zu
setzen: die Polizei war in diesem Tumult m .; -miß«
brauch, der jvorw. 8g.j Mißbrauch von Macht (1);
- m ittel, das Mittel (1 ), Befugnisse, Einrichtungen
(1), bestimmte Organe (4) zur Durchsetzung, A uf
rechterhaltung von Macht (1.2 ,1 .3): die Armee, Poli
zei ist ein M. des Staates; -organ, das vgl. -mittel;
- Po sition , die vgl. -Stellung; -probe, die eine herbei
geführte kritische Situation, die jmds. Macht (1.1),
die Macht einer Gruppe erweisen soll: eine M. be
stehen; -Stellung, die fo. PI ./ Macht (1.1) und Ein
fluß verleihende Stellung, Position: seine M. ver
teidigen, mißbrauchen; der Konzern hat eine
große wirtschaftliche M. inne; -streben, das; -s, jo.
PI./ Streben nach Macht (1) und Herrschaft (1);
- Vollkommenheit, die die Gesamtheit der Möglich
keiten, Macht (1.1) auszuüben: aus eigener M. (eigen
mächtig) etw. tun, unternehmen, anordnen; -wort,
das -b ein _M. sprechen (seine Autorität geltend
machen und entscheidend eingreifen)
Mach|werk, das minderwertiges geistiges Produkt
Macke,die; -n landsch. salopp 1. Tick (1):das
ist bei ihr schon zur M. geworden; er hat eine M.
(ist verrückt) — 2 . technischer Fehler, funktionelle
Störung: der Motor hat Macken
Mädchen, das; -s, - 1 . K ind , jugendliche Person
weiblichen Geschlechts: e in klein es , großes, zartes,
kräftiges, hübsches, schönes M .; sie hat ein M. g e
boren — 2 . junge weibliche Person als Freundin (2),
Geliebte (1): er ging mit seinem M. ins Theater; er
hat schon viele M. gehabt
+ um g. ein leichtes M. (weibliche Person, die oft
ihre Liebhaber wechselt); veraltend, noch umg.
scherzh. M. für alles (jmd., der alle, bes. alle un
angenehmen Arbeiten macht, machen muß)
mädchenhaft /Adj./ von der Art, wie sie für ein
Mädchen (1) typisch ist: ihre mädchenhafte Anmut;
sie hat (noch) eine mädchenhafte (schlanke und
geschmeidige) Figur
Mädchen |n am e, der 1 . weiblicher Vorname —
2. Familienname der F rau vor der Eheschließung
Made, die;
- n keine Beine besitzende Larve von
Zweiflüglern: im Käse sind schon die Maden;
die Pflaumen sind von Maden zerfressen
+ u m g . wie die M. im Speck (im Überfluß) leben
Mädel, das; -s, -/umg. -s landsch. Mädchen
madig /Adj.; nicht adv./ voller Maden, von Maden
zerfressen: madiges Obst; die Pilze sind m.
-f- salopp jmdn., etw. m. machen (jmdn., etw.
schlechtmachen, verunglimpfen); jmdm. etw. m.
machen (jmdm. etw. verleiden)
Madrigal, das; -s, -e M us. mehrstimmiges, weltliches
Lied, bes. des 16. und 17. Jhs.
maestoso /Adv./ [mas..] Mus. feierlich und groß
artig
M af(f)ia , die; -, jo. Pl.j sizilianischer terroristischer
Geheimbund
Magazin, das; -s, -e 1. Lager-,
Vorratsraum,
Speicher — 2 . Behälter in od. an (halbautomatischen
Handfeuerwaffen, aus dem ein Mechanismus nach
jedem Schuß eine Patrone in die Kammer (1.3) ein
führt : das M. leer schieß en — 8 . unterhaltende, be
bilderte Zeitschrift
Magd, die; -, Mägde v er a lten d Landarbeiterin in
langfristigem Arbeitsverhältnis in einer privaten
bäuerlichen Wirtschaft, auf einem privatwirtschaft
lichen Gut: die Knechte und Mägde auf einem
Bauernhof
Mag en, der; -s, Mägen/ - sackartig erweitertes,
muskulöses Verdauungsorgan zwischen Speise
röhre und Zwölffingerdarm: ein leerer, voller, ge
sunder, kranker M .; die Arznei muß auf nüchternen
M. genommen werden; einen verdorbenen M. (eine
Magenverstimmung) haben; mit leerem M. (hungrig)
zu Bett gehen; ich habe noch nichts im M. (ich
habe noch nichts gegessen) ; er muß sich am M. o p e
rieren lassen
+ umg. jmdm. dreht sich der M. um (jmdm. wird
übel); jmdm. knurrt der M. (jmd. ist hungrig); etw.
liegt jmdm. (schwer) im M. (bedrückt jmdn. sehr);
—
jmds.
Augen sind größer als der M.
Magen/magen| -beschwerden, die /Pl.j: an M. lei
den; -bitter, der; -s, - Kräuterlikör, der Magen
beschwerden beheben kann; -gegend, die: einen
Druck in der M. verspüren; -geschwür, das Ge
schwür i n der Magenschleimhaut; -grübe, die Ver
tiefung unterhalb des Brustbeins: er erhielt beim
Boxen einen Schlag in die M.;
- krampf, der
krampfartige Magenschmerzen; -krank /Adj.; nicht
adv./; -krebs, der jo. Pl.j; -leiden, das; -leidend
/A dj.; nicht adv.j; -Operation, die; -saft, der von der
Magenschleimhaut abgesonderte Flüssigkeit, die der
Verdauung dient; -säure, die jo. Pl.j im Magensaft
enthaltene Salzsäure; -Schleimhaut, die jvorw. Sg.j
Med. Schleimhaut der Magenwand; -schmerzen, die
/Pl.j; -sonde, die Med. dünner Schlauch zur Ent
nahme von Magensaft od. zur künstlichen Ernäh
rung; -Verstimmung, die leichte Verdauungsstörung;
- wand, die Innenseite des Magens
mager fAdj.f 1. nur wenig, kein Fett enthaltend,
fettarm: mageres Fleisch, mageren Käse kaufen;
magere K o st — 2 . nur wenig Fleisch und Fettgewebe
an sich habend: ein mageres Pferd; er i st sehr m.
geworden — 3 .1 . /nicht adv.j ein magerer (wenig
fruchtbarer) Boden 3.2 . dürftig (2): eine magere Aus
beute, Ernte
Magie, die; -, jo. P l.j 1. vermeintliche Fähigkeit,
durch sogenannte übernatürliche K räfte etw. zu be
wirken: M. betreiben — 2 . auf Tricks, Sinnes
täuschungen, Fingerfertigkeit beruhende K u n st: ein
Meister der M. (Zauberkünstler) — 3 . die M. (Fas
zination) der Sprache; zu 1 u. 2 Magier, der; -s, -
[..ier] jmd., der Magie betreibt; zu 1—3 magisch
Ö .j; zu 3: etw. übt eine magische Anziehungs-
baus
Magistrale, die; -,
-n Hauptverkehrsstraße: die
Magistralen der Hauptstadt
Magma, das; -s, Magmen Geol. um 1000 Grad
heiße, flüssige Masse geschmolzenen Gesteins in den
tieferen Bereichen der Erdkruste, die sich als Lava
auf die Erdoberfläche ergießen kann; dazu magma
tisch fA d j.f: magmatisches (aus Magma entstan
denes) Gestein
Magnat, der; -en, -en sehr vermögender Industrieller,
Großgrundbesitzer: die Magnaten der Schwerin
dustrie, der Rüstungsindustrie
Magnesium, das; -s, jo. Pl.j silberglänzendes, gut
verformbares Leichtmetall
Magnet, der; -(e)s/-en, -e/-en *l.l . Körper, der die
Quelle eines Magnetfeldes bildet; Stück Eisen, Stahl,
das die Eigenschaft besitzt, bestimmte Metalle a nzu
ziehen: ein hufeisenförmiger M.; O jmd., etw.
wirkt wie ein M. auf jmdn. (übt auf jmdn. eine große
Anziehungskraft aus) 1.2 . Elektromagnet
Magnet] -band, das jPl.
-bänder/ Tonband; -feld,
das Phys. Kaum (1.1), in dem jedem Punkt eine
magnetische Feldstärke zugeordnet ist: ein starkes,
schwaches M .; das M. der Erde
magnetisch jAdj./ mit Magnetismus (2 ): magneti
sches Eisen; das magnetische / t Feld; der magne
tische Pol (Magnetpol)
magnetisieren /sw. Vb.; hat/ etw. magnetisch ma
chen: eine Nadel m.
Magnetismus, der; jo. P L / 1. Teilgebiet der Physik,
das sich m it dem magnetischen Feld und dem Ver
halten der Materie im magnetischen Feld befaßt —
2. Eigenschaft von Magneten, Kraftwirkungen a us
zuüben
Magnet] -kern, der Phys. Elektrotechn. magne
tisierbarer Teil einer Spule (2); -nadel, die magne
tische Nadel des Kompasses
Magnetosphäre, die P hys . Teil des erdnahen B au
mes, i n dem die Bewegungen der geladenen Teilchen
vom Magnetfeld der Erde bestimmt werden
Magnet| -pol, der P h y s . einer der beiden Pole des
Magneten, an denen die magnetischen Linien ein-
od. austreten; -spule, die Phys. Elektrotechn.
Spule (2) eines Elektromagneten; -tongerät, das Gerät
zur magnetischen Schallaufnahme und -Wiedergabe
Magnifizenz, die;
- e n /Titel des Lektors, Anrede
für den Rektor einer Universität, Hochschule/
Magnolie, die; -n [..io] hochwüchsiger asiatischer
und amerikanischer B aum , Strauch mit großen
tulpenähnlichen, weißen und violetten Blüten
Mahagoni, das; -s, jo. Pl.j rotbraunes Edelholz ver
schiedener tropischer Bäume: Möbel aus M.
Maharadscha, der; -s, -s indischer Fürst
Mäh|binder, der L a nd w . Erntemaschine, die Ge
treide mäht und zu Garben bindet
Mahd, die; -en jvorw. Sg./ 1. das Mähen (I): die
M. des Sommergetreides hat begonnen, ist be
endet — 2 . Ergebnis von 1: die M. einbringen
Mäh|drescher, der; -s, - L a nd w . Erntemaschine,
die Getreide mäht und drischt
mähen jsw. Vb.; hat/ 1.1 .1. Getreide, Ölfrüchte,
Futterpflanzen m it der Sichel, Sense od. Mäh
maschine abschneiden: Gras m.; Weizen und Rog
gen sind schon gemäht 1 .2 . ein gemähtes (durch 1.1
abgeerntetes) Feld — II . die Schafe, Lämmer m.
(lassen ihre Stim m e langgezogen ertönen)
Mäher, der; -s, - Mähmaschine
Mahl, das; -(e)s, -e/Mähler g eh . 1 . Mahlzeit (1): ein
einfaches, reichliches M. zu sich nehmen — 2 . M ahl
zeit (2): sie kamen zum festlichen M. zusammen
Mähjlader, der; -s, - L a n d w . Erntemaschine, die
bes. Futterpflanzen mäht und gleichzeitig auf ein
nebenher fahrendes Fahrzeug lädt
mahlen, mahlte, hat gemahlen 1 . bestimmtes kör
niges Material in, mit einer Mühle (I) bes. zu Pulver
zerkleinern, zerreiben: etw. fein, grob m.; Kaffee,
Getreide m.; gemahlener Pfeffer — 2 . die Räder
m. im Sand (drehen sich im losen Sand, so daß sich
der Wagen nur langsam vorwärts bewegt)
Mahl] -gang, der f achspr. Anlage, in der Mahlgut
zerrieben wird; -gut, das jo. PLI M aterial, das ge
mahlen (1) wird; -zeit, die 1 . Gericht, Essen, Speise:
eine leichte, bekömmliche, warme M. einnehmen —
2. die (zeitlich bestimmte) Einnahme der Speisen,
das Essen: während der Mahlzeiten wurde nur
wenig gesprochen — 8. M .! jGruß bes. unter A r
beitskollegen um die Mittagszeit; Wunsch für guten
Appetit bei der Mittagsmahlzeit/
Mählmaschine, die Erntemaschine, die Getreide,
Ölfrüchte, Futterpflanzen mäht
Mahnbrief, der Brief, der jmdn., bes. einen Schuld
ner, mahnen (1 .1 ) soll
Mähne, die; -n langes Haar bes. an Nacken, Hals,
Schulter bestimmter Säugetiere, vorwiegend der
männlichen Tiere: die M. des Pferdes, Löwen
mahnen /sw. Vb.;hat/1.1 . jmdn. (an etw.) m. jmdn.
daran erinnern, jmdn. auffordern, einer Verpflich
tung nachzukommen: jmdn. an sein Versprechen,
seine Schulden m.; ich habe ihn gemahnt; mah
nend den Finger heben 1.2 . jmdn. (zu etw.) m.
jmdn. auffordern, etw. Bestimmtes zu tun: er mahnte
uns aufzubrechen; zum Aufbruch m.; jmdn. zur
Nach-, Vorsicht, R uhem . — 2 . etw. gemahnt jmdn.:
der Vorfall mahnte uns an ähnliche Begebenheiten
Mahn|mal, das zur Mahnung errichtetes Denkmal
Mahnung, die; -,
- e n das Mahnen (1.1): eine ernste,
stille M .; jmdm. eine M. (einen Mahnbrief) schicken
Mahr, der; -(e)s, -e Gespenst, A lp
Mähre, die; -n Gaul: eine alte, klapprige, magere
M.
Mai, der; -(e)s/-/ geh.
-e n, -e /vorw. Sg./ fünfter
Monat des Jahres: ein sonniger, regnerischer, kühler
M.; er besuchte uns am ersten M.; der Erste M.
/internationaler K ampf- und Feiertag der Arbeiter
klasse/
Mai]bowle, die mit Waldmeister zubereitete Bowle
Maid, die; -,
-en veraltend Mädchen (1)
Mai| -demonstration, die Demonstration zum Ersten
M ai; -feier, die öffentliche Feier zum Ersten M ai;
- glöckchen, das; -s, - im M ai blühendes Lilien
gewächs mit kleinen weißen, stark duftenden Blüten
trauben; -käfer, der in zahlreichen Arten vor
kommender, brauner Käfer, der im M ai schwärmt,
das Laub von Bäumen abfrißt und dessen Larve der
Engerling ist; -losung, die Losung (1.1) für den
Ersten M ai; -nelke, die rote Nelke aus Papier, die
am Ersten M ai als Ansteckblume getragen wird
Mais, der; -es, jo. P l.j 1. Getreidepflanze, deren gelb
liche Samenkörner in großer Zahl a n einem Kolben
wachsen: M. anbauen, ernten, als Grünfutter ver
wenden — 2 . Samenkörner von 1
Maische, die; -,
-n fachspr. für die Gewinnung von
Wein, Bier, Spiritus verarbeitetes zucker- od. stärke
haltiges Gemisch: die M. für das Bier besteht aus ge
darrtem Malz un d Wasser
Mais|kolben, der walzenförmiger, dicht mit Körnern
besetzter Fruchtstand des Maises
Majestät, die; -,
-en 1. /Titel, Anrede für Kaiser
und Könige/ — 2. /o. PL/ Erhabenheit, mit der etw.,
jmd. auf jmdn. w irkt:die M. ihres Wesens, der Berge
majestätisch jA d j.j 1 . würdevoll, hoheitsvoll: er
nahm eine majestätische H altung ein; er schritt m.
einher — 2 . voller M ajestät (2): eine majestätische
Bergwelt
Magnesium — majestätisch
753
754
Major — Malzextrakt
Major, der; -s, -e Offizier der Land-, Luftstreit
kräfte, dessen Dienstgrad zwischen dem des H a upt
manns und dem des Oberstleutnants liegt
Majoran, Majoran, der; -s, /o. Pl.j krautiger, stark
aromatischer Lippenblütler, der getrocknet als Gewürz
bes. für Wurst verwendet wird
3Iajorität, die; -en jvorw. 8g.j Mehrheit, M ehrzahl:
in der M. sein; die Partei hatte im Parlament die M.
(Stimmenmehrheit)
makaber /A dj.f grausig, unheimlich wirkend: ein
makabres Spiel mit jmdm. treiben; er hatte einen
makabren Humor; die Unfallstätte bot einen ma
kabren Anblick; etw. wirkt, ist m.
Makel, der; -s, - g eh . körperlicher od. moralischer
Fehler: ein großer, schwerer M.; jmd. ist ohne
M.
Mäkelei, die; -,
- e n das (fortwährende) Mäkeln
mäkelig /Adj.; nicht adv.j (fortwährend) mäkelnd:
eine mäkelige Person
makellos IAdj.f 1.1. geh. ohne jeden Makel: ein
makelloser Mensch 1.2 . /adv./ ein m. weißes (abso
lut sauberes) Hemd
mäkeln jsw. Vb.; hat/ an etw., jmdm. m. an etw.,
jmd m . ständig etw. auszusetzen finden, nörgeln: er
hat an allem etwas zu m.; er hat ständig am Essen
ge mäkelt
Make-up, das; -s, fo. Pl.f [me:k|ap] 1. von Frauen
Vorgenommene Verschönerung ihres Gesichts m it
Hilfe von 2: sie war sehr bedacht auf ein gutes M. —
*
2. kosmetisches Mittel, bes. Creme, zum Tönen, Glät
ten der Gesichtshaut: flüssiges, festes M. auftragen,
auf der Haut verteilen
Makkaroni, die /P l.j lange, röhrenförmige Teigware
Makler, der; -s, - Vermittler beim K auf und Ver
kauf von Häusern und Grundstücken: ein M. für
Immobilien
mäklig fAdj.f s. mäkelig
Makrele, d ie; -n in zahlreichen Arten vorkommen
der, räuberisch im Meer lebender Knochenfisch, der
als Speisefisch genutzt wird
Makromolekül, Makromolekül, Makromolekül,
dasChem . Phys. Molekül, das aus Verbänden von
1000 und mehr Atomen besteht
makromolekular, makromolekular, makromole
kular /Adj.; nicht adv.f Chem.Phys. aus Makro
molekülen bestehend
Makrone, die;
-n
rundes Stück Kleingebäck aus
Mandeln od. Kokosflocken
Makulatur, die; -,
-en
schadhafte, fehlerhafte Druck
bogen od. unbrauchbar gewordenes, bedrucktes P a p i e r :
alte Zeitschriften als M. einstampfen, zu M. machen
*mal fÄdv.f s. einmal (1, 3, 4)
2mal fKonj.; sprachliches Äquivalent des mathe
matischen Zeichens X od. * ; verlangt, zwischen zwei
Zahlen stehend, deren M ultiplikation/: 2 m.2 ist
gleich 4; wieviel ist 6 m. 5?
Mal, das; -{e)s, -e, selten Mäler 1.1. Fleck (1.1 .2) auf
der Haut, am Körper: ein M. an der Stirn, Hand
haben; ein feuriges, rotes M. (Muttermal) im Ge
sicht haben — 2. geh. Denkmal (1) — 3. Sport
markierter P unkt für den Beginn und das Ziel, bes.
beim Schlagballspiel — II . /PL -e; weist bes. in Ver
bindung mit Ord.zahlen od. Indef.pron. darauf hin,
wie oft od. an wievielter Stelle in der Abfolge einer
zeitlichen Reihe sich etw. ereignet (hat)/: das erste,
zweite, letzte M .; voriges, nächstes, ein anderes M .;
ich sage dir das zum letzten M .; ein einziges M.
hätte er nachgeben können
+ mit einem M., Male (plötzlich)
Malachit, auch Malachit, der; -s, -e smaragdgrüner
Halbedelstein
malachitl, auch malachitgrün /Adj./ grün wie
Malachit: malachitgrüner Marmor
malad(e) /Adj.; vorw. präd./ umg. (leicht) krank:
er ist etwas m.
Malaise, die; -,
-n [male:z0, male:z9] veraltend
gespreizt 1 . Unbehagen, Mißstimmung: eine
gewisse M. über etw. empfinden — 2 . Mißstimmung
erzeugende Situation, M isere: die M. der Luftver
schmutzung beklagen
Malaria, die; /o. Pl.j bes. in den Tropen durch
Insekten übertragene Infektionskrankheit mit hohem,
periodisch auftretendem Fieber
malen fsw. Vb.; hat/ 1 .1 . (als Künstler) mit Pinsel
und Farbe auf einer Fläche ein Bild (1.1) anfertigen:
e in Aquarell, ein Ölgemälde m.; auf Leinwand,
Glas, in Öl, nach der Natur, aus der Erinnerung m.
1 .2 . etw., jmdn. durch 1.1 wiedergeben, darstellen:
eine Landschaft, jmdn. m .; sie hat sich m. lassen —
2. etw. langsam und sorgfältig Strich für Strich
schreiben: Buchstaben, Zahlen, Schnörkel m.
—
3. g eh . Freude, Ärger malte sich in seinem Gesicht
(spiegelte sich in seinem Gesicht wider)
+ etw. /t grauingrau m.; den / Teufel andie
Wand m.
Maler, der; -s, - 1 . Kunstmaler: ein bedeutender,
anerkannter M.
—
2. Handwerker, der Türen,
Fenster, Wände o. ä . streicht: der M. hat im Hause
Türen und Fenster gestrichen
Malerei, die; -en 1. fo. PL/ Kunst des Malens (1):
die holländische, abstrakte, realistische M.; die M.
des 20. Jahrhunderts — 2. Werk eines Kunstmalers:
die jungen Künstler boten ihre Malereien auf
öffentlichen Plätzen an
malerisch /Adj./ 1. /nicht präd./ die Malerei (1) be
treffend: sein malerisches Talent — 2 . zum Malen
schön, anregend: eine malerische Landschaft; das
Erholungsheim ist m. gelegen
Malheur, das; -s, -e/-s [m ale:r] umg . Mißgeschick:
ihm ist ein M. passiert; das gibt ein schönes M.
maligne /A dj.; nicht adv./ [.. igno] Med. bösartig (2):
eine m. Geschwulst
4Malimo, ^adimo, die; -,
-s T extil. Maschine für
die Herstellung textiler Flächen, bei der das Prinzip
des Webens mit dem des Nähens kombiniert ist
2Malimo, 2Malimo, das; -s, jo. PL/ auf einer 1Mdli-
mo hergestelltes Gewebe: ein Strandkleid, ein Bade
mantel aus M.
m aliziös /A dj./ boshaft, hämisch: ein maliziöses
Lächeln; m. lächeln
mal|nehmen / Vb.fi eine Zahl mit einer anderen m.
(multiplizieren)
malträtieren jsw. Vb.; hat/ jmdn. quälen, schlecht
behandeln: sie malträtierte ihr Kind unaufhörlich
Malve, die; -,
- n [ . .vo] in Gärten wachsende, fast
mannshohe Zierpflanze m it rosa od. lila Blüten
Malz, das; -es, /o. Pl.j 1. Gerste, die man zur Her
stellung von Bier hat keimen und trocknen lassen —
2. Malzextrakt
+ bei jmdm. ist / Hopfen und M. verloren
Malz/malz | -hier, das stark malzhaltiges, dunkles
Bier; -bonbon, der, das Bonbon mit einem Zusatz
von Malz (2); -extrakt, der, fachspr. auch,das Ex-
malzhaltig — Klange!
755
trabt aus Malz (1), der als Mittel zur Stärkung
(1.1) dient; -haltig /Adj.; nicht adv./ Malz (2) ent
faltend; -kaffee, der Getränk aus einem Aufguß aus
gerösteten und gemahlenen Gerstenkörnern
3fama,Mama, die; -s Kinderspr. lMutter: nicht
weinen, die M. kommt gleich
Mambo, der; -/ -s, -s a uf Kub a entstandener Gesell
schaftstanz im Viervierteltakt
Mammut, das; -s, -e/-s am Ende der Eiszeit aus
gestorbener Elefant m it dichter, zottiger Behaarung
Mammut femot.j\ -betrieb, der riesiger Betrieb (1.1);
-Veranstaltung, die riesige Veranstaltung
mampfen jsw. Vb.; hat/ salopp mit vollen Backen
(1.1) kauen: mampf nicht so!
Mamsell, die; -en/-s v e r a lte n d Wirtschafterin in
einem großen privatwirtschaftlichen bäuerlichen
Betrieb, auf einem privatwirtschaftlichen Gut
1man /indekl. Indef.pron.; als Ersatzform für D at.,
Akk. dient ein; bezeichnet stets irgendeine nicht
näher bezeichnete Person od. eine unbestimmte Menge
beliebiger Menschen/ 1.1, /unter Ausschluß des
Sprechersj: m. (irgend jemand, ein K reis beliebiger
Menschen) versicherte mir, sie würde noch kom
men; m. behauptete, es sei ein Unglücksfall ge
wesen; m. öffnete die Türen 1.2 . / unter Einschluß
des Sprechersj: m. kann nie wissen, wozu das gut
ist; m. tut, was m. kann; je älter m. wird, um so
mehr Krankheiten stellen sich ein; m. ist nicht
mehr der Jüngste 1.3 . /bezeichnet eine die Norm
repräsentierende Allgemeinheit von Menschen/: so
etwas tut m. nicht 1.4. /in Sätzen mit Konjunktiv,
die imperativischen Charakter haben/: m. nehme
(nimm, nehmen Sie, nehmt) drei Eier und 100 Gramm
Zucker; m. erkenne seine Verdienste an
2man /Partikel; häufig verstärkend in Aufforderun
gen/ landsch., bes. norddt. umg. nur (II.2):
red m. nicht soviel darüber!; laß das m .!
Management, das; -s, -s [mensd3mont] Leitung
(1.1) , Geschäftsführung eines großen k ap . Unter
nehmens
managen /sw. Vb.; hat/ [mensd39n] 1. umg. etw.
organisieren (1.1), etw. (geschickt) zuwege b ringen:
einen Vertrag, ein Treffen m.; das hat er g e
managt — 2 . /unter kap. Verhältnissen/ jmdn., bes.
einen Schauspieler, Künstler, professionellen Sport
ler, in seiner Berufslaufbahn geschäftlich betreuen:
sie wurde gut gemanagt
Manager, der; -s, - [mened39r] 1.1 . jmd., der an
einem Management beteiligt ist 1.2 . jmd., der jmdn.
managt (2): er, sie hat einen guten M.; der M. des
Eiskunstläufers
manch /Indef.pron.; Mask., Fern., Neutr./ s. man
cher (1.1)
manche /Indef.pron.; Fern. u. PI ./ s. mancher
manchen! orts fAdv./ s. mancherorts
mancher /Indef.pron.; Mask.; Fern.: manche,
Neutr. manches; in Verbindung mit stark flektier
tem Adj. od. unbest. A rt. unflektiert; bezeichnet eine
unbestimmte Anzahl einzelner Personen od. Sachen
einer Gattung/ der, die, das eine und der, die das
andere unter vielen 1.1 . jadj.j m. alte, manch alter
Mensch; manche junge, manch junge Frau;
manches kleine, manch kleines Kind; in m. B e
ziehung; manche alten Männer; die Werke m.
Gelehrter, Gelehrten; manch ein(e) /betont die Viel
heit/ : sie hat manch eine Nacht (viele Nächte)
wachgelegen; manch ein alter Mensch würde sich
freuen, wenn .. . ; manch einer versteht (viele ver
stehen) es nicht 1.2 . /subst.j manches (einiges) hat
sich gebessert; m. (einige) vo n euch; manche essen
gern Schlagsahne; von manchen hatte er mehr er
wartet; er hat manches (allerhand) erlebt
mancherlei, mancherlei /indekl. Indef.pron./ aller
lei: /adj./ m. Ausreden, Unsinn; er ärgerte sie auf
m. (wiederholt in verschiedener 1) Weise; /subst.j
es gibt noch m. zu tun
mancher|orts /Adv./ v era lten d an manchen Orten,
hier und da
manches /Indef.pron.; Neutr./ s. mancher
Manchester, der; -s, jo. PI ./ [manjsstor, mentfs..]
kräftiger, baumwollener, gerippter Samt: ein Anzug
aus M.
Manchester!samt, der Manchester
m a nch|mal /Adv ./ in nicht regelmäßigen zeitlichen
Abständen: m. ist er sehr niedergeschlagen
Mandant, der; -en, -en J u r . Auftraggeber bes. eines
Rechtsanwaltes, Klient: der Anwalt beantragte
Freispruch für seinen Mandanten
Mandarine, die; -,
-n der Apfelsine ähnliche, etwas
kleinere und süßere Südfrucht
Mandat, das; -(e)s, -e 1. Auftrag 1.1. eines Man
danten an einen Rechtsanwalt, seine Interessen
juristisch zu vertreten, durchzusetzen: der R echts
anwalt übernahm das M. 12. der Wähler im soz.
Staat an den von ihnen gewählten Abgeordneten, Ihre
Interessen zu vertreten und ihnen Rechenschaft über
seine Tätigkeit zu geben: jmdm. das M. erteilen —
2. A mt (1), Sitz (3) eines Abgeordneten in der Volks
vertretung, im Parlament: der Abgeordnete legte
sein M. nieder; bei der Wahl hat die Partei meh
rere Mandate verloren
Mandel, die; -,
-n/ - 1. /PI. -n/ 1. Frucht des Mandel
baumes, bes. der in der harten Schale befindliche
Kern: bittere, süße, gebrannte Mandeln — 2 ./vorw.
PL/ paariges, in den Nischen des hinteren Gau
mens (und im Rachen) liegendes Organ zur Abwehr
von Infektionen: die Mandeln sind gerötet, g e
schwollen; er ließ sich die Mandeln herausnehmen
—
II. /bei Maßangabe PI. auch Mandel; alte M aß
einheit/ 15 od. 16 Stück derselben A rt: eine M.,
fünf M., Mandeln Eier
Mandelj -bäum, der Rosengewächs mit länglichen,
Blättern, rosa Blüten und ledrigen Steinfrüchten;
- bäumchen, das; -s, - als Zierstrauch in Gärten ge
haltenes, zeitig im Frühjahr blühendes Rosengewächs
m it gefüllten rosa Blüten; -entzündung, die E nt
zündung der Rachenmandeln: eine eitrige M. haben;
-Operation, die operative Entfernung der Rachen
mandeln
Mandoline, die; -,
- n kleines, der Laute ähnliches
Zupfinstrument m it vier Doppelsaiten aus Stahl
Maneg e, die; -,
-n [..3 9 ] runder od. ovaler Platz für
Darbietungen im Zirk u sr die Pferde galoppierten
in die M.
Mangan, das; -s, jo. PI ./ sehr hartes, silbergraues,
sprödes Schwermetall, das bes. zur Veredelung von
Stahl dient
Mangel, der; -s, Mängel 1. jo. PI ./ das Fehlen einer
(dringend) benötigten Sache, P er so n : ein M. an
Fein-, Taktgefühl; ein fühlbarer M. an Arbeits
kräften; M. an Ausdauer, Entschlossenheit —
2. /vorw. PI ./ Fehler (2): bei einer Ware kleine,
schwere Mängel feststellen; charakterliche Mängel;
Mängel beheben, beseitigen
4 9 Wörterbuch
756
2Mangel — Mann
2Mangel, die; -,
- n Gerät zum Glätten der Wäsche
zwischen zwei gegenläufigen Walzen: eine elek
trische M.
+ umg. jmdn. in die M. nehmen, kriegen, durch
die M. drehen (jmdm. hart zusetzen)
mangelhaft /Adj./ mit 1Mängeln (2) behaftet, un
genügend: eine mangelhafte Ausbildung, E r
ziehung, Durchblutung des Herzens; eine Fremd
sprache nur m. beherrschen
Mangel [krankheit, die M ed. Krankheit, die durch
den 1Mangel (1) an lebenswichtigen Stoffen verur
sacht wird: Vitaminmangel führt zu gefährlichen
Mangelkrankheiten
mangeln /sw. Vb.; hat/ I. etw. mangelt jmdm., es
mangelt (jmdm.) an etw. etw. Notwendiges fehlt
{jmdm.): ihm m angelt das Selbstvertrauen, der
Mut; es mangelte ihr an Humor, Vernunft; sein
mangelndes Verantwortungsgefühl — II« Wäsche,
textile Gewebe mit einer 2Mangel glätten: die H and
tücher, B ettwäsche m.
mangels /Präp. mit Gen,/ aus lMangel (1) an: m.
eindeutiger Beweise; m. der nötigen Zahlungs
m ittel entfiel das Projekt; fo. erkennbare Reaktion
in Verbindung mit starkem Subst. im Sg. o. A rt. u.
Attr.; mit Dat., wenn der Gen. PI. nicht erkennbar
istfi m. Beweisen wurde er freigesprochen
Mangelware, die jvorw. o. A rt./ sehr gefragte, aber
nicht (ausreichend) vorhandene Ware: während des
Krieges war Butter M.
Mangold, der; -s, -e jvorw. Sg.j m it der Runkelrübe
verwandte Gemüsepflanze m it großen fleischigen
Blättern, die wie Spinat zubereitet werden
Mangrove, die; -,
-n [ .. vo] an tropischen Küsten
wachsendes Gehölz m it weit aus dem Boden ragenden
Wurzeln
Manie, die;
- n [. .i:o n] 1. krankhaft übersteigerte
Neigung, bestimmte Dinge zu tun: sie hat die M.,
sich ständig neue H andtaschen, Kleider zu kaufen,
ständig essen zu müssen; Geldausgeben ist ihm zur
M. geworden — 2. Med. Psych. in Phasen (1)
auftretende, krankhafte Steig erung des Selbstgefühls
m it starker Erregung, verbunden mit übertriebener
Geschäftigkeit
Manier, die; -, -e n l. jvorw. Sg.j Art und Weise, etw.
zu tun: etw. in lustiger M. vortragen; seine M., mit
jmdm. umzugehen; das ist so eine M. (Gewohnheit,
Eigenart 1.2) von ihr — 2 . fo. Pl.j ein Gemälde in
Rembrandtscher M. (in der individuellen künst
lerischen Gestaltungsweise von Rembrandt) —
3. jo. Pl.j fach spr. manierierter Kunststil: seine
Malweise grenzt an M. — 4 . fnur im Pl.j Umgangs
formen, Benehmen: g ute, schlechte Manieren ha
ben; jmdm. Manieren beibringen
manieriert fAdj.f gekünstelt, unnatürlich (2): eine
manierierte Sprechweise; sein Verhalten ist m.;
dazu Manieriertheit, die; -en fo. Pl.j
manierlich fAdj.f 1. m it guten M anieren (4), ge
sittet, wohlerzogen: der Junge benahm sich recht m.
—
2. umg. er ist jetzt wieder m. (ordentlich 1) an
gezogen, gekleidet — 8. umg. sie spielt ganz m.
(nicht schlecht) auf der Gitarre
manifest fAdj.; vorw. präd.f 1. etw. ist, wird m.
(offenbar 1.1) — 2 . M ed. als K rankheit erkennbar:
ein m. gewordenes Lungenleiden
Manifest, das; -es, -e öffentliche, (schriftliche) pro
grammatische Erklärung, A ufruf (2): ein M. ab
fassen, verlesen; das Kommunistische M.
Manifestation, die;
-e n 1. das öffentliche Bekun
den eines Standpunktes (2): eine eindrucksvolle M.
für den Frieden, gegen die atomare Rüstung —
2. M ed. das Manifestwerden einer Krankheit
manifestieren jsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. zeigen (4.4),
deutlich machen: etw. manifestiert Fortschritt,
Sicherheit 1.2 . sich m. deutlich werden: bei dieser
Kundgebung m anifestierte sich der Friedenswille
des Volkes
Maniküre, die; ~, -n 1. fo. Pl.j Pflege der Hände, bes.
der Fingernägel: sie geht alle 14 Tage zur M.
—
2. u m g . weibliche Person, die beruflich 1 ausführt —
3. umg. Necessaire für 1; zu 1 maniküren /sw. Vb.;
hat/: die Fingernägel m.
Manipulation, die; -,
-en 1. das Manipulieren (1):
die M. des Bewußtseins; Ziele, Methoden der M. —
2. er hatte einige Manipulationen (unzulässige
Veränderungen) an dem Motor vorgenommen, um
seine Leistung zu erhöhen
manipulieren jsw. Vb.; hat/ 1. etw., jmdn. m. die
öffentliche Meinung, Menschen in einem imp. Staat
so lenken (3), daß das Bewußtsein der Menschen
entgegen ihren objektiven Interessen der herrschenden
Ideologie der Bourgeoisie untergeordnet wird: das
Bewußtsein der Menschen m.; Methoden, um die
Massen zu m.
—
2. etw. durch Machenschaften zu
seinen Gunsten lenken (3): Rechnungen m.
manisch fAdj.; zu Manie/;zu 2 Med. P sych.: eine
manische Erregung zeigen
Manko, da s; -s, -s 1. etw. als ein, kein M. (als etwas,
nichts Nachteiliges) ansehen — 2 . W irtsch. Fehl
betrag: die Verkaufsstelle arbeitet ohne M.; ein M.
decken
Mann, der; -(e)s, Männer/-/ -en f / t auch Männchen/
1 . /PI . Männer/ erwachsene Person männlichen Ge
schlechts: ein junger, alter, großer, kleiner, kräf
tiger M.; ein freundlicher, liebenswürdiger, u n
höflicher, kluger M.; einM . von Geist, mit Humor;
ein M. der Wissenschaft, der Tat; er ist zum M.
(heran)gereift; er hat sich als M. bewährt, erwiesen;
einen M. lieben; sie hat noch keinen M. (Mann, den
sie heiraten könnte) gefunden; /in der Anrede/ um g.
treten Sie ein, junger M .! — 2 . /PI . Männer/ Ehe
mann: er ist mein M .; mein geschiedener M.; sie
liebt ihren M., hat sich von ihrem M. getrennt,
scheiden lassen — 3 .1 . fo. PI ./ die Kosten betragen
zwei Mark pro M. (für jeden); hier fehlt noch der
dritte M. (Partner) zum Skatspielen; Seem ann s-
spr. M. über Bordl/Ruf, wenn jmd. vom Schiff ins
Wasser gefallen i s t/3.2 . jJPl. Mann; nach Zahlwörtern
bei einer als Einh eit bezeichneten Menge von P er
sonen/: eine hundertfünfzig M. starke Belegschaft;
Seemannsspr. alle M. an Deck! /Aufforderung
an alle, sich an Deck zu begeben/; umg. sie rückten
(zu) vier M. hoch (zu viert) an 3.3. fo. PL/ salopp
/in Ausrufen/ M., du bist ja verrückt!; mein lieber
M.!
--
4. /PI.
- e n/ Lehns-, Gefolgsmann, Vasall;
O Sport der Trainer und seine Mannen (Mann
schaft)
+ er ist M., Manns genug, etw. zu tun (er besitzt
genug Charakter, Stärke, etw. ohne fremde Hilfe zu
tun); wie ein M. (alle gemeinsam und einmütig); M.
an M. (dichtgedrängt); M. für M. (alle, einer nach
dem anderen); v o n M. zu M. sprechen (ehrlich,
ohne Beschönigung unter vier Augen sprechen);
seinen M. stehen (sich bewähren, tüchtig sein) ; u m g .
der Schwarze M. /Kindersehreckf; den starken M.
mannbar — manövrierfähig
757
spielen (wichtig tun); tden wilden M. spielen (sich
unbeherrscht, wütend aufführen); etw. an den M.
bringen (seine Ware verkaufen; im Gespräch etw.
anbringen); mit M. und Maus (ohne daß jmd. gerettet
wird) untergehen; salopp einen kleinen M. im Ohr
haben (verrückt sein); — den lieben / Gott einen
frommen, guten M. sein lassen; wenn / Not am M.
ist
mannbar jA dj.; nicht adv.; von einer Person männ
lichen Geschlechts! geschlechtsreif: er war schon m.
Männchen, das; -s, - // * auch Mann/ männliches
Tier fbes. für männliche Tiere gebraucht, die keine
spezifische Bez. haben/: die M. der Vögel haben ein
buntes Federkleid; sie hab en zwei Goldhamster,
ein M. und ein Weibchen
■f umg . /von kleinen Vierbeinern/ M. machen (auf
recht auf den hinteren Pfoten sitzen)
Mannequin, auch Mannequin, da s; -s, -s [..k s] weib
liche Person, die (Modell)kleidung vorführt: sie
arbeitet als M.
Männer zu Mann 1| -bekanntschäften, die /P l.j
erotische, sexuelle Beziehungen mit M ännern: sie
hatte häufig wechselnde M.; -ehor, der; -Station,
die Station eines Krankenhauses, auf der nur Männer
liegen; -treu, die; jo. P l.j Ehrenpreis; -Über
schuß, der Statistik Überschuß an männlichen
gegenüber weiblichen Personen: eine Bevölkerung
mit M.; -weit, die jo. Pl.j Gesamtheit der Männer,
das männliche Geschlecht: sie machte großen Ein
druck a uf die M.
Mannes zu Mann 1| -alter, das jo. Pl.j Lebenszeit
des erwachsenen Mannes: er war im besten M.;
-Jahre, die jPl.j Mannesalter; -kraft, die jo. P l.j:
seine M. (Zeugungsfähigkeit) wrar versiegt
mannhaft jAdj.j mutig und standhaft: sein mann
haftes Auftreten; sie wehrte sich m. gegen alle
Angriffe
mannigfach jA dj.; nicht präd.j mehrererlei und ver
schiedenartig: das Unglück h at mannigfache Ur
sachen; etw. ist m. (oft) vorgekommen
mannigfaltig jA dj.j mannigfach: mannigfaltige
Konsequenzen einer Sache; die Landschaft war m.
(vielgestaltig geformt)
männlich jAdj.j 1. jnicht adv.j 1.1 . dem zeugenden
Geschlecht angehörend: eine männliche Person; ein
Kind, Tier männlichen Geschlechts 1.2 . B o t. eine
männliche (Staubgefäße tragende) Blüte, Pflanze —
2.1 . zu einem männlichen (l .i) Wesen gehörend,
passend : männliche Geschlechtsmerkmale, Vor
namen, Kleidung 2.2 . typisch, charakteristisch für
einen M ann, einem M ann gemäß: männliche Ge
sichtszüge, Kraft; eine männliche Stimme; er, sie
bewies männliche Entschlossenheit und Mut; etw.
m. ertragen — 3 . /nicht adv.j Gramm, maskulin
(2): dieses Substantiv ist m., männlichen Ge
schlechts
Männlichkeit, die; -, jo. Pl.j für einen Mann typi
sches, chrakteristisches Wesen: seine K raft und M.
unter Beweis stellen
Manns|bild, das umg. Mann (1): mit diesen Manns
bildern ist nichts anzufangen
Mannschaft, die; -,
- e n 1.1 . Gruppe von Sportlern
einer Disziplin od. verschiedener Disziplinen, die
gegen eine gleichartig zusammengesetzte Gruppe od.
entsprechende Gruppen um den Sieg kämpft: eine
M. vo n Fußball-, Schachspielern; die M. für die
Olympiade aufstellen, bilden 1.2 . jin bestimmten
Tätigkeitsbereichenj Gruppe von Menschen, die unter
einer Leitung für eine Arbeitsaufgabe eingesetzt ist:
die M. (Besatzung) eines Schiffes, Flug zeuges; der
Kapitän und seine M.; um g. die M. (das Arbeits
kollektiv, das Team in dieser Zusammensetzung)
hat sich bewährt 1.3. veraltend Mil. Gesamtheit
der Soldaten einer Truppeneinheit 1.4 . jnur im PI./
v e r a l te n d Mil. Soldaten unterer Dienstgrade: die
Mannschaften und die Offiziere 1 .5 . / in der Ver
bindung/ umg. jmdn. vor versammelter M. (vor
allen Anwesenden) zur Rechenschaft ziehen
Mannschafts| -aufStellung, die S p o r t 1. Benennung
der Spieler und ihrer Po sitionen bei Mannschafts
spielen — 2. Liste, Übersicht von 1; -fahren, das;
-s, jo. Pl.j Radsport Badrennen, bei dem drei der
vier zu einer Mannschaft gehörenden Fahrer das Ziel
passieren müssen; -g eist, der jo. Pl.j Gefühl der
Zusammengehörigkeit innerhalb einer Mannschaft
(1.1); -kapitän, der S p o r t Führer einer Sport
mannschaft; -Sieger, der S p o r t Sieger in der M ann
schaftswertung; -spiel, das S p o rt 1. Spiel (1.2), das
zwischen zwei Mannschaften (1.1) ausgetragen w ird
—
2. jo. Pl.j Zusammenspiel innerhalb einer Mann
schaft (1.1); -stärke, die Anzahl der Personen einer
Mannschaft (1.1 —1 .3); -Wertung, die S p o r t nach
der Zeit od. nach Punkten vorgenommene Wertung
der Leistung einer Mannschaft (1.1) bei einem Wett
bewerb : im Fußballänderspiel belegte Schweden den
zweiten Platz in der M.
manns| -hoch jA dj.j so hoch wie ein erwachsener
Mensch: eine mannshohe Mauer; mannshohes Ge
sträuch; -tief jA d j.j so tief, wie ein erwachsener
Mensch groß ist; -toll jAdj.j umg.: sie ist m. (ist
in auffälliger Weise a uf Männerbekanntschaften aus)
Mannjweib, das umg. Frau mit männlichem Auf
treten und oft unweiblichem Aussehen
Manometer 1. /Manometer, das; -s, -/ T e ch n . Ge
rät zum Messen des Druckes bei Gasen, Flüssigkeiten
—
2. /Manometer; o. Art.j salopp /Ausruf des Er
staunens, Ärgers, der Ungeduldj: M., ist das ein
Unsin n!
Manöver? das; -s, - [ . .v . .] 1. Mil. größere mili
tärische Übung unter gefechtsmäßigen Bedingungen:
(ein) M. abhalten, durchführen; die Truppen rück
ten ins M., zum M. aus — 2. Mil. Bewegung (1.1.1)
von Truppen, Kursänderung von Schiffen, Flug
zeugen, um dem Gegner gegenüber eine taktisch und
operativ günstige Lage zu erreichen: die Abteilung,
die militärischen Verbände entzog en sich durch
geschickte M. der Verfolgung durch den Gegner —
3. Winkelzug: ein g eschicktes, plumpes M.; jmdn.
durch bestimmte M. von einer Sache ablenken
manövrieren /sw. Vb.; hat/ [..v . .] 1.1 . (mit Ge
schick) durch einzelne Bewegungen und Änderungen
der (Bewegungs)richtung etw., jmdn., sich in eine
andere, günstige Lage, Richtung bringen: ein Schiff
in den Hafen, ein Auto in eine Parklücke m.; O er
hatte sich, seinen Mandanten in eine günstige
Position manövriert 1.2 . das Flugzeug, Schiff ma
növrierte mit großem Geschick (führte mit großem
Geschick eine Ä nderung der Bewegungsrichtung aus)
—
2. m it Geschick, durch Winkelzüge mit einer
schwierigen Situation fertigwerden: er hatte so ge
schickt manövriert, daß ihm nichts nachgewiesen
werden konnte; vorsichtig, plump m.
manövrier] -fähig jA dj.; nicht ad v.j: das Schiff ist
nicht mehr m. (kann nicht mehr manövriert, gelenkt
49*
758
manövrierunfähig — marin
werden); dieser Panzer ist äußerst m. (wendig und
schnell); -unfähig fAdj.; nicht adv./ vgl. -fähig
Mansarde, die; -,
-n in einem Dachgeschoß aus
gebautes Zimmer, ausgebaute Wohnung: sie mietete
eine M.; in einer M. wohnen
manschen (sw. Vb.; hat/ iandsch. umg. in
(Dickflüssigem (mit den Händen) herumwühlen:
Kinder m. im Schlamm
Manschette, die;
-n 1 . (steifes) zuknöpfbares, an
einem langen Ä rmel angesetztes Stoffteil eines H er
renhemdes, einer Bluse, eines Kleid es : neue Man
schetten an die Ärmel ansetzen — 2. zierende Um
hüllung aus (Krepp)papier, bes. für Blumentöpfe —
3« T e ch n . ringförmige Dichtung an Kolben, Wellen
—
4. R in g e n verbotener Würgegriff
+ sa lopp vor jmdm., etw. Manschetten (Angst 1.1)
haben
Manschetten [knöpf, der zum Zusammenhalten einer
Manschette (1) dienender K nopf m it einem Stiel (2),
der durch die Knopflöcher der Manschette gesteckt
(und dessen eines Ende umgeklappt) wird
Mantel, der; -s, Mäntel //* auch Mäntelchen/
i . längeres, vorn zuzuknöpfendes Kleidungsstück,
das zum Schutz gegen Kälte, Regen über dem Anzug,
Kleid getragen wird: ein leichter, warmer, dicker,
dünner M.; ein M. aus Wolle; der M. steht ihr gut;
den M. an -, ausziehen; jmdm. in den, aus dem M.
helfen — 2 . Decke (1.3): der M. eines Auto-, Fahr
radreifens — 3. Techn. Hülle, die einen Körper (2)
als Schutz umgibt: der M. eines Kabels, einer
Röhre, eines Ofens — 4 . metallene Hülle um den
Bleik ern des Geschosses einer Handfeuerwaffe —
5« M ath. Oberfläche eines Prismas, Zylinders zwi
schen der Grund- und Deckfläche einer Pyramide
eines Kegels zwischen der Grundfläche und der Spitze
-f- etwa mit dem M. der Nächstenliebe bedecken
(über etw.. hinwegsehen, nachsichtig darüber schwei
gen); umg. den M. nach dem Wind drehen, hängen
(sich um persönlicher Vorteile willen der jeweils
herrschenden M ein ung anschließen)
Mäntelchen, das; -s, - j / auch Mantel/
+ sein M. nach dem Wind drehen, hängen (sich
um persönlicher Vorteile willen der jeweils herr
schenden M einung anschließen)
Manual, das; -s, -e M us. die für die Hände bestimm
ten Tasten bei der Orgel, dem Harmonium, Cembalo:
die Orgel h at drei Manuale
manuell fAdj.f [..u|el] mit der Hand ausgeführt:
manuelle Massage; manuelle Arbeit; m. abgepackte
Waren; manuelle Gecshicklichkeit, Fertigkeit
(Handfertigkeit)
Manufaktur,die; -,
- e n frühe Form der industriellen
kap . Produktion, die auf innerbetrieblicher Arbeits
teilung und handwerklicher Technik beruht
Manuskript, das; -(e)s, -e jAbk. Sg. Ms., PI. Mss.,
Sg. u. PI . Mskr./ hand- od. maschinenschriftliche
Niederschrift eines Textes (als Vorlage für den
Druck): ein altes, neues , redigiertes, druckfertiges
M.; die Arbeit liegt als, im M. vor
Mappe, die; -n 1. a ufklappbare, rechteckige, i n der
M itte einmal gekniffte Hülle (aus Pappe, Karton)
zum Aufbewahren loser Blätter (2.1): eine steife,
feste M; eine M. für Zeichnungen — 2* Schulmappe,
Aktentasche: sie packte ihre M. voll mit Büchern,
Schreibutensilien; die M. auspacken
Mär, die;
-en veraltend merkwürdige Ge
schichte, Sage, Kunde: eine alte, wunderbare M.
Marabu, der; -s, -s großer, afrikanischer Storch
mit nacktem Hals, nacktem K opf und großem
Kropf
Marathonlauf, Marathonlauf, der jo. Pl.f [.. on] das
Laufen (2.1) über 42, 195 Kilometer als leichtathle
tische Disziplin: er wurde bei den Olympischen
Spielen Sieger im M.; dazu Marathonläufer, Mara
thonläufer, der
Märchen, das; -s, - 1 . auf Volksüberlieferung be
ruhende, oft auch als literarisches Kunstwerk ge
staltete Erzählung, in der von wunderbaren und
phantastischen Begebenheiten berichtet wird: ein
altes, sehr bekanntes, v iel erzähltes M .; eine Samm
lung arabischer, koreanischer, russischer M.; die
M. der Brüder Grimm; M. erzählen, sammeln, her
ausgeben, erforschen; u m g . das ist, klingt wie ein
M. (das ist wunderbar) — 2. umg. auf Lüge, Un
wahrheit beruhender Bericht: erzähl doch keine M .!;
jmdm. ein M. aufbinden
Märchen zu Märchen 1| -buch, das: sie las den
Kindern aus dem M. vor; -film, der nach einem
Märchen gestalteter F ilm
märchenhaft fAdj.f 1. in der Art des Märchens: die
Erzählung hat märchenhafte Züge — 2 . zauberhaft
schön, wunderbar: ein märchenhafter Anblick; die
verschneite Landschaft sah m. aus
—
3* umg.
fdrückt emotional in positivem Sinne einen hohen
Grad aus/: sie hat ein märchenhaftes Glück gehabt;
m. (sehr) reich sein
Märchen zu Märchen 1| -land, das fo. Pl.f erdach
ter, nur in der Vorstellung existierender Schauplatz
der Märchen; -m otiv, das als Bestandteil der H a nd
lung in vielen Märchen immer wiederkehrendes M o
tiv (2.1); -oper, öde dramatisiertes und vertontes M är
chen, Oper m it einer märchenhaften Handlung;
-Schatz, der Schatz an überlieferten Märchen: aus
dem Orient ist uns ein wunderbarer M. überliefert
Marder, der; -s, - in zahlreichen Arten vorkommen
des, kleines bis mittelgroßes Raubtier von schlanker
und geschmeidiger od. von gedrungener Gestalt, m it
dichtem F ell und Drüsen am After, aus denen es ein
stinkendes Sekret verspritzen kann: der M. hat unter
den Hühnern großen Schaden angerichtet
mären fsw. Vb.; hat/ ostmdt. berl. umg. bum
meln (2), trödeln (1.1): mär nicht so!
Margarine, die; -, fo. Pl.f, fachspr. -n aus pflanz
lichen und tierischen Fetten hergestelltes, streich
fähiges Speisefett: einen Würfel M. kaufen; M. zum
Backen und Kochen verwenden
Margerite, auch Margerite, die;
-n
auf Wiesen
wachsender Korbblütler mit weißen, strahligen Blü
ten
Marginalie, die; -,
-n jvorw. Pl.f [..fo] Randbemer
kung (1): einen Text mit Marginalien versehen
Marie, die; -, fo. Pl.f salopp: nun mal her mit der
M. (mit dem Geld) !; eine chcke M. (viel Geld, eine
prall gefüllte Geldbörse) hab en
Marien|käfer, der [.. r i: on] in zahlreichen Arten vor-
kommender, kleiner, fast halbkugelförmiger Käfer,
dessen vordere rotbraune, schvjarze od. gelbe Flügel
m it einer wechselnden Zahl andersfarbiger Pu nkte
besetzt sind
Marihuana, das; -s, fo. Pl.f [..hu|a:na, auch
.. h üa..] Haschisch
marin /Adj.; nur attr.f fachspr. zum Meer gehörig,
im, aus dem Meer: die marine Tier- und Pflanzen
welt; Mineralien marinen Ursprungs
Marinade — Markt
759
Marinade, die; -,
- n a u s Essig, Wasser, Öl, Zwiebeln
und Gewürzen bereitete pikante Soße, in die Fisch,
Fleisch, Gemüse eingelegt w ird : Fisch mit einer M.
anrichten
Marine, die; jo. PL; zusammenfassende Bez. für
die Seestreitkräfte, die Handelsflotte eines Staatesj:
er geht zur M., ist bei der M.
marine|blau /A dj./ kräftig dunkelblau: ein marine
blauer Rock
marinieren /sw. Vb.; hat/ etw. in eine Marinade
einlegen: marinierte Heringe; Fleisch, Gemüse m.
Marionette, die;-,
-n 1. an Fäden od. Drähten geführ
te Gliederpuppe für das Puppenspiel: mit Marionet
ten spielen — 2 . /emot. neg./ von anderen gelenkter,
als Werkzeug benutzter Mensch: eine von den Kolo
nialherren als Staatsoberhaupt eing esetzte M.
Marionetten) -regierung, die /emot. neg./ von einem
anderen Staat (eingesetzte und von ihm) gelenkte
Regierung; -theater, das Theater für das Puppen
spiel mit Marionetten
maritim /Adjnicht adv.j fachspr. das Meer be
treffend: maritime Forschungen betreiben; mari
time Gebiete; ein maritimes Klima (Seeklima)
xMark, das; -(e)s, /o. Pl.f 1.1 . weiches Gewebe im
Innern von Röhrenknochen, des Rückgrats und be
stimmter Organe des tierischen und menschlichen
Körpers: das M. der Nebennieren, des Gehirns, der
Knochen, des Rückgrats 1.2 . weiche Masse im
Innern der Triebe, Sprosse (1) mancher Pflanzen:
das M. des Holunders, im Stengel der Sonnenblume
—
2. zu einem B rei verarbeitetes Fruchtfleisch, das
zur Zubereitung von Speisen verwendet wird: das M.
v on Tomaten, Erdbeeren, Himbeeren
4- jmdn. bis ins M. erschüttern, jmdn. (bis) ins M.
tre ffe n (zutiefst erschüttern; sehr beleidigen 1);
umg.etw.gehtjmdm.durch M. undBein, scherzh.
durch M. und Pfennig (etw. wird von jmdm. sehr
intensiv, als unerträglich empfunden)
2Mark, die; -,
- /umg. scherzh. Märker /Wäh
rungseinheit in der DDR, BRD/: die M. der Deut
schen Demokratischen Republik /Abk. M/; /BRD/
die Deutsche M. /Abk. DM/; das Buch kostet 20 M.,
eine M.; sie hat ihre letzte M., ihre letzten Märker
ausgegeben
markant /A dj.; nicht adv./ hervorstechend, auf
fallend: eine markante Persönlichkeit, Erschei
nung; er h at markante Gesichtszüge; ein markan
ter Punkt im Gelände; markante Merkmale, Daten
Marke, die; -,
-n 1. kleines, in bestimmter Form zu
geschnittenes Stück Papier mit bestimmtem Aufdruck
und einer Gummierung auf der Rückseite, das eine
Bezahlung bescheinigt, bes. für das Porto einer Po st
sendung, für eine Mitgliedschaft: eine M. (Brief
marke) auf den Brief kleben; Marken (Beitrags
marken) in den Mitgliedsausweis einkleben —
2. Schildchen, Plättchen aus Blech od. Kunststoff,
auf das etw. Bestimmtes aufgeprägt ist 2.1 . das eine
Zahlung, Berechtigung ausweist: der Hund trägt
eine M. (Steuermarke) am Halsband; sich seine
Kleidung g eg en die M. (Garderobenmarke) heraus
geben lassen 2.2 . das Auskunft über deren Träger
gibt, Kennmarke 2.3 . das beim Spiel Geld ersetzt: die
Marken an die Spieler verteilen — 3 .1 . gekennzeich
nete Stelle (1), M arkierung (2): optische, farbige
Marken als Blickfang, zur Orientierung 3.2 . S p o rt
die erreichte Bestleistung: er verbesserte die alte M.
im Weit-, Hochsprung um drei Zentimeter; neue
Marken (neue Rekorde) aufstellen — 4 .1 . W irts ch.
Zeichen (1.1) für die Echtheit eines bestimmten E r
zeugnisses, Güte-, Warenzeichen: eine eingetragene,
gesetzlich geschützte M .; dieses Zeichen ist die M.
einer bestimmten Firma 4 .2 . diese Schokolade,
dieser Weinbrand ist eine besonders gute M. (ein
besonders guter M arkenartikel) — 5 . s a l o p p eigen
artige, ulkige Person: er, sie ist (vielleicht) eine
(komische) M.
Marken zu Marke 4| -a rtikel, der Markenware;
- s chütz, der W irts ch. Rechtsschutz für Waren
zeichen; -wäre, die Ware, deren Echtheit durch das
Zeichen des Herstellers garantiert wird; -Zeichen,
das Warenzeichen, M a rk e (4.1)
mark|erschütternd /A dj.; emot./: markerschüttern
de (durchdringende, gellende) Schreie; m. schreien
Marketender, der; -s, - /vom 16. bis 19. Jh.\ Händler,
der eine Truppe im Feld od. bei Manövern begleitete
und Waren an die Soldaten verkaufte; dazu Marke
tenderin, die; -nen
Marketing, das; -/ -s, jo. Pl.j W irts ch. Gesamtheit
der von einem kap. Unternehmen getroffenen M aß
nahmen zur Erhaltung und Vergrößerung des eige
nen Marktanteils
Mark |graf, der Graf m it besonderen Machtbefug
nissen, der ein Grenzgebiet verwaltete
markieren /sw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. kennzeichnen,
durch etw. kenntlich machen: auf der Karte werden
bestimmte Punkte markiert; das Spielfeld wurde
mit Fähnchen markiert; einen Weg m.; Phys.
markierte (mittels radioaktiven Isotopen gekenn
zeichnete) Atome in der Medizin, Technik an
wenden1; O dieses Ereignis markiert den B eginn
einer neuen Epoche 1.2 . ein schmaler Gürtel mar
kiert die Taille (bringt die Taille zur Geltung)
1.3 . sich m. sich abzeichnen (3): die Umrisse der
Bäume markierten sich in der Dämmerung —
2. der Sänger h at auf der Probe nur markiert (den
Gesang nur angedeutet 1.2) — 3 . um g. jmdn., etw.
dem äußeren Schein nach darstellen, Vortäuschen: er
markiert den ruhigen, soliden Mann, den H arm
losen, H elden; einen Ohnmachtsanfall, Mitgefühl,
Entrüstung m.
Markierung, die; -,
-en 1. /o. PL; zu markieren 1.1,
1.2, 2 u. 3/ das Markieren; zu 1.1: die M. eines
Weges vornehmen — 2 . Zeichen (1.1), Gesamtheit
von Zeichen: eine deutliche, w eithin sichtbare,,
farbige M.; den W anderweg durch Markierungen
kennzeichnen
Markierungs| -linie , die vgl.
- punkt; -punkt, der
Punkt (1.4), der als Markierung (2) dient
markig /Adj./ 1 .1 . kernig (2.2): er hat eine markige
Gestalt 1.2 . kernig (3): markige Worte sprechen
Markise, die; -,
- n (aufrollbaYes) flächiges, wie ein
Dach wirkendes Gebilde aus festem, oft farbig gestreif
tem Stoff vor Schaufenstern und Baikonen zum
Schutz gegen die Sonne: die Markisen vor den
Schaufenstern herunterlassen, aufrollen
Mark| -kno chen, der xM ark enthaltender Röhren
knochen; -stein, der entscheidendes, wichtiges E r
eignis im Ablauf einer Entwicklung: ein M. in der
Geschichte des Flugwesens; -stück, das /PL -e/
Geldstück im Werte von einer 2M ark
Markt, der; -(e)s, Märkte 1. W irts ch. in ihrem
Wesen vom Charakter der jew eiligen Gesellschafts
ordnung bestimmte Sphäre der W arenzirkulation,
die die Gesamtheit der Vorgänge des K aufs und
760
Marktanalyse — Marschrhythmus
Verkaufs umfaßt: der innere, inländische, äußere,
ausländische, nationale, internationale M.; über
seeische Märkte; der K ampf um die Märkte; ein
(neues) Erzeugnis auf den M. bringen; neue
Märkte erschließen, suchen; diese Ware findet
keine Käufer am M.
—
2.1 , Verkauf von Waren
an Ständen zu bestimmten Zeiten an einem bestimm
ten Ort: mittwochs und sonnabends wird hier M.
(ab)gehalten 2.2 . Ort für 2.1: auf dem M. ist ein
reiches Angebot an Obst und Gemüse; sie kauft
gern auf dem M.
—
8. Marktplatz: auf dem M.
fand der Wochenmarkt statt; vom M. gehen viele
Straßen ab
+ der schwarze M. (illegaler Handel mit Mangel
waren zu Überpreisen); — seine
Haut zu
Markte tragen
Markt/markt) -analyse, die W irts eh. Analyse der
Marktlage; -anteil, der W irtsch . Anteil eines Be
triebes, Produktionszweiges od. Produkts am Gesamt
umsatz eines Marktes im Inla nd od. eines Landes
am Import, Export eines anderen Landes; -auf-
kommen, das W irts ch. unmittelbar zur Ver
sorgung der Bevölkerung dienender T eil bestimmter
Erzeugnisse; -beherrschend jAdj.f W irts ch. kon
kurrenzlos alle Vorgänge des K a ufs und Verkaufs
in einem bestimmten Bereich des kap. M arktes be
herrschend; -forschung, die W ir ts eh . systematische,
wissenschaftliche Untersuchung der M arktlage;
- frau, die Händlerin, die auf einem M arkt (2.2)
Waren verkauft; -gängig fAdj.f W irts ch. leicht
verkäuflich, sehr gefragt: marktgängige Waren, Er
zeugnisse; -h alle, die Gebäude mit großer Halle, in
der Händler ihre Waren an Ständen zum Kauf an
bieten; -Information, die W ir t s ch. Information
über die Marktlage; -läge, die W irts ch. Verhältnis
von Angebot und Nachfrage, Möglichkeiten des
Kaufs und Verkaufs in einem bestimmten Bereich:
eine günstige M.; sich der M. anpassen; die M.
stabilisiert sich wieder; -platz, der zentraler Platz
einer Stadt, eines größeren Ortes, auf dem M arkt (2.1)
abgehalten wurde, wird: der M. der Kreisstadt;
alte Häuser umsäumen den M .; -preis, der /o. Pl.f
W irts ch. Preis, den eine Ware unter dem Einfluß
von Angebot und Nachfrage zu einem bestimmten
Zeitpunkt auf dem kap. Markt erzielt; -schreierisch
fAdj.f in aufdringlicher Weise etw. anpreisend: eine
marktschreierische Reklame, Ankündigung; ein
marktschreierischer Titel; -Situation, die vgl. -läge;
- tag, der Tag, an dem Markt (2.1) abgehalten wird;
-wert, der fo. Pl.f W irts ch. Durchschnittswert
einer in einem bestimmten Produktionszweig erzeug
ten Ware; -Wirtschaft, die fo. P L / : die (freie) M.
fBez. der bürger\. Ökonomie für das kap. Wirtschafts
system!; dazu -wirtschaftlich fAdf.; nicht präd.f
Marmelade, die; -,
-n Brotaufstrich, der aus Obst
(oft mehrerer Sorten) unter Zusatz von Zucker durch
Kochen hergestellt w ird : M. aufs Brot streichen
Marmor, der; -s, fo. Pl.f, fachspr.
-e [..mor,
,. m o ;r] farbloser od. farbiger, meist von ader
förmigen Linie n durchzogener körnig-kristalliner
Kalkstein: polierter, weißer, schwarzer, dunkel
geäderter M.; der Boden des Saals, das Treppen
haus ist aus M.; Plastiken aus M.
marmorieren jsw. Vb.; hat; vorw. im Part. Prät.f
etw. m it einem der Zeichnung des Marmors ähneln
den Muster versehen: eine marmorierte Tischplatte;
ein marmorierter Bucheinband
marmorn fAdj.; nur attr.f [..morn, ..m o:rn] aus
Marmor: eine marmorne Grabplatte
Marmor) -platte, die Platte aus Marmor: ein Tisch
m it einer M.;
- s a al, der ein mit Marmor aus
gekleideter Saal; -säule, die vgl. -platte
marpd(e) fAdj.; vorw. präd.f veraltend umg.
ermattet, erschöpft: nach der langen Wanderung,
anstrengenden Arbeit war er ganz m.
Marone, die; -,
-n I. eßbare Frucht der Edelkastanie:
geröstete, gebackene Maronen essen — II . eßbarer
Röhrenpilz m it dunkelbraunem Hut und grün
gelbem Futter
Maroquin, der, auch das; -s, fo. Pl.f [..ke] feines
weiches Ziegenleder: ein Buch in M. einbin
den
Marotte, die; -,
-n
seltsame, schrullige, wunderliche
Eigenheit, fixe Idee: eine kindische, kostspie
lige M.
marsch /Ausruf, der zu einer sofortigen Handlung
auffordert, bes. zum Gehen, Laufen (2.1)/ losl: u mg .
m., ins Bett, an die Arbeit!*; fKommandof im
Gleichschritt m .!; im Laufschritt m., m .!
b a r sc h , der; -es, Märsche 1. Fortbewegung (einer
geschlossenen Form ation meist im Gleichschritt) zu
Fuß über eine größere Entfernung: ein langer, an
strengender M.; ein M. von vier Stunden; die
Truppe setzte sich in M. (marschierte los); die
Soldaten waren auf dem M. (marschierten gerade)
zum Übungsplatz — 2 . M usikstück im gleich
mäßigen Rhythmus des zügigen Gehens, Marschie
r e r (1.1): einen flotten M. blasen, spielen
-f- s a l o p p jmdm. den M. blasen (jmdn. gehörig
zurechtweisen)
2Marsch, die; -,
-en
sehr fruchtbares, durch Deiche
geschütztes Schwemmland an der Küste der N o rd
see
,
Marschall, der; -s, Marschälle Offizier mit dem
höchsten Dienstgrad in Armeen verschiedener Länder
Marsch/marsch| -b efehl, der Mil. (schriftlicher) Be
fehl zum Abmarschieren (a uf ein bestimmtes Ziel
hin): einen M. erteilen, geben; den M. erhalten;
- bereit fAdj.f fertig zum Abmarsch, Aufbruch: die
Truppe ist m.; sich m. halten, melden; -block, der
als Formation in sich geschlossener Teil eines Zuges
marschierender Personen: die Sportler zogen in
Marschblöcken ins Stadion ein; -gepäck, das Mil.
feldmarschmäßige Ausrüstung des Soldaten
marschieren fsw. Vb.; ist/ 1.1 . .in geschlossener
Formation im Gleichschritt gehen, sich vorwärts
bewegen: die Kompanie marschierte geschlossen
durch den Ort, ist im Parademarsch über den
Platz marschiert 1.2 . über eine größere Entfernung
zügig zu Fuß gehen: wir sind stundenlang durch
Wald marschiert
Marsch zu b arsch 1) -kolonne, die marschierende
(1.1) Formation: die M. der Demonstranten, der
Soldaten; sie formierten sich zu (langen) Marsch
kolonnen; -kompaß, der Kompaß mit einer Ein
richtung -zum Visieren, der der Orientierung beim
Marsch, bei der Bewegung im Gelände dient; -lied ,
das Lied im Rhythmus eines Marsches (2); -m usik,
die fo. Pl.f vgl.
- lied; -Ordnung, die Anordnung,
bes. von Soldaten, in Reih und Glied für den Marsch,
während des Marsches: sich in M. formieren; die
M. einhalten; -pause, die Unterbrechung eines
Marsches (1); -rkythmus, der jo. Pl.f gleichmäßiger
Rhythmus des zügigen Gehens, M a r schierens (1.1);
Marschrichtung — M aschinenwaffe
761
- richtung, die Richtung, in der marschiert w ird :
die M. der feindlichen Truppen studieren; 0 die
M. {Zielstellung, Taktik) für die Verhandlungen fest
legen ; -route, die (vargeschriebene) Marschrichtung:
die Kompanie bewegte sich nach der festgelegten
M. vorwärts, wich von der M. ab; O die M. für
die bevorstehenden Gespräche festlegen; -Säule,
die aus mehreren Marschblöcken bestehender langer
Zug marschierender Personen: die Demonstranten
vereinten sich zu drei großen Marschsäulen;
- s chritt, der jo. PI ./ Art des Gehens im Marsch
rhythmus und im Gleichschritt; -Verpflegung, die
Mil. Verpflegung für eine Truppe, die einen Marsch
a n tritt: M. ausgeben, bereithalten
Marstall, der; -(e)s, Marställe Gebäude für Pferde
und Wagen a n Fürstenhöfen
Marter, die;
- n g eh . körperliche, seelische Pein,
Qual: Martern erdulden; jmdm. Martern zufügen;
geduldig ertrug er die M. seiner schweren Krank
heit; dazu martern /sw. Vb.; hat/: Schmerzen,
Sorgen marterten (quälten) ihn
martialisch /Adj./ grimmig und gewalttätig wirkend:
er hat ein martialisches Gebaren; eine martia
lische Erscheinung
Martinshorn, das /o. P L / akustisches Signal an
Kraftfahrzeugen der Polizei, Feuerwehr od. des
Gesundheitswesens: ein Rettungswagen mit Blau
licht und M.
Märtyrer, der; -s, - [ . .y . .\jmd., der wegen seiner
Überzeugung od. seines Glaubens Verfolgungen, den
Tod erleiden m uß : ein M. seiner Ideen, Überzeu
gung; als M. sterben; jmdn. zum M. machen,
stempeln; ein M. seines Glaubens
Martyrium, das; -s, Martyrien [..y :.., PI. ..ion,
. . io n ] unschuldig (für eine Überzeugung) erduldetes,
schweres Leide n: ein grausames, hartes M. erdul
den, erleiden; sein Leben war ein einziges M.;
Rel. ev. kath. das M. (Leiden und Tod) deshei
ligen Stephanus
Marxismus-Leninismus, der; -, /o. PL/ das einheit
liche, i n sich geschlossene System der wissenschaft
lichen Theorien von M arx, Engels und Lenin, die
wissenschaftliche Theorie der Arbeiterklasse, des
Sozialismus-Kommunismus: die Klassiker des M.;
das Studium des M.; etw. vom Standpunkt des M.
betrachten, beurteilen; der M. als Anleitung zum
Handeln im Klassenkampf, beim Aufbau des
Sozialismus, Kommunismus;dazu Marxist-Leninist,
der; Marxisten-Leninisten, Marxisten-Leninisten
Vertreter, Anhänger des M arxismus-Leninismus u.
marxistisch-leninistisch /A d j.f : die marxistisch-
leninistische W eltanschauung; eine marxistisch-
leninistische Partei
März, der; -(es)/geh.
-en, -e jvorw. Sg.j dritter
Monat des Jahres: ein warmer, kalter M.; der
Frühlingsanfang fällt in den Monat M.
Marzipan, auch Marzipan, das, auch der; -(e)s,
jo. PL / aus Mandeln und Puderzucker hergestellte
Masse, die als Konfekt od. für die Herstellung von
Konfekt dient
Masche, die;--,
- n 1.1 . eine von vielen miteinander
zusammenhängenden, ein Ganzes bildenden Schlin
gen 1.1 . die beim Stricken, Wirken, Häkeln entsteht:
eine M. abstricken, -heben; Maschen auf-, ab
nehmen; an ihrem Strumpf läuft eine M. 1 .2 .
eines Netzes od. Drahtgeflechtes: ein Fisch zappelte
in den Maschen des Netzes; der Fußball blieb in
den Maschen des Netzes hängen — 2 . durch die
Maschen (Lücken) des Gesetzes schlüpfen — II .
fvorw. Sg.j salopp Trick (1.1): er versucht sein
Ziel mit einer neuen M. zu erreichen; diese, seine
M. kennen wir schon
Maschen/maschen zu Masche I| -draht, der /o. Pl.j
Geflecht aus Draht: sie errichteten einen Garten
zaun aus M.;
-fest /Adj./: maschenfeste (durch
besondere Wirk art gegen Laufmaschen gesicherte)
Strümpfe, Strumpfhosen
Maschine, die; -,
-n 1. Energie umformende od.
nützliche Arbeit verrichtende mechanische Vorrich
tung: eine automatische, datenverarbeitende, pro
grammgesteuerte M .; eine M. konstruieren, m on
tieren, reparieren; Maschinen ölen, putzen; eine
M. anstellen, in Betrieb nehmen, ausschalten; die
M. läuft auf vollen Touren, macht großen Lärm;
sie schreibt M. (Schreibmaschine); sie näht auf der
M. (Nähmaschine); um g. ein Auto mit starker M.
(starkem Motor) — 2. Flugzeug: eine M. der Inter
flug; die M. startet um sieben Uhr, hat Start
verbot, hat Landeerlaubnis — 8. Motorrad: er
fährt eine neue, leichte, schwere M.
—
4. umg.
femot.; von einer dicken, kräftigen Frau/: sie ist
vielleicht eine M .!
maschinell /Adj./ mit Hilfe einer Maschine (1), von
Maschinen: die m as chinelle (Groß)Produktion;
etw. m . herstellen; die Ernte m. einbringen;
maschinelle (aus Maschinen 1 bestehende od. in der
Art von Maschinen 1 funktionierende) Einrichtun
gen
Masch|nen/masch|nen zu Maschine 1| -bau, der
/o. PI .] 1.1 . Produktion von Maschinen und maschi
nellen Einrichtungen 1.2 . Bereich der Industrie, in
dem Maschinen produziert werden: der Maschinen-
und Fahrzeugbau — 2 . Wissenschaft von 1.1: die
Hochschule für M.; er hat M. studiert; -element,
das Techn. Bauteil, -gruppe in technischen Ein
richtungen, bes. Maschinen, Apparaten, Geräten;
- fabrik, die Fabrik, in der Maschinen hergestellt
werden; -gewehr, das jAbk. MG/ leichtere trans
portable, auf zwei od. drei Beinen (3) aufzustützende
od. an einem Ort, auf einem Fahrzeug eingebaute
Maschinenwaffe: ein leichtes, schweres M.; -h alle,
die Halle in einem Produktionsbetrieb, in der
Maschinen arbeiten: eine riesige M .; in der M. war
vor Lärm kein Wort zu verstehen; -Öl, das /o. Pl.j
zur Schmierung, Pflege von Maschinen dienendes
Öl; -park, der Gesamtheit der Maschinen eines B e
triebes; -pistole, die /Abk. MPi/ Maschinenwaffe,
die als Handfeuerwaffe für den Nahkampf kon
struiert ist; -raum, der Raum, in dem meist Kraft
maschinen stehen, bes. in Schiffen; -Satz, der
Druckerei 1. jo. Pl.j das Setzen (4.2) mit Hilfe
maschineller Einrichtungen — 2 . durch 1 hergestell
ter Schriftsatz (1); -schaden, der Schaden an einem
Motor, Getriebe: das Schiff hatte einen schweren
M.; der Rennwagen mußte wegen M. aufgeben;
- s chriftlich /Adj./ mit der Schreibmaschine ge
schrieben: ein ma schinen schriftliches Manuskript;
- telegraf, der Telegraf vor allem auf Schiffen, der
zur Übermittlung von Kommandos und deren Rück
meldung zwischen der Kommandobrücke und dem
Maschinenraum verwendet wird; -wa ffe, die Feuer
waffe, die außer Richten (1.1.1) und der Betätigung
des Abzug s (5) alle weiteren Vorgänge des Schießens
automatisch ausführt •
762
Maschinerie — Masse
Maschinerie, die; -,
-n [..i:9n] 1. Gesamtheit (zu-
sammenwirkender) mechanischer, maschineller E in
richtungen, Maschinen in einem Betrieb (1): eine
einfache, komplizierte M.; die M. erneuern
—
2.
technische Einrichtungen der Buhne (1): die M. des
Theaters
masch|ne|schreiben, er schrieb Maschine, hat
maschinegeschrieben (einen Text) auf der Schreib
maschine schreiben: sie kann perfekt m.; ein
maschinegeschriebenes Manuskript
Maschinist, der ; -en, -en Facharbeiter, der M aschi
nen (1 ) bedient und überwacht
^aser, die;
-n durch die Fasern des Holzes sich
ergebende Linie im Holz
2Maser, der; -s, - [meizor, auch ma:,,] Phys.
Gerät zur Verstärkung, Erzeugung von Mikrowellen
Masern, die /PL/ akute, sehr ansteckende Infektions
krankheit m it hohem Fieber, Schleimhautentzündung
und Hautausschlag, die bes. Kind er befällt
Maserung, die;
-en
charakteristische Zeichnung
(2), Musterung (2), bes. im H olz: die M. des Holzes,
des Marmors, der Tapete
Maske, die;
-n 1.1. Gegenstand aus Pappe, Stoff,
Leder, Holz, Blech, m it der bes. bei Theaterauf
führungen od. bei bestimmten Festen K opf, Gesicht
od. die Augen verhüllt werden, Larve (I I): eine M.
(vor dem Gesicht) tragen; eine M. aufsetzen, ab
nehmen; eine M. für den Fastnachtsball; vom
Gesicht des Toten eine M. (Totenmaske) anferti
gen; O sein Gesicht verwandelte sich urplötzlich
in eine undurchdringliche M. (wurde bewußt aus
druckslos) ; er verbarg seine wahren Absichten hin
ter der M. des Biedermanns 1.2 . M askenkostüm: er
erschien auf dem F est in der M. des Harlekins
1.3 . rollengerechte Gestaltung bes. von Gesicht und
Haar des Schauspielers: M. machen; eine treffend
gelungene M. 1 .4 . Geflecht (aus Draht), das Fechter
zum Schutz vor dem Gesicht tragen, das Patienten
bei der Betäubung über das Gesicht gestülpt wird
—
2. Träger (4) von 1.1 u. 1.2: sie war eine der
attraktivsten Masken auf dem Fest
+ die M. fallen lassen (sein wahres Wesen zeigen,
die Verstellung aufgeben); jmdm. die M. vom Ge
sicht reißen (jmd s. wahres Wesen bloßstellen)
Masken| -hall, der Tanzveranstaltung, bei der die
Teilnehmer maskiert sind; «bildner, der; -s, - Fach
mann beim Film , Fernsehen und Theater, der für
die rollengerechte Gestaltung bes. von Gesicht u nd
Haar der Schauspieler verantwortlich ist; -fest, das
vgl. -ball
maskenhaft fAdj.f starr und ausdruckslos wie eine
Maske (1.1): eine maskenhafte Miene aufsetzen;
sein Lächeln wirkt m.
Masken| -kostüm, das Kostüm (2.2) für einen
Maskenball; -verleih, der Unternehmen, das ge
werbsmäßig Maskenkostüme ausleiht
Maskerade, die; -,
-n 1.1 . das (Sich)maskieren: eine
M. vornehmen, machen 1.2 . Verkleidung (2): eine
lächerliche M. — 2 . Maskenball
maskieren /sw. Vb.; hat/ 1.1 . sich, jmdn. mit einem
Maskenkostüm verkleiden: sie maskierte sich für
das Fest als Zigeunerin 1,2 . zwei maskierte (durch
Masken 1.1 unkenntlich gemachte) Personen drangen
in das Haus ein
Maskottchen, das; -s, - Talisman: in seinem Auto
hatte er als'M. ein Stofftier hängen
maskulin, maskulin /Adj.f 1 .1 . männlich (2 .1 ):
maskuline Körperfunktionen 1 .2 . /von einer weib
lichen Person/ die für einen M ann charakteristischen
Eigenschaften habend: sie ist ein ziemlich masku
liner Typ — 2. /nicht adv./ Gramm, /maskulin/:
das Substantiv ,Schrank5 ist. m., maskulinen Ge
schlechts (ist ein im Nominativ Singular mit dem
Artikel der verbundenes Substantiv)
Maskulinum, auch Maskulinum, das; -s, Maskulina
Gram m . Substantiv maskulinen Geschlechts: das
Substantiv ,Schrank4ist ein M.
Masochismus, der;
/o. PI ./ sexuelles Fehlver
halten, das darin besteht, daß sexuelle Erregung,
Befriedigung durch Erleiden von Mißhandlung od.
Erniedrigung erreicht wird; dazu Masochist, der;
-e n, -en u. masochistisch /Adj.f
Maß, das; -es, -e/- I. /PI .
-e/ 1.1. Einheit zum
Messen von Größen, Mengen und Gewichten: g e
eichte, metrische Maße; das M. für die Bestim
mung der Länge, des Inhalts 1,2. genormter Gegen
stand, mit dem gemessen (1) wird: das M. (den Maß-
stab 1 ) anlegen, eichen lassen; <0 das kann man
nicht mit unseren Maßen messen (nach unseren
Vorstellungen beurteilen) — 2 .1 . durch Messen (1)
ermittelte Größe (1): die Maße des Zimmers, Tep
pichs angeben; er ließ sich einen Anzug nach M.
(nach seinen Körpermaßen) anfertigen; jmdm. M.
nehmen (jmds. Körpermaße feststellen) 2.2 . be
stimmte Menge, bestimmter Intensitätsgrad als
Bezugsgröße: etw. auf ein erträgliches M. redu
zieren; die zu bewältigende Arbeit geht über das
übliche M. hinaus; jmdm. ein hohes M. (sehr viel)
an Vertrauen entgegenbringen — II. /PI. -/ süddt.
ein Glas mit einem Liter Bier: Herr Ober, zwei M. I
+ ohne M. und Ziel (ohne vernünftige Grenzen,
maßlos); ein gerüttelt M. sehr viel: er hat ein ge
rüttelt M. Schuld daran; das M. ist voll, das macht
das M. voll (mit jmds. Geduld, Nachsicht ist es
vorbei) !; mit zweierlei M. messen (den gleichen
Sachverhalt bei verschiedenen Personen, Anlässen
durch Anlegen unterschiedlicher K riter ie n ungerecht
beurteilen); in, mit Maßen (maßvoll); über alle
Maßen überaus: etw. ist über alle Maßen schön
Massage, die; -,
-n [ . .30] physiotherapeutische H eil
behandlung, bei der der Körper, ein Körperteil (mit
den Händen) gerieben, geknetet od. geklopft wird :
der Arzt verordnete ihm M.; die M. fördert die
Durchblutung, lockert das Gewebe
Massaker, das; -s, - Gemetzel, Massenmord: ein M.
anrichten, verhindern; bei einem M. ums Leben
kommen
massakrieren /sw. Vb.; hat/ jmdn., eine Gruppe
Menschen brutal ermorden: sie wurden kaltblütig,
auf grausame Weise massakriert
Maß zu Maß 1.2 .11 -angabe, die; -anzug, der nach
individuellen Körpermaßen angefertigter Anzug;
- a rbeit, die /o. PL/ präzise, ausgezeichnete Arbeit:
dieses Gerät ist M.; das ist M.
Masse, die; -,
-n 1.1 . Menge, große Anzahl einzelner
Gegenstände, Personen: Massen v on Büchern sta
pelten sich in seinem Arbeitszimmer; die Zu
schauer kamen in Massen (in großer Menge) 1.2 .
umg. /emot./ eine M. (sehr viele) Absagen war ein
gegangen; ich habe noch eine M. (sehr viel) zu tun,
habe noch eine M. Arbeit — 2 . /vorw. PI./ eine
Vielzahl, die große Mehrheit des werktätigen Volkes,
Volksmasse: die Massen zum Kampf aufrufen
gegen Kriegstreiberei, Neofaschismus; der Sturz
Maßeinheit — massiv
763
der reaktionären Regierung durch den Druck der
Massen — 8 . ungeformte, zusammenhängende Menge
eines bestimmten Stoffes, Stoffgemisches: die Lava,
der Teig bildete eine feste, heiße, zähe M.; eine
M. zum Gießen, Formen — 4 . fo. Pl.f 4.1 . das
materiell Gegenständliche, Körperhafte einer E r
scheinung der objektiven R ealität: die M. des Gebir
ges, Hauses, der Erde, Sonne, eines Sackes Zement
4.2 . P hys . M aß für die Eigenschaft der materiellen
Körper, in einem Kraftfeld Schwere anzunehmen,
selbst Quelle von Gravitation zu sein: M. und
Energie
Maß| -e inh eit, die nach wissenschaftlichen Gesichts
punkten festgelegte Einheit zum Messen von Größen,
Mengen, Gewichten: physikalische, technische Maß
einheiten; Kilogramm, Gramm, Volt, Meter sind
Maßeinheiten; -einteilu ng , die (zahlenmäßige) E in
teilung auf einem M aß (1.1 .2) nach Maßeinheiten:
die M. am Meßbecher
Massen| -anziehung, die /o. Pl.j Phys. Gravitation;
-a rbeite die fo, PL/: die politische M. (politisch
propagandistische Arbeit mit den Massen 2);
- a rbeitslosigkeit, die Arbeitslosigkeit einer großen
Anzahl von Menschen in der krisenhaften Entwick
lung des kap. Wirtschaftssystems; -bedarfsartikel,
der in großen Mengen benötigte und konsumierte,
meist in Serienfertigung produzierte Ware; -grab,
das Grab für eine große Anzahl von Toten; -güter,
die fPl.f in großen Mengen hergestellte Waren:
billige M. hersteilen
massenhaft lAdj.f in großer Menge, Anzahl:
massenhaftes Auftreten von Ungeziefer; umg.
femot.f in der alten G aststätte verkehren m. (sehr
viele) Fremde; sie h atte m. Schulden
Massen/massenl -hysterie, die vgl.
- psychose;
- initiative, die: die volkswirtschaftliche M. jAbk.
VMI/ (Initiative großer Teile der Bevölkerung im
Soz. für das Erbringen von Leistungen zur Mehrung
des gesellschaftlichen Reichtums, zur Mitgestaltung
der soz. Produktion); Leistungen im Rahmen der
volkswirtschaftlichen M .; -karambolage, die umg .
Karambolage, an der viele Fahrzeuge beteiligt sind;
-kommunikationsmittel, das fvorw. Pl.f Kommuni
kationsmittel, durch das Informationen an einen
sehr breiten Empfängerkreis vermittelt werden: Mög
lichkeiten und Techniken der M. Presse, Rund
funk, Fernsehen; -kundgebung, die Kundgebung,
an der sich eine große Menge Menschen beteiligt;
- m edium, das fvorw. Pl.f Massenkommunikations
mittel; -m ittelpunkt, der P h y s . Schwerpunkt;
-m o rd, der Ermordung einer großen Anzahl von
Menschen; -mörder, der vgl. -mord; -Organisation,
die Organisation (3) zur Wahrung und Durch
setzung der Interessen sehr großer Teile der Be
völkerung soz. Staaten m it entsprechend vielen M it
gliedern: der FDGB ist eine M.;
- politisch
fAdj.; nicht präd.f: die massenpolitische Arbeit
(die politische Arbeit mit den Massen 2); -psychose,
die Psychose, die eine große Anzahl von Menschen
erfaßt-, eine M. brach aus; sich gegen eine M.
wehren; -Sport, der Sport, der von einer großen
Anzahl von Menschen betrieben wird; -Suggestion,
die vgl.
- psychose; -Szene, die Szene (1), bei der
eine große Anzahl von Menschen beteiligt ist:
Massenszenen für Film und Fernsehen drehen
Massenvernichtungs| -m ittel, das fvorw. Pl.f Waffe,
die durch ihre Wirkung eine massenhafte Vernich
tung von Menschen (und umfassende Zerstörungen)
hervorruft, bes. Kernwaffe, chemischer und biolo
gischer Kampfstoff; -waffe, die fvorw. Pl.f vgl.
- mittel
Massen/massen] -Versammlung, die vgl. Massen
kundgebung; -weise fAdv.f massenhaft; -zahl, die
P h y s . Summe der Neutronen und Protonen im
Atomkern
Masseur, der; -s, -e [mas0 :r] Fachmann für
Massagen; dazu Masseuse, die;
-n [mas0:z9]
weiblicher Fachmann für Massagen
Maß/maß| -gäbe, die fin den Verbindungen!
papierdt. mit der M. mit der Auflage, Anweisung:
dies geschah mit der M., . . .; nach M.: nach M. der
geltenden Bestimmungen (entsprechend den gelten
den Bestimmungen); -gebend fA dj.f entscheidend,
bestimmend, richtunggebend: maßgebende Richt
linien; eine maßgebende Ansicht, Meinung; er
spielte in dem Prozeß eine maßgebende Rolle;
einen maßgebenden Anteil an der Entwicklung
einer neuen Maschine haben; -geblich fAdj.f m aß
gebend: er ist daran m. beteiligt; -gerecht fAdj.f
bestimmten Maßen (1.2 .1) entsprechend: ein m. g e
schneiderter Anzug; etw. m. arbeiten; -halten
fVb.f das rechte M aß (1.2 .2) bei einer bestimmten
Tätigkeit einhalten: beim Essen und Trinken m.;
- haltig fAdj.f Teehn. bestimmte Maße (1.2.1) ein
haltend, innerhalb der Toleranz (2) liegend: ein
maßhaltiges Werkstück
massieren fsw. Vb.; hat; / auch massiert/ I.
jmdn., einen Körperteil mit Massage behandeln: er
ließ sich zweimal im Monat m .;die Kopfhaut m. —
II. / / auch massiert/ Menschen, bes. Truppen, zu
sammenziehen : Truppen m.
massiert fAdj.; / auch massieren II/ 1.1. etw.
tritt m. (häufig, in großer Dichte) auf 1.2 . der
massierte (verstärkte) Druck des Gegners; massierte
Forderungen
massig fAdj.f 1. groß an Masse (4.1), groß und aus
ladend: eine massige Gestalt; ein massiger Bau —
2. fadv.f u mg. femot.f es gab m. (sehr viele) Pilze
mäßig fAdj.f 1. maßvoll: m. essen, trinken — 2.
e in mäßiges (nicht sehr schnelles) Tempo; ein
m äßiger (nicht besonders starker) Südwind; mäßige
Schneefälle; die W ohnung hatte m. große (nicht
übergroße) Zimmer — 8 . nicht besonders gut, wenig
befriedigend: der Film, das Theaterstück ist ziem
lich m.; ihre Zeugnisse fielen nur m. aus
- mäßig fin Verbindung mit Subst.f.1 . in der Art
von: yA z. B . behelfs-, gewohnheitsmäßig — 2 .
hinsichtlich, in bezug auf: /* z. B . bedeutungs-,
mengenmäßig
mäßigen fsw. Vb.; hat; / auch gemäßigt/ etw.,
sich zügeln (2): mäßige deinen Zorn, dein Tempera
m ent, deine W orte!; ihr mäßigender Einfluß
wirkte wohltuend auf ihn; er kann sich im Zorn
nicht m.; dazu Mäßigung, die; -,
-en
massiv fAdj.f 1. fest gebaut, kompakt und stabil:
massive Möbel; ein massives (aus Stein gebautes)
Haus, eine massive Garage — 2 .1 . ohne andere
Bestandteile, rein: ein Ring aus massivem Gold;
der Schrank ist m. Eiche(nholz) 2.2 . ein massiver
(nicht hohler) Körper, B all — 8 . /drückt einen hohen
Grad, eine hohe Intensität ausf: massiven (starken
7.1) Druck auf jmdn. ausüben; m assiven (heftigen
1) Angriffen ausgesetzt sein; massive (allzu deut
liche, heftige 1) Drohungen, Beleidigungen
764
Massiv — Materialverbrauch
Massiv, d a s; -s, -e [.. va] die kompakt erscheinende
Masse eines Gebirges, Berges: das M. des Kaukasus,
Elbrus
Maß/maß| -konfektion, die jo, Pl.j nach indivi
duellen Körpermaßen des Kunden angefertigte
Kleidung, Wäsche, Schuhe; -krug, der einen Liter
fassender Bierkrug; -los jAdj.j ohne jedes M aß
(1.2 .2): das ist eine maßlose Übertreibung; sie
ärgerte sich m. (sehr); -nähme, die;
- n zweck
bestimmte Handlung, Anordnung, Regelung: poli
tische, soziale, gezielte Maßnahmen treffen; diese
M. is t dringend erforderlich, war überflüssig;
- r egel, die Richtlinie, Vorschrift für bestimmtes
Verhaßtem polizeiliche, dienstliche, erzieherische,
strenge Maßregeln ergreifen, treffen; -regeln, maß
regelte, hat gemaßregelt jmdn, bes. wegen einer
dienstlichen Angelegenheit tadeln, zurechtweisen,
durch bestimmte M aßnahmen bestrafen: er wurde
offiziell gemaßregelt; die Gemaßregelten ver
suchten, sich zu rechtfertigen; dazu -reg(e)lung ,
die; -Schneider, der Schneider, der Kleid ung nach
individuellen Körpermaßen anfertigt; -stab, der 1.
mit den Einheiten der Längenmaße versehener Stab,
Meßstab: mit einem M. messen, arbeiten — 2.
Verhältnis der Längen auf Zeichnungen, Landkar
ten, Plänen, Modellen zu den wirklichen Längen in
der Natur od. eines Gegenstandes: etw. in einem
verkleinerten, vergrößerten M. darstellen; ein M.
von 1:25 — 3 . als Richtschnur dienende Merk
male, nach denen etw., jmd. beurteilt wird: strenge
Maßstäbe anlegen; neue Maßstäbe setzen; im
internationalen M. (wenn man den internationalen
Stand betrachtet) kommt diesem Projekt eine beson
dere Bedeutung zu; sich etw. zum M. nehmen
maßstab(s)| -gerecht fAdj.f im richtigen, in be
stimmtem Maßstab (2) dargestellt: maßstabgerechte
Karten, Skizzen, Zeichnungen; das Modell ist m.;
- getreu fAdj.f maßstabgerecht
maß/Maß| -vo ll fAdj.f bei einer bestimmten Tätig
keit das rechte M aß (1.2 .2) einhaltend: ein maß
volles Verhalten; m. essen, trinken; vo n etw. m.
Gebrauch machen; -zahl, die Techn. 1 .1. Zahl in
technischen Zeichnungen, die die Länge der ein
gezeichneten Strecken angibt 1.2 . Zahl, die angibt,
wievielmal eine M aßeinheit in einer zu messenden
Größe enthalten ist: in ,zehn Kilometer pro Stunde4
ist ,zehn* die M.
xMast, der; -es , -e/-en 1. senkrecht angebrachtes
Rundholz od. Stahlrohr, da s auf Segelschiffen die
Segel, Takelage trägt, bei Frachtschiffen die Vor
richtungen zum Be- und Entladen: der M. des
Schiffes, Segelbootes; den M. aufrichten, kappen,
umlegen; am M. emporklettern — 2 . senkrecht
stehendes Rundholz od. Stahlrohr als Träger von
elektrischen Leitungen, von Antennen od. Fahnen,
senkrecht stehende Stahlkonstruktion als Träger für
Hochspannungsleitungen od. Sendeanlagen: Masten
für eine Leitung aufstellen, setzen; die Antenne
am M. befestigen; die Fahne am M. emporziehen
2Mast, die; -, fo. Pl.f das Mästen: die M. von
Enten, Gänsen, Schweinen; Eicheln, Grünfutter,
Körner zur M. verwenden
Mast| -bäum, der 1M ast (1); -darm, der letzter
Abschnitt des Darmes, der mit dem After
endet
mästen, mästete, hat gemästet Schlachtvieh reich
lich füttern, d amit es rasch ein gutes Schlachtgewicht
bekommt: Ochsen, Schweine m.; gemästetes Ge
flügel
Mästerei, die; -,
- e n Betrieb, in dem Schlachtvieh
gemästet wird
Mast| -kur, die umg.: das ist ja die reinste M.
(hier wird man ja regelrecht gemästet)\; -Schwein,
das zu mästendes od. gemästetes Schwein
Masturbation, die; -, jo. P l.j Onanie
masturbieren jsw. Vb.; hat/ onanieren
Masurka, die s. Mazurka
Matador, der; -s/-en, -e/-en Stierkämpfer, der dem
Stier den Todesstoß gibt; O bei diesem Spiel, W ett
bewerb war er der M. (der hervorragende M a nn,
die Hauptperson)
Match, das, der; -es, -e [metf] S p o r t Wettkampf,
Wettspiel: das M. ging 1:1 aus; u m g . ein kleines
M, machen
Mater, die; -,
-n D ruckerei mehrschichtige spe
zielle Pappe für die Prägung von Matrizen (1) zur
Herstellung einer Druckplatte
Material, das; -s, -ien [..ie n] 1.1 . (Arbeit$)gegen-
stand in seiner stofflichen Beschaffenheit, der als
solcher zur Herstellung, Produktion von etw. be
stimmt ist, weiterverarbeitet w ird : gutes, geeignetes,
schlechtes M.; kostbare, teure Materialien; die Pro
duktion bestimmter Materialien steigern; das M.
für die Herstellung vo n etw. anliefern; Kleider,
Textilien aus knitterfreiem M. (Stoff 1) 1.2 . fo. Pl.f
der Gegner hatte große Verluste an Menschen und
M. (Kriegsmaterial) — 2 . fvorw. Sg.j das schrift
lich Belegte, die Unterlagen: biographisches, doku
mentarisches, wissenschaftliches M.; schriftliches
M. ordnen, Zusammentragen, publizieren; der
Öffentlichkeit belastendes M. übergeben
Material zu Material 1.1 ( -bedarf, der: der M. eines
Betriebes; -beschaffung, die; -einsparung, die;
- e r müdung, die Ermüdung eines M aterials; -fehler,
der: einen M. feststellen
Materialismus, der; -, fo.- Pl.f 1. philosophisch-
weltanschauliche Grundauffassung und -richtung,
die die M aterie (1), die objektive Realität als das
Ursprüngliche, Grundlegende und Bestimmende
gegenüber dem davon abhängigen Bewußtsein, dem
Geist, den Ideen sieht: der vormarxistische, eng
lische, französische M.; der M. der Antike; der
M. Feuerbachs; der dialektische und historische
M. (die wissenschaftlich begründete Philosophie und
Weltanschauung der Arbeiterklasse, die die all
gemeinen Bewegungs- und Entwicklungsgesetze der
Natur, der menschlichen Gesellschaft und des Den
kens zum Gegenstand hat und die das Verhältnis
der menschlichen Gesellschaft zur objektiven Realität
als den Prozeß ihrer Entwicklung durch die A rt und
Weise der jeweiligen materiellen Produktion be
greift) — 2, veraltend Lebenshaltung, die bei
weitgehender Mißachtung geistiger und sittlicher
Werte vorzüglich nach den Genüssen des Lebens und
materiellen Werten strebt: einem krassen M. an-
hängen ; dazu Materialist, der; -en, -en u. materia
listisch fAdj.j
Materialität, die; -, /o. Pl.j Phi lo s. Eigenschaft,
objektiv real, materiell (1) zu sein: die Einheit der
Welt besteht in ihrer M.
Material zu Material 1| -Ökonomie, die jo. Pl.j
Senkung des Aufwands an M aterial (1.1) für die
Herstellung eines Erzeugnisses, das Erbringen
einer Leistung; -verbrauch, der
Materie — Mätzchen
765
Materie, die; -,
-n [. .rie, .ao] 1.1. jo. Pl.j die
objektive Realität: Bewegung, Kaum, Zeit sind
wesentliche Eigenschaften der M. 1 .2 . 1.1 in einer
ihrer konkreten Erscheinungsformen: organische,
lebende, tote M.; die M. im Weltraum — 2 . jvorw.
Sg.j Gegenstand (2.2), Thema (1), Stoff (2): diese
M. ist mir fremd, ist mir neu; er beherrscht die
M. seines Fachgebiets
materiell jAdj.f 1. /nicht adv./ als objektive Realität,
außerhalb und unabhängig vom Bewußtsein existie
rend, objektiv Reales, M aterie, nicht Ideelles betref
fend: materielle Bedürfnisse, Lebensbedingungen;
die Produktion der materiellen (stofflichen, gegen
ständlichen) Güter; das Prinzip der materiellen I n
teressiertheit /die Beziehungen zwischen der Leistung
für die Gesellschaft und dem individ u ellen Verbrauch
regulierendes P rin z ip der soz. Wirtschaftsführung/;
Pol. ök. die m.-technische Basis (die realen, objek
tiven Produktionsbedingungen) (einer Gesellschafts
formation) — 2 . /nicht adv./ das Material (1) betref
fend :der materielle Schaden (Sachschaden) bei einem
Verkehrsunfall — 3 .1 . finanziell: in materiellen
Schwierigkeiten sein; jmdn. m. unterstützen; J u r .
die materielle Verantwortlichkeit (die Pflicht, für
einen schuldhaft verursachten Schaden einstehen zu
müssen) 3.2 . /nicht attr./ veraltend auf wirt
schaftlichen Vorteil bedacht, genußsüchtig: ein sehr
m. eingestellter Mensch
Mathematik, auch Mathematik, M athematik, die;
-, /o. PL / Wissenschaft von den quantitativen Ver
hältnissen der objektiven Realität: die reine, an
gewandte, praktische, elem entare, höhere M.; er
studiert M.
Mathematiker, der; -s, - a uf einer Hochschule aus
gebildeter Fachmann auf dem Gebiet der M athe
m atik
mathematisch /Adj./ die Mathematik betreffend,
auf ihr beruhend: eine mathematische Formel,
Gleichung; mathematische Operationen
Matinee, die;
- n [..e:(o)n] künstlerische Veran
staltung am Vormittag: eine M. veranstalten; an
einer M. teilnehmen
Matratze, die; -,
-n 1. in das Bettgestell eingelegte,
m it einer Federung versehene Unterlage, auf der
man liegt: die Matratzen klopfen, absaugen; eine
M. auflegen — 2. Luftmatratze: die M. aufblasen
-h umg. scherzh. an der M. horchen (schlafen
1. 1)
Mätresse, die; -,
-n 1.1 . Geliebte eines Fürsten 1.2 .
veraltend spött. Geliebte eines verheirateten
Mannes
matriarchalisch /A d j.; zu Matriarchat/
Matriarchat, das; -(e)s, -e /vorw. Sg./ G eschichts-
w i s s . in der Gentilgesellschaft geltende Ordnung,
die durch die dominierende Stellung der F ra u,
Mutter als Oberhaupt der Familie, Sippe gekenn
zeichnetist und Abstammung und Erbfolge nur in der
mütterlichen Linie berücksichtigt
Matrikel, auch Matrikel, die;
- n Verzeichnis von
Personen, bes. von den Studierenden an einer U ni
versität
31atrix, die; -, Matrizen fachspr. System von
(mathematischen) Größen, das in einem Schema von
waagerechten Zeilen und senkrechten Spalten an
geordnet is t
Matrize, die; -,
-n 1. Druckerei Form ausPapier,
Metall, Wachs od. Plast, mit der auf verschiedene
Weise Buchstaben, Satzzeilen, Schriftsätze, Druck
platten zum Drucken hergestellt werden — 2 . T ech n .
Teil einer Preßform m it entsprechender Höhlung,
in die ein Werkstück eingedrückt wird und dadurch
seine äußere Kontur erhält — 3. fachspr. Matrix
Matrone, die; -,
- n ältere, ehrwürdige Frau
Matrose, der; -n, -n 1. Besatzungsmitglied eines
Seeschiffes, das für den Dienst im nautischen B e
reich ausgebildet worden ist: er heuerte als M. an —
2. Angehöriger der Seestreitkräfte, dessen Dienst
grad dem des Soldaten (2) entspricht
Matsch, der; -es, jo. Pl.f u m g. aufgeweichter Boden
od. tauender, m it Schlamm vermischter Schnee auf
Straßen, Wegen: man versank bis zu den K nöcheln
im M.; der Schnee verwandelte sich auf den
Straßen schnell in M.
matschig /Adj.f umg. 1 . /von Früchten/ durch
Fäulnis naß und ohne feste Konsistenz: matschiges
Obst; matschige Kartoffeln — 2 . mit Matsch be
deckt, schlüpfrig: die Waldwege sind im Frühjahr
meist sehr m.
Matsch|wejfcter, das jo. Pl.j umg. Regen- od. Tau
wetter mit viel Matsch auf den Straßen
matt /Adj./ 1 .1 . schwach, erschöpft, müde (1): sie
war ganz m. vor Anstrengung 1.2 . sie lächelte nur
m. (müde 2) — 2 . glanzlos: m attes Glas, Gold;
seine Augen sind m., sehen m. aus — 3 . von gerin
ger Leuchtkraft: mattes Licht; matte Farbtöne;
das Zimmer war nur m. (schwach 4.2) erleuchtet
—
4. nicht überzeugend und daher wirkungslos: ein
matter Scherz, Vortrag, Redner; ein matter Ver
such zur Versöhnung — 5 . /nicht attr./ Schach
nach dem zehnten Zug war er m. (besiegt); den
Gegner m. setzen (besiegen); (Schach und) m.!
/A?isage, daß man den Gegner m it dem folgenden
Zug matt setzt/
4- jmdn. m. setzen (jmdn. handlungs-, kampf
un fähig machen)
Matte, die; -,
-n I. aus Naturfasern, Kunststoff
bestehende, m eist geflochtene od. grob gewebte Unter
lage für den Fußboden: die Schuhe auf der M.
(Fußmatte) abtreten; den Flur mit einer M. be
decken — II. vorw. Schweiz. Wiese im Hochgebirge
Matten|springen, das; -s, jo. PL/ Skispringen auf
Schanzen, die mit Matten aus Kunststoff belegt sind,
die den Schnee ersetzen
Matt] -glas, das jo. P L/ undurchsichtiges, aber licht
durchlässig es Glas; -g old , das glanzloses Gold
Matthäi [mate:i, .. 8:i]
+ veraltend bei jmdm. ist M. am letzten (jmd.
hat kein Geld mehr; jm d . w ird bald sterben)
mattieren /sw. Vb.; hat/ etw. matt (2) machen,
den Glanz von etw. beseitigen: Holz durch Beizen
m .; m attiertes (undurchsichtig gemachtes) Glas
Mattigkeit, die; -, jo. PL; zu matt 1/ Erschöpfung,
Entkräftung, das Mattsein: körperliche, hoch
gradige M.; jmdn. b efällt M.
Matt|scheibe, die 1 . leicht mattierte, aber durch
sichtige Scheibe aus Glas od. Kunststoff im Foto
apparat zum Einstellen des Bildes — 2 . /in der
Verbindung/ um g . vor der M. sitzen (fernsehen)
+ sa lopp eine M. haben (geistig nicht aufnahme
fähig, begriffsstutzig sein)
Mätzchen, die /PL/ u m g . durchschaubare, törichte
Äußerungen, Handlungen, durch die etw. erreicht,
jmd. getäuscht werden soll: diese M. kannst du dir
sparen!; M. machen
766
mau — Maxime
mau /Adj./ umg. 1. jmdm. ist (es) m. jmd.
fühlt sich unwohl: vor Hunger ist mir (im Ma
gen) ganz m.
—
2.1 . ein maues (mattes 1.2) Lä
cheln 2.2 . mit dem Projekt sieht es m. (schlecht 2.1)
aus
Mauer, die; -,
-n
aus (Ziegelsteinen und Mörtel
od. aus Beton errichtetes Bauteil od. frei stehendes
Bauwerk zur Um-, Abgrenzung um ein Grundstück,
Gebiet: eine dicke, hohe, niedrige M.; der alte
Stadtkern ist noch von einer mittelalterlichen M.
(Stadtmauer) umgeben; der Garten, Hof ist durch
eine M. begrenzt; eine M. bauen, niederreißen;
sie standen wie eine M. (dicht gedrängt und ohne
zu weichen) vor den Eingängen; O sich mit einer
M. v on Abwehr, Vorurteilen umgeben; die M. des
Mißtrauens, des Schweigens durchbrechen; vor
einer M. von Haß stehen
Mauer| -blümchen, das; -s, - umg. spött. junge
weibliche Person, die selten od. nie zum Tan z auf-
gefordert wird; -kröne, die Bauw . oberer Abschluß
einer freistehenden M auer
mauern /sw. Vb.; hat/ 1. etw. aus (Ziegelsteinen
und Mörtel bauen: eine Terrasse, Treppe, einen
Schornstein m.
—
2. umg. 2.1. Skat trotz guter
Karten allzu zurückhaltend reizen: beim Skat m.
2.2. B allspiele das eigene Tor mit (fast) allen
Spielern verteidigen: die Mannschaft mauerte, statt
zu stürmen
Mauer) -Segler, der Segler (2) m it braunschwarzem
Gefieder und gegabeltem Schwanz; -stein , der zum
Bauen verwendeter (.Ziegelstein; -verband, der
Bauw . Anordnung, nach der die Steine zu einer
Mauer zusammengefügt sind; -werk, das /o. Pl.f
etw. aus Ziegelsteinen und Mörtel Gemauertes: altes,
lockeres M .; die Dicke des Mauerwerks
Maul, das; -(e)s, Mäuler 1 . bes. der Nahrungsauf
nahme dienende M undöffnung mancher Tiere: das
M. des Pferdes, der K uh, eines Karpfens; das weit-
aufgerissene M. des Löwen — 2. salopp Mund:
der hat ein schiefes M. — 3. /nur im PL/ salopp
er hat zehn (hungrige) Mäuler (Kinder 1 .1) zu
ernähren
+ s alopp ein loses, ungewaschenes M. haben
(frech reden); das M. halten (nicht reden, sprechen);
jmdm. das M. stopfen (jmdn. zum Schweigen
bringen); sich über jmdn., etw. das M. zerreißen
(schlecht über jmd n., etw. sprechen) ; — jmdm.
/ Honig ums M. schmieren
Maul| -affen /PL) + veraltend umg. M. feil
halten (mit offenem M und, untätig Zusehen, zu
hören, gaffen); -beerbaum, der Baum od. Strauch
m it schwarzen eßbaren Früchten; Baum od. Strauch
m it weißen Früchten und Blättern, die zur Fütterung
von Seidenraupen dienen
maulen /sw. Vb.; hat/ umg. schmollen (1.1): der
Junge maulte, weil er die elektrische Eisenbahn
nicht bekam; das Mädchen saß maulend in der
Ecke
Maul/maul| -esel, der Tier, das eine Kreuzung von
Pferdehengst und Eselstute ist; -faul /Adj./ um g .
zu träge zum Reden, einsilbig; -held, der umg. groß
sprecherischer Mensch; -korb, der /PL -körbe/ weit
maschiges Geflecht, das Hunden und bissigen Pferden
vor das Maul gebunden wird; -schelle, die umg.
Ohrfeige; -sperre, die /vorw. Sg./ u mg . Ausrenkung
des Kiefergelenks: M. haben, kriegen; -tier, das
Tier, das eine Kreuzung von Eselhengst und Pferde
stute ist; -s und Klauenseuche, die jo. PL/ durch
Viren hervorgerufene K ra nkh eit der Wiederkäuer
und Schweine mit Bildung von Bläschen an M aul,
Klauen und Euter; -wurf, der in Gängen unter der
Erd e lebendes insefdenfressendes Säugetier mit kur
zem, dichtem Pelz und schaufelförmigen Vorder
beinen zum Graben und Wühlen; -wurfshaufen, der
vom Maulwurf beim Wühlen aufgeworfener Erd
haufen
Maurer, der; -s, - Handwerker, der Mauerwerk jeder
A rt herstellt
Maus, die; -, Mäuse 1.1 . in zahlreichen Arten vor-
kommendes Nagetier mit kurzen Haaren und langem
Schwanz, das in menschlichen Ansiedlungen, in
Feldern und Wäldern lebt und als Schädling gilt:
eine weiße, graue M .; die Mäuse nagen, knabbern,
pfeifen; die M. wird von der Katze gejagt; Mäuse
in einer Falle fangen — 2 . /vertrauliche, zärtliche
Bez. für ein kleines Mädchen, für die Geliebte/: wo
ist denn unsere, meine (kleine) M.? — II. /nur im
PL/ salopp Geld (1): wieviel Mäuse hast du noch?;
er kratzte seine letzten Mäuse zusammen
-j- u m g . weiße Mäuse sehen (Wahnvorstellungen
haben); da beißt die M. keinen Faden ab (das ist
unabänderlich, dagegen ist nichts zu machen);
sch erzh . eine weiße M. (ein Verkehrspolizist); —
/ Katz und M. mit jmdm. spielen; mit / Mann
und M. untergehen
mäuschenstill, mäuschenstill [..S9on..] /Adj.;
nicht attr./ umg. /emot./ ganz, sehr still: sich m.
verhalten; es wurde m. im Raum; er war m.
Mäuse[bussard, der meist brauner Bussard, der vor
wiegend Mäuse jagt
Mause zu Maus I .l| -falle,, die Falle zum Fangen
von Mäusen in Häusern, Wohnungen: eine M. auf-
stellen; -loch, das Eingang zum Bau der Maus
mausen /sw. Vb.; hat/ umg. etw. stehlen (1): die
Jungen haben Äpfel gemaust
Mauser, die;
-n jährlicher Wechsel der Federn
bei Vögeln: die Vögel sind in der M.
mausern /sw. Vb.; hat/ 1. Enten, Hühner m. (sich)
(wechseln die Federn) im Herbst — 2 . umg. sich m.
sich zu seinem Vorteil entwickeln: sie hat sich in
den letzten Jahren sehr, mächtig gemausert
mausejtot, mause [tot /Adj./ umg. /emot./: sie war
m. (war wirklich, ganz sicher tot 1 .1 )
maus)grau /Adj./ grau wie das Fell einer Maus:
ein eleganter mausgrauer Hut, Rock
mausig /Adj./
t um g . sich m. machen (keck, vorlaut auftreten)
Mausoleum, das; -s, Mausoleen [..le:um, PI.
. . e :(o)n] monumentales, prunkvolles Grabmal: das
M. Lenins besuchen
Maut, die; -,
-en
süddt. österr. Gebühr für die
Benutzung von bestimmten Brücken und Straßen
maximal /Adj./ 1 .1 . höchst-, größtmöglich: eine
maximale Ausnutzung der Arbeitszeit; die maxi
male Befriedigung der Bedürfnisse der Bevölke
rung; aus etw. einen maximalen Nutzen ziehen;
die Produktion ist m. zu erhöhen 1.2 . /nicht präd./
der Tank faßt m. (im Höchstfall) dreißig Liter
Maximal|profit, der Pol. ök. von den Kapitalisten
angestrebter, höchstmöglicher monopolistischer P r o
fit: das Streben nach M.
Maxfme, die; -,
- n Grundsatz, nach dem jmd. sein
Denken und Handeln richtet: eine klare, richtige
M.; die oberste M. ihres Lebens
Maximum — Medizin
767
Maximum, das; -s, Maxima 1.1 . jo. Pl.j größtes
M aß (1.2 .2): ein M. an Leistung vollbringen; etw.
erreicht ein M., b leibt unter dem M. 1 .2 . größter
Wert (4): die Maxima und Minima der Tempera
turen, L uftfeuchtigkeit
Mayonnaise, die; -n [majoneizo, ..e:zo] mit Salz
un d Essig gewürzte, kalte, cremige, dickflüssige Soße
aus Eigelb, Öl und Gewürzen bes. für Salate und
kalte Fleischspeisen
Mäzen, der; -s, -e vermögende Privatperson, die
unter Verhältnissen, die keine (umfassende) gesell
schaftliche Förderung von Kunst, Kultur und Sport
aufweisen, m it finanziellen Mitteln Kunst, Künstler
od. den Sport fördert: die Rolle eines Mäzens
spielen, übernehmen; dazu Mäzenatentum, das;
-s, jo. Pl.j Förderung der Kunst, Künstler od. des
Sports durch Mäzene
Mazurka, die;
-s [,.z . .] polnischer Volkstanz im
Dreivierteltakt: eine M. tanzen
Mechanik, die;
- e n 1. jvorw. Sg.j Teilgebiet der
Physik, das sich mit dem Verhalten, dem Gleich
gewicht und der Bewegung der Körper und Systeme
(1.1, 1.5) unter dem Einfluß von Kräften befaßt:
die klassische, moderne M .; die Gesetze der M. —
2. Mechanismus (1 ): eine einfache, komplizierte
M.; die M. in der Uhr, des Fotoapparates; die M.
ist nicht in Ordnung — 3 . Mechanismus (2): die
M. eines Arbeitsganges
Mechaniker, der; -s, - Facharbeiter, der Einzelteile
für M aschinen od. technische Geräte herstellt, z u
sammensetzt, diese Maschinen und Geräte p rüft und
instand hält: er lernt, ist M.; diese Reparatur muß
ein M. machen
Mechanisator, der; -s, Mechanisatoren Fachkraft
für die Betreuung und Bedienung von Maschinen,
technischen Einrichtungen in der soz. La ndwirt
schaft
mechanisch jAdj.j 1. jvorw. attr.j durch die Gesetze
der Mechanik (1 ) bestimmt, nach den Gesetzen der
Mechanik (1) wirkend: mechanische Energie, K a u
salität, Kräfte; , das mechanische Gleichgewicht;
eine mechanische (durch Einwirkung von Körpern
2 od. Kräften auf Körper 2 bewirkte) Abnutzung,
Beanspruchung — 2 .1 . maschinell, mechanisiert:
etw. im mechanischen Verfahren hersteilen; etw.
m. vervielfältigen 2.2 . mit Hilfe eines Mechanismus
(1) funktionierend: der mechanische W ebstuhl;
mechanisches Spielzeug — 3 . durch häufige Wie
derholung gleichsam von selbst ablaufend: m ech a
nische Bewegungen, Handlungen ausführen; m.
nach etw. greifen; m. den Kopf wenden — 4 . eine
mechanische (ohne Mitdenken auszuführende,
gleichförmige) Arbeit, B es chäftigung
mechanisieren jsw. Vb. ; hat/; den Produktionspro
zeß, einen Betrieb m. (in ihm Maschinen, Appara
turen und Geräte einsetzen, die bis dahin von
menschlichen A rb eitsk räften verrichtete Arbeitsgänge
ausführen); dazu M echanisierung, die; -, -en jvorw.
Sg-I
Mechanismus, der; -, Mechanismen 1. K omplex
von Teilen einer Maschine, Apparatu r, einer tech
nischen Einrichtung, in der die Bewegung eines
Teiles zwangsläufig auf die anderen Teile übertragen
w ird: einen M. konstruieren, entwerfen; einen M.
in Bewegung setzen — 2 . selbsttätiger Ablauf funk
tionell ineinandergreifender Vorgänge in Behörden,
Körperschaften, bestimmten System en: das Wirken
von Mechanismen im Ablauf von Prozessen; O der
M. einer Verwaltung, eines Betriebes
mechanistisch jAdj.j alles Geschehen auf aus
schließlichmechanische (1) Ursachen zurückführend:
mechanistische Auffassungen, Denkweisen
Meckerer, der; -s, - u m g . jmd ., der (oft) meckert
(3); er ist ein unverbesserlicher M.
meckern jsw. Vb.; hat/ 1. die Ziege meckert (läßt
ihre Stimme hell und abgehackt ertönen) — 2 .
la n d s ch . in kurzen, abgehackten hellen Lauten
lachen: er meckerte vor Vergnügen, boshaft vor
sich hin — 3. umg. kleinlich (und böswillig un
gerechtfertigte) Unzufriedenheit äußern, nörgeln: er
meckert den ganzen Tag; über etw., jmdn. m.
M ed aille , die; -n [medaljo] kleine, flache Scheibe
aus Metall od. Kunststoff, oft in Form einer Münze,
m it einer geprägten bildlichen Darstellung und einer
Inschrift, die zum Gedenken an etw. od. als A u s
zeichnung für eine besondere Leistung dient: eine
goldene, silberne, bronzene M.; eine M. prägen;
jmdm. eine M. (für etw.) verleihen, überreichen;
die M. für ausgezeichnete Leistungen jstaatliche
Auszeichnung der DD E/
+ das ist die / Kehrseite der M.
Medaillen Sport| -gewinner, der; -Spiegel,der bei
Wettkämpfen geführte Tabelle, die die Verteilung
der M edaillen auf die teilnehmenden Länder anzeigt
Medaillon, das; -s, -s [medaljoq, auch medaljo]
1.1 . meist an einem Kettchen getragener Anhänger
(3), kleine, flache Kapsel, die ein Bild od. auch ein
Andenken enthält: sie trägt ein M. am Hals 1.2 .
oft auf Flächen angebrachtes rundes od. ovales
Bild(nis) od. Relief: ein M. auf einem Grabmal —
2. K o ch k . kleine, rund ausgestochene Scheibe
Fleisch: Medaillons braten, grillen
Medikament, das; -(e)s, -e die Heilung fördernder
natürlicher od. synthetischer Wirkstoff, A rz n ei: ein
wirksames M. verordnen, verabreichen, ein
nehmen; dazu medikamentös jAdj.f Med. mit
Hilfe von Medikamenten: eine medikamentöse B e
handlung
Meditation, die; -,
-e n das M editieren
mediterran jA dj.j dem Mittelmeerraum eigen: die
mediterrane Flora und Fauna
meditieren jsw. Vb.; hat/ sich in Gedanken ver
tiefen, ohne die objektive Realität unmittelbar in die
Reflexion einzubeziehen: er meditierte über die Ver
gänglichkeit aller Dinge
Medium, das; -s, Medien [ ..ion] 1.1 . etw., das als
Träger von Informationen dient: das M. Sprache,
Kunst; Rundfunk, Film und Fernsehen als Medien
der Massenkommunikation 1.2 . jnur im Pl.j
Massenmedien: die gesellschaftliche' Rolle der
Medien — 2. Phys. Substanz (in der sich ein
physikalischer Vorgang abspielt, abspielen kann):
ein dichtes, wäßriges, homogenes M .; das M. Luft,
Wasser — 3 .1 . Person, die unter Hypnose steht
3.2 . Person, die angeblich als Vermittler spiritisti
scher M anipulationen besonders geeignet ist
Medizin, die; -,
-e n 1. jo. Pl.j Wissenschaft, die
sich mit dem Erkennen, der Verhütung, Behandlung
und Heilung von K rankheiten befaßt: die gericRt-
liche, praktische, vorbeugende M.; die Geschichte
der M.; er studiert M.; die Erkenntnisse, Leistun
gen der modernen M.
—
2. Medikament bes. in
flüssiger Form: eine wirksame M. verordnen, ver
schreiben
768
Medizinalrat — mehr
Medizinalrat, der /Titel für einen A rzt im staat
lichen Gesundheitswesen! 1.1 . /in der DDR : Ehren
titel für verdiente (Zahn)ärzte in einer Leitungs-
funktionj 1.2 . jim bürgerL Gesellschaftssystem:
Dienstrangbez.j
Medizin]ball, der großer, schwerer, nicht elastischer
Lederball für gymnastische Übungen
Mediziner, der; -s, - a uf einer Hochschule ausge
bildeter Fachmann auf dem Gebiete der M edizin (1)
medizinisch jAdj.f die M edizin (1) betreffend, zur
Medizin (1) gehörig: die medizinische Wissen
schaft; die medizinische Betreuung ist hervor
ragend
Medizin] mann, der /PL -männer; bei Naturvölkern/
einflußreiche Person, die m it magisch-religiösen
Mitteln Wahrsagerei und die Behandlung Kranker
betreibt
Meer, das; -es, -e 1.1 . /o. PL/ die gesamte zusammen
hängende Wassermasse um die Kontinente der E rd e :
das offene, weite, wogende M.; an der Küste des
Meeres: das M. liegt spiegelglatt da, wogt, braust;
wir fahren ans M.; die Schiffe fahren auf das
(offene) M. hinaus; im M. schwimmen, baden;
O ein M. (eine sehr große, unübersehbare Menge)
vo n Blüten, Fahnen, Häusern 1.2 . bestimmter
großer abgegrenzter T eil von 1.1 jbes. in geographi
schen Bez.f: das Rote M.
+ dasgibteswie SandamM.
Meer] -busen, der größere Meeresbucht; -eng e, die
/PL -n/ schmale, vom M eer durchflossene Stelle
zwischen Teilen des Festlandes od. zwischen Inseln:
die M. v o n Gibraltar
Meeres/meeres] -arm , der weit ins Festland hinein
reichende schmale Bucht (I); -boden, der: auf den
M. tauchen; -bucht, die: eine flache, tiefe M.;
- forschung, die; -grnnd, der vgl. -boden; -klima,
das /o. PI ./ Seeklima; -künde, die jo. PL/ Wissen
schaft vom M eer, von seiner Beschaffenheit und den
Eigenschaften des Meerwassers; dazu -kundlich
/A dj.; nicht p räd.j: meereskundliehe Forschungen,
Untersuchungen; -leuchten, das; -s, /o. PI ./ nächt
liches Leuchten des M eerwassers durch Phosphores
zieren kleiner Lebewesen; -luft, die jo. PI ./: frische,
kühle M.; feuchte, milde M. (Luft maritimen Ur
sprungs) überquert unser Gebiet; -Oberfläche, die
jo.. Pl.j; -Spiegel, der /o. PI ./ mittlerer Wasserstand
des Meeres, der die Grundlage für Höhenmessungen
auf dem Festland bildet: der Ort liegt 600 Meter
über dem M.; -Strand, der: am M. Spazierengehen;
-Strömung, die beständige Strömung im Meer in
folge gleichmäßiger Winde od. anderer Faktoren;
- tiefe, die: die M. ausloten; -ufer, das: ein steiles,
flaches, felsiges M .; -welle, die
Meer/meer| -jungfrau, die weibliche Märchen-,
Sagengestalt m it einem Fischschwanz als Unterleib;
- katze, die in zahlreichen A rten vorkommender, in
Afrik a lebender Affe mit langem Schwanz; -rettich,
der jo. Pl.j 1. Kreuzblütler mit langer, scharf
schmeckender fleischiger Pfahlw urzel —.
2. (zer
kleinerte) Wurzel von 1: geriebener M.; Karpfen
mit M. essen; -salz, das jo. Pl.j aus Meerwasser
gewonnenes, von seinen bitteren Bestandteilen be
freites Salz (1); -schäum, der jo. Pl.j weißes bis
gelblich-graues, poröses M ineral; -schaumpfeife,
die Pfeife (II) mit einem K opf aus Meerschaum;
- Schildkröte, die im M eer lebende Schildkröte;
-s chweincheri, das; -s, - schwanzloses Nagetier mit
geflecktem Fell, das in vielen Formen als Versuchs
tier gezüchtet, aber auch in Wohnungen gehalten
wird; -wärts /Adv./ vom Land in Richtung Meer:
die Wolken ziehen m.; -wasser, das jo. Pl.j Wasser
des Weltmeeres, das einen mittleren Salzgehalt von
3,5 Prozent hat
Meeting, das; -s, -s [m i:..] /vorw. D D R / politisch
motivierte Zusammenkunft von Vertretern unter
schiedlicher Richtungen, m eist aus einem aktuellen
Anlaß in offiziellem, großem K reis e: ein politisches
M.; zu einem M. gehen
Mega-, Mega- jauch unbetont; bezeichnet vor M aß
einheiten das MillionenfacheI z. B . : Megahertz,
Megaohm, Megatonne, Megawatt
Megaphon, das; -s, -e m eist elektroakustisches
Sprachrohr (1)
Megäre, die; -n bösartige, wütende Frau
Mehl, das; -s, jo. Pl.j, fachspr.
-e 1. pulver-
förmiges Produkt des Mahlens von Getreidekörnern,
das zur Herstellung von Backwaren dient: weißes,
dunkles, feines, grobes M.; M. zum Backen von
Brot, Brötchen, K uchen; Mehle unterschiedlicher
Qualität — 2. jo. P l.j durch Zermahlen fester Körper
entstehende pulverförmige Substanz: Ziegel zu M.
zermahlen; aus Fischabfällen M. hersteilen
mehlig jAdj.j 1- mit Mehl (1) bestäubt: sie hat ganz
mehlige Hände vom Kuchenbacken — 2. /nicht
adv.j fein wie M ehl: mehliger Staub; mehlige Säge
späne — 3 . jvom Fruchtfleisch bestimmter Früchtej
nicht sa ftig : mehlige Äpfel, Birnen
Mehl] -käfer, der Käfer, dessen Larve, der Mehl
wurm, sich vorwiegend im Mehl (1) entwickelt und
Schaden verursacht; -kleister, der zum Kleben ver
wendeter Brei aus Mehl (1) und Wasser; -sack, der
/PL -sacke/; -schwitze, die K o chk. in Fett leicht
angeröstetes und mit Wasser od. Milch vermischtes
Mehl (1), womit Soßen od. Suppen angedickt werden:
eine helle, dunkle M. anrühren; -speise, die sü d d t.
ö st e r r . süße gekochte od. gebackene Speise aus
Mehl (1), Milch, Eiern; -tau, der Pflanzenkrank
heit, die sich in einem schimmelartigen weißen Belag
der Blätter zeigt; -wurm, der Larve des Mehlkäfers
mehr jindekl.j I. jlndef.pron.j 1 . /drückt aus, daß
eine Menge über ein bestimmtes M aß hinausgehtj
eine größere als eine bestimmte, erwartete, übliche
Menge: jsubst.j er verlangt (immer, viel) m. (als
wir ihm geben können); das hat m. gekostet, als
wir annahmen; das ist m. als man erwarten kann;
darf es etwas m. sein?; jadj.j er hat (viel) m. Geld,
Bücher als wir, als du denkst — 2 . /drückt aus,
daß jmd. jmdm. wichtiger, bedeutender ist als jmd.
anderes/: er gilt ihm m. als alle anderen
II.
/Adv.j 1. jKomp. zu sehr, viel (II); drückt aus,
daß etw. über ein bestimmtes Ausm aß hinausgehtj
in höherem, stärkerem M aße: er hat sich m. dar
über geärgert als sie; ich friere m. als du; du mußt
dich m. schonen; du mußt m. (besser) aufpassen
—
2. /drückt aus, daß eine von zwei Eigenschaften
desselben Objekts dominiertj: die Kiste ist m. lang
als breit; er ist m. Wissenschaftler als praktischer
Arzt — 3 . / m. als -f- Prädikatsnomen; drückt eine
Verstärkung aus/: das Ergebnis war m. als (äußerst,
sehr) dürftig — 4 . / verneinende, einschränkende
Wörter + m.; drückt aus, daß ein Zustand, Vor
gang nicht länger, nicht weiter bestehtj: sie ist nicht
m. berufstätig; ich mag davon nichts m. hören
noch sehen; es besteht keine Hoffnung m.; sie
Mehr — Meilenstein
769
haben kaum m. (kaum noch) Hoffnung; landsch.,
bes. süddt. österr. es gab nur m. (nur noch)
geringe Unterschiede — 5 . /dient zur Umschreibung
des Komp, von Ad)., Part., Adv., von denen ein
Komp, nur schwer od. nicht zu bilden ist/ : er sucht
eine ihm m. zusagende Arbeit; das Regal muß
etwas m. links angebracht werden
+ m. und m., immer m. (in steigendem, zunehmen-
dem M aße); m. oder weniger, minder (in bestimm
tem Maße, im großen und ganzen); um so m., als
(besonders auch, weil 1, Humal); verhüll, er ist
nicht m. (er ist gestorben); umg. nicht m. können
(am Ende seiner Kräfte sein)
Mehr, das; -(s), jo. PI ./ ein M. an etw. eine zusätz
liche Menge von etw. : das fordert ein M. an Arbeit,
Kosten; ein M. an Licht könnte das Auge nicht
ertragen
Mghr/mehr| -arbeit, die /o. Pl.j 1.1 . über ein be
stimmtes Quantum hinausgehende, zusätzliche A rbeit:
das bedeutet M. für mich 1.2. Pol. Ök. über die
notwendige A rb eit hinausgehende A rb eit, die sich
im Mehrprodukt verkörpert; -aufwand, der vgl.
-a rbeit (1 .1 ); -bedarf, der vgl. -arbeit (1 .1 ); -deutig
/Ad)./ mehrere Deutungen zulassend: ein ironischer,
mehrdeutiger Titel; der Satz ist m.; seine Ant
wort war m.; -dimensional /Adj./ mehrere Dimen
sionen (1 *1 ) aufweisend; -einnahme, die über die
zu erwartenden Einnahmen hinausgehende E in
nahme
mehren jsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. m. dafür sorgen,
daß etw. zunimmt, sich steigert: den gesellschaft
lichen Reichtum, den Wohlstand m.; seinen Ein
fluß auf etw. m. 1 .2 . sich m. sich vermehren (1 .2):
die Anfragen, Anrufe, Klagen mehrten sich
mehrere /Indef.pron.; Pl.j einige (1, 3), ein paar,
mehr als ein od. zwei: /ad)./ es waren m. Personen
anwesend; m. Kollegen trafen sich auf der Tagung;
m. Stunden warten; ein Wort mit mehreren Be
deutungen; die Bedeutungen mehrerer Wörter;
Math, eine Gleichung mit mehreren Unbekann
ten"1; jsubst./ m. (von ihnen) ergriffen das Wort
mehrerlei, mehrerlei /indekl. Indef.pron./ allerlei:
Iad)./ m. Typen sind zu beobachten; jsubst.j es
ist m. im Spiele
mehrfach /Ad).; nicht präd.j 1. mehr als ein- od.
zweifach: ein m. gefaltetes Stück Papier; ein Doku
m ent in mehrfacher Ausfertigung; in mehrfacher
Hinsicht — 2 . wiederholt, mehrmalig: er ist mehr
facher W eltmeister im Skilanglauf; m. (mehrmals)
wurde sein Name erwähnt; er war schon m. vor
bestraft
Mehr/mehr| -familienhaus, das größeres H aus mit
mehreren Wohnungen; -farbig /A d )./ in, mit mehre
ren Farben: mehrfarbige Abbildungen, Tafeln
Mehrheit, die; -,
-e n 1.1 . die zahlenmäßig größere
Gruppe (1.1) gegenüber einer kleineren: die über
wiegende M. der Mitglieder; die /
absolute,
/ relative M.; die M. stimmte dafür 1.2 . /o. Pl.j
in der M. (zahlenmäßig überlegen) sein
Mehrheits] -beschluß, der Beschluß auf Grund der
Entscheidung der Mehrheit: sich einem M. fügen;
-Wahlrecht, das /o. P l.j Wahlrecht, bei dem der
jenige Kandidat als gewählt gilt, der mehr als 50
Prozent der Stimmen od. mehr Stimmen als jeder
andere erhalten hat
mghr/Mehrl -jährig \Adj.; nur attr.j mehrere Jahre
dauernd: ein mehrjähriger Auslandsaufenthalt;
- kämpf, der /o. Pl.j bestimmte sportliche Dis zip li
nen, die in einem Wettkampf als Einheit gewertet
werden; -kosten, die /PI./ über die erwarteten Kosten
hinausgehende Kosten (1.1); -malig /Adj.; nur attr.j
mehr als zweimal, wiederholt: nach mehrmaligem
Klopfen wurde die Tür geöffnet; -mals /Adv./
mehr als zweimal, wiederholt: es hat bereits m.
geklingelt; -produkt, das P o l. ö k . Teil des Gesamt
produkts, der den Überschuß über die für die u n
mittelbaren Produzenten notwendigen Konsumtions
mittel und den Bedarf für verbrauchte Produktions
mittel bildet; -sprachig /A d j./1. /nicht adv./ in zwei
od. mehreren Sprachen abgefaßt: ein mehrsprachiges
(Wörter)buch — 2 . er wuchs m. (in einer Um
gebung, in der zwei od. mehrere Sprachen gesprochen
werden, die er von klein auf gelernt hat) auf; -spurig
/A dj./: eine mehrspurige Straße (Straße mit zwei
od. mehreren Fahrspuren); -stellig /Adj.; nicht
adv./: eine mehrstellige Zahl (Zahl mit mehreren
Stellen 3.2); -stimmig /Adj./ 1 .1 . /nicht adv./ ein
mehrstimmiger (für mehrere Stimmen 2.2 gesetzter)
Chorsatz 1.2 . m. (zwei od. mehrere Stimmen 2.2
gemeinsam) singen; -stockig /A dj./ mehrere Stock
werke aufweisend: ein mehrstöckiges Gebäude;
-Stufenrakete, die mehrstufige Rakete; -stufig /A dj.;
nicht adv./ mit mehreren Stufen (3): eine mehr
stufige Rakete; -stündig /Adj.; nur attr./ mehrere
Stunden dauernd;, -tägig /Adj.; nur attr.j mehrere
Tage dauernd; -teilig /A dj.; nicht adv.j aus mehre
ren Teilen bestehend
Mehrung, die;- -,
- e n jvorw. Sg.; zu mehren 1.1/:
die ständige M. des gesellschaftlichen Reichtums;
die M. des gemeinsamen Besitzes
'Mehr|wert, der jo. Pl.j Po l. Ök. vom Kapitalisten
unentgeltlich angeeigneter Wert (1), den der Lohn
arbeiter im kap. Produktionsprozeß über den W ert
(1) seiner Arbeitskraft hinaus schafft
Mehrwert| -rate, die P o l . Ök. in Prozenten aus
gedrücktes Verhältnis des Mehrwerts zum vor-
geschossenen variablen K apital od. der Mehrarbeit
zur notwendigen Arbeit; -Steuer, die jo. Pl.j, W irt-
s ch . /Form der Umsatzsteuer in kap. Staaten/;
-theorie, die /o. PI ./ Pol. Ök. von Marx geschaffene
wissenschaftliche Lehre vom M ehrwert
mehr/Mehr| -wöchig /Adj.; nur attr.j mehrere
Wochen dauernd; -zahl, die /o. PL/ 1. Gramm.
Plural — 2 . Mehrheit: die M. der Anwesenden
war einverstanden
Mehrzweck| -gebäude, das Gebäude, das für mehrere
Zwecke genutzt werden kann; -gerät, das vgl.
-gebäude; -kleidung, die vgl. -gebäude
meiden, mied, hat gemieden jmdn., etw. m. sich
von jmdm ., etw. fernhalten: jmdn., jmds. Gesell
schaft m.; einen Ort m.; den Alkohol, scharf
gewürzte Speisen m.; er mied es (vermied es), sie
zu treffen
Meierei, die; -,
-en landsch. Molkerei
Meile, die; -,
- n /alte Maßeinheit der Länge, die
je nach ihrer Bestimmung eine verschiedene Größe
hatte/; / z. B . Seemeile
- f umg. etw. stinkt sieben Meilen gegen den Wind
(etw. macht sich weithin durch aufdringlichen Ge
ruch bemerkbar)
Meilen/meUen| -stein, der 1. Stein, der früher an
Straßen und Wegen die Entfernung zwischen den
Orten in Meilen angab — 2 . die sportlichen, beruf
lichen Erfolge bildeten Meilensteine (Markierungen
770
meilenweit — Meister
eines Abschnittes, Höhepunkte) in seinem Leben;
- weit /Adj.; nicht präd./ sehr weit: die Detonation
konnte man m. hören
Melier, der; -s, - 1 . m it einer Schicht Erde bedeckter
Holzstoß, in dem das Holz bei stark verminderter
Luftzufuhr schwelend verkohlt: im W alde einen M.
errichten — 2 . Atomreaktor
mein /Poss.pron.; Mask. u . Neutr.; Fern.: meine;
auch meinige; ordnet etw., jmdn. dem Bereich
der eigenen Person zu/: /adj./ m. Hut, Auto, Buch;
m. lieber Hans! jAnrede, bes. in Briefen/; meine
Damen und Herren! /Anrede/; das ist meine Bahn
(die Bahn, mit der ich gewöhnlich fahre); umg.
ach, du meine Güte! /Ausruf der Bestürzung, der
Erregungp; jsubst.j ich werde das Meine (meinen
Teil) dazu tun; die Meinen (meine Angehörigen 1)
+ m. und dein
verwechseln
Meineid, der; -(e)s, -e [. .n |ait] auf eine wissentlich
falsche.Aussage abgelegter Eid: einen M. schwören;
dazu meineidig /Adj.j: er ist m. geworden (er hat
einen M eineid geschworen); er ist m.
meinen /sw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. m. einer bestimm
ten Meinung, Ansicht, A uffassung sein: wir m.,
daß wir im Recht sind; er meint das auch; er
sagt, was er meint; meinst du das im Ernst? 1.2.
etw. annehmen, glauben: er meinte, man würde
ihm glauben; meinst du, du könntest sie ändern?;
ich meinte, ein Geräusch zu hören, der Sache e nt
gehen zu können — 2.1 . jmdn., etw. m. jmdn,,
etw. (bei seinem Tun, Beden) im Sinn, im Auge
haben: du bist damit gemeint; ich meine das wört
lich; was meinen Sie damit (was wollen Sie damit
sagen, andeuteri)1*; so war das nicht gemeint 2.2 .
es gut, nicht böse, es ehrlich m. (gute, ehrliche Ab
sichten haben); er meint es gut mit dir (er will
dein Bestes) ; die Sonne meint es gut (scheint
kräftig) — 3 . etw. bemerken (2): „ich finde das
auch“, meinte er; wie, was meinten Sie?
meiner /Gen. vom Pers.pron. ich/ s. ich
meinerseits /Adv./ vgl. deinerseits
m einesgleichen /indekl. Pron./ vgl. deinesgleichen
meinethalben /Adv./ v e ra lten d vgl. deinethalben
meinetwegen /Adv.; Pers.pron. meiner + wegen/
1. vgl. deinetwegen — 2. /drückt eine Zustimmung
aus/ : „darf ich mit dem Auto mitfahren?“ „Meinet
wegen“ (ich habe nichts dagegen); m. (von mir aus)
macht, was ihr wollt
meinetwillen /Adv./ v e ra lten d vgl. deinetwillen
meinige, Mejnige, der, die, das /subst. Poss.pron.
zu mein/ geh. der, die, das meine; / auch deinige
Meinung, die; -,
- e n persönliches Urteil (2) über
etw., jmdn.: eine eigene, andere, vorgefaßte, weit
verbreitete M.; die allgemeine, / öffentliche M.;
eine, seine M. äußern, vertreten; er änderte seine
M.; Meinungen (über etw.) austauschen; sich eine
M. (zu etw., über etw., jmdn.) bilden; was ist
deine M. dazu?; ich bin der, folgender M. (ich
meine 1.1); m it jmdm. einer (der gleichen) M. sein;
die Meinungen (dazu, darüber) waren unterschied
lich, geteilt; er beharrte auf seiner M.; meiner,
seiner M. nach ist er im Irrtum; jmdn. um seine
M. bitten
+ umg. jmdm. die M. sagen (jmdm. nachdrück
lich sein Mißfallen klarmachen)
Me|nungs| -äußerung, die 1. das Äußern einer
Meinung: freie, unbefangene M.; Freiheit der M.
(Meinungsfreiheit) — 2 . geäußerte Meinung; -aus -
tausch, der: ein brieflicher, freundschaftlicher,
offener M.; -hildung, die: eine kollektive M.; Funk
und Presse als Instrum ente öffentlicher M .;
- forschung, die Untersuchung der Meinungen und
Verhaltensweisen eines repräsentativen Personen
kreises z u wichtigen gesellschaftlichen Problemen,
um dara us verallgemeinernde Schlußfolgerungen zu
ziehen, Demoskopie; -freih cit, die /o. P L/ Recht auf
freie Meinungsäußerung: M. fordern, garantieren;
- streit, der Diskussion, in der sich unterschiedliche
Meinungen gegenüberstehen: einen M. (um kün st
lerische Probleme) führen; ein heftiger M. ist ent
brannt; -Umfrage, die Befragung im Rahmen der
Meinungsforschung; -Verschiedenheit, die /vorw.
P l.j 1.1 . Unterschiedlichkeit od. Gegensätzlichkeit
der Meinungen: es bestehen große Meinungsver
schiedenheiten unter, zwischen den Konferenz
teilnehmern; Meinungsverschiedenheiten ausglei-
chen, beseitigen 1 .2. verhüll, meist leichterer
Streit: unter den Familienmitgliedern gab es
immer wieder Meinungsverschiedenheiten
Meise, die; -,
-n in zahlreichen Arten vorkommen
der, kleiner, gewandter Singvogel
+ landsch., bes. berl. salopp eine M. haben
(ein bißchen verrückt sein)
Meißel, der; -s, - keilförmig zugespitztes, scharfes
Werkzeug, bes. zur Bearbeitung von Stein und
Metall
meißeln jsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. mit dem Meißel
herstellen: eine Plastik, Statue m. 1 .2 . etw. in etw.
m. etw, m it einem M eißel in etw. eingravieren \ eine
Inschrift in den Grabstein m.
meist / / auch meistens/ I. /Indef.pron./ 1 . /drückt
den quantitativ größten A nteil im Vergleich zu
anderen aus/: /adj./ er hat die meisten Bücher,
die meiste Zeit (von uns allen) — 2 . /drückt den
größten Teil einer Gesamtheit, die Mehrheit a u s/:
/subst./ die meisten (der Gäste, vo n uns) waren
schon gegangen; das meiste davon habe ich schon
wieder vergessen; /adj./ die meisten Gäste brachen
gegen Morgen auf; er macht uns die meisten
Sorgen — H . /Adv./ 1. am meisten /Superl. zu
sehr, viel (II)/ 1.1 . im höchsten Grade, stärksten
Maß: über ihn habe ich mich am meisten ge
ärgert; sie ist am meisten zu bedauern 1 .2 . /dient
zur Umschreibung des Superl. von Adj., Part., von
denen ein Superl. nur schwer od. nicht zu bilden
ist/: der am meisten diskutierte Fall; er ist der
am meisten Geschädigte von allen — 2. mei
stens : er kommt m. erst gegen Abend
Me|st/me|st| -begünstigung, die W irtsch . Ver
pflichtung eines Staates, dem Vertragspartner bei
der Behandlung von dessen Waren und Staats
angehörigen dieselben Vergünstigungen einzuräum en
wie dem auf seinem Territorium jeweils am besten
behandelten Staat; -bietend /Adj.; vorw. adv./: etw.
m. versteigern (demjenigen, der das höchste Angebot
macht, verkaufen)
meistens /Adv.; / auch meist/ im allgemeinen,
fast immer: m. kommt er zu spät
meistenteils /Adv./ meistens: m. hat er recht
Meister, der; -s, - 1 . Facharbeiter, Handwerker, der
auf Grund einer abgelegten staatlichen Prüfung be
rechtigt ist, einen Handwerksbetrieb seines Berufes
zu leiten und Lehrlinge auszubilden od'. als 1Lei-
ter (1), Organisator eines Bereiches der Produk
tion in einem Betrieb tätig zu sein: er ist M. ge-
Meisterbereich — meliert
771
worden; er g eht bei einem guten M. in die Lehre;
die Taktstraße, die LehrlingsWerkstatt wird von
einem M. g eleitet — 2 .1 . großer Könner, hervor
ragender Fachmann: er ist ein M. seines Faches,
ein M. der Sprache, der Verstellung 2.2 .1 . großer
Künstler, bes. in der Musik und bildenden Kunst:
die Gemäldegalerie der alten M.; ein unbekannter
italienischer M. 2 .2 .2 . bedeutender Künstler , Wissen
schaftler mit einem K reis von Anhängern, Schülern
2.8 . S p or t Sieger in einer Meisterschaft (2.1): er, die
Mannschaft wurde M. der DDR im Fechten, Bob
fahren; (Verdienter) M. des Sports /Ehrentitel für
einen verdienten Sportler in der DDJRf — 8. um g.,
oft scherzh. /als Anrede für einen Mann, meist
für jmdn., der einem nicht (namentlich) bekannt ist/:
na M., wie geht’s?
Meister| -bereich, der fa ch sp r . von einem Meister
(1) geleiteter Bereich innerhalb der Prod uk tions
abteilung eines Industriebetriebes: die Abteilung
ha t fünf Meisterbereiche; -brief, der Urkunde über
die abgelegte M eisterprüfung
meisterhaft fAdj.f hervorragend, vollendet: eine
meisterhafte Aufführung; ein meisterhafter Wurf,
Sprung; sein Vortrag ist m.; etw. m. beherrschen,
können; sich auf etw. m. verstehen
Meister| -hand, die /in der Verbindung! von M.:
eine von M. (von einem großen Künstler) geschaffene
Plastik; -Masse, die Gruppe ausgewählter Künstler,
die von einem namhaften Künstler, Pädagogen einer
Musikhochschule, einer Kunstakademie unterrichtet
w ird; -leistung , die fvorw. Sg./ hervorragende, voll
endete Leistung (1): dieser Rom a nist eine epische M.
meisterlich /A d j./ meisterhaft: etw. m. beherrschen;
eine meisterliche Arbeit
meistern fsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. gut bewältigen:
Schwierigkeiten, Probleme, schwere Aufgaben m .;
die Situation m.; jeder muß das Leben m. 1 .2 .
seine Erregung, Leidenschaften, seinen Zorn in.
(zügeln, bezwingen) — 2 . etw. meisterhaft beherr
schen: sein Fachgebiet m.
Me|ster|prüfung, die staatliche Prüfung, durch die
jmd. die Qualifikation als Meister (1) erreicht: die
M. als Tischler, Bäcker, Maler ablegen
Meisterschaft, die; -,
-e n 1. fvorw. Sg.j meister
haftes Können: sprachliche, handwerkliche, v o ll
endete M.; der Pianist brachte es zu hoher M.;
er stellte seine M. unter Beweis — 2. Sport 2.1.
fvorw. Pl.f periodisch stattfindender Wettkampf, bei
dem der beste Sportler, die beste Mannschaft einer
Disziplin den Titel ,Meister' erhält: die M. findet
in K statt 2.2 . Sieg in 2.1: um die M. kämpfen
Meisterschaftsspiel, das fvorw. Pl.f Sp o rt Spiel,
Wettkampf um die M eisterschaft (2.2)
Me|ster| -Schüler, der Künstler, der von einem nam
haften Künstler, Pädagogen besonders unterrichtet,
gefördert wird, Angehöriger einer Meisterklasse;
- stück, das fPl. -e/ 1. von einem Gesellen für die
Meisterprüfung angefertigte Arbeit — 2 . fvorw. Sg.f
Meisterleistung: das war ein M. der Diplomatie,
an Überzeugungskunst; <0> iron. da hat sie sich
wieder mal ein M. (eine Dummheit) geleistet;
- titel, der Sport Titel eines Meisters (2.3): die
Mannschaft sicherte sich den M.; er holte sich
drei M.; um den M. kämpfen; -werk, das 1. her
vorragendes Kunstwerk: literarische, künstlerische
Meisterwerke — 2. fvorw. Sg.f Meisterleistung:
diese handwerkliche Arbeit ist ein M.
meist [genannt fA dj. ; nur attr.f: sie war die meist
genannte (in den Medien am häufigsten erwähnte,
gefeierte) Filmschauspielerin des Jahres
Melancholie, die; -, fo. Pl.f [..qk o ..] von (an
haltend) großer Traurigkeit gekennzeichneter Ge
mütszustand :jmd. ist voller M.; er verfiel in tiefe M.
Melancholiker, der; -s, - [ . .q k o ..] melancholischer
Mensch
melancholisch fAdj.f [..q k o ..] zu Melancholie
neigend, Melancholie zeigend: er ist m.
Melange, die; -, -n [.. Id:3(9), P I ... 3on] 1. Mischung
aus gerösteten und kandierten Kaffeebohnen — 2 .
Gewebe aus verschiedenartigen Fasern mit dem
Effekt einer Mischfarbe
Melde, die; -, fo. Pl.f in mehreren Arten vorkommen
des Unkraut mit spitz zulaufenden, an der Unter
seite oft mehlig bestäubten Blättern
melden, meldete, hat gemeldet 1 . etw. öffentlich be
kanntgeben: der W etterdienst meldet ein heranzie
hendes Hoch; die Zeitungen, Theater m. einen B e
sucherrekord — 2 .1 .1 . (offiziell, dienstlich) der zu
ständigen Stelle etw. zur K enntnis bringen, m it-
teilen: dem Abteilungsleiter den Abschluß einer
Arbeit, einen Wegeunfall m.; der Polizei einen
Autounfall, Einbruch m. 2 .1 .2 . sich krank, gesund
m. (mitteilen, d aß man krank-, gesundgeschrieben
ist); jmdn., sich polizeilich m. (jmdn., sich bei der
Polizei anmelden) 2.1 .8 . die Sekretärin meldete
Herrn N (kündigte Herrn N als Besucher an) 2.2 .
jmdn. zu, für etw. m. jmdn. zur Teilnahme an etw.
anmelden: einen Jugendlichen zur Jugendweihe,
30 Teilnehmer für den Dampferausflug m.; sich
für, zu etw. m. (sich zur Teilnahme an etw. bereit
erklären); sich (freiwillig) zum E rnteeinsa tz, als
Betreuer für etw., als Teilnehmer am Sprach
kursus m. — 8. sich m. 8.1 . mitteilen, daß man zur
Stelle ist: melde dich bitte im Sekretariat; fbei
Telefongesprächen/ Teilnehmer meldet sich nicht
(nimmt nicht ab); Teilnehmer, b itte m.! /M it
teilung, Aufforderung der Vermittlungf 3.2 . er hat
sich nach unserer Abfahrt nicht mehr gemeldet
(nichts mehr von sich hören lassen) 3.3 . sich bemerk
bar machen: er meldete sich mit leisem Klopfen
an der Tür; u mg . etw. meldet sich: nach längerer
Pause hat sich sein Heimweh wieder gemeldet
3.4 . (durch Handzeichen i n der Schule) ums Wort
bitten: sich (zur Diskussion) m.
-b salopp nichts zu m. (zu bestimmen 1) haben;
—
sich zur / Stelle m.;sich zu / Wort m.
Melde/melde| -pflicht, die fo. Pl.f Pflicht jedes Bür
gers, seinen Wohn- od. Aufenthaltsort, Pflicht jedes
Arztes, das Auftreten bestimmter Krankheiten den
zuständigen Behörden zu melden; -pflichtig /A d j.;
nicht adv.f der Meldepflicht unterliegend: jedes A uf
treten von Ruhr, Typhus ist m.; -stelle, die umg.
Einwohnermeldestelle
Meldung, die; -,
-e n 1. das Melden (3.4): es wird
um M. zur Diskussion gebeten — 2 .1 . etw., das
gemeldet (1) wird: eine M. bestätigen, dementieren;
die neuesten Meldungen (Nachrichten 2) besagen . . .
2.2 . etw., das gemeldet (2.1.1) wird : eine M. über
bringen, erhalten, weiterleiten; M il. dem Vor
gesetzten M. machen, erstatten 2.3 . Mitteilung
über jmds. geplante Teilnahme an etw.: für die
Olympischen Spiele ging en bereits Meldungen aus
vielen Ländern ein
meliert fAdj.f zwei- od. mehrfarbig gesprenkelt: eine
50 Wörterbuch
772
Melioration — ^Mensch
(grün und weiß) melierte Jacke; melierte (gespren
kelte) Emaille; m eliertes (angegrautes) Haar
Melioration, die;
-en
nachhaltige Verbesserung
ungünstiger Eigenschaften des Bodens durch mecha
nische, chemische od. biologische M aß n ah m e n: die
M. v on Ödland vornehmen; dazu meliorieren /sw.
Vb.; hat/: Ödland m.
Melfsse, die;
-n zu den Lippenblütlern gehörende
Heil- und Gewürzpflanze m it nach Zitrone duften
den Blättern
Meljssen|geist, der jo. P L / Destillat aus H eil
kräutern, vorwiegend aus M elisse
Melkjanlage, die L a nd w . technische Anlage zum
maschinellen M elk en von Kühen
melken (er melkt), melkte, hat gemolken, auch
gemelkt 1. ein Tier m. einem milchgebenden Tier
durch sachgemäßes Ausüben von Zug und Druck
auf die Zitzen m it den Händen od. m it Hilfe einer
Melk maschine Milch entziehen'.
Kühe, Schafe,
Ziegen m .; Kühe mit der Hand, elektrisch m.
—
2. /nur im Präs./ die Kuh melkt (gibt Milch); eine
melkende (milchgebende) Kuh
Melker, der; -s, - landwirtschaftlicher Facharbeiter,
der Binder melkt und pflegt
Melk|Schemel, der einbeiniger, beim M elken be
nutzter Schemel
Melodie, d ie; -n [ .. i :an] künstlerisch geformte Folge
von Tönen: die M. zum Text summen, spielen;
altbekannte, beliebte Melodien (Musik-, Gesangs
stücke)
Melodik, die;
/o. PI ./ 1. der melodische (2)
Teil der M usik: Rhythmik und M.
—
2. Lehre
von 1
melodiös /A dj.f wohlklingend: der zweite Satz
dieser Sinfonie ist sehr m.
melodisch /A dj./ 1 . wohlklingend: eine warme,
melodische Stimme — 2, /nicht präd./ die Melodie
betreffend: ein m. akzentuierter Rhythmus
Melodrama, das 1. gesprochene Dichtung mit be
gleitender Musik — 2. spött. leidenschaftliche Aus
einandersetzung in theatralischer Form: in der
Familie H spielte sich ein M. ab; dazu melo
dramatisch /A dj.f
Melone, die;
-n 1. zu den Kürbisgewächsen ge
hörende, in verschiedenen Arten kultivierte, rankende
Gemüsepflanze — 2- große kugelförmige Frucht von
1 m it sehr saftigem Fruchtfleisch, das roh gegessen
wird — 3., u m g , runder, steifer Herrenhut: er trug
eine schwarze M.
Membran, die; -en 1. Elektrotechn. sehrdünne
elastische Platte od. straff gespannte Folie bes. aus
Metall, Plast zur Übertragung von Schallwellen:
die M. des Telefons, Mikrofons — 2. Biol. Zell
wand mit abschließender Funktion — 3 . Phys.
C hem . S toff (3.2) von flächenhafter Ausdehnung, der
nur bestimmte Stoffe aus einer Lösung, nur Ionen
durchläßt
Membrane, d ie; -n s. Membran
Memme, die; -n u m g . Feigling: du (feige) M.!
Memofren, die /PI./ [memöauan] schriftliche Dar
stellung von Erinnerungen aus dem eigenen Leben:
seine M. schreiben; die M. eines Diplomaten
Memorandum, das; -s, Memoranden, auch Memo
randa Denkschrift, bes. zu politischen Fragen
memorieren /sw. Vb.; hat/ etw. m. sich etw. durch
(lautes) Wiederholen fest einprägen: eine Red e,
einen Text m.
Menage, die; -,
-n [. .a :30] kleiner Ständer mit Ge
fäßen für Gewürze, Essig und Öl
Menagerie, die; -,
-n [..a,?p.., PI. ..i:on] scherzh.:
du hast ja eine ganze M. (Sammlung verschiedener
Tiere) !
Menetek el, das; -s, - (geheimnisvolles) Anzeichen
drohenden Unheils
Menge, die; -,
- n 1.1 . unbestimmte, große Anzahl von
Personen, Sachen, viele: eine M. Zuschauer, Leute;
eine M. Kinder haben; eine M. Bücher wurde, wur
den verkauft; eine M. silberne, silberner Löffel
l . 2. eine M. viel (1.2): das kostet eine M. Geld; er
bildet sich eine M. darauf ein; du kannst eine M.
von ihm lernen; Obst in Mengen (sehr viel Obst)
ernten — 2 . zähl-, wägbarer, nicht immer genau be
zeichnter Teil eines Stoffes od. relativ bestimmte A n
zahl der Exemplare von etw., Quantum: die vorge
schriebene M. beachten; er kaufte die doppelte,
dreifache M. v o n der Ware; kleinste Mengen Arsen
wirken tödlich — 3 . /o. PI ./ große Ansammlung
von Menschen: eine unübersehbare, begeisterte,
wartende M .; wir drängten, schoben uns durch die
M. (bei der Demonstration) — 4 . M ath. Zusam
menfassung bestimmter, wohlunterschiedener Objekte
unserer Anschauung od. unseres Denkens zu einem
Ganzen: die M. der ganzen, natürlichen Zahlen;
(un)endliche Mengen
+ u m g . in rauhen Mengen (in großer Anzahl); jede
M. sehr viel: wir hatten jede M. Probleme
mengen /sw. Vb.; h at/1.1. zwei od. mehrere körnige,
stückige od. flüssige Stoffe, Substanzen zu einem Ge
menge vereinigen: Mehl und Wasser (zu einem Teig)
m. ;ZementundSand m. 1.2. etw. in, unter etw. m.
etw. in etw. geben und es damit (zu einer Masse) ver
einigen: Zitronat in, unter den Teig m.; eins ins
andere m.
—
2. sich in etw. einmengen, -mischen:
er wollte sich nicht in die Streitigkeiten m.
Mengen/mengen| -lehre, die fo. PI ./ Teilgebiet der
Mathematik, das die Eigenschaften und gegenseitigen
Beziehungen der Mengen (4) untersucht; -mäßig
/A dj.; nicht präd./ hinsichtlich der Menge (2): ein m.
qualitativ gutes Angebot an Frischgemüse
Meningitis, die; -, /o. PI ./ Med. Hirnhautent
zündung
Meniskus, der; -, Menisken Med. nicht geschlosse
ner Bing aus Knorpel im Kniegelenk
Mennige, die; -, / o. P L / aus Bleioxid hergestellte rote
Farbe, die bes. als Schutzanstrich gegen Bost ver
wendet wird
Mensa, die; Mensen einer Hochschule angeschlos
sene Speisegaststätte, in der die Studenten verbillig
tes Mittagessen erhalten
Mensch, der; -en, -en 1.1 . jo. PI ./ das höchstent
wickelte, m it Bewußtsein, der Fähigkeit zu denken
und z u sprechen ausgestattete Lebewesen, das gesell
schaftlich lebt und arbeitet und die Welt nach dem
Grad seiner Erkenntnis planmäßig verändern und
gestalten kann: der aufrechte Gang des Menschen;
das Denken, Fühlen, Handeln des Menschen; das
Bewußtsein, die schöpferischen Kräfte, die Würde
des Menschen; der M. verändert die Natur; die
Ausbeutung des Menschen durch den Menschen
beseitigen; die Sorge um den Menschen in der
sozialistischen Gesellschaft 1.2 . Person (1 .2): ein
anständiger, ernster, gesunder, guter, kluger,
kranker, ordentlicher, sympathischer, zuverlässi
ger M.; alle friedliebenden Menschen; einem Men
2Menscli — M entalität
773
sehen glauben, vertrauen; einen Menschen bewun
dern, lieben, hintergehen; für einen Menschen sor
gen, eintreten; den Umgang mit anderen Menschen
pflegen, meiden; über einen Menschen urteilen;
Tausende von Menschen demonstrierten; s a l o p p
/in der Anrede/ M., paß doch auf!; M. Meier! /A us
ruf des Erstaunens/
+ mit jmdm. von M. zu M. (ohne konventionelle
Schranken) reden; kein M. (niemand); u m g . auch
nur ein M. sein (wie jeder Mensch auch Schwächen,
Fehler haben); (gar) kein M. mehr, nur noch ein
halberM.sein(völligerschöpft sein);umg.scherzh.
sich wie der erste M. benehmen (sehr unbeholfen
sein); — / Himmel und Menschen; jmd. ist eine
/ Seele von M., von einem Menschen
2Mensch, das; -es, -er s a l o p p /von einer negativ
bewerteten weiblichen Person/ : so ein faules, lieder
liches M .!; wo treibt sich das Mensch nur herum!
Menschen/menschen zu 1Mensch| -affe, der in
mehreren Arten vorkommender, zu den Primaten
gehörender großer, schwanzloser, meist Bäume be
wohnender Affe, der in halbaufrechter Haltung auf
dem Boden gehen k a n n : Schimpanse, Gorilla,
Orang-Utan gehören zu den Menschenaffen; -alter,
das Zeitspanne, die die durchschnittliche Lebenszeit
eines Menschen umfaßt', etw. ist ein M. her, liegt ein
M. zurück; -bild, das /o. PL / die jeweiligen gesell
schaftlichen Verhältnisse widerspiegelnde Vorstellung
vom Wesen der M enschen: das humanistische M.;
das M. des Sozialismus; -feind, der jmd., der sich
enttäuscht, verbittert von den Mitmenschen zurück
gezogen hat, sie meidet, verachtet, Misanthrop;
- feindlich /A dj./ inhuman, unmenschlich: etw. als
einen menschenfeindlichen Akt anprangern; eine
menschenfeindliche Ideologie; -fresset, der umg .
Kannibale; -freundlich /A dj./ den Menschen wohl
gesinnt, seinen Mitmenschen gegenüber grundsätzlich
wohlwollend: seine menschenfreundliche Gesin
nung; ein menschenfreundliches Verhalten; er war
sehr m .; -führung, die /o. PL/ (Art der) Leitung (2)
und Erziehung von Menschen als Bestandteil der
Leitungstätigkeit, die in ihren Zielsetzungen vom
Charakter der Gesellschaftsordnung geprägt ist: die
Prinzipien der sozialistischen M .; -gedenken /in der
Verbindung/ seit M. soweit sich Menschen erinnern:
das ist seit M. nicht passiert; -gestalt /in der Ver
bindung/ eine B estie in M. (ein bestialischer M ensch);
-gruppe, die; -hand /in den Verbindungen/ von,
durch M. von, durch Menschen: etw. ist von, durch
M. geschaffen worden; -handel, der 1. Handel (1)
mit Menschen: mit Sklaven wurde M. getrieben —
2. strafrechtlich verfolgte organisierte Ausschleusung
von Bürgern der DDR; dazu -händler, der; -kenner,
der jmd. der Menschenkenntnis besitzt: er ist ein
(guter, schlechter) M.; -kenntnis, die jo. PL/ die
durch Erfahrung gewonnene Fähigkeit, Menschen
und ihr Tun richtig zu beurteilen: das zeugt v on
einer ausgezeichneten M.; er besaß wenig M.;
- k ind , das /drückt eine freundliche od. mitleidsvolle
Haltung des Sprechers au s/ 1Mensch (1.2): so ein
armes M.!; -leben, das /PI. -/ 1 . jo. PL/ Lebenszeit
eines Menschen: ein erfülltes, reiches M. — 2 . /vorw.
PI./ (Verluste an) M. waren nicht zu beklagen
(Menschen sind dabei nicht ums Leben gekommen);
-leer /Adj.; nicht adv./: er ging durch menschen
leere Straßen (durch Straßen, auf denen kein Mensch
zu sehen war); -masse, die vgl.
-menge; -menge,
die große Ansammlung von Menschen: eine riesige
M.; er schob sich durch die, verschwand in der M .;
7inöglich, -m öglich /A dj.; in der Verbindung/ das,
alles menschenmögliche (alles, was man zu leisten
imstande ist) tun, getan haben; -opfer, das /vorw.
P L /: bei dem Flugzeugabsturz waren viele M. zu
beklagen (sind viele Menschen ums Leben gekom
men) ; -rasse, die große Menschengruppe mit einer be
stimmten Anzahl gleicher od. ähnlicher erblicher Kö r
permerkmale ; -raub, der gewaltsame Entführung von
Menschen, die ihrer Freiheit beraubt und verborgen
gehalten werden: die Bande wurde wegen versuchten
Menschenraubes verurteilt; -recht, das /vorw. PL /
Grundrecht: der Schutz, eine Verletzung der
Menschenrechte; für die Verwirklichung der Men
schenrechte eintreten; -scheu /Adj./ die Menschen
meidend, ungesellig: er ist m.; -schlag, der jo. PL/
Gruppe meist landschaftlich zusammengehöriger
Menschen mit bestimmten einheitlichen Merkmalen:
ein geselliger, schwerfälliger, derber M. ; -seele, die
+ umg. keine M. niemand (1.1): keine M. war weit
und breit zu sehen; keiner M. begegnen
Menschens|kind /o. A rt./ s a lopp /in Ausrufen als
vorwurfsvolle Anrede/: M., nimm dich doch zu
sammen !; Menschenskinder, paßt doch a uf!
menschen/Menschen zu M ensch] -unwürdig /Adj./
nicht menschenwürdig: menschenunwürdige Ver
hältnisse, Zustände; m. leben, wohnen; -Ver
achtung, die: aus seinen W orten sprach tiefste M.;
- verstand, der /in der Verbindung/ der gesunde M.
der Verstand, die Vernunft: das sagt einem doch
der gesunde M.; -würde, die jo. P L/ die Würde (1)
jedes Menschen: die M. achten, verteidigen, ver
letzen; seine M. bewahren; -würdig /Adj./ der
Würde (1) des Menschen entsprechend: ein m en
schenwürdiges Dasein; m. leben, wohnen
Menschheit, die; /o. P L/ Gesamtheit der 1M en
schen (1.2) der Erde: die Entwicklung, Geschichte
der M .; die Krebskrankheit ist eine Geißel der M .;
der Atomkrieg wäre ein Verbrechen an der M.;
eine Erfindung zum Wohle der M.
-f
der / Abschaum der M.
menschlich /A d j./1, den 1Menschen (1.1) betreffend,
ihm eigentümlich: der m enschliche Körper; die
menschliche Gesellschaft, Sprache; die mensch
lichen Bedürfnisse, Fehler, Schwächen; nach
menschlichem Ermessen müßte das Experiment
gelingen; sich m. (persönlich) näherkommen;
menschliche Bindungen, Kontakte — 2 . verständnis
voll und mitfühlend a uf die Belange der anderen ein
gehend, ihren Fehlern und Schwächen gegenüber nach
sichtig: m. denken, handeln; jmdn. m . behandeln;
er zeigte sich von der menschlichen Seite — 8. men
schenwürdig: erst einmal menschliche Bedingun
gen schaffen; O jetzt sieht es wieder m. (ordent
lich1)aus
Menschlichkeit, die; -, jo. PL/ der Würde des M en
schen entsprechendes Denken und Handeln: wahre
M.; Verbrechen geg en die M.
Menses, die /Pl.f [menzeis] Med. Menstruation
Menstruation, die; -,
- e n M ed . bei Nichtbefruchtung
der Eizelle etwa alle 28 Tage außretende Blutung
aus der Gebärmutter
Mentalität, die; -,
-e n Denk- und Verhaltensweise
eines 1Menschen (1.2), einer Menschengruppe: auf
jmds. M. eingehen; die unterschiedliche M. der
Völker
50*
774
Menthol — Messerspitze
Menthol, das; -s, /o. PL/ Chem. intensiv nach
Pfefferminz riechender Stoff, der als Arom a und in
der Pharmazie verwendet wird
Mentor, der; -s, M entoren erfahrener Lehrer od.
Wissenschaftler, der für die Anleitung und Aus
bildung von Nachwuchshadern verantwortlich ist
Menü, das; -s, -s Mahlzeit mit mehreren, in der Ab
folge festgelegten Gängen: ein festliches M.; ein M.
zusammenstellen
Menuett, das; -(e)s, -e [..u |et] 1« relativ langsamer
Tanz des 17. und 18. Jhs. im Dreivierteltakt — 2 .
Mus. Satz im Dreivierteltakt bes. in Sinfonie, Sonate
Menüjladen, der Verkaufsstelle des soz. Einzel
handels, in der vorwiegend (halb)fertig zubereitete
Speisen angeboten werden
Mergel, der; -s, jo. PL/, fachspr.
-
Sediment aus
Kalk , Ton und erdigen Bestandteilen
Meridian, der; -s, -e 1. G e og r. zwischen den beiden
Polen liegende, senkrecht auf dem Äquator stehende
Hälfte eines Längenkreises der Erde — 2. Astron.
größter gedachter K r ei s der Himmelskugel, der durch
den nördlichen und südlichen Punkt des Horizonts
sowie durch Zenit und Nadir verläuft
Meriten, die /PL/ v e r a lten d 2Verdienste (1.2):
seine M. haben
merkantil /A d j./ den Handel, das Kaufmännische
betreffend: etw. ist von merkantilem Denken, von
merkantilen Gesichtspunkten bestimmt
merkbar /A dj./ m erklich: eine merkbare Besserung
seines Gesundheitszustandes; es wird m. heller
Merkjhlatt, das /PL -blätter/ gedrucktes Blatt mit
Hinweisen, Erläuterungen für einen bestimmten
Personenkreis: ein M. für Diätvorschriften, für den
Reiseverkehr ins Ausland
merken fsw. Vb.; hat/ 1. etw. spüren (1.2): er
merkte ihre Absicht; laß es keinen, niemanden m . !;
er ließ mich seine Enttäuschung m. — 2 . sich etw.
m. etw. im Gedächtnis behalten: er kann sich keine
Namen, Zahlen, Witze m .; die Telefonnummer ist
leicht zu m .; merkt euch das (richtet euch danach) \;
umg. das werde ich mir m. (das werde ich euch
heimzahlen) I
Merk|fähigkeit, die jo. PL/ P sy ch . Fähigkeit, neue
Eindrücke, Wissensstoff kurzfristig im Gedächtnis
zu behalten: die M. läßt mit zunehmendem Alter
nach
merklich /Adj./ spürbar (1.1): mit merklicher An
teilnahme zuhören; seine K räfte ließen m. nach
Merk/merk| -m al, das /PL -e/ jmdn., etw. charak
terisierende Eigenschaft, die jmd n ., etw. von anderen
unterscheidet, Kennzeichnung:ein charakteristisches,
wesentliches M .; Merkmale für die E chtheit, Quali
tät von etw.; bestimmte Merkmale haben; -würdig
/A dj./ durch Abweichen vom Üblichen Aufmerksam
keit, Erstaunen erregend, seltsam, sonderbar: ein
merkwürdiger Mensch; eine merkwürdige B e
gebenheit, Geschichte; etw. ist m.; mir ist etw.
Merkwürdiges passiert; -würdigerweise /Adv./: m.
hatte er keine Schmerzen (es war merkwürdig, daß
er keine Schmerzenhatte); -Zeichen, das Zeichen (1.1),
das dazu dienen soll, sich an etw. zu erinnern: sich
ein M. im Kalender machen
meschugge /Adj.;vorw.präd / salopp verrückt (1.2):
er ist total m .; du machst mich ganz m .!
Mesozoikum, das; -s, jo. PI./ [..o:i..] GeoL Erd
mittelalter
Meß| -beeher, der m it einer M aßeinteilung ver
sehenes Gefäß zum Abmessen bes. von Lebensmitteln
in flüssiger od. körniger Form; -diener, der R el.
k a th . Gehilfe des Priesters bei der Messe (II. 1),
Ministrant
Messe, die; -,
- n I. große, zentrale Ausstellung von
Verbrauchsgütern od. Produktionsmitteln, die vor
wiegend als M uster (3) für Vertragsabschlüsse die
nen: die Leipziger M;. auf der M. ausstellen, Ver
träge abschließen; die M. der Meister von morgen
/Abk. MMM; technische Lehr- und Leistungsschau
der Jugend der DDR/ — IL1« Rel. kath. gottes
dienstliche, tägliche Feier des A lta rSakraments: die
M. zelebrieren; zur M. gehen — 2 . Mus. vokale
(und instrumentale) Komposition für II. 1: die M. in
h-Moll von J. S. Bach — III. Seemannsspr.
Aufenthalts- und Speiseraum für Offiziere od. M a n n
schaften an Bord von Schiffen
Messe zu Messe I[ -amt, das Amt für die Organi
sation und Verwaltung einer Messe: das Leipziger
M.; -besucher, der: die Stadt Leipzig erwartet ihre
M.;
- gast, der Messebesucher; -halle, die Ausstel
lungshalle auf einer Messe; -haus, das vgl. -halle
messen (er mißt), maß, hat gemessen f/ auch ge
messen/ 1. die bestimmte Größe von etw. anhand
eines zugrunde liegenden M aßes zahlenmäßig bestim
men: die Höhe, B reite, Länge, Zeitdauer, E ntfer
nung, den Rauminhalt m.; die Luftfeuchtigkeit,
Temperatur, Stromspannung m.; jmds. Brustum
fang, Taillenweite m.; das Eieber m.; etw. mit
einem Band-, Zentimeter-, Litermaß, Zollstock,
Thermometer m .; etw. genau m,; ein Gefäß zum
Messen — 2. etw., jmd. mißt etw, etw., jmd. hat ein
bestimmtes M aß (2.1), eine bestimmte Größe: das
Gartengrundstück mißt 2000 Quadratmeter; der
Teppich mißt drei mal vier Meter; er mißt fast
zwei Meter (ist fast zwei Meter groß) — 8. jmdn.
prüfend ansehen: er maß ihn mit einem abschät
zenden Blick; sie maßen sich, einander mit neu
gierigen Blicken — 4 . sich (in etw.) mit jmdm. m.
4.1 . in etw., bes. einem W ettkampf, erprobend fest
stellen, wer überlegen ist: die beiden Fußballmann
schaften maßen sich im Kampf; etw. m.: mit
jmdm. seine Kräfte m. 4 .2 . sich mit jmdm. (nicht)
m. können an jmdn. (nicht) heranreichen in Leistun
gen, Begabungen: im Schwimmen konnte er sich
m it ihm nicht m.
+ mit zweierlei / Maß m.
Messer, das; -s, - 1 . kleines Gerät aus einer Klinge
m it einer Schneide und einem Griff, bes. als Teil des
Eßbestecks zum Zerschneiden von Fleisch o. ä . : ein
scharfes, stumpfes, rostfreies M.; ein M. mit fest
stehender, aufklappbarer Klinge; die Schneide,
Spitze des Messers; M. putzen, schleifen; mit M.
und Gabel essen; etw. mit dem M. schneiden, zer
kleinern — 2. T ech n . meist blattförmiges, mit einer
Schneide versehenes Maschinenteil
+ etw. steht auf des Messers Schneide (steht kurz
vor einer gefährlichen Entscheidung); um g . jmdm.
sitzt das M. an der Kehle (jmd. ist in äußerster Be
drängnis, Geldnot); jmdn. ans M. liefern (jmdn.
durch Verrat ausliefern); bis aufs M. aufs äußerste,
mit allen Mitteln: ein Kampf bis aufs M.
Messer/messer| -rücken, der stumpfe Seite der
Klinge des Messers; :scharf, -scharf /Adj./ scharf
wie ein Messer: messerscharfes Gras; -spitze, die:
eine stumpfe, scharf geschliffene M .; eine M. (eine
sehr kleine Menge, meist so viel, wie auf der Spitze
Messerstecherei — Meterware
775
eines Messers Platz hat) Salz, Pfeffer; -stecherei, die;
- e n handgreiflicher Streit, bei dem die Kontrahenten
m it Messern aufeinander losgehen: in eine M. v er
wickelt werden; -stich, der Stich (1) mit dem Mes
ser*. das Opfer war durch einen M. in den Rücken
getötet worden
Messe zu Messe I| -stadt, die Stadt, in der Messen
abgehalten werden: die M. Leipzig; -stand, der
Ausstellungsstand eines Betriebes auf einer Messe
Meßj -gerät, das Gerät zum Messen (1), das die ermit
telte Größe selbsttätig auf einer Skala o. ä . anzeigt:
wissenschaftliche Meßgeräte; Daten an Meßgeräten
ablesen; -gewand, das vom Priester bei der Zele-
brierung der Messe (IL1) getragenes Gewand; -glas,
das jPl. -gläser/ schmales, hohes Gefäß aus Glas m it
einer M aßeinteilung zum Abmessen von Flüssig
keiten
Messing, das; -s, jo. Pl.j goldgelbe Legierung aus
Kupfer und Zink : Leuchter, Türklinken, Wasser
hähne, eine Schale aus M.
M§ß zu messen 1 | -latte, die langer hölzerner M eß-
stab; -Schieber, der M eßgerät, m it dem Abmessun
gen eines Werkstückes auf ihren Grenzwert geprüft
werden können; -stab, der Stab mit einer M aßein
teilung ;-technik, die jo. Pl.j Technik (1) des Messens
(1) : die elektronische M.; -tischblatt, das jPl. -b lät-
ter/ Karte (1) im Maßstab 1:25000
Messung, die; -,
-e n /zu messen 1/
Meß| -Werkzeug,das Werkzeug zum Messen von etw .;
- wert, der gemessener Wert: Meßwerte miteinander
vergleichen, überprüfen
Mestize, der; -n, -n Nachkomme aus der Verbindung
eines Elternteils mit weißer Hautfarbe und eines
indianischen Elternteils
Met, der; -(e)s, jo. Pl.j Honigwein
Metall, das; -s, -e Vertreter einer Gruppe chemischer
Elemente und ihrer Legierungen, die durch gemein
same Eigenschaften, z. B . gute Verformbarkeit und
elektrische Leitfähigkeit charakterisiert sind : weiches,
hartes M.; / unedle Metalle; M. bearbeiten, gie
ßen, härten, legieren, walzen
Metall] -a rbciter, der in der metallverarbeitenden
Industrie tätiger (Facharbeiter; -bearbeitung, die
manuelle od. maschinelle Bearbeitung von M etallen
für die Herstellung von Rohlingen od. (halb)fertigen
Gegenständen
metallen jAdj./ 1. /nur attr.j aus Metall bestehend:
metallene Türen, Haken, Knöpfe — 2 . metallisch
(2)
Metaller, der; -s, - u m g. Metallarbeiter
metallisch IAd j.j 1. aus Metall bestehend od. die
Eigenschaften eines M etalls besitzend: metallische
Roh-, W erkstoffe; ein m etallischer Stromleiter —
2. in seinen Eigenschaften M etallen vergleichbar:
etw. hat einen metallischen Glanz; der Gegenstand
ist von metallischer Härte; seine Stimme hat einen
m etallischen (harten, hellen, energischen) Klang;
etw. klingt, klirrt m.
Metallurgie, die; -, jo. Pl.j Wissenschaft von den
Eigenschaften der Metalle, ihrer Legierungen, ihrer
Gewinnung und Verarbeitung und der Herstellung
von Legierungen; dazu m etallurgisch /A dj.j
metallverarbeitend jAdj.; nur attr.j: die metallver
arbeitende Industrie
Metamorphose, die; -,
- n 1 .1 . innere tiefgreifende
Veränderung: die M. des Menschen im und durch
den Erziehungsprozeß 1.2 . Z ool. die M. eines In
sekts (die Entwicklung eines Insekts über die Stadien
der Larve zur endgültigen Gestalt des erwachsenen
Tieres)
Metapher, die; -n Sprachwiss. Literaturwiss.
als Stilmittel dienender bildlicher Ausdruck, in dem
ein Wort od. eine Wortgruppe auf der Grundlage von
mindestens einem gemeinsamen Bedeutungsmerkmal
m it dem eigentlichen Ausdruck für diesen verwendet
wird; dazu metaphorisch jAdj.j
Metaphysik, auch Metaphysik, Metaphysik, die
P h i los . 1 . idealistische Lehre, die die reale Existenz
eines jenseits der objektiven R ealität Seienden be
hauptet, das das waJire Sein der Dinge verkörpert,
der E rfahrung aber nicht zugänglich sei — 2. der
Dialektik entgegengesetzte Denkweise, die die Dinge
und Sachverhalte so, w ie sie sich außerhalb ihrer
Zusammenhänge und unabhängig von ihrer E n t
wicklung darstellen, für ihr objektives, wirkliches
Wesen hält; dazu Metaphysiker, der; -s, - u. meta
physisch jAdj.j; zu 1: die Existenz einer meta
physischen Welt annehmen; zu 2: eine metaphy
sische Denkweise
Metasprache, Metasprache, dieW issensch. Spra
che, Zeichensystem, m it dessen Hilfe man eine andere
Sprache, ein anderes Zeichensystem beschreiben,
analysieren kann
Metastase, die; -,
-n Med. Tumor, der sich durch
Verschleppung von Zellen einer bösartigen Ge
schwulst an anderer Stelle im Körper gebildet hat;
dazu metastasieren jsw. Vb.; hat/ Metastasen bil
den : die Geschwulst hat bereits metastasiert
Metatheorie, Metatheorie, d ieW issensch . Theorie
(1 ), in der Begriffe, Termini und Aussagen einer
Theorie Objekt der Untersuchung sind
Meteor, der; -s, -e A stron . beim Eindringen eines
Meteoriten in die Erdatmosphäre infolge Reibung
entstehendes intensives, helles, m eist linienförmiges
Aufleuchten, wobei der Meteorit ganz od. teilweise
verdampft: ein glänzender, plötzlich aufflammen
der M.
Meteorit, auch Meteorit, der; -(e)s/-en , -e/-en
Astron . fester kosmischer Körper, der sich durch
das Sonnensystem bewegt und in die Erdatmosphäre
eindringt
Meteorologie, die; -, jo. Pl.j Wissenschaft, die physi
kalische und chemische Zustände und Vorgänge in
der Erdatm osphäre erforscht, bes. wissenschaftliche
Wetterkunde; dazu meteorologisch jAdj.; nicht
präd.j: eine meteorologische Station (eine Wetter
station)
Meter, der, fachspr. das; -s, - jAbk. m; bei Maß
angabe Dat. PI. auch Meter; Maßeinheit der Längej:
was kostet der M.?; die Bücherwand ist drei M.
hoch, lang, hat die Höhe, Länge von drei Metern,
M.; ein Fluß von 30 Metern, M. Breite; ein zehn M.
tiefer See; auf 100 M. Entfernung, aus einer E nt
fernung v o n 100 M., Metern die Schießscheibe
treffen; der Läufer wurde auf den letzten Metern
überholt
meter/Meter| -h o ch jA d j.j ungefähr einen od. einige
Meter hoch, relativ hoch: meterhohe Schneeberge,
Staudämme und Wehre; der Schnee war, lag m.;
- m aß, das Band, Streifen od. Stäb von gewöhnlich
1,50 M eter Länge mit aufgedruckten Zentimetern
und Millimetern zum Messen von Längen; -wäre,
die jo. Pl.j nach Metern verkaufte Ware, bes. Stoff
(1)
776
Methan — m iesepet(e)rig
Methan, das; -s, fo. Pl.f Cliem . aus Kohlenstoff und
Wasserstoff bestehendes färb- und geruchloses, brenn
bares Gas, das als Kraftstoff für Motoren, zur Be
leuchtung, als Rohstoff für chemische Synthesen und
zu Heizzwecken verwendet wird
Methanol, das; -s, fo. P l.j farbloser, giftiger Alkohol
(1)
Methode, die;
-n 1 .1 . System von Regeln (1.2),
nach denen man wissenschaftliche Erkenntnisse
erlangen, darstellen od. die praktische Tätigkeit or
ganisieren, ausführen, durchführen kann: w is se n
schaftliche, mathematische, physikalisch-techni
sche Methoden; die dialektische, historische, e x
perimentelle, induktive, deduktive M.; Methoden
der Planung und Leitung der Volkswirtschaft;
neue rationelle Methoden entwickeln, einführen,
erproben 1.2 . A rt des Vorgehens: das sind üble,
hinterhältige, terroristische Methoden; u m g . er
hat so seine M. {geht auf seine eigene Weise vor, das
ist so üblich bei ihm) 1.3 . fo. Pl.f Ordnung (5.1),
Plan (1.2): er hat M. in diese Arbeit, dieses Unter
nehmen gebracht
Methodik, die; -,
- e n 1.1 . Wissenschaft, System von
den Methoden (1.1) einer Wissenschaft: die M. der
Psychologie 1.2 . fo. PL/ Wissenschaft von den Me
thoden (1.1) des Unterrichts und der Erziehung: sie
lehrt M. an einer pädagogischen Hochschule —
-
2. fo. P l.j methodisches Vorgehen: in seiner Arbeits
weise zeigte sich eine exakte M.
methodisch fAdj.f 1. nach einer bestimmten M e
thode (1 .1 ), wissenschaftlich durchdacht, planmäßig:
m. an ein Projekt herangehen; etw. m. unter
suchen —* 2.1 . die Methode (1.1) betreffend: m etho
dische Fragestellungen, Probleme 2.2 . die Methode
des Unterrichtens und Erziehens betreffend: eine
methodische Anleitung für den Unterricht; die
methodische Aufbereitung des Lehrstoffes
Methodologie, die; fo. Pl.f Theorie der wissen
schaftlichen Methoden; dazu methodologisch fAdj.f
Metier, das; -s, -s [m etie:] Beruf, Gewerbe: sein M.
ist das Goldschmiedehandwerk; er beherrscht,
kennt sein M.
Metrik, die; -, fo. Pl.f Lehre vom Versbau und den
Versmaßen
metrisch /A dj.; nicht präd.f I. die Metrik betreffend:
der metrische Bau einer Dichtung — II. auf den
Meter als Einheit der Länge bezogen, durch Zahl- und
Maßangaben meßbar: die Maße und Gewichte des
metrischen Dezimalsystems; ein m. geeichtes
Gefäß
Metronom, das; -s, -e M us. kleines, mit einer Skala
versehenes Gerät, das durch mechanisches Ticken das
Tempo, den Takt angibt
Metropole, die; -,
-n Hauptstadt: die M. eines Lan
des; die wirtschaftliche, kulturelle M. {Zentrum 2.1)
eines Landes
Metrum, das; -s, Metra/Metren Versmaß
Mettwurst, die fWurstsortef
Metzelei, die; -en Gemetzel
Metzger, der; -s, -landsch., bes. süddt. Schweiz.
Fleischer; dazu Metzgerei, die; -,
- e n Fleische
rei
Meuchel| -mord, der heimtückischer, hinterhältiger
M ord: ein feiger, politischer M.; einen M. verüben,
begehen; -mörder, der jmd., der einen Meuchelmord
begeht, begangen hat
m euchlings fAdv.; in Verbindung mit bestimmten
Verben/: jmdn. m. {heimtückisch und hinterrücks)
ermorden, überfallen, erschießen
Meute, die; -,
-n 1. Gruppe von Jagdhunden, die für
die Hetzjagd abgerichtet sind : die M. auf das Wild
loslassen — 2 . femot.f zügellose, erregte, meist zu
Tätlichkeiten bereite Menschenmenge: eine randa
lierende M.; die M. pfiff und johlte
Meutere], die; -,
- e n Auflehnung, Rebellion, E m
pörung (2) von Matrosen od. Soldaten gegen ihre
Vorgesetzten, auch von Gefangenen gegen das A u f
sichtspersonal: auf dem Schiff, im Gefängnis brach
eine M. aus; eine M. niederschlagen
Meuterer, der; -s, - jmd., der eine Meuterei begeht,
sich an einer Meuterei beteiligt
meutern fsw. Vb.; h a t/1. eine Meuterei begehen: die
Matrosen meuterten — 2. umg. seiner Unzu
friedenheit Ausdruck geben, sein Mißfallen äußern,
aufbegehren: die Leute m euterten wegen der lang
sam en Abfertigung
Mezzosopran, auch Mezzosopran, der 1. fo. Pl.f
mittlere Stimmlage bei Frauen zwischen Sopran und
Alt —2.Sängerin mit 1
miau flautnachahmend für die Stimme einer Katzef
miauen fsw. Vb.; hat/: die Katze miaut {schreit
miau)
mich fPron.f I. fAkk. vom Pers.pron. ich/ s. ich —
II. fRefl. pron. der 1. Pers. Sg. im Akk.f:ich habe
mich gemeldet, gestoßen
m ick(e)rig fAdj.f umg . schwächlich (1 ), zurück
geblieben (4): ein mickriges Geschöpf; mickrige
Pflanzen, Blumen; die Saat ist ziemlich m.
Mieder, das; -s, - enganliegendes, ärmelloses Ober
teil des Trachten-, Dirndlkleides: ein rotes, schwar
zes M.; sie hakt (sich) das M. zu
Mieder |waren, die fPl.; zusammenfassende Bez. für
Büstenhalter, Hüfthalter, Korsetts/
Mief, der; -(e)s, fo. P l.j u m g . schlechte, verbrauchte
Luft: im Zimmer war ein mächtiger M.; O klein
bürgerlicher M. {beschränkte kleinbürgerliche Atmo-
späre) ; dazu miefen fsw. Vb.; hat/ nach Mief rie
chen, schlechten Geruch verbreiten: hier m ieft es
mächtig u. miefig fAdj.f nach Mief riechend: eine
miefige Kneipe
Miene, die; -,
-n Ausdruck eines Gefühls im Gesicht:
eine heitere, freundliche, sorglose M. machen, zei
gen; eine strenge, spöttische, gönnerhafte M. zie
hen, aufsetzen; jmds. M. h ellt sich auf, verdüstert
sich; er hörte ihre Klagen mit unbewegter M. an;
keine M. verziehen (ein unbewegtes Gesicht behalten)
-f- M. machen, etw. Bestimmtes zu tun (etw. Be
stimmtes tun wollen, sich zu etw. anschicken); gute
M. zum bösen Spiel machen (widerwillig einver
standen sein)
Mienen|spiel, das fo. Pl.f die Gefühle begleitender,
wechselnder Gesichtsausdruck: er h a t ein lebhaftes,
bewegliches M.
mies fAdj.f umg. 1 .1 . schlecht (1.1), erbärmlich (1):
der Ort war damals ein mieses Nest; gestern war
ein mieses Fernsehprogramm; das sind miese
(ungünstige) Aussichten; miese Laune haben
(schlecht gelaunt sein) ; das W etter ist m. 1 .2 . schäbig
(2.1 ), erbärmlich (2), gemein (1 .1 .1 ): er ist eine miese
Type, ein mieser Intrigant, Charakter — 2. mir ist
ziemlich m. (elend 3)
Miese/miese umg .|
- peter, der; -s, - jmd., der
stets unzufrieden, in schlechter Stimmung ist: er ist
ein richtiger, ewiger M.; -p et(e)rig fAdj.f 1.1 . Un-
miesmachen — Milchmädchenrechnung
7T7
Zufriedenheit, schlechte Stimmung ausdrückend: ein
miesepetriges Gesicht machen 1.2 . m. gestimmt
sein (unzufrieden, in schlechter Stimmung sein)
mies/Miesj -machen /Vb.f umg. (jmdm.) etw. m.
etw. an etw. auszusetzen haben (und jmdm. dadurch
die Freude daran verderben): jmdm. ein Vergnügen
m .; mach mir nicht alles mies!; -muschel, die im
Meer lebende blauschwarze M uschel, die sich häu
fig in großen Mengen an Steinen, Pfählen fest
setzt
Miete, die; -,
-n 1.1. vom Mieter entrichtetes Entgelt:
eine hohe, niedrige M.; die M. zahlen, kassieren;
die M. beträgt 125 Mark — 2 . jo. Pl.f zur M. (irgend
wo als Mieter) wohnen; umg. etw. in M. (gemietet)
haben: wir haben die Garage nur in M.
—
II.l .l .
zum Schutz gegen Frost mit Stroh und Erde bedeckter
Haufen von Feldfrüchten, die überwintern sollen:
eine M. anlegen, abdecken, öffnen 1.2 . großer, im
Freien aufgeschichteter Heu-, Stroh-, Getreidehaufen
mieten, mietete, hat gemietet etw., bes. Wohnraum,
zeitweilig gegen Entgelt nutzen: ein Zimmer, Haus,
eine Wohnung, ein Grundstück m.; einen Laden,
Saal m.; sich einen W agen m.
Mieter, der; -s, - jmd., der etw., bes. Wohnraum,
gemietet hat: ein rücksichtsvoller, unbequemer M.;
die Rechte und Pflichten eines Mieters; die M. zu
einer Hausversammlung zusammenrufen; einem
M. kündigen
Mieter| -mitverwaltung, die fo. PL/ organisierte
Mitwirkung der Mieter bei der Verwaltung volks
eigener, in soz. -genossenschaftlichem Eigentum be
findlicher Wohnungen, Häuser; -s ch ütz , der ge
setzlich geregelter Schutz, den der Mieter (einer Woh
nung) gegenüber dem Vermieter genießt; -Selbst
verwaltung, die fo. P I .; Form der Mietermitverwal
tung!; -Versammlung, die; -Vollverwaltung, die
fo. PL; Form der Mietermitverwaltung!
mietfrei /Adj./: der Hausverwalter wohnt m.
(braucht keine Miete zu zahlen) ,
Miets| -h a u s, das größeres Wohnhaus m it (vielen)
Mietwohnungen; -partei, die Partei (4); -schulden,
die /P l.f aus nicht bezahlter Miete (1.1) entstandene
Schulden
M iet(s)| -Verhältnis, das vertraglich festgelegtes
Verhältnis zwischen Mieter und Vermieter: ein M.
eingehen, aufheben, kündigen; -vertrag, der Ver
trag über ein Mietsverhältnis: einen M. abschließen,
lösen
Miet| -wagen, der Personenkraßwagen, den man
ohne Fahrer für längere Fahrten mietet; -wohnung,
die Wohnung, die jmd. gegen regelmäßige Zahlung
einer Miete (1.1) bewohnt
Migräne, die; -,
- n in Anfällen auftretender, oft ein
seitiger und stundenlang anhaltender, heftiger K o pf
schmerz m it Übelkeit, Erbrechen und Überempfind
lichkeit gegen optische und akustische Reize: an M.
leiden; sich mit (einer) M. zu B ett legen
Mikrobe, die; -,
-n Mikroorganismus: nützliche,
schädliche, krankheitserregende Mikroben
Mikrobiologie, Mikrobiologie, die Wissenschaft von
den Mikroorganismen
Mikroelektronik, Mikroelektronik, die Teilgebiet
der Elektronik, das sich mit der Entwicklung und
Herstellung integrierter Schaltungen (1.1) befaßt, bei
denen eine Vielzahl von Bauelementen auf kleinstem
Raum zu einem K omplex verschmolzen sind
Mikrofon, das s. Mikrophon
Mikrometer, Mikrometer, der, fa ch sp r . das ein
millionstel Meter
Mikroorganismus, Mikroorganismus, der jvorw.
Pl.j mikroskopisch kleines Lebewesen
Mikrophon, das; -s, -e Gerät zur Umwandlung von
akustischen in elektrische Schwingungen: ein M.
aufstellen, -hangen; ins M. (hinein) sprechen, singen
Mikroprozessor, Mikroprozessor, der; -s, Mikropro
zessoren T ech n . standardisierter Baustein eines
extrem kleinen Computers, der die Funktionen des
Rechnens und der Regelung in sich vereinigt
Mikroskop, das; -s, -e optisches Gerät zur Vergrö
ßerung sehr kleiner Gegenstände; dazu mikrosko
pieren /sw. Vb.; hat/ fachspr. etw. mit dem Mikro
skop untersuchen
mikroskopisch jA dj.; nicht präd./ 1. mit dem M i
kroskop: eine mikroskopische Untersuchung vor
nehmen; etw. m. beobachten, untersuchen —■ 2.
w in zig klein und nur durch starke Vergrößerung er
k en n b a r mikroskopische, m. kleine Lebewesen
Mikrowellen, die fPl.f Elektrotechn. Phys.
elektromagnetische Wellen des Längenbereichs 0,1
bis 100 Zentimeter
Milan, Milan, der; -s, -e Greifvögel mit gegabeltem
Schwanz
Milbe, die; -,
- n in sehr zahlreichen Arten vorkom
mendes Spinnentier mit kaum gegliedertem, ge
drungenem Körper, das meist als Parasit lebt
Milch, die; jo. Pl.f 1. flüssige, weiße, fetthaltige
Absonderung der Milchdrüsen 1.1 . die sich nach der
Geburt bei einer F rau, bei einem weiblichen Säugetier
als Nahrung für den Säugling, für das neugeborene
Tier bildet: die Mutter h a tte genügend M. für den
Säugling, mußte die M. abpumpen 1.2 . die bes. von
Kühen durch Melken gewonnen und als Nahrungs
mittel vielseitig verwendet wird: (ab)gekochte, frische,
entrahmte, saure, dicke M .; kondensierte M.; M.
holen, abkochen, sauer werden lassen — 2 . B o t.
weißlicher Saft (1.1): die M. der Kokosnuß, des
Löwenzahns — 8 . Z o ol. weißliche Samenflüssig
keit der Fische: die M. des Herings
Mflchj -bar, die (kleinere) Gaststätte (mit einer 1B a r
2), in der vorwiegend Milchmixgetränke und Speise
eis angeboten werden; -bart, der umg. sc herz h. un
reifer, junger M ann (mit noch spärlichem Bartwuchs) :
ein rosiger, blonder M.; -brötchen, das Brötchen,
dessen Teig mit Milch angerührt ist; -drüse, die
Milch gebende Drüse der Säugetiere; -flasche, die
1.1 . Flasche, in der die Milch (1.2) abgefüllt zum
Verkauf kommt: leere Milchflaschen zurückgeben
1.2 . Flasche mit einem Sauger, aus der dem Säugling
od. einem neugeborenen Tier Milch (1) und Flaschen
nahrung verabreicht wird; -gebiß, das die ersten
Zähne des Kindes, die vom sechsten bis zum zwölf
ten Lebensjahr durch das nachwachsende bleibende
Gebiß (1.1) verdrängt werden; -glas, das /o. Pl.j
weißliches und trübes, undurchsichtiges, nur durch
scheinendes Glas (1): eine Fensterscheibe, Lampen
glocke aus M.
milchig jAdf.f weißlich und trüb: ein milchiger
Glanz, Nebel; ein milchiges Licht; eine milchige
Flüssigkeit; milchige Glasscheiben
Milch| -kaffee, der fo. Pl.j mit Milch gemischter
xKaffee(2); -kanne, die große Kanne aus Metall zum
Transport von Milch; -kuh, die Kuh, die zur Milch
erzeugunggehaltenwird; -mädchenreeknung, die +
um g. das ist eine M. das basiert auf unsicheren Fak
778
Milchmixgetränk — Million
toren, au f Trugschlüssen; -mixg etränk, das vorwie
gend aus Milch (1.2) und Obstsaft, oft auch mit
Alkohol gemixtes Erfrischungsgetränk; -produkt, das
aus Milch (1.2) gewonnenes Erzeugnis: Quark ist
ein M.; -pulver, das Trockenmilch; -reis, der in
Milch 1.2 gekochter gesüßter R eis; -säure, die jo. PL
Chem . organische, ungiftige Säure (2), die bes.
bei der Gärung von Milch (1) und Traubenzucker
entsteht; -Schorf, der nässender Hautausschlag auf
K o p f und Wangen von Säuglingen; -Straße, die jo.
PL/ sich am nächtlichen Himmel lang erstreckende,
schwach leuchtende Erscheinung aus einer Vielzahl
von Fixsternen; -Straßensystem, das A str o n . Ga
laxis ; -tü te , die fest verschlossenes, undurchlässiges,
tütenähnliches Behältnis, i n dem die Milch abgefüllt
zum Verkauf kommt; -Wirtschaft, die jo. Pl.f Zweig
der Landwirtschaft, der sich mit der Erzeugung und
Verarbeitung von Milch befaßt; -za hn , der Zahn des
Milchgebisses
m ild(e) /A dj./ 1 . nachsichtig, nicht streng: ein
mildes Urteil fällen, sprechen; jmdm. einen mil
den Verweis, eine milde Strafe erteilen; jmdn. milde
behandeln, beurteilen; mit etw., jmdm. milde
sein, verfahren — 2 . von geringer Intensität und
daher angenehm für die Augen: ein milder Glanz;
der Mond, die Lampe verbreitet ein mildes Licht,
einen milden Schein — 3 . von angenehmer Tempe
ratur, nicht zu warm und nicht zu kalt: ein mildes
Klima, W etter; milde Sommernächte; ein milder
Winter; es soll wieder milder werden — 4 .1 . nicht
sehr kräftig im Geschmack, die Schleimhäute nicht
reizend: ein milder W ein; milde Kaffee-, Zigarren
sorten; m. gewürzte Speisen 4 .2 . die Haut, das Ge
webe nicht angreifend: eine milde Creme, Seife —
5. /nur attr.f scherzh. ich bitte um eine milde
Gabe (eine kleine Spende); zu 1 —4 Milde, die;
jo. PL /; zu 1: die M. (Nachsicht) des Erziehers;
(gegen jmdn.) M. walten lassen
mjldern /sw. Vb.; hat/ 1 .1 . etw. Negatives in seiner
(starken) Wirkung abschwächen: die Stoßstange
milderte den Anprall nur wenig; den Eindruck v on
etw. m.; etw. mildert (dämpft) jmds. H eftigkeit,
Zorn, Erregung; jmds. N o t, Leid, Schmerzen m.
(lindern) 1.2 . eine Strafe, ein Urteil m. (auf ein ge
ringeres M a ß bringen)
mild|tätig /A dj.f g eh . barmherzig, wohltätig: gegen
jmdn. m. sein; sich m. verhalten
Milieu, das; -s, -s [mili0 :] 1. die natürliche und so
ziale Umgebung und die Lebensverhältnisse in ihrer
Einw irkung auf den Menschen: das soziale M.; das
geographische, historische M.; seinem M. en t
wachsen — 2 . B iol. natürliche Umgebung, in der
eine Pflanze, ein Tier lebt: Pflanzen in ihrem M. a b
bilden
miliau/Milieu fa ch sp r .)
- geschädigt /Adj./ einen
Milieuschaden aufweisend, sozialgeschädigt: ein
milieugeschädigtes Kind; -schaden, der psychischer,
auch körperlicher Schaden, der bes. bei K ind er n
durch ungünstige häusliche, soziale Verhältnisse
verursacht worden ist
militant /A d j./ eine Anschauung aggressiv ver
tretend, streitbar: ein militanter Vertreter des Anti-
kommunismus; militante Reden halten
Militär, das; -s, jo. Pl.f v era ltend 1. Gesamtheit
der Streitkräfte eines Staates: die Machthaber
stützten sich auf das M. — 2. bestimmtes Kontin
gent von 1: M. einsetzen, aufbieten; das M. griff ein
2Militär, der; -s, -s: a usländische Militärs (höhere
Offiziere) besuchten das Manöver
Militär| -akademie, die höchste militärische A u s
bildungsstätte einer Armee; -basis, die Basis (5),
Stützpunkt (1.2); -diktatur, die von Militärs aus
geübte Diktatur (2): eineM . errichten, stürzen; -g e-
richt, das Gericht z ur Ausübung der Rechtsprechung
in Strafsachen gegen Armeeangehörige und bei
Straftaten gegen die militärische Sicherheit eines
Staates
militärisch /Adj./ 1 . das 1Militär (1 ) betreffend, dar
auf beruhend: die militärische Ausbildung; mili
tärische Einrichtungen, Stützpunkte; die mili
tärische Führung; eine militärische Übung, Opera
tion, Intervention — 2 . dem Zeremoniell des 1M ili-
tärs (1 ) entsprechend: einen Staatsmann mit mili
tärischen Ehren empfangen
Militarismus, der; -, jo. P L/ Herrschafts- und Or
ganisationssystem der Klassengesellschaft, das der
Anwendung militärischer Gewalt die Hauptrolle in
der P olitik zuweist und alle Bereiche des staatlichen
und gesellschaftlichen Lebens K räften unterwirft,
die eine solche P olitik vertreten: der preußische M.;
den M. bekämpfen; dazu Militarist, der; -en, -e n u.
militaristisch /Adj./
Militär/militarl -junta, die sich aus Militärs zu
sammensetzende J unta ; -Obergericht, das vgl. Mili
tärgericht; -pakt, der Pakt über die militärische
Zusammenarbeit von Staaten: ein aggressiver M .;
- person, die fa ch sp r . Angehöriger der Streitkräfte;
- politisch /A dj./: militärpolitische Probleme, Ver
pflichtungen; ein militärpolitischer Mitarbeiter;
- r egime, das vgl. Militärdiktatur; -Staatsanwalt,
der /DDR/; -Stützpunkt, der Stützpunkt (1.2):
Militärstützpunkte errichten; die Liquidierung von
Militärstützpunkten; -transport, der; -wesen, das
/o. P L / Gesamtheit aller militärischen Einrichtungen,
M ittel und Personen; -Wissenschaft, die /o. PL/
Wissenschaft, deren Gegenstand die Gesetzmäßigkeiten
des bewaffneten Kampfes (1 .1 ) sind
Miliz, die; -,
-e n 1. nur zu kurzer Ausbildung und zu
Übungen eingezogene Streitkräfte i n bestimmten
Staaten, die außer wenigen Berufssoldaten keine ak
tive Armee unterhalten: die spanische M.; M. auf
stellen — 2 . Polizei in der Sowjetunion und einzigen
volksdemokratischen Ländern; zu 2 Milizionär, der;
-s, -e Angehöriger der M iliz
Mjlle, das; -,
-
sa lopp tausend Mark: das Auto
kostet 15 M.
Milliardär, der; -s, -e jmd ., der ein Vermögen von
mindestens einer Milliarde besitzt
Milliarde, die; -, -n /Abk. Md., Mrd./ eine M. /Kard.-
za h ll 000000000/
Millibar, Millibar, das; -s, -s /Abk. m b a r/1000 2Bar
Milligramm, Milligramm, das /Abk. mg/ ein ta u
sendstel Gramm
Millimeter, Millimeter, der, fa ch sp r . das /Abk.
mm/ ein tausendstel Meter: ein Brett vo n fünf M.
Stärke, Dicke; etw. auf den M. genau (sehr genau)
angeben, messen
Millimeter|papier, das jo. P L/ P apier für graphische
Darstellungen, das mit einem Netz von Quadraten
von einem Millimeter Seitenlange bedruckt ist
Million, die; -,
-en 1. fAbk. Mill./ eine M. /Kard.zahl
1000000/: eine viertel, halbe M.; über eineM. B e
sucher, Einwohner — 2 . /nur im Pl.f unbestimmte
Millionär — Mineralquelle
779
Anzahl von mehreren Millionen (1): Millionen von
Werktätigen, Menschen
Millionär, der; -s, -e jmd.> der ein Vermögen von
mindestens einer Million besitzt
Millionen |stadt, die Stadt m it mindestens einer
Million Einwohner
millionste /Ord.zahl zu Million 1/: das m. E xem
plar; der m. Besucher der Ausstellung
m illionstel leine Million als Nenner einer Bruch
zahlI: eine m. Sekunde
Millionstel, das; -s, - der millionste Teil einer (Maß)-
einheit, eines Ganzem ein M. einer Sekunde
millionte s. millionste
m illiontel s. millionstel
Milliontel, das s. Millionstel
Milz, die; -en lymphatisches Organ im Bauch des
Menschen und der Wirbeltiere, da s rote Blutkörp er
chen abbaut und weiße bildet
Mime, der; -n, -n vorw. scherzh. Schauspieler (1)
mimen /sw. Vb.; hat/ umg. etw. Vortäuschen, vor
spiegeln: er mimte Interesse, Gleichgültigkeit
Mimik, die; /o. PL/ Mienen-, Gebärdenspiel: die
sprechende, bewegliche M. des Schauspielers
Mimikry, die;
jo. PL/ [..kri] Zool. schützende
Anpa ssung mancher wehrloser, gefährdeter Tiere an
die Färbung, Form wehrhafter, ungefährdeter Tiere
mimisch /Adj./ 1.1. /nur attr./ die Mimik betreffend:
mimische Ausdruckskraft 1.2 . /nicht präd./ durch
die Mimik : etw. m. darstellen, vorführen
Mimose, die;
- n 1. holzige od. krautige tropische
Pflanze m it Blättern, die bei der geringsten Berüh
rung Bewegung zeigen: goldgelbe Mimosen —
2. jmd. ist eine M., ist empfindlich wie eine M. (ist
überempfindlich, sehr sensibel)
mimosenhaft /A d)./ überempfindlich, sehr sensibel:
mimosenhafte Naturen; er ist von einer mimosen
haften Sensibilität
Minarett, das; -(e)s, -e schlanker, von einer Galerie
umgebener T u rm einer Moschee
minder /A dj.; nicht präd./ gering (1.3 ,2): Waren
von minderer Qualität, Güte; Fragen minderer
Bedeutung zurückstellen
+ / mehroderm.
minder|bemittelt /A dj.; nicht adv./ 1 . über nur ge
ringe Geldmittel verfügend: seine Eltern waren m. —
2. s p ött. geistig m. geistig beschränkt: er war
geistig leider etwas m.
Minderheit, die; -,
- e n 1.1 . die zahlenmäßig kleinere
Gruppe (1 .1 ) gegenüber einer größeren: eine schwa
che, unterdrückte M.; die Interessen einer aus
beutenden M .; die Unterordnung der M. unter die
Mehrheit; eine religiöse, rassische, sprachliche M.
(zahlenmäßig kleine Gruppe innerhalb einer grö
ßeren Gemeinschaft); eine nationale M. (kleinere
Bevölkerungsgruppe in einem Staat, die sich von der
Mehrheit der Bevölkerung durch Abstammung,
Sprache und Kultur unterscheidet) 1.2 . /o. PL/ in
der M. (zahlenmäßig unterlegen) sein, bleiben
minderjjährig /Adj.; nicht adv./ noch nicht voll
jährig: minderjährige Kinder; sie ist noch m.
mindern /sw. Vb.; hat/ etw. verringern (1.1): durch
die Witterung wurden, waren die Erträge gemin
dert; die Geschwindigkeit m .; etw. mindert die
Bedeutung, den Rang einer Sache; dazu Minde
rung, die; -,
-en
minder/Minder] -wertig /A d j./ geringwertig, ziem
lich schlecht: minderwertige Waren; minderwertiges
Obst im Preis herabsetzen; -wertigkeitskomplex,
der P s y c h . das krankhaft übersteigerte Gefühl der
Unterlegenheit gegenüber anderen Menschen a uf
Grund tatsächlicher od. vermeintlicher seelischer od.
körperlicher Unzulänglichkeit: ein en starken M.
haben; sie leidet unter Minderwertigkeitskom
plexen; -zahl, die /o. PL/: in der M. (zahlenmäßig
unterlegen) sein
mjndest /Adj.; nur attr.;
auch mindestens; oft
verneint/ geringst (1 .2, 1.3): die mindesten Anlässe
versetzten ihn in Erregung; nicht die mindesten
Aussichten, die mindeste Angst haben; er versteht
nicht das mindeste (gar nichts) davon; das ist das
mindeste (das wenigste), was man erwarten kann
+ n icht im1 mindesten (überhaupt nicht); zum
mindesten (wenigstens 1 .2)
Mindest! -alter, das / o. P l.j geringstes erfordertes
Alter: das M. für die Zulassung zur Fahrschule
beträgt ...;
- betrag, der niedrigster (zulässiger)
Betrag: einen M. auf dem Sparkonto stehenlassen;
- einkomm en, das vgl. Mindestlohn
mindestens /Adv.; / auch mindest/ 1.1 . /mit
Zahlenangabej wenigstens (1 .1 ): er wiegt m. 80 K i
lo; die Feier dauert m. zwei Stunden; sie ist m.
53 Jahre alt 1 .2 . /weist auf eine Mindestforderung
hin/ wenigstens (1 .2): er hätte sich m. entschuldi
gen, bedanken können; sie hätte m. eine An
erkennung verdient
Mindest! -forderung, die Forderung, die das enthält,
was wenigstens erfüllt werden m uß; -geschwindig-
keit, die /o. PI ./ Geschwindigkeit, die nicht unter
schritten werden darf; -gewicht, das /o., PL/ ge
ringstes erfordertes Gewicht; -loh n , der (staatlich)
festgesetzte monatliche Lohnsumme, die jedem Werk -
tätigen mindestens gezahlt werden m uß: eine An
hebung der Mindestlöhne; -maß, das /o. PL; vorw.
m it unbest. A rt./ Minim u m (1.1): seine Bedürfnisse
auf ein M. beschränken, reduzieren; -rente, die
gesetzlich festgelegte Höhe der Rente, die nicht
unterschritten werden darf; -strafe, die niedrigstes, im
Gesetz für etw. vorgesehenes Strafm aß
Mme, die; -,
- n I. Bergwerk, bes. Erzgrube: die M.
wurde stillgeiegt — Et. stäbchenförmiges Teil in der
Längsachse von 1Stiften (1.2), Kugelschreibern, das
durch färbende Sub stan z da s Schreiben ermöglicht —
in. im Erdboden, im Gewässer verlegter hoch
explosiver (ungelenkter) Sprengkörper, der bes.
durch mechanischen Ko ntakt od. elektrisch zur E x
plosion gebracht w ird : Minen legen, entschärfen,
räumen; die M. explodierte; auf eine M. treten
Minen |feld, das vermintes Gebiet
Minenräuml -boot, das Schiff der Seestreitkräfte mit
speziellen Ausrüstungen zum Suchen und Unschäd
lichmachen von im Gewässer verlegten M inen (I I I );
- gerät, das Gerät zum Suchen und Unschädlichma
chen von im Erdboden verlegten M inen (III)
Mineral, das; -s, -e, auch -ien [ . .ion] anorganische,
chemisch und physikalisch einheitliche kristalline
Substanz, die den Hauptbestandteil der Erdkruste
bildet: eine Sammlung vo n Mineralien
Mineralogie, die; -, / o. PL/ Wissenschaft von den
Mineralien
Mineral] -öl, das jo. Pl.j Gemisch flüssiger Kohlen
wasserstoffe, das aus Erdöl, Steinkohlen- od. B ra un
kohlenteer gewonnen und technisch vielseitig genutzt
wird; -quelle, die Quelle mit natürlichem Mineral
wasser, das häufig therapeutische Wirkungen hat;
780
Mineralsalz — Mischfarbe
- s alz, das anorganisches Salz, das in kleiner Menge
für den Organismus lebenswichtig is t; -Stoff, der
vgl.
-s alz; -wasser, das /PI.
-wässerj natürliches
Quellwasser m it einem erhöhten Anteil an Mineral-
stoffen od. gelösten Gasen od. künstlich mit Mineral-
stoffen angereichertes und gesundheitsförderndes
Wasser
Miniatur, die; -,
-e n 1. verzierte Initiale, Malerei (2)
od, Zeichnung in alten Handschriften od. Drucken —
2. sehr kleines Bild (1.1)
Minigolf, das Spiel (1.2), bei dem ein massiver B all
m it einem Schläger über verschiedene Hindernisse
hinweg in ein dafür vorgesehenes Loch geschlagen
w ird
minimal lAdj.f geringfügig, unbedeutend: ein mi
nimales Ergebnis; minimale Unterschiede; mini
male (auf eine Mindestforderung weisende) An
forderungen an jmdn. stellen
Minimum, Mjnimum, das; -s, Minima 1.1 . jvorw.
mit unbest. Art.; o. Pl.f geringstes Maß (1.2.2):
schwere, physische Arbeiten auf ein M. begrenzen
l . 2 . kleinster Wert (4): die Maxima und Minima der
Temperatur, Luftfeuchtigkeit
Minirock, der modischer, weit oberhalb des Knies
endender Rock
Minister, der; -s, - Leiter eines Ministeriums, eines
zentralen staatlichen Organs (4): der M. für Aus
wärtige Angelegenheiten, des Innern; jmdn. zum
M. ernennen
Ministerium, das; -s, Ministerien [.ien, . .ion] zen
trales staatliches Organ (4) zur Leitung eines be
stimmten Bereichs: das M. für Auswärtige A n
gelegenheiten, des Innern
Minister| -präsident, der Vorsitzender der Regierung
in bestimmten Ländern: der amtierende, stell
vertretende M .; -rat, der Gesamtheit der Minister,
die Regierung (1): der M. (die als Organ der Volks
kammer, des Staatsrates fungierende Regierung) der
DDE; der Vorsitzende des Ministerrates
Ministrant, der; -en, -en E el. k a th . Meßdiener
Minna
+ sa lopp jmdn. zur M. machen (jmdn. gehörig
zurechtweisen, grob tadeln)
Minnesang, der; -s, /o. P I ./ lyrische Dichtung der
höfisch-ritterlichen Gesellschaft des 1 2 . —1 4 . Jhs.
Minorität, die; -,
- en fvorw. Sg.f Minderheit: die
Rechte der M. wahren
Minuend, der; -en, -en [..u|ent] Math. Zahl, von
der eine andere subtrahiert wird
minus /Adv.; sprachliches Äquivalent des (mathe
matischen) Zeichens —/ 1.1* [drückt aus, daß eine
Zahl von einer anderen subtrahiert wirdf: fünf m.
zwei ist gleich drei 1.2 . /markiert, meist vor der Zahl
stehend, diese als unter N ull liegend/: draußen sind
m. zehn Grad, zehn Grad m. (zehn Grad unter dem
Gefrierpunkt) 1.8 . /gibt, einer Zahl nachgestellt, an ,
daß eine Leistung schlechter ist als der durch die
Zahl ausgedrückte Wert eines Bewertungssystems/:
die Leistung des Schülers wurde mit zwei m. b e
wertet
Minus, das; -,
- 1 . jvorw. Sg./ Fehlbetrag: mit einem
M. in der Kasse abschließen — 2. /o. PI./ umg.
1Mangel (1) an etw.: ein M. an K enntnissen
Mimis| -pol, der Phys. Elektrotechn. negativer
Pol (2); -punkt, der /PI.
- e/ negative Einheit in
einem System zur Bewertung von Leistungen: für
Eehler Minuspunkte erh alten; -Zeichen, das Z ei
chen für die Subtraktion; negatives Vorzeichen für
Zahlen
Minute, die;
-n 1.1 . jAbk. min/ 60 Sekunden: in
zwanzig Minuten fährt der Zug ab; der Bus fährt
alle zehn Minuten; es ist fünf Minuten vor elf; die
Minuten vergingen, verstrichen wie im Fluge —
2. kurze Zeitspanne, Augenblick: keine M. v er
lieren; jmdn. nur auf ein paar Minuten sprechen,
sehen wollen — II . Winkelminute: ein spitzer Win
kel von 32 Grad 40 Minuten
+ fünf Minuten vor zwölf (im allerletzten Augen
blick) ; auf die M. (pünktlich) kommen
minuten/Minutenl -lang /A dj.; nicht präd./ mehrere
Minuten dauernd: minutenlanger Beifall folgte dem
Vortrag; jmdm. m. in die Augen sehen; -Zeiger, der
der längere Zeiger der Uhr, der den Ablauf der M i
nuten anzeigt
minutiös /Adj.[ s. minuziös
minütlich /A dj.; nicht präd./ im Abstand von einer
Minute, zu jeder Minute einmal
minuziös /A dj./ bis ins kleinste gehend: eine minu
ziöse Analyse; ein m. geregelter Ablauf
Minze, die; -,
-n zu den Lippenblütlern gehörendes
aromatisch duftendes K raut, das meist an feuchten
Standorten wächst
mir /Pron./ I. /Dat. vom Pers.pron. ich/ «s. ich —
II. IRefl.pron. der 1. Pers. Sg. im D at./: ich gebe
m. große Mühe bei dieser Arbeit; ich habe m.
gedacht, daß es so besser sei; darf ich m. eine
Frage erlauben?
+ m. nichts, dir nichts (plötzlich, ohne nähere E r
klärung); — von m. / aus
Mirabelle, die; -,
-n kleine, hüglige, gelbe und sehr
süße pflaumenähnliche Frucht
Misanthrop, der; -en, -e n Menschenfeind
Misch| -batterie, die Vorrichtung an Wasserhähnen,
mittels der man durch Mischen von heißem und
kaltem Wasser die gewünschte Wassertemperatur
erhält; -brot, das Brot aus 60 Prozent Roggenmehl
und 10 Prozent Weizenmehl
mischen /sw. Vb.; / auch gemischt; hat/ 1.1 .1 .
zwei od. mehrere körnige, stückige od. flüssige Stoffe,
Substanzen miteinander zu einer (scheinbar) ein
heitlichen M asse vereinigen: W asser und Wein,
Wasser mit Wein m.; Arzneien, Chemikalien,
Farben, Kaffeesorten (miteinander, im richtigen
Verhältnis) m.; sich m.: Öl und Wasser m. sich
nicht; gemischtes (aus verschiedenen Gemüsesorten
bestehendes) Gemüse 1*1.2. die K a rten m. (die
Spielkarten in eine ungeordnete Folge bringen)
1.1 .3 . ein gemischter (aus Männern und Frauen be
stehender) Chor 1.2 .1 . etw. in, unter etw. m. etw. in
etw. geben und es damit (zu einer Masse) vereinigen:
Backzutaten in den Teig m.; eins ins andere m.
1.2 .2 . sich unter die Zuschauer m. (sich in die
Menge der Zuschauer begeben, um Teil dieser Menge
zu werden) 1.3 . etw. durch 1.1 .1 herstellen, bereiten:
einen Cocktail m.; ein Erfrischungsgetränk m.
—
2. sich in etw. einmischen: sich in ein Gespräch, in
einen Familienstreit m .; misch dich nicht in Sachen,
die dich nichts angehen!
+ mit gemischten / Gefühlen
Mischer, der; -s, - fachspr. 1.1. Apparat zum
möglichst gleichmäßigen Mischen (1.1 .1) körniger,
stückiger od. flüssiger Stoffe 1 .2 . Mischmaschine: er
bedient den M.
Misch| -färbe, die Farbe aus Anteilen zweier reiner
MiscMutter — Missionar
781
Spektralfärben; -futter, das L a nd w . aus ver
schiedenen Rohstoffen sowie mit Zusätzen nach vor
gegebenen Richtlinien industriell hergestelltes Futter
mittel; -gewebe, das Gewebe aus verschiedenartigen
Garnen, Fasern: ein Kleid, Mantel aus M.
Mischling, der; -s, -e 1. Nachkomme aus der Ver
bindung von Elternteilen zweier Menschenrassen —
2. Biol. Hybride, Bastard (1)
Mischmasch, der; -(e)s, -e fvorw. Sg./ um g. M i
schung (2), meist empfunden als Durcheinander
von verschiedenartigen, nicht zueinander passenden
Bestandteilen: das Stadtviertel besteht aus einem
ziemlichen architektonischen M .; diese Ideen sind
ein konfuser M.
Mischjmaschine, die fa eh sp r . Maschine zum M i
schen von körnigen Stoffen (unter Zusatz von Flüs
sigkeiten), bes. zur Herstellung von Mörtel,
Beton
Mischpoke, die;
fo. Pl.f salopp femot. neg.f
1. Familie (1.2), Verwandtschaft (2): die ganze M.
war anwesend — 2« diese miese M. [Sippschaft 2)
vo n Schiebern
Mischjpult, das Rundf. Fernsehen Film pult-
artige technische Einrichtung, von der aus Sen
dungen überwacht werden, m it der verschiedene
Tonaufnahmen zu einem einheitlichen Klang ver
einigt werden
Mischung, die; -,
- e n 1. fvorw. Sg.f das Mischen
(1.1.1): die M. von Zement und Kies — 2. Ergebnis
von 1, Gemisch: eine gelungene, gute, schlechte
M.; eine M. aus Benzin und öl
MischungslVerhältnis, das mengenmäßiges Verhält
nis der einzelnen Anteile einer Mischung (2)
Misch |wald, der Wald sowohl aus Laub- als auch
aus Nadelbäumen
miserabel /A dj.; emot.j 1. sehr schlecht (1.1): ein
miserables E ssen; eine miserable Unterkunft;
seine Leistungen waren m. — 2 . elend (3), jämmer
lich : er führt ein miserables Leben, befindet sich in
einem miserablen Zustand — 3 . nichtswürdig, ver
werflich: ein miserabler Kerl, Charakter; sich m.
beneh m en
Misere, die;
-n:
eine finanzielle, wirtschaftliche
M. (Notlage) ; eine M. überwinden
miß/Miß| -achten fVb.f 1. jmdn. nicht achten (2.1):
er mißachtete seine Kollegen, hat seine Kollegen
mißachtet — 2 . etw. (absichtlich) nicht befolgen, be
achten: Anordnungen, B efehle, Verbote m.; die
Vorfahrt m .; dazu :achtung, die; :behagen, das
Unbehagen: einM. (über etw.) empfinden; :bildung,
die von der normalen physischen Gestalt od. von der
normalen Struktur eines Organismus abweichende
Bildung: angeborene, körperliche Mißbildungen;
etw. führt zu Mißbildungen; -billigen fVb.f etw.
ablehnen, nicht billigen: er mißbilligt unser B en eh
men, Verhalten, Vorhaben, hat es mißbilligt;
mißbilligende Blicke; sich mißbilligend zu etw.
äußern; :billigung, die Ablehnung: seine M. äußern,
zu erkennen geben; 7brauch, der das Mißbrauchen
(1); -brauchen fVb.f 1.1 . etw. ausnutzen (1.2): er
mißbrauchte sein Amt, seine Macht 1.2 . jmdn.,
etw. ausnutzen (1.3): jmdn. für bestimmte Zwecke
in.; jrnds. Geduld, Vertrauen m.-
—
2. eine Frau,
ein K ind m. (vergewaltigen, notzüchtigen); zu 1
:bräuehlich fAdj.; nichtpräd.f: eine mißbräuchliche
Verwendung von Geldern; ein Medikament m.
verwenden; -deuten fVb.f etw. falsch auslegen:
jmds. Absichten, Verhalten m.; die Krankheits
anzeichen wurden mißdeutet
missen, mißte, hat gemißt etw., jmdn. entbehren (1):
die Bequemlichkeiten m. müssen; etw., jmdn.
nicht (mehr) m. mögen, können, wollen: man
möchte diese Erlebnisse, Erinnerungen nicht mehr
m.; er wollte seine Freundin bei der Feier nicht
m.
Miß] -erfolg, der Ergebnis einer Handlung, das
nicht den erwarteten Erfolg darstellt: ein schwer
wiegender M .; das Ganze war ein großer M .; einen
M. ertragen, hinnehmen, wettm achen; -ernte, die
sehr schlechte Ernte: es gab eine M.
Misse v era lten d| -tat, die schlechte, verwerfliche
Tat: eine M. begehen, verbergen, sühnen; dazu
- täter, der jmd., der eine schlechte, verwerfliche
T a t begangen hat, begeht
miß/Miß[ -fallen /Vb.; hat/ etw., jmd. gefällt jmdm.
nicht und macht ihn ärgerlich: das mißfällt mir
sehr, hat mir m.; das laute Treiben der Jugend
lichen mißfiel ihr; :fallen, das; -s, fo.'Pl.f: etw. er
regt jmds. M. (gefällt jmdm. nicht und macht ihn
ärgerlich); sein M. über etw . , jmdn. zeigen (zeigen,
daß man mit etw., jmdm. nicht einverstanden und
deswegen ärgerlich i s t); :fallensäußerung, die : eine
heftige M.; :fällig /Adj./ Mißfallen ausdrückend:
eine mißfällige Äußerung; sich über etw., jmdn. m.
äußern; 7geburt, die mit schweren Mißbildungen
geborenes Lebewesen; 7gelaunt fAdj.f in schlechter
Stimmung (1): sie stand morgens bereits m. auf;
:geschick, das für den Betreffenden ärgerlicher,
peinlicher (von ihm selbst verursachter) Vorfall: von
einem harten, schweren M. getroffen werden; mir
ist ein M. passiert; jmdm. sein M. klagen; 7ge-
staltet /Adj.; nicht adv./ (durch Mißbildung) de
formiert: eine mißgestaltete Nase; :gestimmi fAdj.f
mißgelaunt; -glücken /Vb./ nicht glücken, m iß
lingen: der Plan, der Versuch ist mißglückt; eine
mißglückte Flucht; -gönnen fVb.f jmdm. etw. nicht
gönnen (1): er mißgönnt ihm seinen Erfolg; 7griff,
der Fehlgriff: einen M. tun; etw. erweist sich als M .;
:gunst, die 1.1 . das Mißgönnen, der Neid: jmds.
Laufbahn, Erfolge mit M. verfolgen; sich jmds. M.
zuziehen 1 .2 . die M. (Ungunst) der Verhältnisse;
:günstig fAdj.f voller Mißgunst (1.1), neidisch:
jmds. Laufbahn m. verfolgen; -handeln / Vb.f jmdn.
m. jmdm . durch rohes, brutales Schlagen, Handeln
körperlichen und p sychischen Schaden zufügen: er
war betrunken und mißhandelte seine Frau; er
hat seine Kinder mißhandelt; dazu -handlung, die;
:helligkeiten, die fPl.f Unstimmigkeiten, leichtes
Zerwürfnis: kleine, schwerwiegende M.
Mission, die; -,
- e n 1. (ehrenvoller) Auftrag, ver
pflichtende Aufgabe: die historische M. der Ar
beiterklasse; jmdn. in geheimer, politischer M. ins
Ausland senden; eine M. erfüllen — 2 . von einer
Regierung mit besonderem (diplomatischem) Auftrag
ins Ausland entsandte Personen, Gruppe von P e r
sonen — 8. meist unter Leitung eines Gesandten od.
Geschäftsträgers stehende diplomatische Vertretung
eines Staates im Ausland: die Chefs der diploma
tischen Missionen vieler Länder — 4 . fo. Pl.f Ver
breitung der christlichen Religion durch M issionare:
M. treiben
Missionar, der; -s, -e Beauftragter der christlichen
Religionen, der zur Gewinnung von Anhängern für
seine Religion in andere Länder geht, gesandt w ird :
782
Missionarin — 1mit
Missionare aussenden; dazu Missionarin, die; -nen
Miß| -klang5 der Dissonanz: schrille Mißklänge;
O das Treffen endete mit einem M. {mit einer Ver
stimmung, einer Störung der Harmonie); -kredit
-f- (bei jmdm.) in M. geraten, kommen (in schlech
ten R uf kommen, an Ansehen verlieren); etw., jmdn.,
sieh in M. bringen (etw., jmdn., sich in schlechten
R uf bringen)
mißlich fAdj.f: eine mißliche (unangenehme, un
erfreuliche) Sache, Angelegenheit
miß/Miß| 7Üehig jA d j./ unbeliebt, unerwünscht: sich
(irgendwo, bei jmdm.) m. machen; -lingen, miß
lang, ist mißlungen nicht gelingen, m ißglücken: der
Versuch, das Attentat mißlang, ist mißlungen; ein
mißlungenes Unternehmen; :mut, der schlechte
Stimmung (1); ^miitig fAdj.f Mißmut ausdrückend:
eine mißmutige Miene machen; m. wirken, aus-
sehen, dreinschauen; -raten /Vb.; ist/ nicht geratent
(1): der Gänsebraten ist (mir) m.; ein mißratenes
Experim ent; ein mißratenes (charakterlich nicht den
Erwartungen entsprechendes, schlecht erzogenes)
Kind; :stand, der fvorw. Pl.f durch (große) Mängel
gekennzeichneter Zu sta nd in einem gesellschaftlichen
Bereich: (wirtschaftliche) Mißstände beseitigen;
auf Mißstände hinweisen; :stimmüng, die schlechte,
gereizte Stimmung: eine leichte M. breitete sich aus;
keine M. aufkommen lassen; ;ton, der Mißklang;
- tränen fVb.f jmdm ., einer Sache nicht trauen (LI):
er mißtraute mir ständig; den eigenen Kräften m.;
^trauen, da s; -s, fo. Pk f Neig ung eines Menschen,
hinter dem T u n od. Verhalten eines anderen eine
gegen sich gerichtete feindselige od. hinterhältige
Absicht zu vermuten; Neigung, jmdm. nicht zu ver
trauen: ein tiefes, (un)begründetes M.; M. erfüllte
ihn; M. (gegen jmdn., etw.) haben; jmds. M. wek-
ken, zerstreuen; P a ri, einer Regierung das M. (M iß
trauensvotum) aussprechen
M}ßtrauens| -antrag, der P a ri. Antrag im (bürgerl.)
Parlament, über die Vertrauenswürdigkeit der Re-
gierungs(politik) abzustimmen: einen M. gegen die
Regierung einbringen; -Votum, das LI, Ausdruck
der Mißbilligung: etw. als M. gegen sich empfinden
1,2 . P a r 1. Mehrheitsbeschluß des bürgerl. Parlaments,
(einem Mitglied) der Regierung das Vertrauen zu
entziehen und so den Rücktritt zu erwirken
miß/Miß| -trauisch fAdj.f voller Mißtrauen, arg
wöhnisch : jmdn., etw. m it mißtrauischen Blicken
betrachten; m. (gegen jmdn.) sein, werden; sein
Verhalten machte ihn m .; -vergnügen, das /o. Pl.f
Ärger, Unbehagen: etw. bereitet, verursacht M.;
sein M. an etw. offen bekunden; -vergnügt fAdj.f
l . 1 . Mißvergnügen ausdrückend: eine mißvergnügte
Miene aufsetzen; er schaute m. umher 1.2 , er war
m. (mißgelaunt); -Verhältnis, das unharmonisches,
nicht richtiges Verhältnis (1.1): Ansprüche und
Leistung standen bei ihm in krassem, scharfem M .;
- verständlich fAdj.f so geartet, daß es mißverstanden
werden kann: mißverständliche Äußerungen, B e
griffe, Formulierungen; sich m. ausdrücken; -Ver
ständnis, das jPl.
- s e/ (ungewollt) falsche A u s
legung von jmds. Äußerung, Handlung: ein grobes
M.; ein M. aufklären; zwischen den Verhandlungs
partnern gab es einige Mißverständnisse (Diffe
renzen 2, Meinungsverschiedenheiten); -verstehen
fVb.f jmdn. m. jmds. Äußerung, Handlung (un
gewollt) fälsch auslegen: er hat ihn mißverstanden;
jmdn. absichtlich, ungewollt m.;
-Wirtschaft, die
fo. P l.f schlechtes, unökonomisches Wirtschaften (1):
die Folgen der M. bekämpfen
Mist, der; -es, fo. Pl.f 1. aus tierischen Ausschei
dungen u nd Stroh bestehendes Gemenge, das als
Düng er verwendet wird : ''frischer, dampfender M.;
eine Fuhre M.; M. (auf den Wagen) laden, (auf das
Feld) fahren, streuen — 2. umg. femot.f lästige, un
sinnige, wertlose Angelegenheit, Sache fhäufig in
Ausrufen des Unwillensf: was soll man mit diesem
M. (wertlosen Zeug, Plunder) anfangen?; was habt
ihr da für M. produziert?; wer hat denn diesen M.
(Unsinn, Quatsch) geschrieben, verzapft?; mit
diesem M. (dieser Angelegenheit) möchte ich nichts
zu schaffen haben!; mach keinen M. (Unsinn) l;
so ein (elender, verdammter) M .! fFluchf
+ salopp etw. ist nicht auf jmds. M. gewachsen
(etw. stammt nicht von jmdm., ist nicht von jmdm.
selbst erarbeitet)
Mist|beet, das Frühbeet, das durch eine Lage M ist
warm gehalten wird
Mistel, die; -,
- n fvorw. Sg.j immergrüne, strauch
artige schmarotzende (2) Pflanze m it weißen, beeren
artigen Früchten, die auf Laub- und Nadelbäumen
wächst
Mist| -häufen, der Haufen (1) aus M ist (1); -kerl,
der salopp Schimpfw . gemeiner, niederträchtiger
Mann: so ein M.!; -stück, das fPl.
-e/ salopp
S ch im p fw . gemeiner, niederträchtiger Mensch;
- vieh, das salopp Schimpfw. Miststück; -wetter,
das fo. Pl.f s a lo p p femot.f sehr schlechtes, regneri
sches, stürmisches Wetter
Mistral, der; -s, fo. Pl.f kälter Nordwind in Süd
frankreich, bes. im Rhonetal
Miszelle, die; -,
-n fvorw. Pl.f kleiner A rtikel, bes. in
wissenschaftlichen Zeitschriften
1mit fPräp. mit Dat.f 1. /weist auf Gemeinsames,
Zusammengehöriges hinf 1.1 . / weist auf eine gemein
same Tätigkeit, eine Wechselbeziehung hinf: m.
jmdm; leben, arbeiten, essen, trinken, tanzen; sie
wohnt m. ihrer Freundin im gleichen Haus; m.
jmdm. eng verbunden sein; m. jmdm. verheiratet,
verwandt sein; m. jmdm. sprechen, verhandeln,
diskutieren; sich m. jmdm. austauschen, unter
halten, treffen; sich m. jmdm. messen, streiten; m.
jmdm. (gegen jmdn.) kämpfen 1 .2 . / weist auf die
gemeinsame Richtung hinf: m. dem Wind segeln;
m. der Strömung schwimmen 1.8. /drückt eine Ein
beziehung ausf mitsamt, 2einschließlich: den Zahn
m. der Wurzel ziehen; m. ihm waren wir sechs;
Familien m. Kindern; Herr N m. Frau; eine Fla
sche Saft kostet m. Pfand eine Mark 1.4 . fweist auf
das Zubehör hinf: ein e Flasche Mineralwasser
m. Geschmack; ein Glas m. Henkel; ein Haus m.
Garten; ein Auto m. Anhänger; ein Glas m. Honig
(in dem Honig enthalten ist) 1.5 . fmodal; weist auf
die Begleitumstände, A rt und Weise eines Tuns,
Vorgangs, Zustands hinf: m. einem Freudenschrei
jmdm. entgegeneilen; m. hoher Geschwindigkeit
(sehr schnell) fahren; etw. m. Freude, Begeisterung
aufnehmen; etw. m . Nachdruck hervorhoben —
2. /instrumental; weist auf das M ittel (1) hin/: m.
dem Auto, Zug fahren; m. dem Messer das Brot
schneiden; m. dem Fuß aufstampfen; etw. m. dem
Flugzeug, m. der Bahn befördern; etw. m. (durch
2.1) Geduld, Charme, Fleiß erreichen — 8. /in
fester Abhängigkeit von Verben, A dj., Subst./: sich
m. etw. befassen, beschäftigen; m. dem Vorschlag
2mit — mithaben
783
einverstanden sein; m. dem Spiel beginnen; m. der
Arbeit aufhören; was ist los m. dir? — 4 . /zeitl.;
drückt aus, daß Vorgänge, Ereignisse mit einem be
stimmten Zeitpunkt zusammenfallenj: m. dem
Glockenschlag ist es 13 Uhr; die Verordnung tritt
m. dem heutigen Tage in Kraft; m. (im Alter von)
35 Jahren promovierte er
2m i t /A d v .; drückt das Beteiligtsein, die Zugehörig
keit zu etw. ausI umg. 1 .1 . auch, wie (der, die das)
andere: wir waren m. dabei; faß bitte mal m. an!;
ich bin m. von der Partie (beteilige mich); /wird in
Verbindung mit folgendem Verb getrennt geschrie
ben, wenn eine vorübergehende Beteiligung gemeint
ist/: er will m. arbeiten; die Kosten sind m. be
rechnet 1 .2 . neben anderem, neben anderen: er war
m. der Tüchtigste (einer der Tüchtigsten) 1.3 . komm
doch mal m. (1gelegentlich 1 .1 ) vorbei — 2. die
Kinder waren auch m. (mitgekommen 1)
m it- /trennbare, stets betonte Partikel vor Verben
und deren substantivischen Ableitungen, die in Ver
bindung mit dem Grundwort bestimmte produktive
Bedeutungstypen bildet/ 1. /drückt eine Gemeinsam
keit, ein Beteiligtsein an einem Tun, Vorgang aus/:
/ z. B . mitarbeiten, mitspielen (1) — 2 . /drückt
Gleichzeitigkeit a us/: / z. B. mitschreiben
Mit/mit| -arbeit, die jo, PI./ Arbeit, die jmd. ge
meinsam mit anderen längere Zeit hindurch od.
ständig am gleichen Werk (LI) leistet, jmds. Beteili
gung an einer Arbeit, Tätigkeit: jmdm. für seine M.
danken, ein Honorar zahlen; eine ehrenamtliche
M.; jmdn. zur M. auffordern, heranziehen; seine M.
(Beteiligung am Unterricht) war vorbildlich; -ar
beiten /Vb./ Mitarbeit leisten: an einem Gemein
schaftswerk, einer Zeitschrift m .; -arbeiter, derjmd.,
der gemeinsam mit anderen am gleichen Werk (LI),
in der gleichen Einrichtung (1) arbeitet: ein la ng
jähriger, bewährter, angesehener M.; neue M. aus
bilden, qualifizieren; -bekommen / V b ./1 . etw. zum
Mitnehmen erhalten: er hat Verpflegung, einen
Brief m.; O diese Veranlagung hat er von Geburt
an m.
—
2, umg. etw. verstehen (1, 2): ich habe
nicht m., worum es sich eigentlich handelte —
3. um g. durch seine Anwesenheit etw. erleben,, er
fahren: sie wollten unbedingt etwas von der Stim
mung bei der Großveranstaltung m.
—
4. die
Kinder brauchen das nicht mitzubekommen (auf
zuschnappen); -besitzer, der jmd., der zusammen
m it (einem) anderen etw. besitzt: er ist M. des Grund
stückes; -bestimmung, die /o. PI ./ das Mitwirken
der Bürger an der Gestaltung des politisch-staatlichen,
wirtschaftlichen und kulturellen Lebens; -bestim -
mungsrecht, das /ö. PI ./ Recht auf Mitbestimmung,
im Soz. als verfassungsmäßiges Grundrecht jeden
Bürgers auf Mitwirkung an der bewußten Gestaltung
des p olitischen' wirtschaftlichen, sozialen und kultu
rellen Lebens, im K a p . a ls beschränktes Recht von
Arbeitern in Betrieben ohne die Möglichkeit, die
Wirtschafts- und Sozialpolitik entscheidend zu ver
ändern; -bewohnet, der jmd., der zusammen mit an
deren hes. das gleiche Haus, die gleiche Wohnung
bewohnt: die M. des Hauses, der Straße; -bringen
/Vb./ (jmdm.) etw., jmdn. m . (für jmdn.) etw.,
jmdn. mit sich irgendwohin bringen (1): sein H and
werkszeug, (jmdm.) ein Geschenk m.; Freunde (als
Gäste) m .; jmdm. die Z eitung m. (besorgen 1);
O er bringt für diese Aufgabe eine bestimmte B e
gabung mit (besitzt als Voraussetzung dafür eine
bestimmte Begabung); s c h e r z h . gute Stimmung,
einen guten Appetit m. (zu einer bestimmten Fest
lichkeit mit guter Stimmung, gutem Appetit kom
men); -bringsei, das; -s, - u m g . kleines Geschenk,
das man jmdm. mitbringt: M. von einer Heise;
- b ürger, der jmd., der mit anderen zusammen Bür
ger des gleichen Staates, der gleichen Stadt ist;
- denken /Vb./ einen Gedankengang gleichzeitig mit
anderen verfolgen: die Schüler dachten intensiv
beim Unterricht mit; -dürfen /Vb./ umg. m it
kommen (1) dürfen: sie darf mit uns (auf den Aus
flug) mit; -einander /Adv./1 .1 . einer, eines mit dem
anderen: m. sprechen, gehen, streiten; m. ver
heiratet sein; die Zutaten gut m. vermischen
1.2 . gemeinsam (2): die Aufgaben m. lösen; -emp
finden /Vb./ etw. m. an jmds. Empfinden teilneh
men: jmds. Schmerz, Freude m .; sein Mitempfinden
(Mitgefühl) mit den Leidtragenden ausdrücken;
- e rleben /Vb./ 1 .1 . etw. gemeinsam mit anderen er
leben (1): eine große Freude, ein Konzert m. 1 .2 .
etw. a ls Zeitgenosse erleben (2): wir erleben das
Zeitalter des Weltraumflugs mit; -esser, der A n
häufung von talgiger Substanz in den Poren, die als
kleiner dunkler Punkt auf der Haut sichtbar sind:
M. im Gesicht entfernen; -fahren / Vb.; ist/ gemein
sam mit anderen irgendwohin fahren (1 .2): darf er
(mit uns) m.?; -fühlen fVb.f etw. mitempfinden:
jmds. Schmerz, Freude m.; ein mitfühlender
Mensch; mitfühlende (teilnahmsvolle) Worte; -füh
ren /Vb./ 1 .1 . etw. bei sich haben, tragen: Ausweis
papiere, Gepäck, Geld m. 1 .2 . der Fluß führte Ge
röll mit (trug Geröll mit sich fort); -geben /Vb./
1.1 . jmdm. etw. zur Mitnahme übergeben: jmdm.
einen Brief, ein Paket m. 1 .2 . jmdn. jmdm. m. ver
anlassen, daß jmd. als Begleitung mit jmdm. mitgeht:
man gab der Gruppe ein en Bergführer 'm it —
2. den Kindern eine gute Ausbildung m. (zuteil
werden lassen); -gefühl, das jo. Pl.j das Mitfühlen
des Leids des, der anderen: sein M. äußern, kund
tun; M. mit jmdm. haben, empfinden; jmdm. sein
herzliches M. ausdrücken; -g eh e n / Vb./ gemeinsam
mit anderen irgendwohin gehen: sie gingen mit dem
Kollegen mit in ein Restaurant; <> mit der Zeit m.
(mit der Entwicklung Schritt halten); + u m g .
verhüll, etw. m. heißen, lassen (etw. stehlen 1);
- genommen /Adj.; / auch mitnehmen/: die Hose
sieht schon recht m. (abgetragen) aus; nach der
schweren Krankheit, sa h sie sehr m. (elend) aus;
- gift, die; -,
-en veraltend Aussteuer: die Eltern
gaben ihrer Tochter eine gute M. mit in die Ehe;
- glied, das 1 . Angehöriger einer Gruppe, Gemein
schaft (1): die (einzelnen) Mitglieder der Familie,
der Wandergruppe — 2 . jmd., der auf Antrag,
durch Wahl in eine Körperschaft, Organisation auf
genommen wurde und ihr nun angehört: ein aktives,
langjähriges M.; er wurde zum o rdentlich en, korre
spondierenden M. der Akademie der Wissenschaften
der DDR ernannt; jmdn. als M. in die Partei auf-
nehmen; -gliederversammlung, die Versammlung
der Mitglieder (2) einer bestimmten organisatorischen
Einheit: eine M. einberufen
Mitglieds zu Mitglied 2| -ausweis, der; -beitrag, der;
- buch, das heftartiger Ausweis für jedes Mitglied
einer Pa rtei, Organisation o .ä .;
- land, das: die
Mitgliedsländer des Rates für Gegenseitige Wirt
schaftshilfe
mit/M|t| -haben /Vb./ etw. bei sich haben, tragen:
784
mithalten — mitschwingen
habt ihr das Unterrichtsmaterial mit?; -halten
/Vb./ um g. bei etw. die gleiche Leistung wie andere
erreichen, einhalten:da(bei) kann ich nicht mehr m .;
- h elfen IVb.j gemeinsam mit anderen bei etw. helfen
(1): wir halfen beim Umzug alle mit; -hin, ^hin
/Adv.; auch in konjunktionaler Verwendung; neben
ordnend; fügt an einen Vordersatz einen H auptsatz
m it Inversion des Subjekts an/ folglich: der Täter
handelte überlegt, m. ist er wohl verantwortlich;
- hören fVb.f etw. (unabsichtlich hören (2.1): er hörte
das Gespräch im Nebenraum mit; -inhaber, der
vgl. Mitbesitzer; -kämpfer, der jmd., der gemeinsam
m it anderen für, gegen etw. kämpft, gekämpft hat;
- k l ingen jVb.j 1. die Untertöne klangen mit (waren
m it den anderen Tönen gleichzeitig zu hören) — 2 .
etw. klingt in etw. mit: in ihrer Antwort klingt
Freude mit (ist Freude spürbar); -kommen /F6./ 1 .
sich gemeinsam mit anderen irgendwohin begeben: ins
Theater m.; er konnte nicht m.
—
2* m it (einem)
anderen in gleicher Weise, in gleichem Tempo voran
kommen (1 ): sie konnten beim Besteigen des Berges
mit der Spitzengruppe nicht m. — 8. im Unterricht
gut m. (dem Unterricht gut folgen können); + /
da komme ich nicht mehr mit; -können /Vb./ umg.
1. mitdürfen — 2 . mit eurem Tempo kann ich nicht
mit (euer Tempo ist mir zu schnell); + / da kann
ich nicht (mehr) mit; -kriegen IVb.j umg. etw.
mitbekommen; -laufen jVb.; ist/ 1. gemeinsam mit
anderen irgendwohin laufen (1.1) — 2 . S p o r t er
läuft beim Langstreckenlauf mit (nimmt aktiv
daran teil); -laufer, der jmd., der bei einer poli
tischen Bewegung (aus Opportunismus, ohne Über
zeugung) mitmacht, ohne sich aktiv zu engagieren;
- laut, der Konsonant; -leid, das innere Anteil
nahme am Leid des, der anderen, starkes Mitgefühl:
echtes, großes M.; v on einem Gefühl tiefen Mit
leids erfaßt sein; M. überkommt jmdn.; (kein) M.
m it jmdm. fühlen, haben; vo n M. erfüllt, ergriffen
sein; -leidenschaft /in der Verbindung/ etw. zieht
etw., jmdn. in M. etw. fügt einer Sache, jmdm. zu
sammen m it dem, den unmittelbar Betroffenen
Schaden zu: das Erdbeben hat auch die umliegen
den Ortschaften, auch uns in M. gezogen; -leidig
lA dj.j voller Mitleid: ein mitleidiges Herz haben;
jmdn. m. ansehen, anlächeln; -leid(s)los /A dj./
ohne Mitleid, erbarmungslos; -machen /Vb./ um g .
1 .1 . etw. m. an etw. mit anderen teilnehmen: eine
Reise, Wanderung, Mode m.; bei etw. m .: er
macht bei der Veranstaltung mit 1.2. er hat aller
hand, viel mitgemacht (sehr gelitten, viel ertragen)
— 2 .1 . etw. macht noch, nicht (mehr) mit etw. funk
tioniert noch, nicht (mehr): seine Füße machen
nicht mehr mit; sein Herz macht nicht mehr mit
2.2 . sie macht nicht mehr lange mit (sie stirbt bald)
—
8. etw. zusätzlich für andere übernehmen: sie
mußten für den erkrankten Kollegen die Arbeit
m.;
- m e n s ch, der Mensch im Verhältnis zu den
anderen m it ihm lebenden Menschen: ein freundlicher
(un)angenehmer M.; etw. für seine Mitmenschen
tun; er nimmt zu wenig Rücksicht auf seine Mit
menschen; -mischen IVb.j umg. 1 . bei etw. mit
anderen aktiv beteiligt sein, ohne eigentlich dazu
zugehören: er hat bei der Aktion mitgemischt —
2. Sport bei einem Wettkampf gemeinsam mit an
deren seinen M a nn stehen: erfolgreich, tü chtig bei
einem Spiel m.; -müssen /Vb. / umg. mitkommen
(1) müssen: er mußte auf die Wanderung, zum
Ernteeinsatz mit; -nähme, die; -, jo. Pl.j das
Mitnehmen (1): die M. v on Fahrrädern in der
S-Bahn ist zu folgenden Zeiten erlaubt ...;
-neh
men /Vb.; / auch mitgenommen/ 1.1 . etw. nehmen
(1 .1 ) und sich damit fortbegeben, irgendwohin be
geben: den Fotoapparat, Schirm (auf die Reise, an
die See) m. 1.2. die Kinder an die See m. (an der
Heise an die See teilnehmen lassen); jmdn. im
Auto m. (mitfahren lassen) — 2 . um g. etw. bei
sich bietender Gelegenheit nutzen, wahrnehmen: eine
Chance, Gelegenheit m.; alles m., was das Leben
bietet — 3. umg. etw. nimmt jmdn. mit etw. wirkt
sich psychisch, physisch negativ auf jmdn. a u s: die
ständigen Zerwürfnisse nahm en sie sehr mit;
-nichten /Adv./ v er a lten d keineswegs; -planen
/Vb./ an etw. planend mitwirken (1), bes. im gesell
schaftlichen Bereich: bei den neuen Aufgaben des
Aufbaus mitdenken und m.
Mitra, die; -, Mitren R el. k a th . Kopfbedeckung
hoher geistlicher Würdenträger: die M. des Bischofs
mit/Mit| -reden IVb.j: ein gewichtiges, entscheiden
des Wort m. (an etw. bestimmend mitwirken); umg.
da kannst du gar nicht m. (davon verstehst du
nichts) !; - f da habe ich auch ein / Wörtchen
mitzureden; -regieren \Vb.j im Sinne der M it
bestimmung an der Leitung und Planung gesell
schaftlicher Prozesse mitwirken: /D DR/ arbeite mit,
plane mit, regiere mit! /Losung/; -reisende, der
u. die jmd., der mit anderen gemeinsam reist: ein
Mitreisender wurde vom Zoll kontrolliert; -reißen
/Vb.; hat/ 1. etw. reißt etw., jmdn. mit etw. in
Bewegung Befindliches reißt etw., jmdn. gemeinsam
mit sich, m it anderen, anderem irgendwohin fo rt: die
Lawine riß die Bergsteiger mit — 2 . durch
Schwung jmdn. begeistern, hinreißen: das Publikum
m .; die Massen im Kampf m .; ihr Beispiel riß viele
mit; eine mitreißende Sprache, Musik
Mitropa, die; -, jo. P l .j verschiedenartige, z u einer
Aktiengesellschaft gehörende Einrichtungen zur Ver
sorgung der mit der Eisenbahn Reisenden
m|t/M|t| -samt /Präp. mit Dat.j zusammen mit:
er kam m. seiner Familie; -schicken /F 6. / 1.1 . etw.
als Beilage mit anderem schicken: wir schicken euch
die Briefe mit 1.2 . jmdn. jmdm. mitgeben (1.2): sie
schickte der alten Dame die Tochter zur Beglei
tung mit; -schleifen /sw. Vb.; hat/ etw., jmdn.
Schleifend (1 .2) irgendwohin schieben, ziehen: der
Bus wurde von der Lokomotive des Güterzuges
etwa 600 Meter weit mitgeschleift; -schleppen
/Vb.; emot.j 1. um g. etw. bei sich haben, tragen:
er schleppte immer viel Krempel, Unnötiges mit
—
2.1. umg. etw. mitnehmen (1.1): auf die Exkur
sion wurden viele Bücher mitgeschleppt 2.2 .
s a lop p jmdn. ins Theater, zum Tanzvergnügen
m. (mitnehmen 1.2); -schneiden IVb.j Rundf.
Fernsehen Film Geräusche, Musik, Sprache auf
ein Tonband aufnehmen: sein Vortrag wurde auf
Tonband mitgeschnitten; -schreiben /Vb./ etw.
Gesprochenes während des Vortrags niedersehreiben:
sie schrieb die Vorlesung mit; -schuld, die jo. Pl.j
Schuld (1), die jmd. gemeinsam mit anderen teilt:
M. (an einem Verbrechen) haben, tragen; jmds.
M. nachweisen; dazu -schuldig /Adj./: sich m.
machen; -Schüler, der Schüler, der gemeinsam mit
anderen die gleiche Klasse, Schule besucht; -sch win
gen /Vb./ 1 . zusammen mit etw. anderem gleichzeitig
in Schwingungen geraten: bei der Gymnastikübung
m itsein — Mittel
785
abwechselnd die Beine m. lassen — 2 . etw.
schwingt in etw. mit: Spott, Ironie schwang in
ihrer Frage mit (war in ihrer Frage spürbar); -sein
/ist mitgewesen; Präs, u. Prät. / 2mit 2/ umg.;
- singen jVb.j etw. gemeinsam mit anderen singen:
ein Lied, eine Melodie m.; -sollen jVb./ umg. mit
kommen (1 ) sollen: wenn ich unbedingt mitsoll,
will ich mich nicht ausschließen; -spielen /Vb./
1 . gemeinsam mit anderen spielen (1 .1 , 2 .1 .1): laßt
den Jungen (mit uns) m.; <> umg. ich spiele nicht
mehr mit (ich beteilige mich nicht mehr an dieser
Sache) l — 2. etw. spielt bei jmdm., etw. mit etw.
ist bei jmdm., etw. mit im Spiele: bei ihm spielt
gekränkte Eitelkeit, Ehrgeiz mit; da spielen noch
andere Faktoren, persönliche Motive m it — 3 .
umg. jmdm. übel m. jmdm. Schaden zufügen:
jmdm. hart, übel m.; das Leben hat ihm schlimm
mitgespielt; -spracherecht, das jo, Pl,j Recht, bei
etw. mitsprechen (1) zu dürfen; -sprechen jVb.f 1.
bei etw, maßgebend mitreden, mitwirken, bes. im
gesellschaftlichen, staatlichen, wirtschaftlichen B e
reich: hier haben Fachleute ein Wort mitzu
sprechen; in Fragen der Kunst und Kultur m .;
er kann hier aus eigener Erfahrung m.
—
2. etw.
spricht bei etw. m it etw. kommt bfei etw. noch mit
in Betracht: folgende Gesichtspunkte sprechen bei
der Bekämpfung der Krankheit mit; -steno
grafieren jV b.j etw. in Stenografie mitschreiben:
einen Brief, Vortrag m .;
-Streiter, der geh. Mit
kämpfer
mjttag jAdv .; in Verbindung mit bestimmten Tem-
poraladv. od. dem Namen eines Tages der Woche;
stets nachgestellt/ am Mittag: heute, gestern, mor
gen, Dienstag m.
^Mittag, der; -(e)s, -e Tageszeit um die Mitte des
Tages: es ist, wird M.; es geht bereits auf M. zu;
am, zu, jeden M .; ein heißer, sonniger M .; über M.
(während der Mittagszeit); zu M. essen (das Mittag
essen einnehmen)
2Mittag, das; -(e)s, jo. P l.j umg. 1 . Mittagessen (1):
wir bereiteten, aßen unser M. — 2. Mittagessen (2):
mit dem M. müssen wir noch warten
Mittag] -brot, das jo. Pl.j la nd sch . Mittagessen (1):
hast du schon dein M. gegessen?; -essen, das fo.
Pl.j 1. am 1M ittag eingenommene M ahlzeit (1): das
M. einnehmen, auftragen — 2, das (gemeinsame)
Einnehmen der mittäglichen M ahlzeit: vor, nach
dem M.; jmdn. zum M. abholen, einladen
mittäglich /Adj.;nur attr.j am 1Mittag; jeden 1M it
tag: die mittägliche Pause, Mahlzeit
mittags /Adv./ am 1Mittag; an jedem1Mittag: (um)
zwölf Uhr m., m. (um) zwölf Uhr; einige Geschäfte
sind m. geöffnet; m. gehe ich gerne spazieren;
Dienstag, dienstags m.
Mittags] -hitze, die Hitze während der Mittagszeit:
während der M. ruhten sie aus; -m ahlzeit, die
Mittagessen; -pause, die Pause während der Mittags
zeit: eine kurze, lange M.; M. haben, machen;
vor, in, nach der M.; -ruhe, die Ruhepause während
der Mittagszeit: M. (ein)halten; -schlaf, der Schlaf
während der Mittagszeit: sie hielten einen aus
gedehnten M.;
- tisch, der 1, gedeckter Tisch mit
dem Mittagessen: ein festlich gedeckter M.
—
2.
jo. Pl.f eine Pension mit M. (eine Pension, in der
man als Pensionsgast Mittagessen erhält); -zeit, die
/o. Pl.f Zeit um 1Mittag: der Zug fuhr um dieM.;
sich zur M. mit jmdm. treffen; -zug, der am
1Mittag abfahrender, ankommender Zug: erbenutzte
den M.
Mit| -täterj der Jur. jmd., der gemeinsam mit
(einem) anderen eine Straftat begeht, begangen h at:
die Polizei fahndete nach dem M.; dazu -täter-
schaft, die; -, jo. Pl.f: jmdn. der M. überführen
Mitte, die; -,
-n 1.1 . fvorw. Sg.f Stelle, Ort, Punkt
eines Ganzen, der von dessen äußerer Begrenzung
überall gleich weit entfernt i s t : die M. eines Kreises,
einer Kugel, Linie; die M. der Erde, einer Stadt;
in der M. des Platzes steht ein Denkmal; der Ort
liegt etwa in der M. zwischen Dresden und Leip
zig; in die M. des Zimmers treten; etwr. in die M.
stellen, rücken; jmdn. in die M. (zwischen sich und
den, die anderen) nehmen 1.2 . fo. Pl.j Zeitpunkt,
der von zw ei Begrenzungen zeitlich gleich weit ent
fernt ist: die M. des Tages; M. nächster Woche;
M. September; in der M. der W oche, des Monats;
er ist M. der Fünfzig (etwa 55 Jahre alt) — 2.
fo. Pl.j 2.1 . einer aus unserer M. (aus unserem
Personenkreis, den w ir kennen) hat in der Lotterie
gewonnen, ist zum Vorsitzenden gewählt worden
2.2 . Pari. Gruppierung, Partei im bürgerl. Parla
ment, die zwischen der Linken und der Rechten steht:
eine Partei, Koalition der M.
-f- die goldene M. (der vernünftige Standpunkt
zwischen zwei Extremen); um g. ab durch die M.
(geh, geht sofort weg, los) !
mit/Mit| -teilen jVb.j 1. (jmdm.) etw. m. jmdn. von
etw. in Kenntnis setzen: jmdm. eine Neuigkeit,
Beobachtungen m.; jmdm. einen Vorfall, Ent
schluß m.; er teilte uns seine Adresse, Telefon
nummer mit; etw. in einem Brief m.; hiermit
teilen wir Ihnen mit, daß....
—
2. sich jmdm. an
vertrauen, sich jmd m . gegenüber aussprechen: er
hatte das Bedürfnis, sich einem Menschen mitzu
teilen; sie konnte sich schwer m.
—
3. etw. teilt
sich jmdm. mit etw. überträgt (7) sich auf jmdn.:
die festliche Stimmung bei dem Empfang teilte
sich uns allen mit; -teilsam jA dj./ sich anderen
leicht mitteüend, gesprächig: eine mitteilsam e Frau;
er wurde plötzlich m.;
- teilung, die; -,
-en das,
was mitgeteilt (1 ) wird, worden ist: eine mündliche,
schriftliche, private, offizielle, amtliche M.; eine
M. erhalten, weiterleiten; eine M. an die Presse;
wissenschaftliche Mitteilungen veröffentlichen;
jmdm. eine M. (von, über etw.) machen; -teilungs-
bedürfnis, das jo. P l.j Bedürfnis, sich mitzuteilen:
das menschliche M.
Mittel, das; -s, - 1 . M aßnahme, geplante, zielge
richtete Handlung, Methode o. ä . zur Erreichung
eines Zieles: ein einfaches, sicheres, gutes, wirk
sames M.; schlechte, verwerfliche M.; erzieheri
sche, rechtliche, politische M.; alle M. aufbieten,
ausschöpfen, einsetzen; kein M. unversucht lassen,
scheuen; ein Versuch mit untauglichen Mitteln;
etw. mit allen Mitteln (auf jede nur denkbare
Weise) durchzusetzen, zu verhindern versuchen —
2.1 . Stoff (3), Erzeugnis, das einem bestimmten
Zweck dient, etw. bewirkt: ein kosmetisches M.; ein
M. zur Pflege des Fußbodens 2.2 . Medikament,
Heilmittel: ein wirksames, unschädliches M.; ein
schmerzlinderndes, krampflösendes M.; ein M.
gegen Schnupfen, Grippe; ein M. zur Beruhigung;
ein M. (ein)nehmen 2.3 . Gegenstand, Gerät, sprach
liche, künstlerische Form, Technik, die zur E r
reichung einer bestimmten Wirkung bes. im Bereiche
786
Mittelalter - Mittelwert
von Bildung, Kommunikation und Kunst dient:
diese M. dienen der Information, der Weiter
bildung; die stilistischen M. einer Sprache — 8*
/nur im PL/ Gelder (2): geringe, bedeutende M.;
öffentliche, gesellschaftliche M. für etw. einsetzen,
aufbringen; die M. zum U nterhalt; für etw. stehen
M. bereit, zur Verfügung; M. für etw. bereitstellen;
etw. aus eigenen Mitteln bestreiten, bezahlen;
ganz, völlig ohne M. sein, dastehen; über aus
reichende M. verfügen — 4 . M ath, mittlerer Wert,
Durchschnitt (2): das rechnerische M.; das arith
metische M. (Wert, der sich aus der Division einer
Summe durch die Anzahl der Summanden ergibt);
das M. (aus einer Summe) errechnen, nehmen;
die Niederschlagsmenge im September lag be
trächtlich über dem M. des Monats
4* M. und Wege (erfolgversprechende Möglichkeiten,
Methoden) finden, suchen; etw. ist für jmdn. nur
M. zum Zweck (eine Möglichkeit, ein Objekt zur
Erreichung eines Zieles); sich für jmdn. ins M.
legen (sich für jmdn. einsetzen, für jmdn. ver
mitteln); jmdm. ist jedes M. recht (jmd. scheut
vor nichts zurück, um sein Ziel zu erreichen)
Mittel/mittel] -alter, das jo. PI ./ historischer Zeit
raum zwischen Altertum und Neuzeit, in dem die
feudal. Gesellschaftsordnung herrschte: das frühe,
hohe M.; spätes M.; Kunst und Kultur des Mittel
alters; dazu -alterlich fA dj.f: die mittelalterliche
Gesellschaftsordnung, Architektur,
Dichtung,
Musik
mittelbar fAdj.f nicht auf direktem (4) Wege, durch
ein vermittelndes Glied (3.2), über andere, anderes
(bewirkt) : ein mittelbarer Zusammenhang; eine nur
mittelbare Ursache, Schädigung; etw. m. verur
sachen; jmdn. m. unterstützen
Mittel/mittel] -ding, das fo. PLf: dieses Zimmer ist
ein M. zwischen Arbeitsraum und Wohnzimmer (hat
die Funktionen eines Arbeitsraumes und Wohnzim
mers, hat von beiden etwas); -europäisch /Adj.f zum
mittleren Europa gehörend, es betreffend, dort liegend:
das mitteleuropäische Klima; die mitteleuropäische
Zeit /Abk. MEZ/ (Ortszeit des 15. Meridians öst
licher Länge); -feld, das B allspiele mittlerer (ab
gegrenzter) Teil des Spielfeldes: das Spiel entfernte
sich vom M.; -finger, der Finger zwischen Zeige-
und Ringfinger; -fristig fAdj.f Bank auf eine mitt
lere Zeitspanne begrenzt: eine mittelfristige Finanz
planung; einen mittelfristigen Kredit gewähren;
- gebirge, das Gebirge von 300 bis etwa 2000 Metern
Höhe mit abgerundeten Bergen; -gew icht, das
\o. PL/ Sport /Gewichtsklasse in den Disziplinen
Boxen, Ringen, Gewichtheben, Judo/; -groß /A d j./
durchschnittlich, m äßig groß (2): ein e mittelgroß e
Frau; ein mittelgroßer Ort; er ist m.; -hand, die
/o. Pl.j 1. Teil der Hand zwischen Handwurzel und
Fingern — 2. Skat /in der Verbindung/ in der M.
sein (nach demjenigen, der ausspielt, bedienen müs
sen); -hochdeutsch(e), das Sprachwiss. die dem
Althochdeutschen folgende Entwicklungsstufe der
hochdeutschen Sprache; -Masse, die mittlere Qualität
(1), mittleres Leistungsvermögen: ein W agen der M.
(Wagen, dessen Motor einen Hubraum von mittlerer
Größe hat); -latein , das die lateinische Sprache
des Mittelalters, bes. der Kirche des Mittelalters;
- l inie, die 1. M ath. Gerade, die im Rechteck die
Mittelpu nkte gegenüberliegender Seiten od. eine
Ecke des Dreiecks mit dem Mittelpunkt der gegen
überliegenden Seite verbindet — 2. B allspiele
Linie, die die Mitte eines Spielfeldes markiert —
8. V erk ehr sw. als Leit- od. Sperrlinie gezogene
Linie, die die Straßenfahrbahnen trennt; -los /A dj./
ohne Geldmittel, a r m : m. sein, dastehen; er ließ
seine Frau m. zurück; -m aß, das jo. PI ./ durch
schnittliches M aß einer Quantität od. Qualität: jmd.
ist über, unter M. groß; seine Begabung hielt sich
im Rahmen eines soliden Mittelmaßes; nicht über
das M. hinauskommen; -m äßig /A dj./ durchschnitt
lich (2); ein mittelmäßiger Schüler; eine mittelmäs-
sige Begabung, Leistung; die Aufführung war m.;
- prächtig /Adj./ umg. scherzh. mittelmäßig: das
Wetter war dieses Jahr m.;
- punkt, der /PI.
-e/
1. P u nk t (3), den alle eine regelmäßige geometrische
Figur in zwei gleiche Hälften teilenden Strecken od.
Schnittflächen gemeinsam haben — 2 .1 . jo. P L / er
stand im M. des allgemeinen Interesses (das all
gemeine Interesse richtete sich auf ihn); im M. all
unserer Überlegungen stand die Frage... 2 .2 .
Zentrum (2.1): die Theater sind kulturelle und
gesellschaftliche Mittelpunkte der Metropole — 8 .
im Zentrum des Interesses stehende Person: der
bekannte Schauspieler war der M. der Soiree; er
versucht, immer M. zu sein
mittels jPräp. mit Gen./ mit Hilfe von, durch: das
Öffnen der Tür m. eines Dietrichs; jo. erkennbare
Rektion in Verbindung mit starkem Subst. im Sg.
0. Art. u. Attr.; mit Dat., wenn der Gen. PI. nicht
erkennbar ist/ etw. m. Drähten verbinden
Mittel| -Scheitel, der von vorn nach hinten über die
Mitte des Kopfes verlaufender Scheitel; -Schicht,
die im K ap . zwischen Bourgeoisie und Arbeiter
klasse stehende, keine selbständige politische K r aft
darstellende und im Soz. unter Führung der Arbeiter
klasse an der Errichtung des entwickelten gesell
schaftlichen System s des Soz. teilnehmende soziale
Schichten); -schiff, das A rchitek t, mittlerer und
höchster Teil einer Kirche; -schule, die Schultyp
des bürgert. Schulsystems, der zur mittleren Reife
führt
Mittels] -mann , der /PL -männer, auch -leute/
jmd., der für jmdn. (der nicht direkt in Erscheinung
tritt) in einer bestimmten Angelegenheit tätig w ird :
ein geschickter, untauglicher M.; jmdn. als M.
benutzen; Verhandlungen durch Mittelsmänner
führen; -person, die Mittelsmann
m ittelst/ Adj,; Superl.; nur attr./ s. mittler
Mjttel|sta nd, der jo. P l.j die Mittelschichten
Mittelstrecken! -la uf, der jo. Pl.j das Laufen über
eine Distanz zwischen 800 und 1500 Meter als
leichtathletische Diszip lin; -rakete, die Rakete m it
m ittlerer Reichweite
Mittel] -streifen, der Grünstreifen zwischen den
beiden Fahrbahnen bes. der Autobahn: der M. der
Autobahn; -Stürmer, der B allspiele in der Mitte
des Sturms spielender Stürmer; -teil, der mittlerer
Teil: der M. des Gebäudes; -weg, der /o. P l.j
zwischen mehreren (extremen) Möglichkeiten liegende
Art des Vorgehens, Handelns: einen gangbaren M.
suchen, finden, gehen, einschlagen; + der gol
dene M. (Kompromiß, Methode, die Extreme ver
meidet); -welle, die Phys. Rundf. /Abk. MW/
1. elektromagnetische Welle m it einer Wellenlänge
im Bereich von 100 bis 1000 Meter — 2 . jo. Pl.j
Wellenbereich von 1; -wert, der M a th, arithmeti
sches Mittel aus einer Anzahl verschiedener Einzel-
mitten — mobilmachen
787
werte: der jahreszeitliche M.; (bei Messungen,
Zählungen) Mittelwerte errechnen, angeben; -wort,
das /PL -Wörter/ Gramm. Partizip: das M. der
Gegenwart, Vergangenheit
mitten /Adv.; vorw. in Verbindung mit einer Präp.f
in der, die Mitte (1) von etw., jmdm.: /räumt./ m.
auf dem Platz; die K ugel traf ihn m. ins Herz;
er stand m. unter uns; m. darin lag das Buch;
/zeitl./ m. im Gespräch wurden wir unterbrochen;
m. in der Nacht
mitten) -drin /Adv./ umg. mitten darin: m. im
Tunnel blieb der Zug stehen; O er sitzt m. in der
Misere; -durch /Adv./ 1 .1 . durch die Mitte (1.1)
hindurch: er ging nicht um die Pfütze herum, er
ging m. 1 .2 . etw. mit den Zähnen m. beißen (in
der Mitte durchbeißen); er riß das B la tt Papier
m.; -mang /Adv./ norddt. umg.: im Sandkasten
spielten viele Kinder, unser Junge m. (zwischen
ihnen)
Mitternacht, die; /vorw. o. A rt.; o. PI ./ 24 Uhr:
es ist, wird M.; es geht auf M. zu; gegen, kurz vor,
nach M.
mitternächtlich /Adj.; nur attr./i zu mitternächt
licher Stunde (gegen Mitternacht)
mitternachts /A dv./ gegen Mitternacht
Mitternachts {sonne, die jo. PL/ in den Polarzonen
zeitweilig auch zur Mitternacht über dem Horizont
stehende Sonne
mittler /Adj.; nur attr./ 1.1 . in der Mitte (1.1)
befindlich: der mittlere Teil einer Sache; der m itt
lere Kreis 1.2 . in der M itte( 1.2) des durchschnitt
lichen Lebensalter befindlich: ein Mann, eine Frau
mittleren Alters, vo n mittleren Jahren 1.3 . einen
Mittelwert darstellend: die mittlere Geschwindigkeit
des Autos betrug 60 Kilometer pro Stunde; die
mittlere (durchschnittliche 1 ) Tages-, Jahrestem
peratur 1 .4 . innerhalb einer Rang-, Größenordnung
zwischen den oberen und unteren Stufen stehend: die
Heranbildung mittlerer Kader; Frauen, die in m itt
leren und leitenden Funktionen tätig sind; Waren
v on mittlerem Preis
Mittler, der; -s, - Vermittler (2): ein g eeigneter M.;
den M. zwischen zwei Parteien machen; einen M.
finden, suchen
Mittler/mittler| :rolle, die /o. PI ./ F unktion (1) als
Mittler: eine M. übernehmen, ausschlagen; -weüe
/Adv./ umg. im Laufe dieser langen Zeit, in
zwischen (1.2), währenddessen: m. habe ich mich
an ihn gewöhnt; die Kinder sind m. erwachsen
geworden
mit|tuu /Vb./ umg.: bei etw. m. (mitmachen 1.1)
(dürfen, können)
Mittwoch, der; -(e)s, -e dritter Tag der Woche;
/ auch Dienstag; dazu mittwochs /Adv./; / auch
dienstags
mit/M}t| -unter /Adv./ manchmal, zuweilen: m.
gehe ich früh schlafen; er hat m. seltsame Ein
fälle; -verantwortlich /A d j./ gemeinsam mit anderen
verantwortlich: für etw. m. sein; -verdienen jVb.f
neben anderen F amilienmitgliedern auch einer be
zahlten Arbeit nachgehen: die älteren Geschwister
verdienen schon mit; -Verfasser, der jmd., der
gemeinsam mit anderen der Verfasser von etw. i s t :
er ist M. der Denkschrift; -weit, die jo. Pl.j alle
Mitmenschen, Zeitgenossen: die staunende M. er
fuhr von den neuesten Entdeckungen; -wirken
/Vb.j 1. an, bei, in etw. gemeinsam mit anderen
wirksam, beteiligt sein: an der Lösung volkswirt
schaftlicher Probleme m .; bei einer Veranstaltung
m.; sie wirkte in einem Laienorchester mit — 2 .
als Schauspieler, als Fachmann auf der Bühne (1,2)
m it tätig sein: an der Oper, in-einem Theaterstück
m.; dazu -Wirkung, die /o. PI ./; -wisser, der; -s, -
jmd ., der von den Absichten od. Straftaten eines
anderen weiß : ein gefährlicher M.; ein Zeuge und
M.; der M. eines Verbrechens; jmdn. zum M.
haben, machen; -wollen /Vb.j- u m g . 1 . mitkommen
(1 ) wollen: er will mit uns mit — 2 . mitfahren
wollen: sie will noch mit der letzten Straßenbahn
mit
Mix|becher, der mit einem kappenartigen Teil ver
schließbarer Becher zum Mixen
mixen /sw. Vb.; hat/ 1. etw., bes. ein alkoholisches
Getränk, mischen (1.3): einen Cocktail, ein E r
frischungsgetränk m.
—
2. bestimmte Nahrungs
mittel in einem Mixgerät zerkleinern und mit etw.
mischen (1.1 .1): Bananen mit Milch m.
Mixer, der; -s, -1 . Barmixer — 2. elektrisches Haus
haltsgerät zum Zerkleinern und Mischen (1.1 .1) von
bestimmten Nahrungsmitteln
Mix| -gerät, das Mixer (2); -getränk, das durch
Mischen (1.1 .1) hergestelltes, bes. alkoholisches Ge
tränk
Mixtur, die; -,
-en
aus mehreren flüssigen Bestand
teilen gemischte Arznei: eine M. zubereiten
Möbel, das; -s, - /vorw. Pl.j (beweglicher) Einrich
tungsgegenstand bes. zum Bitzen, Liegen od. A u f
bewahren von Kleidung, Wäsche, Hausrat: antike,
moderne, furnierte, mattierte, polierte M .; M. aus
Eiche, Birke, Mahagoni; M. kaufen, aufstellen,
transportieren
Möbel) -industrie, die; -politur, die Mittel zum
Polieren von Möbeln: Möbel mit M. behandeln;
- stück, das /PI. -e/ einzelnes Möbel; -tischler, der
Tischler, der Möbel herstellt, repariert; -wagen, der
geräumiges K raftfahrzeug m it besonderen Vorrich
tungen zum Transport von Möbeln und Hausrat bei
einem Umzug
mobil /Adj./ 1.1. veraltend Mil. für den Kriegs
einsatz bereit: mobile Truppen, Verbände 1.2 . /in
der Verbindung/ jmdn., etw. m. machen: alle
Kräfte wurden zum Wiederaufbau des zerstörten
Landes m. gemacht (mobilisiert 1) — 2 . u m g. leb
haft, rege: ein mobiler Typ; die Kinder sind wieder
ganz m. (wohlauf und lebhaft) — 3 . nicht an einen
festen Standort gebunden: eine mobile Kranken
station; mobiler Besitz (bewegliche Habe)
Mobiliar, das; -s, -e /vorw. Sg./ Gesamtheit der
Möbel eines H aushalts: das alte M. verkaufen
mobilisieren /sw. Vb.; h a t / 1. eine Personengruppe,
etw. dahin bringen, daß sie, es für einen bestimmten
Zweck verfügbar ist, jmdn. zum Handeln in einer
bestimmten Sache veranlassen: alle Betriebsange
hörigen, alle Reserv en für die Verwirklichung der
Aufgaben m.; er mobilisierte alle Kräfte, um das
Ziel zu erreichen — 2 . Streitkräfte mobilmachen;
dazu Mobilisierung, die; -,
-en
Mobilität, die; -, / o. PI ./ 1 . Möglichkeit des variablen
Einsatzes bei Veränderung des Standorts: Arbeits
kräfte, eine Planung mit hoher M.
—
2. geistige
Beweglichkeit: er b esitzt eine unwahrscheinliche
M.; mit zunehmendem Alter läßt die geistige M.
häufig nach
mobü/Mobil Mil. zu mobil 1.1) -machen /Vb./ die
51 Wörterbuch
788
Mobilmachung — 1modem
verfügbaren Streitkräfte einberufen und die gesamte
Wirtschaft auf den Kriegszustand einstellen: die
Regierung ließ m.; es wurde mobilgemacht; dazu
-m a chung, die;
- e n : die allgemeine M.; die M.
anordnen, bekanntgeben
möblieren jsw. Vb.; hat/ einen leeren Raum mit
Möbeln ausstatten, einrichten: eine W ohnung, ein
Zimmer m .; eine möblierte Wohnung, ein möblier
tes Zimmer suchen, verm ieten
M$chte|gern, der; -/ -s, -e spött. jmd., der gern
etw. sein möchte, wozu ihm aber die Fähigkeiten
fehlen
modal fAdj.f Gramm, die Art und Weise eines
Tuns, Zustandes, Vorgangs bezeichnend: eine
modale Bestimmung, Konjunktion
Modalität, die; -,
-e n fvorw. Pl.f Art und Weise,
wie etw. geschieht, ausgeführt wird , Verfahrens
weise : die Modalitäten für ein Treffen festlegen;
m it den Modalitäten vertraut sein
Modal Gramm.)
- s atz, der modaler Gliedsatz;
- verb, das Verb, das in Verbindung mit einem"
Infinitiv ohne zu der Aussage einen bestimmten, die
Realisierung des Inhalts des Infinitiv s betreffenden
modalen Charakter gibt
Modder, der; ~s, /o. Pl.f norddt. umg. Morast,
Schlamm: durch den M. stapfen
Mode, die; -,
- n 1 . fvorw. Sg.f in einer bestimmten
Zeit geltende, bevorzugte A rt der Kleidung: die
neueste, herrschende M .; eine praktische, elegante,
kleidsame M .; die M. ist einem ständigen Wechsel
unterworfen; mit der M. gehen (sich nach ihr
richten); das wird nicht aus der M. kommen, wird
immer in M. bleiben — 2 . /nur im Pl.f als vorbild
lich geltende, elegante und moderne Kleid u ng s
stücke, Modelle (1.2 .2): die neuesten Warschauer,
Pariser Moden wurden in der Veranstaltung vo r
geführt — 3 .1 . /o. Pl.f etw., das in einer bestimm
ten Z eit dem herrschenden Geschmack entsp richt:
Lyrik ist jetzt wieder große M .; Briefmarkensam
meln ist sehr in M. (gekommen) 3.2 . umg. das sind
ja ganz neue Moden (Gepflogenheiten, Sitten)
Mode (mit * auch Moden|)| -artikel, der während
einer gewissen Z eit bevorzugt gekaufter modischer
vA rtikel; -färbe, die während einer gewissen Zeit (in
der Kleidung) bevorzugte F arb e: die Modefarben
des Herbstes; -gestalter, der; -s, - vgl. Mode
schöpfer; «-haus, das 1. großes Geschäft für
modische (Oberbekleidung — 2 . Betrieb, der Modelle
(1 .2 .2) entwirft und herstellt
Modell, das; -s, -e 1.1 . maßstabgetreue, verkleinerte
Ausführung eines geplanten od. bereits vorhandenen
Gegenstandes: das M. eines Flugzeuges, des neuen
Stadtzentrums vo n Berlin 1.2 .1 . (erste) Ausführung
eines Gegenstandes als Vorlage, bes. für die (Serie n
produktion weiterer gleichartiger Gegenstände, P roto
typ (2): der Betrieb stellte auf der Messe das M.
eines neuen Lieferwagens aus 1.2 .2 . von einem
Modegestalter entworfenes (modisches) Kleid u ng s
stück, das nur einmal angefertigt wird od. als Vor
lage für die Serienproduktion der Konfektion dient;
das einzelne Stück a us dieser Serienproduktion:
ein modisches, schlichtes, elegantes, klassisches’
M.; ein M. der Pariser, Warschauer Mode; Modelle
entwerfen 1.3. bild . K u n st vorwiegend aus knet
barem Material hergestelltes Bildwerk, das später in
Gips gegossen und bes. in Stein od. Bronze aus
geführt wird 1.4. Techn. aus Holz, Gips od.
M etall vorgeformter Körper eines (technischen)
Gegenstandes, m it dessen Hilfe die Gußform her
gestellt wird — 2 . W issenseh. die (wesentlichen)
Merkmale, Beziehungen, Funktionen einer Sache
abbildendes, veranschaulichendes materielles od.
ideelles Objekt, das stellvertretend für die Sache zum
Untersuchungsgegenstand gewählt wird und das
Rückschlüsse a uf analoge Eigenschaften der Sache
ermöglicht: mathematische, physikalische, kyber
netische Modelle — 3 . nach einem Entwurf, M uster
in Serie angefertigter (technischer) Gegenstand, T y p
(1.3): er besitzt schon das neueste M. der Wasch
maschine, des Skodas; bei dem zum Verkauf an-
gebotenen Wagen handelte es sich um ein älteres
M.
—
4. K u n st 4.1 . einem (bildenden) Künstler
zur Nachgestaltung als Vorbild, Vorlage dienender
Gegenstand, dienendes Lebewesen: Frau N war das
M. des Bildhauers 4 .2 . fin der Verbindung! (einem
Künstler) M. sitzen, stehen (sitzend, stehend als
4.1 dienen) — 5 . Mannequin: die Modelle führten
elegante Abendkleider vor
Modell | -eisenbahn, die maßstabgetreu verkleinerte
Nachbildung einer Eisenbahn und deren Anlagen, die
als Spielzeug od. zu Lehrzwecken dient; -fall, der
etw., das als Vorbild, Muster, typisches Beispiel
dienen kann: die dramaturgische Leistung wurde
als ein M. beurteilt
modellieren fsw. Vb.; hat/ 1.1 . bild . K unst etw.
m. ein Modell (1.3) von etw. aus Ton, Gips herstellen:
der Künstler modellierte zunächst die Büste in
Ton, ehe er sie in Gips gießen ließ 1.2 . etw. plastisch
formen: die Kinder modellierten Vasen, Figuren
aus Plastilina; <0>er h atte einen scharf modellierten
(geformten) Mund; der S ch riftsteller modellierte
(schuf) seine Figuren unmittelbar nach dem Leben
—
2. Wissensch. etw. m. das Modell (2) von etw.
herstellen: ein System durch elektronische Schalt
systeme m., die die gleiche mathematische Struk
tur haben; dazu Modellierung, die; -en
Modellkleid, das ein nach der neuesten Mode nur
einm al od. in geringer Stückzahl angefertigtes Kleid
modeln fsw. Vb.; hat/ etw., jmdn. in bestimmter
Weise nach seinen Vorstellungen verändern: etw.,
jmdn. nach einem Vorbild, etw ., jmdn. einem
Wunsch gemäß m.
'Moden|: Mode)
Moden]schau, die Veranstaltung, auf der die neue
sten Moden (2) vorgeführt werden
Moder, der; -s, jo. Pl.f etw. (Pflanzliches), das in
Fäulnis, Verwesung übergegangen ist: im Keller
roch es nach Schimmel und M.; über dem herbst
lichen Wald lag ein Geruch von Fäulnis und M.
moderato /Adv./ Mus. mäßig bewegt
Moderator, der; -s, Moderatoren 1. Rundf. F ern
seh en jmd., der eine Sendung moderiert: der M.
gab Kommentare und führte Interviews — 2 .
P h y s . Stoff (3), der die Geschwindigkeit schneller
Neutronen in Kernreaktoren vermindert
moderieren /sw. Vb.; hat/ Rundf. Fernsehen
eine a us mehreren Beiträgen bestehende Sendting
m it einleitenden und verbindenden Worten versehen:
er moderierte die Sendung
moderig /Adj./ faulig, feucht und nach Moder
riechend: ein moderiger Keller; die Wohnung roch
m.
imoder(n /A d j./ 1 . der herrschenden, neuesten M ode,
dem neuesten Geschmack entsprechend: sie lieb t
2modern — möglich
789
moderne Kleidung; dieser Mantel ist (nicht mehr)
m.; er ist, geht m. gekleidet — 2.1 . dem neuesten
Stand der gesellschaftlichen, wissenschaftlichen, tech
nischen E ntwicklung entsprechend, zeitgemäß: das
moderne Leben; moderne Methoden; die moderne
Wissenschaft, Technik; die modernsten Waffen;
ein moderner Betrieb; sie wohnt ganz m. 2.2 . zeit
genössisch, nicht klassisch (2.4): die moderne K un st,
Physik; das moderne Opernschaffen 2 .8 . in die
jetzige Zeit passend, auf die Probleme und A uf
fassungen der Gegenwart o rien tiert: ein moderner
Mensch; eine moderne Ehe, Eamilie
2mödern /sw. Vb.; hat, ist; bes. von Pflanzlichem!
faulen, verwesen: das Laub modert schon
modernisieren /sw, Vb.; hat/ etw, 1modern (1, 2.1)
machen, herrichten: Altbauwohnungen m.; das
Theater wurde modernisiert; einen Betrieb, Indu
strieanlagen m.; ein Kleid m. (dem neuesten Stand
der Mode entsprechend umarbeiten, ergänzen)
Modernismus, der; jo, PI ./ übertriebenes Streben
nach Anwendung moderner Gestaltungsmittel, bes.
in der spätbürgerl. K u n st; dazu modernistisch
/A dj./i modernistische Bauten
Mode (mit * auch Moden|)| «salon, der Geschäft, in
dem elegante Damen(ober)bekleidung angefertigt
w ird; *-schau, die Modenschau; -schmuck, der
jo. P L/ modischer Schmuck (1.1) aus meist nicht
wertvollem M aterial; -Schöpfer, der jmd.,
der
beruflich modische (Oberbekleidung entwirft; -wort,
das /PL -Wörter/ ein in einer gewissen Zeit mit
Vorliebe gebrauchtes und als modern geltendes Wort;
-Zeichner, der jmd., der beruflich die Entwürfe
für Ober-, Unterbekleidung zeichnet; * -z eitun g , die
Zeitschrift, in der die neuesten Moden (2) abgebildet
sind
Modifikation, die; -,
- e n 1. das Modifizieren, das
Verändern (i). das (teilweise) Abwandeln: die M.
eines Verfahrens, einer Theorie, eines Wertes — 2 .
das Modifizierte, Abgewandelte:Modifikationen eines
Textes — 8. Biol. Abwandlung, Abweichung eines
Merkmals od. einer Eigenschaft bei einem Organis
mus, die durch Umwelteinflüsse hervorgerufen und
nicht erblich ist
modifizieren jsw. Vb.; hat/ etw. teilweise um
wandeln, etw. abwandeln: Theorien, Programme,
Methoden m.
modisch /Adj./ 1 .1 . der neuesten Mode (1) ent
sprechend : ein modisches K ostüm; modische
Schuhe; modisches Beiwerk; m. angezogen sein
1.2 . dem herrschenden Zeitgeschmack entsprechend:
ein modischer Ausdruck
Modistin, die; -nen Putzmacherin
modrig fAdj.f s. moderig
Modul, der; -s, -e/-n fachspr. elektronischer Bau
stein
Modulation, die; -,
-e n /zu modulieren/
modulieren /sw. Vb.; hat/ 1. Mus. von einer Ton
art in eine andere übergehen: von a-Moll nach C-
Dur m.
—
2. Techn. eine Frequenz (1) zum
Zwecke der Nachrichtenübermittlung beeinflussen
Modus, Modus, der; -, Modi 1. Verfahrensweise:
einen M. finden, suchen, um zu einer Verständi
gung zu kommen; nach einem bestimmten M.
handeln — 2. Gramm. Form des Verbs, die eine
Aussage als wirklich, möglich od. als einen Befehl
charakterisiert
Modus vivendi, der; -s, Modi vivendi [..v iv ..]
Form eines erträglichen Zusammenlebens od. 'Neben
einanderbestehens: man versuchte zunächst einen
M. zu finden, zu einem M. zu kommen
Mofa, da s; -s, -s kleines Kraftrad mit einer Höchst
geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern
mogeln jsw. Vb.; hat/ umg. bei einem Spiel o. ä.,
in kleinen Dingen ein bißchen betrügen, schwindeln
(I): die Kinder versuchten bei den W ettspielen
zu m .; er versuchte beim Geldzählen zu m.
mögen (er mag), mochte, hat gemocht /bei voran
gehendem Inf. steht der Inf. von m. statt des Part.
Prät.; steht m. ohne folgenden Inf., so ergibt sich
aus Zusammenhang und Situation der zu ergänzende
Inf.; der zu ergänzende Inf. kann durch das, es
ersetzt werden/ 1. /m. + Akk. obj./ jmdn., etw*. m.
jmdn., etw. gern haben, jmdn. sympathisch finden,
an etw. Gefallen finden: er mochte sie gern; die
Schüler mo chten den Lehrer nicht; ich mag kein
fette s Fleisch (esse fettes Fleisch nicht gern); dieses
Theaterstück mag ich nicht (gefällt m ir nicht);
jmdn., etw. (gern, gut) leiden m.: er hat ihn, seine
Ansichten nie leiden m.
—
2. /drückt aus, daß
jmd. die Realisierung des Inhalts des Inf. od. Obj.
wünscht; der Wünschende is t grammatisches Sub
jekt; häufig im Konjunktiv Prät. möchte, der als
Indikativ Präs, empfunden w ird; in manchen Fällen
ist nur möchte üblich, möglich ; m.
-J- Inf., Glied
satz, Akk. obj./ etw. wollen (1 ): er möchte (Medizin)
studieren, den Zug no ch erreichen, zur Kur fahren;
zu wem möchten Sie (wen möchten Sie sprechen)?;
er mochte sich nicht vo n ihr trennen; das möchte
ich mit dir gemeinsam machen; das hätte ich er
leben, sehen, hören m .; wir möchten, m. ihn nicht
drängen, übergehen; um g . das möchte ich dir
auch geraten haben P; ich möchte nichts (haben),
eine Tasse Tee (haben); ich mag nichts mehr; was
möchtest du (von mir)?; er weiß, was er möchte;
er möchte nicht, daß das bekannt wird; hier wird
gemacht, was ich möchte (gern getan sehe) — 8 .
/m. -f- I nf. ; der Wünschende ist ein anderer als das
grammatische Subjekt; fast nur im Konjunktiv
Präs, und Prät.; häufig in indirekter Rede/: er bat
mich, ich möge, möchte (solle) ihn bald besuchen,
(noch einmal) anrufen; möge, möchte er doch recht
beh alten (wenn er doch recht behielte) !; dieser Hin
weis möge, mag genügen (genüge) — 4 . /m. -|- Inf.;
vorw. im Indikativ mag, mochte; der Sprecher ist
ein anderer als das grammatische Subjekt; drückt
eine Einräum ung, Möglichkeit, Vermutung aus/:
das mag sie tun (es steht ihr frei, das zu tun), wie
sie es für richtig hält; das mag, mochte noch durch
gehen (bleibe diesm al noch unbeanstandet) ; mit
ihrem Verdacht mochte sie recht haben (hatte
sie vielleicht recht) ; drei Jahre mag, mochte es her
sein (ist es vermutlich her), daß ...; wie mag,
mochte (kann, konnte) das passiert sein?; wie mag
(wird) es ihr gehen?
möglich /Adj.; / auch möglichst/ 1.1 . nach den
gegebenen Bedingungen, Umständen zu verwirk
lichen: mit aller möglichen Vorsicht zu Werke
gehen; etw. nicht für m. halten, so schnell wie
m. erledigen, ausführen; er ging soviel wie, auch
als m. spazieren; eine Arbeit so g ut wie m. machen
1.2 . denkbar (1), unter Umständen eintreten kön
nend: die möglichen Folgen des Unfalls sind noch
nicht überschaubar; es ist m., daß ...; man sollte
es nicht für m. halten, aber das gibt es; (das ist
51*
doch) nicht möglich! jAusruf der Überraschung/ —
2. alles mögliche allerlei: sich mit allen möglichen
Problemen, Dingen beschäftigen; er hat alles mög
liche getan
möglicher]weise fAdv./ vielleicht (1): m. hat er
recht; m. müssen wir noch einmal umziehen
Möglichkeit, die; -en 1. das noch nicht Wirkliche,
das aber unter bestimmten Bedingungen wirklich
werden kann: M. und Wirklichkeit (als Stufen in
der Entwicklung eines Prozesses, einer E rschei
nung); er zweifelt nicht an der M., daß dies ge
schehen kann; mit allen Möglichkeiten rechnen;
etw. liegt im Bereich der M. — 2 . realisierbare Art
des Vorgehens, Verfahrens: es gab mehrere Mög
lichkeiten, den Plan durchzuführen; eine letzte
M. blieb noch offen; nach M. (wenn es sich ma
chen läßt) sollen keine Namen genannt werden;
im Wettbewerb müssen alle vorhandenen Möglich
keiten voll ausgeschöpft werden — 3 . Gelegenheit
(1) zu einem bestimmten Handeln: neue ökonomi
sche, schöpferische Möglichkeiten; sie litt unter
den vielen verpaßten Möglichkeiten; alle Möglich
keiten nutzen — 4 . /o. Pl.j es besteht die M. (es
ist möglich), daß er kommt
-j- umg. ist es, das (denn) die M. (welche Über
raschung, daß dies eingetreten ist)!
möglichst fAdv.', / auch möglich/ 1.1 . soviel, so
wenig, so sehr wie nur immer möglich (1 .1 ): er
sollte sich m. zurückhalten; es ging darum, m.
wenig, viel Aufsehen zu erregen; sie sollte m. rasch
kommen 1 .2 . wenn es möglich (1 .1 ), ausführbar ist:
mach m. kein Aufheben von der Sache! — 2 . sein
Möglichstes, möglichstes (alles, wozu jmd. in der
Lage ist) tun
Mohair, der s. Mohär
Mohammedaner, der; -s, - Anhänger des Islam ,
der Lehre Mohammeds
Mohär, der; -s, -s 1. fvorw. 8g,f das feine, glänzende,
lange Haar der Angoraziege und die daraus ge
sponnene Wolle — 2 . Gewebe aus 1, dessen Ober
fläche aus langen, feinen Fasern besteht
Mohn, der; -(e)s, -e fvorw. 8g./1 . Pflanze, aus deren
sich in Fruchtkapseln entwickelnden Samenkörnern
ö l gewonnen wird und deren Milch (2) beruhigende
und schmerzstillende Stoffe enthält — 2 . jo. Pl.f
Samenkörner von 1: aus M. wird Speiseöl her-
gestellt — 3 . fo. Pl.j Klatschmohn
Mohn| -brötchen, das mit Mohn (2) bestreutes B röt
chen; -kuchen, der Kuchen mit einer Schicht aus
in heißer Milch gequollenem M ohn (2)
Möhre, die; -,
-n 1. Doldengewächs mit fleischiger
roter bis gelber Pfahlwurzel, die als Nahrungsmittel
verwendet wird — 2 . Wurzel von 1: Möhren scha
ben, kochen, essen
Möhren|saft, der
Mohr|rübe, die no rddt. Möhre
mokant fAdj.f spöttisch: er hat eine mokante Art
zu sprechen; ein mokantes Lächeln; eine mokante
Miene ziehen
Mokassin, auch Mokassin, der; -s, -s/Mokassine
leichter, weicher (absatzloser) Lederschuh m it sehr
biegsamer, dünner Sohle
mokieren, sich fsw. Vb.; hat/ sich über jmdn., etw.
in überheblicher Weise lustig machen, sich über
jmdn.,^etw. spöttisch äußern: er mokierte sich über
sie, ihr Verhalten, ihre Ansichten
Mokka, der; -s, - 1 . fbei Mengenangabe PI. Mokka/
790
möglicherweise — momentan
besonders starker Kaffee, den man vorwiegend aus
kleinen (Mokka)tassen trinkt: einen M. bestellen,
trinken; gegen Ende der Party wurde M. serviert;
bitte, drei M.!
—
2. fo. Pl.f (geröstete) Kaffee
bohnen für 1: ein Päckchen M. kaufen
Mokka | -löffel, der sehr kleiner Kaffeelöffel für
Mokka (1); -tasse, die sehr kleine Kaffeetasse für
Mokka (1)
Molch, der; -(e)s, -e in zahlreichen Arten vorkom
mender, dem Leben im Wasser angepaßter Schwanz
lurch
Mole, die;
-n Damm aus Steinen od. Beton vor
einem Hafen, der die Einfahrt vor Versanden und
starkem Seegang schützt: das Schiff fuhr an der M.
vorbei in den Hafen; auf die M. gehen
Molekül, das; -s, -e kleinstes, aus zwei od. mehr
Atom en bestehendes Teilchen einer chemischen V er
bindung, das noch die charakteristischen Merkmale
dieser Verbindung aufweist; dazu molekular fAdj.;
nicht adv.f
Molke, die; -,
- n fvorw. Sg.f wäßrige, milchige
Flüssigkeit, die beim Gerinnen der Milch anfällt
Molkerei, die;
-e n Betrieb, in dem Milch (1.2)
bearbeitet, abgefüllt und an die Verbraucher ge
liefert od. zu Butter, Käse, Quark o. ä . weiterver
arbeitet wird
Moll, das; -, jo. Pl.f Mus. dasjenige der beiden
Tongeschlechter, dessen To nleiter von der zweiten
zur dritten und von der fünften zur sechsten Stufe
einen Halbtonschritt aufweist: ein Sonatensatz in M.
Molle, die; -,
-n berl. umg. ein Glas Bier: eine M.
bestellen, trinken
mollig fAdj.f umg. 1 .1 . angenehm weich und wär
mend: ein molliger Pullover, Schal 1.2 . angenehm
warm: in der Stube, im Zimmer ist es m. (warm)
—
2. rundlich (1 ), etwas dick (2.1 ): sie ist eine
mollige Vierzigerin, hat eine mollige Figur; er ist
ziemlich m. geworden
Molluske, die; -,
-n Biol. Weichtier
Moloch, Moloch, der; -s, -e /Inbegriff für etw., das
ständig und unersättlich Opfer fordertj: der M.
Krieg
molto /Adv.f Mus. sehr: m. vivace
Molton, der; -s, -s [.. on] beidseitig gerauhtes B aum -
wollgewebe, bes. für Lak en, Unterlagen und Windeln
M oment, der; -(e)s, -e 1.1 . sehr kurze Zeitspanne,
Augenblick (1.1): ein kurzer, kritischer, feierlicher
M.; ein M. der Stille, des Schweigens trat ein; es
war ein entscheidender M. in ihrem Leben; sich
einen M. besinnen, gedulden; für, auf einen M. aus
dem Zimmergehen; einen M. bitte!; umg. M. mal!
Iwird gesagt, um eine Rede od. einen Vorgang zu
unterbrechen! 1.2 . Zeitpunkt: im ersten, gleichen,
nächsten, letzten M.; im M. (im gegenwärtigen Zeit
punkt, jetzt) möchte ich nicht gestört werden; den
richtigen, geeigneten M. abwarten, verpassen; er
muß jeden M. (sogleich 2) kommen
2Moment, das; -(e)s, -e 1 . wichtiger, entscheidender
Umstand (1), F aktor (1): das ausschlaggebende,
bestimmende, treibende, auslösende M .; ein M. der
Spannung in die Diskussion hineintragen; folgende
Momente (Gesichtspunkte) sind zu berücksichtigen
—
2. Phys. Produkt zweier Größen, das für be
stimmte Wirkungen maßgebend ist
momentan fAdj.f 1.1 . fnicht präd.f zum jetzigen
Zeitpunkt: die momentane Lage, Situation; m.
habe ich sehr viel Arbeit 1.2 . ich befinde mich m.
Momentaufnahme — Monokultur
791
(vorübergehend) in einer kritischen Phase; eine mo
mentane (plötzlich auftauchende) Laune, Eingebung
Moment |aufnähme, die fotografische Aufnahme mit
sehr kurzer Belichtungszeit, Schnappschuß
Monarch, der; -en, -en gekröntes Staatsoberhaupt
Monarchie, die;
-n [..i:o n] Staat(sform) mit
einem Monarchen an der Spitz e: die absolute (von
einem Monarchen uneingeschränkt beherrschte) M.;
die konstitutionelle M. (Staatsform, in der die
Herrschaft der Monarchie durch Verfassung und
Parlament eingeschränkt i s t ) ; die parlamentarische
M. (parlamentarische Staatsform, in der der Monarch
nur repräsentative Funktionen 2 hat); die Errich
tung, Abschaffung, der Sturz der M.
monarchisch /A dj./ den Monarchen od. die Mon
archie betreffend: die monarchische Regierungs-,
Staatsform; ein m. (von einem Monarchen) regier
ter Staat
Monarchismus, der; jo. Pl.f das Eintreten für die
monarchische Staatsform
Monarchist, der; -en, -en Anhänger der Monarchie,
Befürworter der monarchischen Staatsform; dazu
monarchistisch /Adj./
Monat, der; -(e)s, -e [..n a t] zwölfter Teil eines
Jahres von SO od. 31, beim Februar 28 od. 29 Tagen:
die zwölf Monate eines Jahres; der heißeste, kälte
ste M. des Jahres; in, nach, vor einem M.; für
mehrere Monate beurlaubt sein; seit Monaten hört
man nichts mehr von ihm; im achten M. (im
achten M onat der Schwangerschaft) sein
monatelang /Adj.; nicht präd.f mehrere Monate
dauernd: nach monatelangem, schwerem Leiden
verstarb er; m. auf eine Nachricht warten
monatlich /A dj.; nicht präd.\ jeden Monat wieder
kehrend, in jedem Monat: eine monatliche Rente,
Zahlung; die Zeitschrift erscheint m.
Monats| -anfang, der; -einkommen, das monat
liches Einkommen: sein M. beträgt 1000 Mark
(brutto); -ende, das; -gehalt, das vgl. -einkommen;
- karte, die für die ständige Benutzung eines Ver
kehrsmittels während der Dauer eines Monats gültige
Fahrkarte; -nam e, der
Mönch, der; -(e)s, -e jm d. , der aus religiösen Grün
den gemäß einer bestimmten (Ordens)regel und be
stimmten Gelübden ein asketisches, von der Welt
zurückgezogenes, klösterliches Leben führt, bes. A n
gehöriger eines katholischen Ordens: ein katholischer,
buddhistischer M .; wie ein M. (enthaltsam, zurück
gezogen) leben
Mond, der; -(e)s, -e 1.1 . Himmelskörper, der einen
Planeten umkreist: die Monde des Jupiter 1.2 . fo.
Pl.j der die Erde umkreisende 1.1: das milde Licht
des Mondes; die schmale Sichel des Mondes; der
M. scheint, ist aufgegangen; der M. nimmt zu
(es geht auf Vollmond zu), nimmt ab (es geht auf
Neumond zu); die Landung des Raumschiffs auf
dem M.
—
2. heller, einem Halbmond ähnlicher
Teil des Nagels (II) — 8. veraltend Monat: er
is t seit (vielen) Monden verschollen
+ um g . in den M. gucken (das Nachsehen haben;
leer ausgehen); auf, hinter dem M. leben, sein
(nicht wissen, was vor sich geht, weltfremd, rück
ständig sein)
mondän /Adj./ in der äußeren Erscheinung und im
Auftreten von betonter, oft übertriebener Eleganz:
eine mondäne Frau; sie ist sehr m. gekleidet; ein
mondänes (luxuriös ausgestattetes, exklusives) Lokal
Mond/mond zu Mond 1.21 -fahre, die Mondlande
fähre; -finstern is, die Verfinsterung des Vollmonds
durch den Erdschatten: eine partielle, to ta le M.;
-gesicht, dasjPl. -er/ umg. scherzh. volles, rundes
Gesicht (1.1); -kalb, das umg. Schimpfw. dum
mer, einfältiger Mensch: du M .!; -f umg . jmd.
guckt wie ein M. (begriffsstutzig) in die Gegend;
- krater, der von einem ringförmigen Wall um
gebene Vertiefung auf der Mondoberfläche; -lande-
fähre, die raketengetriebener Flugkörper, der von
einem größeren Raumschiff aus auf der Mondober
fläche landet und von dort wieder zurückfliegt;
- landschaft, die /o. PL/ Landschaft (1) der Mond
oberfläche : die gebirgige, m it Kratern übersäte M .;
- landung, die Landung auf dem Mond; -licht, das
/o. Pl.f: das helle, weiße M.;
-nacht, die vom
Mondschein erhellte Nacht: eine klare, kalte, helle
M,; -Oberfläche, die fo. PI ./; -phase, die perio
disch wechselnde Erscheinungsform des Mondes;
- r akete, die Raumflugkörper zur Erforschung des
Mondes; -schein, der jo. Pl.j: die Nacht war vom
M. erhellt; -J- salopp der kann mir (mal) im M.
begegnen (von dem w ill ich nichts mehr wissen) !;
-Sichel, die /o. Pl.j der Mond in der Phase, in der
er in der Form einer Sichel zu sehen is t; -Sonde,
die unbemannter, m it Meßgeräten versehener R aum
flugkörper zur Erforschung des Mondes; -süchtig
/A d j.; nicht adv./ (bei Mondlicht) schlafwandelnd:
das Kind ist m .; -Wechsel, der Übergang vom zu*
nehmenden zum abnehmenden Mond und umgekehrt:
morgen ist, haben wir M.
monetär /Adj.; nur attr./ das Geld, die Währung
betreffend
Moneten, die /Pl.j umg. Geld (1): meine M. sind
schon wieder alle; er reicht selten mit seinen
M.
monieren /sw. Vb.; hat/ etw. beanstanden: er
monierte die gelieferte Ware; eine Rechnung
m .; monierte Mängel beheben lassen
Monismus, der; -, /o. Pl.j Philo s . Zurückführung
aller Erscheinungen der Wirklichkeit auf ein ein
heitliches Prinzip , Lehre von der Einheit der Welt:
der materialistische M. (Lehre, daß die Einheit der
Welt in ihrer M aterialität begründet ist)
Monitor, der; -s, Monitoren 1. Fernsehen Bild
schirm als Kontrollgerät zur Beobachtung des von
einer Fernsehkamera aufgenommenen Bildes — 2 .
T ech n . programmierbares Kontrollgerät zur Über
wachung automatischer Anlagen — 8. Phys. Appa
ratur zur Feststellung (unerwünschter) radioaktiver
Strahlung
monogam /A dj.; zu Monogamie/
Monogamie, die; -, jo. Pl.j eheliche Verbindung
eines Mannes od. einer Frau mit nur einem anders
geschlechtlichen Partner
Monogramm, das; -s, -e (ineinander verschlungene)
Anfangsbuchstaben eines Vor- und Zunamens: ein
M. in die Wäsche sticken; der Graphiker signierte
das Blatt mit seinem M.
Monographie, die; -,
- n [. .i:o n] wissenschaftliche
Darstellung eines bestimmten Gegenstandes in mög
lichst umfassender Weise: eine M. verfassen,
schreiben; eine M. über einen Schriftsteller
Monokel, Monokel, das; -s, - zur Korrektur eines
Sehfehlers getragenes optisches Glas für nur ein
Auge: er klemmte sich das M. ins Auge
Monokultur^ auch Monokultur, die L a n d w . fort-
792
Monolith — montieren
gesetzter Anbau einer K ulturpflanze auf derselben
(großen) Anbaufläche: die M. von Zuckerrohr b e
enden, überwinden
Monolith, auch Monolith, der; -(e)s/-en, -en 1.1 .
sehr großer Stein (1.2): ein gewaltiger M. 1 .2 . aus
1.1 gehauenes monumentales K unstw erk: der große
Obelisk ist ein M.
monolithisch, auch monolitiseh /Adf.f 1.1 . aus
einem einzigen Stein bestehend: eine monolithische
Säule 1.2 . /vorw. attr.f Bauw . die monolithische
Bauweise (traditionelles Bauverfahren, bei dem der
Bau als Ganzes an Ort und Stelle gemauert od. be
toniert und nicht montiert wird)
Monolog, der; -(e)s, -e Selbstgespräch, bes. im
Dram a: ein berühmter M. aus einem Trauerspiel;
einen M. deklamieren
Monophthong, der; -(e)s, -e [..toq] Phon et. Einzel
laut, kurzer od. langer Vokal im Gegensatz zu einer
Kombination aus zwei Vokalen: a, e, i, o, u sind
Monophthonge
'
Monopol, das; -s, -e 1. fvorw. Pl.f Zusammen
schluß kap. Unternehmen in Form von Kartellen
Syndikaten, Konzernen, Trusts zur Beherrschung
der Produktion und des Marktes und zur Erzielung
von Maximalprofiten: multinationale Monopole;
die Macht, Herrschaft, das Profitstreben der
Monopole; die K onzentration der Monopole —
2.1 . Zustand, daß ein M onopol (1) die Herstellung
und den Vertrieb bestimmter Produkte in einer od.
mehreren Branchen ausschließlich innehat, woraus
sich eine die Produktion und den M arkt beherr
schende Stellung dieses Unternehmens ergibt: in
einer bestimmten Branche das M. haben, besitzen;
das M. brechen 2.2 . ausschließliches Recht eines
Staates, (die Herstellung und) den Vertrieb bestimm
ter Verbrauchsgüter und die Leistung bestimmter
Dienste (zum Zwecke der Besteuerung) vorzunehmen:
ein staatliches, gesetzliches M .; das M. (der Regie
rung) für die Ausfuhr von K affee 2.B. ausschließ
liches angemaßtes Recht eines bestimmten Personen
kreises: das M. der Bourgeoisie auf Bildung wurde
beseitigt; die Leitungstätigkeit in Staat und Wirt
schaft ist kein M. der Männer
Monopol|bourgeoisie, die einflußreichster, reaktio
närster Teil der Bourgeoisie, der, gestützt auf die
Macht der Monopole (1), die Wirtschaft und die
Politik kap. Staaten zugunsten seiner Profitinter
essen lenkt und beherrscht
monopolisieren /sw. Vb.; hat/ etw. der Herrschaft
weniger od. eines einzigen Monopols (1) unter
werfen: einen Industriezweig, Rohstoffe m.
Monopolismus, der; fo. PI ./ die Herrschaft der
Monopole (1 )
monopolistisch /Adj./ von den Monopolen (1) aus
gehend, durch die Herrschaft der Monopole (1) be
stimmt: monopolistische Preisbildung, Profitinter
essen
Monopol/monopol| -kapital, das jo. PI ./ 1 . das
Kapital (1) der Monopole (1) — 2 . Gesamtheit der
Vertreter der Monopole (1): die Beherrschung der
Gesellschaft durch eine kleine Schicht, die des
Monopolkapitals; -kapitalismus, der durch die
Herrschaft der Monopole (1 ) gekennzeichnetes, höch
stes und letztes Stadium des K ap.; dazu -kapitali
stisch /A d j./; -preis, der Monopolprofit einschließen
der, weit über dem Wert liegender Warenpreis;
- profit, der von den Monopolen (1) auf Grund ihrer
Machtstellung erzielter, weit über dem Durchschnitt
liegender Profit
Monotheismus, der; -, /o. PI ./ [ .. e |i..] Glaube an
einen einzigen Gott; dazu monotheistisch /Adj./
monoton /Adj./ 1.1. eintönig (1.1): das monotone
Rauschen des Meeres; die monotone Sprechweise
eines Redners 1.2 . einförmig, eintönig (1.2): eine mo
notone Arbeit; dazu Monotonie, die;
-n [. .i:an]
das Eintönigsein: die M. des Meeresrauschen
Monstera, die;
Monsterae [..re] Kletterpflanze
m it tief eingeschnittenen, häufig Löcher aufweisen
den großen, grünen Blättern, die als Zimmerpflanze
gehalten wird
Monstranz, die; -,
-e n Rel. kath. liturgisches Be
hältnis, in dem eine geweihte Hostie gezeigt wird
monströs /Adj.f 1. /emot./ 1 .1 . ein Monstrum (1.1)
darstellend: ein monströses Fabeltier 1.2 . über
mäßig groß und meist häßlich: ein monströses Bau
werk — 2 . Med. mißgebildet
Monstrum, das; -s, Monstren/Monstra 1. /emot./
l . 1 . Ungeheuer (1), Scheusal (1.1) 1.2 . übermäßig
großes und m eist häßliches Gebilde: solch ein M.
von einem Hut — 2. Med. Mißgeburt
Monsun , der; -s, -e r egelmäßiger, jahreszeitlich die
Richtung wechselnder Wind, bes. in Süd- und Ost
asien: der indische M.
Monsun |regen, der durch den feuchten Monsun im
Sommer verursachter, lange anhaltender Regen, bes.
in Süd- und Ostasien
Montag, der; -(e)s, -e erster Tag der Woche;
/ auch Dienstag
4- umg. blauen M. machen (an einem Montag
unbegründet der A rb eit fernbleiben)
Montage, die; -,
-n [monta:^, moq..] 1. Zusam
menbau, Aufstellung und Herrichtung bes. von
Maschinen, Bauten, technischen Anlagen aus vor
gefertigten Einzelteilem a m Ort ihrer Verwendung:
die M. eines Hochhauses, der Maschine; u m g . er
ist auf M. (ist meist auswärts mit Montagearbeiten
befaßt) — 2 .1 . durch Zusammenfügen, Nebenein
andersetzen verschiedenartiger Teile a uf besondere
Wirkung zielende künstlerische Technik: dieses Bild
entstand durch die M. verschiedener Textilien,
Leder, Glas und Pappen 2.2 . Produkt von 2.1: eine
M. des bekannten Künstlers — 3 . F ilm endgültige
Gestaltung eines Filmes durch Auswahl und Zu
sammenstellung der Bildfolge
Montage| -arheit, die; -band, das /PL -bänder/
T ech n . Fließband, an dem die (End)montage eines
Industrieprodukts erfolgt; -bauweise, die jo. PI./
Techn . industrielle Bauweise, die auf der Montage
(1) vorgefertigter, standardisierter Bauelemente be
ruht: Wohnblocks, Brücken in M. errichten; -halle,
die Werkhalle, in der die Montage industrieller Pro
dukte erfolgt
montags /Adv.; zu Montag/; / auch dienstags
Montanindustrie, die Bergbau und Hüttenwesen
umfassende Industrie
Monteur, der; -s, -e [m ontoir, m oq ..] Facharbeiter
für die Montage (1) von Maschinen, Anlagen
montieren /sw. Vb.; hat/ [mont.., mögt..] 1. etw.
durch Montage (1) zusammenbauen: eine technische
Anlage m.; etw. am Fließband m.
—
2. etw. mit
technischen Mitteln an einem bestimmten Ort a n
bringen, befestigen: Scheinwerfer am Straßenrand
m . ; eine Antenne sachgemäß auf dem, unter dem
Dach m.
Montur — Mördergrube
793
Montur, die;
-en veraltend: in voller M. (in
Uniform) erscheinen
Monument, das; -(e)s, -e 1. großes Denkmal: ein
den Platz beherrschendes M.
—
2. überlieferte
künstlerische Schöpfung, bes. baulicher A r t , als
Zeugnis vergangener Kulturen, K ulturdenkm al: der
Dom ist ein M. barocker Baukunst
monumental lA dj.f in großen Dimensionen gehalten,
gewaltig: ein m. wirkender Baukomplex
Moor, das; -(e)s, -e s umpfiges Gebiet mit vorwiegend
aus Pflanzenresten gebildetem, feuchtem, schlam mi
gem, sich zu Torf umbildendem Boden und charak
teristischer Vegetation: schwarzes, grundloses, tücki
sches M.; sich im M. verirren; das M. urbar
machen, trockenlegen; im M.versinken
Moor|bad, das 1, medizinisches Bad (1) aus Moorerde
und heißem (Mineralwasser — 2, das Baden in 1:
jmdm. eine Kur mit Moorbädern verordnen —
3. Kurort für 2: dieser Ort ist ein bekanntes M.
moorig /Adj.; nicht adv.f aus Moor bestehend, wie
Moor, sumpfig: weicher, mooriger Boden; eine
moorige Wiese
Moos, da s; -es, -e 1. kleine, in großer, dicht stehen
der Menge, vorzugsweise an schattigen, feuchten
Stellen wachsende immergrüne, sich durch Sporen
vermehrende Pflanze: weiches, grünes M.; Moose
und Flechten; sich im Wald ins M., auf das M.
setzen — 2 . /o. Pl.f umg. Geld (1): da muß doch
eine Masse M. herausspringen
mpos zu Moos l|grün JAdj./ 1 . grün wie Moos:
e ne moosgrüne Bluse; moosgrüner Samt — 2*
grün, weil von Moos bewachsen: ein moosgrüner
Gedenk-, Grabstein
Mop, der; -s, -s Gerät m it Fransen aus Baumwolle
zum Säubern von Fußböden, zum Staubwischen:
den Fußboden mit dem M. wischen
Moped, das; -s, -s Kraftrad mit Pedalen und kleinem
Motor und einem Hubraum bis zu 50 Kubikzenti
meter: er fuhr mit dem M. ins Grüne
Mops, der; -es, Möpse zu einer Hunderasse mit
dickem Körper, rundem Kopf, stumpfem M aul und
kurzen Beinen gehörender Heiner Haushund
mopsen jsw. Vb.; hat/ umg. I . etw. von geringem
Wert entwenden, stehlen: einen Radiergummi m.
- r II* sich langweilen: bei dem Vortrag, in dieser
Gesellschaft habe ich mich sehr gemopst
mops|fidel, mops|fidel lAdj.f umg. scherzh. sehr
munter, vergnügt: die Kinder waren bei der Feier m.
Moral, die; fo. PLI 1 .1 . Gesamtheit als verbind
lich akzeptierter, historisch und gesellschaftlich be
dingter Grundsätze, Werte, Norm en für das p r ak
tische Verhalten der Menschen zueinander, bes. in
den sozialen Beziehungen zwischen Persönlichkeit
und Gemeinschaft: Grundsätze der sozialistischen
M.; die bürgerliche M. 1 .2 . von 1.1 bestimmte Ein
stellung und Handlungsweise: die Lockerung der
M.; eine gefestigte, zerrüttete M. haben; die M.
sinkt; die Hebung der M. — 2 . Einsatzbereitschaft,
Disziplin und Selbstvertrauen: die M. der Truppe;
die Niederlage hat die M. unserer Elf nicht ge
schwächt — 3. Lehre (LI), sittliche Nutzanwendung;
die M. einer Erzählung, eines Märchens
Moral |begriff, der jmds., die herrschende A uf
fassung von M oral (1.1): der sozialistische, bürger
lich e M.
moralisch /Adj./ 1 .1 . die Moral (1) betreffend od.
auf sie bezogen, sittlich (1.1): moralische Bedenken,
Vorurteile, Skrupel haben; ein Buch von hohem
moralischem W ert; moralischen Druck, Zwang auf
jmdn. ausüben; ein m. einwandfreies Verhalten
zeigen; sich m. verantwortlich, verpflichtet fühlen
1.2 . die M oral (1) einhaltend, sittlich (1.2): einen
moralischen Lebenswandel führen; er ist ein sehr
moralischer Mensch — 2 . sittliche Lehren (LI) ent
haltend, moralisierend (2): moralische Reden hal
ten; jmdm. moralische Vorhaltungen machen;
jmdm. m. kommen (jmdm. eine Moralpredigt
halten) — 3 . W irtsch . der moralische Verschleiß
(die durch den wissenschaftlich-technischen F o rt
schritt bedingte Wertminderung von Produktions
mitteln)
+ einen, den Moralischen haben (Katzenjammer,
Gewissensbisse haben)
moralisieren /sw. Vb.; hat/ 1. moralische (1.1) Be
trachtungen anstellen: er moralisiert über die W elt
und die Dinge des Lebens — 2 . Gedanken zur Ein
haltung der M oral (1) (belehrend) äußern: er mora
lisiert gern; eine Geschichte mit moralisierender
Tendenz
Moralist, der; -en, -en Sittenrichter, Moralprediger:
sich als M. aufspielen
Moral u m g . / emot. neg.j zu Moral 1J -prediger, der
jmd ., der Moralpredigten hält; -predigt, die die E in
haltung der Moral betreffende Ermahnungen, Vor
haltungen: Moralpredigten nützen nicht viel;
jmdm. eine M. halten
Moräne, die; -,
-n G e o l . von Gletschereis mitgeführ
tes und abgelagertes Geröll: eine M. aus der Eiszeit
Morast, der; -es, -e/Moräste 1.1 . /o. P L/ Schlamm
(1.1): im M. stecken bleiben 1 .2 . sumpfiger Boden,
sum pfiges Gebiet
morastig /A dj./ sumpfig, schlammig: ein morastiger
Boden, Weg
Moratorium, das; -s, Moratorien [..ie n] im inter
nationalen politisch-diplomatischen od. wirtschaft
lichen Bereich zwichen Partnern vereinbarter od.
einseitig verfügter befristeter Aufschub einer be
stimmten Festlegung, bes. einer (Zahlungsverpflich
tung
morbid jAdj,; vorw. attr.j angekränkelt: 1 .1 . ein mor
bider Mensch 1.2 . eine morbide (im sittlichen Ver
fallbegriffene) Gesells chaft; morbide Verhältnisse
Morchel, die; -,
- n Schlauchpilz m it weißlichem,
hohlem Stiel und einem kegelförmigen H ut von
wabenartiger Struktur
Mord, der; -(e)s, -e vorsätzliche Tötung eines M en *
sehen: ein geplanter, kalter M.; ein politischer M.;
jmdn. des Mordes anklagen, verdächtigen; einen
M. (an jmdm.) begehen, verüben, verhindern
+ umg. das ist (der reine, reinste) M. (das ist sehr
gefährlich, anstrengend, eine Zum utung)!; das gibt
M. und Totschlag (heftigen Streit)
Mord| -anklage, die Anklage wegen verübten Mor
des: er stand unter M. vor Gericht; -anschlag, der
Anschlag mit dem Ziel, jmdn. zu ermorden: einen
M. planen, ausführen, vereiteln; einem M. zum
Opfer fallen
morden, mordete, hat gemordet jmdn. vorsätzlich
töten: jmdn. kaltblütig m.
Mörder, dei; -s, - jmd., der einen Mord begangen
hat: ein gedungener M.; den M. verfolgen, fassen,
verurteilen
Mörder|grube, die
+ aus seinem / Herzen keine M. machen
794
mörderisch — Mosaik
mörderisch /A d j./ 1 . mordend, Leben vernichtend:
ein mörderischer Krieg, Kampf — 2 ,um g . /drückt
emotional in negativem Sinne einen hohen Grad
aus/: eine mörderische Kältewelle, Hitze; ein
mörderischer Lärm, G estank; in einem mörderi
schen Tempo fahren
Mord| -fall, der Fall (II.3), bei dem es sich um
einen Mord handelt: ein grausiger M.;
- gier, die
das Verlangen, hemmungslos zu morden: die M. der
Soldateska
Mordio
-f- / t Zeter und M. schreien
Mord|prozeß, der einen M ordfall behandelnder P r o
zeß: in einem M. als Zeuge aussagen
Mprds/mords u m g . femot.f|
-arbeit, die fo. PI./
sehr große A rb eit; ^häßlich, -häßlich fA d j./ sehr
häßlich; -hunger, der vgl.
-a rbeit: er hatte einen
M.; -k erl, der sta rker, tüchtiger, verwegener Mensch:
das ist mir vielleicht ein M .!; -lärm, der gewaltiger,
sehr großer Krach, Lärm: die Schulklasse machte
einen M.; -mäßig /A dj.; nicht präd.f sehr: eine
mordsmäßige (sehr große) Wut auf jmdn. haben;
m. schimpfen; -spaß, der jo. Pl.f außergewöhnlich
großer Spaß : das Theaterspielen machte den Schü
lern einen M.
Mord| -verdacht, der Verdacht auf Mord: der An
geklagte steht unter M.;
- waffe, die bei einem
Mord benutzte Waffe
Möres jPl.f [. .re:s]
+ veraltend umg. jmdn. M. lehren (jmdm. An
stand beibringen; jmdn . energisch zurechtweisen)
morgen /Adv./ 1. am folgenden Tag, am Tag nach
dem heutigen: m. früh, mittag, abend; m. komme
ich wieder; m. in einer W oche; ab m. tritt die
Änderung in Kraft; sich auf m., für m. vorbereiten
*— 2 . in der Zukunft, zukünftig: die Welt von m.;
wie wir heute arbeiten, werden wir m. leben —
3. fin Verbindung mit bestimmten Temporaladv. od.
dem Namen eines Tages der Woche; stets nachgestelltj
am Morgen, am Vormittag: heute, gestern, Sonntag
m.; Mittwoch m.
-f- (nicht) von / heute auf m.; / lieber heute
als m.
Morgen, der; -s, - I , Tageszeit von etwa Sonnen
aufgang bis zum Vormittag: ein heller, sonniger,
bedeckter, trüber M.; es ist, wird M.; jeden M.
holt er sie ab; am (frühen, folgenden) M.; gegen
M.; vom M. bis zum Abend; guten M .! /Gruß/;
jmdm. guten M. sagen, einen guten M. wünschen;
O geh . der M. (Beginn) eines neuen Zeitalters —
II. jaltes Flächenmaß von unterschiedlicher Größe
für die Berechnung landwirtschaftlicher N utzfläch ej:
fünf M. Land; der Garten ist über einen M. groß
Morgendämmerung, die /o. Pl.f Dämmerung am
Morgen: in der M.; die M. bricht an
morgendlich fAdj.; nur attr.f am Morgen, jeden
Morgen: die morgendliche Stille, Stunde; das
morgendliche Frühstück; der morgendliche Spa
ziergang
Morgen| -frühe, die fin der Verbindung! in aller
M. (ganz früh am Morgen); -grauen, das; -s, jo. Pl.f
Morgendämmerung: im M. aufstehen, zur Arbeit
gehen; -himmel, der fo. Pl.f der Himmel (1) am
Morgen; -luft, die jo. Pl.f: die frische M. ein-
atmen; + umg. jemot. neg.f jmd. wittert M.
(jmd. hält seine Chance für gekommen); -rock,
der einem langen M a ntel ähnliches leichtes, beque
mes Kleidungsstück, das bes. am Morgen in der
Wohnung getragen w ird : den M. rasch Überwerfen;
- r ot, das; -(e)s, fo. PI ./ rote Verfärbung des H im
mels bei Sonnenaufgang; -röte, die g eh . Morgenrot:
am Horizont zeigt sich die erste M.
morgens fAdv.f am Morgen, an jedem Morgen:
(um) sechs Uhr m.; m. stehen wir gewöhnlich um
sechs Uhr auf; von m. bis abends; m. früh;
dienstag, Dienstag m.
Morgen| -sonne, die jo. Pl.f: die helle M.; mit den
ersten Strahlen der M. aufbrechen; -stern, der
fo. Pl.f der auffallend hell leuchtende Planet Venus
am Morgenhimmel: der M. funkelt, leuchtet am
Himmel; -stunde, die: zu, in früher M. (am frühen
Morgen)
morgig fA dj.; nur attr.f vom kommenden, folgenden
Tag: der morgige Abend, Tag; das morgige Datum;
die morgige Vorstellung
Moritat, die; -, Moritaten Gedicht, Lied , das eine
m eist schauerliche Geschichte rührselig erzählt und
m it einer Moral (3) endet: eine schaurige, schreck
liche M. singen, vortrageh
Morphem, das; -s, -e Sprachwiss. kleinste be
deutungstragende Einh eit der Sprache
Morpheus
+ veraltend in M. Armen ruhen, liegen (ruhig
und zufrieden schlafen)
Morphin, das; -s, fo. Pl.f Med. Morphium
Morphium, das; -s, fo. Pl.f aus Opium gewonnenes
Rauschgift, das in der M edizin zur Schmerzlinderung
verwendest wird
Morphologie, die; -, fo. Pl.f 1. Teilgebiet der Bio
logie, das sich mit der Struktur, der Gestalt der
Gewebe, Organe und Organismen befaßt — 2 . T eil
gebiet der Sprachwissenschaft, da s sich mit den
Formen (2.6) und den Ableitungen der Wörter be
faßt; dazu morphologisch /Adj./
morsch /Adj./ durch Fäulnis od. Alter und Ver
witterung brüchig: morsche Balken, Bretter; mor
sches Mauerwerk; ein baufälliges, morsches Ge
bäude
Morse | -alphabet, das fo. PL/ aus der Anordnung
von Punkten und Strichen, kurzen und langen Funk
zeichen bestehendes Alphabet zur Übermittlung tele
grafischer Nachrichten; -apparat, der Apparat (1)
zur Übermittlung von Nachrichten durch Morsezei
chen, elektrischer Telegraf: den M. bedienen
morsen /sw. Vb.; hat/ etw. durch Morsezeichen
übermitteln: SOS m.
Mörser, der; -s, - 1. halbrundes, dickwandiges Gefäß,
in dem mit einem Stößel feste Stoffe zerstoßen, zer
rieben werden: Gewürzkörner im M. mit dem
Stößel zerkleinern, zerstoßen, zerstampfen — II.
veraltend Mil. schweres Geschütz mit kurzem
Rohr für geringe Entfernungen
Morse|Zeichen, das Zeichen (1.3) des Morsealpha
bets: M. senden, empfangen, klopfen
Mortadella, die; -, /o. PI .; Wurstsorte/
Mortalität, die; -, /o. PI ./ fachspr. Rate, Ziffer
der Sterbefälle: die M. ist gesunken
Mörtel, der; -s, - breiartiges schnell erhärtendes
Gemisch aus Wasser, Sand und einem Bindemittel
wie Gips, Kalk, Zement zum Verbinden von Bau
steinen und zum Verputzen: M. anrühren, auftra-
gen
Mosaik, das; -s, -e, landsch. auch die;
-en
[. , a |i:k] aus verschiedenfarbigen Sternchen od. Glas-
Moschee — Mottenkiste
795
Stückchen zusammengesetztes M uster, Bild, Orna
ment: ein buntes, farbiges M.; ein M. zusammen
setzen; Fußböden, Wände mit M. auslegen
Moschee, die;
-n [..e:(9)n] Gebäude, in dem sich
die Mohammedaner bes. zu gemeinsamem Gebet ver
sammeln
Moschus, der; jo. P I ./ stark riechender Duftstoff
(1.1), der aus einem Sekret der männlichen Ge
schlechtsdrüsen eines in Innerasien lebenden H ir
sches od. auch auf künstlichem Wege gewonnen
w ird
Moschusj ochse, der mit dem Bind (1) verwandter,
in der A rktis lebender Wiederkäuer mit langem,
zottigem, dunkelbraunem F ell und gebogenen Hör
nern
mosern /sw. Vb.; hat/ landseh. umg. nörgeln:
immer mußt du m.!; die Kinder moserten, daß
der Schnee schon wieder w egtaute
Moskito, der; -s, -s Stechmücke tropischer und sub
tropischer s umpfiger Gebiete, deren gefürchtetste A r t
die M alaria und andere Krankheiten überträgt
Mosk|to|netz, das engmaschiges Netz zum Schutz
gegen Moskitos, das in tropischen Ländern nachts
über das Bett od. vor das Fenster gehängt wird
Moslem, der; -s, -s Mohammedaner: ein gläubiger
M.
Most, der; -es, -e/- durch Keltern gewonnener Saft
von Trauben od. anderen Früchten 1.1 . der unver-
goren als Fruchtsaft od. Süßmost getrunken wird
/bei Mengenangabe PI. Most/: dunkelroter, heller,
süßer M.; eine Flasche M. kaufen; bitte, drei (Glas)
M .! 1.2 . der zur Vergärung zu Wein od. Obstwein
bestimmt ist: der M. gärt
mosten, mostete, hat gemostet mit einem Ent
safter, einer Presse Obst m. (aus Obst M ost her-
stellen)
Mostrich, der; -s, jo. PI ./ 1and sch. Senf (2): ein
Glas M. kaufen; Bockwurst, Eisbein mit M. essen
Motel, auch Motel, das; -s, -s a n einer (verkehrs
reichen) Straße gelegenes Hotel mit spezifischen
Dienstleistungen für Gäste m it Kraftfahrzeugen: in
einem M. übernachten
Motette, die; -,
-n M us. mehrstimmiges geistliches
Chorwerk, oft ohne instrumentelle Begleitung: eine
M. von Bach, Schütz
Motiv, das; -s, -e [. .vo] 1. Beweggrund, Anlaß, der
jmdn. zu einem bestimmten Handeln, Verhalten ver
a nlaßt od. diesem zugrunde liegt: aus persönlichen,
(un)eigennützigen, unlauteren Motiven (heraus)
handeln; sich von bestimmten Motiven leiten
lassen; ein M. für etw. haben; jmds. Motive, die
Motive einer Handlung, Straftat aufdecken,
suchen, rechtfertigen — 2 .1 . oft traditionelles,
thematisches, inhaltliches Element, Thema od. zeich
nerisches, figürliches, farbliches Element einer künst
lerischen Darstellung: ein literarisches, künstleri
sches M. aufgreifen, verwenden; das M. der alten
Hexe im Märchen 2.2 . Mus. kleinste melodisch
rhythmische Einheit in einer Komposition: die Ver
wendung von sich wiederholenden Motiven in einer
Oper; ein M. anschlagen — 3 . Gegenstand, gegen
ständliche Situation, die wegen ihrer Besonderheit
zu künstlerischer Darstellung anregt
Motivation, die;
-en [..v .J Gesamtheit der
Motive (1)
motivieren /sw. Vb.; hat/ [,.v . .] 1. etw, m. für
etw. eine Erklärung, den (Hintergrund anführen,
etw. begründen: eine solche Handlungsweise ist
schwer zu m .; ein gut, schlecht motivierter Antrag
—
2. jmdn. zu etw. m. jmdm. für etw. den Beweg
grund vermitteln, geben: das Kind zum Lernen,
jmdn. zum Malen m.; jmd. ist negativ motiviert
(hat eine negative Einstellung zu etw.)
Moto-Cross, auch Moto-Croß, das, der;
Moto-
Crosse, auch Moto-Crosses S p o r t Motorradrennen
a uf einem in schwierigem Gelände abgesteckten R und
kurs von 1,5 bis 5 Kilometer Länge
Motor, auch Motor, der; -s, Motoren/Motore
Maschine, die durch Umwandlung von Energie (2)
bewegende K raft für einen Antrieb (1.3) erzeugt: ein
starker, leistungsfähiger, defekter M .; der M. eines
Kraftfahrzeuges, eines Schiffes, einer W asch
maschine; der M. springt an, läuft auf vollen
Touren, funktioniert (nicht); den M. anlassen, an
werfen, starten, drosseln, abwürgen; der M. muß
überholt, repariert werden; O jmd. ist der M.
(die treibende K raft) einer Bewegung
Motor, auch Motor| -boot, das durch einen Motor
angetriebenes Boot: ein M. kaufen, m ieten; mit
einem M. über den See fahren; -fahrzeug, das;
- haube, die den Motor bedeckende Haube (4): die
M. öffnen, schließen
Motorik, die; -, jo. Pl.f Physiol. Gesamtheit der
(durch die Hirnrinde gesteuerten) Bewegungsvor
gänge bei Organismen; dazu motorisch /Adj.j 1.1 .
motorische (die Motorik fördernde) Übungen 1.2 .
die motorischen (die M otorik bewirkenden, steu
ernden) Zentren des Gehirns
motorisieren /sw. Vb.; hat; vorw. im Part. Prät.j
jmd. ist motorisiert jmd. ist mit einem Kraftfahr
zeug ausgerüstet, hat ein Kraftfahrzeug: die Zahl
der motorisierten Verkehrsteilnehmer nim mt stän
dig zu; die motorisierten / Schützentruppen
Motor, auch Motor| -leistung, die Techn.;
-rad,
das Kraftrad mit einem Hubraum von mehr als
50 Kubikzentimeter: M. fahren; ein M. mit B ei
wagen; dazu -radfahrer, der; -raum, der Baum in
einem Kraftfahrzeug, in dem der Motor unter
gebracht ist; -roller, der Kraftrad mit kleineren
Rädern und mit einem Hubraum bis 250 K ubik
zentimeter für mäßig hohe Geschwindigkeiten, bei
dem Räder und Motor m it Stahlblech verkleidet sind;
- säge, die von einem Motor angetriebene Säge;
- s chaden, der: der Wagen hat einen M.;
- s chiff,
das m it Dieselm otoren) angetriebenes Schiff; -Sport,
der m it Motorfahrzeugen betriebener Sport: der M.
erfreut sich großer B eliebtheit
Motte, die; -,
- n 1. /volkstümliche Bez. für einen in
der Nacht fliegenden, wenig gefärbten Schmetterling!
—
2. weltweit vorkommender kleiner Schmetterling,
dessen Raupe sich bes. von Wollstoffen, Tierhaaren
und anderen tierischen Rohstoffen ernährt: die
Motten haben sich in die Kleidung gesetzt; Motten
bekämpfen, jagen, fangen; die M. umschwirrte das
Lampenlicht — 3 . umg. scherzh. /von einer
lebenslustigen jungen weiblichen Person/: sie ist
eine kesse M.; so eine M.!
+ salopp ach, du kriegst die Motten! /Ausruf
der Verwunderung, Bestürzung/
motten/Motten| -echt /Adj.; von Textilien/ durch
bestimmte Behandlung so beschaffen, daß der B efall
durch Motten (2) verhindert wird: m ottenechte
Wolle, Textilien; -kiste, die -j- jemot./ etw.
stammt aus der, gehört in die M. (etw. ist un-
796
Mottenkugel — Mühle
modern, veraltet); -kugel, die Mittel zur Bekämp
fung von Motten (2) in Form einer kleinen Kugel;
- pulver, das pulverförmiges Mittel zur Bekämpfung
von Motten (2): ihre Kleidung riecht nach M.;
-sicher fAdj.f vgl. -echt
Motto, das; -s, -s 1*1. Leitspruch: das M. seines
Lehens; sich ein M. wählen 1.2 . als Leitspruch
dienende Aussage, die einem Buch od. Kapitel vor
angestellt wird: das M. des Romans lautet...
motzen fsw. Vb.; hat/ salopp aufsässig sein und
seinen Unmut äußern: er motzt gegen seine Eltern
moussieren fsw. Vb.; hat/ [mu..]: der Sekt mous
siert (schäumt, prickelt) im Glas
Möwe, die;
-n in zahlreichen Arten vorkommen
der, am Meeresufer und in der Nähe von Binnen
gewässern gesellig lebender fluggewandter Vogel von
leuchtend weißer od. silbergrauer Farbe mit haken
förmig gebogenem Schnabel: Möwen am Strande
füttern; die Möwen kreischen, schießen pfeil
schnell durch die Luft
Mücke, die;
-n 1.1 . in zahlreichen Arten vorkom
mendes, zu den Zweiflüglern gehörendes schlankes,
zierliches Insekt mit meist langen Beinen und lan
gen Fühlern: ein Schwarm Mücken; die Mücken
schwirren umher, tanzen 1 .2 . Stechmücke: von
Mücken geplagt, gestochen werden
+ umg. aus einer M. einen Elefanten machen
(etw. sehr aufbauschen 2); — angeben wie eine
/ Tüte Mücken
Muckefuck, der; -s, fo. Pl.j umg. scherzh. Malz
kaffee: er trank jeden Morgen seinen M.
Mucken, die fPl.f
4- umg. jmd. hat seine M. (hat sonderbare Launen,
ist eigensinnig); etw. hat seine M. etw. hat oft un
vermutet auftretende Mängel: das Auto hat seine M.
Mückenl -plage, die fo. Pl.j; -schwärm, der;
- stich, der
Mucks, der /in der Verbindung! umg . kein M. kein
Laut (1), Wort; kein M. war zu hören; er sagte den
ganzen Morgen, während der ganzen Fahrt keinen
M.; er gab keinen M. von sich
mucksen /sw. Vb.; hat; vorw. verneint/ umg. 1.
sich m. einen Laut von sich geben: als es klopfte,
mucksten wir uns nicht — 2 . widersprechen (1),
aufbegehren: die ganze Klasse wagte nicht zu m.;
etw. ohne zu m. ertragen
Muckser, der s. Mucks
mucks|mäuschenstill /,A dj.; nicht attr.f u mg.
jemot.f ganz still, ohne daß jmd. einen Laut von
sich gibt: in der Klasse war es m.
müde fAdj.f 1. (ermattet und) nach Schlaf ver
langend, Schlaf benötigend: jmd. ist (von vieler
Arbeit) sehr m .; zum Umfallen, bleiern m. sein;
sie sieht sehr m. aus — 2 . kraftlos: etw. mit müder
Stimme sagen; eine m. Handbewegung machen
—
8. g eh . einer Sache, jmds. m. sein einer Sache,
jmds. überdrüssig sein: jmd. ist des dauernden
Redens, Wartens, der ständigen Vorwürfe m.;
/(es) m. worden, sein -f* Inf.f: er wurde (es) m.,
immer wieder ihre Klagen anzuhören; sie wird
(es) nicht m., immer wieder davon zu erzählen
(sie erzählt immer wieder davon)
Müdigkeit, die;\-, jo. PL; zu müde 1 u. 2f; zu 1:
eine schwere, bleierne, wohlige M. überfällt, über
kommt jmdn.;er schlief vor M. auf dem Sessel ein
-j- um g. keine M. vorschützen (los, voran, weiter-
machen) !
Muff, der; -{e)s, -e I . von Frauen, Mädchen getra
gen vorwiegend a us P elz (2) gefertigte Hülle, in die
sie zum Wärmen die Hände von links und rechts
hineinstecken: ein M. aus Persianerpelz; die Hände
in den M. stecken — II. jo. Pl.j landseh. muf
figer Geruch: ein unerträglicher M. durchzieht
den Hausflur, den Keller
Muffe, die; -,
-n Techn. 1. kleines Stück Bohr
zum Verbinden zweier aneinanderstoßender Bohre;
Erweiterung eines Bohrendes zum Ansetzen eines
anderen Rohres — 2 . isolierendes, in der Längs
richtung geteiltes Gehäuse, das die Verbindung der
Enden von Kabeln gegen Luft, Feuchtigkeit und
Schmutz schützt
1Muffel, das; -s, - s. Mufflon
2Muffel, der; -s, - u m g . muffeliger Mensch: er war
so ein richtiger alter M.
muffelig fAdj.f u m g . mürrisch, unfreundlich (1),
wortkarg: eine muffelige Bedienung; er ist ein
ziemlich muffeliger Typ, wirkt m.
m u ffig fAdj.f 1. durch Feuchtigkeit und mangelnde
Lüftung, schlechte Lagerung schlecht riechend,
schmeckend: ein muffiger Keller; ein muffiges
Zimmer; im ganzen Haus riecht es m.; das Mehl
riecht m.
—
2. von beschränkter geistiger, sozialer
Haltung: ein muffiger Spießer; früher war er nicht
so m.
m ufflig fAdj.f s. muffelig
Mufflon, der; -s, -s [..o n ] braunes kleines w ild
lebendes Schaf, das in Herden hauptsächlich auf
Korsika und Sardinien lebt
Mühe, die; -,
-n Anstrengung (1), Arbeit (2); viel,
große, vergebliche M.; eine kleine M .; etw. ohne
große M. bewältigen; etw. mit M. lernen; diese
Arbeit macht, kostet viel M.; keine M. scheuen;
etw. ist der, die M. wert, etw. lohnt die, der M.
(etw. lohnt sich); fin den Verbindungen! sich M.
geben (sich bemühen 1, anstrengen 1.1); sich die M.
machen (sich anstrengen 1.1), etw. Bestimmtes zu
tun; die täglichen Mühen (das, was täglich bewäl
tigt werden muß)
+ m it M. und N ot (nach langem Bemühen, gerade
noch)
m ü h e|los fAdj.f keine Mühe bereitend, ohne Mühe,
leicht: das kann ich m. bewerkstelligen, organi
sieren
m ühen, sich fsw. Vb.; hat/ sich anstrengen (1.1):
er mühte sich redlich, seine Arbeit zu schaf
fen
mühe|voll /A dj./ mit viel Mühe verbunden, schwie
rig: ein mühevoller Aufstieg; die Überarbeitung
der Partitur ist recht m,
Mühle, die; -,
- n 1.1.1. durch Motorkraft, Wasser
od. Wind betriebene Anlage zur Herstellung von
Mehl aus Getreide: eine alte, verfallene M.; in der
M. wurde Getreide zu Mehl gemahlen; die M. ist
nicht mehr in Betrieb, steht still 1.2 . von der Hand
od. elektrisch betriebenes Haushaltsgerät zum M ah
len, bes. von Kaffeebohnen, Gewürzkörnern: eine
elektrische M .; Kaffee, Pfeffer, Mandeln durch die
M. drehen — 2 . s a l op p femot.f (altes) Motorrad,
Fahrrad, Auto, Motorflugzeug: er liebte seine alte
M.; die M. stürzte ab — II .l . fo. Art., o. Pl.f
Brettspiel für zwei Personen, bei dem dem Gegner
so viele Steine abgewonnen werden müssen, d aß er
keine Mühle (II.2) mehr bilden kann: M. spielen —
2. drei auf eine Linie gebrachte Spielsteine bei 1 ,
Mühlrad — Mund
797
die den Spieler berechtigen, dem Gegner einen Stein
wegzunehmen: sein e M. öffnen, schließen
-f- etw. ist / Wasser auf jmds. M.
Mühl zu Mühle 1.1 .11 -rad, das Wasserrad einer
Mühle; -stein , der großer, runder Stein einer Mühle
zum Zermahlen des Getreides
Mühsal, die;
-e [..za:l] jvorw. Sg.f veraltend
Beschwerde (1.1 .2): ihre Arbeit war voller M.; die
M. des Alltags; etw. nur mit M. bewältigen, fertig
stellen
mühsam /Adj.j Mühe bereitend, beschwerlich: eine
mühsame Kleinarbeit; ein mühsames {erzwungenes)
Lächeln; er konnte sich nur noch m. {mit Mühe)
fortbewegen
müh {selig /A dj./ viel Mühe bereitend, sehr mühsam:
der mühselige Kleinkram; eine mühselige Reise
vor, hinter sich haben; es war m., durch den hohen
Schnee zu stapfen; er schlug sich m. (mit viel
Mühe) durchs L eben
Mulatte, der; -n, -n Nachkomme aus der Verbin
dung eines Elternteils mit weißer und eines mit
schivarzer Hautfarbe
Mulde, die;
- n 1. größere, flache Vertiefung im
Gelände, Senke: eine weite, flache M.; das Dorf
liegt in einer M.
—
2. landsch. längliches, aus
gehöhltes, aus einem Stück angefertigtes Gefäß (aus
Holz), das beim Backen od. Schlachten verwendet
wird: Mehl, Futter in die M. schütten
Muli, das; -s, -s Maultier
Mull, der; -(e)s, -e L fvorw. Sg./ meist als Verband
material dienendes dünnes, weitmaschiges und saug
fähiges Gewebe aus Baumwolle: Verbandsstoff, Win
deln aus M. — I I . lockerer Humusboden)
Müll, der; -(e)s, /o. Pl.f, fachspr.
-e feste Abfälle
des Haushalts, der Industrie: den M. beseitigen,
im Eimer wegbringen; etw. in den M. (Mülleimer)
werfen
Müllj -abfuhr, die 1. fvorw. Sg./ Abtransport von
M üll — 2 . (städtische) Einrichtung für 1; - ablade -
platz, der Deponie; -deponie, die Deponie; -eimer,
der im Haushalt verwendeter Eimer für Müll
Müller, der; -s, - Handwerker, Facharbeiter für das
Mahlen von Getreide
Müll| -kutscher, der u mg . jmd., der beruflich den
Abtransport von M üll vornimmt; -schippe, die
la n d s ch . Kehrichtschaufel; -Schlucker, der; -s, -
Anlag e bes. in Hochhäusern, bei der der i n einen
Schacht geworfene M üll in einen Raum (5) gelangt
und da gesammelt wird; -to nne, die im Gelände
eines Wohnbereichs aufgestellter Behälter zur vor
übergehenden Aufnahme von Müll und anderen Ab
fallstoffen
Mulm, der; -(e)s, fo. Pl.f fachspr. 1.1. verfaultes,
zu Pulver gewordenes Holz: der M. morscher, alter
Bäume 1.2 . pulverige Humuserde
mulmig /Adj./ umg. 1.1. heikel (1), gefahrbringend:
eine mulmige Lage, Situation; diese Affäre er
schien uns reichlich m. 1.2 . sich aus Angst, Be
klemmung unwohl fühlend: bei der Wanderung
über den nur leicht zugefrorenen See wurde ihm m.
multilateral, auch multilateral /Adj./ (in der Poli
tik) von mehreren Pa rtnern ausgehend, mehrere
Partner zugleich betreffend: multilaterale Zusam
menarbeit; ein multilaterales Abkommen
Multimillionär, auch Multimillionär, der mehr
facher M illionä r
multinational, auch multinational fAdj./ mehrere
Nationalitäten, Nationen, Staaten betreffend, um
fassend: der multinationale Sowjetstaat; ein multi
nationaler (sich in seiner Struktur, Einflußsphäre
über mehrere Staaten erstreckender) Konzern
multipel /Adj,; nur attr./ M ed.: multiple Sklerose
/Krankheit des zentralen Nervensystems/
Multiplikand, der; -en, -en M ath. Zahl, die mit
einer anderen Zahl m ultipliziert wird
Multiplikation, die; -,
-e n das M ultiplizieren
Multiplikator, der; -s, Multiplikatoren M a th . Zahl,
mit der eine andere Zahl multipliziert wird
multiplizieren /sw. Vb.; hat/: die Zahl 5 mit der
Zahl 3 m. (die Zahl 5 dreimal addieren); fünf
multipliziert mit sechs ist gleich dreißig
Mumie, die; -,
-n [..Io] durch Austrocknen od. E in
balsamierung vor Verwesung geschützter Leichnam:
eine ägyptische M.; ein zu einer M. vertrockneter
Leichnam
mumifizieren /sw, Vb.; hat/ einen Leichnam, Teile
eines Leichnams einbalsamieren, durch Austrock
nung vor Verwesung schützen: eine mumifizierte
Leiche; ein mumifizierter Schädel
Mumm, der; -s, /o. PL/ umg. 1. Mut, Energie,
Zivilcourage: keinen (richtigen), viel M. haben —
2. er hat viel M. in den Knochen (ist sehr kräftig);
iß nur tüchtig, das gibt M. (Kraft) !
Mummelgreis, der u m g . / emot./ sehr alter, gebrech
licher Mann: ein alter M.
Mummenschanz, der; -es, Mummenschänze / vorw.
Sg./ veraltend Maskenfest
Mumpitz, der; -es, jo. PL/ umg. Unsinn (1), Un
fug (2): so ein M .!; was du da redest, ist (rei
ner) M .!
Mumps, der; -, jo. PL/ meist im Kindesalter auf-
tretende Infektionskrankheit, die mit einer E nt
zündung und starken Sch/wellung der Speicheldrüse
eines od. beider Ohren einhergeht: der J u ng e h a t M.
Mund, der; -(e)s, Münder 1. durch Kiefer und Lip
pen verschließbare Öffnung in der unteren Hälfte
des Gesichtes, die bes. zu r Nahrungsaufnahme tind
Bildung von sprachlichen Lauten dient: ein großer,
kleiner, voller, schmaler M.; ein lachender, sinn
licher, eingefallener M .; den M. (zum Essen, Spre
chen) öffnen, schließen; den M. (die Lippen) zum
Kuß, zum Pfeifen spitzen; jmds. M., jmdn. auf
den M. küssen; das Glas an den M. setzen, um zu
trinken; aus dem M. riechen (einen unangenehmen
Mundgeruch haben); beim Gähnen, H usten die
Hand vor den M. halten; die Beatmung von M.
zu M. bei Verunglückten — 2 . /nur im Pl.f umg.
sie hat vier hungrige Münder (vier Kinder 1.1) zu
ernähren
+ den M. aufmachen, auftun (sprechen, reden);
den, seinen M. halten (schweigen, still sein); reinen
M. halten (nichts verraten); jmdm. den M. verbieten
(jmdm. untersagen, sich zu äußern); sich etw. vom
Munde absparen (etw. unter Entbehrungen sp a re n);
etw. ist in aller Munde über etw. wird von allen
(eine Zeitlang) geredet: seine Tat war in aller
Munde; etw. geht von M. zu M. (wird durch
Weitererzählen verbreitet); um g . einen großen M.
haben, den M. voll nehmen (angeben, prahlen);
nicht auf den M. gefallen sein (schlagfertig sein);
sich den M. verbrennen (sich durch unvorsichtige
Äußerungen selbst schaden) ; jmdm. den M. wäßrig
machen (jmdn. zum Genuß von etw. reizen); jmdm.
nach dem M. reden (in schmeichelnder Absicht
798
Mundart — Mürbeteig
sagen, was jmd. gern hört); jmdm. über den M.
fahren (jm d s . Rede unhöflich unterbrechen und ihm
scharf antworten); mit dem M. vornweg, vorweg
(vorlaut) sein; M. und Nase aufsperren (staunen);
sich den M. fusselig reden (vergeblich reden, um
jmdm . etw. beizubringen); jmdm. den M. stopfen
(jmdn. zum Schweigen bringen); — jmdm. die
/ Antwort in den M. legen; jmdm. die, jeden
/ Bissen in den M. zählen; kein / Blatt vor den
M. nehmen; von der / Hand in den M. leben;
jmdm. läuft das / Wasser im M., Munde zu
sammen; jmdm. das W ort aus dem M. nehmen,
im M., Munde (her)umdrehen; jmdm. b leibt das
/ Wort im Munde stecken
Mund/mund| -art, die Dialekt: die erzgebirgische
M.; englische, französische, deutsche Mundarten;
(in der) M. sprechen, schreiben; dazu -artlich
IAdj.1
Mündel, das; -s, - unter Vormundschaft stehende(r)
Minderjährige(r) od. Kranke(r)
munden, mundete, hat gemundet geh. angenehm,
ausgezeichnet schmecken: die Speisen m undeten
ihm vorzüglich; das hat gut gemundet!
münden, mündete, ist/hat gemündet 1.1 . fvon
einem fließenden Gewässer/ an seinem Ende in ein
anderes Gewässer hineinfließen (ist): die Elster
mündet in die Saale, die Elbe in die Nordsee 1.2 .
etw, läuft in etw. aus (ist, h at): die Straße mündet
auf einen, auf einem Platz, in einen Park; der
Gang mündet auf eine Treppe
mund/Mund| -faul fAdj./ umg. aus einer bequemen,
unfreundlichen H altung heraus nicht gewillt zu
reden: er ist regelrecht m.; -faule, die Med. infek
tiöse, eitrige Entzündung der Schleimhaut des M u n
des; -gerecht /A dj./ 1 . zu unmittelbarem Verzehr
(appetitlich) hergerichtet: mundgerechte Kaviar
brötchen; Speisen m. servieren — 2 . jmdm. etw.
m. machen jmdm. etw. so darstellen, daß es ihm
zusagt: er versuchte, ihm den Plan, die Erwerbung
des Grundstücks m. zu machen; -geruch, der /o.
PI./ unangenehmer Geruch aus dem M und: ein
schlechter, unangenehmer M.;
- harmonika, die
(volkstümliches) flaches, rechteckiges Blasinstrum ent
mit bestimmten Tonarten, bei dem metallene Blätt
chen durch Atemluft zum Schwingen und damit zum
Tönen gebracht werden: er blies, spielte gern auf
seiner M.; -höhle, die Innenraum des Mundes
mündig /Adj,/ 1.1. /nicht adv./ volljährig: Jugend
liche werden mit 18 Jahren m. 1 .2 . gereift und (als
Erwachsener) zu selbständiger, richtiger Beurteilung,
Entscheidung befähigt: jmdn. für m. erachten
m ündlich /A d j./ durch Gespräch (vor sich gehend):
eine mündliche Prüfung; eine mündliche A us
sprache herbeiführen; etw . m. vereinbaren; alles
Weitere m .!; wir müssen das einmal m. erörtern
Mund/mund| -pfleg e, die Pflege der Mundhöhle,
bes. der Zähne; -schenk, der; -s, -e Person, die an
feudalen Höfen das A m t der Aufsicht über Keller
und Weinberge innehatte; -stück, das /PI.
-e/ in
den Mund, zwischen die Lippen zu nehmendes 1.1 .
Teil bestimmter Blasinstrum ente: das M. einer
Klarinette, eines Fagotts 1.2 . Ende einer Pfeife,
Zigarette: er sog an dem M. seiner Pfeife; Zigaret
ten mit M. (Filter 1) rauchen; -tot /Adv./ + jmdn.
m. machen (jmdn. an seiner Meinungsäußerung
hindern, zum Schweigen bringen)
Mündung, die; -,
-e n 1. Stelle, an der ein fließendes
Gewässer in ein anderes Gewässer mündet: der
Hafen liegt an der M. des Flusses — 2 . Öffnung
am vorderen Ende einer Feuerwaffe: die M. einer
Pistole, eines Geschützes
Mündungs|feuer, das Feuerstrahl, -blitz, der beim
Abschuß an der Mündung einer Feuerwaffe entsteht
Mund| -Torrat, der v era lten d Proviant für eine
Wanderung, kurze Reise; -wasser, das /PI. -wässer/
desinfizierendes Mittel zur Mundpflege; -werk, das
/o. PI ./ umg.: jmds. M. steht nicht einen Augen
blick still, geht wie geschmiert (jmd. redet un-
unterbrochen); + ein loses, freches M. haben (oft
und gern boshafte Bemerkungen machen); -Werk
zeuge, die /PI./ der Nahrungsaufnahme dienende
Gliedmaßen an der Mundöffnung bes. der Insekten:
die saugenden M. der Blattläuse; -winkel, der
/vorw. PI ./ eines der zwei seitlichen Enden des
Mundes, der Lippen: die M. heben, herab-, ver
ziehen; die Pfeife im M. halten; ein Lächeln spielt
um jmds. M.
Munition, die; -, jo. PI .; Bez. für alle Arten von
m it Sprengstoff gefüllten Körpern (2), bes. von
Patronen/: scharfe M. ausgeben, austeilen; seine
M. verschießen
munkeln /sw. Vb.; hat/ umg. einander heimlich
etw. sagen, zuflüstern: man munkelte allerlei über
die Angelegenheit; wie man munkelt...; man hat
mrhören, daß ...
Münster, das, la nd s ch . der; -s, - Kathedrale, Dom,
Stiftskirche bes. in Süddeutschland: ein gewaltiges,
gotisches M .; das Straßburger M.
munter /Adj./ 1. nicht schläfrig: sie ist bis 12 Uhr
nachts m.; eine Tasse K affee machte uns wieder
m.; um sechs Uhr früh war er schon m. (wach 1)
—
2. lebhaft, heiter, aufgeweckt: eine muntere,
hübsche Person; er ist in munterer Stimmung;
ein munteres Geplauder; m. erzählen, singen;
/ frisch und m.; dazu M unterkeit, die; -, fo. PI ./
Münze, die; -,
- n 1. als Geld dienendes, mit ent
sprechender Prägung versehenes, kleines, handliches,
meist scheibenförmiges Metallstück: eine echte,
falsche, gängige, ungültige M.; silberne, goldene
Münzen; eine Sammlung alter, wertvoller Münzen;
Münzen prägen, schlagen; neue Münzen in U m
lauf bringen — 2 . Werkstätte für die Prägung von
Münzen: die Berliner M.; das Geld in der M.
prägen lassen
+ etw. für bare M. nehmen (etw. arglos glauben);
jmdm. etw. in, mit gleicher M. heimzahlen (jmdm.
etw. au f gleiche Weise vergelten)
münzen /sw. Vb.; hat/ 1. Metall zu Münzen formen,
prägen: Gold, Silber m. — 2 . /von einer Äußerung/
etw. ist auf jmdn., etw. gemünzt (eine Äußerung
ist auf jmdn., etw. bezogen)
Münz| -fernsprecher, der durch Einw urf (1.1) von
M ünz en benutzbarer öffentlicher Fernsprecher;
-k ünde,, die /o. Pl.j Numismatik
mürbe /A dj./ 1 . durch Alter und Verwitterung
brüchig (1) geworden: mürbes Leder, Papier — 2 .
weich (1.1), za rt (1.2): ein mürber Apfel; mürbes
(locker gebackenes) Gebäck; das Fleisch m. klopfen
—
8. /nicht attr./ nicht mehr fähig, Widerstand zu
leisten: m. sein, werden; jmdn. m. machen, b e
kommen, kriegen
Mürbe|teig, der /o. P I ./ (mit Backpulver) gekneteter
Teig aus Butter, Zucker, Eiern und Mehl für mürbes
Gebäck, Torten
Murks — Musikwissenschaft
799
Murks, der; -es, jo. Pl.f s a l o p p fehlerhaft, unsach
gemäß ausgeführte (handwerkliche) A rb eit: so ein
M.!; hier haben wir M. gemacht
murksen /sw. Vb.; hat/ salopp 1. fehlerhaft
arbeiten: er hat (bei dieser Arbeit) gemurkst —
2. er hat immer etwas zu m. (ist bes. in seiner Frei
zeit immer mit allerlei manueller Arbeit beschäftigt)
Murmel, die; -,
-n landsch. als KinderSpielzeug
dienende, kleine K ugel aus buntem Glas (1), ge
branntem 2Ton o. ä . : eine bräunliche, gestreifte
M.; die Kinder spielen (mit) Murmeln
murmeln jsw. Vb.; hat/ 1. etw. leise und undeutlich
(vor sich hin) reden: ein paar Worte m.
—
2. der
Bach, die Quelle murmelt (rauscht, plätschert leise)
Murmel|tier, das im Gebirge in Höhlen gesellig
lebendes plumpes Nagetier mit glänzendem, bräun
lichem Fell, das einen langen Winterschlaf hält: die
Murmeltiere stoßen schrille Warnrufe aus;
-(- jmd. schläft wie ein M. (schläft fest und lange)
murren /sw. Vb.; hat/ sein Mißfallen, seine Un
zufriedenheit leise, undeutlich und mürrisch äuß ern:
leise vor sich hin m .; etw. ohne Murren hinnehmen
mürrisch IAdj.1 verdrießlich (1 ) und abweisend: ein
mürrischer Mensch; ein mürrisches Wesen haben;
jmdm. eine mürrische Antwort geben; eine mür
rische Miene machen
Mus, das; -es, -e \vorw. Sg.j bes. aus Obst od. Kar
toffeln hergestellte breiartige Speise: M. kochen, rüh
ren, essen; Kartoffeln, Äpfel zu M.'(zer)quetschen,
zerdrücken
Muschel, die;
-n 1. in sehr zahlreichen Arten
vorkommendes, im Wasser lebendes Weichtier mit
zwei die weichen Teile des Körpers umschließenden
Schalen aus K alk , die durch einen kräftigen M uskel
zusammengehalten werden: eßbare Muscheln;
Muscheln aufbrechen — 2 . Schale von 1: Muscheln
am Strand suchen, sammeln — 3 . Ohrmuschel —
4.1 . Hörmuschel 4.2 . Sprechmuschel
Muse, die; -,
-n
eine der neun griechischen Göttinnen
der Künste und Wissenschaften: die M. der Musik,
der Dichtung
-f
die leichte M. (die heitere, unterhaltende K u nst)
museal /Adj.; nicht präd.j 1.1 . das Museum betref
fend: eine museale Einrichtung; museale Sammlun
gen, Kostbarkeiten 1 .2 . antiquiert: sein Malstil
ist m.
Museum, das; -s, Museen [..e:um , PI. . .e:(o)n]
öffentliches Gebäude, in dem Sammlungen der
Kunst und Wissenschaft ausgestellt sind: ein kultur
geschichtliches, kunstgewerbliches M.; das M. für
Völkerkunde; der Wiederaufbau der zerstörten
Museen
Museums/museums| -führcr, der 1. Führer (1.2)
für ein Museum — 2 . Führer (2) durch ein
Museum; -reif /Adj.; nicht adv.j umg. spött.
völlig überholt, altmodisch: eine museumsreife Näh
maschine; sein Auto ist m.;
-stück, das jPl. -e/
Ausstellungsgegenstand eines Museums: kostbare
Museumsstücke
Musical, das; -s, -s [mju:zikel] Bühnenwerk, das
Elemente aus Singspiel, Revue, Operette, Kabarett
enthält
Musik, die; -,
-en 1. jo. PL/ 1.1. Kunst, in der
Töne zu Melodien, Harmonien, Disharmonien ge
ordnet, rhythmisch gegliedert und zu einem geschlos
senen Werk (3.2) zusammengefügt sind, durch die
das Gefühlsleben des Menschen zum Ausdruck ge
bracht, angesprochen wird: die klassische, moderne
M.; die elektronische, homophone, polyphone,
italienische M.; die M. lieben; M, studieren 1.2 .
akustisch wahrgenommene Folge von Tönen in der
A rt von 1.1: es erklang leise, gedämpfte, laute M.;
gern (klassische) M. hören; M. machen; ein F est
mit M. und Tanz — 2 . für einen bestimmten Zweck
geschaffenes, verwendetes M usik we rk : die M. zu
einem Film(szenarium), B allett schreiben; der
Eiskunstläufer lief in seiner Kür nach sehr unter
schiedlichen Musiken — 3. jo. PL/ umg. Musik
kapelle: die M. bestellen; die M. spielt zum Tanz
auf, spielt einen Tusch
4- umg. etw. ist M., klingt wie M. in jmds. Ohren
(etw. ist für jmdn. sehr erfreulich, angenehm); M.
im Blut haben (angeborene M usikalität besitzen)
Musikalien, die /PL/ [..ion] in Noten gedruckte
Musikwerke
musikalisch /Adj./ 1.1. /nicht präd./ die Musik (1)
betreffend, auf ihr beruhend: ein musikalisches Er
lebnis, eine musikalische Begabung; ein musika
lischer Gedanke, Einfall, Genuß 1.2 . begabt für das
Aufnehmen und Ausüben von M usik (1.2): ein
musikalisches Kind 1.3 . das Italienische ist eine
musikalische (klangvolle) Sprache
Musikalität, die; -, jo. P L / 1 .1 . Fähigkeit zu gutem,
adäquatem musikalischem Empfinden, Begabung
für M usik (1): die Sängerin trug die Lieder mit
einfühlsamer M. vor 1.2 . die M. (Klangfülle) einer
Sprache, der Hymnen
Musikant, der; -en, -en veraltend jmd., der zu
bestimmten Gelegenheiten Ta nz- und Unterhaltungs
m usik darbietet: Musikanten spielten zum Tanz
auf
Musikanten|knochen, der umg. scherzh. beson
ders schmerzempfindliche Stelle am Ellenbogen
gelenk : er hat sich am M. gestoßen
Musik| -box, die Automat, der nach Einwurf von
Geld Schallplatten abspielt', -direktor, der m usika
lischer 1Leiter (1) eines großen Orchesters
Musiker, der; -s, - jmd., der beruflich ein Musik
instrument sp ielt: ein begabter, berühmter M .; die
M. (Mitglieder des Orchesters 1.1) stellten ein aus
gezeichnetes Ensemble dar
Musik| -erziehung, die Erziehung, die zur produk
tiven, reproduktiven und rezeptiven Beschäftigung
mit M usik (1) hinführen soll; -hoehschule, die Hoch
schule zur Ausbildung von Fachleuten auf dem Ge
biet der Musik; -instrument, das Instrument, mit
dem M usik (1.2) gemacht wird: auf einem M. spielen;
Musikinstrumente sammeln, ausstellen; -kapelle,
die kleines Orchester für Unterhaltungsmusik: für
ein Tanzvergnügen die M. bestellen; die M. spielte
Blasmusik; -k ritik, die öffentliche, bewertende B e
sprechung (2) von Musikwerken und ihrer D a r
bietung; -lehrer, der; -schule, die Schule für M u sik
erziehung zur Förderung von musikalisch besonders
begabten Kindern; -stück, das /PL -e/ kleineres
Musikwerk; -theorie, die /o. Pl.j Teilgebiet der
Musikwissenschaft, das bes. Harmonielehre und
Kontrapunkt, die Lehre von den musikalischen
Formen und die Instrumentation umfaßt; -unter
richt, der; -werk, das Werk der Musik (1.1), Kom
position (2); -Wissenschaft, die jo. PLj Wissen
schaft, die sich mit dem Wesen, der Entwicklung
und Wirkung der M usik (1.1), ihrem Aufbau und
ihren Formen befaßt
800
musisch —, Musterung
musisch jAdj.; nicht präd.j den Kunstsinn, die
künstlerischen Anlagen betreffend: die musische
Ausbildung, Erziehung; er ist m. begabt (hat
Kunstsinn)
musizieren jsw. Vb.; hat/ (gemeinsam) Musik (1.2)
machen: das Quartett musiziert einmal wöchent
lich zusammen; musizierende Laienkünstler
Muskat, der; -(e)s, fo. Pl.j Gewürz aus M uskat
nüssen
Muskgt| -nuß, die Samenkern des M uskatnuß
baumes; -nußbaum, der tropischer Baum, dessen
Samen als Gewürz verwendet werden
Muskel, der; -s, -n fvorw. P L/ der aktiven Bewegung
des Körpers und seiner Teile dienendes Organ, m it
dem, wenn es angespannt wird, Arbeit geleistet werden
kann: feste, kräftige, schlaffe Muskeln; die Mus
keln (an)spannen, entspannen
Muskelj -arbeit, die jo. Pl.f: etw. ist M. (eine Arbeit,
bei der die Muskeln besonders stark beansprucht
werden); «kater, der jo. Pl.f u m g . vorübergehende
schmerzhafte Verhärtung der M usk eln nach u n
gewohnter körperlicher Anstrengung: ich habe vom
Klettern einen schrecklichen, mächtigen M .;
-kraft, die jo. Pl.j Kraft der Muskeln, Körperkraft:
etw. mit M. fortbewegen; -protz, der jemot.f jmd.,
der mit seiner M uskelkraft angibt, protzt; -riß, der:
sich beim Skifahren einen M. zuziehen
Muskulatur, die; -,
-e n jvorw. Sg.j Gesamtheit der
Muskeln eines Körpers, Organismus: die M. des
menschlichen Körpers
muskulös jA dj.j mit starken Muskeln versehen,
kräftig: muskulöse Arme, Beine; jmd. ist m. g e
baut
Muß, das; jo. Pl.j das Müssen, die Notwendigkeit,
der Zwang: ein hartes, eisernes M.; es g eht vieles,
wenn das, ein M. dahintersteht
Muße, die; /o. Pl.j Freizeit und innere Buhe für
(aktive) Entspannung, Erholung, Beschaulichkeit:
etw. in aller, m it M. tun, betrachten; genügend M.
haben, etw. zu tun; dazu fehlte uns leider die
nötige M.
Musselin, der; -s, -e feines, locker gewebtes, m eist
bedrucktes Gewebe aus Wolle, Baumwolle od. K u n st
faser
müssen (er muß), mußte, hat gemußt /m. + Inf*;
bei vorangehendem Inf. steht der Inf. von m. statt
des Part. Prät.; steht m. ohne folgenden Inf., so
ergibt sich aus Zusammenhang und Situation der zu
ergänzende I n f .; der zu ergänzende Inf. kann durch
das, es ersetzt werden! 1. jdrückt den Zwang, die
Notwendigkeit aus, daß der Inhalt des Inf. realisiert
wird od. daß er sich realisiertj etw. tun m.: er
mußte schnell etwas essen, da er plötzlich großen
Hunger verspürte; du mußt (mir) gehorchen; sie
m. das ernst nehmen; er muß jeden Morgen um
6 Uhr aufstehen; sie haben plötzlich abreisen m .;
ich komme nur, wenn ich muß, wenn es unbedingt
sein muß; sie mußten umziehen, weil das Haus ab
gerissen werden, sollte; er mußte sich operieren
lassen; du mußt dich damit abfinden; du hättest
pünktlicher sein m .; du mußt viel diplomatischer
werden; er hat sich sehr umstellen m.; wir m. Ih
nen leider eine Absage schicken; was muß ich da
hören!; muß das sein (ist es unbedingt nötig, d aß
das getan wird, geschieht, jmd. das tut)1!; m. Sie
mich gerade jetzt stören?; Kinderspr. ich muß
mal (habe das dringende Bedürfnis, meine Notdurft
zu verrichten)1; ich muß nach Hause, zur Toilette;
er hat zum Arzt gemußt — 2. jdrückt eine logische
Zwangsläufigkeit, eine Wahrscheinlichkeit, eine A n
nahme ausj: er muß jeden Augenblick kommen,
müßte schon längst da sein; das muß ein Irrtum
sein; das muß, müßte schön sein, werden —
3. jdrückt aus, daß der Inhalt des Inf. eine not
wendige Voraussetzung für etw. ist/: du mußt dich
beeilen, wenn du den Zug noch erreichen willst
+ umg. das muß man ihm lassen (das muß man,
was ihn anbelangt, zugeben)
Mußestunde, die jvorw. Pl.j: in seinen Muße
stunden (wenn er Muße hat) bastelt, malt er
müßig jA dj.j 1. unbeschäftigt, untätig: müßige
Leute sahen uns zu; er saß m. herum *— 2 . jnicht
adv.j das ist eine müßige (überflüssige, unnütze)
Frage; es ist m., darüber zu diskutieren
Müßigj -gang, der jo. Pl.j das Müßigsein, die
Lebensweise, seine Z eit ohne geregelte Tätigkeit zu
verbringen und seinem Vergnügen nachzugehen: im
M. leben; dazu -gänger, der; -s, - jmd., der im Mü
ßiggang lebt
Mustang, der; -s, -s wildlebendes Pferd der Prärie in
Nordamerika
Muster, das; -s, - 1 . aus sich wiederholenden Motiven
bestehende zeichnerische, figürliche, farbliche, stru k
turelle Gestaltung, Verzierung einer Oberfläche: das
ornamentartige, bunte M. der Tapete, des Teppichs,
der Decke; ein M. entwerfen — 2 .1 . als Modell (1.2)
od. zeichnerischer E ntw u rf vorliegendes B eispiel
für etw., nach dem weitere Ausführungen derselben
Art, auch in Serienproduktion, hergestellt werden:
ein (neues) M. für die Konfektion, den Typenbau
entwickeln, anfertigen, herausbringen; ein M.
kopieren; nach einem M. stricken, häkeln 2.2 . nach
ahmenswertes Vorbild, in seiner A r t vollkommenes
Beispiel (2): er ist ein M. an Ausdauer, von einem
Mann; diese Arbeit ist ein M. an Exaktheit; jmdn.
als M. hinstellen — 3 . einzelnes Stück (2), kleine
Menge einer Ware zur Beurteilung der Beschaffenheit
des Ganzen: M. von Stoffen, Tapeten, technischen
Werkstücken; ein M. anfordern
Muster/muster] -beispiel, das Muster (2.2): er ist ein
M. für Treue; -gültig jA d j./ vorbildlich: das ist eine
mustergültige Arbeit; ihr Benehmen war m.
musterhaft jA dj.j vorbildlich: eine musterhafte
Ordnung; die Kinder benahmen sich m.
Muster] -knabe, der s p ö t t . vorbildliche männliche
Person: ihr Mann ist ein M.; -m esse, die Messe (I),
auf der M uster (3) von Waren ausgestellt und Ver
tragsabschlüsse vorgenommen werden, aber kein
Verkauf stattfindet
mustern jsw. Vb.; hat/ 1. jmdn., etw. kritisch prü
fend betrachten (1): jmdn. sehr intensiv, miß
trauisch, spöttisch m .; sie mustert ihre Frühjahrs
garderobe — 2 . etw. m it einem Muster (1) versehen,
ausstatten: einen Stoff m.; jvorw.. im Part. P rät.j
originell gemusterte Tapeten — 3 . Mil. Wehrpflich
tige auf ihre Diensttauglichkeit hin prüfen, unter
suchen: die Jahrgänge 1959/60 werden in der Zeit
von ... bis ... gemustert
Muster| -Schüler, der s p ö t t . vorbildlicher Schüler:
er ist ein ausgesprochener M .; ein M. ist er gerade
nicht; -schütz, der gesetzlicher Schutz für Muster
(2.1) und Modelle (1.2) gegen unbefugte Nachbildung
Musterung, die; -,
-en 1. /zu mustern/ das Mu
stern; zu 1: er unterzog seine Bibliothek einer
Mustop! — Mütze
801
gründlichen M. (Durchsicht); zu 3: die M. der
Wehrpflichtigen — 2. Muster (1): die Tapete hat
eine dekorative M.
Musjtopf, der
+ umg. aus dem M. kommen (völlig ahnungslos
in bezug auf etw. sein, über etw. nicht informiert
sein)
Mut, der; -(e)s, jo . Pl.j Fähigkeit, in gefährlichen,
heiklen, ungewissen Situationen seine Angst zu
überwinden, unerschrocken, furchtlos vorzugehen:
großen M. haben; es gehört (viel) M. dazu; seinen
M. beweisen, zeigen; sich gegenseitig M. machen,
zusprechen (ermutigen); er hat den M., die Wahr
heit zu sagen; (wieder) neuen M. bekommen; jmdm.
M. machen, zusprechen (jmdn. ermutigen); jmdm.
den M. nehmen (jmdn. einschüchtern); den M. sin
ken lassen (verzagen); M. / fassen; nur M .! jAus
ruf der Ermunterung!
+ guten, frohen Mutes sein (in zuversichtlicher,
froher Stimmung sein)
Mutatign, die; -,
-e n 1. Biol. Änderung der gene
tischen Information eines Lebewesens — 2 . M ed.
Stimmwechsel, Stimmbruch in der Pubertät
Mütchen, das
+ um g. sein M. an jmdm. kühlen (seinen Zorn an
jmdm . auslassen)
mutigren /sw. Vb.; hat/ Med.: der Junge mutiert
(ist im Stimmwechsel)
mutig jAdj.j 1.1 . Mut habend, zeigend: eine mutige
Persönlichkeit; er trat m. für seine Gesinnung ein
1.2, von Mut zeugend: eine mutige Tat
mut/Mut| -los jA dj./ entmutigt, kleinmütig, verzagt:
ein mutloses Verhalten; er ist ganz m .; dazu -losig-
keit, die; jo. Pl.j; -maßen, mutmaßte, hat gemut-
maßt er mutmaßte (vermutete, nahm an), daß
bald Veränderungen eintreten würden; -m aßlich
IAdj.; nicht präd.j wie man mutmaßt: er ist der
mußmaßliche Spender, Täter; -m aßung, die; -en
Vermutung, Annahme: es gibt bestimmte Mut
maßungen hinsichtlich des Unglücksfalles; -probe,
die Handlung, in der man seinen M ut beweisen
m uß: eine M. ablegen, bestehen
Mutter, die; Mütter/-n I. jPl. Mütter/Frau, die
ein od. mehrere Kinder geboren hat, bes. Frau im
Verhältnis ihres Kind es zu ihr und in ihrem Ver
hältnis zu ihrem Kind : die werktätige M.; eine gute,
fürsorgliche, strenge M.; die leibliche M.; meine,
unsere M.; Vater und M.; sie ist (zum ersten Mal)
M. geworden (hat ein K ind geboren); eine werdende
M. (Schwangere); wie eine M. um jmdn. besorgt, zu
jmdm. sein; einem Kind die M. ersetzen; sie ist
ganz die M. (sie ist ihrer M utter sehr ähnlich) —
U .jP l. -n/ zur Herstellung einer lösbaren Verbindung
m it einem inneren Gewinde ausgestatteter Hohlkörper,
der das Gewinde der dazu passenden Schraube dreh
bar umschließt: die M. auf die Schraube drehen;
die M. anziehen, lockern, lösen; die M. ist locker,
lose
-j- umg. bei M. Grün (im Freien, in der Natur);
wie bei Muttern (wie zu Hause, in vertrauter Um
gebung)
Mütter] -beratung, die .jo. PI ./ medizinische, päd
agogische und soziale Beratung für schwangere
Frauen und Mütter m it Säuglingen im Rahmen des
Gesundheitswesens; -beratu ng sstelle, die öffentliche
Stelle (5) für die Mütterberatung
Mutter] -b oden, der jo. P l.j fruchtbare, humusreiche
oberste Schicht des Erdbodens; -erde, die jo. Pl.j vgl.
-boden; -freuden, die jP l.; in.der Verbindungj geh .:
M. entgegensehen (ein Kind erwarten); -koru, das
jo. P l.j harter, schwarzvioletter, kornförmiger Teil
eines Pilzes, der an den Ähren von Getreide und
Gräsern schmarotzt und dessen Giftstoff in der
Gynäkologie verwendet wird; -kuchen, der M ed.
Plazenta; -land, das /verschleiernde Bez. für einen
Kolonialstaat in seiner Beziehung zu der Kolonie,
den Kolonien, die er unterwarf od. noch beherrscht/;
- leib, der /in der Verbindungj im M.: die Entwick
lung des Kindes im M. (im Körper der Mutter)
mütterlich jAdj.j 1. /nur attr.f 1.1 . durch die M ut
ter (I): mütterliche Erziehung 1.2 . von der (leib
lichen) Mutter (I) stammend: das mütterliche Erb
teil 1.3 . der leiblichen M utter (I) eigen: mütterliche
Liebe, Treue, Fürsorge —* 2. fürsorglich wie eine
Mutter (I), liebevoll besorgt: sie ist eine mütter
liche Freundin, Frau; jmdn. m . umsorgen, b e
treuen
mütterlicher[seits /A dv ./ von der M utter (I) her:
mein Onkel m.
Mutter/mutter | -li eb e, die fürsorgliche, opferbereite
Liebe einer Mutter zu ihrem Kind; -los jAdj.j ohne
Mutter (I): das Kind wuchs m. auf; -mal, das jPl.
- ejt angeborener brauner od. rötlicher Fleck auf der
Haut: ein M. im Gesicht, am Hals haben; -milch,
die nach der Geburt eines Kindes von den Milch
drüsen der Frau abgesonderte Milch: das Kind
wurde mit M. ernährt; -{ -umg. etw. mit der M.
einsaugen (etw. von Kindheit an in sich aufnehmen,
lernen); -mund, der M ed. Öffnung am Hals (3.1)
der Gebärmutter; rpflanze, die L a n d w . ausgewählte
Pflanze, von der Ableger od. Samen für die Ver
mehrung genommen werden
Mutterschaft, die; -,
- e n jvorw. Sg.j die durch
Schwangerschaft u n d Sorge für das heranwachsende
K ind gekennzeichnete Phase im Leben einer Frau:
eine glückliche M.
Mutter/mutter| -schiff, das großes Schiff, das klei
nere Schiffe od. Flugzeuge auf See begleitet und als
Stützpunkt zur Versorgung, für Reparaturen od. als
Fabrikschiff dient; -schütz, der gesetzlich geregelte
Maßnahmen zum gesundheitlichen Schutz und zur
sozialen Sicherung werdender Mütter und Wöch
nerinnen sowie zum Schutz und zur Pflege ihrer
Kinder; ^seelenallgjn /Adv./ umg. jemot.j ganz
allein, ganz einsam: die alte Frau wohnte m.;
- söhnchen, das; -s, - umg. verwöhnter, unselb
ständiger Junge od. junger M ann: er ist ein rechtes,
verzärteltes M .; -spräche, die jo. Pl.j Sprache, die
ein Mensch als Kind erlernt hat: seine M. ist Rus
sisch; -stelle jin der Verbindungj bei jmdm. M. ver
treten (für jmdn. wie eine leibliche Mutter sorgen);
-tier, das 1. Landw. weibliches Zuchttier — 2.
weibliches Tier, das gerade Junge geboren hat; -w itz,
der jo. P l.j angeborener Witz, Schlagfertigkeit, n a
türliche Schläue: jmd. h at viel M.
Mutti, die; -,
-s /Koseform von Mutter (I)/
Mut/mut| -w ille, der Verhaltensweise, bei der man
anderen absichtlich m it launenhafter Bosheit begegnet:
seinen Mutwillen an jmdm. auslassen, mit jmdm.
treiben; dazu -willig jAdj.; nicht präd.j: eine mut
willige Zerstörung, Herausforderung; etw. m. be
schädigen
Mütze, die; -,
-n
meist aus Stoff od. Wolle gefertigte
Kopfbedeckung mit und ohne Schirm: eine wollene,
802
Mützenschirm — 1nach
warme, grüne, karierte, handgestrickte M .; die M.
aufsetzen, abnehmen, schwenken; die M. des Kapi
täns
Mützen schirm, der meist halbmondförmiger Teil
vorn an der Mütze bes. zum Schutz der Augen vor
Sonnenlicht
Myom, das; -s, -e [m y ..] Med. gutartige Geschwulst
des Muskelgewebes, bes. an der Gebärmutter
Myriaden, die fPl.f [m y ..] sehr große Anzahl, un
bestimmte, unzählbare M enge: M. von Mücken,
Stechfliegen; M. von Sternen leuchteten am
Himmel
Myrrhe, die; -,
-n [myro] aus verschiedenen Arten
tropischer Bäume gewonnenes wohlriechendes Ge
misch von Harz und ätherischen ölen, das zum
Räuchern, in der K osm etik und als Arzneimittel
verwendet wird
Myrte, die; -n [m y ..] strauchartiges, immergrünes
Gewächs mit weißen Blüten und lederartigen Blät
tern, dessen Zweige für den Kranz der Braut ver
wendet werden
Myrten | -kranz, der aus Myrtenzweigen geflochtener
Kranz, den die Braut auf dem Kopf trägt; -zweig,
der
mysteriös fA dj.j [m y ..] undurchschaubar und ge
heimnisvoll'. in eine mysteriöse Affäre verwickelt
sein; die ganze Angelegenheit war ziemlich m.; er
verstarb unter mysteriösen Umständen
Mysterium, das; -s, Mysterien [my.., PL ..ion,
. . ien] 1. g eh . wunderbares, m it dem Verstand nicht
unmittelbar ergründbares Geschehen: das M. der
Liebe; ein schwer zu ergründendes, zu begreifendes
M.
—
2. /nur im Pl.f geheimer, nur Eingeweihten
zugänglicher religiöser K ult im Altertum : die My
sterien des Dionysos
mystifizieren /sw. Vb.; hat/ [m y ..] etw. irrational,
m ystisch (1) und dadurch unsachlich betrachten, er
klären (und jmdn . darüber irreführen, täuschen);
dazu Mystifizierung, die; -,
-en
Mystik, die; -, /o. PZ./ [my ..] Richtung in vielen
Religionen, Form des religiösen Erlebens, in der
durch verschiedene P raktiken eine unmittelbare Ver
bindung des einzelnen m it dem Göttlichen, der Gott
heit angestrebt wird: die christliche, buddhistische
M.; die M. des Pantheismus; O diese Theorien sind
reine M. (irrationale Spekulation)
mystisch /Adj.; vorw. attr./ [my..] 1. auf Mystik
beruhend, durch M ystik bestimmt: ein mystisches
Erlebnis; sie war voll mystischer Gläubigkeit —
2. ein mystisches (geheimnisvolles 1) Dunkel, Ge
schehen
Mystizismus, der; -, fo. Pl.f [m y ..] auf mystischen
(1) Anschauungen beruhende Ideologie
mythisch /Adj./ [my:..] fzu Mythos/; zu 1: uralte
mythische Überlieferungen eines Volkes; zu 2:
ein mythisches W eltbild
Mythologie, die; -,
-n [my.., PI. . .i:on] Gesamtheit
der Mythen (1) eines Volkes: die antike M.; dazu
mythologisch /A dj./
Mythos, der; -s, Mythen [my:..] 1. mündliche od.
auch schriftliche, in Form von Sagen, Dichtungen,
Erzählungen überlieferte irrationale Vorstellungen
eines Volkes aus seiner Vorzeit, bes. über die Welt,
Götter und Menschen: die Mythen von der Er
schaffung der W elt, des Menschen — 2 . meist glori
fizierende und oft kultisch verbrämte reaktionäre
ideologische Legende zu r irrationalistischen Deutung
und Propagierung historischer Erscheinungen: der
M. Napoleons; der faschistische M.
Mythus, der; Mythen s. Mythos
Myzel, das; -s, -e B o t . Geflecht verzweigter Fäden
(2) , das dem Pilz zur Aufnahme und Speicherung
der Nahrung dient und das seine vegetative A u s
breitung im Boden bewirkt
N
n, N, das; -,
- /umg.
-s [en] der Laut N ; vierzehn
ter Buchstabe des Alphabets: ein kleines, gros-
ßes N
na, auch na /Partikel; nur in wörtlicher Rede/ umg.
1. /einem S atz vorausgehend und ihn gleichsam a n
kündigend od. einen verkürzten Satz einleitend/: na,
kommst du endlich?; na, da staune ich aber!; na,
die werden Augen machen!; na, meinetwegen, tu ’s
doch; na, wie soll’s mir schon gehen; na, denn mal
los!; na, so was!; na, wird’s bald (tust du bald, was
von dir verlangt wird)?; na schön, lassen wir’s!; na
los, komm sch o n! — 2 . /alleinstehend, oft wiederholt,
stets betont, je nach der Situation eine Warnung,
Drohung, einen Tadel, Zweifel ausdrückendj: na!;
na, na (na)!
Nahe, die; -,
-n Techn. au die Achse, Welle od.
den Zapfen gesteckter, hülsenförmiger M ittelteil des
Rades, der über eine Scheibe od. über Speichen mit
der Felge verbunden is t
Nabel, der; -s, - nach dem Abnabeln mitten auf dem
Bauch zurückbleibende N a rb e: der N. des Säuglings
ist bereits verheilt
Nabel) -brach, de r1Bruch (2.2) in der Bauchwand im
Bereich des Nabels; -schnür, die Strang mit Blut
gefäßen, der im Mutterleib den Embryo mit der
Plazenta verbindet: die N. abbinden
1nach /Präp. mit Dat./ 1.1 . /räuml.; gibt die Rich
tung an; weist bei einer Bewegung auf das angestrebte
Ziel hin, das erreicht werden soll/ in Richtung auf
etw.: n. Prag fahren, reisen, fliegen; n. oben,
unten, n. vorn gehen; n. Hause gehen, kommen;
n. etw., der Schaufel greifen, ta sten; etw. n. jmdm.
werfen 1.2. umg. /an die Stelle des Zieles tritt der
Zweck der Bewegung/: n. Milch, Brot gehen (Milch,
Brot holen) 1.8 . /räuml.; bei einer Ruhelage/ auf
etw. gerichtet, einer Sache zugewandt, gegen (1.1):
das Zimmer liegt n. Süden; n. ... zu s. 3zu (1)
1.4 . /in fester Abhängigkeit von Verben, Subst./: n.
dem Kellner rufen; sich n. etw., jmdm. sehnen; n.
Erfolg streben; n. Luft schnappen — 2 . /zeül.;
weist auf einen Zeitpunkt hin, der einem anderen od.
einem Vorgang unmittelbar od. später folgt/: fünf
Minuten n. fünf; n. kurzer Zeit; n. den Feiertagen
wollen wir umziehen — 3 .1 . /weist auf eine Rang-,
Reihenfolge hin; betont die zweite Stelle od. die fol
genden Stellen gegenüber der ersten/: N ist die
größte Stadt n. der Hauptstadt; du bist erst n. mir
an der Reihe 3.2 . /weist auf eine zeitl. Reihenfolge
2nach — Nachfolge
803
hin/: er ging n. uns (später als wir), war n. uns da
—
4. 2gemäß, entsprechend: n. meiner Meinung,
meiner Meinung n. hat er recht; n. Vorschrift
handeln; jmdn. n . Leistung bezahlen; frei n.
Goethe; n. Wunsch (wunschgemäß); n. j * Gebühr
2nach /Adv.; in Aufforderungen/ umg.: mir n.
(folgt mir) !
-}- n. und n. (allmählich); n. wie vor (noch immer)
nach- / trennbare, stets betonte Partihel vor Verben
und deren substantivischen Ableitungen, die in Ver
bindung mit dem Grundwort bestimmte produktive
Bedeutungstypen bildet/ 1. hinterher-, auf ein Ziel
hin , das sich fortbewegt:
z. B . nachlaufen, nach
blicken — 2 . noch einmal, (zur Überprüfung, K o n
trolle) zusätzlich: / z. B . nachbehandeln, nach
messen, nachrechnen — 8 . eine Tätigkeit, einen
Vorgang kopierend:
z. B. nachdrucken
nach/Nach| -äffen jVb.; emot.f jmdn., etw. in
grotesk-verzerrender Weise nachahmen; -ahm en jsw.
Vb.; hat/ jmdn., etw., jmds. Eigenart, das Typische
von jmdm ., etw. möglichst genauso ausführen: er
ahmte die Mimik, Gesten seines Kollegen nach;
einen Vogelruf n.; -ahmenswert /Adj./ wert, nach
geahmt zu werden, vorbildlich, musterhaft: ein nach
ahmenswerter Versuch; dieses Beispiel ist n.;
-ahmung, die; -,
- e n 1. fo. Pl.j das Nachahmern
sklavische N. ist nicht erstrebenswert; zur N.
empfohlen (dies sollten Sie ebenso machen) ! — 2*
durch geschaffene freie Form einer K opie (1); -a r
beiten /Vb./ 1. die versäumte Zeit n. (die versäumte
Arbeit zu einem späteren Zeitpunkt ableisten) — 2 .
etw. nachträglich, zusätzlich bearbeiten: ein en Ge-
enstand mit der Feile n.
Nachbar, der; -s/-n , -n jmd ., der (unmittelbar)
neben jmdm. 1.1. wohnt: mein N. ist verreist; wir
haben einen neuen Nachbarn (bekommen); ich
gehe mal schnell zum N., Nachbarn, zu meinem
Nachbarn hinüber; umg. scherzh. Herr N. /An
rede an den Nachbarn/; spött. die lieben Nach
barn 1.2. (innerhalb einer Reihe) sitzt, steht: mein
N. in der S-Bahn las ein Buch 1.8 . benachbartes
Land
Nachbarj -disziplin, die an ein Wissenschaftsgebiet
angrenzende Diszip lin; -dorf, das benachbartes
Dorf
Nachbarin, die; -,
-nen /zu Nachbar/
Nachbar[land, das vgl. Nachbardorf
nachbarlich /Adj.; nicht präd.f den Kontakt mit
Nachbarn betreffend: ein gutes, schlechtes nachbar
liches Verhältnis zu jmdm. haben
Nachbarschaft, die; -, /o. P L / 1 . Gesamtheit der
Nachbarn, alle Nachbarn: unter der N. hat sich
der Unglücksfall sch nell herumgesprochen — 2 .
(unmittelbare) Nähe (1) einer Wohnung, eines
Hauses: sie wohnen direkt in unserer N. — 3 . gute
N. h alten (sich um ein gutes nachbarliches Ver
hältnis bemühen)
Nachbarschafts |hilfe, die jo. P l.j gegenseitige Hilfe
der Nachbarn (1.1): sozialistische N.
nach/Nach| -behandeln / Vb./ 1 . etw. nach der
eigentlichen Behandlung zusätzlich (mit anderen
Mitteln) behandeln (3): einen Fleck nach der Reini
gung n. — 2 . jmdn. nach einem ärztlichen Eingriff,
nach schwerer K ra nkheit weiter ärztlich betreuen,
um die Genesung zu sichern: er mußte nach der
schweren Operation nachbehandelt werden; zu 2
- behandlung, die; -bekommen /Vb./: kann ich
noch etw. n. (nachträglich, zusätzlich noch etw. von
dem Essen bekommen)*!; -bessern /Vb.f einen nach
dem K a u f festgestellten Mangel einer bestimmten
Ware zu Lasten des Verkäufers ausbessern: den
beim Transport leicht beschädigten Sessel n. las
sen; dazu -besserung, die; -bestellen /Vb.f etw.
nachträglich, zusätzlich bestellen (1 . 1 ); -beten / Vb.;
emot.j eine fremde M einung, Gehörtes, Gelesenes
kritiklos übernehmen (II.2 .2) und wiedergeben (2.2);
-b il den fVb.j etw. nach einem Vorbild gestalten (1 .1 ),
bilden (1.1): der Kopf des Dichters ist vom Künst
ler naturgetreu nachgebildet worden; dazu -bil -
dung, die 1. das Nachbilden — 2. das Nachgebildete;
-b licken / Vb./ jmdm., einer Bache mit den Blicken
folgen, hinterherblicken: er blick te ihr, dem ab
fahrenden Auto lange nach; -dem /K o nj.; unter
ordnend; leitet einen Gliedsatz ein/ 1. /kennzeichnet
den Gliedsatz im Sinne der Vorzeitigkeit in der Ver
gangenheit/ : n. er gegessen hatte, las er die Zeitung;
n. er gegessen hat, wird er eine Zigarette rauchen,
raucht er eine Zigarette — 2 . /in Verbindung mit
je/: / t 2je (2); -denken / Vb.f etw. gründlich durch
denken, überlegen (II): denk einmal gut, scharf
nach!; laß mich kurz n .!; bei einigem Nachdenken
hättest du die Lösung selbst gefunden; über etw.
n.; -denklich fAdj./ über etw. nachdenkend, in Ge
danken vertieft: er sah n. drein; n. schaute er
hinter ihr her; sie machte ein recht nachdenk
liches (von Nachdenken zeugendes) Gesicht; ein n,
(zum Nachdenken) stimmendes Gespräch; er ist
ein nachdenklicher Mensch (denkt viel über alles
nach); ’-dichtung, die freie Übersetzung und Be
arbeitung einer fremdsprachigen Dichtung; -druck,
der I. /PI.
-e/ 1. unveränderte Neuauflage eines
Druckwerkes: ein originalgetreuer N.
—
2. das
Nachdrucken: N. verboten, nur mit Genehmigung
des Verlages statthaft — II . jo. Pl.j 1.1 . Betonung
(1): Worte, Sätze mit besonderem N. sprechen 1.2 .
Eindringlichkeit, Entschiedenheit: etw. mit N. er
klären, fordern, ablehnen; eine Sache mit N.
(großer Energie) betreiben, verfolgen; -drucken
jV b .j ein Druckerzeugnis unverändert nochmals
drucken; -drücklich /A d j./ eindringlich, energisch:
eine nachdrückliche Mahnung; etw. n. betonen,
hervorheben; jmdn. n. an etw. erinnern; -dunkeln
/Vb.; ist/ allmählich im Farbton dunkler werden:
ihr blondes Haar war stark nachgedunkelt; das
Holz wird mit der Zeit etwas n.;
- eifern /Vb./:
jmdm. n . (jmdm. als Vorbild gleichzukommen ver
suchen); -einander /Adv ./ einer, eines nach dem
anderen: n. einen Raum betreten; der Boxer er
rang viermal n. (in vier aufeinanderfolgenden Titel
kämpfen) den W eltmeistertitil; -empfinden jVb.j
vgl. nachfühlen: jmds. Freude, Leid n.
Nachen, der; -s, - veraltend geh. Kahn, Boot
nach/Naeh| -erzählen /Vb./ etw. Gehörtes, Gelesenes
m it eigenen Worten wiedererzählen: der J unge
sollte die vorgelesene Geschichte n.;
- fahr, der;
-en, -en 1. Nachkomme — 2. /nur im PI./ unsere
Nachfahren (die künftigen Generationen); -fahren
/Vb.; ist/ (mit einem Fahrzeug) jmdm., einer Sache
fahrend folgen (1.1 .1), hinterherfahren: das Auto
ist dem Zug nachgefahren; -feiern / Vb./ etw. noch
einmal od. zu einem späteren Zeitpunkt feiern: der
Kollege feierte seinen Geburtstag nach; -folge, die
/o. Pl.j Übernahme eines Amtes, einer Funktion von
einem Vorgänger: die N. antreten; jmdn. für die N*
52 Wörterbuch
804
Nachfolgekandidat — naehkommen
bestimmen; -folgeka ndidat, der für die Nachfolge
bestimmter Kandidat, bes. bei einer Wahl; -folgen
jVb.; ist/ jmdm., einer Sache folgen (1.1 .1), hinter-
hergehen: folgen Sie mir n ach!; der nachfolgende
(unmittelbar folgende) Verkehr ist zu beachten;
o jmdm. auf dem Lehrstuhl n. (jmd s. Lehrstuhl
übernehmen); -folger, der; -s, - jmd., der jmds.
Nachfolge übernimmt: er wurde sein N. (im Amt);
- forschen fVb./ einer Sache n. nach etw. forschen
(2), etw. zu ermitteln, erkunden suchen: dem Ver
bleib eines Paketes n.; dazu -forschung, die: N ach
forschungen (Ermittlungen, Erkundungen) über
etw., jmdn. anstellen; -frage, die 1.1 . der Bedarf,
wie er auf dem M arkt (1) in Erscheinung tritt: das
Verhältnis von Angebot und N.; nach einer Ware
herrscht große N. eine Ware wird viel verlangt (1.2):
es besteht (eine) starke, geringe N . nach Konzert-,
Theaterkarten 1.2 . umg. „wie geht es Ihnen?“
„Danke der N.“ (Dank dafür, daß Sie danach
fragen); -fragen jVb.j bei jmdm. nach jmdm., etw.
fragen (1.1): bitte, fragen Sie morgen noch einmal
nach, ob ein Zimmer frei geworden ist; -fühlen
jV b.j das gleiche fühlen (3.1), was ein anderer in
einer bestimmten Situation gefühlt hat: seine E n t
täuschung, Erregung konnte ich gut n.;
-fü llen
jV b.j 1.1 . etw. i n ein teilweise leer gewordenes Gefäß
füllen, damit dieses wieder die erforderliche Menge
enthält: Benzin (in den Tank), Wein n. 1 .2 . ein
teilweise leer gewordenes Gefäß füllen: die Gläser
n.; -geben jVb.j 1. einem Druck nicht standhalten
(1.1): der sumpfige Boden, die morsche Wand gab
nach — 2 . nach anfänglichem Widerstand jmds.
Willen, Forderungen erfüllen, einem inneren Drang
Folge leisten: jmds. Bitten, Drängen n.; einem
Impuls, der Müdigkeit n. — 3 . jmdm., einer Sache
nichts n. hinter jmdm., einer Sache nicht zurück
stehen (2), jmd m ., einer Sache in etw. gleichkommen:
er gibt ihr an Ehrgeiz, Pflichterfüllung, Treue
nichts nach — 4 . er ließ sich von der Suppe noch
einmal n. (noch ein wenig, noch eine Portion geben);
- geboren jA dj.; vorw. attr.j viele Jahre nach ande
ren, bes. den Geschwistern, geboren; -gebühr, die von
der Po st erhobene, nachträgliche Gebühr für un zu
reichend frankierte Sendungen; -gebürt, die nach
der Geburt ausgestoßenes Gewebe (2) einschließlich
des Mutterkuchens; -gehen jVb.j 1.1 . jmdm., einer
Sache n. hinter jmdm.-, einer Sache hergehen, jmdm.,
einer Sache folgen (1.1 .1), oft um etw. festzustellen:
er ging ihr ständig (auf Schritt und Tritt) nach
1.2 . einer Sache n. suchend losgehen, um den U r
sprung, die Ursache von etw. herauszufinden: sie
gingen dem Geräusch nach 1.3 . einem Gerücht,
Hinweis n. (herauszufinden versuchen, was d ara n
ist) — 2. die Uhr geht nach (geht zu langsam und
zeigt eine Zeit an, die schon vergangen ist) — 3 .
einer Sache n. sich einer bestimmten Tätigkeit,
Sache widm en: einer geregelten Arbeit, einem
Studium n.; er ging nur seinem Vergnügen nach
—
4. etw, geht jmdm. nach etw. läßt jmdn. nicht
los, beschäftigt jmdn. in Gedanken: das Thema,
Gespräch ging ihm lange nach; -gelassen jA dj.;
/ auch -la ssen/: nachgelassene (aus dem Nachlaß
eines Autors stammende, noch nicht veröffentlichte)
Schriften; -gerade jA dv .j geradezu (3), direkt (6):
seine Äußerungen sind n. verletzend; -geraten
jVb.j jmdm. n. nach jmdm. geraten: er ist im
äußeren Erscheinungsbild seinem Großvater n.;
- geschm ack, der nach dem Genuß einer Speise,
eines M edikaments, eines Getränkes im M und zu
rückbleibende geschmackliche E mpfind ung: dieser
Aperitif hat einen bitteren N .; O dieser Vorfall
hat bei ihm einen bitteren N. (unangenehme E r
innerungen) hinterlassen; -giebig jA dj.; nicht adv.j
1. einem Druck (1.1) nicht standhaltend, nachgebend
(1): ein nachgiebiger Boden, Untergrund — 2.
leicht einer Forderung Folge leistend: er h at ein
nachgiebiges W esen; -gießen jVb.j etw. nachfüUen
(1.1): gießen Sie mir bitte noch etwas Kaffee
nach!; -h all, der das erst allmählich abnehmende
Tönen eines Schalles, Tones nach seinem eigent
lichen Erklingen: der N. der Schüsse war in den
Bergen noch lange zu hören; -hallen jVb.f als
Nachhall hörbar sein: das G eläut der Glocken
hallte in den Straßen nach;'-haltig jAdj.j (stark)
nachwirkend: ein nachhaltiges Erlebnis; ein nach
haltiger Erziehungserfolg; jmdn. n . beeinflussen;
-hängen jst. Vb.j einer Sache n. sich im Geiste mit
etw. beschäftigen: er hing seinen Gedanken na ch;
einem Eindruck, Problem n.; -hauseweg, der jo.
Pl.j umg. Heimweg: jmdn. auf dem N. begleiten;
- heizen jVb.j: ich muß noch n. (den Ofen nochmals
zusätzlich heizen, Heizmaterial nachlegen); -helfen
jVb.j 1.1 . einer Sache, jmdm. n .: der Entwicklung
n. (die Entwicklung fördern) ; ich muß ihm etwas n.
(ihn antreiben); ich habe bei der Sache etwas nach
geholfen (dafür gesorgt, daß sie nach Wunsch ver
läuft) 1 .2 . jmdm. n . (jmdm. bei seinen Schul
aufgaben helfen); -her, -her jA dv .j 1.1 . /weist auf
einen Zeitpunkt in naher Zukunft hin/ etwas später:
tu das lieber gleich, n. ist es zu spät; bis n .!
jGrußformel/ 1.2 . danach: erst war er im Kino,
n. in einer Bar; ihm wurde erst n. (nachträglich)
klar, was er angerichtet hatte; -hilfe, die jzu
- helfen 1,2/: bei den Hausarbeiten gab die Mutter
dem Jungen etwas N .; -hilfestunde, die zusätzliche,
m eist außerhalb der Schule erteilte Unterrichts
stunde für leistungsschwache Schüler: N a chhilfe
stunden geben, nehmen; -hinein jAdv.j + im n.
nachträglich, hinterher: er behauptet im n., das
vorausgesehen zu haben; -hinken jVb.; ist/ umg.
m it jmdm ., einer Sache nicht Schritt halten können:
er hinkt in seiner Entwicklung nach; einige B e
triebe hinkten in der Planerfüllung nach; -h ol(e)-
bedarf, der Bedarf, Versäumtes nachzuholen: es
bestand ein großer N. im Austausch vo n Informa
tionen; -holen IVb.j 1. etw. Versäumtes nachträg
lich erledigen: versäumte Arbeitsstunden, Schlaf
n .; das Abitur im Abendkursus n.
—
2. einen
Zurückgebliebenen, etw. Zurückgelassenes nachträg
lich a n einen bestimmten Ort holen, naehkommen
lassen: er holte seine Familie ins Ausland nach —
3. um g . sich noch einen Schlag Essen n. (sich
noch einen Schlag Essen holen); -h ut, die; -,
-en
Mil. militärische Einheit zur Sicherung des Büek-
zugs eines Truppenkörpers; -jagen jV b .; ist/ 1.
jm dm ., einer Sache sehr schnell folgen (1.1 .1),
hinterherjagen: die Polizei jagte dem flüchtenden
Auto nach — 2 . jemot. neg.j dem Geld, Vergnügen,
einem Phanto m n. (es durch eifrige Bemühungen zu
erlangen suchen); -kla ng, der vgl.
-hall; -klingen
jVb.j vgl.
-hallen; -komme, der; -n, -n jmds.
N. leiblich von jmdm. abstammende Person: er ist
ein N. des berühmten Dichters; -kommen jVb.j
1.1 . etwas später kommen, jmdm ., einer Sache folgen:
Nachkommenschaft — Nachruf
805
gehen Sie schon voraus, ich komme gleich na ch; er
will seine Familie bald n. (zu sich an den neuen A uf
enthaltsort kommen) lassen; da kann noch allerhand
n. (kann es noch Komplikationen geben) 1.2 . jmdm.
folgen (1.1.1): ich glaube, es ist uns niemand nachge
kommen — 2 . etw. schnell genug tun, um Schritt hal
ten, folgen (1.1.1) zu können: bei diesem Tempo kann
er beim Diktat nicht n.
—
B. einer Sache n. etw.
Gewünschtes, Gefordertes tun, erfüllen: einer A n
ordnung n.; jmds. Bitte, Wunsch n.;
- kommen-
schaft, die; -, jo. Pl.f Gesamtheit der Nachkommen,
alle Nachkommen; -kömmling, der; -s, -e 1. Kind,
das viel später als seine Geschwister geboren wurde
—
2. Nachkomme; -laß, der; -lasses, -lasse/-lässe
1. Hinterlassenschaft (1): den N. ordnen, v er
walten; der literarische N. (die nachgelassenen
Werke) eines Schriftstellers — 2 . Ermäßigung des
Preises von etw.: einen N. bekommen, fordern,
gewähien; -lassen /Vb.;
auch -gelassen/ 1. etw.
läßt nach etw. verliert an Intensität, Stärke: der
Regen, Sturm hat nachgelassen; der Schmerz, die
Blutung ließ allmählich nach; sein Interesse für
das Mädchen hat merklich nachgela ssen; jmd.
läßt in etw. nach: er hat in seinen Leistungen
sehr nachgelassen — 2 . etw. n. die Spannung (1)
von etw. lockern: die Zügel des Pferdes etwas n. —
3.1 . jmdm. etw. n. jmdm. weniger für etw. berech
nen: bei diesem leicht angeschmutzten Stoff wur
den (mir) 10 Mark nachgelassen 3.2 . jmdm. etw.
erlassen (2): jmdm. seine Schulden, Strafe n.
—
4. aufhören, einer Sache nachzugehen, seinen Wider
stand gegen etw., s ein Drängen aufgeben fvorw. ver
neint! : er ließ nicht nach; er ließ erst nach, als
er alles erfahren hatte; -lässig /Adj.f 1.1. nicht
sorgfältig, unordentlich (2): sie ging auffallend n.
gekleidet; er war in seiner Arbeit ziemlich n. 1 .2 .
ungezwungen: er lehnte müde und n. im Sessel
1.3 . jvorw. ad v./ gleichgültig (1), unbeteiligt (1): n.
hörte er ihren Bericht an 1.4 . unachtsam (1.1):
nachlässiger Umga ng mit offenem Feuer 1.5 .
säumig: er ist leider n. im Zahlen der Miete; dazu
- lässigkeit, die; -en; -laufen fV b.; ist/ 1. jmdm.,
einer Sache (eilig) folgen, hinterherlaufen: er lief
ihr schnell nach, um sie zurückzuholen — 2 .
jmdm., einer Sache n. sich um jmdn., etw. be
mühen, um ihn für sich zu gewinnen, es zu erlangen:
wenn ihr nicht wollt, wir laufen euch nicht nach!;
er war dem Mädchen lange nachgelaufen; sie
mußte den Handwerkern, der Genehmigung n.;
- legen fVb.f: Kohlen, Holz n. (zusätzlich auf das
Feuer im Ofen legen); -lese, die 1. das Nachlesen
(II): die N. bei Weintrauben; die N. auf dem
Kartoffelacker hatte sich gelohnt — 2. Ertrag von
1; -lesen jVb.j I. eine bestimmte Stelle in einem
Text, einen Text (noch einmal) zwecks Überprüfung
od. zur Orientierung lesen — I I . nach der eigent
lichen Ernte die übriggebliebenen Früchte einsam
meln; -liefern jV b.j etw. nachträglich und zusätzlich
liefern; -lösen jVb.j: eine Fahrkarte (im Zug) n.
(nach Antritt einer Fahrt im Zug nachträglich eine
Fahrkarte lösen); -machen IVb.j 1. jmdn., etw.
nachahmen: der Schüler v ersuchte, die Lehrerin
nachzumachen; jmds. Schriftzüge n.; jmdm. etw.
n . : sie kann nicht anders, als ihrer Freundin alles
nachzumachen — 2 . Versäumtes zu einem späteren
Zeitpunkt erledigen: die Hausaufgaben n.; -messen
jV b .j etw. zusätzlich, nochmals zwecks Überprüfung
der M aße messen: einen Kleiderstoff n.;
-m ittag
/Adv.; in Verbindung mit bestimmten Temporaladv.
od. dem Namen eines Tages der Woche; stets nach
gestelltI am Nachmittag: heute, gestern, morgen,
Dienstag n.; -mittag, der Tageszeit vom Mittag bis
zum Abend: ein kühler, verregneter N.; es ist,
wird N .; am (frühen, späten) N .; sie arbeitet drei
Nachmittage in der Woche; -mittags jAdv.j am
Nachmittag, an jedem Nachmittag: (um) 15 Uhr n.,
n. (um) 15 Uhr; das Cafe ist nur n. geöffnet;
- nähme, die; -,
-n 1. eine Sendung, Ware als,
gegen, mit, per, unter N. (gegen Bezahlung bei
Aushändigung durch die Post) schicken — 2 .
mittels Nachnahme (1) zu bezahlende Postsendung:
eine N. für Frau N; -name, der Familienname;
- n utzen jVb.j eine Erfindung, ein neues Verfahren
für die Produktion technologisch nutzbar machen;
dazu -nutzung, die; -plappern jVb.j umg, jmdm.
etw. gedankenlos nachsprechen: das Kind plapperte
die Worte der Mutter ständig nach; -prüfen jVb.j
etw. zur Kontrolle noch einmal prüfen: die K onto
auszüge, Rechnungen n.; jmds. Alibi n.; -räumen
jVb.j: jmdm. etw. n. (etw. aufräumen, was ein
anderer liegengelassen hat); -rechnen IVb.j 1. etw.
(zur Kontrolle) noch einmal rechnen: einen R ech
nungsbetrag n.
—
2. etw. zurückverfolgend er
rechnen: er mußte erst einmal n., wieviele Jahre
sie sich schon kannten; -rede, die meist unzu
treffende, abfällige Äußerung über jmdn. , der nicht
anwesend ist: eine böswillige, niederträchtige N .;
-reden jVb.j jmdm. etw. n. über jmdn. etw. Ab-
fätliges, seinem Ansehen Abträgliches in seiner A b
wesenheit verbreiten: ihm wurden üble Sachen na ch
geredet; -reifen / Vb.; ist/ etw. reift nach der Ernte
während der Lagerung: die Äpfel müssen noch n.
Nachricht, die; -,
- e n 1. kurze, mündliche od. schrift
liche Äußerung, die jmdn. über eine Begebenheit,
einen Sachverhalt unterrichtet, Mitteilung: eine
eilige, gute, schlechte, wichtige N .; eine verbürgte,
falsche N .; eine N. bekanntgeben, veröffentlichen,
weiterleiten; eine N . empfangen, übermitteln;
jmdm. eine N. zukommen lassen, hinterlassen —
2. jnu r im Pl.j Rundfunk-, Fernsehsendung, in der
in knapper Form die wichtigsten aktuellen, bes.
politischen Ereignisse aus aller Welt übermittelt
werden: (die) Nachrichten anstellen, hören, sehen;
diese Bekanntgabe, Mitteilung wurde in den N ach
richten gebracht
Naehrichten| -agentur, die Institution, Einrichtung,
die Nachrichten (1), bes. politische Informationen
aus aller Welt, sammelt und an Presse, Rundfunk
und Fernsehen weiterreicht
der unbemann
ter, künstlicher Erdsatellit, der als Relaisstation für die
Nachrichtenübermittlung zwischen den Kontinenten
dient; -Sendung, die Nachrichten (2); -Sprecher, der
jmd., der im Rundfunk od. Fernsehen die Nach
richten (2) verliest; -tech nik, die jo. P l.j Teilgebiet
der Elektrotechnik, das sich mit der Aufnahme, Um
wandlung und Übertragung von Nachrichten (1)
m ittels elektrischer und elektronischer Verfahren
und Einrichtungen befaßt; -übermitt(e)hmg , die
Übermittlung von Nachrichten (1) mittels elektrischer
und elektronischer Verfahren und Einrichtungen
nach/Nach] -rücken jVb.; ist/ 1.1 . /von m ilitäri
schen Einheiten/ den Gegner verfolgend vorrücken
,1.2. aufrücken (1): bitte n . !; -ruf, der gesprochener
od. geschriebener Text zur Würdigung eines kürz
52*
806
nachrufen — nachstellen
lieh Verstorbenen: jmdm. einen N. widmen; einen
N. für jmdn. schreiben; -rufen fVb.f jmdm. etw.
hinterherrufen: jmdm. lustige Worte, Drohworte
n.;
-rühm, der Ruhm, den jmd. bei der Nachwelt
genießt: der N. eines Dichters, Musikers; -rüsten
/Vb.; von Politikern, Ideologen der BRD gebrauchte
Bez., die ein Ungleichgewicht des militärischen P o
tentials zu Ungunsten der N ATO suggerieren soll/ in
den Ländern der NATO forciert aufrüsten, hochrü
sten; -sagen jVb.j 1. etw. nachsprechen: die Schüler
mußten einige Sätze der Lehrerin n. — 2 . jmdm.
etw. n. über jmdn. etw. (in seiner Abwesenheit) sagen,
verbreiten: man sagt ihm große Fähigkeiten, Eitel
keit, Geiz nach; das lasse ich mir nicht n. (nicht
nachreden); -Saison, die / vorw. Sg./ Zeitabschnitt
innerhalb der Saison, der unmittelbar auf die H aupt
saison folgt: er fuhr stets in der N. an die See;
- Satz, der Nachtrag, Ergänzung: dem Vertrag
wurde noch ein N. angefügt; -schau fin der Ver
bindung/ land sch . N . halten nachsehen (2.1): wir
wollen N. halten, wo er geblieben ist; -schauen
/Vb.j land sch. 1. jmdm., einer Sache nachblicken:
der Freundin-, dem fahrenden Auto n. — 2 . nach
sehen (2.1): schau mal nach, ob er noch im Zimmer
ist!; -schicken / Vb./ jmdm. etw. (Zurückgelassenes)
dahin schicken, wo er sich neuerdings aufhält: er
ließ sich die Post in den Urlaubsort n.; -schlagen
/Vb.j 1. etw. (in einem Buch) n. ein Buch auf der
Seite aufschlagen, auf der etw. Bestimmtes ab-
gedruckt ist, und es nachlesen (I): (ein Wort) in
einem Wörterbuch n.
—
2. umg. jmdm. n. nach
jmdm. geraten (2): das Mädchen schlägt ganz der
Großmutter nach; -schlagewerk, das übersichtlich,
vorwiegend alphabetisch angelegtes Buch, da s der leich
ten und schnellen Orientierung über bestimmte F akten
dient: das Lexikon, der Duden ist ein N.; -schlei
chen /Vb./ jmdm. heimlich schleichend folgen: er
ist ihm nachgeschlichen; -Schlüssel, der Schlüssel
(1) , der einem andern nachgebildet worden ist: einen
N. anfertigen lassen; -schreiben /Vb.f etw. m it
schreiben: sie schrieben die Vorlesung, den Vor
trag na ch; -Schrift, die das Nachgeschriebene: sein e
N. (der Vorlesung) war schwer zu entziffern;
- s chub, der /vorw. Sg./ 1 . das Versorgen (1.1), bes.
der kämpfenden Truppe, m it neuem M aterial (1.2)
zur Ergänzung entstandener Lücken: den N. orga
nisieren — 2 . Verpflegung (2), M aterial (1.2), bes.
für die kämpfende Truppe: N. anfordern, erhalten;
- s ehen /Vb.j 1. jmdm., einer Sache nachblicken,
hinterherblicken: der abfahrenden W agenkolonne
n.
—
2.1 . sich durch den Augenschein davon über
zeugen, ob etw. in einem bestimmten Zustand ist,
wie es um etw. beschaffen ist: sieh nach, wo die
Tasche geblieben ist, wer an der Tür geklopft
hat!; er geht n., ob alle Türen und Fenster ge
schlossen sind 2.2 . umg. etw. prüfend durchsehen
(2) : die Mutter mußte täglich die Schulaufgaben
ihres Jungen n. — 3 . jmdm. etw. n. bei jmdm. etw.
Tadelnswertes mit Nachsicht behandeln, ohne Rüge
durchgehen (8.2) lassen: die Eltern sahen ihrem
einzigen Fand alles nach; -sehen, das + das N.
haben {leer ausgehen); -senden, sandte nach, auch
sendete nach, hat nachgesandt, auch nachgesendet
jmdm. etw. nachschicken; -setzen /Vb./ jmdm. n.
jmdn. verfolgen (1.1): die Polizei setzte dem Flüch
tigen nach; der Hund setzte dem davonfahrenden
Auto in großen Sprüngen nach; -sicht, die jo. PI ./
Geduld und verzeihendes Verständnis: N . üben; er
kannte in diesem Fall keine N.; mit jmdm. N.
haben; jmdn. mit N. behandeln; -sichtig /Adj./
milde, verzeihend, voll Nachsicht: ein nachsichtiger
Lehrer, Freund; er war recht n .; jmdn. n. be
urteilen, behandeln; über etw. n. lächeln; -Silbe,
die Sprachwiss. Suffix: ,-keit‘ im Wort »Heiter
keit4 ist eine N.; -sinnen /Vb./ geh.,sinnend über
etw. nachdenken: er sann eine Weile noch über die
Begegnung, ihre Worte nach; -sitzen /Vb.f: n.
müssen (nach dem Unterricht noch in der Schule
bleiben müssen, um das durch undiszipliniertes Ver
halten-Versäumte nachzuholen); -Sommer, der /vorw.
Sg./ Zeit sommerlichen Wetters im Spätsommer od.
Frühherbst; -sorge, die fo. PI ./ M ed. medizinische
Betreuung eines Patienten nach der Entlassung aus
dem Krankenhaus nach einer schweren Krankheit,
Operation; -spann, der Film Fernsehen einem
Film , einer Fernsehsendung folgende Angaben über
die Mitwirkenden; -speise, die der Hauptmahlzeit
folgende (süße) Speise: als N. wurde Pudding,
Obstsalat gereicht; -sp iel, das /vorw. Sg./ bes. einer
Auseinandersetzung (2.2) folgende erneute, m it
anderen Mitteln geführte Beschäftigung m it der
Sache: ein gerichtliches N .; die Angelegenheit
wird noch ein (böses) N. haben; -spielen /Vb.f
1. etw. Vorgespieltes nach diesem Vorbild spielen:
er spielte die Szene, das Lied nach — 2 . nach der
Uraufführung wurde das Stück an vielen Bühnen
nachgespielt (ebenfalls aufgeführt) — 3 . S p o rt ein
Spiel über die festgesetzte Z eit weitergehen lassen:
der Schiedsrichter ließ noch fünf Minuten n.;
- spionieren / Vb./: er spioniert mir nach (kontrol
liert mich heimlich und folgt mir ständig); -sprechen
/V b .j etw. Vorgesprochenes, Gehörtes sprechend wie
derholen: einen Satz, ein Gelöbnis n .; -spüren / Vb./
1. einer Fährte n. (sie zu finden und ihr zu folgen
versuchen) — 2 . einer Sache, jmdm. n. 2.1 . Nach
forschungen über etw., jmdn. anstellen, um etw. zu
ermitteln: einem Verbrechen n. 2 .2 . etw. zu erfor
schen, zu erkunden, zu enträtseln suchen: einem
rätselhaften Vorgang n.
nächst jPräp. mit Dat./ gleich 1nach (3.1), neben
(2): n. seinen Eltern verdankt er das meiste seinen
Lehrern
nächstjbeste /Adj.; nur attr. u. mit best. Artikel/
der, die, das erste beste: ins n. Restaurant gehen
nächste /Adj.; Superl. zu nahe/ 1. /* xnahe 1—3
—
2. /nur attr./ zeitlich od. nach der Reihenfolge
unmittelbar anschließend, folgend: nächsten Diens
tag, Monat; nächstes Jahr; in den nächsten Tagen;
das n. Mal; das n. Kapitel lesen; der n. (Patient),
bitte!; als nächstes ist ein Theaterbesuch vor
gesehen; fürs n. (für die nächste Zeit) ist gesorgt
Nächste, der; -n, -n v era lten d Mitmensch: sich
für seinen Nächsten verantwortlich fühlen
nach| -stehen /Vb.; / auch -stehend; vorw. ver
neintI jmdm ., einer Sache (an, in etw.) nicht gleich
kommen (1.2): er steht seinem, Freund (an Wissen
un d Bildung) nur wenig nach; dieses Gemälde
steht seinen bisherigen Arbeiten in keiner Weise
nach; -stehend /Adj.; nur attr.; / auch -stehen/
im Text danach stehend: die nachstehenden An
merkungen, Ausführungen; -steigen fVb.f u m g .
scherzh. jmdm. nachstellen (3): er steigt allen
hübschen Mädchen nach; -stellen /Vb./ 1. etw.,
bes. einen Mechanismus, nach einer gewissen Zeit
Nächstenliebe — nachts
807
wieder genau einstellen: die Bremse, Kupplung,
Uhr n. — 2* einem Tier, jmdm. n. ein Tier, jmdn.
verfolgen, um seiner habhaft zu werden: einem
Hirsch, Rehbock n.; einem Flüchtigen n.
—
3.
iim g . einem Mädchen n. ein Mädchen (in hart
näckiger, aufdringlicher Weise) umwerben: er
stellt ihr schon lange nach
Näch sten |lieb e, die fvorw. im Sprachgebrauch von
Christen/ verständnisvolles, sich in tätiger Hilfe und
Opferbereitschaft äußerndes Verhalten gegenüber den
Mitmenschen: etw. aus (christlicher) N. tun
+ etw. mit dem / Mantel der N. bedecken
nächstens /Adv./ bald, in Kürze: ich komme n. zu
dir
nächst| -höher, -höher /A dj.; nur attr.j als nächstes
in der Reihenfolge nach oben: die nächsthöhere
Zahl, Stelle; -liegend /Adj.; nur attr.j einem Be
zugspunkt am nächsten liegend: die nächstliegende
Frage; auf das Nächstliegende kam er nicht; das
Nächstliegende tun
naeh| -stürzen jVb.j 1. etw. stürzt nachträglich,
nach anderem nach unten: die Mauer, das Geröll
stürzte nach — 2. jmd. folgt jmdm. in größter Eile,
Hast nach: er stürzte ihr eilends nach; -suchen
jV b .j 1. nach etw. suchen, nachsehen (2.1): ich muß
noch einmal n., ob ich das Buch nicht doch finde
—
2. um etw. n . um etw. bitten, etw. (förmlich)
beantragen: um eine Erlaubnis, Genehmigung (für
etw.) n.
nacht /Adv.; in Verbindung mit bestimmten Tempo-
raladv. od. dem Namen eines Tages der Woche;
stets nachgestelltf in der Nacht: gestern, heute,
morgen n .; Dienstag n.
Nacht, die; -, Nächte Zeit(raum) zwischen Ende
des Abends und Beginn der Morgendämmerung:
eine dunkle, kalte, warme, klare, sternklare N .;
eine schlaflose, unruhige N .; es ist, wird N .; diese,
jede N.; die letzte, vergangene, kommende N.;
bis in die N. hinein; (mitten) in der N.; sie blieben
über N., die N. über (während der Nacht) bei uns;
während der N.; gute N .! fGrußf; jmdm. gute N.
sagen, eine gute N. wünschen
+ die N. zum Tage machen (die Nacht durch
arbeiten, durchfeiern) ; über N. (ganz plötzlich und
unerwartet); bei N. und Nebel (heimlich und im
Schutze der Dunkelheit)', u m g . sich die N. um die
Ohren schlag en (wegen etw. nachts nicht zum
Schlafen kommen)', (na), dann gute N .! jAusruf
der Enttäuschung, Resignation!; — dort, wo sich
/ Fuchs und Hase, die Füchse gute N. sagen;
/ TagundN.
Naeht/nacht| -arbeit, die jo. PL / Arbeit (1.1) wäh
rend der Nacht (vorwiegend zwischen 22 und 6 Uhr);
- a ufnähme, die bei Nacht gemachte fotografische
Aufnahme; -bar, die bis zum frühen Morgen ge
öffnete Bar; -blind /A dj.; nicht adv.j unfähig, in
der Dämmerung od. bei Dunkelheit etw. zu sehen,
genau zu erkennen; -dienst, der /o. Pl.j Dienst (1.1)
während der Nacht: Ärzte, Krankenschwestern,
Feuerwehrleute müssen häufig N. manchen; er
hat N.
Naeh/nach| -teil , der Begleiterscheinung, die jmd n .,
auch etw. beeinträchtigt, ihm eine Minderung, einen
Schaden einträgt, sich ungünstig ausw irkt: ein
großer, beträchtlicher, nur geringer N ,; materielle,
finanzielle Nachteile; jmdm. entstehen, erwachsen
Nachteile aus einer Sache; die Sache hat einen
schwerwiegenden N .; jmdm. gegenüber im N. (be
nachteiligt) sein; er hat sich zu seinem N. (un
günstig) entwickelt; -teilig /Adj./ schädlich, un
günstig, Nachteile mit sich bringend: das wirkt sich
n. für dich aus; es ist nichts Nachteiliges über sie
bekannt
nächtelang /Adj.; nicht präd.j mehrere Nächte
dauernd: nächtelange Diskussionen; sie wachte n.
an seinem K rankenbett
Nacht| -essen, das landseh., bes. süddt. Schweiz.
Abendessen: ein leichtes N. einnehmen; -eule, die
umg. scherzh. jmd., der bis spät in die Nacht
hinein aufbleibt; -falter, der nachts fliegender
Schmetterling; -fahrt, die Fahrt mit Bahn od. Auto
während der Nacht: eine N. machen müssen;
- frost, der Frost während der Nacht: im Mai ist
noch mit Nachtfrösten zu rechnen; -hemd, das
(langes) weites Hemd, das im Bett getragen w ird :
ein langes, seidenes N.;
-h immel, der Himmel
während der Nacht: ein dunkler, sternenübersäter
N .; zum N. aufsehen
Nachtigall, die; -,
-en
unscheinbar aussehender,
rostbrauner Singvogel, dessen sehr melodischer Ge
sang vorwiegend nachts zu hören ist: die N. schlägt
Nachtigallenschlag, der jo. Pl.j Gesang der Nachti
gall
nächtigen fsw. Vb.; hat/ bes. österr. die Nacht
irgendwo verbringen, übernachten: sie n. im Freien,
in Zelten; sie n. bei Freunden
Nach|tiseh, der fo. Pl.j Nachspeise: einen N.
reichen, servieren
Nacht | -lag er, das Schlafgelegenheit, Bett (1): sich
sein N. bereiten, herrichten; -leben, das nächtlicher
Betrieb bes. in den Vergnügungsstätten einer Groß
stadt: das N. genießen
nächtlich /Adj.; nur attr.f in der Nacht: nächtliche
Stille; nächtliches Dunkel; nächtliche Ruhe
störung
Nacht/nacht| -lokal, das während der Nacht bis in
den frühen Morgen geöffnetes Lok al: ein N. besuchen;
- m ahl, das süddt. österr. Abendessen: ein ein
faches, warmes, kaltes N. einnehmen; dazu, -m ah
len, nachtmahlte, hat genachtmahlt Abendbrot
essen; -mensch, der scherzh . jmd., der esgewöhnt,
dazu veranlagt ist, bis tief in die Nacht hinein tätig
zu sein, sehr spät schlafen zu gehen: er ist ein aus
gesprochener N .; -quartier, das Unterkunft für die
Nacht: ein N. suchen, finden
Nach/nach| -trag, der; -es, -träge Zusatz (3), E r
gänzung: ein N. im Kursbuch, Lexikon; -tragen
/Vb./ 1 . jmdm. etw. n. etw. hinter jmdm. hertragen,
es ihm nachträglich bringen — 2 . etw. zusätzlich,
nachträglich einfügen, eintragen, etw. ergänzen: in
die bereits geschriebenen Manuskriptseiten noch
etw. n.
—
3. jmdm. etw. nicht verzeihen, ihm etw.
lange verübeln: er trug ihr ihre Bemerkungen lange
nach; sei nicht so nachtragend!; -träglich /Adj.f
nicht zur rechten, eigentlichen Zeit, sondern danach
erfolgend: ein nachträglicher Glückwunsch; etw.
n. bemerken, hinzufügen; er gratulierte ihr n. zum
Geburtstag; -trauern fVb.j jmdm., einer Sache n.
noch lange Zeit einen Verlust, etw. Vergangenes be
dauern, sehnsüchtig daran zurückdenken: der K ind
heit, einem Jugendfreund n.
Nacht|ruh e, die Ruhe (3.2), Schlaf während der
Nacht: eine kurze, ausgedehnte N .; N. halten
nachts fAdv./ in der Nacht, in jeder Nacht: das
808
Nachts — Kacken
Lokal ist n. geöffnet; er arbeitet n. am besten;
(um) 2 Uhr n.; Dienstag, dienstags n.
Nachts
+ eines N . (in irgendeiner Nacht); g eh . des N.
(während der Nacht)
Nacht/nacht| -Sanatorium, das Sanatorium, in dem
berufstätige Patienten nach der A rb eit untergebracht,
verpflegt und ärztlich behandelt werden; -schatten-
gewächs, das in zahlreichen Arten vorkommende
krautige Pflanze m it wechselständigen Blättern und
kapsela rtigen Früchten od. Beerenfrüchten; -Schicht,
die in der Nachtzeit liegende Schicht (3): er hat
diese Woehe N.; zur N. gehen; -schlaf, der vgl.
Nachtruhe; -schlafend fAdj.f + zu, bei na cht
schlafender / Zeit; -Schränkchen, das; -s, - vgl.
- tisch; -Schwärmer, der scherzh. jmd., dergern bis
spät in die Nacht hinein ausgeht (1.2); -Schwester, die
den Nachtdienst versehende Krankenschwester: nach
der N. klingeln; -Speicherofen, der durch Nacht
strom aufgeheizter elektrischer Ofen, der tagsüber
Wärme abgibt; -ström, der während der Nacht ent
nommener verbilligter elektrischer Strom; -tankbox ,
die Schließfach zur Selbstbedienung an Tankstellen
während der Nacht und an Sonn- und Feiertagen;
- tarif, der besonderer Tarif für Dienstleistungen
wahrend der N a cht; -temperatur, die (durchschnitt
liche) Temperatur während der Nacht: die N. sank
auf minus 10 Grad; -tisch, der neben dem Bett
stehendes, niedriges Schränkchen: die Tabletten auf
den N. legen; -Vorstellung, die spätabends, nachts
stattfindende Veranstaltung, VorStellung in einem
Kino, Theater, Kabarett; -wache, die Nachtdienst,
bei dem Wache (2) gehalten werden m uß: Schwester
R halt heute N. bei der Patientin; -Wächter, der
jm d ., der beruflich einen Betrieb, Lagerraum od. ein
öffentliches Gebäude während der Nacht zu bewa
chen hat; -wandler, der; -s, - Schlafwandler; -zeit,
dieJ o. Pl.f Zeitraum etwa zwischen 22 und 6 Uhr:
es ist späte N., und er ist noch nicht zu Hause;
sie kommt erst zur N. (während der Nacht) mit
dem Fernzug an; -zeug, das umg. zur Übernach
tung notwendige Dinge: das N. für die Reise ein-,
auspacken; -zug, der während der Nacht verkehren
der Zug (II. 1): der N. nach Leipzig fährt, geht
um 23 Uhr von B ab; den N. benutzen
Ngch/naehJ -Untersuchung, die der Kontrolle
dienende Untersuchung nach einer K ra nkh eit:
jmdn. zur N. bestellen; -vollziehbar fA d j.; nicht
a d v ./ sich nachvollziehen lassend: diese G edanken
gänge sind mir schwer n.;
-vollziehen /Vb.f etw.
n. (können) jmds. Ausführungen, Gedankengängen,
Handlungsweise folgen können, sie verstehen; die
Art seiner Handlungsweise konnte sie (nicht) n.;
- wachsen fst. Vb.f nach Entfernung, Kürzung, Ver
lust wieder Sachsen (1): seine Haare .wachsen
wieder nach; das Gras ist schon wieder nach
gewachsen; -wähl, die nach der eigentlichen Wahl
(2) zusätzlich stattfindende ergänzende Wahl;
- wehen, die /Pl.f 1. Med. nach der Entbindung
auftretende, wehenartige Ko ntra ktio nen der Gebär
mutter — 2* unangenehme Folgen, Nachwirkungen
eines meist schlimmen Ereignisses: die N. des
Krieges, des Erdbebens; -w einen / Vb.f
- f jmdm.
keine / Träne n.; -weis, der; -es, -e Bestätigung,
Beleg für die Richtigkeit einer Behauptung, Ver
mutung, gültiger Beweis: ein unwiderlegbarer N .;
der wissenschaftliche N. dieser Theorie; den N.
für etw. erbringen, liefern; -w eisen fVb.f 1.
den Nachweis für etw. erbringen: die B efähigung,
Kenntnisse für etw. n .; jmdm. einen Diebstahl,
Fehler n. (beweisen, d aß er einen Diebstahl, Fehler
begangen hat) — 2 . jmdm. eine Wohnung, einen
neuen Arbeitsplatz n. (von seiten einer Behörde,
Institution jmdn. darauf hinweisen, wo er eine
Wohnung, einen Arbeitsplatz erhalten kann); zu 1
- weislich fAdj.f; -weit, die fo. Pl.f Gesamtheit der
zukünftig lebenden Menschen, kommende Genera
tionen: etw. der N. erhalten, hinterlassen, über
liefern; -werfen fVb.f 1. jmdm., der sich entfernt,
etw. hinterherwerfen: die Kinder warfen ihm Steine
nach — 2 . umg. jmdm. etw. geben, zukommen
lassen, ohne die entsprechende Gegenleistung dafür
zu verlangen: während der Obstschwemme wurden
uns die Pflaumen regelrecht nachgeworfen;
- winter, der fvorw. 8g.I vgl. Nachsommer; -wirken
fVb.f noch lange Zeit (nach dem Geschehen, der Ur
sache) wirken (1.3): sein e W orte, sein plötzliches
Auftreten wirkten noch lange bei ihnen nach; das
Medikament wird einige Zeit n.; dazu -Wirkung,
die; -w o rt, das fPl. -ef einem Schriftwerk angefügter
erläuternder Text, Schlußwort: ein N. schreiben;
- wuchs, der fo. Pl.f 1.1 . junge, heranwachsende
Kräfte eines Fachgebietes: d en N. heranbilden,
fördern 1.2 . umg. Kinder (einer Familie), Nach
kommen: sie sorgten bald für N.;
- zahlen fVb.f
etw. nachträglich zahlen: das G ehalt n,; er mußte
im Fernzug den Zuschlag n.;
- zählen fVb.f etw.
(zur Kontrolle) noch einmal zählen; den Geldbetrag
bei Empfang n.; -Zahlung, die 1. das Nachzahlen,
nachträgliche Zahlung: die N. der Versicherungs
summe fordern — 2 . das Nachgezahlte, die nach
gezahlte Summe: eine N. bekommen; -zeichnen
fVb.f etw. nach einer Vorlage (3) zeichnen, a b
zeichnen: ein Bild, die Konturen einer Figur n . ;
O mit wenigen Worten die Entwicklung seiner
Persönlichkeit n. (darstellen, schildern); -zieh en
fVb.f 1. (hat) er zog das verletzte Bein etwas nach
(bewegte es etwas schleppend 1) — 2 . etw. nachträglich,
zusätzlich an-, festziehen (hat): alle Schrauben muß
ten nachgezogen werden — 8 . etw. noch einmal
zeichnen (1), um es aufzufrischen, zu verstärken
(hat): die Lippen, Augenbrauen n.; eine Linie n.
—
4. (ist) 4.1 . jmd m ., einer Sache folgen, hinterher
ziehen: die Kinder zogen uns bis zum Ende des
Dorfes nach 4.2 . jmdm. durch Umzug an den gleichen
Ort folgen: sie sind ihren Eltern nachgezogen
— 5 . durch entsprechendes Tu n etw., das von anderen
bereits erreicht wurde, ebenfalls zu erreichen suchen
(hat): in der Planerfüllung n .;
-zueht, die 1.
Pflanzen, Saatgut zur N. (zum Züchten 1.2) aus
suchen — 2 . die Nachkommen von Tieren, bes. von
Zuchttieren: die N. von Geflügel, eines R enn
pferdes; -zügler, der; -s, - 1. jmd., der verspätet
eintrifft: die Wandergruppe mußte auf die N.
warten — 2. scherzh. Nachkömmling (1): der
kleine N. wurde von der ganzen Familie verwöhnt
Nackedei, der; -(e)s, -e/-s umg. scherzh. nackter
Mensch, bes. nacktes kleines K ind : die klein en
Nackedeis im Planschbecken
Nacken, der; -s, - hinterer Teil des Halses beim
Menschen und bei bestimmten Wirbeltieren: ein g e
drungener, gewölbter N .; den N. beugen; einen
steifen N. haben; den Kopf in den N. werfen (ruck
artig nach hinten bewegen)
nackend — nagen
809
- f jmdm. sitzt die / Angst, der / Schalk im
N.; jmd. hat den / Schalk im N.
nackend /Adj./ landsch. nackt (1, 2 .1)
Nacken|schlag, der jvorw. PI ./ einen Menschen be
treffendes schlimmes, schwer zu ertragendes Ereignis,
Unglück, das ihn empfindlich trifft: Nackenschläge
befürchten, einstecken, hinnehmen müssen
nackig /Adj.j umg. nackt (1, 2.1)
nackt jA dj.j 1. unbekleidet, nicht bedeckt: nackte
Arme, Beine, Füße; ein nackter Mensch; n. baden,
herumlaufen; sich n. ausziehen (alle Kleidung ob
legen) — 2 .1 . kahl (1 ): ein nackter Schädel; die
jungen Vögel sind noch ganz n. (haben noch keine
Federn) 2,2 , ohne Bewuchs: nackte (kahle 2) Zweige,
Äste; nackte (nicht bewachsene) Felsen — 8 .1 .
schmucklos, kahl (4): nackte Wände; das Zimmer
wirkt n. und kalt 8.2 . nicht bedeckt, bloß, ohne
Unterlage: auf dem nackten Fußboden, auf der
nackten Erde schlafen — 4 .1 . ohne Beiwerk, rein
unverfälscht: das sind die nackten Tatsachen;
nackte (nicht gemilderte) Verzweiflung, A ngst
packte ihn 4.2 . sie konnten nur das nackte Leben
(nichts außer ihrem Leben) retten
Nackt| -frösch, der umg. scherzh. nacktes
kleines Kind: der kleine N. rannte im Garten um
her; -kultur, die jo. Pl.j Freikörperkultur; -samer,
der; -s, - jvorw. Pl.j B o t. Samenpflanze, deren
Samen nicht von einem Fruchtknoten umschlossen
sind; -Schnecke, die Schnecke ohne Gehäuse od. m it
teilweise rückgebildetem Gehäuse
Nadel, die; -,
-n 1. dünnes, längliches, spitzes Werk
zeug mit meist rundem Querschnitt, in der Regel aus
Stahl gefertigt, das je nach seiner Gestaltung dient
als 1.1 . Näh-, Stopfnadel: eine stumpfe, lange,
kurze, gebogene N .; die N. ist abgebrochen; die
N. in die Maschine einsetzen; eine N. einfädeln;
eine N. m it kleinem, großem Öhr; sich an einer
N. stechen, verletzen 1.2 . Stecknadel: etw. mit
Nadeln abstecken, anstecken 1.8 . Häkelnadel: mit
einer feinen, groben N. häkeln 1.4 . Stricknadel:
Maschen auf die Nadeln aufnehmen; eine Masche
von der N. fallen lassen 1.5 . Injektionsnadel: die N.
sterilisieren 1,6. Radier-, Reißnadel — 2 . Schmuck
gegenstand zum Anstecken (1.1): eine goldene,
silberne N .; eine N. für die Herrenkrawatte —
8. T eil eines technischen Gegenstandes in F orm von
1.1: die N. des Schwimmers im Vergaser war v er
klemmt — 4 . Zeiger einer Skala: die N. des Kom
passes zeigt nach Norden, steht still; die N. des
Tachos steht auf achtzig Stundenkilometer — 5 .
jvorw. PI ./ meist immergrünes, sehr dünnes, schma
les Blatt von Nadelbäumen: der Baum hat Nadeln,
verliert seine Nadeln
+ etw. mit heißer, mit der heißen N. (sehr eilig
un d flüchtig) nähen
Nadel| -arbeit, die mit Nadel und Faden her
gestellte Handarbeit: eine N. machen; eine feine,
kostbare N .;
- bäum, der zu den Nadelhölzern ge
hörender Baum: Fichten, Kiefern, Tannen sind
Nadelbäume; -hölzer, die jP l.j zu den Nacktsamern
gehörende, m eist regelmäßig verzweigte Bäume, auch
Sträucher mit Nadeln (5); -kissen, das kleines K is
sen, in das Näh- und Stecknadeln zum Aufbewahren
gesteckt werden
nadeln /sw. Vb.; hat/: der Baum nadelt (verliert
seine Nadeln)
Nadel| -Öhr, das Öhr einer Nadel (1.1); -spitze, die
Spitze (1.1 .1) einer Nadel (1): die N. ist abgebrochen;
- stich, der 1.1. Stich (1) mit der Nadel (1*4)1.2 . beim
Nähen ausgeführter Stich: den abgerissenen Saum
am Kleid, Mantel mit ein paar Nadelstichen wieder
befestigen — 2 . durch 1 entstandenes Loch in etw. —
8. /nur im Pl.j jmdm. Nadelstiche versetzen
(jmdm. versteckte Bosheiten sagen); -streifen, der
feiner, heller Streifen in Anzug-, Kostümstoffen;
- wald, der Wald aus Nadelbäumen
Nadir, Nadir, der; -s, /o. PI j Astron. dem Zenit
genau gegenüberliegender Pu nkt der Himmels
kugel
Nagel, der; -s, Nägel I. metallener, an einem Ende
s p itz e r , drahtförmiger, gerader, kurzer Gegenstand
m it rundem od. mehrkantigem Querschnitt und
flachem od. gerundetem Kopf, der zum Befestigen
od. Verbinden von (hölzernen) Teilen eingeschlagen
wird: ein kurzer, langer, dicker, dünner N.; diese
Nägel sind alt und rostig; einen N. in die Wand
schlagen; einen N. aus der Wand herausziehen;
ein Bild an einen N. hängen — H . schildförmige,
flache Platte aus Horn auf der Oberseite des äußer
sten Gliedes von Fingern und Zehen: kurzgeschnit
tene, lange, saubere, schmutzige, ungepflegte
Nägel; die Nägel bürsten, (be)schneiden, feilen,
lackieren; er kaut ständig an den Nägeln
+ umg. etw. an den N. hängen (etw., das man lange
betrieben hat, aufgeben) ; den N. auf den Kopf tref
fen (genau das Richtige sagen, tun); etw. brennt
jmdm. auf den Nägeln (etw. ist sehr dringlich); Nä
gel mit Köpfen machen (etw. konsequent, richtig
machen, sich nicht m it Halbheiten begnügen); ein,
der N. zu jmds. Sarg' sein (jmdm. viel Kummer,
Ärger machen); salopp sich etw. unter den N.
reiß en (sich etw. widerrechtlich aneignen); — jmdm.
nicht das /* Schwarze unter dem N. gönnen
Nagel| -bett, das /PL auch -e/ Stelle der Fingerr,
Zehenkuppe, die vom Nagel (II) bedeckt wird;
- feile, die Feile zum Abfeilen der Nägel (II); -haut,
die jvorw. Sg.j feines Häutchen im Bereich des
Nagelbettes, das rasch wächst und sich dabei auf den
Nagel vorschiebt: die N. entfernen, zurückschieben;
- lack, der farbiger od. farbloser Lack zum Färben
der Nägel (II): denN . erneuern, entfernen; -lack-
entferner, der; -s, - (chemisches) Mittel zum E nt
fernen des Nagellacks
nageln jsw. Vb.; hat/ etw. mit einem Nagel (I),
m it Nägeln an etw. befestigen: eine Blende an die
Gardinenleiste n.; einen gebrochenen Knochen n.
(mit Nägeln zusammenfügen); genagelte Schuhe
(Nagelschuhe)
nagel/Nagel| -neu jAdj.j umg. jemot.j noch ganz
neu: ein nagelneuer Anzug; nagelneue Schuhe;
- p f lege, die Pflege der Nägel (II); -reiniger, der; -s,
-
kleiner, spitzer Gegenstand zum Reinigen der
Nägel (II) unter ihrem oberen Rand; -schere, die
kleine, gebogene Schere zum Beschneiden der Nägel
(II); -schuh, der Schuh, dessen Sohlen auf der
Unterseite m it dicken Nägeln (I) beschlagen sind :
der Bergsteiger trägt derbe, feste Nagelschuhe;
-Wurzel, die Stelle, an der der Fingernagel a n
setzt
nagen jsw. Vb.; hat/ 1. jbes. von bestimmten Tierenj
an etw. n. mit den Schneidezähnen wiederholt kleine
Stücke von etw. Hartem abbeißen: die Maus nagt
an der Brotrinde; der Hund nagt am Knochen —
2. etw. nagt an jmdm. etw. quält, peinigt jmdn. an-
810
Nager — nähren
haltend: der Kummer, die Sorge nagte an ihr, an
ihrem Herzen; ständige Zweifel nagten an ihm
4- am / Hungertuch n.
Nager, der; -s, - Nagetier
Nage|tier, das kleines, vorwiegend pflanzenfressendes
Säugetier mit charakteristischem, ständig nach
wachsendem Gebiß
nah /Adj./ s. nahe
Nah|aufnähme, die fotografische Aufnahme aus
geringer Entfernung
xnahe, näher, nächste /Adj.; / auch nächste,
näher/ 1. von einem Bezugspunkt räumlich nicht
weit entfernt: eine n. Ortschaft, ein naher Berg;
das nächste Dorf ist einige Kilometer von hier ent
fernt; etw. aus nächster Nähe, von nahem be
trachten; bitte, treten sie näher; sie standen n.
beieinander; ihr Haus liegt n. am Waldrand —
2. unmittelbar bevorstehend: in naher Zukunft; etw.
steht n. bevor; das n. Ende; er muß doch n. an
die Fünfzig sein (bald fünfzig Jahre alt sein) —
8. Inicht präd.f 8.1 . in unmittelbarem Verwandt
schaftsverhältnis stehend: n. Angehörige; die näch
sten Anverwandten des Verstorbenen 8.2 . sehr ver
traut: er ist ein naher Freund von mir; zu
jmdm. nähere (engerp) Beziehungen unterhalten
+ jmdm. zu n. tr eten (jmdn. verletzen, kränken);
von nah und fern (von überallher); n. daran sein,
etw. Bestimmtes zu tun (etw. beinahe tun); einer
Sache n. sein beinahe von etw. übenoältigt werden:
den Tränen, der Verzweiflung n. sein; — sie hat
n. am / Wasser gebaut
2nahe fPräp. mit Dat./ in der Nähe von: wir wohnen
n. der Stadt
Nähe, die; -, jo. Pl.j 1. geringe räumliche Entfernung
von einem Bezugspunkt: etw. ist in greifbarer, in
unmittelbarer N .; etw. aus nächster N. beobach
ten, betrachten; der Ort liegt ganz in der N. (un
mittelbaren Umgebung) — 2 . der Examenstermin
ist in greifbare N. gerückt (steht unmittelbar bevor)
nahe| -bringen jVb.f 1.1 . jmdm. etw. n. in jmdm.
das Verständnis für etw. wecken: jmdm. die Lite
ratur, die Geschichte n. 1 .2 . das gleiche Schicksal
brachte sie einander nahe (schuf eine enge, ver
traute Beziehung zwischen ihnen); -gehen fVb.j etw.
geht jmdm. nahe jmd. wird von etw. tief, schmerz
lich berührt, jmdn. ergreift etw.: sein Schicksal, U n
glück ist mir nahegegangen; -kommen /V b./1 . etw.
kommt einer Sache nahe etw. kommt einer Sache
fast gleich: das kommt der Wahrheit, einer B elei
digung nahe — 2 . jmdm., sich, einander n. m it
jmdm ., miteinander vertraut werden: sie kamen sich,
einander menschlich sehr nahe; -legen fVb.j jmdm.
etw. (dringend) empfehlen, raten: der Arzt legte ihm
nahe, die Tätigkeit zu wechseln; -liegen fVb.f etw.
liegt nahe etw. gehört zum ersten, woran zu denken
ist, is t sehr wahrscheinlich, leicht einzusehen: diese
Vermutung, dieser Gedanke liegt nahe; etw. ist
naheliegend; aus naheliegenden (leicht einzusehen
den) Gründen blieb er der Veranstaltung fern
nahen fsw. Vb.; ist, hat/ geh. 1. etw. kommt, rückt
zeitlich in unmittelbare Nähe (ist): der Frühling,
Sommer, die Abschiedsstunde naht; die nahende
Gefahr spüren — 2 . sich n. (hat): der Winter naht
sich seinem Ende (geht allmählich zu Ende); er
hatte sich ihr mit freundlichen Worten zu n. (nä
hern) versucht
nähen /sw. Vb.; hat/1 .1 . Stoffteile durch Stiche mit
einer Nadel, in die ein Faden eingeführt ist, m it
einander verbinden und dadurch etw. herstellen: ein
Kleid, eine Naht n .; sie näht für ihre Kinder: mit
der Nähmaschine, Hand n. 1 .2 . etw. durch Stiche
m it einer Nadel, in die ein Faden eingeführt ist, an,
auf etw. befestigen: Knöpfe an ein Kleid, Taschen
auf einen Mantel n. 1 .8 . die Wunde mußte genäht
(die Ränder der Wunde mußten m it Hilfe von Nadel
und Faden verbunden) werden
näher /Adj.; Komp, zu nahe/1.
xnahe (1—3) —
2. ausführlicher, in s einzelne gehend: bei näherer
Betrachtung; nähere Erkundigungen einziehen;
Näheres werde ich bald erfahren
näher|bringen jVb.j jmdm. jmdn., etw. n. in jmdm.
größeres Verständnis für jmdn., etw. wecken: der
Vorfall brachte ihr den Freund wieder näher; jmdm.
die Musik, Kunst n.
Nah| -erholung, die Erholung der Bevölkerung in der
näheren Umgebung einer Großstadt; -erholungs-
gebiet, das Gebiet für Naherholung
Näherin, die; -,
-n e n weibliche Person, die beruflich
für andere näht
näher| -kommen fVb.f jmdm., sich, einander n.
m it jmdm,., miteinander vertrauter werden: bei der
Probenarbeit waren sie sich, einander näher
gekommen; -liegen fVb.j etw. liegt näher etw. bietet
sich (aus Gründen, d ie in der Sache selbst liegen) eher
als anderes, Ähnliches an: es lag näher, diese
Variante zu wählen, weil . . .
nähern, sich /sw. Vb.; hat/ 1. sich n. räumlich
näher an jmdn., etw. herankommen: sich einer
Person, Ortschaft n.; Schritte näherten sich —
2. der Urlaub näherte sich seinem Ende (ging all
mählich zu Ende) — 3 . sich jmdm. n. zu jmdm.
näheren Kontakt hersteilen: er versuchte, sich ihr
(auf ungeschickte, vertrauliche Weise) zu n.; er
näherte sich ihr auf plumpe Weise
nahe| -stehen / Vb./ jmdm. n. mit jmdm. vertraut,
befreundet, verwandt sein : er, sie steht uns besonders,
sehr nahe; er lud seine ihm nahestehenden Freunde
zur Feier ein; -zu, «zu /Pa rtikel/ fast: die Arbeit
ist n. fertig; dies zu behaupten ist n. grotesk
Nah|garn, das Garn zum Nähen (1.1, 1.2)
Nah|kampf, der K a mpf bei sehr geringer E nt
fernung zwischen bewaffneten Gegnern, K a m pf M ann
gegen M a n n : ein erbitterter N.
Näh| -maschine, die mit dem Fuß od. durch einen
Motor betriebenes Gerät, das selbsttätig näht (1.1):
eine alte, moderne, elektrische, versenkbare N.;
mit der N. nähen; -nadel, die dünne Nadel (1) mit
einem Öhr zum Nähen mit der Hand
Nähr|boden , der Nährstoff enthaltende Substanz zur
Zucht von Pflanzen, Pilzen, Bakterien und von Zell
gewebe: künstliche, sterile Nährböden; Nährböden
ansetzen; 0> die schlimmen sozialen Verhältnisse
waren der N. für Kriminalität
nähren /sw. Vb.; hat/ 1.1 . jmdn., sich ernähren (1):
er hat sich, seine Kinder, Tiere gut genährt; die
Mutter nährt ihr Kind selbst (stillt ihr Kind)
1.2 . geh. sich von etw. n. etw. ständig als Nahrung
zu sich nehmen: er nährte sich von Milch, Gemüse,
Obst, Fleisch; das Tier nährt sich von Insekten
1.3. veraltend geh. sich durch, von etw. n. von
etw. leben, sich durch etw. seinen Unterhält er
möglichen: er nährt sich durch, v o n seiner Hände
Arbeit — 2 . etw. nährt etw. ist nahrhaft: Zucker
nährt — 3 . geh. eine Illusion, Hoffnung, einen
nahrhaft — NamensVerzeichnis
811
Wunsch n. (entstehen lassen und dafür sorgen, d aß
sie, er nicht aufhört); jmds. Vorurteile, Argwohn,
Verdacht n.
+ eine Schlange am Busen n.
nahrhaft fAdj.; nicht adv.f reich an Nährstoffen für
den Körper: eine nahrhafte Kost
Nähr| -Lösung, die wäßrige Lösung von Nährsalzen
für Pflanzen: Zimmerpflanzen allmählich an eine
N. gewöhnen, in einer IST. ziehen; -m ittel, die fPl.f
Erzeugnisse aus Getreide, außer Mehl; -salze, die
fPl.f von Pflanzen benötigte mineralische Nährstoffe;
- Stoff, der fvorw. Pl.f Stoff (3.2), der für Aufbau,
Erhaltung und Funktion lebender Organismen not
wendig ist
Nahrung, die; -,
-e n fvorw. Sg.j alles Eß- und Trink
bare, das der Ernährung, dem Aufbau und der E r
haltung eines Organismus dient: eine gesunde,
reiche, kärgliche N .; feste, flüssige, pflanzliche,
tierische N .; genügend N. zu sich nehmen; die N.
verweigern
-j- etw. erhält, bekommt durch jmdn., etw. N .
(etw. wird durch jmdn., etw. bestärkt)
Nahrungs | -m ittel, das fvorw. Pl.f der menschlichen
Ernährung dienender Stoff in natürlicher od. a u f
bereiteter Form: kalorienreiche N .; N. kaufen;
- s u che, die fbes. von Tieren/ Suche nach Nahrung:
die Tiere gingen auf N.; sich auf (die) N. begeben;
-Vorrat, der fbes. von Tieren\ Vorrat an Nahrung:
der Hamster legt NahrungsVorräte für den Winter
an
Nähr [wei% der fo. Pl.f Gehalt an Nährstoffen in
einem Nahrungsmittel: Käse hat einen hohen N.
Näh [seide, die Nähgarn aus Seide
Naht, die; -, Nähte linienförmig verlaufendes Ge
bilde 1.1 . das beim Nähen (1.1) durch die Verbin
dung von Stoffteilen entstanden ist: eine einfache,
doppelte, gerade N .; eine N. auftrennen, steppen
1.2 . T e ch n . das durch Schweißen, Löten, Nieten,
Schrauben von Metallteilen entstanden ist: eine N.
schweißen 1.3 . M ed. 1 .3 .1 . das durch Verbinden von
durchtrennten Gewebeschichten m it Hilfe von Fäden
od. Klammern entstanden ist: die N. ist gut verheilt
1.3 .2 . das durch das Zusammenwachsen der K n o
chen der Schädeldecke entstanden is t
+ um g. jmdm. auf den Nähten knien (jmdn. heftig
bedrängen 2); jmd. platzt aus allen Nähten (wird
sehr, zu dick); etw. platzt aus allen Nähten (wird zu
umfangreich, eng)
naht/Naht| -los fAdj.f 1. /nur attr.f 1.1 . ohne Naht
(1.1) :nahtlose Strümpfe 1.2 . Techn. ohne Schweiß
naht: nahtlose Rohre — 2 . eine widerspruchsfreie,
lückenlose Einheit bildend: eine nahtlose Einheit;
n. fügte sich ein Beweisstück an das andere;
-stelle, die 1. Techn. S eile, an der sich eineNaht
befindet — 2 . Stelle, an der zwei verschiedene Be
reiche aufeinandertreffen: die Lage des Landes an
der N. zwischen der kapitalistischen und der sozia
listischen W elt
Nah| -verk ehr, der Personen-, Güterverkehr über
kürzere Entfernung, meist im Bereich bis zu 50 K ilo
metern; -Verkehrsmittel, das öffentliches Verkehrs
mittel für den Verkehr innerhalb einer Stadt od. in
ihrernäheren Umgebung: S-Bahn und U-Bahn sind N.
Näh[zeug, das Werkzeug und Material zum Nähen
(1.1)
Nah [ziel, das Ziel, das für die nahe Zukunft an
gestrebt wird: unser N. besteht darin ...
naiv fAdj.f [na|i:f] 1.1.nicht intellektuell distanziert,
sondern ungekünstelt und kindlichem Verhalten
ähnlich: naive Freude, Begeisterung; ein naiver
Mensch; er ist n. wie ein Kind; naive (von Laien
ohne entsprechende Vorbildung geschaffene) Kuns t,
Malerei 1.2 . einfältig, unkritisch, töricht: eine naive
Frage, Bemerkung; seine Ansichten sind recht n.;
der Vorschlag m utet n. an; dazu Naivität, die; -,
fo. Pl.f [na|ivi..]
Name, der; -ns, -n a us einem od. mehreren Wörtern
bestehender sprachlicher A usd ruck für ein Lebe
wesen, eine Sache, der 1.1 . eine A rt, Gattung, Klasse
von gleichartigen Sachen, Lebewesen bezeichnet,
Gattungsname: diese Tiere werden unter dem N a
men ,H und6 zusammengefaßt; alle Gegenstände
und Erscheinungen haben ihre Namen; der N.
einer Pflanze, Krankheit, eines Medikaments
1.2 . ein Individuum, eine einzelne Sache zum Unter
schied von anderen seiner A rt bezeichnet, Eigen
name : ein alter, bekannter, häufiger, berühmter N .;
der N . eines Menschen, Ortes, Flusses, Gebirges,
Landes; unser Hund hört auf den Namen ,Hassan4;
ein angenommener N .; sein richtiger N. is t ...; wie
war doch gleich ihr N.?; mein N. ist Schulze;
seinem Kind einen Namen geben; seinen Namen
verschweigen; seinen Namen ändern, angeben; das
Sparbuch lautet auf seinen Namen (er ist der Be
sitzer); ein Dokument mit seinem Namen unter
schreiben; das macht seinem Namen Ehre (ehrt
ihn); jmds. (guten) Namen (jmds. Ehre, Ansehen)
besudeln, beschmutzen
+ sich einen Nam en machen (bekannt, berühmt
werden); in jmds., einer Sache Namen, im Namen
v on jmdm., etw. (in jmds. Auftrag, stellvertretend
für jmdn., etw.); — die / Dinge beim (rechten)
Namen nennen; in / Gottes Namen; das / Kind
beim (rechten) Namen nennen; in drei / Teufels
Namen
Namen/namen (mit ♦ auch Namens|)| ♦-änderung,
die Änderung, Wechsel des Familiennamens: er
reichte ein Gesuch zur N. ein; ♦-gebung, die; -,
-en
Feier, m it der ein Kind unter dem ihm gegebenen
Namen in die soziale Gemeinschaft aufgenommen
wird: die sozialistische N .; ♦ -gedächtnis, das Ge
dächtnis (1) für Nam en, bes. für Personennamen: er
hat ein gutes, schlechtes N.; -künde, die jo. Pl.f
Wissenschaft, die sich m it Herkunft, Geschichte,
Bildungsweise und Bedeutung der Personen- und
geographischen Namen befaßt; ♦-liste, die Liste mit
Personennamen: eine N. der Teilnehmer anlegen;
- los fAdj.f 1. dem Namen (1.2) nach unbekannt, un
genannt: ein namenloser Spender; die namenlosen
Toten der Kriege — 2 . geh. /drückt emotional
einen hohen Grad ausf sehr g roß: namenloses Elend,
Leid, Glück; namenloser Schmerz erfaßte ihn
Samens fAdv.f mit dem Namen (1.2): ein Herr n.
Schulz möchte Sie sprechen
2namens fPräp. mit Gen.j papier dt. im Namen, im
Auftrag von: n. gesellschaftlicher Gremien; er bat
n. seiner Freunde um die Genehmigung
Namens (mit * auch Namen|)J -bruder, der jmd.,
der mit jmd. anderem den gleichen Namen führt;
♦-Schild, das an der Wohnungs- od. Haustür an
gebrachtes Schild m it dem Namen des Bewohners;
- tag, der Rel. kath. der von Gläubigen häufig wie
ein Geburtstag gefeierte Kalendertag des Heiligen,
dessen Namen man trägt; ♦-Verzeichnis, das vgl.
812
Namensvetter — Nase
Namenliste; -vetter, der vgl.
-bruder; -weihe, die
Namensgebung; -zug, der der vom Träger des
Namens selbst geschriebene (Vor- und) Familien
name : die Urkunde, der Brief trägt seinen N.
namentlich /A dj.fI. mit Nennung des Namens (1.2):
eine namentliche Abstimmung; alle Anwesenden
wurden n. aufgerufen — II . /adv./ besonders (2.1):
viele Freiwillige, n. Jugendliche, meldeten sich
zum Einsatz
namhaft /Adj.; nur attr./ 1. bekannt, berühmt: ein
namhafter Wissenschaftler, Künstler, Schrift
steller; eine namhafte Persönlichkeit — 2 . be
deutend, ansehnlich: eine namhafte Summe spen
den
+ jmdn. n. machen (jmds. Namen feststellen,
nennen)
nämlich fAdj.f I. fnur attr.f veraltend /gibt an,
daß etw., jmd. m it einer vorausgegangenen od. be
kannten Größe identisch ist/: es ist noch das näm
liche (dasselbe) Kostüm wie im Vorjahr; in der
nämlichen (derselben) Nacht verschwand er — II .
/adv.; in konjunktionaler Verwendung; nebenord
nend/ 1. jstets nachgestellt; gibt den Grund a n /: ich
muß schnell etwas essen, ich habe n. (denn ich habe)
großen Hunger — 2 . /fügt eine nähere Erläuterung
an/ und zwar: ich möchte eine Bitte äußern, n. . ..
nanu umg. /fragender Ausruf des Erstaunens/: n.,
du bist schon von der Reise zurück?
Napalm, das; -s, fo. PI ./ hochwirksamer, gallert
artiger Brennstoff, der für Brandbomben verwendet
wird
Napalmbombe, die
Napf, der; -(e)s, Näpfe kleine, runde, flache Schüssel
bes. aus gebranntem T o n : ein irdener N .; feinen N.
mit Futter, Milch für die Katze, den Hund hin
stellen
Napfkuchen, der Hefe- od. Rührkuchen, der in
einer runden, hohen Form mit hohlem Zylinder in
der Mitte gebacken w ird
Nappaleder, das fo. P I ./ feines, weiches (Ziegen)leder
bes. für Handschuhe und Kleidungsstücke
Narbe, die; -,
- n 1. nach Heilung einer Wunde ent
standene, m it gefäßarmem, derbem Bindegewebe
ausgefüllte Stelle des Körpers: eine breite, lange,
große, kleine, frische N.; eine N. am Arm, Kopf
haben; die N. schmerzt — 2 . die Narben (die durch
die H aarwurzeln gebildeten Unebenheiten) des Leders
—
3. B o t. oberster T eil des Fruchtknotens, der den
Pollen aufnimmt: die Bienen bestäuben die Narben
der Blüten — 4 . Grasnarbe
narbig /Adj.; nicht adv./ mit Narben (1) versehen:
narbige Haut
Narbung, die; -,
- e n die Gesamtheit der Narben (2)
des Leders: eine künstliche, natürliche N.
Narkose, die;
-n bes. bei einer Operation durch
ein Betäubungsmittel bewirkte, vorübergehende all
gemeine Betäubung zur Aufhebung des Bewußtseins
und der Schmerzempfindung: eine tiefe, leichte N .;
die N. einleiten; in der N. liegen; aus der N. auf-
wachen
Narkose | -arzt, der vgl.
- facharzt; -facharzt, der
Anästhesist
Narkotikum, das; -s, Narkotika Med. Pharm .
Mittel, das das Zentralnervensystem vorübergehend
lähmt und dadurch eine Narkose bewirkt; dazu
narkotisch fAdj.f: ein narkotisches (narkotisieren
des) Mittel
narkotisieren fsw. Vb.; hat/ jmdn. in Narkose ver
setzen: einen Patienten n.
Narr, der; -en, -en 1. jmd., dem es an Vernunft
mangelt und der sich durch sein törichtes Verhalten
lächerlich macht: ein eitler, eingebildeter, alter N .;
ich N. (Dummkopf), wie konnte ich das nur glau
ben!;erkam sich wie einN. vor —2.1. meistbunt
gekleideter Spaßmacher, der bes. in der Zeit des
Feudalismus den Hofstaat unterhielt und belustigte:
ein schlagfertiger N. 2 .2 . fvorw. Sg.f jmd., der (sich
kostümiert hat und) mit vielen gemeinsam Fasching
feiert: Narren und Närrinnen auf einem Faschings
ball
+ jmdn. zum Narren halten (jmdn. necken, zum
besten haben); umg. an jmdm., etw. einen Narren
gefressen haben (für jmdn., etw. eine große Vorliebe
haben)
narren jsw. Vb.; hat/ jmdn. anführen, zum besten
haben, täuschen: es machte ihm Spaß, uns zu n.; er
ist der Genarrte
Narren (mit * auch Narrens[)| -freiheit, die fo. P l.f :
jmd. genießt, hat N. (jmdm., den man nicht ganz
ernst nim mt od. dem m an eine gewisse Sonderstellung
einräumt, wird die Freiheit zugestanden, bestimmte
Dinge zu tun od. zu sagen, die anderen verwehrt sind);
jmdm. N . geben; -kappe, die mit Zipfeln und mit
Schellen (I. 1) verzierte, von Narren (2) getragene
bunte Kappe; *-posse, die veraltend Narren
streich: laß doch die Narren(s)possen!; -streich, der
unsinniger, dummer Streich: das war ein richtiger N.
Narretei, die; -,
-en veraltend 1. närrischer Spaß,
Possen: Narreteien treiben — 2* törichte Handlung:
er erzählte von den Narreteien seines Freundes
Narrheit, die; -,
-e n 1. fo. PI ./ Torheit, Dummheit:
etw. aus reiner N. tun — 2 . fvorw. Pl.j törichte
Handlung: das war eine große N.
närrisch /Adj.f 1.1. wie ein Narr (1), töricht: er ist
ein närrischer Kauz; sich n. benehmen, verhalten
1.2 . unsinnig (1): närrisches Zeug reden; ein när
rischer Einfall 1.3 . u m g . femot.f überaus, über
mäßig: sich n. freuen — 2 . karnevalistisch: das
närrische Treiben in der Faschingszeit; die närri
sche Zeit (Fastnachtszeit)
Narzisse, die; -,
-n im Frühjahr blühende Pflanze
m it einer Zwiebel, schmalen, langen Blättern und
weißen od. gelben Blüten: die stark duftenden w ei
ßen Narzissen
nasal /Adj./ 1. durch die Nase gesprochen, näselnd:
er hat eine leicht nasale Aussprache — 2 . Phonet.
ein nasaler Laut (Nasal)
Nasal, der; -s, -e Phonet. Laut, bei dessen Aus
sprache ein Teil der Luft durch die Nase nach
außen strömt: ,m ‘ und ,n ‘ sind Nasale
naschen /sw. Vb.; hat/ 1. etw., bes. Süßigkeiten,
meist Stück für Stück genießerisch verzehren: er
nascht gern Konfekt — 2 . heimlich von etw. kleine
Mengen nehmen und essen: die Kinder naschten
von der Torte
Näscherei, die; -,
-e n fvorw. Pl.f : von Näschereien
(leckeren Süßigkeiten) koste n
naschhaft /A dj. ; nicht adv./ gernnaschend,genäschig:
eine naschhafte Katze; das Kind ist etwas n.
Nasch| -katze, die umg. scherzh. naschhafte
Person: du bist doch eine richtige kleine N .!;
-werk, das fo. PL/ Näscherei
Nase, die; -,
- n 1. (beim Menschen aus der Gesichts
m itte hervortretendes, charakteristisch geformtes)
Geruchsorgan, durch das die Menschen und höheren
Wirbeltiere hauptsächlich atm en: eine lange, große,
kleine, gebogene, spitze N.; die N. ist rot vor
Kälte; seine N. blutet; jmdm. läuft die N. (jmd.
hat einen Schnupfen) ; sich die N. putzen, pudern,
reiben; die N. kraus ziehen; den Finger an die N.
legen; die N. aus dem Fenster stecken (aus dem
Fenster blicken); um g . eine gute, feine N. (einen
guten, feinen Geruchssinn) haben; eine N. (Spür
sinn) für etw. haben; scherzh. pro N. (pro Per
son) — 2« das Schiff fuhr mit der N. (mit dem Bug)
in die Brandung — 3 . dicke Spur eines herabge
laufenen Tropfens Farbe, Lack
+ die N. rümpfen (sich über jmd n., etw. erhaben
fühlen, verächtlich auf jmd n. , etw. herabblicken);
umg. die N. hoch tragen (eingebildet sein); die N.
vorn haben (bes. bei einem Wettkampf der erste
sein); die, seine N. in ein Buch stecken (eifrig ler
nen); sich mit, durch etw. eine goldene N. ver
dienen (ohne große Anstrengung viel Geld verdienen);
die, seine IST. in etw., alles stecken (sich um Dinge
kümmern, die einen nichts angehen); alle N ase(n)
lang (sehr oft); immer der N . nach (immer gerade
aus); jmdm. ein lange N. zeigen (jmdn. auslachen,
verhöhnen); jmdm. etw. an der N. ansehen (etw.
aus jmds. Miene erraten können); jmdn. an der N.
herumführen (jmdn. bewußt irreführen 1); faß dich
an die eigene N. (kümmere dich um deine eigenen
Fehler, Mängel) !; jmdm. etw. auf die N. binden
(jmdm. etw., das er nicht zu wissen braucht, er
zählen); auf die N. fallen, fliegen (hinfallen); auf
der N. liegen (hingefallen sein; krank 1 sein); jmdm.
auf der N. herumtanzen (jmds. Gutmütigkeit, Nach
sicht mißbrauchen); jmdm. etw. aus der N . ziehen
(jmdn. geschickt ausfragen); etw. sticht jmdm. in
die N. (jmd. möchte etw. gerne besitzen);jmdn. m it der
N. auf etw. stoßen (jmdn. deutlich auf etw. hinwei-
sen); jmdm. jmdn. vor die N. setzen (jmdm. uner
wünschterweise jmd n . zu m Vorgesetzten geben); vor
der N. unmittelbar vor jmdm.: jmdm. die Tür vor
der N. zuschlagen; jmdm. ist der Bus vor der N.
(kurz bevor er ihn erreichte) weggefahren; jmdm.
etw. vor der N. wegschnappen (etw. kurz vor jmdm.,
der auch Interesse an etw. hat, nehmen, kaufen);
jmdm. etw. unter die N. reiben (jmdm. etw. Un
angenehmes deutlich zu verstehen geben); s a l o p p
die N. (gestrichen) vo ll haben (jmds., einer Sache
sehr überdrüssig sein); jmdm. paßt, gefällt jmds. N .
nicht (jmd. kann jmdn. nicht leiden); — Mund
und N. aufsperren; sich den / Wind um die N.
wehen lassen; jmdm. die ^ Würmer aus der N.
ziehen
nasejlang
+ umg. alle, m ittel dt. aller"1n. sehr oft: alle n.
krank sein; er ist alle n. auf Reisen
näseln jsw. Vb.; hat/ durch die Nase, nasal spre
chen: er näselt etwas; mit näselnder Stimme spre
chen, singen; O der näselnde Klang der Klarinette
Nasen/nasen zu Nase 1| -bem, das paariger, den
obersten Teil des Nasenrückens bildender Knochen:
er hat sich das N. gebrochen; -bluten, das; -s,
fo. Pl.f Blutung aus der Nase:N. haben, bekommen;
- Hügel, der eines der beiden seitlichen Teile der
Nase: seine N. zitterten, zuckten; -höhle, die
Innenraum der Nase; -lang s. naselang; -länge, die
+ jmdm. (um) eine N. voraus sein (einen kleinen
Vorsprung vor jmd m . haben); -loch, das eine der
beiden nach außen führenden Öffnungen in der
Nase; -öl, das medizinisches Öl, das bes. bei Schnup
fen in die Nase eingeträufelt wird; -rücken, der von
der Nasenwurzel herab bis zur Nasenspitze ver
laufender oberer Teil der Nase; -spitze, die unteres
Ende der Nase: eine rote, weiße N .; die Brille war
ihr auf die N. gerutscht; + umg. jmdm. et\^. an
der N. ansehen (etw. sofort aus jmds. Gesichts
ausdruckerratenkönnen); -stüber, der; -s, - 1 . leich
ter Stoß, Schlag gegen die Nase: jmdm. einen N.
geben, versetzen — 2. umg. er hat ihr einen
tüchtigen N. versetzt (sie getadelt); -tropfen, die
jPl.f vgl. -öl; -Wurzel, die Ansatz der Nase an der
Stirn: eine tiefe Falte über der N. haben
nase/Nase| -rümpfend fAdj.; vorw. adv./ Ablehnung,
Verachtung zum Ausdruck bringend: n. ging er aus
dem Zimmer; -w eis /A dj.f vorlaut: eine naseweise
Äußerung; ein naseweises Kind; -w eis, der; -es, -e
vorlautes Kind : sei nicht solch ein N .!
nas/Nas| -führen, nasführte, hat genasführt jmdn.
zum besten haben: er fühlte sich von ihr genas
führt; -horn, das jPl.
-hörner, selten -e/ großer,
plumper Unpaarhufer mit dicker Haut, der auf dem
Nasenbein ein od. zwei Hörner trägt, Rhinozeros
naß, nasser (nässer), nässeste (nässeste) mit
Flüssigkeit bedeckt od. durchtränkt: ein nasser
Schwamm; nasse Tücher, Kleider; nasse Hände,
Füße haben; die Straße ist vom Regen noch ganz
n.; er ist vom Regen bis auf die Haut n. geworden;
nasse Augen (Tränen in den Augen) haben; nasses
(regnerisches) W etter
Naß, das; -/Nasses, fo. PL; mit bestimmten Adj.f
geh .: ein erfrischendes, köstliches N . (erfrischen
des, köstliches Getränk); ins kühle N. (kühle Wasser)
springen
Nassauer, der; -s, - umg. jmd., der sich häufig von
anderen etw. erbettelt, der auf Kosten anderer lebt:
er ist ein richtiger, alter N .; dazu nassauern fsw.
Vb.; hat/
Nasse, die;
fo. Pl.f Feuchtigkeit: die N. des
Holzes; N. und Kälte drangen in die Räume
nässen (er näßt), näßte, hat genäßt 1. geh. der Tau
näßt (befeuchtet) das Gras — 2 . Feuchtigkeit ab
sondern: eine nässende Wunde
naß/Naß| -kalt fAdj.; nicht adv.f: naßkaltes (zu
gleich regnerisches und kaltes) W etter; ein naßkalter
Herbsttag; -rasur, die Rasur mit Wasser, Seife und
Rasierklinge; -Wäsche, die fo. Pl.f in der Wäscherei
n ur gewaschene, noch nicht getrocknete Wäsche
Nation, die; -,
-en
1 .1 . fo. Pl.f Struktur und Ent
wicklungsform der Gesellschaft, die vor allem als
Gemeinsamkeit des wirtschaftlichen Lebens, des
Territoriums, der Sprache und Kultur in Erschei
nung tritt und deren Wesen durch ihre Klassen
beziehungen bestimmt ist: die N. bildet sich zu Ende
des Feudalismus heraus; die bürgerliche N. be
ruht auf kapitalistischen Produktionsverhältnissen;
das gesellschaftliche Eigentum an den Produktions
mitteln als Basis der sozialistischen N. 1 .2, je
weilige Gesamtheit unter der Form 1.1 lebender (und
einen Staat bildender) Menschen: die (sozialistische)
deutsche N. (in) der DDR; die französische, pol
nische, bulgarische N .; sozialistische, bürgerliche
Nationen; der Kampf unterdrückter Nationen
um Unabhängigkeit; die Organisation der Ver
einten Nationen fAbk. UNO/, die Vereinten Na
tionen fAbk. UN/ (nach dem 2. Weltkrieg gegrün-
naselang — Nation
813
814
national — naturalistisch
dete Organisation souveräner Staaten zur Aufrecht-
erhaltung des Friedens und der internationalen
Sicherheit)
national /Adj./ eine Nation betreffend, ihr eigen
tümlich, ihr zugehörig: die nationale Souveränität,
Unabhängigkeit; das Recht auf nationale Selbst
bestimmung; die nationale Befreiungsbewegung;
gegen nationale Unterdrückung kämpfen; eine
nationale Minderheit (zahlenmäßig kleinere Be
völkerungsgruppe in einem Staat, die sich von der
Mehrheit der Bevölkerung dieses Staates durch A b
stammung, Sprache und Kultur unterscheidet) ; das
nationale (Kultur)erbe; fin der DDBj die Nationale
/ Volksarmee /Abk. NVA/; die Nationale /
Front des demokratischen Deutschland(s) fAbk, NF/
national/National| -bewußt fAdj.; zu -bewußtsein/;
- bewußtsein, das Beumßtsein von den Existenz
bedingungen, der geschichtlichen E ntw icklung der
eigenen Nation als Bestandteil des gesellschaftlichen
Bewußtseins: das proletarische N.; der Klassen
charakter des Nationalbewußtseins; -einkommen,
das P o l. Ök. derjenige Teil des jährlichen gesell
schaftlichen Gesamtproduktes eines Staates, der der
Gesellschaft nach Ersatz der im Produktionsprozeß
verbrauchten Produktionsmittel verbleibt; -färben,
die jPl.j die nationale Identität eines Staates kenn
zeichnende Farben, w ie sie bes. in den Hoheitszeichen
geführt werden; -feiertag, der Feiertag einer Nation
am Datum eines nationalen Ereignisses von histori
scher Bedeutung: der N. der DDR ist der 7. Okto
ber; -hymne, die die nationale Identität eines Staa
tes kennzeichnende Hymne, die bei feierlichen A n
lässen gespielt, gesungen w ird
nationalisieren fsw. Vb.; hat/ 1. fDDB v er a lten d/
etw. verstaatlichen: die Eisenbahn n.
—
2. jmdn.
einbürgern, jmd m . die Staatsangehörigkeit verleihen
Nationalismus, der; fo. Pl.f der Verabsolutierung
der nationalen Interessen der Bourgeoisie und der
Verwischung der Klassengegensätze dienende reak
tionäre bürgerl. Ideologie und Politik, die sich bes.
in der Überbewertung der eignen Nation und der
Mißachtung anderer Nationen ausdrückt; dazu
nationalistisch fAdj.f: nationalistische Politik trei
ben
Nationalität, die; - e n l . Zugehörigkeit einer Person
zu einer Nation — 2 . Nation, nationale Minderheit,
die mit anderen Nationen, nationalen Minderheiten
in einem Staatsgefüge vereinigt ist
Nationalitäten!Staat, der Staat, der verschiedene
Nationalitäten (2), nationale Gruppen umfaßt
National/national| -kultur, die Kultur (1) einer N a
tion (1.2): die bulgarische, französischeN.;eine sozia
listische N .; Schätze der N .; -literatur, die vgl. -kul
tur; -mannschaft, die Sport Mannschaft aus aus-
gewählten Sportlern, die ihren Staat, ihre Nation bei
internationalen Wettkämpfen vertritt; -preis, der
hohe staatliche Auszeichnung der DDE , die für her
vorragende technische, wissenschaftliche u nd kü n st
lerische Leistungen verliehen w ird : einen Künstler,
Wissenschaftler mit dem N. auszeichnen; einem
Kollektiv den N. verleihen; -preistrager, der;
- Sozialismus, der /demagogische Bez.f s. Nazismus;
dazu -Sozialist, der; s. Nazi u. -s ozialistisch jAdj.f
s. nazistisch; -Spieler, der Spieler der N atio
nalmannschaft; -spräche, die Gesamtheit der E xi
stenzformen der Sprache in der Phase der Hera us
bildung und Existenz einer Nation; -Staat, der 1.
Staat, der im wesentlichen eine N ation umfaßt: die
Nationalstaaten Europas — 2 . Staat, der im Prozeß
der nationalen, bes. der antikolonialen Befreiungsbe
wegung entstanden ist (und um nationale Selbstän
digkeit und Unabhängigkeit kämpft): die jungen
afrikanischen Nationalstaaten
Natrium, das; -s, /o. Pl.f weiches metallisches Ele
ment, das in der Natur nur in Verbindungen vor
kommt und beim Erhitzen m it gelber Flamme ver
brennt
Natron, das; -s, \o. Pl.f doppeltkohlensaures N a
trium, das in Form weißen Pulvers gegen Sod
brennen und als Bestandteil von Back- und Brause
pulver verwendet wird
Natter, d ie; -n in zahlreichen Arten vorkommende,
meist ungiftige Schlange mit deutlich vom Hals ab-
gesetztem K o pf: eine N. schlängelt sich durch das
Gras
Natur, die; -en 1.1, /o. Pl.f (die Gesamtheit aller)
Dinge und Erscheinungen, Gesetzmäßigkeiten und
Wirkungen im Unterschied zur menschlichen Gesell
schaft und zu dem, was durch den Menschen ge
schaffen wurde: die belebte, unbelebte, organische,
anorganische N.; die Gesetze der N. ; N. und Ge
sellschaft; der Mensch als Teil der N .; der Mensch
erforscht, gestaltet, verändert die N .; die Wunder
der N.; von N. (aus) dunkle Haare haben; nach der
N. (nach einem realen Vorbild, nach der Wirklich
keit) zeichnen 1.2 . fo. PL/ 1.1 als Gesamtheit von
Formen, Gebilden der Pflanzen- und Tierwelt, bes.
in der freien, von Bauten des Menschen nicht od. nur
geringfügig beeinträchtigten Landschaft: die blü
hende, lebendige, erwachende N .; ein Stück u n
berührter N .; die N. der Bergwelt, des Meeres; die
N. genießen, beobachten; in die N. hinauswandern;
in der freien N. (im Freien) übernachten 1.3 . jvorw.
Sg.j durch 1.1 bewirkte physische Anlage der Men
schen: die menschliche N.; wenn alle Kunst der
Ärzte versagt, muß die N. sieh selbst helfen; das
ist gegen, wider die N .; er hat eine gesunde, kräfti
ge, eiserne, labile N. (Konstitution I) — 2.1. fo. PL/
Wesensart, Charakter, Temperament: er h at eine
leicht erregbare, eine ausgeglichene N .; von N. aus
ist er ängstlich, jähzornig, gutmütig; er kann
seine N. nicht verleugnen; etw. geht, ist jmdm.
wider die N. (widerstrebt jmd m . sehr); etw. wird
jmdm. zur zweiten N. (wird jmdm. selbstverständ
lich, zur festen Gewohnheit) 2.2 . /in Verbindung mit
bestimmten Adj.f er, sie ist eine friedliche, schöp
ferische N . (ein friedlicher, schöpferischer M en sch);
problematische Naturen — 3 . /o. PL/ Art, Eigenart,
Wiesen einer Sache: Fragen grundsätzlicher, a ll
gemeiner N.; die Verletzung ist nur leichter N .;
es liegt in der N. der Sache, Dinge, daß ...
natura s. in natura
Naturalien, die /PL/ [..ion] landwirtschaftliche
Produkte, die an Stelle von Geld als Vergütung von
Arbeitsleistungen dienen: in, m it N. bezahlen
naturalisieren /sw. Vb.; hat/: jmdn. n . (einem aus
ländischen Staatsbürger od. Staatenlosen die Staats
bürgerschaft verleihen)
Naturaljsmus, der; -, fo. Pl.f Kunstrichtung in der
zweiten Hälfte des 19. Jhs., d ie eine naturgetreue Ab
bildung der Wirklichkeit erstrebte, trotz sozialkriti
scher Ansätze aber noch nicht zur Darstellung all
gemeiner gesellschaftlicher Zusammenhänge vo r
drang; dazu naturalistisch fAdj./i naturalistische
naturblond — Nazismus
815
Literatur, Malerei, Musik; ein naturalistischer
Dichter
natur/Natmi -blond /Adj./ von Natur aus blond;
-bursche, der umg.: er ist ein N. (ein unkompli
zierter, naturverbundener und entsprechend lebender,
kräftiger, gesunder und widerstandsfähiger jung et
Mann); -denkmal, das einzelnes, vor Vernichtung
öd. Beschädigung unter Schutz gestelltes Gebilde der
Natur: einen Felsen, Findling, Wasserfall, alte
Eichen zum N. erklären
Naturell, das; -s, -e 1. Charakter, Gemütsart: jmd.
hat, besitzt ein fröhliches, heiteres, ruhiges N .;
etw. liegt in jmds. N .
—
2. Konstitution (I): er
hat ein gesundes, stabiles N.
Natur/natur[ -ereignis, das (außergewöhnliches) Er
eignis in der N atur (1.1): Erdbeben, Vulkanausbrü
che sind Naturereignisse; -erseheinung, die vgl. -er
eignis; -färben fA dj.; nicht adv.f in der natürlichen
Farbe belassen, nicht gefärbt: naturfarbenes Leinen;
eine naturfarbene Seide; -faser, die natürliche,
nicht synthetisch hergestellte Faser: das Gewebe b e
steht aus einer Mischung von Kunst- und Natur
fasern; -forscher, der jmd., der im Bereich der
N a tu r (1.1) wissenschaftliche Forschungen betreibt:
er ist ein eifriger, begeisterter N .;
- freund, der
jmd., der die Natur (1.2) lieht: die Naturfreunde
wanderten an jedem Wochenende hinaus in die
wald- und seenreiche Umgebung der Stadt;
-gegeben fAdj.; nicht adv.f von der Natur (1.1)
aus gegeben: etw. nicht als n. ansehen, betrachten;
- gemäß fAdj.f 1. der Natur (1.1) entsprechend: eine
naturgemäße Lebensweise; n. leben — 2 , dem
Wesen, der N atur einer Sache entspringend, folge
richtig: die Jugend genießen zu wollen, ist die
naturgemäßeste Sache der W elt; -geschehen, das
das von der N atur (1.1) ausgehende Geschehen: das
N. beobachten, registrieren; -gesetz, das in der
Natur (1.1) wirkendes objektives Gesetz: die Natur
gesetze erforschen; -getreu fAdj.f die N atur (1.1),
Wirklichkeit adäquat wiedergebend: die natur
getreue Darstellung der Ereignisse; etw. n. zeich
nen, malen; -gewalt, die fvorw. Pl.f das elementare
Wirken der N atur (1.1) in ihren Erscheinungen:
gegen die Naturgewalten ankämpfen; -kata-
strophe, die durch Naturgewalten hervorgerufene
Katastrophe: die Opfer einer N .; weite Gebiete
wurden von einer schweren N. heimgesucht;
- kraft, die fvorw. Pl.f der Natur (1.1) innewohnende
Kraft
natürlich fAdj.f 1. von N atur (1.1) aus gegeben,
nicht vom Menschen geschaffen, nicht künstlich:
natürliche Blumen; jmds. natürliche Anlagen;
ein Fluß, Gebirge als natürliche Grenze eines
Landes; natürliches Licht (Tageslicht) — 2 .1 . der
Natu r (1.1), der Wirklichkeit entsprechend: sein
Paßbild ist sehr n. ausgefallen; eine Wiedergabe
in natürlicher Größe 2 .2 . den biologischen Gegeben
heiten und Bedürfnissen des Menschen entsprechend:
ein natürliches Bedürfnis verspüren, befriedigen;
eines natürlichen (nicht gewaltsamen) Todes sterben
2.3 . aus dem Wesen einer Sache hervorgehend, folge
richtig: eine ganz natürliche Sache; die Dinge ihren
natürlichen Gang gehen lassen; es ist nur n., daß
sie so reagierte 2 .4 . den Naturgesetzen entsprechend :
der natürliche Verlauf eines Prozesses; es schien,
als könnte es nicht mit natürlichen Dingen zu
gegangen sein — 3 . angeboren: n. gewelltes Haar;
sie besaß einen natürlichen Charme — 4 . sich in
seinem Verhalten und Auftreten ungezwungen, auf
geschlossen und offen, ohne Scheu und Zurü ck
haltung, seinem Wesen, den normalen Erwartungen
gemäß gebend: er ist ein sehr natürlicher Mensch;
sie benimmt sich, spricht recht n. — 5 . /nur attr.f
M ath, die natürlichen (positiven ganzen) Zahlen
—
6. /nur attr.f Jur. eine natürliche Person
(Mensch als Rechtsträger) — 7. fadv.f 7.1. du hast
n. (selbstverständlich) recht 7.2 . er kam n. (erwar
tungsgemäß) wieder zu spät; es tu t n. (zwar) erst
einmal ein bißchen weh, aber...; „kommst du
m it?“ „ N atürlich“ (selbstverständlich)
Natürlichkeit, die; -, fo. PI.; zu natürlich 2 u. 4/;
zu 2.1: die N. der bildnerischen Darstellung; zu 4:
das Kind ist von einer anmutigen N.; sich seine
angeborene N. bewahren
Natur/natur| -produkt, das durch Ausnutzung
natürlicher Prozesse, bes. des Wachstums hervor-
gebrachtes (landwirtschaftliches) Erzeugnis: Milch,
Eier, Butter, Margarine sind Naturprodukte;
- r ein fAdj.; nicht adv.f als reines Naturprodukt,
ohne andersartigen Zusatz: ein naturreiner W ein;
- Schauspiel, das sehenswertes Naturereignis; -Schil
derung, die: in diesem Roman nehmen die Natur
schilderungen einen breiten Raum ein; -Schönheit,
die fvorw. Pl.f: die Naturschönheiten (die auf
natürliche Weise entstandenen schönen landschaft
lichen Objekte, Bereiche) ein es La ndes erwandern,
bewundern, beschreiben; -schütz, der Gesamtheit
der staatlich festgelegten und überwachten M a ß
nahmen zum Schutz und zur Erhaltung von Eigen
art und Schönheit der (heimatlichen) Natur: diese
Eichen stehen, dieser Landschaftspark steht unter
N.;
- Schutzgebiet, das Gebiet, das unter N atu r
schutz steht; -Seide, die aus dem Kokon d,er Seiden
raupe gewonnene Seide; -s tein, der jo. Pl.f aus
natürlichen Vorkommen, bes. Steinbrüchen, gewon
nener (bearbeiteter) Stein: einen Haussockel in N.
ausführen; ein Grabmal aus N .;
-trüb fAdj.f
fachspr. von Natur (1.1) aus trüb (2.1): natur
trüber Most, Saft; -verbunden fAdj.f sich mit der
Natur (1.2) verbunden fühlend: ein naturverbunde
ner Mensch; er ist sehr n.; -Volk, das in der Form
der Urgesellschaft lebendes Volk; -Wissenschaft, die
Wissenschaft, die die organische und anorganische
Na tu r (1.1) sowie die Bezogenheit des Menschen
zu ihr zum Gegenstand hat: N . studieren; dazu
- wissenschaftlich fAdj.f: eine naturwissenschaft
liche Forschungsrichtung; auf naturwissenschaft
lichem Gebiet arbeiten
Nautik, die; fo. Pl.f Wissenschaft von der Schiff
fahrt, bes. von der seemännischen Führung von
Schiffen; dazu nautisch fAdj.f die Nautik be
treffend : nautische Instrum ente
Navigation, die; -, fo. Pl.f [..v . .] Standort- und
Kursberechnung und, Kursbestimmung von Schif
fen, Flugzeugen, Raketen
Navigator, der; -s, Navigatoren [ .. v . .] Angehöriger
einer Flugzeugbesatzung, der für die Navigation ver
antwortlich ist
Nazi, der; -s, -s/- ffür demagogisches National
sozialist/ Anhänger, Vertreter des Nazism us, M it
glied der Nazipartei
Nazi| -herrschaft, die fo. Pl.f; -partei, die fo. Pl.f:
er war Mitglied der N .
Nazjsmus, der; fo. PL; für demagogisches Natio
nalsozialismus/ der deutsche Faschismus, der im
Klasseninteresse und mit Hilfe der Monopol-
bourgeoisie d as von 1 9 33 —1915 bestehende Regime
in Deutschland errichtete und den 2. Weltkrieg ent
fachte; dazu nazistisch jA d j.; für demagogisches
nationalsozialistisch/: der nazistische Terror
Nebel, der; -s, - 1 . Sicht und Helligkeit (stark) be
einträchtigende, relativ dichte Ansammlung, Menge
sehr kleiner, in der Luft über dem Erdboden schweben
der Wassertröpfchen: ein dichter, nasser, kalter N .;
künstlicher N.; der N. steigt, fällt; der N. hängt
tief, verzieht sich; bei dichtem N. kollidierten
zwei Schiffe; die Sonnenstrahlen drangen durch
den N.; erirrte imN. umher — 2,Astron. 2.1.
wie i erscheinende Anhäufung fein verteilter M aterie
in einer Gala xis: die N. des Milchstraßensystems
2.2 . wie 1 erscheinendes Sternsystem, das im Fern
rohr nicht in einzelne Sterne aufgelöst werden kann
+ bei/ NachtundN.
Nebel| -bank, die jPl.
- bänke/ größere zusammen
hängende M a ss e von Nebel, die horizontal über einem
Gebiet lagert; -bildung, die; -decke, die wie eine
Decke über einem Gebiet ausgebreiteter Nebel: die
Sonne durchdrang die N .
nebelhaft fAdj.f ungenau, verschwommen: er hatte
nur noch nebelhafte Erinnerungen an den Unfall;
nebelhafte Vorstellungen vo n etw. haben; die
Reise liegt noch in nebelhafter (sehr weiter) Ferne
Nebel|horn, das fPl. -hörner/ Seem annsspr. Ge
r ä t (auf Schiffen), m it dem bei neblig-trübem Wetter
dumpf und weithin tönende Signale gegeben werden
nebelig jA dj.; nicht adv./ mit Nebel (1): nebeliges
Wetter; ein nebeliger Herbst
Nebel| -Scheinwerfer, der nach unten breit aus
strahlender, die Fahrbahn gut ausleuchtender Schein
werfer an Kraftfahrzeugen, der bei Nebel eingeschal
tet wird; -Schleier, der feiner, durchscheinender
Nebel: in den Tälern hingen N.;
-Schwaden, der
jvorw. PI ./: N. zogen dicht über dem Erdboden;
- wand, die wie eine Wand wirkender Bereich mit
dichtem Nebel: eine dichte, graue N. hing über
dem Meer
neben IPräp. mit Dat. u. Akk.f 1. /räuml./ 1 .1 .
fmit D a t.; gibt die Lage an/ in unmittelbarer Nähe,
an der Seite von: er wohnt n. dem Museum; die
Bibliothek befindet sich n. der Universität 1.2 .
/m it Akk.; gibt die Richtung an/ in unmittelbare
Nähe, auf die Seite von: er stellte sich n. mich —
2. fmit Dat./ Xaußer (1.2): n. seiner beruflichen
Arbeit widmet er sich vorrangig dem Sport —
3. /mit Dat./ verglichen mit: er konnte n. ihr nicht
bestehen
Neben/neben| -absicht, die bei einer Handlung
neben der eigentlichen Absicht oft heimlich verfolgte
Absicht: jmds. Nebenabsichten erkennen, hinter
treiben; -an /Adv./: das Haus n. (das seitlich an
grenzende Haus); n. (im Haus, in der Wohnung,
im Zimmer, das angrenzt) wohnt ein Freund, hörte
man Geräusche; (ins Zimmer) nach n. gehen;
- a n s chluß, der zweiter Fernsprechanschluß mit der
gleichen Nummer; -bei /Adv./ 1. beiläufig (1): er
hat das nur n. gesagt, bemerkt, erwähnt — 2.
neben der eigentlichen Tätigkeit, außerdem: er
arbeitete n. an seiner Doktorarbeit; etw. n . ver
dienen; -beruflich /A dj./: eine nebenberufliche
(neben der eigentlichen beruflichen Tätigk eit be
triebene) Tätigkeit ausüben; das macht er n.;
816
nazistisch — Nebenprodukt
- b eschäftigung , die Beschäftigung neben der eigent
lichen Tätigkeit; -buhler, der; -s, - 1 . M ann, der
mit einem anderen Mann um eine Frau, ein Mäd
chen rivalisiert: er versuchte, seinen eifersüchtigen
N. abzuhängen — 2. Gegner im Kampf um den
Vorrang in einer Po sition: ein gefährlicher N.;
- einander /A d v ./1 . einer, eines neben dem anderen:
sie stellten sich n. auf — 2 . zugleich mit (einem)
anderen: friedlich n. leben; das Nebeneinander
von Altem und Neuem
nebeneinander- /in verbalen Zusammensetzungen/
1. eines neben das andere, einen neben den ande
ren, z. B . : nebeneinanderlegen, nebeneinanderstel
len — 2 . eines neben dem anderen, z. B .: nebenein
anderstehen
nebeneinander!her /Adv./: das Ehepaar lebte schon
lange n. (die Ehepartner hatten schon lange keine
innere Beziehung mehr zueinander, gingen ihre
eigenen Wege)
Neben| -eingang, der außer dem Haupteingang
existierender, meist kleinerer Eingang: einen N. in
einem Gebäude benutzen; -einnahm e, die /vorw.
PI./ bes. aus einer Nebenbeschäftigung sich er
gebende zusätzliche Einnahme; -erscheinu ng , die
die sich bei einem bestimmten Prozeß zusätzlich (und
unerwartet) einstellende Erscheinung: ein e störende
N.; die Nebenerscheinungen einer Krankheit be
kämpfen; -fach, das Fach, das beim Studium dem
Hauptfach gegenüber einen untergeordneten Rang
hat: Geschichte, Anglistik im N. studieren; -fluß,
der Fluß, der in einen anderen Fluß, einen Strom
mündet: ein N. der Elbe; -gebäude, das 1. dem
Hauptgebäude eines Gebäudekomplexes in F u nk
tion, Größe, Lage beigeordnetes Gebäude — 2 . vgl.
-haus; -gedanke, der vgl. Nebenabsicht: Neben
gedanken bei einer Sache haben; -geräusch, das
(unerwünschtes, störendes) Geräusch, das zusätzlich
bei akustischen Wahrnehmungen auftritt: störende
Nebengeräusche bei Tonbandaufnahmen; Neben
geräusche beim Abhören der Herztöne feststellen;
- gleis, das Gleis, das von der Hauptstrecke abzweigt:
einen Zug auf einem N. abstellen, bereitstellen;
- haus, das Haus, das sich neben jmds. Haus be
findet: er wohnt im N.;
-hgr /Adv./ 1. beiläufig
(1): etw. n. erwähnen — 2, außerdem, zusätzlich:
n. erledigte er noch eine Menge anderer Aufträge
nebenher- /in verbalen Zusammensetzungen/ neben
einer Sache, jmdm. her, z. B . : nebenherfahren,
nebenhergehen
neben/Neben| -hm /A d v ./ beiläufig (1), leichthin:
etw. n . zu jmdm. bemerken, sagen; -kläger, der
Jur . Prozeßpartei, die in einigen bürgert. Rechts
ordnungen neben dem Staatsanwalt im Strafver
fahren eigene Ansprüche geltend machen kann: jmd.
tritt als N. auf; -kosten, die /PI./ zusätzliche Kosten:
beim Bau seines Hauses entstanden ihm viele N .;
- l inie, die Seitenlinie: er entstammt einer N. des
Hauses N ; -m ann , der /PI. -männer; oft mit Poss.-
pron./ jmd., der sich aus der Sicht eines anderen
innerhalb einer Gruppe (unmittelbar) neben ihm
befindet: mein, sein N. war Kurt B; -niere, die
Med. der Niere aufliegende, paarige Drüse, deren
Mark und deren Rinde verschiedene Hormone, u. a.
das Adrenalin bilden; -ordnen /Vb./ G ram m , etw.
beiordnen (2): zwei nebengeordnete H auptsätze;
eine nebenordnende Konjunktion; -produkt, das
etw., das bei einem (Produktions)prozeß neben dem
Nebenraum — nehmen
817
eigentlichen, erwünschten Produkt als Produkt an-
fällt; -raum, der Nebenzimmer: sich ein Versuchs
labor in einem kleinen N. einrichten; -rolle, die
kleine, untergeordnete Rolle (5.2) in einem Stück:
die Schauspielerin gab ihr Debüt in einer kleinen
N . ; -Sache, die Angelegenheit von geringer(er) W ich
tigkeit, Bedeutung: das ist NT.; halte dich nicht mit
Nebensachen auf!; dazu -sächlich /Adj.f: eine ne
bensächliche A ngelegenheit zu wichtig nehmen;
das ist n.; -Satz, der Gramm. Gliedsatz; -sinn, der
/o. PL/: über den N. (über den neben dem eigent
lichen Sinn versteckten Sinn) seiner Aussagen nach
grübeln; -stehend fA dj.; nur attr.j neben dem Text
am Rand befindlich: nebenstehende Ergänzungen
berücksichtigen; -Straße, die von einer H aupt
straße abzweigende untergeordnete Straße: eine
winklige, stille N .;
- strecke, die Eisenbahnlinie,
die von der Hauptstrecke abzweigt: eine N. be
fahren; -tisch , der Tisch neben einem bestimmten,
vom Sprecher ins Auge gefaßten Tisch: sie en t
deckten Bekannte am N.;
- verdienst, der vgl.
Nebeneinnahme; -winkel, der M ath. Winkel, der
einen anderen zu 180 Grad ergänzt; -Wirkung, die
zusätzliche, nicht beabsichtigte, nicht erwünschte
Wirkung: das Medikament hat eine schädliche N .;
- zimmer, das nebenan liegendes Zimmer: sie gingen
zum Abendessen ins N .
neblig fAdj. ; nicht adv.f s. nebelig
nebst jPräp. mit Hat.; vorw. o. Art.; weist auf das
Dazugehörigei v e r a l t e n d zugleich mit, Hinschließ-
lieh: Herrn X n. Ang ehörigen eirfladen; ein
Darlehen n. Zinsen zurückzahlen
nebulös, nebulös fAdj./ 1 .1 . nicht zu durchschauen:
eine nebulöse Angelegenheit 1.2 . etw. n . (nicht
präzise) umschreiben
Necessaire, das; -s, -s [nesoseir, nesessir] Behälter
für Gegenstände der Körperpflege, Kosm etik: ein
N. für die Reise kaufen
necken fsw. Vb.; hat/ jmdn., sich gegenseitig, ein
ander aus Spaß' mit harmlosen, nicht böse gemeinten,
scherzhaften Äußerungen, Handlungen reizen: er
neckte sie gern; jmdn. zum Spaß n.; sie neckten
sich, einander fortwährend
Neckerei, die;
- e n (fortwährendes) Necken, harm
loser Scherz: harmlose, lästige Neckereien
neckisch /Adj.f: ein neckischer (drolliger, lustiger,
z u Neckereien aufgelegter) Jung e; jmdn. n . (schel
misch, anmutig, kokett) anlachen
Neffe, der; -n, -n Sohn von jmds. Bruder, Schwester,
Schwager, Schwägerin
Negation, die; -,
-en 1.1. Logik die logische N.
(logische Operation, durch die aus einer Aussage
m it einem bestimmten Wahrheitswert eine Aussage
m it entgegengesetztem Wahrheitswert gebildet w ird);
die N. eines Urteils 1.2 . die dialektische N . (Ver
neinung und Überwindung des Alten, Überlebten in
der Weise, daß zugleich die positiven Werte der bis
herigen Entwicklung erhalten und weiterentwickelt
werden) l.B . Ablehnung, das Verwerfen: die N.
eines Ordnungsprinzips — 2. Gramm. 2.1. fo. Pl.f
Verneinung eines Satzinhaltes 2.2 . Wort mit der
Funktion von 2.1, verneinendes Wort: die Negatio
nen ,nie4, ,niemals4, ,nicht4
negativ, auch negativ, negativ /Adj.f 1.1 . Ver
neinung, Ablehnung ausdrückend, enthaltend: eine
negative Antwort, Nachricht; ein negativer B e
scheid; eine negative Haltung, Einstellung gegen
über jmdm., einer Sache einnehmen; sich n. zu
einer Sache, über jmdn. äußern 1.2 . das Nach
teilig e, Abzulehnende bezeichnend: die neg ativ e
Seite einer Sache; nur das N eg ative sehen 1.8 . so
geartet, daß es jmdm., einer Sache Nachteil bringt,
jmdn., etw. beeinträchtigt: jmdn., etw. n . beeinflus
sen — 2. Med. ein negativer (den Verdacht auf
Krankheit nicht bestätigender) Befund — 8 . ein nega
tives Bild (entwickeltes Foto, auf dem Helles dunkel
und Dunkles hell ist und statt der natürlichen
Farben die Komplementärfarben zu sehen sind) — 4 .
/nichtadv.f Math, eine negative Zahl {Zahl, die
kleiner als Null ist) — 5. Phys. der negative Pol
(Elektrode mit Überschuß an Elektronen)
Negativ, auch Negativ, Negativ, das; -s, -e [..vo]
negatives (3) Foto
Neger, der; -s, - / oft diskriminierend empfundene,
diskriminierend gebrauchte B ez.f Angehöriger der
Menschenrasse m it dunkler Hautfarbe und meist
krausem Haar: der Kampf der N. in den USA
um ihre Gleichberechtigung; umg. scherzh. wie
ein N. (braungebrannt) aus dem Urlaub zurück -
kehren
negieren fsw. Vb.; h a t/1.1. man kann doch diesen
Tatbestand nicht einfach n. (nicht einfach nicht
zur Kenntnis nehmen wollen) 1.2 . etw. ablehnen,
verwerfen: jmds. Ansichten n.; eine negierende
Haltung einnehmen
Neglige, das; -s, -s [negÜ3e:] leichter Morgenrock:
im N. erscheinen
negroid /Adj.f [..o |i:t] äußere Merkmale der
dunkelhäutigen Menschenrasse aufweisend: er wirkt
ausgesprochen n .; negroide Merkmale; ein
negroides Gesicht
nehmen (er nimmt), nahm, hat genommen 1.1.
etw., jmdn. (in einer bestimmten Absicht) mit der
Hand, den Händen ergreifen, erfassen: einen H am
mer, ein Lineal, Buch n. (und wieder weglegen);
er nahm den Mantel und ging; er nahm die dar
gebotene Hand; sie nahm den Säugling und legte
ihn ins Bett; etw. in die Hand nehmen; jmdn. bei
der Hand n. 1 .2 . etw., jmdn. durch 1.1 von irgend
wo entfernen, z u sich heranholen: das Buch aus
dem Schrank, das Bild von der Wand, das Kind
auf den Arm, Schoß n .; jmdn. in seine Arme n.
(v^marmen); er nahm (klemmte sich) seine Tasche
unter den Arm; die Hände aus den H osentaschen
n. (ziehen); O jmdn. zu sich n. (bei sich, in der
Wohnung als Gast aufnehmen, beherbergen) 1.8 .
(durch 1.1) etw. (Angebotenes) in seinen B esitz
bringen: er nahm, was er erreichen konnte; er
nahm noch ein Stück Kuchen; n. Sie eine Ziga
rette?;, dieses Kleid werde ich nicht n. (kaufen);
verhüll, der Dieb hatte den ganzen Schmuck
genommen (gestohlen); Mil. eine Stellung, Festung
n. (erobern, einnehmend; O /jeweils aus der Sicht
des Mannes od. der Frau/ sich einen Mann, eine
Frau n., jmdn. zur Frau, zum Mann n. (heiraten)
1.4 . etw. an sich n. etw. ergreifen, fassen, um es
irgendwo zu verwahren: er hat die Unterlagen, den
Schlüssel an sich genommen 1.5 . etw. zu etw. ver
wenden: er nimmt gern weiche Bleistifte zum
Schreiben, festes Garn zum Stopfen; K o chk . sie
nimmt Butter zum Braten; veraltend, oft noch
scherzh. man nehme... /Einleitung zu Koch
rezepten/ 1.6 . etw. (zu sich) n.: du mußt noch
etwas zu dir n. (noch etwas essen), bevor du gehst;
818
Nehrung — neidisch
er nahm (trank) einen Schluck Wein; Tabletten,
Tropfen, die Pille n. (einnehmen); sie hat Gift
genommen (durch Gift Selbstmord verübt); wir n.
das Frühstück (wir frühstücken) um sieben Uhr —
2. (sich) einen Rechtsanwalt n. (sich der Hilfe
eines Rechtsanwaltes bedienen); eine Haushälterin
n. (einstellen) — 8 .1 . etw. benutzen: den Bus,
Wagen, ein Taxi n. 8 .2 . etw. n. von etw., worauf
man einen Anspruch hat, Gebrauch machen: den
Haushaltstag, Urlaub n .; sich frei n. (sich befristet
von der Arbeit freisfellen lassen); du kannst dir
Zeit n. (brauchst dich nicht zu beeilen); er nahm
sich die Zeit (brachte die Zeit auf), uns zu besuchen
8.8 . etw. in Zahlung n. (etw. als Zahlung ver
rechnen) — 4 . etw. verlangen (1.1): er hat zehn
Mark für die Fahrt genommen — 5 .1 .1 . jmdm.
jmdn. wegnehmen (2.1): der Tod h atte ihr den
Gefährten genommen 5.1 .2 . jmdm. die Aussicht n.
(verdecken); jmdm. die Freude, den Spaß n. (ver
derben); einer kritischen Äußerung die Schärfe n.
(sie mildern) 5.2 . jmdm. etw., etw. von jmdm. n.
jmdn. von etw. befreien (3): jmdm. die Angst, Un
gewißheit n.; eine Sorge von jmdm. n. — 6. einen
Weg, eine Richtung n. (wählen, einschlagen); den
kürzesten Weg zum Bahnhof n.; die Richtung
durch den Wald n.
—
7.1 . etw., jmdn. für etw.,
jmdn. ansehen, halten: etw. für ein gutes Omen,
den guten Willen für die Tat n. 7.2. etw., jmdn.,
sich in bestimmter’ Weise auffassen: etw. (nicht so)
ernst, tragisch n .; eine Sache v on der heiteren
Seite n.; er nahm sich sehr wichtig (hielt sich für
sehr wichtig); etw. persönlich n. (etw. als A ngriff
gegen sich selbst auffassen); jmdn. nicht ernst n.
(nicht für einen als ernsthaft zu betrachtenden M en
schen halten); jmdn. nicht wörtlich n. (seine Worte
nicht wörtlich auffassen); etw., es (sehr) genau n.
(in jeder Hinsicht gewissenhaft, sorgfältig sein); es
nicht so genau n. (zu großzügig sein); wenn du es
so nimmst, können wir darüber reden; etw. n .,
wie es ist (etw. hinnehmen, sich mit etw. dbfinden);
jmdn. n., wie er ist (sich mit jmds. Art abfinden)
7.3 . er versteht, weiß seine Mitarbeiter zu n. (er
versteht es, in angemessener Weise m it ihnen um
zugehen) — 8 . etw. auf sich n. etw. übernehmen
(11.1.2): die Schuld, Verantwortung auf sich n .;
er hat es auf sich genommen, den Plan auszu
arbeiten — 9 . etw. bewältigen, überwinden: eine
Hürde, ein Hindernis n.; zwei Treppenstufen auf
einmal n.; der Wagen nahm die Steigung im
dritten Gang — 10 . n. wir (vergegenwärtigen wir
uns) folgende Situation, s o ...; n. Sie ein so
wichtiges Ereignis wie ...
—
11. etw., ein Lied,
Orchesterstück auf Band n. (aufnehmen); einen
Abdruck, Abguß vo n etw ., jmdm. n. (hersteilen)
— 1 2. /in der Verbindung vonPräp. -\- Subst. -f- n,;
drückt aus, daß jmd m ., einer Sache eine bestimmte
Behandlung durch jmdn. zuteil wird/: jmdn., etw.
in, unter seine Obhut n. (jmdn., etw. betreuen);
ein Stück Land in Kultur n. (bearbeiten); Maschi
nen in persönliche Pflege n. — 1 3 . jin Verbindung
bes. mit Subst. zur Umschreibung eines Verbal-
beg riffsf: Abschied n. (sich verabschieden 1.1); etw.
nimmt seinen Anfang (fängt an); etw. zum An
laß n. (sich durch etw. veranlaßt sehen), etw.
Bestimmtes zu tun; an etw. Anteil n. (für etw.
Interesse zeigen; für etw. Teilnahme, Mitgefühl
zeigen); etw. in Augenschein n. (etw. genau be
trachten); ein Bad n. (badhn 1.1); auf jmdn., etw.
Einfluß n. (jmdn., etw. beeinflussen); etw. in E mp
fang n. (etw. annehmen 1.1, 1.3); etw. nimmt kein
Ende (hört nicht auf); etw. nimmt ein gutes, kein
gutes, ein schlimmes, jähes Ende (etw. endet gut,
schlimm, jäh); von etw. Kenntnis n., etw. zur
Kenntnis n. (etw. als Information aufnehmen);
(jmdm.) Maß n. (zum Schneidern jmds. Körper
maße feststellen); Rache n. (sich rächen); auf jmdn.,
jmds. Eigenart, Lage Rücksicht n. (jmdn. rück
sichtsvoll behandeln, jmds. Eigenart, Lage berück
sichtigen) ; etw. in Gebrauch n. (etw. zu gebrauchen
beginnen); jmdn. in Gewahrsam, H aft n. (jmdn.
inhaftieren); sich in / acht n.; etw., jmdn. in
/ Anspruch n.; an etw. / Anstoß n.; etw. in
/ Besitz n.; etw. in / Betrieb nehmen; auf etw.,
jmdn. / Bezug n.; etw. in / Kommission n.
+ sich etw. nicht n. lassen (darauf bestehen, etw.
Bestimmtes zu tun); jmd. ist hart im Nehmen (jmd.
kann viel ertragen); — von etw. / Abstand n.;
etw. auf die leichte / Achsel n.; jmdn. auf den
/ Arm n.; die / Beine in die Hand, unter den
Arm, die Arme n.; sich an jmdm., etw. ein / Bei
spiel n.; kein / Blatt vor den Mund n.; jmdn.
unter seine / Fittiche n.; sich die / Freiheit n.,
etw. Bestimmtes zu tun; jmdn. (tüchtig) ins
/ Gebet n.; darauf kannst du / Gift n.; im
/ Grunde genommen; etw. in die / Hand n.;
sich etw. zu / Herzen n.; den, seinen / Hut n.
(müssen); jmdn. (fest) an die / Kandare n.; etw.
auf seine Kappe n.; etw. in / Kauf n.; jmdn.
aufs / Korn n.; etw. nimmt seinen /* Lauf;
sich das / Leben n.; es von den
Lebendigen
n.; jmdn., etw. unter die / Lupe n.; jmdn. in
die / Mache, / Mangel n.; den / Mund voll
n.; etw. für bare / Münze n.; / Notiz von
jmdm., etw. n.; für, gegen jmdn., etw. / Partei
n.; / Platz n.; / Reißaus n.; jmdn. auf die
/ Schippe n.; jmdn. ins / Schlepptau n.; etw.
auf die leichte / Schulter n.; jmdn. in / Schutz
n.; etw., alles von der leichten / Seite n.; jmdn.,
etw. nicht für / voll n.; jmdm. den / Wind aus
den Segeln n.; jmdn. beim / Wort n.; jmdm. das
/ Wort aus dem Mund n.; jmdn. in die / Zange
n .; (seine) / Zuflucht zu etw. n.
Nehrung, die; -,
-en
schmale Landzunge, die einem
Haff vorgelagert ist und es vom offenen Meer trennt
Neid, der; -(e)s, jo. Pl.f quälendes Gefühl der Hab
sucht, Mißgunst, etw. nicht zu haben, was ein an
derer hat, was ma n aber selbst gern haben möchte: er
ist voller N. auf sie; der N. plagt, quält jmdn.;
jmds. N . erregen, erwecken; sich vor N. ver
zehren
+ vor N. blaß, gelb, grün werden (sehr neidisch
sein, sich aus N eid sehr ärgern); das muß der N.
ihm lassen (das muß man ihm zugestehen, muß
m an anerkennen)
neiden, neidete, hat geneidet geh. jmdm. etw. n.
auf jmdn. wegen etw. neidisch sein, jmdm. etw. m iß
gönnen: jmdm. seinen Erfolg, sein Glück n.
Neider, der; -s, - fvorw. Pl.f jmd., der jmdm. etw.
neidet
neid/Neid| -erfüllt fAdj.j voller Neid : neiderfüllte
Blicke; er sah ihr n. nach; -hammel, der umg.
Schimpfw . neidischer Mensch: du bist mir ein
schöner N . 1
neidisch fAdj.f neiderfüllt, mißgünstig: ein neidi-
neidlos — Kennwert
819
scher Kollege; neidische Blicke auf etw., nach
jmdm. werfen; auf jmds. Erfolge n. sein
neid|los /A dj./ ohne Neid: neidlose Bewunderung;
n. jmds. Erfolge anerkennen
Neige, die;
-n letzter Rest (in einem Gefäß): ein
Glas bis zur N. leeren; die Neigen standen in den
Gläsern
+ etw. geht zur N .: der Vorrat geht zur N. (ist
fast erschöpft); der Urla ub ging langsam zur N.
(näherte sich seinem Ende)
neigen fsw. Vb.; hat; / auch geneigt/ 1.1 . etw. in
eine schräge Lage bringen: eine Kiste n .; den Kopf
(zum Gruß) n., über ein Buch n., zur Seite ge
neigt halten 1.2 . sich n. den Oberkörper nach vorn,
zur Seite, auf jmdn., etw. zu bewegen: er neigte
sich zu mir; die Mutter neigt sich über ihr Kind;
er neigte (verbeugte) sich vor dem Ehrenmal; sich
vor jmdm. tief n. 1.3. etw. neigt sich 1.3.1. das
Schiff neigt sich auf die Seite (gerät seitlich in
eine schräge Lage) 1.3 .2 . die Waagschale neigt sich
(sinkt) (nach unten); die Straße neigt sich (fällt
schrägab)zum Flußufer — 2. zu etw. n. 2.1. eine
Veranlagung zu etw. haben, zeigen: zu Depressio
nen, Erkältungen, zur Korpulenz n.; sie n eigt zu
Übertreibungen; er neigt dazu, sich vorschnell zu
entscheiden 2.2 . aus bestimmten Gründen, Über
legungen immer mehr dazu gelangen, sich einer be
stimmten Sache zuzuwenden: man neigt heute da
zu, Typenbauten vorzuziehen, das nicht mehr so
ernst zu nehmen; zu der Ansicht n., d aß ...
—
3. g eh . /von einer Zeitspanne! etw. neigt sich etw.
geht bald zu Ende: der Tag neigt sich; sein Leben
neigte sich zum Ende
Neigung, die; -en 1. /vorw. Sg.f das Neigen (1.1):
sie grüßte uns mit einer leichten N. des Kopfes
—
2. Ivorw. Sg.j schräge Lage, Stellung, Schrägheit:
die N. eines Hanges; der Turm hat eine leichte N.
zur Seite; die N. der Straße — 3 .1 .1 . (erkennbare)
Veranlagung (II) zu etw.: er hat eine unbezwing-
liche N. zum Trinken; eine krankhafte N .; eine
N. zum Dickwerden 3.1 .2 . psychischer Drang, etw.
zu tun, was einem angenehm ist: einer N. folgen,
nachgeben, frönen; jmds. Neigungen fördern,
unterdrücken 3.2 . N . zu etw. haben, zeigen Lu st
zu etw. haben: er zeigte keine N., sich am Ausflug
zu beteiligen — 4 . Zuneigung, Liebe zu jmdm.:
ein e stille, zarte, heftige, unterdrückte N .; eine
N. wecken, nicht erwidern; eine N. zu jmdm.
(ver)spüren; jmds. N . erringen
Neigungsfwinkel, der M ath. Winkel zwischen einer
gedachten Waagerechten und einer Ebene od. z w i
schen zwei Ebenen
nein 1. fdrückt als Antwort auf eine Frage eine
Ablehnung aus od. eine Feststellung, daß etw. nicht
zutrifftj 1.1 . „seid ihr fertig?“ „Nein (noch nicht)“ ;
„möchtest du noch eine Tasse Tee?“ „Nein,
danke“ ; mit einem Nein antworten; mit Nein
stimmen (eine Neinstimme abgeben) 1.2 . /einem
eine Negation enthaltenden Satz vorangehend, die
Negation vorwegnehmend/: dich im Stich lassen,
n., das kann ich nicht; n., das glaube ich nicht
1.3 . /in fragendem Ton einen möglichen Wider
spruch einräumend!: n., das ist nicht gut?; das
ist doch sehr schön, n.?
—
2. /in beiordnender,
steigernder od. korrigierender Funktion/: Hunderte,
n. (ja sogar) Tausende waren gekommen; sie lach
ten, n. (genauer gesagt) sie kreischten vor Ver
gnügen — 3 .1 . /drückt in Ausrufen ein freudiges
Erstaunen aus/: n., ist das schön!; n., so etwas!
3.2 . /drückt als A u sr uf Überraschung und möglichen
Zweifel aus/: „jetzt hat er schon zum vierten Mal
geheiratet.“ „ Nein!“
+ n. zu etw. sagen (einer Sache nicht zustimmen);
nicht n. sagen können (zu gutmütig sein; sich leicht
überreden lassen); — nicht /* ja und nicht n.
sagen
Nein stimme, die bei einer Wahl, Abstimmung ab
gegebene ablehnende Stimme: die Neinstimmen
zählen
Nekrolog, der; -(e)s, -e Nachruf: einen N. ver
fassen, verlesen, halten
Nektar, der; -s, /o. PI ./ zuckerhaltige Absonderung
der Blüten: die Bienen saugen den N. aus den
Blüten
Nelke, die; -,
- n 1. in zahlreichen A rten vorkom
mende krautige Pflanze m it knotigem Stengel, gegen
ständigen schmalen Blättern und oft wohlriechenden
weißen, rosa od. roten Blüten: ein Strauß weißer,
roter Nelken — 2 . Gewürznelke: den Punsch mit
Nelken würzen
nennen, nannte, hat genannt 1.1. jmdn., etw. n.
jmdm. einen Namen, einer Sache eine Bezeichnung
geben: sie nannten ihren Sohn Peter; er wurde
nach dem Vater genannt; wir n. die unbekannte
Größe x 1.2 . jmdn., etw. n. einen (festgelegten)
Namen, eine (festgelegte) Bezeichnung für etw.,
jmdn. gebrauchen: jmdn. Hans, beim Vornamen
n.; er nennt sein Auto immer nur ,Wagen4 1.3.
jmdn. klug, tapfer n. (als klug, tapfer bezeichnen);
sie nannte ihn einen Dummkopf (bezeichnete ihn
als Dummkopf); er ist, was man einen Empor
kömmling nennt; das nennt man Glück (bezeichnet
man als Glück); diese Stoffe nennt man Drogen;
das nenne ich (bezeichne ich als) gut gelung en;
sich n .: erst nach dem Examen darf er sich Diplom
ingenieur n. 1 .4 . spött. meist im Widerspruch zu
den Tatsachen eine Bezeichnung für sich, etw. in
Anspruch nehmen: er nennt sich Schriftsteller;
umg. und das nennt man, nennt sich Luxushotel;
so etwas nennt sich nun Experte — 2 . etw. zur
Kenntnis geben: im Bericht wurden verschiedene
Namen genannt; einen Termin n.; jmdm. eine
Adresse n.; n. Sie Namen, Adresse, Geburtsort!;
n. Sie die Namen der Beteiligten!
-f- die
Dinge beim (rechten) Namen n.; etw.
sein / eigen n.; das / Kind beim (rechten)
Namen n.
nennenswert /Adj..; nicht adv./ erwähnenswert: ein
nennenswerter E rfolg; es gab keine nennenswerten
Ereignisse; der Schaden ist nicht n. (ist gering
fügig, unerheblich)
Nenner, der; -s, - M ath, in einem Bruch unter dem
Bruchstrich stehende Zahl, die angibt, in wie viele
Teile ein Ganzes geteilt ist: mehrere Brüche auf
einen, den gleichen N. bringen
- f etw. auf einen, den gleichen, einen gemein
samen N. bringen (Unterschiedliches in Einklang
bringen)
Nenn[ -form, die /o. Pl.f Gramm . Infinitiv;
-große, die f achspr. Größe (3.2), die durch die Nenn
leistung bestimmt ist: die Nenngrößen an elektri
schen Geräten ablesen; -leistung, die fa ch sp r.
Leistung, für die eine Maschine, ein Gerät kon
struiert ist; -wert, der fachspr. auf einer Münze
5 3 Wörterbuch
820
Neofaschismus — Nesselkapsel
od. einem Wertpapier angegebener Wert im Unter
schied zum Kurswert: der N. einer Münze, Brief
marke
Neofaschismus, der vgl. Neonazismus
Neokolonialismus, der Gesamtheit der Tendenzen
und Maßnahmen imp. Staaten nach dem 2. Welt
krieg, die darauf zielen, ehemalige Kolonien und
andere Staaten in wirtschaftlicher, politischer und
militärischer Abhängigkeit von sich zu halten; dazu
neokolonialistisch fAdj.f
Neologismus, der; -, Neologismen Sprachwiss.
sprachliche Neubildung: das Wort ,Digitaluhr‘ ist
ein N.
Neon, das; -s, fo. PL/ färb-, geruch- und geschmack
loses Edelgas, d a s . bes. zur Füllung von Leucht
röhren verwendet w ird
Neonazismus, der Gesamtheit der in der BRD auf-
tretenden, an Ideologie und Praktiken des Nazismus
anknüpfenden, den heutigen Bedingungen a ngep aß
ten Aktivitäten und Machenschaften; dazu n eo
nazistisch fAdj.f
Neon] -lampe, die vgl. -röhre; -licht, das fo. PL/
Licht von (mit Neon gefüllten) Leuchtröhren;
- r eklame, die mittels Leuchtröhren gestaltete R e
klame; -röhre, die (mit Neon gefüllte) Leuchtröhre
Nepp, der; -s, fo, PLj salopp das Neppen: das
ist doch reiner N .!
neppen /sw. Vb.; hat/ salopp jmdn. durch unan
gemessen hohe Preise übervorteilen: er hat seine
Kundschaft tüchtig geneppt
Nerv, der; -s, -en [..fen, ..von] 1. Med. zwi
schen Gehirn od. Rückenmark und einem Körper
teil verlaufender, aus den Fortsätzen der Nerven
zellen bestehender und von Bindegewebe umgebener
Strang, der Reize und Impulse leitet: motorische,
sensitive Nerven; den N. (eines Zahnes) töten;
<0> den* einen N. (die empfindliche Stelle) treffen
—
2. /nur im Pl.f die nervliche Konstitution: gute,
starke, schwache Nerven haben; umg. er ist
völlig mit den Nerven herunter, am Ende; Nerven
wie Drahtseile, Stricke (eine starke nervliche K o n
stitution) haben; die Nerven (die Beherrschung,
Fassung, Ruhe) behalten, verlieren; etw., jmd.
kostet (jmdn.) Nerven (etw., jmd. beansprucht
jmds. Nerven)
+ umg. du hast Nerven (bist unverschämt; forderst
Unmögliches) !; jmdm. den N. töten (jmdn. nervös
machen); jmdm. auf die Nerven gehen, fallen
(jmdm. lästig sein und ihn nervös machen)
nervgl fAdj.; nur attr.f [..v . .] Med. auf der Tätig
keit der Nerven beruhend: nervale Impulse, Pro
zesse, Reflexe
nerven fsw. Vb.; hat/ [..f .J salopp jmdn. n.
jmdn. nervös machen: verschwinde, du nervst mich!
Nerven/nerven] -a rzt, der Neurologe; -aufreibend
fAdj.f: eine nervenaufreibende (die Nerven sehr
belastende) Tätigkeit; -belastung, die: er stand
während der Verhöre unter einer großen N .;
- beruhigend fAdj.f: ein nervenberuhigendes Mittel
verschreiben; -bündel, das u m g . sehr nervöser
Mensch: er, sie ist das reinste, ist nur noch ein N .;
- e ntzündung, die Entzündung der peripheren N e r
ven; -faser, die fadenartiger Fortsatz der. Nerven
zelle; -kitz el, dev etw., das übersteigerte Spannung
erregt; dieser Krimi ist der reinste N.; -klinik, die
Klinik , Krankenhaus, in dem. Nervenkranke be
handelt werden; -kostiim, das fvorw. Sg.f umg.
scherzh . nervliche Konstitution: sie hat ein
schwaches, starkes N .;
-kraft, die fo. Pl.f: etw.
greift jmds. N . an (kostet jmdn. Nerven); -krank
fAdj.; nicht adv.f: ein-nervenkranker Mensch; er
ist n.;
- krankheit, die Erkrankung des Nerven
systems; -krieg, der fortgesetztes, bewußtes psychi
sches Strapazieren eines Gegners; -leiden, das;
- m ühle, die fvorw. Sg.f s a l o p p nervenaufreibende
Tätigkeit: die Redaktionsarbeit ist eine einzige
N.;
-n ahrung, die fo. Pl.f der Stärkung der Ner
ven dienender Nährstoff: Butter, Zucker ist N.;
- probe, die sehr starke Belastungsprobe für die
psychischen Kräfte: eine N. bestehen; -Sache,
die fin der Verbindungf um g . etw. ist (reine)
N. (die Bewältigung von etw. hängt vom Z u
sta nd der nervlichen, psychis chen Verfassung ab);
- säge, die salopp Person, die jmdm. sehr auf die
Nerven fällt: er ist eine furchtbare N .; -schmerz,
der. fvorw. Pl.f; -schwach fAdj.; nicht adv.f
schwache Nerven habend; -stark fA dj.; nicht adv.f
starke, gesunde Nerven habend; -Strang, der Teil
des Nervensystem s, der die einzelnen Teile des Zen
tralnervensystems miteinander verbindet;-System,
das Gesamtheit der Nervenzellen, Nervenfasern
und Nervenstränge: das /
vegetative N.; Er
krankungen des Nervensystems; -tätigkeit, die
fo. Pl.f Funktion der Nerven; -zelle, die Reize und
Im p ulse a ufnehmende, sie leitende und verarbeitende
Zelle (2); -Zentrum, das Bereich im Gehirn od. im
Rückenmark, von dem aus die Funktionen der
Nerven gesteuert werden; -Zusammenbruch, der:
einen N . erleiden (nervlich zusammenbrechen)
nervig fAdj.; vorw. attr.f [..fi§, auch . .v i$] sehnig
(2) und kräftig (1.1 .1) wirkend: nervige Arme,
Hände
nervlich fA dj.; nicht präd.f das Nervensystem, die
Nerven betreffend: jmd. ist hohen nervlichen B e
lastungen ausgesetzt; er ist n. stark beansprucht ;
n. bedingte (vom Nervensystem herrührende, beein
flußte) Störungen
nervös fAdj.j [, . v . . ] 1.1 . leicht reizbar, erregbar,
zerfahren: ein nervöses Kind; eine nervöse
Erregung, Unruhe; jmd. ist, wird leicht n,; etw.,
jmd. macht jmdn. n. 1 .2 . Unruhe, Ungeduld aus
drückend: n. mit dem Bleistift spielen — 2 . nerv
lich : sie leidet sehr unter nervösen Störungen,
Kopfschmerzen; zu 1 Nervosität, die; -, jo. Pl.f:
seine Hand zitterte vor N.
nerv|tötend fA dj.f: der Lärm der Preßluftbohrer ist
n. (strapaziert die Nerven) !
Nerz, der; -es, -e 1. Marder mit langem Körper,
kurzem, flachem K opf und glänzendem, braunem,
wertvollem Fell — 2 .1 . fo. Pl.f Fell von 1: gefärbter
N.; einen Mantel mit N. besetzen 2.2 . Pelzmantel
aus 2.1: sie trägt einen N.
Nerz] -feil, das; -stola, die: sie besitzt, trägt eine N.
Fessel, die; -,
-n Brennessel: er hat sich die
Pinger an Nesseln verbrannt
- f umg. sich (mit etw.) in die Nesseln setzen (sich
durch eigenes Verschulden in eine unangenehme
Lage bringen)
2Nessel, der; -s, - fvorw. Sg.f festes, häufig grobes
Gewebe aus Baumwolle Bettwäsche, aus N.
Nessel| -fieber, das mit juckendem, rotem, allergi
schem Hautausschlag verbundenes Fieber; -kapsel,
die eine der Zellen an den Fangarmen von Nessel
tieren, die bei Berührung ein reizendes od. lähmen
Nesseltier — Netzplan
821
des Gift absondern; -tier, das in zahlreichen Arten
vorkommendes Hohltier, dessen Fangarme mit
Nesselkapseln besetzt sind
Nest, das; -(e)s, -er 1. von Tieren, bes. Vögeln,
gebaute Wohn- und Brutstätte aus vielfältig ver
arbeitetem, verschiedenartigem M ater ial wie Zw ei
gen, Gräsern, Fasern, Federn, Moos u. a .: ein
leeres N.; das N. ist voll von Eiern; das N. des
Stars; die Vögel bauen, verlassen ihre Nester; ein
N. ausnehmen (die Eier, Jungen aus einem Nest
nehmen) — 2. salopp scherzh. ins N. (Bett 1)
kriechen; nun aber raus aus dem N .! —3. salopp
jemot. neg./ kleine, meist abgelegene Ortschaft: das
war in irgend so einem N.; wie hieß das N.?
—
4. Versteck, Schlupfwinkel von K riminellen: die
Polizei hat das N. der Bande ausfindig gemacht
+ u m g . sein eigenes N. beschmutzen (abfällig
über die eigene Fa milie reden); jemot. neg./ sich ins
warme N. setzen (seine Existenz auf etw. bereits
Bestehendes gründen); — jmdm. ein / Kuckucksei
ins N . legen
nesteln jsw. Vb.; hat/ (ungeduldig) an etw. fingern,
etw. zu öffnen od. zu lösen versuchen: sie nestelte
an den Blusenknöpfen, am Haar, an den Bind
fäden
Nest| -flückter, der; -s, - Jungtier bestimmter
Säugetier- und Vogelarten, das in voll ausgebildetem
Zustand geboren wird und das Nest, den Bau sehr
bald nach der Geburt zu selbständiger Nahrungs
suche verläßt: Feldhasen, Hühner, Hühnervögel
sindN.; -häkehen, das; -s, - jemot.pos.j das Jüngste
von mehreren Geschwistern: sie i s t das N. in der
Familie; -hooker, der Jungtier bestimmter Säuge
tier- und Vogelarten, das in unvollkommen entwik-
keltern Zu stand geboren wird und daher noch einige
Zeit auf den Schutz und die Versorgung durch die
Eltern angewiesen ist: Affen, Singvögel, Wildkanin
chen sind N.
Nestor, der; -s, Nestoren jvorw. Sg.j [..to :r] geh .
ältester und hervorragender Vertreter einer Gemein
schaft, bes. eines Faches: H war der N. der Ger
manistik
Nest] -räuber, der Tier , das Vogelnester ausraubt;
- wärme, die Atmosphäre familiären Geborgenseins:
ihnen fehlte die N.
nett jAdj.j 1.1 . ansprechend, liebenswert, sympa
thisch: ein netter Mensch, Freund, Kerl; nette
Leute; eine nette Gesellschaft; n. zu, mit jmdm.
sein (sich zu jmdm. freundlich verhalten); es ist n.
(freundlich, aufmerksam) v o n dir, mir Blumen zu
bringen; sei so n. (freundlich, gefällig, liebenswür
dig) und rufe mich an 1 .2 . hübsch und ansprechend
wirkend: eine nette Bluse; das ist ein netter Ort;
der Tisch ist n. gedeckt 1.3. umg. iron. wenig
ansprechend, unangenehm, unerfreulich: das i st ja
eine nette Geschichte, Bescherung!; na, das kann
ja n. werden (das sind schlimme Aussichten) ! 1.4 .
/nicht adv.j u mg . eine nette (beträchtliche) Summe
kassieren
Nettigkeit, die; -,
-en 1. jo. PI:; zu nett 1.1/ nettes
Wesen, nette A r t : sie war von einer äußerst seltenen
N.
—
2. jvorw. Pl.j höfliche Redensart: jmdm.
Nettigkeiten (über etw.) sagen
netto jAdv.I 1 .1 . ohne Verpackung: das Gewicht
beträgt n. 500 Kilogramm 1.2 . nach Abrechnung
der Abzüge: er verdient 875 Mark n., n. 875 Mark
Netto! -einnähme, die Einnahme nach Abrechnung
der Steuern; -gehalt, das vgl. -lohn; -gewicht, das
Gewicht abzüglich der'Verpackung; -lohn , der Lohn
nach Abrechnung der Abzüge; -produkt, das P ol.
Ök. Teil des Bruttoprodukts abzüglich des Wertes
des Verbrauchs a n Arbeitsgegenständen und Arbeits
mitteln; -registertonne, die /Abk. NRT; Maßeinheit
für die Berechnung des kommerziell nutzbaren
Rauminhalts für Ladung od. Fahrgäste eines Schif-
fesj
Netz, das; -es, -e 1.1 . aus Fäden, Schnüren od.
Drähten geflochtenes, geknüpftes flächiges Gebilde
m it Zwischenräumen, d as je nach der Weite dieser
Zwischenräume Gegenständliches bestimmter Größe
nicht durchläßt: ein dünnes, eng-, fein-, grob
maschiges, starkes N .; Netze knüpfen, häkeln, aus
bessern; Vögel, Antilopen sind in die aufge
spannten Netze gegangen; die Arbeiter, Artisten
haben zum Schutz gegen die Gefahren eines Ab
sturzes ein N. aufgespannt; Netze zum Schutz
gegen Vögel über die Beerensträucher breiten;
beim Tennis, Volleyball grenzt ein aufgespanntes
N. die Spielhäften gegeneinander ab; der Ball hat
das N. berührt; das N. am Tor; den Ball ins N.
(ins Tor) schießen; O ein N. von Intrigen spinnen;
ein N. von Lügen zerreißen 1.2 . in verschiedener
Konstruktion gefertigtes 1.1 zum Fangen von F i
schen: Fische im N. fangen; die N etze auswerfen,
einholen, aufhängen, trocknen 1.3 . in Form eines
Beutels gefertigtes 1.1: Einkäufe im N. nach Hause
tragen 1.4 . Haarnetz: ein N. über das Haar ziehen
1.5 . Gepäcknetz: den Koffer ins N. legen — 2. von
der Spinne gesponnenes, 1.1 ähnliches Gebilde,
Spinnennetz — 3 .1 . System aus vielen sich viel
fältig kreuzenden, miteinander verbundenen, dem
Verkehr dienenden Linien, Strecken: das N. der
Eisenbahnlinien, Straßen, Flugstrecken; ein N.
von Kanälen, Wasserstraßen 3.2 . System unter
einander verbundener Leitungen bes. für elektrischen
Strom, Wasser: Geräte, W ohnungen an das N.
schließen; das N. ist überlastet 3.3 . System aus über
einen Bereich verteilten, untereinander verbundenen
Einrichtungen, Dingen, Personen gleicher Funktion:
ein N. von Stationen, Stützpunkten; ein N. von
Geheimagenten
-f- u m g . jmdm. ins N. gehen (von jmdm. überlistet
werden) ; sich im eigenen N . verstricken (sich durch
seine üblen Machenschaften selbst in eine ausweglose
Lage bringen)
Netz| -anschluß, der Einrichtung für den Anschluß
an das öffentliche Stromnetz: ein Tauchsieder, elek
trisches Kochgerät mit N.;
-e mpfänger, der
Elektrotechn.
Rundfunkgerät mit Netzan
schluß
netzen jsw. Vb.; hat/ 1.1 . g eh . etw. befeuchten:
jmdm. die Lippen n.; Blumen mit Wasser n.
1.2. fa chspr. Oberflächen mit Wasser od. anderen
Flüssigkeiten an-, befeuchten, um sie für Farbstoffe
und Appreturen aufnahmefähig zu machen
Netz] -gerät, das Elektrotechn. Gerät, mit dessen
Hilfe Netzstrom für elektrische Anlagen und Geräte,
die diesen nicht in der ursprünglichen Form verwen
den können, umgewandelt wird; -haut, die Med. bei
Menschen und Wirbeltieren vorhandene innere,
lichtempfindliche Haut des Auges; -hemd, das
Unterhemd aus netzartigem Gewebe, Gewirk; -m ag en ,
der Z ool. vor dem Labmagen liegender Teil des Ma
gens der Wiederkäuer; -plan, der W issensch. gra
53*
phische Darstellung eines nach der Netzplantechnik
aufgezeichneten (Produktions)prozesses; -pla ntech-
nik, die W issensch. mit graphischen Darstellungen
arbeitendes Verfahren zur Analyse, Planung und
Kontrolle von (Produktions)prozessen; -Spannung,
die Elektrotechn . bestimmte elektrische Spannung
im öffentlichen Stromnetz; -Stecker, der Stecker, m it
dem ein elektrisches Gerät an das öffentliche Strom
netz angeschlossen wird; -Strom, der E lek tro
te c h n . elektrischer Strom des öffentlichen Strom
netzes; -Strumpf, der Strumpf für weibliche Perso
nen aus netzartigem Gewebe, Gewirk', -werk, das 1,
E lek tro te ch n . Zusammenschaltung einer beliebi
gen Anzahl Energie liefernder, speichernder od. um
wandelnder B au- od, Schaltelemente, die zwei, vier
od, mehr Klemmen (2) aufweisen — 2 . Netz (3):
ein dichtes N. von Adern, Leitungen, Drähten;
O ein N. von Lügen
neu /Adj./ 1 .1 . erst seit kurzer Zeit vorhanden, weil
erst vor kurzem hergestellt, angefangen, geschehen,
aufgekommen, entwickelt od. in einen Bereich ge
kommen: eine neue Brücke; in ein neues (erst
kürzlich erbautes) Haus zieh en; das neue (soeben
angefangene) Jahr scheint gut zu werden; was gibt es
Neues (ist inzwischen Interessantes geschehen) ?; der
neu(e)ste (jüngste, modernste) Stand der Forschung;
nach der neuesten Mode gekleidet sein; die n e u e
sten (aktuellsten) Nachrichten; neue (von der gerade
eingebrachten E rnte stammende) Kartoffeln; der
neue Mitarbeiter hat sich gut eingearbeitet; die n.
(gerade erst), mit viel Aufwand eröffnete Kaufhalle;
O ich bin noch n. (unerfahren) in dieser Arbeit
1.2 .1 . anders als bisher, meist entwickelter od. bes
ser: neue Methoden einführen; ein neues Leben
beginnen wollen; etw. n. (nochmals und anders,
besser als zuvor) bearbeiten, durchdenken 1.2 .2 .
bisher nicht bekannt, zum ersten M al erlebt: das war
ein neues Gefühl, eine neue W elt für sie; das ist
mir alles noch sehr n. — 2 .1 . zu Vorangegangenem,
Vorhandenem hinzukommend, es fortsetzend: ein
neues Kapitel zu schreiben beginnen; neue Leser,
Mitglieder zu gewinnen suchen; das ist eine neue
Serie; du mußt dich n. (noch einmal) anmelden;
v o n neuem (nochmals, erneut) 2.2 . Vorangegange
nes, Vorhandenes ersetzend, ablösend: eine n eue
Wohnung beziehen; meine neue Adresse, Telefon
nummer; ein Paar neue Schuhe kaufen; wir haben
einen neuen Abteilungsleiter; ein Zimmer n. tape
zieren; die B etten n , (mit frischer Wäsche) beziehen
—
3. die Möbel sind noch n. (sind erst vor kurzem
angeschafft, hergestellt worden)
+ um g. auf ein neues! /Aufforderung, etw. in glei
cher od. ähnlicher Weise zu wiederholen!
neu/Neul -artig IAdj.1 von neuer (1) Art, anders als
bisher: das sind neuartige Methoden; etw. m utet n.
an; -a uflage, die 1. erneutes Auflegen eines Druck
werks: die N. eines Buches besorgen — 2 . Ergebnis
von 1: eine N. erscheinen lassen, herausbringen;
- bau, der 1. jo. Pl.j das erneute Errichten, Bauen von
etw., m eist an Stelle von etw. unbrauchbar Gewor
denem- den N. (der eingestürzten Brücke) vor
nehmen — 2 . /PI. -ten/ erst vor relativ kurzer Zeit
errichtetes Gebäude: in einem N. wohnen; -bauer,
der jmd., der auf Grund der demokratischen Boden
reform von 1945 Land erhielt und Bauer wurde jBez.
bis zum Übergang aller landwirtschaftlichen Betriebe
in der DDR in gesellschaftliches Eigentum!
822
Netzplantechnik — Neuhochdeutsch (e)
Neubau | -viertel, das (im wesentlichen) aus Neu
bauten bestehendes Stadtviertel-,
-wohnung, die Woh
nung in einem Neubau: ihr wurde eine N. zugewiesen
Neu] -druck, der /PI. - e/ 1. unveränderte Neuauflage
eines Druckwerkes: einen N. planen — 2 . Exemplar
von 1: eine Reihe von Neudrucken alter Texte;
- einstellung, die das Einstellen einer neuen Arbeits
kraft: es wurden Neueinstellungen erforderlich;
- e ntwicklung, die etw. neu Entwickeltes: technische
Neuentwicklungen wurden auf der Messe vor
geführt
neuer ]dings, neuer]djngs /Adv ./ 1 . in jüngster Zeit,
seit kurzem: n. spricht er kaum mehr über seinen
Unfall — 2. süddt. österr. Schweiz, wiederum,
aufs neue
Neuerer, der; -s, - Werktätiger im soz. Gesellschafts
system, der sich schöpferisch m it bestehenden A r
beitsmethoden auseinandersetzt und außerhalb seiner
beruflichen Pflichten einen B eitrag zum technisch
wissenschaftlichen F ortschritt leistet
Neuerer] -bewegung, die: die N. und den sozialisti
schen Wettbewerb fördern; -brigade, die beratendes
Organ in den Abteilungen eines soz. Betriebes, das
die Neuererbewegung lenkt und fördert; -kollektiv,
das aus Neuerern bestehendes K ollektiv: sozialisti
sche Neuererkollektive bilden sich in den Betrie
ben; -Vorschlag, der von einem Neuerer schriftlich
ausgearbeiteter, begründeter Vorschlag zur Förde
rung des technisch-wissenschaftlichen Fortschritts:
einen N. einbringen
neuerlich /Adj./ 1 . /nicht präd./ erneut: neuerliche
Maßnahmen, Erklärungen — 2 . / adv./ neulich:
erst n. hat er wieder geschrieben
neu/Neu| -ernannt /A dj.; nur attr./ vor kurzem er
nannt: der neuemannte Direktor, Minister; -er -
scheinung, die neues, eben erschienenes Buch od. neue,
eben in den Handel gekommene Schallplatte: N eu
erscheinungen auf dem Büchermarkt rezensieren;
- e rwerbung, die etw. gerade erst, jüngst Erworbenes:
diese Plastiken, Gemälde sind Neuerwerbungen
des Museums; -fassung, die neue, veränderte F as
sung, Form, Formulierung: die N. eines Gesetzes,
eines literarischen T extes; -geboren /Adj.; vorw.
attr./: ein neugeborenes (eben geborenes) Kind;
+ sich wie n. fühlen (sich erfrischt fühlen); -g e-
staltung, die neuartige, andersartige Gestaltung: die
N. der Parkanlagen; die N . seiner Lebensführung;
- gewählt /Adj.; nur attr./ vgl.
-ernannt: der neu
gewählte Präsident
Neugier (de), die; -, /o. PI ./ Begierde, Neuigkeiten,
Unbekanntes, oft die Angelegenheiten anderer B e
treffendes, zu erfahren: brennende, ungehemmte N .;
etw., jmdn. mit N. beobachten; seine N. befrie
digen, stillen; jmds. N . anstacheln, wecken; jmd.
brennt vor N., umg. platzt vor N. (jmd. ist über
aus neugierig)
neugierig /Adj./ 1 .1 . voller Neugier: ein neugieriges
Kind; neugierige Fragen stellen; sich n. in etw. ein-
mischen; sei nicht so n.! 1.2 . man ist n. (voller Er
wartung), wie die Sache ausgeht
Neuheit, die; -,
-en 1. /o. PI./ etw. hat den Reiz der
N. (den Reiz, neu 1 zu sein) — 2. etw. Neues, Neu
artiges; neuer, neuartiger A rtikel auf dem M arkt:
dieser Artikel ist eine N. auf dem M arkt; die Mode
bietet Neuheiten an
Neu|hochdeutsch(e), das Sprachwiss. Entwick
lungsstufe der deutschen Sprache, die sich seit dem
Neuigkeit — Neutralismus
823
Ausgang des Mittelalters bis zur Gegenwart aus
gebildet hat
Neuigkeit, die; -,
-en
neue Nachricht, Nachricht von
etw . jüng st Geschehenem, noch nicht (allgemein) Be
kanntem: interessante Neuigkeiten; das ist die N.
des Tages!; Neuigkeiten erfragen, erzählen, ver
breiten
Neu] -inszenierung, die: die Wiederaufnahme der
Oper in einer N. von F; -jahr, -jahr, das jo. Pl.j
der erste Tag eines neuen Jahres: Prosit N.! /Gruß
und Wunsch zum Jahreswechsel/; -jahrsansprache,
die zum Beginn des neuen Jahres vom Staatsober
haupt gehaltene Ansprache, Grußbotschaft; -k o n-
struktion, die neuartige Konstruktion: dieses Gerät
ist eine N .; -land, das Jo, PL/ 1. erst vor kurzem zur
wirtschaftlichen Nutzung gewonnenes Land (2):
N. gewinnen, unter den Pflug nehmen — 2. un
bekanntes, noch nicht lange bekanntes Land (4), Ge
biet: sie betraten, fuhren in völliges N.; O wissen
schaftliches N .; -lehrer, der /DDR / kurzfristig aus
gebildeter, fortschrittlich gesinnter Lehrer an einer
allgemeinbildenden Schule der ehemaligen sowje
tisch besetzten Zone in Deutschland in den Jahren
1945-1947
neulich /Adv./ vor kurzer Zeit: n. erst habe ich ihn
gesehen, gesprochen; sie haben das doch schon n.
versprochen; die Unterredung vo n n. fortsetzen;
umg. das ist die Dame von n. (die Dame, die kürz
lich schon da war)
Neuling, der; -s, -e jmd., der in einem Kreis od. auf
einem Gebiet noch nicht lange tätig und noch un
erfahren ist, Anfänger: er ist ein totaler, völliger N.
auf diesem Gebiet, in dieser Branche
neu/Neu| -modisch /Adj.; vom Standpunkt eines
konservativen Sprechers/ allzu xmodern (1, 2.1): eine
neumodische Art, sich zu kleiden; das ist irgend so
eine neumodische Einrichtung; -mond, der /o. P l.j
Mondphase, in der der M ond zwischen Erde und
Sonne steht und infolgedessen auf der Erde nicht
sichtbar ist: wir haben gerade N.
neun /Kard.zahl 9/: K egeln alle n., neune!/Ausruf,
wenn alle Kegel auf einen Wurf gefallen sind/; /
auch drei
+ salopp ach, du grüne Neune! /Ausruf der Ver
wunderung, Bestürzung/
Neun/neun|:
auch Drei/drei|
n eunerlei, neunerlei /indekl./ vgl. dreierlei
neunjmalklug jAdj./ sp ött.klug wie od. klüger als
andere sein wollend: laß dies neunmalkluge G erede!
neunte \Ord.zahl zu neun/: / auch dritte
neuntel vgl. drittel
Neuntel, das; -s, - vgl. Drittel
neuntens /Adv./ vgl. drittens
neunzehn /Kard.zahl 19/: auch dreizehn
neunzig /Kard.zahl 90 /
neunziger jindekl. A dj.; nur attr./ vgl. dreißiger
Neunziger, der; -s, - vgl. Dreißiger
neunzigste jörd.zahl zu neunzig/; / auch dreißigste
Neu |Ordnung, die das Ordnen, Umgestalten nach
neuen, neuartigen Gesichtspunkten
Neuralgie, die; -n [. .hon] Med. in Anfällen auf-
tretende Schmerzen im Bereich eines sensiblen
Nervs, der dabei ohne nachweisbare anatomische Ver
änderungen bleibt
neuralgisch /A dj./1. Med. /zu Neuralgie/: neuralgi
sche Schmerzen haben — 2 . g eh . ein neuralgischer
Punkt eine (für Störungen) besonders anfällige,
kritische, gefährliche Stelle(l.i): neuralgische Punk
te in einem Verkehrsnetz; das ist mein neuralgi
scher Pu nkt (da bin ich besonders empfindlich); n.
(empfindlich) auf etw . reagieren
Neurasthenie, die;
-n [..hon] Med. nervlicher
Schwächezustand; nervöse Erschöpfung; dazu Neur
astheniker, der; -s, - Med. an Neurasthenie Lei
dender
Neu/neu| -regelung, die neue, andersartige Regelung
(2): die N. der Höchstgeschwindigkeit für Kraft
fahrzeuge; die N. der Arbeitszeit; -reich jAdj.; nur
a ttr ./ in jüngerer Zeit (schnell) vermögend geworden
und diesen Reichtum aufdringlich zur Schau stellend:
neureiche Leute
Neuritis, die; -, /o. PI ./ M ed. Nervenentzündung
Neurologe, der; -n, -n Facharzt für Neurologie (und
Psychiatrie)
Neurologie, die; -, jo. Pl.j Wissenschaft von der
Anatomie, Physiologie und bes. der Pathologie des
Nervensystem s
Neurose, die; -,
-n Psyeh. Med. funktionelle Stö
rung des Nervensystems als Folge abnormer Ver
arbeitung von Erlebnissen, die sich auch in körper
lichen Funktionsstörungen äußern kann: ungelöste
Konflikte in den zwischenmenschlichen Beziehun
gen können zu Neurosen füh ren; dazu Neurotiker,
der; -s, - a n Neurose Leidender u. neurotisch /Adj.f
auf Neurose beruhend
Neu|-Schnee, der frisch gefallener Schnee; -Silber,
das Alpaka
neutral /Adj./ 1*1. an einer (kriegerischen) Aus
einandersetzung nicht beteiligt, keiner der streitenden
Parteien angehörend, keine der streitenden Parteien
unterstützend: ein neutraler Staat; ein neutrales
Land; das Treffen fand an einem neutralen (außer
halb des Gebietes, Einflußbereiches der streitenden
Parteien liegenden) Ort statt 1.2. ständige Neutrali
tät (1.2) wahrend: das neutrale Österreich 1.8 . eine
Politik der positiven, aktiven Neutralität (1.3) be
treibend : die Gruppe der neutralen (nichtpakt
gebundenen) Staaten in der UNO 1.4 . unparteiisch
(1.1), unbeteiligt (1), sich der Stellungnahme ent
haltend: ein neutraler Beobachter; eine neutrale
Haltung, Position einnehmen; er lenkte das Ge
spräch auf ein neutrales (keine widerstreitenden
Interessen berührendes) Thema — 2 . eine neutrale
(in der Zusammenstellung mit anderen Farben nicht
zur Disharmonie führende) Farbe; ein Kleid, Stoff
in neutralem Farbton — 8. /nicht adv./ Gramm,
das Substantiv ,Buch4ist n., neutralen Geschlechts
(ist ein im Nominativ Singular mit dem Artikel das
verbundenes Substantiv)
neutralisieren /sw. Vb.; hat/ 1. etw. n. in einer
Angelegenheit widerstreitende Kräfte, Interessen un
wirksam machen, ausschalten: Stimmungen, Ein
flüsse (durch, mit etw.) n. — 2 . Chem. Säure und
Base in einem solchen Verhältnis mischen, d aß weder
saure noch basische Reaktion eintreten kann: eine
Säure, Base n.
—
3. Sport einen Wettkampf zeit
weilig ohne Wertung führen: ein Rennen für einige
Minuten n.
Neutralismus, der; -, jo. Pl.j ideologisch-politische
Einstellung und Verhaltensweise, die den Klassen
charakter aller Formen des menschlichen B ewußt
seins und Handelns außer acht lassen w ill und darauf
zielt, sich jeglicher Parteinahme zu entziehen: eine
Position des N. einnehmen; den N. verwerfen
824
Neutralität — nichts
Neutralität, diej jo. PI ./ 1 .1 . politisch und völker
rechtlich festgesetzter Status eines Staates, der an
einem K rieg zwischen anderen Staaten nicht teil
nim mt und keine der kriegsführenden Seiten unter
stützt : die N. eines Landes respektieren 1 .2 . ständige
N. völkerrechtlich festgelegter Status eines Staates,
der sich dazu verpflichtet hat, an keinem K rieg teil
zunehmen — außer im Palle der Verteidigung des
eigenen Gebietes gegen einen A ng riff —* und sich aller
Handlungen zu enthalten, die ihn im Falle eines
Krieges in den militärischen K o nflikt verwickeln
könnten: nach dem 2. Weltkrieg wurde die stän
dige N. Österreichs festgelegt 1.3 . positive, aktive
N. außenpolitisches Prin z ip eines Staates, der sich
nicht an militärischen Bündnissen beteiligt, sein
Gebiet nicht für ausländische Militärstützpunkte zur
Verfügung stellt, freundschaftliche Beziehungen zu
anderen Ländern unterhält und den K a mpf um den
Weltfrieden unterstützt, Nichtpaktgebundenheit:
die positive N. junger afroasiatischer N ational
staaten 1.4 . unparteiische Haltung: eine Sache mit
kühler N. verfolgen
Neutron [..on], das; -s, Neutronen P h y s . elek
trisch nicht geladenes Elementarteilchen, das z u
sammen m it dem Proton Baustein des Atomkerns ist:
der Atomkern setzt sich aus Protonen und Neu
tronen zusammen
Neutrum, das; -s, Neutra G ra m m . Substantiv neu
tralen Geschlechts: das Substantiv ,Buch4ist ein N.
Neu/neu| -wähl, die Wahl, bei der jmd. od. ein
Gremium neu od. erneut gewählt wird: die N. eines
Kandidaten, der Betriebsgewerkschaftsleitung;
- wert, der 1. Wert eines neuen, nicht gebrauchten
Gegenstandes — 2 . P ol. Ök. im Produktionsprozeß
durch menschliche Arbeitskraft neu geschaffener
Wert; zu 1 -wertig fAdj. ; nicht adv.f Neuwert (1)
besitzend: Waschmaschine, n., zu verkaufen; -zeit,
•die jo. Pl.j die Zeit seit etwa 1500; -zeitlich /A dj.;
vorw. attr.j der Gegenwart zugehörig, M odern (2.1):
die neuzeitliche Bauweise
Newton, das; -/ -s, - [nju:ton] jAbk. N; heute offi
zielle M aßeinheit der K raft/
nicht fAdv.f 1.1. /drückt die Verneinung eines Wor
tes od. eines ganzen Satzes aus; stellt ein Geschehen,
einen Zustand in Abrede/: n. stürzen!, n. werfen!
/Aufschriften auf Paketen/; n. füttern! /Aufschrift
an Käfigen in einem Tierpark/; warte n. auf mich;
„wer hat mein Buch genommen?“ „ Ich n .!“ ; dieser
Zustand ist n. angenehm; das ist n. übel, n.
schlecht (ist ganz gut); das ist n. möglich; er wird n.
kommen; das hat er n. so gemeint; das kann ich n.
sagen; ich verstehe, kenne das n.; durchaus, über
haupt n.; das ist n. nur n. üblich, sondern taktlos;
das ist n. unmöglich (das ist möglich); das ist n.
unwichtig (ist doch wichtig); bevor n., ehe n., s o
lange n. der Gerichtstermin endgültig feststeht,
reise ich n.; /in der mehrteiligen Konjunktion n.
nur ... sondern auch/: sie war n. nur hübsch, son
dern auch klug — 2 . /zielt in Entscheidungsfragen
auf die Bejahung der eigenen Frage/: ist es n. herr
lich hier im Park?; habe ich das n. gleich gesagt?;
das ist doch deine Schwester, n.?, n. wahr?'/drückt
gegenseitige Vergewisserung a us/ — II . /als Glied der
mehrteiligen Konj. n. nur
...
sondern auch/: /
Sondern (2) —HL /als Partikel; verstärkt einen A us
ruf/: was du n. sagst!; was es n. alles gibt!
Nicht/nicht| -achtung, die Mangel (2) an Achtung
(2): jmdm. mit N. begegnen; jmdn. mit N. strafen
(jmdn. m it Vorsatz nicht beachten, übersehen); -a n -
griffspakt, der zwischen Staaten geschlossener Pakt,
der die Pa rtner verpflichtet, sich nicht gegenseitig
anzugreifen: einen N. abschließen; -antagonistisch
/Adj.; vorw. attr./: nichtantagonistische (keine un
versöhnlichen gesellschaftlichen Gegensätze a u s
drückende) Widersprüche; -beachtung, die: durch
N. der Vorfahrt (dadurch, d aß die Vorfahrt nicht be
achtet wurde) kam es zu einem Verkehrsuhfall;
- berufstätig /Adj.; nur attr./: Arbeitskräfte aus der
nichtberufstätigen Bevölkerung (aus dem Teil der
Bevölkerung, der nicht berufstätig ist) gesucht
Nichte, die; -,
-n Tochter von jmds. Bruder, Schwe
ster, Schwager, Schwägerin
nicht/Njcht| -ehelich /Adj.; nicht adv./ J u r.: ein
nichtehelich es (nicht aus einer ehelichen Verbindung
hervorgegangenes) Kind; -einhaltung, die das Nicht
einhalten: die N. eines Vertrages, bestimmter Vor
schriften; -cinmischung, die das Sichnichteinmi-
sehen: das Prinzip der N. in die inneren Angelegen
heiten anderer Staaten (völkerrechtliches Prinzip,
das jedem Staat verbietet, sich in Angelegenheiten
einzumischen, die der alleinigen Zuständigkeit eines
anderen Staates unterliegen); -erfaßt /A d j.; nur attr./
von einer Instanz nicht erfaßt: ein nichterfaßtes
Zimmer suchen; -erfiillung, die: die N. des Plansolls
(daß das Plansoll nicht erfüllt wurde) hat zur Folge,
daß ...
nichtig /A dj./ 1 . unwichtig, bedeutungslos: ein
nichtiger Anlaß wurde zur Ursache des Zerwürf
nisses; etw. kommt jmdm. schal und n. (leer,
oberflächlich) vor — 2 . Jur. eind' Ehe, einen Ver
trag für n. (ungültig) erklären
4- etw. für / null und n. erklären
Nichtigkeit, die; -en 1. fo. P I .; zu nichtig 1/ die N.
das Nichtigsein, die Bedeutungslosigkeit: die N.
seines Tuns quälte ihn — 2 . /zu nichtig 1/ eine N.
etw. Nichtiges, Bedeutungsloses: über Nichtigkeiten
reden, sich ereifern — 3 ./o. PI./ Jur. dieN. (Ungül
tigkeit) eines Testaments geltend machen
njcht/Nicht| -kapitalistisch /A d j.; nur attr .j: nicht
kapitalistische Länder; der nichtkapitalistische
Entwicklungsweg /besondere Etappe der histori
schen Entwicklung in jungen Nationalstaaten, die
es ermöglicht, die von der kolonialen Vergangenheit
überkommene Rückständigkeit zu überwinden und
unter Umgehung des kap. Entwicklungsweges Be
dingungen für einen Übergang z ur soz. Entwicklung
zu schaffen/; -leiter, der Phys. Material, das'Elek
trizität nicht leitet: elektrische Leiter und N. oder
Isolatoren; -m etallisch /A dj.; nur attr./: nicht
metallische Elemente, Werkstoffe; -öffentlich
/Adj./: eine nichtöffentliche (unter Ausschluß der
Öffentlichkeit vor sich gehende) Sitzung, Verhand
lung; -organisiert /Adj.; nur attr./ keiner Partei od.
Massenorganisation angehörend; -paktgebunden
/A dj.; nur attr./: nichtpaktgebundene (das außen
politische Prin zip der positiven, aktiven Neutralität
1.3 verfolgende) Staaten, Länder; -raucher, der
jmd., der grundsätzlich nicht raucht: er war z eit
lebens N.
Nichtraucher| -abteil, das Abteil, in dem nicht ge
raucht werden darf; -g as ts tä tte, die vgl. -abteil
nicht|rostend /A dj.; nur attr.j: nichtrostender
Stahl
nichts /indekl. Indef.pron.; drückt das vollständige
Nichts — niedergeschlagen
825
Fehlen, das absolute N ichtvorhandensein von etw. a us j
kein Ding, nicht etwas, nicht das mindeste: er hat n.
gehört, gesagt, gesehen; alles oder n,; n. wissen,
tun; wir haben n. dagegen, daß er kommt; das geht
dich n. an!; das schadet n.!; wenn es weiter n. ist
. . . ; n. als die W ahrheit sagen; n. ist verkehrter, als
wegzulaufen; die Geschwister sind sich in n. ähn
lich; mit n. zufrieden sein; vor n. zurückschrecken;
wir haben n. zu essen, trinken; es gab n. Neues;
er konnte n. Gutes berichten; n. anderes Vorhaben
4-/ mirn., dirn.;n.für/ ungut;fürn.und/
wieder n.
Nichts, das; -, jo. Pl.j Abwesenheit, das Fehlen von
allem (Seienden): etw. aus dem N. (aus äußerst
mangelhaften Voraussetzungen) aufbauen; er griff
beim Sturz ins N. (ins Leere); etw . hat sich in ein
N . (völlig) aufgelöst
~r vor dem N. stehen (alles verloren haben)
nichts lahnend jAdj.; nicht präd.j ahnungslos (1.1):
n. fuhr er zu ihr; er übergab seinem Freund n. den
Brief
Nicht| Schwimmer, der jmd., der nicht schwimmen
kann: ein Schwimmbecken für N.
nichts/NiehtsI -destoweniger jAdv.; vorw. in kon-
funktionaler Verwendung; nebenordnend; fügt an
einen Vordersatz einen Hauptsatz m it Inversion des
Subjekts; konzessivj Hrotzdem (1.2): das Essen war
schlecht, n. aß er mit gutem Appetit; -könner, der;
-s, - jmd., der (auf einem bestimmten Gebiet) nichts
kann, etiu. nicht beherrscht, Stümper; -nutz, der;
-es, -e v er a lten d Tunichtgut, Taugenichts: jmdn.
einen N. schelten; -nutzig jA dj.; nur attr.j 1.1 . ohne
Wert, unnütz (1): nichtsnutzige Dinge; nichts
nutziger Kram 1 .2 . ein nichtsnutziger Bursche,
Mensch (ein Nichtsnutz)
iiichtjsozialistiseh jA d j.; nur attr.j: nichtsozialisti
sche (keine sozialistische Gesellschaftsordnung a uf
weisende) Länder
nichts/Nichts] -sagend /A dj./ nichts von Belang au s
drückend, inhaltsleer: nichtssagende Äußerungen,
Antworten; n. in die Gegend schauen; -tüer, der;
-s, - Müßiggänger: versnobte, reiche N .; -würdig
(Adj.j verachtungswürdig, gemein: ein nichtswür
diger Verräter; nichtswürdige Gedanken haben;
sich n. verhalten
Nicht| -Weiterverbreitung, die jo. Pl.j: den Vertrag
über die N. v on Kernwaffen (darüber, daß keine
weiteren Staaten in den Besitz von Kernwaffen kom
men sollen) unterschreiben; -zutreffende, das fnur
in der Verbindung; auf Formularenj Nichtzutreffen
des (das, was für diesen Fall II.2 nicht zutrifft) strei
chen!
Nickel, das; -s, jo. Pl.j silbrig glänzendes Schwer
metall: eine Kanne aus N .; eine Legierung aus
Kupfer und N.
Nickel Ibrille, die Brille mit einem Gestell aus Nickel:
eine modische N. tragen
nicken jsw. Vb.; hat/ I. den Kopf (wiederholt) ruck
artig etwas nach vorn neigen und wieder heben
1.1 . als Zeichen der Bejahung, Zustimmung: an
erkennend, freudig, nachdenklich, verständnisvoll,
zustimmend n. 1 .2 . als Zeichen des Grußes: er
nickte kurz zum Gruße — II. 1and sch. (im Sitzen)
kurz und leicht schlafen: beim abendlichen Fern
sehen nickte sie m eistens
Nickerchen, das; -s, - umg. scherzh. kurzer, leich
ter Schlaf (im Sitzen): ein (kurzes) N. machen
Nicki, der; -s, -s leichtes, pulloverartiges K lei
dungsstück, meist aus Baumwolle: ein farbiger,
gestreifter N .; Nickis für Kinder
nie jAdv.j zu keiner Zeit, zu keinem Zeitpunkt: n.
Lust, Zeit haben; etw. noch h. gehört haben; das
werde ich n. tun; eine n. wiederkehrende Gelegen
heit; in dieser Stadt war ich noch n. (kein ein
ziges M al); einmal und n. wieder werde ich
Achterbahn fahren; wenn man anruft, meldet sich
n. jemand; wenn ich ihn brauche, ist er n. (jedes
mal nicht) da
+ n. und nimmer (niemals); — n. im / Leben
nieder I. jAdj.; nur attr.j 1.landsch. niedrig (1.1):
ein niederer Baum; ein niederer Tisch; niedere
Hocker, Sessel — 2 .1 . niedrig (3): ein niederer
Offiziersrang 2.2 . Z o o l . nicht sehr hoch entwickelt,
einfach: die niederen Tiere (die Wirbellosen) —
3. niedere (primitive 1.2) Instinkte — II . jAdv.j n .!
jKampfruf; Aufforderung, etw. zu vernichten, jmds.
Macht zu brechen/: n. mit dem Faschismus, dem
Militarismus!; n. m it ihm!
nieder- /trennbare, stets betonte Partikel vor Verben
und deren substantivischen Ableitungen, die in Ver
bindung mit dem Grundwort bestimmte produktive
Bedeutungstypen bildetj 1.1 . nach unten, zu Boden
gerichtet: /
z. B . niederdrücken, niedergehen
1.2 . /drückt ein gewaltsames Befördern nach unten,
zu Boden aus, das mit einer Unterdrückung, Behin
derung, Überwindung, Vernichtung einhergeht/:
/ z. B. niederhalten, niederkämpfen, niederreißen,
niederschießen, niederschlagen
nieder/Nieder| -brennen /Vb.; ist, hat/ 1 . etw. durch
Feuer, Brand vernichten (hat): Häuser n. — 2. (ist)
2.1 . etw. wird durch Feuer, Brand zerstört: die
Scheune brannte bis auf die Grundmauern nieder
2.2 . das Feuer, die Kerze brennt nieder (tvird durch
fortwährendes Brennen immer kleiner und erlischt) —
3. (hat) die Sonne brennt auf etw., jmdn. nieder
(scheint sehr intensiv auf etw., jmdn.); -bringen
jVb.j Bergm .: eine Bohrung, ein Bohrloch, einen
Schacht n. (anlegen); -deutsch /Adj.j vgl.
-deut
sch ^): die niederdeutschen Mundarten;- deut
sch(e), das Sprachwiss. jSammelbez. fürdieMund
arten, die in den nördlichen deutschen Sprachgebieten
gesprochen werden und die von der zweiten La ut
verschiebung nicht betroffen wurden/; -druck, der
jP l.
- drücke/ unter einer je nach dem betroffenen
Bereich festgelegten Grenze liegender Druck in B e
hältern und Gefäßsystemen; -drücken jVb.j 1. etw.,
jmdn . nach unten drücken, hinunterdrücken: die
Türklinke n.
—
2. etw. drückt jmdn. nieder etw..
bedrückt, deprimiert jmd n . : die schlechte Nachricht
drückte ihn nieder; niederdrückende Erlebnisse,
Eindrücke; -fallen jVb.j auf die Knie n. ungestüm
niederknien: er fiel vor ihr nieder; -frequenz, die
P h y s . elektromagnetische Schwingungen mit Fre
quenzen zwischen 0 und 100 Hertz; -gang, der jo.
P l.j g eh . das Verfällen (1.3), Untergang (3.1): der
N. alter Kulturen; -gehen jVb.j 1. etw. bewegt sich
nach unten, zur Erde: ein Flugzeug geht nieder
(landet); das sanfte Niedergehen (die weiche La n
dung) einer Sonde auf dem Mond — 2 . Begen geht
nieder (fällt); ein Gewitter g eht nieder (entlädt
sich) — 3 . der Bühnenvorhang geht nieder {senkt
sich); -geschlagen jAdj.; / auch -schlagen/ depri
miert, traurig, entmutigt: seit seiner sportlichen
Niederlage ist er sehr n . ; jmd. macht einen nieder
826
niederhalten — niedlicli
geschlagenen Eindruck; -halten /Vb./ jmdn., etw.
unterdrücken; -kämpfen jVb.f 1*1. den Gegner,
Widerstand des Gegners n. (kämpfend überwinden)
1.2 . seine Erregung, seinen Zorn n. (bezwingen,
unterdrücken); -knallen / Vb.; hat; emot.f jmdn. nie
derschießen: man knallte die Flüchtenden einfach
nieder; -knien fVb./ eine kniende Stellung einneh
men: vor jmdm. n .;in der Kirche n .; -kommen /Vb.j
geh.: sie kam mit einem Jungen nieder (wurde von
einem Jungen entbunden); -kunft, die;
- k ünfte
geh . Entbindung (I): sie sah ihrer baldigen N.
entgegen; -läge, die I. das Unterliegen, Besiegt
werden in einem K ampf (1.1 ,1 .3), einer Auseinander
setzung: eine militärische, vernichtende N .; eine
(moralische) N. erleiden, einstecken müssen; S p o rt
eine knappe, klare N. hinnehmen müssen — II .l .
veraltend Filiale: eine N. einrichten — 2. Lager,
Platz eines Betriebes zur Aufbewahrung von M a
terialien: Waren in ein eN . bringen, schaffen; -la s
sen, sich /Vb.f 1.1 . jmd. läßt sich in einen, einem
Sessel, auf einen, einem Stuhl nieder (jmd. setzt
sich in einen Sessel, auf einen Stuhl) ; ein Vogel ließ
sich auf dem Fensterbrett nieder 1.2 . sich auf die
Knie n. (niederknien); + sich (hei jmdm., irgend
wo) / häuslich n.; -lassung, die; -,
-en 1. Zweig
stelle, -betrieb: der Betrieb hatte eine N. in Berlin —
2. Siedlung (2.1): der Ort ist eine von Einwanderern
gegründete N .;
- legen /Vb./ 1 . etw. (im Rahmen
eines feierlichen Zeremoniells) irgendwo a uf den
Boden hinlegen: einen Kranz am Ehrenmal n.
—
2. sich n. sich zum Schlafen, Ruhen hinlegen:
er legte sich auf die Couch nieder, um zu ruhen
—
3. ein Amt, eine Funktion n. (nicht weiter
hin ausüben) ; die Arbeit n. (in den Streik treten) —
4. etw. (schriftlich) n. etw. niedersehreiben: der
Autor hat seine Ansichten, Erkenntnisse in Tage
büchern und Briefen niedergelegt; -j- die W af
fen n.;
- m a chen /Vb.; emot.J jmdn. skrupellos
ermorden: die KZ -Häftling e wurden einfach nieder
gemacht; -prasseln /Vb.; ist/ mit Heftigkeit, p ras
selnd niedergehen: der Hagel, Regen prasselte auf
uns nieder; <> Schläge prasselten auf das Opfer
nieder; Vorwürfe, Schimpfworte prasselten auf
ihn nieder; -reißen /Vb.; hat/ 1. etw. Gebautes ab
reißen: eine Scheune, altes Gemäuer n. — 2 . jmdn.
n. heftig gegen jmdn. stoßen, an ihm reißen, daß er zu
Boden fällt: der vorbeifahrende Radfahrer riß
die Passantin nieder; -schießen /Vb./ 1 . jmdn. n.
auf jmdn. schießen, daß er verletzt od. tot zu Boden
fällt (hat): die Flüchtenden wurden niedergeschos
sen — 2 . (ist) der Vogel schießt nieder fliegt
im Sturzflug; -schlag, der 1. Meteor. 1.1. aus
der Atmosphäre durch Kondensation in flüssiger od.
fester Form abgeschiedenes Wasser, das zur Erde
niedergeht, fällt und sich dort ablagert: Regen,
Schnee, Hagel, Reif, Tau sind Niederschläge
1.2 . /vorw. Pl.j das Fällen, Niedergehen von 1.1:
zum Wochenende sind keine, geringe, leichte Nie
derschläge zu erwarten — 2 . Chem . aus einer
Lösung sich absetzende, fein verteilte feste Substanz,
Bodensatz — 3 , (schriftlicher) Ausdruck, A usw ir
kung: theoretische Erkenntnisse, Erfahrungen fin
den ihren N. in Publikationen, Gesetzen, Plänen;
-s chlagen /Vb.; hat; / auch -geschlagen/ 1. jmdn.
so schlagen, daß er zu Boden fällt: sie wurde auf
der Straße überfallen, niedergeschlagen und be
raubt — 2 .1 . einen Aufstand, eine Revolution n.
(durch Eingreifen m it Gewalt vereiteln, unter
drücken, beenden) 2.2 . J u r . einen Prozeß, das Ver
fahren n. (einstellen) — 3 . die Augen, den Blick n.
den Blick senken: er wurde verlegen und schlug die
Augen nieder — 4 .1 . eine Substanz schlägt sich
nieder eine Substanz setzt sich ab : Dampf, Feuchtig
keit schlägt sich an den Wänden, Fensterscheiben
nieder 4.2 . Chem . etw. setzt sich als Bodensatz ab:
bei der chemischen Analyse schlug sich Kalzium-
karbonat nieder — 5 . etw. schlägt sich in etw.
nieder etw. drückt sich in etw. aus, wird in etw. er
kennbar: seine pädagogischen Erfahrungen schla
gen sich in einschlägigen Publikationen nieder;
- s chmettern / Vb.; hatf etw. trifft, erschüttert jmdn.
schwer: er war von der Todesnachricht, der Hiobs
botschaft völlig niedergeschmettert; eine nieder
schmetternde Kritik, Erfahrung; -schreiben / Vb./
etw. (vorher) gedanklich Konzipiertes aufschreiben, zu
Parier bringen: ein Gedicht, Erinnerungen, einen
Essay n.;
-Schrift, die 1. /vorw. Sg./ das Nieder
schreiben : bei der N. formulierte er seine Sätze noch
einmal um — 2 . das Niedergeschriebene: eine N. kor
rigieren; die N. existierte in zwei Fassungen;-set
zen /Vb.; h a t/1. sich setzen (1.1), hinsetzen:nun setz
dich endlich nieder! — 2 . etw., jmdn. hinsetzen, ab
setzen (2): er setzte den Rucksack nieder; ein
Tablett auf den Tisch n.;
-Spannung, die Elek-
tr o te c h n . elektrische Spannung unter 250 Volt;
-stoßen fV bj'l* jmdn. so stoßen, daß er zu Boden
fällt (hat) — 2 . /von Raubvögeln/ im Sturzflug nach
unten stoßen (ist): der Adler stieß auf seine Beute
nieder; -strecken /Vb../ geh . jmdn. töten: mit einem
Schuß streckte er ihn nieder; -stürzen /Vb.; ist/
1. zu Boden stürzen: infolge einer plötzlichen Herz
schwäche stürzte er nieder — 2 . nach unten stürzen:
niederstürzende Felsbrocken, Wassermassen; -tou-
rig /Adj./ [..tu:..] Techn.: niedertourige (mit re
la tiv niedriger Drehzahl laufende) Maschinen
Niedertracht, die; -, /o. PL/ 1 . bewußt gemeine,
hinterhältige, boshafte Gesinnung: etw. aus N. tun;
jmdn. aus N. verleumden — 2 . auf 1 beruhende
Handlung: er dachte sich eine üble N. aus; eine N .
begehen; dazu niederträchtig /A dj.f gemein (I. 1.1),
voller Niedertracht
Niederträchtigkeit, die; -,
-en 1. fo. PL/ Nieder
tracht (1): das war reine N .! — 2 . Niedertracht (2):
eine N. begehen
Niederung, die; -,
- e n tiefliegendes La nd, Gebiet,
bes. an Flußläufen, Küsten: sumpfige Niederungen;
die Niederungen der Elbe, Oder und Spree waren
überschwemmt
Nieder/nieder| -wald, der fo. PL / Laubwald, der
durch regelmäßiges Fällen der hohen Bäume niedrig
bleibt und sich durch Ausschlagen der Baumstümpfe
ständig erneuert; -werfen /Vb./ 1 . jmdn., sich zu
Boden werfen: vor Wut warf sich der Junge auf den
Boden nieder — 2 . einen Aufstand, eine Revolution
n. (niederschlagen); den Gegner n. (kämpfend be
siegen) — 3 . etw. wirft jmdn. nieder 3.1 . etw. trifft,
erschüttert jmdn. schwer: die Nachricht vom Tod
des Freundes warf ihn völlig nieder 3.2 . das Fieber,
die Grippe hat ihn niedergeworfen (hat ihn so ge
schwächt, daß er im Bett liegen muß); -wild, das
J ägersp r . /zusammenfassende Bez. für alles Wild,
das nicht dem Hochwild zugerechnet wird/
niedlich fAdj.f durch seine Kleinheit, Zierlichkeit
ansprechend, anmutig, hübsch: ein niedliches Mäd
chen; sie h at einen niedlichen Lockenkopf; n. aus-
sehen
Niednagel, der; -s, Niednägel vom Nagelbett eines
Finger- od. Zehennagels splitterartig abstehendes,
winziges Stück Hornhaut
niedrig /A dj./ 1 .1 . von geringer Höhe: ein niedriger
Stuhl; ein niedriges Fenster; der W asserstand ist
n. 1 .2 . sich in geringer Höhe befindend: die Zimmer
decke ist n.; das Bild, die Lampe hängt zu n .; die
Schwalben fliegen n. — 2 . unter einem bestimmten
m ittleren, in Zahlen darstellbaren (meßbaren)
Wert: niedrige Preise, Beträge; der Preis für das
Kostüm ist verhältnismäßig n .; ihre Temperatur ist
heute niedriger als gestern; unter niedrigem B lut
druck leiden — 8 . in einer Rangordnung, Hierarchie
auf unterer Stufe stehend: einen niedrigen Rang
einnehm en; O das niedrige (tiefstehende) Niveau
eines Romans — 4 . moralisch stark anfechtbar, ge
mein: ihn bewegten niedrige Motive zu der Tat;
n. handeln; vo n jmdm, n. denken
Niedrig]wasser, das /o. PL / 1 .1 . niedriger Wasser
stand bei Binnengewässern: der Fluß führt N.
1.2 . niedrigster Stand des Meeresspiegels bei Ebbe
niemals /Adv./ nie: das habe ich n. behauptet; wir
haben uns n. wiedergesehen
niemand /Indef.pron./ 1 .1 . kein einziger M ensch:
es kam n.; weit und breit war n. zu sehen; wir
sind niemandem begegnet 1.2 . nicht einer, nicht
ein einziger aus einer bestimmten, nicht näher
charakterisierten Menge Menschen: n. wußte, wo
er sich aufhielt; es kann n. anderes gewesen sein
als sie; er hat mit n., niemandem, n. anders, mit
n. anderem über die Angelegenheit gesprochen
Niemandsland, das jo. PL/ 1. Gelände zwischen
zwei gegnerischen Fronten im K rieg: einen Späh
trupp ins N. schicken — 2 . in, ins N. (in unbekann
tes, unerforschtes Gebiet) vorstoßen
Niere, die;
-n 1.1 . paariges, im hinteren oberen
Teil des Rumpfes liegendes Organ, das den Harn
bildet und ableitet: eine gesunde, kranke N .;
die Funktion der Nieren überprüfen; einen Patien
ten an eine / künstliche N. anschließen 1.2 .
/vorw. PL/ (als Speise dienendes) 1.1 von bestimm
ten Schlachttieren: geschmorte, gebratene Nieren
+ umg. etw. geht jmdm. an die Nieren (etw.
nimmt jmdn. mit, regt jmdn. auf); — etw., jmdn.
auf / Herz und Nieren prüfen
Nieren/nieren| -becken, das M ed . Sammelbecken
der Niere für Urin im Innern der Niere; -krank
/A dj./ an einer Krankheit der Niere(n) leidend;
- stein, der Harnstein in der Niere: er hat Nieren
steine; -transplantation, die Med. Verpflanzung
einer gesunden Niere an die Stelle einer erkrankten
nieseln /sw. Vb.; hat/ es nieselt es regnet in sehr
feinen, dicht fallenden Tropfen: während der
Bootsfahrt nieselte es ununterbrochen
Niesei| -priem, der umg. Schimpf w. langweiliger,
mürrischer, etwas einfältiger Mensch: das ist viel
leicht ein N .!; so ein N .!; -regen, der leichter
Regen, der in sehr feinen, dicht fallenden Tropfen
niedergeht
niesen /sw. Vb.; hat/ eingeatmete Luft infolge einer
Reizung der Nasenschleimhaut krampf-, ruckartig
und mit lautem Geräusch durch Nase und M und
ausstoßen: laut, mehrmals n.; er verspürte einen
heftigen Reiz zu n.
Nies| -pulver, das Pulver zum Erzeugen von Nies
reiz; -reiz, der /o. PL / ein Niesen auslösender Reiz
der Nasenschleimhaut: er verspürte einen plötz
lichen N.
Nießbrauch, der /o. PL/ veraltend Jur. Recht
auf Nutzung fremder Sachen, fremder Rechte od.
eines Vermögens, ohne die Substanz zu schmälern
Niet, der; -(e)s, -e metallener Bolzen (mit verdicktem
Ende), der zum Verbinden von Werkstücken dient:
Niete einschlagen; Löcher für die Niete bohren
Njete, die; -,
-n 1. Los, das nicht gewinnt: eine N.
ziehen — 2. umg. /emot./ unfähiger Mensch, jmd.,
der versagt, versagt hat: er ist aber auch eine N .!;
auch Schimpfw.
nieten, nietete, hat genietet Werkstücke durch
Niete unlösbar miteinander verbinden, wobei über
stehende Teile des Niets zu einem K opf umgeformt
werden
Niet/niet zu Niet] -hose, die Hose aus sehr strapa
zierfähigem, meist dunkelblauem Drell mit anders
farbigen (Stepp)nähten, oft mit einer A rt von Nieten
bes. an Bund und Taschen: sie trugen nur Niet
hosen; -s und nagelfest *-[- alles, was nicht n. ist
alles, was nicht fest angebracht, was leicht wegzu
tragen ist: alles, was nicht n. war, hatten die Ein
brecher mitgenommen
Nigger, der; -s, - /diffamierende Bez. für einen A n
gehörigen der negroiden Rasse, bes. in den USA/
Nihilismus, der; /o. PL/ bürgerl.-philosophische
Anschauung von der völligen Nichtigkeit alles B e
stehenden, aller Werte, Norm en und Ziele; dazu
nihilistisch /Adj./
Nikotin, das; -s, jo. PL/ giftiger Stoff, der im Tabak
enthalten ist
Nilpferd, das Flußpferd
Nimbus, der;
- s e /vorw. Sg./ besonderes (unan
gemessen hohes) Ansehen, das jmd., etw. (in der
Öffentlichkeit) hat, genießt, Ruhm: sein N. als
Wissenschaftler h atte g elitten; einer Sache einen
N. geben, verleihen
nimmer /Adv./ süddt. österr. 1.1. nicht länger:
dieser Krach ist n. auszuhalten! 1.2 . nicht mehr:
ich habe dir das doch erzählt, weißt du das n.?
1*8. nicht wieder: das will ich n. tun — 2. wir
werden uns n. wieder (niemals wieder) begegnen
+ / nieundn.
nimmer/Nimmer| -mehr /Adv./ süddt. österr.
niemals mehr, niemals wieder: er wird n. zurück
kommen; -müde, -müde /A dj.; emot./ unermüd
lich: in nimmermüdem Fleiß vollendete sie ihr
Werk; -satt, der; -/ -(e)s, -e um g. jmd., der nie
satt wird, der nie genug bekommen kann; -Wieder
sehen + auf N. für immer: er verschwand auf N.
Nippel, der; -s, - kurzes Rohr mit Gewinde zum
Verbinden von Rohren, zur Befestigung der Speichen
am Fahrrad
nippen /sw. Vb. ; hat/ einen kleinen Schluck trinken,
von einem Getränk od. von einer Speise ein wenig
kosten: sie nippte nur an ihrem Glas W ein, an
den Speisen
Nippes, die /PL/ [nip(s)] v er a lten d Nippsachen:
N. kaufen; auf den Möbeln standen überall N.
Nippsachen, die /o. P L / kleine Gegenstände, bes.
Figuren od. Vasen, m eist aus Porzellan, die zur
Zierde hingestellt werden
nirgend(s) /Adv./ an keinem Ort: n. war er zu
finden; seit Monaten komme ich n. mehr hin (gehe
ich gar nicht mehr aus)
Niednagel — nirgend(s)
827
828
nirgendswo — Nomenklatur
njrgend(s) |wo /Adv./ nirgends: n. kann man sich
hinsetzen, alles ist naß vom Regen
Nische, die; -n Vertiefung in einer Mauer,• Wand:
in einer N. des Zimmers war eine Plastik auf
gestellt; in den* Nischen des alten Hauses ver
steckten sich die Kinder gern
Nischel, der; -s, - landseb., bes. mitteldt.
salopp Kopf (1.1)
Nisse, die; -,
-n E i d>er Kopflaus
njsten, nwtete, hat genistet
Nest bewohnen:
die Dohien nisteten im Kirchturm; nistende Vöeel
Nist| -kästen, der JPl.
- kästen/ von Menschen ge-
bauter un d aufgehängter Holzhasten m it einem,
Schlupfloch, der Vögeln zum Nisten dient: im N.
hatten sich Spatzen eingenistet; -platz, der Platz
zum Nisten: ein N. für Igel, Wiesel
Nitioglyzerin, das äußerst explosible chemische Ver
tu ung aus Glyzerin, Salpetersäure und Schwefel-
saure, die als Sprengstoff und zur Herstellung von
Heilmitteln verwendet wird
Nitrolack, der sehr schnell trocknender Lach aus
m it Salpetersäure behandelter Zellulose als Binde
m ittel und Zusätzen
Ni\e§u , das; -s, -s [nivo:] 1. jeweilige Höhe (1.1 .1)
von etw., d as eine waagerechte Erstreckung aufweist:
das Ni. des Meeresspiegels; das N. der Straße h* t
sich gesenkt — 2 .1 . das N. (die durchschnittliche
Qualität) der Lebenshaltung ständig verbessern
geistiger, künstlerischer, wissenschaftlicher Wert,
innehat: das künstlerische N. einer Opern-
aufführung; das wissenschaftliche N. einer Tagung;
das X. halten, steigern; ein hohes N. erreichen,
fordern; das niedrige N. eines Romans
+ jmd., etw. hat N. (jmd.. etw, steht über dem,
Durchschnitt); unter sein N. gehen (in seiner
Leistung unter seinen Möglichkeiten bleiben)
niveauj -lo s fAdj.f von niedrigem Niveau (2.2): ein
myeauloser Konzertabend, Vortrag; -voll fAdj.f
mit hohem Niveau (2.2): ein niveauvoller geselliger
Abend; ein niveauvoller Vortrag
nivellieren fsw . Vb.; hat/
1. Unterschiede
einander angleichen: soziale, kulturelle U n ter
schiede n. —
- 2 . etw. ebnen, planieren: das Gelände,
Felder n.
—
0. faehspr. Höhenunterschiede im
Gelände bestimmen
Nixe, die; -,
-n
als in Gewässern lebend, halb als
Fisch und halb dis weibliches Wesen vorgestellte
Märchengestalt
nobel jA dj.f 1. vornehm, edel: ein nobler Mensch;
er hat eine noble Denkungsart — 2. vorw. spött.
vornehm, hohen Ansprüchen genügend: ein nobles
Hotel; du hast dich ja heute n. (elegant) ,an
gezogen! — 3 . um g . großzügig, freigebig:, ein
nobles Geschenk; der Vater zeigte sich sejir n.
gegenüber seiner Tochter
Nobelpreis, der von dem schwedischen Chemiker
Nobel gestifteter, jährlich verliehener internationaler
Preis jeweils für Physik, Chemie, Medizin, Literatur
und zur Förderung des Weltfriedens
Noblesse, die;
jo. Pl.f veraltend geh. vor
nehme Art: die N. seines Auftretens, seines Ver-
haltens
xnoch IPartikel/ 1. /bezeichnet die Fortdauer eines
Zusta ndes, Vorganges, dessen Beendigung absehbar
ist; am Satzanfang betont/: er ist n. in einer, der
Sitzung; sie wohnt n. in der alten Wohnung; er
n. Leiter der Abteilung; n. ist es Zeit, etwas
zu tun — 2 .1 . /gibt an, daß ein Vorgang, Zustand
innerhalb einer gewissen F rist eintreten w ird/: ihr
werdet n. an mich denken; der Brief wird öchon
n. kommen 2.2 . fgibt an, daß ein Vorgang, Zustand
nicht später als (bis) zu einem bestimmten Zeit
punkt eintrittf: ich werde n. heute den Arzt an-
rufen; er konnte das Schlimmste gerade n .' v er
hüten 2,3. /gibt an, daß ein Vorgang, Zustand recht
zeitig vor einem bestimmten Endpunkt eintrittf: die
Prüfung wird n. vor Ende des Studienjahres statt
finden 2.4 . /gibt an, daß ein Vorgang, Zustand zu
dem genannten Zeitpunkt und üicht bereits früher
zum letzten M a l‘ eingetreten ist/: n. vorgestern
waren sie bei mir zu Besuch; vor fünfzig Jahren
waren diese A nsichten durchaus n. üblich — 3 .1 .
/gibt an, daß etw. zu etw. Vorhandenem hinzu-
kommt/: nimm lieber n. etwas mehr Geld mit!;
was gibt es denn sonst n. zu berichten?; Herr
Ober, n. ein Bier!; umg. auch das n.! /sagt jmd.,
dem etw. Unangenehmes, Unerwartetes angekündigt
wird/ 3.2 . n. so /stets betont/: und wenn du n. so
heulst (wie sehr du auch heulst), du mußt jetzt ins
Bett gehen; er kann n. so schön reden, man glaubt
ihm nicht 3.3 . /verstärkend vor dem K o m p ./: mein
Freund ist n. größer als ich; unser Garten ist n.
größer als der eurige — 4w nur n. /gibt an, daß es
sich bei etw. um einen geringen Rest handelt/: wir
haben nur n. fünfzig Mark vom Urlaubsgeld übrig;
der Radrennfahrer war nur n. hundert Meter vom
Ziel entfernt, als er verunglückte — 5 . /begrenzt
eine positive Aussage/: bis 20 Uhr kann ich dir den
Ausgang n. erlauben, dann mußt du aber wieder
im Hause sein; mit der Note kannst du n. zu
frieden sein — 6 . /unbetont; deutet in Ergänzungs
fragen auf momentan Vergessenes hin/: u m g . wie
hieß n. der Ort, die Frau?; wie war das n.?
-j- umg. seherzh. n. und n. (in großer Menge,
sehr viel, immer wieder); — das fehlte / gerade
n.!; das wäre ja n. / schöner!
2noch. /als Glied der mehrteiligen Konj. weder ... n .;
nebenordnend/: / weder
noch| -malig /Adj.; nur attr./ ein weiteres Mal vor
sich gehend: eine nochmalige Untersuchung wurde
festgesetzt; -mals /Adv./ noch einmal, wiederum:
er wurde n.' bei der Behörde vorstellig
Nocken, der; -s, - T ech n . Vorsprung an einer
Welle od. Scheibe, der bei (Drehbewegung steuernde
Impulse a uf andere Maschinenteile überträgt
Nocken|welle, die T echn.
Nocturne, das; -s, -s [noktyrn] Mus. meist ein-
sätziges Musikstück (für Klavier) mit romantischem
Charakter: ein N. von Chopin
nolens volens [..v . .]: n. mußten wir (ob wir wollten
od. nicht, wir mußten) uns den Umständen fügen
Nomade, der; -n, -n Angehöriger eines Volkes, das
vor allem von Viehzucht lebt und (innerhalb eines
begrenzten Gebietes) häufig seinen* Wohnsitz wechselt
nomadisieren /sw. Vb.; hat/ als Nomaden umher
ziehen: nomadisierende Jäger
Nomen, das; -s, Nomina G ram m , deklinierbares
Wort, das ein Substantiv od. ein Adjektiv sein
kann
Nomenklatur, die;
-en Wissensch. 1«. Gesamt
heit wissenschaftlicher Bezeichnungen, bes. eines
Fachgebietes: die N. der Medizin — 2 . Verzeichnis
von 1 : in einer N. der Biologie nachschlagen —
3. für bestimmte Zwecke geordnete und verschlüsselte
Menge von Positionen aus einem wirtschaftlichen,
gesellschaftlichen Bereich
Nomenklatur |kadbr, der soz. Leiter mit bes. Ver-
antiöortung, dessen Funktion in einer Nomenklatur
(3) für Kader aufgeführt ist
nominal jAdj.f Gramm , das Nomen betreffend:
die nominale Deklination
Nominal! -einkommen, das W irtsch. das Ein
kommen als Geldsumme ohne Berücksichtigung der
Kaufkraft; -Stil, der fo. PL/ Sprachwiss.sprach
licher Stil, der durch die Dominanz nominaler
Fügungen gekennzeichnet ist: in fachsprachlichen
Texten überwiegt oft der N .; -wert, der W irts ch.
Nennwert: der N. einer Aktie
Nominativ, der; -s, jo. PL/ Gramm. Kasus, in
dem das Subjekt eines Satzes steht: dieses Substan
tiv steht im N.
nominell /Adj.; nicht präd./ (nur) dem Namen (1.2)
nach: im Klub, Verein sind 300 nominelle Mit
glieder eingetragen
nominieren /sw. Vb.; hat/ jmdn. als Kandidaten
auf eine (Wahlliste setzen, als Anwärter für eine
Funktion, ein A mt, als Teilnehmer bei einem W ett
kampf benennen: jmdn. als Kandidaten für die
Betriebsgewerkschaftsleitung n.; einen Nachfolger
für ein Amt n.; die Spieler für die Tennismei
sterschaften n.
Nonchalance, d ie; jo. PL/ [nojalds] Ungezwungen
heit: eine bewußte, gespielte N. zur Schau stellen;
dazu nonchalant /A dj./ [nojald]
Nonkonformismus, der; -, jo. PL; vorw. im bürgerl.
Sprachgebrauch/ Einstellung und Haltung bes.
bürgerl. Intellektueller, die kritisch ablehnend zu
den herrschenden politischen, moralischen, k ultu
rellen M einungen und Verhältnissen in der k ap .
Gesellschaft stehen, ohne eine revolutionäre System-
verändening anzustreben
Nonne, die;
-n I . Angehörige eines weiblichen
Ordens (II): sie wurde als N . in den Orden auf
genommen; sie lebt wie eine N. (keusch, zurück
gezogen) — II . Z o ol. Nachtfalter mit rötlichem
Hinterleib und weißlichen Flügeln, dessen Ra upe
bes. an Nadelhölzern Kahlfraß verursacht
Nonsens, der; -(es), /o. PL/ Unsinn, etw. Sinnlo
ses: das ist N., was du dir da ausgedacht hast
nonstop /Adv./ [nonstop, auch . Jtop] ohne Unter
brechung, Aufenthalt: n. (ohne Zwischenlandung)
fliegen
Nonstop|flug, der Flug w . Flug ohne Zwischen
landung
Noppe, die; -,
-n (als Zierde dienende) knotenartige
Verdickung in einem Faden, in Garn od. Gewebe:
Tweed mit Noppen
Nord, der; -(e)s, -e 1. jo. Art., o. PL; indekl.; vorw.
mit Präp. u. o. Attr.; Abk. N/ Seemannsspr.
Meteor. Norden (1): der Wind kam aus, von N.
—
2. fvorw. Sg./ Seemannsspr. Meteor. Nord
wind — 8 . /in der Verbindung/ N. und Süd: sie
kamen aus N. und Süd (aus Norden 1 und Süden 1)
nord|deutsch /A d j./ den nördlichen Teil Deutsch
lands, heute der DDR und, od. der BRD, betreffend,
in ihm gelegen
Norden, der;'-s, /o. PL/ 1. /vorw. o. Art., mit Präp.
u. o. Attr.; «Abk. N/ Himmelsrichtung, die dem
Süden entgegengesetzt ist: _die Kompaßnadel zeigt
nach N.; zwei Zimmer der Wohnung liegen nach
N.; der Sturm weht von, aus N .; wo ist hier (der)
N.?
—
2. /mit best. Art./ Gebiet, das nördlich von
etw. gelegen ist: in den N. reisen; im hohen N.
(im Gebiet nahe dein, um den nördlichen Polar
kreis); im N. (in dem in 1 gelegenen Teil) der
Stadt wohnen
Nord] -flanke, die M eteor, nördliche Seite: an der
N. eines mit seinem Kern über Frankreich liegen
den Tiefs; -h a ng , der nördlicher Abhang: der N.
des Elbrus
nordisch /Adj.; nur attr./ dem (europäischen) Nor
den (2) zugehörig: die nordischen (skandinavischen)
Länder; die nordischen Sprachen (Norwegisch,
Schwedisch, Dänisch, Isländisch); die nordische
(für den Norden 2 charakteristische) Flora und
Fauna; Ski die nordische Kombination (aus Lang-
lauf und Sprunglauf bestehender M ehrkampf)
Nordistik, die; -, jö. PL/ Wissenschaft, die die
nordischen Sprachen und die nordische Literatur
zum Gegenstand hat
Nprd|küste, die nördliche Küste eines Landes
nördlich /Adj.; nicht präd./ 1. /nur attr./ 1.1. nach
Norden (1): das Schiff schlug nördlichen Kurs ein
1.2 . aus Norden (1): nördliche Winde; der Wind
kommt aus nördlicher Richtung — 2 .1 . im Norden
(1) gelegen: die Nördlichen Länder; das nördliche
Ufer des Sees; auf dem 5. Breitengrad nördlicher
Breite jAbk. n. od. nördl. B r./; die nördliche Halb
kugel der Erde; das nördliche (der im Norden I
gelegene Teil von) Frankreich; die Stadt liegt n.
von N 2.2 . /präp. mit Gen./ nordwärts von etw.:
n. des Waldes wird eine Straße gebaut
Nord/nord| dicht, das /o. PL/ Polarlicht; -ost, /im
Funk- und Fernsprechverkehr/ -pst, der S e e
mannsspr. Meteor. 1. /o. Art., o. PL; indekl.;
vorw. mit Präp. u. o. Attr./ Nordosten (1): das
Schiff nahm Kurs auf N.
—
2. /vorw. Sg./ aus
Nordosten (1) kommender Wind: ein kalter N .;
-o sten, der 1. /vorw. o. Art., mit Präp. u. o. Attr.;
Abk. NO/ Himmelsrichtung in der Mitte zwischen
Norden-und Osten: der Wind kam, wehte von N.
— 2 . /mit best. A rt./ Gebiet, das nordöstlich von etw.
gelegen ist; dazu -Östlich /Adj.; nicht präd./ vgl.
nördlich; -pol, der nördlicher P ol eines Gestirns,
bes. der Erde, des Himmels; ;rand, der /vorw. Sg./:
am N. (nördlichen Rand) der Stadt wohnen;
:Seite, die jvorw. Sg./ nördliche Seite: die Zimmer
der Wohnung liegen zur N.; :WÜrts /Adv./ nach
Norden (1) zu: die Vögel ziehen, fliegen n.; -west,
der vgl. -o st; -westen, der vgl. -o sten; dazu -west
lich /Adj.; nicht präd./ vgl. nördlich; :wind, der
aus Norden (1) kommender Wind
Nörgelei, die; -en /zu nörgeln/
nörgeln /sw. Vb.; hat/ ständig an etw., jmdm. etw.
auszusetzen, in kleinlicher Weise zu kritisieren
haben: er nörgelt v on früh bis spät, am Essen,
über die Aufführung
Norm, die; -,
- e n 1. /vorw. PL/ als verbindlich
geltende und anerkannte Festsetzung für das Ver
halten von Menschen, die sich in Abhängigkeit von
den gesellschaftlichen Verhältnissen herausgebildet
hat: ethische, moralische, gesellschaftliche Nor
men; die Normen des sozialistischen Gemein
schaftslebens — 2. /nur im PL/ Jur. die Normen
(Regelungen, Grundsätze) des (Völkerrechts — 8 .
gewöhnlicher Z u stan d , übliche Beschaffenheit einer
Kategorie von Personen, Sachen, Durchschnitt (1.1):
vererbbare Abweichungen von der N . : in der
Nomenklaturkader ■*- Norm
829
830
normal — K otenlinie
Körpergröße von der N. abweichen — 4 . Ergebnis
der Festlegung des notwendigen Aufwands an gesell
schaftlicher Arbeit, an Material und an Arbeits
mitteln für die Herstellung von Erzeugnissen: eine
N. aufstellen, festlegen; die N. erfüllen, über
erfüllen, überbieten, erhöhen; eine technische N .;
etw. gilt als N.
normal fAdj.f 1.1 . gewöhnlich, ohne von der Regel
abweichende Besonderheiten: das ist eine (ganz)
normale Sache; bei normalen Verhältnissen; unter
normalen Umständen; das ist ganz n. 1 .2 . der
Regel, bestimmten Erwartungen, Erfordernissen ent
sprechend: ein Kind von normalem Gewicht, nor
maler Größe; der Puls ist n.
—
2. geistig (und
körperlich) gesund: der Junge ist (nicht) ganz n.
normaler]weise fAdv.f in der Regel, m eist: n. be
ginnt unsere Arbeit um 7.45 Uhr
Normal] -f all , der F all (IL1, 2), der normalerweise
eintritt: im N .; das gilt für den N .; -film, der
Film (1.1) von 35 Millimeter Breite; -gewicht, das
normales Gewicht eines Menschen
normalisieren /sw. Vb.; hat; zu normal 1/ 1.1 . sich
n. wieder normal werden: die Lage in den befreiten
Gebieten hat sich wieder normalisiert 1.2 . etw. n.
etw. wieder normal machen: die Beziehungen zwi
schen zwei Staaten zu n. versuchen; dazu Norma
lisierung, die; -en
Normal) -spur, die /o. Pl.f Spurweite der Eisen
bahnschienen von 1,435 M eter; -uhr, die 1. sehr
genau gehende Uhr, deren Zeitangabe maßgebend
für die anderer Uhren ist — 2 . auf Straßen und
Plätzen stehende elektrische Uhr, die die Ortszeit
angibt; -w ert, der Durchschnittswert: die Nieder
schlagsmenge lag im Monat Juli beträchtlich über
dem N. (über dem für diese Jahreszeit normalen,
üblichen Wert)
normativ /A dj.f maßgebend, verbindlich, als Richt
schnur dienend: normative Bestimmungen, Fest
legungen ; ein normatives Wörterbuch
Normativ, das; -s, -e [..vo] auf Grund von Er
fahrungen und besonderen Erfordernissen erarbeite
ter Richtwert: hygienische Normative (Richtwerte
für die B eurteilung und Durchführung vorbeugender
sanitärer M aßnahm en); wissenschaftlich-technisch
begründete Normative und Kennziffern müssen
als Richtwerte für die Arbeitsnormung dienen;
W irtsch. staatliche Normative (einheitliche öko
nomische Anforderung des soz. Staates an die Ge
staltung ökonomischer Prozesse ausdrückende K en n
ziffern)
normen /sw. Vb.; hat/ fachspr. etw. n. für etw.
zur Vereinheitlichung eine Norm (4) festsetzen:
Maschinenteile, Papier-, Druckbögen n .; genormte
(nach einer N orm gestaltete) Beleu chtungskörper
Norm|erfüllung, die Erfüllung der Arbeitsnorm
normieren /sw. Vb.; hat/ etw. nach Normen ge
stalten, ausrichten; dazu Normierung, die; -,
-en
Normung, die; -en /zu normen/
Nostalgig, die; -,
-n [. .i:on] 1. /o. PI./ vom Unbe
hagen an der Gegenwart bestimmte Hinwendung zur
Vergangenheit, die vergangene gesellschaftliche Ver
hältnisse meist reaktionär und in manipulierender
Weise verklärt — 2 . P sy ch . (krankhaftes) Heim
weh; dazu nostalgisch /Adj./
not /in den Verbindungen/ n. sein, tun: eins, etwas
ist n. (notwendig 1); man weiß doch, was ihm n.
t u t (wessen er bedarf)
Not, die; -, Nöte 1. fo. PI./ großer Mangel an un
entbehrlichen Gütern, bes. infolge (äußerster) Armu t:
drückende, große, unvorstellbare N .; N. leiden;
in N; geraten; die größte N. zu lindern versuchen
—
2. /vorw. Sg./ besonders schwierige Lage (3), in
der jmd. dringend Hilfe braucht: die von der Sturm
flut Geschädigten befanden sich in großer N .; das
war Rettung in höchster N.; sie befand sich in
finanziellen Nöten (brauchte dringend Geld); in
großer (innerer) N. sein; jmdm. seine ,N., Nöte
klagen
+ seine liebe N. mit jmdm., etw. haben (große
Schwierigkeiten, Mühen mit jmdm ., etw. haben);
wenn N. am Mann ist (im Notfall); aus der N.
eine Tugend machen (das Beste aus einer unan
genehmen Sache machen); mit knapper N. (nur mit
Mühe, gerade noch); ohng N. (ohne weiteres, ohne
Schwierigkeit; ohne zwingende Umstände); zur N.
(wenn es nicht anders, besser geht, wenn es un
bedingt sein muß); — mit / Mühe und N.
Notar, der; -s, -e staatlich berufener, in der DDR vor
wiegend in einem Staatlichen Notariat tätiger J u rist,
zu dessen Aufgabengebiet vor allem Beurkundungen
und Beglaubigungen, Testamente u. ä. gehören
Notariat, das; -(e)s, -e 1.1 . Büro eines (freiberuflich
tätigen) Notars 1 .2 . das Staatliche N. (staatliche
Einrichtung der Rechtspflege in der D D R , die bes.
für Beurkundungen, Beglaubigungen, Testamente
o. ä. zuständig ist)
notariell /Adj.; nicht präd./ von einem Notar (be
urkundet, beglaubigt): eine notarielle Vollmacht,
Urkunde; eine Unterschrift n. beglaubigen lassen
Npt| -ausgang, der Ausgang für den Notfall;
- behelf, der notdürftiger Behelf: diese Unterkunft
ist nur ein N.;
- beleuchtung, die zusätzliche
schwache Beleuchtung für den Notfall; -brem se, die
Bremseinrichtung im Personenwagen von Schienen
fahrzeugen, die im F alle einer Gefahr d as Anhalten
des Zuges ermöglicht
Notdurft, die
+ die, seine N. verrichten (den Darm, die Blase
entleeren)
notdürftig /Adj./ nur zur Not, für geringste Bedürf
nisse, knapp, kaum ausreichend, behelfsmäßig: eine
notdürftige Unterkunft; der Raum war nur n. er
hellt; der Verletzte war nur n. verbunden
Note, die; -,
-n 1.1* Schriftzeichen für einen xTon
(1.3): ganze, halbe Noten; Noten lesen; nach
Noten singen, spielen 1.2 . /nur im PI./ Blatt, Heft,
Buch mit Kompositionen: Noten von Beethoven,
Mozart kaufen — 2 .1 . Zensur (1): gute, schlechte
Noten bekommen; jmdm. (für etw.) die N. Zwei
geben 2.2 . Sport in Punkten ausgedrückte Be
wertung einer sportlichen Leistung — 8 . förmliche
schriftliche Mitteilung im diplomatischen Verkehr:
der Austausch von diplomatischen Noten; die
Regierungen wechselten N oten — 4 . Geldschein,
Banknote: N oten drucken, ausgeben, fälschen —
5. veraltend Notiz: etw. in einer N. festhalten
—
6. /o. PL; nur mit best. Adj./ Eigenart, Gepräge:
dieser Schmuck verleiht dem Kleid eine beson
ders festliche N .; etw. gibt jmdm. eine eigene, per
sönliche N.
Noten| -bank, die /PL -en/ Bank (II.1) mit dem
Recht der Ausgabe (1) von Zahlungsmitteln; -blatt,
das /PL -blätter/ m it Noten (1.1) bedrucktes Blatt
Notenpapier; -linie, die eine der fünf parallelen
Notenpapier — Notwendigkeit
831
Linien zum Einzeichnen der Noten (1.1); -papier,
das jo. PL/ mit Notenlinien versehenes Papier;
-Schlüssel, der am Beginn der Notenlinien stehendes
Zeichen, das die Tonhöhe der Noten festlegt; -schrift,
die zur Aufzeichnung von M usik verwendetes
System von Schriftzeichen; -Ständer, der Ständer
zum Auflegen der Noten (1.2); -umlauf, der Um
lauf von Banknoten; -Wechsel, der Austausch von
diplomatischen Noten
Not/notj -fa ll, der (plötzlich eintretende) gefahrvolle,
schwierige Situation: bei Notfällen (in Fällen, in
denen dringend m edizinische Hilfe benötigt wird)
Erste Hilfe leisten; etw. für den N. zurücklegen;
im (äußersten) N. (notfalls) müssen wir es riskieren;
- falls /Adv./ wenn es sein muß, wenn keine andere
Möglichkeit besteht: n. muß ich einen Zug später
fahren; -gedrungen /Adv./ durch die Umstände ge
zwungen: n. mußte ich den Arbeitsraum wechseln;
- groschen, der jo. PI ./ für Zeiten der Not auf
gespartes Geld: sich einen N. zurücklegen; -hilfe,
die jo. PI ./ Hilfe bei einem Notstand, bei Unglücks
fällen: den Unfallarzt zur N. rufen, holen
notieren jsw. Vb.; hat/ 1. etw. aufschreiben (um es
nicht zu vergessen) : eine Bestellung, die Teil
nehmeranzahl auf einem Blatt n.; (sich) einen
Geburtstag n. —■2. Börse 2.1. etw. n. den Kurs,
Preis für etw. festsetzen (1): die Börse notierte die
Aktie mit 300 Mark 2.2 . einen bestimmten K urs
wert, Preis haben: der Dollar notierte unter dem
Vortagskurs; zu 2.1 Notierung, die; -en
nötig /A dj./ für einen Zweck, die Realisierung von
etw. dringend erforderlich, unentbehrlich: die nö ti
gen Schritte einleiten; die nötigen Vorbereitungen
treffen; das Nötige tun; etw. n . (dringend) brau
chen; jmd. hat etw., jmdn. n. (etw., jmd. ist für
jmdn. unentbehrlich); er hat es nicht n. (er sieht
keine Veranlassung, es ist unter seiner Würde) an
zugeben; umg. du hast es (gerade) n. (gerade du
hast gar keinen Grund), dich zu beklagen! /Aufruf
ärgerlicher K ritik/; hast du das n.? (das brauchst
du doch gar nicht zu tun!)
nötigen /sw. Vb.; hat/ 1. jmdn. auffordern, drin
gend bitten, etw. zu tun: jmdn. zum Bleiben, zum
Essen n.; bitte lassen Sie sich nicht n., eine Tasse
Tee bei mir zu trinken! — 2 . etw. nötigt jmdn.
jmd. wird durch bestimmte Umstände, Sachverhalte
zu einem bestimmten Verhalten, Tu n gezwungen:
sein Verhalten nötigte sie, ihn zu ermahnen; sich
genötigt sehen, ein Darlehen aufzunehmen; jmd.
ist genötigt (gezwungen), seine Reisepläne zu
ändern — 3. Jur. jmdn. mit Gewalt od. Drohung
dazu bringen, etw. zu tun, zu dulden od. zu unter
lassen: man hatte ihn zu der Tat genötigt
nötigenfalls /Adv./ falls nötig, notfalls: n. muß
man mit gutem Zureden etwas nachhelfen
Nötigung, die;
-en /vorw. Sg.; zu nötigen 3/
Jur.: eine N. zu einer Aussage; jmdn. wegen N.
verurteilen
Notiz, die; -,
-en
stichwortartige Aufzeichnung (als
Gedächtnisstütze), Vermerk: eine knappe, sch rift
liche N.; sich Notizen machen; Notizen in ein
Buch eintragen
- f N. von jmdm., etw. nehmen (jmdm., einer Sache
Beachtung schenken)
Notiz| -Mock, der; -buch, das dickes Heft für
Notizen
Not/not| -läge, die schwierige, schlimme Lage (3):
in einer finanziellen, wirtschaftlichen N. sein;
jmds. N . ausnutzen; jmdm. in einer N. behilflich
sein; -landen, notlandete, ist/hat notgelandet
fvorw. im Inf. u. Perf./ 1 .1 . eine Notlandung vor
nehmen (ist); der Pilot, das Flugzeug mußte n.
1.2 . (hat) die Maschine mußte notgelandet (durch
eine Notlandung zur Erde gebracht) werden; dazu
- la nd ung , die vorzeitige Landung eines Flugzeugs bes.
auf Grund eines technischen Schadens; -leidend /A d j.;
nicht adv./ unter Not (1) leidend: die notleidende
Bevölkerung der betroffenen Gebiete mit Nah
rungsmitteln und Medikamenten versorgen; -1Ö-
su n g , die (vorläufige) noch nicht befriedigende, zur
Zeit nicht besser mögliche Lösung: diese U m s et
zung ist nur eine N.;
- l üge, die Lüge aus Höf
lichkeit, um eine Kränkung, aus Rücksicht, um ein
Übel zu vermeiden: eine N . gebrauchen; er scheute
nicht vor einer N. zurück; -nagel, der /vorw. Sg./
um g. Lückenbüßer: er mußte den N. spielen
notorisch /Adj.; nicht präd.j gewohnheitsmäßig: ein
noto rischer Trinker, Lügner
Not/npt| -ruf, der 1. telefonische Benachrichtigung
der Polizei od. Feuerwehr bei Gefahr für Menschen
leben — 2 . Rufnummer für 1; -schlachten, not
schlachtete, hat notgeschlachtet /vorw. im Inf. u.
Per}./ ein krankes od. verletztes Schlachttier (vorzei
tig) schlachten: das Schwein mußte notgeschlach
te t werden; dazu -Schlachtung, die; -,
-en; -Sig
n al, das international vereinbartes Zeichen, das
in Seenot befindliche Schiffe geben; -sitz, der ein
facher, nur im Bedarfsfall benutzter zusätzlicher Sitz
(1.1): ein N. in der U-Bahn, im Omnibus;-stand,
der gefahrdrohender Zustand, zu dessen Behebung
außerordentliche Maßnahmen erforderlich sind und
der juristisch ein rechtfertigender Grund für ein
sonst nicht erlaubtes Verhalten ist, bes. im Bereich
des öffentlichen Lebens, bes. bei Naturkatastrophen:
infolge der großen Überschwemmungen mußte der
öffentliche N. ausgerufen, verkündet werden; ein
N. war eingetreten; der N. wurde aufgehoben
Notstands| -gebiet, das Gebiet, in dem Notstand
herrscht; -gesetz, das /vorw. PI ./ in einem imperial.
Sta at erlassenes Gesetz, das bei vorgeblicher od.
realer Bedrohung des bestehenden Sys tem s die Ver
fassung und die in ihr garantierten Grundrechte der
Bürger außer Kraft setzt und der Regierung dikta
torische Vollmachten überträgt: g eg en die N o t
standsgesetze kämpfen
Not/npt| -Unterkunft, die behelfsmäßige Unterkunft:
Notunterkünfte einrichten, schaffen; -verband, der
behelfsmäßiger Verband: ein en N . a nleg en; -Verord
nung, die vgl. Notstandsgesetz; -wehr, die; -, /o. PI ./
Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegen
wärtigen rechtswidrigen A ngriff von sich od. einem
anderen abzuwenden: sich in N . befinden; etw. in,
aus N. tun; -wendig /Adj./ 1 . nötig: notwendige
Anschaffungen machen; die notwendigen Maß
nahmen treffen; Pol. Ök. notwendige Arbeit (der
Teil der lebendigen Arbeit, der das dem Produzenten
individuell zufließende Produkt herstellt)^; etw. er
weist sich als n.; etw. für n. halten; er braucht n.
(unbedingt) neue Gardinen, Möbel — 2 . zwangs
läufig sich ergebend, nicht vermeidbar: die n o t
wendige Folge, Konsequenz w a r ...;
-j- etw.,
jmdn. als notwendiges ^ Übel betrachten;
- W endigkeit, die; -,
-en 1. /o. Pl.j 1.1. dasNotwen
digsein: eine absolute, dringende, innere, zwin.
Notzeit — numerieren
gende N .; eine N. einsehen, erkennen 1.2. Art des
Zusammenhangs zwischen Objekten, Prozessen,
Systemen der materiellen Welt od. des Bewußtseins,
der unter gegebenen Bedingungen nur so und nicht
anders sein k a nn : das dialektische Verhältnis von
N. und Zufall; eine geschichtliche N .; etw. tritt
mit IST. ein — 2. etw. Notwendiges (1): einige Not
wendigkeiten erledigen müssen; -zeit, die-Zeit der
Not: etw. für mögliche Notzeiten ansehaffen, auf-
heben, zurücklegen
Notzucht, die fo» PL; DBB veraltend/ Ver
gewaltigung: jmdn. wegen versuchter N. verur
teilen
notzüchtigen, notzüchtigte, hat genotzüchtigt
fvorw. im Inf. u. Perf.; DDE veraltend/ eine
weibliche Person vergewaltigen
Nougat, das, der; -s, -s [nu:gat] Süßigkeit (1.2)
aus fein zerkleinerten Nüssen od. Mandeln mit
Zucker und Kakao: mit N. gefülltes Konfekt
Novelle, die;
,-n [..v . .] I. kürzere, von einem
einzelnen ungewöhnlichen E reig nis handelnde E r
zählung, die in geradlinig sich steigerndem H and
lungsablauf auf ein Ziel hinführt: eine spannende
N.; eine N. schreiben — II. Jur. Gesetz, das in
einem Nachtr ag besteht, der ein geltendes Gesetz ab
ändert od. ergänzt: eine N. einbringen, verab
schieden
November, der; -/-s, - fvorw. Sg.f [..v . .] elfter
Monat des Jahres: ein nebliger, stürmischer N.
Novität, die;
-en [..v . .] Neuheit (2): dies Werk
stellt eine N. auf dem internationalen Bücher
markt dar
Novize, der; -n, -n [..v ..] Bel. kath. junger
Mönch, der vor dem endgültigen Eintritt in ein
Kloster dort eine längere Probezeit verbringt; dazu
Novizin, die; -,
-nen
Növum, auch NQViim, das; -s, Nova [..v . .] etw.
Neues, hoch nicht Dagewesenes; diese Regelung ist
ein N.
Nu, der
-f
im Nu, in einem Nu sehr schnell, in kürzester
Zeit: im Nu war er wieder im Zimmer
Nuance, die; -,
-n [nyajjse, auch nyä se] 1. feiner,
gradueller Unterschied (in der F a rb e): zarte, kaum
merkliche Nuancen in den Farbtönen von Ocker
bis Gelb — 2. sein Auftreten ist um eine N. (ein
wenig) zu auffallend; in ihrer Stimme klang eine
N. von Ärger mit — 8 . besondere Feinheit, vorwie
gend bei einem Kunstwerk: stilistische Nuancen in
der Lyrik, Prosa des Künstlers
nuancenreich fAdj.f reich an Nuancen (1, 3): die
Schauspielerin hatte ein nuancenreiches Mienen
spiel
nuancieren /sw. Vb.; hat/ [nyaigsi:.., auch nyäsi:..]
1.1 . Farben n. (abtönen) 1.2 . etw. in allen seinen
Feinheiten, und Übergängen erfassen, darstellen:
etw. sprachlich, psychologisch n.; eine nuancierte
(sehr differenzierte) sprachliche Ausdrucksweise
nüchtern fAdj.f 1. m it leerem Magen, ohne (am
Morgen) gegessen zu haben: n., mit nüchternem
Magen zur Blutuntersuchung gehen — 2. in seinen
Reaktionen nicht durch Alkoholgenuß beeinträchtigt:
völlig, nicht mehr n. sein; nur in nüchternem
Zustand Auto fahren — 8 .1 . sachlich (2): eine
nüchterne Denkungsart, Betrachtung; einen
nüchternen Bericht geben; die Lage m beurteilen
3.2 . phantasielos,*■ schwunglos: ein nüchterner
Mensch; er ist zu n. veranlagt — 4 . ungemütlich,
unbehaglich: der Raum wirkte sehr n. — 5 . im Ge
schmack, fade, nicht genügend gesalzen: ein nü ch
ternes Essen; die Kartoffeln schmecken so n .; dazu
Nüchternheit, die; -, fo. P l.j; zu 3.2: N. (Phantasie-
losigkeit) war sein hervorstechendstes Charakter
merkmal; zu 4: der Saal zeichnete sich durch eine
kühle N . (Unbehaglichkeit) aus
Nuckel, der; -s, - u m g . einem Sauger ähnlicher
Gegenstand, an dem die Säuglinge lutschen, saugen
nuckeln fsw. Vb.; hat/ umg. fbes. von Säuglingenf
saugen, lutschen: der Säugling nu ck elte zufrieden
an seiner Flasche
Nudel, die;
-n fvorw. Pl.f Teigware, vorwiegend
in Band-, Faden-, Röhrenform, die in siedendem
Wasser gar gekocht wird: Eintopf mit Nudeln
Nudel| -holz, das /PI.
- höher/ walzenförmiges,
meist hölzernes Küchengerät mit zwei Griffen, mit
dem Teig ausgerollt wird; -suppe, die: er aß gerne N.
Nugat, das, der s. Nougat
nuklear fAdj.; vorw. attr.f 1. auf Vorgängen im
Kern eines Atoms, auf Eigenschaften des Atom
kerns beruhend: nukleare Kräfte; nukleare Waffen
—
2. ein nuklearer (mit Kernwaffen geführter)
Krieg; eine nukleare (mit Kernwaffen ausgerüstete)
Streitmacht
Nuklear| -medizin, die fo. Pl.f Teilgebiet der
Medizin, das sich mit der therapeutischen und
diagnostischen Anwendung radioaktiver Substanzen
und ihren unerwünschten Einwirkungen auf den
Organismus befaßt; -physik, die Kernphysik
null /Kard.zahl 0/: die Zahlen von n. bis zehn;
eine Zahl mit vier Nullen; das Thermometer steht
auf n. Grad, auf Null (dem Gefrierpunkt des Was
sers); die Temperatur sinkt unter Null, steigt auf
fünfzehn Grad über Null; es ist null Uhr fünf; er
hat im Diktat n. (keine) Fehler; O ihre Stimmung
sank unter Null (wurde sehr schlecht)
+ etw. für n. und nichtig (ungültig) erklären;
etw. ist gleich Null völlig bedeutungslos\ das Er
gebnis seiner Bemühungen war gleich Null (seine
Bemühungen waren völlig ergebnislos)',
umg.
scherzh. Null Komma nichts (gar nichts); in Null
Komma nichts (in sehr kurzer Zeit, sehr schnell)
xNulI, die; -,
-en
u m g . femot.f unfähiger Mensch,
Versager: er ist eine N.
2Null, der, auch das; -(s), -s S k a t Spiel, bei dem
der Spiele r keinen Stich bekommen darf: N. spielen
Null| -meridian, der jo. Pl.f Geogr. Meridian von
Greenwich, der als Ausgangspunkt der Zählung der
Meridiane dient; -punkt, der /PL -e/ Ausgangs
punkt einer Skala (1): der N. des Koordinaten
system s; das Thermometer stieg über den N. (Ge
frierpunkt); Phys. der / absolute N.; -Serie, die
Versuchsserie mit kleiner Stückzahl, in der die K o n
s truktion, Technologie und Eigenschaften eines E r
zeugnisses überprüft werden, bevor es in die Serien
produktion aufgenommen wird: Nullserien bauen,
entwickeln, erproben
Nplpe, die; -n u m g . femot.f dummer, ungeschick
ter, langweiliger Mensch: so eine N .!; er ist viel
leicht eine N .!; auch Schimpfw.
Numerale, das; -s, Num eralien [ . .i9n]/Numeralia
Gramm. Wort, das den Begriff einer Zahl aus
drückt •
numerieren fsw. Vb.; hat/ etw. m it fortlaufenden
Zahlen versehen, etw. beziffern: die 'Seiten eines
Numerik — Nußschale
833
Manuskripts n .; die Plätze im Kino sind numeriert
Numerik, die; -,
-en jvorw. Sg.j Techn . numerische,
Steuerung
numerisch /Adj./ 1 .1. /nicht präd./ fachspr. zah
lenmäßig: eine n. starke, schwache soziale Gruppe
I. 2 . M ath, mit konkreten Zahlen, auf. bestimmte
Zahlen bezüglich: das numerische Rechnen; eine
numerische Gleichung (Gleichung, in der die be
kannten Größen bestimmte Zahlen sind) 1.3 . T e ch n .
n. gesteuerte Maschinen (Maschinen mit rechen
technisch gesteuerter, automatischer Bedienung)
Numerus, der; -, Numeri Gram m , grammatische
Kategorie, die (durch Flexionsendungen) bei Nomen
und Verb ausdrückt, ob es sich um eine einzelne
Größe od. um mehrere Größen handelt: Singular
und Plural sind die zwei Numeri im Deutschen
Numerus clausus, der; -, /o. PL/ [..k . .] im bürgerl.
(Hoch)schulsystem zeitweise geltende zahlenmäßige
Beschränkung der Zulassung zu einer Ausbildung,
bes. zu einem bestimmten Studienfach
Numismatik, die;
Jo. P I ./ Teilgebiet der Ge
schichtswissenschaft, dessen Forschungsgegenstand
(alte) Münzen sind
Nummer, die; -,
-n jAbk. Nr./ 1 .1. Ziffer (1), die
etw. kennzeichnet, den Plat z in einer Reihenfolge
angibt: eine hohe, niedrige N .; die laufende N.
jAbk. lfd. Nr./ einer fortlaufenden Reihe; die N.
des Dienstausweises, des Reisepasses angeben;
S p o rt der Rennfahrer, Tormann trägt die N. 1
auf dem Trikot; O umg . das bevorstehende
Festival war Thema N. eins (wichtigstes Thema,
Hauptthema); sie werden als Feind N. eins (als
der Hauptfeind, -gegner) betrachtet 1.2 . Haus
nummer 1.3 . Zimmernummer bes. in Hotels 1.4 .
Telefon-, Rufnummer: eine neue N . erhalten; unter
welcher N. sind Sie zu erreichen?; wählen Sie die
N. ...• 1.5 . polizeiliches Kennzeichen eines K raft
fahrzeuges: der Wagen' hatte die N. ... 1 .6 . bei
Kleidungsstücken, Schuhen die Größe angebende
Zahl, Ziffer: haben Sie diese Schuhe noch eine N.
größer? 1.7 . numeriertes einzelnes Exemplar, be
stimmtes Heft einer Zeitschrift, Zeitung: dieser
Artikel stand in der vorletzten N . der Zeitschrift
—
2. einzelne Darbietung eines Zirkus-, VarieU-,
Kabarettprogramms: eine einmalige, sensationelle
N .; die Nummern ansagen
- f umg. jmd. ist eine N. für sich (ist anders als
andere); jmd., etw. ist eine N., ein paar Nummern
zu groß (für jmdn.) (jmd» ist jmd m . sehr überlegen;
etw. ist jmdm. zu schwierig); bei jindm. eine große
N. haben (von jmdm. sehr geschätzt werden); um g.
auf N. Sicher gehen (nichts riskieren)
Nummernjschild, das 1Schild (1) mit einer N u m
mer, die zur Kennzeichnung bes. eines A utos, ,H au
ses dient
nun /Adv./ 1.1.1. im gegenwärtigen Augenblick: wir
beginnen n. m it der Verlosung der Karten; n. muß
ich dir noch sagen, daß ...; n. wird’s aber Z eit!;
von n. ab, an 1.2 . nach dem Vorangegangenen, unter
den jetzigen Umständen: ist n. alles in Ordnung?;
bist du n. einverstanden?; umg. n. gerade!; du
mußt n. (nunmehr 1.1) die K onsequenzen tragen —
II. /als Partikelf 1.1 . /nur in wörtlicher Rede; einem
Satz vorausgehend und ihn gleichsam ankündigend
od. einen verkürzten Satz einleitend!: n., darüber
läßt sich reden; n., wir werden sehen; n., m einet
wegen; umg. n . schön, n. gut, ich bin einverstan
den; n. wenn schon! 1.2 ./dient der Verbindung und
Fortführung der Rede, Erzählung!: n. ging die Fahrt
weiter und die Reisenden beruhigten sich; n. darf
man, man darf n. nicht unterschätzen, daß ...
—
2. 2eben (4), so wie die Dinge liegen: jvorw. vor
(ein)mal/ das ist n. mal so; wenn es n. einmal nicht
anders geht — 3 . n ., n. /dient als beschwichtigender
Zuspruch/: n., n., so böse wird es nicht gemeint
sein!
nun{mehr /Adv./ 1 .1 . von nun an, jetzt an: wir
wollen n. so tun, als wäre das nie passiert 1.2 . das
dauert n. (bereits) zehn Jahre
Nuntius, der; Nuntien [..tsion] Rel. kath. di
plomatischer Vertreter des Pap stes bei der Regierung
eines Staates
nur /Adv.j I. jin konjunktionaler Verwendung/ l.jin
der Verbindung n. daß; unterordnend; leitet einen
nachgestellten Gliedsatz ein; restriktiv; kennzeichnet
den Gliedsatz im Sinne einer Einschränkung des
Vorhergesagten!: unser Urla ub war schön, n. daß
es manchmal zu heiß war —• 2 . /als Glied der mehr
teiligen Konj. nicht n. . . . sondern auch; neben
ordnend!: / Sondern (2) — II . /als Partikel; betont
od. unbetont/ 1. / bezieht sich auf ein Satzglied/ 1.1 .
./unbetont; schließt andere(s) aus; hebt d as folgende
Satzglied hervor/: n. er (niemand anders als er) hatte
daran gedacht 1.2 . /schließt einen höheren Wert aus;
hebt das folgende Satzglied hervor/: er besitzt n.
zwanzig Mark; er ist n. Zweiter geworden —
2. u m g . /unbetont; in Aufforderungssätzen/: komm
n. bald!; n. zu!; n. weiter so!; n. Mut!; n. keine
Angst!; n. her damit! — 3 . /unbetont; in Frage
sätzen; drückt Anteilnahme, Verwunderung aus/:
was ist n. mit dir!; wie bist du n. daraufgekommen?
— 4 . /unbetont; drückt eine Verallgemeinerung a u s/:
sie haben alles, was man sich n. denken kann (sie
haben alles Denkbare); nehm en Sie davon, soviel
Sie nur mögen! — 5 . / unbetont; emot.; verstärkend/
5.1 . das ist n. allzu wahr (das ist wirklich wahr)
5.2 . umg. /n. so + Vb./ es hagelte n. so Vorwürfe
(es gab sehr viele Vorwürfe); er zitterte n. so (sehr)
vor Kälte 5.3. /n. (noch) 4* Komp./ er wurde da
durch n. noch wütender (die Folge davon war, daß er
noch wütender wurde) — 6 . /betont; in der Verbin
dung/ umg. aber n. und ob!: „hast du denn Lust
zu diesem Ausflug?“ „ Aber n .! “
nuscheln /sw. Vb.; hat/ umg. undeutlich sprechen:
er nuschelte leise vor sich hin
Nuß, die; Nüsse eßbare, ölhaltige, m it einer harten
Schale umgebene Frucht bes. des Walnußbaumes und
Haselstrauches: eine (un)reife, ha rte, hohle N .;
geröstete, kandierte Nüsse; Nüsse pflücken,
knacken
+ u m g . eine harte N . eine sehr schwierige Aufgabe,
ein schwieriges Problem: jmdm. eine harte N. zu
knacken geben (jmdm. eine schwierige Aufgabe
stellen)
Nuß| -bäum, der 1. Walnußbaum — 2 . jo. PL/ har
tes, (dunkelbraunes Holz von 1, das als wertvolles
Nutzholz dient: eine Schrankwand aus N .; -knacker,
der 1.1 . zangenförmiges Gerät zum Knacken von
Nüssen 1.2 . aus Holz hergestellte (bunt bemalte)
männliche Figur, in deren hebelartig beweglichem
Mund eine N uß geknackt werden kann; -öl, das jo.
PI./ aus Nüssen gewonnenes Öl, das bes. als Speiseöl
und für kosmetische Mittel verwendet wird; -schale,
die: die Nußschalen aufknacken, um die Kerne
834
Nußschinken — Oase
essen zu können; -Schinken, der gepökelter und ge
räucherter ntagerer Schinken; -torte, die Torte m it
zerkleinerten Nüssen
Nüster, Nüster, die; -n /vorw. PL/ Nasenloch, bes.
beim Pferd: geblähte, schnaubende Nüstern
Nut(e), die;
-(e)n fachspr. rinnenförmige Ver
tiefu ng verschiedenen Querschnitts an der Oberfläche
1.1 . eines Werkstücks, B au - od. Maschinenteils, die
zur Führung od. Arretierung eines anderen (Kon-
struktions)teils dient: eine N. fräsen 1.2 . eines Holz
stücks od. -bauteils, in die ein passendes Gegenstück
fest eingefügt wird: Holzbretter durch Nuten mit
einander verbinden
Nutria, die; -s Sumpfbiber
2Nutria, der; -s, -s 1.1 . /o. Pl.j Fell von 1Nutria:der
Mantel ist mit N. besetzt 1.2 . Pelzmantel aus 1.1:
sie trägt einen N.
Nutte, die; -,
-n
s a lo p p Prostituierte, Dirne
nutz /Adj.f süddt. österr. s. nütze
Nutz |anWendung, die nutzbringende Anw endung: er
zog für sieh selber nicht die geringste N. aus der
Lektüre
nutzbar /A dj.; zu nutzen 2/ so beschaffen, daß man
Nutzen daraus ziehen kann: (für die Industrie) n utz
bare Mineralien; den Boden, Theorien n. machen;
für jmdn., sich etw. n . machen
nutzbringend /Adj./ Nutzen bringend: seine Zeit n.
verwenden; etw. ist für jmdn. n.
nütze /Adjin der Verbindung/ etw., jmd. ist zu
etw. n . (ist zu etw. brauchbar, gut zu gebrauchen)
Nutz |effekt, der nutzbringender Effekt, Wirkungs
grad der gesellschaftlichen Arbeit: ein hoher, g e
ringer, optimaler N .; den (volks)wirtschaftlichen
N. erhöhen, verbessern; den realen N. eines For
schungsprojekts richtig einschätzen
nutzen, nützen /sw. Vb.; hat/ 1.1 . jmdm., einer
Sache Nutzen bringen, förderlich sein: etw ., jmd.
nutzt, nützt jmdm., einer Sache viel, wenig, (gar)
nichts; diese ständigen Nörgeleien n. keinem; wem
nutzt, nützt das alles?; er hofft, daß seine Rat
schläge etwas n. können 1.2. umg. es nutzt, nützt
nun alles nichts (es muß sein), wir müssen auf
brechen; da nützt (hilft) keine Widerrede, kein Bit
ten — 2 .1 . etw. nutzbringend verwenden, ausnutzen:
die Gelegenheit, Möglichkeiten n . ; einen leer
stehenden Raum für sportliche Zwecke n. 2 .2 . /bes.
nutzen/ etw. n. aus etw. Nutzen ziehen: Rohstoffe
industriell n . ; den Boden landwirtschaftlich n.
Nutzen, der; -s, jo. Pl.f vorteilhaftes Ergebnis, das
man aus der Anwendung, dem Gebrauch einer Sache
gewinnt: der fachliche, praktische, unmittelbare N.
einer Sache; der volkswirtschaftliche N . einer Er
findung; N. abwerfen, bringen; N. aus etw. zie
hen; denN. von etw. haben; etw. ist (jmdm.) von
(hohem) N. (Vorteil)
nützen /sw. Vb. ; hat/ s. nutzen
Nutzer, der; -s, - /zu nutzen 2/ Institution, Person,
die berechtigt ist, etw. zu nutzen: der N. der W oh
nung, des Gebäudes; die N. der Gewässer
Nutz| -fläche, die nutzbare Fläche des Erdbodens,
eines Raumes, Gebäudes: die landwirtschaftliche N .;
der Lagerplatz hat eine N. von 1000 Quadratme
tern; -holz, das jo. Pl.f Holz, das wegen seiner Eig
nung zur technischen, handwerklichen Nutzung nicht
als Brennholz bestimmt ist; -last, die 1. Last, die ein
Transportmittel als Fracht aufnehmen kann: die N.
des Frachters beträgt 1000 Tonnen — 2. Bauw .
Last, die ein Bauwerk zusätzlich zum Eigengewicht
tragen kann; -leistung, die Techn. tatsächliche,
verfügbare Leistung von Motoren
nützlich fAdj./ 1 . /nicht adv./ Nutzen bringend: eine
nützliche Arbeit, Beschäftigung; ein nützliches
Geschenk; nützliche Pflanzen, Tiere; etw. ist
jmdm., für jmdn., etw. n .; deine Ratschläge waren
mir sehr n.
—
2. jmdm. n. sein jmdm. behilflich,
dienlich sein: er war mir sehr n. bei einer R epa
ratur, m it seinen Sprachkenntnissen; sich (bei, in
etw.) n. machen (bei etw. helfen)
nutz/Nutz| -los /A dj.f ohne Nutzen, Ergebnis: das
ist ein nutzloses Unterfangen, eine nutzlose Be
mühung; seine Zeit n. vergeuden; -nießen, nutz-
nießte, hat genutznießt /vorw. im Inf. u. Part. Präs./
veraltend von etw. Nutzen haben, der Nutznießer
von etw. sein: er konnte von ihrem Vermögen n.;
- nießer, der; -s, - jmd., der den Nutzen von etw.
hat: sie waren die N . der neuen Sozialeinrichtun
gen; -nießung, die; -,
- en /zu -nießen/: die Woh
nung war ihr zeitweise zur N. überlassen worden;
- p f lanze, die Kulturpflanze, die bes. der menschlichen
od. tierischen Ernährung dient; -tier, das w/LNutz-
vieh
Nutzung, die; -en /vorw. 8g.; zu nutzen 2/ das
Nutzen, die nutzbringende Verwendung: die öko
nomische N. der Energiequellen; die friedliche N.
der Atomenergie; jmdm. ein Gebäude zur N. über
geben, überlassen
Nutzungs| -recht, das Recht zur Nutzung einer
Sache: das N . an der gemeinsamen Wohnung
haben; -vertrag, der vertragliche zeitweilige Verein
barung der Nutzung von beweglichen und unbeweg
lichen Sachen sowie an Rechten: einen N. über
landwirtschaftliche Nutzflächen zwischen Kläger
und Verklagtem schließen
Nutz[ -vieh, das jo. Pl.f Vieh, das dem Menschen zur
Ernährung od. als Lasttier dient: die Aufzucht-
hochwertigen Nutzviehs; -wert, der Summe aller
nützlichen Eigenschaften einer Sache, Gebrauchs
wert: etw. hat einen hohen, geringen N. (für jmdn.)
Nylon, das; -s, jo. Pl.f [nailon] /BRD; Handels
name für Faserstoffe aus Polyamid/: ein Hemd,
Kleid aus N.
Nymphe, die; -n [ny ..] griechische junge weibliche
Gottheit, die man sich im Meer, in Gewässern, in
Bäumen od. Bergen wohnend vorstellte
O
O, 0, das; -,
-
/umg.
-s der Laut O; fünfzehnter
Buchstabe des Alphab ets
+ das/ AundO
o /in Verbindung mit einem anderen Wort, m it an
deren Wörtern; Ausruf bes. der Freude, Über
raschung und des Staunens/: o wie nett!; o ja!; o
nein!; o weh!; o Schreck!; vgl. oh
Oase, d ie; -,
-n durch Quellwasser gespeistes vege-
rob — Oberhalb
835
tationsreiches begrenztes, bewohntes Gebiet in einer
Wüste: eine grüne O.
1ob jK onj.j 1. junterordnend; leitet einen Gliedsatz
ein; keimzeichnet den Gliedsatz als indirekten Frage
satz der Vergewisserung, Entscheidung; steht nach
Ausdrücken der Frage, des Zweifels, der Unsicher
heit! !•!'* fdcr durch ob eingeleitete Gliedsatz vertritt
das Objekt des Hauptsatzes! : er fragte mich, ob ich
mit ins Kino komme 1.2 . !der durch ob eingeleitete
Gliedsatz vertritt das Subjekt des Hauptsatzes! : es ist
noch unsicher, ob sie die Arbeit übernehmen wird
—
2. / nebenordnend in der Doppelform ob . . . ob;
konzessiv; verbindet Subst., Adj., die als Möglich
keit für den Hauptsatz unwichtig sindj: ob jung, ob
alt, ob Mann, ob Frau, ob Band, alle saßen vor dem
Fernsehgerät — 8 . /als Glied der mehrteiligen Konj.
ob . . . oder; dabei is t ob unterordnend, oder neben
ordnend; der Gliedsatz w ird durch ob eingeleitet;
konzessiv; kennzeichnet den Gliedsatz als Möglich
keiten, die für den Hauptsatz ohne Einfluß sind/ : ob
ich gewonnen habe oder nicht, ich kaufe mir noch
ein Los; wir gehen ins Kino, ob es regnet oder (ob)
die Sonne scheint — 4 . / unterordnend; in Verbin
dung mit als, je nachdem/:
als (2.2, 2 .3), 2je (2)
2objPräp. mitGen.u. Dat.j 1./mitGen.] veraltend
geh. auf Grund von, wegen (1.1): ob dieser Bevor
mundung machte er ein mißmutiges Gesicht —
2. /mit Dat.j Schweiz., sonst veralt. Hiber (1.1.1),
oberhalb von: Rothenburg ob der Tauber
Obacht, die; -, jo. PI./ 1.1. bes. süddt. Achtung!;
Vorsicht!: 0 . , ein Auto kommt! 1.2 . jin der Ver
bindungI auf etw., jmdn. 0 . geben (auf etw., jmdn.
achtgeben)
Obdach, das; -(e)s, jo. P l.j (vorübergehende) Unter
kunft: kein 0 . für die Nacht haben; ein 0 . suchen,
finden; jmdm. O. geben
obdachlos /A dj./ auf Grund einer Notsituation ohne
Wohnraum: sie standen o. auf der Straße; viele
Obdachlose mußten notdürftig untergebracht wer
den
Obduktion, die; -,
-en
amtlich angeordnete Öffnung
einer Leiche zur Ermittlung der Todesart, -Ursache:
eine gerichtliche 0 .; eine 0 . anordnen; dazu ob
duzieren /sw. Vb.; hat/: eine Leiche o. (an ihr die
Obduktion durchführen)
O-Beine, die jPl.j [o:..] nach außen gebogene Unter
schenkel: sie h at O.
Obelfsk, der; -en , -en vierkantiger, frei stehender
Pfeiler mit einer flachen pyramidenförmigen Spitze:
der Platz ist markiert durch einen Obelisken
oben /Adv./ 1 . /bezeichnet im Verhältnis zu einem
Bezugspunkt eine vertikal höhere Lage/: o. auf den
Bergen lag noch Schnee; die Vase steht o. im
Schrank; das Fenster o. öffnen; er stand o. auf der
Leiter; ihr Zimmer befindet sich o. (im oberen
Stockwerk); von o. (aus der Höhe) hat man einen
guten Überblick; der Taucher kam wieder nach o.
(an die Wasseroberfläche); u m g . der Ort liegt auf
der Landkarte ganz o. (im Norden) — 2 . /verweist
in einem Buch, Heft auf eine voraufgehende Text-
steile; Seitej: siehe o.!; weiter o. im Buch ist darauf
verwiesen — 8. umg. jDDR veraltend/ diese
Anweisung kam v o n o. (von Vorgesetzter Stelle,
Instanz)
-f- /auf Personen bezogen! von o. bis unten ganz und
gar: jmdn. von o. bis unten mustern; nicht wissen,
was, wo o. und unten ist (ganz durcheinander, ver
wirrt sein); jmdn. von o. herab ansehen (auf jmdn.
herabsehen2);saloppo. hui, untenpfui (nachaußen
gepflegt, aber sonst liederlich); — den / Kopf o.
behalten
oben| -an, -an /Adv./ an erster Stelle (3.1): o. steht
die Planerfüllung; -auf* -auf /Adv./ über allem an
deren, alles andere, zuoberst: das Bu ch liegt gleich
0 . ; -drauf, -drauf /Adv.j obenauf; -drein, -drein
jAdv.j noch dazu, außerdem: sie ist häßlich und o.
(noch) frech; ^erwähnt /Adj.; nur attr./ vorher er
wähnt: das obenerwähnte Beispiel; -genannt /A dj.;
nur attr.f vgl.
-e rwähnt; dbin, -h in /Adv./ 1 .1 .
flüchtig (2.2) : das Fenster ist nur so o. geputzt 1.2 .
etw. nur so o. (leichthinnebenbei) bemerken, sagen;
- stehend /Adj.; nur attr./ im Text weiter oben (2)
stehend: obenstehendes Bild z e igt...
ober /A dj.; nur attr./ 1 . vertikal höher als anderes
(Gleichartiges) gelegen, befindlich: die obere Reihe,
Hälfte; die obere Fensterreihe; der oberste Rang
im Theater; die oberste Stufe der Leiter; die obere
Seite einer Kiste — 2 . in der Bang-, Stufenordnung
höher als andere: die oberen militärischen Räng e;
die oberen Gehaltsstufen; die oberen Schulklassen;
/in der Klassengesellschaft! die oberen (sozial hö
heren) Gesellschaftsschichten — 8 . anderen über
geordnet: oberster (wichtigster, erster) Grundsatz
muß sein ...; das Oberste Gericht (das höchste
Gericht) der DDR
+ das Oberste zuunterst kehren (alles durchwüh
len und durcheinanderbringen)
Ober, der; -s, - 1 . Oberkellner /dient aber meist als
Anrede für den Kellner/: den O. rufen; hier bedient
ein anderer 0.; Herr 0 ., bitte zahlen! — 2. Karte
der deutschen Spielkarte (1.2)
Ober/ober| -arm , der oberer Teil des A rm es zwischen
Ellenbogen und Schulter; -arzt, der leitender A rzt
und Vertreter des Chefarztes eines Krankenhauses;
- befehl, der jo. Pl.j Mil. höchste militärische Be
fehlsgewalt; -begriff, der übergeordneter, umfassen
der Begriff (1); -bekleidung, die über der Unter
wäsche sichtbar getragene Kleid ung : Oberhemden,
Blusen, Kleider, Anzüge gehören zur 0 .; -bett, das
jP l. -en/ Deckbett; -bürgermeister, der /Abk. OB/
Vorsitzender des Rates (2.2) eines Stadtkreises od.
des Magistrats der Hauptstadt der DDR, Berlin;
Oberhaupt einer größeren Stad t i m bürgerl. Ver
waltungssystem; -deck, das ein Schiff oben ab
schließendes Deck; -deutsch jAdj.j Sprachwiss.:
die oberdeutschen Mundarten (Mundarten des
bairisch-österreichischen, schwäbisch-alemannischen
Sprachgebietes); -feld w eb el, der Angehöriger der
Land-, Luftstreitkräfte, dessen Dienstgrad zwischen
dem des Feldwebels und dem des Stabsfeldwebels
liegt; -fläche, die 1. die von einer Flüssigkeit od.
etw. Halbflüssigem gebildete obere begrenzende Fläche:
die 0 . des Meeres, einer Flüssigkeit — 2 . Gesamt
heit der einen Körp er begrenzenden Flächen: eine
glatte, rauhe, polierte O .; die O. der E rd e; O etw.,
jmd. bleibt, haftet an der O. (etw., jmd. dringt nicht
in die Problematik von etw. ein); -flächlich /A d j./
1. flüchtig (2.1), nicht in die Tiefe (4) gehend,: eine
oberflächliche Untersuchung; etw. o . behandeln,
lesen; sich mit etw. (nur) o. beschäftigen —
2 . a uf Äußerlichkeiten bedacht, flach, leichtfertig:
eine oberflächliche Person; -geschoß, das Geschoß
über dem Erdgeschoß
'
Oberhalb jPräp. m it Gen.j *über (1.1 .1), höher als
5 4 Wörterbuch
836
Oberhalb — Objektivismus
etw. befindlich: das Bild hing o. der Tür; o. der
Brücke stand eine Burg
2oberhalb /Advin der Verbindung mit v o n / höher
als etw. befindlich: o. von der Brücke stand eine
Burg
Ober| -band, die -f- die O. haben, gewinnen, be
halten (sich gegen jmdn. durchgesetzt haben, sich
gegen jmdn. durchsetzen); -haupt, das g eh . jmd.,
der die Führung, Leitung von etw. innehat: das O.
derkatholischen Kirche (derPapst);meist scherzh.
das 0 . der Familie*5; er war das 0. der Bande;
- hemd, das Hemd (2); -herrschaft, die jo. PL/ vgl.
- hoheit; -hitze, die von oben einwirkende Hitze,
bes. beim Backen, B raten: die O. drosseln; -hoheit,
die fo. PI ./ wesentliche Hoheitsrechte einschließende
Herrschaft über ein nicht voll souveränes Territorium
Oberin, die; -nen 1* Vorgesetzte der Schwestern in
bestimmten Krankenhäusern — 2 . Vorgesetzte, L ei
terin in einem Nonnenkloster, einem von Ordens
schwestern geführten H eim
öber/Ober| -irdisch / A d j./ auf der Erdoberfläche
(liegend): ein oberirdischer Abfluß; o. wachsende
Pflanzen; -kellner, der Kellner, der für die Ab
rechnung mit den Gästen zuständig ist; -kiefer, der
oberer Teil des Kiefers; -kommando, das Mil. höch
stes Führungsorgan der Streitkräfte eines Staates,
von verbündeten Staaten; -körper, der der Teil des
menschlichen Körp ers, der oberhalb der Gürtellinie
liegt: mit nacktem O.; den O. beugen; -lauf, der der
Quelle zu gelegener Teil eines Flusses, Stromes: der
0 . der Oder; -leder, das fo. Pl.f Leder des Oberteils
vom Schuh; -lehrer, der /Ehrentitel für einen ver
dienten Lehrer in der DDR/; -leitung, die 1. jo. Pl.j
oberste, höchste Leitung (3): jmd. übernimmt von
etw. die 0., behält die 0. — 2. hoch über der Fahr
bahn angebrachte elektrische Leitung, von der Stra
ßenbahn, Obus und elektrische Eisenbahn ihre E ne r
gie erhalten; -leitungsomnibus, der / / auch Obus/
Omnibus, der Elektroenergie zum Fahren a us einer
Oberleitung (2) bezieht; -l eutn a nt, der Offizier der
Land-, Luft-, Seestreitkräfte, dessen Dienstgrad
zwischen dem des Leutnants und dem des Haupt
manns, Kapitänleutnants liegt; -licht, das fo. Pl.j
von oben in einen R a u m einfallendes Tageslicht:
ein Atelier mit gutem O.;
-liga, die Fußball
Handball oberste Leistungsklasse in der DDR :
in der 0 . spielen; -lippe, die die obere Lippe
Obers, das; fo. Pl.f österr. Sahne, Rahm
Ober| -Schenkel, der Teil des Beines vom K nie an
aufwärts; -Schicht, die privilegierte, begüterte und
(indirekt) herrschende Gruppe von Menschen in der
bürgerl. Gesellschaft: eine dünne, herrschende 0 .;
- s chule, die 1. fin der DDR/ die zehnklassige
allgemeinbildende polytechnische 0 . / / auch POS/
(für alle schulpflichtigen Kind er verbindliche all
gemeinbildende Schule); die / erweiterte 0 .
—
2. /Bez. für bestimmte Typen der höheren Schule des
bürgerl. Schulsystem sf; -Schüler, der Schüler der
Oberschule; -Schwester, die Schwester in leitender
Stellung in einer Einrichtung des Gesundheits- od.
Sozialwesens; -Seite, die 1.1 . obere Seite von etw.:
die 0 . der Kiste 1.2 . die rechte Seite eines Stof
fes
Oberst, der;, -s/-en, -en/-e Offizier der Land-, L uft
streitkräfte, dessen Dienstgrad zwischen dem des
Oberstleutnants und dem des Generalmajors liegt
Oberstleutnant, Oberstleutnant, der Offizier der
Land-, Lufststreitkräfte, dessen Dienstgrad zwischen
dem des M ajors und dem des Obersts liegt
Ober| -Stübchen, das -j- umg. im 0 . nicht ganz
richtig sein (geistig nicht ganz normal sein); -Stu
diendirektor, der 1.1 . fin der DDR höchster Ehren
titel für einen verdienten Fachschullehrerf 1 .2 . firn
bürgerl. Schulsystem höchste Dienstrangbez. für den
Direktor einer höheren Schule/; -studienrat, der 1.1 .
/in der DDR Ehrentitel für einen verdienten Lehrer/
1.2 . jim bürgerl. Schulsystem Dienstrangbez./; -stufe,
die siebente bis zehnte Klasse der zehnklassigen all
gemeinbildenden polytechnischen Oberschule; -te il ,
das oberes Teil von etw.: das blusige O. des Kleides;
das 0 . des Kleiderschrankes; -trikotage, die Ober
bekleidung a us (geschnittenen) Gewirken od. Ge
stricken: Obertrikotagen herstellen; -wasser +
um g. 0 . haben, bekommen (jmdm. gegenübermim
Vorteil sein, in eine günstigere Lage kommen);
- w eite, die um den Brustkorb herum gemessene
Größe, nach der ein Kleidungsstück gearbeitet w ird :
Frauen mit stärkerer 0 .; die Maße der O. notieren
obgleich /Konj.; unterordnend, leitet einen Glied
satz ein/ obwohl
Obhut, die Fürsorge u nd Schutz /in den Verbin
dungen/ geh. jmd. nimmt jmdn., etw. in, unter
seine O.; jmd. hat jmdn., etw. in, unter seiner O.;
in jmds. 0 ., in guter O. sein
obig /Adj.; nur attr./ obenerwähnt, -genannt: die
obigen Angaben
Objekt, das; -(e)s, -e 1. der menschlichen Prax is und
Erkenntnis, dem Denken und Handeln des M en
schen gegenüberstehender materieller od. ideeller
Gegenstand od. Vorgang, Prozeß, auf den sich die
materielle od. ideelle Tätigkeit des Menschen richtet:
auf ein lohnendes, unbekanntes 0 . stoßen; der
Gegenstand war das 0 . allgemeinen Staunens, N a ch
denkens; jmd., etw. wird zum 0 . der wissenschaft
lichen Untersuchung; ein 0 . unter dem Mikroskop
betrachten; P h ilo s . das dialektische Verhältnis
von Subjekt und 0 . (unabhängig und außerhalb
vom Bewußtsein existierendem Sachverhalt der
materiellen Welt) — 2 . jmdm. ein O. (einen Wert
gegenstand) zum K auf anbieten; ein geeignetes O.
(Grundstück) für den Bau suchen — 3 . /DDR/ für
die Allgemeinheit geschaffene bauliche Einrichtung,
betriebswirtschaftliche E inh eit, bes. Verkaufsstelle,
Gaststätte: ein industrielles, landwirtschaftliches O .;
einenneuenLeiterfürdas0. suchen —4.Gramm.
Satzglied, das den Sachverhalt, den Gegenstand, die
Person, auf die ein Geschehen bezogen ist, charak
terisiert; Satzglied, das vom Prädikat als Ergänzung
gefordert wird/
+ die / Tücke des Objekts
objektiv, objektiv /Adj./ 1. unabhängig vom Indi
viduum (1) und seinem Bewußtsein (1): objek
tiv e Bedingungen, Faktoren, G esetzmäßigkeiten,
Schwierigkeiten; die objektive R ealität (das außer
halb und unabhängig vom Bewußtsein Existierende,
die materielle W elt); der objektive / Idealismus —
2. Objektivität aufweisend, sachlich (2), vorurteils
frei, nicht (wesentlich) subjektiv bestimmt: eine ob
jektive Einschätzung, Beurteilung; etw. o. ab
wägen, beurteilen
Objektiv, das; -s, -e [..v o ] dem Fotoobjekt zuge
wandte Linse (3), meist als System von Linsen, opti
scher (3) Geräte
Objektivismus, der; -, jo. Pl.j [..v . .] unwissen-
schaftliche methodologische und bürgerl.- i deologische
Denkhaltung, wonach jede Parteilichkeit der Wissen
schaftlichkeit widerspricht
Objektivität, die;
jo. PL/ [..v . .] das Adäquat
sein der Widerspiegelung der objektiven Realität,
Sachlichkeit im Untersuchen, Darstellen, Urteilen:
0 . als Voraussetzung jeder Wissenschaft; die 0 .
einer Aussage; sich den Anschein von 0 . geben
Objekt| -leiter, der /D D R / Leiter eines Objekts (3);
- s atz, der Gramm. Gliedsatz in der Funktion (1)
eines Objekts (4); -träger, der fa ch sp r . kleine Glas
platte, auf die das im Mikroskop zu untersuchende
Präparat aufgebracht wird
Oblate, die;
-n dünnes, vorwiegend weißes Gebäck
aus Weizenmehl, das als Unterlage für Lebkuchen,
Makronen dient, im religiösen Zeremoniell als
Hostie gereicht wird
obliegen, obliegen (er obliegt/liegt ob), oblag/lag ob,
hat/ist obgelegen 1 . geh. etw. obliegt jmdm., liegt
jmdm. ob jmd . hat eine (dienstliche) Aufgabe (1.1),
Pflicht (1.2): dem Gericht obliegt es, darüber zu
entscheiden — 2. veraltend jmd. obliegt einer
Sache, liegt einer Sache ob jmd. widmet sich einer
Sache: er oblag dem Studium mit Eifer; zu 1
Obliegenheit, Obliegenheit, die;
-en geh. (dienst
liche) Aufgäbe'(1.1), Pflicht (1.2)
obligat jAdj.; vorw. attr.f vorw. s pö tt. unerläßlich,
unentbehrlich: der obligate Einkaufsbummel; die
obligaten Jeanshosen tragen1; Mus. eine obligate
Stimme (eine selbständig geführte, solistische S tim
me, die beim M usizieren nicht weggelassen werden
darf)
obligatorisch fAdj.; bes. im Hinblick auf Lehrver
anstaltungen! nicht fakultativ: obligatorische Vor
lesungen; die Teilnahme am Sportunterricht ist o.
Obmann, der; -(e)s, Obmänner/Obleute v e r a lt e n d
jmd ., der bestimmte Belange einer kleineren Gruppe
von Personen wahrzunehmen hat
Oboe, die; -,
- n [obo:o] modulationsfähiges, leicht
näselnd klingendes Holzblasinstrument
Obolus, der;
se scherzh. (kleiner) Geldbetrag,
den jmd . zu entrichten hat od. spendet: seinen O.
entrichten, zahlen
Obrigkeit, die; -,
-en veraltend: die weltliche,
geistliche 0 . (die unter früheren Verhältnissen in
Staat, Kirche die Macht innehabende Personen
gruppe)
obschon jKonj.; leitet einen konzessiven Gliedsatz
ein!: er wollte lieber zu Fuß gehen, o. es eine Bus
verbindung gab
\
Observatorium, das; -s, Observatorien [ . . v . . , PI.
. .ion, ..Ion] wissenschaftliche Einrichtung zur B e
obachtung bes. astronomischer, meteorologischer und
geophysikalischer Erscheinungen
obsiegen, obsiegen (er siegt ob/obsjegt), siegte ob/
obsiegte, hat obgesiegt/obsiegt v era lten d geh.
siegen
obskur fAdj./ fragwürdig, anrüchig (1 . 1 ), von schlech
tem Ruf: eine obskure Gesellschaft; ein obskures
Unternehmen
Obst, das; -es, jo. P L; zusammenfassende Bez. für
bestimmte eßbare, meist süße, saftige Früchte und
Beerenj: frisches, reifes 0 .; O. ernten, einkochen
Obst| -bau, der fo. Pl.j Anbau von Pflanzen, deren
Früchte zum Obst gerechnet werden; -banm, der
Baum , dessen Früchte zum Obst gerechnet werden:
blühende Obstbäume.
Objektivität — oder
837
obstinat jAdj./ eigensinnig, widerspenstig: eine
obstinate Person; sein obstinates Schweigen
Obst| -kuchen, der mit Früchten (1 .2 ) belegter od.
gefüllter Kuchen; -m esser, das kleines Messer,
häufig mit hölzernem Griff, das zum Schälen, Zer
schneiden bes. von Kernobst vor dem Verzehr dient
Obstruktion, die; -,
- e n Verhinderung der Beschluß
fassung im bürgerl. Parlam ent bes. durch Reden und
Anträge: 0 . treiben
Obst| -saft, der; -salat, der Salat aus rohen ge
mischten Früchten; -Sorte, die: diese 0 . eignet sich
zum Lagern; -tag , der Tag, an dem zur Gewichts
abnahme Obst die einzige Nahrung bildet; -w e in ,
der aus einer bestimmten Obstsorte außer W ein
trauben durch Gärung gewonnenes alkoholisches
Getränk in der Art von Wein (1)
obszön jA dj./ die sexuellen Tabus verletzend und
daher als anstößig empfunden, unanständig (1.1):
obszöne B ed en führen; obszöne Darstellungen;
dieser Witz ist o.
Obus, der; -/ -ses, -se fKurzw . für Oberleitungs
omnibus/ s. Oberleitungsomnibus
^
obwalten, obwalten (er waltet ob/obwaltet), wal
tete ob/obwaltete, hat obgewaltet veraltend geh.:
peinliche Sauberkeit obw altete (herrschte) in diesem
Krankenhaus; unter den obwaltenden Bedingungen
obwohl jKonj.; unterordnend, leitet einen kon
zessiven Gliedsatz e in ; gibt an, daß der im Gliedsatz
genannte Sachverhalt ohne Einfluß auf den Sach
verhalt des Hauptsatzes i s t/ : o. es schon dunkel war,
schalteten wir noch nicht das Licht ein; wir ver
suchten alles, o. wir wußten, daß es zwecklos ist
Ochse, der; -n, -n 1. kastriertes männliches Rind —
2. salopp Schimpfw. dummer Mensch, Dumm
kopf: das ist ein 0 .!
ochsen /sw. Vb.; hat/ salopp etw. hart und aus
dauernd, oft stumpfsinnig lernen, büffeln: Vokabeln,
Grammatik o.; er mußte mächtig für das Examen o.
Ochsen ziem er, der; -s, - Peitsche mit mehreren
dünnen Lederriemen
ocker jindekl. A dj.; nicht attr.j gelbbraun: ein
kräftiges, m attes Ocker; ein Kleid in Ocker
öd jA dj.; nicht attr./ s. öde
Ode, die; -,
-n e rn stes, feierliches, lyrisches Gedicht in
freien Rhythmen
Öde fA dj.j 1 .1 . fa st unfruchtbar, gering bewachsen:
eine öde Gegend; ein ödes Land 1.2 . verlassen (1.1),
menschenleer, einsam (wirkend): dieser Landstrich
ist ziemlich ö. und trostlos; ein öder Platz 1.3 .
inhaltslos, eintönig und langweilig: er führte ein
ödes Leben; ein öder Nachmittag; öde Gespräche
Öde, die;
-n geh. 1 . /vorw. 8g.j öde (1.2) Gegend
—
2. jo. PI.; zu öde 1.2 u. 1.3/ das ödesein; zu
die 1.2: endlose Ö. der Wüste
fidem, der; -s, jo. PI./ veraltend geh. Atem
Ödem, das; -s, -e M ed. krankhafte Ansammlung von
Flüssigkeit im Gewebe: Ödeme in den Beinen haben
öden, ödete, hat geödet umg. jemot.j jmdn., sich
langweilen: du ödest mich mit deinen ewigen Fra
gen; sie ödete sich in seiner Gesellschaft
oder jKonj.; verbindet zwei od. mehr meist direkt
aufeinanderfolgende Glieder; gibt an, daß das in den
Gliedern Benannte in bezug auf den gegebenen K o n
text zur Wahl gestellt istj I, jnebenordnend; verbindet
syntaktisch gleichartige, aber in ihrer Bedeutung
unterschiedliche, einander grundsätzlich od. situa
tionsbedingt (msschließende Wörter, Wortgruppen u.
54*
838
Odium — Offenheit
Sätze; nicht verbindbar sind Glieder wie unter und I./
1. /kennzeichnet einander ausschließende Alter
nativen/ 1.1 . möchten Sie Tee o. möchten Sie
Kaffee?; wir fahren heute o. (wir fahren) morgen
1.2 . /bei antonymischen Gliedern/: ist diese A nt
wort richtig o. falsch?; heiraten o. Junggeselle
bleiben ist eine schwierige Wahl l.B . jin Verbindung
m it vorangehendem entweder/ : für den G utschein
bekommt man entweder ein Buch o. eine Schall
platte o. beides, aber dann mit Zuzahlung; jede
ganze Zahl ist entweder gerade o. ungerade; e n t
weder ich trinke Wein o. ich trinke Bier; ich trinke
entweder Wein o. Bier, aber nicht beides 1.4 . /in
Verbindung mit ob/: /*■ xob (3) — 2 . /kennzeichnet
gleichermaßen gültige Auswahleinheitenj 2.1 . m öch
ten Sie Tee o. Kaffee o. sonst ein Getränk — o. ein
anderes Getränk?; wir fahren heute o. morgen,
jedenfalls in Kürze; Hans o. Britz wird mich ver
treten, da kann ich schon mal weg 2.2 . /austausch
bar durch und, wenn die verbundenen Glieder in
bezug auf ein genanntes Auswahlkriterium gleicher
maßen repräsentativ sind/ : Hans läuft schneller als
Britz o. Rudi (egal ob Fritz, Rudi für Fritz und Rudi
gilt: H ans läuft schneller als jeder von ihnen); sie
darf kommen o. gehen wie sie will; Möbel o. Autos
müssen bar bezahlt werden; Erwachsene zahlen
voll, nur Schüler o. Studenten zahlen weniger —
II. /in Verbindungen, die nicht als nebenordnend wie
in I, sondern als gleichbedeutend mit Satzgefügen
und anderen Konstruktionen interpretiert werden/
1. /das erste Glied der Verbindung entspricht einem
negierten ‘ Konditionalsatz, vgl. und 111.2/ 1 .1 .
/wenn das erste Glied der Verbindung ein Imperativ
satz, das zweite ein Aussagesatz ist/: komm her o.
ich hole dich; iß deinen Brei o. du darfst nicht
rausgehen 1.2 . /wenn das erste Glied ein nominales
Satzfragment, das zweite ein Aussagesatz i s t/ : noch
ein Bier o. ich verdurste; jetzt Sonne o. die Ernte
ist hin — 2 . /angefügt an einen (meist doch ent
haltenden) Aussages atz , gleichbedeutend einer Ver
gewisserungsfrage/ : er h at doch recht, o. (hat er
etwa nicht recht)?; /gleichbedeutend einer rhetorischen
Frage/: er hat doch recht, o. nicht (hat er denn
nicht recht)? — 8 . /als Glied der mehrteiligen K o n j .
ob ... o./: /t xob(3)
Odium, das; -s, /o. Pl.j geh. Makel: an jmdm. haf
tet das O. der Lieblosigkeit; mit einem 0. behaf
tet sein
ödjland, das /o. P L/ land- od. forstwirtschaftlich
wenig ertragreiche Bodenfläche: Brach- und Ö.; die
Kultivierung von ö .
Odyssee, die; -, -n [odyse:, PI. odyse: (c)n] sch erzh .
lange Irrfahrt: eine absurde, unvergleichliche 0 .;
seine Reise erzählen war eine 0 .
Oeuvre, das; -s, jo. Pl.f [0:vor, oe:vro] geh. Ge
samtheit der Werke eines Künstlers: des 0 . des
Hieronymus Bosch
Ofen, der; -s, Öfen 1.1* vorwiegend in Wohngebäu-
den verwendete A nlag e, i n der durch Verbrennung
bes♦ von Kohle, Öl, Gas od. durch Elektroenergie
Wärme erzeugt wird : ein eiserner, transportabler
O.; einen O. neu setzen lassen; den O. heizen,
säubern; Asche aus dem O. nehmen; der 0 . raucht,
ist noch nicht durchgebrannt; hat keinen Zug
1.2 . Techn. den 0 . (Hochofen) beschicken
4- u m g . hinterm O. hocken (ein Stubenhocker
sein); der 0 . ist aus (es ist Schluß, das ist die Höhe)!;
—
damit kann man keinen / Hund hinter dem 0-
hervorlocken, vom 0 . locken
Olen| -heizung, die /o. Pl.j: wir haben 0'. (heizen
m it Hilfe eines Kachelofens, von Kachelöfen) ; -rohr,
das Rohr zwischen Ofen und Schornstein, das zum
Ableiten des Rauches und der Verbrennungsgase
dient; -Setzer, der Handwerker, der Kachelöfen
und Kamine baut, reinigt und umsetzt; -tür, die Tür
vor dem Feuerloch: die 0 . zuschrauben
offen /A d j./ 1 .1 . nicht verschlossen, nicht zuge
schlossen: eine offene Tür; die Schublade ist o.
1.2 . nicht geschlossen (1.1 .2 ,1 .3 , 3): eine offene Tür;
bei offenem Benster schlafen; jmd. atmet mit
offenem Mund; das Geschäft ist den ganzen Tag
über o. (geöffnet); ein offenes (nicht zugeklapptes)
Buch; der Brief ist noch o. (nicht zugeklebt); mit
offenem (nicht zugeknöpftem) Mantel herumlaufen;
O mit offenem Mund (erstaunt) dastehen 1.8 . /nicht
adv./ eine offene (nicht verheilte) Wunde — 2 . /nur
a ttr ./ frei (9): die offene See; offenes (leicht über
schaubares) Gelände; auf offener Straße (auf der
Straße, vor den Augen der Öffentlichkeit); der Zug
hielt auf offener Strecke — 3 . /nicht adv./ 3 .1 . un
erledigt, ungeklärt: offene Brägen, Probleme; etw .
ist noch völlig o. (unentschieden 1) 3.2 . eine offene
(nicht von jmdm. eingenommene) Planstelle 3.3 .
eine offene (unbezahlte) Rechnung — 4 . ehrlich,
aufrichtig: ein offener Mensch; sie h at ein offenes
Wesen, einen offenen Blick; jmdm. o. die Meinung
sagen; etw. o. eingestehen, zugeben; etw. frei und
o. (ohne Scheu, geradeheraus) bekennen — 5 . ohne
jede Geheimhaltung klar und deutlich gezeigt, für
jeden erkennbar: offene Empörung, Gegnerschaft;
offener Widerstand; einen offenen Kampf führen
+ jmdn. mit offenen / Armen aufnehmen, emp
fangen; mit offenen / Augen ins Unglück rennen;
ein offener / Brief; etw. ist ein offenes / Geheim
nis; mit offenen / Karten spielen; ein offenes ^
Ohr bei jmdm. finden; / Tag der offenen Tür;
offene /* Türen einrennen; jmd. find et überall
offene / Türen
offenbar, offenbar /A dj./ 1 .1 . deutlich zu erkennen
(2.2), klar: ein offenbarer Irrtum; eine offenbare
Lüge; am offenbarsten zeigte sich die Wirkung des
Giftes bei jungen Ratten 1.2 . /adv./ anscheinend: o.
hatte niemand Lust, an dem Ausflug teilzunehmen
offenbaren, offenbarte, hat (ge)offenbart 1 . jmdm.
seine Gefühle, Gedanken bekennen (1): jmdm. sein e
Liebe, Zu-, Abneigung o.
—
2.1 . etw. zeigen (4.4),
jmdn. etw. erkennen la ssen : erst seine Tagebücher
offenbarten uns sein eigentliches Wesen 2.2 . sich
o. sich zu erkennen geben: seine leidenschaftliche
Besessenheit offenbarte sich beim Musizieren —
3. sich jmdm. anvertrauen (2.2): er offenbarte sich
seinem Breund
Offenbarung, die; -,
- e n 1.1 . das Offenbaren (1.1):
die 0 . eines Geheimnisses, einer Schuld 1.2 . Rel.
durch den Glauben erfaßbare M itteilu ng religiöser
Wahrheiten durch Gott — 2 . plötzliche Erkenntnis
(1.1): jeder Satz des Buches schien ihm eine O. zu
sein
offen| -bleiben /Vb.j 1. geöffnet bleiben: das Benster
soll o.
—
2. ungeklärt bleiben: diese Brage, E nt
scheidung muß noch o.; -halten /Vb./ etw. geöffnet
halten: die Tür o.; <> die Tür zu Verhandlungen o.
(zu Verhandlungen bereit sein) ; + die / Augen o.
Offenheit, die; -, /o. PI .; zu offen 4/ Aufrichtigkeit,
Ehrlichkeit: man schätzte die 0 . dieses Menschen,
seines Charakters; entwaffnende, erfrischende,
rückhaltlose, brutale, zynische 0 .; ein Gespräch in
aller 0 . führen
9 ffen| -herzig fAdj./ aufrichtig: er hat eine offen
herzige und gewinnende Art; eine offenherzige
Frage stellen; :kundig, -kundig /Adj.f deutlich
erkennbar, klar: ein offenkundiger Mißbrauch,
Verrat; etw. o. betreiben; etw. wird o. (etw. wird
bekannt); -lassen fVb.f 1.1 . etw. geöffnet lassen:
bitte, die Tür, das Fenster o .! 1.2 . die Zeile für das
Geburtsdatum o. (unausgefüllt lassen) — 2 . etw.
ungeklärt lassen: das Datum für den Vertrags
abschluß n o eh ’O. {noch nicht festlegen); ihre Worte
ließen keinen Zweifel offen; eine Frage o* {un
beantwortet lassen) — 3 . etw. im Bereich des Mög
lichen lassen: eine Möglichkeit o .; das Sturmspiel
des Meisters ließ viele Wünsche offen (war nicht
meisterhaft); :sichtlich, -sichtlich jAdj.f 1.1 . offen
bar (1.1): seine Verwirrung war o. 1 .2 . /adv./ offen
bar (1.2): das hat er o. vergessen
offensiv /A dj*/ 1.1. eine offensive (sich auf Angriff
stützende) Taktik; die Mannschaft spielt o. 1 .2 . o.
(die Initiative ergreifend und zielstrebig) diskutie
ren; eine offensive Agitation
Offensive, die;
-n [..v e] 1.1 . großangelegter mili
tärischer Angriff: eine 0 . eröffnen 1.2 . ]o. Pl.j in die
0 . gehen (offensiv 1.2 werden)
Qffen|stehen /Vb.f geöffnet sein: die Tür, das F e n
ster stand weit offen; <0> eine Rechnung steht noch
o ffen -(ist noch nicht bezahlt)
+ jmdm. stehen alle / Türen offen
öffentlich fA dj.f 1. die Öffentlichkeit (1) betreffend,
in der Öffentlichkeit: das öffentliche Leben; die
öffentliche / Ordnung aufrechterhalten, stören;
die öffentliche Meinung (die wesentlich durch das
Klasseninteresse der jeweils herrschenden Klasse ge
prägte Meinung der Allgemeinheit); ö. auftreten,
reden; etw. ö. bekanntgeben — 2 . allen zugänglich,
für die Allgemeinheit bestimmt: öffentliche Anlagen,
Verkehrsmittel; ein öffentlicher Fernsprecher;
öffentliche Versteigerungen, Ziehungen; die Sit
zung, Versammlung ist ö.
—
3. /nur attr.f öffent
liche (staatlicher, kommunaler Verwaltung unter
liegende) Gebäude, Gelder
Öffentlichkeit, die; jo. P I ./ 1 . die Bevölkerung
außerhalb ihrer persönlichen, p rivaten Sphäre: die
Ö. alarmieren, von etw. in Kenntnis setzen, auf
etw. aufmerksam machen; etw. findet, erregt das
Interesse der ö.; etw. unter Ausschluß der ö . ver
handeln; sich mit jmdm. in der, in aller ö . (vor
allen Leuten) zeigen — 2 . jzu öffentlich 2/ das
öffentlichsein: die ö . der Rechtsprechung
Öffentlichkeitsarbeit, die jo. Pl.j 1. /unter soz. Ver
hältnissenI der aktiven Mitwirkung der Öffentlich
keit im Rahmen der soz. Demokratie dienende Tätig
keit einer Institution, eines Betriebes zur Infor
mation der Öffentlichkeit über ihre Anliegen, L ei
stungen und Vorhaben — 2 . /unter kap. Verhält
nissen/ gezielte informatorische M aßnahmen, die,
(mittelbar) in die Öffentlichkeit manipuliert, dazu
dienen sollen, ein günstiges Bild bestimmter P e r
sonen, Unternehmen und der k ap . Gesellschaft über
haupt zu geben
offerierenjsw. Vb.; hat/ v eraltend
an
bieten (1.2): jmdm. eine Tasse Kaffee, ein Glas
Wein o.
offenherzig — Öffnungszeit
839
Offerte, d i e ; -n (schriftliches) kaufmännisches A n
gebot: eine 0 . in die Zeitung bringen; die Offerten
lesen; jmdm. eine 0 . machen
offiziell /Adj.l 1.1 . von einem staatlichen Organ,
einer öffentlichen Institution ausgehend, bestätigt,
amtlich: eine offizielle B ekanntgabe, Mitteilung,
Nachricht; ein offizielles Verfahren; vo n offizieller
Seite wurde bekanntgegeben, bestätigt, daß ...;
ein Land o. anerkennen, vertreten 1.2 . amtlich
(1.2): offizielle Äußerungen 1.3 . dienstlich *(1.1):
der Besuch des Ministers h atte (einen) offiziellen
Charakter; na ch einigen Späßen wurde er o.
(ernsthaft, sachlich, formell)
Offizier, der; -s, -e Angehöriger der Land-, Luft-,
Seestreitkräfte mit einem der Dienstgrade vom Unter-
leutnant an aufwärts: ein 0 . der Luft-, Seestreit
kräfte
Offiziers] -h ochschule, die militärische A usbildungs
stätte der N V A , an der Offiziersschüler zu Offizieren
ausgebildet werden; -Schüler, der Angehöriger der
Land-, Luft-, Seestreitkräfte der DDR im Dienst
verhältnis eines Berufssoldaten, der zum Offizier
ausgebildet wird
offiziös /A dj./ nicht (voll), nur indirekt offiziell
(1.1), nicht amtlich verbürgt: ein e offiziöse Zählung,
Verlautbarung; einer Sache einen offiziösen A n
strich geben
öffnen jsw. Vb.; hat/ 1.1 .1 . etw. ö. einen Bestand
teil von etw. so bewegen, daß dadurch der dahinter
liegende Raum zugänglich gemacht wird: den
Schrank, das Fenster, die Augen, den Mund ö.;
ein Buch ö. (aufschlagen 3.1) 1.1 .2 . etw. so bewegen,
daß dadurch der dahinter liegende R aum zugänglich
gemacht wird: eine Tür, Klappe, die Fensterflügel
Ö. 1 .2 .1 . der Schrank öffnet sich leicht (läßt sich
leicht öffnen 1.1 .1) 1.2 .2 . nachdem sich das Tor
geöffnet hatte (so bewegt hatte, daß der dahinter
liegende Raum zugänglich wurde), gingen wir hin
durch 1.3.1« etw. ö. das Innere von etw. durch (teil
weise) Beseitigung d er Hülle zugänglich machen:
die Kiste mit einer Brechstange, eine Büchse
Fisch, Wurst ö.; einen Brief, den Umschlag ö.
(aufschlitzen, aufreißen) 1.3.2* etw. aufschließen (1 ):
die Schublade m it,einem Schlüssel ö.
—
2. die
Verkaufsstelle, Po st öffnet (bedient die Kunden)
ab 9 Uhr; das Museum ist ab 8 Uhr geöffnet (ist
ab 8 Uhr für Besucher zugänglich) — 3 .1 . den
Schirm ö. (aufspannen) 3.2 . etw. öffnet sich: der
Fallschirm hat sich geöffnet (hat sich z u seiner
vollen Größe ausgebreitet);- die Blüten ö. sich
(wachsen aus den Knospen); die Knospen ö. sich
(die Hülle der Knospen löst sich, so daß die Blüten
und Blätter zu voller Größe wachsen können)
-f- jmdm. die / Augen ö.; einer. Sache /f Tür
und Tor ö.
Öffner, der; -s, - kleines Gerät, m it dem etw. ge
öffnet wird: ein Ö. für Konservendosen
Öffnung, die; -,
-e n 1. /o. Pl.j das Öffnen (1.1,
f.3), das Bichöffnen: die Ö. des Fallschirms er
folgte zum vorgesehenen Zeitpunkt — 2 . nicht-
ausgefüllte, offene (1), frei gebliebene, gewordene,
gelassene Stelle i n etw., bes. einer Fläche: eine
runde, kleine Ö.; eine ö. in der Hecke; die ö.
verschließen
Öffnungszeit, die Zeitspanne, während der ein
öffentliches Gebäude, ein Geschäft geöffnet i s t : die
Öffnungszeiten der Geschäfte, Museen
840
Offsetdruck — Ohrwurm
Offsetdruck, der D ruckerei 1. fo. PL/ Druckver
fahren, bei dem der (farbige) Druck indirekt von der
Druckform über einen mit Gummi bekleideten Z ylin
der auf das Papier erfolgt — 2 . /PL -e/ das durch 1
Gedruckte
oft, öfter, am öftesten /Adv.; Superl. selten;
z* auch öfter/ viele Male (II): ein o. gebrauchtes
Wort; man traf ihn o. im Konzert, Theater; sie
war ziemlich o. krank; umg. wir haben es ihr
schon so und so o. (sehr häufig) gesagt
öfter /Komp. zu oft/ L /Adv.) 1. / oft: sie war ö.
krank als ich — 2 . wir haben ö. (oft) über ihn
gesprochen — II. /Adj.; nur attr.f umg. häufig,
mehrmals: seine öfteren Besuche
+ des öfteren (oft)
öfters /Adv.) oft: ich habe ihn ö. gesehen
oftmals )Adv.) oft: ich habe es ihm o. gesagt
oh IAusruf bes. der Freude, Überraschung und des
Staunens/: oh, das ist aber schön!; vgl. o
Ohm, das; -s, - / M aßeinheit des elektrischen Wider
stands)
ohne I. jPräp. mit Akk.) 1. /bezeichnet das Nicht
vorhandensein, Fehlen/: o. Mantel auf die Straße
gehen; sie ißt die Torte o. Schlagsahne; o. jmdn.
nicht leben können; o. Pause arbeiten; o. die
Kinder verreisen; etw. o . zwingenden Grund tun
—
2. o. etw. etw. nicht gerechnet: die Wohnung
kostet ihn o. Warmwasserversorgung und Heizung
50 Mark — II . /konjunktional; in Verbindung mit
daß od. zu + I n f .; unterordnend; leitet einen Glied
satz ein; bei Gleichheit des Subjekts von Haupt- und
Gliedsatz steht meist o. zu + I nf.; modal; kenn
zeichnet den Gliedsatz im Sinne eines nicht ein
getretenen od. nicht eintretenden B egleitumsta nd es):
er eilte vorbei, o. daß er ein W ort an mich richtete,
o. ein Wort an mich zu richten; o. daß ich es
ahnte, hatte man inzwischen über mich bestimmt
+ umg. etw., jmd. ist nicht (so, ganz) o. (etw.,
jmd. ist beachtlich; etw., jmd. ist schwierig, nicht
ungefährlich); — o .
weiteres
ohnej -dies, -dies )Adv.) ohnehin: er hätte o. ge
kündigt, den Freund besucht; -gleichen /indekL
A dj. ; nicht adv.; dem Subst. nachgestellt) mit nichts
vergleichbar: es war ein Affront, Skandal o.; diese
Geschichte ist o .; -hin, -hin )Adv.) auf jeden Fall,
auch ohne den vorher erörterten Sachverhalt: es i s t
o. Zeit aufzubrechen; o. hatte ich vor, mit dir zu
sprechen
Ohnmacht, die; -,
-en \vorw. Sg.) 1. Anfall von
Bewußtlosigkeit: iü eine (leichte, schwere, tiefe) 0 .
sinken; er fiel plötzlich in 0 .; einer O. nahe sein;
in 0. liegen — 2. Machtlosigkeit gegenüber jmdm.,
einer Sache: das Gefühl seiner O. bedrückte ihn;
dazu ohnmächtig )Adj.f; zu 1 : o. sein, werden; zu
2: ohnmächtiger Zorn; ohnmächtige Verzweiflung
oho umg. /Ausruf des Staunens, Unwillens): „o.,
das geht aber schnell!“ rief er anerkennend; umg.
scherzh . eine umsichtige Person, klein, aber o.
(klein, aber nicht zu unterschätzen)
Ohr, das; -(e)s, -en 1, paariges, am Kopf sitzendes
Gehör- und Gleichgewichtsorgan des Menschen und
der Wirbeltiere: er ist taub auf einem O., hört nur
auf einem 0 .; mir dröhnen, sausen die Ohren;
ein feines, scharfes 0 . (Gehör) haben — 2 . äus
serer Teil von 1 : kleine, große, abstehende, anlie
gende Ohren; vor Kälte rote Ohren haben; sich
die Ohren zuhalten, zustopfen
+ ganz O. sein (aufmerksam zuhören); nur mit
halbem 0 . (unkonzentriert) hin- , zuhören; jmdm.
sein 0 . leihen (jmdm. bereitwillig zuhören); etw.
kommt jmdm. zu Ohren (jmd. erfährt etw.); ein
offenes O. (Gehör, Teilnahme) bei jmdm. finden;
etw. noch im O. haben (sich gut an etw. erinnern);
seinen Ohren nicht trauen (völlig überrascht sein);
die Ohren vor etw. verschließen (etw. nicht hören,
wahrhaben wollen); ta uben Ohren predigen (ver
geblich mahnen); u m g . die Ohren spitzen (auf
merksam horchen, zuhören); jmdm. m it etw. in den
Ohren liegen (jmdm. immer wieder mit etw. zu
setzen, um es durchzusetzen); jmdm. die Ohren voll-
heulen, -jammern (jmdm. ständig etw. vorjammern);
auf den, seinen Ohren sitzen (nicht zuhören); die
Ohren hängenlassen (enttäuscht, mutlos sein); die
Ohren steifhalten (sich nicht unterkriegen lassen,
nicht den M ut verlieren); jmdm. die Ohren lang
ziehen (jmdn. tadeln und strafen); sich etw. hinter
die Ohren schreiben (etw. beherzigen); sich aufs O.
legen (sich schlafen legen); jmdn. übers 0 . hauen
(jmdn. betrügen, übervorteilen); es fa ustdick hinter
den Ohren haben (durchtrieben sein); jmd. ist no ch
nicht trocken hinter den Ohren (ist noch unreif 2);
mit den Ohren schlackern (staunen); jmdm. eins,
eine hinter die Ohren geben (jmdm. eine Ohrfeige
geben); oft scherzh . bis über beide Ohren verliebt
(über alle M aßen verliebt) sein; viel um die Ohren
(viel Arb eit, viele Verpflichtungen) haben; — jmdm.
das / Fell über die Ohren ziehen; jmdm. einen
Floh ins 0 . setzen; einen kleinen / Mann im
0 . haben; etw. ist / Musik, klingt wie Musik in
jmds. Ohren; sich die / Na cht um die Ohren
schlagen; hier haben die / Wände Ohren
Öhr, das; -(e)s, -e längliches Loch am oberen Ende
der Nähnadel, durch das der Faden gezogen wird
Ohren/phren| -arzt, der u mg . Facharzt für Hals-,
Nasen-, Ohrenkrankheiten; -betäubend )Adj.) un
erträglich laut: ein ohrenbetäubender Lärm, Krach;
-s a u s en, das; -s, )o. PI.) sausendes, auch klin
gendes Geräusch im Ohr: plötzliches O. behinderte
ihn bei der Arbeit; -schmalz, das talgartiges, gelb
lich-braunes Sekret, das sich im äußeren Gehörgang
bildet; -schmaus, der /o. PI.) umg. etw. sehr ange
nehm Klingendes: diese Musik ist für mich ein,
der reinste 0.!; -schmerz, der )vorw. PL): der
Junge klagte über Ohrenschmerzen; -sessel, der
Sessel mit hoher Rückenlehne und oben an ihr links
und rechts vorstehenden Teilen zum Anlehnen des
Kopfes; -zeuge, der Person, die etw. bezeugt, was
sie selbst gehört hat: er war 0 . der Auseinander
setzung
Ohr/ohr| -feige, die; -,
-n Schlag (1.1) m it der
offenen Hand auf jmds. Backe: er gab dem Jungen
eine schallende O.; -feigen , ohrfeigte, hat geohr-
feigt jmdn. o . jmdm. eine Ohrfeige, Ohrfeigen
geben: die Mutter ohrfeigte ihren ungehorsamen
Sohn; -klip(p), der Klipp (1); -läppchen, das; -s, -
aus fleischigem Gewebe bestehender Zipfel am unte
ren Rand der Ohrmuschel; -musehel, die aus Knor
pel und Fettgewebe bestehender trichterförmiger Teil
des äußeren Ohres; -ring, der ringförmiges Schmuck
stück, das durch ein in das Ohrläppchen eingesto
chenes Loch gezogen od. am Ohr festgeklemmt w ird ;
- wurm, der 1. Insekt mit fadenförmigen Fühlern
und mit Zangen am Körperende, mit denen es käm
pfen od. sich gegen andere Tiere verteidigen kann
Okarina — ölig
841
—
2. umg. scherzh. erfolgreicher Schlager mit ein
gängiger M elodie
Okarina, die; -,
-s/Okarinen tönernes kugel-, ei- od.
vogelförmiges Blasinstrum ent
okay [oke:] fAbk. o.k., O.K./ umg. 1. /Ausruf
der Zustimmung/ jawohl, es ist recht: „kommst
du mit ins Kino?“ „Okay!“ — 2 . etw., jmd. ist
o .: diese Maschine ist o. (ist sehr gut); unser
Meister ist o. (ein prim a Kerl); nach längerer
Krankheit ist sie jetzt wieder o. (gesund 1.1)
okkasionell lAdj.f W issensch . gelegentlich auf-
tretend: diese sprachlichen Bildungen sind o.
okkult IAdj.; nicht adv./: an okkulte (geheimnis
volle, übernatürliche) Kräfte glauben
Okkultismus, der; /o. PI ./ Beschäftigung mit E r
scheinungen, die i n absichtlicher od. unabsichtlicher
Verkennung ihrer natürlichen Erklärung auf so
genannte übersinnliche K räfte zurückgeführt werden
Okkupant, der; -en, -er? Macht, die fremdes Staats
gebiet okkupiert (hat)
Okkupation, die; -en völkerrechtswidrige od. auch
rechtmäßige Besetzung fremden Staatsgebietes
okkupieren /sw. Vb.; hat/ völkerrechtswidrig od.
auch rechtmäßig fremdes Staatsgebiet besetzen (4):
das okkupierte Gebiet
Ökologie, die; jo. PI ./ Wissenschaft von den B e
ziehungen der Systeme von Organismen zu ihrer
Umwelt
Ökonom, der; -en, -en 1. Wissenschaftler, Fach
mann auf dem Gebiet der Ökonomie, der Wirtschaft
—
2. noch österr. Landwirt
Ökonomie, die;
-n [..hon] 1. fo. PI./ Wirt
schaftswissenschaft: die klassische bürgerliche Ö.;
er arbeitet auf dem Gebiet der Ö.; die politische
ö . (Wissenschaft von den in einer bestimmten Pr o
duktionsweise w irkenden ökonomischen Gesetzen) —
2. /vorw. Sg.j wirtschaftliche (1) Bedingungen, Ver
hältnisse und Prozesse: die Ö. eines Landes — 8 .
jo. Pl.j rationelle Verwendung der gesellschaftlichen
Arbeit, Wirtschaftlichkeit: die Ö. der Zeit
Ökonomik, die;
- e n 1. jo. Pl.j Produktionsweise,
ökonomische S tru k tur einer Gesellschaftsordnung:
die Ö. des Kapitalismus, Sozialismus — 2 . fvorw.
Sg.j Gesamtheit der Produktionsverhältnisse und der
Struktur eines einzelnen Wirtschaftsorganismus: die
ö . des Binnen- und Außenhandels, der sozialisti
schen Landwirtschaftsbetriebe — 8 . jvorw. Sg./
Analyse und Charakteristik eines einzelnen W irt
schaftszweiges od. -gebietes: die ö . einzelner Indu
striezweige, der Verkehrswege
Ökonomisch /Adj./ 1. /nicht präd.; zu Ökonomie
2/: die ökonomische Entwicklung, Struktur eines
Landes; ökonomische (die Produktion und Ver
teilung der materiellen Güter innerhalb einer P ro
duktionsweise bestimmende) Gesetze; die soziali
stische ökonomische / Integration; eine ökono
mische / Gesellschaftsformation — 2 . /zu Öko
nomie 3/ wirtschaftlich (3): ein ö. arbeitender B e
trieb ; frei von ökonomischen Sorgen sein
Oktaeder, das; -s, - [ . .a|e:..] Math, von acht kon
gruenten Dreiecken begrenzter regelmäßiger Körp e r
Oktav, das; -s, /o. Pl.j Buchw . Buchformat, das
sich daraus ergibt, daß ein Bogen (II. 1.2) zu acht
Blättern gefaltet ist
Oktave, die; -,
-n [..vo] Mus. 1. achter und letzter
Ton der diatonischen Tonleiter — 2 . Intervall von
acht Tönen: Oktaven greifen, spielen
Oktober, der; -/ -s, - /vorw. Sg.j zehnter M onat des
Jahres
Oktoberrevolution, die jo. Pl./i die Große Soziali
stische O. (die siegreiche proletarische Revolution
im Jahre 1917 in Rußland, in der die Arbeiter
klasse im Bündnis mit den werktätigen Bauern
unter Führung der von Lenin geleiteten Kom m uni
stischen Partei die Macht der Kapitalisten und
Großgrundbesitzer zerschlug und die Diktatur des
Proletariats errichtete)
oktroyieren jsw. Vb.; hat/ [oktröaji:..] jmdm. etw.
aufzwingen: jmdm. seine Meinung, eine Lösung,
seinen Willen o.
Okular, das; -s, -e dem Betrachter zugewandte Linse
optischer Geräte
okulieren /sw. Vb.; hat/ Landw . Obstbäume,
Sträucher, bes. Rosen, dadurch veredeln, daß man
ein Auge (6) in die Rinde einpflanzt
Ökumene, die; -, jo. PI./ Rel. ev. kath. Gesamt
heit der christlichen Kirch en der Welt, bes. der im
ökumenischen R at der Kirchen zusämmengeschlos-
senen christlichen Kirchen; dazu ökumenisch /A dj.j
Okzident, auch Okzident, der; -(e)s, jo. Pl.j die im
Westen, bes. in W esteuropa gelegenen Länder
Öl, das; -(e)s, -e fette (brennbare) Flüssigkeit, die
leichter als Wasser und nicht wasserlöslich ist:
pflanzliches, tierisches, mineralisches, dickflüs
siges, gelbliches Öl; nach Öl (Erdöl) bohren; Salat
mit Öl (Speiseöl) und Zitrone anrichten; eine
Maschine mit Öl (Maschinenöl) schmieren; einen
Ofen mit Öl (Heizöl) feuern; jmd. reibt seinen
Körper mit Öl (Sonnenöl) ein; jmd. malt in Öl
(m it Ölfarbe)
+ ö l auf die Wogen gießen (jmdn., etw. beruhi
gen 1); ö l ins Feuer gießen (jmds. Erregung, Zorn
steigern, schüren)
Öl|baum, der Baum des Mittelmeergebietes mit
lederartigen, festen Blättern und grau-grünen od.
schwarz-blauen Früchten, a us denen Öl gewonnen
wird, das zur menschlichen Ernährung od. für tech
nische Zwecke genutzt wird
Oldtimer, der; -s, - [odttaimor] 1. (Original)fahr-
zeug, bes. Personenkraftwagen, aus der Frühzeit des
Kraftfahrzeugbaus: ein Rennen für O. veranstalten
—
2. scherzh. älterer Mann
Oleander, der; -s,
-
/vorw. Sg.j immergrüner
Strauch des Mittelmeergebietes mit (rosa)roten od.
w eiß en wohlriechenden Blüten, lederartigen Blättern
und einem milchigen, giftigen Saft
ölen /sw. Vb.; hat/ etw. mit (Maschinen)öl ein
reiben, schmieren: die Nähmaschine, das Fahrrad ö.
- f wie ein geölter / Blitz
ö l| -färbe, die Farbe mit Pflanzen-, meist Leinöl
als Bindemittel, die für Anstriche (1.1), zum M alen
(1.1) dient: den Balkon, das Bad mit ö. streichen;
ein mit Ölfarben gemaltes Bild; -feld, das Geol.
Gebiet, in dem Erdöl gefördert wird; -film , der aus
Ölen bestehende feine Schicht, H a ut (3) auf etw.,
bes. einer Flüssigkeit: auf dem Wasser hatte sich
ein ö . gebildet; -fnicht, die Pflanze mit ölhaltigen
Samen: der Anbau von Ölfrüchten wie Raps und
Sonnenblumen; -gemälde, das in ö l gemaltes Ge
mälde: ein Ö. kaufen; -götze, der -f- sa lopp wie
ein ö . (unbeweglich 2.1, stumm 1.2) dastehen, da
sitzen; -heizung, die mit Öl betriebene Heizung
ölig /A djJ 1.1 . ö l enthaltend: eine ölige Lösung
1 .2 . m it Öl getränkt, bedeckt, beschmutzt: ein Öliger
842
Oligarchie — operativ
Lappen; ölige Hände haben — 2 . jemot.j mit öliger
(salbungsvoller) Stim m e reden
Oligarchie, die;
-n [..i:9n] volksfeindliche Herr
schaft einiger reicher, oftmals versippter Familien
des Finanzkapitals
Olim
-j- veraltend scherzh. seit Olims Zeiten (seit
sehr langer Zeit, schon immer); zu Olims Zeiten
(vor langer Zeit)
oliv jindekl. Adj.; nicht attr./ grau-, braungrün:
die Bluse ist o.; ein Rock in Oliv; fauch dekliniert
attr.f umg. ein olivenes Kleid
Olive, die; -n [..vo] 1. Ölbaum — 2. Frucht von 1
Olivenjöl, das fo. PL /: 0 . für Salate und Mayon
naisen
oliv]grün fA d j.f: ein olivgrüner Kleiderstoff
ÖI| -papier, das fo. Pl.j mit einem Öl getränktes,
wasserdichtes Papier; -pest, die von größeren
Schichten von E rd-, Maschinenöl, die von beschädig
ten od. gesunkenen Tankern, Schiffen stammen, aus
gehende Verunreinigung des Meeres und der Küsten ;
-presse, die Presse (1.1 .2) zur Gewinnung von Öl
aus tarnen; -quelle, die Quelle von Erdöl; -raffine-
rie, die Raffinerie für Erdöl; -Sardine, die in
Oliven-, Speiseöl eingelegte Sardine; -teppich, der
auf dem offenen Meer od. in Küstengebieten sich
kilometerweit ausbreitende Schicht von aus Schiffen
ausgelaufenem E rd- , Maschinenöl; -Wechsel, der
Erneuerung des (Schmier)öles im Motor, Getriebe
eines Kraftwagens
Olympiade, die; -n [oly..] 1. alle vier Jahre ver
anstaltete internationale sportliche Wettkämpfe: er
wurde zur 0 . delegiert; an der 0 . teilnehmen —
2. /DDR/ Wettbewerb, -streit: eine 0 . junger Mathe
matiker
Olympiamannschaft, die [ oly..] Mannschaft eines
Landes, die an einer Olympiade (1) teilnimmt
Olympiateilnehmer, der [o ly ..] Teilnehmer an einer
Olympiade (1)
Olympionike, der; -n, -n [oly..] Sport Olympia
teilnehmer
olympisch /Adj.; nur attr.f . [oly..] die Olympiade
(1) betreffend: an den Olympischen Spielen (der
Olympiade) teilnehmen; das Internationale Olym
pische Komitee fÄbk. IOC, IOK ./; das Nationale
Olympische K omitee fAbk. NOK/; die olympische
Flagge, Flamme; eine olympische Medaille errin
gen ; das olympische Dorf, Zeremoniell
Oma, die; -s Kinderspr. Großmutter
Omelett, das; -(e)s, -s/-e [om(o)l8t] in einer Pfanne
gebackene Speise aus geschlagenen Eiern: ein O.
mit Früchten; er bestellte sich ein mit Pilzen ge
fülltes 0 .
Omelette, die;
-n [om(o)Iet, PI. ..ton] landsch.
s. Omelett
Omen, das; -s, -/Omina fvorw. 8g.j geh . Vor
zeichen (1 ), Anzeichen (1.1): ein gutes, bpses O.
ominös fAdj.f merkwürdig und zweifelhaft (2): ein
ominöses Lächeln; ein ominöses Schriftstück; sie
kam ihm etwas o. vor
Qmnibus, der; -ses, -se Autobus
Omnibus|haltestelle, die
Onanie, die; fo. P l.j geschlechtliche Befriedig ung
durch manuelle Reizung der Geschlechtsorgane
onanieren fsw. Vb.; hat/ sich durch Onanie be
friedigen: er hat onaniert
Onkel, der; -s, -/umg.
-s 1. Bruder des Vaters od.
der Mutter, Ehemann der Tante: er besuchte einen
0. — 2. Kinderspr. erwachsene männliche Person:
das ist ein netter 0 .; wir gehen heute zum 0 .
Doktor (zum Arzt)
Ontogenese, die; -,
-n Wissensch. Entwicklung
des Einzelwesens von der Eizelle bis zum fertigen
Organismus
Onyx, der; -(e)s, -e [. .yks] schwarz-weiß gestreifter
Halbedelstein
Opa, der; -s, -s Kinderspr. Großvater
Opal, der; -s, -e Halbedelstein von unterschiedlicher
Färbung
Oper, die;
-n 1. gesungenes und mit Orchester
aufgeführtes, inhaltlich anspruchsvolles Bühnen
werk, in dem musikalische Interpretation, schau
spielerische Darstellung und die Ausstattung eine
künstlerische Einheit bilden: eine ernste, lustige,
romantische 0 .; eine 0 . von Verdi, Rossini; eine
O. komponieren, inszenieren, dirigieren —. 2 . jo.
PI.I Aufführung, Vorstellung von 1: die 0 . be
ginnt, endet heute bereits sehr zeitig — 3, jo. Pl.j
Einrichtung, die für 2 zuständig ist: einen berühm
ten Sänger, eine Sängerin an die 0 . verpflichten
—
4. Gebäude, in dem 1 aufgeführt wird: die alte
0 . schloß ihre Pforten; eine neue, moderne O.
bauen; in der 0 . wird morgen ,Madame Butterfly4
gegeben, gespielt — 5 . jo. P l.j alle Personen, die
zu 3 gehören: die O. machte einen Betriebsausflug
operabel jAdj.; nicht adv.f Med. durch eine Opera
tion heilbar: diese Geschwulst is tjm Frühstadium
noch o.
Operateur, der; -s, -e [..o :r ] 1. M ed. Chirurg: die
ruhigen, sicheren Handgriffe des Operateurs —
2. Rundf. Toningenieur, Funker — 3. Film
Kameramann
Operation, die; -,
-en 1. Med. vom Chirurgen mit
besonderen Instrum enten vorgenommene Heilbehand
lung, bei der durch Schneiden am Körper krank
haftes Gewebe, krankhafte Erscheinungen beseitigt,
bestimmte Korrekturen vorgenommen werden: eine
harmlose, komplizierte, schwierige 0 .; eine 0 . vor
nehmen; er mußte sich einer 0 . unterziehen —
2.1« W issensch . materieller od. ideeller Prozeß,
der in der Anwendung einer materiellen od. ideellen
Einwirkung auf etw. besteht: diese Arbeitsvorgänge
sind Operationen nach einer vorgegebenen Vor
schrift 2.2 . M ath, das Umformen (1) mathematischer
A us drücke nach bestimmter Vorschrift: logische,
mathematische Operationen — 3 . nach einheitlichem
Plan durchgeführte operative (militärische) Unter
nehmung (in strategischem Maßstab): eine militä
rische, strategische O .; eine 0 . durchführen
Operations| -basis, die Basis (5) für militärische
Unternehmungen; -forschung, die fo. Pl.j For
schung, die sich mit der Vorbereitung von E nt
scheidungen a uf wissenschaftlichem, ökonomischem
od. militärischem Gebiet befaßt und sich dabei p ro
grammgesteuerter elektronischer Rechenmaschinen
bedient; -sa a l, der für Operationen (1) eingerichteter
Raum; -Schwester, die Schwester, die dem Chirurgen
bei Operationen assistiert; -tisch , der verstellbarer
Tisch, auf dem der Patient operiert wird
operativ fAdj,/ 1 . durch eine Operation (1 ): ein ope
rativer Eingriff; eine Geschwulst o. entfernen —
2. unmittelbar wirksam, aktiv und konkret wirkend:
operative Maßnahmen; operative Planung (beson
ders auf der Ebene des Betriebes vom Jahresplan
Operator — opulent
843
abgeleitete Planung volkswirtschaftlicher Aufgaben
für einen kürzeren Zeitraum) ; die operativen (kon
krete Maßnahmen festlegenden) Organe des Staates
Operator, der; -s, Operatoren 1. W issensch. jmd
etw., von dem eine Einwirkung auf etw. Materiel
les od. Ideelles ausgeht, das dadurch verändert wird
—
2»jm d ., der beruflich eine Datenverarbeitungs
anlage bedient
Operette, die; -,
-n 1. gesungenes und m it Orchester
aufgeführtes unterhaltsames, vorwiegend heiteres
Bühnenwerk mit unkomplizierten musikalischen
Formen, gesprochenen Dialogen und häufig m it
Balletteinlagen: eine O. von Johann Strauß — 2 .
jo. Pl.j Aufführung, Vorstellung von 1: wir gehen
heute abendindie 0. — 3. Gebäude, indem 1 auf
geführt wird
operieren /sw. V b hat/ 1. jmdn., etw. o. an
jrndm., etw. eine Operation (1) vornehmen', jmdn.
am Kopf, Bein o.; jmds. Niere o.; er mußte um
gehend operiert werden — 2 . nach einheitlichem
Plan (militärisch) Vorgehen (4): die US-Flotte
operierte im Pazifischen Ozean; er operierte
(agierte) vorsichtig, geschickt, um sein Ziel zu er
reichen — 8. mit etw. o. mit etw. umgehen, etw.
gebrauchen: er operiert gern mit abstrakten B e
griffen, m it Fremdwörtern; mit großen Summen
o. (rechnen 1)
Opern| -fiihrer, der Handhuch, d a s Inhaltsangaben,
Erläuterungen von Opern enthält; -glas* das /PI.
-gläser/ kleines Fernglas für die Oper, das Theater
Opfer, das; -s, - 1 .1 . das Opfern: um ihr Kind gut
zu versorgen, nahm sie manche 0 . auf sich; er
scheute kein 0 ., wenn es um eine gerechte Sache
ging; für jmdn., etw. ein 0 . bringen (für jmdn.,
etw. etw. opfern) 1 .2 * unter schmerzlichem Verzicht
gebrachte Spende: ihr Beitrag für die K otleiden
den bedeutete für sie ein wirkliches 0 .
—
2. Bel.
einer Gottheit dargehrachte Gabe: ein religiöses 0 .;
ein 0 . darbringen — 3 . jmd., der Objekt eines
Verbrechens, einer Katastrophe war, ist:, die vielen,
namenlosen 0 . der Kriege; das schwere Erdbeben
forderte zahlreiche 0 . (an Menschenleben) (viele
kamen bei dem schweren Erdbeben ums Leben)
ein 0 . der Flammen werden (verbrennen); einer
Sache zum 0 . fallen zum Opfer (3) einer Sache
werden: er fiel einem Verbrechen zum O.
opfer/Öpier| -bereit- / A d j./ zu einem Opfer (1)
bereit: o. sein; sich o. für etw. einsetzen; dazu
- bereitsehaft, die jo. Pl.j
opfern [sw. Vb.; hat/ 1.1. etw.- für etw., jmdn.,
etw. einer Sache, jmdm. o. etw. unter persönlichem
Verzicht für etw., jmdn. zur Verfügung stellen: für
dieses Projekt hat er Zeit, Geld, die Gesundheit
geopfert; sie opferte dem Kranken ihre N acht
ruhe 1.2 . sich aufopfern: sich für seine Freunde,
Familie, eine große Aufgabe o.
—
2. B el. .einer
Gottheit eine Gabe bringen: der G ottheit ein
Lamm o.
Opiat, das; -(e)s, -e M ed. Opium enthaltendes
Arzneimittel
Opium, da s; -s, /o. Pl.j eingetrockneter milchiger
Saft der unreifen Kapsel einer Art des Mohns, der
als schmerzstillendes Arzneimittel, als Bauschgift
verwendet wird: 0 . rauchen, schmuggeln
Opponent, der; -en, -en jmd., der (im Streit
gespräch) gegen jmdn., etw. opponiert: ein streitba
rer 0 .; den Ausführungen des Opponenten folgen
opponieren /sw. Vb.; hat/ gegen etw., jmdn. o.
jmd m . , einer Sache gegenüber eine gegensätzliche
Meinung vertreten, sich jmdm ., einer Sache wider-
setzen: er opponierte gegen die Beschlüsse, den
Vater
opportun /A d j./ angebracht: etw. für (nicht) o.
halten
Opportunismus, der; -, / o. P l.j 1. kleinbürgerliche,
antimarxistische Strömung in der Arbeiterbewegung,
die die Klasseninteressen des Proletariats um ver
meintlicher Vorteile willen denen der Bourgeoisie
unterordnet: der Kampf gegen alle Spielarten des
0.
—
2. p rinzipienloses Verhalten, Preisgabe von
Grundsätzen zugunsten von Augenblicks-,
Teil
erfolgen: er hat sich aus 0 . so verhalten; dazu
Opportunist, der; -en, -en u. opportunistisch fAdj.f
Opposition, die; -,
-en 1. fo. Pl.j Widerstand (1),
gegensätzliche M einung: eine heftige, scharfe 0 ,
gegen etw.; etw. aus 0. tun; etw., jmd. stößt auf
O. (Widerspruch 2) — 2. jo. Pl.j 2.1 . bestimmte
Gruppen in einem bürgerl. Staat, die Widerstand
gegen die Regierung, gegen die herrschende Klasse,
Partei leisten: es^ gab eine breite 0 . im Lande;
Stimmen aus den Beihen der 0 . 2 .2 . die nicht an
der Regierung beteiligte(n) Parteie n) im bürgerl.
Parlam ent: der Gesetzesentwurf stieß auf Ab
lehnung der 0. 2.3. die Partei ist in der 0. (ist
nicht an der Regierung beteiligt) — 3. Astron.
Stellung des Mondes od. eines Planeten zur Erde,
in der er, der Sonne, gegenübersteht; zu 1, 2 .1 , 2.2
oppositionell fAdj.f
Optik, die;
-en 1. jo. Pl.j Teilgebiet der Physik,
das die Entstehung, Wirkung, Ausbreitung und Wahr
nehmung des Lichts untersucht — 2 . System von
Linsen in optischen Geräten: die Optiken in Fern
rohren — 3 . fo. P l.j äußere Wirkung: die O.
eines Schaufensters; etw. der 0 . halber verändern
Optiker, der; -s, - Feinmechaniker für optische
Geräte, bes. Brillen
optimal /Adj.I größt-, bestmöglich, günstigst: eine
optimale Planung; eine optimale Leistung, Lösung
erzielen; etw. o. nutzen
optimieren /sw. Vb.; hat/ etw. so produktiv, günstig
wie möglich gestalten: optimierte Programme;
Lösungswege o.; dazu Optimierung, die;
-en:
durch O. eine hohe Effektivität erreichen
Optimismus, der; jo. Pl.j Lebensauffassung, bei
der man bestimmte Verläufe als sich positiv ent
wickelnd, Konflikte als lösbar, das. Beste als wahr
scheinlich betrachtet und die zu Aktivität und Lebens-
bejahung führt: sein unerschütterlicher 0 .; voller
0 . an eine Aufgabe herangehen; dazu Optimist,
der; -en, -en u. optimistisch /Adj.)
Optimum, das; -s, Optima das unter gegebenen Be
dingungen. Größte, Beste, Günstigste: das 0 . eines
Ertrages; ein O. an Kraft .
optisch fAdj.f 1. auf dem Licht (1.1) und der Seh
fähigkeit beruhend; das Licht, die Sehfähigkeit be
treffend: ein optischer Eindruck, B eiz; eine opti
sche Illusion, Täuschung — 2 . /nicht präd.j rein o.
(vom Aussehen her) macht das Auto einen guten
Eindruck; aus optischen Gründen (um des guten
Aussehens, des Anscheins willen) — 3 . /nur attr.j
o ptisch e (mit Linsen 3, Spieg eln 1 ausgestattete)
Geräte, Instrumente
opulent /Adj.; vorw. attr.j: ein opulentes (üppiges,
reichliches) Mahl, Festessen
844
Opus — Ordnung
Opus, auch Opus«, das; -, Opera 1.1 . literarisches,
musikalisches Werk (1.3.2): die Schriftstellerin las
aus ihrem neuesten O. vor 1.2.jo. PI .;Abk. op.;in
Verbindung mit einer Zahl/ einzelnes Werk in der
Reihe der chronologisch numerierten Werke eines
Komponisten: Beethovens Klaviersonate O. 111,
c-Moll 1.3 . / vorw. Sg.j Gesamtwerk eines Schriftstel
lers, Komponisten
Orakel, das; -s,
dieser Satz war ein O. für mich
(war rätselhaft für mich, enthielt dunkle A nd eutun
gen)
orakeln orakelte, hat orakelt über etw., jmdn. in
unklaren Andeutungen, in Vermutungen sprechen'.
sie orakelten über die nähere Zukunft
oral /Adj.l Med. durch den M und (einzunehmend)'.
ein Medikament o. einnehmen
orange [orapp, auch oraqf, orä^o)] findekl. A dj.;
nicht attr.j rötlichgelb: ein Blusenstoff in Orange;
etw. o. färben; jauch dekliniert attr.f u m g , ein
orangenes Kleid
Orange, die;
- n [orar^o, auch orä^a] Apfelsine:
eine O. essen
Orangeade, die;
- n [oraij^a:de, auch oro^ardo]
aus Orangen hergestelltes Erfrischungsgetränk: ein
Glas 0 . trinken
Orangeat, das; -(e)s, -e [orar^a:t, auch or&3a :t]
kandierte Orangenschale
Orangen| -schale, die; -saft, der
Orangerie, die;
-n [ora^ori:, auch orc^on:, PI.
. . i :an] seit dem 17. Jh. bes. in Parks und Schlös
sern gebautes H a us zum Überwintern für tropische
un d subtropische Pflanz en
Orang-Utan, der; -s, -s auf Sumatra und Kaliman
tan lebender Menschenaffe
Oratorium, das; -s, Oratorien [..ien , . .lan] episch
dramatisches weltliches od. geistliches, von einem
Orchester begleitetes Chorwerk m it A rien und (die
Handlung schildernden) Rezitativen: ein 0 . von
Bach, Händel
Orbit, der; -s, -s P h y s . elliptische Umlaufbahn bes.
eines Satelliten, einer Rakete um einen Himmels
körper
Orbitalstation, die Station (2.2) im Weltraum: eine
unbemannte O.
Orchester, das; -s, - [..k .., auch
1.1 . unter
der Leitung eines Dirigenten musizierende Gemein
schaft von Instrumentalisten: das 0 . spielte die
vierte Sinfonie vo n Gustav Mahler 1.2 . einheit
licher Klangkörper von Instrum enten: für (großes,
kleines) 0 . schreiben, komponieren
Orchidee [or9ide:a], Orchidee, die;
-n [..e:(o)n]
in zahlreichen A rten vorkommendes einkeimblättriges
Kraut, das an anderen Pflanzen od. in der Erde als
Staude wächst und formenreiche, farbenprächtige
Blüten hervorbringt', jmdm. eine O. schenken
Orden, der; -s, - I . hohes staatliches Ehrenzeichen,
das für außerordentliche Leistungen an eine Einz el
person od. ein Kollektiv verliehen w ird : einen
(hohen) O. erhalten, tragen; jmdm. einen O. an
die Brust heften; fin der Verbindung! O. und
Ehrenzeichen (anlegen) — II . religiöse, selten auch
weltliche Gemeinschaft, deren Mitglieder nach be
stimmten Regeln und meist in einer bestimmten Ab
sonderung leben: ein geistlicher 0 .; einem 0 . bei
treten, angehören
Ordens] -band, das fPl.
-bänder/ Band, das zu
einem Orden (I) gehört; -frau, die Bel. kath. An
gehörige eines Ordens für weibliche Personen', -ritter,
der Angehöriger eines Ritterordens; -Spange, die
Abzeichen, das jmd . an Stelle seines Ordens (I)
tragen kann
ordentlich jA dj.f 1.1 . geordnet, in guter Ordnung
(2): ein ordentlicher Raum; ihre Wohnung ist
nicht sehr o.; seine Sachen o. weglegen 1.2. jmd.
führt ein ordentliches (geregeltes) Leben 1.3 . das
sind recht ordentliche (anständige, rechtschaffene)
Leute — 2 . ordnungsliebend: er ist ein sehr ordent
licher Mensch — 3 . jnur attr.f ordnungsgemäß,
planmäßig: ein ordentliches Mitglied der Akade
mie; eine ordentliche Sitzung — 4 . um g . so gut,
wie man es im allgemeinen erwartet: dies ist eine
sehr ordentliche Ausstellung; er machte ein sehr
ordentliches Examen; kann man in dieser Gast
stätte etwas Ordentliches (Schmackhaftes, Gutes)
zu essen bekommen? — 5 . /nicht präd./ umg. das
Stapeln der Kohlen war ein ordentliches (großes)
Stück Arbeit; jetzt habe ich aber o., einen ordent
lichen Hunger; du hast dich ja o. (sehr) blamiert
Order, die; -,
-n
militärische Anordnung, m ilitä
rischer Auftrag, Befehl: O. geben, bekommen; 0 .
haben, etw. zu tun
Ordinalzahl, die M ath. Ordnungszahl (1 .1 )
ordinär jAdj.f 1 . gewöhnlich (3), unanständig (1.1):
ein ordinäres Wort, Lachen; er führt eine ordinäre
Sprache; sie benahm sich direkt o.
—
2. das ist
keine Edeltanne, sondern eine ganz ordinäre (eine
ganz allgemein verbreitete) Eichte
Ordinariat, das; -(e)s, -e 1. /noch BRD/ Amt eines
Ordinarius an einer Hochschule — 2. Rel. kath.
Verwaltungs- und Regierungsbehörde einer Diözese
(und deren Sitz): das bischöfliche O.
Ordinarius, der; -, Ordinarien [ . .ion, ..ion] /noch
BRDj Professor mit Lehrstuhl: er ist 0. an der
Universität H
Ordinate, die; -,
-n M ath. Abstand (1.1) eines
Punktes von der Abszissenaxdise parallel zur Ördina-
tenachse im recht- od. schiefwinkligen Koordinaten
system
Ordinaten|achse, die M ath, senkrechte Achse im
recht- od. schiefwinkligen Koordinatensystem
ordnen jsw. Vb.; hat/ 1.1 . mehrere einzelne Stücke,
Teile (die ein Ganzes bilden) in eine durch fest
liegende Gesichtspunkte bestimmte Reihenfolge, Lage,
Beziehung zueinander bringen: die Bücher, die in
den Regalen stehen, o .; Papiere, Akten o.; jmds.
Nachlaß sichten und o . ; etw. chronologisch, über
sichtlich o .; das Mädchen o rdnete sein Haar, seine
Kleidung 1.2 . sich zu etw. o .: die Teilnehmer o.
sich zum Eestzug (stellen sich zum Festzug auf)
1.3 . vor der mehrwöchigen Auslandsreise ordnete
(regelte) er seine dienstlichen und privaten An
gelegenheiten; in geordneten Verhältnissen leben
Ordner, der; -s, - 1 . feste Mappe mit einem breiten
Rücken und einer Vorrichtung zum Abheften von
gelochten Schriftstücken: er leg te sich O. an für
seine umfangreiche Korrespondenz — 2 . jmd., der
bei einem Aufmarsch, Fest, einer größeren Ver
sammlung o .ä . für Ordnung sorgt: die O. trugen
weiße Armbinden
Ordnung, die; -,
-en 1. /o. Pl.j das Ordnen (1.2,1.3),
Regeln: er hatte lange mit der O. des Nachlasses zu
tun — 2 . jo. P I .; zu ordnen 1.1/ Zustand des Geordnet
seins : in ihrem Zimmer herrschte eine musterhafte,
peinliche, vorbildliche 0 .; O. machen, schaffen, hal
ordnungsgemäß — organisieren
845
ten; der O. (Korrektheit) halber, wegen; ein Kind
früh an O. gewöhnen; er sorgt für O.; etw. wieder
in 0 . bringen (ordnen); er brachte das Fahrrad
wieder in 0 . (reparierte es); ich bin heute nicht
ganz in 0 . (fühle mich nicht ganz wohl); die Maschine
ist nicht in 0 . (ist defekt) — 8 . fo. Pl.f der geord
nete, geregelte Ablauf des täglichen persönlichen od.
öffentlichen Lebens: ein Kind braucht eine b e
stimmte 0 .; die öffentliche 0 . (der geordnete, nach
festgelegten No rm en geregelte Ablauf des öffentlichen
Lebens) muß gewährleistet werden — 4 . fo. Pl.f
dieser Lehrer konnte in seiner Klasse keine 0 .
(Disziplin LI) halten — 5. fvorw. Sg.f 5.1 . System
(2), das das Ergebnis des ordnenden Erfassens und
Zusammenfügens bes. von Gegenständen, E reig
nissen, Begriffen is t: eine alphabetische, systema
tische, chronologische O.; einer Sache eine be
stimmte O. geben 5.2 . Beschaffenheit eines Systems,
dessen Elemente durch bestimmte Relationen mitein
ander verknüpft sind ’, die (innere) O. (Struktur)
eines Atoms, Organismus — 6 . Biol. Einheit im
System der Lebewesen, die zwischen Klasse (4) und
Familie (2) steht: Rosengewächse, Käfer bilden
eine 0 . 7 .1 . Gesellschaftsordnung: der Umsturz
einer bestehenden O.; eine neue O. aufbauen 7.2 .
(ideologisch-)politische Beschaffenheit, (ideologisch-)
politischer Zustand eines Staates, Landes: die ver
fassungsmäßige O. eines Staates; die Errichtung
einer (antifaschistisch-)demokratischen O.
—
8.
/mit Ord.zahlf Stufe in einer Reihenfolge, Rang-,
Größenordnung: der Chirurg ist eine Kapazität
erster 0 . (eine berühmte chirurgische A uto rität);
dies ist ein Problem zweiter O.; Landstraßen
erster, zweiter O. (Landstraßen, die das Gebiet
zwischen Fernverkehrsstraßen erschließen und dem
Straßenverkehr innerhalb eines Bezirkes, zwischen
benachbarten Städten, Ortschaften dienen)
+ das g eht in O. (wird ordentlich, zuverlässig
erledigt)]; jfndn. zur 0 . rufen (jmdn. streng er
mahnen)
ordnungs/Ordnungs| -gemäß fAdj.f gemäß einer
Vorschrift, Regelung: die ordnungsgemäße A n
wendung von etw.; alles ging seinen ordnungs
gemäßen Gang; -liebe, die Neigung, Ordnung
(2) zu halten; -liebend /Adj.; nicht adv./ Ordnungs
liebe zeigend; -prinzip, das einer Ordnung (5.1) zu
grunde liegendes Prinzip: ein neues 0. suchen, aus
probieren; -sinn, der jo. PL/ Sinn für Ordnung
(2): jmd. h at einen starken O.;
-strafe, die Jur.
Strafe wegen Ordnungswidrigkeit: jmdm. eine 0 .
auferlegen; -widrig fAdj.f Jur. eine Ordnungs
widrigkeit darstellend; -Widrigkeit, die J u r . (auf
Disziplinlosigkeit beruhende) Rechtsverletzung, die
das Gemeinschaftsleben stört, ohne jedoch die
Schwere einer Straftat aufzuweisen; -zahl, die 1.1 .
M a th, positive ganze Zahl, die die festgelegte Reihen
folge in einer Menge nach bestimmten Gesichts
punkten kennzeichnet: die O. zu ,zwei‘ ist ,zweite*
1.2 . Chem. Nummer eines Elements im Perioden
system
Ordovizium, das; -s, jo. Pl.f [..v . .] Geol. Forma
tion des Paläozoikum s zwischen K ambrium und
Silur
Organ, das; -s, -e 1. funktionelle Einheit bei
Mensch, Tier und Pflanze, die bestimmte Leistungen
verrichtet: die inneren, vegetativ en Organe; das
Auge ist das O. zum Sehen — 2 . (menschliche)
Stimme (1): ein klangvolles, lautes, durchdringen
des 0. haben — 8. fin der Verbindung! ein 0. für
etw. haben Sinn (1.2), Begabung für etw. haben:
er hat ein ausgesprochenes O. für Musik, Lyrik —
4. durch Gesetz, Satzung od. Vertrag mit bestimmten
Aufgaben, Rechten und Pflichten betraute (leitende)
Person(engruppe) in einem Bereich des gesellschaft
lichen Lebens (und die entsprechende Institution):
die Organe des Staates, der Justiz; wirtschafts
leitende Organe; die leitenden Organe der Partei;
ein über-, untergeordnetes, ausführendes 0 .; die
örtlichen Organe; ein beratendes O. (Beirat); ein
rechtsprechendes O. (Gericht); fDDRf die bewaff
neten Organe (Gesamtheit der für die Landesver
teidigung mit Waffen ausgerüsteten Kräfte) — 5 .
Zeitung, Zeitschrift einer Partei, eines Verbandes,
einer Interessengruppe: das offizielle O. einer Par
tei; der Verband hat ein eigenes O.
Organ|empfänger, der M ed. jmd ., dem ein gesundes
Organ (1) an die Stelle des eigenen erkrankten
Organs operativ übertragen w ird
Organisation, die; -,
- en 1. fo. PI.; zu organisieren
1.1 u. 1 .2/ das Organisieren; zu 1.1: die 0 . des
Festes kostete viel Zeit; zu 1.2: die O. betrieblicher
Abläufe regeln — 2 . fo. Pl.f naah Sinn und Zweck
planm äßig und systematisch gestaltete Ordnung (5),
Gliederung einer Handlung, eines Prozesses od.
Sachbereichs: die O. des Arbeitsablaufes verbessern
—
8. zur Wahrung und Durchsetzung gemeinsamer
Belange gebildete Vereinigung von Menschen mit
mehr od. weniger straffer Gliederung der Beziehun
gen seiner Mitglieder: gesellschaftliche, militäri
sche, politische Organisationen; die 0 . der Ver
einten Kationen; eine •O. aufbauen, leiten, auf-
lösen — 4 . fvorw. Sg.f fachspr. innerer Aufbau,
Struktur, Beschaffenheit eines Lebewesens, eines
(kybernetischen) System s: eine robuste, sensible 0 .
haben; die 0 . des menschlichen Gehirns, eines
Systems
Organisator, der; -s, Organisatoren jmd., der ein
Vorhaben pla nmäßig vorbereitet, organisiert: er war
der 0 . der Kurse; der 0 . (Veranstalter) der W ett
kämpfe
organisatorisch /A dj.; nicht präd.f 1. mit den Fähig
keiten zum Organisieren (1.1, 1.2) ausgestattet: er
ist ein organisatorisches Talent — 2 . /nicht adv.f
die Organisation (1) betreffend: organisatorische
Maßnahmen treffen; er sagte seine organisato
rische Mitarbeit zu; neue organisatorische Formen
entstanden
organisch fAdj.f 1. ein Organ (1) des Körpers be
treffend: ein organisches Leiden; jmd. ist o. gesund,
krank — 2 . zum belebten Teil der Natur gehörend,
die Kohlenstoffverbindungen betreffend: organische
Substanzen; die organische Chemie; organische
Säuren, Verbindungen — 8 . in einem großen
Ganzen eine konstituierende Einheit bildend: etw.
ist ein organischer Bestandteil von etw.; etw.
steht in organischem Zusammenhang mit etw.;
etw. ist o. gewachsen, ist o. mit etw. verbunden
organisieren fsw. Vb.; hat/ 1.1 . ein Vorhaben (in
allen Einzelheiten) planmäßig vorbereiten, so daß
sein Ablauf gesichert ist: ein Festival, eine Tagung,
einen Ausflug o. 1 .2 . etw. in eine bestimmte Ord
nung (5) bringen, etw. zweckmäßig gestalten, ein
richten: die Arbeit, den Produktionsablauf (gut)
o.; den Verkehr o.; die planmäßig organisierte
846
Organismus — Orkan
sozialistische Wirtschaft 1,3. etw. organisiert sich
etw. gestaltet sich, formiert sich: der Demonstra
tionszug organisierte sich — 2 . sich o. sich zu
einer p olitischen Organisation zusammenschließen:
die Arbeiter haben sich in Gewerkschaften, g e
werkschaftlich, politisch organisiert; er ist gewerk
schaftlich organisiert (ist Mitglied einer Gewerk-
schaft) — 3. umg. verhüll, etw. auf mitunter recht
lich nicht ganz einwandfreie, nicht (voll) z u billigende
Weise beschaffen; die Jugendlichen hatten sich
Fahrräder organisiert; es wäre schön, wenn du
ein Auto o. (beschaffen) könntest
Organismus, der;. -, Organismen 1. sich selbst regulie
rendes lebendes System , Lebewesen: der menschliche
0 .; ein pflanzlicher, tierischer 0 .; ein geschwäch
ter, kränklicher 0 .; ein lebender O.
—
2. eine
Ordnung (5.2) aufweisendes Ganzes, einheitliches
Gefüge: etw. ist ein komplizierter O.
Organist, der; -en, -en M usiker, der in der Kirche
beruflich Orgel spielt und einen Kirchenchor lei
tet
Organ M ed . zu Organ 1| -Spender, der vgl. Organ
empfänger; -transplantation, die Organverpflan
zu ng; -Verpflanzung, die Verpflanzung eines gesun
den Organs an die Stelle eines erkrankten
Orgasmus, der; -, Orgasmen Höhepunkt der L u st
em pfindung beim Geschlechtsverkehr
Orgel, die; -,
- n größtes Tasteninstrument mit
mehreren Manualen und mit Pedalen, bei dem die
nach ihrer Klangfarbe zu Registern (2.1) geordneten
Pfeifen durch einen mechanisch od. elektrisch er
zeugten Luftstro m zum Tönen gebracht werden
Orgel| -b auer, der; -s, - jmd ., der beruflich Orgeln
baut; -konzert, das; -musik, die fo. Pl.f; -pfeife,
die: der Ton einer 0.;
- f umg. scherzh. fbes.
von Kindernj wie die Orgelpfeifen der Größe nach
geordnet: die Kinder standen nebeneinander wie
die Orgelpfeifen
Orgie, die; -,
-n [..19] ausschweifendes Festgelage:
Orgien feiern
Orient [..ient, ..ient], auch Orient, der; -(e)s, jo.
PI./ Vorder- und Mittelasien
orientieren jsw. Vb.; hat/ [. J e n ..] 1.1, sich irgendwo
o. sich i n einer Gegend zurechtzufinden suchen: er
versuchte, sich in dem großen Gebäude zu o .; es
war äußerst schwierig, sich mit dem Auto im Nebel
zu o. 1 ,2. sich an, nach etw. o. den Stand, die Lage
von etw. dafür nutzen, sich in einer Gegend zurecht
zufinden: er orientierte sich nach dem, am Stand
der Sonne — 2 . etw. ist nach, zu etw. orientiert
etw. liegt in einer bestimmten Richtung in bezug
auf etw., ist nach etw. gerichtet: die Kameras der
Baumstation sind zur Erde orientiert — 3 . etw.,
sich an, nach etw., jmdm. o. etw., bes. seine Hal
tung, (Weltanschauung nach etw., jmdm. richten:
die Politik an, nach den Realitäten o.; ein künst
lerisch orientierter (interessierter) Mensch; — 4 .1 .
(jmdn., etw.) auf etw. o. (jmdn., etw.) auf etw.,
jmdn., etw. a uf etw. hinlenken, konzentrieren: alle
Kräfte auf eine Politik des Friedens o.; jmdn. auf
seine Hauptaufgabe o.; das Programm orientiert
auf ökonomische Schwerpunkte 4.2 . sich auf etw.,
jmdn. 0. sich zu etw., jmdm. hinwenden, sich auf
etw., jmdn. konzentrieren: Betriebe o. sich auf die
allseitige Planerfüllung — 5 . sich, jmdn. (über
etw., jmdn.) o. sich, jmdn. über etw., jmdn. infor
mieren, von etw. unterrichten: sich über die mom en
tane Lage, die Verhältnisse in diesen Ländern
o .; er war gut, einseitig, falsch orientiert
Orientierung, die; -, fo. Pl.f [. J e n ..] 1. /zu orien
tieren 1.1/ das Sichorientieren, Sichzurechtfinden: die
0. im Häusergewirr der Altstadt fiel ihm schwer;
er verlor die O. (fand sich nicht mehr zurecht, wußte
nicht mehr, wo er war) — 2 . jzu orientieren 3/ das
(Sich)orientieren: unsere taktische 0 .; die nicht
kapitalistische 0 . vieler Entwicklungsländer 7- 3 .
die O. auf etw. das Sichorientieren (4.2) auf etw.:
die O. auf das Neue — 4 . das Orientieren (5); zu
Beginn der Sitzung gab er eine allgemeine 0 .; zu
Ihrer 0 . (damit Sie Bescheid wissen) teile ich Ihnen
folgendes mit: . . .
Orientierung» zu Orientierung 1.1| -hilfe , die: die
Sonne stellt eine gute 0 . dar; -punkt, der /PI. -e/:
der Kirchturm stellt einen deutlichen 0 . dar;
- sinn, der jo. PI ./ .Fähigkeit von Mensch und Tier,
sich auch in unbekannter Umgebung zurechtzufin
den: ihm fehlte jeder O.
original /Adj./ 1. jvorw. attr.j in schöpferischer
Hinsicht einmalig: ein originaler Stil; er war einer
der originalsten Schriftsteller seiner Zeit — 2 . hin
sichtlich seiner Herkunft, Herstellung echt (1.1),
nicht imitiert: diese Schriftstücke sind o.; eine
originale römische Plastik — 3 . Rundf. Fern
s e h e n die Sitzung der Volkskammer, der Fuß
balländerkampf wurde o. (als Livesendung) über
tragen
Original, das; -s, -e 1.1 . die unveränderte erste F a s
sung eines Textes: der genaue W ortlaut des Origi
nals ist...; einen Roman im 0. (in der Sprache,
in der er geschrieben wurde) lesen 1.2 . Kunstwerk,
bes. Gemälde, Plastik, im Hinblick darauf, daß es
vom Künstler selbst geschaffen und nicht kopiert,
reproduziert worden ist: ein 0 . v on Holbein; das
0. befindet sich im Louvre — 2 . einem Kunstwerk
zugrunde liegende, nachgestaltete Person, Erschei
nung: die Originale zu Zilles Zeichnung en und
Gemälden lebten im Berliner Norden — 3 . durch
seine besondere, oft sonderbare, skurrile Art a uf
fallender Mensch: er, sie ist ein 0 .
Original/original| -abfüllung, die W ein, der im
Keller des Produzenten abgefüllt wurde; -getreu
/A dj./ genau nach dem Original (1), nach der ur
sprünglichen Form, Fassung: eine originalgetreue
Nachbildung; etw. o . drucken, rekonstruieren;
- große, die jo. Pl.j: etw. in 0 . (in der Größe, wie
es in der Wirklichkeit existiert) nachbilden
Originalität, die; -, jo. Pl.j: ein Künstler von
einzigartiger O. (ein in seiner K reativität einzig
artiger Künstler)
Original! -packung, die vom Hersteller abgepackte
bestimmte Menge von etw., bes. eines Medikaments;
- tex t, der ursprünglicher Text, erste Niederschrift
eines Autors: der 0 . des Briefes lautete ...
o riginär fA dj.j 1. die originäre (ursprüngliche)
Intention des Schriftstellers — 2 . neu und eigen-
ständig: originäre wissenschaftliche Ergebnisse
originell jAdj.j 1.1 . von Kreativität, Eigenwilligkeit
zeugend und dadurch p o sitiv auffallend: ein origi
neller Regisseur, Schauspieler; ein origineller Ein
fall; eine originelle Idee; diese Lösung ist sehr o.
1.2 . durch seine sonderbare, komische A r t a u f
fallend: ein origineller Kauz
Orkan, der; -s, -e sehr starker Sturm: ein O.
tobte, wütete; ein O. fegte über die Insel; der O
orkanartig — Ostblock
847
ließ nach ; O ein 0 . der Begeisterung, des Beifalls
brach los
orkan/Örkan| -artig’ jA d j./ : orkanartige Stürme;
- stärke, die: der Sturm erreichte 0 .
Ornament, das; -(e)s, -e a us (wiederholt auftreten
den) m eist geometrischen od. s tilisierten 'pflanzlichen
Motiven bestehende Verzierung von etio., bes. von
einem Bauwerk, Kunstgegenstand: ein geometri
sches, geflochtenes, verschnörkeltes 0 .; gestickte,
gemeißelte, vergoldete Ornamente
Ornamentik, die; fo. Pl.j Gesamtheit der O rna
mente, die für ein Bauwerk, einen Kunstgegenstand,
eine Stilepoche charakteristisch, typisch s in d : die
abstrakt-geometrische, gegenstandsbezogene, fi
gürliche 0 .; die 0 . der islamischen Kunst
Ornat, der; -(e)s, -e Tracht (1) 1.1 . eines Geistlichen
bei Amtshandlungen: ein Geistlicher, Bischof im
Ö. 1 .2 . eines weltlichen Würdenträgers bei festlichen
Anlässen: die Honoratioren zogen beim Festakt
in vollem 0 . ein
10rt, der; -(e)s, -e/Örter j / auch Örtchen/ 1.1 .
/PL -e/ bestimmte, lokalisierbare Stelle (1.1), be
stimmter Platz (4): dies ist der richtige 0 . zum
Spielen; ein windgeschützter 0 .; ein 0 . des Frie
dens, der Ruhe; 0. und Stunde, 0 . und Zeit fest
setzen; sich am vereinbarten 0 . treffen; an allen
Orten (überall) war etwas los 1.2 . jo. Pl.j das
Geschirr wieder an seinen 0 . (an die Stelle 1.1,
an die es gehört) stellen 1.8 . jo. Pl.j Buchw. am
angegebenen, angeführten O. /Abk. a .a.O ./ in dem
bereits hier als Quelle zitierten Buch: siehe Seite 13
am angegebenen 0 .
—
2. jPl.
- e/ bestimmtes be
grenztest durch eine Gesamtheit von B aute n,' in denen
Menschen ständig leben, wohnen und ihrer Arbeit
nachgehen, charakterisiertes Gebiet m it eigner Ver
waltung: ein großer, kleiner O.; ein 0 . im Norden
der DDR; jmd. wohnt am 0. (hier, nicht außer
halb) — 8 . /PL Örter/ 8.1 . M ath, der geometrische
O. (die geometrische Bestimmungslinie) 8.2 . A s t r o n .
der 0 . eines Gestirns (die durch Koordinaten a n
gegebene Position eines Gestirns am Sternglobus)
4- höheren Ortes (bei den übergeordneten S tellen);
an 0 . und Stelle dort, wo etw. Bestimmtes geschehen
ist: sich an 0 . und Stelle informieren
20rt, das; -(e)s, Örter Bergm . Stelle am Ende einer
Strecke, an der abgebaut wird: vor 0 . arbeiten
Örtchen, das; -s, - j/ auch xOrt/ umg. scherzh.
verhüll. Toilette (II): aufs ö. gehen
orten, ortete, hat geortet Flugw. Seemannsspr.
etw. o. den Standort von etw. bestimmen: einen
Flugzeugträger, Sputniks (über Radar) o.; Herings-
schwarme mit dem Echolot o.
orthodox jAdj./ 1 . fnur attr.j die orthodoxe Kirche
(bes. im Osten Europas verbreitete christliche Kirche
2) — 2 . strenggläubig, sich streng an das Dogma (2)
haltend: orthodoxe' Geistliche; ein orthodoxer
Jude
Orthographie, die; -,
-n [..i:on] jvorw. Sg.j die
Norm der Schreibung', dazu orthographisch jA d j.j :
o. korrekt schreiben
Orthopädie, die; jo. Pl.j Teilgebiet der M edizin,
das sich mit der Behandlung von angeborenen od.
erworbenen Fehlern im Bewegungsapparat befaßt;
dazu orthopädisch jAdj.; nicht präd.j: eine ortho
pädische Klinik; o. turnen
örtlich jAd/.; nicht präd.j 1. auf eine Stelle (des
Körpers) beschränkt: eine örtliche Betäubüng —
2. einen xOrt (2), Orte in einem bestimmten Gebiet,
ein begrenztes Gebiet betreffend: die örtlichen V er
hältnisse genau studieren; örtliche Reserven aus
schöpfen; jDDRf die örtlichen Organe der Staats
m acht in den Bezirken, Städten, Gemeinden; die
örtliche Industrie (die nicht zentral geleiteten od.
angeleiteten Betriebe in einem Bezirk od. Kreis)
Örtlichkeit, die;
-en 1. er machte sich mit der
ö . , den Örtlichkeiten (der äußeren Beschaffenheit
eines 1Ortes 1.1, 2 , Gebäudes, einer Gegend) vertra ut
— 2. umg. scherzh. verhüll.Toilette (II), 1Abort
Orts zu xOrt 2|ausgang, der: er wohnt am O.
Ortschaft, die;
-e n Wrt (2): eine große, kleine,
hübsch gelegene 0 .; innerhalb geschlossener Ort
schaften ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit
SO Stundenkilometer
Orts/^rts zu xOrt 2j -eingang, der: er wohnte
gleich am 0 .; -fremd jA d j./ nicht ortskundig, nicht
am Ort ansässig: ein ortsfremder Wanderer; -g e-
spräch, das Telefongespräch zwischen zwei A n
schlüssen des gleichen Ortsnetzes; -kehntnis, die
Kenntnis der örtlichen Umgebung, einer bestimm
ten Gegend: jmd. besitzt, hat gute, keine 0 .;
- kundig jAdj.j Ortskenntnis besitzend; -name,
der Eigenname einer Ortschaft; -n etz, das Netz
von Leitungen innerhalb eines Ortes od. einer
Gruppe von Orten: das 0 . für den Fernsprechver
kehr ist überlastet; Ortsnetze für Wasser, Elektro
energie; -teil, der Teil einer Ortschaft, Stadt: diese
Stadt gliedert sich in viele Ortsteile; -üblich jAdj.;
nicht adv./ an einem bestimmten Ort, in einer Gegend
üblich, gebräuchlich: das sind ortsübliche Bräuche,
Gepflogenheiten; -verkehr, der 1. Verkehr (1.2)
innerhalb einer Ortschaft, Stadt: eine Statistik der
Unfälle im 0 .
—
2. Übermittlung von Sendungen
durch die Post innerhalb einer Ortschaft, Stadt: die
Gebühren für Briefe im 0 .
—
3. Telefongespräche
im O. (innerhalb eines Ortsnetzes); -W echsel, der
(vorübergehender) Wechsel des Aufenthaltsortes:
jmd. nimmt freiwillig einen 0 . vor; -zeit, die
jo. PL/ Zeit (4.2), die für alle auf gleichem Längen
kreis liegenden Orte9 die in einem festgelegten geo
graphischen Bereich gültig ist: die Maschine startete
um 17 Uhr 0. von Berlin nach Minsk
Öse, die; -,
-n kleine Schlinge aus M etall od. Garn
zum Einhängen eines H akens od. zum Durchziehen
einer Schnur: Haken und Ösen an Hosen und
Rocke nähen; Ösen zum Aufhängen
Osmose, die; fo. Pl.f Chem. Phys. das Ein
dringen einer Flüssigkeit in eine andere durch
eine poröse Scheidewand
Ost, firn Funk- und'Fernsprechverkehr auchf Ost,
der; -(e)s, -e 1, jo. Art., o. PL; indekl.; vorw. mit
Präp. u. o. Atlr.;Abk. 0/ Seemannsspr. Meteor.
Osten (1): der Wind kam aus, von 0 .
—
* 2. /vorw.
SgJ Seemannsspr. Meteor. Ostwind:'es blies,
w ehte ein scharfer, kalter 0 .
—
3. jin der Ver
bindung/ 0 . und W est 3.1 . jaus ursprünglich geo
graphischer Sicht geprägte Bez. für (die) soz. und
(die) kap. Länderj: der Handel zwischen O. und
West; auf der Tagung waren Teilnehmer aus O.
und West 3.2 . sie kamen aus 0. und West (aus
dem Osten 2 und Westen 2)
Ost/ost| -block, der jo. PI .; in den Sprachgebrauch
der B RD manipulierte, die ideologisch-politische
Einheit der soz. Staatengemeinschaft disk riminie
rende Bez. für die Länder der soz. Staatengemein-
848
schaftf; -deutsch fAdj./ 1 . den östlichen Teil
Deutschlands bis 1945 betreffend, in ihm gelegen —
2. /BRD/ vera lten d /in bewußtem Sprachgebrauch
die staatliche Souveränität der DDR abwertende
Bez. für: die DDR betreffend, zur DDR gehörig/
Osteny der; -s, /o. Pl.f 1. jvorw. o. Art., mit Präp.
u. o. Attr.; Abk. 0 / Himmelsrichtung in der Mitte
zwischen Süden und Norden, auf derjenigen Seite,
wo die Sonne aufgeht: im 0 . dämmert es; die
Sonne geht im 0 . auf; der Schlafraum liegt nach
0.; der Schneesturm kam von, vom 0 .
—
2. /mit
best. A rt./ Gebiet, das östlich von etw. gelegen ist:
die Völker des O stens; der 0 . (in 1 gelegene Teil)
von London — 3 . fvorw. BRD; aus geographischer
Sicht bes. der westeuropäischen Länd er geprägte Bez.
für die soz. Länder, bes. die Länder der soz. Staaten
gemeinschaft/
ostentativ /A dj.f betont, augenfällig, herausfordernd
nachdrücklich: ein ostentatives Lachen, Schwei
gen; seine Schadenfreude, Zu-, Abneigung o.
zeigen; o. gähnen; jmdm. o. den Rücken kehren
Oster| -e i , das gefärbtes Hühnerei od. E i aus Schoko
lade, Zucker für Kinder zum Osterfest: bunte,
große, kleine Ostereier; Ostereier verstecken,
suchen; -fest, das: jmdm. ein frohes 0 . wünschen;
-hase, der Hase, der angeblich den Kindern die
Ostereier bringt
Ostern, da s;
-
/der PL meint den Sg.; vorw. o.
Art./ Fest im Frühling (das von Christen aus Anlaß
der im Neuen Testament berichteten Auferstehung
Christi gefeiert wird): fröhliche(s), frohe(s) 0 .!
IWunschformel/ ; vorige(s), nächste(s) O.; wir h a t
ten dieses Jahr frühe, ein spätes 0 .; / weiße 0 .;
er will uns zu 0. besuchen; mehrere 0. hinterein
ander waren verregnet; zwei Tage vor, nach O.
Ost| -flanke, die Meteor, östliche Seite: die 0.
eines Tiefdruckgebietes; -geld, das /o. PL; BRD
umg.; Bez. für die Währung der DDR/; -hang,
der östlicher Abhang; -küste, die östliche Küste
eines Landes
östlich /Adj.; nicht präd.j 1 . /nur attr./ 1.1. nach
Osten (1) : der Frachter hat östlichen Kurs 1.2 .
aus Osten (1): östliche Winde; der Wind kommt
aus östlicher Richtung — 2 .1 . im Osten (1) gelegen:
die östlichen Gebiete; die Grenze verläuft jetzt
weiter ö.; der Ort liegt auf dem 20. Längengrad
östlicher Länge /Abk. ö. od. östl. L ./; das östliche
(der im Osten 1 gelegene Teil vom) Erzgebirge; der
Ort liegt ö. von Rostock 2.2 . /präp. mit Gen./ ost
wärts von etw.: ö. des Hauses steht eine Garage —
3. /BRD; zu Osten 3/
Ost/ost| -mark, die /PL -; BRD veraltend; Bez.
für die Mark der DDR/; -politik, die /o. PL; vorw.
in der BRD gebrauchte Bez. für die politische
Strategie und Taktik (europäischer) kap. Länder,
bes. der BRD , gegenüber den soz. Staaten, bes. der
soz. Staatengemeinschaft/; -rand, der /vorw. Sg./:
am O. (östlichen Rand) der Stadt wohnen; -Seite,
ostdeutsch — paar
die /vorw. Sg./ östliche (1.1) Seite; -wärts /Adv./
nach Osten (1): das Tief zieht o.;
- wind, der aus
Osten (1) kommender Wind: ein frischer 0 . wehte
uns ins Gesicht
Oszillograph, der; -en, -en Phys. Elektrotechn.
Gerät zum Beobachten, Aufzeichnen des zeitlichen
Verlaufs von periodischen Größen
Otter, die; -,
-n in zahlreichen Arten vorkommende,
von kleinen Säugetieren und Vögeln lebende, lebend
gebärende giftige Schlange mit je einem großen Gift
zahn in jeder Hälfte des Oberkiefers, der sich beim
Öffnen des Rachens aufrichtet
Ottomotor, der T e ch n . Verbrennungsmotor mit
elektrischer Zündung des Kraftstoff-Luft-Gemisches
Output, der; -/-s, -s [autput] Datenverarb. die
Daten, die ein Computer auf Abruf auswirft
Ouvertüre, die; -,
-n [uv er..] Vorspiel zu einer
Oper, Operette
oval fA dj./ [o v ..] länglich und gerundet, elliptisch:
ein ovaler Spiegel, Tisch; etw. ist o. geformt
OvatiQn, die; -,
-e n [o v..] Huldigung, Ehrung
durch (stürmische) Beifallsbekundung: dem Redner,
Pianisten wurden begeisterte Ovationen dar
gebracht
Overall, der; -s, -s [o:v8ro:l] Kleidungsstück, bei
dem Hose und Oberteil als ein einheitliches Stück
gearbeitet sind
Ovulation, die; -,
-en [ov..] Med. Ausstoßung eines
Eies aus dem Eierstock in die Gebärmutter
Oxid, das; -(e)s, -e Chem . gasförmige, flüssige od.
feste Verbindung eines chemischen Grundstoffes m it
Sauerstoff: saure, basische Oxide
Oxyd, das [,.y;t] s. Oxid
Oxydation, die;
-en [..y ..] 1. Chem. Ver
einigung von Sauerstoff m it einem Element od. einer
Verbindung — 2. Phys. Chem. Abgabe von Elek
tronen und damit Erhöhung der positiven elektri
schen Ladung (4): die 0 . des Schwefelwasserstoffs
oxydieren Jsw. Vb.; hat/ [..y . .] 1 . Chem. 1 .1 .
etw. oxydiert etw. nim mt Sauerstoff auf, verbindet
sich mit Sauerstoff: Kupfer oxydiert schnell an
der Luft 1.2, etw. oxydiert etw. etw. bringt etw.
zum Aufnehmen von Sauerstoff: Ozon oxydiert
Ammoniak zu Salpetersäure — 2. Chem. Phys.
Elektronen abgeben und damit die positive elektrische
Ladung (4) erhöhen
Ozean, auch Ozean, der; -s, -e großes Meer (zwi
schen den Kontinenten): den 0 ., auf dem 0.
kreuzen; den 0 . überfliegen; der Atlantische,
Stille 0 .
Ozelot, auch Ozelot, der; -s, -e 1. zu den Katzen
(1) gehörendes, nachts aktives Raubtier Amerikas
m it dichtem, geflecktem, in Färbung und Zeichnung
variierendem Fell — 2 . /o. PL/ Fell von 1: eine
Jacke aus 0.
Ozon, das, umg. der; -s, /o. Pl.j Chem. stechend
riechende, energiereiche M odifikation des Sauer
stoffs, dreiatomiger Sauerstoff
P
P,
das;
- /umg.
-s [pe:] der Laut P; s e c h paar findekl. Indef.pron.f einige (1), aber nicht
zehnter Buchstabe des Alphabets: ein kleines, gros- viele: ein p. Minuten, Tage; mit ein p. Freunden
ses P
ausgehen; die p. Mark kannst du behalten; er
Paar — paddeln
849
kommt alle p. Wochen zu uns; schreibe mal ein
p. Zeilen!
Paar, das; -(e)s, -/ -e f / auch Pärchen/ 1. /bei
Mengenangabe PI. Paar/ zwei zusammengehörige
Dinge: ein P. Strümpfe; zwei P. neue Schuhe; ein
P. Handschuhe, drei P. Wiener Würstchen kaufen
—
2. /PL -e/ zwei zusammengehörende od. eng m it
einander verbundene Lebewesen, bes. Menschen ver
schiedenen Geschlechts: ein junges P. (ein Liebes-,
Braut-, Ehepaar); die beiden werden bestimmt
bald ein P .; sie sind ein unzertrennliches P. (sind
unzertrennliche Freunde)
paaren /sw. Vb.; hat/ 1.1 . sich p. /bes. von Tieren/
sich geschlechtlich vereinigen: die meisten Tiere p.
sich im Frühjahr 1.2 . Tiere zur Zucht als Paar (2)
zusammenbringen — 2 . sich mit etw. p.: bei ihm
paart sich Strenge m it Güte (Strenge und Güte
sind bei ihm gleichermaßen vorhanden)
Paarhufer, der; -s, - in zahlreichen Arten vor
kommendes Säugetier mit Hufen an zwei stark ent
wickelten Zehen: Giraffen, Hirsche, Schweine sind P.
paarig /Adj./ jeweils als Paar (1) vorhanden: p. ange
ordnete, gefiederte Blätter
Paarllauf. der /o. PL/ sportlich betonte Art des Eis
kunstlaufs, die von Paaren ausgeführt wird
paar|mal /Adv./: ein p. (einige Male) wurde er
aufgerufen
Paarung, die;
- e n /zu paaren 1/ geschlechtliche
Vereinigung, bes. von Tieren
paar!weise /Adv./: die Sportler stellten sich p. (je
zu zweit) in einer Riege auf; Handschuhe p. (zu je
einem Pa a r) Zusammenlegen
Pacht, die;
-e n 1.1 . /o. PI ./ vertraglich festgelegte
(vorübergehende) Nutzung, bes. von Grund und
Boden, eines Grundstückes gegen ein Entgelt: ein
Grundstück in P. nehmen (pachten); Gartenland in
P. geben (verpachten) 1.2 . Pachtvertrag: die P. kün
digen, erneuern, verlängern; eine P. läuft ab —
2. Betrag, den der Pächter für 1.1 zu zahlen hat:
eine hohe, niedrige P .; die P. senken, erhöhen
pachten, pachtete, hat gepachtet etw., bes. Grund
und Boden, ein Grundstück gegen ein Entgelt (vor
übergehend) zur Nutzung übernehmen: einen Garten,
ein Grundstück p.
+ umg. etw., jmdn. für sich gepachtet haben
(etw., jmdn. nur für sich in Anspruch nehmen)
Pächter, der; -s, - jmd., der etw., bes. Grund und
Boden, ein Grundstück gepachtet hat: der P. hat
das Grundstück für dreißig Jahre gepachtet
Pacht| -geld, das /vorw. Sg.j Pacht (2): das P.
zahlen; -grundstück, das Grundstück, das jmd.
pachten kann, gepachtet hat; -vertrag, der schrift
licher Vertrag über eine Pacht (1.1)
^ a c k , der; -(e)s, -e/Päcke /vorw. Sg./ Packen
-bmit/ SackundP.
2Pack, das; -(e)s, jo. Pl.j umg. Gesindel: elendes,
rohesP.;so einP.!
Päckchen, das; -s, - 1 . Postsendung mit einem Ge
wicht bis zu zwei Kilogramm: ein P. abholen, er
halten — 2 . fabrikmäßig abgepackte kleine Menge
einer Ware: ein P. Tabak, Tee, Zigaretten kaufen
+ sein P. zu tragen haben (Sorgen und Laoten
haben)
Pack|eis, das /o. P l.j durch Pressungen zu Wällen
übereinandergeschobene Eisschollen: das S chiff saß
im P. fest
packen /sw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. in etw. p. etw.,
meist mehrere Dinge in etw. legen und schichten,
um es darin unterzubringen, zu transportieren:
Kleider, Wäsche in den Koffer, Schrank p.; das
Gepäck in das Auto, Kisten auf den Wagen p.;
umg. jmdn. in etw. p.: ein krankes Kind ins Bett
p. (zu Bett bringen) 1.2 . einen Behälter durch 1.1 mit
den Dingen füllen, die man darin unterbringen,
transportieren w ill: den Koffer, Rucksack p.; ein
Paket, Päckchen p.; ich muß noch p.
—
2. jmdn.,
etw. (bei, an etw.) mit festem Griff ergreifen, fa s
sen (und festhalten): er packte und schüttelte ihn;
jmdn. bei der Hand, am, beim Arm p.; er packte
den Koffer am, beim Griff und hob ihn hoch; der
Adler packte mit seinen Klauen die Beute; O
er wurde von heftigem Fieber gepackt (ergriffen)
—
3. etw. packt jmdn. 3 .1 . etw. überkommt und
ergreift jmdn. m it großer Stärke: Abenteuerlust,
Sehnsucht packte ihn; er wurde von Angst, Ärger,
Verzweiflung gepackt 3.2 . etw. erweckt sehr stark
jmds. Interesse, Aufmerksamkeit: das Spiel des Pia
nisten packte die Zuhörer; der Redner hielt einen
packenden (interessanten, fesselnden) Vortrag —
4. /vorw. im Imp./ salopp sich p. sich wegscheren:
er soll sich p.; packt euch!
+ jmdn. bei der, seiner / Ehre p.; etw. beim
/ Schopf(e) p.; seine / Siebensachen p.; den
/ Stier bei den Hörnern p .; das Übel an der
Wurzel p.; jmdn. in / Watte p.
Packen, der; -s, - großes Bündel (1) aufeinander
geschichteter (und zusammengebundener) vorwiegend
gleicher Dinge: einen P. Bücher, Zeitschriften weg
räumen; einen großen P. Wäsche in die Reinigung
bringen
Packer, der; -s, - Arbeiter, der in einem Betrieb
Waren packt (1.1) und versandfertig macht
Pack[papier, das jo. PI ./ festes, grobes Papier, das
als Verpackungsmaterial dient: etw. in P. ein-
wickeln
Packung,die; -,
- e n 1. fabrikmäßig abgepackte kleine
Menge an Ware: eine P. Gebäck, Feinfrostobst
—
2. Hülle, Umhüllung einer fabrikmäßig abge
packten Ware: eine geschmackvolle, ansprechende
P.; eine P. aufritzen, aufreißen — 3 . Umhüllung
des Körpers od. eines Körperteils aus (feuchten)
Tüchern, Umschlag (3): jmdm. eine feuchte, kalte,
warme P. machen
Pack|wagen, der Gepäckwagen: der P. des D-Zuges
war direkt an die Lok angekoppelt
Pädagoge, der; -n, -n 1. Erzieher, Lehrer: ein
guter, schlechter, erfahrener P. — 2 . Wissenschaft
ler der Pädagogik: er ist als P. an der Hochschule
tätig
Pädagogik, die; -, jo. Pl.j Wissenschaft von der
Erziehung und Bildung: er studiert, lehrt P.
pädagogisch /A dj./ die Pädagogik betreffend, er
zieherisch: eine pädagogische Aufgabe; diese
Dozentin leistet gute pädagogische Arbeit, ist p.
begabt; ein pädagogisches Institut; eine pädago
gische Hochschule; der Pädagogische / Rat
Paddel, das; -s, - zur Fortbewegung eines Kanus
ohne Dollen verwendete, hölzerne Stange mit einem
od. zwei Blättern (4)
Paddelboot, das Kanu, das mit Paddeln fortbewegt
w ird
paddeln fsw. Vb.; ist, hat/ 1.1 . ein Paddelboot da
durch fortbewegen, daß man das, die Paddel ins
Wasser eintaucht und durch das Wasser zieht (ist
850
paffen — Pansen
hat): wir sind, haben doch erst gestern gepaddelt
1.2 , sich durch 1.1 irgendwohin bewegen (ist): sie
sind (mit dem Boot) den Fluß hinunter gepaddelt
paffen jsw, Vb.; hat/ umg. rauchen (2) (und dabei
den Rauch kräftig ausstoßen): er pafft; etw. p . :
er pafft eine Zigarette nach der anderen; er pafft
nur (raucht, ohne z u inhalieren)
paginieren jsw. Vb.\ hatj etw. mit Seitenzahlen ver
sehen: ein Manuskript p.
Pagode, die; -,
-n
ostasiatischer turmartiger Tempel,
dessen Stockwerke je ein eigenes schmales Dach
tragen
Paillette, die;
-n jvorw. P l.j [pa(i)jst9] auf Stoff,
bes. auf Kleidern, aufgenähtes glänzendes, schillern
des Metallblättchen, Flitter (1)
Paket, das; -(.e)s, -e 1.1 . Zusammengepacktes, das
m it einer Hülle versehen (und verschnürt) ist: er
brachte ein großes P. Wäsche zur Reinigung
1.2 . größere Postsendung mit einem Gewicht über
zwei Kilogramm: ein P. packen, zur Post bringen,
von der Po st abholen l.B . fabrikmäßig abgepackte
größere Menge von Waren: ein P.Waschpulver,
Haushaltskerzen, Würfelzucker — 2 . jBRDj als zu
sammengehörig deklarierte Mehrheit schriftlicher Vor
lagen, bes. politischer Anliegen, Vorhaben, bes. von
Gesetzen, die gemeinsam ver-, behandelt werden: über
ein P. v on Gesetzesvorhaben verhandeln
Paket zu Paket 1.2| -annähme, die Annahmestelle
in einem Postamt zum A ufgeben von Paketen;
- karte, die vom Absender auszufüllender Vordruck,
der einem Postpaket beigegeben wird
Pak t, der; -(e)s, -e internationaler (völkerrechtlicher)
Vertrag von größerer Bedeutung: einen P. schließen,
einhalten, brechen
pakt|frei jA d j.j nichtpaktgebunden: paktfreie Län
der, Staaten
paktieren fsw. Vb.; hat; vorw. emot. neg.f mit
jmdm. p. m it jmdm . eine Übereinkunft treffen,
gemeinsame Sache machen: die beiden Parteien
haben jahrelang miteinander paktiert
Palais, das;
-
[..le:, ,.Ie:, Gen. u. PI. pale:s,
. . l s :s] repräsentatives, prächtig ausgestattetes Ge
bäude
Paläozoikum, das; -s, fo. Pl.j [,.o :i..] Geol. Erd
altertum
Palast, der; -es, Paläste großes, prächtig aus
gestattetes, repräsentatives Gebäude: ein alter,
großer, berühmter P.; die Paläste in Florenz,
Venedig
Palastrevolution, die Sturz eines Herrschers,
Staatsmannes durch eine Verschwörung seiner näch
sten Umgebung
Palaver, das; -s, - [ . .v . .] umg. jemot.j langes,
belangloses, nutzloses Gerede: ein endloses P. ab
halten; dazu palavern palaverte, hat palavert: sie
palaverten noch stundenlang über den gehörten
Vortrag
Paletot, der; -s, -s [..to] veraltend zweireihiger
Herrenmantel
Palette, die; -,
-n 1. Holzplatte od. Metallscheibe
des Kunstmalers zum Mischen von Farben — 2 .
eine P. (Auswahl) sehr kleidsamer Wintermodelle
wurde auf der Modenschau vorgeführt; eine P.
(ein Spektrum) von Meinungen — 3 . Untersatz aus
Holz od. M etall für ' Stückgut und gestapeltes Gut,
der einen leichten Transport mit Gabelstaplern er
möglicht
Palisade, die; -,
-n
aus einer Reihe zugespitzter und
eingegrabener Pfähle bestehendes Hind ernis einer
altertümlichen Befestigungsanlage
Palisander, der; -s, jo. P l.j rötlichbraunes, hartes
Edelholz verschiedener tropischer Bäume, das bes. zur
Herstellung von Möbeln verwendet wird
Palme, die; -,
-n in zahlreichen Arten vorkommen
der tropischer Baum mit meist langem, unverzweig
tem Stamm und gefiederten od. handförmig geteilten
Wedeln
+ umg, auf der P. (sehr wütend) sein; jmdn. auf
die P. bringen (jmdn. sehr wütend machen)
Pampe, die; -, jo. Pl.j landsch. breiige Masse aus
Wasser und Sand: die Kinder wühlten mit den
Händen in der P.
Pampelmuse, auch Pampelmuse, die; -,
-n1.zu
den Zitrusgewächsen gehörender buschiger B aum mit
großen Blättern und großen weißen Blüten — 2 .
große, zitronenähnliche Frucht von 1 mit säuerlich
bitterlichem Geschmack, Grapefruit
Pamphlet, das; -(e)s, -e jemot. neg.j Streitschrift:
ein satirisches, politisches P.; ein P. verfassen
pampig jAdj.j salopp frech, unverschämt, patzig:
er gab ihr eine pampige Antwort; auf seine Frage
gab sie p. zurück: ...
Paneel, das; -s, -e 1. tiefer liegender Teil, liegende
Fläche einer (hölzernen) Wandverkleidung od. Tür:
die Paneele einer Tür streichen — 2 . Wandver
kleidung, Täfelung: Paneele aus Nußbaumholz; die
Füllungen der Paneele wiesen unterschiedliche
Farbnuancen auf
panieren fsw. Vb.; hat/ Fleisch, Fisch p. Fleisch,
Fisch mit geschlagenem Ei, Milch od. Wasser be
streichen und mit Semmelmehl bestreuen od. in
Mehl wenden: ein Schnitzel, Fischfilet p.
Panier|mehl, das fo. Pl.j Semmelmehl
Panik, die; -,
- e n jvorw. Sg.j eine. Person, eine
Menschenmenge plötzlich ergreifende (sinnlose)
Angst, Verwirrung und daraus folgende kopflose
Reaktion: eine große, heillose, wilde P. brach aus;
jmdn. in P. versetzen
Panik |mache, die jemot.j Versuch, künstlich Panik
hervorzurufen
panisch jAdj.; zu Panik/: jmdn. in panische
(überaus große) Angst, Furcht versetzen; in pani
scher Flucht stürzte er davon
Panne, die; -,
-n 1 .1 . technischer Schaden, bes. bei
Fahrzeugen: er hatte unterwegs mit dem Auto eine
P. 1 .2 . u m g . von Menschen verursachtes Versagen
von etw.: organisatorische Pannen; es gab eine P.
in der Stromversorgung
Panoptikum, das; -s, Panoptiken zur Schau gestellte
Sammlung von Kuriositäten: ein P. besuchen
Panorama, da s; -s, Panoramen gesamte Landschaft,
wie sie sich bei einem Rundblick (von einem erhöhten
Standort aus) bietet: ein liebliches P .; vom Gipfel
aus übersah man das ganze P. der umliegendeu
Bergketten
Panorama | -bild, das Bild, Foto von großer Breite,
das ein Panorama zeigt; -Spiegel, der breiter Rück
spiegel für Kraftfahrzeuge
panschen /s v j . Vb.; hat/ umg. 1 . planschen: die
Kinder panschten den ganzen Tag im Wasser —
2. ein Getränk, bes. ein alkoholisches, durch H e i
mischen von Wasser strecken: der W ein, Sekt war
gepanscht
Pansen , der; -s, - Vormagen der Wiederkäuer, in
dem durch Gärungsvorgänge die pflanzliche Zellulose
abgebaut wird
Pantheismus, der; jo. PL/ [..e |i..] philosophische
Auffassung, nach der Gott und die Welt identisch
sind
Panther, der; -s, - Leopard: ein schwarzer P.
Pantine, die;
-n jvorw. PL/ landsch., bes.
n o r d d t. Holzschuh, Holzpantoffel: sie schlüpfte
schnell in ihre Pantinen
+ s alopp aus den Pantinen kippen (ohnmächtig
werden; die Fassung verlieren)
Pantoffel, der; -s, -n aus Stoff od. Leder gefertigter
leichter, flacher Hausschuh ohne Fersenteil: die
Pantoffeln an-, ausziehen
-f- umg. unter dem P. stehen (von der Ehefrau
beherrscht werden, zu H ause nichts zu sagen haben)
Pantoffel| -held, der umg. spött. Ehemann, der
von seiner Frau beherrscht wird: er war ein aus
gesprochener P.; -tierchen, das; -s, - Einzeller von
der Gestalt eines Pantoffels, dessen Körper ringsum
m it Wimpern bedeckt ist
Pantolette, die;
- n Straßenschuh ohne Fersenteil
m it Keilabsatz: sie wollte eine leichte P. für den
Sommer kaufen
1Pantomime, die; -n Handlung, die nur durch Ge
bärde, Gestik, Mienenspiel und Tan z künstlerisch
dargestellt wird: ein Meister der P.; eine P. ein
studieren, vorführen
2Pantomime, der; -n , -n Künstler, Darsteller der
Pantomime
pantomimisch /Adj.; zu Pantomime/: ein panto
mimisches Spiel
pantschen jsw . Vb.; hat/ s. panschen
Panzer, der; -s, - 1 . vollständig gepanzertes, gelande
gängiges, meist auf Raupen (II) laufendes Fahrzeug
für den militärischen Kampf, das mit einer meist
in einem drehbaren Aufbau untergebrachten Kanone,
Maschinengewehren ausgerüstet ist: leichte, m itt
lere, schwere P.; ein sehr wendiger, schneller,
schwimmfähiger P .
—
2. Panzerung (2) — 3 . den
Körp er mancher wirbelloser Tiere und Kriechtiere
umgebende harte Schale: der P. der Schild
kröte, des Krebses — 4 . Rüstung (2), Harnisch
panzern jsw. Vb.; hat/ etw. m it einer Panzerung
(2) umgeben: ein Kriegsschiff p.
Panzer | -platte, die Platte aus besonders gehärtetem
Stahl als Panzerung (2); -schrank, der gepanzerter
(Geld)schrank, Tresor: Banknoten, Akten im P.
verwahren; -sperre, die Sperre, Barrikade gegen
Panzer: sie bauten neue Panzersperren; -truppe,
die jo. Pl.j Mil. Waffengattung der Landstreit
kräfte, deren Ausrüstung hauptsächlich aus Panzern
besteht
Panzerung, die; -,
-en 1. das Panzern: die P. eines
Fahrzeuges — 2 . Platten, bes. aus Stahl, die zum
Schutz von (Teilen von) militärischen Anlagen,
Fahrzeugen dienen
Päonie, die; -n [..io] Pfingstrose
Papa, Papa, der; -s, -s Kinderspr. Vater (1)
Papagei, der; -en/-(e)s, -en/-e in zahlreichen Arten
vorkommender, in den Tropen lebender farben
prächtiger Vogel m it stark gekrümmtem Schnabel
und der Fähigkeit, Laute, Wörter zu imitieren, der
auch in Käfigen gehalten w ird: ein kreischender,
buntgefiederter P.
Paperback, das; -/ -s, -s [pe:porbek] kartoniertes
(Taschen)buch m it geklebtem Buchrücken
Papigr, das; -s, -e 1, jo. Pl.f aus Fasern vorw.
pflanzlicher Herkunft, auch von Stoffresten, Lumpen
durch ein bestimmtes Verfahren hergestelltes dünnes,
flächiges M aterial, das vorwiegend zum Beschreiben,
Bedrucken und Verpacken dient: weißes, farbiges,
glattes, rauhes, feines, grobes P,; handgeschöpf
tes , holzfreies, (un)bedrucktes, (un)beschriebenes
P.; ein Bogen, Blatt, Stück P.; etw. in P. ein
packen, einwickeln — 2 . Schriftstück, Dokument,
Aufzeichnung: ein amtliches, vertrauliches P .; er
ordnet, sichtet seine Papiere; er setzte seine Unter
schrift unter das P.
—
3. /nur im Pl.f amtlich be
glaubigtes Dokument, das der Legitimation dient,
Ausweispapiere: jmdm. die Papiere ausstellen, ab-
verlangen; jrnds. Papiere prüfen; bitte (zeigen Sie
mir) Ihre Papiere! — 4 . jvorw. Pl.j Wertpapier:
Papiere an-, verkaufen
+ etw. zu P. bringen (etw. aufschreiben 1.1); etw.
s teht nur auf dem P. (etw. ist aufgeschrieben,
wurde aber nicht ausgeführt); veraltend umg.
seine Papiere bekommen (entlassen 1 werden)
Papier| -blume, die aus Papier hergestellte Nach
bildung einer Blume (2): ein Gesteck aus Papier
blumen; -deutsch, das stilistisch trockenes, unleben
diges, unanschauliches Deutsch
papieren jAdj./ 1.1. /nur attr.j aus Papier (1): ein
papierener Umschlag 1.2 . wie Papier (1): ihre
sonnengebräunte Haut fühlt sich ganz p. an
—
2. stilistisch trocken, unlebendig: ein papierener Stil
Papier zu Papier 1| -format, das Format eines
Bogens Papier; -geld, das jo. P l.j Banknoten: neues
P. in Umlauf bringen; -korb, der fPl. -körbe/ Be
hälter für Papierabfälle; -krieg, der jo. Pl.j u m g.
bürokratischer, aufwendiger Schriftverkehr in behörd
lichen Angelegenheiten: er führte einen endlosen
P. mit den Behörden; -mache, das; -s, -s [..maje:]
gepreßte, geformte, hart gewordene Masse aus ein
geweichtem Papier und Leim, Stärke, K reide:
Kasperlepuppen aus P.; -schlänge, die jvorw. Pl.j
sehr langer, schmaler, farbiger P a pi e r streifen, der
bes. bei Faschingsvergnügen als Scherzartikel od. zur
Dekoration benutzt w ird : einen Raum zum Fasching
mit Papierschlangen schmücken; -Schnitzel, das,
der kleines abgeschnittenes Stück Papier; -Ser
v iette, die vgl. Papierblume; -taschentuch, das
vgl. Papierblume; -waren, die /P l.j Waren aus
Papier: ein Geschäft für P.
Pappe, die; -,
-n jvorw. Sg.j aus mehreren Schichten
bestehende, steife, vorwiegend dicke, grobe A rt Papi er :
dicke, dünne, starke, steife, biegsame P .; etw. aus
P. anfertigen, ausschneiden
+ umg. etw. ist nicht von P. (nicht zu unter
schätzen)
Pappel, die; -,
- n Laubbaum mit hohem, schlankem
Stamm, weichem Holz, der als Blüten Kätzchen aus
bildet und herz- bis eiförmige Blätter hat
pappen jsw. Vb.; hat/ umg. 1 . etw. an, auf etw.
kleben (1.1): ein Plakat, einen Zettel an die Wand
p.
—
2. etw. pappt etw. 2backt, ballt sich leicht zu
sammen : der Schnee pappt
Pappenheimer /Pl.j
+ umg. seine P. kennen (wissen, mit wem man
es zu tun hat)
Pappen|stiel, der
+ umg. das ist (doch) kein P. (keine Kleinigkeit) !
pappig jAdj.; nicht adv.j landsch. umg. 1. durch
Feuchtigkeit weich geworden, nicht mehr k nusp rig;
Pantheismus — pappig
851
5 5 Wörterbuch
852
Pappkarton — Parasit
schlecht durchgebacken: pappige B rötch en; das Ge
bäck ist leider p.
—
2, feucht und sich leicht zu
sammenballend : pappiger Schnee
Papp zu Pappe| -karton, der Karton aus Pappe;
- m a ch£, das s. Papiermache; -Schachtel, die vgl.
-karton
Paprika, auch Paprika, der; -s, -s jvorw. Sg.f zu
den Nachtschattengewächsen gehörende einjährig e
krautige Pflanze, deren kleine, scharf schmeckende
rote Früchte im getrockneten Zustand als Gewürz
verwendet, deren g rüne, gelbe od. rote weniger scharfe
Früchte roh od. gedünstet als Gemüse genutzt werden:
ungarischer, roter P .; mit gehacktem Fleisch ge
füllter P .; Gulasch mit P. würzen
Paprika], auch Paprika [schote, die Frucht des
Paprikas
Papst, der; -es, Päpste Oberhaupt der römisch-
katholischen Kirche: um eine Audienz beim P .
ersuchen
+ päpstlicher als der P. sein {übertrieben streng,
noch strenger, unerbittlicher als der dazu Berufene,
dafür Verantwortliche sein)
päpstlich fA dj.; zu Papst/
Papyrus, der; -, Papyri [..y :..] im alten Ägypten
hergestelltes, bes. im Altertum verwendetes Schreib
material, das aus dem getrockneten M ark (1.2) einer
zu den Gräsern gehörenden Staude gewonnen
wurde
Parabel, die;
-n 1. kurze, lehrhafte Erzählung,
die allgemeine menschliche Erfahrungen durch a n a
loge Beispiele veranschaulicht: eine P. schreiben,
vorlesen, erzählen — 2 . M a th , symmetrische ebene
Kurve (1) eines Kegelschnitts, deren Äste im A b
stand zu einer festen Geraden und zu einem festen
Punkt kongruent sind: eine P. berechnen
Parabolspiegel, der O pt. Hohlspiegel, 'der parallel
einfallendes Licht in einem Brennpunkt sammelt
Parade, die; -,
-n 1. Aufstellung und Vorbeimarsch
von Trupp en vor militärischen Befehlshabern od.
Vertretern der Regierung an Fest- und Ehrentagen:
eine P. abhalten; eine P. abnehmen — 2 .1 . bei
Boxen, Fechten, Ballspielen die Abwehr eines gegne
rischen Angriffs: er wehrte den Angriff mit einer
glänzenden P. ab 2.2 . beim Reiten das Anhalten,
der Übergang in eine andere, langsamere Gangart
+ umg. jmdm. in die P. fahren (jmdm. scharf
entgegentreten, widersprechen)
Parade | -beispiel, das M usterbeispiel: etw. ist ein
P. für etw.; jmdn., etw. als P. anführen; -marsch,
der das Marschieren im Paradeschritt; -schritt, der
jo. Pl.f bes. bei militärischen Paraden üblicher aus-
hqlender Marschschritt m it gestreckten B einen: im
P. marschieren; -stück, das fPl.
- e/ Gegenstand,
der wegen seines besonderen Wertes zur Repräsenta
tion geeignet ist
Paradies, das; -es, -e 1. fo. Pl.f Bei. ev. kath.
1.1 . nach dem Alten Testament Stätte des voll
kommenen Glücks, von Gott den ersten Menschen
als Aufenthaltsort zugewiesen: die Vertreibung vo n
Adam und Eva aus dem P. 1.2. in einemin reli
giöser Vorstellung angenommenen Jenseits A ufent
haltsort der selig Verstorbenen — 2 . femot.f Z u
stand, Ort ungetrübten Glücks: diese Gegend ist ein
wahres P.; das Feriendorf war ein P .; dazu para
diesisch fAdj.f
Paradigma, das; -s, Paradigmen 1. Musterbeispiel:
H. v . Kleists Novelle ’Michael Kohlhaas* ist ein P.
novellistischer Kunst — 2. Sprachwiss. Gesamt
heit aller Flexionsformen eines Wortes und damit
M uster für gleich flektierte Wörter
paradox fAdj.f einen {scheinbaren) logischen W ider
spruch enthaltend, (scheinbar) widersinnig: eine
paradoxe Behauptung; etw. mutet p. an; etw.
klingt p.
Paradoxon, das; -s, Paradoxa [.. on] paradoxe Aus
sage, Behauptung
Paraffin, das; -s, -e Chem . dem Wachs ähnliche,
weiche od. harte, farblose, im W asser nicht lösbare
Masse bes. zur Herstellung von Kerzen, Bohner
wachs
Paragraph, der; -en, -en numerierter Abschnitt im
Text von Gesetzen od. bestimmten Schriften, Ver
trägen: ein P. des Strafgesetzbuches, der Straßen
verkehrsordnung, der Verfassung; gegen einen
Paragraphen verstoßen
parallel fA dj.; /* auch Parallele/ mit einer anderen
Geraden i n gleicher Richtung und gleichbleibendem
Abstand zueinander verlaufend: parallele Linien;
die Straße verläuft p. zur Eisenbahnlinie
Parallele, die; -/-n, -n f / auch parallel/ 1. M ath.
parallele Gerade: Parallelen schneiden sich im U n
end lichen — 2 .1 . vergleichende Gegenüberstellung:
eine P. ziehen; etw. mit etw. in P. bringen 2.2 .
etw., das sich auf Grund gleicher od. ähnlicher M erk
male zum Vergleich heranziehen läßt: eine g e
schichtliche P .; eine interessante P. zu etw.
Paralleljfall, der Parallele (2.2): ein auffallender P.
Parallelität, die; -, fo. Pl.f eine Parallele (2.2) dar
stellend: die P. der Dinge, Erscheinungen aufmerk
sam beobachten, studieren
Parallelogramm, das; -s, -e M ath. Viereck mit
paarweise parallelen Seiten
Parallelschaltung, die Elektrotech n. Schaltung
elektrischer Bauelemente in der A rt, daß sie alle der
gleichen, gemeinsamen Spannung angeschlossen sind
paralysieren fsw. Vb.; hat/ [..y .j jmdn. lähmen,
handlungsunfähig machen
Parameter, der; -s, - 1. M ath. Zahlengröße in
einer Funktion, die eine Menge von Funktionen
unter einem analytischen A usdruck zusammenzu
fassen gestattet — 2.1 . jvorw. Pl.f Techn. Kenn
ziffern, Daten, durch die die Leistungsfähigkeit bes.
einer Maschine, eines Werkzeugs charakterisiert
wird: die technischen P. eines Gerätes, Motors
2.2 . W ir t s c h . (veränderliche) Größe (3.2), durch
die ein ökonomischer Prozeß beeinflyßt w ird : Lohn-,
Materialkosten sind wichtige P. in der Produk
tion
Paranuß, die hartschalige, dreikantige Frucht eines
brasilianischen Nußbaums
paraphieren fsw. Vb.; hat/ D ip lom atie einen ver
einbarten Vertragstext durch vorläufige, nur m it dem
abgekürzten Namenszug der Bevollmächtigten er
folgende Unterzeichnung billigen: ein H andelsab
kommen p.; dazu Paraphierung, die; -,
-en
Paraphrase, die; -,
- n 1. verdeutlichende Um
schreibung, bes. eines literarischen Textes: die P.
eines Gedichtes von B. Brecht — 2. Mus. freie
instrumentale Fantasie Über eine (bekannte) Melo
die: die P. eines Satzes klassischer Musik
Parasit, auch Parasit, der; -en, -en 1. B iol. tieri
scher od. pflanzlicher Organismus, der an od. in
einem anderen Organismus lebt und ihm seine Nah
rung entnimmt, Schmarotzer: Mistel und Band
parasitär — Parlamentarier
853
wurm sind Parasiten — 2 . /oft emot.j jmd., der von
der Arbeit anderer, auf Kosten anderer lebt; dazu
parasitär /A dj./
Parasolpilz, der Schirmpilz, Schirmling
parat /A dj.; nicht attr./ u m g . griffbereit', eine
Schere p. haben; Papier und Bleistift p. legen;
O er hat immer die passende Antwort, Ent
schuldigung p. (zur Verfügung)
Pärchen, das; -s, - //* auch Paar/ 1. Liebespaar:
die beiden -waren ein hübsches P.
—
2. je ein für
die Zucht bestimmtes Männchen und Weibchen bei
Kleintieren
pardon [..doq, auch . .do] v era ltend /Höflich-
keitsformel/ verzeihen Sie bitte/: p., habe ich Sie
gestoßen?
Pardon, der; -s, /o. Pl.f [..doq, auch ..do] v e r
a lten d Nachsicht: jmdn. um P. bitten; keinen
P. geben (niemanden schonen)
Parenthese, die; -n 1. G ra m m , die (geschlossene)
Satzkonstruktion unterbrechender, eingeschobener
Satz, Satzteil: eine P. wird meist durch Gedanken
striche, Klammern eingeschlossen — 2. fin den
Verbindungen/ et-w. in P. setzen (etw. durch Zeichen
als 1 kennzeichnen)’, in P. (nebenbei) gesagt
par ex cellence [par|eks9lds] im wahrsten Sinne (des
Wortes), schlechthin: er g alt damals als (der)
Faust-Darsteller p.
Parfait, das; -s, -s [..fe:, ..fe:] Kochk. 1. Halb
gefrorenes — 2 . /feine Pastete/
Parfüm, das; -s, -s [..foeq] s. Parfüm
Parfüm, das; -s, -e, auch -s Flüssigkeit, die in
Alkohol gelöste, meist gemischte natürliche od. syn
thetische Duftsioffe enthält: ein starkes, aufdring
liches, liebliches P .; ein Flakon mit P .; ein Duft,
eine Wolke von P .; P. sprayen, zerstäuben
Parfümerie, die;
-n [ ..i;on] 1. Industriezweig,
Betrieb für die Herstellung von Duftstoffen — 2 .
Geschäft, Verkaufsstelle für kosmetische Erzeugnisse
—
3. /nur im PI./ Parfüms o. ä .
parfümieren /sw. Vb.; h a t/1. sich, etw. mit Parfüm
besprengen, besprühen: sich p . ; sie parfümiert ihre
Hände; ein parfümiertes Taschentuch — 2, etw.
p. einer Sache einen Duftstoff heimischen: eine
parfümierte Seife; die Zigarette ist, schmeckt
parfümiert
pari /Adv./ 1. B ank /von Wertpapieren/ zum Nenn
wert: etw. p. anbieten, kaufen; etw. zu einem Kurs
über, unter p. (dem Nennwert) verkaufen — 2«
beide Mannschaften stehen p. (gleich)
parieren /sw. Vb.; hat/ L hechten Boxen einen
Schlag, Stich, Hieb durch eine bestimmte schnelle
Reaktion, Parade abwehren: einen Hieb, den Stoß
p.; geschickt pariert; B a llspiele der Torwart
konnte den Schuß p. (abwehren, halten); O eine
gehässige Bemerkung scherzhaft, elegant p.
—
n. umg. jmdm. gehorchen: der Junge will (ihm)
nicht (mehr) p.
Parität, die; -,
-e n jvorw. Sg./ 1 . (zahlenmäßige)
Gleichheit, Ausgewogenheit von Personen, Sachen in
bezug auf etw.: Verhandlungen auf der Grundlage
der P.; die P. wahren — 2. Wirtsch. Wert einer
nationalen Währung im Verhältnis zu einer anderen,
zum Gold: die P. einer Währung zum Rubel,
Dollar; zu 1 paritätisch /Adj./
Park, der; -(e)s, - s/-e nach ästhetischen Gesichts
punkten gestaltete (große) Grünanlage mit Bäumen,
Sträuchern und Rasenflächen: ein ausgedehnter,
gepflegter P.; ein Schloß mit einem alten P .; im
P. Spazierengehen
Parka, der; -s, -s, auch die; -,
-s im Schnitt einem
Anorak ähnlicher dreiviertellanger M antel: ein(e)
P. mit gefütterter Kapuze
Park| -anlage, die Park; -bank, <iie /PI.
- bänke/
Sitzbank im Park: auf einer P. sitzen
parken /sw. Vb.; hat/ ein Kraftfahrzeug vorüber
gehend abstellen (2): er hat seinen W agen in einer
Nebenstraße geparkt; sein Auto war unter einer
Laterne geparkt; er parkt am Turm; Parken ver
boten!; parkende Autos
Parkett, das; -(e)s, -e/-s 1. Fußboden aus kurzen
schmalen, in Mustern angeordneten Brettern: ver
siegeltes, spiegelglattes P.; ein P. (ver)legen; das
P. bohnern — 2 . /vorw. Sg./ Gesamtheit der Sitz
plätze eines Theaters, Kinos, die mit der Bühne
auf einer Etage liegen: P. und Ränge waren gut
besetzt; im P. sitzen
Parkett| -fußboden, der Parkett (1); -leger, der;
-s, - Handwerker, der Parkett legt; -sitz, der Sitz
platz im Parkett
Park| -gebühr, die Betrag, der für das Parken auf
einem bewachten Parkplatz zu entrichten ist; -haus,
das (großes) Gebäude, d as ausschließlich zum Park en
von Kraftfahrzeugen a uf seinen großflächigen Etagen
dient; -landschaft, die Landschaft im Charakter
eines Parks; -leuchte, die kleine Lampe an Kraft
fahrzeugen, die als Beleuchtung beim Pa rk en in der
Dunkelheit dient; -licht, das /PI. -er/ Beleuchtung
von Kraftfahrzeugen beim Parken in der Dunkel
heit; -lücke, die Lücke zwischen parkenden Fahr
zeugen, die so groß ist, daß ein weiteres Platz hat:
endlich eine P. finden
Parkometer, das; -s, - /B R D/ Parkuhr (1.2)
Park| -platz, der zum Parken bestimmter Platz (2):
ein bewachter P .; ich habe keinen P. (keine Mög
lichkeit zum Parken) gefunden; -scheibe, die P a rk
uhr (1.1); -uhr, die 1.1 . /DDR/ an der Front
scheibe eines A utos anzubringende, einer Uhr nach
gestaltete Pappscheibe mit einem Zeiger, auf der die
Anfangszeit des Parkens eingestellt wird 1.2 . /BRD/
automatische Uhr an Parkplätzen, die nach Ein
wurf einer Münze anzeigt, wie lange geparkt werden
darf; -verbot, das Verbot des Parkens an einer
bestimmten Stelle; -Wächter, der Wächter, der die B e
schädigung öffentlicher Parkanlagen verhindern soll
Parlament, das; -(e)s, -e 1.1 . aus Wahlen hervor
gegangene Vertretungskörperschaft m it beratender
und gesetzgebender Funktion in der bürgerl. Demo
kratie /Bestandteil des Machtmechanismus des
bürgerl. Staates/: die Mehrheit im P. haben; ins
P. gewählt werden; die Zustimmung des Parla
ments einholen; das P. beriet (über) die Gesetzes
vorlage 1 .2 . /selten/ oberste soz. Volksvertretung:
heute tritt die Volkskammer, das P. der DDR,
zusammen 1.3. das P. der Freien Deutschen Jugend
( Versammlung von Delegierten der F reien Deutschen
Jugend, die den Zentralrat wählen) — 2 . Gebäude
für 1.1
Parlamentär, der; -s, -e Unterhändler, der offiziell
von einer kriegführenden Seite (mit weißer Flagge)
zum Gegner entsandt wird: einen P. entsenden,
schicken
Parlamentarier, der; -s, - [ . .i o r , . .ior] Abgeordneter,
M itglied eines Parlaments (1.1, selten 1.2): ein
prominenter, ausländischer P.
55*
parlamentarisch /Adj./ 1 .1 . das Parlament (1.1,
auch 1.2) betreffend: jmds. parlamentarische Tätig
keit 1.2 . in einem Parlament (1.1): die parlamen
tarische Mehrheit, Opposition 1.8 . durch die
Existenz eines Parlaments (1.1) sowie durch dessen
Mitwirken an der Regierungsbildung) gekennzeich
net: die parlamentarische Staatsform; eine parla
mentarische Republik, Monarchie; die parlamen
tarische / Demokratie
Parlamentarismus, der; fo. Pl.j bürgerL Staats-
form, bei der das Parlam ent durch das Recht der
Gesetzgebung (1), M itwirkung an der Bildung der
Regierung und durch eine gewisse Kontrolle E in
fluß auf die Regierung des Staates hat
Parlaments zu Parlament 1.1| -abgeordnete, der u .
die; -debatte, die; -gebäude, das; -mitglied, das;
- Präsident, der; -w ähl, die Wahl von Abgeordneten
für das Parlament
parlieren /sw. Vb.; hat/ oft sch erzh. eifrig (über
Belangloses) reden, plaudern (1): über etw. p .;
während der Pause parlierten sie im Foyer (mit
einander)
Parmesankäse, der halbfetter, harter italienischer
Käse: geriebener P.
Parnaß, der; Parnasses, jo. PL/ veraltend geh.
Reich der Dichtkunst: die Gestalten des deutschen
Parnasses
Parodie, die; -n [. .i:a n] Verspottung eines K u n st
werks od. des Stils eines Künstlers durch Anwendung
von dessen Form auf einen banalen, oft albernen
Stoff: eine literarische P .; eine P. von Nestroy;
eine P. auf den Erlkönig, des Erlkönigs
parodieren /sw. Vb.; hat/ 1. jmdn., etw. auf scherz
hafte oder spöttische Weise nachahmen: ein en Dich
ter, jmds. Tonfall, eine Mundart p.
—
2. etw.
parodistischumwandeln: ein Gedicht, Kunstwerk p.
parodistisch /A d j. ; zu Parodie/
ParodontQse, die; -,
- n Rückbildungen an Zahn
fleisch und Kieferknochen, die schließlich zum Zahn
ausfall führen
Parole, die; -,
- n 1. Erkennungswort: P.? /Ruf des
Wachpostens bei Herankommen einer Person/; wie
lautet die P.?; Mil. die P. für die Truppen aus
geben — 2 . Wahlspruch: eine kämpferische, jmds.
P.
—
8 . unwahre Behauptung, unwahre Meldung:
den Parolen des Gegners nicht glauben; wer hat
diese Parolen nur aufgebracht?
Paroli
+ umg. jmdm. P. bieten (jmdm. mit gleicher od.
überlegener K r a ft entgegentreten)
Part, der; -(e)s, -e Mus. Theater Teil, den jmd.
in einem M usik-, Theaterstück, Ballett zu singen,
zu spielen, zu tanzen hat: seinen P. singen, blasen;
seinen P. üben, beherrschen; jmds. P . über
nehmen
Partei, die; -,
-e n 1.1 . politische Organisation, deren
Mitglieder die Interessen (bestimmter Gruppierungen
innerhalb) einer Klasse vertreten und ihre p olitischen
Ziele auf allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens
durchzusetzen suchen: eine marxistisch-leninisti
sche, revolutionäre, bürgerliche P.; die P. der
Arbeiterklasse; einer P. angehören, beitreten;
Mitglied einer P. sein 1.2. jo. PI./ die P. die Soziali
stische Einheitspartei Deutschlands: die führende
Rolle der P.; er ist Kandidat der P.; die Be
schlüsse von P. und Regierung — 2 .1 . Gruppe
Gleichgesinnter: durch sein en Vortrag gew ann er
854
parlamentarisch — Parteilehrjahr
eine starke P. für seine Theorie 2.2 . Mannschaft,
Gruppe in einem sportlichen Wettkampf: seine P.
verlor 1:5 — 8 .1 . einer von mehreren Vertrags
partnern: der Text wurde von den vier Parteien
gebilligt, unterzeichnet; die vertragschließenden
Parteien 8.2 . einer der beiden Gegner im Rechts
streit: die klagende P.; die P. des Beklagten; die
Parteien legten ihren Streit bei — 4 . einer von
mehreren Mietern in einem Wohnhaus: ein Altbau
mit 32 Parteien
+ für, gegen jmdn., etw. P . nehmen, ergreifen
(entschieden für, gegen jm d n ., etw. eintreten)
Partei/partei -abzeiehen, das Abzeichen, das die
Zugehörigkeit zu einer Pa rtei ausweist; -aktiv, das
Kollektiv in einer Einheit einer m arxistisch-lenini
stischen Partei mit dem Auftrag, die Aktivität bei
der Lösung von Schwerpunktproblemen zu steigern:
ein P. schaffen; -aktivist, der jmd., der einem
Parteiaktiv angehört: eine Beratung der Partei
a ktivisten; -apparat, der Gesamtheit kadermäßiger
und organisatorischer Strukturen und Funktionen
in einer Partei; -arbeit, die fo. PI ./ Arbeit (eines
Mitglieds) für die P artei; -auftrag, der spezielle
Aufgabe der Parteiarbeit, die einem Mitglied od.
Kollektiv einer marxistisch-leninistischen Partei
verantwortlich aufgetragen wird: die Parteileitung
hat ihm einen P. erteilt; -beitrag, der Beitrag, den
ein Mitglied regelmäßig an seine Partei zahlt;
- beschluß, der; -buch, das Dokument, das jmdn.
als Mitglied einer bestimmten Partei ausweist;
- d isziplin, die jo. PL/ bewußte freiwillige Ein
haltung der Normen und Beschlüsse einer (marxi
stisch-leninistischen) Partei durch alle Mitglieder:
P. üben; -dokument, das Mitgliedsbuch eines M it
gliedes einer marxistisch-leninistischen Partei;
- feind, der (ehemaliges) Mitglied einer marxistisch-
leninistischen Partei, das ihr aktiver Gegner ge
worden ist, Renegat; -freund, der /wird nicht für
Mitglieder einer marxistisch-leninistischen Partei
gebraucht/ jmd., der derselben Partei angehört wie
bestimmte andere /auch als Anrede der Mitglieder
untereinander/; -führung, die oberstes Leitungs
gremium einer Partei; -fuuktion, die Funktion, die
jmd. in einer Partei hat; -funktionär, der Funktio
när bes. einer marxistisch-leninistischen Partei;
- ganger, der; -s, - /auf bürgerL Verhältnisse be
zogen/ Anhänger einer politischen Richtung, Persön
lichkeit: die P. des Präsidentschaftskandidaten
N; -grundorganisation, die Grundorganisation;
- gruppe, die kleinste organisatorische Einheit der
SED; -hochschule, die Hochschule zur Ausbildung
der Kader einer Partei; -intern /Adj./ 1 .1 . nur die
Mitglieder einer Partei betreffend: eine partei-
interne Anweisung 1.2 . nur für Mitglieder einer
Partei bestimmt: parteiinternes Material
parteiisch /Adj./ 1 .1 . in bezug auf jmdn., eine
Interessengruppe voreingenommen: eine parteiische
Haltung; p. entscheiden; etw. p. betrachten, dar
stellen, beurteilen 1.2 . J u r . in einem Rechtsstreit
eine der streitenden Parteien (3.2) begünstigend:
einen Zeugen, Richter als p. ablehnen
Partei zu Partei 1| -konferenz, die: eine P. (vom
Zentralkomitee zwischen den Parteitagen einberufene
zentrale Tagung zur Behandlung dringlicher Fragen
der Politik und Taktik) der SED; -lehrjakr, das
/o. PL/ von der SED bes. für ihre Mitglieder ver
anstalteter Schulungszyklus zur Aneignung und An-
Parteileitung — Partnerschaft
855
Wendung der marxistisch-leninistischen Theorie; am
P. teilnehmen; -leitung, die 1. zentrales Leitungs
gremium einer Partei: die P. der CDU — 2* Leitung
einer Grundorganisation der SED; er ist in die P.
gewählt worden
parteilich fAdj.f 1. bewußt für den Sozialismus, für
die Sache der Arbeiterklasse Pa rtei ergreifend; eine
parteiliche Stellungnahm e; p. handeln, diskutieren
—
2. bewußt od. unbewußt an die Interessen (s)einer
Klasse gebunden; Menschen denken und handeln
stets p.
Parteilichkeit, die;
-e n fvorw. Sg.f 1. bewußt an
gewandtes (theoretisch-methodisches) Prin zip , das
dem objektiven Zusammenhang von Wahrheit,
Wissenschaftlichkeit und Parteinahm e für die I nter
essen der Arbeiterklasse entspricht: (sozialistische,
revolutionäre) P. bei der Durchsetzung fort
schrittlicher Ideen — 2« mehr od. weniger offen
zutage tretender Ausdruck des Standpunktes, der
Interessen einer K lasse: die P. der bürgerlichen
Ideologie
partei/Parteil -los fA dj.f keiner Partei angehörend;
ein parteiloser K ollege; sie ist p .; -mitglied, das
Mitglied einer Partei; -nähme, die; -,
-n
ent
schiedenes Eintreten für, Auftreten gegen jmdn.,
etw.; P. für die Sache des Sozialismus; eine leiden
schaftliche, überzeugende P. für diese Künstlerin;
P. gegen Intoleranz, Ungerechtigkeit; -Organ, das
1. Leitungsgremium einer Partei — 2 . Zeitung,
Zeitschrift einer Partei: etw. im P. veröffentlichen;
-Organisation, die 1.1 . organisatorische Einheit in
einer Pa rtei 1.2 . Grundorganisation; -politik, die
fo. Pl.f 1. Politik einer Partei; Grundzüge unserer
P.
—
2. / unter bürgert. Verhältnissen/ Politik für
eine, zugunsten einer Partei; das ist reine P .; P.
betreiben; -programm, das; -schule, die Bildungs
einrichtung einer Partei, an der sich die Mitglieder
in Lehrgängen politisch-ideologisch qualifizieren;
- Sekretär, der Sekretär einer organisatorischen E in
heit einer Partei, bes. einer Grundorganisation der
SED; -Statut, das; -strafe, die Strafe, die eine
marxistisch-leninistische Pa rtei einem ihrer M it
glieder auferlegen kann; -tag , der zentrale Tagung
1.1 . gewählter Delegierter a ls höchstes Organ einer
marxistisch-leninistischen Pa rtei 1.2 . der Delegierten
einer Partei; -verfahren, das von einer Partei gegen
ein M itglied eingeleitetes, durchgeführtes Verfahren;
- Versammlung, die regelmäßig stattfindende Zu
sammenkunft der Mitglieder einer Parteiorganisa
tion; -Veteran, der: ein P. der SED; -Vorsitzende,
der fwird nicht für marxistisch-leninistische P a r
teien gebraucht!; -Vorstand, der vgl.
- Vorsitzende;
- w ähl, die geheime demokratische Wahl der leiten
den Organe einer marxistisch-leninistischen Pa rtei,
bes. der SED ; -Zugehörigkeit, die Mitgliedschaft in
einer Partei
parterre /Adv.; Äbk. part./ [..tsr] im Erdgeschoß;
p. wohnen; im Nebenhaus p. links
Parterre, das; -s, -s [..ts r] Erdgeschoß; die W oh
nung liegt im P.
Parterre|wohnung, die: eine dunkle P.
Partie, die; -,
-n [..i:on] 1. Teil von etw.; eine
reizvolle P. des Flußufers; eine langweilige P.
eines Romans überschlagen; die oberen, unteren
Partien des Körpers, Gesichts — 2 . Bolle (5.1)
eines Sängers; er singt seine erste große P .; sie
debütierte m it der P . der Carmen — 8 . abgeschlos
sener Vorgang des Spielens bei bestimmten Arten
von Spielen (1.2): eine P. Schach, Golf, Skat,
Billard spielen; die P. verlieren, gewinnen; O die
P. verloren geben — 4. veraltend (gemeinsamer)
Ausflug; eine P. (ins Grüne) machen — 5 . fo. PL;
DDE veraltend/ eine gute, glänzende P. machen
(eine vermögende Perso n heiraten)
-\- umg. mit von der P. sein (mitmachen, sich
beteiligen)
partiell fAdj.f [..tsiel] vorw. fach spr. nur einen
Teil betreffend; eine partielle Sonnenfinsternis;
jmd. ist p. (teilweise) gelähmt
Partikel, auch Partikel, die; -,
- n 1. klein(st)es Teil
chen stofflicher M aterie; winzige, radioaktive Pa r
tikeln — 2. Sprachwiss. unflektierbares Wort;
Regeln über den Gebrauch einiger Partikeln —
8. Sprachwiss. Wort ohne Formveränderungen
und ohne syntaktische Funktion, mit meist mini
maler Bedeutung, das häufig ein Wort im Satz näher
bestimmt, das die gefühlsmäßige Stellung des Spre
chers zur Aussage ausdrückt
Partikularismus, der; -, fo. Pl.f Streben einzelner
Gebiete eines bürgerL, feudal. Staates, ihre territo
rialen Sonderinteressen gegenüber dem Ganzen, der
Zentralgewalt durchzusetzen; der deutsche P. im
19. Jahrhundert
Partisan, der; -s/-en, -en einer bewaffneten Einheit
angehörender Widerstandskämpfer gegen Aggres
soren, Eroberer in seinem La nd e: ein französischer,
sowjetischer P .; als P. kämpfen
Partisanen|kampf, der von Partisanen geführter
Kam pf gegen Aggressoren, Eroberer ihres La n
des
Partitur, die; -,
-e n Mus. taktweise vertikal an
geordnete Aufzeichnung sämtlicher vokaler und
instrumentaler Stimmen einer Komposition; die P.
lesen (können)
Partizip, das; -s, -ien [.Jon] Gramm, vom Verb
abgeleitete infinite Form, die zur Bildung zusam
mengesetzter Zeiten und als Adjektiv verwendet
w i rd ; das P. des Präsens, des Perfekts bilden
partizipieren jsw. Vb.; hat/ geh. an etw. p. an
etw. A nteil haben, teilhaben: an materiellen Ver
günstigungen p .; auch daran partizipiert er
Partner, der; -s, - 1 . Teilnehmer, Mitwirkender an
einer mit anderen gemeinsam betriebenen Sache: der
P. in einem Gespräch; den Vertrag zum N utzen
aller P. abschließen — 2 . Gegner, Mitspieler in
einem, Wettkampf; ein ebenbürtiger, fairer, schwa
cher P. beim Schach, Tennis, Boxkampf; seinen
P. schlagen, besiegen — 8 . jmd., der mit jmdm.
zusammen ein (Ehe)paar bildet; der ideale, ehe
liche, sexuelle P.; den P. wechseln — 4 . Teilhaber
eines privaten Geschäfts, Unternehmens; seinen P.
auszahlen
Partner| -betrieb, der vertraglich gebundener ko
operierender Betrieb; ein zuliefernder P.;
- bezie-
hung , die emotionale, geistige, sexuelle und soziale
Beziehung zu einem Partner (3): eine feste, nor
male, gestörte P .; eine P. anstreben, aufbauen
Partnerin, die; -,
-n en fzu Partner/
Partn erlo ok , der dominierende Übereinstimmung
der Kleidung zweier Partner (3), bes. in Hinsicht
auf Farbe, Muster, Schnitt; P. tragen
Partnerschaft, die; -,
-e n 1 . Partnerbeziehung, (ehe
liche) Gemeinschaft (2.1): eine intime P .; die P. zwi
schen Mann und Frau; in P. mit jmdm. leben
856
Partnerstadt — passieren
—
2. Gemeinsamkeit (im Vorgehen) a uf Grund
gleichartiger Interessen: in ausgezeichneter P. Z u
sammenarbeiten; Probleme der P. zwischen Künst
lern und Arbeitern erörtern; dazu partnerschaftlich
/A d j./; zu 1; eine partnerschaftliche Beziehung zu
jmdm. haben; p. mit jmdm. leben; zu 2: gemein
sam als (gleichberechtigte) Partner (1): etw. p. lösen,
klären
Partner| -stadt, die Stadt, m it der eine andere Stadt
eine (vertragliche) Übereinkunft über kulturelle und
soziale Zusammenarbeit geschlossen hat; -wähl, die
/o. PI ./ Wahl eines (Ehepartners
partout /Adv./ [..tu;] umg. 1. um jeden Preis,
durchaus: etw. p. erzwingen wollen; das will er p.
nicht (zugeben) — 2 . ihm fiel p. (trotz aller A n
strengung) nichts ein
Party, die;
-s [ . .ti] zwanglose, private Gesellig
keit, meist mit Tanz: eine P. geben; zu einer P.
einladen; auf eine, zu einer P. gehen
Party|kleid, das elegantes modisches (kleines F e s t
kleid
Parzelle, die; -n sehr kleines Grundstück, kleinste
im Grundbuch eingetragene Einheit vermessenen
(.Bau)landes: eine verkehrsgünstig gelegene P.;
eine P. pachten
parzellieren /sw. Vb.; hat/ Land, Boden in P a r
zellen aufteilen: ein Grundstück p.
Pascal, das; -s, - [ . .s k ..] /Abk. Pa,; heute offizielle
Maßeinheit des Drucks, der Spannung/
Pascha, der; -s, -s 1. u m g . überheblicher, ego
zentrischer M ann, der sich gern von Frauen ver
wöhnen läßt: er ist zu Hause ein P.
—
2. /ehe
maliger Titel für einen hohen türkischen Beamten
od. Offizier/
Pas de deux, der;
-
[padodo:] T anz von zwei
Solisten ausgeführter Tanz in einem Ballett, B allett
für zwei Solisten
Paspel, der; -s, -; die;
-n
schmaler Besatz (1)
od. Einfassung an Kleidungsstücken: ein Mantel
mit Paspeln aus Leder
paspeln /sw. Vb.; hat/ etw. mit einer Paspel ver
sehen: die Passe, das Bündchen p.; /vorw. im Part.
Prät./ gepaspelte Nähte
Paß, der; Passes, Passe L staatlich ausgestelltes
Dokument zur Legitimation einer Person bei Reisen
ins A usland: ein gültiger P .; einen P. beantragen,
ausstellen; den P. verlängern lassen; einen P.
fälschen; die Pässe kontrollieren; der P. ist ab
gela ufen — 13. enger Übergang, Durchgang im
Gebirge: einen P. überqueren, überschreiten; eine
Straße über den P.
—
IH. Sport einem Spieler
der eigenen Mannschaft zugespielter Schuß, Wurf:
ein geschickter, blitzschneller P. von A zu B
passabel /A d j./ annehmbar (1.2): eine passable
Unterkunft; es geht mir ganz p.
Passage, die;
-n [..a:39] 1.1. Durchgang (2),
Durchfahrt (3); eine schmale P .; zwischen diesen
Straßen gibt es eine versteckte P.
—
2. überdachte
Ladenstraße: durch die P. schlendern; die elegan
ten Läden der P.
—
II.1 . Textstelle, Abschnitt (2):
die philosophischen Passagen eines Komans; ganze
Passagen auswendig lernen — 2. Mus. aus ton
leiterartigen od. akkordisch gebrochenen Tonfolgen,
Läufen bestehender, in sich geschlossener solistischer
Teil eines Werkes der Instrumentalmusik: das
Klavierkonzert hat einige brillante Passagen
Passagier, der; -s, -e [ . . 3i:r] Reisender, der bes.
ein Schiff, Flugzeug benutzt: die Passagiere eines
Flugzeugs, Schiffes
+ ein blinder P. (Passagier, der sich eingeschlichen
hat und mitfährt, ohne bezahlt zu haben)
Passagier | -flugzeug , das für die Personenbeförde
rung bestimmtes Flugzeug; -liste, die Liste, auf der
sämtliche Passagiere einer bestimmten Fahrt auf
geführt sind: die P. einsehen; -schiff, das für die
Personenbeförderung bestimmtes Schiff
Passant, der; -en, -e n Fußgänger im Stadtverkehr:
ein eiliger P.; den Passanten ausweichen; ein
Strom von Passanten
Passat, der; -(e)s, -e in den Tropen ständig in
Richtung auf den Äquator wehender Ostwind
Passat| wind, der Passat
Paß|bild, das für einen Ausweis, Paß einer Person
bestimmtes Foto des Gesichts in einem vorgeschriebe
nen Kleinformat
pass£ /Adj.; nur präd./ [pase:] umg. abgetan:
diese alte Geschichte, das ist (doch) schon längst
p.; was gestern noch modern war, ist heute schon
p. (unmodern)
Passe, die;
-n
maßgerechtes, eingesetztes Stoffteil
für die Partie des Halses und der Schulter bei
Kleidungsstücken: eine Bluse mit gesteppter P.
passen, paßte, hat gepaßt 1. in Größe und Schnitt
den Maßen dessen entsprechen, der es trägt: seine
Jeans p. (ihm) gut; ein Kleidungsstück passend
machen — 2 . zu jmdm., etwr. p. in den Eigenschaften
m it jmdm., etw. übereinstimmen, harmonieren: jmd.
paßt zu jmdm.; dieser H ut paßt (nicht) zum Man
tel, zu ihm; die Farbe der Gardinen paßt zur
Tapete; eine zum Kleid passende K ette; eine
passende (geeignete, günstige) Gelegenheit ab-
warten; haben Sie es nicht passend (haben Sie
kein abgezähltes Kleingeld)? — 3 . um g. etw. paßt
jmdm. etw. entspricht jmds. persönlichen Vor
stellungen: das paßt mir nicht (das gefällt mir
nicht, damit bin ich nicht einverstanden) !; um diese
Zeit paßt es mir nicht; spött. das könnte dir so
p.! — 4. fachspr. etw. in etw. p. etw. paßgerecht
(2) machen: eine Schraube in ein Gewinde p.
—
5.1 . in Form, Größe genau den Maßen dessen ent
sprechen, in, auf das es gebracht werden soll: der
Deckel paßt auf den Topf; das Auto paßt in die
Parklücke; der Karton paßt nicht in die Tasche
(ist zu groß für die Tasche, so daß man ihn nicht
darin unterbringen kann) 5.2 . um g. in den Eimer
p. zehn Liter (der Eimer faß' zehn Liter) — 6 .
S k a t nicht (mehr) höher reizen: (ich) passe!;
O umg. da muß ich p. (aufgeben)
+ etw. paßt wie / angegossen; das paßt wie die
/ Faust aufs Auge; etw. paßt jmdm. nicht ins
/ Konzept, in den / Kram, in den / Streifen
Passepartout, das; -s, -s [paspartu;] Karton (1) mit
einer Öffnung, in die ein Bild gelegt wird
Paß/paß| -form, die maßgerechte Form, guter Sitz
eines Kleidungsstückes; -foto, das Paßbild; -gang,
der / o. PI ./ Gangart einiger Vierfüßer, bei der beide
Beine einer Seite gleichzeitig vorgesetzt werden;
- gerecht /A dj./ 1 . paßgerechte (maßgerechte)
Schuhe — 2 . in den genauen Abmessungen, so daß
es in, a u f etw. gebracht tverden kann: paßgerechte
Maschinenteile anfertigen
passierbar /Adj.; nicht adv.; zu passieren 1.1/: zur
Schneeschmelze sind die Wege schlecht, schwrer p.
passieren /sw. Vb.; hat, ist/ I. (hat) 1.1 . eine he-
stimmte Wegstrecke durchfahren: einen Weg, eine
Kreuzung p.; das Auto passierte (fuhr über) die
Brücke und bog jenseits des Flusses rechts ab
1*2. etiv. überqueren: Flüsse, Grenzen, den Fah r
damm p.; ein unwegsames Gebirge zu Fuß p. 1 .8 .
etw. p. an etw., einem bestimmten Punkt im Gelände
Vorbeigehen,
-fahren: einen Kontrollpunkt p.;
jmdn. ungehindert p. lassen — 2 . etw. durch ein
Sieb gießen, streichen (2.3): Tomaten, Erbsen p .;
eine passierte Soße, Suppe — II . (ist) /meist von
etw. Unangenehmem/ 1 .1 . geschehen (1): ein U n
glück, etw. Schreckliches passierte gestern morgen;
wie konnte das (nur) p.!; es muß etwas p. (unter
nommen lwerden)\; Schluß jetzt, sonst passiert
etwas (sonst werde ich unangenehm, handgreiflich) !
1.2 . jmdm. passiert etw. jmdm. widerfährt, ge
schieht etw.: mir ist etw. Dummes, Unangenehmes,
Merkwürdiges passiert; das kann jedem mal p.
(das ist nicht so schlimm) !; das kann auch nur
dir p. (du hast immer Pech, bist immer so unge
schickt)'.; paß auf, daß dir nichts passiert (zu
stößt 3)/
+ etw. / Revue p. lassen
Passier[schein, der Schein, auf Grund dessen jm d .
zum Passieren des Eingangs in einem Betrieb, eines
Grenzübergangs berechtigt is t
Passion, die; -,
- e n 1. starke Neigung, große Vor
liebe: er ist Lehrer aus P.; seine P. ist Wandern;
das Sammeln von Autogrammen ist seine große
P., ist bei ihm P. — 2. Rel. ev. kath. die Leidens
geschichte Christi (und ihre künstlerische D a r
stellung) : Bachs Passionen aufführen
passionigrt /A d j.; nur attr./ leidenschaftlich (1.3), be
geistert: ein passionierter Autofahrer, Opern
besucher, Skatspieler
Passions| -blum e, die südamerikanische Pflanze m it
gelben, eßbaren Früchten und großen, strahligen
Blüten, die auch als Zimmerpflanze gehalten w ird;
- zeit, die jo. Pl.\ Rel. ev. kath. Zeit zwischen
Aschermittwoch und Ostern, Fastenzeit
passiv, auch passiv fAdj.f 1. bereit hinzunehmen,
zu dulden, mit der Neigung nicht zu handeln: ein
passiver Charakter, Typ; passiver Widerstand
(gewaltlose Form des meist politischen Widerstands);
sich p. verhalten — 2 . passives Wahlrecht (Recht
des Bürgers, i n eine Vertretungskörperschaft des
Staates gewählt zu werden) — 3 . W irtsch. passive
Handelsbilanz (Überwiegen der Einfuhr gegenüber
der A usfuhr)
Passiv, das; -s, jo. Pl.f G ramm , durch bestimmte
Formen des Verbs ausgedrückte A r t einer Aussage,
bei der das grammatische Subjekt des Satzes als
etw. fungiert, m it od. an dem etw. ausgeführt
wird, dem etw. geschieht: ein Verb ins P. setzen;
dieses Verb kann kein P. bilden
Passiva, die jPl.f [..va] Wirt sch. die in einer
Bilan z (1.2) als Verbindlichkeiten (2), Schulden a uf
geführten Mittel: Aktiva und P. eines Betriebes
berücksichtigen; die ständigen P.
Passivität, die; -en fvorw. Sg.f [..v . .] 1. passives
Verhalten: P. zeigen, an den Tag legen — 2 . Chem.
Widerstandsfähigkeit unedler M etalle gegen be
stimmte chemische Einflüsse nach Behandlung m it
oxydierenden Säuren: die P. vo n Eisen, Nickel,
Chrom
Paßj -kontroUe, die Überprüfung von Pässen durch
dazu legitimierte Personen; -stelle, die Dienststelle,
die für die Ausstellung von Pässen zuständig
ist
Passung, die;
-en Techn. Art und Weise, wie
montierbare Bau-, Maschinenteile paßgerecht (2) zu
sammengefügt sind : die Toleranz einer P. berechnen
Passus, der; -,
-
[PI. ..s u : s ] Textstelle, Abschnitt
(2): ein wichtiger, neuer P. in einem G esetzestext
Paß |vergehen, das Verstoß gegen Regelungen und
Gesetze über Ausstellung und Benutzung von Pässen,
bes. im grenzüberschreitenden Verkehr
Paste, die; -,
-n
streichbare, teigige M asse, die je
nach Zweck und Verwendung a us verschiedenartigen
feingemahlenen od. pulverisierten festen Stoffen und
einem bestimmten Fett zusammengesetzt ist /als
Brotaufstrich/: eine P. aus Sardellen; /zum E in
reiben der Haut/: eine glyzerin-, teerhaltige P.
Pastell, das; -s, -e 1. / o. Pl.f weicher, zarter, heller
Farbton: ein Kleid in zartem P.
—
2. jo. Pl.j (in)
P. malen (mit Pastellfarben 2 malen) — 8 . ein mit
Pastellfarben (2) gemaltes Bild: eine Ausstellung
vo n Pastellen und Aquarellen
Pastell/pastell| -färb e, die 1 . weicher, zarter, heller
Farbton: die Frühjahrsmode bringt Kleider in
allen Pastellfarben — 2 . zu einem Stift geformte
farbige Kreide (2) mit Zusätzen von Bindemitteln,
mit der der Künstler trocken malt: ein mit Pastell
farben gemaltes Landschaftsbild; -färben /Adj.;
zu -färbe 1/; -malerei, die 1. jo. PL/ das Malen
mit Pastellfarben (2) — 2 . Pastell (3); -Stift, der
Pastellfärbe (2)
Pastete, die; -,
- n 1. Gebäck aus Blätterteig (mit
einer Füllung, bes. aus Fleisch, Fisch, Pilzen od.
Gemüse) — 2. hochwertige Fleischware, die aus fein
gehacktem gegartem Fleisch mit Einlagen besteht
pasteurisieren fsw. Vb.; hat/ [..sto ri..] Lebens
mittel, bes. Flüssigkeiten durch Erhitzen keimarm
und haltbar machen: Milch p .; pasteurisiertes Bier
Pastille, die; -,
-n Arzneimittel in Form einer kleinen
Kugel od. Scheibe: eine P. im Munde zergehen
lassen
Pastor, der; -s, Pastoren 1. evangelischer Pfarrer
—
2. landsch. katholischer Pfarrer; zu 1 Pastorin,
die; -,
-nen
Pate, der; -n, -n, auch die; -,
-n 1. jmd., der zu
sammen m it den Eltern die Verantwortung für die
christliche Erziehung eines Kind e s übernim mt: bei
einem Kind P. sein, stehen — 2 . Patenkind: sein
Enkelkind ist mein P.
+ bei etw. P . stehen (bei einer Sache mithelfen,
mitwirken, im Hintergrund stehen)
Paten| -betrieb, der Betrieb, der für eine soz. E in
richtung od. für eine Gruppe die Patenschaft (1)
übernommen hat; -brigade, die vgl. -betrieb; -kind,
das Kind, für das jmd. Pate (1) ist; -klasse, die
Schulklasse, für die eine Brigade, ein Betrieb od.
eine Person eine Patenschaft (1) übernommen hat;
- o nkel, der männlicher Pate (1)
Patenschaft, die; -,
- e n 1. (vertraglich festgelegte)
kameradschaftliche Hilfe, Mitverantwortung für die
politisch-ideologische, fachliche Entwicklung einer
Gruppe, Perso n, d ie (wirtschaftliche) Förderung
einer Einrichtung: die P . für jmdn., etw. über
nehm en; die W erktätigen dieses Betriebes haben
dank der P. des Theaterensembles Zugang zur
modernen Dramatik gefunden — 2 . fvorw. Sg./
2.1 . von jmdm. übernommene Mitverantwortung für
die soz. Erziehung eines Kindes: die P. für ein
Passierschein — Patenschaft
857
858
Patensehaftsvertrag — patrouillieren
Kind übernehmen 2.2 . Mitverantwortung für die
christliche Erziehung eines Kindes
Patenschafts |vertrag, der Vertrag über Wirtschaft-
liehe, kulturelle und politische Unterstützung zw i
schen Werktätigen und Betrieben od. anderen soz.
Einrichtungen: einen P. mit einer Brigade ab
schließen, haben
Patenschule, die Schule, für die eine Person od.
ein Betrieb eine Patenschaft (1) übernommen hat
patent /Adj./ umg. 1 .1 . geschickt (1), praktisch
(3) (und nett): ein patentes Mädel; eine patente
Hausfrau, Köchin; er stellt sich sehr p. an 1.2 . ein
p. (praktisch 2) eingerichtetes Wochenendhaus 1.3 .
ein ganz patenter (brauchbarer) Vorschlag
Patent, das; -(e)s, -e 1. Schutzrecht für eine E r
findung : ein P. erwerben, erteilen, anmelden; das
P. ist erloschen — 2 . Urkunde, Dokument über
eine beruflicke Qualifikation, bes. in der N a u tik:
er erwarb das P. als K apitän, Steuermann
Patent| -am t, das Behörde, bei der Patente an-
gemeldet und erteilt werden; -anmeldung, die A n
trag auf Erteilung eines Patents (1)
Patentante, die weiblicher Pate (1)
patentieren /sw. Vb.; hatf etw. durch Erteilung
eines Patents vor Nachahmung schützen: eine E r
findung p.; ein patentiertes Herstellungsverfahren;
O den Vorschlag kannst du dir p. lassen
Patent) -lösung, die für alle möglichen Fälle p a s
sende Lösung eines (schwierigen) Problems: dafür
gibt es leider keine P.;
-recht, das jo. PI./ Ge
samtheit der Rechtsnormen in bezug auf Patente
sowie auf die Regelung damit zusammenhängender
Rechtsfragen; -schütz, der staatlicher Schutz einer
Erfindung auf Grund eines Patents
Pater, der; -s, -/Patres [..tre:s] ReL kath. Geist
licher, der einem Orden angehört
Paternoster, der; -s, - Aufzug für Personen, der
aus vorn offenen, an zwei endlosen K etten ständig
umlaufenden Kabinen besteht: mit dem P. in die
oberste Etag e fahren
pathetisch /A dj./ voller Pathos: ein pathetischer
Ausdruck, Stil; eine p athetische Geste; p. spre
chen; das klingt sehr p.
Pathologie, die; -, jo. PI ./ Med. 1 . Wissenschaft
von den Krankheiten, ihren Ursachen, ihrer E nt
stehung u nd den durch sie hervorgerufenen organisch
anatomischen Veränderungen: die allgemein e, v er
gleichende P .; die P. des Menschen, Tieres — 2 .
Forschungsinstitut für 1: in der P. arbeiten
pathologisch /Adj.f Med. 1 . krankhaft: ein patho
logisches Verhalten, W esen; das ist p.
—
2. die
Pathologie (1) betreffend: die pathologische A nato
mie
Pathos, das; jo. Pl.j feierlich-schwungvolle, leiden
schaftliche A rt der sprachlichen Äußerung: ein
hohes, erschütterndes, revolutionäres P .; falsches,
hohles, übersteigertes P .; etw. mit, voller P. vor
tragen; Verse v on echt Schillerschem P.
Patience, die; -,
-n [pasia^s, auch pasias, PL . .son]
Kartenspiel (für eine Person), bei dem Spielkarten
in bestimmter Weise aufgelegt und wieder a uf-
genommen od. abgelegt werden: eine P., Patiencen
legen
Patient, der; -en, -en [patsient] Kranker in ärzt
licher Behandlung: ein schwerkranker, geduldiger
P.; den Patienten pflegen, heilen; dazu Patientin,
die; -,
-nen
Patina, die; jo. Pl.f durch Oxydation (1) ent
standener grüner Überzug (1) auf Kupfer, Bronze:
die P. eines Kirchturmdaches; etw. ist mit P.
überzogen; P. ansetzen
Patisserie, die; -,
-n [..i:en] vorw. Schweiz. 1.
feines, süßes Gebäck — 2 . (hoteleigene) Konditorei
Patriarch, der; -en, -en R el. oberster Geistlicher in
den orthodoxen Kirchen
patriarchalisch /A dj./ 1 . von Verhaltensformen des
Patriarchats (1) zeugend: patriarchalische A n
schauungen, Sitten — 2 . auf Grund seines Alters,
seiner Erfahrung Ehrfurcht gebietend: ein patriar
chalisches Alter
Patriarchat, das; -(e)s,
-e 1. fo. Pl.j Ge-
sehichtsw iss. auf bestimmten Entwicklungsstufen
der Gesellschaft geltende Ordnung, die durch die
dominierende Stellung des M annes, Vaters als Ober
haupt der Familie, Sippe gekennzeichnet ist und
Abstammung und Erbfolge nur in der männlichen
Linie berücksichtigt — 2 . R el. festliegender terri
torialer Bereich, in dem ein Patriarch seine A m ts
geschäfte ausübt
Patriot, der; -en, -en jmd., der von Patriotismus
erfüllt ist: ein mutiger P .; Kinder zu aufrechten
Patrioten erziehen; als P. handeln
patriotisch /Adj./ in der Art eines Patrioten: eine
patriotische Haltung, Gesinnung, Tat; p. denken
und handeln
Patriotismus, der; -, jo. Pl.j in ihrem Charakter
durch die jeweilige historische Epoche und die gesell
schaftlichen Verhältnisse bestimmte Liebe zum eige
nen Vaterland und die Bereitschaft, es zu verteidigen:
ein glühender, echter P .; sozialistischer P. und
proletarischer Internationalismus
Patrizier, der; -s, - [. .lor] Angehöriger einer der im
frühen Mittelalter in den Städten die Alleinherr
schaft ausübenden, wohlhabendsten un d angesehen
sten Familien: reiche, handeltreibende P.; im Rat
saßen nur alteingesessene P.
Patron, der; -s, -e 1. u m g . frecher, unverschämter
Kerl, Mensch: so ein übler, langweiliger, unan
genehmer P.! — 2 . Rel. kath. Schutzheiliger
Patrone, die; -,
-n 1. Munition für Handfeuer
waffen, die aus einer Metällhülse mit Sprengstoff
un d Zündsatz (sowie aufgesetztem Geschoß) besteht:
die Pistole war mit scharfen Patronen geladen —
2. fest schließender kleiner Behälter 2.1 . für Tinte,
Tusche 2.2 . für einen Kleinbildfilm, der mit dem
Behälter in die Kamera eingelegt wird
Patronen zu Patrone 1| -gurt, der (metallener)
Gurt, an jdem Patronen für ein Maschinengewehr
so befestigt sind, daß sie ohne Unterbrechung hinter
einander verschossen werden können; -hülse, die
(leere) Metällhülse einer Patrone; -tasche, die am
Gürtel, K opp el befestigte Tasche für Patronen
Patrouille, die; -,
-n [patruljo] 1. Trupp von
Soldaten mit dem Auftrag, etw. zu erkunden, zu
kontrollieren: eine P. v on Grenzsoldaten — 2.
Rundgang (1) eines T rupp s Soldaten, Polizisten,
um etw. zu erkunden, zu bewachen: eine P. durch
führen; auf P. gehen, fahren
Patrouillen|boot, das Boot für den Wach-, Streifen
dienst: ein P. der Grenztruppen, der W asser
schutzpolizei
patrouillieren jsw. Vb.; hat, ist/ [patrulji:..] auf
Patrouille gehen, fahren: Polizisten haben am
Stadtrand, sind durch die Straßen patrouilliert
Patsche — Pedal
859
Patsche, die; -,
-n
umg. 1. kleine Hand (1.1) —
2. fo. PL / a ufgeweichter Boden, schlammiger Straßen
kot : plötzlich lag er in der P.
4- umg. in der P. sitzen (in einer unangenehmen
Lage, in großer Verlegenheit sein)
patschen fsw. Vb.; hat, ist/ umg. 1. mit etw., meist
m it der (flachen) Hand klatschend auf, in etw.
schlagen (hat): das Kind patscht (mit dem Löffel)
in den Spinat; mit den Händen, Füßen ins Wasser
p.
—
2. durch, in etw. p. durch, in etw. Feuchtes,
Schlammiges la ufen und dabei ein klatschendes Ge-
rausch erzeugen (ist): durch den Schneematsch,
Schlick, Bach p .; mit Gummistiefeln p. die Jungen
durch die Pfützen
patt fAdj.; nur präd.f Schach: p. sein (nicht mehr
ziehen können, ohne im Schach z u stehen)
Patt, das; -s, -s fvorw. Sg.f Sch ach Stellung, bei
der ein Spieler patt ist
Patzer, der; -s, - u m g. Fehler, Schnitzer: einen P.
machen; das war wieder mal ein P. von mir
patzig /Adj.f umg. kurz angebunden und dabei
trotzig-frech abweisend: eine patzige Art, Antwort;
jmd. ist, wird sehr schnell p.
Pauke, die; -,
- n Schlaginstrument in Form eines
kupfernen Kessels (1.2), der mit einer präparierten
Haut bes. vom Kalb überspannt ist, die mit Schlegeln
(1.2) zum Schwingen gebracht w ird : die P. schlagen
+ salopp auf die P. hauen (etw. laut und groß
sprecherisch, nachdrücklich verkünden, verlangen);
m it Pauken und Trompeten durchfallen (in einer
Prüfung völlig versagen)
pauken fsw. Vb.; hat/ 1. um g, etw. angestrengt
(mechanisch) lernen: Vokabeln p .; vor der Prüfung
paukt er mächtig — 2 . die Pauke schlagen
Paukenj schlag, der Ton, der bei einem Schlag auf
eine Pauke entsteht: Haydns ,Sinfonie mit dem P . ‘
Pausbacke, die fvorw. Pl.f runde, volle Backe: ein
Mädchen mit roten Pausbacken; dazu pausbäckig
fA dj.; nicht adv.j mit Pausbacken: ein pausbäckiger
Junge; ein pausbäckiges Gesicht
pauschal fAdj. ; nicht präd.f insgesamt, ohne einzelnes
zu berücksichtigen: eine pauschale Bezahlung, Sum
me; die Auslandsreise kostet p. 1000 Mark
Pauschal! -a ufenthalt, der Urlaubsreise, bei der die
anfallenden Kosten pauschal berechnet werden;
»betrag, der vgl. Pauschalsumme
Pauschale, die;
-n W irtsch. durch Schätzung
ermittelter durchschnittlicher Betrag zur Abgeltung
von einmaligen od. laufenden Dienst- od. Produk
tionsleistungen: für etw. eine monatliche P . berech
nen, zahlen
Pauschal| -reise, die vgl. Pauschalaufenthalt;
-summe,diepauschaleSumme
Pause, die;
- n 1.1 .1 . vorübergehendes Aufhören,
Unterbrechung einer Tätigkeit: eine kleine, kurze,
ausgedehnte P .; es entstand eine unfreiwillige,
peinliche P . ; eine P. machen, einlegen, einschalten;
eine P. der Besinnung, Überlegung; ohne P. durch
arbeiten; die ./ große P. 1 .2. Mus. auf den Takt
bezogenes zeitweiliges Schweigen einer Stimme od.
mehrerer, aller Stimmen eines M usikstücks: beim
Musizieren die Pausen einhalten — H .l .l . durch
Pausen hergestellte K opie: von einer Skizze, Land
karte eine P. anfertigen 1.2 . T echn. Lichtpause
pausen /sw. Vb.; hat/ eine graphische od. bildliche
Darstellung auf durchsichtigem P apier nachzeich
nen : ein Bild, Modell p.
Pausen/pausen] -gymnastik, die Gymnastik in fest
gelegten Arbeitspausen als Ausgleich für Tätig
keiten, die zu einseitigen Körperhaltungen zwingen;
-los fAdj.; nicht präd.f ohne Pause, ununterbrochen:
pausenloser Autoverkehr, Einsatz; p. (ununter
brochen und in lästiger W eise)auf jmdn. einreden;
-ra um, der Raum in einem Betrieb, der für den
Aufenthalt der Werktätigen während der Arbeits
pausen bestimmt is t; -Zeichen, das 1. akustisches
Erkennungszeichen, das ein Rundfunk- od. Fernseh
sender während der Pause zwischen zwei Sendungen
ausstrahlt — 2 . Mus. Zeichen der Notenschrift für
eine Pause (1.1 .2)
pausieren fsw. Vb.; hat/ eine Pau se (1.1.1) machen,
seine Tätigk eit (vorübergehend) unterbrechen: sie
pausierte einen Augenblick, dann fuhr sie fort zu
sprechen; das Theater, die Schule pausiert im
Sommer einige Monate
Paus |papier, das fo. Pl.f durchsichtiges Papier zum
Pausen
Pavian, der; -s, -e [. .via:n] in felsigen Gegenden
A frik as lebender Affe m it vorgezogener, hundeartiger
Schnauze, starkem Gebiß und unbehaartem, rotem
Hinterteil
Pavillon, der; -s, -s [paviljo^, auch ..jo] 1. in
Park s od. Gärten frei stehendes kleines, leichtgebau
tes, m eist rundes und offenes Gebäude: ein chinesi
scher P .; die Kurkapelle musiziert im P. — 2 . für
Ausstellungs- od. Verkaufszwecke errichtetes Ge
bäude, das aus einem Raum besteht: ein großer,
neuer P .; ein aufblasbarer P. aus Dederon; auf
dem Messegelände steht ein P. für landwirtschaft
liche Maschinen
Pazifismus, der; -, jo. Pl.f bürgerl. politische Strö
mung und Ideologie, die sich unter der Losung
,Frieden um jeden Preis* gegen 'jeden Krieg, auch
den gerechten Verteidigungs- un d Befreiungskrieg,
wendet; dazu Pazifist, der; -en, -en u . pazifistisch
/Ad)./
-
Pech , das; -,(e)s, -e I . fvorw. Sg.f schwarzer, kleb
riger Rückstand bei der Destillation des Teers von
Stein-, Braun- od. Holzkohle und Erdöl: etw. mit
P. abdichten; schwarz wie P .; etw. klebt wie P.
—
II. fo. Pl.f Unglück (2): P. (kein Glück 1.2) (im
Spiel, in der Liebe) haben; er hatte das P., seine
Brieftasche zu verlieren; dabei, darin, damit hat
er P. gehabt; vom P. verfolgt sein; so ein P .!
- f sie halten zusammen wie P. und Schwefel (sie
halten fest zusammen, stehen einander in jeder
Situation bei)
Pech/peeh| -blende, die fo. Pl.f Min. schwarzes,
mattglänzendes Mineral, aus dem Uran und Radium
gewonnen werden, Uranpecherz; -n elk e, die w ild
wachsende, purpurrot blühende Pflanze mit kleb
rigem Ring am Blütenstiel; -schwarz /A dj.; emot.f
tiefschwarz; -strähne, die (kurze) Zeitspanne, wäh
rend der jmd. oft Pech (II) hat: eine P. haben; in
einer P. sein; -vogel, der umg. jmd., der oft Pech
(II) hat
Pedal, das; -s, -e 1. für den F uß bestimmter Teil
der p a arig angebrachten, gekröpften Kurbel, m it der
ein Fahrrad vorwärtsbewegt w ird : sein Fuß rutschte
vom P. ab; stärker in die Pedale treten (schneller
radfahren) — 2 . m it dem F uß zu betätigende hebel
artige Vorrichtung 2.1 . in Kraftfahrzeugen für
Bremse, Kupplung od. Gas 2.2 . an Klavieren zur
Dämpfung od. zum Schwingenlassen der Töne 2.3 .
860
Pedant — Pendler
an der Harfe zum Ändern der Stimmung (4.2)
8. einzelner hebelartiger Teil der mit den Füßen
zu betätigenden Klaviatur an der Orgel
Pedant, der; -en, -en jm d ., der selbst Unwesent
liches übertrieben genau nim mt und dies auch von
anderen fordert, Kleinigkeitskrämer: ein rechthabe
rischer, steifer, schulmeisterlich trockener P .; dazu
Pedanterie, die;
-n [..i:9n] u. pedantisch fAdj.f
Pediküre, die; -n 1* fvorw. Sg.f Fußpflege: gründ
liche P.; zur P. gehen — 2, Fußpflegerin: P. ge
sucht
Peg el, der; -s, - 1 , Gerät zum Messen des Wasser
standes: der P. zeigt drei Meter über »normal4 —
2. Wasserstand: der P. steigt, fällt
peilen jsw. Vb.; hat/ etw. p. durch Funk, Kompaß
die Lage, Entfernung von etw. bestimmen: einen
festen Punkt, eine Station p.; das Schiff peilt
+ etw. überden/ Daumenp.;die/ Lagep.
Pein, die; jo. Pl.j geh . (psychischer) Schmerz,
Qual: heftige, seelische, körperliche P .; P. er
leiden, empfinden; das schlechte Gewissen macht,
bereitet jmdm. P .; jmdn. aus Not und P. (Be
drängnis, Last) erlösen
peinigen jsio. Vb.; hat/ g eh . etw. quält (1.2) jmdn.:
ein Gedanke, das Gewissen, die Neugier, U nge
wißheit peinigt jmdn.; jmd. wird von Angst, Durst,
Schmerz, Scham gepeinigt; peinigendes Kopf
weh
peinlich fA dj.f 1. Unbehagen, Verlegenheit hervor
rufend, unangenehm, beschämend: eine p einlich e
Angelegenheit, Situation, Enthüllung; ein pein
licher Auftritt; peinliche Fragen stellen; etw. ist
(jmdm., für jmdn.) sehr, ziemlich p.; von etw. p .
berührt, betroffen sein — 2 .1 . /nicht präd.f sehr
sorgfältig, äußerst genau: eine peinliche Bea chtung
aller Vorschriften; etw. mit peinlicher Sorgfalt
tun; bei ihr herrscht peinliche Ordnung; p. auf
etw. achten; er vermied es p., Anstoß zu erregen
2.2 . /als Partikelf er ist p. (überaus, sehr) genau,
korrekt
Peitsche, die; -,
- n bes. zum Antreiben von Tieren
dienender Stock, (biegsamer) Stiel mit einem daran
befestigten Lederriemen od. einer Schnur: die P.
schwingen; m it der P. knallen, schlagen
peitschen jsw. Vb.; hat, ist/ 1. ein Tier, jmdn.,
etw. m it der Peitsche schlagen (und dadurch antreiben)
(hat): der Kutscher peitschte seine Pferde; KZ-
Häftlinge wurden, um ihnen Aussagen abzuzwin
gen, gepeitscht; O Äste peitschten (schlugen 3.1
in) sein Gesicht 2.1 . et*w. peitscht (gegen, an, in
e tw .) etw. schlägt (3.1) heftig (gegen, an , in etw.)
(ist/hat): der Regen peitscht gegen, an die Fen
sterscheiben, mir ins Gesicht 2.2 . (ist) ein Schuß
peitschte (knallte 1.1) durch die Na cht
Peitschen |m ast, der hoher, sich verjüngender, zur
Fahrbahn hin gebogener M ast mit einer Lampe zur
Beleuchtung der Straße
pejorativ jAdj.j Sprachwiss. durch seine Be
deutung etw., jmdn. abwertend (2): ein pejoratives
Wort
Pekinese, der; -n , -n zu einer Hunderasse mit
breitem K opf und stumpfer Schnauze gehörender
kleiner, kurzbeiniger, langhaariger Haushund
Pektm , das; -s, -e stark quellfähiger, zellulose-
ähnlicher pflanzlicher Stoff, der das Gelieren von
Flüssigkeiten bewirkt
pekuniär fA dj.; nicht präd.f geldlich: pekuniäre
Schwierigkeiten, Probleme; sich p. verbessern,
verschlechtern
Pelargonie, die; -,
-n [..ia] Geranie
Pelerine, die; -,
- n 1.1 . weiter, ärmelloser körper
langer Umhang: eine P. tragen 1 .2 . ein Mantel
m it einer P. (einem angearbeiteten, die Schultern
bedeckenden Umhang)
Pelikan, der; -s, -e [..kam] in wärmeren Gebieten
lebender großer, schwim mfähiger Vogel mit langem
Schnabel und sackartiger Erweiterung an der Kehle
Pelle, die; «, -n landseh., bes. norddt. dünne,
abziehbare Haut, Schale (eines tierischen, pflan z
lichen Produktes): eine dünne P .; die P. der Wurst,
Tomate, einer gekochten Kartoffel; die P. ab-
ziehen
+ salopp jmdm. auf die P. rücken (jmdm. zu
nahe kommen, jmd n . bedrängen); jmdm. auf der
P. sitzen (jmdn. durch seine dauernde Anwesenheit
belästigen)
pellen fsw. Vb.; hat/ landsch., bes. norddt. 1.1.
etw . p, die Schale von etw. abziehen, entfernen:
gekochte Kartoffeln, Eier.p. 1 .2 . die Haut pellt
sich (löst sich ab) beim Sonnenbrand
+ jmd. ist, sieht aus wie aus dem / Ei gepellt
Pellkartoffel, die mitsamt der Schale gekochte K ar
toffel
Pelz, der; -es, -e 1. sehr dicht behaarte Haut be
stimmter Säugetiere: ein dichter, weicher, zottiger
P.; der P. des Bären, Marders — 2 .1 . gegerbte,
mit dichtem und weichem Haar bedeckte Haut be
stimmter Säugetiere 2.2 . jo. Pl.f Material aus 2.1:
ein Kleidungsstück mit P. besetzen, füttern —
8. Kleidungsstück, bes. M antel, Jacke aus 2.2: einen
kostbaren, eleganten P. tragen; einen echten P.
kaufen
+ salopp jmdm. auf den P. rücken (mit einem
bestimmten Anliegen zu jmdm. kommen und ihn
bedrängen 2); — sich eine Laus in den P. setzen
pelzig fAdj.f 1. m it dichtem Flaum (2.2) besetzt:
pelzige Blätter; die pelzige H a ut des Pfirsichs —
2. pelzige (rauhe und trockene) Lippen; seine Zunge
fühlte sich p. an
Pelz| -mantel, der aus Pelz (2.2) hergestellter M an
tel; -tier, das Tier, dessen Pelz zu Rauchwaren ver
arbeitet werden kann
Pendant, das; -s, -s [pagdaq, auch pdda] Gegen
stück (1), Entsprechung: das P. zu etw., jmdm.
sein, bilden; etw. hat kein P.
Pendel, das; -s, - an einem festen Punkt aufgehängter
Körper, der unter dem Einfluß der Schwerkraft hin-
und herschwingen kann: ein schwingendes, em p
findliches P.; das P. schlägt aus, registriert Erd
beben; eine Stand-, Wanduhr mit P.
pendeln fsw. Vb.; hat, ist/ 1. (langsam) hin- und
herschwingen wie ein Pendel: ein Perpendikel p en
delt; (hat) mit den Armen p. — 2 . auf einer relativ
kurzen Erstreckung ständig hin- und zurückfahren:
ein Zug, Bus pendelt; jmd. pendelt zwischen zwei
Orten; jmd. muß p. (täglich von seinem Wohn- zum
Arbeite-, Ausbildungsort und zurück fahren)
Pendel) -uhr, die Uhr mit einem durch Gewichte,
eine Feder angetriebenen Pendel; -verkehr, der Ver
kehr zwischen zwei Orten mit einempendelnden (2) Ver
kehrsmittel: wegen des technischen Defekts gab es P.
Pendler, der; -s, - jmd., der täglich von seinem
Wohn- zum weit entfernten Arbeits-, Ausbildungsort
und zurück fährt
penetrant — Periskop
861
penetrant /A d j.j 1. jvorw, vom Geruch, Geschmack/
durchdringend und lästig: ein penetranter Geruch;
es, er roch p. nach Fisch, Mottenpulver; etw.
schmeckt p. nach Zwiebel, Knoblauch — 2 . auf
dringlich und lästig: jmd. hat ein penetrantes Gel
tung sbedürfnis; ein p. wirkender Mensch
penibel /A d j./ überaus sorgfältig: eine penible H aus
frau; jmd. ist in seiner Arbeit, Kleidung, m it allem
(sehr) p.; jmd. ist p. gekleidet
Penis, der;
- s e/Penes [. .ne:s] äußeres männ
liches Geschlechtsorgan des M enschen und der Säug e
tiere
pennen fsw. Vb.; hat/ salopp 1.1. schlafen: sonn
tags bis Mittag p. 1 .2 . nicht auf'passen: da habe
ich gerade gepennt
Pension, die;
- en [paqziorn, auch penzioin]
1.1 .1 . im bürgerl. Staat bis zum Tode gezahlte Geld
rente für Beamte im Ruhestand und für Witwen von
Beamten 1.2 . /selten; für eine im Soz. an besonders
verdiente Werktätige gezahlte materielle Unterstüt
zung im Rentenfallej — 2 . /o. PL / Ruhestand eines
Beamten: in P. gehen — II .l . (kleines) privates
Heim , das Fremden gegen Entgelt Unterkunft und
Verpflegung bietet: eine kleine, ruhige P.; m einer
P. wohnen, Unterkommen — 2 . /o. PI ./ Unterkunft
m it Verpflegung: bei netten Leuten in P. sein; ein
Urlaubsplatz, Zimmer mit voller, halber P. (voll
ständig er Verpflegung, teilw eiser Verpflegung)
Pensionat, das; -(e)s, -e [paqzio.., auch psnzio..]
in einem bürgerl. Staat privat geführtes Heim, in
dem Schülerinnen) wohnen, unterrichtet und be
köstigt werden
pensionieren /sw. Vb.; hat/ [paqzio.., auch psnzio..]
jmdn., der auf eine Pension (1.1.1) Anspruch hat,
in den Ruhestand versetzen
Pensum , das; -s, Pensa/Pensen in einer bestimmten
Zeit zu erledigende Aufgabe, A rbeit: sein tägliches,
festes P. erledigen, erfüllen; das P. (der zu be
wältigende Lehrstoff) der 12. Klasse
Pepita, das; -,
- s /vorw. Sg./ Stoffmuster mit kleinen,
dem H ahnentritt (2) ähnlichen, abwechselnd hellen
itnd dunklen karoähnlichen Motiven (2.1)
Pepsin, das; -s, -e fachspr. Eiweiße spaltendes
Enzym des Magensaftes
Pepsinjwein, der /o. PL/ Dessertwein, dem zur A n
regung der Magentätigkeit Pepsin zugesetzt ist
per /Präp. mit Akk.; meist mit Subst. ohne erkenn
baren Kasus/ 1. /weist auf das Mittel hin, mit Hilfe
dessen etw., jmd . befördert, etw. übermittelt w ird/:
Güter p. {mittels) Bahn, Schiff befördern; p. Schiene
(auf dem Schienenweg); p. L uft (auf dem Luft
wege); p. Anhalter fahren; etw. p. (durch die) Post
befördern; eine Rechnung p. Scheck begleichen
—
2. fa chspr. /bei Mengen, Maßen, Zeitbestim
mungen/: eine Ware p. Kilo, Stück (kiloweise, stück
weise) verkaufen; Kündigung p. (zum) ersten oder
15. des Monats; Lieferung, Bezahlung p. (für)
sofort
perfekt /A d j./ 1 . vollkommen, vollendet: eine per
fekte Sekretärin; p. in (der) Buchhaltung sein;
eine Sprache p. sprechen, beherrschen — 2 . end
gültig abgeschlossen: der Vertrag, die Sache ist
(so gut wie) p.; etw. p. machen (endgültig aus
machen, festlegen)
Perfekt, auch Perfekt, das; -(e)s, jo. PL/ G ram m .
Tempus, das ein Geschehen als abgeschlossen dar-
stellt: in den Sätzen ,am Sonntag hat es gereg
net4 und ,er ist gekommen4 stehen die Verben
im P.
Perfektion, die; jo. P L/ Vollkommenheit, Voll
endung (2): der Geiger spielte mit höchster tech
nischer und künstlerischer P.; etw. bis zur P.
treiben
Perfektionjsmus, der; -,
fo. P l.j übertriebenes
Streben nach Perfektion: der P. in der Automation
perfid(e) fA dj.f (treulos) hinterhältig, heimtückisch:
ein perfider Verräter; jmdn. p. verleumden; eine
perfide (von Hinterhältigkeit zeugende) Frage, Lüge;
dazu Perfidie, die; -,
-n [..i:on]
Perforation, die; -,
- e n 1. das Perforieren: die
maschinelle P. eines Filmstreifens — 2 .1 . durch
Perforieren entstandene Trennlinie (im Papier):
die P. einer Eintrittskarte 2.2 . die P. (Gesamtheit
der waagerechten und senkrechten Perforationen 2.1)
eines Bogens Briefmarken
perforieren /sw. Vb.; hat/ etw. m it Löchern gleicher
Größe i n gleichem Abs ta n d versehen, durchlöchern,
durchbohren: Papier, einen Filmstreifen, die Rohr
leitung p .; ein perforierter K arton, Deckel
Pergament, das; -(e)s, -e 1. fo. PI ./ enthaarte, ge
beizte und geglättete Tierhaut, die vor der Einfüh
rung von Papier als Schreibmaterial verwendet w urde:
eine auf P. geschriebene Urkunde; ein Buch in P.
binden — 2 . Buch, Schriftstück aus 1: ein altes,
kostbares P.; ein P. entfalten, entrollen, lesen
Pergament|papier, das /o. P l.j durchscheinendes,
haltbares, Fett nicht durchlassendes P apier
Pergola, die; -, Pergolen Laubengang (1, 2)
Perigäum, das; -s,Perigäen [..ge:um,PI. ..gs:on]
Astron. Raumfahrt der Erde nächster Punktder
Bahn eines natürlichen od. künstlichen Himmelskörpers
Periöde, die; -,
- n 1. Zeitabschnitt: eine neue, histo
rische, vergangene P.; das Werk entstand in der
klassischen P. des Künstlers; eine P. rastlosen
Schaffens, von 20 Jahren; sich in einer schwierigen
P. befinden — 2 .1 . Einzelabschnitt einer Reihe in
regelmäßigen Abständen aufeinanderfolgender gleich
artiger (Zeitabschnitte einer Tätigkeit, eines Vor
ganges: die P. einer Amtsführung; die Baumringe
geben Auskunft über die Perioden des W achs
tums 2.2 . die monatliche P. (Menstruation) 2.8 .
M ath, bei dieser Division ergibt sich eine P. (ein
nicht abbrechender, unendlicher Dezimalbruch, bei
dem sich die Ziffern hinter dem Kom ma ab irgend
einer Stelle in gleicher Reihenfolge wiederholen) 2 .4 .
P h y s . Zeitdauer für eine volle Schwingung
Periödikum, das; -s, Periodika periodisch erschei
nende (wissenschaftliche) Schrift (3): fachwis sen
schaftliche Periodika
periodisch /A d j./ regelmäßig wiederkehrend: eine
periodische Sitzung; p. erscheinende Statistiken;
eine p. auftretende Erkrankung; Länder mit
periodischer Trockenheit; ein periodischer K om et
peripher /A dj./ 1 .1 . an der Peripherie liegend: eine
periphere Schicht 1.2 . eine periphere (am Rande
liegende, nebensächliche) Frage, Erscheinung
Peripherie, d ie; -,
-n [i:on] 1.1 . Linie, die den äußer
sten Rand einer krummlinig begrenzten Fläche, bes.
eines K reises, bildet: die P. eines Kreises 1.2 . an
der P. einer Stadt (am Stadtrand) wohnen
Periskop, das; -s, -e Fernrohr, m it dem Objekte
oberhalb des eigenen Gesichtsfeldes beobachtet werden
können: das P. eines Unterseebootes einziehen,
ausfahren
862
Peristaltik — Personalien
Peristaltik, die; -, jo. P l.j rhythmischer Wechsel
von Kontraktion und Erschlaffung der W andmusku
latu r röhrenförmiger Hohlorgane (bes. des M agen-
Darm -K anals), der sich als weiterlaufende wellen
ähnliche Bewegung in Längsrichtung über das be
treffende Organ fortsetzt und dabei dessen Inhalt
transportiert
Perle, die; -,
-n 1. in Perlmuscheln entstandenes,
schimmerndes Kügelchen aus hartem M aterial, das
als Schmuck verwendet und dessen Wert nach Größe,
Glanz, Farbe und Form bestimmt wird: eine glan
zende, echte, kostbare, künstliche P.; eine K ette
aus Perlen; nach Perlen tauchen — 2 . (durchbohr
tes) Kügelchen aus unterschiedlichem M aterial, das
m it mehreren zusammengereiht, als Schmuck verwen
det wird: Perlen aus Holz, Glas, Bernstein; Perlen
auf eine Schnur (auf)fädeln, (auf)reihen, (auf)zie-
hen — 8 . jvorw. Pl.j 8.1 . der Schweiß stand ihm
in Perlen (in kleinen Tropfen) auf der Stirn 3.2 .
(aufsteigendes) Bläschen in einer Flüssigk eit: die im
Sekt aufsteigenden Perlen
+ Perlen vor die Säue werfen (jmdm. etw. geben,
was er nicht zu schätzen weiß); da lallt dir keine
P. aus der Krone (damit vergibst du dir nichts) !
perlen /sw. Vb.; ist, hat/ 1.1. in kleinen Tropfen
leicht, gleichmäßig herabfallen, -rollen (ist): T a u
tropfen p. von den Blättern 1.2 . kleine aufsteigende
Bläschen bilden, hervorbringen (hat): der Sekt perlt;
perlende Kohlensäure
Perlen] -fische r, der Fischer von Perlmuscheln;
- kette, die; -Stickerei, die Stickerei unter Ver
wendung von kleinen Glasperlen
Perl/perl| -garn, das /o. PL/ glänzendes Stickgarn
aus sehr fest gedrehter Baumwolle; -huhn , das
afrikanischer Hühnervögel mit blaugrauer, p erl- od.
wellenähnlicher Zeichnung aufweisendem Gefieder, der
als Haustier gehalten wird; -muschel, die vor allem
in tropischen Meeren lebende Muschel, die zur Ab
kapselung eingedrungener Fremdkörper in ihren
Schalen Perlen (1) bildet; -m utt, das; -s, /o. P L /
Perlmutter; :mutter, -m utter, die jo. PL/ glänzende,
schillernde, innerste Schicht der Schale von Perl
muscheln od. Schnecken, die zu Schmuckwaren ver
arbeitet wird; -muttern /Adj./ 1 .1 . aus Perlmutter:
perlmutterne Intarsien, K nöpfe 1.2 . /nicht präd.j
schillernd wie Perlm utter: ein perlmutterner Glanz;
etw. schillert p.
Perlon, das; -s, - /vorw. Sg.; Handelsname für in
der BRD hergestellte Faserstoffe aus Polyamid/
[.. on]: Strümpfe aus P.
Perl]Stickerei, die s. Perlenstickerei
Perm, das; -s, jo. PL/ Geol. jüngste Formation
des Paläozoikums
permanent /A d j./ dauernd (1 .1 ), ständig (1 .2 ): eine
permanente Krise, Einwirkung; er hatte p. Geld
sorgen; Strapazen, Verleumdungen p. ausgesetzt
sein; dazu Permanenz, die; jo. PL/: eine Krise
in P.
permutabel /Adj.; nicht adv./ M ath, in der Reihen
folge austauschbar, auswechselbar: permutable E le
m ente, Ziffern
Perpendikel, auch Perpendikel, der, auch das; -s,-
veraltend Pendel, bes. der Uhr
perplex jA dj.; nicht attr.j äußerst verblüfft, be
troffen: ganz, völlig p. sein, dastehen
Perron, der; -s, -s [. .roq, auch ..ro] 1. veraltend
Plattform eines Straßenbahn-, Eisenbahnwagens:
der vordere, hintere P.; auf dem P. stehen —
2. noch österr. Schweiz. Bahnsteig: der P. war
voller Menschen
Perserteppich, der in ursprünglich persischer M uste
rung und Technik geknüpfter, kostbarer Teppich
Persianer, der; -s, - 1 . jo. PL/ Fell (2) vom Lamm
des Karakulschafes — 2 . Pelzmantel aus 1
Persiflage, die; -,
-n [. .fla :39] feine, geistreiche
Verspottung: eine P. auf das Spießertum
persiflieren /sw. Vb.; hat/ etw., jmdn., sich fein
(2.2), geistreich verspotten: den Aberglauben,
einen Schönredner, sich selbst p.
Persipan, das, der; -(e)s, jo. PL/ als Ersatz für
Marzipan aus Zucker, Aprikosen- und Pfirsich
kernen hergestellte M asse
Person, die; -,
- e n 1.1 . beliebiger, existierender
1Mensch: Personen mit der Bahn, dem Schiff be
fördern; Personen wurden bei dem Unfall nicht
verletzt; eine P. hat noch Platz; der Eintritt
kostet fünf Mark pro P .; ein Gedeck für zwei Perso
nen; wrir waren zwölf Personen 1.2 . bestimmter
einzelner 2Mensch hinsichtlich seiner äußeren E r
scheinung, seiner Eigenschaften und Anlagen: eine
stattliche, unscheinbare, männliche, weibliche P .;
eine intelligente, reizbare, verläßliche P .; in seiner
P. (in ihm) verlieren wir einen aufrechten Patrio
ten; die P. (Identität) des Autors war umstritten;
er| ist Dichter und Schauspieler in einer P. (zu
gleich) 1.3 . /nur mit A d j.; emot.j 1Mensch weiblichen
Geschlechts: eine reizende, alberne, eingebildete P .;
welch eine zierliche P .!; so eine (impertinente)
P.!
—
2. Gestalt, Rolle in einer Dichtung: die
Personen eines Dramas; die handelnde P.
—
3.
Jur . Träger von Rechten und Pflichten: eine natür
liche P. (Person 1.1); eine juristische P. (eine Orga
nisation, Institution, Körperschaft)— 4 . jo. PL/
Gramm, /als Einteilungsprinzip bei den Pers.pron.,
Refl.pron., Poss.pron./: die erste (sprechende), zweite
(angesprochene), dritte (besprochene) P. Singular,
Plural; ,ich‘ und ,wir‘ sind Kasus der ersten P.
+ ich für meine P. (ich); jmd. ist etw. in P. jmd.
ist etw. in äußerstem Maße: jmd. ist die Ruhe,
Güte in P. (ist äußerst ruhig, gütig); — ohne / An
sehen der P.
Personal, das; -s, jo. PL/ die Beschäftigten, A n
gestellten in bestimmten Berufszweigen: mittleres
medizinisches, technisches P .; geschultes P .;
das fliegende P. (/< fliegen 1.3); das gesamte P.
des Hotels; zu wenig P. haben; Mangel an P.
Personall -abteilung, die Abteilung in kap. Be
trieben, im bürgerl. Verwaltungssystem für A n
gelegenheiten, die die in dem jeweiligen Betrieb Be
schäftigten betreffen; -akte, die in der DDR von
der jeweils zuständigen Kaderabteilung geführte
Akte, die eine Zusammenstellung von Dokumenten
und Angaben über den Lebenslauf, die berufliche und
gesellschaftliche Entwicklung eines Werktätigen ent
hält; -ausweis, der Ausweis mit Lichtbild, Perso
nalbeschreibung und Angabe des Wohnsitzes, der die
Identität seines Inhabers belegt; -beschreibung, die
Beschreibung des Äußeren einer Person; -bogen,
der Vordruck für Angaben über den Lebenslauf
sowie die berufliche und gesellschaftliche Entw icklung
des Werktätigen, Teil der Personalakte; -büro, das
vgl. -abteilung; -ekef, der Personalleiter
Personalien, die /PL/ [. .Ion] (schriftliche) Angaben
bes. über Alter, Personenstand, Wohnsitz einer Per-
Personalleiter — pesen
863
son: seine P. angeben; jmds. P. feststellen, auf
nehmen
Personall -leiter, der Leiter einer Personalabteilung;
-m a rigel, der; -pronomen, das Gramm. Pronomen,
das einen od. mehrere Sprecher, eine od. mehrere
angesprochene Personen, eine od. mehrere be
sprochene Personen od. Sachen vertritt; -Union, die
1. W irtsch . Zusammenfassung verschiedener Lei
tungsfunktionen in einer Hand, vornehmlich als
Form der Verflechtung und Verschmelzung der
Monopole untereinander und mit dem imperial. Staat
—
2. G eschichtswiss. Union (1.1)zweierStaaten
unter einem Monarchen als' gemeinsames Staats
oberhaupt bei fortbestehender staatsrechtlicher T r en
nung
personell jA djnich t präd.f Personen bes. im
Arbeitsverhältnis, das Personal betreffend: personelle
Problem e; die personelle Zusammensetzung einer
Gruppe; eine Abteilung p. verstärken
Personen/personenl -a u to , das vgl.
- kraftwagen;
- beförderung, die; -beschreibung, die der Identifi
zierung dienende, genaue Beschreibung einer Per son;
- gebunden fAdj.f nur für eine bestimmte Person
geltend; -gedächtnis, das Vermögen, sich beson
ders genau an Personen zu erinnern; -kennzahl, die
nach bestimmten K riterien aufgebaute Gruppe von
Zahlen für jeden Bürger, die Angaben über seine
Person in einer zur Bearbeitung durch einen Com
puter geeigneten Form erfaßt, in den Personalaus
weis eingetragen wird und unverändert bleibt; -kraft
wagen, der f / auch PKW, Pkw/ Kraftwagen mit
m eist vier, höchstens sechs Sitzen, der zum Befördern
von Personen bestimmt ist; -kreis, der Kreis von
Personen, die wegen einer bestimmten Gemeinsam
keit zusammenfaßbat sind; -kult, der fo. Pl.f Über
schätzung der Rolle der Einzelpersönlichkeit im
gesellschaftlichen Leben und i n der Geschichte bei
gleichzeitiger Unterschätzung der kollektiven Leitung
und der Rolle der Volksmassen; -name, der Vor-
od. Familienname; -register, das Register der in
einem Buch erwähnten Personennamen; -schaden,
der f a ch sp r . Verletzungen, Todesfälle, die durch
einen Unfall verursacht worden sind; -stand, der
jo. PLj Jur. Familienstand; -verkehr, derdas Gehen,
die Beförderung von Personen auf den dafür vorge
sehenen Verkehrswegen; -Verzeichnis, das vgl. -r egi
ster; -waage, die Waage, die zum Wiegen von Per
sonen bestimmt ist; -wagen, der 1. Personenkraftwa
gen — 2 , Eisenbahnwagen, der zum Befördern von
Personen bestimmt ist; -zug, der Zug, der zum Be
fördern von Personen bestimmt ist und auf jeder
Station hält
Personifikation, die; -en Darstellung, Vorstellung
von Begriffen in der Gestalt von Menschen od. m it
v o n Menschen übertragenen Eigenschaften, Ver
körperung: die P. der Gerechtigkeit; Götter als
Personifikationen von Naturkräften; dazu personi
fizieren fsw. Vb.; hat/ u. Personifizierung, die; -,
-en
persönlich jAdj.f 1.1 . von einer einzelnen Person
ausgehend, für sie charakteristisch, sie betreffend:
ein e persönliche (eigenverantwortliche) Entschei
dung treffen; durch sein persönliches (mit eigener
Aktivität verbundenes) Engagement, Vorbild etw.
bewirken; für jmdn., etw. p . (mit seinem Einfluß)
eintreten; sein persönlicher (vom Wesen seiner
Person geprägter) Geschmack, Stil, Mut; persön
liche Interessen; persönliche (selbst gemachte) Er
fahrungen; das sind seine persönlichen (nur ihn
angehenden) Angelegenheiten; etw. ist zum persön
lichen (individuellen) Gebrauch bestimmt; jmds.
persönlicher (jmdm. zu unmittelbarer Verfügung
stehender) Referent 1.2 . /nicht präd.f in Person,
selbst: eine persönliche (mit den Betroffenen selbst
erfolgende) Aussprache; der Direktor p. erschien;
p. vorsprechen; jmdn. p. kennen l.B . ein persön
licher (verbindlicher, nicht förmlicher) Brief 1.4 . fn ur
attr.j Gramm , ein persönliches Fürwort (Personal
pronomen)
-f
p. (anzüglich, beleidigend) wrerden
Persönlichkeit, die; -,
-e n 1.1 . Mensch, der seine
Fähigkeiten und Eigenschaften im Prozeß der gesell
schaftlichen A rbeit und in der aktiven Auseinander
setzung mit seiner gesellschaftlichen Umwelt in
individueller Form entwickelt und ausprägt: die all
seitig gebildete sozialistische P .; eine profilierte,
reife, eigenwillige, vielschichtige P. 1 .2 . bedeutender,
schöpferischer und richtungweisender Mensch (der be
sonders klar die Erfordernisse des gesellschaftlichen
Fortschritts erkennt): eine angesehene, literarische,
revolutionäre P .; die Rolle der P. in der Geschichte
—
2. fvorw. 8g.I individuell charakteristische p sy
chische Ausprägung eines Menschen, wie sie sich im
Prozeß der gesellschaftlichen Tätigkeit herstellt \ die
allseitige Entwicklung der P. des Menschen; die
Ausstrahlung, der Zauber seiner P . ; das Recht der
Frau auf freie Entfaltung ihrer P .; der Anspruch
des Bürgers auf Achtung seiner P.; die Freiheit
der P.
Perspektive, die; -,
-n [..vo] 1. auf prognostischen
Einschätzungen beruhende, wissenschaftlich begründ
bare Annahme und Vorhersage der künftigen E nt
wicklung von etw.: die P. der chemischen Industrie,
des W ohnungsbaus; in der P. (in prognostischer
Sicht) wird dadurch ein hoher Ertrag erzielt —
2. Aussicht (2.1): ungeahnte Perspektiven eröffnen,
ergeben sich; (k)eine P. (berufliche Entwicklungs
möglichkeit) haben — 3 . fo. Pl.f Math. bild .
K u n st Abbildung eines Raumes od. räumlichen
Objekts auf ebener Fläche wie von einem bestimmten
Punkt aus gesehen, so daß eine räumliche Wirkung
entsteht: die P. eines Bildes, einer Zeichnung
—
4. etw. unter einer neuen, völlig anderen, aus
soziologischer, historischer P. (Sicht) darstellen;
etw. aus der P. (vom Standpunkt) eines Kindes
betrachten
perspektivisch fAdj.f [..v . .] 1. auf die Zukunft ge
richtet, die Perspektive (1) betreffend: eine perspek
tivische Aufgabe, Planung; p. denken, planen —
2. /zu Perspektive 3/: eine perspektivische Zeich
nung, Wirkung; etw. in perspektivischer Ver
kürzung darstellen
Perspektivplan, der auf der Grundlage von A na
lysen und Prognosen (1.2) staatlich festgelegtär Plan ,
der für einen längeren Zeitabschnitt die ökonomische
und soziale Entwicklung in der soz. Gesellschaft be
stimmt
Perücke, die; -,
- n Nachbildung des K opfhaares
aus künstlichem od. natürlichem Haar in Form einer
Kappe: eine P. tragen
pervers fAdj.j [.. v . . ] anormal, widernatürlich, bes.
in sexueller Hinsicht: eine perverse Vorstellung,
Begierde; das ist doch p.!
pesen fsw. Vb.; ist/ umg. rennen, laufen: er peste
um die Ecke
864
Pessimismus — Pfau
Pessimjsmus, der; -, fo. PL/ Lebensauffassung, bei
der man bestimmte Verläufe als sich negativ ent
wickelnd, Konflikte als unlösbar, das Schlimmste
als wahrscheinlich betrachtet und die zu Hoffnungs
losigkeit, dem Gefühl von Ausweglosigkeit und zu
Passivität führt; dazu Pessimist, der; -en, -en u.
pessimistisch /A dj.f
Pest, die; -, fo. Pl.f schwere epidemische Infektions
krankheit m it hohem Fieber, starken eitrigen
Schwellungen und m eist tödlichem Verlauf
-f
iimg. jmdn., etw. wie die P. (sehr) fürchten,
hassen, meiden; jmdm. die P. an den Hals wün
schen (jmdm . alles Schlechte wünschen)
Pest|beule, die bei der Pest auftretende starke
eitrige Schwellung der Lymphdrüsen
Peter
+ jmdm. den Schwarzen P. Zuspielen, zuschieben
(jmdm. die Schuld, Verantwortung zuschieben)
Petersilie, die; fo. PLI [..io] krautiges Dolden
gewächs, dessen dreifach gefiederte Blätter ebenso
wie seine weißgelbe Pfahlw urzel als Küchengewürz
verwendet werden
- f umg. jmdm. ist die P. verhagelt (jmd. ist
durch eine Enttäuschung niedergeschlagen)
Petit, die; fo, Pl.f [poti:] Druckerei Schrift
grad in der Größe von acht typographischen P u nk
ten : etw. in P. drucken, setzen
Petition, die;
-en
meist von einer Gruppe von
Personen an eine offizielle Stelle gerichtetes E r
suchen, vorwiegend im internationalen R ahm en:
eine P. abfassen, übergeben; eine P. an die UNO
richten
Petrolchemie, die wichtigstes Teilgebiet der Chemie,
das sich m it der Aufbereitung und chemischen Um
wandlung des Erdöls und Erdgases befaßt
Petroleum, das; -s, jo. Pl.f [..e|um] durch Destilla
tion aus Erdöl gewonnenes Produkt, das in der
chemischen Industrie und als Brennstoff verwendet
wird
Petroleumlampe, die Lampe mit gläsernem Kolben,
deren Docht mit Petroleum gespeist w ird : die P.
herunterschrauben (den Docht zurückdrehen)
Petschaft, das; -(e)s, -e Stempel aus Metall mit
einem eingravierten Bildnis, m it eingravierten
Schriftzeichen
petto s. in petto
Petunie, die;
-n [ ..io ] Nachtschattengewächs m it
abends stark duftenden, trichterförmigen weißen,
roten od. violetten Blüten, das als Zierpflanze auch
auf Balkons gehalten wird
Petze, die; -,
-n Schülerspr. jmd., der petzt, ge
petzt hat: er, sie ist eine P.; die alte P .!
petzen jsw. Vb.; hat/ Schülerspr. etw., was ein
K ind getan hat, aber nicht hätte tun dürfen, einem
Erwachsenen verraten: etw. dem, beim Lehrer p .;
wehe, wenn du petzt!
peu h peu /Adv./ [po:apo:], auch peu ä peu [poapo:]
allmählich (1.1): so ganz p. lernte sie es doch noch
Pfad, der; -(e)s, -e sehr schmaler Fußweg (1): ein
gewundener, steiler, schwieriger P .; sich einen P .
durchs Dickicht bahnen
Pfaffe , der; -n , -n jemot. neg.f Geistlicher
Pfahl, der; -(e)s, Pfähle senkrecht in die Erde ge
brachter, meist aus Holz od. Beton bestehender, an
einem Ende spitz zulaufender massiver Gegenstand
von relativ großer Länge im Vergleich zu seinem
m eist runden Querschnitt: ein runder, dicker P .;
einen P. (für einen Zaun) einschlagen, einram men;
auf Pfählen stehende Gebäude
Pfahl| -bau, der jPl.
- ten/ (Wohn)haus, das im
Wasser od. am Ufer eines Gewässers a uf eingeramm
ten Pfählen steht; -w urzel, die lange, kräftige W ur
zel, die senkrecht nach unten wächst
Pfand, das; -(e)s, Pfänder 1. (Wertsache od. Zu
sage eines Rechtes (2.1), die einem Gläubiger als
Sicherheit für seine Forderung überlassen w ird: etw .
als, zum P. geben; ein P. einlösen, herausgeben —
2. Geldbetrag, der bei Entleihung eines Gegenstandes
hinterlegt und bei Rückgabe erstattet w i rd : ein Opern
glas gegen P. (von 10 Mark) ausleihen; im Fla
schenpreis sind 30 Pfennig P. einbegriffen
pfändbar jAdj.; nicht adv.; zu pfänden/: pfänd
bare Beträge, Wertsache, Immobilien
Pfandb rief, der Hypothekenpfandbrief
pfänden, pfändete, hat gepfändet etw. auf gericht
lichem Wege z ur Sicherung u nd Deckung einer
Forderung beschlagnahmen: ein H aus, Möbel, einen
Teil des Einkommens p.; jmdn. p . lassen (bei
jmdm. etw. zur Deckung, Sicherung einer Forderung
beschlagnahmen lassen)
Pfandj -geld, das fvorw. Sg.j Pfand (2); -leihe,
die;
-n öffentliche Einrichtung , in der gegen ein
Pfand (1) ein kurzfristiges und verzinsliches D a r
lehen gegeben wird; -recht, das jo. Pl.f Jur. Recht
an einer beweglichen od. unbeweglichen Sache od. an
einer übertragbaren Forderung zu r Sicherung einer
Forderung; -s ch ein , der schriftliche Bescheinigung
über die Hinterlegung eines Pfandes (1)
Pfändung, die; -,
-e n das Pfänden: die P. der Fern
sehtruhe; es kam zur P.
Pfanne, die;
-n 1.1 . flaches feuerfestes Gefäß m it
Stiel od. zwei Henkeln, das zum Braten und 1Backen
(1.2) dient: eine fettige, eiserne P .; eine P. aus
Emaille, Jenaer Glas; ein K otelett in der P. bra
ten; Eier in die P. schlagen — 2. Hüttenw.
feuerfestes Gefäß zum Transportieren geschmolzener
Stoffe — 3 . M ed . Gelenkpfanne — 4 . Vertiefung
für das Pulver bei alten Handfeuerwaffen — II .
flacher Dachziegel m it halbrundem Pr ofil
4- umg. etw. auf der P. haben (etw. parat, in
Bereitschaft haben); s a l o p p jmdn. in die P.
hauen (jmdn. vernichtend kritisieren)
PfannenJgericht, das K o ch k . in einer Pfanne
gebratenes Gericht
Pfann|kuchen, der landsch. 1. kugeliges, mit
Marmelade gefülltes Gebäckstück (meist) aus H efe
teig, das in siedendem Fett gebacken ist: frische P.
—
2. Eierkuchen, Omelett: den P. in der Pfanne
wenden
Pfarr|amt, das Dienststelle eines Pfarrers: das
evangelische, katholische P.
Pfarre, die; -,
-n veraltend Gemeinde (1.2)
Pfarrei, die; -,
-e n 1. Gemeinde (1.2) — 2. Pfarr
amt — 3. Pfarrhaus
Pfarrer, der; -s, - evangelischer od. katholischer
Geistlicher
Pfarrjhaus, das H aus, in dem sich die Wohnung und
Räume für die Amtsausübung eines Pfarrers befinden
Pfau, der; -(e)s/-en, -e/-en mit dem Fasan ver
wandter Vogel, von dem der Hahn seine stark ver
längerten, metallisch gefärbten (und m it einer einem
Aug e ähnlichen Zeichnung versehenen) Federn a m
Schwanz fächerförmig spreizen kann: der P. sto l
ziert über den Hof; jmd. ist eitel wie ein P.
Pfauenauge — Pferdefuhrwerk
865
Pfauen |auge? das Schmetterling m it einer Zeichnung
auf jedem Flügel, die wie ein Auge aussieht
Pfeffer, der; -s, jo. P L / scharfes Gewürz, das aus
runden schwarzen Körnern, den Früchten des
PfefferStrauchs, besteht od. durch deren Pulverisie
rung gewonnen w ird : schwarzer, weißer, gestoßener,
gemahlener P.; eine Prise P.; mit P. und Salz
würzen
+ salopp bleib, wo der P. wächst (geh so weit
von mir, von hier weg wie möglich) ! *— da liegt der
/ HaseimP.
Pfeffer| -gurke, die kleine, m it Essig und Pfeffer
eingelegte Gurke; -kuchen, der Lebkuchen; -m inze,
:m inze, die jo. Pl.f zu den Lippenblütlern gehörende,
stark aromatische Heilpflanze, aus der Pfefferminz
öl gewonnen w ird
Pfefferminz, Pfefferminz| -öl, das ätherisches Öl
der Pfefferminze; -tee , der Tee aus getrockneten
Blättern der Pfefferminze
pfeffern jsw. Vb.; hat; / auch gepfeffert/ L eine
Speise (scharf) mit Pfeffer würzen — II* u m g . etw.
kräftig irgendwohin werfen, schleudern: etw* m it
einem Pußtritt in die Ecke p.
+ salopp jmdm. eine p. (jmdm. eine Ohrfeige
geben)
Pfefferf -n u ß, die kleines flaches, süßes hartes Stück
Gebäck für die Weihnachtszeit; -Strauch, der in tro
pischen Ländern wachsender kletternder Strauch, des
sen Früchte halbreif den schwarzen, reif den w eißen
Pfeffer ergeben
Pfeife, die; -,
-n I, aus einem Rohr aus Holz od.
Metall gefertigter Gegenstand, m it dem durch Blasen
ein Ton erzeugt wird 1. /als Signalinstrument, das
einen grellen Pfeifton od. Triller erzeugt/: die P .
der Lokomotive, des Bootsmanns; der Junge blies
auf seiner P. (Trillerpfeife) — 2 . /als Teil der
Orgel/ — 8. /als Musikinstrument/: ein Spielmanns
zug mit Trommel und P. (Querpfeife) — II« aus
einem Rohr und einem Pfeifenkopf bestehendes
Gerät zum Tabakrauchen: eine lange, kurze P.;
(s)eine P, stopfen, rauchen, ausklopfen — D I ,
salopp Schimpfw. untauglicher Mensch, Hohl
kopf: das, der ist vielleicht eine P.!
- f umg. nach jmds. P. tanzen (widerspruchslos
tun, was jmd. will)
pfeifen, pfiff, hat gepfiffen 1 . durch Blasen (mit
gespitzten Lippen), Ausstößen eines Luftstroms einen
hellen, schrillen Ton hervorbringen: auf zwei Fin
gern p.; mit einer Trillerpfeife p .; eine Lokomotive
pfeift schrill; seinem Hund p. (den Hund mit
einem Pfiff zu sich rufen); jmds. Atem geht pfei
fend — 2. in der Art und Weise von 1 eine Ton
folge, Melodie reproduzieren: eine Melodie, ein
Lied, einen Schlager p .; leise vor sich hin p.
+ salopp auf jmdn. p. (mit jmdm. nichts zu tun
haben wollen); auf etw. p . (auf etw. keinen Wert
legen); — auf dem letzten / Loch p.; das p. die
/ Spatzen von den Dächern
Pfeifen zu Pfeife II | -köpf, der feuerfester, auf das
Rohr der Pfeife aufgesteckter, oben offener H ohl
körper, in dem beim Rauchen der Tabak brennt;
- tabak, der grobgeschnittener Tabak zum Rauchen
in der Pfeife
Pfeif | -kessel, der Wasserkessel mit einer Pfeife
(1.1) auf der Tülle, die beim Kochen des Wassers
durch den ausströmenden Wasserdampf ertönt;
- konzert, das u m g . lautes, unkoordiniertes Pfeifen
(1) vieler Personen, meist als Ausdruck des M iß
fallens; -ton, der von einer Pfeife (LI), durch Pfeifen
hervorgebrachter To n
Pfeil, der; -(e)s, -e 1. aus einem dünnen Stab mit
Spitze bestehendes Geschoß, das bes. mit einem
Bogen, einer Armbrust abgeschossen w ird : ein spit
zer, gefiederter, vergifteter P .; einen P. s ch nit
zen, auflegen, abschießen; mit P. und Bogen jagen
—
2. Zeichen in der Gestalt von 1, durch das eine be
stimmte Richtung angegeben wird: der weiße P.
gibt die vorgeschriebene Fahrtrichtung an; ein P.
weist auf den Notausgang
Pfeiler, der; -s, - vertikale, frei stehende od. aus der
Wand hervortretende Stütze m it m eist rechteckigem
od. rundem Querschnitt in Bauwerken: ein eiserner
P.; ein P. aus Stahlbeton; etw. durch P. stützen
pfeil/Pfe|l| -gerade /A d j.; emot.; von einer schnellen
Bewegung/ ganz gerade; -schnell /Adv.; emot./ sehr
schnell; -spitze, die: eine vergiftete P.
Pfennig, der; -(e)s, -e /bei Wertangabe PI. Pfennig;
kleinste Währungseinheit in der DDR, in der BRD/ :
hundert P. sind eine Mark; etw. kostet Pfennige;
keinen P. (kein) Geld haben; sich auf den P. genau
herausgeben lassen
+ jeden P. dreimal umdrehen (sehr sparsam sein);
etw. ist keinen P. (gar nichts) wert; — alles auf
/ Heller und P. be-, zurückzahlen; etw. geht
jmdm. durch / Mark und P.
Pfennig! -absatz, der hoher Absatz (I), der sich nach
unten sehr stark verjüngt; -artikel, der Ware, die
nur Pfennige kostet; -betrag, der; -fuehser, der;
-s, - umg. geiziger Mensch
Pferch, der; -(e)s, -e durch Hürden (1) eingezäunte
Fläche, auf der Schafe nachts im Freien gehalten
werden können
pferchen /sw. Vb.; hat/ Tiere, Menschen, Gegen
stände in einen für ihre Anzahl zu engen Raum
hineindrängen, zwängen: Vieh in einen Waggon p.;
um g. Sachen in einen Koffer p. (stopfen)
Pferd, das; -(e)s, -e 1. weltweit verbreiteter, hoch
beiniger Unpaarhufer mit einem schon von der
Wurzel an lang behaarten Schwanz und kurzen
Ohren, der als Reit- und Zugtier dient: ein schweres,
edles, feuriges P.; das P. zieht an, trabt, bäumt
sich, scheut, geht durch; ein P. striegeln, auf
zäumen, satteln, (zu)reiten; sich aufs P, schwin
gen; dem P. die Sporen geben — 2 . Turngerät,
das aus einem rundum mit Leder gepolsterten, auf
vier verstellbaren Bein en stehenden walzenförmigen
Körper (mit zwei herausnehmbaren Griffen) besteht:
die Flanke, Grätsche übers P. — 8 . Springer (3)
+ das P. vom Schwanz her, am, beim Schwanz
aufzäumen (eine Sache falsch anfangen); auf das
falsche P. g esetzt haben (etw. falsch eingeschätzt,
sich geirrt haben); auf das richtige P. gesetzt haben
(etw. richtig eingeschätzt haben); u m g . m it dem
kann man Pferde stehlen (er ist ein prächtiger
Kerl, macht auch etw. Riskantes mit); die Pferde
scheu machen (jmdn. beunruhigen, verwirren, i r ri
tieren) ; dahin, dazu bringen mich keine zehn
Pferde (dahin gehe, das tue ich auf ga%keinen F all);
nur immer sachte mit den jungen Pferden (nichts
übertreiben, nur nichts Überstürztes tun)\; um g .
scherzh. jmd. ist das beste P. im Stall (jmd. ist
der Tüchtigste einer Gruppe)
Pferde| -apM, der umg. Kot des Pferdes; -fleisch,
das; -fuhrwerk, das von Pferden gezogenes Fuhr
866
Pferdefuß — Pflaumenmus
werk; -fuß, der jo. PL/: den Teufel mit einem P.
darstellen; + umg. etw. hat einen P. (hat einen
Nachteil, etw. Bedenkliches); -gebiß, das u m g .
menschliches Gebiß m it auffallend großen Schneide
zähnen; -gespann, das; -kur, die umg. sehr an
strengendes Heilverfahren; -renn en , das mit Pferden
ausgetragenes Rennen; -schwänz, der 1. Schwanz
des Pferdes — 2 . Frisur junger Mädchen, bei der
langes Haar am Hinterköpf so zusammengebunden
w ird , daß es schweifartig herabhängt; -stall, der;
- stärke, die veraltend fAbk. PS; Maßeinheit
der Leistung bei Kraft- und Arbeitsmaschinenf; vgl.
2Watt; -wagen, der vgl. -fuhrwerk; -Zucht, die
Pfiff, der; -(e)s, -e 1. heller, schriller Ton, der beim
Pfeifen (1) hervorgebracht w i rd : ein leiser, scharfer,
durchdringender P .; ein P. gellte durch die N a cht;
einen P. ausstoßen; der P. einer Lokomotive —
2.1» umg. Trick (1.1): die Sache hat einen P.
2.2* jo. Pl.j hervorstechender besonderer R eiz , der
etw. auszeichnet: das hat P .!; einer Sache einen
(gewissen) P. geben
-fein/ Bingmit’nemP.
Pfifferling, der; -s, -e von Ju ni bis November in
Laub- und Nadelwald vorkommender gelber, eßbarer
Blätterpilz mit bis zum Stiel herablaufenden Lam el
len: Pfifferlinge suchen, sammeln, braten
+ umg. für etw. keinen, nicht einen P. (gar nichts)
geben; etw. ist keinen, nicht einen P. (gar nichts)
wert
pfiffig fAdj./ findig und schlau: ein pfiffiger
Bursche; ein pfiffiges Kerlchen; dazu machte er
eine pfiffige (von Findigkeit und Schläue zeugende)
Bemerkung; sich p. anstellen
Pfiffikus, der; -/u mg.
-ses, -se umg. scherzh.
pfiffiger Mensch, Schlauberger: er ist ein kleiner,
ausgesprochener P.
Pfingsten, das;
-
/der PI. meint den Sg.; vorw.
o. Art.f Fest am 50. Tag nach Ostern (das von
Christen aus dem A nlaß gefeiert wird, daß nach
dem Bericht im Neuen Testament der Heilige Geist
über die Jünger Jesu gekommen ist): frohe(s), fröh
lich e^ ) P. 1/ Wunschformelj; vorige(s), näehste(s) P.
Pfingst] -fest, das; -ochse, der + sa lopp wie
ein P. (übermäßig herausgeputzt) aussehen; -rose ,
die i n Gärten wachsende, um Pfing sten blühende,
ständige od. strauchige Zierpflanze m it großen, kuge
ligen roten, weißen od. rosa Blüten
Pfirsich, der; -(e)s, -e Frucht des Pfirsichbaums:
reife, saftige Pfirsiche
Pfirsich|baum, der Obstbaum m it rosa Blüten und
saftigen Früchten mit samtiger, pelziger H aut
Pflanze, die; -,
- n 1. lebender Organismus, der seine
körpereigenen organischen Substanzen, von wenigen
Ausnahm en abgesehen, durch Photosynthese, selten
m it chemischer Energie aus anorganischen Stoffen
aufbaut: eine kräftige, immergrüne P .; niedere,
exotische Pflanzen; che P. wächst (wild), wuchert,
blüht, trägt Früchte, welkt, geht ein; Pflanzen
(im Freien, Gewächshaus) kultivieren, ziehen,
züchten — 2 . salopp durch eine auffällige, oft
negative Eigenschaft gekennzeichneter Mensch: das
ist vielleicht eine P. !; eine (echte) Berliner P. (eine
echte, schlagfertige Berlin erin)
pflanzen jsw. Vb.; hat/ 1. eine Pflanze zum
Anwachsen in die Erde setzen: Salat, Blumen,
Bäume p .; einen Ableger in einen Topf p.
—
2.
s a l o p p 2,1 . etw. irgendwohin stellen, setzen: er
pflanzte die Flasche mitten auf den Tisch 2*2, er
pflanzte sich (setzte sich breit) in den Sessel, auf
den Stuhl
Pflanzen| -fett, das aus den Samen od. dem Frucht
fleisch bestimmter Pflanzen gewonnenes Fett; -fres-
ser, der; -s, - Tier, das sich von Pflanzen ernährt;
- gm» das aus Pflanzen gewonnenes Gift; -öl, das
vgl.
- fett; -produktion, die Zweig der Landwirt
schaft, des Gartenbaus, der sich mit der Erzeugung,
dem Anbau von Nutzpflanzen befaßt: die betrieb
liche Trennung von Tierproduktion und P.; eine
/ kooperative Abteilung P.;
- r eich, das jo. Pl.j
Gesamtheit aller Pflanzen, Flora (1); -Schädling,
der Tier, meist Insekt, das Kulturpflanzen bes.
durch Fraß od. Saugen schädigt; -schütz, der Ge
samtheit der Maßnahmen zum Schutz bes. der
Kulturpflanzen gegen Schädlinge und Krankheiten;
- Schutzmittel, das dem Pflanzenschutz dienendes
chemisches Präparat; -weit, die jo. Pl.j Gesamtheit
der Pflanzen (eines bestimmten Gebietes), Flora (1):
die heimische, exotische P .; die P. Mittelasiens;
- wuchs, der das Wachsen von Pflanzen
Pflanz|gut, das jo. Pl.f fachspr. Teile von Kultur
pflanzen, bes. Knollen, Zwiebeln, Stecklinge, die
zum Wachsen, zur vegetativen Vermehrung gepflanzt,
in die Erde gelegt werden: Saatkartoffeln sind P.
pflanzlich fAdj.; zu Pflanze 1; vorw. attr.j 1.1 . in
der A rt einer Pflanze, zu den Pflanzen gehörend:
der pflanzliche Organismus; pflanzliches Leben
1.2 . aus Pflanzen gewonnen, hergestellt: pflanzliche
Bestandteile der Nahrung; pflanzliche Fette, Kost,
Produkte
Pflanzung, die;
- e n 1. große Fläche, auf der
(Nutz)pflanzen kultiviert werden: eine P. junger
Fichten; eine P. anlegen; riesige Pflanzungen
(Plantagen) mit Kaffee in Übersee — 2 . /vorw. Sg.j
das Pflanten (1): mit der P. von Stiefmütterchen
im Frühjahr beginnen
Pflaster, das; -s, - I . Straßendecke aus dicht an
einandergefügten Steinen: schlechtes, holpriges P .;
das P. aufreißen — II . m it klebenden Stoffen ver
sehener steriler, antiseptischer od. m it Medikamenten
bestrichener Stoffstreifen zum Bedecken von Wunden
od. Befestigen von Verbänden: ein P. aufkleben,
auflegen, auf die Wunde legen
+ ein teures P. (ein Ort, in dem die Lebenshaltungs
kosten besonders hoch, höher als anderswo sind)
pflaster|müde jAdj.; vorw. präd.; zu Pflaster I/
um g. müde vom vielen Umherlaufen in der Stadt:
wir waren bald p.
pflastern jsw. Vb.; hat/ etw. m it Pflaster (I) be
legen: einen Platz, Hof, eine Straße p.
Pflaster|stein , der 1. Stein (1.2), der zum Pflastern
bestimmt ist: ein würfelförmiger P.
—
2. kleiner,
runder, dicker, harter Pfefferkuchen m it Glasur aus
Zuck er
Pflasterung, die; -, jo. Pl.j 1. das Pflastern — 2.
Straßenpflaster: die P. durch eine Betondecke er
setzen
Pflaume, die; -,
- n 1. Frucht des Pflaumenbaums:
blaue, gelbe, getrocknete Pflaumen — 2. sa lopp
S ch i m p f w . ungeschickter od. ängstlicher Mensch:
du (bist eine) P .!
Pflaumen/pflaumen | -bäum, der Obstbaum mit grün
lichweißen Blüten und runden od. ovalen blauen,
grünen, violetten od. gelben Früchten; -mus, das
jo. Pl.j M us aus gekochten und passierten Pflaumen;
pflaumenweich — pflichtwidrig
867
-weich jAdj.j 1. weich wie eine reife Pflaume: ein
p. gekochtes Ei — 2 . jemot. neg.j jmd. ist p. Reicht
zu beeinflussen, sehr nachgiebig)
Pflege, die; -, jo, Pl.j 1. sorgsame, fürsorgliche Be
treuung bes. eines (kranken) Menschen', sie ließ dem
Kranken eine liebevolle P. angedeihen; die P. eines
Kindes, Tieres, der Blumen; jmdn., ein Tier in P.
(in seine Obhut) nehmen, in jmds. P . (Obhut) geben
—
2. sorgsame Behandlung einer Sache, um sie in
einem guten, gesunden, sauberen Zustand zu er
halten'. die P. des Körpers, der Zähne, des Hauses;
etw. in persönliche P. nehmen (als Benutzer regel
m äßig Wartungsarbeiten an gesellschaftlichem Eigen
tum, bes. Produktionsmitteln, selbst ausführen) —
3. /z u pflegen 11.1/: die P. (Aufrechterhaltung und
Förderung) freundschaftlicher Beziehungen; die P.
des kulturellen Erbes
pflege/PfIege| -arm jA d j.; nicht adv.j wenig Pflege
(2) erfordernd: pflegearme T extilien; -bedürftig
IAdj./; -eitern, die jPl.f (Ehe)paar, das ein Kind
in Pflege genommen hat und die Stelle der Eltern
einnim mt; -fall, der Person, die schon bei einfachen
körperlichen Verrichtungen Hilfe braucht und deren
Zustand m edizinisch nicht wesentlich zu bessern ist:
jmd. ist ein P.;
- geld, das jo. Pl.f finanzielle
Leistung der Sozialversicherung a n Versicherte, die
der ständigen Pflege durch andere Personen be
dürfen; -h eim , das Einrichtung, in der Pflegefälle
untergebracht sind und ständig betreut werden;
- k ind , das elternloses od. getrennt von den leib
lichen Eltern aufwachsendes Kind , das von Pflege
eltern erzogen wird; -leicht /Adj.; nicht adv.j vgl.
-a r m; -m ittel, das M ittel, das zum Pflegen (1.2.1)
von etw. verwendet wird: ein P. für den Haushalt,
für die Hände, Schuhe
pflegen, pflegte/veralt. pflog, hat gepflegt/
v e ra lt. gepflogen //* auch gepflegt/ L /pflegte,
hat gepflegt/ 1. jmdn., ein Tier sorgsam und für
sorglich betreuen: einen Kranken, das Kind, Tiere
p.; sich p. (sich Ruhe und Erholung gönnen); jmdn.
gesund p.
—
2.1 . etw. so behandeln und halten,
daß es hygienisch, ästhetisch, funktionell i n gutem
Zustand ist: sein Äußeres, das Haar, die Finger
nägel, sein Auto p. 2 .2 . sich p. (Körper-, Schön
heitspflege treiben) — H .l . etw. aus innerem Be
dürfnis sorgsam ausüben und aufrechterhalten:
Freundschaften, geselligen Verkehr, Hausmusik
p .; Künste und Wissenschaften p. (betreiben und
fördern) — 2. /pflegte, hat gepflegt/ etw. zu tun p.
die Gewohnheit haben, etw. immer wieder zu tun:
ich pflege mittags eine Stunde zu schlafen; er
pflegte zu sagen . .. ; wie das so zu gehen, geschehen
pfleg t (gewöhnlich vor sich geht, meist geschieht)
+ jmdn., etw.
hegen und p.; der / Ruhe p.
Pflegepersonal, das Angehörige des mittleren medi
zinischen Personals, die in der (Krankenpflege tätig
sind
Pfleger, der; -s, - 1 . männliche Person, die beruflich
für jmdn., ein Tier sorgt: die Schwestern und P.
der Krankenstation; langsam erwarb der P. das
Zutrauen des Schimpansen — 2 . J u r. staatlich
eingesetzte Vertrauensperson, die eine der Vormund
schaft ähnliche Fürsorge zur Wahrnehmung recht
licher Interessen eines anderen ausübt: ein staatlich
bestellter P.
Pflege! -stätte, die geh. Ort, Stätte, wo etw. Kultu
relles m it Anteilnahme ausgeübt, aufrechterhalten,
gefördert wird: Klöster waren die Pflegestätten
mittelalterlicher Buchkunst; -stelle, die Möglich
keit, ein K in d gegen Entgelt tagsüber in Obhut zu geben
pfleglich jAüj.j sorgsam (1.2): pflegliche Behand
lung; mit etw. p. umgehen
Pflegling, der; -s, -e 1. Lebewesen, das von jmdm.
gepflegt (LI) wird: die Pfleglinge der Kindertages
stätte; Gorillas sind schwierige Pfleglinge — 2 .
Jur . jmd., der unter Pflegschaft steht
Pflegschaft, die;
-en Jur. durch einen Pfleger (2)
ausgeübte, der Vormundschaft ähnliche Fürsorge zur
Wahrnehmung rechtlicher Interessen eines anderen:
eine P. anordnen, einleiten
Pflicht, die; -,
-e n 1.1 . von historisch entstandenen,
klassenbedingten, gesellschaftlichen Normen ge
prägte, für den Einzelnen verbindliche Anforderung
an sein Handeln und Verhalten: eine moralische,
sittliche, menschliche, staatsbürgerliche P .; Rechte
und Pflichten des Bürgers; etw. für seine P. halten,
als seine P. anerkennen, betrachten; seine P. tun,
erfüllen 1.2 . aus bestimmten Gegebenheiten, bes.
einem Auftrag, sich ergebende, vorwiegend individu
elle Forderung an jmdn., Aufgabe: dienstliche,
häusliche Pflichten; Pflichten übernehmen; jmdm.
eine P. auferlegen; jmd. nimmt es mit seinen
Pflichten (nicht so) sehr genau; u m g . die P. ruft
(die Arbeit, der Dienst verlangt sein Recht) —
2. jo. Pl.j Sport Pflichtübungen bes. beim Eiskunst
lauf: sie schnitt bei der P. nicht gut ab
etw. ist jmds. P . und Schuldigkeit (jmds. selbst
verständliche Pflicht 1.1)
pflicht/Pflicht| -bewußt jA d j.j vom Pflichtbewußt
sein bestimmt: ein pflichtbewußter Mensch; p. h a n
deln; -bewußtsein, das ständige bewußte Bereit
schaft zur Pflichterfüllung: er war von hohem P. er
füllt; -eifrig jA dj.j eifrig in der Erfüllung seiner
Pflichten
Pflichten|kreis, der Bereich der jmdm . obliegenden
Pflichten: diese Aufgabe liegt außerhalb meines
Pflichtenkreises
Pflicht/pflicht| -erfüllu ng , die das Erfüllen der einer
Person gestellten od. durch ihre Stellung in der Ge
sellschaft bedingten Forderungen, Aufgaben; -fa ch ,
das Fach, an dessen Unterricht teilzunehmen Pflicht
ist; -gefühl, das jo. Pl.j (gefühlsmäßig bestimmte)
Bereitschaft zur Pflichterfüllung: ein starkes, au s
geprägtes P.; etw. nur aus P. tun; -gemäß jAdj.j:
jmdm. etw. p. (weil man die Pflicht 1.1 hat, dazu ver
pflichtet ist) sagen, mitteilen; -kür, die E is k u n s t
la uf Kür im Eiskunstlauf, in der bestimmte Ele
mente (2) und Sprünge enthalten sein müssen; -schul
dig jAdj.; nickt präd.j wie es die Pflicht, der An
stand (1.1) verlangt: pflichtschuldigen Respekt
zeigen; etw. pflichtschuldigst tun; -teil, der, auch
das Ju r. Anteil am Nachlaß, der einem durch Testa
ment von der Erbfolge ausgeschlossenen natürlichen
Erben rechtlich zusteht: den P. geltend machen;
- treu jA d j.j treu, gewissenhaft seine Pflicht erfül
lend; -Übung, die S p o r t Übung, die beim Wett
kampf von jedem Teilnehmer ausgeführt werden
m uß: Pflichtübungen und Kürübungen; <$> etw.
als P. absolvieren (etw. tun, nur weil es verlangt
wird, weil es dazu gehört); -vergessen jAdj.j seine,
die Pflichten vernachlässigend: eine pflichtverges
sene Mutter; -Verteidiger, der vom Gericht bestellter
Verteidiger; -widrig jA dj.j gegen die Pflicht versto
ßend: pflichtwidriges Verhalten; p. handeln
56 Wörterbuch
868
Pflock — phänomenal
Pflock, der; -(e)s, Pflöcke 1.1* dicker, kurzer Pfahl,
der in die Erde geschlagen wird, um etw. daran zu be
festigen: einen P. zuspitzen, einschlagen; ein Seil,
Pferd an einem P. festbinden 1.2 . rundes, läng
liches Teil aus Holz od. M etall, das zum Verschlie
ßen einer Tür an Stelle eines Vorhängeschlosses in
die Krampe gesteckt wird : ein Tor, die Stalltür mit
einem P. verschließen
-j- einen P. zurückstecken (nachgeben, seine A n
sprüche mindern)
pflücken jsw. Vb.; hat/ eine Blume, Frucht mit der
Hand durch Reißen, Brechen von der Pflanze, dem
Baum trennen: Blumen, p .; Beeren, Kirschen,
Hopfen, Tee, Baumwolle p.
Pflug , der; ~(e)s, Pflüge landwirtschaftliches Gerät
m it Pflugschar od. gewölbter Scheibe zum A ufreiß en,
Lockern und Wenden des Ackerbodens’, den P.
führen; der P. wird v on einem Traktor gezogen;
den Acker mit dem P. umbrechen
pflügen jsw . Vb. ; hat/ den Ackerboden mit dem Pflug
aufreißen, lockern und wenden: den Acker, die
Feld er p.
Pflug|schar, die, fachsp r. das blattförmiges Eisen
teil am Pflug, das den Erdboden in Streifen aufreißt
und wendet
Pforte, die;
-n 1 . kleine, schmale Tür in einer
Mauer, in einem Zaun um ein Grundstück: eine
schmale, eiserne P .; dieP. zum Garten, in der Fried
hofsmauer — 2 . bewachter Eingang zum Gebäude-
komplex) einer bestimmten Institution:die P. eines
Klosters, Heims, Gefängnisses, Krankenhauses;
sich an der P. (ab-, an)melden
+ etw. öffnet, schließt seine Pforten (etw., m eist
eine öffentliche Einrichtung, w ird geöffnet, geschlos
sen, nimmt seinen Betrieb auf, stellt ihn ein)
Pförtner, der; -s, - 1. jmd., der beruflich den Eingang
eines größeren (öffentlichen) Gebäudes, Gebäudekom
plexes bewacht: er war P. in einer Klinik, in einem
Ministerium — II . Med. Ausgang des Magens mit
einem Muskel, der den Mageninhalt in den Zwölf
fingerdarm gelangen läßt
Pförtner|löge, die kleiner, abgeteilter Raum für einen
Pförtner (I)
Pfosten , der; -s, - senkrecht stehendes (tragendes)
rundes od. eckiges B auteil (aus Holz): die P. des
Treppengeländers, B ettgestells; einen P. setzen;
Ballspiele der Ball prallte gegen den P. des Tores
Pfote, die; -,
-n 1. in Zehen gegliederter Fuß be
stimmter Säugetiere: die linke, rechte P.
—
2.sa
lopp Hand (1.1): sich die Pfoten waschen; nimm
deine Pfoten weg! — 8. jo. Pl.j salopp schlechte
Handschrift: deine P. kann ich nicht lesen
-f- s a l o p p sich die Pfoten verbrennen (Schaden er
leid e n, hereinfallen, Nachteile haben)
Pfriem, der; -s, -e Handw. Ahle
Pfriemen, der; -s, - s . Pfriem
Pfropf, der; -(e)s, -e kleine verfestigte Ansam mlung
von etw., durch die das Hindurchfließen in einem
röhrenförmigen Körp e r behindert, verstopft wird : es
hatte sich ein P. gebildet
pfropfen fsw. Vb.; hat/ I. um g. etw. bis an die
Grenze des Fassungsvermögens (1) in etw. hinein
drücken, -stopfen: Sachen in den Koffer, alles in den
Schrank p .; der Saal, Straßenbahnwagen war g e
pfropft voll (überfüllt, sehr voll) — fl . Landw.
einen Obstbaum p. ein Edelreis in die längs ge
spaltene Rind e eines Obstbaumes einsetzen, um
ihn zu veredeln: junge Bäume, einen Pfirsich
baum p.
Pfropfen, der; -s, - vorwiegend zylind erförmig er od.
konischer Gegenstand, der zum Verschließen, Ab-
dichten einer röhrenförmigen Öffnung verwendet
wird: die FlaSche mit einem P. verschließen; die P.
(Sektkorken) knallen lassen
Pfropf|reis, das zu m Pfropfen (II) verwendetes
Reis
Pfründe, die; -,
-n 1. umg. spött. einträgliches
Amt: einefetteP. — 2. veraltend Einkünfte durch
ein kirchliches A m t
Pfuhl, der; -(e)s, -e sumpfiger Teich in einer Senke:
ein schwarzer, morastiger P.
pfui fAusruf des Mißfallens, Ekels, der Empörung!:
p.'Teufel!; p., schäme dich!; p. rufen, sagen
+ yA oben hui, unten p.
Pfund, das; -(e)s, - e/-1 . fAbk. Pfd.; bei Maßangabe
PL Pfund; heute nicht mehr offizielle M aßeinheitf
ein halbes Kilogram m: ein halbes P. Butter; drei
P. Äpfel — H . /bei Wertangabe PI. Pfund; Wäh
rungseinheit in Großbritannien und in verschiedenen
anderen Staaten/: ein P. (Sterling); eine Ware im
Wert von sieben englischen P.
+ veraltend mit seinem P. wuchern (seine Be
gabung klug anwenden)
Pfunds u m g . femot.f | -kerl, der prächtiger, tüchtiger
Mensch: er ist ein P .!; -Stimmung, die jo. Pl.f
prächtige Stimmung
pfund|weise fAdv.f in einzelnen Pfunden (I), nach
Pfunden: etw. p. abgeben, verkaufen; umg. Obst
p. (in großen Mengen) essen
Pfusch, der; -(e)s, l ° ‘ Pf*/ umg . Pfuscharbeit: das ist
alles, richtiger P .!
Pfuschjarheit, die jo. Pl.j u mg. liederliche, up-
sachgemäße Arbeit: so eine P .!
pfuschen jsw. Vb.; hat/ umg. unordentliche, stüm
perhafte, schlechte Arbeit leisten: wenn man nicht
aufpaßt, pfuscht er; dazu Pfuscher, der; -s, - u.
Pfuscherei, die; -en 1. das Pfuschen — 2 . Ergebnis
des Pfuschens
+ jmdm. ins / Handwerk p.
Pfütze, die; -,
- n Flüssigkeit, bes. Wasser, die sich
in einer kleinen, flachen Bodenvertiefung angesammelt
hat: in eine P. treten
PGH, die;
- / -s [pe:ge:ha:] jKurzw. für Produk
tionsgenossenschaft des Handwerks/ s. Handwerk
Phalanx, die; -, Phalangen jvorw. aus konfrontativer
Sicht gebrauchte Bez. für eine dichtgeschlossene
Front 4 auf Grund gleicher Gesinnung zusammen
haltender Menschenf: eine starke, unzerstörbare P.
bilden; gegen eine geschlossene P. anrennen; in eine
P. einbrechen
Phänomen, das; -s, -e 1. Erscheinung (1.1): ein
optisches, akustisches, physikalisches P .; ein
sprachliches, psychisches, gesellschaftliches P .; ein
P. beobachten, beschreiben, untersuchen — 2 .
außergewöhnliches, seltenes Vorkommnis, E reig nist
ein merkwürdiges, rätselhaftes P .; etw. als ein P.
ansehen; ihre Vitalität war für mich ein P.
—
8.
jmd., der außergewöhnlich ist, überragende Leistun
gen vollbringt: er war ein künstlerisches, m athe
m atisches P .; er ist ein P. in(nerhalb) der modernen
Musik
phänomenal jAdj.j außergewöhnlich gut: ein phäno
menaler Geiger, Sprinter; ein phänomenales Ge
dächtnis haben
Phantasie — Philosophie
869
Phantasie, die; -,
-n [. .i:9n] 1. jo. PLj produktive,
schöpferische K raft, Fähigkeit des menschlichen B e
wußtseins, von der Erfahrung ausgehend, neue reale,
mögliche, aber auch irreale Vorstellungen zu bilden,
Einbildungskraft: eine reiche, kindliche, zügellose
P .; die schöpferische P. des Künstlers; ein Gebilde,
Spiel, die Welt der P .; die Gestalten seiner dich
terischen P .; viel, keine, eine rege P. haben —
2. jvorw. PL/ von 1 Hervorgebrachtes, Produkt von 1:
poetische, seltsame, erotische Phantasien; ab
struse, gräßliche, märchenhafte Phantasien; die
kühnen Phantasien eines Erfinders, Poeten sind
Wirklichkeit geworden; sich seinen Phantasien
überlassen, hingeben; das ist reine, bloße P. (das
hat keinen Bezug zur objektiven Realität); sich in
Phantasien ( Wunschträume) flüchten, verlieren; die
Phantasien (Wahnvorstellungen) eines Irren; fieber
hafte, pathologische Phantasien (Trugbilder) eines
Kranken — S. Mus. s. Fantasie
Phantasie/phantasie| -kostüm, das Kostüm (2), das
auf keine bestimmte Erscheinung der Realität an
spielt: er erschien als Maharadscha, sie trug ein P .;
- lo s IAdj.1 ohne Phantasie (1): sie ist völlig p.
phantasieren /sw. Vb.; hat/ 1. von etw. p. sich in
bezug auf etw. den wechselnden Vorstellungen seiner
Phantasie (1) hingeben, wachend von etw. träumen:
vo n einem Flug zum Mars, von großen Erfindungen,
Erfolgen p. — 2 . im Fieber wirr reden: der Kranke
phantasierte die ganze Nacht —■8. Mus. nach eige
ner, freier Eingebung spielen (2.1 .1), improvisieren:
auf der Geige, über ein Thema p.
Phantasie |voll jAdj.f mit viel Phantasie (1): eine
sehr phantasievolle Fra u; p. malen, schreiben
Phantasma, das; -s, Phantasmen (optische) Sinnes
täuschung, Trugbild: das P. eines überreizten Ge
hirns
Phantasmagorie, die;
-n [..i:9n] Trugbild: eine
zauberhafte, trügerische P.
Phantast, der; -en, -^ wirklichkeitsfremder Träumer:
ein verstiegener, weltfremder, nicht ernst zu n eh
mender P.
Phantasterei, die; -,
- e n wirklichkeitsfremde Trä u
merei: eine unglaubwürdige, unsinnige P .; sein
Kopf ist voller Phantastereien
phantastisch /A dj./ 1 . mit viel Phantasie (1) er
dacht und gestaltet, über das in der Realität Bestehen
de (weit) hinausgehend: phantastische (mit märchen
haften, gruseligen, utopischen Zügen ausgestattete)
Erzählungen, Geschichten, Bomane; eine phan
tastische (nur in der Phantasie bestehende) W elt;
das klingt reichlich p. (unwirklich 1.2) — 2.1* wie
von der Phantasie (1) hervorgebracht, ungewöhnlich
aufregend od. schön: ein phantastisches Abenteuer,
Erlebnis 2.2 . u m g . großartig, ausgezeichnet, wun
derbar : eine phantastische Inszenierung, Leistung;
phantastisches W etter; das Orchester spielt p .; das
ist p.! 2.3 . um g. Idrückt emotional in positivem
Sinne einen hohen Grad aus/ sehr groß, hoch: eine
phantastische Geschwindigkeit, Höhe, Summe
Phantom, das; -s, -e 1. Trugbild, gespenstische E r
scheinung, Hirngespinst: ein trügerisches, locken
des P .; ein P. taucht auf, verschwindet; einem P.
nachjagen — 2 . fachspr. Modell (1.1) eines Gegen
standes, Körpers (1, 2), Organs (1) (für Unterrichts-
zwecke): etw. am P. erläutern
Pharisäer, der; -s, - selbstgerechter Heuchler; dazu
pharisäisch /A d j./ scheinheilig, heuchlerisch
Pharmakologie, die; -, jo. PLf Wissenschaft von der
Wirkung der Arzneimittel, Gifte und natürlicher
Stoffe auf lebende Organismen sowie von ihrer A n
wendung in der M edizin
Pharmazeut, der; -en, -en Fachmann auf dem Ge
biet der Pharmazie
Pharmazie, die; -, jo. PL/ Wissenschaft von der
Herkunft, Beschaffenheit, Zusammensetzung und
Zubereitung von Arzneimitteln
Phase, die; -,
- n 1. (kleiner) Zeitabschnitt, Stufe in
einer Entwicklung: eine neue, revolutionäre P.;
eine P. der Entwicklung, gesellschaftlichen U m
gestaltung durchlaufen; etw. tritt in seine ent
scheidende P. ein — 2. Astron. jeweilige sich
periodisch verändernde Form des von der Erde od.
einem beliebigen Ort (im Weltraum) aus sichtbaren
Teils eines beleuchteten Himmelskörpers: die Pha
sen des Mondes, der Venus — 8. Phys. Chem.
homogener Teil eines heterogenen Systems: die
feste, flüssige, gasförmige P .; eine P. aus einem Ge
misch, einer Emulsion abtrennen — 4 . Phys. zeit
liche Entfernung eines Schwingungszustandes vom
festgelegten Nullpunkt — 5. fachspr. jede der drei
Leitungen eines Drehstromnetzes .
Philatelie, die; -, jo. PL/ Fachgebiet, das das Sam
meln, Erforschen und Auswerten von Postwertzeichen
und anderen postalischen Materialien umfaßt; dazu
Philatelist, der; -en, -en
Philharmonie, die; -,
-n [,.i:en] /in Namen be
stimmter bedeutender Sinfonieorchester/ Sinfonie
orchester : die Leningrader P .; ein Konzert der P.
Philharmoniker, der; -s, - 1. /nur im PL/ Phil
harmonie :die Wiener P. — 2 . Mitglied von 1: er ist P.
Philister, der; -s, - Spießbürger
Philodendron, der; -s, Philodendren Kletterpflanze
des tropischen Teils Am erikas m it ungeteilten od.
geschlitzten Blättern und mit Luftwurzeln, die als
Zimmerpflanze gehalten w ird
Philologie, die; -,
-n [..i:9 n] Wissenschaft, die sich
m it Texten historischen, literarischen od. kultur
geschichtlichen Inhalts in einer bestimmten Sprache
beschäftigt und sie (sprachlich) interpretiert: die
klassische P.; germanische, slawische P. studieren;
dazu philologisch /A dj./
Philosoph, der; -en, -en auf dem Gebiet der Philo
sophie tätiger Wissenschaftler; Begründer einer
Philosophie: ein materialistischer, idealistischer,
scholastischer P .; die Philosophen der Antike; die
Zusammenarbeit von Naturwissenschaftlern und
Philosophen
Philosophie, die;
-n [..i:on] /vorw. Sg.j jeweils
vom Standpunkt, von den Interessen einer Klasse her
bestimmte, theoretisch fundierte Untersuchung und
Interpretation der Welt als eines Ganzen und der
Stellung des Menschen in ihr, des Verhältnisses von
Materie und Bewußtsein, der allgemeinen Bewegungs
und Strukturgesetze des Denkens, der Natur und der
Gesellschaft, die sich als Anschauung (1), Lehre dar-
stellt und die ihre wissenschaftlich entwickelte Gestalt
im dialektischen und historischen M aterialismus ge
funden hat: eine materialistische, idealistische P .;
die marxistisch-leninistische P .; ein Vertreter der
antiken, klassischen deutschen P .; die P. Platos,
Hegels, von Marx und Engels; <> sich seine eigene
P. (persönliche, meist wenig od. n i ch t theoretisch
fundierte Weise, das Leben zu betrachten) zurecht
legen, -machen
56*
philosophieren fsw. Vb.; hat/ über etw., bes. einen
philosophischen (1) Gegenstand, (in philosophischer
Weise) nachdenken und darüber reden: über den
Ursprung, das Wesen der Dinge p.; er geriet ins
Philosophieren
philosophisch fA dj./ 1 .1 . die Philosophie betreffend:
ein philosophisches Problem, Werk 1.2 . auf Philo-
sophie beruhend: ein philosophisches'System; philo
sophische Anschauungen, Argumente — 2 . von
Reflexionen bestimmt: etw., sein Lebep p. be
trachten, nehmen
Phlegm a, das; -s, fo.- P L / phlegmatische Veran
lagung: ein angeborenes, behäbiges P.; er zeigt ein
erstaunliches P .; dazu Phlegmatiker, der; -s, -
phlegmatischer Mensch: er ist ein P.
phlegmatisch fAdj.f geistig und körperlich langsam
und ruhig reagierend, oft träge (wirkend) und wenig
zu Affekten neigend: ein phlegmatischer Mensch;
er wirkt ziemlich p.
Phlegmone, die;
-n M ed. eitrige Entzündung des
Zellgewebes, die entlang vorhandenen Wegen fort
schreitet
Phl<?x, der; -es, -e, auch die; -e /beide vorw. Sg.f
in Gärten wachsende, w ei ß , rot od. violett blühende
Zierpflan ze
Phon, das; -s, -s /bei Maßangabe PI. Phon; M aß
einheit der Lautstärke! : es wurden 100 P. gemessen
Phonetik, die; -, fo. Pl.f Wissenschaft, die die
akustischen Eigenschaften, die Erzeugung und die
Verwendung der Laute untersucht; dazu phone
tisch fAdj.f: eine phonetische Lautschrift (System
von Schriftzeichen, in dem jedem Laut ein eigenes
Zeichen entspricht)
Phönix
+ g eh . wie ein P. aus der Asche steigen (verjüngt,
neubelebt wieder entstehen)
Phonogerät, das Gerät für die Aufnahme, Wieder
gabe von Tönen, bes. Plattenspieler
Phonologie, die; fo. PI .\ Wissenschaft, die sich
m it dem Wesen und der Funktion der sprachlichen
Laute befaßt
Phonothek, die; -,
- e n Sammlung von Schall
platten, Tonbändern (als Teil einer Bibliothek)
Phonotypistin, die; -,
-n e n [..ty..] Angestellte, die
nach einem Diktiergerät Arbeiten m it der Schreib
maschine ausführt
Phon [stärke, die Lautstärke, angegeben in Phon: eine
hohe, gesundheitsschädigende P.
Phosphat, das; -(e)s, -e Chem . Salz od. Ester der
Phosphorsäure
Phosphor, der; -s, fo. Pl.f nichtmetallisches Ele
ment, von dem drei Modifikationen nach der Farbe
existieren: weißer oder gelber, roter und schwarzer
P.; (weißer) P. leuchtet im Dunkeln
Phospho rIdünger, der jo. Pl.f Phosphor enthaltender
Dünger
phosphoreszieren fsw. Vb. ; hat/ (nach vorangegan
gener Bestrahlung) im Dunk eln selbst leuchten: ein
phosphoreszierendes Zifferblatt
Photo, das s. Foto
Photosynthese, die fo. Pl.f B iol. Chem. Aufbau
organischer Verbindungen in Pflanzen aus ein
facheren Stoffen unter Mitwirkung von Sonnenlicht
Photozelle, die Vorrichtung, m it der Schwankungen,
Impulse des Lichts in Schwankungen, Impulse des
Stroms umgewandelt werden
Phrase, die; -n 1. klischeehafte, inhaltsarme Ä uße
870
philosophieren — Physis
rung: hohle, nichtssagende, verlogene Phrasen,;
sich nicht mit leeren Phrasen abspeisen lassen —
2. M us. Gruppe von Tönen, die melodisch und
rhythmisch eine sinnvolle Einheit bilden: eine P.
wiederholen, variieren
-f- u m g . Phrasen dreschen (mit großen Worten
Nichtssagendes äußern)
Phrasen|drescher, der; -s, - u m g . jmd., der häufig
m it großen Worten Nichtssagendes äußert
phrasenhaft jA ä j.f viele Phrasen (1) enthaltend:
eine phrasenhafte Rede, Würdigung, Begrüßung
Phraseologie, die; -,
-n [..i:en] Sprachwiss.
1. Gesamtheit der Phraseologismen einer Sprache
—
2. fo. Pl.f Teilgebiet der Sprachwissenschaft,
das die Phraseologismen einer Sprache untersucht
—
8. Phraseologismus; dazu phraseologisch/Adj.f
Phraseologismus, der; Phraseologismen S p r a ch
w is s . feste Verbindung von Wörtern mit einer ge
meinsamen Bedeutung, die sich nicht als Summe der
Bedeutungen der einzelnen Glieder dieser Verbindung
darstellen läßt
Phylogenese, die [fy..] 'Biol. Stammesgeschichte
der Lebewesen
Physik, auch Physik, die; fo. PL/ [fy..] Wissen
schaft, di^ die Eigenschaften, Zustände, Formen,
Struktur und Bewegung der unbelebten Materie so
wie die Gesetze ihrer Bewegung und Umwandlung
und die dabei wirkenden Kräfte, unveränderlichen
Größen und Rück- und Wechselwirkungen er
forscht: die experimentelle, theoretische, m a the
matische, klassische, relativistische P .; P. lehren,
studieren
physikalisch /Adj.; vorw. attr.j [fy..] 1.1 . die Physik
betreffend und ihre Erkenntnisse anwendend: ein
physikalisches Experiment; die physikalische Che
mie, Geographie 1.2 . von der Physik erforscht und
formuliert: physikalische Gesetze; eine physikali
sche Theorie, Formel; eine physikalische K on
stante (Zahl, die in der Physik einen festen Wert
hat); eine physikalische Karte (Landkarte, die die
natürlichen Verhältnisse eines Gebietes abbildet, dar-
stellt) 1.3 . durch die Gesetze der Physik bestimmt:
ein physikalischer Prozeß, Vorgang
Physiker, der; -s, - [fy:..] Wissenschaftler, der auf
dem Gebiet der Physik arbeitet
Physikum, das; -s, Physika [fy:..] Prüfung nach
Abschluß der vorklinischen Semester des M edizin
studiums: sich auf das P. vorbereiten
Physiognomie, die; -,
-n [fy.., PL ..i:on] Er
scheinungsbild eines Gesichtes: die (einprägsame) P.
eines Menschen; sich jmds. P . einprägen
Physiologie, die; -, fo. Pl.f [fy..] Wissenschaft, die
die funktionellen Vorgänge in einem (gesunden) Or
ganismus untersucht: allgemeine, vergleichende,
pathologische P .; die P. der Haustiere, des Stoff
wechsels; dazu physiologisch jAdj.f die funktionellen
Vorgänge im Organismus betreffend: physiologische
Veränderungen
physiotherapeutisch [fy :..] , physiotherapeutisch
[fy..] fAdj.; zu Physiotherapie/
Physiotherapie [fy :..] , Physiotherapie [fy ..], die jo.
Pl.f Med. Heilbehandlung durch Gymnastik, M assa
gen, Bäder, Kurzwelle, Ultraschall
Physis, die; -, fo. PL/ [fy:..] Beschaffenheit des
Körp ers eines Menschen, bes. bezüglich seiner
Leistungsfähigkeit, Widerstandskraft, Gesundheit:
eine gesunde P.
physisch fAdj.f [fy:..] die Physis betreffend, körper
lich: seine physische Kraft, Schwäche, Über
legenheit; physischer Schmerz, Ekel; bis an die
Grenze seiner physischen Leistungsfähigkeit gehen
pianissimo fAdv.f Mus. sehr leise (1): p. spielen
Pianist, der; -en, -en (an einer Hochschule) im
Klavierspiel ausgebildeter (Berufs)musiker: ein be
rühmter, großer P .; ein P, von Weltruf
piano fÄdv.j Mus. leise (1)
Piano, das; -s, -s veraltend Klavier
Pianola, das; -s, -s früher verwendetes, auf Grund
eines Mechanismus selbsttätig spielendes Klavier
pichein fsw. Yb.; hat/ umg. (viel) Alkohol trinken:
m it jmdm. p .; sie haben gehörig, ein paar Flaschen
Bier gepichelt
Pick e, die;
-n Spitzhacke: mit P. und Schaufel
arbeiten
Pick el, der; -,
-s, I . leichte Spitzhacke: mit dem P.
Stufen ins Eis schlagen — II . kleine, spitze, oft
nässende od. eitrige krankhafte Erhebung, Schwellung
auf der Haut (1.1), Mitesser \ ein Mittel gegen P.;
zu II pjckelig fAdj.f
picken /sw. Vb.; hat/ etw. p. m it dem Schnabel (1)
(leicht) nach, in etw. stoßen (und es als Futter auf
nehmen): Hühner p. Körner; die Spatzen pickten
an einem Stück Brot, ans Fenster
- f sich die / Rosinen aus dem Kuchen p.
picklig fAdj.f s. pickelig
Picknick, das; -s, -e/-s Mahlzeit (2) im Freien, bei
der mitgebrachte Speisen verzehrt werden: ein P. im
Wald; (ein) P. machen; dazu picknicken fsw. Vb.;
hat/: wir haben am See gepicknickt
picobello, auch picobello findekl. Adj.j [..k o ..]
um g. ganz besonders fein (4.1 ,5) und sauber (1,2 .1):
er war p. gekleidet; ihre Wohnung sah p. aus; ein
p. Haus
Piedestal, das; -s, -e [pi|e..] Sockel von Säulen,
Bildwerken: das Denkmal steht auf einem P.
piek umg. femot.f| -fein, -fein fAdj.f sehr, besonders
fein (4.1, 5): ein piekfeiner Anzug; p. wohnen;
- s a uber, -sa uber fAdj.f sehr, besonders sauber (1):
eine pieksaubere Küche, Bluse; er war p. gekleidet
piep flautnacliahmend für einen hohen, hellen La u t,
bes. für einen Yogellautf: die jungen Spatzen,
Mäuse, machen p. (p.)
-r
u m g . nicht mehr p. sagen (können) (kein Wort
mehr herausbringen)
Piep, der
- f salopp jmd. hat einen P. (jmd. ist verrückt,
dumm); jmd. sagt keinen P. mehr (ist völlig ver
stummt; jmd. ist gestorben)
piepe fAdj.; nur präd.f landsch. salopp gleich
gültig (3): deine Meinung ist mir (ganz, völlig) p.
—
jmdm. ist alles / schnurz und p.
pieplegal, piepegal fAdj.; nur präd.f salopp gleich
gültig (3): es ist ihm p., was sie tu t
piepen fsw. Vb.; hat/ hohe, helle Laute von sich
geben: die Küken , Mäuse p.
_
um g .bei dir piept’s wohl (du bist wohl verrückt)?;
etw . ist zum Piep en (zum Lachen, lächerlich)
Piepen, die fPl.f s alopp Geld: er hat (genug) P.;
dazu reichen meine paar P. nicht; das kostet mehr
als hundert P. (Mark)
Piepjmatz, der Kinderspr. kleiner Vogel: wie ein
P. (sehr wenig) essen
pieps s. piep
piepsen fVb.f s. piepen
piepsig fAdj.f u m g . 1 . schwach und hoch klingend:
eine piepsige Stimme, Flöte; sie spricht noch ganz
p.
—
2. (im Verhältnis zum Alter) klein und zart,
schwächlich: die Kleine war schon immer p.
Pieps|stimme, die fo. Pl.f umg. leise, hohe Stimme:
mit dieser P. kann sie nicht Lehrerin werden
Pier, der; -s, -e/-s; die; -,
-(e)n Seemannsspr.
ins Wasser vorgebaute, mehrseitig von Wasser um
gebene Anlage zum Anlegen, Laden, Löschen von
Schiffendas Schiff liegt am, an der P .; Boote mit
Tauen am P. festmachen
piesacken fsw. Vb.; hat/ landsch. umg. jmdn. p.
jmdm. durch kleine wiederholte physische od. phsy-
chische Handlungen Qualen zufügen: mußt d u ihn
immer p. ?; von den Mücken gepiesackt werden
Pietä, Pieta, die; -, fo. Pl.f [pi|eta] fachspr. Dar
stellung Marias mit dem Leichnam Christi im Schoß
Pietät, die; -, fo. Pl.f [pi|e ..] takt-, rücksichtsvolle
Ehrfurcht vor etw., jmdm .: aus P. gegenüber dem
Verstorbenen; die P. wahren; es an der nötigen P.
fehlen lassen
pietät| -los fAdj.f ohne Pietät: sprich nicht so p.!;
- voll fAdj.f mit Pietät
Pietismus, der; -, fo. Pl.f [pi|e..] gegen orthodoxe
Dogmatik und religiöse Veräußerlichung, später je
doch auch gegen die A ufklärung gewendete p r o
testantische Bewegung des I7 .fl8 . Jhs.
Pigment, das; -(e)s, -e 1. m it einem Bindemittel ver
mischter unlöslicher Farbstoff — 2 . B iol . in fein
körnig er Verteilung im menschlichen, tierischen und
pflanzlichen Gewebe vorkommender unlöslicher
Farbstoff: Pigmente bilden, ablagern
pigmentiert fAdj.f B io l. mit Pigmenten (2) verse
hen: eine stark pigmentierte Haut
^Pik fo. A rt., o. Pl.f durch stilisierte schwarze Blätter
(1) gekennzeichnete Farbe der französischen Spiel
karte : P. ist Trumpf
2Pik, der
+ u m g . einen P. auf jmdn. haben (heimlichen
Groll gegen jmdn., Wut auf jmdn. haben)
pikant fAdj.f 1. würzig abgeschmeckt, scharf und de
likat gewürzt: eine pikante Soße, Sülze, Speise; etw.
schmeckt p. — 2 . zweideutig, leicht schlüpfrig: eine
pikante Anekdote, Situation; pikante Witze
Pikanterie, die; -n [..i:en] 1. fo. PL;zu pikant 2/
Zweideutigkeit: die P. dieser Geschichte — 2 . Pi-
kanterien (pikante Geschichten) erzählen
Pike, die; -,
-n langer Spieß, Waffe des Fußvolks im
späten Mittelalter: die Landsknechte waren mit
Piken bewaffnet
+ umg. etw. von der P. auf lernen (etw. von Grund
auf, alle Stadien durchlaufend erlernen)
Pikee, der, süddt. österr. das; -s, -s Gewebe aus
Baumwolle od. Chemiefasern m it reliefartigem M u
ster, das durch eine spezielle Bindung (3.1) hervor-
gerufen wird: ein weißer Kragen aus P.
piken fsw. Vb.; hat/ landsch. umg. 1.1. etw. sticht
(i): Rosen, Dornen, Stoppeln p. 1 .2 . er hat mich
m it einer Nadel gepikt (gestochen 1.1) — 2 . etw., bes.
eine Öffnung, durch Stechen i n etw. herstellen: ein
Loch in Papier p.
pikieren fsw. Vb.;hat/1. Gartenbau junge Pflan
zen verziehen und in größeren Abständen pflan zen:
Tomaten, Salat p. — 2. T extil, festenStoffaufdie
Innenseite bestimmter Teile von Kleidungsstücken
m it vielen kleinen, auf der Außenseite des Stoffes
nicht sichtbaren Stichen aufnähen, um dadurch grö-
physisch — pikieren
871
872
pikiert — Pionierauftrag
ßere Festigkeit und Haltbarkeit sowie eine gute P a ß
form zu erreichen: den Kragen, die Revers, einen
Pelz p.
pikiert /A dj.f {ein wenig) beleidigt, verärgert: er
wirkte, war etwas, leicht, äußerst p.
Pikkoloflöte, die kleine Querflöte
piksen / Vb.f s. piken
Piktogramm, das; -s, -e {international) festgelegte
bildliche Darstellung eines Hinweises, Gebotes
Pilatus
+ von / Pontius zu P. laufen
Pilger, der; -s, - jmd., der eine Wallfahrt macht: ein
frommer P .; die P. wallfahren nach Rom
pilgern jsw. Vb.; ist/ 1. irgendwohin wallfahren:
nach Rom, Jerusalem, Mekka p.
—
2. umg.
s c h e r z h . beschaulich irgendwohin wandern, gehen:
sonntags ins Museum, ins Grüne p.
Pille, die; -n 1*1. Arzneimittel in Form eines Kügel
chens :eine P. g egen K opfschmerzen, zur Beruhigung
nehmen 1.2. jo, PI. u. nur mit best. Art./ umg.
Antibabypille \ sie nimmt die P.
+ u m g . .eine bittere P. {etw. Unangenehmes, das
hingenommen werden muß)
Pilot, der; -en, -en Flugzeugführer: ein erfahrener P.
Pilotjanlage, die T ech n . Anlage, die zur Erprobung
bes. eines (Produktions)prozesses nach Abschluß der
Versuche im Labor und vor Aufnahme der industriel
len Produktion betrieben wird: eine P. für Kunst
fasern errichten, in Betrieb nehmen
Pilz, der; -es, -e 1. Pflanze, die m eist aus schlauch
förmigen Fäden besteht, ein Myzel bildet, kein Blatt
grün aufweist und als Erreger von Krankheiten
auch bei Pflanzen auftreten kann, aber auch in be
stimmten Arten für die Herstellung von Arznei-,
Nahrungs- und Genußmitteln verwendet wird: die
Früchte sind von Pilzen befallen; Penizillin wird
durch bestimmte Arten von Pilzen erzeugt —
2. der oberirdische, meist aus einem Stiel und einem
Hut bestehende, die Frucht bildende Teil höherer A r
ten von 1, der stark eiweißhaltig ist und, sofern er
genießbar ist, als Nahrungsmittel verwendet w ird :
ein eßbarer, schmackhafter, giftiger P . ; Pilze s u
chen, sammeln, braten, schmoren, essen; u m g . in
die Pilze {Pilze sammeln) gehen
+ wie (die) Pilze aus der Erde schießen rasch und in
großer Anzahl entstehen: die Neubauten schossen
wie (die) Pilze aus der Erde
Pilz] -beratungsstelle, die Öffentliche Einrichtung, in
der Pilzsam m ler über Genießbarkeit und Giftigkeit
der gesammelten Pilze sachkundige A usku nft er
halten können; -krankheit, die durch Pilze (1) ver
ursachte Krankheit: Pilzkrankheiten des Getreides;
- Sammler, der; -Vergiftung, die Vergiftung durch
giftige Pilze (2)
Piment, der, das; -(e)s, -e fvorw. Sg.f bis erbsengroße
Frucht eines tropischen Baumes, die getrocknet als
Gewürz verwendet wird
pimpelig fAdj.f umg. verzärtelt, wehleidig, zimper
lich: sei nicht p.!; das Kind, der Großvater ist
sehr p.
Pimperlinge, die fPl.f salopp Geld (1): er hat seine
letzten P. zusammengekratzt; nur noch ein paar
P. {nur noch wenig Geld) haben
pimplig fAdj.f s. pimpelig
Pinasse, die;
-n
maschinell angetriebenes kleines
Boot für den Hafenverkehr, Beiboot größerer
Schiffe
pingelig fAdj.j umg. übertrieben genau (2), klein
lich: sei nicht so p.l
Pingpong, das; -s, fo. Pl.f umg.: (eine Partie) P.
{dilettantisch Tischtennis) spielen
Pinguin, der; -s, -e [pir)gui:n] bes. in der Antarktis
in zahlreichen A rten vorkommender, gesellig lebender,
nicht flugfähiger, sehr gewandt schwim mender Vogel
m it einem sehr dichten, schwarzen, am Bauch weißen
Gefieder und zu Flossen umgestalteten Flügeln
Pinie, die; -n [..io] im Mittelmeergebiet wachsende
Kiefer mit schirmartiger Krone und langen Nadeln
Pinke, die; fo. Pl.f salopp: erhat viel, genug P.
{Geld)
Pinkel, der; -s, -f-s salopp : ein feiner, vornehmer
P. {jmd., der sich als feiner, vornehmer Herr auf-
spielt)
pinkeln fsw. Vb.; hat/ salopp Harn lassen
Pmkepinke, die; -, fo. Pl.f salopp s. Pinke
Pinne, die; -n 1.Seemannsspr. länglichesStück
Holz, mit dem das Ruder (1.1) bewegt wird —
2. landsch. sehr kleiner dünner Nagel (I), 1Stift
(1.1.1): etw. mit Pinnen festmachen
pinnen fsw. Vb.; hat/ landsch. etw. mit Pinnen (2),
Stecknadeln an etw. befestigen: ein Plakat an die
Wand p.
Pinscher, der; -s, - 1 . zu einer zierlichen, kurzhaarigen
Hunderasse gehörender Haushund — 2 . sa lopp
femot.f nichtssagender, einflußloser Mensch: was
will denn dieser lächerliche P.?
Pinsel, der; -s, - 1 , Gerät mit einem Griff und einem
Bündel fest eingesetzter Borsten zum Aufträgen von
Flüssigkeiten, bes. von F a rb e: ein feiner, dicker P .;
den P. auswaschen; Farbe, Jod mit dem P. auf
tragen; mit P. und Farbe, P. und Palette arbeiten
—
2. Haarbüschel, bes. an den Ohren von Luchs und
Schwarzwild: der Luchs hat P. an den Ohren — 3 .
um g. einfältiger Mann, Dummkopf: er ist ein al
berner, eingebildeter P .; so ein P .!; du P .!
pinselig fAdj.j landsch. umg. übertrieben genau
(2), pedantisch: er macht das alles viel zu p .; er ist
in seiner Arbeit äußerst p.
pinseln jsw. Vb.; hat/ 1. um g. etw. {dilettantisch)
malen (1): ein Gemälde, Porträt p. — 2. umg. etw.
anstreichen (1): den Zaun p. — 3 . jmdm. den Hals,
das Zahnfleisch p. (mit einem M edikam ent be
streichen) — 4 . u m g . etw. langsam, sorgfältig
schreiben: etw. ins reine, an die W and p.
pinslig fAdj.f s. pinselig
Pinzette, die; -,
-n kleines, aus zwei miteinander ver
bundenen, federnden Metdllteilen bestehendes I n
strument zum Erfassen winziger Gegenstände, T eile:
etw. mit der P. aufnehmen; einen Splitter mit der
P. herausziehen
Pionier, der; -s, -e 1. Mitglied der Pionierorgani
sation ,Ernst Thälmanner ist Junger P.; eine
Arbeitsgemeinschaft der Jungen Pioniere —
2. Wegbereiter, Bahnbrecher: ein P. der Wissen
schaft, Technik, Luftfahrt — 3 . Mil. Angehöriger
einer Pioniertruppe: die Pioniere sprengten, bauten
eine Brücke
Pionier| -arbeit, die fo. Pl.f 1. Tätigkeit der Pioniere
(1) im Rahmen ihrer Organisation: (eine) gute P.
leisten; die P. unterstützen, fördern — 2 . rich
tungweisende, bahnbrechende Arbeit auf einem be
stimmten Gebiet: auf dem Gebiet der Herzchirurgie
P. leisten; -auftrag, der spezielle Aufgaben, die der
gesamten PionierOrganisation ,Ernst Thälmann\
Einheiten der PionierOrganisation, Gruppen od.
einzelnen Pionieren erteilt werden: der jährliche P.;
über die Erfüllung des Pionierauftrages b erichten;
«freundsehaft, die Einheit der Pionierorganisation,
die alle Pioniere einer Schule umfaßt; -gruppe, die
Einheit der Pionierorganisation, die alle Pioniere
einer Klasse (2.1) umfaßt; -leistung, die richtung
weisende, bahnbrechende Leistung auf einem be
stimmten Gebiet: eine wissenschaftliche, echte P.;
- leiter, der für die Erziehung der Pioniere ausge
bildeter F unktionär der F D J , der (hauptamtlich)
Pionierfreundschaften od.
-gruppen leitet; -nach
mittag, der Nachmittag, an dem sich die Pionier
gruppe zu einer Veranstaltung trifft; -Organisation,
die fo. Pl.j; dieP. ,Ernst Thälmann4(soz. Massen
organisation der ö —14jährigen Kinder in der DDR
unter Führung der FDJ); -tat, die vgl.
-leistung;
-truppe, die /vorw. Pl.j Mil. technisch speziell aus-
gebildeter und ausgerüsteter Truppenteil, der K a m pf
handlungen und Bewegungen der T rupp en bes. durch
technische Anlagen sichert; -tuch, das blaues od.
rotes Halstuch der Pioniere (1)
pipapp fAdv.f umg .: sie muß Briefe schreiben, tele
fonieren, Gäste empfangen und p. (so weiter)
Pipapo, das; -s, fo. Pl.j u mg.: ein komfortabler
Bungalow mit allem P. (mit allem, was dazuge
hört)
Pipeline, die; -s [paiplain] über große Entfernun
gen führende Rohrleitung, bes. für Erdöl: eine über
400 Kilometer lange P .; eine P. bauen, verlegen
Pipette, die; -n (mit Eichstrich od. M aßeinteilung
versehene) enge Röhre aus Glas, m it der (kleine)
Flüssigkeitsmengen angesaugt und abgemessen wer
den können: mit der P. Serum, Rosenöl, Parfüm
aufnehmen, auf etw. träufeln
Pirat, der; -en, -en Seeräuber: die Piraten kaperten
ein Segelschiff;dazu Piraterie, die; -,
-n [.. i:on]See
räuberei; O die Flugzeugentführung war ein Akt
der P.
'
Pirol, der; -s, -e in zahlreichen A rten vorkommender
Singvogel m it leuchtend gelbem Gefieder, schwarzen
Flügeln und Schwanzfedern, dessen einheimische
A rt bes. um Pfingsten in Erscheinung tritt
Pirouette, die; -,
-n [pirueto] a us mehrfachen schnel
len Drehungen u m die Körperachse bestehende Übung,
Figur, bes. bei Eiskunstlauf und Tanz
Pirsch, die; jo. Pl.j Jägerspr. Jagd auf Wild,
bes. Schalenwild, durch vorsichtiges Anschleichen im
Gegensatz zur Treibjagd: eine stundenlange, er
folgreiche P .; auf die P. gehen
pissen, pißte, hat gepißt derb Harn lassen
Pistazie, die; -n [ ..Je] 1. im Mittelmeergebiet vor
kommendes immergrünes Gewächs, dessen m andel
ähnliche Samenkerne als Gewürz für K onditorei
waren verwendet werden — 2 , Frucht von 1: kleine,
mit Kirschen und Pistazien belegte Törtchen
Piste, die;
-n 1. S p o r t markierte, befestigte
Strecke beim Skisport in den alpinen Disziplinen, für
(Kraft)rad- und Autorennen, Rennbahn — 2 . bahn
artige betonierte Fläche, die zum Starten und Landen
von Flugzeugen dient: auf der P. aufsetzen
Pistole, die; -,
- n halbautomatische, kurze, ein
händig gebrauchte Handfeuerwaffe für Nahkampf
und Sport: jmdn. mit der P. bedrohen, mit vor
gehaltener P. zu etw. zwingen
+ jmdm. die P. auf die Brust setzen (jmdn. zu
einer Äußerung, Entscheidung drängen, nötigen);
wie aus der P. geschossen sofort reagierend: er
antwortete wie aus der P. geschossen
pitsch(e)naß lAdj.j umg. jemot.j sehr naß, durch
näßt: unsere Mäntel, Schuhe, wir waren p.
pittoresk /A dj./ malerisch (2): eine pittoreske Szene,
Stadtansicht
Pfzza, die; -,
-s
a u f einem Kuchenblech gebackenes
Gericht aus einem Hefeteig, der mit Wurst, Tomaten,
Käse o. ä. belegt ist: eine P. backen
pizzicato jAdv./ [..k ..] Mus. mit den Fingern die
Saiteb zupfend: das ist p. zu spielen
PKW, Pkw, PKW, Pkw, der; -/ -s, -/ -s [pe:ka: ve:]
jKurzw . für Personenkraftwagen/ s. Personen
kraftwagen
placieren fVb.j [..(t)si:..] s. plazieren
placken, sich /sw. Vb.; hat/ umg. sich (mit etw.)
sehr plagen (2); dazu Plackerei, die; -,
-en
pladdernjsw. Vb.; hat, ist/ landsch., bes. norddt.
1.1 . es pladdert es regnet stark (hat): heute morgen
hat es tüchtig gepladdert 1.2 . (ist) der Regen plad
dert (fällt heftig und geräuschvoll, prasselt) aufs
Bach, gegen die Fensterscheiben
plädieren jsw. Vb.; hat/ 1.1. für etw., jmdn. p.
sich für etw., jmdn. (mit Worten) einsetzen: für die
Annahme eines Entwurfs, für ein Projekt, für die
baldige Abreise p.; alle plädierten fürihn 1.2. Jur.
für, auf etw. p. einen Antrag vor Gericht mündlich
(in einem Plädoyer) begründen, vertreten, Vorschlä
gen: der Staatsanwalt plädierte für ,schuldig4; auf
Freispruch, Unzurechnungsfähigkeit p.
Plädoyer, das; -s, -s [..döaje:] Ju r. mündliche
Begründung eines Antrags vor Gericht, bes. die zu
sammenfassende Rede des Staatsanwalts, Verteidi
gers nach dem Schluß der Beweisaufnahme: am
Ende der Hauptverhandlung hielt der Staats
anwalt, Verteidiger das, sein P.
Plage, die; -,
- n große Mühe, unangenehme B e
lastung und Qual, die jmdm . durch etw., jmdn. be
reitet w ird : seine Krankheit wurde ihm allmählich
zu einer unerträglichen P .; das Abwaschen war ihr
immer eine lästige P.; sie ertrug alle Plagen mit
großer Geduld; mit jmdm., etw. seine P. (Schwie
rigkeiten, Unannehmlichkeiten) haben; dies alles
machte ihm das Leben zur P. (Qual); sie hatte die
ganze P. (mühevolle schwere Arbeit) mit dem Umzug
Plagejgeist, der /PL -er/ umg. scherzh. jmd., der
jmdm. durch sein Verhalten ihm gegenüber lästig
fällt: du bist ein richtiger P .!
plagen jsw. Vb.; h a t/1. etw., jmd. plagt jmdn. etw.,
jmd. verursacht jmdm. Plage, quält, belästigt jmdn.
sehr: ihn plagt der Husten, Zweifel, die Neugier;
dich plagt wohl das schlechte Gewissen?; von
Kopfschmerzen, Eifersucht, Furcht geplagt sein;
er ist ein geplagter Mensch; die Mücken haben uns
den ganzen Tag geplagt; jmdn. unablässig mit
Fragen, Bitten p .; sich mit etw. p .: sich lange mit
einer Erkältung p. (eine Erkältung lange nicht los
werden) — 2 . sich p. 2 .1 . schwer arbeiten: sie hat
sich ihr Leben lang für andere geplagt 2.2 . sich
sehr mit jmdm ., etw. abmühen: der Lehrer plagte
sich redlich mit dem Jungen; sich mit einer Ar
beit, einem Problem p.
Plagiat, das; -(e)s, -e 1. unrechtmäßige Aneignung,
Nachahmung, Veröffentlichung fremder schöpfe
rischer Leistungen bes. auf den Gebieten von Wissen
schaft und Kunst ohne Angabe des Urhebers in der
Absicht, sie als eigene geistige Leistungen darzustel
Pionierfreundschaft — Plagiat
873
874
Plagiator — plänkeln
len, bewußte Verletzung des Urheberrechts: jmdn.
des Plagiats bezichtigen, überführen; ein P. begehen
—
2. auf 1 beruhendes Werk: ein literarisches P .;
dieses Gemälde, Musikstück ist ein P .; dazu Plagia
tor, der; -s, Plagiatoren u. plagiieren /sw. Vb.;
hat/ [..i|i:..]: etw. p. (aus etw. ein Plagiat ma
chen)
Plaid, das, auch der; -s, - s[ple:t] (karierte) wolle
ne Decke (LI): die Schultern, K nie in ein(en) P.
einhüllen
Plakat, das; -(e)s, -e großformatiges%meist verviel
fältigtes, häufig in S chrift und Bild künstlerisch
gestaltetes Blatt, das zum öffentlichen Anschlägen,
Aushang bestimmt ist: ein farbiges, graphisch wohl
gelungenes, werbewirksames P.; ein P. entwerfen;
Plakate anschlagen, kleben
Plakat|farb e, die wetterfeste, deckende Wasserfarbe
m it einem Zusatz von Leim als Bindemittel
plakativ jAdj.f in der Art eines Plakates auf Mar
kantes reduziert: eine plakative Wirkung; p. g e
haltene Illustrationen
Plakette, die; -,
-n
als Erinnerungs-, Erkennungs
zeichen dienende od. zum Einlaß berechtigende kleine
runde od. eckige, (reliefartig) geprägte Platte aus
Metall od. Kunststoff, die meist wie ein Abzeichen
getragen wird: eine P. mit dem Bild des Dichters;
eine P. tragen, anstecken
plan fAdj.f 1eben (2): eine plane Fläche; die Karte
muß p. liegen; etw. p. schleifen
Plan, der; -(e)s, Pläne 1.1* unter bewußter A n
wendung und Ausnutzung der ökonomischen Gesetze
des Soz. ausgearbeitete wissenschaftlich begründete
Darstellung zusammenhängender Positionen und der
Struktur ihrer Beziehungen zur Steuerung des Ab
laufs und der E ntwicklung von gesellschaftlichen
Prozessen im Soz., bes. die verbindliche, durch Volks
kammerbeschluß zum Gesetz erhobene Bichtlinie für
die Entwicklung der soz. Volkswirtschaft und ihrer
Teilsysteme in einem bestimmten Zeitraum: der
laufende P.; die Volkskammer bestätigt den P .;
der P. tritt in Kraft; die Pläne abstimmen, koordi
nieren; den P. einhalten, kontrollieren, vorfristig,
termingerecht erfüllen; den P. (Planentwurf) dis
kutieren 1*2. (ausgearbeitete) Bichtlinie, detaillierte
Konzeption für eine zu leistende Arbeit, ein zu
schaffendes Werk, einen bestimmten Ablauf, Vor
gang: ein umfassender, genauer P .; einen P. auf-
stellen, ausarbeiten, entwerfen; nach einem festen
P. arbeiten — 2 . auf die Verwirklichung von etw.
Bestimmtem gerichtete Überlegung, Absicht: ein
wohldurchdachter, raffinierter, teuflischer P .;
jmd. hat große Pläne; einen P. fassen, verwirk
lichen, verwerfen, ändern; er trägt sich mit dem P.
umzuziehen; Pläne schmieden; jmds. Pläne durch
kreuzen, stören — 3 . E ntwurf, schematische Zeich
nung, Skizze eines Bauwerkes, einer Anlage, M a
schine: der P. unseres Hauses, des Architekten für
das neue Opernhaus; einen P. entwerfen, zeichnen,
einsenden — 4 . kartographische Darstellung eines
Gebietes, Geländes in bestimmtem M aßstab: der P.
vo n Berlin, des Küstenbereichs
- f auf den P. treten (erscheinen, auftauchen) ; etw.
ruft jmdn. auf den P. (etw. läßt jmdn. in Aktion,
Erscheinung treten)
Plan zu Plan 1.11 -aufgäbe, die verbindliche Auf
gabe innerhalb des Volkswirtschaftspla nes, die den
Staats- und Wirtschaftsorganen und den Betrieben
übertragen wird; -auflage, die vgl.
-a ufgabe; -dis-
kussion, die Diskussion über den Planentwurf in der
Phase der Ausarbeitung von Perspektiv- od. Jahres
plänen: die P. in den Betrieben, Brigaden
Plane, die; -n großflächige, meist aus grobem, im
prägniertem Leinen bestehende Decke, die bes. über
ein Gestell über der Ladefläche von Fahrzeugen ge
spannt wird od. zum Abdecken von Waren dient:
eine graue, verschmutzte P.; ein mit einer P. ver
deckter W agen; eine P. ausbreiten, Zurückschlagen,
zusammenrollen
planen js w . Vb.; hat/ 1. etw. p. 1.1. Pläne, einen
Plan zur Steuerung gesellschaftlicher Prozesse im
Soz., für die Entwicklung der soz. Volkswirtschaft
und ihrer Teilsysteme für einen bestimmten Zeit
raum ausarbeiten: perspektivisch p.; die E ntwick
lung der strukturbestimmenden Zweige der Volks
wirtschaft p. 1 .2 . Pläne, einen Plan für eine be
stimmte zu leistende Arbeit aufstellen: die folgenden
Arbeiten genau p.; (etw.) gut, sinnvoll p.; es ver
lief alles wie geplant — 2 . die Durchführung von etw.
beabsichtigen: für den Herbst ist ein Sportfest ge
plant; sie p. diesmal eine Ferienreise ins Gebirge;
die geplante Veranstaltung fiel aus
Plan zu Plan 1.11 -entwurf, der: einen P. vorlegen,
diskutieren; -erfüllu ng, die: vorfristige, termin
gerechte P .; die P. sichern
Planet, der; -en, -en nicht selbstleuchtender größerer
Himmelskörper, der sich a uf einer kreisähnlichen,
elliptischen Bahn um eine Sonne, einen Fixstern be
wegt: Jupiter ist der größte P. unseres Sonnen
systems; die Bahn eines Planeten beobachten, be
rechnen; er ist wieder sicher auf unserem Pla
neten (auf der Erde 1.1) gelandet
Planetarium, das; -s, Planetarien [..ion, ..ion] 1.
optisches Gerät, m it dem Lage, Größe und Bewegung
der Gestirne durch Projektion auf die Innenfläche
einer K uppel dargestellt werden — 2 . Gebäude, Raum
für 1: ins P. gehen
Planeten Astron.j
- bahn, die; -System, das Ge
samtheit der Planeten und Planetoiden soivie a n
derer natürlicher kosmischer Körper, die sich um
eine Sonne, einen Fixstern bewegen, zu einem
Sonnensystem gehören
Planetoid, der; -en, -en [,.to|i:t] Astron. kleiner
planetenartiger Himmelskörper eines Sonnensysteme,
der sich meist auf einer elliptischen Bahn um die
Sonne bewegt
plan]gemäß jA d j.f einem bestimmten, dem gefaßten
Plan (1 u. 2) entsprechend: auf plangemäße Liefe
rung dringen; etw. p. ausführen, erledigen; die
Arbeiten laufen p.
planieren jsw. Vb.; hat/ ein unebenes Gelände ein
ebnen: den Boden, das Baugelände p.
Planier [raupe, die Raupenfahrzeug mit einer ver
stellbaren Platte aus Stahl an der Stirnseite, das zum
Planieren eines Geländes, zur Bewegung von Erde,
Gestein, Schutt eingesetzt w ird : Planierraupen beim
Straßen-, Kanalbau verwenden
Planjahr, das Kalenderjahr als Zeitraum für einen
Jahresplan: der Beginn des neuen Planjahres
Planke, die; -,
-n bes. für den Schiffsbau verwendetes
(dickes und) breites Brett: starke, rohe, morsche
Planken; ein Schiffsdeck aus Planken
Plänkelei, die; -,
-e n jzu plänkeln/: zwischen ihnen
gab es ständig Plänkeleien
plänkeln jsw. Vb.; hat/ mit jmdm. p. sich ein wenig
Plankeimziffer — plastisch
875
neckend mit jmdm. streiten: die Kollegen fingen an,
mit ihm zu p.
Plan| -kennziffer, die Kennziffer für die Aufstellung,
Bilanzierung und Kontrolle eines Plans (1.1); -kom -
mission, die /o. PI ./: die Staatliche P. (zentrales
Organ des Ministerrats der DDR für die Planung
und Leitung der Volkswirtschaft)
Plankton, das; -s, jo. Pl.f [..ton] Biol. Gesamtheit
der im freien Wasser schwebenden tierischen und
pflanzlichen Organismen, die sich selbst nur wenig
od. g a r nicht bewegen: Teiche voller P.
plan/Plan| -los /Adj.f ohne Plan (1.2 u. 2); aufs
Geratewohl, unüberlegt: planlose Versuche; p. arbei
ten, vorgehen, handeln; -mäßig jAdj.f nach einem
Plan (1 u. 2): der planmäßige Aufbau des Sozialis
mus, unserer Hauptstadt; planmäßiges, system a
tisches Lernen; p. vorgehen; handeln; p. (fahr
planmäßig) ankommen, abfahren; alles verlief p.
(wie geplant); -periode, die Periode, auf die sich ein
Plan bezieht; -position, die in einem Plan (1.1) ent
haltene Einzelaufgabe; -quadrat, das fa ch sp r . auf
Landkarten durch pa rallele längs und quer gezogene
Linien gebildetes Quadrat; -rückstand, der Rück
stand in der Planerfüllung: den P. (durch Sonder
schichten) aufholen
Planschjbecken, das für Kinder zum Spielen be
stimmtes (größeres) flaches Wasserbecken: ein P. im
Garten
planschen /sw. Vb.; hat/ sich im (flachen) Wasser
lebhaft bewegen, m it Wasser herumspritzen: die
Kinder p. im Wasser, in der W anne
Plan] -schulden, die /PI./ vgl. Planrückstand; -Sil
vester, der, das umg.: unser Betrieb hat heute P.
(in unserem Betrieb ist heute der Jahresplan er
füllt worden); -soll, das jo. Pl.f umg. von einem
Plan (1.1) bestimmtes Soll (1.1): das P. schaffen;
- spiel, das modellhaftes Durchspielen eines Prozesses,
einer militärischen Übung an Plänen (4) und
Karten (1), um Entscheidungen zu finden; -s telle,
die 1.1 . jin der DDR/ im Stellenplan volkseigener
Betriebe, von staatlichen Organen, Institutionen und
Einrichtungen verzeichneter Arbeitsplatz 1.2 . jin der
BRD / im Haushaltsplan bewilligte Stelle für einen
Arbeitsplatz im öffentlichen Dienst
Plantage, die; -,
- n [..a:39] (große) Anlage mit mehr
jährigen K ulturpflanzen zur Erzeugung pflanzlicher
(Roh)produkte, meist in Monokultur und bes. in tro
pischen Gebieten
Planung, die; -,
- e n 1.1 . das Erarbeiten von Plänen
(1.1) in allen ihren Teilen: eine komplexe, voraus
schauende P .; die P. und Leitung der Volkswirt
schaft 1.2 . das Treffen bestimmter begrenzter
(staatlicher) Maßnahmen zur regulierenden Beein
flussung in der kap. Wirtschaft — 2 . Ausarbeitung
eines genauen Konzeptes für den Ablauf einer zu
leistenden Arbeit: rechtzeitige, detaillierte, s tädte
bauliche P.; die P. und Projektierung von W oh
nungsbauten; etw. erfordert sorgfältige P. — 8 . E r
gebnis von 1 u. 2, das Geplante: die P. liegt vor
plan/Plan| -voll /Adj.j planmäßig: planvolles Vor
gehen, Handeln; p. arbeiten; -Vorsprung, der
Vorsprung i n der Planerfüllung : die Stahlwerker
erreichten neun Tage P .; -wagen, der (Pferde)wa-
gen, der mit einer Plane überdacht ist; -Wirtschaft,
die jo. P L / : die sozialistische P. (auf dem gesell
schaftlichen Eigentum an den Produktionsmitteln
eruhende, durch Anwendung der ökonomischen
Gesetze des So z. in einer vorausschauenden Gestal
tung der ökonomischen Prozesse und durch einheit
liche, zentrale Planung (1.1) charakterisierte soz.
Volkswirtschaft); -Z eitraum, der vgl. Planperiode;
- ziel, das: das P. erreichen, überbieten; -Ziffer, die
vgl. Plankennziffer
plappern /sw. Vb.; hat; bes. von kleinen Kindern/
schnell hintereinander, naiv (und ohne Überlegung)
pausenlos reden, schwatzen: die Kleine plapperte
den ganzen Tag; unaufhörlich, ununterbrochen
(vor sich hin) p.
plärren /sw. Vb.; hat/ umg. 1 . monoton und langge
zogen, anhaltend sprechen, tönen: sie plärrte: „N un
beeil dich doch endlich!“ ; sie spricht meist mit einer
grellen, plärrenden Stimme; das Radio plärrt —
2. etw. laut und unschön singen: sie plärrten ein
Lied — 8 . /bes. von kleinen Kindern/ unangenehm
schrill, laut und anhaltend weinen, weinend schreien:
der Säugling plärrt; plärrende Kinder
Pläsier, das; -s, -e /vorw. 8g./ veraltend scherzh.
Vergnügen (1): sein P. an etw. haben; es macht ihm,
ist sein P., stundenlang am Hafen zu stehen
Plasma, das; -s, Plasmen 1. jo. Pl.j Biol. Proto
plasma — 2. jo. Pl.j Med. Blutplasma — 8. Phys.
Gemisch aus freien Elektronen, positiven Ionen und
neutralen Teilchen eines Gases, das durch hohe Zu
fuhr von Energie entsteht und vom normalen Zustand
abweichende neue physik alische Eigenschaften, bes.
eine hohe elektrische Leitfähigkeit besitzt
Plasmabrenner, der Techn. Brenner (1), in dem
durch die Ein w irku ng eines elektrischen Lichtbogens
in einem strömenden Gas ein Plasma (3) erzeugt wird,
das den Brenner durch eine Düse als heiße Flamme
verläßt
Plast, der; -es, -e zu den Kunststoffen gehörender
makromolekularer organisch-chemischer Werkstoff,
der innerhalb relativ niedriger Temperaturen bei der
Verformung zum Halbzeug od. Fertigprodukt einen
plastischen (3) Zustand durchläuft, sich bes. durch
geringe Dichte, gute elektrische Isolierfähigkeit aus
zeichnet, leicht formbar, m eist unzerbrechlich, w ider
standsfähig gegen Korrosion und vielseitig verwend
bar ist: ein neuer, reißfester, unzerbrechlicher,,
farbiger P.; P. herstellen, verwenden; ein Beutel,
Deckel, Schalter aus P.
Plastjbeutel, der Beutel aus Plast
Plaste, die; -n umg. s. Plast
Plast| -eimer, der vgl. -beutel; -erzeugnis, das Er
zeugnis aus Plast; -folie, die vgl. -beutel
1Plastik, die; -,
- e n 1. /o. Pl.j dreidimensionale
künstlerische Gestaltung m it verschiedensten M a
terialien: die moderne, mittelalterliche P.: die P.
der Antike; ein Meister der P.
—
2. durch 1 ent
standenes Kunstwerk: eine griechische, bronzene,
kostbare P.; eine P. aus Ton, Stein — 3. Med.
plastische Operation: eine P. an der Nase ausführen
— 4 . /o. Pl.j Anschaulichkeit: die P. seiner Roman
gestalten
2Plastik, das, auch der; -s, -s u mg. s. Plast
Plastikj -beutel, der u mg . Plastbeutel; -bombe, die
Sprengkörper aus einem knetbar gemachten Spreng
stoff; -folie, die umg. Plastfolie
Plastilin, das; -s, jo. Pl.j plastische (3), farbige Masse
zum Modellieren bes. als Spielzeug für Kinder: Tiere
aus P. kneten; im Kindergarten mit P. arbeiten
Plast |industrie, die Plast verarbeitende Industrie
plastisch fAdj.f 1 .1 . dreidimensional, körperhaft
876
Plastizität — plattieren
räumlich (wirkend), nicht flächenhaft: die plastische
Wirkung eines Bildes; die Fähigkeit des mensch
lichen Auges, p. zu sehen; ein p. hervortretendes
Muster 1.2 . anschaulich: er gab eine plastische Dar
s tellu ng seiner Erlebnisse; etw. p. schildern, erzäh
len — 2 . /nur attr.f die 1Plastik (1) betreffend, zur
1Plastik (1) gehörend, bildhauerisch: die plastische
Kunst; die plastischen Werke des Rokoko — 3 .
Plastizität (2) aufweisend, form-, knetbar: eine pla
stische Masse; plastische Materialien; Metalle p.
(im Zustand der Plastizität) verformen — 4 . /nur
attr./M ed . eine plastische Operation (Operation zur
Korrektur von Entstellungen)
Plastizität, die; -, /o. PL/ 1 .1 . Anschaulichkeit: die
erstaunliche P. einer Schilderung, Darstellung 1.2 .
die P. (plastische Wirkung) dieses Bildes — 2. E i
genschaft von Stoffen, durch äußere Kräfte bewirkte
Formänderungen beizubehalten: Materialien mit
geringer P .; die P. von Kunststoffen, Metallen, Ton
Plast]rohr, das Rohr aus Plast
Platane, die; -,
- n Laubbaum mit großen gelappten
Blättern und heller, glatter, sich in Schichten ab-
lösender Borke
Plateau, das; -s, -s [..to :] Hochebene: ein hohes,
ausgedehntes, fruchtbares, karstiges P.
Platin, das; -s, /o. PL/ grauweiß glänzendes Edelme
tall : Schmuck aus P .; einen Brillanten in P. fassen
platinblond /Adj./ weißblond (gefärbt): sie hat pla
tinblondes Haar
Platitude, die; -,
-n Plattheit (2): leere, läppische
Platituden; jmdn. mit Platituden langweilen
platonisch /Adj.f: platonische Liebe (nicht auf
Sex ualität beruhende Liebesbeziehungen); ihre
Beziehung war rein p.
platschen fsw. Vb.; hat, ist/ 1.1 . /bes. von sich be
wegendem Wasserj beim Aufprall, Anprall ein
helles, kurzes Geräusch verursachen (ha t): der Reg en
platscht; die Wellen p. 1 .2 . mit dem Geräusch von
1.1 an, auf, gegen etw. prallen, schlagen (ist, hat):
der Regen platschte gegen die Scheiben, aufs D ach;
(ist) das Ei ist auf den Fußboden geplatscht
plätschern jsw. Vb.; hat, ist/ 1. /von Wasser/ 1.1 .
durch die Bewegung des Fließens, Fallens leise,
helle, sich gleichmäßig wiederholende Geräusche er
zeugen (hat): das Wasser, der Bach, Brunnen
plätschert; die W ellen p.; der Regen plätschert
1.2 . m it dem Geräusch von 1.1 irgendwohin fließen,
fallen (ist): der Bach plätschert durch die Wiesen;
Regen aufs Dach, Wellen ans Ufer p. hören —
2. im Wasser planschen (hat): die Kinder p. in der
Badewanne, im Bach
platt /A dj./ 1.1 . ohne Wölbung, flach: eine platte
Nase, Stirn; ein p. gedrückter Kuchen, gesessener
Hut; etw. p. walzen; sich p. (der Länge nach flach)
auf den Boden legen, werfen — 2 . nichtssagend,
geist- und einfallslos, oberflächlich: ein platter
Scherz; plattes Geschwätz; das ist mir zu p.
—
3. /nur attr.f das ist platter (glatter) Schwindel —
4. um g. p. sein (sprachlos, verblüfft sein) — II .
/ad v./ niederdeutsch: p. sprechen
Platt, das; -s, /o. PL/ das Niederdeutsche:das hiesige,
Rostocker P .; P. sprechen
Platt|brett, das la n d sch . Bügelbrett
platt/Platt] -deutsch /A dj./ niederdeutsch: etw*. auf
p. sagen; p. sprechen; dazu -deutsch(e), das
Platte, die; -,
- n 1. relativ zu seiner Länge und Breite
dünnes, von zwei parallelen Ebenen begrenztes meist
rechteckiges od. quadratisches Teil aus hartem M a
terial: eine steinerne, eiserne, hölzerne, vorgefertig
te P.; eine P. aus Marmor, Glas; Platten hersteilen,
pressen, legen; etw. m it einer P. abdecken, ab-
schließen; etw. auf eine P. stellen, mit Platten ver
kleiden; die P. eines Tisches — 2 .Schallplatte: eine
P. auflegen, abspielen; Platten (an)hören —
3* Glasscheibe mit lichtempfindlicher Schicht für
fotografische Aufnahmen: eine fotografische P .;
eine P. einlegen, belichten, entwickeln — 4 . Koch
platte: eine elektrische P.; ein Elektroherd mit
drei Platten — 5 .1 . sehr flacher, großer, tellerartiger
Gegenstand zum Anrichten, Servieren von Speise n :
eine silberne P .; die P. mit dem Aufschnitt herum
reichen 5 .2 . die auf 5.1 angerichteten, servierten
Speisen: eine garnierte, gemischte, / bunte,
/ kalte P. — 6 . salopp Glatze: eineP. haben, krie
gen; ein Mann mit einer P.
-j- das ist immer die alte, die gleiche, dieselbe P.
(das ist immer wieder dasselbe); eine kalte P. (gar
nierte Platte 5.1 mit Aufschnitt und kaltem Braten)
Plätte, die; -,
-n landsch. Plätteisen
Platt|eisen, das land sch . Bügeleisen
plätten, plättete, hat geplättet landsch . etw.
bügeln: Wäsche, ein Oberhemd p.
4- s a lo pp geplättet sein erstaunt, verblüfft sein:
da bin ich aber, einfach geplättet
Platten| -bauweise, die jo. PI ./ Bauweise, bei der die
Gebäude aus industriell vorgefertigten, wandgroßen
Elementen aus Stahlbeton montiert werden; -Spieler,
der elektroakustisches Gerät zu r Wiedergabe der auf
Schallplatten gespeicherten M usik , Sprache; -teiler,
der scheibenförmiger, elektrisch angetriebener rotie
render Teil eines Plattenspielers, auf d m die Schall
platte zum Abspielen aufgelegt wird
platterjdings, platter ]dings /Partikel/ v e r a lt e n d
umg. geradezu (2.2): das ist p. unmöglich, ausge
schlossen
Platt] -fisch, der in zahlreichen Arten vorkommender,
a uf dem Meeresgrund lebender Knochenfisch mit
einem asymmetrischen, seitlich ahgeflachten Körp er;
- form, die 1. zu einem bestimmten Zweck an
gelegte begrenzte, befestigte (erhöhte) Fläche (1.2):
eine kleine, betonierte P .; auf die P. hinaufsteigen;
von der P. des Aussichtsturmes hinabschauen — 2.
Raum ohne Sitzplätze an beiden Enden eines Eisen
bahn-, Straßenbahnwagens: die vordere, hintere P.
— 3 . Basis, von der man bei seinen Handlungen aus
geht: nach einer gemeinsamen P. suchen; -fuß, der
1. Fuß, bei dem der innere Rand der Fußsohle beim
Auftreten auf dem Boden aufliegt: Plattfüße haben
—
2. jo. PI./ umg. Reifen (2), Schlauch (2), der in
folge eines Defektes ohne Luftdruck ist
Plattheit, die; -,
-e n 1. jo. PI ./ Geist-, Einfallslosig
keit : die erstaunliche P. seiner Auffassungen; etw.
ist an P. kaum zu übertreffen — 2 . jvorw. PI./
banale Äußerung, Redensart: nur Plattheiten von
sich geben; jmdn, mit Plattheiten langweilen
plattieren jsw. Vb.; hat/ 1. T ech n . ein Blech,
Werkstück aus M etall mit einem anderen, meist edle
ren M etall überziehen: Stahlblech m it Kupfer,
Nickel, Silber p .; mit Gold plattiertes Messing —
2. T e x til, bei der Herstellung eines Gewirkes od.
Gestrickes einen Faden durch einen anderen über
decken, um eine unterschiedliche Vorder- u nd Rückseite
der Ware zu erzielen: einen Faden p.; plattierte
Strümpfe, Wirkwaren
Plattwurm — plaudern
877
Platt|wurm, der in sehr zahlreichen Arten vorkom
mender, parasitär lebender Wurm, der meist einen
stark abgeplatteten (und langen) Körper hat
Platz, der; -es, Plätze 1. meist durch aufeinander-
treffende Straßen gebildete, (gepflasterte) freie, um
baute Fläche in Ortschaßen, Städten: die Straßen
und Plätze einer Stadt; ein belebter, verkehrs
reicher P.; der P. vor dem Rathaus; einen P. über
queren — 2 . für bestimmte Zwecke hergerichtetes und
entsprechend ausgestattetes, begrenztes Gelände: ein
P. (Sportanlage) mit Spielfeldern für Tennis, F uß
ball und Hockey; das Rennen findet auf dem P.
{Rennplatz) in der Vorstadt statt; er spielt mit den
Kindern auf dem P. (Spielplatz) hinter dem H ause;
jmdn. vom P. stellen, des Platzes verweisen (des
Spielfeldes verweisen, vom Spiel ausschließen); die
Kohlen werden ab P. (vom Lager 4 weg) verkauft —
3. fo. PL; vorw. o. Art./ Raum od. flächenmäßiger
Bereich, der für jmd n ., etw. verfügbar ist, den etw. für
sich beansprucht, jmd. für etw. braucht: keinen, viel,
noch P. haben; dafür reicht der P. nicht; der
Schrank nimmt viel P. weg, ein; jmdm., für etw.,
jmdn. P . machen, schaffen, (frei) lassen; das Flug
zeug bietet 100 Passagieren P. (kann 100 Passa
giere aufnehmen); ich habe dir a uf dem Brief ge
nügend P. gelassen; sich im Gedränge P. schaffen—
4 . bestimmte Stelle (im Gelände), die zum (vorüber
gehenden) Aufenthalt für jmdn. geeignet erscheint
od. für etw., jmdn. (als Standort) angemessen, vor
gesehen ist: ein idyllischer P. zum Ausruhen; sich
einen freien P. am Strand suchen; das ist der (ge
eignete) P. für unser Haus, für einen Kompost
haufen; etw., ein Buch an seinen, den rechten P.
legen, stellen; Sp o rt auf die Plätze, fertig, los!
JStartbefehlß; <£> seinen P. im Leben, in der Gesell
schaft finden, gut ausfüllen; dein P. ist hier bei uns
—
5. Sitzplatz, bes. in einem (Theater)saal, Ver
kehrsmittel: ein freier, numerierter, guter, teurer P . ;
einen P. suchen; (jmdm., für jmdn.) einen P. b e
legen, frei machen; jmdm. seinen P. anbieten; der
Saal ist bis auf den letzten P. besetzt — 6 . einen
P. für eine (ein Anrecht auf Teilnahme an einer)
Gesellschaftsfahrt, Flugreise buchen; einen P.
{ein Quartier 1) für die Saison bekommen; einen P.
{Aufnahme, Unterbringung und Betreuung) in
einem Kindergarten, Altersheim bekommen —
7.1 . bestimmte, von jmdm., einer Gruppe, bes. von
einem Sportler od. einer Mannschaft bei einem
Wettkampf erreichte, eingenommene Stelle in einer
Rang-, Reihenfolge, in der Plazierung (1): er b e
legte den ersten P. (wurde Sieger), den zweiten P.
(wurde Zweiter); er wurde Sieger und verwies alle
anderen auf die Plätze (die Plazierung hinter sich);
die Brigade errang den ersten P. im Wettbewerb
7.2 . Rennen auf P. wetten (eine Platzwette ab
schließen)
-h P. behalten (sitzen bleiben); P. nehm en (sich
setzen); nicht am P., Platze, fehl am P., Platze
(in einer Situation unpassend, unangebracht) sein
Platz| -angst, die fo. PL/ 1.1. umg. Beklemmung in
einem überfüllten, engen Ra um : im überfüllten Bus
P. bekommen 1.2 . Med. Psych. Angst und Un
fähigkeit, breite Plätze (1) und Straß en zu überqueren;
- a nwei- serin, die; -,
-n e u Angestellte, die m einem
Kino , Theater beim Einlaß in den Zuschauerraum
die Karten kontrolliert und den Besuchern ihre Plätze
5) an weist
Plätzchen, das; -s, - landsch. flaches Stück Klein
gebäck : P. ausstechen, backen, kaufen, essen
Platz |deckchen, das kleine Decke, auf die das Ge
deck gestellt wird: zum Essen farbige P. auflegen
Platze, die
-f- landsch. salopp die P. kriegen (wütend wer
den) ; sich die P. an den Hals ärgern (sich sehr ärgern)
platzen jsw. Vb.; ist/ 1. durch Druck (von innen)
plötzlich und m eist geräuschvoll auseinander gerissen
werden, reißen: Luftballons, Seifenblasen p.; Bom
ben, Minen p. (explodiere nlA ); ein geplatztes Rohr,
Trommelfell; der Reifen des Vorderrads, ein
Äderchen ist geplatzt; die Naht ist geplatzt (auf-
geplatzt); O umg. wir sind vor Lachen (bald, fast,
beinah) geplatzt (haben übermäßig gelacht); vor
Wut, Neid, Ärger, Neugier p. (überaus wütend, nei
disch, ärgerlich, neugierig s ein); wenn er das liest,
wird er p. (außer sich geraten, wütend werden) —
2. u m g. etw. platzt etw. scheitert (1): die Verlobung,
Konferenz ist geplatzt; unsere Urlaubsreise ist
geplatzt (nicht zustande gekommen); der Schwindel,
dieser Betrug ist geplatzt (aufgedeckt worden); ein
geplatzter (als ungedeckt befundener) Scheck,
Wech sel
-f- die / Bombeist geplatzt; jmdm. ins Haus p .;
bei jmdm. ist der / Knoten geplatzt; jmdm. platzt
der / t Kragen; jmd., etw. platzt aus allen / Näh
ten
Platz |karte, die K a rte (1), die zur Benutzung eines
bestimmten Sitzplatzes in einem Schnellzug, Speise
wagen berechtigt
platzkarten/Platzkarten| -pflichtig \Adj.; nicht
adv.f nur für Inhaber von Platzkarten zugelassen:
platzkartenpflichtige Züge des Städteschnell
verkehrs; dieser Schnellzug ist p.;
- wagen, der
Eisenbahnwagen, dessen Sitzplätze für Inhaber von
Platzkarten reserviert sind
Platz | -konzert, das Konzert mit Unterhaltungs
musik auf einem Platz im Freien; -mangel, der
jo. Pl.f Mangel an Platz, Raum: diesen großen
Schrank müssen wir aus P. verkaufen; -patrone,
die bei Schießübungen verwendete Patrone mit
einem aus Holz od. Papier bestehenden Geschoß, das
kurz nach dem Verlassen des Laufs zerplatzt; -regen,
der heftiger Regen von kurzer Dauer, Regenguß: ein
P. ging nieder, brach los; -verweis, der B allspiele
das Ausschließen vom Spiel: N erhielt P.; -vo rteil,
der/o. Pl.f Ballspiele: P. haben (den Vorteil ha
ben, auf dem eigenen Sportplatz gegen eine andere
Mannschaft antreten zu können); -wette, die R e n
n e n Wette darauf, daß ein bestimmtes Pferd bei
einem Rennen den zweiten od. dritten Platz belegt;
-wunde, die durch Zerreißen der Haut infolge äuße
rer Gewalteinwirkung entstandene Wunde: eine große
P. am Kopf
Plauderei, die; -,
- e n 1. fvorw. Sg./ das Plaudern (1):
eine heitere P. unter K ollegen — 2 . unterhaltender,
kurzweiliger, aufgelockerter Text: eine kleine, ä sthe
tische, geistreiche P .; eine P. über die Ehe, Koch
kunst
plaudern jsw. Vb.; hat/ 1.1 . mit jmdm. p. sich (mit
jmd m .) ungezwungen, leicht, angenehm unterhalten:
wir haben eine Weile gemütlich, miteinander g e
plaudert 1.2 . über, vo n etw. p. ungezwungen, leicht,
angenehm unterhaltend über, von etw. erzählen (1.2):
er plauderte über seine Reise, von seinen Erleb
nissen; sie kann charmant p.
—
2. etw. ausplau-
dem , weitererzählen: hoffentlich hat er nicht ge
plaudert !
+ aus der / Schule p.
Plauder] -stunde, die eine kleine Weile ungezwun
gener, leichter Unterhaltung: eine kleine P. haben,
halten; -Stündchen, das; -s, - vgl, -stunde; -ton, der
jo, Pl.j ungezwungene, leichte A rt zu erzählen: da von
erzählte, darüber schrieb er in einem amüsanten P.
Plausch, der; -(e)s, -e jvorw. Sg.j land seh . , bes.
süddt. österr. gemütliche Plauderei, Schwatz: zu
einem, auf einen kleinen P. zusammen-, vorbei
kommen; dazu plauschen /sw , Vb.; hat/: beim
Wein gemütlich p.
plausibel jA d j./ einleuchtend, glaubhaft: eine pla u
sible Erklärung, Begründung; seine Argumente,
Gründe sind, klingen, erscheinen mir (gan z).p .;
etw. p. erklären, darstellen; jmdm. etw. p. (begreif
lich) machen
plauzen jsw. Vb.; hat, ist/ 1. (hat) landsch. umg.
etw. plauzt (etw. gibt bei einem starken A ufprall,
Sto ß ein dröhnendes Geräusch); die Türen p.
—
2.
auf etw. p. laut auf etw. aufschlagen (ist): vor
mir pla uzte ein Ziegel aufs Pflaster
Pl&ybaek, Playback, das; -s, jo. Pl.j [ple:bek] Film
Fernsehen Verfahren, das darin besieht, daß eine
Tonbandaufnahme abgespielt wird , zu der der
Künstler synchron spricht od. singt od. dies nur
mimisch andeutet
Playboy, der [ple:boy] reicher (junger) Mann in der
spätbürgerl. Gesellschaft, der, ohne einer geregelten
Arbeit nachzugehen, ein verschwenderisches, nur
dom Vergnügen bestimmtes Leben führt
Plazenta, die; -,
-s/Plazenten Med. Zool, vom
Embryo und von der Gebärmutter gebildetes Organ
des Menschen und der höheren Säugetiere, das den
Stoffwechsel zwischen mütterlichem Organismus und
Embryo vermittelt und nach der Geburt als Teil der
Nachgeburt ausgestoßen wird, Mutterkuchen
Pl&zet, das; -s, -s (offizielle) Erlaubnis: sein P. g e
ben, verweigern; jmds. P. einholen
plazieren jsw. Vb.; hat/ 1. jmdn., sich, etw. irgend
wohin, irgendwo p. jmdn., sich, etw. irgendwohin,
irgendwo setzen (1.2, 2 .1), stellen: er plazierte seine
Frauinden, im Fonds des Wagens, neben den, neben
dem Gast; an allen Ausgängen waren Ordner plaziert
(aufgestellt); sie plazierte die Vase auf dem, auf das
.Regal — 2 . etw. durch genaues Zielen beim Werfen,
Schlagen, Stoßen, Schießen (auf) eine bestimmte
Stelle treffen lassen: S p o r t den Ball ins linke Eck
p . ; plaziert (gezielt) abspielen, schießen'1; ein Ge
schoß, einen Faustschlag genau p.
—
3. Sport
sich p. bei einem W ettkampf einen der vorderen
Plätze (7.7) belegen: der Läufer, unsere Mannschaft
hat sich gut, unter den ersten fünf plaziert
Plazierung’, die; -, -en 1. S p o r t nach den Leistungen
gegliederte Rang-, Reihenfolge einzelner Sportler od.
Mannschaften bei einem Wettkampf, Leistungs
vergleich: die genaue P. bekanntgeben; die P.
in der Gesamteinzelwertung — 2 . jo. Pl.j das
Plazieren (1): die P . der Gäste durch Tischkarten
vornehmen, dem Ober überlassen
Plebejer, der; -s, - ökonomisch m eist unselbständiger
Einwohner einer Stadt im Mittelalter, der nicht die
vollen Rechte als Bürger besaß: gegenüber den
Patriziern und den Zunftbürgern bildeten die P.
die dritte Schicht der mittelalterlichen Städte
plebejisch jA dj.j 1. jzu Plebejer/: plebejische
878
Plauderstunde — plötzlich
Schichten, Aufstände — 2. veraltend fim Sprach
gebrauch der (bürgerl.) Klassengesellschaft/ sich nicht
in den Lebens-, Umgangsformen der sogenannten
guten Gesellschaft bewegend: plebejische Manieren;
sich p. benehmen
Plebs, der; -es, jo. Pl.j veraltend umg. jin der
(bürgerl.) Klassengesellschaft dünkelhaft gebraucht
für als ungebildet, unkultiviert angesehene A n
gehörige nichtprivilegierter Klassen und Schich
ten!
pleite jAdj.; nicht attr.j 1.1. salopp unfähig zu
zahlen, ohne Geld: ich bin schon wieder p. 1 .2. u m g .
bankrott: das Unternehmen, Geschäft ist p.; p.
gehen, machen
Plejte, die; -,
-n 1.1. salopp Geldmangel: bei mir
herrscht.permanente P. 1 .2 . um g. Zahlungsun
fähigkeit, Bankrott, Konkurs: jmd. steht vor der P.
—
2. s a lo pp Mißerfolg: eine P. erleben; der Aus
flug, seine Ehe, die mündliche Prüfung war eine P.
plempern jsw. Vb.; hat/ landsch. umg. Flüssig
keit verschütten: gib acht, daß du nicht plemperst!
plemplem jAdj.; nicht attr.j salopp verrückt (1.1 ):
ein bißchen p. sein; jmdn. für p. halten
Plenartag ung, die vgl. Plenarversammlung
Plenarversammlung, die Versammlung aller M it
glieder eines Plenums (1): die P. des Kongresses,
der Volkskammer
Plenum , das; -s, Plenen/Plena 1. Gesamtheit der
Mitglieder eines Gremiums, einer Vereinigung, (be
ratenden) Körperschaft: ein Beschluß des Plenums;
das P. (des Zentralkomitees) tagt; das P. (der
Volkskammer) bestätigte (einstimmig) den Staats
haushaltsplan — 2 . Vollversammlung von 1: ein P.
einberufen; an einem P. teilnehmen
Plethi
+ / Krethi und P.
Pleuelstange, die Maschinenelement bes. an Kraft-
und Arbeitsmaschinen, das geradlinige Bewegungen
in kreisende umwandelt, überträgt und umgekehrt
plinkern jsw. Vb.; hat/ landsch., bes. norddt.
blinzeln, zwinkern: mit den Augen p.
Plinse, die; -,
-n la nd s ch . Eierkuchen; Kartoffel
puffer
Plissee, das; -s, -s in einen Stoff gepreßte schmale
Falten, die gleichmäßig verlaufend und unmittelbar
nebeneinander liegend angeordnet sind: ein Kleid
mit eingesetztem P.
Plissee |rock, der Rock, dessen Stoff mit Plissee ver
sehen ist
plissieren jsw. Vb.; hat/ einen Stoff p. einen Stoff
m it Plissee versehen, in einen Stoff Plissee ein
pressen: einen Stoff p. lassen; das Kleid ist durch
gehend plissiert
Plombe, die; -,
-n 1. (mit amtlich beglaubigter P rä
gung versehenes) Plättchen aus M etall od. Plast, das
zum Schutz gegen unberechtigte Öffnung am Ver
schluß von Behältern, Räumen angebracht ivird : eine
P. anbringen, lösen; etw. m it einer P. sichern, ver
schließen — 2 . u m g . Füllung (1.3); dazu plom
bieren jsw. Vb.; hat/
Plötze, die; -,
-n
mit dem Karpfen verwandter, im.
Süßwasser lebender Knochenfisch mit blaugrünem
Rücken, rötlichen Flossen und roten Ringen um die
Augen, der als Speisefisch genutzt wird
plötzlich jA dj.j unerwartet, überraschend, sehr
schnell eintretend: ein plötzlicher Entschluß, Strom
ausfall, Kälteeinbruch, Knall; einem plötzlichen
Pluderhose — Pockenschutzimpfung
879
Einfall folgen; p. aufspringen, losschreien, er
kranken, sterben
Pluderhose, die meist halblange, weite, unter dem
K ni e durch einen B u nd bauschig gemachte Hose
Plumeau, das; -s, -s [plymo:] mit Federn gefülltes
großes Kissen im Format eines halben Deckbetts:
ein P. auf die Füße legen
plump jAdj.j 1. unförmig und grob von Gestalt: ein
plumper Mensch, Klotz, Stein, Häuserblock; ein
schwerer, plumper Körper, Gaul; seine Hände sind
auffallend p.
—
2.1 . schwerfällig, ungeschickt: ein
plumper Gang; plumpe Bewegungen, Manieren,
Schriftzüge; sich p. ausdrücken 2.2 . leicht durch
schaubar und oft unverfroren, geschmacklos: eine
plumpe Lüge, Fälschung, Schmeichelei; ein plum
pes Manöver; auf einen plumpen Schwindel herein
fallen; sich jmdm. p. vertraulich nähern
plumps /lautnachahmend für das dumpfe Geräusch,
das bei einem schweren Aufschlag entsteht!: p., da
lag er (im Wasser)
Plumps, der; -es, -e u m g . 1 .1 . dumpfes Geräusch bei
einem schweren Aufschlag', ein lauter P. war zu
hören; mit einem P. zu Boden fallen 1.2. Sturz (1.1):
er hat sich bei dem P. von der Leiter den Arm ver
staucht
plumpsen jsw. Vb.; hat, ist/ umg. 1.1. ein dumpfes
Geräusch (durch Aufschlagen, Fällen) hervorbringen
(hat): vorhin hat es laut geplumpst 1.2 . mit dem
Geräusch von 1.1 aufschlagen (ist): der schwere Sack
plumpste zu Boden; der Stein ist ins Wasser ge
plumpst
Plunder, der; -s, fo. F l./ um g. minderwertige, un
brauchbare Sache(n), K ram : allen möglichen P. auf-
hebsn, sammeln
Plundergebäck, das Gebäck aus Plunderteig
plündern jsw. Vb.; h a t/1.1 . etw. ausrauben, von, aus
etw. Bestimmtem alles (Wertvolle) mit Gewalt weg-
nehmen: unbekannte Täter plünderten eine Lau
benkolonie; bei den Unruhen wurden auch Ge
schäfte geplündert 1.2. umg. scherzh. den Kühl
schrank, Kirschbaum, K uchenteller, W eihnachts
baum p. (alles Eßbare heraus-, ab-, herunternehmen
und essen)
Plunder| teig, der jo. P l.j wie Blätterteig verarbeiteter
Hefeteig
Plünderung, die;
-e n jzu plündern/: es kam bei
den Unruhen zu Plünderungen
Plural, der; -s, jo. Pl.j Gramm, auf mehrere Grö
ßen od. eine als Vielheit aufgefaßte Größe bezogener
Numerus: den P. eines Wortes angeben, bilden
Pluralismus, der; -, jo. P l.j Auffassung bürgerl.
Ideologen und moderner Revisionisten, die, bei Ab
straktion von ihrem Klassencharakter, ein angeblich
gleichberechtigtes Nebeneinanderbestehen einer Viel
zahl von Weltanschauungen, Macht- und Interessen
gruppen innerhalb eines Staates, einer Gesellschafts
ordnung behauptet od. fordert und sich damit gegen
die Einheit des Marxismus-Leninismus, den demo
kratischen Zentralism us und die Führungsrolle
marxistisch-leninistischer Parteien bes. im realen
Soz. richtet; dazu pluralistisch jA dj.j
plus /Adv.; sprachliches Äquivalent des (mathema
tischen) Zeichens + / 1.1 . jdrückt aus, daß eine Zähl
m it einer anderen addiert w irdj: drei p. vier ist gleich
sieben (3 + 4 = 7) 1.2 . /markiert, meist vor der
Zähl stehend, diese als über N ull liegend/: das
Thermometer zeigt p. drei Grad (drei Grad über dem
Gefrierpunkt) 1.8 . /gibt, einer Zähl nachgestellt, an,
daß eine Leistung besser ist als der durch die Zahl
ausgedrückte Wert eines Beioertungssystemsj: er er
reichte den Leistungsdurchschnitt zwei p.
Plus, das; -,
-
jvorw. 8g.j 1. Verbesserung der Lei
stung, Erhöhung des Gewinns: ein P. gegenüber dem
Vorjahr erzielen, aufweisen — 2 . u m g . Vorteil (1.1):
etw. ist ein großes P. für jmdn.
Plüsch , Plüsch , der; -es, -e (samtartiges) Gewebe od.
Gewirk mit langem Flor (II.2): Vorhänge aus
schwerem P.
Plüsch/Plüsch| -m öbel, die jP l.j mit Plüsch bezogene
Sitzmöbel: altmodische rote P .;
-s ofa, das vgl.
- möbel; -tier, das als Kinderspielzeug verwendetes
Tier aus Plüsch
Plus| -pol, der Phys. Elektrotechn. positiver
Pol (2); -punkt, der /PI.
- e/ positive Einheit in
einem System zur Bewertung von Leistungen: einen
P. erhalten; etw. bringt jmdm. einen P. ein
Plusquamperfekt, das; -(e)s, jo. Pl.j G ram m .T m -
pus, das ein Geschehen als bereits in der Vergangen
heit abgeschlossen darstellt: in dem Satz »davon
hatte er nichts gehört6steht das Verb ,hören* im P.
Plus|Zeichen, das Zeichen für die Addition; posi
tives Vorzeichen für Zahlen
Plutonium , das; -s, jo. Pl.j künstlich hergestelltes,
radioaktives chemisches Element
Pneu, der; -s, -s I. m it Luft gefüllter Reifen an
(Kraft)fahrzeugen — II . jKurzw. für Pneumotho
rax/ s. Pneumothorax
pneumatisch jAdj.j Techn . mit (Druck)luft be
trieben, arbeitend: eine pneumatische-Steuerung;
Armaturen p. und hydraulisch bedienen
Pneumothorax, der / / auch Pneu II/M ed. krank
hafte Ansammlung von Luft in der Brustfellhöhle,
künstlich herbeigeführt auch zur therapeutischen
Ruhestellung der Lunge bei Tuberkulose
Po, der; -s, -s jKurzw. für Popo/ umg.
Pöbel, der; -s, jo. Pl.j 1. größere Anzahl aufgepeitsch
ter, randalierender Menschen: in einer Szene des
Westerns verfolgt weißer P. einen Neger — 2 . v e r
a l te n d jin der (bürgerl.) Klassengesellschaft ge
brauchte diskriminierende Bez. für die unterdrückten
Klassen und Schichten, bes. das Proletariat/
pochen jsw. Vb.; hat/ 1. mehrmals (leicht) an, auf
etw. schlagen (1.1), klopfen (1): jmd. hat an die, der
Tür gepocht; es pocht an der Tür; an die Wand p.
—
2. ununterbrochen im gleichen T ak t schlagen (5),
klopfen (5): das Herz, der Puls pocht; ihm pochte
das Blut, in den Schläfen; mit pochendem Herzen
—
3. umg. auf etw. p. 3 .1 . auf etw. bestehen (3):
auf sein Hecht, die Zahlung p. 3 .2 . sich einer Sache
rühmen (und daraus Ansprüche herleiten), etw.
nachdrücklich betonen: auf seine Verdienste, Zeug
nisse, seine Unabhängigkeit, auf seine B eziehun
gen p.
pochieren jsw. Vb.; hat/ [poj..] Kochk.: Eier p.
(in kochendes Essigwasser schlagen und darin gar
werden lassen)
Pocke, die; -,
-n 1. jnur im Pl.j sehr ansteckende,
schwere, oft tödlich verlaufende Infekiionskrä nkheit
m it hohem Fieber und eitrigen Pusteln, die charak
teristische Narben hinterlassen — 2 . von 1 herrüh-
rende eitrige Pustel od. die daraus entstandene Narbe
Pocken| -narbe, die: ein Gesicht voller Pocken
na rben; -Schutzimpfung, die Schutzimpfung gegen
(die) Pocken
880
Podest — Polder
Podest, das, der; -es, -e 1. Treppenabsatz: das, der
erste, oberste P .; das P. im dritten Stock — 2*1•
tragbares, i n zwei, drei Stufen gegliedertes Gestell
mit Flächen zum Stehen, kleines Podium: ein höl
zernes, hohes P .; das P. für die Siegerehrung
2,2 . Unterbau für ein Denkmal
Pßdex, der; -/ -es, -e umg. Gesäß
Podium, das; -s, Podien [. .ion] gegenüber dem F uß
boden erhöhte, bühnenartige Fläche für Schauspieler,
Musiker, Redner: der Redner, Dirigent bestieg das
P.; von einem P. aus sprechen
Podiums Igespräch, das Gespräch einiger auf einem
Podium sitzender Personen über ein vorgegebenes
Thema vor einem größeren Zuhörerkreis: ein P. über
etw. veranstalten
Poem , das; -s, -e [po[e:m] größere lyrisch-epische
Dichtung
Poesie, die; -, jo, P l.j [po|ezi:] 1. Dichtung (11.2),
bes. in metrisch gebundener F orm : Goethes P .; die
P. der Romantik — 2 . Zauber (2): die P. einer
jungen Liebe, dieses Sommerabends
Poesie/poes|e| -album, das Album, in das bes, K in
der und junge Mädchen ihre Freunde zur Erinnerung
Sprüche od. Gedichte einschreiben lassen; -los jAdj.f
ohne (Sinn für) Poesie (2): ein poesieloser Mensch,
Stil; dazu -lo sigkeit, die; -, jo. PLf
Poet, der; -en, -en [po|e:t] geh. Dichter, bes. Lyriker
Poetik, die; -, jo. PL/ [po|e:..] Teilgebiet der
Literaturwissenschaft, dessen Forschungsgegenstand
die literarischen Gattungen, die Formen der Dicht
kunst sind
poetisch fAdj./ [po|e:..] 1. dichterisch: ein poeti
sches Werk; poetische Versuche, Ausdrucksmittel
—
2. voller Poesie (2): einer Inszenierung poe
tischen Reiz verleihen
Pogrom, der; -s, -e in antagonistischen Klassen
gesellschaften mögliche, durch Hetze geschürte, oft
bis zum Mord getriebene Ausschreitungen, Aktionen
gegen eine unterdrückte nationale, rassische, reli
giöse Minderheit: die Pogrome gegen die Juden im
faschistischen Deutschland
Pointe, die; -,
-n [posta] geistreicher, oft über
raschender Höhepunkt eines Witzes, einer Erzählung,
Darstellung: seine Erzählung hatte eine geistreiche,
überraschende, verblüffende, gar keine P .; die P.
verderben, vergessen, vorwegnehmen
pointieren jsw. Vb.; hat/ [posti:..] etw. nachdrück
lich betonen (2.2), herausheben: eine Sache (zu) sehr
p .; jvorw. im Part. Prät./ pointierte (zugespitzte)
Formulierungen, Bemerkungen
Pokal, der; -s, -e 1 .prunkvolles, kelchartiges Trink
gefäß aus Edelmetall od. Kristall mit einem Fuß
(und Deckel) — 2 . oft in Form von 1 od. als Schale
gestalteter Preis für den Sieger bei bestimmten,
meist periodisch ausgetragenen sportlichen Wettkämp
fen
Pokal Sp o rt | -Sieger, der Gewinner des Pokals in
einem bestimmten sportlichen Wettbewerb; -spiel,
das einzelnes Spiel im Pokalwettbewerb; -System, das
jo. PL/ System, Modus der Austragung eines Wett
bewerbes mehrerer Teilnehmer, bes. Mannschaften
im Sport, nach dem durch sofortiges Ausscheiden des
jeweiligen Verlierers rela tiv schnell der (Gesamt)Sie
ger ermittelt werden ka nn; -Wettbewerb, der Wettbe
werb im Pokalsystem
Pökel|fleisch, das gepökeltes Fleisch
pökeln jsiv. Vb.; hat/ Fleisch durch Einlegen in
Salzlake (von vorgeschriebener Konzentration) haltbar
machen: gepökelte Rinderzunge
Poker, der; -s, jo. Pl.j Glücksspiel, bei dem der Spie
ler mit der in einem Wertungssystem festgelegten
jeweils besten Zusammenstellung von Spielkarten
gewinnt
ppkern jsw. Vb.; hat/ 1. Poker spielen: er hatte
hoch gepokert — 2 . bei diesem Geschäft hatte er
hoch gepokert (war er ein hohes Risiko eingegangen)
Pol, der; -s, -e 1 . einer der beiden Endpunkte der
(gedachten) Drehachse einer K ugel, bes. eines H im
melskörpers: der nördliche, südliche P. der Erde —
2*1. Elektrotechn. Stelle an einer elektrischen
Stromquelle od. Leitung, an der der Strom ein- od.
austritt: der / positive, / negative P. der Batterie
2.2 . Phys. einer der Punkte, an dem die magneti
schen Feldlinien aus- od. eintreten: die Pole eines
Magneten; der magnetische P. (Magnetpol)
+ jmd. ist der ruhende P. (der Ruhe ausstrahlende
Mittelpunkt) (von, bei etw.)
polar jA dj.; nicht adv./ 1. im Gebiet um einen Pol (1)
der Erde lokalisiert, davon herstammend, -kommend:
polare Breiten, Gebiete, Stationen; der Zustrom
polarer Luftmassen — 2 . entgegengesetzt wirkend,
gegensätzlich: polare Beg riffe, Spannungen, Geg en
sätze, Ansichten, Kräfte
Polar|gebiet, das Gebiet eines der Pole CI) der Erde
Polarisation, die; -, jo. Pl.j 1.1. Phys. Optik das
Herstellen einer festen Richtung der Schwingungen
des natürlichen Lichts 1.2 . P h ys . Chem. Herausbil
dung einer der ursprünglichen Spannung entgegen
gesetzten und den Stromfluß herabsetzenden Span
nung bei Elektrolyse und bei der Stromerzeugung
durch galvanische Elemente infolge Veränderung d er
Elektroden — 2 . (Herausbildung extremer Gegen
sätze (in einem Entwicklungsprozeß), Gegenüber
stellung: die zunehmende P. zwischen Reaktion
und Fortschritt; eine P. der philosophischen An
schauungen
polarisieren jsw. Vb.; hat/ 1. Phys. Chem. Opt.
/zu Polarisation 1/ — 2 . sich p. sich in Gegensätzen
aufspalten, in seiner Gegensätzlichkeit darstellen:
Vorgänge p. sich in der Bewegung; sich polarisie
rende (Klassen)kräfte
Polarität, die; -en jvorw. Sg.j 1. Astron. Geogr.
P hy s. Vorhandensein von zwei Polen — 2 . Ver
hältnis zweier einander voraussetzender und be
dingender gegensätzlicher Erscheinungen, Sachver
halte, Objektein einem größeren Zusammenhang: die
P. von Ruhe undBewegung, von Lichtund Schatten,
der Geschlechter; Sachverhalte in der Natur als
Polaritäten definieren, verstehen, auffassen
Polar| -kreis, der Breitenkreis von 6 6 ,5 Grad nörd
licher, südlicher Breite; -licht, das jo. Pl.j als (farbi
ges) Leuchten in höheren Schichten der Atmosphäre,
bes. in den Polarzonen auftretende Erscheinung;.
- luft, die /o. P l.j kalte Luft(massen) aus polaren
Gebieten; -nacht, die jo. Pl.j Zeit, in der die Sonne für
die Polarzone Tag und Nacht unter dem Horizont
bleibt; -stern, der jo. Pl.j hellster Stern im Sternbild
des Kleinen Bären, der wegen seines geringen Ab
standes zum Nordpol des Himmels und seiner ge
ringen täglichen Bewegung als Orientierungspunkt
beim Bestimmen der Himmelsrichtung benutzt
wird; -zone, die vom Polarkreis bis zum nächsten
Pol reichende Zone
Polder, der; -s, - eingedeichtes Stück Land in der
Polemik — Polizeihund
881
2Marsch a n der ostfriesischen u nd niederländischen
Küste
Polemik, die;
- e n (-publizistisch ausgetragener)
wissenschaftlicher M einungsstreit m it Betonung
gegensätzlicher Auffassungen, literarische Fehde:
eine scharfe, glänzende, geistvolle P .; eine P.
führen, eröffnen; sich auf, in keine P. einlassen;
dazu polemisch fAdj.f u. polemisieren /sw. Vb.; hat:•/
eine Polemik führen: stundenlang p.; gegen jmdn.,
etw. p. (jmdn., etw. angreifen 2, bekämpfen)
polen /sw. Vb. ; hat/ etw. p. in etw. eine bestimmte,
berechnete magnetische, elektrische Spannung z w i
schen zwei Polen (2) von etw. hervorrufen: diese
Batterie ist so gepolt, daß ...
Polente, die; fo. Pl.f salopp Polizei
Police, die; -,
-n [..so ] Urkunde über eine abge
schlossene Versicherung', die P. der U nfall-, H a u s
ratversicherung
polieren fsw .' Vb.; hat/ etw. p. die Oberfläche von
etw. durch ein bestimmtes Verfahren, bes. durch
Reiben (1.1) (glatt und) glänzend machen: Holz,
Metall, Marmor p .; die Schuhe, Äpfel, den Spiegel
p.; sein Auto auf Hochglanz p.; polierte Steine,
Fing ernägel
+ jmdm. die / Fresse p.
Poliklinik, die meist an ein Krankenhaus ange
schlossene medizinische Einrichtung mit mehreren
Fachabteilungen für die ambulante Behandlung von
Patienten: zur Zahnbehandlung in die P. gehen
Polio, die; jo. Pl.f Med. fKurzw. für Poliomyeli
tis/
Poliomyelitis, die; -, fo. Pl.f [.. mye..] Med. Kinder
lähmung
Politbüro, auch Politbüro, das kollektives Führungs-
organ in kommunistischen und Arbeiterparteien soz.
Staaten, das, vom Zentralkomitee gewählt und ihm
rechenschaftspflichtig, die politische A rb eit des
Zentralkomitees zwischen den Plenartagungen
leitet: die Mitglieder des Politbüros
Politik, auch Politik, die; -,
-en jvorw. Sg.f 1. jo. Pl.f
Kampf (und Methoden des Kampfes), alle Aktivi
täten der Klassen und ihrer Parteien um die (Aus
übung der) Macht im Staat, um Teilnahme an den
Staatsgeschäften, an der Leitung des Staats und um
die Festlegung der staatlichen Tätigkeit im sozialöko
nomisch bedingten Interesse der herrschenden Klasse
im Innern des Staates und gegenüber anderen Staa
ten: eine friedliebende, aggressive, konservative
P.; die innere, äußere P. eines Staates; eine kluge,
vorausschauende P .; die P. der Arbeiterklasse und
ihrer Partei; die P. eines Staates, einer Regierung,
des sozialistischen Lagers; P. (be)treiben; ein eP .
der Entspannung, Stärke verfolgen, vertreten;
sich für P. interessieren, m it P. befassen, beschäf
tigen — 2 . zielgerichtet abwägendes Vorgehen, Ver
halten eines Menschen: sein Vorgehen, Zugeständ
nis, Vertrauensbeweis war feine, schlaue, überle
gene P,; das bedeutet wenig, es ist nur, reine P.
Politiker, auch Politiker, der; -s, - jmd., der führend
in der Politik (eines Staates, einer Partei) tätig ist:
führende P. dieses Landes
Politikum , auch Politikum, das; -s, Politika fvorw.
Sg.f Vorgang, Ereignis, Angelegenheit von, m it
politischer Bedeutung: das ist, wird ein gewisses,
ernsthaftes P.; etw. ist ein P. ersten Ranges; etw.
n icht zum P. machen (politisch nicht überbewerten)
Poütinformation, auch Politinformation, die (wö
chentliche) Information über politische Tagesereig
nisse bes. durch und für Schüler im Unterricht: die
P. übernehmen, halten
politisch, auch politisch fAdj.f 1.1, die Politik (1)
betreffend, auf dem Gebiet der P o litik: der politische
Kampf, Gegner, Einfluß; die politische Lage; eine
politische Entscheidung; jmds. politische Ver
gangenheit; politische Ereignisse, Tagesfragen;
die politische Macht ausüben; eine klare politische
Meinung, Überzeugung vertreten, haben; p.
(klassenbewußt) denken, handeln, agitieren 1.2 . aus
Gründen der Politik (1): ein politischer Streik, A n
griff; die politischen Häftlinge der K onzentra
tionslager — 2 . fnur attr.f die politische / Ökono
mie — 8 . fnur attr.f eine politische (die Staatsgren
zen angebende) Landkarte v on Afrika
politisieren jsw. Vb.; hat/ 1. in privatem Kreise
(laienhaft) über politische E reig nisse, Tagesfragen,
Probleme reden: bis in die Na cht hinein, mit er
hitzten Köpfen p. — 2 . firn bürgert. Sprachgebrauch!
jmdn. p. (in jmdm ., in einer Gruppe Interesse und
Engagement für Politik wecken) — 8 . firn bürgerl.
Sprachgebrauch! etw. angeblich Unpolitisches unter
politischen Gesichtspunkten betrachten, behandeln:
ein Problem p .; dazu Politisierung, die; -en fvorw.
sg-l
Politologie, die; -, fo. Pl.f Teilgebiet der bürgerl.
Sozialwissenschaft, von der in ideologischer Bindung
an die Monopolbourgeoisie (theoretische) Voraus
setzungen für politische Entscheidungsprozesse sowie
deren Realisierung in imperial. Strategie und Taktik
erarbeitet werden
Politur, die; -,
-e n 1. durch 2 entstandener glän
zender Überzug (1) (auf Möbeln): eine kratzfeste P .;
die P. weist Wasserflecken auf — 2 . (flüssiges)
M ittel, das zum Polieren aufgetragen w ird: eine
farblose P.; P. für Nußbaum(holz); P. auftragen
Polizei, die; -, fo. Pl.f 1. bewaffnetes Organ des
Staates m it der Aufgabe, die öffentliche Ordnung und
Sicherheit zu gewährleisten und d amit der Sicherung
der Staatsmacht sowie der bestehenden Gesellschafts
ordnung zu dienen: die Deutsche Volkspolizei ist die
P. der DDR; die P. schützt das sozialistische, per
sönliche Eigentum, die Bürger;sich (vertrauensvoll)
an die P. wenden; einen Fall der P. übergeben
—
2. Angehörige von 1, Polizisten: die P. (an)rufen,
holen; P. aufbieten, einsetzen; die P. griff ein, ver
haftete den Verbrecher; die P. (Verkehrspolizei)
regelt den Verkehr — 8 . Dienststelle von 1: auf die,
zur P. gehen; sich bei der P. (in der Meldestelle)
an-, abmelden
Polizei | -aufgebot, das Gesamtheit bei bestimmtem
Anlaß aufgebotener Polizisten: ein starkes P. hatte
das Gebäude abgeriegelt; -aufsicht, die fo. Pl.f
nach dem Strafrecht der B R D gerichtlich verfügbare
polizeiliche Kontrolle bes. von rückfälligen Straf
tätern, aber auch politischen Gegnern bes. durch das
Verbot, sich an bestimmten Orten aufzühalten, und
durch die Auflage, sich regelmäßig in kurzen Zeit
abständen bei der Polizei (3) zu melden: jmdn. unter
P. stellen; unter P. stehen; -beamte, der Angehöri
ger der Polizei der BRD im Dienstverhältnis eines
Beamten; -funk, der F unk für. polizeiliche Zwecke
auf einer besonderen Frequenz; -gew alt, die fo. Pl.f '
polizeiliche Macht: die P. ausüben; etw. m it P.
durchsetzen; eine Veranstaltung mit P. unter
drücken; -htmd, der abgerichteter Hund, den Poli-
882
zisten zum A uffinden von Spuren, verdächtigen
Personen sowie zu ihrem persönlichen Schutz ein-
setzen
polizeilich fAdj.f 1.1 . von der Polizei (1) (ausge
hend): eine polizeiliche Verfügung, Vorschrift; ein
polizeiliches Führungszeugnis; mit polizeilicher Ge
nehmigung ; etw. ist p. verboten 1.2 . durch die Po
lizei (2,3): gegen jmdn. p. erm itteln, vorgehen;
sich p. (bei der Polizei 3) an-, abmelden
Polizei/poiizeij -präsident, der Leiter des Polizei
präsidiums: der P. der Hauptstadt der DDR;
- Präsidium, das oberste Dienststelle der Polizei einer
Großstadt, Sitz des Polizeipräsidenten; -revier, das
1. die für einen bestimmten Stadtbezirk zuständige
Dienststelle der Polizei: sich auf dem (zuständigen)
P. anmelden — 2 . Stadtbezirk, der einer bestimmten
Dienststelle der Polizei Untersteht: im 17. P . w oh
nen; -schütz, der: P. anfordern; jmdn., etw. unter
P. stellen; -Staat, derbes, feudal-absolutistischer od.
spätkap. Staat, in dem alle demokratischen Regungen
bes. m it Hilfe eines starken Polizeiapparates nieder -
gehalten iverden (sollen); -streife, die 1. Streife (2)
durch Polizisten: eine P. durchführen — 2 . Poli
zisten, die 1 durchführen: der Dieb wurde v on einer
P. überrascht; -stunde, die fo. Pl.f gesetzlich fest
gelegte Zeit, zu der bes. Gaststätten nachts schließen
müssen: jetzt ist P .; die P. verlängern, übertreten,
einhalten; -widrig fA dj.l entgegen den polizeilichen
Anordnungen: sich p. verhalten
Polizist, der; -en , -e n (uniformierter) Angehöriger
der Polizei: ein junger P.; einen Polizisten um Aus
kunft bitten; dazu Polizistin, die; -nen
Polka , die; -s schneller Gesellschaftstanz i m Z w e i
vierteltakt
polken jsw. Vb.; hat/ norddt. umg. mit etw.
(Spitzem) in , a n etw. herumstochern, -bohren: er
polkte mit einem Zahpstocher in seinen Zähnen,
mit einer Starige im Gulli
Pollen, der; -s, - BioL Blütenstaub
Poller, der; -s, - Seemannsspr. niedrige Säule
a u s Metall, Holz„ od. Stahlbeton (mit Querverstre
bungen) an Liegeplätzen od. a n Deck zum Festmachen
der Haltetaue öd. Trossen
Pollution, die; -,
-en
unwillkürlicher Samenerguß
(im Schlaf)
Polo, das; -s, jo. Pl.f dem Hockey verwandtes M ann
schaftsspiel für Männer, das zu Pferde gespielt wird
Polojhemd, das veraltend Trikothemd mit Kragen
Polonaise, die s. Polonäse
Polonäse, die;
- n festlicher Ta nz im Dreiviertel
takt, bei dem die Paare hintereinander schreiten
Polonistik, die; /o. Pl.f Wissenschaft von der pol
nischen Sprache und Literatur
Polonium, das; -s, fo. Pl.f natürliches radioaktives
chemisches Hiement
Polster, das; -s, - 1.1. mit weichem Material fest
ausgestopfter, auch m it Sprungfedern versehener,
elastisch wirkender, meist fest angebrachter T eil auf
Sitzen, Lehnen, Liegeflächen (von Möbeln) /in glei
cher Bedeutung in Sg. u. P l.f: ein weiches, hart ge
federtes P.; rote, samtene P.; sich in die P. (zu-
rück)lehnen, sinken lassen 1.2 . dicke, weiche Unter
lage: er legte sich seine Jacke als P. unter den Kopf
1.8 . ein finanzielles P. (eine größere Rücklage) haben
Polsterer, der; -s, - Handwerker, der gewerblich Sitz-
und Liegemöbel polstert, bezieht
Polster| -garnitur, die Couch und dazu passende
polizeilich — Polyp
Polstersessel; -mÖbel, die /Pl.f gepolsterte Möbel
zum Sitzen, Liegen
polstern fsw. Vb.; hat/ etw. m it einem Polster, mit
Polstern (1.1) versehen: Stühle, Sessel p .; gut, weich,
neu gepolsterte Sitze, Möbel; <0 umg. er ist gut
gepolstert (ist dick, gut genährt)
Polster |sessel, der gepolsterter Sessel
Polter |ahend, der Vorabend der Hochzeit, an dem vor
der Tür des Hochzeitshauses Geschirr zerschlagen,
Lärm verursacht wird, was nach einem alten Aber
glauben dem Brautpaar Glück bringen soll: den P.
feiern
polterig fAdj.; zu poltern 1 u. 2/; zu 1: laut und p.
ging er über den Hof; zü 2: „was soll denn das?“
fragte er p.
poltern fsw. Vb.; hat, istf 1.1 . mehrmals hinterein
ander durch Bewegung lauten Lärm verursachen
(hat): er polterte auf der Treppe, g egen die Tür;
polternde Schritte, Geräusche; es poltert (ein lauter,
dumpfer Lärm ist zu hören); draußen hat es gepol
tert 1.2 . sich mit dem Geräusch von 1.1 irgendwohin
bewegen (ist): über d en Flur, das Pflaster, durchs
Haus p.; die Steine polterten in die Schlucht — 2 .
u m g . m it lauter, gröber Stimme reden, schimpfen
(hat): er poltert immer ein bißchen, gleich — 8 .
a m Polterabend Geschirr zerschlagen, Lärm verur-
hen (hat): die Kinder aus der Nachbarschaft wol
len tüchtig p.
poltrig fALdj.f s. polterig
Polyamid, das; -(e)s, -e [..li|a .. ,
..ly..] Chem.
(Thermö)plast von großer Elastizität und Festigkeit:
Nylon und Dederon sind Fasern aus P.
Polyäthylen, das; -s ,-e [..li|ety..,
..ly..] Chem.
durch Polymerisation hergestelltes Produkt, das che
misch kaum angreifbar und fast unzerbrechlich ist:
Rohre, Folien, Flaschen aus P.
Polyeder, das; -s, - [ .. lije:..,
..ly..] Math, von
(gleichen, regelmäßigen) Vielecken begrenzte geo
metrische Figur
Polyester, der [..lije..,
. . ly..] Chem. aus orga
nischen Säuren und Alkoholen hergestellter flüs
siger, (hoch)viskoser od. fester Stoff, Plast: licht-
durchlässiger, glasfaserverstärkter, (ver) spinnbarer
P .; Autokarosserien, Lacke aus P.
polygam fAdj.f [..li . ., . .ly..] /zu Polygamie/
Polygamie, die; fo. Pl.f [..li . . ,
. . ly..] eheliche
Verbindung eines Mannes od. einer F rau mit mehre
ren andersgeschlechtlichen Partnern
polyglott fAdj.; vorw. präd. u. attr.f [..li . . ,
. .ly..]
fa ch sp r . 1 . in vielen, mehreren Sprachen abgefaßt:
eine polyglotte Ausgabe eines Werkes — 2 . viele,
mehrere Sprachen beherrschend: ervwar, ist ein poly
glotter Mann
Polygraphie, die; -, fo. Pl.f [..li . .,
. . ly ..] Gesamt
heit der Industriezweige und industriell angewendeten
Verfahren zur Herstellung von Druckerzeugnissen
und ihrer buchbinderischen Weiterverarbeitung; dazu
polygraphisch fA dj.f
polymer fAdj.f [..li . . ,
. . ly..] Chem. durch Poly
merisation entstanden: polymere Verbindungen
Polymerisation,die; -, fo. Pl.f [..li . ., . .ly..] Chem.
Verknüpfung von mehreren M olekülen eines Stoffes
zu Makromolekülen; dazu polymerisieren fsw. Vb.;
hat/
Polyp, der; -en, -en [..ly:p] 1, in zahlreichen Arten
vorkommendes, festsitzendes Nesseltier mit Fang-
armen, d ie die M aulöffnung umstehen: ein zehn-
armiger P.
—
2. gutartige Geschwulst der Schleim -
häute: Polypen in derNasehaben — 3. salopp die
Polypen (Polizisten) sind hinter ihm her
polyphon /Adj./ [..li . .,
. . ly ..] Mus. aus mehreren
melodisch eigenständigen und gleichberechtigten
Stimmen bestehend: ein polyphoner Chor; polypho
ne Musik; dazu Polyphonie, die; jo. Pl.j
Polysemig,die;-,jo. Pl.j[..li . ., . . ly..]Sprachwiss.
das Vorhandensein zweier od. mehrerer verschiedener
Bedeutungen, die Mehrdeutigkeit einer sprachlichen
Einheit
Polystyrol, das; -s, -e [..listy.., . . ly..] Chem. durch
Polymerisation hergestellter harter od. spröder (Ther-
mo)plast
polytechnisch jAdj.j [..li . . ,
. . ly ..] mehrere Zweige
der Technik einschließend, umfassend: ein physi
kalisches Problem p. angehen, lösen; polytechni
s che Bildung und Erziehung /die enge Verbindung
von Theorie und Pra x is in allen Unterrichtsfächern
der soz. Schule) ; polytechnischer Unterricht j Ver
mittlung praktischer Fertigkeiten und Kenntnisse
in den polytechnischen Zentren der soz. Betriebe/;
die zehnklassige allgemeinbildende polytechnische
/ Oberschule
Polytheismus, der [..lite|is. ..ly ..] Glaube an
mehrere Götter; dazu polytheistisch jA dj.j
Polyvinylchlorid, das; -s, -ejAbk. PVC/ [. .livinyd..,
. . l y ..] durch Polymerisation hergestellter, harter,
schweißbarer, gegen Chemikalien relativ beständiger,
durch Verarbeitung mit Weichmachern (1) gummi•
artig flexibler (Thermo)plast
Pomade, die;
-n v eraltend parfümierte, fett-
haltige Salbe für kosmetische Zwecke, bes. zur H a a r
pflege: P. ins Haar streichen
pomadig jA d j.j umg. träge, langsam, nicht aus der
Ruhe zu bringen: ein pomadiger K erl;sei nicht so p .!
Pomeranze, die; -n der Apfelsine ähnliche, saure
Frucht eines zu den Zitrusgewächsen gehörenden
Baumes, deren bittere Schale als Gewürz verwendet
wird
Pommes frjtes, die /Pl.f [pomfrit] roh i n Streifen
geschnittene und in Fett gebackene Karto ffeln
Pomp, der; -(e)s, jo. P l.j Prunk, übermäßige, über
triebene Pracht: der ganze feierliche, übertriebene
P. dabei; etw. mit P. feiern, begehen, ausstatten;
dazu pompös jAdj.j: eine pompöse Villa; pompöse
(hochtrabende) Namen, Titel; etw. wirkt p.
Poncho , der; -s, -s [pontfo] ursprünglich von süd-
und mittelamerikanischen Indian ern getragener
ärmelloser, viereckig geschnittener Umhang m it einem
Schlitz in der Mitte zum Durchstechen des K opfes
Pond, das; -s, - jAbk. p/ ein tausendstel Kilopond
Pontifikalamt, das B ei. k ath. von einem katho
lischen Bischof, Prälaten zelebriertes Hochamt
Pontifikat, das, auch der; -(e)s, -e Rel. kath. Amts
zeit eines Papstes, Bischofs: unter dem P. des
Papstes P
Pontius
+ umg. von P. zu Pilatus laufen (wegen eines An
liegens meist vergeblich viele Wege machen müssen)
Ponton , der; -s, -s [pontoq, auch pontö] kasten
förmiger od. zylindrischer Schwimmkörper, der als
Träger für (vorübergehend errichtete) Brücken, A n
legestellen, für Schwimmdocks, a ls Plattform für
schwere Maschinen, Geräte dient
1Pony, das; -s, -s [..n i] zu einer kleinwüchsigen,
widerstandsfähigen Rasse gehörendes Pferd
2Pony, der; -s, -s [..n i] als Teil einer Frisur in die
Stirn gekämmtes, (glattes) kurzes Haar: sie trägt
(einen flotten) P .; sich (einen) P. schneiden lassen
Pool, der; -s, -s [pu:l] 1. W irts ch . kartellmäßiger
Zusammenschluß k ap . Einzelunternehmen, bei dem
die Profite aller Mitglieder an einen gemeinsamen
Fonds abgeführt uud nach einem festgelegten Schlüssel
verteilt werden — 2 . Vereinbarung zwischen zwei od.
mehreren (Luftverkehrsgesellschaften über das ge
meinsame Betreiben von Linien
Pop, der; -s, /o. Pl.j 1.1 . jSammelbez. für etw. an
den Geschmack der Pop-art im weitesten Sinne A n
gelehntes, bes. Produkte bildender K u n s t und der
ModeI 1.2 . Popmusik
Popanz, der; -es, -e 1. kunstlos ausgestopftes K lei
dungsstück als Nachbildung der Gestalt eines M en
schen, Tieres: aus alten Kleidern einen P. ma
chen; O er wollte nicht der P. (das Schreckge
spenst) für die anderen sein — 2 . u m g . unselb
ständiger, manipulierbarer, in seinen Handlungen
von anderen abhängiger Mensch: sie h a t ihn zum
Pantoffelhelden und P. gemacht
Pop-art, die; /o. Pl.j bild. K unst vom Spät
bürgerlichen ausgehende, mitunter m it gewissen
gesellschaftskritischen Intentionen verbundene neuere
Kunstrichtung, die, indem sie sich in einen bestimm
ten Gegensatz zur abstrakten K unst stellen will, Ge
staltungen vorwiegend aus realen Objekten der (tech
nischen) Umwelt herstellt
Pöpe, der; -n, -n niederer Geistlicher der russisch
orthodoxen Kirche
Popel, der; -s, - s a l o p p 1. Stück verhärteter Schleim
in der Nase — 2 . unbedeutender, unscheinbarer
Mann: vor dem P. brauchst du keine Angst zu
haben
popelig jAdj.l salopp dürftig (1) wirkend: so ein
popeliges Zeug, G esch enk!; diesen Anzug kaufe ich
nicht, der ist mir zu p., sieht so p. aus
Popelin, der; -s, jo. Pl.j s. Popeüne
Popeline, die; -, /o. Pl.j [..Ihn, auch ..li:ne] fein
geripptes, festes Gewebe bes. aus Baumwolle, das
vorwiegend zu Oberbekleidung verarbeitet wird
popelnjsw. Vb.;hat/ salopp mitden Fingern in der
Nase bohren
popig jA dj.j s. poppig
poplig jAdj.j s. popelig
Pop(musik, die jo. P l.j (spätbürgerl.) moderne
(Tanz)musik, in der bes. Elemente des Beat, Rock,
Ja z z und bestimmter Folkloreformen vermischt s i n d :
laute, rhythmische P.
Popo, der; -s, -s j/f auch Po/ umg. Gesäß: dem
kleinen Jungen einen Klaps auf den P. geben
poppig jAdj.l umg. (an den Stil der Pop-art an
geldint und daher) auffallend modern in der Farb
gebung: ein poppiges Muster, Strandkleid, Bühnen
bild; etw. sieht (ganz schick und) p. aus
populär jAdj.l 1. jvorw. attr. u. präd.j 1.1 . allgemein
beliebt, bekannt: ein populärer Schauspieler, Sänger,
Schlager; etw. macht jmdn. p .; etw. wird durch
etw. p. 1 .2 . allgemein gebilligt, akzeptiert: diese
Auffassungen waren nicht sehr p. — 2 . allgemein-
verständlich: eine populäre Art der Darstellung;
etw. p. darstellen, vortragen
popularisieren jsw. Vb.; hat/ 1. etw. in der Öffent
lichkeit bekanntmachen, etw. allgemein verbreiten:
neue Werke, Ideen p .; dieses Ziel müßte noch stär
ker, mehr popularisiert werden — 2 . etw. popu-
polyphon — popularisieren
883
57 Wörterbuch
884
Popularität — Position
lär (2) darstellen: etw. p ., ohne es zu versim
peln
Popularität, die; /o. P l.j Beliebtheit, Bekanntheit
in der Öffentlichkeit: jmd., etw. hat, genießt, be
sitzt (eine) außerordentliche P .; sich großer P. er
freuen; seine P. stärken, einbüßen
populärwissenschaftlich jA d j.j wissenschaftlich,
aber dennoch gemeinverständlich: populärwissen
schaftliche Bücher, Vorträge, Zeitschriften; p.
schreiben
Population, die; -,
- e n Biol. Gesamtzahl der Indi
viduen einer bestimmten A rt in einem begrenzten
Gebiet: die Lebensweise einer P. beobachten, ana
lysieren
Pgre, die; -,
-n 1.1. eine(r) von vielen kleinen Hohl
räumen, Öffnungen i n festen Körpe rn (2): die
Poren des Bimssteins, Schwammes, eines Gußteils
1.2 . von einer Schweiß-, Talgdrüse in der H aut nach
außen führender feiner Kanal: große, verstopfte
Poren haben; jmdm. bricht der Schweiß aus allen
Poren (jmd. schwitzt sehr); dazu porig /A dj.; nicht
adv.f
Pornographie, die; -,. -n [..i:9 n] 1. jo. Pl.f obszöne
bildliche, auch literarische Darstellung sexueller
Szenen: diese Darstellung ist, grenzt an P.
—
2.1 . jo. Pl.f pornographische Erzeugnisse: die H er
stellung, Verbreitung v o n P. verbieten, bestrafen
2.2 . Wände mit Pornographien {pornographischen
Zeichnungen) besch mieren; z u 1 pornographisch
jA d j.j : pornographische Filme, Bücher
Porokrepp, der jo. P l.f Gummi mit vielen kleinen
Hohlräumen, der vorwiegend für Sohlen von Schu
hen verwendet wird
porös jAdj.; nicht adv.f 1.1. m it Poren, feinen
Löchern, Hohlräumen versehen (und darum durch
lässig): poröses Gestein, Material 1.2 . die Dich
tung, Leitung, Sohle ist p. (brüchig und undicht)
geworden
Porphyr, der; -s, -e [. , fy(:)r] dichtes, feinkörniges
(rötliches) Eruptivgestein mit kristallinen Einspreng
seln: ein Denkmal aus P.
Porree, der; -s, fo. Pl.f winterharter Lauch mit zwie
belartigem Schaft, der als Gemüse verwendet w ird
Port, der; -(e)s, -e veraltend geh.: den retten
den P. (Ort der Geborgenheit, Sicherheit) erreichen
Portal, das; -s, -e architektonisch hervorgehobener,
oft prächtig verzierter Eingang eines größeren Ge
bäudes: das P. einer Kirche, eines Schlosses; eine
Freitreppe führt zum P.
Portemonnaie, das; -s, -s [portmone:, . . n s : ] kleines
Behältnis für Geld, das man bei sich trägt:ein ledernes,
gesticktes P .; Wechselgeld ins P. stecken
Portier, der; -s, -s [.. tie:]Pförtner (I) in einem Hotel:
der P. eines Hotels; etw. beim P. hinterlassen, ab
geben
Portiere, die; -,
-n [.,!e:ro, ..ie:r9] senkrecht ge
teilter, nach den Seiten geraffter schwerer Vorhang
vor einer Tür: eine rote, samtene P.; die P. Zurück
schlagen
Portion, die; -,
-e n 1. meist für eine Person und
Mahlzeit abgemessene Menge einer Speise: eine
reichliche, knappe P .; eine P. Essen, Eis, Suppe,
Schlagsahne — 2 . fo. Pl.f umg. dazu gehört eine
große, ganz schöne P. (eine Menge, viel) Mut, Ge
duld, Frechheit, Glück, Geld
+ umg. spött. jmd. ist eine halbe P. (sehr klein,
mager, ein Schwächling)
Porto, das; -s, -s/ auch Porti fvorw. Sg.f Gebühr für
die Beförderung einer Postsendung: etw. ko stet
nur geringes, ein sehr hohes, gar kein P .; das P.
bezahlen, erhöhen; das P. für ein Telegramm,
Paket
Porträt, das; -s, -s [..tre:, ..tre:] Bild (1.1, 1.2)
od. Fotografie eines bestimmten Menschen, meist
nur seines Gesichtes: ein farbiges, in Öl gemaltes,
lebensgroßes P.; ein P. Goethes; Porträts malen,
ausstellen
porträtieren /sw. Vb.; hat/ jmdn. p. jmds. Porträt
anfertigen: er porträtierte viele berühmte Schau
spieler; sich (in öl) p. lassen
Porzellan, das; -s , -e 1 . dichter, weißer, durch
scheinender, leicht zerbrechender keramischer Werk
stoff, der aus K aolin, Feldspat und Quarz durch
Brennen hergestellt wird: feines, hauchdünnes P .;
Vasen aus Meißner P.; P. brennen, bemalen —
2.1 . jo. Pl.f Geschirr aus 1: kostbares, altes P .; P.
sammeln; das P. in den Schrank stellen 2.2 . Gegen
stand aus 1: eine Sammlung erlesener chinesischer
Porzellane
+ u m g . P . zerschlagen (durch ungeschicktes Reden,
Handeln Schaden anrichten)
Porzellan| -laden, der + umg. sich wie ein / Ele
fant im P. benehmen; -malerei,die 1. jo. PI./ Kunst,
Porzellan zu bemalen — 2 . bildliche Darstellung
auf Porzellan (1); -manufaktur, die v era lten d
Betrieb, in dem Porzellan (2) hergestellt wird: die
Meißner P .;
-marke, die in Porzellan eingebrann
tes Firmenzeichen des Betriebes, i n dem das Porzellan
hergestellt w ird
POS, die; jo. Pl.j [pe:o:|es] jKurzw. für zehn-
klassige allgemeinbildende polytechnische Ober
sch ule/ s. Oberschule
Posament, das; -(e)s, -en jvorw. PL; zusammen
fassende Bez. für vorwiegend gewebte textile A rtikel,
die der Verzierung von Textilien, bes. Kleidungs
stücken, dienen/: ein Kleid mit bunten Posamenten
besetzen
Posaune, die; -,
-n Blechblasinstrument m it geradem,
zweim al U-förmig gebogenem (beweglichem) und
zylind risch gebohrtem Rohr, kegelförmigem Schall
trichter und einem speziellen M undstück: P. blasen,
spielen; schmetternde Posaunen
posaunen, posaunte, hat posaunt Posaune blasen;
O «mg, etw. in die, in alle Welt p. (etw. überlaut
kundtun, ausposaunen)
pQSe, die; -,
-n I. bewußt eingenommene (eine be
stimmte Wirkung bezweckende) Körperhaltung, ge
ziertes Gebaren: eine theatralische P. an-, ein
nehmen; sich in der P. des Gönners gefallen; etw.
mit großer P. vortragen; an jmdm. ist nahezu alles
P. — II. Schwimmer (2.3); zu Iposieren jsw. Vb.; hat/
Position, die; -,
-e n 1.1. m it erhöhter Verantwortung,
größerer Zuständigkeit (und entsprechender Bezah
lung) verbundene Stellung (5.1): er hat (jetzt) eine
gute, verantwortungsvolle P. (im Betrieb); das
kann er sich in seiner P. als Direktor nicht leisten
1.2 . bedeutendes, die Entwicklung in einem Bereich,
einer Organisation bestimmendes A m t (1): wichtige
Positionen in Staat und Wirtschaft; die P. des
Präsidenten — 2 . Ort, Stelle 2.1 . an der sich jmd.,
etw. befindet, aufhält, die jmd., etw. einnimmt: er
bezog seine P. (nahm Aufstellung) am Eingang;
Mil. die Truppen haben ihre vorgeschriebene P.
eingenommen1; das ist eine ungünstige P. für
Positionslampe — Posten
885
einen Beobachter 2.2 . an der sich ein Schiff, Flug
körper, Stern (innerhalb eines Bezugssystems) zu
einem bestimmten Zeitpunkt befindet: die P. eines
Schiffes, Satelliten, Plugzeuges, Sternes — 8 .
S p o r t durch die Leistung bestimmte Stelle (3.1), die
ein W ettkämpfer innerhalb einer Bangordnung ein
n im m t: er liegt in führender, an zweiter P. (führt,
ist der zweite) beim W ettlauf, in der Plazierung —
4. fvorw. Sg.f durch die Beziehung, das Verhältnis
zu anderen Personen gegebene Stellung (5.2): er war
(ihr gegenüber) in einer schwierigen P.; seine P.
(Geltung, sein Ansehen) verschlechterte, festigte
sich; sich eine P. (anerkannte Stellung) in der Wis
senschaft, im Sport schaffen — 5 . Standpunkt (2):
eine richtige, überholte P. vertreten, einnehmen,
beziehen — 6 . eine bestimmte Funktion erfüllende
Anordnung, Lage der Teile od. eines Teils eines
Ganzen: die Positionen der Segel, des S eiten
ruders eines Flugzeuges, eines Hebels; der
Kunstmaler ließ sein Modell verschiedene P o
sitionen (Stellungen 1) einnehmen — 7. einzelner
Posten (III.2) auf einer Liste, in einem Plan: sämt
liche Positionen erfüllen, prüfen, übernehmen
Positions| -lampe, die v g l -licht; -licht, das /PL -er;
vorw. Pl.j meist farbige Lichtquelle, die ein Luft-,
Wasserfahrzeug als Signal setzen muß, um bei
Dunkelheit Lage und Bewegungsrichtung, bei Schif
fen auch die A rt anzuzeigen
positiv, auch positiv fAdj.f 1.1. Bejahung, Z u
stimmung ausdrückend, enthaltend: eine positive
Antwort, Nachricht; ein positiver Bescheid; eine
positive Haltung, Einstellung gegenüber jmdm.,
einer Sache einnehmen; sich p. zu einer Sache,
über jmdn. äußern 1.2 . das Vorteilhafte, Anzuer
kennende bezeichnend: die p o sitiv e Seite der Sache;
eine positive Kritik; etw. ist p. verlaufen; etw. p.
bewerten; nur das Positive sehen 1.8 . so geartet,
daß eine Person, Sache dadurch gefördert w ird :
jmdn., etw. p. beeinflussen 2. /nicht attr.f umg. das
weiß ich p. (mit Sicherheit); ist dieser Termin nun
p. (steht dieser Termin nun endgültig und sicher
fest)1 — 3 . Med. ein positiver (einen Verdacht auf
eine Krankheit bestätigender) Befund — 4 . /nicht
adv.f ein positives Bild (entwickeltes Bild in den
natürlichen hellen und dunklen Werten od. i n den
natürlichen Farben) — 5 . /nicht adv.f M ath, eine
positive Zahl (Zahl, die größer als N ull ist) —
6. Phys. der positive Pol (Elektrode mit einem
Mangel an Elektronen)
^Pfisitiv, auch 1Positiv, das; -s, -e [..vo]positiv es (4)
Bild
2Positiv, der; -s, fo. PI ./ Gramm, erste Stufe der
Steigerung, durch die beim Vergleich mehreren Grö
ßen derselbe Grad eines Merkmals zugeschrieben w ird
Positivismus, der; -, jo. Pl.f [..v..] subjektiv
idealistische Strömung der bürgerl, Philosophie und
erkenntnistheoretisch-methodologische Denkhaltung
im 19. und 20. Jh., die die Existenz, Erkennbarkeit
objektiv gesetzmäßiger Zusammenhänge leugnet und
sich vor allem auf Beschreiben und logisches Syste
ma tisieren subjektiver Erfahrungsinhalte und beob
achtbarer F akten beschränkt; da zu positivistisch
fAdj.j
Pösiton [. .on], das; -s, Positonen Phys. positiv ge
ladenes Teilchen von der M asse eines Elektrons
Positron [..o n ], Positron, das; -s, Positronen s.
Positon
Positur, die fin den Verbindungen/ sich in P.
setzen, stellen, werfen (eine gekünstelte, auf Wirkung
abzielende Haltung einnehmen)
Posse, die; -,
-n derb-komisches Bühnenstück m
der Art eines Schwanks (1.1): eine P. von Nestroy
spielen, ansehen
Possen, der; -s, - fvorw. Pl.f veraltend derber,
lustiger, närrischer Streich: P. treiben
Possessivpronomen, das G ram m . Pronomen, das
den Besitzer bezeichnet: ,mein‘, ,dein‘, ,sein‘ sind P.
Possessivum, das; -s, Possessiva [..v . .] Gramm.
Possessivpronomen
possierlich /Adj.f klein und zierlich, noch unfertig
und verspielt und dadurch spaßig (2) wirkend:
possierliche Kätzchen, Kinder; p. aussehen
Post, die; -, fo. Pl.f 1. öffentliche staatliche E in
richtung zur Beförderung bes. von Brief-, Paket-,
Geldsendungen und zur Übermittlung von Nach
richten: die Deutsche Post /Abk. DP/; etw. mit der
P. schicken; eine Zeitung bei der P. bestellen; bei
der P. arbeiten, angestellt sein; umg. er ist bei der
P. — 2.Postamt: dieP.ist von 8bis 19Uhr, nur
vormittags geöffnet; auf die, zur P. gehen; etw.
auf die P., zur P. bringen; Geld auf der P. ein-
zahlen, abholen — 3 . Postsendungen): die ein
gegangene, gestrige P.; die P. austragen, zustellen;
ist (keine) P. für mich da?; P. bekommen; die P.
geht noch heute ab; dazu postalisch /Adj.\ nicht
präd./
Postament, das; -(e)s, -e Sockel (1): ein gemauertes,
marmornes P .; ein Standbild auf ein hohes P.
stellen
Post| -amt, das Dienststelle der Post (1), in der alle
postalischen Geschäfte abgewickelt werden und die
verschiedene Aufgaben im Fernmeldewesen über
nimmt: das zuständige P .; -angestellte, der u. die
Angestellte(r) bei der Po st (1); -anweisung, die
1. auf einem Postamt eingezahlte, dem Empfänger
zugestellte Geldsendung — 2 . Formular für 1; -bc-
amte, der /in der BRD/ Mitarbeiter der Post (1) im
Beamtenverhältnis; -bote, der Briefträger; dazu
-botin, d ie ; -eingang, der Eingang von Postsendungen
Posten, der; -s, - 1 .1 .1 . (leitende) Stellung (5.1), A m t
(1 ): einen verantwortungsvollen, guten, ruhigen P.
haben; der P. des Generaldirektors; er ist diesem
P. nicht gewachsen 1.2 . /vorw. im bürgerl. Sprach
gebrauch und auf bürgerl. Verhältnisse bezogen/ m it
einer bestimmten Verantwortung und gewissem E in
fluß verbundene Stellung (5.1), m eist innerhalb einer
Organisation: auf einen P. aus sein; sich nach einem
P. drängen; jmdm. einen P. antragen — 1 1 .1 .
Standort, bes. einer (militärischen) Wache, der vom
Diensttuenden für eine bestimmte Zeit nicht verlassen
werden darf: ein vorgeschobener, gefährlicher P .;
einen P. beziehen, halten, aufgeben — 2. /in der
Verbindung/ P. stehen (Dienst auf II.l haben) — 3 .
Angehöriger einer (militärischen) Wache: der P.
präsentiert, wird abgelöst; P. aufstellen; die P.
verstärken, einziehen — III.1. bestimmte Menge
Ware gleicher A rt: ein größerer P. Hemden, Gum
mistiefel, Autokarten — 2 . einzelner Punkt, Betrag
auf einer Liste, Rechnung: die einzelnen P. über
prüfen, abhaken, addieren; die Liste um noch
einen wichtigen P. ergänzen
+ auf verlorenem P. stehen (sich in aussichtsloser
Lage befinden); um g . nicht, wieder auf dem P.
sein (nicht, wieder gesund sein)
57*
886
Postenkette — Präambel
Postenkette, die i n einer Linie aufgestellte A n
gehörige einer militärischen Wache
Poster, Poster, der, auch das; -s, - künstlerisch ge
staltetes Plakat für dekorative Zwecke: P. sammeln;
P. an der Wand befestigen
Post) -fach, das Postschließfach; -gebühr, die
Gebühr, die die Post (1) für ihre Leistungen und be
stimmte Genehmigungen erhebt, Porto, Fernmeld e
gebühr ; -geheimnis, das jo. P l.f verfassungsmäßig
verbürgtes Grundrecht, das die Geheimhaltung des I n
halts der der Post (1) anvertrauten Sendungen ga
rantiert: das P. wahren, verletzen
postgradual, postgradual jA d j.j zeitlich nach dem
Abschluß eines (Hochschulstudiums liegend: p o st
graduale Weiterbildung, Studien
postieren Jsw. Vb.; hatf 1.1. jmd n. , sich, etw. an
einer bestimmten Stelle (zur Beobachtung) aufs tellen:
Wachen am Eingang, Beobachter am Fenster p .;
an der Kreuzung hat sich ein Verkehrspolizist
postiert 1.2 . etw. an einem bestimmten Ort aufbauen,
an einen bestimmten Ort stellen: sein Zelt in die
äußerste Ecke des Zeltplatzes p .; (versehentlich)
seinen Wagen vor der, die Ausfahrt p.
Postillion, Postillion, der; -s, -e [. .iljo:n] Kutscher
der Postkutsche: der P. blies in sein Horn
P(?st/post[ -karte, die für Mitteilungen auf dem
Postweg bestimmte Karte in genormtem F orm at;
-kartengröße, die jo. PLj: etw. ist in, hat P. (ist im
Format einer Postkarte) ; -kästen, der jPl. -kästen/
n o r d d t. Briefkasten (1.1); -kutsche, die bis ins
19. Jh. von der Post (1) betriebene Kutsche (1) zur
Beförderung von Personen und Postsendungen;
-lagernd jA d j.j bis zur Abholung durch den Adressat
ten auf dem Posta mt lagernd; -leitzahl, die nach
einem System festgelegte (mehrstellige) Zahl, die auf
Postsendungen den Bestimmungsort kennzeichnet;
-mietbehälter, der stabiler Behälter aus H artpappe
od. Vulkanfiber, den die Deutsche Post als Ver
packung vermietet; -Schalter, der Schalter (II) in
einem Postamt;-Scheck, der Scheck für den Zahlungs
verkehr durch die Post (1) zugunsten od. zu Lasten
des Inhabers eines Postscheckkontos
Ppstscheck| -amt, das Einrichtung der Post (1) für
(bargeldlosen) Zahlungsverkehr; -konto, das Konto
beim Postscheckamt
PQSt| -Schließfach, das im Postamt zu mietendes, mit
Sicherheitsschloß versehenes Fach für Po sts en
dungen, die der Empfänger selbst abholt; -Sendung,
die durch die Po s t (1) beförderte Sendung (2.1)
Postskript, das; -(e)s, -e jAbk. PS/ Nachtrag,
-s chrift zu einem Brief
Postspar| -buch, das Sparbuch bei der Postsparkasse;
-kasse, die von der P o st (1) unterhaltene Sparkasse
Post| -stelle, d i e l , einem Pos tam t unterstellte kleinere
Dienststelle der Post (1), bes. in Dörfern — 2. zentrale
Stelle für den Ein- und Ausgang der Post (3) in
einem Betrieb; -Stempel, der Stempel der Post (1)
zum Entwerten der Postwertzeichen auf Postsen
dungen
Postulat, das; -(e)s, -e 1. unbedingte (sittliche) For
derung: etw. zum P. erheben — 2 . logische, metho
dische od. erkenntnistheoretische Annahme, These,
die nicht od. noch nickt bewiesen werden kann; dazu
postulieren jsw. Vb.; hat/
postum jAdj.; nicht präd.j: sein letzter Roman
wurde erst p. (nach seinem Tode) veröffentlicht;
postume (nachgelassene) Erzählungen, Gedichte;
eine postume (nach dem Tode des Betreffenden er
folgte, erfolgende) Ehrung, Rehabilitierung
Post/post| -weg, derjin der Verbindungj auf dem P .:
jmdm. etw. auf dem P. (durch die Post 1) zustellen;
- wendend jAdv.j als Antwort auf eine erhaltene
Postsendung sofort mit der nächsten Post(zustellung) :
p. antworten; etw. p . zurücksehicken; -Wertzei
chen, das Briefmarke; -zeitungsvertrieb, der Dienst
stelle der Post (1), die für den Vertrieb von Zei
tungen und Zeitschriften zuständig i s t; -Zusteller, der
Briefzusteller; -Zustellung, die
potent jAdj.j 1. Potenz (2) besitzend: er ist alt, aber
durchaus noch p.
—
2. eine künstlerisch erstaun
lich p o tente (kreative und leistungsfähige) Gruppe
Potentat, der; -en, -en jemot. neg.j Machthaber,
Herrscher
Potential, das; -s, -e 1. Gesamtheit der vorhandenen
M itte l und Möglichkeiten in einem gesellschaftlichen
Bereich und das damit gegebene Leistungsvermögen,
Wirkung sfähigkeit: das industrielle, m ilitäri
sche P. eines Staates; das wissenschaftliche P.
eines Instituts
2. Phys. /Größe für die Be
schreibung der Stärke eines (elektrischen) Feldes an
einem Punktj; die Differenz der Potentiale zweier
Punkte eines elektrischen Feldes ist die Spannung
potentiell jAdj.f [..tsiel] der Anlage, Möglichkeit
nach vorhanden: potentielle Begabungen, Kräfte er
kennen, wecken; etw. s tellt eine potentielle Gefahr
dar
Potenz, die; -,
-en 1. Kraft (1), Vermögen (I), Lei
stungsfähigkeit: die geistige, schöpferische P. eines
Künstlers; die wirtschaftlichen Potenzen eines
Landes — 2 . fo. Pl.j Fähigkeit des Mannes zum
Geschlechtsverkehr, Zeugungsfähigkeit: das Medi
kament wirkt sich negativ auf die P. aus; etw.
steigert die P.
—
3. M ath. Produkt gleicher Fak
toren: eine Zahl in die zweite, dritte, zehnte P. er
heben
potenzieren jsw. Vb.; hat/ 1. der Zusammenschluß
potenzierte (vervielfachte) unsere Möglichkeiten —
2. M ath, eine Zahl in eine Potenz erheben
Potpourri, das; -s, -s [..p uri] Musikstück, das aus
mehreren bekannten aneinandergereihten und durch
M odulatio n, thematische Übergänge verbundenen
Melodien gebildet wird: ein heiteres P.; die Kapelle
spielte ein P.; O ein P. (eine Vielzahl) von Mei
nungen
Pott, der; -(e)s, Pötte norddt. 1. umg. 1.1. Topf
(1) 1.2. Nachttopf — 2. salopp (altes) Schiff: im
Hafen lagen mehrere Pötte
-f- umg. zu P., Potte kommen (mit einer Sache
endlich fertig werden)
Pottl -asche, die fo. Pl.f kohlensaures Kalium: für
Lebkuchen P. als Triebmittel verwenden; -wal, der
in den eisfreien Meeren lebender W al, der einen sehr
großen, asymmetrischen K opf mit einem einzigen
Loch zum Atmen an der linken Seite des Kopfes hat
und aus dessen Speck wertvolles Öl gewonnen w ird
poussieren jsw. Vb.; hat/ [pu..] veraltend umg.
1. mit jmdm. flirten: sie fing zeitig an zu p. —
2.
jmdn. p .jm d m . schmeicheln (um etw. zu erreichen) :
einen Kunden, seinen Chef p.
Prä , das
4* umg. das P. haben den Vorrang haben: an
diesem Abend hatte er das P.; sie will immer das
P. haben; diese Angelegenheit hat das P.
Präambel, die;
-n zum verbindlichen Text ge
Pracht — Praktikum
887
hörende Einführung (2) z u rechtlichen, vertraglichen
Dokumenten, Urkunden: eine feierliche P.; die P.
der Verfassung
Pracht, die; -, jo., P L / strahlende Schönheit, Herr
lichkeit im Aussehen einer Sache (dank großem A uf-
wand in der Ausstattung): die verschwenderische,
üppige P. der Gewänder, Farben; die P. eines
Schlosses, einer Barcckkirche; die glitzernde weiße
P. einer Winterlandschaft; <> um g. es war eine
wahre P. (es war großartig, herrlich), wie sie ihm
die Meinung sagte
prächtig fAdj.f 1. m it Pracht ausgestattet: eine
prächtige Einrichtung, Uniform, Fassade; etw. p.
(aufwendig) feiern — 2 .1 . sehr tüchtig und mit sehr
guten charakterlichen Eigenschaften: ein prä chtiger
Mensch 2,2 . sehr schön (1); ein prächtiger Pfau;
sie hat prächtiges Haar 2.8 . sehr gut, ausgezeichnet,
vortrefflich: ein prächtiger Einfall; ein prächtiges
Zeugnis; sich p. verstehen, erholen
Pracht/prachtl -k erl, der u m g . fcrnct.f tüchtiger
(und ansehnlicher), vortrefflicher Mensch fauch von
einem stattlichen Tier/; -stück, das fPl.
-ef umg.
femct.f 1. besonders schönes E xem p la r (seiner Gat
tung): das P. einer Sammlung; dieser Schrank,
Oldtimer ist ein (wahres) P.
—
2. scherzh.
Prachtkerl: er, sie ist ein P.; -voll fAdj.f prächtig
prädestinieren fsw> Vb.; hat/ etw. prädestiniert
jmdn., etw. zu jmdm., etw. etw. macht jmdn., etw.
zu jmd m ., etw. von vornherein geeignet: diese H al
tung, sein Auftreten prädestiniert ihn zum Lei
ter; jmd., etw. ist für jmdn., etw., zu jmdm.,
etw*. prädestiniert: sie ist für diese Holle, zur
Lehrerin prädestiniert
Prädikat, das; -(e)§, -e 1. Note (2.1), Bewertung (2):
ein Examen mit dem P. ,eins‘, ,gut‘ bestehen;
m it dem P. ,sehr gut* abschließen, abgehen; das
P. ,ausgezeichnet*, ,Güteklasse V erhalten, er
teilen, zueikennen — 2. Gramm. Satzglied, das
die Tätigkeit, den Zustand des Subjekts angibt: in
dem Satz ,ich lese ein Buch* ist ,lese‘ das P.
—
8. L o g ik Widerspiegelung einer Eigenschaft cd.
einer Beziehung: einstellige, mehrstellige Prädi
kate; ein P. der ersten Stufe; zu 2 prädikativ
fA dj.; nicht präd.fi die prädikative Verwendung
eines Adjektiv s
Präferenz, die; -en 1.1 . Vorrang: gegenüber etw.,
jmdm. die P. haben; hier ist die P. unumstritten
1.2 . W irts ch . zwischen bestimmten kap. Staaten
vereinbarte gegenseitige Bevorzugung im H andel: die
Präferenzen betreffen Preise und Zölle; an den
Präferenzen partizipieren
Präfix, das; -es, -e Spraehwiss. zur Bildung eines
neuen Wortes an den Anfa ng eines Wortes tretendes
gruppenbildendes Morphem: ,ver-‘ in ,vertreten*
und ,be-‘ in ,begrüßen* sind Präfixe
prägen fsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw\ auf, in etw. p.
reliefartige Bilder, M uster auf, in die Oberfläche von
etw. pressen 1 .2 . Münzen p. (durch 1.1 hersteilen)
—
2. etw. prägt etw., jmdn. etw. verleiht einer
Sache, jmdm . charakteristische Züge: die Tüime p.
die Silhouette der Stadt; ein von Geist, vom Den
ken geprägtes Gesicht; die Umwelt prägt den
Menschen — 8 . etw . Sprachliches als erster bilden,
formulieren: einen Begriff, Ausspruch p.
Pragmatik, die;
- e n 1. fvcrw. Sg.j Orientierung
(des Handelns) auf Wirkungr auf das, was nützt:
in der Politik bei aller P. an Grundsätzen fest
halten; mit viel Umsicht und P. eine Absicht
realisieren — 2. fö. Plf Spraehwiss. Philos.
Teilgebiet der Semio tik (1), dessen Untersuchungsge
genstand die Beziehungen zwischen Zeichen und
Menschen sind
pragmatisch fA d j.f 1. Tatsachen berücksichtigend
und auf eine Wirkung hin handelnd: eine pragma
tische Einstellung, Haltung; p. handeln, Vorgehen
—
2. Spraehwiss. Philos. von den Beziehungen
zwischen Zeichen und Menschen ausgehend, sie be
trachtend, behandelnd: der pragmatische Aspekt
der Sprache
Pragmathmus, der; \o. Pl.j Phi los. als philoso
phische Strömung vorwiegend in den USA ver
breitete subjektiv-idealistische Lehre, die Denken und
Handeln vom Standpunkt des praktischen Nutzens
aus betrachtet und unter Wahrheit das versteht, was
nützlich ist
prägnant fAdj.f das Wesentliche kurz und treffend
ausdrückend: ein prägnantes Beispiel, Wortspiel;
etw. p. formulieren, wiedergeben; dazu Prägnanz,
die; jo. Plf
Prägung, die;
-e n 1. jzu prägen/ das Prägen;
zu 1.2: die P. von Gedenkmünzen — 2 .1 . relief-
artiges, auf, in die Oberfläche von etw. gepreßtes
Muster, Bild: eine flache, saubere P .; die Prä
gungen alter Münzen betrachten, entziffern 2 .2 .
seltene Prägungen (Münzen 1) bestaunen — 8 .
fvorw. Sg.j Eigenart, Gepräge: ein Mensch, histori
scher Ort (von) besonderer P.
—
4. Wendung,
die von jmdm. (erstmals) geformt wurde: eine neue,
sprachliche P.
prähistorisch, prähistorisch fAdj.f 1.1 . die Ur
geschichte betreffend, zu r Urgeschichte gehörend: die
prähistorische Zeit 1.2 . aus der Zeit der Ur
geschichte stammend: prähistorische Grabstätten,
Höhlenzeichnungen
prahlen fsw. Vb.; hat/ mit etw. p. sich einer Sache
unangemessen stark rühmen: mit seinem Geld, Mut,
Erfolg, mit seinen Beziehungen p .; er prahlt gerne;
u m g . das ist geprahlt (viel zu günstig dargestellt)l;
dazu Prahlerg!* die; -,
-en
Prahm, der; -(e)s, -e/Prahme kastenförmiges Was
serfahrzeug mit flachem Boden ohne Eigenantrieb,
das bes. auf Binnengewässern verwendet wird
Praktik, die;
-en 1.1. Art und Weise, wie bei,
m it etw. verfahren wird: geschäftliche, effektive,
wirtschaftliche Praktiken; verschiedene Praktiken
anwenden, beherrschen 1.2 . fvorw. Pl.f gerissenes
Vorgehen: jmds. betrügerische, zweifelhafte, raffi
nierte Praktiken verurteilen
praktikabel fAdj.; vorw. attr. u. präd.f brauchbar
und zweckdienlich: praktikable Lösungen, Metho
den, Vorschläge; etw. ist p.
Praktikant, der; -en, -en jmd., der ein Praktikum
(1) ableistet: er arbeitet jetzt ein halbes Jahr als P.
in einem Notariat, landwirtschaftlichen Betrieb,
in einer Schule
Praktiker, der; -s, - Mensch mit guter praktischer
Erfahrung und entsprechendem Können auf einem
bestimmten Gebiet: er ist ein guter, reiner P .; sein
Buch wendet sich an den P.
Praktikum, das; -s, Praktika/Praktiken 1. be
fristete Tätigkeit in einem Betrieb, die jmd., bes.
ein Schüler, Student, neben seiner theoretischen A u s
bildung zur Aneignung praktischer Berufskennt
nisse ableistet: ein vierwöchiges P.; sein P. in
einem chemischen Betrieb ableisten — 2 . Übungen
zur praktischen Anwendung theoretischer K ennt
nisse in bestimmten Fachrichtungen einer Hoch
schulei: das physikalische, chemische P .; am P.
teilnehmen
praktisch fAdj.j 1. auf die Praxis (1.1) bezogen:
ein praktisches Beispiel, Ziel; eine praktische A n
leitung, Aufgabe, Übung; der praktische Nutzen
von etw.; er hat eine ausgesprochen praktische
Begabung; die praktische (angewandte) Chemie;
praktische (in der Pra x is erworbene) Erfahrungen;
p. geschult sein; p. (in der Praxis) arbeiten — 2 .
zweckdienlich, nützlich: eine praktische Einrich
tung, Erfindung, Mode; ein praktischer Hinweis,
Leitfaden, Tip; p. denken, Vorgehen — 3 . ge
schickt bei manueller Tätigkeit: jmd. ist in hand
werklichen Dingen sehr p.; sie kann nicht nähen
und ist auch sonst nicht p.
—
4. /adv./ umg. so
gut wie: das Energienetz brach p. zusammen; das
hat uns p. überhaupt nichts genützt; p. gibt es
das nicht — 5. /nur attr.f veraltend ein prak
tischer Arzt (ein nicht auf ein bestimmtes Gebiet
spezialisierter A rzt)
praktizieren /sw. Vb.; hat/ 1.1« etw. in der Pra xis
(i.i) anwenden: diese Methode wird seit Jahren
praktiziert; dieses Gesetz soll nun praktiziert
werden — 2 . um g. etw. geschickt an eine bestimmte
Stelle bringen, befördern: jmdm. etw. in die Tasche
p .; mit einem Schwung praktizierte er den Koffer
ins Gepäcknetz — H . beruflich als A r zt, Rechts
anwalt in einer (eigenen) Prax is (II) tätig sein:
Dr. H praktiziert wieder, nicht mehr
Praktizismus, der; -, /o. PL / Überbewertung der
Pra x is (1.1) bei gleichzeitiger Unterschätzung einer
theoretischen, ideologischen Fundierung: eng stirni
ger, prinzipienloser, kleinlicher P.; das Vernachläs
sigen der Theorie, des theoretischen Denkens führt
rasch zum P.; dazu praktizjstisch jAdj.f
Prälat, der; -en, -en Bel. 1.1. kath. /Titel eines
katholischen geistlichen Würdenträgers (mit beson
deren Befugnissen)/ 1.2 . e v . leitender, evangelischer
Geistlicher in einigen süddeutschen Landeskirchen
Präliminarien, die /PLI [i.ion , . . ion] einleitende
Verhandlungen, vorbereitende Abmachungen für
einen Vertragsabschluß
Praline, die; -n kleines Stück Konfekt aus Schoko
lade mit einer Füllung: eine mit Nougat, Marzipan
gefüllte P .; eine Schachtel Pralinen; Pralinen a n
bieten
prall lA dj./ 1. fest und straff gespannt wirkend
1.1 . weil kräftig entwickelt: pralle Brüste, Waden,
Knospen, Beeren 1.2 . weil gänzlich mit etw. an-,
ausgefüllt: ein pralles Euter, Segel, Kissen; etw.
ist p. gefüllt 1.3 . ladv.f weil eng anliegend: eine
p. anliegende H ose; ihr Pullover saß p.
—
2.
/nicht P rld .j in der prallen (ungemindert heiß
scheinenden) Sonne sitzen
prallen /sw. Vb.; ist, hat/ 1. heftig an, auf, gegen
etw., jmdn. stoßen (3.1) (ist): die Wellen p. gegen
die Mole; der Ball prallte an den Pfosten, gegen
die Latte; der Güterzug ist auf einen abgestellten
Zug geprallt; mit dem Kopf an, auf, gegen etw.
p.; in der Tür prallte er auf die Frau — 2 . (hat)
die Sonne prallt (scheint ungemindert und mit voller
Intensität) (auf die Dächer)
Präludium, das; -s, Präludien [. .ion] Mus. (frei
gestaltetes) einleitendes M usikstück : ein P . (auf
888
praktisch — Pranke
ler Orgel) spielen; Präludien und Fugen vo n
Bach
Prämie, die;
- n [..io] 1. zusätzliche Vergütung
zum Arbeitslohn 1.1 . die in der DDR zur Verwirk*
ichung des Leistungsprinzips für besondere Leistun
gen gezahlt wird 1.2 . die im Kap. bei bestimmten
Lohnsystemen gezahlt wird, um ein Höchstmaß an
Arbeitsproduktivität zur Steigerung des Profits zu
erreichen — 2 . für eine besondere Leistung a u s
gesetzte (geldliche) Zuwendung: eine P. für die E r
greifung des Täters aussetzen; ein Buch als P.
bekommen; Sport eine P. ausschreiben — 3 .
Betrag, den der Versicherte der Versicherungsan
stalt (regelmäßig) zu zahlen hat: die P. zahlen, neu
festsetzen — 4 . Gewinn im Lotto, in der Lotterie,
der meist auf bestimmte Nummern des Spielscheins
ausgesetzt ist: die Prämien in Höhe von 20 Mark
fielen auf die Endnummern . . .
Prämien | -fonds, der W ir t s oh. zweckgebundener
Fonds soz. Betriebe und Einrichtungen zur P rämie
rung hervorragender Kollektiv- und Einzelleistungen,
bes. bei (Übererfüllung der Staats- und Produk
tionspläne: den P. (voll) ausschöpfen; etw. aus
dem P. finanzieren; -m ittel, die fPl.j Mittel des
Prämienfonds; -sparen, das; -s, /o. Pl.j lang
fristiges Sparen, bei dem ohne od. m it geringerer
Verzinsung der Einlage eine Beteiligung der Sparer
an einer Auslosung zusätzlicher Geldgewinne statt
findet; -spurt, der Sport Spurt der Rennfahrer um
eine Prä mie (2); -Vereinbarung, die Vereinbarung
auf der Grundlage des Betriebskollektivvertrages über
auftragsgebundene Prä mierung für besondere kollek
tive Leistungen, für termin- und qualitätsgerechte
Erfüllung volkswirtschaftlicher Aufgaben; -Ziehung,
die Ziehung der Prämien im Lotto, in der Lotterie
prämieren /sw. Vb.; hat/ jmdn. für eine besondere
Leistung (im Beruf), etw. m it einer Prämie (1, 2)
auszeichnen: er ist schon mehrfach, für seine fa ch
liche Leistung und gesellschaftliche Arbeit prä
miert worden; seine Leistung, dieser Vorschlag,
die beste Einsendung wird prämiert; dazu Prä
mierung, die; -en
prämiieren /sw. Vb.; hat/ [..m i|i:..] s. prämieren
Prämisse, die;
-n 1.1 . Voraussetzung (1.1): von
bestimmten, falschen, historischen Prämissen aus
gehen 1.2 . Phi los. als geltend vorausgesetzte Aus
sage, aus der eine Schlußfolgerung allein auf Grund
der Gesetze der Logik gezogen w ird
prangen /sw. Vb.; hat/ 1. g eh . etw. prangt etw.
erscheint, zeigt sich in strahlender Pracht, Schön
heit, leuchtendem Glanz: etw. prangt in den leuch
tendsten Farben; die Halle prangte im Schmuck
der Fahnen; Rosen, Blüten p.; die Sterne p.
(strahlen) am Himmel — 2 . oft spött. an einer
bestimmten Stelle a uffällig (angebracht) sein: s ein
Bild prangte an der Wand; an seiner linken Hand
prangte ein schwerer Siegelring
Pranger, der; -s, - Pfahl auf einem Öffentlichen
Platz, an den im Mittelalter wegen einer Straftat Ver
urteilte angebunden, angeschlossen, dadurch zu r Schau
gestellt u nd der öffentlichen Verachtung ausgesetzt
wurden
-j- etw. an den P. stellen (etw. öffentlich tadeln,
der öffentlichen Verachtung preisgeben)
Pranke, die; -,
-n 1. (vordere) Tatze, bes. großer
Raubtiere: die P. de3 Löwen — 2. umg. sein
Bruder h at Pranken (große starke Hände)
Präparat — Praxis
889
Präparat, das; -(e)s, -e 1. B io l . Med* mit chemi
schen od. physik alischen Methoden hergestelltes und
dauerhaft haltbar gemachtes, zur Demonstration
dienendes Objekt, bes. aus der Tier-, Pflanzenwelt:
das P. einer Schlange, eines menschlichen Organs;
etw. mit Präparaten veranschaulichen; Präparate
hersteilen, (durch das Mikroskop) betrachten — 2 .
(fabrik mäßig hergestelltes) gebrauchsfertiges M ed i
kament: ein neues, wirksames P.
—
3. Chem.
in einem chemischen Labor in möglichst hoher
Reinheit hergestellter Stoff (3.2)
Präparator, der; -s, Präparatoren jmd., der P räpa
rate (1) herstellt: einen Igel, Adler vom P. aus
stopfen lassen
präparieren jsw. Vb.; hat/ 1. Biol. Med. etw. als
Präparat (1) herstellen: eine Leiche, Muskeln,
Insekten p .; er präparierte im Seziersaal, am Mi
kroskop — 2 .1 . etw. zu einem bestimmten Zweck
vorbereiten: eine Zigarre, eine Piste p. 2 .2 . sich
auf, für etw. p. sich auf etw., bes. auf den Unter
richt, vorbereiten: sich auf ein Examen, für den
nächsten Tag, für Latein p .; er hatte sich nicht
präpariert; in Philosophie war er g ut präpariert;
jmdn. für etw. p .; jmdn. für eine Prüfung p.
Präposition, die; -,
- e n Gramm, einem Substantiv,
Pronomen meist vorangestellte Pa rtikel (2) zur Her
stellung einer grammatischen Fügung mit einem
bestimmten Kasus, die das Verhältnis, die (Art der)
Beziehung zwischen Individuen, Objekten, Sachver
halten bezeichnet: ,in4, ,über4, ,w egen6 sind Präposi
tionen
Prärie, die; -,
-n [..i:an] vorwiegend mit Gras be
wachsenes Gebiet im mittleren Nordam erika: durch,
über die P. reiten
Präsens, das; fo. Pl.f Gramm. Tempus, das ein
Geschehen als gegenwärtig, zukünftig und auch als
vergangen ausdrücken od. ein Geschehen als all
gemeingültig kennzeichnen kann: die Sätze ,ich
gehe nach Hause6, ,die Erde dreht sich4 stehen
imP
präsent lAdj.f 1. /nicht adv.f anwesend: der stets
präsente Hausmeister, Sekretär; von den Ver
tretern war niemand p.
—
2. etw. ist jmdm. p.
(etw. Gedankliches ist jmd m . verfügbar); Fragen,
Forderungen p. haben (sofort bereit haben)
Präsent, das; -s, -e geh. Geschenk: jmdm. ein P.
überreichen, machen; etw. als P. (etw. geschenkt)
bekommen
präsentabel fAdj4 vorw. attr. u . präd.j ansehnlich
(2), gefällig (2): er ist eine präsentable Erscheinung
präsentieren fsw. Vb.; hat/ 1.1 . jmdm. etw. an
bieten: jmdm. eine Zigarre, einen Whisky, Tee,
Kaffee p. 1 .2 . umg. jmdm. etw., bes. eine Zah
lungsforderung, vorlegen (1.1): jmdm. e in en W e ch
sel, Scheck p. — 2 .1 . sich (jmdm.) p. sich (jmdm.)
zeigen (3.2): sie präsentierte sich im Abendkleid;
sich jmdm. vorteilhaft p. 2 .2 . oft iron. jmdn.
(jmdm.) p. jmdn. (jmdm.) vorstellen (1.1): sie prä
sentierte den Anfänger dem berühmten Regisseur
—
3. das Gewehr p. a ls militärische Ehrenbezeigung,
in straffer Haltung stehend, das Gewehr m it beiden
Händen senkrecht vor den Körper halten: präsen
tiert das Gewehr!; die Posten p., wenn ein
Ehrengast vorbeikommt
Präsentier| -marsch, der Marsch, der bei militä
rischen Ehrungen gespielt wird; -teller, der
+ umg. (wie) auf dem P. (auf einem Platz, der
den Blicken aller Anwesenden ausgesetzt ist) sit
zen
Präsent|korb, der fPl.
- körbe/ mit Delikatessen,
Genußmitteln gefüllter, dekorativ aufgemachter K o rb,
der jmdm . als Geschenk überreicht wird
Präsenz, die; jo. Pl.j Anwesenheit: die P. von
Truppen in einem anderen Land; meine P. ist
hier wohl nicht (mehr) erforderlich
Präsenz | -bibliothek, die Bibliothek, in der Bücher
nur für die Benutzung innerhalb der Bibliotheks
räume ausgeliehen werden; -pflicht, die jo. Pl.j
Pflicht, (im Dienst) anwesend zu sein: er hat
(heute) P.
Präservativ, das; -s, -e [..va.., PI. ,.ti:v9] Kon
dom
Präserve, die;
- n jvorw. P l.j [..v o ] nicht völlig
keimfreie Konserve, Halbkonserve: Präserven sind
zum sofortigen Verbrauch bestimmt
Präses, der; -, Präsides [..de:s]/Präsiden ReL 1.1.
e v . Vorsitzender einer Landessynode 1.2 . e v ,
Bischof der Landeskirche in einigen Ländern der
BRD 1.3 . k a th . Vorsitzender eines (kirchlichen)
Vereins
Präsident, der; -en, -en 1. Staatsoberhaupt in be
stimmten Republiken: die Wahl des neuen Präsi
denten — 2 . Vorsitzender bedeutender staatlicher
od. gesellschaftlicher Einrichtungen, Organe: der P.
der Volkskammer der DDR; der P. des Bundes
tages der BRD; der P. der Akademie
präsidieren jsw. Vb. ; hat/ einer Sache p. den Vor
sitz von etw. innehaben: er präsidierte einer Ver
handlung, dem Parlament, einem Verein
Präsidium, das; -s, Präsidien [..le n] 1. leitendes
Gremium 1.1 . einer Versammlung: jmdn. ins P.
wählen 1 .2 . einer bedeutenden staatlichen od. gesell
schaftlichen Einrichtung: das P. der Volkspolizei
in Berlin; das P. des Obersten Gerichts — 2 .
Gebäude, Büro von 1.2
prasseln jsw. Vb.; hat, ist/1 . beim Brennen, Braten
kurz aufeinanderfolgende knackende Geräusche
hervorbringen (hat): H olzscheite, die Flammen
prasselten im Kamin, Ofen; die Scheune brannte
prasselnd und krachte zusammen; das F ett, der
Braten prasselt in der Pfanne — 2 . mit kurz auf
einanderfolgenden knackenden Geräuschen a uf,
gegen etw. schlagen (ist): Hagel, Regen prasselt auf
das Dach, gegen die Scheiben; Erbsen p. auf den,
zu Boden
prassen, praßte, hat gepraßt verschwenderisch
leben, essen und trinken
prätentiös jA dj.j gewollt anspruchsvoll: ein präten
tiöser Stil; seine Schriften sind überaus p.; etw.
klingt sehr p.
Präteritum, Präteritum, das; -s, jo. Pl.j G ramm .
Tempus, das ein Geschehen als in der Vergangen
heit ablaufend darstellt: das P. zu ,ich gehe4 ist
jich ging4
Pratze, die; -,
-n
salopp große starke Hand: er
hat mächtige Pratzen; er legte ihm seine P. auf
die Schulter
präventiv jAdj.j [..v e ..] vorbeugend, verhütend:
präventive Gesundheitsfürsorge, Maßnahmen
Praxis, die; -, Praxen 1.1. jo. Pl.j die gegenständ
liche Tätigkeit der Menschen zur Veränderung ihrer
natürlichen und gesellschaftlichen Umwelt: die ge-'
sellschaftliche, sozialistische P .; die Verbindung
von Theorie und P.; eine These durch die P. be
$90
praxisbezogen — Preisgefüge
stätigen, widerlegen; Beispiele aus der P. geben;
etw. in die P. umsetzen; die P. meistern — 2 .
jo. PLI Berufserfahrung: jmd. hat, besitzt eine
lange, mehrjährige P .; ihm fehlt (die) P.; aus
meiner P. kann ich nur sagen, daß ...
—
3*
Prak tik : (1.1) die gerichtliche, wirtschaftliche
P.; er kannte alle geschäftlichen Praxen —
II.1 . dienstlicher Bereich eines Arztes, Bechtsan-
waltes, der selbständig u nd nicht in Bäumen einer
größeren Einrichtung tätig i s t : eine staatliche P .;
eine P. übernehmen — 2 . Komplex der Bäume für
11.1: eine geräumige, modern ausgestattete P .;
eine P. im Erdgeschoß mieten
praxis zu Praxis I .l| -bezogen /Adj./ auf die Praxis
bezogen', eine praxisbezogene Ausbildung; etw. p.
darstellen, erarbeiten; -n a h(e) lA dj.f vgl. -bezogen:
praxisnahe Forschung; dieses Studium ist sehr p .;
- o rientiert lAdj.J auf die Praxis, an der Praxis
orientiert: praxisorientierte Forschung, Lehre,
Theoriebildung; -wirksam lAdj.j auf die Praxis
einwirkend
Präzedenzfall^ der beispielhafter F all (II), von dem
ausgehend künftige gleichartige Fälle beurteilt wer-
den können: dafür gibt es keinen P.; einen P.
schaffen
präzis(e) fAdj.j genau, eindeutig: eine präzise An
gabe, Antwort, Diagnose; etw. p. formulieren, dar
legen; sich p. ausdrücken; jmdm. eine Frage p.
stellen
präzisieren jsw. Vb.; hat/ etw. (noch) eindeutiger
und klarer angeben, ganz detailliert beschreiben:
einen Begriff, seinen Standpunkt, seine Forde
rungen p.; dieses Problem ist schwer zu p.
Präzision; die; -, jo. Pl.f Genauigkeit, Feinheit,
Exaktheit: etw. verlangt äußerste P.; dieser Fach
mann, Automat arbeitet mit erstaunlicher P.
Präzisions| -arbeit; die 1. sehr genaue, bes. fein
mechanische Arbeit (1.1): P. leisten — 2 . etw., bes.
ein Erzeugnis, das mit großer Genauigkeit herge
stellt ist und präzis funktioniert: dieses Instrument
ist P.; -gerät; das vgl. -a rbeit (2): ein elektroni
sches P .; -waage, die vgl. -arbeit (2)
predigen /sw. Vb.; hat/ 1. (in der Kirche) eine
Predigt halten: gut, eindringlich, langweilig p.;
über einen Bibeltext p.; das Evangelium p. (ver
kündigen 1.1) — 2. umg. (jmdm.) etw. p. (jmdn.)
häufig und eindringlichzu etw. ermahnen: Vernunft,
Sparsamkeit, Moral p.; wie oft habe ich dir das
schon gepredigt!
4- tauben /* Ohren p.
Prediger, der; -s, - die Predigt haltender Geistlicher:
wer ist heute der P.?
Predigt, die; -,
- e n 1. im kirchlichen Bereich, meist
von der K anzel herab gehaltene Ansprache eines
Geistlichen über einen Bibeltext: eine erbauliche,
fesselnde, kurze, einschläfernde P .; eine P. halten,
anhören, ausarbeiten — 2 . umg. jmdm. eine P.
halten jmdm . (nachdrücklich) Vorhaltungen machen:
wegen jeder Lappalie hält er uns eine P.; ver
schone mich mit deinen Predigten!
Preis, der; -es, -e I . in Geld ausgedrückter Wert
einer Ware, Dienstleistung od. Nutzung: ein hoher,
niedriger, angemessener, genau kalkulierter P.;
feste, stabile, gebundene, gesetzlich geregelte
Preise; die Preise senken, kalkulieren, festsetzen,
erhöhen, kontrollieren; einen P. fordern, nehmen,
verlangen, (be)zahlen; wie hoch ist der P.?; der
P. für das Buch beträgt zwölf Mark; den doppel
ten P. bieten; etw. zu stark herabgesetzten Preisen
verkaufen; etw. ist im P. inbegriffen; um einen
P. handeln; jim kap. Wirtschaftssystem! die Preise
schwanken, steigen, sinken, klettern, ziehen an,
geben nach; die Preise drücken, hochschrauben,
unterbieten, diktieren — ELI. Belohnung in Form
einer Anerkennung, Auszeichnung od. Prämie für
eine Leistung, einen Sieg od. vorderen Platz in
einem Wettbewerb: ein hoher, wertvoller P .; der
erste, zweite, dritte P .; einen P. aussetzen, er
ringen, gewinnen, bekommen, verdienen; jmdm.
einen P. zuerkennen, verleihen, überreichen;
jmdn. m it einem P. auszeiehnen; die Jury vergab
die Preise — 2 . jvorw. Sg.j geh. das Buhmen: sein
Gedicht ist ein P. des Frühlings, der Jugend,
Liebe
-f- um jeden P. (unbedingt); um keinen P. (auf
keinen Fall)
Pre|s| -absprache, die Absprache zwischen kap.
Unternehmen über die Preise zur Ausschaltung der
Konkurrenz und zur Erzielung möglichst hoher
Profite; -aufschlag; der Aufschlag auf einen Preis
(I): für Expreßreinigung ist ein P. vo n 20% zu
zahlen; -auftrieb; der vgl. Preissteigerung; -a us
schreiben; das; -s, - öffentlich ausgeschriebener
Wettbewerb zur Lösung bestimmter Aufgaben, dessen
Sieger Preise erhalten: ein P. für das beste Hör
spiel veranstalten; sich an einem P. beteiligen;
-b i l dung, die jo. Pl.j Bildung der Preise, die im
Soz. von den ökonomischen Gesetzen der soz. Plan
wirtschaft ausgeht, im K ap . durch die Bedingungen
von Angebot und Nachfrage bestimmt od. durch die
Monopole beeinflußt erfolgt; -bindung; die Jo. P l.f
vertragliche Verpflichtung des Einzelhandels unter
den Bedingungen des M onopolkap.,
bestimmte
Waren zu bestimmten Pr eis en abzusetzen
Preiselbeere, die 1. zu den Heidekrautgewächsen
gehörender immergrüner, wildwachsender niedriger
Strauch mit roten eßbaren Beeren — 2 . Frucht
von 1
preisen, pries, hat gepriesen g eh . etw., jmdn. rüh
men: sein Glück, die Liebe, jmds. Vorzüge, Mut
p.; jmdn. als großen Dichter, geschickten Opera
teur p.; spött. ist das seine so viel gepriesene
Zivilcourage?
Pre|s/preis| -entwicklung, die auf Veränderungen
der Produktionsbedingungen beruhende Entwick
lung der Preise; -erhÖhung, die Erhöhung von
Preisen im Bahmen der Preisentwicklung, P reis
bildung: eine P. für Spirituosen; -ermäßigung, die
vgl.
-e rhöhung: Schüler erhalten eine P.;
- frage,
die 1* jo. Pl.j es ist eine P. (es hängt von der Höhe
des Preises I ab), ob wir den Mantel kaufen können
—
2. für ein Preisausschreiben zu lösende Aufgabe;
- gäbe, die fo. Pl.f 1.1! das Preisgeben (1.1): die P.
eines Rechtes, Standpunktes, Territoriums 1.2 .
das Preisgeben (1.2): die P. eines Geheimnisses,
Planes; -geben /V b./1 .1 . seine moralischen Grund
sätze p. (nicht mehr daran festhalten, zulassen,
daß sie verlorengehen) 1.2 . einen Namen, ein Ge
heimnis p. (verraten 2) — 2 . jmdn., etw. einer Sache,
jm d m . (schutzlos) Überlassen: jmdn. der Gefahr,
Lächerlichkeit, dem Elend, Gespött p .; einer Sache,
jmdm. preisgegeben (ausgeliefert 2) sein : das Boot
war den aufgepeitschten W ellen preisgegeben;
- gefüge, das Gefüge der auf dem Markt in Erschein
preisgekrönt — pressen
891
nung tretenden Preise; -gekrönt /Part. Prät.; nur
als Adj. u. nur im Pass./ mit einem Preis ausge
zeichnet: ein preisgekrönter Rom an, Pudel, Autor;
sein Film wurde p.; -gericht, das Jury; -gesenkt
/Adj.; nicht adv./ im Preis (I) herabgesetzt:
preisgesenkte Waren; -günstig /Adj./ zu einem
günstigen P reis (I): ein preisgünstiges A n
gebot; eine Ware p. herstellen, (ver)kaufen; -läge*
die jeweilige Höhe des Preises einer bestimmten
Ware od. Dienstleistung, die in unterschiedlicher
Qualität od. Ausführung angeboten w ird : Mäntel in
allen Preislagen
preislich /Adj.; nicht präd.j Kaufm. den Preis
(I) betreffend, im Preis: ein preislicher Unter
schied, Anstieg; ein p. günstiges Angebot
Pre|s/preis| -n acklaß, der unter bestimmten B e
dingungen erfolgende Herabsetzung des Preises einer
Ware durch den Verkäufer: einen P. vereinbaren,
gewähren; -politik, die jo. PI ./ dem jeweiligen Wirt
schaftssystem entsprechende P olitik in bezug auf die
Preisbildung; -rätsel, das Rätsel, auf dessen Lösung
ein Preis ausgesetzt ist; -richter, der Mitglied einer
Jury; -Schild, das Schild, auf dem der Preis einer
Ware angegeben wird; -Senkung, die Senkung von
Preisen im Rahmen bes. der soz. Preisentwicklung,
Preisbildung; -Steigerung, die das Ansteigen von
Preisen im Rahmen kap. Preisentwicklung, Preis
bildung; -stopp, der Begrenzung einer Preisentwick
lung durch staatliche Verordnung, im K ap . oft als
Versuch, inflationäre Preissteigerungen zu stoppen;
- stufe, die einzelne, die Höhe der Preise (I) be
stimmende Stufe innerhalb einer Klassifizierung der
Betriebe, bes. bei Dienstleistungs-, Handwerks- und
Gaststättenbetrieben; -stürz, der im kap. W irt
schaftssystem vorkommendes jähes Sinken bestimm
ter Preise (I); -träger, der jmd., dem ein Preis
verliehen worden is t; -Verordnung, die Verordnung
des Ministerrats der DDR zur Regelung der Preise
für Erzeugnisse und Leistungen; -verstoß, der J u r .
Verstoß gegen die staatlich geregelte Ordnung der
Preise (I); -Verteilung, die Vergabe von Preisen
(II. 1) durch eine J u r y ; -Vorschrift, die (gesetzliche)
Bestimmung über die Höchst-, Mindestgrenze von
Preisen bestimmter Waren; -wert /A dj./ (im Ver
hältnis zu r Qualität) billig (1): ein preiswerter
Schuh, Kleinwagen; etw. p. anbieten, kaufen
prekär /A dj.; nicht adv./ unangenehm, heikel, un
erfreulich : eine prekäre Sache, Situation, Frage
Prell|bock, der a m Ende eines Gleises aufgestellte,
fest m it ihm verbundene Vorrichtung, die ausrollende
Wagen stoppt: auf, gegen einen P. fahren; O umg.
jmd. dient, fungiert als P., muß der P. sein (muß
alle Unannehmlichkeiten abfangen, ertragen, auf sich
nehmen)
prellen /sw. Vb.; ist, hat/ 1.1 . auf, gegen etw.,
jmdn. prallen (1) (ist): gegen die Wand, auf die
Erde p. 1 .2 . sich p. sich heftig stoßen (und sich
leicht verletzen) (hat): er hat sich (das Knie) ge
prellt — 2 . (hat) 2.1 . jmdn. (um etw.) betrügen
(1.2): jmdn. um sein Geld p. 2 .2 . die Zeche p.
(nicht bezahlen)
Prellung, die; -,
- e n durch Stoß od. (Aufschlag
hervorgerufene innere Verletzung mit Bluterg uß:
eine leichte, schmerzhafte P .; sich eine P. zu
ziehen
Premiere, die; -,
-n [pr9mie:ro, prem..,
..ic:r9]
erste Aufführung eines neu inszenierten Bühnen
stücks, eines Filmes: eine festliche, glanzvolle P .;
diese Oper hat heute P.; zur P., in die P. gehen
Premierminister, der [promie:.. ,
prem ..] /in
einigen nichtsoz. Ländern Bez. für Ministerpräsi
dent/ : der gegenwärtige britische P.
preschen /sw. Vb.; ist/ umg. sich sehr schnell und
ungestüm irgendwohin fortbewegen: zum Bahnhof,
nach Hause, um die Ecke p.; die Autos, Reiter
preschten durch die Gegend
Presse, die;
-n 1.1 . durch (einen sich stetig stei
gernden) Druck (1.2 .1) 1.1 . M aterialien od. Werk
stücke (um)formende Maschine: eine autom atische,
hydraulische P .; Futterballen, Briketts, Glaswaren
m it einer P. herstellen; eine P. m it einer L eistung
von 2000 Megapond 1.2 . den Saft aus Früchten,
Flüssigkeit aus M aterialien drückender Apparat:
Beeren, Oliven mit einer P. entsaften 1.3 . das
Drucken ausführende M aschine: das Buch, die Zei
tung ist noch in, kommt frisch ausderP. 1 .4 . (flache)
Gegenstände platt drückende, glättende Vorrichtung:
Pflanzen, Briefmarken, Fotos unter eine P. legen —
II. /o. P L / 1 . Gesamtheit der Zeitungen, Zeitschriften
und ihre Institutionen: die ausländische, sozialisti
sche, bürgerliche, französische P . ; etw. geht, läuft
durch die gesamte P .; Rundfunk und P. melden,
daß ...; jmd. ist von der P. (ist Mitarbeiter einer
Zeitung) — 2 . ein Empfang, Interview für die
P. (für Pressevertreter)
Presse zu Presse II| -agentur, die Agentur zur Über
m ittlung von Nachrichten an die Presse; -am t, da s
für die Information der Presse verantwortliche Stelle
bei einer Regierung od. Verwaltung; -attachö, der
für die Verbindung m it der Presse des Gastlandes
verantwortlicher Attachi (1); -ausweis, der Aus
weis, der jmdn. als (akkreditierten) Mitarbeiter
einer Zeitung ausweist; -bericht, der; -dienst, der
von Organisationen od. anderen Institutionen regel
m äßig herausgegebene Informationstexte an, für die
Presse; -e m p fa ng , der für Pressevertreter gegebener
Empfang; -erklärung, die von jmdm., einer Regie
rung, Institution (vor) Pressevertretern gegebene, zu r
Veröffentlichung bestimmte Stellungnahme zu einer
bestimmten Angelegenheit; -erzeugnis, das zur
Presse gehörende Publikation; -fest, das von einer
soz. Zeitung veranstaltetes Volksfest; -fotograf, der
für die Presse arbeitender Fotograf; -freiheit, die
jo. PL/ Recht der Bürger eines Staates, ihre Meinung
in der Presse zu äußern; Recht der Massenmedien,
ihre Aufgabe im Interesse des werktätigen Volkes
ungehindert zu erfüllen und da mit zur freien M ei
nungsbildung beizutragen; -konferenz, die von re
präsentativen Persönlichkeiten od. Institutionen ein
berufene Konferenz m it Vertretern der Presse zu
deren Information und zur Beantwortung ihrer
Fragen; -m eldung, die
pressen, preßte, h at gepreßt 1.1 . etw. durch starken
Druck (1.2 .1), m it einer Presse (1.1 .1) 1.1 .1 . be
arbeiten, formen: Metalle, Plaste, Papier p.; ein
Bucheinband aus gepreßtem Leder 1.1 .2 . her
stellen: Briketts, Platten p. 1 .2 . etw. aus, in etw.
drücken (1.5): Saft aus einer Zitrone, Druckluft
in einen Behälter p. 1 .3 . etw. flach drücken, glätten:
Bücher, Fotos p.; gepreßte Blumen — 2.1. etw.,
jmdn., sich irgendwohin drücken (1.4): die H and
aufs Herz, das Gesicht in die Kissen p.; jmdn.,
etw. an sich p. (fest an sich ziehen); er preßte sich
gegen die Hauswand 2.2 . etw., jmdn., sich in etw„
892
Presseorgan — Prinzip
zwängen: Kleider in den Koffer p.; O etw. in
ein Schema, System p.
Presse zu Presse II| -Organ, das Organ (5); -s telle,
die Abteilung innerhalb einer gesellschaftlichen,
wissenschaftlichen In stitution, die über ihre Tätig
keit Informationen an die Presse vermittelt; -stimm e,
die die von einer Zeitung vertretene und veröffent
lichte Meinung (zu einem bestimmten aktuellen E r
eignis) ; -Vertreter, der Vertreter eines Presseorgans,
Journalist; -Zensur, die jo. Pl.f Zensur (2) der
Presse in einem nichtdemokratischen Staat; -Zen
trum, das Zentrale, in der Journalisten Nach
richten empfangen und weiterleiten können
Preßjglas, das jo. Pl.f durch Pressen in flüssigem
Zustand geformtes Glas
pressieren jsw. Vb.; hat/ veraltend umg. etw.
pressiert etw. hat Eile: eine Sache, Entscheidung
pressiert; jmdm. pressiert es bei, mit etw.
Preßjkohle, die zerkleinerte, in Formen gepreßte
Kohle, z. B . Brikett
P eßling, der; -s, -e fachspr. durch Pressen einer
Masse geformtes Stück: Preßlinge aus Metall, R oh
braunkohle
Preß| -luft, die jo. Pl.f Druckluft; -luftwerkzeuge,
die jPl.j Druckluftwerkzeuge; -span, der fo♦ Pl.f
sehr feste, holzfreie, glänzende, aus mehreren Lagen
bestehende Hartpappe; -wehe, die Geburtswehe in
der PhaseK in der das Kind den Mutterleib verläßt
Prestige, das; -s, jo. P l.j [..ti:g(o)] vom jeweils
gültigen System sozialer, sozial-politischer, m orali
scher Werte bestimmtes Ansehen sowie Geltung und
Achtung von Personen, Institutionen, Gruppen in
der Gesellschaft: soziales, sportliches, politisches P.
besitzen; das P. einer Persönlichkeit, Partei,
Regierung; sein P. verlieren; etw. als eine Frage
des Prestiges betrachten
Prestige|frage, die: etw. zu einer P. machen (etw.
als Angelegenheit des Prestiges betrachten, behan
deln)
presto jAdv.j Mus. schnell
preziös jA dj.j 1. geziert, unnatürlich: ihr Gebaren,
Geschmack ist überaus p .; preziöse Gesten, Manie
ren — 2, kostbar: preziöser Goldschmuck
prfckeln jsw. Vb.; hat; / auch prickelnd/ 1. leicht
spritzend perlen: Sekt, Kohlensäure, Mineral
wasser prickelt im Glas — 2 - etw. kitzelt, juckt wie
von feinen Nadelstichen verursacht: kleine Eiskri
stalle p. auf der Haut; der Frost prickelte mir in
den Fingern; einen prickelnden Schmerz empfinden
‘ prickelnd jAdj.; nicht ptäd.; / auch prickeln/:
prickelnde (erregende) Neugier, E rwartu ng; der
prickelnde Reiz des Neuen, Verbotenen
Priel, der; -(e)s, -e u n regelmäßig verlaufende, bei
Ebbe nicht austrocknende schmale Rinne im xWatt:
durch einen P. waten
Priem, der; -(e)s, -e (ein Stück) Kautabak: einen P.
im Mund haben; eine Rolle P .; dazu priemen jsw.
Vb.; hat/ Kautabak kauen: er priemt wie ein alter
Seemann
Priester, der; -s, - zu besonderen kultischen H and
lungenberechtigter (geweihter) Geistlicher, bes. in der
katholischen Kirche: ein katholischer P.; der
oberste P. des Lamaismus; er wurde zum P. ge
weiht
prima jindekl. Adj.f u m g . ausgezeichnet, hervor
ragend, großartig: ein p. Kerl, Chef, W etter; eine p.
Idee haben; eine p. (erstklassige) Sorte Birnen; sich
p. verstehen, fühlen; das hast du p. gemacht; etw.
schmeckt, paßt p.
Prim ab allerina, die erste Solotänzerin eines Balletts
primär jA dj.j 1. ursprünglich (1.1): eine Erschei
nung primärer Natur; vom p. Gegebenen aus
gehen; die Materie ist das Primäre, das Bewußt
sein das Sekundäre — 2 . grundlegend, an erster
Stelle stehend: eine primäre Frage, Aufgabe; primäre
Geschlechtsmerkmale; es geht ihm p. um den Er
folg
Primär| -energie, die Techn. in der Natur vor
kommender (lediglich abgebauter) Energieträger;
- literatur, die jo. Pl.j W issensch. Quellen (3),
Texte als Gegenstand der Forschung, bes. in den
Gesellschaftswissenschaften
Primas, der; -,
-s e/Primaten 1. Rel. oberster Bi
schof in bestimmten Ländern: der P. von Belgien;
der P. der anglikanischen Kirche — 2 . jPl.
-sej
erster Geiger einer Zigeunerkapelle
Prim asprit, der jo. Pl.j geruch- und geschmackloser,
hochprozentiger, zur Bereitung von Spirituosen geeig
neter Alkohol
Prim at, das, auch der; -(e)s, -e Vorrang: das P.
einer Frage, Aufgabe; das, den P. haben, g eltend
machen; das P. der Materie über das Bewußtsein
Prim aten, die jP l.j höchstentwickelte Säugetiere,, zu
denen die Affen, Halbaffen und Menschen gerechnet
werden
Pr|m e, die;
- n Mus. erster Ton der diatonischen
Tonleiter
'
Prim el, die; -,
- n im Frühjahr blühende Rosetten
pflanze, deren Blüten in Dolden od. Köpfchen auf
blattlosem Stiel stehen
primitiv lA dj.j 1.1 . auf niedriger Entwicklungsstufe
stehend: primitive Lebewesen; primitive Methoden
(des Ackerbaus) 1*2. einfach (I I .l), nicht entwickelt
od. verfeinert: primitive Bedürfnisse, Gefühle; ein
primitives Verlangen — 2 . von geringer Fertigkeit
zeugend, sehr einfach (II.2): eine primitive Brücke,
Hütte, Waffe; ein p. eingerichtetes Zimmer; p.
leben, arbeiten (müssen) — 8 . von einem geringen
geistigen, kulturellen Niveau zeugend: ein primi
tiver Mensch; eine primitive Ausdrucksweise, Ver
gnügung; sein primitiver Geschmack; das ist mir
zu p .; dazu Primitivität, die; -,
-e n jvorw. Sg.j t*•v ..]
Primzahl, die M ath, ganze, nur durch 1 und durch
sich selbst teilbare Zahl
Printe, die; -,
-n
sta rk gewürzter, harter Lebkuchen
Prin z, der; -en, -en Sohn eines regierenden Fürsten
hauses, der selbst nicht regiert: der P. v on W ales;
dazu Prinzessin, die; -,
-nen
Prinzip, das; -s, -ien [..ien], fachspr. auch -e
1.1 . jPl.
- ien/ allgemeine, a u s (den Gesetzen) der
objektiven R ealität abgeleitete, grundlegende Regel,
die die theoretische Arbeit und das praktische Ver
halten (miVjbestimmt: ein grundlegendes, dialek
tisches, logisches, demokratisches, sittliches, hu
manistisches P .; das P. der Freiwilligkeit, Gleich
berechtigung, Polarität; etw. ist nach einem hierar
chischen P. aufgebaut; ein P. vertreten, preis
geben, durchsetzen; an einem P. festhalten; hier
geht es (mir) ums P .; im P. (im Grunde genommen)
1.2 . Art und Weise, nach der etw. angelegt ist, funk
tioniert: das beruht auf einem ganz einfachen P.;
nach welchem P. arbeitet diese Maschine?; ich
habe das P. noch nicht heraus; die Prinzipe der
Mechanik 1.8 . jPl. -ien/ feste Lebensregel, die jmd.
prinzipiell — pro
893
für sich aufgestellt hat: (seine, feste, starre) Prin
zipien haben; ein Mensch mit, ohne, von Prinzi
pien; sich etw. zum P. machen; etw. ist jmds. P .;
etw . aus P. {auf Grund seiner Lebensregeln) tun
prinzipiell /Adj./ 1.1 . ein Prinzip, Prinzipien (1.1,
1.3) betreffend, darauf beruhend: eine Frage von
prinzipieller Bedeutung, Natur; sich p. zu etw .
äußern 1.2 . (nur) in bezug auf die jeweils zugrunde
liegenden Prinzipien (1.1, 1.3): eine prinzipielle
Einigung, Zu-, Übereinstimmung; etw. p . an
erkennen, ablehnen
prinzipien/Prinzlpienj -fest fAdj.f von festen P rin
zip ie n (1.1, 1.3) ausgehend: eine prinzipienfeste
Haltung, Politik; jmd. ist p. (fest 4.2 in seinen
Prinzipien); -reiter, der umg. jmd., der ein Prinzip
{1.1, 1.3), Prin zip ien formal, aber hartnäckig vertritt
un d durchzusetzen sucht
Prior, der; -s, Prioren R el. k ath. Vorsteher eines
Ordens, eines Klosters
Priorität, die; -,
- en 1.1 . Vorrang: etw. hat P.;
jmdm., einer Sache (die) P. einräumen, zuerkennen;
Prioritäten setzen, bestimmen 1.2 . Jur. Vorrang
älterer Rechte, Ansprüche, bes. bei Patentanmeldung,
gegenüber später entstandenen: die Anmeldung einer
Erfindung sichert patentrechtliche P.
Prioritäts|recht, das J u r. das Recht der Priorität
(1.2): das P. auf eine Erfindung haben
Prise, die; -,
-n kleine Menge eines pulverigen od.
sehr feinkörnigen Stoffes, die mit zwei od. drei Fin
gern gefaßt werden kann: eine P. Salz, Pfeffer; eine
P. Schnupftabak nehmen; O eine P. (Kleinigkeit,
ein bißchen) Humor, Ironie
Prisma, das; -s, Prismen 1. M ath. Körper, dessen
Grund- und Deckfläche einander parallele, kongruen
te Vielecke und dessen Seitenflächen Parallelo
gramme sind — 2 . O p tik lichtdurchlässiger, meist
keilförmiger, von mindestens zwei, im spitzen Winkel
sich schneidenden ebenen Flächen begrenzter Kö rp e r,
durch den Lichtstrahlen in ihrer Richtung umge
lenkt werden od. durch den weißes Licht in seine
Spektralfarben zerlegt od. polarisiert wird
Pritsche, die; -n 1. aus einfachen Holzbrettern be
stehendes flaches Gestell als Liegestatt: eine harte P .;
auf der, einer P. schlafen — 2 . Ladefläche eines
Lastkraftwagens, dessen Seitenwände und Rückwand
sich herunterklappen lassen
privat fAdj.f [..v . .] 1.1 . jmds. persönliche Ange
legenheiten außerhalb und unabhängig von o ffiziellen ,
beruflichen, dienstlichen Belangen angehend, be
treffend: die private Sphäre; private Angelegen
heiten, Ausgaben, Interessen; ein privater (von
jmdm . als Privatperson ausgehender) Auftrag; jmdn.
p. (außerdienstlich, als Privatperson) besuchen,
sprechen 1 .2 . nicht der Öffentlichkeit zugänglich (1.1):
die priv aten (die nicht beruflich, geschäftlich ge
nutzten) Räume einer Gastwirtschaft; dieser W eg
ist p. (ist ein Privatweg) 1.3 . wir haben uns für
unseren Urlaub eine private (von einer P riva t
person vermietete) Unterkunft besorgt; etw. p.
(außerhalb des offiziellen Handels als Privatperson)
verk aufen — 2 . in persönlichem Besitz befindlich:
privates Eigentum; ein privates Grundstück, Ge
schäft; der private Einzelhandel
Privat[ -ang eleg enheit, die persönliche Angelegen
heit; -besitz, der persönlicher Besitz, Besitz einer
Privatperson: ein Gemälde, Grundstück befindet
sich in P.;
- detektiv, der (im kap. Gesellschafts
system) zugelassene, in privatem Auftrag mit der Be
schaffung von Informationen, Beweismaterialien,
dem A ufdecken von Verbrechen befaßte Person;
- eigentum, das 1. privates Eigentum an den Produk
tionsmitteln in der Klassengesellschaft: kapitali
stisches P. als Gegensatz zu gesellschaftlichem, kol
lektivem Eigentum — 2 . vgl. - besitz: dieses Bild,
Wochenendhaus ist mein P .; -geschält, das Geschäft
des privaten Einzelhandels; -gespräch, das persön
liches, nicht dienstliches (Telefongespräch; -h and,
die fin den Verbindungen/ etw. von, aus P. (von einer
Privatperson, privaten Körperschaft mit Besitz- und
Verfügungsrechten) erwerben; etw. b efindet sich in
P. (Privatbesitz)
privatim fAdv.f [..v . .] privat (1 .1 ): jmdn. p. emp
fangen, sprechen; jmdm. etw. p . sagen, darlegen
Privat] -initiative, die mit, unter persönlichem Ein
satz realisierte Initiative, unter kap. Verhältnissen
vorwiegend mit dem Ziel persönlicher Bereicherung:
P. entwickeln; -interesse, das ausschließlich p er
sönliches Interesse (2): jmds. Privatinteressen be
rücksichtigen
privatisieren /sw. Vb.; hatf [..v . .] Pol. Ök. staat
liche Unternehmen unter monopolkap. Bedingungen
in Privatbesitz überführen; dazu Privatisierung, die;
-,
- e n fvorw. 8g.f
privat/Privat] -kapitalistisch fAdj.f P ol. Ök. auf
dem Privateigentum an Produktionsmitteln be
ruhend: ein privatkapitalistisches Unternehmen,
Interesse; -leben, das persönliches, außerhalb
der Öffentlichkeit und der Berufstätigkeit geführ
tes Leben: einen Anspruch auf sein, ein P. haben;
etw. als Eingriff in sein P. auffassen; sich ins P.
zurückziehen; -nummer, die private, nicht dienst
liche Telefonnummer: jmdm. die P. geben; -pa-
tient, der Patient, der seine Behandlung aus eigenen
Mitteln bestreitet; -person, die Person in privater;
nicht dienstlicher Eigenschaft: als P. auftreten, en t
scheiden, handeln, sprechen; -praxis, die private (2),
nicht staatliche A rztpra x is; -quartier, das von einer
Privatperson vermietetes Quartier: wir hatten ein
P.;
- Sammlung, die in privatem Besitz befindliche
Sammlung: eine P. wertvoller Kupferstiche; -ver
gnügen, das fo. Pl.f umg.: etw. nicht zu seinem
P. (persönlichen Vergnügen) tun; das ist mein P.
(das geht nur mich an); -weg, der zu einem Pri
vatbesitz gehörender, nicht öffentlicher Weg; -Wirt
schaft, die fo. Pl.f Pol. ök. auf dem Privateigen
tum an Produktionsmitteln beruehnde Form der
Wirtschaft; dazu -wirtschaftlich fAdj.f; -wohnung,
die Wohnung, die jmd. privat (1.1) nutzt im Unter
schied z u den von ihm beruflich, geschäftlich genutz
ten Räumen: jmdn. in seiner P. aufsuchen
Privileg, das; -(e)s, -ien [..v . ., PI. . .ion] in der
Klassengesellschaft bestehendes, einer Person, Grup
pe , Schicht, Klasse gewährtes Vorrecht, besonderes
Recht: alte, verbriefte Privilegien; Privilegien
haben, verleihen; im Mittelalter besaßen die
Stände bestimmte Privilegien; etw. als sein P.
(Vorrecht) betra ch ten
privilegieren fsw. Vb.; hatf [..v .J jmdn., etw. mit
Privilegien ausstatten: fvorw. im Part. Prät.f eine
privilegierte Schicht, Klasse, Institution; (nicht)
zu den Privilegierten gehören
pro fPräp. mit Akk.; mit Subst. o. Art. u. ohne er
kennbaren K asusf jeweils auf die einzelne Person,
Sache umgerechnet, kommend: der Eintritt p.
894
Pro — Produktionsgenossenschaft
Person, Kaufpreis p. Kilo, Stück, Quadratmeter
beträgt ...; p. Tag 8 Stunden arbeiten
Pro, das
-j~ das P. und Kontra (Für und Wider) einer Sache
probat /A d j.; nicht adv.j erprobt, bewährt: ein pro
bates Mittel, Rezept
Probe, die; -,
- n 1. Versuch (1.1), der das reale Vor
handensein einer behaupteten, vermuteten Fähigkeit,
Eigenschaft einer Person, Sache feststellen s oll:
eine P. vornehmen; die P. auf die Richtigkeit
einer Rechnung machen; etw. einer P. unter zie
hen; jmdn. auf P. (probeweise) einstellen; etw.
zur P. anziehen, bestellen — 2 . Teil, Teilmenge, klei
nes Stjick von etw., a u s dem die Beschaffenheit des
Ganzen ersehen werden kann, Muster: eine P. eines
Stoffes, Arzneimittels, v on einer Tapete; eine P.
liegt bei; Proben im Labor untersuchen; <> eine P.
(einen Beweis) seiner K unst, Schlagfertigkeit geben
—
8. einer Aufführung (1) voraufgehendes, w ie
derholt stattfindendes Üben: eine P. ansetzen; die
Proben zu diesem Stück beginnen heute
-j- die P. aufs E xem pel machen (eine Behauptung
am praktischen F all nachprüfen) ; jmdn. auf die P.
stellen (jmdn. auf bestimmte Eigenschaften prüfen)
Prgbe zu Probe 1| -abzug, der Druckerei zur
Probe, Kontrolle hergestellter Abzug (4.2) eines S chrift
satzes; -alarm, der versuchsweise gegebener Alarm
zur Erprobung einer Alarmanlage, zur Probe der
Einsatzbereitschaft der betroffenen Personen; -auf-
nahme, die 1. das als Probe gedachte Aufnehmen auf
Film , Tonband, Schallplatte — 2 . das durch 1 Auf-
genommene; -b etrieb, der jo. P l.j versuchsweise vor
genommene Inbetriebnahme einer (größeren) tech
nischen Anlage: die Turbine läuft in P.;
- druck,
der /PL -ef vgl. -abzug; -fahrt, die erste Fahrt eines
Fahrzeugs zur Erprobung seiner Funktions- und
Leistungsfähigkeit; -jahr, das einjährige Probezeit;
- lauf, der 1. Lauf einer Maschine, Anlage zur
Erprobung ihrer Funktions- und Leistungsfähigkeit
—
2* Lauf, m it dem ein Läufer seine Leistungsfähig
keit od. die Aschenbahn erprobt
proben fsw. Vb.; hat/ etw. für eine Aufführung (1.2),
Darbietung (1) (ein)üben: eine Arie, Szene, die
Rolle p .; der Chor hat stundenlang geprobt
probe/Probej -weise fAdv.f zur Probe, versuchs
weise: jmdn. p. einstellen, aufnehmen; -zeit, die
Zeitspanne, in der sich jmd. bewähren, seine Eignung
und seine Fähigkeiten im Hinblick auf eine vor
gesehene Einstellung beweisen soll: er hat seine, die
P. absolviert
probieren fsw. Vb. ; hat/ 1. etw. probeweise tun, ver
suchsweise anwenden, ausführen, unternehmen: ein
Kunststück, das Radfahren, zu dichten p.; p., ob
etw. gelingt; ich habe alles probiert, aber nichts
hilft - 2 . etw. p. den Geschmack einer Speise, eines
Getränkes, Genußmittels prüfen, etw. kosten: den
Teig, Kaffee, ein Stück Wurst p.
—
8. etw. an
probieren: ein Kleid, handgearbeitete Stiefel p.
—
4. etw. proben: eine Szene p.
Problem, da s; -(e)s, -e 1*1. noch zu lösende, schwie
rige, komplexe Frage, ungelöste Aufgabe: ein ak
tuelles, mathematisches, philosophisches, schwie
riges P.; ein P. unserer Zeit; Probleme auf-
werfen, diskutieren, lösen 1.2* jvorw. Pl.f jmd. hat
(ernste) Probleme (Schwierigkeiten); jmd. h at
Probleme mit seinem Auto, Sohn; das ist kein P.
(ist nicht schwierig)
+ etw. ist nicht jmds. P. (etw. ist nicht jmds. Sache*
geht jmdn. nichts an)
Problematik, die; -,
- e n fvorw. Sg.f Gesamtheit der
einer Sache innewohnenden Probleme, Schwierig
keiten: die P. einer Aufgabe, Fragestellung; die P~
der Erziehung von Einzelkindern
problematisch fA dj.f Probleme (1.1) aufwerfend:
eine problematische Angelegenheit, Ehe, Insze
nierung; ob dies als Erfolg zu beurteilen ist, bleibt
p. (ungeklärt)
problematisieren fsw. Vb.; hat/ 1*1. etw. p . die
Problematik von etw. darstellen: in der Diskussion
wurden Erziehungsfragen problematisiert 1.2 . pro
blematisiere das bitte nicht (mach bitte kein Pro-
lern daraus)\
Problem/problgml -k reis , der a uf Grund ihrer The
matik zusammengehörende, zusammenhängende Pro
bleme (1.1); -lo s fA dj.f ohne Probleme (zu stellenr
aufzuwerfen): eine problemlose Ehe, Verhandlung;,
sein Leben verlief leicht und p .; -orientiert fA dj.f
1.1 . a uf bestimmte Probleme, schwierige Aufgaben
gerichtet: problemorientierte Forschung 1.2 . D a -
ten v era rb . für die Formulierung bestimmter
Sachverhalte (ohne Bezug auf spezielle Rechen
anlagen) geeignet: eine problemorientierte Pro
grammiersprache
Produkt, das; -(e)s, -e 1.1 . materielles Ergebnis
menschlicher Arbeit, des Produktionsprozesses, das
der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse dient:
ein industrielles, landwirtschaftliches P.; ein P . ,
Produkte erzeugen, hersteilen, hervorbringen; ein
neues P. entwickeln, herausbringen 1.2 . (materielles)
Ergebnis bestimmter natürlicher Prozesse od. d es
menschlichen Wirkens außerhalb des Produktions
prozesses: ein geistiges, künstlerisches P.; ein P .
seines Nachdenkens; ein P. der Phantasie; jmd.
ist das P. seiner Erziehung — 2. Math. 2.1. Er
gebnis der Multiplikation: zwölf ist das P. von &
und 4 2.2 . aus Faktoren bestehender mathematischer
Ausdruck: a • b ist ein P.
Produktion, die; -,
- e n 1. fvorw. Sg.f Herstellung,
Erzeugung materieller Güter durch den Menschen
unter jeweils bestimmten gesellschaftlichen Ver
hältnissen: bedarfsgerechte, handwerkliche, in
dustrielle P.; die laufende P.; die P. (von Ge
brauchsgütern, Industriewaren) erhöhen, steigern
—
2. das Hergestellte, Erzeugte, die Erzeugnisse: die
P. eines Monats; der Film ist eine P. der DEFA —
8. fo. Pl.f in der P. (im Bereich der Produktion 1)
arbeiten; in die P. gehen
Produktions/produktionsl -ablauf, der Ablauf der
Produktion (1): ein reibungsloser P .; -arbeiter, der
Arbeiter, der unmittelbar an der Produktion (1) m it
wirkt ; -ausfall, der Ausfall in der Produktion (1):
einen P. aufholen; -ausstoß, der Wir ts ch. Ausstoß:
der tägliche, jährliche P. eines Betriebes; -beratung,.
die Beratung von Werktätigen und Leitung in einem
soz. Betrieb zur Lösung der Planaufgaben; -betrieb^
der Betrieb zur Herstellung materieller Güter; -fonds,.
der W irts ch. Gesamtheit der im Produktions
prozeß fungierenden Produktionsmittel eines soz.
Betriebes, einer soz. Volkswirtschaft; -genossen -
schaft, die freiwilliger Zusammenschluß Werktätiger
bestimmter Berufsgruppen zur kollektiven Arbeit,
Produktion, der im Soz. auf dem soz.-genossenschaft-
liehen Eigentum basiert: eine / landwirtschaftliche,
/ gärtnerische P .; eine P. des
Handwerks^
Produktionsinstrumente — Profil
895
- Instrumente, die jPl.j Pol. Ök. bes. Werkzeuge,
Maschinen, Apparate, m it denen materielle Güter
jproduziert werden; -kapazität, die Leistungsvermö
gen eines Produktionsbetriebes, Industriezweiges in
-
einem bestimmten Zeitraum:die Auslastung der vor
handenen P.;
- kosten, die jPl.j die für die Her
stellung eines Produktes notwendigen Kosten: die P.
senken; -leiter, der für den Produktionsablauf in
einem soz. Betrieb verantwortlicher Leiter; -m ittel,
die IPl.j Po l. Ök. Gesamtheit der Arbeitsmittel und
Arbeitsgegenstände, die zur Herstellung materieller
Güter verwendet, gebraucht werden: das gesellschaft
liche, private Eigentum an den Produktionsmitteln;
- p lan, der das Produktionsprogramm eines soz. B e
triebes in Mengen und Werten ausdrückender P la n ;
-prinzip, das jo. PL; DDR/ speziell auf die Belange
des (Re)Produktionsprozesses ausgerichtetetes P rin
zip soz. Leitung undPlanung;-programm, das W irt-
sch . Programm eines Betriebes, das den Produk
tionsausstoß in Sortiment, Quantität und Qualität
sowie zeitlich festlegt; -prozeß, der W irts ch . unter
historisch konkreten Produktionsverhältnissen statt
findender, durch sie charakterisierter Prozeß der
Herstellung materieller Güter: die Rationalisierung,
Automatisierung des Produktionsprozesses; -reif
jA dj.j so weit entwickelt, daß eine Aufnahme in die
Serienproduktion möglich ist: eine produktions
reife K onstruktion; -Steigerung, die Steigerung der
Produktion (1); -verfahren, das; -Verhältnisse, die
jPl.j Pol. ök. durch die jeweilige Form des Ei
gentums an den Produktionsmitteln bedingte objek
tive Verhältnisse, die die Menschen untereinander
im Prozeß der Produktion, des Austausches und der
Verteilung der materiellen Güter eingehen: kapita
listische, sozialistische P .; -vorbereitend /A d j.; nur
attr.;zu -Vorbereitung/: er arbeitet im produktions
vorbereitenden Bereich; -Vorbereitung, die jo. PL)
Gesamtheit der für die Vorbereitung bes. des i n
dustriellen Produktionsprozesses notwendigen A r
beiten; -weiäe, die Pol. Ök. Art und Weise der
Herstellung und des Austausches der für ihren
Lebensunterhalt von der Gesellschaft exzeugten m a
teriellen Güter; -Ziffer, die W ir ts ch. Ziffer, die den
Produktionsausstoß (in Relation zum Produktions -
plan) angibt; -Zuwachs, der vgl. -Steigerung; -zweig,
der Teilbereich der Produktion (1), in dem eine be
stimm te A rt von Produkten hergestellt wird
produktiv jA dj.j Ergebnisse, Produkte (1) hervor -
bringend; produktive Arbeit; ein p. tätiger Mensch;
er ist sehr p. (er schafft viel); er ist ein produktiver
Mensch
Produktivität, die; fo. Pl.j [..v . .] 1.1. die Fähig
keit des Menschen, durch materielle und geistige
Arb eit konkrete Ergebnisse, Produkte (1) hervor
zubringen, Leistungsfähigkeit: steigende, wachsende
P.; große geistige P. (Schöpferkraft) besitzen 1.2 .
Arbeitsproduktivität: die P. durch Rationalisierung
s beigem
Produktiv [kraft, die P o l. ö k . jeweils einer der im
Produktionsprozeß zusammenwirkenden Faktoren
gegenständlicher od. subjektiv menschlicher A r t,
der den Grad der Produktivität mitbestimmt: der
Mensch als wichtigste P .; die P. Wissenschaft;
Arbeitsgegenstände, -mittel, -fertigkeiten, Produk
tionserfahrungen sind Produktivkräfte
Produzent, der; -en, -en 1 . ein Mensch, Betrieb,
Staat als Hersteller, Erzeuger materieller Güter im
Produktionsprozeß: ein sozialistischer, kapitalisti
scher P.; P. und Konsument; dieser Betrieb, Staat
ist einer der größten Produzenten von Erdöl
—
2. geschäftlicher, oft auch künstlerischerLeiter
eines kap. Filmunternehmens: der P. eines Pilms
produzieren fsw . Vb.; hat/ 1. Produkte (1.1) her-
steilen, erzeugen: Gummi, K affee, Medikamente,
Öl, Schrauben p. — 2 . oft spött. sich p. sein Kön
nen, Wissen zur Schau stellen: sich am Klavier p.;
sich vor jmdm. (mit etw.) p.; sich als Artist, Dich
ter, Weinkenner p.
profan fAdj.j 1. jnurattr./ weltlich :profane Bauten,
Dichtungen des Mittelalters — 2. an der Sache ge
messen zu alltäglich, gewöhnlich: ein profaner Ge
danke, Stil, Zug; etw. erscheint jmdm. p.
Profan[bau, der fPl. -ten/ A rchitekt. Bauwerkfür
weltliche, nicht kultische Zwecke: ein gotischer, a n
tiker P.
profaschistisch, auch profaschistisch jAdj.f dem
Faschismus nähestehend, ihn unterstützend: profa
schistische Kräfte, Terroristen
Profession, die; -,
-en veraltend 1.1. und was ist
Ihre P. (was sind Sie von Beruf, welches Fach ver
treten Sie)? 1.2 . jo. Pl.j Berufung (3): ein Publizist,
Lehrer aus, von P.
Professional, der; -s, -s [profsjonol] s. Profi
professionell jA dj. ; nur attr.j eine Tätigkeit berufs
m äßig, nicht als Amateur ausübend: ein professio
neller Borer, Tänzer
Professor, der; -s, Professoren 1. jAbk. Prof./
1 .1 .1akademischer Titel für einen Hochschullehrerl:
jmdn. m it P. anreden 1 .2 . /Ehrentitel für einen ver
dienten Wissenschaftler, Künstler od. Lehrerj 1.3 .
österr. /Titel für einen Lehrer an einer höheren
Schulef — 2 . Inhaber von 1: ein
ordentlicher P .;
er ist P. für Germanistik, der Medizin, an der U ni
versität B; ein P. mit Lehrstuhl, -auftrag; o
s c h e r z h . ein zerstreuter P. (ein sehr zerstreuter
Mensch); zu 2 Professorin, die; -,
-nen
Professur, die; -,
- e n Lehrstuhl eines Universitäts
professors: eine P. (inne)haben, bekommen
Profi, der; -s, -s jKurzw. für Professional; den
Unterschied zum A m ateu r betonende Bez. für einen
einem kap. Unternehmen, Manager vertraglich zu
beruflicher sportlicher Betätigung verpflichteten Sport
ler!: er ist P* (geworden), hat als P. Unsummen
verdient
Profil, das; -s, -e 1 .1 . Seitenansicht einer Person,
bes. seines Gesichts: ein feines, markantes P. (ha
ben); jmdn. im P., jmds. P. sehen, zeichnen, foto
grafieren 1.2. bild . K u n st Darstellung der Seiten
ansicht eines Kopfes: ein P. in Rötel, Bleistift —
2.1 . U m riß, der sich bei einem Quer-, Längsschnitt
ergibt: das P. eines Hochhauses, Bergmassivs 2.2 .
die erhabenen, reliefartigen Teile a uf der Oberfläche
von etw ., bes. der Lauffläche eines Reifens (2), einer
Schuhsohle: das P. ist völlig abgefahren — 3 .
T ech n . stabförmiges Halbzeug mit einem dem Ver
wendungszweck angepaßten gleichbleibenden Quer
schnitt: ein winkelförmiges, T-, U-förmiges P .; Pro
file aus Stahl, Plast, Gummi herstellen — 4 . cha
rakteristisches Erscheinungsbild (1.1): das P. eines
Berufs; etw. hat, gewinnt (ein eigenes, klares) P .;
ein Künstler mit einem unverwechselbaren P ,;dem
Verlag ein neues, anderes P. (festumrissenes The
mengebiet, -programm) geben; etw., jmd. ist völlig
ohne P. (spezifizierende Charakteristika)
profilieren /sw. Vb.; hat/1. fachspr. etw. p. einem
Gegenstand einem Verwendungszweck entsprechend
durch Formen einen bestimmten Querschnitt geben:
Bleche, Stangen, W erkstücke p.; ein profilierter
Pfeiler; profilierte Chemiefasern — 2 . etw., jmdn.,
sich p. einer Sache, jmdm ., sich Profil (4) geben:
einen Beruf, Betrieb, Lehrplan neu p.; eine profi
lierte Zeitschrift; eine profilierte (markante, indi
viduell geprägte) Persö nlichkeit, Sängerin
Profil| stahl, der stabförmiges Halbzeug aus Stahl
m it einem bestimmten Querschnitt
Profit, auch Profit, der; -(e)s, -e 1.1. jo. Pl.f Pol.
ö k . verwandelte Form des Mehrwerts, der am ange
legten Gesamtkapital gemessen wird: der P. erscheint
als Produkt der Funktion des Kapitals 1.2. K api
talgewinn eines Unternehmens im Sinne von 1.1:
hohe Profite erzielen, einstecken; nach P. jagen —
2. (finanzieller) Gewinn, Nutzen, Vorteil: aus etw.
P. ziehen, schlagen; etw. mit P. (ver)kaufen
profitieren /sw, Vb.; hat/ von etw., jmdm. Nutzen,
Vorteil haben: von der Dum mheit, Großzügigkeit,
Zwietracht seiner Gegner p .; bei dem Meister kann
man eine Menge p. (lernen)
Profit, auch Profjt| -rate, die Pol. Ök. das in Pro
zenten ausgedrückte Verhältnis des Mehrwerts zu
dem vorgeschossenen K apital: Mehrwert und P.;
- streben, das Streben kap. Unternehmer nach (hohem)
Profit
pro forma /Adv.f (nur) der Form wegen cd. zum
Schein: etw. p. tun, fragen; einen Antrag p. stellen
profund fAdj.; nicht adv./ tiefgründig (2): eine
profunde Erkenntnis, Einsicht, Beweisführung;
ein profunder (gründlicher) Kenner v o n etw. sein
Prognose, die; -,
- n 1 .1 . (wissenschaftlich begründete)
Voraussage, Vorhersage des z u gewärtigenden Ver
laufs von etw., bes. des Wetters, einer K ra nkheit:
eine düstere, falsche, optimistische, sichere P .;
eine P. aufstellen, ausarbeiten; sich auf eine P.
verlassen, stützen 1.2 . von Aussagen über bekannte
Gesetze und Gesetzmäßigkeiten und über gewisse
Anfangsbedingungen logisch abgeleitete (und daher
wissenschaftlich begründete) (Voraussag e über bis
her nicht bekannte wirkliche od. real mögliche Sach
verhalte, Entwicklungen, Verläufe von Prozessen in
Natur und Gesellschaft: eine ökologische, politi
sche, wirtschaftliche P.; die P. als wissenschaft
liche Grundlage des Perspektivplans
Prognostik, die; -, jo. P l.j 1. Methodologie für die
Erforschung der Bedingungen und Möglichkeiten für
das A ufstellen wissenschaftlicher Prognosen —
2.1. das Aufstellen von Prognosen 2.2. umg. Pro
gnose: seine P. hat sich bestätigt
prognostisch /A d j./ im Sinne einer Prognose, vor
ausschauend: eine prognostische Aussage, Pla
nung, Untersuchung; p- denken
Programm, das; -s, -e 1. Gesamtheit der einzelnen
1.1 . von einer (kulturellen) Institution vorgesehenen
Veranstaltungen innerhalb eines bestimmten Zeit
raumes: das diesjährige P. der Volkshochschule;
das P. für die neue Spielzeit; ein P. gestalten, ent
werfen; etw. vom P. absetzen 1.2 . in einer be
stimm ten Reihenfolge (vorgesehenen und) ablaufen
den Darbietungen einer Veranstaltung, Sendung : ein
abendfüllendes, / buntes, erlesenes, musikali
sches P .; das P. eines Konzerts, Galaabends; heute
abend gibt es ein interessantes P. im Rundfunk,
Fernsehen; auf dem P. stehen zwei Mozart-Sin
896
profilieren — Programmsteuerung
fonien (es werden zwei Mozart-Sinfonien geboten) —
2. Heft, Zettel mit der meist gedruckten, oft graphisch
besonders gestalteten Aufstellung, Erläuterung von
1.2: ein P. kaufen; einen Blick ins P. werfen —
3. in einzelnen Punkten ausgearbeiteter Plan (1.2)
für etw.: (sich) für etw. ein P. machen, entwerfen^
ein detailliertes, umfangreiches P. (zu absol
vieren) haben; Pol. Ök. ein P. zur Entwicklung
der Schwerindustrie ausarbeiten, vorlegen —
4 . Darlegung der Gesamtheit der Grundsätze und A b
sichten einer Partei, Regierung: die Partei hat ein
klares politisches P .; ein außenpolitisches P.
—
5. Datenverarb. meist in einer Programmier
sprache abgefaßte, eindeutige u nd geordnete Z u
sammenstellung von Daten und Befehlen zur Fest
legung einer Folge von Operationen für die Lösung
von Aufgaben: dem Automaten, Computer ein P .
eingeben — 6 .1 . das erste P. (die auf einer be
stim m ten Frequenz ausgestrahlte Sendefolge) ein es
Senders: das erste, zweite P. von Radio DDR,des
Fernsehens der DDR einschalten 6.2 . Gesamtheit
der in ihrer zeitlichen Aufeinanderfolge festgelegten,
durch einen Schaltvorgang ausgelösten Arbeitsgänge
eines automatisch arbeitenden Apparates:der Wasch
automat hat sechs Programme
Programm]änderung, die Änderung des Programms
(1.2), bes. eines Theaters, Fernseh-, R undfunk
senders: aus aktuellem Anlaß wurde eine P. not
wendig
programmatisch /A dj./ 1 .1 . einem Programm (4),
Grundsatz entsprechend: eine programmatische
Erklärung, Zielsetzung 1.2 . ein Programm (3, 4)
enthaltend, erkennen lassend, richtunggebend: dieser
Aufsatz kann als p. betrachtet werden
Programm/programmj -folge, die in einem P ro
gramm (1.2) vorgesehene Reihenfolge von Da rbietun
gen', -gemäß /A dj. ; nicht präd.f dem Programm (1, 3 ,
5) entsprechend: alles ging, begann, verlief p .; -g e -
staltung, die Gestaltung eines Programms (1);.-ge
steuert/Adj.j Datenverarb. durch einProgramm
(5) gesteuert, bewirkt: programmgesteuerte R echen
automaten, Maschinen; die Arbeitsgänge sind,
verlaufen p.;
- heft, das Programm (2) in Form
eines Heftes
programmieren/sw. Vb.; hat/1.1. Datenverarb.
einen (Rechen)automaten p. (für ihn ein Programm
5 aufstellen); 0> etw ., jmd. ist falsch programmiert
(falsch auf etw. festgelegt) 1.2 . programmierter U nter
rich t (didaktisch, lerntheoretisch und fachmethodisch
begründetes rationelles Unterrichtsverfahren, bei dem
der aktive Lernprozeß eindeutig gesteuert verläuft)
Programmierer, der; -s, - Datenverarb. Fach
mann, der Programme für Rechenautomaten er
arbeitet
Programmier!Sprache, die Datenverarb. System
von Zeichen, formalisierte Sprache zur Formulierung
von Programmen für (Rechenautomaten: problem
orientierte P.
Programmierung, die; -,
- e n /zu programmieren/
Programm! -m nsik, die jo. PI .; Schreibg.: Pro-
grammusik/ Instrumentalm usik, die von histori
schen, poetischen Vorstellungen od. philosophischen
Gedankengängen bestimmt ist und deren Inhalt durch
hinzugefügte Worte des K o mpo nisten angegeben
wird; -Steuerung, die Datenverarb. Steuerung
des Arbeitsablaufs bei Rechenautomaten und anderen
automatisch arbeitenden Apparaten, Maschinen m it
progressiv — Pronomen
897
Hilfe eines Programms, das bes. in Lochkarten,
-streifen, Magnetbändern gespeichert is t : mit P. a us
gestattete Maschinen; -Vorschau, die Übersicht
über das Programm des folgenden Tages, der kom
menden Woche, bes, für Fernseh- und Rundfunksender
progressiv, progressiv /A d j./ 1 . fortschrittlich: eine
progressive Haltung, Idee, Tendenz; ein pro
gressiver bürgerlicher Politiker — 2 . fa ch sp r.
fortschreitend (1): eine progressive Entwicklung;
progressive Paralyse; etw. nimmt p. zu
Prohibition, die; jo. Pl.f in bestimmten Ländern
bestehendes gesetzliches Verbot der Herstellung, E in -
und Ausfuhr sowie des Verkaufs alkoholischer Ge
tränke
Projekt, das; -(e)s, -e (als Entwurf vorliegendes)
großangelegtes Unternehmen (2.1): ein tech nolo
gisches, großes, kühnes P.; ein P. entwerfen, ver
wirklichen; das P. ist gescheitert, mit 7 Millionen
Mark veranschlagt
Projektant, der; -en, -en jmd., Betrieb, der bes.
bauliche, technische, technologische Projekte erarbeitet
projektieren jsw. Vb. ; hat/ etw. p. ein Projekt bes.
für etw. Bauliches, Technisches, Technologisches er
arbeiten : ein Hochhaus Schiff, einen Tunnel, Stadt
teil p.; dazu Projektierung, die; -,
-en
Projektil, das; -s, -e Geschoß, bes. von Handfeuer
waffen
Projektion, die; -,
- e n 1. vergrößerte Wiedergabe
durchsichtiger od. undurchsichtiger Bilder mit Hilfe
von Lichtstrahlen auf einer hellen Fläche, Bildwand
mit einem Projektor, das Projizieren (1): eine klare,
unscharfe P .; die P. eines Dias auf eine Leinwand —
2.1 , M a th . Abbildung räumlicher Gebilde, geome
trischer Figuren auf einer Ebene mit Hilfe von
Geraden, die von Pu nkten des Originals ausgehend
gezeichnet werden 2 .2 . G e og r . Darstellung der ge
krümmten Erdoberfläche auf einer Ebene 2 .3 . M ath.
Geogr. das Ergebnis von 2.1 u. 2.2
Projektions| -apparat, der optisches Gerät zur (ver
größerten) Wiedergabe von einzelnen Bildern auf
einer hellen Fläche; -ebene, die M ath. Ebene für
eine Projektion (2.1); -fläch e, die helle Fläche, auf
die Bilder projiziert werden
Projektor, der; -s, Projektoren 1. Projektions
apparat — 2 . Gerät zur Projektion (1) eines Filmes
projizieren jsw. Vb.; hat/ 1. ein Bild mit Hilfe eines
Projektors auf eine Fläche werfen: Bilder, Dias,
Filme (auf eine Leinwand) p.
—
2. Math, einen
Körper auf eine Fläche p. (als Projektion 2.3 auf
einer Fläche abbilden)
Proklamation, die; -,
- e n öffentliche Verkündigung,
Aufruf in feierlicher Form: eine feierliche, ge
meinsame, abschließende P.; eine P. verfassen,
unterzeichnen, erlassen
proklamieren jsw. Vb.; hat/ etw. in Form einer Pro
klamation verkünden: etw. offen p.; ein Programm
p.; vor dem Putsch sollte der Generalstreik pro
klamiert werden
Prokura, die; -, Prokuren einem Angestellten von
einem kap. Unternehmer erteilte und im H andels
register eingetragene Vollmacht', jmdm. P . erteilen;
er hat, bekommt P.
Prokurist, der; -en, -en Inhaber der Prokura', der P.
einer Firma
Prolet, der; -en, -en jKurzw. für Proletarier; in der
Klassengesellschaft von der Bourgeoisie disk rim i
nierend gebraucht/
Proletariat, das; -s, jo. Pl.j die im K ap. von der herr
schenden Bourgeoisie ökonomisch ausgebeutete und
politisch unterdrückte A rbeiterklasse: das unter
drückte, revolutionäre P.; zum P. gehören, halten;
die Diktatur des Proletariats (die politische Herr
schaft der von der Pa rtei der Arbeiterklasse geführten
Werktätigen beim Aufbau des Soz.)
Proletarier, der; -s, - [. .ier, . .5ar] Angehöriger, Ver
treter des Proleta riats: ein klassenbewußter P .;
P. aller Länder, vereinigt euch! /Losung des kämp
ferischen internationalen Proletariatsf
proletarisch jAdj.j für (den) Proletarier, das Pro
letariat charakteristisch, in der A rt von Proletariern:
proletarischer Internationalismus (Solidarität des
internationalen Proletariats im K ampf um seine
politische und soziale Befreiung); p. denken, fühlen
Prolog, der; -s, -e eine Dichtung, bes. ein Bühnen
werk, einleitender, in sie integrierter (und sie in einen
allgemeinen Zusammenhang stellender) Te x t: ein
geistreicher, pointierter P . ; einen P. sprechen
Promenade, die; -,
- n breiter und langer, besonders
gepflegter, durch Grünanlagen führender Weg mit
Baumreihenf bes. für Fußgänger: eine bequeme,
breite P.; auf der P. Spazierengehen; jmdn. auf der
P. treffen
PromenadenImischung, die umg. scherzh. aus
einer zufälligen Kreuzung hervorgegangener, nicht
reinrassiger Hund
promenieren jsw. Vb.', ist/ 1.1 . spaziergengehen:
gemächlich, durch den Park, die Straßen p. 1 .2 . auf
und ab gehen (1): vor jmds. Fenster p.
Promille, das; -/ -s, - /relative, jeweils auf 1000 be
zogene M aßeinheit bei Mengenangabej: ein P. der
Bevölkerung; der Salzgehalt der Weltmeere be
trägt 35 P.; ein Blutalkoholgehalt von 2,5 P.
prominent jA dj.; nicht adv.j beruflich od. gesell
schaftlich einen besonderen R ang einnehmend, durch
Leistung od. Stellung (unter Vergleichbaren) hervor
ragend und daher von maßgeblicher Wirkung im
öffentlichen Leben: eine prominente Regisseurin,
Schriftstellerin, Persönlichkeit; prominenten B e
such haben
Prominenz, die; -, jo. Pl.j 1. Gesamtheit prominenter
Persönlichkeiten (eines bestimmten Bereichs): die
gesamte P. war erschienen; die P. von Film und
Fernsehen — 2. das Prominentsein: ein Virtuose
von hoher P.
Promiskuität, die;
jo. Pl.j uneingeschränkter,
bindungsloser Geschlechtsverkehr mit häufig wech
selnden Partnern
Promotion, die; -,
- e n (Verfahren zur) Erlangung,
Verleihung des akademischen Grades eines Doktors
Promovend,der; -en, -en [..v . .] jmd., der kurz vor
seiner Promotion steht
promovieren jsw. Vb.; hat/ [..v . .] 1. den akademi
schen Grad eines Doktors erlangen: sie hat an der
Universität B, im Fach Slawistik, mit einer Arbeit
über Gorki promoviert — 2. jmdn. p. jmdm. den
akademischen Grad eines Doktors verleihen: die
Fakultät promovierte ihn zum Doktor der Rechte
prompt jAdj.j 1. unverzüglich: eine prompte B e
dienung , Lieferung; etw . p. (umgehend) erledigen,
zahlen, zurückschicken; p. (pünktlich) zur Stelle
sein; eine prompte (unmittelbar erfolgende) Antw ort
—
2. Iadv.j umg., oft spött. wie nicht anders zu
erwarten war: er kam p. wieder zu spät
Pronomen, das; -s, -/Pronomina Gramm, (dekli-
S98
pronominal — Prosperität
nierbares) Wort, das eine bereits genannte od. u n
bestimmte Person od. Sache vertritt: ,er‘, »diese*,
,wer‘ sind Pronomina ;dazu pronominal /A dj.; nicht
präd.j
prononciert /A dj./ [..no si:rt] 1. deutlich ausge
sprochen, artikuliert: ein prononciertes Zungen-R
sprechen; der prononcierte Vortrag eines Gedichts
—
2. entschieden, betont: ein prononcierter A n
hänger, Verfechter einer neuen Theorie; etw. p. be
fürworten, ablehnen
Propaganda, die; /o. Pl.j 1. als Mitteides Klassen
kampfes dienende, in Inhalt und Form von den
Zielen der jeweiligen politischen Vertreter bestimmte
politisch-ideologische Einwirkung auf das Bewußt
sein der Volksmassen durch systematische Verbreitung
politischer, philosophischer Lehren, Ideen, M ein un
gen mit dem Ziel ihrer Realisierung in der Praxis:
gute, marxistisch-leninistische, überzeugende P .;
gegnerische, verleumderische P .; P. (be)treiben;
eine wirksame P. (für etw.) entfalten; / Agitation
undP. — 2.veraltend umg.Reklame:füretw. P.
machen; für diesen Spray wurde eine riesige P.
gestartet
Propagandist, der; -en, -en 1.1* Beauftragter einer
Partei, Massenorganisation für die Verbreitung und
Erläuterung politischer Lehren, Theorien, M einun
gen vom Standpunkt ihrer Weltanschauung aus
1.2 . Zirkelleiter für das Parteilehrjahr der SED —
2. fBRDf Werbefachmann in der kap. Wirtschaft,
der für eine bestimmte Ware wirbt
propagandistisch fA dj.; zu Propaganda 1/: pro
pagandistische Mittel, Ziele; etw. p . (mit den
Mitteln der Propaganda) auswerten
propagieren jsw. Vb.; h a t/1.1. etw. mit den Mitteln
der Propaganda (1) verbreiten, für etw. Propaganda
(1) betreiben: den Aufbau des Sozialismus, die
friedliche Koexistenz p.; eine Idee, Meinung, Re
form, Theorie p. 1 .2 . etw. bekannt, publik machen:
unser Vorhaben wollten wir eigentlich noch nicht
p.
—
2. etw. p. für etw. werben, Reklame machen:
ein Präparat p.; dazu Propagierung, die; -,
-en
Propangas, das jo. Pl.f farbloses, brennbares Gas
von hohem Heizwert, das in speziellen Geräten
anstelle von Leuchtgas verwendet wird
Propeller, der; -s, - 1 . aus zwei meist spiralig gebo
genen flächigen Teilen bestehende Vorrichtung,
die von einem Motor angetrieben, senkrecht zur
Fahrtrichtung rotierend, ein Luftfahrzeug vorwärts
bewegt: die P. laufen an; den P. anwerfen — 2 .
fachspr. eine in Form und Funktion 1 ähnliche,
a u s mehreren flügelartigen Teilen bestehende Vor
richtung am Heck eines Schiffes, die es durch Ro
tation vorwärts bewegt
proper fAdj.f sauber, ordentlich und gefällig wir
kend: eine propere Person; ihr Aussehen, Zimmer
war immer p.; sich, etw. p. halten; er war p. ge
kleidet
Prophet, der; -en, -en in verschiedenen Religionen
a ls Übermittler, Offenbarer des Willens der Gottheit
geltender, weissagender, predigender M ann: das
Buch, die Weissagung des Propheten Jeremias;
ich bin doch kein P. (ich kann doch nicht in die Zu
kunft sehen) !
Prophetie, die; -,
-n [..i:on] das Prophezeite
prophezeien /sw. Vb.; hat/ etw. intuitiv, auf Grund
von Vermutungen Vorhersagen: U nh eil p .; jmdm.
eine erfolgreiche Laufbahn p .; dazu Prophezeiung,
die; -,
-en
prophylaktisch fAdj.f [..y . .] Med. /zu Prophy
laxe/ : eine prophylaktische Behandlung, Kur, Maß
nahme; p. turnen; etw. rein p. tun
Prophylaxe, die;
-n [..y .J Med. Gesamtheit der
Maßnahmen zur Vorbeugung, frühen Erkennung
gesundheitlicher Schäden: medizinische, g esundheit
liche P.; etw. aus Gründen der P. verordnen; eine
umfassende P. gegen den Krebs
Proportion, die; -,
- e n 1.1 . Verhältnis aufeinander
abgestimmter, bezogener Größen, Teile zueinander wie
zu dem von ihnen gebildeten Ganzen: die P . vo n
Länge und Breite; das Gebäude ist ausgewogen,
maßvoll in seiner P.; die Proportionen stimmen,
sind nach dem Goldenen Sch nitt berechnet; die
Proportion(en) einhalten, wahren, berücksichtigen
1.2 . das Verhältnis von Bereichen zueinander: opti
male volkswirtschaftliche Proportionen; die P.
zwischen Forschung und Lehre — 2 . M ath, in
einer Gleichung ausgedrücktes Verhältnis: 3 :9 = a :b
ist ein e.P .; dazu proportional fAdj.fi zu 1.2: eine
proportionale K räfteverteilung; die Volkswirt
schaft planmäßig p. entwickeln; etw. verläuft,
entwickelt sich p. zu etw.; zu 2 M ath.: zwei ver
änderliche Größen sind zueinander direkt p., um
gekehrt p. (verändern sich im gleichen Verhältnis,
gegenläufig) u .Proportionalität, die; -, -en jvorw. Sg.f
proportioniert /A dj.j gut, wohl p. mit, von (gut) aus
gewogenen Proportionen, bes. hinsichtlich der (K ör
per)formen, wohlgestaltet: eine gut proportionierte
Figur, Plastik; umg. sie ist gut p.
proppe(n)voll /Adj./ landsch. salopp gedrängt
voll, überfüllt: proppenvolle Abteile; das Kino,
Stadion war p.
Propst, der; -es, Pröpste ReL 1. kath. Vorsteher
bes. eines Domkapitels — 2 . e v . Superintendent od.
geistlicher Leiter eines größeren B ezirk s, Sprengels
einer evangelischen (Landeskirche
Prorektor, der; -s, Prorektoren Stellvertreter des
Rektors einer Üniversität, Hochschule, auch Leiter
eines bestimmten Bereichs an einer Hochschule der
DDR: er ist erster P., ist P. für Gesellschafts
wissenschaften, für Wissenschaftsentwicklung; da-
zu Prorektorat, Prorektorat, das; -(e)s, -e Büro (1)
des Prorektors
Prosa, die; -, fo. PI ./ nicht durch Vers od. Reim ge
kennzeichnete (künstlerische) Form der Sprache:
eine gute, knappe, geschliffene P.; die erzählende
P. (eines Romans); Poesie und P .; er ist ein Meister
der P.
prosaisch fAdj.f [.. a :ij] poesielos, phantasielos,
nüchtern, trocken: ein (durch und durch) prosa
ischer Mensch; das ist eine ganz prosaische Sache,
Frage; du siehst alles sehr p.
prosit /Zuruf beim Zutrinken/ wohl bekommest; zum
Wohl!: er hob sein Glas und sagte „p. !**; ein Prosit
(auf jmdn.) ausbringen; ein Prosit dem Jubilar!
Prospekt, der; -(e)s, -e 1. für die Werbung bestimm
tes (illustriertes) Druckerzeugnis, Werbeschrift: ein
informativer P .; ein P. eines Verlages, Reisebüros
—
2. T h e a te r hinterer Abschluß der Dekoration
einer Bühne, der als eigenes B ild gestaltet ist od.
durch projizierte Lichtbilder bewirkt wird: ein g e
malter P. aus Leinwand — 3 . breite und lange
Straße (1.2) in der UdSSR
Prosperität, die; jo. PI./ W irtsch, Phase des
prost — protzen
899
Aufschwungs im Krisenzyklus der kap. Wirtschaft:
eine industrielle P.
prost /Zuruf heim Zutrinkenj prosit J: na, denn p.!
Prostata, die; jo. Pl.f Med. heim Mann und heim
männlichen Säugetier am Anfang der Harnröhre
gelegene Drüse
prostituieren /sw. Vb.; hat/ 1.1 . etw., jmdn., sich in
unwürdiger Weise (um materieller, finanzieller Vor-
teile willen) öffentlich preisgehen, herabwürdigen:
seine Gefühle, Begabung p .; dadurch prostituierte
er sich als Künstler, Wissenschaftler 1.2 . sich p.
sich gegen Geld für den Geschlechtsverkehr anbieten:
sie, dieser junge Mann prostituiert sich; zu 1.2 Pro
stituierte, die, auch der ; -n, -n u. Prostitution, die ;
-, jo. PI ./: gewerbsmäßige P..
Proszenium, das; -s, Proszenien [..len] T h ea t e r
1.1 . Raum zwischen Bühne und Zuschauerraum 1.2 .
Teil der Bühne vor dem Vorhang: einige Szenen
wurden ins P. verlegt
Proszeniums |löge, die unmittelbar an das Proszenium
seitlich angrenzende Loge im Theater:in der P. sitzen
protegigren /sw, Vb.; hat/ [..3i:..] jmdn. bes. in be
ruflicher ' Hinsicht (unangemessen) fördern, be
günstigen: den Sohn seines Freundes p.
Protein, das; -s, -e [..e|i:n] Chem. Art eines Ei
weißes, das in allen Zellen lebender Organismen ent
halten ist
Protektion, die; -,
-e n 1. Begünstigung, Förderung
einer Person durch jmdn., das Protegieren:einen Teil
seines Erfolges jmds. P ., derP. durch jmdn. verdan
ken; gegen P. und Cliquenwirtschaft ankämpfen —
2. jo. Pl.j unter jmds. P. (Schutz 1.2) stehen
Protektor, der; -s, Protektoren 1. Schirmherr: der
Abgeordnete ist P. dieser Veranstaltung — 2 .
Vertreter einer imperial., ein Protektorat (2) aus
übenden Macht
Protektorat, das; -(e)s, -e 1 . Schirmherrschaft: etw.
(ent)steht unter dem P. von jmdm., einer Institu
tion; über etw. ein P. ausüben — 2 . jo. Pl.j Unter
drückung eines Staates durch einen stärkeren, meist
imperial. Staat, der unter dem Vorwand,den schwäche
ren zu schützen, dessen gesamte Politik (stark) be
stimmt, kontrolliert — 8 . Gebiet, über das 2 ausgeübt
w ird
Protest, der; -es, -e 1.1 . nachdrückliche Bekundung,
das Äußern von Mißfallen, Ablehnung, Einspruch:
e in weltweiter, scharfer, stummer P.; P. (gegen
etw.) erheben, anmelden; etw. aus, unter P. tun
1.2 . Schriftstück, das 1.1 zum Inhalt hat: einen P.
formulieren, unterzeichnen, zurückweisen 1.3 . J u r .
jin der DDR/ Rechtsmittel des Staatsanwalts gegen
ein gerichtliches Urteil und gegenüber Staats- und
Wirtschaftsorganen bei der Feststellung von Rechts
verletzungen: der Staatsanwalt hat gegen das Ur
teil P. eingelegt — 2 . vor einem Notar od. einem
Vertreter des Gerichts vorgenommene Beurkundung
der Nichteinlösung od. Nichtannahme eines Wech
sels: ein P. der Bank
Protestaktion, die organisierte (öffentliche) Aktion,
m it der gegen etw., jmdn. protestiert wird: eine P.
veranstalten
Protestant, der; -en
- e n Angehöriger einer der den
Protestantismus vertretenden Kirchen: er war über
zeugter P.
protestantisch /A d j./ den Protestantismus vertretend,
dem Protestantismus zugehörig: ein protestantischer
Geistlicher, Bischof
Protestantismus, der; jo. Pl.f Lehre und A n
schauung der durch die /Reformation im 16. Jh. aus
dem Katholizismus erwachsenen Kirchen: der P.
Luthers
Protest! -bewegung, die von einem Großteil der Be
völkerung getragene Aktionen des Protestes (1.1):
durch etw. wird eine weltweite P. ausgelöst; -de-
monstration, die vgl. Protestkundgebung
protestieren /sw. Vb.; ha t/ gegen etw. seinen Protest
(1.1) äußern, Einspruch erheben: gegen ungerechte
Maßnahmen, eine Unterstellung, entwürdigende
Behandlung p.; ich protestiere!
Protest! -kundgebung, die Protestaktion in Form
einer Kundgebung: zu einer P. aufrufen; -marsch,
der Protestaktion in Form eines zielgerichteten M a r
sches; -note, die D iplom atie Abte, die einenProtest
(1.1) zum Inhalt hat: eine P. überreichen; -schrei
ben , das Schreiben, m it dem gegen etw., jmdn. (öffent
lich) protestiert wird; -streik, der Protestaktion in
Form eines (kurzen) Streiks
Prothese, die; -,
-n künstlicher E rsatz eines fehlen
den Körperteils: eine P. tragen; die P. (Zahnpro
these) reinigen
Protokoll, das; -s, -e 1. (wortgetreue) Niederschrift,
Aufzeichnung eines Gesprächs, des Herganges bes.
einer Verhandlung, eines Verhörs: das P. einer Sit
zung, Vernehmung; etw. ins P. aufnehmen; etw. zu
P. nehm en (protokollieren), geben (protokollieren las
sen);(das)P.führen — 2.fo. Pl.fDiplomatie Ge
samtheit der Bestimmungen und Gepflogenheiten in
bezug auf einen diplomatischen Akt: das internatio
nale, vorgesehene P .; er war Chef des Protokolls;
das P. einhalten; dem P. genügen; dazu proto
kollarisch /A dj./; zu 1: etw. p. festhalten
Protokollführer, der jmd., der das Protokoll (1)
führt
protokollieren /sw. Vb.; hat/ ein Gespräch, den Her
gang bes. einer Verhandlung, eines Verhörs wort
getreu a ufzeichnen: eine Sitzung, Verhandlung, Ver
nehmung p .; jmds. Aussagen genau, wortgetreu p.
Proton [..on], das; -s, Protonen Phys. positiv ge
ladenes Elementarteilchen, das zusammen mit dem
Neutron Baustein des Atomkerns ist; Kern des
Wasserstoffatoms
Protoplasma, das jo. Pl.j B io l . zähflüssige (Grund)-
Substanz einer lebenden Zelle eines Organismus, in
der alle Lebensvorgänge ablaufen
Prototyp, [.. typ], Prototyp [. .ty :p], der 1. typisches
Beispiel, Muster, Inbegriff: er ist der P. eines
Komikers, Spießers, Pädagogen; etw . wird zum P.
für etw. — 2. Techn. erste Ausführung als Vorbild,
Muster für die Serienfertigung bes. eines Fahrzeugs,
einer Maschine: neue Prototypen entwickeln
Protozoon, das; -s, Protozoen [. ,o:on, PI. . .o:an]
B iol. Einzeller
Protuberanz, die; -,
-en Phys. von der Sonne aus
gestoßene Gasmasse, die in der Nähe von Sonnen
flecken auftritt
Protz, der; -es/-en, -e/-en 1. um g. jemot.j jmd.,
der angeberisch und übertrieben seinen Besitz, (ver
meintliche) persönliche Vorzüge zur Schau stellt: er
ist ein bornierter, unangenehmer P.
—
2. /-es;
o. P I ./ großtuerisches, angeberisches Zurschaustellen
bes. von Besitz, Reichtum: Prunk und P. verachten
protzen jsw. Vb.; hatj umg. mit etw. p. Besitz,
(vermeintliche) persönliche Vorzüge vor anderen a n
geberisch zur Geltung bringen, zur Schau stellen:
5 8 Wörterbuch
900
Protzerei — Prozeßvertreter
mit seinem Auto, Erfolg, Reichtum, Wissen p.;
er protzt mit seiner Kraft; dazu Protzerei, die; -,
-en
protzig /A dj./ (wegen zur Schau gestellten Reich
tums) angeberisch und übertrieben w irk end : ein
protziger Bau, Goldrahmen, Einband; protzige
Eleganz, Ringe; p. eingerichtet sein
Provenienz, die; -,
-en [..v ..]geh.; Waren, Pro
dukte ausländischer P. {Herkunft)
Proviant, der; -(e)s, -e /vorw. Sg.f [..v . .] Vorrat
an Nahrungsmitteln für einen begrenzten Zeitraum,
bes. als Verpflegung für eine Reise, W anderung:
für die Reise reichlich P. einpacken, mitnehmen
Provinz, die;
-en [..v . .] 1. Landesteil, in man
chen Ländern größerer Verwaltungsbezirk: ein e
nördliche, fruchtbare, dichtbesiedelte P.; die
Hauptstadt dieser P.; ein mehrere Provinzen um
fassender Staat — 2. /o. PI./ veraltend umg.
von den zivilisatorischen (modischen) Neuerungen,
kulturellen Ereignissen der Gegenwart, der H aupt
s tadt eines Landes, einer Großstadt weniger berührtes
Gebiet: in der P. leben
provinziell /Adj.; zu Provinz 2/ [..v . .]: provin
zielle Verhältnisse; in Kleidung und Auftreten
wirkte er etwas p.
Provinzler, der; -s, - [;.v ..] veraltend umg. jmd.,
der in der Provinz (2) wohnt (und einen provinziell
beschränkten Gesichtskreis hat)
Provinz|stadt, die v era lten d Stadt in der Provinz
(2>, Kleinstadt: N war damals noch eine kleine,
abgelegene P.
Provision, die; -en [ . . v . J anteilig berechnete Ver
gütung für Vermittlung, Erledigung von (Handels)-
geschäften: eine hohe, ganz beachtliche P.; eine
P. von 12 Prozent; P. erhalten, bekommen,
nehm en; auf P. arbeiten
provisorisch fAdj.f [.. v . . ] 1.1 . eine bessere Lösung,
endgültige Regelung vorübergehend ersetzend, vor
läufig: eine provisorische Lösung, Maßnahme,
Regierung 1.2 . behelfsmäßig: eine provisorische
Brücke, Unterkunft; etw. p. befestigen, reparieren
Provisorium, das; -s, Provisorien [..v . ., PL ..ion,
.. i9n] vorläufiger Zustand; behelfsmäßige Einrich
tung: etw. ist (nur) ein P., als P. gedacht
provokant /A dj./ [.. v . . ] herausfordernd (2): ein
provokantes Lächeln, Auftreten; eine p. vor
getragene Meinung
Provokateur, der; -s, -e [., v . . 0:r] jmd,, bes. ein
Agent, der andere durch etw. zu bestimmten (un
bedachten) Handlungen herausfordert, aufreizt, auf
zuwiegeln sucht: ein bezahlter, faschistischer P .;
gegen Provokateure auftreten; Provokateure ent
larven
Provokation, die; -,
-e n [..v . .] Herausforderung
(zu unbedachten Handlungen): eine beleidigende,
dreiste, politische P.; Provokationen des Gegners
abwehren; etw. als P. betrachten; auf eine P.
reagieren
%
provokatQrisch jAdj.f [.. v . .] (zu unbedachten Hand
lungen) aufreizend, herausfordernd: provokato
rische Aktionen, Lügen, Fragen; etw. ist, wirkt p.
provozieren /sw. .Vb.; hat/ [..v . .] 1. etw. Unan
genehmes absichtlich hervorrufen, verursachen, her
aufbeschwören: Streit, Widerstand, einen Skandal,
Grenzzwischenfall p.; Med. einen Abort, Husten
p. (künstlich hervorrufen) — 2 . jmd n. herausfordern,
dazu aufreizen, eine bestimmte Handlung unbedacht
auszuführen: sich nicht p. lassen; er wollte mich
p .; etw. als provozierend empfinden
Prozedur, die; -,
- en 1.1 . der für jmdn. langwierige,
schwierige, strapaziöse Ablauf einer Tätigkeit: eine
anstrengende, entnervende, langwierige, umständ
liche P.; die P. einer Kaltwelle, des Reifen
wechsels; jmdn., etw ., sich einer P. unterziehen
1.2 . Verfahrensweise: die gesetzliche P . ; die P. einer
Abstimmung, Verhandlung; er hat über die P.,
nicht über die Sache diskutiert
Prozent, das; -(e)s, -e/- 1 . /bei Maßangabe PL
Prozent; relative, jeweils auf 100 bezogene M aß
einheit bei Mengenangabe/: 10 P. seines Einkom
mens; etw. zu 3V2 P* verzinsen; dieser Whisky
enthält 43 P. Alkohol; der Plan wurde nur zu, mit
93 P. erfüllt, wurde mit 102 P. übererfüllt; wie
v iel P. deines Verdienstes beträgt die Miete?;
Prozente berechnen — 2 . /PL -e/ nach 1 berechneter
Anteil am Gewinn (1.1) od. Profit (1): beachtliche,
günstige, hohe Prozente bekommen, einstecken
Prozent | -rechnung, die /o. PL/ Rechenart, durch
die Prozente (1) ermittelt werden; -s a tz , der (zahlen
mäßig) in Prozenten (1) ausgedrückter Wert: ein
geringer, hoher, niedriger P.; etw. zu einem P.
von 3,5 verzinsen
prozentual /Adj.f in Prozenten (1) ausgedrückt:
etw. liegt p. hoch
Prozeß, der; Prozesses, Prozesse 1. gesetzmäßig ver
laufender Vorgang, verlaufende Entwicklung: ein
chemischer, gesellschaftlicher, historischer, lang
wieriger P.; der P. der Entstehung; einen P. be
schleunigen, beobachten, hemmen; einen P.
steuern — 2 . gerichtliches Verfahren zur E nt
scheidung von Zivil- , Strafsachen od. arbeitsrecht
lichen Streitigkeiten: ein öffentlicher P .; der P. A
gegen B; einen P. anstrengen, betreiben, führen,
entscheiden, wieder aufnehmen; jmdm. den P.
machen (gegen jmd n. vor Gericht Klage erheben)
+ umg. mit etw., jmdm. kurzen P. machen (etw.
schnell und ohne Umstände erledigen, jmdn. ener
gisch und ohne Rücksicht behandeln)
prozeß/Prozeß| -fähig /Adj.; nicht adv./ J ur. im
Sinne des Zivilrechts fähig, einen Zivilprozeß selbst
zu führen: er ist krank, unmündig, entmündigt
und deshalb nicht p.; dazu -fahigkeit, die /o. PL/
prozessieren /sw. Vb.; hat/ einen Prozeß (2) führen,
anstrengen: gegen jmdn. p .; um, wegen etw. p .;
mit jmdm. (um etw.) p.
Prozession, die; -,
- e n feierlicher Umzug (2) katho
lischer, orthodoxer Geistlicher m it den Gläubigen,
bei dem kultische Gegenstände mitgeführt w erd en;
eine lange, feierliche P .; eine P. zog zum Dom
Prozeß (kosten, die /PL/ finanzielle Leistungen, die
bei Prozessen (2) für daraus entstehende Aufwen
dungen von den Beteiligten zu erbringen sind
Prozeß| -Ordnung, die Gesamtheit der Bestimmun
gen, die das Verfahren in einem Prozeß (2) regeln;
- partei, die Jur. einer der beiden Gegner im Zivil
prozeß; -rechner, der Datenverarb. Anlage mit
speziellem Rechner (2) zur (automatischen, optima
len) Führung von industriellen Prozessen (1); -recht,
das /o. PL / J u r . Gesamtheit der verfahrensrecht
lichen Vorschriften für Straf- und Zivilsachen;
- vergleich, der J u r. Vergleich der Prozeßparteien
am Ende eines Zivilprozesses; -Vertreter, der J u r.
jmd., bes. ein Anwalt, der im Zivilprozeß als jmds.
Bevollmächtigter auftritt
901
prüde lA dj.l im Hinblick auf Sexuelles übertrieben
schamhaft: prüdes Getue, Gehabe; sie tut, er ist
sehr p.; dazu Prüderie, die; /o. Pl.j prüdes Ver
halten
prüfen jsw. V b hat/ 1. etw., jmdn. (auf etw.) p.
durch bewußte sinnliche Wahrnehmung, durch eine
Probe od. Kontrolle festzustellen suchen, ermitteln
1.1 . wie etw., jmd. beschaffen ist: sie prüfte ihre
Frisur im Spiegel; er sah sie prüfend an; etw.
prüfend anfassen; sie hat sich lange geprüft (hat
lange über sich nachgedacht), ehe sie einwilligte 1.2 .
ob etw., jmd. eine bestimmte Eigenschaft hat und in
welchem Grade: ein B auteil auf seine Tragfähig
keit, eine Behauptung auf ihre Wahrheit p.; p.,
ob etw. funktioniert, ob jmd. für etw. geeignet ist;
- jmdn. auf seine Reaktionsfähigkeit, Zuverlässig
keit p. 1*8. öb etw. den gestellten Anforderungen
genügt: einen Entwurf (auf seine Verwendbarkeit),
einen Vertrag (auf seine Gültigkeit) p.; eine Rech
nung, Ware p.; ein Werkstück p.; amtlich ge
prüfte Meßgeräte — 2 . jmdn. (in etw.) p. durch
bestimmte Aufgabenstellung, Fragen jmds. K en nt
nisse auf einem bestimmten Gebiet zu ermitteln
suchen: einen Studenten (im Physikum) streng p.;
Schüler in Deutsch, Chemie p.; ein staatlich ge
prüfter Augenoptiker — 8 . das Leben, Schicksal
hat ihn schwer, hart geprüft (er hat viel Schweres
erleben müssen)
+ etw., jmdn. auf / Herz und Nieren p.
Prüfer, der; -s, - 1 . jmd., der berufsmäßig etw. auf
seine (vorgeschriebenen) Eigenschaften p rüft: ein P .
für Lebensmittel; Erzeugnisse, Bilanzen einem P.
vorlegen — 2 . jmd., bes. ein (Hochschullehrer, der
jmdn. p rüft (2): ein erfahrener, gefürchteter
P.
Prüfling, der; -s, -e jmd., der geprüft (2) wird
Prüf| -stand, der mit Meßgeräten ausgestattete A n
lage zum Prüfen von Maschinen, Geräten und deren
Elementen a uf eine od. mehrere Eigenschaften:
Motoren auf dem P. erproben; -stein, der fo.PL/
etw., woran sich jmd., etw. bewähren, wobei sich
jmd., etw. bestätigen muß: etw. ist ein P. für jmds.
Mut, Scharfsinn, Zuverlässigkeit; -stelle, die
amtliche Stelle für meßtechnische Prüfungen
Prüfung, die;
- en 1. /zu prüfen 1/ das Prüfen;
zu 1.2: die P. seiner Sehtüchtigkeit, Fahrtauglich
keit; die P. des Alkoholgehalts; zu 1.3: eine genaue
P. des Vertragswerkes, seiner Argumente, Papiere;
die P. einer Sache auf ihre Richtigkeit, Haltbar
keit, Funktionstüchtigkeit — 2 . Verfahren, in dem
jmds. Kenntnisse, Leistungen durch bestimmte A uf
gabenstellungen, Fragen festgestellt werden sollen:
eine dreistündige, mündliche, schriftliche, schwie
rige P.; eine P. in Chemie; eine P. ablegen,
- n ehmen, absolvieren, bestehen, machen; sich auf,
für eine P. vorbereiten; für eine P. lernen; in,
bei einer P. versagen — 8 . er hatte im Leben harte,
schwere Prüfungen (viel Schweres) zu bestehen;
ihm blieb keine P. erspart
Prüflings] -angst, die Angst, in einer Prüfung (2)
zu versagen; -arbeit, die: eine P. schreiben; -auf-
gabe, die; -ergebnis, das durch Prüfen (1.2 ,1 .3 ,2),
eine Prüfung (2) ermitteltes Ergebnis; -fach , das
Lehrfach, in dem zum Abschluß der A usbildung
eine Prüfung (2) abgelegt werden m uß; -kandidat,
der jmd., der sich zu einer Prüfung (2) gemeldet
hat, Prüfling; -thema, das Thema, Fragenkomplex,
dessen schriftliche, mündliche Darstellung in einer
Prüfung (2) gefordert wird
1Prügel, die /PI./ derbe Schläge (1.2): tüchtige P.
austeilen, bekommen, kriegen; u m g . P . beziehen;
es setzt P."1; dafür verdienst du P .!
+ eine / Tracht P.
2Prügel, der; -s, - landsch. zum Schlagen (1.1 —
1.3) verwendeter, verwendbarer Stock (1.1 .1), K n ü p
pel (1): einen derben P. ergreifen; sie schlugen
mit Prügeln aufeinander ein
Prügelei, die; -,
- e n Schlägerei: es kam zu einer
(schweren) P.
Prügel[knabe, der um g. jmd., der für die Ver
fehlungen eines anderen bestraft wird , Sündenbock:
jmdn. zum Prügelknaben machen
prügeln /sw. Vb.; hat/ 1.1 . jmdn. (zur Strafe)
wiederholt heftig, bes. m it einem Stock, schlagen:
wenn er getrunken hat, prügelt er beim geringsten
Anlaß; jmdn. zu Tode p. 1 .2 . sich p. einen Streit
untereinander mit den Fäusten austragen: auf dem
Hof prügelten sich ein paar Jungen; O sich um
die Plätze, Karten p. (streiten)
+ davonschleichen wie ein geprügelter / Hund
Prügel|strafe, die /o. Pl.\ Bestrafung durch Schläge:
die Abschaffung der P.
Prunk, der; -(e)s, jo. Pl.j üppig gestaltete A us
schmückung, große, kostspielige Pracht bei der A u s
stattung (von etw.): großer, verschwenderischer P .;
der P. dieses Festes, Gewandes, Schlosses; eine mit
viel P. ausgestattete Barockkirche, Operninsze
nierung
prunken jsw. Vb.; hat/ 1. geh. sich in Prunk dar
bieten: gegenüber prunkt die Fassade des Doms;
prunkender Glanz, Reichtum, Zierat — 2 . mit etw.
p. Besitz, (vermeintliche) persönliche Vorzüge vor
anderen angeberisch zu r Geltung bringen, zur Schau
stellen: mit seinem Besitz, Erfolg, Wissen p.
Prunk/prunkj -stück, das /PI.
- e/ sehr wertvolles,
schönes Stück, Exem plar bes. einer Sammlung: das
ist das P. des Museums; -sucht, die jo. Pl.j Sucht
zu prunken (2); -voll /Adj.j mit großem Prunk (aus
gestattet): ein prunkvoller Empfang; ein prunk
volles Gelage, Portal; p. gestalteter Buchschmuck
pruschen /sw. Vb.; hat/ norddt. umg. pru
sten
prusten, prustete, hat geprustet die Atemluft mehr
mals kräftig und hörbar durch den M und, die Nase
ausstoßen und dabei Tropfen versprühen: prustend
aus dem Wasser auftauchen
Psalm, der; -s, -en R el. ev. kath. geistliches Lied
aus dem Psalter: ein Vers aus einem P.
Psalter, der; -s, jo. PI./ Rel. ev. kath. Buch der
Psalm en im Alten Testament
Pseudonym, das; -s, -e [..ny:m] angenommener
Name, Deckname bes. eines Schriftstellers: er
schreibt unter einem P.
pst / Aufforderung, still zu sein) stillt, leise/: p.,
p.!; p., nicht so laut!
Psyche, die; -,
-n /vorw. Sg.j [psy:..] Gesamtheit
der auf der Nerventätigkeit des Menschen beruhen
den emotional-geistigen Prozesse und Eigenschaften
zur Widerspiegelung der objektiven Realität, die sich
in seinem Verhalten zeigen: die kindliche P .; die
P. der Frau; er ist ein Kenner, Erforscher der
menschlichen P.; eine sensible, labile, kranke P.
(haben)
Psychiater, der; -s, - [psy ..] Facharzt für Psychia-
prüde — Psychiater
58*
902
Psychiatrie — Publizist
trie: zu einem P. gehen; ein Gutachten eines
Psychiaters anfordern
Psychiatrie, die; fo. Pl.j [psy ..] 1. Wissenschaft
von der Entstehung, Erkennung, Behandlung und
Verhütung psychischer Krankheiten: gerichtliche
P.; Erkenntnisse, Methoden der P.
—
2. umg.
psychiatrische Klinik: er liegt jetzt in der P.; zu 1
psychiatrisch /Adj.; nicht präd.j: eine psychiatri
sche (die Psychiatrie 1 betreffende) Klinik; jmdn.
p. (mit den Mitteln der Psychiatrie) untersuchen
psychisch /A d j./ [psy :..] die Psyche betreffend:
psychische Folgen, Erregungen, Reaktionen, Pro
zesse, Krankheiten, Störungen; die psychische
Entwicklung des Kindes; jmdn. p. quälen; jmdm.
einen psychischen H alt geben; jmd. ist p. krank;
psychischen Belastungen ausgesetzt sein
Psychoanalyse [psy :..] , Psychoanalyse [psy ..], die
1. Med. P s y c h . psychotherapeutische Methode zur
Behandlung, Heilung psychischer Krankheiten, Stö
rungen, Fehlleistungen durch Aufdeckung und B e -
wußtmachen ins Unbewußte verdrängter Komplexe
—
2. jo. Pl,f von S. Freud ausgearbeitete tiefen-
psychologische Konzeption der allgemeinen Psycho-
logie und der Psychologie der Persönlichkeit, die er
später spekulativ zu einer Kulturtheorie, Weltan
schauung erweiterte; zu 1 Psychoanalytiker, der u.
psychoanalytisch /A dj.; nicht präd./
Psychologe, der; -n, -n [psy ..] 1. auf einer Uni
versität auf dem Gebiet der Psychologie (1) aus
gebildeter Fachmann: ein pädagogischer, klinischer
P.
—
2. jmd., der psychologisches Verständnis hat:
er erwies sich als ausgezeichneter, guter, schlech
ter P.
Psychologie, die;
jo. Pl.f [psy..] 1. Wissen
schaft, die die Gesetzmäßigkeiten der p sychischen
Prozesse und Eigenschaften in ihrer wechselseitigen
Abhängigkeit sowie in ihrer Bestimmtheit durch die
Umwelt erforscht: allgemeine, experimentelle, ge
richtliche, klinische, theoretische, vergleichende
P.; P. studieren — 2 . psychologisches (2) Verständ
nis, Vorgehen: hier kommst du nur mit P. weiter
—
3. u m g. Psyche: man muß die P. seines Gegen
übers, Gegners, Partners kennen
psychologisch /Adj./ [psy ..] 1. /nicht präd.f 1 .1 * die
Psychologie (1) betreffend: ein psychologisches I n
stitut, Praktikum; psychologische Forschungen
1.2 . auf der Psychologie (1) beruhend: ein psycholo
gisches Gutachten, Experiment — 2. /nicht präd./
auf die Psyche eines anderen, anderer gerichtet, ein
gehend: psychologisches Einfühlungsvermögen,
Verständnis; die psychologische Wirkung eines
Films; p. geschickt vorgehen — 3 . u m g . psychisch:
das hat psychologische Ursachen
Psychopath, der; -en, -en [psy..] Med. P sych .
Mensch, der an Psychopathie leidet
Psychopathie, die;
-n [psy.., PI. ..i:an] Med.
P sy ch . konstitutionelle psychische Anomalie, die
durch erhebliche Störungen im Gefühlsleben, i m
Wollen und im sozialen (1) Verhalten charakterisiert
ist; dazu psychopathisch /A dj./
Psychopathologie, die [psy ..] Wissenschaft von den
Ursachen und Erscheinungsformen psychischer
Krankheiten und Störungen
Psychopharmaka, die /PL/ [psy ..] auf die mensch
liche Psyche einwirkende Arzneimittel
Psychose, die; -,
-n [psy..] 1. Med. Psych.
Geisteskrankheit, psychische Krankheit mit starker
Beeinträchtigung der psychischen Funktionen: eine
endogene, exogene P.; den Beginn einer P. er
kennen — 2. ungewöhnlicher psychischer Zustand
(der Erregung), in den sich ein Mensch, eine Gruppe
von Menschen hineingesteigert hat, der einen M en
schen, eine Gruppe von Menschen ergreift: in eine
P. geraten
Psychotherapeut [psy:..] , Psychotherapeut [psy..] ,
der; -en, -en M ed. Fachmann für Psychotherapie;
dazu psychotherapeutisch, psychotherapeutisch
IAdj-1
Psychotherapie [psy :..] , Psychotherapie [psy ..] ,
die /o. PI ./ M ed. Therapie mit psychologischen
Mitteln und Methoden: P. anwenden
ptolemäisch /Adj.; nur attr./i das ptolemäische
Weltbild (auf den antiken Astronomen Ptolemäus
zurückgehende Auffassung vom Aufbau des U ni
versums mit der Erde als festem Mittelpunkt)
Pubertät, die; -, jo. PL/ Phase in der Entwicklung
des einzelnen Menschen, in der die Geschlechtsreife
eintritt
Publicity, die; -, /o. PL/ [pablisiti] (mit Hilfe ge
schickter Werbung erreichte) allgemeine Bekanntheit
einer Person in der Öffentlichkeit eines kap. Landes:
jmd. erstrebt, gewinnt, hat P.; etw. verschafft
jmdm. P .
Public R elätions, die /PI./ [pablik|rile:j9ns] Öffent
lichkeitsarbeit eines kap. Unternehmens, das in
manipulierender Weise, Absicht eine positive D a r
stellung seiner selbst vermittelt: Erfahrungen auf
dem Gebiet der P. haben
publik, auch publik jA d j.; in den Verbindungen/
etw. ist, wird p. (öffentlich, allgemein bekannt);
etw. p. machen (bekanntmachen 1.1)
Publikation, die;
- e n 1. /vorw. Sg.j das Publizie
ren: die späte, postume P. dieses Romans — 2 .
Veröffentlichung (2): eine periodisch erscheinende
P .; die neuesten, wissenschaftlichen Publikationen
Publikum, das; -s, /o. Pl.j 1.1« Gesamtheit der Z u
schauer, Zuhörer (bei einer öffentlichen Darbietung,
Veranstaltung): ein aufmerksames, begeistertes,
großes P.; das P. ging mit, pfiff, klatschte B ei
fall; das Stück, die Ausstellung wurde vom P. gut
aufgenommen, abgelehnt; jmd., etw. ist beim P .
beliebt 1.2 . Gruppe (für etw. besonders) interessierter
Menschen: an welches P. wendet sich der Autor
mit dieser Arbeit?; etw. findet sein P.; dafür gibt
es in dieser Stadt kein P. 1 .3 . Gesamtheit der
Gäste eines Restaurants: in diesem Lokal verkehrt
überwiegend einheimisches, junges P.
Publikums/publikums] -erfolg, der Erfolg (einer
Darbietung) beim Publikum (1.1, 1.2): etw. ist,
wurde ein P .; -geschmack, der jo. Pl.j Geschmack
eines großen Teils des Publikums (1.1 ,1 .2), der A ll
gemeinheit: etw. trifft den P., entspricht dem P.;
- verkehr, der: auf der Post war, herrschte reger,
starker P. (die Post wurde von vielen Bürgern auf
gesucht); diese Dienststelle hat heute keinen P .
(ist heute für Bürger geschlossen); -wirksam /A d j./
auf das Publikum (1.1 ,1 .2) wirkend: ein publikums
wirksamer Vortrag; etw. p. darstellen, gestalten
publizieren jsw. Vb.; hat/ etw. in schriftlicher, ge
druckter Form veröffentlichen: Gedichte, wissen
schaftliche Untersuchungen p .; etw. in einer Zeit
schrift p.
Publizist, der; -en, -en 1. an einer Hochschule aus
gebildeter Fachmann auf dem Gebiet der Publizistik
Publizistik - Pult
903
(2.1), Mitarbeiterbei den M assenmedien: Publizisten
vo n Rundfunk und Fernsehen — 2 . Schriftsteller,
der vorwiegend aktuelle gesellschaftliche und p o li
tische Probleme behandelt: ein bedeutender, bekann
ter P.
Publizistik, die; -, jo, Pl.j 1. Wissenschaft von den
Organen, Mitteln der öffentlichen M einungsbildung:
P. lehren, studieren — 2 .1 . schriftstellerische Tätig
keit auf dem Gebiet bes, der aktuellen politischen
Meinungsbildung: sich der P. widmen 2.2 . Ge
samtheit der durch 2.1 hervorgebrachten Publika
tionen: die zeitgenössische P.; zu 2.1 publizistisch
jA dj,f: publizistische Arbeit, Tätigkeit
Puck, der; -/ -s, -s Eishockey runde, dicke Scheibe
aus <Hartgummi, die beim Eishockey mit Schlägern
ins gegnerische Tor zu schlagen ist
puckern jsw. Vb.; hat/ umg.: es puckert (das Blut
pulsiert fühlbar) im kranken Zahn
' Pudding, der; -s, -s /-e halbfeste, gallertartige Süß-
speise, die durch Aufkochen einer Mischung aus
Stärkemehl und Aromastoffen mit Zucker in Milch
od. Wasser hergestellt wird: P. mit Rosinen, Him
beersaft
4- umg. scherzh. jmd. ist (hart) wie P. (jmd.
reagiert schwankend, gibt leicht nach)
Puddingpulver, das (in einer standardisierten
Menge abgepacktes) Stärkemehl mit Aromastoffen
zur Bereitung von Pudding
Pudel, der; -s, - 1. zu einer Hunderasse mit dichtem,
krausem Fell gehörender Haushund, der meist auf
eine bestimmte (modische) A r t geschoren wird : ein
schwarzer, weißer, gelehriger P.
—
II. landsch.
Pudelmütze
-j- u m g . wie ein begossener P. (beschämt, ent
täuscht, verlegen) dastehen, aussehen
Pudel/pudel| -mütze, die runde, randlose Mütze aus
(dicker) Wolle: eine P. tragen, aufsetzen, stricken;
-n aß, -naß jAdj.f umg. jemot,/ klatschnaß, triefend
naß: der Junge kam p. nach Hause; -wohl, -wohl
jAdj.; nicht attr.j umg. jemot,j: sich p. (sehr, über
aus wohl) fühlen; mir war p.
Puder, der; -s, - feines Pulver aus mineralischen
Stoffen mit Zusätzen, das zur Körper-, Schönheits
pflege od. zu medizinischen Zwecken verwendet w ird :
heller, schwefelhaltiger P .; P. mit einem W atte
bausch auftragen; P. und Schminke verwenden
pudern jsw. Vb.; ha t/ etw., m eist eine Stelle des
Körpers, jmdn., sich mit Puder bestäuben: (sich)
das Gesicht, die Nase p.; einen Säugling p.; sich
vor dem Spiegel p.
+ du bist wohl mit dem / Klammerbeutel ge
pudert?
Puderzucker, der jo. P l.j staubfein zermahlener
Zucker
Puff, der; -(.e)s, -e/-s/Püffe I. jPl. -e, Püffe/ um g.
leichter Stoß, bes. m it dem Ellenbogen, der Fa ust,
Knuff: ein freundschaftlicher, kräftiger P.; jmdm.
einen P. versetzen; Püffe austeilen, bekommen —
II. jPl.
- e/ Wäschepuff — III . jPl.
-s/ salopp
Bordell: in einen, den P. gehen
4* jmd. kann einen P. vertragen (jmd. ist nicht
em pfindlich)
Puffärmel, der gebauschter, kurzer Ärmel
puffen jsw. Vb.; hat/ 1. umg. jmdn, p. jmdm. einen
Puff (I) versetzen: jmdn. derb, leicht, in die Rippen
p.; sich p. und knuffen — ELI. durch ruckartiges
Ausstößen von Dampf, Gas (wiederholt) ein dumpfes
Geräusch hervorbringen: die Da mpfmaschine p ufft;
es pufft und knallt — 2 . Dampf, Gas ruckartig wo
hin ausstoßen: der Schornstein, die Lokomotive
pufft Rauchwolken in die Luft
Puffer, der; -s, - I . eine der an beiden Enden eines
Schienenfahrzeugs, eines Prellbocks paarweise an
gebrachten Vorrichtungen aus einer Stahlplatte mit
Federung zum Übertragen von Druckkräften, Auf-
fangen von Stößen: die P. stießen gegen den Prell
bock; O etw. wirkt als P. (mildert Auseinander
setzungen) ~ Df. l a n d s c h . Kartoffelpuffer: P.bak-
ken, essen
Puff| -mais, der vgl.
-r eis; -reis, der unter hohem
Druck gedämpfter und durch plötzlichen Druckabfall
stark aufgeblähter Reis
pulen /sw. Vb.; hat/ norddt. umg. 1.1. an etw. p.
m it dem Finger, einem kleinen, spitzen Gegenstand
etw. (an einer Sache) lockern: an einem Schorf,
an einem Faden, Knoten p.; in der Nase p.
(bohren) 1.2 . etw. von etw. abmachen, etw. aus etw.
herausholen: Hornhaut vo^ den Füßen p.; Rosinen
aus dem K uchen p.
Pulk , der; -s, -s/«e 1 . größere (geschlossene) Gruppe
1.1 . von Teilnehm ern während eines Rennens: im
P. fahren, laufen, bleiben; sich vom P. lösen 1.2.
von (Kampfflugzeugen: der P. schwenkte nach
Norden ab — 2. dichte Menge, Ansammlung: ein
P. Touristen, Möwen; ein P. Autos
Pulle, die; -,
-n
s a lopp Flasche mit einem alkoho
lischen Getränk: eine P. Schnaps, Sekt
pullern jsw. Vb.; hat/ Kinderspr. Harn lassen
Pulli, der; -s, -s u m g. (kurzärmliger) leichter P ull
over: ein knapper, schicker P.
Pullover, der; -s, - [. .v . .] über den Kopf zu ziehen
des, etwa hüftlanges, m eist gestricktes od. gewirktes
Kleidungsstück der Oberbekleidung: ein dicker,
eleganter, salopper, sportlicher P .; aus Wolle
einen P. stricken; den P. überziehen
Pulpa, die;
Pulpae [..pe] Zahnmed. weiches
Gewebe in der Zahnhöhle, das reich a n Blutgefäßen
und Nerven ist
Puls, der; -es, -e 1. bes. am Handgelenk fühlbare,
leichte, in Übereinstimmung mit der Herztätigkeit
sich rhythmisch wiederholende Stöße des in den
Arterien strömenden Blutes: ein beschleunigter,
schwacher, (un)regelmäßiger P .; der P. jagt, pocht,
schlägt, setzt aus, geht ruhig; jmdm. den P.
fühlen; (jmdm.) den P. (die Anzahl der.Puls
schläge p ro Zeiteinheit) messen — 2 . Stelle an der
Innenseite des Handgelenks, an der 1 fühlbar, meß
bar ist: jmdm., sich an den P. greifen
Pulsjader, die A rterie, Schlagader am Handgelenk
Pulsar, der; -s, -e A str o n . Strahlungsquelle im
Kosmos von sehr rasch und regelmäßig schwanken
der Intensität
pulsen jsw. Vb.; hat/; das Blut pulst (pulsiert)
pulsieren jsw. Vb.; hat/ das Blut pulsiert das'Blut
strömt in rhythmisch sich wiederholenden Stößen:
das Blut pulsiert in den Adern; O die Stadt war
v o n pulsierendem (regem, geschäftigem) Leben er
füllt
Puls|schlag, der Puls (1); den P. messen; die Puls
schläge zählen
Pu lt, das; -(e)s, -e halbhohes Gestell, Möbelstück
m it schräger Platte, an dem jmd. etw. vortragen,
lesen, schreiben kann: am P. sitzen, stehen und
lesen, schreiben; hinter das P. treten und reden
904
Pulver — Punkt
Pulver, das; -s, - [..for, ..vor] 1,1. Stoff in staub
fein zerteilter, zerriebener F o rm : ein feines, grob
körniges P.; etw. zu P. zermahlen, zerreiben,
zerstoßen; aus Kräutern, Kreide, Samenkörnern
ein P. hersteilen; ein P. mischen, in Wasser auf-
lösen; der Arzt hat ihm ein P. gegen Kopf
schmerzen verschrieben; ein P. gegen Ungeziefer
(aus)streuen; Kakao, ein W aschmittel kom mt
als P. in den Handel 1.2 . fo. PI ./ Schießpulver:
das P. explodiert — 2. fo. PL/ salopp es fehlt
mir am nötigen P. (Geld)
+ jmd. hat sein ganzes P. verschossen (jmd. hat
sich verausgabt, bereits seine sämtlichen Argumente
meist ohne Wirkung vorgebracht); um g . jmd. hat
das P. (auch) nicht (gerade) erfunden (jmd. ist
nicht besonders klug, ziemlich dumm); — jmd. ist
keinen / Schuß P. wert
Pulver|faß, das -f- etw. gleicht einem P. (die Lage
in einem Bereich ist so gespannt, daß jederzeit ein
schwerer K onflikt ausbrechen kann); (wie) auf dem
P. sitzen (in einer Lage sein, in der plötzliche,
gefährliche Veränderungen zu erwarten sind)
pulverig fAdj.f [..f . .,
..v ..] inForm von Pulver
(1.1): etw. kommt in pulverigem Zustand in den
Handel; etw. p. (zu Pulver) zerstoßen
pulverisieren jsw.%Vb.; hat/ [..v . .] etw. in die
Form von Pulver (1.1) bringen: etw. existiert in
pulverisierter Form
Pulver| -kaffee, der aus Kaffee (2) durch Entzug
des Wassers hergestelltes Pulver, das in kalter,
heißer Flüssigkeit leicht löslich ist; -k uch en, der
Kuchen, zu dem Backpulver als Triebmittel ver
wendet wird; -schn ee, der sehr lockerer, trockener
Schnee
pulvrig fAdj.f s. pulverig
Puma, der; -s, -s zu den Katzen (1) gehörendes
amerikanisches Raubtier, dessen Fell am Bauch
weißlich, a u f dem Rücken gelbrot bis silbergrau ge
färbt ist
Pummel, der; -s, - u m g. rundliches, dickliches
Mädchen, Kind: das Baby, Mädchen ist ein rich
tiger kleiner P .; dazu pumm(e)lig fAdj.f
Pump, der fin den Verbindungen/ s a lop p einen
P. (bei jmdm.) aufnehm en (sich bei jmdm. Geld
leihen); (sich) etw. auf P. (mit dem Versprechen,
es später zu bezahlen) kaufen; jmdm. etw. auf P.
(gegen das Versprechen, d aß er es später bezahlt)
geben; auf P. (mit, von geborgtem Geld) leben
Pumpe, die;
- n Gerät, Arbeitsmaschine zum
1Bewegen (1) von Flüssigk eiten, Gasen durch die
Wirkung von Druck (1.1) od. Unterdrück bes. in
Rohrleitungen: eine alte P. auf dem Hof; eine
elektrische, von Hand betriebene P.; mit einer
P. Luft in den Schlauch pumpen; O um g . die
alte P. (das Herz) will nicht mehr so
pumpen fsw. Vb.; hat/ 1.1 . durch Betätigen einer
Pumpe eine Flüssigkeit, ein Gas (irgendwohin) be
fördern: Wasser (in einen Eimer, aus einem Keller),
Luft p.; Erdöl durch die Pipeline p.; er stand auf
dem Hof und pumpte — 2 . Geld in ein Projekt
p. (viel Geld in ein Projekt investieren) — II . um g .
1. sich (von jmdm.) etw. p. sich (von jmdm.) etw.
borgen, leihen: ich möchte mir (von, bei dir) einen
Regenschirm, 50 Mark p.
—
2. jmdm. etw. p.
jmdm. etw. borgen, leihen: sie hat ihm ihr Fahrrad
gepumpt; kannst du mir etwas Geld p.?
Pumpen]Schwengel, der Schwengel (2)
Pumpernickel, der; -s, - fvorw. Sg.f schwarzbraunes,
rindenloses (Schnitt)brot aus geschrotetem Roggen,
das leicht süßlich schmeckt
Pumphose, die weite, unter dem K nie gebundene
und daher bauschige, halblange Hose
Pumps, der; -,
-
[poemps] den Spann nicht bedek-
kender Damenschuh m it hohem, halbhohem Absa tz:
elegante P. (tragen)
Pump| -speicherwerk, das Wasserkraftwerk mit
einer Anlage, die in Zeiten geringen Strombedarfs,
bes. während der Nacht, in ein hochgelegenes Becken
Wasser pumpt, das den Turbinen in Spitzen
belastungszeiten zugeführt wird; -Station, die Stelle
eines Rohrleitungssystems, an der eine Pumpe od.
mehrere Pumpen eingebaut sind
Punkt, der; -(e)s, -e/- 1 . fPl.
-ef (sehr) kleine,
kreisförmig begrenzte, von einer Umgebung ab
weichende Stelle: blau(er Stoff) mit weißen Punk
ten; ein Schlips mit Punkten; zwei leuchtende
Punkte tauchen aus der Dunkelheit, in der Ferne
auf —2. /PI.
-ef sehr kleines graphisches Zeichen
in der Form von 1 2.1 .1 . als syntaktische Markie
rung: P. und Komma setzen; Auslassungen durch
drei Punkte kennzeichnen 2.1 .2 . zur Darstellung
bestimmter orthographischer Gegebenheiten: den U m
laut durch Punkte über dem Vokal angeben; eine
Abkürzung mit, ohne P. schreiben 2.2 . Mus. das,
hinter einer Note stehend, ihren Zeitwert um die
Hälfte verlängert: eine Viertelnote mit einem P.
2.3. /bei Maßangabe PI. Punkt/ Druckerei das
als Maßeinheit mit einem bestimmten Durchmesser
für den Schriftsatz, z. B . für den Schriftgrad, ein
geführt ist: der typographische P .; für die Schrift
dieGröße von 9P. wählen —3.fPl.
-ef Math.
gedachte, durch mindestens zwei Werte geometrisch
lokalisierte Stelle (an der sich zwei Linien schneiden)
m it der Dimension N ull: zwei Linien, Geraden,
Kurven schneiden sich in einem P .; die Lage eines
Punktes, einen P. in einem Koordinatensystem
bestimmen; der trigonometrische P.
—
4. fPl. -ef
bestimmte Stelle, bestimmter W rt: der höchste
schönste P. der Stadt, Landschaft; der Turm ist
ein markanter P. dieser Gegend; an diesem P. ga
belt sich die Straße; O an einen P. kommen, auf,
an dem P. sein, wo man nicht mehr weiter weiß
—
5. fo.Pl.f P. (genau, auf die Minute) 8 (Uhr)
beginnen — 6 . fPl. -ef 6.1 . einzelne Frage, Einzel
heit innerhalb eines größeren Themenkomplex es:
ein kritischer, strittiger, wichtiger P .; einen b e
stimmten P. behandeln, erörtern; in einigen Punk
ten verschiedener Ansicht, einer Meinung sein;
sich über einen P. streiten 6.2 . fAbk. Pkt./ einzel
ner (bezifferter) Abschnitt innerhalb eines geglieder
ten Ganzen: P. 3 und 4 unseres Programms, der
Tagesordnung, des Vertrages; ein zehn Punkte
umfassendes Programm; einen Bericht P. für P.
(in allen Einzelheiten, ganz und gar) durchgehen
—
7. IPI . -e; Bewertungseinheit in manchen Sport
arten, Spielen, Prüfungen!: von den 90 möglichen
Punkten erreichte er 85; die Mannschaft gewann
mit 9:7 Punkten; nach Punkten siegen; den Geg
ner im Boxkampf nach Punkten schlagen
-j- der P. auf dem i (die Krönung, Vollendung einer
Sache); das ist der springende P. (das Entschei
dende, das Kernproblem); ein wunder P. (Stelle,
an der jmd., etw. leicht anzugreifen, zu treffen ist);
an einen toten P. gelangen (an eine Stelle inner-
Punktalglas — puritanisch
905
halb eines größeren Zusamm enhangs gelangen, an
der man nicht weiterkommt); den toten P. (eine
Phase totaler Ermüdung) überwinden; u m g . nun
mach mal einen P. (nun hör aber auf)!
Punktalglas, das /PL -gläser/ Brillenglas, das auf
Grund eines (punktförmigen) Schliffs (1.2) optische
Verzerrungen aufhebt
punkt/Punkt| -förmig /Adj./ in der Form eines
Punktes (1): eine punktförmige Lichtquelle;
- gewitfh, der Sport Gewinn an Punkten (7): einen
unerwarteten P. erzielen; -gleich /Adj./ S p o rt:
beide Mannschaften, Sportler sind, stehen, liegen
p. (haben die gleiche Punktzahl); -haus, das einzeln
stehendes Hochhaus
punktieren /sw. Vb.; hat; / auch punktiert/ 1,
Med. etw., jmdn. p. an, bei etwjmdm. einePunk
tion vornehmen: die Leber, das Rippenfell, einen
Patienten p. — 2 . etw. durch sehr kleine Punkte (1)
andeuten, darstellen: den Umriß p.; eine punktierte
Linie
punktiert /A dj.; nicht adv.; / auch punktieren/
gepunktet: ein punktierter Stoff, Schal
Punktion, die; -en Med. Einstich mit einer Hohl
nadel in einen Hohlraum des Körpers zur Entnahme
von Flüssigkeiten od. Zellen für diagnostische,
therapeutische Zwecke: die P. der Leber; an jmdm.
eine P. vornehmen
pünktlich /A d j./ zur festgesetzten, verabredeten Zeit,
a uf die Minute genau (kommend): er ist (immer)
p.; p. (um 1 Uhr) aufbrechen, eintreffen, ko m
men; etw. p. abholen, erledigen, liefern, (be)-
zahlen; dazu Pünktlichkeit, die; -, jo. PL/
Punktj -richter, der S p o r t unparteiischer Sach
verständiger, der bei einem Wettkampf die Leistun
gen der Sportler nach Punkten (7) bewertet; -schritt,
die Blindenschrift; -schweißen, das; -s, jo. PL/
T ech n . Zusammenschweißen (sich überlappender
Bleche) an einzelnen Punkten (4) mit zwei einander
gegenüberliegenden Elektroden; -sieg, der S p o r t
nach Punkten (7) errechnter Sieg, bes. beim Boxen,
Ringen; -spiel, das Spo rt Meisterschaftsspiel, das
nach dem Punktsystem bewertet wird; -System, das
S p o r t Austragungsmodus für Meisterschaftsspiele,
bei dem jede M annschaft gegen jede derselben
Leistungsklasse a ntritt und die Plazierung sich aus
der Gesamtpunktzahl ergibt
punktuell /A dj./ [..u |el] auf einen Punkt (4, 6.1) be
schränkt, an, in einzelnen Pu nkten: punktuelles Auf
treten einer Seuche; p. übereinstimmen, Vor
kommen
Punktj -Wertung, die S p o r t Bewertung von Lei
stungen nach Punkten (7); -zahl, die Anzahl an
Punkten (7)
Punsch, der; -es, -e/Pünsche meist heiß serviertes
alkoholisches Mischgetränk aus Rotwein, A rrak od.
Rum, Gewürzen, Zucker und Wasser od. Tee
Pup, der; -(e)s, -e s alopp Pups; dazu pupen /sw.
Vb.; hat/
Pupille, die; -,
-n dunkel erscheinende, (durch K on
traktion eines M uskels) verengbare Stelle in der
Mitte des Auges, durch die das Licht eintritt: die
Pupillen erweitern, verengen sich
Puppe, die; -,
-n 1.1 . als Spielzeug dienende Nach
bildung der Gestalt eines Kind es: eine hübsche,
große, abwaschbare P.; das Kind spielt mit der P.,
spielt gern mit Puppen; die P. an- und ausziehen,
schlafen legen; eine P. aus Stoff, Gummi, Plast,
Zelluloid 1.2 . Nachbildung der Gestalt bes. eines
Menschen als Figur des Kasperletheaters, Pupp en
theaters: Puppen an Drähten tan zen lassen; <0>
er war nur eine P. (ein unselbständiger, von
anderen als Werkzeug benutzter Mensch) l.S .l .
Schaufensterpuppe 1.3 .2 . Schneiderpuppe — 2 .
s a l o p p (sehr hübsche) junge weibliche Person: eine
süße, tolle P.; sich eine P. anlachen; er will seine
P. (Freundin 2) mitbringen — 3 . Zool. von einer
Hülle umgebenes Insekt während des Ruhestadiums,
in dem eine vollständige organische Umwandlung
zum geschlechtsreifen Insekt vor sich geht: die Raupe
wird zur P.; der Schmetterling sprengt seine P ,
(Hülle) — 4. landsch. zu einer Gruppe zusammen
gestellte Getreidegarben
+ umg. die Puppen tanzen lassen (bei einer Ver
gnügung 2 viel Geld ausgeben u nd sich amüsieren);
bis in die Puppen (übermäßig lange) bleiben,
schlafen
Puppen! -film, der Trickfilm , der in räumlicher
Dekoration mit Puppen (1.2) hergestellt wird;
- gesicht, das /PI.
-e r/ hübsches, aber meist aus
drucksloses Gesicht einer F ra u
puppenhaft /A d j.; von weiblichen Personen/ hübsch,
aber meist ausdruckslos: ein puppenhaftes Gesicht,
Mädchen; p. lächeln
Puppen/puppenl -h a us , das kleine Nachbildung
eines Hauses mit Puppen als Spielzeug; :lustig,
- lustig /Adj.; vorw. präd.\ umg. jemot./ sehr lustig
(1), fidel: quietschvergnügt und p.;
- spiel, das
theatralische Darstellung mit Pupp en (1.2): ein P.
sehen; ein Stück für das P. schreiben; -Spieler,
der jmd., der (berufsmäßig) Puppenspiele vorführt:
ein umherziehender P .;
-Stube, die vgl.
- haus;
-theater, das Theater für Puppenspiele; -wagen,
der kleiner, dem Kinderwagen nachgebildeter Wa
gen für Puppen als Spielzeug: die Puppe im P.
ausfahren
puppern /sw. Vb.; hat/ umg.: mein Herz puppert
(schlägt heftig) vor Freude, Angst
Pups, der; -es, -e s a lo p p (mit Geräusch) abgehende
Blähung: einen P. lassen; dazu pupsen fsw. Vb.;
hat/
pur /A d j./ rein, keine andersartigen Bestandteile
aufweisend 1.1 . /nur attr.\ etw. ist aus purem
Gold; das ist pures Silber; /dem Subst. unflektiert
nachgestellt/ einen Whisky p. (ohne Eis, Soda)
bestellen, trinken 1.2 . /nur attr./ umg. /in bezug
auf Abstrakta/ bloß (2), nichts anderes als: das ist
purer Zufall, W ahnsinn, Unfug; das ist die pure
Wahrheit; etw. aus purer Angst, Bequemlichkeit
tun
Püree, das; -s, -s K o ch k . durch Passieren (1.2)
hergestellte dickflüssige M asse aus einem bestimm
ten gekochten pflanzlichen Produkt: ein P. aus
Erbsen, K artoffeln
pürieren jsw. Vb.; hat/ K ochk. etw. zu Püree
machen: die Küchenmaschine mixt, mahlt, püriert;
pürierte Erbsen, Tomaten
Purism us, der;
/o. PL/ Sprachwiss. (über
triebenes) Streben, Fremdwörter in der M utter
sprache auszumerzen; dazu Purist, der; -en, -en
Puritaner, der; -s, - 1 .1 . Anhänger des Puritanis
mus 1 .2 . eine allzu strenge Lebensführung bevor
zugender,
verlangender, äußerst sittenstrenger
Mensch
puritanisch /Adj./ 1 .1 . für den Puritanismus- (1.1)
charakteristisch, ihm zugehörig: die puritanische
Denkweise, Auffassung vom Leben; ein purita
nischer Geistlicher 1.2 . a llzu ernste Lebensführung
bevorzugend, verlangend, äußerst sittenstreng: ihr
Vater war ein wenig zu p.; puritanische (&6er-
mäßige) Einfachheit; p. leben
Puritanismus, der;
/o. PL/ 1 .1 . kirchlich-poli
tische Reformbewegung etwa seit 1565 in England,
<fo'e m Sinne C alvins die Wiederherstellung der
Reinheit der biblischen Lehre in der anglikanischen
Kirche, eine bürgerl. Position gegenüber dem Absolu
tismus und Sittenstrenge im persönlichen Leben er
strebte : ein Vertreter des P. 1 .2 . sein P. (seine große
Sittenstrenge) machte ihn hart gegen sich und
andere
Purpur, der; -s, fo. PL / 1 . blaustichiger, intensiv
roter Farbstoff — 2. geh. Purpurmantel: sich in
den P. hüllen; jmdm. den P. umlegen
purpur/Purpur] -färben /Adj.f von, in der Farbe
des Pu rp u rs (1): ein purpurfarbener Teppich, Vor
hang; -mantel, der purpurfarbener Umhang, M a n
tel, den Herrscher, Kardinale bei offiziellem A nlaß
tragen
purpurn /Adj./ purpurrot: ein purpurner Himmel,
Mund, W ein
purpurjrot /Adj./ rot wie Purpur (1)-: p. versank
die Sonne am Horizont
Purzellbaum, der auf dem Boden ausgeführte Rolle
(4.1) um die eigene Querachse: einen P. machen
+ (einen) P. schießen, schlagen (einen Purzel
baum, Purzelbäume machen)
purzeln /sw. Vb.; ist/ um g . (sich überschlagend und
dabei einen etwas komischen A nblick bietend) irgend
wohin fallen: er ist in den Schnee, aus dem Bett,
Wagen gepurzelt
pusselig /Adj.; nicht adv./ landseh., bes. norddt.,
umg. 1 . viel Sorgfalt, Geduld und längere Zeit er
fordernd: eine pusselige Arbeit, Beschäftigung,
Sache — 2 . in Kleinigkeiten übermäßig genau, sich
ausgiebig bei Einzelheiten aufhaltend: er ist mir zu p.
pusseln /sw. Vb.; hat/ um g . sich ausgiebig, über
trieben sorgfältig m it kleineren Arbeiten beschäfti
gen: er hat den ganzen Vormittag an seinem Auto,
im Garten gepusselt
pußlig /Adj./ s. pusselig
Puste, die; jo. PL/ umg. /in der Verbindung/
aus der P. kommen, sein (atemlos werden, sein)
+ umg. jmdm. geht die P. aus (jmd. verliert die
Ausdauer, Lust zu etw.; jmd. kommt in finanzielle
Schwierigkeiten)
Puste| -blume, die u m g . (verblühter) Löwenzahn,
dessen leicht wegzublasende Samen mit haarähnlich
feinen Fasern verbunden sind und so durch die Luft
fliegen; -kuchen jo. Art.; o. PL/ salopp /Ausruf,
der ausdrückt, daß eine Erwartung sich nicht erfüllt
hat/: ich hatte gedacht, es klappt, aber P.! , alles
ging schief
Pustel, die; -,
-n bis linsengroße (eitrige) Blase,
Pick el: dicke, nässende, rötliche Pusteln
pusten, pustete, hat gepustet umg, 1 .1 . zwischen
den wenig geöffneten Lippen Atemluft ausstoßen
und irgendwohin blasen: in einen Ball, eine L uft
matratze Luft p.; auf den Löffel p., damit die
Suppe abkühlt 1 .2 . etw. durch 1.1 . von etw. weg,
irgendwohin bewegen: jmdm. Ra uch ins Gesicht p.
—
2. außer Atem sein, keuchen: nach der zweiten
Treppe beginne ich zu p.
906
Puritanismus — Puzzlespiel
Pute, die; -,
- n 1.1 . Truthenne: ein Geflügelhof
mit Hühnern, Gänsen und Puten 1.2 . jo. PL/
(Stück von) 1.1 als Braten: heute gibt es P.
—
2. umg. /von einer weiblichen Person/: sie ist eine
eingebildete, dumme P. (ist eingebildet, dumm);
auch Schimpfw.
Puter, der; -s, - Truthahn: der P. kollert
puter|rot, puter[rot /A dj.; vom Gesicht/ sehr, inten
siv rot: jmd. hat ein puterrotes Gesicht, wird (vor
Scham, Zorn) p.
Putsch, der; -es, -e (gewaltsame) politische Aktion
einer meist reaktionären Minderheit m it dem Ziel,
eine Regierung zu stürzen und selbst die Regierung
zu übernehmen: ein gescheiterter konterrevolutio
närer P .; durch einen P. an die Macht kommen
putschen /sw. Vb.; hat/ einen Putsch machen, ver
suchen: die Offiziere putschten; dazu Putschist,
der; -en, -en
Putte, die; -,
-n 1. bild. Kunst in der Malerei
und Architektur bes. des 17. und 18. Jhs. auf-
tretende nackte Kind erfigur mit od. ohne Flügel:
geflügelte kleine Putten; ein Barockgemälde mit
Putten — 2 . M ode junges Mädchen zwischen 15
und 18 Jahren: ein Modell für Putten
Putz, der; -es, /o. Pl.j zu Schutz und Verschönerung
auf Wände, Decken aufgebrachte Schicht Mörtel:
der P. blättert, bröckelt, fällt ab; Mauern mit
P. bewerfen, verkleiden; Leitungen unter, über,
auf P. legen
-j- u m g . auf den P. hauen (großsprecherisch reden;
heftig aufbegehren)
putzen /sw. Vb.; hat/ 1. etw. durch Reiben, Wischen
reinigen und blank machen: Bestecke, Fenster,
Gläser, Zinn p .; seine Schuhe p .; (sich) die Zähne
p.; etw. ist blank, sorgfältig, schlecht geputzt;
O die Katze putzt sich (fährt mit der Zunge, den
Pfoten über ihr Fell und glättet es) — 2 . etw. vom
Schmutz, von etw. Unbrauchbarem befreien, säubern:
Gemüse, Salat p.; sich die Nase p.
—
8.1 . sich,
jmdn. schmücken, festlich kleiden: sich, ein Kind
(zum Fest, Geburtstag) p.; sie putzt sich gern 3.2 .
etw. putzt (etw.) etw. gibt einen ästhetischen Effekt,
ist ein wirkungsvoller Schmuck (für etw.): der
modische Schal putzt (das Kleid) sehr — 4 . etw.
verputzen (1): eine Wand, Decke p.
Putzer, der; -s, - Facharbeiter, der Wände, Decken
mit Putz versieht
Putz|frau, die umg. Raumpflegerin
putzig jÄdj.j umg . 1 . drollig (2) (anzusehen): ein
putziges kleines Kind, Jungtier; p. aussehen —
2. seltsam, komisch: ein putziger Zufall; etw. p.
finden
Putz/putz| -lappen, der Lappen zum Putzen (1);
- m a cherin, die; -,
- n e n Facharbeiterin, die Hüte
formt und garniert; -m ittel, das (flüssiges, auf-
sprühbares) Mittel, bei, nach dessen Anw endung
etw. leicht sauber, blank gerieben werden kan n;
-m unter, :munter /Adj.; emot./ umg. scherzh.
sehr, äußerst munter (1.2); -sucht, die jo. PL/ über
triebene Neigung, sich zu putzen; dazu -süchtig
jAdj.j; -zeug, das Dinge, die zum Putzen (1) ver
wendet werden, bes. Lappen, Bürsten
Pu zzle, das; -s, -s [puzol, pusol, auch pazal] Ge
duldsspiel, bei dem viele kleine Teile zu einem
(flächenhaften) Bild zusammengesetzt werden mü s
sen
Puzzle]spiel, das Puzzle
Pyjama — Qualifikation
907
Pyjama, der; -s, -s [pydjatma, auch pid3..,
pyja:ma] Schlafanzug
Pykniker, der; -s, - [py..] fachspr. Mensch von
gedrungener, untersetzter Gestalt, der zu Fettansatz
neigt: er ist ein P.; dazu pyknisch /Adj./
Pylon, der; -en, -en [py. J 1# säulenartiges Gerüst,
au f dem hei (religiösen) Feierlichheiten ein Feuer
in einer Schale entzündet wird — 2 . turmartiger
Pfeiler für Hängebrücken
Pylone, die; -,
-n [py..] s. Pylon
Pyramide, die;
-n [py..] 1* M ath, geometrischer
Körp er mit einem ebenen Vieleck als Grundfläche
und entsprechend vielen dreieckigen Seitenflächen,
die zusammen eine Spitze bilden: den Mantel,
Rauminhalt einer P. berechnen — 2 . monumen
taler, auf einer meist quadratischen Grundfläche er
richteter, spitz zulaufender Bau verschiedener K u l
turen, bes. in Ägypten mit dem Grab eines Königs
—
8 . Weihnachtspyramide *— 4 . Gebilde in der
Form von 1: die Turner bildeten eine P.; eine P.
aus Konservendosen, Steinen
Pyromanie, die; -, Jo. P I ./ [p y ..] krankhafter Trieb
zur Brandstiftung
Pyrotechnik [py:..], Pyrotechnik [py..] , die fvorw.
Sg./ Technik der Herstellung und des Abbrennens
von Feuerwerkskörpern
Pyrrhussieg, der [py..] mit (all)zu großen Opfern
erkaufter Sieg, Scheinsieg: einen P. erringen
Python, der; -s, -s [py:..] sich durch Eier fort
pflanzende Biesenschlange
Q» das;
'/umg, -s [ku:] 1* der Laut Q; sieb
zehnter Buchstabe des Alphabets — 2* /höchstes
Gütezeichen in der DDR/ : diesem Erzeugnis wurde
das Q verliehen
Quacksalber, der; -s, - Kurpfuschen dieser Arzt
ist der reinste Q.; dazu quacksalbern /sw . Vb.;
hat/
Quaddel, die; -,
-n
oben flache, leicht entzündete,
juckende Anschwellung der Haut: nach dem Impfen
haben sich Quaddeln gebildet; diese Q. deutet auf
einen Plohstich
Quader, der; -s, - 1 . großer, allseitig behauener, von
Rechtecken begrenzter S t e i n : altes Mauerwerk aus
groben, grauen Quadern — 2« M ath. Körper,
dessen Oberfläche aus d rei Paaren kongruenter, in
parallelen Ebenen liegender Rechtecke besteht: der
Würfel ist ein Sonderfall des Quaders
Quadrat, das; -(e)s, -e 1 . Viereck mit gleichlangen
Seiten und rechten Winkeln: ein Q. von acht Zenti
metern Seitenlange; den Flächeninhalt eines Qua
drats berechnen — 2 . M ath, zweite Potenz einer
Zahl: das Q. von drei ist neun; zwei im, zum
Q. ist vier
quadratisch /A dj.; vorw. attr. u. präd.j 1. viereckig
m it gleichlangen Seiten und rechten Winkeln: ein
quadratischer Grundriß, Hof, Raum, Turm — 2 .
M ath, in der zweiten Potenz: eine quadratische
Gleichung, Größe, Zahl
Quadratj -kilometer, der /Abk. km2, qkm/ Quadrat
mit einer Seitenlange von 100 0 Meter: ein Gebiet
von mehreren hundert Quadratkilometern; -latsch,
der jvorw. im PL/ salopp scherzh. sehr großer
Schuh: du hast ja Quadratlatschen!; -meter, der,
fachspr. das JAbk. m2, qm/ Quadrat mit einer
Seitenlange von einem Meter: das Zimmer hat nur
20 Q., ist 24 Q. groß; -wurzel, die M ath, zweite
Wurzel aus einer Zahl; -Zentimeter, der, f a ch sp r .
das fAbk. cm2, qcm/ Quadrat mit einer Seitenlange
von einem Zentimeter
quaken /sw. Vb.; hat/: der Frosch, die Ente quakt
(läßt seine, ihre Stimme mehrmals kurz hinterein
ander ertönen); gegen Morgen begannen die Frö
sche zu q.
quaken fsw. Vb.; hat/ umg. 1 .1 . der Säugling
quäkt (stößt klägliche, dünne, hohe Töne mehrmals
hintereinander aus) 1.2 , sich mit kläglicher, dünner,
hoher Stimme äußern: sie sang, sprach heiser
quäkend 1,8 . (heiser und) schrill und durchdringend
tönen: das Fagott, Radio, Grammophon, Saxophon
quäkte
Qual, die; -,
- e n intensive, schwer zu ertragende
körperliche od. psychische Empfindung: körper
liche, seelische Qualen; alle Qualen der Eifer
sucht, Reue, des Zweifels durchleiden; Qualen aus
stehen, ertragen müssen; der Arzt linderte die Q.,
Qualen des Kranken; seine Schmerzen, Bedräng
nisse steigerten sich zur Q .; nach und nach wurde
ihr die Hitze zur Q.; es ist mir eine Q,, ihm nicht
helfen zu können
quälen fsw. Vb.; hat/ 1.1 . jmdn., ein Tier q. mit
Vorsatz jmd m ., einem Tier wiederholt körperlichen,
seelischen Schmerz, Qual(en) zufügen: jmdn. s tä n
dig, sehr q.; er quälte das Tier, sein Opfer 1.2*
etw. quält jmdn. etw. verursacht jmdm . Qual(en):
Hunger, Durst, Schmerz quält ihn; das Allein
sein, seine Schuld, sein schlechtes Gewissen quält
ihn; eine quälende Angst, Sorge; gequält (ge
zwungen) lachen — 2, jmdn. (mit etw.) q. jmdm.
durch anhaltendes Bedrängen m it einem Anliegen
lästig fallen, Qual bereiten: jmdn. mit B itten ,
Fragen, Vorwürfen, Verdächtigungen q .; das Kind
quälte die Mutter, m it ihm zu spielen; jmdn. q.,
bis ernachgibt — 8, sich q. 8 .1. sich bis zur Emp
findung von Qual anstrengen, um etw. schiver zu
Bewältigendes zu schaffen, zu meistern: sich mit
einer schwierigen Aufgabe, schweren Last q.; er
hat sich anfangs sehr q. müssen 8.2 . intensive
körperliche Schmerzen ertragen mü ss en : der Kranke
quälte sich die ganze N acht; der Sterbende m ußte
sich lange q.; dazu Quälerei, die; -,
-en
Quäl|geist, der /PL -er/ umg. jmd., bes. ein Kind,
der einen anderen quält (2): hör auf zu betteln, du
bist ja ein richtiger Q .!
Qualifikation, die; -,
-e n 1.1. durch Studium,
Schulung, Übung erworbene bes. berufliche K e n n t
nisse, Arbeitserfahrungen und Fertigkeiten (in ihrer
Gesamtheit), Stand der Ausbildung: die politische
und fachliche Q. eines Lehrers, Leiters; die Q.
steigern, erhöhen 1.2 . Eignung, Befähigung: die
Q. für eine Tätigkeit, Fu nktion, Aufgabe erwer
ben, besitzen: die Q. (Nachweis der Befähi
gung) für den Beruf des Lehrers erbringen, er-
halten — 2*1. /o. Pl.f das (Sich)qualifizieren: er
bekam drei Jahre zur Q. 2*2* Sport 2.2.1. Be
rechtigung zur Teilnahme an einem sportlichen
Wettbewerb: er s ch affte die Q. im H ochsprung
2 .2 .2 . Wettbewerb, bei dem sich die erfolgreichen
Sportler, Mannschaften für die weitere Teilnahme
qualifizieren: an den Qualifikationen (für die W elt
meisterschaften) teilnehmen — 3 . das Qualifizieren
(3): die Q. eines Buches als schönstes Buch des J ah
res; Jur. juristische Qualifikationen
Qualifikation |spiel, das Sport Spiel, bei dem sich
die erfolgreiche Mannschaft, der erfolgreiche Spieler
für die weitere Teilnahme q ualifiziert
qualifizieren /sw. Vb.; hat/ 1, jmdn., sich q. jmds.,
seine bes. berufliche Leistungsfähigkeit, Eignung
durch fachliche und gesellschaftliche A us- , W eiter
bildung gezielt, systematisch erhöhen, entwickeln:
Angehörige eines Betriebes in Kursen q .; sich als
Setzer, zum Ingenieur, für die Oberstufe, durch
Fernstudium, im Maschineschreiben q.; qualifi
zierte Facharbeiter, Lehrer; für diese Tätigkeit ist
er nicht qualifiziert (besitzt er nicht die Qualifika
tion 1) —2. Sport sich für einen sportlichen Wett
bewerb q. die Berechtigung zur Teilnahme an einem
sportlichen Wettbewerb erringen: sich für das End
spiel, die (Welt)meisterschaft(en) q.; durch ihre
neue B estzeit hat sie sich für die Olympiade quali
fiziert — 3* etw. (in bezug auf seine Eigenschaften)
in bestimmter Weise beurteilen, einordnen: e tw . sehr
negativ, als außerordentlich, vorbildhaft q.; etw.
juristisch, literarisch, moralisch q.; etw. als Erfolg,
Unfall q.; qualifizierende Merkmale; dazu Quali
fizierung, die; -en
Qualifizferungsl -g espräch, das (mit dem Ziel, einen
Qualifizierungsvertrag abzuschließen, geführte) Be
ratung zwischen Betriebs-, Kaderleitung und einem
Werktätigen, in der angestrebt wird, dessen persön
liche VorStellungen über die Erhöhung seiner Quali
fikatio n (1.1) mit den gesellschaftlichen, betrieblichen
Erfordernissen in Übereinstimmung zu bringen;
- lehrgang, der Lehrgang zur Qualifizierung der
Teilnehmer; -vertrag, der arbeitsrechtlicher Vertrag,
in dem Rechte, Pflichten des Betriebes und des
Werktätigen in bezug auf dessen Qualifizierung ver
einbart, fixiert werden
Qualität, die;
- e n 1. /vorw. Sg.j (Gesamtheit der)
Eigenschaften von etw., bes. eines Produkts, die den
Grad seiner Eignung für den vorgesehenen (Ver
wend ungszw eck bestimmen, (geforderte) Beschaffen
heit: die ausgezeichnete, minderwertige Q. eines
Produkts; etw. ist von hoher (künstlerischer) Q.;
die Q. des Baugrundes, Fernsehbildes, Fleisches,
Holzes prüfen; die Q. dieser Arbeit, Aufführung;
die Q. von etw. (nach Merkmalen) festlegen; etw.
in bezug auf seine Q. kontrollieren, testen , unter
suchen; die Q. (von etw.) erhöhen, steigern, ver
bessern; auf Q. (gute Beschaffenheit) achten , W ert
legen — 2 . jo. Pl.f Philos. innere, wesentliche
Bestimmtheit der Sachverhalte der objektiven R eali
tät, die ihre Identität ausmacht, sie von allen anderen
Erscheinungen abgrenzt und unterscheidet: etw. er
hält eine neue Q.; der Umschlag in eine andere
Q.; das Verhältnis von Quantität und Q.
—
3.
/nur im PI ./ Anlag en, Fähigkeiten, (gute) Eigen
schaften: die außerordentlichen, charakterlichen,
fachlichen Qualitäten eines Menschen; jmds. Quali
täten anerkennen, schätzen
908
Qualifikationsspiel — Quantität
qualitativ, auch qualitativ /A d j./ I . die (erreichte)
Qualität (1), (geforderte) Beschaffenheit betreffend:
eine qualitative Analyse, Steigerung, Verschlechte
rung; ein q. und quantitativ reichhaltiges Waren
angebot; ein großer qualitativer Unterschied; etw.
ist q. gut, hochwertig, schlecht — 2 . hinsichtlich
der, in bezug auf die Qualität (2): ein qualitativer
Sprung, Umschlag; die qualitative Bestimmtheit,
Veränderung ein es Sachv erhalts; eine q. höhere
Stufe; etw. q. analysieren, beschreiben
Qualitäts/qualitäts| -arbeit, die Arbeit von hoher
Qualität; -erzeugnis, das vgl. -a rbeit; -gerecht /Adj./
der vorgeschriebenen Qualität (1) gemäß: eine quali
tätsgerechte Ausführung; etw. q. ausliefern, her-
stellen; -kontrolle, die Kontrolle hinsichtlich der
Qualität (1); -m angel, der Mangel hinsichtlich der
Qualität (1); -merkmal, das eines der Merkmale,
die die Qualität (1) bestimmen; -minderung, die vgl.
- m a ngel; -norm , die für die Qualität (1) vorgeschrie-
bene Norm; -stahl, der vgl. -a rbeit; -Steigerung, die
Steigerung der Qualität (1); -Verbesserung, die vgl.
-Steigerung; -w ä re, die vgl.
- a rbeit; -Wettbewerb,
der Wettbewerb m it dem Ziel, bei der Herstellung
eines bestimmten Produkts die höchste Qualität zu
erreichen
Qualle, die; -,
-n in zahlreichen Arten vorkommen
des, im M eer lebendes, m eist frei schwimmendes,
durchsichtiges, glocken-, schirmförmiges Nesseltier
von gallertartiger Substanz, dessen an der Unter
seite des Körpers liegende Öffnung zur Nahrungs
aufnahme von Fangarmen umgeben ist
quallig /Adj.; vorw. attr. u. präd./ 1 .1 . gallertartig,
schleimig glatt wie eine Qualle: eine quallige Masse,
Substanz 1.2 . sein Gesicht ist ziemlich q. (<auf-
gequollen, aufgeschwemmt)
Qualm, der; -(e)s, -e /vorw. Sg./ dichter Rauch:
dicker, starker, undurchdringlicher, weißer Q.j Q.
hing, stand in der Schankstube; der Q. einer
Zigarre; Q. ausstoßen; aus den Fenstern des
brennenden Hauses drang Q.
qualmen /sw. Vb.; hat/ 1.1 . Qualm ausstoßen, von
sich geben: der Ofen, Schlot, Schornstein qualmt;
eine qualmende Kerze, Petroleumlampe, Fackel
1 .2 . um g . (stark, häufig) rauchen (2): müßt ihr so
viel q.?
qualmig /A d j.: nicht adv./ voller Qualm
quäl| v oll /A d j./ voller seelischer Qual, Quäl berei
tend: qualvolle Gespräche, W ochen; der Abschied,
sein Tod, das W arten war q. (für sie); etw. als q.
empfinden; die Zeit verrann q. langsam
Quant, das; -s, -en Phys. kleinste Einheit physika
lischer Größen, die nach der Quantentheorie nu r als
ganzzahlige Vielfache dieser elementaren Einheit
auftreten
Quanten, die \Pl.j landsch., bes. berl., salopp
Füße: dreckige Q.; nimm deine Q. dort weg!
Quantentheorie, die /o. Pl.f Phys. von M. Planck
aufgestellte, begründete Theorie über Quanten, nach
der Materie (Strahlungs)energie nicht beliebig, son
dern nur in kleinsten gleichgroßen Mengen, in Quan
ten, aussenden und absorbieren kann
quantifizieren /sw. Vb.; hat/ etw. in meßbarer,
mathematisch beschreibender Form darstellen: Eigen
schaften, periodisch auftretende Erscheinungen,
Prozesse, Variable, Wirkungen q.; dazu Quantifi
zierung, die; -,
-en
Quantität, die; -,
- e n 1. /vorw. Sg./ Bestimmtheit
909
von etw. nach Menge, Anzahl: die Q. des Waren
angebots; etw. hinsichtlich der Qualität und der
Q. verbessern; Obst in jeder Q. (Menge) aufkaufen
—
2. jo. Pl.j Philos. in den Einheiten der Menge,
Anzahl, Größe, Intensität ausgedrückte, erfaßte meß
bare äußere B estimmtheit der Sachverhalte der objek
tiven Realität: die Q. vo n Eigenschaften, Verände
rungen; die Einheit, der dialektische Widerspruch
von Q. und Qualität
quantitativ, auch quantitativ jA dj.j 1. die Quantität
(1 ) betreffend, mengen-, zahlenmäßig: eine quan
titative Analyse, Darstellung, Steigerung; ein
q. großes Angebot; etw. ist q. ausreichend;
Ergebnisse q. vergleichen — 2 . hinsichtlich der,
in bezug auf die Quantität (2): der Umschlag quan
titativer Veränderungen in qualitative
Quantum, das; -s, Quanten bestimmte Menge, be
stimmtes M aß: ein bestimmtes, festes, großes Q.
Bier, Kaffee; jeder braucht ein gewisses, bestimm
tes Q. (an) Arbeit, Schlaf, Zuwendung; sein Q.
beitragen, fordern
Quarantäne, die; -,
-n [karant.., auch kam t..]
zeitweilige Isolierung von Personen, Tieren od.
Maßnahme, die das Betreten und Verlassen von
Schiffen, Orten verhindert, von denen auf Grund
eines Befundes, Verdachts die Übertragung einer
(schweren) epidemischen K ra nkheit zu befürch
ten ist: eine lange, strenge, einwöchige, vierzig
tägige Q.; über etw. eine Q. verhängen; die Q. auf-
heben; er kam in Q. mit, wegen Verdacht auf-
Typhus, Cholera; etw., jmdn. in Q. legen, unter Q.
stellen
Quarantäne!Station, die Einrichtung (1) zur Isolie
rung von Personen, Tieren, die im Verdacht stehen,
eine epidemische Krankheit zu haben: alle neuen
Tiere kommen zunächst in die Q. des Tierparks
Quark, Quark, der; -(e)s, /o. Pl.j 1. aus Milch
durch Gerinnung entstandene breiige, eiweißhaltige
Substanz, die als Nahrungsmittel verwendet wird:
magerer, säuerlicher, schaumig geschlagener, süßer
Q.; Q. mit Zwiebeln, Früchten anrichten; Pell
kartoffeln und Q.
—
2* umg. 2.1. das ist doch
{alles) Q. (Unsinn 1)! 2.2 . sich um jeden Q. (jede
läppische Kleinigkeit) kümmern, zanken
Quark/Quark| -keulchen, das; -s, - in der Pfanne
gebackenes Klößchen aus Quark (und Kartoffeln);
-kuchen, der landsch. Blechkuchen mit einem Be
lag aus gesüßtem Quark; -speise, die Süßspeise aus
Quark; -torte, die land sch. vgl. -kuchen
Quartal, das; -s, -e Vierteljahr: das erste, vierte,
nächste, letzte Q.; das Buch erscheint noch in
diesem Q.
Quartal(s)|säufer, der umg. jmd., der an periodisch
auftretender Trunksucht leidet
Quartär, das; -s, \o. Pl.j G eol. jüngere Formation
des Känozoikums
Quarte, die; -,
-n Mus. 1.1. vierte Stufe der dia
tonischen Tonleiter 1 .2 . Intervall von vier Tönen
Quartett, das; -(e)s, -e 1. Mus. Komposition für
vier Soloinstrumente od. vier Singstimmen: ein Q.
aufführen, spielen, singen; ein Q. für Streicher,
Flöten — 2. Mus. Gruppe von vier Musikern,
die 1 ausführt: das Q. gab gestern ein K onzert
—
8.1 . aus Gruppen von je vier zusammengehören
den Karten mit aufgedruckten Bildern bestehendes
Kartenspiel (2): ein Q. mit Städte-, Tierbildern
8.2 . Kartenspiel (1) mit 3.1, bei dem es darauf an
kommt, möglichst viele 3.3 abzulegen: Q. s pielen —
8.8 . Gruppe von vier zusammengehörenden K a rten
von 3.1: ein Q. ablegen
Quartier, das; -s, -e 1. Unterkunft zu vorübergehen
dem Aufenthalt: sich ein Q. suchen; Quartiere für
Sportler, Tagungsteilnehmer, Soldaten — 2 .
österr. Schweiz. Stadtteil
Quarz, der; -es, -e sehr hartes, sprödes, in der festen
Erdkruste meistverbreitetes, gesteinsbildendes M ine
ral
Quarz| -glas , das jo. P l.j durchsichtiges, aus reinem
kristallinem Quarz hergestelltes, säurefestes Glas mit
absoluter Beständigkeit bei sehr starkem Tempera
turwechsel; -uhr, die sehr genau gehende elek
tronische Uhr mit einem Quarzkristall zur Kon
stanthaltung der Frequenz
quasi jAdv.j umg. gewissermaßen: sie sind q. be
auftragt, einverstanden, verlobt
quasseln /sw. Vb. ; hat/" u m g . unablässig und
schnell reden, etw. erzählen: er quasselt stundenlang
lauter halbverstandenes Zeug, mit allen möglichen
Leuten; hör auf zu q .!; dazu Quasselei, die; -,
-en: deine Q. geht mir auf die Nerven
Quassel strippe, die u m g . 1. jmd., der viel, Banales
redet: sie ist die reine Q. — 2 . /o. Pl.j er hängt an
der Q. (telefoniert)
Quast, der; -(e)s, -e großer, breiter, rechteckiger
Pinsel, bes. zum Streichen von Hauswänden, Decken
Quaste, die; -n zur Verzierung verwendetes Bün
del aus gleich langen, an einem Ende zusammen
gebundenen dünnen Schnüren, Fäden: goldene,
lange, schwarze Quasten; ein Gürtel, Sofa, Vor
hang m it Quasten
Quatsch, der; -es, jo. Pl.j umg. 1 .1 . dummes, sinn
loses Geschwätz: alberner, blöder Q .; das ist doch,
ja (alles, nur, großer) Q .!; Q. reden 1.2 , törichte,
unkluge, unüberlegte Handlung: mach keinen Q .!;
gib es doch zu, wenn du Q. (Fehler) gemacht
hast! 1.3 . im Unterricht Q. (Unsinn 2) machen
+ salopp Q. mit Soße (großer Quatsch 1.1)!
quatschen jsw. Vb.; hat/ salopp 1.1. viel und
töricht reden, etw., bes. Unsinn, erzählen: quatsch
nicht (so viel)!; während des Unterrichts, dumm,
dummes Zeug, (einen) Unsinn q. 1 .2 . mit jmdm.
q. sich mit jmdm. ungezwungen, vertraulich unter
halten: nach seiner Rückkehr haben wir mit ihm
die ganze Nacht durch gequatscht; dazu Quatsche
rei, die; -,
-en
Quatsch/quatsch( :kopf, der s a l o p p jmd., der viel
Unsinn redet: du bist ein Q .!; :iiaß, -naß jAdj.j
u m g . jemot.l sehr naß: sie, ihre Schuhe waren q.
Quecke, die; -,
- n zu den Gräsern gehörende, als
Unkraut verbreitete, ausdauernde krautige Pflanze
m it langen, verzweigten, kriechenden Wurzelstöcken
Quecksilber, das 1. silberweißes, an der Luft nicht
oxydierendes, bei gewöhnlicher Temperatur flüssiges
Metall, dessen Dämpfe und lösliche Verbindungen
sehr giftig sind: Q. mit Metallen legieren — 2 .
jmd. ist ein Q. (jmd. ist sehr, äußerst lebhaft, kann
nicht stillsitzen)
quecksilb(e)rig jA dj.j: ein quecksilbriges (äußerst
lebhaftes) Kind, Hündchen; er ist aufgeregt und q.
Quell, der; -(e)s, -e g eh . Quelle (1, 2.1)
Quell|bewölkung, die Bewölkung durch Bildung
von Haufenwolken
Quelle, die; -,
-n 1. (als Ursprung eines Baches,
Flusses) an einer bestimmten Stelle aus dem Boden
quantitativ — Quelle
910
quellen — Querverbindung
dringendes fließendes W asser: eine klare, mineral
haltige, versiegte Q.; die Q. der Elbe; aus einer
Q. schöpfen — 2 .1 . Ausgangspunkt, Ursache: etw.
ist eine Q. der Angst, Freude; das ist die Q. allen,
alles Übels 2.2 . jmd., etw.9 von dem, wovon etw. zu
erlangen ist, bes. Informationen, Waren: eine a m t
liche, dunkle, zuverlässige Q.; etw. aus erster,
sicherer Q. erfahren; etw. an der Q. (beim Erzeuger,
Hersteller) kaufen; eine Q. für Blumen haben —
3. fvorw. Pl.f Originaltext, der als Zeitgnis (3) für,
über jmdn., etw. von jmdm., etw. benutzt wird:hand
schriftliche, historische, unveröffentlichte Quellen;
Quellen angeben, studieren, zitieren; auf die Quel
len zurückgehen; Quellen zu Goethes Lyrik
+ an der Q. sitzen (etw. aus erster Hand erfah
ren, erhalten)
quellen (er quillt), quoll, ist gequollen 1. langsam
und stetig aus etw. dringen: Tränen quollen mir
aus den Augen; Blut quillt aus der Wunde;
Flammen, Rauchschwaden quollen aus den Fen
stern — 2 .1 . durch Anschwellen irgendwo hervor -
treten: an seinen Schläfen quollen dicke Adern;
jmdm. q. fast die Augen aus dem Kopf 2.2 . durch
Aufnehmen von Flüssigkeit an Umfang zunehmen
und weich werden: die Bohnen, Linsen sind gequol
len; Hülsenfrüchte q. lassen, zum Quellen an -
setzen; das Holz, die Tür ist durch die Feuchtig
keit gequollen
Quellen/quellen| -a ng abe, die Angabe eines benutz
ten Textes, der Herkunft eines Zitats: seine Aus
sagen, Zitate durch genaue Q. belegen; -forschung,
die W issensch . Studium (2.2) (und Auswertung)
der Quellen eines wissenschaftlichen, historischen,
literarischen Werkes; -reich /A d j.; nicht adv.f reich
an Quellen (1), Heilquellen: ein quellenreiches Ge
birge, Heilbad; -Verzeichnis, das in einem Buch
enthaltenes Verzeichnis der vom A uto r für dieses
Werk benutzten Quellen
quell/Quell| -fähig /A d j.; nicht adv. ; von bestimmten
StoffenI so beschaffen, d aß durch Aufnehmen von
Wasser eine Zunahme an Umfang bewirkt wird:
quellfähiges Futter, Getreide; -wasser, das jo. Pl.f
Wasser (aus) einer Quelle: frisches Q. trinken
Quengelei, die; -,
-e n jzu quengeln/
quengelig fAdj.f s. quenglig
quengeln jsw. Vb.; hat/ umg. 1.1. unablässig
weinerlich klagen, um etw. bitten: das übermüdete
Kind begann zu q.; der Junge quengelte den gan
zen Tag, um Erdbeermilch, er wolle baden gehen
1.2 . weinerlich, mißm utig nörgeln: was sie auch
tut, er hat immer was zu q.; „komm nicht wieder
so spät“, quengelte sie; dazu quenglig fAdj.f
quer fAdv.f 1 .1 . rechtwinklig od. schräg zur größten
Ausdehnung von etw. in Länge, Breite od. Höhe:
q. über die Fahrbahn gehen, über den Fluß schwim
men, setzen; eine Couch q. vor das Fenster, q. zum
Fenster stellen; etw. q. falten, kniffen, steppen;
einen Stoff q. verarbeiten 1.2 . (in schräger, gerader
Richtung) von einer Seite, einer Fläche hin zu einer
anderen: q. über den Platz, See fahren; eine Reise
q. durch Ungarn, das Land machen; q. durch den
Wald, über die Wiese laufen
-j- / kreuz und q.
quer/Quer| -ab /Adv.f Seemannsspr. im rechten
Winkel zum K u r s eines Schiffes (gelegen): etw.
liegt, treibt, verschwindet q.;
- a ckse, die Achse
(2) in Querrichtung; -balken, der Balken, der im
rechten Winkel zu einem anderen Balken angebracht
ist
Quere, die fin der Verbindung/ umg. jmd. kommt
jmdm. in die Q. (kommt jmd m . störend, über
raschend in den Weg)
-]- umg. jmdm. in die Q. kommen (jmds. Ab
sichten, Pläne durchkreuzen, stören)
Querele, die; -,
- n Ärger, Unstimmigkeit (2) ver
ursachende Angelegenheit: klein e, lästige, ständige
Querelen; Querelen mit den Nachbarn, der Mieter
untereinander; verschone mich mit dieser Q.!
Quer/quer| -faden , der in der Querrichtung eines
Gewebes, einer Stoffbahn liegender Faden', -feld ein
/Adv.f mitten durch Felder, Wiesen, Wege nicht ein
haltend: q. durchs nasse Gras laufen, reiten, wan
dern; -flöte, die Flöte, die beim Spielen quer zum
eingeblasenen Luftstrom gehalten w ird; -format, das-
Format, dessen Breite größer als die Höhe ist'T
-gebäude, das im rechten Winkel an ein H aupt
gebäude angebautes (Neb engebäude; -g eh en jVb.f
u _.ig. mißlingen: ihm geht alles quer; meine sä mt
lichen Versuche sind quergegangen; -gestreift
fAdj.f in der Querrichtung gestreift; -kommen fVb.f
umg.: etw., jmd. kommt jmdm. quer (etw., jmd
durchkreuzt jmd s. Absichten, Pläne); -köpf, der
jmd ., der bei gemeinsamen Unternehmungen eigen
sinnig immer etw. anderes will, meint, tut als die
anderen; -leg en, sich / Vb.j um g . sich (mutivillig) jmds..
Absichten hartnäckig widersetzen; -pfeife, die kleine
Querflöte (mit durchdringend hellem To n); -rieh*
tung, die Richtung quer zur Längs-, Hauptrichtung;
- rinne, die quer über die Fahrbahn verlaufende, den
Verkehr behindernde, schmale längliche V er tiefu ng;
-rüder, das Flugw . an der hinteren Kante der
Tragflächen angebrachte Vorrichtung zum S t eu e r n
der Bewegung eines Luftfahrzeuges um seine Längs
achse; -schießen fVb.; hat/ umg. die Absichten>
Pläne anderer, bes. bei gemeinsamen Unternehmun
gen, durchkreuzen, stören; -schiff, das A rchitekt.
das Mittelschiff im rechten Winkel seitlich über
ragender T eil einer Kirch e; -Schläger, der Geschoß,
das, von seiner Flugbahn abgelenkt, in unberechen
barer Richtung weiterfliegt; -schnitt, der 1. Schnitt
(4) in der Querrichtung eines Körpers (2): der Q.
eines Hauses, Kegels, Quaders, Stahlstabes;
O (Literatur)geschichte in Querschnitten dar
stellen — 2. Abriß (II): einen Q. durch einen
Fach-, Themenbereich geben; -schnittslahmung,.
die M ed . infolge einer Schädigung des Rücken
marks auftretende Lähmung des Körpers unterhalb
des geschädigten Abschnitts des Rückenmarks;.
- stehend fAdj.f vgl. querverlaufend; -straße, die
Straße, die eine andere (meist größere) kreuzt od.
seitlich von ihr abgeht; -summe, die M ath. Summe
der Ziffern einer mehrstelligen Zahl; -treiber, der
um g. jmd., der durch Widerreden, Widerstand aus
subjektiven Gründen versucht, Absichten, Pläne
anderer z u durchkreuzen; dazu -treiberej, die;
- e n; -über fAdv.f 1. aus dem Fenster, Haus q.
(2gegenüber) ertönt Musik — 2 . er warf sich q.
(quer 1.1) auf das Bett
Querulant, der; -en, -en jmd ., der immer wieder
wegen Kleinigkeiten opponiert, sich beschwert: er ist
ein lästiger Q.; Nörgler und Querulanten
Quer/quer| -Verbindung, die direkte Verbindung
zwischen nebengeordneten Gebieten, P u nk te n: eine
kurze Q.; eine Q. zwischen (zwei) Flüssen, Indu*
querverlaufend — Quote
911
striegebieten, Städten schaffen; -verlaufend /A dj./
m it seiner eigenen größten Ausdehnung quer (1.1)
z u etw. verlaufend (angebracht)
quetschen /sw, Vb.; hat/ 1. durch Zusammen-
drücken, Druck (1.2.1) 1.1 . etw. zerquetschen: g e
kochte K artoffeln q.; Trauben q.; etw. zu Brei q.
1.2 . etw., jmdn., sich verletzen (1): ich habe mir
meine Finger, ihm aus Versehen die Hand, mich
(an der Tür) gequetscht 1.8 . Flüssigkeit aus etw.
drücken, pressen: den Saft aus einer Zitrone q.
—
2.1 . jmdn., etw. (heftig) an, gegen eine bestimmte
Stelle drücken: jmdn. an, gegen eine Mauer, seine
Nase an, gegen die Fensterscheibe q. 2 .2 . etw.,
sich in etw. zwängen: er quetscht seine Hemden in
die Tasche; sich in den vollen Bus q.
Quetsch| -kartoffeln, die /PI./ landsch . Kartoffel
brei; -kommode, die umg. scherzh. Ziehharmo
nika
Quetschung, die; -,
- e n durch Druck (1.2.1) ent
standene Verletzung: eine gefährliche, leichte,
starke Q.
Quetsch |w u n de, die durch Druck (1.2.1) entstandene
Wunde
Queue, der; -s, -s [ko:] Stab (I) zum Stoßen der
Kugeln beim Billard
quick /Adj.f landsch. munter, lebhaft: seine
quicke Beredsamkeit, Tochter; sie war q. und
fröhlich
quickjlebendig, quicklebendig /A dj.; oft emot.j sehr
munter, lebhaft; eine quicklebendige, lebenslustige
alte Dame; die Kinder, Küken liefen q. hin und
her
quieken /sw. Vb.; hat/ hohe, schrille Laute von sich
geben: das Ferkel, Schwein, Kind quiekte laut;
vor Schreck, Vergnügen q.
+ umg. das ist zum Quieken (sehr komisch 1)
quieksen /sw. Vb.; hat/ s. quieken
quigtschen /sw. Vb.; hat/ hohe, schrille Laute von
sich geben, erzeugen: die Mädchen quietschten vor
Freude, Schreck; die Federung, Straßenbahn,
Treppe, Tür quietschte
quietsch umg . /emot./\ zfidel, -fidel /A dj./ sehr
fidel, lustig: eine Schar quietschfideler Kinder;
er pfiff q. vor sich hin; gestern war er noch q.;
- n aß, -naß /Adj./ quatschnaß; -vergnügt, -vergnügt
/A dj./ sehr fröhlich und zufrieden: ein quietsch
vergnügtes Gesicht (machen); er lächelte, sang,
war q.
Quinte, die; -,
-n Mus. 1.1. fünfte Stufe der
diatonischen Tonleiter 1.2 . Intervall von fünf
Tonen
Quintessenz, die das Wesen, Wesentliche (1) einer
Sache, das Eigentliche (3), der Kern (6) (einer Äuße
rung, eines Textes): die Q. dieser K onzeption,
Philosophie, Rede ist...; die Q. seiner Erkennt
nisse, Forschungsarbeiten vorstellen, -tragen
Quintett, das; -(e)s, -e Mus. 1. Komposition für
fünf Soloinstrumente od. fünf Singstimmen — 2 .
die fünf 1 ausführenden M usik er
Quirl, der; -(e)s, -e dünner (Holz)stab mit stern
förmig gezacktem K opf als Küchengerät zum Rühren
von Flüssigkeiten, Vermengen pulveriger mit flüssi
gen Zutaten, der (zwischen den Handflächen) ge
dreht wird: mit dem Q. (ein Ei in) die Suppe
rühren; Milch, Kakaopulver und Zucker mit dem
Q. verrühren
quirlen /sw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. mit dem Quirl
rühren: Joghurt q.; ein Eidotter (in einer Tasse)
schaumig q.; ein gequirltes E i essen 1.2 . ver
schiedene Substanzen m it einem Quirl vermengen:
Milch und Obstsaft zu einem Fruchtgetränk q.
1.8 . Kognak, Mehl, ein Ei in die Soße q. (durch
1.1 der Soße beimengen) — 2 . sich lebhaft wirbelnd
bewegen: das Wasser quirlt; ein quirlender Fluß,
Strudel; eine quirlende Menge, Schülerschar
quirlig /A d j.j übermäßig lebhaft: ein quirliges Kind ,
Temperament; sie ist voll quirliger Ungeduld
quitschnaß, quitschnaß /A dj./ s. quietschnaß
quitt /Adj.; nur präd./ umg. frei von Verbindlich
keiten, ohne etw., d a s einen Ausgleich erfordert:
nach dieser Lieferung, der letzten Rate, Zahlung
sind wir q.; <> mit dieser Anspielung, Retour
kutsche seid ihr aber q.
Quitte, die; -,
-n 1. Obstbaum mit blaßrosa Blüten
und aromatischen gelben, in unverarbeitetem Z u
stand ungenießbaren Früchten: Quitten am Spalier
ziehen — 2 . Frucht von 1: Quitten zu Gelee ver
arbeiten
quitte(n)|gelb /A d j./ sehr gelb, gelb wie eine Quitte:
ein quittegelbes Kleid, Tuch; q. aussehen, werden
quittieren /sw. Vb.; hat/ 1. etw. q. eine Quittung
für etw. unterschreiben, den Empfang von etw.,
bes. einer Zahlung, Lieferung, schriftlich bestätigen:
eine Lieferung, Rechnung, den Empfang einer
Prämie q .; er quittierte (über) den Betrag, dreißig
Mark; mit seiner Unterschrift q.; quittierte Rech
nungen — 2. etw. mit etw. q. auf etw. mit etw.
reagieren (1.1): diesen Scherz, Vorschlag, ihre
Worte, Zurechtweisungen quittierte er mit einem
Lächeln, Hohngelächter, m it Spott; die Leistung
wurde mit Beifall quittiert
Quittung, die; -,
-en
schriftliche Bescheinigung über
den Empfang von etw. ( Wertvollem): eine gültige,
handschriftliche, unleserliche, unterschriebene, vor
gedruckte Q.; (jmdm.) eine Q. ausstellen, geben,
schreiben; eine Q. über, für eine Lieferung, (die
Summe von) 300 Mark, die erhaltene Ware; etw.
gegen Q. aushändigen; O das ist die Q. für euern
Leichtsinn, Unverstand, Verrat (so rächt sich euer
Leichtsinn, Unverstand, Verrat)
Quivive, das [kivi:f]
4- umg. auf dem Q. sein auf der Hut, aufmerksam
sein, um nicht benachteiligt zu werden: eine große
Konkurrenz zwingt sie, immer auf dem Q. zu
sein; der ist auf dem Q. (weiß seinen Vorteil wahr
zunehmen)
Quiz, das; -,
-
[kvis] (öffentliches) heiteres Sp iel
(1.2), bes. in R undfunk- , Fernsehsendungen, bei
dem die Teilnehmer die a n sie gestellten Fragen,
Rätsel meist in einer vorgeschriebenen Zeit beant
worten müssen: ein heiteres, literarisches, musika
lisches Q.; ein Q. veranstalten; in einem Q. auf-
treten , gewinnen, mitspielen
Quiz] -frage, die Rätsel, Frage, die bei einem Quiz
gestellt wird; -master, der; -s, - [ . .m a: . .] jmd.,
der ein Quiz leitet, moderiert; -Sendung, die
Quodlibet, das; -s, -s M us. mehrstimmiges, meist
humoristisches M usik-, Gesangsstück, das aus ver
schiedenartigen (Texten und) Melodien zusammen
gesetzt vis t, die aneinandergereiht od. gleichzeitig
gesungen werden
Quote, die; -,
-n prozentualer A nteil (an, von etw.):
eine geringe, hohe, monatliche Q.; eine Q. aus-
schütten, berechnen, zahlen; die Q. der Grippeer-
912
Quotient — Rad
Kränkungen, Reklam ationen, Verkehrsunfälle; die
Q. der Frauen in leitender Position
Quotient, der; -en, -en [. .tslent] 1.1 . Ergebnis des
Dividierens; errechne den Quotienten der Aufgabe
2 0 :4 1.2 . Zahler und Nenner eines gemeinen
Bruchs:8:2 oder|- ist einQ.
R
r, R, das; -/umg. -s [er] der Laut R; achtzehnter
Buchstabe des Alphabets
Rabatt, der; -(e)s, -e in bestimmten Prozenten vom
Preis ausgedrückter Preisnachlaß, der dem Käufer,
bes. in der k ap . Wirtschaft, unter bestimmten B e
dingungen gewährt wird: ein hoher R.; ein R. von
drei Prozent; R. geben, gewähren
Rabatte, die; -,
-n
schmales, m it Blumen bepflanztes
Beet, bes, als Einfassung von Wegen, Rasenflächen:
eine bunte, lange, gepflegte R .; Rabatten anlegen
Rabatz, der; -es, fo. Pl.f umg. 1.1. Lärm und Un
fug: ein toller, wüster R.; R. machen 1.2 . R. ma
chen laut seinen Unwillen, Protest äußern: wenn er
sich ungerecht behandelt fühlt, macht er R.; als
der Zug ausfiel, gab es (einen) R. (wurde laut Un
willen, Protest geäußert)
Rabauke, der; -n, -n u m g . roher und gewalttätiger
Jugendlicher, M ann: er ist ein richtiger, wilder R .;
wie ein, als R. auftreten
Rabbiner, der; -s, - 1 .1 . Lehrer der jüdischen R eli
gion 1.2 . Geistlicher einer jüdischen Gemeinde (1.2)
Rabe, der; -n, -n Rabenvögel m it metallisch glänzen
dem, schwarzem Gefieder: ein krächzender R.
+ ein weißer R. (Mensch, der in bestimmter H in
sicht eine ganz große Ausnahme, Seltenheit ist); steh
len wie ein R. (gewohnheitsmäßig und häufig stehlen)
Raben/raben| -eitern, die u m g . /emot.f egoistische,
lieblose Eltern, die ihre Kind e r vernachlässigen;
- s chwarz fAdj.; emot.f tiefschwarz: rabenschwarze
Augen; O die Nacht war r .; -vogel,der in zahlreichen
Ar ten vorkommender, weltweit verbreiteter Singvogel
m it gedrungenem Körper, starkem Schnabel und
meist langem Schwanz: Elstern, Häher, Krähen sind
Rabenvögel
rabiat fAdj.f rücksichtslos (1 .1 ), grob (und gewalttä
tig) : ein rabiater Bursche; ein rabiates Frauenzim
mer; er ist, wird (immer gleich) r .; auf etw. r. rea
gieren
Rabitzwand, die dünne, durch Verputzen eines mit
Gips, K alk , Zem ent ausgefüllten Drahtgeflechts her
gestellte Wand
Rache, die; -, jo. Pl.f meist leidenschaftlich aus
geführte Handlung, m it der jmd. gegen den Urheber
eines erlittenen Unrechts, einer erlittenen Beleidi
gung, Demütigung, Niederlage vorgeht, um ihn ent
sprechend zu schädigen: eine grausame, kleinliche,
raffinierte R .; die R. seines Feindes, Neiders; an
jmdm. für etw. R . nehm en (sich rächen); (jmdm.)
R.
schwören
Rache] -akt, der; -durst, der geh., oft spött. hef
tiges Verlangen nach Rache
Rachen, der; -s, - 1 .1 . erweiterter Teil des Schlundes
(1): ein entzündeter, rauher R. 1 .2 . Maul (1): der
w eit aufgerissene, riesige R. eines Flußpferdes,
Raubtiers
- f umg. den R. nicht voll (genug) kriegen (uner
sättlich, gefräßig, habgierig sein); jmdm. etw. in den
R. werfen (jmdm. etw. geben 1.1, überlassen 1, um
ihn zufriedenzustellen, zum Schweigen zu bringen);
jmdm. (mit etw.) den R. stopfen (jmdn ., der uner
sättlich ist, endgültig, vollständig zufriedenstellen)
rächen jsw. Vb.; hatf 1.1 . etw. r. sich, jmdm. für
etw. durch Rache Genugtuung verschaffen: eine B e
leidigung, Untreue r.; den Mord an jmdm. r .;
jmdn. r. (jmdm. durch Rache Genugtuung ver
schaffen) 1.2 . sich r. sich durch Rache Genugtuung
verschaffen: sich an einem Gegner, Nebenbuhler,
für ein Unrecht, Verbrechen, durch Verrat r.
—
2. etw. rächt sich etw. hat üble Folgen, wirkt sich
schädlich, nachteilig aus: eine ungesunde Lebens
weise, falsche Menschenführung rächt sich; mein
Leichtsinn rächte sich bitter
Rachen| -blütler, der; -s, - B ot. in zahlreichen Ar
ten vorkommender Bedecktsamer, der an krautigem
Stengel (auf kurzem S tiel 1.2) einem (aufgesperrten)
Rachen ähnelnde Blüten hervorbringt; -M hle, die
Rachen (1.1); -katarrh,der oft mit Mandelentzündung
verbundene entzündliche Rötung der Schleimhaut des
Rachens; -mandel, die am oberen Teil des Rachens
liegendes paariges mandelförmiges Organ; -putzer,
der salopp scherzh. scharfer, schlechter Wein
brand; billiger saurer Wein; -raum , der M ed. R a
chen (1.1)
Rächer, der; -s, - jmd., der etw., jmdn. rächt, ge
rächt hat
Rachitis, die; fo. Pl.f bes. im frühen Kindesalter
auftretende, durch Mangel an Vitamin D hervor-
gerufene Erkrankung des Organismus, die zu E r
weichung od. zu fehlerhafter Bildung von Knochen
führt: Licht, Luft, Lebertran gegen R. verordnen
rachitisch /A dj./1 .1 . an Rachitis leidend: ein rachi
tisches (Klein)kind 1.2 . durch Rachitis hervor
gerufen, entstellt: rachitische Mißbildungen
Rach/rach| -sucht, die fo. Pl.f heftiges Bedürfnis und
maßloser Drang nach Rache: heftige, leidenschaft
liche, ungestüme R.; von R. erfaßt, erfüllt, ge
trieben sein; dazu -süchtig fAdj.f
Racker, der; -s, - umg. scherzh. Kind, das gern
Schabernack treibt
rackern jsw. Vb.; hat/ um g . schwer, hart arbeiten,
sich plagen: den ganzen Tag, von früh bis spät r.
Rad, auch Rad, das; -(e)s, Räder / / auch Räd
chen/ 1.1 . kreisrunder, scheibenförmiger, um seine
im M ittelp u nkt liegende Nabe drehbarer Gegenstand,
der, meist paarweise verwendet, die Fortbewegung
eines Fahrzeugs ermöglicht: ein gum mibereiftes,
stählernes R.; die vorderen, hinteren Räder eines
Fahrzeugs; die Achse, Felge, Speiche eines Rades;
der Wagen, das Auto hat vier Räder, läuft auf drei
Rädern; ein R. am Auto auswechseln; die Räder
des Autos auswuchten; O das R. der Geschichte
läßt sich nicht / zurückdrehen 1.2 . Maschinenele
ment, das 1.1 ähnlich ist und zur Übertragung von
Kräften, Drehbewegungen dient: ein gezahntes R .;
die Räder des Getriebes, Uhrwerks ;£die Räder der
Maschine surren, stehen still — 2 . Fahrrad: sein
Radar — Badio
R. schieben; sich aufs R. schwingen; mit dem R.
fahren — 3 . jo. Pl.f er riß das R. (Lenkrad) herum
+ /vom PfauI ein R. schlagen (die Schwanzfedern
aufrichten und spreizen); R. schlagen (einmal od.
mehrmals einen seitlichen Überschlag m i t gestreck
tem Körper ausführen); umg. das fünfte R. am
Wagen sein (in einer Gruppe von allen nur geduldet
werden); unter die Räder kommen (überfahren wer
den ; sittlich verkommen)
Radgx, auch Radar, das, der; -s, -s Techn. 1. jo.
Pl.f auf der R eflexion elektromagnetischer Wellen be
ruhendes Verfahren zur Messung der Entfernung, des
Standorts von Objekten, bes. von Flugzeugen, Schiffen:
R. anwenden; durch R. die Höhe eines Flugzeugs
ermitteln — 2 . Radargerät: das R. tastet den Luft
raum ah; mit einem R. Satelliten beobachten, ver
folgen
Radar, auch Radar) -echo, das Phys. Reflexion der
von einem Rad argerät ausgesendeten elektromagne
tischen Wellen; -gerät, das T ech n . Gerät für Ver
fahren mittels Radar (1),Funkmeßgerät;-schirm,der
Phys. T ech n . Bildschirm eines Radargerätes;
- Station, die T e c h n . m it Radargeräten ausgestattete
Beobachtungsstation
Radau, der; -s, fo. Pl.f u mg. bes. von Menschen
verursachter Lärm : die Kinder machten einen
fürchterlichen R.
Rädchen, das; -s, - f ^ auch Rad/ einem kleinen Rad
ähnlicher, vorwiegend im H aushalt verwendeter
Gegenstand mit gezacktem Rand, der zum Teilen
von ausgerolltem Teig, zum Übertragen von Schnitt
mustern auf eine Unterlage dient
Radj, auch Radjdampfer, der Dampfer, der durch
Schaufelräder fortbewegt w ird
radebrechen,radebrechte, h at geradebrecht (etw. in)
eine(r) Fremdsprache nur mangel-, stümperhaft spre
chen: einige Brocken, W orte r . ;Deutsch radebrecht
er nur; sie r. etw. auf, in russisch
rodeln jsw. 76 .; ist, hat/ umg. mit dem Fahrrad
fahren: auf Feldwegen r.; irgendwohin r. (ist):
gestern ist er in die Stadt geradelt
Rädelsführer, der Anführer einer Gruppe, die ge
setzwidrige Handlungen begeht, Anführer bei einer
Verschwörung, bei einem Aufruhr, K o mplott: er ist
der R. der Bande; jmdn. als R. verhaften
rädern: / gerädert
Räder |werk, das Gesamtheit der ineinandergrei-
fenden Räder einer Maschine, eines Uhrwerks: das
komplizierte R. einer Maschine; O in das R. (die
komplizierte Gesamtheit ineinander verzahnter F ak
toren) vo n Lüge und Mittäterschaft geraten; im R.
der Bürokratie steckenbleiben
rad/Rad, auch rad/Rad| -fahren, er fährt Rad, fuhr
Rad, ist radgefahren 1. m it dem Fahrrad fahren:
früher ist er gern radgefahren — 2 . u m g . femot.f
den Vorgesetzten schmeicheln u nd die Untergebenen
schikanieren: damals, als er etwas, Direktor wer
den wollte, ist er ganz schön radgefahren; zu -fah
ren 1- fahrer, der u. -fahrt, die Radtour; -fahrweg,
der Radweg; -fernfahrt, die S p o r t über eine grö
ßere Entfernung und meist in mehreren Etappen
ausgetragenes (internationales) Radrennen
radial fAdj.f fach sp r. in Richtung des Radius,
strahlenförmig (von einem M ittelpunkt ausgehend):
die radiale Anordnung der Speichen eines Rades;
in radialer Richtung verlaufen, wirken; r. angelegte
Straßen
913
Radiator, der; -s, Radiatoren T echn. aus beliebig
vielen, senkrecht angeordneten lamellenartigen Hohl
körpern bestehende Vorrichtung der D a mpf- , Gas-,
Öl-, Warmwasserheizung, die die Wärme an die Um
gebung abgibt
radieren jsw. 76 .; hat/ 1 . etw. Geschriebenes, Ge
zeichnetes mit dem Radiergummi, Messer tilgen: eine
Hilfslinie, einen Tippfehler r.; sauber, sorgfältig,
ungeschickt r.
—
2. G raphik eine Zeichnung r.
eine Zeichnung in eine (geätzte) Metall-, meist in eine
Kupferplatte ritzen, um dadurch eine Radierung (1)
herzustellen: radierte Blätter, Landkarten, Skizzen
Radier| -gummi, der jPl. -s/ Stück Gummi (1), mit
dem durch Reiben Geschriebenes, Gezeichnetes getilgt
werden kann; -nadel, die einer Nadel ähnliches
Werkzeug zur Herstellung von Radierungen (1)
Radierung, die;
- e n 1. durch 2 hergestelltes gra
phisches Blatt: eine zarte, farbige, wertvolle R .;
eine Mappe mit Radierungen von Rembrandt —
2* fo. Pl.f graphische Technik des Bitzens (2) mit
einer Radiernadel in eine blanke, geätzte od. m it einer
säurefesten Schicht überzogene M etall-, m eist K upfer-
platte, von der (nach der Ätzung durch Übergießen
m it einer Säure) Drucke hergestellt werden können:
die R. ist ein Tiefdruckverfahren
Radieschen, das; -s, - [ ..S99n] 1. mit dem Rettich
verwandte einjährige, schnell wachsende Pflanze m it
kleinen, runden roten od. weißen K nollen unten am
Stengel, die roh gegessen werden und scharf schmek-
ken: R. säen, ziehen — 2 . Knolle von 1: ein zartes,
holziges R .; ein Bund R.
+ umg. verhüll, scherzh. sichdieR, von unten
beseh en (tot sein)
radikal /Adj.f 1.1 . ohne jede Einschränkung, alles
erfassend: eine radikale Umgestaltung, Änderung;
ein radikaler Bruch mit der Tradition; etw. r. be
seitigen, vernichten; ein r. (die Krankheit voll
ständig beseitigend, aber den Organismus be
lastend) wirkendes Mittel 1.2 . sehr entschieden (1)
und konsequent (1.2) bis zum Äußersten (gehend),
rigoros: eine radikale Ansicht, ethische Forderung,
Maßnahme, Vereinfachung; ein radikaler Gegner,
Verfechter von e tw .; gegenüber der kapitalistischen
Ausbeutung den proletarischen Klassenstandpunkt
r. (in fortschrittlich revolutionärer Haltung konse
quent) vertreten — 2 . einen politisch-ideologischen
Radikalismus vertretend: eine radikale Gruppe,
Position, Richtung; radikale rechtsgerichtete
Kreise
Radikalismus, der; -, Radikalismen jvorw. Sg.j
1 . m eist in dogmatisch-sektiererischer Weise extreme
Ziele verfolgende politisch-ideologische Denk- un d
Verhaltensweise unterschiedlichen Klassencharak
ters, die bes. bei reaktionärer Zielsetzung zur A n
wendung fortschrittsfeindlicher und terroristischer
Methoden greift: der rechte R ., eine brutale Waffe
der reaktionärsten Schichten des Monopolkapitalis
mus; der R. von rechts; der linke R. ist ein Ab
weichen vo n den Erfordernissen des konsequenten
proletarischen Klassenkampfes; anarchistischer
R.
— 2 . radikale (1.2), zu Extremen, Überspitzungen
tendierende Denk-, Verhaltensweise: der R. einer
Kunstrichtung, jugendlichen Draufgängertums
Radik alk ur, die gründlich durchgreifende, meist
den Organismus belastende Heilbehandlung: da hilft
nur eine R.; eine R. machen
Radio, das, landsch. umg. der; -s, -s 1. Rundfunk-
914
radioaktiv — Ragout
empfänger: das R. ab-, a nstellen, einschalten —
2. Jo. PL/ 2 .1 . /das; nicht mit unbest. Art./ Rund
funk (1): etw. im R. hören, übertragen; die Mel
dung kam gestern im R.; R. hören 2.2. jo. A rt.; in
Verbindung mit Namen zur Bez. eines Senders/:
hier ist, spricht R. Budapest; über R. DDR hören
Sie folgende Sendungen
radio/Radio| -aktiv /A dj.ß P hy s. unter spontanem
Zerfall her Atomkerne ständig selbsttätige Energie
in Ferm von Strahlen aussendend: radioaktive
Atome, Isotope, Stoffe; radioaktiver Niederschlag;
radioaktive Asche; etw. ist r. verseucht; dazu
- aktivität, die jo. PL/; -apparat, der Rundfunk
empfänger; -hörer, der Rundfunkhörer
Radiologie, die; jo. PL/ Wissenschaft von den
Eigenschaften der Röntgen- und radioaktiven Strah
len und ihrer Anwendung (in M edizin, Biologie,
Landwirtschaft und Technik)
Radio | -meldung, die vom, im Rundfunk gesendete
Meldung; -musik, die jo. PL) durch den Rund
funk übertragene M usik: man hörte laute R.;
- röhre, die Elektronenröhre für Rundfunkgeräte
(älterer Bauart); -sonde, die Phys. M eteor, meteo
rologischer Ballon mit automatisch arbeitenden
Meßinstrumenten, deren Meßergebnisse durch einen
eingebauten UKW-Sender zur Bodenstation gefunkt
werden; -Strahlung, diejo. Pl.j Phys. Astron. (aus
dem Weltraum zur Erde gelangende) elektromagneti
sche Strahlung; -therapie, die /o. PL/ M ed. Heil
behandlung mit Radiumstrahlen, Strahlenbehandlung
Radium, das; -s, jo. PL/ radioaktives, weißglänzen
des Schwermetall, das in Pechblende, Uranerzen vor
kommt
Radium{strahlen, die /PL/ Phys. vom Radium aus
gehende Strahlen
Radius, der; -, Radien [..dien] 1. jAbk. r, R/ M ath.
Strecke vom Mittelpunkt zu einem beliebigen Punkt
des Umfangs eines Kreises, der Oberfläche einer
Kugel, Halbmesser: ein Kreis mit einem R. von
sieben Zentimetern; der R. einer Kugel — 2. Reich
weite (1.1): UKW-Sender haben keinen weiten R.;
O jmd. hat einen engen R. (engen geistigen Hori
zont)
radizieren /sw. Vb.; hat/ M ath.: eine Zahl r. (die
Wurzel einer Zahl ermitteln)
Rad/rad, auch Rad/rad| -kappe, die Metallscheibe
in der A rt eines Deckels zum Abdecken der Radnabe
an Kraftfahrzeugen; -kranz, der äußerer Rand eines
Rades (1); -nabe, die auf der Achse, Welle aufsit
zendeswalzenförmiges Mittelteil des Rades (1); -renn -
bahn, die Bahn für Radrennen; -rennen , das mit
(Renn)rädern ausgetragenes Rennen: ein inter
nationales R.;
-r en nfahrer, der; -schlagen, er
schlägt Rad, schlug Rad, hat radgeschlagen 1.1 . der
Junge kann gut r. (einmal od. mehrmals einen seit
lichen Überschlag m it gestrecktem Körp e r ausführen)
1.2 . ein radschlagender (seine Schwanzfedern auf
richtender und spreizender) Pfau; -Sport, der das
Radfahren als Sportart; dazu -Sportler, der; -tour,
die Ausflug mit dem Fahrrad; -Wechsel, der das
Auswechseln eines Rades an einem Fahrzeug; -w eg ,
der für Radfahrer bestimmte (schmale) Fahrbahn
raffen fsw. Vb.; hat/ 1. mehrere einzelne Gegen
stände hastig ergreifen und an sich nehmen: er raffte
seine Sachen (vom Tisch, vom Regal) und eilte
los; bei Regen die Wäsche von der Leine r.; die
Einbrecher rafften das Geld an sich, aus der Kasse
—
2. etw. r. habgierig viel von etw. Wertvollem, bes.
Geld, zu erlangen suchen, anhäufen: Geld, A nti
quitäten, alten Schmuck r. — 8 .1 . Stoff in unregel
m äßige Falten bringen (und so befestigen): Gar
dinen zur Seite r .; Portieren r .; ein Kleid mit einer
gerafften Schulterpartie 8.2 . einen langen Rock,
Abendmantel, eine Schleppe beim Treppensteigen
r (ein wenig hochheben, so d aß Falten entstehen) —
4. etw., bes. einen Text, in eine knappere Form brin
gen, auf Wesentliches kürzen: einen Aufsatz, E n t
wurf, Roman, Vortrag r.; diese Szene hat der
Regisseur geschickt gerafft
Raff/raff|gier, die Gier nach Besitz, Geld, Gewinn:
seine R. war unersättlich, trieb ihn sogar zum Ver
brechen; dazu -gierig /A dj.j
Raffinade, die;
fo. P l.j wiederholt gereinigter,
weißer, feinkörniger Zucker
Raffinement, das; -s, -s [..mag, auch ..ma] 1. jo.
Pl.f 1.1 . durch die Wahl ausgesucht wirkungsvoller
M itte l erzielte höchste Verfeinerung, vollendete M ei
sterschaft (1 ): das differenzierte künstlerische, p sy
chologische R. in der Verwendung sprachlicher,
technischer Mittel; etw. mit viel R. darstellen,
gestalten 1.2 . Schlauheit, Gerissenheit: das R. eines
Agenten, Anwalts, einer Handlungsweise; mit un
erhörtem R. vorgehen — 2 . /vorw. PLf Raffinesse
(2)
•
'
Raffinerie, die; -,
-e n [..i:en] industrielle Anlage
zu r Verfeinerung von Zucker, Erdöl, zur A ufberei
tung bes. von E rdöl
Raffinesse, die; -,
-n 1. /o. Pl.j 1.1. Raffinement
(1.1): etw. mit R. darstellen 1.2 . Raffinement (1.2):
ein mit großer R. ausgeführter Coup — 2 . /vorw.
P l.j fein ausgedachtes, perfekt gestaltetes Detail,
Finesse (1): eine Neubauwohnung mit allen Raffi
nessen (der modernen T echnik); alle Raffinessen
der Regie beherrschen
raffinieren /sw. Vb.; hat/ fachsp r. etw. durch Fil
trieren, Elektrolyse, Destillieren verfeinern: R oh
stoffe, Kupfer, Salz r.; raffinierter Zucker; Erdöl
r. (aufbereiten)
raffiniert / A d j.j 1.1 . durch wohlüberlegte, geschickte
Wahl der Mittel außerordentlich wirkungsvoll: eine
raffinierte Beleuchtung, Regie, Taktik, Technik;
etw. r. darstellen, konstruieren; eine r. einfache
Linienführung; sie is t r. g ekleidet; raffinierter (ver
feinerter, übersteigerter) Lux us 1 .2 . durchtrieben, ge
rissen: ein raffinierter Betrug, Trick, Bursche,
Gauner; ein raffiniertes Frauenzimmer; äußerst
r. vorgehen; die Sache war r. eingefädelt
Rage, die [ra130] /in der Verbindung/ in R., in der
R. in Empörung, Wut: etw., jmd. bringt, versetzt
jmdn. in R.; jmd. gerät, kommt in R. (verliert die
Beherrschung); sie hat sich in R. geredet; das
habe ich in der R. vergessen
ragen jsw. Vb.; hat, ist/ sich auf Grund seiner Größe
über etw., die Umgebungj bes. Niedrigeres, hinaus er
strecken: der Turm ragt weit in die Höhe, Luft;
weithin sichtbar ragte er aus der Menge; ein Baum
ragte über die Mauer; aus dem Wasser ragende
Felsklippen; die Landzunge ragt w eit in den See
Raglanärmel, der [..la(:)n .J Ärmel, der so ge
schnitten und eingesetzt ist, daß die Nähte von der
Achselhöhle schräg bis zum Halsausschnitt, Kragen
verlaufen: ein Kleid, Mantel mit Raglanärmeln
Ragout, das; -s, -s [ragu:] Gericht aus klein
geschnittenem, gekochtem Fleisch, Fisch, Gemüse in
Ragout fin — *ran
915
pikanter (säuerlicher) Soße: ein R. aus Rindfleisch,
Nieren
Ragout fin, das; -, Ragouts fins [ragufsq, auch . .fe]
besonders delikates, überbackenes R agout: ein R. mit
Champignons; R. überhacken
Rahe, die; -n Seemannsspr. horizontal,quer zur
Fahrtrichtung, drehbar am M a st angebrachte Stange
aus Stahl od. Holz, die zum Befestigen eines
Segels dient
Rahm, der; -(e)s, jo. PL/ landseh., bes. süddt.
Schweiz. Sahne: süßer, saurer R.
+ den R. abschöpfen (sich das Beste nehmen)
rahmen jsw . Vb.; hat/ etw. mit einem Rahmen ein-
fassen: ein Foto, Porträt r.; Rias r. (lassen)
Rahmen, der; -s, - 1 .1 . zu einem Viereck, rund od,
oval gefügte Leisten als stützende, begrenzende E in
fassung von etw. Flächigem, bes, einem B ild : der R.
.eines Bildes, Spiegels, einer Fensterscheibe; ein R.
aus Holz, Metall, Plast; ein Bild in einen R. fassen,
aus dem R. nehmen; <> etw. in einem bestimmten
R. (in bestimmter Form , Umgebung) darstellen,
feiern; einen R. für etw . (äußere Grenzen für etw.
thematisch Zusammenhängendes) festlegen; im R.
(in den Grenzen) des Möglichen, einer Sache 1 .2 . in
die Wand fest eingesetzter Teil einer Tür , eines
Fensters, der den, die in Scharnieren beweglich a n
gehängten Flügel der Tür, des Fensters hält und be
grenzt — 2 .1 . Chassis (1) 2.2 . aus verschweißten
Stahlrohren bestehendes Gestell des Fahrrads: ein
Fahrrad mit verchromtem R.
+ im R. bleiben (vom Üblichen nicht abweichen);
etw. fällt aus dem R. (entspricht nicht dem Üblichen);
etw. sprengt den R. (geht über das Üb
liche, Mögliche, Zulässige hinaus)
Rahmenj -erzähhmg , die eine od. mehrere E r
zählungen, die durch eine bestimmte Handlung um
rahmt sind', -kollektivvertrag, der Kollektivvertrag
zur Regelung der besonderen Lohn- und Arbeits
bedingungen für bestimmte Bereiche der Volkswirt
schaft, für Personengruppen od. für bestimmte Ge
biete der DD R auf der Grundlage gesetzlicher Be
stimmungen
Rain , der; -(e)s, -e schmaler (erhöhter), m it Gras be
wachsener Streifen Land, der ein Feld, einen Weg
abgrenzt: ein schmaler R.; auf dem, am R. blühen
Feldblumen
räkeln jsw, Vb,; hat/ s, rekeln
Rakete, die; -,
-n 1. zylindrischer Flugkörper mit
Raketentriebwerk, der 1.1 . als Raumflugkörper (für
wissenschaftliche Zwecke) in den Weltraum Vordrin
gen, im Weltraum fliegen kann: eine ein-, mehrstu
fige, (un)bemannte, interplanetarische, kosmische,
meteorologische R .; die R. umkreiste die Erde, flog
zur Venus, verglühte in der Atmosphäre 1.2 . als Ge
schoß, Waffe gegen gegnerische Ziele eingesetzt wer
den k ann: eine atomare, interkontinentale, ope
rative, orbitale, strategische R. — 2 . durch Rück
stoß hoch in die Luft getriebener Feuerwerkskörper:
eine R. abbrennen, aufst eigen lassen
Raketen/raketen| -abschußbasis, die vorw, Mil. m it
Raketenstartrampen ausgestattete militärische B a si s;
- a ntrieb, der jo. P l.j bei Raketen angewendete
Art des Antriebs nach dem Prinzip des Rücksto
ßes; -getrieben jAdj.; vorw. attr. u. präd.j durch
Raketenantrieb bewegt:ein raketengetriebener Ra um
flugkörper; -Startrampe, die Startrampe für Rake
ten (1); -stufe, die bes. dem Antrieb dienende ein
zelne Einheit einer mehrstufigen Rakete (1); -technik,
die jo. P l.j Gesamtheit der technischen Arbeits
gebiete, die sich mit der Berechnung, Konstruktion
und dem B au von Raketen (1) befassen; -träger, der
Mil. m it Raketenwaffen ausgerüstetes Flugzeug,
Kraftfahrzeug, Schiff; -triebwerk, das Triebwerk,
das nach dem Prinzip des Rückstoßes einen Schub
erzeugt; -wa ffe, die Mil. von einem Raketentrieb
werk angetriebenes Geschoß; -werfer, der; -s, - M il.
auf einem Kraftfahrzeug, Panzer, Schiff montierte
Waffe zum Abschuß ungelenkter Raketen (1.2)
Ralle, die; -,
-n in zahlreichen Arten vorkommender
Vogel m it kurzen Flügeln, langen Beinen und großen
Zehen, der auf sumpfigem Gelände, auch auf dem
Wasser lebt
Rallye, die; -,
-s, auch das; -s, -s [rali, reli] Sport
Wettfahrt auf öffentlichen Straßen mit serienmäßig
hergestellten Kraftfahrzeugen, bei der Einhaltung
der Verkehrsvorschriften, Fahrweise, Orientierungs
vermögen und das Bestehen bestimmter Prüfungen
gewertet werden
rammdösig jAdj.j landsch. salopp benommen,
schwindelig: bei diesem Dröhnen, bei so schneller
Drehung, bei großer Hitze wird man, wird einem
ganz r.
Ramme, die; -n mit der Hand, durch Preßluft, E x
plosionsmotor betätigtes Werkzeug od. Maschine zum
Einrammen von Pfählen, Bohlen od. zum Verdichten
bes. von Erde
rammeln jsw. Vb.; hat; /* auch gerammelt/ s a
lo p p 1.an etw. r. an etw. heftig rütteln: er rammelte
an der Tür, am Tor, Fenster — 2. landsch. sich
rücksichtslos drängen: an der Garderobe rammelten
alle rücksichtslos, um zu ihren Sachen zu kommen
rammen jsw. Vb. ; hat/ 1. etw. r. mit einem fahren
den Fahrzeug seitlich gegen ein anderes, gegen etw.
stoßen und es beschädigen: beim Ausscheren aus der
Parklücke, in der Kurve, beim Überholen hat er
(mit seinem Fahrzeug) einen Personenwagen g e
rammt — 2 . etw. in den Boden r. etw. Längliches
mit Wucht (mit einer Ramme) in den Boden treiben:
Pfähle, Stöcke in die Erde r .; die Stange wurde tief
und fest in den Boden gerammt
Rampe, die; -,
-n 1 .1 . als schiefe Ebene angelegte
Auffahrt für Fahrzeuge zur Verbindung verschieden
hoher Ebenen: die R. vor dem Hotel; die R. hinauf-
fahren 1.2 . erhöhte Plattform zum Be-, Entladen von
Güter-, Lastwagen — 2 . etwas erhöhter Rand vorn an
der Bühne: der Sänger trat an, vor die R.
Rampenjlicht, das jo. P l.j Beleuchtung der Bühne
von der Rampe aus: ins R. treten; im R. stehen;
O im R. der Öffentlichkeit, der öffentlichen Kritik
ramponieren jsw. Vb.; hatj umg. etw. (stark) be
schädigen: durch das Unwetter wurde das Bauge
rüst ramponiert; bei dieser Fahrt ist der Wagen
ramponiert worden; O er sah ziemlich ram
poniert (heruntergekommen, erschöpft) aus; sein
arg ramponierter Ruf
Ramsch, der; -(e)s, -e /vorw. 8g.j u mg . Plunder,
Kram , altes Zeug: das ist alles nur noch R.; beim
Umzug hatte sie allen alten R. weggeworfen; sol
chen R. (Ausschuß) hätte ich nie gekauft; jmdm.
R. andrehen
ramschen jsw. Vb.; hat/ umg. etw. (preiswert) in
großen Mengen erwerben, an sich raffen: Brief
marken, Noten, Stoffrester.
’ran jAdv.; /* auch heran/ umg. 1. /f heran —
59 Wörterbuch
916
Rand — rank
2. jnur 5ran; als Aufforderung zum Handeln/; ’r.
an die Arbeit!
+ ’r. an die / Buletten, den / Speck
Rand, der; -(e)s, Ränder 1.1. streifenlinienförmige
(besonders gestaltete) Begrenzung einer Fläche, eines
Gegenstandes, einer Öffnung eines Gegenstandes,
Gefäßes: eine Briefmarke, ein Stück Stoff mit ge
zacktem, glattem R.; der linke, obere R. eines
Blattes, Buches, einer Seite, Zeitung; der obere,
untere R. des Lampenschirmes; der R. des H utes,
Tisches, Topfes, der Wunde, des W aldes; am R.
eines Baches, Brunnens sitzen; am Rande der
Straße, Stadt, Wüste; ein Gefäß bis zum R. füllen;
ein Briefbogen mit schwarzem R. (schwarzen Strei
fen an den Seiten); (beim Schreiben auf der Seite)
einen R. (unbeschriebenen Streifen an der Seite)
lassen; (nicht) über den R. (die Linie zum unbe
schriebenen Streifen an der Seite des Blattes hinaus)
schreiben; etw. an , auf den Rand (unbeschriebenen,
unbedruckten Streifen) einer Seite schreiben, am R.
anmerken; etw. an, auf den R. (den Streifen nahe
dem Abschluß) von etw. setzen, stellen; ein Kuchen
blech mit R. (mit einem an den Seiten der Fläche
aufrecht stehenden schmalen Streifen); an den R. vo n
etw. treten; Ränder begradigen, beschneiden,
glätten, säumen; O am R. des Ruins (kurz vor dem
Ruin) stehen; jmdn. an den R. der (jmdn. bis zur)
Verzweiflung bringen, treiben; er ist am R. (am
Ende, an der äußersten Grenze) seiner Geduld, K raft,
seines guten Willens (angelangt); am Rande (bei
läufig) bemerkt 1.2 . etw., das ähnlich wie 1.1, als
schmaler Streifen verläuft: dunkle, tiefe Ränder un
ter den Augen haben; Finger mit schwarzen Rän
dern (mit Schmutz unter den Fingernägeln); die
Gläser haben auf der Tischplatte Ränder hinter
lassen
- f mit etw., jmdm. zu Rande kommen (mit etw.,
jmd m . zurechtkommen, fertigwerden); etw. zu
Rande bringen (etw. schaffen, zu Ende bringen);
außer R. und Band sein, geraten (übermütig und
ausgelassen sein, werden); s a l o p p einen frechen,
großen R. haben (sich frech, ungehörig äußern, vor
laut sein); den, seinen R. halten (in einer gegebenen
Situation nichts sagen)
randalieren jsw. Vb.; hat/ ungezügelt lärmend (gro
ben) Unfug treiben: die Betrunkenen hatten im
Lokal, auf der Straße randaliert
Rand| -bemerkung, die 1. Notiz auf dem Rand einer
Seite: er versah seine Bücher mit Randbemerkun
gen — 2 . (abfällige) beiläufige Bemerkung: in einer
R. wies der Redner auf folgendes hin; -erscheinung,
die (für einen bestimmten Sachverhalt) untypische
Erscheinung, die beiläufig auftritt: etw. als R. be
trachten, werten; -gebiet, das 1. am Rande einer
Stadt, eines Territorium s liegendes Gebiet — 2 . am
Rande eines Wissensgebietes liegendes, weniger wich
tiges Fach; -läge, die fa chspr. Bereich, der am
Rande bes. einer bestimmten geographischen Zone
gelegen i s t : die Randlagen der Mittelgebirge; -strei
fen, der einer der beiderseits an die Fahrbahn einer
Straße, Autobahn anschließenden flächigen Streifen,
der die Fahrbahn abgrenzt: der rechte, (unbefestig
te R. dieser Autobahn
ran, auch *ran / / auch heran|/|fahren /Vb.; ist/
umg. (bei einer Fahrt zusätzlich) zu einem bestimm
ten Zweck irgendwo Vorfahren: bei jmdm. (mal mit)
r .; wir fahren noch zur Kaufhalle, Tankstelle ran
Ranft, der; -(e)s, Ränfte la n d s ch . erstes, letztes
Stück von einem (aufgeschnittenen) Brot: einen R .
essen
Rang , der; -(e)s, Ränge 1. Stellung (6.2), Stelle (3.1),
die jmd ., etw. innerhalb einer nach bestimmten K r i
terien gegliederten Ordnung in einem bestimmten Be
reich des gesellschaftlichen Lebens einnim mt: ein en
hohen, niederen R. im diplomatischen Dienst ein
nehmen;erstehtim R. einesMinisters;veraltend
er h at den R. (militärischen Dienstgrad) eines
Majors, Obersten — 2 .1 . /o. Pl.j Wert (2), der
jmdm ., einer Sache in einer Ordnung (5), Folge (1)
durch einen Vergleich zugewiesen wird: ein H otel
ersten Ranges; eine Leistung von hohem R.;
ein Ereignis v o n hohem künstlerischem, politi
schem R .; etw. ist ein Problem allerersten Ran
ges (von großer Dringlichkeit, Wichtigkeit); ein
Künstler von R . (ein hervorragender, berühmter
Künstler) 2.2 . Sport den ersten, achten R. (Platz
innerhalb einer Wertung) belegen — 8 . balkonartiger
Teil des Zuschauerraums mit Sitzplätzen im Theater,
Kino: Plätze im ersten, zweiten R.; dritter R.
Mitte; erster R. Seite; im R., auf dem zweiten R.
sitzen — 4 . je nach der Anzahl der richtigen Tips
unterschiedene Stufe im Lotto, Toto: im ersten R.
kein Gewinner; im vierten R. je Gewinner 7 Mark
-J- jmdm. den R . ablaufen (jmdn. übertreffen)
Rang] -abzeichen, das Abzeichen des Dienstgrades;
-älteste, der u. die; -n, -n jmd., der seinen Rang
unter Gleichrangigen am längsten innehat
Range, die; -,
-n wenig fügsames, zu Streichen nei
gendes Kind: eine kesse, lose, verzogene R.; ein
Haufen frecher, vorlauter, wilder Rangen
Rang| -folge, die Reihenfolge nach einer Rang
ordnung; -höch ste, der u. die; -n, -n der, die dem
Range nach Höchste
rangieren jsw . Vb.; hatf [rar^ i:..] 1. Eisenbahn
wagen od. ganze Züge auf einem Bahnhof auf andere
Gleise verschieben, zu neuen Zügen zusammenstellen:
einen Güterzug auf ein Nebengleis r.
—
2. einen
bestimmten Rang (2.1) einnehmen: an zweiter Stelle,
auf Platz drei r.; an erster Stelle vor jmdm., etw. r .;
Spitzen r. unter Posamenten (werden den Posamen
ten zugerechnet)
Rang| -liste, die Sport Liste, in der die Sportler
nach ihrem Können eingestuft werden; -Ordnung, die
1.1 . hierarchische Aufeinanderfolge der Ränge, die
Personen in einem bestimmten Bereich des gesell
schaftlichen Lebens einnehmen: .eine konventio
nelle, überholte R . 1 .2 . durch Überlegenheit und
Unterordnung gekennzeichnetes Gefüge der B ez ie
hungen zwischen den Tieren einer Gruppe, Herde:
Kämpfe um die R. der Männchen in einem Rudel
1.8 . hierarchische Aufeinanderfolge von Sachverhal
ten, bes. nach Kriterien der Priorität, Bedeutung,
Wichtigkeit: eine logisch bestimmte, durch die
Realitäten gegebene R.; nach welcher R. haben Sie
die Probleme klassifiziert, subordiniert?; -stufe,
die Rafig (1)
ran, auch ?ran //a u ch heran|/|halten,sich/Vb.f sich
beeilen: wenn wir uns r., werden wir mit der Arbeit
fertig, erreichen wir den Zug noch; sich bei, m it
etw. r.
rank /Adj.; vorw. attr. u .präd.f schlank, geschmeidig,
biegsam: eine ranke Gestalt
+ r. und schlank: das Mädchen war r. und schlank
(schlank und geschmeidig)
Banke — Rasen
917
Ranke, die; -,
-n 1.1 . fadenförmiges Organ mancher
Kletterpflanzen, das sich bei Berührung spiral
förmig um etw. aufrollt und dadurch der Pflanze
Halt verschafft, das Klettern ermöglicht: die B anken
des Efeus, Hopfens, der Erbse, Winde, am W ein
stock 1.2. Zweig, Trieb einer (Kletterpflanze: eine
von Banken umwucherte Laube
Ränke, die /PL/ v era lten d Intrigen, Listen,
Machenschaften: ausg eklügelte, gefährliche, leicht
durchschaubare, politische,
'weibliche R .; R.
/ schmieden, spinnen
ranken /sw. Vb.; hat/ durch, in Banken an, um etw.
sich windend emporwachsen: Drähte spannen, da
mit die Pflanze (sich) daran r. kann; der Efeu
hat sich um den Baum gerankt; hier sollen später
Kletterrosen r.
Ranken | -gewächs, das (sich) rankendes Gewächs,
Kletterpflanze; -werk, das bild . K u n st Darstel
lung, Nachbildung ineinander verschlungener pflan z
licher Motive als Ornament: kunstvolles R. ziert
die Säule
Ränke veraltend] -Schmied, der jmd., der Bänke
schmiedet, Intrigant: er ist ein gefährlicher, hinter
hältiger R.; -spiel, das Intrigenspiel), Bänke: ein
raffiniertes, politisches R.
ran, auch *ran / / auch heran|/| -klotzen fsw. Vb.;
hat/ s a lo p p schwer, angestrengt und mit Nachdruck
arbeiten, schuften: mächtig, tüchtig r.; r., um etw .
zu schaffen, ein Examen zu bestehen, den Plan zu
erfüllen; -kriegen /Vb./ s a l o p p 1. jmdn. fordern (2):
sein Ausbilder hat ihn ganz schön rangekriegt —
2. jmdn. zur Verantwortung ziehen: wenn er unein
sichtig bleibt, müssen wir ihn r.;
- müssen /Vb.f
u m g . angestrengt, schwer arbeiten müssen: sie h a t
schon als Kind hart rangemußt; -schmeißen, sich
fVb.j salopp sich an jmdn. r. sich jmdm. in auf
dringlicher Weise nähern (3), jmdm. in aufdring
licher Weise näherzukommen suchen: sie ha t sich
an ihn rangeschmissen
Ranzen, der; -s, - 1 . mit Gurten auf dem Bücken zu
tragende Tasche (2) des Schülers für Bücher und
Hefte: ein gelber, lederner, schwerer, speckiger R . ;
den R. abnehmen, packen, tragen — 2. salopp
2.1 . sich den R. (Bauch) füllen, vollschlagen
2.2 . jmdm. den R. (Bücken, Buckel) voll hauen
ranzig fAdj.; von Fetten, fetthaltigen Nahrungs
m itteln/ infolge einer chemischen Umsetzung ver
dorben und unangenehm scharf riechend, schmeckend:
ranzige B utter; der Speck war, die Nüsse schmeck
ten r.; es roch r.
rapid(e) /A d j./ überaus schnell (2.1) verlaufend: eine
rapide Entwicklung; jmd., etw. macht rapide Fo rt
schritte; r. abfallen, ansteigen; sich r. ausbreiten,
durchsetzen, verbessern
Rappe, der; -n, -n Pferd mit schwarzem F ell: ein
feuriger, wilder R .; einen Rappen, auf einem R ap
pen reiten
-f- auf Schusters Rappen
Rappel, der; -s, - /vorw. Sg./ umg. Anfall von leich
ter Verrücktheit, verrückte Laune: du hast wohl
einen kleinen R.?; (s) einen R. bekommen
rappelig /Adj.f u mg . unruhig und nervös: das macht
mich ganz r.!
rappeln jsw. Vb.; hat/ umg. 1 . der Sturm rappelt
(rüttelt 1.1) an den Fensterläden — 2 . sich aus dem
B e tt r. (mühsam aufstehen 1.3)
Rapport, der; -(e)s, -e Bericht, (betriebliche, dienst
liche, wirtschaftliche) Meldung: ein ausführlicher,
kurzer, mündlicher R .; einen R. aufsetzen, machen,
schreiben; zum R. erscheinen, gehen
Raps, der; -es, jo. PL / 1 . Kreuzblütler mit gelben,
in lockeren Trauben angeordneten Blüten und
schräg aufwärts gerichteten Schoten, der'wegen seiner
ölhaltigen Samen als Futter- und Nutzpflanze ange
baut wird — 2 . Samen(körner) von 1: R. auspressen
Raptus, der; -,
-
[PL ..tu:s], umg. -se 1.1. Med.
Anfall von Wut, Tobsucht: einen R. kriegen, haben
1.2. umg. Bappel
Rapünzchen, das; -s, - krautige Pflanze, deren
ungeteilte, eine Bosette bildende Blätter als S alat
verwendet werden
Rapunzel, die; -,
-n Bapünzchen
rar /A dj./ 1 .1 . selten (1.1): eine rare Eigenschaft,
Gelegenheit; dieses Tier g ehört einer raren Gattung
an; gute Einfälle sind r. 1 .2 . nicht ausreichend im
Angebot, k n app : ein rarer Artikel
+ sich r. machen (sich selten sehen lasssen, selten
zu Besuch kommen)
Rarität, die; -,
-en 1. fo. PL/ Seltenheit (1): seine R.
macht diesen Gegenstand, diesen Mut so bemerkens
wert; solche Menschen sind eine R. — 2 . selten od.
nur vereinzelt vorkommender, darum wertvoller
Gegenstand, Kostbarkeit: eine antike, archäologi
sche, bibliophile, literarische R .; Raritäten auf
kaufen, ausstellen, besitzen, sammeln
rasant /Adj.j 1.1 . rasend schnell (1.1), äußerst rasch:
ein rasantes Tempo; ein rasanter Endspurt 1.2 . ra
send schnell (2.1): die rasante Entwicklung der
Naturwissenschaft — 2 . u m g . femot./ fabelhaft (1):
ein rasanter Film, H it; diese Frau, Sängerin,
Show war einfach r.
—
8. Mil. Phys. hinsicht
lich der Flugbahn in geringer Höhe annähernd p a
rallel zur Erdoberfläche verlaufend: die Geschoß
bahn der Panzerabwehrkanone verläuft sehr r.
rasch /A dj./ 1 . schnell (1): eine rasche Fahrt, Hand
bewegung ; in raschem T empo; r. aufspringen, Weg
gehen — 2 . schnell (2.1): etw. r. entscheiden, erledi
gen; so r. wie möglich; ein bißchen rascher, b itte!;
ich koche r. einen Kaffee; ich will das nur r. fertig
machen
rascheln /sw. Vb.; hat/ 1.1 . leise, helle, kurze Ge
räusche hervorbringen, wie sie beim vom Wind be
wegten (welken) Laub entstehen: es raschelt im Ge
büsch; das Stroh raschelte bei jedem Schritt;
welke Blätter r. hören; raschelnde Seide 1.2 . mit
etw. r. mit etw. Geräusche in der Art von 1.1 her
vorbringen: mit Papier, der Zeitung r.
raschlebig /Adj.; nicht adv./ schnellebig
rasen /sw. Vb.; hat, ist; / auch rasend; emot.f
1. sich wie irrsinnig gebärden, toben (hat): vor Wut,
Zorn r.; die Menge raste vor Begeisterung; etw.
bringt jmdn. zum Rasen; O das Feuer, der Sturm,
Terror raste — 2 , sich mit großer Geschwindigkeit
fortbewegen (1.2), sehr schnell fahren, laufen (ist):
das Auto, Motorrad raste mit achtzig Stunden
kilometern in die Kurve, gegen einen Zaun; der
D-Zug raste durch die Nacht; er rast (rennt) wie
ein Verrückter, Wilder (um die Ecke); mit rasen
der Geschwindigkeit; in rasender Eile, Fahrt, H a st
Rasen , der; -s, - /vorw. Sg.f durch regelmäßigen
Schnitt kurz gehaltene, dichte, teppichartige Gras
fläche: ein gepflegter, kurzgeschorener R.; der R .
eines Parks, Sportplatzes; den R schneiden, spren
gen
59*
918
rasend — Bast
rasend /A dj.; / auch rasen; emot.j 1.1 . heftig (1):
rasender Beifall; in rasender A ngst, Erregung,
Wut; ich habe rasende Kopfschmerzen 1.2 . /adv./
u m g . 1 .2 .1 . r. (übermäßig) eifersüchtig, neugierig,
verliebt sein 1.2 .2 . das hätte ich r. (äußerst) gern
gewußt
Rasen| -fläche, die; -mäher, der mit der Hand,
einem Motor betriebene Mähmaschine für R a sen;
-Sprenger, der Gerät, das den im Umkreis seiner
Reichweite gelegenen R asen gleichmäßig durch Zer
stäuben von Wasser sprengt
Baserei, die; -en jemot./1 . jo. PL/ das Rasen (1),
Rasendsein: bring mich nicht zur R.!
—
2. zu
schnelles, unvorsichtiges Fahren im Straßenverkehr:
Überholen darf nicht in R. ausarten
Rasier] apparat, der Apparat zum Rasieren: ein
elektrischer R.
rasieren jsw. Vb.; hat/ sich, jmdn. r. sich, jmdm.
mit dem Rasierapparat, -messer die Barthaare un
mittelbar über der H aut abschneiden: ich rasiere
mich (selbst); sich / naß,
trocken r.; er war
frisch, gut, schlecht rasiert; er ließ sich r.
Rasigr] -klinge , die sehr dünne, zweischneidige, a us
wechselbare Stahlklinge für den Rasierapparat;
- m e s s e r, das für die Naßrasur verwendetes zu
sammenklappbares M esser; -pinsel, der Pinsel
zum Erzeugen und Aufträgen des Seifenschaums
für die Naßrasur; -seife, die für die Naßrasur ver-
wendete, stark schäumende, milde Seife; -Spiegel,
der beim Rasieren verwendeter runder, vergrößernder
Hohlspiegel; -wasser, das /PI.
-wässer/ vor oder
nach der R asur verwendete, die Gesichtshaut pflegende
Lotion; -zeug , das zum Rasieren benötigte Utensilien
Bäspn, die; -, /o. PI ./ [. .zog, auch ..zo] /in den Ver
bindungenI umg. jmdn. zur R. (mit strengen M aß
nahmen zur Vernunft) bringen; zur R. (zur Ver
nunft) kommen
räsonieren jsw. Vb.; hat/ v e ra lten d (laut) nörgeln
und schimpfen
1Rasp el, die; -,
-n 1. Werkzeug in der A rt einer gro
ben Feile zum Bearbeiten, bes. Glätten, von Holz,
Leder, Plast, weichem M etall: ein Werkstück mit
der R. bearbeiten — 2 . Küchengerät in der A rt eines
groben Reibeisens: Äpfel, Mohrrüben mit, auf der
R. reiben, zerkleinern
2Baspel, der; -s, -/-n /vorw. PL/ mit einer 1Raspel
(2) hergestellte, geraspelte Stückchen bes. aus Kokos
nuß, Schokolade: die R., Raspeln gleichmäßig über
den K uchen verteilen
raspeln /sw. Vb.; hat/ 1. etw. aus Holz, Leder, Plast,
weichem M etall mit der 1R aspel (1) bearbeiten: eine
scharfe K ante, unebene Oberfläche eines Brettes
glatt, stumpf r. t- 2 . etw., bes. Gemüse, Obst, Scho
kolade, auf einer 1R aspel (2) in Stückchen zer
kleinern: Äpfel, R ettich r.; geraspelte Kokosnuß,
Schokolade
+ er raspelt Süßholz
Basse, die; -,
- n 1. große Gruppe von Menschen mit
derselben charakteristischen Kombination normaler
erblicher Körpermerkmale, deren Dominanz, Heraus
bildung a uf ursprünglich gemeinsame geographi
sche Herkunft zurückzuführen ist, Menschenrasse:
die Hautfarbe gehört zu den unterscheidenden
Merkmalender Rassen — 2. jo. Pl.j umg. 2.1. diese
Gebirgler sind eine besondere R. (ein Menschen
schlag mit gemeinsamer Eigenart, besonderen ge
meinsamen Verhaltensweisen) 2.2 . jmd. hat, ist R.
(vertritt einen gut ausgeprägten, aussehenden T yp
1.1) — 8.1 . Gruppe von Tieren einer Art, die sich
durch gemeinsame erbliche M erkmale von anderen
Angehörigen dieser A rt unterscheiden: eine klein
wüchsige, reine, seltene, zähe R .; eine neue R.
züchten; Rassen miteinander kreuzen 8.2 . fa ch -
spr. /von Pflanzen/ Sorte (1.2)
Basse |hund, der reinrassiger Hund
Bassel, die; -,
-n 1.1 . Gerät, Spielzeug, das, an einem
Handgriff gehalten und durch Schütteln, Schwenken
in Drehung versetzt, rasselnde Geräusche erzeugt,
Knarre: mit Pfeifen und Rasseln ins Fußball-
stadion gehen 1.2 . Klapper: das Baby warf seine R.
aus dem Wagen — 2 . Mus. Instrument, bes. in
modernen Tanzkapellen, das durch Schütteln od.
Anschlägen rasselnde Geräusche erzeugt
Basseljbande, die jo. PI./ umg. scherzh. Gruppe
lärmender, übermütiger Kinder: wo mag die R. nur
wieder stecken?
rasseln /sw. Vb.; hat, is t/1. (hat) 1.1. etw. gibt rasch
un d k urz aufeinanderfolgende harte, metallisch
klingende Geräusche von sich: das Telefon, der
Wecker rasselt; das alte Tor ging rasselnd auf
1.2 . mit etw. r. mit etw. durch wiederholtes Anein
anderschlagen, Schütteln Geräusche wie bei 1.1 her
vorbringen: mit den K etten, dem Schlüsselbund r.
—
2. sich mit den Geräuschen von 1.1 fortbewegen
(ist): Panzer rasselten durch die Straßen
Bassen | -diskriminierung, die von der Rassenideolo
gie ausgehende und bestimmte Diskriminierung einer
Rasse, von Rassen; -frage, die jo. PI ./ Frage (2.1)
der sozialen und politischen Gleichstellung der (A n
gehörigen verschiedener) Menschenrassen; -haß, der
auf Rassism us beruhender H aß gegen andere Rassen,
Angehörige anderer Rassen: keinen R. kennen;
- hetze, die vgl.
-haß; -ideologie, die jo. Pl.j un
wissenschaftliche, naturwissenschaftliche E rk en nt
nisse und sozialhistorische Tatsachen in bezug auf
die Existenz von Rassen (1) grob entstellende reak
tionäre und menschenfeindliche Ideologie zur Recht
fertigung imperial. Ausbeutung und Unterdrückung
und auch Vernichtung bestimmter Menschen-, B e
völkerungsgruppen; -künde, die jo. P l.j Teilgebiet
der Anthropologie, die die Entstehung der Menschen
rassen untersucht, die Rassen beschreibt und kla ssi
fiziert; -politik, die jo. Pl.j Politik im Sinne des
Rassismus; -trennung, die /o. PI ./ im Sinne des
Rassism u s vorgenommene rechtliche Ungleichstel
lung, Trennung von Angehörigen verschiedener M en
schenrassen (innerhalb eines Staates): die reaktio
näre, menschenfeindliche Politik der R.
Basse/rasse] -pferd, das reinrassiges Pferd; -rein
/A dj.; vorw. attr. u. präd.j von Tieren gezeugt, die
derselben Rasse angehören
rassig /A d j.j durch die gut ausgebildeten Eigenschaften
seiner Rasse (Z.i) geprägt: ein rassiges Pferd, Tier;
O ein rassiger (schnittiger) Sportwa gen
rassisch /Ad]./ die (Zugehörigkeit zu einer bestimm
ten) Rasse (1) betreffend: eine rasssische Klassi
fizierung; rassische Besonderheiten, Merkmale,
Unterschiede; ein r. Verfolgter
Rassismus, der; -, jo. PI ./ Rassenideologie und da
durch begründete Verhaltensweisen: der faschisti
sche, imperialistische R .; Antisemitismus, Apart
heid sind Formen des R .; dazu Bassist, der; -en, -en
u. rassistisch /Ad]./
Bast, die; -,
- e n /vorw. Sg.j Ruhepause, bes. wäh
rasten — rationalisieren
919
rend einer Reise, Wanderung: eine ausgedehnte, er
holsame, kurze, wohlverdiente R .; (eine )R. halten,
machen
+ ohne R. und Ruh (ohne innezuhalten, ruhelos)
rasten /sw. Vb.; hat/ Rast machen, (sich) ausruhen:
an einem See, im Schatten r.
+ nicht / ruhen und nicht r., bis ...
Raster, der; -s, - 1. Druckerei 1.1. Glasplatte,
Folie mit 1.2, durch die die hellen und dunklen Teile
eines Bildes zur Reproduktion in einzelne druck-
fähige Elemente zerlegt werden 1.2 . System licht
undurchlässiger, regelmäßig angeordneter Punkte,
Flächen od. System von unregelmäßigem K orn (3,2)
sowohl auf der Glasplatte, Folie als auch auf dem ge
druckten B ild: ein Bild mit feinem, grobem R.
1.8 . einzelnes Element von 1.2
—
2. Fernsehen
Testbild aus Linien, Streifen verschiedener Hellig
keit zur Prüfung der Qualität des Bildes — 3. fach -
sp r. gitterartiges Bauelement, das, vor einer Licht
quelle angebracht, eine direkte Einsicht in die Lich t
quelle aus bestimmten Winkeln verhindert und eine
Streuung des Lichts bewirkt: ein R. aus Metall,
Plex iglas
rast/Rast| -los /A dj.j 1.1 . unermüdlich, sich keine
Ruhe, R ast gönnend: er ist ein rastloser Arbeiter,
Geist, Künstler; r. arbeiten, schaffen 1.2 . keine
Ruhe findend, unruhig, un stet: rastlose Augen, Ge
danken; ein rastloses L eben führen; das rastlose
Treiben der Großstadt; -platz, der Platz zum A us
ruhen, Rasten: einen R. finden, suchen; -statte,
die an einer verkehrsreichen Straße, Autobahn gele
gene Gaststätte: die Raststätte am See
Rasur, die; -,
- e n das Rasieren der Barthaare: eine
elektrische R .; die tägliche R.
Rat, der; -(e)s, Räte 1. jo. Pl.j informative M it
teilung, die jmdm. bei seinem Tun, Verhalten in
schwieriger Lage helfen soll: ein fachmännischer,
guter, kluger, schlechter, unverbindlicher, weiser,
wohlgemeinter R .; jmds. R . befolgen, brauchen;
sich bei jmdm. R. holen; jmdn. um R. bitten,
fragen; auf jmds. R. hören; nach jmds. R . handeln;
etw. auf jmds. R. hin tun; jmdm. einen R. geben,
erteilen; (sich) keinen R. (Ausweg) mehr wissen;
da läßt sich R. (Abhilfe) schaffen — 2 .1 . kollektives,
beratendes (und beschließendes) Organ (4): ein t e c h
nischer, wissenschaftlicher R .; der R. der Besucher
eines Theaters; eine Sitzung, Tagung des Rats; den
R. einberufen; der / Pädagogische R, 2 .2 . voll
ziehendes und verfügendes Organ einer örtlichen
Volksvertretung in der DDR : der R. der Gemeinde,
Stadt, des Bezirkes, Kreises 2.8 . jo. PI./ R. für
Gegenseitige Wirtschaftshilfe j / auch RGW/ (Or
gan gleichberechtigter soz. Staaten zur zwischen
staatlichen wirtschaftlichen und wissenschaftlich-
technischen Zusammenarbeit sowie zur Entwicklung
der soz. Ökonomischen Integration)
+ da ist guter R. teuer (da weiß man nicht, was
man machen soll); mit jmdm. über etw., mit sich zu
Rate gehen (sich mit jmdm. etw., sich etw. genau
überlegen und eine gute Entscheidung suchen) ;jmdn.,
etw. zu Rate ziehen (jmdn., etw. konsultieren); mit
R. und Tat auf jede Weise, tatkräftig: jmdm. mit R.
und Tat beistehen
Rate, die; -,
- n 1 , in regelmäßigen Zeitabschnitten zu
zahlender Teilbetrag einer Gesamtsumme: eine hohe,
kleine, monatliche R .; eine R. wird fällig; etw. auf
Raten kaufen; etw. in Raten (ab-, be)zahlen —
2. in Prozenten ausgedrücktes Verhältnis einer Größe
zu einer anderen Größe, auf die sie bezogen w ird: die
steigende R. der Geburten, Produktivität
raten (er rät), riet, hat geraten 1*1. jmdm. einen
Rat geben: jmdm. klug, übel r.; er hat ihr in einer
komplizierten Angelegenheit geraten; sich (nicht)
r. lassen 1.2 . jmdm. etw. r. jmdm. durch einen Rat
helfen, eine Entscheidung zu treffen: jmdm. etw.
dringend, freundschaftlich r.; er rät ihr, daß sie
. . . ; ich habe ihr geraten, sich zu qualifizieren;
/in den Verbindungen/ es sch eint (jmdm.), ist
geraten (ratsam, zweckmäßig); /als Drohung/ ich
rate dir, laß mich jetzt in Ruhe!; das möchte ich
dir auch geraten haben (das darf ich wohl von dir
erwarten, darum möchte ich dringend bitten) ! 1.3 .
jmdm. zu etw. r. jmdn. durch einen Rat zu etw.
motivieren, veranlassen wollen: er riet ihr zu pro
movieren; jmdm. zur Besonnenheit, Toleranz r .;
jmdm. zu seinem Besten r. — 2 . durch überlegen,
Kombinieren od. Schätzen auf gut Glück das Rich
tige zu ermitteln, herauszufinden suchen: die rich
tigen Wörter, Zahlen r.; das weiß ich nicht, da
muß ich r.; falsch, richtig r.; ein Rätsel r. (lösen);
jmdm. etw., ein Rätsel zu r. (auf)geben; ratet
einmal, was ich euch mitgebracht habe!; umg.
scherzh. dreimal darfst du r. /als Antwort auf
eine Frage, die sich der Fragende selbst beant
worten könnte/
+ sich nicht zu r. und zu helfen wissen (nicht mehr
wissen, was man tun soll); jmdm. ist nicht zu r.
und zu helfen (jmd. setzt sich über alle wohlgemein
ten Ratschläge hinweg)
raten/Raten zu Rate 1| -weise /Adv./ in Raten:
etw. r. tilgen, zahlen; -Zahlung, die Zählung in
Raten: eine R. leisten
Rat| -gelber, der; -s, - 1. jmd., der jmdm. einen
Rat gibt, gegeben hat, Berater: ein guter, kluger
R.; da kann er sich bei seinen Ratgebern be
danken — 2 . Leitfaden (1): ein hauswirtschaft
licher, technischer R .; ein R. für den Garten
freund; -haus, das repräsentatives Gebäude für den
Sitz der Stadtverwaltung: ein altes, gotisches R.
Ratifikation, die; -,
-e n Jur. rechtskräftige Be
stätigung eines Unterzeichneten völkerrechtlichen Ver
trages durch das jeweils zuständige Organ des
Staates: die R. eines Abkommens, Vertrages; dazu
ratifizieren jsw. Vb.; hat/ u. Ratifizierung, die;
-en
Ratio, die; -, jo. PI ./ Vernunft, Verstand: sich
ganz von der R. leiten lassen
Ration, die;
- e n (Soldaten od. in Notzeiten der
Bevölkerung) zugeteilte Menge an Lebens-, Genuß
mitteln für eine bestimmte Zeit: eine große, knappe
R.; eine R. Brot, Fleisch, Zigaretten; das war
die R. für eine Woche; Rationen ein-, zuteilen,
kürzen; umg. jmdn. auf halbe R. setzen (jmdm.
aus Diätgrürden weniger zu essen geben)
rational /A dj./1 .1. ausschließlich vom Verstand aus
gehend, bestimmt: rationale Gründe; ein völlig r. be
stimmter Mensch; r. Vorgehen 1.2 . /nur atir.j
M a th, eine rationale (als Bruch mit ganzzahligem
Zähler und Nenner darstellbare) Zahl
Rationalisator, der; -s, Rationalisatoren Neuerer
in der soz. Produktion, der einen Beitrag zur soz.
Rationalisierung leistet: eine Tagung der Neuerer
und Rationalisatoren
rationalisieren jsw. Vb.; hat/ einen Arbeitsablauf,
920
Rationalisierung — räuberisch
bes. den Produktionsprozeß, zweckmäßiger, ratio
neller gestalten, um dadurch eine größere Effektivität
zu erzielen, in der soz. Gesellschaft vor allem durch
die soz. Rationalisierung, im K ap . ausschließlich
m it dem Ziele der Steigerung des Profits'.
For
schungsarbeiten, den Produktionsprozeß, techno
logische Prozesse r.; durch Übergang zu modernen
Methoden der Leitung des Produktionsprozesses
die Produktion r.; den Haushalt r.
Rationalisierung, die; fo. Pl.f das Rationalisieren:
eine kluge, optimale, organisatorische, technische
R.; R. durch Automatisierung, Intensivierung;
sozialistische.R . (Gesamtheit der von der soz. Gesell-
schaft getroffenen Maßnahmen zur Intensivierung
des Reproduktionsprozesses zur Erhöhung des öko
nomischen Nutzeffektes, zu einer raschen Steigerung
der Arbeitsproduktivität bei gleichzeitiger Verbesse
rung der Arbeitsbedingungen und der Steigerung des
Lebensstandards der Werktätigen); fim kap. Wirt
schaftssystem/ durch die R. (durch die auf die E r
höhung des Pr ofits gerichteten organisatorischen und
technischen Maßnahmen in einem kap. Unter
nehmen, durch die die Arbeitsproduktivität gesteigert
und die Ausbeutung der Arbeiter verstärkt wird)
verlieren viele Arbeiter ihren Arbeitsplatz
Rationalismus, der; -, /o. Pl.f Philos. erkenntnis-
theoretische Richtung, die vorwiegend d as abstrakte
Denken, die Ratio als Quelle 'für die Erkenntnis
(der Wahrheit) betrachtet, die Möglichkeiten der E r
kenntnis durch die Sinne jedoch unterschätzt: der R.
Descartes
rationell fAdj.f unter Einsatz der kleinsten mög
lichen Menge an Arbeitskraft, Material und Zeit
eine möglichst hohe Produktivität, Effektivität er
reichend: eine rationelle Arbeitsweise, Methode,
Organisation; rationeller Einsatz der Arbeits
kräfte, Maschinen; r. arbeiten, wirtschaften; etw.
r. einrichten
rationieren /sw. Vb.; hat/ etw. einteilen, in Rationen
zumessen, -teilen: Lebensmittel, Treibstoff, einen
beschränkten Vorrat von etw. r.; dazu Rationie
rung, die; -en
rat/Rat| -los /Adj./ 1.1. sich keinen Rat wissend:
ein ratloser Vater; ganz, völlig r. sein; einer Sache
r. gegenüberstehen 1.2. ein ratloses (bestürztes)
Gesicht machen; dazu -losigkeit, die; /o. Pl.j
ratsam /Adjnicht attr.J so geartet, daß man es
raten (1.2) kann: es ist (nicht) r., das zu tun; er
fand es r. abzureisen; das halte ich nicht für r.
Rat| schlag, der Rat (1), Vorschlag: jmdm. gute
Ratschläge geben; jmds. R . befolgen
Rätsel, das; -s, - 1 . Denkaufgabe, die zum Spiel,
Spaß gelöst, deren Lösung erraten werden soll: ein
leichtes, unlösbares R .; ein R. lösen, raten; jmdm.
(ein) R. aufgeben — 2 . etw. noch nicht Erkanntes,
Erforschtes, etw., das m an für unerforschlich hält: die
R. alter Kulturen, des Weltraums
-f- etw., jmd. ist, bleibt jmdm. ein R. (etw., jmd.
ist, bleibt für jmdn. unbegreiflich, unerklärlich, un
verständlich) ; vor einem R. stehen (sich etw. nicht
erklären können); in Rätseln (unverständlichen A n
deutungen) sprechen
rätselhaft /A dj./ unerklärlich: ein rätselhafter Zu
sammenhang; eine rätselhafte Krankheit; das ist,
erscheint mir ziemlich r.; er ist unter rätselhaften
Umständen verschwunden; eine rätselhafte Frau
rätseln jsw. Vb.; hat/ angestrengt nachdenken, um
eine Lösung, Erklärung für etw. zu finden, raten
(2): lange, unablässig r.; über jmds. dunkle Äuße
rungen r.; an einem Text, Wort r. (einen Text,
ein Wort immer wieder zu entziffern, deuten, ver
stehen suchen)
Rätsel zu Rätsel 1| -raten, das; -s, fo. P I ./1.1. das
Lösen von Rätseln: hast du Spaß am R.? 1.2. es
begann ein großes R. (Mutmaßen), w er ...;
- zeitung , die Zeitung, die ausschließlich Rätsel ver
öffentlicht
Rats|keller, der im Untergeschoß eines Rathauses
befindliche Gaststätte
Ratte, die; -,
-n
mit der Maus verwandtes Nage
tier mit langem Schwanz, das vorzugsweise in der
Nähe menschlicher Behausungen lebt und häufig
Krankheitserreger überträgt: die R atten pfeifen,
werden bekämpft, vergiftet
Ratten| -gift, das Gift zur Vernichtung von Ratten:
R. legen; -schwänz, der 1. langer, dünner Schwanz
einer Ratte — 2. salopp scherzh. kurzer, dünner
Zopf — 8. salopp endlose Folge: das zog einen
R. vo n Eingaben, Fehlern, Schwierigkeiten nach
sich
rattern /sw. Vb.; hat, ist/ 1. etw. gibt kurze, harte,
(rhythmische) Geräusche von sich (hat): die Maschi
nen r.; ein Motor hat die halbe Nacht laut ge
rattert — 2 . sich mit den Geräuschen von 1 irgend
wohin fortbewegen (ist): die Bahn ist durch die
Stadt, Nacht gerattert
ratzekahl, ratzekahl /Adv.; emot.f umg. voll
ständig, ganz und gar: die Raupen haben den Baum
r. (ganz kahl) gefressen
Raub, der; -(e)s, /o. PL/ 1 . das Rauben, gewalt
same Wegnehmen: ein schwerer R .; einen R. (an
jmdm.) begehen, verüben; der R. (die gewaltsame
Entführung) eines Kindes — 2 . das Geraubte,
die Beute: ihr R. bestand in Pelzen; sie teilten
ihren R .; jmdm. seinen R. abjagen
-f- etw. wird ein R . der Flammen (wird durch Feuer
vernichtet)
Raub|bau, der jo. PI./ Bergm. Forstw. Landw.
radikale Ausbeutung von Ressourcen um augen
blicklich hoher Erträge willen ohne Rücksicht auf
künftigen Bedarf: der R. am Wald; Erz, K ohle
im R. gewinnen; R. (be)treiben; O R. an, mit
seiner Gesundheit treiben (ohne Rücksicht auf
seine Gesundheit unter starker Beanspruchung
arbeiten, leben)
rauben /sw. Vb.; hat/ 1,1 . etw. r. jmdm. wider
rechtlich und unter Androhung, Anwendung von Ge
walt etw. wegnehmen: unbekannte Täter raubten in
einer Bank 80000 Dollar; die Banditen raubten
und plünderten; jmdm. etw. r.: ihm wurden
seine W ertsachen geraubt; jmdn. r.: Gangster
haben ein Kind geraubt (entführt) 1.2 . jmdm. etw.
r. jmd n . um etw. bringen: jmdm. seine Freude,
Ruhe, den Schlaf, Verstand r.; sich seine Über
zeugung nicht r. (nehmen) lassen
Räuber, der; -s, - 1. veraltend jmd., der auf
Raub ausgeht, (wiederholt) etw. geraubt hat: einen
R. festnehm en, stellen, verfolgen; die Reisenden
wurden im Wald von Räubern überfallen; die R.
(Bankräuber) waren maskiert — 2 . Z o ol. Tier,
das sich von anderen Tieren ernährt, die es selbst
tötet: Iltisse, Löwen, Spinnen, Wölfe leben als,
sind R.
räuberisch fAdj.f 1. mit dem Verbrechen des Raubes
Räuberzivil — rauh
921
verbunden: ein räuberischer Überfall — 2 . Z o ol.
Spinnen leben r. (als Räuber 2)
Räuber[zivil, das umg. scherzh. (nachlässige,
etwas abgerissene Kleid ung
Raub/raubj -gier, die Gier zu rauben, nach Raub;
dazu -gierig /Adj.f; -krieg, der von einem feudalen,
imperial. Staut geführter Krieg zur gewaltsamen A n
eignung fremden Staatsgebiets; -mord, der Raub in
Tateinheit mit Mord; dazu -mörder, der; -tier, das
fleischfressendes, als Räuber lebendes Säugetier (mit
Krallen und überragenden Eckzähnen): Bären,
Katzen, Wölfe sind Raubtiere; -überfall, der Über
fall auf jmdn., um ihn zu berauben; -vogel, der
Vogel mit hakenartig gekrümmtem Schnabel, zum\
Greifen geeigneten K r allen und ausgezeichnetem Ge
sichtssinn, der als Räuber lebt und vorwiegend Wir
beltiere als Beute nim mt: ein großer R. kreiste in
der Luft; der R. stieß auf das Jungkaninchen
herab; -zu g, der Unternehmung zum Zwecke eines
Raubes: ein heimlicher, nächtlicher, waghalsiger
R.; einen R. machen, unternehmen
Rauch, der; -(e)s, fo. PL/ bei der Verbrennung von
Stoffen (3.2) entstehendes, a ls (dichte) Wolke a uf
steigendes Gemisch aus Gasen und Dämpfen mit Par
tikeln von Asche, Ruß, Staub:ein beißender, dichter,
erstickender, schwarzer R .; der R. einer Esse,
Pfeife, Zigarette; R. steigt auf, zieht ab; ein Raum
ist voll(er) R.; etw. ist von R. geschwärzt; etw.
schmeckt nach R.
+ etw. in den R. schreiben (verloren geben); —
etw. geht in (R. und) / Flammen auf
rauchen fsw. Vb.; hat/ 1. etw. raucht von etw.
steigt Rauch od. Dampf auf: der Brand, Ofen,
Schornstein raucht; ein rauchender Trümmer
haufen — 2 . eine Zigarre, Zigarette r. den Rauch
des glühend verbrennenden Tabaks einer angezünde
ten, zwischen die Lippen genommenen Zigarre,
Zigarette, Pfeife einatm end genießen und „danach
wieder ausstoßen: stark, viel, wenig r.; Pfeife,
Zigarren, eine gute Sorte Tabak r .; er raucht 20
Zigaretten am Tag; sich das Rauchen ab-, ange
wöhnen
+ m it jmdm. die / Friedenspfeife r.; jmdm.
raucht der / Kopf; r. wie ein Schlot
Raucher, der; -s, - jmd., der gewohnheitsmäßig
raucht: ein leidenschaftlicher, mäßiger, starker R .;
er ist R.
Raucher [aal, der vgl. Räucherfisch
Raucher| abteil, das Abteil für Raucher
Räucherj -fis ch , der durch Räuchern haltbar ge
machter Fisch; -hering, der vgl. -fisch
Raucher [husten, der durch vieles Rauchen hervor -
gerufener chronischer H usten
Räucherj -kam mer, die gemauerter Hohlraum,
Kammer mit Abzug über einer Feuerstelle zum
Räuchern von Fleisch, Fisch; -kerze, die kleiner
Kegel aus einem H arz, das beim Verbrennen einen
wohlriechenden Rauch entwickelt
räuchern /sw. Vb.; hat/ bes. Fleisch(waren) und
Fisch durch längeres Hängenlassen in einem Rauch
fang, einer Räucherkammer haltbar machen: Schin
ken, Wurst r.; geräucherter Aal, Hering, Speck;
Gepökeltes und Geräuchertes
Raucher!waren, die fPl.f geräucherte Fleisch-,
Fischwaren
Rauch/raueh| -fah ne, die horizontal langgestreckte
Wölke aus Rauch: die R. eines Dampfers am H ori
zont; eine lange R. hinter sich lassen; -fang, der
1, trichterförmiges, den Schornstein gegen einen
offenen Herd hin verlängerndes Teilstück, das den
Rauch auffängt und ableitet: der R. eines Kamins;
einen Schinken in den R. hängen — 2. österr.
Schornstein; -färben jA dj.j dunkelgrau mit Blau,
Braun abgetönt: rauchfarbene Strümpfe; -fleisch,
das geräuchertes (Rind -, Schweine)fleisch; -g a s e, die
fPl.f bei der Verbrennung von Brennstoffen ent
stehende Gase, Rauch; -glas, das fo. Pl.f rauch-
farbenes Glas
rauchig /Adj.f 1.1 . ein rauchiges (von Rauch er
fülltes und geschwärztes) Arbeitszim mer, Lokal; bei
euch riecht es r. (nach Rauch) 1.2 . der Speck
schm eckt r. (ist geräuchert und schmeckt nach
Rauch) —■ 2. rauchfärben: ein matter, rauchiger
Farbton; rauchiges Glas — 3 . (vom Rauchen) rauh
(2.1): mit einer rauchigen Stimme Chansons singen
Rauch/rauch| -kammer, die 1. Teehn. Teil des
Kessels bes. einer Dampfmaschine, in dem sich die
Rauchgase sammeln — 2 . Räucherkammer; -los
IAdj.f ohne Entwicklung von Rauch verbrennend:
ein rauchloses Pulver; r. verbrennen; -pilz, der
pilzförmige Rauchwolke, die bei einer starken E x
plosion entsteht: über dem Explosionsherd stand
ein schwarzgrauer R .;
- quarz, der rauchfarbener
Quarz; -Säule, die senkrecht aufsteigender, a uf-
gestiegener dichter Rauch; -Schwaden, der; -Signal,
das Signal, das durch aufsteigenden Rauch gegeben
wird: das in Seenot befindliche Schiff gab Rauch
signale; -verbot, das jo. Pl.f Verbot zu rauchen;
- Vergiftung, die Vergiftung durch Rauchgase; -Ver
zehrer, der; -s, - k leines (elektrisches) Gerät (aus
Porzellan), das den Tabakrauch aufsaugt und die
Luft im Raum verbessert; -waren, die fPl.f 1. rohe
und veredelte Felle als Ware: R. zurichten, v er
edeln; ein Handelsplatz für R.
—
2. umg. Tabak
waren; -wolke, die
Räude, die;
- n fvorw. Sg.j durch Milben ver
ursachte, m it Haarausfall und Juckreiz verbundene
Hautkrankheit verschiedener Haustiere: der Hund
hat die R .; dazu räudig fAdj.; nicht adv.f
*rauf fAdv.f umg.: / herauf, hinauf
Rauf|bold, der; -(e)s, -e jmd., der oft und gern
rauft
Rgufe, die;
-n
aus in größeren Abständen ange
ordneten Stäben bestehender Behälter, aus dem Tiere
Grünfutter, Heu herausziehen können: die R. im K uh
stall mit Klee füllen; im Wald Raufen für Wild
aufstellen
raufen fsw. Vb.; hat/ 1. etw. (aus etw.) reißen,
rupfen: das Pferd rauft Hafer aus der Krippe —
2. einen Streit, eine Schlägerei mit jmdm., m itein
ander (um etw.) austragen: sie rauften (sich) um
den Ball; er wollte mit mir r.
rauf, auch’x m i / / auch herauf|, hinauf|/|kommen
fVb.f u mg . heraufkommen, hinaufkommen: soll ich
r.?
Rauf lust, die fo. Pl.f Freude am, Lust zum Raufen:
die R. war ihnen anzusehen
rauh fAdj./ 1 .1 . sehr viele kleinste Unebenheiten
aufweisend, nicht glatt: rauhes Holz, Papier; eine
rauhe Hand, Haut; ein Hemd, Stoff, diese Decke
fühlt sich r. (hart, kratzend) an; die rauhe (be
haarte) Seite eines Felles 1.2 . /nicht adv.f rauhe
(stark bewegte) See — 2 .1 . sich so anhörend, als
ob etw. kratzt (1.3): ein rauher Husten; rauhe Laute
922
Rauhbein — Raumsonde
hervorbringen; r. krächzen, sprechen; etw. klingt
r.; eine rauhe Stimme 2.2 . /nickt adv./ einen rauhen
Hals haben (einen entzündeten Hals haben, wo
durch sich die Stimme heiser anhört) — 8 . /nicht
adv./ unangenehm halt und windig mit viel Regen
od. Schnee: ein rauher November, Sturm, Winter;
im rauhen Norden; das Klima ist hier sehr r.;
O die rauhe Wirklichkeit — 4 . wenig verbindlich,
schroff und geradezu und grob: ein rauher Mann;
sie war eine rauhe, harte Natur; ein rauhes Be
nehmen, Wesen; sich von seiner rauhen Seite
zeigen; umg. scherzh. hier herrscht ein rauher,
aber herzlicher Ton
+ in rauhen / Mengen
Rauh/rauh| -bein, das um g . sich rauh (4) gebender,
aber (offenbar) gutartiger Mensch: er ist ein tüchti
ges R., aber
dazu -beinig /A d j./; -fasertapete,
die Tapete m it einer den Rauhputz imitierenden
Oberfläche; -futter, das L and w . Futter aus Heu,
Spreu, Stroh für Wiederkäuer; -putz, der B a u w .
nicht geglätteter (und daher) rauher Putz; -reif, der
fo. PI ./ bei Frost als Schicht feiner Eiskristalle bes.
a n Zweigen sich ablagernder feiner Niederschlag :
glitzernder R.
Raum, der; -(e)s, Räume 1. jo. PL/ 1.1. durch die
drei Dimensio nen bestimmte, bestimmbare größen
mäßige Ausdehnung, in der sich alle Körper (2)
befinden: die Lage vo n Körpern im R.; Adverbien,
Präpositionen, die Beziehungen im R. bezeichnen
1.2 . P h i los . 1.1 als grundlegende Existenzform der
Materie: die Existenz der Materie in R. und Zeit
—
2. 1.1, wie er sich als bestimmter, sich (in der
Vorstellung) als allseitig umgrenzt, zwischen Flä
chen, Körpern (2) od. in Körpern befindlich dar
stellt: offene, freie Räume zwischen den N eu
bauten; der enge R. in dem Wohnblock zwischen
Vorderhaus und Hinterhaus; P h y s . ein luftleerer,
luftverdünnter R. (Vakuum); Bauw. der um
baute R. (das durch die äußeren Flächen bestimmte
Volumen eines Gebäudes) — 8 .1 . /o. PI .; vorw. o.
Art./ Platz (3): genug, viel, wenig R. haben; sie
leben auf engstem R.; für, zu etw. mehr R.
brauchen; etw. nimmt viel, breiten R. ein; den
R. nutzen; zwischen den Zeilen freien R. lassen;
O da, hier bleibt (jmdm.), ist kein R. (keine
Gelegenheit, Möglichkeit) für private Interessen,
langes Überlegen; einer Sache R. geben (etw. auf-
kommen, sich ausbreiten lassen) 8.2 . /vorw. Sg./
nicht genau begrenztes (geographisches) Gebiet, Ge
gend: Unwetter im Berliner R .; im R. Leipzig,
Halle ist mit Nebel, Verkehrsstauungen zu rechnen
—
4. fo. Pl.j Weltraum: der interplanetare, inter
stellare, kosmische R.; der Kosmonaut schwebte
frei im R.
—
5. durch Boden, Decke, Wände be
grenzter Teil eines Gebäudes, Zimmer: ein abgeteil
ter, abgeschlossener, gewerblich genutzter R .; die
Räume eines Bodens, Lagers; ein R. zum Arbeiten,
Schlafen, W ohnen; dieser R. hat eine gute Akustik,
viel Licht; einen R. betreten, mieten, reinigen;
zu dritt in einem R. arbeiten; die Tagung fand in
den Räumen der Universität statt
Raum| -a n zu g , der hermetisch abschließender,
klimatisierter Schutzanzug für Raumfahrer; -bild,
das stereoskopisches B ild
räumen /sw. Vb.; hat/ 1. einen Raum (2, 5) da
durch frei machen 1.1 . daß man Personen veranlaßt,
ihn zu verlassen: die Polizei räumte den Bahnsteig,
ließ den Saal r. 1 .2 . daß dort Anwesende ihn aus
eigenem Antrieb verlassen; sie räumten das Haus,
Lokal (freiwillig); die Zuschauer räumten die
Tribüne; eine Festung, Wohnung r. (unter M it
nahme von Sachen aufgeben 3.2) 1.3 . daß man in,
auf ihm Befindliches entfernt (1): einen Gully,
Kasten, Schrank (leer) r.; Wege von Schnee r.;
ein Warenlager r. (durch Verkauf der Ware leeren)
—
2. etw. von einer Stelle wegnehmen und a n eine
andere bringen: Geschirr aus dem Schrank, vo m
Tisch, in die Küche r.; die Bücher ins Regal r.;
Schnee r . ; Minen r. (suchen und unschädlich machen)
+ das/Feldr.;jmdn.ausdem/Wegr.;
etw. aus dem / Weg r.
Raum| -fahre, die vgl. -gleiter; -fahrer, der für die
(bemannte) Raumfahrt ausgebildeter und befähigter
Mensch, Kosmonaut, Astronaut; -fahrt, die jo. PI ./
(Gesamtheit aller) Aktivitäten, m it (unbemannten
Raumflugkörpern in den Weltraum vorzustoßen und
andere Himmelskörper zu erreichen: sich für R. in
teressieren; Forschungen zur Verwirklichung der
R .; -fahrzeug, das vorwiegend bemannter Raumflug
körper: ein R. als Zubringer zu einer Raumstation;
m it einem R. vom Mutterschiff aus zum Mond
sta rten; -flug, der Flug eines Raumflugkörpers in
den, im Weltraum und zu anderen Himmelskörpern;
- f lugkörper, der Flugkörper für den (unbemannten
Raumflug: ein (un)bemannter R .; einen R. beob
achten; -gestaltung, die jo. Pl.j Gestaltung eines
Raumes (5) (durch einen Innenarchitekten): ein
Entwurfsbüro für R .; -gleiter, der; -s, - Raumflug
körper, der durch Abbremsen z ur Erdoberfläche z u
rückkehren und wie ein Flugzeug auf einer Piste lan
den kann; -heizlüfter, der elektrisches Heizgerät mit
einem Gebläse für Warm- und Kaltluft; -inhalt, der
Volumen (1): der R. eines Kegels; den R. von etw.
berechnen; -kapsel, die abtrennbarer Teil eines
Raumflugkörpers (mit hermetisch abschließbarer
Kabine zum Aufenthalt für Raumfahrer). der als
selbständiges Raumfahrzeug verwendet werden k a n n :
mit einer R. zur Erde zurückkehren; -kirnst, die
/o. PL/ vgl. -gestaltung
räumlich /Adj./ 1 . /nicht präd.f hinsichtlich des
Raumes (1.1, 2, 3.1, 5): die räumliche Aufteilung,
Ausdehnung, Entfernung, Lage, Trennung; jmd.
ist, lebt r. sehr beengt; Ereignisse r. und zeitlich
einordnen — 2 . (wie) unter den Bedingungen des
natürlichen, dreidimensionalen Raumes (ivirkend):
ein räumlicher Eindruck; räumliches Sehen; räum
liches Hören; ein r. wirkendes Bild
Räumlichkeit, die; -,
-en 1. /vonv. PI./ Raum in
einem Gebäude: enge, helle, kalte Räumlichkeiten;
für etw. geeignete Räumlichkeiten suchen — 2 . /o.
Pl.j räumliche (2) Darstellung, Wirkung: die R. der
Perspektive, dieser Zeichnung
Raum| -mangel, der /o. PI ./ 1.1. Mangel an Raum
(3.1): wegen R. D opp elstockbetten aufstellen 1.2 .
Mangel an Räumen (5): wegen R. bei der Ver
waltung neue Zimmer beantragen; -maß, das /PL
- e/ Hohlmaß (1); -meter, der, fachspr. das /Abk.
rm/ ein K ubikmeter geschichtetes H olz einschließlich
der beim (lockeren) Schichten entstandenen Zwischen
räume; -pflegerin, die;
-n en Frau, die beruflich
Räume (5) saubermacht; -schiff, das (bemannter)
Raumflugkörper: ein interplanetares R .; ein R. in
eine genau berechnete Flugbahn bringen; -sonde,
die unbemannter Raumflugkörper: eine R. zum
Raumstation — Reagens
923
Mars starten; -Station, die bemannter, auf einer
Satellitenbahn die Erde umkreisender Raumflug
körper, der mehrere Menschen für längere Zeit auf-
nehmen und als Startbasis für (bemannte) Raumflüge
genutzt werden ka n n; -teiler, der frei stehendes, einen
Raum (5) in zwei Bereiche teilendes Regal, Gestell od.
schmales hohes Möbelstück: durch einen R. vom
Wohnzimmer einen Arbeitsplatz, eine Spielecke
abtrennen; -tex tilien, die /PLI für die Raumgestal
tung bestimmte Textilien; -ton, der jo. Pl.f durch
eine stereophonische Anlag e erzeugter räumlicher
K lang ; -transporter, der als Raumgleiter konstruier
ter Raumflugkörper zum Transport von M aterialien,
Menschen bes. zu einer Raumstation
Räumung, die; -en /zu räumen/; zu 1.1, 1.2: die
R. des Hauses, Platzes, Zufahrtsweges wurde
m it aller Anstrengung betrieben; zu 1.3: die
R. des Lagers; zu 2 : die R. des Schnees
Raum] -Vorstellung, die jo. Pl.f räumliche (2) Vor
stellung: die R. eines Kindes, Malers; -zelle, die
B a u w . industriell vorgefertigter Raum als Teil eines
Gebäudes: Badezimmer, Küchen als Raumzellen
hersteilen
raunen jsw. Vb; hat/ etw. flüsternd, murmelnd
sprechen: jmdm. Geheimnisse, Worte, eine War
nung ins Ohr r.; er raunte etwas Unverständliches;
ein Raunen ging durch den Saal
Raupe, die; -,
-n I. länglich runde Insektenlarve, bes.
des Schmetterlings, m it vielen paarigen Füßen am
Bauch: eine dicke, grüne, behaarte R .; die R. ver
puppt sich; aus der R. schlüpft der Schmetterling
—
fi. T echn. endloses Band aus plattenförmigen
Kettengliedern, das, jeweils auf einer Seite um alle
Räder eines Fahrzeugs la ufend, die Bewegung des
angetriebenen R ad es a uf die übrigen Räder überträgt
Raupen zu Raupe II| -fahrzeug, das Fahrzeug, das
sich mit Raupen fortbewegt: ein schweres R .;
- Schlepper, der Raupenfahrzeug, m it dem Ackergeräte,
Baumstämme o. ä . gezogen werden
’raus /Adv./ umg.: / heraus, hinaus
+ hin in die / Kartoffeln, ’r. aus den Kartoffeln
Rausch, der; -es, Räusche 1. /vorw. Sg.f als Folge
der Ein w irk ung von Giften, bes. des Genusses einer
großen Menge Alkohol eingetretener vorübergehender
Zustand der Verminderung bis Ausschaltung des B e
wußtseins und der Kontrolle des Betroffenen über
seine psychischen und physischen Reaktionen: ein
euphorischer, kurzer, leichter, starker R.; einen
R. haben; seinen R. ausschlafen; O ein R. (eine
betäubende Vielfalt) v o n Farben und Klängen —
2. jo. P l.f durch ein erregendes Erleben hervor -
gerufener Gefühlszustand, bei dem die Kontrolle
durch das Bewußtsein ausgeschaltet erscheint,
Ekstase: ein ekstatischer, freudiger, wilder R .; ein
R. der Begeisterung, Leidenschaft; im Rausche
seines Erfolges, Glückes, Sieges; v on einem R. er
faßt, ergriffen werden
rauschen jsw. Vb.; hat, ist/ 1 . etw. bringt das gleich
förmige Geräusch wie bei einer großen Menge fallen
den, stark bewegten Wassers hervor (hat): der Regen,
Wald, Wasserfall, das Meer rauscht; die Bäume,
Blätter r. im Wind; das Rauschen der Brandung;
rauschender (starker) Beifall; rauschende (stark
raschelnde) Gewänder, Seide; <Q> rauschende (durch
Musik, Tanz, festliche Roben geprägte) Feste feiern
— 2 . sich m it dem Geräusch von 1 irgendwohin bewe
gen (ist):das Wasser rauscht in die W anne; <0>
um g. fvon Frauenj sie rauschte (gingmit Vehemenz
und auffälligem Gehabe) aus dem Zimmer
Rausch/rausch[ -gift, das Stoff, der, in bestimmter
Dosierung genommen, einen Rausch (1), Lähmun
gen, Erregungen von Teilen des Nervensystems ver
ursacht, Droge: R. nehmen; Schmuggel mit R.;
- giftsüchtig jAdj.j süchtig nach, durch Rauschgift
raus, auch haus jy* auch heraus], hinaus|umg./|
- f l iegen fVb.; istj 1. herausfliegen (1): das Bauer
geschlossen halten, damit der W ellensittich nicht
rausfliegt — 2 .1 . entlassen (1) werden: wegen seines
Trinkens ist er (aus dem Betrieb) rausgeflogen
2.2 . unwirsch aus dem Zimmer geschickt werden: als
ich meine Bitte vortrug, bin ich einfach rausge
flogen; -kommen fVb.f 1.1 . herauskommen (1):
als wir (aus dem Haus) rauskamen, regnete
es 1 .2 . mach, daß du rauskommst (verlasse
dieses Zimmer)! — 2 . groß r. in der Öffentlichkeit
Erfolg haben: er wird mit seiner Jazzband noch
groß r.
—
3. /von etw., das nicht bekannt werden
solltej (öffentlich) bekannt (1.1) werden: über ihn ist
eine unerfreuliche Geschichte rausgekommen; was
wir hier reden, soll, darf nicht r.
—
4. herauskom
men (5): was kommt bei dieser Addition raus?; da
bei kann nicht viel Neues r. — 5 . mit dem Einsatz
r. (die eingesetzte Sum m e als Gewinn erlangen);
-f- das kom mt auf dasselbe raus (das bleibt sich
gleich); — auf / Teufel komm raus; -kriegen jVb.j
1. etw. herausbekommen (1) — 2 .1 . aus jmdm. etw.
herausbekommen (2 .1 ) — 2 .2 . etw. herausbekommen
(2.2) — 3 . etw. herausbekommen (3)
räuspern, sich jsw. Vb.; hat/ sich durch absichtliches
kurzes, leichtes Husten die Kehle zum Sprechen, Sin
gen von Schleim frei machen: sich kurz, leise, stark
r.; er räusperte sich und begann zu sprechen; sich
nervös, verlegen r. (absichtlich kurz, leicht husten,
um seine Scheu vor dem Sprechen, seine Unsicher
heit beim Sprechen zu überwinden, zu verbergen);
nach längerem Warten räusperte er sich vernehm
lich (machte er sich durch absichtliches kurzes Husten
bemerkbar)
raus/Raus, auch ’raus f/ auch heraus], hinaus]/]
- rücken jVb.; hat/ umg. etw. herausrücken (2);
-s chmeißen /Vb./ salopp 1. etw. hinauswerfen (1):
du sollst doch nichts zum Fenster r.! — 2. jmdn.
unwirsch aus einem Raum, Haus, Ort weisen: er
sagte, er lasse sich nicht einfach r. — 3 . jmdn. ent
lassen (1): wegen seiner gewerkschaftlichen Arbeit
wurde er v on dem Unternehmer rausgeschmissen;
-schmeißer, der; -s, - umg. 1 . jmd., der in einem
Lokal angestellt ist, um randalierende Gäste zum
Gehen zu zwingen — 2 . letzter Tanz bei einer (öffent
lichen) Tanzveranstaltung: als R. spielten sie den
bekannten Schlager...; -schmiß, der /zu -schmeißen
2/ umg: das soll wohl ein R. sein?
Raute, die; -, -n Ornament, Verzierung in Form eines
auf der Spitze stehenden Rhombus: ein in Rauten
geschliffener Diamant; ein durch Rauten auf
geteiltes Wappen
Razzia, die; -,
- s/Razzien [..Ion] überraschender,
örtlich begrenzter Einsatz der Polizei mit dem Ziel,
beim Überprüfen aller (zufällig) anwesenden P er so
nen Verdächtige aufzuspüren: eine R. machen, ver
anstalten; in eine R. geraten; eine R. auf Schmugg
ler, Taschendiebe
Reagens, Reagens, das; -, Reagenzien [..ien], auch
Reagentia Chem. Stoff, der zum Nachweis eines
924
Reagenzglas — Realität
bestimmten anderen Stoffes dient, weil er, m it diesem
zusammengebracht, erfahrungsgemäß eine bestimmte
chemische Reaktion auslöst
Reagenz|glas, das /PI.
-gläser/ an einem Ende ge
schlossenes, dünnwandiges Röhrchen aus thermisch
beständigem Glas für Laboratorien
reagieren jsw. Vb.; h a t/1.1. auf etw., bes. eine Ein-
ivirkung, (in irgendeiner, bestimmter Weise) ein
gehend er hat heftig, impulsiv, spontan, sauer (auf
den Vorschlag) reagiert; sie reagierte auf diese
Anspielung (sehr empfindlich, m it einem Läch eln);
auf einen Brief nicht r.; Organe, Zellen r. auf
Reize mit Zustandsänderungen; Seismographen r.
empfindlich auf Erschütterungen; die Pupillen r.
auf Licht 1.2. Chem. Phys. sich durch eine be
stimmte Einw irkung in seiner Qualität chemisch,
physikalisch ändern: eine Lösung reagiert al
kalisch, sauer; der Atomkern reagiert auf den B e
schuß durch Neutronen
Reaktion, die; -,
-en 1.1 . auf eine Einwirkung rea
gierendes bestimmtes Verhalten eines Menschen,
einer Sache: eine psychische, physische R .; eine
heftige, unerwartete, unkontrollierte R .; ihre erste
R. war ...; die Reaktionen eines Autofahrers, Kin
des ;die Reaktionen des Zentralnervensystems;etw.
ist die R. auf etw .; eine R. auslösen, bewirken,
hervorrufen, verhindern 1.2 . Chem. Phys. das
Reagieren (1.2) — 2. jo. PI ./ Kampf, Widerstand
historisch überlebter Klassen gegen den gesellschaft
lichen Fortschritt, gegen revolutionäre gesellschaft
liche Umgestaltungen und gegen das Wirken der p r o
gressiven und revolutionären Klassen, Kräfte: fa st
jeder fortschrittlichen Entwicklung in der Ge
schichte trat hemmend eine R. entgegen — 3 . jo.
PL/ Gesamtheit der Klassen, Schichten, Organisatio
nen, Personen, die 2 verkörpert: die R. bekämpfen,
entlarven, isolieren, schlagen; gegen die R. agi
tieren, antreten, kämpfen, Vorgehen
reaktionär /Adj.; zu Reaktion 2 u. 3/ gegen den ge
sellschaftlichen Fortschritt: reaktionäre B estre
bungen, Elemente, Kreise, Politiker; ein reaktio
näres Geschichtsbild
Reaktionär, der; -s, -e Vertreter der Reaktion (2, 3)
reaktions/Reaktions| -fähig /Adj.; nicht adv.)
1. jvom Menschen/ fähig, in einer bestimmten kurzen
Zeit richtig, angemessen zu reagieren: ein reaktions
fähiger Fahrer; nicht mehr ganz, voll r. sein — 2 .
Chem . fähig, eine Reaktion einzugehen; dazu -fähig-
keit, die jo. PL/; -schnell /Adj./ schnell reagierend
(1.1): ein reaktionsschneller Spieler; -vermögen,
das jo. Pl.j Reaktionsfähigkeit eines Menschen;
- zeit, die Physiol. Psych. Zeit zwischen dem Be
ginn der Einwirkung eines Reizes und der dadurch
ausgelösten Reaktion
reaktivieren jsw. Vb.;hat/ [.. v . .]fachspr. 1. etw.
reaktiviert eine Krankheit (etw. läßt eine Krankheit
wieder aufkommen) — 2 . seine Kenntnisse r. (seine
vorhanden gewesenen Kenntnisse für sich wieder ver
fügbar machen)
Reaktor, der; -s, Reaktoren 1.1 . Anlage, in der zu
wissenschaftlichen od. industriellen Zwecken R eak
tionen (1.2) ablaufen können 1.2 . Kernreaktor
real /Adj./ 1 .1 . in der Realität bestehend, wirklich
(existierend), tatsächlich: die reale Lage, W elt; reale
Chancen, Fakten, Gegebenheiten; etw. hat'eine
reale Basis; etw. stellt eine reale Kraft, Macht dar;
der r. existierende Sozialismus; fach sp r. rea
les (tatsächlich vorhandenes, die Gesetze über die
Eigenschaften eines Gases n u r annäherungsweise
erfüllendes) Gas 1 .2 . von der R ealität ausgehend:
reale Pläne, Vorschläge; deine Konzeption ist nicht
r. (nicht realistisch und deshalb nicht realisierbar);
r. denken; etw. r. (realistisch) einschätzen, sehen
Realeinkommen, das Pol. ök. in Geld ausgedrück
te, innerhalb einer bestimmten Zeit erarbeitete Ge
samtheit aller Güter, Dienstleistungen und Bezüge
eines Werktätigen od. (einer Gruppe) der Bevölkerung,
die zum Verbrauch, zur Nutzung sowie zur Bildung
von Fonds mit verschiedener (sozialer) Bestimmung
zur Verfügung steht: ein steigendes R.; das R. ist
ein entscheidender Faktor des Lebensstandards
realisierbar /A dj.; nicht adv.; zu realisieren 1/
geeignet, realisiert zu werden: ein realisierbarer
Entwurf, Plan, Vorschlag; etw. ist durchaus, leicht,
sofort, nur teilweise, nicht r.
realisieren /sw. Vb.; h a t / 1. etw. verwirklichen (1.1):
einen Beschluß, Plan, den Vertrag r.; einen Vor
satz r.; Erkenntnisse der modernen Forschung in
der Praxis r. — 2 . etw. erkennen, sich etw. bewußt
machen: die eigentliche Problematik der Sache,
die Gefahr, in der er sich befand, hat er gar nicht
realisiert — 8. W irtsch. einen Wert, eine Ware in
bares Geld umwandeln, gegen bares Geld verkaufen:
Aktien, Grundbesitz, Werte r.; zu 1 u. 3 Reali
sierung, die; -en jvorw. Sg.j
Realismus, der; -, jo. PI ./ 1. von den Gegebenheiten,
der Realität ausgehende, illusionslose Beurteilung
der Dinge des Lebens, Wirklichkeitssinn: nüchterner,
vorurteilsfreier R .; sein R. bewahrte ihn oft vor
Enttäuschungen; mit einigem R. hätte man diesen
Verlauf erwarten müssen, voraussehen können —
2. entsprechend der historischen Entwicklung in ver
schiedenen Stufen ausgeprägte Methode des künst
lerischen Schaffens, die eine getreue Widerspiegelung
der Wirklichkeit in der K u n st anstrebt: der / kriti
sche R .; der sozialistische R. (Methode des künst
lerischen Schaffens, die vom Künstler eine wahrheits
getreue, vom Standpunkt der revolutionären Arbeiter
klasse ausgehende, wegweisende, geschichtlich kon
krete Darstellung der Wirklichkeit in ihrer revolutio
nären Entwicklung fordert); dieser Maler, Schrift
steller ist ein Vertreter des R. — 8.Philos. 8.1. er
kenntnistheoretische Grundrichtung der mittelalter
lichen und neueren Scholastik,' d ie die allgemeinen
umfassenden Begriffe als das Wirkliche betrachtet,
das vor (und in) den einzelnen Dingen existiert
8.2 . /B ez. für erkenntnistheoretische Lehren, die
zwar eine unabhängig vom Bewußtsein existierende
objektive Realität anerkennen, die Frage nach deren
Idealität od. M aterialität aber offenlassenj: er
kenntnistheoretischer, transzendentaler R .; dazu
Realist, der; -en, -en; zu 1: er war, blieb immer R .;
zu 2: die bürgerlichen Realisten
realistisch /Adj./ 1 . auf Realismus (1) beruhend,
nüchtern, sachlich: eine realistische Vorstellung von
etw. haben; eine realistische Haltung, Einstellung;
etw. r. betrachten, darstellen, schildern, sehen; r.
denken — 2. im Sinne, in der Art des Realismus (2):
die realistische K un st, Literatur; ein realistisches
Drama, Werk; einer der großen realistischen Er
zähler; er malt, schreibt ganz, sehr r.
—
3. den
Realismus (3) vertretend: realistische Philosophen
Realität, die; -,
-e n 1.1. jo. Pl.j das Existierende (in
seiner Gesamtheit), die Wirklichkeit: in der R. vor-
Reallexikon — rechnen
925
kommen; sich an der R. orientieren; Phi los. die
objektive R. 1 .2 . /o. Pl.j die R. (das Wirklich-
sein, die Existenz) von etw. anzweifeln, beweisen,
bestreiten 1.8 . etw. ist eine R. (Tatsache); den Rea
litäten Rechnung tragen
Realj -lex ik o n , das Sachwörterbuch (eines Wissens
gebietes); -lohn, der Pol. ök. Lohn eines Werktäti
gen, gemessen an der Menge der individuellen K o n
sumgüter, Dienstleistungen, die dafür gekauft, in
Anspruch genommen werden können
Reanimationszentrum , das medizinische Einrich
tung zur Wiederbelebung nach Unfällen, V ergiftun
gen usw. durch medizinische Maßnahmen zur Wie
derherstellung der Funktionen von Herz, K reisla uf
und Lunge
Rgbe, die;
- n 1.1 . Ranke des Weinstocks 1.2 .
Weinstock: Hänge mit Reben
Rebell, der; -en, -en jmd., der (gegen gesellschaft
liche, politische Verhältnisse) rebelliert: er ist ein R.,
gilt als R., wurde als R. verhaftet
rebellieren /sw, Vb,; hat; bes, von einer kleineren
Grupp e von Menschen/ gegen einen bestehenden Z u
stand, bestehende Verhältnisse, gegen jmdn. oft in
spontanen Aktionen offen auftreten, aufbegehren,
sich empören: gegen die Unterdrückung r.; die
versklavten Landarbeiter begannen zu r .; die
Gefangenen rebellierten gegen die Gefängnisord
nung; gegen die Eltern, veraltete Erziehungsmetho
den r.
Rebellion, die; -,
-en
meist spontane Aktionen einer
kleineren Gruppe von Menschen gegen einen be
stehenden Zustand, bestehende Verhältnisse: es kam
zu einer (bewaffneten) R.; eine R. flackerte auf,
wurde niedergeschlagen; eine R. Jugendlicher
gegen ungerechte Behandlung
rebellisch /A dj./ 1 .1 . die rebellischen (in Rebellion
befindlichen) Bauern hatten zu den Waffen ge
griffen; rebellische (zur Rebellion auffordernde)
Reden, Schriften 1.2 . die Kinder wurdenlangsam r.
{unruhig); er hat das ganze Haus r. gemacht (alle
Hausbewohner a us der Ruhe gebracht)
Rebhuhn, Rebhuhn, das mit dem Fasan verwandter,
a u f Feldern und trockenen Wiesen lebender Hühner
vögel von unscheinbarer Färbung
Reblaus, die Blattlaus, die Blätter und Wurzeln des
Weinstocks befällt
rechen /sw. Vb.; hat/ etw. harken
Rechen, der; -s, - Harke
Rechen zu rechnen 1| -art, die Art, nach der beim
Rechnen die Beziehung von Zahlen zueinander bes.
als Summe, Differenz, Produkt ausgedrückt wird:
Addieren, Multiplizieren, Potenzieren sind Rechen
a rten ; -aufgabe, die Aufgabe, bei der Zahlen, mathe
matische Ausdrücke in Beziehung zueinander ge
setzt sind, die Lösung aber noch durch Rechnen, Re
chenoperationen zu ermitteln i s t : eine schwierige,
zusammengesetzte R.; -automat, der elektronisch,
programmgesteuert arbeitende Rechenmaschine, die
komplizierte Rechenoperationen, Prozesse der Daten
verarbeitung automatisch und mit großer Geschwin
digkeit ausfuhrt; Computer; -fehler, der beim Rech
nen entstandener Fehler; -h eft, das Schulheft mit
kariertem Papier; -künstler, der jmd., der ver
blüffend schnell komplizierte Rechenaufgaben (im
Kopf) ausrechnen kann; -maschine, die durch Tasta
tu r od. Programm gesteuerte Maschine, die (kompli
zierte) Rechenoperationen ausführt: eine programm
gesteuerte R.; -Operation, die f a c h sp r . Operation,
durch die in Beziehung zueinander gesetzte Zählen,
mathematische Ausdrücke in andere, bes. einfache
Ausdrücke umgeformt werden, die ein Resultat, eine
Lösung eines mathematischen Problems darstellen
Rechenschaft, die; -, jo. P l .l begründende Angabe,
Auskunft über ein bestimmtes Handeln, Verhalten,
bes. über die E rfüllung übernommener Aufgaben,
Pflichten: R. ablegen, geben; jmdm., sich R. über
etw. geben; (von jmdm. über etw.) R. fordern, ver
langen; darüber ist er mir, niemandem R. schul
dig; jmdn. (für etw.) zur R. ziehen (jmdn. für etw.
verantwortlich machen)
Rechenschafts/rechenschafts| -bericht, der über die
(innerhalb eines bestimmten Zeitra um s) geleistete
Arbeit Rechenschaft gebender Bericht; -legung, die;
-,
- e n das Ablegen von Rechenschaft; -pflichtig /A d j.;
nicht ad v./ 1 .1 . verpflichtet, Rechenschaft abzulegen:
rechenschaftspflichtige Institutionen 1.2 . unter die
Verpflichtung z ur Rechenschaftslegung fallend:
rechenschaftspflichtige Arbeiten
Rechen zu rechnen 1| -Schieber, der Gerät mit
gegeneinander verschiebbaren, logarithmischen Sk a
len als Hilfsmittel zum Rechnen; -stab, der Rechen
schieber; -technik, die 1. /o. P l.j 1.1 . Gesamtheit
technischer Mittel zum Lösen von Aufgaben, die in
Programmiersprache formuliert sind: die moderne
R.; wir müssen hier ohne R. auskommen 1.2 .
maschinelle R. (Zweig der Technik, Industrie,
der moderne Datenverarbeitungsanlagen entwirft,
konstruiert und baut) — 2 . Technik, Methode des
Rechnens: er verwendet eine vorteilhafte R.;
-Zentrum, das Institution, die mit Hilfe von elektro
nischen Datenverarbeitungsanlagen und entsprechend
ausgebildeten Kadern Probleme, Aufgaben aus
Wissenschaft und Technik analysiert, für eine nu
merische Lösung vorbereitet und löst sowie fachlichen
Rat erteilt: ein hochmodernes R .; Informationen in
einem R. auswerten
Recherche, die; -,
-n [referfe] jvorw. PL/ Nach
forschung, Ermittlung: langwierige, mühselige
Recherchen; Recherchen anstellen; dazu recher
chieren /sw. Vb.; hat/
rechnen /sw. Vb.; hat/ 1. (Zahlen)größen zu mathe
matischen Problemen, Aufgaben verbinden und
deren Lösungen ermitteln; Rechenoperationen aus
führen: falsch, richtig, logarithmisch, mündlich,
schriftlich r .; etw. m it dem Rechenschieber r .; mit
Brüchen, B uchstaben, Prozenten, Zahlen r.; er
kann gut r.; <> ein klug rechnender (abwägender)
K opf; r. (mit Überlegung und sparsam wirtschaften)
können, müssen — 2 . etw. durch 1 veranschlagen:
wir r. pro Person zwölf Mark, eine halbe Flasche
Wein; grob, gut, niedrig, alles in allem gerechnet,
dauert, kostet etw. ...
—
8. jmdn., etw. zu einer
Gruppe, Gesamtheit hinzuzählen, in etw. einbeziehen:
sie werden zwölf Personen sein, die Gastgeber nicht
gerechnet; jmdn. zur Familie, zu seinen Freunden,
unter seine Gegner r .; der Mondstein wird zu den
Halbedelsteinen gerechnet und der Opal rechnet
(gehört) auch dazu — 4 . auf etw., jmdn., mit etw.,
jmdm. r. 4 .1. sich auf etw., jmdn. verlassen: auf, mit
(jmds.) Hilfe, Verständnis, Zustimmung r.; auf
ihn kann man r. 4 .2 . m it einer gewissen Sicherheit
annehmen dürfen, daß etw., jmd. kommt, etw. ein-
tritt: mit einer Abkühlung, Antwort, Zusage r .; mit
dir, mit diesem Besuch hatte ich nicht (mehr) ge
926
Rechner — Recht
rechnet; du mußt damit, mit dem Schlimmsten r.
-fetw.im/ Kopfr.
Rechner, der; -s, - 1 . /mit bestimmten A dj./: er ist
ein guter, schneller R. (er kann gut, schnell rech
nen 1); der schlechteste R. der Klasse — 2 , elektro
nische Rechenmaschine
rechnerisch /Adj.; nicht präd.f 1. durch Rechnen (i):
eine rechnerische Kontrolle, Überlegung; etw. r.
ermitteln, festlegen, lösen — 2 . hinsichtlich des
Rechnens (1): eine rechnerische Begabung, L ei
stung; der Lösungsweg ist richtig, das Ergebnis
aber r. falsch
Rechnung, die; -,
- e n 1.1. schriftliche A ufstellung
über Waren, Dienstleistungen mit den dafür zu
zahlenden Preisen: eine detaillierte, vordatierte R .;
die R. prüfen; jmdm. eine R. (über etw.) ausstellen,
vorlegen; etw. (mit) auf die R. setzen; Ware auf R.
(gegen spätere Bezahlung) kaufen, liefern, sen den;
etw. geht auf jmds. R. (zu jmds. Lasten); jmdm.
etw. in R. stellen (berechnen); O das geht auf seine
R. (daran ist er schuld) 1.2. Summe, die auf Grund
von 1.1 für etw, zu zahlen ist: eine hohe, niedrige,
unbezahlte R .; die R. beträgt...; eine R. bezahlen,
quittieren — 2.1. Vorgang des Rechnens (1): eine
einfache, glatte, leichte, komplizierte R .; eine R.
mit Brüchen, Buchstaben; die R. stimmt, geht auf
2.2. Ergebnis von 2.1: in der R. steckt irgendwo ein
Fehler; O nach mein er R. (wie ich es einschätze)
braucht er für den W eg drei Stunden
-f- jmds. R . g eht nicht auf (jmds. Erwartungen er
füllen sich nicht); einer Sache R. tragen (etw. be
rücksichtigen); etw. in R. stellen , ziehen (berück
sichtigen); — jmdm. einen / Strich durch die R.
machen
Rechnungsj -führtmg, die jo. Pl.f W irt sch.: R.
und Statistik (System zur Erfassung, Aufbereitung
und Auswertung zahlenmäßiger Informationen über
den abgelaufenen gesellschaftlichen R eproduktions
prozeß als Instrum ent der Leitungs- und Planungs
tätigkeit auf allen Ebenen der soz. Volkswirtschaft);
- jahr, das W irt sch. Zeitraum, für den der Staats
haushaltsplan aufgestellt wird; -legung, die; -,
-en
Vorlegen einer Abrechnung mit geordneter Zu s a m
menstellung der Einnahmen, Ausgaben unter B ei
fügung der Belege darüber: eine genaue, Öffent
liche R.
recht IAdj.1 I . /nur attr.f 1.1. auf der Seite des
Körpers befindlich, auf der das Herz nicht liegt: der
rechte Arm, Daumen, Fuß; er saß an ihrer rechten
Seite; mein rechter Schuh drückt 1.2. von einem
willkürlich gewählten Standpunkt des Sprechers od.
von einem in die Bewegungsrichtung von etw. od. zu
einem Geschehen hin blickenden (gedachten) Sprecher
aus gesehen auf der Seite liegend, die der Seite des
Körpers entspricht, zugewandt ist, auf der das Herz
nicht liegt: die Couch steht, wenn du reinkommst,
auf der rechten Seite; das rechte (in Richtung zur
Münd ung gesehen rechts liegende) Ufer eines Flus
ses; die rechte Straßenseite — 2. die rechte Seite
eines Stoffes (die Seite eines Stoffes, die dazu be
stimmt ist, auf den Betrachter zu wirken) — 8. in der
politischen Anschauung, Haltung zur Rechten (2)
gehörend: rechte Abgeordnete, Parteien,Z eitungen;
er ist ein Rechter; rechte (rechtsopportunistische)
Gewerkschaftsführer — 4. M ath, ein rechter Win
kel (Winkel, dessen Schenkel senkrecht aufeinander
stehen) — 5 . H andarb. rechte Maschen (Maschen,
bei denen der Faden beim Stricken hinter der Nadel
liegt) — II . 1.1. richtig (1.2, 1.3): dort steht er am
rechten Platz; für jeden das rechte Wort finden;
nicht das rechte Verständnis für jmdn., etw. auf
bringen; sich (k)einen rechten Begriff, (k)eine
rechte Vorstellung von etw. machen können; im
rechten Augenblick kommen; gerade noch zur
rechten Zeit (rechtzeitig) gekommen sein; verstehe
ich (Sie) r.?; etw. ist jmdm. r. (etw. findet jmds.
Billigung, jmd. ist mit etw. einverstanden) 1.2 . m it
sittlichen Normen übereinstimmend: das'hast du r.
gemacht; etw. ist nicht r. von jmdm. — 2.1. /nur
attr.f den allgemeinen Vorstellungen über die Eigen
schaften einer A rt entsprechend: jetzt bekommt das
Kleid erst den rechten Schick; damit weiß ich
nichts Rechtes (Vernünftiges) anzufangen; er hat
nichts Rechtes gelernt (er hat keine richtige Aus
bildung) 2.2 . /nicht p räd.; in Verbindung mit einer
Verneinung abschwächend/ nicht so, wie etw., jmd .
sein soll: keinen rechten Appetit, Erfolg, Schwung
haben; keine rechte Lust zu etw., Freude an etw.
haben; etw. geht nicht r. voran; das will mir
nicht r. in den Kopf; etw. funktioniert nicht
(mehr) r.; jmd. ist nicht r. gescheit, nicht r. bei Ver
stand 2.8 . fnur attr.f ausgesprochen: ein rechter
Narr, Phantast, Spießer; das war eine rechte
Dummheit, Pleite; die Sache scheint rechte Vor
teile zu haben 2.4 . /als Partikelf es war heute r.
(ziemlich 2, sehr) langweilig, spät, warm, windig;
ein r. interessanter Artikel; r. (sehr) herzliche
Grüße; er weiß r. viel darüber; bitte, sei r. vor
sichtig !
+ da ist dir r. (nach Gebühr, Verdienst) geschehen;
jmdm. etw. r. machen (etw. zu jmds. Zufriedenheit
erledigen); r. haben (das Richtige gesagt, getan
haben); r. behalten, bekommen (ibestätigt bekom
men, das Richtige gesagt, getan z u haben); jmdm. r.
geben (jmdm. zustimmen); etw. erst r. (3gerade 4,
zum Trotz) tun; das geht erst r. nicht (noch viel
weniger); das ist (nur) r. und billig (gerecht); r. und
schlecht, schlecht und r. (leidlich, so gut wie unter
den gegebenen Umständen möglich); nach dem R ech
ten sehen (kontrollieren, ob alles in Ordnung ist); —
das geht nicht mit rechten / Dingen zu; etw. ins
rechte / Gleis bringen; etw. kommt wieder ins
rechte
Gleis; rechter
Hand; zur rechten
Hand; jmds. rechte / Hand; das / Herz auf dem
rechten Fleck haben; etw., jmdn., sich ins rechte /
Licht rücken, setzen; jmdm. ist jedes / Mittel r.;
jmdn. vom rechten / Weg abbringen
Recht, das; -(e)s, -e 1. fo. Pl.f Gesamtheit staatlich
festgelegter Verhaltensnormen, in denen der Wille der
herrschenden Klasse als Gesetz realisiert ist, ihre
Interessen verbindlich fixiert und die bestehenden
Eigentumsverhältnisse in ihrem Sinne sanktioniert
werden: geltendes, überliefertes R.; das sozialisti
sche R .; das öffentliche R. (Gesamtheit der gesetz
lichen Normen in einem kap. Staat, durch die die
staatlichen Interessen geschützt werden sollen); das
kanonische R. (katholische Kirchenrecht); das R.
anwenden, auslegen, beugen, verletzen; gegen,
wider das R. handeln, verstoßen; das R. auf seiner
Seite haben, wissen; R. sprechen (als Richter ein
Urteil fällen) — 2 .1 . durch allgemeine od. sp ezifi
sche Umstände, bes. gesetzliche Garantie od. ver
tragliche Festlegung, gegebene Sachlage, auf Grund
deren jmd. etw. für sich fordern od. etw. tun darf:
demokratische, gewerkschaftliche Rechte; das R.
auf Arbeit, Bildung; das R. (der von der UNO-
Charta bestätigte Anspruch) eines Volkes auf Selbst
bestimmung; vertragliche Rechte; das R. des
Eigentümers, Urhebers; die Rechte der Vertrags
partner; er hat ältere Rechte darauf als du; sein R.
behaupten, bekommen, fordern; sich (sein) R. ver
schaffen; jmdm. zu seinem R. verhelfen; zu seinem
R. kommen; ein verbrieftes, verliehenes R .; / Ver
merk in Druckerzeugnissen/ alle Rechte (Berechti
gung bes. zum Nachdruck, zur Verfilmung) Vor
behalten; das R., Lehrlinge auszubilden; jmdm.
ein R. absprechen, übertragen, zugestehen 2.2 . jo.
PI./ dazu hat er kein R. (das darf er nicht); das ist
mein gutes R. (das ist mir gestattet) 2.3* fin Verbin
dungen, in denen sich die Übereinstimmung mit 2.1,
m it der (sittlichen) Norm , Vorschrift, dem Richtigen
<1), Gebührenden ausdrückt/: etw. mit (gutem,
vollem, allem) R. äußern, tun, vertreten, verwei
gern
+ imR . sein (in einem Streitfall das Gesetz auf seiner
Seite haben; recht haben); etw. besteht zu R. (ist be
rechtigt); v on Rechts wegen (nach dem Gesetz;
eigentlich); — mit / Fug und R .; / Gnade für, vor
R. ergehen lassen
Rechte, die; -n, -n 1. fvorw. Sg.; zu recht 1-1/; zu
l.i: er streckte ihr seine R. (rechte Hand) hin; sie
ging, saß an, zu seiner Rechten (an seiner rechten
Seite); zu 1.2: zur Rechten (rechts) biegt ein Feld
weg ab — 2 . jo. PI.; vorw. mit best. Art.; Bez. für
diejenigen Parteien und politischen Strömungen in
einem nichtsoz. Staat, die, weil sie die bestehenden
gesellschaftlichen Verhältnisse erhalten wollen, den
Fortschritt, revolutionäre Volksbewegungen bekämp
fen! i di0 reaktionäre R .; die R. trat für Aufrüstung
ein
Recht/reeht[ -eck, das; -(e)s, -e von zwei Paaren
paralleler , jeweils gleich langer Strecken begrenzte
geometrische Figur m it vier rechten Winkeln; dazu
- e ckig \Adj.f
rechten, rechtete, hat gerechtet geh. mitjmdm. (um,
über etw.) m it Worten streiten, um ein Recht (2.1), um
sein Recht zu bekommen', er rechtete mit mir um
sein Pflichtteil; darüber wollen wir nicht r.
rechtens /Adj.; nur präd./ nach dem Gesetz: das war
durchaus r.; er tut nichts, was nicht r. ist
rechter|hand fAdv.f auf der rechten (1.1.2) Seite
recht/Recht| -fertigen, rechtfertigte, h at gerecht
fertigt 1.1 . etw., jmdn., sich r. etw., jmds., sein Ver
halten als berechtigt, korrekt (zu) 'beweisen (suchen):
seine Behauptungen, sein Verhalten r.; jmdn.,
jmds. Schuldlosigkeit durch seine Aussage r.; der
Anlaß rechtfertigt diesen Aufwand (läßt diesen
Aufwand als berechtigt erscheinen); dieses Vorgehen
ist nicht, durch nichts zu r.; er mußte sich vor dem
Kollektiv r.; du brauchst dich nicht zu r. (ent
schuldigen) 1.2 . jmd. rechtfertigt das in ihn gesetzte
Vertrauen (das in jmd n. gesetzte Vertrauen erweist
sich als richtig); etw . i st wissenschaftlich gerecht
fertigt (begründet und akzeptabel); dazu -fertigung,
die; -haber, der; -s, - rechthaberischer M ensch;
- haberisch /Adj.f immer recht haben wollend, starr
seinen Standpunkt vertretend: ein rechthaberischer
Mensch; sie ist sehr r.
rechtlich /A d j./ gesetzlich, das Recht (1) betreffend,
dem Recht nach, entsprechend: eine rechtliche A n
gelegenheit, Regelung; die rechtliche Seite einer
Sache; etw. r. verankern, vertreten; zu etw. r. ver
pflichtet sein
recht/Recht| -lo s IAdj.f ohne Recht (2.1): die recht
lose Stellung Unterdrückter; r. sein; jmd., etw.
macht jmdn. r.; dazu -losigkeit, die; /o. Pl.f;
- mäßig jAdj.j auf Grund eines Rechtes (2.1): der
rechtmäßige Erbe; einen rechtmäßigen Anspruch
auf etw. besitzen; das stand ihm r. zu; dazu -mäßig-
keit, die; -, jo. Pl.f
rechts /Adv./ 1.1 . .auf der rechten (1.1.2) Seite von
etw., jmdm.\ r. (von) der Bahn(linie), Elbe; r.
neben der Kaufhalle, Tür; oben, zweiter Stock r .;
r. vorn; r. fahren, gehen 1.2 . nach der rechten (1.1 .2)
Seite: sich nach r. wenden; (nach) r. abbiegen, aus-
weichen; nach r. blicken, gehen; von links nach r.;
r. (an die rechte Seite) heranfahren; r. schwenkt,
marsch!; Augen r.! /Kommandos/ — 2 . in der poli
tischen Anschauung, Haltung zur Rechten (2) ge
hörend: er steht seit langem (ganz weit) r.; der
Radikalismus von r.
—
3. welche Seite ist r. (die
rechte Seite dieses Gewebes)?; ein Kleid (von) r. bü
geln — 4. Handarb. etw. ist r. (mit rechten Ma
schen) gestrickt; den Bund zwei r., zwei links strik-
ken
-r
nicht mehr wissen, was, wo r. und links ist
(ganz durcheinander, verwirrt sein)
Rechts] -a hbieg er, der; -s, - Verkehrsteilnehmer, der
m it seinem Fahrzeug (nach )rechts (1.2) abbiegt; -a n -
spruch, der gesetzlicher Anspruch, Anspruch auf
Grund eines Rechtes (2.1): aus, v o n etw . einen R.
herleiten; -anwalt, der Jurist mit der Befugnis,
andere Personen gegen Entgelt, bes. vor Gericht, recht
lich zu vertreten: sich einen R. nehmen; er ist R. und
Notar; -anwaltskollegium, das /in der DDR/ Gruppe
in genossenschaftlicher Weise zusammenarbeitender
Rechtsanwälte; -auffassung, die 1.1 . vom Recht (1)
ausgehende Auffassung 1.2 . Auslegung der Rechte
(2.1) ; -auskunft, die Auskunft über rechtliche A n
gelegenheiten; -beistand, der J u r . staatlich zu
gelassener Prozeßvertreter in Zivilprozessen, Ver
fahren vor einem Kreisgericht; -b eugung, die J u r .
vorsätzlich falsche Auslegung des Rechts (1), der
Gesetze; -brecher, der jmd., der gegen das Recht (1),
die Gesetze verstößt: ein jugendlicher R.;
- bruch,
der Verstoß gegen das Recht (1), die Gesetze
recht/Recht| -schaffen /Adj./ 1 . ehrbar: ein recht
schaffener Mann; ein rechtschaffenes Leben; sich
r. (eifrig und tüchtig) (um, m it etw.) mühen, plagen
— 2 . /drückt emot. einen hohen Grad aus/ einen recht
schaffenen (großen) Hunger haben; r. (sehr) müde
sein; -Schreibung, die /vorw. Sg.j Orthographie
Rechts/rechts| -drehung, die Drehung nach rechts
(1.2) ; -empfinden, das das am Recht (1) und den all
gemeinen Auffassungen vom Recht orientierte E mp
finden; -extrem /A d j./ rechtsextremistisch; -extre-
mist, der /vorw. im bürgerl. Sprachgebrauch/ Ver
treter einer rechtsradikalen Strömung; -extremistisch
/A d j.; vorw. im bürgerl. Sprachgebrauch/ rechts
radikal; -fähigkeit, die /o. PI ./ J u r. Fähigkeit einer
natürlichen od. juristischen Person, Träger von
Rechten (2.1) und Pflichten zu sein; -fall, der Fall,
der gerichtlich entschieden werden m uß; -findung,
die; -, /o. PL/ das Finden einer (gerichtlichen) Ent
scheidung auf der Grundlage des geltenden Rechts (1);
- gerichtet /A dj./ in der politischen Anschauung,
Haltung zur Rechten (2) tendierend, gehörend; -g e-
winde, das T ech n . nach rechts (1.2) verlaufendes
Rechte — Rechtsgewinde
927
928
rechtsgültig — Redaktionsschluß
Gewinde; -gültig /A d j./ nach dem bestehenden
Recht (1) gültig: eine rechtsgültige Anordnung;
- händer, der; -s, - jmd., der rechtshändig ist; -händig
jAdj.j mit der rechten Hand geschickter als mit der
linken und daher vorzugsweise die rechte H and ge
brauchend; -handlung, die Jur. Handlung mit
rechtlicher Wirksamkeit; -herum /Adv./ nach rechts,
rechts um etw. herum: sich, etw. r. drehen; -hilfe,
die jo. Pl.j 1.1* Jur. juristische Maßnahme, dte ein
für eine Rechtssache nicht zuständiges Gericht auf
Ersuchen der Staatsanwaltschaft, des zuständigen
Gerichts vornimmt: R. leisten; um R. bitten, er
suchen 1 .2 . (-vertraglich) geregelte Zusammenarbeit
zwischen Staaten in der Rechtspflege; -kräftig jA dj.f
gerichtlich endgültig entschieden, nicht mehr anfecht
bar: eine rechtskräftige Schenkung; das Urteil, der
Vertrag ist r.; -kundig jAdj.f in rechtlichen Ange
legenheiten erfahren, Bescheid wissend; -k u rve, die
Kurve nach rechts (1.2); -läge, die jo. P l.j: wie ist in
diesem Falle die R. (wie ist dieser Fall nach dem gel
tenden Recht 1 zu beurteilen)?; -m ittel, das J u r . im
Recht (1), Gesetz vorgesehenes juristisches Mittel,
durch das ein am Verfahren Beteiligter die Über
prüfung einer noch nicht rechtskräftig gewordenen
Entscheidung durch ein übergeordnetes Organ er
wirken kann: Berufung gegen ein Urteil, Be
schwerde, Protest sind R.; R. einlegen; -nach-
folge, die J u r . Übergang von Rechten und Pflichten
auf eine andere Person:eine R. antreten; -norm, die
staatlich festgelegte soziale Verhaltensregel, deren
Einhaltung durch die Anwendung staatlichen Zw a n
ges durchgesetzt werden k ann; -Opportunismus, der
kleinbürgerliche Strömung in der Arbeiterbewegung,
die die Klasseninteressen des Proletariats um ver
meintlicher Vorteile willen denen der Bourgeoisie
unterordnet; dazu -opportunistisch jA dj.f; -Ord
nung, die System, Ordnung der durch Rechte (2.1)
bestimmten, durch Rechtsnormen festgelegten sozialen
Verhaltensformen (in einer Gesellschaft) : eine dem o
kratische, sozialistische R .; -pflege, die Anwendung,
Durchsetzung des geltenden Rechts (1) durch d am it
beauftragte staatliche, gesellschaftliche Organe
RechtIsprechung, die;
-e n fvorw. Sg.j das Ent
scheiden von Rechtsfällen durch Gerichte: die s oziali
stische R.; Probleme der R.
rechts/Rechts| -radikal jA dj.j einen rechtsgerich
teten Radikalism us (1) vertretend: rechtsradikale
Gruppen, Publikationen; -ruck, der jvorw. im bür
gert. Sprachgebrauch/: bei den Parlamentswahlen
gab es einen R. (eine spürbare Verschiebung des K räf
teverhältnisses zugunsten der Rechten 2); -Sache, die
Sache, Angelegenheit, die gerichtlich verhandelt w ird;
- s chütz, der der Person und ihren materiellen und
ideellen Interessen, einer Sache, bes. einem Waren
zeichen, durch das Recht (1) gewährter Schutz; -seitig
jAdj.j auf der rechten Seite: er ist r. gelähmt;
- Sicherheit, die jo. P Lj durch Einhaltung der Ge
setze, durch d as Recht (1) gewährleistete Sicherheit
der Gesellschaft, des einzelnen Bürgers; -Spruch, der
gerichtliches Urteil; -stehend jAdj.j vgl. rechts
gerichtet; -streit, der 1. Prozeß (2): etw. führt zu
einem R .; den R. beenden, entscheiden — 2 . M ei
nungsverschiedenheit hinsichtlich der A uffasssung,
Auslegung von Gesetzen; -Subjekt, das J u r . Träger
von Rechten und Pflichten (für etw.); -träger, der
J u r . sta atliches Organ, gesellschaftlich-wirtschaft
liche Organisation in der DDR , die, m it Befugnissen
eines Eigentümers, nutzungsberechtigt an volks
eigenen Grundstücken od. Grundmitteln ist; -u m
/Adv.; Kommandoj um 90 Grad nach rechts herum
drehen!: r., marsch!; -verbindlich jAdj.j Jur. ver
bindlich auf Grund des Rechtes (1), im Sinne des
Gesetzes: Beschlüsse des Staatsrats sind r.; -Ver
dreher, der; -s, - jmd., der ungesetzliche Handlungen
durch falsches Auslegen von Gesetzen zu rechtfertigen
sucht; -verkehr, der I . Vorschrift, auf der rechten
Straßenseite zu fahren: in den m eisten Staaten be
s te h t R . — I I . rechtliche Angelegenheiten betreffende
Kontakte zwischen Juristen: der internationale R .;
-Verletzer, der; -s, - Rechtsbrecher; -Verletzung, die
Verstoß gegen die Gesetze; -weg, der jo. Pl.j In
anspruchnahme (einer Entscheidung) des Gerichts:
die Preisverteilung erfolgt unter Ausschluß des
Rechtsweges; den R. beschreiten, einschlagen (bei
seinem Vorgehen das Gericht in Anspruch nehmen);
-W endung, die Wendung nach rechts (1.2); -w id rig
jA dj.j gegen das Recht (1), die Gesetze verstoßend:
ein rechtswidriger Beschluß, Vertrag; sich r. ver
halten; -wirksam jAdj.j J u r . rechtsgültig; -Wis
sen schaft, die jo. P l.j Wissenschaft von Geschichte
und Entwicklung, Gestaltung und Verwirklichung
sowie von der Theorie des Rechts (1)
recht| -w ink(e)lig jAdj.j 1.1 . /nicht adv./ einen rech
ten Winkel aufweisend.: ein rechtwinkliges Dreieck
1.2 . jadv./ im rechten Winkel: r. abbiegen; die
Straße r. überqueren; -zeitig /Adj./ zur rechten
Zeit: eine rechtzeitige Abgabe, Benachrichtigung;
r. bremsen, einschreiten, ankommen
Reck, das; -(e)s, -e Turngerät, das aus einer in be
stimmter Höhe an senkrechten Stützen waagerecht
angebrauchten stählernen glatten, runden Stange (1.1)
besteht
Recke, der; -n, -n /in Sagen/ mutiger Krieger, H eld:
ein kühner, starker, tapferer R.
recken jsw. Vb.; hat/ 1.1 . einen Körperteil dehnend
strecken: die Arme, Glieder r. und dehnen; eine
Hand in die Höhe r.; er mußte den Hals r., um
etw. zu sehen 1.2 . sich r. (seinen Körper bis zur vol
len Länge dehnend strecken); er reckte und streckte
sich; er mußte sich r. (zu seiner vollen Höhe auf-
richten), um an das Buch heranzukommen
Recorder, der; -s, - [. .k . .] Gerät zur elektromagneti
schen Aufzeichnung und Wiedergabe von Tonfolgen
und Fernsehsendungen
Redakteur, der; -s, -e [. .o:r] wissenschaftlich aus
gebildeter Fachmann, der M anuskripte redigiert:
der verantwortliche, zuständige R.; der R. für
Kultur, Politik, Sport; er war R. einer Zeitung,
arbeitete als R. beim Funk
Redaktion, die; -,
- e n 1. Bearbeitung eines Textes
für die Veröffentlichung: die abschließend e, gründ
liche R. eines Aufsatzes — 2 . Gesamtheit der in
einem Betrieb, einer Einrichtung tätigen Redak
teure: eine Sitzung, Stellungnahme der R.
—
3.
Arbeitsräume für 2
redaktionell jAdj.; nicht präd.j 1. redaktionelle
(von der Redaktion 2 ausgehende) Beiträge, Zu
sätze; eine redaktionelle Beratung (Beratung der
Redaktion 2) — 2 . die Redaktion (1) betreffend:
redaktionelle Arbeit, Mithilfe; ein Manuskript r.
bearbeiten
Redaktions|Schluß, der jvorw. Sg.j Abschluß der
redaktionellen Arbeit an einem Text: diese Meldung
traf gerade noch vor, erst nach R. ein
Redaktor — reduzieren
929
Redaktor, der; -s, Redaktoren 1. Herausgeber
(eines wissenschaftlichen Sammelbandes) — 2 ,
Schweiz. Redakteur
Rede, die;
- n 1 . längere (vorbereitete), mono
logische, mündliche sprachliche Darlegung zu einem
Thema vor einem Publikum meist aus besonderem
A nlaß : er hat eine feierliche, glänzende, pro
grammatische R. gehalten; eine R. auf den Jubi
lar, über Lessing, vor dem Parlament — 2 . sprach
liche Äußerung, das Reden (1.1) meist als Teil eines
Gesprächs: anmaßende, dunkle, wirre Reden; lose
Reden führen; höfliche Reden wechseln; R. und
Gegenrede; Gramm , die / wörtliche, / in
direkte, / direkte R.; fachspr. / gebundene,
/ ungebundene R.1; jmdm. die R. abschneiden,
verbieten; es geht die R. (es geht das Gerücht, es
heißt), daß ...; sich nicht um die Reden (den
Klatsch) anderer kümmern
+ R. und Antwort stehen (sich verantworten); auf
etw., jmdn. kommt, von etw., jmdm. ist die R.
(etw., jmd. wird erwähnt); von etw. kann keine R.
sein (etw. kommt gar nicht in Betracht, ist a us
geschlossen); etw. ist nicht der R. wert (etw. ist
nicht von Belang, nicht erwähnenswert); in R .
stehend (in diesem Zusammenhang erwähnt, in
Betracht kommend); jmdn. zur R. stellen (von
jmdm. Rechenschaft fordern); umg. eine R., Reden
schwingen (reden 1.2)
Rede/rgde| -duell, das Wortgefecht, Streitgespräch:
ein geistreiches, heftiges R .;
-f luß, der jo. Pl.f
anhaltendes Reden: nichts hemmte seinen R .;
- freiheit, die fo. Pl.f Recht, öffentlich (politisch)
redend aufzutreten; -gewandt /Adj.; nicht adv.f be
fähigt, flüssig und wirkungsvoll zu reden: ein rede
gewandter junger Mann; dazu -gewandtheit, die;
-kunst, die fo. Pl.f Rhetorik (2)
reden, redete, hat geredet L I. sich gegenüber
jmdm. sinnvoll mündlich sprachlich äußern: deut
lich, freimütig, leise, ununterbrochen r.; m it
jmdm. (offen, unverblümt, freundlich, ernsthaft)
r.; mit sich selbst r.; über jmdn., etw., von jmdm.,
etw. (gut, schlecht) r.; darüber ist mit ihm nicht
zu r.; man redet (klatscht) über mich 1.2 . eine Rede
halten: frei r.; wer redet heute abend?; er redet für
unsere Sache, gegen den K rieg; vor Arbeitern, Stu
denten r. 1 .8 . etw. aussprechen, sagen: ein offenes,
vernünftiges Wort, keine Silbe (miteinander) r.;
Gutes, Schlechtes, Unsinn (über jmdn., von jmdm.)
r .; dummes Zeug r. 1.4 . sich in einen bestimmten
Zustand r. durch 1.1 in einen bestimmten Zustand
geraten: sich in Eifer, Zorn r.; er h atte sich heiser,
warm geredet
+ vo n sich r. machen (starke Beachtung finden,
Aufsehen erregen); mit sich r. lassen (bereit zur
Verständigung mit jmdm., über etw. sein); darüber
läßt sich (schon eher) r. (darüber kann man tat
sächlich nachdenken, sich einigen); — r. wie ein
/ Buch; mit jmdm. / deutsch, / Fraktur r.;
von / Glück r. können; / gut r. haben; sich
die Köpfe heiß r . ; friseh, frei von der Leber
weg r.; / leicht r. haben; jmdm. nach dem
/ Mund r.; sich den / Mund fusselig r.; r., wie
einem der / Schnabel gewachsen ist; sich etw.
von der / Seele r.; gegen eine / Wand r.; r. wie
ein / Wasserfall; in den /* Wind r.; jmdm.,
einer Sache das Wort r.; mit jmdm. ein / Wört
chen r. müssen
Reden s |art, die häufig, schablonenhaft gebrauchte
(stehende) Verbindung von Wörtern: ein e alberne,
geläufige, sprichwörtliche R .; jmdn. m it Redens
arten (bloßem Gerede, leeren Worten) abspeisen
Rederei, die; -,
-en
umg. 1.1. femot. neg.f däs lang
anhaltende,
wiederholte (inhaltslose) Reden:
dauernde, lästige R.; Schluß mit der R.! 1.2 .1 .
fo. Pl.f Geschwätz (1): das ist doch alles nur R .!
1.2 .2 . Anlaß zu Redereien (Klatsch) geben
Rede| -Schwall, der erregtes, überstürztes un unter
brochenes Reden (1.1): ein heftiger, zorniger R .;
jmdn. m it einem R. überschütten; -verbot, das fo.
Pl.f zeitweilig es Verbot, öffentlich (politische) Reden
zu halten: er erhielt, hat R .; ein R. aussprechen;
- weise, die Art zu reden, sprechen: eine feine,
ironische, monotone, angenehme R.;
-Wendung,
die häufig gebrauchte Verbindung von Wörtern: eine
gebräuchliche, stehende R .; diese R. ist für ihn
charakteristisch; -zeit, die fo. Pl.f (vorher fest
gesetzte) Zeit, Dauer, die jmdm. für eine Rede,
einen Diskussionsbeitrag zugebilligt wird: die R,
auf zehn Minuten begrenzen; die R. überschreiten
redigieren /sw. Vb. ; hat/ etw. r. als Mitarbeiter
eines Verlags o. ä . einen Text für die Veröffent
lichung, Sendung be-,
überarbeiten: ein B uch ,
Feature, Hörspiel r.; eine gut, gewissenhaft redi
gierte Zeitschrift
redlich f Adj.f 1. aufrichtig und rechtschaffen (1):
ein redlicher Freund, Mensch; eine redliche Ab
sicht, Gesinnung; r. handeln, für jmdn. sorgen —
2. /nicht präd.f sich r. (sehr) anstrengen, plagen;
sich redliche (große) Mühe geben — 8 . fadv.f das
hast du r. (mit voller Berechtigung) verdient; zu 1
Redlichkeit, die; -, jo. Pl.f
Redner, der; -s, - 1 . jmd., der eine Rede (1) hält,
vorträgt: ein bestellter R .; als R. auftreten, g e
wonnen werden; einen R. anhören, ansagen, aus
pfeifen — 2 . jmd., der wirkungsvoll, m it rhetorischer
Gewandtheit vor einem Publikum sprechen kann:
ein brillanter, faszinierender, glänzender, über
zeugender R .; er ist der geborene R.
rednerisch /Adj.; nicht präd.f rhetorisch (1.1): seine
rednerische Begabung, Leistung
redselig fAdj.f viel und gern redend: sie ist äußerst,
sehr r.; davon berichtete er r. (wortreich, weit
schweifig)
Reduktion, die; -,
- e n 1. Herabsetzung (1): die R.
der Ausgaben, Inv estitionen, Preise, des Körper
gewichts — 2 . L o g ik (hypothetischer) Schluß (2)
von einem Sachverhalt au f dessen (wahrscheinliche)
Bedingungen, Voraussetzungen: die progressive,
regressive R.
—
3. Chem. Prozeß, bei dem
einer Verbindung Sauerstoff entzogen wird — 4 .
P hy s . Chem. Anlagerung von Elektronen und Ver
minderung der elektrischen positiven Wertigkeit
Reduktions|kost, die kalorienarme K o st für eine
Reduktion des Körpergewichts
redundant fAdj.f Redundanz aufweisend: redun
dante Teile einer Nachricht; redundante Berichte
Redundanz, die; -,
-e n 1.1 . fo. Pl.f Vorhandensein
von überflüssigen, für die Inform ation nicht not
wendigen Elementen in einer Nachricht: in jmds.
Texten R. erkennen 1.2 . die (Gesamtheit der) in
einer Nachricht enthaltenen, für die Information
nicht notwendigen Elemente: die R. eines T extes
ist gering, groß; eine Mitteilung mit viel R.
reduzieren jsw. Vb.; hat/ 1. etw. verringern, etw.
930
Reede — Refrain
(vermindern: manuelle Arbeit, den Energiever
brauch r .; etw. auf das rechte Maß, ein Minimum
r.; Preise, Steuern r. (herabsetzen); etw. auf,
um die Hälfte r.; etw. reduziert sich auf etw.:
seine Lektüre reduziert (beschränkt) sich auf die
Zeitung — 2 . etw. auf etw. r.: dieses kompliziert
erscheinende Modell läßt sich auf ein einfaches
Prinzip r. (man kann es durch ein einfaches P rin zip
erklären, das ihm zugrunde liegt)
Reede* die; -,
-n
regelmäßig benutzter (geschützter)
Ankerplatz vor einem Seehafen: eine geschützte,
künstlich angelegte R .; das Schiff ankert, liegt
auf der R.
Reeder* der; -s, - privater Eigentümer von Schiffen
zur gewerbsmäßigen Beförderung von Gütern, Perso
nen auf See
Reederei, die; -,
- e n Betrieb, der Schiffe zur Be
förderung von Gütern, Personen unterhält
reell fAdj.f [re|el] 1. in bezug auf (finanzielle) Ver
einbarungen korrekt: ein reeller Geschäftsmann,
Partner, Vertrag; das ist eine reelle Sache (etw.,
bei dem niemand übervorteilt wird); r. abrechnen
—
2.1 . /nicht adv.f er hat eine reelle Chance (eine
Chance mit Aussicht auf Erfolg) 2.2 . /nur attr./
M ath, eine reelle Zahl (Zahl, die sich als Dezi
malbruch darstellen läßt)
Reep, das; -(e)s, -e Seemannsspr. Schiffstau
Refektorium* das; -s, Refektorien [ . .ion, ..ion]
Speisesaal eines Klosters
Referat, das; -(e)s, -e 1.1 . bes. vor Fachleuten ge
haltener Vortrag über ein bestimmtes Thema: ein
grundlegendes, informatives, knappes, wissen
schaftliches R.; ein R. halten 1.2 . kurzer, schrift
licher wertender Bericht über eine wissenschaftliche
Publikation: ein R. schreiben, verfassen; Referate
über wissenschaftliche Neuerscheinungen — 2 . für
einen Fachbereich zuständige Abteilung in einem
Organ der staatlichen Verwaltung: ein R. leiten ,
übernehmen; das R. (für) Kader und Bildung
Referendar* der; -s, -e Anwärter auf die höhere
Beamtenlaufbahn (nach dem Ablegen des ersten
Staatsexamens)
Referendum* das; -s, Referenden/Referenda f ach-
sp r. Volksabstimmung, -entscheid: ein R. abhalten,
durchführen
Referent* der; -en, -en 1. jmd., der ein Referat
hält, Redner: der R. des heutigen Abends; der R.
trat ans Pult und begann zu sprechen — 2 . ver
antwortlicher, leitender Mitarbeiter in einem Referat:
er ist R. für Kultur, Wohnungswesen; der persön
liche R. des Ministers
Referenz* die; -,
-e n /vorw. PL/ von einer ver
trauenswürdigen Person, Stelle gegebene, jmdn. be
treffende Empfehlung, Auskunft: ausgezeichnete,
gute Referenzen haben
referieren /sw. Vb.; hat/ 1.1 . ein Referat halten:
auf einer Tagung r.; zur Übung Schüler r. lassen
1.2 . etw. in knapper Form zusammenfassend (und
zugleich beurteilend) mündlich, schriftlich wieder
geben: den Inhalt eines Vortrages, über eine Ta
gung r .; referierende Kapitel einer Arbeit
reffen /sw. Vb.; hat/ Seemannsspr. ein Segel r.
die Fläche eines Segels (durch Raffen, Aufrollen)
verkleinern: sie mußten wegen des Sturmes die
Seg el r.
reflektieren /sw. Vb.; hat/ 1. Strahlen, Wellen z u
rückwerfen: Spiegel r. das Licht; die Sonnen
strahlen wurden v on der hellen Hauswand reflek
tiert — 2 . über etw. r. über etw. nachdenken: über
ein Erlebnis, Problem, das Leben r.; er hat (zu)-
viel reflektiert — 3 . auf etw. jmdn. r. danach
streben, jmdn. zu gewinnen, etw. zu erlangen: auf
eine Einladung, Position, Premierenkarte r .; der
Regisseur hat auf den berühmten Schauspieler X
als Darsteller des Nathan reflektiert
Reflektor* der; -s, Reflektoren 1. fa ch sp r . Gerät,
Vorrichtung zum Reflektieren von Wellen — 2 .
A s t r o n . Spiegelteleskop
reflektorisch /Adj./ Physiol. auf einem Reflex be
ruhend, infolge eines Reflexes eintretend: reflekto
rische Kontraktionen, Mechanismen
Reflex* der; -es, -e 1 . Widerschein (des Lichts):
farbige, flackernde, helle Reflexe; der R. der
Laterne in einer Fensterscheibe — 2. Physiol.
unwillkürliche, über das Zentralnervensystem er
folgende automatisierte Reaktion des Organismus
auf einen Reiz: ein (un)bedingter, mechanischer
R .; einen R. auslösen
Reflex] -bewegung* die als unwillkürliche Reaktion
a uf einen Reiz erfolgende unbewußte Bewegung: die
plötzliche Berührung, der Schmerz veranlaßte ihn
zu einer R .; eine R. machen; -handlung* die vgl.
- bewegung
Reflexion* die; -,
-en /zu reflektieren 1 u. 2/ das
Reflektieren; zu 1: die sogenannte totale R. des
Lichts; zu 2: Reflexionen über den Sinn des
Lebens, die Zukunft
reflexiv /Adj./ Gramm, sich zurück auf das Sub
jekt beziehend: reflexive Pronomen, Verben
Reflexiv]pronomen* das Gramm . Pronomen, das
sich als Objekt auf das Subjekt desselben Satzes
bezieht: das R. ,sich‘
Reform* die; -,
- e n der fortschreitenden Entwick
lung angepaßte, planmäßige Umgestaltung von etw.
ohne grundsätzliche Änderung seiner Qualität, bes.
evolutionäre Veränderung gesellschaftlicher T eil
bereiche im Rahmen einer bestehenden Gesellschafts
ordnung: soziale, verschleppte Reform en; eine R.
des Hochschulstudiums, Strafrechts, der Recht
schreibung ; Reformen in der Landwirtschaft
Reformation* die; -, jo. PI ./ religiöse und soziale
Bewegung im 16. Jh., die zur Herausbildung
protestantischer Kirchen geführt hat: das Zeitalter
der R.
Reformator* der; -s, Refo rmatoren Vertreter der
Reformation, Begründer einer protestantischen K ir
che; dazu reformatorisch /A dj./
Reformer, der; -s, - jmd., der eine Reform anstrebt,
durchführt
Reformj -geschäft* das Fachgeschäft für besondere,
der Gesundheit förderliche, zur D iät geeignete E r
zeugnisse und rezeptfreie H eilmittel; -haus* das
Reformgeschäft
reformieren /sw. Vb. ; hat/ etw. einer Reform unter
ziehen: die Lehrlingsausbildung, Städteplanung,
das Theater r.; im 16. Jahrhundert wurde die
Kirche <refornpert
Reformismus* der; -, jo. P l.j in der Arbeiterbewe
gung entstandene opportunistische politisch-ideolo
gische Strömung, die den revolutionären K am pf und
die Errichtung der Diktatur des Proletariats ablehnt
und die Auffassung vertritt, daß der Soz. auf dem
Weg von Reformen ohne Revolution zu erreichen sei
Refrain* der; -s, -s [refreq, auch rofrs] Kehrreim
Refugium — Regenfall
931
Refugium, das; -s, Refugien [. .Ion] Zufluchtsort):
ein R. finden, suchen
Regal, das; -s, -e Gestell mit waagerecht einlegbaren
od. befestigten, Fächer abteilenden Brettern zum Ab-
stellen, Lagern von (kleinen) Gegenständen: ein
hohes, offenes, verglastes R .; ein mit Büchern
gefülltes R .; Akten, E rsatzteile, Spielzeug, Stoffe
in Regalen lagern
Regatta, die; -, Regatten Sport Wettkampf für
Kanus, Motor-, Ruder-, Segelboote: eine R. ab
halten, eröffnen, segeln
rege fAdj.f 1.1 . von viel Aktivität zeugend: reger
Betrieb, Briefwechsel, Handel, Verkehr; eine r.
Diskussion 1.2 . eine r. (lebhafte, wendige) Intelli
genz, Phantasie besitzen; regen Anteil (in inten
siver Weise Anteil) nehmen; er ist geistig, körper
lich sehr r. (aktiv)
Rßgel, die;
- n 1.1 . als Anleitung zum Handeln
verstandene Norm: anerkannte, gültige, ungeschrie
bene Regeln; Regeln des guten Tons, Zusammen
lebens; die Regeln der Höflichkeit befolgen 1.2 .
(unter Berücksichtigung erkannter Gesetzmäßig
keiten aufgestellte methodische) Anweisung od. F est
legung für den ordnungsgemäßen Ablauf von etw.,
zum richtigen Vorgehen, Handeln: grammatische,
mathematische Regeln; die Regeln der Recht
schreibung, des Verkehrs, eines Spiels; die Regeln
anwenden, beachten — 2, fo. Pl.j das Übliche,
für die Mehrzahl der Fälle Geltende: etw. ist, bildet
die R., wird zur R .; R. und Ausnahme; (sich)
etw. zur R. machen; in der R. (meist, im all
gemeinen, fast immer) — 3 . fo. Pl.f Menstruation
4- umg. nach allen Regeln der Kunst (richtig 1.2)
Regel/regel| -blutung, die Menstruation; -fall, der
jo. Pl.f typischer, normaler Fall: im R. (meist,
normalerweise); -große, die f a ch sp r . entgegen
störenden Einw irkungen naFh einer vorgegebenen
Funktion zu regelnde Größe innerhalb eines Regel
kreises; -kreis, der fa ch sp r . geschlossenes, sich
selbst regulierendes System (dessen wichtigste Teile
Regler und Regelstrecke sind); -leistung, die ständig
wiederkehrende gleichartige materielle Leistung des
Handwerks: vorgeschriebene Preise für R eg el
leistungen; -los fAdj.f nicht durch Regeln (1) fest
gelegt, geordnet, von der Regel (2) abweichend: ein
regelloses Durcheinander, Leben; -mäßig jAdj.f
1.1 .1 . nach bestimmten Normen ablaufend, geregelt:
er führt ein sehr regelmäßiges Leben; diese Verben
werden r. flektiert 1.1 .2 . ebenmäßig: ihre regel
mäßigen Gesichtszüge 1 .2 . zu bestimmten Zeiten,
in bestimmten Abständen im mer in gleicher Weise
wiederkehrend; regelmäßige Mahlzeiten, Rhythmen;
etw. geschieht, wiederholt sich r.; dazu -mäßig-
keit, die; -en
regeln fsw. V b hat/ 1.1 . etw. (durch Regeln 1,
Maßnahmen) in eine bestimmte Ordnung bringen,
ordnen: seine (finanziellen) Angelegenheiten, den
Nachlaß, Verkehr r.; etw. gesetzlich, gütlich, ver
nünftig, vertraglich r.; in geregelten Verhältnissen
leben 1.2 . etw. r. die vorgesehene Einstellung,
Stärke, Stufe von etw. durch Schaltung zustande
bringen: die Temperatur durch einen Thermo
staten r.
regel/Regel| -recht fAdj.f 1.1 . der Regel (1.2) ent
sprechend, ordnungsgemäß: ein regelrechtes Ver
fahren 1.2 . /nicht präd.f umg. richtig (2.1), im
eigentlichen Sinne des Wortes: das ist ja ein reg el
rechter Platzregen, Schwindel!; er wurde r. frech;
-strecke, die fachspr. zu regelnder Teil eines
Regelkreises; -tech nik , die /o. Pl.f Regelungstechnik
Regelung, die; -,
- e n 1.1 . das Regeln (1.1), Ordnen:
eine baldige, endgültige R. dieser Sache; die R.
des Verkehrs, der Kosten 1.2 . fachspr. Ausgleich
innerhalb eines Regelkreises, durch den eine Größe
entgegen störenden Einwirkungen nach einer vor
gegebenen Funktion geregelt w ird : die automatische
R.
—
2. in einer bestimmten Weise getroffene A b
machung, Festlegung, Vorschrift, durch die etw.
geregelt wird: eine gesetzliche, private, rechtliche
R.
Rggelungsl -technik* die fo. Pl.f Teilgebiet der
Technik, zu dem Theorie und technische R ealisie
rung der selbsttätigen Regelung (1.2) von Prozessen ge
hören; -theorie, die fo. Pl.f Theorie, die die Gesetz
mäßigkeiten der Regelung (1.2) erforscht, darstellt
Regel/regel| -werk, d a s Gesamtheit von Regeln
(1.2); -widrig /Adj.f gegen die Regeln (1) ver
stoßend: eine regelwidrige Infinitivkonstruktion,
Kombination; etw. r. verwenden; sich r. ver
halten; -zyklus, der periodisches Auftreten der
Ovulation, Menstruation
regen jsw. Vb.; hat/ etw., bes. Gliedmaßen, sich
leicht, ein wenig bewegen (1): kein Glied (mehr),
vor Kälte kaum (noch) die Finger r. können; der
Vogel begann seine Flügel zu r.; sich r . : sie saß,
ohne sich zu r .; kein Muskel seines Gesichtes regte
sich; die Blätter regten sich leise im Wind; O sie
hat sich seit Wochen nicht geregt (nichts von sich
hören lassen); ein Gedanke, Zweifel, das Gewissen
regte sich in ihm (wurde spürbar, machte sich be
merkbar)
Regen, der; -s, - fvorw. Sg.j aus Wassertropfen
bestehender Niederschlag: ein anhaltender, feiner,
wolkenbruchartiger R .; der R. fällt, läßt nach,
rauscht, rinnt, strömt; wir werden R. bekommen;
bei strömendem R., vom R. durchnäßt ankom
men; die Natur lechzt nach R.; O ein R. (eine
große Menge) v o n Blumen, Vorwürfen ging auf sie
nieder
+ u m g . ein warmer R. (oft unerwartet erfolgende
Geldzuwendung); v o m R. in die Traufe (aus einer
unangenehmen Lage in eine noch schlimmere) kom
men
regen/Regen| -arm fAdj.; nicht adv./ geringe Nie
derschlagsmengen aufweisend: ein regenarmes Ge
biet, Jahr; -bogen, der fPl. -f durch Brechung und
Reflexion des Sonnenlichts in Regentropfen hervor-
gerufene optische Erscheinung in der Atmosphäre,
die als Bogen in den Farben des Sonnenspektrums
sichtbar ist: über den Himmel spannte sich ei n R .;
- bogenhaut, die ringförmig die Pupille umgebende,
eine charakteristische Färbung aufweisende ^Ha ut
des Augapfels
Regeneration, die; -,
-e n das Sichregenerieren:
Biol. die ständige R. der Haut; die R. zerstörten
Körpergewebes
regenerieren fsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw., sich (aus der
vorhandenen Substanz) erneuern, etw. wiederher
stellen, -gewinnen: seine Kräfte im Urlaub r.;
B iol. der Schwanz der Eidechse kann sich r. (neu
bilden) 1.2 . T ech n . Motoren, Stoßdämpfer, che
mische Substanzen r. (durch Bearbeitung wieder ge
brauchsfähig machen, aufarbeiten)
Regen/regen| -fall, der fvorw. Pl.j Niederschlag in
6 0 Wörterbuch
932
Regenfront — Regiment
Form von Regem anhaltende, starke Regenfälle;
- front, die M eteor, als geschlossene Front (5) auf-
ziehendes Regengebiet: eine heranziehende R .; -g e
biet, das M eteor. Tiefdruckgebiet mit vielen Regen
fällen: nach Abzug eines ausgedehnten Regen
gebietes; -guß, der (kurzer) heftiger Regen: tropi
sche Regengüsse; -haut, die Mantel, Umhang aus
(durchsichtigem) wasserdichtem M aterial; -m a ntel,
der Mantel aus wasserdichtem M aterial; -naß jAdj.j
naß vom Regen: das Auto rutschte, die Laterne
spiegelte sich auf dem regennassen Asphalt; -pfeifer,
der; -s, - in zahlreichen A rten weltweit vorkom
mender, in der Nähe des Wassers lebender Vogel
m it gedrungenem Körperbau und kurzem Schnäbel;
- rinne, die Rinne zum Weiterleiten von Regen
wasser, Dachrinne; -schatten, der jo. Pl.f faeh -
spr.: im R. liegen (auf der Seite eines Gebirges
liegen, die von Regenwolken wenig erreicht wird ,
weil sie sich meist beim Ansteigen auf der anderen
Seite des Kam m es abregnen); -schauer, der Schauer
in Form von Regen; -schirm, der Schirm zum Schutz
vor Regen: den R. aufspannen, mitnehmen, stehen
lassen, zuklappen; + umg. scherzh. gespannt
sein wie ein R. (sehr neugierig auf etw. sein)
Regent, der; -en, -en Inhaber der Regierungs
gewalt in einer Monarchie 1.1 . als deren regierender
Monarch, Herrscher: ein absolutistischer R . 1 .2 .
als Stellvertreter von 1.1: er wurde zum R eg enten
berufen, ernannt
Rggen | -tag, der Tag, an dem es viel, unablässig
regnet; -tropfen, der als Niederschlag fallender
Wasserköpfen: einzelne, dicke, die ersten R . fallen
Regentschaft, die;
- e n 1. Regierung (2) eines
Monarchen: er übernahm die R.
—
2. Dauer, Zeit
der Ausübung von 1: während seiner R.
Regen| -wald, der G e og r. an Niederschlägen reicher
tropischer Urwald mit üppiger Vegetation; -wasser,
das jo. Pl.f als Regen gefallenes (und gesammeltes)
Wasser: das R. dringt durchs Dach; eine Tonne
mit R.;
- w etter, das jo. PI ./ regnerisches Wetter,
Wetter mit viel Regen: R. setzte ein; + ein /*
Gesicht machen wie sieben Tage R.;
- wolke, die
Wolke, die Regen erwarten läßt; -wurm, der in zahl
reichen Arten vorkommender Ringelwurm, der, im
Boden lebend, Röhren gräbt, au s denen er bei Regen
entweicht und an die Oberfläche der Erde kommt;
- zeit, die Geogr. für die Subtropen, Tropen charak
teristische regelmäßig auftretende Wetterperiode m it
anhaltendem starkem Regen: der B eginn, Einbruch
der R.
Regie, die;
-n [re^i:, PI. ..i:an] 1. fvorw. Sg.f
künstlerische Gestaltung eines Bühnenwerks, Films ,
einer Fernseh-, Rundfunksendung für die A uf
führung sowie die Leitung der Aufführung und aller
an ihr Beteiligten\ eine einfallsreiche, g eschickte
R.; (die) R. führen; die R. hatte N — 2. jo. Pl.j
ein Bauvorhaben in städtischer R. (unter städti
scher Leitung, Verwaltung) ausführen; etw. in
eigener R. (selbständig) tun — 3 . jo. PLI für 1 ver
antwortliche Mitarbeiter: die Absichten der R.
Regie| -anweisung, die (vom Autor stammender)
erklärender Zusatz zum Text eines Bühnenstückes
als Hinweis für die Regie (1); -fehler, der Fehler
des Regisseurs, An der Regie (1); -pult, das Misch
pult des Toningenieurs
regieren jsw. Vb.; hat/ 1.1. einen Staat r. die Staats
gewalt ausuben, als oberste Ausführende die A n
gelegenheiten eines Staates (auf der Grundlage der
Verfassung) leiten, führen, verwalten: ein Land r.;
ein demokratisch, diktatorisch regierter Staat; in
unserem Staat regiert das Volk (übt das Volk die
Macht aus); Karl XII. regierte von 1697 bis 1718 in
Schweden 1.2 . er wird von Angst, Selbstsucht,
Vernunft regiert (beherrscht); eine Zeit, in der die
Grausamkeit, K o rruption, Lüge regierte (herrschte)
—
2. er konnte das Boot, Fahrzeug nicht mehr r.
(hatte es nicht mehr in der Gewalt) — 3. Gramm,
einen Kasus r. einen bestimmten K a su s bedingen:
Präpositionen, Verben r. meist einen bestimmten
Kasus
Regierung, die; -,
- e n 1 . oberstes vollziehendes
Organ der Staatsgewalt: eine bürgerliche, dem o
kratische, sozialistische R .; eine provisorische,
verfassungsmäßige R .; der Ministerrat — die R.
der Deutschen Demokratischen Republik; die R.
konstituierte sich; die R. bilden — 2 . Ausübung
der Staatsgewalt, das Regieren in einem bürgerl.
Staat, einer Monarchie: die R. antreten, nieder
legen; an der R. sein; unter der R. Ludwigs XIV.
(in der Zeit, in der Ludwig X IV . regierte)
Reglerungs/reglerungs | -abkommen, das zwischen
Regierungen abgeschlossener völkerrechtlicher Ver
trag; -chef, der fvorw. im bürgerl. Sprachgebrauch!
Politiker, der die Regierung (1) leitet; -delegation,
die aus Mitgliedern einer Regierung bestehende
Delegation; -erklärung, die Erklärung, in der eine
Regierung die Ziele ihrer Politik, ihren Standpunkt
(gegenüber bestimmten F rag en, Sachverhalten) offi
ziell darlegt: dazu gab der Ministerpräsident vor
den Abgeordneten eine R. ab; -fähig jA dj. ; nicht
adv.j die Mehrheit der Sitze in einem bürgerl. Parla
ment besitzend und dadurch in der Lage zu regieren:
eine regierungsfähige Koalition, Partei; -gewalt,
die fo. Pl.f verfassungsmäßige, politische M acht
einer Regierung in einem Staat; -koalition, die
Verbindung von verschiedenen politischen Parteien
zur Bildung einer gemeinsamen Regierung in einem
bürgerl. Staat; -kommission, die durch die Regie
rung gebildete, eingesetzte Kommission mit spezi
fischer Aufgabenstellung; -partei, die die Regierung
(1) bildende, an der Regierung beteiligte P artei
in einem bürgerl. Parlament, Staat; -programm,
das Gesamtheit der öffentlich dargelegten Pläne,
Ziele einer bürgerl. Regierung: das R. verkünden,
vorlegen; -Sprecher, der Person, die im Auftrag einer
bürgerl. Regierung ständig offizielle Mitteilungen
dieser Regierung macht: der R. erklärte auf einer
Pressekonferenz, daß . . .
Regime, das; -s, -/ -s [regiim, PL reghmo, re3i:ms]
1. jemot.; Bez. für A rt und System einer Regierung
(1), die sich ihre Herrschaft anm aß tj: ein autoritäres,
diktatorisches, volksfeindliches R.; ein faschisti
sches R.; ein R. bekämpfen, stürzen — 2 . Art,
Form der Regierung (2): ein monarchisches, parla
mentarisches, reaktionäres R .; O unter dem
strengen R. (der Leitung 2) seines Meisters; das
R. (Prinzip) der (strengsten) Sparsamkeit
Regiment, das; -(e)s, -er/-e 1. /PL
-er/ Mil.
mehrere Bataillone und Einheiten umfassender
Truppenteil: ein R. aufmarschieren lassen, führen
—
2. /PL
-e; vorw. Sg.j er führt ein straffes R.
(geht als Leitender, Anführer, Oberhaupt straff vo r);
er führt im, zu Hause das R.; das R. (die Macht
1.1) an sich reißen
Region — regungslos
933
Region, die; -,
-e n 1.1 . bestimmte geographische
Zone größerer Ausdehnung', die alpine, arktische
R.; die R. des ewigen Eises; in unerforschte
Regionen Vordringen 1.2 . um g. die hinteren Regio
nen (Teile) des Gartens; zu 1.1 regional /Adj./ ein
bestimmtes Gebiet betreffend', regionale Beso nder
heiten , Varianten
- f umg., oft spött. in höheren Regionen schweben
(Gedanken, Träum en nachhängen, der Wirklichkeit
entrückt sein)
Regisseur, der; -s, -e [re^isoir] für die künstlerische
Gestaltung eines Bühnenwerks, Films, einer Fern
seh-, Rundfunksendung verantwortlicher Künstler;
dazu Regisseurin, die; -,
-nen
Register, das; -s, - 1 . (alphabetisches) Verzeichnis
1 .1 . der in einem umfangreichen Druckerzeugnis
erwähnten Begriffe, Namen', das R. eines Buches,
Zeitschriftenjahrgangs; ein R. anfertigen; etw.
über das R. ermitteln, im R. finden 1.2 . rechtlich
wichtiger Tatsachen, das, amtlich geführt, wie eine
Urkunde gilt: ein altes kirchliches, (sta nd esa m t
liches R.; einen Auszug aus dem R. anfertigen
lassen; das R. der volkseigenen Wirtschaft (beim
Rat des Kreises geführtes Verzeichnis der volks
eigenen Betriebe) — 2 . Mus. 2 .1. /bei Orgel, Har
monium, Cembalof Gruppe von Pfeifen, Zungen,
Saiten , m it denen Töne einheitlicher Klangfarbe er
zeugt werden: alle, bestimmte R. verwenden, be
dienen 2.2 . Bereich von Tönen einheitlicher Klang
farbe, die durch die menschliche Stim m e bei gleicher
Einstellung der Stimmbänder und des Kehlkopfes
erzeugt werden
+ um g. alle R. ziehen (zur Erreichung eines
Zieles edles aufbieten, alle Fähigkeiten einsetzen)
Register]tonne, die /Abk. RT; Maßeinheit zur Be
rechnung des Rauminhalts von Schiffen!
Registratur, die; -,
-e n 1. das Registrieren (1) —
2. Abteilung, Raum, Vorrichtung für die A uf
bewahrung geordneter Akten , Urkunden, Briefe: in
der R. arbeiten
registrieren fsw. Vb. ; hat/ 1.1 . etw,, jmdn. in ein
(amtlich geführtes) Verzeichnis eintragen: K raft
fahrzeuge, Kunstschätze, Personalien, Einwohner
r. 1 .2 . etw. registriert etw. etw. stellt etw. selbst
tätig fest und zeichnet es auf: Meßgeräte r. die
Luftfeuchtigkeit; der Seismograph registriert ein
Erdbeben — 2 .1 . etw. ohne Kommentar sachlich
feststellen, vermerken: die Presse registrierte das
Ereignis nur 2.2 . etw. zur Kenntnis nehmen, be
merken, beobachtend feststellen: er registrierte bei
sich eine Enttäuschung, Interesselosigkeit; die
anderen r. alles, was du tu st
Registrierjkasse, die Ladenkasse, die Summen
addiert und aufzeichnet
Reglement, das; -s, -s [reglemarj, auch ..m d] v e r
a l t e n d Gesamtheit der für einen Dienst, eine gesell
schaftliche Tätigk eit geltenden Vorschriften, ge
druckte Dienstvorschrift: ein festgelegtes, starres,
strenges R.; sich an das R. halten, nach dem R.
richten
reglementieren / sw . Vb.; hat/ 1.1 . etw. durch Vor
schriften regeln: den Dienst, Ablauf der einzelnen
Arbeitsgänge genau r. 1 .2 . durch Vorschriften etw.
einengen (2), jmd n. gängeln: während der Zeit des
Faschismus wurde die Kunst, Wissenschaft regle
mentiert; die junge Generation läßt sich nicht r.
Regler, der; -s, - Teil eines Regelkreises, der ent
sprechend den durch die Regelgröße mitgeteilten
Informationen auf die Regelstrecke nach vorgegebe
nen Funktionen einwirkt: ein elektr(on)ischer,
hydraulischer, mechanischer, pneumatischer R .;
durch einen R. den Druck, die Stromspannung,
Temperatur konsta nt (er)halten
Reglerbügeleisen, das elektrisches Bügeleisen, das
je nach Bedarf auf eine bestimmte Temperatur ein
gestellt wird und diese Temperatur konstant hält
rggjlos lAdj.j ohne sich zu bewegen (1): eine reglose
Gestalt; r. dasitzen, liegenbleiben; erlauschte r.
rggnen, regnete, hat geregnet 1. es regnet Regen
fällt: es regnet an, gegen die (Fenster)scheiben,
durchs Dach; es fing (gerade) an zu r.
—
2. es
regnet etw. etw. Kleines fällt in großer Menge herab:
es regnet Blumen, Konfetti; <> es regnete (gab
eine große Anzahl) Anrufe, Ohrfeigen, Verbote
+ es regnet / Bindfäden, in / Strömen
Rggner, der; -s, - Landw . Gerät zum Beregnen
von Pflanzen: ein rotierender R .; Gemüsekulturen
vo n Regnern besprühen lassen
regnerisch /A dj.l mit vielen Regenfallen: ein regne
rischer Herbst, Himmel, Tag; es war trübe und r.
Regreß, der; Regresses, Regresse J u r . gesetzlich
gerechtfertigte Handlung, bei der jmd. die an ihn
durch einen Gläubiger gerichtete materielle Forde
rung an denjenigen weiterreicht, der ihm dafür
materiell verantwortlich und somit der eigentliche
Schuldner ist: R. fordern, nehmen
regressiv, regressiv /Adj.f 1.1 . regressive (rück
läufige) Tendenzen 1.2 . L o g ik von den Wirkungen
auf die Ursachen, vom Bedingten auf die Bedingung
schließend: r. folgern 1.3 . J u r. einen Regreß ent
haltend, zum Inhalt habend: regressive Forderung
gen, Schulden
regsam /Adj.f beweglich, rege (1.2): ein regsamer
Geist, Mensch; geistig r. sein
regulär /A d j./ 1 .1 . ordnungsgemäß: eine reguläre
Ausbildung, Einrichtung; ein regulärer Antrag 1.2 .
offiziell festgelegt: ein regulärer Preis 1 .3 . nach einer
offiziellen Festlegung stattfindend, verkehrend: in der
regulären Sprechstunde; mit der regulären Linien
maschine ankommen
regulativ /A dj./ bestimmte Abläufe steuernd: ein
regulativer Faktor; etw. wirkt r.
Regulator, der; -s, Regulatoren 1. regulativer F ak
tor: der gesellschaftliche Bedarf als R. der Pro
duktion; etw. wirkt als R.
—
2. von einem Ge
häuse aus Holz und Glas umgebene Wanduhr mit
Pendel: der R. ist wieder ganz modern
regulieren jsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. regeln (1.2): die
Geschwindigkeit, Stromspannung, Temperatur r .;
sich r.: Datenverarb. ein sich selbst regulie
rendes System 1.2 . Zähne mit einer Klammer r.
(richten 1.1 .2); einen Flußlauf r. (begradigen); dazu
Regulierung, die; -,
-en
Regung, die; -,
-en 1. bei gegebenem Anlaß ent
stehende Gefühlsbewegung od. durch eine Überlegung
ausgelöste Reaktion: eine edle, instinktive, leise,
mütterliche R .; eine R. des Erbarmens, Zorns;
einer R. des Herzens, Gewissens folgen; sein Ge
sicht zeigte keine R. (ließ keinerlei Gefühlsäuße
rung erkennen) — 2 . jo. Pl.j eine leichte R. (ein
leichtes Sichbewegen) der L uft; ohn e R . (regungs
los) dasitzen, verharren
regungslos /Adj.l ohne sich zu 1bewegen (1): eine
regungslose Gestalt, Wasserfläche; r. stehenbleiben
60*
934
Reit — reichhaltig
Reh, das; -(e)s, -e in Wäldern lebender, zierlich
gebauter, graubrauner Hirsch m it einem Gehörn
beim männlichen Tier: ein schlankes, schnell
füßiges R.
Rehabilitation, die;
- e n fvorw. Sg.j 1. {höchst
mögliche) Wiederherstellung der körperlichen, seeli
schen, beruflichen Leistungsfähigkeit Kranker, ( Un-
fall)geschädigter sowie deren Wiedereingliederung in
den A rbeitsprozeß: Versuche der R. Amputierter,
Blinder, Hirngeschädigter — 2 . Wiederherstellung
des öffentlichen Ansehens einer Perso n: sich um
seine R. bemühen; Jur. nach Kassation des Ur
teils volle R. (erneute Zuerkennung der durch das
Gericht abgesprochenen Rechte) erla ngen
RehabilitationIzentrum, das der Rehabilitation (1)
dienende Einrichtung des Gesundheitswesens
rehabilitieren jsw. Vb.; hat/; jmdn. r. (jmds. Reha
bilita tion 2 bewirken)
Reh/reh| -bock, der männliches Reh; -braun /A dj.f
hellbraun: rehbraune Augen, Wildlederhand
schuhe; -kitz, das junges Reh
Reibe, die; -,
- n Reibeisen
Reib {eisen, das Küchengerät in Form einer ebenen
od. gewölbten Platte aus Metall, Plast mit (Löchern
und) spitz gezackter Oberfläche, auf der feste Lebens
mittel zerrieben werden; Kartoffeln, Mandeln, Scho
kolade, alte Semmeln auf dem R. reiben; O Hände
wie ein R. (sehr rauhe Hände) haben
Reibe{kuchen, der landsch. 1. Rührkuchen: ein
glasierter R. — 2 . Kartoffelpuffer
reiben, rieb, hat gerieben / / auch gerieben/ 1.1 .
etw. bei dauernder Berührung mit (leichtem) Druck
wiederholt an der Oberfläche von etw. hin und her
bewegen: der Hund reibt seinen Kopf an meinem
Knie 1.2 . etw. r. die Hand über etw. wiederholt und
m it (leichtem) Druck hin und her bewegen; sie rieb
ihren verstauchten Knöchel; sich den Kopf r. 1 .8 .
der Schuh reibt an der Ferse (macht die Ferse
durch 1.1 wund); der Kragen reibt (am Hals) 1.4 .
etw. aus etw. r. etw. durch 1.2 von, aus etw. ent
fernen: er rieb den Fleck aus der W este; sie rieb
sich den / Schlaf aus den Augen 1.5. etw. blank,
sauber, trocken r. (durch 1.2 blank, sauber, trocken
machen) —■2. etw., bes. Lebensmittel, durch 1.1 auf
einem Reibeisen fein, flockig zerkleinern: Äpfel,
Käse, Muskat r .; geriebene Semmel
+ sich die / Hände r.; jmdm. etw. unter die
Nase r.
Reiberei, die; -,
- e n fvorw. Pl.f (kleine) Streitigkeit:
lästige Reibereien; es kam, gab Anlaß zu R eib e
reien
Reibfläche, die präparierte Fläche der Streichholz
schachtel, a n der sich ein Streichholz entzündet, indem
man es daran reibt
Reibung, die; -,
-en 1. Phys. der Bewegung von
Körpern entgegengesetzt wirkende Kraft, die an zwei
sich berührenden (und gegeneinander bewegten) F lä
chen auftritt; bei hoher Bewegungsgeschwindigkeit
entsteht eine starke R.; durch R. entsteht Wärme;
die R. verringern, vermindern — 2 . das Reiben
(1.2, 1.3), Geriebenwerden; Reibungen mit an
gewärmten Tüchern; die ständige R. durch den
Riemen hat zti Abschürfungen der Haut, des
Lack es geführt
Reibungs/re|bungs{ -elektrizität, die P h y s . durch
Reibung zweier Körp er (2) hervorgerufene, entgegen
gesetzte elektrische Aufladung; -los fAdj.f ohne
Schwierigkeiten, Komplikationen: eine reibungs
lose Versorgung, Zusammenarbeit; etw. verläuft,
funktioniert, klappt r.;
-wärme, die Phys. vgl.
- elektrizität
reich fAdj.f 1. Geldmittel), Werte (3.1), Güter in
großer Menge besitzend, wohlhabend: er war ein
reicher Mann geworden; durch eine Erbschaft,
einen Lottogewinn, Spekulationen r. geworden
sein — 2 .1 . kostbar, prächtig: reiche Gewänder;
eine reiche Ausstattung 2.2 . ladv.f jmdn. r. (groß
zügig 1.2) belohnen, beschenken, entschädigen —
3.1 . /nicht adv.f reichhaltig, groß (4), umfangreich
(1.2): eine reiche Ausbeute, Auswahl, Erbschaft,
Ernte, Sammlung; dieses Land besitzt reiche
Bodenschätze; sie hat ein reiches Gefühlsleben,
Wissen; eine reiche (ergiebige) Erzlagerstätte 3 .2 .
r. an etw. sein etw. in großer Menge haben, ent
halten: das Jahr ist r. an Ereignissen; ein an Erd
öl, Seen reiches Land 3.3 . /als Partikel; drückt im
positiven Sinne einen hohen Grad aus/: etw. ist r.
bestickt, illustriert; eine r. verzweigte Familie; etw.
ist r. mit Ornamenten versehen
Reich, das; -(e)s, -e 1.1 . Staatsgebilde, in dem unter
einer zentralen, oft monarchischen Regierung (1)
mehrere Länder, Provinzen o. ä. zusammengefaßt
sind: ein großes, mächtiges, zerfallendes R .; das
R. Karls des Großen 1.2 . /als Bez., in Bezeich
nungen für den früheren deutschen Staatf: das
Heilige Römische R. Deutscher Nation; das Deut
sche R. /von 1871 bis 1915/; an den Grenzen des
Reiches (Deutschen Reiches) — 2 . geh . das R.
(der Bereich 3) der Dichtung, Kindheit, Phanta
sie; etw. gehört ins R. der Fabel (ist nicht wahr)
—
3. jmd. hat sein eigenes kleines R. (hat einen
kleinen R aum für sich)
reichen jsw. Vb.; hat/ 1. (jmdm.) etw. r. einen
Gegenstand, etw. über eine geringe Entfernung hinweg
(mit der Hand) auf jmdn. zu bewegen, so daß er
ihn ergreifen kann: jmdm. ein Glas, die Speise
karte r.; einem Kranken ein Glas Wasser r.;
jmdm. Feuer (für die Zigarette) r.; jmdm . den
Arm, die Hand r.; es wurden Erfrischungen g e
reicht (angeboten 1.2); dazu reicht (serviert 1.1)
man Schlagsahne — 2 .1 . sich bis zu einer bestimm
ten Begrenzung erstrecken (1): ihr reicht der Rock
bis an die Knöchel; die Felder r. bis an den Wald;
O so weit das Auge reicht (so weit man von einem
bestimmten Punkt aus sehen kann) 2.2 . (bis) an,
bis zu etw. r. mit ausgestrecktem Arm bis an etw.
gelangen, es gerade berühren, noch fassen können:
(bis) an die Dachrinne, Decke r. (können); bis
dahin kann ich nicht r.; reichst du bis zum ober
sten Fach? — 3 .1 .1 . etw. reicht (für etw., jmdn.)
etw. ist für etw., jmdn. in genügender Menge vor
handen: das Geld wird gerade, kaum r.; vier
Stunden, drei Meter Stoff werden dafür nicht r.;
das Brot muß für uns beide bis morgen r. 3.1.2 .
um das zu verstehen, reicht sein Fassungsver
mögen, Französisch nicht (ist sein Fassungsver
mögen, seine K enntnis des Französischen nicht ge
nügend) 3.2 . mit etw, r. etw. in genügender Menge
zur Verfügung haben, m it etw. auskommen: mit
dem Brot r.; damit müssen wir r.
+ umg. mir reicht es (nun aber) (jetzt bin ich mit
meiner Geduld, Kraft am Ende)\; — jmdm. nicht
das / Wasser r. können
reich |haltig /A d j.j viel enthaltend, vieles bietend:
reichlich — Leihen
935
eine reichhaltige Mahlzeit, Sammlung; ein reich
haltiges Angebot, Programm, Sortiment; etw. r.
gestalten
reichlich jA dj.j 1.1 . das normale M aß von etw.,
einen bestimmten Wert überschreitend: eine reich
liche Mahlzeit, Messerspitze Salz; eine reichliche
Stunde; r. spenden, wiegen; das ist r. gerechnet;
der neue Anzug ist noch (etwas) r. (zu groß); r.
(mehr als genügend) Platz, Zeit haben; r. gerechnet
sind das zehn Kilo (das schätze ich auf höchstens
zehn Kilo) 1.2 . jdls Partikel/ mehr als: in, seit, vor r.
a cht Jahren; das wird r. drei Monate dauern; er
hat noch r. hundert Mark zu zahlen — 2 . /als
Partikel/ um g. einer, (sehr) langweilige Aufführung;
es ist r. spät
ßeichs/re]chs| -bahn, die /o. PL/: die Deutsche R.
(zentral verwaltetes staatliches Unternehmen der
Eisenbahn im Deutschen Reich bis 1945, in der
DDR); -unmittelbar jAdj.; vorw. attr.f im feudalen
deutschen Reich nur dem K aiser unterstehend:
reichsunmittelbare Städte, Feudalherren
Reichtum, der; -s, Reichtümer /zu reich 1, 2.1,
3.1, 3.2/; zu 1: sein ererbter R. (materieller Besitz);
der gesellschaftliche R .; zu 2.1 jo. PL/: Gewänder
vo n unbeschreiblichem R. (unbeschreiblicher Pracht,
Kostbarkeit 1); zu 3.1 /o. PL/: der R. (die Vielfalt,
Fülle) seiner Ideen; zu 3.2 jo. PL/: der R. eines
Landes, der Erde an materiellen Gütern
Reich [weite, die 1.1 . größtmögliche Entfernung, die
von etw. überwunden werden kann: das Geschoß,
der Sender hat eine große, geringe R. 1 .2 . jin den
Verbindungen/ in, außer R . in einer, eine Entfernung,
außerhalb einer Entfernung, bis zu der jmd. reicht,
die jmd., etw. erreicht: der Aschenbecher befindet
sich, steht in R.; das Schiff geriet außer R. der
Geschütze
reif jAdj. ; nicht adv.f 1. /von Früchten, Samen/ im
Zustand abgeschlossener Entwicklung, mit fertig aus
gebildetem K eimling, zum E rnten, Verzehr geeignet:
reife Früchte, Erdbeeren; das Getreide ist noch
nicht ganz r. — 2 .1 . 2erwachsen, erfahren, innerlich
gefestigt und urteilsfähig: ein reifer Mann; eine reife
Frau, Persönlichkeit; diese Erfahrung hat ihn
reifer gemacht; umg. scherzh. im reiferen (mitt
leren, vorgeschrittenen) Alter (sein); die reifere
Jugend (die Menschen im mittleren Alter) 2.2 . gut
durchdacht, ausgewogen u nd i n sich vollendet: eine
reife Arbeit, Leistung; jmd. hat ein reifes Urteil
— 3 . für, zu etw. r. seinfür etw. Bestimmtes genügend
entwickelt, fortgeschritten, vorbereitet sein: für diese
Aufgabe, Stellung ist er noch nicht r.; etw. ist r.
zur Durchführung, Unterschrift, für den Abbruch,
zur Veröffentlichung
Reif, der; -(e)s, - e i. /o. Pl.j als feine Eiskristalle an
Pflan zen , Gegenständen abgelagerter Niederschlag:
in dieser Nacht ist R. gefallen; R. liegt auf den
Bäumen, Dächern, Wiesen — II. geh. ringförmiges
Schmuckstück für Frauen, das am A rm , Finger od.
als Diadem getragen w ird : ein kostbarer, silberner R.
Reife, die; -, jo. Pl.f 1.1 . jzu reif 1 u. 2/ das Reif-
sein; zu 2.1: die geistige, politische R.; zu 2.2:
die R. ihres Urteils 1.2 . jzu reif 1/ das Reifwerden:
Erdbeeren brauchen, v iel Sonne zur R.
—
2. die
geschlechtliche Reife (körperlicher Entwicklungs
zustand, der das Vollziehen des Geschlechtsaktes, die
Fortpflanzung ermöglicht)
reifen jsw. Vb.; ist, hat/ 1.1. (ist) 1.1 . reif (1)
werden: die Äpfel, Pflaumen r. spät in diesem Jahr
1.2 . reif (2.1) werden: er ist durch diese Erlebnisse
gereift — 2 . etw. reift in jmdm. etw. entwickelt
sich in jmds. Bewußtsein und nim mt eine endgültige
Form an (ist): ein Entschluß, Plan reifte in ihm,
in seinem Innern — 8 . etw. reif (1) machen (hat):
diese Früchte sind von der Sonne gereift — II. es
reift Reif fällt, entsteht (hat): heute nacht hat es
gereift
Reifen, der; -s, - 1 . ringförmig geschlossenes Band,
durch das etw. zusammengehalten, stabil(er) gemacht
wird: ein eiserner, kupferner, stählerner R .; ein
Faß mit R. beschlagen; R. um eine Holzwanne
legen — 2 . aus Gummi bestehender, mit Luft gefüll
ter, schlauchartiger, a u f der Felge sitzender, durch
eine Decke (3) und m eist einen Schlauch gebildeter
Teil eines Rades an Kraftfahrzeugen, Fahrrädern:
ein praller, schlauchloser R .; die R. wechseln —
-
3.
großer, meist hölzerner Ring als Kinderspielzeug,
als Gerät zur Gymnastik, Dressur: (den) R. schlagen,
treiben; den Hund, Löwen durch einen R. springen
lassen — 4 . Reif (II): sie trägt einen schmalen R.
am Arm, im Haar
Reife| -prüfung, die Abschlußprüfung an der er
weiterten Oberschule im soz. Schulsystem, a n einer
höheren Schule im bürgerl. Schulsystem, Abitur: die
R. ablegen, bestehen; -Zeugnis, das Zeugnis auf
Grund einer abgelegten R eifep rüfung
rgiflieh jAdj.; nicht präd.f: nach reiflicher (ein
gehender, gründlicher, genauer) Überlegung, Prü
fung der Fakten; etw. r. bedenken, erwägen, über
legen
Reigen, der; -s, - m eist von einem Tänzer angeführ
ter alter Tanz'm it begleitendem Gesang: einen R., im
R. tanzen; sich im R. drehen, schwingen; ein
Mädchen eröffnete den R ., führte den R. an; O er
eröffnete, schloß den R. (war der erste, letzte im
Kreise) der Festredner, Gratulanten
Re|be, die; -,
-n 1. (linear) geordnetes Neben-, Hinter
einander von Menschen od. (gleichartigen, zusam
mengehörigen) Sachen: eine R. von Büchern, Häu
sern, Bäumen; in der, einer Reihe stehen; er sitzt
in der ersten R. (Sitzreihe) (im Kino); <> mit dieser
Leistung hat er sich in die erste R. der Jazz
musiker gestellt (gehört er zu den besten Jazzmusi
kern) ; in den Reihen (in der Gruppe, Gemeinschaft)
der Arbeiterklasse, Avantgarde kämpfen — 2 .1 .1 .
(zusammengehörige) Folge (1.1): eine R. von Inter
views, Tests 2.1 .2 . eine beliebte R. (Serie 2.3 von
Büchern, Vorträgen) 2.2 . jo. Pl.j (nach einem K ri
terium) geregelte Aufeinanderfolge von Personen,
Sachen: der R. nach vortreten; alle der R. nach
abfertigen; immer der R. nach!; er wurde außer
der R. aufgerufen; an die R. kommen (drankom
men) ; an der R. sein (von einer bestimmten Anzahl
von Personen in der zeitlichen Aufeinanderfolge der
jenige sein, der abgeßrtigt, bedient wird od. der
etw. tun muß) — 3 . er hat eine (ganze) R. (eine
größere Anzahl, Menge) v on Antiquitäten; eine R.
von Freunden kamen; es gibt eine R. von Fragen;
er nahm eine R. Gestalten, Veränderungen wahr;
nach, seit einer R. von Jahren
• f umg. aus der R. tanzen (sich nicht an eine vor
gegebene Ordnung halten, eigene Wege gehen, ohne
sich anzupassen); jbes. von Menschenj in Reih und
Glied (in geordneten Reihen) steh en
Leihen jsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. auf etw. r. einzelne
936
2reihen — Reinkultur
gleichartige Gegenstände zu einer Reihe (1) hinter-,
nebeneinander auf etw. fügen: Perlen, Pilze, Son
nenblumenkerne auf eine Schnur r. 1 .2 , etw. reiht
sich an etw. Gleichartiges etw. schließt sich an etw.
Gleichartiges an, folgt auf etw. Gleichartiges: ein Tag
reiht sich an den andern; Erfolg reihte sich an E r
folg
2reihen, reihte/rieh, h at gereiht/geriehen Stoff auf
durchgezogenen Fäden z u kleinen unregelmäßigen
Fältchen zusammenschieben: den Ärmel, Stoff r.;
ein (reich, stark) gereihter, geriehener Rock
Reihen | -folge, die (nach einem Kriterium) geregelte
Aufeinanderfolge: in alphabetischer, (chronolo
gischer, festgelegter R .; etw. in eine R. bringen;
- haus, das Ein-, Zweifamilienhaus, das mit anderen
gleichartigen aneinandergebaut in einer Reihe steht;
- Schaltung, die Elektrotechn. Schaltung mehrerer
zweipoliger elektrischer Bauteile in der A rt, daß sie
vom gleichen Strom durchflossen werden; -Unter
s u ch u ng , die (vorbeugende, vorgeschriebene) ärztliche
Untersuchung bestimmter Personenkreise (hinsicht
lichbestimmter Krankheiten,Organe), um bisher uner
kannt gebliebene Gesundheitsschäden aufzufinden
Reiher, der; -s, - Schreitvogel mit langem Schnabel,
langen Beinen und schlanker Gestalt, der seinen Hals
im Flug S-förmig zurücklegt: ein weißer R. zieht
seine Kreise; R. brüten in Kolonien
reihjum /A dv./ in der Runde herum, von einem zum
andern: r. blicken, fragen; etw. r. geben, gehen
lassen; sie hatten es alle r. (einer nach dem andern)
versucht
Reim, der; -(e)s, -e 1. gleicher Klang der auslauten
den Silbe(n) verschiedener Wörter vom letzten beton
ten Vokql dieser Wörter an: ein einsilbiger, kling en
der, (un)reiner R .; keinen R. auf ein Wort finden,
wissen — 2 . /nur im Pl.f i enthaltendes kleines Ge
dicht: lustige, volksliedhafte Reime; um g. Reime
/ schmieden
4- sich keinen R. auf etw. machen können (etw.
nicht verstehen)
reimen jsw. Vb.; hat/ 1. ein Wort mit einem anderen
(in Versen) zu einem Reim verbinden: dilettantisch,
schlecht r. — 2. ein Wort reimt sich auf ein anderes
ein Wort bildet m it einem anderen einen R eim (1):
,bange4reimt sich auf ,lange4
rein fAdj.f 1.1 . (in sehr hohem Grade) von anders
artigen Bestandteilen fr ei: reiner Alkohol, Orangen
saft; etw. ist aus reinem Gold; reine Baumwolle;
Chem. einen Stoff chemisch r. dar-, herstellen
1.2 . durch nichts (Unzugehöriges) beeinträchtigt,
ohne Fehler, Minderung, seine Eigenart vollkommen
realisierend: der reine Klang, Teil eines Instru
ments; eine reine Aussprache, Stimme haben; die
reine Wahrheit sagen; es war (k)eine reine Freude,
ihm zuzuhören; ein reines (akzent-, dialektfreies)
Deutsch sprechen; den reinen (ursprünglichen 1.1,
vom A utor autorisierten) Tftxt wiederherstellen;
Tiere von reiner Rasse (ohne Vorfahren anderer,
fremder Abstammung) ; der reine Gewinn (der Gewinn
nach Abzug aller Ausgaben, Unkosten); die reine
Flugzeit (Flugzeit vom Start bis zur Landung) 1.8 .
Inicht präd.j 1.8 .1 . ohne Berücksichtigung anderer
Gesichtspunkte, Möglichkeiten: das ist reine Theorie;
r. formal, spekulativ an ein Problem herangehen;
r. verstandesmäßig urteilen 1.8 .2 . umg. etw. aus
reiner Angst (nur aus Angst) tun; etw. aus reiner
Dummheit, Höflichkeit, Sorge, Wut tun; es war ein
reines (nichts weiter als) Glück, reine Schikane, ein
reiner Zufall, daß ...; es handelt sich um eine reine
Formalität; das ist reiner Wahnsinn; r. (nur) aus
Langeweile, Neugierde 1.8 .8 . /als Partikel; drückt
emotional einen hohen Grad aus/: du weißt ja r.
(geradezu 3) gar nichts 1 .8 .4 . /nur attr.; drückt
emotional einen hohen Grad aus/: er ist der rein(st)e
(er ist geradezu ein) Glückspilz — 2 . frei von
Schmutz, sauber (1): ein reines Gefäß, Taschentuch,
Blatt Papier; reines Quellwasser; reine W aldluft;
die Luft, Umwelt, Wohnung, sich r. halten; See-
m annsspr. r. Schiff! /Kommando'zum Säubern
des Schiffesj — 8 . /nicht adv./ frei von Schuld seiend:
(k)ein reines Gewissen haben
- f umg. etw. ins reine (in Ordnung) bringen; etw.
kommt ins reine (in Ordnung); mit sich (selbst) ins
reine kommen (selbst klare Vorstellungen gewinnen);
etw. ins reine schreiben (etw. in endgültiger Fassung
fehlerlos und sauber abschreiben); — die / Luft ist
r.; reinen JA Mund halten; reinen Tisch machen;
jmdm. reinen
Wein einschenken; (k)eine
reine /* W este haben
’rein /Adv./ umg.: / herein, hinein, ’rin
reine umg.|
- m a chen fVb.j Räume saubermachen
(1.2): regelmäßig r.; -w eg /Partikel/: das ist r. (ge
radezu 2, ganz und gar) zum Davonlaufen, Ver
rücktwerden, Verzweifeln
Rein/rejn, auch ’rein j / auch herein|, hinein)/
umg.)
- fall, der (unerwarteter) negativer Aufgang
von etw., unangenehme Überraschung: sein erster
Auftritt, Versuch war ein R .; dabei, damit wirst
du einen R. erleben!; -fallen / Vb./1. da ist ein Loch,
paß auf, daß du nicht reinfällst (in das Loch
fällst) ! — 2 .1 . durch den unerwarteten negativen
Ausgang, Zustand von etw. Schaden haben, ent
täuscht werden:bei diesem Kauf bin ich (ganz) schön
reingefallen 2.2 . auf etw., jmdn. r. durch etw. an
etw., jmdm. positiv Erscheinendes zu einer positiven
Meinung über etw., jmdn. gelangen, die sich nicht
bestätigt: auf ein Angebot, einen Schmeichler r.
Reingewinn, der 1. der R. (Gewinn nachAbzug aller
Ausgaben, Unkosten) aus einer Veranstaltung — 2 .
Teil des Profits (1)
Reinheit, die; -, /o. PL; zu rein 1.1, 1.2, 2, 3/ das
Reinsein; zu 1.1: die chemische R. eines Stoffes;
zu 1.2: die R. eines Reimes, Tones; zu 2: die R. der
Luft, Wäsche
reinigen /sw. Vb.; hat/ 1.1. etw. vom darin, darauf
befindlichen Schmutz befreien: Kleider chemisch r.
lassen; die Schreibmaschine, das Gewehr r.; die
Haut mit einem Gesichtswasser, die Nägel mit
einem Nagelreiniger r.; Abwässer r.; von Abgasen
gereinigte Luft; O die Auseinandersetzung hat die
Atmosphäre gereinigt (hat den K onflikt ausgeräumt,
hat Klarheit geschaffen) 1.2 . geh. sich von einem
Verdacht, sich von Schuld r. (beweisen, daß man
unschuldig ist); zu 1.1 Reiniger, der; -s, - chemisches
M ittel zum Reinigen von etw.: ein neuer, wirk
samer R.
Reinigung, die; -,
-e n 1. /vorw. Sg./ das Reinigen
(1.1) — 2 . Betrieb für chemisches Reinigen: ein Kleid
in die R. bringen
Reinigung»{kraft, die 1. jmd ., der beruflich, gegen
Bezahlung Räume saubermacht (1.2): R. gesucht —
2. /o. Pl.j reinigende Wirkung: ein W aschmittel
mit, von großer R.
Rein/re|n| -kultur, die auf eine einzelne Zelle zurück
reinleinen —. reißen
937
gehende Züchtung von Arten, Stämmen von Mikro
organismen: eine R. anlegen; Bakterien in R. züch
ten; t umg. etw. ist etw. in R. etw. ist etw. in
besonders deutlicher Ausprägung: das ist Kitsch in
R.;
- leinen /Adj.; nicht adv./ aus reinem Leinen:
reinleinene Geschirrtücher, Laken, Sommerkleider
reinlich JAdj./ 1 . sauber (1) (gehalten): eine rein
liche Schürze, Straße, Stube — 2 . /nicht adv./ die
Sauberkeit liebend, für Sauberkeit sorgend: eine
reinliche Hausfrau; Katzen sind r. — 3# /nichtpräd./
eine reinliche (klare 2.2) Scheidung, Trennung der
Begriffe
rein/Rein| -rassig /Adj,; nicht adv./ von Tieren aus
schließlich einer bestimmten Masse abstammend und
die ererbten Eigenschaften weitergebend: ein rein
rassiger H eng st, H und; -Schrift, die sorgfältige,
fehlerfreie Abschrift in endgültiger Fassung: die R.
eines Textes
rgin|, auch *rein / ^ auch herein |, hinein [/[stecken
/sw. Vb.j umg. 1. etw. hineinstecken (1) — 2. etw.
in etw. hineinstecken (2); + es jmdm. / hinten
und vorn r. rein |weg /Partikel/ s. reineweg
1Reis, der; -es, /o. Pl.j 1. vorwiegend in Asien an
gebaute, einjährige Getreidepflanze m it langen,
breiten Blättern, die viel Feuchtigkeit benötigt: R.
anbauen — 2, Samenkörner von 1: polierter, (u nge
schälter R.
—
8. Gericht aus 2: R. mit Zimt und
Zucker
2Reis, das; -es, -er kleiner dünner Zweig (1), Schöß
ling: ein frisches grünes R .; der alte Weidenstumpf
treibt ein junges, zartes R .; ein R. (Pfropfreis) zum
Okulieren
Reise, d ie; -n (längere) Fahrt von einem (ständigen)
Aufenthalts-,
bestimmten Ausgangsort zu einem
weiter entfernten Ort (mit Aufenthalt dort und Rück
fahrt): eine angenehm e, beschwerliche, kurze,
weite R .; eine R. an die See, ins Ausland, mit der
Bahn, per Bus, um die Welt, zur Erholung; eine R.
antreten, buchen, machen, unterbrechen; auf
die R. gehen (verreisen); ich bin auf der R. (unter
wegs) nach Prag
Re|se/rgise| -andenken, das von einer Reise mit
gebrachtes Souvenir; -bekanntschaft, die Person,
die jmd. auf einer Reise kennengelernt hat; -büro, das
Einrichtung, Unternehmen zur Vermittlung von
Einzel-, Gesellschaftsreisen sowie zur Beratung von
Reisenden; -bus, der bequemer, komfortabler Bus für
längere Reisen; -fertig /Adj./ fertig, bereit zur (Ab)-
reise: sich r. machen; wir sind seit einer Stunde r.;
- l ieber, das leichte innere Erregung vor einer Reise;
-f ü hrer, der Handbuch, in dem zur schnellen Orien
tierung der Reisenden Informationen, bes. über
Sehenswürdigkeiten, Unterkünfte, Verkehrsmittel
einer Stadt, eines Gebietes, Landes gegeben werden:
ein illustrierter, zweisprachiger R .;
- gepäek, das
Gepäck, das man auf einer Reise mit sich führt; -g e-
seÜschaft, die Reisegruppe; -gruppe, die Gruppe von
Menschen, die gemeinsam eine (von einem Reisebüro,
von jmdm. organisierte) Reise unternimmt; -kosten,
die /P l.j durch eine (Dienst-, Geschäftsreise ent
standene (Un)kosten: die R. abrechnen, erstatten;
- land, das Land, das ein beliebtes Ziel für Reisen ist:
das R. Ungarn; -leiter, der jmd., der (beruflich
Gruppenreisen leitet, organisiert
reisen /sw. Vb.; ist; / auch Reisende/1. eine Reise
machen: von Berlin (über Prag) nach Budapest, in
die Ferien, aufs Land, zur Messe r.; allein, dienst
lich, erster Klasse, mit dem Auto r.; er ist immer
gern, v iel gereist (hat immer gern, viele Reisen ge
macht) — 2. umg. auf etw. r. unter dem Vorgeben
von etw. etw. zu erreichen suchen: er reist immer auf
seine Schwerhörigkeit
4- auf die dumme, krumme / Tour r.
Reisende, der u. die;-n, -n/vorw. P I .; / auchreisen/
jmd., der auf Reisen ist, Fahrgast: ein Abteil für R.
mit Traglasten
Reise| -paß, der; -Scheck, der 1 . Scheck zur E r
langung von Zahlungsmitteln im In-, Ausland —
2. Berechtigungsschein für eine Ferienreise (des
FDGB); -Schreibmaschine, die kleine, leichte
Schreibmaschine, die auf einem festen Boden mon
tiert, m it einem Deckel versehen ist und an einem
Griff getragen werden kann; -Spesen, die /Pl.j dem
mit der Reise Beauftragten zu ersetzende Reise
kosten; -v erk ehr, der Verkehr durch Reisen(de);
es herrschte reger, starker R .; -wecker, der (für
die Reise bestimmter) kleiner Wecker m it Etui; -zeit,
die 1. Jahreszeit m it erfahrungsgemäß starkem Reise
verkehr — 2 . Fahrzeit bes. m it dem Verkehrsmittel
zum Reiseziel; -ziel, das als Ziel einer Reise vorge
sehener, zu erreichender (Aufenthaltsort: sein R.
war Prag
Reisig, d a s; -s, /o. P l.j eine Menge (dürrer) dünner
Zweige, die abgebrochen, vom Baum gefallen sind; R.
sammeln, verbrennen; ein Bündel, H aufen R.
Reiß| raus 4* umg. R. nehmen (ausreißen, da
vonlaufen) ; -brett, das etwa zwei Zentimeter dickes,
ebenes Brett aus Holz als Unterlage zum Anfertigen
technischer, geometrischer Zeichnungen: am R. ar
beiten
reißen, riß, hat/ist gerissen / / auch reißend, ge
rissen/ 1.1« etw., ein Ganzes durch starkes ruck
artiges Ziehen zerteilen (hat): ein Gewebe nach dem
Faden r.; er wollte den Brief in Fetzen, Stücke r.
1.2 . etw. reißt aus etw. werden bei starker Belastung
durch Zug (LI) (mit einem Ruck) zwei od. mehrere
Teile (ist): das Packpapier, Seil, Tau ist gerissen;
der Film ist gerissen 1,3 . ein Loch in etw. r. durch
Zerren, Rucken, starke Belastung verursachen, daß in
etw., das bes. aus dünnem textilem M aterial besteht,
ein Loch entsteht (hat): er hat (sich) ein Loch in die
Hose, Zeltbahn gerissen; O sein Tod riß eine
Lücke in ihre Reihen — 2 . (hat) 2.1 . etw., jmdn.
durch starkes ruckartiges Ziehen von irgendwo gewalt
sam entfernen, wegreißen, lösen: jmdm. die bren
nenden Kleider vom Leibe r.; der Wind riß ihm
den Hut vom Kopf; ein Blatt aus dem Buch, Un
kraut aus der Erde r.; jmdm. etw. aus der Hand
r.; er riß ihr das Kind aus den Armen; O jmdn.
aus dem Schlaf, seinen Träumen r.; etw. aus dem
/ Zusammenhang r. 2 .2 . Sport beim (Stabhoch
sprung die L atte r. (so stark berühren, daß sie zu
Boden fällt) — 3 . (hat) 3.1 . an etw. r. ruckartig
heftig an etw. zerren, ziehen, ohne es gewaltsam zu
entfernen, wegzureißen: der Hund riß an der K ette;
der Sturm reißt am Segel; an der Klinke, Tür r.;
plötzlich riß mich jmd. am Arm 3.2 . jmdn., etw.
irgendwohin r. jmdn., etw. schnell, gewaltsam irgend
wohin ziehen, zerren: sie riß das Kind auf den
Bürgersteig, in die Höhe, zu Boden; der Sog,
Strudel riß das Boot in die Tiefe; der Fahrer
konnte den Wagen noch nach links r. (ruckartig
nach links lenken); S p o rt ein Gewicht r. (ohne
innezuhalten vom Boden zur Hochstrecke bringenJ"1;
938
Beißen — reizend
O jmdn. mit sich ins Unglück r.; etw. an sich r.
(etw. m it Energie, Gewalt, Nachdruck unter seinen
Einfluß, in seinen Besitz bringen) — 4 . um g. sich
um jmdn., etw. r. jmdn., etw. unbedingt haben
wollen (hat): damals rissen sich die Opernhäuser
um ihn; man riß sich um die Karten; warum reißt
ihr euch darum? — 5 . (hat) 5.1 . sich r. sich eine
(unerhebliche) Rißwunde zuziehen: ich habe mich
(an einem Nagel) gerissen 5.2 , der Iltis hat ein
Huhn, der Wolf hat ein Schaf gerissen (mit seinen
Reißzähnen verletzt und getötet) — 6 . (hat) Possen,
Witze r. (machen)
-j- bei jmdm. ist der / Film gerissen; jmdm. reißt
die / Geduld, der / Geduldsfaden; / hin und
her gerissen sein; bei jmdm. ist der j* Knoten ge
rissen; jmdm. die / Maske vom Gesicht r.; sich
etw. unter den / Nagel r.; sich am / t Riemen r.;
wenn alle / Stränge r.; sich für jmdn. in / Stücke
r. lassen
Reißen, das; -s, jo. PI ./ Rheumatismus: er hat das
R. im Arm, Bein
reißend fA dj.; / auch reißen/ 1* stark, heftig strö
m end: ein reißender Fluß; O ein reißender (heftiger,
ziehender) Schmerz durchzuckte seine Glieder —
2, jadvij sehr schnell (2.1): etw. r. loswerden, ver
kaufen — 8 . fn urattr.f ein reißendes Tier (Raubtier)
Rßlßer, der; -s, - u m g. 1 .1 . Spannung erregendes,
(kalkuliert) publikumswirksames Buch, Filmwerk
Theaterstück, Fernsehspiel von oft fragwürdiger
künstlerischer Qualität: ein fesselnder, gut gemach
ter, reiner R .; dieser R. läßt ihn nicht los 1.2 . zug
kräftige und daher leicht absetzbare Ware: Jeans
sind immer noch der große R.
ߣiß/re|ß| »feder, die Instrument zum (Ausziehen
verschieden starker Linien mit Tusche; -fest [Adj.;
nicht adv.[ widerstandsfähig gegen Beanspruchung
durch Reißen (1): reißfeste Fasern; dieser Stoff ist
(sehr) r.; -lein e, die Leine, an der gezogen werden
muß, um etw., bes. einen Fallschirm, zu öffnen;
- n adel, die Nadel mit gehärteter Spitze zum Einritzen
von Linien und Maßen auf (zu bearbeitenden) Werk
stücken; -nagel, der Reißzwecke; -schiene, die
Lineal mit einer an einem Ende rechtwinklig a n
gesetzten Querleiste; -Verschluß, der vorwiegend für
Kleidungsstücke, Taschen verwendete Vorrichtung
zum Schließen und Öffnen, bei der zwei parallel
laufende Reihen von Zähnen (2) durch einen Schieber
in- od. auseinandergeschoben werden: einen R. ein
nähen; den R. aufziehen, schließen; -wolf, der
Maschine zum Zerreißen von Papier, Textilien in
winzige Stücke; -w olle, die nach dem Zerreißen von
Stoffabfällen durch den Reißwolf wieder verspinnbare
Wolle; -zahn, der großer und scharfkantiger Bak-
kenzahn im Ober- und Unterkiefer bei Raubtieren,
der zum Zerkleinern von Knochen dient; -zeug, das
Zusammenstellung von Instrumenten zum Zeichnen,
bes. Zirkel, Reißfedern, Winkelmesser, in einem E tui;
- z wecke, die dünner, kurzer, spitzer M etallstift m it
breitem, flachem K o pf zum (zeitweiligen) Befestigen
von Papier, Stoff auf Holz
Re|s|tag, der Tag, an dem jmd. zur Gewichtsver
minderung nur ungesalzenen Reis iß t
reiten, ritt, ist/hat geritten 1.1 . (mit gespreizten
Beinen) auf dem Rücken bes. eines Pferdes sitzend
sich durch dessen Vorwärtsbewegung fortbewegen (is t ) :
gut, langsam, scharf, tollkühn r. 1 .2 . etw. durch 1.1
bewältigen (ist, hat): ein Rennen r.; er ist, hat ein
schnelles Tempo (ist sehr schnell) geritten 1.8 . (hat)
1.8 .1 . er reitet (hat, benutzt) ein edles, feuriges Pferd,
einen Esel 1.8 .2 . ein Tier durch 1.1 in einen be
stimmten Zustand bringen: er hat das Pferd müde
geritten
+ eine ^ Attacke gegen etw., jmdn. r.; (s)ein
/ Steckenpferd r.; jmdn. reitet der / Teufel
Reiter, der; -s, - 1 . jmd., der reitet (1.1): ein guter,
kühner, verwegener R .; Roß und R.
—
2. kleiner
Gegenstand aus Metall, Plast, der auf Karteikarten
aufgesteckt (2) wird, um diese zu kennzeichnen
Reiterei, die; -, -en fvorw. Sg.j v e ra lten d Kavallerie
Reit| -hose, die Hose mit Besatz (1) aus Leder, die
beim Reiten getragen w ird; -peitsche, die kurze
Peitsche zum Antreiben, Lenken des Reittieres;
- p ferd, das leichtes, rassiges, zum Reiten geeignetes,
zugerittenes Pferd; -sitz, der jo. P l.j das Sitzen mit
gespreizten Beinen wie im Herrensattel; -Sport, der
als Sport betriebenes Reiten; -tier, das zum Reiten ge
eignetes und verwendetes Tier; -w eg, der Sandweg
(neben der Straße), der zum Reiten geeignet, von
Reitern zu benutzen ist
Reiz, der; -es, -e 1. äußere (physikalische) Ein
wirkung auf die Sinnesorgane eines Lebewesens,
die Information vermittelt und meist Reaktionen
auslöst: ein akustischer, chemischer, optischer,
schwacher R.; auf Reize reagieren; die Sinnes
organe nehmen adäquate Reize auf — 2 . an
genehm anziehende Wirkung, Verlockung, A n zie
hungskraft, die von einer Sache, Person ausgeht: ein
geheimnisvoller, starker, unwiderstehlicher R .; der
R. des Fremdartigen, Häßlichen, Neuen, Unbe
kannten, Verbotenen; etw. übt einen R. aus, ge
winnt, verliert (für jmdn.) immer mehr an R.;
der R. einer Gegend; der seltsame, poetische R.
dieser Musik, Novelle, Sprache; der R. dieser Frau;
eine Frau von verführerischem R. (Zauber) ; weib
liche Reize (das, womit eine Frau anziehend auf
Männer wirkt); sie läßt ihre Reize spielen
reizbar fAdj.; nicht adv./ 1. fähig, auf Reize (1) zu
reagieren: Individuen sind in verschiedenem Grad
r.
—
2. leicht erregbar, überempfindlich: ein r eiz
bares Gemüt, Kind, Nervensystem; er ist launisch
und r.; etw. macht jmdn. r .; dazu Reizbarkeit, die;
-, fo. Pl.f
reizen [sw. Vb.; hat; auch reizend, gereizt/ 1. ein
Organ, einen Organismus r. einen starken (schäd
lichen) physikalischen, chemischen R eiz (1) auf ein
Organ, einen Organismus ausüben: grelles Licht
reizt die Augen; der Rauch reizt zum Husten;
durch den ständigen Lärm waren seine Nerven
sehr gereizt — 2 .1 . jmdn. (zu etw.) r. jmds. Interesse
erwecken, j m d m . erstrebens-, begehrenswert erscheinen,
jmdn. locken: die neue Aufgabe reizte ih n sehr; es
würde mich r., es zu versuchen; jmdn. zum Wider
spruch r. (herausfordern); es reizt mich, ihn zu
ärgern, necken; etw. reizt zum Lachen, Wider
spruch 2.2 . etw. r .: jmds. Begierde, Neugier r.
(wecken) — 8 . jmdn . erzürnen, heftig erregen: jmdn.
durch Beschuldigungen, Unterstellungen r.
—
4.
S k a t die Werte des Blattes (2.4 .3) ansagen, um den
Spieler zu ermitteln, der die höchsten Werte nennen
kann und das Spiel übernimmt: er reizte bis 24 —
5. Jägerspr. ein Tier, das gejagt werden soll, durch
Rufe, Töne anlocken
reizend /Adj.;
auch reizen/ 1 . [von Menschen/
1.1 . angenehm, anziehend: eine reizende alte D am e;
Reizker — Relais
939
das sind reizende Leute; etw. r. finden; er hat
eine reizende (anmutige) junge Frau, kleine Tochter
1.2 . sie sieht r. aus (ist sehr hübsch) — 2 . es war
ein reizender (angenehmer) Abend; iron . das kann
ja r, (sehr unangenehm) werden!
Reizker, der; -s, - Blätterpilz m it weißem od. rotem
milchigem Saft
Reiz/reiz| -klima, das fo. Pl.f Klima mit starken
TemperaturSchwankungen, extremen Temperaturen,
rauhem Wind, das den menschlichen Organismus
stark beansprucht; -los fAdj.f 1. ohne Reiz (2): eine
reizlose Frau, Gegend — 2 . reizlose (salzarme,
schwach gewürzte) Kost; -schwelle, die fachspr.
Stärke eines Reizes (1), die notwendig ist, um eine
wahrnehmbare Empfindung auszulösen; -Überflu
tung , die; -en Übermaß an gleichzeitig wirkenden
Reizen (1); -voll fAdj.f etw. ist r. etw. ist von be
sonderem R eiz (2): eine reizvolle Farbzusammen
stellung; eine reizvolle (Interesse weckende) Auf
gabe; -wort, das jPl. -Wörter/ Wort, dessen bloße
Nennung beim Hörer Verärgerung erzeugt
rekapitulieren/$w\ Vb. ; hat/ etw. (zusammenfassend)
wiederholen: einen Text r. (können); er rekapitu
lierte den Verlauf des Unfalls (vor) der Polizei
(stellte ihn noch einmal dar)
rgkeln, sich fsw. Vb.; hat/ aus dem Bedürfnis
heraus, seinen Körper zu lockern, den Rumpf, die
Gliedmaßen behaglich, m it ungezwungenen Bewe
gungen dehnen, recken: sich im Bett r.; die Katze
rekelte sich wohlig in der Sonne
Reklamation, die; -en Beanstandung wegen M än
geln an einer Sache, bei einer (.Dienstleistung: eine
fristgemäße, schriftliche R .; eine R. anerkennen,
erh eben, Vorbringen
Reklame, die; -,
-n fvorw. Sg.f bes. in der kap. Wirt
schaft praktiziertes (aufdringliches) Anpreisen von
etw., bes. von Waren, Dienstleistungen: eine auf
fällige, geschickte, geschm acklose, kostspielige,
zugkräftige R .; R. durch Anzeigen, Plakate, Probe
packungen, im Fernsehen, Rundfunk; für etw.,
jmdn. R. machen
Reklame [ -plakat, das Plakat, auf, mit dem etw.,
bes. eine Ware, Dienstleistung, angepriesen w ird;
- zettel, der Handzettel, auf dem etw., bes. eine Ware,
Dienstleistung, angepriesen wird
reklamieren fsw. Vb.; hat/ 1.1 . Einspruch erheben:
entschieden, mit einem Schreiben, gegen eine E nt
scheidung r. 1 .2 . eine Ware wegen Mängeln bean
standen: beschädigte, fehlerhafte Waren, minder
wertige, verdorbene Lebensmittel r.
—
2. etw.
als sein Eigentum r. (als sein rechtmäßiges Eigen
tum beanspruchen 1); eine verlorengegangene Sen
dung bei der P o st r. (Nachforschungen über den
Verbleib und gegebenenfalls Schadenersatz fordern)
rekognoszieren fsw. Vb.; hat/ etw. erkunden, au s
kundschaften: eine Gegend, das Terrain r.
rekonstruieren fsw. Vb. ; hatf 1. etw. Zerstörtes, nicht
mehr Vorhandenes (aus den Überresten, nach i n
direkten Zeugnissen) dem ursprünglichen Zustand
entsprechend wiederherstellen, nachbilden: ein e n
antiken Tempel, ein verlorengegangenes Gedicht,
die Gestalt eines ausgestorbenen Tieres r. — 2 . einen
zeitlich zurückliegenden Vorgang, ausgehend von
Anhaltspunkten, aus der Erinnerung in den Einzel
heiten wiedergeben: eine n Ablauf, Pro zeß, Vorfall r.
—
3. W irtsch . vorhandene Produktionsmittel nach
dem modernsten Stand von Wissenschaft, Technik
erneuern, um hohen ökonomischen Nutzeffekt er
zielen zu können: einen Betrieb, veraltete Ma
schinen, bestehende Produktionseinrichtungen r.
und modernisieren; <> Altbauten r.
Rekonstruktion, die;
- e n 1. fzu rekonstruieren/
das Rekonstruieren ; zu 3 : die R. von Produktions
anlagen — 2 . /zw rekonstruieren 1f das Rekonstruierte:
die Ausstellungsstücke sind keine Originale, so n
dern Rekonstruktionen — 3 . fzu rekonstruieren 2/
rekonstruierter Vorgang von etw.: eine ausführliche,
schriftliche R. des Geschehens liegt uns vor
Rekonvaleszent, der; -en, -en [..v . .] Genesender:
der R. wird ambulant weiter betreut
Rekonvaleszenz,die; -,
-en [..v . .] Prozeß und Zeit
des Genesens: eine lange, langsame R.
Rekord, der; -(e)s, -e (offiziell anerkannte) jeweils
beste Leistung in einer bestimmten sportlichen D is
zip lin mit meßbaren Einzelleistungen: ein euro
päischer, neuer, olympischer, persönlicher R .;
einen R. aufstellen; einen R. fahren, laufen, sprin
gen, werfen; den (bestehenden) R. brechen; er hält
den R. im Speerwerfen; einen R. einstellen; O die
Hitze, Kälte, Unfallquote dieses Jahres stellt
einen ausgesprochenen R. dar
Rekprdl -besuch, der sehr hohe Anzahl von Be
suchern öffentlicher Einrichtungen, Veranstaltungen;
- e r nte, die ungewöhnlich gute Ernte; -halter, der
Sportler, der einen Rekord innehat; -sucht, die fo.
Pl.f Bestreben, um jeden Preis den, einen Rekord,
möglichst viele Rekorde zu erreichen; -zeit, die die
jeweils kürzeste Zeit, in der eine Strecke nach den
Wettkampfbedingungen einer bestimmten sportlichen
Diszip lin zurückgelegt wird: er lief, schwamm die
hundert Meter in neuer R.
Rekrut, der; -en, -en /noch BRDf neu einberufener
Soldat, Soldat während der ersten Ausbildungszeit:
Rekruten ausbilden
rekrutieren fsw. Vb.; hat/1 . etw. setzt sich aus Per
sonen (verschiedener Kategorien) zusammen: diese
Gruppe rekrutiert sich aus Lehrlingen, Studenten
und Meistern — 2 . Arbeitskräfte r. (für einen be
stimmten Zweck zusammenbringen)
rektal fAdj.; nicht präd.f Med.: Zäpfchen r. (in
den After) einführen; Fieber r. (im After) messen
Rektion, die; -,
-en Gramm. Eigenschaft von
Wörtern, Wortarten, einen bestimmten K asu s für
abhängige Wörter zu bedingen: Präpositionen mit
gleicher, verschiedener R.; Probleme der R. von
Verben
Rektor, der; -s, Rektoren 1. Leiter einer Hoch
schule, Universität: der neugewählte R. erschien
im Ornat
2. Leiter einer Volks-, Mittelschule im
bürgerl. Schulsystem
Rektorat, das; -(e)s, -e 1. A m t eines Rektors (1): das
R. einer Universität übernehmen — 2 . Amtszeit
eines Rektors (1): das R. dauert vier Jahre —
3. Sekretariat eines Rektors (1): das R. liegt im
ersten Stock der Universität
Rektorin, die; -,
-n en fzu Rektor/ Frau mit dem
Am t eines Rektors
rekultivieren fsw. Vb.; hat/ [..v . .] (durch Bergbau)
unfruchtbar gewordenen Boden land-, forstwirt
schaftlich wieder nutzbar machen: Abraumhalden,
Kippen r.
Reims, das; -,
-
[role:, rals:, Gen. u . PI . ra le:s,
rolsis] Elektrotechn. automatischer, elektro
magnetischer Schalter, der durch einen schwachen
940
Relaisstation — Remoulade
Strom elektrisch getrennte Stromkreise schließt od.
unterbricht: ein elektronisches, mechanisches R .;
eine mit R. gesteuerte Rechenmaschine
Relais |Station, die Funkstation, die die Signale eines
Senders aufnim mt und verstärkt wieder ab-
strahlt
Relation, die;
- e n Beziehung zwischen zwei od.
mehreren Erscheinungen, Sachverhalten, zwischen
den Eigenschaften ziveier od. mehrerer Objekte, B e
griffet die R. zwischen Theorie und Praxis, Inhalt
und Form, Arbeitsproduktivität und Lohnfonds;
verschiedene Menschen, Sachverhalte, Ideen und
Vorstellungen in die richtige R. zueinander brin
gen; zwischen den einzelnen Kapiteln dieses
Ruches bestehen keine Relationen, stimmen die
Relationen nicht (besteht kein angemessenes Ver
hältnis)
relativ, relativ, auch relativ jAdj.j 1.1 . nicht unein
geschränkt gültig, von Bedingungen, Beziehungen
abhängend: Gut und Böse, Schön und Häßlich sind
relative Werte; seine Behauptung, Hypothese hat
sich als r. erwiesen; er hat sich mit dem relativen
Erfolg, Ergebnis, Nutzen seiner Untersuchungen
zufriedengegeben 1.2 . jadv.j verhältnismäßig, ver
gleichsweise : etw. ist r. anstrengend, einfach, neu,
überzeugend, zukunftsträchtig; davon weiß er r.
viel; und dabei hielten wir ihn für r. einsichtig, ver
ständnisvoll; wir erwarten eine r. gute Ernte —
2. / nur attr.j durch seine Beziehung auf etw. be
stimmt: Raum und Zeit als relative Größen; das
relative Gehör (die Fähigkeit, einen Ton nur von
einem gegebenen Ton aus zu bestimmen od. singend
zu reproduzieren); die relative (über der Stimmen
anzahl jedes der anderen Mitbewerber liegende) M eh r
heit — 8. Inur attr.j PoL Ök. der relative (durch
Verkürzung der für die Reproduktion der Ware
Arbeitskraft notwendigen Arbeitszeit vom K apitalisten
erzielte) M eh rw ert
relativieren /sw. Vb.; hat/ [..v . .] etw. in seiner
Gültigkeit einschränken bes. durch Herstellen von
Beziehungen zu anderem, durch Betrachten in über
geordnetem Zusammenhang: die W irk u n g eines
Medikaments, Stoffes relativiert die eines anderen;
für allgemeingültig gehaltene Normen, Tabus,
Vorstellungen r.; etw. durch Vergleichen mit etw. r.
Relativismus, der; jo. Pl.j [..v . .] Philos. er
kenntnistheoretischer, von verschiedenen Richtungen
der bürgerl. Philosophie der Gegenwart vertretener
Standpunkt, von dem aus lediglich Relationen der
Erscheinungen zueinander, nicht aber die Erschei
nungen selbst für erkennbar gelten, wonach jede
Erkenntnis in der Weise vom erkennenden Subjekt
abhängig sei, d aß es keine objektiven Wahrheiten
gehe
relativistisch jAdj.j [. . v . .] den Relativismus ver
tretend: relativistische Auffassungen, Philosophen
Relativität, die; -,
- e n jvorw. Sg.; zu relativ 1.1 u.
2j [. . v . .]; zu 1.1: die R. (bedingte Geltung) der
Moralnormen; zu 2: die kausale, historische R.
(Bedingtheit 1.1) der Erscheinungen
ReIativitäts|theorie, die jo. Pl.j von Einstein be
gründete physikalische Theorie über den Zusammen
hang von Raum, Zeit und Bewegung: die allge
meine, spezielle R.
Relativ Gramm.|
- pronomen, das einen Attribut
satz einleitendes Pronomen, das sich auf ein Sub
stantiv, Pronomen des übergeordneten Satzes be
zieht; -sa tz, d er durch ein Relativpronomen ein
geleiteter Attributsatz
relevant jAdj.j [..v . .] belangvoll, wichtig: ein rele
vantes Argument, Buch, Ergebnis; eine philo
sophisch relevante Fragestellung; etw*. ist, wird
historisch, theoretisch r.; etw. ist für etw., jmdn. r.
Relief, d a s; -s, -s/-e [relief] 1. aus einer Fläche er
haben herausgearbeitetes, i n sie eingegrabenes p la s t i
sches Bildwerk; ein R. aus Stein, Stuck; aus einer
Marmorplatte ein R. herausmeißeln — 2 .1 . Geogr.
(Gesamtheit der) Form(en) der Oberfläche eines Ge
stirns, bes. der Erde: diese Landschaft hat ein reich
gegliedertes R .; mit dem Echolot unterseeische
Reliefe feststellen 2.2 . (überhöhte) plastische Nach
bildung (eines Teiles) der Erdoberfläche: F altu n g e n
an einem, durch ein R. anschaulich machen
Religion, die; -en 1. jo. Pl.j Weltanschauung, die
den Glauben an Überirdisches, Götter, einen einzigen
Gott, denen, dem kultische Verehrung dargebracht
wird, zur Grundlage hat: das Verhältnis von R. und
Wissenschaft; im Namen der R. wurden Kriege ge
fü hrt — 2 . bestimmte, durch Lehre, Satzungen fest
gelegte 1: die buddhistische, christliche, islamische,
jüdische R.; einer R. angelyken
Religions| -freiheit, die jo : Pl.j Recht, die Religion
(2) frei zu wählen, auszuüben; -krieg, der durch kon
fessionelle Streitigkeiten motivierter, ausgelöster
Krieg; -Stifter, d er Begründer einer Religion (2);
- u nterricht, d er (in kircheneigenen Räumen erteilter)
Unterricht in Lehre, Satzungen eines Glaubensbe
kenntnisses; -Wissenschaft, die Wissenschaft, die die
Entstehung, Entwicklung der R eligionen) historisch
kritisch erforscht, d arstellt
religiös jAdj.j 1. von Religion ausgehend, auf Reli
gion beruhend, bezogen: ein religiöses B ek en ntn is ,
Vorurteil; religiöse Kunst, Sekten; religiöser Fana
tismus; etw. r. betrachten, erklären — 2. ein re
ligiöser^(gläubiger 1) Mensch; r. (der Religion ent
sprechend) handeln, leben
Relikt, d a s; -(e)s, -e Überbleibsel, Rest aus einer
vergangenen Zeit: ein glaziales, kulturhistorisch
wertvolles, morphologisches R .; sein Verhalten ist
ein R. überholter bürgerlicher Auffassung
Reling, die; -,
- e/-s jvorw. Sg.j Geländer um das Deck
eines Schiffes: an der R. stehen; sich an, über die R.
lehnen
Reliquie, die; -n [..io] Überrest vom Körper eines
Heiligen, Religionsstifters, Überbleibsel seiner K lei
dung, von Gegenständen seines persönlichen Ge
brauchs: Reliquien verehren
Remilitarisierung, die; jo. Pl.j das Wiederher
stellen des M ilitarism us, das Wiedererstehenlassen
der militaristischen Gesinnung: m it Sorge u n d
Empörung Maßnahmen der R. von seiten der
Monopolbourgeoisie beobachten
Reminiszenz, die; -en 1. Erinnerung (2.1): eine R .
an die Kindheit; Reminiszenzen auffrisehen —
2. Anklang (1): der Schlußsatz dieser Sinfonie ent
hält eine deutliche R. an Mozart
remis jindekl. Adj.; nicht attr.j [romi:] Sport, bes.
Schach unentschieden (2): die Partie, das Spiel
bleibt, endete r.; sie trennten sich nach einund
dreißig Zügen r.
Remis, das; -/ -en [romi:,PZ. ..i:zon] Sport, bes.
Schach unentschiedener Ausgang eines Spiels: er
mußte sich mit einem R. begnügen
Remoulade, die;
-n [..mul..] kalt gerührte, p i
rempeln — rentieren
941
kante Soße aus Ei, öl und Gewurzen-, Rollmöpse
in R.
rempeln jsw. Vb.; hat/ umg. jmdn,, etw. mit Ell
bogen, Arm, Oberkörper (absichtlich) sto ß e n : er
rempelte rücksichtslos, alle andern zur Seite;
bei diesem Gedränge pufft, tritt, rempelt jeder
jeden; Fu ßb all der Stürmer rempelte (stieß den
Gegner m it dem Oberkörper bei angelegtem A rm
weg), um an den Ball zu kommen
Ren, das; -s, -e, Ren, das; -s, -s in den nördlichen
Polargebieten lebender Hirsch mit breiten H ufen,
dessen männliche u nd weibliche Tiere ein Geweih
tragen
Renaissance, die;
-n [ranesas, rans.., PL .. san]
1. jo. PL/ vom italienischen frühkap. Bürgertum aus
gehende kulturelle Bewegung im 14. bis 16. Jh., die p h i
losophisch, literarisch, künstlerisch das Lebensgefühl
der Antike, bes. das der Welt zugewandten Menschen zu
erneuern suchte und (dadurch) einen Aufschwung
bes. auf den Gebieten von Kunst und Wissenschaft
bewirkte: Florenz war der geistige Mittelpunkt
der italienischen R .; die Malerei der R. — 2 . jvorw.
Sg.j das erneute Aufleben: eine R. des Jugendstils
Renaissance!Stil, der jo. P I ./ antike Stilelemente
abwandelnder, Symmetrie, horizontale Gliederung
bevorzugender Stil in der Architektur des 14 . —16 .
Jhs.
Renazifizierung, die; -,
- e n fvorw. Sg.j das Wieder
erstehen politisch-ideologischer Elemente des N a zis
mus in der BRD: Schriften, die in erschreckender
Weise eine Tendenz zur R. erkennen lassen
Rendezvous [raqdavu:, auch rdde..], auch Ren-
devous [raqdavu], das;
-
[Gen. u. PI.
..vu:s]
Stelldichein: ein heimliches R .; ein R. verabreden,
versäumen; er hat heute ein R. mit ihr
Rendite, die; -,
-n W irtsch. effektiver Anteil am
Profit (1), den der Besitz von Wertpapieren ein
bringt: eine günstige R.
Renegat, der; -en, -en femot. neg.j jmd., der seine
politische, religiöse Überzeugung aufgibt und in ein
gegnerisches Lag er überwechselt: ein karrieristischer
R.
renitent jAdj.f widersetzlich, aufsässig, wider
spenstig: eine renitente Antwort, Haltung, Person;
sie war schon als Schülerin sehr r.; sich r. verhalten
Renn| -bahn, die Platz, Strecke für Wettkämpfe im
Rad-, Reitsport; -boot, das für Rennen geeignetes
Motor-, Ruderboot
rennen, rannte, ist/hat gerannt 1.1 . schnell laufen
(2.1) (ist): aus der Schule, über die Straße, zum Bus
r.; sie kam atemlos gerannt; ich bin den ganzen
Weg gerannt; um die Wette r.; er rannte um sein
Leben; sie rennt wie ein Wiesel 1.2 . (hat) sich
wunde Füße, müde r. (durch 1.1 wunde Füße be
kommen, müde werden) — 2 . um g. irgendwohin r.
m it unangebrachtem, überflüssigem Eifer jmdn .,
etw. (immer wieder) aufsuchen (ist): bei, mit, wegen
jeder Kleinigkeit zum Arzt r.; mußt du wirklich
so oft in die Oper r.?
—
3. nach etw., jmdm. r.
in großer Eile etw., jmdn. holen (ist): er rannte
nach Brötchen, nach der Hebamme — 4 . um g.
4.1 . im Laufen (1.2, 2.1) heftig an, gegen etw.
stoßen (ist): er ist (mit dem Kopf) an, gegen diesen
Balken gerannt 4.2 . sich durch 4.1 eine Verletzung
zuziehen (hat): sich ein Loch in den Kopf, eine
Beule r.
—
5. (hat) er rannte ihm (stieß ihm mit
Wucht) ein Messer in den Leib
Rennen, das; -s, - sportlicher Wettkampf im Laufen,
Reiten, Fahren, bei dem die Schnelligkeit gewertet
wird: ein internationales R.; ein R. abhalten,
fahren, laufen, reiten; das R. gewinnen, verlieren;
O diesmal lag er gut im R. (hatte er im Wettlauf
m it der Zeit, im Wettstreit mit anderen gute Erfolgs
chancen)
+ das R. machen {gewinnen; Erfolg haben, anderen
den R a ng ablaufen)
Rennj -fahrer, der an einem Auto-, (Motorrad
rennen teilnehmender Sportler: er ist ein populärer
R.;
- fonnel, die Sport international festgelegte,
dem jeweiligen Entwicklungsstand entsprechende
Gruppe von M erkmalen für Rennwagen; -pferd, das
für Rennen geeignetes und trainiertes Pferd; -rad,
das leichtes Fahrrad für Rennen; -reiter, der jmd.,
der als Reiter an einem Pferderennen teilnim mt;
- s chlitten , der Bob, Rodel, Skeleton für Rennen;
- s tall, der Einrichtung, die Rennpferde unterhält
und sie an Rennen teünehmen läßt: dieser R. hat
am Rennen teilgenommen; -strecke, die straßen
artige Anlage für Autorennen; -wagen, der auf
Höchstleistung konstruierter, den Richtlinien einer
Rennformel entsprechender, für R ennen gebauter
Kraftwagen
Renommee, das; -s, -s Ruf, Leumund: ein gutes,
zweifelhaftes R.; sein R. hat sehr gelitten
renommieren jsw. Vb.; hat; / auch renommiert/
prahlen, aufschneiden: er renommiert gern, laut,
oft; mit etw. r.
renommiert jAdj.; nicht adv.; / auch renommieren/
angesehen, mit gutem R uf: ein renommiertes Haus,
H otel; ein renommierter Schauspieler
renovieren /sw. Vb.; hat/ [..v .J Gebäude, Räume
neu herrichten: wir müssen die W ohnung erst r.
(lassen); renovierte Altbauten
rentabel fAäj.f die Kosten deckend und einen Ge
w inn (ein)bringend: ein rentabler Betrieb; r.
arbeiten, produzieren, wirtschaften; etw. r. ein-
setzen; dazu Rentabilität, die; jo. Pl.j W irtsch .:
die R. erreichen, sichern; dieser sozialistische B e
trieb arbeitet mit steigender Arbeitsproduktivität
und hoher R.
Rente, die; -,
-n 1. fester Betrag, den jmd. auf
Grund von Rechtsansprüchen durch bisher geleistete
Arb eit od. von anderen gesetzlichen Regelungen regeh
mäßig gezahlt bekommt: eine angemessene R.;
(eine) R. beanspruchen, bekom men — 2 . regel
mäßiges Einkommen, das sich im kap. Wirtschafts
system ohne persönliche Arbeitsleistung aus K apita l
anlagen ergibt: von Renten leben; aus etw. Renten
erhalten, ziehen; etw. wirft eine hohe R. ab
+ um g. in, auf R. gehen (aus dem Arbeitsverhält
nis ausscheiden und Rentner werden); in R . sein
(Rentner sein); jmdn. auf R. setzen (invalidisieren)
Renten) -alter, das jo. Pl.j Lebensalter, von dem
an, in dem Altersrente bezogen werden kann: das
R. erreichen; er ist längst im R.;
-basis, die jin
den Verbindungenj etw. auf R. (verkaufen etw.
gegen regelmäßige, über einen bestimmten Zeitraum
hin zu erbringende Zahlungen eines vereinbarten
Betrages (verkaufen: ein Einfamilienhaus auf R.
kaufen; -Versicherung, die Versicherung, bei der
sich der Versicherte durch regelmäßige Zahlungen
den Anspruch auf eine Rente (1) erwirbt
Renjtier, das Ren
rentieren,.sich jsw. Vb.; hat/ etw. wirft Gewinn (1)
942
Rentner — Republik
ab, etw. ist rentabel: die neue Anlage, Methode,
Produktionsweise wird sich schon innerhalb eines
Jahres r.
Rentner, der; -s, - jmd., der auf Grund von Rechts
ansprüchen durch geleistete Arbeit eine Rente (1)
bezieht (und nicht mehr im Arbeitsprozeß steht) : ein
rüstiger, stundenweise arbeitender R.
reorganisieren /sw. Vb.; hat/ [re|o..] etw. r. einer
Sache eine bestimmte neue Ordnung geben: das
Gesundheitswesen r.
reparabel /A d j.; nicht adv.j 1.1 . so beschaffen, daß
es Reicht) repariert werden kann: dieser Motor ist
kaum mehr r. 1 .2 • dieser Schaden, Fehler ist
durchaus no ch r. (kann noch behoben werden)
Reparatur, die; -,
-en das Ausbessern, Instand
setzung: eine dringend erforderliche R .; etw. zur
R. geben; Reparaturen ausführen, übernehmen
Reparatur! -brigade, die ausschließlich (notfalls
umgehend) Reparaturen ausführende Brigade von
(Bau)handwerkern; -kosten, die fPl.f: die R. sen
ken; -Stützpunkt, der Einrichtung der Kommuna
len Wohnungsverwaltung, die Reparaturen durch
(Bau)handwerker veranlaßt, Mietern durch Aus
gabe von M aterial, Ausleihe von Werkzeugen und
durch fachkundige Beratung die eigenhändige R ep a
ratur ermöglicht; -Werkstatt, die Werkstatt, in der
(nur) Reparaturen ausgeführt werden
reparieren fsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. ausbessern, in
stand setzen: etw. geschickt, notdürftig r. 1 .2 . die
Folgen dieser Entscheidung sind nicht mehr zu
r. (zu beheben)
repassieren fsw. Vb.; hat/ etw. r. an etw. Lauf
maschen aufnehmen: Strümpfe r. (lassen); repas
sierte Strumpfhosen
Repertoire, das; -s, -s [. .töa:r] Gesamtheit der von
einem Künstler, Theater einstudierten und jederzeit
reproduzierbaren dramatischen,
musikalischen
Werke: ein anspruchsvolles, dürftiges, um fang
reiches, vielseitiges R. (bieten, haben); sein R.
umfaßt Lieder der verschiedensten Epochen; etw.
in sein R. aufnehmen
Repetitor, der; -s, Repetitoren jmd., der mit dar
stellenden Künstlern die Rollen (ein)studiert: er war
R. an der Oper
Replik, die; -,
- e n geh. Entgegnung: eine ge
schliffene, glänzende, pointierte R.
Report, der; -(e)s, -e detaillierter, analysierender
Bericht: ein dokumentarischer, informativer R .;
einen R. über etw. geben, vorlegen
Reportage, die; -,
-n [ . . a : 3o] lebendige, anschau
liche Schilderung eines Geschehens durch einen
Augenzeugen, Berichterstatter für Presse, Funk,
Fernsehen: eine kritische, künstlerische, spannende
R.; Reportagen, eine R. (über etw.) machen,
schreiben; eine R. aus einem Großbetrieb, vom
Fußballplatz, vor Ort
Reporter, der; -s, - Berichterstatter für Presse, Funk,
Fernsehen: der Bericht eines Reporters
repräsentabel fAdj.f wirkungsvoll in seiner Erschei
nung: eine repräsentable Ausstattung, Empfangs
halle
Repräsentant, der; -en, -en 1.1 . jmd., der für etw.
repräsentativ ist: ein R. einer Kunstrichtung 1.2 .
jmd ., der jmd n., etw. repräsentiert (1.2), Vertreter:
ein Gespräch zwischen den Repräsentanten von
Staat und Kirche
Repräsentation, die; -,
- e n 1 . Vertretung eines
Staates, einer Institution in der Öffentlichkeit:
internationale, militärische, politische R.; die R.
eines Staates — 2 . jo. Pl.f für 1 angemessener
Aufwand: Bauten, Gewänder zur R.; etw. dient
der, gehört zur R.
repräsentativ fAdj.f 1. eine größere Menge ent
sprechend ihren quantitativen, qualitativen Verhält
nissen vertretend, als Teil für eine Gesamtheit
typisch: eine repräsentative Erhebung, Umfrage;
ein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung;
eine repräsentative Auswahl polnischer Plakat
kunst; etw. ist (nicht) r. für etw.
—
2. Repräsen
tation (2) zeigend: eine repräsentative Ausstattung
repräsentieren fsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. r. für etw.
repräsentativ (1) sein : er repräsentiert (mit dieser
Haltung, Meinung) eine ganze Generation; den
Durchschnitt, das Publikum r. 1 .2 . jmdn., etw. r.
jmds., einer Sache Angelegenheiten auftragsgemäß
wahrnehmen: Botschafter r. ihren Staat im Aus
land 1.8 . etw. repräsentiert ein en großen W ert
(stellt einen großen Wert dar) — 2. sie versteht
zu r. (Repräsentation 2 zu üben)
Repressalie, die; -,
-n fvorw. Pl.f [..io] Druck
mittel, Maßnahme, mit der ein Zwang gegen jmdn.,
einen Staat ausgeübt wird: scharfe, unerhörte,
wirtschaftliche Repressalien; Repressalien an
wenden
Reprivatisierung, die;
-en fvorw. Sg.f Pol. ök.
Rückführung staatlicher Unternehmen eines k ap .
Wirtschaftssystems in privatkapitalistisches Eigen
tum
Reproduktion, die; -,
-en 1. fo. Pl.f Pol. Ök.
stetige Erneuerung und kontinuierliche Wieder
holung des Produktionsprozesses: die kapitalisti
sche, sozialistische R .; die einfache (keine Ver
änderung des Umfangs und der Qualität der Produk
tion erbringende), erweiterte (mit Wachstum des
Umfangs und der Qualität der Produktion ver
bundene) R.; O die R. (Wiederherstellung) der
gesellschaftlichen, individuellen Arbeitskraft —
2. durch Fotografie, Druck wiedergegebene verviel
fältigte Nachbildung: R. und Original — 8 . jzu
reproduzieren 1 u. 2f das Reproduzieren; zu 1:
verschiedene Verfahren der R.; zu 2.2: die R.
eines Kindheitserlebnisses, Prosatextes
Reproduktionsprozeß, der fo. Pl.f Pol. ö k . der
Prozeß der Reproduktion (1): der gesellschaftliche,
volkswirtschaftliche R.
reproduzieren fsw. Vb.; hat/ 1. etw. durch Foto
grafie, D ruck wiedergeben (und vervielfältigen) :■d a s
Gemälde ist farbgetreu reproduziert — 2 .1 . etw.
Vorhandenes durch gestalterische (künstlerische)
Tätigkeit nachbilden, wiedergeben (2.1): ein K un st
werk, die Welt in der Kunst r.; er ist ein reprodu
zierender (Werke von Künstlern wiedergebender 2.3)
Künstler 2.2 . früher Angeeignetes, etw. Gelerntes
wiedergeben: etw. fehlerfrei, genau, sinngemäß r.;
er konnte den Lernstoff nicht r.
—
8. Pol. ök.
im wiederholten Produktionsprozeß den Wert von
etw. wiederherstellen: erweitert, extensiv , inten siv
r .; den Anschaffungswert der Maschinen, die Pro
duktionsmittel r.
Reptil, das; -s, -e/-ien [..len] Kriechtier
Republik, auch Republik, die;. - ,
-en 1. Staat, in
dem das gesamte Volk unter Führung der Arbeiter
klasse die Herrschaft ausübt: eine sozialistische,
volksdemokratische R.; die Deutsche Demokra-
Republikaner — Resozialisierung
943
tische Republik (Abk. DDR); für das Ansehen
der, unserer R. (der DDR) arbeiten, kämpfen —
2.1 . jo. PL / Staatsform in der Klassengesellschaft,
die dadurch charakterisiert ist, daß das Staatsober
haupt kein Monarch, die Herrschaft nicht erblich
und oft das oberste Staatsorgan eine aus Wahlen
hervorgegangene Körperschaft ist: die parlamenta
rische R.; es wurde die R. ausgerufen 2.2 , Staat
mit der Stagtsform von 2.1, in dem die Macht von
einer ausbeutenden Klasse ausgeübt w ird : eine
bürgerliche, parlamentarische Rdie Weimarer
R. (der deutsche Staat von 1919—1932)
Republikaner, der; -s, - Anhänger, Verfechter der
bürgerl. Republik; dazu republikanisch \A dj.f
Republik |, auch Republik|flucht, die fo. Pl.f Delikt,
das im (versuchten) widerrechtlichen Verlassen der
D D R besteht
Requiem, das; -s, -s [re:kviem] 1. Rel. kath.
Seelenmesse — 2 . M us. Chorwerk zum Gedenken
Verstorbener, auf den Text von 1 bezogen: das R.
v o n Mozart aufführen
requirieren /sw. Vb.; hat/ etw. (für militärische
Zwecke) beschlagnahmen: Fahrzeuge, L ebensmittel,
Vieh r.
Requisit, das; -(e)s, -en 1.jvorw . Pl.f für die Szenerie,
Handlung einer Theateraufführung, Filmaufnahme
benötigter (beweglicher) Gegenstand: die R eq uisite n
ergänzen — 2« etw. ist (für etw., jmdn.) ein un
entbehrliches R. (ist als Mittel, Instrument für eine
bestimmte Tätigkeit unentbehrlich)
Requisiteur, der; -s, -e [..o:r] Verwalter der
Requisiten (1)
reseda jindekl. A d j.; nicht attr.j von einem gelb
lichen Grün: ein Kleid in Reseda
Reseda, die; -, Reseden krautige Pflanze mit stark
duftenden gelblich-grünen od. weißen Blüten m it
ährenförmigem Blütensta nd
Resektion, die; -,
- e n M ed. operative Entfernung
eines kranken Teiles eines Organs
Reservat, das; -(e)s, -e [.. v . .] fest umgrenztes Gebiet
1.1 . das in einigen imp. Staaten, bes. in den USA,
der Urbevölkerung nach Verdrängung aus ihren a n
gestammten Gebieten zugewiesen wurde: die Reser
vate für Indianer in Nordamerika; in Reservaten
leben müssen 1.2 . in dem die Natur und ihr Wild
bestand besonders geschützt s in d : der Wildreichtum
in den Reservaten von Kenia, Uganda
Reserve, die; -,
-n [..va] 1. für den (unvorher
gesehenen) Beda rf zu r Verfügung stehende materielle
Güter, finanzielle M ittel: finanzielle, innerbetrieb
liche, örtliche Reserven; er hat etw. in R. ge
halten, als eiserne, stille R. zurückgelegt; Reser
v en angreifen, anlegen; operative, strategische
Reserven (nicht eingesetzte, für den K am pf bereit
gehaltene Truppen) — 2 . jo. Pl.j Gesamtheit der
Reservisten: Offiziere, Soldaten der R. — 3 . jo. Pl.j
Zurückhaltung (1) und Distanz: die gebotene, ge
wohnte R. aufgeben; jmdn. aus der, seiner R.
(heraus)locken
Reserve! -fonds, der Pol. ök. zur Sicherung des
Reproduktionsprozesses angelegter Fonds finanziel
ler, materieller Mittel, aus dem ein unvorher
gesehener Bedarf an Produktions-, Konsumtions
mitteln gedeckt werden kann; -rad, das Rad, das
in Kraftfahrzeugen als Ersatz für ein eventuell defekt
werdendes Rad mitgeführt wird
reservieren jsw. Vb.; hat; / auch reserviert/
[.. v . .] etw. für jmdn. auf seinen ausdrücklichen
Wunsch verfügbar, frei halten: Theaterkarten, ein
Zimmer für jmdn. r.; sich einen Tisch r. lassen;
reservierte Plätze; etw. für einen besonderen A n
laß r. (aufbewahren, -heben)
reserviert /Adj.; / auch reservieren/ [..v . .] zu
rückhaltend und distanziert: seine reservierte H al
tung aufgeben; r. antworten, sein; jmdn. höflich
und r. behandeln; dazu Reserviertheit, die; -,
Io. PLI
Reservjst, der; -en, -en [..v . .] wehrwürdiger, un
gedienter od. gedienter Wehrpflichtiger
Reservoir, das; -s, -e [. .vöatr] 1. Behälter zum
Sammeln, Aufbewahren, bes. für Wasser: eine
Tonne als R. für Regenwasser; die Talsperre ist
ein R. für die Trinkwasserversorgung — 2 . der in
1 angesammelte Vorrat: mit diesem R. werden wir
reichen; O ein R* an Rohstoffen
Residenz, die; -en Wohnsitz 1.1 . eines regierenden
Fürsten od. hohen Geistlichen: der Bischof hat seine
R. (seinen Amts-, Wohnsitz) in N 1.2 . eines Bot
schafters in der Hauptstadt des Gastlandes 1.3. eines
führenden ausländischen Staatsmannes, Politikers
während seines Staatsbesuches; dazu residieren jsw.
Vb.; hat; mit Ortsangabe/ seine Residenz haben
Resignation, die; -,
- e n /vorw. Sg.f das Resignieren,
Resignierthaben: bittere, tiefe R .; der Zustand
trostloser R.
resignieren jsw. Vb.; hat/ sich mit einer gegebenen,
nicht erwünschten, scheinbar unabänderlichen Lage
abfinden, auf etw. verzichten, weil m an glaubt, daß
es unerreichbar ist: so leicht r. wir nicht!; resigniert
schweigen
resistent /Adj.; nicht adv.f faeh sp r. /von Organis
men/ gegen schädigende Wirkungen widerstands
fähig: resistente K ulturpflanzen, Virenstämme;
(gegen etw.) r. bleiben, sein, werden; dazu Resi
stenz, die; -, fo. Pl.f
resolut fAdj.f entschlossen, tatkräftig, beherzt: ein e
resolute Frau, Person, Taktik, Tat; r. auftreten,
zupacken
Resolution, die; -,
- e n 1. Entschließung, Beschluß
(einer Gruppe, auf einer Tagung): eine R. billigen,
fassen, verlesen; über eine R. abstimmen — 2 .
Schriftstück mit 1
Resonanz, die; -,
- e n 1. durch die Schwingungen
eines Körpers hervorgerufenes Mitschwingen eines
anderen in einer nahen, in der gleichen Frequenz:
die R. des Geigenbodens — 2 . durch etw. hervorge
rufenes \Interesse und meist Verständnis, Zustim
mung: etw . findet, hat (eine) breite, große, inter
nationale R.; etw. bleibt ohne jede R.
Resonanz! -körper, der M us. den Klang verstärken
der Hohlkörper m it verschieden geformten Löchern,
die bei Streichinstrumenten eine Verkürzung, bei
Zupfinstrumenten eine Verlängerung des Nach
klingens bewirken; -raum, der fachspr. Hohl
raum , durch den Resonanz (1) entsteht
resorbieren fsw. Vb.; hat/ B iol. M ed. bestimmte
Stoffe aufnehmen: aufbereitete, gelöste Stoffe
können von der Darmwand, Haut resorbiert wer
den; dazu Resorption, die; -en
resozialisieren jsw. Vb.; hat/ einen zeitweilig aus
s einer beruflichen, fam iliären , gesellschaftlichen Ge
meinschaft ausgegliedert gewesenen Menschen dort
wieder eingliedern: psychisch Erkrankte, Rück
fall-, Straftäter r.;dazu Resozialisierung, die; -, -en
Respekt, der; -(e)s, jo. PI ./ 1 .1 . die jmdm. (auf
Grund seiner Stellu ng in der Gesellschaft, seiner
Leistung, seines Alters) erwiesene Achtung (2):
jmdm. R . abnötigen, erweisen, schulden; von
jmdm. R . erwarten; sieh R. verschaffen 1.2 . mit
Scheu, Furcht gepaarte Achtung vor einer Persön
lichkeit: vor seinem strengen Onkel hatte er
mächtigen R.
respektabel fAdj.; vorw. attr. u. präd./ 1 .1 . Respekt
(1.1) verdienend, achtunggebietend: eine respek
table Persönlichkeit 1.2 . er hat durchaus respek
table (anzuerkennende) Gründe 1.3 . wert, anerkannt
zu werden: eine respektable Leistung 1.4 . das Bau
werk hat eine ganz respektable (beträchtliche) Höhe
respektieren /sw. Vb.; hat/ 1.1 . jmdn. r. jmdm.
Respekt (1.1) entgegenbringen: jmdn. (als Vor
gesetzten, wegen seiner Haltung) r. 1 .2 . etw. als
vertretbar akzeptieren: jmds. Ansicht, E ntschei
dung, Wunsch r. 1.3. W irtsch. einen Wechsel r.
(anerkennen 1.1, bezahlen) 1.4 . die R eg eln r. (ein-
halten 1.1)
respektive /Konj.; nebenordnend/ [..ve] veraltend
1. beziehungsweise: er verbringt seinen Urlaub gern
am Wasser r. an der Ostsee — 2 . oder (1.2.1); du
kannst mit der Bahn r. mit dem Autobus fahren
respekt/Respektj -lo s /Adj./ ohne Respekt: r. lachen,
über jmdn. reden; dazu -lo sigkeit, die; -,
-en 1.
/o. PL/ Verhalten ohne Respekt: seine R. vor ihrer
Leistung schockiert sie immer wieder — 2 . /vorw.
PL/ respektlose Äußerung, Handlung: ich verbitte
mir diese Respektlosigkeiten; -voll jAdj.j mit Res
pekt
Ressentiment, das; -s, -s [resaqtimag, ro . ., auch
. . sdtimd] gefühlsmäßige, stark negative Voreinge
nommenheit gegenüber einer Person, Sache: (per
sönliche) Ressentiments haben; sich vo n Ressenti
ments leiten lassen
Ressort, das; -s, -s [reso:r, ra ..] Bereich mit fest
umrissenen Aufgaben, mit dem jmd. betraut ist,
für den jmd. zuständig ist: etw. fällt (nicht) in
jmds. R v
Ressourcen, die jPl.j [resursan, re ..] Quellen für
die Voraussetzungen des Reproduktionsprozesses:
betriebliche, gesellschaftliche, natürliche R .; R.
erschließen, nutzen
Rest, der; -(e)s, -e 1.1 . der Teil von etw., der nicht
verbraucht, bewältigt od. der erhalten geblieben ist:
ein großer, unansehnlicher, winziger R.; der R.,
die Reste einer Mahlzeit; ein R. Brot; den R.
w egschütten, austrinken; man hat Reste eines
Tempels ausgegraben 1.2 . jp. Pl.f der noch aus
stehende Teil von e tw .: für den R. des Weges, Abends
verstimmt sein — 2 . Teil einer Ware, der als größerer
Posten nicht mehr verkauft werden kann, bes. ein
Stück Stoff, d as von einem Stoffballen übriggeblieben
ist und als Meterware nicht mehr verkauft werden
kann: Reste billig verkaufen
- f umg. etw. gibt jmdm. den R. (etw. bewirkt, daß
jmd. am Ende seiner Geduld, Fassung, Wider
standskraft ist); sich den R. holen (schließlich
ernstlich krank werden)
Restaurant, das; -s, -s [restoraq, auch ..rd] Gast
stätte : ein elegantes, gemütliches, gutes, vor
nehmes R.; im R. essen
Restauration, die; -,
-en [rsstau.., re..] 1. jo. Pl.j
das Restaurieren (1): die R. des Gemäldes, Mosaiks
— 2 . Wiederherstellung alter, überholter gesellschaft
944
Respekt — Rettich
licher, politischer Formen, Ordnungen: die R. nach
dem Wiener Kongreß; zu 2 restaurativ /A dj./;
zu 1 Restaurator, der; -s, Restauratoren Fach
mann für das Wiederherstellen von Kunstwerken
restaurieren /sw. Vb.; hat/ [rsstau.., re..] 1. ein
Kunstwerk, historisches Bauwerk wiederherstellen,
ausbessern: das Schloß wird zur Zeit restauriert
—
■2 . alte, überholte gesellschaftliche, politische F o r
men, Ordnungen wiederherstellen: Versuche, ein e
überlebte Gesellschaftsordnung zu r.
restlich /A dj.; nur attr./ 1 .1 . übriggeblieben, als
Rest (1.1) vorhanden: was tu st du mit dem rest
lichen Geld? 1.2 . einen Rest (1.2) darstellend: den
restlichen Abend verbrachten sie mit Musizieren
rest|los /Adj./ ohne Rest (1.1), völlig: etw. ist r. aus
verkauft, bezahlt, erledigt
Restriktion, die; -,
- e n Beschränkung (2), E in
schränkung (1): gewisse, starke Restriktionen;
etw. unterliegt Restriktionen; wirtschaftliche R e
striktionen (staatliche Maßnahmen in einem kap.
Wirtschaftssystem, die der finanziellen, wirtschaft
lichen Einschränkung dienen); dazu restriktiv /A d j./
Resultat, das; -(e)s, -e Ergebnis: ein brauchbares,
gutes, unerwartetes R.; etw. bleibt ohne jedes,
erbringt ein, führt zu (k)einem R.; das R. seiner
Arbeit, Erziehung, Überlegungen; wir kamen zu
dem R., daß ...
resultieren /sw. Vb.; hat/ etw. resultiert aus etw.
etw. ergibt (1.2) sich aus etw.: aus falschen Prä
missen r. falsche Schlüsse
Resüm ee, das; -s, -s zusammenfassende Wieder
holung: ein knappes R .; ein R. geben, ziehen
resümieren /sw. Vb.; hat/ etw. zusammenfassend
wiederholen: er resümierte kurz das, was vqr-
getragen worden war
Retorte, die; -,
-n birnenförmiges, m it langem, ge
krümmtem H als versehenes Glasgefäß bes. zum D e
stillieren: einen Destillationsprozeß in der R. beob
achten ; O etw. kommt aus derR. (ist auf chemischem
Wege, künstlich hergestellt)
retour /Adv./ [retu:r, ra..] veraltend umg.;
eine Fahrkarte nach B und r. (zurück 1.1)
Retour|kutsche, die s alo p p vorwiegend verbale
Reaktion auf eine Ungezogenheit, eine unfreund
liche H andlung durch etw. Gleichartiges: soll das ein e
R. sein?
retrospektiv /A d j./ als Retrospektive erfolgend: in re
trospektiver Betrachtung, Sicht; etw. r. darstellen
Retrospektive, die; -,
-n [..ve] Rückschau, Rück
blick: in der R. stellt sich manches anders dar
retten, rettete, hat gerettet jmdn., etw., sich aus
einer Gefahr befreien, in Sicherheit bringen: jmdn.
aus Lebensgefahr, durch eine Operation, in höch
ster Not, vor dem Ertrinken r.; jmdm. das Leben,
Hab und Gut r.; er konnte sich durch die Flucht,
m it dem Fallschirm r.; ein rettender Ausweg,
Einfall
-V umg. sich vor etw. nicht r. können (mit etw.
überhäuft werden und sich dessen nicht erwehren
können); salopp bist du noch zu r. (bist du ver
rückt)?; — nach dem rettenden
Strohhalm
greifen
Retter, der; -s, - jmd., der jmdn. gerettet hat, rettet:
jmdn. als seinen R. ansehen, betrachten; ein R.
in der Not
Rettich, der; -s, -e 1. Kreuzblütler mit dicken,
schwarzen od. weißen Wurzeln, die roh gegessen
Kettling — Revisionismus
945
werden — 2 . scharf schmeckende Wurzel von 1: R et
tiche raspeln
Kettung, die; -,
-e n /vorw. 8g.f 1. das Retten: die
glückliche, rasche R. der Schiffbrüchigen, vor den
Flammen — 2 . das Geretietsein: jmdm. seine R.
verdanken
Rettungs/rettungs| -amt, das Dienststelle für den
Rettungsdienst; -boot, das auf dem Deck eines
Schiffes mitgeführtes (kleines) Boot für die R ettung
der an Bord befindlichen Personen im N otfall;
- d ienst, der Einrichtung (1) zur Hilfeleistung bei Un
glücksfällen, plötzlichen schweren Erkrankungen,
Katastrophen; -los /Adv./ 1 .1. ohne (Möglichkeit für
eine) Rettung, Hilfe: r. verloren sein 1.2 . völlig:
jmdm., einer Sache r. verfallen sein; -medaille,
die (staatliche) Auszeichnung für jmd n., der unter
eigener Lebensgefahr M enschen gerettet ha t; -ri ng ,
der Kork-, Gummiring zur Rettung Ertrinkender,
Schiffbrüchiger; -schwim m en, das durch Ausbildung
erworbene Fertigkeit, Ertrinkende schwimmend zu
bergen und dabei zur Rettung notwendige M aß
nahmen zu treffen; -Schwimmer, der jmd., der das
Rettungsschwim men beherrscht (und in dieser F u nk
tion tätig ist); -wagen, der mit Sondersignal ausge
stattetes Fahrzeug, bes. Krankenwagen, des Rettungs
dienstes
Retusche, die;
- n Überarbeitung fotografischer
Negative, Positive durch Hervorhebung wichtiger
Details und Korrektur von Fehlern, Mängeln: sorg
fältige, vorsichtige Retuschen; dazu retuschieren
/sw. Yb.; hat/
Reue, die;
/o. P l .j aufrichtiges (schmerzliches)
Bedauern über etw. Unrechtes, das jmd. selbst getan
hat: bittere, ehrliche, tiefe R .; (keine) R. (über
etw.) empfinden, fühlen, zeigen; die R. ergriff,
peinigte ihn, kam zu spät; Jur. JA tätige R.
reuen jsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. reut jmdn. etw. ruft
in jmdm. Reue hervor, etw. tut jmdm. leid : dieses
böse Wort reut mich; es reut jmdn., etw. getan,
unterlassen, jmdn. beleidigt, verletzt zu haben
1.2 . das Geld, die schöne Zeit reut mich (ich be-
daure, das Geld ausgegeben, die Zeit vertan zu haben)
reue]voll fAdj./ reuig: r. bat er um Vergebung
reuig /A dj./ Reue ausdrückend, empfindend, zei
gend: ein reuiges Bekenntnis, Verhalten; etw. r.
gestehen, zugeben
reu|mütig /Adj.f reuig, voller Reue: ein reumütiges
Bekenntnis; r. zurückkehren
Reuse, die;
-n
meist walzenförmiges Gerät aus
(Weiden)geflecht, Netzw erk für den Fischfang,
dessen Öffnung sich nach innen trichterförmig ver
engt: Reusen (aus)legen, stellen, trocknen; Aale
in Reusen fangen
Revanche, die; -n [revaija, auch revaj, PI. .Jan]
Gelegenheit, bes. im Sport, beim Spiel, eine Nieder
lage in einem neuen Vergleich wettzumachen: na ch
einem verlorenen Spiel vom Gegner R. fordern,
verlangen; jmdm. R. bieten, geben
revanche/Revanche| -lüstern /Adj.[ Revanchepolitik
betreibend: revanchelüsterne Militärs, Politiker;
- Politik, die jo. P I ./ (programmatisch) friedens
feindliche P olitik von imp . Staaten, die nach einem
verlorenen Eroberungskrieg a uf Veränderung der
durch ihn geschaffenen Tatsachen mit militärischen
Mitteln hinzielt, gerichtet ist: R. treiben, vertreten
revanchieren, sich jsw. Vb.; hat/ [revaqj.., auch
revaj..] 1. sich für etw. rächen (1.2): sich für eine
Verleumdung r. — 2 . sich für etw. erkenntlich zeigen,
etw. durch eine Gegenleistung ausgleichen: sich für
eine Aufmerksamkeit, Einladung, m it Geschenken
r .; endlich kann ich mich für eure Hilfe, bei dir r.
Revanchismus, der; -, jo. PI ./ [revaqj.., auch
r e v öj..] Revanchepolitik und ihre ideologische
Grundlage; dazu revanchistisch /Adj./
JRevgrs, das, der; -,
-
[rove:r, roveir, auch re..,
Gen. u. PI. ..e:rs, ..e:rs] nach außen umgeschlage
ner Stoffteil am vorderen Ausschnitt von bestimmten
Kleidungsstücken der Oberbekleidung: ein J a ck ett
m it breiten, schmalen Revers
2Rev ers, der; -es, -e [revers] schriftliche Erklärung
rechtlich bedeutsamen Inhalts: einen R. ausstellen,
unterschreiben
reversibel /Adj./ [..v . .] fachspr. so beschaffen,
daß es als Prozeß in seinen Ausgangszustand zu
rückgeführt werden kann, umkehrbar: reversible
Prozesse; dieser chemische Prozeß ist r.
revidieren jsw. Vb.; hat/ [..v . .] 1. etw. auf Richtig
keit, Fehlerlosigkeit kontrollieren: die Kasse, (A b
rechnung, Lagerbestände r.
—
2. etw., das man
nach eingehender Prüfung als falsch erkannt hat,
ändern: etw. gründlich, übereilt, vorsichtig r.;
eine Ansicht, Maßnahme r.; den Vertrag, sein
Urteil über etw., jmdn. r.; einen Text r. (sorg
fältig durchsehen und verbessern); zweite revidierte
Auflage
Revier, das; -s, -e [,.v . .] 1.1.1. Bereich, bes. inner
halb eines Wohngebietes, für den jmd. zuständig ist:
das R. eines Briefträgers, Schornsteinfegers 1 .1 .2 .
v e r a lten d Wohngebiet: ein dichtbesiedeltes, sanie
rungsbedürftiges R .; es gibt keine Bäckerei im
ganzen R. 1.2. Bergm . Bereich innerhalb einer
Grube, in dem Bodenschätze gefördert werden: ein
neues R . erschließen; ein R. (eine Grube und das
zu ihr gehörende Gelände m it allen Einrichtungen
und Gebäuden) stillegen 1.3 . Fo rstw . Forstrevier:
ein wald-, wild-, s een reiches R. 1 .4 .1 . für einen
bestimmten territorialen Bereich, Stadtbezirk zustän
dige Dienststelle der Polizei, Polizeirevier: sich,
einen Besucher auf dem, beim R. anmelden; einen
Einbruch auf dem, beim R. anzeigen 1.4 .2 . Zu
ständigkeitsbereich von 1.4 .1: der Abschnittsbevoll
mächtigte, Polizist macht einen Rundgang durch
sein R. 1 .5 .1 . Mil. Gesamtheit der einer Truppe in
einer Kaserne, einem Lager zugewiesenen Räume:
ein R. belegen, inspizieren 1.5 .2 . innerhalb 1.5.1
gelegener Raum für Erkrankte: im R. liegen
Revision, die; -en [..v . .] 1. (regelmäßige) Durch
sicht, durch die geprüft werden soll, ob etw. richtig,
fehlerfrei, den B estimmungen entsprechend (durch)-
geführt wird, Kontrolle: eine genaue, gründliche R.
durchführen, vornehmen; Rechnungen zur R. vor
legen; eine R. der Bibliothek, der Kasse — 2 .
Änderung nach eingehender Prüfung: eine R. des
Antrags, Textes, Vertrags; die J unta nahm eine
R. ihres Kurses vor — 3. Jur. Anrufung einer
oberen Instanz im bürgerl. Rechtswesen als Rechts
mittel zur Herbeiführung der Überprüfung einer a n
gefochtenen Entscheidung in einer Rechtsfrage: die
R. des Prozesses beantragen, einleiten; gegen das
Urteil R. einlegen
Revisionismus, der; -, jo. PI ./ [..v . .] opportuni
stische Strömung innerhalb der Arbeiterbewegung,
die die theoretischen und politischen Grundlagen des
Marxismus-Leninismus, bes. die Lehre vom Klas
946
Revisionist — Revue
senkampf und von der Diktatur des Proletariats,
für revisionsbedürftig erklärt, sie mit bürgerl. öko
nomischen, philosophischen, politischen und anderen
Theorien zu durchsetzen sucht und sich heute in
objektiv konterrevolutionärer Rolle gegen den real
existierenden Soz. richtet: dem modernen R. den
Kampf ansagen; dazu Revisionist, der; -en, -en
Vertreter des Revisionismus u. revisionistisch
lAdj.f
revisions/Revisicjnsj -bedürftig jAdj.; nicht ad v.f:
das Programm, Statut ist r. (muß revidiert 2
werden); -kommission, die gewähltes, mit dem Über
prüfen der Verwendung gesellschaftlicher M ittel be
auftragtes gesellschaftliches Organ: die R. einer
Partei, Gewerkschaftsorganisation; -verfahren, das
Jur . Verfahrender Wiederaufnahme, Verfahrender
Revision: das R. wurde abgeschlossen, eingeleitet
Revisor, der; -s, Revisoren [ . . v . . ] Sachverständi
ger, der bes. im Rechnungswesen Revisionen (1) vor
nimmt
Revolte, die; -,
-n [..v . .] meist spontane und
isolierte Aktion (von begrenzter Zielsetzung), m it der
sich bestimmte Gruppen von Menschen gegen be
stehende Zustände, Verhältnisse auflehnen: eine
aussichtslose, heftige, verzweifelte R. brach aus,
flackerte auf; eine R. unterdrücken; die Häftlinge
im Gefängnis, die Lohnarbeiter im vorigen Jahr
hundert erhoben sich zur (offenen) R.
revoltieren fsw. Vb. ; hat/ [. . v . .] eine Revolte, einen
Aufstand machen: die Arbeiter revoltierten gegen
die Aussperrung, gegen die Verhaftung ihrer Ge
werkschaftsführer; O in seiner Jugend hat er
gegen alle Erziehungsmaßnahmen revoltiert (auf
begehrt)
Revolution, die; -,
-e n [.. v . .] 1. grundlegende quali
tative Veränderung der Gesellschaft als Phase ihres
Entwicklungsprozesses, die gekennzeichnet ist durch
die Beseitigung der Herrschaft einer reaktionären
Klasse und durch die Übernahme der Macht durch
eine neue progressive Klasse, welche die überlebte
Gesellschaftsordnung durch eine historisch not
wendige, höhere gesellschaftliche Ordnung ers etzt:
eine bürgerlich-demokratische, proletarische R .;
die bürgerliche R. von 1848; die Französische
R.; die Epoche der siegreich verlaufenden so
zialistischen Revolutionen; Feinde, Folgen der
R.; eine R. niederschlagen; die R. vorbereiten,
vorantreiben — 2 . fo. Pl.j in der gesellschaftlichen
Tätigkeit des Menschen gesetzmäßig erfolgender
(sprunghafter) Übergang zu einer qualitativ höheren
Stufe der gesellschaftlichen Entwicklung: die Dia
lektik von R. und Evolution; die R. der land
wirtschaftlichen Produktionsmethoden; die wis
senschaftlich-technische R. (durch den Charakter
des jeweiligen Gesellschaftssystems geprägte H eraus
bildung einer neuen Qualität im Entwicklungs
pro zeß von Wissenschaft und Technik während des
zweiten Drittels des 20. Jhs. in allen Industrie
ländern, die dadurch gekennzeichnet ist, daß die
Funktionen des Regeins und Stenerns von Maschinen
un d Anlag en vom menschlichen Gehirn a uf dafür
konstruierte, Informationen verarbeitende, automa
tische Einrichtungen übergehen)', die industrielle R.
(Prozeß technischer, ökonomischer, sozialökonomi
scher Umwälzung im I8 .jl9. Jh., in dem sich der
Übergang von der vorwiegend auf Handarbeit be
ruhenden kap. M anufaktur zur maschinellen Groß
industrie, zum kap. Fabriksystem vollzog); <Q> eine
R. (grundlegende, tiefgreifende W andlung) des G e
schmacks, der Mode, Moral bahnt, deutet sich an,
vollzieht sich
revolutionär fAdj.f [..v . .] 1, auf eine Revolution
(1) gerichtet, für sie eintretend, kämpfend, sie voll
ziehend: revolutionäre Anschauungen, Aktionen,
Ziele; der revolutionäre Kampf; eine revolutio
näre Entwicklung; der revolutionäre / W elt
prozeß; die revolutionäre (für die soz. Revolution
kämpfende, die soz. Revolution und ihre Errungen
schaften verteidigende, den Soz. errichtende) (Partei
der) Arbeiterklasse; das sozialistische W eltsystem ,
die wichtigste revolutionäre Kraft der Epoche;
die revolutionäre (marxistisch-leninistische) Theo
rie der Arbeiterbewegung; mit revolutionärem
(die soz. Gesellschaft konsequent förderndem, festigen
dem) Elan arbeiten; revolutionäre W achsamkeit
üben — 2 . zu grundlegenden Veränderungen füh
rend, umwälzend: eine revolutionäre Entdeckung,
Erfindung, Methode, Tat
Revolutionär, der; -s, -e [..v ..], 1. jmd., der für
eine neue, fortschrittliche, in der Gegenwart für die
soz. Gesellschaftsordnung eintritt, kämpft: ein auf
rechter, mutiger, unbeugsamer R.; die R evolutio
näre übernahmen die Macht — 2. jmd., der auf
einem bestimmten Gebiet eine grundlegende Ver
änderung herbeigeführt, etw. völlig Neues erkannt,
geschaffen hat: er ist ein R. auf dem Gebiet der
Herzchirurgie
revolutionieren fsw. Vb.; hat/ [..v .J 1. das Volk,
die Massen r. das Volk, die Massen auf eine Revolu
tion (1) vorbereiten: die immer rücksichtslosere
Ausbeutung revolutionierte die Lohnarbeiter;
durch Agitation und Propaganda das Proletariat
r. — 2 . etw. grundlegend wandeln, um wälzen: durch
die Automatisierung die gesamte Technik r .; diese
neue Theorie war so revolutionierend, daß ...
Revolutions |rat, der höchstes politisches Organ in
verschiedenen jungen Nationalstaaten, das im Sinne
der, nach der Revolution (1) die M acht ausübt
Revoluzzer, der; -s, - [ . .v . .] femot.f jmd., der mehr
um des Umsturzes willen als mit dem Ziel, eine neue
Gesellschaftsordnung zu errichten, sich schein
revolutionär (1) betätigt: ein intellektueller, klein
bürgerlicher R.
Revolver, der; -s, - [revolvor] 1. kurze Handfeuer
waffe mit trommelförmigem, sich selbsttätig laden
dem Magazin: ein geladener R.; den R. (e n t
sichern; jmdn. m it dem R. bedrohen, einschüch
tern — 2 . T e ch n . drehbare, meist trommelartige
Vorrichtung zum Einspannen von Werkzeugen,
Zusatzgeräten, bes. an Werkzeugmaschinen, M ikro
skopen, Okularen
Revolver|drehbank, die mit einer drehbaren Vor
richtung, in die mehrere Werkzeuge eingespannt
s ind , ausgerüstete Drehbank, die es ermöglicht,
mehrere Arbeitsgänge nacheinander a n einem Werk
stück ohne Zeitverlust zu verrichten
Revue, die; -,
-n [revy:, ro.., PI. ..vy:on] 1*
leichtes musikalisches Bühnenstück mit großer A u s
stattung, das aus lose zusammenhängenden Bildern
m it Chansons, Schlagern, Ballett- und Tanzauf
tritten besteht: eine glänzende, kostspielige R .; eine
R. aufführen, schreiben; in einer R. auftreten —
2. fvorw. in Titeln von Zeitschriften/ (bebilderte)
Zeitschrift, die allgemeine Überblicke über ver-
Rezensent — Rheumatiker
947
schiedene Gebiete vermittelt: eine literarische, natur
wissenschaftliche R.
- f etw., jmdn. R. passieren lassen (etw.9 jmdn. in
Gedanken a n sich vorüberziehen lassen)
Rezensent, der; -en, -en Verfasser einer Rezension
(1.1) , Kritiker: er schreibt als R. für eine Fach
zeitschrift
rezensieren jsw . Vb.; hat/ etw. r. eine Rezension
(1.1) über etw. verfassen: ein Buch, Theaterstück r.
Rezension, die;
- e n 1.1 . kritische Beurteilung
einer künstlerischen, wissenschaftlichen Produktion
(2) in der Presse, im Rundfunk, Fernsehen: eine
ausführliche, scharfe R .; die R. eines Films,
Schauspiels, über eine Operninszenierung; R ez en
sionen lesen, schreiben 1.2 . das Rezensieren: eine
R. dieser Aufführung dürfte nicht leicht sein
Rezept, das; -(e)s, -e 1. schriftliche Anweisung
eines Arztes an einen Apotheker zur (Herstellung
und) Abgabe eines Arzneimittels: der Arzt hat ihr
ein R. ausgestellt, (aus)geschrieben; diese Tabletten
gibt es nur gegen R. (sind rezeptpflichtig) — 2 .
Anleitung zum Zubereiten eines Nahrungs-, Genuß
mittels: internationale, pikante Rezepte; ein neues
R. ausprobieren; etw. nach einem alten R. her-
stellen; Rezepte für Kranke, Mehlspeisen, Salate,
zum Abnehmen; O dagegen gibt es ein einfaches
R.; dafür gibt es kein R . (keinen generellen Lösungs-
weg)
Rezeption, die;
- e n 1. fvorw. Sg.j Übernahme
und Aneignung früheren, fremden Gedanken-,
Kulturgutes: die R. der Antike im 18. Jahrhundert;
die schöpferische R . folkloristischer Motive — 2 .
jvorw. Sg.j geistiges, emotionales Verstehen eines
Kunstwerks (durch den Betrachter, Hörer, Leser) :
die R. dieser Oper war wegen der Verwendung der
italienischen Originalsprache erschwert; sich um
die R. der späten Lyrik Goethes verdient machen
—
3. für den Empfang der Gäste bestimmte Ein
richtung in einem Hotel: sich in der R. melden
rezeptiv fAdj.f vorwiegend der Rezeption (1) zu
gewandt: er befand sich in einer rezeptiven Phase;
sich r. verhalten
Rezept/rezeptj -pflicht, die jo . Pl.j für bestimmte
Medikamente geltende gesetzliche Vorschrift, die für
die Ausgabe durch den Apotheker ein ärztliches Re
zept zur Bedingung macht; dazu -pflichtig fA d j.;
nicht adv.f
Rezeptur, die; -,
-en 1. vom Arzt aufdem Rezeptge
gebene Anweisung über Zusammensetzung, Zuberei
tung eines A rzneimittels in der Apotheke: sich genau
an die R. halten — 2. Raum in der Apotheke, in dem
Arzneien nach Rezept angefertigt werden: sie ar
beitet als Gehilfin in der R.
—
3. bestimmte (ge
setzlich) vorgeschriebene Zusamm ensetzung eines
Arznei-, Nahrungs-, Genußmittels und verschie
dener anderer Mittel, Stoffe: eine R. für Hustensaft,
Schwefelpuder, Sala mi, Kräuterlikör; Farben na ch
entsprechender R. mischen
Rezession, die; -, -en W irtsch . /Begriff der bürgerl.
Ökonomie/ Verminderung des Wachstums der k ap .
Wirtschaft, Rückgang der Konjunktur, der Pro
duktion : eine krisenhafte, zyklisch auftretende R .;
Versuche, die R. zu stoppen
rezessiv* rezessiv fAdj.j B iol. von anderen Erb
anlagen überdeckt: rezessiv e E rbeigenschaften,
Merkmale; etw. r. vererben
rezipieren /sw. Vb.; hat/ etw., bes. geistiges Gut
anderer, auf-, Übernehmen: Ausdrucksmittel, B e
griffe, Modelle, Theorien r.; er rezipierte wahllos
alles Gedruckte
reziprok fA dj./ Wechsel-, gegenseitig, sich aufeinan
der beziehend: reziproke B eziehung en , Verhältnisse,
Werte; G ramm , ein reziprokes (die Wechselseitig
keit ausdrückendes) Pronomen; M a th , reziproke
(miteinander m ultipliziert die Zahl 1 ergebende)
Brüche
Rezitation, die; -,
- e n das Rezitieren: Rezitationen
von Gedichten, Prosatexten
Rezitativ, das; -s, -e [.. vo] Mus. dem Rhythmus und
Tonfall der Sprache angepaßter, instrumental begleite
ter Sprechgesang in Oper, Oratorium, Kantate, P a s
sion: ein R. aus der Oper ,Don Giovanni1
Rezitator, der; -s, Rezitatoren jmd., der rezitiert:
ein bekannter, hervorragender R.
rezitieren /sw. Vb.; hat/ gebundene Sprache (in
Versform) künstlerisch gestaltend und auswendig
vortragen: Gedichte v on Goethe, Heine r.; sie
rezitierte G oethe (Gedichte, gebundene Sprache von
Goethe)
RGW, der; -, jo. Pl.j [srge:v e:] /Kurzw. für Rat für
Gegenseitige Wirtschaftshilfe/ s. R at (2.3)
Rhabarber, der; -s, jo. P l.j Knöterichgewächs mit
hohen Blütenrispen, großen, breiten Blättern, deren
fleischige Stiele zu Kompott verwendet werden: R. zu
Kompott, Most verarbeiten
Rhapsodie, die;
-n [..hon] 1. Gedicht in freien
Rhythmen — 2. Mus. in der freien Form der Fan
tasie (balladeske) folkloristische M o tive aufgreifende
Komposition für Instrumente, instrumental beglei
teten Sologesang
rhapsodisch /A dj./ in freier Form gedichtet: eine
rhapsodische Dichtung
Rhesusaffe, der vorwiegend in Indien lebender kurz-
schwänziger Affe, der vielfach als Versuchstier ver
wendet wird
Rhesusfaktor, der jo. PI .; Abk. Rh-Faktor/ M ed.
von der Blutgruppe unabhängige erbliche Eigen
schaft der roten Blutkörperchen, die beim Zusamm en
treffen mit Blutkörperchen, die diese Eigenschaft
nicht besitzen, im Falle einer Transfusion, Schwan
gerschaft die Bildung von A ntikörpern, gefährliche
Veränderungen im Blut bewirkt: den R. nachweisen
Rhetorik, die; -, jo. P l.j 1. Fähigkeit, eine Rede
wirksam zu gestalten: er h at eine glänzende,
schlechte R .; jmds. R . bewundern — 2 . Wissen
schaft von der Kunst, eine Rede wirksam zu gestalten:
die antike, moderne R .; zu 1 Rhetoriker, der; -s, -:
er ist ein ausgezeichneter R.
rhetorisch jAdj.j 1.1 . /nicht präd.j die Rhetorik (1)
betreffend: eine rhetorische Begabung, Leistung;
jmd. ist r. geschult, geübt 1.2 . auf Rhetorik (1)
beruhend: rhetorische Effekte, Kunstgriffe 1.3 . in
wirksam gestalteter Rede abgefaßt, aber inhaltslo s,
phrasenhaft: etw . r. beschönigen, verschleiern;
seine Antwort, Zustimmung war rein r.
Rheuma, das; -s, jo. PL; Kurzw. für Rheumatis
mus/ s. Rheumatismus
Rheuma| -bad, das Heilbad, in dem rheumatische
Erkrankungen behandelt werden; -kur, die K u r zur
Heilbehandlung rheumatisch Erkrankter; -pflaster,
das Pflaster, das gegen rheumatische Erkrankungen
aufgelegt wird
Rheumatiker, der; -s, - Med. jmd., der an Rheuma
tismus leidet, zu rheumatischen Erkrankungen neigt
$1 Wörterbuch
948
rheumatisch — Richtfunk
rheumatisch /Adj./ 1 .1 . durch Rheumatismus be
dingt: rheumatische Beschwerden, Erkrankungen,
Schmerzen; rheumatisches Fieber {akuter Gelenk
rheumatismus) 1.2 . an Rheumatismus erkrankt,
leidend: er ist (seit Jahren) r.
Rheumatjsmus, der; -, Rheumatismen jvorw. Sg.;
/ t auch Rheuma/ äußerst schmerzhafte, das Allge
meinbefinden beeinträchtigende, chronische, akute
Entzündung der Gelenke, M uskeln, Nerven, Sehnen:
an R. erkranken, leiden
Rheuma]wasche, die /o. PLj auf Grund der Z u
sammensetzung ihres M aterials gegen rheumatische
Beschwerden w irkende Unterwäsche
Rhinozeros, das; -/ -ses, -se 1. Nashorn — 2 . um g.
Dummkopf: so ein R .!; auch Schimpfw.
Rhododendron, der, auch das; -s, Rhododendren
Heidekrautgewächs mit ledrigen immergrünen B lät
tern und m eist zu doldenartigen Blütenständen z u
sammengefaßten {großen) w eiß , rot, rosa , violett
gefärbten Blüten, das als Zierstrauch gezogen w ird
Rhomboid, das; -(e)s, -e [,.o |i:t] Math, schief
winkliges Parallelogramm mit zwei ungleichen Sei
tenpaaren
Rhombus, der; Rhomben M ath, schiefwinkliges,
gleichseitiges Pa rallelogra mm
Rhythmik, die; /o. PL/ [ryt.,] Gestaltung (2) von
etw! im Hinblick auf den Rhythmus (2): die R. eines
Epos, des Tangos
rhythmisch lAdj.f [ryt..] 1. vom Rhythmus (1, 2)
geprägt, bestimmt, einem Rhythmus folgend: rhyth
mische Gesänge, Melodien, Tänze, Verse, W orte;
rhythmische Bewegungen, Pulsschiäge; eine Ton
folge r. vortragen — 2 . /nicht präd.j den Rhythmus
(2) betreffend: rhythmische {für die Betonung des
Rhythmus 2.1 besonders geeignete) Instrum ente;
rhythmisches Gefühl {Gefühl für Rhythmus 2) haben
Rhythmus, der; -, Rhythmen [ryt..] 1. jvorw.
Sg.f 1.1 . A rt der Gliederung eines Bewegungsablaufs,
die darin besteht, d aß etw. in zeitlich gleichmäßigen
Abständen erfolgt: der R. des Herzschlags, der
Atmung; die gymnastischen Bewegungen in einem
bestimmten R. ausführen; die Männer schlugen im
R. m it der Spitzhacke zu; die Maschine wirft
in einem genauen R. die Produkte aus; das Publi
kum klatschte im R. {in bestimmten Zeitabständen
zugleich) ; die Arbeiten in beschleunigtem R.
{Tempo) vorantreiben 1.2 . A rt der Gliederung
von etw. als Ganzheit Aufgefaßtem, die in der zeit
lich gleichmäßigen Abfolge seiner einzelnen E in
heiten besteht: der R. von Ebbe und Flut, der
Jahreszeiten; die Veranstaltungen finden im R.
von zwei Wochen statt — 2 .1. zeitliche Gliederung
des melodischen Flusses eines M usikstückes, die un
ter Einbeziehung von Takt und Tempo in der Dauer
der einander folgenden Töne besteht un d bestimmte
ästhetische Wirkungen erzielt: der ruhige, feierliche
R. eines Trauermarsches; ein Csardas mit auf
reizendem R .; den R. mit den Händen klatschen;
den R. wechseln, beim Dirigieren andeuten; dem
R. einer Musik entsprechend tanzen; die Sänger,
Tänzer kam en aus dem R. 2 .2 . zeitliche Gliederung
des sprachlichen Flusses, die in der unterschiedlichen
Betonung und Dauer der aufeinander bezogenen S il
ben besteht und bestimmte ästhetische Wirkungen
erzielt: der strenge R. des Gedichts; es besticht
der R . dieser Prosa; die verbindenden W orte
sprach ein Spreehchor in einem ruhigen R .
—
3. /nur im Pl.f freie Rhythmen {kein Versmaß auf-
weisende, reimlose, doch stark durch Akzent, Into
nation gegliederte Verse)
Richtantenne, die Rundf. Fernsehen Antenne,
die bei Sendung, Empfang elektromagnetischer Wel
len in eine bestimmte Richtung gestellt werden kann
richten, richtete, hat gerichtet 1.1 .1. etw. irgend
wohin r. etw. in eine solche Lage, Stellung bringen,
daß es in eine bestimmte Richtung (1) weist: einen
Scheinwerfer auf, eine Waffe gegen jmdn., etw. r.;
die Augen, seinen Blick auf etw., jmdn., in die
Ferne, nach oben r.; etw. in die Höhe r.; O seinen
Sinn, sein (besonderes) / Augenmerk auf etw. r.
1.2 . den Feldstecher, Kompaß r. {richtig einstellen);
Mil. ein Geschütz r. {auf ein Ziel einstellen)^;
richtet euch (stellt euch in gerader Linie auf)\
/Kommandof 1.3 . T ech n . Werkstücke r. (verbo
gene, verzogene. Werkstücke in gerade, ebene Form
bringen) — 2 .1 . etw. an eine Institution, jmdn. r.
sich mit etw. an eine Institution, jmdn. wenden (3.1):
ein Schreiben an den Rat der Gemeinde r. 2 .2 . etw.
an jmdn. r .: seine Mahnungen waren an ihn gerich
tet (waren für ihn bestimmt) 2.3 . etw. richtet sich
gegen etw., jmdn.: das Buch richtet sich gegen
soziale Mißstände (das Buch zielt m it seiner K ritik
auf soziale Mißstände) — 3 .1 . sich nach jmdm., etw.
r. sich von jmds. Anschauungen, Verhalten, von den
Gegebenheiten der Situation, von einem P rinz ip lei
ten lassen, abhängig machen: sie richtet sich nach
ihren Eltern, seinen Launen, meinem Rat, dem
Reglement, deinem Vorbild, nur nach ihrem Ge
wissen 3.2 . etw. richtet sich nach etw. etw. hängt
von etw. ab: etw. richtet sich nach der Leistung,
nach dem W etter; das richtet sich danach,
ob ..., wie ...
—
4. etw< gerade aufstellen: eine
Fahnenstange, einen Mast r.; ein Haus r. (die
Dachbalken eines Hauses aufsetzen); B a u w . vor
gefertigte Holz-, Stahlkonstruktionen r. (aufstellen,
montieren) — 5 . er mußte etwas an seinem Fahrrad
r. (in Ordnung bringen) — 6 . g e h . etw. vorbereiten,
zurechtmachen: eine H ochzeit, Mahlzeit, Tafel r.;
jmdm. ein Bad, das Bett, seine Sachen für die
Reise r.; das E ssen r. (zubereiten) — 7. /in der Ver
bindung/ jmdn., etw. / zugrunde r.
—
II. geh.
1.jm d n . (zum Tode) verurteilen (und das Urteil voll
strecken): jmdn. nach dem Gesetz r.; er hat sich
selbst gerichtet (hat Selbstmord begangen, weil er
sich schuldig fühlte); er wurde durch den Strang
gerichtet (hingerichtet) — 2 . über etw., jmdn. ur
teilen, ein Urteilfällen: vorschnell (überetw., jmdn.)
r .; hier(über) können wir nicht r.
Richter, der; -s, - Jurist, der vom Staat beauftragt ist,
nach den jeweiligen Gesetzen eigenverantwortlich
Recht zu sprechen: er ist R. beim Obersten Gericht;
die R. wählen; der R. hat ihn vernommen; dazu
richterlich fA dj.; nicht präd./ den Richter und seine
Aufgaben betreffend, vom Richter ausgehend: ein
richterlicher H aftbefehl; er wurde r. (vom Richter)
vernommen
Richterj -Spruch, der vom Richter gefälltes U rteil:
den R. verkünden; -Stuhl, der /o. PI ./: vor den R.
(vor den Richter, d as Gericht) trete n
Kicht| -fest, das Fest der Bauarbeiter nach Auf
richtung des Dachstuhls auf einem Neubau; -funk,
der durch Sende-, Empfangsstation und dazwischen
liegenden Relaisstationen hergestellte Funkverbin
dung m it stark gebündelten elektromagnetischen.
richtig — riechen
949
in eine bestimmte Richtung gesendeten Wellen für
Fernsehen, Fernsprechverkehr u nd andere N a ch
richteneinrichtungen : etw. per R . senden
r ichtig jA d j.j 1.1 . einer Sache, realen Gegebenheiten
einzig angemessen, entsprechend: der richtige A n
satz, Weg nach Z; eine richtige Auskunft, Be
tonung, Erkenntnis; r. denken, folgern, rechnen,
messen, wiegen; etw. r. schreiben; meine Uhr geht
r.; (sehr )r .! /Bestätigung einer zutreffenden Ä uß e
rungI; um g . bin ich hier r. (an der richtigen Stelle,
auf dem richtigen Weg)?; fünf Richtige (richtige Zah
len) im L otto haben 1,2 . einer optimalen Möglichkeit
entsprechend: die richtigen Methoden, Worte; die
richtige Verteilung von Lob und Tadel; etw. in die
richtige Ordnung, Reihenfolge bringen; eine rich
tige Vorstellung von etw., jmdm. haben; etw. r.
anfassen, beurteilen, verwenden; verstehen Sie
mich bitte r. (so, wie ich es meine) ; ich möchte es
gern r. machen; etw. an die richtige (dafür vor
gesehene, gewohnte) Stelle stellen 1.8 . /nicht adv./
für jmdn., etw. (am besten) geeignet: den richtigen
Augenblick, Farbton, Zeitpunkt treffen; das ist der
richtige Mann für diese Aufgabe; mit seinem Ge
schenk hat er bei ihr das Richtige getroffen 1.4 . mit
sittlichen Norm en übereinstimmend: sein richtiges,
verantwortungsvolles Verhalten; r. handeln; das
hast du ganz r. gemacht; etw. ist nicht r. von jmdm.
—
2.1 . den allgemeinen Vorstellungen über die
Eigenschaften einer A r t entsprechend, recht (II.2 .1):
eine richtige Ausbildung, Ehe, (Über)prüfung;
in diesem Jahr hatten wir keinen richtigen Som
mer; eine richtige Mutter sieht, was mit dir los ist;
etw. r., nichts Richtiges können 2.2. fnicht präd.j
richtiges (echtes 1.1) Geld, Gold, Haar; er hat noch
seine richtigen Zähne; ist das ihr richtiger (recht
mäßiger) Mann, Name?; er ist ihr richtiger (leib
licher) Sohn, e in richtiger (typischer) Berliner; r.
(wirklich, im eigentlichen Sinn) anfangen, ausschla-
fen , frühstücken, gesund werden wollen 2.8 .1 .
/nicht präd.f um g. ausgesprochen: ein richtiges
Durcheinander, Pech; du bist ja ein richtiger
Phantast; ich bin r. (geradezu) froh, zufrieden,
bin r. erschrocken 2.8 .2 . fadv.f umg. wahrhaftig (2),
wie zu erwarten war: das hat er doch r. (wieder)
vergessen; ja r., ich besinne mich; eine Zeitlang
hörte man ein dunkles Brummen, und r., dann
bog der Bus um die Ecke
+ um g. nicht ganz r. (nicht ganz bei Verstand)
sein; iron. da bist du aber an den Richtigen
(genau den Falschen) gekommen!; — auf dem
richtigen / Dampfer sein; auf das richtige /
Pferd gesetzt haben
richtig!gehend /A dj.; nicht präd.f um g . richtig
(2.3 .1): einen richtiggehenden Zorn haben; ich
habe mich r. geärgert
Richtigkeit, die; - jo. PL; zu richtig 1/ das Richtig-
sein; zu 1.1: die R. der Angaben, einer Abschrift
beglaubigen; die R. von etw. anzweifeln, beweisen;
etw. hat, mit etw. hat es seine R. (etw. ist richtig,
wahr, ordnungsgemäß, etw. stimmt)
richtig| -machen jVb.j umg. etw. in Ordnung
bringen: eine Angelegenheit r.;
-stellen jVb.f etw.
berichtigen: das muß richtiggestellt werden; einen
Irrtum r. (aufklären)
Rieht| -kröne, die mit bunten Bändern geschmückter
grüner K ra nz, der beim Richtfest auf dem Dachstuhl
eines Neubaus befestigt wird; -linie , die 1.1 . verbind
liche A nleitung zur Durchführung (behördlich, staat
lich) beschlossener Maßnahmen: einheitliche, ver
bindliche Richtlinien; die Richtlinien beachten,
einh alten 1.2 . (praktischer) Grundsatz der Orien
tierung für jmds. Handeln, Verhalten: (sich) Richt
linien schaffen; nach bestimmten Richtlinien han
deln; -sa tz, der nach bestimmten Richtlinien er
rechnter, von einer Norm ausgehend festgesetzter
(Geldbetrag: die Richtsätze für Unterhaltsbeihilfe
erhöhen, senken; -schnür, die 1. Schnur, die auf,
über einer Fläche straff gespannt wird, um gerade
Linien abzustecken — 2 . fo. PI f die R. (Richtlinie
1.2) seines Denkens, Handelns war Toleranz; sich
etw. zur R. machen, als R. nehmen; etw. dient
gilt (jmdm.) alsR.;-Spruch,der 1. v e r a lten d Urteil,
Richterspruch — 2 . beim Richtfest gehaltene kurze,
meist gereimte Ansprache: den R. sprechen
Rjchtung, die; -,
-e n 1, (gedachte) Erstreckung auf
ein bestimmtes Ziel (1) hin, der entlang sich etw.,
jmd. bewegt, nach der etw. ausgerichtet ist: die en t
gegengesetzte, falsche R.; die R. ändern, (enthal
ten, verfehlen, verlieren; aus allen, verschiedenen
Richtungen herbei-, Zusammenkommen; wir wol
len (von hier, Potsdam aus) in südliche(r) R., in R.
Norden, in R. (auf) Leipzig fahren, in R. auf den
Berg zugehen; der Wind w eht aus verschiedenen
Richtungen (Himmelsrichtungen); die R. (Fahrt
richtung) anzeigen; die R. einer Bahnlinie — 2 . das
Streben, der Verlauf eines Prozesses auf ein bestimm
tes Ziel zu: einer Sache eine bestimmte R. geben;
in dieser R. (Hinsicht) habe ich noch nichts unter
nom men — 8 . von einer Gruppe Gleichgesinnter ver
tretene Auffassung, vertretenes Ziel, bes. in K unst, P o
litik, Wissenschaft: eine avantgardistische, mo
derne, progressive, überholte R. in der K unst,
Musik; eine bestimmte (politische) R. repräsen
tieren, vertreten
richtungjgebend /A d j.f die Richtung (2) bestimmend:
ein richtunggebender Beschluß, Hinweis, Vortrag;
etw. r. beeinflussen
Richtungs zu Richtung 1| -angabe, die Angabe der
Richtung; -verkehr, der nur in einer bestimmten
Richtung fließender Verkehr: kreuzungsfreier, s to ß
zeitbedingter R .;
- Wechsel, der Änderung der
(Fahrtrichtung: den R. anzeigen
richtung|weisend jA d j.j richtunggebend: eine rich
tungweisende Erfindung, Idee
R ich tw er t, der (technisch) erprobter, günstigster
Wert, nach dem man sich in der (ökonomischen)
Pra xis richten kann: festgelegte, unverbindliche
Richtwerte; diese Zahl ist nur als R. zu betrachten
Ricke, die; -,
- n weibliches Reh
riechen, roch, hat gerochen 1. einen bestimmten
Geruch haben, verbreiten, ausströmen: etw. riecht
appetitlich, frisch, gut, penetrant, widerlich; aus,
in ihrer W ohnung, hier riecht es angebrannt,
muffig, säuerlich, wie (im) Krankenhaus; diese
Blumen r. betäubend, stark; aus dem Mund r.
(einen unangenehmen Mundgeruch hohen); es
riecht hier nach Fisch, Gas (hier ist der Geruch von
Fisch, Gas wahrzunehmen) — 2 .1 . etw. r. den Geruch
von etw. wahrnehmen: ich rieche K affee gern; jmd.
kann etw. nicht r. (jmdm. ist der Geruch von etw.
zuwider); O um g . das habe ich längst gerochen
(gemerkt); das kann ich doch nicht r. (ahnen,
wissen) !; jmdn. nicht r. (ausstehen) können 2.2 . an
etw . r. (den Geruch von etw. p rüfen)
61*
950
Riecher — Rikscha
+ den /* Braten r.; / Lunte r.
Riecher, der; -s, - u mg. Ahnung, Spürsinn: einen
guten, den richtigen R., einen R. für etw. haben
Rigcli! -organ, das Geruchsorgan, N a s e; -Stoff, der
Stoff (3.2) mit einem charakteristischen Geruch:
pflanzliche, tierische Riechstoffe
Ried, das; -(e)s, -e 1* fvorw. Sg.j Schilf, Röhricht:
raschelndes, schwankendes R.
—
2.mit1be-
wachsenes Gelände, M oor: ein gefrorenes R.
Rigdlgras, das
ungegliedertem, d m -
kantigem Stengel und unscheinbaren,
Köpfen,
Rispen, Ähren angeordneten Blüten
Riefe, die; -,
-n
schmale, flache Vertiefung in
etw.: eine Säule, Steinplatte mit Riefen
rigfe(l)n fsw. Vb.; hat/ etw.
Riefen versehen:
Steinplatten r . ; geriefelte Gummisohlen
Riege, die;
-n Sport Abteilung, Gruppe von
Geräteturnern
Rieg el , der; -s, - 1 .1 . längliches, flaches, verschieb
bares Teil zum Verschließen, Festmachen von etw.,
bes. Fenstern, Türen: ein breiter, eiserner R .;
einen R. vorlegen, -schieben; der R. an der Stall
tür 1.2. fachspr.
des Schlosses, das
dem
Schlüssel bewegt werden kann — 2 .1 . ein R. (ein
längliches, flaches Stück) Schokolade 2.2 . der Ärmel,
Mantel hat einen R . (Stoffstreifen zum Zusammen
halten, zur Verzierung); einen R. annähen
+ einer Sache einen R. vorschieben (efw. unter
binden, verhindern); — hinter / Schloß und R.
sitzen
Riemen , der; -s, - 1 . Streifen aus Leder, festem Ge
webe, Gummi, synthetischem M aterial: ein langer,
schmaler R.; einen R. verkürzen, zurechtschnei
den, um etw. schnallen; die Hose wird mit einem
R. (Gürtel) gehalten — 2 . endloses Band aus Leder,
Gummi, festem Gewebe, m it dessen Hilfe Drehmo
mente von einer Welle auf eine andere weitergeleitet
werden — 3. Rudern zur Fortbewegung eines
Ruderbootes (paarweise) verwendete, an einem Ende
zu einem Bla tt verbreiterte hölzerne Stange: die R.
einziehen, ergreifen; sich in die R. legen (kräftig
rudern)
■f u m g , den R. enger schnallen (sich einschränken) ;
s a l o p p sich am R. reißen (sich anstrengen, sich
zusammennehmen)
Riemenjantrieb, der fo. Pl.f T ech n . das Vermitteln
eines Antriebs auf eine Maschine, Transmission mit
Hilfe von Riemen (2)
Ries, das; -es, -e /bei Maßangabe PI. Ries/ fach
spr. IMaßeinheit für eine Papiermengef 1000 Bo
gen: ein, vier R. Papier
Riese, der; -n, -n 1 . in Menschengestalt, aber sehr
viel größer als Menschen vorgestelltes Wesen in M är
chen, Sagen, Mythen: ein bösartiger, einä ugiger,
gutmütiger R .; Riesen und Zwerge — 2 . etw., jmd.
von außergewöhnlicher Größe: schneebedeckte Rie
sen (Gipfel von Hochgebirgen); er ist ein R. (von
Gestalt)
Rieseljfeld, das jvorw. Pl.f am Rande einer (großen)
Stadt gelegenes Feld, auf das in Kläranlagen ge
reinigte Abwässer zur Düngung geleitet werden
rieseln fsw. Vb.; ist, hat/ 1. (ist) 1.1 . in kleinen
Wellen sacht, kaum hörbar fließen: der Bach rieselt
durch die Wiesen 1.2 . in einer MengefeinerPartikeln
sacht herunterfallen: Lindenblüten, Schneeflocken
r. zu Boden; Sand durch die Finger r. lassen; aus
etw. r .: Zucker rieselt aus der Tüte — 2 . bei 1 ein
leises Geräusch hervorrufen (hat): eine Quelle r.
hören; leise rieselt der Kalk hinter der Tapete
Riesen/rigsen] «arbeit, die jo. Pl.j u mg . femot.f
außerordentlich großen, übermäßigen Aufwand an
Zeit und Kraft erfordernde A rbeit; -felge, die
T urnen mit gestrecktem Körper ausgeführter Um
schwung am Reck; -groß fAdj.f umg. femot.f außer
ordentlich, übermäßig groß (2,8): ein riesengroßer
Baum, Berg; eine riesengroße Dummheit; -hunger,
der um g . femot.f übermäßig starker Hunger (1);
- kraft, die u m g. femot.f übermäßig große K raft (1.1):
das erfordert eine R.; -rad, das Kantssei, das aus
zwei parallel verbundenen, um eine horizontale
Achse sich drehenden (sehr) großen Rädern besteht,
zwischen deren Außenrändern eine A rt von Gondeln
für Fahrgäste beweglich aufgehängt sind; -schlänge,
die in zahlreichen A rte n vorkommende, vorwiegend
in Asien, Afrika, Südamerika und Australien
lebende, nichtgiftige Schlange von 3 bis 10 M eter
Länge, die ihre Beute um windet und erdrückt;
- s chritt, der u m g . femot.f außerordentlich langer
Schritt (1): mit einem R. überquerte er den Bach;
<C> die Zeit eilt m it Riesenschritten; -Slalom, der
Slalom als alpine Diszip lin mit mindestens 30 Toren
(2.3); -spaß, der fo. Pl.f u m g . femot.f außerge
wöhnlich großer Spaß (1); -summe, die umg.
femot.f übermäßig hohe Summe (1); -wuchs, der
B io l. die natürliche Größe, Norm der Entwicklung
(einer A r t , Familie) erheblich übersteigendes Wachs
tum bei Pflanzen, Tieren, Menschen
riesig fAdj.; emot.f 1.1 . von sehr großem Ausmaß,
übermäßig groß (2, 5): ein riesiges B aby, Gebäude,
Land; eine riesige Menschenmenge, Summe 1.2 .
Idrückt einen hohen Grad ausf: eine riesige B eg ei
sterung; etw. macht riesigen Spaß 1.8 . fals Partikelf
etw. freut, interessiert jmdn. r. (sehr)
Riesling, der; -s, -e 1. in warmen, trockenen süd
lichen Lagen gedeihende Sorte Wein m it kleinen,
dünnschaligen, grünlichgelben Beeren, die süß ,
würzig schmecken: R. anbauen — 2 . Weißwein aus
1: ein milder, ungarischer R.
Riff, das; -(e)s, -e aus dem M eer aufragende od. vom
Wasser bedeckte, langgestreckte Reihe von scharfen
K lippen:gefährliche, kleine, der Küste vorgelagerte
Riffe; auf ein R. (auf)laufen; das B oot zerschellte
am R.
Riffel, die; -,
- n 1. rillenförmige Vertiefung, r ip p en
förmige Erhöhung als Pr ofil der Oberfläche eines
meist festen M aterials: Riffeln machen Glas nahezu
undurchsichtig — 2. Landw. Kamm, mit dem die
(reifen) Samenkapseln aus dem Flachs heraus
gekämmt werden
riffeln fsw. Vb.; hat/ 1. etw. mit Riffeln (1) ver
sehen: etw. mit einer Presse r.; geriffeltes Blech,
Glas; geriffelte Schokolade, Schuhsohlen — 2 .
Landw. Flachs r. (mit einer Riffel 2 die Samenkap
seln aus dem Flachs entfernen)
Riffelung, die; -,
- e n 1. Gesamtheit der Riffeln (1),
die die Oberfläche von etw. bilden: die fein e R. dieser
Muschel — 2 . das Riffeln
rigoros fAdj.f streng (1.2), unerbittlich: eine rigo
rose Beschränkung, Maßnahme; etw. r. ablehnen,
verurteilen; r. (gegen jmdn., etw.) Vorgehen
Rikscha, die;
-s in Ost-, Südasien verwendeter
zweirädriger Wagen zum Befördern von Personen,
der von einem zu F uß laufenden od. radfahrenden
Mann gezogen wird: eine R. heranwinken, m ieten
951
Bille, die; -,
- n linienförmig verlaufende, schmale,
vorwiegend halbrunde Vertiefung a uf der Oberfläche
von etw., im Inneren eines Rohres: eine feine, tiefe
R .; die Rillen einer Säule, Schallplatte
*rin jAdv.;
auch herein, hinein, ’rein/ umg.
scherzh. herein, hinein: ’r. in diegute Stube!(Auf
forderung, ins Zimmer zu treten/
+ ’r. in die /f Kartoffeln, ’raus aus den Kartoffeln
Bind , das; -(e)s, -er 1. in zahlreichen A rten vorkom-
mender Wiederkäuer von m eist schwerer, gedrungener
Gestalt, m it meist kurzhaarigem, glattem Fell, einem
Euter mit vier Zitzen und bei beiden Geschlechtern m it
zwei Hörnern — 2 . in zahlreichen Rassen gezüchtetes
1, das als Haustier gehalten wird, Hausrind: ein ge
mästetes, junges R .: die Arbeit«-, Fleisch-, Milch
leistung des Rindes; Rinder züchten
Rind|box* das; -es,/o. Pl.f glattes Leder aus der Haut
des Rindes (2)
Rjnde* die;
-n 1. äußere Schicht organischen Ge
webes 1.1. um Stamm, Ast und Wurzel bes. von
Räumen: eine borkige, glatte, rissige R. 1 .2 . um be
stimmte innere Organe des Menschen, Tieres —
2. (harte) äußere Schicht auf, von etw. Weichem, die
sich durch Trocknen (beim Backen, Braten) bildet:
die R. des Brotes, Käses
Binder|braten* der Stück von einem Rind (2) als
Braten
rindern jsw. Vb.; hat/ Landw.: die Kuh rindert
(ist brünstig)
Binder zu Rind 2| -roulade, die Roulade aus Rind
fleisch; -talg* der fo. P l.j aus dem Fettgewebe von
Rindern gewonnener Talg
Rind|fleisch* das Fleisch vom Rind (2)
Bind(s)|leder, das fo. Pl.j Leder aus der Haut des
Rindes (2)
Bjndjvieb. das 1. fo. P l.j Gesamtheit gehaltener R in
der (2): R. halten, züchten — 2. salopp Sehimpf-
w. Dummkopf: du bist, er ist ein ganz großes KJ.;
ach,duR.!
Bing , der; -(e)s, -e 1. schmaler (kleiner) kreisförmi
ger Gegenstand 1.1 . der als Schmuckstück bes. am F in
ger getragen w ird : ein goldener, modischer R .; ein
R. aus Gold, Silber, m it einer Perle; jmdm., sich
einen R. an, auf den Finger stecken 1.2 . der meist
Teil einer Vorrichtung ist: ein R. als Griff, Tür
klopfer; einem Bären, Stier einen R. durch die
Käse ziehen; etw. mit einem R. abdichten; etw. auf,
durch einen R. stecken, ziehen; Muttern, Ringe,
Scheiben, Schrauben sind kleine M aschinenteile —
2.1 . etw., das in ähnlicher Form wie 1 gestaltet ist,
verläuft: ein R. Mettwurst; die Belagerer, Gaffer,
Mauern, Straßen bildeten einen R. (um etw.); das
Weinglas hinterließ einen klebrigen R. auf dem
Tisch; A stron . die Ringe des Saturn1; die Ringe
eines Baumes, auf der Schießscheibe zählen 2.2 . jin
Straßennamenj am R. (an einer kreisförmig verlau
fenden Straße) wohnen — 3 . quadratische, von
Seilen umgrenzte Fläche, a uf der die W ettkämpfe im
Boxen ausgetragen werden: einen Platz am R.
haben; in den R. treten; R. frei! /Kommando kurz
vor dem Gongschlag, der den Beginn jeder Runde
anzeigtj — 4 . /nur im Pl.j Turngerät aus zwei Seilen
mit je einem Griff in der Form eines Ringes (1), die
an einem Gerüst od. an der Decke eines Raumes in
einem bestimmten Abstand voneinander a ufgehängt
sind: an den Ringen schaukeln, turnen
Bing! -bahn, die 1. rund um eine Stadt, den Kern
einer Stadt führende Bahnlinie — 2 . auf 1 verkehren
de Bahn (11.1.1); -beschleunige!*, der K e rnphys.
Beschleuniger, der Elementarteilchen auf eine ge
krümmte, m eist kreisförmige Bahn bringt
Ringel* der; -s, - 1 .1 . um g. etw. Spiralförmiges:
das Haar fiel ihr in Ringeln auf die Schulter 1.2 .
Socken mit Ringeln (ringsherum laufenden Quer
streifen)
Ringel| -blume* die Korbblütler mit Blüten, die gelb
od. orange sind, und m it halbmondförmigen, ein
gerollten Früchten, der auf Äckern und in Gärten
wuchernd wächst; -lo cke, die spiralförmige Locke
ringeln jsw. Vb.; hat/; die Locke, (Papier)schlänge
ringelt sich (nimmt die Form einer Spirale an)
Rfngell -natter* die nichtgiftige Natter m it zwei
weißlichen od. gelben halbmondförmigen Flecken an
beiden Seiten des Hinterkopfes und schwarzen
Flecken auf dem grünbraunen bis grauen Rücken, die
gewandt schwimmt, taucht und sich von lebend ver
schlungenen Fröschen, Molchen, Fischen ernährt;
-r eihen, der; -s, - Tanz, bei dem alle Tänzer einen
Kreis bilden und sich an den Händen fassen; -wurm*
der in sehr zahlreichen A rten vorkommender Wurm,
dessen Körp er eine Gliederung in Segmente aufweist
rjngen* rang, hat gerungen 1.1 . jmdn., meist einen
persönlichen Gegner, fest m it den Arm en umfassen
und durch Muskelkraft sowie bestimmte Griffe zu
Boden zu zwingen suchen, ohne Waffen mit jmdm.
körperlich kämpfen: fair, hart r .; aus Übermut ran
gen die Jungen miteinander 1.2 . ?iach festen Regeln
(unter der Leitung eines Kampfrichters) in einem
sportlichen Zweikampf auf einer Matte den Gegner
m it bestimmten Griffen zu Boden und auf beide
Schultern zu zwingen od. ihn nach Punkten zu be
siegen suchen: er ringt im Weltergewicht 1.3 . mit
etw. r. m it großer Anstrengung versuchen, sich ge
gen etw. durchzusetzen: m it dem Sturm, W etter,
Winter, mit den Wellen r. 1.4 . mit sich r. mit sich
kämpfen (2.3); ich habe lange mit mir gerungen,
ehe ich ...
—
2.1. jmdm. etw. gewaltsam aus den
Händen winden: er rang ihm den Dolch, Revolver
aus der Hand 2.2 . die Hände r. (in der Verzweiflung
die zusammengepreßten Hände umeinander winden,
drehend bewegen) — 3 . um etw., jmdn. r. (immer
wieder) mit großer Anstrengung etw. zu erlangen,
jmdn. zu gewinnen suchen: um Anerkennung, Er
folg, Zustimmung, jmds. Gunst, Liebe r.; um die
Gestaltung eines K unstwerks, die Verwirklichung
eines Programms r.; nach etw. r.: nach Fassung,
Worten r.
+ mitdem/ Toder.
Ringen* das; -s, jo. P l.j das Ringen (1.2) als sport
liche Disziplin
Ringer* der; -s, - jmd., der das Ringen als Sport be
treibt
R|ng| -fingernder der vierte Finger, vom Daumenher
gezählt: sie trägt einen Opal am R .; :=freiWerall
st altuiig* die unterhaltsame Veranstaltung m it hei
teren Wettbewerben zwischen mehreren Personen,
Personengruppen (aus dem Publikum), meist unter
Leitung eines Spielm eisters; -kampf* der Wettkampf
im Ringen; dazu -kämpfer* der; -muskel* der M ed.
in der Form eines Ringes (1) gestatteter M uskel, der
eine Körperöffnung begrenzt, die er verschließen k a n n;
-ofen* der T ech n . Ofen mit mehreren ringförmig an
geordneten Brennkammern, in denen kontinuierlich
K alk , Ziegel gebrannt werden; -richter* der B o x e n
Bille — Bingrichter
952
rings — rissig
Schiedsrichter, der den B oxkampf im Ring (3)
leitet
rings lAdv.f 1.1 . in einem Bogen, Kreis um etw.,
jmdn. herum: r. um den Markt stehen schöne Patri
zierhäuser; r. um etw. herum laufen 1.2 . fragend
blickte er r. im Kreis (blickte er um sich)
King|Sendung, die R undfunk -, Fernsehsendung, an
der mehrere Sender beteiligt sind
rings| :herum, -herum /Adv./ 1 .1 . im Kreis herum,
um die eigene Achse: sich r. drehen 1.2 . r. (um sich)
blicken 1.3 . im Kreis um etw., jmdn. herum: ein
Park mit einer Mauer r.; :um, -um ,/Adv.f 1.1 . in
der Umgebung von jmdm ., etw.: r. sahen wir nichts
als Wasser 1.2 . im Kreis um etw. herum: ein See, r.
mit Pappeln bestanden; r. führt ein Fußweg;
-u mher /Adv./ ringsum (1.1)
Ring| -tausch, der Wohnungstausch zwischen
mehreren Parteien, Tauschpartnern; -Verbindung,
die Chem . zyklische Verbindung; -Wechsel, der das
Wechseln der Tra uringe bei der Eheschließung
Kinne, die;
- n 1 .1 . lange, schmale Vertiefung im
Boden: eine flache, tiefe R. im Felsen, (Meeresbo
den, Sand; eine quer über die Straße laufende, vom
Regen ausgewaschene R. 1 .2 . Gegenstand in der
Form vonA A, bes. Dachrinne: eine R. aus Blech,
Holz, Zink
rinnen, rann, ist geronnen /von Flüssigkeiten, etw.
Körnigem/ sich als kleine Menge gleichmäßig, sacht
(in dünnem Strahl) fortbewegen: das Wasser rinnt
(gleichmäßig, monoton, unablässig); v on seiner
Stirn rann Schweiß; der Sand rinnt (fällt gleich
mäßig, sacht) in der Eieruhr; <> um g. das Geld
rinnt einem nur so durch die Finger (wird schnell
ausgegeben)
Rinnsal, das; -(e)s, -e [..z a :l] 1.1 sehr schmales,
sacht fließendes Gewässer: ein dünnes, kleines, küm
merliches R . 1 .2 . sacht fließende kleine Menge einer
Flüssigkeit: ein R. von Blut
Rinn|stein, der la nd sch . Vertiefung für Regen
wasser, Abwässer zwischen Fahrbahn und Bürger
steig: etw. in den R. gießen, schütten
Bfppchen, die /PI.; / auch Rippe/ K o chk. Rippen
m it wenig Fleisch daran; geschmorte R.
Kippe, die; -,
-n / / auch Rippchen/ 1. einer der je
weilspaarweise von der Wirbelsäule ausgehenden und
m it ihr gelenkig verbundenen flachen, schmalen
Knochen, die bogenförmig die Brusthöhle von Wirbel
tieren, Menschen umschließen: er hat sich eine R.
(an)gebrochen, gequetscht; jmdm., jmdn. auf
munternd in die Rippen stoßen — 2 . Teil von etw.,
das der Form von 1 ähnlich ist: die Rippen eines
Blatte s, Heizkörpers; die Rippen der Tragflächen
eines Flugzeugs
- f -um g. sich etw. nicht aus den Rippen schneiden
können (nicht geben können, was man nicht hat)
dppeln /sw. Vb.; hat/ land sch . etw. riffeln (1); ein
gerippelter Stoff
Rippen| -bruch, der; -feil, das den Brustkorb seit
lich, über den Rippen auskleidende Haut; -fell-
entzündung, die; -muster, das H andarb. Muster,
das durch den Wechsel von erhabenen und vertieften
Streifen entsteht; -Speer, das, der; -(e)s, jo. P I ./
Kochk. gepökeltes Kamm-, Kotelettstück; -stoß, der
Stoß in die Rippen: ein derber, freundschaftlicher
R.; jmdm. einen R. geben, versetzen; + jmdm.
einen R. geben (jmdn. zu etw. ermuntern, veran
lassen)
Kips, der; -es, /o. PI ./ in Quer-, Längsrichtung ge
rip pter Stoff: seidener R.; ein Kragen, Schlips aus
R .; der Sessel ist mit R. bezogen
Kips|band, das /PL -bänder/ rip sartig gewebtes
Band
Risiko, das; -s, -s/Risiken 1.1 . Gefahr (des Ver
lustes) bei einer Unternehmung, deren Ablauf, A u s
gang unsicher ist: ein finanzielles, persönliches,
politisches, vertretbares R .; (k)ein R. eingehen; er
fürchtet, scheut, wagt das R .; er hat nicht den Mut,
Risiken zu tragen, zu übernehmen (bei Unsicher
heit des Ausgangs von Unternehmungen die Verant
wortung zu übernehmen) 1.2 . W irts ch . Gefahr,
ökonomische M ittel durch unzweckmäßigen Einsatz
z u verlieren, mögliche Vorteile für die Volkswirtschaft,
den Betrieb nicht zu nutzen: ein kalkulatorisches R .;
das R. in der Planung berücksichtigen
R|siko/risiko zwRisiko 1.11-bereitschaft, die /o. PL/
Bereitschaft, Risiken auf sich zu nehmen, zu tragen,
einzugehen; -faktor, der Faktor, der eine Gefahr, ein
Risiko in sich birgt: etw. ist ein, bildet einen R.;
-los /Adj./ ohne Risiko, frei von Risiken: dieser Ein
satz, Kampf, Test, Weg ist nicht r.
riskant /A dj./ m it Gefahr (des Verlustes) verbunden,
gewagt, gefährlich: ein riskanter Plan, Versuch; ist
das nicht eine sehr riskante Sache?; das wäre mir
zu r.
riskieren /sw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. wagen (1.1): kann
ich das r.?; er riskierte es, die heikle Angelegen
heit zur Sprache zu bringen; einen Eingriff, Ein
spruch, Gegenvorschlag, etwas, nichts r. 1 .2 . (etw.
wagen und dabei) die Möglichkeit auf sich nehmen,
daß etw. Unangenehmes eintritt: er riskiert (dabei)
einen Herzinfarkt, Prozeß, Unfall 1.3 . etw. wagen
und dabei die Möglichkeit auf sich nehmen, daß man
es verliert: sein Ansehen, Geld, Leben r .; mit diesem
Schachzug riskierst du deine Dame
-j- eine dicke, große Lippe r.
Risotto, der; -/ -s, jo. PI./ K ochk. in Öl angerösteter,
anschließend gedünsteter Reis
Rjspe, die; -, -n Blütenstand, von dessen Hauptachse
verzweigte Nebenachsen mit gestielten Blüten ab
gehen
Riß, der; Risses, Risse 1.1. das (Auseinander-, Zer-)
reißen von etw., .eines Ganzen in Teile: der R. des
Films, Seils, Tonbandes — 2 . durch Einwirkung
von außen od. durch Spannungen hervorgerufene,
m eist längliche, sehr schmale, klaffende Öffnung (als
Beschädigung) auf, in der Oberfläche von etw .: ein
breiter, langer, tiefer R .; Risse im Erdboden, Holz,
Lack, Mauerwerk, in der Haut, Hose; Risse kitten,
verschmieren, zunähen; O ein (unüberwindlicher)
R. klafft zwischen ihnen, ihren Anschauungen; s eit
dem hat ihre Ehe, Freundschaft, die Koalition
einen R.
—
3. Jägerspr. Beute des Haarraub
wildes — II .l. Techn. Architekt. 1.1. (Entwurf
für eine) zeichnerische Darstellung eines Körpers
auf einer Ebene, technische Zeichnung: d e nR . einer
Maschine anfertigen, zeichnen 1.2 . Blatt Papier,
Bogen mit 1.1: den R. zusammenrollen — 2 . jo.
Pl.j Techn. auf einem Werkstück (aus Metall)
vorgezeichnete Linien:das Blech am, auf R. schnei
den
riß|fest jA dj./ widerstandsfähig gegen B eanspru
chung durch Reiß en (1): ein rißfe3ter Plast; das
Perlonseil, Kabel ist r.
rissig /A dj./ von Rissen (1.2) durchzogen, Risse auf-
Bißwunde — Robe
953
weisend: rissige Hände, Wände; das Holz, die
Haut ist r. geworden
Biß|wunde, die durch Reißen, Ritzen an, mit einem
spitzen Gegenstand entstandene Wunde: eine harm
lose, stark blutende R.
Bist, der; -(e)s, -e 1.1 . Spann: der Schuh spannt
über dem R. 1 .2 . Handrücken: Hände mit breitem
R.
—
2. Widerrist: er klopfte seinem Pferd Hals
und R.
ritardando /Adv./ M us. langsamer werdend, ver
zögernd
Ritt, der; -(e)s, -e das Reiten, der A usflug auf einem
Reittier: ein kurzer, scharfer, verwegener R .;
einen R. unternehmen; ein R. durch die Furt, über
die Felder
+ umg. auf einen, in einem R. ohne Unterbrechung,
hintereinander: er h at die Arbeit in einem R. er
ledigt
Ritter, der; -s, - 1 .1 . einem Lehnsherrn verpflichteter
Angehöriger des aus dem Stand der Lehns- und
Gefolgsleute hervorgegangenen (niederen) Adels, der
in der mittelalterlichen europäischen Feudalg esell
schaft bestimmte militärische Funktionen zu erfüllen
hatte: ein fahrender (umherziehender) R.; einen
Knappen zum R. schlagen (ihm den Ritterschlag
geben) 1.2 . Angehöriger eines Ritterordens, der nicht
Priester od. dienender Bruder war
Bitter zu Ritter 1.1| -bürg, die; -dichtung, die fo.
Pl.f mittelalterliche höfische Dichtung, in der sich
das Standesbewußtsein des Ritters ausdrückt; -gut,
das Gut (1.1 .1), das ursprünglich von einem Landes
herrn, verbunden mit feudalen Privilegien und Ver
pflichtungen, einem Adligen verliehen wurde und
später als (Großgrundbesitz bestand
ritterlich fAdj.f 1. fvorw. attr.f einem Ritter (1.1)
gemäß, zugehörig: ritterliche Kampfspiele — 2 .
fvon einem M annf zuvorkommend Frauen gegen
über: ein ritterlicher Mann; er ist Frauen g egen
über sehr r.
Bitter| -orden, der im Mittelalter gebildeter geist-
icher Orden von Rittern (1.2), die das Gelöbnis des
bewaffneten K a m pfes gegen Nichtchristen ablegten;
- s chlag, der jo, Pl.f symbolischer Schlag mit dem
Schwert, den der Knappe bei der Aufnahme in den
Ritterstand erhielt; -sporn, derjo. Pl.f in Gärtenblau,
violett, rosa , w eiß blühendes Hahnenfußgewächs,
dessen in Rispen angeordnete Blüten lange sporn
förmige Teile haben; -stand, der fo. Pl.f die Ritter
(1.1) als z u r herrschenden Klasse der europäischen
Feudalgesellschaft gehörende Gruppe
Rittertum , das; -(e)s, fo. Pl.f 1. Gesamtheit aller
m it dem Ritterstand verbundenen, von ihm geprägten
historischen, gesellschaftlichen und kulturellen E r
scheinungen : das französische, mittelalterliche R . —
2. Ritterstand: das R. opponierte gegen den Kaiser
rittlings jAdv.f wie im Reitsitz: sich r. aufeine Bank,
Lehne, Stange setzen
Ritual, das; -s, -e/Ritualien [..ion] 1. (Ordnung,
Vorschriftfür) einem Ritus (1) entsprechende kultische,
religiöse Handlungen: ein feierliches, heidnisches,
strenges R .; das R. der katholischen Kirche;das R.,
nach dem die Inder ihre Toten bestatten; etw. voll
zieht sich nach einem R. — 2 . Ablauf einer sich oft
(bis zum Überdruß) wiederholenden Handlung: ein
familiäres, leeres, liebgewordenes R .; das R. der
alljährlichen Abschlußfeier; dafür gibt es, h at er
ein festes R.
rituell fAdj.f [,.u|el] 1. dem Ritus (1) entsprechend?
auf einem Ritus beruhend: eine rituelle Geste,
Handlung, Vorschrift; rituelle Gesänge, Tänze,
Speisen — 2 . sich gleichmäßig und feierlich wie
derholend : sein ritueller Händedruck
Ritus, der; Riten 1. Brauch, nach dem kultische9
religiöse H andlungen vorgenommen werden: ein
altüberlieferter, magischer R .; etw. nach katho
lischem, orthodoxem R. vollziehen — 2 . Ritual (2):
etw. zu einem, aus etw. einen R. machen
Ritz, der; -es, -e 1. durch etw. Spitzes, Scharfes
verursachter länglicher, schmaler R iß in der Ober
fläche von etw.: ein R. in der Haut — 2. Spalt: ein
R. zwischen den Fensterläden; durch einen R.
spähen
Bftze, die; -,
-n 1.1 . schmale Spalte (2.1): eine
kleine, lange, breite R. ausbessern, verkleben;
Ritzen in der Tür, zwischen den Pflastersteinen;
Staub dringt durch alle Ritzen; O etw. in allen
Ecken und Ritzen (überall) suchen 1.2 . Spalt:
durch eine R. gucken
Ritzel, das; -s, - T echn. kleines Zahnrad, das ein
größeres Zahnrad o. ä . bewegt
ritzen fsw. Vb. ; hat/ 1.1 . etw. r. auf, an etw. einen
Ritz (1) machen: etw. mit einem Diamanten,
Messer, mit einer Nadel r. 1 .2 . jmdm., sich an, mit
einem spitzen, scharfen Gegenstand die H aut verletzen:
er hat sich an einer Glasscherbe seinen Fuß geritzt;
er hat sich an einer Säge geritzt; sich an der
Hand, leicht (die Haut) r. — 2; etw. auf, in etw. r.
etw. durch 1.1 auf, in etw. abbilden, darstellen,
schreiben, zeichnen: B uchstaben, Figuren, Muster,
eine Zeichnung in Elfenbein, H olz, Ton, in eine
Metallplatte r.
4- um g. das ist geritzt (das ist in Ordnung,
erledigt)
Rivgle, der; -n, -n [..v . .] jmd., der mit jmdm.
(um etw., jmdn.) rivalisiert: ein ebenbürtiger, ge
fährlicher, überlegener R .; sie sind Rivalen auf
dem Eis, um den Vorsitz; einen Rivalen aus
stechen, besiegen, schlagen
rivalisieren fsw. Vb.; hat/ [..v . .] mit jmdm.
(um etw ., jmdn.) r. denjenigen übertreffen wollen,
der gleichfalls den Vorrang (auf einem Gebiet, bei
einer Person) zu erlangen sucht: mit jmdm. um
jmds. Gunst, Zuneigung, um eine Stellung, Frau
r .; rivalisierende Freundinnen
Rizinus, der; -,
-
[..nu:s]/-se 1. in den Tropen als
Baum, in Mitteleuropa als einjährige Staude wach
sendes Wolfsmilchgewächs — 2 . jo. P l.f aus den
Samen von 1 gewonnenes dickflüssiges Öl, das als
Abführmittel verwendet wird: sie nahm einen Löffel
R. (ein)
Rizinus|öl, das fo. Pl.f Rizinus (2)
Roastbeef [ro:stbi:f], Roastbeef [rost..], das; -s,
-s
abgehangenes Rippenstück vom Rind (2), das
nicht ganz durchgebraten wird und daher nach dem
Braten innen noch rötlich aussehendes Fleisch hat
Robbe, die; -,
-n
amphibisch lebendes Raubtier mit
spindelförmigem, kurzbehaartem Körper, einer dik-
ken Speckschicht und flossenartigen Gliedmaßen
robben fsw. Vb.; ist, hat/ sich auf die Ellbogen
gestützt in liegender Stellung vorwärts ziehen 1.1 .
(hat) er hat gerobbt 1.2 . /mit Richtungsangabef (ist):
er ist bis zum Waldrand gerobbt
Robe, die; -,
-n 1. (langes) festliches Kleid, das zu
besonderen A nlässen getragen w ird , bes. Abend-
954
Robinie — Rohr
Meid: eine elegante, große R. — 2 . Tracht bes. eines
Geistlichen, Universitätsprofessors, Richters
Robinie, die;
- n [..io] zu den Schmetterlings
blütlern gehörender B a u m mit gefiederten Blättern
und in Trauben angeordneten herabhängenden, d uf
tenden, weißen Blüten, der oft fälschlich Akazie ge
nannt wird
roboten, robotete, hat gerobotet umg, schwer
arbeiten, schuften
Roboter, der; -s, - 1 . (in utopischen Darstellungen
menschenähnlich gestalteter) programmgesteuerter
Automat, der bestimmte ermüdende, eintönige od.
schwere Arbeiten des Menschen verrichten kann —
2. umg. jmd., der angestrengt und schwer, wie eine
Maschine arbeitet
robust /Adj.j 1.1 . kräftig, stark und widerstands
fähig: eine robuste Person; eine robuste Natur
haben; eine robuste Erscheinung, Statur 1.2 . ein
robuster (harte Beanspruchungen aushaltender)
Bergschuh, Motor, Wagen l.B . /nicht adv.f er hat
ein robustes (unempfindliches, nicht sehr differen
ziert reagierendes) Gewissen
Rochade, die; -,
-n Schach unter bestimmten Be
dingungen möglicher Zug, bei dem König und Turm
zugleich gezogen werden: die große, kleine R.
röcheln /sw. Vb.; hat/ rasselnd, keuchend atmen:
er röchelte nur noch; das Röcheln eines Sterbenden
Rochen, der; -s, - in zahlreichen Arten vorkommen
der, vorwiegend am Meeresboden lebender K norpel
fisch mit abgeplattetem Körper, rauher H aut und
verbreiterten, seitlich abstehenden Brustflossen
Rochus, der
+ umg. auf jmdn. einen R. haben (jmdm. grollen,
zürnen)
2Rock, der; -(e)s, Röcke 1. Stück der Oberbekleidung
für weibliche Personen, das von der Taille abwärts
in einer der jeweiligen Mode entsprechenden Länge
beide Beine zusammen um hüllt: ein enger, langer,
plissierter, schwingender, sportlicher R .; R. und
Bluse tragen — 2. veraltend Jackett, Sakko
2Rock, der; -s, /o. PL/ Rockmusik: R. hören,
lieben, spielen
Rpck and Roll, der; -s, -s [rokonro:l] aus N ord
amerika stammender, stark rhythmischer Modetanz
nach Rockm usik
Rock| -aufschlag, der Revers an einem 1Rock (2);
- länge, die Länge eines 1Rockes (1); -musik, die
jo. Pl.j aus Elementen des Jazz entwickelte, stark
synkopierte, den Rhythmus hervorhebende M usik;
- säum, der Saum als untere Begrenzung eines
1Rockes (1); -tasche, die Tasche in einem 1R ock:
etw. aus der R. ziehen; tief in seine R. greifen
Rodel, der; -s, -, österr. die; -,
-n 1.1 . Rodel
schlitten: auf, m it seinem R. bergab sausen 1.2 .
fo. PL/ Ski und R. g ut (die Schneeverhältnisse sind
zum Skifahren und Rodeln gut geeignet)
Rodel|bahn, die auf Grund ihres Gefälles zum
Rodeln geeignete B ahn
rodeln jsw. Vb.; ist, hat/ mit dem Schlitten (1.1)
einen Hang hinunterfahren: er ist als Junge gern
gerodelt; sie hat heute lange gerodelt
Rodel|schlitten , der niedriger Schlitten (1.1) zum
Rodeln für eine Person od. mehrere
roden, rodete, h at gerodet 1. die Bäume eines W ald
stücks fällen, Baumwurzeln, Gestrüpp und Steine
entfernen und dadurch da s L a nd urbar machen:
Gebüsch, den (Ur)wald r.
—
2. etw. aus dem
Boden herausgraben (und so ernten): K artoffeln,
Wurzelstöcke, Zuckerrüben r.
Rodung, die; -,
-en 1. das Roden — 2. durch
Roden (1) urbar gemachtes Land: eine weitflächige R.
Rogen, der; -s, - von Zellgewebe umhüllte Gesamt
heit der Eier eines Fisches
Roggen, der; -s, jo. PL/ 1 . Getreidepflanze mit
langen Grannen an flachen Ähren, aus deren Kör
nern bes. Mehl für Brot gewonnen wird — 2. Samen
körner von 1: R. mahlen
Roggenj -brot, das a us Roggenmehl hergestelltes
Brot; -körn, das [PI.
-körner/; -m ehl, das Mehl
aus Roggen (2)
roh fA dj.f 1. nicht gekocht, nicht gebraten, nicht
zubereitet: rohes Fleisch, Obst, Gemüse; ein rohes
Ei quirlen; roher Schinken; das Steak ist innen
noch roh (nicht durchgebraten); etw. r. essen
—
2. (noch) nicht bearbeitet, (noch) nicht (fertig) ver
arbeitet: rohes Eisen, Holz, Material; ein roher
Balken, Bau, Tisch; r. (grob) behauene Steine;
etw. ist r. zusammengefügt — 3 . /nur attr.f rohes
Fleisch nicht mehr von der H aut bedecktes, blutiges
Fleisch eines lebenden Individuum s: an seinem ver
letzten Arm war das rohe Fleisch zu sehen — 4 .1 .1 .
im Verhalten zu anderen gefühllos, taktlos, verletzend,
grob: ein roher Bursche 4 .1 .2 . Roheit ausdrückend:
rohe W orte; einen rohen Ton, ein rohes Wesen
haben 4 .2 . rücksichtslos, grausam, brutal: die A n
wendungroher Gewalt verschmähen; jmdn. r. miß
handeln, niederschlagen
4- jmdn. wie ein rohes / Ei behandeln
Roh| -bau, der 1. /PI.
- ten/ aus Mauern, Decken
und Dach bestehender B au ohne Verputz — 2 .
jo. Pl.f im R. im Zustand von 1: vorläufig ist das
Hochhaus erst im R. fertig; -baumwolle, die un
gereinigte, unverarbeitete Baumwolle: R. importie
ren, verarbeiten; -braunkohle, die Braunkohle in
unverarbeitetem Zustand; -diamant, der ungeschlif
fener Diamant; -eisen, das jo. Pl.j durch Verhüt
tung von Erz, Schrott gewonnenes, noch nicht weiter
verarbeitetes Eisen
Roheit, die;
- e n 1. jo. P l.j gefühlloses, grobes
Verhalten, B rutalität, Grausamkeit: menschliche,
seelische, unvorstellbare R .; seine R., die R. seines
Gefühlslebens, W esens, Verbrechens erschütterte
uns, stieß ab — 2 . Rpheiten (rohe Handlungen,
Grausamkeiten) beg ehen
Roh|kost, die aus rohem Gemüse, Obst und Nüs
sen bestehende K o s t
Rohling , der; -s, -e 1. rücksichtsloser, brutaler
Mensch: die Tat eines Rohlings — 2 . noch nicht
endgültig bearbeitetes Werkstück, bes. aus Eisen: aus
einem R. einen Schlüssel feilen
Roh| -material, das für eine weitere Be-, Ver
arbeitung bestimmtes M aterial; -öl, das jo. Pl.j
nicht destilliertes, nicht verarbeitetes Erdöl; -pro-
dukt, das vgl. -m aterial
Rohr, das; -(e)s, -e j / i auch Röhrchen/ 1.1 . jvorw.
Sg.j Pflanze m it hohen, hohlen, runden Stengeln,
Halmen: am See wächst R. (Schilfrohr) 1.2 . Halm,
Stengel von 1.1: ein biegsames, schlankes, schwan
kendes R.; aus einem R. eine Flöte schnitzen
1.3 . jo. P l.j getrocknete H alme, Stengel von 1.1:
ein Dach mit R. decken 1.4 . jo. Pl.j 1.3 ähnliche,
stabile und elastische Ruten bestimmter Pflanzen,
die bes. z u Korbgeflechten verwendet werden : ein
Liegestuhl aus R.
—
2. jo. Pl.j Dickicht aus 1.1:
Rohrblatt — rollen
955
das R. rauscht im Wind; Vögel leben, nisten im
R.
—
3. meist längerer zylindrischer, an beiden
Enden offener Hohlkörper mit einer im Verhältnis
zum Durchmesser dünnen Wand: ein dünnes, g e
krümmtes, gerades, nahtloses, verstopftes R.; ein
dickes, eisernes R .; Rohre aus Plast, Beton, Glas,
Stahl; Rohre montieren, legen, schneiden, walzen,
ziehen; das R. einer Fernheizung, Flöte, Erdöl-,
Wasserleitung; ein Stück Papier zu einem R. zu-
sammenrollen
-h schwanken wie ein R. im Wind(e) (ohne festen
Standpunkt, unentschlossen sein)
Rohr|blatt, das jPk -blätter/ M us. schwingendes,
den Ton erzeugendes Teil eines (Holzblasinstru
ments
Röhrchen, das; -s, - f / auch Rohr, Röhre/ meist
gläserner Hohlkörper in Form eines kleinen, nur
an einem Ende offenen Rohres (3), das mit einem
Stöpsel od. Schraubdeckel verschlossen w ird : ein R.
Tabletten
Rohrdommel, die; -,
- n im Schilf lebender großer,
kurzbeiniger, braun gefiederter Reiher, der weit hör
bare, dumpfe Rufe ausstößt
Röhre, die;
- n f/ auch Röhrchen/ 1. länglicher
Hohlraum (mit rundem Durchmesser): von Dach
sen, Regenwürmern gegrabene Röhren — 2. Brat-,
Backröhre: etw. in die R. legen, schieben, stellen;
etw. in der R. backen, braten, wärmen — 3 . Rohr
(3): Röhren für eine Erdgasleitung — 4 . abgeschlos
sener Hohlkörper, in dem Elektronen fließen und
gesteuert werden: eine R. auswechseln, prüfen; ein
Apparat, Radio mit acht Röhren — 5 . umg. Bild
schirm: vor der R . sitzen (fernsehen); in die R.
gucken (fernsehen)
-j- sa lopp in die R. gucken (das Nachsehen haben,
leer ausgehen)
röhren /sw. Vb. ; hat; vom Hirsch in der Brunft-
zeitj: die Hirsche r. (lassen ihre Stimme laut und
dumpf dröhnend ertönen)
Röhren) -kno ehen, der Knochen, der einen (mit
Knochenmark gefüllten) Hohlraum h at; -pilz,
der Ständerpilz, dessen 1H ut (2) an der Unterseite
aus Röhren (1) besteht; -System, das System von ver
zweigten Rohren (3), Rohrleitungen
Roh r)geflecht, das aus Rohr (1.4) gefertigtes Ge
flecht: eine Rückenlehne aus R.
Röhricht, das; -s, -e Rohr (2)
Rohr zu Rohr 3| -krepierer, der; -s, - Mil. vor
zeitig, noch im Lauf einer Waffe explodierendes
Geschoß; -leger, der; -s, - Arbeiter, der Rohre,
Rohrleitungen legt; -leitung , die aus Rohren zu
sammengesetzte, -geschweißte L eitu ng (4.1)
Röhrling, der; -s, -e Röhrenpilz
Rohr| -mundstüek, das /PL -e/ Mundstück eines
(Holzblasinstruments; -post, die Anlage, in der
Postsendungen in verschlossenen Hülsen mittels
Druckluft, angesaugter Luft durch Rohrleitungen be
fördert werden; -Sänger, der mit den Grasmücken
verwandter, bräunlich gefiederter Singvogel, der im
Röhricht lebt; -spatz, der -f- u m g . schimpfen wie
ein R. (erregt und laut schimpfen); -Stuhl, der Stuhl
aus, mit Rohrgeflecht; -zucker, der jo. PL/ aus
Zuckerrohr gewonnener Zucker
Roh| -seide, die 1* noch mit einer leimartigen
Substanz behaftete Naturseide — 2 . Gewebe aus 1:
ein Kleid aus R.;
-Stoff, der 1.1 . Naturprodukt,
das für eine Be-, Verarbeitung geeignet, bestimmt
ist: mineralische, tierische R ohstoffe; Rohstoffe
aus-, einführen 1.2 . Material (1.1): etw. bildet,
liefert den R. für etw.; Lumpen als R. für die
Papierherstellung verwenden
Rohstoff) -basis, die Gesamtheit der aus eigenem
Aufkommen einem Land (in einem bestimmten Zeit
raum) zu r Verfügung stehenden Bodenschätze;
- quelle, die Vorkommen eines Rohstoffs, von Roh
stoffen in der Natur; -reserve, die Stoff, der sich
als Rohstoff (1.2) für etw. eignet
Roh) -Übersetzung, die erste, den Inhalt erfassende,
aber sprachlich noch nicht ausgeformte Übersetzung;
- zucker, der jo. P L/ (noch) nicht raffinierter Zuk-
ker; -zustand, der jo. Pl.j Zustand vor der end
gültigen Be-, Verarbeitung, Zubereitung: noch im
R. sein
Rokoko, auch Rokoko, das; -s/-, /o. PL/ durch Zier
lichkeit, Beschwingtheit der Formen, zarte Farbtöne
und Grazie gekennzeichneter Stil in der europäischen
Kunst von 1720 bis 1770/80: die (Pastell)malerei,
Verserzählung des R .; das literarische R.
Roll |bahn, die Start-, Landebahn für Flugzeuge
Rolle, die;
- n 1. kleiner, walzenförmiger Körper,
radartige Scheibe (mit Rille am äußeren Rand),
meist als mechanisches Teil, auf dem od. über das
etw. gleitet, au f das etw. aufgewickelt, aufgerollt
wird: eine bewegliche, feste R.; die Rollen eines
Flaschenzugs; das B ett läuft auf, das Seil über
Rollen; Kisten, Möbel auf Rollen (fort)bewegen;
etw. auf eine R. wickeln — 2 .1 . etw. Zusammen
gerolltes od. auf 1 Gewickeltes: eine R. Draht, Garn,
(Toiletten)papier; sie h atte die Zeitung zu einer
R. zusammengedreht 2.2 . kleine runde Gegenstände
in einer walzenförmigen Verpackung: eine R. Drops,
Geldstücke, Keks — 3. 2Mangel — 4. Sport 4.1.
Turnen Drehung des ganzen Körpers um seine
Querachse als Übung a uf dem Boden, einem Gerät
4.2 . Figur des Kunstflugs, bei der sich ein Flugzeug
360 Grad um seine Längsachse dreht •— 5 .1 . (von
einem Schauspieler zu sprechender, von einem Sän
ger zu singender) Anteil am Text, an der Musik als
Gesamtheit der Äußerungen einer Gestalt eines
Bühnenstücks, Films, Hör-, Fernsehspiels: eine
geschriebene, gesungene, kleine, schwierige R.;
(s)eine R. lernen; ein Stück mit verteilten Rollen
lesen 5 .2 . (von einem Schauspieler, Sänger darzu
stellende) Gestalt eines Bühnenstücks, Films , Hör-,
Fernsehspiels: eine stumme^ tragende R.; die R.
des Liebhabers; eine R. besetzen, gestalten, spie
len, übernehmen —6.1. Soziologie typische sozi
ale Verhaltensweise, die mit jmd s. Stellung in der Ge
sellschaft verbunden ist und dementsprechend von ihm
erwartet wird: die soziale R .; seine R. als Frau,
Mutter annehmen; von jmdm. auf Grund seiner R.
etw., ein bestimmtes Verhalten erwarten 6.2 .
jo. P l.j die führende, historische R. (Funktion 1)
der (Partei der) Arbeiterklasse; d ieR . der Persön
lichkeit, Volksmassen in der Geschichte
+ etw. spielt (bei etw.) eine R. (ist von Wichtig
keit); aus der R. fallen (gegen den Anstand, Brauch,
Takt verstoßen)
rollen jsw. Vb.; ist, hat/ 1.1 . sich um sich selbst,
die eigene Achse drehend fortbewegen (ist): ein Ei,
Ring, Würfel rollt; ein rollendes Rad; der Bali
ist ins Aus, auf die Straße gerollt; Tränen r. ihr
über die Wangen; O eine Aktion, Sache rollt (ist
im Gange) 1.2 . etw. drehend, wälzend (fort)bewegen
956
Rollenbesetzung — Romantiker
(hat): einen Baumstamm, Stein beiseite r.; Kugeln
in ein Loch r.; die Augen, Schultern r. (kreisend
bewegen) — 2 .1 . etw. bewegt sich a uf Bädern (1.1),
Bollen (1) irgendwohin vorwärts (ist): der Zug rollt
in die Halle, über die Brücke; ununterbrochen r.
Autos aus der Stadt 2.2 . etw., das mit Bädern, Bol
len (1) versehen ist, od. ein Fahrzeug durch Schieben,
Ziehen irgendwohin bewegen (hat): das B ett des
Kranken auf die Terrasse r.; den Kinderwagen
in den Garten, den Anhänger in die Garage,Kulis
sen auf die Bühne r.
—
3. etw. zusammenwickeln
(hat): den Teig, Teppich r. — 4 . etw. mit Hilfe einer
2Mangel, Wäscherolle glätten'(hat): Bettwäsche r.
—
5. ein dröhnendes, hallendes Geräusch (bei einer
Bewegung) verursachen (hat): das Gewitter, Meer
rollt; rollender Donner — 6. (hat) Seemannsspr.
das Schiff rollt (schlingert und stampft) — 7* (hat)
das ,R ‘ r. (mit der Zungenspitze vibrierend aus
sprechen)
+ den / Stein ins Rollen bringen; der / Stein
kommt ins Rollen
Rollenj -besetzung, die Besetzung von Bollen (5.2)
m it dafür geeigneten Schauspielern', -erwartung, die
So z iologie Vorstellung, Erwartung in bezug auf
das Verhalten des in einer Bolle (6.1) Handelnden',
- verhalten, das Soziologie einer Bolle (6.1) an
gemessenes, der Bollenerwartung entsprechendes Ver
halten
Roller, der; -s, - 1 . kleines, meist zweirädriges
Fahrzeug als Kinderspielzeug, das durch Abstoßen
mit dem Fuß vorwärtsbewegt wird — 2 . Motor
roller
rollern fsw. Vb.; ist, h at/ m it dem Boiler (1) fahren
1.1 . (ist, hat) als Junge ist, hat er gern gerollert
1.2 . {ist) /.mit Bichtungsangabef: er ist zum Spiel
platz gerollert
Roll| -feld , das gesamte, von Flugzeugen nutzbare
Fläche eines Flughafens einschließlich der B ollbah n;
- f i lm , der auf eine Bolle (1), Spule gewickelter
Film; -holz, das fPl.
-hölzer/ landsch. Nudel
holz; -kragen, der eng am H als anliegender, hoher,
umgeschlagener, gerollter (3) K rag en: ein gestrickter
R.; -kragenpullover, der Pullover m it Bollkragen;
- laden, der /Schreibg.: Rolladen/ vor Fenstern,
Türen aufrollbare Vorrichtung aus pa rallel, beweg
lich befestigten L eisten: den R. herunterlassen;
- m ops, der um ein Stück Gurke gewickelter, ent
gräteter, durch ein Holzstäbchen zusammengesteckter,
sauer eingelegter halber H ering
R oIIq, R ollo,.d a s; -s, -s aufrollbarer (Fenster)vor-
hang aus festem M aterial: das R. herunterlassen,
hochzieh en
Roll| -Schinken, der gewickelter, geräucherter Schin
ken; -schrank, der Schrank mit aufrollbarer Vorder
wand; -schuh, der am Schuh zu befestigendes, mit
vier auf Kugellagern laufenden kleinen Bädern aus
gestattetes Sportgerät: R. laufen; -sitz, der in zwei
Schienen auf vier Bädern gleitender Sitz im Buder-
boot; -Stuhl, der fahrbarer Stuhl für Kranke, Körper
behinderte: im R. sitzen; (jmdn.) im R. fahren;
- treppe, die Treppe mit beweglichen, an einem end
losen Förderband auf- od. abwärts laufenden Stufen
Roman , der; -s, -e umfangreiche erzählende Dich
tung in Prosa, in der, meist an einer Fülle von
Ereignissen, ein Mensch, eine Gruppe von Menschen
in der, einer Gesellschaft und in der Auseinander
setzung mit ihr dargestellt wird: ein autobiographi
scher, berühmter, gesellschaftskritischer, psy cho
logischer, utopischer R .; dieser R. ist spannend;
einen R. lesen, schreiben; ein R. in Versen; sein
Lebenslauf hörte sich an wie ein R.; das klingt
wie ein R. (erfunden, unrealistisch); <> um g . er
zähle keine (langen) Romane (komm ohne
Umschweife zur Sache)'?; das ist ja der rein
s te R. (sind aufregende, unwahrscheinliche E reig
nisse) !
Romancier, der; -s, -s [romasie:] als Verfasser
bedeutender, künstlerisch wertvoller Bomane bekann
ter Autor
Romane, der; -n, -n Angehöriger eines Volkes mit
romanischer Sprache
romanhaft fAdj.f in der Art eines Bomans (breit)
erzählt: eine romanhafte Darstellung eines Ereig
nisses; eine r. ausgeschmückte Schilderung (von
etw.)
Roman|held, der Hauptgestalt' in, aus einem
Boman
Romanik, die; -, fo. PI./ Stil in der europäischen
Kunst zwischen 1000 und 1250, der in der Bau
kunst die quaderartig, schwer wirkende Form, B und
bogen Und Säulen bevorzugt: die Baukunst der R.;
eine Basilika, Wandmalerei im Stile der späten R.
romanisch jAdj.f 1. die romanischen Sprachen
Gesamtheit der von K ultur und Sprache der Börner
geprägten, aus dem (Vulgärlatein hervorgegangenen
Sprachen: Untersuchungen zur Phonologie der
romanischen Sprachen — 2 . (zu) den Bomanen
gehörend, von den Bomanen herrührend: romanische
Kulturen, Länder, Völker — 3 . im Kunststil der
Bomanik: der romanische Stil; eine romanische
Basilika, Kirche, Plastik; die romanische Bau
kunst
Romanistik, die; -, jo. PI ./ Wissenschaft von den
romanischen Sprachen und Literaturen
Roman] -literatur, die jo. PI ./ der durch Bomane
gebildete Teil der Literatur, die Gesamtheit aller
Bomane; -reihe, die von einem Verlag unter einem
Gesichtspunkt, Thema ausgewählte und in gleicher
Ausstattung herausgebrachte Gruppe von Bomanen;
- Schriftsteller, der Autor, der vorwiegend, aus
schließlich Bomane verfaßt (hat)
Romantik, die; -, jo. Pl.j 1. künstlerische, litera
rische, philosophische Strömung zwischen 1791 und
1830, die, auf der Suche nach einem harmonischen
Gesellschaftszustand, das Volkstümliche, Natio nale,
aber auch das Subjektive, Gefühlsmäßige, Irrationale
betonte und entsprechend der Situation der jeweiligen
Gesellschaft stärker fortschrittlich od. rückschrittlich
geprägt war: die Ästhetik, Landschaftsmalerei,
Volksliedsammlungen der R.
—
2.1 . der vom
Außergewöhnlichen, Schönen, Abenteuerlichen aus
gehende, bes. d as Gefühlsleben ergreifende B eiz: die
R. einer Landschaft, Nacht, Ritterburg; die R.
der Großstadt, W aldeinsamkeit; er hat keinen Sinn
für R. 2 .2 . Hang zu 2.1: die R. seiner Lyrik, Phan
tasie, Vorstellungen; falsche, süßliche, tränen
selige, verlogene R. (übertriebene Betonung des Ge
fühlsmäßigen, emotional übersteigerte Idealisierung
der Wirklichkeit)
Romantiker, der; -s, - 1 . der Bomantik (1) an
gehörender, zuzuordnender Künstler, Philosoph: die
Generation, Salons, Theorien der R.
—
2. schwär
merischer, das Gefühlsmäßige, Irr ationale betonen
der, in seinen Phantasien lebender Mensch, Träu-
romantisch — rosig
957
mer: er ist ein hoffnungsloser, versponnener, w elt
vergessener R.
romantisch /Adj./ 1 . im (Kunst)stil der Romantik
(1): die romantische Bewegung, Philosophie,
Schule; eine romantische Dichtung, Oper; ein
romantischer Maler — 2.1* vom Gefühlsmäßigen),
von Stimmungen, der Phantasie bestimmt, schwär
merisch, etwas unrealistisch: romantische Gefühle,
Ideen, Neigungen; eine romantische Jugend,
Liebe 2.2* stimmungsvoll, reizvoll, malerisch: eine
romantische Beleuchtung, Gegend, Schönheit,
Stimmung; eine r. gelegene Burg; eine roman
tische (geheimnisvolle, abenteuerliche) Begebenheit,
Geschichte
romantisieren /sw. Vb.; hat/ 1. etw. im Kunststil der
Romantik (1) gestalten, den Kunststil der Romantik
nachahmen: romantisierende Darstellungen, T en
denzen — 2 . etw. mit dem Schein des Wunderbaren
umgeben, idealisieren, als romantisch (2.2) dar-,
hinstellen: etw. in der Erinnerung r .; ein romanti
siertes W eltbild
Romanze^ die; -,
- n 1. volksliedhaft Heldentaten,
Liebesabenteuer darstellende lyrisch-epische Vers-
erzählung in der A rt der B allad e: eine burleske,
lyrische, romantische R.
—
2. romantisches (2.1)
Liebesabenteuer, -erlebnis: eine heitere, reizende,
zarte R.
—
3. Mus. liedartiges Gesangs-, Instru
mentalstück : eine R. für Violine und Orchester
Roman zyklus, der Gruppe thematisch eine Einheit
bildender, durch ein(ig)e Hauptgestalt(en) verbunde
ner Romane eines Autors
Römer, der; -s, -1*1. meist flaschengrünes od. gold
braunes, bauchiges Trinkgefäß auf einem mit
Buckeln verzierten Schaft, m it einem sich kegel
förmig nach unten verbreiternden F uß 1.2 . schweres,
geschliffenes W einglas mit farbigem Kelch
Romme [rome], auch Romme [rome:], das; -s, -s
jvorw. Sg./ Kartenspiel für drei bis sechs Personen,
bei dem bestimmte Folgen von K arten abgelegt
werden: eine Partie R. spielen
Rondell, das; -s, -s/-e 1.1 . kreisförmig begrenztes,
zur Zierde angelegtes, meist m it Blumen bepflanztes
Beet: ein kleines, neu angelegtes R. 1 .2 . kreis
förmig begrenzter Pla tz (in einem Gebäude): sich
im R. treffen 1.3 . kreisförmig verlaufender Weg in
einem Park, Garten
Rondo, das; -s, -s Mus. (heiteres) Instrumental
stück, dessen Hauptthema, variiert od. unverändert,
mehrfach wiederkehrt
röntgen jsw. Vb.; hat/ etw., jmdn. mit Röntgen
strahlen durchleuchten, untersuchen: einen g e
brochenen Arm, jmdn. r.; ein Werkstück r.
Röntgen] -aufnahme, die 1. das Herstellen eines
Röntgenbildes (2) — 2 . Röntgenbild (2); -behand-
lung , die Heilbehandlung mit Röntgenstrahlen;
-b l l d, das 1. beim Durchleuchten mit Röntgen
strahlen auf dem Röntgenschirm erscheinendes B ild
vom Innern eines Körpers (1,2) — 2 . durch Röntgen
strahlen a uf einem Planfilm hergestellte fotografische
Aufnahme; -durchleuchtung, die Durchleuchtung
eines Körpers (1, 2) mit Röntgenstrahlen (und Beob
achtung des auf dem Röntgenschirm erscheinenden
Bildes)
Röntgenologie, die; -, jo. Pl.j Teilgebiet der M edi
zin, das sich mit der Anwendung von Röntgen
strahlen in Diagnostik und Therapie befaßt
Röntgen] -reihenuntersuchung, die (regelmäßige)
prophylaktische Röntgenuntersuchung der gesamten
Bevölkerung a uf Lungentuberkulose, auch Lung en
krebs; -röhre, die Phys. T ech n . Elektronenröhre
zur Erzeugung von Röntgenstrahlen; -schirm, der
Phys. Techn. Bildschirm, aufdem das durchRönt
genstrahlen erzeugte Bild erscheint; -s trahle n, die
/P l.f P h y s . in Röntgenröhren erzeugte elektromagneti
sche Wellen, die die meisten Stoffe durchdringen und
a u f Grund unterschiedlicher Schwächung in verschie
denen Stoffen ein Bild vom Inneren eines Körpers
(1, 2) vermitteln können; -technik, die jo. Pl.j Teil
gebiet der Technik, in dem Röntgenstrahlen zur
Untersuchung von Stoffen, Werkstücken verwendet
werden; -therapie, die /o. Pl.j Med. Therapie zur
Behandlung, Heilung von Krankheiten durch, m it
Röntgenstrahlen; -Untersuchung, die Untersuchung
eines Körpers (1, 2) mit Hilfe von Röntgendurch
leuchtung, -aufnahme
rosa jindekl. A dj./ von blassem, zartem Rot: r.
Rosen, Wolle; r. blühende Nelken; eine Bluse in
Rosa; jauch dekliniert/ um g. ein rosaner Pulli
rosajrot /A dj./ leuchtend hellrot: eine rosarote Rose,
Schleife, Zunge
-j- etw. durch die rosarote ^ Brille sehen
Röschen, das; -s, - / / auch Rose/ [..S9en] 1.
kleine Rose (2) — 2 , als Gemüse verwendeter Sproß
des Rosenkohls — 3 . einzelner Strang des Blumen
kohlkopfes
Rose, die; -n / / auch Röschen/ 1. zu den Rosen
gewächsen gehörender kriechender od. aufrechter
ßtachliger Strauch mit paarig gefiederten Blättern
und weißen od. farbigen Blüten, der als Zierpflanze
kultiviert wird: eine hochstämmige, rankende,
wilde R .; Rosen abdecken, beschneiden, okulieren,
züchten —• 2. Blüte mit Stengel von 1: eine frisch
aufgeblühte, langstielige, rote R.; dunkle Rosen;
die R osen duften, (ver)welken; ein Strauß Rosen
—
3. J ägersp r . unterer, kranzförmig verdickter
Teil der Stangen von Hirsch, Reh — 4 . Gürtelrose,
Wundrose
+ jmd. ist nicht auf Rosen gebettet (wird vom
Leben nicht verwöhnt, hat kein leichtes Leben)
rose jindekl. Adj./ von einem blassen Rosa: der
Schal ist nicht hellrot, eher r.
Rgsen/rosen] -duft, der fo. P l.j Duft einer Rose
(2), von Rosen; -gewä chs, das bäum-, strauch
artige Pflanze m it strahligen weißen od. farbigen
Blüten; -h olz, das jo. P l.j wohlriechendes, hell- bis
dunkelrotes Edelholz; -k nospe, die Knospe einer
Rose (2); -kohl, der Kohl, dessen wie kleine Kohl
köpfe aussehende Sprossen als Gemüse verwendet
werden; -kranz, der 1. geweihte Kette mit auf-
gereihten Perlen (2), nach deren Anzahl und A n
ordnung Vaterunser und Ave M aria gebetet werden
—
2. die Gebete zu 1 (sowie die dazu abgehaltene
Andacht); -öl, das jo. P l.j aus Rosenblüten gewon
nenes Öl; -rot jA d j.j leuchtend (hell)rot; -Strauß,
der
Rosette, die; -,
-n 1.1/ in der Architektur ver
wendetes kreisrundes Ornament, das aus strahlig von
seinem Mittelpunkt ausgehenden stilisierten (Blüten) -
blättern gebildet wird: ein Kirchenfenster in der
Form einer R. 1 .2 . Verzierung in der Form von 1.1:
eine R. aus Papier; einen Edelstein in der Form
einer R . schleifen
rosig lA dj.j 1. von zarter rosaroter Hautfarbe: ein
rosiges Baby, Gesicht; rosige Haut — 2. die Zu
958
Eosine — rotbraun
kunft in rosigem Licht, in rosigen Farben (allzu
erfreulich, optimistisch) sehen; etw. sieht nicht
gerade r. aus
Eosine, die;
- n getrocknete Weinbeere (1.1): ein
Kuchen mit vielen Eosinen
+ umg. sich die Eosinen aus dem Kuchen picken
(das Beste von etw. für sich nehmen); (große)
Eosinen im Kopf (große, nicht realisierbare Pläne,
unerreichbare Ziele) habe n
Rosmarin, Eosmarin, der; -s, jo. Pl.j immergrüner
strauchiger Lippenblütler, dessen Blätter ein wohl
riechendes Öl enthalten
Eoß, das; Eosses, Eosse/Eösser 1.1 . /PL Eosse/
veraltend Reitpferd: ein feuriges, stolzes R.; K.
und Eeiter; schnaubende Eosse; hoch zu R. sit
zen 1.2JPl. Eösser/ süddt. österr. Schweiz.
Pferd (1): ein E . ausspannen
+ auf dem hohen E. sitzen (überheblich, hoch
mütig sein)
Roß|breiten, die jPl.j Geogr. die fast windstillen
Meereszonen der beiden subtropischen Hochdruckge
biete
Rössel, das; -s, - landsch. Springer (3)
RussellSprung, der 1. Schach Zug mit dem Sprin
ger in beliebiger Richtung geradeaus über ein Feld
des Schachbretts hinweg und rechtwinklig in eins
der beiden benachbarten — 2. Rätsel, dessen Lösung
sich durch Aufsuchen der Felder in der A rt von 1
ergibt, au f die die Buchstaben, Silben eines Wortes,
Satzes verteilt sind
Roß| -haar, das fo. P l.j Haar aus Mähnen, Schwei
fen von Pferden, das zum Polstern verwendet wird;
- ka sta nie, die Laubbaum mit handartig geteilten
Blättern, aufrecht stehenden, wie Trauben angeord
neten Blüten und braunen Früchten in stachligen
Kapseln; -km*, die umg. Pferdekur
Rost, der; -es, -e I. aus meist metallenen Stäben,
Bändern bestehende gitterartige Vorrichtung, (einsetz-
bares) Teil: ein eiserner, feiner, weitmaschiger R .;
etw. auf dem E. braten, grillen; die Asche fällt
durch den E .; sich die Schuhe am R. säubern;
einen Abfluß mit einem R. abdecken — II. jo. Pl.j
1. unter Einwirkung von Sauerstoff und Feuchtig
keit auf der Oberfläche von Eisen, Stahl entstehende
bröcklige rotbraune Schicht aus Eiseno x id : das
Eisen hat R. angesetzt, ist von E. angegriffen;
den E. abkratzen, abschlagen; etw. vor E. schüt
zen — 2 . von Pilzen (1) hervorgerufene Pflanzen
krankheit, durch die sich die Blätter befallener
Pflanzen rotbraun, gelblich verfärben: das Getreide
ist vom E. befallen
Rost/rost| -braten, der auf einem Rost gebratener,
gegrillter Braten; -bratwurst, die auf einem Rost
über offenem Feuer gebratene Wurst; -braun jA dj.j
rotbraun
rosten, rostete, ist/hat gerostet Rost ansetzen: Eisen
rostet
rösten, auch rösten, röstete, hat geröstet Nahrungs
m ittel ohne Zusatz von Fett, Wasser durch Erhitzen
bräunen: Brot, Kartoffeln r.; gerösteter Kaffee
Röster, auch Röster, der; -s, - 1 . Toaster — 2 . /nur
im Pl.f landsch. Bratkartoffeln
Rösterej, die;
- e n Betrieb, in dem Kaffee geröstet
wird.
rost| -färben JAdj.j rotbraun; -frei /Adj.; nicht
adv.f auf Grund bestimmter Legierungen nicht
rostend: rostfreier Stahl; rostfreie Klingen, Messer
rö st|, auch röst|frisch jA dj.j: röstfrischer (unmittel
bar nach dem Rösten verpackter, verkaufter) Kaffee
rostig jAdj.j mit Rost (II.1) bedeckt, von Rost be
fallen: rostige Eisenteile, Nagel; etw. ist r. (ge
worden)
Röst|, auch RostIkartoffein, die jPl.j land sch .
Bratkartoffeln
rost/Rost| -rot jA d j.j rotbraun; -Schutzmittel, das
(flüssiges, sprühbares) Mittel, das, auf Eisenteile
aufgetragen, diese vor dem Rosten schützt
rot, röter/roter, röteste/roteste /A dj.; / auch Rot/
1. von der Farbe des Blutes: r. wie Blut, Feuer;
die rote Farbe reifer Erdbeeren, Tomaten; die rote
Fahne der Arbeiterbewegung; rote Glut, Tinte;,
jmd. hat rote Lippen, Wangen; vor Scham,
Wut einen roten Kopf bekommen; jmdm. rote
Rosen schenken; rote (rötliche) Haare haben; die
Kirschen sind schon, werden (langsam) r.; im
Herbst wird das Laub gelb und r.; jmd. wird
vor Anstrengung, Zorn (ganz, über und über) r.
(im Gesicht); r. und blaß werden; etw. glüht,
leuchtet, schimmert r.; ihre Augen sind r. vom
Weinen; etw. r. bemalen, streichen; ein r. und
weiß gemustertes, gestreiftes Tuch; die Farbe R ot;
ein dunkles, leuchtendes, tiefes, zartes R ot; das
Rot der Korallen, ihrer Lippen; eine Vase mit
Ornamenten in E ot und Gold; (etwas) Rot auf-
leg en (die Wangen, Lippen rot schminken); die
Verkehrsampel zeigt E ot — 2 . jbezeichnet(e) die
Zugehörigkeit, das Bekenntnis zu r (revolutionären)
Arbeiterbewegung, zu einer m arxistisch-leninisti
schen Partei, zu einer die Errichtung des Soz. (u.
Kommunism us) anstrebenden politisch-ideologischen
Strömung, Organisation, Vereinigung; heute in
eigener Bez. auch von linksradikalen Gruppen m iß
bräuchlich beanspruchtj: Arbeiterviertel, die man
rote Viertel nannte; sie hießen rote Sportler; der
Einsatz der Roten Armee (Sowjetarmee) im Zwei
ten Weltkrieg; während der Konterrevolution in
der Sowjetunion standen die Roten (die Rote
Armee) gegen die W eißen (Weißgardisten); man
sagte, er sei r., ein Roter (einer, der für die Inter
essen der Arbeiterklasse eintritt); rote Lieder
(Lieder des antiimperialistischen K ampfes)
+ r. sehen (wütend sein, werden); — der rote
J? Faden; jmd., etw. ist ein rotes
Tuch für
jmdn.; in die roten / Zahlen kommen
Rot jo. A rt, o. PL; / auch rot/ durch rote herz
förmige Figuren gekennzeichnete Farbe der deutschen
Spielkarte: R. ist Trumpf
Rotation, die; -,
- e n Drehung eines Körpers, einer
Fläche, K urve um eine vorhandene od. gedachte
Achse, wobei jeder Pu nkt des rotierenden Stückes
eine Kreisbahn beschreibt: die R. der Erde, Sonne
Rotationsj -aehse, die fachspr. feste Achse, um
die sich ein Körper, eine Fläche, Kurve dreht;
-druck, der jo. Pl.j Druckerei Druckverfahren
(für Hoch-, Flach-, Tiefdruck) m it rotierender D ru ck
form; -maschine, die D ruckerei Maschine für
Rotationsdruck
rot/Rot| -backig, -bäckig jAdj.j mit roten Backen:
ein rotbackiger,
- bäckiger Apfel, W eihnachts
m ann; -barsch, der in den Tiefen der nördlichen
Meere lebender Knochenfisch von leuchtend hellroter
Farbe, der als Speisefisch genutzt wird; -bart, der
umg. Mann mit rotem Bart; -blond jAdj.j blond
mit rötlichem, Schimmer; -braun jAdj.j von einer
Kotbuche — Routine
959
Farbe, die aus Rot und Braun gemischt ist; -buche,
die Buche; -dorn, der /PL -e; vorw. 8g.j als Baum
gezüchteter Weißdorn mit roten Blüten
Rgte, die; jo. PL/ rote Färbung, das Rotsein:
die zarte R. herbstlichen Laubs, des Abendhim
mels; vor Fremde, Verlegenheit, W ut schoß, stieg
ihm die R. ins Gesicht
Rjjtel, der; -s, - 1 .1 . jo. PL/ rote Mineralfarbe aus
Eisenocher und^Ton: eine Wand mit R. anstreichen
1.2 . Stift aus 1.1: mit (dem) R. zeichnen
Rijteln, die /PL/ meist gutartig verlaufende, von
einem Virus hervorgerufene Infektionskrankheit m it
rötlichem Ausschlag
röten, rötete,hat gerötet 1.1 . etw. rot machen, veran
lassen, daß etw. rot wird, erscheint: die unter
gehende Sonne rötet den Himmel, Horizont; die
Aufregung, Scham, Glut, Kälte rötete ihr Gesicht
1.2 . sich r. rot werden: die Beeren, Kirschen r. sich
schon; er, sein Gesicht rötete sich vor Zorn; ge
rötete (entzündete) Augen, Schleimhäute
Rot/rQt| -filter, der, fachs]6r. vorw. das in der Fo
tografie verwendeter roter Farbfilter; -fuchs, der 1.
Fuchs (1) mit rotbraunem Feit — 2 . /o. Pl.j Fell (2)
von 1: einen Mantel mit R. besetzen — 3 . rotbraunes
Pferd — 4. umg., oft spött. rothaariger Mensch;
- geädert fA dj.; nur attr.\ vonroten Adern durchzogen:
rotgeäderte Augen; -glühend /Adj.j auf Grund star
ker Erhitzung glühend und dabei rot aussehend: rot
glühende Drähte, Kohlen; -glut, die jo. Pl.j durch
starke Erhitzung fester M aterialien, Stoffe erreichte
erste Stufe des Glühens, auf der der erhitzte Stoff
rot leuchtend erscheint; -haarig /A dj.f Haar von röt
licher Farbe besitzend: eine rothaarige Frau; -haut,
die veraltend umg. (nordamerikanischer) India
ner; -hirsch, der Hirsch mit rotbraunem Sommer
und grauem Winterfell, der größer als der Damhirsch
iSt
rotigren fsw. Vb.; hat/ Rotationen ausführen: die
Erde, Sonne, Trommel, das Rad rotiert; rotierend
bohrt sich der Bohrer in die Wand; rotierende
Rasensprenger; O er rotiert den ganzen Tag (ist
dauernd beschäftigt und in Eile)
rot/Rgt| -kariert fAdj.; nur attr./ mit roten (und
weißen) Karos: rotkarierte Bettwäsche, Gardinen;
- kehlchen, das; -s, - kleiner Singvogel mit großen
Augen, rostrot gefärbter Brust und Kehle; -k ohl, der
Kopfkohl von rötlichvioletter Farbe; -kraut, das
jo. Pl.f land sch . Rotkohl; -kreuzschwester, die
Krankenschwester des Roten Kreuzes; -lauf, der
jo. P l.j rasch zum Tode führende Infektionskrank
heit der Schweine
rötlich jA dj.j ein wenig rot: eine rötliche Färbung,
Flüssigkeit; ein rötliches Licht, Violett; r. schim
mern
Rot| -licht, das /o. Pl.j durch Lampen mit rotem
Glas, rotem Filter erzeugtes rotes Licht; -lichtlampe,
die Lampe zur Erzeugung von Rotlicht zur thera
peutischen Wärmebehandlung
Rotor, der; -s, Rotoren T echn. rotierendes Teil
eines technischen Gerätes: der R. eines Elektro
motors; die Rotoren (schmalen, rotierenden Flügel)
eines Hubschraubers
Rgt| -Stift, der1Stift mit roter Mine \ etw. mit dem R.
an-, durch-, unterstreichen; O etw. ist dem R. zum
Opfer gefallen (ist wegen Sparmaßnahmen gestrichen
worden); -ta nn e, die gemeine Fichte
Rotte, die; -,
- n 1. jemot.j ungeordnete, meist durch
ein spontanes Vorhaben lose zusammengehaltene
Gruppe, Schar von Menschen: eine plündernde,
tobende, wilde R.; eine R. Halbstarker, von Row
dys — 2 . Mil. 2 .1 . die im Glied hintereinander
stehenden Soldaten: die ersten drei Rotten, marsch!
2.2 . zwei miteinander operierende Flugzeuge, Schiffe
—
3.Jägerspr. Gruppe von Wildschweinen, Wöl
fen
Rotunde, die;-,
-nArchitekt. 1.Gebäudemitkreis
förmigem Grundriß und Kuppel — 2 . Wunder Raum
Rot| -welsch, das; -/-s, jo. Pl.j Sprachwiss. früher
von asozialen, kriminellen, vagabundierenden P er
sonen, Gruppen zur gruppeninternen Kom m uni
kation, Verschleierung der Aussage vor anderen ver
wendete geheime Sondersprache, a us der einzelne Wör
ter i n die heutige Umgangssprache übergegangen sind;
- welsche, das; -n, jo. Pl.j s.
- welsch; -wild, das
jSamwxlbez. bes. für Hirsche mit im Sommer rot
braunem F ettj
Rotz, der; -es, jo. Pl.j 1. salopp Sekrete der Nasen
schleimhaut: der R. lief ihm aus. der Hase — 2 .
früher meist tödlich verlaufende, bes. die N asen
schleimhäute befallende Infektionskrankheit der
Pferd e
- f salopp R. und Wasser heulen (heftig, hem
mungslos weinen); frech wie R. (sehr frech)
rotzen jsw. Vb.; hat/ derb 1.1 . (laut und ausgiebig)
die Nase putzen 1.2 . Schleim der Nase durch den
Mund ausstoßen
rotz/Rotz| -frech jAdj.j salopp jemot.f sehr frech
(i.lj; -junge, der salopp 1.1. schmutziger, frecher
(kleiner) Junge: ein paar Rotzjungen warfen ihm
Schneebälle nach 1.2 . jemot.j frecher, unreifer
(junger) Mann: eigentlich ist er nur ein R.; auch
Schimpfw.; -nase, die salopp 1. laufende Nase,
bes. eines Kindes: dem Kind die R. putzen —
2. jemot.j freches, naseweises Kind: eine freche, un
verschämte R.; auch Schimpfw.;
-näsig jAdj.f
sa lopp 1. mit einer feuchten, schmutzigen Nase:
ein rotznäsiges Kind — 2 . jemot.f anmaßend frech
(1.1): ein rotznäsiger Kerl; sich r. benehmen
Rguge, das; -s/-, jo.' Pl.j [ru:g] rote Schminke bes.
zur Tönung der Wangen: (etwas) R. auflegen
Roulade, die;
-n [ru ..] flach geschnittenes Stück
(Rindfleisch, das zusammengerollt und mit Speck
und Gewürzen gefüllt geschmort w ird
Roulett,das; -(e)s, -e/-s [ru..] Glücksspiel mit einer
in rote und schwarze numerierte Felder eingeteilten
drehbaren Scheibe, auf die eine Kugel geworfen wird,
deren Lage bei Stillstand der Scheibe die gewinnende
Farbe und Zahl angibt
Route, die; -,
-n [ru:to] vorgeschriebener, vorge
sehener Weg (2), K u rs (1.1): eine bestimmte, land
schaftlich reizvolle R . einschlagen, wählen; die
kürzeste R. führt über den Paß; von der R. ab-
kommen
Routine, die;
jo. Pl.j [ru:..] auf Grund viel
facher Wiederholung einer Tätigk eit erworbene
(handwerkliche) Fertigkeit, Gewandtheit, Erfahrung
(im Ausführen der betreffenden Tätigkeit) : eine b e
rufliche, künstlerische, langjährige R .; etw. mit,
ohne (jede) R. erledigen, tun; dazu gehört schon
eine gewisse R. (Übung); das gehört in seinem
Beruf zur R. (zu den täglichen Verrichtungen) ; bei
ihr bleibt, wird alles (bloße) R. (geläufige, automa
tisierte Fertigkeit ohne inneres Beteiligtsein, Engage
ment)
960
Routinearbeit — Rücken
Routme/routme| -arbeit, die häufig und gleichartig
zu erledigende, nicht kreative, daher oft unbefriedi
gende Arbeit: Routinearbeiten von Maschinen aus
führen lassen; -mäßig /A dj./ in derselben A rt
regelmäßig wiederkehrend: eine routinemäßige B e
wegung, Frage, Sitzung; r. antworten, handeln;
-Sache, die 1 . (unbedeutende) alltägliche, sich oft
wiederholende Angelegenheit: lauter Routinesachen
erledigen — 2 . jo. Phf dieser Trick ist reine R.
(beruht lediglich a uf Routine, Übung); -Unter
suchung, die nach bestimmten Vorschriften, Zeitab
ständen regelmäßig erfolgende ärztliche Untersuchung
Routinier, der; -s, -s [rutinie:] jmd., der auf einem
bestimmten Gebiet Routine besitzt
routiniert /A dj./ [ru..] geschickt, gewandt, m it
Routine: ein routinierter Kraftfahrer, Schauspieler;
etw. r. vortragen; r. Vorgehen
Rowdy, der; -s, -s [raudi] gewalttätiger, streit
süchtiger Jugendlicher, M ann: jugendliche Rowdys
brachen in einer Laubenkolonie ein, demolierten
ein Kino
Rowdytum, das; -s, jo. PL/ [raudi.,] Störung der
öffentlichen Ordnung durch m eis t gemeinschaftlich
begangene böswillige Beschädigung von Sachen,
grobe Belästigung von Personen (durch Gewalttätig
keit)
Royalismus, der; jo. P l.j [röajal..] das Eintreten
für die Monarchie als Staatsform, für ein bestimmtes
Herrscherhaus; dazu Royalist, der; -en, -en u. roya-
listisch jAdj.j
rubbelnjsw. Vb.; hat/ landsch. umg. etw., jmdn.,
sich kräftig reiben: er rubbelte sich die Arme, rub
belte ihr mit dem Handtuch den Rücken
Rübe, d ie; -n 1* Gemüse- und Futterpflanze, deren
(Pfahl)wurzel eine dicke Knolle bildet, die nach der
jeweiligen A rt als Nahrungs-, Futtermittel od. als
Rohstoff zur Zuckergewinnung verwendet w i rd : rote,
weiße Rüben; Rüben anbauen, fressen, verziehen
—
2. süddt. gelbe Rüben (Möhren) —3. salopp
Kopf (1.1): die R. einziehen; jmdm. eins auf die R.
geben — 4 . salopp scherzh. freches, übermütiges
Kind: so eine freche R .!; du bist mir vielleicht
eine R .!
-f- wie / Kraut und Rüben
Rubel, der; -s, - jAbk. Rbl.; Währungseinheit in der
UdSSR/; O umg. der R. rollt (viel Geld wird ein
genommen und ausgegeben)
Rübenzucker, der /o. PL/ aus Zuckerrüben her
gestellter Zucker
’rüber jAdv.j umg.: / herüber, hinüber
Rubin, der; -s, -e 1. tiefroter Edelstein: ein echter,
funkelnder R .; ein Ring mit einem wertvollen R.
—
2. U hrm . Teil (2) aus einem tiefroten syntheti
schen Edelstein im Lager einer Armband-, Taschen
uhr: eine Uhr mit 16 Rubinen
Rubin/rubin| -glas, das /o. P l.j tiefrot gefärbtes Glas;
-r ot /Adj.j tiefrot wie ein Rubin (1): der Wein
funkelt, glüht r.
Rubrik, auch Rubrik, die; -,
-en Spalte, in die
(unter einer Überschrift) zu einer Klassifizierung,
zu einer Sachgruppe Gehörendes eingeordnet w ird :
Rubriken einer Planabrechnung, Tabelle, Zeitung;
Namen, Zahlen in eine R. eintragen; etw. in, unter
einer R. anführen, bringen, verzeichnen; er
schreibt in, unter der R . ,Rezensionen4; dazu rubri
zieren /sw. Vb.; hat/
ruchbar, auch ruchbar /A d j.; in den Verbindungen/
v e r a lt e n d r. (bes. durch Gerücht, Gerede bekannt9
offenkundig) werden; etw. r. machen
ruchlos, auch ruchlos /Adj.; nicht adv./ veraltend
gemein, gewissenlos: ein ruchloses Gesindel, W eib;
eine ruchlose Gemeinheit, Tat, Verleumdung
ruck /in der Verbindung/ um g . r ., zuck schnell,
zügig: das muß r., zuck gehen
Ruck, der; -(e)s, -e rasche, kurze (durch einen plötz
lichen Stoß, Zug ausgelöste, gestoppte) Bewegung:
ein heftiger, jäher, leichter R .; ein R. an der Leine,
mit dem Kopf, nach vorwärts; auf einmal gab es
einen R.; mit einem R. anhalten, bremsen, los
fahren; mit einem R. (plötzlich) aufspringen
+• um g. sich einen R. geben (sich zu einerEntschei
dung durchringen)
Rückantwort, die (im voraus bezahlte) Antwort auf
eine schriftliche, telegrafische A nfrage: eine R. er
bitten
ruck]artig /Adj./ in der A rt eines Ruckes, in Ruk-
ken: eine ruckartige Drehung; sich r. (fort)bewe-
gen; r. (mit einem Ruck, plötzlich) stehenbleiben
rück/Rück| -bezüglich /Adj.; nur attr./ Gramm.
reflexiv: ein rückbezügliches Fürwort; -blende, die
Einschub (einer Darstellung) von etw. Vergangenem,
vor der Erzählzeit Liegendem in den (Handlungs)-
ablauf eines Dramas, Films, Romans: die Jugend
des Helden, die Motivation für ihre Tat als R., in
einer R. schildern; -blick, der von einem gegen
wärtigen Standpunkt aus gegebene Betrachtung einer
zurückliegenden Entwicklung, Phase: ein histori
scher, kritischer, literarischer R .; ein R. auf sein
Leben;dazu -blickend /Adj.; nichtpräd./;-buchung,
die W irtsch . Buchung, durch die eine erfolgte un
richtige Buchung aufgehoben wird
rucken jsw. Vb.; hat/ 1.1 . einen Ruck, Rucke ma
chen :der Zug ruckte und stand 1.2 . an etw. r. (mit
einem Ruck, m it Rucken an etw. ziehen)
recken jsw. Vb.; hat, ist/1 . etw. (mit einem Ruck) an
eine andere Stelle ziehen, schieben, in eine andere
Stellung bringen (hat): die Couch, Kiste von der
Stelle r.; etw. ans Fenster, zur Seite r.; ein Bild,
einen Knopf höher r.; er rückte sich die Mütze in
die Stirn; <> etw. in den Mittelpunkt, Vordergrund
r.
—
2. (mit einem Ruck) sich (sitzenderweise) ein
wenig in eine bestimmte Richtung bewegen (ist): an
jrads. Seite, nach vorn r.; könnt ihr bitte etwas,
ein Stück r. (ein wenig Platz machen zum Sitzen)!;
Oanjmds. Stelle r. (jmds. Stelle 3.1 einnehmen);
etw. ist in weite Ferne, greifbare Nähe gerückt —
3. (zu einem bestimmten Ort) ziehen (8.1), gehen (ist):
im Sommer rückten sie mit ihren Rechen ins Heu;
die Truppe rückte ins Manöver
+ jmdm. auf die / Bude r.; einer Sachexzu /
Leibe r.; etw., jmdn., sich ins rechte / Licht r.;
jmdm. auf die / Pelle, auf den / Pelz r.
Rücken, der; -s, - 1 .1 . zwischen Nacken und Gesäß
liegende hintere Seite des menschlichen R umpfes: ein
breiter, hohler, krummer, schwacher R.; den R.
geradehalten; jmdm. den R. kehren, zudrehen, zu
wenden; auf dem R. liegen, schlafen, schwimmen;
etw. auf dem R. tragen; das Licht, den Wind im
R. haben 1.2 . Oberseite eines tierischen Rumpfes: die
Katze krümmte den R.; auf dem R. des Pferdes
sitzen — 2.1. hintere Seite, Partie bes. eines Klei
dungsstückes; der R. des Mantels fällt lose, weit 2.2 .
obere Seite von etw.: der R. eines Berges, der Hand,
Nase; Wellen mit Schaum auf dem R. 2 .3 . der R.
Rückendeckung — Rückschau
961
(die der Schneide gegenüberliegende Seite) des Mes
sers, Beils 2.4 . der R. des Buches (Buchrücken) —
3. jo. Art., o. PL/ Sport Bückenkraulschwimmen:
sie siegte über 100 Meter R.
+ den R. frei haben (frei, ungehindert handeln, ent
scheiden können) ;jmdm., einer Sache den R . kehren
(sich von jmdm ., einer Sache abkehren, abwenden);
jmdm. läuft es (eis)kalt den Rücken her-, h inunter
(es schaudert jmdm.)*, jmdm. den R. decken, frei
halten (jmdm. Beistand leisten);jmdm. den R. stär
ken (jmdm. M ut machen)*, etw. hinter jmds. R .
(ohne daß jmd. es sieht, davon weiß) sagen, tun;
jmdm. in den R. fallen (jmdn. unerwartet angreifen,
überraschenderweise nicht unterstützen) ;u m g . jmdn.,
etw. im R . (als Stütze hinter sich) haben; einen
breiten R. hab en (viel ertragen können); Zusehen,
daß man mit dem R. an die Wand kommt
(eine geschützte Stellung, Vorteile gewinnt); — sich
eine Rute auf den R. binden
Rücken | -deckung, die 1. Schutz vor Ang riffen von
hinten ~ 2 . Schutz, Beistand im Falle eines Risikos:
R. (bei jmdm.) finden, haben; sich R. verschaffen;
-flosse9die Flosse auf dem Rücken mancher Fische;
-kraulsehwimmen, das Schwimmart, bei der in
Rückenlage A rm e und Beine ähnlich wie beim
Kraulschwimmen bewegt werden; -läge, die jo. Pl.f
Lage des menschlichen Körpers mit dem Rücken
nach unten; -lehn e; die Lehne eines Stuhles, Sessels
zum Anlehnen für den Rücken; -mark; das inner
halb des kanalartigen Hohlraumes zwischen erstem
Hals- und zweitem Lendenwirbel liegender Teil des
Zentralnervensystems; -Stärkung; die (moralische)
Unterstützung, Hilfe: sich bei jmdm. R . holen;
- teil; das hintere Pa rtie eines Kleidungsstückes;
-wind, der fo. Pl.f Wind von hinten
Rück/rück| -erstattung, die Rückzahlung bes. eines
verauslagten Betrages; -fahrkarte, die Fahrkarte, die
zur (Hin- und) Rückfahrt berechtigt; -fahrt; die
Fahrt von einem vorübergehend aufgesuchten Ort
zum Ausgangspunkt zurück: eine beschwerliche R.;
die R. antreten; -fall; der 1.1 . die Hinwendung zu
einem früheren, übleren Verhalten, Zustand: ein g e
fährlicher, leichtfertig verschuldeter, unerwarteter
R.; ein R. in alte Fehler, Laster, Torheiten 1.2 .
J u r . erneutes Begehen einer (bereits wiederholt be
gangenen) Straftat durch einen vorbestraften Täter:
er muß sich wegen Betruges im R. verantworten
1.3 . das Wiederauftreten einer scheinbar überwun
denen Krankheit: ein heftiger, schwerer R .; häufig
Rückfälle erleiden, haben; dazu -fällig fAdj.f;
-flug; der vgl. -fahrt; -fluß, der 1. fo. Pl.f das Zu
rückfließen — 2 . W irts ch. das Zurückgewinnen
verausgabter Mittel: Sicherheiten für den R. volks
eigener Investitionsmittel; -frage; die Anfrage
zwecks Überprüfung einer vorgelegten, bereits behan
delten Sache: eine R. beantworten, erledigen; dazu
-fragen /Vb.; nur im Inf. u. Part.Prät.f; -führung,
die das Zurückführen (1): die R. eines Truppen
teils in die Etappe; -gäbe; die fvorw. Sg.j das Zu
rückgeben einer Sache an ihren Eigentümer: die
fristgemäße R. der in der Bibliothek entliehenen
Bücher; -gang, der Abnahme, das Sichverringern
(von etwA): ein rascher, starker R. wurde festge
stellt; ein R. der Infektionskrankheiten, Krimi
nalität; -gängig lAdj.f 1. rückläufig (lj: eine rück
gängige Entwicklung — 2 . etw. r. machen (etw.
aufheben, widerrufen); -grat, das; -(e)s, -e Wirbel
säule: ein gerades, verkrümmtes R .; <£> (mora
lisches) R. (innere charakterliche Stärke, M ut, sich
zu einer Überzeugung zu bekennen) beweisen, ha
ben, zeigen; er ist ein Mensch ohne R .;
-{- jmdm.
das R. stärken (jmdn. für eine Bewährungsprobe,
Auseinandersetzung innerlich stark machen) ; -griff,
der: der R. auf Stilelem ente (das Wiederaufgreifen,
-verwenden von Stilelementen) der G otik; -halt, der
1. Rückendeckung (2), Hilfe: (an jmdm., etw.) einen
festen, finanziellen, moralischen, starken R. ha
ben; jmdm. sicheren R. bieten, gewähren; er ver
sucht, ohne jeden R . (ohne Unterstützung durch
irgend jemanden) durchzukommen — 2. Io. Pl.f
ohne R. ohne Vorurteile, ohne Vorbehalt: etw., jmdn.
ohne R. akzeptieren, verteidigen; einer Sache ohne
R. zustimmen; -haltlos jAdj.f vorbehaltlos: rück
haltlose Anerkennung, Kritik, Offenheit; jmdm. r.
vertrauen; sich r. für etw., jmdn. einsetzen; -hand,
die fo. PI.) Tennis Tischtennis Haltung des
Schlägers, die sich dadurch ergibt, daß mit dem rech
ten Arm links vom Körper od. mit dem linken Arm
rechts vom Körper geschlagen wird: R. spielen;
-kehr, die; -, /o. PLI das Zurückkommen an den
Ausgangs-, Wohn-, Heimatort nach einer längeren)
Abwesenheit, Fahrt, Reise: eine frohe, unerwartete
R.; jmds. R. erwarten; -kopp(e)lung, diel, fa ch -
spr. für die Funktion eines dynamischen selbst
regulierenden Systems geltendes P rin z ip , demzufolge
die Wirkung einer auf das System einwirkenden
Ursache in bestimmter Weise auf diese Ursache zu
rückwirkt: die R. bei Prozessoren — 2. Elektro-
te c h n . Zurückführung eines Teils der von einer
Verstärkeranlage abgegebenen Energie auf die A n
lage selbst; -kunft, die; -, fo. P L] Rückkehr: die
langersehnte R. des Vaters; -läge, die 1. (für den
Notfall, eine spezielle Verwendung) zurückgelegtes
Geld: beträchtliche Rücklagen haben — 2 . fo. Pl.f
S k i das Zurücklegen des Körpers: R. und Vorlage
üben; -lauf, der 1. jo. Pl.f das Zurücklaufen zum
Ausgangspunkt im System eines Kreislaufs: der R.
des venösen Blutes; O der R. von Gewerkschafts
geldern in die Gruppen — 2. Techn. rückwärts
gehende Bewegung eines sich vor und zurück be
wegenden Teils einer Maschine: der R. einer Hobel
maschine; -läufig lAdj.j 1. (zum Ausgangspunkt) zu
rückgehend : ein rückläufiger Prozeß — 2 . eine rück
läufige (sinkende) Fehler-, Geburtenquote; -licht,
das /PL -er/ die hintere Begrenzung eines Fahrzeugs
markierende kleine rote Lampe, Schlußleuchte: das
R. am Fahrrad; die Rücklichter des Autos flamm
ten auf
rücklings /A dv ./ 1. m it dem Rücken in Richtung der
Bewegung: r. hinfallen, zu Boden sinken, stürzen;
er preßte seinen Gegner r. (den Rücken seines
Gegners) gegen die W and; r. (mit dem Gesicht nach
hinten) auf dem Pferd sitzen — 2 . jmdn. r. (von
hinten) angreifen, erstechen
Rück| -nähme, die; -,
- n das Zurücknehmen (4):
die R. einer Verfügung; Jur. die R. eines Ein
spruchs, einer Klage; -porto, das Porto für die
schriftliche Rückantwort: R. beilegen; -reise, die
vgl. Rückfahrt: sich auf der R. befinden; die R.
antreten
Rucksack, der /PL -säcke/ auf dem Rücken zu
tragender sackartiger Behälter vorwiegend aus Segel
tuch zum Transportieren kleiner Lasten
Rück/rück| -schau, die jo. PL/ vgl. Rückblick: eine
962
Rückschlag — rückwärtsgehen
R. auf die letzten Jahre; -schlag, der nach positiver
Entwicklung (plötzlich) eintretende negative Wen-
düng : ein empfindlicher, schwerer, unerwarteter
R.; einen R. erleiden, hinnehmen (müssen);
-Schluß, der Schlußfolgerung vom gegenwärtigen
Sachverhalt auf einen zurückliegenden: aus seinem
heutigen Verhalten ergeben sich Rückschlüsse auf
seine Jugend, Kindheit, Vorbilder; -schnitt, der
fo. Pl.f L and w . das Zurückschneiden der Triebe bes.
an Obstbäumen zur Steigerung des Ertrages, zur E r
höhung der Qualität der Früchte; -schritt, der E nt
wicklung z u einem schlechteren, (längst) überwun
denen Zustand: ein bedauerlicher, enttäuschender
R .; diese unüberlegten Maßnahmen bedeuten
einen großen R .; gegen den R. kämpfen; -schritt-
lich fAdj.f im Sinne überholter gesellschaftlicher
Verhältnisse (argumentierend, handelnd): eine rück
schrittliche Ansicht, Gruppe, Politik; r. denken,
sein; -Seite, die 1.1 . Hinterseite: auf die R. des Bil
des schrieb er seinen Nam en; an der R. des Hauses
steht ein Apfelbaum 1.2 . durch bestimmte K ri
terien als nicht dominierend geltende Seite von zwei
sonst gleichwertigen Seiten: die R. einer Münze,
Schallplatte, eines Geldscheins; -sicht, die 1.
Ivorw. Sg.f in aufmerksamer Beachtung von Ge
gebenheiten, Um ständen bestehendes angemessenes,
schonendes Verhalten bes. gegenüber Personen:
falsche, feine, kluge, weitgehende R.; keine R.
kennen; R. auf jmdn., auf eine gespannte Situation
nehmen; etw. aus, mit, ohne R. tun; es an der ge
botenen R. fehlen lassen; O mit R. darauf (hin
sichtlich dessen), daß . . .
—
2. fvorw. Pl.f Grund im
Hinblick auf bestimmte, jeweilige Umstände, Ver
hältnisse: etw. aus familiären, finanziellen, öko
nomischen Rücksichten lassen, tun; + umg.
scherzh. ohne R. auf Verluste (unter allen Um
ständen; rücksichtslos); -sichtnahme, die; -, fo. Pl.f
das Rücksichtnehmen gegenüber Personen: seine
rührende, verständnisvolle R .; gegenseitige R. im
Straßenverkehr
rücksichts/RücksichtsI -los fAdj.f 1.1 . ohne Rück
sicht (1) (handelnd): ein rücksichtsloser A uto
fahrer, Kritiker, Mensch; sich r. durchsetzen, vo r
drängen 1.2 . schonungslos (hart}: eine rücksichts
lose Härte, Maßnahme, Offenheit, Strenge; r.
(gegen jmdn., etw.) Vorgehen; er ist r. gegen sich
selbst; dazu -losigkeit, die; -,
-en:
seine alltäglichen
Rücksichtslosigkeiten bringen mich zur Verzweif
lung; -voll fAdj.f mit, voller Rücksicht (1) (handelnd):
ein rücksichtsvoller Ehemann, Nachbar; jmdn. r.
behandeln
Rüek/rück| -sitz, der hinterer Sitz in einem Fahr
zeug; -Spiegel, der (kleiner, konvexer) an, in einem
Fahrzeug angebrachter Spiegel, in dem der Fahrzeug-
führer die Fahrbahn, Fahrzeuge hinter sich beob
achten kann: in den R., etw. im R. sehen; -spiel,
das B allspiele zweite Begegnung von zwei fest
gesetzten Begegnungen zweier Mannschaften in einer
Saison, einem Wettbewerb, bei denen in der Regel
jede Mannschaft einmal den Platzvorteil h a t: das R.
gewinnen; -spräche, die (erneute) Besprechung, um
etw. zu klären, zu erfahren: eine persönliche, wei
tere R.; mit jmdm. R . halten, nehmen; nach R.
mit dem Direktor wurde beschlossen...; -stand, der
1. Rest, der von einem Stoff (3.2) übriggeblieben ist:
ein flockiger, pulveriger, schlieriger R. — 2 .1 . noch
ausstehender Teil einer eingegangenen Verpflichtung:
da bleibt noch ein kleiner R.; ein R. in der Bei
tragszahlung 2.2 . fo.Pl.j mit etw. im R. (Verzug)
sein; in R. geraten, kommen — 3. fo. Pl.f Sport
Abstand, mit dem jmd. hinter der Leistung des
Gegners zurückbleibt: der R. betrug drei Tore;
- ständig fAdj.f 1.1 . in der gesellschaftlichen, öko
nomischen Entwicklung zurückgeblieben: ein w irt
schaftlich rückständiges Gebiet, Land 1.2 . in seinen
Denk-, Lebensgewohnheiten hinter den Forderungen,
Gegebenheiten sein er Z eit zurückgeblieben: rück
ständige Auffassungen — 2 . noch ausstehend (3):
eine rückständige Forderung, Zahlung; -stau, der
1.1 . durch Zurückfließen bewirkter Stau: ein R.
der Nebenflüsse bei Treibeis auf der Elbe 1 .2 . ein
R. (Stau 1.3) in der Autoschlange; -stoß, der fo. Pl.f
Phys. auf einen Körper beim Ausstößen von Gasen
m it hoher Geschwindigkeit zurückwirkende K raft, die
bei Geschossen, Raketen, Düsenflugzeugen zum A n
trieb ausgenutzt wird; -strahier, der; -s, - roter,
Lichtstrahlen inten siv reflektierender Glaskörper, der
vorschriftsgemäß am Heck jedes Fahrzeugs a n
gebracht sein muß; -Strahlung, die Phys. das Zu
rückstrahlen, die Reflexion; -taste, die Taste der
Schreibmaschine, durch deren Betätigung der Wagen
um einen Anschlag zurückgezogen wird; -tritt, der
1.1 . das Zurücktreten, die Amtsniederlegung bes. von
Mitgliedern einer bürgerl. Regierung: der R. des
Kabinetts, Kanzlers, Ministers; seinen R. an
bieten, erklären; jmds. R. annehmen 1.2. Jur. der
R. v on einem Vertrag (die rückwirkende Auflösung
eines Vertrages durch einseitige Erklärung eines
Vertragspartners); der R. (freiwillige Verzicht auf
die Vollendung) von einer versuchten Straftat —
2. durch Rückwärtstreten der Pedale zu betätigende
Bremse am Fahrrad: mit R. fahren; -Vergütung, die
1. Rückerstattung: die R. von Auslagen — 2 .
W irtsch. 2.1. firn soz. Handelf prozentual auf
den Umsatz berechneter Teil des Gewinns der K o n
sumgenossenschaft, der den Mitglied ern entsprechend
dem Wert der von ihnen getätigten, in M arken be
legten Einkäufe nach Abschluß des Geschäftsjahres
ausgezahlt wird 2.2 . firn kap. Handelf von Groß-,
Einzelhändlern gewährter Rabatt; -versichern, sich
jVb.; nur im Inf. u. Part. Prät.f 1. sich nach meh
reren, zwei Beiten hin absichern: er versuchte, sich
durch ein Gespräch, Versprechen, Zugeständnis
rückzuversichern — 2. Wirtsch. fvorw. Inder kap.
Wirtschaftf sich als Versicherungsgesellschaft gegen
bestimmte Risik en bei einer anderen, größeren Ver
sicherungsgesellschaft finanz iell absicher n; dazu - Ver
sicherung, die; -w and, die die (für den Betrachter)
hintere Wand eines (Hohl)raumes: die R. des
Hauses, Saales; einen Schrank ohne R. in die Ecke
eines Zimmers stellen; -wärtig \Adj.; nicht präd.f
3hinter, hinten gelegen: der rückwärtige Ausgang;
-wärts fAdv.f 1. nach hinten (1) 1.1. fräuml.f; einen
Blick, Schritt r. tun; sich nach r. beugen, fallen las
sen, neigen; r. (mit dem Rücken voran) fahren, ge
hen, die Treppe hinunterfallen; O diese Maßnahme
bedeutet einen Schritt r.; das kleineEinmaleins
r. (von hinten beginnend) aufsagen (können) 1.2 .
fzeitl.f: von heute an drei Monate r. gerechnet —
2. er war leise von r. (von hinten) ins Haus gekommen
Rückwärts/rückwärts| -g ang , der Übersetzungsstufe
des Schaltgetriebes eines Kraftfahrzeugs, die ermög
licht, rückwärts, m it dem Heck voran, zu fahren: den
R. einschalten; im R. fahren; -gehen fVb.f umg.
rückwärtsgewandt — Rufzeichen
963
mit jmdm., etw. geht es rückwärts jmd., etw. nimmt
eine Entwicklung zum Schlechteren: mit ihm, seiner
Arbeit, Gesundheit soll es r .; -gewandt /Adj.j nach
hinten gewandt: „leb wohl!“ rief er mit rückwärts -
gewandtem Gesicht; <£> ein rückwärtsgewandtes
(auf Vergangenes gerichtetes) Denk en, Lebensgefühl
Rückjweg, der Weg von einem vorübergehend a uf
gesuchten Ort zum Ausgangsort zurück:ein beschwer
licher, kurzer R.
ruck|weise fAdv.f in Rucken: ein Tau r. anziehen;
der Hampelmann bewegt seine Glieder, sich r.
rüek/Rüek| -wirkend fAdj.f gültig von einem bereits
zurückliegenden Zeitpunkt an: ein Gesetz mit rück
wirkender Kraft; etw. r. erhöhen, zahlen; -Wir
kung, die 1. das Zurückwirken, Wirkung auf das
eine Wirkung Auslösende: günstige, politische', u n
beabsichtigte Rückwirkungen — 2 . fo. Art., o. Pl.f
Verlegung des Inkrafttretens, der Gültigkeit von etw.
auf einen zeitlich schon zurückliegenden T e r m i n :
der Erlaß gilt mit R. ab 1.1 . des Vorjahres; -Zah
lung, die Zahlung eines von jmdm. geliehenen, ver
auslagten Betrages an den, der ihn geliehen, veraus
lagt hat: die R. einer Schuld; -zieher, der -J- um g.
einen R. machen (zu weit gehende Äußerungen,
Forderungen, zu weit gesteckte Ziele teilweise od.
ganz zurücknehmen); -zug, der Mil. Kampfhand
lung, bei der Tr upp en die von ihnen besetzten Ge
biete planmäßig aufgeben und sich vor dem Angriff
eines überlegenen Gegners zurückziehen: ein geord
neter, überstürzter R .; dem Gegner den R. ab-
schneiden
rüde lA dj.f roh (4.1), derb und ungeschliffen: ein
rüder Bursche, rüdes Benehmen; einen rüden
(derben und gemeinen) Ton an jchlagen
Rüde, der; -n, -n männliches Tier der Hunde,
hundeartigen Raubtiere: ein bissiger, starker R.
Rudel, das; -s, - Gruppe in freier Wildbahn zusam
menlebender Säugetiere: ein R. Elche, Rehe, Scha
kale; Wölfe jagen im R.
Ruder, das; -s, - 1 .1 . blattförmige (auf der Mitte des
Hecks angebrachte), um die vertikale Achse drehbare
Vorrichtung zum Steuern eines Bootes, Schiffes: das
R. des Tankers ist gebrochen; das R. eines Bootes
halten; am R. stehen; <0> das R. des Staates führen
1.2 . bewegliches, der Steuerung dienendes Teil des
Leitwerks eines Flugzeugs: der Pilot betätigte das
R. des Höhenleitwerks — 2 . Riemen (2); Skull: ein
langes, schweres R .; die R. auslegen, durchziehen,
eintauchen
- f u m g . fvorw. im bürgerl. Sprachgebrauch/ ans R.
(an die Regierung) kommen
Ruderj -bank, die /PI.
- bänke/ Sitz für (einen)
Ruderer im Ruderboot; -boot, das Boot, das mit
Rudern (2) fortbewegt wird: mit einem R. über den
See fahren
Ruderer, der; -s, - jmd., der ein Boot rudert: ein
sportlicher R .; die R. legten sich in die Riemen
Ruder Seemannsspr.| -ganger, der; -s, - Ruder
gast; -gast, der /PL -en/ Besatzungsmitglied, das das
Ruder (1.1) bedient
rudern fsw. Vb.; ist, hat/ 1.1. ein Ruderboot da
durch fortbewegen, daß man das, die Ruder (2) ins
Wasser eintaucht und durch das Wasser zieht (ist,
hat): erist, hat immer gern allein gerudert; mit dem
Kahn r. 1 .2 . sich durch 1.1 irgendwohin bewegen (ist):
über den Eluß r. — 2. (hat) 2.1. ein Boot r. (durch
1.1 fortbewegen) 2.2 . etw., jmdn. in einem Boot mit
Rudern (2) fortbewegen: Kisten, Leute, Schafe über
den Fluß r.
Rudern, das; -s, jo. Pl.j das Rudern (1.1) als sport
liche Diszip lin
Ruderjregatta, die Regatta für Ruderboote
Rudiment, das; -(e)s, -e 1.1 . Rudimente (Über
bleibsel 2) einer alten Befestigungsanlage 1.2 . B iol.
in lebenden A rten erhaltener R est eines weitgehend
zurückgebildeten Organs: die Rudimente von Hin
terbeinen bei Riesenschlangen; zu 1.2 rudimentär
/A d j.j : ein rudimentäres Organ
Ruf, der; -(e)s, -e 1.1 . (kurze) laute stimmliche Ä u
ßerung eines Menschen, Tieres: ein ferner, gellender,
langgezogener, lockender R.; der R. des Hahns,
Pirols, Wächters; warnende Rufe ausstoßen, er
tönen lassen; seine Rede schloß mit dem R. (Aus
ruf): „Er lebe hoch!“ 1 .2 . 1.1 eines Menschen als
Aufforderung bes. zum Kommen: mitten ins Spiel
ertönte der R. der Mutter; Rufe um Hilfe, nach
der Polizei — 2 . jo. Pl.j Aufforderung, Forderung,
Appell: an alle Bürger ergeht der R. zur Mitarbeit;
dem R. seines Gewissens, Herzens folgen; der R.
(die Forderung) nach Frieden — 8 . jo. P l.j Berufung
(1): ein R. auf den Lehrstuhl für Soziologie; einen
R. als Professor, an die Oper, Universität, in ein
hohes Amt annehmen, ausschlagen, erhalten —
4. /o. Pl.j von vielen geteilte Meinung über jmdn.,
etw., Leumund: ein makelloser, zweifelhafter R.;
einen guten, internationalen, üblen R. haben; sie
hat ihren R. als Künstlerin aufs Spiel gesetzt, g e
wahrt; ängstlich auf seinen R. bedacht sein; jmdn.
in einen zweideutigen R. bringen — 5 .1 . /o. Pl.j
Telefonnummer: er ist zu erreichen unter dem R . . . .
5.2 . Anruf (1): der R. kommt nicht an
rufen, rief, hat gerufen / Vb.j 1.1 . jmd., ein Tier ruft
jmd., ein Tier läßt seine Stimme ertönen: hell, lange,
leise, wiederholt, zornig r .; die Kinder laut r. hören;
das Käuzchen ruft 1.2 . sich heiser r. (durch 1.1.
heiser werden) — 2 . etw. m it betont lauter Stimme
äußern, verkünden: „Verdammt!“ rief er; Alarm,
bravo, Feuer r. — B.jmdn., süddt. Schweiz, auch
jmdm.1 r. jmdn. (durch 2) auffordern zu kommen:
den, einen Arzt, die Mutter, Polizei r.; jmdn. um,
zu Hilfe, zu Tisch, zu einer Besprechung r.; jmdn.
zu sich r.; nach jmdm. r .; O die Pflicht ruft; die
Berg e r. (verlocken dazu, sie zu besteigen) — 4 . einen
bestimmten Namen für jmdn. gebrauchen: er heißt
Michael, aber sie r. ihn Mike — 5 . jmdn. anrufen
(1): das Fernamt r.; jmdn. unter der Nummer ... r.
-j- jmd. kommt wie gerufen (im rechten Augen
blick) ; — etw. ins / Leben r.; jmdn. zur / Ord
nung r.; etw. ruft jmdn. auf den / i Plan
Rüffel, der; -s, - u m g. derbe Rüge: ein kräftiger,
leichter R .; einen R. bekommen, einstecken
Ruf| -mord, der (in kap. Ländern im politischen
Machtkampf verwendete) schwere öffentliche Ver
leumdung, durch die der gute R uf einer (bekannten)
Persönlichkeit zerstört werden soll: R. betreiben;
- n a m e , der bei mehreren Vornamen der Vorname,
mit dem jmd. ständig angeredet wird: er heißt Hans
mit (seinem) Rufnamen; -nummer, die Telefon
nummer; -säule, die an Plätzen, Straßen aufgestell
te Vorrichtung mit Telefon, an der Taxifahrer Anrufe
entgegennehmen können; -w eite, die jo. PI .; in
den Verbindungen! außer, in R. bleiben, sein (außer
halb, in der Entfernung sein, bleiben, bis zu der ein
Ruf 1 gehört werden kann); -Zeichen, das 1. akusti-
62 Wörterbuch
964
Rugby — ruhig
sches Zeichen, bes. des Telefons: es ertönt kein R. —
2. österr. Ausrufezeichen
Rugby, das; -s, jo. PL/ [rakbi] Ballspiel zwischen
zwei Männermannschaften, öei dem der eiförmige
Ball nach bestimmten Regeln mit den Füßen od.
Händen möglichst oft in einen bestimmten Bereich
des gegnerischen Spielfeldes z u bringen i st
Rüge, die; -n Tadel, Verweis, bes. von einem Vor
gesetzten, Erziehungsberechtigten: eine empfind
liche, scharfe, schwere R .; eine R. aussprechen,
bekommen, erhalten; dazu rügen /sw. Vb. ; hat/:
jmdn. r. (jmdm . eine Rüge erteilen)
Ruhe, die; -, jo. P l.j 1* Zustand der Bewegungs
losigkeit: ein Motor, Pendel befindet sich in R .; der
Wechsel zwischen R. und Bewegung — 2,1. Zu
stand der Lautlosigkeit: eine beschauliche, feier
tägliche, tiefe, vollkommene R.; die R. der Ein
samkeit, Nacht genießen, lieben, suchen; R. bei
der, zur Arbeit, zum Nachdenken brauchen; R.
halten, schaffen; (darf ich) um R. bitten 2.2 . Zu
stand der (ordnungsgemäßen) Ungestörtheit: die
nächtlicheR.;dieR. (im Haus) stören; jmdm. keine
R., jmdn. (nicht) in R. lassen; (mit jmdm.) in R.
und Frieden leben; nach Unruhen die R. (öffent
liche Ordnung und Sicherheit) wiederherstellen —
3.1 . Muße, Entspannung: eine ausgiebige, behag
liche, kurze, wohlverdiente R .; nach der Arbeit R.
brauchen, sich R. gönnen; der Kranke bedarf der
R. 3 .2 . Schlaf, das Ruhen (1) im Bett: imBett, nachts
keine R. finden; sich zur R. begeben, legen; zur R.
(schlafen) gehen; angenehme R.! /Gruß, Wunsch
vor dem Schlafengehen/ — 4 . Zustand innerer Ge
lassenheit, Ausgeglichenheit: eine bewundernswerte,
heitere, unerschütterliche R .; R. ausstrahlen, be
sitzen, haben; (sich) etw. in R. überlegen; er kam
endlich zur R. (seine Erregung legte sich); (bei
etw.) die R. behalten, bewahren, verlieren; sich
zur R. (Beherrschtheit) zwing en
-j- R . geben (still sein; jmd n. nicht weiterhin mit
einem Anliegen bedrängen); die R. vor dem Sturm
(vor Gespanntheit lautlose Atmosphäre vor einer zu
erwartenden Auseinandersetzung); jmd. ist die R.
selbst (ist sehr ruhig, gelassen); geh. verhüll,
jmdn. zur letzten R. betten (beerdigen);v e ra lten d
geh. der R. pflegen (sich ausruhen); umg. immer
mit der R. (nicht so eilig)!; die R. weghaben (nicht
zu erschüttern sein); — ohne / Rast und Ruh
ruhe/Ruhe| -bedürftig lAdj.f der Ruhe (2, 3) be
dürftig: r. sein; sich r. fühlen; -läge, die jo. Pl.j
Lage eines Körpers im Zustand der Ruhe (1): das
Pendel befindet sich in R .; -los jAdj.f voller Unrast,
unstet: ein ruheloser Mensch, Sucher, Wanderer;
r. hin und her laufen, umherblicken, -schweifen
ruhen jsw. Vb.; hat/ 1. sich ausruhen: auf einem
Kissen, Sofa, im Lehnstuhl, Schatten r.; ein wenig,
ein Weilchen r.; die müden Glieder r. lassen; nicht
(eher) r. (in seinen Anstrengungen nicht nachlassen),
bis ...; (ich) wünsche wohl zu r.! / Wunsch beim
Schlafengehen! ~~ 2. etw. ruht 2.1 . etw. ist zum
Stillstand gekommen: die Arbeit, Maschine, Pro
duktion ruht; der Verkehr ruhte mehrere Stunden;
die Verhandlungen r. (stagnieren) schon wieder; die
Waffen r. (die Kampfhandlungen sind, der Krieg ist
beendet); der ruhende Verkehr (die auf öffentlichen
Straßen, Plätzen abgestellten Fahrzeuge) 2.2 . etw. ist
vorübergehend nicht wirksam: eine Mitgliedschaft
ruht; ein ruhendes ArbeitsVerhältnis; Ju r . ein
Prozeß, Verfahren, Vertrag ruht — 3 .1 . g eh . jmd.
liegt regungslos an, in, auf etw.: an jmds. Brust, in
jmds. Armen r.; hier ruht (liegt) ..., ruhe sanft!
IGrabinschriften! 3.2 . das Dach, die Kuppel ruht
auf Säulen (hat Säulen als Unterbau); O die ganze
Verantwortung ruht (liegt) auf ihm, seinen Schul
tern
-f- nicht r. und nicht rasten, bis ... (seine A n
strengungen, Bemühungen nicht unterbrechen, b i s . . . ) ;
—
jmd. ist der ruhende / Pol (von, bei etw.)
ruhenjlassen, ließ ruhen, hat ruhenlassen, auch
ruhengelassen etw. vorläufig nicht weiter verfolgen:
die Angelegenheit, Klage, Sache r.; diese alte
Geschichte solltest du endlich r .!
Ruhe/ruhe| -pause, die zum Ausruhen bestimmte,
genutzte Pause: eine R. einlegen, machen; -punkt,
der jPl.
- e/ etw., das eine Bewegung, Handlung,
Tätigkeit unterbricht und Gelegenheit zum Ausruhen,
zur Besinnung bietet: einen R. suchen; etw. gibt
dem Auge, bildet einen R.; sein Schaffen hat
keinen R.;
-rau m, der mit einer Liege ausge
statteter Raum , in dem sich Werktätige eines B e
triebes, bes. Frauen, a us gesundheitlichen Gründen
vorübergehend ausruhen können: einen R. ein
richten; -s itz, der 1. zum (Aus)ruhen geeigneter
Sitzplatz: sich einen bequemen R. bereiten —
2. (Besitztum als) Wohnsitz für die Zeit des Ruhe
stands: ein R. auf dem Lande; Weimar erkor er zu
seinem R.;
- stand, der jo. Pl.j rechtliche Stellung
eines (aus Altersgründen) aus dem Dienst ausge
schiedenen Beamten, Offiziers im bürgert. Gesell
schaftssystem, zu der der Anspruch auf eine Alters
versorgung gehört: der einstweilige, langjährige R.;
im R. jAbk. i. R ./: im R. leben, sein; in den R. ge
hen, treten, versetzt werden; -statt, die; -,
- stätten
s.
- stätte; -Stätte, die g eh .: hier fand er seine letzte
R. (hier ist er begraben); -störend jAdj.; nichtpräd.j
die Ruhe (2.1) unterbrechend, störend: ein ruhestö
render Lärm, Passant;' -tag, der 1.1 . zum Ausruhen
bestimmter Tag: der Sonntag ist für uns ein R.;
einen R. brauchen, einlegen 1.2 . m it behördlicher
Genehmigung regelmäßig arbeitsfrei gehaltener Wo
chentag bes. in einem Gaststättenbetrieb: dieses Cafe
hat am Mittwoch, montags R .; -zeit, die Zeit, Phase
der Ruhe (2): der Schlaf als R. (für den Organismus)
des Menschen
ruhig jA dj.j 1. ohne Bewegung (1.1 .1): es war ruhige
See; der Kranke lag ganz r. da; r. sitzen; die Finger
r. halten; eine ruhige (sichere, nicht zitternde)
Hand haben — 2 .1 . ohne Lärm, keine Geräusche
verursachend: ein ruhiges Dorf, Haus; ein ruhiger
Mieter, Nachbar; sich r. verhalten; sei (bitte) r.
(sprich nicht)!; <> um jmdn., etw. ist es r. (still 1)
geworden 2.2 . ohne Störung (der gewohnten Ordnung),
ungestört: die Na cht, Sitzung verlief r.; r. arbeiten
können; r. (friedlich) schlafen; die Maschine läuft
r. (geräuschlos und gleichmäßig) ; ein ruhiges (gleich
mäßiges, nicht aufregendes) Leben führen; einen
ruhigen (bequemen) Posten haben; sein Herz
schlägt r. (gleichmäßig) — 3 .1 . ohne Erregung, nicht
aufgeregt, innerlich ausgeglichen:ein ruhiger M ensch;
er antwortete, reagierte (ganz, völlig) r .; etw. r. ab-
warten, hinnehmen, überlegen; r. bleiben, sein,
werden; ein ruhiges (gutes) Gewissen haben; du
kannst ganz r. (ohne Sorge) sein 3.2 . jadv.j umg.
unbesorgt, getrost: von mir aus kannst du r. mit
kommen; man kann r. darüber sprechen
rukigstellen — rumkrebsen
965
+ nur ruhig B lu t!; ein ruhige Kugel schieben
ruhig|stellen fVb.f Med.: ein Bein r. (es vorüber
gehend, bes. durch Schienung, einen Gipsverband,
in eine Lage, Stellung bringen, in der es nicht bewegt
werden kann)
Ruhm, der; -(e)s, fo. Pl.f durch hervorragende L ei
stung erworbenes hohes öffentliches Ansehen: hoher,
literarischer, weltweiter R .; ein fragwürdiger R .;
der R. seiner Tat; R. ernten, erringen; R. (und
Ehre) den Freiheitskämpfern, Siegern!
+ umg. scherzh. spött. sich nichtgerade mit R.
bedeckt, bekleckert haben (sich blamiert haben)
rühmen fsw. Vb.; hat/ jmdn., etw. (öffentlich) lo
bend heraussteilen, hervorheben: eine Künstlerin ,
Tat, Ware r.; jmdn. laut, wegen seines Mutes, als
überlegen, als Vorbild r.; et#, an jmdm. r.; etw.
rühmend hervorheben; sich einer Sache r. (auf
etw. als Urheber stolz sein)
rühmlich fAdj.f lobenswert, löblich: eine rühmliche
Ausnahme, Tat; sich r. auszeichnen
ruhm| -los fAdj.f ohne Ruhm, arm an Ansehen: ein
rühmloses Leben führen; er blieb r.; -reich fAdj.f
m it viel Ruhm, reich an Ruhm: ein ruhmreicher
Feldherr, Freiheitskampf, Sieg; r. kämpfen; -v oll
fA d j.f ruhmreich
Ruhr, die; -, /o. Pl.f Infektionskrankheit, die mit
Fieber, Leibschmerzen, starken Durchfällen auftritt
Rühr|ei, das /o. Pl.f aus verquirlten, (in der Pfanne)
in Fett leicht gebratenen Eiern bestehende E ier
speise : R. mit Schinken
rühren fsw. Vb.; hat/1.1 . sich r. sich (ein wenig) b e
wegen (1): nichts, niemand, kein Lüftchen rührte
sich; sich kaum r. können, zu r. wagen; sich (nicht)
vom Fleck, von der Stelle r.; rührt euch! /mili
tärisches Kommando, das auffordert, eine bequeme
Haltung einzunehmenf; O das Gewissen, Mitleid
rührt sich 1.2 . etw. r. ein Glied des Körpers be
wegen: die Flügel, Fühler r.; kein Glied mehr r.
können — 2 .1 . etw. r. eine breiige, körnige Masse,
eine Flüssigkeit bes. m it einem Löffel kreisend b e w e
gen (1) (und dadurch die Bestandteile vermischen):
einen Kuchenteig r.; mit dem Löffel im Tee r. 2.2 .
etw. durch 2.1 in einen anderen Zustand versetzen:
Butter schaumig, die Soße glatt r. 2.B. etw. an, in
etw. r. etw. durch 2.1 einer Sache beimengen: ein Ei
an,indieSupper. — 3. an etw. r.sachtanetw.grei
fen, an etw. tasten: an jmds. Arm, Schulter r.; O
nicht an etw. r. (etw. Unangenehmes nicht erwäh
nen) — 4 . etw. ergreift (4) jm dn .: etw. rührt jmdn.
tief, bis zu Tränen; ihr Lied, Schmerz, Tod rührte
ihn (sehr); ein rührender Abschied, Anblick; ge
rührtsein; rührend (aufopfernd, liebevoll) um jmdn.
besorgt sein — 5 . etw. rührt von etw., jmdm. etw.
kommt von etw., jmdm., hat seine Ursache in etw.,
jmdm.: diese Krankheit rührt von einer Erkäl
tung ; das rührt daher, daß ...
+ jmd. steht da, ist wie vom / Donner gerührt;
keinen / Finger r.; für etw. die / Trommel, /
Werbetrommel r.
rührig fAdj.J eifrig und aktiv (1): ein rühriger
Mensch, Verlag; (immer sehr) r. sein
Rühr/rühr| -kuehen, der Kuchen aus Rührteig; -s e
lig fAdj.f in übertriebener Weise Rührung empfin
dend, verursachend, zeigend: ein e rührselige Alte,
Geschichte; ein rührseliges Pathos; Stück; r. sein,
werden; -stück, das fPl.
-ej in der Zeit der Auf
klärung entstandenes moralisches bürgerliches Scha u
spiel, in, mit dem durch Anfechtung und endlichen
Sieg der Tugend moralische Rührung hervorgerufen
werden sollte; -teig, der jo. Pl.f durch Rühren (2.1)
der Zutaten hergestellter (Backpulver)teig: ein R.
aus, m it drei Eiern
Rührung, die; -,
- e n fvorw. Sg.f innere Bewegung
(1.2), (sanfte) Ergriffenheit: eine freudige, weh
mütige, zärtliche R .; die R. überkommt, über
mannt, überwältigt jmdn.; R. empfinden, erwek-
ken, verbergen, zeigen
Rühr|w erk , das Vorrichtung zum maschinellen
Rühren (2): das R. eines Kochkessels, einer Drill-,
Küchenmaschine
Rujn, der; -s, fo. Pl.f 1.1 . Schädigung, Zerrüttung:
das war sein R. (ruinierte 1.1 ihn); das führte zum
völligen R. seiner Gesundheit; jmdn. an den Rand
des Ruins (Verderbens) bringen 1.2 . / unter kap.
Verhältnissenf wirtschaftlicher Zusammenbruch, Z u
sammenbruch der geschäftlichen Existenz: ein fin an
zieller, wirtschaftlicher R .; vor dem R. stehen
Ruine, die; -,
-n 1. verfallendes (historisches) Bau
werk : die R. eines Klosters, Schlosses; die Burg ist
heute, vom Turm steht nur noch eine R.; <0> der
Mann ist eine R. (körperlich völlig zugrunde ge
richtet) ! —• 2. fnur im Pl.f (umherliegende) Trümmer
von Gebäuden, von 1: nach dem Erdbeben, Krieg
lag die Stadt in Ruinen; Tote, Verletzte aus den
Ruinen bergen; die Ruinen beseitigen, spren
gen
ruinieren fsw. Vb.; hat/ 1.1. sich, etw., jmdn. zu
grunde richten: durch diese H ektik, Nachtarbeit
wirst du dich, deine Gesundheit noch r .; sich die
Augen, Nerven r. (stark schädigen) 1.2 . jmdn. r.
Iunter kap. Verhältnissen! jmd s. wirtschaftliche
Existenz zugrunde richten: jmdn., sich wirtschaft
lich r .; der Supermarkt, Trust hat mehrere kleine
Unternehmer ruiniert; er ist ein ruinierter Mann
ruinös fAdj.f 1. zum (wirtschaftlichen) Ruin füh
rend: eine ruinöse Inv estition, Leidenschaft; der
Boykott, Konkurrenzkampf war r.
—
2. ver
a l t e n d stark schadhaft, verfallen, wie eine, als Ru ine
dastehend: der Turm ist ein ruinöser Überrest des
alten Schlosses; ein Backenzahn in ruinösem Zu
stand
rülpsen fsw. Vb.; hat/ salopp hörbar aufstoßen (2):
laut, unanständig r.
Rülpser, der; -s, - s a l o p p (lautes) Geräusch, das
durch, beim A ufstoßen (2) entsteht: ein lauter R.
Rum, der; -s, -e aus Rohrzucker hergestellter Brannt
wein: (Tee mit) R. trinken
’rum fAdv.f umg.:
herum
Rumba, die; -,
-s, auch der; ->s, -s auf Kuba ent
standener rhythmischer Gesellschaftstanz im Vier
vierteltakt
rum, auch9rum f / auch herum]/ umg.| -bummeln
fVb.f 1. trödeln, langsam, unkonzentriert arbeiten
(hat): sie schaffen wenig, bummeln meist rum —
2. längere Zeit über in langsamem Tempo, ohne festes
Ziel Spazierengehen (ist): wir sind ein bißchen in
der Altstadt, am Strand rumgebummelt; -fum
meln fVb.f sich an etw. zu schaffen machen: v er
suche nicht, an meiner Uhr rumzufummeln!;
-gammeln fVb.f salopp gammeln (1): er hat den
ganzen Tag nur rumgegammelt; -häng en /st. Vb.;
hat/ s a l o p p sich irgendwo aufhalten und dort die
Zeit planlos verbringen: sie haben bis in die Nacht
in der Kneipe rumgehangen; -krebsen fVb.f (mit
62*
966
Rummel — Rundfunkgebühr
etw.) nicht vorankommen (2): seit Wochen krebst
er m it dieser Arbeit rum
Rummel, der; -s, jo. Pl.j 1. um g, lärmendes Trei
ben, laute Betriebsamkeit: ein unbeschreiblicher R .;
einen R. um jmdn., etw. machen, veranstalten —
2. landsch. Rummelplatz: ein R. mit Karussels
und Würfelbuden; auf den R. gehen
Rummel|platz, der landsch . Platz mit Buden und
Karussels zur Unterhaltung, Belustigung
rumoren, rumorte, hat rumort poltern, dunkle Ge
räusche erzeugen: sie hörte den Mann im Keller, den
Sturm im Schornstein r.
Rumpel|kammer, die Abstellraum für Gerümpel:
eine finstere, verstaubte R.; dieser Kram gehört
in die R.
rumpeln /sw. Vb.; hat, ist/ umg. 1. ein dumpfes,
polterndes Geräusch verursachen (hat): die Näh
maschine rumpelt; er rumpelt auf dem Boden; es
von weither r. hören — 2 . dumpf polternd fahren
(ist): eine alte Karre, der Wagen rumpelt laut
übers Pflaster
Rumpf, der; -(e)s, Rümpfe 1.1. Körper von Mensch
und Tier ohne K opf und Gliedmaßen: der R. des
Menschen, Rindes; der R. einer antiken Plastik;
den R. beugen, drehen; Turnen R. beugt,
streckt! /Kommandos/ 1.2 . der R. eines Flugzeugs
(Körper 2 eines Flugzeuges ohne Tragflächen und
Leitwerk); der R. eines Schiffes (Körper eines
Schiffes ohne Aufbauten)
rümpfen /sw. Vb.; hat/
-f- über etw., jmdn. die JA Nase r.
Rumpsteak, das; -s, -s [..ste:k] kurzgebratene
Scheibe vom Lendenstück des Rindes: ein R. m it
Champignons, Kräuterbutter
rum, auch hum / / aweAherum|/ umg.| -schleppen
/Vb.; hat/ etw., jmdn. mit sich r. etw., jmdn. im
mer bei sich haben: einen Koffer, Schirm, K ollegen
mit sich r.; O er schleppt seit Tagen eine Grippe
mit sich rum (krankt an den Symptomen einer begin
nenden Grippe); -treiben, sich jVb.; hat/ sich herum
treiben
rund /Adj./ 1 .1 . /von der Form einer Fläche, eines
Körpers/ von allen Punkten des Umfangs, der Ober-
fläche aus denselben Durchmesser aufweisend: der
runde Sonnenball; die runde Scheibe des Mondes;
dieser Pavillon, Stab, Turm ist r. (hat einen kreis
förmigen Querschnitt); ein runder H ut, Tisch; eine
Platte mit runden (abgerundeten) Ecken; runde
Augen (vor Staunen große Augen) machen; 0> Ge
spräche am runden Tisch (unter gleichberechtigten
Teilnehmern) 1.2 . /adv./ im Kreise, rings (1.1): r.
um den See laufen, um die Erde fliegen, kreisen
—
2. als Ganzheit empfunden: seit einer runden
Stunde, Woche; sechzig ist eine runde (eine be
stimmte Ganzheit ausdrückende) Zahl; statt 93
sagen wir hundert Mark, das ist eine runde (auf-
gerundete) Summe; er v erla ngte dafür die runde
(beträchtliche) Summe v o n 2 0 0 0 Mark; eine runde
(völlig überzeugende) Leistung, Lösung; ein runder
(vollendeter) Klang; um g . das war eine runde (ge
lungene) Darbietung, Sache — 3 . /adv./ ungefähr
(1.2): in r. fünf Jahren die Ausbildung beenden;
r. 50 Leute waren da; die Entfernung beträgt r.
600 Kilometer; die K osten pro Monat belaufen
sich auf r. 150 Mark
-fr.umdie/Uhr
Rundj -bau, der /PI.
- ten/ Gebäude mit kreisför
migem Grundriß; -blick, der 1. /vorw. Sg./ A u s
sicht nach allen Seiten: vom Gipfel aus einen im
posanten, reizvollen, weiten R. haben — 2 . jo. PI ./
das Blicken nach allen Seiten, rings um sich her:
nach einem R. auf die Versammelten begann er .. . ;
-bogen, der A rchitekt, halbkreisförmig gewölbter
Bogen (2.1): die Säulen und R. eines Kreuzganges
Runde, die; -n 1. jo. Pl.j in der R. im Umkreis (1):
nur 15 Meter (weit) in der R. sehen können —
2. kleiner K reis von zusammensitzenden Personen:
eine fröhliche, zwanglose R .; es wurde still in der
R.; die R. tagt freitags, immer noch; in ver
trauter R. sitzen, v on etw. sprechen — 3. gespen
detes Glas m it einem Getränk für jeden zu 2 Ge
hörenden: eine R. (Bier, Whisky) (aus)geben, b e
stellen, spendieren, zahlen — 4 . Gang, Fahrt, Flug
um, durch ein Gebiet, einen Bereich und zum A u s
gangspunkt zurück, kreisförmiger K u rs, Weg: die
Maschine flog, zog, er lief einige Runden; am
Abend machte er eine R. ums Karree, auf dem
Promenadendeck; der* Nachtpförtner trat seine R.
(zur Kontrolle seinen Rundgang 1) an; er machte
die R. (ging von einem zum andern) und schüt
telte jedem die Hand — 5. in sich geschlosse
ner Teil 5.1 . Sport 5.1 .1 . als einzelne Fahrt, einzel
ner Lauf durch den (Rund)kurs: das Rennen wurde
in zehn Runden ausgetragen 5.1 .2 . als Zeitab
schnitt bei Kampfsportarten: er siegte in fünf Run
den nach Punkten 5.1 .3 . als Durchgang bei Mann
schaftsspielen, bes. Turnieren 5.2 . einer bestimmten
Anzahl von Partien beim Kartenspiel: eine R. aus
setzen; bei der nächsten R. gibst du (die Karten)
5.3 . in einer Folge von Verhandlungen o. ä . : eine
neue R. in den Abrüstungsgesprächen — 6 . H a n d
a rb. Reihe beim Rundstricken: zunächst werden fünf
Runden zwei rechts zwei links gestrickt
-f- etw. macht die R. (wird weitererzählt; wird herum
gereicht); um g . über die Runden kommen (mit
allen Schwierigkeiten fertig werden)
runden, rundete, hat gerundet 1.1 . sich r. rund (1.1)
werden: der Mond rundet sich zur vollen Scheibe
1.2 . etw. r. etwas abrunden (1): Ecken, Kanten mit
der Feile r.; gerundete Revers — 2 .1. sich r.: das
Jahr rundet sich (geht zu Ende); so rundet sich
das Bild (vervollständigt sich der Eindruck) 2.2 .
etw. r .: ein Löffel Kognak, Sahne rundet (vervoll
ständigt 1.1) den Geschmack der Soße
rund/Rund| -erneuern /hat runderneuert/: Reifen
r. (abgenutzte R eifen durch Vulkanisieren mit einem
neuen Profil versehen); -fahrt, die Fahrt, die mehrere
Orte, sehenswürdige Punkte berührt und am A u s
gangspunkt endet: eine R. über die Berliner Seen, im
Hafen; -feile, die Feile mit rundem (1.1) Quer
schnitt; -fing, der vgl. -fahrt; -frage, die Frage, die
einem größeren K reis von Personen zur (schrift
lichen) Beantwortung vorgelegt wird; -funk, der
1. drahtlose Übermittlung akustischer Sendungen
durch elektromagnetische Wellen für einen großen
Hörerkreis: R. hören — 2. Institution für 1: hier
ist der Berliner R .t; der R. überträgt heute ein
Fußballspiel, Klavierkonzert; über den, im R.
sprechen; sie arbeitet beim R., ist beim R. (an
gestellt) — 3 . den R. (Gerät zum Empfang von 1)
ab-, a nstellen, einschalten
Rundfunk| -apparat, der vgl. -empfänger; -emp-
fänger, der Gerät zum Empfang von Rundfunk
sendungen; -gebühr, die monatliche Gebühr, die der
Rundfunkhörer — rußig
967
Besitzer eines Rundfunkempfängers {an die Post) für
die Übermittlung von Rundfunksendungen zu zahlen
hat; -hörer, der Hörer von Rundfunksendungen;
- m e chaniker, der Mechaniker für Rundfunkempfän
ger; -programm, das; -sender, der Sender, der ein
Programm des Hörfunks produziert, ausstrahlt;
- Sendung, die selbständiger Teil eines R undfunk
program ms; -Sprecher, der Sprecher, Ansager beim
Rundfunk (2); -technik, die jo. PI ./ Teilgebiet der
Elektrotechnik, das sich mit der drahtlosen Über
mittlung akustischer Phänomene durch elektro
magnetische Wellen befaßt; -Zeitung, die illustrierte
Zeitschrift, die zum T eil ausführlich kommentierte
Ankündigungen der Programme mehrerer R und
funk -, Fernsehsender bringt
Rund/rund| -g a ng , der 1. 1Gang (2) durch ein Ge
bäude, Gelände und zum Ausgangspunkt zurück:
ein informativer R. durch das Messehaus, W erk
gelände; einen R. machen — 2 . A rchitekt, (halb
kreisförmig verlaufender Wandelgang; -geh en /Vb./
umg.: es geht rund (es ist viel Betrieb, viel los);
-heraus, :heraus /Adv./ ohne Umschweife: etw. r.
ablehnen, bekennen, verlangen; r. g esagtr...;
-herum, :herum /Adv./ 1 .1 . in der Umgebung (1)
von jmdm., etw. : r. wurden Leuchtfeuer angezündet
1.2 . im K reis herum, um die eigene Achse: sie drehte
sich einmal r. und klatschte in die Hände; -holz,
das /o. P l.j rohes, bearbeitetes Holz m it rundem
Querschnitt; -kurs, der Sport zum Ausgangspunkt
zurückführende Rennstrecke, die mehrfach gefahren
wird
rundlich /Adj./ 1 . mollig, etwas dick: eine kleine
rundliche Figur, Frau, Person; sie ist etwas r. g e
worden — 2 . nahezu rund (1.1); ein rundlicher
Kopf, Stein
Rund/rund| -reise, die vgl. Rundfahrt; -schreiben,
das an mehrere E mpfäng er gerichtetes offizielles,
dienstliche Belange betreffendes Schreiben m it glei
chem Text; -stricken /Vb.; vorw. im Inf. u. Part.
Prät.j 1.1 . etw. m it einer Rundstricknadel stricken
1.2 . ein textiles Gebilde auf einer Rundstrickma
schine hersteilen
Rundstrick [ -m aschine, die Strickmaschine mit
kreisförmig ang.eordneten Nadeln zur Herstellung
eines nahtlosen schlauchartigen textilen Gebildes;
- n adel, die lange Stricknadel, deren elastisches
Mittelteil kreisförmig gebogen werden kann; -wäre,
die auf einer Rundstrickmaschine hergestellte Tex-
tdxe
Rund/rund| -tischgespräch, das Gespräch am run
den Tisch zwischen gleichberechtigten Teilnehmern;
- u m , :um fAdv.f in der Umgebung (1) von etw.,
jmd m .:r. standen Neugierige, Ruinen,Schornsteine;
-u mher /Adv./ in der Umgebung (1) von jmdm., etw.:
r. begann das Publikum zu jubeln, klatschen,
pfeifen
Rundung, die;
-e n foft von weiblichen Körperfor-
men/ rundliche Wölbung: üppige, weibliche R un
dungen; die R. des Torbogens
rund|weg /Adv./ unumwunden, entschieden: etw. r.
ablehnen, ableugnen, abschlagen, verbieten; er er
klärte r., daß ...
Rune, die;
-n ältestes Schriftzeichen germanischer
Stämme: friesische, skandinavische Runen; in Holz
geritzte, in Stein gehauene Runen
Runkelrübe, die als Futterpflanze angebaute Rübe (1)
’runter /Adv./ umg. 1. / herunter, hinunter —
2. er ist (völlig) mit den Nerven ’r. (hat stark an
gegriffene Nerven)
runter, auch ’runter / / auch herunter|, hinunter\j
umg.|
- g ehe n fV b.j heruntergehen, hinuntergehen;
+ etw. geht jmdm. / glatt runter; -hauen /sw.
Vb.f s. herunterhauen; -kippen / Vb.; hat/ etw. in
einem Zug trinken: kipp den Korn runter!; -k rie
gen /V b./ 1 . /vorw. verneint/ etw. essen, trinken kön
nen: so fettes Fleisch kann ich nicht r. — 2. etw.,
jmdn. von einer Stelle entfernen können: der Ball
muß doch vom Baum runterzukriegen sein; -put
zen /Vb./ umg. jmdn. (vor anderen) scharf tadeln:
er hat ihn ganz schön runtergeputzt; -rutschen
/Vb./ nach unten rutschen: er ist die steile Ab
fahrt auf dem Hintern runtergerutscht; -f erkann
mir den / Buckel r.
Runzel, die;
-n /vorw. PI ./ kleine Falte, Furche
in der (gealterten) Haut (des Gesichts): feine, tiefe
Runzeln; Runzeln bekommen
runzelig /A dj./ von Runzeln durchzogen, faltig: eine
runzelige Hand, Stirn, Wange; ein runzeliges Ge
sicht; r. aussehen, werden
runzeln /sw. Vb.; hat/ 1.1. die Stirn r. die Stirn in
Falten legen: erstaunt, finster runzelte er die
Stirn; über etw. die Stirn r. (durch In-Falten-Legen
der Stirn Mißbilligung ausdrücken) 1.2 . etw. runzelt
sich etw. bildet R un zeln: seine Stirn runzelte sich
runzlig /Adj./ s. runzelig
Rüpel, der; -s, - ungehobelter, grober M an n, flegel
hafter Jugendlicher: ein unangenehmer, unv er
schämter R .; als Junge war er ein frecher R.
Rüpelei, die; -, -en rüpelhafte Handlung, Äußerung:
Jungen im Entwicklungsalter neigen zur R.; das
war eine R. von dir
rüpelhaft /A dj./ wie ein Rüpel, flegelhaft: ein rüpel
hafter Junge; sich r. aufführen, benehmen
rupfen /sw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. ruckartig abreißen,
ausreißen: Gras, Salat r.; Unkraut (aus der Erde)
r.; die Blätter vom Stiel r. 1 .2 . Geflügel r. (alle
Federn des geschlachteten Geflügels ausreißen)
+ mit jmdm. ein / Hühnchen zu r. haben
ruppig /A d j./ unhöflich, grob, flegelhaft: ein ruppiger
Bengel, Ton; sein Benehmen ist ziemlich r.; auf
etw. r. antworten, reagieren
Rüsche, die; -,
- n gefältelter, gekräuselter Streifen
Stoff od. Spitze als Besatz für Kleider, Wäsche: eine
dichte, gekräuselte, zarte R.; ein Ärmel, Aus
schnitt, Kleid mit Rüschen; etw. mit Rüschen be
setzen, verzieren
Ruß, der; -es, -e 1. bei unvollkommener Verbrennung
organischer Substanzen ausgeschiedener reiner K oh
lenstoff in pulverigem, flockigem Zustand: flok-
kiger, klebriger, schwarzer R .; etw. ist mit, von R.
beschmiert, geschwärzt —2 ./o. PI ./1and sch. umg.
bei jeder Sache einen langen, unnötigen R. (um
ständliches Gerede) machen
Rüssel, der; -s, - 1 . röhrenförmige Verlängerung der
Nase mancher Tiere od. der Mundwerkzeuge von
Insekten: der R. des Elefanten, Kornkäfers, Ta
pirs; mit dem R. saugen, stechen, wühlen —
2. sa lopp Nase des Menschen: seinen R. schneuzen
rußen jsw. Vb.; hat/ 1. die Kerze rußt (bildet beim
Brennen Ruß) — 2 . etw. mit Ruß färben: durch ge
rußte Glasscherben die Sonne(nfinsternis) beob
achten
rußig /Ädj./ mit Ruß bedeckt, befleckt: ein rußiges
Gesicht, Gewölbe, Hemd
968
Russistik — Saal
Russistik, die; -, fo. Pl.f Wissenschaft von der rus
sischen Sprache und Literatur: R. studieren
rüsten, rüstete, hat gerüstet 1. geh. 1 .1 . etw.
r. alle Vorbereitungen für etw. treffen: ein F est,
Jubiläum, Mahl r.; sie rüstete ihm ein Nachtlager;
(richtete es her) 1.2 . sich für, zu etw. r. sich auf etw.
vorbereiten (1): sie hat sich für ihre Feriemeise, Nie
derkunft, Prüfung gut gerüstet; für alle Fälle g e
rüstet sein; er rüstet (sich) zum Aufbruch, Kampf
(macht sich zum Aufbruch, Kampf bereit) — 2 . mili
tärisches Potential für einen (potentiellen) Krieg
her- und bereitstellen
Rüster, Rüster, die; -,
-n 1. Ulme: eine Allee mit
Rüstern — 2 . fo. Pl.f Holz von 1 als Material
bes. für Möbel: eine Schrankwand aus R zu 2
rüstern /Adj.; nicht adv.f
rüstig fAdj.f 1.1 . fbes. von alten Menschen/ (noch)
kräftig, leistungsfähig: ein rüstiger Rentner, Sieb
ziger, Wanderer 1.2. veraltend r. (tüchtig 3) aus-
schreiten
rustikal fAdj.f: rustikale Möbel (Möbel in einfachem,
derbem, der frühen bäuerlichen Lebensweise ent
sprechendem Stil); rustikale Muster, Stoffe; sich in
rustikalem Stil, sich r. einrichten; rustikale (kräf
tige 2, einfache) K ost
Rüstung, die; -,
- e n 1*1. fvorw. Sg.f das Rüsten (2):
international die R. beschränken, vermindern; viel
Geld, immense Summen für die R. ausgeben, in die
R. stecken 1.2 . militärisches Potential, Waffen und
Munition für einen (potentiellen) Krieg: die atomare,
konventionelle R.; über die modernste, stärkste
R. verfügen; die R. modernisieren — 2. den Körper
formen angepaßte, miteinander verbundene metallene
Teile, Platten, Ringe, die der mittelalterliche Krieger,
Ritter zum Schutz gegen Hieb, Stoß, Schlag trug:
eine kunstvoll verzierte R.; die schwere R. des
Ritters — 3 . Bauw. Gerüst (1): eine feste R. ver
wenden; die R. abreißen, aufstellen
Rüstungs| -ausgaben, die /Pl.f Ausgaben für die
Finanzierung der Rüstung (1); -beschrankung, die
Beschränkung, Begrenzung der Rüstung (1) (auf
Grund internationaler Vereinbarungen): für R. ein-
treten; über R. verhandeln
Rüst| zeug, das K enntnisse, Fertigkeiten, die zur
Bewältigung einer bestimmten Aufgabe nötig sind:
das geistige, ideologische, wissenschaftliche R.;
jmdm. fehlt noch das nötige R. (für etw.); sich
das, sein R. für etw. erwerben
Rute, die; -,
-n 1,1. für einen bestimmten Zweck die
nender, von einem B a u m abgeschnittener gerader,
langer, dünner und biegsamer Zweig (1): eine g e
schmeidige, lange R.; (sich) eine R., Ruten von
einer Weide, Birke schneiden 1.2 . an einem Ende
fest zusammengebundene Menge von 1.1, die früher
zum Züchtigen diente: der Weihnachtsmann mit
Sack und R.
—
2. Angelrute: er hatte mehrere
Ruten ausgelegt; einen Fisch an der R. haben —
3. Jägerspr. Schwanz (1) des Hundes, Haarraub
wildes außer Fuchs, Eichhörnchen: eine buschige R .;
mit der R. wedeln
-f- sich eine R. aufbinden, auf den Rücken binden
(eine lästige Verpflichtung auf sich nehmen, eingehen)
Ruten|besen, der aus Ruten (1.1) gebundener Besen
Rutsch, der; -es, -e 1. gleitende Bewegung (1.1 .1)
(abwärts): ein gefährlicher, schwerer R .; Rutsche
und Abbrüche schwerer Erd-, Gesteinsmassen —
2. um g. Spritztour, kleine Reise: zum Wochenende
einen R. nach Rostock, an die See, ins Gebirge
machen; O guten R. (ins neue Jahr)! /Glückwunsch
zu Silvesterf
Rutschjbahn, die (von einem Gerüst gestützte) ab
wärts verlaufende Rinne (1.2) auf einem Kinder
spielplatz zum Hinunterrutschen: ein Spielplatz m it
einer R.
Rutsche, die; -,
-n
abwärts verlaufende Rinne (1.2),
in der jmd., etw. nach unten rutschen kann: Pa
kete, Ziegel auf einer R. nach unten befördern;
die Flugpass^giere verließen die notgela ndete Ma
schine über eine R.
rutschen fsw. Vb.; ist/ 1.1 . sich unbeabsichtigt glei
tend (auf einer Fläche) fortbewegen od . abwärts glei
ten: er rutschte aus dem Sattel, beim Bremsen (mit
dem Auto) auf die Gegenfahrbahn; ins Rutschen
kommen; auf dem gefrorenen Schnee r.; O umg.
das Essen rutscht nicht (ist zu trocken, schmeckt
nicht) 1.2 . nicht festsitzen und sich gleitend (nach
unten) bewegen: die Brille ist gerutscht; ihm ist das
Hemd aus der Hose gerutscht; rutschende Knie
strümpfe 1.3 . um g. zur Seite rücken: auf der Bank
zur Seite r. — 2 . u m g . irgendwohin r. irgendwohin
eine Spritztour, kleine Reise machen: wir könnten
zum W ochenende mal in den Harz, Spreewald r.
-}- jmdm. rutscht das./* Herz in die Hose(n)
rutsch/Rutsch| -fest /Adj.; nicht ad v./: rutschfester
Fußbodenbelag (Fußbodenbelag, auf dem man nicht
ausgleitet); -gefahr, die /o. PL/ Gefahr auszugleiten:
die Streupflicht des Hausbesitzers bei R.
rutschig/A dj.;vorw. attr. u. präd.f Rutschen (1) verur
sachend, glitschig: eine rutschige Fahrbahn, Treppe
Rutschjpartie, die u m g . 1 . das Hinuntergleiten (auf
einer Rutschbahn) — 2. sch er zh . Fortbewegung auf
einer glatten Fläche unter häufigem (Aus)rutschen:
das war eine ziemlich gefährliche R.
rütteln /sw'. Vb.; hat; / auch gerüttelt/1.1 . jmdn.,
jmdn. an etw., etw., an etw. r. jmdn. (an etw.), etw.
in vielen heftigen Rucken hin und her 1bewegen (1):
jmdn., jmdn. am Arm, an der Schulter r.; jmdn.
aus dem Schlaf r. (wachrütteln) ; der Sturm rüttelt
die Bäume, an den Fensterläden; an der Tür(klinke),
am Gitter r.; O daran ist nicht zu r. (das steht un
umstößlich fest, daran ändert sich nichts); an alten
Vorstellungen r. (alte Vorstellungen in Frage stellen)
1.2 . etw. rüttelt etw. bewegt sich in vielen heftigen
Rucken hin und her: der Fensterladen, Zug rüttelt;
auf dem holprigen Pflaster rüttelt und schüttelt
der Wagen
S
s, S, das;
-
[ss] der La ut S; neunzehnter Buch- sehen geeigneter sehr großer R aum (1) bes. für kultu-
stabe des Alphabets
rette, politische Veranstaltungen: ein festlich be-
Saa-1, der; -(e)s, Säle 1. zur Aufnahme vieler Men-
leuchteter, hoher, überfüllter S.; im großen S.
Saat — Sachkenntnis
969
wurde gespeist, getanzt, musiziert — 2 . /o. PL/
alle in 1 befindlichen Personen: der gesamte S.
jubelte ihm zu
Saat, die; -,
-en 1. jo. PL/ das Säen: eine frühe,
späte S.; es ist bald Zeit zur S.
—
2, fvorw. Sg./
Saatgut: die S. rechtzeitig in die Erde bringen;
die S. geht auf; O die S. (die Auswirkungen,
Folgen 2) der Gewalt, des Hasses — 3 . Gesamtheit
von gesäten Pflanzen, die auf dem Halm stehen:
die S. steht gut, ist erfroren; die Saaten sind reif
für den Schnitt
Saat| -getreide, das vgl.
- gut; -gut, das fo. Pl.f
zum Säen bestimmte Samen, auch Pflanzgut in
reinen Sorten, bes. als neue Züchtung aus der Sa at
zucht: hochwertiges S.; das S. aufbereiten; -kar-
toffel, die vgl. -gut; -körn, das /PL -kömer/ 1. fo.
PL/ vgl. -gut — 2* (ausgesäter) Samen bes. von Ge
treide: die K rähen fraßen die Saatkörner auf;
- zucht, die fo. PL/ Landw. Erzeugung von hoch
wertigem Saat-, Pflanzgut in spezialisierten Betrieben
Sabbat, der; -(e)s, -e [zabat] jüdischer, allwöchent
lich von Freitag- bis Sonnabendabend eingehaltener
Feier-, Buhetag, an dem den Gläubigen jegliche
Arbeit untersagt ist
sabbern /sw. Vb.; hat/ 1, Speichel aus dem Mund
fließen lassen: das Baby sabbert — 2 . salopp
unablässig Überflüssiges, über Nichtigkeiten reden:
die Frau sabberte den ganzen Tag von ihrem Miß
geschick
Säbel, der; -s, - 1,1. Hieb- und Stichwaffe mit ein
schneidiger, meist gekrümmter, spitzer Klinge: den
S. ziehen 1.2, F e ch ten Stichwaffe mit biegsamer,
gerader, stumpfer Klinge und verdickter Spitze
säbeln /sw. Vb.; hat/ u m g . etw. ungeschickt schnei
den (1, 2 .1): den Braten in Stücke s.; er säbelte
ein Stück vom Brot
Sabotage, die; /o. Pl.j [..a :3 9] Störung, Behinde
rung ordnungsgemäßer Arbeitsabläufe, geplanter
Maßnahmen od. Beschädigung von Produktions-,
Arbeitsmitteln, die getarnt und vorsätzlich erfolgt,
um die Erreichung wirtschaftlicher, politischer,
militärischer Ziele aus bewußter Gegnerschaft zu
vereiteln: S. begehen, treiben; die Werkanlagen
vor, gegen S. schützen, sichern; dazu Saboteur,
der; -s, -e [..torr] u. sabotieren /sw. Vb.; hat/:
sie versuchten, die Arbeit, Maßnahmen zu s.
Sacharin, das; -s, /o. Pl.j Süßstoff: mit S. süßen;
S. als Ersatz für Zucker verwenden
Saeh/sach| -bearbeiter, der Angestellter, der ein be
stimmtes Sachgebiet (1.1) bearbeitet; -beschädigimg,
die J u r . vorsätzliche Beschädigung fremden Eigen
tums; -bezogen /A dj./ auf den abgehandelten Gegen
stand, auf eine Sache (2.2) bezogen: die Diskussion
war s.; -buch, das Buch, in dem ein realer Gegen-
stand(sbereich), ein Sachgebiet (1.2) (populärw is sen
schaftlich) dargestellt wird : ein S. über Bionik,
Weltraumforschung; -dienlich /A dj./ einem Gegen
sta nd (2), einer Angelegenheit nützlich, förderlich:
sachdienliche Angaben machen; etw. s. verwenden
Sache, die;
-n 1.1 . /nur im PI./ beliebige Gegen
stände, bes. des persönlichen Besitzes, deren A rt sich
aus dem Zusammenhang heraus bestimmen läßt:
neue, schöne, zerbrechliche, zierliche Sachen; wem
gehören diese Sachen?; nimm bitte deine Sachen
hier weg!; er hatte warme, seine besten Sachen
(Kleidungsstücke) an; wir haben unsere Sachen
(unser Gepäck) auf dem Bahnhof gelassen; lauter
gute, die schönsten, teuersten Sachen (Speisen)
essen; u m g . er liebt, trinkt scharfe Sachen (hoch
prozentige alkoholiche Getränke)^; O er las eigene
Gedichte, lauter neue Sachen 1.2 . Jur. konkreter
Gegenstand (1) (im Gegensatz zur Person): eine b e
wegliche S.; unbewegliche Sachen (Immobilien);
verbrauchbare Sachen (Geld, Nahrungsmittel, Wa
ren) — 2 .1 . /vorw. Sg./ etw. Nichtgegenständliches,
das nicht namentlich bezeichnet ist, sich aber aus dem
Zusammenhang heraus bestimmen läßt: die S. (An
gelegenheit) ist sehr eilig, wichtig; das ist eine ern
ste, heikle, schöne, verdächtige, völlig verfahrene
S.; die S. hat sich aufgeklärt, liegt ganz anders,
steht (ziemlich) gut; eine S. auf sich beruhen las
sen, durchstehen, erledigen, vortragen; die S. in
Ordnung bringen; er hat seine S. (seine Aufgabe)
gut gemacht; er erzählte den Hergang der S .; er
ist in eine (unangenehme) S. verwickelt; die Per
son vo n der S. trennen; in einer S. entscheiden,
verm itteln; für die gemeinsame, gerechte S. (Ziel
setzung), die S. der Arbeiterklasse eintreten, kämp
fen; etw. aus Liebe zur S. tun; die S. ist die (es
ist so), daß ...; umg. das ist so eine S. (das ist
schwierig, heikel); ein e große S. (Unternehmung)
Vorhaben; mach keine dummen Sachen (tu nichts
Unüberlegtes)!; das ist eine gute, nützliche, schöne
S. (etw. Gutes, Nützliches, Schönes); /in Ausrufen
meist mißbilligenden Erstaunens/ was sind (denn)
das für Sachen!; Sachen gibt es!; salopp wissen
(wollen), was S. ist (wie die'Angelegenheit steht,
wie alles wirklich ist); \emot.\ das ist S. (das ist
großartig)! 2.2 . /o. Pl.j 2.2 .1 . Gegenstand einer D is
kussion, Beratung, Thema: zur S. kommen, spre
chen; etw. gehört nicht zur S. 2.2.2. Jur. Gegen
stand eines Rechtsstreits: eine S. (vor Gericht) füh
ren, vertreten; jmdn. zur S. vernehmen 2.3 . /o.
PL/ etw., das in den Zuständigkeitsbereich von
jmdm., einer Institution fällt: die Hausarbeit ist
nicht nur S. der Frau; das ist S. der zuständigen
Stellen; das ist meine, deine S. (das geht nur mich,
dich an)! — 3. /nur im Pl.j umg. mit 80 Sachen
(Stundenkilometern) fahren; er hatte 100 Sachen
drauf
-f- etw. ist beschlossene S. (etw. steht als Vorsatz
ganz fest); das ist eine S. für sich (eine besondere
Angelegenheit); mit jmdm. gemeinsame S. machen
(sich mit jmdm. zu meist übler Tat verbünden);
sich seiner S- sicher sein (von der Richtigkeit seiner
Meinung, vom Erfolg seines Handelns überzeugt
sein); einer S. auf den Grund gehen (das Wesen,
die Ursachen von etw. zu klären suchen); bei der
S. sein (sich ganz auf etw. konzentrieren); das tut
nichts zur S. (ist unerheblich)
Sach/sach[ -g ebiet, das 1 .1 . (spezieller) Aufgaben
bereich, Arbeitsgebiet: zum Gesundheitswesen g e
hören verschiedene Sachgebiete 1.2 . thematisch
begrenzter (wissenschaftlicher) Stoff (2): er d e m o n
striert das Problem an H and zweier Sachgebiete;
- gemäß /A dj./ einer Sache angemessen, fachmän
nisch: sachgemäße Beratung, Pflege; eine sachge
mäße Entscheidung fällen; Geräte s. bedienen;
-gerecht /Adj./ sachgemäß; -katalog, der B uchw .
nach Sachgebieten (1.2) geordneter K atalog der B ü
cher einer Bibliothek; -kenntnis, die exaktes Wissen
auf einem Sachgebiet (1.2), genaue Ken ntnis der
besonderen Umstände, des Sachverhalts: seine Pro
gnose zeugte von großer S.; etw. mit S. auswäh
970
sachkundig — Safran
len, erläutern; + umg. von keiner S. getrübt
sein (auf einem Gebiet völlig unwissend sein); -k un
dig /A dj./ mit Sachkenntnis, fachlicher Erfahrung,
sachverständig: eine sachkundige Auskunft, Kritik,
Mitarbeiterin; etw. s. erläutern, verpacken; -läge,
die /vorw. Sg.f Gesamtheit der (bekannten) Gegeben
heiten, Situation, augenblickliche Lag e:die S. ist klar,
kompliziert, undurchsichtig; die S. richtig beur
teilen, genau prüfen, verkennen; etw. in Unkennt
nis der S. tun; -leistung, die Jur. Unterstützung in
Form von Sachwerten, Dienstleistungen
sachlich fAdj.f U l. /nicht präd.f eine (bestimmte)
Sache (2.1) betreffend, durch eine Sache gegeben:
eine sachliche Prüfung, Richtigstellung; zwischen
diesen beiden Texten besteht ein sachlicher Unter
schied, Zusammenhang; etw. ist s. berechtigt, zu
treffend; dagegen ist s. nichts einzuwenden 1.2 .
den Gegebenheiten eines Gegenstandes (2), den Zwek-
ken seiner Verwendung angemessen; sachliche B au
ten, Möbel, Taschen; sachlicher {Stil; sie ist streng
und s. gekleidet — 2 . ohne Emotion, Vorurteil, Vor
eingenommenheit, objektiv: ein sachlicher Bericht,
Mensch; eine sachliche Atmosphäre, Aussprache,
Frage, Kritik; etw. s. beurteilen; dabei blieb er
(ganz, streng) s.
sächlich jAdj.f Gramm, neutral (3): dieses Sub
stantiv ist s., sächlichen Geschlechts
Sachlichkeit, die; -, /o. Pl.f den Gegebenheiten an
gemessene, unvoreingenommene, sachliche (2) H a l
tung: die klare S. seiner Argumentation, Ent
scheidung, Überlegung; er behandelte uns, alle
Probleme mit gleichbleibender S.
Sach| -prämie, die Prämie in Form von Gegen
ständen: als S. erhielt er ein B uch; -register, das
(alphabetisches) Register der in einem Werk ab-
gehandelten, erwähnten B eg riffe, Gegenstände (2.2);
- s chaden, der Schaden an Gegenständen, Sachen
(1.2): erheblicher, leichter S.; der Autounfall,
Brand, Zusammenstoß verursachte einen S. im
Wert von ...
sacht(e) /Adj.f 1.1 . sanft (3.1): ein sachter Druck,
Windhauch 1.2 . behutsam: etw. s ., m it sachter
Hand berühren; jmdn. s . ermahnen, wecken;
sich sacht von jmdm., etw. entfernen, losmachen
1.8 . der Weg führt s. (allmählich 1.1) bergan,
ins Tal 1.4 . /sachte/ umg. sachte, sachte (lang
sam, vorsichtig, nur nicht so schnell), immer sachte!
Sach/sach| -verhalt, der; -(e)s, -e Gesamtheit, E in
heit tatsächlicher Gegebenheiten und ihrer Z u sa m
menhänge: der genaue, wahre S.; den S. auf-,
erklären, feststellen, schildern; mach dem vor
liegenden S. urteilen; -verständig IAdj.f sach
kundig, fachmännisch: etw. s. begutachten,
mustern; -verständige, der; -n, -n jmd., der auf
Grund seiner Sachkenntnis in der Lage ist (und
vom Gericht aufgefordert werden kann), Gutachten
über in sein Fachgebiet fallende Probleme abzu
geben: einen Sachverständigen hinzuziehen; -Ver
zeichnis, das Sachregister; -Walter, der; -s, - g eh.
Verfechter einer Sache, A nw a lt (2): sich zum S. für,
von etw. machen; -wert,- der 1. jo. Pl.f vom Geld
wert unabhängiger, wirklicher Wert eines Gegen
standes (1): der S. eines Hauses — 2. fvorw. Pl.f
wertvolles Stück, Wertgegenstand: sein Geld in Sach
werten anlegen; -wissen, das Wissen, Kenntnis
von F ak ten, Gegenständen (2.2), Sachverhalten,
meist auf einem bestimmten Sachgebiet; -Wörter
buch , das (alphabetisches) Wörterbuch, in dem er
klärende A ussagen über Gegenstände, Sachverhalte,
Begriffe eines Sachgebiets (1.2), einer'wissenschaft
lichen Disziplin gemacht werden; -zwang, der fvorw.
PL; Begriff in den bürgerl. Gesellschaftswissen
schaften, der die Tatsache, daß bestehende Sachver
halte in bestimmtem Grade Handlungen, Entwick
lungsabläufe bedingen, verabsolutiert und auf wirt
schaftliche, gesellschaftlich-politische Vorgänge, E n t
wicklungen überträgt, die tatsächlich (wesentlich)
von (Klassen)interessen bestimmt werdenf
Sack, der; -(e)s, Säck e/-1 .1 . fPl. Säcke/ aus grobem
Gewebe, Papier, Plast hergestellter großer, länglicher,
an einer der Schmalseiten offener Behälter für feste
Stoffe in pulverigem , körnigem Zustand od. in
Stücken: ein leerer, schwerer, zugebundener S.;
ein S. mit, voll Kohlen, Kaffee, Mehl; etw. in
einen S. stecken, in Säcke abfüllen; 0> umg. einen
S. voll (eine Menge) Fragen, Illusionen, Neuigkei
ten haben 1 .2 . fbei Mengenangabe PL vorw. Sack/
Inhaltsmenge von 1.1: zehn S. Briketts, Getreide;
einen S. tragen, wiegen — 2. fPl. Säcke/ salopp
Hodensack — 3 . fPl. Säcke/ salopp fvon einer
männlichen Person/: er ist ein blöder, fauler,
lahmer S. (ist blöd, faul, lahm)
+ umg. mit S. und Pack (mit allem Besitz); jmdn.
in den S. stecken (jmdm, überlegen sein); salopp
in den S. hauen (mit etw. spontan aufhören, bes. ein
Arbeitsverhältnis kündigen); — die / Katze aus
dem S. lassen; die K atze im S. kaufen
sacken fsw. Vb.; ist, hat/ 1. landsch. umg. lang
sam irgendwohin fallen, sinken (ist): er sackte auf
das Bett, zu Boden, in die Knie; das Flugzeug
sackte in Luftlöcher — 2 . etw. in Säcke abfüllen
(hat): Gips, Korn, Mehl s .; er liefert nur gesackte
Ware
Sack| -gasse, die nur von einer Seite zugängliche
Straße: die S. endete an einer hohen Mauer;
O in eine S. (ausweglose Situation) geraten;
- lein en , das grobes, für die Herstellung von Säcken
bestimmtes Leinen aus Flachs, Werg, Jute; -pfeife,
die Dudelsack
Sadismus, der; -, fo. Pl.f 1.1 . sexuelles Fehlver
halten, das darin besteht, daß eigene sexuelle E r
regung, Befriedigung durch körperliches Quälen des
Partners erreicht wird 1.2 . Freude an Grausam
keiten, Lust am Quälen: das tut er aus S.; dazu
Sadist, der; -en, -en u. sadistisch fAdj.f
säen fsw. Vb.; hat/ Saatgut bes. in Form von
Körnern in den (dafür vorbereiteten) Boden bringen:
Getreide, Mohn, Radieschen s.; er sät in diesem
Jahr spät; O Eifersucht, Zweifel, Zwietracht s.
(entstehen lassen, verursachen)
+ wie gesät in großen Mengen dicht beieinander
liegend: am Strand lagen die Steine wie gesät; —
/ dünn gesät sein
Safe, der; -s, -s [se :f] 1.1 . sicher verschließbares
Stahlfach im Tresor einer Bank, Sparkasse, das
gemietet werden kann: wertvolle Dokumente,
Juwelen im S. deponieren 1.2 . (in der Wand ein
gebauter) kleiner Geldschrank: den S., etw . im S.
verschließen
Saffian, der; -s, fo. Pl.f [..ia(:)n] feines, weiches,
gegerbtes Ziegenleder: ein in roten S. gebundenes
Buch
Saffian|leder, das fo. Pl.f
Safran, der; -s, jo. Pl.f [..r a (:)n] Gewürz, gelber
Saft — Saison
971
Farbstoff aus den Narben (3) einer bestimmten
Krokusart
Saft, der; -(e)s, Säfte 1. Flüssigkeit 1.1 . die im
Gewebe von Pflanzen und Früchten, im Fleisch von
Tieren enthalten ist: im Frühjahr steigt der S. in
den Bäumen; den S. aus einer Zitrone pressen;
Fleisch im eigenen S. (mit wenig Fett und ohne
Wasser) schmoren; beim Grillen bleibt der S. im
Fleisch 1.2 . die meist aus Früchten gepreßt und zu
einem Getränk verarbeitet ist: naturreine Säfte; S.
aus, von Erdbeeren, Tomaten; eine Flasche S.;
ein S. (flüssiges Arzneimittel) gegen Husten; der
S. der Beben (Wein 1) — 2. fo. PI./ umg. auf der
Leitung ist kein S. (Strom 4.1) mehr
saftig /A dj./ 1 . viel Saft (1.1) enthaltend: ein saftiger
Apfel, Braten — 2 . von intensiver Wirkung: saftige
Farben; ein saftiger (drastischer 1) Humor, Scherz;
u m g . eine saftige (tüchtige) Ohrfeige; s. fluchen
Saft| -laden, der /o. Pl.j salopp: was ist das hier
für ein S. (schlecht geführter, schlecht funktionieren
der Betrieb, Laden)!; -presse, die Presse zur Her
stellung von Saft (1.2) aus Obst, Gemüse
Sage, die;
-n
ursprünglich mündlich überlieferte,
oft m it phantastischen, wunderbaren Elementen a us
geschmückte E rzählung der frühen Volksdichtung,
die an tatsächliche Begebenheiten anknüpft: m ittel
alterliche Sagen; er sammelt die Sagen seiner
Heimat
Säge, die;
- n Werkzeug mit (einem od. zwei
Griffen und) einem an einer K a nte mit geschärften
Zacken versehenen Blatt (4), mit dem Holz, Metall
o. ä . durch wiederholtes Schieben und Ziehen unter
Ausübung von Druck zerschnitten werden kann:
eine scharfe S .; Holz mit der S. zerteilen
Säge| -biatt, das fPL -blätter/ Blatt (4) einer Säge;
- bock, der Holzgestell zum Auflegen der Stämme,
Bretter beim Zersägen; -m ehl, das fo. Pl.f beim
Zersägen von Holz abfallende feinste Späne; -mühle,
die vgl. Sägewerk
sagen /sw. Vb.; hat/ 1.1 . Bewußtseinsinhalte münd
lich für jmdn. m it den Mitteln der Sprache akustisch
wahrnehmbar machen: etw. laut, leise, freundlich,
grob s.; kannst du das noch einmal s.?; das habe
ich schon oft gesagt; „ich freue mich“, sagte er;
keiner sagte ein Wort; etw. Dummes, Kluges s.;
ich weiß nicht, was ich (dazu) s. soll; etw. für,
gegen jmdn. s.; guten Tag s.; zu jmdm. Idiot s.
(jmdn. einen Idioten nennen); sie s. du zueinander
(duzen sich); dagegen ist nichts zu s. (einzuwenden,
vorzubringen); das mußte einmal gesagt werden;
das muß ich zu meiner Schande s. (zugeben); das
habe ich schon immer gesagt (das war schon immer
meine Meinung); s. wir einmal (nehmen w ir an),
er hätte...; wollen Sie damit s. (behaupten)
offen, unter uns gesagt, du hast recht, aber..,;
ich habe, wie gesagt (wie ich bereits vorhin gesagt
habe) ... 1 .2 . jmdm. durch 1.1 etw. mitteilen, zu
wissen geben: er hat (uns) nichts, viel, wirklich
etwas zu s.; er sagte mir, daß er...; darüber
wollte niemand etwas (Genaues) s.; jmdm. durch
jmdn. etw. s. lassen; wer kann mir das s.?; das
sage ich dir später; das hat sie natürlich zu Hause
gesagt (erzählt); man kann ihm s., was man will,
er reagiert nicht; das kann ich nicht s. (das weiß
ich nicht); das hab ich mir selbst schon längst
gesagt (klargemacht, gedacht); man sagt (es heißt),
daß er wieder male, malt 1.3 . etw. sagt etw.: seine
Miene sagte (verriet) uns alles über seine wahren
Gedanken; dieses Lob sagt (bedeutet) gar nichts;
das h at nichts zu s. (ist bedeutungs-, belanglos);
sagt dir das (et)was (verstehst du das; spricht dich
das an; verbindest du damit eine Assoziation)/! 1.4 .
da habe ich mir gesagt (bei mir beschlossen), daß
es so nicht weitergehen darf
+ etwas, nichts zu s. haben (berechtigt, nicht be
rechtigt sein, etw. anzuordnen, jmdm. etw. vorzu
schreiben); sich etwas s. lassen (eine Anweisung
befolgen; einen Rat annehmen); laß dir das gesagt
sein (richte dich danach) !; jmd. h at das Sagen (jmd.
hat, nim mt sich das Recht, Anordnungen zu treffen);
gesagt, getan (kaum war die Absicht ausgesprochen,
wurde sie auch schon ausgeführt); sage und schreibe
tatsächlich, erstaunlicherweise: der Zug hatte sage
und schreibe zwei Stunden Verspätung; — jmdm.
/ Bescheid s.; jmdm. etw. durch die / Blume,
ins
Gesicht s.; von
Glück s. können; / ja
zu etw. s .;nicht / ja und nicht nein s.; (zu allem)
/ ja und amen s.; wie sag’ich’s meinem / Kinde;
das ist / leichter gesagt als getan; jmdm. die
/ Meinung s.; / nein zu etw. s .; nicht / nein s.
können; sich etw. nicht f zweimal s. lassen
sägen jsw. Vb.; hat/ 1. etw. mit einer Säge zer
schneiden: Baumstämme (in Stücke), Holz s.
—
2. umg. scherzh. er hat die ganze Nacht gesägt
(geschnarcht)
sagenhaft /Adj./ 1.1 . in der Art einer Sage: eine
sagenhafte Geschichte 1.2 . /nicht adv./ durch eine
Sage überliefert: die sagenhafte Insel Atlantis —■
2. /nur attr./ nur durch Erzählung bekannt: der
sagenhafte Onkel aus A kam zu Besuch — 3 .
u m g . /drückt emotional einen hohen Grad aus/: ein
sagenhaftes (sehr großes) Glück, Pech haben; es
war ein sagenhafter B einfall; das war s. (sehr)
blöd, raffiniert; er kann s. gut kochen, schlecht
singen; das ist ja s. (unglaublich, unerhört)!
sagen[umwoben /Adj. ; nicht adv./: sagenumwobene
Burgen, Buinen (Burgen, Ruinen, auf die sich
viele Sagen beziehen)
Säge| -späne, die jPl.j feine Späne, die beim Sägen
von Holz abfallen; -werk, das Betrieb, in dem
Schnittholz hergestellt wird
Sago, der; -'s, /o. PI ./ gekörnte Stärke (II. 1) a\s
Nährmittel, das aus dem M ark einer Palmenart,
aus Kartoffeln hergestellt wird
Sahne, die; -, /o. PI ./ 1 .1 . durch Zentrifugieren von
Frischmilch gewonnenes dickflüssig es , fettreiches
Milchprodukt: saure, süße S.; Kaffee mit S. trin
ken; die S. schlagen; eine Portion Eis mit S.
(Schlagsahne) 1.2 . fettreichster Bestandteil der
Milch, der sich a n deren Oberfläche absetzt: er
schöpft die S. ab
Sahne | -bonbon, der, das aus Zucker und Sahne
hergestellter Bonbon von zäher Konsistenz; -känn-
chen, das kleine Kanne (ohne Deckel) für Kaffee
sahne
sahnig /Adj./ 1 . viel Sahne enthaltend: das Eis,
die Milch ist sehr s.
—
2. von nahezu dickflüssiger
Konsistenz wie Sahne: sahniger Schaum; Quark
s. schlagen
Saison, die; -,
-s [sezoq, ss .., zs.., auch ..zo] länge
rer Zeitabschnitt im Jahresablauf, der von E in
richtungen des Fremdenverkehrs, Handels, von
Theatern für ihre stärkste Aktivitä t vorzugsweise
gewählt wird: die diesjährige, letzte, nächste S.;
972
saisonal — Salon
keine, eine gute, schlechte S. für etw .; die S. hat-
gerade begonnen; außerhalb, in, nach, zu Ende
der S.; während der S. sind die Badeorte überfüllt;
die S. (Spielzeit) mit einer Neuinszenierung er
öffnen; dazu saisonal /Adj./ [sezon.., ss.., ze..]
von der Saison, Jahreszeit abhängig, bestimmt:
saisonale Produktionsschwankungen, Angebote an
Gemüse; etw. ist s. bedingt
Saison/saison| -arbeiter, der Arbeiter, der nur für
die Dauer der Saison beschäftigt ist: S. zur Ernte
einstellen; -bedingt /A dj.j saisonal: saisonbedingte
Engpässe, Lebensmittel
Saite, die;
-n festes'fadenförmiges Gebilde aus ge
drehtem (Schafs)darm, Metall, Haar, gedrehter Seide,
synthetischer Faser 1.1 . das, auf Streich-, Zupf- und
bestimmte Tasteninstrumente gespannt, durch Strei
chen, Zupfen, Anschlägen in Schwingungen versetzt
wird, um Töne zu erzeugen: die Saiten einer Geige,
Harfe, eines Klaviers; Saiten aufziehen, stimmen,
streichen; in die Saiten greifen (beginnen, ein S ai
ten- od. Tasteninstrument zu spielen) 1.2 . das zum
Bespannen von Tennis-, Federballschlägern verwen
det wird
+ andere Saiten aufziehen (strenger Vorgehen)
Saiten| -Instrument, das M usikinstrument mit
Saiten; -spiel, das /o. PL/ geh. Musik von einem
Saiteninstrument; Spielen auf einem Saiteninstru
ment: er lauschte ihrem S.
Sakko, der, fachspr. das; -s, -s Jacke der Kombi
nation (2.2): er trug ein helles S. zu karierten
Hosen
sakral /A dj./ für den Gottesdienst bestimmt: sakrale
Gesänge, Gewänder, Eiten; ein sakraler Raum
Sakralbau, der /PI.
-ten/ Architekt, für reli
giöse, kultische Zwecke, das Abhalten von Gottes
diensten bestimmtes Gebäude
Sakrament, das; -(e)s, -e Rel. kath. ev. nach Auf
fassung der Gläubigen von Christus eingesetztes
sichtbares Zeichen, das vom Geistlichen verm ittelt
wird und durch das der Gläubige göttliche Gnade zu
erlangen hofft: das S. der Taufe
Sakrileg, das; -s, -e R el. Frevel gegen Personen,
Gegenstände, Stätten religiöser Verehrung: ein S.
begehen; O diese moderne Inszenierung war für
sie ein S* (gegen den, am Autor)
Sakristei, die; -,
- e n Nebenraum in einer Kirche,
der für den Aufenthalt des Geistlichen, für die Auf-
bevMhrung der Geräte, Gewänder für den Gottes
dienst bestimmt ist
säkular fA dj.; mir attr.f: ein säkulares (alle hundert
Jahre gefeiertes) Jubiläum; säkulare (sich über
lange Zeit erstreckende) Messungen des Nieder
schlags; ein Ereignis v on säkularer (epochaler) Be
deutung
Säkular|feier, die Hundertjahrfeier: die S. zu
Goethes 200. Geburtstag
säkularisieren fsw. Vb.; hat/ 1.1 . das Gebäude ist
ein säkularisiertes (aus kirchlichem in weltlichen
Besitz überführtes) Kloster 1.2 . die Renaissance hat
das europäische Denken weitgehend säkularisiert
(aus der kirchlichen Gebundenheit gelöst)
Salamander, der; -s, - in zahlreichen Arten vor
kommender, vorwiegend dem Landleben angep aßter
Schwanzlurch
Salami, die; -,
- / -s jvorw. Sg.f harte, stark geräu
cherte, scharf gewürzte Dauerwurst, meist aus rohem
Rind-, Schweinefleisch: italienische, ungarische S.
Salat, der; -(e)s, -e 1. gutgewürztes, kalt serviertes
Gericht a us (verschiedenartigen) rohen od. gekochten
Stücken von pflanzlichen od. tierischen Nahrungs
mitteln (in einer M arinade): den S. abschmecken,
anmachen, garnieren, zubereiten; ein S. aus Eiern,
Fleisch und Apfelsinen; italienischer, russischer S.
fArten von Fleischsalat!; Bockwurst mit S. (Kar
toffelsalat) — 2 . /o. PI ./ zu den Korbblütlern ge
hörende Gemüsepflanze, deren Blätter roh als 1
gegessen werden: frischer, zarter S.; ein K opf S.
- f umg. da haben wir den S. (jetzt ist eingetreten,
w a s ich befürchtet habe) !
Salat| -besteck, das Besteck zum A uf- , Vorlegen
von Salaten, das aus Löffel und Gabel mit breiten
Zinken besteht; -platte, die Platte (5.1) m it verschie
denen Salaten (1)
salbadern, salbaderte, hat salbadert u m g . /emot./
langatmig und feierlich, salbungsvoll daherreden:
er h at wieder ewig, unerträglich salbadert
Salbe, die; -,
-n fettreiche, streichfähige, cremige
Masse, die als Mittel für die äußerliche Anwendung
bes. in der M edizin verwendet wird: eine duftende,
heilende, wasserhaltige S.; S. auftragen
Salbei, Salbei, der; -s, auch die; jbeide o. Pl.j
1. Lippenblütler m it meist blauen, rötlichvioletten
Blüten und aromatischen, filzig behaarten Blättern
—
2. Tee (2.2), Extrakt aus den Blättern von 1,
der als Mittel bes. zum Gurgeln verwendet wird
Salbei|tee, Salbe||tee, der Tee (1.2, 2.2) aus getrock
neten Blättern des Salbeis (1)
salben fsw. Vb.; hat/ jmdn., sich, etw. mit Salbe
bestreichen, einreiben: das Kind, die Arme, Wunde,
das Gesicht s.
salbungsvoll fA d j.f übertrieben feierlich und gefühl
voll: salbungsvolle Gebärden, Reden; s. reden,
sprechen
saldieren fsw. Vb.; hat/ fachspr.: ein Konto s.
(den Saldo am Ende eines Abrechnungszeitraums
erm itteln)
Saldo, der; -s, -s/Salden/Saldi fa ch sp r . Differenz
zwischen Soll und Haben eines Kontos: einen S.
aufstellen, ausgleichen, gutschreiben; der S. be
trägt ...
Sahne, die; -,
-n Anlage zur Gewinnung von Koch
sa lz
Salmen|salz, das in einer Saline gewonnenes Koch
salz
Salm, der; -(e)s, -e I. landsch. Lachs — II. fvorw.
Sg.f u m g . femot.f umständliches Gerede: einen langen
S. machen; er redete wieder seinen üblichen S.
Salmiak, Salmiak, der; -s, fo. Pl.f aus Ammoniak
un d Salzsäure bestehendes färb- und geruchloses
Salz
Salmiak, Salmiak| -geist, der jo. PL/ wäßrige
Lösung von Amm oniak, die als Reinigungsmittel
verwendet wird; -pastille, die Salmiak und Süß
holzsaft enthaltende Pastille, die schleimlösend wirkt
Salmonelle, die; -,
-n jvorw. PI ./ Med. Bakterie,
die Darmkrankheiten, (Para)typhus hervorruft
salomonisch /A d j./ von Weisheit, überlegener Klug
heit bestimmt: ein salomonischer (Sehieds)spruch;
salomonische W eisheit; s. urteilen
Salon, der; -s, -s [zaloq, auch salo] 1. elegant ein
gerichteter Raum zum Empfang und Aufenthalt von
Gästen bes. auf Schiffen od. für Ausstellungen: die
Gäste in den S. führen; sich im S. zusammenfinden
—
2. elegantes Geschäft bes. für Haar-, Schön-
salonfähig — sammeln
973
heitspflege, Damenbekleidung: ein S. für Damen
hüte
salon|fähig /Adj./ den im Umgang mit anderen
Personen gültigen Normen, der Etikette, Schicklich
keit entsprechend: sein Auftreten, Witz, ihr Kleid
war durchaus s.; sich (nicht) s. ausdrücken, be
nehmen
salopp /A d j./ 1 .1 . Verhaltensnormen nicht streng
einhaltend, sehr ungezwungen: seine saloppe Art,
Haltung; seine Ausdrucksweise ist recht s,; er
gibt sich sehr s. 1 .2 . ohne Eleganz, mit einer sport
lichen Note und bequem wirkend: ein salopper Haus
anzug; sich s. kleiden
Salpeter, der; -s, - jBe z. für verschiedene Salze der
Salpetersäure/: S. wird als Düngemittel, zur Her
stellung von Sprengstoff verwendet
Salpeter|säure, die /o. PL/ Chem . farblose, sehr
stark ätzende Säure des Stick stoffs: rauchende, rote
S.
Salto, der; -s, -s/Salti Turnen Überschlag (2).: ein
doppelter, gestreckter S.; einen S. (rück-, vor
wärts) machen, schlagen
Salto mortale, der;
-/Salti mortali fachspr.
komplizierter akrobatischer Sprung mit Überschlag,
Überschlägen
Salut, der; -(e)s, -e militärische Ehrenbezeigung
durch Salven (meist von Geschützen) : ein dreifacher
S.; 21 Schuß S.; S. schießen
salutieren /sw. Vb.; hat/ jmdm. die militärische
Ehrenbezeigung erweisen: die Kompanie, Wache
salutiert; salutierend die Hand an die Mütze legen
Salve, die; -,
- n [.. vo] gleichzeitiges Abfeuern mehre
rer Geschütze, Gewehre auf Kommando (als Ehren
bezeigung) :eine krachende, volle S .; zur Begrüßung
des Staatsmannes wurden 21 Salven Salut ab
gefeuert
Salz, das; -es, -e 1. /o. P L / vorwiegend aus der
Verbindung von N atrium und Chlor bestehendes
Salz (2), das zum Würzen von Speisen und für
technische Zwecke verwendet w i rd : feines, gereinig
tes S.; eine Messerspitze, Prise S.; mit Pfeffer
und S. würzen — 2 . Chem. durch Einwirkung
einer Säure auf eine Base, auf Metall(oxid) ent
standene kristalline chemische Verbindung, die m eist
in Wasser löslich is t: basisches, neutrales S.; die
Salze der Schwefelsäure
- r jmdm. nicht das S. in der Suppe (nichts) gönnen
salz/Salz| -arm /Adj./ wenig Salz (1) enthaltend:
salzarme Kost,; -bergwerk, das Bergwerk, in dem
Kali-, Steinsalz abgebaut wird
salzen, salzte, hat gesalzen/gesalzt / auch ge
salzen/ etw. mit Salz (1) würzen: die Kartoffeln,
Suppe s.
Salz/salz| -gehalt, der /o. PL/ Gehalt an Salz: der
S. des Blutes, Meerwassers; -gurke, die in Salz
wasser (1.1) eingelegte Gurke; -haltig /Adj.; nicht
adv./ Salz enthaltend: salzhaltige Flüssigkeiten,
Luft; -hering, der in Salz (1) eingelegter Hering
salzig /Adj./ 1 .1 . mit viel Salz (1) zubereitet und
dadurch stark nach Salz schmeckend: salziges Ge
bäck, Gemüse 1.2 . Salz enthaltend (und danach
schmeckend): salziger H eilbrunnen; die Tränen
schmecken s.
Salz| -kartoffeln, die /PI./ geschälte, in Salzwasser
(1.1) gekochte Kartoffeln; -lake, die Lake; -lösung,
die aus Wasser und einem Salz (2) bestehende
Lösung (3); -s au le, die + zur S. erstarren (vor
Schreck, Entsetzen starr sein, werden); -säure, die
/o. P L / stark ätzende Säure, die tioäßrige Lösung
des Chlorwasserstoffs; -se e , der wegen hoher Ver
dunstung stark salzhaltiges Wasser enthaltender,
abflußloser See in einem Trockengebiet; -Stange, die
m it Salz (1) (und Kümmel) bestreutes dünnes, läng
liches Gebäckstück zum Knabbern; -steppe, die dürre,
m it Salzkristallen bedeckte und von wenigen, auf
salzigem Boden gedeihenden Pflanzen bewachsene
Steppe; -Streuer, der; -s, - bei Tisch zu gebrauchen
des kleines, für S alz (1) bestimmtes Gefäß mit durch
löchertem Deckel zum Streuen; -wasser, das /o. PL/
1.1 . Wasser, in dem Salz (1) gelöst ist: mit S. gur
geln 1.2 . Salz enthaltendes Wasser: im S. lebende
Fische
Sä|mann, der /PI. -männer/ jmd., der mit der Hand
Saatgut auf einem Feld ausstreut
Samariterdienst, der g eh . selbstlose Hilfe, Tat
für einen Hilfsbedürftigen, Verunglückten
Samba, die; -,
-s; der, -s, -s moderner lateinamerika
nischer Gesellschaftstanz im Zw ei-, Viervierteltakt
Same, der; -ns, -n s . Samen
Samen, der; -s, - 1 . /der Sg. meint vorw. den PI./
von Blütenpflanzen zur Verbreitung und Erhaltung
der A rt hervorgebrachter kleiner Körp er (2) m it oft
fester Schale, der einen K eimling und Nährstoffe
enthält, nach seiner Reifung sich von der Pflanze
löst und (im Erdboden) zu keimen beginnt: reifer
S.; die Pflanze bildet S.; der S. keimt, ist auf
gegangen; S. aussäen — 2 . /vorw, Sg./ Samen
flüssigkeit: der S. ergießt sich
Samen| -erguß, der reflektorisches Ausstößen der
Samenflüssigkeit (bei der Begattung); -flü ssigkcit,die
Ivorw. Sg.j Samenzellen enthaltendes Sekret, Sperma;
- kern, der Samen (1) mit fester, harter Schale; -körn,
das /PL -körner/ Samen (1) bes. von Getreide;
- p f lanze, die sich durch Samen (1) vermehrende
Pflanze; -zelle, die reife männliche Keimzelle
Sämerej, die; -,
-e n 1. /vorw. PL/ Saatgut: Säme
reien kaufen — 2 . Geschäft für den Verkauf von 1
sämig /Adj./ land sch . dickflüssig, (durch Kochen,
Quellen) angedickt: eine sämige Soße; die Suppe
s. machen
Sämling, der; -s, -e aus Samen (1) gezogene junge
Pflanze: Sämlinge ins Freie pflanzen
Sammel| -auftrag, der mehrere zusammengestellte
Aufträge, Bestellungen; -band, der Buch, das meh
rere Schriften verschiedener Autoren od. eines Autors
zu dem gleichen Themenkreis, eines Autors zu ver
schiedenen Themen enthält; -becken, das natür
liches od. künstlich angelegtes Becken zum Sammeln,
Speichern von Wasser: Talsperren als S. der Ge-
birgsflüsse; -b estellung , die vgl.
-a uftrag: eine S.
für Theaterkarten; -bpchse, die plombierte Büchse
m it Einw urf für öffentliche Geldsammlungen; -fah r
sch ein , der für eine Gruppe Reisender ausgestellter
Fahrschein; -Ieidenschaft, die / o. P L/ Leidenschaft,
etw. als Hobby zu sammeln (3); -linse, die O ptik
konvexe Linse; -liste, die Liste mit den Namen, Be
trägen der Spender für eine öffentliche Sammlung;
- m appe, die Mappe zum Hineinlegen, Sammeln von
etw., bes. von losen Schriftstücken
sammeln jsw. Vb.; hat/ 1.1 . viele Exemplare der
selben A rt, kleinere Mengen von etw. von ver
schiedenen Stellen her Zusammentragen od. sich
von verschiedenen Personen geben lassen und a n ei
ner Stelle zu einer möglichst großen Menge anhäu-
974
Sammelname — Sandhose
fen, aufhäufen: Altpapier, Beeren, Pilze s.; die
Bienen s. Honig; Geld, Spenden für die Volkssoli
darität s .; Regenwasser in einem Faß s. (auffan
gen); Reichtümer, Schätze s. (an-, aufhäufen) 1.2 .
sich s . : v iele Rinnsale s. sich (fließen zusammen)
zu einem Bach — 2 .1. er sammelte (versammelte
1.1) eine Menge, viele Zuhörer um sich 2.2 . sich s . :
die Demonstrationsteilnehmer s. (versammeln 1.2)
sich am Turm; zum Sammeln blasen — 3 . ver
schiedene Exemplare von etw. (thematisch Zusam
mengehörigem) Zusammentragen, erwerben (um d araus
eine geordnete Gesamtheit herzustellen): Briefmar
ken, Antiquitäten, Autogramme, Kupferstiche,
Steine s.; Märchen s. (und herausgeben); die g e
sammelten (die in einer Ausgabe erfaßte Gesamt
heit der) Werke eines Autors; O Eindrücke, Ein
fälle, Erfahrungen, Informationen s.
—
4. sich,
seine Gedanken s. (sich konzentrieren 1, 2 .2); sich
s. (sich fassen)
Sammel| -name, der Sprachwiss. Kollektivem:
das Substantiv ,Gebirge4ist ein S.; -nummer, die
Telefonnummer, bes. von Betrieben, über die mehrere
Anschlüsse von Fernsprechteilnehmern erreicht wer
den können
Sammelsurium, das; -s, Sammelsurien fvorw. Sg.f
[..ion, ..ian] umg. /oft emot./ ein kunterbuntes
Durcheinander
verschiedenartiger Gegenstände,
Sabhen: auf dem Tisch stand ein S. von leeren
Flaschen, Zigarettenschachteln, Gläsern und Tas
sen
Sammel| -tasse, die nicht zu einem Service ge
hörende, einzeln zu kaufende, formschöne Ta sse m it
Untertasse und Kuchenteller; -visum , das gemein
sames Visum für eine ins Ausland reisende Gruppe
von Personen
Sammler, der; -s, - 1. jmd., der etw. sammelt (3):
ein begeisterter, erfolgreicher, passionierter S. von
Briefmarken, Gemälden — 2. T ech n . Akkumula
tor
Sammler zu Sammler 1| -leidenschaft, die fo. PL /;
- wert, der jo. PLI Liebhaberwert
Sammlung, die; -,
-e n 1. das Sammeln (1.1) von
etw.: eine öffentliche, spontane S.; die S. (e r
brachte 500 Mark; zu einer S. von Altstoffen,
(Geld)spenden aufrufen — 2 . das durch Sammeln
(3) Zusammengetragene: eine private, thematische,
umfangreiche, wertvolle S.; eine S. v on Brief'
marken, Gedichten, Gemälden, Schmetterlingen;
seine S. ergänzen, verkaufen, vervollständigen;
jmdm. seine Sammlungen zeigen — 3 . Gebäude,
in dem 2 ausgestellt, aufbewahrt wird: die S. ist
heute geschlossen — 4 . jo. PLf mit großer S.
(Konzentration) zuhören
Samowar, der; -s, -e metallener, m eist kupferner,
a u f einem Gestell stehender, beheizbarer Wasserkessel
m it Hahn, in dem bei Tisch Tee bereitet wird: den
S. auf den Tisch stellen
Samstag, der; -s, -e landsch., bes. süddt. Sonn
abend; dazu samstags /A dv ./ sonnabends
xsamt /Präp. mit Dat./ (zusammen) Ymit (1.3): das
Auto s. Ladung, allem Zubehör
2samt /Adv./
4- s. und sonders ausnahmslos, alle(s) zusammen:
die Mitglieder der Gruppe waren s. und sonders
begeistert, erschienen
Samt, der; -(e)s, jo. P L / weiches, aus Baumwolle,
Seide bestehendes Gewebe mit dichtem, kurzem Flor:
ein Kleid aus grünem S .; eine Haut (weich) wie
S.; dazu samten /Adj./: eine samtene (aus Samt
bestehende) Jacke; ihre H aut fühlte sich s. (wie
Samt) an
Samthandschuhe, die jPl.j + um g. jmdn. mit
Samthandschuhen anfassen (jmdn. äußerst rück
sichtsvoll behandeln)
samtig /Adj./ 1 .1 . wie Samt aussehend, sich anfüh
lend: samtige Pfirsiche 1 .2 . matt glänzend: etw.
glänzt, schimmert s. 2 . eine samtige (dunkel und
weich tönende) Stimme
Sämtlich /Indef.pron./ s. sämtlicher
sämtliche /Indef.pron.; Fern. u. PL/ s. sämtlicher
sämtlicher /Indef.pron.; M ask.; Fern.: sämtliche,
Neutr.: sämtliches/ ausnahmslos alle(s) (1), aller
(1): sämtliches Schöne; s. abgelieferte, auch ab
gelieferter Schrott; sämtliches alte, auch altes Ge
rümpel; sämtliche Gäste; sämtliche aufgestellten,
auch aufgestellte Kandidaten; trotz s. guter, auch
guten Vorsätze; jnachgestellt unflektiert/ deine Vor
schläge wurden sämtlich angenommen; sie waren
sämtlich betrunken
sämtliches /Indef.pron.; Neutr./ s. sämtlicher
samt|weich /A dj./ sehr weich, weich wie Samt: das
Fell ist s.
Sanatorium, das; -s, Sanatorien [..io n , ..Ion] fach
ärztlich geleitete Anstalt zur stationären Durch
führung von Heilkuren
Sand, der; -(e)s, /o. PL/, fachspr.
-e 1. durch
Verwitterung von Gestein, bes. Quarz, entstandenes
lockeres, aus losen, feinen Körnchen bestehendes
mineralisches M aterial: gelber, grober, nasser S.;
der S. der Düne, Wüste, des Meeres; S. schaufeln,
schütten; bei Glatteis S. streuen; der Wind wirbelt
(den) S. auf; die Kinder spielen im, mit S.: der
Bach versickert, der W agen versackt im S.; das
Schiff ist auf S. (auf eine Sandbank) geraten —
2. jo. Pl.j Scheuersand
-f
das gibt es wie S. am Meer (in großer Menge);
jmdm. S. in die Augen streuen (jmdn. täuschen,
daran hindern, Negatives an etw., jmdm. wahrzu
nehmen); jmd. hat auf S. gebaut (sich auf etw.
Unsicheres verlassen, sich täuschen lassen); etw.
verläuft im Sande (etw. bleibt erfolglos, aus etw.
wird nichts); — den / Kopf in den S. stecken
Sandale, die;
- n leichter, m eist absatzloser Schuh,
dessen Oberteil aus Riemen mit Schnallen, aus
durchbrochenem Leder besteht: rote, weiße Sandalen
Sandalette, die; -,
-n leichte, m eist elegante Sandale
m it Absatz, bes. für Damen
Sandj -bahn, die S p o rt mit festgewalztem Sand
bedeckte Rennstrecke; -bahnrennen, das S p o rt
Motorradrennen a uf einer Sandbahn; -ba nk,
die /PL -bänke/ eine Untiefe (1) bildende A nhäu
fung von Sand: auf eine S. auflaufen, g e
raten; -boden, der lockerer, viel Sand enthaltender
Boden (1); -dorn, den /PL -e; vorw. Sg./ auf sandi
gen Böden wachsender dorniger Strauch mit schma
len Blättern un d erbsengroßen, gelbroten Früchten,
aus denen ein vitaminreicher Saft (1.2) hergestellt
wird
Sandelholz, das jo. P l.j von verschiedenen tropischen
Bäumen stammendes wohlriechendes (Nutz)holz
sand/Sand zu Sand| -färben /A dj./ von matter hell
gelber bis bräunlicher Farbe: ein sandfarbener Man
tel, Schuh; -farbig /A dj./ sandfarben; -gebäck, das
vgl. Sandkuchen; -hose, die von einem Wirbel
sandig — Sanktion
975
sturm zu einem säulen-, trichterförmigen Gebilde
emporgerissener Sa nd
sandig /Adj.f 1.1 . fnicht adv./ aus Sand bestehend:
ein sandiger Boden, Strand 1.2 . sandige Füße,
Schuhe (Füße, Schuhe, an denen Sa nd haftet)
Saml/sand zu Sand 1| -kästen, der /PL -kästen/
durch eine Einfassung abgegrenzte Stelle m it auf-
geschüttetem hellem Sand für Kinder zum Spielen;
-körn, das /PL -körner/ einzelnes Korn des San
des; -k uchen, der Kuchen aus feinem, lockerem
Teig; -mann, der, -männchen, das /beide o. PL/
märchenhafte Figur in Gestalt eines kleinen M änn
chens, von dem kleinen Kindern gesagt wird, es
streue ihnen (abends) Sand in die Augen, wovon sie
müde würden; -papier, das jo. P L / sehr festes, m it
feinem Sand beschichtetes Papier zum Abschleifen,
Glätten rauher K anten, Oberflächen; -pilz, der eß
barer Röhrenpilz m it braungelbem Stiel und H ut
und olivbraunen Röhren; -sack, der /PL -sacke/
m it Sand gefüllter Sack: den geborstenen D eich
m it Sandsäcken abdichten; der Boxer trainierte
am S.;
-stein, der jo. PL/ durch ein natürliches
Bindemittel zu Stein verfestigter Sand: eine Kirche,
Plastik aus S.; -strahlen /Vb.; hat; nur im Inf. u.
Part. P rät./ etw. m it einem Sandstrahlgebläse bearbei
ten: die Fassade eines Gebäudes s. lassen; -strahl-
gebläse, das Gerät zum Reinigen von Metall-,
Steinoberflächen, das a uf die zu reinigende Fläche
m it Druckluft Sand schleudert, der durch Aufprall
und Reibung Rost, Farbe, Schmutz entfernt; -sturm,
der heftiger Sturm in trockenen, sandigen Gebieten,
der große Mengen Sand aufwirbelt, em porreißt,
m it sich führt; -uhr, die Gerät zum Messen der
Zeit, indem während eines genau berechneten Z eit
abschnitts eine bestimmte Menge feinen Sandes aus
dem oberen T eil eines Glasgefäßes durch eine sehr
enge Öffnung in den gleich großen, gleichgeformten
unteren Teil rinnt
Sandwich, das; -(e)s, -(e)s, [sentvitf, auch z ..]
belegte (Doppelschnitte bes. von Weißbrot
Sand|wüste, die Wüste, in der Sand flächenhaft od.
in Form von Dünen abgelagert ist
sanft fAdj./ 1 .1 . ausgeglichen ruhig und still, fried
fertig und nachgiebig, wenig lebhaft: ein sanftes
Kind, Wesen; s. lächeln; das Pferd ist ganz s.
(gar nicht bösartig) 1.2 . Sanftmut ausdrückend: sie
hatte sanfte Augen — 2 .1 . in abgeschwächter Weise
auftretend und angenehm wirkend: eine sanfte B e
leuchtung, Melodie, Stimme; ein sanfter Glanz;
ein sanfter Regen, Wind; sie sprach s. (behutsam)
und tröstend auf ihn ein 2 .2 . s. (angenehm leicht)
erwachen, einschlafen; s. (ruhig) schlafen — 3 .1 .
m it, von geringer Intensität: ein sanfter Druck;
er schob sie s. (mit geringem Druck) beiseite;
jmdn. s. berühren, streicheln 3.2 . eine sanfte
(leicht ansteigende, nicht hohe) Erhebung
Sänfte, die; -,
-n bis ins 19. Jh. benutzter, über
dachter, oft völlig umkleideter, bequemer S itz (für
hochgestellte, bemittelte Perso nen), der von Menschen,
Lasttieren an zwei an ihm befestigten Stangen ge
tragen w ird: eine kostbare, offene S.
Sanftmut, die; jo. PL / 1 .1 . sanfte (1.1) Wesens
art: er war von unbeschreiblicher S. 1 .2 . etw. in
aller S. (auf sanfte Weise) erreichen; dazu sanft
mütig /Adj./
Sang
+ umg. mit S. und Klang (mit Musik, fröhlich
singend); ohne S. und Klang (ohne viel Aufhe
bens)
sangbar /A dj./ so geartet, daß es gesungen werden
kann: sangbare Verse
Sänger, der; -s, - jmd., der beruflich, bei einer Ver
anstaltung, in einem Chor singt: ein begnadeter,
berühmter, guter S.; ein S. trat auf; dazu Sän
gerin, die; -,
-n en
sangesfreudig /A dj./ gern (und viel) singend:
sangesfreudige junge L eute, alte Herren
sanglich /Adj./ . so geartet 1.1. daß es leicht zu
singen ist 1.2 . daß es zum Vertonen reizt
Sanguiniker, der; -s, • [zaqgüi;..] lebhafter, vor
wiegend heiter gestimmter Mensch: er ist ein lebens
lustiger, vollblütiger S .; dazu sanguinisch /A dj./
sang- und klanglos
+ s. (ohne Aufheben, stillschweigend) verschwinden
sanieren /sw. Vb.; hat/ 1. etw. durch Beseitigung
materieller, bes. Krankheiten verursachender M iß-
stände( wieder in einen hygienischen, gesunden,
guten Zustand versetzen: Stadtteile, Wohnhäuser s.
(rekonstruieren und modernisieren); Z ah n m ed .
das Gebiß, die Zähne s.; M ed. die Nieren eines
Patienten medikamentös, operativ s. — 2. W irt-
s c h . /im kap. Wirtschaftssystem/ ein Unternehmen
bes. durch finanzielle, organisatorische Maßnahmen
wieder rentabel und damit profitabel machen: eine
Firma s.; sich s . : jmdm. durch langfristige K redite
helfen, sich zu s. (wieder finanzkräftig zu werden);
O umg. spött. dabei hat er sich ganz schön sa
niert (ist er durch fragwürdige Praktiken zu viel
Geld gekommen); dazu Sanierung, die; -en
sanitär /Adj.; nur attr./ der Gesundheit, Hygiene
dienend: die sanitäre Betreuung, Vorsorge; eine
sanitäre Maßnahme; sanitäre Anlagen, Artikel,
Einrichtungen
Sanitär |zelle, die als Bauelement vorgefertigter klei
ner Raum mit Toilette (II.2) und Badewanne od.
Dusche
Sanitäter, der; -s, - 1.1, /DDR veraltend/ jmd.,
der in Erster Hilfe ausgebildet ist, Gesundheits
helfer: einen Kursus als, für S. mitmachen 1.2 .
Soldat in der Funktion von 1.1 : der S. verband,
m eine W unde
Sanitätskraftwagen, der Sanitätswagen
Sanitätsrat, der /Ehrentitel für (Zahn)ärzte in der
DDR, die sich in der unmittelbaren medizinischen
Betreuung der Bürger verdient gemacht haben/
Sanitätswagen, der Krankenwagen für den Trans
port von Verwundeten
Sanitätswesen, das jo. PL / 1 . öffentliches Gesund
heitswesen in der B R D — 2 . medizinischer Dienst
aller Waffengattungen der Armee
Sanktion, die;
- e n 1.1 . offizielle Anerkennung
(2.1) (und dadurch erfolgte Legitimieru ng): etw.
geschieht mit behördlicher S .; durch seine Unter
schrift gab er (dazu) seine S. 1.2. Jur. dem Gesetz
wurde (die) S. (Gesetzeskraft) erteilt — 2 . J u r . der
Teil eines Gesetzes, Vertrages, der die Folgen seiner
Nichtbeachtung aufführt — 3 . jvorw. Pl.f Jur.
Maßnahme 3.1 . durch die von einem Staat, einer
Staatengruppe die Einstellung völkerrechtswidrigen
Verhaltens erzwungen werden soll: gegen einen
Staat Sanktionen fordern, verlangen 3.2 . die in
rechtlich fixierten möglichen Verhaltensweisen der
Vertragspartner zur Stimulierung der Vertrags
erfüllung besteht: die Bank kann einen Betrieb
976
sanktionieren — Sättigung
durch Anwendung von Sanktionen zur Einhaltung
des Vertrages veranlassen
sanktionieren jsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. offiziell an
erkennen (und dadurch legitimieren): das ist unter
schrieben und sanktioniert 1.2 . Ju r. dieser Erlaß
wurde nie sa nktioniert (mit Gesetzeskraft verse
hen)
Sanskrit, da s; -(e)s, jo. P L / Sprache der klassischen
altindischen Literatur, die noch heute von indischen
Dichtern, Gelehrten verwendet w ird
Saphir, Saphir, der; -s, Saphire 1. blauer Edelstein:
ein Ring mit einem kostbaren S.
—
2. umg.
Saphirnadel (1)
Saphirnadel, Saphirnadel, die 1. nadelartiges Teil
am Tonabnehmer eines Plattenspielers mit einer
Spitze aus Saphir — 2 . mit einem Saphir verzierte
Nadel (2)
Sardelle, die; -n in zahlreichen Arten vorkommen
der, m it dem Hering verwandter, im Meer lebender,
15 Zentimeter langer Fisch, der, meist eingesalzen,
als Speisefisch genutzt wird
Sardine, die;
-n
mit dem Hering verwandter, im
Meer lebender, bis zu 25 Zentimeter langer Fisch,
der, meist in Öl eingelegt, als Speisefisch genutzt
wird
Sardinenjbüchse, die Blechdose, in der Sardinen in
öl eingelegt sind, waren: eine leere S.
Sarg, der; -(e)s, Särge länglicher, meist hölzerner
Kasten mit Deckel zur Aufnahme eines Leichnams:
ein eichener, einfacher, prunkvoller S.; einen
Toten in den S. legen; den S. schließen, mit
Blumen, Kränzen schmücken, in die Erde senken
+ ein, der Nagel zu jmds. S. sein
Sari, der; -/ -s, -s den ganzen Körper und den Kopf
umhüllendes, kunstvoll aus einem sehr langen Tuch
gewickeltes Gewand der Ind erin
Sarkasmus, der; -, Sarkasmen 1. jo. Pl.j verletzen
der, beißender Hohn, bitterer Spo tt: er konnte seinen
S. nicht unterdrücken — 2 . Äußerung, die 1 ent
hält: kränkende, scharfe, schneidende Sarkasmen
sarkastisch fA d j.j bitter spöttisch, bissig höhnend:
sarkastische Bemerkungen, Scherze; s. lächeln
Sarkom, das; -s, -e' M ed. aus dem Bindegewebe
hervorgegangene bösartige Geschwulst
Sarkophag, der; -s, -e prunkvoller (Stein)sarg, bes.
aus Marmor: ein S. aus rotem Porphyr
Satan, der; -s, -e jvorw. Sg.j [..tan] 1. jo. PL;
nicht mit unbest. A rt.j Teufel (1.1) — 2 . jvorw.
Sg.j Teufel (2.1): er, sie war der reinste S.
satanisch jA dj.j teuflisch (1): ein satanischer Plan;
s. grinsen
Satellit, auch Satellit, der; -en, -en 1.1 . M ond (1.1)
eines Planeten: die Satelliten des Jupiters 1.2 .
(unbemannter Raumflugkörper in einer Erdum
laufbahn: ein künstlicher, unbemannter S.; eine
Femsehübertragung über Satelliten
Satelliten, auch Satelliten| -bahn, die Umlaufbahn
eines Satelliten; -foto, das von einem Satelliten (1.2)
aufgenommenes und zur Erde übermitteltes Foto;
- Staat, der form al selbständiger, politisch von einer
imp erial. Großmacht in hohem M aß e abhängiger
Staat; -stadt, die in der Nähe einer Großstadt zu
deren Entlastung angelegte, mit ihr verkehrsmäßig
eng verbundene mittelgroße Stadt
Satin, der; -s, jo. Pl.j [zatsq, auch sats] dem Atlas
ähnliches Gewebe aus Baumwolle od. Seide mit
glatter, glänzender Oberseite: ein Unterkleid aus S.
Satire, die;
-n 1.1 . jo. Pl.j Form der künstle
rischen, bes. literarischen Gestaltung, die durch z u
spitzende komische Übertreibung, Ironie, Spott,
Hohn, scharfe K ritik anachronistische, rückständige,
im Widerspruch zu progressiven, sozialen, ästhe
tischen Idealen stehende gesellschaftliche Zustände
und in ihnen befangene Menschen der Lächerlich
keit preisgibt: er ist ein Meister der S. 1 .2 . (litera
risches) Kunstwerk, das mit den Mitteln von 1.1
gestaltet ist: eine gesellschaftskritische, politische
S.; er ist Verfasser zahlreicher Satiren; zu 1.1
Satiriker,, der; -s, - Verfasser von Satiren u. sati
risch jA dj.j: satirische Gedichte, Pamphlete,
Zeichnungen; etw. s. darstellen, gestalten
satt jAdj.j 1. jmd. ist s. (hat genug gegessen, verspürt
keinen Hunger mehr); ein satter Säugling; sich (an
etw.) s. essen; Länder, in denen Menschen nicht s.
werden (in denen Menschen hungern); etw. macht s.
(stillt den Hunger schnell); sich s. trinken (den
Durst stillen) — 2 . jvorw. attr.j ein satter (selbst
zufriedener) Ausdruck lag auf seinem Gesicht; ein
sa ttes Grinsen; das satte (saturierte) Bürgertum —
3. jnur attr.j satte (tiefe 6.1, gesättigte) Farben
4- etw., jmdn. s . haben (einer Sache, jmds. über
drüssig sein); sich an etw. nicht s. sehen können
(etw. immerfort ansehen mögen)
Satte, die; -,
- n 1a nd sch. größere, flache Schüssel
bes. für Milch, die dick werden soll; eine große S.
m it, v oll dicker Milch
Sattel, der; -s, Sättel 1.1 . Sitzvorrichtung für einen
Reiter, die auf den Rücken eines Reittieres geschnallt
wird: den S. abschnallen, auflegen; sich auf, in den
S. schwingen; mit, ohne S. reiten; das Pferd warf
den Reiter aus dem S. 1 .2 . auf den Rücken eines
Lasttieres geschnallte Vorrichtung zur Befestigung
von Lasten — 2 . gefederter Sitz eines Zweirads: ein
gut gefederter, harter S.; den S. verstellen; vom
S. rutschen — 3 . zwischen den beiden Gipfeln ver
lief ein S. (einegrößere, flache Senke) —4. S chn ei
d e r e i Modelle m it S. (angesetzter, aufgesteppter
glatter, querverlaufender Schulter-, oberer R ock
partie) werden wieder modern — 5. fachspr. an
seiner Geige ist der S. (die Querleiste, auf der die
Saiten aufliegen) gebrochen
+ in allen Sätteln gerecht sein (alles können, tun,
verstehen); fes t im S. s itzen (eine unangefochtene
Stellung Jiaben)
Sattel/sattel| -dach, das aus zwei schrägen, am First
zusammenstoßenden Flächen bestehendes Dach; -fest
jA d j.j auf einem (Spezial)gebiet sehr 2beschlagen:
ein sattelfester Prüfling; in der Interpunktion s.
sein; sich s. fühlen
satteln jsw. Vb.; hat/: ein Reit-, Lasttier s. (einem
Reit-, Lasttier den Sattel auflegen)
Sattel| -Schlepper, der Sattelzugmaschine; -tasche,
die am Sattel des Reittieres, Zweirades befestigte
Tasche; -Zugmaschine, die Zugmaschine mit einer
Vorrichtung über ihrer hinteren Achse, auf die ein
Anhänger ohne Vorderachse drehbar aufgesetzt w ird
Sattheit, die; -, jo. PL; zu satt/
sättigen jsw. Vb.; hat; / auch gesättigt/ sich,
jmdn. s. seinen, jmds. Hunger stillen: sich an Brot,
Obst s . ; dieses Gericht sättigt, ist sättigend (macht
schnell satt); gesättigt (satt) sein
Sättigung , die; -,
-en 1. jo. Pl.j 1.1. das Sättigen
1.2 . das Sattwerden: eine rasche S. erreichen —
2. fachspr. der Zustand, in dem ein Gas, eine Lö-
Sattler — saub erhalten
977
sung gesättigt (3, 2) ist: eine hohe S. der Luft mit
Wasserdämpfen; die S. der K ochsalzlösung
Sattler, der; -s, - 1.1* Handwerker, der Lederwaren,
bes. Sättel, Taschen, Koffer, herstellt, repariert: eine
entzweigegangene Schulmappe zum S. bringen
1.2* Facharbeiter für industrielle Lederverarbeitung
Sattlerei^ die; -en Werkstatt eines Sattlers (1.1)
sattsam fAdv.f geh .: seine s. {hinlänglich, bis zum
Überdruß) bekannte Art, Auffassung; das ist s. b e
kannt
saturieren /sw. Vb.; hat; vorw. im Part. Prät.j sich
s. eine erstrebte Po sitio n , erstrebten {materiellen)
Besitz erreichen und darüber selbstzufrieden werden:
nun hat er sich endlich saturiert; das saturierte
Bürgertum
Satyr, der; -s/-n, -n [. .y r] übermütiger, als lüstern
geltender Geist (I. 4) mit den Füßen, Ohren und dem
Schwanz eines Bockes
Satz, der; -es, Sätze 1. im allgemeinen aus mehreren
Wörtern bestehende, nach Bedeutung und Form in
sich geschlossene sprachliche Einh eit: ein knapper,
langer, wohlgeformter S.; Sätze analysieren, bil
den, (nieder)schreiben, sprechen; mitten im S. a b
brechen, stocken; seine Gedanken in einen prä
gnanten S. zusammenfassen; Gramm , ein ein
facher, erweiterter zusammengesetzter S.; ein
selbständiger S. (Hauptsatz) — 2 . Lehrsatz: der S.
von der Erhaltung der Energie; der S. des Pytha
goras —3.Druckerei3.1.jo. Pl.fdasSetzen (4.2)
eines Textes: der maschinelle S.; der S. des Manu
skripts hat begonnen; /in den Verbindungen! etw.
in S. geben {etw. setzen lassen); etw. befindet sich
im S. (wird gesetzt) 3.2 . Schriftsatz (1): ein fehler
hafter, fertiger S.; den S. korrigieren, stehenlassen;
vom S. einen Probeabzug machen — 4 . Mus. Art,
in der ein M usikstück komponiert ist, Stimmführung
in einem mehrstimmigen Musikstück: ein poly
phoner, reiner, strenger, vierstimmiger S. — 5 . in
sich geschlossener T eü eines mehrteiligen 5*1. M u s .
(instrumentalen) Musikstückes: der langsame, letzte
S. eines Klavierkonzertes 5.2 . B allspiele sport
lichen Wettkampfes, bes. des Tennis: einen S. g e
winnen, verlieren; in drei Sätzen gewinnen — 6 .
bestimmte A nz ah l zusammengehöriger Gegenstände,
Tiere derselben A rt: ein S. Autoreifen, Bohrer, Gei
gensaiten, Gewichte, Schüsseln; drei Sätze Brief
marken kaufen; Jägerspr. ein S. (Wurf) Hasen;
Fischerei ein S. Forellen, Schleierfische; fach-
spr. ein S. Erz (die Menge Erz, die auf einmal in
den Hochofen gelegt werden kann) — 7 . fvorw. Sg.f
Bodensatz: ein körniger S.; der S. des Kaffees,
Weines; etw. bildet, hinterläßt (k)einen S.
—
8.
festgesetzter Geldbetrag, Tarif: einen hohen, niedri
gen S. vereinbaren, zahlen; der S. für Gäste, Mit
glieder, für die Verpflegung, Zusatzrente beträgt
...;einS.von
Prozent, 22 Mark (pro Tag); ihr
S. (ihre gewohnte Menge, ihr übliches M aß) sind
drei Tassen K affee morgens — 9 . Sprung (1): einen
S. über eine Hürde, Pfütze m achen; ein Hindernis
in, mit einem S. nehmen; mit einem S. aus dem
Bett, zur Seite springen
Satz/satz| -aussage,die Gramm .Prädikat (2); -hau,
der \o. Pl.f Gramm . 1. das Zusammenfügen von
Wörtern zu Sätzen, einem ,Satz: Übungen zum S.
im Fremdsprachenunterricht — 2. Gliederung,
Struktur eines Satzes: ein äußerst einfacher, kom
plizierter S.; ,Syntax4 ist die Lehre vom S.; -bild,
das D ruck erei äußerer, ästhetischer Eindruck, den
ein Schriftsatz, eine Drucksache hervorruft, macht;
«ergänzung, die G ram m . Objekt (4); -gefüge, das
Gramm , aus einem Hauptsatz und mindestens
einem Gliedsatz zusammengefügter Satz; -g eg en
ständ, der Gramm. Subjekt (3);-glied,dasGramm.
aus einem Einzelwort, einer Wortgruppe, einem
Gliedsatz bestehendes, innerhalb des Sa tzes eine be
stimmte Funktion erfüllendes GlAd; -lehre, die jo.
Pl.f Gramm. Syntax; -reif jAdj.f Druckerei: ein
satzreifes (für den Satz 3.1 fertig hergerichtetes)
Manuskript; -Spiegel, der Druckerei die vom Text
und von Abbildungen eingenommene Fläche einer
Seite: den S. vergrößern
Satzung, die; -,
-en
schriftliche Festlegung von
Regeln, die die Organisation, Tätigkeit einer gesell
schaftlichen Vereinigung, Institution bestimmen:
die S. einer Partei, wissenschaftlichen Gesell
schaft, eines Vereins; Satzungen ausarbeiten, be
achten, verletzen
Satz/satz| -Verbindung, die G ra m m , aus neben-
geordneten Hauptsätzen zusammengesetzter Satz;
- weise /Adv./ 1. Satz für Satzkernen Text s. ana
lysieren, übersetzen — 2 . diese Ware wird nur s. (in
einem Satz 6) verkauft; -Zeichen, das Zeichen (1.3)
zur Gliederung, Trennung von Satzgliedern, Sätzen
sowie zur Bezeichnung der Intotation im Satz
Sau, die; -, Säue/-en 1. /PI . Säue/ weibliches Schwein
(1) nach dem ersten Ferkeln: eine gemästete, tra
gende S .; die S. ferkelt, h at sechs Ferkel geworfen
—
2. /PL Säue/ derb 2.1 . unsauberer Mensch: diese
S. hat sich schon wieder nicht gewaschen!; auch
Schimpfw. du alte S.! 2.2 . /von einem Menschen/
er ist eine dumme, faule S. (er ist dumm, faul); auch
Schimpfw. du blöde S.! —3. \Pl. -en/ Jägerspr.
Wildschwein: eine Jagd auf -Sauen veranstalten
-f- salopp jmdn. zur S. machen (jmdn. sehr grob
zurechtweisen; jmdn. heftig schlagen); etw. zur S.
machen (etw. zerstören; etw. vernichtend kritisieren);
etw. ist unter aller S. (etw. ist sehr, ungewöhnlich
schlecht); wie eine gesengte S. (sehr schnell; sehr
schlecht); — / Perlen vor die Säue werfen
Saujarbeit, die s a l o p p jemot.f sehr unangenehme,
weil schmutzige, anstrengende, mühsame Arbeit
sauber fAdj.j 1. frei von Schmutz, Verunreinigungen:
saubere Finger(nägel), Kleider, Schuhe, Straßen;
sauberes Wasser; ein sauberes B esteck, Hemd;
etw. s. bürsten, putzen, waschen; sich s. halten;
das Kind ist schon s. (braucht keine Windeln mehr
zu tragen) — 2 .1 . sorgfältig und ordentlich (aus
geführt): eine saubere Arbeit, N aht, Schrift; etw.
s. aussägen, stopfen 2,2 . im Klang rein (1.2):
dieser Ton war nicht ganz s. 2 .3 . eine saubere
(angemessene und überzeugende, widerspruchsfreie)
Lösung des Problems 2.4 . /nur adv.f umg. das hast
du s. (sehr gut) hingekriegt! — 3 .1 . moralisch ein
wandfrei: eine saubere Gesinnung, Haltung; ein
sauberer Charakter; iro n . du ha st ja saubere (an
fechtbare) Ansichten!; dein sauberer Freund (dein
Freund, dieser gemeine Kerl) hat uns das einge
brockt! 3.2 . /nicht ad v.j ein sauberes (von Schuld
unbelastetes) Gewissen —4. umg. süddt. österr.
Sch w e i z , hübsch (1.1), schmuck: ein sauberes Mäd
chen, ein sauberer Bursche; s. aussehen
-{- (k)eine saubere / Weste haben
sauber|halten fVb.f etw. in sauberem (1) Zustand (e r
halten: seine Fingernägel, W ohnung, die Um welt s.
978
Sauberkeit — saugen
Sauberkeit, die; /o.Pl.; zu sauber 1,2.1 —2,3,3.1/
säuberlich /A dj.; nicht präd./ besonders ordentlich
(1) und sorgfältig: etw. s . ausschneiden, durch-
streiehen, einpacken; ein s. abgenagter K nochen;
etw. fein s. erklären, mitschreiben; eine säuberliche
Schrift
$auber|machen /V b./ 1 .1 . etw. säubern (1): den
Kamm, Gasherd, Teppich s . ; etw. mit einer Bürste,
einem Lappen s. 1 .2 . die Wohnung s. (vom Schmutz
befreien); ich muß n o ch s. (die Wohnung vom
Schmutz befreien)
säubern /sw. Vb.; hat/ 1. etw. vom anhaftenden
Schmutz befreien: das Fensterbrett mit einem nas
sen Lappen s.; den Anzug, die Stiefel mit einer
Bürste s.; die Gartenbank mit Wasser und einem
Scheuermittel s.; sich, jmdn. s. (sich, jmdn., die
Kleidung vom anhaftenden Schmutz befreien) —
2. das Beet s. (vom Unkraut befreien)
Sauce, die; -,
-n, [zo:se] s. Soße
Sauciere, die;
-n [zosierro,. . e :re] Soßenschüssel,
die fest m it einem tellerartigen Untersatz verbunden
ist
saujdumm /Adj.f salopp femot./ 1 .1, sehr dumm
(1.1), töricht: ein saudummer Einfall, Kerl; ein sau
dummes Gesicht machen 1.2 . sehr unangenehm'.
eine saudumme Geschichte, Sache
sauer /Adj./ 1 .1 .1 . wie Essig, Zitrone schmeckend
(und das Zusammenziehen der Schleimhäute des
Mundes bewirkend sowie die Speichelabsonderung
fördernd): saure Kirschen,''Zitronen; dieser W ein
ist mir zu s.; etw. schmeckt s.; diese Beeren sind
noch s. 1.1 .2 . mit einer wie 1.1.1 schmeckenden Zutat
zubereitet: saure Drops, Gurken, Heringe; etw. s.
(mit Essig, Zitrone) (und süß) abschmecken; etw.
s. (in Essigwasser) einkochen, -legen 1.2 . /adv.f die
Milch riecht s. (aus dem Geruch der Milch läßt sich
schließen, daß sie 1.3 . ist) 1.3 . /nicht adv./ durch
Gärung zersetzt und im Geschmack von 1.1 .1: das
Bier, Frikassee ist s. (ungenießbar) geworden;
saure (geronnnene) Milch (mit Zucker und Zimt)
essen — 2 .1 . /nicht adv./ (stark) säurehaltig: Chem.
saure Farbstoffe, Gesteine, Salze; L and w . saurer
Boden 2.2 . /adv./ Chem. s. (wie Säure) reagierende
Stoffe — 3 . ärgerlich (1), mißmutig, unwillig (1):
eine saure Miene zu etw. machen; s. auf etw. rea
gieren; umg. jmd. ist, wird s.
—
4. /adv./ s.
(schwer 2.2) erspartes Geld; jmdm. das Leben s.
machen (schwermachen); jmdm. wird etw. s.,
jmdn. kommt etw. s. an (jmdm. fällt etw. schwer)
+ salopp gib ihm Saures (sag ihm die Meinung;
schlag Hin kräftig)!; — in den sauren / Apfel
beißen müssen; etw. wie s. / Bier anpreisen
Sauer| -ampfer, der fo. PL/ Ampfer mit säuerlich
schmeckenden Blättern; -braten, der roh in Essig -
wasser (ein)gelegtes, danach als Schmorbraten ge
gartes Rindfleisch; -brunnen, der 1.1 . Mineralquelle,
deren Wasser stark kohlendioxidhaltig ist 1.2 . (auf
Flaschen gezogenes) Wasser von 1.1
Sauerei, die; -,
-en
sa lopp 1. /emot./ sehr schmutzi
ger, liederlicher Zustand: was ist das für eine S. in
deinem Zimmer?; eine S. anrichten, hinterlassen —
2. /emot./ etw. Ärgernis Erregendes, eine gemeine,
unmoralische Handlung: was hier geschieht, ist
eine einzige, riesige S .; sein Verhalten war einfach
eine S.; diese S. mache ich nicht mit; solche
Schuhe, Straßen sind eine S. (eine Zumutung) —
3. Zote: Sauereien erzählen
Sauer] -kirs ch e, die säuerlich schmeckende, rote
Kirsche; -kohl, der land sch . Sauerkraut; -kraut,
das jo. P I ./ feingeschnittenes, m it Salz und Gewürzen
versehenes W eißkraut, das durch Gärung gesäuert ist
säuerlich /A dj./1.1. ein wenig, leicht sauer (1.1): ein
säuerlicher Apfel, W ein; eine säuerliche Soße; s.
schmecken 1.2. /adv./ die Milch riecht schon s.
(leicht sauer 1.2) — 2 . mißvergnügt (1.1), verdrieß
lich (1): säuerliche Bem erkungen, Fragen, Gesich
ter; s. lächeln
Säuerling, der; -s, -e Sauerbrunnen (1.2)
Sauer|milch,
fachspr. durch Gärung geronnene
Milch
säuern /sw. Vb.; hat, i s t/1. etw. gärt, wird sauer (hat,
ist): nicht gekühlte Sahne säuert leicht; das Kom
pott ist, hat gesäuert — 2 . (hat) Kochk. einen
Fisch s. (mit Zitronensaft beträufeln)
Saner [Stoff, der /o. P I ./ nichtmetallisches Element,
das sich bei Erhitzung mit fast allen anderen Ele
menten zu Oxiden verbindet, a ls färb-, geruch-, ge
schmackloses Gas frei in der Luft vorkommt und für
die Lebensprozesse nahezu aller Organismen unent
behrlich ist: S. einatmen; in dem engen Raum wur
de der S. knapp; ohne S. brennt kein Feuer
Sauerstoff| -dusche, die kurzfristige künstliche
Zufuhr von Sauerstoff; -flasche, die blau gekenn
zeichnete Stahlflasche, in der unter hohem Druck
Sauerstoff aufbewahrt wird; -gerät, das Gerät
zur Versorgung des Menschen mit (relativ) reinem
Sauerstoff, das bes. beim Aufenthalt in einer an
Sauerstoff armen, durch Gase vergifteten Luft, bei
längerem Tauchen, zur Unterstützung der Atmung
Kranker, Verunglückter benutzt wird; -mangel, der
jo. PI ./ Mangel an Sauerstoff
sauer/Sauer| -süß, süß /Adj./ 1 . süßsauer (1): eine
sauersüße Soße; Bohnen, Linsen s. abschmecken —
2. erfreut und mißvergnügt (1.1) zugleich: etw. mit
sauersüßer Miene tun; -teig, der fo. Pl.j säuerlicher,
gärender M ehlteig, der (in Verbindung m it Hefe) als
Triebmittel für Brot(teig) verwendet wird; -topf, der
/emot./ griesgrämiger Mensch: du bist ein alter S.
geworden; dazu -töpfig fAdj.f u. -töpfisch /Adj./
Sauf|bold, der; -(e)s, -e s a lopp /emot. neg.f Trun
kenbold: du bist ein alter S.
saufen (er säuft), soff, hat gesoffen 1.1 . /vom Tier/
Flüssigkeit zu sich nehmen: dem Vieh (Wasser) zu
s. geben; der Büffel soff aus dem Fhiß, Wasser
loch 1.2 . s a lo p p /vom Menschen/ etw. trinken (1.1 .1):
er säuft am liebsten, manchmal (einen) Rotwein;
er soff den ganzen Tag schwarzen Kaffee — 2. sa
lopp /emot. neg.f trinken (1.2): er hat (die ganze
Nacht) gesoffen; er fing vor Kummer, aus Ver
zweiflung an zu s. (gewohnheitsmäßig zu trinken 1.2)
+ s.wieein/ Loch
Säufer, der; -s, - s a lopp /emot. neg./ Trinker: er ist
ein (alter) S.
Sauferei, die; -,
-en
salopp /emot. neg./ 1. jo. Pl.j
übermäßiger Alkoholgenuß: die S. schädigt deine
Leber; er kann die S. (das gewohnheitsmäßige T rin
ken 1.2) nicht lassen — 2 . Trinkgelage: eine große,
riesige S. veranstalten; er kam von einer S.
Sauf|gelage, das umg . Trinkgelage
saugen, saugte/sog, hat gesaugt/gesogen 1. (mit
aufgesetzten, haftenden Lippen) einen Unterdrück
erzeugen und damit durch eine enge Öffnung von etw.
bes. etw. Flüssiges in sich aufnehmen: mit einem
Strohhalm Saft aus dem Glas s.; der Säugling
säugen — Saus
979
saugt die Milch aus der Flasche, saugt an der
Mutterbrust; ein saugendes Junges, Kälbchen;
die Mücken s. (mit dem Stechrüssel) Blut; <0 die
Pflanzen s. m it ihren Wurzeln Feuchtigkeit aus
dem Boden — 2 . an etw. s. mit aufgesetzten, an etw.
haftenden Lip pen einen Unterdrück erzeugen (um
etw. aus etw. in sich aufzunehmen): er sog an der
Oberlippe, Pfeife, Zigarre; das Kind saugt (lutscht)
am Daumen — 3 . sich voll (mit) Flüssigkeit s. sich
m it Flüssigkeit füllen, Flüssigkeit aufnehmen: der
Mantel, Schwamm hatte sich voll Wasser gesaugt
—
4. /saugte, hat gesaugt/ etw. mit dem Staub
sauger säubern: den Polstersessel, Teppich s.
—
sich etw. aus den / Fingern s,
säugen /sw. Vb. ; hat/ als Muttertier ein Junges am
Euter, an den Zitzen trinken lassen: die Ricke säugt
ihr Kitz; veraltend /vom Menschen/ die Mutter
säugte ihr Kind (ließ ihr K ind an der Brust trinken)
Sauger, der; -s, - aus dünnem, weichem Gummi be
stehender Gegenstand in Form einer kleinen läng
lichen Haube (3) als Verschluß einer Milchflasche
(1.2), aus dessen feiner Öffnung der Säugling die
Milch saugt
Säuger, der; -s, - Z o ol. Säugetier: die höheren,
niederen S.
Säuge tier, das höchstentwickeltes Wirbeltier, das
behaart und warmblütig ist und dessen Junge durch
Milchdrüsensekret ernährt werden: Fledermäuse,
Katzen, Bären und Wale gehören zu den Säugetie
ren
saugjfähig /A d j.; nicht adv./ so beschaffen, daß es
Flüssigkeit aufnehmen kann: saugfähiges Papier;
saugfähige T extilien
Säugling, der; -s, -e Kind, das durch Stillen (1) od.
Flaschennahrung ernährt wird: ein gesunder,
schreiender S.; die medizinische Betreuung der
Säuglinge
Säuglings| -älter, das /o. PL/ Altersstufe eines
Menschen zwischen Geburt und Vollendung seines
ersten Lebensjahrs; -fürsorg e, die staatlich organi
sierte Einrichtung zu r gesundheitlichen Betreuung
der Säuglinge und zur Beratung ihrer Mütter; -nah-
rung , die jo. PI ./ für Säuglinge verträgliche (Fertig) -
nahrung; -Schwester, die für die Pflege von Säug
lingen ausgebildete Krankenschwester; -Sterblich
keit, die Sterblichkeit (2) der Säuglinge
Saug Zool.|
-napf, der napfschalen-, scheiben
förmiges Organ, m it dem sich bestimmte (niedere)
Tiere an etw. durch Bilden eines Vakuums fest
saugen; -rüssel, der feiner Rüssel mancher Insekten,
bes. der Hautflügler, Schmetterlinge, zum A u fsaugen
von Flüssigkeiten
säuisch/Adj./ s a 1o p p 1. abscheulich, schmutzig (1.1),
liederlich (1.1): er hat die Wohnung in einem säu
ischen Zustand hinterlassen — 2 . unanständig (1.1):
laß deine säuischen Witze! — 3 . /drückt im negati
ven Sinne einen hohen Grad aus): eine säuische
Kalte; es ist s. kalt
Säule, die; -,
-n 1, walzenförmiges, meist in Fuß,
Schaft, H als und Kapitell gegliedertes Bauteil, das
als senkrechte Stütze für Decken-, Dachkonstruk
tionen und als architektonischer Schmuck verwendet
w ird : eine griechische, korinthische, schlanke, s tei
nerne S.; etw. ruht auf Säulen; ein von Säulen g e
stütztes Portal, mit Säulen verziertes Vertiko —
2, Zapfsäule
Säulen zu Säule 1| -gang, der durch zwei Reihen
von Säulen begrenzter, gebildeter Gang; -h alle , die
durch Säulen gegliederte Halle (2), durch Säulen be
grenzte offene Halle (1) (als Vorbau); -k aktus, der
aufrecht wachsender, unverzweigter K ak tu s; -schaft,
der Teil einer Säule zwischen Fuß und Kapitell
Saum, der; -(e)s, Säume 1 . nach innen, nach der
link en Seite gelegter und dort befestigter Umschlag an
der unteren Kante eines Kleidungsstückes, an den
Kanten einer textilen Fläche: ein schmaler, breiter
S.; der S. einer Tischdecke, Gardine; den- S. eines
Kleides nähen, auftrennen — 2 . jvorw. Sg./ geh . er
saß am S. (Rand) des Waldes; der wreiße S. (Strei
fen) der Brandung
sau (mäßig /Adj./ s a lo pp /emot.j 1, äußerst schlecht
(1.1, 1 .3 —1.5, 2, 3, 6.2): ein saumäßiges Zeugnis,
Wetter — 2. /adv.; drückt im negativen Sinne
einen hohen Grad aus/: es ist s. (sehr 1) kalt
säumen fsw. Vb.; ha t/1.1, ein Kleidungs-, Wäsche
stück mit einem Saum versehen: ein Laken, Ta
schentuch, Kleid s. — 2, etw. s. sich in einer Reihe
am Rande von etw. befinden: viele Menschen säum
ten die Strecke der Friedensfahrer; alte Giebel
häuser s. den Marktplatz; die Gartenwege sind von
Sträuchern gesäumt — El. g eh . zögern, lange ver
weilen; /vorw. verneint/ er säumte nicht, sie zu b e
na chrichtigen; ohne Säumen (sofort, schnell ent
schlossen) machten sie sich ans Werk
säumig /Adj./ aus Nachlässigkeit den vereinbarten
Termin nicht einhaltend, die geforderte Leistung nicht
erfüllend: ein säumiger Schuldner; er war s. bei
der Rückzahlung seiner Schulden; Eltern, die in der
Erziehung ihrer Kinder s. waren
Saumjpfad, der sehr schmaler, bes. über Pässe füh
render Weg im Gebirge: die Maulesel schafften die
Lasten auf steinigem S. bergauf
saumselig /Adj./ veraltend geh. bei der Aus
führung von etw. sehr langsam und dadurch den ver
einbarten Termin nicht einhaltend, die geforderte
Leistung nicht erfüllende er ist s. in seiner Arbeit,
war s. bei der Rückzahlung des Kredits; dazu
Saumseligkeit, die; -, /o. Pl.j
Sauna, die;
- s/Saunen 1, /o. Pl.j zu starkem
Schwitzen dienender Aufenthalt in einem dafür vor
gesehenen R aum mit heißer, trockener Luft, die in
Abständen mit Wasserdampf durchsetzt wird: die S.
wirkt vorbeugend gegen Erkältungskrankheiten —
2. Raum, Häuschen mit den Einrichtungen für 1:
in die S. gehen; es war heiß wie in der S. (unerträg
lich heiß)
Säure, die;
-n 1. jo. PL/ die S. (der saure Ge
schmack) der Zitrone — 2 . wasserstoffhaltige che
mische Verbindung, die mit Basen od. Metallen
Salze bildet und Lackmuspapier rot färbt: eine
ätzende, scharfe, starke, verdünnte S.; bei diesem
Vorgang entsteht (eine) S.; er hat zuviel S. im Ma
gen (Magensäure)
säure| -beständig /A dj.; nicht adv./ unveränderlich
bei Einwirkung von Säure (2): der Werkstoff ist s.;
- fest /A dj.; nicht adv./ säurebeständig
Sauregurkenzeit, die /o. Pl.j umg. scherzh. Zeit
m it geringer kultureller, geschäftlicher A ktivitä t, bes.
im Hochsommer
säure (haltig /A d j.; nicht adv./ Säure (2) enthaltend:
säurehaltige Lösungen, Farbstoffe
Saurier, der; -s, - [ . . ior, . . ior] ausgestorbenes (rie
siges) Reptil des Erdmittelalters
Saus
6 3 Wörterbuch
980
Sause — Schachtofen
+ u m g . in S. und Braus (im Überfluß, verschwen
derisch und sorglos) leben
Sause, die; -n s a l o p p lebhafte, ausgelassene Feier
m it reichlichem Genuß von Alkohol: eine S. machen
säuseln /sw. Vb.; hat/ 1.1* /bes. von Laubwerk/ bei
geringer Bewegung leise und leicht rasch eln: die
Blätter s. im Wind 1.2 . der Wind säuselt in den
Blättern (fängt sich in den Blättern, so daß diese
leise rascheln) — 2 . s p ö tt . übertrieben leise und ge
ziert sprechen: sie säuselt immer
sausen /sw. Vb.; hat, ist/ 1. (hat) 1.1.1 . fbes. von
Bäumen, Laubwerk/ bei sehr schneller Bewegung
kräftig (an- und abschwellend) rauschen (1): die K ie
fern, Wipfel s. im Wind 1.1 .2 . der Wind saust in
den Bäumen (fängt sich in den Bäumen, so daß diese
rauschen) 1.2 . jmdm. saust etw .: der Kopf saust
ihm, die Ohren s. ihm (er hört wegen Unwohlsein,
Überanstrengung, allzu starker Einw irkung von
Klängen wirre Geräusche); es, das Blut saust ihm in
den Ohren — 2 . (ist) 2.1 . sich (mit) dem Geräusch
von 1.1) sehr schnell irgendwohin (fort)bewegen: der
Zug saust durch die Nacht 2.2 . umg. sehr schnell
irgendwohin gehen, la ufen: er sauste in die Küche,
nach Hause; saus mal schnell zum Bäcker! 2.3 . mit
wuchtigem Schwung auf etw. niederfallen: der
Knüppel sauste auf seinen Bücken; der Schmied
ließ den Hammer auf den Amboß s.
sa usenjlassen, ließ sausen, hat sausenlassen, auch
sausengelassen u m g . 1 . etw. fahrenlassen (1): ein
Vorhaben, eine gute Stellung s. — 2 . er hat seine
Freundin s. (hat die Beziehung zu ihr abgebrochen)
Sau/sau s a l o p p /emot./\ -stall, der schmutzige, lie
derliche Wohnung, schmutziger, liederlicher Ra um ;
- weiter, das /o. PI./ sehr schlechtes Wetter: bei dem
S. gehen wir nicht raus; -Wirtschaft, die fo. PI ./
Zustand äußerer Unordnung infolge schlampiger
Führung der Arbeit in einem Bereich; -wohl /Adv./
sehr wohl (L I): er fühlte sich (bei uns) s.
Savanne, die; -,
-n [zav.., s ..] (subtropische, vor
wiegend mit Gras bestandene Landschaft mit einzel
nen Sträuchern und Bäumen
Saxophon, das; -s, -e metallenes, weich klingendes
Blasinstrument mit einfachem Rohrblatt und konisch
geformtem Rohr
S [es]| -«Bahn, die /Kurzw. für unübliches Schnell-,
Stadtbahn/ für den Stadt- und Vorortverkehr die
nendes, vorwiegend elektrisch betriebenes, schienen
gebundenes Verkehrsmittel m it einem eigenen Gleis
körper: die Berliner S.;
- sBahnhof, der: der S.
Friedrichstraße
Schabe, die; -n in zahlreichen Arten vorkommendes,
weltweit verbreitetes, in der Nacht aktives Insekt m it
abgeflachtem Kö rp e r von ovalem Querschnitt, das
feuchte Wärme liebt, in Ritzen und Spalten lebt und
bei massenweisem Auftreten durch Verunreinigung
in Gebäuden, an Lebensmitteln Schaden anrichtet
Schab e|fleisch, das durch den Fleischwolf gedrehtes,
sehr fein zerkleinertes fett- und sehnenfreies R in d
fleisch, das roh gegessen werden kann
schaben /sw. Vb. ; hat/ 1.1 . Möhren, Rüben s. (mit
einem scharfen Gerät Über ihre Oberfläche streichen
und diese dadurch ganz od. teilweise entfernen) 1.2 . den
Rest des Teigs aus der Schüssel s. (durch Streichen
m it einem scharfen Gerät aus der Schüssel entfernen)
Schabernack, der/in den Verbindungen/ (mit jmdm.)
(seinen) S. (Scherz) treiben; aus S. (Neckerei) etw.
tun
schäbig /Adj./ 1 .1 . abgenutzt, unansehnlich, ärm
lich : ein schäbiger Anzug, Koffer; s. gekleidet sein
1.2 . /nur attr./ umg. der schäbige (sehr kleine) Rest
in der Flasche — 2 .1 . von niederer Gesinnung zeu
gend: ein schäbiges Verhalten, schäbiger Verrat;
jmdn. s. (gemein 1.1 .1) behandeln; es war s. (geizig),
den Gästen den billigsten Wein vorzusetzeh 2.2 . ein
schäbiges (unangemessen geringes) Trinkgeld
Schablone, die; -,
-n 1. ausgeschnittene od. aus
gestanzte Vorlage zu vielfacher Übertragug eines
Umrisses, Musters, einer Schrift auf einen Unter
grund: mit einer S. arbeiten — 2 . nach einer S.
(einem Klischee, Schema) handeln, urteilen; zu 2
schablonenhaft /Adj.f
Schach, das; -(e)s, /o. Pl.f 1. Brettspiel für zwei
Personen mit je sechzehn zum Teil verschiedenen
Figuren , bei dem der gegnerische König schachmatt
gesetzt werden soll: (mit jmdm. eine Partie) S. spie
len — 2 . Schach S. (dem König)! /Ankündigung
des Angriffs auf den König/; S. (und) matt! /An
sage, d aß der gegnerische Kö nig schachmatt gesetzt
ist/; S. bieten (den König angreifen); der König
steht, ist im S. (ist angegriffen)
+ jmdn. in S. halten (jmdn. bes. durch Bedro
hung mit einer Waffe a m Handeln hindern, damit
er einem nicht gefährlich werden kann)
Schach |brett, das Brett mit 64 weißen und schwarzen
Feldern zum Schachspielen
Schacher, der; -s, /o. Pl.f (unsauberer) Handel, bei
dem sehr gefeilscht w ird
schachern /sw. Vb.; hat/ Schacher treiben: um den
Preis s.
Schach/sehach| -figur, die; -matt /A dj.; nicht attr./
1.1 .Sc h ach (2): seinen Gegner s. setzen (den König
des Gegners in eine ausweglose Position bringen) 1.2 .
jmdn. s. setzen (handlungsunfähig machen); -m ei-
ster, der; -m eisterschält, die; -partie, die: eine S.
spielen, gewinnen; -spiel, das 1. Schachbrett mit
Schachfiguren: ein S. besitzen — 2 . jo. PL/ Schach
(1): ein Lehrbuch für das S. — 3 . Schachpartie: ein
S. abbrechen
Schacht, der; -(e)s, Schächte 1. künstlich angelegter,
meist senkrecht in die Erde führender, im Verhältnis
zum Querschnitt langer Hohlraum 1.1 . als Teil eines
Bergwerkes: ein stillgelegter S.; einen S. (ab)teufen,
niederbringen, ausmauern; die Bergleute fuhren
in den S. (ein) 1.2. Bauw. als Verbindung zu unter
irdisch gelegenen Anlagen, Bauwerken od. als Grube
—
2. hoher, enger, allseitig von Wänden umschlosse
ner Raum (5): der Hof des alten Wohnhauses war nur
ein enger S.; der S. für den Fahrstuhl — 3. senk
rechter, meist zylindrischer T eil bestimmter metallur
gischer Öfen
Schachtel, die;
-n 1.1 . eckiger od. runder, dünn
wandiger Behälter aus Pappe, Blech, Holz mit
Deckel: eine volle, bunte S.; etw. in eine S. legen,
in einer S. aufbewahren 1.2 . eine S. (in 1.1 fabrik
m äßig abgepackte kleine Menge) Zigaretten, Streich
hölzer, Konfekt — 2. salopp jemot. neg.; von einer
erwachsenen weiblichen Person/: so eine alte S .!
Schachtelhalm, der /vorw. Sg.j Farnpflanze mit
hohlem, a us ineinandergeschachtelten Gliedern be
stehendem Stengel
schachten, schachtete, hat geschachtet 1.1. Erde
ausheben: er hat heute fünf Stunden geschachtet
1.2 . ein en Graben s. (durch 1.1 herstellen)
Scha cht [ofen, der metallurgischer Ofen mit einem
Schaehzug — Schaf
981
Schacht (3) zur Gewinnung von Metallen aus E r
zen
Schach|zug, der 1. Zug heim Schachspiel (3) — 2 . das
war ein geschickter S. (eine geschickte, diplomatische,
seinem Interesse dienende Maßnahme, Handlung)
von ihm
schade /A dj.; nur präd.; in Verbindungen! 1.1 . es
ist s. (es ist bedauerlich, betrüblich), daß du nicht
kommen kannst; es ist s. um etw., jmdn. (der Ver
lust von etw., jmds. Tod, was m it etw., jmdm. ge
schieht, geschehen ist, ist bedauerlich) 1.2 . es ist s.
um die Zeit, Mühe (die Zeit, Mühe lohnt sich nicht,
hat sich nicht gelohnt) — 2. etw., jmd. ist zu s. für
etw., jmdn. (etw., jmd. ist zu gut für etw., jmdn.);
er ist sich für keine Arbeit zu s. (er macht jede Arbeit,
schont sich nicht)
Schade, der; -ns, jo. Pl.j veraltend s. Schaden 2
Schädel, der; -s, - 1. der knöcherne Teil des Kopfes:
der S. des Menschen, eines Tieres — 2. die obere
Partie des Kopfes: ein runder, langer, schmaler,
kahler S .; dem Opfer wurde der S. eingeschlagen
Schädel zu Schädel 1 Med.| -basis, die Gesamtheit
der den Boden der Schädelhöhle bildenden Knochen;
- basisbrueh, der; -bruch, der Bruch eines od. meh
rerer Schädelknochen; -dach, das Gesamtheit der den
oberen Teil der Schädelhöhle umschließenden K n o
chen; -decke, die Schädeldach; -höhle, die der Innen
raum des Schädels, in dem sich das Gehirn befindet;
- knochen, der
schaden, schadete, hat geschadet 1.1 . etw. schadet
jmdm. , einer Sache etw. ist für jmdn., etw. von Nach
teil: er sagte nichts, was ihr s. konnte; diese Äuße
rung kann seinem guten Ruf s . ; es kann dir nicht(s)
s., wenn du etwas dazulernst; es schadet ihm gar
nicht(s) (es geschieht ihm ganz recht), daß . . . ; es
schadet nichts (ist nicht schlimm, ist ganz gut), daß
er das gesagt hat 1.2 . jmdm., einer Sache Schaden(l)
zufügen: das viele Rauchen schadet dir, deiner
Gesundheit
^-
Schaden, der; -s, Schäden 1.1 . materielle od. funk
tioneile Beeinträchtigung, (teilweise) Zerstörung einer
Sache: ein großer, gewaltiger, geringfügiger, kein
nennenswerter S.; durch das Unwetter entstanden
beträchtliche materielle Schäden; mein Hausrat ist
gegen Schäden durch Brand, Blitzschlag, Lei
tungswasser und Einbruchsdiebstahl versichert;
einen S., die Schäden beseitigen, beheben, repa
rieren; einen S. verursachen, feststellen, wiedergut
machen, verhüten; der Motor hat einen S. (Defekt);
der S. beläuft sich auf . .. Mark; für einen S. auf-
kommen; O S. anrichten, s tiften (eine negative
Veränderung verursachen); g eh . etw. leid et S. (er-
fährt eine negative Veränderung); durch diesen
Vorfall hat sein Ansehen S. gelitten 1.2 . durch ge
sundheitliche Beeinträchtigung, durch Verletzung
ausgelöste funktionale Störung eines Organismus:
organische, innere Schäden; bei dem Unfall hat er
sich einen S. an der Wirbelsäule zugezogen, einen
dauernden S. davongetragen; sich bei etw. S .tu n —
2. js. auch Schade; o. PL/ ungünstige Folge, Nach
teil: jmdm. erw ächst aus otw. S.; es war vielleicht
kein S., daß es so gekommen ist; etw. ist für jmdn.
ein S., etw. ist jmds. S. (etw. hat für jmdn. nach
teilige F olgen); jmdm. S. zufügen (etw. tun, was für
jmdn. zum Nachteil ist)
+ zu S. kommen, S. nehmen (gesundheitlich beein
trächtigt, verletzt werden); sa l o p p fort, weg mit S.
(nur fort, weg damit, selbst wenn es einen Verlust
bedeutet) !
Schaden/schaden (mit * auch Schadens/schadens|)|
* -ersatz, der Entschädigung für einen jm d . anderem
zugefügten (materiellen) Schaden (1): er mußte für
das beschädigte Fahrrad S. leisten; er wurde zu
200 Mark S. verurteilt; Anspruch auf S. haben;
*-ersatzpflichtig /A d j.; nicht adv./; «-fall, der:
im S. (im Falle eines materiellen Schadens) wird die
Versicherung wirksam; -feuer, das f a ch sp r . Feuer,
das großen Schaden (1.1) anrichtet; -freude, die
Io. Pl.f Vergnügen am Mißgeschick, Unglück eines
anderen: S. empfinden; -froh /A d j./ voll Schaden
freude: s. sein, lachen; -stelle, die: die S. (schadhafte
Stelle) am Wasserrohr war bald gefunden
Schadens/Schadens|: / Schaden/schaden|
Schadens |summe, die Geldsumme, die dem durch
einen Schaden (1.1) entstandenen finanziellen Ver
lust entspricht
schadhaft /A dj./ beschädigt, nicht mehr in einwand
freiem Zustand: ein schadhaftes Dach, Wäsche
stück
schädigen /sw. Vb.; h a t / 1.1 . jmdn., etw. s. jmdm.,
einer Institution materiellen Schaden (1.1) zufügen:
durch Unterschlagungen hat er den Betrieb sehr g e
schädigt 1.2 . Lesen bei schlechtem Licht schädigt
die Augen (beeinträchtigt sie in ihrer Funktion); g e
schädigte Fußgelenke — 2 . etw. schädigt jmds.
Interessen, Ansehen (etw. ist für jmds. Interessen,
Ansehen von Nachteil); dazu Schädigung, die; -,
-en
Schadinsekt, das fachspr. Insekt, das ein Schäd
ling ist: die Bekämpfung von Schadinsekten
schädlich /A d j./ 1 .1 . der Gesundheit Schaden (1.2)
zufügend: schädliche Gase, Flüssigkeiten; Rauchen
is t s. 1 .2 . jmdm. Schaden (2) bringend: auf jmdn.
einen schädlichen Einfluß ausüben
Schädling, der; -s, -e Tier, das, od. Pflanze, die a n
deren Lebewesen, Rohstoffen, Vorräten bei oft massen
weisem Auftreten Schaden (1) zufügt und wirtschaft
liche Verluste verursacht: tierische, pflanzliche
Schädlinge mit chemischen Mitteln bekämpfen
Schädlings | -befall, der Befall durch Schädlinge; -b e
kämpfu ng , die (Maßnahmen zur) Bekämpfung, Ver
nichtung von Schädlingen
schadlos jAdj./
-f- sich für etw. (an etw., jmdm.) s. halten sich für
eine Benachteiligung, einen entgangenen Vorteil (auf
Kosten von etw., jmdm.) Ersatz verschaffen: für die
versäumte Mahlzeit hielt er sich an Kaffee und Ku
chen s.
Schad| -Stoff, der Sto ff (3.2), der bei bestimmter
Menge etw., j'tndn. schädigt (1); -Wirkung, die f a c h
s p r . durch einen Schädling, Schadstoff verursachter
Schaden (1)
Schaf, das; -es, -e j / auch Schäfchen/ 1. in zahl
reichen Arten vorkommender genügsamer Wieder
käuer von meist kleiner Gestalt, m it meist langhaari
gem, dichtem Fell, schneckenförmigen Hörnern und
einem gewölbten Nasenrücken — 2 . in mehreren
Rassen gezüchtetes H austier mit den Merkmalen von
1: Schafe halten, hüten, scheren — 8. um g .
Dummkopf: ein dummes, geduldiges, gutmütiges S .;
auch Schimpfw. du S.!
-f- das schwarze S. (jmd., dem wegen seiner von der
herrschenden Norm abweichenden Lebensweise od.
Anschauungen die übrigen Mitglieder einer Gemein
schaft negativ gegenüberstehen)
982
Schafbock — schälen
Schaf]bock, der männliches Schaf
Schäfchen, das; -s, - / / auch Schaf/ umg, 1. /nur
im ~Pl.j seherzh. jmds. S. die jmds. Obhut an
vertrauten Menschen: der Lehrer hatte nun alle
seine S. beisammen — 2. /nur im PI./ Schäfchen
wolken : am Himmel zogen weiße, silberne S.
+ sein S. ins trockene bringen (sich Gewinn, einen
Vorteil verschaffen)
Schäfchen |wölken , die /PI ./ massenhaft auftretende
kleine, weiße od. graue, ballenförmige Wolken
Schäfer, der; -s, - jm d ., der beruflich Schafe (2) hütet,
versorgt, schert, züchtet: der S. mit seiner Herde
Schäferei, die;. - ,
-e n landwirtschaftlicherBetrieb(s-
teil) mit Schafstall, Scheune, Wohnung des Schäfers
Schäfer| -hund, der 1. zu einer dem Wolf äußerlich
ähnlichen H underasse gehörender großer Haushund
m it aufrecht stehenden Ohren und langer, buschiger
Rute (3), der als Polizei- und Wachhund die nt: ein
S. bewachte das Grundstück — 2 . Hund zum Hüten
der Schafe; -Stündchen, das; -s, - veraltend
s e h e r z h . kurzes, zärtliches Beisammensein von Ver
liebten
Schaf |feil, das F ell (2) eines Schafes (2)
schaffen, schuf/sehaffte, hat geschaffen/geschafft
1,1 . /schuf, h at geschaffen/ etw. (schöpferisch) ge
stalten, hervorbringem wer schuf dieses K u n st
werk?; der Prozeß des künstlerischen Schaffens;
im Produktionsprozeß neue Werte s.; neue Ein
richtungen s. 1 .2 . für etw., jmdn. wie geschaffen
sein für etw., jmdn. besonders gut geeignet sein: die
ser Beruf ist für ihn, er ist für diesen Beruf wie ge
schaffen — 2 . etw. zustande bringen, bewirken:
/schaffte, schuf, hat geschafft, geschaffen/ Abhilfe,
Wandel, (einen) Ausgleich, Klarheit s . ; er hat auch
diesmal wieder R at geschafft, geschaffen; sich
jmdn. s .: damit hat er sich Freunde geschaffen
(neue Freunde gewonnen); /schuf, hat geschaffen/
die Voraussetzungen, Möglichkeiten, Grundlagen
für etw. s .; eine gute Atmosphäre, klare Verhält
nisse, einen Präzedenzfall s.; die Herzschwäche
schuf (verursachte) ihr große Ängste; /schaffte,
hat geschafft/ sich Bewegung, Gehör s. (verschaf
fen) — 3. /schaffte, hat geschafft/ 3.1. etw. (in be
stimmtem Zeitraum) bewältigen: sein Pensum, Soll,
etw. spielend s .; ich habe heute viel geschafft; so,
das hätten, haben wir geschafft!; ohne fremde Hilfe
schafft er das nicht; er hat die Prüfung geschafft
(bestanden); sie schaffte es (es gelang ihr), ihn rum
zukriegen 3 .2 . wenn ich mich beeile, schaffe (er
reiche) ich den Zug noch — 4 . /schaffte, hat ge
schafft/ etw., jmdn. irgendwohin bringen (1.1, 3):
ein Paket zur Post, das Gepäck auf das Zimmer,
etw. ins Haus s.; jmdn. nach Hause, die Kinder
ins B ett s. —5 . /schaffte, hat geschafft/ arbeiten (1.1),
(rege) tätig sein: landsch., bes. südwestdt. süd-
dt. österr. Schweiz, fleißig, in der Küche, auf
dem Feld s."1; der Tod riß ihn aus seinem rastlosen
Schaffen — 6 . /schaffte, hat geschafft/ salopp
jmdn . sehr beanspruchen (4) und dadurch stark er
schöpfen (3): die Kinder haben mich, heute bin
ich mal wieder geschafft; sich s . : die Band schafft
sich (verausgabt sich beim M usizieren)
+ sich irgendwo, m it etw., jmdm. zu s. machen
(sich meist unnötig od. in verdächtiger Weise irgend
wo, mit etw., jmdm. beschäftigen; so tun, als ob man
beschäftigt sei); umg. mit jmdm., etw. nichts zu s.
haben wollen (in keiner Beziehung zu jmdm ., etw.
stehen wollen); etw. hat mit etw. nichts zu s. (hängt
nicht mit etw. zusammen); — sich jmdn., etw. vom
/ Hals(e)s. ;(sich) / Luft s.; etw. / macht jmdm.
zus.;esausder/ Welts.
Schaffens zu schaffen 1.1, 5| -freude, die jo. PI,/:
voller S. sein; -kraft, die /o. PI ./: die S. des Künst
lers; -periode, die
Schaffner, der; -s, - Angestellter eines Verkehrs
betriebes, der Fahrkarten verkauft, entwertet und
kontrolliert; dazu Schaffnerin, die; -,
-nen
schaffnerlos /Adj./i die Straßenbahnen, Busse
verkehren s. (ohne Schaffner)
Schaf (mit * auch Schafs]) zu Schaf 2| -garbe, die
/o. PI ./ zu den Korbblütlern gehörende Heilpflanze
m it mehrfach geteilten Blättern; -herde, die; -hirt,
der; *-kälte, die Kälteperiode um Mitte Juni in Mittel-
europa; *-käse, der Käse aus Schafmilch; *-kopf,
der umg. Dummkopf: welcher S. hat denn das ver
masselt?; auch Schimpfw .; *-leder, das /o. PI./;
*-milch, die; *-pelz, der: ein S. schützte ihn gegen
die Kälte; -f- ein / Wolf im S.; -schur, die das
Scheren der Schafe; -stall, der
Schafs |: / Schaf|
Schaft, der; -(e)s, Schäfte 1 .1 . gerader, langgestreck
ter Teil von etw., der zu dessen Handhabung dient:
der S. eines Speers, Ruders, Gewehrs 1.2, röhren
förmiger, den Unterschenkel umschließender T eil des
Stiefels: Stiefel mithohen, engen Schäften 1.3. f ach -
spr. Hauptteil der Säule zwischen Fuß und Kapitell
1.4 . B o t. langer, blattloser Stiel (1) m it abgesetztem
Blütenstand od. einer Blüte am oberen Ende: der S.
der Gladiole
Schaft[stiefel, der Stiefel aus Leder mit hohem, festem
Schaft (1.2)
Schaf |w o lle , die Wolle von Schafen (2)
Schakal, der; -s, -e zu den Hunden (1.1) gehörendes
Raubtier im Mittelmeergebiet und in A sien, das meist
nachts jagt und sich vorwiegend von kleineren Tieren
und Aas ernährt
schäkern /sw. Vb.; hat/ umg. seherzh. 1.1. mit
jmdm. neckisch scherzen: das kleine Mädchen schä
kert gern (mit seiner Mutter) 1.2 . mit jmdm. flirten:
sie schäkerte mit ihm
schal /Adj./ 1. /von bestimmten Getränken/ nicht
mehr den erwarteten würzigen Geschmack aufweisend:
das Bier, der Wein ist (im Glas) s. geworden —
2. schale (abgeschmackte) Späße
Schal, der; -s, - e/-s 1. langes, rechteckiges Halstuch:
ein seid ener, einfarbiger, karierter S .; ein S. aus
Wolle; den S. umlegen, um den Hals binden, ab-
legen — 2 . /PI . -s/ eine von zwei schmalen, zu beiden
Seiten des Fensters hängenden Übergardinen
Schal|brett, das nicht od. einseitig gehobeltes Brett
zum Verschalen
Schale, die; -,
-n 1.1 . äußere feste Hülle 1.1 . einer
Frucht: eine harte, dünne, feste, glatte S.; die S.
einer Birne, Banane, K artoffel, Nuß 1.2 . des Eies,
Eierschale: die S. abpellen 1.3 . von Krebsen, M u
scheln, Schnecken — JI .1 . rundes od. ovales, oben
offenes, flaches Gefäß: eine S. aus Glas, Porzellan;
eine versilberte S.; eine S. mit Gebäck, Früchten,
Blumen — 2. landsch. eine S. (Tasse 2) Kaffee
+ salopp in S. sein (gut angezogen sein); sich in
S. werfen, schmeißen (sich sehr gut anziehen)
Schalen, die jPl.j Jägerspr. die zweigeteilten Hufe
des Schalenwildes
schälen /sw. Vb.; h a t/1.1. etw. s. die Schale (1.1.1)
Schalenobst — Schalttisch
983
von etw. (mit einem Messer) entfernen: eine Apfel
sine s.; Kartoffeln s.; etw. läßt sich gut, schwer s.
1-1-2- einen Baumstamm s. (seine Binde ablösen)
1-2. Mandarinen s. sich gut (ihre Schale läßt sich
leicht entfernen) — 2 .1 . die Haut schält sich (die
Haut löst sich in kleinen Fetzen ab) 2.2- etw., jmd.
schält sich jmds. Haut, die Haut eines Körperteils
löst sich in kleinen Fetzen ab: nach dem Sonnen
brand schälte sich sein Rücken, schälte er sich —
3. etw. aus etw. durch Schneiden herauslösen: d en
Knochen aus dem Fleisch s.
Schalen | -obst, das Obst mit harter Schale (1.1 .1);
- s e s s el, der Sessel mit Sitzfläche und Lehne aus
einem Stück in Form einer Schale (II.l); -wild, das
Jäger spr. jzusammenfassende Bez. für Wild mit
zweigeteilten Hufenf
Schalk, der; -(e)s, -e/Schälke zu Scherz, Neckerei,
lustigen, auch m utwilligen Streichen aufgelegter
Mensch: der (kleine) S. hat uns angeführt, sich
damit nur einen Spaß gemacht
+jmdm. sitzt der S. im Kacken, jmd. hat den S.
im Kacken (jmd. macht gern Späße, Streiche)
schalkhaft fAdj.f wie ein Schalk: jmdn. s ., m it
schalkhaftem Lächeln, Gesicht anblicken
Schalkragen, der Kragen an Kleidern, Mänteln in
der A rt eines Schals (1)
Schall, der; -(e)s, -e/Schälle fvorw. Sg.f mit dem Ohr
wahrnehmbare akustische Schwingungen m it einer
Frequenz von 16—20000 Hertz : einen lauten,
hellen, dumpfen S. hören, wahrnehmen, erzeugen;
die Lehre vom S. (Akustik); die Geschwindigkeit,
Intensität des Schalls messen; der S. (das Geräusch)
des Donners, der Schritte auf einem Korridor; der
S. (Klang) der Glocke, Trompete, einer Stimme
Schall/schall| -archiv, das Archiv für bespielte Ton
bänder, Schallplatten, bes,, beim Bundfunk; -auf-
zeichnung, die fachspr. 1. das Aufzeichnen, Auf-
nehmen auf Tonband od. Schallplatte — 2 . etw.
Akustisches, das a uf Tonband od. Schallplatte fixiert
ist; -dämpfend fAdj.; nicht adv.f: dieser Fußboden
belag ist s . ; -dämpfer, der Vorrichtung zum Dämpfen
des Schalls, bes. an Verbrennungsmotoren; -dicht
fAdj.f für Schall undurchlässig: ein Raum mit
schalldichten Wänden
schallen, schallte, v e ra lten d scholl, hat geschaht
laut, weithin hörbar (und nachhallend) tönen: etw.
sch allt hell, laut, durchdringend; ein Schrei,
Schuß, Ruf schallt; Glockengeläut schallt über die
Stadt; eine Stimme schallt aus dem Lautsprecher;
Trompeten, Posaunen, Pauken s.; schallend (laut,
durchdringend) lachen; jmdm. eine schallende
(kräftige und deutlich hörbare) Ohrfeige g eben; in
diesem Raum schallt es sehr (ist ein starker Wider
hall) ; die laute Musik schallte ihm in den Ohren
sehallem /sw. Vb.; hat/
+ landsch. salopp jmdm. eine s. (jmdm. eine
schallende Ohrfeige geben)
Schall/sehall| -geschwindigkeit, die jo. Pl.f P h y s .
Geschwindigkeit, m it der sich Schallwellen au s
breiten: die S. in der Luft beträgt etwa 330 Meter
in der Sekunde; -konserve, die Schallaufzeichnung
(2); -mauer, die jo. Pl.f Flugw. Phys. starke
Stauung von Luft vor einem Flugkörper, der nahezu
Schallgeschwindigkeit erreicht hat: mit einem Knall
durchbrach das Düsenflugzeug die S .; -platte, die
runde Scheibe aus Kunststoff mit einer Schallauf
zeichnung (2) in einer spiralig vom äußeren Band
nach der Mitte verlaufenden feinen Bille; -quelle,
die etw., von dem Schall ausgeht\ -schleuse, die
Baum zwischen zwei anderen Bäumen, die er durch
Absorption des Schalls gegeneinander abschirmt;
- s chluckend /A dj.-/ Schall absorbierend, dämpfend:
schallschluckende W andplatten; -trichter, der
elektroakustisch funktionierender trichterförmiger
Teil von etw. zum Verstärken des Schalls: der S.
eines alten Grammophons; -welle, die Phys.
Schwingung der Materie in einem Frequenzbereich,
der vom Ohr wahrgenommen werden kann
Schalmei, die; -,
- e n 1. altes Holzblasinstrument der
Hirten.
—
2. einfaches Blechblasinstrument mit
mehreren Bohren u nd Ventilen
Schalmeien[kapelle, die mit Schalmeien (2) ausge-
statteteMusikkapelle: eine S. spielte Kampflieder der
Arbeiter
Schalt|anlage, die zum Ein-, Aus- und Umschalten
dienender Teil einer elektrischen Anlage
schalten, schaltete, hat geschaltet 1.1 . ein Gerät,
eine Anlage zu einem bestimmten Zweck* s. durch
Betätigen eines' Schalters (I) den Stromkreis eines
Gerätes, einer A nlage schließen, unterbrechen, regu
lieren und dadurch ein Gerät, eine Anlage in einen
bestimmten Zustand versetzen: ein elektrisches Ge
rät, eine Maschine auf eine bestimmte Leistung s.;
den (Heiz)ofen auf heiß, die Ampel auf Rot s.;
damit alle Lampen brennen, muß zweimal ge
schaltet (der Schalter zweimal betätigt) werden 1.2 .
ein Kraftwerk an das N etz s. (anschließen) —
2. die Gangschaltung, bes. bei einem Kraftfahrzeug,
betätigen: gut, rechtzeitig, vom dritten auf den
v ierten Gang s.
—
3. umg. jmd. schaltet schnell
jm d . begreift, reagiert schnell: langsam, falsch s.
+ s. und walten (mit voller Verfügungsgewalt tätig
sein, über etw. gebieten)
Schalter, der; -s, - I . Vorrichtung an elektrischen
Geräten, Anlagen zum Schließen, Unterbrechen eines
Stromkreises: ein elektrischer S.; den S. (für die
Beleuchtung, an der Waschmaschine) betätigen,
(um)drehen; der S. steht auf ,aus4 — II. kleiner,
durch einen Tisch und oft durch ein (Schiebe)-
fenster abgetrennter Raum, von dem aus däs Publi
kum, bes. in Bahnhöfen, Banken, Postämtern, ab
gefertigt wird: der S. ist, hat geöffnet, (schon)
geschlossen; am S. Fahrkarten lösen, Geld ab-
heben, Briefmarken kaufen; vor dem S. warten
Schalter zu Schalter II| -a ngestellte, der u. die:
der S. zahlte das Geld aus; -halle, die Halle (2),
in der sich mehrere Schalter befinden; -raum , der
Raum mit Schaltern: im S. waren drei Schalter g e
öffnet
Schalt[ -hebel, der Techn. Hebel 1.1 . zum Ein-
und Ausschalten einer elektrischen Anlage: den S.
bedienen 1.2 . zum Schalten (2) bei bestimmten
Kraftfahrzeugen; -jahr, das Jah r mit 366 Tagen;
- knüppel, der T e ch n . stockförmige Vorrichtung
zum Schalten (2) bei bestimmten Kraftfahrzeugen;
- p la n, der Darstellung der Bauelemente und Ver
bindungen einer elektrischen A nlage durch Zeichen
od. eine Zeichnung; -pult, das vgl.
- tisch; -tafel,
die Tafel, auf der die zum Betrieb einer elektrischen
Anlage erforderlichen Schalter (I), M eß- und K on
trollgeräte angebracht sind; -tag, der zusätzlicher
Tag in einem Schaltjahr, der 29. Februar; -tisch,
der Tisch mit Schaltern (I) zur Steuerung einer
elektrischen Anlage
984
Schaltung — xSchar
Schaltung, die; -,
-en 1, Elektroteehn. 1.1. Ver
bindung der elektrisch leitenden Bestandteile eines
Stromkreises: eine elektrische, elektronische S.
1.2 . Gesamtheit der Bauteile der elektrischen Ver
bindungen in einem Gerät, einer Anlage 1.8 . Schalt
plan 1.4 . das Herstellen von 1.1 1 .5 . das Schalten
(1, 2) —2. Techn. Gangschaltung
Schalt|zentrale, die Zentrale, von der aus eine tech
nische. Anlag e gesteuert w ird ; O die Börsen sind die
S. der kapitalistischen Wirtschaft
Schalung, die;
-en Bauw. flache, hohle Form
aus Brettern od. Blechen, in die Baustoffe, bes.
Beton, gegossen od. gestampft werden
Schaluppe, die;
-n großes Beiboot m it Riemen,
Segel od. Motor
Scham, die; jo. Pl.f 1. Gefühl bedrückender Ver
legenheit, das durch Reue, Bloßgestelltsein, Erkennt
nis eigenen V ersagenspd. durch etw. Unanständiges,
Unehrenhaftes ausgelöst w ird , auch die Scheu vor
dem (Bereich des) Intim en, Sexuellen: (keine) S.
fühlen, zeigen, besitzen; brennende, mädchen
hafte S.; sie empfand tiefe S., weil sie versagt
hatte; aus falscher, unangebrachter S, schweigen,
etw. verschweigen; voll(er) S. dachte er an seine
Fehler; vor S. erröten, die Augen niederschlagen;
vor S. vergehen, in die Erde (ver)sinken mögen;
um g. nur keine falsche S. (zier dich nicht)! —
2. geh. verhüll, die äußeren Geschlechtsteile des
Menschen: die S. bedecken
Scham|bein, das paariger Knochen des Beckens
schämen, sich /sw. Vb.; hat/ Scham empfinden:
sich s., etw. getan zu haben, etw. zu tun; du
so lltest dich s., so m it deiner Mutter zu sprechen,
so zu lügen!; sich wegen einer begangenen Dumm
heit, der schmutzigen Kleidung vor jmdm. s.;
geh. sich einer Sache, jmds. s.
Scham| -gefiihl, das \o. Pl.f Gefühl der Scham: ein
starkes S. ergreift jmdn.; kein S. haben; das S.
verletzen; aus falschem S. etw. unterlassen;
- gegend, die fo. Pl.f Körperzone der Geschlechts
teile beim Menschen
schamhaft /A dj.f Scham empfindend, aus Scham:
ein Gefühl s. verbergen; etw. s. verschweigen; s.
lächeln; dazu Schamhaftigkeit, die; fo. Pl.f
schämig /Adj.f landsch., bes. süddt. verschämt,
schamhaft
Scham/scham| -lippen, die jP l.j äußere Teile des
weiblichen Geschlechtsorgans; -lo s /A d j./ 1 . grob
gegen Sitte und Anstand verstoßend: eine scham
lose Person; schamlose Reden, Ausdrücke, Ge
bärden — 2 . unverschämt, unverfroren: eine scham
lose Frechheit, Beleidigung; jmdn. s. belügen, aus-
beuten
Schamott, der; -s, /o. PI./ salopp wertlose Dinge,
Kram: den alten S. wegwerfen
Schamotte, die; /o. PL/ [..ot(9)] feuerfester ge
brannter To n
Scham otte|stein, der; für Öfen verwendeter Stein aus
Schamotte und Ton
Schampun, d as; -s, -s /vorw. Sg.j mildes schäumen
des Mittel zum Waschen bes. der Haare
Schampus, der; /o. PI./ umg. scherzh. Cham
pagner
schamjrot /Adj./ vor Scham rot: schamrote W an
gen; s. werden
schandbar /A dj./ 1 . schändlich (1): ein schandbares
Verhalten; sich s. benehmen, aufführen — 2 . umg.
femot./ schändlich (2.1): h eute ist schandbares
Wetter
Schande, die; jo. PI ./ 1 . durch schuldhaftes Tun,
Verhalten herbeigeführte Schädigung des Ansehens,
der Ehre einer Person(engruppe): etw. bringt
jmdm. , seinem Namen große S.; jmd. macht
seinen Eltern S., tut ihnen S. an (schädigt das A n
sehen seiner Eltern); oft scherzh. mach mir keine
S. (blamier mich nicht)!; scherzh. zu meiner S.
muß ich gestehen (es ist mir peinlich, es zu ge
stehen), daß ich das völlig vergessen habe — 2.
um g. etw. ist eine S. etw. ist empörend, unerhört:
es ist eine (wahre, einzige) S., wie du dich be
nimmst!; das ist doch keine S. (ist doch nicht so
schlimm), wenn ...
+ jmdn. mit / Schimpf und S. davonjagen
schänden, schändete, hat geschändet 1. jmdn.,
etw. entehren: jmds. Ehre, guten Namen, Andenken
s. — 2 . eine Frau, ein Mädchen s. (vergewaltigen 1)
—
8. etw. durch Zerstörung, Verunstaltung seiner
Weihe berauben: eine Kirch e,ein Grab s . ;Faschisten
haben einen jüdischen Friedhof geschändet —
4. g eh . etw. schändet (verunstaltet) etw.: eine Narbe
schändet ihr Gesicht
Schandfleck, der 1.1 . verunstaltender Fleck (1.1 .1):
wo kommt der S. auf meiner schönen Gardine her?
1.2 . etw., das dem Ansehen einer Person, eines
Ortes schadet: diese unverputzten Häuser sind ein
5. der ganzen Straße; der Tadel ist ein S. (Makel)
auf deinem Zeugnis
schandhaft /A dj./ 1 . schändlich (1): ein schand-
hafter Unfug — 2 . /adv./ umg. jemot./ schändlich
(2.2): etw. ist s. teuer
schändlich /Adj./ 1 . Schande (1) bereitend, un
ehrenhaft, niederträchtig: eine schändliche Absicht,
Tat; ein schändlicher Verrat; sich s. benehmen;
jmdn. in schändlicher W eise betrügen, im Stich
lassen — 2 . um g . /emot.f 2.1 . sehr unangenehm,
scheußlich: ein schändliches W etter 2.2 . /adv.;
drückt im negativen Sinne einen hohen Grad aus/
außerordentlich (1), übermäßig: etw. ist s. teuer;
zu 1 Schändlichkeit, die; -,
-e n /vorw. Sg.j
Schand[ -m al, das g eh . Schandfleck 11.2); -pfähl,
der Pranger; -tat, die 1. niederträchtige Tat: eine
S. begehen — 2 . /in der Verbindung/ umg.
scherzh. zu jeder S. (jedem Spaß, Unsinn) bereit
sein
Schankbier, das jo. Pl.j vom Faß abgezapftes, aus
geschenktes Bier
Schanker, der; -s, - M ed. übertragbares Geschwür
an den Genitalien bei Geschlechtskrankheiten
Schankkonzession, die Genehmigung zum A u s
schank, Verkauf alkoholischer und alkoholfreier
Getränke
Schanktisch, der Theke (1)
Schanze, die; -,
-n 1. veraltend Mil. zur Ver
teidigung errichteter befestigter Wall aus Erde: eine
S. errichten, stürmen — 2 . S p o r t Sprungschanze
Schanzen Sportj -rekord, der höchste Wertung,
die beim Skispringen auf einer bestimmten Sprung
schanze. jemals erreicht wurde; -tisch , der Ebene
zum Absprung von der Sprungschanze; -türm, der
Turm neben der Sprungschanze für Punktrichter und
Pressevertreter
1Schar, die; -,
-en
ungeordnete, aus einer nicht zu
großen A nzahl bestehende Gruppe von Menschen od.
(gleichartigen) Tieren: eine kleine, stattlich e S.;
2Schar — Scharte
985
eine S. Jungen; eine große S. von Kindern;
Scharen v on Ausflüglern (sehr viele Ausflügler)
waren unterwegs
+ /von Menschen/ in (hellen) Scharen in großer
Anzahl: die Leute strömten in hellen Scharen zu
sammen
2Schar, die;
-en, fachspr. das; -(e)s, -e Pflug
schar
Schäre, die;
- n \vorw. PI ,/ flache Felseninsel,
bes. vor der schwedischen und finnischen Küste
scharen fsw. Vb.; hat/ 1.1 . sich um jmdn., etw. s.
sich (in einer 1Schar) um jmdn., etw. (ver)sammeln:
die Kinder s. sich um den Lehrer 1.2. Menschen,
Tiere um sich s. Menschen, Tiere (in einer 1Schar)
um sich (ver)sammeln: die Glucke scharte ihre
Küken um sich
scharenjweise /Adv ./ in 1Scharen: sie kamen s.
scharf, schärfer, schärfste fAdj.f 1.1 . geschliffen
und gut schneidend: ein scharfes Messer, B eil; das
Messer ist s., hat eine scharfe Klinge 1.2 . /nicht
adv./ spitz und daher leicht in etw. eindringend:
scharfe Zähne, Dornen 1.8 . / nicht adv./ ein scharfer
(gerader, tiefer) Schnitt 1.4 . eine scharfe (schmal
und spitz zulaufende) Kante, Ecke, Kurve — 2 .1 .
von intensiver, stark reizender Wirkung 2.1 .1 . auf
den Geschmackssinn: scharfe Pap rika; scharfer Senf,
Meerrettich; scharfe (stark gewürzte) Speisen;
scharfe (hochprozentige) alkoholische Getränke
2.1 .2 . auf den Geruchssinn: eine s. riechende Essenz
2.2 . /nicht adv./ die Sinnlichkeit stark erregend, auf
reizend: scharfe Musik 2.8 . ätzend, die Substanz
angreifend (4): scharfe Säuren, W aschmittel —
8.1 . äußerst genau, bis in feinste Einzelheiten genau:
eine scharfe Analyse; einen Begriff s. fassen; etw.
' s. bestimmen; s. kalkulieren, aufpassen; jmdn. s.
beobachten; s. (nach)denken 8.2 . ein scharfes
(äußerst leistungsfähiges) Gehör, Ohr, einen schar
fen (alles genau erfassenden und verarbeitenden)
Verstand haben; ihrem scharfen (alle Feinheiten
erfassenden) Blick, Auge entging nichts; im Alter
sah er nicht mehr s. (konnte er nicht mehr genau,
klar, deutlich sehen) 8.8 .1 . die wiedergegebenen
Objekte, bes. deren Konturen deutlich und klar er
kennen lassend: ein scharfes Foto; die Kamera s.
(auf genaue Wiedergabe der Objekte) einstellen 8.8 .2 .
markant in den Konturen: scharfe Gesichtszüge,
Linien; eine Hose mit scharfen Bügelfalten; die
Konturen der Berge heben sich s. gegen den Him
mel ab — 4 . /adv./ das Auto fuhr s. (so weit wie
möglich) rechts, s. (sehr dicht) an ihm vorbei —
5. streng (1.2), hart: eine scharfe Maßnahme, Strafe;
unter scharfer Kontrolle stehen; jmdm. gegenüber
ein en scharfen (strengen, herrischen) Ton an
schlagen; eine scharfe (schonungslose) Kritik,
Polemik; jmdn., etw. s. bewachen; s. durch
greifen; um g . das ist ein Scharfer (ein unnach
sichtiger, strenger Mensch) — 6 .1 . u m g . den ganzen
Tag s. (sehr angestrengt) arbeiten, trainieren 6 .2 .
heftig (1), erbittert: ein scharfer K ampf; eine
scharfe Auseinandersetzung; gegen etw. schärfsten
Protest erheben; sie war ihre schärfste Rivalin
6.8 .1 . /nicht präd.j s. (sehr schnell 1.1) laufen,
fahren 6.8 .2 . s. (jäh, plötzlich) bremsen; eine
scharfe (Kehrt)wendung; S p o r t scharfe (schnell,
mit großer Kraft geworfene) Bälle 6.4 . intensiv,
stark (7.1): ein scharfer Schmerz; s. (knusprig)
gebackene Brötchen; ein scharfer (schriller) Pfiff;
im scharfen (grellen) Licht eines Scheinwerfers
s teh en; scharfer (rauher) Wind; scharfer (sehr
starker) Frost — 7. Mil. 7.1 . /nicht adv./ scharfe
Munition (Munition, die dazu bestimmt ist, Schaden
anzurichten) 7.2 . / adv./ mit scharfer (7.1) Munition:
das Gewehr ist s. geladen; s. schießen — 8 . /nicht
adv./ ein scharfer (auf den Mann dressierter, bissi
ger) Hund
• f umg. auf etw., jmdn. s. sein (etw., jmdn. heftig
begehren, m it allen M itteln zu gewinnen suchen)
Scharfblick, der jo. Pl.j Scharfsinn
Schärfe, die; -,
-n \vorw. Sg.; zu scharf 1.1, 1.2,
2.1 , 3, 5, 6.2, 6 .4/ das Scharfsein; zu 1.1: die S.
einer Klinge; zu 3.2: die S. seines Verstandes;
zu 3.3 .1: die S. des Fotos; zu 3.3.2: die S. der
Umrisse; zu 5: etw. mit (aller, ungewohnter) S.
(Strenge, Härte 2) sagen; zu 6.2: die S. einer Aus
einandersetzung
schärfen /sw. Vb.; hat/ 1. ein Schneide-, Spalt
werkzeug scharf machen: ein (stumpfes) Messer,
Beil, eine Klinge s.
—
2. diese Erlebnisse haben
seinen Blick für soziale Probleme geschärft (haben
ihn befähigt, soziale Probleme besser zu erfassen)
Schärfen|tiefe, die jo. PI ./ Opt. F oto g r. größerer
od. geringerer Bereich vor und hinter der eingestellten
Entfernung, in dem Objekte scharf abgebildet werden
scharf/Scharf] -kantig /Adj./ mit scharfen Kanten;
-m acher, der; -s, - umg. jmd., der gegenjmdn., etw.
hetzt; -schütze, der treffsicherer Schütze; -sinn , der
/o. P l.j Fähigkeit, das Wesentliche schnell zu er
kennen, scharfer Verstand: mit S. eine schwierige
Aufgabe lösen; dazu -sinnig jAdj.j: eine scharf
sinnige Bemerkung
Scharlach, der, auch das; -s, jo. Pl.j I. scharlach
rote Farbe: ein Stoff in S.
—
II. bes. Kinder be
fallende akute Infektionskrankheit mit Rötung des
Rachens und rotem Hautausschlag: S. haben, b e
kommen
scharlachrot /Adj./ leuchtend hellrot
Scharlatan, der; -s, -e [..ta n] jmd., der Fähig
keiten auf einem bestimmten Gebiet nur vortäuscht:
er ist ein (wahrer) S.
Scharm, der s. Charme
Scharnier, das; -s, -e u m eine Achse drehbares Ge
lenk zur beweglichen Befestigung bes. von Türen,
Fenstern, Deckeln (an etw .): die Scharniere einer Tür
Schärpe, die; -,
- n breites Stoffband 1.1 . das als
Schmuck eines Kleid es um Taille und Hüften ge
schlungen wird 1.2 . das als Teil einer Uniform od.
als Ordensband um die Taille od. von der rechten
Schulter zur linken Hüfte gelegt wird
scharren /sw. Vb.; hat/ 1. /von (Tieren/ mit den
Füßen, Krallen über die Oberfläche des Erdbodens
hin- und herfahren (und ihn dabei auflockern, um
etwas darin zu finden): die Hühner s. (im Sand
nach Würmern) — 2 . durch Hin- und Herbewegen
der Füße, Krallen auf der Oberfläche von etw. ein
Geräusch erzeugen: der Hund scharrt an der Tür;
die Studenten bekundeten ihr Mißfallen durch
Scharren (mit den Füßen)
Scha rte, die; -,
- n 1 . schadhafte Stelle in Form
einer Einkerbung, eines Einschnitts in einer
Schneide od. einer (scharfen) Kante: das Messer,
die Klinge hat (tiefe, kleine) Scharten — 2 .
schmale Öffnung in der M auer einer Festung, Burg,
durch die man den F eind beobachtete od. beschoß:
die Scharten der Festungsmauer
986
Scharteke — schätzen
-f- eine S. (wieder) auswetzen {einen Fehler,
Schaden wiedergutmachen)
Scharteke, die; -,
-n jemot. neg.f 1* umg, Buch —
2. sa lopp /von einer weiblichen Person/: so eine
alte S. (verschrobene Frau) !
schartig /A dj./ Scharten (1) aufweisend: das Messer
ist, wird s.
scharwenzeln, scharwenzelte, ist/hat scharwenzelt
um g. um jmdn. s. sich häufig in jmds. Nähe auf-
halten und sich liebedienerisch um dessen Gunst
bemühen: er ist, hat die ganze Zeit um seinen
Chef, die Damen scharwenzelt
Schaschlik, der, das s. Schaschlyk
Schaschlyk, der, das; -s, -s [. .lyk] an Spießen auf-
gereihte und gebratene Stücke von (Hammel)fleisch,
Speck und Zwiebeln: S. m it Reis
Schatten, der; -s, - 1.1. verhältnismäßig dunkle
Fläche hinter einem beleuchteten, nicht (völlig)
durchsichtigen Körp er, dessen meist perspektivisch
verschobenen Umriß sie hat: jmd., etw. wirft einen
S.; etw. gibt, spendet S.; der S. eines Baumes,
Menschen, Gebäudes; jmds. S. fällt auf eine Wand
1.2. jo. Pl.f der außerhalb des direkten Lichteinfalls
gelegene, verhältnismäßig dunkle Bereich: sich
im S. aufhalten; mir ist es zu kühl im S., ich
gehe lieber in die Sonne; das Thermometer zeigt
30 Grad im S.
—
2. die Röntgenaufnahme zeigt
einen S. (eine dunkle Stelle, einen dunklen Fleck)
auf der Lunge; S. unter den Augen (Augen
ringe) — 3 . wegen schlechter Sichtverhältnisse nicht
genau zu erkennende dunkle Gestalt, schemenhafte
Erscheinung: ein S. huschte (im Nebel) vorbei —
4. umg. jmd., der jmdn. beschattet (2): der S. ließ
ihn nicht aus den Augen
+ nur noch der, ein S. seiner selbst sein (sehr
abgemagert, krank, elend aussehen); etw. wirft
seinen S. voraus (kündigt sich durch bestimmte A n
zeichen an); jmdn., etw. in den S. stellen (jmdn.,
etw. überbieten, -treffen); im S. v o n jmdm., etw.
stehen (neben jmdm., etw. nicht zur Geltung kom
men) ; nicht über seinen S. springen (nicht anders,
als es in seinem Wesen angelegt ist, handeln)
können
Schatten {dasein, das
+ jmd. führt ein S. (lebt unbeachtet, vergessen von
der Öffentlichkeit)
schattenhaft /A d j.f 1.1. dunkel od. undeutlich wie
ein Schatten (1.1): ein schattenhafter Umriß; jmd.,
etw. verschwindet s. im Nebel 1.2. schattenhafte
(ungenaue 1.2) Erinnerungen, Vorstellungen
Sehatten/schattenl -kabinett, das für den F all der
Regierungsübernahme von der Opposition eines
bürgerl. Parlaments aufgestellte Mannschaft für ein
Kabinett; -riß, der Scherenschnitt; -Seite, die im
Schatten (1.2) gelegene Seite (1.1): auf der S. der
Straße gehen; O die S. des Lebens (alles Unan
genehme, Negative, was das Leben mit sich bringt);
das hat Licht- und Schattenseiten (Vorteile und
Nachteile); -spendend jAdj.;nurattr.j:ein schatten
spendender Baum (ein Baum, der Schatten spendet) ;
-spiel, das 1. /o. Pl.j Schattentheater — 2 . Spiel, bei
dem mit dem Schatten der Hände Figuren auf einer
Fläche dargestellt werden; -theater, das fo. Pl.f
Form des Puppenspiels mit flachen, zum Teil farbig
durchscheinenden, von hinten beleuchteten Figuren,
deren Schatten auf einer lichtdurchlässigen L ein
wand erscheinen: das ostasiatische S.
schattieren fsw. Vb.; ha t / 1 . eine Farbe nuancieren,
abtönen: ein vielfach schattiertes Blau; O eine
mundartlich schattierte (gefärbte) Sprache — 2 .
etw. bildlich Dargestelltes m it dunklen Flächen ver
sehen, um eine räumliche Wirkung zu erzielen: ein
Bild s.
Schattierung, die; -,
-e n 1. jo. PL/ das Schattieren
(1) — 2 .1 . farbliche Nuance: ein Braun mit einer
S. ins Grünliche 2.2 . Spielart: die zahlreichen
Schattierungen des Revisionismus — 3 . fo. Pl.f
das Schattieren (2): eine S. durch Punkte — 4 . Art
der Darstellung des Schattens (1.1) auf einem Bild:
die meisterhafte S. des Kupferstichs
Schattig lA dj.f 1.1, m it (viel) Schatten (1.2): ein
schattiger Park; ein schattiger Weg, Balkon 1.2 .
/nur attr.f durch Schatten (1.2) bewirkt: schattige
Kühle
Schatulle, die; -,
-n veraltend kleiner verschließ
barer Kasten zur Aufbewahrung von Geld, W ert
sachen
Schatz, der; -es, Schätze f / auch Schätzchen/ 1.
große Menge, Anhäufung 1.1 . bes. von Geld, von
Edelsteinen, -m etallen, Gegenständen a u s ihnen: ein
riesiger, kostbarer S. (von Gold, Edelsteinen);
einen S. besitzen 1.2. P olit. ök. von Gold-, Silber
münzen, Gold-, Silberbarren als der Zirkulation ent
zogenes Geld, das in der entwickelten Warenproduk
tion als Reservoir, zur Deckung des Geldumlaufs
dient: im Kapitalismus ist der S. in den Banken
konzentriert 1.3 . bestimmter, meist seltener, bes.
kostbarer Dinge, Sachen: ein S. wertvoller Fa ch
bücher, v on a lten Handschriften, Skulpturen, an
altem Porzellan; die Schätze eines Museums;
O ein S. (eine große Menge, Fülle) an Weisheit,
Humor, praktischen Erfahrungen — 2 . fvorw. Pl.f
die Schätze der Erde, des Bodens (Bodenschätze);
die Schätze (natürlichen Ressourcen) des Meeres —
3. wertvoller Gegenstand, Kostbarkeit, als jmds. Be
sitz : der Konzertflügel war ihr kostbarster S .; sie
kramt gern in ihren Schätzen (in den Dingen, die
ihr lieb und teuer sind) — 4 . jo. Pl.j die Mutter
nahm ihren kleinen S. (geliebtes Kind) auf die
Arme; auf Wiedersehen, (mein) S.! jAnrede für
eine geliebte Perso nj
Schatz{bildung, die P olit. ök . Akkumulation von
Geld in Fo rm von Gold-, Silbermünzen, Gold-,
Silberbarren
Schätzchen, das; -s, - /
Schatz (4)
schätzen jsw. Vb.; hat/ 1.1 . die Größe, Aus
dehnung, das M aß von etw., jmdm. ohne Kenntnis
der genauen Daten ungefähr bestimmen: die Höhe,
Breite, den Durchmesser, Umfang von etw. s .;
den Preis von etw., eine Entfernung, jmds. Größe,
Alter s.; jmdn., etw. auf etw. s .: ich schätze ihn
auf (halte ihn für) 50 (Jahre), auf 1,75 Meter (halte
ihn für 1,75 Meter groß); er schätzt den Turm auf
100 Meter (hält den Turm für 100 Meter hoch) 1.2.
etw. vermuten (1.1): wann, s. Sie, könnte er hier
sein?; umg. wir s., es wird noch eine Weile dauern
—
2. etw. s. den Zeitwert, Preis einer gebrauchten
Sache, eines Grundstücks (amtlich) exakt feststellen,
ermitteln: ein Auto, Haus s. lassen; etw. auf etw.
s .: der Taxator schätzte das Grundstück auf
5000 Mark (ermittelte den Wert von 5000 Mark für
das Grundstück) — 3 .1 . etw , jmdn. s. einer Sache,
jm d m . besondere Wertschätzung entgegenbringen:
jmds. Arbeit, Hilfsbereitschaft s.; der K enner
schätzenlernen — schaufeln
987
weiß diesen Wein zu s .; einen Mitarbeiter, Künst
ler s.; meine sehr geschätzten Damen und Herren!
IAnrede/ 8 .2 . sich glücklich s. (glücklich, froh sein),
gut davongekommen zu sein
schätzen|lernen /Vb./ jmdn., etw. s. Hochachtung
vor jmdm., etw. bekommen: bei der gemeinsamen
Arbeit hatten sie sich schätzengelernt
sehätzens |wert /A dj.; nicht adv./ großer Achtung
wert: eine schätzenswerte Absicht, Eigen
schaft
Schatz| -fund, der entdeckter Schatz (1.1): seinen
S. dem Museum übergeben; -kämmer, die Räum
lichkeit zu r Aufbewahrung eines Schatzes (1.1), der
Schätze {1.3): die S. des Doms besichtigen; -kästchen,
das Kästchen für Kostbarkeiten, Schmuck; -m eister,
der für die Finanzen Verantwortlicher in bestimmten
Vereinen, Vereinigungen
Schätz jpreis, der durch Schätzen (2) ermittelter
Preis
Schätzung, die;
-en 1,/zu schätzen 1 u. 2/das
Schätzen; zu 1.1: nach grober S. en tstand ein
Schaden v on einer Million Mark; zu 2: die S.
eines Nachlasses, Hauses — 2 . jo. PI./ jmd., etw.
genießt jmds. S. (Hochachtung, Wertschätzung)
schätzungslweise /Adv./ ungefähr (1.2): er ist s.
vierzig Jahre alt
Schätz|wert, der 1. der S. (ermittelte Zeitwert) eines
Gebrauchtwagens — 2 . durch Schätzen (1.1) ermit
telter ungefährer Wert
schau /A dj./ s a lo p p erstklassig, ausgezeichnet:
(das ist) s . !; unser Lehrer, dieses Buch ist (einfach)
s.; ihn finde ich noch schauer; ein schauer Film,
Pullover
Schau, die; -,
- e n /vorw. Sg./ 1 .1 . Ausstellung (2):
eine große, internationale, eindrucksvolle, lehr
reiche S.; eine S. der Chemieindustrie besuchen
1.2 . publikumswirksame, revuehafte Darbietung:
eine unterhaltsame, spritzige, bunte S. m it be
kannten Solisten, Stars; die Boxmeisterschaften
der Profis waren eine bloße S. (nur auf sensatio
nellen Effekt berechnete Veranstaltung)
-f- etw. zur S. stellen (etw., bes. zur Besichtigung,
zum Verkauf, ausstellen); etw., jmdn., sich zur S.
stellen (etw., jmdn., sich absichtlich, aufdringlich
der Beachtung durch andere aussetzen); etw. zur S.
trag en (etw. absichtlich, in aufdringlicher Weise
sehen lassen, zeigen); umg. jmdm. die S. stehlen
(jmdn. um die angestrebte Beachtung, Wirkung
bringen, indem man sich selbst in den Vordergrund
bringt); s a l o p p eine S. abziehen (durch auffallen
des Verhalten großes Aufsehen erregen wollen); etw.
ish ein e S. (ist erstklassig, großartig)
Schaujbild, das m eist größere Tafel mit bildlicher,
graphischer Darstellung zur Vermittlung von K en nt
nissen, Wissen über etw.: ein S. des menschlichen
Körpers wurde gezeigt
Schauder, der; -s, - 1 . heftige Empfindung, bes.
des Grauens, Abscheus, der Angst, Ehrfurcht: durch
sein Innerstes geht ein S.; (ein) S. ergreift, über
kommt jmdn. bei einem gräßlichen Anblick; jmd.
fühlt einen leisen, leichten S.
—
2. das Zittern,
Frösteln, das durch Kälte od. durch 1 hervorgerufen
wird: ein S. überläuft jmdn.
schauderhaft /A dj./ 1 . Schauder (1) erregend, gräß
lich: ein schauderhaftes Unglück, Verbrechen —
2. um g. /emot./ 2 .1 . groß (8) und sehr unangenehm:
das Gedränge war s . ; ich hatte schauderhaften
Durst 2.2 . sehr schlecht: ein schauderhaftes W etter;
der Kaffee schmeckt s.; er hat heute s. gespielt
schaudern /sw. Vb.; hat/ jmdn., jmdm. schaudert
(es), jmd. schaudert 1.1 . jmd. empfindet Schauder
(1): die Gefahr, Drohung, der Anblick ließ ihn s.
1.2 . jm d . ist von Schauder (2) ergriffen: jmd.,
jmdm. schaudert es (im kalten Wind, vor Angst)
schauen /sw. Vb.; hat/ 1.1. landsch. blicken,
sehen: jmd. schaut auf die Uhr, aus dem Fenster,
in den Spiegel, nach rechts, um sich, auf jmdn.;
überall, wohin man schaute, war nur Schnee und
Eis; schau, wer da kommt! 1.2. süddt. österr.
Schweiz, jmd. schaut freundlich (jmd. hat einen
freundlichen Ausdruck in den Augen, im Blick) —
2. landsch. 2.1. nach jmdm., etw. sehen: die Nach
barin schaut nach der Kranken 2.2 . auf etw. sehen:
auf Ordnung s. — 8. landsch. sich bemühen, etw.
zu erreichen: er soll s., daß er mit der Arbeit
fertig wird
Schauer, der; -s, - 1.1. durch eine heftige E mpfin
dung, bes. durch Kälte, Fieber od. durch Ergriffen
heit, Angst, Entsetzen hervorgerufenes Zittern,
Frösteln: ein S. durchfährt, überläuft jmdn., läuft
jmdm. über den Rücken; (heiße und kalte) S.
jagten durch den fiebernden Körper — 2 . heftige
Empfindung, bes. der Ergriffenheit, Angst, des E nt
setzens: ein S. g eht durch jmds. Innerstes; er fühlt
einen S. (der Ehrfurcht) in sich aufsteigen — II .
kurzer (heftiger) Niederschlag als Regen, Hagel,
Graupel od. Schnee: ein leichter, heftiger, g ew itt
riger S.
Schauergeschichte, die Geschichte (4), die Grauen
erregen soll: eine S. erzählen; und diese S. (diesen
das Grauenerregende übermäßig hervorhebenden B e
richt) soll ich dir glauben?
schauerig /A dj./ s. schaurig
schauerlich /A dj./ 1 . schaurig (i): ein schauer
liches Verbrechen; eine schauerliche Nachricht,
Drohung; der Ruf des Käuzchens klang s.
—
2.
u m g . /emot./ 2 .1 . schauderhaft (2.1): schauerliche
Zahnschmerzen 2.2 . schauderhaft (2.2): ein schauer
licher Stil
Schauermann, der /PI. deute/ Seemannsspr.,
DDR veraltend Hafenarbeiter, der Schiffe be-,
entlädt
schauern jsw. Vb.; hat/ jmdn., jmdm. schauert
(es), jmd. schauert 1.1 . jmd. empfindet Schauer
(1.2): ihn schauert (graust) es vor dem Tod 1.2 .
jmd . ist von Schauer (LI) ergriffen: jmdn. schauert
(fröstelt) (es) vor Kälte
Schaufel, die; -,
- n 1. aus einem leicht gebogenen
metallenen Blatt 1.1 . bestehendes Werkzeug mit
einem langen Stiel zum Aufnehrifien, Werfen und
Schütten von Erde, Sand o. ä .: eine S. voll, mit Kies;
Kartoffeln auf die S. nehmen, mit der S. in Säcke
sch ütten 1.2 . bestehendes Teil eines Schaufelrades,
- laders, -radbaggers — 2 . verbreitertes Ende 2.1 . am
Geweih des Damhirsches, Elches 2.2 . des Ruders,
Paddels
Schaufeil -geweih, das: das S. eines Elches; -lader,
der; -s, - Gerät zum Laden mit mechanisch od.
hydraulisch gekippter Schaufel (1.2)
schaufeln /sw. Vb.; hat/ 1.1 . m it einer Schaufel
(1.1) arbeiten: er hat den ganzen Tag geschaufelt
1.2 . etw. durch 1.1 irgendwohin bringen: Sand vom
Wagen, Kohlen in den Keller, Getreide in Säcke
s.; Schnee s. (wegräumen) — 2 . etw. durch 1.1
988
Schaufelrad — Schaustück
hersteilen: eine Grube, einen Graben, einen Weg
durch den Schnee s.
Schaufel| -rad, das T ech n . als Teil einer tech
nischen Vorrichtung dienendes Rad mit einer end
losen Reihe querstehender, zweckentsprechend geform
ter metallener Blätter 1.1 • das durch den Druck
strömenden Dampfes, Gases, Wassers gedreht w ird :
das S. einer Turbine 1.2 . an einem Schaufelrad
bagger, das maschinell angetrieben wird und zum
Schürfen d i e n t ; -radbagger, der Bagger m it beweg
lichem Ausleger, an dem vorn ein großes Schaufel
rad umläuft
Schaufenster, das großes Fenster eines Geschäftes
m it dahinter ausgestellten W aren: ein geschm ack
voll gestaltetes S.; ein S., die Auslagen in einem
S. betrachten; das S. einer Bäckerei, eines Waren
hauses
Schaufenster] -bummel, der B umm el durch Ge
schäftsstraßen, um Schaufenster zu betrachten;
-puppe, die in einem Schaufenster, Geschäft a u s
gestellte Na chbildung einer menschlichen Figur in
Originalgröße, der dort erhältliche Kleidungsstücke
angezogen sind
Schaufler, der; -s, - Jägerspr. Elch, Damhirsch
m it Schaufelgeweih
Schau| -frisieren, das; -s, jo. PLf Veranstaltung,
bei der Friseure ihr Können vorführen: beim S.
wurden dem Publikum moderne Frisuren für den
Abend v org estellt; -kästen, der /PI.
- kästen/
Kasten m it Glasscheibe, in dem etw. ausgestellt,
-gehängt w ird
Schaukel, die; -,
-n Gerät, bes. für Kinder, mit einem
an zwei Seilen od. Ketten befestigten Brett, auf dem
m an sich sitzend od. stehend hin- und herschwingt:
eine S. auf dem Spielplatz anbringen, aufhängen;
auf der S. sitzen, hin- und herschwingen
Schaukeil -brett, das; -gerüst, das Gerüst zum B e
festigen einer Schaukel
schaukeln jsw. Vb.; hat, ist/ 1. (hat) 1.1 . sich auf
einer Schaukel hin- und herschwingen: Kinder s.
gern 1.2. hin- und herwippen: mit dem Schaukel
pferd, (sich) im Schaukelstuhl s.; etw. schaukelt:
die Wiege schaukelt; das Schiff, der Zug schaukelt
{schwingt hin und her, auf und ab) — 2 . jmdn., etw.
hin- und herschwingen (hat): er schaukelte den
Jungen (auf der Schaukel, auf dem Schaukelpferd);
ein Baby (in der Wiege), eine Wiege s.
—
3. sich
schwankend vorwärtsbewegen (ist): das Auto schau
kelt über die holprige Straße; seherzh. der Be
trunkene schaukelte singend nach Hause — 4 .
etw., jmdn. schwankend hin- und herbewegen, auf
und ab bewegen (hat): die Wellen s. das Boot
+ wir werden das / Kind schon s.
Schaukel zu s ch aukeln 1.2| -pferd, das hölzernes
Pferd auf gebogenen K ufen zum Schaukeln für
Kinder; -stuhl, der Stuhl auf gebogenen Kufen, mit
dem man schaukeln kann
Schau/schau| -laufen, das; -s , jo. P l.j öffentliche
Veranstaltung im Eiskunstlauf außerhalb eines
Wettbewerbs; -lust, die jo. P l.j Freude am Zu
schauen, Betrachten: die naive S. der Kinder; dazu
- lustig jAdj.; vorw. attr.; oft emot. neg.j: die schau
lustige (neugierig zuschauende) Menge; eine Menge
Schaulustige
Schaum, der; -(e)s, Schäume jvorw. Sg.j Ansamm
lung zahlreicher dicht nebeneinanderliegender B läs
chen bes. in einer Flüssigk eit, durch die sie eine sehr
lockere Struktur erhält: ein luftiger, flockiger S.; der
weiße S. der Wellen, des Bieres; Eiweiß zu S.
schlagen
-f- jemot. neg.j S. schlagen (durch große Reden
blenden, prahlen)
Schaum |bad, das 1. stark schäumender Zusatz für
das Bad (1) — 2 . m it 1 versehenes Badewasser:
ein prickelndes S. — 3 . das Baden in 2
schäumen jsw. Vb.; hat/ Schaum bilden: das Bier,
der Sekt, die Seife schäumt; <£> jmd. schäumt vor
Wut (ist äußerst wütend)
schaum/Schauml -gebremst jAdj.; nicht ad v.j: ein
schaumgebremstes (wenig Schaum bildendes)
Waschmittel; -gold, das Gold imitierende Legierung
aus Kupfer und Zink; -gummi, der jo. Pl.j elasti
scher, poröser, aus Latex.hergestellter Kautschuk;
- gummimatratz e, die
schaumig jAdj./ 1. mit Schaum bedeckt: die schau
migen Wellen der Brandung — 2 . die Struktur von
Schaum habend: eine schaumige Masse; Butter und
Zucker s. rühren
Schaum | -kämm, der Schaum auf einer Welle (1.1);
- kraut, das jo. P l.j weiß bis blaßlila, selten rosenrot
blühender K reu zblütler , bes. a u f feuchten Wiesen od.
an Ufern; -kröne, die Schaum auf einer Flüssig
keit: die S. des Bieres, einer Welle; -löscher, der
(handliches) Feuerlöschgerät, d as Schaum erzeugt,
der auf den Brand (1.1)gespritzt wird; -reiniger,der;
- s, - stark schäumendes Reinigungsmittel: einen
Teppich mit S. behandeln; -Schläger, der jemot.
neg.j jmd., der durch große Reden blendet, prahlt;
- Stoff, der sehr leichter Plast, Elast mit schaum
artiger Struktur: S. als Verpackungsmaterial, zur
Isolierung gegen Schall verwenden; -wein, der 1.
moussierender W ein mit hohem Gehalt an zugesetzter
Kohlensäure — 2 . umg. Sekt
Schau| -Orchester, das Tanz-,
Unterhaltungs
orchester, das sein Spiel 'mit optischen Effekten ver
bindet; -platz, der Platz, Ort eines Geschehens
schaurig jA d j j 1. Grauen erregend, gräßlich: eine
schaurige Katastrophe, Untat; eine schaurige (un
heimliche) Einöde — 2 . u m g . jemot./ 2 .1 . schauder
haft (2.1): ein schauriger Lärm; er hat schaurige
Schmerzen 2 .2 . schauderhaft (2.2): sie spricht ein
schauriges Deutsch 2.3 . jadv.j sich s. (sehr) lang
weilen
Schau/schau[ -spiel, das 1. dramatische Dichtung,
deren Handlung auf der B üh ne dargestellt wird: ein
S. schreiben, aufführen; ein modernes, klassisches
S. — 2 . als sehenswert erachteter Anblick eines Vor
gangs, Ablaufs; -Spieler, der 1. Darsteller von Rollen
auf der Bühne, im Film, Fernsehen: ein wand
lungsfähiger S. — 2 . jmd., der sich verstellt, Heuch
ler: er ist ein raffinierter S.; dazu -Spielerin, die;
-,
-nen
u. -spielerisch jAdj.; nicht präd.j
schauspielern jsw. Vb.; hat/ sich verstellen, heu
cheln: jmd. schauspielert raffiniert
Schauspiel| -haus, das; -kunst, die jo. Pl.j Kunst
der darstellerischen Gestaltung durch Sprache,
M imik, Gestik auf der Bühne
Schau| -steiler, der; -s, - jmd., der gewerbsmäßig,
bes. bei Volksfesten, in Vergnügungsparks, gegen
Entgelt Möglichkeiten zur Unterhaltung bietet: die
Buden der S. auf dem Jahrmarkt; -stück, das
jP l. - ej (schöner, kostbarer od. seltener) Gegenstand,
der zum Betrachten, Vorführen bestimmt ist: ein
erlesenes S.; die Schaustücke eines Museums;
Schauturnen — Scheißding
989
- turnen, das öffentliches Turnen vor Zuschauern
außerhalb eines Wettbewerbs
Scheck, der; -s, -s/-e 1. Vordruck, der ausgefüllt die
Anweisung enthält, aus dem Guthaben des Ausstellers
bei einer Bank, der Post einen Betrag auszuzahlen:
einen S. über 300 Mark ausstellen, einlösen; mit
S. bezahlen — 2 . Gutschein, der ein Anrecht auf etw.
gibt: der S. für eine Urlaubsreise
Scheck |betrug, der unbefugte, betrügerische Ver
wendung von Schecks (1)
Scheck|heft, das zu einer Art Heft (1.1.1) zusam
mengefaßte Schecks (1)
scheckig fAdj.f mit geflecktem Fell: eine scheckige
Kuh
+ umg. sich s. lachen (sehr lachen)
Scheck|verkehr, der Zahlungsverkehr mittels Schecks
scheel fAdj.f 1.1 . aus den Augenwinkeln auf jmdn.
blickend und dabei ein bestimmtes Gefühl, bes. des
Neides, Mißtrauens, ausdrückend: er blickte s. auf
ihn 1.2 . den Erfolg anderer s. ansehen [auf den
Erfolg anderer neidisch sein)
Scheffel, der; -s, - /altes Hohlmaß, bes. für Ge
treideI
+ sein / Licht nicht unter den S. stellen
scheffeln jsw. Vb.; hat/ umg. femot. neg.f etw.,
bes. Geld, Beichtümer, in großen Mengen in seinen
Besitz bringen, zusammenraffen
Scheibe, die; -,
-n 1.1 . flacher, platter, von zwei
parallelen Flächen begrenzter Gegenstand mit ru n
dem Umfang: eine S. aus H olz, Stahl; eine S. in
Drehung versetzen; O die runde S. des Mondes
1.2 . eckige od. runde 1.1 aus Glas: die Scheiben
eines Fensters, einer Tür, Vitrine; die S. des
Spiegels ist angelaufen; eine neue S. einsetzen
1.8 . Ziel-, Schießscheibe: mit dem Gewehr nach
der S. schießen 1.4. Sport Diskus — 2.1. 1.1
ähnliches, dünnes, von etw. abgeschnittenes Stück:
eine (dicke) S. Wurst, Schinken, Käse abschneiden,
essen; eine S. (Schnitte) Brot; Gurken in Scheiben
s ch neiden 2 .2 . halbkreisförmiger, in sich geschlosse
ner Teil einer Zitrusfrucht: eine S. Apfelsine,
Mandarine
+ salopp sich von jmdm. eine S. abschneiden
(sich jmdn. zum Vorbild nehmen) können
Scheiben | -gardine, die Gardine, die nur die Fenster
scheibe bedeckt; -rad, das m assives, scheibenförmiges
Bad ohne Felge und Speichen; -schießen, das das
Schießen nach der Scheibe zur Übung, Unterhal
tung; -Wischer, der; -s, - Hebel mit Gummiblatt an
einem (Kraftfah rzeug , der durch automatische, halb
kreisförmige Pendelbewegung bes. die Frontscheibe
von Begen, Schnee frei macht
Scheich, der; -s, -e/-s 1.1 . fTitel eines arabischen
Herrschers/ 1.2 . Oberhaupt einer Sippe, eines Stam
mes in arabischen Länd ern
Scheide, die;
-n 1. das Rote Meer ist die S.
(Grenze 1.2) zwischen Afrika und Asien — 2 .
schmaler, länglicher Behälter für die Kling e von
Stich-, Hiebwaffen: den Säbel, Dolch in die S.
stecken — 8 . von der Gebärmutter nach außen
führender T eil des weiblichen Geschlechtsorgans
scheiden, schied, h at/ist geschieden 1. (hat) 1.1 .
eine Ehe gesetzlich auflösen: die Ehe wurde g e
schieden 1.2 . jmdn. s. jmds. Ehe gesetzlich auf
lösen: eine geschiedene Frau; sich s. lassen — 2 .
(hat) geh. 2 .1 .1 . eine Wand schied (trennte 1.1)
die Kammer von der Küche 2.1 .2 . die schwächeren
vo n den leistungsstarken Sportlern s. (trennen 1.1)
2.1 .3 . hier s. sich die Meinungen (gehen die M ei
nungen auseinander) 2.2 . etw. von etw. unter
scheiden (1.1): eßbare von giftigen Pilzen s. können
—
3. g e h . Weggehen, Abschied nehmen (ist): fröh
lich s . ; wir schieden als Freunde; O das scheidende
(zu Ende gehende) Jahr
Scheide| -wand, die wandartiges Gebilde, das zwei
(Hohl)räume voneinander trennt; -w eg , der fin der
Verbindungf am S. (vor einer schwerwiegenden E n t
scheidung) stehen
Scheidung, die;
-e n das Scheiden (1): die S. be
antragen, aussprechen; die S. einer Ehe; die
Ehepartner leben, lieg en in S. (werden geschieden)
Scheidungs zu scheiden 1| -grund, der; -klage,
die: eine S. einreichen; -prozeß, der
Schein, der; -(e)s, -e I. jo. Pl.f 1.1 . von einer Licht
quelle ausgehende H elligkeit (1): der helle, warme
S. der Sonne; der matte S. des Mondes; beim S.
einer Lampe lesen 1.2 . der m atte S. (Glanz 1.1)
lackierten Holzes — 2. Art, wie etw. jmdm. er
scheint (3), bes. als lediglich äußerer, oft (über das
Wesen) täuschender Eindruck: der äußere, leere,
falsche S.; er wirkt gesund, aber der S. trügt; der
S. spricht gegen ihn; den S. aufrechterhalten,
wahren; er tat es zum S. (um irrezuführen) —
II .l . Stück Papier, meist Formblatt, auf dem (jmdm.)
etw. schriftlich (amtlich) bescheinigt w ird: ein S.,
der jmds. Geburt beurkundet; einen S. ausfüllen,
unterschreiben; wer ohne S. angelt, muß Strafe
zahlen; am Gepäckschalter den S. vorlegen — 2 .
Banknote, Geldschein: ein neuer, falscher S .; einen
S. wechseln
Schein|argument, das nicht stichhaltiges Argument
scheinbar fAdj.f nicht wirklich, nur dem Scheine
(1.2) nach: dein scheinbarer Grund überzeugt
nicht; seine Uninteressiertheit war nur s. (vor
getäuscht)
scheinen, schien, hat geschienen 1.1 . Licht aus
strahlen, Helligkeit (1) verbreiten: die Sonne scheint
(hell, warm); die Taschenlampe scheint nur noch
m att 1.2 . Licht reflektieren (1), glänzen: das K upfer
dach schien in der Sonne — 2 . jmd., etw. erweckt
einen bestimmten Anschein, Eindruck: er sch eint
krank, glücklich zu sein; er scheint ihn zu kennen;
ein Zusammenstoß schien unvermeidlich (zu s ein);
es scheint (hat den Anschein), als ob, daß wir einen
frühen Winter haben werden; sie ist vermögender,
als es scheint; wie es scheint, ist sie verreist
scheln/Sche|n| -h eilig fA dj. ; emot.f aufrichtiges,
ehrenhaftes Verhalten vortäuschend, heuchlerisch;
- lo sung , die Lösung (2), die ein Problem nicht
tatsächlich bewältigt; -manöver, das Handlung,
durch die man andere über seine wahren Ziele täuscht;
- tod, der Zustand, in dem die Lebensäußerungen
erloschen zu sein scheinen; -tot fAdj.f sich im
Zustand des Scheintods befindend; -weit, die fik
tive Welt: die bunte S. alter Unterhaltungs
filme; -werfer, der; -s, - künstliche Lichtquelle,
deren Licht durch optische Spieg el od. Linsen ge
bündelt wird und dadurch sehr weit reicht: m it
Scheinwerfern den Himmel, die Gegend absuchen;
das Auto fährt mit abgeblendeten Scheinwerfern;
- werferlicht, das fo. Pl.f
Scheiß salopp femot.f\ -angst, die fo. Pl.f über
mäßig große Angst; -ding, das jPl. -er/ mit Män
geln behafteter, unbrauchbarer (Gebrauchs)gegen-
990
Scheißdreck — Schemen
stand; -dreck, der 1.1. etw. Wertloses, Minder
wertiges: dieses Kabel ist der reinste S.; ich muß
mich um jeden S. (jede Kleinigkeit) kümmern 1.2 .
unangenehme, widerwärtige Angelegenheit, Sache:
mir hangt dieser S. schon zum Halse heraus;
+ das geht dich einen S. (gar nichts) an!
Scheiße, die; jo. Pl.j 1. derb Kot (1): ein Haufen
S.
—
2. salopp lemot.j 2.1. Dreck (2.2): dieses
Zeug ist S. 2 .2 . unangenehme widerwärtige A n
gelegenheit, Sache: jhäufig in Ausrufen des Un
willensI hoffentlich ist diese S. bald vorbei!; so
eine (verdammte) S .! jFluchj
+ s a l o p p S. bauen (Falsches, Fehlerhaftes machen)
scheißjegal, seheiß|egal jA djnur präd.j salopp
jemot.f völlig gleichgültig (3): mir is t das s.
schejßen, schiß, hat geschissen derb Kot aus-
scheiden
-f
derb auf etw., jmdn. s. (auf etw., jmdn. mit
Verachtung verzichten)
Scheißer, der; -s,
-
derb Scheißkerl; auch
Schimpfw.
scheiß/Scheiß jemot.f |-freundlich,-freundlich jAdj.j
s a lop p heuchlerisch freundlich; -kerl, der d erb
Feigling, jmd., der versagt; auch Schimpfw. du
S.!; -wetter, das jo. PL/ salopp sehr schlechtes
Wetter
Scheit, das; -(e)s, -e/süddt. österr, -er durch Zer
sägen und Spalten eines dicken Stammes gewonnenes
größeres Stück Holz: ein paar Scheite (Holz) an-
legen, aufs Feuer weifen
Scheitel, der; -s, - 1 . das K opfhaar teilende, mit dem
Kamm hergestellte Linie: einen (geraden) S. ziehen,
haben — 2. jo. Pl.j veraltend Kopfhaar: sein
ergrauter S.
—
8. oberste Stelle des K opfes:
ein kahler, unbedeckter S.
—
4. oberster Teil,
höchster P unkt 4.1 . einer Erhebung: der S. eines
Berges 4.2 . jo. Pl.j einer Kurve, Bahn: die Sonne
steht im S. (Zenit)
+ umg. vom S. bis zur Sohle: ein Kavalier vom
S. bis zur Sohle (ein vollendeter Kavalier)
scheiteln jsw. Vb.; hat/ das Haar s. einen Scheitel
durch das H aar ziehen: das Haar gescheitelt tragen
Scheitel| -punkt, der /PL -e/ 1,1. oberster, höchster
Punkt einer Kurve, Bahn: der S. des Himmels,
einer Gebirgsstraße 1.2 . M a th . Berührungspunkt
der Schenkel eines Wink els; -Winkel, der M a th .
einer der beiden sich gegenüberliegenden, gleich
großen Winkel an zwei sich schneidenden Geraden
Scheiterhaufen, der Holzstoß aus Scheiten, auf dem
im Mittelalter zum Tode Verurteilte verbrannt wur
den
scheitern jsw. Vb.; ist/ 1. mißlingen: der Versuch,
die Konferenz ist gescheitert; die Aktion war von
vornherein zum Scheitern verurteilt — 2 . keinen
Erfolg haben, versagen: im Beruf s.; an einer Auf
gabe s. (sie nicht bewältigen)
Schelf, der, das; -s, -e G ^o gr. Festlandsockel
Schelle, die; -,
- n 1.1. kugeliger, blecherner, m it
einem Schlitz versehener kleiner Gegenstand, der
ähnlich einer Glocke durch Schütteln zum Klingen
gebracht wird: die Schellen eines Pferdeschlittens
—
2, landsch. kleine Glocke (1.1) mit Griff: der
Ausrufer schwang seine S.
—
8. landsch. (elek
trische) Klingel, bes. an der Wohnungstür — 4 . jo.
A rt.; nur im Pl.j durch Bilder von 1 gekennzeichnete
Farbe der deutschen Spielkarte (1.2): ich spiele
Schellen —5. landsch. umg. Ohrfeige — II. Bing,
Klammer zur Befestigung von Rohren, zur Ab
dichtung von Leitungen
schellen jsw. Vb.; hat/ landsch. 1. mit einer
Schelle (1.2) läuten: der Ausrufer schellte — 2 .
klingeln: sie schellte, es öffnete aber niemand
Schellen zu Schelle I .l| -bäum, der M usikinstru-
ment, das aus einer Tragstange mit Querhölzern be
steht, an denen Schellen hängen: der S. einer Militär
kapelle; -geläut(e), das; -kappe, die Narrenkappe
m it Schellen
Schell| -fis ch , der in den nördlichen Meeren leben
der, m it dem Kabeljau verwandter Knochenfisch mit
schwarzem Fleck oberhalb der Brustflosse, der als
Speisefisch genutzt wird; -kraut, das /o. Pl.j s.
Schöllkraut
Schelm, der; -(e)s, -e Schalk: sie ist ein S.: du
bist ein rechter kleiner S. (Frechdachs)\
Schelmen| -roman, der frühbürgerl. Roman, der
von den Abenteuern eines zumeist aus dem Volke
stammenden Helden unter der feudalen Herrschaft
erzählt; -streich, der lustiger, mutwilliger Streich,
durch den jmd. übertölpelt wird
schelmisch jA dj.j schalkhaft: jmdn. s . anblicken;
ein schelmisches Lächeln
Schelte, die;
-n jvorw. Sg.j geh . laut geäußerter,
harter Tadel \ S. bekommen
schelten (er schilt), schalt, hat gescholten geh.-
1. jmdn., etw. laut (schimpfend) tadeln: jmdn.
wegen schlechten Benehm ens s.; jmds. Betragen
s. — 2 . auf jmdn., etw. s. über jmdn., etw. schimp
fen: er schalt auf seine Lehrer — 8 . jmdn. einen
Narren, töricht s. (tadelnd als Narren, als töricht
bezeichnen)
Scheltwort, das Schimpfwort
Schema, das; -s, -s/-ta/Schemen 1.1. die wesent
lichen Züge eines Sachverhalts, einzelner Etappen
eines Vorgangs als Plan für die Darstellung, Durch
führung od. Herstellung von etw.: ein brauchbares,
einheitliches, metrisches S.; ein S. aufstellen; sich
beim Ablauf einer Feier, bei der Arbeit nach einem
S. richten; etw. in ein S. pressen 1.2 . das S. (die
graphische Darstellung) einer elektrischen Schal
tung
+ um g. nach S. F (schablonenhaft, ohne Rück
sicht auf das Besondere)
schematisch jAdj.j 1. in der Art eines Schemas
(1.1): etw. s. darstellen; eine schematische Zeich
nung — 2 . starr nach einem Schema (1.1) vor
gehend, ohne Rücksicht auf Besonderheiten zu neh
men: etw. (rein) s. behandeln, betrachten; schema
tisches Vorgehen
schematisieren jsw. Vb.; hat/ einen Sachverhalt
schematisch (1) darstellen: einen Produktionsvor-
gang s.
Schematismus, der; -, Schematismen jvorw. Sg.j
unschöpferisches, unk ritisches Vorgehen nach einem
Schema (1.1), unschöpferisches, klischeehaftes D e n
ken und Handeln: den S. in der Planung) über-
winden-
Schemel, der; -s, - 1 .1 . niedrige, drei- od. vier
beinige Sitzgelegenheit ohne Lehne für eine Person:
ein runder, viereckiger, hölzerner S. 1 .2 . Fußbank
Schemen, der, das; -s, -1 .1 . etw., das in Umriß und
Gestalt (wegen schlechter Sicht) nicht deutlich er
kennbar ist: aus dem Nebel tauchten S. auf und
glitten vorüber 1.2 . gespenstische Erscheinung,
Trugbild: etw. gleicht einem S.
schemenhaft — scheu
991
schemenhaft /Adj./ wie ein Schemen (1.1), ver
schwommen, undeutlich: etw. nur s. wahrnehmen
Schenke, die; -,
-n veraltend Heine, einfach ein
gerichtete Gastwirtschaft: eine gemütliche S. am
Stadtrand
Schenkel, der; -s, -1 .1« Oberschenkel’, volle, musku
löse, magere S.; sich vor Vergnügen auf die S.
schlagen 1.2 . Unterschenkel — 2 . M ath, eine der
zwei Geraden, die einen Winkel bilden
Schenkel| -h al s , der T eil des Oberschenkelknochens;
- halsbruch, der
schenken fsw. Vb.; h a t/1.1. jmdm. etw. ohne Gegen
leistung zu dauerndem Besitz geben: jmdm. ein
Buch, einen Strauß Blumen, einer Frau einen kost
baren Schmuck s.; jmdm. etw. zum Geburtstag,
zu Weihnachten, als Andenken s.; etw. geschenkt
bekommen; umg. für den Preis ist das wirklich
fast geschenkt {das ist sehr preiswert) — 2, fin
Verbindung m it Subst. zur Umschreibung eines
Verbdlbegriffsf: jmdm. seine Achtung s. (jmdn.
achten); jmdm. Gehör s. (jmdn. anhören); jmdm.
Vertrauen s. (jmdm. vertrauen); jmds. W orten
Glauben s. (jmdm. glauben); jmdm., einer Sache
keine / Beachtung s.
—
II. veraltend geh.
etw. einschenken: W ein in die Gläser s.
- f jmdm. wird, nichts geschenkt (jmd. muß sich
alles selbst schwer erarbeiten); sich etw. s, können
(etw. besser unterlassen); — einem / Kind das
Leben s.
Schenkung, die; -,
- e n Jur. (vertragliche) unent
geltliche Zuwendungen ohne Bedingungen an einen
anderen
Schenkungsjurkunde, die J u r .: eine S. aussteilen
scheppern fsw. Vb.; hat/ ein (blechern) klapperndes
Geräusch hervorrufen: Milchkannen, Teller s.; er
scheppert mit dem Geschirr; <> er hatte eine
scheppernde Stimme
Scherbe, die;
- n Bruchstück eines Gegenstandes
aus Glas, Porzellan, Keramik: die Scherben eines
Glases, Tellers, Blumentopfes, einer Vase, Fenster
scheibe; sich an einer scharfen S. schneiden; die
Tasse ist in Scherben gegangen (zerbrochen)
scherbein fsw. Vb.; hat/ landseh. salopp auf
einem Tanzvergnügen tanzen: s. gehen
Scherben, der; -s, - 1. süddt. österr. Scherbe —
2.. landseh. irdener Topf — 3. jo. Pl.f fachspr.
für K era mik verwendeter gebrannter Werkstoff
Schere, die;
- n 1.1 . Werkzeug zum Schneiden,
Zertrennen dünner Materialien, das aus zwei über
Kreu z verbundenen, gegeneinander beweglichen mes
serartigen Teilen m it Griffen besteht: eine scharfe,
stumpfe, spitze, kleine S.; eine S. schleifen; ein
Stück Papier, Stoff mit der S. ab-, aussehneidenl.2#
Maschinenelement m it Schneiden zum mechanischen
Zertrennen von Werkstoffen aller Art — 2 . paariges
Organ zum Greifen bei Schalen-, Spinnentieren: die
Scheren des Krebses — 3 . Sport Turnübung, bei
der die Beine gespreizt werden: die S. am Pferd,
Barren
1scheren, schor, hat geschoren 1.1 . Haare, Wolle
ganz kurz über der H aut abschneiden: jmdm. das
Haar s. 1 .2 . jmdn., jmdm. den Kopf (kahl) s. (jmds.
Kopfhaar ganz abschneiden); Schafe s. (Schafen die
Wolle ganz abschneiden) 1.3 . einen Baum, eine
Heck e s. (stutzen)
+ alle(s) über einen / Kamm s.
2scheren fsw. Vb.; hat/ 1.1.1. etw., jmd. schert
jmdn. nicht(s) etw., jmd. kümmert jmdn. nicht, ist
jmdm . gleichgültig: es scherte ihn nichts, wenig,
was aus ihr würde; was schert mich das, was er
jetzt macht?; umg. das braucht dich über
haupt nicht zu s.! 1.2. umg. sich nicht um etw.,
jmdn. s. sich nicht um etw., jmdn. kümmern: er
scherte sich nicht um das Verbot, um den Hilf
losen — II . umg. sich irgendwohin s. irgendwohin
fortgehen jvorw. im Im p.f: scher dich ins Bett!;
er soll sich nach Hause s .!; scher dich zum
Kuckuck, Teufel! fFlüchef
Scheren| -fernrohr, das winkelförmiges Doppelfern
rohr (zum Messen von Entfernungen); -gitter, das
a us gelenkig verbundenen Stäben bestehendes, zu-
sammenschiebbares Gitter, ^ bes. vor Eingängen,
Fenstern; -Schleifer, der Handwerker, der Schneiden
von Werkzeugen schärft; -schnitt, der aus (schwar
zem) Papier geschnittener Umriß von einem Men
schen, einem Gegenstand, Schattenriß
Schererei, die; -,
-en
u m g . Uriannehmlichkeit,
Ärger bereitende Mühe: Scherereien mit jmdm.
haben; jmdm. Scherereien machen, ersparen
Scherflein, das; -s, - fvorw. Sg.f veraltend fin
den Verbindungen/ (s)ein S / (einen kleinen Geld
betrag) entrichten, zu etw. beitragen, beisteuern,
spenden; <0 zum Gelingen dieses Werkes trug
auch er sein S. (seinen Teil, eine Kleinigkeit) bei
Scherge, der; -n, -n veraltend geh. femot.f voll
streckender Helfer einer unterdrückenden Macht: sie
fielen den Schergen (des Regimes) in die Hände
Scher]köpf, der fachspr. Teil des Trocken
rasierers, mit dem das Barthaar abrasiert wird
scherwenzeln, scherwenzelte, ist/hat scherwenzelt
s. scharwenzeln
Scherz, der; -es, -e auf Belustigung berechnete
Äußerung od. Handlung, Spaß: ein gelungener,
harmloser, netter, geistvoller, anzüglicher, grober,
übler S.; zu Scherzen aufgelegt sein; sich (mit
jmdm.) einen schlechten S. erlauben; etw. im S.
(nicht im Ernst, nicht in böser Absicht) sagen
+ S. beiseite (im Ernst)!
scherzando jAdv.f [sksr..] Mus. heiter (2), in der
A rt eines Scherzos
Schcrz| -artikel, der Artikel (3) für Spaß und
Schabernack: Pappnäsen, Papiermützen, K nall
frösche und andere S.;
-bold, der; -(e)s, -e umg.
1. Spaßmacher — 2 . nicht ernst zu nehmender
Mensch
scherzen fsw. Vb.; hat/ einen Scherz machen,
spaßen: mit jmdm. s .; zum Scherzen aufgelegt
sein; damit soll man nicht s. (dies ist zu ernst, um
darüber Scherze zu machen) \; ich scherze n icht
(meine es ernst) !
scherzhaft /A dj./ im Scherz gemeint: eine scherz
hafte Anspielung; etw. im scherzhaften Ton
sagen
Scherzo, das; -s, -s/Scherzi [sker..] Mus. 1. heiteres
instrumentales Musikstück — 2 . (heiterer) Satz bes.
einer Sonate, Sinfonie
Scherz|wort, das /PI. - e/ heitere, lustige Ä ußerung:
jmdm. m it einem (treffenden) S. erwidern
sehesen fsw. Vb.; ist/ landsch. salopp sehr
schnell laufen (2.1): wir müssen s., um den Zug
noch zu erreichen
scheu fAdj./ 1 .1 . schüchtern, zurückhaltend, K on
takte meidend: ein scheuer Mensch, Blick; jmdn.
s. (und verlegen) ansehen 1.2 . /von Tieren/ ängst
992
Scheu — schicken
lieh die Nähe des Menschen meidend: ein scheues
Reh; ein scheuer Vogel — 2, /von Pferden/ s. wer
den vor Schreck, Angst in panikartige Erregung
geraten: die Pferde wurden s.
+ die Pferde s. machen
Scheu, die; jo. P L / 1 .1 . Zurückhaltung, Schüch
ternheit : eine angeborene, ehrfurchtsvolle, kind
liche S.; vor etw., jmdm. S. empfinden; (keine) S.
zeigen; seine anfängliche S. ablegen 1,2 . /von
Tieren/ Angst vor der Nähe des Menschen: die
Tiere kamen ohne S. und ließen sich füttern
scheuchen /sw. Vh.; hat/1 .1 . ein Tier, jmdn. durch
laute Worte, drohende Gebärden, Geräusche irgend
wo forttreiben, irgendwohin treiben: Hühner (von
der Straße), Vögel (ajis einem Baum, von den
Feldern) s.; O der Regen scheuchte uns ins Haus
1.2 . ich laß mich von dir nicht s. (antreiben)
scheuen /sw. Vb.; hat/ 1.1. etw. nicht auf sich
nehmen wollen (und es meiden) : Arbeit, Strapazen,
Auseinandersetzungen, die Verantwortung s . ;
keine Mühe, Kosten s. (alle Mühe, Kosten auf sich
nehmen), um etw. zu erreichen; sich s. (Hemmun
gen, Bedenken haben), etw. Bestimmtes zu tun
1.2 . die Wahrheit, vor der Wahrheit s. (die Wahr
heit fürchten) — 2 . scheu werden: das Pferd scheute
vor dem Auto
+ das / Licht, / Tageslicht s.
Scheuer, die; -,
-n
süddt. österr. Scheune
Scheuer/scheuer] -bürste, die vgl.
- lappen; -fest
/A d j.; nicht ad v./ widerstandsfähig gegen Scheuern,
Reiben; -lappen, der Lappen zum Scheuern (1);
- leiste, die im Winkel zwischen Fußboden und
Wand an der W and entlang führende Leiste
scheuern jsw. Vb. ; hat/ 1.1. etw. durch Reiben mit
einer Bürste, einem nassen L app en säubern: den
Fußboden, die Stube, Tischplatte, das Schiffsdeck
s. 1 .2 . etw. durch 1.1 von etw. entfernen: den Schmutz
von denDielens.1 .3*etw. durch 1.1 in einen bestimm
ten Zustand bringen: die Fliesen blank s. — 2 .1 . etw.
reibt die Haut wund: die Schuhe s. (mir an den
Fersen) 2.2 . das Pferd scheuerte (rieb) seinen Hals,
sich an einem Pfosten
+ derb jmdm. eine s. (jmdm. eine Ohrfeige geben)
Scheuer| -sand, der fo. PI ./ sehr feines pulveriges
Mittel mit Salmiak zum Scheuern (1); -tuch, das
/PL -tücher/ vgl. Scheuerlappen
Scheu|klappe, die jvorw. PL / bei leicht scheuenden
Pferden seitlich der Augen angebrachtes Stück Leder,
das den Blickwinkel verengt
Scheune, die; -,
-n Gebäude zum Lagern von Ernte
gut, bes. von Getreide, Heu, Stroh.
Scheunen| -drescher, der + um g. essen wie ein
S. (unmäßig, viel essen); -tor, das
Scheusal, das; -s, -e [,.za:l] /emot./ 1.1 . Angst,
Ekel, Abscheu einflößendes Tier 1.2 . verabscheuens
wert handelnder Mensch: sein Vater ist ein S.
scheußlich /A d j./ 1 .1 . abscheuerregend, häßlich: ein
scheußlicher Anblick, Geschmack; eine scheuß
liche Vase, Krawatte; etw. sieht s. aus, schmeckt,
riecht, klingt s. 1 .2 . abscheulich (1.2), verwerflich:
ein scheußlicher Kerl; ein scheußliches Laster, Ver
brechen; sein Benehmen war s. — 2. umg. /emot./
2.1 . unangenehm, peinigend: ein scheußlicher G e
danke, Traum; eine scheußliche Erkältung 2.2 .
das Wetter war s. (sehr schlecht) — 8. umg.
/drückt emotional in negativem Sinne einen hohen
Grad aus/: das tut s. (sehr) weh
Scheußlichkeit, die; -,
-e n 1. jo. PL; zu scheußlich
1 u. 2/ das Scheußlichsein; zu 1.2: ein Verbrechen
von äußerster S. — 2 . /vorw. PL/ scheußliche (1.2)
Tat, Sache: solche Scheußlichkeiten widern mich
an
Schi, der s. Ski
Schicht, die; -,
- e n 1. in gewisser Dicke flächenhaft
ausgebreitet (auf)liegende, hingelegte Masse von etw. :
eine dicke, flache S.; eine lichtempfindliche S.;
eine dicke S. Staub; eine dünne S. Schnee bedeckte
den B oden; mehrere Schichten Papier; eine S.
Creme, Marmelade; die oberen, mittleren Schich
ten der Luft; die Kartoffeln mit einer S. Stroh,
Erde abdecken; Geol. Kalk, Ton und Lehm lagen
in Schichten übereinander — 2 . nach bestimmten
gesellschaftlich relevanten Gemeinsamkeiten zusam
mengehöriger Teil der Bevölkerung, dessen klassen
mäßige Zusammensetzung nicht notwendig einheit
lich ist: die Arbeiterklasse und die mit ihr ver
bündeten werktätigen Schichten; soziale Schich
ten; die Teilnehmer kamen aus den verschieden
sten , aus breiten Schichten (aus allen Teilen) der
Bevölkerung; /auf bürgerl. Verhältnisse bezogen/
die herrschenden, besitzenden, oberen Schichten;
/unter bürgerl. Verhältnissen gebraucht/ die unteren,
niederen Schichten — 8 . bes. in durchgehend
arbeitenden Betrieben der von Ablösung zu Ablösung
reichende Teil des Arbeitstages, der die verbindliche
Arbeitszeit eines od. einer Gruppe von Werktätigen
ist: der Betrieb arbeitet in drei Schichten; die
erste S. beginnt um 6 Uhr; während der S.;
Bergm. eine S. fahren; umg. er hat S., muß zur
S. — 4 . die gleichzeitig in 3 arbeitenden Werktätigen
eines Betriebes: er gehört zu dieser, meiner, der
zweiten S.
Schicht| -ablösung, die 1. vgl. Schichtwechsel (1.1)
—
2. Schicht (4), die bei Schichtwechsel die vorher
gehende Schicht ablöst; -arbeit, die /o. P L/ Arbeit
in Schichten (3); dazu -arbeiter, der; -betrieb, der
jo. P L / Durchführung der A rbeit in Schichten (3)
schichten, schichtete, hat geschichtet etw., bes.
flache Gegenstände, schichtweise übereinanderlegen:
Akten, Bretter, Kohlen s.; Wäsche im, in den
Schrank s .; Stoffe, Steine zu Stapeln, Stößen s.
Schicht/schicht| -gestern, das G e ol. in Schichten
liegendes Sedimentgestein; -loh n , der Lohn für
Schichtarbeit; -Wechsel, der 1.1 . Ablösung der
Werktätigen einer Schicht (3) durch die der folgen
den: S. ist um 6 Uhr 1.2 . meist wöchentlicher Wech
sel der Werktätigen von einer Schicht (3) in eine
andere: nach S. kam er von der Früh- in die Spät
schicht; -weise /Adv./ in Schichten (1): etw. s.
übereinanderlegen; -wolke, die Wolke von großer
Länge und Breite
schick /A d j./1 .1 . modisch, geschmackvoll: ein schik-
kes Kostüm; sie geht immer s. gekleidet 1.2. /nicht
attr.j sie findet es s. (flott und elegant), im Auto
vorzufahren
Schick, der; -s, jo. PL / mit Geschick, Geschmack
erzielte Eleganz, bes. der Kleidung: ein Kleid, An
zug von modischem, neuestem S.
schicken /sw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. jmdm., etw. an
jmdn., an einen bestimmten Ort s. veranlassen,
daß etw. zu jmdm., an einen bestimmten Ort ge
bracht, befördert wird, gelangt: jmdm., an jmdn.
Geld, einen Bericht, ein Paket s.; einen Gruß nach
Hause, einen Brief nach Berlin s.; etw. an eine
schicklich — schiefgehen
993
Adresse s. — 2 .1 . jmdn. zu jmdm. s. jmdn. veran
lassen, sieh zu jmdm ., a n einen bestimmten Ort zu
begeben: jmdn., einen Boten, eine Abordnung zu
jmdm. s .; man schickte einen Monteur, der den
Schaden behob; die Kinder einkaufen, ins B ett,
nach Hause s.;. jmdn. auf den Weg, zur Kur s.
2.2 . (jmdn.) nach jmdm., um jmdn., etw. s. jmdn.
beauftragen, jmdn ., etw. zu holen: (jmdn.) nach
einem, um einen Arzt s.
—
II.l .l . geh. sich in
etw. fügen (3.2): sich in sein Los, in das Unver
meidliche s. 1.2. veraltend etw. schickt sich:
wenn sie wieder gesund ist, wird sich alles weitere
schon s. (sich alles weitere von selbst ergeben) —
2. etw. schickt sich (nicjit) etw. ist [nicht) schick
lich (2): er weiß immer, nicht, was sich schickt
+ jmdn. inden / April s,;jmdn.indie / Wüste s.
schicklich fAdj.f 1. veraltend geh. jmdn. bei
schicklicher (passender, angemessener) Gelegenheit
besuchen — 2 . anständig (1.1): etw. ist s.
Schicksal, das; -s, -e [,.za :l] 1. der individuelle
Lebenslauf mit allem, bes. dem Unangenehmen,
schwer zu Bewältigenden, das dem Menschen un
abhängig von seinem Willen durch äußere Umstände
widerfährt: ein schweres, trauriges S.; sie hatten
ein gemeinsames, das gleiche S«; sich mit seinem
S. abfinden; jmdn. seinem S. überlassen (ihm nicht
helfen) — 2 . jo. PL/ in einer aus religiösen, aber
gläubischen Anschauungen herrührenden Vorstellung
existierende jenseitige Macht, die den Verlauf des
Lebens bestimmt: das blinde, unerbittliche S.; ein
gütiges S. bewahrte ihn vor dem Schlimmsten;
die Gunst des Schicksals; etw. für einen Wink des
Schicksals halten
+ das ist / f Ironie des Schicksals
Schjcksals/schicksalsj -frag e , die entscheidende
Frage (2.1) in bestimmtem Zusammenhang; -ge-
fährte, der Leidensgenosse; -schlag, der für einen
Menschen schwer z u ertragendes, zu bewältigendes
Ereignis: ein harter, furchtbarer S.; einen S. er
tragen, überstehen; -schwer fAdj.f geh. das Leben
eines, der Menschen od. eine Entwicklung in ein
schneidender, m eist schwer zu bewältigender Weise
beeinflussend: eine schicksalsschwere Entscheidung
Schiebe| -bühne, die fachspr. 1 . Gestell zum Ver-,
Umsetzen bes. von Eisenbahnwagen auf ein parallel
liegendes Gleis — 2 . Bühne m it fahrbaren Teilen,
auf denen die Dekorationen auf die Bühne ge
schoben werden; -dach, das Teil des Verdecks von
Personenkraftwagen, das aufgeschoben werden kann;
- fenster, das Fenster, das durch Verschieben nach
oben od. der Seite geöffnet, geschlossen wird
schieben, schob, hat geschoben 1.1, etw., jmdn.
durch Drücken von der Stelle, an eine Stelle, in eine
Lage od. vor sich her bewegen: eine Karre, den
Kinderwagen s .; bergauf mußten wir unsere Fahr
räder s.; etw., jmdn. nach vorn, links, vor sich
her, auf seinen Platz s .; Neugierige zur Seite s.;
der Güterwagen wurde auf das Nebengleis g e
schoben; Brot in den Ofen, sich die Mütze ins
Genick s . ; sie schob (steckte) sich ein Stück Schoko
lade in den Mund; <j> umg. ein Ansinnen von sich
s. (abweisen); er schiebt (verschiebt 3) immer alles
auf den nächsten Tag 1.2 . sich durchs Gewühl s.
(sich mühsam, durch Drängeln und Drücken durchs
Gewühl vorwärts bewegen); <0> sich an die Spitze,
nach vorn s. (allmählich die erste Stelle zu erlangen
suchen) — 2. salopp 2.1. etw. auf nicht ganz
korrekte Weise bewerkstelligen: das werden wir
schon s. 2 .2. Devisen s. (mit Devisen betrügerische
Geldgeschäfte machen, bes. unter kap . Verhältnissen)
2.3 . m it etw. Schwarzhandel treiben: mit Kaffee s.
—
3. etw. auf etw., jmdn. s. (einer Sache, jmdm.
etw. zur Last legen)
+ jmdn. aufs / Abstellgleis s.; etw. auf die lange
/ Bank s.; / Kohldampf s.; eine ruhige / Kugel
s.; jmdm. etw. in die / Schuhe s.; Wache s.
Schieber, der; -s, - 1 . Vorrichtung zum öffnen od.
Verschließen von etw.: der S. eines Reißverschlus
ses, am Wasserrohr — 2 . Eßgerät für Kinder, mit
dem man das Essen auf den Löffel schiebt — 3 .
flaches Gefäß für die Notdurft von Bettlägerigen —
4. jmd ., der betrügerische Geschäfte treibt, Schwarz
händler: Aktionen gegen S. und Spekulanten
Schiebe|tür, die Tür, die zum öffnen , Schließen
seitlich verschoben wird
Schiebung, die; -,
- e n fvorw. Sg.f unlauteres Vor
gehen: jmdn. durch S. um sein Recht bringen;
eine S. aufdecken; er ist nur durch S. (Begünsti
gung) zu seinem Posten gekommen
Schieds| -gericht, das 1. J u r . durch gegenseitige
Vereinbarung gebildetes Gremium, das durch
Schiedsspruch bes. über internationale Rechts -
Streitigkeiten entscheidet — 2 . S p o r t Gremium, das
die Einhaltung der Regeln, Bestimmungen bei
Wettkämpfen überwacht; -kom mission, die 1. in
Wohnber eichen, Genossenschaften in der D D R
tätiges gesellschaftliches Gericht, d a s über gering
fügige Vergehen und kleine zivilrechtliche Streitig
keiten entscheidet — 2 . J u r . bei einem Schieds- od.
Vertragsgericht gebildeter A ussch uß von Schied s
richtern (1); -richter, der 1. Person, die bei einem
Streitfall die Entscheidung fällen soll — 2 . S p o r t
unparteiischer Leiter eines Spieles, der die E nt
scheidungen fällt — 3 . J u r . Richter bei einem
Schiedsgericht; -Spruch, der Urteilsspruch eines
Schiedsgerichts, eines Schiedsrichters
schief fAdj.f 1.1 . gegen die (normale) Gerade, Senk-
od. Waagerechte in spitzem Winkel geneigt, schräg:
eine schiefe Mauer; er hat eine schiefe Nase,
Schulter, Haltung; Math. Phys. eine schiefe (in
einem bestimmten Winkel geneigte) Ebene"1; schiefe
(einseitig abgenutzte) Absätze; das Bild hängt, der
Hut sitzt s. 1 .2 . er warf ihr einen schiefen (ge
hässigen, scheelen) Blick zu; jmdn. s. ansehen —
2. oft um g . einen Sachverhalt nicht angemessen
wiedergebend: ein schiefer Vergleich; er gab ein
schiefes Bild von der Sache; etw. s. ausdrücken
-f- auf die schiefe / Bahn geraten, kommen; bei
jmdm. hängt der / Haussegen s.; sich / krumm
und s. lachen; in ein schiefes
Licht geraten,
kommen
Schiefer, der; -s, - 1 . Gestein, das sich leicht in
dünne, ebene Platten spalten läßt, die bes. zum
Decken von Dächern verwendet werden: das Dach mit
5. decken — 2. la nd sch. Holzsplitter: sich einen S.
einreißen
schiefer/Schiefer zu Schiefer 1| -blau fAdj.f grau
blau; -bruch, der Stelle, an der Schiefer im Tagebau
gewonnen wird; -dach, das mit Platten aus Schiefer
gedecktes Dach; -decker, der; -s, - Handwerker, der
Dächer, Außenwände mit Platten aus Schiefer deckt,
bedeckt; -grau fAdj.f vgl.
- b lau; -tafel, die früher
in der Schule benutzte Schreibtafel a us Schiefer
schief| -gehen jVb.j umg. mißlingen: das hätte
994
schiefgewickelt — Schiff
s. können; -gewickelt /Adj./ + salopp s. sein
(sich gründlich irren)-,
-lachen, sich fVb.f salopp
heftig lachen; -liegen fVb.f s a lo p p (in ideologischen
Fragen) eine abwegige M einung, eine Meinung ver
treten, die von derjenigen abweicht, die von einer
Gruppe geschlossen vertreten w ird ; -treten jV b .;
hat/: die Absätze s. (an einer Seite abnutzen)
schielen /sw. Vb.; hat/ 1. auf Grund einer fehler
haften Augenstellung beim Blick in die Ferne mit
einem Auge, den Augen in eine bestimmte Richtung
abioeichen: er schielt (auf dem rechten Auge) —
2.1 . heimlich von der Seite auf etw., jmdn. blicken:
neugierig, begehrlich, verstohlen nach jmdm.,
auf etw., jmdn. s. 2.2. umg. nach etw. s. etw.
haben wollen-, nach einer Erbschaft s.
Schienbein, das der stärkere, vordere Knochen der
beiden Knochen des Unterschenkels: sich am S.
stoßen; jmdn. gegen das S. treten
Schiene, die;
- n 1.1 . langgestreckter profilierter,
paarig verlegter Stab äus Stahl, der den Rädern von
Schienenfahrzeugen angepaßt ist und als Unterlage
bei der Fortbewegung dient: die Bahn, der Kran
läuft, fährt auf Schienen; Schienen erneuern,
(ver)schweißen, (ver)legen; aus den Schienen
springen (entgleisen); Güterbeförderung per S.
(Eisenbahn) 1.2 . profilierter Stab od. Leiste aus
Holz, Metall 1.2 .1 . als Unterlage, Halterung, an,
auf der entlang sich etw. bewegt, etw. geführt wird:
die Schiebetür rollt auf einer S. im Boden 1.2 .2 .
als Lineal, Reißschiene 1.2 .3 . als stromleitender Teil
in elektrischen K raft-, Umspannwerken — 2 . Stütze
aus biegsamem od. festem M aterial zum Richten,
Ruhigstellen von Gliedmaßen, Gelenken, bes. bei
Knochenbrüchen-, den Arm in einer S. tragen
schienen fsw. Vb.; hat/ ein (gebrochenes) Glied mit
einer Schiene stützen-, einen Arm s.
Schienen/schienen zu Schiene 1.1 [ -bus, der zwei
achsiger Triebwagen der Eisenbahn mit Diesel
motor; - ersatzverkehr, der Beförderung durch
Omnibusse bei unterbrochenem Schienenverkehr;
- fahrzeug, das schienengebundenes Fahrzeug; -g e
bunden fAdj.; nicht adv.f fachspr. auf Gleise,
Schienen als Unterlage zum Fahren angewiesen-.
ein schienengebundenes Fahrzeug;-stoß, der T e ch n .
Stelle, an der z wei hintereinander verlegte Schienen
miteinander verschraubt od. verschweißt sind;- sträng,
der sich über eine lange Strecke hinziehendes Gleis;
- verkehr, der Personen- und Güterverkehr mit Hilfe
von schienengebundenen Fahrzeugen; -w eg , der
Gleisanlage, Eisenbahnstrecke
schier jAdj.f I. jadv.f veraltend fdrückt einen
hohen Grad ausf: das ist s. (geradezu) unmöglich;
eine s. unübersehbare Menschenmenge — II . / nicht
adv.f land sch . schieres Fleisch (Fleisch ohne Fett
u n d Knochen vom geschlachteten Tier)
Schierling, der; -(e)s, -e jvorw. Sg.f bis zwei Meter
hohes, an feuchten Stellen wachsendes, weißblühen
des, giftiges Doldengewächs
Schieß] -bude, die bei Volksfesten, in Vergnügungs
parks aufgestellte Bude, an der man gegen Entgelt
etw. durch Schießen gewinnen kann; -budenfigur,
die 1.1. Figur, nach der man in der Schießbude
schießt 1.2. umg. spött. durch ihr Äußeres lächer
lich wirkende Person
schießen, schoß, hat/ist geschossen 1. (hat) 1.1.
m it einer Schußwaffe auf jmdn., sich, etw. zielen
und einen Schuß, Schüsse auslösen, um das Ziel
(an einer Stelle) zu treffen-, m it einem Gewehr,
einer Pistole, mit Geschützen, Pfeil und Bogen
(nach der Zielscheibe, auf Tontauben, auf den
Gegner, in die Luft) s.; gut, sicher, schlecht s.
1.2 .1 . ein Geschoß durch 1.1 a uf ein bestimmtes
Ziel entsenden und es treffen: er schoß die Harpune
dem Wal in den Leib; er schoß ihm, sich eine
Kugel in, durch den Kopf; er schoß ihm, ihn ins
Bein; O eine Rakete in eine Umlaufbahn s. 1 .2 .2 .
scharf, m it scharfer Munition s. (bei 1.1 scharfe
Munition verwenden); mit Schrot, Platzpatronen
s. 1 .3 . durch 1.1 1 .3 .1 . etw. hervorrufen: Löcher
in die Zielscheibe s. 1.3.2. Schießsport etw. er
reichen: er hat 197 Ringe, einen Preis geschossen
1.4 . ein Tier durch 1.1 erlegen: er hat einen Hasen
geschossen — 2. (hat) 2.1 . etw. irgendwohin s. einer
Sache mit der Hand, dem F uß durch Stoßen, Werfen
große Geschwindigkeit verleihen und es so irgendwohin,
an ein Ziel bringen:den Ball ins Tor, an die Latte,
ins Aus s.; einen Ball jmdm. an den Kopf, ins
Fenster s. 2.2. ein Tor s. (durch 2.1 mit dem Fuß,
der H and erzielen) —3 . (ist) 3.1 . sich schnell vonirgend-
woher od. irgendwohin bewegen: die Flamme schießt
aus dem Reisighaufen; das Wasser schießt aus der
Felsspalte;das Boot schoß (pfeilschnell)durchsWas-
ser; mit einem Kopfsprung schoß er ins Wasser;
Tränen schossen ihr in die Augen; O ein Gedanke
schoß ihm durch den Kopf (kam ihm plötzlich)
3.2 . schnell 1wachsen (1): der Junge ist mächtig
geschossen; die Saat schießt
+ umg. etw. ist zum Schießen (sehr komisch,
zum Lachen); — einen Bock s.; jmdn. über den
/ Haufen s.; mit ^ Kanonen auf Spatzen s.;
(einen)
Kobolz s.; etw. schießt ins /* Kraut;
wie (die) / Pilze aus der Erde s.; wie aus der
Pistole geschossen; (einen) Purzelbaum s.
Schießen, das; -s, jo. Pl.f das Schießen (1.1) mit
Gewehr, Pistole als sportliche Disziplin
schießen|lassen, läßt schießen, hat schießenlassen,
auch schießengelassen salopp etw. s. auf etw.,
bes. ein Vorhaben, verzichten: eine Reise s.
Schießl -gewehr, das vorw. K ind ersp r. Gewehr;
- hund, der + umg. aufpassen wie ein S. (scharf
aufpassen); -pulver, das fo. P l.f explosiver Stoff
für Sprengungen, zum Schießen; -scharte, die
Scharte (2), durch die der Gegner beschossen w ird;
- s cheibe, die Zielscheibe; -Sport, der Schießen;
- stand, der 1. Anlage für Schießübungen — 2.
Schießbude; -Übung, die
Schiet, der, auch das; -s, jo. Pl.f norddt. umg.
Scheiße
Schiff, das ;-(e)s,-e //* auch Schiffchen/1. schwimm
fähiges, größeres, trogförmiges, m eist an beiden
Enden sich verjüngendes Wasserfahrzeug mit hoch
gezogenen Seitenwänden und Aufbauten: ein schn el
les, modernes S.; der Bug, das Heck, die Reling,
der Laderaum eines Schiffes;
klar S. machen;
der Stapellauf eines Schiffes; das S. läuft aus,
schlingert; das S. läuft auf eine Sandbank auf,
sinkt; das S. legt (am Kai) an, läuft einen Hafen
an, führt die Flagge der DDR; an, von Bord eines
Schiffes gehen; ein S. bauen, ausrüsten, befrach
ten; mit einem S. fahren — 2. Architekt, meist
von Westen nach Osten gerichteter, langgestreckter I n
nenraum einer Kirche: die Kirche hat drei Schiffe
-{- ein S. auf Kiel legen (mit dem Bau eines Schiffes
beginnen)
Schiff1 -fahrt, die jo . PL; Schreibg.: Schiffahrt/
Verkehr mit Schiffen; -fahrtslinie, die jSchreibg.:
/* -fahrt/ von Schiffen regelmäßig befahrene Route
schiffbar /A dj.; nicht adv.j für (bestimmte) Schiffe
befahrbar: ein schiffbares Gewässer
Schjff {mit * auch Schiffs])| «-bau, der jo . P l.j
Bau von Schiffen; dazu *-bauer, der; -s,
- bruch,
der jvorw. Sg.j Zerstörung, Untergang eines Schiffes
durch Sturm, hohen Wellengang od. durch Stranden:
die Passagiere haben den S. überlebt; + S. er
leiden (Mißerfolg bei etw. haben); -b rüchige, der
jvorw. PL/ jmd ., der durch einen Schiffbruch be
troffen is t
Schiffchen, das; -s, - / / auch Schiff/ 1. Behälter
für die Spule 1.1 . deren Faden die bei der Näh
maschine von oben kommenden Schlingen auffängt
1.2 . T e x til, die bei Webstühlen den Schußfaden
aufnimmt — 2 . kleines längliches Gerät zum
Herstellen von Spitzen — 3. veraltend umg.
meist zu einer Uniform gehörende längs gefaltete
Kopfbedeckung
schfffen jsw. Vb.; hat/ derb 1. Wasser lassen —
2. es schifft (es regnet)
Schiffer, der; -s, - Berufstätiger in der Binnen
schiffahrt
Schiffer] -klavier, das nmg. Akkordeon; -knoten,
der i n verschiedener F orm bes. von Seeleuten ge
knüpfter, sehr fester (und leicht lösbarer) Knoten
Schiffsl: / Schiff]
Schiffs] -arzt, der an Bord eines Schiffes eingesetzter
A r z t; -brief, der Urkunde über die Eintragung im
Schiffsregister; -eigner, der Eigentümer eines Schif
fes; -flagge, die; -hebewerk, das T echn. Anlage
m it einem trogähnlichen, wassergefüllten un d in der
Höhe veränderbaren Behälter, die Schiffen zur Über
windung von Höhenunterschieden bei Binnengew äs
sern dient; -junge, der jmd., bes. junger Mann, der
am Anfang seiner Ausbildung als Seemann steht;
- koch, der; -ladung, die; -papiere, die /PI./ die ein
Schiff betreffenden P a p i e r e; -register,dasPe</»sfer, in
dem die (Handelsschiffe eines Landes mit ihren Spe
zifika verzeichnet sind; -reise, die: eine S. für das
Schwarze Meer buchen; -schraube, die Propeller
am Heck des Schiffes; -taufe, die Akt der feierlichen
Benennung eines Schiffes; -w erft, die
Schikane, die; -,
- n 1. Maßnahme, durch die (unter
Mißbrauch von Befugnissen) jmdm. mit dem A n
schein des Rechts vorsätzlich Schwierigkeiten bereitet
werden: das ist die reinste S.
—
2. Sport in eine
Rennstrecke für Kraftfahrzeuge eingebauter Ab
schnitt, der zur Verminderung der Geschwindigkeit
zwingt
+ umg. mit allen Schikanen mit allem erdenk
lichen Zubehör, Komfort: er hat eine Wohnung
m it allen Schikanen
schikanieren jsw. Vb.; hat/: jmdn. s . (jmdm. durch
Schikanen zusetzep)
schikanös /A dj./ 1 .1 . eine Schikane (1), Schikanen
darstellend: das ist eine schikanöse Maßnahme
1.2 . Schikanen (i) anwendend: er ist s.
Schild , das; -(e)s, -er 1. kleine Tafel od. Platte (mit
einer Aufschrift, einem Zeichen 1): ein S. b e
schriften, malen, anbringen — 2 . Etikett: Dosen,
Flaschen mit Schildern bekleben
2Schild, der; -(e)s, -e 1. im Altertum, Mittelalter
und bei Naturvölkern zum Schutz gegen die Waffen
des Gegners am A rm getragene, meist runde od.
ovale Platte — 2 . Hauptteil des Wappens, das der
Form von 1 ähnlich ist, aber nach unten spitz zu
läuft und eine für den Eigentümer kennzeichnende
Figur aufweist — 3 . Mützenschirm
+ etw. (gegen jmdn.) im Schilde führen (heimlich
etw. Böses beabsichtigen)
Schild| -bürgerstreich, der durch Nichtberücksichti-
gen eines wesentlichen Gesichtspunktes, durch m an
gelnde Einsicht bedingte törichte Handlung; -drüse,
die im Hals liegende Drüse mit innerer Sekretion
schildern jsw. Vb.; hat/ etw. anschaulich, lebendig
erzählen, beschreiben: (jmdm.) seine Erlebnisse,
eine Landschaft in bunten Farben, ausführlich s . ;
bitte s. Sie den Vorgang in allen Einzelheiten;
dazu Schilderung, die; -,
-en
Schild] -kröte, die in zahlreichen Arten vorkommen
des Kriechtier mit kurzem, gedrungenem Körper,
der von einem Panzer aus Hornplatten umschlossen
ist; -patt, das; -(e)s, jo. Pl.j aus dem Panzer einer
bestimmten Schüdkrötenart hergestelltes M aterial,
bes. für Galanteriewaren
Schilf, das; -(e)s, -e 1.1 . jvorw. Sg.j hartes, hohes
Gras, das an Teich- und Seeufern dichte Bestände
bildet 1.2 . /o. Pl.j Schilfrohr
sehjlf/Schilf] -bewachsen jA dj.j: das schilfbewach
sene Ufer des Sees; -dach, das mit Schilfrohr ge
decktes Dach; -m a tte, die M atte aus Schilfrohr;
- r ohr, das /o. Pl.j getrocknete Halme des Schilfs
(1.1)
schillern jsw. Vb. ; hat/ in wechselnden Farben
glänzen: die Seide schillert hell, in allen Farben;
schillernde Seifenblasen; O ein schillernder (schwer
einzuordnender) Charakter; ein schillernder (un
bestimmter) Begriff
Schilling, der; -s, -e /bei Wertangabe PL Schilling;
Währungseinheit in Österreich/
schjlpen jsw. Vb.; hat/ s. tschilpen
Schimäre, die; -,
- n Trugbild, Hirngespinst
Schimmel, der; -s, - 1. Pferd mit weißem od. weiß
lichem Fell: zwei S. zogen die H ochzeitskutsche
— I I . jo. Pl.j (weißlicher) Belag von Schimmelpilzen
auf feuchten od. faulenden organischen Stoffen: das
Brot war mit (weißem, grünlichem) S. bedeckt
schimmelig /Adj./ s. schimmlig
schimmeln /sw. Vb.; hat, ist/ sich mit Schimmel
bedecken, verschimmeln: das Brot hat, ist ge
schummelt
Schimmel|pilz, der auf feuchten, faulenden organi
schen Stoffen in M assen wachsender kleiner Pilz ,
dessen Genuß gesundheitsschädlich i s t
Schimmer, der; -s, jo. PL / 1 .1 . schwaches Leuchten,
Glänzen, Funkeln: der S. der Sterne, Perlen, des
Goldes 1.2 . ihr Gesicht zeigte den S. (Anflug) eines
Lächelns; einen S. von (ein wenig) Hoffnung haben
+ salopp keinen (blassen) S. von etw. haben
(von etw. Überhaupt nichts verstehen, etw. gar nicht
wissen)
schimmern jsw. Vb.; hat/ einen Schimmer (1.1)
verbreiten, von sich geben: die K erze schimmert.;
der See schimmert im Mondenschein
schimmlig lAdj.j mit Schimmel bedeckt: schimm
liges Brot
Schimpanse, der; -n, -n Menschenaffe West- und
Zentralafrikas mit meist dichtem, schwarzem H aa r
kleid
Schimpf, der; -(e)s, jo. Pl.j veraltend: jmdm.
einen S. antun (jmdn. beleidigen, demütigen)
Schiffahrt — Schimpf
995
f>4 Wörterbuch
996
Schimpfe — schlachten
+ jmdn. mit S. und Schande (unter entehrenden
Umständen) davonjagen
Schimpfe, die; jo. P l.j umg. Schelte: S. bekom-,
m en, kriegen
schimpfen js w . V b.; hatj 1. auf, über jmdn., etw.,
mit jmdm. s. laut mit zornigen, derben Worten
seinen Unwillen über jmdn.,
etw, äußern, heftig
schelten: tüchtig, grob s.; auf, über jmdn., etw.
s.; die Mutter schimpft mit ihrem ungezogenen
Kind —2.1. jmdn. etw. s. jmdn. meist zu Un
recht als etw, bezeichnen: jmdn. (einen) Feigling,
Lügner s. 2.2. umg. spött. sich etw. s.: und so
was schimpft sich nun Fachmann (er hat zwar die
Qualifikation als Fachmann, aber er verdient sie
nicht)!
+ s. wie ein / Rohrspatz
Schimpferei, die; -,
-en jemot, neg.j fortwährendes
Schimpfen
Schimpfjkanonade, die umg. von jmdm. geäußerte
schnelle Folge von Schimpfwörtern, Flüchen
schimpflich jAdj.j schändlich, entwürdigend: eine
schimpfliche T at; sein Verhalten war s.
Schimpf|wort, das beleidigendes, grobes W ort: der
be, unflätige Schimpfwörter, Schimpfworte ge
brauchen
Schindel, die;
-n kleine dünne Platte aus Holz
zum Dachdecken od. Verkleiden von Mauern: der
Turm, das Scheunendach ist mit Schindeln gedeckt
Schindeldach, das: der Schuppen hat ein S.
schinden, schindete / veraltend schund fPrät.
ungebräuchl.f, hat geschunden 1. jmdn., ein Tier
durch Überbeanspruchung seiner Kräfte quälen
(1.1) : die Pferde s.; man hat sie gequält und ge
schunden — 2. umg. sich s. sich mit etw. sehr ab-
plagen: er hat sich mit der Arbeit, dem Gepäck
(sehr, redlich) s. müssen — 8. salopp mit un
lauteren Mitteln etw. gewinnen, zu gewinnen suchen:
Zeit, Vorteile s.; Zeilen s. (viel und mit großen
Zwischenräumen schreiben, um eine größere Zeilen
zahl und damit Vorteile zu erreichen)
-}- / Eindruck s. wollen
Schinder, der; -s, - jm d.,
der andere Menschen
schindet (1)
Schinderei, die; -,
-en 1. (fortwährendes) Schinden
(1): er war wegen seiner Schindereien verhaßt —
2. umg. (fortwährendes) Sichschinden
Schind| -luder -f salopp mit jmdm., etw. S.
treiben(jmdn., etw. schändlich behandeln); -mähre,
die jemot.j altes, verbrauchtes Pferd
Schinken, der; -s, - 1. (gepökelte und geräucherte)
hintere Keule, bes. vom geschlachteten Schwein, od.
ein Stück davon: ein fetter, magerer S.; roher,
gekochter, saftiger S.; Rührei mit S. — 2 . salopp
scherzh. 2.1. großes, dickes Buch 2.2. riesiges Ge
mälde (von geringem Wert)
Schinken|speck, der mit Fleisch durchwachsener
Speck vom Bauch des Schweines
Schippe, d ie; -,
-n
norddt. mitteldt. Schaufel
(1.1) : zur S. greifen; das Kind spielt mit S. und
Eimer
-f- umg. scherzh. eine S. machen (die Unterlippe
unmutig vorschieben); salopp jmdn. auf die S.
laden, nehmen (jmdn. anführen, zum besten haben)
schippen jsw . Vb.; hat/ norddt. m itteldt.
schaufeln (1.1)
Schirm, der; -(e)s, -e 1. Gestell aus einem Stab (mit
Griff) und einem Gestänge, dessen mit Stoff ver
sehener Teil zu einer runden Fläche aufgespannt
wird, die Schutz vor Regen od. Sonne bietet: denS.
aufspannen, zuklappen, neu beziehen lassen, ver
gessen, (in der Straßenbahn) stehenlassen; sie
sitzen unter bunten Schirmen im Garten — 2.
Lampenschirm: derS. ist aus Stoff, Pergament —
3. Mützenschirm — 4. meist flächiger Gegenstand,
der (schädliche) Strahlen abhält: einen metallenen
S. vor den Ofen stellen; den Wissenschaftler
schützt ein S. gegen radioaktive Strahlung — 6 .
Phys. Techn. Bildschirm : der S. eines Fernseh-,
Röntgen-, Radargerätes
Schirm|bild, das 1. au f dem Röntgenschirm sicht
baresBild —2.kleinformatige Aufnahme von 1
Schirmbild| -aufnähme, die R ö n tg e n b ild (2); -stelle,
die für das Durchführen von Röntgenreihenunter
suchungen zuständige Stelle
schirmenjsw. Vb.; hat/geh. ein Tier, etw., jmdn.
durch Fern-, Abhalten von Gefährlichem, Schädigen
dem schützen: die Glucke schirmt mit ausgebreite
ten Flügeln ihre Küken; schirmend die Hand vor
die Augen halten
Schirm| -herr, der jm d . ,
der aus einer verant
wortungsvollen Position heraus mit seinen Mitteln
und Befugnissen ein bestimmtes Projekt fördert und
absichert, Förderer: der Bürgermeister war S. der
Veranstaltung; -herrschaft, die jo . P l . j : der Magi
strat übernahm die S. über die Ausstellung (über
nahm es, als Schirmherr für diese Ausstellung zu
fungieren)
Schirmling, der; -(e)s, -e S ch irm pilz
Schirml -mütze, die Mütze m it Schirm (3); -pilz,
der hoher, eßbarer Pilz mit sehr großem hellbraunem
Hut und am Grund zur Knolle verdicktem Stiel;
-Ständer, der Ständer mit wannenartigem Behälter
für nasse Schirme (1)
schirren jsw. Vb.; hat/: ein Pferd s. (anschirren)
Schisma, das; -s, Schismen/-ta fachspr. Spaltung
einer zuvor einheitlichen Kirche
Schiß,der; Schisses, Schisse derb ein Haufen Kot
(1)
+ salopp S. (Angst) haben, kriegen
schizophren fAdj.f Med. an Schizophrenie leidend,
deren typische Zeichen aufweisend: er ist ein
schizophrener Mensch
Schizophrenie, die; -,
-n jvorw. Sg.f [..i:en] Med.
Psych. endogene Psychose, die mit krankhaften
Veränderungen des Fühlens und Denkens, mit
Sinnestäuschungen und Wahnideen einhergeht und
in Schüben und chronisch verläuft
schlabbern jsw. Vb.; hat/ umg. 1. Nahrung, bes.
Flüssigkeit, geräuschvoll mit der Zunge aufnehmen:,
die Katze schlabbert ihre Milch —2.flüssige N ah
rung so ungeschicktzu sich nehmen, daß sie zum Teil
wieder aus dem Mund fließt: das Kind, die alte
Frau schlabberte beim Essen — 3 . landsch.
schwatzen (1)
Schlacht, die; -,
-en Gesamtheit der auf ein opera
tives Ziel größeren Ausmaßes gerichteten Kampf
handlungen sich gegenüberstehender gegnerischer
T r u p p e n : eine blutige, entscheidende S.; die
Schlachten des zweiten Weltkrieges; eine S. ist
entbrannt, tobt; eine S. schlagen, verlieren
Schlachte|: / Schlacht/schlacht|
schlachten, schlachtete, hat geschlachtet ein T ie r
fachgemäß töten, um es für die Ernährung zu ver
wenden : einSchwein, Huhn s.
Schlachtenbummler — Schlag
997
Schlachtenbummler, der; -s, - s cherzh. Anhänger
einer Sportmannschaft, der diese zu einem aus
wärtigen Spiel begleitet: viele S. stärkten ihrer
Mannschaft den Rücken
Schlachter, der norddt. s. Schlächter
Schlächter, der; -s, - landsch. Fleischer
Schlachterei, die n o rd d t. s. Schlächterei
Schlächterei, die; -en l a n d s c h . Fleischerei
Schlacht/schlacht {mit * cm cM andsch. Schlachte|)|
- feld, das Gelände, auf dem eine Schlacht staitfindet,
stattgefunden h at: das S. von Verdun; nach der
Veranstaltung sah es dort wie auf einem S. {sehr
schmutzig, unordentlich) aus; * -fest, das m eist mit
festlichem Schmaus verbundenes (Schweine)schlach-
ten im H a u s; -fett, das Fett von geschlachteten Tieren,
bes. vom Bind und vom Schwein: Schmalz, Speck
sind Schlachtfette; -gewicht, das Gewicht des ge
schlachteten Tieres ohne Innereien, K opf und Füße;
- h of, der Betrieb für das Schlachten von Schlachttieren;
♦«messer, das Messer zum Schlachten; «-platte, die
Gericht m it Wellfleisch und frischer W urst {vom
Schlachtfest); -reif /A d j.; nicht adv.; von Schlacht
viehI so w eit entwickelt und gemästet, d aß sich das
Schlachten lohnt: ein schlachtreifes Kaninchen;
- s chiff, das stark bewaffnetes, gepanzertes, sehr großes
Schiff der Seestreitkräfte; -tier, das vgl. -vieh; -vieh,
das ja. P l.j zum Schlachten bestimmtes Vieh
Schlacke, die; -n zu harter Masse erstarrter Rück
sta nd nach dem Vorgang einer Verbrennung, bes.
bei der Verhüttung von Erzen
schlackern jsw. Vb.; hat/ landsch. salopp: mir s.
{schlottern, zittern) die Knie
4- mit den / Ohren s.
Schlackwurst, die leicht geräucherte Dauerwurst
Schlaf, der; -(e)s, fo. PL; / auch Schläfchen/ 1.
Zustand entspannter Ruhe des Organismus, in idem
körperliche Funktionen und der sensorische Kontakt
zur Umwelt eingeschränkt sind, das Bewußtsein aus
geschaltet ist: ein fester, leiser, / (un)ruhiger, er
quickender S.; der S. überkam, übermannte ihn;
er (ver)sank in einen tiefen S .; einen guten S. haben
(gut schlafen können); geg en den S. a nkämpfen;
jmd., etw. raubt jmdm. den S. (läßt jmdn. nicht
schlafen); aus dem S. erwachen, hochfahren; im S.
sprechen — 2 . u m g . durch 1 in den Augenwinkeln
gebildete körnige od. klebrige Substanz: S. in den
Augen haben; sich den S. aus den Augen reiben
■f u m g . den S. des Gerechten (tief und fest) schla
fen; etw. im S. können (völlig beherrschen)
Schlaf| -anzug, der Hose und Jacke aus leichtem
Stoff für die Nacht, Pyjama; -bedürfnis, das jo.
P L ]: ein großes S. haben
Schläfchen, das; -s, / o. PL; / auch Schlaf/ umg .
kurzer Schlaf: nach Tisch ein S. halten
Schlaf] couch, die als B ett, zum Schlafen (1.1) dienen
de Couch m it ausziehbarem Teil
Schläfe, die; -n 1.1 . Bereich des K opfes zwischen
Ohr und Stirn: das Blut hämmerte in seinen
Schläfen 1.2 . /nur im Pl.j ein Herr mit grauen
Schläfen (grauen Haaren an den Schläfen 1.1)
schlafen (er schläft), schlief, hat geschlafen 1.1 . sich
im Zustand des Schlafes befinden: gut, schlecht,
fest, tief, (un)ruhig, sorglos s . ; er konnte vor A uf
regung, bei dem Lärm, letzte N acht nicht, kaum s . ;
zeitig, spät s. (zu Bett) gehen; sich, ein Kind s. le
gen; O umg. im Unterricht darfst du nicht 's. (un
aufmerksam sein) 1.2 . sich gesund s. (durch 1,1
gesund werden) —2 . irgendwo übernachten: im H o tel,
Zelt, bei Bekannten s.
—
8. verhüll, mit einem
Mann, einer Frau s. (Geschlechtsverkehr haben)
4 mit den / Hühnern s. gehen; jmd. schläft wie
ein / Murmeltier.; den / Schlaf des Gerechten s . ;
jmd. schläft wie ein / Toter
Schlafens]zeit, die fo. Pl.f: jetzt ist S. (Zeit, schlafen
zu gehen)
Schläfer, der; -s, - jmd . , der gerade schläft (1.1)
schlaff fAdj.f 1.1 . nicht straff, nicht gespannt,
locker: die Segel hingen s. in den Masten; das Seil
ist zu s. 1 .2 . kraftlos, ermüdet: sich s. fühlen; er ließ
die. Arme s. herabhähgen 1.8 . welk, erschlafft:
schlaffe Wangen
Schlaf| -g ast, der bei jmdm . übernachtender Gast;
- gelegenheit, die Möbelstück, das jmdm . zum Über
nachten dienen kann
Schlafittchen, das
4* umg. jmdn. am, beim S. nehmen, packen, halten
(jmdn. fassen, festhalten, um ihn zurechtzuweisen)
Schlaf/schl§fj -krankheit, die fo. Pl.j mit Fieber,
Gliederschmerzen, großem Schlafbedürfnis verbundene
tropische Infektionskrankheit; -lied, das einem Kind
zum Einschlafen vorgesungenes Lied; -los fAdj.f 1.1 .
nicht schlafen (1.1) könnend: sich s. herumwälzen
1.2 . er hatte schlaflose Nächte (konnte nächtelang
nicht schlafen 1.1); dazu -losigkeit, die;-,/o. Pl.j:
an S. leiden; -m ittel, das Medikament gegen Schlaf
losigkeit; -mütze, die u mg . träger und unaufmerk
samer Mensch: der Junge ist eine (große) S.; -müt-
zig fAdj.f umg .trägeund unaufmerksam: eine schlaf
mützige Bedienung
schläfrig fAdj.f 1. müde (1): s. sein; das Bier macht
s .; schläfrige (verschlafene 1) Augen haben —
2. müde (2): er sprach mit schläfriger Stimme
Schlaf/schlaf] -s aa l, der einer größeren Gemeinschaft
zum Schlafen dienender saulartiger Raum m it vielen
Betten; -sack, der jPl. -säeke/ sackförmiger Gegen
stand aus mit wärmender Füllung gefüttertem Stoff,
den man bis zum Kopf über den Körper zieht, um
darin bes. im Zelt, Freien zu übernachten; -statt, die;
- Stätten g eh . Schlafgelegenheit; -Störung, die
Störung des Vermögens, einzuschlafen, durchzu
schlafen; -tablette, die vgl. Schlafmittel; -therapie,
die jo. PI f Med . Heilbehandlung durch Schlaf;
- trunken fAdj.f noch vom Schlaf benommen: s. sah
er mich an, taumelte er durchs Zimmer; -wagen,
der mit Betten ausgestatteter Eisenbahnwagen;
- wandeln /ist, hat geschlafwandelt/ in traumhaftem
Zustand nachts umherlaufen und dabei verschiedene
Handlungen ausführen, ohne sich im wachen Z u
stand daran erinnern zu können; dazu -Wandler, der;
- s, - jmd., der schlafwandelt; -wandlerisch fAdj.f
4- etw. mit schlafwandlerischer / Sicherheit tu n ;
- zimmer, das 1. Zimmer zum Schlafen (1.1) —
2. Möbel für 1: ein neues S, kaufen
Schlag, auch Schlag, der; -(e)s, Schläge 1.1 . nach
ausholender Bewegung mit kräftigem Schwung er
folgendes hartes, heftiges Auftreffen der H a nd ,
Faust, eines Gegenstands auf jmdn., etw. : ein leich
ter, derber, tödlicher S.; ein S. mit der Hand,
einem Stock, Hammer; ein S. ins Gesicht, auf die
Schulter, Pauke, den Amboß, an die Tür; einen S.
abwehren, parieren; zu einem S. ausholen; jmdm.
einen S. versetzen 1.2. fnur im Pl.f Schläge bekom
m en (mehrere Schläge 1.1 versetzt bekommen) 1.8 . der
Tod ihres Mannes war ein (schwerer, furchtbarer)
64*
998
Schlagader — schlagen
S. (Schicksalsschlag) fürsie — 2. mehr od. weniger
rhythmische, stoßweise Bewegung, Tätigkeit einer
Person, Sache: dieSchlägederRuderer, desRuders,
Pendels; der S. des Pulses, Herzens; der S. (A n
prall)derWellen ansUfer —8.1.den Körper (1)
treffender Stromstoß:bei der Reparatur der Licht
leitung bekam er einen leichten S. 8.2. Blitzschlag:
ein zündender, lauter S.
—
4. umg. Schlaganfall:
ein leichter S.; ihn hat der S. getroffen — 5 .1 . der
S. (die als kurzer Ton erfolgende akustische Zeit
angabe) der Uhr; der S. der Turm-, Standuhr5.2 .
fo. Pl.j umg. er kam S. sechs(genau um sechs Uhr)
—
0. /o. PL/ der S. (Gesang 1.1) derNachtigall —
7.Forstw. 7.1. das Fällen einergrößerenZahl von
Bäumen 7.2. kahlgeschlagene Fläche im Wald — 8.
Landw. einzelnes Feld (2): die Schläge sind neu
bestellt; ein S. Kartoffeln — 9. Taubenschlag —
10. veraltend Tür einer Kutsche, eines Autos:
den S. öffnen — 11. umg. sich noch einen S.
(mit einer Kelle ausgegebene Portion) Suppeholen
—
12.jo. PI ./ bestimmte einheitliche Merkmale auf-
weisende Gruppe 12.1.jvorw. Sg./ meist landschaft
lich zusammengehöriger Menschen, Menschenschlag:
ein derber, heiterer S. (von) Menschen; er ist vom
gleichenS. 12.2. von Tieren innerhalb einer Rasse:
ein schwarzweißer S. von Kühen
-f- mit einem S. (auf einm al, plötzlich); S. auf S.
(rasch nacheinander); umg. ein S. ins Gesicht(eine
schwere Kränkung); ein S. ins Kontor (eine un
angenehme Überraschung); ein S.insLeere, Wasser
(ein Mißerfolg); mich trifft der S. (ich werde ver
rückt 1.1 vor Überraschung, Entsetzen)!
Schlgg/schlag, a u c h Schlag/schlag| -ader, die A r -
terie; -anfall, der plötzlich auftretende, meist durch
mangelnde Durchblutung od. durch Blutungen im
Gehirn verursachte Störung der Gehimtätigkeit, die
zum Ausfall bestimmter Funktionen führt; -artig
fAdj., nicht präd.j sehr schnell,plötzlich: dieUnter
haltung brach s. ab, als er eintrat; -ball, der 1. k lei
ner Lederball für 2 —2.jo. Pl.j Ballspiel zwischen
zwei Mannschaften, bei dem der Ball mit einem
Schläger ins gegnerische Feld geschlagen werden
muß; -bäum, der Schranke, bes. an einer Grenze;
-besen, der Küchengerät zum Schnee-, Schaum
schlagen; -bohrer, der elektrischer Bohrer (1), der
rotierend rhythmischeStöße ausführt;-bohrmaschine,
die
Schlägel,der; -s, - Bergm. Hammer des Berg
manns, Fäustel
schlagen (er schlägt), schlug,hat/istgeschlagen//*
auch schlagend, geschlagen/ 1. (hat) 1.1 . jm dm .,
einem Tier einen Schlag (1.1), Schläge versetzen,
einen Schlag (1.1), Schläge auf, an , gegen etw. aus
füh re n : jmdn. kräftig s.; jmdn., jmdm. (mit der
Hand, Faust, mit einem Stock) auf die Finger,
ins Gesicht s.; jmdn., nach jmdm. mit der Hand,
einem Stock s.; sich auf die Schenkel s.; jmdm.
wohlwollend auf die Schulter s.; um sich, auf den
Tisch, gegen die Tür, sich an die Stirn s .; das Pferd
schlägt (stößt mit den Hufen) 1.2. die Kinder
schlugen (prügelten) sich um das neue Spielzeug
1.8. jmdn., etw. durch 1.1 in einen bestimmten Zu
stand versetzen: jmdn. blutig, bewußtlos s.; etw.,
alles in Stücke s. 1 .4 . etw. irgendwohin s.
durch 1.1 bewirken, daß etw. irgendwohin gerät: ein
Ei in die Pfanne s. (die Eischale zerschlagen und
Dotter, Eiweiß in die Pfanne tun);jmdm. einBuch
aus der Hand s.; einen Ball ins gegnerische Feld s.
(mit der Faust, einem Schläger ins gegnerische Feld
befördern) — 2 . (hat) 2.1 . etw. durch zielende B e
wegungen mit einem Werkzeug 2.I .I . an etw. be
festigen: ein Plakat an die Wand s. 2 .1 .2 . in etw.
eindringen lassen: einen Pfahl in die Erde, einen
Nagel in die Wand s. 2 .1 .8 . hervorbringen: ein Loch
ins Eis s.; einen Weg durchs Dickicht s.; Schlag
sahne s. 2 .2. die Trommeis. (trommeln 1); den Takt
s. (durch Bewegungen bes. m it dem Taktstock angeben)
2.8 . /in Verbindung mit Subst. zur Umschreibung
eines Verbalbegriffsf geh. jmdn. in Fesseln s.
(jmdn. fesseln 1)'; die Pflanze hat Wurzeln g e
schlagen (ist angewachsen) 2.4 . ein Bein über das
andere s. (legen) 2.5 . etw. in ein Tuch s. (einwik-
kein) — 8 . jmd., etw. schlägt irgendwohin 8.1 . jmd.,
etw. prallt, trifft hart auf, gegen etw. : (ist) zu Boden
s.; er ist mit dem Kopf gegen die Wand geschla
gen; die Wellen schlugen gegen die Kaimauer;
(hat, ist): der Blitz schlug in die Eiche (traf die
Eiche); der Regen schlägt ans Fenster 8.2 . (hat, ist)
die Flammen schlugen (loderten) aus dem Fenster,
zum Himmel — 4 . (hat) 4.1 . eine Uhr schlägt (ihr
Schlagwerk gibt akustisch die Zeit an) 4.2 . die
Stand-, Turmuhr schlägt sieben (Uhr) (gibt durch
4.1 an, daß es sieben Uhr ist); es schlägt halb zwölf,
Mitternacht — 5 . (hat) das Herz schlägt (zieht sich
rhythmisch zusammen und bewirkt so das Einströ
men des Blutes in die Arterien); jmds. Herz, Puls
schlägt matt, regelmäßig, unruhig — 6 . (hat) die
Nachtigall schlägt (läßt ihren Gesang ertönen) —
7. (hat) 7.1. jmdn. im (Wett)kampf besiegen: wir
haben sie mit 1:0 Toren, nach Punkten geschla
gen; einen Gegner s.; sich geschlagen geben; O
jmdn. mit seinen eigenen Worten s. 7.2. B rett
sp iele eine Figur s. durch einen Zug das Ausschei
den einer gegnerischen Figur aus dem Spiel be
wirken: die Dame mit dem Turm s.; der König
zieht und schlägt nach allen Seiten 7.8. er hat sich
in der Diskussion wacker geschlagen (behauptet) —
8. sich irgendwohin begeben (hat):sich nach rechts s . ;
er schlug sich seitwärts, ins Gebüsch — 9 . (ist)
umg. jmdm. schlägt eine Nachricht auf den Ma
gen, eine Krankheit auf die Augen (bei jmdm. wirkt
sich eine Nachricht nachteilig auf den Magen, eine
Krankheit auf die Augen aus) — 10 . (hat) er schlägt
(erzielt) aus allem seinen Vorteil, Gewinn —
11. (hat) etw. schlägt in jmds. Fach (etw. gehört zu
jmds. Arbeite-, Wissensgebiet) — 12 . etw. zu, auf
etw. s. etw. zu etw. dazurechnen (hat): die Zinsen
zum Guthaben, die Verpackung (die Kosten der
Verpackung) auf den Preis s.; — 18 . nach jmdm. s .
jmdm. ähnlich werden, sein (ist): er ist ganz nach
dem Vater geschlagen
+ / Alarms.; ausder/ Arts.;jmd.ist mit
/ Blindheit geschlagen; für jmdn., etw. eine
/ Bresche s.; etw. schlägt zu / Buche; jetzt
schlägt’s (aber) dreizehn!; mit der / Faust auf
den Tisch s.; jmdn. aus dem / Felde s.; zwei /
Fliegen mit einer Klappe s.; jmdn. in die / Flucht
s.; jmdm. schlägt das / Gewissen; wissen, was die
/ Glocke geschlagen hat; einen Haken s .; jmds.
/ Herz schlägt höher; / Kapital aus etw. s .; etw.
in, zu / Klump s.; sich etw. aus dem / Kopf s.;
wie vor den / Kopf geschlagen sein; / Krach s.;
das
Kreuz s.;
Lärm s.; alles über einen
Leisten s.; sich die / Nacht um die Ohren s.;
schlagend — Schlange
999
(einen) / Purzelbaum s.; (ein) / Rad s.; /
Schaum s.; jmdm. ein / Schnippchen s.; sich
auf jmds. /* Seite s.; über die / Stränge s.; jmds.
letzte / Stunde hat geschlagen; etw. schlägt
Wellen; etw. in den Wind s.; jmdn. / windel
weich s.
schlagend jA dj. ; / i auch schlagen/ 1. überzeugend:
ein schlagendes Argument; ein schlagendes (tref
fendes) Beispiel, W ort; etw. s. beweisen — 2 . (nur
attr.f Bergm . schlagende Wetter Explosion von
Grubengas: er wurde durch schlagende W etter g e
tötet — 3 . /nur attr.f eine schlagende Verbindung
eine reaktionäre studentische Verbindung an bürgerl.
Hochschulen, in der noch Zweikämpfe mit Degen
od. Säbeln stattfinden.
Schlager, der; -s, - 1 . meist künstlerisch nicht an
spruchsvolles M usikstück in liedartiger Form mit
Text und eingängiger Melodie, das mit Instrumental
begleitung gesungen w ird und Popula rität erlangen
soll, erlangt hat — 2 . dieses Buch ist ein S. (wird
zur Zeit von vielen gekauft und gelesen)
Schläger, der; -s, - 1 . jmd., der skrupellos auf andere
einschlägt (ö): ein übler, gefürchteter S. — 2 . Sport
gerät, mit dem man bei bestimmten B allspielen nach
dem Ball schlägt — 3 . landsch. Küchengerät zum
Schlagen (2.1 .3) von Eiw eiß, Sahne
Schlägerei, die;
- e n tätliche Auseinandersetzung,
Prügelei: es kam zu einer (wilden) S.; eine S. ver
hindern
Schlager zu Schlager 1| -festival, das: an dem S. b e
teiligten sich viele bekannte Schlagersänger; -m u -
sik, die jo. Pl.f; -parade, die Sendung des Rund
funks, Fernsehens, in der die neuesten Schläger und
ihre Interpreten vorgestellt werden; -sänger, der;
-Sängerin, die; -sendnng,dieRundf.Fern sehen;
- text, der
schlag/Schlag, auch schlag/Schlagj -fertig jA d j.j 1.1 .
stets sofort eine treffende, oft witzige Antwort geben
könnend: ein schlagfertiger Gesprächspartner 1.2 .
eine schlagfertige (treffende, witzige) Antwort; s.
antworten; -fest fAdj.; nicht adv./ faehspr.: ein
s ch lagfester (gegen Schläge wid ersta ndsfähiger)
Kunststoff; -insfaument, das Musikinstrument zur
Erzeugung von Tönen durch Schlagen, K lopfen:
Pauke und Triangel sind Schlaginstrumente;
-kraft, die jo. Pl.j 1.1 . Wucht, Kraft, mit der jmd.
zuschlägt: die S. des Boxers 1.2 . die S. (Kampf
kraft) einer Armee — 2 . die S. (Wirkungs-, Über
zeugungskraß) einer Losung, eines Argumentes; da
zu -kräftig jA d j.j; -licht, das /PI. -er/ konzentriert
a u f einen Gegenstand geworfenes Licht, das diesen
wirkungsvoll hervortreten läßt; + etw. wirft auf
etw., jmdn. ein S., Schlaglichter (etw. ist bezeich
nend für etw., jmdn.); -loch, das größeres Loch in der
Straßendecke: die Straße hatte Schlaglöcher; -mann,
der jPl. -männer/ R udern dem Heck am nächsten
sitzender Ruderer, der den Takt beim Rudern an
gibt; -ring, der Waffe aus vier über die Finger ge
streiften eisernen, oß mit Spitzen versehenen Ringen;
- s ahne, die 1.1 . Sahne mit mindestens 28 Prozent
Fettgehalt, die zu Schaum geschlagen wird: S.
schlagen 1.2 . schaumig geschlagene 1.1: ein Wind
beutel mit S.; -schatten, der einen scharfen K on
trast gebender Schatten eines Körpers auf beleuch
teter Fläche; -Seite, die jin der Verbindung! ein
Schiff hat S. (befindet sich seitlich in schräger Lage);
- f umg. scherzh. S.haben(betrunken sein unddes
halb nicht mehr gerade gehen können); -werk, das
Teil einer Uhr, das durch bestimmte Töne bestimmte
UhrZeiten angibt: eine Stand-, Tischuhr mit S.;
-wetter, die jPl.j Berg m . schlagende Wetter;
-wetterexplosion, die Bergm .; -wort, das 1. jPl. -e,
auch -Wörter/ 1 .1 . viel gebrauchtes mobilisierendes
Wort, auch Wortgruppe, Losung als kurzer A u s
druck einer (politisch-ideologischen) Forderung,
Parteinahme, des Willens zur Bewußtseinsbildung
jdient im K ap . o ß der Verschleierung der wirklichen
Verhältnisse! 1.2 . abgegriffene Redensart, Gem ein
platz: mit Schlagworten um sich werfen — 2. /PI.
-Wörter/ B u ch w . in Karteien, Katalogen verwendetes,
für den Inhalt eines Buches charakteristisches Wort,
das oß dem Buchtitel entnommen ist: ein nach Schlag
wörtern geordneter Katalog; -zeile, die Über
sch uß in größerenDrucktypenoben aufder ersten Seite
einer Zeitung: die Abendzeitung brachte als S. ..
ein Ereignis bewirkt, macht Schlagzeilen (erregt
Aufsehen, so d aß die Presse es besonders herausstellt);
- zeug, das jPl. -ej von einem einzigen Musiker be
diente Gruppe von Schlaginstrumenten im Orchester,
in der Jazzband: -zeuger, der; -s, - jmd., der (be
ruflich) das Schlagzeug bedient
Schlaks, der; -es, -e u m g . langer, sich ungeschickt
bewegender Mensch: ein junger, sechzehnjähriger S.
schlaksig jA dj.j u m g .: ein schlaksiger (lang a uf
geschossener und in seinen Bewegungen unkontrol
liert, nachlässig wirkender) Bursche; sich s. (in
seinen Bewegungen nachlässig) bew egen
Schlamassel, der, auch das; -s, jo. Pl.f umg. schwie
rige, mißliche Lage: in einen S. geraten; jmdm.
aus dem S. helfen
Schlamm, der; -(e)s, jo. P l.j fa eh sp r . Schlämme/-e
breiige Masse aus Wasser, Erde, Sand und Schmutz
1.1. jo. Pl.j auf der Erdoberfläche: auf dem Weg im
S. steckenbleiben; bis an die Knöchel im S. waten
1.2, als Ablagerung auf dem Grund von Gewässern:
der S. eines Teiches; den S. der Schwefelquellen für
Heilzwecke nutzen
schlämmen jsw. Vb.; hat/ 1. Chem. T echn. etw. s.
kleine Teilchen eines festen Stoffes durch A u f
wirbeln und Ablagernlassen in einer bewegten Flüs
sig keit, bes. Wasser, von größeren, dichteren abtren
nen: Ton s.; geschlämmte Kreide — 2. faehspr.
ein stehendes Gewässers. (vonSchlamm 1.2 reinigen)
schlammig jA dj.; nicht adv.f 1.1 . m it Schlamm be
deckt: ein schlammiger Weg, Boden 1.2 . der Teich
ist s. (sein Boden ist mit einer dicken Schicht Schlamm
bedeckt)
Schlamm |kreide, die jo. Pl.f durch Schlämmen (1)
gereinigte und gemahlene Kreide
Schlammjpackung, die Packung mit heißem H eil
schlamm, bes. zur Behandlung von rheumatischen
Erkrankungen
Schlampe, die; -,
-n
u m g . femot.f nachlässige, u n
saubere, liederliche F ra u
Schlamperei, die;
- e n umg. /emot.f nachlässige,
liederliche Arbeitsweise (1): die S. eines Schülers,
einer Dienststelle; so eine S .!
schlampig jA dj.f umg. femot.f 1.1 . sehr liederlich,
unordentlich, nachlässig, ungepflegt: eine schlam
pige Frau; ein schlampiger K erl; sie sah s. aus,
war s. angezogen 1.2 . s. (unordentlich) arbeiten
Schlange, die; -n 1. in sehr zahlreichen Arten vor
kommendes Kriechtier mit schuppigem, beinlosem,
langgestrecktem Körper mit rundem Querschnitt: eine
1000
schlängeln — Schlawiner
(un)giffcige, harmlose, züngelnde, sich ringelnde S .;
die S. schlängelt sich, windet sich durch das Gras,
hat ihn gebissen; <3> sie ist falsch wie eine S. (ist
verlogen, listig) — 2 . /emot.j heimtückische, hinter
hältige Pr au: sie ist eine (hinter)listige, gemeine S.
—
3. (lange) Reihe 3*1. dicht hintereinander warten
der Menschen: vor dem Geschäft, an der Kasse
stand, bildete sich eine lange S.; in einer S. (an)-
stehen 3.2 , dicht hintereinander fahrender od. war
tender Fahrzeuge: eine lange S. von Autos stand
vor der Schranke — 4 . Papierschlange
4* S. stehen (anstehen 1); eine S. am Busen nähren
(jmdm. Gutes erweisen, der sich später undankbar
und als hinterhältiger Gegner zeigt)
schlängeln, sich /sw. Vb.; ha t/1. in einer Schlangen
linie kriechen (1.1): die N atter schlängelte und
wand sich (im Sand); der Fischotter glitt schlän
gelnd durch das Wasser — 2* etw. verläuft in einer
Schlangenlinie durch etw.: der Bach, Weg schlän
gelt sich durch die Wiesen, durch das Tal — 3 . jmd.
bewegt sich sehr geschickt, alle Hindernisse um
gehend, in bestimmter Richtung durch etw.: er
schlängelt sich durch die Menschenmassen, die
parkenden Autos
Schlangen) -beschwörer, der; -s, - Inder od. A rtist,
der Schlangen durch Musik zu rhythmischen Bewegun
gen veranlaßt; -hiß , der Verwundung durch den Biß
einer (Giftschlange; -farm, die Einrichtung, in der
Schlangen gezüchtet werden; -fraß,der jo. PI ./ s a l o p p
femot.j nicht schmackhaftes, schlechtes Essen; -gift,
das Gift aus den Drüsen einer Giftschlange, d as, in
die Blutbahn gelangt, tödlich wirkt; -ha ut, die; -le-
der, das fo. P L / aus Schlangenhäuten hergestelltes
Leder: eine Tasche aus S.; -linie, die in Windungen
verlaufende Linie: der Weg, Fluß verläuft in einer
S., beschreibt eine S.;
- Serum, das Serum gegen
Vergiftung durch Schla ngenbiß
schlank /Adj.f 1. (hoch gewachsen und) nicht dick
(2.1): ein schlankes Mädchen; sie, er ist von schlan
kem Wuchs; sie will s. bleiben; dunkle Stoffe
machen s. (lassen jmdn. schlank erscheinen); um g .
schejzh. er mußte sich s. (dünn) machen, um
zwischen den Tischreihen hindurchzukommen —
2. /nur attr./ in schlankem Trab (schnell und leicht)
laufen
-{- auf die schlanke /* Linie achten; /* rank und s.
Schlankheitskur, die Entfettungskur
schlankweg /Adv./ umg. 1 .1 . ohne Umschweife und
Hemmungen: etw. s. behaupten, ablehnen; s. (di
rekt) auf ein Ziel losgehen 1.2 . das ist s. (einfach
II.3 .1 , glatt) erfunden
schlapp /A dj./ 1 . nicht gespannt, locker, schlaff: ein
schlappes Seil — 2 .1 . schlaff (1.2), matt: sich
s. fühlen; er ist von der Krankheit noch ganz s.
2.2 . um g. /emot.j energielos: so ein schlapper Kerl!
Sehlappe, die; -,
-n durch etw., jmd n. verursachte
Schwächung der Position: eine große, militärische,
diplomatische S. erleiden; eine S. wettmachen;
dem Gegner eine (empfindliche) S. zufügen
schlappen /sw. Vb.; hat, ist/ 1. etw. hängt schlaff
herab und wird hin und her bewegt (hat): der weite
Mantel schlappte um seinen Körper; die nassen
Segel s. — 2 . (hat) jmds. Schuhe s. (sind zu weit, so
daß die Fersen beim Gehen etwas herauskommen) —
^.geräuschvollschlurfend irgendwohin gehen (is t): der
a lte Mann schlappte über den Korridor — 4 . /von
bestimmten Tieren/ eine Flüssigkeit geräuschvoll mit
der Zunge zu sich nehmen (hat): der Hund schlappt
Wasser
Schlapp/schlapp) -h ut, der weicher H ut mit breiter,
herabhängender Krempe; -machen /Vb./ umg. in
folge zu großer Anstrengung am Ende seiner K räfte
sein, nicht durchhalten; -schwänz, der salopp
/ernot./ schwacher, willensschwacher, wenig ta t
kräftiger Mensch
Schlaraffenland, das /o. P I ./ im Märchen beschrie
benes Land, in dem alle schlemmen können, ohne zu
arbeiten
schlau /Adj./ 1.1 . klug und in gewissem Grade listig:
er ist ein schlauer Mensch, Bursche, Fuchs; er war
zu s., um auf diesen Trick hereinzufallen; etw. s.
anfangen, berechnen; s. zu Werke gehen 1.2 . eine
schlaue (klug und listig erdachte) Antwort; ein
schlauer Plan
+ aus etw., jmdm. nicht s. werden (etw., jmdn.
nicht richtig verstehen, einschätzen können)
Sehlau|berger, der; -s, - umg. scherzh. jmd., der
schlau, pfiffig ist: er ist ein alter S.
Schlauch, der; -(e)s, Schläuche 1. elastische Röhre
aus Gummi od. Plast zum Durchleiten von Flüssig
keiten, Gasen: ein langer, dicker S. aus Gummi;
die Feuerwehr rollte ihre Schläuche aus; den S. an
die W asserleitung anschließen; den Garten mit
dem S. sprengen; einen S. (eine Sonde) in den
Magen einführen — 2 . den inneren Teil eines R ei
fens (2) bildende, i n sich geschlossene, einen R ing
bildende elastische Röhre aus Gummi, die, von einem
Ventil geschlossen, die Luft enthält: der S. eines
Reifens; die Schläuche eines Fahrrades, A utos;
einen S. aufpumpen, flicken — 3 . (im Orient ver
wendeter) sackartiger, elastischer Behälter zur A uf
bewahrung von Flüssigkeiten: ein S. voll Wein,
Wasser
Schlau chb oot, das aufblasbares Boot aus Gummi od.
ähnlichem M aterial
schlauchen /sw. Vb.; hat/ salopp 1. landsch,
1.1 . jmdn. s. (bis zur Erschöpfung arbeiten lassen)
1.2 . eine Arbeit schlaucht jmdn. (strengt jmdn. bis
zur Erschöpfung an) — 2 . viel Alkohol trinken — 8«
du denkst wohl, du kannst jeden Tag bei mir s.
(auf meine Kosten gut leben)**.
Sehlauch/sehlauehl -leitung , die Leitung aus mit
einander verbundenen Schläuchen für die Beförde
rung von Flüssigkeiten; -los /A dj.; nicht adv./: ein
schlauchloser R eifen (Reifen ohne Schlauch 2 für
Kraftfahrzeuge); -pilz, der B o t. Pilz m it schlauch
förmigen Behältern für die Sporen; -wurm , der in
sehr zahlreichen Arten vorkommender Wurm mit un
gegliedertem K örp er u nd durchgehender Leibeshöhle
Schlaue, die; jo. PL; zu schlau/
Schlaufe, die; -,
-n 1. in ringartiger Form an etw.
befestigtes Band aus Stoff, Leder o. ä. 1 .1 . das als
Griff zum Festhalten od. Tragen dient: die Schlau
fen am Skistock 1.2 . das, am Kleidungsstück an
genäht, den Gürtel hält: den Gürtel durch die Schlau
fen ziehen 1.3 . a ls Zierde od. beim Verschluß bes.
an Kleidungsstücken
Schlauheit, die; jo. PL; zu schlau/
Schlau umg.)
- köpf, der Schlauberger: dieser S.
wußte auch hier einen Ausweg; -meier, der; -s,
-
scherzh. Schlauberger: so ein S.!
Schlawiner, der; -s, - bes. süddt. österr. salopp
pfiffiger, unzuverlässiger Mensch, durchtriebener,
kleiner Gauner: der alte S.
schlecht — Schleifen
1001
schlecht /A dj.f 1.1 . den Ansprüchen an die Qualität
nicht (in jeder Hinsicht) entsprechend, minderwertig:
ein schlechter Kaffee, Wein, Stoff; eine schlechte
Ware; eine schlechte Leistung; schlechte (ver
brauchte) Luft; s. tanzen, rechnen, hören können;
das ist sehr s .; der Anzug sitzts. (paßt nicht) 1.2 . das
Fleisch ist s. geworden (ist verdorben) 1.3 . /nicht adv./
seinen Aufgaben nicht gewachsen: ein schlechter
Schüler, Leiter; er ist s. in der Schule 1.1 . /nicht
adv.\ nicht gesund, nicht leistungsfähig: ein schlech
tes Gehör, Gedächtnis; schlechte Nerven haben
1.5 . nicht entsprechend wirksam : ein schlechtes
Mittel, Medikament — 2 .1. unerfreulich, un
angenehm: eine schlechte Nachricht; wir hatten
schlechtes Wetter; etw. riecht, schmeckt s.; s. ge
launt sein 2.2 . jmdm. geht es s. (jmd. ist nicht ge
sund; jmd. hat materielle Sorgen); umg. jmdm. ist s.
(jmd, fühlt sich körperlich nicht wohl, jmd m . ist übel)
—
8. / nicht ad v,/ nicht dem erwarteten Umfang ent
sprechend: eine schlechte Ernte; ein schlechtes
(nicht ertragreiches) Jahr — 4 . m it Mühe, schwer:
das Kind lernt s.; das kann man sich s. merken —
5.1 . jvorw. attr.f ein schlechter (unzuverlässiger)
Freund 5.2 . nicht einer freundschaftlichen, vertrauens
vollen, freundlichen Beziehung zu jmdm, entsprechend:
ein schlechtes Verhältnis zueinander haben; mit
jmdm. s. auskommen; sich mit jmdm. s. verstehen
—
6.1 . (im Sinne der geltenden Norm) moralisch
nicht einwandfrei: ein schlechter Mensch; einer
schlechten Sache dienen; einen schlechten Leu
mund, Ruf haben 6.2 .anden geltenden (Verhaltens)-
normen gemessen nicht richtig: ein schlechtes B e
nehmen; schlechter Umgang; sich s. benehmen
-f* s. auf jmdn., etw. zu sprechen sein (keine gute
Meinung von jmdm. haben, jmdn. nicht leiden kön
nen); u m g . bei jmdm. s . angeschrieben sein (bei
jmd m . in ungünstigem Ansehen stehen); s. dran
sein (in einer mißlichen Lage sein); — jmdm. mit
etw. einen schlechten / Dienst erweisen; etw.
ist nicht von schlechten / Eltern; in ein schlech
tes / Licht geraten; sich in einem schlechten /
Licht zeigen; / recht und s.; einen schlechten /
Tag haben
schlechterdings, schlechter[dings jA d v.f einfach
(11.3.1), geradezu (2.2): bei ihr kann man sich s.
für alles Rat holen
schlecht! :gelaunt fA d j.; nicht p räd.j in schlechter
Stimmung (1): der schlechtgelaunte Vater; -hin
fAdVif umg. 1 . /-hin; dem Subst. nachgestelltj in
typischer Ausprägung: N ist eine Kunststadt s. —
2. / :hin, -hin/ 2.1 . geradezu (2.2): das macht mir s.
Vergnügen 2.2, das ist s. (unbedingt) notwen
dig
Schlechtigkeit, die; -,
- e n jzu schlecht 6/ 1. fo. Pl.f
das Schlechtsein, Bösesein: etw. aus S. tun — 2 .
schlechte, böse Handlung: Schlechtigkeiten begehen
schlecht] :machen fVb.f umg. jmdn., etw. s. zu Un
recht Nachteiliges über jmdn., etw. sagen, verbreiten:
das Klatschweib hat ihn überall schlecht
gemacht; :weg, -weg /Adv.f schlechthin (2)
Schlechtwetter| -front, die M et e o r . Front (5),
die schlechtes Wetter bringt: eine S. zieht heran;
-periode, die: eine lange, anhaltende S.
schlecken /sw. Vb.; hat/ landsch., bes. süddt.
öste r r . 1 . etw. Leckeres, Süßes genießerisch, vor
wiegend mit der Zunge leckend, zu sich nehmen:
Sahne, Eis mit Früchten s .; der Bär schleckte den
süßen Honig — 2 . Kuchen, (vom) Konfekt s. (na
schen, kosten)
Schleckermaul, das landsch. umg., bes. süddt.
österr. Leckermaul
Schlegel, der; -s, - 1.1. Hammer mit zwei gleichen
ebenen od. abgerundeten Flächen zum Schlagen: der
S. des Steinmetzen — 2 . Stock (mit einer kugeligen
Verdickung aus Filz, K o rk , Leder), m it dem Schlag
instrumente zum Klingen gebracht werden, Trommel
schlegel — 3 . Klöppel (1.2): der S. des Gongs — Ü .
süddt. österr. Schweiz. Keule (2): der S. eines
Kalbs, Rehs
Schlehjdorn, der /PI. -e; vorw. Sg.f Schlehe (1)
Schlehe, die; -,
- n 1. zu den Bosengewächsen ge
hörender weißblühender, dorniger Strauch m it
blauen, herb schmeckenden Steinfrüchten — 2 . Frucht
von 1: aus Schlehen Wein, Mus bereiten
Schleiche, die;
- n in zahlreichen Arten vorkom
mende schlangenartige Echse mit verkümmerten
Gliedmaßen
schleichen, schlich, ist/hat geschlichen 1.1. sich
vorsichtig, langsam, möglichst leise fortbewegen, um
nicht bemerkt zu werden (ist): lautlos, langsam,
heimlich, auf Zehenspitzen, durch die Büsche, über
den Gang s. 1 .2 . sich irgendwohin s. sich in der
Art von 1.1 irgendwohin begeben (hat): sich ins,
aus dem Zimmer s .; O sich in jmds. Vertrauen s.
(jmds. Vertrauen durch Schmeichelei, Täuschung
erlangen) — 2 . (ist) die Zeit schleicht (vergeht sehr
langsam); eine schleichende (langsam, fast unmerk
lich fortschreitende) Krankh eit, K rise
Schleicher, der; -s , - femot.f jm d . , der heuchlerisch
auf Umwegen sein Ziel zu erreichen sucht
Schleichj -handel, der ungesetzlicher H andel unter
Umgehung bestehender Vorschriften, bes. bei Ver
knappung, Bewirtschaftung von.W aren; -weg, der
verborgener, verbotener Weg: die Schmuggler k a m en
auf Schleichwegen über die Grenze; O etw. auf
Schleichwegen erwerben
Schleie, die ;
- n im Süßwasser lebender, m it dem
Karpfen verwandter Fisch mit kleinen Schuppen,
schleimiger Haut, der als Speisefisch genutzt wird
Schleier, der; -s , - 1. dünnes, leichtes, durchsichtiges
Gewebe, das bes. als Schmuck auf dem Kopf od. zur
Verhüllung des Gesichts von einer F ra u getragen
wird: ein dünner, dichter, seidener, weißer S.;
einenS.aus Spitzen, Tüll tragen; eine Braut mit S. ;
alles wie durch ein en (grauen) S. (nur undeutlich)
sehen — 2. Fotogr. Film das Foto hat einen S.
(eine Trübung, i st nicht klar)
+ den S. lüften (ein Geheimnis aufdecken)
Schleier|eule, die E ule, deren herzförmig im Ge
sicht angeordnete Federn wie ein Schleier wirken ^
schleierhaft /A d j.f u m g . rätselhaft, unbegreiflich:
die ganze Sache erscheint mir, ist s.
Schleife, die;
- n 1. zu zwei Schlingen und zwei
Enden leicht lösbar geschlungenes B a nd : eine
hübsche S. im Haar tragen; den Schnürsenkel
zu einer S. binden; der Ober trug eine S. (Fliege 2)
—
2. großer Bogen (1.1 .1): die S. des. Flusses; die
Straße führt in Schleifen den Berg hinauf
^schleifen /sw. Vb.; hat, ist/ 1.1. etw. schleift en,
auf etw. etw. ist bei einer (Fortbewegung, in ständiger
Berührung mit etw. und reibt sich daran (hat): die
Kette schleift am, auf dem Boden; das Rad schleift
am Schutzblech; er läßt die Füße s.; etw., jmd.
schleift über etw. (hat, ist): die lange Schleppe hat,
1002
Schleifen — schleudern
ist über den Boden geschleift 1.2 . etw., jmdn.
irgendwohin s. etw., jmd n. irgendwohin so ziehen,
schleppen, d aß es, er sich mit dem Erdboden ständig
berührt und daran reibt (hat): einen Sack hinter sich
her s .; das Kind schleift die Puppe an den Haaren
mit sich; O salopp scherzh. jmdn. ins Kino,
durch alle M useen s. (jmdn. trotz seines leichten
Widerstrebens ins Kino , durch alle Museen führen)
—
2. (hat) eine Festung, Schanze s. (niederreißen 1)
4- die / Zügel s. lassen
Schleifen, schliff, hat geschliffen \ / t auch ge
schliffen/ 1 .1 . etw. durch Reiben auf einer harten,
rauhen Unterlage schärfen: ein Messer, Beil, eine
Schere s. 1 .2 . etw. s. die Oberfläche von etw. durch
Reiben auf od. m it etw. Rauhem glätten od. formen od.
mit einem Muster versehen: eine Platte mit Schmir
gel s.; Stahl, Holz, Edelsteine s. — 2. Soldaten-
spr. jmdn. in entwürdigender Weise, wie es in im
perial. Armeen geübt wird, m it äußerster, schonungs
loser Härte und Schikane militärisch ausbilden,
drillen:die Rekruten, Legionäre wurdengeschliffen;
dazu Schleifer, der; -s, -
Schleif| -lack, der Lack für Möbel, der mehrfach auf-
getragen und dessen letzte Schicht glattgeschliffen
w ird; -maschine, die Maschine mit einer rotierenden
Scheibe zum 2Schleifen (1); -stein, der Stein zum
2Schleifen (1.1), Wetzstein
Schleim, der; -(e)s, -e fvorw. Sg.f 1. /o. PZ./ wäßrig
aussehende, dünne bis zähflüssige, klebrige, von
Drüsen, Zellen abgesonderte Flüssigkeit: der S.,
den Schnecken absondern — 2 . aus Körnerfrüchten
gekochte, bes. a ls Diät dienende sämige Speise: ein
dicker S. aus Hafermehl, R eis; einem Säugling S.
geben
Schleim M ed .| -beute!, der A nhäufung einer gallert
artigen Masse, bes. an den Gelenken, die die Reibung
vermindert; -driise, die Drüse, die Schleim ab
sondert; -haut, die Hautschicht innerer Organe,
Eingeweide, die Schleim absondert: die S. der Käse
schleimig fAdj.f 1.1 . voller Schleim (1): eine schlei
mige Schnecke 1.2 . aus Schleim (1); eine schleimige
Absonderung — 2 . sämig, dickflüssig: eine schlei
m ige Suppe
Schlehnl -Scheißer, der d e r b liebedienerischer
Heuchler; -suppe, die dem Schleim (2) ähnliche
sämige, leichtverdauliche Suppe
schlemmen fsw. Vb.; h at/ sich dem reichlichen Ge
nuß guter Speisen und Getränke hingeben: einmal,
im besten H otel s. wollen; dazu Schlemmer, der;
-s, -
schlendern fsw. Vb.; ist/ langsam, gemächlich ir
gendwohin gehen: sie s. gemütlich durch die Altstadt
Schlendrian, der; -s, jo. Pl.f [, . ia;n ] andauernde
nachlässige Erfüllung dienstlicher Pflichten: mit
dem (bürokratischen) S. Schluß machen
schlenkern fsw. Vb.; hat/ 1.1. mit den Beinen s.
(baumeln); mit den Armen s. sie locker hängen
lassen und hin und her schwingen lassen) 1.2 . den
Stock in der Hand s. (locker in der Hand halten und
schwingen 1.1 lassen)
Schlepp, der fin den Verbindungen! im S. (von einem
Fahrzeug geschleppt) fahren; ein beschädigtes Fahr
zeug in S. nehmen (es am eigenen Fahrzeug be
festigen, um es zu schleppen 1.1)
Schlepp|dampfer, der vgl. Schleppfahrzeug
Schleppe, die;
-n 1. sehr langer, am Boden nach-
schleifender T eil eines festlichen Kleides: eine lange,
rauschendes.; die S.eines Brautkleides — 2 .L and-
w. Gerät, das den A cker glättet, einebnet
schleppen /sw. Vb.; hat, ist; / auch schleppend/1.
(hat) 1.1 . der Dampfer schleppt die Lastkähne
(zieht sie hinter sich her) 1.2 . jmdn. m it Mühe irgend
wohin führen, bringen: sie schleppten den Taumeln
denin einHaus; <>sal°PPsclierzh*er schleppte
ihn (führte ihn trotz seines leichten Widerstrebens)
durch die ganze Stadt, mit ins Kino 1.3. sich ir
gendwohin s. sich mühsam irgendwohin bewegen: sie
konnte sich gerade noch ins Bett s.; O der Pro
zeß schleppt sich schon ins dritte Jahr (zieht sich
schon über zwei Jahre hin) — 2 . (hat) 2.1 . etw.
Schweres m it großer Anstrengung mühsam (irgend
wohin) tragen: einen Sack, K offer (zum Bahnhof)
s.; etw. auf dem Rücken s. 2 .2 . umg. sich mit etw.
s.: sich mit einer Last s. (abmühen) — 3. etw.
1schleift bei einer Fortbewegung unmittelbar auf dem
Boden: (hat) das Kleid schleppt am Boden; (hat,
ist): der Anker hat, ist über den Grund geschleppt
schleppend /Adj.; / auch schleppen/1. ein schlep
pender (schwerfälliger, schlurfender) Gang — 2 .
eine schleppende (langsame, stockende) Rede, Ab
fertigung
Schlepper, der; -s, - 1 . Zugmaschine, Traktor —
2. Schleppschiff: der S. zog die Kähne stromauf
Schlepp zu schleppen 1.11 -fahrzeug, das Fahrzeug,
das die Funktion hat, andere Fahrzeuge zu ziehen;
- kahn, der von einem Schleppschiff gezogener K ah n;
- l i ft, der seilbahnartige Anlage, von der Skifahrer,
a uf ihren Skiern stehend, bergauf gezogen werden;
- n etz, das trichterförmiges Netz, das zum Fischfang
auf hoher See durch das Wasser gezogen w ird: Fisch-
schwärme mit Schleppnetzen fangen; -schiff,
das vgl.
- fahrzeug; -tau, das Ta u zum Schleppen
eines Fahrzeuges; + u m g . jmdn. ins S. nehm en
(jmdn., der allein nicht gut zurechtkommt, irgend
wohin führen); -zug, der von einem Schleppschiff
gezogene Reihe von Schleppkähnen
Schleuder, die; -,
- n 1. Gerät zum Schleudern von
Steinen und ähnlichen Gegenständen: die J ung en
schossen mit Schleudern auf Spatzen — 2 .1 . Gerät,
das mittels der Fliehkraft das Wasser von der
nassen Wäsche trennt: die Wäsche in die S. einlegen
2.2 . Gerät, das mittels der Fliehkraft den Honig aus
den Waben heraustreibt
Schleuder| -ball, der 1. Lederball mit Schlaufe, der
weggeschleudert wird — 2 . jo. PI ./ Ballspiel zwischen
zwei Mannschaften, bei dem der B all möglichst weit
geschleudert und die gegnerische Mannschaft aus
ihrem Spielfeld getrieben werden m uß; -honig, der
geschleuderter Ho nig
schleudern /sw. Vb.; hat, ist/ 1.1 . etw. mit großer
Wucht werfen (1.1 .1) (hat): den Ball, Speer weit
s. 1 .2 . etw., jmdn. mit großer Wucht irgendwohin
werfen (1.1 .2): der Sturm schleuderte das Schiff
gegen ein Riff; bei dem Unfall wurde er aus dem
Wagen geschleudert; jmdn. zu Boden s. — 2 . (hat)
2.1 . Wä sche s. (in einer Wäscheschleuder rotieren
lassen, um das Wasser davon zu trennen) 2.2 .
Honig s. (mit einer Schleuder 2.2 von den Waben
trennen) — 3 . /bes. von Straßenfahrzeugenf durch
Einwirkung quer zur Fahrtrichtung wirkender Kräfte
nach rechts und links aus der durch die Lenkung ge
gebenen Spur geraten (ist, hat): in der Kurve ist,
hat das Auto geschleudert; ins Schleudern kom
men
Schleuderpreis — schlimm
1003
Schleuder | -preis, der unangemessen niedriger Pr eis,
mit dem im kap. Wirtschaftssystem die Konkurrenz
unterboten wird: etw. zum S. verkaufen; -sitz,
der Sitz für den Piloten in einem Kampfflugzeug,
m it dem er bei Gefahr herausgeschleudert werden
kann; -start, fe i Katapultstart
schleunig /Adj.; nicht präd./ 1 .1 . schnell, eilig: s.
davonlaufen 1.2 . sofortig, unverzüglich: er bestand
auf schleuniger Erledigung der Sache
Schleuse, die; -,
-n 1. Techn. Anlage bes. in
Flüssen, Ka nälen zur Regulierung des Wasser-
Standes durch Stauen des Wassers, bes. um Schiffen
die Überwindung von Höhenunterschieden in Flüs
sen, Kanälen zu ermöglichen: die Schleusen eines
Kanals; in eine S. ein-, aus einer S. ausfahren —
2. Leitung zur Entwässerung von Straßen und Grund
stücken — 3 . hermetisch abschließbarer R aum mit
bestimmten Vorrichtungen, durch die das Betreten
eines anderen Raumes ermöglicht w ird : in der S.
wird ein Druckausgleich erzeugt
schleusen /sw. Vb.; hat/ 1. ein Schiff durch eine
Schleuse bringen — 2 . etw. über eine Schleuse (2)
ableiten: Abwässer s.
—
3. etw., jmdn. durch ein
fremdes Gebiet bringen, zwischen Hindernissen
hindurchgeleiten: eine Autokolonne durch den
Großstadtverkehr s.; die Reisenden durch die
Paßkontrolle s. (einzeln hindurchleiten)
Schleusen zu Schleuse 11-kammer, die Becken einer
Schleuse, i n dem ein Wasserfahrzeug gehoben od. ge
senkt wird; -tor, das
Schliche, die jPl.f
+ umg. jmdm. auf die S. kommen (jmds. heimliche
Absichten durchschauen, jmds. heimliches Tun a uf
decken)
schlicht fAdj.f 1.1 . nicht gekünstelt, unkompliziert:
ein schlichter Mensch; seine schlichten Worte
machten großen Eindruck auf sie 1.2 . ohne (über
flüssiges) Beiwerk: ein schlichtes Kleid; ihre W oh
nung war s. eingerichtet
schlichten, schlichtete, hat geschlichtet 1. einen
Konflikt durch Vermittelnbeenden: einen Streit(fall),
Zwist, M einungsverschiedenheiten s.
—
2. fach-
spr. 2 .1. etw.glätten (1): Metall, Holz s. 2 .2. Leder s.
(geschmeidig machen)
Schlicht[feile, die Feile zum Schlichten (2.1)
Schlichtung, die; -,
-e n fzu schlichten 1/
Schlick, der; -(e)s, -e feinkörnig e Ablagerung von
Schlamm, bes. in Flußmündungen und an Küsten
Schliere, die;
-n fachspr. nichthomogene Stelle
in einem sonst homogenen, durchsichtigen Stoff; dazu
schlierig fAdj.f
Schließe, die; -n Vorrichtung zum Schließen (1.3),
Einhaken (1); die S. eines Gürtels, eines alten
Buches
schließen, schloß, h at geschlossen // auch ge
schlossen/ 1.1 .1 . etw. s. eine Öffnung in etw. dadurch
unzugänglich machen, verdecken, versperren, d aß
man einen dafür vorgesehenen Teil der Sache ent
sprechend bewegt: den Schrank, das Eenster s.; die
Büchse mit einem (Sehraub)deckel s.; die Augen,
den Mund s.; ein Buch s. 1 .1 .2 . eine Vorrichtung so
bewegen, d aß dadurch eine Öffnung unzugänglich
gemacht, verdeckt, versperrt w ird : eine Tür, Klappe,
den Fensterflügel, die Schranktür s. 1 .2 .1 . der
Schrank schließt gut (läßt sich gut schließen 1.1.1)
1.2 .2 . die Tür schließt (sich) von selbst (bewegt sich
von selbst so, d aß sie eine Öffnung unzugänglich
macht); die Tür schließt gut (läßt sich gut schließen
1.1.2) 1.3 . etw. s. bewirken, daß die Ränder von etw.,
bes. Kleid ung , durch bestimmte Gegenstände, bes.
Knöpfe, einen Reißverschluß, Haken und Ösen, zu
sammengehalten werden: schließe deine Ja ck e!
1.4 . einen Betrieb s. (seine Produktion einstellen)
1.5. Elektrotechn. einen Stromkreis s. (durch
Herstellen von Kontakten das Fließen eines elek
trischen Stromes bewirken) — 2 .1 . das Haus, Tor s.
(zuschließen) 2.2 .1 . den Häftling in die Zelle s.
(einschließen 1.1) 2.2 .2 . das Geld in eine K assette s.
(einschließen 1.3) 2.3 . etw. an etw. s. etw. mit einem
Schloß (1.1.1) an etw. befestigen: das Fahrrad an
den Zaun s. — 3 . wann schließt die Verkaufsstelle,
Post (um welche Zeit beendet die Verkaufsstelle,
Post die Bedienung der Kunden) ?; das Geschäft hat,
ist zur Zeit geschlossen (fertigt zur Zeit keine K un
den ab); das Museum schließt um 18 Uhr (ist ab
18 Uhr für Besucher nicht mehr zugänglich) —
4.1 . etw. beenden: eine Unterredung, Sitzung s.
4.2 . m it etw. enden (1.2): der Prozeß schloß mit
einem Freispruch — 5 . sich an etw. anschließen
(4.2): an den Vortrag schloß sich eine Aussprache—
6. aus etw. auf etw. s. etw. aus etw. folgern, her
leiten: daraus kann man s., daß ...; aus deiner
Miene s. wir auf deine Zustimmung; etw. läßt auf
etw. s. (aus etw. läßt sich etw. folgern) — 7. fin den
Verbindungen/ miteinander
Freundschaft s.;
eine / Ehe s.; einen / Vertrag s.; / Frieden s.
+ jmdn. in sein / Herz s.
Schließ |fiach, das verschließbares Fach bei der P o st
od. Bank, das jmd. für an ihn gerichtete Sendungen
mietet
schließlich /A d v ./1. nach einiger Zeit und nach eini
gem Zögern: s. nahm er seine Tasche und ging —
2. /drückt die Meinung des Sprechers aus, daß man
einen bestimmten Umstand nicht unberücksichtigt
lassen darf und daß dieser Umstand alles erklärt/: er
hat es s. so gewollt
Schließ| -muskel, der ringförmiger Muskel, der
röhrenförmige Organe wie After od. Harnröhre ver
schließt; -tag , der bestimmter Tag in der Woche, an
dem eine Gaststätte, Verkaufsstelle stets geschlossen
hat: Montag ist häufig S.
Schließung, die; -,
- e n /vorw. Sg.; zu schließen 1.4,
1.5 ,7/
Schliff, der; -(e)s, -e 1.1 . jo. Pl.j das 2Schleifen (1.2):
der S. eines Edelsteins — 2 . durch 2Schleifen (1.2)
geschaffene (glatte, glänzende) Oberfläche: der S.
einer Kristallschale — 3. jo. PI./ umg. er hat kei
nen S. (ihmfehltdasguteBenehmen) —II. landsch.
nicht gut durchgebackener Teig im Brot, Kuchen
+ einer Sache den letzten S. geben (die endgültige
Form geben); um g . S. backen (durch eigene Schuld
in einer Sache erfolglos sein)
schlimm fA dj./ 1.1. besonders unangenehm, u n
erfreulich, übel (4): schlimme Zeiten, Erfahrungen,
Nachrichten; wir waren damals in einer schlimmen
(bedrängten, gefährlichen) Lage; etw. nimmt ein
schlimmes Ende; auf das Schlimmste vorbereitet
sein; das Schlimmste (ein Unglück) verhüten; im
schlimm sten Falle (schlimmstenfalls) fahren wir
eben morgen; das schlimmste (anstrengendste,
schwierigste) Stück des W eges hatten wir hinter
uns; es ist nicht weiter s. (macht weiter nichts aus),
w enn . . . 1 .2 . ein schlimmer (großer, folgenschwerer)
Fehler, Irrtum — 2 . verwerflich, böse (1): eine
1004
schlimmstenfalls — schlucken
schlimme Tat; ein schlimmes Beispiel geben; umg.
scherzh. du bist ja ein ganz Schlimmer (ein
Schwerenöter)! — 8 . /nur attr.f umg. er hat ein
schlimmes (entzündetes) Auge
schlimmsten {falls, schlimmsten {falls / A d v ./ im un
günstigsten F alle
Schlinge, die;
- n durch Knoten, Verknüpfen aus
einer Schnur, aus Draht, einem Band, aus Stoff o. ä .
gebildetes ringförmiges Gebilde, das so geknotet, ge
knüpft ist, daß es leicht zusammengezogen werden
kann: eine S. knüpfen, zuziehen, aufmachen; sie
trug den gebrochenen Arm in einer S.
+ den, seinen / Hals, /* Kopf aus der S. ziehen
Schlfngel, der; -s, - umg., oft scherzh. Kind, das
gern und mutwillig einen Streich begeht, aber im
Grunde nicht bösartig ist: was hat der S. denn nun
wieder ange3tellt?
schl|ngen, schlang, hat geschlungen LI« etw. um
etw. wickeln (1.1): ein Band um etw. s .; sich ein
Tuch um den Kopf s.; sie schlang die Arme (legte
die Arme fest) um seinen Hals — 2 . einen Knoten s.
(durch Verknüpfen der Enden eines Fadens, von
Fäden herstellen) — II . etw. hastig, gierig essen
schlingern fsw. Vb.; h at; von Wasserfahrzeugen/
infolge Seegangs um seine Längsachse schwanken:
das Schiff schlingerte im Sturm
Schling[pflanze, die Pflanze, die emporwächst, indem
sie sich um eine Stütze windet
Schlips, der; -es, -e Binder, Krawatte: ein gestreifter
S .; den S. umbinden, geraderücken
4- salopp sich auf den S. getreten (sich beleidigt,
gekränkt) fühlen
Schlitten, der; -s, - 1.1. Fahrzeug mit Kufen zum
Gleiten über Schnee, E is : Kinder fahren gern S., m it
dem S. 1.2. s a l o p p /emot.f großes Personenauto: er
fährt einen tollen S.
—
2. fachspr. bewegliches,
hin- und hergleitendes T eil an bestimmten M aschinen:
der S. der Schreibmaschine, Drehbank
schlitten/Schlitten! -fahren / Vb.; ist/ s a l o p p : mit
jmdm. s. (jmd n. grob, rücksichtslos behandeln, streng
zurechtweisen); -fahrt, die Fahrt mit einem Schlitten
Schiitter|bahn, die B ah n (1.3.1) zum Schlittern
schlittern /sw. Vb.; ist, hat/ (mit Anlauf) in Schuhen
über eine Eisfläche gleiten: die Jungen sind, haben
auf dem Weg, zugefrorenen Teich geschlittert
Schlittschuh, der Gerät m it schmaler, stählerner K ufe,
das, unter den Schuhen befestigt, zum Gleiten über das
Eis dient: die Schlittschuhe an-, abschnallen; S.
laufen, fahren
Schlittschuh! -lauf, der fo. P L /; -laufer, der
Schlitz, der; -es, -e 1.1. für einen bestimmten Zweck
vorgesehene lange schmäle Öffnung in etw.: einen
Brief durch den S. der Tür, eine Münze in den S.
eines Automaten werfen 1.2. ein Kleid mit seit
lichen Schlitzen (ein Kleid, das an den Seiten von
unten bis zu einer bestimmten Höhe aufgeschnitten,
nicht zusammengenäht ist)
schlitzen jsw. Vb.; hat/ 1.1. einen Sack s. (eine
lange schmäle Öffnung in einen Sa ck schneiden) 1.2.
ein geschlitzter Rock (Rock mit einem Schlitz)
SchUtz/schl|tz| -ohr, das umg., oft scher zh. listiger,
durchtriebener Mensch; -ohrig fA dj./ listig, durch
trieben
schlohweiß fA dj.’; emot.f: er hatte schlohweißes
(völlig weißes) Haar
Schloß, das; Schlo sses, Schlösser 1.1.1. Vorrichtung
an einer Tür, einem Behälter zum Verschließen mit
einem Schlüssel (1): den Schlüssel in das S. stecken,
im S. umdrehen; ein S. reparieren, einbauen; das S.
an, in einer Tür, einem Schrank, an einem K offer;
die Tür fällt ins S. (schließt sich 1.2 .2) 1.2 . Vorhänge
schloß — 2 . Mil. beweglicher Teil an Handfeuer
waffen, der zum Einfuhren von Patronen und zum
Spannen und Zünden dient — II . meist großes, statt
liches (künstlerisch gestaltetes) Gebäude, das dem
Feudaladel als repräsentativer, komfortabler Wohn
sitz diente: ein großes, barockes, verfallenes,
ehemaliges S.; S. Sanssouci; ein S. restaurieren,
besichtigen
-b umg. hinter S. und Riegel (im Gefängnis) sitzen
schlQßen fsw. Vb.; hat/ landsch.: es schloßt (es
hagelt)
Schlosser, der; -s, - Facharbeiter, Handwerker, der
M etall verarbeitet, Metallteile formt, montiert, repa
riert: als gelernter S. arbeitete er in einer Auto
reparaturwerkstatt
Schlosser] -anzug, der Arbeitskleidung des Schlossers,
meist in Form eines Overalls; -arbeit, die \vorw. PI .)
Schlosserei, die; -,
- e n Schlosserwerkstatt
schlossern fsw. Vb.; hat/ um g . Schlosserarbeiten
verrichten
SchlQsser|werkstatt, die
Schlpßl -hof, der: im S. finden im Sommer Konzerte
statt; -hund, der -{ -um g. femot./ heulen wie ein
S. (sehr laut, stark weinenJ; -kirche, die zu einem
Schloß gehörende Kirche: die S. von, in Wittenberg
SchlQt, der; -(e)s, -e, auch Schlote 1. u m g . hoher
Schornstein, bes. von Produktionsbetrieben: schwarze,
qualmende Schlote — 2 . s a lopp (großer, ungeho
belter) gerissener Mensch: so ein S.!
—
8. Geol.
senkrecht in der E rdrinde verlaufender röhrenförmi
ger Gang vulkanischen Ursprungs, der mit Gestein
aus Magma gefüllt ist
+ umg. rauchen wie ein S. (sehr stark rauchen 2)
schlottern jsw. Vb.; hat/ 1. (an allen Gliedern)
heftig zittern:vor Angst, Kälte, an allen Gliedern s.;
jmdm. s. die Knie — 2. umg. fvon Kleidungsstük-
kenf etw. ist jmdm.. zu weit und hängt sehr lose an
seinem Körper: der Anzug schlottert ihm um den,
am Leib
Schlucht, die;
-en
sehr tiefes, enges Tal (im Ge
birge): eine enge, steile, felsige S.; unten in der S.
rauscht der Gebirgsbach
schluchzen jsw. Vb.; hat/ krampfhaß, unter stoß
weise geäußerten Lauten w einen: jämmerlich, heftig,
bitterlich s.; ein verhaltenes, leises Schluchzen;
mit schluchzender Stimme etw. sagen
Schluchzer, der; -s, - einm aliges Schluchzen: ein en
kurzen, heftigen S. ausstoßen
Schluck, der; -(e)s, -e, selten Schlücke /bei Mengen
angabe PI. auch Schluck/ Flüssigkeitsmenge, die
man m it einem M ale schluckt: ein S. Wasser, K affee,
Milch, Bier; ein Getränk S. für S. (aus)trinken;
einen kräftigen, herzhaften S. (aus der Flasche)
nehmen; einige S. Wasser; er lud ihn zu einem S.
(zu einem Gläschen) Wein ein
Schluck| -auf, der; -s, jo. Pl.j der Schlucken: (einen)
S. bekommen, haben; -beschwerden, die \Pl.j
Beschwerden beim Schlucken (1.1)
schlucken fsw. Vb. ; hat/ 1.1. Nahrung od. ein
Medikament durch Bewegen bestimmter M uskeln im
Hals vom M und in den Magen gelangen lassen:
einen Bissen Brot, eine Tablette s.; er hat beim
Schwimmen viel Wasser geschluckt (in den M und
bekommen); O beim Kohlestapeln müßte er viel
Staub s. (einatmen); der trockene Boden hat viel
Regenwasser geschluckt (aufgesogen) 1.2 . /emo?./ die
Erben haben horrende Summen geschluckt (habgie
rig in ihren Besitz gebracht) 1.3 . etw. widerwillig,
aber ohne Widerrede hinnehmen: eine n Vorwurf s.
Schlucken, der; -s, fo. Pl.f mit glucksendem Geräusch
verbundenes, wiederholtes, kurzes Einatmen infolge
ruckartiger Kontraktion des Zwerchfells und nach
folgenden Verschlusses der Stimmritze: (den) S.
haben
Schlucker, der; -s, -
- f u mg . ein armer S. (wenig bemittelter, bedauerns
werter Mensch)
Schluckj -impfung, die Impfung, bei der der Impf
stoff geschluckt wird; -reflex, der jo, Pl.f vom Willen
eingeleiteter, dann automatisch ablaufender Reflex,
durch den die aufgenommene Nahrung vom M und in
die Speiseröhre gelangt
Schlu derlarbeit, die u m g . nachlässige Arbeit (4.1)
schluderig fAdj.f umg .im Hinblick auf die Ausfüh
rung einer Arbeit nachlässig (1.1): s. arbeiten; eine
s. ausgeführte Reparatur
schludern fsw. Vb.; hat/ umg. nachlässig (1.1) ar
beiten : er hat bei dieser Arbeit (sehr) geschludert
Schludrian, der; -s, -e umg. [,.ia:n] 1. fo. Pl.fnach
lässige (1.1) Arbeitsweise: gegen den S. ankämpfen;
m it dem Material wurde S. (Vergeudung) getrieben
— 2 . jmd., der nachlässig (1.1) arbeitet: er ist ein S.
schludrig s. schluderig
Sehlummer, der; -s, fo. Pl.f leichter, sanfter Schlaf:
in einen leichten, kurzen S. sinken; in süßem S.
liegen
Schlummerjmutter, die umg., vorw. scherzh. Ver
mieterin eines Zimmers, einer Schlafstelle
schlumm ern fsw. Vb,; hat/ leicht, sanft schlafen:
ruhig, sanft, süß, im Sessel s.; 0> in jmdm. schlum
m ern de (verborgen ruhende, noch nicht entfaltete)
Anlagen, Fähigkeiten wecken, entwickeln
Schlummer [rolle, die weiches, rollenförmiges Kissen
(für den Nacken)
Schlund, der; -(e)s, Schlünde 1 . fvorw. Sg.f Raum,
der Mund- und Nasenhöhle mit der Speise- und Luft
röhre verbindet: einen trockenen, entzündeten S.
haben; der weite S. eines Raubtiers — 2 . geh. tiefe,
gähnende Öffnung: der schwarze S. einer Höhle;
dunkle, finstere Schlünde (Schluchten, Abgründe)
zwischen den Felsen
schlupfen fsw. Vb.; ist/ süddt. österr. s . schlüp
fen
schlüpfen fsw. Vb.; ist/ 1.1 . sich gewandt, schnell
gleitend od. kriechend (durch eine enge Öffnung) aus,
in etw. bewegen: aus einem Loch, in ein Versteck s.;
die Eidechse, Maus schlüpfte in, durch die Mauer
spalte; unauffällig, heimlich schlüpfte er aus der,
durch die Tür 1 .2 . fbes. von Vögeln, Insekten\ aus
dem Ei, der Pappe, Larve herauskriechen, ausschlüp
fen: das Küken schlüpft aus dem Ei — 2 . in ein
Kleidungsstück, in Schuhe s. (ein Kleidungsstück,
Schuhe schnell an- , überziehen)
Schlüpfer, der; -s, - /der PI. kann auch den Sg. mei
nenI zur Unterwäsche gehörendes Wäschestück für
weibliche Personen, das den unteren Teil des R u m p
fes bedeckt: sie hatte einen neuen S., (ein Paar) neue
S. an
Schlupf/schlupfl -lo ch, das 1. vgl. Schlupfwinkel —
2. Loch zum Durchschlüpfen; -reif /Adf.; nicht adv.f
Z ool. reif, bereit zum Ausschlüpfen: der Falter ist
jetzt s.
schlüpfrig /Adj.f 1. schmierig und feucht, daß man
ausgleiten kann, glitschig: ein schlüpfriger Boden,
Weg; die Fahrbahn war s. — 2 . zweideutig (2): ein
schlüpfriger Witz; eine schlüpfrige Bemerkung,
Geschichte
Schlupf!Winkel, der geschützte Stelle, Ort, wo sich
jmd., ein Tier verstecken kann: der Igel überwintert
in seinem S .; der Flüchtende fand einen sicheren S.
schlurfen fsw. Vb.; ist, h at/ 1.1. beim Gehen die
Schuhe (leicht) a uf dem Boden schleifen lassen (ist,
hat): wegen einer Beinverletzung ist, hat er ge
schlurft; einen schlurfenden Gang haben 1.2 . in der
A rt von 1.1 irgendwohin gehen (ist): der alte Mann
schlurfte zur Tür
schlürfen fsw. Vb.; h a t/ ein Getränk, flüssige Speis e
saugend und geräuschvoll (mit Genuß) zu sich neh
men: die Suppe laut, vernehmlich s.; ein Gläschen
Wein, heißen Tee genüßlich s.; schlürf nicht!
Schluß, der; Schlusses, Schlüsse 1.1. fo. Pl.f Zeit
punkt, zu dem ein Vorgang, Geschehen, eine Hand
lung aufhört: der pünktliche, vorzeitige S. der
Veranstaltung; vor, nach S. der Vorstellung; wir
blieben bis zum S. der Vortrags; er kam zum S.
seiner Ausführungen; zum S. (abschließend) faßte
er alles zusammen; er hat mit der Raucherei S. ge
m acht (aufgehört); S. (Feierabend) haben, machen;
u m g . / nachdrückliche Forderung, die weitere E in
wände ausschließtf S. jetzt, S. damit (es ist genug,
aufhören) ! 1.2 . fvorw. Sg.f letzter Abschnitt, letzter
Teil eines größeren Ganzen: der S. des Romans,
Briefes; ein Buch bis zum S. lesen; der reservierte
Wagen befand sich am S. (Ende) des Zuges — 2 .
Folgerung, Ergebnis ein er Überlegung, logischen
Denkens: ein logischer, falscher S.; voreilige
Schlüsse ziehen; er kam zu folgendem S., zu dem
S., daß ...
—
3. fo. Pl.f fachspr. die Türen, Fen
ster, Kolben haben einen guten S. (schließen dicht)
■f umg. er hat mitihr, sie hat mit ihm S. gemacht
(hat die Beziehungen zu ihr, zu ihm abgebrochen)
Schluß! -akkord, der M us. letzter Akkord eines
Musikstückes; -akte, die zum Abschluß einer Ver
handlung, Konferenz (veröffentlichtes) zusammen
fassendes, offizielles Dok um ent; -bemerkung, die
abschließende (und zusammenfassende) Bemerkung,
Ausführung
Schlüssel, der; -s, - 1 . jeweils bestimmt geformter
Gegenstand aus M etall zum Betätigen eines
Schlosses: der S. zur Haustür, zum Kellerschloß,
für den Koffer; der S. schließt gut, paßt (ins
Schlüsselloch); der S. steckt (im Schloß); den
S. ins Schloß stecken; den S. abziehen; O der S.
zu etw., jmdm. (das] Mittel, der Weg zum Ver
ständnis einer Sache, eines Menschen); den S. zur
Lösung des Problems finden — 2 . Schrauben
schlüssel — 3 . nur Eingeweihten bekannte D a r
stellungsform von Informationen bes. durch Symbole
(2), bestimmte Änderungen in der sprachlichen
Form: er kann die Nachricht nicht entziffern, weil
er den S. nicht kennt — 4 . der S. für die Vertei
lung (Verteilerschlüssel) der Gelder — 5 . Noten
schlüssel
Schlüssel/scklüssell -bein, das paariger Knochen,
der das Brustbein mit dem Schulterblatt verbindet;
- blume, die Himmelschlüssel; -brett, das Brettchen
m it Haken zum Aufhängen von Schlüsseln (1); -bund,
Schlucken — Schlüsselbund
1005
1006
schlüsselfertig — Schmalspur
das, der mehrere durch einen Schlüsselring zu-
sammengehaltene Schlüssel (1); -fertig /A dj./: der
Neubau, das neue Haus ist s. (bezugsfertig); -figur,
die wichtigste, bedeutendste Person für ein bestimm
tes Gebiet, in einem bestimmten Zusamm enhang:
A ist die S. dieses Romans; -frage, die vgl.
- problem: diese Frage ist die S. der wirtschaftlichen
Entwicklung; -Industrie, die volkswirtschaftlich
sehr wichtiger Teil der Industrie, dessen Produkte für
andere Industriezweige unentbehrlich od. äußerst
wichtig sind; -loch, das Loch im Schloß, in das der
Schlüssel gesteckt wird: in der Dunkelheit das S.
nicht finden; durchs S. gucken; -problem, das
zentrales, wichtigstes Problem, von dem die Lösung
anderer Probleme abhängt; -ring , der 1. kleiner, me
tallener Ring, in den mehrere Schlüssel (1) gehängt
werden können — 2 . den Griff bildender runder,
ovaler Teil des Schlüssels (1); -roman , der Roman,
bei dem es in der Absicht des Autors liegt, daß der
Leser tatsächlich existierende Personen od. tatsächliche
Begebenheiten, die im Roman unter erfundenem
Namen od. verändert dargestellt sind, erkennt; -Stel
lung , die wichtige, beherrschende Stellung (5.2): jmd.
hat in, bei, für etw. eine S .; dieser Industriezweig
nim mt in der Wirtschaft eine S. (einen wichtigen
Rang 1) ein; -tasche, die kleines Behältnis (aus Le
der) für ein Schlüsselbund; -Übergabe, die Übergabe
der Schlüssel eines Neubaus an den Mieter od.
Bauherrn; -wort, das /PL -Wörter/1. Kennwort für
ein Schloß, das nur bei der Kombination die
ser Buchstaben zu öffnen und zu schließen ist —
2. verschlüsseltes W ort; -zahl, die vgl. -wort (1)
Sehluß/schluß] -etappe, die 1. das zeitlich letzte
Stadium eines Tuns, Geschehens: die S. des W ett
bewerbs — 2 . letzte abschließende Etappe bei einem
Rennen: er gewann die S. der Friedensfahrt; -fol
gern /hat geschlußfolgert/ etw. aus etw. s . einen
Schluß (2) aus etw. ziehen: er hat aus dieser Anwei
sung geschlußfolgert, daß
- folgerung, die
Schluß (2): eine logische, falsche S .; die richtige S.
(aus etw.) ziehen; -formel, die als Abschluß von
Briefen, Schriftstücken verwendete Formel
schlüssig fAdj.f 1. folgerichtig: eine schlüssige Ar
gumentation; dieser Beweis ist nicht s.; Jur. eine
Klage s. (in einer logisch in sich geschlossenen K ette
von Argumenten) beweisen — 2 . /oft verneint/ sich
(über etw.) s. sein, werden: er ist sich noch nicht
s. (hat sich noch nicht fest entschlossen, is t sich noch
nicht klar), ob er das Angebot annehmen soll;
ich konnte mir darüber noch nicht s. werden (mich
noch nicht fest entschließen), ob . . .
Schluß| -kommunique, das am Ende einer Beratung
veröffentlichtes Komm unique; -leuchte, die eine der
beiden roten Lampen, die die hintere Begrenzung
eines Kraftfahrzeugs bei Dunkelheit markieren;
- l icht, das /PI. -er/ 1. er sah nur noch die Schluß
lichter des Zuges (die hinteren Lichter des abfahren
den Zuges) — 2 . Jo. PL/ jmd. ist das S. (ist der
Letzte einer Reihe Gehender, Fahrender, d er Schlech
teste einer Gruppe); -mann, der /PZ.-männer/ Sport
letzter Läufer einer Staffel: der S. der 4 x 100-m -Staf-
fel; -m inute, die letzte Minute bes. eines sportlichen
Wettkampfs; -pfiff, der /o. P l.j Pfiff des Schieds
richters, m it dem ein sportliches Spiel beendet w ird :
erst mit dem S. wich die Spannung von den Zu
schauern; -Satz, der 1. letzter Satz eines gesproche
nen, geschriebenen Textes — 2 . M us. letzter S atz (4)
eines Musikstückes; -Sprung, der Sport Sprung mit
geschlossenen Beinen; -stein, der A rch itek t.
(reich verzierter) Stein im Scheitelpunkt eines Bo
gens, Gewölbes: der S. eines gotischen Rippen
gewölbes; -strich, der + einen S. unter etw. zie
hen (etw. endgültig abschließen, beenden); -Szene,,
die letzte Szene (1); -wort, das /PL -e/ kurzer, ab
schließender Text, bes. die Ergebnisse einer D is
kussion zusammenfassende Ausführungen am Ende
der Diskussion
Schmach, die; -, /o. PL/ geh. Demütigung, Krän
kung: eine S. erleiden
schmachten, schmachtete, hat geschmachtet /emot.;
auch schm achtend/ 1. irgendwo unter Entbehrun
gen, quälenden Bedingungen, bes. Hunger, Durst,
Hitze, Bedrängnis, leidem im Gefängnis s. müssen;
in der Hitze, unter der Kolonialherrschaft s.
—
2• nach etw., jmdm. sehnendes Verlangen haben: na ch
Ruhe, einem Glas Wasser s.;erschmachtete nach ihr
schmachtend /Adj.; meist spött.; / auch schmach
ten/: schmachtende (übertrieben gefühlvolle, senti
mentale) Walzermelodien; er sah sie s. an
Schmachtfetzen, der s a l o p p bes. das Gefühl an
sprechendes, sentimentales, rührseliges M u sik - ,
Theaterstück, rührselig-kitschiger Spielfilm
schmächtig /A d j./ dünn, schmal und von schwäch
lichem Körperbau: ein schmächtiger junger Mann;
er ist klein und s.
Schmach]voll /Adj./ geh . voller Schmach: etw.,
jmd. nimmt ein schmachvolles Ende
schmackhaft /A dj./ wohlschmeckend, von angeneh
mem Geschmack:ein schmackhaftes E ssen;schmack
hafte Speisen; s. kochen
+ jmdm. etw. s. machen (jmdm. etw. so darstellen,
schildern, daß es reizvoll, verlockend wirkt)
schmähen /sw. Vb.; hat/ geh. jmdn., etw. durch
Worte beleidigen: es besteht kein Anlaß, ihn, diesen
Entschluß zu s.
schmählich / A d j./ schändlich, unehrenhaft, schmach
voll: ein schmählicher W ortbruch, Verrat; s. ver
sagen; er hat mein Vertrauen s. mißbraucht
Schmäh] -rede, die Rede m it Schmähungen gegen
jmdn., etw.; -Schrift, die vgl. -rede
Schmähung, die; -,
- e n Beleidigung durch Worte:
Schmähungen (gegen jmdn.,
etw.) ausstoßen;
jmdn. m it Schmähungen überschütten
schmal /A dj.] 1.1. von geringer Breite (1.1): ein e
schmale Straße, Treppe; ein schmales Zimmer; den
Fluß an der schmälsten Stelle überqueren; er hat
ein schmales Gesicht, schmale Hände, Hüften;
ein Jackett mit schmalen Revers 1.2. /nicht attr.f
sie ist recht s. (dünn, schlank) geworden — 2 . /nicht
adv./ 2.1. ein schmales (geringes) Taschengeld 2.2.
knapp bemessen (und karg): eine schmale K ost;
schmale Portionen
+ ein schmales Handtuch
schmalbrüstig /Adj./: er war lang und s. (hatte
einen schmalen Brustkorb); ein schmalbrüstiger
Jüngling
schmälern /sw. Vb.; hat/ 1.1. jmds. R echte s. (ein
schränken) 1.2. jmds. Verdienste zu s. (herab
zusetzen 2) suchen
Schmal/schmal) -film , der F ilm von höchstens
16 Millimeter Breite; -hüftig /Adj./ vgl. schmal
brüstig; -Seite, die kürzere Seite von etw.: die S.
des Tisches, Zimmers; -spur, die Spurweite, die
kleiner als die der Normalspur ist
1Schmalz, das; -es, /o. PI ./ durch Auslassen von
fettem Fleisch gewonnenes, leicht streichbares tierisches
Fett, bes. von Schwein und Gans: S. auslassen;
Fleisch mit S. anbraten; Pfannkuchen in, mit S.
backen
^Schmalz, der; -es, jo. Pl.j umg : mit S. (schmalzig)
singen; ein Film mit viel S.; dieser Schlager, Film
ist ein einziger S. (ist sehr schmalzig)
Schmalzj -fleisch, das in Konserven abgepacktes,
sehr fetthaltiges,
streichfähiges Schweinefleisch;
-gebäck, das Gebäck, das in flüssigem 1Schmalz
schwimmend gebacken wird; -gebackene, das; -n,
fo. P L/ vgl. -gebäck
schmalzig /Adj.; von M usik/ umg.: schmalzige
(übertrieben gefühlvolle, sentimentale) Melodien; er
singt zu s.
schmarotzen, schmarotzte, h at schmarotzt 1. n ich t
arbeiten, sondern von der Arbeit, auf Kosten ande
rer leben: das Volk hat sich von einer schmarotzen
den (parasitären) Oberschicht befreit; er hat nur
schmarotzt bei uns (auf unsere Kosten gelebt) —
2. B io l. ein pflanzlicher, tierischer Organismus
schmarotzt in, auf einem anderen Organismus (ent
nimmt seine Nahrung einem anderen Organismus);
d a z u Schmarotzer, der; -s, -
Schmarre, die;
-n von einem Hieb herrührende
Wunde, Narbe
Schmarren, der; -s, -1 . süddt. österr. süße Mehl
speise, die in einer Pfanne auf einer Seite gebacken
und dann zerrissen wird: einen S. essen — 2. umg.
jemot./ etw. Kitschiges: dieser Roman, Film ist ein
sentimentaler S.
- f umg. das geht dich einen S. (gar nichts) an!
schmatzen /sw. Yb.; hat/ beim Essen, Kauen den
Mund, die feuchten Lippen geräuschvoll öffnen und
schließen: schmatz nicht so!
schmauchen jsw . Y b .; hat/: eine Pfeife, Zigarette s.
(behaglich, m it Genuß rauchen)
Schmaus,der; -es, Schmause/vorw. Sg./v e raltend,
noch scherzh. 1.1. Essen (1): das war ein köst
licher S. 1.2. reichhaltiges, gutes (festliches) Essen
(2.2): einen großen S. veranstalten
schmausen/^. Vb. ;hat/veraltend ,wocÄscherzh.
m it Genuß viel (und gut) essen: wir tranken und
schmausten; etw. s .: genüßlich den Kuchen s.
schmecken jsw . Vb .; hat/ 1. etw. schmeckt in be
stimmter Weise etw. hat einen bestimmten Ge
schm ack: etw. schmeckt gut, schlecht, herb, bitter,
süß, angebrannt, fad; etw. schmeckt nach etw.;
etw. schmeckt nach Fisch; die Suppe schmeckt
nach nichts (hat einen faden Geschmack); umg.
scherzh. das schmeckt nach mehr (davon möchte
man mehr essen)!—2. etw. schmecktjmdm. (inbe
stimmter Weise) der Geschmack von etw. ist jmdm.
angenehm, sagtjmdm. zu: es, dieserWein schmeckt
mir (nicht);laß es dir (gut) s .!; O umg. es schmeckt
mir nicht (mißfällt mir), daß du das noch nicht er
ledigt hast! — B .l. etw. mit dem Geschmackssinn
wahrnehmen (1): man schmeckt nur Knoblauch,
Pfeffer; schmeckt man die ranzige Butter im
Kuchen?; ich schmecke nichts 3.2 . umg. etw. ko
s te n (I): schmecke mal, ob genug Salz an der Soße
ist
Schmeichelei, die -,
-en /zu schmeicheln 1/
schmeichelhaft /Adj./ jmds. Selbstbewußtsein hebend
und ihm angenehm, jmds. Selbstgefälligkeit an
sprechend: was du da gesagt hast, ist wenig,
xSchmalz — schmelzend
1007
nicht gerade s. für ihn; schmeichelhafte
Worte
schmeicheln /sw . V b .; hat/ 1. jmdm. mit etw. s.
jmdm. (in übertriebener Weise) Dinge sagen, die ihm
angenehm sind, um seine Gunst zu erlangen: er
schmeichelte ihr mit schönen Worten — 2 . etw.
schmeichelt jmdm. 2 .1 . der Pelz, die Frisur schmei
chelt der Trägerin (kleidet sie gut und läßt sie vor
teilhaft, schick erscheinen) 2.2. etw. hebt jmds, Selbst
bewußtsein und ist ihm angenehm, etw. spricht jmds.
Selbstgefälligkeit an: seine Komplimente, Worte
schmeichelten ihr, ihrer Eitelkeit; er fühlte sich,
war sichtlich geschmeichelt, als man ihn um Rat
fragte — 3 . ohne mir zu s. (ohne mich zu loben), mir
s. zu wollen> aber das war eine schwierige Sache —
4. sich in etw. s.: die Musik schmeichelt sich ins
Ohr (klingt angenehm und erregt Wohlgefallen); zu 1
Schmeichler, der; -s, -
schmeichlerisch /Adj./ in der A rt eines Schmeichlers,
unterwürfig und liebedienerisch
schmeißen, schmiß, hat geschmissen 1. umg. 1 .1 .
etw. irgendwohin s. einen Gegenstand oft im Affekt
mitSchwung, Nachdruck irgendwohin werfen(1.1.1):
Steine ins Wasser, nach Vögeln s.; er schmiß vor
Wut seine Mappe in die Ecke; jmdm. etw. an den
Kopf, ins Gesicht, vor die Füße s.; schmeiß die
Türen nicht so (ins Schloß)!; mit etw. s .: mit
Schneebällen nach jmdm. s .; jmdn. irgendwohin
s.: die Schwimmer schmissen ihren Trainer vor
Freude über den Sieg ins Wasser 1.2 . sich irgend
wohin mit Schwung werfen (2.1): das Kind schmiß
sich aus Trotz auf den Boden 1.3 . im Schlaf den
Körper, sich unruhig hin und her s. (werfen 2.2)
—
2. salopp sich in etw. werfen (4.1): sich in
sein en besten Anzug s.
—
3. salopp sich auf etw.
werfen (4.2): er hat sich jetzt auf die Musik ge
schmissen — 4. salopp mit etw. um sich werfen
(5): mit Fremdwörtern um sich s.; er kann mit
dem Geld nur so um sich s. (kann das Geld ver
schwenderisch ausgeben) — 5 . umg. eine Vor
stellung s. den Erfolg einer Vorstellung durch Ver
sagen, Fehler zunichte machen: der Schauspieler
hat diese Szene (völlig) geschmissen — 6 . umg.
eine Lage (Bier) s. eine Lage (Bier) spendieren: er
schmiß eine Lage für die ganze Gesellschaft
Schmeißfliege, die in zahlreichen Arten vorkom
mende, metallisch blau od. grün glänzende Fliege,
die mit lautem Brummen fliegt und ihre Eier an
fauligen Stoffen, Fleisch und Käse ablegt
Schmelz, der; -es, fo. PI ./ 1. geh. 1.1. der S. (die
Anm ut, der Glanz) der Jugend 1.2. der S. (weiche
Klang, Wohlklang) seiner Stimme — 2. Zahn
schmelz
Schmelzen (er schmilzt), schmolz, ist geschmolzen
/ / auch schmelzend/ durch Einwirkung von Hitze,
Wärme vom festen in den flüssigen Aggregatzustand
übergehen: der Schnee, Gletscher ist geschmolzen;
Glas zum Schmelzen bringen; <> ihm schmolz das
Herz (er war gerührt, wurde weich) bei ihren Tränen
Schmelzen (er schmilzt, schmelzt), schmolz/
schmelzte, hat geschmolzen/geschmelzt etw. durch
Einwirkung von Hitze, Wärme vom festen in den
flüssigen Aggregatzustand überführen: Erz, Silber
s.; die Sonne hat das Eis geschmolzen
schmelzend /Adj.;
auch Schmelzen/: mit
schmelzender (weicher, einschmeichelnder) Stimme
singen
Schmelzer, der; -s, - Facharbeiter in einer Schmelz
hütte, der E rz schmelzt
Schmelz! -hätte, die Betrieb, in dem Metall zur
Weiterverarbeitung geschmolzen w ird; -käse, der aus
zerkleinertem H art-, Schnitt- od. Weichkäse ge
schmolzener, streichfähiger Käse; -ölen , der Ofen
zum Schmelzen und Legieren von M etallen; -punkt,
der fPI. -e/ bestimmte Temperatur, bei der ein fester
Körper schmilzt: ein Metall bis zu seinem S. erhit
zen; -temperatur, die Temperatur, bei der ein fester
Körper schmilzt; -tiegel, der Tiegel zum Schmelzen
von Metallen; -wasser, das jPl.
- wässer/ beim
Schmelzen von Schnee, E is entstehendes Wasser
Schmer, der, das; -(e)s, fo. Pl.f 1and sch. Fett
vom Bauchfleisch des Schweines, Liesen
Schmgr|bauch, der u m g . 1 . sehr dicker Bauch, bes.
beim Mann —2.Person mit1
Schmerz, der; -es, -en 1. infolge Krankheit, Ver
letzung, Einwirkung schädlicher Reize wahrgenom
mene sehr unangenehme, peinigende körperliche
Empfindu ng: ein stechender, brennender, bohren
der S.; rheumatische Schmerzen; starke, heftige,
unerträgliche Schmerzen haben; Schmerzen am
Arm, im Bauch haben; Schmerzen betäuben, lin
dern; unter Schmerzen leiden müssen; vor Schmer
zen jammern, stöhnen — 2 . jvorw. Sg.j durch
etw., was jmd m . widerfahren ist, verursachte sehr
unangenehme psychische Empfindung (1.2): der Ver
lust der Puppe war ein großer S. für das Kind;
er empfand tiefen S. über den Tod des Vaters;
jmdm. einen S. zufügen
schmerz/Schmerz zu Schmerz 1| -arm fAdj.f mit
wenig Schmerz verbunden: eine schmerzarme E nt
bindung; -empfindung, die Empfindung von
Schmerz
schmerzen Jsw. Vb.; hat/ 1. etw. schmerzt (jmdm.,
jmdn. ) etw. verursacht jmdm. Schmerz (1), tut
jmdm . *weh (1.1): seine Ohren s. (ihm, ihn); mein
Zahn schmerzt (mich); mir schmerzt der K opf —
2- etw . schmerzt jmdn. etw. bereitet jmdm. Schmerz
(2): der Verlust schmerzt mich sehr; es schmerzt
mich, daß du solch eine Meinung von ihm hast
Schmerzens) -geld, das fo. Pl.f Ju r. finanzielle
Entschädigung, die jmd m . für erlittenen im materiel
len Schaden gezahlt wird: ihm wurde ein S. von
500 Mark gezahlt; -schrei, der Schrei als Ausdruck
großen Schmerzes (1)
schmerz/Schmerz zu Schmerz 1| -frei fA dj.j ohne
Schmerzi gestern war der Kranke völlig s.; -gefühl,
das vgl. Schmerzempfindung
schmerzhaft fA dj.j mit Schmerz (1) verbunden,
Schmerz verursachend: eine schmerzhafte Erkran
kung; die Behandlung war sehr s.
schmerzlich fAdj.f 1.1 . m it Schmerz (2) verbunden,
Schmerz verursachend: eine schmerzliche Erinne
rung ; der Verlust ist für ihn sehr s .; ein schmerz
liches (sehnsüchtiges) Verlangen 1.2 . fadv.f etw.,
jmdn. s. (sehr) vermissen
schmerz/Schmerz) -lindernd fAdj.f den Schmerz (1),
Schmerzen lindernd: schmerzlindernde Mittel; die
Tablette wirkt s.; -los fAdj.f ohne Schmerz (1): die
Behandlung war nicht völlig s.; + / kurz und
s.;
- m ittel, das schmerzstillendes Mittel (2.2);
-s chwelle, die Physiol. Grenze, von der an ein
Lebewesen den Schmerz (1) empfindet; -stillend
fAdj.; nicht adv.j: ein schmerzstillendes (ein den
Schmerz 1 stillendes) Mittel; -tablette, die vgl. -m it
1008
Schmelzer — schmiegsam
tel; -verzerrt fAdj.f: ein schmerzverzerrtes (durch
Schmerz 1 verzerrtes) Gesicht; -voll fAdj.f 1. m it
Schmerzen (1) verbunden: eine schmerzvolle Behand
lung — 2 . m it Schmerzen (2) verbunden: eine
schmerzvolle Liebe
Schmetter|ball, der S p o r t geschmetterter (1.2) Ball
Schmetterling, der; -s, -e 1. in zahlreichen A rten
vorkommendes, seine Nahrung durch Saugen auf
nehmendes Insekt, dessen zwei Flügelpaare von meist
farbigen Schuppen bedeckt sind, Falter: ein bunter
S.; der S. flattert hin und her, gaukelt; Schmetter
linge sammeln, fangen — 2 . fo. Art., o. Pl.f Sport
Schmetterlingsschwimmen
Schmetterlings! -blütler, der; -s, - Hülsenfrüchtler
m it meist gefiederten od. dreiteiligen Blättern und
einer aus fünf Blättern bestehenden Blüte, die auf
geblüht einem Schmetterling m it ausgebreiteten Flü
geln ähnlich ist; -Sammlung, die; -schwimmen, das
Sch wim m en Schwimmart, bei der in Brustlage
beide nach vorn gestreckten A rm e gleichzeitig unter
Wasser an den Körper gezogen und über Wasser
wieder nach vorn geschwungen werden, R u mpf und
Beine gemeinsam auf- und abwärts bewegt werden
schmettern jsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. irgendwohin s.
einen Gegenstand mit Wucht irgendwohin werfen:
einen Teller an die Wand s.; die Tür ins Schloß s.
(mit Wucht zuschlagen) 1.2 . Sport einen Ball
(übers Netz) s. (von oben her nach unten scharf
übers Netz ins gegnerische Feld schlagen) — 2 .1 .
laut und helltönend erklingen: die Trompeten,
Fanfaren s. 2 .2 . etw. laut und helltönend erklingen
lassen: ein Lied s.
+ s a l o p p einen s. ein alkoholisches Getränk zu sich
nehmen
Schmied, der; -(e)s, -e Facharbeiter, der M etall,
bes. Eisen, in glühendem Zustand mit dem Hammer
od. maschinell bearbeitet, formt
Schmiede, die; -,
- n Werkstatt des Schmieds
Schmiede/schmiede | -arbeit, die durch Schmieden
entstandenes Erzeugnis; -eisen, das fo. Pl.f hand
werklich durch Schmieden (1) geformtes Eisen; -eisern
fA d j.f aus Schmiedeeisen hergestellt: ein schmiede
eiserner Zaun; -hammer, der schwerer Hammer zum
Schmieden
schmieden, schmiedete, hat geschmiedet 1. glühen
des Metall, bes. Eisen, mit dem Hammer od. maschi
nell formen: Eisen (mit der Hand) s.
—
2. einen
Gegenstand dadurch hersteilen, d aß m a n glühendes
Metall, bes. Eisen, mit dem Hammer od. maschinell
bearbeitet, formt: ein Gitter, H ufeisen s.; ein g e
schmiedeter Leuchter — 8 . umg. Pläne, Bänke s.
(ausdenken 1); ein K omplott s. (anstiften); Verse,
Beim e s. (kunstlose Verse, Reime verfassen)
schmiegen fsw. Vb.; hat/ 1.1 . sich an jmdn. s.
sich (mit dem Verlangen nach Geborgenheit) dicht
an jmdn. drücken: das Kind schmiegte sich
an die Mutter; sie schmiegte sich zärtlich an ihn;
sich in etw. s .: er hat sich in die Sofaecke, in die
Kissen geschmiegt; etw. an, in etw. s.: die Wange
in die Hand s. 1 .2 . das Kleid schmiegt sich an
ihren Körper (paßt sich ihren Körperformen an)
schmiegsam fAdj.f 1. aus weichem, biegsamem
Material und sich daher leicht einer Form an
passend: Stiefel aus schmiegsamem Leder; Strick
sachen sind s. und bequem — 2 . schlank und bieg
sam (2): die schmiegsame Figur, Gestalt des Mäd
chens
Schmiere — Schmuckstem
1009
Schmiere, die; -,
-n L /vorw. Sg.f zum Schmieren
(1) dienendes Fett, Öl: der Autoschlosser hatte die
Hände voll S.
—
H. um g. /emot.f kleines Theater
ohne künstlerisches N iv ea u : seine Schauspielerlauf
bahn begann er in einer S.
+ sa lopp S. stehen (bei einem Einbruch Dieb
stahl aufpassen, um die Komplizen vor unerwartet
Auftauchenden warnen zu können)
schmieren /sw . Vb.; hat/ 1, etw., Maschinenteile,
Lager einfetten, um die Reibung zu verringern: die
Maschine, das Tretlager des Fahrrads s.
—
2.1*
etw. auf etw. streichen (1.1 .1): Butter, Marmelade
auf die Schnitte s.; Kitt in die Fugen s. 2 .2 . etw.
(mit etw.) bestreichen (1): ich habe mir eine Schnitte
(mit Fett) geschmiert — 8 . umg. 3 .1 . (etw.) un
sauber und nicht akkurat schreiben: der Junge hat
seine Hausaufgabe geschmiert; die Zahlen sind
geschmiert 3.2 . dieser Füller schmiert (mit diesem
Füller kann man nicht sauber schreiben) — 4 . um g.
/emot.j ohne genaue Sachkenntnis verantwortungs
los bes. publizistische Arbeiten, Schriften verfassen:
zu diesem Thema, Problem hat er eine Reihe von
Artikeln geschmiert — 5 . um g. jmdn. bestechen
(1): er h at ihn (mit einem Hunderter) geschmiert
+ salopp jmdm. eine s. (eine Ohrfeige geben); —
jmdm. etw. aufs / Butterbrot s.; etw. / geht
wie geschmiert; jmdm. / Honig ums Maul s.;
etw. / läuft wie geschmiert
Schmier] -film , der: durch den Regen war ein S.
(eine dünne, glitschige Schicht von feuchtem Schmutz)
auf den Straßen entstanden; -fink, der umg
Mensch, bes. K ind , das oft unsauber schreibt, ge
schrieben hat; -geld, das umg. Geld, mit dem jmd.
bestochen wird: jmdm. etw. gegen S. beschaffen;
er hat ihm S. gezahlt
schmierig /A dj./ 1 . m it einer dünnen, glitschigen
Schicht von feuchtem Schmutz bedeckt: fahre vo r
sichtig, die Straße ist s. vom Regen — 2 . /emot.f
schmutzig und klebrig, fettig, feucht: ein schmieriger
Kittel; er sieht immer s. aus — 3 . femot.f widerlich
freundlich und schmeichlerisch: ein schmieriger
Kerl; er hat eine schmierige Art
Schmier] -infektion, die M ed. durch Berührung
verursachte Infektion; -m ittel, das Mittel zum
Schmieren (1); -Öl, das vgl. -mittel; -seile, die un-
geformte, weiche, kalihaltige S eife; -stelle, die Stelle,
an der eine Maschine, ein Gerät geschmiert werden
muß
Schminke, die; -,
- n Farbstoffe enthaltendes, flüs
siges, cremeartiges od. stäbchenförmiges festes
(kosmetisches) M ittel, das bes. auf das Gesicht od.
Teile des Gesichts als M ake-up od. von Schau
spielern für ihre Rolle aufgetragen w ird: S. auf
tragen, abwaschen
schminken jsw. Vb.; hat/ sich, jmdn., sich etw. s.
sich, jmdm. auf etw• Schminke auftragen: sich (die
Lippen) s .; der Schauspieler wird vor seinem Auf
tritt von dem Maskenbildner geschminkt
Schmirgel, der; -s, jo. Pl.j aus bestimmten Minera
lien bestehendes feinkörniges Gemenge, d as als
M ittel zum Schleifen und Polieren benutzt wird
schmirgeln jsw. Vb.; hat/ bes. Metall, Holz mit
Schmirgel-, Sa ndpapier od. der Schmirgelscheibe be
arbeiten, um es zu schleifen, zu glätten od. zu
polieren: das Brett muß noch geschmirgelt werden
Sehmjrgel| -papier, das jo. Pl.j sehr festes, m it
Schmirgel beschichtetes P api e r zum Schleifen und
Polieren; -scheibe, die aus bestimmtem Mineral be
stehende umlaufende Scheibe zu m Schmirgeln
Schmiß, der; Schmisses, Schmisse I. Narbe einer
von einem Hieb herrührenden Wunde — H . fo. Pl.j
um g. die Musik hat, in der Musik liegt S. (Schwung
ö)
schmissig fAdj.j umg. schwungvoll und flott:
schmissige Musik; eine s. spielende K apelle; die
beiden tanzten sehr s.
Schmöker, der; -s, - u m g . (dickes) Buch, bes. für
anspruchslose Unterhaltung: was lie st du für einen
S.?
schmökern jsw. Vb.; hat/ um g. zur Unterhaltung
m it Genuß, Hingabe (viel) lesen: er schmökert gern
schmollen jsw. Vb.; hat/ 1.1 . seinen Unmut, Un
w illen über etw. durch Verziehen des Gesichts, bes.
der Lippen, und durch Schweigen äußern: das Kind
schmollt; schmollend den Mund verziehen 1.2 . mit
jmdm. s . jmdm. etw. übelgenommen haben und es
ihm zeigen, ihn merken lassen: er schmollt mit uns,
weil wir nicht mitgegangen sind
Schmor]braten, der geschmorter (1.1) Braten
schmoren jsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. (nach dem A n
braten) im bedeckten Topf mit wenig Flüssigkeit
gar werden lassen: Fleisch, Gemüse s. 1 .2 . etw.
schmort etw. w ird (nach dem Anbraten) im bedeck
ten Topf in wenig Flüssigkeit gar: das Fleisch,
Gemüse schmort (im Topf) — 2. umg. in der
prallen Sonne s. (sich bräunen, sonnenbaden) —
3. Elektrotechn. umg. infolge zu hoher Span
nung (2), zu hohen Stromdurchflusses sich zu stark
erhitzen (und langsam verbrennen): ein Kabel, die
Lichtleitung schmort — 4 . um g. der Antrag
schmort (liegt unbearbeitet) in seinem Schreibtisch
Schmu, der; -s, fo. Pl.j umg. (leichter) Betrug,
Schwindel: der Lehrer hatte den S. sofort be
merkt
schmuck fAdj.f sehr angenehm anzusehen, weil von
sauberem, sorgfältig gepflegtem und schönem Ä u ß e
ren: ein schmuckes Mädchen, Paar, Haus, Dorf;
s. aussehen
Schmuck, der; -(e)s, -e fvorw. Sg.f 1.1 . fo. PL;
zusammenfassende B ez. für der Verschönerung
dienende Gegenstände (aus kostbarem M aterial), die
man sichtbar am Körper trägtj: echter, goldener,
silberner, modischer S.; S. tragen; zu diesem F est
legte sie ihren S. an 1.2 . einzelner Gegenstand von
1.1
—
2. jo. Pl.j 2.1 . etw., das etw., jmdn. verschönt:
die Knöpfe sollen gleichzeitig als S. des Kleides
dienen 2.2 . die Anlagen prangten im S. der vielen
Blumen (waren durch die vielen Blumen verschönt)
Schmuck|blattelegramm, das Telegramm, das mit
einem künstlerisch gestalteten (Deck)blatt ausgestattet
ist
schmücken jsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw., jmdn., sich
(aus besonderem, meist festlichem Anlaß) mit
Schmuck (2.1) versehen: die Stadt mit Fahnen,
Transparenten s.; das Grab mit Blumen s.; sie
schmückte sich mit einer Blume im Haar; auf
alles schmückende Beiwerk verzichten 1.2 . etw.
schmückt etw., jmdn. etw. dient als Schmuck (2.1)
für etw., jmdn.: Blumen s. die Tafel; ein kostbares
Kollier schmückte ihren Hals
+ sich mit fremden / Federn s.
schmuck/Schmuck] -los jA dj.j einfach, ohne
Schmuck (2.1): ein schmuckloses Gebäude; -Sachen,
die fPl.j Schmuck (1.1); -stein, der wertvoller Stein,
bes. Halbedelstein, der als Schmuck (1.2) dient;
- stück, das /PL -e/ 1. Schmuck (1.2): ein wert
volles S.; das S. ist mit Brillanten und Perlen
besetzt — 2 . etw., das etw. verschönt: der Brunnen
aufdemPlatzisteinwahresS. — 3. umg. scherzh.
sie ist sein S. (er Hebt sie sehr, ist besonders stolz
auf sie); -waren, die /PI./ Schmuck (1.1) als Waren
schmudd(e)lig /Adj./ landsch. umg. nicht richtig
sauber, angeschmutzt: ein schmudd(e)liger Kragen,
Kittel; das Restaurant ist s.; s. aussehen
Schmuggel, der; -s, jo. PL/ illegale Ein-, Aus-,
Durchfuhr von zollpflichtigen od. einem Ein-, A u s
fuhrverbot unterliegenden Waren über die Grenzen
eines Landes hinweg, um das Zahlen von Zoll od.
die staatliche Kontrolle zu umgehen: (mit etw.) S.
treiben
schmuggeln /sw, Vb.; hat/ 1. etw. s. mit etw. durch
Schmuggel Handel treiben: W affen, Rauschgift s.;
in diesem Grenzgebiet wird viel geschmuggelt —
2, etw., jmdn. heimlich, ohne Erlaubnis irgendwohin
bringen: Waffen ins Gefängnis s . ; er schmuggelte
das Mädchen in sein Zimmer; zu 1 Schmuggler,
der; -s, - j m d ., der Schmuggel treibt
schmunzeln /sw. Vb.; hat/ vergnügt, belustigt (vor
sich hin) lächeln: über etw. s .; schmunzelnd be
richtete er von seinem Erlebnis; er quittierte den
Scherz mit einem Schmunzeln
Schmus, der; -es, /o. PL / u m g . leeres, schmeichle
risches Gerede: schöner S., was er uns vorgetragen
hat!; mach nicht so viel S. darum!
schmusen /sw. Vb.; hat/ mit jmdm. s . jmdn. lieb
kosen, m it jmdm. Zärtlichkeiten austauschen: er
schmuste mit ihr; die beiden haben miteinander
geschmust; das Kind schmust mit der Mutter
Schmutz, der; -es, jo. PL/ das, was sich an, auf,
in etw. (in fester Form) als Verunreinigung ab
gelagert, niedergeschlagen, angesammelt hat: S. an
den Schuhen haben; die Handwerker hinterließen
viel S.; diese Arbeit macht keinen S.; den S. be
seitigen; seine Kleidung starrt vor S.; das Kind
lief durch den größten S. (Schlamm 1.1, M orast
1.2)
4- etw., jmdn. in, durch den S. ziehen (etw., jmdn.
verunglimpfen, schlechtmachen)
schmutz/Schmntz[ -abweisend fAdj.; nicht adv./:
dieses Material ist s .; -arbeit,die jo. Pl.j Arbeit (1.1),
bei der viel Schmutz anfällt; -bürste, die Bürste
zum Reinigen der Schuhe von grobem Schmutz
schmutzen /sw. Vb.; h at/: dieses Kleid, der Stoff,
Kragen schmutzt leicht, schnell (wird leicht,
schnell schmutzig)
Schmutz| -länger, der; -s, - etw., das besonders leicht
Schmutz annimmt: so eine geraffte Gardine ist ein
S.; -fink, der umg. Mensch, bes. Kind, das sich
oft beschmutzt, das sich beschmutzt hat: du bist ein
S.!; -fleck, der: Schmutzflecke im Rock haben;
- häufen, der: den S. beseitigen
schmutzig /Adj./ 1 .1 . mit Schmutz behaftet, voller
Schmutz: schmutzige Hände, Schuhe, Wäsche;
schmutziges Wasser; das Handtuch ist s., sieht
s. aus; diese Arbeit ist ihm zu s. (verursacht ihm
zuviel Schmutz) 1.2 . /adv./ sich s., sich etw. s.
m achen sich, sich etw. beschmutzen: ich habe mich
dabei s. gemacht; mach dir den Mantel nicht s .!
1.3. /nur präd./ jmd. ist s. (jmd. hält nicht auf
Sauberkeit) — 2 . /nicht adv.f 2.1 . schmutzige (un
anständige, ordinäre, gemeine) Witze, Bemerkun
1010
Schmuckstück — schnappen
gen machen; ein schmutziges Lachen 2.2 . femot.f
seine schmutzigen (unredlichen) Geschäfte
4- sich die /* Finger, / Hände an etw., jmdm.
nicht s. machen; (seine) schmutzige / Wäsche
waschen
Schmutz| -Schicht, die: etw. ist mit einer dicken
S. bedeckt; -Spritzer, der: er hatte die ganze
Kleidung voller S.;
- teilchen, das: durch Filter
wird das Wasser von S. gereinigt; -titel, der
B u ch w . meist abgekürzter Titel auf der Seite, die
vor dem eigentlichen Titelblatt angeordnet ist;
- wasser, das jo. P l.j schmutziges Wasser
Schnabel, der; -s, Schnäbel 1. der mit Horn über
zogene vorsp ring ende Ober- und Unterkiefer be
stimmter Wirbeltiere, bes. der Vögel: ein spitzer,
langer, kurzer, gekrümmter S .; die Spatzen picken
m it ihren Schnäbeln das ausgestreute Futter auf;
die jungen Vögel sperrten ihre Schnäbel weit auf
—
2. umg. Mund: mach mal deinen S. auf!
4- um g . reden, wie einem der S. gewachsen ist
(natürlich 4, ohne Scheu sprechen); den S. h alten
(schweigen, still sein)'
Schnäbeln /sw. Vb.; hat/ die Schnäbel (1) anein
ander reiben: schnäbelnde Tauben; sich s.: die
Enten, Schwäne schnäbelten sich
Schnabel| -tasse, die Tasse für bettlägerige Kranke
m it einem röhrenförmigen Teil zum Trinken; -tier,
das in Australien an Ufern stehender und träge
fließender Gewässer lebendes p rim itives, eierlegendes
Säugetier mit vier kurzen Beinen, einem breiten
Schnabel aus Horn und einem graubraunen Fell
Schnack, der; -(e)s, fo. PI./ landsch. umg., bes.
n o r d d t. 1. Unterhaltung (1), Plauderei (1): einen
gemütlichen S. halten — 2 . Geschwätz (1), Unsinn
(1): das ist nur fauler S.; laß dich von dem S. nicht
so beeindrucken!
Schnake, die; -,
- n 1. große, langbeinige, nicht
stechende Mücke — 2. landsch. Stechmücke
Schnalle, die; -,
-n
an einem Ende eines Riemens,
Gürtels befestigte Vorrichtung, durch die das andere
Ende des Riemens, Gürtels geführt und mit einem
beweglichen Dorn (2.2) festgehalten wird: eine m etal
lene S.; die S. öffnen, schließen, auf-, zumachen
schnallen fsw. Vb.; h a t/1.1.1. sich den Gürtel um
den Leib s. (sich den Gürtel um den Leib legen und
die Schnalle schließen) 1.2 . einen Gürtel, Riemen
enger, weiter s. (die Schnalle an einem Gürtel,
Riemen öffnen, ihn enger zusammenziehen, lockern
und diese dann wieder schließen) — 2 . jmdn., etw.
auf etw. s. jmdn., etw. mit Riemen und Schnalle
an einer bestimmten Stelle festmachen: sie schnallten
den Kranken auf den Operationstisch — 3 . etw.
von etw. s. etw. mit Riemen und Schnalle Be
festigtes losmachen, abnehmen: den Rucksack vom
Gepäckträger des Fahrrades s.
—
II. landsch.
sa lopp fvorw. im Perf. u. Plusquamperf.f etw.
geschnallt haben (etw. verstanden haben)
4- den / Gürtel, / Riemen enger s.
schnalzen /sw. Vb.; hat/ 1.1 . mit der Zunge
einen kurzen, leicht knallenden L a u t hervorbringen:
er schnalzte mit der Zunge vor Vergnügen 1 .2 . die
Schülerin schnalzte (schnippte) mit den Fingern,
um sich bemerkbar zu machen
schnappen /sw. Vb.; hat, ist/ 1. nach etw., jmdm.
s. etw., jmdn. rasch mit dem M aul, dem Schnabel
zu fassen suchen (hat); der Hund schnappte nach
der Wurst; die Katze schnappte nach den Fliegen
Schnappschuß — Schneeglätte
1011
—
2. umg. (hat) 2.1 . (sich) etw., jmdn. s. etw.,
jmdn, mit schnellem Zugriff packen: er schnappte
(sich) seinen Hut und Mantel und ging; sie
schnappte sich das Kind und die Tasche und ging
einkaufen 2.2 . jmdn. fassen, erwischen: die Polizei
schnappte die Schmuggler an der Grenze — 3 .
(ist) die Tür schnappte (fiel) ins Schloß
+ (frische) / Luft, nach / Luft s.
Schnapp'schuß, der jPl.
-schüsse/ umg. Moment-
aufnahme: wir haben auf der Reise viele n ette
Schnappschüsse gemacht
Schnaps, der; -es, Schnäpse u m g . hochprozentiges
alkoholisches Getränk, Trinkbranntwein: sie tran
ken an der Theke etliche Gläser S.; eine Flasche
S.; nach S. riechen; er trank drei Schnäpse (drei
Gläser Schnaps)
Schnaps| -drossel, die umg. scherzh. jmd., der
gern und viel Schnaps trinkt; -glas, das jPl, -gläser/
kleines, für Schnaps bestimmtes Glas; -idee, die
um g. verrückter Einfall: woher hast du denn diese
S.?; -nase, die umg. infolge starken Alkohol
genusses rot gefärbte Nase: er hat eine S.; -zahl,
die umg. scherzh. Zahl, die aus zwei od. mehreren
aufeinanderfolgenden gleichen Ziffern besteht und
beim Kartenspiel den Spieler verpflichtet, eine Bunde
auszugeben: 66 ist ein e S.
schnarchen fsw, Vb,; hat/ im Schlaf beim Atmen
m it leicht geöffnetem M und rasselnde, röchelnde Ge
räusche hervorbringen: laut und vernehmlich s.;
sein Schnarchen störte sie
schnarren fsw, Vb.; hat/ ein knarrendes, rasselndes,
vibrierendes Geräusch hervorbringen: die K lingel,
der Wecker schnarrte nur leise
schnattern fsw». Vb,; hat/ 1. die Ente, Gans
sch nattert (gibt schnell aufeinanderfolgende Töne
von sich) — 2 . umg. unentwegt und laut plappern,
schwatzen: die Schulfreundinnen lachten und
schnatterten laut auf dem Nachhauseweg — 3 .
landsch. vor Angst, Kälte zittern: er schnatterte
vor Angst, Kälte
schnauben, schnaubte / g eh . schnob, hat ge
schnaubt / geh. geschnoben 1. den Atem heftig
durch die Nase einziehen und ausstoßen: die Pferde
galoppierten schnaubend am Strand entlang;
der Hengst schnaubte ungeduldig — 2 . /schnaubte,
hat geschnaubt/ bes. n orddt. sich (die Nase)
s. (sich die Nase putzen); er schnaubte sich ge
räuschvoll die Nase
schnaufen /sw. Vb,; hat/ schwer und geräuschvoll
atmen: er schnaufte beim Treppensteigen, beim
Tragen der Kohlen
Schnauz;hart, der kräftiger Schnurrbart: ein s ta tt
licher, grauer, häßlicher S.
Schnauze, die; -,
- n 1. vorspringendes, eng mit der
Nase verbundenes M aul bestimmter Tiere: eine
lange, spitze S.; die S. des Hundes war feucht,
kalt — 2. salopp Mund: jmdn. auf die S. hauen,
schlagen
- f s alopp die S. halten (schweigen, still sein); eine
große S. haben (großsprecherisch sein); sich die
S. verbrennen (unbedacht etw, äußern, das un
angenehme Folgen hat) ; die S. v o ll haben (einer
Sache gründlich überdrüssig sein); etw. frei nach
S. machen (etw, ohne Plan, nach Gutdünken tun)
schnauzen fsw, Vb,; hat/ salopp laut und grob
schimpfen: er schnauzte mit dem Jungen; „was
zum Teufel ist hier los?“ , schnauzte er
Schnauzer, der; -s, - 1 . rauhhaariger Pinscher mit
spitz kupierten Ohren und kurz kupiertem Schwanz :
ein schwarzer S.
—
2. um g. Schnauzbart: ein
buschiger S.
Schnecke, die;
-n 1. in sehr zahlreichen Arten
vorkommendes, im Wasser und auf dem Land
lebendes Weichtier mit zwei Fühlerpaaren (und
einem vorwiegend spiralig gewundenen Gehäuse aus
Kalk): eine S. mit, ohne Haus; eßbare Schnecken;
die S. kroch langsam über den Weg— 2. Techn.
Welle mit einem spiralig umlaufenden Gewinde: die
Zähne greifen in die S. ein — 3 . kleines rundes
Stück Hefegebäck mit Zuckerguß, bei dem der Teig
spiralig zusammengerollt ist — 4 . fvorw. PLf über
dem Ohr spiralig gewundener und festgesteckter Zopf:
Schnecken tragen — 5 . M ed. spiralig gewundener,
röhrenartiger Teil des Innenohres — 6 . Mus. spira
lige Windung am äußersten Ende des Halses von
Streichinstrumenten — 7. Jägersp r. spiralig ge
wachsenes Horn des M uffelwildes
- f salopp jmdn. zur S. machen (jmdn, scharf
kritisieren, zurechtweisen)
Schnecken/Schneckenl -förmig fA dj,f spiralig ge
wunden wie ein Schneckengehäuse; -gehäuse, das
vorwiegend spiralig gewundenes, aus K alk bestehen
des Gehäuse bestimmter Schnecken; -ha us, das
Schneckengehäuse; -tempo, das u mg . fin der Ver-
binudngf im S .; im S. (sehr langsam) fahren, gehen
Schnee, der; -s, fo. Pl.f 1.1 . Niederschlag aus fein
gegliederten sechseckigen, durch Zusammenschluß
zahlreicher winziger Eisk ristalle entstandenen Flok-
ken: pappiger, pulveriger, trockener, nasser, ver
eister, verharschter S.; es fiel, rieselte S.; der S.
stiebt, wirbelt zur Erde; sein Gesicht war weiß wie
S. (sehr blaß) 1.2 . den Erdboden bedeckende Schicht
aus 1.1: Berge von S. bedecken die Landschaft;
der S. schmilzt, taut, bleibt liegen; S. fegen,
kehren, räumen, schippen; durch den S. stapfen;
im S. versinken; die Vorräte schmolzen wie S. in
der Sonne dahin — 2 . Eischnee: Eiweiß zu S.
schlagen — 3 . umg. verhüll. Bauschgift, bes,
Heroin od, Kokain: S. schnupfen; mit S. handeln
Schnee/schnee| -ball, der mit den Händen geformte
Kugel aus Schnee: einen S. formen, werfen; sie
warfen mit Schneebällen aufeinander; -ball-
schlacht, die der Belustigung dienendes Spiel, bei
dem man sich gegenseitig mit Schneebällen bewirft;
-bedeckt fA dj,f: schneebedeckte Gipfel; -besen, der
aus spiralig geformtem, federndem Draht gebildetes
Küchengerät, m it dem man Eiw eiß zu Eischnee und
Sahne zu Schlagsahne schlägt; -blindheit, die akute
Sehstörung infolge zu langer und starker Lichtein
wirkung von schneebedeckten Flächen auf die Augen;
- decke, die größere zusammenhängende Schicht
Schnee (1.2): eine geschlossene S.; die S. schmilzt,
erreichte eine Höhe vo n 30 Zentimetern; -fall, der
Niederschlag in Form von Schnee: leichter, starker
S.; am Abend setzte dichter S. ein; -flocke, die
kleines, leichtes, lockeres Gebilde aus Eisk ristallen,
einzelne Flocke aus Schnee (1.1); -fräse, die mit ei
nem Kraftfahrzeug verbundenes Gerät, m it dem hoher,
schwerer Schnee aufgenommen und weggeschleudert
wird; -frei fAdj.; nicht adv,/ ohne Schnee, von Schnee
frei: schneefreies Gelände; die Straßen und Wege
waren wieder s . ; -gestöber, das starker Schneefall
bei heftigem Wind; -glätte, die Glätte auf Straßen
und Wegen, die durch Befahren mit Kraftfahrzeugen,
65 Wörterbuch
1012
Schneeglöckchen — Schneider
die den Schnee zusammenpressen, entsteht: bei S.
ist die Rutschgefahr sehr groß; -glöckehen, das;
-s, - sehr zeitig im Frühjahr blühende Pflanze mit
einer Zwiebel, schmalen Blättern und weißen,
glockenförmigen Blüten
schneeig /Adj. ; vorw. attr./ mit Schnee (1.2) bedeckt,
voll Schnee: schneeige Berggipfel
Schnee/schnee| -kette, die T ech n . Geflecht aus
Ketten, das w die Reifen jedes Rades eines Kraft
wagens befestigt wird, um auf schneebedeckter F ahr
bahn die Griffigkeit der R eifen zu erhöhen; -könig,
der -|- umg. scherzh. sich freuen wie ein S.
(sich sehr, außerordentlich freuen) ; -luft, die jo. PL /
Luft unmittelbar vor od. nach dem Schneefall, die
als besonders rein und klar empfunden w ird : frische,
klare, eisige S .; -mann, der /PL -männer/ bes. von
K indern aus Schnee geformte menschenähnliche Ge
stalt: die Kinder bauten einen S.;
-masse, die
/vorw. PL/ große Menge Schnee (1); -matsch, der
umg. Matsch aus tauendem, mit Schlamm ver
mischtem Schnee: fußhoher S.;
-pflüg, der vor
wiegend mit einem Kraftfahrzeug verbundenes Gerät,
m it dem Schnee { 1.2) beiseitegeschoben wird; -regen,
der Niederschlag in Form von Regen und Schnee;
- s chauer, der Schauer in Form von Schnee: plötz
lich einsetzende S.; -Schieber, der Gerät, m it dem
man Schnee (1.2) von Gehwegen wegschiebt;-sch m el
ze, die; /o. PL/das Tauen des Schnees (1.2): die S.
setzte unerwartet früh ein; -schuh, der Ski (1.1);
- sturm , der heftiges Schneetreiben bei Sturm; -treiben,
das Schneefall bei heftigem Wind od. Sturm : heftiges,
starkes S. setzte ein; -Verwehung, die; -en durch
Wind, Sturm hoch aufgetürmter Schnee (1.2): m eter
hohe Schneeverwehungen erschwerten den Straßen
verkehr; -wachte, die Wächte: auf den Dächern
lasteten hohe Schneewächten; -wehe, die von
Wind, Sturm zusammengewehter Haufen Schnee
(1.2): die Straßen waren durch meterhohe S chn ee
w ehen blockiert; das Fahrzeug blieb in einer
S. stecken; -weiß /Adj./ weiß wie Schnee, in
tensiv weiß: schneeweiße Gardinen, W äsche; er
hat schneeweißes Haar; -zaun, der zum Schutz
gegen Schneeverwehungen entlang von Straßen und
Eisenbahnstrecken a ufgestellte Lattenroste
Schneid, der; -(e)s, süddt. österr. die; -, /beide
o. PL/ umg. M ut, draufgängerische Haltung (2.2):
er hat (keinen) S.; er brachte viel S. für die
schwierige Aufgabe auf
Schneid Techn.|
-bohrer, der Werkzeug, m it dem
durch Bohren in ein Werkstück ein Gewinde her-
gestellt werden kann; -brenner, der Schweißbrenner
zum Zerschneiden von Eisen- und Stahlteilen
Schneide, die; -,
- n 1. scharf geschliffene K a nte an
einer Seite einer Klinge, eines Werkzeuges zum
Schneiden, Abschneiden, Zerkleinern: eine scharfe,
stumpfe, rostige S.; die S. des Degens; die.S . des
Messers, der Schere schleifen — 2. süddt. österr.
Grat (1), First
+ etw. steht auf des / Messers S.
schneiden, schnitt, hat geschnitten / / auch
schneidend/ 1. etw. m it einem Schneidwerkzeug zer
teilen, zertrennen, zu einzelnen Stücken zerkleinern:
Brot, Wurst, Käse (in Scheiben), Speck (in Wür
fel) s.; Baumstämme zu Brettern s.; Glas mit
einem Diamanten s. — 2 . etw. mit einem Schneid
werkzeug 2.1 . (von etw.) abtrennen, etw. abschneiden:
Blumen s . ; Gras, Getreide s. (mähen); eine Scheibe
vom Brot, Kuchen s. 2 .2 . aus etw. heraustrennen,
etw. herausschneiden: eine Rezension, Annonce aus
der Zeitung s. — 3 .1 . etw. m it einem Schneidwerk
zeug hersteilen: (aus Stämmen) Bretter, aus Rohr
eine Pfeife, aus Papier Figuren s. 3 .2 . etw. in
etw. s. etw., bes. ein Muster, mit einem scharfen
Werkzeug in der Oberfläche eines M aterials her-
stellen: ein Monogramm ins Holz s.; Bilder,
Ornamente in Holz, Metall, Stein s. (meißeln,
schnitzen) 3.3 . etw. mit einem Schneidwerkzeug in
die gewünschte, rechte Form bringen: Hecken, Zier
büsche s. (stutzen); Obstbäume s. (Zweige und
Triebe sachgerecht kürzen, den B aum auslichten);
sich die Fingernägel s. (kürzen); jmdm. die Haare
s. (jmdm. die Haare kürzen und in eine bestimmte
Form bringen); den R o ck 'glockig s. (zu glockiger
Form zuschneiden); eine modisch geschnittene Hose
3.4 . jmds. Gesichtszüge sind fein, regelmäßig ge
sch nitten (geformt) — 4 .1 . m it einem Schneidwerk
zeug od. einem anderen scharfen Gegenstand in etw.
eindringen: mit dem Messer ins Holz s.; mit der
Schere in den Stoff s. 4 .2 . sich, jmdn, (in etw.) s.
sich, jmdn. mit einem scharfen Gegenstand an einem
Körperteil verletzen: er hat sich mit dem Messer in
den Finger geschnitten; er hat sich, ihn versehent
lich beim Rasieren geschnitten 4.3 . Med. um g.
das Geschwür mußte geschnitten (durch einen
chirurgischen Eingriff mit einem Skalpell geöffnet)
werden; er wurde am Finger geschnitten (an
seinem Finger wurde ein chirurgischer Eing riff mit
einem Skalpell vorgenommen) 4.4 . einschneiden (2):
die Riemen des Rucksacks schnitten tief ins
Fleisch der Schulter — 5 . das Messer, die Schere
schneidet gut, schlecht (ist scharf, stumpf) — 6 .
Grimassen, Fratzen s. (durch Verziehen der Ge
sichtsmuskeln hervorbringen) — 7 .1 . die Kurve s.
(in einer Linkskurve zu weit auf der Innenseite
fahren) 7.2 . jmdn. s. (sich mit einem Fahrzeug
während der Fahrt zu knapp vor ein anderes Fahr
zeug setzen) — 8 . die Straße schneidet (kreuzt 2)
die Bahnlinie kurz vor der Ortschaft P; M ath,
die zwei Geraden s. sich (treffen sich in einem
bestimmten Punkt) — 9. eine Sendung (auf Band)
s. (auf ein Magnettonband aufnehmen) — 10 . u m g .
jm d n . absichtlich in verletzender Weise übersehen,
nicht beachten, ignorieren: jmdn. auffällig, offen
sichtlich, ostentativ s.
—
11. Sport einen Ball,
bes. beim Tennis, beim Schlagen seitlich treffen und
ihm dadurch einen Drall geben: einen geschnittenen
Ball elega nt Zurückschlagen
+ / da hast du dich geschnitten!; sich (mit etw.)
in den / Finger, sich ins eigene / Fleisch s.;
jmdm. wie aus dem / Gesicht geschnitten sein;
sich etw. nicht aus den / Rippen s. können
schneidend fAdj.; nicht adv.; / auch schneiden/
1. sehr kalt (1.1): ein schneidender Wind; schnei
dende Kälte — 2 . er sprach in schneidendem
(scharfem und durchdringendem) Ton — 3 . ein
schneidender (intensiver) Schmerz
Schneider, der; -s, - 1. Handwerker, Facharbeiter,
der (nach Maß) Oberbekleidung anfertigt: einen An
zug, ein Kostüm vom S. arbeiten, anfertigen,
nähen lassen — 2. /o. Pl.f Skat S. sein (weniger
als 31 Punkte erlangt haben); S. ansägen (an
kündigen, daß der Gegner weniger als 31 Punkte
erlangen wird); aus dem S. sein (mehr als 30 Punkte
erlangt haben)
Schneiderei — Schnellwaage
1013
+ u m g . frieren wie ein S. (sehr frieren); aus dem
S. sein (eine unangenehme, schwierige Situ atio n
hinter sich gebracht haben)
Schneiderei, die; -,
-e n 1. Handwerksbetrieb, in dem
nach M a ß Oberbekleidung angefertigt w ird — 2 .
jo. PI ./ das Schneidern
Schneiderin, die; -,
- n e n weiblicher Schneider vor
wiegend für Damenoberbekleidung
Schneider J -ko stüm, das von einem Schneider, einer
Schneiderin nach M aß angefertigtes K o stüm ;
-kreide, die jo. Pl.f zu handlicher Form gepreßter
Talk, m it dem beim Schneidern Markierungen auf
den Stoff aufgezeichnet werden
schneidern /sw, Vb.; hat/ Kleidung nach M aß an
fertigen'. ein Kleid, eine Bluse, einen Mantel, Rock
s.; sie schneidert sich ihre Kleidung selbst
Schneider| -puppe, die Nachbildung eines mensch
lichen Rumpfes zum Anprobieren von in Arbeit
befindlicher Oberbekleidung in der Schneiderei, K o n
fektion; -sitz, der fo, PL/ Sitzhaltung mit gegrätsch
ten Oberschenkeln und angewinkelten Unterschen
keln : im S. sitzen, hocken
Schneide| -Werkzeug, das Schneidwerkzeug; -z a hn ,
der vorn zwischen den Eckzähnen stehender breiter,
meist meißelförmiger Zahn mit nur einer Wurzel
schneidig /A dj./ u m g . draufgängerisch, kühn: er
war ein schneidiger Bursche
Schneid (Werkzeug, das Werkzeug mit einem flachen,
an einer Seite scharf geschliffenen Teil od. zwei
solchen gegeneinander zu bewegenden Teilen (aus
Stahl), m it dem man einen Gegenstand zerteilen
kann
schneien /sw. Vb.; hat, ist/ 1.1 . es schneit Schnee
fällt (hat): es schneit ein wenig, in großen Flocken;
es hat die ganze Nacht geschneit 1.2. etw. schneit
etw. Kleines, Leichtes fällt langsam in großer Menge
herab (ist): die Blüten schneiten von den Bäumen
+ jmdm. ins / Haus s., geschneit kommen
Schneise, die;
- n von Bäumen und Buschwerk
frei gehaltener Streifen La nd in einem W ald : eine
schmale, breite S.; eine S. in den Wald hauen,
schlagen
schnell /Adj.; / auch schnellstens/ 1. in vergleichs
weise kurzer Zeit 1.1 . eine bestimmte Entfernung
zurücklegend: s. gehen, laufen, rennen, fahren,
schwimmen; ein schneller Lauf, Ritt; eine schnelle
Fahrt; schnelle Schritte näherten sich der Tür;
er kam, so s. er konnte 1.2. eine Bewegung am
Ort ausführend: eine schnelle Bewegung, Drehung;
s. zufassen, etw. greifen; das Rad drehte sich,
sein Puls ging sehr s.
—
2.1 . in vergleichsweise
kurzer Zeit (vor sich gehend, etw. leistend, bewir
kend): etw. s. begreifen, erledigen, tun; jmdn. s.
bedienen; eine schnelle Entwicklung 2.2 . /adv./
sofort (1.2): s. eingreifen, reagieren, einschlafen;
eine Frage s. beantworten 2.3 . /adv./ viel in kurzer
Zeit: s. arbeiten, lesen, sprechen 2.4 . /adv.f in
Eile: s. noch einen Blick ins Buch werfen
*+• nicht von der schnellen / Truppe sein; auf
dem schnellsten / Wege
Schnell) -bahn, die s. S -Bahn; -boot, das Mil.
kleines, sehr schnelles, wendiges Schiff der See
streitkräfte; -dienst, der jo. Pl.f Einrichtung für
besonders schnell und kurzfristig erfolgende Dienst
leistungen
Schnelle, die;
-n I. /o. Pl.j 1. Schnelligkeit (1):
der Käfer krabbelt mit großer S.
—
2. /in der
Verbindung/ in aller S.: in aller S. (sehr schnell
2.1) erledigte sie ihre Einkäufe — II . Stromschnelle
•f umg. etw. auf die S. (in kurzer Zeit und ober
flächlich) tun, erledigen; jmdn. auf die S. (über
raschend und für kurze Zeit) besuchen
schnellen jsw. Vb.; ist, hat/ 1. sich mit einem
Ruck, m it Schwung aus einer Lage, von einem Ort
fortbewegen (ist): der Pfeil s ch nellt in die L uft;
der Fisch schnellte aus dem Wasser; er ist von
seinem Sitz (in die Höhe) geschnellt; O die Zahl
der Besucher schnellte (stieg schnell) in zwei
Jahren auf das Zehnfache — 2 . etw. mit einem
Ruck, m it Schwung in schnelle Bewegung versetzen
und irgendwohin gelangen lassen (hat): er schnellte
den Stein über das Wasser
Schnell/schnell] -feuerwaffe,die automatische Feuer
waffe, m it der in kurzer Folge geschossen werden
kann; -füßig /A d j./ gewandt und schnell bei der
Fortbewegung zu F uß : ein schnellfüßiges Tier; sie
lief s. (eilig) davon; -gericht, das Speise, die sich
schnell zubereiten läßt; -h efter, der leichte, dünne
Mappe mit einer Vorrichtung zum Abheften von
gelochten Schriftstücken
Schnelligkeit, die; -,
-en \vorw. Sg./ 1. (hohe) Ge
schwindigkeit (1): die S. erhöhen, vermindern; das
Auto fuhr mit großer S. (die Straße entlang) —
2. die A rt und Weise, wie ein Prozeß (1) zeitlich ab
läuft, bes. der schnelle Ablauf eines Prozesses: in
der S. des Denkens, Begreifens ist er allen voraus;
er reagierte mit erstaunlicher S.
Schnell/schnell | -k oeher, der Schnellkochtopf;
- kochtopf, der Kochtopf mit besonderer Vorrich
tung, in dem die Speis en unter hohem Dampfdruck
besonders schnell gegart werden; -kraft, die jo. P l.f
Fähigkeit, Kraft, den eigenen Körper od. einen
Gegenstand schnell a uf hohe Geschwindigkeit zu
beschleunigen: der Sprinter zeigte beim Start große
S.; Kugelstoßen ist eine Übung zur Stärkung der
S. und des Reaktionsvermögens; -kursus, der
Kursus, in dem eine bestimmte Ausbildung in
besonders kurzer Zeit stattfindet; -lebig /A d j.; ‘nicht
a dv.; Schreibg.: schnellebig/ 1. kurzlebig: JEihtags-
fliegen sind schnellebige Tiere — 2 . /nicht adv.] 2.1 .
die Mode is t s. (verändert sich schnell) 2.2 . unsere
schnellebige Zeit (unsere Zeit, in der die Erlebnisse,
Ereignisse rasch aufeinanderfolgen und so den E in
druck der Oberflächlichkeit erzeugen); -r einigüng ,
die Dienstleistungsbetrieb, der Kleid ung besonders
kurzfristig reinigt
schnellstens /Adv.; / auch schnell/ schnellstmöglich
schnellst]möglich /A dj.; nicht präd./ so schnell wie
möglich, unverzüglich: auf eine schnellstmögliche
Erledigung drängen; s. das W eite suchen
Schnell/schnell| -Straße, die Straße im innerstädti
schen Verkehr, auf der eine festgesetzte, relativ hohe
Geschwindigkeit gefahren werden darf; -verband,
der Verbandsmaterial, m it dem eine Wunde, Ver
letzung schnell verbunden werden kann; -Verbin
dung, die Verkehrsweg zwischen zwei od. mehreren
Orten, auf dem Schnellverkehr herrscht; -v erfahren,
das 1. T echn. Verfahren, bei dem ein Produktions
vorgang besonders schnell abläuft — 2 . abgekürztes
Gerichtsverfahren bei leichteren Straftaten, die der
Täter nicht bestreitet, J u r . beschleunigtes Verfahren;
- verkehr, der besonders schneller Verkehr von Bussen
od. Schienenfahrzeugen zwischen zwei od. mehreren
Orten; -waage, die Waage, die das Gewicht mit
65*
1014
schnellwachsend — Schnitzeljagd
einem Zeiger auf einer Skala anzeigt; -wachsend
/Adj.; nur attr.j: eine schnellwachsende Pflanze;
- Waschmittel, das Waschmittel, das den Schmutz
schnell und gründlich aus der Wäsche entfernt;
- wüchsig /Adj.; nur attr.j: eine schnellwüchsige
Kiefer, Pappel; -zug, der D-Zug; -zugzuschlag,
der D-Zug-Zuschlag
Schnepfe, d ie; -,
-n in zahlreichen Arten vorkommen
der, in feuchten Niederungen lebender Vogel mit
langen Beinen und langem, dünnem, meist gekrümm
tem Schnabel
schneuzen /sw. Vb.; hat/ 6e$. süddt. österr. sich
s., sich die Nase s. die Nase durch hörbares Aus
stößen der Luft reinigen: sich geräuschvoll, laut s.;
er hat sich ins Taschentuch geschneuzt
schniefen jsw. Vb.; hat/- la nd sch. geräuschvoll
durch die Nase atmen: schniefend Luft holen; vor
Anstrengung s.
schniegeln /sw. Vb.; hat/ umg. sich, jmdn. über
m äßig fein herausputzen: ein geschniegelter Geck
schnieke /Adj.j berl. umg. 1 . schick, elegant: ein
schnieker Bursche; sie hat eine s. Handtasche
—
2. fvorw. präd./ das ist s. {großartig 1, fein 6)!
Schnippchen, das
■f umg. scherzh. jmdm. ein S. schlagen (jmdn.
m it Geschick überlisten, jmd m . einen Streich spielen)
schnippeln jsw. Vb,; hat/ norddt. ostmdt. 1,1.
etw. schnitzeln (1.1) 1.2 . an etw. s. (wahllos kleine
Stücke von etw. abschneiden)
schnippen /sw. Vb.; hat/ 1. etw. von etw. s. einen
klein en Gegenstand durch eine federnde, sehr schnelle
Bewegung eines Fingers von etw. entfernen: er
schnippte die Krümel, den Zigarettenstummel
vom Tisch — 2 . mit der Hand, den Fingern s. (die
Kupp e des Mittelfingers von der Daumenkuppe her
ab a uf den Ballen schnellen u nd dabei ein helles,
knackendes Geräusch erzeugen)
schnippisch /A dj./ kurz angebunden und frech, nase
w ei s : ein schnippisches Mädchen; eine schnippische
Antwort; sie antwortete ihm recht s.
Schnipsel, der, das; -s, - u m g . kleines abgerissenes
od. abgeschnittenes Stück Papier, Stoff: ein S.
Papier, Stoff; die S. aufsammeln
schnipseln /sw. Vb.; hatj umg. 1 .1 . etw. schnitzeln
{1.1): Bohnen, Gemüse s. 1 .2 . an etw. schnippeln
(1.2): er schnipselte an dem Foto
Schnitt, der; -es, -C 1 .1 . /o. Pl.f das Getreide ist
reif für den S. (das Schneiden 2.1) 1.2 . jo. Pl.j
den S. (das Schneiden 3.3) eines Obstbaumes vor
nehmen 1.3 . einen S. mit dem Messer, der Schere,
dem Skalpell machen (mit dem Messer, der Schere,
dem Skalpell schneiden 4.1); mit der Säge einen S.
ins Holz machen — 2 . durch Schneiden (4.1) ent
standene Öffnung: in der Tischdecke, im Leder
ist ein S.; er hat einen S. (eine Schnittwunde) am
Daumen, Oberschenkel — 3 .1 . Schnittfläche: den
S. mit der Raspel glätten 3.2 . der S. des Buches
(die glattgeschnittenen Ränd er der Seiten eines
Buches) ist vergoldet — 4 . maßstabgerechte Dar
stellung, Zeichnung der (gedachten) Schnittfläche
durch einen Gegenstand in Längs- od. Querrichtung
zur Darstellung seiner inneren Struktur: einen senk
rechten, waagerechten S. von einem Werkstück
anfertigen; die Fotografie zeigt ein Gehirn im S.
—
5.1 . die mit einem Schneidwerkzeug, bes. einer
Schere, hergestellte Form von etw.: der S. eines
Kleides; ein Kostüm von modernem S.; dem Haar
einen modernen S. geben 5.2 . der Stromlinien
förmige S. (die stromlinienförmige Form) des Fahr
zeugs; der S. ihrer Augen, ihres Gesichts (die A rt,
w ie ihre A ugen, ihr Gesicht geschnitten, geformt
sind) — 6 . Schnittmuster (1) : sie braucht für die
Jacke einen S.
—
7. jo. Pl.j 7.1. umg. im S. im
Durchschnitt: er fuhr im S. 100 Kilometer pro
Stunde 7.2 . M ath, der Goldene S. (Teilung einer
Strecke, bei der sich die Gesamtstrecke zur größeren
Teilstrecke verhält wie diese zur kleineren)
-j- umg. einen, seinen S. machen (einen guten
Gewinn erzielen)
Schnittj -blume, die jvorw. Pl.f für den Verkauf
bestimmte abgeschnittene Blüte m it Stengel; -brot,
das jo. P l.j in Scheiben geschnittenes und abgepack
tes Brot
Schnitte, die; -,
-n 1.1 . Scheibe Brot: die S.
mit Butter bestreichen 1.2 . mit Belag versehene
Scheibe Brot: eine S. essen
Schnjtter, der; -s, - v e r a lte n d Landarbeiter, der
Gras od. Getreide m it der Sense od. Sichel mäht
schnitt/Schnitt| -fest /Adj.; nicht adv.j so beschaf
fen, daß es sich gut, leicht schneiden läßt: schnitt
feste Tomaten; schnittfester Käse; -fläche, die
durch Durchschneiden eines Gegenstandes i n einer
Ebene entstandene Fläche: die S. eines Baum
stumpfes; -holz, das /o. Pl.j bes. zu Bohlen, Bret
tern, Leisten, Latten geschnittenes Holz
schnittig jAdj./ durch den Schnitt (5) elegant,
sportlich wirkend: ein schnittiger Sportwagen,
schnittiges Boot; die schnittige Form seines neuen
Anzugs
Schnitt/schn|tt| -ka nte, die durch Schneiden (1)
entstandene Kante: die S. des Stoffes umsäumen;
er hat sich an einer scharfen S. verletzt; -käse,
der /o. Pl.j fester Käse, der sich gut in Scheiben
schneiden läßt; -lauch, der jo. Pl.j Lauch mit lila
bis rosaroten Blütendolden, dessen röhrenartige
Blätter als Gewürz verwendet werden; -linie, die
Linie, an der zwei Flächen aufeinanderstoßen: die
B. zwischen Wand und Zimmerdecke; -muster, das
1. auf Papier aufgezeichnetes od. aus ihm aus
geschnittenes Muster zum Zuschneiden der einzelnen
Teile eines Kleidungsstückes — 2 . Schnittmuster-
bogen; -musterbogen, der einem Modeheft bei
liegender Bogen (II), a u f dem die Schnittmuster (1)
für die im Heft abgebildeten Kleidungsstücke auf
gezeichnet sind; -punkt, der /PI.
- ej 1.1 . Stelle, an
der sich zwei Strecken kreuzen: der S. zweier Straßen
(die Kreuzung); die Stadt liegt im S. wichtiger
Verkehrsstraßen 1.2 . M ath. Punkt, an dem sich
zwei Linien schneiden: der S. zweier Geraden,
Kursen; -reif fAdj.fi schnittreifes Getreide (Ge
treide, das so weit gereift ist, daß es geschnitten
werden kann); -salat, der jo. Pl.j keine Köpfe
bildender Salat (2), dessen Blätter abgeschnitten und
als Salat (1) verwendet werden; -wunde, die durch
einen Schnitt (1.3) entstandene Wunde
Schnitz larbeit, die durch Schnitzen (1.1) hergestelltes
Produkt
Schnitzel, das, der; -s, - I . /das/ dünne Scheibe
Fleisch, bes. vom Kalb od. Schwein, die (paniert
und) gebraten wird: ein S. klopfen, panieren,
braten — II. /das, der/ kleines abgeschnittenes
Stück bes. von Holz: die S. vom Tisch fegen, auf
fegen
Schnitzel|jagd, die Verfolgungsspiel im Gelände,
schnitzeln — Schnute
101$
bei dem den Verfolgern durch PapierSchnitzel die
Spur des Fluchtweges angezeigt w ird : (eine) S.
machen
schnitzeln fsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. in viele Meine
Stücke schneiden: Gemüse, Obst, Rüben s. 1 .2 . an
Holz s. wahllos kleine Stücke vom Holz abschneiden:
an einem Holzstück s.
schnitzen jsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw., bes. eine Figur,
aus Holz od. Elfenbein mit kurzen, kleinen Schnitten
herausschneiden: Pfeile, eine Pfeife, einen Bilder
rahmen s.; eine Figur in, aus Holz, Elfenbein s.;
geschnitzte Puppenköpfe 1.2 . ein reich geschnitz
ter (mit Schnitzereien verzierter) Schrank — 2 . an
etw. schnitzeln (1.2): er schnitzte gedankenlos an
einem Stück Baumrinde
+ jmd. ist aus anderem, dem gleichen / Holz
gesch nitzt
Schnitzer, der; -s, - I . jmd ., der (beruflich) Schnitz
arbeiten anfertigt — H . u m g . Fehler, Versehen:
ein grober, arger, schlimmer S .; in seiner Arbeit
waren viele grammatische S .; einen S. machen
Schnitzerei, die; -,
- e n 1 . Schnitzarbeit; geschnitz
tes Ornament: ein reich mit Schnitzereien verseh e
ner Bilderrahmen — 2 , fo. Pl.f das Schnitzen (1.1)
Schnitz (messer, das M esser zum Schnitzen (1)
schnodd(e)rig fAdj.f landsch. umg. heraus
fordernd lässig, respektlos, großsprecherisch, vor
laut: sein schnoddriges Wesen, Auftreten; s.
sprechen; sich s. benehmen; dazu Schnodderig
keit, die; -,
-en
schnöde fAdj.f geh. 1 . fnur attr.f schändlich:
schnöder Undank, Verrat; ein schnöder W ort
bruch; s. Habsucht, Selbstsucht — 2 . gering
schätzig, verächtlich: jmdn. s. abweisen, behandeln;
eine s. Zurechtweisung
Schnorchel, der; -s, - 1 . Rohr, durch das bes. U-
Boote unter Wasser Frischluft von der Oberfläche
ansaugen und Abgase dahin ableiten — 2 . Rohr
an Sporttauchgeräten, durch das der Schwimmer
unter Wasser Luft holt
Schnörkel, der; -s, - in Windungen verlaufende
Linie als Verzierung an Gegenständen, Schrift
zeichen: reich geschnitzte Möbel mit Schnörkeln
und Rankenwerk; er setzte einen S. unter seine
Unterschrift; der Titel des Buches war m it
Schnörkeln verziert
schnorren jsw. Vb.; hat/ landsch. umg. Kleinig
keiten erbetteln; dazu Schnorrer, der; -s, -
Schnösel, der; -s, - um g. überheblicher und dumm
dreister junger M ann: so ein junger S.!
sehnuck(e)lig fAdj.f berl. scherzh. fbes. von
Süßigkeitenf appetitlich, wohlschmeckend: in der
Konditorei liegen schnuckelige Sachen aus
Schnüffelei, die; -en fzu schnüffeln/
schnüffeln fsw. Vb.; hat/ 1. fbes. von Tierenf die
Luft in raschen hörbaren Zügen einziehen, um einen
Geruch wahrzunehmen, zu wittern: der H und
schnüffelte an der Ecke, an den Schuhen — 2 .
u m g . in jmds. Angelegenheiten, Sachen unberech
tigt, aus Neugier herumsuchen: in jmds. Sachen,
Papieren s .; zu 2 Schnüffler, der; -s, -
Schnuller, der; -s, - landsch. Nuckel
Schnulze, die;
- n Lied, Theaterstück, (Fernseh
film von unrealistisch sentimentalem, rührselig kit
schigem Charakter: dieser Schlager ist eine gräß
liche S.
schnupfen fsw. Vb.; hat/ Schnupftabak nehmen
Schnupfen, der; -s, fo. P l.f Erkältungskrankheit*
die m it Entzündung der Nasenschleimhaut und A b
sonderung einer schleimigen Flüssigkeit verbunden
ist: den, einen S. haben; sich einen (schlimmen) S.
holen; ein Mittel gegen S. nehmen
Schnupf| -tabak, der pulverisierter Tabak, der in
die Nase eingeführt wird, um einen Niesreiz hervor
zurufen: eine Prise S. nehmen; -tuch, das /PI.
- tücherf sü d d t. Taschentuch
schnuppe fAdj.; nur präd.f norddt. ostmdt.
s a l o p p gleichgültig (3): das ist mir alles (ganz) tu;
es ist ziemlich s., was daraus wird
schnuppern fsw. Vb.; hat/ umg. 1 .1. schnüffeln
(1): der Hund schnupperte (am Futter); /vom M en
schenI er schnupperte genießerisch an der Zigarre
1.2 . etw. s. durch 1.1 einen Geruch wahrnehmen, etw,
riechen: Zigarettenrauch, den B ratenduft s.
Schnur, die; -, Schnürefselten -en f/ auch Schnür
chen/ 1. aus dünneren Fasern od. Garnen gedrehter,
geflochtener dickerer F ad en : eine dünne, feste, lange
S.; die S. (zu einem Knäuel) aufwickeln; Perlen
auf eine S. fädeln; die Jacke ist mit roten Schnüren
besetzt; das Paket mit einer S. (einem Bindfaden)
verschnüren — 2 . Geräteschnur: die S. des Bügel
eisens
Schnür[boden, der Theater Raum über der Bühne
zum Aufhängen der Kulissen
Schnürchen, das f / auch Schnur/
4- um g. etw. geht, läuft wie am S. (etw. verläuft
reibungslos, glatt, ohne Schwierigkeiten)
schnüren fsw. Vb.; hat, ist/ 1. etw. mit einem
Strick, einer Schnur fest zusammenbinden (hat):
ein Paket s.; alte Zeitungen zu Bündeln s.; die
Schuhe s. (sie mit Schnürsenkeln zubinden) — 2 .
Jägerspr. die Beine beim Laufen in gerader Linie
Mntereinandersetzen und sich so irgendwohin fort
bewegen (ist): der Fuchs schnürt über das Feld
- f sein /f Bündel s.
schnür [gerade fA d j.f: ein schnurgerader (sehr
gerader) Weg; der W eg verläuft s.
Schnurr|bart, der B a rt über der Oberlippe
Schnurre, die; -,
- n kurze, scherzhafte mündliche
Erzählung: Schnurren erzählen, zum besten geben
schnurren fsw. Vb.; ha t/ 1.1 . einen brummenden,
summenden Ton von sich geben: das Spinnrad, die
Kamera schnurrt 1.2 . das Kätzchen schnurrt
(knurrt behaglich)
Schnurrjhaar, das langes, festes H a a r an der Ober
lippe von Säugetieren, bes. der Katzen
schnurrig fAdj.f sonderbar und komisch: ein
schnurriger K auz; eine schnurrige Geschichte er
zählen
Schnürl -schuh, der Schuh, der mit Schnürsenkeln
zngebunden w ird; -Senkel, der schmales, fest ge
w irktes Band zum Zubinden von Schnürschuhen
Schnur [stracks fA d v.f geradewegs, ohne Umschweife,
unverzüglich: s. auf ein Ziel losgehen, umkehren,
zur Polizei gehen
schnurz fAdj.; nurpräd.f landsch. salopp gleich
gültig, schnuppe: ihm ist alles s.; was hier vorging,
war ihm völlig s.
landsch. salopp jmdm. ist alles s. und piepe
(völlig gleichgültig)
Schnute, die;
-n landsch. umg. fvon Kindernf
1.1 . Mund: wisch dir mal deine S. ab! 1.2 . eine S.
machen, ziehen (beleidigt, verdrießlich den M und
verziehen)
1016
Schober — schön
Schober, der; -s, - landseh. 1 . im Freien auf-
geschichteter großer H eu-, Stroh-, Getreidehaufen —
2. Feldscheune, die bes. zum Aufbewahren von Heu,
Stroh dient
Schock, das; -(e)s, - falte Maßeinheitf 60 Stück
derselben Art: ein, zwei S. Eier; ein halbes S.
Salatpflanzen
2Schock, der; -(e)s, -e/-s nervös-reflektorische R e ak
tion des Körpers auf ein Trauma, eine plötzliche,
starke {psychische) Erschütterung: ein leichter,
schwerer S.; einen S. erleiden; sich v on einem S.
erholen; diese Nachricht war ein ziemlicher S.
(igroßer Schreck, Schlag) für ih n
schocken fsw. Vb.; hat/ 1. M ed . einen psychisch,
nervlich Kranken mit einem künstlich erzeugten
Schock behandeln: der P atient wurde elektrisch,
durch Insulingaben geschockt — 2 . jmdn. sehr
2erschrecken (1.1): diese Nachricht hat ihn ge
schockt; sie waren geschockt (schockiert) von diesen
Worten; er hat mich ganz schön geschockt
schockieren fsw. Vb.; hat/ 1. jmdn. in (sittliche)
Entrüstung versetzen, bei jmdm . starken A nstoß er
regen: er hat die Gäste durch sein Benehmen,
seine Kleidung schockiert — 2 . die Mannschaft
ließ sich auch durch das zweite Tor nicht s. (aus
der Fassung bringen)
schofel fAdj.j umg. gemein (1.1.1): ein schofler
Kerl; sich jmdm. gegenüber s. benehmen; eine
schofele Gesinnung, H andlung
schofelig fAdj.f schofel
Sch affe, der; -n, -n a n einem Schöffengericht ehren
amtlich eingesetzter Bürger, der gemeinsam mit dem
Richter Rechtsfälle beurteilt: die Mitwirkung der
Schöffen am Strafverfahren
Schöffen Igericht, das Gericht, in dem Richter und
Schöffen gemeinsam und gleichberechtigt fungieren
Schofför, der s. Chauffeur
schgflig fAdj.f s. schofelig
Schok o ffür Schokoladen]/ s. Schokoladen|
Schokolade, die;
- n fvorw. Sg.f 1. Genußmittel
aus Kakaomasse, -butter, Zucker und Aromastoffen:
eine Tafel, ein Riegel, Stückchen S.; er ißt gern S.
—
2. aus 1 unter Verwendung von Milch und
Zuck er hergestelltes Getränk
Schokoladen zu Schokolade 1] -e is , das mit Schoko
lade, Kakao hergestelltes Speiseeis; -guß, der Scho
kolade enthaltender Guß (4); -plätzch en, das kleines
rundes Stück Schokolade, das mit buntem Zucker
bestreut ist; -pudding, der vgl.
- eis; -tafel, die
Tafel (2) aus Schokolade; -Überzug, der vgl. -guß
Scholastik, die; jo. Pl.f 1. Philosophie des mittel
alterlichen Katholizism us, die die kirchlichen Dog
men vernunftmäßig zu begründen und mit der über
lieferten Philosophie in Einklang zu bringen suchte
—
2. veraltend engstirnige Schulweisheit, Spitz
findigkeit
Scholastiker, der; -s, - 1 . Vertreter der Scholastik (1)
—
2. Verfechter engstirniger Schulweisheit, s p itz
findiger Mensch
scholastisch fAdj. ; zu Scholastik/
Scholle, die; -,
- n L I . Erdscholle: der Geruch frisch
umgebrochener Schollen — 2 . Eisscholle: die
Schollen haben sich an der Brücke gestaut
—
3. G eol. großer, von anderen getrennter
Teil der Erdkruste von kontinentalem Ausm aß —
EL Plattfisch, der vorwiegend in Küstennahe nördli
cher Meere vorkommt und als Speisefisch genutzt wird
Schöllkraut, das jo. Pl.f auf Schutt und Mauern
wachsende krautige Pflanze m it gefiederten Blättern
und milchigem Saft in hohlen Stengeln
schon fAdv.f 1.1. /zeit!.; drückt aus 1.1 . daß etw.
früher als angenommen geschiehtf: er muß s. um
fünf Uhr aufstehen; warum willst du s. gehen?;
das habe ich s. längst gewußt; er ist s. 1,80 Meter
groß; ich komme (ja) s. (bin auf dem Wege); er
hat s. (früher einmal) Besseres geleistet 1.2 . daß
etw. vor dem Zeitpunkt der Rede abgeschlossen ist/:
ich hatte s. davon gehört; ich habe s. gegessen
1.3 . daß etw. länger als angenommen dauertf: wir
kennen uns s. lange; er wartet s. eine halbe Stunde;
er arbeitet s. seit zwei Jahren daran 1.4 . daß etw.
häufiger als erwünscht geschiehtf: er h at s. dreimal
angerufen; was will er denn s. wieder? 1.5 . daß
etw. Künftiges geschehen sein möge; in Wunsch
sätzen!: wenn er doch s. weg wäre!; wenn ich
das Auto s. hätte! — 2 . fstellt etw. Bestimmtes als
hinreichend für einen Sachverhalt herausf: s. seine
Stimme geht mir auf die Nerven; die Vorstellung
davon machte ihn s. glücklich — II . /als Partikel;
meist unbetontf 1. /dient der Verstärkung/: das ist
s. so; das mußt, kannst du mir s. glauben; das
kann s. so gewesen sein; du wirst s. recht haben;
das ist s. wahr, stimmt s.; es ist s. (wirklich) herr
lich hier; ich denke s.; das mag s. stimmen; jetzt
geht es s .; was sollte da s. passieren?; wem nützt
das s.?; wenn ich s. einmal hier bin, dann will ich
es mir auch ansehen — 2 . /dient als beruhigender,
beschwichtigender Zuspruchf: er kom mt s., wenn
er wieder etwas braucht; das schaffst du s.; sie
wird s. damit fertig werden; s. gut!; s. recht so!
—
3. /drückt Ungeduld a usj: geh s. (doch, endlich)
und frage nicht so v iel!; wie heißt er s. (denri)%
+ umg. na wenn s. (das macht nichts)l; wenn s.,
denn s. (wenn, dann aber auch richtig, gründlich) !
schön fAdj.; / auch schönstens/ 1. das ästhetische
Empfinden angenehm berührend: ein schöner A n
blick, Mensch; ein schönes Mädchen; er, sie hat
schöne Augen, Hände; eine schöne Blume, Land
schaft, Stadt, Aussicht; sie trägt ein schönes
Kleid; sie ist auffallend s.; sie hat eine schöne
(wohltönende) Stimme; ich finde diese Melodie sehr
s.; O die schöne Literatur (Belletristik); die
schönen Künste fzusammenfassende Bez. für B au
kunst, Bildhauerkunst, Malerei, Dichtung, M usik ,
darstellende K unstf — 2 .1 . angenehm, ansprechend:
wir haben einen schönen Abend, eine schöne Zeit
verlebt, eine schöne Reise gemacht; das Leben
schöner gestalten; sein schönstes Erlebnis; schönes
(sonniges) Wetter; ein (strahlend) schöner Tag; es
ist s., daß ich dich treffe; am schönsten (besten)
wäre es, wenn ... 2 .2 . gut (2.1), erfreulich: das ist
ein schöner Zug an ihm; das ist eine schöne (be
achtliche) Leistung; er hat ihr gegenüber nicht s.
(nicht anständig) gehandelt; das war (nicht) s. von
ihm 2.3. umg. iron. das sind ja schöne (unerfreu
liche) Geschichten, Aussichten!; du bist mir ein
schöner (unzuverlässiger) Freund!; das wird ja im
mer schöner (schlimmer)!; da hast du ja was Schönes
(Törichtes) angerichtet — 3 . um g. 3 .1 . ziemlich
groß, beträchtlich: das war ein schönes Stück
Arbeit; eine schöne Summe Geld; er hat ein schö
nes (hohes) Alter erreicht; der Koffer hat ein ganz
schönes Gewicht (ist ziemlich schwer); er verdient
ganz s. (ganz gut, recht viel) 3.2 . fadv.f sehr: du
Schonbezug — Schoppenwein
1017
bist s. dumm, wenn...; das ist s. teuer; er ist s.
betrogen worden; er wird sich s. wundern — 4 .
Iadv.; in Aufforderungssätzen/ u m g . wie es sich
gehört, wie es sein soll: s. der Reihe nach!; laß ihn
mal s. in Ruhe!; s. langsam fahren!; immer s.
ruhig bleiben! — 5 . fin HöflichkeitsGrußformeln):
einen schönen Gruß bestellen; sehön(st)en Dank
(für ...)!; sie läßt alle s. grüßen; danke, bitte s .!
—
6* ladv.l umg. /drückt Zustimmung, Einver
ständnis aus/ ja, gut: s., ich richte es aus; (na) s.
(einverstanden) !
-f* umg. das ist (ja) alles ganz s. und gut, gut
und s., aber ... (was da gesagt wurde, stimmt zwar,
aber ...); das wäre ja noch schöner (das kommt
gar nicht in Frage)!; — jmdm. schöne / Augen
machen; eines schönen / Tages; das sind nur
schöne / Worte
Schon [bezug, der Überzug (1.2), der etw. schont:
die Autositze, Sessel haben Schonbezüge
schonen jsw. Vb.; hat/ 1,1. etw. so sorgsam, pfleg
lich behandeln, gebrauchen, d aß es lange i n einem
guten Zustand erhalten bleibt: seine Kleidung, das
Auto s. 1 .2 . den Kranken, einen Gebrechlichen s.
(ihn jSo behandeln, daß man ihn nicht überanstrengt,
belastet); jmdn. schonend behandeln; jmdm. etw.
schonend beibringen; seine Kräfte s. (mit seinen
Kräften haushalten); sich s. (sich nicht überan
strengen, auf seine Gesundheit Rücksicht nehmen)
1.8 . etw. schont etw. etw. greift etw. nicht an, ist
gut für etw.: diese Seife schont die Haut; das
Waschmittel schont die Wäsche
Schoner, der; -s, - Segelschiff mit mehreren Masten,
dessen größter M a st a n letzter Stelle steht
schgn/Schön| -färben fVb.f etw. günstiger dar-
stellen, als es tatsächlich ist: sie hat in ihrem B e
richt nicht schöngefärbt; -färberei, -färberei, die:
der Artikel enthielt viele Schönfärbereien (in dem
Artikel war vieles schöngefärbt); -geist, der fPl. -er/
jmd ., der sich (zu einseitig) für die schöne Literatur,
die schönen Künste, das Ästhetische interessiert;
- geistig jAdj.; nur attr.f 1. schöngeistige Literatur
(Belletristik) — 2 . ein schöngeistiger Mensch (ein
Schöngeist)
Schönheit, die;
-en 1.fo. PL; zu schön 1/: die
S. der Natur, eines Bauwerks; ein Werk von
großer kla nglicher S.
—
2. sehr schöne Frau: sie
ist eine S. — 8 . /nur im PL/ die Schönheiten eines
Landes, einer Stadt (alles das, was an einem Land,
einer Stadt schön ist)
Sehönheitsi -fehler, der etw., das sich im Äußeren
einer Person, Sache unvorteilhaft ausnimmt: die
Warze auf ihrer Wange ist ein kleiner S.; -ideal,
das das, was jmdm. od. einer Generation, einem Volk
als Ideal des Schönen vorschwebt: das klassische,
griechische S.;
- m ittel, das M ittel für die Schön
heitspflege; -Operation, die Operation, durch die ein
Schönheitsfehler korrigiert wird; -pflege, die Körper
pflege, bes. Gesichtspflege, die einem schönen A u s
sehen dient; -sinn, der jo. PLfz er hat einen aus
gesprochenen S. (Sinn 1.2 für das Schöne)
Schon{kost, die salzarme Kost aus leicht verdau
lichen Nahrungsmitteln und wenig Fett, Diät:
jmdn. auf S. / setzen
schön Imachen fVb.j 1. sich s. sich sorgfältig kleiden
und sich ein gepflegtes Aussehen geben — 2 . der
Hund macht schön (setzt sich mit erhobenen Pfoten
aufrecht auf die hinteren Beine)
Schon |platz, der A rbeitsplatz in einem soz. Betrieb
für einen Werktätigen m it zeitweilig verminderter
Leistungsfähigkeit
schönstens jÄdv.; / auch schön/ umg.: er läßt s.
(sehr freundlich, bestens) grüßen
Schön/schön umg .|
- tuerei, -tuerei, die;
-en
Schmeichelei; rtun fVb.f: mit jmdm. s. (jmdm.
schmeicheln 1)
Schonung, die; -en I. /o. Pl.f 1. das Schonen (1.2):
etw., jmdn. m it S. behandeln; ohne S. verfahren,
Vorgehen; jmdn. um S. (für jmdn.) bitten —
2. nach der Kur erhielt sie noch einige Tage S.
(arbeitsfreie Zeit für weitere Genesung) — II . ein
gegrenztes Stück Wald mit jungem Baumbestand:
eine S. anlegen
schonungs zu Schonung 1*1j -bedürftig jAdj.f: s.
sein; -los jA dj.j ohne Schonung, rücksichtslos: eine
schonungslose Kritik; s. von etw. reden, über etw.
berichten; -voll lA dj./ voller Schonung, rücksichts
voll: mit jmdm. s. umgehen
Schönwetter| -hoch, das M eteor. Hoch, unter
dessen Einfluß schönes Wetter herrscht; -periode,
die
Schon[zeit, die 1. Zeitraum, in dem das Jagen und
Fangen bestimmter Tiere verboten ist: die S. für
Hasen, Rehe — 2 . jo. PLj Schonung (1.2): nach
der Operation erhielt sie noch drei Wochen S.
Schopf, der; -(e)s, Schöpfe 1. dichtes Kopfhaar:
ein buschiger S.; jmdn. beim S. fassen, packen —
2. Büschel von längeren Federn auf dem K opf be
stimmter Vögel: ein Papagei mit einem bunten S.
4- etw. beim S., Schopfe packen etw., was sich als
günstig anbietet, schnell entschlossen ausnutzen: die
Gelegenheit, das Glück beim S., Schopfe packen
schöpfen fsw. Vb.; hat/ 1. mit einem Gefäß od. der
hohlen H and aus einer größeren Menge Flüssigkeit
einen Teil herausnehmen (und irgendwohin tun):
Wasser aus der Wanne, aus einem Brunnen, Bach
s.
—
2. fin den Verbindungen! Atem s. (tief ein-
atmen 1.1); Verdacht s. (mißtrauisch werden)
+ aus dem / vollen s.
Schöpfer, der; -s, - 1.1. geh. jmd., der etw. Neues,
Bedeutendes schafft, geschaffen hat: er ist der S.
dieses Kunstwerkes, Projektes — 2 . jo. PLj Rel.
Gott (1.1) — II . Gefäß zum Schöpfen; Schöpfkelle
schöpferisch jA dj.j neue Erkenntnisse suchend und
gewinnend und durch das Schaffen von Neuem den
gesellschaftlichen R eichtum vermehrend: ein s chöp
ferischer Mensch; er hat schöpferische Fähigkeiten;
schöpferische Phantasie entfalten; schöpferische
Arbeit leisten; schöpferische K räfte (des Volkes)
wecken; s. tätig sein
Schöpfertum, das; -(e)s, fo. PL/ geh . das Schöpfe-
Schöpf|kelle, die K elle (2)
Schöpfung, die; -,
- e n 1. jo. Pl.j die schöpferische
Gestaltung: für die S. des K unstwerkes erhielt er
einen Preis — 2 .1 . Ergebnis schöpferischer Tätig
keit: die Oper, diese Plastik ist eine reife S. (ein
Meisterwerk 1) des Künstlers; die neuesten Schöp
fungen der Mode 2.2 . fo. Pl.j Rel. das nach dem
Glauben von Gott Geschaffene: G o ttes S.
-b
die / Herren der S.
Schoppen, der; -s, - ein Glas mit einem Viertelliter
Wein: einen S. Wein bestellen; einen S. trinken
Schoppen |wein, der Wein, der (vom F aß gezapft
und) in Schoppen ausgeschenkt wird
1018
Schöps — Schrankwand
Schöps, der; -es, -e o stmitteldt. österr. 1. ver
schnittener Schafbock — 2 . / o. PI ./ Fleisch von 1
Schorf, der; -(e)s, -e 1. jvorw. Sg./ Kruste aus
getrocknetem Blut auf Wundem auf der Wunde
bildet sich S.
—
2. jo. PL) BioL durch Pilze
hervorgerufene Pflanzenkrankheit; zu 1 schorfig
/Adj.j: sein Knie war ganz s.
Schorle, d i e ; -n Schorlemorle
Schorlemorle, die;
- n Getränk aus Wein und
Selterswasser
Schornstein , der senkrecht hochgeführter Schacht
zum Abzug (2.3) für die Rauchgase einer Feuer
stätte'. ein hoher S.; die Schornsteine eines Indu
striegebietes; der S. raucht, qualmt; den S. fegen,
reinigen
- f umg, etw. in den S. schreiben (etw. verloren
geben)
Schornstein |feger, der Facharbeiter, der den Schorn
stein reinigt und Feuerstätten überwacht
Schose, die; -,
-n jvorw. Sg./ umg. jemot./ 1.1. er
hat die ganze S. (Sache, Angelegenheit) einfach
weitergeleitet 1.2 . da liegt nun die ganze S. (das
Zeug, der Kram)
^choß, der; -es, Schöße 1. die bei einer sitzenden
Person von Unterleib und Oberschenkel gebildete
Fläche', das Kind sitzt auf dem S. der Mutter;
sie hielt ihre Hände im S., ließ ihre Hände in den
S. sinken; er hatte das Buch auf dem S. (liegen)
—
2. jo. Pl.j geh. Mutterleib: sie trägt ein Kind
in ihrem S.; O das Neue entwickelt sich im S.
des Alten — 8 . an der Taille angesetzter Teil bei
Oberbekleidung: ein Frack m it (langen) Schößen;
eine Jacke, ein Kleid mit S.
+ etw. fällt jmdm. in den S. (fällt ihm mühelos
zu); — wie in / Abrahams S. sitzen, ruhen; die
/ Hände in den S. legen
2SchQß, der; Schosses, Schosse lang gewachsener
junger Trieb (II): die unfruchtbaren Schosse aus-
schneideh
Schoß| -hund, der kleiner, meist in der Wohnung
gehaltener verhätschelter Hund; -kind, das ver
hätscheltes, verzärteltes K in d
Schößling, der; -s, -e 1. aus dem Wurzelstock lang
hervorgewachsener Trieb (II): der Baumstumpf hat
Schößlinge getrieben — 2 . aus 1 gezogene junge
Pflanze\ Schößlinge setzen, pflanzen
Schot, die; -,
-en
s. Schote (II)
Schote, die; -,
-n 1,1,1. Frucht bes. der Kreuz
blütler in Form einer (flachen, länglichen) Kap sel:
die Schoten des Rapses, Paprikas; die Schoten
sind noch grün; die reife S. platzt, springt auf
1.2. Hülse bes. der Erbse (1) — 2. landsch. Erbse
(1) T- 8. jvorw. Pl.j landsch. grüner Samen von 2
—
II. Seemannsspr. Leine am unteren Ende des
Segels, mit dem die Stellung des Segels zur Richtung
des Schiffes verändert wird: die Schoten fest-
machen — Dtt. s a l o p p komische Geschichte, Witz:
was der uns immer für Schoten erzählt!
Schott, das; -(e)s, -e Seemannsspr. der Sicher
heit, Festigkeit und Unterteilung des Schiffskörpers
dienendes Bauelement: die Schotte schließen,
öffnen
Schotte, die; -n s. Schott
Schotten, der; -s,
-
Kleiderstoff mit karierter
Musterung, die sich aus ineinandergeschobenen ver
schiedenfarbigen Quadraten nn d Rechtecken ergibt:
ein Kleid aus S.
Schotter, der; -s, - jvorw. Sg.j 1. maschinell zer
kleinerte Steine, die bes. zur Befestigung von Straßen,
Gleisanlagen dienen — 2 . in Wasserläufen ab
gelagertes Geröll
schraffieren /sw. Vb.; hat/ bestimmte Flächen einer
Zeichnung, eine Zeichnung m it zahlreichen dünnen,
dicht nebeneinanderliegenden, parallelen Strichen
versehen: auf dem Plan ist eine Teilfläche schwarz
schraffiert; dazu Schraffierung, die; -,
-en
u.
Schraffur, die; -,
-en
schräg IAdj.j 1. von einer senkrechten od. waage
rechten Linie in spitzem Winkel abweichend, zur
Seite geneigt: eine schräge Linie; ein schräges
Dach; die Kammer hat schräge Seitenwände; eine
s. stehende Leiter; etw. s. schneiden, stellen; er
wohnt s. gegenüber — 2 . umg. schräge (heiße 3)
Musik; zu 1 Schräge, die; -,
-n 1. jo. Pl.j das
Schrägsein: die S. des Daches — 2 . schräge Fläche
SchrBg/schräg zu schräg 1| -läge, die jvorw. Sg.j:
die S. des Schiffes; -Stellung, die jvorw. Sg.j: die
S. der Erdachse; -streifen, der; -strich, dev vertikal
schrägstehendes graphisches Zeichen: zwisch en de n
Zahlen steht ein S .; der Kommentar ist in Schräg
striche eingeschlossen; -über jA dv.j u m g . schräg
gegenüber; er wohnt s.
Schramme, die; -,
-n Riß, Kratzer in der mensch
lichen H aut od. in der glatten Oberfläche eines
Gegenstandes: er hat eine S. am Knie; das Lino
leum, die Wand hat schon mehrere Schrammen
schrammen /sw. Vb.; hat/ sich etw., sich leicht ver
letzen (1), so daß eine Schramme entsteht: er h at
sich den Ellenbogen geschrammt
Schrank, der; -(e)s, Schränke mit Türen versehenes
Möbelstück zur Aufbewahrung von Gegenständen,
bes. Wäsche, Kleidung: den S. aus -, einräumen,
öffnen, (zu)sehließen; den S. aufstellen; ein S. aus
Eiche; ein eingebauter S. (Einbauschrank), kom
binierter S. (Kombischrank)
+ jmd. hat nicht alle / Tassen im S.
Schranke, die;
-n 1. jder PI. kann auch den Sg.
m einen/ um eine horizontale Achse aufrichtbare
Stange (1.1), die, waagerecht gestellt, als Absperrung
(von Durch-, Übergängen) dient: die S., Schranken
(am Bahnübergang) herunterlassen, auf-, hoch-
ziehen; die Schranken gingen hoch; <0> Schranken,
die zwischen Bevölkerungsgruppen errichtet wur
den — 2 . jvorw. Pl.j moralische Schranken (die
durch die M o ral für das Verhalten gegebenen
Grenzen 2); sie überschritten die Schranken der
Konvention
+ jmdn. in die Schranken (ver)weisen (zur M äßi
gung auffordern)
schränken jsw. Vb.; hat/ Handw .: die Zähne der
Säge s. (die Zähne abwechselnd rechts und link s
abbiegen)
schranken/Schranken| -los /A dj.j 1. /nicht adv.j
ein schrankenloser (unbeschrankter) Bahnübergang
—
2. zu jmdm. schrankenloses (unbegrenztes) Ver
trauen haben; -Wärter, der für die Bedienung einer
Bahnschranke verantwortlicher Eisenbahner
Schrank/schrank| -fach, das; -fertig /Adj.j:
schrankfertige Wäsche (von der Wäscherei ge
lieferte gewaschene, gemangelte un d gelegte Wäsche);
- teil, das Schrank als Teil einer Schrankwand;
- wand, die aus Regalen und Schränken zusammen
gesetztes Möbel von der Ausdehnung einer Zimmer-
wand
Schraubdeckel — schreiben
1019
Schraub |deekel, der Deckel mit Gewinde, der a uf
Gefäße geschraubt w ird
Schraube, die;
-n 1. m it einem Gewinde und
einem K opf versehener Bolzen bes. zur Herstellung
lösbarer Verbindungen', eine S. m it Mutter; ein e S.
anziehen, aus-, einschrauben; an einer S. drehen;
etw. mit Schrauben befestigen — 2 . Schiffs
schraube — 3. Sport Sprung mit Drehung des
Körpers um seine Längsachse — 4. salopp femot.
neg. ; von einer weiblichen Person/: sie ist eine alte,
verdrehte S. (sie is t verschroben, verdreht)
+ eine S. ohne Ende (etw., bei dem kein Ende
abzusehen ist); umg. bei jmdm. ist eine S. locker,
los(e) (jmd. ist nicht ganz normal)
schrauben /sw. Vb.; hat; / auch geschraubt/ 1.
eine Schraube in etw. hinein-, a us etw. heraus
drehen : eine Schraube in das B rett, aus der H alte
rung s. — 2. etw. an etw. s. etw. mit einer Schraube
an einer Sache befestigen', ein Schloß an die Tür,
die Brotschneidemaschine an den Tisch s.
—
3.
etw. auf, in, von etw. s. zvjei Teile mit ineinander-
passend en Gewinden durch Drehen verbinden od.
trennen, lösen: den Schraubdeckel auf das Marme
ladenglas s.; die Glühbirne in die Lampe s.; den
Deckel vom Glas s.
Schrauben zu Schraube.1| -dreher, der fach spr.
Werkzeug zum Anziehen und Lösen von Schrauben
m it eingekerbten Schlitzen; -gewinde, das spiralige
Vertiefung an einer Schraube; -köpf, der eckiger
od. m it eingekerbtem Schlitz od. zwei flügelartig ab
stehenden Teilen versehener genormter K opf einer
Schraube; -linie , die in gleichmäßigen Windungen
im Raum verlaufende Linie: in einer S. führt
die Treppe zur Turmspitze; -mutter, die fPl.
- n / an der Innenseite m it einem Gewinde versehenes
Teil, das auf das Gewinde einer Schraube auf
geschraubt wird: die S. lockern, lösen, anziehen;
-Schlüssel, der Werkzeug zum Anziehen und Lösen
von Schrauben und Muttern mit eckigen Köpfen;
- zieher, der; -s, - Schraubendreher
Schraub] -stock, der /PI. -stocke/ mit Backen (II)
versehenes Gerät, in das Werkstücke zur Bearbeitung
eingespannt werden; -Verschluß, der Schraubdeckel
Schrebergarten, der v era lten d Kleingarten in
einer Laubenkolonie
Schreck, der; -(e)s, -e jvorw. Sg.j plötzliche, heftige,
m it Angst und Entsetzen verbundene psychische E r
schütterung: ein großer, plötzlicher, tödlicher S .;
ein eisiger S. erfaßte, lähmte ihn; jmdm. einen S.
einjagen; das geschah nur im ersten S.; der S-
lag ihr (noch) in den Gliedern, ist ihr in alle Glieder
gefahren; vor S. aufschreien, da vonlaufen, (an
allen Gliedern) zittern; sie war bleich, starr und
steif vor S .; er ist (noch einmal) mit dem (bloßen)
S. davongekommen; umg. scherzh. S.,
laß
nach!; ach du (mein, lieber) S.! /Ausrufe der Be
stürzung, Erregung/
Schrecken jsw. Vb.; hat/ 1. jmdn. 2erschrecken
(1.1), ängstigen: jmdn. m it Drohungen s., durch
harte Strafen zu s. versuchen; er ließ sich durch
nichts s.
—
2. jmdn. aus dem Schlaf s. (plötzlich
au s dem Schlaf herausreißen)
2schrecken (er schreckt, auch schrickt), schreck
te, auch schrak, ist geschreckt jmd. schreckt aus
dem Schlaf (fährt erschrocken aus dem Schlaf
auf)
Schrecken, der; -s, - 1 . /vorw. Sg.j m eist länger
anhaltende, mit Angst und Entsetzen verbundene
psychische Erschütterung: ein panischer, grenzen
loser S.; (Angst und) S. verbreiten; jmdn. in
(Angst und) S. versetzen — 2 . jvorw. Pl.j Furcht
und Entsetzen hervorrufende Wirkung von e tw .: die
S. des Todes; sie blieben von den S. des Krieges
verschont
schrecken |erregend /A d j.j : eine schreckenerregende
(entsetzliche) Tat
schreckens/Schreckens| -bleich jA d j./ geh . bleich
vor Schreck: sie starrte ihn s. an; -herrschaft, die
jo. P l.j auf Terror gestützte Herrschaft, die Schrek-
ken verbreitet: die S. des Faschismus; -nachricht,
die schreckenerregende Nachricht: jmdm. eine S.
überbringen, m itteilen
Schreck Igespenst, das etw. Drohendes, das Angst
und Schrecken hervorruft: das S. des Krieges
schreckhaft jA dj.j 1. leicht zu 2erschrecken (1.1):
er ist sehr s.
—
2. eine schreckhafte (durch E r
schrecken ruckartige und unkontrollierte) Bewegung
machen; s. zusammenfahren
sch recklich jA d j.j 1. grauenerregend, entsetzen
erregend: ein schreckliches Unglück; eine schreck
liche Nachricht hören; die Unfallstelle bot einen
schrecklichen Anblick; schreckliche Qualen, Pein
erdulden; er stieß schreckliche Drohungen, Ver
wünschungen aus; etw. Schreckliches ist ge
schehen; das ist ja s.! — 2. umg. /emot.j 2,1. sehr
unangenehm: wir waren in einer schrecklichen
Lage; es war mir s., ihr das sagen zu müssen 2.2 .
unausstehlich, unerträglich: er ist ein schrecklicher
Mensch 2.3 . von großem Ausm aß: eine schreckliche
Finsternis, Hitze, Kälte; er hat schreckliche Angst
vor dem Examen 2.4 . jadv.; drückt einen hohen
Grad aus/ das Buch ist s. (sehr) interessant, span
nend; er hat sich s. darüber aufgeregt; das dauert
aber s. lange!
Schrecknis, das; -ses, -se g eh . schreckliches (1) E r
eignis : die Schrecknisse des Krieges
Schreck] -schraube, die s a l o p p jemot. neg.; von
einer weiblichen Personj: sie ist eine alte S.
(ist verschroben); -schuß, der jPl.
-s ehüsse/ un
gezielter Schuß, der jmdn. nur erschrecken soll;
O die angekündigte Strafe war nur ein S. gewe
sen; -Sekunde, die Zeitspanne zwischen dem E r
schrecken und dem Reagieren auf das Ereignis:
die S. überwinden und richtig handeln
Schrei, der; -(e)s, -e 1. von einem Lebewesen aus
gestoßener unartikulierter schriller Laut: ein lauter,
gellender S.; der S. eines Menschen, Tieres; die
Schreie der Verletzten waren weithin hörbar; ein
S. (aus tausend Kehlen) stieg aus dem Stadion
auf; sie stieß einen (leisen) S. der Überraschung,,
des Entsetzens aus; mit einem S. brach, sank sie
in die Knie — 2 . jvorw. Sg.j der S. (das ungestüme
Verlangen) nach Rache
•f umg. der letzte S. (die neueste Mode)
Schreib! -arbeit, die jvorw. Pl.j: gegen Honorar
Schreiba rbeiten (die maschinenschriftliche H e r
stellung von Texten) übernehmen; -büro, das E in
richtung, in der gegen Honorar maschinenschrift
liche Arbeiten angefertigt werden
Schreibe, die; -,
-n jvorw. Sg.j umg. scherzh.
Schreibgerät: hast du mal eine S.?
schreiben, schrieb, h at geschrieben 1.1 . Schrift
zeichen in einer bestimmten Form und Reihenfolge,
einen Text mit einem Schreibgerät zu Papier bringen,
1020
Schreiben — Schriftenreihe
schriftlich festhalten (4): g ut, schön, schlecht, ( u n
leserlich, sauber s.; Buchstaben, Zahlen, Noten s.;
ein W ort falsch, richtig s .; dieses W ort wird groß,
klein geschrieben; ,Waage* schreibt man mit ,aa ‘,
wird mit ,aa* geschrieben; s. lernen; mit dem Blei
stift, Kugelschreiber, mit Tinte, mit der Hand,
m it, auf der Maschine s.; (etw. in) Steno(graphie)
s .; nach Diktat s.; (sich) Notizen, ein paar Worte
in ein Merkheft s.; einen Satz an die Wandtafel s.;
ein Diktat s.; etw. auf der Maschine s.; Rech
nungen s. 1 .2 . jmdn. krank s. (jmdm. seine Arbeits
unfähigkeit wegen K rankheit ärztlich bescheinigen) —
2. einen Text entwerfen und niedersehreiben: einen
Artikel, Brief, Bericht, Roman, seine Dissertation
s . ; Musik zu einem Film s. (komponieren); an etw.
s. (mit dem Entwurf und der Niederschrift von etw.
beschäftigt sein) — 8 . jmdm., a n jmdn. s. jmdm . etw.
in Form eines Briefes mitteilen: jmdm., an jmdn.
eine Nachricht s.; er schreibt mir regelmäßig; er
schrieb uns, daß ...; er hat (uns) lange nicht ge
schrieben; sich mit jmdm. s . (in Briefwechsel mit
jmdm. stehen) — 4 . schriftstellerisch, als Journalist
tätig sein: er schreibt für den Rundfunk, die
Zeitung; /in der DDRj schreibende (sich schrift
stellerisch qualifizierende, schriftstellerisch tätige)
Arbeiter — 5 . eine bestimmte Schreibweise (2)
haben: lebendig, interessant s.; einen schlechten
Stil, gutes Deutsch s.; der Aufsatz ist flüssig, ver
ständlich geschrieben
+ sich die Finger wund s.; etw. steht jmdm.
im
Gesicht geschrieben; etw. ist jmdm. auf
den / Leib geschrieben; sich etw. hinter die
Ohren s.; etw. in den ^ Rauch s.; etw. ins
/ reine s.; / sage und schreibe; etw. in den
Schornstein s.; etw. ins / unreine s.
Schreiben, das; -s, - B rief offiziellen Charakters:
ein dienstliches, vertrauliches S.; ein S. abfassen,
diktieren; auf Ihr S. vom 10. Juli teilen wir Ihnen
folgendes m it...
Schreiber, der; -s, - 1 . jmd., der etw. schreibt (2),
geschrieben h a t: wer ist der S. dieses Briefes? —
2. Schweiz. Schriftführer — 8. Techn. elektrisches
Gerät, das M eßwerte aufzeichnet
Schreiberei, die; -,
-en
u m g . das (fortwährende)
Schreiben (1 —4): eine endlose, ermüdende S.;
diese unnötige S. hätte er sich sparen können
Schreiberling, der; -s, -e sehr produktiver, aber
niveauloser J ou rnalist, Schriftsteller
schreib/Schreib) -fa ul /A dj./ zu faul zum Briefe
schreiben; -feder, die kleiner spitz zulaufender
Gegenstand aus dünnem M etall, der das Schreiben
m it Tinte ermöglicht; -fehler, der beim Schreiben
(1) unterlaufener Fehler; -gerät, das Gegenstand,
mit dem man schreibt (1.1); -gewandt /Adj./ ge
wandt im Schreiben (1.1, 2); -heft, das Schulheft
m it liniiertem Papier; -kraft, die jmd., der beruf
lich Schreibarbeiten ausführt; -mappe, die M appe
für Schreib-, Briefpapier; -maschine, die Büro
maschine, m it der durch Niederdrücken von Tasten
Schriftzeichen auf Papier übertragen werden, so daß
ein wie gedruckt wirkender Text entsteht; -m aschi-
nenpapier, das fo. Pl.f für das Beschreiben mit der
Schreibmaschine geeignetes P apier mit bestimmtem
Format; -papier, das fo. Pl.f Papier bestimmter
Qualität zum Schreiben (1.1); -schrank, der einem
Schrank ähnliches Möbelstück m it herausklappbarer
Platte, an der man schreiben kann; -tisch, der
Tisch mit verschließbaren Türen und (Schub
fächern, an dem m an schreiben kann
Schreibung, die; -,
- e n Schreibweise (1) eines Wor
tes bes. hinsichtlich der Rechtschreibung: Fre md
wörter haben oft eine schwierige S.
Schreib) -waren, die fPLf alle zum Schreiben (1.1)
benötigten Waren; -weise, die 1. Art, wie ein Wort
geschrieben wird, Schreibung — 2 . A rt und Weise
des schriftlichen Ausdrucks; -zeug, das zum Schrei
ben (1.1) benötigte Gegenstände
schreien, schrie, hat geschrie(e)n / /
auch
schreiend/ 1.1 . Schreie ausstoßen: laut, gellend s.;
vor Schmerz, Qual s.; wie ein Tier s.; das Baby
hat die ganze Nacht geschrien (laut geweint) 1.2 .
sich heiser s. (durch 1.1 heiser werden) — 2 . etw.
ungehemmt in größtmöglicher Lautstärke äußern,
rufen: er schrie ihm seine W ut, seine Verachtung
ins Gesicht; schrei nicht so, ich bin nicht taub
(sprich leiser)!; Hilfe s. — 8 . nach etw. s.: nach
Rache, Vergeltung s. (nachdrücklich Rache, Ver
geltung fordern)
+ umg. spött. etw. ist zum Schreien (etw. ist
sehr komisch); — etw. schreit zum / Himmel;
sich die / Kehle, / Lunge aus dem Hals(e),
Leib(e) s.; s. wie am / Spieß; / Zeter und
Mordio s.
schreiend fAdj.; nicht adv.; / auch schreien/ 1.
schreiende (auffallende, grelle) Farben — 2 . / nicht
präd.; emot.j das ist eine schreiende (empörende
1.1) Ungerechtigkeit; ein schreiendes Unrecht
Schrei|hals, der umg. Kind, das oft schreit (1.1)
Schrein, der; -(e)s, -e v era ltend geh. Behältnis,
Truhe (für kostbare, kultische Gegenstände)
Schreiner, der; -s,
-
landsch.,
bes. süddt.
Sch w eiz. Tischler; dazu Schreinerei, die; -*
-en
Tischlerei (1)
schreiten, schritt, ist geschritten geh. 1. (gemes
senen Schrittes) gehen (1): langsam, würdig s.; sie
schritt über den Laufsteg — 2 . zu etw. s .: zur
Tat s. (etw. zu tun beginnen); wir s. jetzt zur Ab
stimmung (beginnen jetzt mit der Abstimmung)
Sehre|t)vogel, der Vogel mit langen Beinen zum
Waten auf feuchten Wiesen und mit langem Hals
Schrieb, der; -s, -e u m g . /oft emot. neg.j Schreiben:
einen S. aufsetzen, abschicken; wer h at denn den
S. verfaßt?
Schrift, die; -,
- e n 1. System graphischer Zeichen,
m it denen Sprache aufgezeichnet werden kann: eine
S. aus Buchstaben, Wort-, Silben- oder Laut
zeichen; die ältesten Schriften sind Bilderschriften
— 2 .1 . Handschrift (1): er hat eine ausgeschriebene,
eigenwillige S .; ein Formular in klarer, leserlicher
S. ausfüllen; jmds. S. beurteilen, entziffern 2.2 .
Schriftart: eine (halb)fette, kursive S.; Antiqua
ist eine vielverwendete S.
—
8. Abhandlung (1):
eine philosophische, naturwissenschaftliche S.;
eine S. verfassen, herausgeben, drucken; Schriften
zu einem Wissensgebiet; Wielands sämtliche
Schriften (Werke); Rel. ev. k ath. die (Heilige) S.
(die Bibel)
Schrift) -art, die A rt der gedruckten Schrift (1);
- b i l d , das Erscheinungsform eines durch Schreiben
od. Druck hergestellten Textes
Schriftenjreihe, die Reihe thematisch od. systema
tisch zusammengehöriger Veröffentlichungen eines
Verlages in gleicher Ausstattung: eine naturwissen
schaftliche, literarische S.; eine S. herausbringen;
Schriftführer — schrubben
1021
ein e S. zum Arbeitsrecht, über moderne Dramatik
Schrift| -führer, der jmd., der in Vereinigungen,
Institutionen das Protokoll, den Schriftverkehr
fuhrt; -grad, der /PL -e/ Druckerei Größe der
gedruckten Schrift (1) nach typographischen Pu nk
ten: ,Petit4ist ein S. von 8 Punkt(en)
schriftlich /Adj./ in geschriebener Form : schrift
liche Hausaufgaben, Prüfungen, Unterlagen; s.
überlieferte Quellen; einen Antrag s. einreichen;
etw . s. m itteilen, abmachen, niederlegen; würden
Sie mir das bitte s. geben (in geschriebener Form
bestätigen)?; umg. das kannst du s. haben, kann
ich dir s. geben /zur Bekräftigung einer Behauptung/
Schrift) -satz9 der 1 . Druckerei aus einzelnen
Buchstaben od. beim Maschinensatz aus einzelnen
Zeilen zusammengestellte Druckform für den Buch
druck — 2 . J u r. schriftlicher Antrag, schriftliche
Erklärung im gerichtlichen Verfahren; -setzer, der
D ru c k e r ei Facharbeiter, der Druckformen her
stellt, Setzer; -spräche, die Sprachwiss. auf Aus
wahl beruhende, bewußt gestaltete Existenzform der
Sprache, die über M undart und Umgangssprache
steht, Literaturspräche
Schriftsteller, der; -s, -
Verfasser literarischer,
publizistischer
od. (pop ulär)wissenschaftlicher
Werke: ein bedeutender, zeitgenössischer S.; als
freier, freiberuflich als S. leben; dazu Schrift
stellerin , die; -,
-n en
u. schriftstellerisch /A dj.;
nicht präd./
Schrift) -stück, das /PL -e/ schriftlich formulierter
offizieller Text, bes. A ntrag (1 ), Schreiben, Akte
{1 .1 ), Urkunde: ein wichtiges S.; ein S. verfassen,
unterzeichnen, verlesen; -verkehr, der Austausch
(offizieller) schriftlicher Äußerungen: einen regen,
diplomatischen S. unterhalten; im S. mit jmdm.
stehen; den S. führen, leiten; -Zeichen, das ge
druck tes od. geschriebenes graphisches Zeichen;
- züge, die /PL/ Form einer Handschrift (1),
Duktus (1): klare, unleserliche, steile, markante
Schriftzüge
sch rill /A dj,/ durchdringend und sehr hoch tönend
und daher als unangenehm empfunden: ein schriller
Ton, Pfiff, Schrei; eine s. klingende Stimme; dazu
schrillen /sw. Vb.; hat/ schrill tönen: das Telefon
schrillt
Schrippe, die;
- n bes. b e rl . Brötchen: frische,
knusprige Schripp en
Schritt, der; -(e)s, -e/- 1 . /PL
- e/ das Vorsetzen
eines Fußes vor den andern beim Gehen: ein großer,
kleiner S .; einen S. nähertreten, vor-, zurück-, zur
Seite gehen; das Kind hat heute seine ersten
Schritte getan, gemacht; den S. wechseln (einen
Wechselschritt machen); mit raschen Schritten auf
und ab gehen; geh. langsamen, gemessenen
Schrittes daherkommen — 2 . /PL
-; als Maß
angabe/ ungefähre Länge von 1 : in hundert S. E nt
fernung; sie standen fünf S. von uns entfernt —
3.1.jo. PL/ 3.1.1.Art, wiejmd.geht:erhat einen
schwerfälligen S.; jmdn. an seinem S. erkennen
3.1 .2 . langsame Gangart der Pferde 3 .2 . /in der
Verbindung/ im S. 3 .2 .1 . im S. (in Schrittge
schwindigkeit) fahren 3 .2 .2 . im S. (Gleichschritt)
bleiben; im (gleichen) S. gehen — 4 . /PL -e/ M aß
nahme(n), Aktionen) (1), meist in einem größeren
Zusammenhang od. in einer Auseinandersetzung
mit jmdm.: der nächste S. wird sein, daß ...; ich
behalte mir alle weiteren Schritte vor, werde so
fort die nötigen Schritte tu n, einleiten; Schritte
gegen jmdn. unternehmen; ein gewagter, folgen
reicher, (un)überlegter, voreiliger S.
—
5. jo. PL/
Teil der Hose, an dem die Beine Zusammentreffen:
die Hose ist im S. zu kurz, zu eng (geschnitten)
+ etw. hält mit etw. S. (etw. bleibt mit etw. auf
der gleichen Höhe der Entwicklung); einen S. zu
leg en (schneller gehen als bisher); jmdm. drei S.
vom Leibe bleiben (jmdm. nicht zu nahe kommen) ;
den ersten S. bei, zu etw. tun (den Anfang mit
etw. machen); den zweiten vor dem ersten S. tun,
machen (bei einer Tätigkeit nicht die richtige
Reihenfolge einhalten); jmdn. auf S. und Tritt
(überallhin, ständig 1 .1 ) verfolgen, beobachten; S.
für, um S. (langsam, vorsichtig gehend; langsam und
zielgerichtet vorgehend)
Schritt/schritt) -geschwindigkeit, die /o. PL / Ge
schwindigkeit eines Fahrzeugs von fünf bis sechs
Kilometern pro Stunde; -länge, die Schritt (2): auf
S. von etw., jmdm. entfernt sein; -macher, der;
-s,
-
1.1. Radsport Motorradfahrer, der bei
Steherrennen zur Führung vor dem Radfahrer her
fährt 1.2 . Sport Läufer (1), der einem anderen das
Tempo angibt 1.3 .1 . Person(engruppe), die durch
vorwärtsdrängendes, fortschrittliches /Denken und
Handelnden Weg für Neues bereitet 1.3 .2 . Werktäti
ger, K ollektiv von Werktätigen in der soz. Produktion
m it beispielgebenden, wegweisenden Leistungen: S.,
Neuerer und Rationalisatoren; der Betrieb ist S.
in dieser Technologie — 2 . Med. Herzschritt
macher; -weise /Adj.; vorw. adv.; nicht präd./
Schritt für Schritt: wir kamen nur s. vorwärts;
O sie strebten eine s. Verständigung (eine Ver
ständigung in einzelnen Schritten 4) durch Ver
handlungen an
schroff /Adj./ 1 . steil aufragend od. jäh (2) ab
fallend (3): ein schroffer Felsen, Gipfel; die H och
ebene fällt nach Norden s. ab — 2 . Unfreundlich
(1 ), barsch: etw. s. ablehnen; sein schroffes W esen
stieß viele ah — 3 . sie wandte sich s. (unvermittelt
und abweisend, unhöflich) ab — 4 . ein schroffer
(krasser) Gegensatz; dazu Schroffheit, die; -,
Io. PLI
schröpfen /sw. Vb.; hat/ umg. jmdn. s. jmdn. um
viel Geld bringen: man hat ihn sehr geschröpft
Schrot, das, der; -(e)s, jo. P L / 1 . grob zerkleinerte
Getreidekörner: Getreide zu S. mahlen; Brot aus
S. backen — 2 . kleine Bleikugeln in Patronen für
Jagdflinten: mit S. schießen
schroten, schrotete, hat geschrotet Getreidekörner
grob zerkleinern: Roggen, W eizen s.
Sehröt| -flinte, die Flinte mit glattem Lauf zum
Schießen mit Schrot; -ladung, die: eine S. (einen
Schuß mit Schrot) abfeuern; -m ühle, die Maschine
zum Schroten; -säge, die Säge mit groben Zähnen
a u f bogenförmigem Sägeblatt bes. zum Zersägen von
Baumstämmen
Schrott, der; -(e)s, -e /vorw. Sg.j in ihrer Funktion
nicht mehr brauchbare Gegenstände aus M etall: S.
sammeln, verkaufen, verwerten
Schrott| -platz, der Platz für die Lagerung von
Schrott; -reif /A dj./ nur noch als Schrott verwend
bar: schrottreife Maschinen, Autos
schrubben /sw. Vb.; hat/ 1. umg. etw., jmdn., sich
kräftig mit einer Bürste säubern: den Fußboden s.
(scheuern); er hat sich nach der Arbeit geschrubbt
—
2. fachspr. etw. schruppen (2)
1022
Schrubber — Schuhspanner
Schrubber, der; -s, - einem Besen ähnliches Gerät
m it kurzen harten Borsten zum Scheuern (1.1) von
Fußböden
Schrulle, die; -n 1. seltsamer Einfäll, wunderliche
Eigenheit, Launen er hat den K opf voller Schrul
len, nichts als Schrullen im Kopf — 2. salopp
jemot. neg.; von einer weiblichen Person/: so eine
(alte) S. (verschrobene Frau)\; auch Schimpfw .
schrullig /A dj.j voller Schrullen, seltsam, nä rrisch:
er ist manchmal etwas s.
schrumpelig jA d j.j : der Apfel ist s. (ist geschrumpft
1); ihre H a ut wurde s. (runzelig)
schrumpeln /sw. Vb.; ist/ um g . schrumpelig wer
den : der Apfel, seine Haut ist schon geschrumpelt
schrumpfen jsw. Vb.; ist/ 1. etw. schrumpft etw.
verliert bes. durch Eintrocknen an Substanz, so daß
es kleiner und an der Oberfläche faltig w ird : die
Äpfel sind durch lange Lagerung geschrumpft;
das Leder schrumpft bei Hitze — 2 . seine Ein
künfte waren sehr geschrumpft (hatten sehr ab-
genommen)
Schrumpf| -leber, die M ed. durch Veränderung von
Gewebe entartete Leber; -n iere, die M ed. durch Ver
ödung von Gewebe verkleinerte und verhärtete Niere
Schrumpfung, die ; -en /zu schrumpfen/
schrumplig /'Adj./ u m g . s. schrumpelig
Schrunde, die; -,
-n 1andsch. 1. kleiner Biß (1.2)
in der Haut: seine Hände hatten Schwielen und
Schrunden — 2« Spalt, B iß (1.2) in felsigem Ge
länd e: die Schrunden eines Berges, Gletschers;
dazu schrundig /Adj.fi zu 1: schrundige Hände;
zu 2: schrundiges Felsgestein
schruppen /sw. Vb.; hat/ 1. umg. etw., jmdn., sich
schrubben (1) — 2« fachspr. ein Werkstück beim
Spanen grob bearbeiten
Schrptz, der; -es, jo. PL/ salopp Schund: das ist
alles nur S .!
Schub, der; -(e)s, Schübe 1 .1 .1 . das ruckartige
Schieben (1.1): der W agen wurde mit einem
kräftigen S. angeschoben; K eg eln alle neune auf
einen S. (mit einem Wurf 1) treffen 1.1 .2 . die
Krankheit tritt in Schüben auf (äußert sich beim
Patienten in unregelmäßigen Abständen) 1.2 .
Techn. Phys. Schubkraft: der S. eines Strahl
triebwerks, einer Rakete — 2 . die auf einmal be
förderte M asse, Menge von Gegenständen, Gruppen
von Menschen: einen S. Ersatzteile verladen; ein
S. Bretter; die Zuschauer wurden S. auf S., S. um
S., in Schübenins Stadion gelassen —3. landseh.,
bes. o s t m d t. Schubfach, Schublade
Schub |boot, das mit starkem Motor ausgerüstetes
pontonähnliches Wasserfahrzeug der Binnenschiff
fahrt zum Fortbewegen, Schieben motorloser Lasten
fahrzeuge
Schuber, der; -s, - B u ch w . kartonierte Hülle für
m eist zwei od. mehrere zusammengehörige Bücher:
die beiden Bände werden in einem S. angeboten
Schub Jfach, das herausziehbares Fach bei Möbel
stücken : die Schubfächer eines Schreibtisches,
Schrankes; das S. öffnen, leeren, zuschieben
Schpbiak, Schubiak, der; -s, -s/-e u m g . jemot.j
gewissenloser, gemeiner (1 .1 .1 ) Mensch: so ein S.!;
auch Schimpfw.
Schub| -karre, die einrädrige Karre mit zwei
parallel verlaufenden Stangen: Erde mit einer S.
transportieren; -kraft, die Techn. Phys. Kraft,
m it der ein Körper durch Bückstoß vorwärts bewegt
wird: die S. eines Raketenantriebes; -lade, die
Schubfach; -lehre, die v e ra lten d Meßschieber;
-prahm, der Prahm, der mit einem Schubboot ge
koppelt ist und von diesem geschoben wird
Schubs, der; -es, -e u m g . plötzliches ruckartiges
Schieben (1.1), leichter Stoß (1.1): ein leichter,
derber S .; jmdm. einen S. geben
schubsen jsw. Vb.; hat/ umg. 1 .1 . jmdn., etw. s.
jmdm., etw. einen Schubs, Schubse geben: schubse
mich nicht immer! 1 .2 . jmdn. durch 1.1 von sich,
von irgendwo weg irgendwohin bewegen: jmdn. in
den Graben, von der Bank s.
Schub [Stange, die T e ch n . Stange, die Bewegungen
überträgt
schüchtern jA dj.j gehemmt, scheu (1.1), ängstlich
zurückhaltend: ein schüchterner Mensch, Lieb
haber; ein schüchternes (zaghaftes) Lächeln; seine
ersten schüchternen Versuche in der Malerei
machen; s. sein, bitten, fragen; sich jmdm. s .
nähern; dazu Schüchternheit, die; jo. PL]
Schuft, der; -(e)s, -e jemot.j gewissenloser, gemeiner
Mensch: em, niederträchtiger, gemeiner S.; jmdn.
einen S. nennen; auch Schimpfw.
schuften, schuftete, hat geschuftet umg. hart,
schwer arbeiten (1.1): den ganzen Tag, von früh
bis spät s .; er schuftet für drei (arbeitet dreimal
s oviel wie andere)
Schufterei, die;
-e n I. niederträchtige Hand
lungsweise), Schurkerei: diese Tat war eine S.
—
II. umg. ständiges Schuften: er hat die S. nun
satt
schuftig jA dj.j gemein (1.1 .1): so ein schuftiger
Kerl!; ein schuftiger Betrug; sich s. benehmen
Schuh, der; -(e)s, -e a us einem Oberteil, einer Sohle
(und Absatz) bestehendes und meist aus Leder a n
gefertigtes Kleidungsstück für den menschlichen F u ß :
der rechte, linke S.; neue, modische, elegante
Schuhe; ein ausgetretener, unbequemer, (zu)
enger, (zu) weiter S.; (ein Paar) Schuhe kaufen;
Schuhe mit hohen, niedrigen Absätzen; die Schuhe
anprobieren, anziehen; Schuhe anfertigen, reparie
ren, (aus)weiten, besohlen; die Schuhe (ab)bürsten,
putzen; sich die Schuhe zubinden; die, meine
Schuhe drücken
+ wissen, wo jmdn. der S. drückt (jmds. Sorgen
kennen); um g . um gekehrt wird ein S. draus (das
Gegenteil ist richtig); jmdm. etw. in die Schuhe
schieben (jmdm. die Schuld für etw. aufbürden)
Scbub| -an zieher, der; -s, - länglicher, leicht ge
krümmter, der Ferse in der Form angepaßter
Gegenstand, m it dem man die Ferse in den Schuh
gleiten läßt; -band, das jPl.
- bänder/ Schnür
senkel; -bürste, die Bürste zum Beinigen od. zum
Polieren der Schuhe; -crem e, die Creme zur Pflege
von Schuhen; -große, die durch eine Zahl angegebene
Größe eines Paars Schuhe; -industrie, die; -macher,
der; -s, - Handwerker, Facharbeiter, der Schuhe
repariert und anfertigt; -plattier, der; -s, - ober-
bayrischer und Tiroler Volkstanz, bei dem sich die
Burschen rhythmisch m it den Handflächen auf
Schenkel, K nie und Absätze schlagen; -putzzeug,
das zum Schuhputzen benötigte Utensilien; -so h le,
die: eine S. aus Leder, Gummi; O umg. sich die
Schuhsohlen nach etw. ablaufen (lange nach etw.
suchend herumlaufen); '+ um g. das habe ich mir
an den Schuhsohlen abgelaufen (das kenne, weiß
ich\ schon lange); -Spanner, der in den Schuh
Schuhwerk — Schule
1023
zu steckende, der Form des Schuhs angepaßte Vor
richtung, die ihn in Form hält; -werk, das jo. Pl.f
Gesamtheit von Schuhen bes. hinsichtlich ihres
Materials, ihrer Beschaffenheit: gutes, festes, fuß
gerechtes S .; das S. pflegen
Schuko [für Schutzkontakt/ Elektrotechn.|
- Steckdose, die Steckdose mit Schutzkontakt; -stek-
ker, der Stecker für die Schukosteckdose
Schul| -abgänger, der; -s, - Schüler, der von der
Schule (1) abgeht; -anfänger, der Kind, das ein
geschult w ird; -arbeit, die fvorw. Pl.j Hausaufgabe:
seine Schularbeiten anfertigen, machen; -auf-
gabe, die Hausaufgabe; -bank, die JPl.
- bänke/
Bank mit Schreibplatte für den Schüler; + um g.
die S. drücken (zur Schule 1 gehen); -beispiel,
das Muster, Musterbeispiel: dieses neue Modell
ist ein S. für schöpferische Arbeit; -besuch, der
fo. P L / (pflichtgemäße) Teilnahme am Schulunter
richt; -bildung, die jo, Pl.f durch die Schule ver
mittelte Bildung; -buch, das Lehrbuch für den
Schulunterricht
schuld jAdj.; in den Verbindungen/ (an etw.) s.
sein, haben (Schuld an etw. haben); jmdm. s. geben
(jmdn. für eine Verfehlung verantwortlich machen)
Schuld, die; -,
- e n 1. jo. Pl.f das Verantwortlichsein
für eine strafwürdige, gesetzlichen, moralischen Ge
boten, Pflichten zuwiderlaufende Handlung(sweise):
- eine moralische, strafrechtliche S.; das ist seine
(eigene) S.; er hat keine S. an dem Unfall, trägt
die ganze S .; die S. lag bei mir, fiel auf ihn, trifft
ihn; seine S. eingestehen, auf sich nehmen; jmdm.
die S. geben, zuschieben; die S. bei sich suchen;
S. auf sich laden (etw. Strafwürdiges, moralischen
Geboten, Pflichten Zuwiderlaufendes tun); die B e
weise sprechen für seine S .; sich frei von S. fühlen,
wissen; sie war sich keiner S. bewußt — 2 . fvorw.
Pl.f Geldsumme, die man jmdm. schuldet (1 ):
-Schulden zurückzahlen, abtragen, begleichen,
tilgen; Schulden einfordern, einklagen, einziehen;
Schulden haben (jmdm. eine Geldsumme schulden);
jmdm. die Schulden erlassen (darauf verzichten,
daß jmd. einen Geldbetrag, den dieser einem schuldet,
zurückzahlt)
4- geh. in jmds. S. sein, stehen (jmdm. zu Dank
verpflichtet sein)
Schpld/sclpdd zu Schuld 1| -bekenntnis, das: ein
S. ablegen; -bewußt jAdj.l im Bewußtsein einer
Schuld betroffen und darum kleinlaut; -bewußtsein,
das
schulden, schuldete, hat geschuldet 1. jmdm. etw.
s. jmdm. zur Zahlung einer (geliehenen) Geldsumme
verpflichtet sein: er schuldet mir nichts, noch
50 Mark — 2, jmdin. Rechenschaft, Dank s.
(jmdm. zur Rechenschaft, zum Dank verpflichtet
sein); jmdm. eine Erklärung, eine Antwort s.
—
8. g eh. ich schulde (verdanke) ihm mein Leben
schulden/Schulden zu Schuld 2| -frei fAdj.j ohne
Schulden, nicht m it Schulden belastet: s. sein; das
Grundstück ist s.; -last, die; -tilgung, die W irt-
sch.
Schuld zu Schuld 11-frage, die fo. Pl.f Frage nach
der Schuld; -g efühl, das: unter einem S. leiden
schuldhaft /Adj.; nicht präd.f Jur. sich schuldig
(1) machend, eine Rechtspflicht, Rechtspflichten ver
letzend: ein schuldhaftes Verhalten, Versäumnis;
etw. s. verursachen; s. handeln
schuldig jAdj.l 1. die Schuld (1) für etw. tragend:
ein schuldiger Täter; der Angeklagte war s.,
wurde für s. erklärt, befunden; jmdn. s. sprechen;
er ist in diesem Punkt, ist des Mordes, Diebstahls
s.; sich s. fühlen, bekennen; sich s. machen
(Schuld auf sich laden); J u r . das Gericht erkannte
auf s. (fällte einen Schuldspruch) — 2* / selten attr.f
jmdm. etw. s. sein 2.1 . verpflichtet sein, jmdm.
etw. zu zahlen: jmdm. Geld, die Zeche s. sein,
bleiben; was bin ich s. (wieviel habe ich zu zahlen)1*
2.2 . jmdm. Dank, Rechenschaft s. sein (jmdm. zu
Dank , zu r Rechenschaft verpflichtet s ein); er war
ihm eine Erklärung s.; jmdm. die Antwort s. blei
ben (nicht antworten) — 3 . /nur attr.j jmdm. die
schuldige (gebührende) Achtung, Rücksicht ent
gegenbringen, den schuldigen R espekt erweisen,
zollen
+ jmdm. nichts s. bleiben (jmdm. scharf ant
worten ; sich zu wehren wissen)
Schuldigkeit, die /in der Verbindung/ seine S. tu n
(tun, was man tun soll, was von einem erwartet
wird)
+ etw. ist jmds. / Pflicht und S.
schuld|los /A dj./ ohne Schuld (1), unschuldig (1):
sich s. fühlen; s. in Verdacht geraten
Schuldner, der; -s, - jmd., der jmdm. zu einer
Leistung, bes. zur Rückzahlung von Schulden, ver
pflichtet ist: ein säumiger, zahlungsunfähiger S.;
die H aftung des Schuldners; einen S. zur Zahlung
auffordem
Schuld] -papier, das Schuldschein; -recht, das jo.
P l.j Jur . Recht, das Schuldverhältnisse betrifft;
- s chein, der Urkunde über die Verpflichtung zur
Rückzahlung einer Schuld; -Spruch, der Urteil des
Gerichts über die Schuld (1) des Beklagten; -Ver
hältnis, das J u r . rechtliches Verhältnis zwischen
Schuldner und Gläubiger; -versprechen, das J u r .
Vertrag, durch den ein Schuldner eine Leistung ohne
Recht auf Gegenleistung verspricht od. die Pflicht
zu einer Leistung anerkennt und sie dadurch be
gründet
Schule, die; -,
- n 1 . Einrichtung, in der die schul
pflichtige Jugend dem gesellschaftlichen Erziehungs
ziel entsprechend gebildet und erzogen wird: die all
gemeinbildende, zehnklassige S.; unsere soziali
stische S.; die Zusammenarbeit von Elternhaus
und S.; in der S. lernen, lehren; von der S. ab
gehen, verwiesen werden; er kommt dieses Jahr in
die S. (wird dieses Jahr eingeschult); er geht noch
in die, zur S. (ist noch Schüler) — 2 . Gebäude, in
dem 1 untergebracht ist: eine große, neue, moderne
S.; die S. betreten, verlassen; er ist Lehrer an
dieser S. — 3 . jo. Pl.j Unterricht in 1 , Schulunter
richt: die S. fängt um acht Uhr an; wir haben heute
(keine) S.; die S. schwänzen; die S. bis zur zehnten
Klasse durchlaufen; die S. (das neue Schuljahr)
beginnt am ersten September — 4 . Gesamtheit der
Lehrer und Schüler von 1 : die gesamte S. nahm
an dem W ettkampf teil; alle Schulen bereiten sich
auf die Ferienspiele vor — 5 .1 . durch einen hervor
ragenden Wissenschaftler, Künstler geprägte wissen
schaftliche od. künstlerische Richtung: das Bild
wird der S. Rembrandts zugeschrieben 5.2 . durch
gemeinsame, bes. wesentliche stilistische Aspekte
gekennzeichnete künstlerische Richtung — 6. /als
Titel bestimmter Lehrbücher/: die S. des Klavier
spiels — 7 . S . der sozialistischen Arbeit (Schulungs
zyklus des FDGB zur Vermittlung von Kenntnissen
1024
schulen — Schulung
des Marxismus-Leninismus in Verbindung mu aer
Erörterung konkreter Aufgaben der jeweiligen
Arbeitskollektive); die H ohe S. (bestimmte Dressur•
Übungen in der Reitkunst)
4- aus der S. plaudern (interne Angelegenheiten
Außenstehenden mitteilen); etw. macht S. (wird
nachgeahmt); bei jmdm. in die S. gegangen sein
(von jm d m . etw, gelernt, Übernommen haben)
schulen /sw. Vb.; hat/ 1 . jmdn, ausbilden: jmdn.
fachlich, handwerklich s.; jmdn. für sein en Beruf
s.
—
2. etw, durch Übung in seiner Leistung ver
bessern: das Auge, Ohr s.; er hat eine geschulte
Stimme, einen geschulten Blick, Verstand
Schüler, der; -s, - 1 . jmd., der die Schule (1) be
sucht : ein guter, begabter, eifriger, schwacher,
schlechter S.; ein S. der achten Klasse; der S.
hat die Prüfung bestanden, sein Zeugnis erhalten;
einen S. anspornen, ermahnen, tadeln — 2 . jmd.,
der von einer bestimmten Schule (5.1) ausgeht, be
einflußt ist: er ist ein S. Brechts; dazu Schülerin,
die; -nen
Schüler |lotse, der älterer Schüler, der an verkehrs
reichen Straßenübergängen des Schulwegs für jüngere
Schüler das sichere Überqueren der Straße ermöglicht
Schul/Schul| -fähig jA dj,;nicht adv./: das Kind ist s.
(ist nach Urteil des Lehrers, Arztes geistig, körper
lich fähig zum Schulbesuch); -ferien, die /Pl.j staat
lich festgelegte Ferien für die Schüler; -frei jA dj./:
ein schulfreier Tag (Tag ohne Schulunterricht); wir
haben heute s. (keinen Schulunterricht); -freund,
der Mitschüler und Freund; -funk, der Sendereihe
m it lehrreichen B eiträgen zum Schulunterricht;
- g arten , der Garten einer Schule, der von Schülern
betreut wird und der der Vermittlung praktischer
Kenntnisse dient; -gebäude, das Schule (2); -geld,
das jo. PI ,/ Gebühr, die im bürgert, Schulsystem für
bestimmten Schulunterricht entrichtet werden m uß;
- haus, das Schulgebäude; -heft, das Schreib-,
Rechenheft für Schüler ; -h of, der zum Schulgebäude
gehöriger H of, a uf dem sich die Schüler während der
längeren Pausen aufhalten; -hört, der /D DR / für
Kinder bes, werktätiger Eltern bestehende Einrich
tung, in der die Schüler der Unterstufe vor und nach
dem Schulunterricht unter Leitung einer Hort
erzieherin ihre Hausaufgaben erledigen und gemein
sam ihre Freizeit gestalten
schulisch jAdj.; nichtpräd.f die Schule (1) angehend,
betreffend: die schulische Arbeit, Bildung, Er
ziehung; schulische Probleme; s. (in der Schule) gut
mitkommen, versagen
Schul/schul) -Jahr, das Zeitspanne von zwölf Mo
naten als festgelegte Einheit im Ablauf der schuli
schen Ausbildung: er ist im vierten S .; -Jugend, die;
-kamerad, der Mitschüler; -kenntnis, die /vorw. Pl.j
in der Schule vermittelte Kenntnis: gute Schulkennt
nisse besitzen; -kind, das Kind, das die Schule be
sucht; -leiter, der; -leitung, die Leitung (3) einer
Schule; -mappe, die mit Riemen versehene (auf dem
Rücken getragene) Tasche (2) des Schülers (1) für
Bücher und Hefte; -meister, der 1. veraltend,
vorw. scherzh. Lehrer — 2 . Besserwisser: erist ein
alter Pedant und S.; -meisterlich jAdj.f in der Art
eines Schulmeisters (2): eine schulmeisterliche
Zurechtweisung; dazu -meistern /hat gesehulmei-
stert/ jmdn. bekritteln, gängeln: er schulmeisterte
ständig seine Mitarbeiter; -pflicht, die jo, PL/
Verpflichtung zu m Schulbesuch für alle schulfähigen
Kind er vom beginnenden siebten Lebensjahr a n;
dazu -pflichtig /Adj.; nicht adv./: er ist jetzt im
schulpflichtigen Alter; -praxis, die fo. P l.j 1. Berufs
erfahrung als Lehrer: er hat noch keine S. — 2. Pra
xis des schulischen Lebens: einen jungen Lehrer in
die S. einführen; -ranzen, der Ranzen: den S. pak-
ken, tragen;-rat, der in der DDR der verantwort
liche Leiter für das Schulwesen in einem Bezirk,
Kreis; -reform, die Reform desSchulwesens: /D D R /
die demokratische S. (auf dem Gebiet der heutigen
DDR in den Jahren 1945—49 durchgeführte antifa
schistisch-demokratische Reform des Schulwesens, die
den Übergang zur soz. Schule einleitete); -schiff, das
Schiff zur Ausbildung des seemännischen Nachwuch
ses; -Schluß, der jo, PI ,/ Ende des Unterrichtstages:
um 12.30 Uhr ist heute S.- -Schwänzer, der; -s, -
u m g . Schüler, der unberechtigt dem Schulunterricht
ferribleibt; -Speisung, die jo. PI ./ 1 . Einrichtung zur
Versorgung der Schüler in der Schule, im Schulhort
mit warmem Essen — 2 . durch 1 bereitetes warmes
Essen; -stunde, die Unterrichtsstunde in der Schule;
- tag, der Tag, an dem Schulunterricht gehalten wird
Schulter, die; -,
- n 1. beweglicher, oberer Teil des
Rumpfes, der durch ein Gelenk die Verbindung der
Arme, vorderen Gliedmaßen mit dem Brustkorb her-
stellt: die linke, rechte S .;breite, schmale Schultern;
er reicht mir bis an die S.; Ringen jmdn. auf
beide, die Schultern legen (schultern)^; jmdm.
freundschaftlich auf die S. klopfen; jmdm. bei der
Arbeit über die S. sehen; O alles, alle Arbeit liegt,
ruht auf seinen Schultern (lastet auf ihm) —
2. Teil eines Kleidungsstückes, der 1 bedeckt: die
Jacke hat zu enge Schultern; wattierte Schultern
+ S. au S. (einer dicht neben dem anderen) stehen;
S. an S. (neben- und miteinander) kämpfen; jmdm.
die kalte S. zeigen (jmdn. nicht beachten, gleich
gültig behandeln); etw. auf die leichte S. nehmen
(etw. nicht ernst genug nehmen); jmdn. über die S.
a nsehen (jmdn. geringschätzen)
Schulter | -blatt, das /PL -blätter/ flacher Knochen
des Schultergürtels, der dem Brustkorb hinten a uf
liegt; -g elenk, das Kugelgelenk zwischen Oberarm
und Schulterblatt; -gürtel, der von beiden Schulter
blättern und Schlüsselbeinen gebildeter Teil des
Skeletts; -höhe, die /o. Pl.j: die Arme bis in S. (bis
in die Höhe der Schultern) heben
schultern /sw. Vb.; hat/ 1. etw. auf die Schultern
nehmen: das Gewehr, den Spaten s.; er trug das
Gepäck geschultert — 2* R ing e n den Gegner be
siegen, indem man ihn zu Boden bringt, so daß seine
Schultern rücklings den B oden berühren
Schulter | -riem en, der vom Gürtel über die Schulter
reichender Riemen an bestimmten Uniformen;
- stand, derjo. Pl.j Turnen Übung am Gerät, beider
der nach oben gestreckte Körp er a uf einer Schulter
ruht; -stück, das /PL -e; vorw. Pl.j auf der Schulter
(2) einer Uniform angebrachtes Dienstgradab
zeichen: die Schulterstücke eines Leutnants;
- tasche, die an langem Riemen über der Schulter
getragene Tasche
Schul]tüte, die große spitze Tüte aus Pappe mit
Süßigkeiten, die ein Schulanfänger am ersten Schul
tag erhält
Schulung, die; -,
-e n 1. das Schulen (1) (in Form
eines Kurses) : eine fachliche S .; eine S. durchfüh
ren, leiten — 2 . jo. Pl.j das Schulen (2): die S. ihrer
Stimme, ihres Gehörs
1025
Schulung» zu Schulung 1 [ -abend, der: einen S.
halten, organisieren; -leiter, der; -material, das
Schul | -unterricht, der Unterricht, der in der Schule
(1) erteilt wird; -weg, der Wegstrecke, die der Schüler
von seiner Wohnung bis zur Schule (2) zurücklegen
m u ß; -Weisheit, die jo. Pl.j Bücherweisheit; -w e
sen, das jo. P l.j Gesamtheit der schulischen E in -
richtungen; -w issen , das in der Schule (1) vermitteltes
Wissen; -zeit, die jo. Pl.j Zeit vom Eintritt in die
Schule (1) bis zur Entlassung; -Zeugnis, das Zeugnis
eines Schülers
schummeln jsw. Vb.; hat/ umg. ein bißchen be
trügen, mogeln: er h at (beim Kartenspiel, Schul -
aufsatz) geschummelt; nicht s.!
schummerig jAdj.j landsch. 1 . dämmerig (1): es
wurde draußen bereits s., als wir zu Hause an
kamen — 2*/nicht attr.j umg. ihm wurde, war es
etwas s. (unheimlich 1) bei dieser A ngelegenheit
schummern jsw. Vb.; hat/ land sch . es schummert
es dämmert (1 ): es schummerte schon bei unserer
Rückkehr
Schummer|stunde, die land sch . Dämmerstunde
schummrig jA dj.j s. schummerig
Schund, der; -(e)s, jo. PI ./ sehr minderwertiges,
fehlerhaftes (und unbrauchbares) Prod ukt: das ist der
reinste, billigste S.
Schund|literatur, die jo. P l.j unter kap . Verhält
nissen vertriebene künstlerisch wertlose und moralisch
gefährdende, oft Brutalität und Verbrechen verherr
lichende Literatur
schunkeln jsw. Vb.; hat/ mit anderen untergehakt
im Rhythmus der M usik den Oberkörper hin- und
herschaukeln: die Zuschauer in den Reihen began
nen ausgelassen zu s.
Schuppe, die; -n jvorw. P l.j 1 . plättchenförmiges
Gebilde der H a ut bestimmter Tiere, bes. der Fische,
Reptilien, Insekten: ein Karpfen mit vielen Schup
pen ; die Schuppen des Krokodils, der Schlange —
2. plättchenförmiges Gebilde bestimmter Pflanzen
und ihrer Früchte: die Schuppen v o n Kiefern
zapfen — 3 . winziges Stück der Haut od. zu Plätt
chen verhärtete talgige Absonderung, die von der
(Kopf)haut des Menschen abgestoßen wird
+ jmdm. fällt es wie Schuppen von den Augen
(jmd. erkennt plötzlich den wahren Sachverhalt)
schuppen jsw. Vb.; hat/ 1. einen Fisch s. (die
Schupp en von einem Fisch entfernen) — 2* die
Haut schuppt sich die Haut bildet Schuppen (3),
die sich allmählich ablösen: die Gesichtshaut begann
sich zu s . ; jmd. schuppt sich (jmd. hat Schuppen,
die sich allmählich ablösen)
Schuppen, der; -s, - leichtes, m eist aus Brettern
errichtetes, überdachtes Gebäude m it einem größeren
Raum zum Aufbewahren od. Unterstellen verschie
dener Gegenstände: ein großer, offener S.; Brenn
holz, Zement, Dünger lagert im S .; den Wagen, die
Fahrräder im S. unterstellen
Schuppen|flechte, die jo. Pl.j Med. chronische H a ut
krankheit, bei der sich a uf scharf begrenzten geröteten
Flecken silberglänzende, trockene Schuppen (3) bil
den
schuppig jAdj.; zu Schuppe 1 u. 3/ mit Schuppen
bedeckt; zu 1: schuppige Fische; eine schuppige
Schlangenhaut; zu 3: ihre Kopfhaut war s.
1Schur, die; -,
- e n 1 .1 . das Scheren bes. der Schafe:
die S. wird zweimal jährlich durchgeführt 1.2 . E r
trag des Scherens: die S. bestand in durchschnitt
lieh acht Pfund Wolle — 2. Landw. das Schneiden
(2.1, 3.3) bes. von Grasland, Futterpflanzen, Hek-
ken: die S. des Klees, der Ligusterhecke
2Schur, der jin den Verbindungen! u m g . jmdm. ei
n en S. (an)tun (jmdm. Ärger, Schererei machen);
jmdm. etw. zum S. (zu seinem Verdruß) tun
schüren jsw . Vb.; hat/1. das Feuer, die Glut s. (das
Feuer, die Glut durch Stochern aufflammen lassen) —
2. geh. jmds. Haß, Zorn, Wut, Unzufriedenheit,
Empörung s. (anstacheln, steigern)
Schürfbohrung, die B ergm . Bohrung zur Unter
suchung der Erdschichten im Hinblick auf nutzbare
Lagerstätten in geringer Tiefe
t
schürfen jsw. Vb.; hat/ 1.1. fachspr. an der Ober
fläche liegende Schichten des Bodens abtragen 1*1.1.
Bergm . um eine Lagerstätte aufzufinden od. zu
gänglich zu machen 1.1.2 . Bauw. um Baugrund
vorzubereiten 1.2 . B e rg m . etw. im Tagebau abbauen,
fördern: Braunkohle, Erz s.
—
2. sich s. sich die
H aut durch heftige reibende Bewegung über eine
rauhe Oberfläche leicht verletzen: er h a t sich b ei dem
Sturz leicht geschürft; sich etw. s.: sich die Haut,
das Knie s.
Schürfwunde, die durch Schürfen (2) entstandene
Wunde: er hat sich bei dem Unfall ein paar
Schürfwunden zugezogen
Schür [haken, der Feuerhaken
schurigeln, schurigelte, hat geschurigelt umg.
jmdn. schlecht behandeln, jmdn. plagen, schikanie
ren : er wurde ständig von ihnen geschurigelt
Schurke, der; -n, -n jemot.j gewissenloser, gemeiner
Mensch: ein abgefeimter, durchtriebener S .; auch
Schimpfw.
Schurken [streich, der niederträchtige Handlung
Schurkerei, die;
-en
niederträchtige H andlungs
weise), Schufterei: für die S. muß er bestraft werden
Schurjwolle, die /o. P l.j vom lebenden Tier gescho
rene Wolle: ein Sakko, Mantel aus reiner S.
Schurz, der; -es, -e bes. von Handwerkern bei der
Arbeit um die Hüften gebundenes, einer Schürze
ähnliches Kleidungsstück aus festem M aterial: ein
lederner S.
Schürze, die; -n zum Schutz vorwiegend gegen B e
schmutzungen bei der A rbeit bes. von Frauen ge
tragenes, nur die Vorderseite bedeckendes Kleidungs
stück, das mit Bändern um Hals und Hüften gehalten
wird:,eine S. um-, vorbinden, tragen
Schürzen[jäger, der u m g . M ann, der leichtfertig
Liebesverhältnisse mit vielen Frauen einzugehen
versucht
Schurzjfell, das lederner Schurz
Schuß, der; Schusses, Schüsse/- 1 .1 . jbei Mengen
angabe PI. auch Schuß/ das Abschießen eines Ge
schosses mit einer Schußwaffe (und der dabei ent
stehende laute K n all): ein scharfer, gezielter S .;
einen S. abgeben, auslösen (schießen, eine Schuß
waffe abdrücken); ein S. löste sich, ging los; ein S.
fällt, knallt; Schüsse aus einem Gewehr, Revolver
waren zu hören; er traf den Hasen mit dem ersten
S.; ein S. nach der Scheibe; Mil. fünf S. stehend,
liegend, freihändig, aufgelegt 1.2 . jPl. Schüsse/ der
S. (das Geschoß I) traf, ging daneben; der S. traf
ihn ins Bein, ging durch die Brust 1.3 . jPl. Schüsse/
einen S. (eine Schußverletzung) bekommen — 2 . jPl.
Schüsse/ B allspiele 2.1 . das kräftige Fortstoßen
des Balles mit dem Fuß, der Hand: ein flacher*
kräftiger, gefährlicher S. 2 .2 . der S. ging ins Tor,
Schulungsabend — Schuß
1026
Schussel — Schutzbedürfnis
gegen die Latte (der Ball wurde ins Tor, gegen die
Latte geschossen) — 3 . jin den Verbindungen! im,
mit S .: er fuhr den Hang im, mit S. (in Schußfahrt)
hinab — 4 . jo. PL; von bestimmten Flüssigkeiten!
kleine Menge: einen S. Essig an den Salat tun;
sie goß sich einen S. Rum in den Tee; O seine Rede
war mit einem S. Humor gewürzt — 6. /PL Schüs
se; vorw. Sg.j T e x til. Querfaden eines Gewebes
+ umg. jmd. ist keinen S. Pulver (gar nichts) wert;
etw. ist (gut) in, im S. (ist in gutem, gepflegtem Zu
stand) ; etw. in, im S. (in gutem, gepflegtem Zustand)
haben, halten; etw. in S. bringen (reparieren);
weit(ab) vom S. (außerhalb der Gefahrenzone; weit
entfernt von etw.)
Schussel, der; -s, - u m g . gedankenlos handelnder,
fahriger Mensch
Schüssel, die; -,
-n
m äßig großes und tiefes, rundes,
oben offenes Gefäß, bes. zum Anrichten od. Aufträgen
von Speisen: eine flache, tiefe, runde, emaillierte
S.; eine S. aus Glas, Porzellan, Steingut, Plast; ein
Satz Schüsseln
schusselig lA dj.j s. schußlig
schusseln /sw. Vb.; hat/ um g. gedankenlos, fahrig
handeln: er hat wieder mal geschusselt
Schuß) -faden, der T e x til. Querfaden eines Ge
webes; -fahrt, die geradlinig verlaufende Abfahrt (3),
bei der nicht gebremst wird; -feld, das jo. PL/ inner
halb der Schußweite einer Feuerwaffe liegendes Ge
lände (1): ein freies S. hab en (ohne Sichtbehinderung
schießen können)
schußlig jAdf.j u m g . gedankenlos (2), fahrig (1.2):
ein schußliger Mensch; er ist in letzter Zeit ziem
lich s.
Schuß| -linie, die /o. PL/: in der S. stehen (an einer
Stelle stehen, die ein abgegebener Schuß erreichen
kann) ; -nähe, die Treffsicherheit ermöglichende E nt
fernung des Schützen vom Ziel: sie konnten sich bis
auf S. an das Wild heranschleichen; -Verletzung,
die Verletzung durch einen Schuß; -waffe, die Waffe,
m it der ein Geschoß bes. durch die Energie eines ge
zündeten Sprengsatzes od. durch Luftdruck fort
geschleudert wird: v on der S. Gebrauch machen;
- Wechsel, der (kurzer) gegenseitiger Beschuß (1);
- w eite, die Reichweite einer Feuerwaffe: sie lagen
außer S., außerhalb der S. der Kanonen, Gewehre;
- zeit, die Jägerspr. gesetzlich festgelegter Zeit
raum, in dem eine bestimmte Wildart gejagt werden
darf, Jagdzeit
Schuster, auch Schuster, der; -s, - Schuhmacher:
die Schuhe zum S. bringen
+ umg. auf Schusters Rappen (zu Fuß)
Schute, die; -,
- n prahmartiges, offenes Wasserfahr
zeug ohne Eigenantrieb bes. für den Transport von
Schüttgut
Schutt, der; -(e)s, jo. P l.j 1. Menge von Trümmern,
Abfall verschiedener A rt: den S. ab-, aufladen, weg
räumen; eine Grube mit S. auffüllen — 2. Geol.
Geröll: am Steilhang des Berges liegt viel S.
-}- etw. in S. und Asche legen (etw., bes. Gebäude,
völlig zerstören)
Schütte, die;.-,
- n 1. in Küchenschränken eingebau
ter herausziehbarer, zum Schütten geeigneter B e
hälter bes. für Zucker, Salz, Mehl: Schütten aus
Glas, Plast —2. landsch. Bund Stroh
Schüttei|frost, der jo. PL! bei schnell ansteigendem
Fieber auftretendes Kältegefühl mit krampfartigem
Zittern der M uskeln und Bildung von Gänsehaut
schütteln /sw. Vb.; hat/1 , etw., jmdn., sich (schnell
und) ruckartig hin und her bewegen: etw., jmdn.
(kräftig, heftig) s.; jmdm. (zur Begrüßung, beim
Abschied) die Hand, Hände s.; den Inhalt der
Flasche vor Gebrauch s.; die B etten s. (auf-
schütteln); den Kopf, mit dem Kopf s. (als Zeichen
der Ablehnung, Verwunderung den K opf ruckartig
von link s nach rechts und umgekehrt bewegen); die
Faust, Fäuste gegen jmdn. s. /als Zeichen der
Drohung); sie schüttelte ihre Locken; der Löwe
schüttelte die Mähne; der Hund schüttelte sich;
sich vor Ekel, Lachen s .; der Sturm schüttelte den
Baum; sie wurde von Weinkrämpfen, Angst ge
schüttelt — 2, etw. von, aus etw. s. etw. durch 1
zum Herunter-, Herausfallen bringen: er schüttelte
den Schnee von seinen Sachen, die Äpfel vom
Baum, den Staub aus den Kleidern
+ (sich) etw. aus dem /* Ärmel, den Ärmeln s.;
etw. aus dem '/* Handgelenk s.
Schüttel) -reim, der ein Wortspiel enthaltendes Vers-
paar, bei dem durch Vertauschung der Anfangs
konsonanten der letzten reim enden Wörter über
raschende scherzhafte Wirkungen erzielt werden;
- r o st, der beweglicher Rost (I) in einer Feuerung,
einem Ofen
schütten, schüttete, hat geschüttet 1. etw., bes. Flüs
siges, Körniges, aus etw. heraus irgendwohin flie
ßen, fallen lassen, gießen: Wasser aus dem Eimer,
in die Schüssel, den Äusguß s . ; Salz, Zucker, Mehl
in ein Gefäß, Korn auf den Boden s .; die Steine,
den Abfall auf einen Haufen s.
—
2. umg. es
schüttet (es regnet stark)
schütter /Adj./ geh. spärlich (1 .2) (geworden): er
hat schon schütteres Haar; auf diesem kargen
Boden wachsen nur schüttere Kiefernbestände
schüttern jsw. Vb.; hat/ etw. schüttert etw. be
findet sich in (heftig) schwingender, stoßender Be
wegung: der Boden schütterte; die Maschine,
Straßenbahn rumpelte und schütterte
Schütt|gut, das jo. PL! Gut (II.2), das beim Laden
geschüttet werden kann und unverpackt transportiert
w ird : Sand, Getreide als S. verladen
Schutt) -halde, die 1. vgl. -häufen — 2. Geol. An
häufung von Schutt (2) am F uße von Bergwänden;
- häufen, der Haufen aus Schutt (1)
Schutz, der; -es, jo. PL! 1.1 . Sicherheit, Geborgen
heit vor einer Gefahr, etw. Bedrohlichem od. Un
angenehmem, vor einer Beeinträchtigung, Beschädi
gung, Zerstörung:ein starker, sicherer, schwacher S .;
Streitkräfte zum S. unseres Landes; sie fanden
unter einem Baum S. vor dem Regen; zum S. der
Augen eine Sonnenbrille tragen; Abhärtung ist ein
guter S. (Vorbeugung) gegen Erkältungen; S. vor
Kälte, Ansteckung, Krankheit; Ehe und Familie
stehen unter dem S. des Gesetzes (sind durch das
Gesetz geschützt) ; ein Anstrich zum S. gegen Korro
sion 1 .2 . jmdm. von jmdm. gewährter, gebotener 1 .1 :
jmdn. in seinen S. nehmen; jmdm. S . geben; jmdm.
(seinen) S. (Beistand, Hilfe) anbieten, zusichern;
er wurde unter polizeilichem S. (Aufsicht, B e
wachung) abgeführt; das Kind wuchs unter dem S.
(unter der Obhut) der Eltern auf
+ jmdn. in S. nehmen (jmds. Verhalten entschuldi
gen, verteidigen)
Schutz/schutz| -Anstrich, der Anstrich zum Schutz
gegen Korrosion, Witterungseinflüsse; -bedürfnis,
das jo. P l.j : das S. des Menschen, der Gesellschaft
schutzbedürftig — schwach
1027
vor Verbrechen, Katastrophen; -bedürftig /A dj./:
sie fühlte sich s . ; -blech, das gewölbtes Teil über
einem Bad bes. eines Fahrrads zum A uffangen des
Schmutzes; -brille, die Brille zum Schutz der A u
gen vor Verletzung, Staub od. zu starken Lichtstrah
len
Schütze, der; -n, -n 1. jmd., der mit einer Schuß
waffe schießt: ein guter, sicherer, schlechter S.
—
2. Soldat bei den motorisierten Schützentruppen
schützen fsw. Vb.; hat/ jmdn., etw., sich s. jmdm.,
einer Sache, sich vor einer Gefahr, vor etw. Bedroh
lichem od. Unangenehmem, vor einer Beschädigung,
Zerstörung Schutz geben: die Menschheit vor den
Gefahren eines Krieges s . ; eine Stadt, Landschaft
vor, gegen Umweltverschmutzung s.; die Tiere
und Pflanzen unserer Heimat s .; sie hatten bei dem
Unwetter ein schützendes Dach über dem Kopf;
sich vor jmds. Nachstellungen zu s. suchen; sich
vor Ansteckung, Erkältung, Sonnenbrand s.;
etw. schützt etw .: dieses Gesetz schützt das Leben,
die Interessen der Bürger; gesetzlich geschützt
IKennzeichnung von Erzeugnissen, für die ein P a
tent erteilt wurde/; Unkenntnis (der Gesetze)
schützt (bewahrt) nicht vor Strafe
Schlitz|engel, der 1. Hel. kath. Engel, der nach
religiöser Vorstellung dem Menschen zum Schutz
beigegeben ist — 2 . jmd., der jmdm. in einer (plötz
lich eintretenden) Notlage (unvermutet) beisteht: sie
war mein S.
Schützen| -graben, der zum Schutz der Truppen aus
gehobener Graben; -hilfe + jmdm. S .leisten (jmdn.
bei einem meist fragwürdigen Vorhaben unterstüt
zen); -panzerwagen, der /Abk. SPW/ gepanzertes
Kettenfahrzeug m it hoher Geländegängigkeit zum
Transport von Schützen (2) im Gefecht; -schnür, die
Mil. Schnur, d ie als Auszeichnung für gutes Schie
ßen an der Uniform getragen w ird; -truppen, die
/Pl.f: motorisierte S. (Waffengattung der La nd
streitkräfte, deren mit Fahrzeugen, m it leichten und
schweren Waffen ausgerüstete Tr upp en die ver
schiedensten Kampfhandlungen durchführen können)
Schutz] -färbe, die Tarnfarbe; -färbung, die mit
den Farben der Umwelt übereinstimmende Färbung
des Körpers bestimmter Tiere; -film , der dünne
Schicht auf einem Körper, Gegenstand, die ihn vor
Zerstörung, Verfall schützt: die Creme bildet einen
S. auf der Haut; -gebiet, das 1.1, für einen be
stimmten Zweck vorgesehenes Gebiet, das vor ander
weitiger Nutzung geschützt w ird : eine Gegend zum
bergbaulichen S. erklären 1,2 . Naturschutzgebiet:
die Biber wurden in einem S. angesiedelt 1.3 . dem
Strahlenschutz dienendes, überwachtes Gebiet um
eine Kernanlage; -güte, die jo. Pl.f fachspr. op
timale Ausstattung von Arbeitsmitteln, die bes. die
Unfallsicherheit un d Arbeitshygiene garantiert: das
Gerät hat S.; -heilige, der u. dieRel. kath. Gläu
bigen als besondere(r) Beschützerin) und Fürspre
ch erin) geltende(r) Heilige(r); -heim , der vor einem
(Arb eitsanfall schützender Helm; -hütte, die Hütte,
bes. im Gebirge, zum Schutz vor Unwetter od. zum
Übernachten; -impfu ng , die I mpfung zur vorbeugen
den Immunisierung gegen Infektionskrankheiten;
-kontakt, der Elektrotechn. Vorrichtung zur
Verbindung des elektrischen Schutzleiters m it dem
Stromnetz; -leiter, der Elektrotech n. elektrischer
Leiter, der im F all einer Havarie die Ströme führt
und Schutzmaßnahmen auslöst
Schützling, der; -s, -e jmd., der dem Schutz eines
anderen anvertraut ist, der betreut, versorgt wird
schutz/Schutz| -los /A d j./ ohne Schutz, hilflos,
wehrlos: sie waren ihren Gegnern s. ausgeliefert,
preisgegeben; dazu -losigkeit, die; -, jo. PL/;
-m a nn, der /PI. -männer, deute/ veraltend /noch
im bürgerl. Sprachgebrauch/ Schutzpolizist; -marke,
die Warenzeichen, Handelsmarke; -maske, die vor
dem Gesicht getragene M a sk e als Schutz bes. gegen
das Einatmen giftiger Gase; -maßnahme, die vor
beugende Maßnahme zum Schutz von jmdm., etw.;
- mittel, das vgl.
-m aßnahme; -patron, der R el.
k a th . Schutzheiliger; -polizei, die Teil der Polizei,
der Aufgaben zum Schutz des Bürgers und der A uf
rechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicher
heit wahrnimmt; -polizjst, der Angehöriger der
Schutzpolizei; -Schalter, der E lek trotech n . Vor
richtung zur Trennung von gefährlichen Strömen;,
-Umschlag, der den Einband eines Buches schützen
der Umschlag; -Vorrichtung, die Vorrichtung zum
Schutz, bes. an Maschinen; -w all, der schützender
Wall; -zoll, der W irtseh. Zoll auf Importe der aus
ländischen Konkurrenz im kap. Wirtschaftssystem
zur Sicherung des Profites der inländischen Unter
nehmer und der Rente der Grundbesitzer; -zone, die
vgl. Schutzgebiet (1.3)
schwabbelig /Adj.j umg. /von einer weichen,
gallertartigen M asse/ bei Erschütterung vibrierend:
ein schwabbeliger Brei, Pudding; eine schwabbelige
Qualle
schwabbeln /sw. Vb.; hat/ 1, um g. /von einer wei
chen, gallertartigen Masse/ bei Erschütterung v i
brieren: der Pudding schwabbelt — 2 . umg. un
nötig viel reden, schwatzen: sie schwabbelt dauernd
— 3 . die Oberfläche von etw., bes. von Holz, m it einer
Schwabbelscheibe glätten, p olieren
Schwabbel] scheib e, die stark rotierende Scheibe zum
Glätten, Polieren von Oberflächen, bes. von Holz
schwabblig /A dj./ s. schwabbelig
schwäbeln /sw. Vb.; hat/ schwäbische M undart
sprechen
schwach, schwächer, schwächste /Adj./ 1.1. von
geringer körperlicher K raft: ein schwaches Kind,
Lebewesen; eine schwache K onstitution, Gesund
heit haben (kränklich sein); er ist schon alt und s.,
ist noch krank und s.; sich s. fühlen 1 .2. in seiner
Funktionstüchtigkeit gemindert: ein schwaches Herz,
schwache Nerven haben; schwache Augen haben
(nicht gut sehen können); er hat ein schwaches Ge
dächtnis (ist vergeßlich) —• 2 . paß auf, daß du nicht
wieder s. wirst (wankelmütig wirst, nachgibst) ! —
3. von relativ geringem Umfang od. Durchmesser und
keine große Belastung aushaltend: der Balken,
Strick, das Brett ist zu s. für diesen Zweck —
4.1 . von geringem M a ß : eine schwache Hoffnung,
Leistung; das ist nur ein schwacher Trost; der
Film hinterließ einen schwachen (wenig befrie
digenden) Eindruck; schwachen Widerstand leisten;
eine schwache Brise, Strömung 4.2 . bei dieser
schwachen (nicht ausreichenden) Beleuchtung kann
man nicht lesen; meine Worte sind zu s. (reichen
nicht aus), um den Eindruck wiederzugeben —
5. /adv./ wenig (II.l): die Versammlung, Vorstel
lung, Ausstellung war s. besucht; der Saal, das
Orchester ist s. besetzt — 6 .1 . von geringem 1Gehalt
(1) an dem, was die Sache ausmacht, w äßrig, dünn
(3): der Kaffee, Tee i s t s . ; eine schwache Säure,
■66 Wörterbuch
1028
Schwäche — schwammig
Salzlösung 6.2 . von geringem geistigem, künstleri
schem W ert: ein schwaches Stück, Buch; die Auf
führung war sehr s.
—
7.1 . ein schwaches (wenig
wirksames) Fernglas; ein schwacher (wenig lei
stungsfähiger) Motor 7 .2 . geistig, körperlich von ge
ringer Leistungsfähigkeit: ein schwacher Schüler;
er ist in der Klasse, in Mathematik der Schwächste
—
8. Gramm, ein schwaches Verb (Verb, das in
seinen Stammformen keine Veränderung des Stam m
vokals zeigt und das Part. Prät. auf -t, -et bildet);
ein s. dekliniertes Substa ntiv (Substantiv masku
linen od. neutralen Geschlechts, das in allen K asu s
außer im Nominativ Singular auf -n, -en endet)
+ etw. steht auf schwachen / Beinen; s. auf der
/ Brust sein; etw. steht auf schwachen / Füßen;
das schwache / t Geschle’cht; etw. ist jmds.
schwache / Seite
Schwäche, die; -,
-n 1. jo. PL; zu schwach 1/ das
Schwachsein; zu 1 .1 : vor S. zusammenbrechen; zu
1.2: die S. der Augen, des Herzens — 2 . charak
terlicher Fehler: jeder Mensch h at seine Schwächen;
seine menschlichen, persönlichen, moralischen,
charakterlichen Schwächen — 3 . das Buch w eist
wenige Schwächen (inhaltliche Fehler) auf — 4 . jo.
Pl.j umg. unbezwingliche Neigung (3.1.2, 4): eine
große, besondere S. für jmdn., etw. haben
Schwäche (anfall, der plötzliches Auftreten von
körperlicher Schwäche: ein leichter, starker S.
schwachen jsw. Vb.\ hat/ 1. etw. macht jmdn., etw.
schwach (1.1), etw. mindert die Widerstandskraft
von jmdm., etw.: die Krankheit hat ihn stark ge
schwächt; das Fieber, der H unger schwächte sei
nen Körper — 2. etw. in seiner Wirkung, Funktions
tüchtigkeit mindern: die Langatmigkeit der Dialoge
schwächte die Wirkung des Romans; die Sehkraft
seiner Augen war geschwächt
Schwächejzustand, der Zustand körperlicher Schwä
che (1): er litt nach der Krankheit noch lange unter
einem S.
Schwachheit, die; -,
- e n : kleine, menschliche
Schwachheiten (Schwächen 2)
'+ umg. bilde dir keine Schwachheiten ein (mache
dir keine fälschen Hoffnungen) !
Schwach|kopf, der Dummkopf, Hohlkopf
schwächlich jAdj.j 1. ein schwächlicher Junge
(Junge von ziemlich schwacher Konstitution) —
2. ein schwächlicher (labiler 1.3) Charakter
Schwächling, der; -s, -e jemot. neg.j 1. schwächlicher
(1) Mensch — 2 . charakterlich labiler Mensch: er ist
ein S.
Schwach/schwach| -punkt, der /PL -ej Stelle, an der
etw. anfällig ist, an der leicht Fehler auftreten kön
nen: die Koordinierung ist der S. des Projekts;
- sichtig /Ad/./ an verminderter Sehkraft leidend ; dazu
- sichtigkeit, die; -,
-en jvorw. Sg.f; -sinn, der jo.
PL/ fSammelbez. für angeborene od. früh'erworbene
psychische Krankheiten, bei denen die kognitive
Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt is t/; dazu
- sinnig jAdj.j; -stelle, die vgl. -punkt; -ström, der
Elektrotechn. Strom mit einer Spannung von
weniger als 24 Volt; -Stromtechnik, die jo. Pl.j Teil
gebiet der Elektrotechnik, das sich bes. m it der Über
tragung von Informationen über Draht od. Funk mit
Schwachstrom befaßt
Schwad, der, auch das; -(e)s, -e L a nd w . Reihe(n)
gemähten Grases od. Getreides: das Heu liegt in, im
S.; das auf S. liegende Getreide; den S. wenden
Schwad|druseh, der jo. PL/ Landw. Drusch des
im Schwad liegenden Erntegutes
Schwaden, der; -s, - 1 . jvorw. Pl.j flächenartig aus
gedehnte (in der Luftström ung dahintreibende) Menge
von Nebel, Rauch, Gasen: giftige S.; der Nebel lag
in dichten S. über der Wiese; der Rauch stand in
dichten S. —
- 2 . Reihe gemähten Grases od. Getreides:
die S. wenden, zu (einem) Haufen zusammen
harken
Schwadroneur, der; :s, -e [ ..0 :r] jmd., der viel
schwadroniert
schwadronieren jsw. Vb.; hat/ wortreich, aufdring
lich laut reden, prahlen: er schwadronierte unauf
hörlich von seinen Heldentaten
schwafeln jsw. Vb.; hat/ umg. viel und lange, meist
ohne Sachkenntnis, (über etw.) reden: was schwafelst
du schon wieder?; er hat viel dummes Zeug ge
schwafelt
Schwager, der; -s, Schwäger/- Ehemann der
Schwester, der Schwester des Ehepartners od. Bruder
des Ehepartners
Schwägerin, die; -,
- n e n Ehefrau des Bruders, des
Bruders des Ehepartners od. Schwester des Ehepart
ners
Schwalbe, die; -,
- n in zahlreichen Arten vorkom
mender, kleiner, gewandt fliegender Singvogel mit
spitzen Flügeln und gegabeltem Schwanz: die Schwal
ben ziehen nach dem Süden
schwalben jsw. Vb.; hat/
-j- landsch. salopp jmdm. eine s. (jmdm. eine
Ohrfeige geben)
Schwalben |schwänz, der 1 . gegabelter Schwanz der
Schwalbe — 2 . schwarz und gelb gezeichneter Tag
falter mit Schwänzen an den Hinterflügeln —
3. fa chsp r. zur Verbindung, Verklammerung
zweier H olz- od. Metallteile dienendes trapezförmiges
Teil
Schwall, der; -(e)s, -e jvorw. Sg.j größere Menge von
Flüssigkeit, Luft, Wasser, die sich plötzlich und hef
tig irgendwohin bewegt: ein S. Wasser schlug über
ihm zusammen; ein S. kühler, frischer Meeresluft;
O er begrüßte uns m it einem S. überschwenglicher
Worte
Schwamm, der; -(e)s, Schwämme 1.1 . in zahlreichen
Arten vorkommendes, zu den Vielzellern gehörendes,
niedrig organisiertes Tier, das im Wasser lebt, einen
festen Standort hat, von einfachem Aufbau und sehr
verschiedenartiger Gestalt ist und dessen Körp er einen
bis viele HoMräume umschließt — 2 .' a us einer be
stimmten Art von 1 od. anderem, stark porigem M a
terial hergestellter, weicher, elastischer und saug
fähiger Gegenstand, der bes. zu m R einig en, Waschen
des Körpers verwendet wird: ein nasser, feuchter,
trockener S.; sich mit dem S. waschen; etw. mit
dem S. reinigen, ab-, auswischen — 0 .1 . jvorw.
Pl.j landsch., bes. österr. Schweiz. Pilz (2): in
die Schwämme gehen (Pilze sammeln) — 2 ./o. Pl.j
schädlicher Pilz (2), der das Holz und Mauerwerk
feuchter Gebäude befällt und zerstört
+ u m g . S. drüber (wir wollen nicht mehr davon
reden, das Geschehene soll vergessen sein) !
schwammig jA dj.j 1. gedunsen, aufgeschwemmt und
weich: ein schwammiger Körper; sein Gesicht sah
s. aus
2. ein schwammiger (verschwommener,
unklarer) Ausdruck, Begriff — 3 . vom Schwamm
(II.2) befallen: eine schwammige Wohnung, Keller
wand
Schwan — Schwärmer
1029
Schwan, der; -(e)s, Schwäne großer, langhalsiger
Entenvogel mit verhältnismäßig kurzen B ein en: die
Schwäne füttern; O umg. mein lieber S .! /Ausruf
des Erstaunens, der Verwunderung od. der Warnung,
Drohungj
schwanen jsw. Vb.; hat/ umg. jmdm. schwant etw.,
es schwant jmdm. etw. jmd. ahnt etw. (Unan
genehmes) voraus: mir schwant nichts Gutes; ihm
hatte gleich Unheil geschwant, als er sie kommen
sah
Schwang, der
+ im S., Schwange (in Mode) sein
schwanger /Adj./ ein Kind im Leibe tragend, ein
Kind erwartend: sie ist s .; eine schwangere Frau
umg. scherzh. mit etw. s. gehen (mit einem
Vorhaben in ten siv in Gedanken beschäftigt sein)
ehwangere, die; -n, -n schwangere Frau
chwangeren| -beratung, die staatlich organisierte
Beratung und gesundheitliche Betreuung der Schwan
geren; -gymnastik, die
schwängern jsw. Vb.; hat/ 1. er hat die Frau, das
Mädchen geschwäng ert (schwanger gemacht) —
2. geh. die Luft war mit Rauch geschwängert (an
gereichert)
Schwangerschaft, die;
-en Zustand der Frau von
der Empfängnis bis zur Geburt ihres Kindes, Zeit des
Schwangerseins: eine S. feststellen, erkennen, naeh-
weisen; die S. unterbrechen
Schwangerschafts| -abbruch, der Schwangerschafts
unterbrechung; -g eld , das Geldbetrag, der in der
DDR in Höhe des Nettoverdienstes an Schwangere
für die Zeit des Schwangerschaftsurlaubs gezahlt
w ird ; -Unterbrechung, die das Abbrechen der Schwan
gerschaft durch Abtöten und Entfernen der Leibes
frucht vor der Geburt; -Urlaub, der gesetzlich angeord
nete Freistellung Schwangerer von der Arbeit für
eine bestimmte Zeit vor der Entbindung; -Verhütung,
die fo. Pl.j Empfängnisverhütung
schwank /Adj.;nur attr.f geh. 1 . lang und dünn und
schwankend federnd: ein schwanker A st; die
schwanken Halme, Gräser, Stengel — 2 . schwan
kend (2): ein schwanker Mensch, Charakter; er
kannte ihre schwanken (ständig wechselnden) Ge
fühle
Schwank, der; -(e)s, Schwänke 1 .1 . kleinere, derb
komische volkstümliche Darstellung charakterlicher
Schwächen und gesellschaftlicher Mängel in Fo rm
einer Erzählung od. eines Theaterstücks: ein derber
S.; einen S. (von Hans Sachs) aufführen 1.2. umg.
einen S. (ein anekdotenhaftes Erlebnis, einen lusti
gen, übermütigen Streich) aus seinem Leben, seiner
Jugendzeit erzählen
schwanken jsw. Vb.; hat, ist/1.1 . sich (schwingend)
hin- und herbewegen, auf und ab bewegen (hat): die
Bäume s. im Wind; der Untergrund, Steg, das Ge
rüst schwankte unter seinen Füßen; ein schwan
kendes Rohr, Schiff; die Magnetnadel, der Zeiger
der Waage, des Barometers schwankt (steht nicht
still); O die Preise im kapitalistischen Wirt
schaftssystem s. (sind nicht stabil); das Befinden
des Kranken schwankt (ändert sich) von Tag zu
Tag; seine Stimme hatte merklich geschwankt (in
der Stärke, Intensität gewechselt) 1.2 . sich taumelnd,
schaukelnd irgendwohin vorwärtsbewegen (ist): der
Betrunkene schwankte bis zur Tür, schwankte nach
Hause — 2 . sich nicht entschließen können, un
schlüssig sein (hat): innerlich, zwischen zwei Mög
lichkeiten s.; nichts konnte ihn schwankend, s.
machen; eine schwankende (bald hierhin, bald da
hin tendierende) Haltung
- f s. wie ein/t RohrimWind(e)
Schwankung, die; -,
-e n /zu schwanken 1.1/
Schwanz, der; -es, Schwänze 1. bei fast allen Wirbel
tieren beweglicher Fortsatz, der über den Rumpf hin
ausreicht od. hinteres Ende bestimmter Tiere, bes.
von Reptilien: ein langer, kurzer, glatter, haariger
S.; der S. des Pferdes, der K uh, des Affen; der
Hund wedelt, die Schwalben wippen, das Krokodil
schlägt mit dem S.; <> salopp den S. (das Ende)
des Umzuges bildete eine Kindergruppe — 2 . s a
lopp Penis
+ salopp kein S. (niemand); — da beißt sich die
/ Katze in den S.; das / Pferd vom S. her, am,
beim S. aufzäumen
schwänzeln jsw. Vb.; hat, i s t/1 . mit dem Schwanz
(1) wedeln (hat): der Hund schwänzelte, als er sein
Fressen bekam — 2. umg. spött. geziert gehen
(ist): sie ist über den Platz, durch den Saal ge-
schwänzelt — 3 . u m g . liebedienern, scharwenzeln
(hat, ist): er hat, ist ständig vor seinem Direktor,
ist um seinen Direktor geschwänzelt
schwänzen jsw. Vb.; hat/ umg. etw., bes. eine
Schulstunde, ohne triftigen Grund vorsätzlich ver
säumen: er hat gestern (die Deutschstunde, Schule)
geschwänzt; dazu Schwänzer, der; -s, -
Schwanz/schwanz] -feder, die (große) Feder am
Schwanz des Vogels: der Pfau spreizt seine Schwanz
federn; -flösse, die hinterste Flosse des Fisches;
- lästig /Adj.; nicht adv.\ Flugw .: das Flugzeug ist
s. (hat hinten das Übergewicht); -lurch, der in zahl
reichen A rten vorkommender langgestreckter Lurch
m it einem langen, rundlichen od. seitlich zusammen
gedrückten Schwanz; -Wirbel, der Wirbel des
Schwanzes (1)
schwappen jsw. Vb.; hat, ist/ umg. fvon einer
Flüssigkeit/ 1.1 . sich klatschend (hin- und her-, a uf
und ab) bewegen (hat):das Wasser im Topf schwappt
beim Tragen; wir kon nten das Schwappen des
Wassers an der Bordwand hören 1 .2 . sich klat
schend irgendwohin bewegen, ergießen (ist): die
Suppe ist über den Rand geschwappt; die Wellen
schwappten unaufhörlich gegen die Kaimauer
Schwarm, der; -(e)s, Schwärme I. größere Anzahl
sich ungeordnet und lebhaft bewegender Fische, I n
sekten, Vögel: ein S. Fische, Bienen; Schwärme von
Mücken, Grillen, Heuschrecken; die Zugvögel
sammeln sich zu Schwärmen; O ein S. Kinder —
II. u m g. jmd., für den jmd. schwärmt, etw., wofür
jmd. schwärmt: der Sänger war der S. aller jungen
Damen; sein S. ist die Musik
schwärmen jsw. Vb.; hat, ist/ I. in Schwärmen
durcheinanderwim m eln, sich fortbewegen (hat, ist):
die Fliegen, Mücken schwärmten in Scharen; I m
kerei die Bienen s. (die alte Königin verläßt mit der
Hälfte des Bienenvolkes den Sto ck, um einen neuen
Staat zu gründen) — II . (hat) 1.1 . von jmdm., etw.
s. sich schwärmerisch über jmdn., etw. äußern: von
einem Künstler, Kunstwerk, seinen Erlebnissen s.
1 .2 . für jmdn., etw. s . jmdn. schwärmerisch ver
ehren, etw. sehr gern mögen: für die Natur s.
Schwärmer, der; -s, - 1. schwärmerisch veranlagter
Mensch: ein romantischer S.; er ist ein S. und
Phantast — II . Feuerwerkskörper, der unter wieder
holten Explosionen regellos umherfliegend abbrennt
66*
1030
Schwärmerei — Schwebe
-
m . in zahlreichen Arten vorkommender Nachtfal
ter m it spindelförmigem Körp er und schmalen Flügeln
Schwärmerei, die; -,
-e n [zu schwärmen II/
schwärmerisch /A dj./ von überwiegend gefühls
mäßiger überschwenglicher Begeisterung für etw.,
jmdn. erfüllt und sich entsprechend verhaltend,
äuß ernd : schwärmerische Begeisterung, Bewun
derung, Leidenschaft, Zuneigung; sich s. über
etw., jmdn. äußern
Schwarte, die;
-n 1 .1 . dicke, zähe Haut am
Schweinefleisch: die S. v om Schinken, Speck
schneiden 1.2 . Jägerspr. Fell (1) von Wild-
schweinenundDachsen — S .sa lopp jemot.neg./2.1 .
Buch (1): er hat im Antiquariat alte Schwarten ge
kauft 2.2 . er liest nur Schwarten (minderwertige
Bücher) — 8 . Med. durch Narben verdicktes Binde
gewebe, bes. als Ergebnis einer Rippenfellentzün
dung — 4 . fachspr. beim Herstellen von Brettern
von Baumstämmen abfallendes, einseitig mit Rinde
bedecktes dünnes Brett
+ salopp arbeiten, daß, bis die S. kracht (sehr
v iel arbeiten)
schwarz, schwärzer, schwärzeste jAdj./ 1 . von
dunkelster Färbung und die Lichtstrahlen völlig
absorbierend, nicht reflektierend: s. wie K ohle; ein
schwarzer Anzug; schwarze Schuhe; er hat schwar
zes Haar; ein Brief mit schwarzem Rand (Trauer
brief); etw. s. anstreichen; in Schwarz gehen
(schwarze Kleidung, meist zum Zeichen der Trauer,
tragen); die Farbe Schwarz; ein glänzendes, mattes,
tiefes Schwarz — 2 . sehr dunkel, fast wie 1: schwarze
Augen; die Schwarzen /oft als diskriminierend emp
fundene, gebrauchte Bez. für Afrikaner und Afro
amerikaner!; schwarzer Pfeffer, Tee; schwarzer
Kaffee (Kaffee ohne Milch und Sahne); schwarze
(dunkelrote) Kirschen; schwarze W olken; s. wie
die Nacht — 8. umg. dunkel von Schmutz: er hat
schwarze Hände, Fingernägel; das Hemd war am
Kragen ganz s. — 4 . /nur attr.j von schwarzen (un
heilvollen) Ahnungen geplagt werden — 5 . /adv./
etw. s. (unter Umgehung der rechtlichen B estim
mungen) kaufen, verkaufen
+ etw. s auf weiß (geschrieben, gedruckt) besitzen,
haben; aus s. weiß machen (etw. Negatives allzu
positiv darstellen); sich s. ärgern (sich sehr ärgern);
ins Schwarze treffen (das Entscheidende, W esent
liche äußern); umg. da kannst du warten, bis du
s. wirst (darauf wirst du vergeblich warten); jmdm.
nicht das Schwarze unter dem Nagel gönnen
(jmdm. nichts gönnen, auf jmdn. neidisch sein);
— jmdm. wird es s. vor den Augen; das Schwar
ze
Brett; der Schwarze / i Mann; der schwarze
/ Markt; jmdm. den Schwarzen / Peter Zu
spielen, zuschieben; das schwarze / Schaf
Schwär z/schwarz| -arbeit, die jo. PL/ den gesetz
lichen Bestimmungen, bes. im Hinblick auf die Ab
führung von Steuern, zuwiderlaufende Verrichtung
von bezahlter Arbeit: S. machen; -arbeiten /Vb./
Schwarzarbeit verrichten; -blech, das jo. PI ./ nicht
durch Überzüge gegen Korrosion, Rost geschütztes
Blech; -braun / A d j./ tief dunkelbraun; -brot, das
überwiegend au s Roggenmehl gebackenes B rot;
- decke, die fachspr. aus verschiedenen Schichten
kombinierte Straßendecke aus Bitumen od. Teer
Schwärze, die; -, fo. PL; zu schwarz 1 u. 2/; zu 1:
die S. ihrer Haare; zu 2 : die S. der Nacht
schwärzen /sw. Vb.; hat/ etw., jmdn. s. etw., jmdn.
schwarz (1) färben: einen Pfähl, Zaun s.; er hatte
ein mit Ruß geschwärztes Gesicht; sich mit Holz
kohle s.
Schwarz/schwarz] -erde, die dunkler, fruchtbarer
Humusboden; -fahren jVb.; ist/ umg. 1. ein öffent
liches Verkehrsmittel ohne Fahrtausw eis benutzen —
2. ein Kraftfahrzeug ohne Fahrerlaubnis fahren;
dazu -fahrer, der; -gekleidet /Adj.; vorw. aür.f;
-gerändert /Adj.; vorw. attr.j mit einem schwarzen
(1 , 2) Rand : schwarzgeränderte Augen, Briefbogen;
- haarig /Adj./; -handel, der spekulativer Handel
(mit Mangelwaren) zu Überpreisen und unter U m
gehung der rechtlichen Bestimmungen; dazu -händ-
ler, der; -hören jV b.j ohne Genehmigung, ohne Ge
bühr zu entrichten, R u ndfunk hören; -Kittel, der
Jägerspr. Wildschwein
schwärzlich /Adj.f von dunkelgrauer bis schwarzer
(1) Farbe: Silber mit einer schwärzlichen Patina;
ein vom Alter s. gewordenes Bild
Schwarz/schwarz] -malerei, -m alere], die p es si
mistische Darstellung, Schilderung; :sauer, das;
-s, jo. PL/ K ochk. säuerliches Gericht aus Wild-,
Schweine- od. Geflügelfleisch, da s mit dem Blut des
betreffenden Tieres zubereitet w ird; ;seh en /V b./
1. pessimistisch sein, (ständig) Unheilvolles be
fürchten: er sieht immer schwarz; er sah recht
schwarz für seinen Plan, für sein Vorhaben —
2. ohne Genehmigung, ohne Gebühren zu entrichten
fernsehen; zu 1 :seherei, -s ehere], die; -en /vorw.
S g.j 7Sender, der u m g . ohne staatliche Genehmigung
betriebener Sender; -weiß /A dj.j 1. /:w eiß/ schwarz
weiße (schwarz und weiß gemu$terte)Herremockeii —
2. /-weiß/ ein Film in Schwarzweiß (ein Film , der
alles nur durch schwarze, weiße und graue Töne
wiedergibt) ; einen Film in Schwarzweiß senden
Schwarzwe]ß| -aufnahm e, die Aufnahme (2.1 ), die
alles nur durch schwarze, weiße und graue Töne
wiedergibt; -fernseher, der Fernsehgerät, das alles
nur durch schwarze, weiße und graue Töne wieder
gibt; -malerei, die 1. /o. PI ./ Malerei, bei der
nur m it schwarzen und weißen xTonen gearbeitet
w ird — 2 . Darstellung, bei der Menschen und Ge
schehnisse als ausschließlich gut od. ausschließlich
schlecht wiedergegeben werden
Schwarz] -wild, das Jägerspr. Wildschweine;
- Wurzel, die Korbblütler, dessen fleischige Wurzel
als Gemüse verwendet wird
Schwatz, der; -es, -e /vorw. 8g.; / auch Schwätz
chen/ u m g . Geplauder, Plauderei, gemütliche Unter
haltung: einen kleinen S. mit dem Nachbarn ma
chen; er war immer zu einem S. bereit
Schwätzchen, das; -s, - / / auch Schwatz/ umg.
Schwatz
schwatzen /sw. Vb.; hat/ 1.1 . miteinander plaudern,
sich gemütlich unterhalten: miteinander, mit jmdm.
(unbekümmert) s.; sie saßen beisammen und
schwatzten bis tief in die Nacht 1.2 . sich während
des Unterrichts heimlich und leise mit seinem Nach
barn unterhalten: schwatzt nicht! — 2 . jemot./ viel
und lange, meist ohne Sachkenntnis (über etw.) re
den: dummes, unnützes Zeug s .; was der immer so
schwatzt!; zu 2 Schwätzer, der; -s, -; zu 1.2 u. 2
schwatzhaft /A dj./
Schwebe, die /in der Verbindung/ in der S . : der
Luftballon hält sich in der S. (hält sich in etwa
gleichbleibender Höhe in der Luft)
+ etw. ist noch in der S. (ist noch unentschieden)
Schwebebahn — Schweins]
1031
Schwebe] -bahn, die an einer Schiene od. an Draht
seilen hängendes Verkehrsmittel; -balken, der T u rn
gerät, das aus a uf einem Gestell angebrachten Balken
besteht
schweben /sw. Vb.; hat, ist/ 1.1* sich in der Luft,
einer Flüssigkeit (langsam und) ruhig bewegen, ohne
niederzusinken (hat): der Adler schwebt hoch in
den Lüften; eine Wolke schwebt am Himmel; O
jmd. schwebt (befindet sich) in (Lebens)gefahr
1 .2 . irgendwohin s. durch 1 .1 irgendwohin gelangen
(ist): die Blätter s. zu Boden; der Luftballon
schwebte über die Häuser 1*3. von einer bestimmten
Stelle frei herabhängen (hat): er schwebte über dem
Abgrund; die Gondel schwebte an Seilen; ein Kran
mit schwebenden Lasten — 2 . (hat) gegen ihn
schwebt ein Verfahren, Prozeß (ist ein Verfahren,
Prozeß im Gange)
+ in tausend / Ängsten s .; etw. schwebt wie ein
/ Damoklesschwert über jmdm.; in höheren /
Regionen, / Sphären s.
Schwebe]zustand, der jo. PI ./ Zustand der Ungewiß
heit, in dem noch nichts entschieden ist
Schweb[Stoffe, die /P L / sehr fein zerteilte feste
mineralische od. organische schwebende (1.1) Stoffe
im Wasser
schwedisch jA d j.j
-f
hinter schwedischen / Gardinen sitzen
Schwefel, der; -s, /o. PI ./ nichtmetallisches che
misches Element von grünlich hellgelber Farbe, das
bei Verbrennung stechend riecht
+ sie halten zusammen wie / Pech und S.
Sehwefel/schwefel| -dioxid, das; -s, jo. P l.j Chem .
stechend riechendes, d ie Schleimhäute reizendes Gas,
das bei der Verbrennung von Schwefel entsteht; -gelb
/A dj./ gelb wie Schwefel; -haltig /Adj.; nicht adv./
Schwefel enthaltend
schwefelig /A dj./ s. schweflig
Schwefel| -kies, der jo. Pl.j Min. Verbindung aus
Schwefel und E isen; -köpf, der gelblicher, büschel
weise auf Baumstümpfen wachsender Blätterpilz
schwefeln /sw. Vb.; hat/ fachspr. 1.1. etw. m it
Schwefeldioxid haltbarer und ansehnlicher m achen:
Wein, Tabak s. 1 .2 . eine Pflanze s. (Krankheiten
der Blätter einer Pflanze m it Schwefelpräparaten
bekämpfen)
Sehwgfel| -präparat, das schwefelhaltiges Präparat,
bes. Medikament; -saure, die /o. Pl.j stark ätzende
Säure, die konzentriert eine geruchlose, wasserhelle,
Ölige Flüssigkeit ist; -Wasserstoff, der farbloses,
sehr giftiges Gas, das intensiv nach faulen Eiern
riecht
schweflig /A dj./ Chem .: schweflige Säure (Säure,
die weniger Sauerstoff als die Schwefelsäure enthält)
Schweif, der; -(e)s, -e 1. g eh . langer, buschiger
Schwanz (1): der S. eines Pferdes — 2 . langgezogene
Wolke aus Gasen eines Kometen in Sonnennähe: der
leuchtende S. des Kometen
schweifen jsw. Vb.; ist; / auch geschweift/ geh.
ziellos (durch die Gegend) wandern: durch Wald und
Feld s .;in die Ferne s .; O sein Blick schweifte über
die Bergkette; er ließ seine Gedanken in die Ver
gangenheit, Zukunft s.
schweif|wedeln /hat geschweifwedelt/: der Hund
schweifwedelt (wedelt m it dem Schwanz)
Schweige] -geld, das jvo rw. S g ./ (Bestechungs)geld,
das jmdm. gezahlt wird, um ihn zum Stillschweigen
über bestimmte (belastende) Fakten zu veranlassen;
-marsch, der Protestmarsch, 1M arsch (i), .bei dem
die Teilnehmer schweigend marschieren; -minute, die
Gedenkminute
schweigen, schwieg, hat geschwiegen 1 .1 . nichts
(mehr) sagen:betroffen, ratlos, trotzig s.; er schwieg
vor Verlegenheit; schweigend zuhören; zu diesen
Anschuldigungen konnte er nicht s. ; jmdn. zum
Schweigen bringen (durch Drohungen, Verspre
chungen dazu bringen, daß er nichts mehr sagt); O
der Lärm, die Musik sch weigt (hat aufgehört, ist
nicht mehr zu hören); endlich schwiegen die W af
fen (wurden die Kampfhandlungen eingestellt) 1.2 . er
hat auf meinen Brief, hat bis heute geschwiegen
(nicht geantwortet)
+ / ganzzus.von...;s.wieein/ Grab
Schweigen, das; -s, /o. Pl.j: es herrschte tiefes S.
(niemand sagte etwas) ; über etw. S. bewahren (über
etw., das einem anvertraut wurde, nicht sprechen)
+ sich in S. hüllen (sich nicht äußern)
Schweige|pflicht, die jo. P l.j Pflicht zur Währung
von Dienst-, Berufsgeheimnissen, Pflicht, über be
stimmte Angelegenheiten zu schweigen: etw. un ter
liegt der S., fällt unter die ärztliche S.; die S. ver
letzen; jmdn. von seiner S. entbinden
schweigsam jA dj.j nicht gesprächig, wortkarg: ein
schweigsamer Mensch; er war h eute abend sehr s.
Schwein, das; -(e)s, -e 1.1 . in zahlreichen Arten vor
kommender Paarhufer mit gedrungenem Körper,
borstigem H aarkleid und kurzer, rüsselförmiger
Schnauze 1.2 . in zahlreichen Rassen gezüchtetes 1.1,
das als Haustier gehalten wird, Hausschwein:
Schweine züchten, halten, mästen; ein S. schlach
ten — 2. salopp jemot.; von einem Menschenj
2.1 . unsauberer od. unanständiger, unmoralischer
Mensch: er ist ein S.; auch Schimpfw.. du S.!
2.2 . er ist ein armes S. (ein bedauernswerter Mensch)
+ umg. S. (Glück) haben; salopp kein S. (nie
mand); derb bluten wie ein S. (sehr stark bluten)
Schweine (m it * auch Schweins])| »-braten, der
Stück von einem Schwein (1.2) als Braten; -fett, das
jo. Pl.j; -fleisch, das; -fraß, der s a lo p p jemot.j
minderwertiges Essen; -geld, das jo. Pl.j salopp
jemot./ sehr viel Geld: der hat dabei ein S. verdient;
-hund, der salopp Schimpfw. gemeiner Mensch;
-koben, der Verschlag für Schweine (1.2); »-kotelett,
das; -mast, die das Mästen von Schweinen (1.2);
-mästerei, die Betrieb für Schweinemast; -pest, die
m eist tödlich verlaufende fieberhafte Infektions
krankheit der Schweine (1 -2)
Schweinerei, die; -en sa lopp jemot./ 1. wer hat
bloß diese S. angerichtet (diesen Schmutz, diese
Unordnung verursacht)? — 2 . Lumperei, Gemein
heit: daß du mich bestohlen hast, ist eine S.!; so
eine S.! — 3. /o. Pl.j eine S. (es ist unerhört), daß
es hier nichts zu essen gibt!
Schweine (mit * auch Schweins|) zu Schwein 1 .2 .|
»-rippchen, die jPl.j Rippchen vom Schwein;
-schmalz, das ausgelassenes Schweinefett; -stall, der
Schwem/schwein] -igel, der umg. jemo t.j 1 . u n
sauberer, schmutziger Mensch — 2 . Mensch, der u n
anständige, obszöne Reden führt; zu 2 -igelei, -igele|,
die; -,
-en
u. -igeln, schweinigelte, hat geschwein-
igelt
schweinisch lAdj.j umg. unanständig, obszön:
schweinische Redensarten, Witze; eine schweini
sche Zeichnung; er benahm sich s.
Schweins]: / Schweine]
1032
Schweinsgalopp — schwenken
Schweins] -galopp, der + salopp im S. (sehr
schnell) davonlaufen;-leder, das Io. PL/: ein Kof
fer aus S.
Schweiß, der; -es, Jo, PL/ 1. bes. bei Hitze aus den
Poren der H aut austretende wäßrige Absonderung
bestimmter Drüsen: der S. steht ihm auf der Stirn,
brach ihm aus allen Poren; in S. kommen, geraten;
O das hat viel S. {Mühe, Anstrengung) gekostet —
2. Jägerspr. Blut des Wildes und des Hundes
+ im Schweiße seines Angesichts (mit großer Mühe,
Anstrengung)
Schweiß | -absonderung, die Absonderung von
Schweiß (1); -arbeit, die /vorw. PL/ das Schweißen
(I); -ausbruch, der: das Fieber bewirkte einen S.;
- brenner, d er Gerät, das aus brennbarem Gas und
Sauerstoff eine heiße Flamme zum Schweißen er
zeugt; -draht, d er Draht, der beim autogenen Schwei
ßen verwendet w ird und zwischen den beiden Werk
stücken einschmilzt; -drüse, die Drüse, die durch
die Poren der H aut Schweiß absondert
schweißen /sw. Vb.; h a t / 1. Werkstücke aus Metall
od. Kunststoff durch Wärme od. Druck fest mit
einander verbinden'. Schienen, R ohre s.
—
ILJä
gerspr. ein Tier schweißt (blutet)
Schweißer, d e r; -s, - Facharbeiter für Schweißtechnik
Schweißer |paß, d e r Qualifikation für die Ausführung
von Schweißarbeiten
Schwe|ß/schweiß] -fährte, die J äg e rs p r . Blutspur
eines angeschossenen Stückes Schalenwild; -fuß, d er
/vorw. PLI F uß mitfübermäßiger Schweißabsonderung;
- gebadet /Adj.j naß von Schweiß (1): s. erwachte er
aus einem Alptraum; er war s.
schweißig fAdj.f von Schweiß (1) naß: schweißige
Hände, Füße
Schweiß/schweiß] -leder, das Lederband im Hut, das
das M aterial gegen Schweiß schützt; -naht, die Stelle,
a n der zwei Werkstücke durch Schweißen verbunden
sind; -naß jAdj.j naß von Schweiß (1); -perle, die
kleiner Schweißtropfen; -technik , die fo. PL/ die
verschiedenen Verfahren des Schweiß ens umfassender
Bereich der Technik:in der S. wurde ein neues Ver
fahren entwickelt; -treibend /Adj.; nicht adv./ die
Tätigkeit der Schweißdrüsen anregend: ein schw eiß
treibendes M ittel; -tropfen, der Schweißabsonde
rung in der Form eines Tropfens: die S. standen
ihm auf der Stirn
Schweizerdeutsch(e), das Sprache des mündlichen
Verkehrs der deutschsprechenden Einwohner der
Schweiz
Schwel jbrand, d e r schwelender Brand
schwelen /sw. Vb.; hat/ 1. etw. schwelt etw. brennt
langsam, ohne Flamme (und mit starker Rauch
entwicklung): das Feuer schwelt noch unter der
Asche; feuchtes Holz schwelt lange; <J> der Haß
schwelte jahrelang weiter — 2 . Techn. Braun-,
Steinkohle, erdölhaltigen Schiefer entgasen
Schwelgase, die /PL/ Techn. Gase, die beim Schwe
len entstehen
schwelgen /sw. Vb.; hat/ 1. üppig essen und trinken:
sie schwelgten und praßten —■ 2. geh. in etw. s.
sich mit Genuß ganz einer Sache überlassen: e r
schwelgte in Musik, Gefühlen, Erinnerungen; ihr
Herz schwelgte in Wonne, Seligkeit; zu 1 schwel
gerisch /Adj./: ein schwelgerisches (üppiges 1 .2)
Mahl
Schwelle,die; -,
- n 1. meist von einem Brett gebildete
leichte Erhöhung über dem Boden am unteren Rande
der Türöffnung, Türschwelle: eine hölzerne, stei
nerne S.; er trat überdie S., blieb auf derS. stehen;
du betrittst mir nicht mehr meine S. (ich verbiete
dir meine Wohnung, mein Haus)! — 2, quer zur
Richtung der Schienen (1.1) liegender Holz-,
Metall-, Betonteil, auf dem die Schienen befestigt
sind — 3 . G e ol . langgestreckte Bodenerhebung —
4. /in der Verbindung/ an der S. (am Beginn) des
Jahres, seines Berufslebens, seines 30. Lebens
jahres
Schwellen (er schwillt), schwoll, ist geschwollen
/ / auch geschwollen/ 1. /von Teilen des (mensch
lichen) Körpers/ (durch Ansammlungen von Flüssig
keit, durch einen krankhaften Prozeß) an Umfang
zunehmen: die Füße s. (ihr); die Stirnader schwoll
ihm vor Zorn; er hat eine geschwollene Backe, ge
schwollene Mandeln, einen geschwollenen Hals;
O geh. das Herz, die Brust schwoll ihm vor Be
geisterung, Freude (seine Begeisterung, Freude
nahm immer mehr zu) — 2 . der Sturm schwoll (ver
stärkte sich) zum Orkan
‘“Schwellen /sw. Vb.; hat/: der Wind schwellt
(bläht 2.1) die Segel; <0>geh. Freude schwellte ihm
die Brust
Schwellung, die; -,
- e n 1 . /o. PL/ das Geschwollen
sein: die S. der Mandeln ist zurückgegangen —
2. geschwollene Stelle: eine S. am Knie haben
Schwemme, die; -, -n 1. seichte Stelle eines Gewässers,
an der bes. Pferde geschwemmt werden — 2. umg.
/bes. von Naturalien/ zeitweilig sehr reiches A n
gebot bestimmter Waren: der Sommer brachte eine
5. von Kirschen und Erdbeeren — 3. landsch.
einfaches Lokal, in dem viel getrunken wird
schwemmen jsw. Vb.; hat/ 1.1 . /von fließendem
Wasser/ etw. durch Ström ung irgendwohin gelangen
lassen: der Fluß hat denSandinsMeergeschwemmt;
die Wellen haben das Wrack ans Ufer, der Regen
hat den Schmutz von der Straße geschwemmt
1.2 . etw. m it viel Wasser irgendwohin befördern: er
hat den Schmutz in den Gully geschwemmt —
2. süddt. österr. etw. (in viel Wasser) spülen: die
Wäsche s.; Felle, Häute s.
—
3. die Pferde im Fluß
s. (baden, reinigen)
Schwemm | -land, das jo. PL/ angeschwemmtes
Land; -sand, d er /o. PL/ angeschwemmter Sand
Schwengel, der; -s, -1 . Klöppel (1.1):der metallene
S. d e r Glocke — 2 . Hebel zum Betätigen einer von
Hand zu bedienenden Pumpe
Schwenk, d e r; -s, -s F ilm horizontale od. vertikale
Bewegung der Filmkamera während der Aufnahme
Schwenk]arm, d e r schwenkbares Rohr an einem
Wasserhahn
schwenkbar /Adj.; zu schwenken 2.2/
Schwenk]bereich, d e r Bereich, innerhalb dessen ein
schwenkbarer Ausleger operiert: der Aufenthalt im
S. eines Kranes ist verboten
schwenken /sw. Vb.; hat, ist/ 1. (hat) 1.1. etw., das
man in der Hand hält, jmdn., den man mit den
Händen hält, durch die Luft hin und her bewegen:
den Hut, das Taschentuch, die Fahne s.; er
schwenkte das Kind im Kreise 1.2 . die Arme s. (in
der Luft hin und her bewegen) 1.3 . die Wäsche in der
Lauge s. (hin und her bewegen, um sie zu reinige^ );
Gläser im Wasser s.
—
2.1. irgendwohin s. mit
einer horizontalen Bewegung in eine bestimmte
Stellung, Richtung kommen (ist):der Kran schwenkt
nach rechts; die Marschkolonne schwenkte in die
Schwenker — Schwermetall
1033
Hauptstraße; ein Hochdruckkeil schwenkt ost
wärts 2.2 . etw. irgendwohin s. etw. mit einer hori
zontalen Bewegung in eine bestimmte Stellung, Rich
tung bringen (hat): den Schwenkarm nach links s.
Schwenker, der; -s, - bauchiges, sich nach oben ver
jüngendes Trinkglas, bes. für Kognak
Schwenk) -hahn, der Wasserhahn m it schwenkbarem
Rohr; -kran, der Techn. Kran mit schwenkbarem
Ausleger
Schwenkung, die; -,
- e n das Schwenken (2); eine
S. machen; eine halbe S. nach links, rechts; O er
hat plötzlich eine S. gemacht (hat plötzlich seine
Meinung geändert)
schwer /A dj./ 1 .1 . /gibt in Verbindung mit einer
Maßeinheit ein bestimmtes Gewicht an/: der Wagen
ist einen Zentner, der Brief zwanzig Gramm s.
(wiegt einen Zentner, zwanzig Gramm); um g . wie
s. bist du (wieviel wiegst du)? 1.2 .1 . von großem Ge
w icht: eine schwere Last; schweres Gepäck schlep
pen, tragen; ein schwerer Schrank; Chem. schwe
res W asser (Oxid eines Isotops des Wasserstoffs vom
dopp elten Atomgewicht gewöhnlichen Wasserstoffs)^;
etw., jmd. ist (sehr) s., s. wie Blei; die Äste sind s.
von Früchten (tragen viele Früchte); er ist zu s.
(wiegt zu viel); er ist schwerer als ich; der Wagen
ist s. beladen; seine Hand lag s. (lastete) auf meiner
Schulter; er darf nich t s. (nichts von großem Gewicht)
heben, tragen 1 .2 .2 . /bezeichnet neben dem Gewicht
auch eine bestimmte Q u alität/; ein schwerer W agen
(meist größeres Kraftfahrzeug mit starkem M oto r);
schwere Waffen (Waffen mit großem Kaliber und
großer Wirkung); ein Ärmreif aus schwerem (mas
sivem) Gold; ein Abendkleid aus schwerer (dicht
gewebter) Sei^de; O ein schwerer (bedrückender)
Traum; sein Urteil, Wort wiegt s. (hat große Be
deutung, ist gewichtig) 1.3 . /vorw. attr./ schwerfällig,
unbeholfen: er h a t einen schweren Gang; wir hörten
seine schweren Schritte; m it schwerer Hand schrei
ben — 2 .1 . m it großer körperlicher Anstrengung ver
bunden: der schwere Beruf des Bergmanns; für
Frauen ist diese Arbeit zu s.; er muß s. arbeiten
2.2 . (große) Mühe erfordernd, verursachend: eine
schwere Aufgabe übernehmen, bewältigen; ein
schweres (verantwortungsvolles) Amt; etw. ist s. zu
begreifen, handhaben; das ist s. (nicht einfach) zu
sagen; du bist nur s. zu verstehen; er begreift nur
s. (mit Mühe und langsam); viel Schweres durch-
machen müssen; ein schweres (schwieriges 1 .1 )
Problem; eine schwere Prüfung, Frage; ein schwe
rer Text; diese Aufgabe ist zu s. für sie; jmd. hat es
s. (hat viele Sorgen) 2.8 . /nicht ad v./ schwere (geistig
anspruchsvolle) Musik — 8 .1 . /von Negativem / von
großer Intensität, Stärke, heftig: ein schwerer
Sturm, schweres Gewitter; schwerer Seegang; eine
schwere Kolik; eine schwere seelische Erschütte
rung 3.2 . /von Negativem/ von hohem Ausmaß, er
heblich, schwerwiegend: schwerer Sachschaden; ein
schweres Verbrechen; eine schwere Schuld; eine
schwere (ernste, gefährliche) Krankheit, Verwun
dung; er ist s. (streng) bestraft worden 8.3 . /adv./
sehr: die Nachricht hat ihn s. erschüttert; seine
Schuld, die Sorge um seine Kinder lastete s. auf
ihm;umg, s. beleidigt sein;erhat sich s. getäuscht;
das hat ihn s. beeindruckt; ich werde mich s. hü
ten, das zu tun! — 4 . /vorw. attr./ schwere (den Or
ganismus sehr belastende) Kost, Speisen, W eine;
eine schwere Zigarre
+ s. an etw. tragen (unter einer Sache sehr leiden,
über etw. sehr bekümmert sein); salopp s. geladen
haben (sehr betrunken sein) ; — s. von / Begriff
sein; geg en jmdn. (ein) schweres / Geschütz auf-
fahren; etw. schweren
Herzens tun; jmdm. ist es
s. ums / Herz, ist das / Herz s.; ein schwerer
/ Junge; s. von / Kapee sein; ein schweres /
Kreuz zu tragen haben; bei jmdm. einen schweren
/ Stand haben; eine schwere / Zunge haben
schwer/Schwerj -beschädigt /A d j.; nicht a d v./ durch
einen dauernden Körperschaden in der Arbeits- und
Leistungsfähigkeit um mindestens 50 Prozent ge
mindert: er ist s.; dazu -beschädigte, der u. die;
- n, -n: diese Sitzplätze sind für S. reserviert;
-beschädigtenausweis, der A usweis, der jmdn. als
schwerbeschädigt kennzeichnet; -blütig /A d j./ das
Leben schwernehmend, ernst und bedächtig: ein
schwerblütiger Menschenschlag
Schwere, die; -, jo. PL/ 1. Phys. Schwerkraft: das
GesetzderS. — 2./zu schwer 1.2,2.1,2.2,3.1,3.2/;
zu 3.2: die S. seiner Schuld, der Verantwortung lag
drückend auf ihm
schwere/Schwere) -los /A d j./ ohne Wirkung von
Schwerkraft: sich im schwerelosen Zustand befin
den:; dazu -losigkeit,die; -, jo. P I ./: die Raumfahrer
befanden sich im Zustand der S.; das Verhalten des
Organismus unter den B edingungen der S.; -nöter,
der; -s, - umg. scherzh. männliche Person, die zu
nicht allz u ernsten moralischen Verfehlungen neigt,
bes. Schürzenjäger
schwer/Schwer) -erziehbar /A d j.; nicht adv./ mit
den üblichen Erziehungsm ethoden n u r ungenügend
beeinflußbar: ein schwererziehbares Kind; -fallen
/Vb./ etw. fällt jmdm. schwer etw. verursacht jmdm.
große physische od. psychische Belastung, so daß er
es nur mit Mühe bewältigt: diese Arbeit, der Ab
schied ist ihm schwergefallen; -fällig /A d j./ lang
sam und nicht gewandt (in den Bewegungen): ein
schwerfälliger Mensch; s. gehen, sprechen; s. den
ken, antworten; er ist geistig s.;
-gewicht, das
1 . jo. PI ./ Sport /Gewichtsklasse in den Disziplinen
Boxen, Ringen, Gewichtheben, Jud o/: der W elt
meister im S. — 2 . Hauptgewicht: das S. seines Vor
trags lag bei pädagogischen Problemen; -halten
/Vb./ es hält schwer, etw. Bestimmtes zu tun es ist
schwierig, etw. Bestimmtes zu tun: es hat schwer
gehalten, ihn v o n seinem Vorhaben abzubringen;
-hörig /A d j.j nicht gut hörend, vermindert hörfähig:
er ist s.;dazu -hörigkeit, die; -, /o. PL/; -industrie,
die / zusammenfassende Bez. für den Bergbau, die
eisenerzeugenden,
-verarbeitenden Industriezweige
und die wichtigsten Arbeitsmittel produzierenden
Industriezweige/; -kraft, die /o. Pl.j Phys. Kraft,
mit der ein Körper von der Erde angezogen wird,
Anziehungskraft; -krank /A dj.; vorw. attr./: ein
schwerkranker (sehr kranker) Patient
schwerlich /Adv ./ wahrscheinlich nicht, kaum: das
wird er s. fertigbringen; diesen Anforderungen
wird sie s. gewachsen sein
schwer/Schwer) -machen /Vb./ u m g . jmdm., sich
etw. (unnötig) erschweren: jmdm. das Leben s.;
man hat es ihr oftmals schwergemacht; mach es
dir doch nicht so schwer!;
jmdm. das / Herz
s .; -maschinenbau, der Bereich des Maschinenbaus,
in dem Anlagen und Maschinen für die Schwer
industrie hergestellt werden; -metall, das M etall mit
einer Dichte über fünf Gramm pro Kubikzentimeter;
1034
Schwermut — schwimmen
- m ut, die; /o. Pl.j anhaltend tiefe Melancholie;
dazu -mütig fA d j.j; -nehmen /Vb.f etw. als be
drückend empfinden, zu ernst nehmen: nimm es
nicht so schwer, es geht alles vorüber!; -öl, das
fo. Pl.f Mineralöl mit einem Siedepunkt zwischen
230 und 350 Grad; -punkt, der /PL -e/ 1. Phys.
Punkt, in dem die gesamte Masse des Körpers ver
einigt gedacht werden kann: den S. eines G egen
standes berechnen, verlagern — 2 . volkswirtschaft
liche Schwerpunkte (wichtigste, vorrangige Bereiche,
Vorhaben);der S. (das Hauptgewicht) der Diskussion
verlagerte sich auf .. .
Schwert, das; -(e)s, -er 1. Stoß- und Hiebwaffe des
Altertums und Mittelalters m it (langer) gerader, ein-
od. zweischneidiger Klinge — 2. Seemannsspr.
ausfahrbare Holz- od. M etallplatte unter Segelbooten
parallel zum K iel, die das Abtreiben des Bootes ver
hindert
+ etw. ist ein zweischneidiges S. (etw. kann sich
positiv, aber auch negativ auswirken)
Schwert| -fisch, der im Meer lebender, langgestreck
ter Knochenfisch m it einem langen, schwertartigen
Fortsatz a m Oberkiefer; -lilie, die in zahlreichen
Arten vorkommende Pflanze m it meist schwertför
migen Blättern und Blüten in vielerlei Farben,
Iris
schwer/Schwerj -tun, sich fVb.f u m g . sich (mit
etw.) s. sich mit etw. abmühen, etw. kaum bewältigen
können: sich mit dem Lernen s.; -Verbrecher, der
jm d . , der ein schweres Verbrechen begangen hat;
-verdaulich fA dj.; nur attr.j schwer (4) zu verdauen;
-verletzt /A d j.; vorw. attr.f gefährlich verletzt: ein
schwerverletzter Autofahrer; bei dem Unfall gab
es mehrere Schwerverletzte; -verständlich /A d j.;
nur attr.f schwer (2.2) zu verstehen: eine schwer
verständliche Abhandlung; -wiegend fA d jn i c h t
a dv./von großer Tragweite, Wichtigkeit: schwerwie
gende Bedenken äußern; einen schwerwiegenden
Entschluß fassen, Fehler machen
Schwester, die;
-n 1. jmds. weibliche Verwandte,
die mit ihm beide Elternteile od. auch einen Eltern
teil gemein hat: Bruder und S .; meine große, kleine,
ältere, jüngere, jüngste S.; sie ist meine S.; wir
sind drei Schwestern und ein Bruder — 2 .1 . an
einer Fachschule ausgebildete und i n den verschie
denen Bereichen des Gesundheitswesens tätige w eib
liche Person: sie will S. werden, ist S.; als S. in
einem Krankenhaus arbeiten 2.2 . weibliche A n
gehörige einer kirchlichen Vereinigung, die sich bes.
der Krankenpflege widmet
Schwester|herz, das fo. Pl.f umg. scherzh.: mein
S. (meine Schwester) hat mir dabei geholfen; na, S.,
wie geht’s dir?
schwesterlich /Adj.; nicht präd.f in der A rt einer
guten Schwester (1): schwesterliches Mitgefühl;
schwesterlicher R at; in schwesterlicher Liebe, Zu
neigung
Schwestern| -liebe, die Liebe zwischen Schwestern
(1); -schule, die Fachschule für Schwestern (2.1);
- tracht, die Berufskleidung der Schwestern (2)
Schwester|schiff, das Schiff aus einer konstruktiv
einheitlichen Bauserie
Schwibbogen, der 1. Bauw . zwischen zwei Mauer
teilen freistehender Bogen ohne darüber lastendes
Mauerwerk: der S. in der romanischen Baukunst
—
* 2 . halbbogenförmiger flächiger Gegenstand, aus
Metall, Holz, mit traditionellen erzgebirgischen M o
tiven, der zur Weihnachtszeit, m it Kerzen versehen ins
Fenster gestellt wird
Schwieger /bezeichnet ein durch H eir a t entstandenes
Verwandtschaftsverhältnisl\ -eitern, die /PL/ Eltern
des Ehepartners; -mutter, die vgl.
- eitern; -Sohn,
der Ehemann der Tochter; -tochter, die vgl. -s ohn;
-vater, der vgl. -eitern
Schwiele, die; -,
- n durch mechanischen Druck od.
Entzündung entstandene hornige Verdickung der
Haut, bes. an den Handflächen: an seinen Händen,
Fußballen haben sich Schwielen gebildet; dazu
schwielig /A dj./ Schwielen aufweisend: schwielige
Hände
schwiem(e)lig /Adj.; nicht attr./ land sch.: ihm
wurde plötzlich ganz s. (schwindlig)
schwierig /Adj./ 1.1. nur mit großem Aufwand an
Geschick und Klugheit, m it Mühe durch-, ausführbar,
lösbar od. verständlich, kompliziert: eine schwierige
Arbeit, Aufgabe, Frage, Entscheidung; ein schwie
riger T ex t, Fall; die Verhandlungen, Vorberei-
rungen waren s .; es war s., mit ihm auszukommen
1.2. sich in einer schwierigen (unangenehmen,
heiklen) Lage, Situation befinden — 2 . er ist s.,
ein schwieriger (schwer zu verstehender und zu be
handelnder) Mensch; er ist s., wird mit zunehmen
dem Alter immer schwieriger
Schwierigkeit, die; -,
- e n 1.1. schwieriger (1.1) Um
stand: etw. stellt eine S. dar; Schwierigkeiten über
winden, vermeiden, umgehen; das macht kaum,
keine Schwierigkeiten; auf (objektive) Schwierig
keiten stoßen; mit Schwierigkeiten rechnen, zu
kämpfen haben, fertig werden 1.2 . /nur im PI./
schwieriger (1 .2) Umstand: jmdm. Schwierigkeiten
machen, bereiten ; in Schwierigkeiten geraten
Schwierigkeitslgrad, der /PI. - e/: der S. (Grad der
Schwierigkeit 1.1) einer Übung; Texte unterschied
licher Schwierigkeitsgrade
Schw|mm| -art, die Schwimmstil; -bad, das Anlage
m it einem Schwimmbecken od. zum Schwimmen (1.1)
abgegrenzter Bereich a n einem natürlichen Gewässer;
-becken, das Becken mit Wasser zum Schwimmen
(1.1); -bewegungen, die /PI./ mit Armen und
Beinen ausgeführte Bewegungen, m it deren Hilfe
sich jmd. im Wasser fortbewegt: Schwimmbewegun
gen lernen, machen; -blase, die m it Luft gefülltes
Hohlorgan der Fische, das ihnen das Schwimmen
und die Wahrnehmung von Schwankungen des
Wasserdrucks ermöglicht; -dock, das pontonförmiger,
abzusenkender Schwimmkörper zur Aufnahme repa
raturbedürftiger Schiffe
schwimmen, schwamm, ist/hat geschwommen
1.1 . /von Menschen, bestimmten Tieren/ sich aus
eigener K r a f t durch Schwimmbewegungen, durch
Bewegungen der Flossen, B eine im Wasser (fort)be-
wegen, ohne zu sinken (ist, hat):jmd. schwimmt gut,
schlecht, kann (nicht) s., schwimmt unter W asser,
lernt, geht s .; sie sind, haben auf dem Rücken, um
die W ette geschwommen; auf dem See s. Schwäne
1 .2 . sich durch 1.1 irgendwohin fortbewegen (ist): er
ist über den See, Fluß, zum anderenUfergeschwom
men l.B . (ist, hat) 1 .8.1 . etw. durch 1.1 erreichen: die
Staffel ist, hat eine gute Zeit, Weltbestzeit, einen
neuen Rekord geschwommen 1.8 .2 . eine Strecke
(in einer bestimmten Zeit, in einem bestimmten
Stil) s. (durch 1.1 zurücklegen) — 2 . etw. schwimmt
2.1 . etw. wird von einer Flüssigkeit getragen, geht
nicht unter (hat): Kork, Holz schwimmt (auf dem
Schwimmen — schwingen
1035
Wasser); eine öllache schwamm auf dem Meer
2.2 . etw. treibt auf, in einer Flüssigkeit (ist): das
Boot, die Leiche ist stromabwärts geschwommen;
Papierschiffchen im Badewasser s. lassen —
3. umg. (hat) der Fußboden, das Badezimmer
schwimmt [der Fußboden ist überschwemmt, ist sehr
naß) — 4 . (hat, ist) umg . (in einer Prüfung) wenig
wissen, seinen Stoff nicht beherrschen: der Schau
spieler schwamm (beherrschte seine Rolle nicht);
ins Schwimmen geraten, kommen (unsicher werden)
-j- in jmds. / Fahrwasser s.; im / Geld s.; mit
dem, gegen den / Strom s.
Schwjmmen, das; -s, fo. Pl.f das Schwimmen (1.1)
als Sportart
Schwimmer, der; -s, - 1.1. jmd., der schwimmen (1.1)
kann, der schwimmt 1.2 . auf dem Lande lebendes
Lebewesen, das schwimmen (1.1) kann: der Biber ist
ein guter S. — 2. Schwimmkörper 2.1. Techn. der
ein Schwimmerventil betätigt 2.2 . der bei einem
Wasserflugzeug das Fahrwerk ersetzt 2.3 . der den
Köder an einer Angel od. Fischernetze im Wasser
schwebend hält; z u 1.1 Schwimmerin, die; -nen
Schwimmer|ventil, das f a c h s p r . Ventil, bei dem die
Zufuhr von Flüssigkeit durch einen selbsttätigen
Schwimmkörper reguliert wird: das S. im Vergaser,
Spülkasten
sehwjmm/Schwimm| -fähig /A dj.; nicht adv./ so
beschaffen, daß es schwimmen (2.1) kann; -flösse,
die 1. Flosse der Fische und im Wasser lebender
Säugetiere —* 2. die F ußfläche vergrößerndes Teil für
Schwimmer (1 .1 ) zur besseren Fortbewegung im
Wasser; -fuß, der bes. durch Schwimmhäute o. ä.
charakterisierter F uß der dem Leben auf, in dem
Wasser angepaßten Wirbeltiere; -h alle , die H allen
bad mit Schwimmbecken; -haut, die die Zehen ver
bindende H aut der Schwimmvögel; -körper, der
m it Luft gefüllter, schwimmfähiger (Hohlkörper;
-krau, der auf einem Ponton montierter und arbei
tender Kran mit eigener Antriebskraft, der bes. für
Transportarbeiten im Hafen und im Schiffbau ein
gesetzt wird; -lehrer, der Lehrer, der Unterricht im
Schwimmen (1.1) erteilt; -m eister, der /Schreibg.:
Schwimmeister/ Schwimmlehrer in einer Bade
anstalt; -Stadion, das Stadion für das Schwimmen
(1.1) (als Sport); -Stil, der bestimmter Stil des
Schwimmens (1.1); -Stoffe, die fPl.f feste, m eist or
ganische Substanzen, die auf der Wasseroberfläche
treiben; -vogel, der Vogel mit Schwimmhäuten o. ä .;
- wagen, der Amphibienfahrzeug; -weste, die mit
Luft gefüllte od. aus Kork bestehende, den Körper
tragende Weste, m it der man sich aus Seenot retten
kann
Schwindel, d er; -s, fo. Pl.f L I. (kleine) Unwahrheit,
Lüge, (harmloser) Betrug: ein harmloser, dreister,
ausgemachter S.; das ist (ja alles nur, nichts als)
S.!; so ein S .!; er fällt auf jeden noch so dummen S.
herein — 2 . salopp 2.1. was kostet der ganze S.
(Kram 1)?2.2 . ich will von dem ganzen S. (Kram 2)
nichts w issen! — II . Gleichgewichtsstörung, Taumel,
Schwindelgefühl: ein jäher, leichter, plötzlicher S.;
(ein) S. befällt, erfaßt, überkommt jmdn.; als sie in
den Abgrund blickte, fühlte sie (einen) heftigen S.
Schwindelei, die; -,
-en Schwindel (LI), das Schwin
deln (I)
schwjndel/Schwjndel| -erregend / A d j.; nicht a dv.f
von solchem Ausmaß, daß es einen schwindeln kann:
in schwindelerregender Höhe arbeiten; das Tempo
war s .; -frei /Adj.f beim Herabblicken aus der Höhe
nicht schwindlig werdend: er ist (nicht) s.; -gefühl,
das fo. Pl.f Gefühl des Taumelns, Schwankens: ein
S. ergreift jmdn.; jmd. wird v on einem (leichten) S.
ergriffen, befallen
schwindelig /A d j.f s. schwindlig
schwindeln fsw. Vb.; hat/ I. um g. (in kleinen,
harmlosen Dingen) die Unwahrheit sagen, lügen: er
schwindelt gern (ein bißchen); du schwindelst ja!;
sich durch etw. s .: er hat sich durch sein ganzes
Leben geschwindelt (mit Lügen durchgebracht)
—
II. jmdm., jmdn. schwindelt (es) jmd. wird von
Schwindelgefühl befallen: mir, m ich s chwind elt; ihn
schwindelte es beim Blick in die Tiefe
schwinden, schwand, ist geschwunden 1 . all
mählich immer weniger werden (bis nichts mehr übrig
ist), sich verringern: die Vorräte, Reserven s.; mein
Geld schwindet; sein Gedächtnis, Mißtrauen
schwand mehr und mehr; ihm schwand allmählich
die Hoffnung, der Mut; fachspr. Beton, Holz,
Gußstücke s. (verlieren unter bestimmten physika
lischen Bedingungen an Rauminhalt) — 2 . geh. die
Tage, Jahre s. (vergehen 1) schnell; jmdm. s . die
Sinne, schwindet das Bewußtsein (jmd. verliert
das Bewußtsein, wird ohnmächtig); sein Name ist
mir aus dem Gedächtnis geschwunden (ich habe
seinen Namen vergessen) —*3. R undf. durch Inter
ferenz an Lautstärke verlieren: ein Sender schwindet
Schwjndler, der; -s, - jmd., der (in harmlosen kleinen
Dingen) lügt und betrügt
schwindlig fAdj.; nicht attr.f von Schwindelgefühl
befallen: jmd., jmdm. wird (leicht, schnell) s.;
jmd. fühlt sich s.; ihm wurde s., als er vom Dach
nach unten sah, als er auf der Leiter stand
Schwind| -maß, das fachspr. Maß, um das sich
ein M aterial beim Trocknen, ein Gußstück beim
Erstarren zusammenzieht; -sucht, die fo. Pl.f v e r
a lten d umg. (Lungentuberkulose: an (der) S.
leiden, sterben
Schwinge, die; -n oft geh . Flügel eines meist größe
ren Vogels od. bestimmte Gruppe von Federn im Flü
gel :der Adler breitete, spannte seine (kräftigen,star
ken) Schwingen aus und erhob sich in die Lüfte
schwingen, schwang, hat geschwungen / / auch
geschwungen/ 1. etw. schwingt 1.1 . etw. Hängendes
bewegt sich (regelmäßig) hin und her, p end elt: das
Pendel (der Uhr), Trapez, die Glocke schwingt; die
Girlanden schwangen im Wind; ein schwingender
(sich beim Gehen hin- un d herbewegender) weiter
Rock 1.2 . die Masse (4.1) von etw. bewegt sich mehr
od. weniger stark auf der Stelle hin und her, was als
leises Erzittern od. als Ton, Klang wahrnehmbar ist:
die Brücke schwang unter dem Marschtritt der K o
lonne; eine Saite zum Schwingen (Ertönen) brin
gen; <>seine Stimme schwang noch im Raum (klang
noch im Raum nach); in seiner Stimme schwang
(spürte man) leise Ironie, Angst, Freude 1.3 . etw.
klingt, tönt in zu- und abnehmender Lautstärke: ein
Ton schwingt — 2 .1 .1 . die Fahne s. (schwenken 1.1);
scherzh. den Taktstock s. (dirigieren) 2.1.2. die
Axt, Peitsche, den Hammer s. (mit der Axt, Peit
sche, dem Hammer mit Schwung 3 zum Schlag aus-
holen und schlagen) 2.2 . sich, jmdn., etw. schwv/ng-
voll pendelnd od. kreisend bewegen: das Schwingen
im Stütz am Pferd, im Hang an den Ringen; den
Rumpf, die Arme, Beine s .; die Turnerinnen
schwangen die Reifen, Keulen; er hat seine Part
1036
Schwinger — Schwung
nerin (beim Tanz) im Kreise geschwungen (sie
schwungvoll im Kreise gedreht) — 8 . sieh, etw. ir
gendwohin s. sich, etw. m it einem Schwung an eine
bestimmte Stelle bewegen: sich aufs Pferd, in den
Sattel, über die Mauer, den Zaun s.; sieh aufs
Fahrrad s.; er hat den Sack, Rucksack auf den
Eücken geschwungen; der Vogel schwang sich
{flog) in die Luft, auf einen Ast — 4 . geh. die
Brücke schwingt sich (wölbt sich) über den Fluß
+ eine jfi Rede, Reden s.; das / Tanzbein s.;
große / Töne s.; das / Zepter s.
Schwjnger, der; -s, - B o x e n von der Seite geführter
heftiger Schlag: ein linker, rechter S.
Schwing| -kreis, der Elektrotechn. aus Konden
sator und Spule bestehender Stromkreis in Reihen-
od. Parallelschaltung, m it dem elektromagnetische
Schwingungen erzeugt, empfangen und getrennt
werden können; -tür, die Tür, deren Flügel man
beim Hindurchgehen nur aufstößt und die, in den
Angeln schwingend, sich selbsttätig wieder schließt
Schwingung, die; -en 1. P h y s . zeitlich periodische
Zu- und Abnahme einer physikalischen Größe: die
Dauer, Amplitude, Frequenz einer S.; m echani
sche, elektrische, gedämpfte Schwingungen —
2. '/zu schwingen 1 / das Schwingen', zu 1.1: eine
Schaukel, Glocke in Schwingungen versetzen; zu
1 .2 : die Schwingungen einer Membrane, Saite
Sehwjngimgs|zahl, die Phys. Anzahl der Schwin
gungen je Sekunde
Schwips, der; -es, -e u m g . durch Alkoholgenuß her
vorgerufener leichter Ra usch: er hat einen (kleinen)
S.; sich einen S. antrinken
schwjrren /sw. Vb.; ist, hat/ 1 . sich mit einem hellen,
vibrierenden Geräusch schnell durch die Luft be
wegen (ist): Mücken, Falter s. um die Lampe;
Pfeile s. durch die L uft — 2 . bei schneller Bewegung
ein helles, vibrierendes Geräusch hervorbringen (h a t ):
das Schwirren der Mücken, Fliegen; der Ventila
tor, Propeller schwirrt; O u m g . jmdm. schwirrt
der Kopf (von den vielen Kamen, Zahlen, Ein
drücken) (jmd. ist von etw. verwirrt, benommen)
Schwirr|flug, der jo. PL/ Z o ol. das Fliegen (ohne
Vorwärtsbewegung) mit äußerst schnell aufeinander
folgenden Flügelschlägen: der S. des Kolibris
Schwitz |bad, das Schwitzkur
Schwitze, die; -,
-n K ochk. Mehlschwitze
schwitzen jsw. Vb.; hat/ 1* Schweiß absondern, in
Schweiß geraten: jmd. schwitzt leicht, stark (unter
den Armen); bei der Arbeit, beim Essen, in der
Sauna s.; vor Angst, Anstrengung, Hitze s.; er
muß ins B ett und (tüchtig) s. {eine Schwitzkur
machen); bei der schweren, ungewohnten Arbeit
ins Schwitzen kommen; seine Hände s, (vor Auf
regung) — 2» etw. schwitzt etw. beschlägt (2.1 ): das
Fenster, die Wand, Mauer schwitzt — 8 . K ochk.
etw. in Fett bräunen, rösten: Mehl, Zwiebeln (in
Butter, Margarine) s.
+ / Blut und Wasser s.
Schwitz | -kur, die Heilbehandlung, bes. bei E r
kältungskrankheiten, mit Hilfe einer Schwitz
packung; -packung, die Umhüllung mit feuchtkalten
Tüchern und warmen Decken, damit der umhüllte
Körperifeil) intensiv ins Schwitzen gerät
Schwof, der; -(e)s, -e u m g . öffentliche Tanzveran
staltung: auf den S. gehen
schwofen jsw. Vb.; hat/ umg. an einer öffentlichen
Tanzveranstaltung teilnehmen: s. gehen
schwören, schwor, hat geschworen //a u ch ge
schworen, Geschworene/ 1. jvorw. noch BRD/ vor
einer Behörde, (staatlichen) Institution einen Eid
oblegen: den Fahneneid s .; /noch BRD/ vor Gericht
(einen Eid) s.; der Zeuge hat einen Meineid ge
schworen; Med. den hippokratischen Eid s.
—
2. etw. s. 2 .1 . die Wahrheit einer Erklärung be
teuern, ein Versprechen feierlich bekräftigen, etw.
geloben: ich schwöre (es dir)!; er schwor es auf
Ehre und Gewissen 2 .2 . jmdm. Rache s. {jmdm.
nachdrücklich sagen, d aß m an sich an ihm rächen
w ird) 2.8. /emot./ sich etw. geschworen haben sich
etw. fest vorgenommen haben: ich habe mir geschwo
ren, nicht mehr zu rauchen— 3 . auf etw., jmdn. s.
davon überzeugt sein, daß etw., jmd. die in es, ihn
gesetzten Erwartungen erfüllt: er schwört auf diese
Methode, dieses Medikament, auf seinen Arzt,
Freund; ich möchte, könnte darauf s., daß er mor
gen kommt
+ / Stein und Bein s.
schwul /Adj./ umg. homosexuell: er ist s.
schwül /Adj./ 1. feuchtwarm, drückend heiß: schwü
les W etter; ein schwüler Sommertag; die Luft,
Nacht war s.
—
2. ein e schwüle {beklemmende, be
ängstigende) Stimmung, Atmosphäre — 3 . von
Sinnlichkeit, sexueller Erregung erfüllt: schwüle
Träume, Phantasien, Bilder; ein schwüler Blick
Schwüle, die; -, jo. PL; zu schwül/; zu 1 feuchte,
drückende Hitze: die S. vor dem Gewitter, Regen;
die drückende, lastende, unerträgliche S. eines
Julitages
Schwulität, die;
-e n jvorw. Pl.f umg. schwierige,
peinliche Situation, Bedrängnis, Verlegenheit: sich
in Schwulitäten befinden; jmdn. in Schwulitäten
bringen; in Schwulitäten kommen, geraten
Schwulst, der; -es, jo. PL/ pomphafte und oft inhalt
lose Mittel in Sprache und bildender K u n st: der
Roman, Brief ist frei von S, und Geschwätz; prä
gnant und ohne S. schreiben, reden; der S. des
Spätbarocks; dazu schwülstig fAdj./: ein schwül
stiger Stil
schwumm(e)rig /Adj./ umg. unbehaglich, nicht
recht geheuer: jmdm. ist s. (zumute); bei dem Ge
danken wird mirganz s .; er hatte dabei ein schwum
meriges Gefühl
Schwund, der; -(e)s, jo. P L/ 1 . das Schwinden (1),
die Abnahme: ein allmählicher, rapider S. des I n
teresses setzte ein; Med. der S. {die Atrophie) ge
lähmter Muskelgruppen — 2. K a ufm . kalkulierter
Verlust an Menge, Masse von Waren durch Trans
port, Verkauf, bei der Lagerung: der S. bei Eiern,
Obst, Gemüse; S. durch beschädigte Verpackung,
verdorbene Waren
Schwung, der; -(e)s, Schwünge 1. Bewegung in
Form des Schwingens (1.1): der S. eines Pendels;
das Trapez, die Schaukel geriet in S.; einer Schau
kel S. geben {eine Schaukel in schwingende Bewe
gung versetzen); ich möchte schaukeln, gibst du mir
mal S.?
—
2.1 . {schnelle) bogen-, kreisförmige B e
wegung des eigenen Körpers, der Gliedmaßen, bes.
beim Turnen: die Schwünge der Turner am Reck;
Schwünge mit den Armen, B einen ausführen
2.2 . bei einer Richtungsänderung beschriebener B o
gen: ein S. nach links, rechts; die Schwünge der
Skiläufer; mit S. aus der Kurve getragen werden —
3. jo. P L/ kraftvoll ausgeführte bogenförmige B e
wegung, m it der man etio., sich, jmdn. irgendwohin
schwunghaft — Seeigel
1037
befördert, bringt: fin der Verbindung! mit S.: etw.
m it S. hoch-, wegschleudern; er setzte mit einem
energischen S. über den Zaun, saß mit einem S. auf
dem Pferd, hob den Koffer mit S. ins Gepäcknetz—
4. er, der Schlitten ist bei der Abfahrt sehr in S.
geraten (hat allmählich eine hohe Geschwindigkeit er
reicht) —5 . jo. PL/ mitreißende Kraft, die jmd., etw.
an sich hat: jugendlicher S.; jmds. Worte haben
keinen S.; der S. des Redners — 6. jo. Pl.f umg.
größere Anzahl (1.1): ein S. Schulkinder, v on Schul
kindern stieg in den Zug ein; der ganze S. (Bücher,
Teller) mußte untergebracht werden
-j- jmdn. in S. bringen (zu intensiver Tätigkeit an
regen); jmd. kommt in S. (beginnt intensiv zu ar
beiten; wird heiter, lebhaft); etw. in S. bringen (ver
anlassen, daß etw. vorangeht; etw. in Ordnung
bringen); etw. kommt in S. (fängt an voranzu
gehen; kommt in Ordnung); etw. in S. haben, halten
(dafür sorgen, daß etw. seinen ordnungsgemäßen
Gang geht)
schwunghaft /A dj.f: einen schwunghaften (sehr
gut funktionierenden, einträglichen) Handel mit
etw. (be)treiben
schwung/Schwungl -los fA d j.f ohne (inneren)
Schwung (5), träge, lustlos: eine schwunglose Rede;
ein schwungloser Mensch; sein Bericht wirkte
nüchtern und s.; dazu -losigkeit, die; -, Jo. Pl.f;
-r ad, das Techn. schweres Rad mit dickem Rad
kranz, das durch sein Trägheitsmoment bei der Über
tragung von geradlinigen in kreisende Bewegungen
den Totpunkt überwinden hilft und dadurch den
gleichmäßigen Gang von M aschinen bewirkt; -voll
/Adj.f 1. voller Schwung (5), lebhaft: eine schwung
volle Rede, Melodie; ein schwungvoller (tempera
mentvoller) Tänzer, Redner; s. reden, musizieren —
2. mit Schwung (3): eine schwungvolle Bewegung —
3. eine schwungvolle (in elegantem Bogen verlau
fende) Arabeske, Linie
Schwur, der; -(e)s, Schwüre 1. einen S. leisten,
ablegen (etw: schwören 2.1) — 2 . seinen S. (das,
was man geschworen 2.1 hat) halten, brechen
Schwur] -finger, die jPl.f Daumen, Zeige- und
Mittelfinger der rechten Hand, die beim Schwören
(1) erhoben werden; -gerieht, das Jur. in bestimm
ten bürgerl. Staaten für schwere Straftaten zu
ständiges Gericht, das sich aus Berufsrichtern und
Geschworenen zusammensetzt
Science-fiction, die; -,
-s [saionsfikfon] jvorw.
B R D; Bez. für moderne wissenschaftlich-technische
utopische Literatur, Spielfilme, die von unterschied
licher sozialer, ideologischer Tendenz bestimmt sind/
Seal, der; -s, fo. Pl.f [zi:l, si: 1] Fell (2) einer be
stimmten Robbenart
sechs /Kard.zahl 6/: in Reihen zu sechsen an-
treten; / auch drei
Sechs/sechs|: / auch Drei/drei|
Sechs/sechsj -eck , das /PI.
- e/ von sechs Strecken
begrenzte (ebene) geometrische Figur; -eckig /Adj.f
in der Form eines Sechsecks
Sechser, der; -s, - b e rl. Fünfpfennigstück
sechserlei, sechserlei findekl.f vgl. dreierlei
sechs/Sechs f / auch Drei/drei|/| -jährig fAdj.;
nur attr.j vgl. dreijährig; -tagewoche, die v e r
a ltend Woche mit sechs Arbeitstagen
sechste fOrd.zahl zu sechs/; / auch dritte
-f
den, einen sechsten / Sinn für etw. haben
sechstel; vgl. drittel
Sechstel, das; -s, - vgl. Drittel
sechstens fAdv.f vgl. drittens
sechzehn /Kard.zahl 16/
Sechzig /Kard.zahl 60/; / auch dreißig
sechziger findekl. A d j.; nur attr.f vgl. dreißiger
Sechziger, der; -s, - vgl. Dreißiger
sechzigste fOrd.zahl zu sechzig/; / auch dreißigste
SED, die; -, jo. Pl.f [esje:de:] fKurzw. für Soziali
stische Einheitspartei Deutschlands/ s. Einheits
partei
sedativ fAdj.f Med . beruhigend, einschläfernd,
schmerzstillend: sedative Mittel
Sedativum, das; -s, Sedativa [..v . .] Med. Be
ruhigungsmittel
Sediment, das; -(e)s, -e 1. G eol. Ablagerung (2) —
-
2. M ed. Bodensatz einer Flüssigkeit, bes. beim
Harn; zu 1 sedimentär /Adj.f: sedimentäre Ge
steine
Sediment]gestern, das G eol. aus Sedimenten durch
Druck entstandenes Gestein
1See, der; -s, -n [ze: (o)n] größeres stehendes Binnen
gewässer ohne unmittelbaren Zusammenhang mit
dem M eer: ein großer, tiefer S.; auf dem S. rudern,
segeln; in einem S., im S. baden, schwimmen; um
einen S. (herum)wandern
2See, die; -,
-n [ze:(o)n] 1. fo. Pl.f Meer: die weite,
wogende, stürmische S.; an die S. fahren; sie ver
brachten ihren Urlaub an der S.; auf (hoher) S.
(auf offenem Meer, fern der Küste) — 2 . fo. Pl.f
Seemannsspr. bewegte, hohe S. (Seegang) — 3.
Woge, Sturzsee: schwere Seen schlugen über das
Schiff, brachen sich am Bug
+ in S. stechen aus dem Hafen auslaufen: das
Schiff ist in S. gestochen; zur S. fahren (von Beruf
Seemann sein)
Sge| -adler, der Adler mit weißem Schwanz und
unbefiederten Füßen , der in der Nähe großer Ge
wässer lebt; -bad, das Bade-, K urort an der See:
- bär, der um g . erfahrener, älterer Seemann;
- beben, das G eol. Erdbeben, dessen Herd unter
dem Meeresboden liegt; -fahrt, die fo. Pl.f Einsatz
von Wasserfahrzeugen auf dem Meer
Seefahrtsj -am t, das staatliches Organ zur Gewähr
leistung von Sicherheit und Ordnung auf Territorial
gewässern, Wasserstraßen und in den Seehäfen;
- buch, das vom Seefahrtsamt ausgestellter Reisepaß
für Seeleute, der die erforderlichen Visa sowie Ein
tragungen über A n- und Abmusterungen enthält;
- s chule, die Fach-, Hochschule für die Ausbildung
von nautischen und technischen Schiffsoffizieren für
die Handels- und Fischereiflotte
see/See| -fest / Adj.f 1 . seetüchtig: ein seefestes
Schiff; das Schiff is t s.
—
2. nicht seekrank wer
dend: er war auch bei hohem Seegang s.; -lisch,
der überwiegend i m M eer lebender Fisch; -fu nk ,
der F u nk , bes. Telegraphie, Sprechfunk, zwischen
Seeschiffen od. Stationen an der Küste und See
schiffen; -gang, der fo. Pl.f vom Wind hervor
gerufene Wellenbewegung der Meeresoberfläche:
leichter, hoher, schwerer S .; -gras, das fo. Pl.f im
Schlamm der Küsten unter Wasser wachsende
Pflanze m it langen grasartigen Blättern, die getrock
net als Polstermaterial verwendet werden; -hafen,
der Hafen am Meer; -hund, der vorwiegend im
Nordatlantik lebende Robbe, deren Hinterfüße nach
hinten gerichtet sind und die kein äußeres Ohr be
sitzt; -igel, der in zahlreichen A rten vorkommender
1038
Seejungfrau — Seestraßenordnung
Stachelhäuter m it hügligem od. scheibenförmigem,
oft m it Stacheln besetztem Körp e r; -jungfrau, die
weibliche Gestalt aus dem Märchen, der Sage mit
menschlichem Körper, der an Stelle der Beine einen
Fischschwanz hat; -kabel, das auf dem Meeres
grund verlegtes K abel bes. zur Nachrichtenübermitt
lung; -kanal, der bis zum Hafenbecken führende
tiefe Fahrrinne; -karte, die der Schiffsführung
dienende Karte der Küsten und Meere; -klar /Adj.f
Seemannsspr. fertig zum Ausfahren (1.2): ein
Schiff s, machen; -klima, das jo, Pl.j Klima in
Küstengebieten, d as durch hohen Feuchtigkeitsgehalt
der Luft und geringe TemperaturSchwankungen ge
kennzeichnet ist; -krank jA d j.j an Seekrankheit
leidend; -krankheit, die jo. Pl.f durch das Schlin
gern eines Schiffes bei bewegter See ausgelöste
Störung des Gleichgewichtsorgans, die Übelkeit, E r
brechen und Schwindel hervorruft; -krieg, der
Gesamtheit kriegerischer Kampfhandlungen auf,
unter und über dem Meer
Seele, die; -n 1 * / wissenschaftlich nicht verwendete
Bez, für die Gesamtheit psychischer Erscheinungen
und Vorgänge; bes. für Gefühl, Gemüt/: eine emp
findsame, kindliche S. haben; er war ein Kenner
der menschlichen S.; ihrem Gesang, Klavierspiel,,
ihr fehlt die S. (Gefühlstiefe); sie hat keine,
viel S. — 2. R el. in religiöser Vorstellung der als
unsterblich betrachtete T eil des M enschen: der
Glaube an das Fortleben der S.
—
8.1. umg.
jemot.; von einem Menschen; nur in Verbindung
mit bestimmten Adj./: er, sie ist eine gute, treue,
ehrliche S. (ist gut, treu, ehrlich) 8.2 . /nur im PL;
mit Zahlenangabej v er a lten d Mitglied einer Ge
meinde (1 .2)
+ die S. einer Sa che (die belebende, beherrschende
Person, treibende K raft bei einem Unternehmen)
sein; jmdm. aus der S. sprechen (dasselbe sagen,
was auch jmd. anderes m>eint, empfindet); mit
ganzer S. (ganz und gar, m it Begeisterung) dabei-
sein; sich etw. von der S. reden (von etw., das
einen bedrückt, reden und sich dadurch erleichtern);
umg. jmd. ist eine S. von Mensch, von einem
Menschen (ist sehr gutmütig); etw. brennt jmdm.
auf der S. (jmd. will etw. unbedingt tun); jmdm.
etw. auf die S. binden (jmdm. etw. einschärfen,
dringend nahelegen); — ein
Herz und eine S.
sein; mit / Leib und S .; jmdm. fällt ein / Stein
von der S.
Seelen/seelen| -frieden, der oft s p ö t t . innerer
Frieden, innere Buhe: seinen S. wiederfinden, b e
halten, verlieren; -heil, das B el. Erlösung der
Seele (2) von Sünden: für sein S., das S. eines
Verstorbenen beten; -los /A dj./ ohne Gemüt, Ge
fühl, kalt: ein seelenloser Mensch; -messe, die B el .
k a t h . Messe für das Seelenheil eines Verstorbenen,
Totenmesse, R equiem; -quäl, die seelische Qual;
-ruhe, die innere Ruhe, inneres Gleichgewicht: er
fand bald seine S. wieder; umg. mit, in (aller) S.
(seelenruhig) antwortete er, wartete er auf den
Ausgang der Verhandlungen; -ruhig /Adv./ umg.
m it gleichmütiger Ruhe: während alle ungeduldig
warteten, unterhielt er sich s. m it seinem Freund;
-vergnügt /Adj.; nicht attr./ umg. vergnügt, still
vergnügt; -Verkäufer, der Seemannsspr. von ver
antwortungslosen Reedern noch eingesetztes altes,
zum Abwracken reifes Schiff; -verwandt /A dj./ im
Psychischen, im Denken übereinstimmend: die
beiden .fühlen sich s . ; dazu -Verwandtschaft, die;
- voll /Adj./ mit Gemüt, Gefühl: ein seelenvoller
Blick; das seelenvolle Spiel eines Musikers
seelisch /A dj./ die Seele (1 ) betreffend: seelische
Regungen; seelischer Schmerz; aus dem seelischen
Gleichgewicht kommen; eine seelische Belastung,
Erschütterung; eine schwere seelische Krise durch-
maehen; etw. ist s. bedingt
See|lÖwe, der verhältnismäßig schlanke Robbe der
nordamerikanischen Küste und des Pazifiks, die
lange Schnurrhaare hat und deren Pelz fast ohne
wolliges Haar ist
Sgel|sorge, die /o. Pl.j Betreuung des einzelnen
Menschen i n allen den Glauben und die christliche
Lebensführung betreffenden Fragen durch einen
Geistlichen
See zu 2See (1)| -luft, die jo. PL/; -macht, die
Staat mit starker Flotte; -mann , der /PL -leute,
selten -männer/ jmd., der beruflich zur See fährt:
ein alter, erfahrener S.
Seemanns] -garn, das /o. Pl.j phantastische, meist
übertriebene Geschichte(n) von Erlebnissen der See
leute auf See: S. spinnen; -los, das fo. Pl.j Schick
sal des Seemanns, das sich aus der Unstetigkeit
seines Lebens u nd den Gefahren a uf See ergibt;
-Sprache, die jo. P l.j Sondersprache der Seeleute
See zu 2See (1)| -meile, die /Abk. sm; in der See
fahrt verwendete M aßeinheit der Länge/ ; -nadel, die
Vertreter einer F a milie nadelförmiger Meeresfische;
- n ot, die jo. PL/ schwere Gefahr für ein Schiff auf
See, für ein infolge eines Defektes auf See nieder
gegangenes Flugzeug, in der fremde Hilfe benötigt
wird: in S. geraten; ein Schiff aus S. retten
Seen], Seen]platte, die flache od. leicht hügelige
Landschaft m it zahlreichen Seen: die M ecklen
burgische S.
See/see zu 2See (1)| -pferdchen, das; -s, - in warmen
Meeren lebender kleiner Knochenfisch m it geneig
tem, dem Kopf eines Pferdes ähnlichem Kopf;
-p latz, der umg. Ferienplatz an der See; -räuber,
der jmd., der Seeräuberei betrieb, Pirat; -räuberei,
die; / o. PL/ vorwiegend bis ins 18. Jh. auf offener
See betriebener Raub von Schiffen und Schiffs
ladungen; -recht, das /o. Pl.j nationale und inter
nationale Rechtsbestimmungen zur Regelung der
Schiffahrt und der Fischerei auf hoher See; -reede-
rei, die Unternehmen zum gewerbsmäßigen Trans
port von Gütern und Personen m it Seeschiffen;
- r eise, die Reise auf dem Meer, über das Meer;
-s a ck, der /PI. -säcke/ Sack aus Segeltuch, in dem
der Seemann seine Ausrüstung und persönliche
Dinge transportiert; -sa lz, das jo. Pl.j Meersalz;
-Sand, der jo. Pl.j feiner Sand bes. am Meeres
ufer; -schiff, das für den Seeverkehr bestimmtes
Schiff; -Schiffahrt, die; -schiacht, die v era ltend
Schlacht zwischen Seestreitkräften auf dem M eer;
- Schlange, die in zahlreichen Arten vorkommende,
vorwiegend in tropischen Meeren lebende, Fische
fressende giftige Schlange m it seitlich abgeflachtem
Schwanz; -Seite, die jo. Pl.j die der 2See zu
gewandte Seite; -Sport, der D is zip lin der Gesell
schaft für Sport und Technik, in der zur Vor
bereitung auf den Dienst in der Volksmarine K en nt
nisse auf dem Gebiet der Seefahrt vermittelt werden;
- Stern, der Stachelhäuter m it flachem, sternförmigem
Körper mit meist fünf A m en; -Straße, die Weg
für den Seeverkehr; - straßenordnungÄ die J u r .
Seestreitkräfte — sehen
1039
internationale Übereinkunft zur Regelung des
Schiffsverkehrs auf dem Meer; -Streitkräfte, die/ Pl.f
Teil der Streitkräfte zum Schutz der Küsten und
Hoheitsgewässer und zum Ausfuhren kriegerischer
Operationen auf dem, in dem M eer; -tüchtig fAdj.j
zur Fahrt über das, auf dem Meer geeignet, tauglich :
ein seetüchtiges Schiff; -verkehr, der Verkehr über
das, auf dem Meer; -wasser, das jo. Pl.f Meer
wasser; -weg, der 1. bestimmter Weg, Route übers
Meer: der S. nach Indien — 2. fo. PLf Güter auf
dem S. (per Schiff) versenden; -Wetterdienst, der
Wetterdienst für die Seeschiffahrt; -wind, der jo.
Pl.f Wind vom Meer her zum Land hin; -Zeichen,
das Verkehrszeichen auf dem Meer od. an der Küste,
das den Schiffen eine sichere Navigation ermöglicht
Segel, das; -s, - am M ast eines Wasserfahrzeuges
befestigtes und ausgespanntes großflächiges Tuch,
durch das die K raft des Windes zur Fortbewegung
genutzt wird: die S. aufziehen, hissen, heißen; S.
setzen; der Wind schwellt, bläht die S.
-b umg. die S. streichen {resignieren, den Kampf,
Widerstand aufgeben); — jmdm. den / Wind aus
den Segeln nehmen
Segel/segel| -boot, das durch die K raft (2) des
Windes fortbewegtes (Sport)boot m it Segeln; -fläche,
die gesamte Fläche der Segel eines Segelschiffes,
-bootes; -fliegen fVb.; nur im I nf.f mit einem Segel
flugzeug fliegen: er lernte s.; -flieger, der jmd., der
das Segelfliegen betreibt; -flug, der jo. P l.f das
Fliegen mit einem Segelflugzeug; -flugzeug, das
motorloses Flugzeug, das die Energie bewegter L uft
ausnutzt; -klasse, die S p o r t Segelboote m it gleicher
Bauweise, Größe und Art des Segels
segeln fsw. Vb.; ist, hat/ 1.1. sich in einem Segel
boot durch die K r aft (2) des Windes vorwärts
bewegen (ist, hat): er ist, hat früher viel gesegelt;
er hat, ist den ganzen Vormittag gesegelt; (ist):
er ist mit dem, gegen den Wind gesegelt 1.2. sich
durch 1 .1 irgendwohin bewegen (ist): sie sind ans
andere Ufer gesegelt — 2. schwebend durch die
Luft fliegen (ist): Wolken s. über den Himmel;
Schwalben s. durch die Luft
Segeln, das; -s, fo. PLf das Segeln (1.1) als sport
liche Disziplin
Segel| -regatta, die Regatta für Segelboote; -schiff,
das Schiff mit meist mehreren M asten und Segeln;
-schlitten, der m it einem Segel ausgerüstetes F ahr
zeug, dessen Kufen auf einer Eisfläche gleiten;
-tuch, das fPL -e/ festes, grobes, wasserdichtes Tuch
aus Leinwand, Hanf od. Baumwolle; -tuchschuh,
der Schuh, dessen Oberteil au s Segeltuch besteht
Segen, der; -s, - 1. R e l . 1.1. in Worten, Gebärden
a n eine in religiöser Vorstellung existierende gött
liche Macht gerichtete Bitte um Gnade, Schutz:
(jmdm.) den S. geben, erteilen, spenden; den S.
(einen liturgischen Segenswunsch) sprechen, singen
1.2 . fo. PLf der S. (Gewährung der Gnade, des
Schutzes) Gottes, des Himmels — 2 . fo. Pl.f etw.
zum S. (Glück, Wohlergehen) der M en schheit
nutzen; jmdm. Glück und S. wünschen; ein S.
(ein Glück), daß es so gekommen ist!
-j- umg. scherzh. seinen S. zu etw. geben (etw.
billigen, zu etw. seine Einwilligung geben); jmds,
S. (Einwilligung, Billigung) haben
segensreich fAdj.f in den Auswirkungen für viele
Nutzen, Wohlergehen bringend: eine segensreiche
Einrichtung, Erfindung, Tätigkeit
Segler, der; -s, - 1. jmd., der segelt (1.1) — 2. in
zahlreichen Arten vorkommender, der Schwalbe ähn
licher, schnell fliegender und wendiger Vogel mit
schmalen Flügeln, der sich fast ständig in der freien
Luft bewegt
Segment, das; -(e)s, -e l.M a th . Teil einer Fläche, der
durch eine K urve und die zugehörige Sehne begrenzt
wird; Teil eines Körpers, der durch eine Ebene und
eine gekrümmte Fläche begrenzt w ird : den Flächen
inhalt, Rauminhalt eines Segments berechnen —
2. Z o ol. Med. einer der hintereinander gelegenen,
ursprünglich mehr od. weniger gleichartigen Ab
schnitte des Körpers von Tieren, des Menschen: die
Segmente des Regenwurmes, der Wirbelsäule;
dazu segmental fAdj.f
segnen, segnete, hat gesegnet 1 . R el. 1 .1 . jmdn.,
etw. s . für jmdn., etw. den Segen Gottes erbitten:
der Pfarrer segnet die Gemeinde 1.2 . Gott segnet
etw., jmdn. (Gott schenkt Gnade, Gedeihen, Schutz
für etw., jmdn.) — 2. oft spött. jmd. ist mit etw.,
jmdm. g esegnet; er war m it vielen Talenten gesegnet
(besaß viele Talente); sie waren m it vielen Kindern
gesegnet (hatten viele Kinder); einen gesegneten
(gesunden, guten) Appetit, Schlaf haben
4* nicht mit j* Glücksgütern gesegnet sein; das
Zeitliche s.
sehen (er sieht), sah, hat gesehen 1.1. die Fähig
keit haben, etw. m it den Augen wahrzunehmen:
gut, schlecht, scharf s. 1 .2 . jmdn., etw. mit den
Augen wahrnehmen: wir kon nten die Gäste,
den Turm schon von weitem s.; wo hast du
ihn gesehen?; die Berge waren gut zu s .; ich
kenne ihn nur vom Sehen 1 .8. die Augen, den
Blick irgendwohin richten, blicken: aus dem
Fenster, nach der Uhr, zum Himmel, zu Boden s.;
siehe Seite ... /Abk. s. S./ (sieh nach auf Seite ...)
I'Verweis in Büchernf 1.4 . etw., jmdn. s. sich etw.,
jmdn. ansehen, etw., jmdn. betrachten: hast du den
Film schon gesehen?; da gibt es nicht viel zu s.;
er hat die Welt gesehen (er hat die Welt kennen
gelernt) 1.5 . ich habe ihn, sie haben sich, einander
lange nicht gesehen (getroffen 4.1, 4.2); wir s. ihn,
uns jeden Morgen in der S-Bahn 1 .6. so lustig sehe
(erlebe 1) ich ihn zum ersten Mal — 2 .1 . etw.,
jmdn. gern s. jmd n., etw. mögen, gern haben: das,
ihn s. wir gern; -er sieht es gern, wenn sie kommt,
daß er nicht raucht; er ist bei uns gern gesehen
(willkommen) 2.2. umg. jmdn., etw. nicht mehr
s. können (jmds., einer Sache überdrüssig sein) —
3. der Arzt sah bald (kam bald zu der Einsicht),
daß er nicht mehr helfen konnte; er sah sich ge
täuscht, betrogen (er stellte fest, daß er getäuscht,
betrogen worden war); sich in seinen Vermutungen
bestätigt s.
—
4. etw. in bestimmter Weise be
urteilen: etw. richtig, falsch s.; die Dinge s., wie
sie sind; das muß man im Zusammenhang s.; der
Autor hat die Zusammenhänge richtig gesehen —
5.1 . jmdn. in jmdm., etw. in etw. s .: er sieht in
ihm nur den Gegner (versteht ihn nur als Gegner);
darin sehe ich nichts Befremdliches (das finde ich
nicht befremdlich) 5,2 . sich gezwungen, genötigt,
veranlaßt s., etw. Bestimmtes zu tun (erkennen,
daß man gezwungen ist, etw. Bestimmtes zu tun);
ich sehe mich (bin) in der Lage, dir zu helfen
5.3 . nach jmdm., etw. s. sich um jmdn., etw.
kümmern, für jmdn., etw. sorgen: nach den Kin
dern s . ; die Krankenschwester sah nach dem Ver
1040
sehensw ert — Seilbahn
band; auf etw. s. auf etw. achten, bedacht sein:
auf Ordnung s.; er sieht nur auf seinen Vor
teil
4- etw., jmd. kann sieh s. lassen (etw., jmd. ist
hervorragend, ausgezeichnet); sich bei jmdm. s.
lassen (jmdn. kurz besuchen, aufsuchen); — das
sieht dir, ihm, euch / ähnlich; sehenden Auges
ins Unglück rennen; jmdm. auf die /■ Finger s.;
jmd. kann sich für / Geld- s. lassen;
Ge
spenster s.; jmdm. vergeht / Hören und Sehen;
sich nicht in die Karten s. lassen; etw. /* kom
men s.; / Land s.; nach dem / Rechten s.;
/ rot s.; jmd. sieht den / Wald vor lauter
Bäumen nicht
sehens/Sehens| -wert fA dj.; nicht adv.f wert, besich
tigt, angesehen zu w erden: dieser Film ist s.; ein
sehenswerter Film; -würdig /A d j.; nicht adv.f
sehenswert; dazu -Würdigkeit, die;
-en
sehens
wertes K unst-, Bauwerk: die Sehenswürdigkeiten
einer Stadt, eines Landes besichtigen
Seher, der; -s, - B ei. jmd., dem nach religiöser
Vorstellung (in Visionen) übernatürliche Einsichten
zuteil werden, Prophet; dazu seherisch /A dj./
Seh| -fehler, der auf mangelhafter Funktionstüchtig
keit des Aug es beruhendes fehlerhaftes Sehen (1.1);
- kraft, die /o. Pl.f Sehvermögen
Sehne, die; -,
-n 1. weiße, elastische, straffe Fasern
aus Bindegewebe, die den Ansatz eines Muskels mit
einem Knochen verbinden: er hat sich bei dem
Sprung eine S. gezerrt — 2 . aus 1 od. gedrehten
Fasern unterschiedlichen M aterials bestehendes dün
nes längliches Gebilde zum Spannen eines Bogens:
der Pfeil schnellte von der S. — 3. Math. Strecke,
die zwei Punkte einer gekrümmten Linie od. Fläche
verbindet
sehnen, sich fsw. Vb.; hat/ sich nach jmdm., etw.
s. ein starkes, inniges, schmerzlich drängendes Ver
langen nach jmdm., etw. empfinden: er sehnte sich
nach ihr, seinen Eltern, seiner Heimat; sich nach
Ruhe, Geborgenheit s .; die Menschen s. sich nach
Frieden; sehnendes Verlangen
Sehnen zu Sehne 1| -scheide, die Med. Schlauch
aus Bindegewebe, in dem die Sehne gleitet; -scheiden-
entzündung, die M ed.; -zerrung, die Überdehnung
einer Sehne
sehnig fAdj.f 1. voller Sehnen (1): sehniges Fleisch
—
2. kräftig und schlank: die durchtrainierte,
sehnige Gestalt eines Leichtathleten
sehnlich fAdj.f 1.1 . fadv.f sehnsüchtig: s., sehn-
lichst erwartete sie seine Ankunft 1.2. /nur attr.f
jmds. sehnlichsten (innigsten) Wunsch erfüllen
Selm/sehn| -sucht, die jvorw. Sg.j schmerzlich
drängendes Verlangen nach der Gegenwart von
jmdm., etw.: S. nach den Eltern, dem Süden haben,
empfinden, fühlen; sie wurde mit S. erwartet, von
S. gepackt, von verzehrender S. gequält; -süchtig
fAdj.; nicht präd.f voller Sehnsucht, innig nach
etw., jmdm . verlangend: mit sehnsüchtigen Augen
schaute das Kind auf das Spielzeug im Schau
fenster; s. wartet sie auf seine Antwort, denkt sie
an den Urlaub; -suchtsvoll fAdj.f voller Sehn
sucht: ein sehnsuchtsvoller Brief; s. in die Ferne
blick en
Seh|orga n, das Sinnesorgan zum Wahrnehmen opti
scher Erscheinungen
sehr, mehr, am meisten //* auch mehr, meist/
IAdv.f in hohem M aße, besonders (3): s. heiß, kalt,
sauer, süß; sie ist s. fleißig; ein s. schönes Kleid;
er hat sich s. darüber gefreut; sie fehlt ihm s.;
/in Höflichkeitsformelnf bitte, danke s.!; s. g e
ehrter Herr Ml; das wußte sie s. wohl (ganz
genau); es regnet s. (stark 7.2); er ist s. (schwer
3.2) krank
Seh/seh| -schärfe, die Grad des Sehvermögens;
- s chwäch fAdj.f mit gestörtem Sehvermögen: eine
Schule für Sehschwache; -vermögen, das fo. Pl.f
Fähigkeit zu sehen (1.1)
seicht fAdj.f 1. jvon Gewässern/ von sehr geringer
Tiefe: ein seichtes Gewässer — 2 . von niedrigem
Niveau, gehaltlos, oberflächlich: ein seichtes Ge
plauder, Theaterstück
Seide, die; -,
-n 1 . aus dem Kokon der Seidenraupe
1 .1 . gewonnene Faser 1.2 . hergestellter Faden: mit
S. sticken — 2 . aus 1 od. aus Chemiefasern mit
ähnlichen Eigenschaften hergestelltes Gewebe: reine,
glänzende, bunte S.; ein Kleid aus kostbarer S.;
der Mantel ist mit S. gefüttert
Seidel, das; -s, - etwa einen halben Liter fassendes
Trinkgefäß (aus Ton), bes. für Bier: ein S. mit
einem silbernen Deckel; ein S. m it Bier
seiden fAdj.; nur attr.f aus Seide; (2): seidene
Kleider, Tücher
+ etw. hängt an einem seidenen / Faden
Seiden/seidenl -bau, der jo. Pl.f Zucht des Seiden
spinners zur Gewinnung von Naturseide; -damast,
der; -kleid , das; -papier, das fo. Pl.f sehr dünnes,
weiches, durchscheinendes Papier: Blumen in S.
einwickeln; -raupe, die Larve des Seidenspinners;
- r a upenzueht, die vgl. -bau; -Spinner, der Schmet
terling, dessen Kokon aus einem einzigen seidenen
Faden besteht, aus dem Seide hergestellt wird;
-Stoff, der: ein schöner, schwerer S.; -weich fAdj.f
weich wie Seide ( 2 ) : ein seidenweiches Fell
seidig fAdj.f glänzend und weich wie Seide (2):
seidiges Haar; ein seidiges Fell
Seife, die; -,
-n I. in fester, flüssiger od. pasten
artiger Form verwendetes Mittel zum (Sich)waschen:
ein Stück S.; sich die Hände, ein Kleidungsstück
mit S. waschen — H . Geol. Anhäufung von schwe
ren und schwer verwitternden Mineralien in Sand-
un d Geröllablagerungen
seifen fsw. Vb.; hat/ etw., bes. den Körper, einen
Körperteil, sich mit Wasser und Seife waschen:
jmdm., sich den Rücken s.
Seffen zu Seife I| -blase, die mit einem Röhrchen,
Strohhalm a us Seifenschaum geblasene, rasch zer
platzende Hohlkugel; -lappen, der kleiner Lappen
zum Waschen des Körpers mit Wasser und Seife;
- lauge, die; -pulver, das Waschpulver; -schäum,
der fo. Pl.f Schaum aus Seife und Wasser; -sieder,
der + salopp jmdm. geht ein S. auf (jmdm.
wird mit einemmal etw. klar); -wasser, das jo. Pl.f
Wasser m it darin aufgelöster Seife
seifig fAdj.f 1* voller Seife (I): seifige Hände haben
—
2. der Kognak hat einen leicht seifigen Ge
schmack (schmeckt ein wenig wie Seife 1 )
seihen fsw. Vb.; hat/ Flüssigkeit durch ein Tuch,
einen Filter laufen lassen, um etw.. aus ihr zu ent
fernen: Milch s.
Seil, das; -(e)s, -e langgestrecktes, derbes, biegsames,
aus Fasern, Fäden, Drähten fest gedrehtes Gebilde:
eine Last mit einem S. hochziehen; das S. des
Bergsteigers; die Kinder hüpfen über das S.
Seil! -bahn, die Verkehrsmittel zur Beförderung von
Seilfähre — seinerzeit
1041
Personen od. Gütern, das mittels eines Seils auf
Schienen gezogen wird od. an einem Seil schwebt:
m it der S. fahren; -fahre, die an einem Seil ge
führte, durch die Strömung des Flusses bewegte
Fähre; -fahrt, die B ergm . Fahrt im Förderkorb in
einen Schacht
Seilschaft, die;
- e n durch ein Seil verbundene
Gruppe von Bergsteigern: die S. erreichte den
Gipfel
seil/Seü[ -springen /Vb.; nur im Inf. u. Part. Präs.j
über ein Seil springen, das im Kreis über den Kopf
und unter den Füßen hindurch geschwungen w ird;
-tanzen /Vb.; nur im Inf. u. Pari. Präs./ in der
Höhe auf einem gespannten S eil balancieren und
akrobatische Kunststücke zeigen; -tänzer, der
Artist, der Akrobatik auf einem Seil zeigt
Hein jPoss.pron.; Mask. u. Neutr.; Fern.: seine;
/ i auch seinige/ 1. /ordnet etw., jmdn. dem Zu-
gehörigkeits-, Interessenbereich einer besprochenen
Person od. Sache maskulinen od. neutralen Ge
schlechts z u j : fadj.j s. Vater; seine Bücher; einer
seiner Freunde, v on seinen Freunden; diese, alle
seine Gedanken; seiner Meinung nach hatte sie
recht; umg, heute hatte s. Zug (der Zug, mit dem
er gewöhnlich fährt) Verspätung; /drückt vor M aß
angaben aus, daß der Sprecher die Höhe nur schätzt!
der Baum ist seine (vermutlich, kaum weniger als)
zwei Meter hoch"1; alles zu seiner (zur passenden)
Zeit; /subst.j hier ist ihr Foto, aber wo ist seins,
seines, das seine?; er wird das Seine (seinen Teil)
dazu beitragen; er ta t alles für die Seinen (seine
Angehörigen) — 2 . geh. Seine )'in der Anrede von
bestimmten Würdenträgern/: Seine Majestät, E x
zellenz
2sein (er ist), war, ist gewesen 1 .1 * existieren (1 ):
alles, was war, ist und noch sein wird; was jetzt
noch als Traum erscheint, wird eines Tages sein;
es war einmal /Eingangsformel des Märchens/;
wenn du nicht wärst, würde uns keiner helfen;
um g. es ist kein Grund (es gibt keinen Grund) zur
Klage; ist irgendwas (gibt es etw. Besonderes, etw.
Beunruhigendes)? — 2 .1 . irgendwo s. sich irgend
wo befinden (1.1 .1): zu Hause, auf Dienstreise, zur
Kur, im Krankenhaus, an Bord eines Schiffes s.;
wir waren in Berlin; er ist im Garten, draußen,
auf Montage, bei der Armee; sie war lange im
Ausland, ist auf dem H eimweg, schon unterwegs;
er ist gerade hier bei mir; das Arbeitszimmer ist
(liegt) im ersten Stock; die Wäsche ist im Schrank;
O er ist auf ihrer Seite (steht ihr bei) 2.2 . umg.
sich irgendwohin begeben haben: er ist in die Stadt,
nach Dresden, baden, wieder fort —■ 8.1 .1 . in
einem bestimmten Zustand s. sich in einem be
stimmten Zustand befinden: krank, müde, hungrig,
aufgeregt, sachlich, lustig s .; er ist jung, ledig,
begabt, hell begeistert; das Wetter war schlecht;
er ist zehn Jahre alt; mit jmdm. böse, in jmdn.
verliebt, bei jmdm. g ut aufgehoben s .; gleichen
Alters, voller Erwartung, anderer Meinung s . ; das
Konzert ist aus; das Fenster ist auf; das Geschäft
ist schon zu; außer Betrieb s .; er ist außer Lebens
gefahr; bei vollem Bewußtsein s.; umg. hinter
jmdm., etw. her s. (sich sehr um jmdn., etw. be
mühen); in Betrieb, Gefahr, Stimmung s.; etw.
ist in Mode; das Kleid ist in Arbeit (an dem Kleid,
das in Auftrag gegeben wurde, wird gerade ge
arbeitet) 8.1 .2 . bei der Arbeit, beim Essen s.
(gerade arbeiten, essen) 8.2 .1 . jmdm. is t (es)
sch lecht (jmd. fühlt sich schlecht); mir ist übel,
nicht wohl (zumute), schwindlig; umg, ist dir was
(fehlt dir etwas, bist du krank)*! 8.2 .2« u m g . jmdm.
ist nach etw. jmd. hat ein Verlangen nach etw.:
mir ist nach Urlaub, nicht nach Feiern 8.2 .8.
jmdm. ist, als (ob) ... jmd. hat das Gefühl, als ob
. . mirist, als ob ich ilm gesehen hätte, als hätte
ich ihn gestern gesehen 8.3 . /unpers.; weist auf
einen bestimmten Zustand h in /: es ist schon spät,
24 Uhr, Kacht; es ist lange hell, Sommer; es ist
besser so; es ist mir lieb, angenehm, daß ...;
ist es (verhält es sich) wirklich so? — 4 . /gibt
eilte Klassifizierung an/: er ist Arbeiter, Künst
ler; wir sind Freunde; er ist Berliner; Gold ist ein
Edelmetall — o . umg. stattfinden: das Konzert
ist morgen, um 20 Uhr, bei schönem W etter im
Freien; heute ist kein Unterricht; es war (ereig
nete sich) vor drei Jahren; an der Küste wrar
ein großes Unwetter — 6. /s. + Modalverb/ ge
schehen (1): das darf nicht s.; es hat nicht s.
sollen; w^as s. muß, muß (eben) s.; es kann,
mag schon s. (ist schon möglich), daß dü recht
hast; /in Wunschsätzen/ es möge s.! — 7. umg.
irgendwoher, von jmdm. stammen (1 .1 ): er ist aus
Dresden; von wem ist der Brief?; der Krug ist aus
Ungarn — 8. landsch. umg. jmdm. gehören (1):
wem ist das Buch? — 9. /s.
-f- zu -f Inf./ 9.1.
/entspricht einem mit können umschriebenen P a s siv/:
er ist nicht zu ersetzen (kann nicht ersetzt wer
den); der Koffer ist zu verschließen 9.2 . /ent
spricht einem mit müssen umschriebenen Passiv/:
der Ausweis ist am Eingang vorzuzeigen (muß am
Eingang vorgezeigt werden) — 10 . er war es, ist es
gewesen (hat es verschuldet) — H .l . /dient zur
Bildung des Perf. und Plusquamperf. bei intransi
tiven Verben der Zustands- od. Ortsveränderung und
bei den Verben sein, bleiben, werden/: das Kind
ist eingeschlafen; sie sind heute gekommen, nach
Moskau geflogen, im Urlaub an der Ostsee g e
wesen, noch hier geblieben — 2 . /dient zur Bildung
des Zustandspassivsj: das Fenster ist geputzt
-f- etw. s. lassen (etw. nicht tun); es ist an jmdm.,
etw. Bestimmtes zu tun (es wird von jmdm.
erwartet, daß er etw. Bestimmtes tu t); außer sich s.
(fassungslos sein, sich in so starker Gemütsbewegung
befinden, d aß ma n die Selbstbeherrschung verliert)
Sein, das; -s, jo. Pl.j 1. das Existieren (1), die
Existenz: das Entstehen, das S. und das Vergehen;
das menschliche S. (Dasein, Leben) — 2 . Phi los.
/Kategorie zur Bez. alles Existierenden, Wirklichen,
das, abhängig von der Antwort auf die Grundfrage
der Philosophie, als ideell od. materiell bestimmt ist;
wegen dieser Indifferenz in der marxistisch-leni
nistischen Philosophie wenig gebräuchlich/: die
Grundformen alles Seins (materiell Existierenden,
der Materie, objektiven Realität) sind Raum und
Zeit; das gesellschaftliche S. (die materiellen ge
sellschaftlichen Verhältnisse als K o mplex der objek
tiven, unabhängig vom Bewußtsein existierenden
Faktoren und Verhältnisse, in denen die Menschen
leben und handeln)
seiner (Gen. vom Pers.pron. er/ s. er
seinerseits /Adv./ vgl. deinerseits
seinerzeit /Adv./ zu jener aus dem Kontext hervor
gehenden Zeit, damals: er war s. Lehrling in einer
Maschinenfabrik
1042
seinesgleichen — Zeitlich
seinesgleichen, seinesgleichen findekl. Pron.f vgl.
deinesgleichen
seinethalben fAdv.f v e r a lten d vgl. deinethalben
seinetwegen fAdv.f vgl. deinetwegen
seinetwillen /Adv./ v era lten d vgl. deinetwillen
seinige, Semige* der, die, das jsubst. Poss.pron. zu
1sein 1/ geh. der, die, das seine; / auch deinige
seismisch /A djv o r w . attr.j Geophys. Erdbeben
betreffend: seismische Messungen
Seismograph, der; -en, -en G eophys. Gerät, das
durch Erdbeben od. künstlich hervorgerufene B ewe
gungen des Bodens, der Erdkruste aufzeichnet
Seismologie, die;
fo. Pl.f Geophys. Wissen
schaft von den Ursachen, der Wirkung und der
Verbreitung von Erdbeben
xseit fPräp. m it Dat.j von einem bestimmten Zeit
punkt an bis zu einem anderen, meist bis zur Gegen
wart: s. gestern, Montag; vor vier Wochen traf
ich ihn, ich hatte ihn s. fünf Jahren nicht gesehen;
das Gesetz gilt s, sechs Monaten; erst s. kurzer
Zeit; s. / Menschengedenken
2seit fKonj.; unterordnend; leitet einen Gliedsatz
ein/ Seitdem
seit) -ab fAdv.f 2abseits (1): s. von der Straße
stand ein Gasthaus; 1-dem /Adv.j von einem be
stimmten Zeitpunkt an bis zur Gegenwart: im
Herbst traf er sie im Theater, s. sah er sie nicht
wieder; 2-dem /K o nj.; unterordnend; leitet einen
Gliedsatz ein; temporal; kennzeichnet den Gliedsatz
1.1 . im Sinne der Gleichzeitigkeit von einem be
stimmten Zeitpunkt der Vergangenheit an/: s. sie
dieses Medikament nahm, fühlte sie sich besser
1.2 . im Sinne der Vorzeitigkeitj: s. er die Prüfung
absolviert hat, arbeitet er als Assistent
Seite, die; -,
- n 1.1.1« Grenzfläche von etw., bes. von
einem Körper: die vordere, untere, innere, äußere
S. eines Kästchens 1.1 .2 . eine der vier zwischen
oben und unten gelegenen Flächen eines Raumes,
Körpers: die vier Seiten eines Zimmers, Hauses
1.1 .8 . eine der links, rechts von der Vorderseite
gelegenen Flächen bes. eines Gebäudes, K ö rp e r s : die
linke S. des Hauses ist eingerüstet 1.2. die von der
Fahrtrichtung aus gesehene linke, rechte Fläche
eines Fahrzeuges: die linke, rechte S. eines Autos;
das Boot, Flugzeug legte sich auf die S. 1 .3 . die
linke od. rechte Pa rtie des Körpers zwischen Brust
und Rücken 1.3 .1 . beim Menschen: auf der rechten,
linken S. liegen; sich auf die S. drehen; ich habe
Stiche in der linken S. 1 .3 .2 . bei Vierbeinern: er
klopfte dem Pferd die S.
—
2. eine der beiden
Flächen 2.1 . eines flachen Gegenstandes: die beiden
Seiten einer Münze; die rechte, linke S. eines
Gewebes 2.2 . eines Blattes bes. in einem Buch,
H eft: eine bedruckte, handgeschriebene S .; ein Buch
m it 200Seiten; siehe S. 1 Q* sehen 1.3); er blätterte
S. für S. (Blatt für Blatt) des Buches um — 3 . rechts
od. links von etw., jmdm. gelegener räumlicher B e
reich: auf beiden Seiten des Flusses; auf die, zur
S. gehen; das Auto wich nach der falschen S. aus;
sie wandte den Kopf zur S.; ein Blick zur S.;
nach, von allen Seiten (in alle, aus allen Richtun
gen) — 4 . Gesichtspunkt, Aspekt: das ist nur eine
S. der Sache; die angenehme S. (das Positive,
Angenehme) des Lebens; auf der einen S.
auf
der anderen S. ... (einerseits..., andrerseits...);
die menschliche, politische S. dieses Falles; die
technische S. des Problems — 5 . jmdn. von seiner
guten, schlechten S. (jmds. gute, schlechte Charak
tereigenschaften) kennenlern en; sich v o n seiner
besten S. zeigen — 6 .1 . eine von zwei od. mehreren
Parteien (2.2, 3): die gegnerische S.; auf beiden
Seiten gab es Verluste; die vertragschließenden
Seiten 6.2 . fo. P I .; bezeichnet einen durch das Adj.
näher bestimmten Personenkreisf: von unterrichte
ter, offizieller S.; vo n mütterlicher S. (von der
Familie der Mutter) — 7 . M ath. 7 .1. geradlinige
Begrenzung eines Vielecks 7.2 . die Ausdrücke links
und rechts vom Gleichheitszeichen: die beiden Seiten
einer Gleichung
+ etw. ist jmds. schwache S. (davon versteht jmd.
nicht viel; dem kann er nicht widerstehen); etw. ist
jmds. starke S. (davon versteht jmd. viel, jm d.
kann etw. gut); jmdm. zur S. stehen (jmdm. bei
stehen); sich auf jmds. S. schlagen (zu jmdm. über
gehen; jmds. Meinung übernehmen); etw. auf die
S. legen (Geld zurücklegen, sparen); etw., alles von
der leichten S. nehm en (sich keine ernsten Ge
danken über etw. machen); scherzh. an jmds.
grüner S. (links von jmdm.) gehen
selten fin den Verbindungen! auf, v on s. jmds.,
einer Sache auf, von der Reite (6*1) von jmdm., etw.:
auf s. des Klägers; von s. der Eltern, des Gerichts
Seiten/se|ten| -ansicht, die Ansicht von einer Seite
(1.1.3): das Foto zeigte die S. des Hauses ;-ausgang,
der Zeitlicher (1.1) Ausgang; -blick, der (kurzer)
Blick zur Seite (3): einen flüchtigen, prüfenden S.
auf jmdn., etw.^werfen; -deckung, die M il.Deckung
der Flanke; -eingang, der vgl.
- a u sgang; -flügel,
der 1seitlicher (1.1) Flügel eines Gebäudes; -g a sse ,
die; -gewehr, das Stich- od. Hiebwaffe, die auch
als Bajonett verwendet wird; -hieb, der spöttische,
bissige Bemerkung: jmdm. einen S. versetzen;
- läge, die fo. Pl.f: den Verletzten in die stabile S.
bringen (ihn so auf die Seite legen, daß sich seine
Lage nicht verändern kann); -lang /A dj.; vorw.
a ttr .j sich über mehrere geschriebene, gedruckte
Seiten erstreckend: ein seitenlanger Brief; -leh ne,
die Armlehne; -leitwerk, das F lug w . Leitwerk zur
Bewegung eines Luftfahrzeugs nach der Seite (3);
- l inie, die in der Folge der Geschlechter sich ab
zweigende Familie, Nebenlinie; -rüder, das Flu g w .
beweglicher Teil des Seitenleitw erks
seitens fPräp. mit Gen.f papierdt. auf, von seiten
jmds., einer Sache: s. der Gewerkschaft, der
Eltern
Seiten/se|ten| -schiff, das A rchitekt. Schiff einer
Kirche rechts od. links neben dem Mittelschiff;
-Sprung, der außereheliches Liebesabenteuer: S eite n
sprünge machen; -steck en, das; -s, fo. Pl.f stechen
der Schmerz in der Seite (1.3 .1): S. haben; -Straße,
die Nebenstraße; -verkehrt /A dj./ dem Spiegelbild des
Originals entsprechend: das projizierte Dia i st s . ;
- wagen, der Beiwagen; -wind, der fo. Pl.f Wind
von der Seite (3): starker S. behinderte die B ad
fahrer; -zahl, die 1. fo. Pl.f Anzahl der Seiten (2.2)
eines Buches — 2 . Zahl auf einer Seite eines Buches,
Manuskripts, einer Zeitung
seit|her fAdv.f 1seitdem
Zeitlich fAdj.; nicht präd.f 1.1 . an der Seite (1.1 .3):
eine seitliche Tür; der Eingang lag s. 1 .2 . nach
der Seite (3): eine seitliche Wendung des Kopfes
1.3 . von der Seite (3): der Sturm kam s. von links
2se|tlich fPräp. mit Gen.f an der Seite (3): s. der
Straße
Seitwärts — Selbst
1043
seit| 1-wärts /Adv./ 1. zur Seite (3): sie warf einen
Blick s. auf das Kind — 2. an, auf der Seite (3):
er steht s.; 2-wärts /Präp. mit Gen./ an, auf der
Seite (3): s. des W eges
Sekrgt, das; -(e)s, -e bes. von einer Drüse ab-
gesonderter flüssiger Stoff mit bestimmter bio
chemischer Funktion für den Organismus: Magen
saft und Speichel sind Sekrete; ein wäßriges,
eitriges, blutiges S.
Sekretär, der; -s, -e 1. leitender Funktionär einer
organisatorischen (Grund)einheit einer P a r te i, bes.
der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands,
einer Gewerkschaft od. einer anderen Organisation:
der S. einer Grundorganisation der Partei; der S.
des Weltfriedensrates; der E rste S. der Bezirks
leitung der Sozialistischen Einheitspartei Deutsch
lands — 2 . gewählter Staatsfunktionär, bes. bei den
örtlichen Räten der DDR , der für den ordnungs
gemäßen Ablauf der Arbeit des Rates und seiner
Fachorgane sorgt: der S. des Rates des Kreises —
3. J u r . Leiter od. verantwortlicher Mitarbeiter der
Geschäftsstelle eines staatlichen Gerichts der D D R
—
4.1 . /Dienstrang im diplomatischen Dienst/: er
ist S. der Botschaft, Gesandtschaft 4.2 .1 . /in der
DDR Diehstrang von bestimmten Angestellten/
4.2 .2 . /in der BRD Dienstrang in der mittleren
Beamtenlaufbahn/ — 5 . jmd., der für eine (leitende)
Persönlichkeit Schriftverkehr und organisatorische
Aufgaben erledigt — 6 . Schriftführer: er ist S. des
Sportklubs — 7. v e ra lten d Schreibschrank
Sekretariat, das; -(e)s, -e 1. Abteilung mit ver
waltungstechnischen und organisatorischen A u f
gaben bei leitenden Mitarbeitern eines Betriebes,
staatlichen Organs, einer gesellschaftlichen I n s tit u -
1ion: das S. des Ministers, der Universität; das S.
Seiten — 2 . Räumlichkeiten) von 1: sich im S.
melden — 3 . die Angestellten von 1 —4
. jo. Pl.f
das S. des Zentralkomitees der Sozialistischen
Einheitspartei Deutschlands (die vom Zentral
komitee zur Leitung der laufenden Parteiarbeit ge
wählten Sekretäre)
Sekretärin, die;
- n e n Angestellte, die neben den
Arbeiten einer Stenotypistin auch technisch-organi
satorische Aufgaben hat: die S. des Direktors; als
S. arbeiten
Sekretion, die; -,
- e n das Absondern von Sekret
durch eine Drüse: die S. einer Drüse anregen,
hemmen
Sekt, der; -(e)s, -e moussierender Wein m it hohem
Gehalt a n durch Gärung in der geschlossenen
Flasche entstandener Kohlensäure: weißer, roter
S.; S. (halb)trocken; der S. perlt; S. trinken
Sekte, die; -n m eist kleinere, selbständige religiöse
Gemeinschaft (die sich von einer großen kirchlichen
Einheit getrennt hat): einer religiösen S. angehören
Sekt| -flasche, die dickwandige Flasche für Sekt;
- frühstück, das aus erlesenen, meist kalten Speisen
und Sekt bestehendes Frühstück; -glas, das /PL
- gläser/ m eist hohes od. schalenförmiges Trinkgla s
für Sekt
Sektierer, der; -s, - jmd ., der Sektierertum betreibt;
dazu sektiererisch /A dj./
Sektierertum, d a s; -s, jo. PI ./ innerhalb der Arbeiter
bewegung betriebene schädliche Politik, die mit
scheinrevolutionären Phrasen arbeitet und die A u s
nutzung vorhandener Möglichkeiten für die revolu
tionäre Arbeit unter den M assen vernachlässigt
Sektion, die;
- e n 1.1 . Gruppe, Abteilung inner
halb einer Organisation, Institution: die S. Philate
lie des Kulturbundes der DDR 1.2 . organisatorische
Einh eit eines od. mehrerer verwandter Wissen
schaftsgebiete a n Universitäten un d Hochschulen der
DD R: die S. Rechtswissenschaft der Humboldt-
Universität — 2 . Med. das Sezieren, die Obduk
tion: die S. einer Leiche — 3 . T echn. vormontiertes
Bauteil bes. von Schiffen
Sekt| -kellerei, die Kellerei, in der Sekt hergestellt
wird; -korken, der; -kühler, der Gefäß zum Kühlen
einer Flasche Sekt
Sektor, der; -s, Sektoren 1. Bereich, Teilgebiet, bes.
der Wirtschaft: der volkseigene, genossenschaft
liche S. der Wirtschaft; das Angebot auf diesem
S. ist verbessert worden; er ist Fachmann auf
dem S. Kultur — 2. Math, vom Mittelpunkt her
ausgeschnittener Teil eines Kreises, einer Kugel
Sekundant, der; -en, -en 1. Berater und Betreuer
eines Sportlers, bes. beim Boxen und beim Schach
spiel — 2. jmd., der jmdm. bei einem Duell als
Berater und Zeuge zur Verfügung steht
sekundär /Adj./ zweitrangig: etw. ist von sekun
därer Bedeutung; dieses Problem erscheint mir s.
Sekundär] -iiteratur, die jo. Pl.f W issensch .
Literatur über die Quellen bes. der Sprach- und
Literaturwissenschaft; -rohstoff, der jvorw. Pl.f
aus Altmaterial gewonnener Rohstoff
Sekunde, die; -,
-n 1.1 . /Abk. s; Maßeinheit der
Zeit/: drei Minuten und fünf Sekunden; die Uhr
geht auf die S. (ganz) genau — 2. /o. PL/ ich bin
in einer S. (gleich) zurück; daran habe ich keine
S. (lang) (nicht einen Moment) gezweifelt — II .
M us. 1 .1 . zweite Stufe der diatonischen Tonleiter
1.2 . Intervall von zwei Tönen — HI. 60. Teil einer
Winkelminute
sekunden/Sekunden zu Sekunde L l| -lang /Adj.;
nicht präd./ mehrere Sekunden dauernd; -schnelle,
die /in der Verbindung! in S. (in sehr kurzer Zeit);
- zeiger, der den Ablauf der Sekunden angebender
Zeiger der Uhr
sekundieren /sw. Vb.; hat/ jmdm. s . 1 . (in einem
Gespräch) jmdn., bes. m it Worten, unterstützen (1)
—
2. als Sekundant eines Sportlers tätig sein —
3. jmds. Sekundant bei einem Duell sein
selb /Dem.pron.; steht nur nach der Verschmelzung
von Präp. + Art. für Präp.
-fr- derselbe, dieselbe,
dasselbe/: am selben (an demselben) Tag; er wohnt
im selben Haus wie ich; zur selben Stunde
selber findekl. Dem.pron./ u m g . 1selbst: er kocht
sein Essen s.
Selb st jindekl. Dem .pron.; stets betont; bezieht sich
a uf eine genannte od. bereits bekannte Person od.
Sache und hebt sie hervor; bezieht es sich auf das
Subj. , steht es entweder unmittelbar hinter diesem
od. folgt auf das finite Verb od. ein Obj.j: das müßt
ihr s. tun; der Kapitän wurde s. seekrank; sie
hat den Kuchen s. gebacken; er fährt s.; sein
Leben s. bestimmen; vor Erregung, Wut war er
seiner s. nicht (mehr) mächtig (verlor er die Be
herrschung); das ka n n ich s. (ohne fremde Hilfe)
tun; das muß sich aus sich s. (ohne Anstoß von
außen) entwickeln; /bezieht es sich nicht auf das Subj.,
sondern auf ein anderes Satzglied, folgt es diesem
unm ittelbar/: das ist jedem s. überlassen; er wollte
den Direktor s. sprechen; er ta t es um der Sache
s. willen (verfolgte damit keinen anderen Zweck);
6 7 Wörterbuch
1044
2selbst — Selbstüberhebung
das ist ein Widerspruch in sich s. (ein innerer
Widerspruch)
+ jmd.istdie/ Kühes.;etw.vons./ tun;
etw. / versteht sich von s.
2selbst IPartikeil sogar (1 .1 ): s. sein Freund riet
ihm davon ab
Selbst^ das; jo. P l.j das eigene Ich: mein ganzes
S. sträubte sich dagegen; dieses Buch ist ein
Stück von seinem S.
Selbst] -abholer, der; -s, - jmd ., der etw. selbst ab
holt, das in der Regel zugestellt wird; -achtung, die
Achtung des Menschen vor sich selbst: seine S. ver
lieren, wiedergewinnen
selbständig jA d j.j 1. ohne entscheidende Hilfe od.
Anstoß von außen, aus eigener Befähigung und
eigenemAntriebhandelnd: ein selbständiger Mensch;
s. handeln, urteilen; ein s. erarbeitetes Werk —
2. unabhängig (1.3): viele ehemalige Kolonien
wurden selbständige Staaten; national, politisch,
wirtschaftlich s.; dazu Selbständigkeit; die; -,
Io.Plf
Selbst] -aufOpferung, die Hingabe an eine Aufgabe
ohne Rücksicht auf eigene Interessen; -auslöser, der
F o to g r . Auslöser zum selbsttätigen Auslösen des
Verschlusses; -bedienung, die jo. PL/ Art des Ein
kaufes und der Dienstleistung, bei der man die
Waren selbst aussucht und sie zur Bezahlung an die
Kasse bringt: ein Geschäft, eine Gaststätte mit S.
Selbstbedienungs| -gaststätte, die; -laden, der jPl.
-laden/
Selbst/selbst] -befriedigung , die Onanie; -b eha up-
tung, die jo. Pl.j Erhaltung, Durchsetzung der
Geltung der eigenen Persönlichkeit im (gesellschaft
lichen) Leben: sein Wille zur S. war unerschütter
lich; -beherrschung, die Herrschaft über das eigene
Verhalten, seine Gefühle und Triebe; -beobachtung,
die jo. P l.j Beobachtung des eigenen Denkens,
Fuhlens, Tuns; -bespieg(e)lung, die; -,
-en
selbst
gefällige, eitle Darstellung der eigenen Person: sein
Werk ist eine einzige S.;
- bestätigung, die: das
war eine S. (Bestätigung des eigenen Wertes, K ön
nens) für ihn; -bestinunung, die jo. Pl.j von einem
Volke selbst vorgenommene Bestimmung seiner Ge
sellschaftsordnung und Staatsform: das K echt auf
nationale S.;
- bestimmungsrecht, das jo. Pl.j
Recht auf Selbstbestimmung: das S. der Nationen
fordern, anerkennen; -beteiligung, die vom Ver
sicherungsnehmer zu zahlender Beitrag zu den
Kosten bei einem Versicherungsfall: eine K asko
versicherung mit 500 Mark S .; -betrug, der falsche
Vorstellung, die sich jmd . (wider besseres Wissen)
macht: einem (eitlen) S. erliegen; -bewußt jA dj.j
seiner selbst, des eigenen Wertes und Könnens be
wußt, davon überzeugt: ein selbstbewußter Mensch;
s. auftreten; dazu -bewußtsein, das: ein ausge
prägtes, starkes S.; jmds. schwach entwickeltes
S. stärken; -bildnis, das Bildnis, das bes. ein
Künstler von sich selbst angefertigt hat; -darstellung,
die (künstlerische) Darstellung des eigenen Wesens od.
eigener Vorstellungen; -disziplin, die jo. Pl.j Selbstbe
herrschung: dank eiserner S. wurde er zum Nicht
raucher; -entzündung, die jo. Pl.j durch starke Er
hitzung des brennbaren M aterials von selbst vor sich
gehende Entzündung; -erhaltung, die Erhaltung des
eigenen Lebens; -erhaltungstrieb, der /o. Pl.j: sein
S. hatte ihn aus der Gefahr errettet; -erkenntnis,
die jo. Pl.j Erkenntnis des eigenen Wesens, Kön
nens und der eigenen Grenzen: nach S. streben;
-e rZiehung, die; -fahrer, der Fahrzeug für einen
Gehbehinderten, das er selbst bedienen kann; -g e
fällig jA d j.j von sich selbst eingenommen, eitel\ s.
lächeln, in den Spiegel schauen; -gefühl, das
jo. Pl.j Gefühl für den eigenen Wert, die eigene
Würde: ein gesundes, krankhaft übersteigertes S.;
- genügsam jAdj.j zufrieden mit sich selbst, der
eigenen Leistung; -gerecht jA dj.j kritiklos und
überheblich von der Richtigkeit des eigenen Ver
haltens überzeugt: ein selbstgerechter Mensch;
- gespräch, das Gespräch mit sich selbst: sie führte
oft Selbstgespräche; -herrlich /A dj.; emot.j seine
eigenen Kompetenzen überschreitend: etw. s. en t
scheiden; -kerrschaft, die jo. P Lj Herrschaft, bei
der die Regierungsgewalt durch das Staatsoberhaupt
allein im Interesse (einer Minderheit) der herr
schenden Ausbeuterklasse ausgeübt wird; -hilfe, die
jo. Pl.j 1.1, Hilfe, die man sich selbst, allein leistet:
früher war man im Krankheitsfall oft auf S. an
gewiesen 1.2 . J u r . (eigenmächtige) Durchsetzung
eines Rechtsanspruchs beim Fehlen rechtzeitiger
gesetzlicher Hilfe
selbstisch jAdj.j v e r a lte n d selbstsüchtig, ego
zentrisch: sie hatte ein selbstisches W esen; s. etw.
erstreben
Selbst/selbst] -kontrolle, die jo. P l.j 1.1 . Kontrolle
des eigenen Tuns, Verhaltens, Selbstdisziplin: sein
ruhiges Auftreten war das Ergebnis ständiger S.
1.2 . Überprüfung des eigenen Verhaltens und des
Verhaltens anderer im Kollektiv; -kosten, die jPLj
Kosten für die Herstellung und den Verkauf eines
Produkts od. für das Erbringen einer Leistung: die
S. senken; -kritik, die jo. Pl.j Kritik des eigenen
Verhaltens, der eigenen Leistungen und Fehler: ehr
liche, offene, schonungslose S. üben; dazu -kritisch
jAdj.j; -lauf, der jo. Pl.j Ablauf, wie er sich aus
der Lage von selbst ergibt: etw. dem S. überlassen;
- laut, der Vokal; -los jAdj./ sich ohne Rücksicht
auf eigene Interessen für etw., jmdn. einsetzend,
uneigennützig: ein selbstloser Mensch; -mord, der:
S. begehen (sich selbst vorsätzlich töten); dazu -mör-
der, der; -mörderisch jA dj.j 1. jnur attr.j er han
delte in selbstmörderischer (einen Selbstmord be
zweckender) Absicht — 2 . eine selbstmörderische
(überaus große, riskante, sinnlose) Verwegenheit;
- m o rdversuch, der: einen S. begehen, verhindern;
- porträt, das vgl. Selbstbildnis; -quälerisch jA d j.j
durch gegen sich selbst gerichtete Vorwürfe, übertrie
bene K ritik sich selbst quälend: selbstquälerische Ge
danken, Vorstellungen; -schütz, der Maßnahme
zum Schutz der eigenen Person: seine Zurückhal
tung war nichts als S.;
-sicher jAdj./ sicher im
Auftreten, selbstbewußt; -Steuerung, die jo. Pl.j
automatische Steuerung eines Gerätes, Fahrzeugs;
- Studium, das jo. Pl.j selbständige Aneignung von
Wissen: ein Lehrbuch im S. durcharbeiten; -sucht,
die jo. PLI nur auf eigenen Vorteil bedachtes Ver
halten, Egoismus; dazu -süchtig /Adj.j; -tätig
lAdj.j 1. bei bestimmtem A nlaß von selbst wirksam,
automatisch: die Tür schließt s.; ein selbsttätiges
Reinigungsmittel — 2. jnur attr.j aus eigenem An
trieb tätig: der Mensch als selbsttätiges, verant
wortliches Glied der Gesellschaft; -tor, das S p o rt
Schuß.in das eigene Tor; -tragend jAdj.; nicht adv./
T ech n . ohne Stütze, Stützpfeiler: eine selbsttra
gende Konstruktion; -Überhebung, die; -, jo. Pl.j
Selbstüberwindung — Semmel
1045
anmaßende Überbetonung der eigenen Perso n;
- Überwindung, die Überwindung von hemmend
wirkenden eigenen Neigungen und Gefühlen;
-vergessen /Adj.; nicht präd./ einer Tätigkeit
so hingegeben, d aß darüber anscheinend alles
andere vergessen wird: s. lauschten die Kinder
dem Märchenerzähler; -Verleugnung, die; -, jo .P l.j
das Unterdrücken, Verhehlen eigner Wünsche,
Vorstellungen, Gefühle; -Verpflichtung, die frei-
eingegangene Verpflichtung einer Person,
Gruppej eme besondere Leistung zur Mehrung des
soz. gesellschaftlichen Reichtums zu erbringen: eine
S. eingehen; -verständlich jA dj.j 1 .
aas den
Umständen von selbst ergebend und dadurch m oti
viert: eine selbstverständliche Hilfeleistung — 2 .
jadv.j 2.1. er kommt s. nicht (nach den Gegeben
heiten besteht kein Zweifel, da/? er nicht kommt)
2.2 . fals verstärkte Bejahung/: „kommst du mit?“
„ Selbstverständlich Vgewiß 3.1)!“ ; zu 1 u. 2.1
- Verständlichkeit, die; jo. P l.f; za 1: es ist doch
eine S., daß ich dir helfe; -Verständnis, das A rt und
Weise, wie sich jmd., eine Gruppe von Menschen,
eine Institution in bezug auf das ihm, ihr Wesent
liche selbst versteht, interpretiert: das S. eines Men
schen, Dichters,. einer Partei; -versuch, der Er
probung bes. neuer medizinischer Methoden an sich
selbst; -vertrauen, das Vertrauen auf das eigene
Können: jmds. S. stärken; -Verwaltung, die jo. Pl.j
Verwaltung 1.1 . eines Gemeinwesens durch eine von
den Bewohnern gebildete, gewählte Regierung: die
S. der freien Reichsstädte im Mittelalter; die S.
einer Minderheit 1.2 . einer Körperschaft durch ihre
eigenen Vertreter; -Verwirklichung, die das E nt
falten der eigenen Anlagen, Fähigkeiten; -vorwurf,
der wegen Fehlverhaltens gegen sich selbst gerichteter
Vorwurf; -wählferndienst, der jo. Pl.f nicht durchs
Fernamt vermittelter Fernsprechverkehr nach ande
ren Ortsnetzen durch Vorwahl einer entsprechenden
Kennzahl; -zerstörerisch jAdj.j die eigene Existenz
bedrohend, zerstörend; -Z eugnis, das sprachliche
Äuß eru ng eines Verfassers über sein eigenes Denken
und Handeln: dieses Buch enthält viele Selbst
zeugnisse des Dichters; -zufrieden /A dj./ mit sich
selbst, seinen Leistungen, seinem Verhalten, ohne
weitere Ansprüche an sich selbst, zufrieden: s. läch eln;
-z weck, der /o. Pl.j nur im Betreiben einer Bache
selbst liegender Zweck: etw. darf nicht zum (reinen)
S. werden
Selektion, die; -,
- e n zweckbestimmte Auswahl:
B iol. die S. geeigneter Zuchttiere
Selen, das; -s, jo. Pl.j nichtmetallisches Element,
das in einer metallischen Modifikation ein Halb
leiter ist, der bei einfallendem Licht seine elektrische
Leitfähigkeit erhöht
Selen|zelle, die T e ch n . Bauelement der Elektro
technik, in dem die Eigenschaft des Selens, bei ein
fallendem Licht seine elektrische Leitfähigkeit zu
erhöhen, technisch genutzt w ird
Selfmademan, der; -s, Selfmademen [seifme:tmen]
jvorw. im bürgert. Sprachgebrauchj jmd., der im
K ap . außerhalb des üblichen bürgert. Entwicklungs
weges, oft durch skrupelloses Handeln, in die be
sitzende und herrschende Klasse aufgestiegen is t
s elig jA dj.j 1. von einem rauschhaften Glücksgefühl
erfüllt, überglücklich: sie küßte ihn, und er war s . ;
s. wie ein Kind; in selige Träume versinken;
u m g . soll er doch s. (glücklich, zufrieden) werden
mit seinem Kram! — 2. Rel. jnach religiösen
Vorstellungen/ aus dem irdischen Leben geschieden,
in das ewige Leben eingegangen und der him m
lischen Wonnen teilhaftig: s. sein, werden
+ seligen / Angedenkens
Seligkeit, die; jo. PI .; zu selig/
selig| -preisen jVb.j geh. jmdn. als wunschlos
glücklich preisen; -sprechen jVb.j Hel. kath.: der
Papst spricht jmdn. selig (spricht ihm die ewige
Seligkeit zu)
Sellerie, der; -s, -s, auch Sellerie, die; -n [..i:e n]
/ beide vorw. Sg. j Doldengewächs, dessen Wurzel eine
dicke Knolle bildet, die als Salat und wie die
Blätter zum Würzen verwendet wird
Sellerie |salat, der Salat aus den gekochten Knollen
des Selleries
selten lA d j.j 1.1 . nicht häufig vorkommend: ein
seltenes Ereignis, Metall, Tier; eine seltene Krank
heit; wir gehen s. (nicht oft) aus 1.2 . /als Partikelj
u m g . außerordentlich (1): ein s. dummer Kerl
Seltenheit, die; -,
-en 1. jo. PL; zu selten 1.1/ das
Seltensein: die S. einer K rankheit — 2 . ein Exem
plar einer wenig vorkommenden Sache: er sammelte
nur Seltenheiten
Seltenheitsjwert, der jo. P l.j Wert, den etw. hat,
weil es selten vorkommt
Selter(s), die; -,
-
umg. Flasche od. Glas mit
Selterswasser
Selter(s)|wasser, das jo. Pl.j Mineralwasser
seltsam jAdj.j merkwürdig: ein seltsamer Anblick,
Mensch; sich s. benehmen
seltsamer|weise /Adv./ merkwürdigerweise
Semantik, die; -, jo. PLI Teilgebiet der Sprach
wissenschaft, das sich mit der Bedeutung sprach
licher Einheiten befaßt * dazu semantisch jA dj.j
Semasiologie, die; -, /o. PL / Semantik; dazu
semasiolpgisch jAdj.j
Semester, das; -s, - 1 . Zeitspanne eines halben
Jahres innerhalb eines Studienjahres: *das erste S.;
er hat vier S. Medizin studiert — 2. scherzh.
er ist schon ein älteres S. (er ist nicht mehr
jung)
Semifinale, auch Semifinale, das S p o r t Wett
kampf, bei dem die Teilnehmer des Finales er
m ittelt werden
Semikolon, das; -s, -s/Semikola aus einem Komma
u nd einem darüber stehenden P u nk t bestehendes
Satzzeichen, das bes. zwischen zwei inhaltlich zu
sammenhängenden Ha uptsätzen steht
Seminar, das; -s, -e 1. wissenschaftliche Lehrveran
staltung (an einer Hochschule) in Fo rm von Übungen,
Diskussionen zu einem Thema unter Leitung eines
Dozenten, wissenschaftlichen Fachmanns — 2 . w is
senschaftliches I n s tit u t einer bürgerl. Hochschule —
3. Bildungseinrichtung für Geistliche
Seminar |gruppe, die kleinste Struktureinheit an
einer Hochschule, Universität der DDR, in der ein
Teil der Studierenden eines Studienjahres in einer
Fachrichtung zusammengefaßt ist
seminaristisch jA d j.j in Form eines Seminars (1):
ein Thema s. durcharbeiten
Semiotik, die;
jo. P l.j Wissenschaft von den
Zeichen als Verständigungsmittel
Semit, der; -en , -e n Angehöriger einer sprachlich
verwandten Gruppe von Völkern bes. Vorderasiens
und Nordafrikas; dazu semitisch jA dj.j
Semmel, die;
-n landsch. Brötchen: frische,
67*
1046
Semmelbrösel — sensationell
knusprige, altbackene Semmeln; eine S. mit Butter
bestreichen, mit Wurst belegen
-f- umg. etw. geht weg wie warme Semmeln (ver-
kauft sich la ch t und schnell')
Semmel] -brosel, das, auch der; -mehl, das fo. PL/
Mehl aus geriebenen harten Brötchen
Senat, der; -s, -e 1. Jur. Kollektiv von Richtern,
das in Verfahren vor einem höheren Gericht gem ein
sam entscheidet — 2 . leitendes Gremium an bürgerl.
Hochschulen — 3 . P a ri , eines der beiden gesetz
gebenden Organe in einem Staat mit einem aus zwei
Kammern bestehenden Parlament — 4 , städtische
Regierungsbehörde in bestimmten Städten der B R D ;
zu 3 u. 4 Senator, der; -s, Senatoren Mitglied
eines Senats
Send|bote, der veraltend jmd., der eine Mit
teilung zu uberbringen hat, Abgesandter; O sie
kamen als Sendboten des Friedens
Sende zu senden 2[ -anlage, die: die S. eines Fern
sehsenders, Flugzeugs; -antenne, die; -folge, die
Programmfolge der ausgestrahlten Sendungen; -mast,
der M ast für die Sendeantenne
senden, sandte/sendete, hat gesandt/gesendet
/ / auch Gesandte/ 1.1 . /sandte, auch sendete, hat
gesandt, auch gesendet/ etw. jmdm., etw. an jmdn.,
einen bestimmten Ort schicken (1.1): jmdm. Blu
men, eine Karte s.; ein Telegramm an jmdn. s.
1.2. jmdn. zu jmdm. s. (schicken 1.2.1) — 2.
/sendete, hat gesendet/ etw., bes. eine Rundfunk-,
Fernsehsendung, m it Hilfe eines Senders (drahtlos)
verbreiten, so daß man es empfangen kann: Nach
richten, ein Unterhaltungs-, Musikprogramm (in
Stereo), einen Vortrag s.; Morsezeichen s.
Sende|pause, die Pause zwischen zwei Rundfunk-,
Fernsehsendungen; O um g . S . haben (nach langem
Reden vorübergehend schweigen, s til l sein)
Sender, der; -s, - Anlage zum Erzeugen und Aus
strahlen von elektromagnetischen Wellen, bes. zum
Senden von Rundfunk-,
Fernsehsendungen: ein
(leistungs)starker, schwacher S.; einen S. gut
empfangen
Sende zu senden 2| -reihe, die Reihe von Rund
funk -,
Fernsehsendungen zu einem bestimmten
Thema; -Störung, die durch eine technische Störung
verursachte Unterbrechung einer Sendung; -Zeichen,
das Pausenzeichen eines Rundfunksenders
Sendung, die; -,
-en 1. jzu senden/ das Senden;
zu 1.1: die S. der Bücher erfolgte gestern; zu 2:
die S. des Hörspiels erfolgt heute — 2 .1 . das, was
jmdm. gesendet (1.1) wird, worden ist: den Emp
fang einer S. (mit Dank) bestätigen; eine S. Obst;
eine postlagernde S. 2 .2 . einzelner, in sich ab
geschlossener Teil des Programms im Rundfunk,
Fernsehen: eine S. (im Rundfunk) hören, (im Fern
sehen) sehen; eine S. über Thomas Mann; eine
politische, wissenschaftliche S.
Senf, der; -(e)s, -e / vorw. Sg.j 1. gelbblühender
Kreuzblütler mit in Schoten enthaltenen Samen, die
zum Würzen verwendet werden — 2 . zum Würzen
verwendete, aus dem gemahlenen Samen von 1 her
gestellte Paste, M ostrich: scharfer, süßer S.
+ s a lopp seinen S. dazugeben (sich ungefragt,
unerwünscht über etw. äußern)
senf/Senf] -färben /A dj.f gelbbraun; -gurke, die
geschälte, m it Senfkörnern eingelegte Gurke; -körn ,
das /PL -körner/ Samenkorn des Senfs; -soße, die
m it Senf (2) gewürzte Soße
Senge, die; -, fo. PL/ landseh. salopp 1Prügel:
S. kriegen
sengen /sw. Vb.; hat/ 1. ein gerupftes Huhn s.
(die Reste der Federn und Haare von einem ge
rupften Huhn abbrennen) — 2 . die Sonne sengt
(scheint sehr heiß)
sen il /A dj./ in geistiger Hinsicht greisenhaft: seniler
Schwachsinn; s. werden; dazu Senilität, die; -,
-en
/vorw. Sg./
senior /indekl. Adj.; nur attr.; steht hinter dem
Familiennamen des Seniors (1); Abk. sen ./: Herr
Meier s. (der Ältere)
Senior, der; -s, Senioren 1. Geschäftsinhaber in der
bürgerl. Gesellschaft im Gegensatz zum J unior (1 )
—
2. jmd., der der Älteste od. einer der Ältesten in
einem bestimmten Bereich ist und sich darin ver
dienstvoll betätigt hat: der S. der Geographen —
3. /vorw. PI ./ S p o rt Sportler, der ein bestimmtes
Alter überschritten h at: heute spielen die Senioren
—
4. /vorw. P L / Person im Rentenalter, älterer
Mensch: Gymnastik für Senioren
Senipren|heim, das /B RD/ Feierabend-, Altersheim
Senkjblei, das B a u w . Lot (1.1)
Senke, die; -,
- n flache Vertiefung der Erdober
fläche: das Dorf, Bauernhaus liegt in einer S.
Senkel, der; -s, - Schnürsenkel
senken /sw. Vb.; hat/ 1.1 .1 . etw., jmdn. nach
unten, abwärts bewegen: die Arme heben und s.
1.1 .2 . etw. senkt sich: der Vorhang senkt sich
(sinkt nach unten); der Boden senkt sich (gibt
nach, verändert sich in seiner Höhe in Richtung
nach unten); die Straße senkt sich (geht abwärts)
1.2 . den Blick, K opf s. (nach unten wenden, richten)
1.3 . am Satzende die Stimme s. (tiefer und leiser
werden lassen) — 2 . etw. verringern (1 .1 ): die
(Produktions)kosten, Preise, das Fieber s.
Senker, der; -s, - 1 . zur Vermehrung von der
Mutterpflan ze abgetrennter, oft bewurzelter Trieb
einer Pflanze — 2 , Werkzeug zum Erweitern vor
gebohrter Löcher
senk/Senk| -recht /A dj.; / auch -rechte/ im
Winkel von 90 Grad zu einer Ebene stehend, ver
laufend: eine senkrechte Linie; s. stehen; einen
Mast s. aufstellen; der Felsen stürzt fast s. ab;
- r e chte, die; -n, -n //* auch -recht/ senkrechte
Linie; -rechtstarter, der 1. Flugzeug, das senkrecht
startet und landet — 2 . spött. jmd., der sehr schnell
Karriere gemacht hat
Senkung, die; -,
-en 1. Geol. das Absinken der
Erdkruste — 2 . Verringerung: die S. der Betriebs-,
Selbstkosten — 3 . Med. das Sichsenken von Orga
nen der Bauchhöhle aus der normalen Lage: eine S.
des Magens — 4 . Med. Blutsenkung — 5. Vers
leh r e unbetonte Silbe im Vers: ein Vers mit vier
Senkungen
Senn, der; -(e)s/schweiz.
-en, -e/schweiz.
-en
süddt. österr. Schweiz. Hirt auf der Alm, der
die Kühe melkt und Butter und Käse herstellt
Senner, der; -s, - süddt. österr. Senn; dazu
Sennerin, die; -,
-nen
Sensation, die; -,
- e n 1. unerwartetes, außergewöhn
liches, aufsehenerregendes E reig nis: die S. des
Jahres; eine technische, politische S.
—
2. Med,
Empfindung
sensationell /Adj./ als Sensation wirkend, eine
Sensation darstellend: eine sensationelle Nachricht,
Aufführung
Sensationsmache — Servus
1047
Sensations|maehe, die femot.f Versuch, ein Ereig
nis durch Aufbauschen als Sensation darzustel
len
Sense, die;
-n Werkzeug mit gebogenem, arm
langem Messer und langem Stiel zum Mähern die
S. wetzen, dengeln; mit der S. Gras mähen
+ salopp bei mir ist S. (ich mache Schluß, mache
nicht mehr mit)!
sensibel /Adj./ 1 .1 . auf Eindrücke psychisch stark
reagierend und sie nur schwer bewältigend: ein s en
sibles Kind; sie ist von Natur aus zart und s.
1.2 . /nur attr.f Med. für Reize empfindlich: die
sensiblen N erv en
Sensibilität, die; jo. P L; zu sensibel/
sensitiv /A dj./ sehr feinfühlig: ein sensitiver Mensch
sensorisch /Adj.; nur attr./ Med. die Sinne (1.1.1)
betreffend: sensorische N erven
Sensualismus, der; fo. PLI Phi los. alle Erkennt
nis allein auf Sinneswahrnehmungen zurück -
führende Lehre
sensuell /Adj./ [. .u|el] die Sinne (1.1 .1) betreffend
Sentenz, die;
- e n kurzer, treffender Ausspruch
sentimental /A dj./ (zu) gefühlvoll, zu sehr gefühls
betont, rührselig: ein sentimentaler Schlager,
Roman; dazu Sentimentalität, die; -en
separat /A d j./ vom Übrigen gesondert: ein separates
Zimmer
Separatfrieden, der Friedensschluß mit nur einem
von mehreren Gegnern
Separatismus, der; /o. P Lj Bestrebung innerhalb
der Klassengesellschaft, einen Gebietsteil von einem
einheitlichen Staat abzutrennen, um in ihm einen
separaten Staat zu errichten; dazu Separatist, der;
-en, -en
Seppelhose, die u m g . kurze Lederhose
Sepsis, die;
Sepsen fvorw. Sg.f Med. Blutver
giftung: eine akute S.
September, der; -/ -s, - fvorw. Sg.j neunter M onat
des Jahres: ein warmer S.
Septett, das; -(e)s, -e Mus. 1. Komposition für
sieben Soloinstrumente od. sieben Singstimmen —
2. die 1 ausführenden sieben M usiker, Sänger
Septime, Septime, die; -n M us. 1 .1 . siebente Stufe
der diatonischen Tonleiter-1 .2 . Intervall von sieben
Tönen
septisch lAdj.j Med. 1. auf Sepsis beruhend —
2. nicht keimfrei
Serail, das; -s, -s [zerai(l), zerarj] Palast eines
Sultans
Serenade, die; -,
-n 1. meist im Freien, oft an
kulturhistorischer Stätte stattfindende (abendliche)
Konzertveranstaltung, bei der bes. Serenaden (2) ge
spielt werden: eine S. im Dresdner Zwinger — 2.
m eist tänzerisch-heitere, in der Zähl und Zusammen
stellung der Sätze und in der Besetzung freie K o m
position für mehrere Instrumente: eine S. von
Mozart
Serge, die; -, - n [ss^ q] T ex til. /Futterstofff
Serie, die; -,
-n [..io, ..ie] 1. gleichartige Gescheh
nisse, die aufeinanderfolgen: eine S. vo n Ver
suchen, Verbrechen, Unfällen — 2 .1 . bestimmte
Anzahl von zusammengehörigen Erzeugnissen glei
cher A rt und Ausführung: eine S. Briefmarken;
diese S. der Fernsehgeräte läuft aus 2.2 . jin der
Verbindung! etw. in S. (Serienfertigung) hersteilen
2.8 . bestimmte Anzahl von Publikationen, Sendun
gen, die thematisch zusammengehören und nachein
ander von einem Verlag veröffentlicht, vom F unk,
Fernsehen gesendet werden: eine S. veröffentlichen;
eine zehnteilige S. senden
S§rien/serien| -fe rtigung , die gleichzeitige od. a u f
einanderfolgende massenhafte Fertigung von Erzeug
nissen gleicher A rt und Ausführung; -mäßig jAdj.f
mittels Serienfertigung: etw. s. produzieren; »Pro
duktion, die Serienfertigung; -reife, die E ntwick
lungsstand einer Sache, der deren Serienfertigung
zuläßt; -Schaltung, die Elektrotechn. Reihen
schaltung; -weise fAdj.; vorw. adv., nicht präd.f
in Serien (2.1 ): etw. s. hersteilen; die s. Produk
tion eines Erzeugnisses
seriös /A dj.j 1 . würdig und integer wirkend: ein
seriöser älterer Herr — 2 . fvorw. im bürgerl.
Sprachgebrauchf als geschäftlich vertrauenswürdig,
zuverlässig geltend: eine seriöse Firma
SermQn, der; -s, -e u m g . weitschweifiges, nichts
sagendes Geschwätz: wir mußten geduldig seinen
langen S. anhöfen
Serologie, die; -, fo. Pl.f Teilgebiet der M edizin,
das sich mit den Eigenschaften, der Beeinflußbarkeit
und den Anwendungsmöglichkeiten des Serums in
Diagnostik und Therapie befaßt
Serpentine, die; -,
- n 1 .1 . einen Höhenunterschied
überwindender (Verkehrs)weg mit vielen Kehren (1),
Windungen (1 .1 ): eine S. zog, schlängelte sich den
Berghang hinauf 1.2 . Kehre (1), Windung von 1.1:
die Straße führte in dreißig Serpentinen zum
Gipfel hinauf
Serum, das; -s, Seren/Sera M ed. 1 . wäßriger, nicht
mehr gerinnender Bestandteil des Blutplasm as: das
S. des Rindes — 2. meist aus dem Blutplasma von
Tieren stammender, m it immunisierenden Stoffen
angereicherter Impfstoff: ein S. gegen Grippe inji
zieren
1Service, das; -/ -s, - [zerviis, Gen. , .v i:s(9s), PL
. . v i : s (9)] alle zusammengehörenden, in Form,
Musterung übereinstimmenden, aufeinander ab
gestimmten Teile des Geschirrs für mehrere Personen:
ein kostbares S. für zwölf Personen
2Sgrvice [soe:vis, auch z . , ] , Service [scervis, auch
z..], der; -s, -s fvorw. Sg.f [Gen. u. PL ..visos] 1.
Kundendienst:, der S. dieser Autowerkstatt ist vor
bildlich; der S. (die Betreuung, Bedienung) der
Hotelgäste, Urlauber wurde verbessert — 2 . Sitz,
Einrichtung von 1: in diesem S. arbeiten fünf
Mechaniker
servieren fsw. Vb.; hat/ [..v . .] 1.1 . jmdm. etw. s.
(in einer Gaststätte) für jmdn ., der am Tisch sitzt,
Speisen, Getränke auf den Tisch setzen: das E ssen,
Abendbrot, die Suppe s.; den Gästen Wein s. 1 .2 .
in einer Gaststätte Gäste bei Tisch bedienen: er
servierte an zwölf Tischen; zu 1.2 Serviererin, die;
- n e n weibliche Person, die in einer Gaststätte
serviert
Servier |wag en, der tischähnlicher Gegenstand auf
Rädern, auf dem zu servierende Speisen abgestellt
werden
Serviette, die; -,
-n [zsrvieto] meist quadratisches
Tuch od. saugfähiges Stück Papier, das beim E ssen
zum Schutz der Kleidung, zum Säubern von Mund
und Händen dient
servil fAdj.f [.. v . . ] unterwürfig, kriecherisch: er
verhält sich s. gegenüber seinen Vorgesetzten;
dazu Servilität, die; -, fo. Pl.f
Servus [..v . .] süddt. österr. umg. ffreundschaft-
1048
Sessel — Sexbombe
Ucker Gruß beim Abschied od. beim Zusamm en
treffen) \ jmdm. S. sagen; S., alter Freund!
Sessel, der; -s, - gepolstertes, m it einer Rückenlehne
und meist auch mit Armlehnen versehenes, bequemes
Sitzmöbel für eine Person: ein bequemer, harter,
neu bezogener S.; sich in einen S. setzen; sich
erschöpft in einen S. fallen lassen; sich behaglich
im S. zurücklehnen; sich aus dem, vom S. erheben
Sessel] -lehne, d ie; -litt, der Seilbahn mit einzelnen,
frei hängenden Sitzen für ein od, zwei Fahrgäste
seßhaft fAdj.f 1 .1 . ein seßhaftes (nicht nomadisie
rendes) Volk; auf dem Lande, in einer Stadt s.
werden (festen Wohnsitz nehmen) 1.2 . er ist ein
sehr seßhafter Mensch (wechselt ungern seinen
Wohnsitz, behält ständig seinen Wohnsitz)
Session, die; -,
-en
sich über einen längeren Zeit
raum erstreckende Tagung: eine mehrtägige w issen
schaftliche S.
Set, das; -s, -s [set, auch zet] 1. Gruppe zusammen
gehöriger Gegenstände m eis t verschiedener Größe,
Satz (6) — 2 . Platzdeckchen (mit dazu passender
Serviette)
Setz]ei, das la nd sch . Spiegelei: ein S. braten
setzen /sw. Vb.; hat, ist; / auch gesetzt/ 1. (hat)
1.1 . sich s. eine sitzende Stellung einnehmen: s. Sie
sich bitte!; setzt euch!; er stand auf und setzte
sich wieder; /mit Richtungsangabe/ er fragte, ob
er sich zu uns, an unseren Tisch s. dürfe; sich ans
Fenster, Steuer, auf den Stuhl, in einen Sessel s . ;
/von Tieren/ der Hund setzte sich auf eine Bank;
O sich auf die Bahn s. (einen Zug benutzen, um
damit irgendwohin zu gelangen) 1 .2 . jmdn. an einen
bestimmten Platz in eine sitzende Stellung bringen:
sie setzte das Kind auf den Stuhl — 2 . (hat) 2.1 .
etw. an einen bestimmten Platz stellen (2), so daß
es dort steht, einer Sache einen bestimmten Platz
geben: einen Stuhl ans Fenster, das Frühstück auf
den Tisch, einen Topf auf den Herd s. 2 .2 . etw.,
jmdn., sich irgendwohin s. etw., jmdn., sich an
eine bestimmte Stelle bringen: ein Glas an den
Mund, eine Trompete an die Lippen, (sich) die
Mütze auf den Kopf s.; einen Flicken auf etw. s.
(auf etw. nähen); O nie wieder setze ich meinen
Fuß über die Schwelle dieses Hauses (nie wieder
betrete ich dieses Haus); den Fuß an Land s. (an
Land gehen); einen Hund auf die Fährte, Spur s.
(dahin bringen, d aß er die Fährte, Spur verfolgen
kann); er setzte sich (rückte vor) an die Spitze des
Feldes; jmdn. an eine Aufgabe s. (jmdm. eine Auf
gabe übertragen) 2 .3 . etw. irgendwohin schreiben:
seine Unterschrift auf, unter ein Schriftstück s.;
ein Komma s.; jmdm. einen Geldbetrag auf die
Rechnung s.; jmdn. (jmds. Namen) auf eine Liste
s. 2 .4 . etw. setzt sich (zu Boden) etw. sinkt (in
einer Flüssigkeit) zu Boden und lagert sich dort ab :
der Kaffee hat sich gesetzt — 3 . (hat) etw. in
etw. s .: eine Geschichte in Reime s. (in Versform
umsetzen); ein Gedicht in Töne, Musik s. (ver
tonen) — 4 . (hat) 4.1 . einen Ofen, Zaun s. (er
richten) 4.2 . Druckerei einen Text s. (zu einem
Schriftsatz 1 formen) 4.3 . Blumen, Stauden, Kar
toffeln s. (pflanzen) 4.4 . Jägerspr. die Häsin hat
vier Junge gesetzt (geboren) 4.5 . Seemannsspr.
die Positionslampen s. (aufstellen und anzünden);
(die) Segel s. (aufziehen); S p o r t neue Marken s.
(neue Rekorde aufstellen)^; O Akzentes. (Bestimm
tes nachdrücklich hervorheben) — 5 . bei einer Wette,
einem Glücksspiel einen Einsatz einzahlen (hat):
er setzte bei jedem Rennen fünfzig Mark (auf ein
Pferd) — 6. über etw. s. 6.1. mit einem Boot,
Schiff ein Gewässer überqueren (ist, h a t): sie setzte
über den Strom 6 .2 . jmdn. m it einem Boot, Schiff
über ein Gewässer befördern (hat): der Fährmann
setzte uns über den Fluß 6.3 . über etw. springen
(1 .1 ) (ist, hat): er setzte über den Graben, Zaun
—
7. (hat) sich ein Ziel s. (etw. Bestimmtes er
reichen wollen); einer Sache ein Ende s. (bereiten)
—
8. /drückt aus, daß eine Zustandsänderung be
wirkt wird/ (hat): Banknoten außer Kurs s. (für
ungültig erklären); etw. unter Strom s. (etw. mit
Strom in Kontakt bringen); jmdn. auf Schonkost s.
(jmdm. Schonkost verordnen) — 9 . (hat) 9.1 . /drückt
aus, daß etw. in Bewegung gebracht wird, so daß es
funktioniert/ \ eine Maschine, einen Motor in Bewe
gung, / Betrieb s .; etw. in, außer / Funktion s.
9.2 . /drückt den Beginn einer Bewegung aus/: sich
in / Bewegung, / Marsch s.
—
10. /in Ver
bindung m it Subst. zur Umschreibung eines Verbal-
begriffsj (hat): etw. setzt jmdn. in Begeisterung,
Erstaunen (etw. begeistert 1.1, erstaunt 1 jmdn.);
jmdn. / instand s., etw. Bestimmtes zu tun; etw.
/ instand s.
- f sich mit jmdm. ins / Benehmen s.; jmdn.
(über etw.) ins / Bild s.; jmdn. unter /* Druck
s.;gesetzt den / Fall, daß ...; jmdn. außer / Ge
fecht s.; alle / Hebel in Bewegung s.; sich auf
den / Hosenboden s.; alles auf eine / Karte s .;
sich etw. in den / Kopf s.; jmdn. an die (frische)
^ Luft s.; jmdn. / i matt s.; sich (mit etw.) in
die / Nesseln s.; etw. aufs / Spiel s.; seinen
/ Stolz in etw. s .; jmdn. auf die
Straße s.;
sich zwischen zwei / Stühle s.; sich in Szene
s.; sich (durch,, mit etw.) ins / Unrecht s.; etw.
indie/ Welts.
Setzer, der; -s, - Schriftsetzer
Setzerei, die; -,
- e n Teil der Druckerei, in dem der
Schriftsatz (1) hergestellt wird
Setzling, der; -s, -e 1. junge Pflanze, die zum
weiteren Gedeihen an einen bestimmten Standort ge
pflanzt wird — 2 . junger Fisch, der zum weiteren
Gedeihen in ein Gewässer gesetzt wird
Setz|maschine, die D ru ck erei Maschine zur Her
stellung des Schriftsatzes (1)
Seuche, die; -,
-n
a ls Epidemie auftretende, gefähr
liche Infektionskrankheit: Seuchen wie die
Schweinepest, Cholera, Ruhr; eine S. bricht aus;
an einer S. erkranken
Seuchen/seuehenl -bekämpfung , die; -fest /Adj.\
widerstandsfähig gegen eine Seuche; -Verhütung,
die
seufzen /sw. Vb.; hat/ als Ausdruck von Kummer,
Schmerz, Resignation schwer und tief einatmen und
hörbar, m it meist klagendem Laut ausatmen: laut,
leise, verhalten, sehnsüchtig s.; C> g eh . unter
einer L ast s. (leiden)
Seufzer, der; -s, - beim Seufzen hörbarer Laut: ein
bekümmerter, schwerer, tiefer, unterdrückter S.;
einen S. der Erleichterung ausstoßen
Sex, der; -(es), /o. PI./ [s.., auch z..] umg. 1.
(dargestellte) Sexualität: ein Film mit S. — 2 . Sex-
Appeal : eine Frau mit S.; der männliche S.
Sex] :sAppeal, -sAppeal, der; -s, /o. P l.j [..op i:l]
starke sexuelle, erotische Anziehungskraft eines
Menschen, bes. einer Frau: S. haben; -bombe, die
Sexfilm — Sicherheit
1049
umg. /oft emot./ Frau mit starken sexuellen Reizen;
- f i lm , der Film mit in den Vordergrund gestellten
sexuellen Szenen
Sextant, der; -en, -en bes. in der Astronomie ver
wendetes Gerät zur Bestimmung des eigenen Stand
ortes durch Messung der Höhe (1.2) eines Gestirns
Sexte, die; -,
-n Mus. 1.1. sechste Stufe der dia
tonischen Tonleiter 1.2 . Intervall von sechs Tönen
Sextett, das; -(e)s, -e Mus. 1 . Komposition für
sechs Soloinstrumente od. sechs Singstimmen — 2 .
die 1 ausführenden sechs M usiker
sexual /Adj.; nicht präd.; selten/ sexuell
Sexual fhormon, das Geschlechtshormon
Sexualität, die; -, /o. P L / 1 . Gesamtheit der sexuellen
(2) Verhaltensweisen und Erlebnisse — 2 . Bereit
schaft zum Sexuellen (2): ein Mensch mit starker,
wenig entwickelter S.
Sexual] -moral, die M oral (1) auf dem Gebiet der
Sexualität (1); -verbrechen, das Straftat, die gegen
Normen des Sexualverhaltens verstößt; dazu -Ver
brecher, der; -verhalten, das sexuelles Verhalten
sexuell fAdj.; nicht präd.j [..u|el] 1 . die Sexualität
betreffend: sexuelle Aufklärung — 2 . geschlechtlich
(1 .2); sexuelle Beziehungen; der sexuelle Trieb
(Geschlechtstrieb) ; der sex u elle Verkehr (Geschlechts
verkehr)
Sexuologie, die; -, jo. Pl.j Wissenschaft von der
Sexualität
sexy jindekl. Adj.; vorw. präd. u. adv.f [ssksi, auch
z..] umg. sexuell anziehend: sie, er ist s.; in dem
Bikini sieht sie s. aus
sezieren jsw. Vb.; hat/ einen Leichnam, ein Organ
ein totes Tier anatomisch zerlegen
Shag , der; -s , -s [Jek] feingeschnittener Tab ak für
die Pfeife
Shag|pfeife, die kurze Tabakspfeife
Shake, der; -s, -s [Je:k] Mixgetränk
Shamppp(n),das [Jampu:(n), Jampo:(n)] $. Scham
pun
Shanty, das; -s, -s [Jenti, auch Ja ..] ursprünglich
unter Seeleuten entstandenes Lied, das die Seefahrt
zum Inhalt hat
Sheriff, der; -s, -s [J..] gewählter P olizist (mit be
grenzten richterlichen Befugnissen) in einer amerika
nischen Stadt
Sherry, der; -s, jo. P L/ [jeri] schicerer Süßwein
shocking fAdj.; nur präd./ [J..] anstößig, peinlich:
das ist s.!
Shop, der; -s, -s [J..] umg . Intershop
Shorts, die fPLj [Jo..] kurze, sportliche Sommerhose
für Damen od. Herren
Show, die;
-s [Jo;] revuehafte Darbietung, Schau
4- eine S. abziehen (durch ein bestimmtes Verhalten
großes Aufsehen erregen wollen)
Shpw| -geschäft, das jo. PL/ unter kap. Verhält
nissen betriebene Branche der Vergnügungsindustrie,
die leichte, publikumswirksame Darbietungen, bes.
Shows, produziert; -master, der; -s, - [ma:stor]
/in der BRD/ jmd., der eine Show arrangiert, dar-
bietet
siamesisch fAdj.; in der Verbindung/ siamesische
Zwillinge (an einzelnen Körperteilen zusammen
gewachsene Zwillinge)
sich fPron.f I. fRefl.pron. der 3. Pers. Sg. u. PI.
im Dat. u. Akk./ 1 .1 . /im Akk.f er hat s., sie haben
s. gewaschen, verletzt; sie drückte den Jungen
an s., legte den Schirm neben s.; /in fester Ver
bindung mit dem Verb/ sie freut s. auf den Urlaub
1.2 . /im Dat.; nur bei Verben, die außerdem einen
A kk. haben/ sie kauften s. einen Fernseher; /sich
kann entfallen/ er hörte s. ihre Vorschläge an; /in
fester Verbindung mit dem Verb/ er bildete s. nichts
ein 1.8 . /in unpers. Konstruktion für man/ hier
wohnt es s. gut (hier wohnt man gut); /oft mit
lassen/ hier läßt es s. gut leben — II . /reziprokes
Pron. der 3. Pers. PI ./ einander: sie wünschten s.
alles Gute
-f- von s.
aus
Sichel, die;
- n kleines Gerät m it halbrund ge
bogener Klinge zum Mähen: mit der S. Gras ab
mähen, schneiden, sicheln; O die S. des (ab-, zu
nehm enden) Mondes (die Mondsichel)
Sicheln /sw. Vb.; hat/; Gras, Klee s. (mit der Sichel
schneiden)
sicher /A d j./ 1 . Schutz vor Gefahr bietend, keiner
Gefahr ausgesetzt: ein sicherer Weg, sicheres Ver
steck; aus sicherer Entfernung etw. beobachten;
sichere (nicht von krisenhafter Entwicklung be
drohte) Arbeitsplätze, Einkommen; vor etw.,
jmdm. s. sein; jmdn. s. über die Straße führen;
jmd. ist seines Lebens nicht s. (jmds. Leben ist in
Gefahr); scherzh. man ist vor Überraschungen
nicht s. — 2.1. ein sicheres (in seiner Wirkung ver
läßliches) Präparat 2.2 . ohne Fehlleistungen: über
etw. ein sicheres Urteil besitzen; ein sicheres musi
kalisches Gehör; die sichere H and des Chirurgen;
ein sicherer Autofahrer; er ist auf diesem Gebiet
sehr s.; er rechnet, fährt s. 2 .8.1 . zuverlässig (1 .2):
eine sichere Nachricht; aus sicherer Quelle er
fuhren wir, daß ... 2 .8 .2 . ein einwandfreies Funk
tionieren gewährleistend: diese Methode ist absolut,
völlig s. 2 .8.8. eine sichere (unerschütterliche) Über
zeugung, Zuversicht 2.4 . im Gehen, Stehen mit dem
erforderlichen Gleichgewicht: das Kälbchen stand
noch nicht ganz s. auf den Beinen — 3 . selbst
bewußt, selbstsicher: der Ju ng e ist für sein Alter
schon sehr s.; ein sicheres Auftreten, Benehmen
—
4.1 . das sichere (bestimmt zu erwartende) Ende,
Verderben; etw. ist jmdm. s .: nach dieser Kür
war ihr die Goldmedaille s. (war klar, daß sie die
Goldmedaille bekommt) 4.2 .1 . /nur präd./ es ist s.,
daß ...es steht fest, daß ...: es ist (so gut wie) s.,
daß er es nicht getan hat; soviel ist s., er konnte
nichts dafür 4.2 .2 . /adv./ xgewiß (3.2): du hast s.
im guten Glauben gehandelt (aber ...) 4.3 .1 . /nur
präd./ jmd. ist (sich) s., daß ... jmd. hat die Gewiß
heit, feste Überzeugung, d a ß . . . : ich bin (mir) s.,
daß er es schafft 4.3 .2 . jmd. ist (sich) jmds., einer
Sache, fühlt sich jmds., einer Sache s. jmd. verläßt
sich fest auf jmdn., etw., jmd. ist von etw. fest über
zeugt: er war, fühlte sich seines Erfolges (völlig,
absolut, nicht) s.
+ etw. ist so s. wie das / Amen in der Kirche;
/ langsam, aber s.; auf / Nummer Sicher gehen;
sich meiner / Sache s. sein
\
sicher|gehen / Vb.; vorw. im I nf./ völlige Sicherheit,
Gewißheit haben wollen und kein Risik o eingehen:
ich möchte völlig s. und einen Fachmann hinzu
zieh en; um (völlig) sicherzugehen, ließ der Arzt
die Galle röntgen
Sicherheit, die; -,
-en 1. jo. PL; zu sicher/ das
Sichersein; zu 1 : die soziale S. in der sozialistischen
Gesells chaft; die öffentlich e S. (der ungefährdete,
geordnete Ablauf des öffentlichen Lebens); die
1050
Sicherheitsabstand — Sichtelement
persönliche S. (das Nichtgefährdetsein von Gesund-
heit, Leben, gesetzlich ga rantierten Rechten des
Individuums); etw., jmdn., sich in S. glauben,
wähnen; sich in S. wiegen (wähnen); jmdn. in S.
wiegen (bes. durch Zureden bewirken, daß jmd. sich
sicher wähnt); zuerst sind Frauen und Kinder in
S. zu bringen; in Ruhe und S. leben; materielle,
finanzielle S.; zu 2.1: die technische S. einer
Maschine; zu 2:2: die S. ihres Urteils; zu 3: die S.
seines Auftretens; zw 4.2 .1: das läßt sich (nicht)
m itS. sagen — 2 . Bürgschaft (1.1) eines Kreditneh
mers gegenüber einem Kreditgeber: man einigte sich
über S. und Zinsen
+ etw. mit schlafwandlerischer S. tun (etw. ganz
sicher 2.2, ohne überlegen zu müssen, tun)
Sicherheits/sicherheits| -abstand, der Abstand sich
hintereinander fortbewegender (Kraftfah rzeu g e, der
bei plötzlichem Bremsen des ersten ein Auffahren
des zweiten verhindern soll; -beauftragte, der für
Arbeits- und Gesundheitsschutz verantwortlicher
Mitarbeiter in einem (kleineren) Betrieb; -glas, das
jo. Pl.j Glas (1), das beim Zerbrechen keine gefähr
lichen Scherben bildet; -g urt, der Gurt, m it dem
man sich aus Gründen der Sicherheit in Kraftfahr
zeugen, Flugzeugen od. bei Arbeiten in größeren
Höhen anschnallt; -halber jA dv .j vorsichtshalber:
nimm doch s. den Regenschirm mit!; -Inspektion,
die für Arbeits- und Gesundheitsschutz verantwort
liche Abteilung eines großen Betriebes; -inspektor,
der' für Arb eits- un d Gesundheitsschutz (in größeren
Betrieben) verantwortlicher Mitarbeiter; -k ette, die
Kette (aus Eisen), die man an der Tür vorlegt, damit
die Tür nur einen Spalt geöffnet und gewaltsames Ein
dringen von außen verhindert werden kann: die S. an
derW ohnungstür;-lampe, die Grubengas anzeigende,
tragbare Lampe des Bergmanns; -leistung, die Jur.
vertraglich vereinbarte od. gerichtlich angeordnete
Hinterlegung von Geld od. Wertpapieren, Stellung
von Bürgen zur Sicherung gegen Vertragsbruch;
- n adel, die gebogene Nadel (1) mit einem die Spitze
verdeckenden Verschluß, die zum Feststecken von
etw., bes. von Textilien, dient: einen Riß am Ärmel
mit einer S. Zusammenhalten; -organ, das jvorw.
P l.j für die Sicherheit des Staates verantwortliches
Organ: die Sicherheitsorgane legten den Agenten
das Handwerk; -rat, der jo. Pl.j Organ der Ver
einten Nationen für die Aufrechterhaltung des Welt
friedens; -schloß, das durch seine Konstruktion
gegen unbefugtes Öffnen besonders gesichertes Schloß
(LI)j ein S. an der Wohnungstür; -ventil, das
Ventil, das sich bei zu hohem Druck von innen
selbsttätig öffnet: das S. eines Dampfkessels; -Vor
kehrung, die: Sicherheits vorkehr ungen treffen;
- Vorschrift, die Vorschrift zur Sicherung des
Gesundheits-, Arbeitsschutzes, von Sachwerten: ein
Unfall durch Verstoß gegen die S.
sicherlich jAdv./ 1gewiß (3.2): sie kommt s. noch;
sie hat es s, gut gemeint, aber ...
Sichern jsw. Vb.; hat/ 1. etw., jmdn., sich durch
besondere Vorkehrungen vor Zug riff, Gefahr schüt
zen: ein Fahrrad mit einem Schloß gegen Dieb
stahl s.; die Tür (durch ein Schloß, einen Riegel) s.
(verschließen); ein Gewehr s. (den Abzug blockieren);
sich gegen Verlust s.; den Frieden, die Grenzen
eines Landes s.; ein gesicherter (sicherer 1) Arbeits
platz — 2 .1 .1 . etw. s. das Erforderliche tun, damit
etw. gegen Gefährdung geschützt ist und in der ge
wünschten Weise vor sich geht: die Produktion s.;
durch Talsperren die W asserversorgung s.; die
Versorgung der Bevölkerung ist gesichert 2.1 .2 .
etw. sichert etw . etw. gibt durch sein Vorhanden
sein, seine Funktion die Gewähr, daß etw. in der
gewünschten Weise vor sich geht: die Vorrats
haltung sichert die Versorgung 2.2 . etw. ist ge
sichert etw. ist durch (wissenschaftliche) Beweise
zweifelsfrei festgestellt: nach kurzer Forschungszeit
war g esichert, daß bei der Uranspaltung Neutronen
entstehen; wissenschaftlich gesicherte Erkennt
nisse 2 .8 . Spuren s. (als Beweismittel polizeilich
ermitteln, solange sie erkennbar, verfügbar sind) —
8. sich, jmdm. etw. s. das Erforderliche tun, damit
man, jmd. etw. m it Sicherheit bekommt: jmd. sichert
sich ein Billett, die Teilnahme, das Vorkaufsrecht;
er sicherte ihr einen Fensterplatz — 4 . Jägerspr.
äugen und Witterung aufnehmen: der Hirsch
sicherte, bevor er auf die Wiese trat
sicherstellen jVb.j 1.1 . etw. dorthin bringen, wo es
vor Zugriff geschützt ist: nicht verarbeitetes Bau
holz s. 1 .2 . das gestohlene Fahrrad wurde von der
Polizei sichergestellt (als Beweismittel in einer
Strafsache beschlagnahmt) — 2 .1 . etw. sichern
(2.1 .1): die schnelle Einbringung der Ernte s. 2 .2 .
etw. zweifelsfrei feststellen: etw. durch Messungen s.
Sicherung, die; -,
-en 1. /zw sichern 1, 2.1.1, 2.3/
das Sichern; zu 1: die S. des Friedens, der Gren
zen; zw 2.1 .1: die S. der Planerfüllung; zw 2.3:
die S. der Spuren — 2 .1 . Vorrichtung, durch die
der Stromkreis bei Kurzschluß, Überlastung unter
brochen wird: eine S. einschrauben; die S. ist
durchgebrannt; eine S. von zehn Ampere 2.2 . Vor
richtung an Waffen, durch die das unbeabsichtigte
Lösen eines Schusses, eine unbeabsichtigte Explosion
verhindert wird: die S. einer Pistole, Handgranate
Sicherungs|hebel, der Hebel einer Schußwaffe zur
Blockierung des Abzugs
Sicht, die; -,
- e n 1. jo. Pl.j 1.1. von Licht, Witterung
(I) abhängige Möglichkeit, in der Ferne etw. zu
sehen, zu erkennen: eine gute, schlechte S. haben;
die S. beträgt nur 40 Meter; die S. verschlechtert
sich 1.2 . Möglichkeit, in Richtung auf etw. zu
blicken: eine Hecke versperrte ihm die S.
—
2.
Sichtweite: jin den Verbindungen! das Schiff kam
in S.; in S. bleiben; außer S. geraten; Seemanns-
spr. Land in S.P; O das Ende der Arbeit ist in
S. (ist abzusehen) — 3 . Betrachtungsweise, Aspekt:
etw. aus medizinischer S. beurteilen; eine neue S.
dieses bekannten Problems; in historischer S.
stellt sich das Problem anders dar
+ auf weite, lange S. weit in die Zukunft hinein:
auf lange S. planen
Sicht|agitation, die Agitation durch Sichtelemente,
Wandzeitungen
sichtbar jA dj.j 1. nicht verdeckt od. nicht zu weit
entfernt und daher mit den A ugen wahrnehmbar:
etw. ist deutlich, gut, weithin s.; die noch sicht
baren Berge — 2 . jnicht präd.j sichtlich: etw. mit
sichtbarem Behagen, Genuß essen; dieser Brief
ist ein sichtbares (deutliches) Zeichen seiner
Freundschaft; zu 1 Sichtbarkeit, die; jo. P l.j
Sicht zw Sicht 1| *behinderung, die: S. durch
Nebel; -blende, die oft einer Wand ähnliche Vor
richtung, die die Sicht (1.2) auf etw. versperrt;
- element, das jBez. für Spruchbänder, großforma
tige Blätter aus Pappe mit Fotografien, Losun
sichten — sieden
1051
gen, die von Demonstranten getragen, gezeigt wer
den/
sichten, sichtete, hat gesichtet 1 . etw., jmdn. (in
größerer Entfernung) erblichen: am H orizont Land
s.; der Pilot sichtete die Schiffbrüchigen — 2 .
Akten, einen Nachlaß s. (prüfend durchsehen und
ordnen)
sichtlich jA dj.; nicht präd.l so, daß man es sehen
kann, (deutlich) zu erkennen, merklich: sie war s.
beeindruckt; er zeigte sichtliche Zeichen v on
Ermüdung; etw. mit sichtlichem Behagen es
sen
Sicht| -Verhältnisse, die /P L / : es herrschten
schlechte, g ute S. (herrschte schlechte, gute Sicht);
- vermerk, der Eintragung im Reisedokument, die
zur Grenzüberschreitung berechtigt; -w eite, die
größtmögliche Entfernung, bis zu der man noch etw.
erkennen kann: die S. betrug 40 Meter; Nebel mit
Sichtweiten bis zu 30 Metern; finden Verbindun
genI in S. bleiben, kommen; -Werbung, die jo. Pl.j
Werbung durch Plakate, Leuchtreklame
Sicker|grübe, die Grube (mit gemauerten Seiten
wänden), in der Abwasser im Boden versickern kann
sickern jsw. Vb.; ist; von einer Flüssigkeit/ in,
aus, durch etw. langsam, spärlich rinnen, fließen :
Regenwasser sickert in den Erdboden; aus der
Wunde sickert Blut; das Blut ist durch den Ver
band gesickert
S|cker|wasser, das jo. Pl.f fach sp r . Wasser, vor
wiegend aus Niederschlägen, das durch den E rd
boden ins Grundwasser sickert
sie jPers.pron.j 1. jPers.pron. 3. Pers. Sg.; Fern. ;
Bez. für eine bereits genannte, in Rede stehende
weibliche Person od. Sache m it femininem Genus
im Nom. od. Akk.j 1.1. jim Nom.j er und s.; s.
kam spät nach Hause; diese junge Frau, was
hatte s. durchgemacht!; /von einem Tier/ umg.
ist dieser Hund eine Sie? 1.2 . jim Akk.j habt ihr s.
getroffen?; er hat eine Hand gebrochen, man hat
s. bandagiert; /* ihrer, ihr — 2 . jPers.pron.
3. Pers. PI .; Bez. für mehrere Personen, Sachen im
Nom. od. Akk.j 2.1. jim Nom.j s. fuhren oft nach
L; man machte viele Vorschläge, s. wurden alle
ausgewertet; schließlich kam en s. doch, die Gäste
2.2 . jim Akk.j wir trafen s. beide an der Ecke;
/ ihrer, ihnen
Sie jPers.pron.; Bez. für eine od. mehrere an
gesprochene Personen beiderlei Geschlechts im Nom.
od. Akk.; höfliche, formelle Anrede für weniger ver
traute Personen; / auch du/ 1.1. jim Nom.j kom
men S. alle drei zu uns oder nur S. allein? 1 .2.
jim Akk.j ich beglückwünsche S. zu diesem Erfolg
Sieb, das; -(e)s, -e Gerät, dessen Boden gleichmäßig
durchlöchert ist und mit dem man Festes aus einer
Flüssigkeit, kleinere Teile aus größeren Teilen einer
Substanz aussondert: T ee, K affee durch ein S. gie
ßen; gekochte Äpfel durch ein S. rühren
+ ein / Gedächtnis wie ein S. haben
Sieb| druck, der 1. jo. P l.j Druckverfahren, bei dem
die Farbe durch ein eine Schablone tragendes Sieb
auf das zu bedruckende M aterial gedrückt wird —
2. /PL -ej mit 1 hergestelltes Druckerzeugnis
1sieben jsw. Vb.; hat/ 1. etw. durch ein Sieb schüt
ten, rühren: Mehl, Sand s. — 2 . um g. eine größere
Menge von Personen prüfen, um daraus eine strenge,
zweckbestimmte Auswahl zu treffen: die Bewerber s.
- f gesiebte ^ Luft atmen
2sieben /Kard.zahl 7/: vor, nach, seit s. Tagen;
/ auch drei
+ etw. ist jmdm., für jmdn. ein
Buch mit s.
Siegeln; ein / Gesicht machen wie s. Tage Regen
wetter; etw. stinkt s. / Meilen gegen den Wind
Sieben/sieben|: / auch Drei/drei|
siebenerlei, siebenerlei jindekl.j vgl. dreierlei
Sieben| -mejlenstiefel jPl.j + scherzh. S. an-
haben (sehr schnell gehen); mit Siebenmeilen
stiefeln (sehr schnell); -meter, der H a ndb all bei
einem schweren Verstoß im Strafraum verhängter
Wurf auf das Tor aus sieben Meter Entfernung;
- m o n atskind, das schon sieben Monate nach der
Empfängnis geborenes K ind; -Sachen jPl.j
-1
-
u m g . seine S. (seine Sachen für einen bestimmten
Zweck) packen; -Schläfer, der I. der 27. Juni,
dessen Wetter nach alter Bauernregel für das Wetter
der folgenden sieben Wochen bestimmend sein soll
—
II. dem Eichhörnchen ähnliches, aber viel klein e
res Nagetier mit buschigem Schwanz und grauem
Fell auf dem Rücken, weißem Fell auf dem Bauch,
das einen langen Winterschlaf hält
siebente 5. siebte
Siebentel s. siebtel
Siebentel, das s. Siebtel
siebentens jAdv.j s. siebtens
siebenzig s. siebzig
siebenziger s . siebziger
siebte lOrd.zdhl zu sieben/; / auch dritte
+ sich wie im siebten / Himmel fühlen, im
siebten Himmel sein
siebtel vgl. drittel
Siebtel, das; -s, - vgl. Drittel
siebtens jAdv.j vgl. drittens
Sieb|test, der M ed . Test bei einer größeren B e
völkerungsgruppe, durch den Kenntnisse über noch
unbekannte od. noch unbehandelte Krankheiten ge
wonnen werden sollen
siebzehn /Kard.zahl 17/
siebzig /Kard.zahl 70/; / auch dreißig
siebziger findekl. A d j.; nur attr.j vgl. dreißiger
Siebziger, der; -s, -: ein rüstiger S. (ein rüstiger
M ann zwischen 70 und 79 Jahren); / auch
Dreißiger
siebzigste jOrd.zahl zu siebzig/; / auch dreißigste
siech jAdj.; nicht adv.j veraltend durch schwere,
langwierige Krankheit od. durch Alter hinfällig:
ein siecher Greis
siechen jsw. Vb.; hat/ veraltend in siechem Zu
stand sein '
Siechtum, das; -s, jo. Pl.j veraltend Hinfällig
keit durch schwere, langwierige Krankheit od. durch
Alter: ein zunehmendes, qualvolles S.
siedeln jsw. Vb.; hat/ 1.1 . auf einem Stück Land
(Wohnjbauten errichten und den Boden kultivieren,
um dort ansässig zu werden: die Einwanderer
siedelten am Oberlauf des Flusses 1.2, Zool. die
Feldmaus siedelt (lebt) im offenen Gelände
sieden, siedete/landsch. sott, hat gesiedet/land-
sch. gesotten 1 .1 . /fachspr. nur siedete, gesiedet/
eine Flüssigkeit siedet eine Flüssigkeit ist so heiß,
so stark erhitzt, d aß sie beginnt, in den gasförmigen
Zustand überzugehen: das Wasser beginnt zu s.;
siedend heißes öl 1.2. landsch. eine Flüssigkeit
bis zum Siedepunkt erhitzen: Wasser s.
—
2. /sott,
auch siedete, hat gesotten/ landsch. 2 .1 . etw. s.
eine rohe Speise in Flüssigkeit gar kochen: Fleisch,
1052
siedendheiß — Signalanlage
Eier, Fisch s.; Gebratenes und Gesottenes 2,2.
etw. siedet eine rohe Speise kocht: die Eier, Fische
s. schon
siedend|heiß, siedend|heiß jA d j.j : siedendheißes
(ikochend heißes) Wasser
Siede | -punkt, der /PI.
-e/ fachspr, Temperatur,
bei der eine Flüssigkeit siedet (1.1): der S. des
Wassers, der Milch; O die Stimmung war dem
S. nahe (war sehr erregt); -sa lz, das jo. PI ,/ durch
Eindampfen von Sole gewonnenes S ah (1); -tempe-
ratur, die Temperatur, bei der eine Flüssigkeit
siedet
Siedler, der; -s, - 1 .1, jmd., der siedelt, gesiedelt
hat: die S. kultivierten den Boden 1.2 . Klein
gärtner (in einer Laubenkolonie)
Sjedler|bedarf, der: er kaufte den Samen, die
Harke in einem Geschäft für S. (mit dem Waren
sortiment für Siedler 1 .2)
Siedlung, die; -,
- en 1. jo, Pl.j das Siedeln (1.1) —
2.1 . durch Siedeln (1.1) entstandene Gruppe, Ein
heit von Wohnstätten, Wohnhäusern, kleinere Ort
schaft: eine vor-, frühgeschichtliche S.; eine länd
liche, städtische S. 2 .2 . aus vornehmlich einzeln
stehenden Häusern m it Gartengrundstück bestehen
der Teil einer Ortschaft, m eist am Bande einer
Stadt: eine (moderne) S. vor der Stadt
Siedlungs|dichte, die jo. Pl.j Anzahl der mensch
lichen Wohnstätten, bezogen a uf ein bestimmtes
Territorium
Sieg , der; -es , -e durch Bezwingung des Gegners
erreichter erfolgreicher Ausgang eines K ampfes,
einer Auseinandersetzung: ein glücklicher, über
legener, leichter, glänzender, ruhmreicher S. (über
jmdn., etw.); Kampf und S.; S. und Niederlage;
um den S. kämpfen; den S. erringen; O der S.
des Guten, der Wahrheit 1.1 . mit einem militä
rischen Gegner: der S. der Arbeiter über die
gegnerischen Truppen 1.2 .1 . gegen den Klassen
feind: der S. der Arbeiter über ihre Ausbeuter;
der S. des Sozialismus 1.2 .2 . gpgen einen politischen
Gegner bei einer Wahl in einer bürgerl. Demokratie
1.3 . im sportlichen Wettkampf: ein olympischer,
klarer, haushoher S .; ein knapper, aber verdienter
S .; er holte, sicherte sich den S. im Zehnkampf
Siegel, das; -s, - 1 .1 . Petschaft: ein S. in den Siegel
lack drücken 1 .2 . Stempel (1.1), m it dem man die
Echtheit eines Dokuments, Schriftstücks amtlich
bestätigt: das S. auf ein Schriftstück drücken —
2. Abdruck (II) von 1 als amtliche Bestätigung auf
einem Schriftstück (auf Siegellack) od. als Ver
schluß bes. einer (als Dienstgeheimnis betrachteten)
Schriftsaähe: ein S. anbringen; ein S. auf einer
Urkunde, auf der Rückseite eines Briefes
+ jmdm. etw. unter dem S. der Verschwiegenheit
(streng vertraulich) erzählen; — jmdm. / Brief
und S. auf etw. geben; etw. ist jmdm., für jmdn.
ein / Buch mit sieben Siegeln
Siegel|lack, der (Kunstharz, auf das in erhitztem,
flüssigem Zustand das Siegel (1) gedrückt wird:
roter S.
siegeln jsw. Vb.; hat/ etw., bes. ein Schriftstück,
m it einem Siegel (2) versehen: ein Schriftstück s.
Siegelring, der von Männern getragener, als Siegel
(1) verwendbarer Ring mit graviertem Stein, gra
vierter Fläche
siegen jsw. Vb.; hat/ einen Sieg über jmdn., etw.
erringen, einen K am pf gewinnen 1.1 . gegen einen
militärischen Gegner: in einer Schlacht s. 1 .2 .1 .
gegen den Klassenfeind: die Revolutionäre haben,
die Revolution hat gesiegt 1.2 .2 . gegen einen poli
tischen Gegner bei einer Wahl in einer bürgerl.
Demokratie: im W ahlkampf s. 1 .3 . im sportlichen
Wettkampf:mit großem Vorsprung, nach Punkten s.
Sieger, der; -s, - fzu siegen/ jmd., der gesiegt hat;
zu 1.1: die S. im Kampf gegen den Faschismus;
zu 1 .2 .2 : als S. aus dem Wahlkampf hervorgehen;
zu-UZ: er wurde S. nach Punkten
Sieger| -ehrung, die feierlicher Akt, durch den der
Sieger eines sportlichen Wettkampfes geehrt wird;
- m a n n s chaft, die in einem sportlichen Wettkampf
erfolgreiche Mannschaft; -m ien e, die Miene wie die
eines Siegers, der Stolz, Freude zeigt; -podest,
das, der Podest, auf dem die drei Erstplazierten
eines sportlichen W ettkampfs bei der Siegerehrung
stehen
sieges/Sieges| -bewußt jA d j.j siegesgewiß; -freude,
die Io. Pl.j Freude über den errungenen Sieg;
- gewiß jAdj.; vorw. adv.j des Sieges in einer Aus
einandersetzung gewiß: s. lächeln; dazu -gewiß-
heit, die jo. Pl.j; -kranz, der (Lorbeer)kranz, mit
dem der Sieger eines (sportlichen). Wettbewerbs ge
ehrt wird; -rausch, der jo. Pl.j durch Freude über
einen Sieg ausgelöster Rausch (2); -sicher jAdj.j
siegesgewiß; -Stimmung, die jo. Pl.j 1.1 . Gefühl der
Siegesgewißheit: mit S. in den Kampf gehen 1.2 .
gehobene Stimmung nach einem Sieg; -tor, das
Ballspiele: das S. (das für den Sieg entscheidende
Tor) schießen; -trophäe, die bestimmter Gegen
stand, den der Sieger in einem sportlichen Wett
kampf als Preis erhält; -trunken jAdj.j geh. trun
ken vor Siegesfreude; -zug, der jo. Pl.j: es begann
der S. des Fernsehens (das Fernsehen begann, eine
große Rolle im gesellschaftlichen und individ uellen
Leben zu spielen)
siegreich jAdj.j 1.1 . den Sieg errungen habend:
die siegreiche Mannschaft; s. (als Sieger) aus dem
Kampf zurückkehren; den W ettkampf s. beenden
1.2 . m it dem Sieg beendet: eine siegreiche Schlacht
1.3 . reich an Sieg en: die siegreiche Laufbahn eines
Sportlers
sielen, sich jsw. Vb.; hat/ umg. sich in etw. s.
sich m it Behagen in etw. herumwälzen: die Kinder
s. sich in den Betten; das Schwein sielt sich im
Schmutz
Siesta, die; -,
-s/Siesten [siesta] scherzh.: S.
(Mittagsruhe) halten
siezen jsw. Vb.; hat/: sich, einander s. (einander
m it ,Siei anreden);jmdn. s. (jmdn. m it ,Sie‘ anreden)
Sigel, das; -s, - fachspr. Zeichen (1.3), das in
einem bestimmten Sachgebiet stellvertretend für B e
griffe, F akten steht
Signal, das; -s, -e 1.1 . Zeichen mit festgelegter Be
deutung, das zur Übermittlung einer Information
dient: ein optisches, akustisches S.; das S. zum
Aufbruch geben; mit einer Flagge, roten Laterne,
Trillerpfeife, über Funk Signale geben 1.2 .
K ybern. Zustand od. Prozeß eines materiellen
Systems, der Träger von Informationen ist: bio
chemische Signale — 2 . optische Zeichen gebende
Vorrichtung zu r Sicherung des Zugverkehrs bes. bei
der Eisenbahn: das S. klappte hoch, stand auf
Grün, auf ,Halt‘, ,Freie Fahrt4
Signal janlage, die technische Anlage, die Signale
(1 .1 ) übermittelt
Signalelement — Silikose
1053
Signalement,,das; -s, -s [zignalomai], auch ..m d]
noch s e h w e i z , kurze Personenbeschreibung mit
Hilfe charakteristischer äußerer Merkmale
Signal| -flagge, die in Form und Farbe inter
na tional festgelegte Flagge für Signale (1,1) (von
Schiff zu Schiff); -funktion, die jo. PI./ fach spr.:
dieses Wort hat S. (hat die Funktion, beim Emp
fänger 2 ein bestimmtes Verhalten auszulösen);
- gast, der jPl.
-enf Seemannsspr. Matrose, der
die Signalflaggen bedient; -glock e, die
signalisieren jsw. Vb.; h a t /1.1« etw. durch Signal(e)
(1.1) übermitteln: mit Flaggen eine Nachricht s.
1.2 . etw. melden, ankündigen: einen Planrückstand
rechtzeitig s.; seinen Besuch brieflich s .; dazu
Signalisierung, die; -en
Signal] -stab, der 1.1 . schwarz-weiß gestreifter Stab,
m it dem der Verkehrspolizist zur Regelung des
Straßenverkehrs Zeichen gibt 1.2 . Stab mit grün
umrandeter weißer Scheibe, m it dem das Abfahrts
signal für einen Zug (II. 1) gegeben wird; -System,
das Psych.: das erste S. (Gesamtheit der durch
Sinnesorgane wahrnehmbaren Reize, die bei Men
schen und Tieren eine Anpa ssung des Verhaltens
an die Umgebung ermöglicht); das zweite S. (Ge
samtheit der sprachlichen Reize, die als Träger von
Bedeutungen für bewußtes menschliches Handeln
unentbehrlich sind)
Signatarmacht, die vgl. Signatarstaat
Signatarstaat, der Staat, der einen internationalen
Vertrag unterzeichnet hat
Signatur, die; -,
- e n 1. Signum: die S. des Meisters
findet sich rechts unten auf seinem Bild — 2 .
meist aus einer Kombination von Buchstaben und
Zahlen bestehendes Kennzeichen eines Buches, unter
dem es in einer Bibliothek geführt wird, seinen
Standort hat: die S. eines Buches auf dem Leih
schein angeben — 8 . D ruckerei Kennzeichnung
der Reihenfolge von Druckbogen jew eils link s unten
auf deren erster und dritter Seite
signieren jsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw . unterzeichnen:
beide Staatsmänner signierten das Abkommen
1.2, der Autor signierte sein Buch (für einen
Käufer) (versah sein Buch mit seinem Namenszug)
—
2. ein Buch mit einer Signatur (2) versehen
signifikant fAdj.f als wichtig, bedeutsam erkennbar:
ein signifikanter Fall
Signum, das; -s, Signa Abkürzung des (Vor- und)
Familiennamens, m it der jmd. gewöhnlich etw. ab-
zeichnet od. als sein Werk kennzeichnet: das S.
eines Graphikers
Silage, die;
-n [.,a :3o] Landw. siliertes Futter:
S. füttern
Silastik, die;
auch das; -s, /beide o. PL/ elasti
sches Gewebe aus gekräuselten Garnen: eine Hose,
Strümpfe aus S.
Silastik! -h o s e , die; -Strumpf, der
Silbe, d ie; -n einen od. mehrere Laute umfassende
Einheit, die einen Teil eines Wortes od. ein Wort
bildet: eine (un)betonte, kurze, lange S.; das
Wort hat zwei, vier Silben
- f etw, m it keiner S. (keinem Wort) erwähnen,
verraten
Silben) -rätsel, das Rätsel, bei dem aus gegebenen
Silben Wörter erraten werden müssen; -trennung,
die Trennung eines Wortes (am Zeilenende) nach
Silben
Silber, das; -s, /o. Pl.j 1. weißglänzendes, weiches,
wertvolles Edelmetall: Gold und S.; Schmuck,
Becher aus echtem, massivem S.
—
2. Tafel
geschirr, Besteck aus 1: das S. putzen — 8 . jo.
Art./ umg. Silbermedaille: der Sportler gewann
bei der Olympiade S. — 4 . geh. das S. (der silberne
2 Schein) des Mondes
Silber/silber| -barren, der Barren aus massivem
Silber; -bergwerk, das vgl. Silbermine; -besteck,
das; -blank /Adj.f silbern (2) glänzend: silber
blanke Schienen; -blick, der jo. PLf sch erzh .:
jmd. hat einen S. (schielt leicht); -braut, die Frau
am Tage ihrer Silberhochzeit; -brokat, der jo. P l.j
Brokat m it eingewebten silbernen Metallfäden;
- bronze, die fo. PI ./ silbrige Bronzefarbe; -erz, das
Silber (1) enthaltendes E rz; -faden, der Faden aus
Silber (1) od. silberglänzendem M etall; -fischcken,
das; -s, - flügelloses Insekt m it metallisch glänzenden
Hautschuppen, das bes. in feuchten Räumen lebt;
- gehalt, der /o. PI ./: der S. einer Münze; -geld, das
/o. P L / Münzen aus SilberRegierung); -geschirr,
das Tafelgeschirr aus Silber; -glänzend /Adj.; vorw.
attr.f wie Silber (1) glänzend; -grau /A dj./ glänzend
hellgrau: silbergraues Haar; -h ell /Adj.f hell, hoch
tönend: die Glöckchen läuten s.;
-hochzeit, die
silberne Hochzeit: die S. feiern
silberig /Adj./ s. silbrig
Silber| -l egierung , die Silber enthaltende Legierung;
- leuchter, der; -löffel, der; -m edaille, die Medaille
a us Silber (legierung), die bei bedeutenden sportlichen
Wettkämpfen für den zweiten Platz verliehen wird:
sie gewann bei den Olympischen Spielen eine S.;
- mine, die Mine (I), in der Silbererz abgebaut wird
silbern /Adj./ 1. /nur attr.j aus Silber bestehend:
ein silberner Becher, Ring; eine silberne Uhr,
Schüssel — 2 . hell-, weißglänzend wie Silber (1):
etw. glänzt, blinkt s.; silberne Schienen; der s.
glänzende See — 8 . silberhell: etw. klingt s.
+ die silberne / Hochzeit
Silber/sjlber) -papier, das /o. PI ./ Folie aus Zinn
od. Aluminium , bes. für Verpackungen; -pappel,
die Pappel mit Blättern, deren Unterseite weißlich
behaart ist; -pokal, der: er erhielt als Preis einen
S.;
- s chmuck, der jo. Pl.j Schmuck aus Silber;
- streifen, der + ein S. am Horizont (ein Hoff
nungsschimmer); -to n , der 1. silberheller Ton: der
S. eines Glöckchens — 2 . silberner (2) Farbton;
-weiß /Adj./ silbrig weiß
silbrig /Adj./ 1. hell-, weißglänzend wie Silber (1):
ein silbriger, s. glänzender Schein — 2 . silberhell:
ein silbriger Klang; ein silbriges Lachen
Silentium, das; -s, jo. Pl.j scherzh.: S. (Ruhe)\
Silhouette, die;
-n [ziluste] 1. Umriß, äußere
Grenzlinie 1.1 . von etw., das sich dunkel vom hellen
Hintergrund abhebt: die S. einer Stadt, des Doms
1.2 . der Form eines Stückes der Oberbekleidung: ein
Mantel in modischer, schmaler S.
—
2. Scheren
schnitt (2): eine S. schneiden
silieren jsw. Vb.; hat/ Landw. grüne od. leicht
welke Futterpflanzen in einem Silo (2) unterbringen,
um sie dort durch Gärung zu konservieren: Mais s.
Silikat, das; -(e)s, -e Chem. Salz der Säure des
Siliziums
Silikon, das; -s, -e Chem . gegenüber Wärme,
Wasser und Chemikalien sehr beständige flüssige,
feste od. elastische Verbindung von Siliziu m , Sauer
stoff und organischen Resten
Silikose, die; -,
- n M ed . schwere Schädigung der
1054
Silizium — sinken
Lunge bes. bei Bergleuten durch ständiges Einatmen
von quarzhaltigem Staub
Silizium, das; -s, jo. Pl.j zweithäufigstes, halb
metallisches Element der Erde, das in den meisten
Gesteinen und Mineralien enthalten ist
Silo, der, auch das; -s, -s 1 . großer Speicher für
Getreide, E rz, Kohlen, Zement — 2 . Behälter für
die Bereitung von Silage
S|lo|iütter, das Silage
Silur, das; -s, jo. Pl.j Geol. Formation des Paläo
zoikums zwischen Devon und Kambrium
Silvester, der, auch das; -s, - [ . .v . .] letzter Tag des
Jahres, 31. Dezember: S. feiern
Silvester| -abend,der; -feier, die: eine fröhliche S.;
- karpfen, der am Silvester gegessener K a rpfen;
-n a cht, die; -pfannkuchen, der vgl.
- karpfen;
- s cherz, der Spaß, der während einer Silvesterfeier
gemacht wird
SI-Maßeinheit, die [s s|i:..] Maßeinheit gemäß dem
international eingeführten, allgemeingültigen M aß
system
simpel jA d j.j 1.1 . einfach (II.2), durchschnittlich
und ohne besondere Merkmale: ein simples .Haus,
Spielzeug, Essen 1.2 . einfach (II.1): eine (ganz)
simple Arbeit, Bechenaufgabe, Sache, Methode;
etw. s . (leicht od. allzu leicht verständlich) aus-
drücken 1.3 . so beschaffen, daß jeder es weiß,
kennt: es ist eine simple Tatsache, daß Wasser
nicht bergauf fließt — 2 . einfältig, beschränkt: er
stellt oft simple Fragen; bist du so s., das zu
glauben?
Simplex, das; -/ -es, -e/Simplizia Sprachwiss.
\beder zusammengesetztes noch abgeleitetes W o rt:
,Haus‘ ist ein S.
simplifizieren jsw. Vb.; hat/ etw. einfacher dar
stellen, als es ist: einen Sachverhalt (unzulässig,
bewußt) s .; dazu SimpHfizierung, die; -en
Sims, der, auch das; -es, -e hervorspringender,
waagerechter Teil an einer M auer, bes. unmittelbar
unter dem Fenster: auf dem S. stand ein Blumen
kasten
Simulant, der; -en, -en jmd., der etw., bes. eine
Krankheit, simuliert (1)
Simulation, die;
-en jzu simulieren/; zu 2 fach-
sp r.: die S. physikalischer, biologischer, ökono
mischer Prozesse m it Hilfe von Modellen, Algo
rithmen, Bechenprogrammen
Simulator, der; -s, Simulatgren T e ch n . Anlage,
an der das Fuhren eines A uto s, Flugzeugs od.
Raumfahrzeugs unter sim ulierten Bedingungen ge
übt werden kann
simulieren jsw. Vb. ; hat/ 1. etw., bes. eine Krank
heit, Vortäuschen: Kopfschmerzen s. — 2. fachspr.
technische od. naturwissenschaftliche Prozesse, F unk
tionen in ihren Grundzügen nachbilden: die B e
dingungen eines Baumflugs s.
simultan jAdj.; nicht präd.f: er übersetzt s.
(gleichzeitig, während der T ex t noch gesprochen w ird)
aus dem‘ Bussischen ins Deutsche; simultanes
Dolmetschen
Simultan| -bühne, die Theater Bühne mit mehre
ren, gleichzeitig sichtbaren Schauplätzen; -dolm et-
scher, der sim ultan übersetzender Dolmetscher;
- spiel, das S ch a ch gleichzeitiges Spiel eines
Schachspielers gegen mehrere, . m eist leistungs
schwächere Gegner; -Übersetzung , die sofortige Über
setzung eines Textes, noch während er gesprochen wird
Sinfonie, die;
-n [..i:on] 1. große, meist vier
Sätze umfassende K omposition für Orchester (1.2):
eine S. von Beethoven, Mozart — 2 . fvorw. Sg.j
g eh . reiche Fülle aufeinander abgestimmter Einzel
heiten : eine S. von Farben, Blumendüften
Sinfonie| -konzert, das Konzert (1) eines Sinfonie
orchesters; -Orchester, das m i t allen gebräuchlichen
Instrumenten^ versehenes Orchester (1.1), das große
Instrumentalwerke aufführt
sinfonisch jAdj.j eine Sinfonie (1) betreffend, wie
eine Sinfonie: dieses Orchesterwerk ist s. auf
gebaut; eine sinfonische Dichtung (ein meist ein-
sätziges Orchesterwerk in freier Form)
Singakademie, die Chor von Laien, der große Chor
werke aufführt
S|nge| -bewegung, die jo. Pl.j von der Freien Deut
schen Jugend ins Leben gerufene Bewegung, die das
Singen bes. von Arbeiter-, K ampf-, Jugendliedern
und aktuellen politischen Liedern pflegt; -gruppe,
die organisierte Gruppe (innerhalb einer gesell
schaftlichen Organisation), die sich dem Sing en bes.
politischer Lieder widmet: eine S. der FDJ
singen, sang, hat gesungen 1.1 . mit der Stimme
eine melodische Folge von Tönen hervorbringen: das
Mädchen, der Chor singt; er kann nicht s.; solo,
mehrstimmig, nach Noten s.; er sang richtig,
falsch, laut, m it Ausdruck; in einer Oper, zur
Gitarre s.; die Amsel singt fröhlich; mit singendem
Ton(fall) sprechen 1.2 . etw. durch 1.1 vortragen,
hören lassen: eine Arie, ein Lied s.; einen Schlager
s. 1 .3 . er singt Tenor, Baß (hat Tenor, Baß als
Stimmlage) 1.4 . ein Kind in den Schlaf s. (durch
1.1 bewirken, daß es einschläft) — 2 . etw. gibt einen
melodisch vibrierenden Ton von sich: der Teekessel,
Wind singt — 3 . geh. mit poetischen Ausdrucks
m itteln (und es verherrlichend) von etw. erzählen: der
Dichter sang von vergangenen Zeiten, der Liebe
—
4. s a lo p p etw. (in einem Verhör) gestehen, ver
raten: ein Bandenmitglied hatte gesungen
+ die / Engel im Himmel s. hören; davon kann
ich ein / Lied, / Liedchen s., weiß ich ein Lied,
Liedchen zu s.; ein / Loblied auf jmdn. s.
Ringle, das; -,
- / -s [sirjel] (Tisch)tennis Einzel
2Single, die; -,
- / -s [siqol] kleine Schallplatte mit
nur je einem kurzen M usikstück auf beiden Seiten
3Single, der; -/ -s, -/ -s [sirjol] alleinstehende weibliche
od. männliche Person
Sing| -sa ng , der; -(e)s, jo. P l.j eintöniger Gesang:
die Großmutter beruhigte das Kind durch leisen,
einschläfernden S.;
- spiel, das heiteres musika
lisches Bühnenwerk bes. des 18. Jhs., das aus einzel
nen M usiknum mern, m eist schlichten Liedern und
Duetten, besteht, die durch gesprochene Dialoge ver
bunden sind; -stim me, die 1. die Gesang hervor
bringende menschliche Stimme (1): eine Komposi
tion für Klavier und S.
—
2. zu singender Part
eines M usikwerkes
Singular, der; -s, jo. Pl.f G ramm , auf eine einzelne
Größe bezogener Num erus
singulär jAdj.f nur vereinzelt auftretend, vorkom
mend: ein singuläres Problem
Sing|vogeI, der in sehr zahlreichen Arten vorkom
mender Sperlingsvögel, der vielerlei Töne, Tonfolgen
hervorbringen kann: Stare, Lerchen, Meisen, Dros
seln sind Singvögel
sinken, sank, ist gesunken 1.1 . sich (infolge der
Schwerkraft) langsam, m eist senkrecht abwärts be
Sinn — Sinnestäuschung
1055
wegen, herahsinken: der Nebel, Ballon, die Waag
schale sinkt; etw. s . lassen (etw. Hochgehaltenes
langsam abwärts bewegen); er ließ das Buch, seinen
Arm s. 1 .2 .1 . /bes. von Wasserfahrzeugen! unter die
Wasseroberfläche geraten und bis an den Grund
kommen, ohne wieder aufzutauchen: das Schiff sinkt
1.2 .2 . die Sonne sinkt (verschwindet am Horizont)
I . 3 . durch 1.1 irgendwohin gelangen: das Wrack
sank in die Tiefe; Schneeflocken s. lautlos zur
Erde 1.4 . in etw. s. in etw. einsinken (1): der
Wagen sank in den Moorboden; bei jedem Schritt
sanken sie tief in den Schnee 1.5 . irgendwohin s.
(aus der stehenden) in eine zum eist waagerechte,
liegende od. eine sitzende Körperhaltung gelangen,
niedersinken: sie sinkt nach vorn, zur Seite, (ohn
mächtig) auf den Boden, (erschöpft) in den Sessel,
zur Erde; auf die, in die Knie s. (sich in Ehrfurcht,
Andacht auf die K nie niederlassen, niederknien);
in die K nie s. (verzweifelt, erschöpft in eine kniende
Stellung geraten); jmdm. in die Arme s. (jmdn. in
starker Gefühlsbewegung umarmen); sie sanken ein
ander in die Arme — 2 .1.1 . fallen (3.1): das Hoch
wasser sinkt; die Temperatur sinkt (es wird
kälter) 2.1 .2 . in jmds. Achtung s. (jmds. Achtung
verlieren); er sank in der Gunst des Publikums
2.2 . /im kap. Wirtschaftssystem! an Wert verlieren,
fallen (3.2): die Preise s .; der Kurs ist, die Aktien
sind im Kurs gesunken; Waren s. im Preis (werden
billiger) 2.3 . weniger werden, sich verringern: die
Mietrückstände, Unfallziffern s.; ihm sank der
Mut (er wurde mutlos); sie haben alle Hoffnung s.
lassen (aufgegeben) 2.4 . die Leistungen des Schülers
sind gesunken (haben sich verschlechtert); durch
die Wirtschaftskrise sank der Lebensstandard —
3. an moralischem Niveau verlieren: er sank immer
tiefer, mehr und mehr;'moralisch, sittlich (tief) s.
—
4. in etw. s. langsam in einen bestimmten Z u
stand geraten: in Ohnmacht, (tiefen) Schlaf,
Schwermut s.
Sinn, der; -(e)s, -e 1.1.1 . /vorw. PL! die fünf Sinne
(Sinnesorgane) des Menschen; jmds; wache, em p
findsame, abgestumpfte Sinne; die Wahrnehmun
gen der Sinne; der Alkohol hatte seine Sinne ge
trübt (sein Wahrnehmungsvermögen, sein B ew ußt
sein beeinträchtigt); O g eh . jmdm. schwinden die
Sinne (jmd. wird ohnmächtig); um g. ich muß
meine fünf Sinne zusammen(be)halten (muß einen
klaren Kopf behalten) 1.2 . /nur im PLj verhüll,
seine Sinne (sein sexuelles Verlangen) erwachten;
sie erregte seine Sinne — 2 . /o. PLj S. für etw.
Verständnis, Aufgeschlossenheit für etw. (und ent
sprechendes Verhalten, Handeln): der S. für Ord
nung und Pünktlichkeit geht ihm (völlig, ganz
und gar) ab; er hat einen ausgeprägten S. für
Gerechtigkeit, einen offenen S. für die Schönheiten
der Natur — 3 . jo. PL/ jmds. Denken und Streben,
Begehren: sein S. war nur auf dieses eine Ziel
gerichtet; er hat seinen S. geändert, ist jetzt
anderen Sinnes — 4 . \o. PLj Wesens-, Denkart:
jmdm. ist ein fröhlicher, praktischer S. eigen; jmd.
hat einen offenen, geraden S.; etw. in jmds. S.
(so, wie es j m d . gedacht, beabsichtigt hatte) tu n ;
dieses Programm war ganz nach seinem S. (es
gefiel ihm); eines Sinnes (einer Meinung) sein —
II. jo. PLj 1. gedanklicher xGehalt (2): der S. eines
Satzes, Wortes; das Gleichnis hat einen tiefen S.;
einen bestimmten S. in etw. hineinlegen; im vollen,
strengen, übertragenen S. eines Wortes; sich im
5., Sinne der Anklage schuldig bekennen — 2 .1 .
Zweck, Ziel: der S. dieser Maßnahme ist eine Ver
besserung der Arbeitsbedingungen; ob es (einen)
S. hat, es noch einmal zu versuchen?; es hat
keinen S. (ist sinnlos), sich darüber zu ärgern 2 .2 .
Bedeutung, Inh alt als Widerspiegelung des Verhält
nisses zwischen Objekt und individuellen Bedürf
nissen, Motiven: die Frage nach dem S. des Lebens
stellen und beantworten; seinem Leben einen S.
geben
- j - etw. geht jmdm. durch den S. (jmd. muß an
etw. denken); etw., jmd., geht jmdm. nicht aus
dem S. (jmd. muß ständig an etw., jmdn. denken);
(wie) von Sinnen (außer sich) sein; ohne S. und
Verstand (ohne Überlegung); jmdm. steht der S.
nach etw. (jmd. verlangt, hat ein Bedürfnis nach
etw.); mit,jmdm., etw. etw. im S. haben (mit
jmdm ., etw. etw. Vorhaben); im wahrsten Sinne (des
Wortes) (wirklich, buchstäblich); u m g . den, einen
sechsten S. (Spürsinn, Instinkt) für etw. haben;
umg. scherzh. das ist nicht im Sinne des Er
finders (etw. w ird widersinnig, zweckentfremdet a n
gewendet); — nicht mehr / t Herr seiner Sinne
sein
sjnn/Sinn| -betäubend /A dj./ die Sinne betäubend,
berauschend: ein sinnbetäubender Duft; -bild, das
Symbol (1): die Taube als S. des Friedens; dazu
“bildlich jA dj.j: etw. s. (symbolisch) meinen
sinnen, sann, hat gesonnen j / auch gesinnt, ge
so nnen / 1. seinen Gedanken nachhängen, nach-
denken, grübeln: er sann lange (darüber), wie er
ihm helfen könnte; er blickte sinnend (in Gedanken
versunken, nachdenklich) vor sich hin, in die Ferne;
jmd. verfällt in düsteres Sinnen — 2 . auf etw. s.
2.1 . intensiv seine Gedanken auf etw. als eine Mög
lichkeit richten, um aus einer bestimmten (Not)lage
herauszukommen: auf einen Ausweg, eine List, Aus
rede s. 2 .2 . etw. (Negatives) planen: jmd. sinnt auf
Verrat, jmds. Unterga ng
- f jmds. Sinnen und Trachten (jmds. Denken und
Streben)
Sfnnen zu Sinn I.1J -freude* die /vorw. Pl.j mit den
Sinnen erlebte Freude, bes. auf erotischem Gebiet;
- genuß, der durch die Sinne erlebter, bes. sexueller
Genuß; -m ensch, der Mensch, dessen Leben vor
allem vom Streben nach sinnlicher Erfahrung, sinn
lichem Genuß bestimmt ist; -rausch, der jo. PLj
geh . leidenschaftliche Erregtheit der Sinne
sinn zu Sinn II.1| -entleert /Adj./ keinen Sinn in
sich tragend: sinnentleerte Phrasen; -entstellend
IAdj./: ein sinnentstellender Druckfehler
Sinnen|welt, die jo. PLj geh. m it den Sinnen
(1.1 .1) wahrnehmbare Realität
Sinnes| -änderung, die Änderung der Meinung, der
Absichten, der Gesinnung: in ihm h at sich eine
(plötzliche) S. vo llzo gen; -a rt, die Denkart, Ge
sinnung eines Menschen; -eindruck, der durch ein
Sinnesorgan gewonnener Eindruck: optische, aku
stische Sinneseindrücke; -organ, das Organ (1) der
Tiere und des Menschen zur Aufnahme von Reizen
und ihrer Weiterleitung a n das Gehirn; -reiz, der
Reiz, der auf ein Sinnesorgan einwirkt: die Auf
nahmebereitschaft der Hirnrinde für akustische,
optische und andere Sinnesreize; -täuschung, die
oft krankhafte, illusionäre sinnliche Wahrnehmung:
die schwerste Form der S. ist die Halluzination;
- W ahrnehm ung, die Währnehmung durch ein Sinnes
organ od. mehrere Sinnesorgane; -w an del, der vgl.
-a nderung
sinn/Sinn| -fällig /Adj.j: etw. s. (deutlich und un
mißverständlich erkennbar) zum Ausdruck bringen;
- gedieht, das (prägnant formuliertes, oft zweizeiliges
Gedicht, häufig m it satirischem Beiklang und über
raschender Pointe, Epigramm; -gehalt, der Sinn
(11.1): der S. eines Gedichts, Fachwortes; -gemäß
/Adj.; nicht präd.f dem Sinn (II.1) gemäß: ich
kann seine Meinung, Äußerung nur s., nicht wört
lich wiedergeben; -getreu fAdj.f: eine sinngetreue
(den Sinn II . 1 genau, gewissenhaft wiedergebende)
Übersetzung
sinnieren /sw. Vb.; hat/ umg. grüblerisch nach-
denken: jmd. sitzt da und sinniert (vor sich hin)
sinnig /Adj./ vorw. spött. 1 .1, zweckmäßig, sinn
voll, aber wenig angemessen: ein sinniges Geschenk
1*2. geistreich, fein sin nig, aber wenig angemessen:
ein sinniger Einfall; wie s .!
sinniger|weise /Adv./ spö tt. in einer sinnvollen
Weise, aber wenig angemessen: s. na nnte er sein
Faltboot ,WaT
sinnlich /A d j./ 1« über die Sinnesorgane erfolgend:
die sinnliche W ahrnehmung, Erfahrung; sinnliche
Eindrücke; etw. s. (mit den Sinnesorganen) wahr
nehmen; Philos. die sinnliche Stufe der Erkennt
nis (Stufe der Empfindung und Wahrnehmung) —
2. den Sinnengenuß betreffend: sinnliche Freuden,
Genüsse; eine sinnliche Begierde; jmd. h at eine
starke sinnliche Veranlagung, ist sehr s. (strebt
nach Sinnengenuß); dazu Sinnlichkeit, die; jo. P L/
sinnSinn) -los /A dj./ 1« ohne erkennbare Bedeutung,
ohne Sinn (II.1): ein sinnloser Satz — 2. zweck
los, nutzlos, ohne Sinn (II.2): ein sinnloser Versuch
—
3. /nicht präd./ er war s. (maßlos) betrunken;
sinnlose Wut; zu 1 u. 2
- losigkeit, die; -,
-en;
- r eich /A d j./ 1 . reich an gedanklichem Gehalt: ein
sinnreiches Gleichnis — 2 . gut durchdacht und sehr
zweckmäßig: eine sinnreiche Vorrichtung; -Spruch,
der Spruch (1); -verwandt /Adj./ synonym: ,klug‘
und ,weise4 sind sinnverwandte Wörter; -voll
/Adj./ 1. einen Sinn (II.l) beinhaltend: ein sinn
voller Satz — 2, durchdacht (und zweckmäßig):
eine sinnvolle Einrichtung; eine sinnvolle (gesell
schaftlich nützliche und persönlich befriedigende)
Arbeit, Tätigkeit; -widrig /A dj./ dem Sinn (II.l)
einer Sache entgegengesetzt; -Zusammenhang, der
aus dem Zusammenhang einzelner Wörter sich er
gebender, in einem Kontext enthaltener Sinn (II. 1)
Sinologie, die; -, jo. PI ./ Wissenschaft von der
chinesischen Sprache und Literatur
Sinter, der; -s, jo. P L / aus fließendem od. tropfen
dem Wasser durch Ablagerung entstandenes poröses
Gestein od. durch thermische Beeinflussung ver
härtetes Sedimentgestein
sintern /sw. Vb.; hat/ Techn. 1.1. eine fein
körnige, pulverförmige M asse aus Metallen od.
keramischen Stoffen durch Erhitzen bis nahe an
den Schmelzpunkt verschmelzen und verfestigen 1.2 .
etw. sintert (verschmilzt und verfestigt sich durch
Erhitzen bis nahe an den Schmelzpunkt)
Sintflut, die; -, jo. P l.j im Alten Testament er
wähnte Überschwemmung der Erde durch langan
haltenden Regen: umg. übertrieben das ist ja
die reinste S. (es regnet äußerst stark) !
+ umg. nach mir die S. (es ist mir gleichgültig,
1056
SinnesWahrnehmung — Sittenyerfall
was in Zukunft geschieht, welche Folgen mein
Handeln haben kann)!
Sintflut|artig /A dj. / : sintflutartige Begenfälle
Sinus, der;
-
[..u:s]/-se Math.: der S. eines
Winkels (Funktion, die einem Winkel im recht
winkligen Dreieck eine Zahl zuordnet, die sich aus
dem Verhältnis der Gegenkathete m it der Hypotenuse
ergibt)
Siphon, Siphon, der; -s, -s [..foq] 1. Gefäß, aus
dem Mineralwasser, Bier unter dem Druck von zu
gefügter Kohlensäure ausgeschenkt wird — 2 . Ge
ruchsverschluß, Traps
Sippe, die; -,
-n 1.1 . eine wirtschaftliche Einheit
bildende, meist mehrere Familien (1) umfassende
Gruppe von Menschen in der Urgesellschaft: die
Sippen der Jäger, Sammler 1.2. Biol. im System
der Lebewesen nicht exakt bestimmte Gruppe von
verwandten Pflanzen od. Tieren: die S. des Pirols
—
2. /vorw. Sg.j u mg . jemot. neg./ Verwandtschaft
(2)
Sippschaft,- die; -,
-e n /vorw. Sg.j umg. 1. jemot.
neg.j Verwandtschaft (2): ihre ganze S. war ein
geladen — 2. Gesindel: das ist eine freche, üble
S.l
Sir, der; -s, -s [sce:] /Titel eines Mannes, der zum
niederen englischen Adel gehört/
Sirene, die; -,
-n Gerät zur Erzeugung lauter (heulen
der) Signale (1.1), bes. zur Warnung
Sirenen|geheul, das: ein durchdringendes S.
sirren jsw. Vb.; hat/ feine, helle, schnell aufein
anderfolgende Töne von sich geben: die Grillen,
Libellen s.
Sirup, der; -s, -e jvorw. Sg./ 1 . zähflüssige, bei der
Herstellung von Zucker aus Zuckerrüben gewonnene
gelblichbraune, süße M asse — 2 . eingedickter, mit
Zucker gesüßter Fruchtsaft, Fruchtsirup
S|sal, der; -s, jo. PI ./ aus den Blättern einer Agave
gewonnene F a ser : Schnüre aus S.
Sisyphusarbeit, die jo. Pl.j [zh zyfus..] schwere, nie
ans Ziel führende und damit nutzlose Arbeit: das
war, ist die reinste S .!
Sitte, die; -,
-n 1. auf Tradition beruhende, in einer
bestimmten sozialen Gruppe, Gemeinschaft übliche,
oft a ls verbindlich geltende menschliche Verhaltens
form, -regel, Brauch: eine alte, gute S.; scherzh .
hier herrschen ja rauhe, strenge Sitten!; umg.
spött. das sind ja ganz neue Sitten! /wird gesagt,
wenn man Verhaltensformen vorfindet, die man
nicht gewohnt ist/1; die Sitten und Gebräuche eines
Volkes; etw. ist S. (ist üblich) — 2 .1 . /o. Pl.j
moralische, ethische Verhaltensregeln, -weisen m it
unterschiedlichem Klassencharakter: die gute S.;
Anstand und S. (be)wahren, verletzen 2.2 . /nur
im PL u. m it best. A dj.j durch moralische Ver
haltensregeln bedingtes Benehmen, Umgangsformen:
ein Mensch mit guten, schlechten, sonderbaren
Sitten
Sitten/sjtten! -bild , das Schilderung der Sitten (1)
einer Zeit, eines Landes, bestimmter Gesellschafts
schichten od. -Massen; -k od ex, der die (ungeschriebe
nen) sittlichen Verhaltensregeln in einer bestimmten
Gesellschaftsordnung, Klasse od. Schicht; -lo s /A d j./
ohne Sittlichkeit (1), unanständig: ein sittenloses
Treiben; dazu -losigkeit, die; -, jo. Pl.j; -richter,
der jmd ., der sich ein Urteil über die M oral anderer
anmaßt; -streng /Adj.j veraltend streng auf die
gute Sitte (2.1) bedacht; -v erfall, der Verfall der
sittlich — sitzenlassen
1057
öffentlichen Sittlichkeit: die S. im spätrömisehen
Imperium
sittlich jAdj.j 1.1 . /nicht präd.j die Moral (1), die
Sitte (2.1) betreffend od. auf sie bezogen, moralisch
(1.1): die sittliche Erziehung, Reife; der sittlich e
Ernst, H alt; die sittlich e "Verwahrlosung des A n
geklagten; ein sittliches (sexuelles) Vergehen 1.2 .
die M oral (1) einhaltend, der Sitte (2.1) entsprechend:
ein sittliches Verhalten, H andeln; sittliche Grund
sätze haben 1.8. /nicht adv,/ auf moralischem (1.1)
Gebiet vorbildlich, erzieherisch wirkend : eine sitt
liche Persönlichkeit; seine sittlich e Grundhaltung;
der sittliche W ert einer künstlerischen Aussage
Sittlichkeit, die; jo. Pl.f 1.1 . Gesamtheit der einer
bestimmten Gesellschaft als moralisch gut, anständig
geltenden Anschauungen und Verhaltensweisen,
Moral (1) 1.2 . die in der Öffentlichkeit geltenden
Anstandsregeln: die öffentliche S. wahren, ge
fährden — 2 . jmd s. sittliche (1.2) Anschauungen
und Verhaltensweise: seine S. ist anrüchig
Sittlichkeitsl -delikt, das vgl.
-verbrechen; -ver
brechen , das Sexualverbrechen; -Verbrecher, der
Sexualverbrecher
sittsam /Adj./ veraltend 1. der guten Sitte (2.1)
entsprechend, wohlerzogen: die Kinder saßen s. am
Tisch — 2 . ein sittsames (keusches) junges Mädchen
Situation, die;
-en
augenblickliche Verhältnisse,
gegebene Lage: eine heikle, peinliche, kritische,
gespannte, lächerliche S.; er war der S. gewachsen;
in dieser (komplizierten, verfahrenen) S. handelte
er richtig; versetze dich bitte in meine S.I; die
politische, wirtschaftliche S. (allgemeine Lage)
+ / Herr der S. sein, bleiben
situations/Situations | -bedingt /Adj./ durch eine
bestimmte Situation bedingt: sein Verhalten war s . ;
- komik, die durch eine bestimmte lächerliche Situa
tion entstehende K omik : in diesem Film gab es
viel S.
situativ /Adj.; nicht präd.f fachspr. durch eine
bestimmte Situation bedingt: situatives Veihalten;
etw. ist s. bedingt
Sitz, der; -es, -e 1 .1 . Möbelstück od. Vorrichtung
zum Sitzen (1.1): ein bequemer, drehbarer S.; ein
Baumstumpf diente ihm als S.; ein Auto mit fünf,
ein Theater mit 1000 Sitzen; einen S. einnehmen;
er lehnte sich in den S. zurück; vom S. aufstehen,
(auf)springen; die Begeisterung riß die Zuschauer
von ihren Sitzen (ließ sie aufspringen); er rückte
seinen S. ans Fenster; jmdn. zu seinem S. führen
1.2 . ein lederner, gepolsterter, weicher S. (Sitz
fläche) — 2 . /o. PL/ die für das Sitzen (1.1) typische
Haltung: sich aus der Rückenlage zum S. auf-
richten; der gute S. (die gute Sitzhaltung) eines
Reiters — 3 . eine von einem stimmberechtigt M it
wirkenden zu besetzende Stelle in einer aus einer
Wahl hervorgegangenen (öffentlichen, p olitischen)
Institution: er hat S. und Stimme; ein Parlament
mit 300 Sitzen — 4 .1 . Ort, Gebäude, in dem ein
Betrieb, eine Institution, ein staatliches, gesellschaft
liches Organ seine Dienststelle(n) hat: der S. der
Regierung, eines volkseigenen Betriebes, einer
Dienststelle; das Werk hat seinen S. in M 4.2 .
fo. PL/ seinen S. (Wohnsitz) auf dem Lande auf-
schlagen, in der Stadt nehmen 4.3 . jo. Pl.j Techn.
Halterung: die Walze aus ihrem S. herausnehmen
—
5. /o. Pl.j Art, wie etw. paßt (1): der Mantel hat
(bei Ihnen) einen guten S.
+ auf einen S. ohne Unterbrechung: ein Buch auf
einen S. lesen
Sitz| -bad, das sitzend genommenes B ad; -ecke, die
in einer Zimmerecke übereck aufgestellte Sitzm öbel,
Eckcouch (und Tisch): eine gemütliche S.
sitzen, saß, hat gesessen 1.1 . bei aufgerichtetem Ober
körper mit dem Gesäß und den Oberschenkeln auf
einer Unterlage, bes. auf einem Stuhl, od. auf dem
Boden ruhen: aufrecht, krumm, steif, unbeweglich,
bequem s.; mit übergeschlagenen Beinen, in der
Hocke s.; auf einem Stuhl, Sofa, einer Bank,
Mauer, auf dem (nackten) Boden, Teppich s.; am
Tisch, Fenster, Klavier, Steuer (seines Autos), an
jmds. Bett, auf dem Balkon, seinem Platz, in einer
Ecke, unter einem Baum s.; im Zimmer, Garten
s.; sie saß neben mir; bleiben Sie bitte s.! 1.2 . in
der H altung von 1.1 eine bestimmte Tätigkeit ver
richten: am, hinter dem Schreibtisch s. (am
Schreibtisch arbeiten); beim Frühstück s. (früh
stücken); an, bei, über einer Arbeit, hinter, über
seinen Büchern s. (unentwegt an etw. arbeiten, etw.
lesen) 1.3 . /von Tieren/ ein Fink saß auf dem Ast
einer Buche (hatte sich auf dem Ast einer Buche
niedergelassen); die H enne sitzt (auf den Eiern)
(brütet) 1.4 . eine sitzende Beschäftigung, Lebens
weise (Beschäftigung, Lebensweise, bei der man viel
sitzt 1.1) — 2. umg. an einem bestimmten Ort
seinen Wohnsitz haben: die Römelr saßen auch am
Rhein; er sitzt (wohnt) seit Jahren auf dem Lande,
in dieser Wohnung — 3. umg. wegen eines Ver
gehens in Haft sein: er sitzt schon seit drei Jahren
(im Gefängnis, im Knast) — 4 .1 . etw. befindet sich
an einem bestimmten Ort, einer Stelle (eines größeren
Ganzen): die Haken s. zu hoch an der Wand; die
Brille saß ihm fast auf der Nasenspitze; ihm s.
(stecken) noch drei Granatsplitter im Oberarm 4.2 .
etw. ist an einer bestimmten Stelle befestigt: die
Knöpfe s. in Zweierreihen auf dem Jackett 4.3 .
um g. etw. sitzt (bei) jmdm. locker: bei ihr s. die
Tränen locker (sie weint leicht); das Geld sitzt bei
ihm locker (er gibt es leicht, unüberlegt aus) —
5. etw. sitzt 5.1 . ein Kleidungsstück paßt in Größe
und Schnitt sehr gut: der Anzug sitzt ausgezeichnet
5.2 . etw. hat die richtige Lage, Anordnung: die
Krawatte sitzt; die Schrauben müssen ganz genau
s. 5.3 . umg. ein Text, Musikstück wird nach inten
sivem Einüben fehlerfrei beherrscht: sie übt so lange,
bis das Gedicht, die Klaviersonate sitzt 5.4 . umg.
etw. hat genau getroffen: der Schuß s aß ; der Schlag
(auf die Backe) hat gesessen; O das tadelnde
Wort, der strafende Blick hat gesessen
+ etw. nicht auf sich s. lassen (eine Anschuldigung
zurückweisen); um g. einen (kleinen) s. haben (an
getrunken sein); — etw. sitzt wie / angegossen;
jmdm. sitzt die / Angst im Nacken; den / Ast
absägen, auf dem man sitzt; am / Drücker s.;
auf dem / Geld s.; über jmdn. zu / Gericht s.;
hinter / Gittern s.; in der / Klemme s.; jmdm.
sitzt etw. in den / Knochen; wie auf (glühenden)
Kohlen s.; auf den, seinen Ohren s.; in der
/ Patsche s.; jmdm. auf der / Pelle s.; (wie)
auf dem / Präsentierteller,
Pulverfaß s.; an
der / Quelle s.; auf dem hohen / Roß s.; in der
/ Tinte s .; auf dem /* trock(e)nen s.
sitzen| -bleiben jVb.j umg. nicht in die nächst
höhere Schulklasse versetzt werden: er ist sitzen
geblieben; -lassen, ließ sitzen, hat sitzenlassen,
1058
Sitzfläch e — Skilauf
auch sitzengelassen salopp jmdn. im Stich lassen:
erst warb er lange Zeit um sie, dann ließ er sie
doch sitzen (heiratete er sie nicht); mein Vater wird
mich nicht s. (nicht ohne Hilfe lassen)
Sitz zu sitzen 1.1| -fläche, die zum Sitzen bestimmte
Oberfläche einer Sitzgelegenheit; -fleis ch , das
-j- umg. scherzh. kein S. haben (keine Ausdauer
bei einer Arbeit haben, nicht lange sitzend an einem
Ort bleiben können); -gelegenheit, die etw., das
jmdm. zum Sitzen dienen kann, bes. ein Stuhl, eine
Bank: sich nach einer S. umschauen; als S. diente
eine Kiste; -gruppe, die mehrere gruppierte, zuein
ander passende Sitzmöbel; -haitung, die: eine nach
lässige, straffe S.;
- k issen, das Kissen, das auf
eine Sitzfläche gelegt wird, damit man weich auf ihr
sitzen kann; -m öbel, das fvorw. PL/ Möbelstück
zum Sitzen; -Ordnung, die vorgeschriebene Reihen
folge, nach der Personen um einen Tisch, in den
Sitzreihen bei einer Veranstaltung sitzen; -platz, der
Stuhl od. Bank, die jmd. als Sitzgelegenheit bes. in
einem (Theater)saal9 Verkehrsmittel n utzt: jmdm.
seinen S. anbieten; sich einen S. reservieren lassen;
das Theater hat 500 Sitzplätze; -reihe, die Reihe
von Sitzplätzen; -streik, der Streik, bei dem sich die
Streikenden zur Durchsetzung ihrer Forderungen
(auf den Boden) hinsetzen und in dieser Haltung
verharren
Sitzung, die;
- e n 1. kürzere Zusammenkunft
mehrerer, m eist einer bestimmten Gruppe angehöriger
Personen zur Erörterung (und Entscheidung) be
stimmter Fragern eine lange, wichtige, konsti
tuierende S.;eine öffentüche S.; die S. der Leitung,
Regierung,eines Ausschusses; eine S. anberaumen,
abhalten, abbrechen, schließen — 2. jmds. Aufent
halt bei einem Maler, Bildhauer, währenddessen
dieser von ihm ein Porträt, Bildwerk anfertigt
Sitzung» | -periöde, die Zeitraum, in dem von einer
Körperschaft, einem Parlam ent Sitzungen (1) ab-
gehalten werden; -protoköll, das Protokoll über den
Verlauf einer Sitzung (1); -saal, der Saal, in dem
Sitzungen (1) stattfinden
Skala, die; -, Skalen/-s 1. Skale — 2. Reihe, Folge
zusammengehöriger, sich abstufender Erscheinungen:
die S. der Färbungen wiedergeben — 3 . Spektrum
(2): eine breite S. von Möglichkeiten — 4 . Mus.
Tonleiter
Skale, die; -,
- n (bezifferte) Maßeinteilung an M eß
geräten: einen Meßwert an einer S. ablesen
Skalp, der; -s, -e /früher in Nord-, Südamerika,
bes. von Indianern) abgezogene Kopfhaut des be
siegten, getöteten F eind es als Zeichen des Sieges
Skalpell, das; -s, -e M ed . kleines, sehr scharfes
chirurgisches Messer mit feststehender Klinge: mit
dem S. das Bindegewebe durchtrennen
skalpieren /sw. Vb.; hat; früher in Nord-, Süd
amerika, bes. von Indianern/: jmdn. s. (einem be
siegten Feind die Kopfhaut dbziehen)
Skandal, der; -s, -e 1 . Geschehnis, das Empörung,
Aufsehen erregt, weil anerkannte Verhaltensnormen
stark verletzt wurden: es war ein (großer) S., wie
er sich dort benommen, betrunken hat; einen S.
(unliebsames Aufsehen) provozieren — 2 . jo. Pl.j
landsck. Lärm: hört euch nur den S. an, den
sie nebenan machen
Skandal| -affäre, die Skandal (1); -geschichte,
die Skandal (1)
skandalös /A dj./ als, wie ein Skandal (1) wirkend,
unerhört: sein B enehm en ist s.; ein skandalöses
Verhalten; skandalöse Zustände
skandieren /sw. Vb.; hat/ Verslehre Verse betont
im Takt mit starker Betonung der Hebungen spre
chen : ein Gedicht s.
Skat, der; -(e)s, -e 1* fo. Pl.j Kartenspiel für drei
Personen, bei dem der durch Reizen (4) ermittelte
Spieler gegen die beiden anderen spielt: einen
zünftigen S. spielen — 2 , die zwei beim Spielen
von 1 verdeckt vom die Karten ausgehenden Spieler
beiseite gelegten Karten: den S. aufnehmen, liegen
lassen
Skat] -abend, der: heute haben wir unseren S.;
-bruder, der umg. scherzh. 1,1. jmd., der gern
und oft Skat spielt 1.2* einer aus einer Gruppe,
die sich regelmäßig zum Skatspielen trifft
Skateboard, das; -s, -s [sk e:tbo:t] Sportgerät, das
aus einem mit kleinen Rädern versehenen Brett be
steht und auf dem man sich stehend und durch Ab
stößen fortbewegt
skaten, skatete, hat geskatet umg. Skat spielen
Skat| -runde, die Gruppe von Skat spielenden, beim
Skat sitzenden Personen; -spiel, das /o. PI ./ Skat (1)
Skeleton, der; -s, -s [..to n] niedriger Rennschlitten,
der vom Fahrer bäuchlings gesteuert wird
Skelett, das; -(e)s, -e 1.1, die eine funktionelle Ein
heit bildende Gesamtheit der den Körp er (1) stützen
den und schützenden Knochen und Knorpel: ein
menschliches, tierisches S.; <> er ist nur noch ein
S., das reinste S. (er ist sehr mager) 1,2 . Gerippe
Skelett Bauw.|
-bau, der /PI.
- ten/ 1. jo. Pl.j
Skelettbauweise — 2 . Gebäude, das in 1 errichtet
wurde; -bauweise, die /o_. P I ./ Bauweise, bei der die
tragende Konstruktion aus längs, quer und senk
recht apigeordneten, stabförmigen Bauelementen be
steht
Skepsis, die;
jo. Pl.j kritischer Zweifel, vor
sichtige Zurückhaltung: einer Sache mit (berechtig
ter, unangebrachter) S. gegenüberstehen, begegnen
Skeptiker, der; -s, - 1 . Anhänger des Skeptizismus
(1) — 2 . jmd., der sich oft grundsätzlich skeptisch
verhält
skeptisch /A dj./ kritisch zweifelnd: er war dieser
Neuerung gegenüber zuerst s.
Skeptizismus, der; -, fo. Pl.j 1. Ph ilos . philoso
phische Richtung, die den Zweifel zum ersten P rin zip
der Erkenntnistheorie erhebt und die Möglichkeit,
die objektive Wahrheit z u erkennen, in Frage stellt
od. leugnet: der griechische S.
—
2. skeptische
Haltung: vor diesen Argumenten schwand sein S.
Sket(s)ch, der; -es, -e [..tf] kurzes, meist witzig
pointiertes Bühnenstück bes. für Kabarett, Varieti:
der S. löste unter den Zuschauern große H eiter
keit aus
Ski, der; -s, -er [Ji:, PI . Jiior] 1.1 . schmales, läng
liches Brett aus Holz, Kunststoff od. Metall mit
nach oben gebogener Spitze, das, am Schuh befestigt,
zur Fortbewegung über den Schnee dient: S. fahren,
laufen; die Skier anschnallen, wachsen; mit Skiern
den Hang hinabfahren 1.2 . fo. P I ./ S. und Rodel
gut (die Schneeverhältnisse sind zum Skifahren und
Rodeln gut geeignet)
Ski| -ausrüstung, die Ausrüstung für den Skilauf;
- b indung, die Bindung (2); -fahrer, der jmd., der
Ski fährt; -fliegen, das; -s, fo. P l.f Skispringen von
einer Flugschanze; -langlaul, der /o. P l.f Langlauf
im Skisport als sportliche Disziplin; -lauf, der
Skiläufer — smart
1059
fo. Pl.f Fortbewegung auf Skiern; -laufer, der vgl.
-fahrer; -lehrer, der; -lift, der Lift, der Skiläufer
m it angeschnallten Skiern bergauf befördert; -pis te,
die; -Sport, der mit Skiern betriebener Sport;
- springen, das; -s, fo. Pl.f das Springen auf Skiern
von einer Sprungschanze als sportliche Disziplin;
- Stiefel, der; -stock, der /PI.
- stocke/ einer von
zwei stockähnlichen Gegenständen, die der Skifahrer
beim Skilauf zum Abstoßen, Abstützen verwendet
Skizze, die; -,
- n 1. Zeichnung, die nur das Wesent
liche, die Umrisse von etw. wiedergibt: die S. eines
Gemäldes, eines geplanten Bauwerkes — 2 . kurze,
a uf das Wesentliche gerichtete Form literarischer
Darstellung: der Edition war eine biographische S.
angefügt; man fand im Nachlaß des Autors Skiz
zen (Entwürfe) für ein Drama; seine Skizzen (kurze,
der Reportage ähnliche Geschichten) aus dem Alltag
werden gern gelesen
Skizzenfbuch, das Buch mit Zeichenblättern für
Skizzen (1)
skizzenhaft fAdj./ in der A rt einer Skizze
Skizzenjmappe, die M appe mit Skizzen (1)
skizzieren jsw. Vb.; hat; zu Skizze/ etw. in einer
Skizze andeuten, darstellen; zu 1: auf einem Z ettel
skizzierte er den Weg vom Bus zur Wohnung
Sklave, der; -n, -n [..ve] 1.1. Angehöriger der aus-
gebeuteten, aller Produktionsmittel und Rechte be
raubten Klasse in der Sklavenhalterordnung: im
alten Rom galt der S. als Sache 1.2 . Angehöriger
einer recht- und besitzlosen, ausgebeuteten Neben
klasse in einer anderen Gesellschaftsordnung als der
Sklavenhalterordnung: die farbigen Sklaven in den
USA — 2 . jmd., der von etw., jmdm. sehr abhängig
ist: er ist ein S. seiner Gewohnheiten, des Alkohols
Sklaven zu Sklave 1| -arbeit, die jo. Pl.f von
Sklaven verrichtete Arbeit; -halter, der jmd., der
Sklaven als Eigentum besaß und ausbeutete; -halter-
ordnung, die jo. Pl.f Gesellschaftsformation der
Klassengesellschaft, deren Produktionsweise auf dem
privaten Eigentum an Produktionsmitteln und der
Existenz von Sklaven (1.1) beruhte; -handel, der
Handel mit Sklaven; -markt, der Markt, auf dem
Sklaven verkauft wurden
Sklaverei, die; -, jo. Pl.f [. .v . .] 1.1. Zustand der
Unfreiheit, der vollständigen Abhängigkeit des
Sklaven (1) vom Sklavenhalter 1.2 . Sklavenhalter
ordnung — 2 . femot.f schwere politische Unter
drückung: die S. der Bulgaren unter der Herr
schaft der Türken
Sklavin, die; -,
-n en [.,v ..] fzu Sklave 1/
sklavisch fAdj.f [..v .J femot.f 1.1. auf unter
würfige Weise gehorsam: sklavischer Untertanen
geist; eine sklavische Gesinnung zeigen; jmdm. s.
ergeben sein 1.2 . / nicht präd.f völlig unselbständig
gegenüber einem Vorbild, einer Vorlage: ein e skla
vische Nachahmung
Sklerose, die; -,
- n M ed. krankhafte Verhärtung
eines Organs, Organteils od. Gewebes:
multiple
S.; dazu sklerotisch /Adj.f
skontieren jsw. Vb.; hat/ Bank: eine Rechnung s.
(von einer Rechnung Skonto abziehen)
Skonto, der, auch das; -s, -s B ank bes. in der kap.
Wirtschaft gewährter Preisnachlaß bei Barzahlung:
fünf Prozent S. gewähren
Skooter, der; -s, - / -s [skurtor] kleines elektrisches
Auto, m it dem man, es selbst lenkend, in Vergnü
gungsparks a uf einer rechteckigen Fläche herumfährt
Skorbut, der; -(e)s, fo. P l.f Med. durch Mangel
an Vitamin G hervorgerufene Krankheit mit Blu
tungen bes. des Zahnfleisches
Skorpion, der; -s, -e in zahlreichen Arten vor-
kommendes, vorwiegend in den Tropen und Sub
tropen lebendes Spinnentier mit einem Giftstachel
am Ende des Hinterleibs
Skript, das; -s, -en/-s 1.1. mit der Hand od. der
Maschine geschriebenes umfangreicheres Sch rift
stück, bes. Nachschrift einer Vorlesung 1.2 . F ilm
Drehbuch
Skrupel, der; -s, - fvorw. Pl.f Zweifel darüber, ob
man in einem bestimmten F all richtig handelt, ge
handelt hat: sich wegen etw. (un)begründete, keine
S. machen; keine S. haben; voller S. sein
skrupel/Skrupel| -lo s fA dj.f ohne Skrupel, hem-
mungs-, gewissenlos: ein skrupelloser Geschäfte
macher; s. handeln; dazu -losigkeit, die; -en
Skull, das; -s, -s [skul, auch skal] Rudern zur
Fortbewegung eines Ruderbootes paarweise ver
wendete, an einem Ende zu einem Blatt verbreiterte
hölzerne Stange
Skull|boot, das R u d er n mit Skulls fortbewegtes
Ruderboot
Skuller, der; -s, - [skulor, auch ska..] Rudern
1. Ruderer eines Skullboots — 2. Skullboot
Skulptur, die;
-e n 1. fo. Pl.f 1Plastik (1): die S.
des 19. Jahrhunderts — 2 . Werk der Bildhauer
kunst, E la stik (2): die Skulpturen im Naum-
burger Dom
Skunk, der ; -s, -s Stinktier (1)
Skunks, der; -es, jo. Pl.f Fell (2) des Skunks: ein
Kragen aus S.
skurril /Adj.f merkwürdig und lächerlich: skurrile
Einfälle; ein skurriler Mensch
Slalom, der; -s, fo. Pl.f Disziplin des Ski- und
Kanusports, bei der aufgestellte Tore in kurzer Zeit
durchfahren werden müssen: einen S. fahren, g e
winnen
Slang, der, auch das; -s, -s [sieg] 1. nachlässige
Umgangssprache, bes. im Englischen: S. sprechen
—
2. Jargon (1.1): der S. der Mediziner, Artisten
Slawe, der; -n, -n Angehöriger einer in Ost-, M ittel
und Südosteuropa ansässigen Völkergruppe, die der
indoeuropäischen Sprachfamilie angehört; dazu
slawisch fAdj.f
Slawistik, die; -, fo. Pl.f Wissenschaft von den
slawischen Sprachen und Literaturen
Slibowitz, der; -/ -es, -e/- /bei Mengenangabe PI.
Slibowitz/ aus Pflaumen gewonnener Branntwein
Slip, der; -s, -s kurzer Schlüpfer für Dam en; kurze
Unterhose für Herren
Slipper, der; -s, - / -s bequemer Schuh, der nicht ge
schnürt wird
Sliwowitz, der s. Slibowitz
Slogan, der; -s, -s [slo :gen] Schlagwort (1.1), bes.
in der Werbung: ein zugkräftiger S.
Slowfox, der; -es, -e [slo :..] langsamer Foxtrott
Slums, die fPl.f [slams] Wohnviertel m it menschen
unwürdigen Unterkünften, bes. in Industriebezirken
der Großstädte kap. Länder: die S. von London
Smaragd, der; -(e)s, -e grüner Edelstein
smaragden fAdj.f 1. /nur attr.f aus einem Smaragd
gearbeitet, m it Smaragden besetzt: ein smaragdener
Ring — 2 . smaragdgrün: die Libelle schimmert s.
smaragdgrün fAdj.f grün wie ein Smaragd
smart, smart fAdj.f 1. gewitzt, clever: ein smarter
68 Wörterbuch
1060
Smog — Söckchen
Bursche — 2. modisch und elegant, fein: s. ge
kleid et sein
Smog, der; -s, -s [smok] Mischung von Industrie
staub, Abgasen und Rauch mit Nebel über Groß
städten
Smoking, der; -s, -s m eist schwarzes Herrenjackett
m it seidenen Rockaufschlägen für festliche Anlässe:
im S. erscheinen
Smutje, Smutje, der; -s,
-s Seemannsspr.
scherzh. Schiffskoch m
SnQb, der; -s,
-s Überlegenheit vorspiegelnder,
blasierter, sich extravagant gebender Mensch: ein
bürgerlicher, intellektueller, literarischer S.
Snobismus, der; -, Snobismen 1. /o. P L / E in
stellung, Haltung eines Snobs — 2, einzelner für
einen Snob charakteristischer Wesenszug; seine
Snobismen wirken lächerlich; zu 1 snobistisch
/Adj./
Ho /Adv./ 1. IalleinstehendI 1.1. /als (Zufriedenheit
ausdrückende) Feststellung nach Abschluß einer
Handlung, nach einer Äußerung/: so, jetzt bin ich
fertig; so, das reicht; so, und nun? 1.2* /als Frage,
Ser Verwunderung, Zweifel ausgedrückt wirdj:
„morgen reise ich ab.“ „So (wirklich)?“; so? Das
hätte ich nicht gedacht! 1.3. jals Ausdruck betont
gleichgültiger Zurkenntnisnahmej: „du, es regnet
jetzt.“ „So (na wenn schon)?* 1.4. jals Ausdruck
plötzlichen Verstehens/: ach so! — 2 . /m eist betont/
2.1. in dieser, solcher Art, Weise, auf diese, solche
Art, Weise: er spricht so, daß ihn jeder versteht;
so geht es nicht; du gefällst mir so, wie du bist;
so und nicht anders habe ich es gemeint; das ist,
wenn ich so sagen darf, eine Frechheit; das Ganze
spielte sich so (folgendermaßen) ab:...; du kannst
das so oder so (auf diese od. andere Weise) machen;
er redete bald so, bald so;gut so (das hast du gut
gemacht)!; recht so!; er hat es doch nicht so (nicht
böse) gemeint; man kann ihn doch nicht so (in
diesem Zustand) allein lassen; du kannst so, wie
du bist (iw den Sachen, die du anhast), mitgehen;
mir war so (es schien m ir), als habe es geklopft;
warum siehst du mich so an?; das sagst du so
(sprichst du leichthin aus, ohne weiter nachzu
denken); und so weiter /Abk. usw./, und so fort
/Abk. usf.; abkürzende Zusammenfassung an Stelle
weiterer Glieder einer Aufzählung/ 2.2. von dieser,
solcher A rt: das ist typisch für ihn, er ist so; er ist
nicht so, er nimmt das nicht übel — 3 .1. /m eist
betont; oft in Korrelation mit nachfolgendem daß/
in solchem (hohen) Grade, M aße: er sagte es so
entschieden, daß ihm keiner zu widersprechen
wagte; eine Sache so weit fördern, daß ...; ich
habe es dir schon so oft gesagt; sei nicht so laut!;
ich habe so wenig Zeit, ich kann nicht kommen;
sie ist ein so kluger Mensch!; sei so gut und
schließe die Tür (bitte, schließe die Tü r)!; umg.
sie sangen falsch, obwohl sie es so geübt hatten;
so ein Unsinn (das ist doch großer Unsinn)\; so
eine Frechheit! 3.2 . /unbetont; nur so 4- Vb ./
umg. sie schlug die Tür zu, daß es nur so (daß
es sehr) knallte 3.3. /noch so + Adj., Adv.; mit
konzessivem Sinn/: sie nutzte jeden noch so kleinen
(jeden kleinsten) Vorteil aus; und wenn du mich
noch so sehr bittest, es geht nicht 3.4. /m eist un
betont; so + A dj.; in Korrelation mit nachfolgen
dem wie, auch als im Vergleich/ in demselben Grad,
Maße, ebenso: er ist so alt wie ich; er spielt nicht
so gut Klavier wie sie; das eine ist so schön wie
das andere; der Vorhang ist so lang wie breit;
das Zimmer ist doppelt so groß wie meins; so
schnell wie, als möglich (möglichst schnell); die
Sache ist so gut wie (fast, beinahe) beschlossen —
4. /betont/ 4.1. so etwas, umg. so was etwas von
dieser Art 4.1.1. /subst.; oft im Ausrufesatz; drückt
Entrüstung, Verwunderung aus/: so etwas sagt man
nicht!; umg. hast du so was schon (ein)mal ge
hört?**; so etwas ist noch nicht dagewesen!; wie
kannst du so etwas behaupten!; umg. so was von
DummheitP; nein, so etwas (das ist ja allerhand)!;
umg. na, so was!; salopp /emot./ so was: nein,
so was (ausgerechnet er) will Techniker werden und
kennt nicht das einfachste Werkzeug! 4.1 .2 . /adj.;
vor subst. Adj./ so etwas Ähnliches habe ich auch
schon erlebt 4.2. umg. so ein 4.2.1. /adj./ solch
(ein): so ein Kleid steht mir nicht; so einen schönen
Urlaub hatten wir lange nicht 4.2 .2 . /subst./ oft
spött. einer von dieser Art: auf Sie haben wir
gewartet, so einer hat uns gerade noch gefehlt!
4.3. umg. /so -{- Subst. im PI./ solche: das waren
so Sachen, m it denen man nicht gleich fertig
werden konnte — 5.1. /betont/ umg. ohne etw. Be
stimmtes, ohne etw. zuvor Genanntes: „nimm den.
Schirm mit!“ „Ach, ich gehe so“ ; das habe ich so
(ohne Bezahlung) bekommen; „machst du es?“
„Nein, ich habe so (ohnedies) schon genug zu tun“
5.2 . /kann betont sein/ nur so ohne besonderen
Grund: das habe ich nur so gesagt — 6.1. umg.
etwa, ungefähr: komm doch so um halb vier; so
an zehn Mark; im April oder so (etwa im April)
bin ich damit fertig 6.2 . /als Partikel; verleiht einer
Aussage einen unbestimmten Charakter, mildert sie
a b/: er hat so seine Pläne; ich traue ihm nicht so
recht — 7. /unbetont; als Partikel; verstärkt eine
Aussage/: das war so recht, so ganz nach meinem
Geschmack —8./um so4-Komp.// 3um(4)
2so /Konj.; unterordnend; leitet einen Gliedsatz
ein/ 1. /konzessiv; in Verbindung mit Adj., Adv.
(und auch);kennzeichnet den voran- od. nachgestell
ten Gliedsatz im Sinne einer Einschränkung, die
ohne Einfluß auf den Sachverhalt des Hauptsatzes
ist/: so schön es (auch) ist, ich muß jetzt gehen;
so leid es mir tut, ich muß jetzt gehen — 2. /kenn
zeichnet den meist nachgestellten Gliedsatz im Sinne
eines Vergleichs/: er rannte, so schnell er konnte;
ich mache es, so gut ich kann; fin der Doppel
form so ... so/: so sehr er Konzerte liebte, so sehr
lehnte er Opern ab —3. /in Verbindung mit daß;
konsekutiv; kennzeichnet den nachgestellten Glied
satz im Sinne einer Folge, die sich aus dem Haupt
satz ergibt/: er wurde krank, so daß er nicht kom
men konnte; sie kam zeitig genug, so daß wir
alles erledigen konnten
so[bald /Konj.; unterordnend; leitet einen Gliedsatz
ein; temporal/ 1. /kennzeichnet den Gliedsatz im
Sinne der Vorzeitigkeit; drückt eine unmittelbare
Aufeinanderfolge aus/: ich richte es ihm aus, s. er
nach Hause gekommen ist; er ging, s. er die Arbeit
beendet hatte — 2. /kennzeichnet den Gliedsatz im
Sinne der Gleichzeitigkeit; mit konditionalem Cha
rakter/: wir kommen, s. wir Zeit haben (zu dem
Zeitpunkt, wenn wir Zeit haben)
Söckchen, das; -s, - f ^ auch Socke/ Strum pf, der
nur bis über den Knöchel reicht, bes. für Kinder,
Frauen: das Mädchen trug weiße S.
Socke, die; -,
-n / / auch Söckchen/ Strumpf, der
etwa bis zur Hälfte des Unterschenkels reicht, bes.
für M änner: ein Paar warme, dicke, (baum)-
wollene, frische Socken anziehen; er trug schwarze
Socken; Socken stricken, stopfen
+ u m g . sich auf die Socken machen (Weggehen);
salopp von den Socken sein (sehr überrascht sein)
Sockel, der; -s, - 1 . Block, Unterbau bes. für eine
Büste, Statue, Säule, ein Denkmal, Postament:
der S. eines Denkmals; der S. (untere Teil) des
Hauses war aus Sandstein — 2 . Festlandsockel —
3, unterer, farblich abgesetzter Teil der Wand eines
Raumes — 4. Elektrotechn. in eine Fassung
passend er T eil einer Glühlampe, Elektronenröhre
Socken, der; -s, - landsch. s. Socke
Sockenhalter, der um die Wade getragenes Gummi
band zum Befestigen der Herrensocke
SQda, die; -, das; -s, /beide o. PL/ 1 . /die, auch
das/ Natriumkarbonat, das bes. zur Herstellung von
Glas, Seife, Wasch- und Reinigungsmitteln verwen
det wird — 2 . /das/ Sodawasser: einen Kognak
mit S. trinken
so |dann /Adv.f 1.1 . ferner, außerdem: das betraf
die Fachliteratur, s. aber auch die Belletristik 1.2 .
v e r a lte n d /bei einer Reihenfolge/ danach (2.1):
vorauf ging der Lehrer, s. folgten die Kinder 1.3 .
danach (1): wir essen Mittag, s. gehen wir spazieren
Söda|wasser, das Jo. Pl.f mit Kohlensäure versetztes
Wasser
Sodbrennen, das; -s, fo. Pl.f brennendes Gefühl in
der Speiseröhre, bes. infolge aufsteigender über
schüssiger Magensäure: S. haben
SQde, die;
-n
abgestochenes Stück Rasen od. Torf
Sodomie, die; -, jo. Pl.f Geschlechtsverkehr mit
Tieren
SO|eben fAdv.f 1.1 . in diesem Augenblick: s. schlägt
es zwölf 1.2 . unmittelbar vor dem gegenwärtigen
Zeitpunkt: s. hat dein Mann angerufen
Süfa* das; -s, -s gepolstertes Möbelstück zum Sitzen,
auch Liegen, m it Rückenlehne und Seitenlehnen:
auf dem S. sitzen, liegen
so [fern fK onj.; unterordnend; leitet einen Gliedsatz
ein; konditional; kennzeichnet den Gliedsatz im
Sinne einer Bedingung; der Hauptsatz gibt die Folge
an/: wir kommen morgen, s. du nichts dagegen
hast
Soffitte, die; -,
-n 1. Elektrotechn. (kleine)
röhrenförmige Glühlampe m it Kontakten an beiden
Enden — 2 . Theater oberhalb der Bühne hängen
der Teil der Dekoration (aus Stoff), der die Bühne
nach oben abschließt
Soffitten (lampe, die Soffitte (1)
so|fort /Adv./ 1 .1 . zeitlich unmittelbar folgend: sie
nahm das Kind auf den Arm, und es wurde s.
ruhig 1.2 . ohne noch Zeit verstreichen zu lassen:
du sollst deinen Mann s. anrufen; das muß s.
erledigt werden 1.3 . umg. einen Moment, mein
Mann ist s. hier (ist innerhalb kürzester F rist hier
und steht Ihnen dann zur Verfügung)
Sofort zu sofort 1.21 -einsatz, der: ein S. zur Be
seitigung der Sturmschäden; -hilfe, die jo. Pl.f
vgl. Sofortmaßnahme: ärztliche S.
sofortig /A d j.; nur attr.j 1.1 . zeitlich unmittelbar
folgend, in kürzester Zeit eintretend: mit sofortiger
Wirkung; die Konserve ist für den sofortigen Ver
brauch bestimmt 1.2 . eine sofortige (unverzügliche)
Entscheidung fordern
Sofortjmaßnahme, die sofort (1.2) durchgeführte
Maßnahme: Sofortmaßnahmen einleiten
Soft-Eis, das [s.., auch z ..] weiches, sahniges
Speiseeis
Sog, der; -(e)s, -e /vorw. Sg.j 1. in strömender
Flüssigkeit, strömendem Gas entstehender Unter
drück, der eine saugende Wirkung hervorruft: der
S. einer Schiffsschraube, eines Propellers — 2 .
durch fließendes Wasser entstehende K raft (2), die
etw., jmdn. mit sich reißen kann
soJ -gar jPartikelf 1*1« /hebt ein Satzglied, einen
Gliedsatz steigernd hervor; kann dabei Erstaunen
über etw. Unerwartetes ausdrücken; das Hervor
gehobene ist stets betont/ : s. er, er s. ist damit ein
verstanden; s. für ihn war das eine Überraschung;
er arbeitet s. im Urlaub; s. wenn er erkältet ist,
raucht er 1.2 . /dient zur steigernden Anreihung
eines Satzgliedes/: sie war krank,, s. schwer krank;
er verehrt sie, liebt sie s.;
- genannt /Adj.; nur
a ttr.; Abk. so g./ 1 .1 . diese (besondere) Bezeichnung
tragend, deren Berechtigung man offenläßt: er ist
ein sogenannter freischaffender Künstler (das, was
man allgemein unter einem freischaffenden Künstler
versteht); die sogenannte totale Reflexion des
Lichtes 1.2 . oft sp ö tt. diese (besondere) Bezeich
nung tragend, deren Berechtigung ma n bezweifelt,
verneint: sein sogenannter bester Freund ließ ihn
im Stich; -gleich /Adv./ 1 .1 . sofort (1.1): s. nach
dem Frühstück verabschiedete er sich 1.2 . er soll
s. (sofort 1.2) kommen — 2 . um g. sofort (1.3): der
Kaffee kommt s.
Sohle, die; -,
-n 1. untere Fläche des Fußes des
Menschen und bestimmter Säugetiere: mit ganzer
S. auftreten; die S. des Bären — 2 . untere Fläche
2.1 . des Schuhes: seine Schuhe haben dicke, dünne,
haltbare Sohlen; Sohlen aus Leder, Hartgummi
2.2 . des Strumpfes: die Löcher in den Sohlen
stopfen — 3. in der Form zu 1, 2.1 passendes Stück
Papp e, Schaumgummi, F ilz zum Einlegen in den
Schuh, Einlegesohle — 4 . fa c h s p r . unterste Fläche
von etw., bes. einer Vertiefung im Gelände, in der
Erdoberfläche od. eines unterirdischen Hohlraums:
die S. des Tales, Grabens, Kraters, Kanals, eines
Grubenbaues, Stollens — 5 . B ergm . Gesamtheit
der i n einer horizontalen Ebene liegenden Strecken
(2)
+ auf leisen Sohlen (heimlich, ganz unbemerkt)
umhergehen; umg. eine kesse S. aufs Parkett
legen (flott tanzen); — vom / Scheitel bis zur S.
sohlen /sw. Vb.; hat/ landsch., bes. süddt.:
Schuhe s. (besohlen)
Sohlen| -ganger, der; -s, - Z ool. mit der Sohle (1)
auftretendes Säugetier: der Bär ist ein S.; -leder,
das jo . PI.I festes, hartes Rindleder für Schuhsohlen
Sohn, der; -(e)s, Söhne 1. /oft mit Poss.pron.j
männliche Person in ihrer Beziehung zu den Eltern,
unmittelbarer männlicher Nachkomme: mein, ihr
S.; Vater und S.; er hat einen S. und zwei Töch
ter; sein ältester, einziger S.; sie haben einen S.
bekommen; er ist ganz der S. seiner Mutter (ist
ihr sehr ähnlich); Rel. ev. kath. Gottes S.
(Christus) — 2 . geh. /mit folgendem Gen. (und
bestimmtem Adj.)/: er war ein treuer S. (An
gehöriger) der Arbeiterklasse; E ist der größte S.
unserer Stadt; ein S. der Musen (Dichter)
Sohne|mann, der jo. Pl.f umg. scherzh. kleiner
Sohn (1): na, (mein) S., ha st du schön gespielt?
Socke — Sohnemann
1061
68*
1062
soigniert — Solidarität
soigniert /Adj./ [söanjhrt] veraltend jbes. von
einem M ann/ gepflegt (und seriös): ein soignierter
älterer Herr
Soiree, die;
-n [söare:, auch z.., PI. ..e:(o)n]
aus besonderem A nlaß stattfindende abendliche F est
veranstaltung mit künstlerischen Darbietungen: eine
literarisch-musikalische S .; zu einer S. einladen
Soja, die; Sojen /vorw. Sg.f Sojabohne (1)
Soja| -bohne, die 1. ostasiatischer Schmetterlings-
blütler m it dichtbehaartem Stengel, dreiteiligen B lät
tern, weißen od. hellvioletten Blüten und an Eiweiß,
Fett, Vitaminen und Lezithin reichen Samen, die
als Nahrungsmittel verwendet werden — 2 . Samen
von 1; -mehl, das jo. Pl.f aus Sojabohnen (2)
gewonnenes M ehl; -öl, das jo. PL/ aus Sojabohnen
(2) gewonnenes Speiseöl
so|lang(e) fKonj.; unterordnend; leitet einen tempo
ralen Gliedsatz einf 1.1 . / kennzeichnet den Gliedsatz
im Sinne der Gleichzeitigkeit; gibt eine Zeitdauer
an, die mit der des Hauptsatzes identisch ist; oft in
Verbindung mit wie/: s. (wie) du Fieber hast, mußt
du im Bett bleiben 1.2 . /mit konditionalem Charak
ter bei Negation im Hauptsatzf: s. du nicht alles
aufgegessen hast, darfst du nicht spielen gehen
(erst dann, wenn du alles aufgegessen hast, darfst
du spielen gehen)
solar fAdj.f fach sp r. auf die Sonne bezogen, von
ihr ausgehend
Solarium, das; -s, Solarien [..ion, ..ion] Einrich
tung zur Bestrahlung mit Lampen, die künstliche,
den Sonnenstrahlen ähnliche Strahlung erzeugen:
ein Hotel mit einem S.
Solar|zelle, dieElektrotechn. Photozelle in Form
eines Halbleiters, die die Energie der auftreffenden
Sonnenstrahlung in elektrische Energie umwandelt
Sol|bad, das s. Solebad
solch jlndef.pron.; Mask., Fern., Neutr.f s. solcher
(1.1)
solche fDem.pron.; Fern. u. Pl.f s. solcher
solcher /Dem.pron.; Mask.; Fern.: solche, Neutr.:
solches; in Verbindung mit stark flektiertem Adj.
od. unbest. A rt. auch unflektiert; weist auf eine im
Kontext charakterisierte A rt od. Beschaffenheit von
etw., jmdm. hin) 1.1 . so geartet, so beschaffen: /adj./
ein s. Stoff; eine solche Lösung; ein solches Glück;
solch ein Stoff; solch eine Lösung; solch ein Glück;
s. Stoff; solche Lösung; solches Glück; solche
Menschen, Tische, Bedingungen; solch schöne E r
lebnisse; ein solch großer B etrieb, solch (ein)
großer Betrieb; s. große, seltener großer Betrieb;
bei solchem trüben, seltener trübem W etter; solche
neuen Autos; das Ziel s. neuen, neuer Forschun
gen; sie waren in einer solchen Lage, daß ihnen
der Mut schwand; solche Abgeordnete(n); solch
Schönes, solches Schöne hatten sie selten erlebt;
fsubst./ solche wie er haben immer Glück; umg.
es gibt solche und solche (so geartete und anders
geartete Menschen); g eh . dieser schöne Ring! Ein
s. (so einer) würde mir auch gefallen1; der Vor
schlag als s. (allein betrachtet) ist gut, aber... 1.2.
/adj.; drückt einen hohen Grad, eine große Inten
sität aus/: wir hatten solchen (so großen) Durst;
das macht solchen Spaß!
solcher[art jindekl. Dem.pron./ 1 .1 . /nur attr./ so
geartet: mit s. Arbeit bin ich nicht vertraut 1.2.
fadv.f auf solche, diese Art: er sah sich s. betrogen,
daß ...
solcherlei, solcherlei /indekl. Dem.pron./ solche Art
(von): /adj./ s. Musik gefällt immer; jsubst.j s. sah
ich nie
solches \Dem.pron.; Neutr./ s. solcher
Sold, der; -(e)s, -e /vorw. Sg.; noch B RD / Entgelt,
Löhnung des Soldaten (1) bis zum Offizier aufwärts;
O /emot. neg.f in jmds. S. stehen (in bezahltem
Dienst für jmds. Interessen, Ziele tätig sein)
Soldat, der; ~en, -en 1 . Angehöriger der militärischen
Streitkräfte eines Landes: ein guter, schlechter,
tapferer S .; er war drei Jahre S. — 2 . erster, nieder
ster Dienstgrad bei den Land-, Luftstreitkräften —
3. Z o ol. kräftiges, zur Verteidigung des Baus (4.1)
bestimmtes Exem plar von in Staaten (1.3) lebenden
Insekten
Soldaten| -friedhof, der Friedhof, auf dem aus
schließlich Grabstätten, Gedenkstätten Gefallener
sind; -grab, das Grab eines Gefallenen; -lied, das
Lied mit einem Thema aus dem militärischen Leben,
Kampf; -rat, der 1.1 . in Rußland im Februar 1917
gleichzeitig mit den Arbeiterräten entstandene revo
lutionäre Vertretung der Soldaten, die zur Grundlage
der Sowjetmacht wurde 1.2 . in Deutschland 1918
nach sowjetischem Vorbild geschaffenes Organ der
revolutionären Soldaten; -spräche, die jo. Pl.j Son
dersprache der Soldaten
Soldateska, die; -, Soldatesken /vorw. Sg.; emot.j
im Dienste von Ausbeutern und Unterdrückern stehen
des, brutal und rücksichtslos vorgehendes M ilitär:
eine entmenschte, zügellos mordende S.
Söldling, der; -s, -e /emot./ jmd., der um des Geldes
willen eine abhängige und meist unehrenhafte Tätig
keit ausübt, vorwiegend als Soldat od. Polizist im
Dienst einer imperial. Regierung, Macht
Söldner, der; -s, - 1 .1. jmd., der um des Geldes
willen als Soldat für eine ausländische, imperial.
Macht Kriegsdienst leistet: sich als S. anwerben
lassen 1.2 . die S. (Söldlinge) der reaktionären
Junta
Söldner|heer, das a us Söldnern (1.1) bestehendes
Heer: die Volksbefreiungsarmee siegte über ein
ihr weit überlegenes imperialistisches S.
SQle, die; -,
- n 1 .1 . salzhaltiges Wasser, das in der
Natu r durch Auflösen unterirdischer Salzlager ent
steht 1.2 . künstlich bereitete Salzlösung
Sole| -bad, das 1. m it Sole (1.1) zubereitetes B ad —
2. das Baden in 1: Solebäder verordnen — 3 . Kur
ort für 2; -quelle, die aus Sole (1.1) bestehende
Quelle
Solibasar, der um g . Solidaritätsbasar
solid /A dj./ s. solide
solidarisch /Adj./ 1 .1 . von Solidarität zeugend:
solidarische Hilfe für ein vom Imperialismus unter
drücktes Volk leisten; das solidarische Handeln
der Arbeiterklasse 1.2 . sich (mit jmdm., einer
Sache) s. erklären, fühlen (sich als ihm, ihr eng
verbunden erklären, fühlen und ihn, sie unter
stützen); mit jmdm. s. sein
solidarisieren, sich /sw. Vb.; hat/ sich mit jmdm .,
etw. solidarisch erklären und entsprechend handeln:
die Soldaten solidarisierten sich mit den revolu
tionären Arbeitern; es war bedenklich, wie er sich
m it den beiden solidarisierte
Solidarität, die; -, /o. Pl.j auf dem klassenmäßigen
Zusammengehörigkeitsgefühl und dem Wissen um
die Gemeinsamkeit der Interessen und Ziele sich
gründendes Eintreten der Angehörigen unterdrückter
Solidaritätsaktion — Solo
1063
Klassen füreinander, das Eintreten der soz. Kräfte
für sie und füreinander und die darauf beruhende
(gegenseitige) H ilfe: die internationale S. unter
drückter Klassen und Volker; proletarische S.;
die Versammlung erklärte ihre S. m it...; S. üben
Solidaritätsl -a ktion, die: eine internationale S. für
die um die Volksbefreiung kämpfenden Arbeiter;
- basar, der Veranstaltung, auf der unentgeltlich zur
Verfügung gestellte (handgefertigte) Gegenstände zur
Unterstützung von Solidaritätsaktionen verkauft
werden; -beweguug, die; -erkläruug, die; -fonde,
der freiwillig von Gewerkschaftsmitgliedern a uf
gebrachte Geldmittel zur Unterstützung des K a mpfes
der internationalen Arbeiterklasse; -konto, das
Konto, auf das Spenden für Solidaritätsaktionen
eingezahlt werden können; -marke, die Marke (1),
durch die ein Beitrag für den Solidaritätsfonds be
stätigt wird-,
- spende, die Spende für einen Soli
daritätsfonds; -streik, der Streik, m it dem Arbeiter
anderer Bereiche ihre Verbundenheit m it schon
streikenden Arbeitern bekunden
solide fAdj.f 1. von dauerhaftem und festem M ate
rial: mit solidem Stoff bespannte Sessel; ein Paar
solide Schuhe; ein solider Tisch, Schuppen — 2 .
qualitativ einwandfrei, gut: solide Arbeit, Ware;
das Haus war s. (nicht zu elegant, aber qualitativ
gut) und geschmackvoll eingerichtet — 3*1« sicher
gegen Gefährdungen: die Schaffung solider p oliti
scher und sozialökonomischer Grundlagen für den
Aufbau des Sozialismus 3.2 . jvorw. im bürgerl.
Sprachgebrauch! seriös (2): ein solides U nter
nehmen 8.3 . auf guter Sachkenntnis beruhend: er
hat eine s. Ausbildung genossen; diese Arbeit
erfordert solides Wissen und Können — 4 . mora
lisch einwandfrei, rechtschaffen: ein solider junger
Mann; s. (nicht extravagant, nicht verschwenderisch)
sein, leben; dazu Solidität, die; -, jo. PLf
Solimarke, die u m g . Solidaritätsmarke
Solispende, die u m g . Solidaritätsspende
Solist, der; -en, -en jmd., der auf Grund seines
besonderen Könnens einen Solopart singt, spielt od.
tanzt: in dem Konzert traten international be
rühmte Solisten auf; dazu Solistin, die; -,
-nen
soljstiseh fAdj.f i .l . fadv.f als Solist auftretend:
mehrere Jahre war er als Cellist s. tätig 1.2 . als
Solo (1.1) auszuführen, ausgeführt: eine solistische
Darbietung
solitär fAdj.f Zool. einzeln, nicht in Herden,
Staaten, Verbänden lebend: die m eisten wilden
Bienen sind s.
Solitär, der; -s, -e f a c h sp r . großer, einzeln gefaßter
Edelstein
Soll, das; -/ -s, Solle I. fo. Pl.f 1.1 . Norm (4): die
Brigade hat ihr S. erfüllt, mit zehn Prozent über
erfüllt; das S. liegt bei fünfzig Stück pro Stunde
1.2 . um g. von einem selbst festgelegtes M aß an
Arbeit: durch den Besuch der Schwester habe ich
mein S. (im Haushalt) nicht geschafft 1.3. fest
gelegte Menge landwirtschaftlicher Erzeugnisse, die
ein landwirtschaftlicher Produzent in der DDR
früher, bis zur Festigung der soz. Produktionsver
hältnisse in der Landwirtschaft, an die staatlichen
Erfassungs- und Aufkaufbetriebe abzuliefern hatte
—
2. W irtsch. linke Seite eines Kontos, auf der
die Ausgaben gebucht werden — 3. Bank S. und
Haben (Aus- und Eingänge auf einem Bankkonto)
—
II. IGen. -s/ G eol. in der Eiszeit entstandene,
bis zu dreißig Meter breite, meist mit Wasser gefüllte
Vertiefung im Erdboden
Soll-Bestand, der in bestimmter Höhe festgelegter,
geforderter Besta nd (von Waren, Vorräten)
sollen (er soll), sollte, hat gesollt /s. + Inf.; bei
vorangehendem Inf. steht der Inf. von s. statt des
Part. Prät.; steht s. ohne folgenden Inf., so ergibt
sich aus Zusammenhang und Situation der zu
ergänzende I n f .; der zu ergänzende I nf. kann durch
das, es ersetzt werdenf 1. /drückt aus, daß der Wille
von jmd. anderem darauf gerichtet ist, daß der I n
halt des Inf. realisiert wird/: N soll etw. tun jmd.
will, fordert, daß N etw. tut: (sag ihr) sie soll sofort
zu mir kommen; mir fiel ein, daß ich den Brief
hatte einwerfen s.; sie soll ins Bett; „soll ich
gehen?“ „Kein, das sollst du nicht“ ; fin rheto
rischen Aufforderungen, Fragen/ das soll ihm erst
mal einer nachmachen!; wie oft soll ich dir das
noch sagen? (ich will, daß du das endlich begreifst,
tust); N soll es wissen (jmd. will, daß N es weiß,
erfährt); etw. soll geschehen, soll sein jmd. will,
daß etw. geschieht, ist: s. (wenn du willst, daß)
deine Bemühungen Erfolg haben, so mußt du ...;
was soll das heißen (was meinst du damit, willst
du damit sagen)?; es hat nicht sein s. (es hat sich
schicksalhaft nicht ergeben) — 2 . /drückt aus, daß
der Sprecher die feste Absicht hat, daß der Inhalt
des Inf. realisiert wird/: nun gut, du sollst es be
kommen — 3 .1 . foft im Konjunktiv Prät. od. Plus-
quamperf.; drückt aus, daß der Sprecher die Reali
sierung des Inhalts des Inf. für ratsam und richtig
hält (und empfiehlt)!: wir sollten etwas für unsere
Gesundheit tun; man hätte früher daran denken
s .; das sollte (müßte) er doch wissen 3.2 . firn Präs,
u. P rät.; in Fragen, die jmd. sich selbst stellt und in
denen er seine Unentschiedenheit ausdrücktf: ich
weiß nicht, was ich tun soll — 4 .1 . firn Präs.;
drückt aus, daß der Sprecher die Aussage, M einung
eines anderen wiedergibtf: er soll krank sein 4.2 .
fin Fragen, die der Sprecher jmdm . stellt; drückt
aus, daß der Inhalt des Inf. von jmd. anderem ver
mutet od. erwartet wird/: „er hat ihr lange nicht
geschrieben.“ „W arum hätte er ihr schreiben s.
(gab es denn einenAnlaß für ihn, ihr zu schreiben)?“ ;
woher soll (kann) ich das wissen? — 5 .1. jim Kon
junktiv Prät. in Bedingungssätzen; hebt deren hypo
thetischen Charakter hervor/: wenn euch das g e
lingen sollte, würden wir uns freuen; sollte das
wirklich so gewesen sein, dann ... 5 .2 . /drückt in
Fragen, die der Sprecher sich selbst stellt, dessen
Ungewißheit aus, ob der Inhalt des I nf. realisiert
ist od. wird/: sollte sie schon gekommen sein?;
was soll bloß werden? — 6 . firn Prät.; bezeichnet
die Zukunft in der Vergangenheit/: später sollte ich
mehr über sie erfahren
Söller, der; -s, - 1. landsch. Dachboden — 2.
Schweiz. Fußboden
Soll) -Seite, die fo. Pl.f W irts ch . Soll (1.2);
-»Stärke, die vgl. Soll-Bestand: die S. einer Beleg
schaft
solo findekl. A dj.; nicht attr.f 1. fadv.f s. (als Solist,
allein) spielen — 2 . umg. scherzh. ich bin, gehe s.
(ohne Partner, ohne Begleitung)
Solo, das; -s, -s/Soli 1.1 . jPl. Soli, auch -s/ Dar
bietung, die ein Solist allein ausführt: ein S. singen,
spielen, tanzen 1.2 . fPl.
-s/ Sport umg. heraus
ragende Einzelleistung im Mannschaftsspiel — 2 .
1064
Soloinstrument — Sondern
jP l.
-s/ K artenspiel Spiel eines einzelnen gegen
die anderen Mitspieler
Solo zu Solo 1.1| -Instrum ent, das für einen Solo
part eingesetztes Instrument: N spielte in diesem
Konzert das S.;
-part, der Mus, Part für einen
einzeln im Rahmen einer kollektiven Darbietung
hervortretenden Künstler; -tänzer, der;-tänzerin, die
solvent jAdj.j [..v . .] Wirts eh. /in der kap. Wirt
schaft gebrauchtj zahlungsfähig: ein solventer Ge
schäftspartner; die Firma ist nicht s.
so|mjt, so [mit /Adv.; auch in konjunktionaler Ver
wendung; nebenordnend; fügt an einen Vordersatz
m it Inversion des Subjekts einen Hauptsatz an; kon
sekutivI folglich, also: er war dabei, s. weiß er dar
über Bescheid
Sommer, der; -s, - Jahreszeit zwischen Frühling
und Herbst, wärmste Jahreszeit: ein heißer, ver
regneter, kurzer S.; im S. fahren wir an die See,
ins Gebirge; den S. über war er auf dem Lande
+ S. und Winter das ganze Jahr über: die Tiere
sind S. und Winter im Freien
Sommer (mit * auch SpmmersDI -abend, der; *-an -
fang, der jo. PL/: am 21. Juni ist S.;
- b lume,
die; -fahrplan, der im Sommerhalbjahr geltender
Fahrplan; -ferien, die fPLj Schulferien im Som
mer; -frische, die veraltend Aufenthalt im
Sommer an einem Erholungsort: in die S. fahren;
- Mschler, der; -s, - Sommergast; -gast, der Gast,
Urlauber in einem Erholungsort während des Som
m ers; -getreide, das im Frühjahr gesätes und im
Sommer reifendes Getreide; -halbjahr, das die
Sommermonate einschließende Hälfte des J ah r e s;
- k leid, das vgl.
- k leidung; -kleidung, die leichte,
luftige, für den Sommer geeignete Kleidung
sommerlich jA d j./ dem'ßommer entsprechend, wie im
Sommer: sommerliche Wärme; er war s. (leicht,
luftig) angezogen
S?mmer| -m a ntel, der vgl. Sommerkleidung;
- m ode, die; -xnonat, der Monat im Sommer; -nacht,
die: eine laue, klare S.; -pause, die Unterbrechung
der Tätigkeit während der Sommermonate bes. beim
Theater, Parlament: das Theater macht, hat S.
sommers /Adv./
+ s. wie winters das ganze Jahr über: s. wie winters
steht er um sechs Uhr auf
Sommers]: / t Sommer]
Sommer (mit # auch S(?mmers|)| -Sachen, die /PL/
u m g . Sommerkleidung; -Schlußverkauf, der Ver
kauf verbilligter Waren, bes. von Sommerkleidung,
vor Ende des Sommers; -schuh, der; -Sonnenwende,
die jo. Pl.j Zeitpunkt, an dem die Sonne während
des Jahres ihren höchsten Stand erreicht hat; -spiele,
die /PL/ während des Sommers stattfindende Wett
kämpfe der Olympischen Spiele; -sprosse, die fvorw.
P l.f durch Veränderung der Pigmentbildung ent
standener kleiner, hellbrauner Hautfleck, der im
Sommer besonders stark hervortritt: er h at rote
Haare und Sommersprossen; -tag , der: ein warmer,
verregneter S .; -Urlaub, der; -weg, der unbefestigter
Weg, meist am Rand einer Landstraße; -weiter, das
jo. Pl.j; -zeit, die jo. Pl.j 1. die durch Vorstellen
der Uhr für das Sommerhalbjahr gültige Zeit (4.2):
die S. einführen — 2 . /*-zeit/ zur S. (im Sommer)
wandern wir gern
somnambul jA dj.j schlafwandelnd, mondsüchtig;
dazu Somnambulismus, der; jo. PL/ das Schlaf
wandeln
Sonate, die; -,
-n Komposition mit meist drei od.
vier Sätzen für ein od. mehrere Soloinstrumente: sie
spielten eine S. für Violine und Klavier von Beet
hoven
Sonde, die; -n 1 . M ed. stab- od. schlauchförmiges
Instrum ent, das zur Untersuchung od. Behandlung
in Hohlorgane od. ins Gewebe eingeführt wird: eine
S, in den Magen einführen; jmdn. m it der S. er
nähren —2.Raumsonde —B .Geol.Bergm. durch
Bohrungen geschaffene Stelle für die Förderung von
Erdöl, Erdgas
sonder jPräp. mit Akk.j veraltend geh.: eine
Arbeit s. Tadel (eine Arbeit ohne Tadel)
Sonder] -abteil, das Abteil für bestimmte Fahrgäste:
ein S. für Mutter und Kind; -anfertigung, die:
dieses Fahrrad ist eine S. (ist außerhalb der Serien
produktion für einen besonderen Zweck angefertigt
worden); -angebot, das kurzfristiges, preisgünstiges
Warenangebot; -auftrag, der besonderer A uftrag (1);
- a u sgabe, die 1. Ausgabe (3) eines Druckwerks, einer
Zeitung aus besonderem Anlaß — 2 . jvorw. Pl.j zu
sätzliche Geldausgabe: wir h atte n Sonderausgaben;
- a u s stellung, die zusätzliche, einem speziellen Thema
gewidmete Ausstellung: eine S. japanischer Ma
lerei
Sonderbar jA dj.j merkwürdig: ein sonderbares Er
lebnis, Gefühl, Benehm en; ein sonderbarer Vor
gang, Einfall, Mensch; er ist ein sonderbarer K auz;
das kommt mir höchst s. vor
sonderbarerweise jAdv.j merkwürdigerweise
Sondor/st?nder| -botschafter, der Botschafter mit
besonderer M ission; -briefmarke, die vgl. Sonder
ausgabe (1): eine S. zum Tag des Kindes; -druck,
der /PL -e/ gesondert gehefteter selbständiger Artikel
aus einem Sammelband, der für seinen Autor be
stimmt ist; -fahrt, die Fahrt außerhalb des Fahr
plans od. außerhalb des Programms (1.1): eineS.
der Keichsbahn zur Leipziger Messe; eine S. des
Reisebüros nach N; -fall, der von der Regel ab
weichender, besonderer F all (IL2).; -geneh migung ,
die in Ausnahmefällen, für einen besonderen A nlaß
erteilte Genehmigung; -gleichen jindekl. A d j n u r
attr.; dem Subst. nachgestellt; emot.j mit nichts ver
gleichbar: das ist eine Frechheit s.; -interesfen, die
jP l.j von einem einzelnen od. einer Personehgruppe
verfolgte, der Gesellschaft meist abträgliche Interessen;
- k lasse, die jo. PL; Abk. S/ höchste Güteklasse;
-koxnmando, das Kommando (4) für besondere Ein
sätze: ein S. der Polizei, Feuerwehr; -konto, das
für bestimmte Zwecke, bes. für Spendenaktionen, ein
gerichtetes K o nto
sonderlich jA dj.j 1. jn u r verneintj außergewöhnlich
1.1. jattr.j besonder: er schaffte es ohne sonder
liche Mühe 1.2. jadv.j nicht s.:er war nicht s. (nicht
sehr, nicht besonders) begeistert davon, nahm es
nicht s. ernst —2.jadv.j süddt. Österr. Schweiz.
besonders (2.1): sie las viel, s. in den Ferien —
3. merkwürdig: er ist etwas s., hat sonderliche
Neigungen
Sonderling, d er; -s, -e jmd., der durch sonderbares,
von der Norm abweichendes Wesen, Verhalten auf-
fällt: er ist ein (weltfremder) S.
Sonder] -m arke, die Sonderbriefmarke; -m aschine,
die aus besonderem A nlaß eingesetztes Passagier
flugzeug
Sondern jsw. Vb.; hat; / t auch gesondert/ geh
Sondern — Sonnenkollektor
1065
etw., jmdn. von etw. anderem, jmdm. anderen schei
den (2.1 .2)
+ die / Spreu vom Weizen s.
2sondern /K o nj.; nebenordnend/ 1. /verbindet zwei
satzwertige Glieder; adversativ; setzt immer im Vor
dersatz ein Negationswort voraus; berichtigt den
Vordersatz in bezug auf die durch Betonung gekenn
zeichneten Gliederj: das ist nicht grün, s . türkis;
das war nicht Herr Meier, s. Herr Schulze; nicht er
hat es verschuldet, s. sie; er zahlte nicht bar, s.
überwies den Betrag — 2 . /als Glied der mehrteiligen
Konj. nicht nur ... s. auch; verbindet wie und 1.1
zwei od. mehrere, meist aufeinanderfolgende Glieder;
ausgenommen sind in der Regel eingliedrige finite
Verbformen sowie ganze Sätze ohne gemeinsame
Glieder; gibt an, d aß die durch die Glieder benannten
Eigenschaften zugleich gelten; betont das Zusätzliche/ :
nicht nur wir waren begeistert, s» auch alle an
deren (wir waren begeistert, aber alle anderen waren
es auch); er ist nicht nur ein guter Facharbeiter,
s. auch ein guter Sportler (er ist ein guter Fach
arbeiter, aber ein guter Sportler ist er auch)
Sonder («nummer, die Sonderausgabe (1) einer Z ei
tung; -preis, der: etw. wird zu einem S. (reduzierten
Preis) angeh oten
sonders /Adv./
+ / samtunds.
Sonder]Schicht, die zusätzliche Schicht (3): eine S.
fahren; -schule, die Schule für körperlich od. geistig
behinderte schulpflichtige K ind e r und Jugendliche;
dazu -Schüler, der; -Signal, das zur Vorfahrt berech
tigendes Signal, m it dem bes. Kraftfahrzeuge des R et
tungsdienstes, der Feuerwehr und der Polizei aus
gerüstet sind: der Krankenwagen fährt mit S.;
- Sitzung, die aus besonderem A nlaß stattfindende
Sitzung: eine S. des Weltsicherheitsrates; -spräche,
die auf einen bestimmten Sachbereich, eine soziale
Gruppe beschränkte Sprache mit spezifischem W ort
schatz; -Stellung, die \vorw. Sg.j vom Üblichen ab
weichende Stellung (5.2): jmd., etw. nimmt eine S.
ein; -Stempel, der Poststempel zu bestimmtem A n
laß; -Urlaub, der zusätzlicher Urlaub für einen
Armeeangehörigen aus besonderem A nlaß ; -verkauf,
der vgl. Sonderangebot; -wünsch, der fvorw. PI ./
Wunsch, der eine Leistung betrifft, die im Service
nicht vorgesehen i s t : Sonderwünsche der H otelgäste
werden berücksichtigt; -zug, der vgl. Sonder
maschine: die Kinder fuhren mit einem S. an die
See; -Zulage, die aus bestimmtem A nlaß , für beson
dere Leistungen gewährte, gezahlte Zulage; -Zu
wendung, die vgl. -Zulage
sondieren jsw. Vb. ; hat/ 1. etw. vorsichtig erkunden:
die Lage, ein Gelände, das Terrain s.; sondierende
Gespräche führen — 2 . M ed. etw. m it einer Sonde
untersuchen: den Magen s.
Sondierungs |gespräch, das sondierendes Gespräch
Sonett, das; -s, -e Gedicht aus Id meist elfsilbigen
Zeilen, die in zwei vier- und zwei dreizeilige Stro
phen gegliedert sind: die Sonette Dantes, Rilkes
Song, der; -s, -s [soq, auch zog] Lied, Schlager od.
stark rhythmisches, meist satirisch-gesellschafts
kritisches Lied: ein S. aus Brechts Dreigroschen
oper
sonn]: /* Sonnen/sonnen|
Sonnabend, der sechster Tag der Woche: der ar
beitsfreie S.; / auch Dienstag
sonnabends /Adv.;zu Sonnabend/;/ auch dienstags
Sonne, die; -,
-n 1. fo. P I ./ zentraler Himmelskörper
unseres Planetensystems, der a m Tage als gelbe,
rote Scheibe am Himmel erscheint und als Spender
von Licht und Wärme das Leben auf der Erde er
möglicht-. S ., Mond und Sterne; der Lauf, Stand, die
Bahn, Wärme, das Licht der S.; die goldene S.;
die S. geht auf, unter, steht am Himmel, scheint,
strahlt, wärmt, sinkt; heute brennt, sticht die S.
(ist es sehr heiß); die S. ist hinter den Wolken,
bricht durch den N ebel; die S. im Rücken haben;
die S.lachte,s eher zh. meinte es gut mit uns (schien
kräftig) — 2 . /o. P L / Sonnenschein: diese Pflanzen
brauchen viel S.; die Wohnung hat wenig, den
ganzen Tag S.; sich in die S. setzen, von der S.
bräunen lassen, vor (der) S. schützen; über dem
ganzen Strand lag S.; etw. glänzt in der S.;von der
S. ausgebleichte Gardinen — 3 .1 . Heizsonne
3.2 . Höhensonne (2.1)
sonnen /sw. Vb.; hat/ 1. sich, etw. s. sich, etw. von
der Sonne bescheinen lassen: er sonnte sich auf dem
Balkon, am Strand; die Betten s.
—
2. sich in etw.
s .: sich im Glanz seiner Erfolge, in seiner Vergan
genh eit s. (seine Erfolge, Vergangenheit selbst
gefällig hervorheben)
Sonnen| -aktivität, die /o. Pl.j A stro n . Gesamtheit
der veränderlichen, kurzzeitigen Erscheinungen auf
der Sonne; -aufgang, der: nach S. aufbrechen; -bad,
das: ein S. nehm en (sich mehr od. weniger ent
kleidet in die Sonne setzen, legen); -batterie, die
Elektrotechn. Batterie mit Halbleitern, durch die
Sonnenenergie in Elektroenergie umgewandelt w i rd ;
- b lende, die Sonnenlicht abschirmende Blende: die S.
an einem Fotoapparat; -blume, die hoher Korb
blütler m it langem, starkem Stengel, großem, gelbem,
scheibenförmigem Blütenstand und ölhaltigem Samen
Sonnenblumen] -kern,der Samen der Sonnenblume;
- öl, das fo. PL / aus Sonnenblumenkernen gewonnenes
Speiseöl
Sonnen/sonnen (mit * auch sonn|)| -brand, der /o.
PI./ Verbrennung der H aut durch zu starke Sonnen
strahlung: einen S. bekommen, haben; -bräune, die
Brä une; -brille, die B rille mit dunkelgetönten Glä
sern zum Schutz der Augen vor den ultravioletten
Strahlen der Sonne und vor zu großer Helligkeit;
- d eck , das oberstes, nicht überdachtes Deck eines
Passagierschiffes; -energie, die fo. PI ./ von der
Sonne abgestrahlte Energie: S. m it Hilfe von H alb
leitern in Elektroenergie umwandeln; -ferne, die
jo. P l.j Punkt der größten Entfernung eines P la
neten von der Sonne; -finsternis, die teilweise od.
völlige Verfinsterung der Sonne durch den M ond,
wenn dieser zwischen Sonne und Erde steht: eine
totale, partielle S.;
- f leck, der weniger hell als
seine Umgebung leuchtendes Gebiet a uf der Ober
fläche der Sonne; *-gebräunt /A dj./ von der Sonne
gebräunt: seine H a ut war s.; sonnengebräunte
Urlauber; -geflecht, das M ed. weitverzweigtes Ge
flecht des vegetativen Nervensystems im Bauchteil
der Säugetiere; -gereift fA dj./ in der Sonne ge
reift: sonnengereifte Früchte, Tomaten; -glut,
die Sonnenhitze; -hitze, die durch Sonnenstrahlung
entstehende Hitze; -hut, d er leichter H ut zum Schutz
gegen die Sonne (2); -Jahr, das A stro n . Zeitraum
von etwa 3651/4 Tagen, in dem die Erde die Sonne
einmal umkreist; -klar /Adj./ umg. /emot./ völlig
klar, eindeutig: das, der Fall, Zusammenhang ist
s.; -kollektor, der Elektrotechn. Sonnenbatterie;
1066
Sonnenkorona — Sophistik
- korona, die A stro n . die Sonne umgebender,
schwach leuchtender Strahlenkranz: bei der totalen
Sonnenfinsternis tritt die S. hell in Erscheinung;
- kraftwerk, das Anlage zur Nutzung der Sonnen
energie ; -killt, der kultische Verehrung der Sonne (1):
der S. der Azteken; -licht, das jo. PL/ : starkes, mil
des, warmes S.;
- nähe, die Punkt der geringsten
Entfernung eines Planeten von der Sonne; -öl, das
jo. Pl.j umg. Sonnenschutzöl; -schein, der jo. PLj
1. Schein, Licht der Sonne (1): das Land lag in
hellem, vollem S.; bei strahlendem S.
—
2. jmdl
ist, jmds. S. jmd. ist jmds. Glück, Freude; seine
Tochter ist sein S.; das Mädchen ist ein richtiger
kleiner, ist unser S .; + es herrscht eitel / Freud
und S.;
- s chirm , der Schirm zum Schutz gegen
Sonnenstrahlen; -schütz, der Vorrichtung zum
Schutz gegen Sonnenstrahlen; -schntzöl, das jo. Pl.j
Hautöl, das vor Sonnenbrand schützt; -Seite, die
jvorw. Sg.j der Sonne (1) zugewandte Seite, Südseite:
die S. des Hauses; die Terrasse liegt auf der S.;
O die S. (das Positive, Angenehme) des Lebens;
- Spektrum, das Spektrum des Sonnenlichts; -stich,
der jo. PLj durch längere direkte, auf den K opf ein
wirkende Sonnenstrahlungr verursachte Erscheinun
gen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel: einen
S. bekommen; -strahl, der jvorw. P Lj: die ersten
Sonnenstrahlen genießen; -Strahlung, die jvorw.
Sg.j: im Frühjahr ist die S. intensiver als im
Herbst; -System, das jo. P l.j die Sonne, alle sie
umkreisenden Himmelskörper und der von ihnen
durchzogene Baum; -tag, der 1. sonniger (1.2)
Tag : dieser Landstrich hat durchschnittlich etwa
200 Sonnentage im Jahr — 2* Astron. Zeit
zwischen zw ei Durchgängen der Sonne durch den
Meridian; -tau, der jo. PLj fleischfressende Pflanze,
deren grüne, eine Bosette bildende Blätter ein klebri
ges Sekret absondern, an dem Insekten haftenbleiben,
die von der Pflanze verdaut werden; -uhr, die waage
rechte od. senkrechte Fläche m it bestimmten M a r
kierungen, a u f der bei Sonnenschein die Z eit durch
den Schatten eines Stabes angezeigt wird; -Unter
gang, der; ❖ -verbrannt jA dj.j vgl.
- gebräunt;
- wende, die Zeitpunkt des höchsten od. tiefsten Stan
des der Sonne während des Jahres
sonnig /Adj.j 1,1. von der Sonne beschienen: eine
sonnige Wiese, Straße; hier ist es mir zu s. 1 .2 . reich
an Sonnenschein: sonniges W etter; eine sonnige
Wohnung — 2. heiter, fröhlich: er hat ein sonniges
Wesen, ist ein sonniger Mensch
Sonntag, der siebenter Tag der Woche, Tag, an dem
die Arbeit ruht: der Zug verkehrt nur an Sonn- und
Feiertagen; / auch Dienstag
sonntäglich jA d j.j 1. dem Sonntag entsprechend: s.
gekleidet sein — 2 . /nicht präd.j jeden Sonntag wie
derkehrend.> am Sonntag üblich: der sonntägliche
Spaziergang
sonntags jAdv.; zu Sonntag/; auch dienstags
Sonntags | -a nzug , der gewöhnlich nur an Sonn-,
Feiertagen getragener Anzug; -ausflug, der Ausflug
an einem Sonntag; -ausgabe, die sonntags er
scheinende Ausgabe einer Zeitung; -braten, der
am Sonntag verzehrter Braten; -dienst, der jo. Pl.j
Dienst (1.1) am Sonntag: der ärztliche S.; -fahrer,
der sp ö tt. Kraftfahrer, der selten fährt und daher
ungeübt ist; -kind, das 1. an einem Sonntag geborener
Mensch — 2 . Glückskind; -kleid, das vgl. -a nzug;
- rücklahrkarte, die ermäßigte Bückfdhrkarte der
Beichsbahn für das Wochenende; -ruhe, die Arbeits
ruhe am Sonntag; -Spaziergang, der vgl.
-ausflug;
-Staat, der jo. PLj scherzh. gewöhnlich nur an
Sonn-, Feiertagen getragene Kleid u ng
sonor jAdj.j klangvoll: eine sonore Stimme
sonst jAdv.j 1. /bezieht sich auf ein Satzglied, das
alternative Einheiten zu einem vorangegangenen
gleichartigen Satzglied kennzeichnet/ 1.1 . /schränkt
positive Voraussetzungen negativ ein/: Mutter weiß
es, s. niemand; einen Wodka trinke ich, s. nichts
1 .2 .1schränkt negative Voraussetzungen po sitiv e inj:
Mutter weiß es nicht, s. alle; Wodka trinke ich
nicht, s. alles — 2 . /bezieht sich auf ein Satzglied
un d kennzeichnet zusätzlich Vergleichbaresj darüber
hinaus: er hat s. nichts, nichts s. erzählt; es gab
dort kein Bier, keine Brause noch s. etwas zu
kaufen; wer s. sollte das sein?; wer sollte das s.
sein? — 3 . / kennzeichnet als eigenständiges Satzglied
alternative Varianten zur gegebenen Situation! bei
anderer Gelegenheit, zu anderer Zeit, für gewöhnlich:
du bist doch s. so lustig; ich kann s. besser singen;
jin Verbindung mit wie/: ich mache es wie s. (wie
üblich) — 4 . jin konjunktionaler Verwendung;
nebenordnend; fügt an einen Vordersatz einen H a up t
satz m it Inversion des Subjekts an; kennzeichnet da
m it eine bedingte Alternative zu dem im Vordersatz
genannten od. aus dem Kontext erschließbaren Sach
verhaltI 4.1 . in anderem Falle: wir müssen gehen, s.
verpassen wir den Zug; ich darf Sie nicht rein
lassen, s. gibt es Arger 4 .2 . jbei kohjunktionalem
Nachsatz/: zum Schluß fiel ein Selbsttor, s. hätten
wir gewonnen (wenn nicht zum Schluß ein Selbsttor
gefallen wäre, dann hätten w ir gewonnen) 4.3 . jim
Anschluß an ein konditionales Satzgefüge/: wenn
der Winter sehr kalt ist, kommen die Hirsche hier
her, s. bleiben sie im Wald (nur wenn der Winter
sehr kalt ist, bleiben die Hirsche nicht im Wald)
sonstig \Adj.;nurattr.j 1.1 . sein sonstiges (übriges,
weiteres) Verhalten war gut 1.2 . man gratulierte
mit Blumen und sonstigen Geschenken (und Ge
schenken anderer A rt)
sonst umg.|
-was /Indef. pron.j alles, was irgend
möglich: er hatte s. versucht, es war vergeblich;
- wer /Indef. pron.j irgendein anderer: das mag s.
machen, ich nicht; erzähle das sonstwem, aber
nicht mir; -wie jAdv.j auf irgendeine andere Weise:
sieh zu, daß du mit der Bahn oder s. herkommst;
- wo jAdv.j an irgendeinem (ganz) anderen Ort: ich
habe dich s. vermutet, aber nicht hier; -wohin
jA dv .j an irgendeinen (ganz) anderen Ort: er kann
s. kommen, er findet sich überall zurecht
so [oft jKonj.; unterordnend; leitet einen temporalen
Gliedsatz ein; kennzeichnet den Gliedsatz im Sinne
der Gleichzeitigkeit; gibt an, d aß sich der Sachverhalt
im Gliedsatz immer zum gleichen Zeitpunkt wieder
holt wie der des Hauptsatzesj: s. er kam, brachte er
Blumen mit; sie besucht ihn, s. er es wünscht
Sophismus, der; -, Sophismen (mit der Absicht zu
täuschen vorgebrachter) scheinbarer Beweis, s p i tz
findiger Gedanke
Sophist, der; -en, -en 1. Philos. Vertreter der
Sophistik (1) — 2 . jmd., der häufig spitzfindige, nur
scheinbare Beweise gebraucht
Sophistik, die; -, jo. Pl.j 1. Philos. Strömung in der
antiken griech. Philosophie, für deren Vertreter der
Mensch im M ittelpunkt der Betrachtungen stand und
deren Vertreter berufsmäßig Kenntnisse in der K u nst
der Rede, des Streitgesprächs und des Beweises ver
mittelten, was bei den jüngeren Vertretern zur bloßen
Technik einer spitzfindigen Beweisführung entartete
—
2. (zur Täuschung vorgenommenes) scheinbar lo
gisches Beweisverfahren, dessen Schlüsse als zw in
gend erscheinen, tatsächlich aber fehlerhaft sind; daz u
sophistisch lAdj.j
Sopran* der; -s, -e 1« fo. P L / höchste Stimmlage bei
Frauen, Kindern: eine Arie für S.; derJunge singt
im Chor S. — 2 . Sängerin, Knabe mit 1
Sopranistin* die; -,
-n en Sängerin mit Sopran (1)
Sopranjstimme, die 1. jo. Pl.j Sopran (1) — 2 . No
tenvorlage für den Sopran (1)
Sorge*die;-,
- n l . bedrückende innere Unruhe, Angst,
die i n jmd m . durch eine unangenehme, schwierige,
gefahrvolle Lage hervorgerufen wird, deren B e
wältigung noch nicht überschaubar ist: schwere,
ernste, drückende, berufliche, häusliche, finanzielle
Sorgen; Kummer und S. haben; seine größte S.
war, daß
spött. Sorgen haben die Leute (die
Leute regen sich über Belangloses auf))}; sie hat
immer den Kopf voller Sorgen; keine S. (beunru
hige dich nicht), das schaffst du schon!; er macht
sich Sorgen um ihn, darüber, darum, deswegen,
wegen dieser Sache; sie, ihr Zustand macht mir
ernstlich S .; eine außenpolitische Lage, die Anlaß
zur S. gibt; sich die Sorgen vertreiben; diese S.
bin ich endlich los; aus den Sorgen nicht her
auskommen; sehr in S. (um jmdn., etw.) sein;
etw. erfüllt jmdn. mit S.; frei von Sorgen in
die Zukunft blicken — 2. fo. Pl.j 2.1. jmds. Für
sorge, Hilfe, Unterstützung für jmdn., etw.: die
elterliche S. für die Kinder; die S. um den Men
schen steht in der sozialistischen G esellschafts
ordnung im Mittelpunkt; laß das nur meine S. sein
(ich mache das schon)) 2.2 . fin der Verbindung!
für etw. S. tragen (für etw. sorgen 2.1); er wird da
für S. tragen, daß der Schaden behoben wird
Sorgen jsyp. Vb.; hat/ 1. sich um jmdn., etw. s. sich
um jmdn., etw. Sorgen (1) machen: sie sorgte sich
sehr, unnötig um ihn, sein Befinden — 2 .1 . für
etw. s. das Erforderliche tun, damit etw. zustande
kommt, vor sich geht, vorhanden ist: für Ordnung,
Abhilfe, Essen, Trinken s. 2 .2 . für jmdn. s. sich um
jmds. (leibliches) Wohl bemühen: er sorgte für den
Kranken, seine Kinder; sie sorgte vorbildlich für
die Familie; für jmdn., etw. ist gesorgt: für ihn,
seine Zukunft ist bestens, gesorgt (Vorsorge ge
troffen)
Sorgen/sorgen| -falte* die /vorw. P l.j tiefe Falte im
Gesicht, die ständigen Sorgen (1) zugeschrieben
w ird; -frei /A d j.j ohne Sorgen (1): ein sorgenfreies
Dasein; s. leben können; -kind* das: der älteste
Sohn war das S. der Familie (derjenige, der der Fa
milie ständig Sorgen 1 bereitete); O die W asser
versorgung war früher ein S. der Stadt; -last, die
jo. Pl.j: die S. drückte ihn nieder; -voll jAdj.j von
Sorgen (1) geprägt: ein sorgenvolles Gesicht machen
Sorge zu Sorge 2.1| -pflicht, die jo. Pl.j:die S. derEl
tern für die Kinder; -recht* das jo. P l.j: der Mutter,
dem Vater das S. (Recht auf Erziehung) für das
Kind zusprechen
Sorgfalt* die; jo. P l.j peinliche Genauigkeit, Ge
wissenhaftigkeit: auf etw. große S. verwenden; das
Register dieses Buches läßt große S. erkennen
sorgfältig jAdj.j mit Sorgfalt: sich auf etw. s. vor
bereiten; eine sorgfältige Arbeit
sorglich lAdj.j v eraltend sorgfältig: mit etw. s.
umgehen
sorg/Sprg| -los jA dj.j 1. ohne Sorgen (1): eine sorg
lose Jugend haben; s. leben können — 2 . leicht
fertig: es ist beängstigend, wie s. manche mit ihrer
Gesundheit umgehen; dazu -losigkeit, die; -,
-en
jvorw. Sg./
sorgsam lAdj.j 1.1 . mit Sorgfalt und Bedacht: etw.
s. vorbereiten, ordnen; eine sorgsame Auswahl
vornehmen 1.2 . etw. s. behandeln (so behandeln, daß
es in gutem Zustand bleibt, seine Funktion erhalten
bleibt); mit etw. s. umgehen; die sorgsame Be
handlung der Maschinen — 2 . fürsorglich und be
hutsam: ein Kind s. pflegen
Sorte, die; -,
- n 1. eine der sich durch besondere
Merkmale unterscheidenden Gruppen innerhalb
einer bestimmten Klasse von Objekten 1.1 . im H in
blick auf ihre Beschaffenheit: die beste, schlechteste,
billigste S. Zigaretten; dieser Kaffee ist eine gute,
milde, gängige S.; verschiedene Sorten Brot sind
im Angebot; Äpfel der S. (Güteklasse) A, B, C
1.2 . als bestimmte Zuchtform einer Kulturpflanze:
eine neue, aromatische S. Äpfel züchten; die Sorten
reinhalten; zwei Sorten Weizen kreuzen 1.8 . jo. Pl.j
umg. von dieser S. Musik (von solcher Musik) ver
stehe ich wenig; er ist ein Betrüger schlimmster S.
(ein großer Betrüger); jemot. neg.j mit dieser S.
Mensch (mit einem solchen Menschen) ist schwer
auszukommen — 2 . jnur im Pl.j Bank Devisen
sorten|rein jAdj.j: sortenreine Kartoffeln (Kartof
feln von ausschließlich einer Sorte 1.2)
sortieren jsw. Vb.; hat; / auch sortiert/ eine Menge
nach bestimmten M erkmalen, nach Sorten (1.1) ord
nen: Obst nach seiner Qualität, Fische nach Art
und Größe s.; etw. alphabetisch, maschinell s.
Sortier|masch!ne* die Datenverarb. Maschine,
die nach vorzugebenden Regeln Lochkarten sortiert
sortiert jAdj.; / auch sortieren/ Wirtsch. 1. jnur
a ttr.j ausgewählt und hochwertig: dies ist sortierte
Ware — 2 . jnicht adv./ ein gut sortiertes (ein gutes
Warenangebot aufweisendes) Lager
Sortiment* das; -(e)s, -e Umfang und Zusammen
setzung des Warenangebots: das Kaufhaus führt
ein gutes, breites S., hat ein reichhaltiges, vie-
seitiges S. an Sommerkleidern; das S. vervoll
ständigen, erweitern
Sortiments|gerecht jA d j.j dem erwünschten S orti
ment gemäß: die sortimentsgerechte Erfüllung des
Plans
SOS [es|o :|es] /internationales Morsezeichen eines in
Seenot geratenen Schiffes/: das Schiff funkte S.
SO| -sehr jKonj.; unterordnend; leitet einen kon
zessiven Gliedsatz e in; gibt an, daß der im Gliedsatz
genannte Sachverhalt trotz graduell hoher Wirkung
ohne Einfluß auf den Sachverhalt des Hauptsatzes
ist/: s. er sich (auch) bemühte, er erreichte nichts;
sie behielt ihre Fassung, s. sie dieser Vorwurf traf;
-SO jAdv.j 1.1 . /drückt betont gleichgültige Zurkennt
nisnahme einer (erwarteten) Erklärung ausj: „ich
war gestern auch dort.“ „ Soso!“ 1.2 . /drückt Über
raschung über eine Mitteilung ausj: „er ist dann
doch nicht gekommen.“ „Soso!“ 1.3 . jdrückt M iß
billigung od. Zweifel ausj: „ich habe den ganzen
Nachmittag geschlafen.“ „Soso, geschlafen“
—
2. um g. nicht besonders gut, mäßig: „wie war’s im
Urlaub?“ „Soso. Das Wetter war nicht besonders“ ;
„wie g eht’s?“ „Soso (einigermaßen, leidlich)u
sophistisch — soso
1067
1068
Soße — Sowjet
Soße, die; -,
-n a u s Bratensaft od. auf anderer Grund
lage hergestellte würzig e, (dick)flüssig e Beigabe zu
einem Gericht, Tunke: eine helle, braune, süße,
schmackhafte S. zubereiten; die S. mit Wein ver
feinern, mit einem Ei abziehen
+ / Quatsch mitS.!
Soßen] -löffel, der kleinere Kelle (2) zum A uftun der
Soße auf die Teller; -schüssel, die kleine Schüssel
für die Soße
Soubrette, die;
-n [zu.., auch su..] Sängerin mit
Sopranstimme für heitere Bollen in Oper, Operette
und Kabarett
Souffle, das; -s, -s [zufle:, auch su..] Kochk. Auf
lauf mit Eischnee: ein S. backen
Souffleur, der; -s, -e [zufl0:r, auch su..] jmd., der
während einer Theatervorstellung vom Souffleur
kasten aus den Darstellern den Text sagt, wenn sie
ihn vergessen haben
Souffleurkasten, der fPl.
- kästen/ verdeckter, ver
tiefter Sitzplatz in der Rampe (2) für den Souffleur
Souffleuse, die; -n [zufl0 :ze, auch s u ..] weiblicher
Souffleur
soufflieren jsw. Vb.; hat/ [zu.., auch su..] 1. als
Souffleur tätig sein: er souffliert heute — 2 . jmdm.
etw. s. (jmdm. etw. einflüstern)
Sound, der; -s, -s [saunt] spezifischer Klang des
Musizierens einer 3Band od. einer (Gesangs)gruppe
soundso fAdv.f umg. 1 .1 . in einer bestimmten Art
und Weise, die hier nicht genauer bezeichnet werden
muß, kann od. soll: er riet mir, es s. zu machen
1 .2 . /drückt eine bestimmte, hier nicht genauer be-
zeichnete Maßangabe, Menge, Zahl, Zeit aus/: etw.
ist s. groß, lang; s. viele Schüler nahmen teil; das
dauert s. lange; Paragraph s.; ich habe s. oft (viele
Male) danach gefragt 1.8 . fsteht an Stelle eines be
stimmten Namens, der nicht genannt werden kann od.
soll/: dort traf ich Herrn Soundso
soundsovielte /Indef.pron./u m g .: der s. Januar (ein
bestimmtes, hier nicht genauer bezeichnetes Datum
im Januar) war für das Treffen vorgesehen
Souper, das; -s, -s [zupe:, auch su..] veraltend
geh . festliches Abendessen mit Gästen: ein S. geben
soupierenfsw. Vb.;hat/ [zu.., auch su..] veraltend
geh. ein Souper einnehmen: mit/ bei jmdm. s.
Soutane, die; -,
-n [zu.., auch su..] bis zu den
Knöcheln reichendes Gewand des katholischen Geist
lichen'
Souterrain, das; -s, -s [zutsrsq, auch sutsrs] v e r
a lt e n d teilweise od. ganz unter der Erde liegendes
Geschoß eines Hauses, in dem sich Wohnungen,
Werkstätten befinden
Souvenir, das; -s, -s [suvonhr, auch zu ..] kleiner
Gegenstand zur Erinnerung an etw., jmdn., An
denken: ein S. kaufen, von der Reise mitbringen
souverän \Adj./ [zuvq. ., auch su ..] 1.1. /nicht adv./
Souveränität (1.1, 1.3) besitzend: ein souveräner
Staat; das souveräne Volk 1.2 . uneingeschränkt: die
souveränenRechte eines Staates;derKönig herrsch-
te s. (unumschränkt) — 2 .1 . von Selbstsicherheit und
dem Vermögen zeugend, Anforderungen zu bewäl
tigen: eine souveräne Haltung zeigen 2.2 . er ge
wann s. (klar 2.2)
Souverän,der; -s, -e [zuvo.., auch su..] veraltend
unumschränkt herrschender Fürst, unumschränkter
Herrscher eines Landes
Souveränität, die; -, jo. PI ./ [zuva.., auch su..]
1 .1 . Hoheitsgewalt eines Staates über seine inneren
und äußeren Angelegenheiten: die S. eines Staates
respektieren 1.2 . Recht einer Nation auf Selbst
bestimmung: die nationale S. bietet die recht
mäßige Grundlage für den Kampf um die Schaf
fung der Staatshoheit 1.3 . Recht eines Volkes auf
Ausübung der Macht in seinem Staate: die S. des
werktätigen Volkes ist das tragende Prinzip des
Staatsaufbaus in der DDR — 2. mit S. (souverän
2.1) meisterte er diese schwierige Aufgabe
so] 1-vifil fK onj .; unterordnend; leitet einen Gliedsatz
ein/ 1. /restriktiv; kennzeichnet den Gliedsatz im
Sinne einer Einschränkung; der Gliedsatz schränkt
subjektiv die Aussage des Hauptsatzes ein/: s. ich
weiß, will er morgen kommen — 2 . /in Verbindung
mit auch konzessiv; gibt an, daß der im Gliedsatz ge
nannte Sachverhalt trotz graduell hoher Wirkung
ohne Einfluß auf den Sachverhalt des Hauptsatzes
ist/: s. er auch arbeitete, er schaffte es nicht;
2-v iel fIndef.pron.; verbunden mit nachfolgendem
wie, auch als im Vergleich/ 1.1. in dem Maße: er soll
s. wie möglich an die frische Luft gehen 1.2 . das
selbe, ebensoviel: das ist nur s. wert, wie ...; er be
kam noch einmal, doppelt, halb s. wie sie; nimm, s.
du willst
Sowchos [sofxos], Sowchos [zofgos], der, auch das;
-, Sowchose [ . .90:za] s. Sowchose
Sowchose, die;
- n [zof9o:za] staatlicher landwirt
schaftlicher Großbetrieb in der Sowjetunion
so ^ -w eit fKonj.; unterordnend; leitet einen Gliedsatz
ein/ 1. /restriktiv; kennzeichnet den Gliedsatz im
Sinne einer Einschränkung; der Gliedsatz schränkt
subjektiv die Aussage des Hauptsatzes ein/: s. ich
es beurteilen kann, ist die Arbeit gut ausgefallen —
2. /restriktiv u. konditional/ unter der Voraussetzung,
daß
alle Mitarbeiter des Betriebs, s. sie nicht
krank waren, beteiligten sich an den Aufräumungs
arbeiten — 3 . /lokal; kennzeichnet den Gliedsatz im
Sinne einer räumlichen Erstreckung und ihrer B e
grenzung/: wir liefen, s.. wir konnten; 2-weit /Adv./
1.1 . [soweit, soweit] /bezeichnet eine Einschränkung/
insgesamt gesehen: s. geht es ihm gut 1 .2 . [soweit]
bis hierher:s. war er einverstanden, beim Folgenden
aber hatte er Einwände — 2 . [soweit] s. sein /drückt
aus, daß ein bestimmter (Zeit)punkt, Grad erreicht
ist/: es ist gleich, noch lange nicht s.; es ist s., wir
können essen; wir sind s. (sind fertig, bereit); 1 -we-
nig /Konj.; unterordnend; mit dem Korrelat doch im
Hauptsatz; leitet einen vorangestellten konzessiven
Gliedsatz e in ; gibt an, daß der im Gliedsatz genannte
Sachverhalt trotz graduell geringer Wirkung, trotz
Nichtvorhandenseins ohne Einfluß a uf den Sach
verhalt des Hauptsatzes ist/: s. er darüber Bescheid
weiß, kann er doch die Zusammenhänge erkennen;
2-wgnig /Indef.pron.; verbunden mit nachfolgendem
wie, auch als im Vergleich/ in so geringem M aße wie,
nicht mehr als: trinke s. wie, als möglich; -wie
/K onj./ 1 . /unterordnend; leitet einen voran- od.
nachgestellten temporalen Gliedsatz ein/ sobald —
2. /nebenordnend; verbindet Satzglieder bei An
reihungen, vorw. Subst., a n Stelle von und 1.1/; er
kaufte Briefpapier, Briefmarken s. einige Farb
stifte; -wieso, nwieso /Adv./ umg. 1 , ohnehin: ich
bringe dir Briefmarken mit, ich gehe s. zur Post —
2. /Sowieso/ Herr Sowieso Herr Soundso: Herr So
wieso hat mir das gesagt
Sowjet, Sowjet, der; -s, -s gewählte oberste od. ört
liche Volksvertretung in der UdSSR, revolutionäres
Sowjetarmee — Sozialleistung
1069
Machtorgan der Arbeiterklasse und ihrer Verbün
deten zur Ausübung der soz. Demokratie: der Oberste
S. der UdSSR, einer Unionsrepublik
Sowjet, Sowjet] -armee, die jo, PL / die Streitkräfte
der Sowjetunion; -bürger, der Bürger der Sowjet
union
sowjetisch /Adj.f die UdSSR betreffend, zur UdSSR
gehörig
Sowjet, Sowjet! -macht, die jo. Pl.j die von den
Sowjets ausgeübte Macht (1); -Stern, der roter Stern
m it fünf Zacken, der das Symbol der Sowjetmacht
darstellt; -Union, die jo. Pl.;A bk. SU/ / Union der
Sozialistischen Sowjetrepubliken
so jwohl fKonj.; als Glied der mehrteiligen Konj. s.
. . . als auch, s . ... wie (auch); verbindet zwei od. meh-
rere, meist direkt aufeinanderfolgende Glieder; gibt
a n, daß die durch die Glieder benannten Einheiten,
Eigenschaften zugleich gelten; verbindet Glieder wie
und 1.1; ausgenommen sind in der Regel ein
gliedrige finite Verbformen sowie ganze Sätze ohne
gemeinsame Glieder): s. H ans als, wie auch Birgit
hat den Film gesehen; er hat s. den Film gesehen,
als auch das Bach gelesen; wir stellen s. männliche
Piloten als auch weibliche ein
sozial fAdj.j 1.1. /nur attr.j das Zusammenleben der
Menschen in der Gesellschaft betreffend: die sozialen
Verhältnisse der Menschen; das soziale Leben,
Milieu 1.2 . Z o ol. gesellig lebend, nicht solitär: soziale
Insekten — 2 . /nicht präd.j die ökonomisch-politi
sche S tru ktur einer gegebenen Gesellschaft betreffend:
Staaten mit unterschiedlicher sozialer Ordnung;
eine soziale Erneuerung, Revolution; der Kampf
um soziale Gerechtigkeit; der soziale Fortschritt;
soziale Konflikte, Mißstände — 3 . /nicht präd.j die
Zugehörigkeit der Menschen zu verschiedenen K las
sen, Gruppen od. Schichten der Gesellschaft be
treffend: Menschen unterschiedlicher sozialer Her
kunft, Stellung; die soziale Struktur, Schichtung
der Gesellschaft; soziale Schranken, Gegensätze —
4.1 . / nicht präd.j die wirtschaftliche Situation vieler
Mitglied er der Gesellschaft betreffend: so ziale ( U n
sicherheit 4.2 . auf das Wohlergehen der Mitglieder
der Gesellschaft gerichtet: soziale Errungenschaften,
Maßnahmen; die sozialen Leistungen unserer Ge
sellschaft; s. denken, handeln; soziale (gemein
nützige) Einrichtungen 4.8 . fnur attr.; BRDj die
soziale Marktwirtschaft fBez. der bürgert. Ökonomie
für die in der BRD bestehende staatsmonopolistische
Wirtschaftsordnungf
Sozial/sozialj -abbau, der jo .Pl.f durch Ausbeutung,
die allgemeine K rise des K ap . bedingte Verringerung
der sozialen (4.2) Leistungen in kap. Staaten; -arbeit,
die fo.Pl.; BRD/ in der BRD (beruflich) ausge
übte Betreuuhg bestimmter sozial beeinträchtigter
Personen(gruppen); -arbeiter, der /B RD/ jmd., der
in der Sozialarbeittätig ist; -demokrat, der Mitglied,
Anhänger einer sozialdemokratischen Partei; -de-
mokratie, die fo. Pl.j unter dem Einfluß von Marx
und Engels gegründete, politisch und ideologisch
revolutionäre Bewegung der Arbeiterklasse, die in
Deutschland in der Zeit des Übergangs zum I m
perial. immer mehr zu einer opportunistischen Strö
mung in der Arbeiterbewegung wurde und nach der
Gründung der K PD , die die revolutionären Traditio
nen fortsetzte, eine bürgerlich orientierte P o litik be
trieb, nach 1945 in der BRD ganz auf die Positionen
des westdeutschen Imperial, einschwenkte; dazu
- demokratisch fAdj.fi die Sozialdemokratische
Partei Deutschlands fAbk. SPD/; -demokratismus,
der;
fo. Pl.j Ideologie und Politik der rechten
Führung der Sozialdemokratie; -fonds, der Fonds
für soziale Leistungen eines Betriebes od. des Staa
tes: etw. aus dem / Kultur- und S. (des Betriebes)
bezahlen; -fürsorge, die (staatliche Institution für
die) Unterstützung und Betreuung von Menschen,
die wirtschaftlich od. gesundheitlich in N ot geraten,
sozial gefährdet sind und dringend der Hilfe bedürfen;
- geschädigt fAdj.f psychisch od. körperlich beein
trächtigt durch ungünstige häusliche, soziale Ver
hältnisse: dieses Kind ist s.
Sozialisation, die; fp. Pl.j Psych. Soziologie
durch die Gesellschaft vermittelte Aneignung der
sozialen Verhaltensnormen und Wertvorstellungen
durch das Individuum, soziale Formung der Persön
lichkeit
sozialisieren jsw. Vb.\ hat; noch BRD ; verschleiern
de Bez. fürf unter kap. Verhältnissen etw. aus pri
vatem in staatlichen B esitz überführen; dazu Soziali
sierung, die; -,
-en
Sozialismus, der; -, jo. Pl.j 1. erste Entioicklungs-
stufe der sozialökonomischen Gesellschaftsformation
des Kommunismus, die auf der Herrschaft der
Arbeiterklasse im Bündnis mit allen werktätigen
Schichten des Volkes u nd a uf der führenden Rolle
der marxistisch-leninistischen Partei beruht, in der
das gesellschaftliche Eigentum an den Produktions
mitteln geschaffen und die Ausbeutung des Menschen
durch den Menschen beseitigt w ird : der Aufbau, das
Zeitalter des S .; der reale, real existierende S .; im
S. leben; im S. gibt es keine antagonistischen Klas
sen mehr — 2 . Gesamtheit der Prinzipien, Lehre,
Theorie vom Aufbau und der Entwicklung der
sozialistischen und kommunistischen Gesellschaft:
der Siegeszug des S.; der wissenschaftliche S. -
Kommunismus (der Marxismus-Leninismus, bes.
seine Lehre vom Klassenkampf des Proletariats,
von der sozialistischen Revolution und dem Aufbau
der sozialistischen und kommunistischen Gesell
schaft)
Sozialist, der; -en , -en Anhänger des wissenschaft
lichen Sozialism us, Mitglied einer sozialistischen
Partei
sozialistisch jAdj.f der Theorie und Praxis des
wissenschaftlichen Sozialism us entsprechend, den
Aufbau des Sozialismus betreffend: die sozialistische
Gesellschaft(sordnung),
Demokratie, Kultur,
/ Lebensweise; die Entwicklung des sozialisti
schen B ewußtseins; das einheitliche sozialistische
Bildungssystem; in der Deutschen Demokratischen
Republik, dem sozialistischen deutschen Staat,
entwickelt sich die sozialistische deutsche Nation;
das sozialistische W eltsystem; die Sozialistische
Einheitspartei Deutschlands \Abk. SED/; Kol
lektiv der sozialistischen Arbeit /Ehrentitel für ein
Arbeitskollektiv in soz. Betrieben und Einrichtun
gen!; das sozialistische Eigentum an den Produk
tionsmitteln; die sozialistische Planwirtschaft;
der sozialistische
Wettbewerb; s. arbeiten,
leben
sozh}l/Sozi£l| -kritisch fA d j.j an bestehenden gesell
schaftlichen Verhältnissen K ritik übend: ein sozial-
kritischer Film; -leistung , die Leistung zur Ver
besserung der A rb eits- und Lebensbedingungen, zur
Sicherung der Gesundheit sowie der materiellen und
1070
sozialökonomisch — Spange
kulturellen Bedürfnisse der Mitglieder der Gesell
schaft; -ökonomisch /Adj.; vorw. attr.f: die sozial-
ökonomische (die Gliederung der Gesellschaft nach
den Eigentumsformen an den Produktionsmitteln
betreffende) Struktur der Gesellschaft; -partner,
der jBRDj vgl. - Partnerschaft; -Partnerschaft, die
jo. PI .; B RD ; bürgerl. Begriff von einer angeblichen
Partnerschaft zwischen K apitalisten und Arbeiter
klasse, m it dem der antagonistische Widerspruch
zwischen Lohnarbeit und K apital verschleiert und der
Klassenkampf geleugnet wird/; -politik, die /o. Pl.f
Maßnahmen des Staates, einer politischen Organi
sation zur sozialen Versorgung, Sicherstellung und
Entwicklung der Werktätigen, deren Inhalt und Ziel
stellung vom Klassencharakter des Staates abhängt;
dazu -politisch /Adj.; vorw. attr.f: sozialpolitische
Maßnahm en; -produkt, das /Begriff der bürgerl.
Ökonomie! Ergebnis der wirtschaftlichen Tätigkeit
in einem Land während eines Jahres; -psychologie,
die Teilgebiet der Psychologie, das sich mit dem
sozialen Verhalten der Menschen, der Kommunika
tion zwischen Menschen befaßt; -Struktur, die
soziale (3) Gliederung, Gefüge sozialer Beziehungen
in einer Gesellschaft, dessen Grundlage die ökono
mischen Besitzverhältnisse sind; -Versicherung, die
jAbk. SV/ Einrichtung zur materiellen Versorgung
von Werktätigen bei Krankheit, Mutterschaft, I n
validität und im Alter sowie zum vorbeugenden Ge
sundheitsschutz; -Versicherungsbeitrag, d e r; -Woh
nung, die jBRDj in der BRD aus öffentlichen Mit
teln gebaute Wohnung mit relativ niedriger Miete für
Mieter mit niedrigem Einkommen
Soziologe, der; -n , -n Wissenschaftler auf dem Ge
biet der Soziologie
Soziologie, die;
jo. Pl.j Wissenschaft, die die
(konkreten) Erscheinungen, Formen des gesell
schaftlichen Lebens erforscht; dazu soziologisch
jAdj.f
Sozius, der; -,
-se 1. Beifahrer auf dem Rücksitz
eines Motorrads, -rollers: der S. ist bei Unfällen b e
sonders gefährdet — 2 . Soziussitz: er fährt täglich
auf dem S. mit — 3 . Teilhaber an einem kap.
Unternehmen
Sozius|sitz, d er Rücksitz für den Beifahrer auf dem
Motorrad, -roller
sozusagen, sozusagen jAdv.j gewissermaßen, man
könnte es so ausdrücken: sie versorgt s. die ganze
Fam ilie allein
Spachtel, der; -s, -, auch die; -,
-n 1. aus einem
trapezförmigen Blatt (4) und einem Griff bestehendes
kleines Werkzeug zum Aufträgen, Glätten und Ab-
kratzen von Farbe, Mörtel, K itt: die alte Farbe mit
dem, der S. abkratzen — 2 . umg. Spatel (1)
Spachtelmasse, die jo. Pl.j kittartige Masse, die zum
Füllen von Löchern, Fugen dient
spachteln jsw. Vb.; h a t/1. etw. mit dem Spachtel (1)
auftragen, verstreichen und glätten, besonders um
Löcher, Fugen zu füllen:den Kitt s. — 2, salopp
viel essen: ich habe ganz schön gespachtelt
Spagat, das, auch der; -(e)s, -e Turnen Figur, bei
der die gestreckten Beine (auf dem Boden) in ent
gegengesetzter Richtung und im rechten Winkel zum
aufrechten Körper gespreizt sind: S. machen
Spaghetti, die jP l.j [.. geti] lange, bindfadenähnliche
Teigware
spähen jsw. Vb.; hat/ scharf beobachtend und an
gespannt suchend blicken, Ausschau halten: er
spähte aus dem Fenster, durch eine Ritze, in das
Dunkel; nach jmdm., etw. s.
Spalier, das; -s, -e 1. frei stehendes od. an einer W and
errichtete^ Gerüst aus gitterartig verbundenen Latten,
auch mit gespanntem Draht, an dem Kletterpflanzen,
Obstbäume gezogen werden: Wein am S. ziehen —
2» jvorw. Sg.j eine durch zwei Reihen von Menschen
gebildete Gasse zum ehrenden Empfang od. zum
Schutz von jmdm.: S. bilden; durch ein S. von Zu
schauern gehen
Spalier|obst, das 1* Obst von Bäumen, die am Spalier
(1) gezogen werden — 2 . Obstbäume, die am Spalier
(1) gezogen werden
Spalt, der; -(e)s, -e schmale, längliche Öffnung: d a s
Licht drang durch einen S. ein; die Tür einen S.
weit, breit öffnen
Spalte, die; -,
- n 1. eine der die Seite eines Schrift
satzes gliedernden, senkrecht verlaufenden recht
eckigen Flächen: der Artikel füllte eine S.; die An
kündigung fand man unter der S. Kulturelles —
2,1. langer (breiter) Riß (1.2) in hartem Material:
eine breite S. im Gestein 2.2 . Spalt: durch eine S.
spähen — 3. österr. eine S. (Scheibe 2.1) Wurst
spalten, spaltete, hat gespaltet/gespalten 1.1 . etw.
(gewaltsam) in Längsrichtung teilen (1), zerteilen;
mit einem Beil Holz s.; der Blitz hat den Baum ge
spalten; etw. spaltet sich: ihre Haare, Fingernägel
s. sich 1.2 . jvorw. gespalten/ Phys. Atomkerne
durch Beschießen bes. m it Neutronen in (zwei) Teile
zerlegen: Atomkerne s. 1 .3 . Chem . eine chemische
Verbindung s. (in ihre Bestandteile zerlegen) —
2. jvorw. gespalten/ eine Gruppe, etw. s. die Ein
heit einer Gruppe, von etw. zerstören: eine N ation ,
eine Partei s.; eine Gruppe spaltet sich: seine An
hängerschaft spaltete sich
spaltenfang jAdj.; nur attr.j von der Länge einer
Spalte (1): ein spaltenlanger Bericht
Spalt| -leder, das jo. Pl.j durch Aufspalten dicker
Häute gewonnenes dünnes Leder: eine billige Brief
tasche aus S.; -material, das jo. Pl.j bei der Kern
spaltung entstehende, meist radioaktive Stoffe (3.1);
-p i lz, der Biol. Bakterie
Spaltung, die;
- e n 1. jzu spalten/ das Spalten;
zu 2: die S. eines Landes, einer Gruppe — 2 . jzu
spalten 2/ das Gespalten-, Geteiltsein: die religiöse
S. seit der Reformation
Spalt {Werkzeug, das Werkzeug zum Spalten (1.1)
Span, der; -(e)s, Späne kleines, dünnes Teil a us M e
tall, Holz von unregelmäßiger Form, das (beim Be
arbeiten eines Werkstückes) abgetrennt worden ist,
abfällt (1): feine, grobe Späne; beim Schnitzen,
Hobeln fallen Späne ab
spanjabhebend jAdj.; nur attr.j Techn. spanend:
spanabhebende Werkzeuge
spanen jsw. Vb.; hat; vorw. im Part. Präs.j 1.1.
einen Werkstoff durch Abtrennen von Teilchen
mittels einer Schneide formen: einen W erkstoff s.;
spanende Werkzeugmaschinen 1.2 . spanende Be
arbeitung (Bearbeitung von Werkstoffen mittels
spanender Werkzeugmaschinen)
Spänen jsw. Vb.; hat/: einen Parkettfußboden s.
(mit Stahlspänen abziehen)
Spanferkel, das Ferkel, das noch od. gerade nicht
mehr gesäugt wird
Spange, die; -,
- n 1. schmales, leicht gebogenes Stück
Metall od. Kunststoff mit einem Verschluß zum
Zusammenhalten bes. der Haare od. der Kleidung:
Spaniel — Spant
1071
sie hielt ihre Locken mit einer S. zusammen —
2. schmaler, über den Spann führender Lederstreifen
am Schuh zum Schnallen od. Knöpfen — B. den Arm
nicht völlig umschließendes reifenartiges Schmuck
stück: sie trug eine modische S. am Arm — 4 . ge
bogener Draht, m it dem unregelmäßig stehende
Zähne gerichtet werden: als Kind mußte sie eine S.
tragen — 5 . Ordensspange
Spaniel, der; -s, -s [Jpa:mol] zu einer lang- und
weichhaarigen Hunderasse mit großen herunter
hängenden Ohren gehörender Haushund, der als
Jagdhund dient
spanisch /Adj./
+ das kommt mir s. (sonderbar, verdächtig) vor;
—
eine spanische / Wand
spanjlos /Adj.; nur attr.j Techn.: spanlose For
mung (Materialbearbeitung bes. durch Druck auf
den meist erwärmten und daher leicht verformbaren
Werkstoff)
Spann , der; -(e)s, -e Oberseite des menschlichen
Fußes vom Ansatz des Schienbeins bis zu den Zehen,
Bist: einen hohen S. haben
Spann|beton, der fo, Pl.f Bauw. Beton mit Ein
lagen aus Stahl, die vor dem Betonieren gespannt,
gedehnt werden, u m d as spätere Arbeitendes M aterials
zu verringern: eine Brücke aus S.
Spanne, die;
- n 1. nicht genau bestimmter (meist
kürzerer) Zeitraum: eine kurze S. (Zeit) — 2 .
W irtsch. Handelsspanne — 3* Entfernung zwi
schen der Spitze des Daumens und der des kleinen
Fingers od. Zeigefingers der gespreizten H and
spannen jsw. Vb.;hat; auch spannend, gespannt/
1.1 . etw. s. auf etw. von seinen Enden, Bändern aus
in einer od. mehreren Bichtungen einen Zug aus
üben (und ihn erhalten, indem man die Enden,
Bänder irgendwo befestigt): die Saiten der Geige,
einen Draht, die Leine, das Seil s.; den Kamera
verschluß s. (aufziehen); O ihre Nerven waren zum
Zerreißen gespannt (sie war im Zustand höchster
Anspannung) 1.2 . etw. spannt sich etw. wird straff
(1): die Seile spannten sich — 2 . etw. übt wegen zu
großer Enge einen als unangenehm empfundenen
Druck, Zug aus: das Kleid spannt unter den Armen
—
3. ein Zugtier an, vor ein Gefährt s. die Stränge
(1.2) eines Zugtiers an einem Gefährt befestigen, so daß
es von ihm gezogen werden k a n n : ein Pferd vor den
Pflug s.
—
4. etw. in etw. s. etw. in eine Halterung
bringen und befestigen, etw. einspannen: einen Bogen
Papier in die Schreibmaschine s.; das W erkstück
in den Schraubstock s. — 5. die Brücke spannt sich
über den Fluß (führt über den Fluß hinweg) —
6. auf etw. s. 6 .1 . sie spannte den ganzen Abend
darauf (wartete ungeduldig), daß etwas Besonderes
geschehe 6.2 . sie spannten auf jedes Wort vom
Nebentisch (versuchten angestrengt, die Unter
haltung am Nebentisch zu verfolgen)
+ jmdn. auf die / Folter s.; jmdn. vor seinen /
Karren s.
spannend /Adj.; / auch spannen/ große Spannung
(3.1) weckend, fesselnd, interessant: ein spannender
Film, Bo man; s. erzählen
Spanner, der; -s, - 1. Vorrichtung zum Spannen (1.1)
von etw.: den Tennisschläger in den S. tun; die Hose
im S. festmachen; S. in die Schuhe stecken — II. in
zahlreichen Arten vorkommender Schmetterling, der
die Flügel in Buhestellung zusammenlegt und dessen
Raupe sich fortbewegt, indem sie sich streckt, dann
die hinteren Füße dicht hinter die vorderen setzt,
dabei einen Buckel bildet und sich wieder streckt
—
III. salopp jmd., der etw. unerlaubt beobach
tet
Spann) -kraft, die 1. jo. Pl.j Gesamtheit der Kräfte
eines Menschen, die ihn befähigen, bestimmte (größere)
Leistungen zu vollbringen, bestimmte Belastungen
durchzustehen: seine S. ist noch nicht erschöpft —
2. T echn. Kraft der Spannung (1.2) einer Feder,
eines Gases; -stoff, der fo. Pl.f Gardinenstoff ohne
besondere Musterung der unteren Kante; -teppich,
der fo. Pl.j Fußbodenbelag aus Plastfolie mit weicher
Unterlage aus Filz, der beim Verlegen von Wand
zu Wand gespannt wird
Spannung, die; -en 1.1 . jo. PL; zu spannen 1/ das
Gespannt-, Straffsein: die S. der Saiten ließ nach
1.2 . die bei der Belastung eines elastischen Körpers
(2) auf seine Oberfläche wirkende K raft: die S. einer
Feder; Nässe und Frost erzeugen Spannungen —
2. in Volt gemessene Fähigkeit einer Stromquelle,
in einem geschlossenen Stromkreis einen elektrischen
Strom durch einen Widerstand (3) zu treiben: das
Netz steht unter S. (wird von Strom durchflossen) —
3. fo. Pl.j 3.1 . erregte Erwartung, Ungeduld: fie
bernd vor S .; er verfolgte die Ereignisse mit größter
S .; die S. entlud sich plötzlich 3.2 . die Erzählung
ist voller Spannung (ist sehr spannend) — 4 . jvorw.
Pl.j 4.1 . gespannte, kritische Lage, Zwistigkeit zwi
schen Personen(gruppen), Staaten: Spannungen
lösen, überwinden; Schritte zur Verminderung
internationaler Spannungen unternehmen 4.2 . Z u
stand innerer Erregtheit, Verkrampfung, des inneren
Widerstreits: dauernde psychische Spannungen
können organische Schäden verursachen
Spannungs|spannungs| -abfall,der E lektro tech n .
Differenz der elektrischen Spannungen zwischen
zwei Punkten eines von Strom durchflossenen Leiters;
- feld, das Bereich, in dem häufig Spannungen (4.1)
auftreten: ein militärisches, politisches S .;
- ge
laden jAdj.j gereizt, die Gefahr offener Auseinander
setzung in sich bergend: eine spannungsgeladene
Atmosphäre; -herd, der vgl. -feld; -m esser, der; -s, -
Elektrotechn. Gerät zum Messen der Spannung
(2); -regier, der Elektrotechn. Gerät zum selb
ständigen Konstanthalten der Spannung (2); -Ver
lust, der Elektrotech n. in elektrischen Leitungen
auftretender Spannungsabfall; -zustand, der jvorw.
Pl.j 1. P h y s . Vorhandensein von mechanischen
Spannungen: Spannungszustände im Gestein lösen
Erdbeben aus — 2. Psych. Vorhandensein von
nervösen Spannungen: Enttäuschungen können
Spannungszustände zur Folge haben
Spann)weite, die Entfernung 1.1 , zwischen den bei
den äußersten Enden der ausgespannten Flügel bei
Vögeln, Insekten 1.2 . B a u w . die der Bogen einer
Brücke, eines Gewölbes von einem Pfeiler zum an
deren, von einem Ende zum anderen überspannt:
die S. einer Brücke 1.3 . zwischen den beiden äußeren
End en der Tragflächen eines Flugzeuges
Spanjplatte, die fachsp r. Platte aus zusammen
gepreßten und verleimten Holzspänen od. anderen
hölzernen Bdhstoffen, deren Oberfläche furniert, m it
bestimmten Werkstoffen beschichtet sein kann
Spant, der; -(e)s, -s; das; -(e)s, -en Flugw. S chiff
ba u rippenartiges, eingebautes Bauteil, das zur Ver
steifung und Verstärkung der (Außen)wände von
Flugzeugen, Schiffen dient
1072
Sparbuch — spätbürgerlich
Spar| -buch, das im Besitz des Sparers befindliches
Buch, in das die bei der Bank, Sparkasse eingezahl
ten und abgehobenen Beträge und die Zinsen einge
tragen werden: ein S. anlegen (lassen); -buchse, die
kleines geschlossenes Gefäß m it einem Schlitz, durch
den Geld gesteckt wird, das gespart werden soll;
- einlage, die auf das Sparkonto einer Bank, Spar
kasse eingezahlte Geldsumme
sparen fsw. Vb.; h a t /1. Geld (für etw.) s. eine Geld
summe nicht verbrauchen und (für einen bestimmten
Zweck) aufheben, auf ein Sparkonto einzahlen: für,
auf ein Auto s. — 2 .1. (mit, an) etw. s. durch wirt
schaftliches Umgehen mit etw. möglichst wenig davon
verbrauchen: Strom, Material, (am) Fett s . ; mit dem
Haushaltsgeld s . ; beim Essen war an nichts gespart
worden (es war sehr üppig); O er sparte nicht
mit Lob 2.2. etw. s.: er ging zu Fuß, um das
Fahrgeld zu s. (nicht ausgeben zu müssen); O mit
jedem Pfennig s. (mit Geld sehr sparsam sein) —
3. sich etw. s. können: die Mühe hättest du dir s.
können (wäre nicht nötig gewesen) !; die Bemerkung
hättest du s. können (hättest du besser nicht ge
macht) !
Sparer, der; -s, - jmd., der bei einer Bank, Sparkasse
spart: er ist ein fleißiger S.
Sp&r|flamme, die auf geringen Energieverbrauch ein
gestellte, zum Kochen aber ausreichende kleine
Flamme am Gasherd
Spargel, der; -s, - 1 . Liliengewächs mit feingeglieder
ten Sprossen, gelblichen Blüten und roten Beeren
früchten, dessen junger, noch nicht an die Erdober
fläche durchgebrochener Sproß als Gemüse verwendet
wird: S. anbauen — 2. /der Sg. meint den Pl.j
junge, eßbare Sprosse von 1: S. stechen
Spar] -girokonto, das Konto, auf dem Spareinlagen
verbucht werden und über das der persönliche Zah
lungsverkehr abgewickelt werden kann; -k a sse, die
Institution, die vorwiegend Spareinlagen verwaltet
und verzinst, Zahlungsverkehr vermittelt, K redite
gewährt; -kassenbuch, das Sparbuch; -konto, das
Konto, auf dem Spareinlagen verbucht werden
spärlich fA d j.f1.1 . in der Anzahl, Intensität geringer,
als erwartet, erwünscht: um diese Zeit war der
Besucherstrom s.; ein spärlicher Beifall, Ertrag 1.2 .
im Wachstum od. Bestand kümmerlich: ein spärlicher
Haarwuchs; eine spärliche Vegetation
Sparjmaßnahme, die fvorw. Pl.j Maßnahme, die ge
troffen wird, um an etw. zu sparen: drastische Spar
maßnahmen wurden eingeleitet
Sparren, der; -s, - B a u w . schräger Balken des
Daches
+ salopp einen S, haben (von einer fixen Idee be
sessen, verrückt sein)
Sparring, das; -s, -s [Jp.., sp..] Boxen Training im
Boxen
sparsam fAdj.f 1.1 . bewußt wenig verbrauchend, m it
wenigem auskommend: eine sparsame Hausfrau;
mit Material s. umgehen 1.2. etw. ist s. im Ver
brauch (etw. reicht sehr lange) — 2 . fvorw. adv.f
ein s. (karg) möbliertes Zimmer; er machte von
der Erlaubnis nur s. (wenig) Gebrauch; dazu Spar
samkeit, die; -, fo. Pl.j
Spar)Schwein, das Sparbüchse in Form eines Schwei
nes
Spartakiade, die; -,
-n
auf Tradition der Arbeiter
bewegung beruhender, in soz. Ländern veranstalteter
Sportwettkampf in großem Bahmen auf, verschie
denen (Leistungs)ebenen und in verschiedenen D is
ziplinen: die S. wurde eröffnet
spartanisch fAdj.f 1. eine spartanische (auf Härte
und strenge Diszip lin gerichtete) Erziehung — 2 . s.
(bewußt einfach 2) leben
Sparte, die; -n 1. Teilgebiet (1.1), Fachgebiet, Ab
teilung (II. 1) (innerhalb einer Organisation): K ünst
ler aller Sparten waren anwesend; er gehört der S.
der Kleingärtner an — 2 . Spalte (1): die Mitteilung
stand in der S. Verschiedenes
Spasmus, der; -, Spasmen [Jp.., sp ..] Med. Krampf
(1): an Spasmen leiden
Spaß, der; -es, Späße 1. fo. PLf Vergnügen (1.1):
etw. macht großen, richtigen, keinen S.; an etw. S.
haben, finden; mir ist der S. vergangen (ich habe die
Freude daran verloren); jmdm. den S. verderben —
2. Scherz, J u x : ein harmloser, schlechter S.; sich
einen S. erlauben; etw. nur im, aus, zum S. sagen
(etw. als Scherz meinen); S. machen (scherzen)
+ S. verstehen (Humor haben); keinen S. ver
steh en (humorlos sein); da hört der S. auf (das
geht zu weit)1.; umg. S. beiseite (im Ernst)!; ein
teurer S. (eine teure Sache, Angelegenheit)
spaßen fsw. Vb.; hat/ (einen) Spaß machen, scher
zen : er spaßte mit den Kindern
+ mit jmdm., ,etw. ist nicht zu s. (jmd., etw. ist
sehr ernst zu nehmen)
spgßes[halber /Adv.f zum Scherz: s. probierte sie den
Hut auf
spaßig fAdj.f 1. mit Sinn für Spaß (2): ein spaßiger
alter Herr; er erzählt sehr s. — 2 . belustigend, er
heiternd: eine spaßige G eschichte; etw. Spaßiges
erleben
Spaß| -macher, der; -s, - jmd., der andere mit seinen
Scherzen unterhält: er gefiel sich in seiner Rolle als
S.; -verderber, der; -s, - jmd., der bei einem Spaß,
Ju x nicht mitmacht: willst du ein S. sein?; -v og el,
der umg. jmd., der andere gern mit Späßen und
lustigen Einfällen erheitert: er ist ein richtiger S.
spastisch fAdj.f [Jp.., sp..] Med.: eine spastische
Lähmung (Lähmung der Extremitäten durch Schä
digung des motorischen Zentralnervensystems, bei der
die Glieder eine unverändert starre Haltung a n
nehmen)
Spat, der; -(e)s, -e/Späte Min. Mineral, das sich
nach mehreren Richtungen gut spalten (1.1) läßt
spät fAdj.; /* auch später, spätestens/ 1.1 . fnur
prä d.; von der im Tageslauf erreichten Zeit/: wie s.
(welche Zeit 4.1) ist es? 1.2 . das Ende eines bestimm
ten Zeitabschnitts, eines Entwicklungsablaufs be
treffend : es ist schon s. (am Tage); es ist heute s. ge
worden (hat länger gedauert); beeilt euch, es ist
schon s. (die zur Verfügung stehende Zeit geht zu
Ende)\; es ist zu s. (die Frist ist abgelaufen), um
noch etwas ändern zu können; am späten Vor-,
Nachmittag, Abend; zu später Stunde (abends,
nachts); das späte Mittelalter 1.3 . fnichtpräd.f nach
der für das in Frage Stehende üblichen, typischen,
möglichen Zeit (geschehend, vorhanden) : s. aufstehen,
schlafen gehen, aufbrechen; das Kind hat s. spre
chen gelernt; einen späteren Termin wählen;
späte R eu e; ein spätes (jmdm. erst in fortgeschritte
nem Alter zuteil werdendes) Glück; eine späte (nach
den meisten anderen reifende) Apfelsorte
+ / früher oder später
spät/Spät| -bürgerlich fA dj.; vorw. attr.f die Ge
sellschaft des Spätk ap . betreffend, ihr zugehörig;
Spätdienst — speien
1073
- d ienst, der jo. Pl.f Dienst in den Abendstunden: sie
hatte an diesem Tag S.
Spatel, der; -s , auch die; -n 1 . schmales, flaches,
gebogenes od. löffelförmiges Instrum ent aus M etall,
Holz, Kunststoff, das zum Entnehmen, Mischen,
Aufträgen kleinerer Mengen von Chemikalien,
6ew, zzm Herunterdrücken der Zunge beim Unter
suchen des Halses verwendet w ird : mit dem S. Salbe
verstreichen — 2 . um g. Spachtel (1): mit dem S.
Farbe abkratzen
Spaten, der; -s, - Werkzeug aus einem unten ge
schärften Blatt aus Stahl und einem langen Holz
stiel mit querstehendem Griff, das bes. zum Graben,
Abstechen (2), Ausheben (1) verwendet w ird: mit dem
S. Grasnarben abstechen
Spaten|stich, der das Einstechen mit dem Spaten und
Umwerfen der dabei aufgenommenen E rd e: mit ein
paar Spatenstichen etw. nmgraben; O heute er
folgte der erste S. für den Bau der Talsperre {wurde
m it dem Bau der Talsperre begonnen)
später fA dj.; / auch spät/1.1« fnur attr.f kommend,
künftig: spätere Generationen; noch in späteren
Jahren werden wir seiner gedenken 1.2 . /adv.f zu
einem in der Zukunft liegenden Zeitpunkt', er v er
tröstete ihn auf s. — 2 . fadv.f hinterher (2): erst s.
wurde ihm die Bedeutung dieser Worte klar
spätestens /Adv.; / auch spät/ zu einem Termin, der
die äußerste Grenze darstellt, bis zu dem ein Ge
schehen eintreten kann, soll, nicht später als: wir
sehen uns s. morgen
Spät] -folge, die erst lange Zeit nach der Verur
sachung sich zeigende Folge, bes. Schaden an einem
Organismus: die Spätfolgen bei Strahlungsschäden;
- herbst, der jvorw. Sg.f die letzte Zeit des Herbstes vor
Beginn des Winters
Spatium, das; -s, Spatien {Jp.., sp.., PL ..tsien]
D ru c k e r ei zwischen Wörtern, den Buchstaben von
Wörtern, zwischen Notenlinien gelassener Zwischen
raum
Spät] -kapitalismus, der der Kapitalismus in seiner
derzeitigen staatsmonopolistischen Phase, bes. unter
dem A sp ekt des Absterbens dieser Gesellschafts
ordnung', -lese, die 1. Weinlese am Ende des Herb
stes nach dem normalen Zeitpunkt der Lese —
2. Wein aus Vollreifen, in 1 geernteten Trauben;
- Schicht, die am M ittag beginnende Schicht (3);
- s o m m e r, der fvorw. Sg.f vgl. Spätherbst; -Ver
kaufsstelle, die Geschäft, das abends über die nor
male Öffnungszeit hinaus geöffnet hat; -Vorstellung,
die nach der normalen Abendvorstellung stattfinden
de (Theater-, Filmvorstellung; -werk, das Werk aus
der späten Schaffensperiode eines Künstlers
Spatz, der; -en/-es, -en Sperling
- f umg. das pfeifen die Spatzen von den Dächern
(das ist längst kein Geheimnis mehr); — mit / Ka
non en auf Spatzen schießen
Spät|zeit, die jo. Pl.f letzte Zeit einer Epoche, einer
Entwicklung
Spatzenhirn, das fo. Pl.j umg. jemot.f: er hat ein S.
(einen gering entwickelten Verstand)
spazieren jsw . Vb.; ist/ irgendwohin schlendern:
durch die Stadt, die Straße entlang, ums Haus s.
spazieren! -fahren jVb.f 1. zur Erholung, zum Ver
gnügen in einem Fahrzeug fahren (ist): im Auto s. —
2. jmdn. zur Erholung, zum Vergnügen in einem
Fahrzeug herumfahren (hat): das Baby täglich s.;
- gehen fVb.j zur Erholung, zum Vergnügen im
Freien (umher)gehen: er geht regelmäßig spazieren;
im Park s.
Spazier| -gang, der: einen S. machen (Spazieren
gehen); dazu -ganger, der; -s, -;
-stock, der jPL
- sto cke/ Stock (1.1 .3) mit einem gebogenen Griff, der
beim Spazierengehen, Wandern als Stütze dient
Specht, der; -(e)s, -e Vogel, der m it seinem sehr
harten, geraden Schnabel Löcher i n die B aum rind e,
den Baumstamm hackt und dabei Insekten und
deren Larven herausholt
Speck, der; -(e)s, fo. Pl.j zwischen Haut und Muskel
schicht liegendes, m it F ett ausgefülltes (Zell)gewebe
bes. des Schweins: magerer, durchwachsener, fetter.
S.; S. auslassen, in Würfel schneiden; O um g.
scherzh. er hat S. angesetzt (ist dick geworden)
+ umg. ’ran an den S. (los, anfangen; an die Ar
beit) !; —. wie die / Made im S. leben
speckig jAdj.f fettig (1), (vor Schmutz) unappetitlich
glänzend: der Kragen seines Anzugs ist ganz s.
Speck| -schwarte, die über dem Speck liegende
Schwarte, Haut; -Seite, die größeres Stück (geräu
cherter) Speck; + m it der / Wurst nach der S.
werfen
Spediteur, der; -s, -e [ . . t o :r] priva ter Unternehmer,
der die Abfertigung und Versendung von Gütern
übernimmt
Spedition, die;
-e n 1. jo. PLj Abfertigung, Ver
sendung (und Transport) von Gütern — 2 . Betrieb(s-
teil) für 1
Speer, der; -(e)s, -e 1.1 . Sportgerät in Form eines
langen, m it einer (metallenen) Spitze versehenen
Stabes zum Werfen 1.2 . bis zum frühen Mittelalter
verwendete Waffe in der Form von 1.1
Speerwerfen, das; -s, fo. Pl.f leichtathletische D is
ziplin, bei der der Speer (1.1) möglichst weit geworfen
werden muß
Speiche, die; -,
-n 1. eine der radial angeordneten
Streben zwischen Nabe und Felge eines Rades: neue
Speichen einziehen; eine S. ist gebrochen — 2 . auf
der Seite des Daumens liegender Knochen des Unter
arms: Elle und S.
Speichel, der; -s, jo. Pl.f von den im M und befind
lichen Drüsen abgesonderte Flüssigkeit
Speichel] -fluß, der fo. Pl.f starke Sekretion von
Speichel; -lecker, der; -s, - jemot.f jmd., der in krie
cherischer W eise anderen schmeichelt, um Vorteile zu
erlangen
Speicher, der; -s , - 1 . (mehrgeschossiges) Gebäude,
großer Raum zum Aufbewahren, Lagern von Vorräten,
bes. von landwirtschaftlichen Produkten: Getreide,
Saatgut im S. lagern — 2. iandsch. Dachboden:
alte Möbel aufdenS. stellen —3. Datenverarb.
Bestandteil einer Datenverarbeitungsanlage zum
Aufbewahren von Informationen: Informationen in
einen S. geben
speichern fsw. Vb.; hat/ 1.1 . Vorräte, bes. land
wirtschaftliche Produkte, in großer Menge in einem
Speicher (1) aufbewahren, lagern: Getreide wird in
Silos gespeichert 1.2 . in diesem Staubecken wird
Trinkwasser gespeichert (wird zufließendes Wasser
als Trinkwasservorrat aufbewahrt) 1.3 . in der Leber
wird Glykogen gespeichert (von den Zellen der Leber
wird Glykogen in großen Mengen aufgenommen) —
2. Datenverarb. Daten s. (in einen Speicher 3
geben)
speien, spie, hat gespie(e)n 1.1 . g eh . spucken (1.1):
er spie auf den Boden, ihm ins Gesicht 1.2. geh.
1074
Speil — spendabel
etw. spucken (1.2): Blut s. 1 .3 . etw. auswerfen (2):
der Vulkan speit Lava — 2 . geh. sich erbrechen (I):
v iele Passagiere mußten s.
+ / Gift und Galle s.
Speil, der; -s, -e> Holzstäbchen, m it dem eine W urst
a m Ende zusammengehaXten w ird
Speise, die; -,
- n 1.1 . zubereitete (feste) Nahrung,
Gericht, E ssen : eine leckere, scharf gewürzte,
warme S. 1 .2 . Süßspeise
Speise (mit * auch Speisen])| -eis, das fo. PL/ in
einer Eismaschine aus Milch, Zucker und verschie
denen, bes. geschmacklichen Zusä tzen hergestellte,
künstlich gefrorene Süßspeise; -fett, das für die
menschliche Ernährung bestimmtes Fett pflanzlicher
od. tierischer Herkunft; -fisch, der für die menschliche
Ernährung genutzter Fisch; « -folge, die Reihenfolge
der Gerichte bei einer a us mehreren Gängen bestehen
den M ahlzeit ; -gaststätte, die Gaststätte, in der warme
und kalte Speisen angeboten werden; -kammer, die
kleiner, kühler, der Küche angeschlossener R a u m zur
Aufbewahrung von Lebensmitteln; «-karte, die in
einer Gaststätte ausliegendes Verzeichnis der a n
gebotenen Speisen: ein Gericht auf die S. setzen;
nach der S. essen; -kartoffel, die für die menschliche
Ernährung bestimmte Kartoffel
speisen fsw. Vb.; hat/ 1. geh. eine Mahlzeit ein
nehmen, essen: warm, gepflegt, zu Abend s.
—
2. veraltend sie haben die Hungernden gespeist
(haben ihnen zu essen gegeben) — 3. Techn. 3.1.
eine Anlage, Maschine, einen Apparat mit dem für
den Betrieb Erforderlichen versorgen: eine elektri
sche Anlage mit Strom s . ; der Springbrunnen wird
durch eine unterirdische W asserleitung gespeist
3.2 . etw. in etw. s .: das neue Kraftwerk hat den
ersten Strom in das Verbundnetz gespeist (geleitet,
fließ en lassen)
Speisen|: / Speise]
Speise] -öl, das fo. PL/ Pflanzenöl zum Anrichten
von Speisen; -püz, der eßbarer Pilz; -platte, die
(unterteilte, meist drehbare) Platte, auf der Speisen
serviert werden; -raum , der vgl.
-saal; -rest, der
fvorw. Pl.f Rest vom Essen (auf dem Teller od. zw i
schen den Zähnen); -röhre, die muskulöses, röhren
förmiges Hohlorgan, durch das die Nahrung vom
Schlund in den Magen befördert wird; -Saal, der
großer Raum, bes. in Hotels, Gaststätten, in dem die
Mahlzeiten eingenommen werden; -salz, das fo. Pl.f
Kochsalz, das zum Würzen der Speisen verwendet
wird; -wagen, der zur Verpflegung der Fahrgäste in
D-Zügen eingesetzter Wagen mit kleiner Küche und
Raum , in dem die Gäste essen und trinken können:
dieser D-Zug führt einen S .; -zettel, der Zusammen
stellung von Speisen, die gekocht werden sollen, ge
plante Speisefolge; -zimmer, das Eßzimmer
Speisung, die; -en das Speisen (2, 3.1)
spei]übel, spei|übel fAdj.; nicht attr.f u m g .: jmdm.
ist, wird s. (sehr übel, übel bis zu m Erbrechen)
1Spektakel, der; -s, jo. Pl.f umg. Lärm, Radau:
einen großen, heillosen S. machen; wenn er das er
fährt, gibt es einen schönen S. (lauten Auftritt)
2Spektak el, das; -s, - femot.f aufsehenerregendes Ge
schehen: der festliche Ball war ein glanzvolles
S.
spektakeln, spektakelte, hat spektakelt umg.
Lärm, Krach machen: die Spatzen spektakelten vor
dem Fenster
spektakulär lAdj.f [Jp.., s p ..] aufsehenerregend,
sensationell: dieser Film h atte einen spektakulären
Erfolg
spektral fAdj.; vorw. attr.f [Jp.., sp..] Phys. das
Spektrum betreffend
Spektral Phys.] -analyse, die fBez. für eine Gruppe
von Verfahren, mit denen aus der von Materie aus
gesendeten od. absorbierten elektromagnetischen
(Lichtstrahlung die Beschaffenheit, A rt, Menge und
Zusammensetzung dieser Materie, auch die Struktur
ihrer Moleküle ermittelt werden k a n n/; -apparat, der
Gerät, m it dem Strahlung nach ihrer Wellenlänge
zerlegt und registriert wird, bes. das durch einen
Spalt einfallende Licht, das pa rallel gerichtet und
durch Prismen od. ein Gitter in ein Spektrum (1)
von Spektrallinien zerlegt wird; -färbe, die Licht
einer bestimmten Wellenlänge und Farbe, wie es bei
der Spektralanalyse von weißem Licht entsteht;
- l inie, die für eine elektromagnetische, von Atomen,
Molekülen ausgesendete, absorbierte Welle charak
teristische (farbige) Linie im Spektrum
Spektrum, das; -s, Spektren/Spektra [Jp.., s p ..]
1. Phys. Verteilung der Werte einer für einen Zu
stand, Vorgang charakteristischen physikalischen
Größe, bes. der Wellenlängen bei d er Zerlegung von
weißem Lickt in Spektralfarben: das menschliche
Auge nimmt nur einen Teil des elektromagnetischen
Spektrums wahr — 2 . Rahmen (1.1), der verschie
dene Möglichkeiten umfaßt, Skala: das breite S. des
kulturellen Angebots
Spekulant, der; -en, -en Geschäftemacher, bes. jmd.,
der im kap. Wirtschaftssystem gewagte, unsichere
Geschäfte (an der Börse) betreibt, um hohe Gewinne
zu erzielen
Spekulation, die; -,
-en 1.1. fo. Pl.f Philos. über
die empirisch und rational gesicherte Erkenntnis
hinausgehendes Denken, das, wo es vorhandenes
Empirisches und Theoretisches (bewußt) außer acht
läßt, zum unwissenschaftlichen, metaphysischen
Denken w ird 1.2 . durch die realen Gegebenheiten
unzureichend begründete Erwägung, (feste) Er
wartung, daß bestimmte Möglichkeiten eintreffen
werden: diese Politik war mit der S. verbunden,
das Land wirtschaftlich erpressen zu können
1.3 . Mutmaßung \ sich in Spekulationen über etw.
verlieren — 2 . das Spekulieren (2) mit etw.
Spekulatius, der;-,
- flaches, knuspriges, dem Pfeffer
kuchen ähnliches Stück Gebäck m it aufgeprägtem
figürlichem Relief
spekulativ fAdj.;zu Spekulation 1/; zu 1.1 Philos.:
spekulatives Denken; zu 1.3: die Erwartungen sind
rein s.
spekulieren /sw. Vb.; hat/ 1. auf etw. s. 1 .1 . hoffend
damit rechnen, daß etw. eintreten w ird : er spekulierte
darauf, daß er befördert wird 1.2 . darauf hoffen,
etw. zu erlangen, zum eigenen Vorteil ausnutzen zu
können: sie spekulierten auf das Erbe; auf jmds.
Gutgläubigkeit s . ; darauf s., ein Grundstück pach
ten zu können — 2. mit etw7. s. bes. im kap. Wirt
schaftssystem (an der Börse) gewagte, unsichere Ge
schäfte m it etw. betreiben, um hohe Gewinne zu er
zielen: mit Grundstücken, W ertpapieren s.
Spelunke, die; -,
-n
s a l o p p heruntergekommenes,
verrufenes Lokal (1): in einer verräucherten S.
sitzen
Spelze, die; -,
-n Hülse, Schale des Getreide
korns
spendabel fAdj.f umg., oft scherzh. freigebig, gern
Spende — Spezialität
1075
anderen etwas spendierend:einen spendablen Freund
haben; sehr s. sein
Spende, die; -n etw., das man freiwillig für einen
bestimmten (guten) Zweck, bes. a ls Hilfe für andere,
gibt: eine großzügige, kleine S .; Spenden an Geld,
Medikamenten, Kleidung; um eine S. (für etw.)
bitten; zu einer S. aufrufen
spenden, spendete, hat gespendet 1.1 . etw. als
Spende geben: Geld, Lebensmittel (für jmdn., etw.)
s . ; Blut s. (sich Blut für Bluttransfusionen ent
nehmen lassen) 1.2 . der Baum spendet Schatten
(durch den Baum entsteht Schatten, der als a n
genehm empfunden wird) ; der Ofen spendet Wärme
1.8 . jmdm. Trost s. (jmdn. trösten); jmdm. Lob s.
(jmdn. loben)
Spender, der; -s, - jm d ., der etw. gespendet hat: ein
großzügiger S.
spendieren /sw. F6 .; hat/ u m g . anderen freigebig
etw. (das man für sie bezahlt), bes. Getränke, Essen,
zukommen lassen: Kaffee und Kuchen, eine Runde
Bier s.
Spengler, der; -s, - süddt. westdt. österr.
Sch w eiz. Klempner, Installateur
Spenzer, der; -s, - enganliegendes, meist kurzärme
liges, hüftlanges Hemd (1) aus Trikotstoff für weib
liche Personen
Sperber, der; -s, - dem Habicht ähnlicher, aber klei
nerer Greifvögel, der vorwiegend kleine Vögel jagt:
der S. kreist, stößt auf die Beute herab
Sperenzchen IPl.f
-j- u m g . S. machen (in einer bestimmten Situation
unnötige, verzögernde Schwierigkeiten, Ausflüchte
machen)
Sperenzien jPl.j [. .ion] s. Sperenzchen
Sperling, der; -s, -e weltweit verbreiteter kleiner Sing
vogel mit kräftigem Schnäbel, kurzem Schwanz und
unauffälligem Gefieder
Sperlingsvögel, der in sehr zahlreichen Arten vor
kommender Vogel, der z. B . alle Singvögel repräsen
tiert
Sperma, das; -s, Spermen/Spermata [Jp. s p . .]
B io l. Samenflüssigkeit
Spermie, die; -n[Jpsrmio, s p ..] B iol. Spermium
Spermium, das; -s, Spermien [Jp.., s p .., PI. ..ion]
B iol. Samenzelle
sperrangelweit jAdv.f [..r|a..] umg. femot.f: die
Tür steht s. (sehr weit) auf, ist s. offen
Sperre, die; -,
-n 1 . Vorrichtung, Anlage, die den
Zugangzu etw., den Durchgang durch etw. verhindert,
künstlich errichtetes Hind ernis: eine S. bauen, en t
fernen — 2 . Durchgang, der gesperrt, geschlossen
werden kann, bes. zu einem Bahnsteig (an dem die
Fahrkarten gelocht werden): durch die S. gehen —
8. Maßnahme, die etw. verhindert: eine S. über etw.
verhängen; eine S. aufheben — 4 . S p o rt jzu sperren
3.2/ das Gesperrtsein
sperren jsw. Vb.; hat/ 1. etw. s. 1 .1 . den Zugang zu
etw. durch etw. verhindern: den Hafen, die Straße s.
1.2 . den Gebrauch von etw. durch eine Maßnahme
unmöglich machen: ein K o nto s. (Auszählungen von
einem Konto unmöglich machen); jmdm. etw . s.:
jmdm. das Gas, Telefon, den Strom s.; (jmdm.)
den Urlaub s. (keinen Urlaub erteilen) 1.8 . etw. ver
bieten (1.1), einstellen (4.1): die Ein-, Ausfuhr
(einer Ware) s. — 2 . jmdn., ein Tier irgendwohin s.
jmdn.
, ein Tier in einem Raum einschließen, ein
sperren: ]mdn. in ein Zimmer, ins Gefängnis s.;
Tiere in den Käfig s. — 8. Sport jmdn. s. 8.1. bei
Ballspielen einen Spieler der gegnerischen M ann
schaß daran hindern, an den Ball od. in eine günstige
Position zu kommen, ohne selbst im Besitz des Balls
zu sein 3.2 . einem Spieler, einer Mannschaft für
einen bestimmten Zeitraum die Teilnahme an Wett
kämpfen untersagen *—4 . u m g . sich s. sich sträuben,
sich hartnäckig einer Sache widersetzen: er sperrt
sich (gegen das Angebot) — 5 . etw. klemmt, läßt
sich nicht, schlecht schließen: die Tür sperrt —
6. Druckerei ein Wort s. (den Abstand derBuch
staben eines Wortes durch Spa tien vergrößern)
Sperrj -frist, die J u r . Zeitraum, in dem bestimmte
Rechtshandlungen unterbleiben müssen; -gebiet, das
(im Interesse der Verteidigung des Staates) für Un
befugte nicht zugängliches Gebiet; -g u t, das Paket,
Frachtgut von sperrigem Format; -holz, das jo. Pl.j
aus mehreren rechtwinklig zur Faserrichtung über
einander verleimten Schichten bestehendes Holz
sperrig fA dj.j viel Raum beanspruchend, (beim
Transport) schwer zu verstauend: sein Gepäck war
sehr s.
Sperr) -konto, das B ank Konto, über das nicht od.
nur eingeschränkt verfügt werden kann; -kreis, der
1. für Fahrzeuge (und Personen) aus bestimmtem
Anlaß vorübergehend gesperrtes Gebiet — 2. E lek -
trotechn. Rundf. elektrischer Schwingkreis in
Rundfunkgeräten, der die einzelnen Sender klar
trennt und das Übertönen eines schwächeren Senders
durch einen benachbarten stärkeren Sender ver
hindert; -linie, die V erkehrsw . durchgehende
Linie auf der Straßendecke, die nicht überfahren wer
den darf; -mauer, die Staumauer; -m üll, der Müll
aus unbrauchbar gewordenen sperrigen (Haushalts) -
gegenständen; -satz, der jo. Pl.j Druckerei Satz
(3) m it gesperrten Wörtern
Sperrung, die; -, -en jzu sperren 1 u. 6/ das Sperren;
zu 1.1: die S. der Brücke, Straße anordnen; zu 6:
die S. eines Wortes
Spesen, die jP l.j Unkosten, Nebenausgäben, bes. bei
der Ausübung des Berufs, die erstattet werden: S.
machen, erstatten
Spezerei, die; -, -en fvorw. Pl.j v era lten d (feines)
überseeisches Gewürz
Spezialausbildung, die Ausbildung , durch die beson
dere Kenntnisse, Fähigkeiten auf einem bestimmten,
begrenzten Gebiet erworben werden: eine S. in der
Sportmedizin
Spezialgebiet, das 1 . Fachgebiet als Teil eines
größeren Fachbereichs — 2 . Gebiet (2), a u f dem jm d.
besonders gut Bescheid weiß: sein S. war die Vogel
kunde
Spezialgeschäft, das Fachgeschäft
spezialisieren jsw. Vb.; hat/ 1.1 . sich s. innerhalb
eines größeren Gebiets sich auf ein bestimmtes T eil
gebiet festlegen (und dafür besondere Kenntnisse,
Fähigkeiten erwerben): er h at sich auf Mikrobiologie
spezialisiert 1.2 . jmdn. für die Bedienung der Auto
maten s. (ihm dafür die besonderen Kenntnisse ver
mitteln); dazu Spezialisierung, die; -,
-en
Spezialist, der; -en, -en jmd., der über besondere
Kenntnisse, Fähigkeiten auf einem Fachgebiet ver
fügt, Fachmann: er ist S. für Halbleitertechnik; er
muß einen Spezialisten (Facharzt) aufsuchen
Spezialität, die; -,
-en
etw. für jmdn., etw. Charak
teristisches, etw., das jmd . besonders gut beherrscht,
besonders gern tut: der Modellbau, die Beschäfti-
69 Wörterbuch
1076
Spezialklasse — Spiel
gung mit alter Literatur ist seine S .; diese Stollen
sind eine Dresdner S.; gefüllte Ente wird als S. des
Hauses angeboten; Kartoffelpuffer sind seine S.
(ibereitet er besonders gut z u ; ißt er besonders
gern)
Spezialklasse, die Schulklasse mit intensiver, über
den allgemein verbindlichen Lehrplan hinausgehen
der Ausbildung in einem speziellen Fach: eine S. mit
erweitertem Russischunterricht
Spezialschule, die Schule, in der die Schüler über den
allgemein verbindlichen Lehrplan hinaus eine
Spezialausbildung erhalten, a uf einen speziellen
Berufszweig vorbereitet werden
speziell /A dj./ 1 .1 . von besonderer, eigener Art: ein
spezieller Fall; spezielle Aufgaben, Wünsche;
spezielle (ins einzelne, gehende) Angaben zu etw.
machen 1.2 . /adv.) er liebt die Malerei, s. (besonders,
hauptsächlich) die Porträtmalerei; der Tisch wurde
s. (|gesondert, nur allein) für ihn angefertigt; du s.,
s. du (jgerade du) solltest das wissen
Spezies, die; - [Jpe:tsies, sp .., PL ..le:s] 1.1 . eine
bestimmte S. Mensch (ein Menschenschlag, der durch
bestimmtet m eist negative Eigenschaften gekennzeich
net ist) 1.2. Riol. Art (3.2)
Spezifik, die; jo. PLI [Jp.., sp ..] Gesamtheit der
spezifischen, charakteristischen Merkmale von etw.i
die S. gesellschaftlicher Prozesse
Spezifikum, das; -s, Spezifika [Jp.., s p ..] Beson
derheit, kennzeichnendes M erk m al: ein S. dieser
Landschaft sind die Laubwälder
spezifisch lA dj.j [Jp.., sp..] 1. sich aus der Eigen
art einer Sache, Person ergebend und für sie kenn
zeichnend, eigentümlich (1.2): ein spezifisches Merk
mal, Mittel; das Spezifische des gotischen Baustils
— 2. /nur attr.f Phys. das spezifische Gewicht (Ver
hältnis des Gewichts eines Körpers zu seinem Volu
men)
spezifizieren /sw. Vb.; hat/ [Jp.,, s p ..] etw. in seinen
Einzelpositionen darstellen: eine Aufgabe, einen
Plan s.
Sphäre, die; -n Bereich (3): die private, berufliche,
politische S.; die S. der materiellen Produktion.
+ u m g . in höheren Sphären schweben (Gedanken,
Träum en nachhängen, der Wirklichkeit entrückt sein)
sphärisch /Adj.;. nur attr.j Math, die Kugel, Kugel
fläche betreffend: sphärische Trigonometrie
spicken jsw. Vb.; hat/ 1. mageres Fleisch vor dem
Braten mit Streifen von Speck durchziehen, um es
saftiger zu machen: den Hasen s.; gespickter
Schmorbraten — 2 . sa lopp jmdn. bestechen (1):
er spickte den Klempner — 3. landsch. umg. als
Schüler unerlaubt abschreiben, ablesen: er versuchte
zu s.
Spiegel, der; -s, - 1 . glatter, flacher. (Gebrauchs)gegen-
stand od. Teil optischer Geräte aus Glas m it einer
a uf einer Seite aufgetragenen, silbern glänzenden
Schicht od. aus hell glänzendem Metall, auf dessen
Oberfläche sich alles gegenüber Befindliche aufrecht,
aber seitenverkehrt optisch abbildet: ein blanker,
blinder S.; in den S. sehen; einen S. in der Tasche
haben, an die Wand hängen; O Kunst ist ein S.
(Abbild) ihrer Zeit — 2 . Wasserspiegel: der S. des
Meeres, Sees — 3 . M ed. Gehalt einer Flüssigkeit des
Körpers an bestimmten Stoffen — 4 . Besatz 4.1 . an
den Kragenecken von Uniformen 4 .2 . aus Seide auf
den Revers von Frack und Smoking —5. Jägerspr.
o .l . weißer Fleck um den After bei manchen Wild
arten: der S. des Rehs 5 .2 . schillernder Fleck am
Flügel von Enten — 6 . Klassenspiegel
+ sich etw. hinter den S. stecken (sich etw., bes.
etw. Unangenehmes, eine Lehre, die man erhalten
hat, merken)
Spiegel/spiegel| -bild, das Abbild von etw., jmdrn.
im Spiegel (1), einem spiegelnden M edium: im
Wasser sah er sein S .; dazu -bildlich fAdj.f; -blank,
- b lank /Adj.; oft emot.f sauber, poliert und glänzend
wie ein Spiegel, sehr blank: spiegelblanke Fenster
scheiben; der Fußboden ist s.; -ei, das in die Pfanne
geschlagenes, gebratenes E i, dessen Dotter ganz bleibt,
Setzei: Spiegeleier in der Pfanne braten; -fechterej,
die; -en zum Schein geführte Auseinandersetzung,
die andere über etw. hinwegtäuschen s oll: das i st nur
S.;
- glas, das /o. Pl.f für Spiegel geeignetes Glas;
- glatt, -glatt /A dj.; oft emot.f glatt 1.1. sie rutschte
auf der spiegelglatten (sehr glatten 1.2) Eisfläche
aus 1.2 . das Meer lag s. (sehr glatt 1.1, vollkommen
ruhig) vor uns; -karpfen, der Karpfen mit nur we
nigen großen Schuppen
spiegeln fsw. Vb.; hat/1.1 . sich irgendwo s. auf einer
glänzenden Fläche als Abbild erscheinen: die Sonne
spiegelt sich im Meer; O in seinem Gesicht spiegelte
sich Freude 1.2 . etw., jmdn. s. ein Abbild von etw
jmdm . auf seiner Oberfläche wiedergeben: der Fluß
spiegelt die Häuser; <> sein Gesicht spiegelt (zeigt)
tiefe Anteilnahme — 2 . Med. einen Hohlraum des
Körpers mit Hilfe eines mit einer Optik (2) versehenen
Instrumentes untersuchen: den Darm s. lassen — 8 .
in allen Räumen spiegelte (glänzte) der Fußboden;
eine spiegelnde Eisfläche
Spiegel/spiegel| -reflexkamera, die Kamera mit ein
gebautem Spiegel, der das aufzunehmende Bild auf
recht und seitenverkehrt auf eine Mattscheibe re
flektiert; -Schrift, die fo. Pl.f seitenverkehrte Schrift;
- teleskop, das O pt. Fernrohr, bei dem als Objektiv
ein Hohlspiegel od. ein zusammengesetztes System
von Spiegeln verwendet wird; -verkehrt fAdj.f seiten
verkehrt
Spieg(e)lung, die; -en /zu spiegeln 1 u. 2/
Spiel, das; -(e)s, -e 1.1 . fo. Pl.f frei gewähltes, nicht
zweckbestimmtes T u n, Sichbeschäfügen mit irgend
etwas, das einem Freude macht, gefällt, wozu man
(gerade) Neigung verspürt, zur Unterhaltung, Ent
spannung, zum Zeitvertreib: ins S. vertieft sein;
beim S. mitmachen; das S. mit dem Baukasten,
mit seinen Kindern;
etw. wie im S. (mühelos)
bewältigen 1.2 . ein bestimmtes Tun im Sinne von 1.1
nach festgelegten Regeln als Gesellschaftsspiel, als
sportlicher Wettkampf zwischen Mannschaften, bei
dem es um Sieg und Gewinn geht: Handball ist ein
schnelles, Schach ein schwieriges S .; die Olympi
schen Spiele 1.3 . fo. Pl.f Tun in der Art von 1.1, bei
dem ein Spieler im Vertrauen auf den Zufall, auf
sein Glück seinen Geldeinsatz zu vervielfachen hofft:
viel Geld im S. gewinnen, verlieren 1.4 . einzelne
Partie, Runde bei 1.2, 1.3: dieses S. habe ich ver
loren; das war ein faires, spannendes S.; ein S. be
ginnen, abbrechen, gewinnen; das S. wird im neuen
Stadion ausgetragen; machen wir noch ein S.? —
2. Gesamtheit der zu jeweils bestimmten Gesell
schaftsspielen gehörenden Gegenstände: ein S. K a r
ten (Satz von einer je nach der Art des Kartenspiels
bestimmten Anzahl von Spielkarten); das S. (die
Figuren 3) für Schach, H alma aufstellen — 3 . fo.
Pl.f künstlerische Darbietung, Gestaltung 3.1 . einer
Spielart — Spielplatz
1077
Komposition auf einem Instrument: der Pianist
begeisterte durch sein S.; das S. auf der Flöte
3.2 . einer Molle eines dramatischen Werkes: das
natürliche, routinierte S. des Schauspielers —
4. ein S. (Laienspiel) inszenieren, aufführen —
5. jo. Pl.f das S. (Spielen 5.1) der Wellen — 6 . jo.
Pl.f ein gewagtes, gefährliches S. (Handeln, Vor
gehen) ; ein S. m it dem L eben (ein lebensgefährliches
Tun); ein abgekartetes S. (heimliche Abmachung
zum Nachteil eines Dritten) ; ein falsches S. treiben
(unaufrichtig handeln, Vorgehen); jmds. S . durch
schauen — 7. jo. Pl.f Techn. geringer Spielraum
zwischen den zueinander passenden Flächen zweier
Teile, der es ermöglicht, d aß sie ineinander gleiten:
das Ventil hat zu viel S.
+ bei jmdm. gewonnenes S. haben (bei jmdm. sein
Ziel erreichen); etw. aufs S. setzen (etw. riskieren) ;
etw. steht auf dem S. (etw. ist in Gefahr, verloren
zugehen, Schaden zu nehmen); etw., jmdn. aus dem
S. lassen (nicht in eine Auseinandersetzung hinein
ziehen); jmdn., etw. ins S. bringen (jmdn., etw., ob
wohl nicht unbedingt dazugehörig, in die Disk ussio n,
ins Gespräch bringen); mit jmdm., etw. leichtes S.
haben (leicht fertig werden) ; — (bei etw.) seine
Finger, / Hand, Hände im S. haben; gute
Miene zum bösen S. machen
Spiel| -art, die leichte Abwandlung eines Typus,
einer A rt (3), Variante, Abart: die Spielarten des
Opportunismus; er züchtet eine seltene S. dieser
Zierfische; -automat, der durch den Einwurf einer
Geldmünze betätigter Autom at bes. für ein Glücksspiel;
- ball, der 1.1 . je nach der Art des Spieles (1.2) ver
schieden großes ballförmiges Sportgerät 1.2 . jo. Pl.f
das Boot wurde zum S. der Wellen (war den Wellen
ausgeliefert; -bank, die fPl.
- e n/ Unternehmen für
Glücksspiele in kap. Ländern: die S. von Baden-
Baden; -bein, das fo. Pl.f das den Körper beim
Gehen, Tanzen, Turnen jeweils zeitweise nicht stüt
zende B ein; -brett, das in Felder eingeteiltes Brett für
Brettspiele; -dose, die Dose, Kästchen mit einem
durch ein Uhrwerk od. eine K urbel bewegten Mecha
nismus, der eine Melodie hervorbringt; -einsatz,
der bei einem Spiel (1.3, 1.4) eingesetzte Summe
spielen f&w. Vb.; hat; / auch spielend/ 1.1 . sich
m it dem Spiel (1.1) beschäftigen: allein, (gemein
sam) mit jmdm., miteinander, m it seinem Kind,
einer Puppe, im Sand s.; die Kinder s. (mit dem)
Ball; darf ich noch ein bißchen s.? 1.2 . ein Spiel (1.2)
aus-, durchführen: Fußball, Tennis, Schach, Kar
ten s.; Blindekuh s.; gut, schlecht s. 1 .3 . an einem
Glücksspiel teilnehmen: er spielt jede W oche im
Lotto, Toto 1,4 . ein Spiel (1.4) austragen: unsere
Mannschaft spielt heute auswärts — 2 .1 .1 . eine
Komposition auf einem Instrument darbieten: das
Orchester spielt gut, eine Sinfonie; vom Blatt s.
(vom Notenblatt abspielen) 2.1 .2 . s. Sie Geige (be
herrschen Sie das Spiel auf der Geige)1 2.2 . eine
Molle (5.2) darstellen (2): er spielte den Nathan; in
diesem Stück wird sie nicht s. (auftreten 2.2) 2.3 . ein
dramatisches Werk aufführen (1): seine Stücke
werden überall gespielt; diese Bühne spielt v or
zugsweise (Werke von) Brecht; O ich möchte
wissen, was hier gespielt wird (hier hinter meinem
Rücken vorgeht)! — 3 .1 . den Unschuldigen s. (in
täuschender Absicht so tun, als wäre man unschuldig) ;
krank s. (sich für krank ausgeben); gespielte (ge
heuchelte, vorgetäuschte) Gleichgültigkeit 3 .2 . sie
wollte nicht länger Hausfrau s. (die Pflichten einer
Hausfrau erfüllen müssen) — 4 . der Roman spielt
(stellt etw. dar aus dem Leben) in einem Internat
—
5.1 . etw. bewegt sich unter einer (äußeren) E in
wirkung leicht und unregelmäßig hin und her: die
Wimpel s. im Wind; er ließ seine Muskeln s. (an-
und abschwellen); um seinen Mund spielte ein ironi
sch es Lächeln (war ein ironisches Lächeln zu sehen)
5.2 . der Wind spielt mit der Gardine (bewegt die
Gardine leicht) — 6 . etw. geht leicht in eine bestimmte
andere Farbe über: ihr Haar spielt leicht ins R öt
liche — 7 . etw. s. lassen etw. einsetzen, zur Geltung
bringen, wirken lassen: sie ließ ihren ganzen Charme,
ihre Reize s.; seine Beziehungen s. lassen — 8 . mit
e tw ., jmdm. s. sich einer Sache, jmdm. gegenüber
leichtsinnig, verantwortungslos verhalten: mit jmds.
Liebe, Gefühlen s.; mit seinem Leben s. (es gefähr
den)
+ mitdem/ Feuers.;miteinem / Gedankens.;
die erste / Geige s.; jmdm. etw. in die / Hände
s.; mit offenen / Karten s.;/ Katz und Maus mit
jmdm. s . ; die beleidigte, gekränkte / Leberwurst
s.; etw. spielt (bei etw.) eine (große) / Rolle;
jmdm. einen Streich s.; / Theater s.; / ver
rückt s.; mit, vor jmdm. / Versteck s.$ jmdn. an
die / Wand s.
spielend fAdv.;
auch spielen/ leicht, mühelos:
etw. s. bewältigen; das hat sie s. gelernt
Spieler, der; -s, - 1. jmd., der aktiv an einem Spiel
(1.2) teilnimmt: er ist ein fairer S.; es gehören vier
S. zu diesem Spiel — 2 . jmd., der ein Musikinstru
ment spielt: der S. beherrscht sein Instrument —
3. jmd., der dem Glücksspiel verfallen ist: er ist in der
ganzen Stadt als S. bekannt
Spielerei, die;
- e n 1. nicht sinnvolles und nicht
ernst zu nehmendes od. ernstgenommenes T u n : höre
m it der S. a u f! — 2 . leicht zu bewältigende Aufgabe,
Kleinigkeit: diese Arbeit war für ihn eine S.
spielerisch fAdj. ; nicht präd.f 1. Mühelosigkeit, mühe
lose Bewältigung ausdrückend: mit spielerischer
Leichtigkeit löste er die Aufgabe; seine Hände
glitten s. über die Tasten — 2 . die Technik de$
sportlichen Spiels betreffend: die Mannschaft hat in
(fiesem Turnier s. profitiert, war s. gut
Sp|el/sp|el| -feld, das abgegrenzte Fläche für (sport
liche) Spiele; -film , der Film , der, dramaturgischen
Regeln folgend, eine von Schauspielern getragene
Handlung darstellt; -frei fAdj.f: ein spielfreier Tag
(Tag ohne Veranstaltung) am Theater, für die Fuß
ballmannschaft; -gefährte, der: er istseinS . (spielt
1.1 regelmäßig mit ihm); -karte, die 1.1, Karte, die
durch Bilder und Zeichen einen bestimmten Wert in
einem Kartenspiel repräsentiert 1.2 . /o. Pl.f Satz
Karten (2.1), die zusammen ein Spiel (2) bilden:
die deutsche, französische S.;
- kasino, das Spiel
bank; -leidenschaft, die /o. Pl.f Leidenschaft für
das Spielen (1.2 ,1 .3); -mannszug, der zu einer Orga
nisation, einem Verein gehörende uniformierte Gruppe
von M usikern, vorwiegend mit Pfeifen und Trommeln:
der S. des Truppenteils, der B ergleute, freiwilligen
Feuerwehr; -plan, der 1. Gesamtheit der inszenierten
Bühnenwerke (mindestens) einer Spielzeit: das
Stück muß in den S. aufgenommen werden —
2. Übersicht über die an bestimmten Tagen auf
geführten Theater- od. Filmvorstellungen: im S.
nachsehen, was am Montag gespielt wird; -platz,
der im Freien für Kinder eingerichteter Platz (2) zum
69*
1078
Spielraum — Spinnwebe
Spielen; -raum , der fo. Pl.j zulässiger Platz (3), der
geringe Abweichungen vom üblichen Verlauf einer
Bewegung zuläßt; <> genug, keinen S. {Bewegungs
freiheit) haben; -regel, die Regel, nach der ein
Spiel (1.2) abläuft; <> gegen die Spielregeln (be
stehenden Gepflogenheiten) verstoßen; -Sachen, die
/PL/ Gegenstände zum Spielen für Kinder; -Straße,
die für den Durchgangsverkehr gesperrte Straße, die
zum Spielen für Kinder freigegeben ist; -theorie, die
/o. PLI K y b ern . mathematisch-kybernetische Theo
rie, die, von Spielen wie Schach ausgehend, für
Konfliktsituationen beliebiger Sachbereiche aus der
Menge mögliche¥ Strategien die optimale zu er
m itteln sucht; -uhr, die durch ein Uhrwerk betrie
bene Spieldose; -yerderber,der; -s, - jmd., der durch
sein Verhalten, seine Stimmung anderen die Freude
an einem Spiel, einer Sache nimmt: ein, kein S. sein;
- waren, die fPl.f zum Verkauf angebotene Gegen
stände zum Spielen für Kinder; -zeit, die 1.1 . Zeit
abschnitt innerhalb eines Jahres, in dem Theater
vorstellungen stattfinden 1.2 . Zeitspanne, in der ein
Film im Kino im Programm ist — 2 . Zeitdauer, die
für ein sportliches Spiel festgelegt ist; -zeug, das fPl.
- ef 1. jo. Pl.f Gesamtheit von Spielsachen: er zeigte
seinem Freund sein S. — 2 . Gegenstand zum Spie
len: er bekam ein neues S. geschenkt
Spieß, der; -es, -e 1. Stab {aus Metall) mit einem
spitzen Ende, auf den man bes. Fleisch zum Braten
aufspießt: Schaschlyk am S. braten — 2 . bes. im
Mittelalter verbreitete Waffe zum Stechen, Werfen, die
a us einem langen Stab mit meist rhombusförmiger
Eisenspitze bestand — 3 . D ruckerei durch fehler
haftes Drucken entstandener schmaler {schwarzer)
Fleck im Schriftbild — 4 . Jägerspr. Stange des
Geweihs, Gehörns ohne Enden beim jungen Elch,
Hirsch und Rehbock
-{- u m g . schreien wie am S. {sehr laut schreien);
den S. umkehren, umdrehen {die Mittel, Methoden,
die jm d . gegen einen selbst angewandt hai, gegen ihn
anwenden)
Spieß/spieß! -bürger, der engstirniger, kleinlich
denkender, sich unselbständig, schablonenhaft an
Konventionellem orientierender Mensch: er ist ein
richtiger S. geworden; dazu -bürgerlich /A dj.f
spießen /sw. Vb.; hat/ 1. etw. auf einen spitzen Ge
genstand stecken, so daß er es durchbohrt: Quittungen
auf einen Nagel s.; die Schmetterlinge waren auf
Nadeln gespießt — 2.1 . etw. auf etw. s. etw. mit
einem spitzen Gegenstand anstechen, um es au f
zunehmen: eine K artoffel auf die Gabel s. 2 .2 . einen
spitzen Gegenstand in etw. stecken, um ihn dort
unterzubringen:sie spießte die Nadel ins Nadelkissen
Spießer, der; -s, - 1 . /oft emot.f Spießbürger — 2 .
Jägerspr. Hirsch, Elch od. Rehbock mit Spießen (4)
Spießertum, das; -s, jo. Pl.j Wesen, Art des Spieß
bürgers
Spieß [geselle, der femot. neg.j Helfershelfer
spießig jA dj.; oft emot.f spießbürgerlich: seine A n
sichten waren s. und konventionell
Spieß[ruten jP l.j
- f S. laufen {an vielen neugierig, feindlich blickenden
Menschen Vorbeigehen)
Spike, der; -s, -s [Jpaik, s p ..] 1. fvorw. Pl.j stähler
ner Stift, Nagel an den Sohlen von Laufschuhen,
au f der Lauffläche von Autoreifen: die Spikes sind
schon sehr abgenutzt — 2 . jvorw. Pl.j Laufschuh
mit 1: der Sprinter läuft nur mit Spikes — 3 . /nur
im Pl.j Autoreifen mit 1: im Winter fuhr er mit
Spikes
Spinat, der; -(e)s, jo. Pl.j Pflanze, deren Blätter
gekocht und fein geschnitten als Gemüse verwendet
werden: S. mit Spiegeleiern
Spind, das, der; -(e)s , -e einfacher, schmäler
Schrank, bes. in Kasernen; das S., im S. aufräumen
Spmdel, die; -,
- n Techn. 1 . walzenförmiges, läng
liches Teil von Spinn-, Zwirnmaschinen, durch
dessen Drehung Garn gesponnen w ird , Fäden ge
zwirnt werden — 2 . mit einem Gewinde versehene
Welle, die eine Dreh- in eine Längsbewegung um
wandelt: die S. an der Werkbank
Spindel]dürr, spindel|dürr jA d j.; oft emot.f sehr
mager, sehr dünn: spindeldürre Arme
Spinnj -drüse, die Drüse der Spinnen und bestimm
ter Insektenlarven, deren Absonderung an der Luft
erstarrt und als Faden zum Spinnen (1.3) dient;
- d üse, die Düse an einer Spinnmaschine, durch die
die Spinnlösung für Kunstfasern herausgepreßt wird
Spinne, die;
- n in sehr zahlreichen A rten vor
kommendes Spinnentier mit Spinndrüsen, das seine
{ins Netz gegangenen) Beutetiere m it einem Gift
lähm t od. tötet
spinnefeind, spinnefeind fAdj.; nur präd.f umg.
Iemot.f persönlich sehr feindlich g esinnt: er i s t mir
s.; sie sind immer noch s. miteinander; seit da
mals sind sie sich s.
spinnen, spann, hat gesponnen 1.1 . mit dem Spinn
rad od. der Spinnmaschine Fasern zu einem Faden
drehen: Wolle, Flachs s. 1 .2. fachspr. aus einer
Lösung, die durch Spinndüsen gepreßt wird, Kunst
fasern herstellen: Dederon s. 1 .3 . fvon Spinnen und
Raupenf aus einem Körpersekret, das an der Luft
erstarrt, Fäden erzeugen und aus ihnen ein Spinn
gewebe, ein Spinnennetz, einen K okon herstellen —
2. um g. Ränke, Intrigen s. {sich ausdenken, er
sin nen); Seemannsga rn s. {selbst ersonnene über
triebene, unwahre Geschichten erzählen) — 3 . s a
lopp Unsinniges denken, sagen: du spinnst wohl!
+ einen guten / Faden miteinander s.
Spinnen[ -geweb e, das von Spinnen gesponnenes
{netzartiges) Gebilde; -netz, das von Spinnen ge
sponnenes netzartiges Gebilde; -tier , das in sehr
zahlreichen Arten vorkommender, auf dem Land
räuberisch od. p a ra sitär lebender Gliederfüßer mit
Tracheen und vier Beinpaaren, dessen Körper in ei
nen Vorderleib mit sechs Paar Gliedmaßen und
einen Hinterleib gegliedert ist
Spinner, der; -s, - 1 . Facharbeiter für das Spinnen
(1.1, 1.2) —2. salopp jmd., der spinnt (3): er war
schon immer ein S.
—
3. zum Fang von Raub
fischen benutzter künstlicher Köder, der sich um die
Längsachse dreht und einen kleinen Fisch vor
täuscht
Spinnerei, die; -,
- e n 1. Betrieb, in dem aus Fasern
od. Spinnlösung maschinell Fäden gesponnen werden
—
2. salopp das Spinnen (3); hör mit deiner
ewigen S. auf!
Sp{nn| -gewebe, das Spinnengewebe; -lösung, die
Lösung, aus der sich eine Kunstfaser spinnen läßt;
-m a s chine, die Maschine, mit der aus entsprechend
vorbereiteten Natur- od. Chemiefasern Fäden her
gestellt werden; -rad, das mit dem F uß in Bewegung
gesetztes Gerät zum Spinnen von Fasern zu Fäden:
sich an das S. setzen; -webe, die; -,
-n landsch.
Spinnengewebe
spintisieren jsw. Vb. ; hat/ um g. unrealen, ab
wegigen Gedanken nachhängen und sie äußern: er
spintisiert zuviel
Spion, der; -s, -e 1. jmd., der Spionage treibt: er
wurde als S. überführt, entlarvt — 2 .1 . früher
häufig außen an Fenstern angebrachter Spiegel,
durch den man Vorgänge auf der Straße beobachten
kann 2.2 . umg. Guckloch in der Korridortür: ehe
er öffnete, sah er durch den S.
Spionage, die; jo. Pl.j [. .a:3o] organisierte Tä
tigkeit, die im A uftrag od. Interesse einer reaktio
nären ausländischen Macht geheimgehaltene Infor
mationen, bes. über Wirtschaft und Militärwesen, zu
erlangen sucht: er hatte für eine fremde Macht,
den amerikanischen Geheimdienst S. getrie
ben
spionieren fsw. Vb.;t hat/ 1. Spionage treiben, als
Spion tätig sein — 2 . aus Neugier irgendwo herum
suchen, nachforschen: er spionierte in allen Schub
fächern
Spiral|bohrer, der Bohrer, dessen zylindrischer
Schaft von z wei spiralförmigen Furchen durchzogen
ist
Spirale, die;
-n 1.1 . ebene, sich um einen Punkt
windende Kurve, die sich immer weiter von diesem
Punkt entfernt 1.2 . sich um eine Achse windende
räumliche Kurve: der Rauch stieg in einer dünnen
S. zum Himmel empor — 2 . Gegenstand in der
Form von 1,.b es. Spiralfeder: die S. eines Tauch
sieders
Spiral/spiral| -fed er, die spiralförmig gewundene
Feder aus M etall; -förmig jAdj./ in der Form einer
Spirale (1.1)
Spiralig jAdj.j in der Form, A rt einer Spirale (1.1)
Spiral|neb?i, der A s t r o n . als Nebel erscheinende
Galaxis, bei der sich die Sterne in einer od. mehreren
Spirale^ (1.1) um einen dichteren inneren Bereich
winden
Spiritismus, der; /o. Pl.j [Jp.., sp ..] Glaube an
Geister (1.4) od. daran, m it den Seelen Verstorbener
Kontakt aufnehmen zu können; dazu Spiritist, der;
-e n, -en u . spiritistisch jAdj.j
Spiritual, das; -s , -s [spiritjuol] geistliches Lied der
Afroamerikaner in synkopenreicher Rhythmik
Spiritualismus, der; /o. P I / [Jp.., s p ..] idealisti
sche Auffassung, nach der das Materielle nur Pro
dukt od. Erscheinungsweise des Geistigen ist
spirituell jAdj.j [Jp..tu|sl, sp ..] 1. übersinnlich —
2. geistlich: spirituelle Lieder
Spirituose, die;
-n jvorw. PL] [Jp.., auch sp..]
Getränk mit hohem Gehalt an Alkohol: ein Geschäft
für Weine und Spirituosen
Spiritus, der;
-s e technisch verwendeter vergällter
Alkohol: mit S. kochen; eine Schlange in S. le
gen
Spiritus |koeher, der Kocher, der mit Spiritus geheizt
w ird
Spitgl, das; -s, Spitäler Schweiz, österr. Kranken
haus: jmdn. ins S. einliefern
spitz ]Adj.] 1.1 . an (s)einem Ende dünn und sich
verjüngend: spitze Nadeln, Nägel, Dornen; ein
spitzes Messer; der Bleistift ist nicht s. genug;
ein spitzer (sich oben verjüngender) Turm; ein e spitze
Nase 1.2 . M ath, ein spitzer Winkel (Winkel, der
kleiner als ein rechter Winkel ist) — 2 . u m g. bes.
im Gesicht abgezehrt aussehend: ihr Gesicht ist sehr
s. geworden — 8 . spitze Bemerkungen machen
spintisieren — Spitzengeschwindigkeit
1079
(sticheln 2); er kann sehr s. sein (er stichelt mitunter
gern)
+ eine spitze / Zunge haben
Spitz, der; -es, -e zu einer Hunderasse mit spitzer
Schnauze und aufrecht stehenden spitzen Ohren ge
hörender Haushund
Spitz/spitzj -hart, der spitz zulaufender Kinnbart: er
trägt einen S.; dazu -bärtig jAdj.; nicht adv./;
- bein, das Bein des geschlachteten Schweins unter
halb des Kniegelenks: gepökeltes S. essen; -bogen,
der gewölbtes, oben spitz zulaufendes Bauteil aus
zwei aneinanderstoßenden Kreisabschnitten; -bube,
der listiger Betrüger, schlauer Dieb: du bist ein ab
gefeimter S.;
- b ü b isch /Adj.f: s. (verschmitzt)
läch eln
Spftze, d ie;
- n 1*1.1. dünnes und sich verjüngen
des Ende eines Gegenstandes: die Spitzen der N adeln,
Nägel, Domen; die S. des Messers ist stumpf
geworden; die S. des Bleistiftes ist abgebrochen
1.2 . spitzes oberes Ende eines Gegenstandes: die
S. der Tanne, des Turmes, Giebels 1.8 . spitzes
oberes Ende einer geometrischen Figur: die S. des
Dreiecks, der Pyramide — 2 .1 . vorderster Teil in
einem Nacheinander von Dingen, Personen: die S.
der Kolonne, des Zuges; unser Boot übernahm die
S. (Führung 4); unsere Mannschaft liegt an der S.
(der Tabelle); <> Professor B steht an der S. des
Instituts (leitet das Institut) 2.2 . /nur im PI./ diese
Männer waren die geistigen Spitzen (führenden
geistigen Persönlichkeiten) des Landes — 8 .j o . P l.j
salopp etw., jmd. ist S. etw., jmd. ist sehr gut, her
vorragend: das Buch ist einfach S.; als Torwart ist
er absolute S. — 4 . Höchstwert einer (auf einen Zeit
abschnitt bezogenen) veränderlichen Größe: der
Besucherandrang erreichte am Sonntag die ab
solute S.; umg. dieser Wagen fährt 120 Kilometer
S. (Höchstgeschwindigkeit) — 5 . boshafte A nspielu ng ,
Stichelei: eine deutliche, persönliche, versteckte S.;
Spitzen austeilen — 6 .Gegenstand aus einem M und
stück und einem Röhrchen, auf das eine Zigarette,
Zigarre zum Rauchen aufgesteckt wird — II . aus
Fäden in durchbrochenem M uster hergestellte Textilie,
durch die der Untergrund durchschimmert: zarte,
kostbare S.; Spitzen häkeln, klöppeln, wirken
+ einer Sache die S. abbrechen (einer Sache ihre
gefährdende Wirkung nehmen); etw. auf die S. (etw.
bis zum Äußersten) treiben; umg. etw., jmd. ist
einsame S. (mit Abstand das, der beste)
Spitzel, der; -s, - unter dem Anschein gleicher Ge
sinnung od. als Sympathisant (in progressiven
Kreisen) a uftretende Person, die Gehörtes od. Beob
achtetes ihrem (reaktionäre Interessen vertretenden)
Auftraggeber hinterbringt: er wurde als S. erkannt;
dazu spitzeln jsw. Vb.; hat/
spitzen jsw. Vb.; hat/1 . er spitzt den Bleistift (ver
sieht den Bleistift mit einer Spitze); sie spitzt die
Lippen (bewegt die Lippen rund geformt nach vorn)
—
2. u m g . (sich) auf etw. s. dringlich, ungeduldig
darauf hoffen, etw. z u bekommen, zu erlangen: er
hatte sich auf eine großartige Bewirtung g e
spitzt
+ die Ohren s.
Spitzen| -belastungszeit, die: den Verbrauch an
Elektroenergie in der S. (in der Tageszeit m it
dem höchsten Stromverbrauch) senken; -bluse, die
Bluse aus Spitze (11); -erzeugnis, das Erzeugnis von
höchster Qualität; -geschwindigkeit, die Höchst-
1080
Spitzengruppe — Sporthemd
geschwindigkeit (1.1): der Zug fuhr mit einer S. v on
180 Stundenkilometern; -gruppe, die vorderste, an
der Spitze (2.1) befindliche Gruppe: er führt die S.
an; -kandidat, der Kandidat, der an der Spitze einer
nach Rangfolge geordneten Wahlliste steht; -klasse,
die /o. PLI 1 .1 . höchste Qualität: Kraftstoffe und Öle
der S. 1 .2 . der Dirigent gehört zur S. (gehört zu den
besten Dirigenten); -klöppelei, die 1, jo. PL/ das
Klöppeln von Spitzen — 2. geklöppelte Spitze: auf
dem Tisch lag eine zarte S .; -leistung, die Höchst
leistung , hervorragende, ausgezeichnete Leistung;
- produkt, das vgl. -erzeugnis; -reiter, der in einem
Wettbewerb führende Person od. G ruppe: er be
hauptete im Rennen, Wettbewerb seinen Platz als
S.; -Sportler, der Sportler, der international zu den
Besten seiner Disziplin gehört; -zeit, die 1. in der S.
(in der Zeit, in der die Verkehrsmittel am meisten
benutzt werden) verkehrt die U-B ahn im 3-Minuten-
Abstand — 2 . Sport Bestzeit: sie schwamm S.
Spitzer, der; -s, - u m g . Bleistiftspitzer
spitz/Spitz] -findig fA dj.l in unangebrachter Weise
übertrieben scharfe Unterscheidungen treffend: deine
Erklärungen sind mir zu s.; dazu -findigkeit, die
/PL -en/; -hacke, die Gerät mit einem Stiel und einem
im rechten Winkel dazu angebrachten, spitz zulaufen
den Vierkant, das bes. zur Lockerung fester Böden od.
zum Aufbrechen von Mauerwerk o .ä . dient; -kehre,
die 1. Kurve einer Straße, die einen spitzen Winkel
bildet — 2 . S k i im Stand (am Hang) ausgeführte
Wendung mit einer Richtungsänderung um 180 Grad;
- kriegen fVb.j u mg. etw. begreifen, herausbekom
men, merken: das wirst du bald s . ; diesen Schwindel
hat sie schnell spitzgekriegt; -maus, die in
zahlreichen A rten vorkommendes, der M a us ähn
liches insektenfressendes Säugetier mit rüsselartiger
Schnauze; -name, der Name, der jmdm. aus Scherz
od. Spott (auf Grund einer auffallenden Eigenheit)
gegeben wird: jmdm. einen Spitznamen geben;
- wink(e)lig fÄdj.f mit einem spitzen Winkel: ein
spitzwinkliges Dreieck; -züngig /Adj./: s. (anzüg
lich, leicht boshaft) antworten; eine spitzzüngige
Art haben
Spleen, der; -s, -e/-s \vorw. Sg.f [Jpli:n, auch sp ..]
1.1 . \emot. neg.\ seltsame, schrullige, wunderliche
Eigenheit: er hat wieder einen neuen S. 1 .2 . jo. Pl.j
umg. jmd. hat einen S. (ist verrückt)
Splint, der; «(e)s, -e T echn . Stift (1.1.3), der zur
Sicherung gegen selbsttätiges Lösen durch ein Loch
an Bolzen, Schrauben, M uttern gesteckt wird und
dessen Enden umgebogen werden
Splitt, der; -(e)s, -e /vorw. Sg.j Material aus kleinen
scharfkantigen Stücken von zerschlagenem Gestein,
das für den Straßenbau sowie zur Herstellung von
Beton und Baustoffen verwendet wird
Splitter, der; -s, - kleines, kleineres, unregelmäßiges
und spitzes Stückchen bes. von Holz, Glas, Eisen,
Knochen, das sich durch mechanische Einwirkung
abgelöst hat: sich einen S. einziehen; der Spiegel
zerbrach in tausend (kleine) S.; er ist durch den
S, einer Granate verwundet worden
spljtter| -fasernackt /A dj./ um g. /emot.j völlig nackt
(1); -frei /A dj.; nicht adv./ nicht splitternd: splitter
freies Glas
Splittern /sw. Vb.; hat, ist/ 1.1. (ist, hat) die
Fensterscheibe splittert (zerbricht in Splitter) 1.2 .
(hat, ist) das Holz hat gesplittert (vom Holz haben
sich Splitter abgelöst)
Splitter|nackt /A d j.; emot.j völlig nackt (1): er
badete s. im See
Spondylose, die; -,
-n [Jp..dy.., sp..] Erkrankung
der Wirbelsäule durch Degeneration der zwischen
den Wirbeln liegenden Scheiben
spontan /Adj./ [Jp.., auch sp.,] 1.1 . plötzlich aus
innerem Antrieb, ohne langes Überlegen: ein spon
taner Entschluß; s. antworten, reagieren 1.2 . nicht
bewußt auf die Erreichung langfristiger Ziele hin
angelegt und organisiert: eine spontane Aktion;
ein spontaner (nicht von einer zentralen Gewerk
schaftsleitung organisierter) Streik; spontanes H an
deln (der Massen) — 2 . ohne die Kenntnis des
Menschen und ohne bewußte Ausnutzung gesell
schaftlicher Entwicklungsgesetze durch ihn vor sich
gehend: das spontane Wirken der ökonomischen
Gesetze im K apitalismus; dazu Spontaneität
[..n e|i..] , auch Spontanität, die; -, jo . Pl.j
sporadisch /A dj./ 1.1. hier und dort vereinzelt vor
kommend: diese Pflanze kommt nur s. vor 1.2 . wir
sehen uns nur ganz s. (hin und wieder)
Spore, d ie; -,
-n B o t . der ungeschlechtlichen Ver
mehrung dienende Keimzelle bei niederen Pflanzen
Sporn, der; -(e)s, Sporen \vorw. Pl.j metallener
Bügel mit einem scharfen (gezahnten) radartigen
Teil am Absatz des Reitstiefels: die Sporen an
schnallen; dem Pferd die Sporen geben
4- u m g . sich mit, durch etw. die (ersten) Sporen
verdienen (sich bei einer Aufgabe, einem Auftrag
bewähren)
spornstreichs /Adv./ vera ltend unverzüglich, in
höchster Eile, geradewegs: s. davonrennen
Sport, der; -(e)s, jo. P l.j 1.1 . (nach festgelegten
Regeln) als Wettkampf od. Spiel aus Freude an der
Sache, zur Steigerung der körperlichen Leistungs
fähigkeit und zur aktiven Freizeitgestaltung aus
geführte körperliche Betätigung: S. treiben; Ver
dienter Meister des Sports /Ehrentitel in der D D R /;
für den S. begeistert, sein; zur Förderung des
Sportes beitragen 1.2 . bestimmte Sportart, Sport
disziplin: Schwimmen ist ein gesunder, Boxen ein
harter S.; O umg. Fotografieren ist sein S. (sein
Hobby) 1.3 . 1.1 als Unterrichtsfach in der Schule:
wir haben heute S.
Sport[ -abzeichen, das Abzeichen für sportliche
Leistungen, in der DDR als staatliche Auszeichnung
für die Erfüllung einer vielseitigen sportlichen
Leistungsprüfung nach festgelegtem Programm: das
S. in Gold erwerben; -a nzu g, der sportlicher (3)
Anzug; -art, die bestimmte A rt Sport (1.1), die
einen Komplex verwandter sportlicher Übungen, von
Sportdisziplinen umfaßt; -arzt, der Facharzt für
Sportmedizin; -boot, das vgl. -flugzeug; -disziplin,
die Teilgebiet einer Sportart: die S. des W eit
sprungs; -dreß, der bei der Ausübung einer be
stimmten Sportart getragene Sportkleidung; -fest,
das Fest mit sportlichen Wettkämpfen und Spielen;
- f lugzeug, das kleines Flugzeug für sportliche Zwecke;
- freund, der Mitglied eines Sportklubs, einer Sport
gemeinschaft /auch als Anrede/; -gemeinschaft, die
/Abk. SG; Grundorganisation des Deutschen Turn-
und Sportbundes der DDR/; -gerät, das Gerät, das
für eine bestimmte Sportdiszip lin, Sportart benötigt
w ird; -halle, die Halle (1) für bestimmte Sportarten,
- d isziplinen; -hemd, das 1.1 . aus Trikot gefertigtes,
beim Sport getragenes, meist farbiges, bedrucktes
Hemd (2) mit kurzen Ärmeln 1.2 . sportliches (3)
Oberhemd (mit kurzen Ä rm eln); -kleidung, die
zweckmäßige, einfache Kleidung, die bei der A us
übung von Sport getragen w ird; -klub, der /Abk.
SC, SK; Grundorganisation des Deutschen Turn-
und Sportbundes der D D R /; -lehrer, der Lehrer für
den Sportunterricht
Sportler^ der; -s, - jmd ., der regelmäßig und aktiv
Sport treibt: er ist ein fairer S.; die S. trainieren
für die Meisterschaft; dazu Sportlerin, die;
-nen
sportlich /Adj./ 1.1* /nicht präd.\ den Sport be
treffend: seine sportliche Laufbahn; sportliche
Wettkämpfe, Höchstleistungen; sich s. betätigen
1.2 , körperlich durch Anlage, Training gut für die
Ausübung von Sport geeignet: ein sportlicher
Junge; er ist eine sportliche Erscheinung, hat eine
sportliche Figur; sie ist, wirkt s.; die M annschaft
ist s. in guter Form — 2 . fair (1.2): ein sportliches
Verhalten; diese Mannschaft spielte sehr s.
—
8.
einfach und zweckmäßig in Schnitt und Form (und
dadurch jugendlich wirkend) : ein sportliches
Kostüm; eine sportliche Frisur
Sport| -medizin, die jo. PL/ Teilgebiet der Medizin,
das sich bes. m it den Wechselwirkungen zwischen
sportlicher Betätigung und Gesundheit befaßt; -platz,
der Platz (2) für sportliche Übungen und Wett
kämpfe mit international festgelegten Abmessungen;
- r eporter, der Reporter, der bei Presse, Funk od.
Fernsehen über sportliche Ereignisse berichtet;
- s ch uh, der bequemer, praktischer Schuh mit flachem
Absatz
Sportsjmann, der JPl. -männer, auch d eute/ u m g .
jmd., der gern Sport treibt, Könner im Sport
Spprt| -Stätte, die Anlage zur Ausübung von Sport;
-»Toto, der, auch das Art des Toto in der DDR,
das der finanziellen Unterstützung von Körper
kultur und Sport dient; -verband, der Organisation,
die national und international für die Entwicklung
einer Sportart verantwortlich ist; -wag en, der 1.
leichter, m it verstellbarer Rückenlehne versehener
Kinderwagen, in dem das Kind meist sitzt — 2. Per
sonenkraftwagen in sportlichem S til mit sehr leistungs
fähigem Motor; -wettkampf, der
Spot, der; -s, -s [spot, auch Jpot] 1. kurzer, w irk
samer Werbetext — 2 . kurzer Werbefilm im Fern
sehen
Spott, der; -(e)s, jo. PI ./ Äußerungen od. nachäffende
Verhaltensweise, durch die jmd . od. etw. lächerlich
gemacht w ird : gutmütiger, bösartiger, bitterer, ver
letzender S.; der S. in seinen Worten war un
überhörbar; nur S. ernten; /in der Verbindung/
seinen S. mit jmdm. treiben (jmdn. verspotten)
sppttjbillig /A d j./ u m g . /emot./ sehr billig: das
Kleid war s.
Spöttelei, die; -,
-en /zu spötteln/
spötteln /sw. Vb.; hat/ leicht, harmlos spotten: er
spöttelt über ihre Ansichten
spotten, spottete, hat gespottet 1. Spott äußern:
er spottet gern; über jmdn., etw. s.: er spottete
über sie, ihre geschraubte Ausdrucks weise, ihre
Kleidung — 2 . geh. einer Sache s.: er spottete der
drohenden Gefahr (setzte sich über die drohende
Gefahr hinweg)
+ etw. spottet jeder / Beschreibung
Spötter, der; -s, - jmd., der oft, gern spottet (1):
er ist ein geistreicher, aggressiver S.
Sp0ttjgeld, das /o. PL; emot.j sehr wenig Geld für
etw., bes. eine Ware: diese Bücher bekommst du
für ein S.; dafür habe ich nur ein S. bekom
men
spöttisch /A dj./ 1 . Spott ausdrückend: spöttische
Bemerkungen; ein spöttisches Lächeln; s. lächeln
—
2. ein spöttischer (zu Spott neigender) Mensch
Spott/spptt| -lu st, die /o. P L/ Lu st, Neigung zum
Spotten (1): sein Benehmen reizte ihre S.; dazu
- lustig /A d j./; -preis, der /emot./ sehr niedriger
Preis für eine Ware: etw. für einen S. (verkaufen;
-Vers, der Vers, mit dem jmd., etw. verspottet wird:
auf jmdn. Spottverse machen
sprachbegabt \Adj.j besonders begabt für das E r
lernen von Fremdsprachen
Sprache, die;
-n 1.1 . historisch entstandenes und
sich entwickelndes System von bedeutungstragenden
Folgen artikulierter L a u te. und ihren schriftlichen
Äquivalenten sowie einer begrenzten Menge von
Regeln zur formalen Abwandlung und Zusammen
stellung dieser Folgen zu sinnvollen Aussagen,
Texten, das (einer bestimmten Einheit, Gliederung)
der menschlichen Gesellschaft als Kom munikations
mittel, als Instrum ent des (begrifflichen) Denkens,
der Formulierung von Gedanken dient und die
Fixie rung und Speicherung des erworbenen Wissens
ermöglicht: die deutsche, russische S.; germanische,
romanische Sprachen; lebende, to te, künstliche,
natürliche Sprachen; der W ortbestand, die Gram
matik einer S.; eine S. beherrschen, verstehen,
erlernen, sprechen; er übersetzt aus allen slawi
schen Sprachen; g eh . /in der Verbindung/ einer S.
/ mächtig sein 1.2 . System von Zeichen mit fest
stehender Bedeutung, das der Kommunikation dient:
die S. der Taubstummen — 2 . /o. PI ./ Fähigkeit
zu sprechen: er hat durch den Schock die S: ver
loren; erst lange Zeit nach dem Unfall fand er die
S. wieder — 8 . /o. PL/ Art des Sprechens, der
Artikulation: eine kultivierte, flüssige S.; an seiner
S. erkannte man sofort den gebürtigen Berliner —
4. /o. PL / Ausdrucksweise: eine lebendige, klare,
schöne, gewählte, gehobene S.; die S. der Poesie;
die S. des Alltags, einer Epoche; O die S. der
Musik, Kunst
+ die S. auf etw. bringen (ein bestimmtes Thema
anschneiden, das Gespräch auf etw. lenken); die
gleiche S. reden, sprechen (die gleiche Meinung,
die gleichen Interessen haben); etw. zur S. bringen
(veranlassen, d aß etw. besprochen, diskutiert w ird) ;
etw. spricht eine deutliche S. etw. bringt etw. deut
lich zum Äusdruck: diese statistischen Angaben
sprechen eine deutliche S.; etw. kommt zur S.
(über etw. wird gesprochen); um g. mit derS. (her)-
ausrücken (etw. zögernd, widerwillig aussprechen);
heraus mit der S. (sage, was passiert ist, wer es
getan hat) !
Sprach/sprach zu Sprache 1.11 -fa milie, die Gruppe
genetisch zusammengehöriger Sprachen; -fehler, der
physisch od. psychisch bedingte Störung in der
Aussprache bestimmter Laute; -führer, der H and
buch, das die Regeln der Aussprache, einen kurzen
Abriß der Grammatik und die gebräuchlichsten Rede
wendungen und Vokabeln einer fremden Sprache ent
hält; -gebiet, das Sprachraum; -gefühl, das /o. Pl.j
Sinn (2) für die Anwendung sprachlicher Normen;
- gem einschaft, die Gesamtheit der eine Sprache als
Muttersprache sprechenden Personen; -geschichte,
die /o. Pl.j Geschichte (1.2) der, einer Sprache; -in sei,
die (kleines) Gebiet, dessen Bewohner sich durch die
Sportkleidung — Sprachinsel
1081
1082
Sprache von ihrer Umgehung unterscheiden*, - k en nt-
nisse, die /PL/ Kenntnisse in einer fremden Sprache:
gute französische S. haben; -kultnr, die jo. P l.j (Ge
samtheit der Bestrebungen um ein) relativ hohes
Niv ea u normgerechten, schöpferischen Sprachge
brauchs ; -kündig /A dj,/ sich in einer fremden Sprache
verständigen könnend; -kursus, der Kursus zum Er
lernen einer fremden Sprache; -lehre, die 1. jo. Pl.f
Grammatik (1) — 2 . Lehrbuch für 1
sprachlich /A dj./ die, eine bestimmte Sprache (1.1)
betreffend: die sprachliche Verwandtschaft des
Russischen und Bulgarischen; das ist s. falsch
spraeh/Spr(ich| -los /A dj./ auf Grund einer psychi
schen Reaktion sprachlich auf etw. nicht reagieren
könnend: s. vor Entrüstung; s. starrte er auf das
Telegramm; sie sah ihn in sprachlosem Erstaunen
an; -manipulation, die Manipulation (1) mit
sprachlichen Mitteln; -norm, die jo. PL/ Sprach-
w is s. Gesamtheit der Normen für den Gebrauch
einer Sprache; -pflege, die auf die Beachtung der
Sprachnorm gerichtete pädagogisch-informatorische
Tätigkeit; -ra um , der geographisches Gebiet, i n dem
eine bestimmte Sprache (1.1) gesprochen w ird ; -re g(e) -
lung, die auf Manipulation (1) abzielende Regelung
für den Gebrauch bestimmter, nicht adäquater A u s
drucksweisen für bestimmte Sachverhalte; -rohr, das
1. trichterförmiges Rohr, dessen kleinere Öffnung
beim Sprechen an den M und gesetzt wird, um eine
größere Lautstärke zu erreichen — 2 ./vorw . Sg./ er war
das S. seiner Mitschüler (vertrat ihre Meinungen nach
außen); -schätz, der jo. PL/ Gesamtheit, Mittel und
Möglichkeiten, bes. der Wörter und Wendungen, einer
Sprache (1.1) 1.1 . in einem bestimmten Zeitraum:
den S. überlieferter Sprachdenkmäler erfassen 1 .2 .
die jmd. aktiv beherrscht: sein russischer S. reichte
aus, um sich an der Diskussion zu beteiligen;
-Störung, die physische od. psychische Störung der
Fähigkeit zu sprechen; -System, das System der
Elemente und Beziehungen, aus denen eine Sprache
besteht; -üblich /A dj./ in einer Sprache geläufig,
üblich: diese Satzverknüpfung ist im Deutschen
nicht s.; -unterricht, der Unterricht in der M utter
sprache od. in einerFremdsprache; -Wissenschaft, die
Wissenschaft von der Sprache (1.1) im allgemeinen
und von den einzelnen Sprachen im besonderen; dazu
-Wissenschaftler, der u.
-wissenschaftlich /Adj./;
-Zentrum, das M ed. für das Sprechen und Ver
stehen verantwortlicher Abschnitt der Großhirn
rinde
Spray, der, auch d as; -/ -s , -s [jpre:, auch spre:]
Flüssigkeit, die m it Hilfe einer Spraydose zerstäubt,
versprüht wird
Spray[dose, die unter D ruck stehender kleiner
zylindrischer Behälter für Spray
sprayen /sw. Vb.; hat/ [Jpre:9n, auch sp..] etw.
mit einem Spray besprühen: er hat sein Haar ge
sprayt
Sprech) -anlage, die Einrichtung in der A rt eines
Telefons, bes. an Haustüren od. in Büroräumen,
durch die man mit Personen in den (anderen)
Räumen des gleichen Gebäudes sprechen kann;
-Chor, der 1. Gruppe von Personen, die gemeinsam
etw. sprechen, vortragen: dieser S. setzt sich nur
aus Frauen zusammen — 2 . im Chor zu sprechen
der Text: einen S. einstudieren — 3 . die Demon
stranten protestierten in Sprechchören (durch
Sprachk enntnisse — Sprecher
lautes Sprechen im Chor) gegen die Verhaftung des
Friedenskämpfers
sprechen (er spricht), sprach, h at gesprochen 1.
Bewußtseinsinhalte mündlich mit den Mitteln der
Sprache akustisch wahrnehmbar machen: laut,
ruhig, gewählt, eindringlich s.; durch die Nase,
mit zitternder Stimme, im Befehlston s .; in kurzen
Sätzen s.; frei s.; er spricht viel, wenig; das Kind
lernt s., spricht schon gut; sie konnten vor Angst
kaum s.; er spricht aus Erfahrung (er sagt, was er
aus eigener Erfahrung weiß); er sprach für das
Projekt (setzte sich dafür ein); er spricht (ist
Sprecher) im Rundfunk, Fernsehen; er hat (be
geistert) über deine Arbeit, seine letzte Reise ge
sprochen; vor einer großen Zuhörerschaft s.
—
2,1 . es spricht (die Rede, den Vortrag hält) Pro
fessor N 2.2 . etw. mündlich äußern, etw. sagen: er
sprach nur ein paar W orte; das Kind kann schon
ganze Sätze s.; da hast du ein wahres Wort ge
sprochen 2.3 . etw. (Auswendiggelerntes künstle
risch ausdrucksvoll) vortragen, etw. rezitieren: ein
Gedicht s. (aufsagen); eine Sendung s . ; eine Rolle
s. 2 .4 . eine Sprache s. sich in einer Sprache äußern,
ausdrücken (können), eine Sprache beherrschen:
verschiedene Sprachen s.; er spricht perfekt,
fließend Französisch, französisch; er spricht Dia
lekt — 3 .1. mit jmdm. s., jmdn. s. (wollen) mit
jmdm . ein besonderes Anliegen besprechen (wollen):
m it jmdm., jmdn. privat s. (wollen); ich muß sie
dringend, muß dringend mit ihr s . ; ich bin heute
nicht zu s.; der Anwalt ist täglich von 8 bis
13 Uhr zu s. (hat zu dieser Zeit Sprechstunde); wir
s. uns noch! /als Drohung nach einem Streit/ 3.2 .
m it jmdm. s. m it jmdm . ein Gespräch führen, sich
mit jmdm. unterhalten: mit der Nachbarin s.; er
hat mit niemandem darüber gesprochen; die
Frauen sprachen lange miteinander; darüber müs
sen wir noch mit ihm s. (diskutieren, verhandeln);
offen mit jmdm., miteinander s. — 4 . etw. spricht:
er ließ sein Herz s. (ließ sich vom Gefühl leiten);
/oft im Part. P rä s ./ eine sprechende (ausdrucks
volle) Mimik; er h a t große sprechende Aug en; sie
wechselten sprechende (vielsagende) Blicke; aus
diesen Tatsachen ergibt sich ein sprechendes
(deutliches) Bild; etw. spricht aus etw., jmdm.:
aus ihren Zügen sprach Angst, Verachtung (in
ihren Zügen drückte sich Angst, Verachtung aus);
etw. spricht für etw., jmdn.: dieser Umstand
spricht für seine Unschuld (läßt auf seine Un
schuld schließen); seine Tapferkeit spricht für ihn
(läßt ihn in einem p ositiven Licht erscheinen); etw.
spricht gegen etw., jmdn.: dieses Indiz spricht
gegen ein Verbrechen (scheint ein Verbrechen aus
zuschließen); seine Aussage spricht gegen sie (läßt
sie in einem negativen Licht erscheinen)
4- etw. spricht für sich (selbst) (etw. bedarf keiner
weiteren Erklärung); — das spricht / Bände;
nicht / gut auf jmdn. zu s. sein; ein / Macht
wort s.; in /f Rätseln s.; / schlecht auf jmdn.
zu s. sein; jmdm. aus der / Seele s.; eine deut
liche / Sprache (mit jmdm.) s.
Sprecher, der; -s, - 1 .1 . jmd., der vor, zu einem
Publikum spricht: ein guter, gewandter S.; der S.
fuhr fort, unterbrach sich; als S. (Nachrichten
sprecher, Ansager) beim Rundfunk, Fernsehen
arbeiten; ein S. gab Erklärungen zum Vortrag
des Volkskunstensembles 1.2 . jmd., der im Auf
Sprecherziehung — springen
1083
trag von jmdm., einer Institution spricht, verhandelt,
offizielle Mitteilungen macht: die S. zahlreicher
Delegationen brachten ihr Einverständnis zum
Ausdruck; ein S. der Vereinten Nationen
Sprech| -erZiehung, die E rziehung zur Beherrschung
der korrekten Aussprache und wirkungsvollen Ver
wendung der Möglichkeiten des mündlichen A u s
drucks; -funk, der tragbare od. eingebaute Funkan
lage, die eine drahtlose Übermittlung von Mitteilungen
über kurze Entfernungen ermöglicht; -gesang, der
jo, Pl.j dem Tonfall und Rhythmus des Sprechens
(1) angenäherter Gesang; -m uschel, die Teil des
Telefonhörers od. Funksprechgerätes, in den man
hineinspricht; -platte, die Schallplatte, auf der ge
sprochene Texte aufgenommen sind; -rolle, die zu
sprechende Rolle (5.1) in einer Oper o. ä .;
-Silbe,
die Phon et. nach rhythmischen Prinzipien gebildete
Folge von Lauten; -stunde, die festgelegter Zeitraum,
während dessen jmd., bes. ein Arzt, eine Institution,
zum Dienst für das Publikum bereit ist: in die S. des
Zahnarztes, Klassenlehrers gehen; -tag,der Wochen
tag, an dem eine öffentliche Einrichtung Sprechstunde
hat; -tecknik, die fo. Pl.f (durch Ausbildung) ent
wickelte Fähigkeit, artikuliert, weit hörbar, aber
Stimmschäden vermeidend zu sprechen; -Verbindung,
die telefonische od. drahtlose Verbindung zum I nfo r
mationsaustausch; -verkehr, der vgl. -Verbindung;
- zeit, die begrenzter Zeitraum, während dessen jmd.
{mit jmdm.) sprechen darf: die S. ist auf fünf Minu
ten befristet; -zimmer, dasRaum, in dem jmd., bes.
ein A rzt, seine Sprechstunde abhält
spreizen jsw. Vb.; hat; / auch gespreizt/ 1. etw.,
bes. Gliedmaßen, nach der Seite hin weit Weg
strecken: er spreizte die Arme, ein Bein seitwärts;
er fuhr mit der gespreizten Hand (mit den ausein
andergestreckten Fingern einer Hand) durchs Haar;
der Pfau spreizt den Schwanz (zu einem Fächer)
—
2.1 . sich auffällig, affektiert benehmen: sie
spreizte sich vor ihren Besuchern 2.2 . sich (in
affektierter Weise) sträuben, widersetzen: er spreizte
sich, das Geschenk anzunehmen
Spreizjfuß, der F uß, dessen Mittelfußknochen in
folge konstitutioneller Schwäche der Bänder ge
spreizt sind
Sprelacart, das; -s, fo.Pl.f [.. k ..] aus dünnen, mit
Kunstharz getränkten Papieren und anderen M ate
rialien bestehende Masse, die unter Hitze und Druck
zu Platten (1) verarbeitet wird: eine mit S. be
schichtete Tischplatte
Sprengel, der; -s, - kirchlicher Amtsbereich eines
katholischen Bischofs, evangelischen (General)Super
intendenten
sprengen /sw. Vb.; hat, ist/ I. (hat) 1. durch Aus
lösen einer Explosion von Sprengstoff 1.1 . etw. Ge
bautes zerstören, zum Einsturz bringen: eine Brücke,
Ruine s. 1 .2 . Gestein (zur Gewinnung von Kohle,
Erzen, Natursteinen), Erdreich lockern, zerkleinern:
im Steinbruch s.; Felsen s. 1.3. etw. in etw. s .:
einen Tunnel in den Felsen s. (durch 1.2 im Felsen
herstellen) — 2 .1 . etw. gewaltsam öffnen, aufbrechen:
die Tür, das Schloß s.; das Eis hat die Flasche
gesprengt (durch Druck von innen auseinander
gerissen); <> die Grenzen kleinbürgerlichen D e n
kens s.; die Freude sprengt ihr fast die Brust
2.2 . eine Versammlung, Ansammlung unter A n
wendung von Gewalt auflösen, beenden: die D e
monstration der Kriegsgegner wurde durch Polizei
einheiten gesprengt — II . etw. feucht machen, in
dem man Wasser darauf sp ritzt (hat): den Rp.sen,
Fußboden, die Wäsche (vor dem Bügeln) s.
—
HI. g eh . schnell, scharf irgendwohin reiten (ist): die
Reiter sprengten über die Brücke
+ etw, sprengt den / Rahmen
Sprenger, der; -s, - Rasensprenger
Spreng| -kapsel, die zur Zündung von Spreng
stoffen mit Initialsprengstoff gefülltes Röhrchen in
Sprengkörpern; -köpf, der M il. T eil eines Geschos
ses (mit Eigenantrieb), der die Sprengladung ent
hält: eine Rakete mit atomarem S.; -körper, der
Behälter von unterschiedlicher Form, der mit einer
bestimmten Menge von Sprengstoff gefüllt ist; -k raft,
die jo. Pl.f Kraft, die ein Sprengstoff, Sprengkörper
bei einer Detonation entwickelt: eine Atombombe
mit einer S. von 20000 Tonnen Dynamit; -ladung,
die für eine Sprengung ausreichende Menge von
Sprengstoff: eine S. zünden, zur D etonation brin
gen; -meister, der Facharbeiter, der im Hoch-,
Tief-, Bergbau, in Steinbrüchen Sprengungen leitet
od. durchführt; -Satz, der vgl.
- ladung: nukleare
Sprengsätze; -stoff, der Stoffgemisch, das durch
geeignete Zündung unter Bildung sehr großer Gas
mengen und Abgabe einer bedeutenden Wärme
menge sehr schnell reagiert, explodiert, wodurch ein
starker, zerstörender Druck auf die Umgebung aus
geübt wird; -Stoffanschlag, der (terroristischer) A n
schlag gegen Personen, Gebäude, Gegenstände unter
Verwendung von Sprengstoff: ein en S. durchführen,
vereiteln
Sprengung, die; -,
- e n das Sprengen (I)
Sprengwagen, der (Kraftfahrzeug mit einem
Wassertank, aus dem Wasser a uf die Straßen ge
sprüht wird
sprenkeln jsw. Vb.; hat; / auch gesprenkelt/ etw.
auf etw. s. etw. mit kleinen (andersfarbigen) Sprit
zern von etw. versehen: Farbe auf ein Blatt Papiers.
Spreu, die; -, jo. Pl.j aus Spelzen, Grannen, Stengeln
bestehender Rückstand, der beim Dreschen des Ge
treides anfällt: S. als Viehfutter verwenden
4- die S. vom Weizen scheiden, sondern, trennen
(Schlechtes, Wertloses vom Guten, Verwertbaren
trennen)
Sprich/spr|ch| -w o rt, das /PL -Wörter/ vielfach i n
den Grenzen der Z eit ihrer Entstehung verhaftete,
knapp, meist bildlich formulierte, im Volksmund
überlieferte Lebenserfahrung, -Weisheit m it m o ra li
sierendem, auch gesellschaftskritischem I nhalt;
- wörtlich jAdj.j 1. jnur attr.j in der Art, Form
eines Sprichworts: eine sprichwörtliche Redensart
—
2. /nicht adv.j sein Pech, Glück ist s. (daß er
oft Pech, Glück hat, i s t allgemein bekannt)
Sprießen, sproß, selten sprießte, ist gesprossen 1.1 .
zu S achsen (1) beginnen: das Gras, die Saat sprießt
1.2 . über seiner Oberlippe s. die ersten Barthaare
(beginnen die ersten Barthaare zu 1wachsen 2.1)
Spr|ng|brunnen, der Brunnen, bei dem das Wasser
durch Druck aus einer od. mehreren Düsen in meist
dickem Strahl nach oben schießt und zurückfallend
in einem Becken gesammelt wird
sprjngen, sprang, ist gesprungen 1.1 .1 . sich kräftig
und mit Schwung mit einem od. zwei Beinen, mit
dem K nie, den Knien federnd, vom Boden abstoßen,
so daß der Körper in die Höhe bewegt, durch die
Luft zu einer anderen Stelle bewegt wird: in die
Luft, Höhe s.; er kann gut s.; mit Anlauf s.,
1084
O sein Herz springt vor Freude (er ist in freudiger
Erregung) 1.1 .2 . sich durch 1.1.1 irgendwohin, von
irgendwo weg bewegen: ins Wasser s.; über ein
Hindernis, einen Graben s . ; aus der fahrenden
Straßenbahn s.; aus dem B ett s. (mit Schwung
aufstehen 1.3) 1.2 . im Hochsprung, Weitsprung eine
bestimmte Höhe, Weite, einen Rekord erreichen: er
ist fünf Meter, einen neuen Rekord gesprungen
1.8 . durch 1.1.1 eine bestimmte Figur (5.2) aus
führen: einen Salto s. — 2 .1 . sich durch 1.1.1 schnell
vorwärts bewegen: das Känguruh springt; die
Kinder s. (hüpfen) durch den Garten 2.2. landsch.,
bes. s ü d d t. schnell gehen, eilen: rasch zum Bäcker
s.; er mußte den ganzen Tag s. (sich abhetzen), um
alles zu erledigen 2.8 . umg. wenn er den kleinen
Finger rührt, müssen alle s. (eilen und eifrig
arbeiten) — 8 .1 . etw. springt etw. wird mit Kraft
in die Höhe geschnellt: der Ball springt an die
Decke, über den Zaun 8.2 . etw. springt aus, von
etw . etw. gerät, löst sich ruckartig aus seiner Halte
rung, bisherigen Lage: die Straßenbahn war aus
den Schienen gesprungen (entgleist); die Perle
springt aus der Fassung; der Knopf springt von
der Jacke — 4 .1 . jbes. von Glas, Porzellan, Keramik/
einen R iß, Risse bekommen, plötzlich auseinander
brechen, zerspringen: das Glas, Porzellan, die Saite
springt 4.2 . die Knospen s. (öffnen sich plötzlich,
gehen plötzlich auf) — 5 .1 . von einem Thema zum
anderen s. (unvermittelt übergehen 1.1.2); die Ampel
springt auf Grün (zeigt plötzlich Grün); der Zeiger
der Uhr springt (rückt) auf 10 5.2 . als Springer (2)
tätig sein: er mußte s., da Kollegen erkrankt
waren
-f- etw. springt ins / Auge; für jmdn. in die
/* Bresche s.; vor
Freude an die Decke s.;
jmdm. ins / Gesicht s. wollen; das ist / gehupft
wie gesprungen; jmdn. über die / Klinge s.
lassen; das ist der springende / Punkt; nicht
über seinen / Schatten s. können
sprfngen|lassen, ließ springen, hat springenlassen
umg. eine bestimmte Summe s. jmdm. freigebig
Geld für etw., das ihm Freude macht, zukommen
lassen: er ließ 50 Mark springen
Springer, der; -s, - 1. Sportler einer Disziplin, bei
der nach bestimmten Regeln gesprungen (1.1 .1) wird
—
2. Werktätiger, der viele Arbeiten eines A rb eits
bereiches bei Bed a rf wechselweise ausführt, a u s
führen kann: an dem Band arbeiten zur Zeit
mehrere S.
—
8. Figur im Schachspiel, die man
im Rösselsprung (1) zieht, die im ' Rösselsprung
schlagen kann und die als einzige über eigene und
gegnerische Steine hinweg gesetzt werden da rf
Spring] -flut, die plötzlicher hoher Wasserstand
während der Flut (1) bei Voll- od. Neumond;
- fo rm , die runde, meist flache Kuchenform, deren
Umrandung durch das Offnen eines Verschlusses
erweitert und abgenommen werden kann
Springinsfeld, der; -s, -s jvorw. Sg.j [..iq|in ..]
veraltend scherzh. 1.1.lebhaftes, fröhlichesKind
1.2 . leichtsinniger junger Mensch
sprmg/Spring| -lebendig /A d j.; emot.j sehr munter,
lebhaft; -pferd, das R eitpferd , das sich besonders
gut für das Springreiten eignet; -reiten, das S p o r t
Wettkampf, bei dem das Pferd mit dem Reiter über eine
bestimmte Anzahl Hindernisse springen muß; -s eil,
das Seil mit Griffen an beiden Enden zum Seil
springen
springenlassen — spritzig
Sprint, der; -(e)s, -s S p o r t 1. das Sprinten (1.1):
einen S. einlegen — 2 . Wettbewerb im Kurz
streckenlauf
sprmten, sprintete, ist/hat gesprintet 1.1. Sport
eine kürzere Strecke in größtmöglicher Geschwindig
keit laufen (ist, hat): er sprintete die letzten 100
Meter 1.2 . (ist) umg. zum Bus s. (rennen)
Sprjnter, der; -s, - S p o r t auf Kurzstreckenlauf
spezialisierter Läufer
Sprit, der; -(e)s, - e 1, jo. Pl.j Äthanol — 2. umg.
Treibstoff, Benzin: der Wagen verbraucht 10 Liter
S. auf 100 Kilometer
Spritze, die; -,
-n 1.1 . Gerät, m it dem bes. eine
Flüssigkeit durch eine schmale Öffnung heraus
gepreßt wird 1.2 . zylinderförmiges Gerät mit Kanüle
und einem Kolben, m it dem eine Flüssigkeit in den
Körp er eingeführt od. ihm entnommen wird: eine S.
aufziehen, sterilisieren — 2 . Injektion: jmdm. eine
S. (in den Arm) geben, verabreichen; zur B e
ruhigung hat er eine S. bekommen
Spritz|eisbahn, die Eisbahn, die bei Frost durch
Spritzen von Wasser auf eine größere freie Fläche
hergestellt wird
spritzen /sw. Vb.; hat, ist/ 1. (hat) 1.1 . eine Flüssig
keit in vielen kleinen Tropfen durch die Luft irgend
wohin gelangen lassen: jmdm. Wasser ins Gesicht,
aus Versehen Tinte auf die Hose s.; Wasser auf
die Bügelwäsche s . ; sich ein paar Tropfen Parfüm
auf das Kleid s .; spritz nicht so sehr!; die Kinder
s. gern beim Baden 1.2 . etw., bes. eine Flüssigkeit,
aus einer Spritze (1) irgendwohin, auf, gegen etw.
gelangen lassen, durch Injektion in jmds. Körper
einführen: die Feuerwehr h at Wasser und Schaum
auf den Brandherd gespritzt; der Arzt hat ein
Beruhigungsmittel gespritzt; Creme auf die Torte
s. 1 .3 . etw. s. etw. (Flüssiges) auf etw. durch 1.2
aufbringen: die Obstbäume gegen Schädlinge s.;
ein Auto s. (lackieren) lassen 1.4 . er trinkt den
Gin gespritzt (mit etwas Mineralwasser vermischt)
—
2. etw. gelangt in Tropfen, einem Strahl (mit
Druck) aus etw. heraus, sprüht gegen etw. (ist):
Wasser ist aus der defekten Leitung gespritzt;
das heiße Fett ist aus der Pfanne gespritzt; Regen
ist gegen das Fenster gespritzt; Schaum spritzt
ihm ins Gesicht — 3 . (hat) 3.1 . etw. durch 1.2
herstellen: eine Eisbahn s.; eine Garnierung (mit
der Tortenspritze) s. 8 .2 . Techn. etw. durch Spritz
guß hersteilen: Zahnräder, Gehäuse aus Plast s. —
4. u m g . sehr schnell irgendwohin laufen (ist): er
spritzte ins Haus
Spritzer, der; -s, - 1 .1 . feiner Tropfen, der mit
Druck, Schwung hoch-, weggeschleudert wird: die
s. sprühten gegen die Schutzscheibe des Motor
bootes 1.2 . durch Spritzen (2) entstandener Fleck,
bes. Färb-, Schmutzfleck: auf dem Mantel waren
viele S.
—
2. kleine Menge Flüssigkeit, die mit
Druck, Schwung (gezielt) in, a u f etw. geschüttet,
gespritzt wird: einige S. Essig, Zitrone in, an den
Salat geben; ein Kognak mit einem S. Selters
wasser — 3 . Maler, der mit der Spritzpistole Farbe
aufträgt
Spritz|guß, der jo. PI./ T echn. Verfahren zur Her
stellung von Formteilen, bes. aus Plasten, bei dem
das geschmolzene M aterial durch eine Düse mit
hohem Druck in die kalte Form gespritzt
wird
s pritzig /Adj./ witzig und geistreich, schwungvoll:
Spritzkuchen — sprunghaft
1085
eine spritzige Rede halten; eine s. geschriebene Re
portage
Spritz | -kuch en, der hauptsächlich aus M ehl, W as
ser und Eiern hergestelltes, in siedendem Fett ge
backenes Gebäckstück; -pistole, die pistolenartiges
Gerät, m it dem Farbe fein verteilt auf etw. gespritzt
w ird; -tour, die umg. dem Vergnügen dienende
kurze R eise, kleine Vergnügungsfahrt
spröde /A d j./ 1 .1 . nicht biegsam, geschmeidig od.
formbar und daher bei Druck zerbrechlich: ein
sprödes Material; dieses Gestein, Metall ist äußerst
s . ; O ein sprödes (schwierig zu gestaltendes) Thema
1.2 . s. (trockene und rissige, rauhe) Haut 1.3 . eine
s. (rauhe und klanglose) Stimme — 2 . abweisend,
verschlossen wirkend, zurückhaltend, unnahbar: sie
ist ein sprödes Mädchen, ist s.; er hat eine s. Natur
Sproß* der; Sprosses, Sprosse/Sprossen 1. meist
oberirdischer Schößling (1), Trieb höherer Pflanz en
—
2. jPl. Sprosse/ veraltend geh. er war der
letzte S. (letzte Nachkomme) dieses Geschlechts;
er war der S. einer alten Kaufmannsfamilie
Sproß |achse, die B o t. zentral und senkrecht aus der
Wurzel aufwachsender Teil der Pflanze, bes. Stamm,
Stengel, Halm
Sprosse, die; -n Querstange als Stufe einer Leiter:
die Leiter hat schmale, eiserne Sprossen; O er
steht auf der höchsten S. (auf dem Höhepunkt)
seines Erfolges
sprpssen, sproßte, ist/hat gesproßt 1.1 . Sprosse her
vorbringen (hat, ist): der Baum sproßt 1.2 . geh.
sprießen (1.1) (ist): die Saat sproßt
Sprossen T u r n e n zw Sprosse| -leiter, die leiterähn
liches Gerät für sportliche Übungen, bes.zum Klettern;
- wand, die an der Wand befestigte Sprossenleiter mit
sehr breiten Sprossen
Sprößling, der; -(e)s, -e umg. scherzh. jmds. S.
jmds. Kind: die Eltern sind stolz auf ihre Spröß-
ling e
Sprptte, die;
-n
an den europäischen Meeres
küsten lebender, mit dem Hering verwandter kleiner
Knochenfisch, der geräuchert, gesalzen od. i n ö l als
Speisefisch genützt wird
Spruch, der; -(e)s, Sprüche 1. einprägsam formu
lierter, oft gereimter Satz m it einer allgemeingültigen
Aussage: ein alter, weiser, bekannter S.; einen S.
lernen, beherzigen — 2 . um g. femot.j 2.1 . der Ver
treter sagt seinen S. (die für diesen Zweck vorher
zurechtgelegte Formulierung) an jeder Tür auf 2.2 .
jnur im Pl.j ich kann seine Sprüche (belanglosen
Äußerungen immer gleichen Inhalts) nicht mehr
hören
4* u m g . femot.f Sprüche machen, klopfen (hoch
trabend, viel daherreden, prahlen)
Spruch/spruch| -b and, das /PL -bänder/ langes,
breites B and (1.1), auf dem eine Losung steht: die
Demonstranten führten Spruchbänder mit sich;
- r eif fAdj.; nicht adv.j: diese Angelegenheit ist
noch nicht s. (darüber kann noch nicht gesprochen,
entschieden werden)
Sprudel, der; -s, - Mineralwasser, das infolge seines
großen Kohlensäuregehalts stark sprudelt (1.1): er b e
stellte einen Karlsbader S.
sprudeln jsw. Vb.; hat, ist/ 1.1 . eine Flüssigkeit
bewegt sich m it zischendem, gluckerndem Geräusch
spritzend, schäumend, wirbelnd empor (hat): die
Quelle, Fontäne sprudelt; der Sekt sprudelt (die
Kohlensäure entweicht perlend); das kochende W as
ser sprudelt 1.2 . eine Flüssigkeit quillt m it zischen
dem, gluckerndem Geräusch spritz end, schäumend,
wirbelnd aus etw. hervor (ist): die Quelle sprudelt
aus dem Felsen; Sekt sprudelt aus der Flasche
sprühen fsw. Vb.; hat, ist/ 1.1 . etw. auf, in etw. s.
etw. mittels einer Düse in vielen kleinen Teilchen,
Tröpfchen auf, in etw. gelangen lassen (hat): A uto
lack auf ein Blechteil s.; Haarlack auf die Frisur
s.; Wasser auf die Wäsche s. 1 .2 . (hat) das Feuer
hat Funken gesprüht (von dem Feuer sind Funken
durch die Luft geflogen) 1.3 .1 . als kleine Teilchen,
Tröpfchen durch die Luft fliegen (hat, i s t): er schlug
auf den Amboß, daß die Funken sprühten 1.3 .2 .
etw. sprüht irgendwohin etw. gelangt in der A rt von
1.3.1 irgendwohin (ist): die Gischt ist über das
Deck gesprüht — 2 . (hat) der Brillant sprühte
(funkelte, glitzerte) — 3 . (hat) jmd. sprüht vor
Witz, Geist (ist in einer Unterhaltung äußerst
witzig, geistreich)
Sprüh| -m ittel, das (chemische) Flüssigkeit, die a uf
etw. gesprüht wird: S. zur Beseitigung von Glatt
eis; -reg en, der leichter, feiner Regen, Nieselregen
Sprung, der; -(e)s, Sprünge 1 .1 . durch Springen
(1.1 .1) erzielte Bewegung des Körpers in die Höhe,
durch die Luft nach einer anderen Stelle: ein hoher,
kühner, gewagter S.; ein S. aus, vo n fünf Metern
Höhe; er machte (vor Freude) einen S.; er setzte
mit einem S. über den Zaun; der Hund vollführte
wilde Sprünge; das Raubtier duckte sich zum S.;
er erreichte mit seinem S. eine Höhe von zwei
Metern; das Pferd nahm die Hürde mit einem
fehlerlosen S. 1 .2 . durch Springen (1.1.1) aus
geführte bestimmte Figur (5.2): der Eiskunstläufer
zeigte dreifache Sprünge 1.3 . /o. PL/ umg. bis
dahin ist es nur ein S. (nicht weit, eine kurze
Strecke) — 2. feiner Riß (1.2) bes. in Glas, Por
zellan, Keramik: die Tasse, Vase hat einen S.; er
verschmierte die Risse und Sprünge der Mauer
mit Lehm; O ihre Freundschaft hatte einen S.
bekommen — 3 .1 . diesen Sprüngen (Gedanken
sprüngen) konnten die Anwesenden nicht folgen
3.2 . sprunghafter Übergang in eine neue, höhere
Qualität: er hat in seiner Ausbildung einen großen
S. nach vorn gemacht; Philos. der dialektische,
qualitative S. (das sprunghafte Entstehen einer
neuen Qualität, die durch quantitative Veränderun
gen vorbereitet ist); eine sich in Sprüngen v o ll
ziehende Entwicklung
+ auf einen S. (für kurze Zeit) vorbeikommen;
keine großen Sprünge machen können (sich finan
ziell nicht viel leisten können); jmd. ist auf dem
S., etw. zu tun (jmd. ist im Begriff, etw. zu tun);
jmdm. auf die Sprünge helfen (jmdm. einen A n
stoß, Hinweis geben, damit er allein weiterkommt)
Sprung| -bein, das /o. PI./ Sport Bein, mit dem
man sich beim Springen (1.1 .1) abstößt; -brett, das
1. federndes Brett, von dem man sich beim Turnen
an bestimmten Geräten od. zum Springen ins Wasser
abstößt — 2 . \vorw. Sg.j er benutzte seine Stellung
als S. (günstigen Ausgangspunkt) für eine Karriere;
- feder, die spiralförmige, elastische Stahlfeder für
Polstermöbel, Matratzen; -grübe, die Sport flache,
mit Sand gefüllte Grube, in die man beim Weit
sprung hineinspringt
sprunghaft jAdj.j 1.1 . unausgeglichen (1), zu un
vermittelten, plötzlichen Handlungen neigend: ein
sprunghaftes Wesen; er h at einen sprunghaften
1086
Sprunglauf — Spur
Charakter, ist s. 1 .2 . /nicht präd./ rasch und plötz
lich und in hohem M aße vor sich gehend: der Frem
denverkehr stieg 1977 s. an; seine Leistungen haben
sich s. gesteigert; etw., jmd. entwickelt sich s.
Sprung| -lauf, der jo. PL/ Ski Skispringen;
- s chanze, die Anlage für das Skispringen, die aus
einer geneigten Bahn m it Übergang in die Waage
rechte zum Absprung und einem weiten Auslauf
besteht; -seil, das Springseil; -tuch, das /PL
- tücher/ rundes Tuch aus festem Stoff (mit Griffen
am Rand) zum Auffangen bes. von Personen, die
a u s den oberen Sto ckwerken brennender Gebäude
springen müssen; -türm, der turmartige Konstruk
tion mit Sprungbrettern, Plattformen in verschiede
nen, bis zehn M eter reichenden Höhen, von denen
aus ins Wasser gesprungen wird
Spucke, die; fo. Pl.j umg. Speichel: eine Brief
marke mit S. befeuchten, aufkleben
+ umg.jmdm. bleibt die S. weg (jmd. ist vor
Schreck, Überraschung sprachlos)
spucken /sw. Vb. ; hat/ 1.1 . Speichel, Schleim mit
Druck (1.1) aus dem M und gelangen lassen: auf
den Boden s. 1 .2 . etw. (zusammen m it Speichel,
Schleim) mit Druck (1.1) aus dem M und gelangen
lassen: die Jungen spuckten Kirschkerne von der
Brücke ins Wasser; der Kranke hat Blut gespuckt
1.8 . umg. etw. speien (1.3): der Vulkan spuckt
Lava — 2. umg. sich erbrechen (I): viele Flug
gäste mußten s.
—
8. salopp da wird er aber s.
(schimpfen 1, wütend sein)\
- f große / Bogen, / Gift und Galle s.; in die
/ Hände s.; jmdm. in die / Suppe s.; große
/ Töne s.
Spuk, der; -(e)s, fo. Pl.f 1. nach abergläubischer
Vorstellung hör-, sichtbares Auftreten von Geistern
(1.4), Gespenstern: er glaubt nicht an S. und Ge
spenster; das Licht ging an, und der ganze S. war
vorbei — 2. umg. macht nicht solchen S. (Lärm)l
spuken fsw. Vb.; hat/ 1. in dem Haus soll es s.
(soll ein Gespenst erscheinen, s ein Unwesen treiben)
—
2. dieser Aberglaube, U nsinn, diese Idee, Vor
stellung spukt (hält sich, lebt fort) noch immer in
den Köpfen der Menschen
Spukgeschichte, die Geschichte über Geister (1-4),
Gespenster
Spül| -bad, das Wasser, in dem etw., bes. gewaschene
Wäsche, gespült (1.1) wird: bei farbigen Wäsche
stücken dem letzten S. Essig zusetzen; -becken, das
m it einem Abfluß versehenes Becken in der Küche,
in dem bes. schmutziges Geschirr gespült wird und
das auch als Ausguß dient
Spule, die;
- n 1. Zylinder, Rolle, Hülse, auf die
etw. gewickelt wird: eine volle, leere S.; den neuen
Film in den Schlitz der S. klemmen; die Spulen
der Tonbänder — 2. Elektrotechn. Bauelement
aus mehreren, meist in Lagen übereinanderliegenden
Windungen isolierten Drahtes
Spüle, die; -n Spülbecken
spulen fsw. Vb. ; hat/ etw., bes. Garn, Band, auf eine
od. von einer Spule wickeln: Zwirn, Garn auf die
Spule der Nähmaschine s.; ein Tonband auf eine
andere Spule s.
spülen jsw. Vb.; hat/ 1. etw. intensiv mit einer
Flüssigkeit, bes. Wasser, in Berührung bringen, in
dem man es in der Flüssigkeit od. die Flüssigkeit in
ihm bewegt, über es fließen läßt 1.1 . um Schmutz,
Unerwünschtes aus, von ihm zu entfernen: ich muß
noch (das Geschirr, die Gläser, die Wäsche, HaaTe)
s .; sich den Mund s. 1 .2 . um eine heilende Wirkung
zu erzielen: (sich) den Mund mit Kamillentee, die
Augen mit Borwasser s. 1 .8 . vergiß nicht zu s.
(die Wasserspülung der Toilette zu betätigen) — 2 .
/von strömendem Wasser/ etw., jmdn. irgendwohin
schwemmen (1.1), von irgendwo wegschwemmen: die
Wellen s. Tang an den Strand, haben ihn über
Bord, von Heck gespült — 8 . hin und wieder s.
(ergießen sich) Wellen an, über den B ootssteg
Spüler, der; -s, - kleiner Hebel, Knopf zum Be
tätigen der Wasserspülung
Spül|mittel, das besonderer Zusatz für das Wasser,
in, m it dem gespült (1.1) wird
Spülung, die;
- e n 1. das Spülen (1.2): die mehr
malige S. des Gehörganges; eine konservative Be
handlung mit Spülungen — 2 . Wasserspülung: die
S. betätigen
Spul|wurm, der B io l . großer, spindelförmiger, im
Darm des Menschen und der Wirbeltiere schmarot
zender Fadenwurm
Spund, der; -(e)s, -e/Spünde 1.1 . (hölzerner) Zapfen
zum Verschließen des Spundloches bei Fässern, B e
hältern — 2. Tischlerei Feder (5) — II. fPl.
-e/
sa lopp junger, unerfahrener Mann: der junge S.
hat davon noch keine Ahnung
Spund | -lo ch , das Öffnung in einem F aß, Behälter,
die mit einem Spund (1.1) verschlossen wird; -wand,
die T iefb a u wasserdichte Wand aus eingerammten,
dicht ineinandergreifenden Pfählen, m it der B a u
gruben, Schächte ausgekleidet werden
Spur, die; -,
-e n 1. Linie von Abdrücken auf dem
(Erd)boden, Schnee, die bes. durch Lebewesen, Räder
od. Kufen verursacht worden sind: eine S. im Schnee,
feuchten Sand; die (frische) S. eines H asen; einer
S. folgen, nachgehen; der Wind verweht die S.;
der Regen hat die Spuren weggewaschen; der
Spürhund witterte die S. des flüchtigen Täters;
Ski der dritte Läufer geht in die S. — 2 . aus einem
od. mehreren Anhaltspunkten, Anzeichen, M erk
malen, Indizien sich ergebende Richtung für die
Nachforschung zur Auffindung, Entdeckung einer
gesuchten Person od. Sache, zur kriminalistischen
Aufklärung eines Verbrechens: die S. führt ins Aus
land, zum Hafen; die Polizei verfolgt eine be
stimmte S., mehrere Spuren; O bei der Suche
nach einer Lösung eines Problems auf der richti
gen, falschen S. sein — 8 . /vorw. Pl.j von jmds.
Aufenthalt, Tun, dem Wirken von etw. zeugende
bestimmte Einzelheit, Veränderung, zurückgelassene
Sache: der Mörder hat keine S., Spuren hinter
lassen; verdächtige Spuren am Tatort beseitigen;
ein abgerissener K nopf, ein Fingerabdruck erwies
sich als entscheidende S. für die Aufklärung des
Verbrechens; die (deutlich) erkennbaren Spuren
einer Mißhandlung; die schmutzigen Hände der
Kinder hinterlassen überall Spuren; O die Stadt
trägt die Spuren der letzten Überschwemmung;
die Spuren (Überreste) einer untergegangenen K ul
tur — 4 . jo. PL/ winzige Menge von etw., die einer
Sache zugegeben wird: einem Cocktail eine S.
Zitrone zufügen; eine S. Schwarz in die Farbe
mischen; da fehlt noch eine S. Salz; O er hat
nicht die (geringste, mindeste) S. von Humor; der
Wein war eine S. (ein bißchen) zu kalt; das Kleid
könnte eine S. (etwas) länger sein; umg. er war
nicht die S. (ganz und gar nicht, keineswegs) über-
spürbar — Staatsanwalt
1087
rascht — 5. Fahrspur: die S. wechseln — 6 . /in
den Verbindungen/ die S. halten, aus der S. ge
raten: das Auto hält die S. (läuft, rollt korrekt in
der m it den Vorderrädern gesteuerten Richtung),
gerät aus derS. — 7.Elektroteehn. Streifenauf
dem Tonband, der bei der magnetischen Aufnahme
o d. bei der Wiedergabe von Schall magnetisiert wird
+ jmdm., einer Sache auf die S. kommen (hinter
jmds. Geheimnis kommen, etw. allmählich auf-
decken); sch erzh . auf jmds. Spuren wandeln
(jmds. Vorbild folgen); um g . eine heiße S. (ein
für die Aufklärung eines Verbrechens wichtiger A n
haltspunkt)
spürbar /A dj./ 1 .1 . so beschaffen, deutlich, daß man
es spüren (1) kann: er antwortete mit spürbarer
Erleichterung, Feindseligkeit; es ist s. kälter ge
worden 1.2 . deutlich feststellbar: die Qualität dieser
Ware hat sich s. verbessert; eine spürbare Verbesse
rung
spnren [sw. Vb.; hat/ salopp alles, was verlangt
wird, tun, strikt gehorchen: bei dem neuen Trainer
spurt die Mannschaft; wer nicht spurt, kann was
erleben!
spüren /sw. Vb.; h a t/1.1 . etw. an, in seinem Körper
wahrnehmen, em pfinden: eine Berührung, einen
stechenden Schmerz s.; Müdigkeit, Hunger s.;
spürst du schon die Wirkung der Tablette?; er
spürte sein Herz schneller schlagen; er spürt den
Wein (die Wirkung des Weines); jmd. bekommt
jmds. Fäuste zu s. (jmd. wird von jmdm. ver
prügelt) 1.2 . etw., bes. einen psychischen Vorgang,
innerlich wahrnehmen, em pfinden: jmd. spürt
Angst, Widerwillen; jmd. spürt jmds. Überlegen
heit, Haß, Veraohtung; hast du nicht gespürt, daß
man dir helfen wollte? — 2 . /von Hunden/ nach
einem Tier s. die Spur eines Tieres suchen, auf-
nehmen und ihr folgen: die Hunde spürten im
Unterholz nach Wild
Spuren] -element, das 1. Chem. Biol. in gering
sten Mengen im Organismus (1) vorhandenes, wegen
seiner physiologischen Wirkung lebensnotwendiges
chemisches Element — 2 . Chem. Geol. in der Erd
kruste nur in sehr geringen Mengen vorkommendes
Element; -Sicherung, die polizeiliche Ermittlung der
Spuren (3) an einem Tat-, Unfallort
Spür|hund, der abgerichteter Hund, der das Wild
aufspürt, (der Polizei) zum Auffinden von Spuren
von Personen dient
spurjlos /Adjnicht präd./ 1.1. sein Sohn, der
Schlüssel war s. verschwunden (war nirgends zu
finden) 1.2 . /adv./ die Zeit ist nicht s. an ihm
vorbeigegangen {ist nicht ohne Auswirkung auf ihn
geblieben)
Spür] -nase, die /o. PL/: er hatte eine untrügliche
S. (einen Spürsinn 1) für die kleinen Fehler und
Schwächen seiner Mitmenschen; -sinn, der jo. PL/
1. Fähigkeit, etw. zu ahnen, intuitiv richtig einzu
schätzen: diese Tatsache war ihrem (weiblichen)
S. entgangen; S. für etw. haben — 2 . Fähigkeit des
(Jagd)hundes, etw. aufzuspüren
Spurt, der; -s, -s, auch -e das Spurten: einen S.
einlegen; zum S. ansetzen
spurten, spurtete, ist/hat gespurtet 1.1 . bei einem
Lauf-,
Ruderwettbewerb, Radrennen eine kurze
Strecke in größtmöglicher Geschwindigkeit zurück
legen (ist, hat): er spurtete die letzten 100Meter
1.2 . (ist) umg. zum Bus s. (rennen)
Spurt] -schnell /Adj.; nicht adv./ besonders schnell
beim Spurt: er hatte keine Chance gegenüber
seinem spurtschnellen Gegner; -stark /A dj.; nicht
adv./ vgl. -schnell
Spur[weite, die 1.1 . E isenb . kleinster Abstand
zwischen den inneren oberen Rändern der Schienen
eines Gleises 1.2 . Abstand zwischen den an den
Enden einer Achse sitzenden Rädern bei Kraft
wagen
sputen, sich, sputete sich, hat sich gesputet noch
land sch . sich beeilen: spute dich, sonst kommst
du zu spät; ich werde mich s., damit ich bald
fertig bin
Sputnik, der; -s, -s [Jp.., sp..] (von der Sowjet
union entwickelter und gestarteter) künstlicher E rd
satellit
Staat, der; -(e)s, -en 1.1 . innerhalb territorialer Ab
grenzung als politische Organisation (2) existierendes
Machtinstrument einer herrschenden Klasse zur
Sicherung der jew eils bestehenden wirtschaftlichen
und sozialen Verhältnisse innerhalb des Macht
bereiches: ein feudaler, kapitalistischer, soziali
stischer S.; verbündete Staaten; ein S. der Arbeiter
und Bauern; die friedliche Koexistenz zwischen
Staaten unterschiedlicher Gesellschaftsordnungen;
die Aufgaben, Tätigkeit des Staates (der Regierung
und der staatlichen Organe) — 2 . Hoheitsgebiet von
1, Land (5): der Außenminister reiste in einen
benachbarten S.
—
3. streng organisierte größere
Gemeinschaft bestimmter Tiere, bes. von Bienen,
Ameisen — H . jo. PI./ vorw. iron. zu dieser Feier
trug sie ihren besten S. (das Beste, Festlichste, was
sie an Kleidung besaß)
mit etw., jmdm. S. machen (mit etw., jmdm.
einen besonders guten Eindruck machen)
Staaten/Staaten zu Staat 1.1| -bund, der freiwilliger
Zusammenschluß selbständiger Staaten, die für be
stimmte Aufgaben gemeinsame Organe bilden; -g e-
m ein sch aft, die Gemeinschaft selbständiger Staaten,
die eine abgestimmte Politik mit gemeinsamer Ziel
stellung betreiben: die enge Zusammenarbeit in der
sozialistischen S.; -los /A d j./ ohne Staatsangehörig
keit, keine Staatsbürgerschaft besitzend: er war nach
dem Kriege s.
staatlich /Adj.; zu Staat 1.1/ 1 .1 . \vorw. attr./ den
Staat betreffend, auf den Staat bezogen: die staat
liche Macht, Souveränität, Unabhängigkeit; staat
liche Interessen vertreten 1.2 . /nicht präd./ vom
Staat ausgehend: staatliche Planung, Kontrolle,
Maßnahmen; eine staatliche Auszeichnung 1.8 .
/nicht adv./ dem Staat gehörend, vom Staat ver
waltet, geleitet: staatliche Finanzen; etw. aus staat
lichen Mitteln bestreiten; die staatlichen Museen,
Theater der Hauptstadt 1.4 . /nicht adv./ im Dienste
des Staates stehend, den Staat vertretend: eine staat
liche Dienststelle; die staatlichen Organe; ein
staatlicher Leiter
Staats/staats zu Staat 1.1] -akt, der von höchsten
staatlichen Organen nach bestimmtem protokollari
schem Zeremoniell durchgeführte offizielle Feierlich
keit, durch die für Gesellschaft und Staat bedeutsame
(aktuelle, politische, historische) Ereignisse ge
würdigt werden; -aktion, die -f umg. aus etw.
eine S. machen (etw. unnötig aufbauschen); -an -
gehörige, der u. die jmd ., der eine bestimmte
Staatsangehörigkeit besitzt; -augehörigkeit, die; -,
- e n jvorw. Sg./ Staatsbürgerschaft; -anwalt, der
1088
Staatsanwaltschaft — Staatssicherheit
Jurist, der die Interessen des Staates zur Ver
hinderung und Ahndung von Rechtsverletzungen,
auch als Ankläger wahrnimmt; -anwaltschaft, die;
-,
- e n in der D DR selbständiges staatliches Organ
der Rechtspflege, das über die Einhaltung der Gesetz
lichkeit wacht, den K a m pf gegen Straftaten leitet
und sichert, daß Straftäter vor Gericht zur Verant
wortung gezogen werden; -apparat, der Gesamtheit
der Organe und Einrichtungen zur Ausübung der
Staatsgewalt; -bank, die fPL -en/ in soz. Staaten
zentrales staatliches Organ mit vielfältigen, Währung
und Finanzen betreffenden Aufgaben; -begräbnis,
das feierliche Beisetzung m eist einer bedeutenden
Persönlichkeit auf Anord nung der Regierung nach
einem festgelegten Zeremoniell; -besuch, der mit
einem bestimmten offiziellen Zeremoniell verbundener
Besuch eines hohen Staatsmannes, einer hohen staat
lichen Delegation in einem anderen Land; -bewußt
jAdjzu -bewußtsein/: die Jugend zu staats
bewußten Bürgern erziehen; -bewußtsein, das
fDDRf: sozialistisches S. (Bewußtsein der Ver
bundenheit mit dem soz. Staat); -bürger, der jmd.,
der die Staatsbürgerschaft eines bestimmten Staates
besitzt; -bürgerkunde, die fo. P l.j Unterrichtsfach
an allgemeinbildenden Schulen, in dem in der DDR
den Schülern politische, philosophische und ökono
mische Grundkenntnisse vermittelt werden; -bürger
lich /Adj.; nur attr.f dem Staatsbürger entspre
chend, zustehend: seine staatsbürgerliche Grundein
stellung; mit 18 Jahren erhält man seine vollen
staatsbürgerlichen R echte; -bürgerschaft, die
fvorw. Sg.f rechtliche Zugehörigkeit einer Person zu
einem Staat, aus der sich Rechte und Pflichten
zwischen dem Staat und dem Staatsbürger ergeben;
- eigentum, das Eigentum des Staates; -examen,
das staatliche Abschlußprüfung an Universitäten,
Hoch- und Fachschulen; -feiertag, der vom Staat
festgelegter offizieller F eiertag an einem für den
Staat bedeutsamen Datum; -feind, der jmd., der,
von einem bestimmten Staat aus gesehen, dessen
Ordnung und Sicherheit angreift und gefährdet;
- feindlich fAdj.f staatsgefährdend; -flagge, die
offizielle, das Kennzeichen eines Staates, das Symbol
seiner Souveränität darstellende Flagge; -form, die
konkrete Organisationsform der politischen Macht,
m it deren Hilfe die jeweils herrschende Klasse den
Staat als Instrum ent ihrer Machtausübung benutzt:
die absolute, konstitutionelle S. der Monarchie;
die S. der volksdemokratischen Republik; -füh -
rung, die 1. Person od. Gruppe von Personen, die
an der Spitze eines Staates stehen, die die Regierung
bilden — 2 . jo. Pl.f Leitung, Lenkung eines Staates:
die S. übernehmen; -funktionär, der vom soz.
Staat durch Wahl, Berufung od. Ernennung mit
einer leitenden Tätigkeit im Staatsapparat betraute
Person; -g ebiet, das- durch Grenzen festgelegtes
Territorium eines Staates, das sowohl das Gebiet
des Festlandes, die Küstengewässer als auch den
darüber liegenden Luftraum umfaßt und in dem der
Staat die Hoheitsrechte ausübt; -gefährdend fAdj.f
von einem bestimmten Staat aus gesehen dessen
Ordnung und Sicherheit gefährdend, beeinträchti
gend; -g eheim nis , das Angelegenheit, deren Geheim
haltung ein Staat in seinem Interesse fordert;
- gewalt, die fo. Pl.f 1. Staatsmacht, Herrschaft in
einem Staat: in der DDR liegt die S. in den Händen
der Arbeiterklasse — 2* sich gegen die S. (gegen 1
repräsentierende Organe) auflehnen; Widerstand
gegen die S .; -grenze, die Grenze (1.1); -haushalt,
der Gesamtheit der Einnahmen und Ausgaben eines
Staates, Geldmittel, die einem Staat und seinen
Organen zur unmittelbaren Verfügung stehen;
- haushaltsplan, der Plan, in dem die wichtigsten
Aufgaben und Festlegungen in bezug auf das A uf
kommen und die Verwendung der Staatsmittel ent
halten sind; -hymne, die Nationalhymne; -kapita-
lismus, der 1. Erscheinungsform kap. Produktions
verhältnisse, bei der der imperial. Staat selbst als kap.
Unternehmer auftritt — 2 . unter den Bedingungen
der Herrschaft des Proletariats mögliche Wirt
schaftsform der Übergangsperiode vom K ap . zum
Soz., bei der der Staat die Kontrolle über noch be
stehende p rivate Betriebe übernimmt und die damit
der schrittweisen Überführung des kap. Eigentums
in das soz. Eigentum dient — 3 . fvon beträchtlicher
staatlicher Beteiligung gekennzeichnete Form der
Industrialisierung in den antiimperialistischen
Nationalstaaten/; -macht, die fo. Pl.j politische
Macht derjenigen Gesellschaftsklasse, die die H err
schaft im Staat ausübt; -mann, der fPl.
-männer/
Politiker, der eine bedeutende Stellung im Staat
innehat; -m ittel, die fPl.f Gelder aus dem Staats
haushalt; -monopol, das Monopol (2.2); -m ono
polistisch fAdj.f: staatsmonopolistischer Kapitalis
mus (höchste Entwicklungsphase des monopolisti
schen K a p ., der gekennzeichnet ist durch die Ver
flechtung der Macht der Monopole mit der des
imperial. Staates zu einem Gesamtmechanismus zur
Beherrschung der gesamten Gesellschaft durch da s
Monopolk apital); -Oberhaupt, das höchster völker
rechtlicher Repräsentant eines Staates: in der DDR
ist der Staatsrat das kollektive S.;
- o rgan, das
Funktionen der Staatsmacht ausübende Person,
Gruppe, Institution; -plan, der zentraler staatlicher
Plan, der die grundlegenden Aufgaben für die E nt
wicklung der soz. Volkswirtschaft in einem bestimm
ten Zeitraum enthält; -politisch fAdj.f die Politik
eines Staates betreffend, den Grundsätzen, I nter
essen, Aufgaben eines Staates entsprechend; -Präsi
dent, der Staatsoberhaupt in verschiedenen Ländern;
- r a t, der 1. zentrales Organ der obersten Volksver
tretungen in soz. Staaten — 2 .1 . beratendes Kollegium
bei Gesetzgebung und Verwaltung in bestimmten
bürgerl. Staaten 2.2 . S ch w e iz , vollziehende Behörde
in einzelnen Kantonen — 3 . Mitglied von 2; -recht,
das fo. P l.f rechtliche Festlegung des gesellschaft
lichen und staatlichen. A ufbaus, der Formen und
Methoden der Ausübung der politischen Macht
durch die herrschende Klasse in einem Staat, der
Aufgaben, Struktur und Tätigkeit der Staatsorgane,
der Grundrechte und Pflichten der Bürger; dazu
- r e chtlich /Adj.; nicht präd.f; -reserve, die die
jenigen in einem Staat vorhandenen Bestände an
Produktions- und Konsumtionsmitteln, über die nur
der Staat selbst im Bedarfsfall verfügt; -schuld, die
fvorw. Pl.f Verbindlichkeiten des Staates gegenüber
in- und ausländischen Gläubigern; -Sekretär, der
1. dem M inister gleichgestellter Leiter eines zentralen
Staatsorgans od. erster Stellvertreter eines M inisters
—
2. Minister in bestimmten bürgerl. Staaten;
-Sekretariat, das zentrales Staatsorgan der DDR ,
das von einem Staatssekretär geleitet wird: das S.
für Körperkultur und Sport; -Sicherheit, die fo. Pl.f
1. Gewährleistung von Sicherheit und Schutz eines
Staatsstreich — Stadium
1089
Staates nach innen und außen — 2 . das Ministerium
für S. der DDR (Organ des Ministerrats der DDR,
dem spezielle Aufgaben der staatlichen Sicherheit
und der Rechtspflege, bes. auf dem Gebiet staats
gefährdender Handlungen, übertragen sind) ; -streich,
der 1.1 . plötzlicher, gewaltsamer Regierungswechsel
in Staaten der Klassengesellschaft, der eine andere
Gruppe der herrschenden Klasse an die Macht
bringt, aber keine grundsätzliche Änderung der
Klassenverhältnisse b ew irkt: einen S. vorbereiten,
planen 1.2 . gewaltsame Änderung der Verfassung
eines Staates der Klassengesellschaft durch die
Regierung dieses Staates selbst; -theater, das u n
mittelbar vom Staatshaushalt getragenes od. sub
ventioniertes Theater, dessen Leiter durch die Regie
rung berufen w ird : das Bolschoi-Theater in Moskau
ist ein S.; -titel, der /DDR/ vom Staat an Werk
tätige od. Kollektive für hervorragende Leistungen
im soz. Wettbewerb verliehener Ehrentitel: v iele
Kollektive kämpfen um den S. ,K ollektiv der
sozialistischen Arbeit*; -trauer, die von der Regie
rung angeordnete öffentliche Trauer; -typ, der A rt
eines Staates, die seinen Klassencharakter aus
drückt: der S. des bürgerlichen, sozialistischen
Staates; -vertrag, der Vertrag, Vereinbarung, Über
einkommen zwischen zwei od. mehreren Staaten;
- volk, das J u r . Gesamtheit der Staatsbürger eines
Landes; -wappen, das Emblem als Hoheitszeichen
eines Staates; -Zugehörigkeit, die Staatsbürger
schaft
Stab, der; -(e)s, Stäbe I . aus einem bestimmten
Material bestehender massiver, nicht biegsamer,
glatter, gerader Gegenstand von relativ großer Länge
im Vergleich zu seinem m eist runden Querschnitt,
der oft als Stütze dient: ein S. aus Eisen, Holz,
Glas; die eisernen Stäbe des Geländers; der Diri
gent hebt seinen S. (Taktstock); beim Stabhoch
sprung werden Stäbe (federnde Stangen 1.1) aus
Glasfiber benutzt; den S. (Staffelstab) übergeben
—
11.1 .1. Gruppe von verantwortlichen Mitarbeitern
(um einen 1Leiter), die meist für die Lösung einer
bestimmten Aufgabe,, zusammengestellt worden i s t :
ein ganzer S. v on Ärzten und Technikern wurde
mit diesem Eorschungsauftrag betraut 1.2 . Mil.
Führungsorgan eines Kommandeurs vom Bataillon
aufwärts: er war Hauptmann im S.
+ den S. über jmdn. brechen (jmdn. endgültig
verurteilen)
Stab zu Stab I| -antenne, die stäbförmige Antenne;
- batterie, die runde, stabförmige Batterie (1.1 .1);
-hochsprung, der leichtathletische Disziplin, bei der
m it Hilfe einer 3,60 bis 4,85 Meter langen Stange
(1.1) eine möglichst große, durch eine Latte m ar
kierte Höhe zu überspringen ist
stabil fAdj.f 1.1 . so angefertigt, konstruiert, daß es
haltbar, dauerhaft ist: ein stabiler Schrank; das
Haus, Regal ist sehr s. gebaut 1.2 . /nicht adv.j
widerstandsfähig (1.1): v on stabiler Natur sein;
stabile Nerven, eine stabile Gesundheit haben 1.3 .
(gesichert und) keinen starken Schwankungen unter
worfen: eine stabile Währung, Wirtschaft; etw.
bleibt s . ; eine stabile Versorgung der Bevölkerung
mit Konsumgütern — 2. Phys. Techn. Chem.
unveränderlich: stabile chemische Verbindungen
Stabilisator, der; -s, Stabilisatoren 1. Chem . Stoff,
der die,Entmischung von Emulsionen verhindert od.
verlangsamt: zur H erstellung v on Blutkonserven
mußte erst ein S. entwickelt werden — 2. E lek
tro te c h n . Bauelement, das Spannungen, Ströme
konstant hält — 3 . Bauteil, das die Lage, Bewegungs
richtung eines größeren Körpers stabilisiert
stabilisieren fsw. Vb.; hat/ 1 .1 . etw. stabil (1.1)
machen: ein Regal, Gerüst durch Streben s. 1 .2 .
etw. stabil (1.3) machen: die Währung, Wirtschaft
s.; dazu Stabilisierung, die; -,
-en
Stabilität, die; jo. PL; zu stabil/ das Stabilsein
Stab|reim, der V erslehre Gleichheit des Anlauts
mehrerer Wörter od. betonter Silben
Stabs | -feldwebel, der Angehöriger der Land-, L uft
streitkräfte, dessen Dienstgrad zwischen dem des
Oberfeldwebels und dem des Unterleutnants liegt;
- gefreite, der Angehöriger der Land-, Luftstreit
kräfte, dessen Dienstgrad zwischen dem des Gefreiten
und dem des Unteroffiziers liegt
Stab|Wechsel, der S p o r t Übergabe des Staffelstabes
an den nächsten Läufer beim Staffellauf
staccato /Adv./ [Jtaka:to, st..] Mus. die Töne
(relativ) kurz und deutlich voneinander getrennt
(hervorbringend)
Stachel, der; -s, -n 1. spitzes dünnes Gebilde 1.1. an
Pflanzen (das im Gegensatz zum Dorn kein um
gebildetes Pflanzenteil darstellt): er hat sich bei der
Gartenarbeit einen S. eingezogen 1.2 .1 . bei Tieren,
das bes. bei bestimmten Hautflüglern mit einer Gift
drüse verbunden ist und zum Stechen (1) dient: der
S. der Biene, Skorpione 1.2 .2 . auf der Haut be
stimmter Säugetiere: die Stacheln des Igels — 2 .
Spitze aus M etall an manchen Gegenständen: der
S. des Bergstockes; ein Halsband mit Stacheln
für den Bluthund — 3 .1 . psychisch bedingter Fak
tor, der jmdn. aufreizt, immer wieder quält, zu etw.
treibt: der S. des Hasses, Ehrgeizes; den S. der
Reue, des Zweifels, des Unrechts spüren 3.2 . den
S. (das Verletzende) dieser W o rte fühlen
Stachel| -beere, die Frucht des Stachelbeerstrauchs;
- beerstrauch, der in Gärten gezogener, stachliger
Strauch m it (behaarten) eßbaren Früchten; -draht, der
jo. Pl.j Draht mit eingeflochtenen Spitzen, Stacheln
(2): S. um den Garten ziehen; -häuter, der; -s, -
zu den Wirbellosen gehörendes Tier des M eeres m it
einem stacheligen Skelett aus K a lk : Seesterne sind S.
stachelig jAdj.; nicht adv.j mit Stacheln (1.1, 1.2.2)
versehen, voller Stacheln: die stacheligen Ranken
des Brombeerbusches; der Kaktus ist sehr s.
Stachel|kleid, das jo. Pl.j stachelige Oberseite man
cher Säugetiere: das S. des Igels
stacheln jsw. Vb.; hat/ etw. stachelt etw. sticht mit
Stacheln (1.1), ist stachelig: der K aktus, Brombeer
busch stachelt
Stachelschwein, das in mehreren Arten vorkommen
des Nagetier mit kurzen, stämmigen Gliedmaßen
und aufrichtbaren Stacheln (1.2) auf dem Rücken
stachlig jAdj.j s. stachelig
Stadel, der; -s,
-
süddt. österr. Schweiz.
Scheune, Schuppen
Stadion, das; -s, Stadien [Jta:dien] repräsenta
tive Anlage für sportliche Wettkämpfe mit T ri-
büneA
Stadium, das; -s, Stadien [Jta:dien] Stufe (2.1 .1):
etw. tritt in ein neues, entscheidendes S. (seiner
Entwicklung) ein; ein bestimmtes S. der Arbeit
ist erreicht; der Imperialismus als höchstes S. des
Kapitalismus; diese Krankheit verläuft in drei
erkennbaren Stadien
1090
Stadt — Stagnation
Stadt, die; -, Städte/Städte 1. größerer xOrt (2)
m it relativ vielen Einwohnern und größer Bevölke
rungsdichteder meist ein gesellschaftliches, poli
tisches, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum dar
stellt und dessen Bewohner vorwiegend in der Ind u
strie tätig sind: eine große, kleine, alte S.; eine S.
besichtigen; diese S. liegt an der Elbe; er kommt,
stammt, ist aus der S., ist in der S. aufgewachsen;
in die S. fahren, ziehen; die Verringerung der
Unterschiede zwischen S. und Land; der / Rat
derS. — 2.jo.PI./dieBewohnervon1:am1.Mai
war dieganze S. auf denBeinen —3./o. PL/ ver
altend Verwaltung von 1: er ist bei der S. an
gestellt, arbeitet bei der S.
stadt/Stadt| -auswärts jAdv.j aus der Stadt hin
aus: s. fahren, gehen; -bahn, die s. S -Bahn;
- bekannt /Adj.; nicht adv.j in der Stadt allgemein
bekannt: das, er ist doch s . !; -bezirk, der in der
DDR politisch-territoriale Einheit in bestimmten
großen Städten m it eigener Volksvertretung und Ver
waltung
Stadtbezirks! -gerieht, das Kreisgericht in einem
Stadtbezirk; -Versammlung, die örtliche Volksver
tretung in einem Stadtbezirk
Städte/stpte, Staldte/städte| -bau, der jo. Pl.f
Theorie und Praxis der Planung, Projektierung,
künstlerisch-ästhetischen Gestaltung und des Baues
neuer sowie der Umgestaltung bestehender Städte;
dazu -baulich /Adj.; nicht präd.f: die städtebau
liche Planung, Neugestaltung eines Bezirks
stadt/Stadtj -einwärts /Adv.j in die Stadt hinein;
Entwässerung, die 1. Kanalisationssystem einer
Stadt — 2 . städtische Einrichtung, die für 1 verant
wortlich i s t
Städter, Städter, der; -s,
-
Bewohner einer
Stadt
Städte], Städte!Schnellverkehr, der Verkehr, der zur
schnellen Verbindung zweier größerer Städte durch
besondere, m eist ohne H alt auf Zwischenstationen
fahrende D-Züge durchgeführt w ird
Stadt] -führer, der Handbuch, in dem eine Stadt
beschrieben und in dem a uf ihre (baulichen) Be
sonderheiten hingewiesen w ird; -gas, das jo. Pl.j
hauptsächlich aus Wasserstoff, Methan und Kohlen
monoxid bestehendes Gas für die städtische Gas
versorgung; -gespräch, das jo. Pl.j umg.; der Vor
fall wurde zum S. (zum allgemeinen Unterhaltungs
stoff, -thema in der Stadt)
städtisch, städtisch jA dj.j 1.1 . im Dienste der Stadt
stehend: die städtischen Behörden 1.2 . von der
Stadt verwaltet: die städtische Müllabfuhr 1.3 . das
städtische (von der Stadt geprägte) Leben
Stadt/stadt| -kern, der innerer Teil einer Stadt,
meist die Altstadt; -kind, das: er ist ein S. (ist jmd.,
der in der Stadt lebt und aufgewachsen ist); -kreis,
der in der DDR politisch-territoriale Einheit, die
nur durch eine Stadt gebildet wird, die keinem Land
kreis angehört; -mauer, die Mauer, die bes. im
Mittelalter als Befestigung um eine Stadt gebaut
wurde; -mensch, der um g .; ich bin ein S. (bin jmd.,
der sich auf Dauer nur in der Stadt wohl fühlt);
- park, der öffentlicher Park innerhalb einer Stadt;
- p lan, der Verzeichnis, Plan (4) der Straßen einer
Stadt; -planung, die jo. Pl.j Planung auf dem Gebiet
des Städtebaus; -rand, der jo. Pl.j Randgebiet einer
Stadt: am S. wohnen; -rat, der 1. Mitglied des
Rates (2.2) einer Stadt — 2 .1 . jin der BRDj Parla
ment od. oberstes Exekutivorgan einer Stadt 2.2 .
Mitglied von 2.1; -recht, das jo. Pl.j in (mittel
alterlichen) Städten geltendes Recht, das den B edü rf
nissen des Bürgertums entsprach und durch das sich
die Städte vom Lande scharf unterschieden; -reini-
gung, die Io. Pl.j alle Maßnahmen, die der Sauber-
haltung der öffentlichen Straßen in Städten, Ort
schaften dienen; -rundfahrt, die Rundfahrt durch
eine Stadt, bes. im Omnibus, um deren Sehens
würdigkeiten kennenzulernen; -Staat, der eine Stadt
als Land (5) eines Bundesstaates: der S. Hamburg;
- teil, der von anderen in bestimmter Weise unter
schiedener Teil einer Stadt: sein Freund wohnt in
einem anderen S .; -tor, das Bauwerk als Teil einer
Stadtmauer, das die Funktion eines lTors erfüllte;
- verkehr, der Verkehr (1.1) in einer Stadt; -ver-
ordnete, der u. die; -n, -n Mitglied der Stadtver
ordnetenversammlung ; -verordnetenversammlung,
die örtliche Volksvertretung in einer Stadt der DD R;
- Verwaltung, die 1. Verwaltung (1.2) einer Stadt — 2 .
um g . Gesamtheit der in 1 tätigen Personen: die S.
war geschlossen erschienen; -viertel, das Stadtteil;
-Wappen, das von einer Stadt geführtes W appen;
- wärts jAdv.j in Richtung auf die Stadt; -Zentrum,
das Zentrum einer Stadt: jetzt beginnt man mit
dem Wiederaufbau des Stadtzentrums
Stafette, die;
- n 1 . Gruppe von Personen, die
über eine bestimmte Strecke verteilt sind und von
denen jede der nächsten etw. übergibt, da mit es
schnell ans Ziel gelangt — 2 . Staffel (3)
Staffage, die;
-n jvorw. Sg.j [.,a:39] 1. jo. PLj
etw. Dekoratives, das einen bestimmten Schein er
weckt, erwecken soll: das war alles iiur S.
—
2.
bildende K unst Menschen od. Tiere, die zur
Belebung in bildliche Darstellungen von Land
schaften und Bauwerken eingefügt wurden: die
Tiere sind hier S.
Staffel, die;
- n 1 . Gruppe von (mindestens drei)
sich nacheinander ablösenden (jeweils Teilstrecken
zurücklegenden) Sportlern, bes. beim Laufen und
Schwimmen, deren Leistung gemeinsam gewertet
w ird: die S. wurde disqualifiziert — 2 . Mil. größte
taktische Einheit eines Verbandes der Luftstreit-
kräfte: eine S. Jagdflieger — 3 . als Begleitung von
jmdm ., etw. dienende Gruppe von Fahrzeugen od.
Reitern, die sich in einer bestimmten Anordnung
fortbewegen: der Wagen des Staatsoberhauptes
war von einer S. begleitet
Staffelei, die;
-en
stufenweise verstellbares hölzer
nes Gestell, a u f dem in A rb eit befindliche Gemälde
senkrecht aufgestellt werden: ein großes, halb
fertiges Bild steht auf der S.
Staffel]lauf, der leichtathletischer Wettkampf, bei
dem die Sportler einer Mannschaft nacheinander
Teilstrecken laufen und dem sie ablösenden Läufer
den Staffelstab übergeben
staffeln jsw. Vb.; hat/ etw. nach bestimmten Stufen,
Rängen einteilen, festsetzen, etw. abstufen: die Ge
hälter nach Leistung s.; die Höhe der Telefon
gebühren ist nach der Entfernung gestaffelt
Staffel!stab, der S p o r t Stab (I) für den Staffellauf
Staffelung, die;1-,
-e n jvorw. Sg.; zu staffeln/ 1.das
Staffeln — 2 . da s Gestaffeltsein
Stafflung, die s. Staffelung
Stagnation, die;
- e n jvorw.' Sg.j 1. Stockung,
Stillstand der Entwicklung (der Wirtschaft): eine
allgemeine S. der Produktion während der Krise;
stagnieren — Stamm
1091
eine S. im Absatz, in der Stahlerzeugung —• 2 .
das Stagnieren (2)
stagnieren fsw. Vb.; hat/ 1. stocken, sich nicht
weiterentwickeln', die Reallöhne stagnierten bei
inflationärer krisenhafter Entwicklung; stagnie
render E xport — 2 . ein Gewässer stagniert (staut
sich, fließt nicht ab); Med. die Blutzirkulation
stagniert (kommt völlig zum Stillstand)
Stahl, der; -s, Stähle, auch -e schmiedbares Eisen
mit weniger als 1,7 Prozent Kohlenstoff: legierter
S.; S. veredeln; ein Bau aus S. und Beton; Messer
aus rostfreiem S .; das Material ist hart wie S.
Stahl) -bau, der jPl. -ten/ 1. jo. PL/ Theorie und
Praxis des Bauens von Bauwerken, bei denen haupt
sächlich Stahl für die tragende Konstruktion ver
wendet wird — 2 . Bauwerk, bei dem hauptsächlich
Stahl für die tragende Konstruktion verwendet wurde;
- beton, der jo. Pl.f im Verbund (1) mit einem Ge
flecht von Profilstah l hergestellter Beton m it großer
Stabilität gegen Druck (LI) und Zug (I. 1.2)
Stahlbeton B a uw .|
- konstruktion, die Konstruk
tion aus Stahlbeton; -Skelettbau, der /PL -ten/ 1.
jo, P l.j Stahlbetonskelettbauweise — 2 . Gebäude, das
in 1 errichtet wurde; -Skelettbauweise, die jo. Pl.j
Skelettbauweise, bei der die verwendeten B a u
elemente a us Stahlbeton bestehen
stahljblau jA dj.j schwach dunkelblau
stählen jsw. Vb.; hat/ etw., sich abhärten, wider
standsfähig machen: durch Sport den Körper, die
Kräfte s.
stählern jA dj.j 1.1* jnur attr.j aus Stahl, hart wie
Stahl: das stählerne Gerüst des Hochhauses 1.2 .
/ nicht adv.j er hat stählerne (sehr starke) Herven
Stahl/stahlj -fla sche, die nahtloser zylindrischer
Körper aus Stahl zur Aufbewahrung, zum Transport
von Gasen; -grau jA dj.j schwach dunkelgrau: stahl-
graue Augen; -hart jAdj.j hart wie Stahl, sehr hart:
stahlhartes Material; O etw. mit stahlhartem
Willen durchsetzen; -heim , der Helm aus Stahl,
bes. für Soldaten, Feuerwehrmänner; -industrie, die
Industrie, die Stahl und Produkte aus Stahl er
zeugt; -konstruktion, die Konstruktion aus Stahl;
- r ohr, das Rohr aus Stahl; -rohrmöbel, die jPl.j
Möbel, deren tragende Teile aus (verchromten) Stahl
rohren bestehen; -schrank, der Panzerschrank; -seil,
das aus stählernen Drähten bestehendes Seil
Stahlskelett| -bau, der fPl. -ten/ Bauw. 1 . jo. Pl.j
Stahlskelettbauweise — 2 . Gebäude, das in 1 er
richtet wurde; -bauweise, die jo. Pl.j Bauw .
Skelettbauweise, bei der die verwendeten B a u
elemente aus Stahl bestehen
Stabil -stich, der 1. graphisches Blatt mit einem
Abdruck von einer Platte aus Stahl, in die ein Bild,
eine Zeichnung eingeritzt ist — 2 . jo. Pl.j graphische
Technik zur Herstellung von 1; -träger, der B a u w .
als Stütze dienendes (waagerecht verlegtes) B a u
element aus Stahl; -walzwerk, das Werk, in dem
der Stahl gewalzt, bearbeitet wird; -werk, das Werk,
in dem Stahl hergestellt wird und zur Weiterver
arbeitung in Formen gegossen wird; -werker, der;
-s, - Facharbeiter in einem Stahlwerk
Stake, die;
-n
norddt. lange Stange, mit der
ein Floß, K ah n vom Grund eines Gewässers ab
gestoßen und fortbewegt w ird : die Flößer bohrten
die Staken tief in den Grund des Flusses
staken jsw. Vb.; ist, hat/ norddt. 1.1. sich auf
einem Floß, Kahn mit einer Stake fortbewegen (ist):
durch den flachen Kanal s. 1 .2 . ein Floß, einen
Kahn mit einer Stake irgendwohin fortbewegen (hat):
den Kahn durch das Schilf s.
—
2. umg. etwas
steif, bedächtig, ungelenk gehen (ist): er is t zur Tür,
durch das Zimmer gestakt
Staket, das; -(e)s, -e 1. Lattenzaun — 2 . Latte (1)
Stakete, die; -n s. Staket 2
stakig jAdj.j s. staksig
staksen jsw. Vb.; ist/ um g . staksig gehen, stelzen:
das Kälbchen stakst zur Mutter
stgksig jAdj.j umg. 1. durch das noch nicht ab
geschlossene Wachstum bedingt etwas eckig und un
beholfen beim Gehen: ein staksiges Fohlen — 2 .
spitz, lang hervorstehend und sperrig: die staksigen
Zweige kahler Bäume
Stalagmit, auch Stalagmit, der; -(e)s/-en , -e/-en
[Jt.., s t..] vom Boden einer Höhle nach oben sich
bildender zapfenartiger Tropfstein aus Kalkspat
Stalaktit, auch Stalaktit, der; -(e)s/-en , -e/-en
[Jt.., s t..] von der Decke einer Höhle nach unten
sich bildender zapfenartiger Tropfstein aus K alkspat
Stall, der; -(e)s, Ställe 1. Gebäude, Raum, der zum
Aufenthalt bes. von Vieh bestimmt ist: die Kühe,
Gänse, Schafe, Pferde (von der Weide) in den S.
bringen, aus dem S. holen; den S. säubern, kalken,
ausmisten — 2 . Rennstall
+ jmd. ist das beste / Pferd im S.
Stall) -düng, der Dünger aus dem im Stall an
fallenden Mist; -miststreuer, der; vs, - Maschine
zum Ausstreuen von Stalldung
Stallung, die; -,
-e n jvorw. Pl.j: in den Stallungen-
(Ställen 1) der LPG herrschte mustergültige Ord
nung
Stamm, der; -(e)s, Stämme 1.1 . säulenförmiger,
stärkster, tragender Teil des Baumes, der sich nach
oben hin verjüngt und von dem in bestimmter Höhe
die Ä ste ausgehen: ein dicker, dünner, knorriger,
morscher S.; einen S. zu Brettern zersägen 1.2 .
Med. der S. (Hauptstrang) einer Arterie — 2 .1 .
(im Stad ium der Urgesellschaft lebende) Menschen
gruppe aus mehreren Familien und Sippen, die sich
durch gesellschaftliche Gemeinsamkeiten, einen eige
nen Namen, oft eigene Sprache, K ultur, Wirtschaft
und gemeinschaftlich bewohntes Territorium von
anderen Menschengruppen unterscheidet: nomadi
sierende Stämme; Zigeuner, Indianer leben heute
oft noch im Verband ihres Stammes 2.2 . jo. Pl.j
er war der letzte seines Stammes (seines Geschlechts,
seiner Familie) — 8. Biol. 8.1. über der Klasse (4)
stehende größte Einheit im System der Lebewesen:
der S. der Wirbeltiere 8 .2 . kleinste systematische
Einheit in der Mikrobiologie: Stämme von v er
schiedenen Mikroorganismen 8.3 . direkte Nach
kommenschaft einer Pflan ze, eines Tieres — 4 . fester
(grundlegender) Bestand 4.1 . von Personen in einem
Bereich: ein S. vo n Spezialisten, Facharbeitern;
er gehört zum S. des Ensembles, der Mannschaft;
das Haus hat einen festen S. von Gästen, Be
suchern, Kunden 4.2 . an Tieren: sich einen S.
Hühner halten 4 .3 . an Sachen, Grundstock: der
Maschinenpark bildet den S. der Einrichtung —
5. Sprachwiss. die lexikalische Bedeutung eines
Wortes enthaltendes Morphem, an das ein die Flexion
kennzeichnendes Suffix treten kann
+ umg. scherzh. jmd. ist vom Stamme Kimm
(jmd. ist unbescheiden, nimmt alles, was er kriegen
kann)
70 Wörterbuch
1092
Stammbaum — Stand
Stamm| -bäum , der (graphisch veranschaulichte)
Darstellung 1.1 . der Stammesgeschichte einer Gruppe
von Lebewesen: der S. der Wirbeltiere 1.2 . der Her
kunft eines Lebewesens, bes. eines M enschen, durch
den Nachweis möglichst vieler Vorfahren’, sein S.
reichte bis ins 16. Jahrhundert zurück; einen
Pudel mit S. kaufen; -besatzung, die Teil der Be
satzung eines Fahrzeuges, Schiffes, Flugzeuges, der
ständig auf ihm Dienst tu t; -betrieb, der größter,
bedeutendster, ursprünglicher Betrieb einer Gruppe
von zusammengehörigen, a n verschiedenen Orten
gelegenen Betrieben
stammeln /sw. Vb.; hat/ 1.1 . vor Erregung, Angst,
Verlegenheit, aus Unkenntnis unzusammenhängend,
undeutlich, stotternd etw. sagen, sprechen :• er s ta m
melte mühsam eine Entschuldigung, Antwort,
Worte des Dankes, unsinniges Zeug; vor Auf
regung stammelte er 1.2 . Med. bestimmte Laute
nicht richtig bilden können: der Patient stammelt
stammen /sw. Vb.; hat; vorw. im Präs. u . Prät./
1.1 . etw., jmd. stammt aus etw. etw., jmd. hat
seinen Ursprung, seine Herkunft in etw.: die Kar
toffel stammt aus Amerika; er stammt aus (ist
geboren in, ist gebürtig aus) N; das Wort stammt
aus dem Lateinischen; diese Handschrift stammt
aus dem Mittelalter; er sta m mt aus einer Arbeiter
familie (ist Nachkomme, Kind einer Arbeiter
familie) 1.2 . etw. stammt von jmdm. etw. geht
auf jmdn. zurifck, kommt von jmdm., ist von jmdm.
überliefert: der Ausspruch stam mt von Goethe;
der Schmuck, das Haus stammt von meinen Groß
eltern
Stammes|geschichte, die jo. PI ./ Entwicklungs
geschichte eines menschlichen, tierischen od. pflan z
lichen Stammes (3.1)
Stamm| -fo rm , die 1 . B i o l . entwicklungsgeschicht
lich ältestes Lebewesen, von dem sich eine A rt,
Gruppe von Arten herleitet: das Wildpferd ist die
S. unseres Hauspferdes — 2. Gramm, eine der
Formen eines Verbs (1. Pers. Sg., 1. Pers. P rä t.
od. Part. Prät.), aus der die übrigen Formen der
Konjugation abgeleitet werden können; -ga st, der
jmd ., der häufig, regelmäßig ein und dieselbe Gast
stätte besucht; -gericht, das einfaches, preiswertes
Essen in einer Gaststätte, K a ntine, das täglich an-
geboten w ird ; -halter, der erster männlicher Nach
komme eines Elternpaares
stämmig /A dj./ kräftig, untersetzt (gebaut): eine
stämmige Figur haben
Stamm| -künde, der jmd., der häufig, regelmäßig
in einem Geschäft kauft; -lokal, das: das ist mein
S. (die Gaststätte, die ich häufig, regelmäßig be
suche); -platz, der jmds. S. Sitzplatz, den jmd. (im
Theater, in einer Tischrunde) immer wieder ein
nimmt: hier hat jeder seinen S.;
-tisch, der 1.
Tisch in einer Gaststätte, an dem sich bestimmte
Stammgäste regelmäßig zusammenfinden — 2 . /o.
PI./ regelmäßig an 1 sich versammelnder K reis von
Personen: der S. trifft sich jeden Sonnabend;
-vokal, der Sprachwiss. (erster) Vokal eines
Stammes (5); -würze, die jo. Pl.j im Bier enthaltener
löslicher Extrakt
Stampe, die; -,
-n
1. landsch., bes. berl. salopp
Kneipe: eine verräucherte S.
—
2. landsch.
Trinkglas mit dickem F uß ohne Stiel und Henkel:
bei einer S. Bier sitzen
stampfen /sw. Vb.; hat, ist/ 1.1 . mit dem Fuß,
den Füßen kräftig, heftig, nachdrücklich auftreten
(hat): er stampfte vor Zorn, Ungeduld mit dem
Fuß, den Füßen; das Pferd stampft mit den
Hufen; sie klatschten in die Hände und stampften
(trampelten) rhythmisch dazu 1.2 . schwerfällig,
wuchtig irgendwohin gehen (ist): er stampfte durchs
Zimmer, daß die Wände wackelten — 2 . (hat)
2.1 . etw. stampft etw. läuft, arbeitet mit regel
m äßigen, harten, geräuschvollen Stößen: das rhyth
mische Stampfen der Maschinen 2.2. Seem anns-
spr. das Schiff stampft (das Schiff bewegt sich in
Längsrichtung heftig auf und nieder) — 8 . (hat)
8.1 . etw. mit einem Gerät durch Druck, Stoß zer
kleinern, zerdrücken: die Gewürze in einem Mörser
zu Pulver s.; Kartoffeln mit dem Stampfer s.
3.2 . Pfähle für ein Bauwerk in den Boden s.
(rammen 2)
+ etw. aus dem Boden s.
Stampfer, der; -s, - 1 . T echn . Werkzeug, Maschine
zum Feststampfen von Erde, Steinen, Straßenbelag
—
2. Küchengerät, m it dem Speisen, bes. gekochte
Kartoffeln, (zu Brei) gestampft, zerstoßen werden
Stand, der; -(e)s, Stände 1.1. jo. Pl.j das Stehen
von jmdm. od. etw. an einem Ort: er bemühte sich,
einen sicheren S. im Geröll zu finden; der Tisch
hat einen festen S.; Sport aus dem S. (ohne An
lauf) springen, werfen1 ; den Motor (eines Autos)
im S. (ohne daß sich das Auto fortbewegt) laufen
lassen — 2. jvorw. Sg./ 2 .1 . Ort, Stelle, Platz, an
dem jmd., etw. steht (1, 2.1): der S. des Beob
achters, Jägers; seinen S. ändern, beibehalten; ein
S. für Taxis (Taxistand) 2.2 . Astron. der S. der
Sonne (in Winkeln gemessener Abstand der Sonne
vom Horizont) — 3 .1 . auf Plätzen, an Straßen (vor
übergehend) aus Tischen, Brettern errichtete ein
fache Verkaufseinrichtung, Bude: einen S. auf-
schlagen; auf dem Markt reihte sich S. an S. 3 .2 .
einzelner, durch Ladentische abgegrenzter T eil der
Einrichtung in einer Verkaufsstelle, an dem die
Kunden mit einem bestimmten Warensortiment be
dient werden: in der Kaufhalle wurde ein S. für
Fleisch-, Tabakwaren eingerichtet 3.3 . (durch halb
hohe Wände) abgeteilter kleinerer R a u m in einem
größeren, in dem auf einer Messe Betriebe ihre
Waren ausstellen: er besuchte die Stände ver
schiedener Betriebe, Verlage — 4 .1 . /o. P l.j im
Ablauf einer Entwicklung, eines Geschehens jeweils
erreichte Stufe: der fortgeschrittene' S. (der E n t
wicklung) der Naturwissenschaften; etw. auf den
neuesten, internationalen S. bringen; der geg en
wärtige S. der Dinge, Verhandlungen, Planerfül
lung; er erkundigte sich nach dem S. meiner
Arbeit (wie weit sie fortgeschritten ist); beim S. von
3:0 wurde das Spiel abgepfiffen 4.2 . jvorw. Sg.j
jeweils erreichte Größe (3.2) (auf einer Skala): den
S. der Temperatur, des Thermometers, Tacho
meters ablesen, feststellen; Preise auf dem gleichen
S. (Niveau 2) halten — 5 . jin der Verbindung!
jmdn. in den S. setzen (in die Lage versetzen), etw.
Bestimmtes zu tun: die Ersparnisse setzten ihn in
den S., ein Haus zu kaufen — II . Gesellschafts
schicht innerhalb der Klassengesellschaft, bes. des
Feudalismus, der jmd. auf Grund seiner Geburt
(und seines Amtes, Berufes) angehörte und die sich
nach ihrer rechtlichen und politischen Stellung von
anderen Gruppen unterschied: die privilegierten,
bevorrechteten Stände des Adels, der hohen G eist
Standard — Standwild
1093
lichkeit; die Bourgeoisie wurde als dritter S. b e
zeichnet
+ bei jmdm. keinen leichten, einen schweren S.
haben (sich schwer behaupten, durchsetzen können)
Standard, der; -s, -s 1 .1 . üblicher, durchschnittlicher
od. geforderter Grad der Qualität: er erreicht mit
seinen Leistungen nicht den S .; 1.2 . Kühlschrank
und Waschmaschine gehören heute zum S. (zur
Grundausstattung) eines Haushalts — 2 . T e ch n .
Ergebnis der Festlegung von Richtwerten, technischen
und ökonomischen Kennziffern, von A rt, Größe, Ab
messung, Qualität und Muster von Erzeugnissen,
die für einen bestimmten Bereich der Industrie ver
bindlich vorgeschrieben sin d : internationale Stan
dards festlegen
Standard! beispiel, das allgemeingültiges, grund
legendes Beispiel, das häufig zitiert wird
standardisieren /sw. Vb.; hat/ etw. normen: stan
dardisierte Bauelemente verwenden; dazu Stan
dardisierung, die; -en fvorw. 8g.f
Stau dard|werk, das grundlegendes, bedeutendes
Werk der fachlich-wissenschaftlichen od. der schönen
Literatur
Standarte, die;
-n 1 . meist kleinere, quadratische
Fahne als Kennzeichen eines Staatsoberhauptes,
eines militärischen Befehlshabers — 2 . J ä g ersp r .
Schwanz von Fuchs, Wolf
Stand] -bein, das fo. Pl.j Bein, auf dem beim Stehen
(I) die H auptlast des Körpers ruht; -bild, das Statue
Ständchen, das; -s, - fin der Verbindung/ jmdm.
ein S. bringen einem geliebten Menschen, einem
Gefeierten zu Ehren vor dessen H a us , Wohnung eine
musikalische Darbietung vortragen: einem Jubilar,
Geburtstagskind ein S. bringen
Stander, der; -s, - k leine, m eist viereckige, steife (1.2)
Flagge als Hoheitszeichen am Kraftfahrzeug bes.
von Staatsoberhäuptern
Ständer, der; -s, - zur Ablage, zum A ufstellen, A n
hängen (einer bestimmten A r t) von Gegenständen
konstruiertes Gestell: ein S. für Hüte, Mäntel,
Schirme; die Koten auf den S. legen; die Kleidung
hängt nach Größen geordnet auf den Ständern;
das Bahrrad in den S. stellen
Ständerjpiiz, der B o t . i n zahlreichen Arten vor-
kommender P ilz m it meist hutförmigem Frucht
körper
Standes) -am t, das Behörde, bei der Eheschließungen
urkundlich vorgenommen, Veränderungen im P e r
sonenstand, Geburt, Tod registriert werden; -dünk el,
der Dünkel in bezug auf die Zugehörigkeit zu einer
nach Beruf und damit sozialer Stellung gehobenen
Gruppe in der Klassengesellschaft, bes. der bürgerl.
Gesellschaft: bornierter, reaktionärer S.
Stande {Staat, der feudalistischer Staat, in dem es
eine organisierte politische Vertretung der Stände
(II) gab
stand/Stand| -fest fA dj.f 1.1 . fest stehend (2.1):
nachdem er ein Stück Pappe untergelegt hatte,
war der Schrank wieder s. 1.2. scherzh. er war
nicht mehr ganz s. (schwankte leicht infolge von Alko
holgenuß) ; -festigkeit, die 1. jzu -fest 1.1/ die Unter
seite der Flasche ist nach innen gewölbt, um ihre
S. zu erhöhen — 2 . er zeichnete sich durch S. (Kon
sequenz, Beharrlichkeit) aus; -g eld, das fvorw. Sg.j
Geldbetrag, den man dafür bezahlen muß, daß man
auf einem M a rkt (2.2), einer Messe einen Stand
(1.3.1 )-hat
standhaft fAdj.f sich im positiven Sinne nicht von
einer Haltung abbringen lassend, in gefährdeter Lage
nicht nachgebend: ein standhafter Kommunist; er
blieb trotz aller Anfeindungen, Versuchungen s .;
sich s. halten, weigern, wehren; sein Leiden s. (tapfer
2) ertragen; dazu Standhaftigkeit, die; -, fo. Pl.j
stand|halten fVb.j 1.1 . etw. setzt einer physischen
Belastung dank seiner Stabilität so viel Widerstand
entgegen, daß es nicht entzweigeht: die dünne Eis
decke hielt dem Gewicht des Körpers nicht stand;
Häuser bauen, die einem Erdbeben s. ; nahtlose
Rohre halten hohem Druck stand; <C> die B e
hauptung muß auch einer genaueren Prüfung s.
(sich vor ihr als richtig erweisen); eine Über
zeugung, die s. (sich als fest und gesichert erweisen,
behaupten) soll, muß gut begründet sein 1.2 . jmd.
setzt einer psychischen od. physischen Belastung so
viel Widerstand entgegen, d aß er ihr nicht erliegt,
nachgibt: einer Versuchung, den Angriffen eines
Gegners s . ; jmds. Blicken s. (nicht ausweichen
1.3); er war entschlossen standzuhalten
ständig fAdj.; nicht präd.f 1.1 . ununterbrochen: im
Wartesaal herrscht ein ständiges Kommen und
Gehen; seine ständigen Bitten, Klagen, Vorwürfe;
der Straßenverkehr nimmt s. zu 1.2 . fnur attr.f
die ständigen (dauernd, a u f Dauer bestehenden)
Kommissionen der örtlichen Volksvertretungen
ständisch fA d j.; vorw. attr.f die Gliederung der Ge
sellschaft in Stände (II) betreffend: die ständische
Ordnung im 18. Jahrhundert
Stand/stand) -lich t, das jo. P l.j verhältnismäßig
schwache Beleuchtung a m Kraftfahrzeug, die beim
Halten in der Dunkelheit eingeschaltet wird; -o rt,
der jPl.
- e/ 1.1 . Ort, an dem sich etw., jmd. be
findet: den S. mit Karte und Kompaß, den S.
eines Schiffes, Flugzeugs bestimmen; die Pflanze
braucht einen sonnigen S.; den S. für neue B e
triebe festlegen 1.2 . Mil. der S. der Truppe (Ort,
an dem eine Truppe ihre ständige Unterkunft,
ihre Kaserne hat) liegt an der See; -pauke, die
+ u m g . jmdm. eine S. (Strafpredigt) halten;
- p latz, der Standort (1.1) von etw.;
-punkt, der
jPl.
-e/ 1. jmds. Standort (1.1): etw. von ver
schiedenen Standpunkten aus betrachten, foto
grafieren — 2 .1 . bestimmte Einstellung, A uf
fassung, Meinung, die jmd. in bezug auf einen
Sachverhalt vertritt: einen eigenen S. gewinnen, ver
treten; jmds. S. teilen; er stellt sich auf den, steht
auf dem S. (vertritt die Auffassung), daß...; das
ist kein S. (so verhält man sich nicht) ! 2.2 . jo. P l.j
durch spezifische sachliche od. persönliche Gegeben
heiten bestimmte Betrachtungsweise: hier inter
essiert vor allem der S. des Betroffenen; vom S.
eines Lehrlings, Kranken, Autofahrers, vom wis
senschaftlichen, parteilichen, fachmännischen S.
aus urteilen, diskutieren; -quartier, das Unter
kunft, Lager (2) an einem Ort für eine bestimmte
Zeit: sein S. aufschlagen, beziehen; -sicher fAdj.j
fest, sicher stehend (2.1): eine standsichere L eiter;
- uhr, eie in einem meist langen, schmalen Gehäuse
senkrecht auf dem Fußboden stehende Uhr; -w a a ge ,
die T u rn e n Übung, Figur beim Bodenturnen, bei
der man auf einem B ein steht, während der Ober
körper waagerecht nach vorn und das andere B ein
waagerecht nach hinten ausgestreckt w ir d ; -wild, das
Jägerspr. sich ständig in einem Revier (1.3) auf-
haltendes Wild
70*
1094
Stange — stark
Stange, die; -,
-n 1.1. aus einem bestimmten Mate
rial bestehender, meist massiver gerader, glatter
Gegenstand von relativ großer Länge im Vergleich
zu seinem Querschnitt, der insgesamt länger und
dicker als ein Stab ist: eine hölzerne, eiserne S.;
etw. mit einer S. aus dem Wasser fischen; die
Würste hängen an einer S .; die Hühner sitzen auf
der S. 1 .2 . eine S. Vanille, Spargel (Vanille,
Spargel in einer 1.1 ähnlichen Form); eine S.
Zigaretten (mehrere zu einem länglichen Pak et ver
packte und so gehandelte Schachteln Zigaretten) —
2. Jägerspr. linke od. rechte Hälfte des Geweihs,
Gehörns: die rechte S. des Hirschgeweihs
4- von der S. aus der Konfektion: ein Anzug von
der S.; umg. jmdm. die S. halten (jmds. Partei er
greifen, für jmdn. eintreten); bei der S. bleiben
(ausharren, etw. nicht aufgeben); jmdn. bei der S.
halten (jmdn. dazu bringen, daß er ausharrt, nicht
aufgibt); eine S. Geld (viel Geld); salopp eine S.
angeben (prahlen, sich wichtig tun)
Stangen] -boline, die Bohne, die an Stangen ran
kend wächst; -holz, das fo. PL/ Forstw . junger
Baumbestand mit Stämmen bis zu 20 Zentimetern
Umfang und mindestens zwei Metern Höhe
Stänker(er), der; -s, - s alopp jmd., der stänkert:
er war als S. bekannt
stänkern /sw. Vb.; hat/ salopp Streit suchen, Un
frieden stiften: wenn er zuviel getrunken hatte,
fingeranzus.
Stanniol, das; -s, jo. Pl.j [Jt.., auch s t..] sehr dünn
ausgewalzte, silberglänzende Folie aus Zinn od.
Aluminium : die Schokolade ist in S. (ein)gewickelt
Stanniol]papier, das jo. Pl.j (auf einer Seite mit
Papier beklebtes) Stanniol
staute pede jAdv.f [st.., auch Jt..] umg., oft
s c h e r z h .: sie verließ s. (stehenden Fußes, unver
züglich) das Haus
Stanze, die; -,
-n 1.1 . Maschine, Gerät zum Stanzen
(1.1) — 2 . Stempel (1) zum Prägen von etw.
—
II. V erslehre Strophe aus acht jambischen Versen
m it je fünf Hebungen
stanzen /sw. Vb.; hat/ 1.1 . etw., bes. Halbzeuge,
meist Bleche, m it einer Maschine, Presse ohne
Änderung der Dicke des Werkstoffs umformen od.
schneiden: Karosserieteile s. 1 .2; etw. in, auf etw.
prägen (1): in, auf die Geldbörse ist das Berliner
Wappen gestanzt
Stapel, der; -s, - 1 . Menge, unbestimmte Anzahl
(m it Sorgfalt) übereinandergeschichteter, gleich
artiger Gegenstände: ein S. Holz, Bretter, Kisten,
Bücher; etw. zu einem S. aufschichten, v on einem
S. wegnehmen — 2. Schiffsbau Unterlage bes.
aus Balken und Keilen, Klötzen, auf der ein Schiff
während des Baus ruht und von der es nach Fertig
stellung zu Wasser gelassen wird: ein Schiff läuft
vom S., wird vom S. gelassen (wird nach seiner
Fertigstellung z u Wasser gelassen)
-f- umg. etw. vom S. lassen (etw. äußern, was
komisch wirkt od. auf spöttische Ablehnung stößt)
Stapel {lauf, der das Hinabgleiten eines neugebauten
Schiffes von der Helling ins Wasser
stapeln jsw. Vb.; hat/1 .1 . etw. zu einem Stapel (1)
schichten, aufhäufen: Kohlen, Bretter, alte Z eitun
gen s. 1 .2 . etw. stapelt sich etw. sammelt sich zu
einem Stapel (1) a n : die unerledigte Bost stapelt sich
auf seinem Schreibtisch
Stapfe, die; -,
-n Fußstapfe
stapfen jsw. Vb.; ist/ (langsam) mit schweren
Schritten (über einen weichen Untergrund) irgend
wohin gehen: durch den Sand, Schnee, Schlamm,
übers Feld s.
Stapfen, der; -s, - s. Stapfe
Stapler, der; -s, - m it Elektro- od. Verbrennungs
motor ausgestattetes fahrbares Arbeitsgerät zum
Heben, Befördern und Stapeln von Lasten bis zu
einer Höhe von etwa drei Metern
Star, der; -es/-s, -e/-s I. /-es/-s, -e/ [Jt..] in zahl
reichen Arten vorkommender Singvogel mit dunkel
gesprenkeltem Gefieder, kurzem Hals und langem,
spitzem Schnabel: die Stare haben fa st alle Kir
schen von den Bäumen gefressen — II. /-s, -s/
[Jt.., st..] 1.1. jmd., der (in der kap. Unterhaltungs
industrie durch oft unangemessene Popularisierung)
als Darsteller auf der Bühne, im Film od. Fernsehen
berühmt, beliebt ist: ein S. der Stummfilmzeit; sie
ist ein S. geworden 1.2 . jmd., der auf Grund beson
derer Leistungen auf einem bestimmten, bes. auf
sportlichem Gebiet bekannt, beliebt, ist: der S. der
Fußballmannschaft — HI . / -es/-s, -e; vorw. Sg.j
[Jta:r] in verschiedenen Formen auftretende Augen
krankheit: der graue S. (krankhafte Trübung der
Linse im A uge); der grüne S. (Schädigung von Seh
nerv und Netzhaut im Auge, die auf einem gesteiger
ten Druck in seinem Inneren beruht); den S. bekom
m en; jmdn. am S. operieren
Star| -allüren, die jPl.j oft durch Launenhaftigkeit,
Überheblichkeit gekennzeichnete Allüren, wie sie
mitunter ein Star ■(II) angenommen hat; -be-
setzung, die: ein Film mit S. (ein Film, dessen
Rollen mit Stars I I besetzt sind)
stark jAdj.j 1.1 . kräftig (1.1 .1): ein starker Mann;
er ist s. wie ein Bär; der Kranke fühlt sich s. (ge-
kräftigt) genug aufzustehen; O mit starker Hand
(entschlossen) durchgreifen 1 .2 . körperlich, orga
nisch in gutem, funktionstüchtigem Zustand: ein
starkes Herz, starke (wenig anfällige) Nerven
haben — 2 . eine starke (charakterfeste, willens
starke) Persönlichkeit; einen starken (festen, un
erschütterlichen) Willen h aben — 8 .1 . dick (2.1):
sie ist recht s. geworden 8.2 . von relativ großem
Umfang od. Durchmesser und große Belastung aus
haltend: eine starke Mauer; starke Taue; starke
Pappe; starker Bindfaden 8.8 . /einer M aß-,
Mengenangabe nachgestellt, diese als Angabe der
Dicke, des Umfangs einem Gegenstand zuordnendj:
das Brett ist drei Zentimeter, das Buch ist 150
Seiten s. — 4 .1 . von großer Wirkung und Macht: eine
starke Partei, Armee 4 .2 . zahlenmäßig groß, um
fangreich: eine starke Beteiligung; ein starkes Auf
gebot; eine s. (sehr gut) besuchte Veranstaltung;
feiner Angabe der Personenzahl nachgestelltj die
Gruppe der Bergsteiger ist a cht Mann s. (besteht
aus acht Personen) — 5 .1 . Koffein, Tein in hohem
Maße enthaltend: starker Kaffee, Tee 5.2 . eine starke
(sehr wirksame) Arznei — 6 .1 . auf einem Gebiet zu
besonderen Leistungen fähig: ein starker Spieler,
Gegner; eine starke Konkurrenz 6 .2 . ein starkes
(sehr wirksames) Fernglas; ein starker (leistungs
fähiger) Motor — 7 .1 . / nicht ad v.; drückt einen
hohen Grad ausj: starker Hegen, Verkehr, Beifall;
starke Kälte, Hitze, Strömung; starke Beachtung
finden; in starker Erregung sein; starkes Inter
esse, starke Schmerzen, Zweifel, H emmungen
haben 7.2. jadv.j in großem, hohem Maße, außer-
Starkbier — Startsprung
1095
ordentlich, sehr: s. beschäftigt, erkältet sein; s. in
Anspruch genommen sein; s. duften, regnen; s.
(viel) essen, trinken; s. gesalzen, verdünnt 7.3 . das
ist sein stärkstes (bedeutendstes) Buch; das Buch ist
s.
—
S. Gramm, ein starkes Verb (Verb, das in
seinen Stammformen Veränderungen des Stammvo
kals zeigt und das Part. Prät. auf -en bildet); ein s.
dekliniertes Substantiv (Substantiv maskulinen od.
neutralen Geschlechts, das im Genitiv Singular auf
-s, -es endet)
-f- sich für etw. s. machen (sich entschlossen, sehr
für etw. einsetzen); um g. das ist s. (frech, unver
schämt)!; — das starke / Geschlecht; den starken
/ Mann spielen; etw. ist jmds. starke / Seite;
das ist ein starkes / Stück; das ist starker
Tobak!
Stark|bier, das jo. P L/ Bier mit einem Gehalt an
Stammwürze von mindestens 12 Prozent
Stärke, die;
-n I. /zu stark 1—3.2, 4, 5, 6, 7.1/;
zu 1.1 jo. PL /: männliche, jugendliche S.; die S.
seiner Fäuste; zu 2 fo. P l.j: seine moralische S.
(Charakterfestigkeit); zu 3.2: die S. des Stammes;
zu 4.2: die Klasse hat eine S. von 30 Schülern —
II. fvorw. Sg.f 1. bes. in Wurzeln, Knollen od.
Samen von Pflanzen in Form von weißen Körnchen
gespeicherter, zu den Kohlehydraten gehörender
Stoff: S. aus Kartoffeln, Reis — 2 . Wäschestärke:
Hemdkragen mit S. behandeln
Stärke] -gehalt, der fo. PI ./ Gehalt an Stärke (II.l);
- m ehl, das jo. Pl.j aus Stärke (II.l) bestimmter
Pflanz en gewonnenes M ehl für die Zubereitung von
Speisen
stärken /sw. Vb.; hat/1.1 .1 .1» etw., jmdn. s. jmds.
körperliche , K räfte, Leistungsfähigkeit erhöhen:
sportliche Betätigung, Schlaf stärkt den Körper;
ein stärkendes Medikament 1.1 .2 . sich nach einer
Wanderung in einer G aststätte, jmdn. m it einem
Imbiß s. (durch Essen, Trink en erfrischen, kräftigen)
1.2 . Lob stärkt (erhöht, festigt) das Selbstver
trauen; jmdm. den Willen s. 1 .3 . den Staat, die
Partei s. (stark 4.1 machen, festigen) — II . etw.
m it Wäschestärke steif machen: Wäsche s.; ein
gestärktes Hemd
-f- jmdm. den / Rücken, das / Rückgrat s.
Stark] -ström, der Elektro techn. Strom mit Span
nungen von meist 110 Volt an aufwärts; -strom-
technik, die /o. Pl.j Teilgebiet der Elektrotechnik,
das sich mit der Erzeugung, Umwandlung, Speiche
rung, Weiterleitung, Verteilung und Verwertung von
Starkstrom befaßt
Stärkung, die; -,
-e n /vorw. Sg./ 1 .1 . das Kräftigen:
die Kur wird der S. seiner angegriffenen Gesund
heit dienen 1.2 . etw. dient der S. der DDR (macht
die DDR stark 4.1) —v2. Mahlzeit, Speise, die man zur
Kräftigung zu sich nimmt: eine S. zu sich nehmen
Starlet, das; -s, -s [Jt.., s t..] /vorw. BRD/ (in kleinen
Rollen beschäftigte) junge Filmscha uspielerin m it
den Ambitionen eines Stars
starr /A dj./ 1 .1 .1 . seine Finger, Glieder sind vor
Kälte ganz s. (unbeweglich, steif) 1.1 .2 . eine starre
(unnachgiebige, sture 1) Haltung; ein starres F est
halten an überholten Prinzipien 1.2 . ohne Gelenk
(2), fest miteinander verbunden: die beiden Raum
schiffe sind s. gekoppelt — 2 . regungslos, bewegungs
los: vor Schrecken, E ntsetzen, Staunen s. sein;
er sah ihn s., mit starren Augen an; zu 1.1 u. 2
Starre, die; -, jo. Pl.j
starren /sw. Vb.; hat/ 1. bewegungslos, unablässig,
starr (2) in eine Richtung auf etw., jmdn. blicken: er
starrte entsetzt, wortlos in ihr Gesicht, auf die
Neuankommenden — 2. umg. /emot. neg./ etw.
starrt vor, von Schmutz etw. ist stark verschmutzt:
die Bluse, Wohnung starrte vor, von Dreck —
3. die kahlen Äste, Ruinen s. in den Himmel
(ragen in den Himmel empor)
+ / Löcher in die Luft s.
Starr/starr| -köpf, der jmd., der starr auf seiner
Meinung, auf der Durchsetzung seines Willens be-
harrt; dazu -köpfig /Adj./; -krampf, der jo. Pl.f
Wundstarrkrampf; -sinn, der jo. P l.j unnach
giebiges, eigensinniges, stures Verhalten: s einen S.
brechen wollen; dazu -sinnig jA dj.j
Start, der; -(e)s, -s/-e 1.1 . Beginn eines Fluges
(1.1 .2): der S. der Maschine, Rakete erfolgt um
neun Uhr, verlief reibungslos; den S. freigeben
1.2 . das Loslaufen, -schwimmen, -fahren der Sportler
auf ein Startzeichen als Beginn in einem Geschwin
digkeitswettbewerb: einen guten, schlechten, schwa
chen S. haben; der S. muß wiederholt werden; er
führte vom S. an; das Zeichen zum S. geben;
O er hatte bei seiner Arbeit einen guten, schlech
ten S. (Anfang); der S. (Aufbruch) in den Urlaub,
ins Leben — 2. jo. Pl.j 2.1. Stelle, an der, von der
aus gestartet w ird : das Flugzeug rollte an den, zum
S. 2 .2 . Startlinie, Startplatz: an den S. gehen; die
Boote zum S. bringen; S. und Ziel
Start/start] -bahn, die Piste, auf der Flugzeuge
starten; -bereit fA dj.j 1.1 . fertig zum Starten (1.1,
1.2): die Maschine ist s. 1 .2 . umg. fertig zum Weg
gehen, reisefertig: wir sind s.;
- b lock, der /PI.
-b locke/ Sport 1. in die Laufbahn (2) eingeschla
gene, nicht federnde schräge Stütze zur Erleichterung
des Starts eines Läufers — 2 . (kastenartige) Erhöhung
am Rand des Schwimmbeckens, von der aus der Start
sprung erfolgt
starten, startete, ist/hat gestartet 1. (ist) 1.1. den
Flug (1.1 .2 , 1.2) beginnen, abfliegen: das Flugzeug
kann wegen Nebels nicht s. 1 .2 . in einem Geschwin
digkeitswettbewerb a uf ein Startzeichen loszulaufen,
loszuschwimmen, loszufahren beginnen: die Sprinter
s. um 14 Uhr 1.3 . für die DDR s. (in einem Wett
kampf, Rennen die DDR vertreten) 1.4 . um g. abfah
ren (1), abreisen, aufbrechen (4): zu einer E xp edi
tion, in den Urlaub s. — 2 . (hat) 2.1 . etw. abfahren,
-fliegen lassen: eine Rakete s .; er setzte sich in sein
Auto und startete (ließ den Motor anlaufen) 2.2 .
u m g . eine K ampagne, Veranstaltung(sreihe) s.
(beginnen lassen)
Starterj der; -s, - 1 . Sport jmd., der das Zeichen
zum Start (1.2) gibt — 2. Anlasser
Start/start] -lieber, das /o. Pl.j dem Lampenfieber
ähnliche nervöse Erregung bei Sportlern vor dem
Wettkampf; -flagge, die Fähnchen, das als Zeichen
zum Start (1.2) bes. bei einem Auto-, Radrennen ge
senkt wird; -hilfe, die (finanzielle) Hilfe, die jmdm.
bei etw. den Anfang erleichtern soll; -klar jAdj.j 1.1 .
vorbereitet, fertig zum Starten (1.1, 1.2) 1.2 . u m g .
bereit, m it etw. zu beginnen; -linie, die Linie, von
der aus der Start (1.2) erfolgt; -pistole, die Pistole,
m it der der Startschuß gegeben w ird; -platz, der
Platz, den ein Sportler vor dem Start (1.2) einnimmt;
- ra mpe, die Anlage für das Starten (2.1) von Rake
ten, Raumschiffen; -schuß, der jPl. -s chüsse/ Schuß
(1.1) als Zeichen zum Start (1.2); -Sprung, der flacher
1096
Startverbot — stäuben
Kopfsprung eines Schwimmers ins Wasser {zu Be
ginn eines Weitkampfs); -verbot, das Sport als
Disziplinarmaßnahm e od. aus medizinischen Grün
den zeitlich begrenztes Verbot, a n W ettkämpfen teil
zunehmen ; -Zeichen, das Zeichen, auf das hin der
Start (1.2) erfolgt
Statik, die;
jo. PI./ [Jt.., st..] Teilgebiet der
Physik , das sich mit den Bedingungen befaßt, unter
denen ein Körper (2) im Zustand der Ruhe od.
gleichförmigen geradlinigen Bewegung infolge der
a uf ihn wirkenden K räfte (2) verbleibt: die Gesetze
der S. beim Bauen
Station, die; -,
- e n 1. bauliche Einrichtung {mit
einem Bahnsteig), die als Stelle dient, an der ein
Zug, bes. der S- und U-Bahn, planmäßig anhält
und an der die Fahrgäste aus- und einsteigen: bis
B sind es noch drei Stationen — 2.1. Abteilung in
einem Krankenhaus: den Patienten, auf die
chirurgische S. (ver)legen 2.2 . Einrichtung für
wissenschaftliche Beobachtungen, Untersuchungen:
eine meteorologische, interplanetare S. einrichten
2.3 . Rundfunksender — 3 . die einzelnen Stationen
seines Lebens (Abschnitte seines Lebens)
+ irgendwo S. machen (eine Fahrt, Reise irgend
wo zu vorübergehendem A ufenth alt unterbrechen)
stationär lÄdj.f 1. Techn. fest an einem Ort mon
tiert: eine stationäre Bohrmaschine — 2 . jmdn. s.
(im Krankenhaus) aufnehmen; stationäre Behand
lung
stationieren /sw. Vb.; hat/ jmdn., etw. irgendwo
s. jmdm ., einer Sache einen bestimmten Platz,
Standort zuweisen: Mil. das Regiment ist an der
Grenze stationiert"1; einen Verkehrsposten an der
Kreuzung s. (postieren 1.1); dazu Stationierung,
die; -en /vorw. Sg.j
statisch fAdj.f [Jt.., s t . .] 1. fnicht präd.f das Gleich
gewicht der Kräfte betreffend: statische Berechnun
gen; das statische Gleichgewicht; etw. s. berechnen
—
2. nicht offen für Veränderung, Entwicklung,
nicht dynamisch: eine statische Betrachtungsweise
Statjst, der; -en, -en Theater Film Kleindar
steller
Statistik, die;
-en [Jt.., st..] 1. jo. Pl.f Wissen
schaft, die die zahlenmäßige Häufigkeit von be
stimmten, in M assen auftretenden Erscheinungen in
Natur und Gesellschaft erfaßt und deren Gesetz
mäßigkeiten untersucht: mathematische S.
—
2.
Zusammenstellung der Ergebnisse von Unter
suchungen über die zahlenmäßige Häufigkeit von
bestimmten, in M assen auftretenden Erscheinungen
in Natur und Gesellschaft, meist in Form einer
Tabelle, graphischen Darstellung: etw. aus einer S.
ablesen; eine genaue, lückenlose S.; dazu stati
stisch /Adj.; nicht präd.j
Stativ, das; -s, -e [. .v e] (dreibeiniges) Gestell, auf
dem feinmechanische Geräte befestigt werden, um
einen sicheren Stand zu garantieren: das S. einer
Kamera
]statt jKonj.f s. 2anstatt
2statt fPräp. mit Gen./ an Stelle (6): er kaufte s.
des Teppichs einen Läufer; ich antwortete s.
seiner
Statt /in der Verbindung/ jmdn. an Kindes S. an
nehmen (jmdn. adoptieren)
Stätte, die;
- n g eh . Stelle (1.1), die vorwiegend
durch bestimmte E reignisse od. menschliches Wirken
Bedeutung erlangt hat: eine freundliche, gastliche
S.; an historischer S. weilen; eine S. des Grau
ens
statt[ -finden jVb.; von einer Veranstaltung/ zu
einem bestimmten Zeitpunkt vor sich gehen: das
Konzert findet heute abend statt; -geben /Vb./:
einer B itte s. (eine Bitte erfüllen)
statthaft /Adj.; nur präd./ zulässig, erlaubt: es ist
nicht s., hier zu rauchen
Statthalter, der Stellvertreter eines Monarchen,
einer Regierung in einem Landesteil
stattlich /A dj./ 1 .1 . groß und kräftig, ansehnlich:
er ist eine stattliche Erscheinung; ein stattlicher
Bart 1.2 . ein stattlich es (großes, beeindruckendes)
Haus — 2 . zahlenmäßig ziemlich groß: ein statt
liches Vermögen
Statue, die; -,
- n [Jtartuo, s t ..] künstlerisch gestal
tete plastische Nachbildung eines stehenden M en
schen, Tieres, Standbild
Statuette, die; -,
- n [Jtatu|et9, s t . .] kleine Statue:
eine bronzene S.
statuieren /sw. Vb.; hat/ [Jt.., s t ..] 1.1 . in dem Auf
satz hat er diese Unterscheidung statuiert (grund
sätzlich festgelegt) 1.2 . J u r . etw. rechtsverbindlich
festsetzen: Pflichten und Rechte s.
4* (mit etw. an jmdm.) ein / Exempel s.
Statur, die; -,
- e n /vorw. Sg.j Gestalt (1): ein Mann
vo n untersetzter S.
Status, der; -,
-
/vorw. Sg./ [Jt.., st.., PL ..tu:s]
1. in bestimmter Weise fixierter Stand, Zustand, in
dem sich jmd., etw. befindet: einen S. verändern,
verbessern; Med. der S. (Zustand) des Patienten
ist zufriedenstellend — 2 . J u r . rechtliche Stellung:
den S. eines Diplomaten, einer gesellschaftlichen
Organisation haben
Status quo, der; -, /o. PL/ [Jt.., st..] Jur. zur Zeit
gegebener (rechtlicher) Zustand: den S. in Europa
anerkennen
Statut, das; -(e)s, -en Satzung: sich ein S. geben;
ein S. ändern; nach den Statuten entscheiden
Stau, der; -(e)s, -e /vorw. Sg./ 1 .1 . durch Stauen be
wirkte Ansammlung von Wasser: der S. des Wassers,
Flusses in einer Talsperre 1.2 . M eteor. Aufsteigen
von Luftmassen vor einem Gebirge, das zu Wolken
bildung und Niederschlägen führt 1.3 . Stockung:
an der Kreuzung kam es zu einem plötzlichen S.
(der Fahrzeuge)
Stau|anlage, die quer zum Wasserlauf errichtetes
Bauwerk zum Stauen von Wasser für Bewässerung,
Regulierung des WasserStandes, Energieerzeugung
und Versorgung mit Trinkwasser
Staub, der; -(e)s, /o. Pl.f, fachspr. Stäube in
Mengen auftretende feinste, i n der L uft schwebende
od. sich a uf etw. ablagernde feste Teilchen unter
schiedlicher A rt: feiner, dichter, radioaktiver S .; S . «
dringt in die Poren; S. / wischen
+ viel S. aufwirbeln (viel Aufsehen, Aufregung
verursachen)', u m g. sich aus dem S., Staube ma
c hen (sich rasch u nd heimlich entfernen)
Stau|becken, das Becken einer Stauanlage, in dem
Wasser gestaut wird
stauben /sw. Vb.; hat/ etw. gibt Staub von sich: der
Teppich staubte sehr, als er ihn klopfte; es staubt
(Staub wirbelt umher)
stäuben ./sw. Vb.; hat/ 1. etw. staubt: die Blüte,
Matratze stäubt — 2. etw. wirbelt wie Staub umher:
Wassertropfen, Schneeflocken s.
—
3. eine pulver
förmige Substanz über, auf etw. streuen, verteilen:
Staubexplosion — Steehriissel
1097
Puderzucker über den K uchen s.; jmdm. Puder
auf die Haut s.
Staub/staub| -explosion, die T echn. Explosion, die
durch plötzliche Verbrennung pulverförmiger (Brenn)-
Stoffe entsteht; -länger, der; -s, - umg. zur Woh
nungseinrichtung gehörender (als Zierde dienender)
Gegenstand, auf dem sich leicht Staub absetzt; -lein
fAdj.f so fein (1.3) wie Staub: Kaffee s. mahlen;
- gefäß, das Teil der Blüte, der den Blutenstaub enthält
staubig fAdj.f mit Staub bedeckt, voll Staub: staubige
Schuhe, Polster reinigen, abbürsten
Sta^b/staub | -k om , das fPl.
- körner/ einzelnes
Teilchen Staub: ein S. im Auge haben; -lappen, der
weicher Lappen zum Wegwischen von Staub; -lunge,
die fo. PL/ Med. durch ständiges Einatmen be
stimmter Stäube hervorgerufene Erkrankung der
Lunge; -saugen, saugte Staub, hat staubgesaugt
m it dem Staubsauger Staub entfernen: sie braucht
heute nicht staubzusaugen; -Sauger, der elektrisches
(Haushalts)gerät, m it dessen Hilfe Staub (von T ep
pichen, Polstermöbeln) durch Ansaugen von Luft ent
fernt wird; -Schicht, die Schicht, die durch Sichäb-
setzen von Staub entstanden ist; -tuch, das jPl.
- tücher/ Staublappen; -w olke, die aufgewirbelter,
wie eine Wolke in der Luft schwebender Staub: mit
dem Auto eine S. hinterlässen; -zucker, der jo. Pl.j
landsch. Puderzucker
stauchen fsw. Vb.; hat/ etw. s. mit etw. kräftig auf
den Boden stoßen und dadurch den Inhalt zusammen
drücken: den Sack Holz s.
Stau |dämm, der das Flußtal in ganzer Breite ab
schließender hoher Dam m einer Talsperre
Staude, die; -n 1« mehrjährige Pflanze, deren ober
irdische krautige Teile im Winter meist absterben,
deren unterirdische Teile überdauern: Rittersporn ist
eine S.
—
2. süddt. österr. Schweiz. Strauch
—
3. landsch. Kopf des Salats (2)
stauen fsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. s. durch eine Ab
sperrung den Abfluß von etw. Fließendem, Strö
mendem, bes. von Wasser, behindern und es sich
ansammeln lassen: Wasser (durch eine Talsperre)
s. 1.2* sich s. durch Absperrung, Behinderung zum
Stehen kommen .und sich ansammeln: das Eis
sta ut sich am Brückenpfeiler; der Eahrzeugstrom
staut sich; das Blut hat sich im Herzen gestaut
1.8. Zorn und Ärger hatten sich in ihm gestaut (er
ist immer ärgerlicher geworden, ohne daß sein Ärger
sich entladenhat) — 2.Seemannsspr. eineFracht,
bes. Stückgut, sachgemäß auf Schiffe verladen: die
Ladung s.
Staumauer, die vgl. Staudamm
staunen fsw. Vb.; hat/ auf eine ungewöhnliche Sache,
(das ungewöhnliche Verhalten einer) Person m it
Überraschung, Be- od. Verwunderung reagieren:
fassungslos, ungläubig s.; jmdm. staunend zu
hören; er staunte nicht schlecht, als er sie sah;
über etw., jmdn. s .: über ein Kunstwerk, den
phantastischen Weltrekord s.
- f / Bauklötze (r) s.
staunenswert fAdj.f so geartet, daß man darüber
staunt: seine Geduld ist s.
Staupe, die; -n Seuche, von der Tiere, bes. Hunde,
befallen werden: der Pudel hat die S.
Stau) -raum, der 1. jo. Pl.f Wasserwirtsch.
Fassungsvermögen einer Stauanlage — 2 . V e r
kehr sw. durch Linien markierter Baum an Kreu
zungen, innerhalb dessen die Fahrzeuge halten
müssen, solange es die Verkehrslage erfordert od.
die Fahrtrichtung gesperrt ist; -see , der künstlicher,
durch Stauen 1.1 von Wasser entstandener See
Stauung, die; -,
- en 1. fvorw. Sg.j das Stauen (1.1):
die S. des Wassers — 2. fzu stauen 1.2/ das Ge
stautsein: der Arzt beseitigte eine venöse S. (des
Blutes); auf der Autobahn kam es zu kilometer
langen Stauungen
Stau |wehr, das 2Wehr
Steak, das; -s, -s [ste:k, auch Jt..] Scheibe Fleisch
von der Lende, die auf beiden Seiten kurz gebraten
w ird: ein gegrilltes, saftiges S.
Stearin, das; -s, -e [Jt.., auch st..] festes, weißes
Gemisch, dessen Hauptbestandteil Stearinsäure ist
Stearin| -kerze, die Kerze aus Stearin; -säure, die
fo. Pl.f Chem . gesättigte (2) Fettsäure, die wachs
artige K ristalle bildet
Stechen (er sticht), stach, hat gestochen f/ auch
stechend/ 1.1 . in etw. s. einen spitzen Gegenstand in
die Oberfläche von etw., jmdm. drücken, stoßen (so
daß er dort eindringt) : er stach mehrere Male mit
der Kanüle in den Arm, bevor er die Vene traf;
eine Nadel in den Stoff s.; Mücken, Wespen s.
(bohren ihren Stachel in jmds. H aut); jmdm. etw.
in etw. s .: jmdm. das Messer in den Rücken s.;
jmdn. s .: er hat mich (mit einer Nadel) gestochen;
sich (an, mit etw.) s. (einen spitzen Gegenstand
versehentlich in die eigene H aut eindringen lassen)
1.2 . etw. sticht: Dornen, Disteln s. (dringen bei Be
rührung mit ihren Spitzen in die Haut); der Bart,
rauhe Wolle sticht (kratzt 3); O die Sonne sticht
(scheint unangenehm grell und heiß) — 2 . durch 1.1,
Einritzen etw. in etw. hersteilen: Löcher (für die
Ohrringe) in die Ohren s . ; Zeichnungen in Kupfer,
Stahl s. — 3. etw. mit etw. Scharfem, Spitzem aus
etw. herauslösen, herausholen: Rasen, Torf s. (Stücke
von Rasen, Torf mit einem Spaten o. ä . abtrennen);
Spargel s. (mit dem M esser unter der Erde abschnei
den) ; Aale s. (mit einem spitzen Fanggerät aufspies-
senund ausdemWasserfischen) —4.Kartenspiel
mit einer Karte von höherem Wert die anderen aus
gespielten Karten an sich bringen, gewinnen: er sticht
den König mit dem As, mit einem Trumpf; Karo
sticht (ist Trumpf) — 5 . R ei t e n ein unentschiedenes
Turnier im Springreiten durch Wiederholung nach
bestimmten Regeln entscheiden: drei Reiter nahmen
am Stechen teil
+ wie gestochen (gleichmäßig und sauber) schrei
ben; — etw. sticht jmdm. ins / Auge, in die
Augen; jmdn. sticht der / Hafer; etw. sticht
jmdm.indie/ Nase;in/ Sees.;wievonder/
Tarantel gestochen aufspringen; in ein / Wespen
nest s.
Stechen, das; -s, - R eiten Entscheidung eines un
entschiedenen Turniers im Springreiten durch
Wiederholung und nach bestimmten Regeln: drei
Reiter nahmen am S. teil
stechend fAdj.; nicht adv.; / auch stechen/ 1. ste
chende (wie Stiche wirkende) Schmerzen (in der
Brust haben) — 2 . ein stechender (unangenehm
starrer) Blick — 3 . ein stechender (unangenehmer,
durchdringender) Geruch
Stech| -flieg e, die Fliege mit Stechrüssel; -m ücke,
die in zahlreichen Arten vorkommende Mücke, deren
blutsaugendes Weibchen einen langen Stechrüssel
hat und häufig gefährliche K rankheiten überträgt;
- rüssel, der zu einem langen Stachel umgeformtes
1098
Stechzirkel — stehen
Mundwerkzeug der Stechfliege, -mücke zum Stechen
und Saugen; -Zirkel, der Zirkel mit Spitzen an
beiden Schenkeln zum genauen Messen, Abstecken
von Abständen
Steck/steck| -brief, der vom Staatsanwalt öffentlich
bekanntgegebene Personenbeschreibung, m it der um
Mithilfe zur Festnahme einer Person aufgerufen
wird, gegen die ein Haftbefehl erlassen ist: einen S.
gegen jmdn. erlassen; dazu -brieflich /A d j.; vorw.
adv.; nicht präd./ mit Hilfe eines Steckbriefes: die
ser Mann wird s. gesucht; -dose, die an der Wand
angebrachte, m it der elektrischen Leitung verbundene
Vorrichtung zu m A nschluß eines elektrischen Gerätes
mittels Steckers an das Stromnetz
stecken, steckte / veraltend stak, hat gesteckt
j / auch gesteckt/ 1. /steckte/ 1.1 . etw. irgend
wo hin s. etw., bes. einen länglichen, flachen Gegen
stand, ganz od. zu einem Teil in einen (dazu p a s
senden) Hohlraum, eine Halterung bringen und dort
belassen: den Schlüssel ins Schlüsselloch, Schloß,
ein Blatt Papier zwischen die Seiten eines Buches,
in einen Spalt s . ; sich einen Bleistift hinters Ohr,
Watte ins Ohr s.; Kerzen auf einen Kerzen
ständer s.; die Hände in die Hosentaschen, ein
Buch in die Aktentasche s.; den Brief in den Ka
sten s. (einwerfen 1); Nadeln in ein Nadelkissen,
einen Stock in die Erde s. (stechen 1.1); etw. an
etw. s.: sich, jmdm. einen Bing an den Finger s.
(auf den Finger schieben) 1.2 . um g . jmdn. irgend
wohin s. jmdn . unwiderruflich, oft zwangsweise
irgendwohin bringen, damit er dort für eine be
stimmte Zeit bleibt: ein Kind ins Bett s .; man hatte
ihn in ein Internat, ins Gefängnis gesteckt 1.8, Geld
in ein (Forschungs)unternehmen s. (dafür auf-,
verwenden) — 2 .1 . etw. befindet sich ganz od. zu einem
Teil irgendwo in etw., sitzt (fest) in, an etw.: der
Schlüssel steckt (im Schloß); der Nagel steckt fest
in der Wand; der Brief steckt im Kasten, der Pfahl
in der Erde; der Wagen steckt im Schlamm (sitzt
im Schlamm fest); jmd. steckt in etw.: er steckt bis
zu den K nien (er befindet sich knietief) im Schnee
2.2 . u m g . jmd. befindet sich irgendwo (verborgen):
er steckt hinter der Tür, in seiner Werkstatt; wo
steckt er denn?; O wer steckt (steht verborgen als
Drahtzieher) hinter all diesen Machenschaften?
2.8 . das Kleid steckt voller Nadeln (in dem Kleid
stecken 2.1 viele Nadeln) 2.4 . er steckt voller Witz,
Einfälle (er ist sehr w itzig, einfallsreich) —
-
8.
Isteckte) 3.1 . umgeschlagenen Stoff, gelegtes H a a r
m it Nadeln Zusammenhalten, festmachen: den Saum
des Kleides s.; das Haar zu einem Knoten s. 3.2 .
etw. mit einer Nadel od. einem anderen spitzen
Gegenstand an etw. befestigen, anheften: die Brosche,
Blume ans Kleid s. — 4. /steckte/ umg. jmdm. etw.
s. (jmdm. etw. heimlich hinterbringen)
-j- mit jmdm. unter einer / Decke s.; nicht in
jmds. / Haut s. mögen; das kannst du dir an den
/ Hut s.; etw. steckt noch in den ^ Kinder
schuhen; etw. steckt jmdm. in den
Einochen;
den / Kopf in den Sand s.; die, seine / Nase in
etw., alles s.; die, seine / Nase in ein Buch s.;
jmdn. in den / Sack s.; sich etw. hinter den /*
Spiegel s . ; jmdn. in die Tasche s.
Stecken, der; -s, - landsch., bes. süddt. Stock,
Stab: ein dicker, starker S .; ein S. für die Tomaten
pflanze
+ / Dreck am S. haben
stecken/Stecken| -bleiben fVb.f 1.1 . sich nicht
weiterbewegen können und schließlich festsitzen: der
Wagen blieb im Schlamm stecken 1.2 . ihm ist eine
Gräte im Hals steckengeblieben (bei ihm hat sich
eine Gräte im Hals festgesetzt) 1.3 . er ist beim Bezi-
tieren steckengeblieben (wußte beim Rezitieren
nicht weiter); ~f~ jmdm. bleibt das / Wort im
Munde stecken; -lassen, ließ stecken, hat stecken
lassen, auch steckengelassen etw. an dem Ort lassen,
wo es steckt (2.1): er hat den Schlüssel (im Schloß)
s.; umg. laß dein Geld nur stecken (ich bezahle für
dich)\; -pferd, das Hobby: Gartenarbeit ist sein S.;
+ sein S. reiten (sich seinem Hobby widmen)
Stecker, der; -s, - m it herausragenden Stiften ver
sehene Vorrichtung an einem Kabel zur Herstellung
elektrischer K o nta kte m ittels einer Steckdose
Steck Ikontakt, der 1. Steckdose — 2 . Stecker
Steckling, der; -s, -e von der Mutterpflanze ab
getrennter Pflanzenteil, der in den Boden gesteckt
wird und sich dadurch zu einer selbständigen Pflanze
entwickeln kann: Stecklinge aussetzen; die Ver
mehrung durch Stecklinge
Steck| -nadel, die Nadel mit kleinem rundem Kopf
zum Feststecken von etw .: den Kleidersaum mit Steck
nadeln umstecken; -f umg. etw., jmdn. wie eine
S. suchen (sehr gründlich, intensiv, mühselig su
chen); es war so still, daß man eine S. fallen hören
konnte (es war vollkommen still); es war so voll, daß
keine S. zu Boden fallen konnte (der Raum war von
Menschen gedrängt voll); -rübe, die n o rdd t. Kohl
rübe; -Schlüssel, d ev Schraubenschlüssel aus (hohlem)
Profilstahl, der zum Los-, Festdrehen auf die
Schraubenmutter aufgesteckt wird; -schuß, der jPl.
- s chüsse/ Schußverletzung, bei der das Geschoß im
Körper steckengeblieben ist; -Zwiebel, die kleine
Zwiebel (1), die zum Wachsen in die Erde gesteckt
wird
Steg, der, -(e)s, -e 1,1 . meist aus Brettern und Pfählen
bestehende schmale Brücke: ein hölzerner, schwan
kender, morscher S .; über den Bach führte ein S.
1.2 . das Boot legte am S. (Landungssteg) an — 2 .
Mus. senkrecht auf Saiteninstrumenten sitzendes
Brettchen, über das die Saiten gespannt sind — 3 . an
langen Hosen unter der Fußsohle durchlaufendes
bandartiges Teil, bes. aus Gummi, zum Straffhalten
der Hose — 4 . Bügel zwischen den Brillengläsern
+ / Weg und S. kennen
Steg| -hose, die Hose mit Stegen (3); -reif, der -f-
aus dem S.: er hielt seine Bede aus dem S. (ohne
Vorbereitung); -reifspiel, das improvisiertes dra
matisches od. musikalisches Spiel: die Laienspiel
gruppe führte ein S. auf
stehen, stand, hat gestanden / / auch gestanden/
1. in meist aufrechter, gestreckter Körperhaltung (mit
durchgedrückten K nien) auf den Füßen ruhend an
einer Stelle verharren: aufrecht, krumm, gebückt,
unbeweglich, bequem, (fest) auf den Füßen, der
Erde s.; sie standen dicht gedrängt; auf einem
Bein s.; das Kind kann schon s.; wir mußten s.
(hatten keinen Sitzplatz); jmdn. irgendwo s. sehen;
hinter, neben jmdm. s . ; an, in der Tür, am Fenster,
an der Haltestelle, im Begen s.; an der Maschine
s. (im Stehen an der Maschine arbeiten); er steht bis
zu den Knien im Wasser; in der ersten Beihe s. —
2. etw. befindet sich 2.1 . irgendwo an, auf einer Stelle,
in einem Raum, wobei es mit seiner Grundfläche,
seinen Beinen, Füßen, Rädern od. m it seiner Schmal
stehenbleiben — Steherrennen
1099
seite auf etw. ruht: das Telefon, ein Teller, Glas
Wein steht auf dem Tisch; das Buch steht im Re
gal; in der Ecke steht ein Schrank, Tisch; das Auto
s teht in der Garage, auf der Straße; der Schreib
tisch steht schräg vor dem Fenster; das Glas steht
auf dem Kopf (befindet sich m it der Oberseite, Öff
nung nach unten an, auf einer Stelle) 2.2 . irgendwo,
hat irgendwo seinen (festen) Pla tz , an dem es erbaut,
errichtet, gewachsen ist: das Haus steht an der
Straße; auf dem Platz steht ein Denkmal, eine
Eiche; steht der Zaun, das Haus noch (ist er, es
noch vorhanden)? 2.3*1« M il. die Truppen s. (haben
ihren Standort) an der Grenze 2.3 .2 . der Mond steht
(befindet sich) (hoch) am Himmel 2.4 . das steht in
der Zeitung (ist in der Zeitung zu lesen); was steht
auf der Speisekarte?; sein Name steht nicht auf der
Liste; davon steht nichts im Vertrag — 3 .1 . etw.
weist einen bestimmten Stand (1.4 .2) auf: das Wasser
steht niedrig, hoch; das Wasser stand (reichte 2.1)
ihm bis zu den K nien 3.2 . der Zeiger einer Skala,
eine Skala zeigt etw. Bestimmtes an: die Uhr steht
auf zwölf; das Barometer steht auf Sturm — 4 .
etw. hat eine bestimmte Bewegungsrichtung: der
Wind, die Strömung steht nach Norden, auf das
Land zu, günstig — 5 . nicht (mehr) in Tätigkeit,
Bewegung, Betrieb sein: er wartete, bis der Motor,
die Maschine, der Zug stand; die Uhr steht; eine
Blutung zum Stehen bringen — 6 . die Weiche
s teht falsch, richtig (ist falsch, richtig gestellt 3.1) —
7. in drei Monaten muß das H aus s. (fertig sein);
umg. morgen muß der Vortrag s.; die Szene steht
(ist fertig einstudiert) — 8 .1 . etw. ist von steifer (1.2)
Beschaffenheit und steht darum ab: die Rüsche
steht 8.2 . um g. femot. neg.f die Bluse steht vor
Dreck (ist stark verschmutzt) — 9 . etw. steht jmdm.
etw. kleidet jmdn.: dieses Kleid steht dir (gut); der
Hut steht dir nicht — 10 .1 . etw. steht in bestimm
ter Weise / verweist auf einen bestimmten Zustand in
der Entwicklung einer Sachef: S port das Spiel steht
(hat einen Stand von) 3:2^; wie die Dinge s. (wie
sich die Dinge entwickelt haben), hast du gute Aus
sichten; es steht gut, schlecht um etw., jmdn., mit
etw., jmdm.: es steht schlecht um ihre, mit ihrer
Gesundheit (sie is t gesundheitlich in schlechter Ver
fassung); es steht gut, schlecht mit jmdm., um
jmdn. (jm ds. Lage, Gesundheit ist gut, schlecht);
umg. wie steht’s (wie geht es dir)? 10.2. jmd. steht
sich gut (jmd. hat ein gutes Auskommen, verdient,
besitzt viel Geld) 10.3 . jmd. steht (sich) gut, schlecht
m it jmdm. jmd. hat ein gutes, schlechtes Verhältnis
zu jmdm.: er stand.(sich) gut mit seiner Schwieger
mutter 10.4 . zu einer Sache, jmdm. in bestimmter
Weise s. zu einer Sache, jmdm. eine bestimmte E in
stellung haben: wie steh st du zu diesem Problem, zu
ihr? — 11.1. zu etw. s.: ich stehe zu meiner Tat
(ich betrachte meine T at nach wie vor als gerecht
fertigt); ich stehe zu meinem Versprechen (ich
werde mein Versprechen halten) 11.2 . zu jmdm. s. zu
jmdm. halten, jmdm. beistehen: ich stehe zu dir
11.8. umg. jmd. steht auf etw., jmdn. jmd. hat für
etw., jmdn. eine besonders große Vorliebe: ich stehe
auf Jazz; er steht auf blonde Frauen — 12. auf
diese Verbrechen steht eine hohe Freiheitsstrafe
(dieses Verbrechen wird mit einer hohen Freiheits
strafe bestraft) — 13 . /etw. steht zu + D&/.; nur
im Präs. u. Prät.; drückt einen passivischen Sach
verhalt aus/: es steht zu erwarten (es kann, muß er
wartet werden), daß ... — 14. etw. steht bei jmdm.
etw. ist in jmds. Ermessen gestellt: das steht ganz
bei dir — 15. etw. steht für etw. etw. vertritt etw.:
dieses Beispiel steht für viele — 16 . dieses Verb
steht (verbindet sich) mit dem Dativ — 17 . /in
Verbindung mit Präp. u. Subst.j 17.1 . /drückt aus,
daß sich jmd., etw. in einer bestimmten Lage, in
einer bestimmten Beziehung mit jmdm ., etw., in
einem bestimmten Zustand befindet/: mit jmdm. in
gutem Einvernehmen s .; etw. steht im Zusammen
hang mit etw.; an erster Stelle s.; in hohem An
sehen s.; etw. steht im Wideispruch zu etw.; im
Mittelpunkt s.; vor einer Frage, vor Schwierig
keiten s.; mit jmdm. im, in Briefwechsel s.; unter
Wasser s. (überschwemmt sein) 17.2 . /zu r Umschrei
bung eines Verbalbegriffs/: i n Blüte s. (blühen); im
Einsatz s. (eingesetzt sein); unter Anklage s. (an
geklagt sein); unter Aufsicht s. (beaufsichtigt wer
den) ; etw. steht zur Debatte (soll debattiert werden);
zur Diskussion, Beratung s.; etw. steht zur Ver
fügung (über etw. ka nn verfügt werden)
+ etw. steht und fallt mit jmdm., etw. (etw. hängt
von jmdm ., etw. ausschließlich, entscheidend ab); —
wie s. die / Aktien?; auf eigenen / Beinen s.;
etw. steht auf schwachen /* Beinen; das, etw.
steht auf einem anderen / Blatt; jmd., etw. ist,
wie er, es im / Buche steht; überden / Dingen s.;
etw. steht in (hellen) Flammen; das steht außer
/ Frage; auf eigenen / Füßen s .; mit jmdm. auf
gutem, vertrautem, gespanntem / Fuß(e) s.;etw .
steht auf schwachen / Füßen; stehenden / Fußes;
etw. steht ins / Haus; etw. steht auf der / Kippe;
nicht wissen, wo einem der / Kopf steht; bei
jmdm. inder/ Kreide s.;hochim/ Kurs s.;etw.
steht nicht in jmds. ^ Macht; seinen / Mann s.;
etw. steht auf des Messers Schneide; vor dem
/ Nichts s.;unter dem / Pantoffel s.;bei etw. /
Pate s.; auf verlorenem /f Posten s.; / Rede und
Antwort s.; im
Schatten von jmdm., etw. s .;
Schlange, / Schmiere s.; in jmds. / Schuld s.;
jmdm. zur /* Seite s.; jmdm. steht der / Sinn
nach etw .; etw. steht auf dem / Spiel; etw. steht
in den Sternen; etw. kommt jmdn. JA teuer zu
s .; etw. steht vor der / Tür; jmdm. steht das /
Wasser bis zum Hals; jmdm., einer Sache im /
Weg(e) s .; dem steht nichts im ^ Wege;
wo er
geht und steht
stehen| -bleiben /Vb./ 1 . jmd. hört auf zu gehen, geht
nicht weiter: erstaunt, unschlüssig s.; sie blieb vor
jedem Schaufenster stehen; O jmd. ist in seiner
Entwicklung stehengeblieben (hat sich nicht weiter
entwickelt) 2. etw. hört a uf, in Tätigkeit, Bewegung,
Betrieb zu sein: der Zug, das Auto, die Uhr ist
stehengeblieben; O vor Schreck blieb ihm fast das
Herz stehen (er war sehr erschrocken) — 3. ein
Schirm, Koffer ist stehengeblieben (stehengelassen
worden); + auf halbem / Weg(e) s .; -lassen,
ließ stehen, hat stehenlassen, auch stehengelassen
1. sie hat ihn einfach s., stehengelassen (ist von ihm
weg-, fortgelaufen, ohne ihm weitere Beachtung zu
schenken) — 2 . etw. dort lassen, wo es steht (2.1, 2 .2):
sie hat die Tassen auf dem Tisch s., stehengelassen
—
3. jmd. hat etw. s ., stehengelassen (hat etw.
Hingestelltes vergessen mitzunehmen) — 4 . sich
einen Bart s; (wachsen lassen)
Steher [rennen, das S p o r t Radrennen, bei dem der
einzelne Radfahrer hinter einem Motorrad herfährt
1100
Stehkonvent — steil
Stell| -konvent, der umg. scherzh.: einen S.
machen, abhalten (sich in einer Gruppe im Stehen
unterhalten); -lampe, die a uf dem Boden stehende
Lampe mit einem hohen Gestell; -leiter, die Leiter,
die auf ihren beiden, am oberen Ende beweglich mit
einander verbundenen Holmenpaaren stehen kann
stehlen (er stiehlt), stahl, hat gestohlen 1. fremdes
Eigentum heimlich und widerrechtlich an sich brin
gen: er hat gestohlen; (jmdm.) Geld, Wertsachens.;
o geh. die Sorgen haben ihr die Ruhe, den Schlaf
gestohlen (sie um ihre Ruhe, ihren Schlaf gebracht)
—
2. sich v on irgendwo weg, irgendwohin s. sich
heimlich von irgendwo weg, irgendwohin begeben:
sich aus dem Zimmer, Haus s.
+ umg. er kann mir gestohlen bleiben (von ihm
will ich nichts wissen); — mit dem kann man
Pferde s.;s. wie ein / Rabe; jmdm. die / Schau s.;
jmdm. die / Zeit s.
Stgh| -platz, der: ich h atte im Bus nur einen S.
(hatte keinen Sitzplatz, mußte stehen) ; der Bus hat
25 Stehplätze (im B us können 25 Fahrgäste, die
keinen Sitzplatz haben, stehen); -vermögen, das
jo. PL / Ausdauer, Vermögen, bei einer Leistung
durchzuhalten
steif fAd j.f 1*1. /bes. von den Gelenken des Menschen/
infolge äußerer Einw irkung od. Krankheit, Alter
unbeweglich (1.1) geworden: ein steifes Handgelenk;
er war ganz s. vom langen Sitzen, vor Kälte 1.2 .
jbes, von flächigem M aterialj nicht weich od. wenig
biegsam und darum die Form haltend: steifes Leinen,
Papier; ein steifer Hut, Kragen — 2. förmlich, un
persönlich: eine steife Gesellschaft; ein steifes (ge
zwungenes) Benehmen, Lächeln; die Begrüßung
verlief sehr s.; er ist s. und zugeknöpft — 3 . ein
steifer (halbfest gewordener) Pudding; das Eiweiß s.
(schaumig) schlagen — 4 . /nicht adv./ 4 .1 . See-
mannsspr. ein steife (starke 7.1) Brise 4.2 . ein
steifer (viel Rum enthaltender) Grog — 5 . ein steifer
(schwerfälliger) Stil
-f- um g. etw. s. und fest (hartnäckig) behaupten
Steif|beinig /A dj.j ungelenkig in den Beinen: ein
steifbeiniges neugeborenes K alb; er stieg s. in das
Auto
steifen /sw. Vb. ; hat/ etw. stärken (II): den Kragen,
das Hemd s,
steif [halten /V b./
+ umg. die / Ohren s.
Steifheit, die; -, jo. PL; zu steif 1 u. 2/ das Steifsein
Steif[leinen, das jo. P L/ stark appretiertes Leinen
Steig, der; -(e)s, -e landsch. schmaler, steiler Fuß
weg, Weg, Pfad: der S. führte zwischen den Felsen
hindurch
Steig| -bügel, der 1. paarige, beiderseits vom Sattel
(1.1) herabhängende Vorrichtung, i n der der R eiter
beim Reiten seine Füße aufstützt: ohne S. reiten —
2. M ed . eines der drei Gehörknöchelchen; -eisen, das
1. einer von mehreren U-förmig gebogenen Gegen
ständen aus Stahl, die an Schornsteinen, Schächten,
Masten angebracht sind und zum Hinaufsteigen
dienen •— 2 . einer von zwei an den Schuhen fest-
schnallbaren gebogenen Gegenständen aus Stahl, die
als Hilfsmittel zum Erklettern von (hölzernen) Lei
tungsmasten dienen — 3. Bergsport einer von
zw ei, m it scharfen Zacken versehenen Gegenständen
aus Stahl, die beim Begehen von Gletschern und ver
eisten Bergwänden unter die Schuhe geschnallt
werden
steigen, stieg, ist gestiegen 1.1 .1 . unter Kraft
anstrengung Schritt für Schritt einen steilen Weg
nach oben, auch nach unten zurücklegen, eine Leiter,
Treppe hinauf-, hinabgehen: bergauf, bergab s.;
irgendwohin s.: langsam, schnell auf den Berg,
Turm s. 1 .1 .2 . eine Treppe, Stufe s. (eine Treppe,
Stufe hinaufgehen) 1.2 . sich m it den (Händen und)
Füßen auf etw. hinauf od. davon herab, in etw. hinein
od. aus etw. heraus bewegen, begeben: aufs, vom Rad,
Pferd s.; auf den, vom Stuhl s.; die Jungen stiegen
(kletterten) auf den Baum, über den Zaun; er stieg
durch das Fenster; in den, aus dem Zug s.; in das,
aus dem Auto s.; in den Schacht s.
—
2.1 . etw.
steigt etw. bewegt sich (senkrecht) nach oben in die
Höhe: der Ballon, Hubschrauber steigt; die Kinder
lassen ihre Drachen s.; O ein angenehmer Duft
stieg (drang) ihm in die Nase; der Wein stieg ihm
zu K opfe (machte ihn betrunken) 2.2 . etw. erreicht
einen höheren Stand (1.4 .2): das Thermometer, die
Temperatur, Einwohnerzahl steigt ständig; das
Fieber stieg auf 40 Grad; der Umsatz, Wohlstand
steigt; O jmd. steigt in jmds. Achtung (wird von
jmdm . immer mehr geachtet) 2.3 . die Begeisterung,
Ungeduld, W ut stieg (nahm zu); jmds. Chancen
s.; steigende (immer größere) Ansprüche stellen
2.4 . im Wert (1.1) zunehmen: die Waren s. auf dem
Weltmarkt im Preis; die Aktien sind gestiegen 2.5 .
besser werden: jmds. Leistungen s.; der Lebens
standard steigt — 3. um g. eine Veranstaltung findet
irgendwann statt: die Party, das Fest steigt in der
nächsten Woche
- f jmds. / Aktien s.; jmdm. aufs / Dach s.; etw.
steigt jmdm. in den / Kopf, zu Kopfe
Steiger, der; -s, - B e rg m . technischer Fachmann im
Bergbau unter und über Tage, der für die Produktion
und die Anleitung der Arbeiter verantwortlich ist:
der S. kontrollierte sein Revier,
steigern jsw. Vb.; hat/1 .1 . etw. erhöhen (2.1), höher
machen: das Tempo, die Leistungen, Arbeits
produktivität s.; gesteigerte (erhöhte) Ansprüche
stellen 1 .2 . sich erhöhen (2.2): die Arbeitsproduk
tivität hat sich gesteigert; seine Angst, Wut stei
gerte sich; die Schmerzen steigerten sich ins U n
erträgliche; seine Leistungen im Schwimmen stei
gerten sich (wurden besser) 1.3 . der Sänger stei
gerte sich (verbesserte seine Leistung) während sein es
Vortrags immer mehr 1 .4 . sich in etw. s. sich immer
mehr in eine bestimmte Erregung versetzen: sich in
Begeisterung s.; er steigerte sich in Wut — 2 .
Gramm , ein Adjektiv, Adverb s. (durch Endungen,
andere Wörter die Formen für die Stufen des Ver
gleichs bilden); zu 1.1 —1.3, 2 Steigerung , die; -,
-en;
zu 2 /o. PL /: die S. eines Adjektivs, Adverbs
Steig| -leitung, die senkrecht in die Höhe führender
Teil eines Leitungssystems, bes. für Wasser(dampf),
Gas; -rohr, das Rohr einer Steigleitung
Steigung, die; -,
-en 1. jvorw. Sg./ Grad der Zu
nahme an Höhe bei einer Fläche: eine gering e, große
S.; die Straße hat eine S. von 15 Prozent — 2. an
steigender, aufwärts führender Weg: der Fahrer hatte
eine kurze S. zu überwinden
steil /A dj.; meist von aufragenden Oberflächen/ im
Winkel zwischen mindestens 45 und fast 90 Grad ge
neigt, stark ansteigend, abfallend: ein steiler Ab
hang, W eg; steile Gassen, Dächer; einen steilen
Berg erklimmen; es g eht s. bergauf; die Schlucht
fällt s. (jäh 2) ab; er richtete sich s. auf; B ail
Steilhang — Stelldichein
1101
s p i e l e eine steile Vorlage (weit und hoch über die
Köpfe der Spieler hinweg geschossener, geworfenerBall)
4- ein steiler /* Zahn
Steil| -hang, der steiler Hang; -küste, die steil zum
Meer abfallende Küste; -paß, der F u ß b a ll steil
zugespielter B all: den Spielern gelangen mehrere
Steilpässe; -wand, die steile Felswand: eine schroffe,
vereiste S .; -wandzelt, das geräumiges Zelt mit vier
senkrechten Wänden und pyramidenförmigem Dach
Stein, der; -(e)s, -e 1.1 . jo. PI ./ wesentlich am Auf
bau der Erdkruste beteiligtes, natürliches, festes* m i
neralisches M aterial, Gestein: beim Graben sind sie
auf S. gestoßen; eine Brücke aus S.; eine Figur in
S. meißeln; das B rot ist hart wie S. 1 .2 . einzelnes,
aus dem Zusammenhang mit der großen Masse los
gelöstes Stück von 1.1: ein Haufen Steine; ein
großer, runder, spitzer S.; Steine auflesen, fort
wälzen; einen S. nach jmdm. werfen; sich an einem
8. stoßen; über einen S. springen — 2 .1 . zur Ver
wendung beim Bauen, M auern mehr od. wertiger ge
formter 1.2 od. aus mineralischen Stoffen hergestellter
Mauerstein: Steine karren, klopfen, vermauern;
gebrannte Steine; Steine aus Glas; den S. m it Mör
tel binden 2.2 . Grabstein: dem Verstorbenen wurde
auf dem Friedhof ein S. gesetzt 2.3 . Edelstein,
Halbedelstein: ein echter, synthetischer, falscher S.;
ein S. von vier Karat; die Uhr hat 15 Steine (15 Ru
bine imLagerder Uhr) —3. BrettspieleFigwr (3):
die schwarzen, weißen Steine; einen S. m it einem
anderen schlagen — 4 . sehr hartschaliger Kern be
stimmter Obstarten: Pflaumen, Aprikosen, Kirschen
haben einen S.
—
5. M ed. steinförmige Masse, die
sich in bestimmten (Hohl)organen des Körp er s abge
lagert hat: Steine in der Galle, Niere haben; einen
S. operativ entfernen
+ der S. des Anstoßes (die Ursache der Verärge
rung); der S. der W eisen (eine geniale Lösung);
jmdm. fällt ein S. von der Seele, vom Herzen (jmd.
ist erleichtert über etw.); der S. kommt ins Bollen
{eine Angelegenheit kommt in Gang) ; den S. ins R ol
len (eine Angelegenheit in Gang) bringen; keinen S.
a uf dem anderen lassen (etw. Gebautes in feindlicher
Absicht völlig zerstören); jmdm. Steine in den Weg
leg en (jmdm. Schwierigkeiten bereiten); um g . es
friert S. und Bein (es herrscht starker Frost) ; S. und
Bein schwören (etw. äußerst nachdrücklich ver
sichern); bei jmdm. einen S. im Brett haben (bei
jmdm . gut angeschrieben sein); — ein Herz aus
S. haben; über / Stock und S.; das ist nur ein /
Tropfen auf den heißen S.
Stein/ste|n| -adler, der großer, in felsigen Gegenden
lebender Adler von einheitlich dunkelbrauner F är
bung; -alt, -alt /A dj.; emot.f sehr alt, uralt; -hock,
der mit der Ziege verwandter Wiederkäuer, der in
den obersten Regionen der Hochgebirge E uropas,
Asiens und Nordafrikasiebt; -boden, der Fußboden
aus steinernen Platten; -bohrer, der für Stein, Beton
geeigneter Bohrer; -brech, der; -(e)s/-,
- e jvorw. Sg.f
in zahlreichen A rten vorkommendes Gewächs mit
rosettenförmig angeordneten Blättern und rötlich-
weißen Blüten; -bruch, der Ort, wo technisch nutz
bares Gestein im Tagebau abgebaut w ird; -butt, der;
- (e)s, -e im Meer lebender großer schuppenloser
Plattfisch mit knöchernen Höckern auf der gesamten
Körperoberfläche, der als Speisefisch genutzt wird;
-druck, der fPl. -ef 1. fo. Pl.f Lithographie (1) — 2.
Lithographie (2): ein alter S.
steinern /Adj.f 1.1 . / nur attr.f aus Stein (1.1): ein
steinerner Fußboden; eine steinerne Treppe 1,2.
/nicht adv./ ein steinernes (mitleidloses, hartes) Herz
haben; eine steinerne (unbewegliche) Miene
Stein/stein| -erweichen, das + u m g . /emot./ zum
S. herzzerreißend, mitleiderregend: das Kind weinte
zum S .; -garten, der den Charakter des Gebirges nach
ahmende gärtnerische Anlage mit Steinen und Gebirgs
pflanzen; -gut, das jo. Pl.j keramisches Erzeugnis
mit weißem, porösem Scherben (3), der meist glasiert
ist und für Geschirr, Wandfliesen od. sanitäre A r
tikel verwendet wird; -hart, -hart /Adj./ hart wie
Stein (1.1), sehr hart
steinig /Adj../ viele Steine (1.2) aufweisend: ein
steiniger Acker; der Weg ist s.; O der Weg zum
Ziel war s. (mühevoll)
Stein|kohle, die harte, schwarze Kohle mit hohem
Gehalt an Kohlenstoff und großem Heizwert
Steinkohlen | -bergbau, der Gewinnung von Stein
kohle aus ihrer Lagerstätte; -revier, das Gebiet, in
dem Steinkohle lagert und abgebaut w ird
Steln/ste|n| -m etz, der; -en, -en Facharbeiter, der
Natur- und Kunststein nach Vorlagen handwerklich
bearbeitet; -o bst, das zum Obst gerechnete Früchte,
die einen Stein (4) enthalten; -pflaster, das Straßen
pflaster aus Steinen; -pilz, der eßbarer Röhrenpilz
m it einem hell- bis dunkelbraunen Hut, anfangs
weißlichen, später olivgrünen Röhren und hellem
Stiel; -reich, -reich /Adj./ umg. /emot.j sehr reich;
- s alz, das /o. Pl.j mineralisch vorkommendes Salz
(1); -schlag, der 1. (lawinenartiges) Niedergehen von
gelockertem Gestein im Gebirge — 2. jo. PI./ Bauw.
Schotter (1); -sch ieifer, der Facharbeiter, der Edel-
und Halbedelsteine bearbeitet; -schliff, der 1. jo. Pl.j
das Schleifen von (Edel-, Halbedelsteinen: den S.
beherrschen — 2 . A rt und Weise, wie ein (Edel-,
Halbedelstein geschliffen ist; -setzer, der Arbeiter,
der Straßen pflastert; -Wurf, der 1.1 . Wurf mit
einem S tein : das Schaufenster wurde durch einen S.
zertrümmert 1.2 . /o. Pl.f einen S. weit: das Haus
steht nur einen S. (nicht weit) vom See entfernt;
- zeit, die /o. Pl.j älteste Entwicklungsperiode der
Menschheit bis etwa 1800 vor unserer Zeitrechnung,
in der die Menschen Werkzeuge und Waffen vor
wiegend aus Stein herstellten; -zeug, das keramisches
Erzeugnis mit festem, undurchlässigem, oft grauem
Scherben (3), der vorwiegend mit einer braunen Gla
sur überzogen ist
Steiß, der; -es, -e 1. unteres Ende der Wirbelsäule —
2. salopp Gesäß: er ist auf seinen S. gefallen
Steiß] -bein, das Med. Knochen am unteren Ende
der Wirbelsäule; -gebürt, die u m g . Geburt, bei der
das Gesäß des Kindes zuerst aus dem Mutterleib
kommt
Stele, die; -,
-n [Jt.., st..] Architekt, mit In
schriften, bildlichen Darstellungen versehene, flache,
aufrecht stehende Tafel aus Stein, die als (Grabdenk
mal dient
Stellage, die; -,
-n [..a:39] Ständer: eineS. für No
ten; das Obst wird auf riesigen Stellagen gelagert
stellar /Adj.; vorw. attr.f [Jt.., st..] Astron. die
Fix sterne und Sternsysteme betreffend
Stelldichein, das; -s/-,
-s fvorw. Sg.j [..i9|ain] vor
her verabredetes Zusammentreffen eines Liebespaares
an einem bestimmten Ort, Rendezvous; O Gäste aus
aller W elt gaben sich hier ein S. (trafen sich zu Ge
sprächen)
1102
Stelle — Stellenplan
Stelle, die; -,
- n 1. bestimmter kleiner Bereich 1.1 . im
Gelände, in einem Raum, an, auf etw., wo sich jmd.,
etw. befindet, wo sich jm d . aufhält od. wo etw. ge
schieht :sieh an einer vereinbarten S. treffen;an wind
geschützten Stellen blühen schon die Apfelbäume;
der Unfall geschah an dieser S.; das Bild hing da
mals an einer anderen S .; diese S. muß er renovieren;
er hat dieSachen an die falsche S. gelegt 1.2 . am Kör-
per, an einem Gegenstand, der durch etw. gekennzeich
net, markiert ist: eine gerötete, geschwollene, en t
zündete S .; an der Jacke sind einige schadhafte
Stellen — 2 .1 . kürzerer Abschnitt, Textstelle in einem
Schriftwerk, einer mündlichen Ä ußerung: eine S. aus
einem Buch zitieren, herausschreiben; der Autor
geht an anderer S. ausführlicher auf diese Frage
ein; an der S. erhielt der Autor, Redner Beifall
2.2 . kürzeres Teilstück eines M usikw erks: diese S.
des Klavierkonzertes höre ich am liebsten; der
Pianist übte diese S. immer wieder — 3 .1 . Gliede
rungsteil einer Rang-, Größenordnung, Reihenfolge,
der von etw., jmdm.eingenommen wird, werden kann:
er nimmt (in der Klasse) die erste S. ein (ist der
Erste, Beste, Wichtigste); unsere Ruderer lag en an
der vordersten S. (an der Spitze); er, das kommt an
erster S. (zuerst 1.1) 3.2 . M ath. Platz (4) für eine
(Ziffer einer) Zahl, durch den im System der Zahlen
ihr Wert bestimmt wird, je nachdem wieviele Plätze
sie links od. rechts vom Kom ma steht: die erste S.
nach dem Komma — 4 .1 . Arbeitsverhältnis (1):
eine neue S. antreten; jmdm. eine S. anbieten, ver
mitteln; er hat häufig die S. gewechselt 4.2 . die S.
(Planstelle) muß mit einer Fachkraft besetzt wer
den — 5 . Dienststelle, A m t (2.1), Behörde: eine
staatliche, kirchliche S .; sich an die übergeordnete
S. wenden; die Zeltplätze werden von zentraler S.
(von einer zentralen Einrichtung) vergeben — 6 . an
S. 6 .1 . \Präp. mit Gen./ er kam an S. seines Bruders
(sein Bruder kam nicht, dafür kam er) 6.2 . /Adv.; in
Verbindung mit von/ an S. von Butter nahm sie
Margarine (sie nahm nicht Butter, dafür nahm sie
Margarine)
+ an deiner, seiner S. (wenn ich du, er wäre, mich
in deiner, seiner Lage befände); auf der S. (sofort,
in diesem Augenblick) ; zur S. sein (da, anwesend
sein); sich zur S. melden (seine Anwesenheit mel
den); umg. nicht von der S. kommen, auf der S.
treten (nicht voran-, weiterkommen); — an A Ort
und S.
stellen /sw. Vb.; hat/ 1. sich an einen bestimmten
W r t (1.1), Pla tz (4) begeben und dort aufrecht stehend
verharren: er stellte sich ans Fenster, auf den
Stuhl; stelle dich nicht mitten auf die Straße!;
sich in Positur s .; <> sich hinter, vor jmdn. s.
(für jmdn. Partei ergreifen) — 2 .1 . etw. (irgend
wohin) s. etw. (mit der Hand, den Händen) an einen
bestimmten Platz bringen, so daß es dort steht (2.1):
er stellte die Bücher in das Regal, den Ascher auf
den Tisch; das Fahrrad in den K eller s .; die Blumen
ins Wasser s .; etw. beiseite s .; in dem kleinen Zim
mer kann ich den Schrank nicht s. (unterbringen 1);
wie soll er die Möbel s. (anordnen 2) ? 2.2 . die Mutter
stellte das Kind auf den Stuhl (brachte das Kind
auf den Stuhl, so daß es darauf stand); das gestürzte
Kind wieder auf die Beine s. (wieder in eine aufrecht
stehende Haltung bringen) 2.3 . eine Speise warm,
kalt s. (an eine Stelle bringen, wo sie warm bleibt,
kalt bleibt, w ird) —
-
3.1 . eine technische Vorrichtung
durch Betätigen eines Mechanismus in eine be
stimmte Richtung bringen, so daß sie die erwünschte
Funktion erfüllt: eine W eiche, ein Signal s. 3 .2 . die
Uhr s. (durch Betätigung einer bestimmten Vor
richtung einer Uhr bewirken, d aß die Uhr die rich
tige Zeit angibt) 3.3 . den Wecker auf sechs Uhr s.
(durch 3.2 bewirken, d aß der Wecker um sechs Uhr
weckt) 3.4 . das Radio laut, leise s. (einstellen 2.1) —
4.1 .1 . jmdn. s .: der flüchtige Verbrecher konnte von
der Polizei gestellt (festgenommen) werden; etw. s . :
Jägerspr. der Hund stellte das Wild (hinderte es
an der Flucht) 4.1 .2 . ich werde ihn s. (zur Rechen
schaft ziehen), sobald ich ihn treffe 4.2 . sich jmdm.,.
einer Sache s.: der Täter hat sich der Polizei ge
stellt (freiwillig bei der Polizei gemeldet, um sich zu
verantworten) ; sich einem Kampf, Gegner s.
(einem K a m p f nicht ausweichen, Gegner zum Zwecke
der Auseinandersetzung gegenübertreten); der P o
litiker stellt sich den Fotografen, der Presse (war
bereit, sich fotografieren, interviewen zu lassen) —
5. sich irgendwie s. 5.1 . sich jmdm., einer Sache
gegenüber in bestimmter Weise verhalten, eine be
stimmte Einstellung zu jmdm., einer Sache ein
nehmen: sich gut mit jmdm. s. (mit jmdm. gut
auszukommen siechen); wie stellt er sich dazu?;
sich feindselig, ablehnend gegen etw., jmdn. s.
5.2 . eine Eigenschaft, einen Zusta nd Vortäuschen:
sich taub, krank, tot s.; stell dich nicht so dumm
(tu nicht so, als ob du das nicht wüßtest)! — 6. jmdn.,
etw. (zu, für etw.) s. auf Anforderung hin dafür
sorgen, daß jmd., etw. für eine bestimmte Aufgabe zur
Verfügung steht: das Dorf stellte zehn Leute zur
Bekämpfung des Waldbrandes; einen Vertreter,
Bürgen, Zeugen, Redner s . ; die Kostüme wurden
vom Theater g estellt (bereitgestellt); O eine
Kaution s. (hinterlegen) — 7 * /in Verbindung mit
Subst. zur Umschreibung eines Verbalbegriffs/:
einen Antrag s. (etw. beantragen); eine Bitte s. (um
etw. bitten); eine Diagnose s. (eine Krankheit dia
gnostizieren); eine Forderung, Frage s. (etw. for
dern, fragen); an jmdn. ein Ansinnen s. (jmdm. etw.
zumuten); jmdm. ein Ultimatum s. (von jmdm. etw.
ultimativ fordern); jmdm. etw. in Aussicht s.
(jmdm. etw. Positives ankündigen, versprechen);
jmdn. vor Gericht s. (anklagen); etw. zur Diskus
sion s. (etw. diskutieren lassen); etw. in / t Abrede s.
+ auf sich (selbst) gestellt sein (ohne Hilfe anderer
zurechtkommen müssen); — jmdmJ ein / Bein s .;
etw. auf die / Beine s.; die / Bude auf den Kopf
s.; etw. in /* Frage s.; etw. stellt etw. in / Frage;
jmd. ist / gut gestellt; sich auf die / Hinterbeine
s.; etw. auf den / Kopf s.; sein / Licht nicht
unter den Scheffel s.; etw. an den / Pranger s .;
jmdn. auf die Probe s.; etw. in / Rechnung s . ;
jmdn. zur / Rede s.; jmdn., etw. in den / Schat
ten s.; etw., jmdn., sich zur / Schau s.; jmdn. vor
vollendete / Tatsachen s .; jmdn. an die / Wand
s.; sich jmdm. in den / Weg s.
Stellen/stellen| -angebot, das Angebot an freien
Stellen (4.1);-gesucht das bes.inForm einerAnnonce
abgefaßte Nachfrage nach einem Arbeitsplatz, Be
werbung um eine Stelle (4.1); -los /A dj./ ohne A rbeit,
Stelle (4.1), arbeitslos; -markt, der jvorw. Sg.j A r
beitsmarkt, wie er sich in der Gesamtheit der an
gebotenen lind gesuchten Arbeitsstellen ausdrückt;
-p lan, der Plan von Betrieben u nd wirtschaftsleitenden
Organen für den Bedarf an Arbeitskräften nach
stellenweise — Steno
1103
An zahl, Qualifikation und zulässiger Lohn-, Ge
haltsgruppe; -weise /A dv./ an manchen Stellen
(1.1): s. war der Fluß über die Ufer getreten, lag
noch Schnee
Stell) -fläche, die zum A ufstellen bes. von E in
richtungsgegenständen in einem R a um verfügbare
Fläche; -maeher, der; -s, -1 and sch. Handwerker,
der aus Holz Wagen (1.1, 1.2) herstellt; -platz, der
Iflatz (1,4), xOrt (1.1), an dem sich die Teilnehmer bes.
einer Demonstration versammeln; -probe, die Probe
fü r ein Theaterstück, eine kulturelle od. sportliche D a r
bietung, bei der die Aufstellung einzelner Personen,
einer od. mehrerer Gruppen geprobt und festgelegt wird
Stellung, die; -,
-e n 1. durch die Situation bestimmte
spezifische Art, wie die Glieder, der Kopf und der
Körp er des Menschen durch die Bewegung der
Muskulatur, Gelenke, Wirbelsäule in eine bestimmte
Lage zueinander gebracht worden sind :in aufrechter,
kniender, gebückter S.; eine andere S. einnehmen
—
2.1 . A rt, wie etw. gestellt (3.1) ist: die S. einer
Weiche, eines Signals 2.2* die S. (Position 2.2) der
Gestirne am Himmel — 8 . \vorw. Sg.j bestimmte
Einstellung, Meinung, die jmd. zu jmdm., etw. hat:
jmds. klare, ablehnende, feindselige S. zu jmdm.,
etw .; /in den Verbindungen! für, gegen jmdn., etw.
S. nehmen (sich für, gegen jmdn., etw. ausspre
chen); zu etw. S. nehmen (seine Meinung zu etw.
sagen); S. beziehen (einen bestimmten Standpunkt
vertreten) ~ 4 . Mil. zur Verteidigung ausgebauter
und befestigter Teil der Front: die Truppen haben
die S. gehalten; der Gegner ist in S. gegangen (hat
die Verteidigungsstellung bezogen) — 5 .1 . A rbeits
verhältnis, bes. für Angestellte: eine interessante,
verantwortungsvolle S.; in leitender S. tätig sein;
eine S. suchen, finden 5.2 . fvorw. Sg.j jmds. Rang,
Position, Bedeutung, Beziehung zu anderen im ge
sellschaftlichen Leben: jmds. gesellschaftliche, so
ziale S .; die S. der Frau in der sozialistischen Ge
sellschaft
Stellung|nähme, die; -,
-n 1. /o. Pl.j das Äußern
einer Meinung, Ansicht zu etw.: jmdn. um eine
klare S. ersuchen, zur S. auffordern — 2 . zu etw.
geäußerte Meinung, Ansicht: er hatte eine eindeu
tige, kritische S. dazu abgegeben
Stellungs/stellungs| -krieg, der Mil. Kampfhand
lungen, die über einen längeren Zeitraum aus festen
Stellungen (4) heraus geführt werden; -los lAdj.j
keine Stellung (5.1); Arbeit habend
stell/Stell) -vertretend jAdj.j 1.1 . jnicht präd.f er
wurde stellvertretender Direktor (Stellvertreter des
Direktors) ; er leitete s. (vertretungsweise) die Sitzung
1.2 . Iadv./ im Namen eines anderen, mehrerer an
derer auftretend, sprechend, handelnd: er sprach s.
für alle W erktätigen des Betriebes; -Vertreter, der
jmd ., der offiziell die Funktion hat, jmds. dienstlichen
Aufgabenbereich bei dessen Abwesenheit zu über
nehmen: der S. des Direktors; -Vertretung, die jo.
PL/: jmdn. m it jmds. S. beauftragen (jmdn. beauf
tragen, jmds. Stellvertreter zu sein); -werk, das A n
lage (2), von der aus Signale und Weichen fern
bedient werden
Stelze, die; -,
-n jvorw. Pl.j paarweise gebrauchte,
ubermannshohe hölzerne Stange (1.1) m it einem quer
stehenden Klotz an ihrem unteren Drittel, auf den
man mit dem Fuß steigt, um darauf balancierend
m it großen, langen Schritten zu gehen: auf Stelzen
laufen, gehen; ergeht wie auf Stelzen (steif, geziert)
stelzen jsw. Vb.; ist; vorwiegend von langbeinigen
Vögeln/ mit steif wirkenden, großen Schritten irgend
wohin gehen: der Storch stelzte über die Wiese
Stemm)eisen, das Werkzeug, bestehend aus einem an
einem Ende keilförmig verjüngten eisernen Stab (I),
m it dem bes. eine Vertiefung in festem M aterial her-
gestellt wird
stemmen fsw. Vb.; hat/ 1. etw. Schweres, jmdn., die
Arme durchdrückend, über den K opf in die Höhe
heben: Gewichte, Hanteln s.; der Artist stemmt
seine Partnerin mit einem Arm in die Höhe; der
Gewichtheber hat 100 Kilogramm gestemmt —■
2. einen Körperteil auf, gegen, sich gegen etw. s.
m it einem Körperteil, seinem Körpergewicht (mit
aller Kraft) gegen etw. drücken: die Ellenbogen,
Arme auf den Tisch s.; er stemmte sich mit den
Schultern gegen die Tür; die Hände in die Seiten,
Hüften s.; O sich gegen eine Entwicklung s. (sich
einer Entwicklung widersetzen) — 8 .1 . etw. durch
Bearbeitung mit Stemmeisen und Hammer herstellen:
ein Loch, eine Vertiefung in die Wand, in eine
Mauer s. 8 .2 . etw. mit Stemmeisen und Hammer von
etw. abspalten: er stem mte einen dicken Span aus
dem Balken
Stempel, der; -s, - 1 .1 . zum Herstellen eines Ab
drucks dienendes kleines Werkzeug m it spiegel
bildlichen Schriftzeichen o. ä . aus Gummi, Holz od.
Metall: einen S. anfertigen, schneiden (lassen);
ein runder, viereckiger S.; der S. einer Dienststelle,
eines Betriebes; er drückte den S. auf die Brief
marken 1.2 . T ech n. stählerner Teil einer Presse,
m it dem ein Werkstück geprägt, geformt wird —
2.1 . Abdruck von 1.1: beim Überschreiten der
Grenze wird ein S. in den Paß gedrückt; der Brief
trug den S. vom 10. Februar 2.2 . in Waren, bes. in
Edelmetallen eingeprägtes Zeichen: der Ring hat,
tragt einen S. 2.3. /o. Pl.j etw. tragtden S. von etw.:
diese Musik, sein Werk trägt den S. des Genies
(stammt unverkennbar von einem Genie); diese Fel
sen drücken der Landschaft ihren S. auf (prägen
sie) — 3 . B ot. aus Fruchtknoten mit Griffel und
Narbe bestehender weiblicher T eil einer Blüte —
4*1. B a u w . kurzes, als Stütze dienendes Rundholz
4.2 . B e rg m . senkrecht od. schräg stehende Stütze
aus Holz od. Stahl in einem Grubenbau
Stempel| -färbe, die Lösung zum Tränken von
Stempelkissen; -kissen , das mit Stempelfarbe ge
tränktes kleines Gebilde aus Stoff in einem Behälter,
auf das der Stempel gedrückt wird, damit er die nö
tige Stempelfarbe erhält
stempeln jsw. Vb.; hat/ 1.1. etw. mit einem Stempel
(2.1) versehen: einen Ausweis, ein Formular s.;
Briefe, Postkarten s.; gestempelte (durch Stempel
entwertete) Briefmarken 1 .2 . Gold-, Silberwaren s.
(sie mit einem Stempel 2.2, der ihren Feingehalt an
gibt, versehen) — 2 . jmdn., etw. zu jmdm., etw. s.
jm d m . , einer Sache (ungerechtfertigt) bestimmte ne
gative Merkmale als dauernde Eigenschaft zu
weisen: sein Verhalten stempelte ihn zum Betrüger;
jmdn. zum Lügner s.
Stengel, der; -s, - länglich-runder, grüner, stabiler
Teil krautiger Pflanzen, der die Seitentriebe, Blätter,
Blüten trägt, Stiel: ein dünner, dicker, langer S.;
die S. der Blumen; die Blüte sitzt auf einem langen
S.
Steno, die; -, /o. PL; vorw. o. Art.; Kurzw. für Ste
nografie/: ein Diktat in S. aufnehmen; er kann S.
1104
Stenografie — steril
Stenografie, d ie;
jo. P l.j künstlich geschaffene
Schrift mit besonders kurzen Zeichen für Buch
staben od. Wörter, die sehr schnelles Schreiben er
möglicht: etw. in S. festhalten
stenografieren fsw. Vb.; h atf 1.1. Stenografie schrei
ben: können Sie (gut) s.? 1.2. etw. in Stenografie
mit-, nach-, a ufschreiben:er h at die Vorlesung steno
grafiert
stenografisch fA dj. ; nicht präd.j in Stenografie ge
schrieben: stenografische Notizen, Aufzeichnungen;
ein stenografischer Bericht
Stenogramm, das; -s, -e 1.1. Niederschrift in Steno
grafie: ein S. noch einmal vorlesen, in die Schreib
maschine übertragen 1.2. fin der Verbindung! ein
S. aufnehmen (ein Diktat 1.2 in Stenografie nieder -
schreiben)
Stenographie, die s. Stenog rafie
stenographieren / Vb.f s . stenografieren
stenographisch fAdj.f s. stenografisch
Stenotypistin, die;
-n en [..ty..] weibliche Fach
kraft, die Diktate (1.2) in Stenografie aufnim m t und
in Maschinenschrift überträgt
Step, der; -s, jo. Pl.f [Jtep, step] Steptanz: S. tanzen
Stepp|decke, die m it Steppnähten verzierte, in Felder
eingeteilte (gefütterte) Bettdecke
Steppe, die;-n ausgedehntes, vorwiegend ebenes,
baumloses, m it Gräsern bestandenes Gebiet mit ge
ringem Niederschlag
steppen fsw. Vb.; hat/ I. etw. so nähen, daß der
Faden zwischen den Einstichen eine lückenlose Linie
bildet: eine Naht s. — I I . Steptanz ausführen
Stepperei, die;
- e n Verzierung mit Steppnähten:
sie trägt ein Kleid mit einer plastischen S.
Steppke, der; -/-s, -s vorw. berl. scherzh. kleiner
Jung e: ein aufgeweckter, niedlicher, Berliner S.
Stepp zu steppen I| -naht, die gesteppte Naht;
- stich, der
Step|tanz, der jo. PI .f Tanz (1.1) auf der Bühne, bei
dem die mit Eisenplättchen beschlagenen Spitzen
und Absätze der Schuhe stark rhythmisch auf den
Boden aufgeschlagen werden
Sterbe[-bett, das jo. P l.f: sie trat an sein S. (an das
Bett, in dem er sterbend lag); auf dem S. (im Ster
ben) liegen; -fall, der: sie haben einen S. in der
Familie (eines ihrer Familienmitglieder ist gestor
ben) ; -geld, das von der (Sozialversicherung gezahlter
Geldbetrag für die Bestattung eines Versicherten;
- hemd, das Hemd, das dem Toten angezogen wird;
-lager, das jo. Pl.j vgl. -bett
sterben (er stirbt), starb, ist gestorben 1.1 . infolge
Aussetzen aller Lebensfunktionen zu leben aufhören:
plötzlich, jung, hochbetagt s .; er ist zu Hause, im
Krankenhaus, im Alter von 85 Jahren, an den Fol
gen des Verkehrsunfalls gestorben; an Krebs, an,
vor Hunger s.; das Kind starb bei der Geburt;
eines natürlichen, gewaltsamen Todes, einen
schnellen, schweren Tod s. (einen natürlichen, ge
waltsamen, schnellen, schweren Tod haben); das
sterbende Tier kroch in das Dickicht;,jmdm. stirbt
jmd.: heute ist (ihm) seine Frau gestorben; <>
umg. jemot.j vor Angst, Hunger s. (große Angst,
großen Hunger haben); er ist vor Ungeduld, N eu
gier fa st gestorben (er war sehr ungeduldig, sehr
neugierig) 1.2 . für etw., jmdn. s. für etw., jmdn.
sein Leben hingeben: er ist im K onzentrationslager
für seine Überzeugung gestorben
-j- im Sterben liegen (als Schwerkranker od. alter
Mensch im Bett liegen und kurz vor dem Tode ste
hen); umg. daran, davon stirbt man nicht (das ist
nicht so schlimm, nicht so gefährlich); — wie die
/* Fliegen s.; nicht / leben und nicht s. können
Sterbens/sterbensl -angst, die u m g . jem ot.j sehr
große A ngst; -krank /A d j.; emot.j todkrank, schwer
krank; -müde jA dj.; nicht attr.; emot.j sehr müde;
- wort, das s. - wörtchen; -wörtchen, das + kein,
nicht ein S. kein Wort, überhaupt nichts: davon h at
er kein, nicht ein S. gesagt, verraten
Sterbe| -Sakramente, die jPLj H el. k a th . Beichte,
Kommunion und letzte Ölung eines Sterbenden: er
hat die S. empfangen; -stunde, die jo. P l.j: jmds.
S. (die Stunde, in der jmd. stirbt); -urkunde, die
amtliche Urkunde über den Tod einer Person
sterblich jA dj.j dem Tode unterworfen:alle Menschen
sind s.
+ die sterbliche / H ülle; die sterblichen / Über
reste
Sterblichkeit, die; jo. P l.j 1..das Sterblichsein: die
S. der Menschen, aller Lebewesen — 2 . Anzahl der
Sterbefälle in einem bestimmten Zeitraum im Ver
hältnis zu der Anzahl der Lebenden: die S. der
Künder bei Keuchhusten ist sehr zurückgegangen
Stereo, das; -s, jo. PL; Kurzw. für Stereophonie/
[Jt.., s t..] «s. Stereophonie: ein Musikprogramm in
S. senden, hören
Stereo |anlage, die Anlage zum stereophonen Hören
von Rundfunksendungen und zur stereophonen Wie
dergabe des auf Tonträgern Fixierten
Stereofotografie, die jo. Pl.j Film F otog r. 1. Ver
fahren zur Herstellung von speziellen Aufnahmen
(2.1), die im Stereoskop betrachtet, einen räumlichen
Eindruck vermitteln — 2 . durch 1 hergestellte A uf
nahme
Stereo | -kassette, die K assette (3.2) für stereophone
Wiedergabe; -lautspreeher, der Lautsprecher als T eil
einer Stereoanlage: zur Stereophonen Wiedergabe
sind zwei S. erforderlich
Stereometrie, die; -, jo. P l.j [J t.., s t . .] Teilgebiet der
Geometrie, das das Abbild der räumlichen Figuren
zum Gegenstand hat
stereophgn /Adj.; nicht präd.j [Jt.., st..] Schälle,
Töne räumlich getreu wiedergebend: das K onzert
wurde s. aufgeommen
Stereophonie, die; -, jo. P L; / auch Stereo/ [J t.. ,
s t ..] elektroakustisches Verfahren zur wirklich
keitsgetreuen räumlichen Wiedergabe von Schällen,
bes. Musik
stereophgnisch jA d j. ; nicht p rä d.j stereophon
Stereophotographie, die s. Stereo fotografie
Stereo|Schallplatte, die Schallplatte für stereophone
Wiedergabe
Stereoskop, das; -s, -e [Jt.., s t . .] einen räumlich-
plastischen Eindruck von Stereofotografien ver
m ittelndes optisches Gerät
Stereoskopie, die; -, jo. Pl.j [Jt.., s t..] Technik der
Wiedergabe räumlich wirkender Bilder; dazu stereo
skopisch jA dj.; nicht p rä d .j; ein stereoskopisches.
(räumlich wirkendes) Bild
stereotyp jAdj.j [Jt..ty:p, st..] jbes. von Äußerun
genI ständig in gleicher Form wiederkehrend: eine
stereotype Antwort; ein stereotypes Lächeln
sterü jAdj.j [Jt.., st..] 1. keimfrei: ein steriler
Verband —2. /nicht adv.j 2.1. fachspr. ein steri
ler (unfruchtbarer) Boden 2.2 . unfruchtbar (1): seit
ihrer Operation ist sie s.
Sterilisation — steuern
1105
Sterilisation, die; -,
-e n [Jt.., st..] das Sterilisieren
sterilisieren/sw. Vb.; hat/ [Jt.., st..] 1. etw. keimfrei
machen: vor dem ärztlichen Eingriff müssen die
Instrumente sterilisiert werden; Lebensmittel
werden bei der Konservierung sterilisiert — 2 . ein
Tier, einen Menschen bei Erhaltung der K eimdrüsen
steril (2.2) machen
Stern, der; -(e)s, -e 1, am nächtlichen Himmel sicht
barer Himmelskörper /mit Ausnahme des Mondes/ :ein
hell leuchtender S.; die Sterne stehen am Himmel;
er beobachtete bei klaren Nächten die Sterne —
2.1 .1 . flächiges Zeichen mit mindestens drei, meist
vier und mehr Zacken od. vom Zentrum ausgehenden
Strahlen: ein fünf-, sechszackiger S. 2 .1 .2 . 2 .1 .1,
das zur Kennzeichnung besonderer Qualität dient:
ein Weinbrand mit drei Sternen 2 .2 . Gegenstand in
der Form von 2.1 .1: er trägt als Rangabzeichen
auf den Schulterstücken zwei Sterne
+ jmds. S. geht auf {jmd. steht im Begriff, berühmt,
bekannt zu werden); nach den Sternen greifen
(Unerreichbares erstreben); jmdm ., für jmdn. die
Sterne vom Himmel holen (für jmdn. fast Un
mögliches tun) wollen; etw. steht unter einem guten,
ungünstigen S. (etw. nim mt einen guten, ungünstigen
Verlauf); etw. steht in den Sternen (etw. ist völlig
ungewiß)
Stern/stern|: / Sternen/sternen|
Stern | -bild , das als B ild gedeutete Gruppe benach
barter Fixsterne; -deuter, der; -s, - Astrologe; -deu-
tung, die /o. PI ./ Astrologie
Sternen/sternen(mit * auch Stern/stern|)| ♦-himmel,
der nächtlicher Himmel, an dem die Sterne (1) zu
sehen sind; *-los /A dj.; nicht adv./: eine sternenlose
Nacht (Nacht, in der keine Sterne sichtbar sind);
- zeit, das /o. P L/ geh . nächtlicher Sternenhimmel
Stern/stern| -fahrt, die sportliche Wettfahrt, bei der
die Teilnehmer von verschiedenen Orten aus zum ge
meinsamen Ziel fahren; -förmig /A dj./ in der Form
eines Sterns (2.1 .1); -globus, der Himmelsglobus;
-gucker, der; -s, - umg. scherzh. Astronom;
- hagelbesoffen /A dj./ s a lo p p /emot./ sinnlos be
trunken; -hagelvoll /A dj.j s a l o p p /emot./ sinnlos
betrunken; -karte, die Karte, auf der ein Teil des
Sternenhimmels zeichnerisch od. fotografisch darge
stellt ist; -klar /A dj.; nicht adv./: eine sternklare
Nacht (klare Nacht in Hinsicht darauf, daß die
Sterne deutlich erkennbar sind); -künde, die /o.
PL/ Astronomie; -schnuppe, die; -,
- n kleiner
Meteor: als er zum Himmel blickte, fiel gerade
eine S. herab; -stunde, die g eh . Zeitpunkt, Z eit
abschnitt, in dem eine besonders günstige Wen
dung in einer Angelegenheit erfolgt, sich etw. E n t
scheidendes, Vorwärtsweisendes ereignet; -System,
das A st r o n . System lokal zusammengehöriger
Sterne, interstellarer M aterie, bes. als Galaxis;
- w arte, die;
-n Observatorium, Institut, in dem
die Gestirne beobachtet werden
Sterz, der; -es, -e L a n d w . Vorrichtung an einem
von einem Menschen geführten Pflug zum Halten,
Anfassen
stet /Adj.; nur attr./ geh. 1. stetig: alles Lebende
ist stetem Wandel unterworfen — 2. seine stete
(gleichbleibende) Freundlichk eit
Stethoskop, das; -s, -e [Jt.., s t..] Med. Gerät des
Arztes zum Abhorchen von Herz, Lunge
stetig /A d j.; nicht präd./ (gleichmäßig) andauernd,
ohne Unterbrechungen vor sich gehend: ein ste tiger
Wind, Regen; die Zahl der Besucher ist s. gestiegen
stets /Adv./ immer, jederzeit, jedesmal: er bringt s.
Blumen mit; er war s. freundlich und hilfsbereit;
er trinkt den Tee s. ohne Zucker
1Steuer, das; -s, - Vorrichtung zum Lenken an
Kraftwagen, Schiffen und Luftfahrzeugen, m it der die
Richtung der Fahrt geregelt wird: das S. führen,
herumreißen; am, hinter dem S. (eines Wagens)
sitzen
2Steuer, die; -,
-n gesetzlich festgelegte Abgabe, die
von natürlichen und juristischen Personen ohne
spezielle Gegenleistung an den Staat zu entrichten i s t :
für diese Sache werden Steuern erhoben; jmdm.
wird eine S. auferlegt; das Auto k ostet jährlich
400 Mark (an) Steuern
Steuer/steuer] -abzug, der: seine Vergütung erhielt
er ohne S. (ohne daß ihm eine 2Steuer abgezogen w ur
de); -aufkommen, das Summe der Einnahmen des
Staates aus 2Steuern innerhalb eines Zeitraumes: das
S. im vorigen Jahr betrug ... Mark; Berater, der
/DDR noch umg./ fachkundige Person mit aka
demischem Abschluß, die offiziell zur Beratung und
Vertretung in Steuersachen berechtigt is t; -bescheid,
der vom zuständigen staatlichen Organ an den
Steuerpflichtigen gerichtete Mitteilung über die Höhe
einer von ihm zu entrichtenden Steuer und den Termin
der Zahlung; -bord, das jvorw. im Sg. u. o. A rt./
Seemannsspr. in bezug auf seine Längsachse von
hinten nach vorn gesehen, rechte Seite eines Schiffes:
das Schiff hat Schlagseite nach S.; -erklärung, die
pflichtgemäße Angaben des Steuerpflichtigen gegen
über dem zuständigen staatlichen Organ über steuer
liche Tatsachen und Vorgänge als Grundlage für
die Festsetzung der 2Steuer; -ermäßigung, die E r
mäßigung der zu zahlenden 2Steuern; -frei /Adj./
nicht mit einer 2Steuer belegt: er bezog eine steuer
freie Aufwandsentschädigung; -Masse, die Klasse
(3), in der die Staffelung der 2Steuer, bes. nach
Alter, Familienstand und Anzahl der Kinder, fest
gelegt wird; -knüppel, der Vorrichtung zur Bedie
nung der Ruder an den Leitwerken eines Luft
fahrzeuges: der Pilot bedient den S.
steuerlich /A d j.; nicht präd./ die 2Steuer betreffend:
er erhielt steuerliche Vergünstigungen
Steuer| -mann, der /PL -mariner, deute/ 1. /PL
deute/ Seemannsspr. umg. erster (nautischer)
Offizier und ständiger Vertreter des K apitäns od.
Schiffsführers — 2 . /PL
-männer/ Rudern das
^■Steuer i n Ruderbooten bedienendes Mitglied der B e
satzung: ein Zweier ohne, m it S.;
-marke, die
Marke aus Metall, die bei der Anmeldung eines
Hundes von der zuständigen Institution ausgegeben
wird und anzeigt, daß der Hundehalter für das Tier
2Steuer bezahlt: der Hund wurde ohne gültige S.
aufgegriffen
steuern /sw. Vb.; hat, i s t /1. ein Land-, Luft-, Was
serfahrzeug lenken (hat): ein Auto s.; er hat das
Schiff sicher in den Hafen gesteuert; wer hat ge
steuert (das 1Steuer bedient)?; links, rechts, g e
radeaus s.; <3> er steuerte die Unterhaltung, das
Gespräch in die gewünschte Richtung — 2 . (ist!
irgendwohin s. 2 .1 . Kurs auf ein bestimmtes Ziel
nehmen: der Schoner ist sicher in den Hafen g e
steuert 2.2 . umg. er steuerte (ging zielstrebig) quer
durch den Saal — 3 . (hat) 8.1 . ein biologisches,
technisches System bewirkt, regelt den A rbeits
Funktionsablauf eines anderen biologischen, tech-
1106
Steuerpflicht — Stichwort
nischen Systems: der Kreislauf wird vom Nerven
system gesteuert; eine automatisch, elektronisch,
numerisch gesteuerte Anlage 3.2 . jmd., etw. steuert
etw .:den Hormonhaushalt medikamentös s. (in der
gewünschten Weise zu beeinflussen suchen); eine n
chemischen Vorgang durch einen K atalysator s.;
ein Gespräch zu s. suchen — 4. veraltend einer
Sache s. einer mißlichen Sache entgegentreten, -w ir-
ken, sie bekämpfen und zu beseitigen suchen (ha t):
einem Mißstand, einer Gefahr, der Not, Übelstän
den s.
Steuer/steuer| -pflieht, die fo. P l.f rechtliche Ver
pflichtung zur Zahlung v o n 2Steuern; dazu -pflichtig
fAdj.; nicht adv.f; -pult, das fachspr. Schalt
pult ztir Steuerung von Arbeite-, Funktionsab
läufen: moderne große Werkzeugmaschinen werden
v o n einem S. aus bedient; -rad, das 1.1. See«
mannsspr. Rad mit Speichen zum Bewegen
des Ruders auf Wasserfahrzeugen 1.2 . umg. Lenk
rad; -Sachen, die /Fl.; in der Verbindung/ in S.
(in Angelegenheiten, d ie die 2Steuern betreffen);
- schuld, die fvorw. Pl.f 2Steuer, die noch gezahlt
werden m uß: Steuerschulden haben
Steuerung, die; -,
- e n 1. fvorw. Sg.; zu steuern 1, 3/
das Steuern; zu 3.2: die medikamentöse S. orga
nischer Vorgänge; die S. eines chemischen Vor
gangs durch einen Katalysator — 2 . Komplex der
technischen, elektronischen Teile, durch die das
Steuern (1, 3.1) realisiert wird: er hat einen Defekt
an der S. seines Autos; er betätigte die S.
Steuerj (Vergünstigung, die steuerliche Vorteile, die
aus wirtschaftlichen od. sozialpolitischen Gründen
gewährt werden; -Zahler, der; -s , - steuerpflichtige
Person
Steurung, die s . Steuerung
Steven, der; -s, - [Jte:von] Bug od. Heck des Schiffes
abschließende Konstruktion aus Stahlguß od. zu
sammengeschweißten Platten
Steward, der; -s, -s [stju:art, Jtuairt] Betreuer der
Passagiere a uf Schiffen, auch in Flugzeugen
Stewardeß, Stewardeß,die; Stewardessen [stju :ar-
des, Jtu:..] Betreuerin der Passagiere in Flugzeugen,
auch auf Schiffen
stibitzen, stibitzte, hat stibitzt umg., oft scherzh.
jm d m . etw. (Geringfügiges) a uf listige Weise weg
nehmen, entwenden: er hatte ihm ein Buch stibitzt;
wer h at meine Schokolade stibitzt?
Stich, der; -(e)s, -e 1 . das Stechen (1.1): der S. einer
Hornisse kann für den Menschen tödlich sein; der
S. in die Herzgegend war tödlich — 2 . durch Ste
chen (1.1) entstandene Verletzung: der S. schmerzte
sehr; dieser S. rührt von einer Nadel, Wespe her —
3. stechender kurzzeitiger Schmerz: Stiche in der
Herzgegend, Lunge fühlen, haben; vom Laufen
bekomme ich Stiche in der Seite — 4 . fvorw. Pl.f
4.1. Abstand und Form, in der die Nadel beim
Nähen od. Sticken in den Stoff eingestochen w ird :
enge, weite, ungleichmäßige Stiche machen 4.2 .
der zwischen zwei Einstichen verlaufende Faden:
in der Naht sind ein paar Stiche aufgegangen —
5. Kupferstich, Stahlstich: zeitgenössische, wert
volle, farbige Stiche — 6. Kartenspiel Ge
samtheit der ausgespielten Karten, die ein Spieler
gestochen hat: diesen S. habe ich mit dem König
bekommen — 7. /in der Verbindung/ einen S. in
etw. haben: dieses Rot hat einen S. (spielt 6) ins
Bläuliche; er hat einen S. ins Ordinäre (wirkt ein
wenig ordinär) — 8 . ein Nahrungsmittel, eine
Speise h at einen S. (ist schon leicht verdorben)
-j- etw. versetzt jmdm. einen S. (verletzt, kränkt
jmdn.); jmdn. im S. lassen (jmdn. treulos ver
lassen; jmdm. in einer Notsituation nicht helfen);
etw. im S, lassen (etw. Wertvolles bei seinem Weg
gang, bes. bei einer Flucht, zurücklassen müssen);
etw. läßt jmdn. im S. etw. versagt, funktioniert
nicht: sein Gedächtnis, Auto hat ihn im S. ge
lassen; umg. einen S. haben (verrückt sein)
St|ch|balin, die E isenb . Eisenbahnlinie, die nur an
einem Ende Anschluß an das Eisenbahnnetz hat:
die Stadt ist nur durch eine kleine S. an das Eisen
bahnnetz angeschlossen
Stjchel, der; -s, - spitzes Werkzeug aus Stahl zum
Gravieren, Ziselieren, Herstellen von K upfer- und
Stahlstichen: die Zeichnung wird mit einem S. in
das Arbeitsmaterial geritzt
Stichelei, die;
-e n 1. fo. PI.; zu sticheln/ das
Sticheln; zu 1: die Arbeit an dieser Decke war
mit viel S. verbunden — 2 . kleine provokatorische
Stich eleie n (boshafte Bemerkungen)
sticheln fsw. Vb.; hat/ 1. eifrig, emsig mit kleinen
Stichen nähen od. sticken: sie stichelte an ihrer
Handarbeit — 2 . sich in kleinen boshaften Bemer
kungen, Anspielungen gegen jmdn., etw. äußern:
mußt du immer s.?
Stich/stich| -flamme, die plötzlich hochlodernde, hell
brennende Flamme: eine riesige S. schoß empor;
- haltig fA dj.l jeglicher Nachprüfung standhaltend
und nicht widerlegbar: er gab eine stichhaltige B e
gründung, Antwort; seine Behauptung erwies sich
als nicht s .; dazu -haltigkeit, die; -, fo. Pl.f; -kampf,
der S p o rt Entscheidungskampf zwischen Wett
kämpfern mit gleicher Leistung: einen S. austragen,
gewinnen
Stichling, der; -(e)s, -e in zahlreichen Arten vor-
kommender kleiner schuppenloser Knochenfisch mit
einzelnen kräftigen Stacheln vor Rücken- und Bauch
flosse, der zur Laichzeit ein Nest baut
Stich| -probe, die Überprüfung einer zufällig aus
gewählten Teilmenge aus einer Gesamtheit, um
daraus auf die gesamte Menge schließen zu können:
sich durch eine S. von der Qualität des Produkts
überzeugen; -punkt, der fPl.
- e; vorw. Pl.f Stich
wort (3); -tag, der am tlich festgesetzter, maßgebender
Tag, der als verbindlicher Termin für etw. g ilt: als
S. für die Zählung wurde der 1. Januar 1978 fest
gelegt; -waffe, die im Nahkampf verwendete Waffe,
m it d er eine Verletzung durch Stich herbeigeführt
wird: /* Hieb- und Stichwaffen; -wähl, die bei er
forderlicher, jedoch nicht erreichter absoluter M ehr
heit erneute Wahl zwischen den beiden Kandidaten,
die im ersten Wahlgang die meisten Stimmen erzielt
haben; -wort, das 1. fPl.
-Wörter/ in Lexika das
(als Thema) vorangestellte, typographisch hervor
gehobene Wort: dieses Wörterbuch enthält zehntau
send Stichwörter — 2. fPl. -ej Theater Wort, Zei
chen (1.2) für den Auftritt od. Einsatz eines Schau
spielers, das Einsetzen der M usik: jmdm. für seinen
Einsatz das S. geben; das war das S. für seinen
Auftritt; O er gab das S. (Zeichen) zu unserem
Aufbruch — 3 . /PI. -e; vorw. Pl.f Wort aus einem
größeren inhaltlichen Ganzen, das man sich notiert,
um sich das Ganze später in s Gedächtnis zurückzu
rufen: er notierte sich einige Stichworte für sein en
Vortrag
stichwortartig — stiften
1107
stichwort| -artig /A d j. ; nicht p räd./ in Stichworten
(3), gerafft: eine stichwortartige Zusammenfas
sung, Darstellung
Stich|wunde, die durch eine Stichwaffe verursachte
Wunde-, bei dem Verletzten stellte man mehrere
Stichwunden fest
sticken jsw. Vh.; hat/ durch Einziehen von (farbigen)
Fäden mit einer Nadel im Stoff ein Muster her-
stellen: ein Monogramm, Muster s . ; sie stickte gern
Stickerei, die; -,
-en 1. fo. Pl.f das Stichen: sie be
schäftigte sich viel mit S. — 2 . Produkt von 1: eine
Bluse mit Stickereien
Stjckjgarn, das Garn zum Stichen
stickig /A djnich t adv.; von der Luft/ (schlecht,
verbraucht und) das Atmen behindernd: die Luft
im Kaum war s.; hier ist es s.
Stick| -mnster, das a uf etw. vorgezeichnetes M uster
zum Stichen: eine Decke mit einem hübschen S.;
- Oxid, das Che m . Monoxid des Stickstoffs; -rahmen,
der Rahmen zum Einspannen des Stoffes, auf den
etw. gestickt werden s oll; -Stoff, der fo. Pl.f nicht-
metallisches chemisches Element, das den H aupt
bestandteil der L uft ausmacht; -Stoffdünger, der
Dünger, der viel Stickstoff enthält
stieben, stob/stiebte, ist/hat gestoben/gestiebt
1.1. etw. stiebt kleinste Teilchen wirbeln, fliegen
schnell umher, durcheinander (ist, hat): er schlug
auf den Stein, daß die Funken stoben; die Wasser
tropfen sind, haben nur so gestoben 1.2 . etw. stiebt
irgendwohin etw. gelangt durch 1,1 irgendwohin
(ist): der Schnee stiebt durch alle Kitzen; der
Sand, das Mehl stob, stiebte durch die Luft —
2. /stob, ist gestoben/ rasch, panikartig in einer
bestimmten Richtung weglaufen, -fliegen: die Hühner
s. rechts und links ins Gebüsch
Stiefbruder, der jmds. Halbbruder od. männlicher
Verwandter einer Person, dessen einer Elternteil
m it einem Elternteil dieser Person verheiratet ist
Stiefel, der; -s, - 1. hoher, m it seinem Schaft bis zum
Knöchel od. K n ie reichender Schuh: er trug ein
Paar bequeme, gefütterte, derbe S.; die S. aus-
ziehen, putzen, einfetten — 2. gläsernes Trinkgefäß
für Bier in Form eines hohen Stiefels (1): einen S.
Bier bestellen, austrinken
-j- u m g . jmd. kann einen S. vertragen (verträgt
viel Alkohol)
Stiefelette, die; -,
- n halbhoher Stiefel (1)
Stiefelknecht, der Gerät zum Ausziehen hoher
Stiefel (1)
stiefeln /sw. Vb.; ist; / auch gestiefelt/ umg. mit
weit ausgreifenden festen Schritten etwas schwerfällig
irgendwohin gehen: er stiefelte mit Riesenschritten
zur H altestelle; er stiefelte (stapfte) durch den
Schnee
Stigf/stief| -geschwister, die /P l.f vgl. Stiefbruder,
-Schwester; -kind,dasl. jmds. nicht leibliches Kind ,
das aber das leibliche K ind seines Ehepartners ist: er
behandelte seine zwei Stiefkinder wie seine eigenen
—
2. Einrichtung, Per so n, der ungerechtfertigter
weise wenig Aufmerksamkeit gewidmet wird: die
Abteilung war schon immer das S. des Betriebes;
man behandelt ihn immer wieder als S. (vernach
lässigt ihn)', -mutter, die Ehefrau von jmds. Vater,
die nicht seine leibliche Mutter ist; -mütterchen, d a s;
-s, - von Veilchen abstammende Zierpflanze m it
bunten Blüten: überall blühten blaue und gelbe S.;
- mütterlich /Adj./: jmdn. s. (herzlos, lieblos) behan
deln; dieses Problem ist bisher s. behandelt (ver
nachlässigt) worden; -Schwester, die vgl. Stief
bruder; -sohn, der vgl. -k ind (1); -tochter, die vgl.
-kind (1); -vater, der vgl. -m utter
Stiege, die; -n 1.1 .1 . steile, enge Treppe (aus H olz):
der Kranke wurde mühsam die schmale S. hinauf
getragen 1.2. süddt. österr. Treppe: die S.
hinaufsteigen — 2. süddt. österr. Treppenstufe:
die Stiegen waren ausgetreten — II . Horde (I. 2):
Äpfel in Stiegen lagern
Stieglitz, der; -es, -e Distelfink
Stiel, der; -(e)s, -e 1.1. Stengel: lange, kurze, kräf
tige, dünne Stiele; diese Kosen haben lange, kurze
Stiele 1.2. kurzer, dünner, runder Teil von Pflanzen,
an dem die Früchte hängen: die Beeren von den
Stielen abstreifen; eine Birne am S. fassen 1.3. run
der, meist fleischiger„Teil eines Pilzes (2), auf dem
der H ut sitzt — 2. gerader od. leicht gebogener (dünner)
Stab, Griff an Gegenständen, Geräten, Werkzeugen:
der S» des Löffels, Hammers, der A xt, Pfanne; ein
Weinglas mit geschliffenem S. (Teil des Weinglases
über dem F uß); Eis am S. (Portion Speiseeis, in die
ein kleiner Stab aus Holz zum Halten eingefroren
ist)
- f etw. mit / Stumpf und S. ausrotten
St|el| -äugen + umg. scherzh. S. machen
(staunend blicken); -bonbon, der, das Bonbon an
einem Stiel (2); -kämm, der Kamm mit Stiel (2):
sich die Haare mit dem S. kämmen
stier /A d j.; von einem Blick/ starr und ausdruckslos:
er hatte einen stieren Blick; er blickte, sah ihn
s. an
Stier, der; -(e)s, -e ausgewachsenes, zeugungsfähiges
männliches Bind , 1Bulle (1): ein starker, wütender,
wilder S .; er ging wie ein S. (wütend angreifend)
auf seinen Gegner los; er brüllte wie ein S. (schrie
laut)
-V u mg . den S. bei den Hörnern packen, fassen
(entschlossen an eine schwierige Aufgabe herangehen)
stieren jsw. Vb.; hat/ starr blicken, starren: ins
Leere, zu Boden s . ; auf sein Bierglas s.
St|gr| -kampf, der nach strengen Regeln durch
geführter K a m pf von Menschen mit einem Stier in
der Arena, bes. in Spanien und Lateinamerika;
-kämpfer, der männliche Person, die für den Stier
kampf ausgebildet is t
Stifisel, der; -s, - u m g . langweiliger, unfreundlicher,
sturer Mensch: ein alter, fauler S.; dazu st|es(e)lig
/Adj./
1Stift, der; -(e)s, -e 1.1.1. kleiner Nagel ohne K o p f:
ein S. aus Holz, Metall; er befestigte die Sohle mit
hölzernen Stiften 1.2. Z ah n m ed . stäbchenförmiges
Metallteil zum Befestigen eines künstlichen Zahnes
in einer Zahnwurzel 1.3. T e ch n . stabförmiges
Metallteil als Maschinenelement zum Verbinden
von Teilen und zum Sichern gegen dereh willkür
liches Lösen — 2. kleiner stäbförmiger Gegenstand
m it einer in seiner Längsachse befindlichen Mine
(II), Blei-, Buntstift: er zeichnet mit einem blauen,
farbigen, kurzen S.; der S. ist stumpf, abgebrochen
—
H. veraltend umg. (jüngster) Lehrling: der S.
mußte den Gips anrühren
2Stift, das; -(e)s, -e kirchliche (karitative) Einrich
tung, bes. Krankenhaus, Altersheim, mit zweck
gebundenem, gestiftetem Vermögen
stiften, stiftete, hat gestiftet 1. einen Sachwert, Geld
für einen allgemeinen Zweck zur Verfügung stellen,
71 Wörterbuch
1108
stiftengellen — Stillstand
etw. spenden: Lehrer und Eltern s. das Geld für die
Renovierung der Schule — 2 . die DDR stiftete
den Nationalpreis, den Karl-Marx-Orden (legte
fest, daß er als Einrichtung geschaffen w ird und
stellte die Mittel dafür zur Verfügung); für den
Sieger wurde ein Preis gestiftet — 3. Frieden, Un
ruhe, U nheil s. (bewirken); durch seine Äußerung
hat er Verwirrung, Zwietracht gestiftet
stiften|gehen /Vb.f s a lo p p (heimlich) davonlaufen,
weggehm, um sich vor etw. zu drücken: er wollte wie
der s.
Stifter, der; -s, - /zu stiften/
Stiftung, die;
- e n 1. Vermögen, das jmd. gestiftet
hat und das nach seinem Willen verwaltet und ver
wendet wird: er erhielt Zuwendungen aus einer S.
—
2. das Stiften (1): seine S. wurde bald überall
bekannt — 3 . die Schule in W war ursprünglich
eine geistliche S. (ist ursprünglich von der Kirche
gestiftet worden)
Stift| zahn, der mit Hilfe eines 1Stiftes (1.1 .2) in der
Zahnwurzel befestigter künstlicher Zahn
Stigma, das; -s, -ta/Stigmen [Jt.., st..] geh.: ihm
haftet das S. des Verräters an (er ist mit dem Makel
behaftet, ein Verräter z u sein)
Stil, der; -(e)s, -e [Jt. auch st..] 1.1. Art und Weise
des schriftlichen od. mündlichen Au sdru cks (2):
ein guter, gewandter, gepflegter, schlechter, schwer
fälliger S.; dieser Schriftsteller hat einen eigen
willigen, glänzenden S. (er hat eine eigenwillige, her
vorragende sprachliche Ausdrucksweise) 1.2 . für eine
bestimmte Epoche typische Gestaltungsform i n der bil
denden Kunst, der Musik, im Bauwesen: der römi
sche, griechische S. in der Baukunst; der S. der
Renaissance, des Barocks, Rokokos; die Stile in der
Malerei des 19. Jahrhunderts — 2 . Technik (3) bei
sportlichen Übungen: er muß seinen S. unbedingt
verbessern; er lief, schwamm einen ausgezeichneten
S.
—
3. /o. Pl.f Art und Weise, das besondere Ge
präge im Ablauf von etw., im Handeln von jmdm.:
der S. unseres heutigen Lebens; das ist nicht mein
S. (so handle ich nicht); Experimente großen Stils
(in großem Ausm aß) betreiben
Stil/stil| -Wüte, die meist infolge falschen Bezugs
stilistisch mißlungene und lächerlich wirkende
sprachliche Ausdrucksweise: in diesem Aufsatz be
finden sich einige Stilblüten; -bruch, der 1.1 . Ver
letzung der K ontinuität des Stils (1.1): in dieser
Arbeit ist ein eindeutiger S. feststellbar 1 .2 . Ver
letzung des P rin z ip s der Einheitlichkeit eines be
stimmten Stils (1.2): die Stahlmöbel sind in diesem
Raum ein S .; -echt /Adj./ von reinem Stil (1.2):
seine Möbel sind s.;
-epoche, die durch einen be
stimmten S til (1.2) gekennzeichnete Epoche
stilisieren fsw. Vb.; hat/ [Jt.., auch st..] bild.
K u n s t etw., jmdn. s. bes. die natürlichen Formen
von etw., jmdm. bei der Wiedergabe im Sinne einer
bestimmten künstlerischen Auffassung durch A us
lassen von Zufälligem auf typische Grundformen re
duzieren: die Menschen, die der Maler darstellte,
waren stilisiert; stilisierte Vögel; eine stilisierte
Rose
Stilistik, die; -, -en [Jt.., auch st..] 1. /o. Pl.f Teil
gebiet der Sprach-,' Literaturwissenschaft, das sich
m it dem Stil (1.1) befaßt: er beschäftigte sich viel
m it Problemen der S.
—
2. Buch über 1.1: eine S.
verfassen
stilistisch fAdj.; nicht präd.f [Jt.., auch st..] den
Stil (1.1) betreffend: stilistische Fehler, Mängel;
etw. ist s. brillant
Still fAdj.f 1. ruhig, frei von Lärm od. Unruhe: eine
stille Gegend, Ecke, Straße; nach der Saison ist es
in diesem Ort sehr s . ; er wird in einer stillen Stunde
(in einem ruhigen Augenblick) darüber nachdenken;
sei doch endlich s. (höre auf zu reden)\; es war
merkwürdig s. im Haus; O um jmdn., etw. ist es
s. geworden (man spricht, hört nicht mehr oft von
jmdm., einer Sache) — 2. ohne sich zu bewegen (1):
ein stilles Wasser, Gewässer; du mußt jetzt ganz s.
liegen; die Luft war ganz s. (es war windstill) —
3.1 . zurückhaltend, nicht lebhaft, nicht gesprächig:
ein stilles Kind; ein stiller Zuhörer 3.2 . /nicht adv./
heimlich gehegt: er hatte die stille Hoffnung, Zuver
sicht, daß ..,; eine stille Liebe, Zuneigung;es be
stand ein stilles (wortloses) Einvernehm en zwischen
ihnen
4- im stillen bei sich, heimlich:im stillen fürchtete er,
zu spät zu kommen; — ein stiller Genießer; im
stillen / Kämmerlein; jmds. stille / Liebe sein
Stjlle, die; -, jo. Pl.f 1.1 . Zustand des Ungestörtseins,
der Ruhe: eine sonntägliche, feierliche S. 1.2. Laut
losigkeit: es herrschte (eine) unheimliche, g e
spenstische S.
+ i n aller S. (ohne Aufsehen zu erregen, unbemerkt,
heimlich)
stillen fsw. Vb.; hat/ 1. ein Kind an der Brust der
Mutter trinken lassen: den Säugling, das Kind s.;
die Mutter konnte nicht s.
—
2. ein Bedürfnis,
Verlangen befriedigen: seinen Durst, Appetit,
seine Sehnsucht, Begierde s.; seine Neugier war
gestillt — 3. Blut, Tränen s. (zum Stillstand brin
gen)
still/Still| -halten /Vb./ 1 . sich nicht weiter bewe
gen(1):du mußtjetzt abers.! —2.eristnichtder
Typ, der stillhält (es geduldig erträgt, sich nicht wehrt);
- leben, das /PI. -; Schreibg. Stilleben/ bild. K u n st
malerische Darstellung lebloser, unbeweglicher Ge
genstände, die nach inhaltlichen und ästhetischen
Gesichtspunkten ausgewählt und angeordnet sind:
Blumen, Früchte als Motiv für ein S.; -legen / Vb.;
Schreibg. stillegen/ etw. schließen (1.4): die Werft,
der Betrieb wurde stillgelegt; -liegen /Vb.;
Schreibg. stilliegen/: das Werk lag schon seit Mo
naten still (war schon seit Monaten stillgelegt)
st|l|los /Adj./ im Stil (1.2) zu etw. nicht passend;
ohne erkennbaren Stil (1.2): ein stilloses Gebäude
Still/stüll -periode, die /o. Pl.f Periode nach der
Entbindung, während der die M utter stillen (1) kann;
- s chweigen /Vb.; / auch -schweigend/ 1.1 . nicht
sprechen, nicht reden: wir verließen stillschweigend
die Gedenkstätte 1.2 . er wird selbstverständlich s.
(Diskretion bewahren); -sch w eigen , das 1 .1 . völli
ges Schweigen: nach einem Moment des Still
schweigens nahm er das Gespräch wieder auf;
eine Bemerkung mit S. (ohne Erwiderung) über
gehen 1.2 . er bat sie, darüber S. zu bewahren (dar
über zu schweigen); jmdm. S. auferlegen; -sch w ei
gend /A dj.; nicht präd.; /* auch -schweigen/:jmdm.
s. (ohne jedes Aufheben) Platz machen; etw. s. (un
auffällig) verschwinden lassen; -sitzen /Vb.j ruhig
sitzen: der kleine Junge konnte nicht s .; -stand, der
jo. PI ./ Zustand ohne Bewegung: etw. zum S. brin
gen (bewirken, daß etw. stillsteht); zum S. kommen
(schließlich Stillstehen 1); die Blutu ng kam schnell
zum S. (hörte schnell auf) ; <> in der Wissenschaft
Stillstandszeit — Stimmungskanone
1109
gibt es keinen S.; -Standszeit, die Zeit während des
Produktionsablaufes in einem Betrieb, in der Arbeite-
mittel Stillstehen: die Stillstandszeiten senken, ver
mindern; -stellen /Vb./ 1 . etw. ist nicht mehr in
Tätigkeit, in Bewegung, in Betrieb, etw. hat aufgehört
zu arbeiten: der Motor, die Pumpe stand still; das
Werk steht schon lange Zeit still; die Zeit schien
stillzustehen; umg. ihr Mund steht keinen Augen
blick still (sie redet gern und viel); <C> vor Schreck
stand sein Herz still (er war sehr erschrocken) —
2. Mil. au f bestimmter Stelle unbeweglich und in ge
straffter Haltung stehen: der Feldwebel ließ s .;
Kompanie stillgestanden! /Kommando/; -ver
gnügt /A dj./ innerlich vergnügt: er lächelte, pfiff s.
Stil/st|l| -m öbel, die /PL/ Möbel, die einer bestimm
ten Stilepoche zuzurechnen sind; -voll /A dj./ ein
heitlich im S til (1.2), von harmonischem Gesamt
eindruck, geschmackvoll: eine s. eingerichtete W oh
nung
Stimm/stjmm| -abgabc, die Abgabe der Stimme (4)
bei einer Wahl; -band, das /PI. -bänder; vorw. PL/
eins von zwei bandartigen Organen im Kehlkopf,
deren Schwingungen die Stimme ertönen lassen: er
mußte seine stark strapazierten Stimmbänder scho
nen; -berechtigt /Adj./ zur Teilnahme an einer Ab
stimmung berechtigt; -brucb, der jo. PI ./ Wechsel,
Übergang von der Knaben- zur Männerstimme in der
Pubertät: der Junge befindet sich im S.
Stimme, die; -,
-n L I , durch Schwingungen der
Stimmbänder im Zusammenwirken mit Besonanz-
erscheinungen erzeugte Laute und Töne:er sprach mit
hoher, tiefer, ruhiger, beherrschter, gelassener,
gleichgültiger S .; er fuhr mit erhobener, unsicherer,
bewegter S. fort; seine S. klang ungeduldig, schüch
tern; der Sänger hatte eine geschulte, volle S.; er
konnte die Stimmen vieler Tiere, Vögel erkennen,
nachahmen; O eine innere S. (Ahnung) hatte ihn
gewarnt 1.2 , Fähigkeit, 1.1 hervorzubringen: I ns ek
ten haben keine S. — 2*1. Stimmlage: Baß ist eine
tiefe S. 2 .2 . Part, den ein Instrumentalist zu spielen,
ein Sänger zu singen hat: eine S. aus der Partitur
herausschreiben; die erste, zweite, dritte S. eines
Liedes singen 2.3 . die Stimmen (Noten 1.2, Noten
blätter) an die Solisten verteilen — 3 . M einungs
äußerung (2): seine S. im R at galt viel, wog schwer;
die Stimmen des Protestes wurden (der Protest
wurde) immer lauter; die Stimmen der Presse
(Standpunkte der Presseorgane) — 4 . Willens
äußerung des einzelnen bei einer Abstimmung, Wahl
(2): die Stimmen der Wähler wurden ausgezählt;
seine S. abgeben (wählen 2)
stimmen /sw. Vb.; ha t/1.1 . etw. ist richtig, wahr, zu
treffend: es stimmt (nicht), was du da sagst; seine
Behauptungen, Aussagen haben nicht gestimmt;
um g. die Sache stimmt überhaupt, gar nicht 1.2 .
etwas stimmt mit ihm nich,t (ist mit ihm nicht in
Ordnung) *— 2 . etw. versetzt jmdn. in eine bestimmte
Stimmung (1): diese Nachricht stimmte ihn froh,
heiter, hoffnungsvoll; versöhnlich, nachdenklich
gestimmt sein — 3 . für, gegen jmdn., etw. s. sich
für, gegen jmdn., etw. in einer Abstimmung ent
scheiden: für die Kandidaten, den Antrag s.; fast
alle haben dafür, dagegen^gestimmt; mit Ja, Nein s.
—
4. ein Musikinstrum ent auf eine bestimmte, die
richtige Tonhöhe bringen: das Klavier, die Geige,
Gitarre s,; das Instrument ist zu hoch, tief ge
stimmt
Stimmen| -gewinn, der Zuwachs an Wählerstimmen
für eine Partei, einen Kandidaten bei einer W ahl;
bei den letzten Parlamentswahlen erzielte die
Koalition einen beträchtlichen S.;
- gewirr, das
/vorw. Sg./ Durcheinander von mehreren Stimmen
(1): lautes, lebhaftes S. erhob sich, (er)füllte den
Raum; -m ehrh eit, die Mehrheit der abgegebenen
Wählerstimmen bei einer Abstimmung: das Gesetz
wurde mit einfacher, absoluter S. beschlossen
Stimm jenthaltung, die;
-en: S. üben (sich der
Stimme 4 enthalten); das Gesetz wurde mit Stim
menmehrheit, wenigen Gegenstimmen und einer S.
verabschiedet
Stimmen |Verlust, der Verlust a n Wählerstimmen für
eine Partei, einen Kandidaten bei einer Wahl (2)
Stimm|gabel, die M us. m it einem Stiel versehener
U-förmiger Stab aus Stahl, der beim Anschlägen in
Schwingungen versetzt w ird und einen Ton erzeugt,
der meist auf den Kammerton geeicht ist und zum
Stimmen von Musikinstrumenten dient: er schlug
die S. an
stimmhaft /Adj./ Phonet.: ein stimmhafter (mit
Schwingung der Stimmbänder gebildeter) Laut; b, d,
g und die Vokale sind stimmhafte Laute
stimmig /A dj./ mit dem tatsächlichen Sachverhalt
übereinstimmend: das Ergebnis ist s.; dazu Stim-
migkeit, die; -, /o. Pl.j
St|mm| -kraft, die /o. PI ./ hoher stimmlicher A uf
wand: mit großer S. sprechen; -läge, die Lage (5)
der Stimme (1)
stimmlich /Adj.; nicht präd.j die Stimme (1) be
treffend: er ist ein Rezitator von großem stimm
lichem Vermögen; diese Arie stellt hohe stimmliche
Anforderungen
st|mm/St|mm| -los /Adj./ Phonet.: ein stimmloser
(ohne Schwingung der Stimmbänder gebildeter)
Laut; p, t, k sind stimmlose Laute; -recht, das jo.
PI./ Berechtigung zur Stimmabgabe bei einer A b
stimmung, Wahl (2): er machte von seinem S. Ge
brauch; -ritze, die Spalt zwischen den Stimmbändern
Stimmung, die; -,
-e n 1. Gefühlszustand des M en
schen, Gemütszustand, -Verfassung: er ist heute in
guter, aufgeräumter, schlechter, gereizter S.; ich
bin jetzt nicht in der S., einen Brief zu schreiben;
jmdm. die S. (gute Laune) verderben; der Wein
hatte uns in eine beschwingte S. versetzt ; die S.
schlug plötzlich um; die Gäste kamen in S. (wurden
fröhlich, ausgelassen); er sorgte immer für S. (be
wirkte, daß die Anwesenden fröhlich, heiter waren) —
2. Eindruck, Wirkung von etw. auf jmds. Gefühl,
Gemüt: er lernte das Meer in den verschieden
artigsten Stimmungen kennen; die S. der Land
schaft hat der Künstler meisterhaft dargestellt —
3. / o. Pl.f allgemeine Einstellung, Meinung von
Personengruppen zu bestimmten Erscheinungen,
Vorgängen, bes. des öffentlichen Lebens: diese U m
frage sagt viel über die S. der Jugendlichen aus;
mit treffenden Worten gab er die S. 4 er Mehrheit
der Mitglieder wieder — 4. /o. Pl.j Mus. 4.1. das
Stimmen (4) eines Musikinstrumentes 4.2 . Tonhöhe
eines Musikinstrumentes (nachdem es gestimmt is t):
das Klavier, die Orgel war zu hoch, zu tief in der S.
+ für, gegen jmdn., etw. S. machen (die allgemeine
Meinung für, gegen jmdn., etw. beeinflussen, m ani
pulieren wollen)
St|mmungs/stimmungs| -kanone, die u mg. /oft
emot./ jmd ., der die Fähigkeit besitzt, für eine
71*
1110
fröhliche Stimmung zu sorgen; -macke, die /emot.j
das ist S. (sind Versuche, m it unlauteren Mitteln die
Stimmung 3, die öffentliche M einung für od. gegen
etw.,
jmdn. zu beeinflussen, zu manipulieren) ;
- Umschwung, der 1. jäher Wechsel in der augenblick
lichen Stimmung (1) eines Menschen: diese Nach
richt löste in ihm einen S. aus — 2 . plötzlicher Wan
del der Stimmung (3): etw. ruft einen S. (unter der
Bevölkerung) hervor; -voll /A dj./ mit einer Stirn-
mung (2), die jmds. Gemüt anspricht: einstimmungs
voller Hintergrund; eine stimmungsvolle B e
leuchtung ; der Raum war s. ausgestaltet
Stimm| -Wechsel, der /o. PL/ Stimmbruch:der Junge
befindet sich gerade im S .; -Zettel, der Zettel für
eine schriftliche Abstimmung: den S. in die W ahl
urne stecken
Stimulans,das; Stimulanzien [..ionJ/Stimulantia
[Jt.., s t ..] Med. Anregungsmittel: Stimulanzien wie
Koffein und Nikotin
stimulieren jsw. Vb.; hat/ [Jt.., st..] 1.1 . ein er
höhter W assergehalt der Luft stimuliert (fördert)
das W achstum der Pflanzen; sein Schweigen stimu
lierte (reizte 2, erregte 2) ihre Neugier 1.2 . jmdn. (zu
etw.) s.: der Beifall stimulierte ihn (spornte ihn an)
zu dieser großartigen Leistung; durch Prämien die
Mitarbeiter zu höheren Leistungen s. (ihnen mit
Hilfe von Prämien einen Anreiz für höhere Leistun
gen bieten) — 2 . stimulierende (als Stimulans w ir
kende) Mittel sind den Sportlern bei Wettkämpfen
untersagt; dazu Stimulierung, die; -en fvorw. Sg.j;
zu 1.2: materielle, moralische S.
Stimulus, der; -, Stimuli [st. auch Jt..] Anreiz: die
richtige Anwendung ökonomischer, materieller,
moralischer Stimuli
stinken, stank, hat gestunken einen üblen Geruch
haben, verbreiten, ausströmen: faule Eier s . ; das
Fleisch, der Käse fängt an zu s .; hier stinkt es nach
Teer, Petroleum, Schwefel (hier ist der üble Geruch
von Teer, Petroleum, Schwefel wahrnehmbar)
-{- vor / Faulheit, nach / Geld s.; etw. stinkt
zum / Himmel
stink umg. femot.f | :faul, -faul /Adj.; nicht adv.j
sehr faul: er ist ein stinkfauler Bursche; :fein , -fein
/A dj.; emoL neg.j er wohnt in einer stinkfeinen (sehr
vornehmen) Gegend
stinkig /Adj./ umg. 1 . stinkend: ein stinkiger Ab
fluß — 2. /nicht adv./ er hat wieder eine stinkige
(sehr schlechte) Laune
st;nk/Stink| -langweilig /Adj./ umg. femoLf sehr
langweilig: ein stinklangweiliger Vortrag; hier ist
es s.; -laune, die /o. PL/ umg. /emoL/ sehr schlechte
Laune: er hat heute eine S.; -Stiefel, der salopp
Schim pfw . unhöflicher od. mißgelaunter Mann:
du alter S .! -tier, das 1. in Amerika lebender, auf
fällig gefärbter M ard er m it langem, buschigem
Schwanz, der aus Drüsen am After ein widerlich
riechendes Sekret auf seinen Angreifer verspritzt,
Skunk — 2. salopp Schimpfw. widerlicher,
muffliger Kerl: er ist ein richtiges S.; -wut, die
u m g . /emot./ sehr große Wut: eine S. im Leibe,
auf jmdn. haben
Stipendium, das; -s, Stipendien [ . .ion] an Schüler,
Studenten und wissenschaftlichen Nachwuchs aus
dafür zur Verfügung gestellten Mitteln, in der DDR
n ur aus staatlichen Mitteln gezahlte finanzielle
Unterstützung: in der DDR ist die Gewährung eines
Stipendiums und dessen Höhe gesetzlich geregelt
Stimmungsmache — stockdunkel
Stippe, die; -,
-n
norddt. Tunke, Soße: die Kar
toffeln in die S. tunken
stippenjsw. Vb.; hatf landsch., bes. norddt. 1.1.
ein Stück Gebäck (kurz) in etw. tauchen und es sich
vollsaugen lassen: das Brot, den Kuchen in den
Kaffee s. 1.2. etw. mit etw. durch 1.1 aus etw. auf-
nehmen: er stippte mit einem Stück Brot das Fett
aus der Schüssel
Stipplvisite, die u m g . kurzer Besuch: eine S. beim
Nachbarn machen
Stirn, die; -en oberer, zwischen Augen und Haar
ansatz gelegener Teil des menschlichen Gesichts: eine
hohe, niedrige S.; die S. runzeln, in Falten ziehen;
eine Beule an, auf der S. haben; er wischte sich die
Schweißtropfen v o n der S .; das Haar fiel ihm in die
S.
+ jmdm. die S. bieten (jmdm. furchtlos entgegen
treten, Widerstand leisten); die S. haben (die Drei
stigkeit besitzen), etw. Bestimmtes zu tun, zu lassen
Stirn| -band, das /PL -bänder/ um die Stirn ge
bundenes 1Band (1.1), das bes. als Schmuck dient:
ein weißes, perlenbesetztes S.;
- falte, die Haut
falte auf der Stirn; -höhle, die im Innern der Stirn
links, rechts vom Ansatz der Nase befindlicher, m it
dem Nasenraum verbundener Hohlraum; -höhlen-
katarrh, der Entzündung der Schleimhaut in der
Stirnhöhle; -Seite, die Schmalseite: er saß an der S.
des Tisches; -wand, die Vorderwand: an der S. der
Kongreßhalle war eine Losung angebracht
stöbern fsw. Vb.; hat/ 1.1 . wühlend, kramend (her
um)suchen: er stöberte in allen Ecken; er hat in
meinen Sachen gestöbert, aber nichts gefunden;
auf dem Boden nach alten Büchern s. 1.2 . Jäger-
spr. einen Hund zum Stöbern (zum Auffinden,
Aufscheuchen von Wild) abrichten — 2 . landsch.
es s töbert (es herrscht starkes Schneetreiben)
stochern fsw. Vb.; hat/ in etw. s. einen länglichen
(spitzen) Gegenstand wiederholt in etw. hin und her
bewegen: mit dem Feuerhaken in der Glut, im
Feuer s.; in den Zähnen s.
Stock, der; -(e)s, Stöcke/-/ -s I. fPl. Stöcke/ 1.1 .
meist nicht biegsamer, gerader, nicht zu langer hand
licher Gegenstand aus Holz, meist aus einem nicht zu
dicken A st, Astteil: ein kurzer, derber, knotiger S .;
einen S. schwingen, drohend gegen jmdn. erheben
1.2 . der Schüler zeigt mit dem S. (Zeigestock) die
Hauptstädte Europas auf der Landkarte 1.3 . Stab
(I) mit Griff, auf den man sich beim Gehen, Wan
dern stützt: er stützte sich auf seinen S. — 2 . im
Weinberg sind bei dem starken Frost viele Stocke
(Weinstöcke) erfroren — 3 .land sch. Baumstumpf:
die Stöcke roden — 4.Imkerei Bienenstock —
5. süd dt. das große Massiv eines Berges, Gebirges:
vor uns erhob sich der mächtige S. des Kaukasus —
6. landsch., bes. süddt. aus einem dicken Holz
klotz hergestellte klobige Unterlage, bes. zum H olz
hacken — II . /nach Zahlenangabe PL Stock/Stock
werk: Familie B wohnt im zweiten S.; das Haus
ist vier S. hoch — HL /PL
-s/ Wirtsch. Grund
stock: den S. des Vermögens, Kapitals, Vorrats
n icht angreifen
-f- über S. und Stein (querfeldein, ohne einem Weg,
einer Straße zu folgen); umg. am S. gehen (gesund
heitlich od. finanziell am Ende sein)
stock /emot./1 :betrunken, -betrunken /Adj./ umg.
sinnlos betrunken; :dmnm, -dumm /Adj./ umg. sehr
dumm; 7dunkel, -dunkel /A dj./ ohne jegliches Licht
Stöckelabsatz — stolz
1111
Stick el jabSatz, der sehr hoher, dünner Absatz eines
Damenschuhs
stöckeln /sw. Vb.; ist/ u mg. in Stöckelschuhen (ge
ziert, graziös, steif) irgendwohin gehen: selbstsicher
stöckelte sie über die Straße
Stöckel [schuh, der Damenschuh mit Stöckelabsatz
stocken /sw. Vb.; hat/ 1. ein Ablauf, Vorgang, eine
Bewegung hört vorübergehend auf, ist unterbrochen:
die Arbeit, Unterhaltung stockte; der Verkehr
kam, geriet ins Stocken; als er kam, stockten alle
Gespräche; etw. stockt jmdm.: uns stockte der
Atem — 2 . jmd. hält in einer Äußerung, Bewegung
plötzlich inne: er stockte mitten im Text; ohne zu s.
sagte er das Gedicht auf; er las, antwortete stok-
kend (zögernd, nicht fließend); vor der Tür stockte
er (blieb er ruckartig stehen) und kehrte wieder u m —
3. etw. bekommt Stockflecke: das Holz, Papier, die
Wäsche hat gestockt; Tulpenzwiebeln müssen
trocken gelagert werden, sonst s. sie — 4 . la nd -
sch . die Milch stehenlassen, bis sie stockt (gerinnt);
Eier verquirlen und in heißem Fett unter lang
samem Rühren zum Stock en bringen
Stock/stoek| -ente, die am häufigsten vorkcmmender,
wildlebender Entenvogel, von dem die als Haustier
gehaltene Ente abstammt; finster, -finster /Adj.;
emot.j stockdunkel; -fisch , der auf Stöcken (1.1.1)
getrockneter Kabeljau; -fleck, der durch Schimmel
pilz entstandener Fleck, bes. auf Textilien od. P a
pier: frische Luft verhindert Rost- und Stock
flecke; :fremd, -fremd fAdj.f umg. /emot.f 1.1 . die
Gesichter kam en ihm s. (völlig unbekannt) vor
1.2 . er war in dieser Gegend s. (er kannte die Gegend
überhaupt nicht); :heiser, -heiser /A dj./ völlig heiser:
er hat eine stockheisere Stimme; -rose, die Malve;
:sauer, -sauer /Adj.f umg. femot./ sehr beleidigt;
- s chirm, der Schirm, der auch als Spazierstock ver
wendet werden kann; -schnupfen, der /o. Pl.j
Schnupfen, der die Schleimhäute der Nase stark an
schwellen läßt, so daß man nur schwer durch sie at
men kann; :steif, -steif /Adj.f umg. /emot./: er saß
immer s. (übertrieben aufrecht und unbeweglich) am
Tisch; :taub, -taub /Adj./ umg. völlig taub
Stockung, die;
- e n das Stocken (1), momentaner
Stillstand , Unterbrechung eines Ablaufes, Vorgangs,
einer Bewegung: es trat eine S. im Verkehr ein; die
Tagung, Verhandlung verlief ohne Stockungen
Stock|werk, das Geschoß (II): das untere, obere S.
bewohnen; das Haus hat drei Stockwerke
Stoff, der; -(e)s, -e 1 . textiles flächiges Gebilde, das
in Ballen (1.1 .2) gehandelt und zu Kleidung, Wäsche
od. Baumtextilien verarbeitet wird: ein seidener,
(baum)wollener, leinener S.; ein leichter, dicker,
strapazierfähiger, weicher, billiger, bügelfreier,
kostbarer S .; ein Rock aus kariertem, gem ustertem
S.; Stoffe für Übergardinen — 2 . etw., das die the
matische Grundlage, da s sachlich inhaltliche M a
terial für eine wissenschaftliche, literarische D a r
stellung, ein Gespräch bildet: ein beliebter, dank
barer, ergiebiger, trockener, reizvoller S .; S. für
einen Film, Roman, für ein Drama; S. und Form
eines literarischen K unstwerkes; er beherrschte den
S. für die Vorlesung, die Prüfung; dieses Thema
bietet reichlich S. (Gesprächsstoff) für die Dis
kussion, .Unterhaltung — 3. Naturwiss. 3.1. /ö.
PI./ M aterie in ihrer korpuskularen Erscheinungs
form 3.2 . einzelner, bestimmter Bestandteil der ob
jektiven B ealität, der aus Atomen eines od. mehrerer
chemischer Elemente besteht, sich im festen, flüssigen
od. gasförmigen Zustand befindet und einen bestimm
ten Baum einnim m t: ein chemischer, pflanzlicher,
mineralischer, radioaktiver, feuerfester S .; Glas ist
ein spröder S.; Säuren sind aggressive Stoffe, die
Metalle angreifen und zerstören — 4 . /o. Pl.f u mg.
Bauschgift
Stoff] -bahn, die Bahn (1.4) eines Stoffes (1); -ballen,
der Ballen (1.1 .2): in den Regalen häufen sich die
S.; -einheit, die /DDBj Päd. eine thematische Ein
heit bildender T eil des Lehr-, Unterrichtsstoffes
Stoffel, der; -s, - u m g . unhöflicher, unbeholfener
Mensch; dazu stoffelig /Adj./
stofflich /Adj.; nicht präd.; zu Stoff 2, 3.2/; zu 2:
das stoffliche Interesse hat in seinen Betrachtungen
den Vorrang vor den Fragen der Form; zu 3.2: eine
Substanz durch chemische Einwirkung s. verändern
stQfflig /Adj./ s. stoffelig
Stoff | -muster, das 1. Zeichnung, figürliche D a r
stellung, Verzierung auf einem Stoff (1) — 2 . Stoff
probe; -probe, die kleines Stück eines Stoffes (1),
aus dem seine Beschaffenheit zu ersehen ist; -rest,
der übriggebliebenes Stück Stoff (1): aus diesem S.
nähen wir ein Puppenkleid; -Sammlung, die
Sammlung von M aterial für eine wissenschaftliche od.
literarische Arbeit; -streifen, der Streifen aus Stoff
(1); -Wechsel, der \vorw. Sg./ Gesamtheit der bio
chemischen Vorgänge, die der Aufnahme, Umsetzung
und dem Abbau der Stoffe (3.2) dienen, die für die
Aufrechterhaltung der F unktion des lebenden Orga
nismus nötig sind; -wechselkrankheit, die Krankheit
eines Organismus infolge gestörten Stoffwechsels
stöhnen jsw. Vb.; hat/ 1.1 . (vor Schmerz, Anstren
gung, Erregung) die Luft rasch und mit einem ver
haltenen, unartikulierten La ut ausstoßen, (laut)
seufzen, ächzen: er stöhnte vor Wut; der Kranke
wälzte sich stöhnend in seinem Bett 1.2. immer
stöhnte (klagte) er über seine Arbeit 1.3 . wir stöhn
ten (litten sehr) unter der großen Hitze
Stoiker, der; -s, - [Jto:i.., st..] Mensch von un
erschütterlichem Gleichmut; dazu stoisch /A dj./
Stoizismus, der; -, /o. PI ./ [Jto|i.., s t . .] unerschütter
liche Buhe, gelassener Gleichmut
StQla, die; -, Stolen [Jt.., s t..] 1. dekoratives schal
artiges Tuch für Frauen, das lose um die Schultern
gelegt wird — 2 . langer, schmaler, über beide Schul
tern hängender Teil des priesterlichen Meßgewandes
Stolle, die; -,
-n bes. m itteldt. norddt. brotförmi
ges Weihnachtsgebäck aus einem Hefeteig, der m it
viel Fett, m it Zucker, 1Eosinen, M andeln und Zitro
nat zubereitet ist
Stollen, der;-s, -1 .1 . unterirdischer Gang 1.2. B ergm.
über Tage beginnende Strecke einer Grube — 2 . bes.
süddt. österr. Schweiz. Stolle — 3. Zapfen am
Hufeisen od. den Schuhsohlen von Sportlern, der ein
Ausgleiten verhindern soll
stolpern /sw. Vb.; ist/ über etw. s. 1 .1. beim Gehen,
Laufen mit dem F uß gegen ein Hindernis stoßen
und dadurch aus dem Bhyihmus des Gehens, Laufens
kommen (und hinfallen): er ist gestolpert; er stol
perte über einen Stein, eine Baumwurzel; über die
eigenen Beine s. 1 .2 . über eine Affäre s. (durch eine
Affäre zu Fall kommen) 1.3 . über einen Ausdruck s.
(daran Anstoß nehmen)
stolz /A dj./ 1 .1 . von ausgeprägtem, starkem Selbst
bewußtsein erfüllt: er ist sehr s .; er hatte eine stolze
Haltung; mit stolzer Genugtuung sprach er von
1112
Stolz — stören
seinem Erfolg; er war zu s., jmdn. um Hilfe zu
bitten 1.2 . auf jmdn., etw. s. sein Freude und
Genugtuung empfinden über seine Leistung od.
die Leistung od. den Wert eines anderen, anderer,
dem, denen man irgendwie verbunden ist: ich bin s.
auf dich; er, sie war s. auf seine guten Leistungen;
wir sind s. auf unsere Erfolge — 2 . /nur attr./
stattlich (1), imposant: sie betrachteten mit Inter
esse das stolze Bauwerk, Schiff; er war eine stolze
Erscheinung — 3 . /nur attr./ umg. die Sammlung
ergab die stolze (beträchtliche) Summe v on 1000
Mark; ein stolzer (als zu hoch empfundener) Preis
Stolz, der; -es, jo. PL/ 1 .1 . sich im Auftreten, in der
Haltung eines Menschen äußerndes, ausgeprägtes,
starkes Selbstbewußtsein: jmdn. in seinem S. krän
ken; jmds. S. verletzen; aus falschem (unpassen
dem, unangemessenem) S. lehnte er ab 1.2 . /zu
stolz 1.2/ das Stolzsein: er war von echtem, berech
tigtem S. erfüllt; mütterlicher, väterlicher S.; mit
kindlichem S. zeigte er uns seine Briefmarken
sammlung ; unsere Erfolge erfüllen uns mit S.; mit
S. (und Freude) auf das Erreichte zurückblicken;
sein Sohn, das neue Fahrrad war sein ganzer S. (er
war sehr stolz auf seinen Sohn, das neue Fahrrad)
1.8 . Hochmut, Überheblichkeit: sein S. wird ihm
schon noch vergehen; sein S. hat ihn bei uns un
beliebt gemacht
+ seinen S. haben (etw. Demütigendes nicht tun);
seinen S. in etw. setzen (alle Anstrengungen unter
nehmen, um etw. zu meistern)
stolz|geschwellt fAdj.f
+ mit stolzgeschwellter
Brust
stolzieren fsw. Vb.; ist/ stolz, gravitätisch irgend
wohin gehen, um aufzufedlen: sie s. zusammen über
die Promenade
Stomatologie, die; /o. PL/ [Jt.., s t..] Zahnmedizin;
dazu stomatologisch /Adj.; nicht präd.j
Stop [j'top, stop] 1. P o st /steht für einen Punkt in
Telegrammen/ — 2 . s. (halt)\; vgl. stoppen (1.2)
stopfen /sw. Vb.; hat/ 1.1 .1 . eine schadhafte Stelle im
Stoff (1) mit Nadel und Faden, seine Struktur nach
ahmend, ausbessern: Strümpfe s.; ein gestopfter
Pullover 1.1 .2 . ein Loch in der Hose s. (durch 1.1.1
schließen) 1.2 . eine Öffnung s. etw. in eine Öffnung
hineinpressen und sie dadurch verschließen: er v er
suchte, das Loch im Zaun zu s.; ein Leck mit Werg
s. — 2.1. etw. (mit etw.) prall füllen (1.1): eine Ma
tratze, einen'Strohsack s.; eine Pfeife s. (mit Tabak
füllen); umg. er hat sich die Taschen voll Äpfel
gestopft; Mus, die Trompete, das Horn s. (die
Tonstärke vermindern, die Klangfarbe verändern,
indem man die Faust, den Dämpfer in die Schall
öffnung einführt) 2.2 . umg. etw. in etw. s. etw.
drückend, pressend in einer Sache unterbringen:
Wäsche in einen Schrank, Koffer s.; sich Watte in
die Ohren s.
—
3.1. umg. etw. sättigt sehr: Kar
toffelbrei stopft 3.2 . etw. hemmt den Stuhlgang:
Kakao, Schokolade stopft — 4 . umg. viel und gierig
essen: stopf doch nicht so!
+ jmdm. das Maul, den / Mund s.
Stopf zu stopfen 1.11 -garn, das weiches, locker ge
fügtes Garn zum Stopfen; -n ad el, die große, dicke
Nadel (1) mit Öhr zum Stopfen; -pilz, der pilz
förmiger Gegenstand, über den etw., das gestopft
werden soll, gezogen wird, um eine feste Unterlage zu
erhalten
Stopp, der; -s, *s 1.1 . das Anhalten (1.2) eines Fahr
zeugs: ohne S. die Kreuzung passieren können
1.2 . der sofortige S. (das sofortige Unterbrechen 1.2,
Einstellen 4.1) der Importe wurde angeordnet
Stoppel, die; -,
-n jvorw. PL/ 1. nach dem Mähen
stehengebliebener Rest des Getreidehalmes: der Wind
weht über die Stoppeln — 2 . nachgewachsenes,
kurzes Barthaar: er hatte Stoppeln um das Kinn
Stoppelfeld, das abgemähtes Getreidefeld mit den
stehengebliebenen Stoppeln (1): Ähren auf dem S.
lesen
stoppeln /sw. Vb.; hat/ umg. auf abgeernteten Fel
dern zurückgebliebene Feldfrüchte, bes. Ka rtoffeln,
auflesen: s. gehen; Kartoffeln s.
stoppen jsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. aus seiner Bewegung
heraus zum Stillstand bringen, anhalten: ein Auto,
den Zug s.; der Verkehrspolizist stoppte den Bus,
den Verkehr; jmdn. s . : wir wurden kurz vor dem
Ziel gestoppt 1.2 . zum Stillstand kommen, (aus der
Bewegung heraus) anhalten: das Auto, der Zug
stoppte plötzlich; der Kraftfahrer mußte an der
Kreuzung s.; er stoppte mitten im Lauf; stopp!
/Aufforderung anzuhalten, stehenzubleiben 1/; vgl.
stop (2) 1.3 . Löhne, Preise s. (unter kap. Ver
hältnissen verfügen, daß Löhne, Preise nicht weiter
steigen dürfen, d amit eine inflationäre Entwicklung
aufgehalten wird) — 2 . die Zeit des Läufers,
Schwimmers s. (mit der Stoppuhr messen)
Stopp| -licht, das /PI. -e r/ Bremslicht; -Schild, das
Verkehrszeichen an Kreuzungen und Einmündungen,
an dem jedes Fahrzeug vor der Weiterfahrt halten
m u ß; -uhr, die Uhr mit Sekundenzeiger, der durch
Knopfdruck angehalten werden kann, wodurch man
kleinste Zeitspannen messen kann: die Fahrzeit,
den Hundertmeterlauf mit der S. messen
Stöpsel, der; -s, - 1 . zylinderförmiger od. konischer
Gegenstand, der zum Verschließen, Abdickten einer
(röhrenförmigen) Öffnung dient: d en S. au f die
Karaffe stecken — 2. umg. scherzh. kleiner
Junge: na, du S.! —3. Elektroteehn. spezieller
Stecker der Fernmeldetechnik
Stör, der; -(e)s, -e in den Meeren der nördlichen
Halbkugel lebender, zur Laichzeit in die Flüsse auf
steigender großer Knochenfisch, der als Speisefisch
genutzt und dessen Rogen zu K aviar verarbeitet wird
Stör/stör[ -a ktion , die organisierte (öffentliche)
Aktion, m it der der Ablauf von etw. gestört werden
soll: eine S. feindlicher Agenten; Störaktionen ver
eiteln; -anfällig /Adj./ durch Einwirkungen von
außen leicht technische Störungen aufw eisend: dieses
Gerät ist sehr s.
Storch, der; «(e)s, Störche Schreitvogel mit langem
Hals, rotem Schnabel, w eißem bis schwarzbraunem
Gefieder und roten Beinen: der S. steht regungslos
auf einem Bein; der S. klappert mit dem Schnabel
4- umg. da brat mir einer ’nen S. (da bin ich aber
sehr erstaunt)!
Storchen)nest, das Nest des Storches
Store, der; -s, -s [Jto:r] Gardine aus zartem, durch
sichtigem Stoff: ein weißer, duftiger S.; die Stores
auf-, zuziehen
stören /sw. Vb.; hat;
auch gestört/ 1.1. jmdn.
bei seiner Tätigkeit in einer für ihn unangenehmen
Weise beeinträchtigen, unterbrechen: ents ch uldigen
Sie bitte, wenn ich störe; darf ich einen Augenblick
s.?; jmdn. andauernd, unnötig, ernsthaft s .; jmdn.
bei der Arbeit, in seiner Ruhe, beim Lesen s.; der
Krach stört ihn erheblich; das soll uns alles nicht
Störenfried — stoßen
1113
s . !; störende Geräusche; er empfand den unverhoff
ten Besuch als störend 1.2 . etw. s. auf den normalen
Ablauf von etw., a uf einen Zustand eine negative
Wirkung ausüben und so den normalen Fortgang
beeinträchtigen: den U nterricht, die Ordnung, Ruhe
s .; das Gleichgewicht, das gute Einvernehmen ist
gestört 1.3 . die (Telefon)verbindung ist gestört
(unterbrochen)
+ jmdn. stört die / Fliege an der Wand
Störenfried, der; -(e)s, -e u m g. jmd., der andere
dauernd absichtlich stört
Stör/stör| -faktor, der Faktor, der Störungen (1.2)
hervorruft; -frei /A dj./ störungsfrei; -manover, das
Manöver (3), mit dem der Ablauf von etw. gestört
werden soll
stornieren /sw. Vb.; hat/ Qt.., st..] fachspr. 1.
einen fehlerhaften Betrag in der Buchung durch eine
zweite Buchung ausgleichen: der Betrag, die Rech
nung wurde storniert — 2 . eine Bestellung, Liefe
rung s. (rückgängig machen)
störrisch /Adj./ 1 .1 . starrsinnig, auf seinem Willen
beharrend, sich anderen widersetzend: ein störrisches
Kind; s. antworten, schweigen; sich s. benehmen
1.2 . ein störrischer (widerspenstiger 1) Esel
Störung, die; -,
-en 1.1. das Stören (1.1): eine un
liebsame, peinliche, lästige S .; bitte, entschuldigen
Sie die S.!; er beklagte sich über die dauernden
Störungen 1.2 . durch etw. hervorgerufene Beein
trächtigung in der Funktion (3.2), dem Ablauf von
etw.: eine plötzliche, funktionelle S.; eine techni
sche S. 1.8 . M eteor, eine atmosphärische S. (Tief
druckgebiet)
stQi'ungs/Störungs| -fr ei /A d j./ frei von technischen
Störungen: der Motor arbeitet s.;
- stelle, die bei
Störungen (1.2) im Fernsprechverkehr zuständige
Stelle der Post
Story, die; -,
-s [sto:ri, auch Jt..] 1 . Kurzgeschichte:
eine S. schreiben, lesen - 2 . umg. Fabel (2), Hand
lung (1.2) eines Films, Romans: der Film hat eine
gute S.
—
3. u m g . erstaunliches, oft wenig glaub
haftes Geschehen, das von jmdm. erzählt wird, worden
ist: diese S. kannst du einem anderen erzählen,
nicht mir
Stoß, der; -es, Stöße 1.1 . durch Stoßen (1, 2, 3) ent
standene kurze, meist heftige Berührung, durch das
Sichbewegen von etw. entstandene kurze, m eist hef
tige Erschütterung: ein leichter, heftiger, derber S.;
ein S. mit dem Ellbogen, Fuß, der Faust; er bekam
einen S. gegen die Schulter, vor den Magen, in die
Rippen; die Puffer der Schienenfahrzeuge dienen
zum Auffangen von Stößen; der Boden wurde
durch mehrere Stöße (Erdstöße) erschüttert 1.2 .
Stich mit einem spitzen Gegenstand, einer Stich
waffe: jmdm. mit dem Dolch einen S. (ins Herz)
versetzen; einen S. parieren, auffangen — 2. der
Fortbewegung beim Schwimmen, Rudern dienende
kurze, ruckartige Bewegung: ein paar Stöße schwim
men, rudern; durch seine langen, kräftigen Stöße
lag er schn ell in Führung — 3 . (aufgeschichteter)
Haufen (1), Stapel (1): ein S. Bücher, Zeitungen,
Akten — 4 . Mil. offensive Kampfhandlung: der S.
auf den Frontabschnitt ist mit großer Wucht ge
führt worden — 5 . Techn. Schienenstoß: bei Tem
peraturänderungen ermöglicht der S. die Verän
derung der Länge der Schiene — 6 . Med. (in thera
peutis ch festgelegten Zeita bständen sich wiederholende)
Verabreichung einer bestimmten größeren Menge
eines Medikaments — 7. jo. PLf Schneiderei
Stoßborte
+ seinem / Herzen einen S. geben
Stoß| -arbeit, die jo, P l.j über das normale M aß
hinaus anfallende A rbeit, die innerhalb eines be
stimmten Zeitraumes bewältigt werden m uß: vor
Weihnachten gibt es bei der Post S.; -horte, die
Schneiderei Borte, die an der Innenseite von
Rändern, bes. an Hosenbeinen, so angenäht wird, daß
ein kleiner Teil hervorsteht, durch den der Stoff vor
Abnutzung geschützt wird; -dämpfer, der T ech n .
Vorrichtung an Kraftfahrzeugen, die die Schwingun
gen der Federn dämpft
Stößel, der; -s, - 1 . kurzer Stab mit verdicktem un
terem Ende, der zum Zerstoßen, Zerreiben fester
Stoffe in einem Mörser dient — 2. Techn. Teil der
Steuerung eines Verbrennungsmotors, der die B e
wegung der Nockenwelle auf das Ventil überträgt
stoßen (er stößt), stieß, hat/ist gestoßen 1. (hat)
1.1 . jmdn. an einer Stelle des Körpers mit mehr od.
minder schneller (und gezielter) Bewegung kurz und
meist heftig berühren: er stieß ihn leicht, heftig mit
der Faust vor, gegen die Brust; jmdn., jmdm. in
etw. s.: er hat mich, mir in die Rippen, in die
Seite gestoßen 1.2 .1 . jmdm., sich, einem Tier einen
spitzen Gegenstand in den Körper stechen: er stieß
ihm das Messer in die Rippen 1.2 .2 . etw. mit heftiger
Bewegung in etw. stecken: er stieß den Schlüssel ins
Schloß 1.3 . etw. in etw. rammen: Stangen, Rohre in
die Erde s. 1 .4 . ein Tier stößt jmdn., etw., ein Tier
ein Tier bewegt sich mit den Hörnern, der Stirn auf
eine Person, Sache, ein anderes Tier zu, um sie, es
zu stoßen (1.1): der Ziegenbock, die Kuh hat das
Kind gestoßen — 2 . (hat) 2.1 . jmdn. durch 1.1 von
sich weg, von irgendwo weg irgendwohin bewegen: er
stießihn in den Graben, ins Wasser;er hat ihn brutal
zur Seite gestoßen 2.2. Sport 2.2.1. ein Gewicht s.
(vom Boden bis vor die Brust heben und von da drük-
kend ohne innezuhalten z ur Hochstrecke bringen)
2.2 .2 . eine Kugel (1.2), die man in der hohlen Hand in
der Höhe des Schlüsselbeins hält, durch eine Dreh
bewegung des Körp ers und ruckartiges Strecken des
Armes auf eine Flugbahn bringen: er stieß die
Kugel 15 Meter weit 2.3 . etw. mit mehr od. minder
schneller (und gezielter) Bewegung kurz und meist
heftig berühren und es dadurch von sich, irgendwo
weg irgendwohin bewegen: der Jung e stieß den B all
(beförderte den Ball mit dem Fuß) ins Tor — 3 .1 . an,
auf, gegen etw., jmdn. s. mit einer Sache, jmdm.
durch eine Bewegung unbeabsichtigt einmal kurz,
heftig in Berührung kommen (ist): ich bin an den
Stuhl gestoßen; er war so groß, daß er an die
Decke stieß; er stieß beim Rückwärtsfahren mit
dem Auto gegen einen Baum 3.2 .1 . sich (an etw.) s,
m it etw. heftig in Berührung kommen und sich dabei
Schmerz od. eine Verletzung zufügen (hat): er hat
sich am Schrank gestoßen 3.2 .2 . er hat sich am Arm,
ans Schienbein gestoßen (hat sich durch 3.2 .1 an
seinem A rm , Schienbein Schmerz zugefügt); gehe
vorsichtig, damit du dich nicht stößt! — 4 . etw.
zerstoßen (hat): Zimt, Kümmel, Zucker s.; ge
stoßener Pfeffer — 5 . (ist) 5.1 . auf jmdn. s. jmdm.
zufällig begegnen: im Urlaub stieß ich zufällig auf
einen alten Bekannten 5.2 . auf etw. s. etw. zufällig
finden: bei Ausschachtungsarbeiten stieß man auf
alte Grundmauern; er ist auf die bekannte Stelle,
einen interessanten Hinweis in dem Buch gestoßen
1114
Stößer — straffrei
—
6. zu einer Gruppe s. zu einer Gruppe, die zu
einer Unternehmung unterwegs ist, an einem be
stimmten Ort hinzukommen (ist): im nächsten Ort
werden die anderen (wieder) zu uns s.
—
7. etw.
stößt an etw. etw. grenzt an etw. an (hat): sein
Zimmer stößt an das W ohnzimmer; der Garten
stößt an einer Seite an die Straße — 8 . sich an etw.
s. etw. mißbilligen, beanstanden (hat): er stieß sich
an seinem unhöflichen Benehmen, Ton; du darfst
dich nicht an seinem Äußeren s .; sich an manchen
Dingen, Einzelheiten s.
—
9* (ist) Jägerspr. der.
Habicht stößt auf seine Beute (stürzt blitzschnell
aus der Luft auf seine Beute nieder)
+ jmdn. aus dem / Anzug s.; jmdm. / Bescheid
s.;jmdn. vor den / Kopf s.;jmdn. mitder / Nase
auf etw. s.
Stößer, der; -s, - Sperber
Stoß/stoß| -kraft, die jo. P l.j Kraft, Stärke eines
Stoßes (1.1); -Seufzer, der tiefer, starker Seufzer: m it
einem S. übernahm er den Auftrag; -Stange, die an
der Vorder- und Rückseite von Autos waagerecht an
gebrachte Stange (1.1) zum Schutz der Karosserie
gegen Stöße (1.1); -trupp, der Mil. nicht für ständig
zusammengestellte Gruppe von Soldaten für begrenzte
taktische, bes. der Aufklärung dienende Aufgaben;
- verkehr, der Verkehr (1.1), der zur Zeit der stärksten
Verkehrsdichte herrscht; -waffe, die Waffe, m it der
eine Verletzung durch einen Stoß herbeigeführt
wird; -weise jAdj.; nicht präd.j 1. jvorw. adv.j
plötzlich, kurz und heftig einsetzend und wieder ab-
brechend: sein Atem ging s.; s. lachen, weinen,
reden — 2 . / adv./ in Stößen (3): auf dem Tisch
liegen s. Zeitungen; -zahn, der wurzelloser, ständig
nachwachsender langer Schneidezahn im Oberkiefer
mancher Säugetiere, bes. des Elefanten
Stotterer, der; -s, - jmd., der stottert (1.1)
stottern jsw. Vb.; hat/1 .1 . auf Grund einer Sprach
störung krampfartig und mit mehrmals rasch aufein
anderfolgenden Wiederholungen von Lauten und
Silben sprechen; das Kind stottert; das Stottern ist
meist psychisch bedingt 1-2 . aus Verlegenheit, Un
sicherheit gehemmt und stockend etw. sagen, spre
chen, stammeln (1.1): eine Entschuldigung s.; er
geriet ins Stottern — 2 . umg. der Motor stottert
(läuft ungleichmäßig)
stracks jAdv.j veraltend 1.1 . er kam s. (gerade
wegs) auf mich zu 1.2 . der Betrogene lief s. (sofort)
zur Polizei
Straf| -akte, die Akte, die die zur Durchführung
eines Strafverfahrens notwendigen und in seinem
Verlauf anfallenden Schriftstücke enthält: der Ver
teidiger hat Einsicht in die S. genommen; -anstatt,
die Strafvollzugsanstalt; -antrag, der 1. Antrag (des
Geschädigten) auf Eröffnung eines Strafverfahrens:
unser Anwalt stellte S. gegen sie — 2 . im Straf
prozeß vom Staatsanwalt gestellter Antrag bezüglich
der Festsetzung des Strafmaßes: der Staatsanwalt
begründete seinen S .; -anzeige, die Anzeige einer
strafbaren H andlung bei der Polizei, der Staats
anwaltschaft od. einem Gericht: (gegen jmdn.) S. er
statten; jmdm. mit einer S. drohen; -aufschuh, der
Aufschub des Strafvollzugs; -aussetzung, die A u s
setzung des Vollzugs einer Freiheitsstreife; -b a nk ,
die jo. Pl.j Eish ockey Bank (1.1.1) fürdie Spieler,
die wegen einer Regelwidrigkeit befristet des Feldes
verwiesen worden sind
strafbar jA dj.j vom Gesetz unter Strafe gestellt: er
beging eine strafbare Handlung; man konnte ihm
nichts Strafbares nachweisen; sich s. machen (eine
Handlung begehen, die vom Gesetz unter Strafe ge
stellt ist); dazu Strafbarkeit, die;
-e n jvorw.
Sg.j
Straf|befehl, der Jur. auf Antrag des Staats
anwalts vom Gericht ohne mündliche Verhandlung
unter bestimmten Voraussetzungen mögliche E nt
scheidung mit der Wirkung eines Urteils: gegen den
Beschuldigten wurde ein S. wegen Scheckfälschung
erlassen
Strafe, die; -,
-n im gesetzlichen Bereich in A r t und
Ziel vom Charakter der staatlich-gesellschaftlichen
Interessen bestimmte Erziehungsmaßnahme, meist
in Form einer Beschränkung der persönlichen Be-
wegungs- und Entscheidungsfreiheit od. einer Geld
zahlung, die das rechtlich befugte Organ (4) od. die
befugte Person demjenig en gegenüber anwendet od.
demjenigen androht, der gegen ein Gesetz, eine bin
dende Vorschrift, eine Verhaltensnorm verstößt,
verstoßen hat: eine strenge, harte S.; die S. war
(un)gerecht, (un)verdient, (un)angemessen; die
Täter werden der gerechten S. nicht entgehen;
jmdm. den R est einer S. erlassen; das Gericht er
kennt auf eine S. von ...; das Betreten der Bau
stelle ist bei S. verboten!; etw. unter S. stellen;
er hat seine S. verbüßt; das Gericht setzt die S. auf,
zur Bewährung aus; er m ußte fünf Mark (als) S.
bezahlen; O das ist (nun) die S. (unangenehme
Folge) für deine Nachlässigkeit, Unachtsamkeit,
Gutmütigkeit!; um g. diese Krankheit ist eine S.
(ein schwer erträgliches Übel)\; es ist eine S., ihn
singen zu hören!
+ eine drakonische (sehr strenge, harte) S.
strafen jsw. Vb.; hat/ jmdn. mit einer Strafe belegen,
bestrafen: jmdn. hart, schwer, unbarmherzig s.; er
straft die Kinder wegen jeder Kleinigkeit; jmdn.
m it Verachtung s. (jmdn. nicht beachten 2); jmdn.
strafend (mißbilligend) anblicken; O mit etw. ge
straft sein Sorgen, Verdruß mit etw. haben: mit dieser
Arbeit ist er gestraft
-j- jmdn.
Lügen s.
Straf |erlaß, der das Erlassen (eines restlichen Teils)
einer noch zu verbüßenden Strafe: S. gewähren
straff jA dj.j 1.1 . unter der Wirkung starken Zuges
(1.1 .2) stehend: ein straffes Seil; eine Leine, Saite s.
spannen; der Gummizug ist zu s.; die Zügel s. in
der Hand halten; das Haar s. nach hinten kämmen
1.2 . eine straffe (*gerade 1.1, aufrechte) Haltung
einnehm en — 2 . streng auf ein Ziel gerichtet: eine
straffe Leitung, Organisation; sich einer straffen
Disziplin unterordnen; eine s. durchkomponierte
Fabel
straf|fällig jA dj.j eine Straftat begangen habend:
straffällige Jugendliche; er wurde wiederholt s.
(beging wiederholt Straftaten)
straffen jsw. Vb.; h a t/1.1 . etw. straff (1.1) machen,
spannen (1.1): das Seil, die Leine s.; der Wind
strafft das Segel; die gestrafften Muskeln ent
spannten sich 1.2 . sich s. straff (1.1) werden: er
sah, wie sich die Stahlseile strafften 1.3 . sein Kör
per, seine Gestalt straffte sich (wurde straff 1.2) —
2i etw. a u f das Wesentliche beschränken: die Ver
waltungsarbeit, den organisatorischen Aufwand s . ;
einen Lehrplan, den Inh alt einer Erzählung, eines
Films, Romans s.
straf/Straf| -frei jA d j.j ohne Strafe, von der Be-
Straffreiheit — Strahlenwirkung
1115
strafung ausgenommen: jmd., etw. bleibt s.; jmd.
geht s. aus; dazu -freiheit, die jo. Pl.j
straff|ziehen /Vb.; ha t/ etw. durch Straffen (1.1)
glätten: das Tischtuch s.
Straf| -gefangene, der u. die wegen einer Straftat
eine Freiheitsstrafe verbüßende Person; -gericht, das
Gericht (II. 1), in dem über Straftaten entschieden
w ird : Verfahren vor den Straf- und Arbeitsgerich
ten; -gesetzbuch, das fAbk. StGB/ Gesetzbuch, das
die Gesetze des Strafrechts enthält; -kammer, die
Kammer (IL2) für Strafsachen an Kreis- und M ili
tärgerichten
sträflich fAdj.f so unverantwortlich, daß es eigent
lich bestraft werden müßte: eine sträfliche G edanken
losigkeit; ein (geradezu) sträflicher L eichtsinn,
Irrtum
Sträfling, der; -s, -e Strafgefangene
Straf/straf | -mandat, das von staatlichen Organen im
Rahmen ihrer Befugnis ausgesprochene Ordnungs
strafe: wegen falschen Parkens ein S. erhalten;
-m aß, das /PI. -e; vorw. Sg.f Art und Höhe einer
gerichtlichen Strafe; -mildernd jA dj.f Ju r . das
Strafmaß mindernd: s. wurde in Betracht gezogen,
daß er sich selbst gestellt hat; -minuten, die fPl.f
Eishockey Handball Zeitraum von mindestens
zwei Minuten, für den ein Spieler wegen eines Ver
stoßes gegen die Regeln vom Spiel ausgeschlossen
wird; -porto, das umg. Nachgebühr; -predigt, die
u m g . längere eindringliche Vorhaltungen: jmdm.
eine S. halten; -prozeß, der gerichtliches Verfahren,
in dem über Straftaten entschieden w ird; -Prozeß
ordnung, die /Abk. StPO/ Bestimmungen, die das
Verfahren der Untersuchung möglicher Straftaten,
das Ermittlungs- und gerichtliche Verfahren in
Strafsachen regeln; -punkt, der /PL -e/ Sport M i
nuspunkt in der Punktwertung auf Grund eines Ver
stoßes gegen die (Spielregeln; -raum, der Sport
durch Linien markierter Raum vor dem Tor, in dem
bei Fuß-, Handball und Hockey dem Angreifer ein
Strafstoß, -wurf zugesprochen w ird, wenn er regel
widrig angegriffen od. behindert wird; -recht, das
jo. P l.j Gesamtheit der Rechtsnormen, die bestimmte
gegen die Interessen der jeweils herrschenden Klasse
gerichtete Handlungen zu Straftaten erklären und
unter Strafe stellen; dazu -rechtlich fA dj.; nicht
präd.j dem Strafrecht entsprechend: etw., jmdn. s.
verfolgen; -register, das J u r . Verzeichnis von
rechtskräftigen gerichtlichen M aßnahmen, E n t
scheidungen sowie der davon betroffenen Personen;
- riehter, der Richter in Strafsachen; -Sache, die
Gegenstand eines Strafverfahrens; -Senat, der Senat
für Strafsachen an Bezirks- und Militärober-
gerichten sowie am Obersten Gericht; -stoß, der
Fußb all Elfmeter: einen S. verwandeln; -tat, die
Handlung, die Strafgesetze verletzt und {deshalb)
strafrechtliche Verantwortlichkeit begründet: er b e
ging eine schwere S.; dazu -täter, der; -verfahren,
das Strafprozeß; -verschärfend /Adj.f Jur. das
Strafmaß verschärfend: es traten Umstände ein,
die den Grad der Schuld erhöhten und s. wirkten;
- Verteidiger, der Verteidiger (2); -Vollstreckung, die
Vollstreckung der in einem rechtskräftigen Gerichts
urteil ausgesprochenen Strafe; -Vollzug, der Vollzug
der i n einem rechtskräftigen Gerichtsurteil a u s
gesprochenen Freiheitsstrafe in einer Strafvollzugs
anstalt; -Vollzugsanstalt, die J u r . dem Strafvollzug
dienende Einrichtung; -würdig fAdj.; nicht adv.j
so, daß es bestraft werden muß, müßte; -wurf, der
Handball Siebenmeter
Strahl, der; -(e)s, -en 1.1 . von einer Lichtquelle aus
gehendes Licht (1), das dem Auge als schmaler, heller
Streifen erscheint: der (dünne) S. der Taschenlampe
fiel ins dunkle Zimmer; man sah nur den S. des
Scheinwerfers 1.2 . jvorw. PL/ Licht, Helligkeit von
Himmelskörpern, bes. der Sonne: die Sonne sandte
ihre Strahlen auf die Erde; er litt unter den sen
genden Strahlen der Sonne 1.8 . /vorw. Pl.j Phys.
Menge homogener, räumlich begrenzter, i n bestimmte
Richtung gehender materieller Teilchen od. elektro
magnetischer Wellen, m it der stets auch Energie (2)
transportiert wird: die Strahlen des Lichts pflanzen
sich geradlinig fort; die ultravioletten Strahlen der
Sonne; sich vor Strahlen schützen 1.4 . M ath, von
einem Punkt ausgehende Gerade (1) — 2 . /vorw. PL/
etw., das (unter Druck 1.1) aus einer engen Öffnung
(2) austritt, bes. Flüssigkeit, Gas: ein S. Wasser
kam aus der Pumpe, ddm defekten Leitungsrohr
Strahl[antrieb, der jo. P L / Strahlenantrieb
strahlen /sw. Vb.; hat;
auch strahlend/ 1.1 .1 .
etw. strahlt etw. sendet (helles) Licht (1) aus, das
sich rundum nach allen Seiten verbreitet od. in einem
Strahl (1.1) in eine bestimmte Richtung fällt: die
Sonne strahlt am, vom wolkenlosen Himmel; viele
Glühlampen, Scheinwerfer s. bei der Veranstaltung;
etw. strahlt etw. irgendwohin: die Scheinwerfer
strahlten ihr Licht auf die Bühne; O ihre Augen
strahlten vor Freude 1.1 .2 . der Heizlüfter strahlt
Wärme in meine Richtung (sendet Wärme in meine
Richtung aus) 1.2 . hell erleuchtet, glänzend erschei
nen: die Stadt strahlt im Lichterschein 1.8. Ph ys.
Strahlen (1.3) aussenden: die radioaktiven Elemen
te s. — 2 . froh, glücklich aussehen:die Kinder strahl
ten, als sie die Geschenke sahen; jmd. strahlt vor
Glück, Freude, Zufriedenheit, Begeisterung
Strahlen! -antrieb, der jo. P l.j Antrieb durch ein
Strahltriebwerk, Düsenantrieb;-brechung, die P h y s .
Abweichung bes. der Lichtstrahlen von ihrer geraden
Richtung bei Eintritt in ein anderes Medium;
-b ündel, das 1. Math. Menge aller von einem Punkt
ausgehenden Strahlen (1.4) im Raum — 2 . Opt.
durch eine Blende begrenztes Bünd el von Licht
strahlen
strahlend JAdj,; nicht präd.; /* auch strahlen/
1. hell und klar, sonnig: ein strahlender Morgen,
Frühlingstag — 2 . ein strahlendes Weiß (ein
makelloses Weiß von intensiver Leuchtkraft); die
Wäsche ist s. (makellos, leuchtend) weiß
Strahlen/strahlen| -dosis, die Phys. Med. be
stimmte (wirksame) Menge ionisierender Strahlen
(1.3): die S. bei Röntgenaufnahmen ist gering;
- förmig /Adj.j von einem Punkt in Form von Strah
len (1.4) ausgehend; -krankheit, die Med. Krank
heit, die durch die schädigende Wirkung ionisieren
der Strahlen (1.3) hervorgerufen w ird; -kranz, der
jo. Pl.j: der S. der Sonne '(alle Strahlen 1.1, die rund
um die Sonne sichtbar sind); -quelle, die Phys.
Substanz, von der Strahlen (1.3) ausgehen; -schaden,
der P h y s . M ed . gesundheitlicher Schaden, der
durch die ständige Einwirkung ionisierender Strah
len (1.3) hervorgerufen wird; -schütz, der Phys.
Med. Schutz vor Strahlenschäden: Bestimmungen
über den S. erlassen; -therapie, die jo. PL/ M ed.
Therapie zur Heilung von Krankheiten mit ioni
sierenden Strahlen (1.3); -Wirkung, die P h y s . M ed.
1116
strahlig — Straßenbau
Wirkung ionisierender Strahlen (1.3), die sich in
krankhaften Veränderungen des Organismus zeigt:
die zellzerstörende S.
strahlig /Adj./ fachspr. so strukturiert, daß Teile
od. Linien von einem Zentrum aus gerade nach allen
Seiten im Raum od. in einer Fläche verlaufen: eine
strahlige Blüte; die strahlige Struktur des Minerals
Strahl|triebwerk, das Triebwerk, das durch den
Rückstoß ausströmender Gase einen Antrieb erzeugt
Strahlung, die;
-en Phys. in Form von Strahlen
(1.3) von einer Strahlenquelle au s sich geradlinig
fortbewegende Energie: die elektromagnetische,
radioaktive, kosmische S.; die Anwendung der
ultravioletten und infraroten S. in der Medizin
Strahlungs Phys.|
- bereich, der Bereich, der von
einer Strahlung erfaßt wird: der S. eines Senders;
- gürtet, der /o. Pl.j gürtelförmig um die Erde gehende
Zone mit intensiver Strahlung; -wärme, die durch
Strahlung hervorgerufene Wärme
Strähne, die; -n 1 . Anzahl mehrerer nebeneinander
liegender glatter H aare: das Haar fällt ihr in langen
Strähnen auf die Schultern; eine S. war blond ge
tönt — 2 . er hatte eine S. (ein Stadium), in der er
deprimiert war, in der er gern malte; zu 1 strähnig
jA dj.f in Strähnen herabhängend
Stramin, der; -es, fo. Pl.f stark appretiertes, wie ein
Gitter gewebtes Leinen, bes. für Handarbeiten
stramm /Adj./ 1 . stark gespannt anliegend: der
Gummizug ist zu s .; der Rock, die Hose sitzt sehr
s.
—
2. er nahm eine stramme (*gerade 1.1, auf
gerichtete 1) Haltung an — 3 . kräftig (1.1): sie hat
stramme W aden, Beine; sie hat einem strammen
Jungen das Leben geschenkt — 4 . fadv.f umg. um
das zu schaffen, müssen wir noch s. (sehr viel,
tüchtig) arbeiten
stramm] -stehen fVb.f in strammer Haltung stehen9
Haltung annehmen: er ließ die Soldaten s . ; -ziehen
/Vb.; hat/ etw. fest spannen (1): den Gürtel, die
Leine s.; + jmdm. die / Hosen, den / Hosen
bod en s,
Strampel] -a nzu g, der einteiliges, nur K opf und
Arm e unbedeckt lassendes, über den Schultern ver
schließbares, gestricktes, gewirktes Kleidungsstück
für Säuglinge; -hose, die Strampelanzug
strampeln /sw. Vb.; hat, is t/1. Arme und bes. Beine
heftig, lebhaft hin und her bewegen (hat): das Baby
strampelte vergnügt; im Schlaf s. — 2 . (ist) umg.
heute bin ich 50 Kilometer gestrampelt (rad
gefahren) — 3 . u m g . sich abstrampeln, abmühen
(hat): wir haben ganz schön s. müssen, um den
Plan zu erfüllen
Strampler, der; -s, - Strampelanzug
Strand, der; -(e)s, -e/Strände flaches, gewöhnlich
sandiges Ufer eines Meeres od. Sees: ein breiter,
schmaler, steiniger S.; er lag am S. und sonnte sich
Strandjbad, das a n einem See od. F luß gelegenes
Schwimmbad mit Strand
stranden, strandete, ist gestrandet auf Grund auf
laufen : ein Schiff ist gestrandet
Strand] -gut, das fo. Pl.f vom Meer an den Strand
gespülte Gegenstände; -haler, der bis zu einem Meter
hohes Gras (1) mit Rispen ohne Grannen, das zur
Befestigung von Dünen geeignet is t; -korb, der fPl.
- korbe/ am Badestrand aufgestellter großer über
dachter Korbstuhl, der als Schutz gegen Wind und
Sonnenstrahlung dient; -laufer, der kleine, kurz
beinige Schnepfe, die in mehreren Arten bes. an den
Küsten lebt; -promenade, die am Strand entlang-
führende Promenade: auf der S. Spazierengehen
Strang, der; -(e)s, Stränge 1.1 . starkes, dickes Seil,
Strick: der S. ist gerissen; er wurde zum Tod durch
den S. (durch Erhängen) verurteilt 1*2. Teil des
Pferdegeschirrs, m it dem das Pferd am Wagen be
festigt ist: die Pferde legten sich tüchtig in die
Stränge (zogen kräftig) *— 2 .1 . durch den Unfall
waren Stränge (Bündel von Fasern) der Nerven,
Muskeln und Sehnen v erletzt worden 2.2 . Teil,
Zweig einer Rohrleitung: ein S. der Wasser-, Gas
leitung, der Pipeline, Kanalisation 2.3 . Schienen
strang
-f- am selben, gleichen S. ziehen (dasselbe, das gleiche
Ziel verfolgen); wenn alle Stränge reißen (wenn
keine andere Möglichkeit bleibt); um g . über die
Stränge schlagen (übermütig, leichtsinnig sein)
strangulieren /sw. Vb.; hat/ jmdn. durch Abschnüren
der Luftröhre töten: er ist stranguliert worden
Strapaze, die; -n sehr große, bes. körperliche A n
strengung: große, harte, physische Strapazen; er
war dieser S. nicht gewachsen
strapazieren fsw. Vb.; hat/ 1. etw. stark beanspru
chen (4), abnutzen: die Reifen des Fahrzeugs durch
unvernünftige Fahrweise s . ; den Anzug, die Schuhe
s .; O jmds. Geduld s. (auf eine harte Probe stellen) ;
diese Ausrede, dieser Begriff ist schon ziem
lich strapaziert (sehr häufig gebraucht) worden —
2. jmdn., etw., sich überanstrengen: er hat uns
m it seinem endlosen Bericht sehr strapaziert;
jmds. Nerven s.; er sieht recht strapaziert (mit
genommen) aus
strapazier]fähig /A d j.; nicht adv./ so beschaffen, daß
es strapaziert (1) werden kann: strapazierfähiges
Schuh werk
strapaziös /A dj./ mit Strapazen verbunden, an
strengend: das war eine strapaziöse Reise, Busfahrt
Straß, der; -/Strasses, /o. Pl.j als Imitation von
Edelsteinen dienendes Bleiglas: Knöpfe aus S.;
eine mit S. besetzte Brosche
Straße, die; -n 1. planmäßig angelegter befestigter
Verkehrsweg bes. für Kraftfahrzeuge, in Ortschaften
oft m it Gehweg od. Randstreifen auf beiden Seiten
od. zwischen Ortschaften 1 .1 . /zwischen Ortschaf
ten/: diese S. führt nach Leipzig; sie fuhren eine
S. entlang; eine kurvenreiche S.; die neue S.
wurde dem Verkehr übergeben 1 .2 . /in Ortschaften/:
die S. führt zum Bahnhof, kreuzt die Allee; die
S. ist für den Durchgangsverkehr gesperrt; auf
beiden Seiten der S. standen Häuser mit gepfleg
te n Vorgärten — 2 . Meeresenge als Verkehrs
weg für die Schiffahrt: die S. von Dover, von
Gibraltar
H- /vorw. auf bürgerl. Verhältnisse bezogen/ auf die
S. g ehen (für, gegen etw. demonstrieren 1); um g .
jmdn. auf die S. setzen, werfen (jmdm. als Folge
kap. Wirtschaftsgebarens willkürlich, abruptden M iet
vertrag, das Arbeitsverhältnis kündigen); auf der S.
liegen (arbeitslos sein)
Straßen] -anzug, der Anzug (I) des Mannes; -ar
beiten, die /Pl.f Arbeiten beim Straßenbau: der
Verkehr wurde wegen S. umgeleitet; -bahn, die auf
den S tr a ßen verkehrendes, elektrisch betriebenes,
schienengebundenes Verkehrsmittel z ur Beförderung
von Personen im Stadt- und Vorortverkehr
Straßenbahn! -haltestelle, die; -wagen, der
Straßenj -bau, der /o. PI ./ das Bauen, Anlegen, Aus-
Straßendecke — strecken
1117
bessern von Straßen; -decke, die fa ch sp r. oberste
Schicht der Befestigung einer Straße; -fahrer, der
R a d s p o r t Radrennfahrer, der Straßenrennen
fährt; -fahrzeug, das Fahrzeug für den Verkehr auf
Straßen; -graben, der einer der auf beiden Seiten
einer Landstraße angelegten Gräben zum A uffangen
des ablaufenden Regenwassers; -kämpf, der be
waffnete, tätliche Auseinandersetzungen zwischen
militärischen Gegnern od. fortschrittlichen und reak
tionären Kräften, der sich in Ortschaften, bes. auf
Straßen und Plätzen, abspielt; -kreuzung, die
Schnittpunkt zweier od. mehrerer sich kreuzender
Straßen; -lärm, der Lärm, der durch den Straßen
verkehr verursacht wird; -laterne, die an einem 1M ast
(2) fest angebrachte Laterne zur Beleuchtung der
Straße; -name, der Name einer Straße in einer
Stadt, Ortschaft; -netz, das Gesamtheit der öffent
lichen Straßen einer Stadt od. eines Landes; -pfla-
ster, das: holpriges S.; -rand, der: am S. Spalier
bilden; -reinigimg , die Reinigung der öffentlichen
Straßen, bes. in Städten, Ortschaften; -rennen , das
auf öffentlichen Straßen ausgetragenes Auto-, M o
torrad-, Radrennen; -Schild, das Schild mit dem
Namen einer Straße; -Seite, die 1. linke od. rechte
Seite einer Straße: er sah einen Bekannten auf der
gegenüberliegenden S. — 2 . /o. PI ./ nach der Straße
zu gelegene Seite (eines Gebäudes): sein Zimmer lag
auf der S .; -verkehr, der Verkehr (1,2) auf öffent
lichen Straßen; -Verkehrsordnung, die fo. PL; Abk.
StVO/ Gesamtheit der gesetzlichen Bestimmungen
über das Verhalten der Verkehrsteilnehmer im Stra
ßenverkehr; -Verzeichnis, das Verzeichnis der
Straßen und Plätze einer Stadt, meist als Bestandteil
eines Stadtplanes; -zug, der Straße mit Reihen an
einandergebauter Häuser; -zustand, der fo. Pl.f;
- zustandsbericht, der in den Wintermonaten über
den Rundfunk verbreiteter Bericht über den w itte
rungsbedingten Straßenzustand
Stratege, der; -n, -n [Jt.., st..] jmd., der sich auf
Strategie versteht
Strategie, die;
-n [Jt.., st.., PL . .i:on] 1. Mil.
Theorie und Praxis des Einsatzes der Streitkräfte
und der Vorbereitung eines Landes, einer K oalition
auf die Kriegsführung — 2 . Art des Vorgehens, Ver
fahrensweise: die richtige, falsche S. anwenden;
sichaufeineS. einigen —8.PolitikS. undTaktik
(wissenschaftlich erarbeitete Planung und Pra x is des
Verhaltens und Vorgehens des revolutionären P ro
letariats, einer marxistisch-leninistischen Pa rtei im
Klassenkampf während einer gesellschaftlichen E nt
wicklungsetäppe) — 4 . fa ch sp r. in der Spieltheorie
Plan des Verhaltens, der für die jeweilige Situation
eine den Spielregeln entsprechende Entscheidung über
die zu wählende Variante ermöglicht; dazu stra
tegisch jAdj.; nicht präd.f; zu 1.: s. wichtige Roh
stoffe; eine s. wichtige Brücke, Straße
Stratosphäre, die; -,/o. Pl.f [Jt.., st..] Schicht der
Atmosphäre, die sich von etwa 12 bis 50 Kilometer Hö
he erstreckt;dazu stratosphärisch fA dj.; nichtpräd.f
sträuben /sw. Vb.; hatf 1,1. die Federn, das Fell s.
(die Federn, die Haare des Fells aufrichten)
1*2. sich s.: das Gefieder, Fell sträubte sich (die
Federn, Haare des Fells richteten sich auf) —
2. sich gegen etw., jmdn. s. sich einer Sache, jmdm.
widersetzen: er sträubte sich (dagegen), den Vor
schlag anzunehmen
-f- jmdm. s. sich die / Haare
Strauch, der; -(e)s, Sträucher ausdauernde, keinen
Stamm aufweisende Pflanze m it mehreren unmittelbar
aus dem Wurzelstock wachsenden holzigen Zweigen,
Busch: ein dürrer, blühender S.; Sträucher pflan
zen, abernten; frisch vom S. gepflückte Johannis
beeren
Strauch|dieb, der
+ s a lo p p wie ein S. (zerlumpt, abgerissen) aus-
sehen, herumlaufen
straucheln /sw. Vb.; ist/ 1. aus dem Rhythmus des
Gehens, Laufens kommen, stolpern und taumeln,
beinahe fällen: der Läufer, das Pferd strauchelte —
2. (erstmals) straffällig werden, einen Fehltritt be
gehen, auf die schiefe Bahn geraten: die Gier nach
Geld hat ihn s. lassen
Strauß, der; -es, Sträuße/-e I . /PL Sträuße/ zu
einem Büschel zusammengestellte abgeschnittene
od. gepflückte Blumen, Gräser od. Zweige: ein bun
ter, duftender, welker S.; ein S. langstieliger Rosen;
sie stellte einen S. Tannengrün in die Vase —
II. /PL Sträuße/ veraltend mit jmdm. einen S.
(Streit) ausfechten — III . /PL
- e/ in den Steppen
Afrik a s lebender, bis zu drei Meter großer Laufvogel
m it langen, kräftigen B einen : afrikanische Strauße
Strebe, die; -,
-n
schräg nach oben ragendes läng
liches, stützendes (Bau)element (1.1): eine S. am
Dach, Gerüst; die baufällige Hauswand mußte mit
Streben gestützt werden; ein Taschenschirm mit
verstärkten Streben
streben /sw. Vb.; hat, ist/1. irgendwohin s. 1 .1 . sich
zügig, unbeirrt in eine bestimmte Richtung, auf ein
bestimmtes Ziel zu bewegen (ist, h a t): die Menschen
strebten nach Hause, ins Freie; vorwärts s.; die
Pflanze strebt nach dem Licht, zum Licht 1.2 . (ist)
die Pfeiler, Zinnen, Türme s. (ragen, erstrecken sich) in
die Höhe, zum Himmel — 2 . nach etw. s. etw. (mit
aller K raft) zu erreichen (4) suchen, sich eifrig um
etw. bemühen (hat): nach Glück, Erfolg, Wissen s .;
das gemeinsame Streben nach Frieden und Sicher
heit; er hat stets danach gestrebt, sich beruflich
weiterzubilden
Streber, der; -s, - jmd., der bes. in der Ausbildung
ehrgeizig, aber egoistisch auf sein Fortkommen hin
arbeitet: ein gewissenloser, widerlicher S.
strebsam /A dj./ fleißig und zielbewußt auf etw. hin
arbeitend: er ist ein strebsamer Mensch, Schüler;
sie ist sehr fleißig und s.; dazu Strebsamkeit, die;
-, /o. PL/
Strecke, die; -,
-n 1.1 . Entfernung zwischen zwei
festgelegten Punkten: eine kurze, kleine, große,
lange S. laufen, fahren; er ist heute eine tüchtige,
ziemliche S. marschiert; der Pilot fliegt die S.
(Route) Berlin—Moskau 1.2 . Teilstück, Abschnitt
eines Weges: jmdn. eine S. (Weges) begleiten 1.8 .
(Abschnitt einer) Gleisanlage (zwischen zwei Sta
tionen) : die S. Berlin—Leipzig ist wegen Bauarbei
ten gesperrt; der Zug hält auf offener S. (außerhalb
des Bahnhofs); eine S. ausbauen, begehen, k o n
trollieren 1.4. Sport Rennstrecke 1.5 . Math, zwi
schen zwei Punkten liegender Abschnitt einer Gera
den — 2 . B e rg m . bes. waagerechter Grubenbau: eine
S. ausbauen, vorantreiben; die S. ist ersoffen
+ auf der S. bleiben (scheitern 2); /auf ein Tier
bezogen, auf das gejagt wird/ zur S. bringen (erlegen)
strecken jsw. Vb.; hat; j* auch gestreckt/ 1.1 .1 .
etw., bes. ein gebeugtes Glied des Körpers, in eine
gerade Haltung bringen: die Beine s. 1 .1 .2 . etw.
1118
Streckenabschnitt — streifen
durch 1.1 .1 von sich weg irgendwohin bewegen: die
Arme in die Höhe, gegen jmdn., etw. s .; die Beine
von sich s. 1 .2 . ein Glied des Körpers, die Glieder,
sich so lang wie möglich dehnen: seine Glieder, sich,
den Hals s. 1 .3 . er streckte sich aufs Sofa {streckte sich
auf dem Sofa aus) 1.4 . den Kopf aus dem Fenster s.
{mit weit vorgebeugtem K opf aus dem Fenster sehen)
—
2. etw. {über die bisher eingenommene Länge hin
aus) länger, dünner machen: fa ch spr. Eisenblech
durch Walzen s.1; <> Längsstreifen s. die Figur
v orteilhaft {lassen die Figur schlanker erscheinen) —
3. etw., bes. Lebensmittel, durch Vermischen, Ver
dünnen mit {minderwertigeren) Zusätzen in der
Menge vermehren: die Suppe mit Wasser, das Ge
hackte mit Semmelmehl s.
+ die / Beine unter den Tisch s.; sich nach der
/ Decke s. müssen; alle / viere von sich s.; die
/ Waffen s.
Strecken/strecken| -a bschnitt, der Abschnitt einer
Strecke (1.3), Straße, Rennstrecke: dieser S. hat ein
starkes Gefälle; -netz, das System aus vielen sich
kreuzenden, miteinander verbundenen Strecken (1.3),
Fluglinien; -telefou , das an einer Autobahn für
Notfälle eingerichteter öffentlicher Fernsprecha n
schluß : vom nächsten S. den Abschleppdienst ver
ständigen; -weise /Adv.f 1.1 . über bestimmte Strek-
ken (1.3) hin, auf einzelnen Strecken: A is Stadtbahn
wurde s. als Hochbahn errichtet 1.2 . die Straße war
s. {teilweise) vom Schnee verweht; seine Arbeit ist
nur s. gut
Streck|verband, der M ed. Verband, bei dem das ge
brochene Glied durch Zug gestreckt w ird : (jmdm.)
einen S. anlegen; im S. liegen
Streich, der; -(e)s, -e a u s Übermut, M utwillen be
gangene Handlung, durch die jmd. geneckt, herein
gelegt, geärgert werden s oll: ein lustiger, übermütiger,
böser S.; freche, tolle Streiche machen, voll
führen, verüben; er ist stets zu Streichen auf
gelegt
+ jmd. spielt jmdm. einen S. {legt jmdn. herein);
etw. spielt jmdm. einen S. etw. läßt jmdn. im
Stich: sein Gedächtnis hat ihm einen S. gespielt
streicheln /sw. Vb.; hat/ jmdn., etw., ein Tier s. mit
der Hand mehrmals sanft, liebkosend über jmdn.,
etw., ein Tier streichen: die Mutter streichelt ihr
Kind; er streichelte ihre Hände, ihre Wangen; er
streichelte die K atze
streichen, strich, hat/ist gestrichen 1. (hat) 1.1 .1.
einen halbfesten od. flüssigen Stoff in einer dünnen
Schicht {mit einem Messer) a uf od. in etw. bringen:
Butter, Honig aufs Brot s .;derArzt hat Salbe auf die
Wunde gestrichen; Mörtel in die Fugen s. 1 .1 .2 . ein
Brötchen mit Butter s. {Butter auf ein Brötchen
streichen 1.1 .1) 1.2 . etw. m it einem Anstrich (1.2)
versehen: eine Wand, den Gartenzaun s.; die Fen
sterläden waren grün gestrichen; Vorsicht, frisch
gestrichen! — 2 . (hat) 2.1 . über etw. s . etw., die
Hand , Hände bei dauernder leichter Berührung über
die Oberfläche von etw. h in bewegen: jmd m. über
die Haare, den Kopf s.; jmdm., sich über die
Stirn s .; über den Stoff, über die Decke s. 2 .2 . etw.
durch 2.1 von etw. weg, zur Seite schieben: jmdm.,
sich die Haare aus der Stirn s. 2 .3 . der Quark wird
durchs Sieb gestrichen {man rührt den Quark und
läßt ihn so durch das Sieb gelangen) — 8 . etw. Ge
schriebenes, Gedrucktes m it einem Strich ungültig
machen, tilgen (hat): ein Wort, eine Zeile s.; jmds.
Kamen in, aus einer Liste s.; O er hat diesen Vor
fall aus seinem Gedächtnis gestrichen {hat ihn ver
gessen wollen und hat ihn vergessen) — 4 . (ist)
4.1 . Jägerspr. die Wildenten s. {fliegen) über den
See 4 .2 . um etw. s. etw. {lauernd, erwartungsvoll)
umkreisen, {im Bogen) um etw. schleichen: eine
dunkle Gestalt, der Hund ist um das Haus ge
strichen — 5 . (hat) die Segel, Flagge s. {einziehen,
einholen)
+ die/ Segels.
Streicher, der; -s, - Spieler eines Streichinstrumen
tes als Mitglied eines Orchesters: das Orchester b e
stand nur aus Streichern und Holzbläsern
streich/Streich| -fähig fA dj.; nicht adv.j so be
schaffen, daß es sich streichen (1.1) läßt: ein streich
fähiger Schmelzkäse; -garn, das 1. gröberes, un
gleichmäßiges Garn aus Wolle od. Chemiefasern —
2. /o. Pl.j Gewebe aus 1: er trägt einen Mantel aus
S;; -holz, das /PI.
- hölzer/ Holzstäbchen m it einer
Masse an einem Ende, die beim Reiben an einer dafür
präparierten rauhen Fläche einer Streichholzschach
tel zu brennen beginnt: ein S. anzünden, anbrennen;
- holzschachtel, die kleine Schachtel mit zwei Reib
flächen für Streichhölzer; -instrument, das M usik
instrument, über dessen Saiten m it einem Bogen
gestrichen wird, die dadurch zum Kling en gebracht
werden: die Geige ist ein S.; -Orchester, das nur aus
Streichern bestehendes Orchester; -quartett, das
M us. 1 . Komposition für vier Streichinstrumente:
ein S. von Haydn — 2 . Gruppe von vier Streichern,
die 1 ausführt: der Cellist eines berühmten Streich
quartetts
Streichung, die; -,
-en 1. das Streichen (3) — 2 . im
Haushaltsplan wurden rigorose Streichungen {Kür
zungen, Tilgungen) vorgenommen
Streif, der; -(e)s, -e g e h . : ein rötlicher S. (Streifen 2)
am Horizont
Streifjband, das /PL -bänder/ P o s t um eine Druck
sache, ein Buch od. gebündelte Geldscheine herum
gelegter Papierstreifen: im S. erhalten Sie Ihre
Tageszeitung direkt an Ihre Urlaubsanschrift
Streife, die; -,
- n 1. kleinerer, aus Angehörigen der
Polizei od. einer militärischen Einheit bestehender
Trupp, der Gänge, Fahrten durchführt, um Kon
trollen, Erkundungen zu machen: eine S. kontrolliert
das Lokal; er wurde v on einer S. der Volkspolizei
gestellt — 2 . von 1 durchgeführter Gang, durch
geführte Fahrt: v o n der S. zurückkehren; auf S.
gehen, sein
streifen fsw. Vb.; hat, ist; / auch gestreift/
1. jmdn., etw. m it einer {schnellen) Bewegung leicht,
flüchtig berühren (ha t): jmdn. an der Schulter, am
Arm s.; mit dem Ärmel, Kleid die Wand s.; O
jmdn., etw. m it einem prüfenden Blick s. (kurz
und prüfend ansehen) — 2 . (hat) 2.1 . etw. von etw.
s. etw. anfassen und durch Ziehen von da, wo es fest
sitzt; entfernen: die Handschuhe von der Hand,
einen Bing vom Finger s .; Beeren von den Stielen
s. (entfernen, indem man die hohle Hand, die Finger
den Stiel entlang bewegt) 2.2 . etw. auf, über etw.
ziehen, etw. überstreifen: das Hemd, den Pullover
über den Kopf s.; er hat sich den Bing auf den
Finger gestreift — 3 . durch etw. s. etw. ohne ein
bestimmtes Ziel durchwandern, durchfahren (ist):
durch die Wälder, das Land s.
—
-
4. (hat) ein
Thema, das Problem s. {nur oberflächlich, nicht aus
führlich behandeln); diese wichtige Frage wurde in
Streifen — streng
1119
seinem Vortrag nur gestreift (nur nebenbei erwähnt)
Streifen, der; -s, - 1 . langes, schmales Stück von
etw.: ein S. Stoff, Papier, Tuch, Land; er hat das
Papier, den Speck in S. geschnitten — 2 . schmale
od. breitere Linie auf etw., d ie sich durch eine andere
Farbe von der Umgebung abhebt: ein Stoff mit
feinen, breiten, weißen S .; der Kraftfahrer hat den
weißen S. (auf der Fahrbahn) überfahren — 8 .
u m g . Film (1.2): ein neuer, alter, interessanter S.;
einen S. drehen, herausbringen
+ umg. etw. paßt jmdm. nicht in den S. (etw,
kommt jmdm . sehr ungelegen)
Streifen! -dienst, der jo. Pl.j von einer M ilitär-,
Polizeistreife versehener Dienst (1.1); -muster, das
aus Streifen (2) bestehendes Muster (1); -wagen, der
Fahrzeug für den 'polizeilichen Streifendienst
Streifig /Adj./: beim Putzen im Sonnenlicht werden
die Fenster s. (bilden sich linienartige Schlieren auf
den Fensterscheiben)
Streif! -licht, das /PI.
-er/ 1. schnell über etw. hu
schender Lichtstreifen: Streiflichter zuckten über
den Horizont — 2 . Streiflichter (Episoden) aus
seinem Leben, vom Sportgeschehen; -schuß, der
jPl.
- s chüsse/ 1 .. Schuß, bei dem das Geschoß den
Körper nur streift: von einem S. getroffen, ver
letzt werden — 2 . leichte, durch 1 verursachte
Schußverletzung: einen S. am Arm haben; -zug, der
1. Wanderung, Fahrt, bei der ein Gebiet ohne ein
bestimmtes Ziel durchstreift, erkundet w ird : einen S.
durch den Wald unternehmen — 2 . kleinere mili
tärische Unternehmung, Erkundungsgang, Streife
(2): kleine Trupps erkundeten auf Streifzügen die
gegnerischen Stellungen
Streik, der; -(e)s, -s, auch -e (organisierte) gemein
same Arbeitsniederlegung od. Arbeitseinstellung
durch Werktätige eines Wirtschaftszweiges, Betriebes
od . Berufs, um ökonomische, soziale, politische For
derungen durchzusetzen, Ausstand firn K ap . un
abdingbar als Form des Klassenkampfes auf
tretendI: ein organisierter S .; ein
spontaner S.;
Streiks für höhere Löhne; der S. wurde ausgerufen,
niedergeschlagen; in den S. treten; im S. stehen;
die Textilarbeiter haben sich dem S. angeschlossen
Streik! -aufruf, der A ufruf (einer Gewerkschaft) zum
Streik; -breeher, der; -s, - jmd., der während eines
Streiks in einem bestreikten Betrieb arbeitet: es
wurde versucht, Soldaten als S. einzusetzen
streiken /sw . Vb.; hat/ 1. in den Streik treten, einen
Streik durchführen: die Arbeiter des Konzerns s.
für höhere Löhne, gegen Ausbeutung und Unter
drückung — 2 . um g. ich sollte noch mehr essen,
aber ich habe gestreikt (mich geweigert) ; jmds. Ner
v en s. (versagen) ; der Wagen, Motor streikt (funk
tioniert plötzlich nicht mehr)
Stre|k| -komitee, das zur Vorbereitung und Führung
eines Streiks gebildetes Komitee; -leitung, die L ei
tung (%) eines Streiks: eine S. wählen; -posten, der
1. von der Streikleitung aufgestellter Posten, der
Streikbrechern den Zugang zum bestreikten Betrieb
verwehren soll — 2 . Standort von 1: S. beziehen —
3* jo. PL/ Wachdienst von 1: S. stehen; auf S. zie
hen; -recht, das fo. Pl.f von der Arbeiterklasse er
kämpftes Recht auf Niederlegung od. Einstellung
der Arbeit im K ap . , um die Erfüllung bestimmter
ökonomischer, sozialer, p olitischer Forderungen zu
erzwingen
Streit, der; -(e)s, -e fvorw. Sg.j das Streiten (1.1):
ein heftiger, erbitterter, ernsthafter S. um Nichtig
keiten; ein S. entsteht, entzündet sich; (mit jmdm.)
S. haben, bekommen; den S. schlichten, beilegen,
beenden; sich in einen S. einmischen, aus einem S.
heraushalten; er sucht ständig S.
+ ein S. um des Kaisers Bart (ein Streit um etw.
Belangloses); einen S. vom Z aun(e) brechen (einen
Streit provozieren)
streitbar /Adj.f 1. /nicht adv./ zum Streit, zur pole
mischen Auseinandersetzung aufgelegt, geneigt: er
ist ein streitbarer Mensch; er war in streitbarer
Stimmung — 2« /nur attr./ sich aktiv und kritisch
m it dem Leben, der Umwelt auseinandersetzend,
kämpferisch: ein streitbarer H umanist, Dichter
streiten, stritt, hat gestritten 1. (sich) mit jmdm. s.,
miteinander s. 1 .1 . m it jmdm. über unterschiedliche
Meinungen, Standpunkte, miteinander kollidierende
Interessen einen heftigen Wortwechsel (mit Handg reif-
lichkeiten) führen: der Junge streitet (sich) den ga n
zen Tag mit seiner Schwester; müßt ihr immer s.?;
(sich) um eine Sache, um den Besitz von etw.,
wegen eines Problems s. 1 .2 . über etw. verschiedener
Meinung sein, (heftig) diskutieren: mit jmdm. über
eine Frage, ein wissenschaftliches Problem s.;
darüber kann man s.; über Geschmack läßt sich
(nicht) s.
—
2. geh. mit allen Kräften für etw.
kämpfen (2): für eine Idee, seine Überzeugung, eine
gerechte Sache s.
Streiter, der; -s, - geh. jmd., der für etw., jmdn.
streitet: er war ein unermüdlicher S. für Frieden
und Fortschritt
Streit! -fall, der vgl. -frage: einen S. lösen, schlich
ten; -frage, die Frage, über deren Lösung heftig
diskutiert wird, umstrittenes Problem: sie diskutier
ten erneut die alte S.; -gespräch, das (öffentliche)
Diskussion zwischen Personen, die verschiedene A n
sichten, Weltanschauungen vertreten: ein politisches,
wissenschaftliches S. führen; -ham m el, der s a
lo p p streitsüchtiger Mensch: du alter S.!; auch
Schimpfw.
streitig /Adj.; in der Verbindung/ jmdm. etw. s. ma
chen etw., was ein anderer besitzt, für sich bean
spruchen: jmdm. einen Anspruch, das Recht auf
etw. s. machen; er wollte ihm seinen Platz s.
machen
Streitigkeiten, die /Pl.j jeweils als Streit ausgetragene
kleinere Konflikte: Streitigkeiten austragen, be
graben; sich aus Streitigkeiten heraushalten
Streit/streit| -k räfte, d ie /PI ./ die bewaffneten Or
gane eines Staates; -Objekt, das Gegenstand, um
dessen Besitz sich mehrere streiten; -Schrift, die
Schrift (3), in der gegen eine bestimmte Person,
Sache polemisiert wird; -sucht, die jo. Pl.j Sucht,
mit jmdm. Streit anzufangen; dazu -süchtig /Adj./
streng /A d j./1 .1 . konsequent die Einhaltung bestimm
ter Regeln, Forderungen, Leistungen Verlangend und
entsprechend vorgehend, handelnd, unnachsichtig,
hart: ein strenger Lehrer, Vater, Richter, Kritiker;
er verwarnte ihn mit strengen W orten; seine Eltern
sind zu s. (zu ihm), haben ihn sehr s. erzogen; er
ist s. gegen sich und andere; jmdn. s. ansehen
1.2 . genau bestimmten Regeln, Forderungen ent
sprechend: hier herrscht eine strenge Ordnung;
eine strenge Untersuchung, Prüfung; ein strenger
Verweis; unter strenger Aufsicht, Bewachung
stehen; etw. ist bei strenger (schwerer) Strafe ver
boten, wird s. bestraft; der neue Lehrer zensiert s.
1120
Strenge — stricken
—
2. Inicfit p räd./ 2 .1 . genau der Vorschrift ent
sprechend: die Anweisungen s. befolgen, einhalten;
es ist strengstes Stillschweigen zu wahren
2.2 . diese beiden Bereiche sind s. (klar, eindeutig)
voneinander zu trennen 2.8 . in Linienführung,
Komposition (3) ein (künstlerisches) Gestaltungs
prin z ip rein, konsequent befolgend: der strenge Stil
eines Bauwerkes; der strenge Aufbau eines Dra
mas — 8 . jnicht adv.f mit extrem niedrigen Tem
peraturen: der letzte Winter war sehr s.; strenge
(starke) Kälte; strenger Frost — 4. ein strenges
(Strenge ausdrückendes) Gesicht — 5 . stark und
unangenehm a uf den Geruchs-,
Geschmackssinn
wirkend: der strenge Geruch des Käses, eines
Raubtieres; der Rehbraten hatte einen strengen
Geschmack, schm eckte ziemlich s.
+ mit jmdm. s. ins / Gericht gehen
Strenge, die; -,\o. PL; zu streng 1 u.3f das Streng
sein; zu 1: S. walten lassen, üben; die volle, ganze
S. (keine Ausnahme duldende Härte) des Gesetzes
gegen jmdn. richten
streng| -genommen fAdv.f eigentlich, genau
genommen: s. ist das falsch; -gläubig fAdj.f Rel.
sich streng an religiöse Vorschriften haltend: er
stammt aus einem strenggläubigen Elternhaus
Streß, der; -/Stresses,fo. Pl.f [Jt.., s t ..](gesundheits
schädigende) starke Beanspruchung des mensch
lichen Organismus durch körperliche, nervliche und
psychische Belastung und die entsprechende R eak
tion des Organismus darauf: unter S. stehen; das
war einS.!
Streß |Situation, die Situation , in der Streß entsteht
Streu, die; -,
- e n fvorw. Sg.f Stroh, Laub o. ä ., das
im Stall als Unterlage (1) für das Vieh ausgebreitet
wird: die Tiere bekommen täglich frische S.
Streu | -büchse, die Büchse mit durchlöchertem
Deckel zum Streuen (1.1) von etw.; -dose, die vgl.
- b üchse
streuen /sw. Vb.; hat/ 1.1 . etw., bes. etw. Körniges,
a ls Menge (durch Werfen) a uf eine bestimmte Fläche
fallen lassen, über eine bestimmte Fläche verteilen:
Dünger, Samen, Torf s .; den Hühnern, Vögeln
Körner s.; Zucker auf, über den K uchen s.; die
Kinder h atten dem Brautpaar Blumen (auf den
Weg) gestreut 1.2 . bei Glatteis muß gestreut wer
den (muß auf der glatten Fahrbahn, dem glatten Geh
weg Sand o. ä . verteilt werden) — 2 . der Mehlsack, die
Tüte streut (hat ein Loch, durch das der körnige
Inhalt herausrinnt) — 8 . etw. streut 8.1 . Opt. die
Linse streut (verteilt in Abweichung von der geraden
Linie das Licht nach verschiedenen Seiten) 8.2 . f ach-
s p r. die W erte s. (weichen in verschiedener Weise
von einem Durchschnittswert ab)
+ sich / Asche aufs Haupt s.; jmdm. / Sand in
die Augen s.
Streu|gut, das fo. PI ./ Material, bes. Sand, zum
Streuen bei Schnee- un d Eisglätte
streunen/«sw. Vb.; hat/: der Junge streunte den
ganzen Tag durch die Stadt, Straßen (trieb sich
den ganzen Tag in der Stadt, in den Straßen herum);
streu nend e (sich herrenlos herumtreibende) Hund e,
Katzen
Streu| -salz, das fo. PL/ Salz zum Streuen bei Schnee-
und Eisglätte; -sand, der fo. PLf 1. vgl.
-salz —
2. feiner Sand, der früher zum Trocknen der Tinte
auf ein Schriftstück gestreut (1.1) wurde
Streusel, der, auch das; -s, - fvorw. Pl.j sehr
kleiner Brocken aus Butter, Zuckerund Mehl zum Be
streuen von (Blech)kuchen: er iß t gern Apfelkuchen
m it Streuseln
Streuselkuchen, der flacher (Blech)kuchen mit
Streuseln: frischer, gefüllter S.
Streuung, die; -,
- e n fvorw. Sg.f 1. allseitige und
gleichmäßige Verteilung einer Sache, bes. einer Ware,
in einem bestimmten Bereich: eine breite S. der
Waren, von Konsumgütern — 2 .1. Opt. Ver
teilung des Lichts nach verschiedenen Seiten in A b
weichung von der geraden Linie: die S. des Lichtes
hängt von der Zahl der Luftteilchen ab 2.2. fach-
s p r. Abweichung eines Wertes bes. von einem a n
genommenen Durchschnittswert: die S. statistischer
Zahlen
Strich, der; -(e)s, -e 1.1 . in der Regel gerade ver
laufende, kürzere, schmale Linie, die mit dem Stift,
Pinsel od. der Feder gezogen w ird : ein dicker, feiner,
sauberer S.; einen S. m it dem Lineal ziehen; er
machte einen S. durch die Zahlen (strich sie aus);
etw. m it roten, grünen Strichen unterstreichen;
O er umriß seine Vorstellungen in wenigen, knap
pen Strichen (stellte sie mit knappen Worten dar).
1.2 . Zeichen (1.1) in Form von 1.1: im Morse
alphabet besteht das 0 aus drei Strichen; die
Striche (Gradeinteilung) einer W aage, eines Meß
gerätes — 2 . Streichung (1): geringfügige, n o t
wendige Striche im T ext, Manuskript vornehmen
—
8. das Streichen (2.1) mit der Hand od. einem be
stimmten Gegenstand: den Körper mit kräftigen
Strichen bürsten — 4 . Streifen (1) einer Landschaft,
Gegend: ein trockener, bebauter, dichtbesiedelter
S.; ein S. Weideland — 5 . fo. Pl.f Richtung des
Wachstums der Haare von Menschen und Tieren, der
Lage der Fäden eines Gewebes: die Haare, das Fell
gegen, wider den S. bürsten; Samt gegen, mit dem
S. bürsten
+ um g. (noch) keinen S. getan haben (eine schrift
liche A rb eit nicht begonnen, nicht weitergeführt
haben);jmdm. einen S. durch die Rechnung machen
(jmds. Pläne durchkreuzen I I .2 ); S. d(a)runter (er
ledigt)'.; auf den S. gehen (als Prostituierte, P ro
stituierter auf der Straße Männerbekanntschaften
suchen); jmdn. nach S. und Faden (gehörig, gründ
lich) verprügeln; jmd. ist nur noch ein S. (jmd. ist
sehr dünn, abgemagert); etw . geht jmdm. gegen den
S. (etw. ist jmdm. zuwider, entspricht nicht jmds.
Absichten, Neigungen)
stricheln fsw. Vb.; hat/ etw. durch kleine Striche (1.1)
darstellen, zeichnen: den Umriß von etw. s .; eine
gestrichelte Linie
Strjch/strjch| -p unk t, der fPl.
- ef Semikolo n;
-weise fAdv.f nur in manchen Gebieten: s. ist Regen
gefallen
Strick, der; -(e)s, -e 1. aus Flachs, Hanf fest ge
drehtes, geflochtenes dünneres S eil: ein langer,
dicker S.; der S. hält, reißt; einen S. um etw. bin
den, knoten;ein Paket mit einem S. verschnüren —
2. fvorw. Sg.f umg. scherzh. Schlingel, Schelm: er
ist ein durchtriebener S .; du bist vielleicht ein S. I
H~ um g. jmdm. einen S. aus etw. drehen (jmds.
Äußerung od. Handlung so auslegen, daß es ihm
schadet)
Strick|apparat, der von H and bedienter, im Haushalt
verwendeter Apparat zum Stricken
stricken fsw. Vb. ; hat/ etw. dadurch hersteilen, daß
man Garn, bes. Wolle (2), m it Hilfe von Stricknadeln
Striekerei — Stromkreis
1121
zu Maschen verschlingt: einen Strumpf, Schal s.;
eine gestrickte Jacke; sie strickte zum Zeitvertreib;
zwei rechts, zwei links s.
Strickerei, die; -en 1. Betrieb, in dem Strickwaren
hergestellt werden — 2 . /vorw. Sg./ das (fortwährende)
Strickern die S. war ihr zuviel
Strick| -garn, das vgl. - wolle; -kleid, das (wollenes)
gestricktes K leid ; -leiter, die aus Stricken (1) ge
flochtene, geknotete Leiter m it hölzernen Stegen zum
Hinauf- und Hinabsteigen bes. an SchiffsHäuser-,
Bergwänden: eine S. hinauf-, hinunterklettern;
derLotse kletterte an einer S. an Bord; -maschine,
die Maschine, mit der gestrickt wird; -nadel, die
lange, relativ starke (3.2) Nadel (1), m it der gestrickt
w ird: Maschen mit der S. aufnehmen; -wäre, die
/vorw. PL/ mit der Hand gestrickte, mit der Strick
maschine angefertigte Ware bes. ans Wolle; -w o lle,
die Wolle (2) zum Stricken; -zeug, das 1, etw., das
gerade gestrickt wird — 2 . zum Stricken benötigte
Nadeln und Wolle (2)
Striegel, der; -s, - harte Bürste od. bürstenartiges
Gerät mit Zacken zur Pflege (2) des Fells von Haus
tieren, bes. von Pferden
striegeln jsw. Vb.; hat/: das Fell des Pferdes, das
Pferd s. (das F ell des Pferdes mit einem Striegel
säubern, glätten)
Strieme, die; -n s. Striemen
Striemen, der; -s, - blutunterlaufener Streifen auf
der Haut, der meist durch Schläge mit einem Stock
(1) entstanden ist: rote, brennende, vernarbte S.;
jmdm. S. schlagen
strikt fAdj.; nicht präd.f [ J t . auch st..] keinen
Widerspruch, keine Abweichung duldend: eine
strikte Weisung; ein strikter Befehl; strikten
Gehorsam fordern; etw. s. (kategorisch) ablehnen,
verweigern
Strjppe, die; -,
-n 1and sch. umg. bes. berl. Schnur,
Bindfaden: eine lange, haltbare S.
4- umg. jmdn. an der S. haben (mit jmdm. tele
fonieren); sich an die S. häng en (den Telefonhörer
in die H and nehmen, um zu telefonieren)
Striptease, das, der; -,
-
[stripti:s, auch ft..]
Vorführung bes. i n einem Nachtlokal, bei der bes.
eine weibliche Person ihre Kleidung Stück für Stück
abstreift
strittig /A dj./ umstritten, noch nicht geklärt, noch
nicht entschieden: eine strittige Frage; ein strittiges
Problem; dieser Punkt in der Anordnung ist noch s.
Stroh, das; -(e)s, jo. Pl.f Halme des gedroschenen
Getreides: ein Bund, eine Schütte S.; dem Vieh
frisches S. (auf)schütten; S. zu Häcksel schneiden;
ein Dach mit S. decken
+ umg. S. im Kopf haben (dumm sein); leeres S.
dreschen (viel reden, ohne etw. Sinnvolles zu sagen)
Stroh/stroh| -ballen, der Ballen aus gepreßtem
Stroh; -blond /Adj./ hellblond; -blume, die Immor
telle; -dach, das mit Stroh gedecktes Dach; -dumm ,
- dumm /Adj.f umg. lemot.j sehr dumm; -feuer, das
jo. PI ./: seine Liebe, Begeisterung war nur ein S.
(war rasch wieder vorüber); -h alm , der trockener
Getreidehalm ohne Körner: in seinen Haaren hingen
Strohhalme; der Sturm knickte die Bäume wie
Strohhalme; ~f~ nach dem rettenden S. greifen
(die letzte Möglichk eit z u r R ettung wahrnehmen)
strohig jA dj./: das Gemüse ist s. (hart und trocken,
schmeckt nicht)
Stroh| -köpf,der umg. Dummkopf; -mann, der /PI.
- männer/ zur Umgehung bestimmter Gesetze od. zur
Verheimlichung der wahren geschäftlichen Verhält
nisse kap. Unternehmen vorgeschobene Person im
kap. Wirtschaftssystem, die für einen anderen, für
andere zum Schein die Rechte wahrnimmt; -m atte,
die aus Stroh geflochtene Matte; -witwe, die umg.
scherzh.:sieist zur ZeitS. (sieist allein, weil ihr
Mann zur Zeit verreist ist); -witwer, der vgl.
-witwe
Strolch, der; -(e)s, -e 1. m üßig herumlungernder, ver
wahrloster, oft gewalttätiger Mann, Lump: ein S.
hat ihn angefallen, überfallen; sie ist von einem
betrunkenen S. belästigt worden — 2 . um g. oft
scherzh. Schlingel: du bist mir vielleicht ein S.!
strolchen jsw. Vb.; ist/: er strolchte den ganzen
Tag durch die Stadt (lief den ganzen Tag ziellos
und müßig durch die Stadt)
Strom, d er; -(e)s, Ströme 1. von vielen Flüssen eines
Gebietes gespeister großer, breiter Fluß, meist m it
starker Strömung, der ins Meer mündet: ein breiter,
tiefer, mächtiger S .; der S. hat gefährliche Strudel,
viele Nebenflüsse; der S. ist über die, seine Ufer
getreten — 2. ein S. von Personen, Dingen eine
große, sich ununterbrochen bewegende Menge von
Personen, Dingen: nach der Vorstellung ergoß sich
ein S. von Menschen auf die Straße; ein nicht ab
reißender S. von Autos; Ströme von Tränen (sehr
viele Tränen) vergießen — 3 .1 . /o. PI ./ Strömung
(1.1): der S. trieb ihn, den Kahn vom Ufer ab; der
S. riß ihn mit sich fort 3.2 . Strömung (1.2): ein
warmer, kalter S. innerhalb eines Meeres, Flusses —
4.1 . jo. PI ./ Elektroenergie: elektrischer S.; den S.
ein-, aus-, abschalten; mit S. sparen; eine unter S.
stehende Leitung 4.2 . 4.1 bestimmter Größe, bes. der
Spannung, Stromstärke: starke, schwache Ströme
4- m it dem S. schwimmen (sich einer allgemein
herrschenden M einung, Tendenz anschließen); ge
gen den S. schwimmen (sich gegen eine allgemein
herrschende Meinung, Tendenz stellen) ; es regnet in
Strömen (sehr stark, heftig); übertrieben der
Sekt, Wein floß in Strömen (es gab viel Sekt, Wein
zu trinken)
Strom/strom| -abnehmer, der 1. jmd., der dem
Stromnetz elektrischen Strom entnimmt, der Strom
verbraucht — 2. T echn. federndes Gestänge zur
Entnähme von elektrischem Strom aus der Ober
leitung bei Straßenbahnen, Obussen; -abwärts /Adv.f
in Richtung zur Mündung des Stroms hin: das Boot
treibt s .; -aufwärts /Adv./ in Richtung zur Quelle
des Stroms hin: sie fuhren s.
strömen /sw. Vb. ; ist/ 1. /von Flüssigkeiten, Gasenj
etw. strömt etw. fließt schnell und in großer Menge
ununterbrochen irgendwohin, irgendwoher: W a sser
strömt in das Becken; frische, kalte Luft strömt
durch das offene Fenster; Tränen strömten aus
ihren Augen; Schweiß strömt über sein Gesicht;
er ging bei strömendem (sehr starkem) Regen los —
2. die Menschen s. (bewegen sich in großer Dichte und
ununterbrochen) in den, aus dem Saal
Stromer, der; -s, - u m g . 1 . Landstreicher, Strolch (1):
ein heruntergekommener, verlotterter S.
—
2. oft
sch erzh . Herumtreiber:du bist mir vielleicht ein S. I
stromern /sw. Vb.; ist/ um g .: er stromerte durch
die Stadt, den Wald (ging ziellos durch die Stadt,
den W ald)
Strom] -erzeugung, die Erzeugung von Elektro
energie; -kreis, der Phys. Elektrotechn. aus
1122
Stromlinienform — Stube
Stromquelle, Leitungen und Stromverbraucher be
stehendes, in sich geschlossenes System , in dem elek
trischer Strom fließt
Stromlinien/stromlinien] -form, die jo. P l.j T ech n .
besondere Form eines festen Körpers, die einer Strö
mung (1) den kleinsten Widerstand entgegensetzt:
die S. eines Flugzeuges; -förmig jAdj.j Techn.
Strom linienform aufweisend
Strom| -netz, das Elektrotechn. Netz (3.2) elek
trischer Leitungen: das Neubaugebiet an das S. an
schließen; -preis, der P r eis des elektrischen Stromes,
den der Verbraucher zu zahlen hat; -quelle, die
physikalische Vorrichtung, die Elektroenergie liefert;
- r e eh nung , die Rechnung für den verbrauchten elek
trischen Strom; -schiene, die neben den Gleisen ver
laufende, unter Spannung stehende Schiene für elek
trisch betriebene Bahnen; -schnelle, die Stelle, Strek-
ke in einem Fluß , Strom mit starkem Gefälle und be
sonders starker Strömung; -sperre, die zeitweise Ab
schaltung, Sperrung des elektrischen Stromes für
bestimmte od. alle Teile eines Netzes; -stärke, die
P h y s . Menge der elektrischen Ladung, die pro Zeit
einheit durch den Querschnitt des Leiters i n einem
Stromkreis fließt
Strömung, die;
-e n 1.1 . jo. Pl.j strömende Be
wegung von etw., bes. von Wasser, Gasen: eine
starke, schwache S.; das Boot wurde von der
reißenden S. mitgerissen; er kämpfte vergeblich
gegen die S. an 1.2 . eine kalte, warme S. {kaltes,
warmes Wasser, das sich strömend bewegt) innerhalb
des Meeres — 2 . Richtung (3) (und deren Vertreter):
eine politisch-ideologische, philosophische S.; eine
neue S. in der deutschen Literatur
Strömungs|lehre, die jo. Pl.j Teilgebiet der Physik,
das sich mit der Bewegung der Gase und Flüssig
keiten befaßt
Strom] -verbrauch, der Verbrauch von elektrischem
Strom; -Versorgung, die jo. Pl.j Versorgung der
Stromabnehmer m it elektrischem Strom; -Zähler, der
Gerät, das die Menge des verbrauchten elektrischen
Stroms mißt
Strophe, die;
- n Teil eines Gedichtes, Liedes, der
durch die Verbindung mehrerer Verse (1) zu einer oft
regelmäßig wiederkehrenden, in sich geschlossenen
metrischen (I) Einh eit (1.2) entstanden ist: das Lied
hat vier Strophen; nach jeder S. folgt der Kehr
reim
strotzen/s«?. F6 .;hat/ umg. jemot.j vor, von etw. s.:
das Kind strotzt vor, von Gesundheit, Energie (ist,
für alle erkennbar, überaus gesund, voller En ergie);
der Aufsatz, das Diktat strotzt von, vor Fehlem
(enthält überaus viele Fehler)
strubb(e)lig jAdj.; von Haar, Fellj umg. struppig:
strubbeliges Haar
Strudel, der; -s, - 1. durch unterschiedliche Strömung
(1) erzeugte starke, kreis- od. spiralförmige Dreh
bewegung des Wassers (mit einem trichterförmigen
Sog): das Boot geriet in einen S.; der S. ergriff ihn,
zog ihn in die Tiefe — II. süddt. österr. gefülltes,
meist süßes Stück Gebäck aus dünn ausgerolltem
Teig, der zusammengerollt und gebacken wurde: S.
essen
strudeln jsw. Vb.; hat/ einen Strudel (I) bilden, sich
heftig wirbelnd, kreisend bewegen: das Wasser
strudelt
Struktur,die; -en [Jt.., auch st..] 1.1. Art, wie die
Teile eines Ganzen, die Elemente eines System s (1)
miteinander verbunden sind, zueinander in Relation
stehen, innerer A ufbau, innere Gliederung eines
Ganzen, Organisation eines Systems: die S. des
Atoms, der Zellen, eines K ristalls; die grammatische
S. der Sprache; die S. der Volkswirtschaft 1.2 . ein
Ganzes, dessen Teile, ein Sys tem (1), dessen Elemente
in bestimmter Weise miteinander verbunden sind,
zueinander in Relation stehen, gegliedertes Ganzes,
Strukturiertes: autonome, sprachliche, wirtschaft
liche Strukturen — 2 . Beschaffenheit der Oberfläche
bes. eines Gewebes: ein Gewebe mit einer groben S.
Strukturalismus, der; -, jo. Pl.j [Jt.., s t..] in
mehreren Gesellschaftswissenschaften m itunter a n
gewandte, betont auf die Untersuchung von Struktu
ren (1.1) gerichtete Betrachtungsweise, die jedoch, u n
angemessen verabsolutiert, zu undialektischen, un
historischen, subjektiv-idealistischen Auffassungen
führt; dazu Stmkturalfst, der; -en, -en u. striiktura-
listisch jAdj.j
Struktur!einheit, die Teilbereich eines gegliederten,
organisierten Ganzen: Struktureinheiten wirtschaft
licher, staatlicher Einrichtungen
strukturell jAdj.; nicht präd.j [Jt.., auch st..] die
Struktur (1.1) von etw. betreffend: strukturelle Ver
änderungen (innerhalb einer Gesellschaft, eines
Systems)
Struktur] -formel, die Chem . Formel, die die Be
ziehung und Anordnung der Atome im Molekül
einer Verbindung darstellt; -gewebe, das jo. Pl.j
T e x t i l . Gewebe m it erhaben gestalteter Oberfläche
strukturieren jsw. Vb.; hat; / auch strukturiert/
[Jt.., s t..] etw. mit einer bestimmten Struktur ver
sehen: die Volkswirtschaft so s., daß höchste
E ffektivität erreicht wird
strukturiert jA d j.; nicht a d v .; / auch strukturieren/
[Jt.., s t . .] 1. verschieden strukturierte (unterschied
liche Strukturen 1.1 aufweisende) Sprachen — 2 .
T e x ti l, strukturiertes Gewebe (Gewebe mit er
haben gestalteter Oberfläche); dazu Strukturiertheit,
die; -, jo. Pl.j
Strukturjpolitik, die jo. P I .; DDRj Politik, die auf
die Gestaltung der effektivsten Struktur der Volks
wirtschaft und ihrer Teilbereiche und Teilsysteme
gerichtet ist
Struma, die; -, Strumen [Jt.., s t..] Med. Vergröße
rung der menschlichen Schilddrüse
Strumpf, der; -(e)s, Strümpfe Kleidungsstück, das
den F uß und einen Teil des Beines, bei Frauen und
Kindern auch das ganze Bein bedeckt: ein Paar
Strümpfe; lange, kurze Stümpfe; Strümpfe stop
fen, waschen; ein Loch, eine Laufmasche im S.
haben; O um g . sein Geld im S. (seine Ersparnisse
zu Hause, nicht auf der Bank) haben
Strumpf] -halter, der am Hüfthalter angebrachtes
Gummiband mit einer Spange zum Befestigen des
Strumpfes; -hose, die Kleidungsstück für Frauen
und Kinder in der Funktion von Strümpfen, das den
Unterkörper mit bedeckt
Strunk, der; -(e)s, Strünke/-e dicker, kurzer, flei
schiger od. holziger (als R est übriggebliebener) Teil
bes. eines Kohl-, Salatkopfes: den S. wegschneiden
struppig jAdj.; von Haar, Fellj wirr, zerzaust und
steif abstehend: er hat struppige Haare, einen strup
pigen Bart; das Fell des Hundes warnaß und s.
Stubben, der; -s, - n o rddt. Baumstumpf
Stube, die; -,
-n 1.1. noch 1and sch. Wohnzimmer,
Wohnraum: eine warme S.; wir haben Küche und
8.; umg. scherzh. (immer.) rein in die gute S.!;
/Aufforderung, ins Zimmer zu treten/ 1.2 . die Sol
daten sind auf der S. (in ihrem Zimmer in der
Kaserne)
Stuben/stuben) -älteste, der; -n, -n Soldat, der für
die Einhaltung von Ordnung und Disziplin auf einer
Stube verantwortlich ist; -arrest, der als Strafe aus
gesprochenes Verbot für ein Kind , die Wohnung zu
verlassen, nach draußen zu gehen: er hat S .; -dienst,
der /o. Pl.j von einzelnen Mitgliedern einer Gemein
schaft, bes. beim M ilitä r , abwechselnd z u erfüllende
Aufgabe, für Ordnung in ihrer Unterkunft zu sor
gen; -flieg e, die über die ganze Erde verbreitete, sich
meist in Häusern aufhaltende Fliege; -gelehrte, der
jmd., der seine wissenschaftlichen Kenntnisse nur
aus Büchern schöpft und sie nicht in die Praxis um
setzt: ein weltfremder Stubengelehrter; -hocker,
der; -s, - umg. jmd., der sich am liebsten zu Hause,
im Zimmer aufhält und kaum ins Freie geht: er ist
ein richtiger S.; -rein /Adj.; nicht adv./: der Hund
ist s. (so erzogen, daß er nicht die Wohnung mit sei
ner Notdurft verunreinigt)
Stybsnase, die s. Stupsnase
Stuck, der; -(e)s, /o. PL / 1 . gut formbare, schnell er
härtende Masse aus Gips, Kalk und Sand, die als
Werkstoff für plastische Verzierungen von Decken,
Wänden, für Plastiken dient: in S. modellieren;
Figuren aus S. — 2, plastische Verzierungen aus 1
an Wänden, Decken: die Wände sind mit S. bedeckt
Stück, das; -(e)s, -e/- 1 . /PL -e; bei Mengenangabe
PL vorw. Stück, wenn der Gattungsbegriff unmittel
bar folgt od. aus dem Kontext zu ergänzen ist/ ein
zelner (abgetrennter) Teil eines Ganzen: das H o ch
wasser hat (viele) große Stücke vom Ufer ab
gerissen; er warf die Stücke Holz, drei S. Holz, auch
drei Stücke Holz ins Feuer; er hat ein schönes S.
Fleisch gekauft; drei S. Kuchen, Schokolade; er
hat drei S., auch Stücke abbekommen; etw. in
Stücke schneiden; ein S. vom Fleisch abschneiden;
er ist stolzer BesitzereinesS. Landes;ein S. frische,
frischer Wurst; er behalf sich mit einem S. ab
gerissenem Papier; land sch. Wurst im S. (nicht in
Scheiben geschnitten) kaufen1; O der Autor will ein
5.. Vergangenheit lebendig machen; er hat ein gutes
S. von der Welt gesehen —2.1. /PL -e; bei Mengen
angabe PL Stück/ einzelnes Teil, das als bestimmte
Menge von etw. ein nach Form, Abmessung, Ge
wicht in sich begrenztes Ganzes bildet: er nahm zwei
S. Zucker in denTee;einS. Seife; ein S. (250 Gramm
abgepackte) Butter 2.2 . /o. PL/ umg. das hat ein
schönes S. (ziemlich viel) Geld gekostet; hier ist
noch ein (gutes) S. Arbeit zu leisten — 3 . einzelner
Gegenstand als Teil einer Menge der gleichen Gat
tung angehörender 3 .1 . /PL -e/ Exemplare jaus dem
Kontext ergibt sich meist die nähere Bestimmung des
Gegenstandes/: neue Möbel standen neben wunder
vollen alten Stücken; die wertvollsten Stücke der
Sammlung waren ausgestellt; u m g . dieser Mantel
ist mein bestes S. 3 .2. /PL -/ identischer Exemplare,
von denen das einzelne die Grundeinheit der Menge
bezeichnet: die Produktion von Klappfahrrädern
wurde um 50000 S. erhöht; die Zigarren kosten
60Pfennig das S. 3.3. /PL
- / ein S. ein einzelnes
zum Vieh gezähltes Tier: auf der Jagd wurde nur
ein, wurden acht S. Wild erlegt — 4 . /PL
-e/
4.1 . Theaterstück, Drama: ein S. schreiben, insze
nieren, aufführen; ein S. vom Spielplan absetzen;
ein erfolgreiches, bekanntes S. 4 .2 . Musikstück: auf
dem Klavier ein S. von N spielen, üben; ein S. für
Klavier — 5. /PL -e; vorw. 8g.j salopp femot. neg.;
von einem Menschen; in Verbindung m it bestimmten
Adj./: er ist ein faules, dummes S. (ist faul, dumm);
wie redet dieses freche S. mit dir! — 0 . jo. Pl.j ein,
das S . : jmdn. ein S. (eine unbestimmte, kurze E nt
fernung) auf seinem Heimweg begleiten; das (kleine)
S. (die kleine Entfernung) macht mir nichts aus;
ein S. (ein wenig, nicht sehr weit) Spazierengehen; er
ist wieder ein S. (ein wenig), ein ganzes S. (recht
viel) gewachsen; er ist ein S. (ein bißchen) größer
als ich
große Stücke auf jmdn. halten (jmdn. sehr
schätzen ZA); etw . aus freien Stück en (freiwillig)
tun; u mg. das ist ein starkes S. (das ist unverschämt,
unerhört) !; sich für jmdn. in Stücke reißen lassen
(sich für jmdn. völlig aufopfern, alles für jmdn. tun)
stückeln /sw. Vb.; hat/ umg. etw. aus kleinen Stük-
ken (Stoff) zusammensetzen: wenn der Stoff nicht
reicht, muß ich s.
Stück| -gut, das aus einem einzelnen Frachtstück
bestehende Sendung i m Güterverkehr; -loh n , der
/o. Pl.j Arbeitslohn, der nach der Menge der in einer
bestimmten Zeiteinheit gefertigten Erzeugnisse be
rechnet wird; -werk jo. A rt.; in der Verbindung/
etw. ist S. (etw. ist unvollständig und unvollkom
men und daher nicht befriedigend); seine Bemühun
gen blieben nur S .; -zahl, die Zahl der zu fertigen
den, der gefertigten Erzeugnisse einer bestimmten
Sorte: ein Erzeugnis in hoher S. fertigen, produ
zieren
Student, der; -en, -en männliche Person, die an
einer Universität, Hoch- od. Fachschule studiert: ein
S. der Medizin, Naturwissenschaften
Studenten| -bude, die u m g . von (einem) Studenten
bewohntes möbliertes Zimmer; -futter, das jo. Pl.j
aus einem Gemisch von Nüssen und Rosinen be
stehendes Naschwerk
Studentenschaft, die; -,
-e n /vorw. Sg.) Gesamtheit
der Studenten (einer Universität, Hoch- od. Fach
schule)
Studenten |wohnheim, das Wohnheim für Studenten
Studentin, die; -,
- n e n weiblicher Student
studentisch /A dj.; nicht präd.j die Studenten be
treffend, zu ihnen gehörig
Studie, die; -,
-n [. Je] 1. Entwurf, (skizzenhafte)
Vorarbeit für eine wissenschaftliche Arbeit, eine
künstlerische Darstellung: er machte erst mehrere
Studien für seinen Roman; eine S. für ein Denk
mal — 2 . Untersuchung (2), wissenschaftliche D a r
stellung (3): eine historische, psychologische ß .;
eine S. über Probleme der Bewässerung
Studien/studien[ -aufenthalt, der Aufenthalt an
einem Ort, um dort etw. zu studieren (2.1, 2 .2); -be-
werber, der jmd., der sich um ein Studium bewirbt;
- d irektor, der 1.1 . /in der DDR Ehrentitel für einen
verdienten Fachschullehrer/ 1 .2 . jim bürgert. Schul
system Dienstrangbez. für den Direktor einer höheren
Schule/; -fach, das Fachgebiet für das Studium;
-fahrt, die vgl. -aufenthalt; -halber /Adv./ um etw.
zu studieren (2.1, 2 .2): der Schriftsteller arbeitet s.
in einem Großbetrieb; -jahr, das 1. Zeitspanne von
zwölf Monaten als festgelegte Einheit im Ablauf
eines Studiums: er ist Student im zweiten S.
—
2. /o. PL/ das S. der FDJ (sich jeweils über ein Jahr
erstreckender Schulungszyklus der F D J ); -plan, der
Stubenälteste — Studienplan
1123
72 Wörterbuch
Plan für ein Studium; -platz, der Möglichkeit für
einen Studenten, an einer bestimmten Hoch-, Fach
schule ein Studium 1 aufzunehmen: es sind noch
Studienplätze für Germanistik frei; -rat, der
1.1# fin der DDR Ehrentitel für einen verdienten
Lehrer11.2 , firn bürgerl. Schulsystem Dienstrangbez.f
studieren jsw. Vb.; h a t/1. etw. s. sich an einer Uni
versität, Hoch- od. Fachschule in einem bestimmten
Fach, in bestimmten Fächern ausbilden (lassen),
ausgebildet werden: er studiert Chemie, Germa
nistik; er studiert an einer (technischen) Hoch-,
Fachschule, in Berlin, im ersten Semester; er
möchte gerne s .; mit ihm habe ich zusammen stu
diert — 2, etw. s. 2 .1 . wissenschaftlich an, über etw.
arbeiten, sich wissenschaftlich m it etw. beschäftigen,
um zu lernen, etw. zu erforschen: er studiert von
früh bis spät; ein grundlegendes Werk, ein wissen
schaftliches Lehrbuch s.; er studierte das Leben
vo n Bakterien 2.2 . etw. genau (wissenschaftlich)
untersuchen (1.2), sich eingehend m it etw . befasseni
er begab sich aufs Land, um die Verhältnisse an
Ort und Stelle s. zu können; eine Frage, ein so
ziales Problem s.; umg. scherzh. den Fahrplan,
die Speisekarte s. (genau lesen) 2.3 . etw. einüben,
einstudieren: er hat die Rolle des Hamlet studiert;
einen Gesangspart s.
Studio, das; -s, -s 1. Arbeitsraum eines Künstlers —*
2. Raum für Aufnahmen, Sendungen bei Film , Funk
und Fernsehen — 3 . kleines Theater für wenig auf
wendige Aufführung en (experimentellen Charakters)
Studium, das; -s, Studien [..ion] 1. jo. PI ./ mit
einem vorgeschriebenen Abschluß verbundene A u s
bildung an einer Universität, Hoch- od. Fachschule:
ein medizinisches, naturwissenschaftliches S. auf
nehmen; sich für ein S. bewerben; jmdn. zum S.
zulassen — 2 .1 . das wissenschaftliche Untersuchen
(1.2) einer Sache: er treibt naturwissenschaftliche
Studien; sich in das S. der alten Sprachen vertiefen
2 .2 . /o. P I ./ das (wissenschaftliche) Sichbeschäftigen
m it einer Sache, um sie kennenzulernen: das S. der
sozialen Verhältnisse dieses Landes; das S. der
einschlägigen Fachliteratur 2.8 . /o. PL/ Einstu
dierung: das S. der Rolle des Hamlet
Stufe, die; -,
-n 1 . einzelner, eine waagerechte Fläche
bildender Teil einer Treppe, Leiter: niedrige, hohe,
flache, ausgetretene Stufen; er kam die Stufen
herauf, ging die Stufen hinunter; er nahm immer
zwei Stufen auf einmal — 2 .1 .1 . (jeweils erreichter)
einzelner Abschnitt, bestimmter Zustand in einer
Entwicklung: etw. ist auf einer bestimmten S. (Ent
wicklungsstufe) steheng eblieben 2.1 .2; Grad (2.1),
in dem ein Sachverhalt, eine Erscheinung vorhanden
ist: er hat die höchste S. seiner Leistungsfähigkeit
erreicht 2.1 .3 . Stelle, die jmd., etw. in einer Ordnung,
Folge einnimmt: er ist gehaltlich in die nächste S.
aufgerückt 2.2 . auf einer, der gleichen S. stehen (den
gleichen Ra ng haben, gleichwertig sein); jmd n., etw.
auf eine, die gleiche S. stellen, heben (im Rang,
in der Bedeutung gleichstellen); sich mit jmdm. auf
die gleiche S. stellen (sich jmdm. gleichstellen) —
3. Raketenstufe: die letzte S. der Trägerrakete
Stufen | -barren, der Barren (1) mit verschieden
hoch gestellten Holmen; -Schalter, der E le k t r o -
te o h n . Schalter, der bei jeder Stellung der Schal
tung einen anderen Stromkreis schließt
Stuhl, der; -(e)s, Stühle I. Sitzmöbel für eine Person
m it Rückenlehneund meist vier Bein en :ein bequemer,
1124
Studienplatz — stumpf
harter, hoher, moderner, wackliger S .; ein hölzerner,
m it Leder bezogener S.; ein S. mit hoher Lehne;
sich auf einen S. setzen; vom S. aufstehen, auf-
springen — H. /o. PL/ Med. 1. Stuhlgang: haben
Sie heute schon S. gehabt? — 2 . menschlicher Kot:
S. zur Untersuchung beim Arzt abgeben
+ sich zwischen zwei Stühle setzen (sich nach zwei
Seiten hin in eine ungünstige Lage bringen); jmdm.
den S. vor die Tür setzen (jmdn. hinauswerfen 2.1);
umg. nicht zu Stuhle kommen (mit etw. nicht zu
rechtkommen, fertig werden); s a l o p p (fast) vom
S. fallen (sehr erstaunt sein); das haut mich vom
S. (erstaunt, verwundert micht sehr) !
Stuhl| -bein, das; -gang, der /o. PI ./ Ausscheidung
von Kot; -kante, die; -lehne, die: sein Jackett über
die S. hängen; -Untersuchung, die Untersuchung
des Stuhls (II.2) zu diagnostischen Zwecken
Stukkateur, der; -s, -e [.. o:r] (Facharbeiter, Künst
ler, der Stukkaturen anbringt
Stukkatur, die; -,
-e n plastische Verzierung aus
Stuck (1) an Wänden, Decken
Stulle, die; -,
-n
norddt., bes. beri. (zusammen
geklappte) Schnitte (1.2): er h at Wurst auf der S.
Stulpe, die; -,
-n
umgekrempelter, umgeschlagener
Teil am Ärm el, Handschuh od. Stiefel: ein Paar
Handschuhe mit Stulpen
Stulpen /sw. Vb. ; hat/ 1.1 . einen hohlen Gegenstand
od. eine Hülle auf etw. setzen, über etw. ziehen, um es
damit zu bedecken : einen Kasten, eine Hülle über
eine Schreibmaschine, Nähmaschine s .; sie stülpte
den Kaffeewärmer über die Kanne 1.2 . sich, jmdm.
eine Kopfbedeckung nachlässig, hastig auf den K opf
setzen: eine Pelzmütze, einen Hut auf den Kopf s.
—
2. er hatte das Innere seiner Handschuhe nach
außen gestülpt (durch Umwenden nach außen ge
bracht), um das Futter reinigen zu können
stumm /Adj./ 1.1. unfähig zu sprechen: er ist s. ge
boren 1 .2 . nicht von Worten begleitet, wortlos: sie
sahen einander s. an; ein stummer Blick, Vorwurf;
eine stumm e Rolle (Rolle, bei der der Schauspieler
nichts zu sprechen hat)
+ s.wieein/ Fisch
Stummel, der; -s, - 1 .1 . fester, nach dem Rauchen
übriggebliebener T eil einer Zigarette, Zigarre: der
Aschenbecher lag voller S. 1 .2 . von den Kerzen
waren nur noch einige S. (Stümpfe 1.1) übrig
Stummell -pfeife, die kurze Pfeife (II); -schwänz,
der kurzer (gestutzter) Schwanz eines Tieres, bes.
eines Hundes
Stumm|film, der Spielfilm ohne Ton aus der Früh
zeit der Filmkunst
Stumpen, der; -s, - 1 . Zigarre ohne Spitze — 2 . Hut
stumpen
Stümper, der; -s, - jmd., der oft stümpert, der ge
stümpert hat
Stümperei, die;
-en
umg. 1. das (wiederholte)
Stümpern: man wies ihn tadelnd auf seine S. hin —
2. Werk eines Stümpers: dieses Gemälde ist eineS.J
stümperhaft /A dj./ von Stümperei zeugend
stümpern jsw. Vb.; hat/ wegen mangelhafter Kennt
nisse und geringen Könnens auf einem Fachgebiet
od. a u s Nachlässigk eit, Oberflächlichkeit schlechte
Arb eit leisten, pfuschen
stumpf /A d j./ 1 . /von (Gegenständen mit) einer
Schneide, Spitze / durch häufigen Gebrauch ab
genutzt, ohne die erforderliche, erwünschte Schärfe,
Spitz e, schlecht schneidend, schlecht stechend: ein
Stumpf — stürmen
1125
stumpfes Beil, Messer; eine stumpfe Schere, Säge;
die Schneide der Klinge ist s. geworden; dieser
Bohrer ist s.; eine Spritze mit stumpfer Kanüle;
ein stumpfer (nicht gespitzter) Bleistift — 2 . ohne
Spitze (1.1 .2), nicht spitz endend, zulaufend: ein
stumpfer Turm; M ath, ein stumpfer Winkel (Win
kel zwischen 90 und 180 Grad) — 3 . von rauher Ober
fläche, nicht glatt od. geglättet: seine Zähne fühlten
sich s. an; die Rutschbahn war über Nacht s. ge
worden — 4 . nicht glänzend: stumpfe Farben; das
Metall ist durch Oxydation s, geworden; seine
Haare sind s. und glanzlos — 5 .1 . geistig und ge
fühlsmäßig nicht reagierend, gleichgültig, d esinter
essiert: mit stumpfen Sinnen ging er an den Schön
heiten der Natur vorüber; s. (willenlos) folgte er der
Anweisung 5.2 . der ständige Schmerz h atte ihn s.
(unempfindlich) gemacht
Stumpf, der; -(e)s, Stümpfe 1.1 . kurzer, übrig -
gebliebener Teil von etw. Länglichem; die Kerze war
bis auf einen S. niedergebrannt; seine Zähne waren
nur noch Stümpfe 1.2 . Baumstumpf: die Stümpfe
roden — 2 . am menschlichen Körper verbliebener
Teil eines amputierten Gliedes
-j- etw. m it S. und Stiel (ganz und gar) ausrotten
Stumpf/stumpf| -sinn, der /o. PI./ 1. Haltung, Ein
stellung, die durch Interesselosigkeit, Teilnahms
losigkeit, Gleichgültigkeit gekennzeichnet i s t : sein S.
ließ ihn stundenlang tatenlos auf einem Fleck
sitzen — 2 . umg. diese Tätigkeit ist der reinste S.
(etw. Langweiliges, Eintöniges u nd Geistloses) —
3. er redete immer den gleichen S. (Unsinn 1); dazu
-sinnig fAdj.f; zu 2: eine stumpfsinnige Arbeit;
- wink(e)lig ■/Adj./ M ath.: ein stumpfwinkliges
Dreieck (ein Dreieck mit einem stumpfen Winkel)
Stunde, die; -,
-n 1. fAbk. h/ 60 Minuten (1.1),
24. Teil eines Tages: eine viertel, halbe, dreiviertel
S. warten; eine knappe, reichliche S .; es dauerte eine
S.; die Uhr schlägt zu jeder vollen S.; alle drei
Stunden muß er die Medizin einnehm en; bis zum
nächsten Ort sind es zwei Stunden; der Wagen fuhr
60 Kilometer pro S .; er kam um die zehnte S.
(gegen zehn Uhr), zu früher S. (früh am Morgen),
zu vorgerückter S. (spät am Abend); O wir haben
schöne, schwere Stunden miteinander verlebt; er
hatte keine ruhige S. mehr; jDDRj Aktivist der
ersten S. (jmd., der sofort nach der Zerschlagung des
deutschen Faschismus am Aufbau einer antifaschi
stisch-demokratischen Ordnung entscheidend m ita r
beitete) — 2. Zeitraum vdn 1 2.1. in dem eine Arbeit
geleistet und nach dem eine Arbeitsleistung bezahlt
wird, Arbeitsstunde: wieviel bekommt er pro S.?;
der Arbeitstag umfaßt acht Stunden 2.2 . meist auf
45 Minuten reduziert, in dem Unterricht erteilt
wird, Unterrichtsstunde: was für, wieviel Stunden
habt ihr morgen?; die erste S. fiel aus; er gibt
Stunden in Mathematik; wir hatten zwei Stunden
Russisch — 3 . fo. Pl.f Zeitpunkt: die S. der Ent
scheidung, Abrechnung war gekommen; ich bin
zu jeder S. (jederzeit) dazu bereit
+ geh. vonStund an(von da an); umg. jmds. letzte
S. hat geschlagen (jmd. muß sterben)
stunden, stundete, hat gestundet (jmdm.) etw. s.
jmd m . einen Zahlungsaufschub für etw. gewähren,
eine Zahlungsfrist verlängern: kan nst du den Betrag
noch etwas s.?; jmdm. einen Kredit lang-, kurz
fristig s.
Stunden/stunden| -gesehwindigkeit, die durch
schnittliche, auf eine Stunde (1) berechnete Geschwin
digkeit; -kilometer, der fvorw. in Verbindung mit
einer Zahl und nach m it/: mit 800 Stundenkilo
metern (mit einer Geschwindigkeit von 800 K ilo
metern in der Stunde) fliegen; -lang /Adj.; nicht
präd./ mehrere Stunden (1) dauernd: er konnte s.
(sehr lange) zuhören; -plan, der Plan (1.2), der den
Verlauf einer Arbeit nach Stunden (2.2) regelt, bes.
in der Schule; -weise /Adv./ 1.1. für eine od. einige
Stunden (1): er arbeitete hier nur s.; ein Boot,
Auto s. vermieten 1.2 . er wird s. (nach Arbeits
stunden) bezahlt; -weit /A dj.; nicht präd./: hier
kann man s. (stundenlang weit) wandern, ohne jmdn.
zu treffen; -zeiger, der der kürzere Zeiger der Uhr,
der den Ablauf der Stunden (1) anzeigt
stündlich fAdj.; nicht präd.) im Abstand von einer
Stunde (1), zu jeder Stunde einmal: eine Medizin s.
einnehmen; dieser Bus verkehrt nur s.
Stundung, die; -,
-e n das Stunden: es erfolgt eine
einstweilige S. der Zinsen
Stunk, der; -s, fo. Pl.f s a lo pp Ärger (2), Unfrieden:
es gab eine Menge S.
stupid(e) /Adj./ 1 .1 . Stumpfsinn (1) ausdrückend
und dumm, beschränkt: er sah uns mit stupidem
Gesichtsausdruck nach 1.2 . eine stupide (Stumpf
sinn 2 darstellende) Arbeit; dazu Stupidität, die;
Io.
PL/
Stups, der; -es, -e u m g . leichter Stoß, der jmdm. ver
setzt wird
stupsen /sw. Vb. ; hat/ jmdn. durch einen leichten
Stoß berühren (um ihn auf etw., sich aufmerksam
zu machen): der Hund stupste ihn mit der Nase
Stupser, der; -s, - umg. Stups
Stups/stups| -nase, die umg. kurze Nase (1) mit
leicht nach oben gebogener Spitze; dazu -nasig /Adj.f
Stur /A d j.f 1. hartnäckig, eigensinnig, schwerfällig:
ein sturer Kerl; er kannsehr s. sein; er blieb s. (un
nachgiebig); jmd. ha nd elt s. (ohne angemessene
Überlegung) nach Vorschrift — 2 . s tumpfsinnig ,
eintönig: eine sture Arbeit; dazu Sturheit, die; jo.
PL/
Sturm, der; -(e)s, Stürme 1. überaus heftiger, starker
Wind (1): ein starker, verheerender S.; ein S. von
Windstärke neun; ein S. bricht los, wütet; der S.
legt sich, flaut ab; der S. hat zahlreiche Bäume ent
wurzelt; in, bei S. und Regen Spazierengehen, ar
beiten; <£> ein S. der Entrüstung, Begeisterung
(heftige Äußerung der Entrüstung, Begeisterung durch
eine große Menge Menschen) — 2 . Mil. Sturm
angriff: der S. auf das Winterpalais; zum S. an-
treten; eine Stadt im S. nehmen, erobern — 3 . fo.
Pl.f Ballspiele die Gesamtheit der Stürmer, An
griff (4): der S. greift an
+ g egen etw. S. la ufen (gegen etw. Geplantes heftig
protestieren, ankämpfen); S. (heftig, lang anhaltend)
klingeln, läuten; ein S. im Wasserglas (viel Auf
regung um Nichtigkeiten); — die / Ruhe vor dem
S.
Sturmi -angriff, der Mil. Angriff mit dem Ziel,
schnell in die vorderen Linie n der gegnerischen Ver
teidigung einzubrechen: einen S. planen, unter
neh m en; -b all, der ballförmiger Gegenstand, der bei
starkem Wind an Land an einem M a st aufgezogen
wird, um Schiffe und Badende zu warnen; -bö, die
Bö von Sturmstärke
stürmen /sw. Vb. ; hat, ist/ 1. es stürmt ein starker
Wind, Sturm weht (hat): es hat die ganze Nacht ge
72*
1126
Stürmer — stutzen
stürmt und geschneit —2 . jmd. stürmt irgendwohin
jmd. eilt, rast (2) irgendwohin (ist): die Kinder s. in
den Garten, aus dem Zimmer — 3 . (hat) Mil. 3 .1 .
etw. im Sturm(angriff) nehmen, erobern: eine Stadt,
Brücke s. 3 .2 . einen Sturmangriff durchführen, im
Sturmangriff Vorgehen: sie stürmten dreimal, wur
den aber immer wieder zurückgeschlagen —
4. (hat) Ballspiele 4.1 . er stürmte (spielte als
Stürmer) 4.2 . angreifen, um Tore zu erzielen: unsere
Mannschaft hat pausenlos gestürmt
Stürmer, der; -s, - B allspiele Spieler, der bei be
stimmten Mannschaftsspielen die Aufgabe hat a n
zugreifen, um Tore zu erzielen, A ngriffsspieler: der
linke, rechte S.
Sturm/sturm] -flut, die besonders hoher Wasser-
stand, der entsteht, wenn bei Flut (1) starker Wind
das Wasser der See auf die Küste treibt: die Nord
seeküste wurde von einer S. bedroht; -frei fAdj.j
-j- eine sturmfreie /* Bude; -gebraus, das geh.
das Brausen des Sturmes (1)
stürmisch jAdj.j 1.1 . mit viel Sturm (1): ein stür
mischer Novembertag 1.2 . er fuhr bei stürmischer
(vom Sturm aufgepeitschter) See hinaus 1.3 . stür
mische (sehr ereignisreiche) Jahre — 2 . ungestüm,
leidenschaftlich: ein stürmischer Liebhaber; stür
mische Freude; stürmischer Beifall; jmdm. einen
stürmischen Empfang bereiten; jmdn. s. um
armen, feiern; jmds. Herz schlägt s. (wild,
heftig) — 3 . sehr schnell vor sich gehend: etw. nim mt
eine stürmische E ntwicklung; die Entwicklung der
Technik schreitet s. voran
SturmI -laterne, die Laterne, die auch bei Sturm
(1) nicht verlischt, weil ihre Flamme durch ein
Gehäuse gegen Wind und Regen geschützt i s t ;
- s chaden, der durch Sturm (1) verursachter Schaden;
- s chritt, der jin der Verbindung! im S.: er eilte
im S. (mit schnellen Schritten) nach Hause; -Signal,
das an Land auf hohem Mast od. auf Feuerschiffen
gesetztes optisches Signal, das die Schiffe vor auf
kommendem Sturm (1) warnt; -stärke, die jo. Pl.j:
der Wind erreichte in den Nachmittagsstunden S.;
- tief, das M eteo r. Tiefdruckgebiet, das mit Sturm
(1) verbunden ist; -vogel, der in zahlreichen Arten
vorkommender Vogel mit langen Flügeln und kurzem
Schwanz, der ausgezeichnet über der Hochsee fliegt
und nur während der Brutzeit an Land kommt; -War
nu ng , die durch die meteorologischen Stationen ver
breitete Warnung vor aufkommendem Sturm (1)
Sturz, der; -es, Stürze/-e I . /PL Stürze/ 1. das
Stürzen (1): er ist bei dem S. aus dem Fenster, vom
Felsen, in den Abgrund verletzt worden, ums Le
ben gekommen; er hat sich bei dem S. vom Rad,
im Hausflur das Bein gebrochen — 2. ein S. (plötz
licher und starker Rückgang) der Temperatur um
zehn Grad — 3 . das Stürzen (5): der S. einer Re
gierung; jmds. S . herbeiführen — II . /PL
-ej
B a u w . waagerecht über der Öffnung eines Fensters,
einer Tür angebrachtes Bauteil zum Stützen des
darüberliegenden Mauerwerks
Sturz] -acker, der umgepflügter Acker: ein holpriger
5 . ; -bach, der Bach mit starkem Gefälle
Stürze, die; -,
-n 1. M u s . Schalltrichter der Blech
blasinstrumente — 2 . landsch. flacher Deckel für
einen Topf; die S. auf den Topf legen
stürzen /sw. Vb. ; ist, hatf 1. (ist) 1.1 . irgendwohin s.
jäh, schnell und mit Wucht aus der Höhe in die Tiefe
fallen und irgendwo aufprallen: das Flugzeug stürz
te ins Meer; er wurde von einem stürzenden Baum
erschlagen; aus dem Fenster, vom Pferd s.; er
stürzte ins Wasser, in eine Grube 1.2 . das Gleich
gewicht verlieren und heftig auf den Boden fallen,
aufprallen: er glitt aus und stürzte schwer; er*ist
auf der Straße, im Treppenhaus, beim Skilaufen
gestürzt — 2 . sich, jmdn. (gewaltsam) von etw. hin
unter-, in etw. hineinwerfen (hat): der Selbstmörder
hat sich aus dem Fenster, er hat ihn von der Brücke
gestürzt — 3 .1 . sich schnell, ungestüm auf ein Ziel
zu bewegen, auf etw. zueilen (ist): er stürzte ans
Fenster, aus dem Haus; er kam wütend ins Zim
mer gestürzt 3.2 . um g. sich auf etw. s. schnell, un
gestüm etw. nehmen und sich damit befassen (hat):
die Kinder stürzten sich auf die Spielsachen; sich
aufs Essen s. 3 .3 . sich auf jmdn. s. jmdn. anfallen
(1) (hat): er stürzte sich auf die Frau und entriß
ihr die Handtasche — 4 . (hat) einen erkalteten
Pudding, die sch nittfeste Sülze auf einen Teller s.
(aus einer Form so auf eine Unterlage bringen, daß
die untere Seite nach oben zeigt); Vorsicht, nicht s.
(nicht umkippen)! /Aufschrift auf Kisten mit zer
brechlichem Inh alt/ — 5 . (hat) auf Grund veränder
ter Machtverhältnisse jmd n . aus regierender Stellung
entfernen, ein Regime, eine Regierungsform be
seitigen : den König, eine Regierung, ein Regime s.
—
6. irgendwohin steil nach unten verlaufen (5),
steil abfallen (ist): der Fels stürzt an dieser Stelle
steil ins Meer — 7 . (hat) jmdn. ins Verderben s. (be
wirken, daß jmd. ins Verderben gerät); jmdn. ins
Unglück s.
+ sich (für jmdn.) in / Unkosten s.
Sturz[ -flug, der Flug steil nach unten: im S. nach
unten gehen;-flut, die herabstürzende Wassermassen:
eine S. ergoß sich ins Tal; -gebürt, die Med.
übermäßig schnell verlaufende Geburt; -h eim , der
leichter Helm bes. für Motorrad-, Rennfahrer zum
Schutz des Kopfes bei einem Sturz; -regen, der
kurzer, heftiger Regen; -see , die Woge mit über den
Kamm herabstürzendem Wasser und besonders star
kem, plötzlichem A nprall, Brecher: über das Schiff
gingen pausenlos Sturzseen hinweg; -w elle, die
Sturzsee
Stuß, der; Stusses, jo. Pl.j u m g . dumme, törichte
Äußerungen: was redest du da für einen S.!; hör
doch endlich mit diesem S. a u f!
Stute, die; -,
- n weibliches Pferd , K a m el, weiblicher
Esel (nach dem ersten Fohlen): eine braune, vier
jährige S.; die S. hat gefohlt
Stütz, der; -es, -e /vorw. Sg.j T u rn en Stellung des
Körpers bei einer Übung an einem Turngerät, am
Boden, bei der das Gevncht des (gestreckten) Kör
pers auf den (gestreckten) Armen ruht: das Schwin
genimS.;derSprungindenS.
Stützjapparat, der M ed. 1 . Knochengerüst: Er
krankungen des Bewegungs-und Stützapparates —
2. Stützkorsett
Stütze, die; -,
- n 1. Gegenstand, bes. Pfahl, Balken,
Pfosten, der einer Sache, jmdm. Halt gibt: ein B ach
mit Stützen versehen; das Gebäude ruht auf
Stützen aus Stahlbeton; der Baum braucht eine
S. — 2 . jvorw. Sg.j der Sohn war die S. (sorgte für
den Unterhält) der Familie; sie war ihm eine wert
volle S. (Hilfe)
stutzen jsw. Vb.; hat/ 1. etw. s. etw. von etw. schnei
den, etw. beschneiden und dadurch verkürzen, in be
stimmte Formen bringen: jmd. läßt sich die Haare,
Stutzen — substantiell
1127
den Bart s.; die Bäume waren gestutzt; ein Hahn
mit gestutzten Flügeln — II . aufhorchen und inne
halten, weil man über etw. erstaunt, verwundert, wegen
etw♦mißtrauisch ist:er stutzte einen Moment; diese
Frage, Reaktion ließ ihn s .; er stutzte, als er seinen
Hamen las
+ jmdm. die / Flügel s.
Stutzen, der; -s, - 1. Jägerspr. kurzes Jagdgewehr
—
2. T echn. kurzes Rohr, das an etw. angesetzt,
angeschraubt werden kann: ein S. mit Gewinde —
3. nur die Waden bedeckender Strumpf, der bes. von
den Bewohnern der Alpen und von Fußballspielern
getragen wird: er trug eine Lederhose und grüne S.
stützen /sw. Vb.; hat/ 1.1 .1 . etw. s. einer Sache Halt
geben, so d aß sie in der vorgegebenen Lage bleibt,
nicht zusammenbricht: Säulen s. das Gewölbe; ein
baufälliges Dach, Haus s. 1 .1 .2 . jmdn. s. jmdm.
Halt geben,'damit er nicht fällt: er war so schwach,
daß sie ihn beim Gehen s. mußte 1.1.3. Wirtsch.
Preise' s. (bestimmte Preise aus wirtschafts- od.
sozialpolitischen Gründen durch Zuschüsse aus M it
teln des Staatshaushalts niedrig halten; jim kap.
Wirtschaftssystem/ zur Sicherung hoher Profite durch
bestimmte Maßnahmen verhindern, daß bestimmte
Preise fallen) 1.2 . .sich auf etw., jmdn. s . sich einer
Sache, Person bedienen, um H alt zu finden: der Ver
letzte stützte sich beim Gehen auf seinen Stock,
auf sie 1.3 . etw. in, auf etw. setzen (2.1, 2.2), das als
Halt, feste Unterlage dient: jmd. stützt den Kopf in
die Hände, die Arme in die Hüften, die Ellenbogen
auf den Tisch — 2 .1 . etw. in seiner Geltung, Richtig
keit (durch etw.) bestätigen: er konnte seine Behaup
tungen durch Beweise s. (belegen, dbsichern); diese
Aussagen s. denVerdacht, daß ... 2 .2 . sich auf etw. s.
auf etw. aufbauen, sich auf etw. gründen: die An
klage stützt sich auf Indizien; er stützt sich (in sei
ner Argumentation, seinem Vorgehen) auf Beweise,
Fakten, reiche Erfahrungen
Stutz [flügel, der kleiner Flügel (II)
stutzig /A dj.; in den Verbindungen/ etw. macht
jmdn. s. (etw. befremdet jmdn., stimmt jmdn. nach
denklich); jmd. wird s. (jmd. wird plötzlich m iß
trauisch, argwöhnisch, schöpft Verdacht)
Stütz | -korsett, das orthopädisches Korsett, das bei
bestimmten Erkrankungen des Knochengerüstes zur
Entlastung getragen wird; -punkt, der /PL -e/ 1.1.
zentrale Stelle, die als wichtiger Ausgangspunkt be
stimmter Aktionen dient: die Stützpunkte der anti
faschistischen Widerstandskämpfer in der Illegali
tä t 1.2 . taktisch od. strategisch wichtige, oft befestigte
Anlage, die einer Stellung als Rückhalt dient, sich
besonders gut als Ausgangspunkt für militärische
Operationen eignet: der S. mußte geräumt werden;
- verband, der H alt gebender, stützender Verband (I):
mit einer elastischen Binde einen S. anlegen
Styling, das; -s, fo. PL/ [stai..] Gestcdtung der
äußeren Form, bes. eines Industrieproduktes: das
moderne S. der ausgestellten Küchengeräte über
zeugt
Suada, die; -, Suaden [süarda, auch zua:da]
s p ö tt. Rede-, Wortschwall: eine S. über sich er
gehen lassen
Suade, die; -n [süaido, auch zua:de] s. Suada
subaltern /Adj./ [zup|al..] veraltend: subalterne
(untere, mittlere, untergeordnete) Beamte; O ein
subalternes (unterwürfiges) Beneh men
Subbotnik, der; -s, -/ -s [su..] in den soz. Staaten
von deren Bürgern freiunllig im Kollektiv, bes. an
Sonnabenden unentgeltlich geleisteter Arbeitseinsatz
zur Mehrung des gesellschaftlichen Reichtums: zu
einem S. aufrufen
Subjekt, das; -(e)s, -e 1. P hilos . der mittels seiner
materiellen Produktion und geistigen Tätigkeit die
objektive Realität zum Zwecke ihrer Aneignung ver
ändernde gesellschaftlich lebende M ensch: das er
kennende und tätige S., der Mensch; die dialekti
sche Einheit von S. und Objekt — 2. umg. ein
zelner Mensch m it moralisch negativen Eigenschaf
ten: er ist ein zweifelhaftes, verkommenes S.; ge
kaufte, bezahlte Subjekte — 3 . Gramm. Satzglied,
über das im Prädikat etw. ausgesagt wird: ein Sub
stantiv, Gliedsatz als S.
subjektiv, subjektiv /Adj./ 1. Philos. nur dem
Subjekt (1) zukommend, vom Subjekt abhängig, be
stimmt, hervorgebracht: subjektive Faktoren, Trieb
kräfte; objektive und subjektive Gründe; sub
jektiver Idealism us — 2 . wesentlich stärker von der
unsachgemäßen Vorstellung eines Urteilenden als von
den wirklichen Eigenschaften des (von ihm) beur
teilten Objekts bestimmt: subjektive Vorstellungen,
Kriterien; etw. (zu) s. einschätzen
Subjektivismus, der; -, jo. PL/ [..v . .] Denk- und
Verhaltensweise, A uffassung (1), die die objektiven
Gegebenheiten nicht od. n u r unzureichend berück
sichtigt od. ihnen den Wahrheitsgehalt abspricht,
dem Subjektiven eine unzutreffend dominierende
Rolle zuweist: der S. in der Geschichtsauffassung,
in der Soziologie; dazu subjektivjstisch /Adj./
Subjektsatz, der G ramm . Gliedsatz in der Funk
tion (1) eines Subjekts
subkutan /Adj./ Med.: subkutanes (unter der Haut
liegendes) Zellgewebe; einen Impfstoff s. (unter
die Haut) injizieren
sublim fAdj.f geh . ästhetisch od. ethisch auf einer
höheren Stufe stehend: eine sublime Interpretation
eines Musikstückes
Sublimat, das; -(e)s, -e Chem . festes Kondensat,
das bei der Abkühlung (1) der Dämpfe mancher Sub
stanzen direkt, ohne erst flüssig zu werden, entsteht
Sublimation, die; -,
- e n Chem . unmittelbarer Über
gang eines Stoffes vom festen in den gasförmigen Z u
stand und umgekehrt
sublimieren /sw. Vb. ; hat/ 1. g eh . etw. ästhetisch od.
ethisch auf eine höhere Stufe heben: Gefühle, Triebe,
Charaktereigenschaften s. — 2 . Chem . einen Stoff
s. (die Bestandteile eines Stoffes durch Herbei
führen der Sublimation voneinander trennen und da
bei bestimmte Bestandteile ausscheiden)
subordinierend /A d j.;
vorw. attr.j [zup|or..]
G ram m .: eine subordinierende (einen Gliedsatz
mit einem Hauptsatz verbindende) Konjunktion
subpolar /Adj.f G eog r. dem Übergangsgebiet von der
Polarzone zur gemäßigten Zone zugehörig: sub
polare Temperaturen; die kalten subpolaren (an
die Polarzone grenzenden) Gebiete
Subskribent, der; -en, -en jmd., der ein Druck
erzeugnis subskribiert (hat)
subskribieren /sw. Vb.; hat/ ein Druckerzeugnis
durch seine Unterschrift vorbestellen und sich damit
zum Kauf verpflichten: ein Lexikon s.; dazu Sub
skription, die; -,
-en
Subskriptignsjpreis, der ermäßigter P r eis, der Sub
skribenten gewährt wird
substantiell /Adj.f [.. tslsl] die Substanz betreffend
1128
Substantiv — Süden
Substantiv^ das; -s, -e [..vo] Gramm, zu den No
m ina gehörendes Wort, das ein Lebewesen, einen Ge
genstand od. eine Abstraktion bezeichnet: die Wörter
,Mensch4, ,Haus‘, »Bewußtsein4 sind Substantive
substantivieren jsw. 76 .; hat/ [..v . .] Gramm, ein
Wort in die Form und Funktion eines Substantivs
überführen: fvorw. im Part. Prät./ ,das Lesen4 ist
ein substantiviertes Verb; dazu Substantivierung,
die; -en
substantivisch /Adj./ [..v ,.] Gramm.: ein s. (in
der Funktion eines Substantivs) gebrauchtes Verb
Substanz, die;
-en 1. Naturwiss. einzelner, 6e-
stimmter, gegenständlicher, körperhafter Bestandteil
der objektiven Realität: eine organische, radioaktive
S.; chemisch reine Substanzen — 2 . fo. PL/
2.1 . das Vorhandene, das die Grundlage der
Existenz von etw., jmdm . bildet und nicht ohne Gefahr
für seine Existen z angegriffen (5) werden darf: die
bauliche S. erhalten; das geht an die, zehrt an der
S.; die S. angreifen 2.2 . das Wesentliche, das den
inhaltlichen Wert von etw. bildet: dem Rom a n, Vor
trag fehlt es an S.
substituieren jsw. 76 .; hat/ fachspr.: in zahlrei
chen Fällen können metallische Werkstoffe durch
Glas substitutiert (ersetzt) werden; dazu Substi
tution, die; -en
Substrat, das; -(e)s, -e 1. (stoffliche) Grundlage 1.1 .
als Träger von Erscheinungen 1.2 . Elektronik als
Körper, auf den elektronische Schaltungen auf
gebracht werden — 2. Biol. zur Züchtung von Mikro
organismen dienender Nährboden
subsumieren fsw. 76 .; hat/ etw. einem Thema (1),
Oberbegriff unterordnen, in ein Thema einbeziehen,
etw. unter einem Thema, Oberbegriffzusammenfassen:
etw. unter einen, unter einem, etw. einem Begriff s.;
dazu Subsumierung, die; -,
-e n u. Subsumtion, die;
-en
subtil fAdj.f 1. fein gegliedert, gestaltet: subtile
Formen; ein subtiler Stil — 2 . von großem Scharf
sinn zeugend und geringfügigste Details berücksich
tigend: subtile Gedankengänge, Fragen, Überle
gungen; dazu Subtüität, die; -, jo. Pl.f
Sub&ahend, der; -en, -en M ath. Zahl, die von einer
Zahl subtrahiert wird
subtrahieren fsw. 76 .; hat/ eine Zahl von einer
anderen Zahl s. eine Zahl um eine andere verm indern:
5 von 20 s.; dazu Subtraktion, die; -,
-en das Sub
trahieren
Subtropen, die /Pl.f G eog r. Gebiet zwischen den
Tropen und der gemäßigten Zon e; dazu subtropisch,
subtropisch fA d j.f
Subvention, die;
-en [..v ..] Wirtsch. an einen
bestimmten Zweck gebundene finanzielle Zuwendung
aus staatlichen Mitteln an einen Wirtschaftszweig
od. an wirtschaftliche Einheiten ohne Pflicht zur
Rückzahlung: die Gewährung von (staatlichen)
Subventionen; Subventionen zur Preisstützung
(bei Kinderbekleidung); dazu subventionieren fsw.
76.; hat/: Grundnahrungsmittel werden sub
ventioniert
Subversion, die;
-en fvorw. Sg.f [..vsr..] meist
versteckt betriebene Tätigkeit reaktionärer Kräfte als
M ittel zur Untergrabung der politischen, ideolo
gischen, ökonomischen Grundlagen eines fortschritt
lichen Staates: Terror, Sabotage als Formen der S.;
dazu subversiv fAdj.f: subversive Tätigkeit
Such) -aktion, die großangelegte, organisierte Suche
(1): die S. war in vollem Gange; -dienst, der Organi
sation zur Nachforschung über den Verbleib ver
mißter Militär- und Zivilpersonen während eines
Krieges und nach einem K rieg
Suche, die; -,
-n 1. fo. Pl.f das Suchen (1): eine
erfolglose, erfolgreiche, sy stem atische S. (nach
etw.); auf der S. nach etw., jmdm. sein — 2 . fvorw.
Sg.f Jägerspr. das Aufspüren von Wild mit Hilfe
eines Hundes, bes. bei Niederwild
suchen fsw. 76 .; hat; / auch gesucht/ 1.1 . durch
verschiedenartige Aktivitäten etw. Bestimmtes, .das
od. jmdn., den man haben möchte, braucht, zu finden
trachten (1): im Wald Beeren, Pilze s.; eine neue
Stelle s.; sich suchend umschauen; Unfallzeugen,
den Täter s.; eine Frau, einen Mann s. (als Mann,
als Frau sich darum bemühen, jmdn. zu finden, den
m an heiraten könnte); fin Anzeigen! Verkäuferin,
Haushaltshilfe, Darlehen gesucht; O Trost, Halt
(bei jmdm.) s.; Streit s. (streitsüchtig sein); er ist
ein gesuchter (beliebter und oft in Anspruch ge
nommener) Arzt, Rechtsanwalt 1.2 . etw., jmdn.,
nach etw., jmdm. s. etw., das od. jmdn., den man
verloren hat, zu finden trachten: er suchte seine
Brille, seine Brieftasche, nach seiner Brieftasche;
er suchte in dem Gedränge seinen Sohn, nach seinem
Sohn — 2. /s. + Inf. mit zu/ versuchen (1.1), sich
bemühen (1), etw. Bestimmtes zu erreichen (4):
jmdm. zu gefallen s .; er suchte ihn auszustechen,
zu überbieten;"jmdm. etw. auszureden s.; die
Wahrheit zu ergründen s.
-j- du hast hier nichts zu s. (du gehörst hier nicht
her, bist nicht erwünscht); — sein
Heil in der
Flucht s.; etw,, jmdn. wie eine
Stecknadel s.;
das / Weite s.
Sucher, der; -s, - Fotogr. Vorrichtung an der
Kamera zum Festlegen dessen, was als Bild auf-
genommen werden soll
Sucht, die; -, Süchte 1. fvorw. Sg.f übermäßiger
Hang (2), übersteigertes Streben (2) nach etw., da
nach, etw. Bestimmtes zu tu n:die S. nach Vergnügun
gen, Zerstreuung; die S., sich hervorzutun, zu
glänzen — 2 . krankhaft gesteigertes Bedürfnis (2),
krankhafte Gier, die jmdn. zwingt, nach einem be
stimmten Genußmittel, Rauschgift zu greifen: das
Rauchen ist bei ihm zur S. geworden; die S. nach
Medikamenten, Alkohol, Drogen; dazu süchtig
fAdj.f; zu 1: er ist s. nach Zerstreuung; zu 2: er ist
s. geworden
Sud, der; -(e)s, -e 1. Flüssigkeit, in der etw. gekocht
w ird und die nach Beendigung des Kochens zurück
bleibt: Fleisch in den kochenden S. legen, aus dem
S. nehmen; den S. mit Mehl zu einer Soße an
dicken — 2. vorw. fachspr. durch Kochen ent
standene Lösung (3)
Süd, der; -(e)s, -e 1. fo. Art., o. PL; indekl.; vorw.
mit Präp. u. o. Attr.; Abk. S/ Seemannsspr.
Meteor.Süden(i) —2. fvorw. Sg.f Seemannsspr.
Meteor. Südwind — 3 . fin der Verbindung! /
ISTord und S.
süd| deutsch fAdj.f den südlichen T eil Deutsch
lands, heute der BRD , betreffend, in ihm gelegen
sudeln fsw. 76 .; hat/ umg. 1. schlecht, unsauber
schreiben (1.1): wenn du so sudelst, mußt du alles
noch einmal abschreiben — 2 . schlecht arbeiten,
pfuschen: es widerstrebt ihm zu s.
Süden, der; -s, fo. Pl.f 1. fvorw. o. Art., mit Präp. u:
o. A ttr .; Abk. S/ Himmelsrichtung zwischen Osten
1129
und Westen auf derjenigen Seite, wo die Sonne auf
der nördlichen Halbkugel der E rde den höchsten,
auf der südlichen den niedrigsten Stand erreicht: die
Zugvögel ziehen schon nach S.; die Fenster gehen
nach S.; das Flugzeug nahm Kurs auf S. — 2 . /mit
best. A rt./ Gebiet, das südlich von etw. gelegen ist:
nach dem, in den S. (in ein südeuropäisches Land)
reisen; er stammt aus dem S. (dem in 1 gelegenen
Teil) Italiens
Süd| -flanke, die M eteor, südliche Seite: an der S.
eines skandinavischen Hochdruckgebietes; -frueht,
die jvorw. P L/ aus subtropischen und tropischen
Gebieten stammende Frucht: Bananen und Apfel
sinen sind Südfrüchte; -hang, der südlicher Ab
hang; -küste, die südliche Küste eines Landes
südlich /Adj.; nicht präd./ 1 . /nur aitr.f 1*1. nach
Süden (1): das Schiff hat südlichen Kurs 1,2. aus
Süden (1): südliche Winde; der Wind kommt aus
südlicher Richtung — 2 .1 , im Süden (1) gelegen:
die südlichen Länder; der Ort liegt auf dem 32. Grad
südlicher B reite /Ablc. s . od. südl. B r ./; die südliche
Halbkugel der Erde; der südliche (im Süden 1 ge
legene Teil vom) Harz; die Stadt liegt s. vom Harz
2.2 . /präp. mit Gen./ südwärts von etw.: s. des Wal
des liegt ein See
Süd/süd] -ost, /im F unk- und Fernsprechverkehr/
-o st, der Seemannsspr. Meteor. 1. /o. Art., o.
PI.; indekl.; vorw. mit Präp. u. o. Attr./ Südosten:
das Schiff nahm Kurs auf S.
—
2. /vorw. Sg./ aus
Südosten (1) kommender Wind: ein stetiger S.;
-osten, der1./vorw. o. Art, mitPräp. u. o. Attr.;
Abk. SO/ Himmelsrichtung in der Mitte zwischen
Süden und Osten: der Wind kam aus S. — *2. /mit
best. A rt./ Gebiet, das südöstlich von etw. gelegen ist;
dazu -östlich /Adj.; nicht präd./ vgl. südlich; -pol,
der südlicher Pol eines Gestirns, bes. der Erde, des
Himmels (1); -rand, der /vorw. Sg./: am S. (süd
lichen Band) der Stadt wohnen; -Seite, die /vorw.
Sg./ südliche Seite (1.1); -wärts /Adv./ nach Süden
(1) zu: die Wolken zogen s.; =wein, der Wein aus
südlichen Ländern; -west, der vgl.
-o st; -westen,
der vgl. -o sten; -wester, der; -s, - vom Seemann bei
Regen, Sturm getragene Kopfbedeckung aus wasser
abstoßendem M aterial mit einer sehr breiten, vorn
hochgeschlagenen u nd den N ack en bedeckenden
Krempe; -westlich /Adj.; nicht präd.; zu -westen/
vgl. südlich; ^wind, der aus Süden (1) kommender
Wind (1)
Suff, der; -(e)s, jo. Pl.j salopp 1. Trunksucht: der
S. wird ihn noch ruinieren; er hat sich dem S. er
geben, ist dem S. verfallen — 2 . das hat er im S. (im
betrunkenen Zustand) gesagt
süffeln jsw. Vb.; hat/ umg. scherzh. genüßlich
(Alkohol) trink en
süffig /Adj./: ein süffiger (wohlschmeckender, zum
Trinken anregender) Wein; ein süffiges Getränk
süffisant /A d j./ herablassend und selbstgefällig: ein
süffisantes Lächeln
Suffix, das; -es, -e Sprachwiss. an das Ende eines
Wortes tretendes, nicht frei vorkommendes M orphem,
m it dem ein neues Wort meist einer neuen Wortart
gebildet wird: ,-ig‘ in ,mehlig4ist ein S.
suggerieren /sw. Vb.; hat/ jmdm. etw. einreden,
jmdn. psychisch so beeinflussen, d aß dieser sich die
Vorstellungen des anderen ungeprüft zu eigen macht:
jmdm. eine Auffassung, einen Gedanken s.; dazu
Suggestion, die; -,
-en
u. suggestiv /Adj./
Suggestiy|frage, die Frage, die dem Gefragten die
mögliche od. gewünschte A ntwort in den M und legt:
jmdn., den Zeugen, Angeklagten durch eine S. zu
beeinflussen suchen
Suhle, die;'-,
-n Jägerspr. schlammiger Tümpel,
in dem sich das Schwarz-, Rotwild suhlt
suhlen /sw. Vb.; hat/ Jäger spr. /von Schwarz-,
Rotwild/ sich in einer Suhle wälzen: die Wild
schweine s. sich im Schlamm
Sühne, die; -,
- n jvorw. Sg./ geh . Wiedergutmachung
eines begangenen Unrechts, einer Schuld: das Ver
brechen fand seine (sofortige, gerechte) S.; etw.
erfordert S.; jmdm. (eine) S. auferlegen
sühnen jsw. Vb.; hat/ geh. etw. s. für etw. Sühne
leisten: ein Verbrechen, schweres Unrecht (mit
dem Leben, dem Tod) s.
Suite, die; -,
-n [svi;t(o), auch süi:ta, PI. ..ton]
1. M u s. Folge verschieden aneinandergereihter Sätze
meist tänzerischen Charakters — 2 . Gefolge (1.1):
der Präsident und seine S. — 8. Zimmerflucht (in
einem Hotel)
Sujet, das; -s, -s [sy3e:] Gegenstand (2.2), M otiv
(2.1), Thema (1) einer künstlerischen Darstellung
sukzessiv /A dj./ allmählich, nach und nach (vor sich
gehend): die neuen Vorstellungen setzen sich s.
durch
Sulky, der; -s, -s [zulki, auch salki] S p o r t leichter
zweirädriger Wagen bei Trabrennen
Sultan, der; -s, -e /Titel eines mohammedanischen
Herrschers/
Sultanine, die; -,
- n große, kernlose Rosine
Sülze, die; -n Fleisch- od. Fischstücke in saurem,
salzigem Gallert: Bratkartoffeln mit S.; sich eine
Scheibe S. abschneiden
sülzen /sw. Vb.; hat/ berl. umg. langweiliges,
törichtes Zeug däherreden: hör auf zu s . !
Sülzjkotelett, das flache Scheibe Schweinefleisch i n
saurem, salzigem Gallert
Summand, der; -en, -en M ath. Zahl, die mit einer
anderen addiert wird
summarisch /A dj./ kurz zusammengefaßt, knapp
das Wesentliche nennend: ein summarischer Über
blick; eine summarische Zusammenfassung; ein
Thema nur, sehr s. behandeln
Summe, die;
- n 1. Geldbetrag: eine beträchtliche
S.; eine bestimmte S. aufbringen, bereitstellen;
die S. muß bar bezahlt werden — 2 . Ergebnis einer
Addition: die S. von 2 plus 3 ist, beträgt 5; <0 die
S. unseres Wissens (all unser Wissen)
summen /sw. Vb.; hat/ 1. einen leisen (1), anhal
tenden, gleichmäßig vibrierenden Ton von' sich
geben, hervorbringen: die Bienen, Mücken s.; die
Drähte der Fernleitungen s.; auf dem Herd
summt der Teekessel — 2 . eine Melodie mit ge
schlossenen Lippen singen (1.1): ein Lied, eine Me
lodie s.; er begann vor sich hin zu s.
Summer, der; -s, - Vorrichtung, die einen Summton
erzeugt
summieren, sich jsw. Vb.; hat/ 1.1 . die täglichen
kleinen Ausgaben s. sich (ergeben schließlich eine
große, größere Summe) 1.2 . in letzter Zeit s. sich
die Beschwerden (kommen immer mehr Beschwerden)
Summ[ton, der summender rTon (1.1) (als Signal)
Sumpf, der; -es, Sümpfe ständig feuchtes Gelände mit
sehr stark von Wasser durchtränktem, schlammigem
Erdreich: in der Nähe lag ein großer S.; einen S.
austrocknen; in einen S. geraten
Südflanke - Sumpf
1130
Sumpfbiber — süß
Sumpf| -biber, der der Ratte ähnliches, amphibisch
lebendes Nagetier Südamerikas, das in Europa zur
Gewinnung seines Felles in Farmen gehalten wird;
- dotterblume, die auf sumpfigen Wiesen wachsendes
Hahnenfußgewächs mit gelben Blüten
sumpfen fsw. Vb.; hat/ umg. scherzh. ein lieder
liches (2) Leben führen, ganze Nächte hindurch
zechen
Sumpf|huhn, das 1. in den Sümpfen lebende Ralle —
2• umg. scherzh. jmd., der ein liederliches (2)'
Leben führt, der ganze Nächte hindurch zecht
sumpfig fAdj.f ständig feucht, sehr stark von Wasser
durchtränkt, schlam mig: eine sumpfige Gegend,
Wiese
Sumpf| -land, das fo. Pl.f sumpfiges Land (4);
- niederimg, die; -pflanze, die bes. in sumpfigem
Gelände wachsende, unter Wasser wurzelnde Pflanze
Sums, der; -es, fo. Pl.f umg.: mach nicht so viel S.
(Aufhebens, Umstände 2) um jede Kleinigkeit!
Sund , der; -(e)s, -e s chiffbare Meerenge
Sünde, die; -n 1* R e l. Verstoß gegen ein göttliches
Gebot (1): der Glaube an die Vergebung der Sün
den — 2. oft scherzh. meist wenig erheblicher Ver
sto ß gegen bestehende (moralische) Verhaltensnormen,
Verfehlung: jmdm. eine S. beichten; darin bin ich
mir keiner S. bewußt; da fallen mir alle meine Sün
den (die mir in diesem Zusammenhang unterlaufenen
Versäumnisse) ein; die Sünden (Fehler, Versäum
nisse) der Verkehrsplanung; es wäre eine (wahre)
S. (Dummheit), dafür Geld auszugeben
+ faul wie die S. (sehr faul)
Sünden umg.| -bock, der jmd,, dem alle Schuld zu
geschoben w ird, Prügelknabe: jmdn. zum S. machen;
den S. abgeben, spielen; -geld, das jvorw, mit un
best. Art.; o. Pl.f veraltend femot.j:etw. kostet ein
S.(sehr viel Geld); -register,das oft scherzh.:er hat
ein langes S. (hat viele Sünden 2 begangen)
Sander, der; -s, -1 . Rel. jmd., der eine Sünde (1) be
gangen hat: ein reuiger S. — 2. oft scherzh. er saß
da wie ein armer S. (wie jmd ., der etwas verschuldet
hat); dazu Sünderin, die; -nen
sündhaft fAdj.f 1. R el. gegen göttliche Gebote (1)
verstoßend: einen sündhaften Lebenswandel füh
ren
2. jnur präd.f umg., oft scherzh. einen
solchen Tag zu verschlafen ist ja geradezu s. (un
verzeihlich) ! — 3 . /als Partikel/ umg. /drückt emotio
nal einen hohen Grad ausf: etw. ist s. (sehr, überaus)
teuer; sie ist s. faul, schön
sündigen fsw. Vb.; hat/ 1. R el. gegen göttliche Ge
bote verstoßen — 2. oft scherzh. sich Versäumnisse,
bestimmte Unkorrektheiten, kleine Verstöße zu
schulden kommen lassen: er hat heute einmal etwas
gesündigt und ordentlich Kuchen gegessen
süperb fAdj.f ausgezeichnet, vorzüglich: diese N a ch
speise ist s.
Superintendent, auch Superintendent, der; -en, -en
R el . e v . evangelischer Geistlicher, der eine größere
kirchliche Verwaltungseinheit leitet
superklug fAdj.f u m g . sich überaus klug gebend,
ohne es wirklich zu sein
Superlativ, der; -s, fo. Pl.f G ramm , dritte Stufe
der Steigerung, durch die beim Vergleich einer von
mindestens drei Größen der höchste Grad eines M erk
mals zugeschrieben w ird
Suppe, die; -,
-n flüssige Speise, oft mit beigegebenen
festen Bestandteilen, die m it dem Löffel gegessen
wird: eine gebundene, klare, legierte, pikante S.;
eine S. würzen, abschmecken; die S. servieren; O
u m g . bei dieser (dicken) S. (bei diesem starken
Nebel) bleibe ich zu H ause
+ um g. jmdm., sich eine schöne S. eingebrockt
haben (jmdn., sich in eine unangenehme, schwierige
Lage gebracht haben); die S. auslöffeln müssen (die
man sich eingebrockt hat) (die Folgen eines törich
ten, unüberlegten Tu ns selbst tragen müssen) ; jmdm.
die S. versalzen (jmds. Absichten, Pläne durch
kreuzen, zunichte machen); s a l o p p jmdm. in die
S. spucken (jmdm. einen Plan verderben); — ein /
Haar in der S. finden; jmdm. nicht das /* Salz in
der S. gönnen
Suppen| -einlage, die fester Bestandteil, der einer
Suppe, Brühsuppe beigegeben wird; -extrakt, der
kochfertiger Extrakt, der in Wasser gelöst und zur
Herstellung einer Suppe aufgekocht w ird; -fleisch,
das Kochfleisch, das zur Herstellung einer Suppe
benötigt wird; -grün , das verschiedenes Gemüse,
das als Gewürz einer Suppe beigegeben w ird; -huhn,
das großes, älteres Huhn, das gekocht wird; -knochen,
die fPLf Knochen, bes. vom Rind, die zur Herstellung
einer Suppe ausgekocht werden; -kraut, das fo. Pl.f
Suppengrün;-löffel,der großer Löffel, mit dem Suppe
gegessen wird; -Schüssel, die Schüssel, in der Suppe
serviert wird;-terrine, die Suppenschüssel mitDeckel;
-Würfel, der zu einem Würfel gepreßter Suppen
extrakt ; -würze, die aus verschiedenen pflanzlichen
un d tierischen Stoffen hergestellte konzentrierte
Lösung, mit der eine Suppe gewürzt wird
Surfer [sceifer], Surfer [scerfor], der; -s, - Wind
surfer
Surfing [soe:f..], Surfing [scerf..], das; -s, fo. Pl.f
Windsurfing
Surrealismus, der;
fo. Pl.f [zur.., syr..] süb-
jektivistische spätbürgerl. Richtung in K u n st und
Literatur, die, ohne Rücksicht auf Logik und Kausali
tät, äußerst unrealistisch vorwiegend das Irrationale
darzustellen sucht; dazu surrealistisch fAdj.f
surren fsw. Vb.; hat/ feine, meist tiefe, in der Ton
höhe, -stärke rasch wechselnde Töne von sich geben,
hervorbringen: Käfer, Libellen s.; das Surren der
Kameras, eines Ventilators
Surrogat, das; -(e)s, -e 1. einem Naturprodukt nach
gebildetes, es aber nicht vollwertig ersetzendes P ro
dukt: Kunsthonig, Malzkaffee ist ein S. — 2- Jur.
an Stelle einer geschuldeten Leistung ersatzweise er
brachte Leistung
suspekt fAdj.f verdächtig (1.2): jmd., etw. ist, gilt
als s.
suspendieren fsw. Vb.; hatf 1* jmdn. zeitweilig von
einer (allgemeinen) Verpflichtung befreien (4): der
Schüler wurde vom Sport suspendiert; jmdn. von
einem Amt s. (jmdn. vorläufig von einem Amt
entbinden) — 2 . etw. zeitweilig aufheben: Anordnun
gen, Entscheidungen s. — 3 . Chem. etw. s. (klein
ste Teilchen eines Stoffes in einer Flüssigkeit so fein
verteilen, daß sie darin schweben 1.1)
Suspension, die; -,
-e n Chem. Flüssigkeit, in der
kleinste Teilchen eines Stoffes so fein verteilt sind ,
daß sie darin schweben (1.1)
süß fAdj.f 1.1 .1 . wie Zucker, Honig schmeckend:
etw. schmeckt s.; süße Früchte, Kirschen; süße
(nicht bittere) Mandeln 1 .1 .2 . m it einer wie 1.1 .1
schmeckenden Zutat, bes. m it Zucker, zubereitet:
süße Speisen; er trinkt gern süßen (gesüßten)
Kaffee 1 .2 . im Geruch 1.1 .1 ähnlich, vergleichbar:
Süße — Synchrongetriebe
1131
ein süßer D uft, Geruch vo n Flieder; ein süßes
Parfüm — 2*1« um g. anmutig, hübsch (1.1), rei
zend: ein süßes Kind, Geschöpf; sie hat ein süßes
Gesicht; das Baby, Kätzchen ist (einfach) s.
2.2, s. (angenehm) schlafen, träumen 2.3 . g eh . lieb
lich und zart klingend, wohlklingend: die süßen
Töne des Flötenspiels — 3 . er ließ sich von den
süßen (übertrieben, heuchlerisch freundlichen, lie
benswürdigen) Reden nicht betören
+ jmdm. auf die süße / Tour kommen
Süße, die; jo. P L / der süße Geschmack, Geruch:
die S. des Honigs; ihr Parfüm war von betören
der S.
süßen /sw. Vb.; hat/ Getränke, Speisen durch Zusatz
von etwbes. Zucker, süß machen:den Tee s.; ge
süßter Kaffee
Süß| -gras, das zu den Gräsern gehörende Pflanze
m it hohlen, knotigen, runden Stengeln und läng
lichen Blättern; -holz, das jo. Pl.j bes. in Südeuropa
und den Mittelmeerländern wachsender strauchiger
Schmetterlingsblütler, dessen Wurzeln als Heilmittel
und zur Herstellung von Lakritze verwendet werden
- f umg. scherzh. er raspelt S. (er sagt weiblichen
Personen in übertriebener Weise Schmeicheleien)
Süßigkeiten, die /PL; zusammenfassende Bez. für
süße Erzeugnisse, bes. Schokolade und Bonbons/:
das Kind naschte von den S .; er hat sich mit den S.
den Magen verdorben
Süß|kirsche, die süß schmeckende Kirsche
süßlich jAdj.j 1.1 , leicht süß (1.1), auch unangenehm,
widerlich sü ß : ein süßlicher Geschmack; erfrorene
Kartoffeln schmecken s. 1 .2 . leicht süß (1.2), auch
unangenehm, widerlich süß: ihr Parfüm riecht
(aufdringlich) s. — 2 . seine Art, sein B enehmen ist
mir zu s. (übertrieben, aufdringlich freundlich)
Süß/süß| -m ost, der nicht vergorener, oft m it Zucker
angereicherter Fruchtsaft; -sauer /A dj.j 1. sowohl
süß (1.1 .2)als auchsauer (1.1 .2): er ißt Linsen gern s.
—
2. erfreut und mißvergnügt zugleich: sie m achte
ein süßsaures Gesicht; -speise, die meist als Nach
tisch gereichte süße Speise; -Stoff, der jo. Pl.j syn
thetisch hergestellte organische Verbindung ohne
Nährwert, mit der man etw. süßt; -waren, die jPl.;
Bez. für Genuß-, Lebensmittel, die vorwiegend aus
Zucker hergestellt sindj; -wasser, das jo. Pl.j salz
armes Wasser derBinnengewässer und Niederschläge;
- wein, der süßer (1.1 .1), oft schwerer Wein
Sweater [svstor], Sweater [sve:..], der; -s, - Pullo
ver: er trug einen grünen S.
Swimmingpool, der (kleines) Schwimmbecken, das
sich auf einem priva ten Grundstück befindet od. zu
einem Hotel gehört: im Garten ist ein S.
Swing, der; -j -s, -s I. Gesellschaftstanz im Vier
vierteltakt — Ü . jo. Pl.j W irts ch. Grenze, bis zu
der sich Partner bilateraler Handelsverträge (zins
losen) Kredit gewähren, wenn sie mit der Bezahlung
von Lieferungen vorübergehend im Rückstand sin d :
den vereinbarten S. überziehen
Syllogismus, der; -, Syllogismen [zy ..] L o gik
logischer Schluß aus zwei Prämissen
Symbiose, die; -,
-n [zy..] Biol. Zusammenleben
zweier artverschiedener, einander angepaßter Or
ganismen mit ausgeprägter gegenseitiger Abhängig
keit und zum beiderseitigen Nutzen:, alle Orchideen
leben in S. mit Pilzen
Symbol, das; -s, -e [ zy . .] 1. (dargestellter) Gegenstand
od. ein Vorgang, der über seine eigene Bedeutung
hinaus einen abstrakten Begriff od. größere Z u
sammenhänge anschaulich verdeutlicht, Sinnbild: die
Taube als S. des Friedens; die Staatsflagge, das
Staatswappen ist ein staatliches S. — 2 . W issen -
sch. Zeichen (1.3): ein mathematisches, sprach
liches S.
symbolhaft/Adj.l [zy ..] ein Symbol (1) darstellend,
enthaltend: symbolhafte Darstellungen
Symbolik, die; -,
- e n jvorw. Sg.j [zy ..] symbolische
Bedeutung (1.1): die S. von Hammer und Sichel
symbolisch jAdj.j [zy ..] ein Symbol (1) darstellend,
einen tieferen Sinn andeutend: eine symbolische
Handlung; diese Handlung ist eine symbolische
Geste; etw. hat symbolische Bedeutung
symbol|trächtig jA dj.j viel Symbolik enthaltend
Symmetrie, die; -,
-n [zy.., PI. ..i:on] (spiegel
bildliche) Gleichheit der Teile eines räumlichen od.
ebenen Gebildes, die von einer M ittellinie nach beiden
Seiten od. von einem M ittelp unkt gleich weit entfernt
sind: die S. des menschlichen Körpers, eines regel
mäßigen Vielecks, einer Kugel; die Rolle der S. im
Bauwesen; dazu symmetrisch /Adj.j
Sympathie, die;
-n [zy.., PL ..i:on] positive,
gefühlsmäßig begründete Einstellung, Neigung zu
jmdm.,etw. :jmdm. große S. entgegenbringen;wenig
S.für jmdn.,etw.haben, empfinden; dieser Plan hat
meine volle S. (Zustimmung); er hat sich alle
Sympathien verscherzt, die S. aller erobert
Sympathisant, der; -en, -en [zy..] jmd., der mit
jmdm., einer Sache sympathisiert
sympathisch /Adj.j [zy..] Sympathie erweckend,
angenehm, liebenswert: ein sympathischer Mensch,
Junge; er hat ein sympathisches Äußeres, Wesen;
er wirkt s.; diese Sache ist mir gar nicht s. (sagt mir
nicht zu)
sympathisieren jsw. Vb.; hat/ [zy ..] mit jmdm.,
etw. s. jmdm. gewogen sein, jmdm., einer Sache zu
getan sein, m it jmdm ., einer Sache übereinstimmen:
er war nicht Mitglied der Organisation, bezeichnete
sich aber als Sympathisierenden
Symphonie, die [zymfoni:] s. Sinfonie
Symposion, Symposion, das; -s, Symposien [zy . .k>n,
P I... ion] s. Symposium
Symposium, Symposium,das; -s, Symposien [zy ..,
PL . .ien] dem Austausch von Gedanken und E r
kenntnissen dienende Zusammenkunft von Wissen
schaftlern: ein medizinisches S.; an einem S. teil
nehmen
Symptom, das; -s, -e [zy ..] 1.1 . M ed. charakteristi
sches Anzeichen für eine Krankheit: die Symptome
einer Krankheit; ein typisches, klassisches S.
1.2 . charakteristisches M erkm al für eine (negative)
Entwicklung: Symptome einer Wirtschaftskrise
symptomatisch/Adj.j [zy ..] 1.1. Med. ein Symptom
(1.1) darstellend: symptomatisches Fieber; das Blut
bild ist s. für diese Krankheit 1.2 . ein charakteristi
sches M erkm al für etw., jmdn. darstellend: eine
solche Äußerung ist s. dafür, für ihn
Synagoge, die; -,
- n [zy..] Haus, in dem sich die
jüdische Gemeinde (zum Gottesdienst) versam
melt
synchron jAdj./ [zynkr..] fachspr.: synchrone
(gleichzeitig verlaufende) Prozesse; zwei Ventile
sind s. geschaltet (sind so geschaltet, daß sie gleich
zeitig funktionieren)
Synchron|getriebe, das T e ch n . synchronisiertes
Getriebe eines Kraftfahrzeugs
1132
Synehronie — Systemzwang
Synehronie, die; jo. Pl.j [zynkr..] Sprachwiss.
Beschreibung der sprachlichen Erscheinungen einer
zeitlich (eng) begrenzten Entwicklungspha se
Synchronisation,die; -en [zynkr,.] jzu synchroni
sieren/
synchronisch jA d j.j [zynkr. ..] jz u Synehronie/
synchronisieren /sw. F6.; hat/ [zynkr..] 1.1. fach-
sp r. zwei Vorgänge s. (den Ablauf zweier Vorgänge
in Übereinstimmung bringen) 1.2 . F ilm einen Film
s. 1 .2 .1 . getrennt aufgenommene Bilder und Ton-
bänder in zeitliche Übereinstimmung bringen 1.2 .2 .
ein in einer fremden Sprache besprochenes Tonband
durch ein in der Landessprache besprochenes ersetzen
und es in zeitliche Übereinstimmung mit den Bildern
bringen — 2. Techn. ein Getriebe s. (die Dreh
zahlen eines Getriebes genau aufeinander abstimmen)
Synchron|motor, der T e ch n . Elektromotor, dessen
Drehzahl der Frequenz des Stromes angepaßt ist
Syndikat, das; -(e)s, -e [zy ..] über das Kartell hin
ausgehende straffe monopolistische Vereinigung mit
zentralisiertem Warenabsatz: mehrere Firmen
schlossen sich zu einem S. zusammen
Syndikus, der; -, Syndizi [zy ..] ständiger Bearbei
ter der rechtlichen Angelegenheiten eines größeren
kap . Unternehmens
Syndrom, das; -s, -e [zy..] Med. Gruppe von Krank
heitssymptomen, deren Kombination für ein Krank
heitsbild typisch ist
Synkope [zy..po], Synkope [zy..pe], die; Syn
kopen 1. /Synkope/ M us. Verlagerung des rhyth
mischen Akzents auf einen metrisch unbetonten
Taktteil —2 .jo. PI.; Synkope/ Sprachwiss. Aus
fall eines unbetonten Vokals im Innern eines Wortes;
zu 1 synkopisch fAdj.j
Synode, die; -n [zy..] Rel. 1.1. ev. Gremium aus
(von den kirchlichen Gemeinden als Vertreter) ge
wählten Geistlichen und Laien, das Fragen der
Lehre und Ordnung der Kirch e gesetzlich regelt
1.2. kath. Konzil (1)
synonym jAdj.j [zynony:m] Sprachwiss. von
ähnlicher od. gleicher Bedeutung: synonyme Wörter
Synonym, das; -s, -e [zynony:m] Sprachwiss.
synonyme lexikalische Einheit: ,Ruhe4 und ,Stille4
sind Synonyme
Synopse, die; -,
-n [zy..] Wissensch. parallel ge
druckte Zusammenstellung von Texten gleichen od.
ähnlichen Inhalts; dazu synoptisch jA dj.j: in dieser
Ausgabe sind der mittelhochdeutsche Text und die
neuhochdeutsche Übersetzung s. gedruckt
syntaktisch jAdj.j [zy..] Gramm, den Bau, die
Gliederung der Sätze betreffend
Syntax, die; -, fo. Pl.j [zy ..] Gramm. (Gesamtheit
der Regeln über den) Bau, Gliederung der Sätze: die
deutsche, historische S.
Synthese, die;
-n [zy ..] 1. Vereinigung mehrerer
(selbständiger) Elemente zu einem (höheren) Ganzen,
einer Ganzheit: eine gelungene S. v on epischen und
lyrischen Elementen — 2 . Wissens ch. 2.1. Ver
fahren, durch das die in der A nalyse eines materiellen
od. ideellen Sachverhalts gewonnenen od. als voraus
gesetzt bestehenden Teile zu einem Ganzen, einer E in
heit verbunden werden: Analyse und S. setzen ein
ander voraus und bedingen sich 2.2 . fo. Pl.j das
Aufheben, d ie Vermittlung des Gegensatzes von
These und Antithese in ihrer widersprüchlichen
Einheit — 3 . W issensch. der durch Synthese (2.2)
gebildete Begriff — 4 . Chem. durch das Zusammen
fügen einfacher Stoffe zu komplizierteren bewirkte
Herstellung einer in der N atu r vorkommenden od.
einer neuen chemischen Verbindung: die S. des
Kautschuks
Synthgtics, die jPl.j [zynte:tiks] Textilien aus syn
thetischen Fasern: pflegeleichte S.
synthetisch/Adj.; zu Synthese 2.1 u.4/ [zy ..]; zu 2.1:
synthetisches Denken; zu 4: synthetische (künst
lich hergestellte) Fasern
synthetisieren jsw. Vb.; hat/ [zy..] Chem. etw.
durch eine Synthese (4) hersteilen i Harnstoff, In su
lin s.
Syphilis, die; -, jo. Pl.j [zy:..] Med. chronisch ver
laufende infektiöse Geschlechtskrankheit; dazu s y
philitisch jA dj.j [zy ..]
System, das; -s, -e [zy..] 1. aus einer Menge von
—
je nach der A rt des Ganzen verschiedenen — be
stimmten Elementen und der durch ihre Relationen
gebildeten Struktur bestehende 1.1 . funktionierende
Ganzheit als Teilbereich der (natürlichen) materiellen
Welt: lebende Organismen als organische System e;
das S. Erde, Mond und Sonne; materielle, dyna
mische, kybernetische, lernende Systeme 1.2 . Ge
samtheit von Beziehungen und Institutionen in
(einem Teilbereich) einer (Entwicklungsphase einer)
Gesellschaß(sordnung): ein gesellschaftliches S.
(Gesellschaftssystem); das ökonomische S. des So
zialismus; Beziehungen zwischen Staaten unter
schiedlicher sozialer System e 1.3 . Gesamtheit von
Aussagen, Anschauungen, Erkenntnissen als wissen
schaftliches Schema, als Lehrgebäude: ein theore
tisches, ideelles, wissenschaftliches S. 1 .4 . Klassifi
kation als Ergebnis der wissenschaftlichen Erfassung
vorhandener natürlicher Erscheinungen: das natür
liche phylogenetische S. der Zoologie; das S. der
chemischen Elemente 1.5 . Gesamtheit von tech
nischen Teilen, Anlagen in gemeinsamer Funktion:
ein S. v o n Maschinen, Schleusen, K anälen und
Flüssen — 2 . sinnvolle Gliederung von etw.: ein
brauchbares, praktisches, zweckmäßiges S .; /in der
Verbindung! S. in etw. bringen (etw. sinnvoll ord
nen, gliedern) — 3 . die einzelnen Schritte des
Handelns festlegender Plan, m it dem jm d. sein Ziel
erreichen will: nach einem bestimmten S. Vorgehen
—
4. jvorw. emot. neg.j Regime (1), Staat (1.1): ein
korruptes, reaktionäres S.
Systematik, die;
- en [zy ..] 1. das Gestaltetsein
nach einem Ordnungsprinzip: eine moderne S. und
Nomenklatur; die S. der Darstellung eines Stoffes
—
2. jo. Pl.\ Teilgebiet der Biologie, das sich mit der
Einordnung der Organismen in das System (1.4)
des Pflanz en - und Tierreiches beschäftigt
systematisch /Adj./ [zy..] 1. methodisch und plan
mäßig: eine systematische Erziehung, Agitations
arbeit betreiben; er arbeitet konzentriert und s.;
sie betrieb s. ihre morgendlichen gymnastischen
Übungen — 2 . nach einem System (1.4), auf
einem System beruhend: ein systematischer K a
talog
systematisieren jsw. Vb.;hat/ [zy ..] etw. nach einem
Ordnungsprinzip gliedern (und darstellen): eine
Materialsammlung s.
System/systeml -Charakter, der jo. Pl.j: etw. hat,
trägt S. (ist als System 1.1 angelegt); -los /Adj./
ohne System (2, 3); -zwang, der jo. Pl.j durch ein
akzeptiertes Ordnungssystem bestimmte Festlegung
für Entscheidungen
Szenarium — Tafel
1133
Szenarium,das; -s, Szenarien [..ion,. .ion]1. Thea
te r Übersicht über Szenenfolge, benötigte Requisi
ten, Dekorationen und die technischen Vorgänge
einer Aufführung — 2 . F ilm Filmszenarium
Szene, die; -n 1. kleiner, in sich geschlossener Ab
schnitt eines Theaterstücks, Films, Hörspiels, A uf
tritt (2): erster Akt, vierte S.; die S. ,Auerbachs
Keller4in G oethes,Faust4; eine S. drehen, proben
—
2. jo. P L / auf der Bühne dargestellter Schauplatz
eines Theaterstücks: die S. stellt eine ländliche
Idylle dar; das Publikum spendete dem Schau
spieler Beifall auf offener S. (während des Spiels) —
3.1 . kürzeres, emotional wirksames Geschehen: eine
peinliche,erschütternde,bewegendes. 3 .2 . in ihrer
Ehe kam es oft zu heftigen Szenen (Auseinander
setzungen 2.2)
+ jmdm. eine S. machen (jmdm . heftige Vorwürfe
machen)-, sich in S. setzen (sich selbst wirkungsvoll
z ur Geltung bringen)
Szenenj -folge, die Folge von Szenen (1); -Wechsel,
der T heater Wechselder Szene (2) mit Veränderung
der Kulissen
Szenerie, die;
-n [..i:on] 1. Szene (2): die S.
wechselte in den einzelnen Akten — 2 . dem Auge
sich darbietende bestimmte Landschaft: die monu
mentale S. der kaukasischen Bergketten
szenisch /A dj.; nicht präd.f die Szene (2) betreffend:
szenische Effekte; die szenische Gestaltung
T
t, T, das;
- /umg, -s [te:] der Laut T; zwanzig
ster Buchstabe des Alphabets: ein kleines, großes T
Tabak, Tabak, auch Tabak, der; -(e)s, -e 1. ein
jähriges Nachtschattengewächs A m erikas mit niko
tinhaltigen Blättern: T. (an)bauen, ernten; T.
(Tabakblätter) fermentieren — 2 . Genußmittel zum
Rauchen aus getrockneten und fermentierten Tabak
blättern: milder, starker, guter, schlechter, billiger,
teurer T.; T. rauchen, schnupfen; er stopfte sich
seine Pfeife mit T .; eine Prise T. nehm en
Tabak, Tabak (mit * auch Tabaks, Tabaks|)|
*-beutel, der Beutel für Rauch-, Schnupftabak;
- b latt, das; /PL -blätter/; «-dose, die vgl. -beutel;
- waren, die /PL; Sammelbez. für Zigarren, Ziga
retten, Pfeifen-, Schnupftabak/
tabellarisch /A dj./ in Form, in der Anordnung
einer Tabelle, von Tabellen: eine tabellarische Auf
stellung, Übersicht
tabellarisieren /sw. Vb.; hat/ etw. in einer Tabelle,
in Tabellen übersichtlich anordnen: Zahlen, Schlag
wörter t,
Tabelle, die;
- n übersichtlich geordnete, graphisch
gestaltete Zusamm enstellung (2) von Zählen, Werten,
Begriffen' eine statistische T.
tabellieren jsw. Vb.; hat/ auf maschinellem Wege
Angaben in Tabellenform darstellen: tabellierte
Werte; dazu Tabellierer, der; -s, -
Tabellierjmaschine, die T e ch n . Maschine zum
Auswerten von Lochkarten, die die Ergebnisse als
Tabellen in Klarschrift druckt
Tabernakel, das, auch der; -s, - Bei. kath.
(Altar)schrein z ur Aufbewahrung der geweihten
Hostien
Taberne, die s. Taverne
Tablett, das; -(e)s, -e/-s Brett (1), Platte (1) aus
Holz, Kunststoff mit erhöhtem Rand zum Aufträgen
von Speisen, Getränken, Geschirr: Geschirr auf
einem T. wegtragen; sie trug ein T. vor sich her
Tablette, die; -,
-n Arzneimittel in Form einer
kleinen Scheibe od. einer kleinen Kugel: der Arzt
verordnete ihr eine Dosis Tabletten
tabu, auch tabu /indekl. Adj.; nicht attr.j so ge
artet, daß man aus bestimmten Gründen nicht dar
über spricht: dieses Thema ist t.; etw. als t. an-
sehen, betrachten
Tabu, auch Tabu, das; -s, -s 1.1 . kultisches Gebot
bei Naturvölkern, den Ko ntakt mit gewissen Gegen
ständen, Personen, Tieren, Pflanzen, Orten zu
meiden: ein T. beachten, mißachten, verletzen
1.2 . früher als (naturgegeben und) gesellschaftlich
verbindlich angesehene, oft auf überholter (mora
lischer) Konvention beruhende ungeschriebene Vor
schrift, über bestimmte Dinge nicht zu sprechen od.
bestimmte Handlungen nicht auszuführen: Tabus
abbauen, beseitigen; die Einhaltung, Aufhebung
bestimmter Tabus
Tacho, der; -s, -s /Kurzw. für Tachometer/ s.
Tachometer
Tachometer, das, auch der; -s, - / / auch Tacho/
T ech n . Instrument zum Messen der Umdrehungs
zahl von Wellen, bes. zum M essen der Fahrgeschwin
digkeit
Täcks, der; -es, -e fachspr. kleiner Stift aus Stahl
od. Holz, der bei der Herstellung, der Reparatur
von Schuhen verwendet wird
Tadel, der; -s, - 1 . sich gegen jmdn., jmds. fehler
haftes Tun, Verhalten richtende vorwurfsvolle m iß
billigende Ä ußerung, Rüge: ein harter, scharfer,
milder, leiser, (ungerechter T.; ein mündlicher,
schriftlicher T.; einen T. bekom men, erhalten;
ihn trifft kein T. (er hat keine Schuld); J u r . ein
öffentlicher T. (gerichtliche Strafe in der D D R ,
durch die ein leichtes Vergehen eine rechtliche und
politisch-moralische Mißbilligung erfährt) — 2 . v e r
a lten d er führte ein Leben ohne T. (ein moralisch
einw andfreies Leben)
tad ello s /A dj./ einwandfrei, fehlerlos: eine tadel
lose Arbeit; er zeigte ein tadelloses Benehmen;
eine Fremdsprache t. beherrschen
tadelu /sw. Vb.; hat/ jmdn., etw. t. jmdm., jmds.
fehlerhaftem Tu n, Verhalten einen Tadel aus
sprechen, jmdn., etw. rügen: jmdn. hart, scharf,
leicht t.; jmdn. wegen Unpünktlichkeit t.; jmds.
Unordentlichkeit t.; jmdn. tadelnd (mißbilligend)
anblicken
Tafel, die; -,
- n 1. meist dünnere Platte (1) (auf
die etw. geschrieben, etw . Schriftliches angebracht
w ird): eine hölzerne, steinerne, viereckige T .; eine
T. anbringen, aufstellen; am Hause des berühm
ten Musikers wurde eine T. (Gedenktafel) an
gebracht; der Lehrer schrieb ein Fremdwort,
mathematische Formeln an die T. (Wandtafel);
eine T. (ein aufgehängtes B rett zum Anbringen von
Mitteilungen, Anzeigen) mit Bekanntmachungen
1134
Tafelbild — Tagesmarsch
für die Bevölkerung — 2 . eine T. (ein platten-
förmiges, meist gekerbtes Stück), drei Tafeln Schoko
lade — 3, ganzseitige Illustration, Tabelle, Übersicht
(in einem Buch), meistauf festerem Papier: farbige
Tafeln; Tafeln in Farbdruck; mathematische
Tafeln — 4 . langer, für eine festliche Mahlzeit ge
deckter Tisch : eine festliche T. decken
+ die T. aufheben (die Mahlzeit durch ein Zeichen
für beendet erklären)
Tafel/tafel| -bild, das auf eine Tafel (1) bes. aus Holz
od. auf Leinwand gemaltes (gerahmtes) Bild;
- fertig fA d j.f : tafelfertige (fertig zubereitete und
konservierte, vor dem Verzehr nur noch aufzu
wärmende) Gerichte; -g es chirr, das Geschirr (I), vor
wiegend für festliche Mahlzeiten
tafeln jsw. Vb.\ hat/ an einer (festlichen) Tafel
sitzen und gut, ausgiebig essen und trink en: wir
haben im Restaurant,Sofia4getäfelt
täfeln fsw. Vb.; hat/ etw., vorwiegend Wände,
Decken, m it dünnen Platten aus Holz belegen, ver
kleiden: er ließ sein Arbeitszimmer t.; eine (mit
dunklem Holz) getäfelte Decke
Tafel| -obst, das ausgesuchtes, einwandfreies Obst
einer guten Sorte, das direkt für den Verzehr be
stimmt ist; -tuch, das /PL -tücher/ großes Tisch
tuch aus feinem Leinen od. Damast
Täf(e)hmg, die; -,
-e n Wand- od. Deckenverklei
dung mit dünnen Platten aus Holz
Taft, der; -(e)s, -e dicht gewebte glänzende Seide
od. Kunstseide: ein Unterkleid aus T.; ein Kleid
ganz auf T. (ganz m it Taft gefüttert)
Tag, auch Tag, der; -(e)s, Tage 1. Zeitraum von
24 Stunden, von Mitternacht bis Mitternacht, Zeit
raum einer vollen Drehung der Erde um ihre A chse:
der T. hat 24 Stunden; am selben, gleichen T.;
die sieben Tage der W oche; (heute) in acht Tagen;
in den nächsten Tagen; T. für T. (täglich); was
für einen T. haben wir heute, Montag oder Diens
tag?; es geht ihm von T. zu T. (von einem Tag
zum anderen, ständig) besser — 2 . Tageszeit von
Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang: ein klarer,
bewölkter, sonniger, trüber T .; früh am T .; am
/ hellichten T .; der T. bricht an, geht zu Ende;
der heutige, morgige, vergangene T.; ein langer,
anstrengender T .; den ganzen T. arbeiten; guten
T .! /Gruß/; jmdm. guten T. sagen, einen guten T.
wünschen; /als Glied bestimmter Ehren-, Gedenk
tage in der DDE/, z. B .: T. der Befreiung f8. Mai/,
T, des Lehrers fl2. Junif — 3. Bergm. /in den
Verbindungen/ über, unter Tage /im Bergbau
betrieb a uf der Erdoberfläche od. i n Gebäuden, im
Stollen unter der Erdoberfläche/ : unter Tage
arbeiten
+ dieser Tage: ich habe dieser Tage (unlängst)
gehört, daß . . .; sie wird dieser Tage (demnächst)
30 Jahre alt; etw. kommt an den T. (wird be
kannt) ; T. der offenen Tür (Tag, an dem jeder die
Möglichkeit hat, bestimmte Einrichtungen, die sonst
für die Öffentlichkeit gesperrt sind, zu besichtigen);
einen guten, schlechten T. haben (in guter, schlech
ter Verfassung sein; Glück, Pech haben); T. und
Nacht fast ununterbrochen: jmd. arbeitet T. und
Nacht; jmds. Tage sind gezählt (jmd. wird bald
sterben; jmds. Aufenthalt an einem Ort geht bald zu
Ende); auf seine alten Tage (im Alter); den
lieben langen (den ganzen) T.; eines (schönen)
Tages (an einem nicht näher bestimmten T ag);
umg. es ist noch nicht aller Tage Abend (es ist
noch nichts entschieden, es kann noch anders kom
men) ; etw. dauert ewig und drei Tage (sehr lange);
—
zur / Feier des Tages; ein / Gesicht machen
wie sieben Tage Regenwetter; dem lieben / Gott
den T. (weg)stehlen; der / Held des Tages; nach,
vor / Jahr und T.; die / Nacht zum Tage
machen; vor / Tau und T.; ein / Unterschied
wie T. und Nacht
tag|aus /Adv.f
+ t., tagein jeden Tag wieder, immer wieder: t.,
tagein tat er die gleiche Arbeit
Tage| -bau, der /PI.
-e/ Bergm. 1. /o. PI./ Ge
winnung nutzbarer Minerale, Brennstoffe in offenen
Gruben: Braunkohle, Erze im T. abbauen, fördern
— 2 . Anlage für 1: einen neuen T. auf-, erschließen;
- buch, das dickes Heft für tägliche Eintragungen,
bes. für Aufzeichnungen persönlicher Erlebnisse, Ge
danken :Goethes Tagebücher;-dieb, der v era lten d
Müßiggänger, Nichtstuer; -geld, das /vorw. Sg.j
für jeden Tag feststehender Betrag als Entgelt für A uf
wendungen, die dem Werktätigen bei Dienstreisen
über die notwendigen Fahr- un d Übernachtungs
kosten hinaus entstehen
tag|ein
+ / tagaus, t.
tage/Tage| -lang /Adj.; nicht präd.\ mehrere Tage
dauernd: tagelange W anderungen; t. wurde das
Thema diskutiert; -loh n , der im kap. Wirtschafts
system, bes. in der Landwirtschaft, nach Arbeits
tagen berechneter und vorwiegend täglich ausgezahlter
Lohn; -löhner, der; -s, - (Land)arbeiter im Tage
lohn : er war als T. beschäftigt
tagen /sw. Vb.; hat/ 1. geh. es tagt es wird hell,
die Sonne geht auf: es beginnt schon zu t.
—
2.
eine Tagung, Sitzung abhalten: die Volkskammer,
das Parlament tagte
Tages zu Tag 2| -anbruch, der Beginn des Tages; bei,
vor T.; -befehl, der Mil. vom Oberbefehlshaber an
läßlich eines Staatsfeiertages od. eines besonderen
Ereignisses erlassener Befehl; -decke, die große,
leichte, (farbig) gemusterte Decke (1.2), die bei Tage
über die gemachten Betten gelegt wird; -einnahme,
die Einnahme eines Tages, tägliche Einnahme: die
Kassiererin rechnete die T. ab; -ende, das jo. PL /:
vor, bis zum T .; -ereignis, das wichtiges Ereignis
des Tages: sie diskutierten die neuesten politischen
Tagesereignisse; -fahrt, die Fahrt (2), die einen
Tag dauert: eine T. in die Märkische Schweiz
machen; -gespräch, das das zur Zeit vorherr
schende Gesprächsthema: die n eue Operninszenie
rung war das T. in der Arbeitsgruppe; -hälfte,
die: in der zweiten T.;
-kasse, die' 1 . Kasse, bei
der man für den gleichen Tag sowie für die nächsten
Tage Eintrittskarten lösen k a n n : eine Konzertkarte
an der T. kaufen — 2, vgl.
- einnahme; -krippe,
die Kinderkrippe, in der die Kinder nur jeweils
tagsüber untergebracht sind; -kurs, der B ö rse für
einen bestimmten T ag geltender Wechselkurs: den
T. bekanntgeben; -leistuug , die Arbeitsleistung,
die an einem Tag erzielt wird: die Brigade erzielte
Tagesleistungen von 108 bis 110 Prozent; -licht, das
jo. PI ./ Licht, das von der Sonne am Tage ver
breitet wird: helles T.; das T. für die Schreib
arbeit nutzen; + etw. kommt ans T. (etw. klärt
sich auf, wird offenbar); das T. scheuen (etw. zu
verbergen haben); -marsch, der 1. 1Marsch (1), der
Tagesmitte — Taktstraße
1135
einen Tag dauert: einen T. unternehmen — 2 . Strecke
(1.1), die jmd. an einem Tag marschiert: sie
brauchten mehrere Tagesmärsche, um den Ort
zu erreichen; -m itte, die Jo. Pl.J: um die T. sank
seine Leistungskurve ab; -mittel, das M eteor.
der mittlere Wert einer meteorologischen Größe:
die Temperatur betrug im T. (durchschnittlich
am Tag) 18 Grad; -Ordnung, die Reihenfolge der
Themen, die bei einer Sitzung, Versammlung be
handelt werden sollen: die Punkte der T. ab
handeln; eine T. aufstellen, einhalten; + etw.
ist an der T. (ist allgemein üblich) ; zur T. über
geh en (ein aufgeworfenes Problem nicht weiter be
handeln und zu anstehenden Fragen übergehen);
- presse, die Jo. Pl.J Gesamtheit der (an einem
bestimmten Tag erschienenen) Tageszeitungen: die
T. lesen, studieren; -Produktion, die an einem Tag
von einem Werktätigen od. in einem bestimmten
Bereich erbrachte od. z u erbringende Prod uktion:
sich verpflichten, bis zum E nde des Jahres drei
Tagesproduktionen zusätzlich zu erarbeiten; -Pro
gram m , das für den jeweiligen Tag festgelegtes
Arbeitsprogramm: das T. festsetzen, einhalten,
absolvieren; -ration, die Ration für einen Tag: die
T. an Lebensmitteln, Wasser ausgeben; -schule,
die allgemeinbildende Schule, in der die Schüler
ganztägig ausgebildet und erzogen und über die
Unterrichtszeit hinaus von pädagogischen Fach
kräften betreut werden; -temperatur, die: die T. ab
lesen, messen; -tour, die vgl.
-fahrt: sie unter
nahmen gemeinsam große Tagestouren; -Umsatz,
der an einem Tag erzielter Umsatz: einen hohen T.
haben; -Wanderung, die vgl.
-fahrt; -zeit, die
bestimmter Zeitabschnitt am Tage (1): man konnte
ihn zu jeder T. anrufen; -Zeitung, die Zeitung, die
täglich erscheint: eine T. abonnieren; etw. in der
T. publizieren
Tage|werk, das 1. Jo. Pl.J geh . tägliche Arbeit, Auf
gabe: ein mühevolles T.; sein T. vollbringen;
seinem T. nachgehen — 2« die Arbeit, die an einem
Tag geleistet worden ist: die geleisteten Tagewerke
abrechnen, bezahlen
Tag/tag, auch Tag/tag| -falter, der vorwiegend am
Tage "fliegender Schmetterlinge -h ell JAdj.J 1 . Jvorw.
präd.J völlig hell durch d as Tageslicht: es war
schon t., als er erwachte — 2 . hell wie am Tage:
eine taghelle Beleuchtung
täglich JAdj.; nicht präd.J jeden Tag sich wieder
holend, vor sich gehend, a n jedem Tag : die tägliche
Arbeit(szeit); das tägliche Leben; der tägliche
Umgang mit den Kollegen; sie sahen sich t.
4- etw. nötig haben, brauchen wie das tägliche
/ Brot
tags JAdv.J 1 .1 . am Tage (2): er lebte t. (tagsüber)
ganz seinem Beruf 1.2 . Jin den VerbindungenJ t. da
vor, zuvor (am vorhergehenden Tag) ; t. darauf (am
darauffolgenden Tag)
Tag], auch Tagschicht, die 1. am Tag (2) geleistete
Schicht ( 3 ) : er geht wochenweise abwechselnd zur
T. und zur Nachtschicht — 2j die gleichzeitig in 1
arbeitenden Werktätigen eines Betriebes: die Essen
versorgung für die T.
tags[über JÄdv.J während des Tages (2): t. ist er
in seiner Arbeitsstelle zu erreichen
tagtäglich JAdj.J jeden Tag ohneAusnahme, immer
wiederkehrend: die tagtägliche Arbeit; er machte
t. seinen Spaziergang
Tag|undnachtgleiche, die;
-n Astron. Tag (1),
an dem sich die Sonne genau 12 Stunden lang über
dem Horizont befindet J21. M är z; 23. SeptemberJ
Tagung, die; -,
-en
einen od. mehrere Tage dauernde
Zusammenkunft eines größeren Personenkreises zur
Erörterung bestimmter Themen: eine außerordent
liche, konstituierende T.; eine T. der Volks
kammer; eine T. besuchen; er nahm an der T.
teil
Taifun, der; -s, -e tropischer Wirbelsturm in Ost
asien
Taille, die; -n [taljo] schmälster Teil des mensch
lichen Rumpfes zwischen Brust und Hüfte: eine
schlanke, schmale T.
Taillen|weite, die Körperumfang an der Taille: die
T. messen; sie hat eine T. von 60 Zentimetern
tailliert JAdj.J [ta(l)ji:rt] die Taille betonend: ein
tailliertes Kleid
Takel, das; -s, - Seemannsspr. JKurzw. für
Takelage/
Takelage, die;
-n Jvorw. Sg.J [..la:39] See
m annsspr. Gesamtheit der Ausrüstung eines
Schiffes mit Segeln, M asten und Zubehör: die T.
entern
takeln Jsw. Vb.; hat/ Seemannsspr. die Take
lage eines Schiffes aufrichten (1): die Boote,
Schiffe werden gerade getakelt
T§k(e)lung, die; -,
-en Jvorw. Sg.JSeemannsspr.
1. das Takeln — 2 . Art der Takelage
Takt, der; -(e)s, -e 1.1 . Jo. Pl.J M aß (1.1 .1), das
bes. ein M usikstück rhythmisch gliedert: der T.
eines Marsches, Walzers; den T. angeben, schlagen,
wechseln — 2 . durch Striche begrenzte, kleinste
Zeiteinheit in einem M usikstück: ein halber, ganzer
T.
—
3. Techn. 3.1. der T. (Hüb) eines Motors
3.2 . die Takte (Arbeits-, Produktionsabschnitte) bei
der Fließfertigung — II . Jo. Pl.J Gefühl für richtiges
Verhalten im Umgang m it Menschen: keinen T.
haben; eine peinliche Angelegenheit mit T. behan
deln
Takt/takt| -fertigung, die T e ch n . Fließfertigung
im Taktverfahren; -fest /Adj.J den Takt (LI) ein
haltend: eine Sonate t. spielen; O umg. auf
diesem Gebiet ist er nicht t. (nicht sicher 2.2);
nicht ganz t. (nicht ganz gesund) sein; -gefühl, das
Jo. Pl.J Takt (II): aus T. schweigen
taktieren Jsw. Vb.; hat/ I. den Takt (LI) angeben:
mit dem Fuß t.
—
II. einer Situation, Lage ent
sprechend taktisch vorgehen: diplomatisch t.
Taktik, die; -,
-en 1. Kunst der Führung 1.1. eines
Gefechts: die T. der gegnerischen Streitkräfte 1.2 .
eines sportlichen Wettkampfs: die T. der'gegne
rischen Maiinsehaft durchkreuzen — 2 . P o li tik
/ t Strategie und T.
—
3 . geschicktes und kluges,
planvolles Verhalten, Vorgehen: seine T. ändern;
dazu Taktiker, der; -s, -
taktisch JAdj.; nicht präd.J die T aktik betreffend,
auf ihr beruhend; zu 1.1: ein taktischer Einsatz
der Truppen; zu 2: die taktische Linie der Partei
takt/Takt| -los JAdj.J ohne Takt (II): ein taktloser
Mensch; seine Bemerkung war t.; dazu -losigkeit,
die; -,
- e n; -mäßig JAdj.J: ein taktmäßiges (im
Takt 1.1 erfolgendes) Klatschen; -stock, der JPl.
- stocke/ dünner, kurzer Stäb, m it dem der Dirigent
den Takt angibt; -Straße, die T echn. aus Teil
systemen bestehende Anlage in der automatischen
Fertigung, in der Werkstücke bearbeitet od. he.
1136
Taktverfahren — Tanker
arbeitete Werkstücke zu Erzeugnissen montiert wer-
den-,
- verfahren, das Io. Pl.j Bauw . auf Baustellen
des Hochbaues angewendetes Fließverfahren; -voll
/Adj./ mit Takt (II): ein taktvoller Mensch; sein
Benehmen war t.; -Wechsel, der Wechsel des Taktes
(LI)
Tal, das; -(e)s, Täler größere, meist langgestreckte
und breite Vertiefung in der Erdoberfläche mit
Hängen an beiden Seiten: ein enges, weites, tiefes
T.; der Ort liegt im T.; durch das T. führt eine
Straße; ein herrlicher Blick über Berge und Täler;
der Verunglückte wurde zu T. (talab) ge
bracht
tal| -ab jAdv.j in das Tal hinab: dieser Weg führt
t.; -abwärts /Adv./ talab
Talar, der; -s , -e knöchellanges, weites, kittelartiges,
schwarzes Gewand, das von Geistlichen und Richtern
während der Amtsausübung getragen wird
tal/Tal| -auf /Adv./ den Talgrund aufwärts; -auf
wärts /Adv./ talauf: t. wandern; -enge, die Stelle,
an der sich ein‘T al stark verengt
Talent, das; -(e)s, -e 1. besondere Begabung, die
jmd. auf einem bestimmten Gebiet besitzt: großes T.
für den Beruf eines Lehrers besitzen, haben;
jmds. T. fördern — 2 . jmd., der 1 besitzt: er ist ein
T. in Mathematik; junge Talente fördern
talentiert /Adj.; vorw. attr. u. präd.j Talent be
sitzend: ein talentierter junger Künstler; t. (für
etw.) sein
talentj -los jA dj.; vorw. attr. u. präd.j ohne Talent,
untalentiert; -voll /Adj.; vorw. attr. u. präd.j
talentiert
Taler, der; -s, - bis Anfang des 20. Jhs. in Deutsch
land gebräuchliche Münze
Tal|fahrt, die Fahrt in das Tal hinab: eine T. mit
der Seilbahn machen
Talg, der; -(e)s, -e festes, nicht streichfähiges, gelb
liches Fett, das durch Schmelzen bes. aus dem F ett
gewebe von Rindern, Schafen gewonnen wird
Talg|drüse, die in den oberen Teil der Haarbälge
mündende Drüse, die ein talgartiges Sekret äb-
sondert
talgig fAdj.l wie Talg: eine talgige Masse
Tal| -grund, der Talsohle; -hang, der von der Tal
sohle aufsteigender Ha ng , der die seitliche Begren
zung eines Tales bildet
Talisman, der; -s, -e kleiner Gegenstand, der nach
abergläubischen Vorstellungen Glück bringt und
Schutz verleiht
Talk, der; -(e)s, jo. P l.j sehr weiches Mineral, das
sich fettig anfühlt und als Schneiderkreide, zum
Dichten (I) od. Schmieren (1) und in pulverisierter
Form für Puder verwendet wird
Tgljkessel, der rings von Bergen umgebenes T al
Talkum, das; -s, jo. Pl.j gemahlener Talk
Talmi, das; -s, fo. Pl.f 1. goldähnlich aussehende
Legierung aus K upfer, Zink und einem Prozent
Gold, die bes. zur Herstellung von billigem Schmuck
verwendet wird — 2 . etw. Unechtes, Wertloses:
dieser Schmuck ist T.
Talon, der; -s, -s [..log , auch ..13] abtrennbarer Teil
einer Wertmarke, K arte o. ä .: die Touristen erhielten
Talons für das Essen
Tal/tal| -so hle, die Sohle (4) eines Tales; -sperre,
die Stauanlage aus einer über die ganze Breite eines
wasserführenden Tales reichenden Sperrmauer und
dem durch sie entstandenen Stausee; -Station, die
im T al befindliche Station einer Bergbahn, eines
Sessellifts; -wärts fAdv.f talab
Tambour, der; -s, -e/Tambome [. .bu:r] Trommler
im Spielmannszug
Tamburin, auch Tamburin, das; -s, -s/-e 1. kleine,
flache, m it der Hand zu schlagende Trommel, in
deren R and Schellen (1.1) eingelassen sind — 2 .
kleines, flaches, trommelartiges, unten offenes Gerät,
auf dem bei gymnastischen Übungen zur rhyth
mischen Unterstützung der Takt geschlagen wird
Tampon [..pon, ..pog], auch Tampon [..po:n],
der; -s, -s m it Gaze überzogener saugfähiger Bausch
aus Watte, Müll od. Zellstoff zum Ausstopfen einer
Wunde, zum Stillen einer Blutung od. zum Einführen
in die Scheide während der Menstruation
tamponieren fsw. Vb.; hat/ Med. einen Hohlraum
od. eine tiefe Wunde mit einem Tampon ausstopfen,
bes. um eine Blutung zu stillen
1Tamtam, auch Tamtam, das; -s, -s ostasiatisches
Musikinstrum ent in der Form einer metallenen
Scheibe, auf dem der Rhythmus mit einem Klöppel
(1.2) geschlagen w ird
2Tamtam, auch Tamtam, der, auch das; -s, fo. Pl.j
um g. jemot.j mit viel Trubel und Lärm verbundener
Aufwand für eine Sache, Person: mach nicht so
v iel T. deswegen!; seine Freunde empfingen ihn
m it großem T.
Tand, der; -(e)s, jo. Pl.f eine unbestimmte Menge
billiger, wertloser Gegenstände: sie besaß billige
Kettchen, Ringe und ähnlichen T.
Tändelei, die;
-en veraltend 1.1. Liebelei 1.2.
Spielerei (1)
tändeln fsw. Vb.; hat/ veraltend 1.1. flirten: er
tändelt gern mit jungen Mädchen 1.2 . sich mit
Spielerei die Zeit vertreiben
Tandem, das; -s, -s Fahrrad für zwei Personen mit
zwei hintereinanderliegenden Sitzen und zwei p aarig
angebrachten Kurbeln zum Antrieb
Tang, der; -s, -e m eist rot od. braun gefärbte Alge,
die im Meer wächst und oft ausgedehnte wiesen- od.
waldartige Bestände bildet
Tangens, der;
-
fAbk. tan, tg/ Math.: der T.
eines Winkels (Funktion, die einem Winkel im
rechtwinkligen Dreieck eine Zähl zuordnet, die sich
aus dem Verhältnis der Gegenkathete m it der A n
kathete ergibt)
Tangente, die; -,
-n 1. Math. Gerade, die eine
Kurve od. eine gekrümmte Fläche in einem ihrer
Punkte berührt — 2 . die westliche T. der Haupt
stadt (große Straße, die das westliche Gebiet der
Hauptstadt berührt)
tangential /Adj./ M ath, /zu Tangente 1/
tangieren jsw. Vb.; hat/ 1. M ath, eine Kurve od.
eine gekrümmte Fläche in einem ihrer Punkte be
rühren — 2. meine Entscheidung wird von deinem
Urteil nicht tangiert (betroffen 1, berührt); das
tangiert mich nicht
Tango , der; -s, -s stark rhythmischer Gesellschafts
tanz, meist im Zweivierteltakt
Tank, der; -(e)s, -s, auch -e meist großer Behälter
zur Aufbewahrung und zum Transport von Flüssig
keiten, bes. Erdöl, Treibstoff, Wasser: der T. ist
voll, faßt 40 Liter (Benzin)
tanken fsw. Vb.; hat/ Kraftstoff in den Tank eines
Kraßwagens einfüllen (lassen):ich muß t.; O umg.
seherzh. er hat zuviel getankt (ist betrunken)
Tanker, der; -s, - Frachtschiff mit großen ein
Tankfahrzeug — Tapferkeit
1137
gebauten Tanks, das zur Beförderung bes. von E rd
öl dient
Tank] -fahrzeug, das Lastkraftwagen, dessen Lade
raum aus einem großen Tank besteht, der zum
Transport von Flüssigkeiten dient; -Säule, die Z apf
säule für Treibstoff, bes. Benzin; -stelle, die (aus
mehreren Tanksäulen bestehende) Anlage, in der
Treibstoff, bes. Benzin, für Kraftfahrzeuge verkauft
wird; -wagen, der 1. Tankfahrzeug: Wasser mit T.
heranschaffen — 2 . Kesselwagen; -wart, der; -(e)s,
-e Angehöriger des Verkaufspersonals an einer Ta nk
stelle
Tanne, die; -,
-n Nadelbaum mit glatter Borke,
aufrecht stehenden Zapfen und stumpf endenden N a
deln, die an der Unterseite zwei weiße Streifen haben
Tannen] -bäum , der Weihnachtsbaum; -grün, das
Tannenzweige, die als Zimmer- und Grabschmuck
verwendet werden; -nadel, die; -zapfen, der; -zweig,
der
Tantalusqualen, die fPl.f Qualen, die jmd. aus
steht, wenn er etw. Ersehntes greifbar nahe vor sich
sieht und doch nicht erlangen kann: T. ausstehen,
(er)leiden, erdulden
Tante, die;
-n 1* Schwester des Vaters od. der
Mutter, Ehefrau des Onkels — 2. Kinderspr. er
wachsene weibliche Person: die T. hat mir ein
Bonbon geschenkt
tantenhaft IAdj.1 sich übertrieben besorgt verhaltend
und zugleich betulich und schrullig: sie wirkt t.
Tantieme, die; -n jvorw. PLf [tätie:m9, . .ieimo,
tant..] 1. (prozentualer) Anteil eines Autors,
Komponisten an den durch die Aufführung od. son
stige Verbreitung seines Werkes erzielten E in
nahmen — 2* bestimmter A nteil am Reingewinn
eines kap. Unternehmens, bes. einer Aktiengesell
schaft: die Mitglieder des Aufsichtsrates bezogen
hohe Tantiemen
Tanz, der; -es, Tänze 1.1. fo. PLf das Tanzen als
künstlerische od. als gesellige Form menschlicher
Betätigung: der kultische, künstlerische, moderne
T.
—
2.1 . bestimmtes einzelnes Werk für 1: Tanze
einstudieren, vorführen; das Ballett übte einen
neuen T. ein; die Volkskünstler boten historische,
kultische Tanze 2.2 .1 . Gesellschaftstanz (2): der
Tango ist ein lateinamerikanischer T.; der Tanz
lehrer führte mit seiner Partnerin einen neuen T.
vor 2.2 .2 . jvorw. Sg.j das Tanzen eines Gesell
schaftstanzes: jmdn. zum T. auffordern; um einen,
den nächsten Tanz bitten; die Kapelle spielt zum
T. (zum Tanzen) auf — 3 . jo. PLf Veranstaltung,
bei der Gesellschaftstänze getanzt werden: morgen
abend ist im Klubhaus T.; der T. beginnet um
20 Uhr; zum T. gehen — II. jo. Pl.j umg. heftige
Auseinandersetzung (2), A uftritt (3): jmdm. einen
fürchterlichen T. machen; es gab einen mächtigen
T., als ...
Tanz| -bar, die Bar, in der auch getanzt wird;
- bär, der dressierter Bär, der tänzerische Bewe
gungen ausführen kann; -bein, das + scherzh.
das T. schwingen (tanzen 1.1); -boden, der umg.
veraltend Tanzsaal
tänzeln jsw. Vb.; hat, ist/ sich mit tänzerischen
Schritten bewegen 1.1 . (hat) das Pferd begann zu t.
1.2 . Imit Richtungsangabej (ist): das Mädchen kam
ins Zimmer getänzelt (kam mit tänzerischen Schrit
ten ins Zimmer herein)
tanzen jsw. Vb.; hat, ist/ nach Musik und vor
gegebenen Regeln einzeln, mit Partnerin) od. in
einer Gruppe bestimmte Abfolgen von Schritten und
Bewegungen ausführen, als Teil eines geselligen
Vergnügens od. dis künstlerische Darbietung auf der
Bühne, bes. zum Ausdruck von Empfindungen,
Vorstellungen 1.1 . (hat) gut, schlecht t.; mit
jmdm. t .; t. lernen; etw. t .: (einen) Tango t.;
die Ballerina tanzte ein Solo; einen Pas de deux
t.; O tanzende Schneeflocken 1.2 . /mit Rieh-
tungsangabej (ist): er ist mit seiner Partnerin quer
durch den Saal getanzt
+ nicht auf zwei / Hochzeiten (gleichzeitig) t.
können; nach jmds. / Pfeife t.; die / Puppen
t. lassen; aus der Reihe t.
Tänzer, der; -s, - jmd., der tanzen (1.1) kann: ein
guter, schlechter T.; er ist T. von Beruf (übt den
künstlerischen Tanz als Beruf aus); dazu Tänzerin,
die; -,
-n en
tänzerisch fAdj.; nicht präd.f: tänzerische Schritte
(Schritte wie beim Tanzen 1.1) machen
Tanz] -fläche, die zum Tanzen vorgesehene Fläche
bes. in einem Tanzlokal; -kapelle, die Musikkapelle,
die zum Tanz (I.2 .2 .2) aufspielt; -kunst, die fo. Pl.j
Kunst des Tanzes (1.1); -kurs(us), der Kursus für
den Unterricht in Gesellschaftstanz (1); -lehrer, der
Lehrer für den Unterricht in Gesellschaftstanz (1);
- lokal, das Lokal für Tanzveranstaltungen; -musik,
die /o. Pl.j Musik, nach der getanzt werden kann;
-Orchester, das vgl.
-kapelle; -saal, der Saal für
Tanzveranstaltungen; -schritt, der für einen Tanz
(1.2.1, 2.2 .1) charakteristischer Schritt; -schule, die
Einrichtung, in der Gesellschaftstanz gelehrt wird;
-Sport, der als Spor t betriebener Gesellschaftstanz
(1); -stunde, die 1. Tanzkursus: in die T. gehen —
2. Unterrichtseinheit von 1: in der nächsten T.
lernen wir Foxtrott; -turnier, das Wettkampf im
Tanzsport; -unterricht, der Unterricht im Tanzen
(1.1); -Veranstaltung, die Tanz (1.3)
Tapet, das
+ u m g . etw. aufs T. (zur Sprache) bringen; das
kommt nicht aufs T. (kommt nicht in Frage)!
Tapete, die; -,
- n (farbig) gemustertes M aterial, bes.
Papier, mit dem Wände von Zimmern verkleidet
werden: eine geblümte, gestreifte, abwaschbare
T .; neue Tapeten kleben
-(- umg. die Tapeten wechseln (die gewohnte Um
gebung aufgeben, vorübergehend verlassen)
Tapeten] -bahn, die Tapete, die auf die zum Be
kleben der Wand erforderliche Länge zurecht
geschnitten ist; -leiste, die dünne, schmale Holz
leiste, die am oberen Ra nd der Tapete als Abschluß
angebracht wird; -rolle, die; -Wechsel + um g. T.
(einen Wechsel der Umgebung) brauchen
tapezieren jsw. Vb.; hat/ ein Zimmer t. die Wände
eines Zimmers mit Tapete bekleben: die W ohnung
t. (lassen); ein frisch tapeziertes Zimmer
Tapezierer, der; -s, - Handwerker, der Zimmer
tapeziert
Tapfe, die; -n Fußstapfe
Tapfen, der; -s, - s . Tapfe
tapfer jA dj.j 1. m utig durchhaltend: ein tapferer
Soldat; ein tapferes Volk; er ist t., hat t. ge
kämpft — 2. jadv.j nicht wehleidig, ohne zu klagen:
Schmerzen, Hitze t. ertragen; den Kummer t.
verbergen — 3 . jadv.j umg. die Kinder langten
t. (tüchtig 3) zu; er sprach dem Glase t. zu (trank
sehr viel); zu 1 Tapferkeit, die; jo. Pl.j
1138
Tapir — Tasse
Tapir, der; -s, -e im tropischen Amerika und Süd
ostasien lebender, m it dem Nashorn verwandter Un
paarhufer mit plumpem Körperbau, kurzer Be
haarung, rüsselartig verlängerter, zum Greifen
dienender Oberlippe und kurzem Schwanz
tappen /sw. Vb.; ist, hat/ sich mit unsicheren, un
beholfenen Schritten, oft leise, dumpfe Geräusche
dabei erzeugend, vorwärts tasten 1.1 . (ist, hat) hilf
los im Finstern t. 1 .2 . / mit Richtungsangabe/ (ist);
wir sind durch den dunklen Wald getappt
+ im / dunkeln t.
täppisch fA dj.f unbeholfen, ungeschickt und schwer
fällig (in den Bewegungen): ein täppischer Bär,
junger Hund; er ist t., benahm sich t.
tap(p)rig fAdj.f landsch.,
bes. norddt. aus
Altersschwäche unbeholfen und zitterig : ein tapsiger
Greis; er wird langsam t.
tapsig lAdj.f umg . täppisch: ein tapsiger junger
Bär
Tara, die; Taren Gewicht der Verpackung (einer
Ware)
Tarantel, die;
-n in Südeuropa in Erdlöchern
lebendes Spinnentier, dessen B iß beim Menschen
Entzündungen und Schmerzen hervorruft, aber nicht
gefährlich i s t
+ umg. wie von der T. gestochen (plötzlich, un
vermittelt) aufspringen
Tarantella, die;
- s/Tarantellen anfangs lang
samer, dann im m er schneller werdender italienischer
Volkstanz im Dreiachtel- od. Sechsachteltakt
tarieren /sw. Vb.; hat/ fachspr. 1. die Tara be
stimmen — 2 . durch Auflegen von Wägestücken die
Masse eines Körpers auf der Waage ausgleichen
Tarier|waage, die fa ch sp r. Waage, deren Null
punkt vor der Wägung durch zusätzliche Wäge
stücke genau eingestellt wird
Tarif, der; -s, -e 1 . in gesetzlichen Bestimmungen
od. Verträgen festgelegte Staffelung od. Su mm e von
Löhnen und Gehältern — 2 . festgelegter Preissatz
2.1 . für die Inanspruchnahme bestimmter Dienst
leistungen, bes. des Nachrichten- und Transport
wesens, für den Verbrauch von Wasser, Gas und
Energie 2 .2 . für staatliche, langfristig gültige Ge
bühren, bes. für Zölle, Steuern, Versicherung
tariflich /Adj.; zu Tarif/; zu 1: die Löhne wurden
t. festgesetzt
Tarif] -l oh n , der durch tarifliche Festlegung und
normale Arbeitszeit bestimmter Lohn; -vertrag, der
zeitlich begrenzter Vertrag zwischen Gewerkschaften
und kap. Unternehmern zur Regelung von Arbeits
bedingungen der Arbeiter und Angestellten, bes. in
bezug auf Tarif (1) und Arbeitszeit
Tarnjanzug, der M il. gegen Entdeckung schützende
Kleidung in Tarnfarbe: ein erdfarbener T.
tarnen /sw. Vb.; hat/ sich, jmdn., etw. mit Hilfe
künstlicher od. natürlicher M ittel an die Umgebung
anpassen und so gegen Entdeckung schützen: die
Soldaten tarnten sich im Winter mit Schneehem
den; O sich mit falschen Papieren t.
Tarn] -färbe, die tarnende Färbung (1); -kappe,
die /in Sagen und Märchen/ Kappe, die ihren
Träger unsichtbar macht; -Organisation, die Orga
nisation, die andere Ziele verfolgt, als sie nach außen
hin erkennen läßt
Tarnungs|manöver, das Handlung, mit der man
etw. anderes beabsichtigt, als man vorgibt: sein A n
ruf zu eben dieser Zeit war ein T.
Tasche, die; -,
- n 1. durch Auf-, Einnähen ent
standenes beutelartiges Behältnis an einem K lei
dungsstück: ein Mantel mit auf-, eingesetzten
Taschen; das Hemd hat zwei Taschen; der Junge
steckte alles in seine Taschen; das Taschentuch
aus der T. ziehen; nimm die Hände aus den
Taschen! — 2 . meist mit Bügel (5.2) versehener Be
hälter aus flexiblem M aterial zum Tragen von
Gegenständen: eine T. aus K unststoff, Leder; die
T. hat einen Reißverschluß, ist zum Umhängen;
die T. packen; keine T. bei sich haben
+ umg. jmdm. auf der T. liegen (von jmdm.
ernährt, unterhalten werden); alles aus der eigenen
T. (selbst) bezahlen; in die eigene T. (in betrüge
rischer Weise zum eigenen Vorteil) wirtschaften;
tief in die T. greifen (viel bezahlen) müssen; etw\
in der T. haben im sicheren B esitz von etw. sein:
das Examen in der T. haben; jmdn. in die T.
stecken (jmdm. überlegen sein); — jmdm. das
/ Geld aus der T. locken, ziehen
Taschen] -ausgabe, die Ausgabe (3) in Taschen
format; -buch, das oft in einer Reihe mit normiertem
Äuß eren erscheinende billige, broschierte Taschen
ausgabe: der Verlag bringt diesen Roman als T.
heraus; ein T. der heimischen Singvögel; -buch-
reihe, die; -dieb, der Dieb, der etw. aus fremden
Taschen stiehlt; -fahrplan, der Fahrplan in
Taschenformat; -flasch e, die kleine Flasche, bes. für
Alkohol, die in die Jacken-, Manteltasche gesteckt
werden kann und deren Schraubverschluß oft zu
gleich Trinkgefäß ist; -format, das jo. PI ./ kleines,
handliches Format, bes. eines Buches, das in die
Jacken- od. Manteltasche p aßt; -geld, das /o. PI ./
Geldsumme, die jmdm., bes. Kindern, regelmäßig
für kleinere persönliche Ausgaben zur Verfügung
gestellt wird: der Junge bekam wöchentlich T. von
seinen Eltern; im Preis der Auslandsreise ist auch
ein T. enthalten; -kalender, der Kalender in Buch
form und Taschenformat; -kämm , der kleiner
Kamm , der in die Tasche eines Kleidungsstückes od.
die Handtasche paß t; -lampe, die kleine, handliche,
meist durch Batterie gespeiste, tragbare Lampe;
- m e s s e r, das kleines, zusammenklappbares Messer
m it meist mehreren Klingen; -rechner, der kleiner,
extrem flach gebauter elektronischer Rechner, den man
in der Tasche mit sich führen kann; -schirm, der zu
sammenklappbarer Regenschirm, der in einer Hand-
od. Aktentasche mitgeführt werden kann; -Spiegel,
der kleiner Spiegel, der in der Tasche eines K lei
dungsstückes od. in der Handtasche getragen wird;
- Spieler, der Zauberkünstler, der kleine Kunststücke
vorfuhrt, die er durch Fingerfertigkeit vollbringt;
^Spielerei, -Spielerei, die 1 . K unststück des Taschen
spielers — 2 . Schwindelei, Betrug; -tuch, das /PI.
- tüeher/ kleines Tuch bes. zum Putzen der Nase;
- uhr, die kleine, runde Uhr, die in der Tasche eines
Kleidungsstückes, bes. in der Westentasche, getragen
wird und meist m it einer Uhrkette am Knopfloch
des betreffenden Kleidungsstück es befestigt ist
Täschner, der; -s, - Handwerker, der bes. Hand
taschen herstellt, rep ariert
Tasse, die; -,
- n 1. m it einem seitlichen Henkel
versehenes Trinkgefäß (mit der dazugehörigen Unter
tasse) bes. für warme Getränke: eine T. aus Porzel
lan, Steingut; ein Kaffeeservice mit 12 Tassen;
aus der T. trinken; O umg. scherzh. hoch die
Tassen! /Aufforderung zum Trinken von Alkohol/
Tastatur — tatsächlich
1139
—
2 . 1Inhaltsmenge von 1/: möchtest du noch eine
T. K affee trinken?
- f salopp jmd. hat nicht alle Tassen im Schrank
(jmd. ist nicht recht hei Verstand); eine trübe T.
(ein langweiliger Mensch)
Tastatur, die; -,
- e n Gesamtheit der Tasten eines
Musikinstruments, einer Schreib-, Rechenmaschine
Taste, die; -,
- n Hebel, der durch Herunterdrücken
m it dem Finger betätigt wird und einen bestimmten
Mechanismus auslöst: die Tasten des Klaviers,
einer Schreibmaschine; die Tasten anschlagen
tasten, tastete, hat getastet 1« mittels des Tast
sinn s durch vorsichtiges, p rüfendes Berühren (1),
bes. m it den Händen, suchen (1): im Dunkeln nach
dem Lichtschalter t.; die tastenden Hände des
Blinden; O ein erster tastender (vorsichtig prüfen
der; ergründender) Versuch, Vorstoß — 2* etw. m it
der Hand durch Fühlen wahrnehmen: der Arzt hat
die Geschwulst getastet — 3 . sich irgendwohin t.
sich vorsichtig od. unsicher mit den Händen um
sich greifend vorwärtsbewegen: sich zur Tür, an der
Mauer entlang t.
Tasteninstrum ent, das Musikinstrument mit Tasten
Taster, der; -s, - 1. T echn. zirkelähnliches Instru
ment mit nach innen od. außen gebogenen Schenkeln
zu m Abta sten, Vergleichen und Übertragen von
Maßen — 2« Z ool. mit Sinnesorganen versehene,
meist mehrgliedrige Anhänge an den M undwerk
zeugen, bes. der Insekten
Tast| -Organ, das Sinnesorgan für den Tastsinn;
- sinn , der jo. P L/ Fähigkeit, etw. durch Berühren,
durch Druck öd. Stoß wahrzunehmen, zu erkennen
Tat, die; -,
- e n 1 .1 . einzelne Handlung (1.1): eine
gute, große, mutige, edle, böse, grauenvolle, ver
brecherische T .; eine T. ausführen; etw. durch
Taten beweisen; diese Reform war für jene Zeit
eine große T. (hervorragende, bahnbrechende L ei
stung) 1.2 . eine T. (Straftat) begehen
+ jmdn. auf frischer T. (bei der Ausführung einer
unerlaubten Handlung) ertappen; in der T. (wirk
lich, wahrhaftig); etw. in die T. umsetzen (etw.
verwirklichen 1.1); — m it / Rat und T.
Tatar, das; -s, - Tatarbeefsteak', drei T. bestellen
Tatar|beefSteak, das Portion rohes gehacktes Rind
fleisch mit rohem E i und Gewürzen
Tat| -bericht, der Bericht über den Hergang einer
(Straf)tat; -bestand, der 1. Sachverhalt: sich vom
T. überzeugen — 2 . J u r . die im Gesetz festgelegten
Merkmale einer Handlung', der T. des H ochver
rats; ein T. ist erfüllt (juristisch gegeben); -ein -
heit, die Jur. fin der Verbindung/ in T. mit bei
gleichzeitiger Verletzung eines anderen Strafgesetzes
durch dieselbe H andlung: fahrlässige Tötung in T.
m it Körperverletzung
Taten/taten| -drang, der Drang, Eifer, etw. zu
unternehmen, sich zu betätigen: voller T. sein;
- durst, der geh., oft spött. heftiger Tatendrang;
- lo s fA dj.f : t. (ohne zu handeln, ohne einzugreifen)
Zusehen
Täter, der; -s, - jmd., der eine Straftat begangen
hat; er ist der vermutliche T.; ein unbekannter
T.; nach dem T. suchen; den T. ergreifen
Täter |gruppe, die Gruppe von Personen, die gemein
sam eine Straftat begangen hat
Täterschaft, die; fo. Pl.f Jur . Verantwortlich
keit für eine Tat, bes. für eine Straftat, Schuld: an
seiner T. bestehen keine Zweifel
tätig fAdj.f 1. t . sein Tätigkeit (1.2, 1.3) ausüben:
sie ist unermüdlich t.; er ist gerade im Garten t .;
in der Produktion, als Meister t. sein (arbeiten) —
2.1 . /nur attr.f tätige (sich in Taten, nicht bloßen
Worten äußernde) Hilfe, Mitwirkung; J ur . tätige
Reue (Abwendung der Folgen einer Straftat durch
den Täter, bevor die Tat entdeckt ist); Phi los. das
tätige (in Tätigkeit 1.1 existierende) Subjekt 2.2 .
jnicht adv./ ein tätiger (nicht erloschener) Vulkan
tätigen fsw. Vb.; hat/ papierdt.: einen Kauf t.
(etw. kaufen 1)
Tätigkeit, die; -,
-e n 1.1 . jo. Pl.f das wirkliche,
aktive, auf praktische Veränderung der Umwelt ge
richtete Verhalten des Menschen im konkreten gesell
schaftlichen Arbeits-' und Lebensprozeß: die be
wußte schöpferische T. des Menschen; planvolle,
zielgerichtete T. 1 .2 . jo. PL; 1.1 bezogen auf einen
bestimmten Bereich des gesellschaftlichen, auch des
persönlichen Lebens/: jmds. berufliche, / gesell
schaftliche T.; jmds. T . (als Funktionär) würdigen,
kritisieren; etw. ist eine schöpferische, jmds.
liebste T.; ihre T. im Haushalt 1.3 . /l.l bezogen
auf den B eruf/: eine interessante, anstrengende T.
(berufliche Arbeit) haben; sich eine neue T. suchen;
auf eine langjährige T. in einem Betrieb zurück
blicken können — 2 . /o. P l.j 2.1 . Funktion (3)
bes. von Organen (1): die T. des Herzens, der Nieren
überprüfen 2.2 . Funktion (3) bes. von Maschinen
(1), Anlagen (2): die T. der Maschinen kontrol
lieren; /in den Verbindungen/ in , außer T. (in,
außer Betrieb 2) sein, setzen, treten 2.3 . der
Vulkan ist noch in T. (ist noch tätig)
Tätigkeits| -gebiet, das Aufgabengebiet; -m erkmal,
das inhaltliches M erkmal, das die berufliche Tätig
keit einer Person charakterisiert od. zu einem
Berufsbild gehört; -wort, das /PI. - W örter/ Gramm.
Verb
Tat/tat| -kraft, die /o. P l.j Fähigkeit zu sehr
aktivem Tätigsein, Wirken: voller T. sein; -kräftig
/A dj./ aktiv (1), m it Taten: tatkräftige Hilfe leisten;
jmdn. t . unterstützen
tätlich /Adj./ handgreiflich (1): eine tätliche Ausein
andersetzung; t. werden, Vorgehen; dazu Tätlich
keit, die; -,
-en
Tat J ur.| -motiv, das Beweggrund zu einer Straftat;
- o rt, der /PL -e/ Ort, an dem die Straftat begangen
worden ist
tätowieren /sw. Vb.; hat/ die menschliche H aut
durch Einstechen eines in Farbe getauchten sp itzen
Gegenstandes mit einem Muster od. einem K en n
zeichen versehen: den Arm, die Brust t.; dazu
Tätowierung, die; -,
-en
Tat/tat] -Sache, die 1 . wirkliches Geschehen, be
stimmter, objektiv-realer Sachverhalt: etw. ist eine
unbestrittene T.; T. ist, daß ...; das entspricht
nicht den Tatsachen, ist eine Vorspiegelung fal
scher Tatsachen — 2 . um g. /als Beteuerung/ T.
(wirklich, tatsächlich), so war es!; -f* jmdn. vor
vollendete Tatsachen stellen (jmdn. von etw. in
Kenntnis setzen, wenn es bereits geschehen, erledigt
ist); -Sachenbericht, der Schilderung von T a t
sachen in Form eines (literarischen) Berichts;
- sächlich, -sächlich /Adj./ 1 . /nur attr./ die tat
sächliche (den Tatsachen entsprechende) Situation
sah anders aus; die tatsächlichen Verhältnisse
berücksichtigen — 2 . /adv./ 2 .1 . t . (in Wirklich
keit) hat sich die Sache so zugetragen:... 2 .2.
7 3 Wörterbucb
1140
tätscheln — taufen
fzur Bekräftigung, Beteuerung einer Aussage/: das
ist t. (wirklich) besser so; er ist es t.!
tätscheln jsw. Vb.; hat/: jmdm. die Hand, Wange
t . (leicht klopfend liebkosen, streicheln)
Tatterich, der; -(e)s, -e/ -s 1. jo. Pl.j umg. jmd. hat
den, einen T. (jmds. Hände zittern) — 2. salopp
er ist ein alter T. (gebrechlicher alter Mann) ge
worden
tatt(e)rig /Adj.f u m g .: du bist aber t. (zitterig) !
Tat Jur.| »umstand, der Bedingung, unter der eine
Straftat begangen worden i s t ; -verdacht, der Ver
dacht, eine Straftat begangen zu haben:unter T. stehen
Tatze, die; -,
- n 1* Pfote eines großen Raubtieres:
die Tatzen des Bären, Löwen — 2. um g. sein
Bruder hat regelrechte Tatzen (große, plumpe
Hände)
Tat|zeit, die J ur. Zeit, zu der eine Straftat be
gangen worden ist
*Tau, der; -(e)s, fo. P l.j sich (tropfenförmig) nieder-
schlagende Feuchtigkeit der N a chtluft: der T. fällt;
das Gras ist naß vom T.
+ geh. vor T. und Tag (in aller Frühe)
2Tau, das; -(e)s, -e dickes Seil: etw. m it einem T.
festbinden; an einem T. hochklettern
taub IAdj.f 1, ohne Hörvermögen: auf beiden
Ohren t. sein; er ist t. geboren; schrei nicht so,
ich bin nicht t .! — 2 . /nicht adv.f ohne Tastsinn,
körperliche E mpfind ung: drei Finger seiner rech
ten Hand sind durch die Verletzung t. — 8 . /nicht
adv.f 8.1 . eine taube (hohle, leere) Nuß, Ähre; ein
taubes (nicht befruchtetes) Ei 8.2. B ergm . taubes
Gestein (Gestein, das kein nutzbares Mineral ent
hält)
-f- ta ub en Ohren predigen
taub|blind fA dj.f blind und taub zugleich: ein taub-
blindes Kind
Taube, die;
-n Vogel mit nackter, wie Wachs
aussehender Haut am Schnabel, kleinem K opf,
kurzem Hals und kurzen Beinen: eine gebratene
T.; Tauben gurren; die T., das Bild der T. als
Symbol des Friedens
tauben/Tauben| -blau fA d j.f blaugrau; -grau I Adj.f
blaugrau; -haus, das auf einer Säule befestigter
Taubenschlag; -schlag, der (unter dem Dach eines
Hauses od . i n Ställen angebrachter) Holzverschlag
m it Fluglöchern und Nistkästen für gezüchtete
Tauben; + hier ist es wie in einem T. (hier
herrscht ständiges K om m en und Gehen); -zucht, die
Aufzucht und Pflege von Tauben; -Züchter, der
jmd., der Tauben züchtet
Tauber, der; -s, - männliche Taube
Täuber, der; -s, - s. Tauber
Tauberich, der; -s , -e Tauber
Tauberich, der; -s , -e s . Tauberich
Taubheit, die; jo. PI.; zu taub/
Täubling, der; -s, -e Blätterpilz mit oft lebhaft
gefärbtem H u t
Taub'/taubl -nessel, die weiß , gelb od. rot blühender
Lippenblütler, dessen Blätter denen der Brennessel
ähneln, aber bei Berührung kein Brennen der H aut
hervorrufen; -stumm fA d j.f von Geburt a n ohne
Gehör und deshalb auch nicht fähig, artikuliert zu
sprechen
Taueh|boot, das Unterseeboot bes. für Forschungs
zwecke
tauchen fsw. Vb.; hat, ist/ 1.1 . fvon Menschen,
bestimmten Tieren, U-Bootenf sich vorübergehend
unter Wasser begeben und sich dort aufhalten, fort
bewegen 1.1.1 . (hat, ist) er hat, ist getaucht; die
Ente taucht; das Unterseeboot hat mehrere Tage
lang getaucht, ist eben getaucht 1.1 .2 . fmit Rich-
tungsangabef (ist): er ist in die Flut getaucht; er
ist aus dem Wasser getaucht (aufgetaucht) ; O die
Sonne ist ins Meer getaucht; er tauchte plötzlich
aus dem Dunkel der Nacht 1.2. nach etw. t.
durch 1.1 etw. zu erreichen, erlangen suchen (hat,
ist): nach Muscheln t.
—
2. (hat) etw. in eine
Flüssigkeit t. (stecken, halten); jmdn. t .: er hat
ihn mit dem Kopf ins Wasser getaucht; O geh.
die Berge waren in Sonne getaucht (ganz von
Sonne beschienen)
Taucher, der; -s, - 1. jmd., der das Tauchen beruf
lich od. als Sport betreibt — 2 . Z ool. Schwimm
vogel, der sehr gut taucht
Taucher| -anzug, der wasserdichter, enganliegender
Anzug, der zum Tauchen in größere Tiefen od. über
einen längeren Zeitraum dient, wobei die Luft
zufuhr durch Pumpen über einen Schlauch od. über
ein auf dem Rücken getragenes Sauerstoffgerät er
folgt; -ausrüstung, die aus Taucheranzug, Taucher
brille und Tauchgerät bestehende A usrü stung eines
Tauchers; -brille, die festanliegende, brillenartige
Hülle aus splitterfreiem Glas zum Abdecken der
Augen beim Tauchen; -glocke, die als Arbeitsraum
für Arbeiten unter Wasser dienender, unten offener
Kasten, der durch sein Gewicht auf den Grund eines
Gewässers sinkt, durch Druckluft von Wasser frei
gehalten und mit Hilfe eines Schlauches mit Frisch
luft versorgt wird
Tauch] -gerat, das Gerät, m it dessen Hilfe der
Taucher unter Wasser Luft einatmet; -kugel, die
kugelförmiges, stählernes Gerät, m it dessen Hilfe der
Mensch i n größere Tiefen des Meeres Vordringen
kann; -sieder, der; -s, - zum Erhitzen von kleinen
Mengen Wasser dienendes elektrisches Gerät, d as
m it seinem unteren, meist aus einer Spirale be
stehendem Ende in das Wasser getaucht wird; -tiefe,
die 1. das Unterseeboot hat eine geringe T. (kann
nu r eine geringe -Tiefe beim Tauchen erreichen) —
2. Tiefgang: die T. auf der Elbe beträgt zur Zeit
1,75 Meter
tauen fsw. Vb.; ist, hatf 1.1 .1 . etw. Gefrorenes
schmilzt (ist): der Schnee taute in der Sonne; das
Eis auf dem Fluß ist getaut 1.2. es taut der
Schnee schmilzt (hat): es hat heute getaut 1.8 .
etw. schmilzt etw. Gefrorenes (hat): die Sonne hat
die Eiszapfen an den Dächern getaut — II. es
taut YTau schlägt sich nieder (hat): am frühen
Morgen hat es getaut
Taufbecken, das Taufstein
Taufe, die; -,
-n 1. jo. Pl.j Hel. ev. kath. Sakra
ment, das einer Person, bes. einem Kind, zur Auf
nahme in die Gemeinschaft der Christen durch B e
gießen des Kopfes mit Wasser durch einen Geist
lichen gespendet wird: die T. empfangen — 2 . das
Spenden von 1 —8. zur T. (Feier anläßlich von 2)
eingeladen sein
+ etw. aus der T. heben (gründen)
taufen jsw. Vb.; hat/ 1. Hel. ev. kath. jmdn.,
bes. ein Kind , durch die Taufe in die Gemeinschaft
der Christen aufnehmen: das Kind ist getauft
worden — 2.1. Rel. ev. kath. jmdn. t. jmdm. bei
der Taufe (2) einen Namen geben: er ist auf den
Namen ,Rolf‘ getauft worden 2.2 . etw. (in feier
taufeucht — tausendste
1141
lieber Form) benennen: ein Schiff beim Stapella uf
t.; er hat seinen Goldhamster ,Mucki‘ getauft (hat
ihm den Namen ,M ucki4gegeben)
taufeucht fAdj.f taunaß
Täufling, der; -s, -e Rel. ev. kath. Persony bes.
K ind , das die Taufe (1) erhält
Taufjpate, der Pate (1)
taw|frisch /Adj.f: ta ufrisches (ganz frisches) Ge
müse
Tauf| -schein, der vom Geistlichen ausgestellte Be
scheinigung über die vollzogene Taufe (1 ,2 .1); -stein,
der aus Stein, Holz od. M etall (künstlerisch) ge
arbeitetes, m eist auf einem Sockel ruhendes Becken
für das Wasser, mit dem getauft (1) wird, Taufbecken
taugen fsw. Vb.; hat; vorw. verneint! 1. jmd., etw.
taugt nicht zu, für etw. jmd., etw. ist zu etw. un
geeignet: er ta ugt nicht zu diesem Beruf, für
schwere körperliche Arbeit; das ta ug t zu gar
nichts (ist zu nichts zu gebrauchen) — 2 . jmd., etw.
taugt nichts, etwas jmd., etw. ist nichts, etwas wert
(1.2): er taugt nichts; der Stoff taugt nicht viel;
es wird sich zeigen, ob die neue Zeitschrift etwas
taugt; umg. scherzh. die beste Krankheit taugt
nichts (Kranksein ist immer schlecht)
Taugenichts, der; -/-es, -e veraltend jmd., der
sich, bes. zur Arbeit, als nicht anstellig, als un
willig zeigt, Nichtsnutz: er ist ein T.
tauglich fA d j.f zu etw. brauchbar, geeignet: dieser
Werkstoff hat sich dafür als t. erwiesen; er ist t.
(•wehrdiensttauglich); dazu Tauglichkeit, die; -,
Io. Pl.f
tauig /Adj.f voller Tau: tauige Wiesen
Taumel, der; -s, - fvorw. Sg.f 1. Gefühl des Schwan
kens, Taumelns, Schwindel (II): ein leichter T.
überkam ihn; noch halb, wie im T. sein (leicht
betäubt sein) — 2 . Bausch (2): er wurde von einem
T. der Freude, Leidenschaft erfaßt; im T. der
Begeisterung
taumelig fAudj.; nicht attr.f: ich bin, mir ist t. (im
Kopf) (mir ist schwindlig); t. vor Glück sein; er
ging t . (taumelnd)
taumeln fsw. Vb.; hat, ist/ sich schwankend hin-
und herbewegen, torkeln 1.1 . (hat, ist) er hat, ist
vor Müdigkeit getaum elt; er sprang so schnell
auf, daß er taum elte 1.2 . fmit Richtungsangabef
(ist): er ist nach Hause, ins Zimmer, zum Fenster
getaum elt
taumlig fAdj.f s. taumelig
taujnaß fAdj.f naß vom Tau: taunasses Gras
Tausch, der; -es, -e fvorw. Sg.f das Tauschen (1.1):
einen guten, schlechten T. machen; eine Wohnung
zum T. anbieten
Tausch]anzeige, die Annonce, in der etw. zum
Tausch angeboten w ird
tauschen fsw. Vb. ; hat/ 1.1 . Sachen t., etw. gegen
etw. t . jmdm. etw. geben und dafür gleichzeitig etw.
(Gleichartiges, Gleichwertiges) als Gegenwert a n
nehmen: Münzen, Briefmarken t .; etw. gegen etw.
anderes t.; die Wohnung (mit jmdm.) t.; O mit
niemandem, keinem t. wollen (kein anderes Leben
führen wollen) 1.2 . etw. wechselseitig einander ^z u
kommen lassen: Blicke t . ; Küsse, Zärtlichkeiten
(mit jmdm.) t.; Grüße miteinander t.
täuschen fsw. Vb.; hat; / auch täuschend/ 1.
jmdn. (über etw.) t. jmdn. (in bezug auf etw.) etw.
Falsches glauben machen, jmd m. (in bezug a uf etw.)
etw. vorspiegeln, was nicht den Tatsachen ent
spricht, jmdn. (in bezug auf etw.) irreführen: er hat
uns (über seine wahren Absichten) getäuscht; er
läßt sich, nicht t.; jmdn. durch, mit etw. zu t.
suchen; wenn mich nicht alles täuscht, so . . .
—
2. sich (in jmdm., etw.) t. eine fälsche Meinung,
Vorstellung von jmd m . , etw. haben, sich (in jmdm .,
etw.) irren: du hast dich (in ihm) getäuscht; er
täuscht sich in den Schwierigkeiten; wenn ich
mich nicht täusche, dann ...
täuschend fAdj.; nicht präd.; / auch täuschen/:
eine täuschende (sehr große) Ähnlichkeit mit
jmdm. haben; jmdm. t . (zum Verwechseln) ähn
lich sehen; er kann ihn t. (sehr echt) nachahmen
Tauschi -handel, der 1. Wirtsch. auf einem be
stimmten Entwicklungsstand der Produktion übliche
Form des Handels, bei der ohne Zahlungsmittel eine
Ware gegen eine andere getauscht wird — 2 . ein
maliger, von einer Privatperson durchgeführter
Tausch (von Waren); -Objekt, das Gegenstand eines
Tauschhandels; -partner, der jm d . , der an einem
Tausch beteiligt ist
Täuschung, die; -,
-e n 1.1 . Vorspiegelung falscher
Tatsachen: er ist Opfer einer T.; eine T. auf-
decken; etw. beruht auf T. 1 .2 . fälsche Vorstellung,
Irrtum: eine optische T.; er gab sich der T. hin,
daß ...
Täuschungsmanöver, das: Handlung, m it der man
jmdn. über seine wahren Absichten täuschen will: ein
T. durchschauen
Tauschi -wäre, die fvorw. Pl.f Ware, die im Tausch
handel (1) gegen eine andere getauscht w i rd ; -wert, der
fo. Pl.f P o l. Ök. die Erscheinungsform des Wertes
einer Ware
tausend /Kard.zahl 1000/: t. Mark; einige, meh
rere, viele, an die t. Demonstranten; O umg. der
Teller zerbrach in t. (sehr viele) Stücke; t. Wünsche
haben; mit t. Grüßen (und Küssen) /Schlußformel
in Briefenf; t. Dank!
-f- in t. / Ängsten schweben
Tausend, das; -s, -/ -e 1. fPl. -/ Einheit (1.1 .1) von
tausend Stück: ein paar, viele T. Eier — 2 . fPl.
- e; nur im Pl.f unbestimmte Anzahl von mehreren
Tausend (1): Tausende von Menschen, Kilo
metern; viele Tausende begeisterter Zuschauer;
die K osten gehen in die Tausende (betragen mehrere
tausend Mark); zu Tausenden; einer unter Tausen
den
tausenderlei, tausenderlei findekl.f u m g .: t. (sehr
viele verschiedene) Einwände haben; an t. (sehr
viel Verschiedenes) denken müssen
Tausend/tausend| -füß(l)er, der; -s, - a n feuchten,
dunklen Orten lebender Vertreter einer Klasse der
Gliederfüßer, dessen meist langgestreckter Körp er in
zahlreiche, fa st gleichartige Segmente gegliedert ist,
die fast alle ein bis zwei Paar Beine tragen; -jahr
feier, die Feier anläßlich eines tausendjährigen
Jubiläums; -jährig fAdj.; nur attr.f vgl. drei
jährig; -künstler, der u m g . jmd., der vieles kann
und sich immer zu helfen weiß: er ist ein T .!;
-mal fAdv.f 1. vgl. dreimal — 2. umg. ich bitte t.
(vielmals) um Entschuldigung l; -sassa, der; -s, -/ -s
umg. scherzh. vielseitig begabter, geschickter, da
bei aber oft auch leichtsinniger Mensch: er is t ein
richtiger T.;
-schönchen, das; -s, - in Gärten
wachsendes Gänseblümchen m it großen, gefüllten,
weißen od. rosa bis dunkelrot gefärbten Blüten
tausendste /Ord.zahl zu tausend/
73*
1142
tausendstel— Tee
+ vom / Hundertsten ins Tausendste kom
men
tausendstel vgl. drittel
Tausendstel, das; -s, - 1 . vgl. Drittel — 2. jo. Pl.j
von dem, was er sagt, ist nur ein T. (ein Bruch
teil) wahr
Tautologie, d ie; -,
-n [..i:on] Sprachwiss. Be
zeichnung, die aus anderen Ausdrücken besteht, die
unnötigerweise das gleiche besagen: ,neu renoviert4
ist eine T .; dazu tautologisch /Adj.j
Tau| -tropfen, der; -werk, das /o. Pl.j X. alle Taue
eines Schiffes — 2 . gedrehte od. geflochtene Seile
aus Naturfaser, K unstfaser od. Draht; -wetter, das
fo. Pl.f Wetter, bei dem Schnee und E is tauen;
- ziehen, das; -s, fo. Pl.f sportlicher Wettkampf, bei
dem zwei Mannschaften je ein Ende eines Taues
nach entgegengesetzter Richtung ziehen; O es gab
ein ewiges T. (langes Ringen, fruchtloses Hin und
Her) zwischen den beiden Parteien im Parlament
Taverne, die;
-n [..v ..] landsch., bes. österr.
Schw eiz. Lokal, in dem bes. Wein ausgeschenkt
wird
Taxameter, das; -s, • in einem Ta xi eingebautes
Gerät, das den Fahrpreis anzeigt
Taxator, der; -s, Taxatoren jmd., der amtlich den
Zeitwert von etw. feststellt, schätzt
Taxe, die;
-n 1. Taxi — 2, Schätzung durch
einen Taxator: das Auto ist laut T. 10000 Mark
wert — 8 . Tax-, Schätzpreis; etw. für das Mehr
fache der T. erwerben
taxen fsw. Vb.; h a t/ etw. (amtlich) schätzen,
taxieren (2)
Taxi, das, Schweiz, auch der; -/-s, -/-s Personen
kraftwagen mit Fahrer, der zur Personenbeförderung
gegen ein ta riflich festgesetztes Entgelt gemietet
werden kann: er fuhr mit dem T.; ich nehme (mir)
ein T.
taxieren fsw. Vb.; hat/ 1. etw., jmdn. auf die
Größe, das Maß t. die Größe, das M aß von etw.,
jmdm. ungefähr, grob bestimmen: das Gewicht des
Paketes taxierte er auf 15 Kilo; er taxierte sie
auf 20 Jahre — 2 . etw. schätzen (2): ein Grund
stück, Auto t. lassen; etw. auf etw. t,: die Münz
sammlung ist auf 20000 Mark taxiert — 8. jmdn.,
etw. einschätzen, beurteilen: er hatte ihn, die Lage
richtig taxiert; jmdn., etw. m it einem taxierenden
(musternden, prüfenden) Blick betrachten
Taxij -fahrer, der jmd., der beruflich ein Tax i
fährt; -stand, der Standplatz für Taxis
Taxpreis, der durch Taxieren (2) ermittelter Preis:
ein Auto zum T. verkaufen
Taxus, der; -,
-
Eibe
Taxusjhecke, die: eine T. anpflanzen
Tax|wert, der durch Taxieren (2) ermittelter Wert
Th, Tbc, die; -, fo. Pl.f [te:be:(tse:)] veraltend
jKurzw . für Tuberkulose/ s. Tuberkulose
Tbk, die;
fo. Pl.j [te:be:ka:] jKurzw. für
Tuberkulose/ s. Tuberkulose
Teakbaum, der [ti:k ..] tropischer Baum
Teakholz, das [ t i : k . .] hochwertiges, gelblichbraunes,
hartes Holz des Teakbaumes
Team, das; -s, -s [ti:m] 1, Sport Mannschaft:
das beste T. der XVI. Friedensfahrt — 2 . jvorw.
im bürgerl. Sprachgebrauch! Gruppe von F ach
leuten, bes. Wissenschaftlern, Technikern, I ng e
nieuren, die im Zusammenwirken die Lösung einer
Arbeits-, Forschungsaufgäbe bewältigt
Team| -arbeit, die jo . P l.j vgl. -work; -work, das;
-s, jo. Pl.j [..vce:k, ..vcerk] Form der Arbeits
organisation unter kap. Produktionsverhältnissen,
bei der die Lösung einer Arbeits-, Forschungsauf
gabe durch ein Team erfolgt
Technik, die;
-en 1. jo. Pl.j Gesamtheit der An
wendung naturwissenschaftlicher Kenntnisse in
Form von Methoden, Verfahren, Geräten, A p pa ra
turen, Maschinen durch den Menschen auf einer
gegebenen Stufe der gesellschaftlichen E ntwicklung:
Wissenschaft und T.; der neueste Stand der T. —
2. jo. Pl.j maschinelle und industrielle Einrichtung,
Ausrüstung, bes. die Produktionsinstrumente, in der
(materiellen) Produktion: der Betrieb arbeitet mit
modernster T.
—
8. bestimmte Methode des ge
schickten, rationalen Vorgehens bei der Tätigkeit in
einem beliebigen Bereich der menschlichen Prax is,
des gesellschaftlichen Lebens: handwerkliche, k ünst
lerische Techniken; eine neue T. anwenden; die T.
des Schweißens beherrschen; er hat für den Hoch
sprung eine eigene T. entwickelt; die brillante T.
(Kunst-, Fingerfertigkeit) des Pianisten
Techniker, der: -s, - 1. jmd., der auf dem Gebiet der
Technik (1, 2) an einer Fach-, Hochschule aus
gebildet ist — 2 . jmd., der die Techniken für eine
bestimmte Tätigkeit beherrscht: der Mittelstürmer,
Boxer ist ein guter T.
Technikum, das; -s, Technika/Techniken 1. v e r
a lten d /Bez. für technische Fachschule/ — 2,
Versuchsanlage, in der bestimmte Verfahren ent
wickelt und in kleinem M aßstab erprobt werden
technisch /Adj.j 1. jzu Technik/ die Technik be
treffend, auf ihr beruhend; zu 1: der technische
Fortschritt; eine technische Errungenschaft; die
Technische Universität Dresden; t. interessiert
sein; t. begründete Arbeitsnormen; zu 2: die
technische Ausrüstung eines Betriebes; zu 3: ein
t. meisterhaft geschriebenes Drama — 2 . die
Premiere mußte aus technischen Gründen (aus
Gründen, die sich aus dem äußeren Ablauf ergeben)
verschoben werden
technisieren /sw. Vb.; hat/: die Produktion, Land
wirtschaft t. (auf die Anwendung von vorwiegend
mechanischen und automatischen Arbeitsmitteln um
stellen); dazu Technisierung, die; -,
-e n jvorw. 8g.j
Technologe, der; -n , -n a usgebildeter Fachm ann
a uf dem Gebiet der Technologie
Technologie, die;
-n [,.i:9n] 1. /o. Pl.j Wissen
schaft von der Anwendung naturwissenschaft
lich-technischer Erkenntnisse bei der Entwicklung von
Verfahren im Arbeits- und Produktionsprozeß: die
chemische T.; die T. des Bergbaus — 2. Aus
arbeitung und Zusammenfassung der einzelnen für
die Fertigung eines bestimmten Produkts not
wendigen Arbeitsgänge: eine neue T. des Schwei
ßens; dazu technologisch /Adj.j
Techtelmechtel, Techtelmechtel, das; -s, - u m g . :
m it jmdm. ein T. (eine Liebelei) haben
Teddy, der; -s, -s [tedi] als Kinderspielzeug dienen
der kleiner Bär aus Stoff, Teddybär
Teddy|bär, der Teddy
Tee, der; -s, -s/- 1. /PI.
-s/ für die Zubereitung
eines Getränkes bestimmte getrocknete Blätter,
Pflanzenteile 1.1 . des Teestrauches: schwarzer,
grüner T .; ein Päckchen T. 1 .2 . von (einheimischen)
Heilkräutern — 2 . /bei Mengenangabe PI. Tee/
2.1 . durch Aufbrühen hergestelltes anregendes Ge-
Teeblatt — teilnehmen
1143
tränk aus 1.1: schwarzen T. trinken; ein Glas T.
mit Zitrone; bitte, zwei T.! 2.2 . jo. Pl.j durch
Aufbrühen, Kochen hergestelltes, für Heilzwecke ver
wendetes Getränk aus 1.2
—
3. jmdn. zum T. (zu
einer kleinen Zwischenmahlzeit am Nachmittag, bei
der 2.1 getrunken w ird) einladen
+ u mg. abwarten und T. trinken (nichts über
eilen)
Tee| -blatt, das /PL -blätter/ Blatt des Teestrauches;
- sEi, das kleiner, eiförmiger, aus zwei durchlöcherten
Hälften bestehender Behälter, der m it Tee (1) gefüllt
und zum Aufbrühen in die Teekanne gelegt, gehängt
w ird ; «gebäck, das Kleingebäck, das bes. zum Tee
(2.1) gegessen w ird ; -glas, das /PL -gläser/ hitze
beständiges Trinkglas, aus dem Tee getrunken w ird;
-löffel, der kleiner Löffel: ein silberner T.; zwei
T. Zucker /als Inhaltsmengej; -maschine, die
Samowar
Teenager, der; -s, - [ti:ne:d39r] Jugendlicher, bes.
Mädchen, zwischen 13 und 19 Jahren
Teer, der; -s, -e zähflüssige, klebrige, braune bis
schwarze Masse von durchdringendem, charakteri
stischem Geruch, die bei der Verschwelung od. Ver
kokung von Braun-, Steinkohle, Torf, Holz entsteht
teeren jsw. Vb.; hat/ etw. (zum Schutz vor Witte
rungseinflüssen) mit Teer bestreichen: das D ach t.
Teer|färbe, die aus Bestandteilen des aus Stein
kohle gewonnenen Teers gewonnener Farbstoff
Tee| -rose, die gelbe Rose; -schale, die kleine
Schale, aus der Tee (2.1) getrunken w ird; -Service,
das 1Service für Tee (2.1); -Strauch, der südost
asiatischer Strauch, dessen immergrüne Blätter
mehrere M ale im Jahr geerntet werden und getrocknet
(und fermentiert) als Tee (1.1) in den Handel kom
men; -tasse, die; -wagen, der Servierwagen;
- wurst, die / Wurstsorte/
Teich, der; -(e)s, -e kleines stehendes Gewässer:
Teiche für Fischzucht
Teieh|rose, die weltweit verbreitete Wasserpflanze
m it großen, schwimmenden Blättern und Blüten
Teig, der; -(e)s, -e a us verschiedenen Zutaten be
reitete knetbare öd. breiige M a s se , die gebacken, ge
kocht od. gebraten wird: ein zäher, flüssiger T .; T.
für Kuchen, Brot, Buletten; den T. kneten, rüh
ren, ausrollen
Teig|boden, der als Grundfläche für einen Kuchen,
eine Torte ausgerollter Teig
teigig /Adj.j weich wie Teig: Knetmasse ist t.;
O sein Gesicht wirkte t. (bleich und aufgeschwemmt)
Tejg|ware, die aus einem Mehlteig auf der B asis von
Weizenmehl, W eizengrieß hergestelltes, lagerfähiges
und kochfertiges Nahrungsmittel
Teil, der, das; -(e)s, -e / / auch Teilchen/ 1. /der/
etw., das eine kleinere (abgegrenzte) Menge, Größe
von einem größeren komplexen Ganzen bildet: der
südliche T. der DDR; der schwierigste T. einer
Arbeit; der offizielle T. der Veranstaltung; der
zweite T. des Films; der fünfte T. von zwanzig;
ein groß(er), gut(er) T. (viele) der Schüler; /in der
Verbindung/ zum T. /Abk. z. T ./ teilweise: er
hatte nur zum T. recht — 2 . /das/ Einzelteil: ein
defektes T. auswechseln; ein Gerät in seine Teile
zerlegen — 3 . /der/ Partei (3.2): man muß beide
Teile (Seiten 6.1) anhören — 4 . /der, das/ A nteil
(1, 2) an etw.: jeder bekommt sein(en) T.; sein(en)
T. beitragen; die Kinder erbten zu gleichen Teilen
-f- sein(en) T. (seine Strafe) weghaben; sich
sein(en) T. denken (seine eigenen Gedanken bei
etw. haben); ich für m ein(en) T. (ich persönlich);
sein(en) T. zu tragen haben (ein schweres Leben,
Los haben)
Teilautomatisierung, die teilweise Automatisierung
teilbar /Adj.j: sechs .ist durch zwei t. (sechs kann
durch zwei dividiert werden, ohne daß ein Rest bleibt);
da zu Teilbarkeit, die; fo. P L /
Teil) -bereich, der vgl. T eilgebiet (1.1); -be-
schäftigung, die zeitlich reduziertes Arbeitsrechts
verhältnis eines W erktätigen; -betrag, der gesonder
ter T eil von einem größeren Betrag
Teilchen, das; -s, - / / * auch Teil/ P h ys . Elementar
teilchen
Teiljdisziplin, die Teilgebiet einer Wissenschaft od.
beim Sport
teilen /sw. Vb.; h a t/1.1 .etw ., das ein Ganzes bildet,
in einzelne gleich od. verschieden große Teile, Stücke,
Portionen, Bereiche zerlegen: einen Apfel (in vier,
mehrere Teile) t.; der Fluß teilt die Stadt in zwei
H älften; ein Zimmer durch eine Zwischenwand t .;
eine Strecke im Verhältnis 3 :4 t.; <> geteilter (ver
schiedener) Meinung sein 1 .2 . der Weg teilt (gabelt 1)
sich hier 1.3 . 20 durch 2 t. (dividieren); 20 geteilt
durch 4 ergibt 5 — 2 . etw. brüderlich, unterein
ander t. (aufteilen 1) — 3 .1 . sich (mit jmdm.) in etw.
t. etw. gemeinsam (zu gleichen Teilen) bewältigen, tu n :
sich mit jmdm. in eine Arbeit t .; sich mit jmdm. in
den Gewinn t. (ihm die Hälfte des Gewinns geben)
3.2 . etw. mit jmdm. t. etw. mit jmdm. gemeinsam
innehaben: mit jmdm. die Wohnung t. müssen 3.3 .
jmds. Schmerz, Freude t. (an jmds. Schmerz, Freude
teilhaben); jmds. Ansicht, Meinung t. (gleicher A n
sicht, M einung sein)
Teiler, der; -s, - M ath. Divisor
Teil/te|l| -ergebnis, das Ergebnis, das nur einen
Teil eines Gesamtergebnisses darstellt; -frage, die
Frage, die nur einen Teil eines Fragenkomplexes
erfaßt; -gebiet, das 1.1. Teil eines Bereiches,
Faches, Tätigkeitsgebietes 1.2 . Teil einer Land
schaft; -haben /Vb./: an jmds. Arbeiten t. (be
teiligt sein, Anteil haben); jmdn. an seiner Freude
t. lassen; -haber, der; -s, - jmd., der ein Unter
nehmen (1.1) mitbesitzt
teilhaftig, auch teilhaftig /A dj.; in den Ver
bindungen/ v e ra lten d einer Sache t. sein, werden:
einer Auszeichnung t. werden (eine Auszeichnung
erhalten, erfahren)
Teil/teil| -lösung, die n u r einen T eil eines Problems
bewältigende Lösung; -mechanisierung, die teil
weise Mechanisierung; -menge, die fachspr.
Menge von Objekten m it gleichen Merkmalen, die
Teil einer od. mehrerer Mengen sind: Primzahlen
bilden eine T. aller natürlichen Zahlen; -möbliert
IAdj./: ein teilmöbliertes (vom Vermieter nur zum
Teil mit Möbeln ausgestattetes) Zimmer mieten;
- nähme, die;
-n \vorw. 8g./ 1 . das Teilnehmen
(1.1): er mußte seine T. am Kongreß absagen —
2. Mitgefühl: jmdm. seine T. bezeugen — 3 . Inter
esse (1.1): die Entstehung einer Sache mit T. ver
folgen; -nahmeberechtigt /A d j.; vorw. attr. u .
präd.j zu r Teilnahme berechtigt
teilnahms/Teilnahms| -los /A d j./ ohne Teilnahme
(2, 3), apathisch: v öllig t. sein; dazu -losigkeit, die;
-, jo. Pl.j; -voll jAdjJ voll Mitgefühl: sich t. nach
jmdm. erkundigen
teil/Teil| -nehmen jVb.j an etw. t. 1.1. sich an
1144
Teilnehmer — Tellereisen
etw. beteiligen (1.1): die Brigade nimmt am W ett
bewerb teil 1.2 . an etw. Anteil nehmen: an jmds.
Schmerz, Glück t.; teilnehm ende (teilnahmsvolle)
Worte; -nehmer, der; -s, - 1 . jmd., der an etw.
teilnimmt (1.1) — 2 . Gesprächspartner am Telefon:
der andere T. hat aufgelegt
Teilnehmer tu Teilnehmer 1| -feld, das Sport Ge
samtheit der in einem als W ettkampf ausgetragenen
Bennen, Lauf konkurrierenden Sportler: das T. war
weit auseinandergerissen; -kreis, der Gesamtheit
der Teilnehmer; -liste, die; -zahl, die
Teil|problem, das Problem, das nur einen Teil eines
Problemkomplexes da rstellt
teils /Adv.; in konjunktionaler Verwendung; vorw.
in der Doppelform t. . . . t . ; nebenordnend; verbindet
zwei od, mehrere, meist direkt aufeinanderfolgende
Glieder; gibt an, daß die genannten Fakten pro
portional in gleichem M aße Geltung haben/ : wir
hatten t. schönes, t. schlechtes Wetter
Teil) -strecke, die T eil einer Strecke; -strich, der
Strich, der auf -einer Skala die Maßeinteilung an
gibt; -stück, das /PL -e/ Teil, Stück eines Ganzen;
-System, das System, das Teil eines größeren, um
fassenderen System s ist
Teilung, die; -en 1. /zu teilen 1 u, 2/; zu 1: durch
die T. des Zimmers entstanden zwei Kinder
zimmer; bei der T. (Division II) von 20 durch 6
bleibt ein Rest von 2; zu 2: die T. des Erbes —
2. Biol. Zellteilung
teil/Teil| -weise /Adj.; nicht präd./ in Teilen, in
einem gewissen Umfang: eine t. Automatisierung;
er hatte nur t. recht; -Zahlung, die 1. Rate (1) —
2. Zahlung in Raten (1): etw. auf T. kaufen
Tein, das; -s, /o. PL/ [te|i:n] in den Teeblättern ent
haltenes Koffein
Teint, der; -s, -s [ter), auch ts] Zustand und Farbe
der Gesichtshaut: einen reinen, bleichen T. haben
Tektonik, die; /o. P L / 1. Teilgebiet der Geologie,
das sich mit dem Bau und den Bewegungen der Erd
kruste befaßt — 2. A rchitekt. Zusammenfügung
von Bauteilen zu einem Ganzen: die T. des Rat
hauses; dazu tektonisch /A dj./
Telefon, auch Telefon, das; -s, -e 1. Gerät, m it dem
elektrisch Gespräche über eine Leitung (4.2) mit
Hilfe von Mikrophon und Hörer od. drahtlos über
Funk mit einem Gesprächspartner geführt werden
können, Fernsprecher:das T. klingelt —2 . /vorw.Sg./
Telefonleitung: T. legen lassen
Telefon I, auch Telefonjanschluß, der A nschluß an
das Fernsprechnetz
Telefonat, das; -(e)s, -e Telefongespräch
Telefon, auch Telefon| -buch, das Telefonverzeichnis
in Form eines Buches; -gespräch, das Gespräch mit
Hilfe des Telefons; -hörer, der Teil des Telefons, in
dem sich Hör- un d Sprechmuschel befinden
telefonieren /sw. Vb.; hat/ ein Gespräch mit Hilfe
des Telefons führen: mit jmdm. t.
telefonisch /A dj.; nicht präd./ mit Hilfe des Tele
fons, fernmündlich: eine telefonische Auskunft;
sich t. anmelden
Telefonistin, die; -nen Frau, die beruflich in einer
Telefonzentrale Verbindungen für Telefongespräche
herstellt
Telefon, auch Telefon | -kabel, das K ab el für die
Telefonleitung; -leitung, die Leitung , über die Tele
fongespräche geführt werden; -nummer, die N um m er
für den Telefonanschluß eines Fernsprechteilneh
mers ; -rechnung, die Rechnung für Telefongespräche;
-Verbindung, die telefonische Verbind ung; -Ver
zeichnis, das Verzeichnis der Fernsprechteilnehmer
und der Telefonnummern eines bestimmten (Orts)-
netzes; -zelle, die (schalldichte) Zelle mit einem Tele
fon zur öffentlichen Benutzung; -zentrale, die Zen
trale (2) (in Betrieben) für handvermittelte Telefon
gespräche
telegen /A dj.; bes. von Personen/ in Fernsehsen
dungen vorteilhaft wirkend: ein teleg en es Gesicht; t.
sein
Telegraf, der; -en, -en elektrisches Gerät, m it dem
Nachrichten in vereinbarten Zeichen über eine L ei
tung (4.2) od. drahtlos über F unk übermittelt werden
können
Telegrafen! -amt, das Dienststelle der Post, die für
den gesamten Telegrafenverkehr verantwortlich ist;
- leitung, die Leitung (4.2) für die Nachrichten
übermittlung m it Hilfe des Telegrafen; -verkehr, der
(die gesamte) Kommunikation mit Hilfe des Tele
grafen
Telegrafie, die; -, fo. PL / das Übermitteln von Nach
richten m it Hilfe des Telegrafen
telegrafieren /sw. Vb.; hat/ Nachrichten mit Hilfe
des Telegrafen übermitteln: (jmdm.) die genaue An
kunftszeit t.
telegrafisch /A dj.; nicht präd./ mit Hilfe des Tele
grafen: eine Nachricht t. übermitteln
Telegramm, das; -s, -e telegrafisch übermittelte
Nachricht, die dem Empfänger schriftlich zugestellt
wird: jmdm. ein T. schicken
Telegramm | -formular, das Formular für die A uf
gabe eines Telegramms; -gebühr, die nach Wörtern
berechnete Gebühr für ein Telegram m; -Stil, der
/o. PL / sehr knappe, durch Stichworte gekennzeich
nete mündliche od. schriftliche Ausdrucksweise; -Zu
stellung, die
Telegraph, der s . Telegraf
Teleobjektiv, das F o t o g r . Objektiv mit großer
Brennweite zur Aufnahm e w eit entfernter Gegen
stände, Personen
Teleologie, die;
jo. PL/ Philos. idealist. An
schauung, daß jegliche Entwicklung in der Welt
ideell, göttlich vorbestimmt sei; dazu teleologisch
/Adj./
Telepathie, die; /o. PL / vermeintliche Fähigkeit,
Gedanken anderer Menschen ohne Beteiligung der
Sinnesorgane und über Entfernungen hinweg
zu erfassen; dazu telepathisch /A d j./
Telephon, auch Telephon, das s. Telefo n
Teleskop, das; -s, -e Fernrohr; dazu teleskopisch
/Adj./
Television, die; -en [ . , vi..] /vorw. Sg.; Abk. TV;
in bestimmten Ländern übliche Bez. für Fernse
hen/
Telexverkehr, der T e c h n . unmittelbarer Verkehr
mittels Fernschreiber von Teilnehmer zu Teilnehmer
über ein eigenes Fernschreibnetz
Teller, der; -s, - 1 . flacher, runder Gegenstand mit er
höhtem Rand, meist aus Porzellan, Steingut, von dem
bes. die für eine M ahlzeit zubereiteten Speisen ge
gessen werden: ein flacher, tiefer T .; etw. auf einen
T. legen; einen T. Suppe essen /als Inhaltsmenge/;
ein
bunter T.
—
2. S k i flache, runde, durch
brochene Scheibe (aus Plast), die kurz vor dem un
teren Ende des Skistockes angebracht ist
Teller[ -eisen, das flaches, rundes Fangeisen, das auf
Tempel — Teppichkehrmaschine
1145
den Erdboden gelegt w ird ; -mine, die flache, runde
Mine (III), die in der Erde vergraben wird
Tempel, der; -s, - einer od. mehreren Gottheiten ge-
weihter, kultischen Zwecken dienender Bau bes. aus der
Zeit der A ntike: ein antiker, griechischer, römischer
ägyptischer T.; ein T. des Apoll
4- um g. jmdn. zum T. hinausjagen (jmdn. hinaus
werfen)
Tempera, die; fo. Pl.f Technik der Malerei mit
Temperafarben: etw. in T. malen
Temperai -färbe, die Farbe mit in Wasser verdünn
tem Eigelb, Leim od. Honig als Bindemittel, die nach
dem Trocknen wasserlöslich ist; -malerei, die \o. Pl.f
Malerei mit Temperafarben
Temperament, d a s; -(e)s, -e 1. erblich festgelegte
individuelle Eigenart von Menschen, schnell od.
langsam, stark od. schwach auf Beize zu reagieren
und emotional mehr od. weniger ansprechbar zu s e i n :
ein lebhaftes T. haben; ihre Temperamente
sind verschieden — 2 . jo. PL/ viel T. haben (lebhaft,
feurig sein)
temperamentlos jA d j.j: t. (ohne Temperament 2)
sein
Temperaments|saehe, cue jin der Verbindung/ etw .
ist T. (etw. hängt vom Temperament 1 ab)
temperamentvoll jA d j.j: t. (voll Temperament 2)
sein
Temperatur, d ie;
-en 1. in Graden meßbarer Zu
stand der Wärme (1.2) eines Stoffes (3.2): die T. des
Wassers, der Luft, eines Körpers; die T. steigt,
sinkt, ist unter Null gefallen — 2. jvorw. Sg.f Fieber
(1): leichte, erhöhte T. haben
Temperatur| -abnahme, d i e ; -anstieg, der; -kurve,
die graphische Darstellung des Verlaufs der Tempe
ratur (1) mittels einer Kurve; -regier, der Elektro-
t e c h n . Gerät, m it dem eine bestimmte eingestellte
Temperatur (1) konstant gehalten werden k a nn;
-rückgang, der; -Schwankung, die; -Sturz, derplötz
licher starker Rückgang der Temperatur (1); -Wech
sel, der
temperieren jsw. Vb. ; hat/ etw. auf die Temperatur
bringen, die gewünscht, erforderlich od. angenehm i s t :
das Badewasser t.; gut temperierter Wein; ein an
genehm temperierter Raum; dazu Temperierung,
die; -,
-en
Tempo, das; -s, -s/Tempi 1* fo. Pl.f 1.1 . Geschwin
digkeit (1): mit langsamem, rasendem, wahnsinni
gem T .; das T. verringern, forcieren 1.2 . Schnellig
keit (2): das T. des wissenschaftlich-technischen
Fortschritts beeinflussen — 2 . auf die Zeit bezogenes
M aß (1.1 .1) 2.1 . /PI . -s/ in dem eine sportliche Übung
durchgeführt wird: die einzelnen Tempos beim
Schwimmen 2.2 . fPl. Tempi/-s/ in dem ein Musik
stück gespielt wird: die Tempi einhalten
temporal fAdj.f Gramm , die Zeit angebend: eine
temporale Konjunktion
Temporal Gramm.|
-bestimmung, die Adverbial
bestimmung der Z eit; -Satz, der temporaler Gliedsatz
temporär fA dj.f: eine temporäre (zeitweilige, vor
übergehende) Einrichtung
Tempus, das; -, Tempora Gramm, grammatische
Kategorie des Verbs, durch die ein Geschehen der
Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft zugeordnet wird
od, auch andere Funktionen ausgedrückt werden
können
Tendenz, die; -,
- e n 1.1. fvorw. Sg.j das Streben einer
Entwicklung in eine bestimmte Richtung: die T.
dieser Entwicklung geht dahin, daß ...; eine sin
kende T. der Kriminalität; B örse die Kurse zei
gen eine fallende T. 1 .2 . fvorw. Pl.f Richtung,
Strömung: formalistische Tendenzen in der Kunst
1.3 . seine Bücher zeigen eine T. zum Mystischen
(weisen mystische Züge auf) — 2 . fo. Pl.f in einem
künstlerischen Werk enthaltenes, m eist ideologisches,
grundsätzliches Anliegen /wird von den Vertretern
einer angeblich von Ideologie freien K u nst ab
schätzig gebraucht!: das Buch hat eine politische T.
tendenziell fAdj.; zu Tendenz 1.1/: eine tenden
zielle Entwicklung
tendenziös fA dj.f 1.1 . Tendenz (2) enthaltend: ein
tendenziöser Roman 1.2 . mit Absicht entstellend,
parteiisch: eine tendenziöse Darstellung
Tender, der; -s, - m it der Lokomotive verbundener
Behälter für den Kohle-, Wasservorrat der Loko
motive
tendieren fsw. Vb.; hat/ 1.1 . eine Tendenz haben,
sich in eine bestimmte Richtung entwickeln: sein
Interesse tendiert dahin ...; B örse Aktien t. (ent
wickeln sich im Kurs) uneinheitlich 1.2 . zu etw.
neigen: er tendiert zu solchen Auffassungen
Tenne, die; -,
- n festgestampfter Fußboden in den
Einfahrten alter Bauernhäuser, in Scheunen, auf
dem früher das Getreide gedroschen wurde
Tennis, das; -, fo. Pl.f Ballspiel, bei dem zwei Spieler
od. zwei Paare von Spielern mit ihrem Tennis
schläger einen B all nach bestimmten Regeln über
ein zwei einander gegenüberliegende Spielfelder
trennendes Netz hin- und Zurückschlagen
Tennis| -ball, der für das Tennisspiel bestimmter
Ball von etwa 61/2Zentimeter Durchmesser ;-hose, die
meist weiße Hose, die zum Tennisspiel getragen w ird;
- k leid, das vgl. -hose; -platz, der für das Tennisspiel
bestimmter Platz m it abgeteilten Spielfeldern;
-Schläger, der für das Tennisspiel bestimmter
Schläger aus einem gitterartig m it Saiten bespannten,
ovalen, in einen längeren Griff auslaufenden H olz
rahmen; -spiel, das jo. Pl.f Tennis; -Spieler, der
1Tenor, der; -s, Tenöre 1. fo. Pl.f höchste Stimmlage
bei Männern: T. singen — 2. Sänger mit 1: ein ge
feierter T.
2Tenor, der; -s, jo. Pl.f 1. bestimmender b eh alt (2),
xTon (3) einer Äußerung: der T. einer Rede —
2. Jur. Formel des Urteils: etw. in den T. (des
Urteils) aufnehmen
Tenor|stimme, die 1. jo. P l.j lTenor (1) : eine T.
haben — 2 . Notenvorlage für den xTenor (1)
Tentakel, der, das; -s, - fvorw. Pl.f 1. /der/ Z o ol.
Fangarm vieler niederer Tiere — 2 . /der, auch das/
B o t . haardünnes klebriges Organ fleischfressender
Pflanzen zum Fangen der Beute
Teppich, der; -s, -e i n Länge u nd Breite festgelegter,
oft ornamental verzierter, textiler Fußbodenbelag,
m it dem eine große Fläche eines Raumes bedeckt
wird: ein gemusterter, durchgewebter T.; den T.
klopfen
-j- etw. unter den T. kehren etw. als unangenehm,
unbequem abtun: ein Problem unter den T. kehren;
sa lopp bleib auf dem T. (bleib sachlich, in nor
malen, vernünftigen Grenzen) !
Teppich| -boden, der textiler Fußbodenbelag, m it dem
ein R aum ausgelegt wird; -bürste, die Bürste zum
Reinig en textiler Fußbodenbeläge; -kehrmasehine,
die Gerät aus einem langen Stiel und einem kleinen,
kastenförmigen, unten offenen Behälter, in dem sich
1146
Teppichklopfer — Terrorregime
beim Schieben Bürsten drehen, die den textilen F uß
bodenbelag kehren; -klopfer, der 1. Gerät mit langem
Stiel und aus Rohr geflochtenem rundem Teil zum
Ausklopfen (1.2) bes. von Teppichen — 2 . Teppich
klopfmaschine; -klopfmasehine, die elektrisches
Gerät zum Säubern ausgelegter textiler Fußboden
beläge ; -stange, die im Freien horizontal angebrachte
Stange, über die textile Fußbodenbeläge gelegt wer
den, die mit der Hand ausgeklopft werden sollen;
- weher, der Weber für Teppiche, gewebte Fußboden
beläge; -weherei, die Weberei für Teppiche, gewebte
Fußbodenbeläge
Termin, der; -s, -e 1 .1 . festgelegter Zeitpunkt', e in en
T. (für etw.) festlegen, vereinbaren; etw. zu einem
früheren, günstigeren T. vereinbaren; ich habe
morgen einen T. beim Arzt (bin für morgen beim
Arzt angemeldet, bestellt) 1.2 . den T. (die F rist 1.1)
für die Abgabe der Arbeit einhalten — 2 . Jur.
Zeitpunkt der Verhandlung: einen T. anberaumen;
heute ist T. in Sachen A
Terminal [term in al], Terminal [toer..], das; -s, -s
Datenverarb. von der Zentrale einer elektro
nischen Datenverarbeitungsanlage meist räumlich
getrennte Vorrichtung für die Ein- und Ausgabe von
Daten
Termin/termin zu Termin 11 -arbeit, die A rb eit, die
zu einem bestimmten Termin fertig sein muß;
-druck, der jo. PL / durch einen Termin bedingte
Zeitnot; -gemäß fAdj.; nicht präd.f: etw. t. (ent
sprechend der F rist 1.1) fertigstellen; -kalender, der
Kalender zum Einträgen von Terminen
terminlich fAdj.f 1. den Termin (1) betreffend: etw.
ist t. gebunden — 2 . fristgemäß: etw. t. ausliefem
Terminologie, d ie;
- n [..i:a n] Gesamtheit der
Termini eines Fachgebiets: die juristische T ,; dazu
terminologisch fA d j./
Termini -plan, der: sein T. für morgen sieht vor ...;
- treue, die Einhaltung eines Termins (1), vorwiegend
in der soz. Produktion: die Baubrigaden wetteifern
um T.
Terminus, der;
Termini Fachausdruck, Fach
wort'. ein juristischer T.
Terminus teehnicus, der; Termini technici [ ..kus,
PI. .. tsi] Terminus
Termite, die; -,
-n in zahlreichen Arten vorkommen
des, in den Tropen und Subtropen lebendes, staaten
bildendes, Tageslicht scheuendes Insekt, das Holz
frißt
Termiten)hügel, der i n Form eines Hügels ange
legter Bau der Termiten
Terpentin, das, auch der; -s, fo. PL/, faehspr.
-e
1. Bestandteil des Harzes von Nadelbäumen —
2. Terpentinöl
Terpentin[öl, das jo. Pl.j Harze und Fette lösendes,
im Terpentin (1) enthaltenes Öl, das bes. als Lö
sungsmittel für Lacke und Farben verwendet wird
Terrain, das; -s, -s [tsrsq, auch ters] Gelände (1),
Gebiet (1.1): ein unwegsames T.; O er wollte das
T. erst einmal sondieren (die Lage, Sache vorsichtig
erkunden); das T. (die Grundlagen, Voraussetzun
gen) für etw. vorbereiten
Terrakotta, die;
Terrakotten 1,_ jo. P l.j un
glasierter, gebrannter Ton — 2 . Terrakotte
Terrakotte, die;
-n bild. Kunst Kunstgegen
stand,vorwiegend kleine Plastik, aus unglasiertem, ge
branntem Ton
Terrarium, das; -s, Terrarien [..rian, ..rian] An
lage od. einzelner Behälter für die H altung von
Lurchen und Kriechtieren
Terrasse, die;
-n 1. an ein Haus, meist an das
Erdgeschoß eines Hauses angebaute, größere (über
dachte) Plattform: auf der T. sitzen — 2 . jvorw. Pl.j
plattformartige Stufe an einem H a ng: die Terrassen
des Weinbergs
terrassen/Terrassen zu Terrasse 2 1 -förmig jA d j .j :
ein t. angelegter Garten; -garten, der terrassen
förmig angelegter Garten
terrassieren jsw. Vb.; hat; zu Terrasse 2/ etw. stufen
förmig anlegen
Terrazzo, der; -/ -s, Terrazzi jvorw. Sg.j Estrich
aus Zement, der durch mehrfarbigen Steinschlag (2)
mosaikartig wirkt
Terrier, der; -s, - [ . .iar, ..iar] zu einer Hunderasse
m it kurzem, steifem, nicht gekräuseltem H aar ge
hörender Haushund
Terrine, die; -n Suppenschüssel mit Deckel
territorial /A d j.; zu Territorium/; zu 1: terri
toriale Streitigkeiten zwischen zwei Staaten; zu 2:
die territoriale Integrität eines Staates; zu 3: terri
toriale Bauvorhaben
Territorial! -gewässer, die /PI./ Hoheitsgewässer;
-p lahung, die jo. PL; DDR/ Planung speziell der
territorialen Entwicklung der soz. Volkswirtschaft;
-prinzip, das jo. PI .; DDRj speziell auf die Belange
des Territoriums (3) ausgerichtetes P rin zip soz.
Leitung und Planung; -Staat,der (deutsches) Fürsten
tum im Zeitalter des Feudalismus, dessen Herrscher
(weitgehend) unabhängig von der kaiserlichen Gewalt
war; -Struktur, die jo. P l.j: die T. des Staates (Glie
derung des Staates, Landes in staatliche Teilgebiete);
die T. (räumliche, regionale Gliederung) der Volk s
wirtschaft
Territorium, das; -s, Territorien [ . .ien,
..ian]
1. (großes) geographisches Gebiet der Erdoberfläche:
ein riesiges T .; 25 Prozent des Territoriums (Gesamt
gebietes) der Erde; — 2 . Staats-, Hoheitsgebiet: das
T. der DDR; fremdes T. überfliegen — 8 . jDDRj
3.1 . örtlicher Bereich: die im T. vorhandenen Er
holungsgebiete 3.2 . W ir ts ch. regionaler Bereich der
Volkswirtschaft
Terror, der; -s, jo. PLI systematische Verbreitung
von Furcht und Schrecken, bes. durch Gewaltakte,
Morde, m it dem Ziel, die Machtansprüche einer
reaktionären Klasse od. einer Gruppe durchzusetzen:
brutaler, konterrevolutionärer T .;im Land herrsch
te der T .; T. ausüben
Terrorfakt, der: einen T. verüben
terrorisieren jsw. Vb.; hat/ jmdn., bes. eine Gruppe
von Menschen, durch Terror, Gewaltakte in Furcht
und Schrecken versetzen, einschüchtern: die B e
v ölkerung wurde durch Morddrohungen, B o mbe n
a ttentate terrorisiert; die Bande terrorisiert die
gan ze Gegend; da zu Terrorisierung, die;
-en
jvorw. Sg.j
Terrorismus, der; -, jo. P l.j Einstellung und Ver
haltensweise, die die Ausübung von Terror zum,
Prinzip hat
Terrorist, der; -en, -en jm d., der Terror ausübt
terroristisch jA dj.j auf Terror fußend, m it den M e
thoden des Terrors, des Terrorismus', terroristische
Handlungen, Methoden
Terror| -Justiz, die Terrorurteile fällende Klassen
justiz; -methode, die jvorw. P l.j; -Organisation, die
terroristische Organisation; -regime, das terroristi
Terrorurteil — Text
1147
sches Regime; -urteil, das a uf Terrorismus basie
rendes Urteil
Tertiär, das; -s, jo. PL/ [..tsie:r] Geol. ältere
Formation des Känozoikums
Terz, die;
-en Mus. 1.1. dritte Stufe der diatoni
schen Tonleiter 1.2 . Intervall von drei Tönen
Terzett, das; -(e)s, -e Mus. Komposition für drei
Singstimmen
Test, der; -(e)s, -s/-e jzu testen/: einen T. (mit, an
etw.) vornehmen; jmdn., sich einem T. unter
ziehen
Testament, das; -(e)s, -e 1. von einem Erblasser ge
troffene und von ihm frei widerrufbare Verfügung
für den Fall seines Todes: sein T. machen; ein T.
anfechten; Jur. ein T. eröffnen — 2 . Rel. ev.
k a th . das Alte T. (die in die Bibel aufgenommenen
heiligen Schriften der Juden); das Neue T. (der die
christlichen heiligen Schriften enthaltende T eil der
Bibel)
testamentarisch /A d j./ durch ein Testajnent (1): etw.
t. verfügen
Testaments Jur.|
-erÖffnung, die förmliche E röff
nung eines Testaments nach dem Tode des Erblassers;
-Vollstrecker, der; -s, - vom Erblasser beauftragte
Person, die Bestimmungen des Testaments durch
zuführen; -Vollstreckung, die Durchführung der Be
stimmungen des Testaments durch den Testam ents
vollstrecker
Testat, das; -(e)s, -e schriftliche Bestätigung des
Besuchs einer Vorlesung (an einer Hochschule)
Test|bild, das F e r n s e h e n Bild (mit geometrischen
Figuren) auf dem Schirm des Fernsehgeräts zur
Überprüfung der Qualität des Fernsehempfangs
testen, testete, hat getestet etw., jmdn. nach einer
festgelegten Methode, Fragestellung bes. im Hinblick
auf seine Eigenschaften, Fähigkeiten untersuchen,
prüfen: ein neues Gerat, Material t.; etw. unter
extremen Bedingungen t .; eine Medizin auf Neben
wirkungen t.; jmdn. auf seine Reaktionsfähigkeit,
Eignung zu etw. t.
Test) -fahrt, die Fährt zum Testen eines Fahrzeugs;
- f lug, der vgl.
- fahrt; -frage, die Frage, m it der
jm d ., oft im Rahmen eines umfangreicheren Tests,
getestet werden soll
testieren /sw. Vb.; hat/ 1. Jur. ein Testament er
richten : er hat nicht testiert — 2 . ein Testat erteilen
Testier|fähigkeit, die jo. P I ./ J u r . rechtlich a n
erkannte Fähigkeit, ein Testament zu errichten
Test) -methode, die bei einem Test angewandte
Methode; -Objekt, das etw., das od. an dem etw.
getestet wird: ein Frosch diente als T.; -person, die
jmd., a n dem etw. getestet wird; -pilot, der Pilot, der
(neue) Flugzeuge testet; -Serie, die Serie eines E r
zeugnisses, die zu einem Test dient; -stopp, der Ein
stellung von Versuchen bes. mit Kernwaffen: einen T.
vereinbaren; -strecke, die Strecke, auf der ein Fahr
zeug getestet wird; -verfahren, das 1. bei einem Test
angewandtes Verfahren — 2 . das Testen
Tetanus, Tetanus, der; -, /o. PI ./ Med. Wundstarr
krampf
Tetanus, Tetanus | -impfung, die I m p fun g gegen
Tetanus; -spritze, die Spritze (2) gegen Tetanus
Tetrachlorkohlenstoff, d e r/<?. PI ./ [..kl . .] Chem .
nicht brennbare, a us Schwefelkohlenstoff u nd Chlor
hergestellte Flüssigkeit, die bes. a ls Lösungsmittel
und Feuerlöschmittel verwendet wird
Tetraeder, das; -s, - [.. a|e:..] Math, von vier gleich
seitigen, kongruenten Dreiecken begrenzter K ör -
per
Tetralogiß, die;
-n [..hon] Zyklus von vier zu
sammengehörigen' literarischen od. musikalischen
Werken
teuer /Adj./ 1 . viel Geld kostend, von hohem Preis:
ein teurer Schmuck; teure Reisen machen; ein
teures Restaurant (Restaurant mit hoher Preis
stufe); das ist mir zu t.; etw. t. kaufen, bezahlen;
etw. kostet teures (viel) Geld; wie t. ist (wieviel
kostet) dieser Mantel? — 2 . /nicht adv./ geh. lieb (1)
und wert (2): der teure Verstorbene; etw. ist jmdm.
t.; /in der Anrede/ teure Freunde und Genossen!
+ etw. t . bezahlen (für etw. schwer büßen) müssen;
etw. kommt jmdm., jmdn. t. zu stehen (jmd. muß
für etw. schwer büßen); — ein teures / Pflaster;
da ist guter / Rat t.; ein teurer / Spaß; ein
teures / Vergnügen
Teuerung, die; -en für die Entwicklung der Preise
in nichtsoz. Wirtschaftssystemen charakteristisches,
inflationäres Ansteigen der Preise
Teufel, der; -s, -1 .1 . /o. PL; nicht mit unbest. Art./
nach christlichem Glauben der Widersacher Gottes:
umg. zum T.!; hoPs der T .! /Flüche/; der T. soll
dich, ihn holen! / Verwünschung/; pfui T.! /Ausruf
des Mißfallens, Ekels, der Empörung/ 1.2 . ein zur
Hölle gehöriger Dämon — 2 .1 . bösartiger, boshafter
od. ungebärdiger Mensch: sie war der reinste T. 2 .2 .
u m g . er ist ein armer T. (ein bedauernswerter
Mensch)
+ den T. mit Beelzebub austreiben (ein Übel mit
einem anderen bekämpfen); den T. an die Wand
m alen (von einem möglicherweise eintretenden Un
heil sprechen); umg. jmdn. reitet der T. (jmd.
läßt sich hinreißen, m utwillig Unvernünftiges zu
tun); jmdn. zum T. jagen (fortjagen, vertreiben 1);
weiß der T. (niemand weiß), wann, wer, wie, wo, ob
in Teufels Küche (in eine sehr unangenehme
Lage) kommen; es müßte doch mit dem T. zugehen
(etw. sehr Unwahrscheinliches müßte passieren), w en n
. . . ; in drei Teufels Namen (meinetwegen) \; salopp
zum T. gehen, sein (unbrauchbar werden, geworden
sein); auf T, komm raus (mit aller Kraft, aber
unbedacht und übereilt, sehr intensiv, aber wenig
kontrolliert) ; da ist der T. los (da geht es turbulent
zu, ist alles in Aufruhr); scher dich zum T. (ver
schwinde) !
Teufelei, die; -,
- e n 1. /o. PL/ teuflische, boshafte
Gesinnung: etw. aus T. tun — 2 . auf Bosheit be
ruhende Handlung: eine T. verüben
Teijfelin, die; -,
-n en /zu Teufel 2.1/
Teufels] -k erl, der u m g ; /emot./ kühner, verwegener
Kerl, Draufgänger; -kreis, der ausweglos scheinende
Lage, die in einer Folge vor allem negativer Fakto
ren od. Geschehnisse, von denen jeweils eines die Ur
sache des anderen ist, besteht; -zeug, das umg.
/emot./: dieser Schnaps ist ein T. (ist gefährlich,
tückisch)
teufen jsw. Vb.; hat/ Bergm .: einen Schacht t. (ah-
teufen)
teuflisch /A dj./ 1. voller Niedertracht (1): ein teuf
lischer Plan; t. lächeln — 2 . wie der, wie vom Teufel
(1.1): eine teuflische Fratze, Erfindung — 3. /drückt
emotional einen hohen Grad aus/ sehr groß: eine
teuflische Kälte; t. (sehr) aufpassen müssen
Text, der; -es, -e 1. (schriftlich) fixierte, thematisch
zusammenhängende Folge von Aussagen: einen T.
1148
Textbuch — Theoretiker
vortragen, überfliegen; der genaue, volle T. der
Rede; einen schwierigen T. übersetzen; der Schau
spieler lernt den T. (Wortlaut) seiner Rolle —
2. zu einem musikalischen Werk gehörender sprach
licher Teil: der T. eines Liedes
-b umg. weiter im T. (fahre fort zu sprechen)!
Text] -buch, das Buch mit dem Text (2) eines M usik
werkes, bes. einer Oper, Operette, eines Oratoriums;
- d ichter, der Dichter des Textes eines Musikwerkes
texten, textete, hat getextet Texte, bes. Werbetexte,
Schlagertexte verfassen: Schlager für ein K abarett t.
Texter, der; -s, - jmd., der beruflich textet
Text|fassung, die W issens eh. vollendete od. nicht
vollendete Fassung des Teoctes eines künstlerischen
od. wissenschaftlichen Werkes: verschiedene T e x t
fassungen vergleichen
textü fAdj.; nicht präd.f T ex til. Erzeugnisse,
Arbeitsvorgänge betreffend, die mit verspinnbarem
od. gesponnenem M aterial Zusammenhängen: eine
textile Faser; textiler Faserstoff; textile Waren;
Fasern t. verarbeiten
Textü, das; -s, fo. Pl.f Textil. Material aus tex
tilem Faserstoff: Sommerschuhe aus T.
Textil| -arbeiter, der Arbeiter in der Textilindustrie;
- betrieb, der Betrieb der Textilindustrie; -erzeugnis,
das Erzeugnis aus textilem Faserstoff; -fa ser, die
Textil, textile Faser
Textilie, die; -,
-n [..io] fvorw. Pl.f Erzeugnis aus
textilem Faserstoff
Textill -industrie, die Industriezweig, der Erzeugnisse
aus Faserstoff, Textilien herstellt; -ingenieur, der
für die Textilindustrie ausgebildeter Ingenieur;
- m a s chine, die Maschine zur Herstellung von Tex
tilien; -Veredelung, die /o. P Lj T e x t il. Gesamtheit
der Vorgänge, die dazu dienen, Textilien mit modi
schen und den Gebrauch verbessernden Eigenschaften
zu versehen; -waren, die jPLj textile Waren
Text/text| -kritik, die fo. PL/ W issens ch. philo
logisches, Verfahren z ur Prüfung eines überlieferten
Textes; dazu -kritisch jAdj.j
textlich jAdj.;zu Text/; zu 1: eine Rolle t. erfassen
Text]stelle, die bestimmter, aus einigen sinngemäß
zusammengehörigen Wörtern, einem Satz od. Sätzen
bestehender T eil eines Textes
Tezett, Tezett, das
+ umg. bis zum, ins T. bis ins letzte, kleinste: etw.
bis zum T. diskutieren
Theater, das; -s, - 1 . Gebäude für die Aufführung von
Bühnenwerken: ein neues T. bauen.
—
2. jo. Pl.j
Einrichtung bes. z ur Aufführung von Bühnenwerken:
beim T. beschäftigt sein; zum T. gehen, wollen
(Schauspieler werden, werden wollen) — 8 . jo. Pl.f
Aufführung, Vorstellung in 1: das T. beginnt um
19Uhr;insT.gehen —4.jo. Pl.j4.1.gutesT.bie
ten (Theaterstücke in guter Qualität darbieten)
4.2 . Theaterwesen: das T. in der Antike, in der
Shakespearezeit — 5 . jo. P l.j 5.1 . alle Zuschauer,
die sich während einer Vorstellung in 1 befinden:
das ganze T. lachte 5.2 . alle Personen, die zu 2 ge
hören, in 1 arbeiten: das T. macht morgen einen
Ausflug
+ u m g . T. sp iele n (etw. heucheln, Vortäuschen);
T. machen (viel Wesen um etw. machen, sich in über
triebener W eise wegen etw. gebärden); immer d a s
selb e T. (dasselbe unnötige Aufheben, Getue) !
Theater] -abend, der Abend mit einer Theaterauf
führung; -anrecht, das Anrecht für Besuche von
Theateraufführungen; -aufführung, die Aufführung
eines Bühnenwerkes; -besu chet, der jmd., der eine
Theateraufführung besucht; -k arte, die Eintritts
karte für eine Theateraufführung; -ka sse, die K asse
(im Theater) für den Verkauf von Theaterkarten;
- kritiker, der jmd., der Kritiken über Theater-
aufführungen schreibt, veröffentlicht; -probe, die
Probe eines für die Aufführung im Theater vor
gesehenen Stückes; -Saison, die Spielzeit im Theater;
- s chaffende, der; -n, -n /vorw. Pl.j jmd., der (künst
lerisch) für das Theater tätig ist; -Skandal, der
durch eine Theateraufführung verursachter Skandal;
- stück, das /PL -e/ dramatisches Werk, Stück für das
Theater; -Vorstellung, die vgl. -a ufführung; -w esen,
das jo. P Lj Gesamtheit der Einrichtungen, die der
Pflege der Bühnenkunst dienen, und das dieser
zugrunde liegende dramatische Schaffen; -Wissen
schaft, die /o. P Lj Wissenschaft vom Theaterwesen
Theatralik, die; -, jo. PI . ; zu theatralisch 2/: er war
offen und herzlich, ohne jede T.
theatralisch jAdj.j 1. /nur attr.j 1.1.* das Theater,
die Schauspielkunst betreffend: die theatralische
Kunst 1.2 . die theatralische (dem Theater 2 ge
mäße) Form eines Stoffes — 2 . in der Gestik, im
Gebaren übertrieben, gespreizt, unnatürlich: th ea
tralische Gesten, Gebärden; sein Verhalten wirkte
t.
Theismus, der; jo. PLj [te|i..] theologische Lehre
von einem transzendenten, persönlichen Gott, dem die
Erschaffung und Erh altung der Welt zugeschrieben
w ird; dazu theistisch jAdj.j
Theke, die; -,
- n 1. für den Ausschank von Getränken,
meist mit einer Stelle zum Zapfen von Bier (und einer
Spüle für Gläser) versehener Tisch in einem R estau
rant, Schanktisch: der Wirt steht hinter der T.;
ein Bier an der T. trinken — 2. landsch. als
Barriere zwischen den Abzufertigenden und den Ab
fertigenden dienender Tisch in einem Büro, einer
Ausleihe, einer Garderobe
Thema, das; -s, Themen/-ta 1. der allgemeine ge
dankliche I nhalt für eine schriftliche od. mündliche
Darlegung: ein aktuelles, um strittenes, unerschöpf
liches T .; das T. eines Vortrags; ein T. anschneiden,
erschöpfend behandeln; das Gespräch auf ein T.
bringen; vom T. abkommen; das T. wechseln (von
etW. anderem sprechen) — 2 . Mus. meist aus meh
reren M otiven aufgebauter melodischer Leitgedanke
einer Komposition: das T. einer Fuge
Thematik, die; -, -en jvorw. Sg.jThema (1), Themen
kreis : eine interessante T.
thematisch jAdj.; zu Thema/; zu 1: etw. nach the
matischen Gesichtspunkten ordnen
Themen [kreis, der zusammengehörige Gruppe von
Themen
Theodolit, auch Theodolit, der; -(e)s/-en, -e/-en
Winkelmesser, der bes. bei der Vermessung von
Gelände benutzt w ird
Theologe, der; -n, -n ausgebildeter Fachmann auf
dem Gebiet der Theologie
Theologie, die; -,
- n [. .i:o n] Fachgebiet, das durch
die Auslegung heiliger Schriften und eine bestimmte
Interpretation des Gegenstands dieser Überlieferung
die Lehre einer Religion, Konfession systematisierend
darstellt; dazu theologisch jAdj.j
Theorem, das; -s, -e W issensch. aus Axiomen
gewonnene Aussage innerhalb einer Theorie (1)
Theoretiker, der; -s, - jmd ., der eine Theorie ent-
theoretisch — tief
1149
wickelt od. m it ihrer Hilfe ein Problem zu lösen
versucht, jm d . , der vorwiegend theoretisch arbeitet
theoretisch fAdj.; zu Theorie/; zu 1: theoretische
Grundlagen schaffen; die experimentelle und theo
retische Physik; zu 2: das ist zwar t. möglich, aber
doch sehr unwahrscheinlich
Theorie, die;
- n [ i :on] 1. logisch-systematische
Zusammenfassung und Verallgemeinerung von E r
kenntnissen über einen Bereich der Wirklichk eit, des
Bewußtseins, deren Zusammenhänge erklärend, be
gründend widergespiegelt werden: eine wissenschaft
liche T.; eine T. aufstellen, vertreten; die Ver
bindung v o n T. (Theoretischem) und Praxis —
2. abstrakte Gedanken und Vorstellungen, deren
Bezug zur R ealität nicht evident ist od. bezweifelt
wird: etw. ist nur, reine, bloße T.; nach seiner T.
(Meinung über den Sachverhalt) kam nur K als
Täter in Betracht
Therapeutikum, das; -s, Therapeutika Mittel zur
Behandlung einer Krankheit: orthopädisches Tur
nen als T .; dazu therapeutisch /A dj./
Therapie, die; -,
-n [..i:9n] Gesamtheit der M aß
nahmen zur Behandlung einer Krankheit: die medi
kamentöse T .; moderne Therapien anwenden
Thermalbad, das 1. Kurort mit Thermalquelle —
2. medizinisches Bad aus Thermalwasser — 3 .
Schwimmbad mit Thermalwasser
Thermalquelle, die gleichbleibend über 20 Grad warme
Quelle
Thermalwasser, das fPl.
- wässer/ Wasser einer
Thermalquelle
Therme, die; -,
- n warme Quelle
Thermik, die; -, jo. Pl.j M eteor, durch unterschied
liche Erwärmung der Erdoberfläche vertikal nach
oben gerichtete Luftströmung, A ufwind
thermisch /Adj.; vorw. attr. u. präd.j fachspr.: die
thermische (die Wärme betreffende) Stabilität einer
Textilfaser; die thermische (auf der Wärme be
ruhende) Behandlung von Werkstücken
Thermobehälter, der gegen Außentemperatur isolier
ter Behälter
Thermochemie, Thermochemie, die Teilgebiet der
chemischen Thermodynamik, das sich mit Wärme
wirkungen der chemischen Prozesse und den Wir
kungen der Wärme auf die chemischen Prozesse be
faßt
Thermodynamik, Thermodynamik,die P h ys . Teil
gebiet der Physik und physikalischen Chemie, das
sich mit der Wärme und allen Vorgängen befaßt, bei
denen Wärmewirkungen und Temperaturänderun-
gen eine Rolle spielen; dazu thermodynamisch,
thermodynamisch /A d j./
Thermometer, das; -s, - Gerät zum Messen der
Temperatur: das T. zeigt fünf Grad unter Kuli; das
T. steigt, fällt
thermonuklear /Adj./ Phys. auf der durch Kern
umwandlungen entstandenen Wärme beruhend
Thermophor, der; -s, -e wärmeisolierter Metallkübel
zum Warmhalten und zum Transport warmer Speisen
Thermoplast, Thermoplast, der K unststoff, der
beim Erwärmen formbar wird und nach Abkühlung
seine ursprüngliche Härte wiedererlangt
Thermosfla sche, die wärm eisoliertes, flaschenför
miges Gefäß zum Warm-, Kühlhalten von Getränken
Thermostat, der; -(e)s/-en, -e/-en Vorrichtung zur
Aufrechterhaltung einer gewünschten u n d konstant
zu haltenden Temperatur
Thesaurus, der; -, Thesauri/Thesauren W is s e n -
s c h . ein (Wissens)gebiet vollständig umfassendes
Sammelwerk: dieses Wörterbuch ist als T. konzi
piert
These, die; -,
-n wissenschaftlich z u beweisende
Behauptung, aufgestellter Leitsatz: eine T. auf-
stellen, vertreten; seine Thesen verteidigen; diese
T. ist haltlos
Thomasmehl, das /o. PJ./ H ü tte n w . anorganisches
Düng emittel aus gemahlener Thomasschlacke
Thomasschlacke, die jo. Pl.j H ütten w . beim Tho
masverfahren entstehende Schlacke, die vorwiegend
eine Verbindung aus Kalzium, Phosphor und Sauer
stoff ist
Thomasverfahren, das fo. Pl.j H ütten w . Ver
fahren, bei dem Stahl in einem Konverter (1) er
zeugt wird
Thora, Thora, die; -, fo. PL/ B ei. jüd. /bei den Ju
den übliche Bez. für die fünf Bücher Mosis/
Thorax, der; -/-es, -e/Thoraces [..tse:s] Med.
Brustkorb: den T. durchleuchten
Thriller, der; -s, - / -s [Orilor] reißerische Geschichte,
die Spannung und Entsetzen erzeugen soll, bes.
Kriminalroman, -film, -stück: einen T. lesen
Thrombose, die;
-n Med. durch Blutgerinnung
hervorgerufene B ehinderung od. Aufhebung der
Strömung in der Blutbahn
Thron, der; -(e)s, -e für feierliche Anlässe bestimm
ter repräsentativer, meist erhöht aufgestellter Sessel,
Sitz eines Monarchen jauch als Sinnbild der Re
gierungsgewalt eines Monarchen/: O den T. b e
steigen (als Monarch die Regierung antreten) ; auf
dem T. sitzen (als Monarch ein Land regieren)
Thronfolger, der; -s, - jmd., der die Nachfolge in der
Regierung eines Monarchen antritt
Thunfisch, der mit der Makrele verwandter, in
warm en Meeren lebender, großer, spindelförmiger
Knochenfisch, der als Speisefisch genutzt wird
Thymian, der; -s, -e /vorw. Sg./ [ty:mia:n] krauti
ger bis strauchiger Lippenblütler m it rötlichen od.
weißen Blüten, der ätherische Öle enthält und als
Gewürzpflanze verwendet wird
Ti&ra, Tiare, die; -, Tiaren zum Ornat gehörende,
m it drei Kronen verzierte, hohe, spitze Mütze des
Papstes
Tick, der; -(e)s, -s/-e 1. Schrulle, Eigenart: einen T.
haben; das ist ein T. von ihr — 2 . Med. gleich
förmig wiederkehrende, unwillkürliche (nervöse)
Muskelzuckung
ticken /sw. Vb.; hat/ etw. tickt etw. bringt kurze,
helle, schnell und regelmäßig aufeinanderfolgende
leise Geräusche hervor: die Uhr tickt
Ticket, das; -s, -s 1.1 . Flugkarte, -schein 1.2 . Fahr
karte 1.3 . Eintrittskarte
ticktack jlautnachahmend für das Ticken einer Uhr/
Tfcktack, die; -,
-s Kinderspr. Uhr (1)
tief /Adj./ 1 .1 .1 . in der Ausdehnung, Erstreckung,
Richtung nach unten über einen bestimmten m itt
leren Wert hinausgehend: ein tiefer See, Schacht;
tiefe Gletscherspalten; t. graben; t. fallen; O beide
trennt eine tiefe Kluft in ihren Auffassungen
1.1 .2 . /einer Maßangabe nachgestellt; gibt die in der
Zahl ausgedrückte räumliche Erstreckung nach
unten von einem Ausgangspunkt an/ : an dieser
Stelle ist das Meer 60 Meter t .; ein fünfzehn Meter
tiefer Brunnen 1.2 . /nicht präd./ (weit) unten be
findlich : t. (unten) im Tal liegt ein D orf; Familie F
1150
Tief — Tiefschlag
wohnt zwei Etagen tiefer (weiter unten) 1.3 . in ge
ringer Höhe: die Wolken hängen t .; die Sonne steht
schon t. 1 ,4 , tiefe (niedrige) Temperaturen —
2. m it starker Wölbung nach unten, nicht flach: eine
tiefe Schüssel; tiefe Teller — 3 .1 . (weit) nach hinten,
in die Tiefe (2) reichend od. gerichtet: ein tiefer
Schrank; tiefe Augenhöhlen; vom Gipfel aus kann
man t. ins Land hineinblicken; feiner Maßangabe
nachgestelltf das Regal ist 30 Zentimeter t. 3 .2 .
/nicht präd./ (weit) im Innern befindlich, mitten in :
er wohnt t. im Walde; O es war tiefe Nacht; im
tiefsten Winter; bis t. in den Herbst hinein —
4.1 . von großer Intensität, Stärke: tiefe Stille; in
tiefen Schlaf sinken; t. in Gedanken versunken
sein; t. nachdenken; etw. t . bereuen; jmd. ist t.
enttäuscht; aufs tiefste (sehr stark) ergriffen sein
4.2 . /nur attr./ sehr stark empfunden: jmdm. seinen
tiefen Dank, seine tiefe Anteilnahme aussprechen —
5. das Zugrundeliegende enthaltend, nicht vorder
gründig: der tiefere Sinn des Eilms; das hat eine
tiefe (ins Grundsätzliche gehende) Bedeutung —
6.1 . kräftig und dunkel im Farbton: ein tiefes
Schwarz; tiefe Röte stieg ihr ins Gesicht 6.2 . dunkel
tönend, m it geringer Schwingungszahl: eine tiefe
Stimme haben; eine Oktave zu t. spielen
+ etw. g eht bei jmdm. t . (ergreift, erschüttert
jmdn.); das läßt t. blicken (ist sehr aufschluß
reich); — zu t. ins / Glas geguckt haben; aus
tiefster Seele; t. in die / Tasche greifen müssen
Tief, das; -s, -s 1. M eteor. Tiefdruckgebiet: über
dem Atlantik liegt ein kräftiges, ausgedehntes T .;
das T. schwächt sich ab — 2. deprimierte Stim
mung: ein (seelisches) T. erleben, haben
T|ef/t|ef| -ausläufer, der M eteor, von einem Tief
druckgebiet ausgehende schmale Zone tiefen L uft
drucks; -bau, der fo. PL/ Teil des Bauwesens, der
sich bes. im Straßen-, Brücken-, Kanal-, Tunnelbau
m it der Ausführung von Arbeiten unterhalb der E rd
oberfläche befaßt; -bewegt /A dj.f sehr bewegt, er
griffen: t. sein; -blau /A dj.f intensiv dunkelblau;
-bohrung, die Techn. Geol. über 500 Meter tiefe
Bohrung zur geologischen Erkundung od. Förderung
von Erdöl, -gas, Wasser; -bunker, der bombensicheres
Gebäude unter der Erdoberfläche; -decker, der; -s, -
F lu g w . Flugzeug, bei dem die Tragflächen an der
Unterseite des Rumpfes angebracht sind; -druck, der
/o. Pl.f Druckerei Druckverfahren, bei dem die
druckenden Teile in die Druckplatte eingraviert,
- gestochen od. geätzt sind und mit Farbe aufgefüllt
werden; -druckgebiet, das M eteo r . Gebiet niedrigen
Luftdruckes, Tief (1)
Tiefe, die;
- n 1. senkrechte Ausdehnung von etw.
nach unten: dieser See hat eine beträchtliche T.;
die T. des Wassers messen; der Brunnen hat eine
T. von zwölf Meter(n); in die T. (nach unten) stür
zen — 2. Ausdehnung einer Fläche, eines Raumes
von vorn nach hinten: die T. des Schrankes beträgt
60 Zentimeter; die Bühne hat keine große T.; die
Forscher waren in die T. (bis ins Innere) des tro
pischen Urwaldes vorgedrungen; O in der T. ihres
Herzens (insgeheim) hoffte sie noch immer, daß . . .;
sie war bis in die innersten, letzten Tiefen (bis in ihr
Innerstes) aufgewühlt — 3 . fo. Pl.f große Stärke,
Intensität: die T. seines Schmerzes, ihrer Liebe —
4. jo. PI.; zu tief 5/: die T. seiner Gedanken; die
Bedeutung von etw. in ihrer ganzen T. erfassen —
5. Bereich, in dem ein l Ton, eine Folge von Tönen
m it geringer Schwingungszahl lieg t: ein Baß vo n er_
staunlicher T.
T|ef/tief| -ebene, die Ebene (1) in Höhen bis 200 Meter
über dem Meeresspiegel; -eingewurzelt /A dj.; nur
attr.f im Denken und Fühlen fest verhaftet: eine
tiefeingewurzelte G ewohnheit; -empfunden /A dj.;
nur attr./ sehr stark empfunden: sein tiefempfunde
nes B eileid aussprechen
Tiefen/tlefen] -bestrahlung, die M ed . Behandlung
innerer Krankheitsherde mit tief reichenden ioni
sierenden Strahlen; -gestern, das G eol. magmati
sches Gestein, das in den tieferen Bereichen der E rd
kruste erstarrt ist; -psychologie, die /Bez. für p sy
chologische Theorien, d ie unbewußte Triebkräfte als
entscheidende Bedingungen menschlichen Verhaltens
betrachten und dem Bewußstein nur eingeschränkte
od. gar keine Bedeutung zusprechen/ ; dazu -psycho
logisch /Adj./; -schärfe, die Opt. Fotogr. Schär
fentiefe; -Wirkung, die 1. tiefgreifende Wirkung auf
den menschlichen Körper: die T. moderner Massage
—
2. Eindruck, Wirkung von Tiefe (2): die T. eines
Bühnenbildes
tief/Tlefj -ernst /A dj./ sehr ernst: jmdn. t . an -
blicken; -flieg er, der Flugzeug, das im Tiefflug
fliegt; -flug, der Flug eines Flugzeugs in sehr gerin
ger Höhe; -ga ng , der 1.1 . Reichweite in die Tiefe (1):
der T. der Pflugschar 1.2 . fachspr. senkrechter
Abstand von der untersten Kante des Kiels bis zu der
Linie am Schiffsrumpf, bis zu der ein Schiff ins
Wasser eintaucht: der T. verändert sich je nach
Beladung des Schiffes; -garage, die Garage unter
halb der Erdoberfläche; -gefrieren /V b./ etw. ein-
fHeren und dadurch haltbar machen: das Tief-
gefrieren mit flüssigem Stick stoff; tiefgefrorenes
Gemüse; -gefrostet /A dj.; vorw. attr./ bei tiefer
Temperatur eingefroren und dadurch haltbar ge
macht: tiefgefrostete Tomaten; -gehend /Adj./
tiefgreifend (1, 2); -gekränkt /A dj.; vorw. attr./
sehr gekränkt; -gekühlt /A dj.; vorw. attr.f tief-
gefrostet; -greifend /Adj./ 1 . weit nach unten, innen
vordringend: eine tiefgreifende Erwärmung des
Körperinnern — 2 . tiefgreifende (sich sehr stark
auswirkende) Veränderungen — 3 . tiefgründig (2):
eine tiefgreifende Debatte; -gründig /Adj./ 1.
/nicht präd./ Landw . weit in den Erdboden vor
dringend : den Boden t. lockern — 2 . einem Problem
auf den Grund gehend: etw. t . untersuchen
Tiefkühll -fach, das Fach in einem Kühlschrank,
in dem Nahrungsmittel tiefgefroren werden, Tief
kühlkost aufbewahrt werden kann; -k ost, die durch
Tiefgefrieren haltbar gemachte Nahrungsmittel;
- truh e, die truhenförmige Gefrieranlage zur Tief
kühlung von Nahrungsmitteln
Tlef/t|ef| -ktihlung, die das TiefgefHeren: die T. von
Fleisch, Gemüse; -lader, der; -s, - Fahrzeug mit
tiefliegender Ladefläche für schwere, große La sten;
- land, das jo. Pl.f ausgedehntes, vorwiegend flaches
Gebiet in geringer Höhe über dem Meeresspiegel;
- l iegend /A dj./ tiefer als die Umgebung liegend: eine
Straße mit tiefliegendem Randstreifen; -pflügen
/Vb./ Landw. über 30 Zentimeter tief pflügen;
- punkt, der /PL -e/ tiefster, niedrigster Stand einer
Flüssigkeit: der W asserstand des Flusses hat
einen T. erreicht; <£> auf dem (seelischen) T. a n
gekommen sein; -rot /Adj./ vgl. tiefblau; -schlaf,
der sehr intensiver Schlaf; -schlag, der B o x en
unterhalb der Gürtellinie auftreffender, verbotener
tiefschürfend — Tinte
1151
Schlag; -schürfend /A d j.j tiefgründig (2): ein tief
schürfender Vortrag; -schwarz fAdj.j intensiv
schwarz; -see, die jo. Pl.j Geogr. Teil der Welt
meere, der tiefer als 3000 Meter unter dem Meeres
spiegel liegt; -seegraben, der G eog r. Tiefsee in
Form einer grabenförmigen Vertiefung im Meeres
boden; -sin n, der fo. PL / 1 . tiefere, nicht vorder
gründige Bedeutung: der T. eines Gedichtes —
2. Versunkenheit in Grübelei: in T. verfallen (schwer
mütig, gemütskrank werden); dazu -sinnig jA dj.f;
zu, 1: eine tiefsinnige Betrachtung;zu 2: jmd. blickt
jmdn. t. an; -stand, der fo. Pl.j tiefster, niedrigster
Stand einer Flüssigkeit: bei T. kann der Fluß nicht
v on Lastkähnen befahren werden; O ein geistiger,
moralischer T .; sStapelei, -stapelei, die fo. Pl.j das
Tiefstapeln; -stapeln, stapelte tief, hat tiefgesta-
pelt/getiefstapelt bes. sich selbst in seinen Kennt
nissen, Leistungen bewußt zu gering veranschlagen;
-Start, der Sport Start zu einem Kurzstreckenlauf
aus kauernder Stellung, meist vom Startblock (i) aus;
- strahier, der; -s, - bes. auf Sportplätzen, Bauplätzen
eingesetzte Leuchte mit starkem, nach unten gerich
tetem Lichtkegel
Tiefst] -temperatnr, die niedrigste Temperatur (1):
die nächtliche T.; -wert, der fachspr.: die nächt
lich en Tiefstw erte (Tiefsttempera&uren)
tief/Tief| -traurig jAdj.j sehr traurig; -verschneit
jA dj.; vorw. attr.j mit sehr viel Schnee bedeckt: ein
tiefverschneiter Wald; -wurzler, der; -s, - B o t .
Pflanz e, deren W urzeln auch tiefere Bodenschichten
unterhalb der Ackerkrume stark durchziehen
Tiegel, der; -s, - 1. ostm itteldt. Pfanne mit
einem Stiel — 2 . fachspr. 2.1. dünnwandiges
Gefäß aus feuerfestem M aterial, bes. zum Schmelzen,
Veraschen von Stoffen 2.2 . unterer Teil des Schacht
ofens, in dem sich das flüssige E rz sammelt
Tier, d a s; -(e)s, -e Lebewesen, das sich von organischen
Stoffen ernährt, sich im allgemeinen fortbewegen kann,
auf Reize reagiert und den für seinen Stoffwechsel
benötigten Sauerstoff zumeist über besondere A t
mungsorgane aufnim m t: ein männliches, weibliches,
zahmes, wildes, nützliches, schädliches T .; Tiere
halten, züchten, dressieren; ein T. schlachten; das
T. ist verendet
umg., oft spött. ein großes, hohes T. (jmd., der
im öffentlichen Leben eine hohe Position einnimmt)
Tier/t|er| -art, die BioL; -arzt, der auf einer Hoch
schule ausgebildeter Fachmann für Veterinärmedizin;
- ärztlich jAdj.; nicht präd. ; zu -arzt/; -experiment,
das wissenschaftliches Experim ent an einem lebenden
Tier; -familie, die B iol.: die T. der Katzen; -fang,
der das Fangen wildlebender Tiere; -länger, der;
- s, - jmd., der gewerbsmäßig Tierfangbetreibt; -freund,
der jmd., der Tiere liebt: T. sein; -garten, der zoolo
gischer Garten; -gärtner, der Fachmann auf dem
Gebiet der Tierhaltung i n zoologischen Gärten;
- gattung, die B io l.; -gehege, das
tierhaft jAdj.j tierisch (2): ein tierhafter Schrei
T|er| -halter, der jmd., der ein Tier, Tiere hält;
- haltung, die; -heilkunde, die jo. Pl.j Veterinär
medizin; -h eim , das Einrichtung, in der herrenlose
Tiere aufgenommen und gepflegt werden
tierisch jAdj.j 1. jvorw. attr.j 1.1 . tierische Para
siten (Tiere, die Parasiten sind) 1.2 . von Tieren
herrührend: tierische Fette — 2 . wie ein Tier:
tierische Schreie; mit tierischer Roheit zuschlagen
-f- mit tierischem / E rnst
Tier/t|er[ -käfig, der; -klinik, die Klinik für die
Behandlung kranker Tiere; -kreis, der Folge der
zwölf Sternbilder auf der Ekliptik; -kreiszeichen, das
Sternbild im Tierkreis; -künde, die jo. Pl.j Zoologie;
- l ieb jAdj.; nicht adv.j: t. (Tierfreund) sein; -maske,
die Maske in der Form eines Tierkopfes: bei diesem
kultischen Tanz tragen die Tänzer Tiermasken;
- park, der weitläufiger zoologischer Garten, in dem
die Tiere i n Freigehegen gehalten werden und die
Nachahmung ihrer natürlichen Umwelt angestrebt
wird; -pfieger, der Fachmann für die Pflege von
Tieren; -produktion, die Zweig der Landwirtschaft,
der sich mit der Aufzucht von Schlacht- und Zucht
tieren und der Erzeugung bestimmter tierischer
Produkte befaßt; -psychologie, die Teilgebiet der
Biologie, das eine Analyse der psychischen Vor
gänge beim Tier anstrebt; -quälerei, -quälerei, die
jo. P l.j das Quälen von Tieren: T. ist strafbar;
- r a s s e, die Rasse von Tieren; -reich, das jo. Pl.j
Gesamtheit aller Tiere der Erde, Fauna (1); -reser
va t, das Reservat zum Schutz des Tierbestandes
einer bestimmten Region; -sch ütz, der staatliche
Maßnahmen zur Erhaltung der freilebenden Tiere
und Verhütung von Tierquälerei
Tierschutz! -gebiet, das Gebiet, in dem der Tier
bestand geschützt wird; -verein , der Verein, der den
Tierschutz zu seiner Aufgabe gemacht hat
Tier] -S euche, die bei Tieren auftretende Seuche: die
Bekämpfung von Tierseuchen; -stamm, der Biol.;
- stimme, die; -versuch, der Tierexperiment; -Wär
ter, der Tierpfleger; -w eit, die jo. P l.j Gesamtheit
der Tiere (eines bestimmten Gebietes 1.1), Fauna (1);
- zucht, die das Züchten von Tieren; -Züchter, der
Fachmann auf dem Gebiet der Tierzucht
Tiger, der; -s, - Großkatze Ostasiens von rötlich
gelber bis rostroter Färbung m it schwarzbraunen bis
schwarzen Streifen, weißer Unterseite und weißer
Innenseite der Beine
Tiger]feil, das
tigern jsw. Vb.;. ist; / auch getigert/ um g. (lange
u nd weit) irgendwohin laufen, gehen: wir sind bis
nach M getigert
Tilde, die;
-n Druckerei Zeichen, das stellver
tretend für ein Wort od. einen Teil eines Wortes steht
tilgbar jA d j.j: ein tilgbares Darlehen (Darlehen,
das man tilgen kann)
tilgen jsw. Vb.; hat/ etw. t . durch eine Tätigkeit
bewirken, daß etw. nicht mehr vorhanden ist, etw.
beseitigen: die Spuren eines Verbrechens t.; eine
Eintragung t. (löschen 1.2 .1); eine Schuld t. (zu
rückzahlen); Planrückstände t. (aufholen); O eine
Erinnerung aus dem Gedächtnis t . ; dazu Tilgung,
die; -en
Timbre, das; -s, -s [tebro, auch tsbor] Klangfarbe,
bes. der Singstimme: ein warmes T. haben
Tingeltangel, der, das; -s, -/-s v era lten d niveau
loses Tanzlokal, V arieti: sie trat als Tänzerin in
einem T. auf
Tinktur, d i e ; -, -en dünnflüssige, aus pflanzlichen od.
tierischen Stoffen gewonnene Substanz
Tmnef,der,<mcÄdas;-s, jo. Pl.j umg. wertloses Zeug,
Plunder: wirf doch den T. weg!
Tinte, die;
- n gelösten Farbstoff enthaltende
Flüssigkeit zum Schreiben: schwarze, blaue, rote
T.; eine Flasche T .; mit T. schreiben
+ umg. in der T. sitzen (in einer unangenehmen
Lage, in Bedrängnis, Verlegenheit sein)
1152
tintenblau — Titel
tinten/Tinten| -blau /A dj.j tiefblau; -faß, das /PL
- fässer/ auf Schreibtischen befindliches, meist m it
einem Klappdeckel versehenes kleines Gefäß für
Tinte; -fisch, der in zahlreichen A rten vorkommender
Kopffüßer, der bei Gefahr ein dunkles Sekret aus
stößt, das das Wasser dunkel färbt; -fleck, der durch
Tinte entstandener Fleck bes. auf einem Kleidungs
stück; -klecks, der durch verspritzte Tinte ent
standener Fleck (auf dem P apier); -Stift, der Kopier
stift
tintig1/A dj./ 1 . voller Tinte, mit Tinte beschmutzt:
tintige Finger haben — 2 . ein tintiges Blau,
Schwarz (ein Blau, Schwarz wie das der Tinte)
Tip, der; -s, -s 1. Hinweis, guter Rat: das war ein
guter T.; einen T. geben, bekommen — 2 .1 . durch
eine meist willkürliche Kennzeichnung a uf einem
Tippschein gemachte Voraussage des Ergebnisses
im Lotto, Toto: sein T. war die Zahl zwei (er tippte
auf Zahl zwei) 2.2 . zwei Tips (getippte Zahlenfol
gen) im L otto abgeben
tippeln fsw. Vb.; ist/ 1. um g. (weit) zu Fuß gehen,
laufen: wir mußten die fünf Kilometer bis nach
Hause t.
—
2. das Kind tippelte (lief mit kleinen
Schritten) neben der Mutter
tippen fsw. Vb.; hat/1.1. auf, an, in, gegen etw. t.
etw. leicht berühren, bes. m it der Finger-, Fußspitze:
jmdm. auf die Schulter t.; sich (mit dem Finger)
an die Stirn t. /soll ausdrücken, daß man jmdn. für
dumm, verrückt hält, etw. unsinnig findetj; O tippe
(rühre) nicht an diese Angelegenheit! -- 2 . umg.
etw. auf der Schreibmaschine schreiben: einen Brief,
Bericht t.; mit zwei Fingern t.
—
ELI. etw. ver
muten, annehmen: wir t. (darauf), daß er der N ach
folger wird; falsch, richtig t.
—
2. sich an einem
Spiel im Lotto, Toto beteiligen: er tippt jede Woche
im Lotto
-L daran ist nicht zu t. (das ist einwandfrei, unum
stößlich)
Tipp] -fehler, der Fehler, der beim Maschineschrei
ben durch Vertippen entsteht; -schein, der vor
gedruckter Schein, mit dem man tippt (11.2)
Tippse, die; -n salopp jemot. neg.f Stenotypistin
tipptopp, tipptopp /Adj.; vorw. adv. u. präd.f umg.
tadellos, erstklassig: die Wohnung war t., sah t. aus
Tipse, die s. Tippse
Tirade, die; -n Wort-, Redeschwall: sich in langen
Tiraden ergehen
tirilieren jsw. Vb.; hat; von Vögeln/ zwitschernd
singen
Tisch, der; -es, -e 1. Möbelstück aus einer Platte, die
waagerecht auf . einem Bein od. mehreren Beinen
befestigt ist: ein eckiger, runder, ausziehbarer T .;
am T. essen, arbeiten; sich an den T. setzen; etw.
auf den T. stellen, legen; den T. decken; einen T.
für sechs Personen (einen Tisch mit Sitzplätzen
für sechs Personen) im Restaurant reservieren
lassen; der ganze T. lachte (alle am Tisch sitzenden
Personen lachten) darüber — 2 . jo. Art., o. PI ., mit
Präp.j vor, nach T. (vor, nach dem Essen); bei T.
(beim Essen);jmdn. zu T. (zum Essen) bitten; zu T.
gehen
+ reinen T. machen (klare Verhältnisse schaffen);
etw. vom grünen T. aus (ohne Kenntnis der wirk
lichen Sachlage, bürokratisch) anordnen, en tschei
den; umg. etw. unter den T. fallen lassen (nicht
berücksichtigen, beachten); jmdn. unter den T. trin
ken (so lange mit jmdm. zechen, bis er völlig be
trunkenist); — die Beine unterden T. st(r)ecken;
mit der / Faust auf den T. hauen; die / Karten
(offen) auf den T. legen
Tisch/tjsch] -bein, das; -bestellung, die; -dame, die
/vorw. mit Poss. pron. mein, dein, sein/ weibliche
Person, die bes. bei einem festlichen Essen nach der
Tischordnung ■rechts neben dem Tischherrn sitzt;
- decke, die Decke, die über die Tischplatte gelegt
wird; -dekoration, die; -fertig /A dj./: tischfertige
Speisen (Speisen, die industriell so vor- und zu
bereitet sind, daß sie nach kurzem Erhitzen, Kochen
gegessen werden können) ; -ga st, der Gast beim Essen;
- gespräch, das Gespräch während des Essens; -herr,
der /vorw. mit Poss.pron. mein, dein, ihr/ männ
liche Person, die bes. bei einem festlichen Essen nach
der Tischordnung links neben der Tischdame sitzt;
- kante, die; -karte, die bes. bei festlichen Essen an
jedem Platz des Tisches liegende Karte mit dem
Namen desjenigen, der auf diesem Platz sitzen soll;
- kästen, der /PI.
- kästen/ Schubfach im Tisch;
- läufer, der längliche Decke für den Tisch
Tischler, der; -s, - Handwerker, der Holz ver-, be
arbeitet, bes. Möbel herstellt
Tischlerei, die; -,
- e n 1. Handwerksbetrieb des
Tischlers — 2 . jo. Pl.j das Ausüben des Tischler
handwerks
tischlern jsw. Vb.; hat/ etw. durch Be-, Verarbeitung
von Holz hersteilen: das Tischlern ist sein Hobby
Tischler [platte, die starke Platte aus Sperrholz
Tisch] -manieren, die /Pl.j Manieren bei Tisch;
- n a chbar, der linker, rechter Nachbar bei Tisch;
-Ordnung, die Sitzordnung bei Tisch; -platte, die:
eine runde, polierte T .; -rechner, der kleine elektro
nische Rechenmaschine, die auf einen Tisch gestellt
werden kann; -rede, die (kürzere) m eist mit einem
Trinkspruch endende Ansprache bei einem offi
ziellen, festlichen Essen; -redner, der jmd., der eine
Tischrede hält; -runde, die an einem Tisch zusam
mensitzende Runde; -schmuck, der; -tennis, das
dem Ten nis ähnliches, auf einem rechteckigen Tisch
ausgetragenes B allspiel, bei dem ein kleiner Zellu
loidball mit einem Tischtennisschläger über ein N etz
geschlagen w ird
Tischtennis] -ball, der; -Schläger, der für das Tisch
tennis bestimmter Schläger aus einer ovalen Platte
m it einem Griff
Tisch|-tuch, das /PI. -tücher/ (weiße) Decke, die zu
einer Mahlzeit über die Tischplatte gelegt w ird ;
- wasche, die jo. PI .; Sammelbez. für Tischdecken,
-tücher und Servietten/; -w ein , der leichter Wein,
der zum Essen getrunken wird; -zeit, die Zeit des
Mittagessens: die T. einhalten
xTitan, der; -en, -en 1. Angehöriger eines Geschlechts
a ls Riesen gedachter Götter der griechischen Mytholo
gie — 2 . geh. Mann, der Überragendes leistet
2Titan, das; -s, jo. Pl.j Metall mit niedrigem spezi
fischem Gewicht, das korrosionsbeständig und hart
wie Stahl ist
titanenhaft /Adj.; zu xTitan 1/: titanenhafte Kraft
besitzen
titanisch /A dj.; zu 1Titan/: eine titanische Leistung
Titel, auch Titel, der; -s, - 1 .1 . durch eine Prüfung
erworbener od. a ls Ehrung, Auszeichnung verliehener
Zusatz zum Namen, der dem Namen vorangestellt
wird: einen akademischen T. haben; jmdm. den T.
eines Dr. h. e., eines Professors verleihen; jmdn.
m it seinem T. anreden; die Brigade errang den T.
Titelanwärter — todfeind
1153
(die als A uszeichnung verliehene Bezeichnung)
,Kollektiv der sozialistischen Arbeit1 1.2 . Sport
Meistertitel: die M annschaft hat ihren T. erfolgreich
verteidigt 1*3. Adelstitel — 2 .1. Ausdruck (1),
der einem Text, bes. einem Buch od. einem
musikalischen Kunstwerk, als Hinweis auf das
Thema, den Inhalt vorangestellt ist: der T. eines
Romans, Aufsatzes, Schlagers 2.2 . B u ch w . dieser
T. (dieses Buch) ist vergriffen
Titel, auch Titel| -anwärter, der S p o r t aussichts
reicher Anwärter auf einen M eistertitel in einem
Wettkampf; -a ufnähme, die Zusammenstellung der
Angaben des Titelblattes und anderer dem Buch ent
nommener Fakten für den Bibliothekskatalog;
- b i l d, das Bild auf dem Titelblatt einer Zeitschrift
od. auf der dem Titelblatt gegenüberliegenden Seite
eines Buches; -blatt, das /PL -blätter/ Seite (eines
Buches) mit dem Titel; -gestalt, die Gestalt, deren
Name den Titel eines (literarischen) Kunstwerks
bildet; -held, der vgl. -gestalt;-kampf,der1.1 .jDDRf
Wettkampf um die Erringung eines soz. staatlichen
Ehrentitels für ein Kollektiv, bes. um den Titel
,K ollektiv der sozialistischen A rbeit‘: die Brigade
nahm den T. auf1.2. Sport KampfumdenMeister
titel; -rolle, die Rolle der Titelgestalt, des Titel
helden: erspielt die T .; -Seite, die Titelblatt; -träger,
der 1 .1 . Inhaber eines erworbenen od. verliehenen
Titels 1.2 . Sp o rt Inhaber eines Meistertitels;
- Verteidiger, der S p o r t Titelträger, der wieder am
Wettkampf um den M eistertitel teilnim mt
titschen /sw. Vb.; hat/ ostm itteldt.: das Bröt
chen, den K uchen in den Kaffee t. (eintauchen 1.1)
titulieren fsw. Vb.; hat/ 1. jmdn. m it seinem Titel
anreden: er verlangte, mit „Herr Doktor“ tituliert
zu werden, ließ sich (als, mit) Baron t. — 2 . jmdn.
einen Esel t. (jmdn. einen Esel nennen)
tizianrot fAdj.f rot mit goldenem Schimmer: tizian
rotes Haar
Toast, der; -(e)s, -e/-s [to:st] 1. geröstete (Weiß)brot-
schnitte — 2 .1 . Trinkspruch: einen T. auf jmdn.
ausbringen 2.2 . bei offiziellen Anlässen meist mit
einer vorangehenden kürzeren Ansprache, Tisch
rede verbundener Trinkspruch
toasten, toastete, hat getoastet [to:ston] 1. (Weiß)-
brotschnitten rösten — 2 . einen Trinkspruch auf
jmdn., etw. ausbringen
Toaster, der; -s, - [to:st..] elektrisches Gerät zum
Toasten (1)
Tobak, der
+ scherzh. Anno, anno T. (zu Großvaters Zeiten,
einstmals); um g. das ist starker T. (das ist aller
hand, unglaublich) !
toben jsw. Vb.; hat, ist/ 1. sich (vor Wut) wild ge
bärden, rasen (ha t): er schrie und tobte, als er das
erfuhr; das Publikum tobte vor Begeisterung —
2. in heftiger, stürmischer Bewegung sein (hat):
das Meer, ein Sturm tobt — 3 . (lärmend) herum
tollen 3.1 . (hat) im Garten können die Kinder rich
tig t. 3 .2 . fmit RichtungsangabeI (ist): die Kinder
sind durch das Haus getobt
Tob/tpb zu toben 1| -sucht, die fo. Pl.f Zustand
hochgradiger, krankhafter Erregung, der sich bei
Ärger, Wut in starkem Drang zum Reden und nach
Bewegung äußert; dazu -süchtig fAdj.f: t. sein;
- Suchtsanfall, der A nfall von Tobsucht
Tochter,die; -, Töchter 1. /oft mit Poss.pron.j weib
liche Person in ihrer Beziehung zu den Eltern, u n
mittelbarer weiblicher Nachkom me: unsere, meine T .;
drei Töchter und einen Sohn haben; ihre älteste T .;
sie haben eine T. bekommen — 2. geh. fmit fol
gendem Gen. (und bestimmtem A dj.)j die tapferen
Söhne und Töchter (Angehörigen) dieses Volkes —
3. Schweiz. (berufstätiges) Mädchen, bes. Haus
angestellte, Serviererin: T. als H aushaltshilfe g e
sucht
Tochter| -geschwulst, die Med. Metastase; -gesell-
schaft, die kap. Unternehmen, das bei relativer
Selbständigkeit zu einem größeren Unternehmen
gehört
töchterlich fAdj.; zu Tochter 1/: der töchterliche
(der Tochter gehörende) Anteil am Erbe
Tod, der; -(e)s, fo. Pl.f 1. das Aufhören aller Lebens
funktionen, das Sterben: ein früher, plötzlicher T.;
einen sanften, schönen, qualvollen T. haben, ster
ben; der T. hat ihn ereilt; jmds. T . beklagen; einer
Überzeugung bis in den, bis zum T. treu bleiben;
über jmds. T. nicht hinwegkommen; jmdn. vor dem
T. des Ertrinkens retten; er wurde zum Tode ver
urteilt — 2 . das wäre der T. (das Ende) dieses Pro
jektes — 3 . symbolische Gestalt, die 1 darstellt: der
T. als Schnitter, mit der Sense; der T. kam zu ihm
- f mit dem T., Tode kämpfen, ringen (dem Ster
ben sehr nahe, todkrank sein); zu Tode (zutiefst)
erschrecken, betrübt sein; wie der T. (sehr bleich)
aussehen; jmd. ist dem Tode geweiht (muß sterben);
umg. etw. auf, für den T. (absolut) nicht ausstehen,
leiden können; — ein / Kampf auf Leben und T.
tod| -bringend fAdj.f tödlich (1); -ernst, -ernst fAdj.f
sehr ernst: etw. t. sagen; er machte ein todernstes
Gesicht
Tpdes/todes zu Tod 1| -angst, die 1. Angst vor dem
Tod — 2 . femot.f sehr große Angst; -anzeige, die
gedruckte Mitteilung über jmds. Tod; -erklärung, die
amtliches Schriftstück, durch das eine (lange) ver
mißte Person für tot erklärt wird; -fall, der Sterbe
fall; -gefahr, die fo. Pl.f höchste Gefahr fürfdas
eigene Leben: sich in T. befinden; -jahr, das: jmds.
T. (das Jahr, in dem jmd. gestorben ist); -kampf, der
Agonie; -kandidat, der jmd., dem mit großer Gewiß
heit ein baldiger Tod bevorsteht; -mut, der M ut, der
den Einsatz des eigenen Lebens nicht scheut; dazu
- m utig fAdj.f; -nachricht, die Nachricht über jmds.
Tod; -not, die Angst, Not während, einer Todes
gefahr, während des Sterbens; -opfer, das Opfer (3)
bei einem Unglück, einer Naturkatastrophe, bei
einer Epidemie: das Erdbeben hat sehr viele T.
gefordert; -quäl, die Angst, Qual während einer
Todesgefahr, während des Sterbens; -sch reck(en),
der furchtbarer, tief erschütternder Schreck(en);
- starre, die Totenstarre; -stille, die Totenstille';
- stoß, der zum Tod führender Stoß mit einer Stich
waffe; O jmdm., einer Sache den T. versetzen
(jmds. Hoffnung, Erwartung zunichte machen,
eine ohnehin geschwächte Sache völlig zerstören,
vernichten); -strafe, die Bestrafung durch H in
richtung; -stunde, die fo. Pl.f vgl. -tag; -tag, der:
jmds. T . (Tag, an dem jmd. gestorben ist); -Ursache,
die; -urteil, das gerichtliches Urteil, in dem die
Todesstrafe ausgesprochen wird; -Verachtung, die
bewußt furchtlose Haltung gegenüber dem T o d ;
-j- um g. m itT. ohne sich Ekel, Abscheu anmerken zu
lassen: er aß die Suppe mit T .; -wunde, die tödliche
Wunde
tod/Tod| -feind, -feind fAdj.; in der Verbindung!
1154
Todfeind — xTon
jmdm. t . (in höchstem Grade feindlich gesinnt) sein;
- feind, der unversöhnlicher Feind; -geweiht fAdj.f
dem Tod nicht mehr entrinnen könnend; -krank,
-krank fAdj.f so schwer krank, daß mit dem Tod ge
rechnet werden muß; -langweilig, -langweilig fAdj.;
emot.f höchst langweilig: der Abend bei ihnen war t.
tödlich fAdj./ 1 . den Tod zur Folge habend, herbei
führend: ein tödlicher Unfall; t. verletzt werden;
das Gas wirkt t.
—
2. /nicht präd.f sehr groß: mit
tödlichem Ernst; in tödlicher Verlegenheit sein;
jmdn. t. (zutiefst) beleidigen
tod/Tod| -müde, -müde fAdj.; emot.f sehr müde;
- s chick, -schick fAdj.f umg. femot.f sehr schick;
^sicher, -sicher fAdj.f u m g . femot.f völlig sicher: eine
todsichere M ethode; er w artet t. (ganz bestimmt)
schon auf uns; -Sünde, die meist iron.: das wird
wohl als T. (schwere Sünde 2) angesehen; -traurig,
- traurig fAdj.; emot.f sehr traurig; ^unglücklich,
- u nglücklich fAdj.f u mg . femot.f sehr unglücklich;
- wund fAdj.; oft emot.f so schwer verletzt, daß der
Tod als Folge zu erwarten ist: ein todwundes Tier
Toffee, Toffee, das; -s, -s Karamelbonbon
Toffel, der; -s, - land sch . ungeschickter, dummer
Mensch
Toga, die; Togen Gewand (1.1) für Männer im
alten Rom
Tohuwabohu, das; -f -s, -/ -s um g. Wirrwarr
Toilette, die; -n [töa..] I. festliche Kleidung: ele
gante Toiletten; in großer T. erscheinen — ELI.
Raum, meist mit Toilettenbecken und Wasch -
gelegenheit, in dem jmd. seine Notdurft verrichten
kann: eine öffentliche T. — 2 . Toilettenbecken: die
T. saubermachen
+ T. machen (sich festlich ankleiden und frisieren)
Toiletten | -artikel, der jvorw. Pl.f Artikel für die
Körperpflege; -becken, das auf bestimmte Weise ge
formtes Becken (1.1) zur Aufnahm e und zum Weg-
spülen bes. der Exkremente des Menschen; -frau, die
Frau, die in einer öffentlichen Toilette (II. 1) mit meh
reren Kabinen ständig anwesend ist, um sie sauber
zuhalten; -papier, das fo. Pl.f dünnes, meist krepp
artiges, auf eine Rolle aufgewickeltes Papier zum
Reinigen des Afters nach dem Stuhlgang; -seife, die
speziell für die Körperpflege hergestellte Seife in
fester Form: ein Stück T.
toi, toi, toi! [toy] umg. /drückt den Wunsch für Er
folg, Glück ausf: t. für die Prüfung! — 2 . /als Ver
stärkung von unberufen I I / : bisher hatte ich immer
Glück, unberufen, t . !
Tokkata, die;
Tokkaten Mus. stark bewegtes,
virtuoses Musikstück für Tasteninstrumente: eine
T. für Orgel, Klavier
Tole, die; -,
-n landsch., bes. norddt. femot. neg.f
Hund: eine bissige T.
tolerant fAdj.f neben der eigenen Meinung, Über
zeugung, Haltung auch andere gelten lassend: gegen
jmdn., etw. t. sein; sich t. verhalten
Toleranz, die; -en 1 . fo. Pl.f das Tolerantsein: T.
zeigen — 2 . T echn. zulässige Abweichung von
einem verbindlichen Maß: eine T. von plus oder
m inus 1 Millimeter
Toleranz Ibereich, der T e c h n . Bereich, innerhalb
dessen die Toleranzen liegen dürfen
tolerieren fsw. Vb.; hat/ 1. jmdn., etw. t. (sich
jmd m ., einer Sache gegenüber tolerant verhalten) —
2. Techn. eine Toleranz aufweisen
toll fAdj.f 1. verrückt (1.1): du bist wohl t. (ge
worden)?; er gebärdete sich wie t. — 2 . umg. über
mütig und ausgelassen: es herrschte eine tolle Stim
mung ; die Kinder waren heute ganz t .; in toller
(wilder, waghalsiger) Fahrt ging es bergab —
3. umg. 3 .1 . großartig, prächtig:ein toller Gedanke;
ein tolles Auto; eine tolle Frau; das ist einfach t .!;
sie sieht ganz t. aus 8.2 . außergewöhnlich, erstaun
lich: ein toller Zufall; das Tollste an der Sache war,
daß ... — 4. umg. schlimm (1): dieWohnung war in
einem tollen Zustand; er treibt es zu t. — 5 . umg.
Idrückt emotional einen hohen Grad ausf: ein toller
(sehr großer) Lärm; tollen Hunger haben; sich t.
(sehr) freuen; t. verliebt sein
toll|dreist fAdj.f v e r a lte n d sehr dreist, frech
Tolle, die; -n (in die Stirn hängende) große Locke:
eine blonde T.
tollen fsw. Vb.; hat, ist/ fröhlich und ausgelassen
umherspringen, -rennen 1 .1 . (hat) die Kinder t. im
Garten 1.2 . /mit Richtungsangabe/ (ist): die Jungen
sind durch den Wald getollt
Tollheit, die; -en jzu toll 1u. 2f; zu 2: solche Toll
heiten machte er, als er noch jung war
Toll/tpll| -kirsche, die strauchartiges Nachtschatten
gewächs m it braunen Blüten und schwarzen, sehr
giftigen Beeren; -küh n fAdj.f sehr kühn, waghalsig:
ein tollkühner Reiter; dazu -kühnheit, die; -wut,
die Infektionskrankheit warmblütiger Tiere, die sich
in Aggressivität äußert und durch Biß mit dem Spei
chel auf den Menschen übertragen wird; -wütig fAdj.f
an Tollwut erkrankt: ein tollwütiger Fuchs
Tolpatsch, der; -es , -e unbeholfener und ungeschick
ter Mensch: du bist ein T .!; dazu tolpatschig fAdj.f:
sich t. anstellen
Tölpel, der; -s, - einfältiger, ungeschickter Mensch:
dieser T .!; dazu tölpelhaft fAdj.f u. tölpisch fAdj.f
Tomate, die;
- n 1. gelbblühendes Nachtschatten
gewächs mit saftigen, runden, roten od. gelben Früch
ten, die als Gemüse verwendet werden: Tomaten an
bauen — 2 . Frucht von 1: eine reife, rote T.
+ umg. scherzh. eine treulose T. (ein treuloser,
unzuverlässiger Mensch); %sAopp Tomaten auf den
Aug en haben (etw. nicht sehen, bemerken)
Tomaten | -m ark, das aus Tomaten hergestelltes
1Mark (2); -pflanze, die; -saft, der aus Tomaten
hergestellter Saft
Tombola, die;
- s/Tombolen Verlosung von (ge-,
stifteten) Gegenständen
xTon, der; -(e)s, Töne 1.1 . m it dem Gehör wahr
nehmbare Einheit periodischer Schwingungen der
Luft: ein hoher, tiefer, schriller T .; ein T. erklingt,
schwingt; volle, feine, zarte Töne (Klänge 1)
1.2 . fo. Pl.f das Instrument hat einen blechernen T.
(klingt blechern) 1.3 . M us, nach der Frequenz der
Schwingungen eindeutig festgelegter 1.1, der m it an
deren gleichermaßen bestimmten ein System bildet
und zur Ausübung von M u sik von der menschlichen
Stimme od. auf einem Musikinstrument erzeugt wird:
ein ganzer, halber T .; den Ton A (auf dem Klavier)
anschlagen 1,4 . Laut (1): vor Aufregung brachte sie
keinen T. heraus; klagende, wimmernde Töne
1.5 . jo. Pl.f Gesamtheit von 1.1 einer Sendung, eines
Films: den T. leiser stellen — 2 . fo. Pl.f Betonung
(2): die erste Silbe dieses W ortes trägt den T.;
der T. liegt auf ,e‘ — 3. /o. Pl.f Art und Weise, in
der jmd. m it anderen Menschen spricht: jmdm.
etw. in einem freundlichen, ruhigen T. sagen;
einen scharfen T. anschlagen; nicht den richtigen
2Ton — Töpfer
1155
T. finden; sich solchen T. verbitten — 4 . fo. PL/
Umgangston und -form: der gute T. verlangt, daß
du ihn hereinbittest, ihm einen Platz anbietest;
hier herrscht ein kameradschaftlicher, freier,
rauher, herzlicher T.
—
5. Farbe in bestimmter
Tönung, Farbton: volle, satte, aufeinander abge
stimmte Töne
+ den T. angeben (in einem bestimmten Kreis m aß
gebend sein); den T. auf etw. legen (etw. mit allem
Nachdruck hervorheben); sich im T. verg reifen
(jmdm. gegenüber falsche, unpassende, ungehörige
Worte gebrauchen, in unangemessener Schärfe reden);
jmdn., etw. in den höchsten Tönen loben (jmdn.,
etw. überschwenglich loben)’, u m g . keinen T. von
sich hören lassen (sich nicht melden, keinerlei Nach
richt geben); spött. salopp große Töne schwin
gen, spucken (sich aufspielen, sehr angeben);
landsch. haste Töne (findet man da noch Worte,
ist das denn möglich) ?
2Ton, der; -(e)s, -e in feuchtem Zustand weiches und
formbares Sediment aus verwitterten Mineralien, die
Tonerde enthalten
Ton|abnehmer, der zum Plattenspieler gehörendes
Teil, dasi die a uf der Schallplatte aufgezeichneten
Schwingungen zur akustischen Wiedergabe auf-
nimmt
tonal fAdj.f Mus. auf den Grundton (1.1) einer Ton
art bezogen; dazu Tonalität, die; -, fo. PLj
ton/Ton| -angebend fAdj.f in einem bestimmten
Kreis maßgebend: er ist t.;
-a rm, der Ton
abnehmer; -art, die L M us. von einem bestimm
ten Grundton (1.1) ausgehende und aufs einem
der beiden Tongeschlechter beruhende Ordnung und
Darstellung der Töne — 2 . xTon (3): die T. wechseln
und freundlicher werden; -aufnähme, die Ton
aufzeichnung; -aufZeichnung, die Aufnahme von
Schallwellen auf Tonband, Schallplatte od. Tonspur;
- band, das /PL -bänder/ beschichtetes Band aus
Kunststoff zur elektromagnetischen Aufnahme und
Speicherung von Schallwellen
Tonband| -aufnahme, die Aufnahme von Schall
wellen auf Tonband; -gerät, das elektrisches Gerät
für Aufnahmen auf Tonband und Abspielen von
Tonbändern
Ton| -dichter, der g eh. Komponist; -dichtung, die
geh. Komposition, bes. Musikstück aus dem Bereich
der Programmusik
tönen fsw. Vb.; hat/ 1. etw. tönt etw. gibt Töne von
sich: die Glocke, der Lautsprecher tönt; aus dem
Zimmer tö n t (erklingt, schallt) Gesang; eine sehr hell
tönende Stimme — 2 . umg. jmd. tönt (von, über
etw.) jmd. spricht in großsprecherischer, phrasen
hafter Weise (von, über etw.): er tönt schon wieder
von seinen Plänen, über dieses Thema — 3 . etw.
m it einer bestimmten Tönung (2) versehen: das Haar
braun t. lassen; die Decke des Zimmers ist zart
gelb getönt
Ton|erde, die Oxid des Aluminium s: / essigsaure T.
tönern fAdj.; nicht adv./ aus 2Ton: ein tönerner
Topf
4- etw. steht auf tönernen /* Füßen
Ton| -fall, der /vorw. Sg.j 1. A rt und Weise der
Veränderung der Tonhöhe, wenn jmd. Worte, Sätze
spricht: den Schwaben an seinem T. erkennen —
2. l Ton (3): etw. in scharfem T. sagen; -film, der
Film, in dem zum Bild Sprache, Musik und Ge
räusche wiedergegeben werden; -folge, die M elodie;
- geschlecht, das M us. eine der beiden Gattungen
von Tonsystemen, D ur od. Moll; -h ohe, die bestimm
te Höhe eines 1Tones
eine Folge von Tönen
tonig fAdj./ 2Ton enthaltend: toniger Lehm
Ton/tQn| -ingenieur, der Rundf. Fernsehen
F ilm Ingenieur, der für die Qualität des xTones (1.5)
und die Akustik bei Sendungen, Aufnahmen verant
wortlich ist; -konserve, die vgl. Tonaufzeichnung;
- krug, der Krug aus gebranntem 2Ton; -kunst, die
fo. Pl.f Musik (1); -läge, die die für ein Instrument,
eine Stimme spezifische Tonhöhe; -leiter, die M us.
Folge der Töne einer Tonart vom Grundton bis zur
Oktave; -los /Adj.f ohne Klang, leise: etw. t., mit
tonloser Stimme sagen; -m alerei, die stilisierte
Nachahmung von akustischen Erscheinungen, op
tischen Vorgängen, Stimmungen, Affekten durch
Musik; -meister, der Rundf. Fernsehen Film
Fachmann, der für die Aufzeichnung von Sprache,
Musik, Geräuschen und für die musikalische Rich
tigkeit der Aufnahme, Sendung verantwortlich ist
Tonnage, die; -,
-n [..a:39] in Registertonnen be
rechneter Ra uminhalt bes. von Schiffen
Tonne, die; -,
-n 1* fAbk. t/ 1000 Kilogramm: ein
Waggon von zehn Tonnen Eigengewicht — 2. .umg.
Bruttoregistertonne: ein Schiff von 10000 Tonnen
—
3. (großes) Faß: eine T. mit Benzin, Teer — 4 .
schwimmendes, verankertes Seezeichen i n der Form
von 3, meist mit einer Signalvorrichtung — 5 . umg.
dicker Mensch: er ist eine T.
Tonnen|gewölbe, das A rchitekt. Gewölbe, dessen
Querschnitt die Form eines Halbkreises hat
Ton| -qualität, die Qualität einer akustischen Wieder
gabe; -Säule, die längliches, säulenförmiges Gehäuse,
in dem mehrere Lautsprecher übereinander angeord
net sind; -Spur, die fachspr. Streifen an der Kante
eines Films, auf dem der die Handlung begleitende
xTon (1.5) aufgezeichnet ist; -stufe, die M us. Stufe
(2.1 .3) innerhalb der Tonleiter
Tonsur, die; -,
-en
meist kreisrund geschorene Stelle
auf dem K opf von Mönchen od. Priestern bestimmter
Religionen
Ton| -taube, die Scheibe aus 2Ton, die beim Ton
taubenschießen als Ziel dient; -taubenschießen, das;
-s, jo. PL/ Wurftaubenschießen; -technik, die jo. Pl.f
Technik der Tonaufzeichnung und Wiedergabe des
A u fgezeichneten; -träger, der Gegenstand, bes.
Schallplatte, Tonband, a uf dem Schallwellen, bes.
Sprache, M usik fixiert werden
Tönung, die; -en 1. das Tönen (3) — 2. Schattie
rung der Farbe: etw. weist eine bestimmte T. auf
Ton| -wäre, die jvorw. Pl.f Erzeugnis aus gebranntem
2Ton; -werk, das geh. größere Komposition
Topas, der; -es, -e Edelstein von meist gelber Farbe
Topf, der; -(e)s, Töpfe 1. (zum Kochen von Nah
rungsmitteln dienendes) rundes, tiefes ein- od. zw ei
henkliges Gefäß (mit Deckel): ein emaillierter T.;
ein T. aus Aluminium, Keramik; den T. aufs Gas
setzen, vom Feuer nehm en; Gurken in einen T. ein-
legen — 2« Nachttopf: das Kind auf den T. setzen —
3. Blumentopf: der Gummibaum braucht einen
größeren T.
u m g . alles in einen T. werfen (alles unterschieds
los beurteilen); das ist noch nicht in dem T„ wo’s
kocht (das ist noch nicht so, wie's sein soll, ist noch
nicht spruchreif)
Topf|blume, die Blume, die im Topf (3) gehalten wird
Töpfer, der; -s, - 1 . Handwerker, der Töpferwaren
7 4 Wörterbuch
1156
Töpferei — to t
herstellt —2 . landsch. Ofensetzer; zu 1Töpferei, die;
- e n Handwerksbetrieb des Töpfers
Töpfer zu Töpfer 1| -scheine, die rotierende Scheibe
zur Formung von 2Ton zu Töpferware; -wäre, die
/vorw. Pl.f vom Töpfer (1) hergestelltes keramisches
Erzeugnis
Tppf| -kuchen, der landsch., bes. norddt. Napf
kuchen; -lappen, der kleiner, dicker Lappen zum
Anfassen heißer Töpfe; -pflanze, die (blühende)
Pflanze, die im Topf (3) gehalten wird; -reiniger,
der kleiner Gegenstand zum Reinigen von K och
töpfen
Topographie, die; -,
-n [..i:en] Geogr, Be
schreibung der Lage kleiner Gebiete und ihre karto
graphische Darstellung in großen Maßstäben; dazu
topographisch /A dj./
Topp, der; -s, -e/-en/-s Seemannsspr. Spitze,
oberstes Ende von M asten und Stangen eines
Schiffes
+ über die Toppen flaggen (alle Flaggen auf
einem Schiff setzen)
Tppp zu Topp| segel, das Seemannsspr. ober
stes Segel
xTor, das; -(e)s, -e 1. große Tür in einem Gebäude,
im Zaun, der M auer um ein Grundstück, in einer
Befestigungsanlage: das zweiflügelige T. einer
Scheune; ein T. öffnen, schließen, verriegeln;
durch das T. fahren —
-
2.1 . Gestell aus (zwei) oben
durch eine Latte verbundenen Pfosten, hinter denen
ein Netz ausgespannt ist, in das der B all von der
Gegenpartei gebracht werden m uß: den Ball ins T.
schießen 2.2 . ein T. / schießen; T.! /Ausruf,
wenn der Ball in 2.1 trifft/ 2.8. Ski Rudern
durch zwei Stangen bezeichnete Durchfahrt, die beim
Slalom passiert werden muß: die Tore für den
Slalom abstecken
4- dastehen wie die / Kuh vorm neuen T .; einer
Sache / Tür und T. öffnen
2Tor, der; -en ,
- e n g eh . einfältiger, törichter
Mensch, Narr: du T. glaubst so etwas!
Tpr zu xTor| -bogen, der Wölbung, die ein Tor
nach oben abschließt; -Chance, die B allspiele
Chance, ein xTor zu erzielen: die Mannschaft hatte
in diesem Spiel keine Torchancen
Torgro, der; -/ -s, -s nicht berittener Stierkämpfer
Tores | / Tor|
Torf, der; «(e)s, -e/Törfe 1. /o. Pl.f schwarzes bis
hellbraunes Produkt pflanzlicher Zersetzung, das
sich in Mooren bildet — 2 . gepreßter, getrockneter
Brennstoff, der aus 1 gewonnen wird; zu 1 torfig
/Adj./
Torf zu Torf 1| -moor, das Moor, in dem sich
Torf gebildet hat; -m ull, der getrockneter Torf, der
bes. im Gartenbau zur Verbesserung des Bodens ver
wendet wird; -stich, der das Stechen von Torf
Torheit, die; -,
- en 1. jo. PL/ Unvernunft, Dumm
heit: aus reiner T. verübten die Jungen diesen
Streich — 2 . unvernünftige, dumme Handlung:
Torheiten begehen
Tor|hüter, der B allspiele Torwart
töricht /A dj./ g eh . unvernünftig, dumm: törichtes
Geschwätz; es wäre t., das zu glauben
tprkelig /Adj./ umg.: mir ist t. (schwindelig)
torkeln /sw. Vb.; ist, hat/ 1.1 . taumeln (1.1) (ist,
hat) 1.2 . /m it Richtungsangabe/ taumeln (1.2) (ist):
der Betrunkene ist durch die Straße getorkelt
Tor| -lauf, der jo. PL/ Ski Slalom im Skisport;
- l inie, die Linie zwischen den vorderen Pfosten eines
Tores (2.1); -mann, der /PL -männer/ B allspiele
Torwart
Tornado, der; -s, -s in Nordam erika auftretender
Wirbelsturm
Tornister, der; -s, - veraltend landsch. Ranzen,
bes. Schulm appe
torpedieren /sw. Vb.; hat/ ein Schiff mit Torpedos
beschießen, versenken; O einen Plan, eine Ver
handlung t. (bekämpfen und scheitern lassen)
Torpgdo, der; -s, -s bes. von U-Booten benutztes
längliches Geschoß, das sich unter Wasser mit
Eigenantrieb fortbewegt und zur Bekämpfung feind
licher Schiffe bestimmt ist
Torr, der; -s, - /Maßeinheit des Druckes/; vgl.
Pascal
Tor (mit * auch Tores|)| «-Schluß + kurz vor T.
(im letzten Augenblick); -Schlußpanik, die jo. P l.f
u m g . Angst, eine für das Leben wichtige Angelegen
heit nicht mehr erledigen, vollziehen zu können: in
T. geraten, sein; bei ihm brach T. aus; -schütze,
der B allspiele Spieler, der ein xTor geschossen
hat, der oft Tore schießt
Torso, der; -s, -s/Torsi 1. Statue, von der oft nur
Rumpf und Kopf erhalten, vollendet sind: der T.
einer antiken Göttin — 2 . unvollendetes W erk: sein
Roman blieb ein T.
Törtchen, das; -s, - / / auch Torte/ kleines, meist
rundes Gebäckstück mit einer Kremfüllung od.
einem Belag aus Obst
Torte, die;
- n f/< auch Törtchen/ runder, aus
feinem Teig hergestellter Kuchen m it mehreren
Schichten, verschiedenen Füllungen und einer Gar
nierung od. einem Belag aus Obst
Tortelett, das; -(e)s, -s runder Boden aus Mürbe
teig von der Größe eines Törtchens, der m it Obst
belegt wird
Torten| -boden, der der aus Teig bestehende (unter
ste) Teil einer Torte; -lieber, der aus einem flachen
Blatt (4) mit Griff bestehender Gegenstand, m it dem
ein Stück Torte aufgenommen und a uf den Teller
gelegt wird; -platte, die runde Platte, auf der eine
Torte serviert wird; -schaufei, die vgl. -heber
Tortur, die; -en Strapaze, Quäl: diese Bahnfahrt
war eine T.
Tor|wart, der; -(e)s, -e Spieler, der im xTor die
Bälle abwehrt
tosen /sw. Vb.; hat, ist; bes. von Wind, Wasser/
1.1 . in heftiger Bewegung sein und laut brausen,
rauschen (hat): das Meer, der Sturm tost; die
tosende Brandung; 0> tosender (lauter und a n
haltender) Beifall 1.2 . sich mit dem Geräusch von
1.1 in eine bestimmte Richtung bewegen (ist): die
Wassermassen sind durch die Schlucht getost
tot /Adj.; / auch Tote/ 1.1 . nicht mehr lebendig,
gestorben: seine Eltern sind schon lange t.; die
Verschütteten wurden t. geborgen; jmdn. für t.
erklären lassen; ein totes Tier 1.2 . ein toter (ab
gestorbener) Ast, Baum 1.8 . ohne Lebendigkeit und
Glanz, stumpf: tote Augen; eine tote Farbe 1.4*
ohne Leben, menschenleer: eine tote Stadt, Straße;
dort war alles t. (regte sich nichts) — 2 . nicht
weiterführend: ein totes Gleis; ein toter Flußarm
—
8. ohne Wirksamkeit: totes Wissen; eine tote
(nicht mehr gesprochene) Sprache; totes K apital
(Besitz, der keinen Ertrag abwirft); das Telefon,
die Leitung ist t. (stellt keine Verbindung mehr
total — Tourismus
1157
Tier) — 4 . /nur attr.j im toten / Winkel lie
gen
+ jmd. ist mehr t. als lebendig (ist völlig er
schöpft); — an einen toten / Punkt gelangen;
den toten / Punkt überwinden
total jAdj.; nicht präd.j völlig, gänzlich: t. er
schöpft sein; das habe ich t. vergessen; eine totale
Sonnen-, Mondfinsternis
Totalisator, der; -s, Totalisatoren j / t auch Toto/
staatliche Einrichtung zum Abschluß von Wetten
bes. für Pferderennen
totalitär /A d j.; aus bürgerl.-liberaler Sicht ge
prägte, in Gegensatz zum bürgerl. Begriff der Demo
kratie gestellte Bez. fürf faschistisch-diktatorisch,
das gesamte gesellschaftliche Leben im Staat und
das persönliche Leben der Bürger diktatorisch be
herrschend : ein totalitärer Staat; t. regieren
tot| -arbeiten, sich /Vb.f umg. bis zur Erschöpfung
arbeiten; -ärgern, sich fVb.f u m g . sich grenzenlos
ärgern; -beißen jVb.j: der Hund hat das Huhn
totgebissen (durch Beißen getötet)
Tote, der u. die; -n, -n f/f auch tot 1.1/ Mensch,
der gestorben i s t : bei dem Unglück gab es mehrere
T.; einen Toten bestatten
+ jmd. schläft wie ein Toter (schläft ganz fest)
Totem, das; -s, -s V ölkerk . tierisches od. pflanz
liches Wesen, das bes. von Naturvölkern als Urahn
gedacht und verehrt wird und als Zeichen ihres
Stammes dient
töten, tötete, hat getötet 1.1 . jmdn., ein Tier t.
bewirken, daß jmd., ein Tier sein Leben verliert:
einen Menschen, ein Tier t . ; jmdn. fahrlässig, vor
sätzlich t. 1 .2 . den Nerv eines Zahnes t. (außer
Funktion setzen)
-fjmdm.den/ Nervt.
Toten/toten zu Tote| -bahre, die; -bett, das Sterbe
bett; -blaß, -blaß /Ä dj.; emot.f leichenblaß: t. aus -
sehen; -blässe, die; -bleich, -bleich /A dj.; emot.f
vgl. -b laß; -feier, die Feier zum ehrenden Gedenken
eines Toten; -glocke, die Glocke, die bei einer kirch
lichen Beisetzung geläutet w ird; -gräber, der; -s, -
1. Arbeiter, der Gräber aushebt (und den Friedhof
in Ordnung hält) — 2 . Käfer mit zwei orange
farbenen Streifen über den schwarzen Flügeln, der
die Leichen kleiner Tiere vergräbt und in ihnen
seine Eier ablegt; -halle, die Leichenhalle; -hemd,
das Leichenhemd; -klag e, die Klage (1) um einen
Toten; -köpf, der 1 . Schädel eines verwesten Toten
—
2. zu den Schwärmern (III) gehörender großer
Schmetterling m it einer 1 ähnlichen Zeichnung a uf
dem Bücken; -k ult, der in bestimmten Religionen
übliche Verehrung der Toten und die damit ver
bundenen Bräuche; -m aske, die Abguß aus Gips,
Wachs vom Gesicht eines Toten; -m esse, die R el .
ka th . Seelenmesse; -reich, das fo. Pl.j Reich, in
dem nach mythologischen Vorstellungen die Toten
weiterleben; -Schädel, der; -s c h ein , der amtliche
ärztliche Urkunde über den Eintritt des Todes und
die Todesursache; -Sonntag, der Sonntag im
November, der dem Andenken der Toten gewidmet
ist; -starre, die nach dem Tod eintretende Starre
beim Menschen, bei bestimmten Tieren; -s till, -still
jAdj.; vorw. präd.; emot.j vollkommen still: im
Hause war es t.;
- stille, -stjlle, die femot.j voll
kommene Stille; -w ache, die Wache am Bett, Sarg
eines Toten
tot/Tot zu tot 1| -fahren fVb.f jmdn. durch Über
fahren töten; -geboren /A d j.; nicht adv.f tot zur
Welt kommen: ein totgeborenes Kind; -f etw. ist
ein totgeborenes / Kind; -gebürt, die Geburt eines
toten Kindes; -geglaubte, der u. die; -n, -n jmd.,
der für tot gehalten worden ist; -gewicht, das
Tech n . Eigengewicht; -hetzen jVb.f ein Tier zu
Tode hetzen, jagen: die Hunde hetzten den Hasen
tot; -kriegen jVb.f + umg., oft scherzh. jmd.
ist nicht totzukriegen (hält sehr viel aus); -lachen,
sich jVb.j umg. übermäßig und lange (über etw.)
lachen: das ist zum Totlachen!
Toto, das, der; -s, -s fKurzw. für Totalisator/ 1.
/der/ s. Totalisator — 2 . /das, auch der/ staatliche
Einrichtung zum Abschluß von Wetten für F uß
ballspiele
Töto| -ergebnis, das jvorw. Pl.j Ergebnis im Toto;
- gewinn, der Gewinn im Toto; -schein, der Tipp
schein für Toto
Tot/tot| -punkt, der jP l.
-e/ Techn. Stellung in
einem Getriebe, in der keine Bewegung auf das an
zutreibende Teil übertragen werden kann; -sagen
fVb.f: jmdn. t. (von jmdm. behaupten, daß er tot
sei); -schießen jVb.j umg. jmdn. mit einer Schuß
waffe töten; -schlag, der jo. Pl.j Jur. vorsätzliche
Tötung eines Menschen, die unter bestimmten, die
Schuld des Täters mildernden Umständen be
gangen wird; + das gibt / Mord und T.;
- s chlagen jVb.j jmdn. erschlagen (1.1): jmdn. im
Streit, Affekt t.;
-j- die / Zeit t.;
- s chweigen
IVb.j etw., jmdn. t . über etw., jmdn. m it Schweigen
hinweggehen: dieses Vorkommnis h at er to t
geschwiegen; -stellen, sich jVb.j so tun, als sei
man tot; -trampeln jVb.j umg. vgl.
- treten;
- treten jVb.j: ein Tier, jmdn. t . (durch Darauf-
treten töten)
touchieren jsw. Vb.; hat/ [tuji:..] fachspr. 1 .1 .
Billard den Ball mit der Hand od. vorzeitig mit
dem Queue berühren 1.2 . M ed. eine zu unter
suchende Körperstelle mit dem Finger, der H and
betasten od. einen Zahn betupfen
Toupet, das; -s, -s [tupe:] als Ersatz für verloren
gegangenes Kopfhaar dienendes nachgebildetes T eil
stück aus künstlichem od. natürlichem Haar: ein T.
tragen
toupieren jsw. Vb.; hat/ [tu..] das Haar mit dem
Kamm auflockern, um es voller erscheinen z u
lassen
Tour, die; -,
-en [tu:r] 1. Wanderung, Fahrt, Aus
flug: eine weite, anstrengende T. machen — 2 .
eine T. (den Hin- od. Rückweg) werde ich laufen —
3. jnur im Pl.f Anzahl der Umdrehungen, die ein
Motor, eine maschinelle Anlage erreichen kann: die
Maschine macht 4500 Touren in der Minute, läuft
auf / vollen Touren — 4. jvorw. Sg.j salopp auf
die T. (Art und Weise) darfst du mir nicht kom
men!
- f u m g . in einer T. (ununterbrochen); auf Touren
(in Schwung) kommen; auf die dumme T. reisen
(etw. durch gespielte Ahnungslosigkeit zu erreichen
suchen); auf die krumme T. reisen (etw. auf un
lautere Weise zu erreichen suchen); jmdm. auf die
süße T. (mit Schmeicheleien) kommen
Touren zu Tour 3| -za hl, die Drehzahl; -Zähler,
der Drehzahlmesser
Tourismus, der; -, jo. Pl.f [tu ..] (organisiertes)
Reisen zum Kennenlernen fremder Orte und Länder:
der T. nimmt von Jahr zu Jahr zu
74*
1158
Tourist — tragen
Tourist, der; -en, -en [tu ..] 1.1 . jmd., der reist,
um fremde Orte, Länder kennenzulernen, Urlaubs
reisender: die Sowjetunion wird von vielen Tou
risten besucht 1.2 . Wanderer, Bergsteiger
Touristen! -Masse, die jo. PL / einfach ausgestattete
Kategorie von Reisen mit niedriger Preisstufe in
Hotels, Flugzeugen, auf Passagierschiffen9, -r eise,
die; -Zentrum, das Gegend, die das Ziel vieler
Touristen ist
Tourjstik, die; -, jo. P Lf [tu ..] 1.1 . Organisierung
und Pflege des Tourismus 1.2 . das Reisen mit sport
lichem Charakter, bes. das Wandern, Bergsteigen
Tournee, die; -s/-n [turne:, PL ..ne:s , ..ne:(o)n]
Gastspielreise: das Orchester ist auf T.
Tower, der; -s, - [tauor] Flugw . Kontröllturm auf
Flughäfen
Toxikologie, die; jo. PL/ Wissenschaft von den
Giften und ihrer Wirkung; dazu toxikologisch
fAdj.f
Toxikose, die;
-n Med. Krankheit, die durch
Vergiftung bewirkt wird
Toxin, das; ^-s, -e Med. von Bakterien, Pflanzen,
Tieren abgeschiedener Giftstoff; dazu toxisch jA dj.)
Trab, auch Trab, der; -(e)s, jo. PLj 1.1 . beschleu
nigte Gangart der Pferde, bei der ein Vorderfuß
und der diagonal entgegengesetzte Hinterfuß zu
gleich aufgesetzt werden: in leichtem T. reiten 1.2 .
Laufschritt: im T. laufen; sich in T. setzen
+ umg. jmdn. auf T. bringen (jmdn. zu schnellerem
Handeln veranlassen); immer auf T. (in Bewegung,
Eile) sein
Trabant, der; -en, -en 1.1. Astron. der Mond ist
ein T. (Satellit 1.1) der Erde 1.2 . einen Trabanten
(künstlichen Satelliten) auf eine Umlaufbahn um
die Erde bringen
Trabanten]stadt, die Satellitenstadt
traben jsw. Vb.; hat, ist/ 1. sich im Trab bewegen
1.1 . (hat, ist) das Pferd trabt, hat, ist leicht ge
trabt 1.2 . /m it Richtungsangabe/ (ist): das Pferd
ist ins Ziel getrabt — 2. sich im Laufschritt fort
bewegen, eilig gehen / mit Richtungsangabej (ist): er
ist über die Straße getrabt
Traber, der; -s, - Pferd, das Trabrennen läuft
Trab, auch Trab| -rennbahn, die Rennbahn für
Trabrennen; -renn en , das Rennen, bei dem die
Pferde nur im Trab laufen dürfen und von einem
in einem S ulky sitzenden Fahrer gelenkt wer
den
Trachee, die;
-n [..xe:o, PL ..xe;(a)n] 1. Zool.
röhren-, sackartiges Organ für die Atmung bes. bei
Insekten, Spinnen — 2 . B ot. Wasser und Nähr
stoffe leitendes Gefäß im Gewebe von Pflan zen
Tracht, die; -,
-e n 1. Kleidung, die in bestimmten
Landschaften, von bestimmten Berufsgruppen zu
bestimmten Anlässen getragen wird und nicht der
Mode unterworfen ist: die T. der Spreewälder,
Bergleute —
-
2. Imkerei von der Honigbiene ein
getragener Pollen und Nektar: die T. der Bienen —
3. Landw. Blumenkohl in, aus erster und zweiter
T. (der ersten und zweiten Folge im Anbau)
+ eine T. Prügel (viele Schläge 1.2)
trachten, trachtete, hat getrachtet 1.1. nach etw.
t. versuchen, etw. zu erlangen, ein Ziel zu erreichen:
er trachtete nur nach Geld und Besitz 1.2 . /t. +
Inf. mit zu/ bestrebt sein, etw. zu tun, etw. zu er
reichen: er trachtet, es ihr gleichzutun; etw. zu
erfahren t.
+ jmdm. nach dem / Leben t.; jmds. / Sinnen
und Trachten
Trachten) -fest, das Volksfest, bei dem die T eil
nehmer die landesübliche Tracht tragen; -Meid, das
einer landschaftlichen Tracht ähnliches K leid
trächtig jAdj.;,von Tieren/: die Katze ist t. (be
kommt Junge); eine trächtige K uh
Tradition, die; -,
- e n von Menschen in bestimmten
Gruppen Entwickeltes, das, überliefert, im Laufe
der Zeit zur Sitte, Gepflogenheit geworden ist: fort
schrittliche, humanistische, revolutionäre Tradi
tionen; (alte) Traditionen pflegen, fo rtsetzen;
überholte Traditionen; etw. ist zur T. geworden
Traditionalismus, der; -, jo. PLf die Überbewertung
der Tradition, des Herkömmlichen gegenüber dem
Neuen; dazu traditionalistisch jA dj.j
traditionell jA dj.j der, einer Tradition entsprechend:
das traditionelle W eihnachtsessen
traditions| -gemäß jAdj.j; -reich jA dj.j reich an
Tradihon
Trafik, die; -,
-en österr. Verkaufsstelle für Tabak
waren, Briefmarken, Zeitungen
Trafikant, der; -en, -en österr. Inhaber einer
Trafik
Trafo, der; -s, -s jKurzw . für Transformator/
u m g . s. Transformator
trag jAdj.j s. träge
Tragjbahre, die 1.1 . Bahre (1.1) 1.2 . um g. Trage
(1)
tragbar jA dj./1 . so beschaffen, daß man es tragen (1)
kann: ein tragbares Fernsehgerät — 2 . /nicht adv.j
kleidsam, gut zu tragen (3.1): ein sehr tragbares
Modell — 3 . 1nicht a d v .; meist verneintj vertretbar im
Hinblick auf die Kosten: das ist ökonomisch nicht t.
—
4. /meist verneint/ 4.1 . dieser Zustand ist nicht
länger t. (erträglich) 4.2 . er ist als Vorsitzender
n icht mehr t. (entspricht nicht mehr den Anforde
rungen, die an den Vorsitzenden gestellt werden)
Trage, die; -,
-n 1. Gestell zum Tragen von Kranken,
Verwundeten im Liegen — 2 . Gestell zum Tragen
von Lasten, bes. auf dem Rücken, den Schultern
trage jAdj.j 1. langsam und lustlos in seiner Tätig
keit, Bewegung: ein träger Mensch; die Hitze
macht t. — 2. Phys. Chem. mit Trägheit (2)
tragen (er trägt), trug, hat getragen j/ auch ge
tragen/ 1. etw., jmdn. bes. mit einer Hand, den
Händen halten und m it sich fortbewegen, es, ihn
irgendwohin bringen: einen Koffer t.; den Ruck
sack auf dem Rücken, einen Sack Zement auf der
Schulter, das Kind auf dem Arm t.; schwer zu t.
haben; sie darf nichts Schweres t.; ein Paket zur
Post t .; das Foto trägt (hat) er ständig bei sich;
O der Wind trug den Brandgeruch bis hierher —
2.1 . etw. trägt etw., jmdn. etwt kann mit einer Last
bis zu einem bestimmten Gewicht belastet werden:
die Brücke trägt zehn Tonnen; meine Füße woll
ten mich nicht mehr t. (ich konnte nicht mehr gehen,
stehen); das Eis trägt schon (ist schon so fest, daß
man darauf gehen kann, ohne einzubrechen) 2.2 . etw.
stützt eine Last von unten: zwei Säulen t. das Dach;
eine tragende Wand; O vom Geist der Freund
schaft getragen (auf der Grundlage der Freund
schaft); das tragende (grundlegende 1) Motiv; eine
tragende Rolle (wichtige Rolle, Hauptrolle) — 3 .1 .
ein Kleidungsstück am Körper haben: ein Kostüm,
lange Hosen t.; er trägt gern Jeans; (eine) Uni
form t.; er trägt nie einen Hut (hat nie einen Hut
Träger — Traktor
1159
auf); Trauer t.; das trägt man nicht mehr (das ist
unmodern); getragene (nicht neue) Sachen, Schuhe;
der Anzug hat sich gut getragen (war von guter
Qualität) 3.2 . etw. an sich, am Körper haben:
Schmuck, eine Perücke t.; er muß eine Brille t.,
trägt einen Bart — 4 . das Haar kurz, lang, offen t.
(frisiert haben) — 5* etw. auf sich nehmen (müssen):
die Kosten t .; die Folgen einer Handlung t.
müssen — 6 . etw. erdulden, ertragen: eine Krank
heit mit Geduld t.; etw, mit Fassung, Würde t. —
7. der Apfelbaum hat im letzten Jahr viel, nicht
getrag en (viele, keine Früchte gebracht); O Spar
einlagen t. (bringen 7) Zinsen — 8 . fvorw. im Part.
Prä s .; von weiblichen Tieren/ eine tragende
(trächtige) Kuh; die K atze ist tragend — 9 . etw.
haben: einen weitverbreiteten Namen t.; das Buch
trägt den folgenden T itel., .; der Brief trägt das
Datum vom 25. Mai; Verantwortung t.; die
Schuld an etw. t.
4- sein / Bündel zu t. haben; / Eulen nach
Athen t.; jmdn., etw. zu / Grabe t.; jmdn. auf
/ Händen t.; seine / Haut zu Markte t.; das
/ Herz auf der Zunge t.; die / Nase hoch t.;
sein / Päckchen zu t. haben; einer.Sache / Rech
nung t.; etw. zur / Schau t.; / schwer an etw.
t .; sein(en) /* Teil zu t. haben
Träger, der; -s, - 1 . jmd., der etw. trägt, bes. aus
beruflichen Gründen Lasten trägt, Gepäckträger: ich
werde mir am Bahnhof einen T. nehmen — 2 .
B au w . meist waagerecht verlegtes Bauelement aus
Holz, Stahl, Leichtmetall od. Stahlbeton, das als
Stütze tragender Bestandteil einer Konstruktion ist:
die Brücke ruht auf mächtigen Trägern aus Eisen
—
3. jvorw. Pl.j eins von zwei an einem Kleidungs
stück angebrachten Bändern, die, über die Schulter
führend, das Kleidungsstück halten: die T. am
Unterkleid — 4 . jzu tragen 3 u. 9/ jmd., der etw.
trägt; zu 3: die T. einer Uniform; zu 9: er ist
T. hoher staatlicher Auszeichnungen
Träger| -flugzeug, das auf einem Flugzeugträger
stationiertes Flugzeug; -rakete, die T e ch n . Rakete,
die ein Raumschiff in das Weltall befördert; -rock,
der Rock mit Trägern (3); -schürze, die vgl. -rock
Trage | -tasche, die Tasche (2), die an Riemen od.
Bügeln mit der Hand getragen wird; -zeit, die Zool.
Zeit von der Empfängnis bis zur Geburt eines Tieres,
Trag zeit
trag/Trag| -fähig /Adj.; nicht adv.; zu tragen 2.1/
geeignet, eine Last zu tragen: das Eis ist t.; dazu
- fähigkeit, die /o. Pl.j; -fläche, die Flugw . eines
der beiden am R um pf des Flugzeugs befestigten,
sich seitlich erstreckenden flächigen Teile, die den
Auftrieb ermöglichen; -fläch enb o ot, das schnelles
Motorboot, dessen R u m pf sich infolge seiner sehr
hohen Geschwindigkeit aus dem Wasser hebt und
a uf tragflächenartig geformten Schienen gleitet;
- f l ügd, der Tragfläche
Trägheit, die; \o. Pl.j 1. /zu träge 1/ das Träge
sein: jmd. neigt zur T.
—
2,1* P h y s . Eigenschaft
der Körper, einer Änderung ihres Bewegungs
zustandes einen Widerstand entgegenzusetzen 2.2 ,
Chem . Eigenschaft von bestimmten chemischen
Elementen, nicht od, schwer zu reagieren
Trägheits| -gesetz, das jo. Pl.j Phys,; -moment,
das jo. Pl.f P h y s . Trägheit bei der Drehbewegung
eines Körpers
Tragik, die;
jo. Pl.j Leid, Trauer, schwierige
Konflikte hervorrufendes, erschütterndes Geschehen,
gegen das man nichts zu tun vermag, vermochte: seine
persönliche T. liegt in der Vernichtung seines
Lebenswerkes durch den Krieg
tragikomisch /A d j./ tragisch, aber zugleich auch
komisch: eine tragikomische Situation
Tragikomödie, die Drama, bei dem durch die Ver
bindung tragischer und komischer Elemente kü n st
lerische Kontraste entstehen,
tragisch /A d j./ erschütternd, voller Tragik: ein
tragischer Unglücksfall; auf tragische Weise ums
Leben kommen; die tragischen Elemente eines
Theaterstückes; etw. t . nehmen (etw. schwer neh
men, ernst nehmen)
Trag| -korb, der jPl.
- körbe/ Korb zum Tragen
von Lasten, bes. auf dem Rücken; -kraft, die./o.
P l.j: die T. einer Brücke, Konstruktion (Belastbar
keit (1) einer Brücke, Konstruktion bis zu einem be
stimmten Gewicht); -last, die von einem Tier,
Menschen getragene L a st: ein Abteil für Reisende
mit Traglasten; -lufthalle, die B au w . aus wetter
festen Folien od. beschichteten Geweben bestehende
Halle, die durch einen ständigen Überdruck der Luft
im Innern in ihrer Form aufrecht gehalten wird
Tragödie, die; -,
-n [..io] 1. Drama (1) mit ernstem,
tragischem Ausgang: eine griechische T.
—
2.
tragisches E reig nis, Geschehen
Trag| -riemen, der Riemen, mit dem etw., eine Last
(auf der Schulter) getragen wird: eine Tasche mit
T.; -weite, die 1. die T. (Reichweite) einer Rakete
—
2. jo. Pl.f weitreichende Wirkung von etw .: etw.
ist vo n großer, politischer, historischer T.; -werk,
das 1, Flugw. die Teile des Flugzeugs, die es in
der Luft tragen — 2. Bauw.* die Last tragendes
Bauteil; -zeit, die Z ool. Tragezeit
Trainer, der; -s, - [tre:nar, t r s :nor] Fachmann mit
Spezialkenntnissen in einer Sportart, der Sportler,
auch Pferde trainiert
trainieren jsw. Vb.; hat/ [tre.., trs..] sich, jmdn.
durch ständiges und systematisches Üben zu sport
lichen (Höchstleistungen steigern, führen: täglich
für einen Wettkampf t.; er trainierte die National
mannschaft; O sein Gedächtnis t.
Training, das; -s, -s [tre:.., tre:..] 1,1. das Trai
nieren : ein intensives, regelmäßiges T. 1 .2 . jo. Pl.j
Med. /i autogenes T.
Trainings| -anzug, der an Handgelenken und
Knöcheln eng anschließender, warmer, bequemer,
zweiteiliger Dreß (2); -h ose, die vgl.
- a nzug;
- jacke, die vgl. -a nzug; -lager, das /PL -j Lager, in
dem Sportler intensiv auf einen bevorstehenden
Wettkampf vorbereitet werden; -methode, die
Trajekt, der, das; -(e)s, -e Fährschiff, bes. für
Eisenbahnzüge und Autos
Trakt, der; -(e)s, -e 1. Gebäudeteil, Flügel: in
diesem T. des Ferienheims ist die Küche unter
gebracht — 2 . Straßenzug, Häuserreihe: der ganze
T. soll abgerissen werden
Traktat, der, das; -(e)s, -e kurze (wissenschaftliche),
m eist lehrhafte Abhandlung: einen T. verfas
sen
traktieren jsw. Vb.; hat/ 1.1. jmdn. schlecht be
handeln, mißhandeln: jmdn. m it Fußtritten t.
1.2 . jmdn. quälen, plagen: wochenlang traktierte
er die Schüler mit diesem Gedicht
Traktor, der; -s, Traktoren Zugmaschine, bes. für
die Landwirtschaft
1160
Traktorist — transparent
Traktorjst, der; -en, -en jm d ., der beruflich einen
Traktor fährt
trällern Jsw. Vb. ; hat/ (etw.) fröhlich vor sich hin
singen, ohne dabei Worte zu ' gebrauchen: eine
Melodie t.
Trampel, der, das; -s, - umg. plumper, schwer
fälliger, meist ungeschickter Mensch: so ein T .!
trampeln /sw. Vb.; hat, ist/ 1* /mit Richtungs-
angabej plump und derb auftretend gehen (ist): sie sind
quer durch das Feld getrampelt — 2. schnell und
wiederholt mit den Füßen stampfen (hat): das Kind
trampelte (vor Wut) mit den Füßen
Trampel| -pfad, der durch bewachsenes Gelände
führender P fa d , der durch häufiges Begehen ent
standen ist: durch die Wiese führt ein T .;
- tier,
das 1. zweihöckriges Kamel (1) — 2 . umg.
Schim pfw . plumper, schwerfälliger, meist unge
schickter Mensch: du T .!
trampen jsw. Vb.; ist/ [tre..] reisen, indem man
fremde Autos anhält und sich mitnehmen läßt: er
ist von Berlin bis Rostock getrampt
Trampolin, Trampolin, das; -s,
-e federndes,
matratzenähnliches Gestell für sportliche, akrobatische
Sprünge
Tran, der; -(e)s, -e aus im Meer lebenden Säuge
tieren und Seefischen gewonnenes Öl
+ umg. im T. sein (durch Schläfrigkeit od. Trun
kenheit benommen sein); etw. im T. (geistes
abwesend) tun
Trance, die;
-n [trds(o), auch tra:ns, PL ..son]
dem Schlaf ähnlicher Dämmerzustand, bes. in der
Hypnose:jmdn. in T. versetzen; sich in T. befinden
Trance|zustand, der: aus einem T. erwachen
Tranchier|besteck, das Besteck zum Tranchieren
tranchieren jsw. Vb.; hat/ [traqji:..,
trdji:..]
Braten, Geflügel, Wild, Fisch kunstgerecht zer
legen : einen Braten t.
Träne, d ie; -n von den Tränendrüsen abgesonderte,
klare Flüssigkeit, die bes. bei starker Gemüts
bewegung, heftigem Schmerz aus den Augen tritt:
Tränen der Freude; Tränen in den Augen haben;
jmdm. kommen die Tränen; etw. unter Tränen
sagen; Tränen lachen (so sehr lachen, d aß einem
die Tränen kommen); sich die Tränen abwischen,
trocknen
+ in Tränen zerfließen, aufgelöst sein (unter
starker Erregung heftig weinen); jmdm. keine T.
nachweinen (jmds. Weggang nicht bedauern);
Tränen vergießen (weinen)
tränen fsw. Vb.; hat/ das Auge tränt das Auge
sondert, meist auf Grund einer Reizung, Tränen
ab: von dem Qualm t. mir die Augen
Tränen/tränen| -drüse, die bei Mensch und Wirbel
tier in den Augenwinkeln gelegene Drüse, die die
Tränen absondert; 4* umg. auf die Tränen
drüsen drücken (durch Sentimentalität Rührung er
zielen wollen); -gas, das jo. Pl.f gasförmige chemische
Verbindung, die die Schleimhäute des Auges reizt;
- n aß fAdj.; nicht adv.j: ein tränennasses Gesicht;
- s a ck, der fPl. -sacke/ 1. Med. zum Auge gehöriges,
unter der H aut liegendes Organ zum Abfangen der
Tränen — 2 . sackartige Erweiterung der H aut unter
dem Auge: jmd. hat Tränensäcke; -überströmt
fAdj.f: ihr Gesicht war t.
tranig jAdj.j 1. wie Tran: etw. schmeckt, riecht t.
—
2. uijag. ein traniger (träger 1) Mensch
Trank, der; -(e)s, Tränke g eh . Getränk
Tränke, die;
- n Wasserstelle, an der Vieh, Wild
trinkt, getränkt wird: Vieh zur T. treiben
tränken jsw. Vb.; hat/ 1. das Vieh t. (dem Vieh
zu saufen geben) — 2 . etw. mit einer Flüssigkeit t.
(etw. sich mit einer Flüssigkeit vollsaugen lassen)
Transaktion, die W irts ch . finanzielles Geschäft
von kap. Unternehmen, Banken: eine T. vornehmen
Transfer, der; -/ -s, -s 1. fvorw. Sg.j W irt sch. bei
Zahlungen zwischen zwei Ländern die Übertragung
einer Geldsumme aus einer Landeswährung in eine
andere — 2 . Weiterbeförderung von Personen od.
Gütern im Anschluß an ihre Beförderung zwischen
zwei (meist durch eine Landesgrenze getrennten) Ver
kehrszentren: Omnibusse für den T.
transferieren jsw. Vb.; h a t/1. W irts ch. eine Geld
summe aus einer Landeswährung in eine andere
übertragen — 2 . österr. jmdn. versetzen (1.3)
Transfer|straße, die T e ch n . vollautomatische, ind u
strielle Fließstraße
Transformation, die; -,
- e n das Transformieren
Transformator, der; -s, Transformatoren j / auch
Trafo/ Elektrotechn. Apparat zum Erhöhen od.
Herabsetzen der Spannung von Dreh- od. Wechsel
strom
transformieren jsw. Vb.; hat/ 1. etw. uniformen,
umwandeln — 2. Elektrotechn. elektrische
Energie umspannen
Transfusion, die; -,
- en Med. Bluttransfusion
Transistor,der; -s, Transistoren 1. P h y s . elektrische
Ströme, Spannungen, Leistungen verstärkendes elek
trisches Bauelement, dessen wesentlichster Bestand
teil ein Halbleiter ist — 2 . um g. Transistorradio
Transistor!radio, das mit Transistoren bestücktes
Radio
Transit, auch Transit, Transit, der, das; -(e)s, -e
1. /der/ Durchreise von Personen, Beförderung von
Waren durch das Hoheitsgebiet eines Staates — 2 .
/das/ umg. Transitvisum
Trans|t|, auch Transit!, Transit|handel, der W ir ti
s c h . internationaler Warenverkehr, der sich über ein
Land od. mehrere Länder, die zwischen den H andels
partnern liegen, bewegen m uß
transitiv jAdj./ Gramm , ein Akkusativobjekt
erfordernd: ,sehen1 ist ein transitives Verb
Transit, auch Transit, Transit! -straße, die Straße
für den Transitverkehr; -verkehr, der Durchgangs
verkehr von Personen, Waren durch das Hoheits
gebiet eines Staates; -Visum, das Visum für den
Transit
transkontinental jA dj.f: eine transkontinentale
(einen Erdteil durchquerende) Erdölleitung
transkribieren jsw. Vb.; hat/ 1. Sprachw. 1 .1 .
einen Text so in eine andere Schrift übertragen, d aß
die Laute erhalten bleiben 1.2 . Laute, Wörter, Sätze
in phonetischer Umschrift wiedergeben — 2« M us.
ein Musikstück für eine andere, neue Besetzung
übertragen; dazu Transkription, die: -,
-en
Translation, die; -,
- e n 1. das Übersetzen, Dol
metschen — 2 . P h y s . geradlinig fortschreitende
Bewegung
Transliteration^ die; -,
-en Wissens ch. buch
stabengetreue Übertragung einer Schrift in eine
andere Schrift
Transmission, die; -,
-en Techn. Vorrichtung zur
Übertragung von Energie auf mehrere Maschinen
durch Riemen
transparent fAdj.f 1. Licht durchlassend: trans
Transparent — trauen
1161
parentes Papier — 2 . Zusammenhänge t. (erkenn
bar, einsehbar) m ach en
Transparent, das; -(e)s, -e 1. Spruchband: über die
Straßen waren Transparente gespannt — 2 . Bild
auf lichtdurchlässigem Material, das von einer da
hinter befindlichen Lichtquelle erleuchtet wird
Transparentpapier, das jo. P L / lichtdurchlässiges
Papier
Transparenz, d ie; jo. P L; zu transparent/; zu 1:
die T. des Porzellans
Transpiration, die; Io. P L / das Transpirieren
transpirieren /sw. Vb.; hat/ 1.1 . schwitzen (1):
stark 1.1 .2 . Biol. /von Pflanzen u. Tieren/ Wasser
dampf an die Atmosphäre abgeben: Pflanzen t.
durch die Blätter
Transplantat, das; -(e)s, -e M ed . transplantiertes,
zu transplantierendes Stück Gewebe
Transplantation, die; -,
-e n Med. das Verpflanzen
(2): die T. einer Niere, von Haut
transplantieren jsw. Vb.; hat/ Med. Gewebe ver
pflanzen: Haut, eine Niere t.
Transport, der; -(e)s, -e 1 . das Transportieren (1):
der T. erfolgt auf dem See-, Luftweg, mit der Bahn;
die Möbel wurden auf dem, beim T. beschädigt —
2. zur gemeinsamen Beförderung zusammengestellte
Güter, Gruppe von Personen, Tieren: einen T. zu
sammenstellen, begleiten; ein T. Autos
transportabel /A dj./ so beschaffen, daß man es
(leicht) transportieren (1) kann: ein transportabler
Ofen
Transport| -arbeiter, der jmd ., der beruflich Güter,
Waren transportiert; -band, das /PL -bänder/
Techn. Förderband
Transporter, der; -s, - Kraftfahrzeug, Flugzeug,
Schiff mit großem Transportraum
transport/Transport| -fähig /A d j.; nicht adv./
gesundheitlich in einem Zustand, der es erlaubt,
transportiert zu werden: er ist nicht t .; -fahrzeug,
das transportieren jsw. Vb.; hat/ 1. etw., jmdn. be
fördern (1): Güter, Tiere, Personen mit, auf der
Bahn, per Schiff t.
—
2. etw. transportiert etw.
etw. befördert, bewegt etw. weiter: der Apparat
transportiert den Film autom atisch
Transport| -kosten, die /PL/; -m ittel, das Verkehrs
m ittel, Vorrichtung für die Beförderung von Gütern,
Personen; -polizei, die für die Sicherung von Trans
porten (2) und die Anlagen der Eisenbahn verant
wortliche Polizei; -raum , der Laderaum eines
Transportfahrzeugs; -wesen, das /o. PL/ Zweig der
Volkswirtschaft, dessen Aufgabe die Beförderung
von Gütern und Personen ist
Transuran, das; -s, -e [..s|u..] Phys. künstlich
hergestelltes radioaktives Element
transversal /Adj./ [..v . .] 1.1 . BioL quer, senk
recht zur Längsachse des Organismus 1 .2 . P h y s .
jbes. von Wellen, Strahlen/ senkrecht zur Richtung
der Fortpflanzung erfolgend
Transversale, die; -n/-,
-n [..v ..] Math, jede
Gerade, die die Seiten eines Dreiecks od. Vielecks
schneidet
Transvestit, der; -en, -en [ ..v . .] jmd., der sich aus
krankhafter Veranlagung wie ein Angehöriger des
anderen Geschlechts kleidet und benimmt
transzendent /Adj./ Philos. /in ideal., von Kant
geprägter Auffassung/ alle Erfahrung, Erkenntnis
überschreitend, übersinnlich; dazu transzendental
/A dj./ vor aller Erfahrung, Erkenntnis liegend und
diese erst ermöglichend u. Transzendenz, die; -,
jo. Pl.j das, was alle Erfahrung, Erkenntnis über
schreitet, das Übersinnliche
Trapez, das; -es, -e I. M ath, ebenes Viereck mit
zw ei p arallelen, gleichlaufenden, aber ungleich
langen Seiten — H . hoch über dem Boden, an den
Enden von zwei herabhängenden Seilen angebrachtes,
kurzes Reck
trapez zu Trapez I| förmig /A dj./: die Silhouette
des Mantels ist t.
Trappe, die;
-n
m it dem K ra nich verwandter
Vogel m it langen, kräftigen Beinen, breiten Flügeln,
langem H als und kurzem, kräftigem Schnabel, der
ein guter Läufer ist, sein Nest am Boden baut und
sich vorwiegend von Pflanzen ernährt
trappeln jsw. Vb.; ist, hat/ 1. sich mit kurzen,
schnellen, klopfende Geräusche erzeugenden Schritten
fortbewegen /m it Richtungsangabej (ist): die Schaf
herde trappelte über die Straße —• 2 . jmd, trap
pelt jm d . erzeugt durch wiederholtes, kurzes A uf
treten klopfende Geräusche (hat): Kinder t. auf
dem Korridor
trappen jsw. Vb.; ist, hat/ 1. sich mit schweren
Schritten und laut auftretend fortbewegen /m it
Richtungsangabej (ist): er trappte im Zimmer auf
und ab — 2. jmd. trappt jmd. erzeugt durch
schweres Auftreten ein lautes Geräusch (hat): mit
den Holzpantoffeln laut t.
Traps, der; -/ -es, -e T e ch n . Geruchsverschluß
trapsen jsw. Vb.; ist, hat/ umg. trappen
Trara, das; -s, jo. Pl.j umg. jemot./ mit viel Trubel
und Lärm verbundener Aufwand für eine Sache,
Person: großes T. um etw. machen; sie empfing
den Gast mit viel T.
Trasse, die; -,
-n Verkehrsw. Techn. abgesteckte
Linienführung eines Verkehrsweges, einer F er n
leitung: die T. der neuen Eisenbahnlinie, der Erd
ölleitung
Tratsch, der; -es, /o. P l.j u m g . Gerede über andere,
Klatsch (II): boshafter T.
tratschen jsw. Vb.; hat/ umg. 1. über andere reden,
klatschen (II.1): sie tratscht den ganzen Tag —
2 . sich (lange) unterhalten, schwatzen
Traube, die; -,
- n 1 . Fruchtstand, bes. des W ein
stocks: süße, blaue Trauben (Weintrauben); Trau
ben lesen, keltern — 2 . Biol. Blütenstand, bei dem
die Blüten auf Stielen an der unverzweigten H aupt
achse sitzen: die Trauben des Goldregens — 3 . ge
ballte, dicht gedrängte Menge, bes. von Menschen:
die Menschen standen in dichten Trauben an den
Kassen
+ die Trauben hängen zu hoch (etw. ist für jmdn.
unerreichbar)
Trauben| -hyazinthe, die im Frühjahr in Gärten
blühendes Liliengewächs mit blauem Blutenstand in
Form einer Traube (2); -lese, die Ernte der Wein
trauben; -saft, der; -zueker, der /o. P l.j in grünen
Pflanzen entstehende zuckerartige organische Ver
bindung, die Bestandteil der Stärke und Zellulose ist
trauen jsw. Vb.; hat/ 1.1. jmdm., einer Sache Ver
trauen, Glauben schenken: jmdm. t .; einer Sache,
jmds. Wprten nicht recht t. — 2.1. /mit zu + Inf.\
wagen, etw. Bestimmtes zu tun: sie traut sich nicht,
bis ans andere Ufer zu schwimmen; ich traue
mich, /selten/ mir nicht zu fragen 2.2 . sich irgend
wohin wagen: sich nicht aus dem Hause t.
—
II. jmdn. t . (jmds. Trauung vollziehen)
1162
Trauer — Travestie
+ seinen / Augen, dem / Frieden, seinen
Ohren nicht t.; jmdm. nicht über den / Weg
t.
Trauer, die; fo. Pl.f 1. Gefühl (tiefen) Schmerzes
1.1 . nach dem Tod eines geliebten, nahestehenden
Menschen: tiefe T. empfinden; die T. um einen
verstorbenen Angehörigen 1.2 . infolge eines un
angenehmen Erlebnisses, schlimmer, schlechter E r
fahrungen: er war voller T. über diesen Wort
bruch — 2 . T. (Trauerkleidung) tragen — 8.
während der T. (Trauerzeit) ging sie nie weg
Trauer| -akt, der vgl. -feier; -anzeige, die gedruckte
Mitteilung vom Tod eines Menschen; -brief, der
vgl.
- karte; -fall, der Sterbefall; -feier, die Feier
aus A nlaß der Bestattung eines Verstorbenen; -flor,
der an der Fahne od. am Ä rm el befestigtes breites
schwarzes Band aus Flor als Zeichen der Trauer;
-Jahr, das Trauerzeit; -karte, die mit einem schwar
zen Band versehene Briefkarte mit Umschlag für
Mitteilungen, die einen Trauerfall betreffen; -klei-
dung, die schwarze Kleidung, die als Zeichen der
Trauer getragen wird; -kloß, der u mg. langweiliger,
träger, inaktiver M ensch: er ist ein richtiger T.;
-marsch, der vgl.
-m usik; -miene, die umg.
traurige, düstere Miene: eine T. aufsetzen; -musik,
die jo. Pl.f ernste, getragene M usik, die bei Trauer
feiern gespielt wird
trauern jsw. Vb.; hat/ 1. Trauer (1) empfinden:
er trauert um seine verstorbene Frau; sie trauert
über den Verlust ihrer goldenen Kette — 2 . die
Witwe hat ein volles Jahr getrauert (Trauer
kleidung getragen und bestimmte, der Trauer 1.1
entsprechende Verhaltensweisen eingehalten)
Trauer| -nachricht, die Mitteilung von einem Todes
fall; -rede, die Bede, die bei einer Trauerfeier zur
Würdigung des Verstorbenen gehalten w ird; -spiel,
das Tragödie; + es ist ein T. (ist schlimm),
daß
- w eid e, die Weide mit tief herabhängenden
Zweigen; -zeit, die fo. P L / dem Sterbetag eines ver
storbenen engen Angehörigen folgende Z eit, in der
getrauert (2) wird; -zug, der dem Sarg zum Grab
folgender Zug der Leidtragenden und Anteil
nehmenden
Traufe, die;
-n 1 . untere Kante des Daches (mit
der Dachrinne) — 2 . das von 1 ablaufende Wasser
+ vom / Regen in die T. kommen
träufeln fsw. Vb.; hat/ 1. Flüssigkeit auf, in etw.
tropfen lassen: Zitronensaft auf das Fischfilet t. —
2. etw. träufelt auf, in, von etw. etw. fällt tropfen
weise auf, in, von etw.: es träufelt vom Dach
traulich fAdj.f geh. 1 . die Lampe gibt ein trau
liches (anheimelndes, gemütliches 1) Licht — 2 . t.
(gemütlich 2) beisammensitzen
Traum, der; -(e)s, Träume 1, subjektives Erleben
szenenartiger Abläufe, Vorstellungen, das sich
während des Schlafes einstellen k a n n : einen schönen,
bösen T. haben; jmdn. im T. sehen — 2 . Wunsch,
Sehnsucht: ein jahrhundertealter T. der Mensch
heit; das war der T. seiner Jugend; sie ist die
Frau seiner Träume
+ um g. nicht im T. (nicht im entferntesten, über
haupt nicht) ; aus der T. (aus, >vorbei) !
Trauma, das; -s, Traumen/-ta 1 . P sy ch. schwere
psychische Erschütterung, die im (Unter)bewußtsein
des Betroffenen noch lange wirksam ist und psy
chische Fehlentwicklung zur Folge haben kann
—
2. M ed . durch Gewalteinwirkung von außen ent
standene Verletzung des Organismus; dazu trauma
tisch fAdj.f
Traum | -hild, das 1. im Traum erscheinendes Bild,
Trugbild — 2 . Wunschbild: einem T. nachjagen;
- deutung, die 1.1 . umstrittenes Verfahren der
Psychoanalyse, unbewußte Wünsche od. Ängste des
Patienten kennenzulernen, die angeblich symbolisch
seine Trauminhalte beeinflussen 1.2 . Deutung von
Trä u m en i n abergläubischer Weise
träumen fsw. Vb.; hat/ 1. einen Traum haben:
selten, schlecht t.; er hat von seiner Mutter ge
träumt; etw. Schönes t. (im Traum erleben) —
2. v on etw. t. sich etw. wünschen, etw. erhoffen: er
träumt von einer großen Reise — 8. umg. der
Fahrer hat geträumt (hat seine Gedanken schweifen
lassen, hat nicht aufgepaßt); träum nicht!
+ sich etw. n icht t. lassen (etw. Angenehmes nicht
erwarten)
Träumer, der; -s, - jmd ., der sich Träumereien hin
gibt und dadurch versonnen, der unmittelbaren
Wirklichkeit entrückt ist
Träumerei, die;
- e n Wunsch-, Phantasievor
stellungen
träumerisch fAdj.f Träumereien hingegeben: t. vor
sich hinblicken
traumhaft fAdj.f 1. wie in einem Traum,: er hat
das alles nur t. erlebt — 2 . /drückt emotional in
positivem Sinne einen hohen Grad aus/: traum
haftes (unwahrscheinlich großes) Glück haben;
dort war es t. (sehr) schön
traum/Traum| -verloren fAdj.f versonnen, geistes
abwesend: er blickte t. in die Ferne; -wandler, der;
-s, - Schlafwandler; -w eit, die: in einer T. leben
traurig fAdj.f 1.1 . voll Trauer (1), betrübt: t. sein,
aussehen; traurige Menschen; etw. macht, stimmt
jmdn. t. 1.2 . fnicht adv.j Trauer, Betrübnis, Kum
mer hervorrufend, schmerzlich: eine traurige N ach
richt; eine traurige Pflicht erfüllen — 2 .1 . fnicht
adv.f freudlos und beklagenswert: er h atte eine
traurige Jugend; sein Schicksal ist t. 2 .2 . arm
selig, kümmerlich und beklagenswert: er mußte da
mals in traurigen Verhältnissen leben; eine trau
rige Gegend — 3 . beschämend (1.1): er spielt eine
traurige Rolle in dieser Sache; es ist t>, daß ...
Traurigkeit, die;
-en fvorw. Sg.f Trauer, Kum
mer: tiefe, große T. überkam ihn
-f
kein / Kind von T. sein
Trau zu trauen II| -ring, der Ehering; -schein, der
Urkunde über die erfolgte Trauung
traut fAdj.f veraltend 1. teuer, vertraut: im
trauten Familienkreis — 2* traulich (anmutend):
das Zimmer ist heimelig und t.
Traute, die; -, fo. Pl.f umg. Mut: (keine rechte)
T. zu etw. haben; ihm fehlt die T. dazu
Trauung, die; -en Eheschließung
Traverse, die; -,
-n [..v . .] Techn. Querbalken,
Ausleger
traversieren fsw. Vb.; hat/ [..v ..] 1.1. Bergsport
eine Fels-, Eiswand t. (in waagerechter Bichtung
durchqueren) 1.2 . R e ite n in vorwärts-seitwärts
erfolgender Bewegung die Beitbahn diagonal durch
reiten
Travestie, die; -,
-n [..v .., PI. ..i:on] Literatur-
w i s s e n s c h . komisch-satirische Verspottung eines
literarischen Werkes, die durch das Einkleiden des
Inhalts in eine unangemessene Form erreicht
w ird
Trawler — treiben
ii6a
Trawler, der; -s, - [tro:lor] Motorschiff für die
Hochseefischerei
Treber, die fPhf feste Rückstände, bes. beim Bier
brauen
Treck, der; -s, -s Zug von Flüchtlingen, A u s
wanderern mit Fahrzeugen, bes. Fuhrwerken, auf
denen beweglicher B esitz mitgeführt wird: auf den
T. gehen
trecken jsw. Vb.; ist, hat/ in, mit einem Treck
ziehen: sie haben, sind damals getreckt
Trecker, der; -s, - Traktor
Treff, der; -s, -s 1.1. jKurzw. für Treffen 1/: einen
T. m it dem Schriftsteller N vera nstalten; bei dem
T. im Januar hat der Agent die Materialien über
geben — 2 . jKurzw . für Treffpunkt/: das Kultur
haus ist ein beliebter T.; T. war eine Gaststätte
im Zentrum — II . jo. Art., o. Pl.f Eichel (3): T.
sticht
treffen (er trifft), traf, hat/ist getroffen 1. (hat) 1.1 .
etw ., jmdn. t . etw. durch Schießen, Werfen, Stoßen,
Schlagen in ein bestimmtes Ziel, das eine Person,
Sache sein kann, bringen (hat): er hat die Schieß
scheibe getroffen; der Schütze h at (gut, schlecht)
getroffen; er traf ihn mit dem Schneeball, der
Faust ins Gesicht; der Jäger traf das Tier ins
Herz 1.2 . etw. trifft (etw., jmdn.) etw. gelangt an
eine bestimmte Stelle, in ein Ziel: der Schuß hat
getroffen; von einem herabfallenden Dachziegel
getroffen werden; die Kugel hat ihn tödlich ge
troffen; der Blitz hat einen Baum getroffen (in
einen Baum eingeschlagen); der Hieb traf ihn an
der, in die Schulter; O ein schweres Unglück hat
die Luftfahrt getroffen (ist der Luftfahrt wider
fahren); der Verdacht traf ihn (fiel auf ihn,
richtete sich gegen ihn); ihn trifft kein Vorwurf;
die Nachricht, der Schicksalsschlag hat ihn
schwer getroffen (hat ihn sehr erschüttert, lastete
schwer auf ihm) — 2* jmdn. kränken (hat): jmdn.
tief t.; das hat ihn (in seiner Ehre) getroffen —
3* etw . t . von mehreren Möglichkeiten die heraus
finden, realisieren, die eine optimale Übereinstim
mung mit etw. darstellt (hat): jmds. Geschmack,
den richtigen Ton t.; er hat den Kern der Sache
getroffen; eine treffende (eine einen Sachverhalt
präzise wiedergebende) Bemerkung; sein Urteil ist
treffend; jmdn., etw. t . : der Fotograf, Maler hat
ihn, die Landschaft gut getroffen (gut fotografiert,
m it großer Ähnlichkeit wiedergegeben) — 4 .1 . jmdn.
t. m it jmdm., den man kennt, irgendwann, irgend
wo zufällig Zusammenkommen (ha t): ich habe ihn
gestern in der Kaufhalle getroffen; wir trafen uns
zufällig im Theater; <£> unsere Blicke trafen sich;
die Linien t. sich alle in einem Punkt 4.2 . jmdn.,
sich mit jmdm. t . auf Grund einer Verabredung
mit jmdm. an einem bestimmten Ort, zu einer be
stimmten Zeit Zusammenkommen (hat): ich treffe
ihn morgen abend; wir t. uns am Bahnhof; er hat
sich heimlich mit ihr getroffen 4.8 . auf jmdn.,
etw. t . jmdm., einer Sache unvermutet begegnen, auf
jmdn., etw. stoßen (ist): die Forscher trafen auf
Ureinwohner; die Soldaten trafen auf gegnerische
Panzer; Sport die Mannschaft ist auf einen
starken Gegner getroffen (hatte einen Wettkampf
m it einem starken Gegner zu bestreiten) — 5 . (hat)
es gut, schlecht t. (irgendwo gute, schlechte Ver
hältnisse, Bedingungen vorfinden); wir hatten es
im Urlaub (mit dem Wetter) gut getroffen — 6 .
es. trifft sich, daß... es ergibt (1.3) sich, d aß ...
(hat): es traf sich, daß er mit demselben Zug fuhr
—
7. fin Verbindung mit Subst. zur Umschreibung
eines Verbalbegriffsj (hat): eine Auswahl t. (etw.
auswählen); Anordnungen t. (etw%anordnen)
+ sich getroffen fühlen (eine Äußerung auf sich
beziehen und als kränkend empfinden); — / A n
stalten t.; jmd. steht da wie vom / Blitz ge
troffen; es, das trifft sich / gut; jmdn. (bis) ins
/ Mark t.; den / Nagel auf den Kopf t.; mich
trifft der Schlag!; ins / Schwarze t.
Treffen, das; -s, - 1 . fzu treffen 4.2/ Zusammen
kunft : ein T. aller Mitglieder, von Sportlern; das T.
der Staatsmänner verlief in freundschaftlicher
Atmosphäre; ein T. veranstalten; an einem T.
teilnehmen — 2. Sport Wettkampf (zwischen
Mannschaften): die Mannschaft hat im ersten T.
1:3 verloren — 3 . Gefecht (1): bei dem T. hatte
es nur geringe Verluste gegeben
+ etw. ins T. führen (wichtige Gründe in der
Diskussion Vorbringen)
Treffer, der; -s, - 1 . er hatte auf zehn Schüsse
acht T. (achtmal getroffen); der B oxer ging nach
dem zweiten T. (nachdem er zweimal getroffen
wurde) zu Boden; Ballspiele der dritte T. (das
dritte xTor 2.2) brachte der Mannschaft den Sieg —
2. Gewinn (3.2): einen T. im Lotto haben
trefflich jAdj.f v e r a lte n d ausgezeichnet, vorzüg
lich: eine treffliche Bemerkung; das ist dir t.
gelungen
Treff/treff| -punkt, der /PI.
- ef (vereinbarter) Ort,
an dem sich jmd. mit jmdm. trifft: einen T. ver
einbaren; dieser Klub ist ein T. der Jugend;
- sicher fAdj.f das Ziel genau, sicher treffend: ein
treffsicherer Schütze; <J> eine treffsichere (genau
charakterisierende) Bemerkung; dazu -Sicherheit,
die fo. PL/
Treib| -arbeit, die 1. fo. Pl.f das Treiben (1.6) —
2. durch 1 hergestellter, bes. als Schmuck dienender
Gegenstand; -eis, das /o. PL / auf Gewässern
treibende Eisschollen
treiben, trieb, hat/ist getrieben 1.1. (hat) 1.1 . jmd.,
etw. treibt ein Tier, jmdn., etw. von irgendwo
fort, irgendwohin jmd., etw. bewirkt (durch Gewalt),
daß ein Tier, jmd., etw. sich von irgendwo fort,
irgendwohin, in eine bestimmte Richtung fort-
bewegt: sie trieben das Vieh auf die Weide; die
KZ-Häftlinge wurden in die Baracken getrieben;
der Stürmer trieb den Ball (mit kurzen Stößen)
bis vor das gegnerische Tor; der Wind treibt
Staubwolken durch die Straßen; der Hunger trieb
uns nach Hause (veranlaßte uns, nach Hause zu
gehen); der Schwimmer ließ sich vo n der Strö
mung t.; Jägerspr. Wild, Hasen t. (Wild auf-
scheuchen und vor die Schützen hinjagen)1; O die
Scham trieb ihm die Röte, das Blut ins Gesicht;
die Konzerne t. die Preise in die Höhe (steigern
künstlich die Preise) 1.2 . K affee, Bier treibt (wirkt
harntreibend) — 2 . (hat) 2.1 . jmdn. zu einem be
stimmten Handeln, Verhalten veranlassen, drängen:
jmdn. zur Eile t.; er hat ihn zur Verzweiflung,
zum Selbstmord getrieben 2.2 . fitw. veranlaßt
jmdn., etw. zu tun: Not, Angst, Eifersucht trieb
ihn zu dieser Tat; von dem Wunsch getrieben,
ein Auto zu besitzen ...
—
3. Techn. etw. treibt
etw. etwi setzt etw. in Bewegung, etw. erhält den
Antrieb durch etw. (hat): die Turbinen des Kraft-
1164
Treiben — trennen
werks werden v o n W asserkraft getrieben; die
Mühle wurde durch den Wind getrieben; O er ist
die treibende Kraft — 4 . etw. treibt auf dem
Wasser, in der Luft etw. wird von der Strömung des
Wassers, der Luft fortbewegt 4.1 . (ist, hat) ein Boot
treibt auf den Wellen; die Wolken t. am Himmel
4.2 . /mit Richtungsangabe/ (ist): der Ballon ist
westwärts getrieben — 5 . etw. in, durch, zwischen
etw . t . etw. in, durch, zwischen etw. schlagen,
bohren (hat): einen Tunnel durch den Berg t.;
Eisenpfähle in den Boden t. — 6 . (hat) 6.1 . Metall
t. {nicht erhitztes M etall mit einem besonders dafür
gefertigten Hammer formend bearbeiten) 6.2 . etw.
durch 6.1 hersteilen: einen Leuchter t.; eine g e
triebene Silberarbeit — 7 . (hat) eine Pflanze treibt
(beginnt zu wachsen, hat Triebe angesetzt); der
Gummibaum hat ein neues Blatt getrieben (am
Gummibaum kommt ein neues Blatt hervor) — 8 .
Gartenbau Pflanzen t. Bedingungen schaffen,
unter denen Pflanzen vorzeitig anfangen zu wachsen
od. zu blühen (hat): Gurken, Flieder im Gewächs
haus t.
—
9. (hat) 9.1 . die Hefe treibt (bildet in
folge Erwärmung Gas) 9.2 . der Teig treibt (geht
aufundwirdlocker) —H .l. etw. t. (hat)1.1.eine
bestimmte Tätigkeit, Arbeit ausüben: Handel, Vieh
zucht t. 1 .2 . sich mit etw. beschäftigen: Sprachen,
Musik, Sport t.; etw. nur zum Vergnügen t. 1 .8 .
etw. tun, m it etw. beschäftigt sein: Unsinn, alles
mögliche t .; was treibst du denn den ganzen Tag?;
er erzählte v on seinem Treiben; jmds. Treiben
(jmd s. verwerflichem Handeln) ein Ende m achen
—
2. umg. (hat) 2.1. es in bestimmter Art und
Weise t. sich in bestimmter, nicht zu billigender
Art und Weise verhalten: es toll, schlimm t. 2 .2 .
es mit jmdm. t . mit jmdm. in einer nicht zu billigen
den A rt und Weise umgehen: sie haben es schlimm,
toll mit uns getrieben; sie trieb es mit vielen
Männern (unterhielt mit vielen Männern intime Be
ziehungen) — 8 . fin Verbindung mit Subst. zur
Umschreibung eines Verbalbegriffsf (hat): mit etw .
Mißbrauch t. (etw. mißbrauchen 1); seinen Spott
m it jmdm. t . (jmdn. verspotten); Wucher t. (mit
etw . wuchern)
-f- sich t. lassen (sich widerstandslos, willenlos dem
Geschehen überlassen); — jmdn. jmdm., einer
Sache in die / Arme t.; jmdn. in die Enge t.;
mit jmdm. / Schindluder t.; etw. auf die / Spitze
t.;sein / Unwesen t.; etw. zu / weit t.
Treiben, das; -s, - I . fo. PI ./ das geschäftige, leb
hafte Hin und Her: ein reges, emsiges, buntes T.;
das Leben und T. auf der Straße beobachten —
II. Jägerspr. 1. ein T. (eine Treibjagd) veran
stalten — 2 . der Hirsch steckt noch im T. (Ge
lände, in dem 1 stattfindet)
+ jmds./ TunundT.
Treiber, der; -s, - Jägerspr. jmd., der bei einer
Treibjagd das Wild aufscheucht und vor die Jäger
treibt
Treib] -haus, das Gewächshaus; -holz, das /o. PI ./
auf Gewässern treibendes Holz; -jagd, die Jagd, bei
der Treiber das in einem bestimmten umstellten
Gebiet befindliche W ild aufscheuchen und vor die
Jäger treiben; -m ittel, das 1. bei Hitze Gase ent
wickelnder Stoff, der Werkstoffen zugesetzt wird, um
ihnen eine schaumige Struktur zu verleihen — 2 .
Triebmittel; -n etz, das in unterschiedlicher Tiefe
senkrecht schwimmendes N etz, das in der Hochsee-
und Küstenfischerei zum Fischfang verwendet w ird ;
- riemen, der Techn. endloser Riemen aus Leder,
Gummi od. Kunststoff zum Übertragen einer Dreh
bewegung; -Sand, der jo. Pl.j feiner Sand, der vom
Wind an- od. abgetrieben wird; -Stoff, der K raft
stoff, Brennstoff, bes. zum Antrieb von Triebwerken
treideln jsw. Vb.; hat/ ein Schiff an einem Tau
vom Ufer aus m it menschlicher, tierischer od. (an
Kanalschleusen) maschineller K raft stromaufwärts
ziehen
Trema, das; -s, -s/Tremata aus zwei Punkten über
einem von zwei nebeneinanderstehenden Vokalen
bestehendes Zeichen, das die getrennte Aussprache -
dieser beiden Vokale anzeigt: das T. über dem ,e ‘ bei
Aleuten
tremolieren /sw. Vb.; hat; zu Tremolo/
Tremolo, das; -s, -s/Tremoli Mus. 1 . durch schnelle
Wiederholung desselben Tones hervorgerufenes Beben,
Zittern des Tones beim Singen, Spielen (2.1.1) —
2. fehlerhaftes Beben der Stimme beim Gesang
Trenchcoat, der; -/ -s, -s [trsntjko:t] sportlicher,
wetterfester Mantel aus festem (imprägniertem)
Baumwollstoff mit Gürtel
Trend, der; -s, -s Grundrichtung in einer E ntwick
lung, deren Anzeichen über einen längeren Z eit
raum zu beobachten sind: der T. zu leichten, luft
durchlässigen Stoffen für Oberbekleidung; einen
T. beobachten, feststellen; einem T. folgen
trennbar jAdj.; zu trennen 1.6/: trennbare Doppel
konsonanten; dazu Trennbarkeit, die; -, /o. Pl.J
trennen /sw. Vb.; hat/ 1.1 . Personen,. Dinge t.
die Verbindung zwischen Personen, Dingen lösen,
aufheben: sie kämpfte darum, daß die Kinder
durch die Ehescheidung nicht getrennt werden;
jmdn. von jmdm. t . : das Kind wurde im Gedränge
von der Mutter getrennt; getrennt (nicht im
gleichen H aushalt, nicht in ehelicher Gemeinschaft)
leben; wir wurden g etrennt (unsere Telefonver
bindung wurde unterbrochen); eine Naht t. (auf-
trennen 1); er hat der Sache nach Zusammen
gehöriges getrennt dargestellt; die Wand trennt
den Wohnraum von der Küche 1.2 . sich t.: am
Bahnhof trennten wir uns (gingen wir in ver
schiedene Richtungen auseinander); erst lange nach
Mitternacht trennten wir uns (gingen wir ausein
ander); Sport die beiden Mannschaften trennten
sich 1:2 (gingen mit dem Ergebnis von 1:2 ausein
ander) 1.8 . etw. von etw. ablösen, abtrennen: den
Kontrollabschnitt von der Eintrittskarte t.; Erze
vom tauben Gestein t.; etw. aus etw. t .: das
Futter aus dem Kleid t. (durch Auftrennen der
Nähte herauslösen) 1.4 . diese Sachverhalte müssen
klar, deutlich (voneinander) getrennt (ausein
andergehalten, unterschieden) werden; du mußt bei
der Beurteilung die Person von der Sache t. 1 .5 .
sich von etw. t .: sie hat sich von ihren alten
Möbeln getrennt (hat sie weggegeben); er kann sich
nicht von dem Buch t. (gibt es ungern weg, her);
sich von einem Gedanken t. (einen Gedanken
fallenlassen) 1.6 . etw. in seine Bestandteile zer
legen: Stoffe, ein Gemenge durch Kondensation,
Sieben, chemisch t . ; Wörter richtig t. (abteilen 2)
—
2.1 . der Fluß trennt beide Länder (bildet
eine Grenze zwischen beiden Ländern); das Radio
trennt (die Sender) gut, scharf (hat eine große
Trennschärfe) 2.2 . etw. trennt Personen vonein
ander;) sie waren durch eine große E ntfernung
getrennt (eine große Entfernung lag zwischen ihnen);
O beide trennt seitdem eine tiefe Kluft 2.3 . etw.
trennt jmdn. von etw., jmdm. jmd. befindet sich in
einer bestimmten zeitlichen, räumlichen Entfernung
von etw., jmdm.: wenige Tage t. ihn noch von der
Reise (es sind nur noch wenige Tage bis zum Be
ginn der Reise); vom Spitzenreiter trennt ihn nur
noch eine Sekunde, ein Meter (er hat nur noch eine
Sekunde, einen Meter Abstand zum Spitzenrei
ter)
+ sie machen getrennte / Kasse; die / t Spreu
vom Weizen t.
Trenn) -linie, die Linie, die etw. von etw. trennt;
- s chärfe, die R undf. Eigenschaft eines Empfangs
geräts, in einem Spektrum einen bestimmten Fre
quenzbereich so scharf abzugrenzen, daß er nicht von
einem anderen Frequenzbereich überlagert wird
Trennung, die;
-e n 1. jzu trennen 1/ das Tren
nen; zu 1.1: die T. von Zusammengehörigem; zu
1.2: bei der T. (beim Abschied) von uns weinte sie
sehr; zu 1.5: die T. von der alten Wohnung fiel
ihr sehr schwer — 2 . es war nur eine kurze T. (wir
waren nur kurze Zeit voneinander getrennt)
Trennungs) -entschädigung, die Geldbetrag, den der
Beirieb als finanziellen Ausgleich an Werktätige
zahlt, die ständig an einem anderen Ort als dem
Wohnort der F amilie arbeiten; -geld, das fvorw.
Sg.f Trennungsentschädigung; -strich, der kleiner
waagerechter, in manchen Schriftarten doppelter
Strich, mit dem ein Wort am Ende einer Zeile ab
geteilt wird; -Zeichen, das Trennungsstrich
Trenn|wand, die (aus leichtem M aterial errichtete)
Wand zum Teilen von Räumen
Trense, die; -,
- n zum Befestigen der Zügel dienen
der Zaum aus einem Eisenstab mit Ringen od.
Knebeln an seinen äußeren Enden
trepp) -ab fAdv.f die Treppe hinab, hinunter: t.
gehen; /als Glied des Wortpaares/ treppauf, t .;
- a uf /Adv./ die Treppe hinauf: t. steigen; /als
Glied des W ortpaares/ t., treppab
Treppe, die;
-n
aus Stufen bestehendes Bauteil,
das als Verbindungsweg zwischen Ebenen ver
schiedener Höhe innerhalb od. außerhalb eines B a u
werks od. im Gelände dient: eine steile, breite, be
queme T.; eine T. aus Holz, Beton; die T. hat
25 Stufen, führt in den Keller; eine
T. stei
gen; dreiTreppön (hoch) wohnen (im dritten Stock
w erk wohnen)
+ umg. spott. die T. hinauffallen (durch beson
dere Umstände überraschend beruflich aufsteigen)
Treppen) -absatz, der Absatz in einer Treppe;
- beleuchtung, die elektrisches Licht im Treppen
haus; -haus, das Teil eines Hauses, in dem sich
die Treppe befindet; -leiter, die Leiter mit Stufen
wie bei einer Treppe; -podest, das, der; -stufe, die
sinzeine Stufe einer Treppe
Tresen, der; -s, - norddt. mitteldt. 1. Theke (1)
—
2. Ladentisch
Tresor, der; -s, -e gegen Feuer und Diebstahl ge
sicherter Stahlschrank od. R aum mit Stahlschränken
und -fächern zur Aufbewahrung von Geld und Wert
gegenständen
Tresse, die; -,
-n
als Besatz an Kleidungsstücken,
bes. Uniformen und Livreen, dienende schmale,
flache Borte aus mehreren sich kreuzenden (M e ta ll
fäden
Trester, die /PI./ feste Rückstände, bes. beim K eltern
Tret|balg, der /PI. -bälge/ Blasebalg bes. für Orgel,
Harmonium, der durch Treten (5) betätigt wird
treten (er tritt), trat, ist/hat getreten 1. einen
Schritt, wenige Schritte in eine bestimmte Richtung
machen (ist): auf den Balkon, aus dem Haus, ins
Zimmer, ein paar Schritte nach vorn t.; er trat
zur Seite; bitte, t. Sie näher; auf der Stelle t.;
<C> der Fluß ist über die Ufer getreten (hat die
Ufer überschwemmt); der Schweiß trat ihm auf die
Stirn (bildete sich auf seiner Stirn); Tränen traten
(drangen) ihm in die Augen — 2 . auf, in etw. t.
seinen Fuß auf, in etw. setzen (ist, hat): er ist, hat
auf die Blume getreten; in eine Pfütze t.
—
3.1 .
seinen F uß (versehentlich) auf jmds. Fuß setzen
3.1 .1 . jmdn. (auf den Fuß) t. (hat): er hat mich
(auf den Fuß) getreten 3.1 .2 . jmdm. auf den Fuß
t. (ist, hat): er ist, hat mir in dem Gedränge auf
den Fuß getreten 3.2 . heftig mit dem Fuß stoßen
(hat): er hat ihm, ihn ins Kreuz, gegen das Schien
bein getreten; das zornige Kind trat nach mir, ge
gen die Tür; das Pferd tritt (schlägt aus); O jmdn.
t. (jmdn. unter Ausnutzung der eigenen Macht
stellung erniedrigend, beleidigend behandeln) — 4 .
(hat) 4.1 . etw. in etw. t. (hat): den Grassamen in
die Erde t. (durch Darauftreten in die Erde drücken)
4.2 . sich einen Dorn in den Fuß t, (eintreten 3) —
5. etw. dadurch betätigen, daß man ein Pedal mit
dem Fuß niederdrückt (hat): die Bremse, Kupplung
t.
—
6. (hat) einen Pfad (durch die Wiese) t.
(durch häufiges Begehen herstellen) — 7 . (hat) der
Hahn tritt (begattet) die Henne — 8 . in etw. t .
/in Verbindung mit Subst. zur Umschreibung eines
Verbalbegriffs; drückt den Beginn von etw. aus/
(ist): mit jmdm. in Verhandlungen t. (zu ver
handeln beginnen); in / Aktion treten; in / Funk
tion t.
—
9. /in der Verbindung/ / zutage t.
+ bei jmdm. ins / Fettnäpfchen t.; in jmds.
/* Fußstapfen t.; sein / Glück mit Füßen t.;
jmdm. auf die / t Hühneraugen t.; in / Kraft t.;
jmdm. zu / nahe t.; auf den Plan t.; sich auf
den / Schlips getreten fühlen; auf der / Stelle
t.; jmdm. auf die / Zehen t.
Trgter, der; -s, - /vorw. PL/ salopp (derber) ausge
tretener Schuh: er hatte alte T. an
Tretmühle, die \vorw. Sg.j umg. /emot./ als ein
förmig empfundene, sich täglich wiederholende
Berufsarbeit: er w ollte einmal aus dieser T. heraus
treu /Adj./ 1. an der (engen) Bindung zu jmdm.,
etw. beständig und zuverlässig festhaltend: treue
Freunde, Bundesgenossen; jmdm. t . zur Seite
stehen; t. sein, bleiben; t. Zusammenhalten;
jmdm., einer Sache t. ergeben sein — 2. umg.
treuherzig: mit treuem Blick; du bist t. (arglos,
von kindlichem Gemüt)! — 3 . getreu (2): ein treues
Abbild; eine treue Wiedergabe der Wirklichkeit
+ t. und brav (rechtschaffen und redlich); — jmd.
ist t. wie / Gold; jmdm. etw. zu treuen / Hän
den übergeben
Treu)brach, der das Brechen der Treue zu jmd m .,
einer Sache, Verrat
Trejje, die; -, fo. PL; zu treu 1 u. 3/; zu 1: die
eheliche T.; jmdm. T. geloben, schwören; jmdm.
die T. halten; in T. zu jmdm. halten, zu einem
Bündnis stehen; die T. brechen; zu 3: die histo
rische T. der Darstellung
-f- veraltend jmdm. etw. auf Treu und Glauben
(im festen Vertrauen) überlassen
Trennlinie — Treue
1165
1166
Treuebekenntnis — triefen
Treue| -bekenntnis, das; -gelöbnis, das; -prämie,
die zusätzliche Entlohnung, die bestimmte soz. B e-
triebe und Einrichtungen Werktätigen für lang
jährige ununterbrochene Betriebszugehörigkeit zahlen
Treu/trgu| -hander, der; -s, - Jur. jmd., dem eine
Sache, ein Recht od. ein Vermögen zur Verwaltung
anvertraut i s t : der T. eines Grundstücks; dazu
- händeriseh jAdj.j: ein t. verwaltetes Vermögen;
- herzig fAdj./ kindlich gutgläubig und arglos: ein
treuherziger Mensch; jmdn. t . ansehen; dazu
- herzigkeit, die; jo. PL/
treulich /Adv.f: etw. t. (zuverlässig 1.1) hüten, ver
wahren
treu/Treu| -los lA dj.f nicht treu (1): ein treuloser
Mann; jmd. ist, handelt t.; + eine treulose
/ Tomate; dazu -losigkeit, die; -,
-en
Triangel, der, auch das; -s, - 1 . /der/ Schlag
instrument aus einem ein gleichseitiges, an einer
Ecke offenes Dreieck bildenden Stahlstab, das, frei
an einem Faden schwebend, m it einem Metallstab
angeschlagen w ird — 2 . dreieckiger Riß in einem
Gewebe
Trias, die; -, fo. Pl.j Geol. älteste Formation des
Mesozoikums
Tribun, der; -s/-en , -e/-en 1* von der römischen
Volksversammlung gewählter Beamter, der das Volk
vor Übergriffen der Herrschenden schützen sollte —
2, zweithöchster Offizier der römischen Legio n
Tribunal, das; -s, -e geh.: jmdn. vor ein T. (ein
über ihn richtendes Gremium) stellen; O vo r dem
T. der Geschichte bestehen
Tribüne, die;
-n 1* Gerüst, Anlage (in Stadien
m eist teilweise überdacht) mit stufenförmig an
geordneten Sitzreihen für Zuschauer einer Ver
anstaltung: Tribünen aufbauen; auf der T. sitzen
—
2. Podium: der Redner bestieg die T.
Tribut, der; -(e)s, -e zwangsweise auferlegte (wieder
holt zu erbringende) Abgabe, Leistung, bes. an einen
SiegerStaat: einen T. auferlegen, zahlen; O der
zunehmende Autoverkehr fordert seinen T. an
Menschenleben; der Mode seinen T. zollen (Zu
geständnisse an die Mode machen); einer Leistung
T. zollen (Anerkennung zuteil werden lassen)
tribut]pflichtig /A dj.f verpflichtet, Tribut zu zah
len
Trichine, die; -,
-n im D a rm vieler fleischfressender
Säugetiere und des Menschen schmarotzender Faden
wurm, der eine gefährliche Krankheit hervorruft, da
die Larven in die M uskeln wandern und sich dort
einkapseln
Trichinen |sch a u, die gesetzlich vorgeschriebene Unter
suchung des zum Verzehr durch den Menschen vor
gesehenen Fleisches, bes. von Schweinen, auf T ri
chinen
trichinös fAdj.f: trichinöses (Trichinen enthalten
des) (Sehweine)fleisch
Ttjchter, der; -s, - 1 . auf einer Seite kegelförmig
geweitetes Rohr zum Eingießen von Flüssigkeiten
in eine enge Öffnung: Saft mit einem T. in Flaschen
füllen — 2 . Megaphon, Schalltrichter — 8 . sich
erweiterndes Ende eines Blechblasinstruments — 4
m eist durch den Einschlag eines schweren Geschosses
entstandenes rundes, sich nach unten verjüngendes
Loch im Erdboden: ein T. v on drei Meter(n)
Durchmesser
+ u m g . auf den (richtigen) T. kommen (endlich
die richtige Lösung eines Problems gefunden h aben);
jmdn. auf den (richtigen) T. bringen (jmdm. m it
einem Hinweis zu einer Erkenntnis verhelfen)
Trick, der; -s, -s 1 .1 . besonders geschickte, w irk
same Methode, m it der etw. (leicht) aus-, durchzu
führen ist, K niff: ein alter, bekannter, raffinierter
T.; einen T. anwenden; auf einen T. (eine List)
hereinfallen 1.2 . auf besonderer Geschicklichkeit und
Übung beruhende, verblüffende artistische D a r
bietung: einen T. vorführen; die Tricks des
Zauberkünstlers
Trjck/trick| -aufnähme, die Aufnahme auf Film
streifen, Schallplatte, Tonband, die durch spezielle
technische Verfahren etw. darstellt, das in der W irk
lichkeit so nicht möglich ist od., bes. bei Zeitlupe,
Zeitraffer, so nicht wahrnehmbar ist; -film, der aus
den Einzelaufnahmen gezeichneter od. gestellter
Bewegungsphasen zusammengesetzter Film; -reich
/A dj.f über viele Tricks (1.1) verfügend und sie an
wendend : ein trickreicher Spieler
Trieb, der; -(e)s, -e 1,1. organisches B edürfnis nach
Handlungen, die auf die Erhaltung des Lebens,
beim Menschen auch auf die Befriedigung von
Wünschen, gerichtet sind : der T. zum Schlafen,
Spielen; mütterliche Triebe; seine Triebe beherr
schen, zügeln, befriedigen — 2. fo. PL/ umg.
Drang, Neigung, Lust, etw. zu tun: keinen, nicht
den geringsten, leisesten T. zum Wandern, Le
sen haben — Ü . frischer, gerade erst entwickelter
und hervorgekommener Teil einer Pflanze, bes. der
später verholzende junge Sproß ausdauernder Ge
wächse: die Triebe einer Fichte — Hl. Techn.
1. (Vorrichtung zur) Übertragung einer K raft, eines
Drehmoments von einer Welle auf eine andere —
2. kleines Zahnrad mit wenig Zähnen
Triebfeder, die jin der Verbindung/ etw. ist die T-
von jmds. Handeln etw. treibt (1.2.2) jmdn. zu
einem bestimmten Handeln: Eifersucht war die T.
seiner Handlung
triebhaft fAdj.f 1.1 . eine triebhafte (durch Trieb
1.1 bewirkte) Handlung 1.2 . ein triebhafter (von
Trieben 1.1 beherrschter) Mensch
Trieb| -handlung, die triebhafte Handlung: das
Verbrechen war eine T.; -kraft, die 1. jo. Pl.j die
Hefe hat keine T. mehr (treibt 1.9.1 nicht mehr) —
2. Faktor von starker mobilisierender Wirkung: der
sozialistische Wettbewerb als T. in der Produk
tion; die gesellschaftlichen Triebkräfte (soziale
Erscheinungen und Faktoren, die die Bewegung und
Entwicklung der menschlichen Gesellschaft bewir
ken); Ehrgeiz war die T. (Triebfeder) seines H a n
delns; -leben, das Gesamtheit der durch die Triebe
(1.1), bes. den Geschlechtstrieb, bewirkten H a nd
lungen: jmd. h at ein starkes T.; -m ittel, das beim
Backen Gas entwickelndes Mittel, das Teigen zu
gesetzt wird, daß sie aufgehen, locker, porig werden;
- rad, das Techn. den Antrieb bewirkendes Rad;
- verbrechen, das triebhaftes (1.1) Verbrechen;
- w ag en, der Schienenfahrzeug vorwiegend der Eisen-
und Straßenbahn mit eingebautem Motor, das gleich
zeitig zur Beförderung von Personen dient; -w erk,
das 1 .1 . au s mehreren Elementen bestehende Anlag e
zum Antrieb einer Maschine, bes. von Flugzeugen,
Raketen 1.2 . Uhrm . Räderwerk, das dem Antrieb
einer Uhr dient
triefen, triefte, v e r a lten d troff, ist/hat getrieft
1. in (dicken) Tropfen von etw. herabfließen, -rinnen
(ist): der Schweiß triefte, troff ihm v on der Stirn;
das Wasser ist von den feuchten Wänden getrieft
—
2. vor, von Nässe t. so naß sein, daß die Nässe
i n Tropfen ununterbrochen davon herabfließt, -rinnt
{hat): er, der Mantel triefte vor, von Nässe; seine
«Stirn triefte (von Schweiß); triefend naß sein;
O spott. er, sein Benehmen trieft von Freund
lichkeit (er, sein Benehmen ist übertrieben freund
lich)
trief|naß fAdj.f umg. triefend, sehr naß
Triesel, der; -s, - landsch., bes. berL Kreisel (2)
triezen fsw. Vb.; hat/ umg. jmdn. (mit etw.)
plagen, peinigen, ärgern: er ließ sich nicht t.
Trift, die; -,
-en 1. landsch. ländliche Gegend,
bes. Grünland, als Viehweide genutzt — 2. F orstw .
das Flößen einzelner, nicht miteinander verbundener
Baumstämme — 3 . Drift (1); zu 2 triften, triftete,
hat getriftet
triftig fA d j.f überzeugend, stichhaltig: triftige
Gründe haben; eine triftige Entschuldigung; etw.
t. beweisen
Trigonometrie, die; fo . Pl.f Teilgebiet der Geo
metrie, das die Messung und Berechnung von D rei
ecken behandelt; dazu trigonometrisch fAdj.f: der
trigonometrische Punkt (bei Vermessung im Ge
lände festgelegter und oft durch ein über ihm er
richtetes Holzgerüst weithin sichtbar gemachter
Punkt eines Dreiecks, der die Grundlage für weitere
Vermessungen bildet)
Trikot [..k o:], auch Trikot [..ko], das, der; -s, -s
1, /der/ Wirkware, aus der bes. elastische, anliegende
Unterwäsche hergestellt wird: Unterwäsche aus T.
—
2* /das/ enganliegendes Kleidungsstück mit
Ärmeln (und Beinlingen) aus 1: das T. eines
Ballettänzers; die Fußballmannschaft trug rote
Trikots (Trikothemden); R ad sp o rt das / Gelbe
T.
Trikotage, die;
-n fvorw. Pl.f [..ta :3o] Unter-,
Oberbekleidung a u s (geschnittenen) Gewirken od.
Gestricken
Trikot I, auch Trikot]hemd, das Sporthemd (1.1)
Triller, der; -s, - 1 . Mus. Verzierung eines Tones
durch wiederholten schnellen Wechsel m it dem
nächsthöheren halben od. ganzen Ton — 2* Vogel
ruf, der durch schnelle Wiederholung ein und des
selben Tones erzeugt wird: die T. des Kanarien
vogels
trillern fsw. Vb. ; hat/ 1* Triller (1) ausführen: mit
der Stimme, auf der Flöte t.
—
2. fvon bestimmten
Singvögelnf mit Trillern (2) singen: die Lerche,
der Kanarienvogel trillert — 3* auf der Triller
pfeife pfeifen
Triller]pfeife, die Signalpfeife, die dem T riller (1)
ähnliche Töne hervorbringt
Trilogie, d ie; -,
-n [..i:on] Zyklus von drei zu
sammengehörigen literarischen od. musikalischen
Werken
trimmen fsiv. Vb.; hat/ 1. einen Hund t. (einem
Hund das Fell kunstgerecht schneiden) — 2 . um g.
2.1 . jmdn. auf etw. t. jmdn. auf etw. drillen (1.2):
das Kind ist auf Pünktlichkeit getrimmt worden
2.2. etfw. auf etw. t. etw. durch geeignete M aß
nahmen in bestimmter Weise zurechtmachen: einen
Motor auf Höchstleistung t. 2.3. sich, jmdn. durch
intensives Training körperlich leistungsfähig er
halten, machen: trimm dich!; ein g ut getrimmter
Schwimmer — 3. Elektrotechn. ein Funkgerät
dadurch auf Höchstleistung bringen, daß man die
Frequenzen der Schwingkreise in Übereinstimmung
bringt
Trimmer, der; -s, - Elektrotechn. kleiner, ver
änderlicher Kondensator, der dazu dient, Frequenzen
von Schwingkreisen in Übereinstimmung zu bringen
Trine, die; -n u m g. fvon einer weiblichen Personf:
sie ist eine dumme, langweilige T. (ist dumm, lang
weilig);auch Schimpfw.
Trinität, die; -, fo. Pl.f Rel. ev. kath. Drei
einigkeit
trinkbar fA dj.f so beschaffen, daß m a n es (ohne
gesundheitlichen Schaden) trinken kann: trinkbares
Wasser; nichts Trinkbares im Hause haben
Trink|branntwein, der B ra nn tw ein
trmken, trank, h at getrunken 1.1.1. ein Getränk,
eine flüssige Nahrung durch Schlucken in den
Magen gelangen lassen: Wasser, Milch t . ; eine
Tasse, einen Schluck Kaffee t.; er trank das Bier
aus der Flasche; er ißt und trinkt zuviel; ein
Glas Sekt auf jmds. Gesundheit, Wohl t.; er hat
zu kalt (eine zu kalte Flüssigkeit), sehr hastig ge
trunken; umg. ein Getränk läßt sieh t. (ein Ge
tränk schmecktgut) 1.1.2. er hat das Glas leer
getrunken (durch 1.1 .1 geleert) 1*2. unangemessen
(und regelmäßig) viel Alkohol zu sich nehmen: ihr
Mann trinkt (ist ein Trinker); aus Kummer t.
-j- (mit jmdm.)
Brüderschaft t.; einen, eins
über den / Durst t.; abwarten und / Tee t.;
jmdn. unter den / Tisch t.
Trinker, der; -s, - jmd ., der gewohnheitsmäßig und
in zu großer Menge Alkohol zu sich nimmt, Alko
holiker; da zu Trjnkerin, die; -nen
trink/Trink| -fertig fA d j.f :trinkfertiger Kaka o (be
sonders aufbereiteter und pulverisierter K akao, der,
in Milch od. Wasser aufgelöst, sofort ein Getränk er
gibt); -fest fA dj.f viel Alkohol vertragend; -gefäß,
das; -gelage, das Gelage, d as vorwiegend im über
m äßigen Trinken von Alkohol besteht; -geld, das
fvorw. Sg.f kleinere Geldsumme, die jmdm.. (zusätz
lich zum Preis) für eine Dienstleistung freiwillig
gegeben w ird; -glas, das fPl.
-gläser/; -kur, die
Kur , bei der über einen bestimmten Zeitraum regel
mäßig eine bestimmte Menge von einer Heilquelle
getrunken wird; -lied, das Lied, in dem der Alkohol
und das Trinken besungen werden; -milch, die homo
genisierte, für die menschliche Ernährung entkeimte
Milch; -röhrchen, das kleines, dünnes Rohr, meist
aus Kunststoff, bes. zum Trinken von Milch und
Mixgetränken; -Spruch, der kurze Rede bei einem
festlichen A nlaß , die mit der Aufforderung schließt,
zu Ehren von jmdm. (einen Schluck) Alkohol zu
trinken;. -wasser, das jo. Pl.f trinkbares Wasser;
-Wasseraufbereitung, die R einig ung und Desinfek
tion von natürlichen Wasservorkommen geringer
Qualität, damit sie als Trinkwasser genutzt werden
können
Trio, das; -s, -s Mus. 1. Komposition für drei Solo
instrumente — 2. die drei 1 ausführenden M usiker
—
3. Mittelteil bes. eines Menuetts, Scherzos,
1Marsches
Triode, die; -,
-n Phys. Chem. Elektronenröhre
m it drei Elektroden
Trip, der; -s, -s Ausflug, kleine, kurze Reise: einen
T. nach P unternehmen
trippeln fsw. Vb.; ist/ m it kleinen, schnellen Schrit
ten gehen: das Kind trippelte durch das Zimmer
Tripper, der: -s, - sich als Entzündung der Schleim
triefnaß —■Tripper
1167
1168
häute der den H arn ableitenden Organe und der
Geschlechtsorgane äußernde Geschlechtskrankheit
Triptik, das s. Triptyk
Triptychon,das; -s, Triptychen/Triptycha [..ty$on]
bild. K u n st dreiteiliges Bild, bes. Flügelaltar,
dessen kompositorisch und inhaltlich selbständige
Teile urder ein gemeinsames Thema gestellt sind
Triptyk, das; -s, -s [ ..ty k ] (dreiteiliger) zeitlich
begrenzter Schein für K r a ft- un d Wasserfahrzeuge,
der zur einmaligen Einreise in ein bestimmtes Land
berechtigt
trist fAdj.f 1. reizlos, unerfreulich, von lang-
weiliger Eintönigkeit: eine triste Gegend, Straße;
ein tristes Dasein; etw. t . finden; tristes (trübes,
schlechtes) Wetter — 2 . in trister (bedrückter, trüb
sinniger) Stimmung sein
Tritt, der; -(e)s, -e 1, das A ufsetzen des F ußes beim
Gehen: leise, schwere, feste T ritte; einen falschen
T. tun (sich den Fuß vertreten) — 2. fo. Pl.f 2.1.
Gangart: einen leichten, schweren, federnden T.
haben 2.2 . aus dem T. (Gleichschritt) kommen; T.
fassen (im Gleichschritt z u marschieren beginnen);
Mil. IKommandoj ohne T. (nicht im Gleichschritt)
marsch! — 3 . Fußtritt: jmdm., einem Tier einen
T. versetzen — 4 . kleines Gestell mit zwei od. drei
Stufen, das als Leiter dient: auf einen T. steigen —
5. Spur, Abdruck von 1 im Boden: seine Tritte
zeichneten sich deutlich im Schnee ab
- f jmdn. auf / Schritt und T. verfolgen, beob
achten
Tritt| -brett, das an Fahrzeugen, bes. Eisenbahn,
Straßenbahn und Autobussen, unterhalb der Türen
angebrachte Stufe zum Ein-, Aussteigen; -leiter, die
kurze Stehleiter
. Triumph, der; -(e)s, -e 1. großer Erfolg, Sieg: ein
T. der Wissenschaft, Menschlichkeit; jmd., etw.
feiert Triumphe (ist erfolgreich) — 2 . jo. Pl.f
Genugtuung, Freude, bes. über einen Erfolg, Sieg:
es war ein T. für ihn, daß ...
triumphal lAdj.; vorw. attr. u . adv.f 1. herrlich,
großartig und von großem Jubel begleitet: ein
triumphaler Erfolg, Empfang; jmdn. t . feiern —
2. triumphierend (2): eine triumphale Miene auf-
setzen
Triumph| -bogen, der A rchitekt. 1. frei stehendes,
monumentales steinernes Tor m it einem od. mehre
ren Bogen (2.1), das ursprünglich'dem siegreichen
Feldherrn zu seinem Einzug errichtet wurde — 2 .
den Chor vom Mittelschiff trennender Bogen in der
Basilika; -geschrei, das großer Jubel über den E r
folg, Sieg: in ein T. ausbrechen; ihre Gegner
werden ein T. erheben (werden lauthals ihre Genug
tuung über ihren Erfolg kundtun)
triumphieren fsw. Vb.; hat/ 1. etw., jmd. trium
phiert über etw., jmdn.: seine Vernunft trium
phierte (siegte) über sein Gefühl — 2 . über etw.,
bes. einen Erfolg, Sieg, große Genugtuung, Freude
empfinden, jubeln: er triumphierte, als er die
Aufgabe gelöst hatte; ein triumphierendes Lä
cheln
Triumph]zug, der 1. die Fußballmannschaft wurde
im T. (von einer jubelnden Menge gefeiert) durch
die Straßen geleitet — 2 . seine Musik hat im T.
die W elt erobert (wurde rasch populär)
trivial jAdf.f [..v . .] 1. im Ideengehalt platt, ab
gedroschen: triviale Bemerkungen; eine triviale
Weisheit — 2 . alltäglich und gewöhnlich: E ssen ist
Triptik — Trockenzeit
eine triviale Beschäftigung; dazu Trivialität, die;
-,
-en
trocken fAdj.f 1.1 . ohne Nässe, Feuchtigkeit:
trock(e)ne Sachen anziehen; die Wäsche, Farbe
ist schon t.; er rasiert sich t. (mit dem Trocken
rasierer); wir kamen t. nach Hause (kamen auf
dem Weg nachHause nichtin Regen);im Trocke
nen (an einem Platz, an dem man nicht vom Regen
naß wird) sitzen 1.2 . m it sehr geringem Feuchtig
keitsgehalt: trock(e)ne Luft; trock(e)ne H a ut;
trock(e)nes Haar; die Erde ist ganz t. (ausgetrock
net) 1.3 . fvon Teilen des pflanzlichen Organismus/
infolge gestörten Wasserhaushalts, ungenügender
Wasserzufuhr abgestorben und brüchig: tro ck(e)ne
Äste; trock(e)nes Laub 1.4 . mit geringem od. ohne
Niederschlag: ein trock(e)ner Sommer; das W etter
bleibt heiß und t. 1 .5 . ein trock(e)ner Husten
(Husten ohne Auswurf) 1.6 . t ., trock(e)nes Brot
(Brot ohne Aufstrich, Belag) essen — 2 . der Sekt
is t t. (herb, hat einen geringen Zuckergehalt) —
3.1 . sachlich, allzu nüchtern und dadurch etwas
langweilig: ein trock(e)ner Vortrag, Lehrstoff;
sein Unterricht ist sehr, t. 3 .2 . trock(e)nen (sich
in Sachlichkeit und Knapph eit äußernden, aber
treffenden) Humor haben; eine trock(e)ne B e
merkung machen
+ umg. auf dem trock(e)nen sitzen (in finan
zieller Verlegenheit sein); — da blieb kein / Auge
t.; keinen trockenen / Faden auf dem Leib
haben; jmd. ist noch nicht t. hinter den / Ohren;
sein Schäfchen ins trockene bringen
Trocken | -boden, der zum Trocknen von Wäsche
bestimmter Dachboden; -dock, das Dock, aus dem
nach Aufnahme des zur Reparatur bestimmten
Schiffes das Wasser herausgepumpt wird, so d aß
das Schiff im Trockenen liegt; -e i, das jo. Pl.f
durch Wasserentzug haltbar gemachtes, pulverisiertes
Ei; -eis, das fo. Pl.f Kühlmittel aus festem Kohlen
dioxid; -element, das Phys. Techn. galvanisches
Element, in dem der Elektrolyt zu einer Paste ver
dickt ist, so daß er nicht ausfließen kann; -futter,
das Futtermittel mit hohem A nteil wasserfreier,
trockener Substanzen; -gemüse, das durch Wasser
entzug haltbar gemachtes Gemüse, Dörrgemüse;
-hauhe, die meist auf einem Stativ angebrachter Fön
in Form einer Haube, unter der das gesamte H aar
gleichmäßig getrocknet wird
Trockenheit, die; -, fo. PI .; zu trocken 1 u. 3/;
zu 1.2: die T. der Erde; zu 1.4: die langanhaltende
T. hat in der Landwirtschaft zu großen Verlusten
geführt; zu 3.2: er erzählte das mit einer T., die
alle zum Lachen brachte
trocken/Trockenj -legen jVb.f 1. ein B aby t. (die
nassen Windeln entfernen, das Baby säubern und in
frische Windeln wickeln) — 2 . einen Sumpf t.
(durch Dräns od. Aufschüttung entwässern); -m ilch ,
die durch Wasserentzug haltbar gemachte, p ulv e r i
sierte Milch, Milchpulver; -periode, die Wetter
periode ohne Niederschlag; -platz, der zum Trock
nen von Wäsche bestimmter Platz im F reien;
- r a siefer, der; -s, - eine Rasur ohne Wasser und
Seife ermöglichender elektrischer R asierapp arat;
- r eihen fVb.j jmdn., sich, etw. durch Abreiben mit
einem Tuch trocknen: sich nach dem Baden (den
Bücken) t.;
-Schleuder, die Wäscheschleuder;
- zeit, die Geogr. für den Rand der Tropen und
für die Subtropen charakteristische, regelmäßig auf-
trocknen — Troß
1169
tretende Wetterperiode mit wenig od. ohne Nieder
schlag
trocknen, trocknete, hat/ist getrocknet 1. etw. t.
die Nässe, Feuchtigkeit von, aus einer Sache ent
fernen (hat): der Wind hat die Wäsche getrocknet;
die Haare mit dem Fön t.; getrocknete (gedörrte
1.1) Apfelscheiben; sich die Hände t. (abtrocknen
1.1) ; jmds. Tränen t. (wegwischen, abwischen) —
2. trocken (1.1 —*1.3) werden (ist, auch hat): durch
den Wind ist, hat die Wäsche schnell getrocknet;
den Schirm zum Trocknen aufspannen
Troddel, di e; -n kleine Quaste
Trgdel, der; -s, jo. PL/ umg. jemot.j Kram: viel
alten T. haben
trödeln jsw. Vb.; hat, ist/ umg. 1 . eine Tätigkeit
langsam und unkonzentriert verrichten, ausführen
(hat): das Kind trödelt beim Waschen — 2 . lang
sam (ziellos) gehen 2.1 . (hat) die Kinder kam en zu
spät, weil sie getrödelt haben 2.2 . /mit Richtungs-
angabej (ist): wir sind durch die Stadt getrödelt
Trödler, der; -s, - veraltend Händler, der in
einem kleinen Laden mit Trödel handelt
Trog, der; -(e)s, Tröge längliches, oben offenes B e
hältnis, das bes. beim Füttern von Tieren od. beim
Backen verwendet wird
Troll, der; -(e)s, -e bes. in der nordischen M ytho
logie auftretender Naturgeist
Trollblum e, die bes. auf feuchten Oebirgswiesen
wachsendes Hahnenfußgewächs m it kugeligen gelben
Blüten
trollen, sich jsw. Vb.; hat/ umg. sich entfernen,
sich fortbewegen: troll(e) dich!
Trgmbe, die; -n M eteor. Windhose
Trommel, die;
-n 1. Schlaginstrument, bestehend
aus einem hölzernen od. metallenen zylind rischen
Körper, über dessen Öffnungen Kalbfell gespannt ist:
die T. schlagen, rühren — 2 . zylindrischer Behälter,
auch als rotierender T eil einer Maschine od. eines
Geräts, der für die Aufnahme von etw. bestimmt ist:
die Wäsche in die T. der Waschmaschine einlegen —
3. zylindrischer Körper, um den etw. gewickelt w ird :
das Kabel auf eine T. wickeln
+ für etw. die T. rühren (für etw. sehr werben)
Trommel|fell, das 1. Membran, die das Mittelohr
gegen das äußere Ohr abschließt und beim Hör
vorgang in Schwingungen gerät — 2 . Bespannung
für Trommeln (1)
trommeln /sw. Vb.; hat/ 1. eine Trommel mit Hilfe
bes. von Trommelschlegeln ertönen lassen — 2 .1 .
auf etw. rasch hintereinander klopfend schlagen:
mit den Fingern auf den Tisch t. 2 .2 . der Kegen
trommelt (fällt prasselnd) auf das Dach, gegen die
Scheiben
Trommel| -Schlegel, der länglich geformter Gegen
stand, mit dem eine Trommel geschlagen wird;
- stock, der jPl.
- sto cke/ Trommelschlegel; -Wasch
m aschine, die Waschmaschine mit einer Trommel;
- w irb el, der schnell hintereinander erfolgende
Schläge mit den Trommelschlegeln auf die Trom m el:
ein dumpfer T.
Trommler, der; -s, - jmd., der die Trommel schlägt
Trompete, die;
-n Blechblasinstrument, bestehend
aus einem im wesentlichen zylindrischen, am Ende
trichterförmig auslaufenden Messingrohr: die T.
blasen
+ mit / Pauken und Trompeten durchfallen
trompeten, trompetete, hat trompetet 1. Laute
hervorbringen, die ähnlich wie die Töne der Trom
pete klingen: der Elefant trompetet; mit trom
petender Stimme — 2 . um g. etw. (Geheimes) laut
und öffentlich aller Welt verkünden: eine Neuig
keit in alle Welt t.
Trompeten (Signal, das a uf der Trompete geblasenes
Signal
Trompeter, der; -s, - jmd., der die Trompete bläst
Tropen, die jPl.j Geogr. Gebiet zwischen den
Wendekreisen (1): in den T. leben
Tropen| -fieber, das M alaria; -heim, der helm
artiger Hut aus Kork, der zum Schutz gegen die
heiße Sonne der Tropen dient; -klima, das jo. Pl.f
in einem engen Bereich innerhalb der Tropen herr
schendes Klima mit ständig hohen Temperaturen
und starken Niederschlägen; -krankheit, die K rank
heit, die vorwiegend in den Tropen auftritt; -pflanze,
die in den Tropen beheimatete Pflanze
Tropf, der; -(e)s, Tröpfe/-e I. jPl. Tröpfe/ v e r
a lten d einfältiger Mensch: so ein T .!; er ist ein
armer T. (bedauernswerter Mensch) — II . jP l.
-e;
vorw. Sg.f Med. Vorrichtung, bei der einem Patien
ten aus einer Flasche ständig Flüssigkeit über einen
Verbindungsschlauch vorwiegend in die Vene tropft:
jmd. hängt am T.
Tröpfcheninfektion,die Med. Infektion durch ver
streute kleinste, keimhaltige Tröpfchen beim Husten,
Niesen , Sprechen
tröpfeln /sw. Vb.; hat, ist/ 1. etw. auf etw. träufeln
(1) (hat): Arznei auf ein Stück Zucker t.
—
2*
(hat) es tröpfelt nur (65 regnet nur in vereinzelten,
kleinen Tropfen) — 3 . tropfen (1) (ist): von der
Decke tröpfelt Wasser
trppfen /sw. Vb.; ist, h at/ 1. in einzelnen Tropfen
herabfällen (ist): das Wasser tropfte von den
Bäumen — 2 . etw. tropft etw. gibt einzelne Tropfen
von sich (hat): der Wasserhahn, seine Nase tropft
—
3. (hat) es tropft nur (es tröpfelt 2)
Tropfen, der; -s, - 1 . ganz kleine Menge Flüssig
keit in Form einer Kugel od. eines Eies: ein T.
Wasser, Öl; es fallen die ersten T. (Regentropfen);
an seiner Nase hängt ein T.
—
2. /nur im Pl.f
Arznei, die tropfenweise verabreicht wird: schmerz
stillende T. einnehmen
+ e in edler, guter T. (ein gutes alkoholisches Ge
tränk); das ist nur ein T. auf den heißen Stein
(kaum, gar nicht wahrzunehmen, viel zu wenig)
tropfen|weise /Adv./ in einzelnen Tropfen: dem Ei
gelb t. Öl zusetzen
tropf/Tropf| -naß /A dj./ so naß, daß es tropft, sehr
naß: die Wäsche t. aufhängen; -stein, der 1.
/o. PI ./ Kalkspat — 2. in HöUen auftretendes, ver
schieden, meist zapfen- od. säulenartig geformtes
Gebilde, d as durch Verdunsten von tropfendem,
kalkreichem Wasser entsteht; -steinhöhle, die Höhle,
in der Tropfsteine Vorkommen
Trophäe, die; -,
-n [..fe:o, ,.fs:9] 1. Jagdtrophäe
—
2 . Siegestrophäe
tropisch /A dj.j den Tropen zugehörig, eigen: tropi
scher Urwald; tropisches Klima; O gestern war
tropische (sehr große) Hitze
Troposphäre, auch Troposphäre, die;
/o. PI ./
Geophys. die Erde bis zu einer Höhe von etwa
zehn Kilometern umgebende unterste Schicht der
Atmosphäre, in der sich das Wetter abspielt
Troß, der; Trosses, Trosse umg., oft spött. Ge
folge (1.1): er führte einen T. vo n mehreren
Leuten'mit sich; ein T. von (eine Schar, Anzahl
von) Mitarbeitern
Trosse, die;
-n Seemannsspr. sehr dickes Seil
aus■Fasern od. Stahl
Trost, der; -es, jo, Pl.j etw., das den Menschen in
seinem Leid, Kummer aufrichtet, bes. Zuspruch: etw.
ist ein großer, schwacher T .; ihr einziger T. ist das
Kind; jmdm. T. zusprechen, etw. zum T. sagen;
in etw. T. finden
4- umg. nicht ganz bei T. (nicht ganz bei Verstand,
Sinnen) sein
trösten, tröstete, hat getröstet 1.1. jmdn. mit
Trost aufrichten: jmdn. in seinem Schmerz, Kum
mer t.; tröstende Worte 1.2. sich (mit etw.) t.
sich mit etw. (durch einen E rsatz) abfinden: er
tröstete sich rasch über den Verlust; sich mit dem
Gedanken t., daß ...; zu 1.1 Tröster, der; -s, -
tröstlich /A dj.j Trost bringend, tröstend: ein tröst
licher Gedanke; etw. ist, klingt t.
trost/Trost) -los /A dj.j 1. durch nichts Trost fin
dend, verzweifelt: t. vor sich hin starren — 2 .
deprimierend (da ohne Hoffnung auf Änderung,
Besserung): das war eine trostlose Zeit;«seine Lage
wurde immer trostloser — 3 . trist (1): eine trost
lose Gegend; -preis, der kleiner Preis (II. 1) für
jmdn., der bei einem Spiel nicht gesiegt hat; -reich
/ A dj.j starken Trost spendend: trostreiche Worte
Tröstung, die;
- e n 1.1. tröstender Zuspruch 1.2 .
jnur im Pl.j R el. kath. Sterbesakramente
Trost)wort, das /PL -e/: jmdm. ein T. sagen
Trott, der; -(e)s, -e 1. gemächlicher, etwas schwer
fälliger Gang: das Pferd geht im T.
—
2. umg.
unter dem Zwang der Gewohnheit und der ständigen
Wiederholung stehende, etwas lässige A r t zu leben
und zu handeln: immer wieder in den alten T.
verfallen
Trottel, der; -s, - u m g . ungeschickter, dummer,
willensschwacher Mensch: er ist ein richtiger T.;
auch Schimpfw .; dazu trottelig fAdj.j
trotten, trottete, ist getrottet sich gemächlich,
etwas schwerfällig gehend fortbewegen: wir tr otteten
nach Hause
trotz jPräp. mit Gen., seltener mit Dat.f ohne Rück
sicht auf, ungeachtet: t. aller Aufregung; t. des
schlechten Wetters; t. dem Verbot ging er baden;
t. allem, t. alledem blieb er standhaft; jo. erkenn
bare Rektion in Verbindung mit starkem Subst. im
Sg. o. Art. u. Attr.; mit Dat., wenn der Gen. PI.
nicht erkennbar ist/ t. Regen gingen wir spazieren
Trotz, der; -es, jo. PLj 1. Starrsinn, Unnach-
giebigkeit, Widerspenstigkeit: kindlicher T.; aus T.
schweigen; jmds. T. brechen — 2 . /in den Ver
bindungen) zum T.: jmdm. zum T. (um sich jmdm.,
jmd s. Wunsch zu widersetzen, um jmdn. zu ärgern)
etw. tun, lassen; aller Gefahr, allen Warnungen
zum T. (alle Gefahr, Warnungen mißachtend)
brach er auf; jmdm., einer Sache T. bieten (trotzen
2)
trotz) 1-dem /K onj.; unterordnend; leitet einen
konzessiven Gliedsatz e in; gibt an, daß der im
Gliedsatz genannte Sachverhalt ohne Einfluß auf
den Sachverhalt des Hauptsatzes ist/- obwohl: er
kam, t. er erkältet war; t. er sich anstrengte,
schaffte er es nicht; 2-dem jAdv.j 1.1. trotz des
betreffenden Umstands: er wußte, daß es verboten
war, aber er tat es t. 1 .2 . /in konjunktionaler Ver
wendung; nebenordnend: fugt an einen Vordersatz
1170
Trosse — trübselig
einen Hauptsatz mit Inversion des Subjekts an;
gibt an, daß der im Vordersatz genannte Sachverhalt
ohne Einfluß auf den im Nachsatz ist/: es regnete
oft, t. war der Urlaub schön
trotzen jsw. Vb.; hat/ 1. starrköpfig, widerspenstig
sein: das Kind trotzt; mit jmdm. t . (mit jmdm.
böse sein) — 2 . geh. jmdm., einer Sache entgegen
treten, sich widersetzen: der Gefahr t.
Tr<?tz|haltung, die durch Trotz bestimmte Verhaltens
weise
trotzig /A dj.j widerspenstig, störrisch: ein trotziges
Kind; t. schweigen
Trotz/trotz| -köpf, der trotziger M ensch; dazu
-kÖpfig jA d j.j; -reaktion, die durch Trotz bestimmte
Reaktion
Troubadour [tr u : badu :r], auch Troubadour, Trou
badour [trubadu:r], der; -s, -s/-e Sänger und Dich
ter des 12. bis 13. Jahrhunderts im südfranzösischen
Kulturgebiet
trüb(e) jAdj.j 1.1 . nicht hell leuchtend: trübes
Licht 1.2 . ein trüber (mit düsteren und grauen
Wolken bedeckter) Himmel; ein trüber Tag (Tag
mit wolkenverhangenem Himmel); heute ist es
etwas t. (leicht bedeckt) — 2 .1 . infolge von B ei
mengungen nicht durchsichtig: ein trüber Saft; das
Wasser ist ganz t. 2 .2 . stumpf und glanzlos: trübe
Augen haben; der Spiegel hat trübe Stellen —
3.1 . traurig, trübselig: in trüber Stimmung sein
3.2 . unerfreulich und bedrückend: trübe Erfahrun
gen mit etw. gemacht haben; trübe Stunden
+ umg. im.trüben fischen (aus einer unklaren
Lage Vorteile ziehen); — eine trübe / Tasse
Trubel, der; -s, jo. Pl.j geräuschvolles Treiben (I):
in der Stadt herrscht großer T.; das ist mir zu
v iel T.; O etw. im T. (Durcheinander 1.2) des
Geschehens nicht bemerken
+ / Jubel und T.; / Jubel, T., Heiterkeit
trüben jsw. Vb.; hat/ 1. etw. trübt etw. etw.
mindert die Leuchtkraft von etw.: keine Wolke
trübte den Sonnenschein; dunkle Regenwolken
trübten den Himmel; etw. trübt sich: der Himmel
trübte sich (bewölkte sich) — 2 . etw. trübt etw.
etw. bewirkt, daß etw. nicht durchsichtig bleibt: Ab
lagerungen t. das Wasser; getrübte (stumpfe,
glanzlose) Glasscheiben; etw. trübt sich: die
Lösung hat sich stark getrübt (ist undurchsichtig,
unklar geworden); O etw. trübt jmds. Urteil
(mindert jmds. Urteilsvermögen) — 3 .1 . etw. trübt
etw. etw. beeinträchtigt, stört etw.: dieser Vorfall
trübte ihre Freundschaft; diese Tage waren durch
nichts getrübt 3.2 . etw. trübt sich etw. verschlech
tert sich: unser Einvernehmen hat sich getrübt
+ von keiner / Sachkenntnis getrübt sein; kein
Wässerchen t. können
Trübnis, die; -,
-se jvorw. Sg.j geh. das Betrübt
sein, die Betrübnis: in tiefe T. sinken
Trübsal, die; -,
-e jvorw. Sg.j [..za :l] geh. längere
Zeit anhaltende tiefe Traurigkeit, Betrübnis: in
großer T. sein
-j- umg. T. blasen (seinem Schmerz, Kummer
nachhängen und nichts Vernünftiges tun)
trüb/Trüb| -selig /A dj.j 1. düster und dadurch be
drückend: die Lampe gibt ein trübseliges Licht;
trübseliges W etter — 2 . betrüblich: eine trübselige
Geschichte; trübselige Stunden — 3 . nieder
geschlagen, betrübt: in trübseliger Stimmung sein;
t. dasitzen — 4 . ärmlich und trist: eine trübselige
Trübsinn - T -Shirt
1171
Gegend; -sinn, der jo. Pl.j tiefe Niedergeschlagen
heit, düstere Stimmung: in T . . verfallen; dazu
- sinnig jAdj.j: t. sein; vor Kummer t. werden (in
Trübsinn verfallen)
Trübung, die;
- e n jvorw. Sg.; zu trüben/; zu 2:
die Zusatzstoffe bedingen die T. der Flüssigkeit;
Med. eine T. der Augenlinse; O eine T. des B e
wußtseins; zu 3: er leidet unter der T. dieser
Freundschaft
trudeln jsw. Vb.; ist, hat/ 1.1 . etw. trudelt etw.
bewegt sich langsam rollend und sich dabei un
gleichmäßig drehend fort (ist): der B all ist ins
Wasser g etrudelt 1.2 . etw. ungleichmäßig rollend
vorwärts bewegen (hat): die Kinder trudelten Oster
eier von einem Hügel — 2. (ist, hat) Flieg erspr.
ein Flugzeug trudelt (ein Flugzeug bewegt sich beim
Absturz od. Kunstflug steil abwärts, wobei es sich
um sich selbst und um die Achse seiner Fall
richtung dreht, die außerhalb seiner Längsachse
liegt)
Trüffel, die; -,
-n 1. eßbarer Schlauchpilz mit unter
irdisch wachsendem knollenförmigem Fruchtkörper
—
2. (kugelförmige) Pralin e mit einer Füllung aus
Kaka o, Zucker, Schokolade; zu 1 trüffeln jsw. Vb.;
hat/ K ochk. etw. mit Trüffeln würzen, füllen:
getrüffelte Pastete
Trug, der; -(e)s, jo. Pl.j geh . Täuschung, Betrug:
das ist alles T.
+ etw.ist/ LugundT.
Trugjbild, das a uf Sinnestäuschung beruhende od.
nur in der Einbildung vorhandene, nicht real ex i
stierende Erscheinung: von einem T. genarrt
werden
trügen, trog, hat getrogen etw. trügt jmdn. etw.
täuscht jmdn., führt jmdn. irre: wenn mich mein
Gedächtnis nicht trügt, war er dabei; meine H off
nungen haben mich getrogen; etw. trügt: der
Schein, sein Äußeres trügt (ist trügerisch 1)
trügerisch jA dj.j 1. einen falschen Eindruck od.
eine falsche Hoffnung bei jmd m . erweckend, irre
führend: ein trügerischer W ohlstand; sich trüge
rischen Hoffnungen hingeben — 2. betrügerisch,
heuchlerisch: trügerische Versprechungen
Trug {Schluß, der auf einem Denkfehler beruhende
Folgerung
Truhe, die; -,
-n (großes) kastenförmiges Möbel
stück mit (gewölbtem) Deckel zum Aufbewahren von
Gegenständen
Trümmer, die jPl.f Bruchstücke bes. eines zer
störten Bauwerkes: die T. eines Hauses; T. be
seitigen; die Stadt liegt in Trümmern (ist völlig
zerstört)
Trümmer| -leid , das mit Trümmern bedecktes Ge
lände: nach dem Erdbeben war die Stadt ein
einziges T .; -häufen, der
Trumpf, der; -(e)s, Trümpfe 1. jo. Art., o. Pl.j
Farbe (3), die alle anderen sticht: Grün ist T.;
O umg. Elektronik, Qualität ist T. (ist von größter
Bedeutung) — 2 . Trumpfkarte: viele Trümpfe
haben; den Stich mit einem T. nehmen
-f- einen T. ausspielen (etw. Wirksames Vorbringen);
einen T., alle Trümpfe in der Hand haben (Vor
teile auf seiner Seite haben)
Trumpf] -färbe, die jo. Pl.j Trumpf (1); -karte,
die Spielkarte, die alle anderen sticht
Trunk, der; -(e)s, Trünke 1. jvorw. Sg.j geh. zum
Trink en bestimmte Menge einer Flüssigkeit: jmdm.
einen erfrischenden, stärkenden T. reichen — 2 .
jo. P l.j daß gewohnheitsmäßige übermäßige Trink en
von Alkohol: dem T. ergeben sein — 3 . im T.
im Zustand des Betrunkenseins: er hat das im T.
getan
trunken jAdj.j geh . betrunken, berauscht: er war
t. von, vom Wein; O vor, von Glück, Begeiste
rung t. sein
Trunken|bold, der; -(e)s, -e u m g . jemot. neg.j
Trinker: zum T. werden
Trunkenheit, die; -,
-e n jvorw. Sg.j Zustand des
Betrunkenseins: ihm wurde wegen T. die Fahr
erlaubnis entzogen
Trunksucht, die jo. P l.j Alkoholismus
Trupp, der; -s, -s Gruppe zusammenwirkender
Personen, die sich (zur Erledigung einer Aufgabe)
irgendwohin begibt, die irgendwo eingesetzt is t: ein
T. Soldaten; ein T. des Entstörungsdienstes; in
Trupps wandern
Truppe, die; -,
-n 1.1 . jvorw. Pl.j Einheit, Verband,
Teil der militärischen Streitkräfte, der für K a m pf
handlungen od. für die Lösung spezieller Aufgaben
vorgesehen ist: Truppen an die Front bringen;
motorisierte Truppen; eine motorisierte, die
kämpfende T.; die Kampfmoral der T., Truppen
1.2 . jo. Pl.j der Dienst bei der T. (bei den Streit
kräften, in der Armee); sich unerlaubt von der T.
entfernen — 2 . um g . zusammenarbeitende, zu
sammenwirkende Gruppe: wir waren eine gute T /1;
die T. (Gruppe von Artisten, Schauspielern) ist
schon lange zusammen
■f umg. nicht von der schnellen T. (umständlich,
langsam) sein
Truppen zu Truppe 1.11 -einheit, die: eine motori
sierte T.;
- paradc, die; -reduzierung, die Redu-
zierung der Anzahl (in einem bestimmten Gebiet
befindlicher, stationierter) militärischer Einheiten,
bes. im Rahmen der Abrüstung; -stärke, die; -teil,
der 1 .1 . jBez. für ein Regiment, ein Geschwader od.
ein selbständiges Bataillonj 1.2 . durch die spezielle
Bewaffnung und Ausrüstung von anderen unter
schiedener Teil der Streitkräfte; -transporter, der
für den Transport von Truppenteilen bestimmtes
Schiff, Flugzeug; -Übung, die taktische Übung,
gefechtsmäßige A usbildung von Tr upp en; -Übungs
platz, der für Truppenübungen vorgesehenes Ge
lände; -verband, der
Trust, der; -(e)s, -e/-s [trast] Form des kap.
Monopols, bei der mehrere kap. Unternehmen unter
Aufgabe ihrer wirtschaftlichen (und rechtlichen)
Selbständigkeit z u einem Großunternehmen mit ein
heitlicher Leitung zusammengeschlossen sind
Truthahn, der männliches Tier der Truthühner,
Puter
Truthenne, die weibliches Tier der Truthühner,
Pute (1.1)
Truthuhn, das vorwiegend zur Nutzung seines
Fleisches als H austier gehaltener kräftiger Hühner
vögel, dessen Hahn sein FederMeid bauscht und den
Schwanz fächerartig ausbreitet
tschilpen jsw. Vb.; hat/: der Sperling tschilpt (gibt
kurze, helle Laute von sich)
tschüs, tschüs landsch. umg. auf Wiederse
hen!
Tsetsefliege, die die Schlafkrankheit übertragende
afrikanische Stechfliege
T-Shirt, das; -s, -s [ti:jc e:t, . .Joert] Kleidungsstück
7 5 Wörterbuch
1172
Tuba — tun
der Oberbekleidung aus Trikot mit meist kurzen
Ärmeln
Tuba, die; -, Tuben sehr dunkel tönendes Blech
blasinstrument m it weitem, oval gewundenem Bohr,
drei bis sechs Ventilen und nach oben gerichtetem
Trichter
Tube, die; -,
-n 1 .1 . kleiner hülsen-, röhrenförmiger
Behälter aus weichem Metall od. Kunststoff mit
Schraubverschluß für dickflüssige Stoffe: eine leere
T. 1 .2 . eine T. (in 1.1 fabrikmäßig abgepackte
Menge) Zahnpasta, Klebstoff
-J- s a l o p p auf die T. drücken (sich anstrengen,
beeilen; Gas geben)
Tuberkelbakterie, die Erreger der Tuberkulose
tuberkulös fA dj.; nicht adv./ 1.1. an Tuberkulose
erkrankt: t. sein 1.2 . durch Tuberkulose hervor
gerufen : eine tuberkulöse Erkrankung
Tuberkulose, die; -,
-n / / auch Tb, Tbk, Tbc/
durch Tuberkelbakterien hervorgerufene I nfektions
krankheit, die alle Organe und Systeme, bes. die
Lunge befallen kann
Tuch, das; -(e)s, -e/Tüeher 1. /PL
- e/ dichtes,
glattes Gewebe aus Streichgarn: englische Tuche; ein
Frack aus, von T.
—
2. fPL Tücherf (gesäumtes)
Stück Stoff, Gewebe von verschiedener Größe und
Form, das jeweils einem bestimmten Zweck dient:
ein T. um den Kopf, Hals binden; sich ein feuchtes
T. (zum Kühlen) auf die Stirn legen; den Tisch
mit einem T. abwischen; die Hände an einem T.
abtrocknen; die Sportler schwenkten bunte Tücher
- f umg. jmd., etw. ist ein rotes T. für jmdn.
(jmd., etw. reizt jmdn. zum Zorn)
Tuchfühlung + T. (mit jmdm.) haben, halten
(zu jmdm. einen so engen Abstand haben, hatten,
daß man ihn leicht berührt); auf T. gehen (eng
aneinanderrücken)
tüchtig fA dj./ 1* fnicht adv.f viel könnend und
leistend, fähig: ein tüchtiger Facharbeiter; jmd.
ist sehr t. in seinem Beruf; er ist der Tüchtigste
von ihnen — 2 . /nur attr./ umg. gut (4): eine
tüchtige Leistung — 8 . /nicht präd.j umg. be
trächtlich: ein tüchtiges Stück Arbeit; t. (ange
strengt, fleißig, viel) arbeiten; etw. t . (kräftig 1.2)
schütteln; sich t. (sehr) anstrengen; er h at t. (viel)
gegessen und getrunken; zu 1 u. 2 Tüchtigkeit,
die; jo. Pl.f
Tücke, die; -,
-n 1. jo. Pl.j Hinterhältigkeit und
Bosheit: er ist, steckt voll T.
—
2. hinterhältige,
boshafte Handlung: er ist zu jeder T. fähig —
8. / nur im Pl.j die Tücken (unberechenbaren Ge
fahren) dieses Sees
+ die T. des Objekts (unvermutet auftretende
Schwierigkeit bei einer praktischen Tätigkeit); u m g .
etw. hat seine Tücken etw. hat oft unvermutet
auftretende Mängel: der Motor h at seine Tücken;
—
mit / List und T.
tuckern jsw. Vb.; hat, ist/ 1. (hat) der Motor, Trak
tor tuckert (bringt regelmäßige, kurze, klopfende
Geräusche hervor) — 2 . sich unter regelmäßigen,
kurzen, klopfenden Geräuschen vorwärtsbewegen (is t ):
die Fähre ist über den Fluß getuckert
tückisch \A dj.j 1. hinterhältig, boshaft: ein tücki
scher Mensch; er ist t.
—
2. unberechenbare Ge
fahren in sich bergend: eine tückische Krankheit;
der Sumpf ist t.
Tuff, der; -s, -e/-s 1.1 . /PL
- ej Sediment aus ver
festigten, bei vulkanischen Ausbrüchen ausgeworfenen
Stoffen — 2 . Kalkstein, der sich aus kalkhaltigem
Sieker- und Quellwasser dbsetzt — II . /PL
-s/ zu
einem Büschel zusammengefaßte Menge Blumen:
Bosen in Tuffs anpflanzen
tüfteln jsw. Vb.; hat/ umg. 1. eine komplizierte
Aufgabe mit zäher Ausdauer zu lösen versuchen: er
tüftelt gern — 2 . bis ins kleinste über etw. grübeln:
er tüftelte lange über diesen Entwürfen; dazu
Tüftelei, die; -,
-en
Tugend, die; -,
- e n 1 . sittlich wertvolle Eigenschaft:
die T. der Geduld besitzen; er hat seine Tugenden
und seine Fehler — 2 . jo. P l.j vorbildliche sittliche
Haltung: nach T. streben
-J- aus der / Not eine T. machen
tugendhaft jAdj.f v era ltend von Tugend(en)
geprägt: ein tugendhafter Mensch, Lebenswandel
Tüll, der; -s, -e feines, durchscheinendes, netzartiges
Gewebe
Tülle, die; -,
-n landsch., bes. ostmdt. an Kan
nen, Krügen angebrachter Teil, durch den der Inhalt
ausgegossen w ird : die T. der Kaffeekanne
Tulpe, die; -, -n 1 . zu den Liliengewächsen gehörende,
in Gärten wachsende Zierpflanze m it einer Zwiebel
u nd aufrechter, endständiger, kelchförmiger Blüte —
2. Bierglas mit Stiel
Tumba, die; -,
-s m it den Händen zu schlagende, ton
nenartige Trommel, die in der modernen Tanz- und
Unterhaltungsmusik verwendet wird
tummeln, sich jsw. Vb.; hat/ 1. sich fröhlich und
lebhaft irgendwo bewegen, vergnügen: die Kinder
tummelten sich auf der Wiese, im Wasser —• 2.
landsch. sich beeilen: nun tummelt euch mal!
Tumor, der; -s, Tumoren, auch Tumor, der; -s, -e
Geschwulst: ein gutartiger, bösartiger T.
Tümpel, der; -s , - 1 .1 . kleines, stehendes, oft mo
rastiges Gewässer 1 .2 . Wasserlache: das W asser
stand in Tümpeln auf der Straße
Tumult, der; -(e)s, -e 1. jo. P l.j Trubel, Getümmel:
im T. der Großstadt — 2* öffentliche, lärmende,
gegen bestimmte Personen od. Zustände gerichtete er
regte Auseinandersetzung: nach den Ausführungen
des Kedners brach im Saal ein T. aus; es kam zu
Tumulten
tumult|artig jAdj.; zu Tumult/; zu 2: eine tumult
artige Szene
tun, tat, hat getan 1. etw. t . /bezeichnet im all
gemeinsten Sinne menschliche Tätigkeit, mensch
liches Wirken, Sichbetätigenj: er wußte nicht, was
er t. sollte; das wird er niemals wieder t .; das habe
ich gern, aus Überzeugung, eigenem Antrieb, zum
Vergnügen getan; wenn er es unbedingt will, so
soll er es t.; sein Möglichstes, Bestes t.; viel Gu
tes t.; kann ich etwas für Sie t. (kann ich Ihnen
helfen)*!; dagegen muß man etwas t. (unternehmen
2); er tut viel für seine Familie, seine Gesundheit;
was hat er denn getan (angestellt 5.2)? — 2 . eine
bestimmte Arbeit, Tätigkeit leisten: ich habe heute
noch (viel) zu t.; er muß noch etwas t.; viel zu t.
haben — 8. jmdm. etw. t. 3.1. jmdm. etw. antun,
Böses zufügen: keine Angst, ich tue dir nichts;
jmdm. ein Unrecht, etwas / zuleide t.; der Hund
tut dir nichts (beißt nicht) 3.2 . jmdm. etw. Angeneh
mes zuteil toerden lassen: jmdm. Gutes t.; jmdm.
einen Gefallen t. (gefällig sein) — 4 . umg. etw. an
eine bestimmte Stelle bringen, setzen, stellen, legen:
wohin hast du die Schere getan?; den Abfall in
den Mülleimer t.
—
5. jmd. tut freundlich jmd.
Tünche — turbulent
1173
zeigt sich freundlich, gibt sich den Anschein, a ls ob
er freundlich wäre: er tut immer sehr verständnis
voll; er tat (so), als wüßte er von alledem nichts;
er ist dir nicht böse, er tut nur so (verstellt sich nur)
—
G. fin Verbindung mit Subst. od. adv. Bestim
mung zur Umschreibung eines Verbalbegriffsf: eine
Äußerung t. (etw. äußern 1.1); jmdm., einer.Sache
Genüge t. (genügen); etw. t u t seine Wirkung (etw.
wirkt 1.3); jmdm. tut etw., jmd. leid (jmd. be
dauert ehe., jmdn.); etw. tut jmdm. weh (etw.
schmerzt jmdn.)
—
7. umg. fbetonter Inf. am .Satz
anfang -f t. im Präs. od. Prät. - f Subj.; hebt die im
Inf. ausgedrückte Tätigkeit hervor/ kochen tat sie
nie (sie kochte n ie); kaufen tu ich es selbst
4- nicht dergleichen t. (tun, als ob es einen nichts
angeht, nicht reagieren); mit jmdm., etw. nichts zu
t. haben wollen (in keiner Beziehung zu jmdm., etw.
stehen wollen); etw. h at (etw.) mit etw. zu t. (etw.
hängt mit etw. zusammen); jmdm. ist es um etw.,
jmdn. zu t. (jmdm. ist an etw., jmdm. gelegen); etw.
von selbst (aus eigenem Antrieb) tun; umg. es mit
jmdm. zu t. kriegen, bekommen (mit jmd m .
Schwierigkeiten bekommen); es mit etw. zu t.
haben (an bestimmten Beschwerden leiden); was
tut’s (was schadet das)?; etw. tut’s auch (etw. ge
nügt auch); damit ist es nicht getan (das genügt
noch nicht); es tut sich etw., nichts (es wird etw.,
nichts unternommen); jmds. Tun und Treiben (alles,
was jmd. tut, wie sich jmd. verhält); — das ist
/ leichter gesagt als g eta n; ich wüßte nicht, was
ich / lieber täte; das tut nichts zur / Sache;
jmdm. / unrecht t.
Tünche, die;
-n dünnflüssige, weiße od. getönte
Kalkmilch, Leimfarbe zum Anstreichen, bes. von
Mauerwerk; O etw. ist nur T. (äußerer Schein, der
etw. verdecken soll, etw., das etw. vortäuscht)
tünchen jsw. Vb.; hat/ etw., bes. Mauerwerk, mit
Tünche bestreichen: die Wände t.; eine frisch ge
tünchte Decke
Tundra, die; -, Tundren m it Moosen, Flechten,
kleinen Beerensträuchern bewachsene baumlose S te p
pe nördlich der polaren Baumgrenze, deren dauernd
gefrorener Boden nur im Sommer oberflächlich auftaut
Tunichtgut, der; -/ -(e)s, -e v era lten d (junger)
Mensch, der oft Unfug treibt, Nichtsnutz
Tunika, die; Tuniken 1. über dem Rock(teil) eines
Damenkleid es in der Taille angenähter zweiter,
kürzerer Rock — 2 . langes Gewand aus weißer Wolle,
das im alten Rom von Männern und Frauen meist
unter der Toga getragen wurde
Tunke, die; -n Soße: die T. abschmecken
tunken jsw. Vb.; hat/1and sch. etw. in eine Flüssig
keit tauchen: Brot in die Suppe t.
tunlich /Adj.f I. /adv.; vorw. im Superl.j nach Mög
lichkeit: etw. tunlichst (möglichst 1.2) vermeiden,
bleibenlassen — II, veraltend etw. ist t. (etw. ist
ratsam, zweckmäßig); fin der Verbindung/ es für t.
(zweckmäßig, ratsam) halten, etw. zu tun, zu lassen
Tunnel, der; -s, -/ -s unterirdisch angelegter Verkehrs
weg: ein en T. durch einen Berg bohren; ein T. für
die Eisenbahn, Fußgänger
Tüpfel, der; -s, - / / auch Tüpfelchen/ kleiner
Tupfen, kleiner P u nk t: einen T. Farbe auftragen
Tüpfelchen, das / / auch Tüpfel/
4- das T. auf dem i (die Krönung, Vollendung einer
Sache)
tupfen jsw. Vb.; hat/ etw., bes. eine Flüssigkeit,
durch leichte, mehrmalige Berührung a uf eine be
stimmte Stelle bringen od. von einer bestimmten
Stelle entfernen: sich mit einem Taschentuch den
Schweiß von der Stirn t.
Tupfen, der; -s, - (kleiner runder) Fleck (1.1 .2): ein
Kleid mit blauen T.
Tupfer, der; -s, - 1. Wattebausch: eine Wunde mit
einem T. reinigen — 2, umg. Tupfen
Tür, die; -,
- e n 1.1. an einer meist rechteckigen Öff
nung in einer vertikalen Fläche (bes. am Eingang von
Gebäuden, Räumen, Grundstücken, an Fahrzeugen,
an Schränken) beweglich angebrachtes flächiges
Bauteil zum Verschließen dieser Öffnung: die Tür
ist, steht offen, ist verschlossen, angelehnt; plötz
lich ging die T. auf; ich hörte, daß eine T. ging;
die T. zum Balkon, am Hauseingang ist verglast,
zweiflügelig; die T. knarrt, klemmt; die T. öff
nen, schließen, aushängen; an die, der T. klopfen;
das Auto, der Schrank hat vier Türen 1.2, Eingang,
Ausgang, Öffnung mit 1.1: einen Gast zur T., bis
an die T. begleiten; vor, unter die T. treten; der
Schrank geht nicht durch die T .; ich habe mich in
der T. geirrt; diese T. geht auf den Hof
4- mit jmdm. T. an T. wohnen (unmittelbar neben
jmdm. wohnen); von T. zu T. (Wohnung zu Woh
nung, Haus zu Haus) gehen ;fzwischen T. und Angel
(im Vorbeigehen, in aller Eile); einer Sache T. und
Tor öffnen (einer schlechten Sache alle Hindernisse,
Beschränkungen a u s dem Weg räumen, etw. Schlech
tes fördern); etw. steht vor der T. (steht unmittelbar
bevor); jmdm. stehen alle Türen offen, jmd. findet
überall offene Türen (jmd. wird in jeder Hinsicht
gefördert, jmd. hat alle Möglichkeiten vorwärts
zukommen); hinter verschlossenen Türen (geheim
1.1) verhandeln; vor verschlossener T. stehen (nie
manden antreffen); jmdm. die T. weisen (jmdn.
scharf auffordern zu gehen); u m g . offene Türen
einrennen (für allgemein bekannte Wahrheiten ein-
treten); mit der T. ins Haus fallen (sein Anliegen
ohne Umschweife vortragen); jmdm. die T. ein
rennen (jmdn. ständig mit dem gleichen Anliegen
aufsuchen); s a l o p p du kriegst die T. nicht ?u (das
ist toll; das ist ärgerlich)!; — jmdm. den / Stuhl
vor die T. setzen; / Tag der offenen T.
Tür|angel, die Angel (II)
Turban,der; -s, -e [..b a(:)n] von Mohammedanern
und Hindus getragene Kopfbedeckung, die aus
einem langen, in bestimmter Weise um den K opf
geschlungenen Sto ffstreifen besteht
Turbine, die;
-n Kraftmaschine, die die Energie
von strömendem Dampf, Gas, Wasser unmittelbar
in mechanische Energie in Form drehender Bewegung
umsetzt
Turbinen| -antrieb, der A ntrieb durch eine Turbine;
-triebwerk, das Triebwerk für Flugzeuge mit T ur
binenantrieb
turboelektrisch /Adj./ T e ch n .: ein turboelektri
scher Antrieb (Antrieb durch Elektromotoren, die
von Turbogeneratoren gespeist werden)
Turbogenerator, der T echn . von einer (Dampftur
bine angetriebener Generator
turbulent /A d j./ 1 . lebhaft und laut durcheinander
gehend : ein turbulentes Treiben; in der Sitzung ging
es t. zu; das war eine turbulente (sehr unruhige)
Zeit — 2 . P hys . eine turbulente Strömung (un
geordnete Strömung in einem flüssigen od. gas
förmigen Medium)
75*
1174
Turbulenz — tut
Turbulenz, die; -en 1. /o. PI . ; zu turbulent 1/: die
T. der Faschingszeit — 2. Phys. /zu turbulent 2/:
die T. des Wassers
Tür|drücker, der Drücker (1, 2)
Turf, der; -s, jo. PI./ Sport 1* Bahn für Pferde
rennen: ein international bekannter T. — 2 . Pfer
derennsport: er ist Anhänger des Turfs
Tür| -Hügel, der Tür hes. an und in Gebäuden, eine
der beiden Türen einer Flügeltür; -füllung, die Teil,
das den Rahmen eines Türflügels a mfüllt: eine T.
aus Glas
Türkenbund, der /o. PI ./ Liliengewächs mit purp u r
farbigen, dunkelgefleckten Blüten , deren Blüten
blätter zurückgerollt sind
türkis findtkl. A d j./ von einer Farbe zwischen Grün
und Blau
Türkis, der; -es , -e Edelstein von himmelblauer bis
blaugrüner Farbe
türkisch [Adj./: türkischer Honig (zähe, klebrige
Süßware aus Honig, Eischnee, Mandeln und Nüssen) ;
türkischer Kaffee (sehr starker und gesüßter Kaffee,
der durch mehrmaliges Aufkochen feingemahlener
Kaffeebohnen zubereitet wird); Kaffee t. (in der
Tasse aufgebrühter K affee)
Türjklinke, die hebelartiger Griff zum Öffnen und
Schließen einer Tür, bes. an und in Gebäuden
Turm, der; -(e)s, Türme 1. a uf relativ kleiner
Grundfläche errichtetes hohes, andere Gebäude über
ragendes Bauwerk, das einen Teil bestimmter Ge
bäude darstellt od. frei steht: ein runder, eckiger,
spitzer T.; der T. des Rathauses, der Kirche; die
Türme einer Stadt; einen T. besteigen — 2 . Sprung
turm — 3. Figur (in der Form von 1) im Schachspiel,
m it der nur senkrecht od. waagerecht gezogen u nd ge
schlagen werden kann
Turmalin, der; -s , -e roter, schwarzer od. farbloser
Edelstein
türmen /sw. Vb.; hat, i s t /1. (hat) 1.1. etw. türmt
sich etw. liegt in hohen Haufen, Stapeln auf- und
übereinander: auf seinem Schreibtisch t. sich die
Bücher 1.2. etw. irgendwo (hin) t. etw. zu hohen
Stapeln häufen: er mußte die Bücher auf dem Fuß
boden, auf den Boden t.
—
H. salopp flüchten
(1.1) (ist): drei der Täter konnten t.
Turm/turm| -falk e, der kleinerer Falke mit spitzen
Flügeln und schmalem, bis zum Ende gleich breitem
Schwanz, der auf der Stelle flatternd die Beute aus
macht und in Bäumen, Türmen und altem Gemäuer
nistet; -hoch /Adj.; emot./ sehr hoch: etw. t . be
laden; O jmdm. t . (sehr weit) überlegen sein;
-springen, das; -s, /o. Pl.f sportliche Disziplin, bei
der kunstvolle Sprünge von der fünf od. zehn Meter
hohen Plattform des Sprungturmes ins Wasser aus
geführt werden; -uhr, die an einem Turm angebrachte
große Uhr
turnen jsw. Vb. ; hat, ist/ 1. kunstvolle Übungen (an
Turngeräten, auf der M atte) ausführen (hat): am
Reck, Barren t .; wir t. heute in der Halle — 2.
u m g . 2 .1 . gewandt über, auf etw. klettern (ist): die
Kinder turnten über Tische und Bänke, auf den
Baum 2.2 . sich in der A rt von 2.1 irgendwo bewegen
(hat): die Blinder turnten im Baum, am Geländer
Turnen, das; -s, jo. Pl.f 1. Geräteturnen und Gym
nastik: Meisterschaften im T. — 2 . umg. Sport als
Unterrichtsfach in der Schule: er ist vom T. befreit
Turner,der; -s, - jmd., der die SportartenGeräteturnen
und Gymnastik ausübt; dazu Turnerin, die; -,
-nen
turnerisch /Adj.; nur attr.; zu turnen 1/: turnerische
Übungen, Leistungen
Turn| -gerät, das fest stehendes Gerät zum Turnen;
- halle, die (zu einer Schule gehörende) Halle mit
Einrichtungen und Geräten für sportliche Übungen;
- hemd, das ärmelloses, ausgeschnittenes Sporthemd
(1.1); -hose, die kurze, leichte Hose, die beim Turnen
getragen wird
Turnier, das; -s, -e 1. sportliche Veranstaltung, auf
der in einer Sportdisziplin, Sportart aus einer großen
Teilnehmerzahl i n m eist mehreren einzelnen W ett
kämpfen der Sieger ermittelt wird — 2 . ritterliches
Kampfspiel im Mittelälter, in dem mit (stumpfen)
Waffen zu Pferd nach festen Regeln die K am pf
tüchtigkeit erprobt wurde
Turn] schuh, der absatzloser, flexibler Schuh aus
Stoff od. Leder, der beim Turnen, Sport getragen wird
Turnus, der; -,
- s e festgelegte, regelmäßig sich wie
derholende Reihenfolge: der Vorsitz wechselte im
T. unter den Mitgliedern; sein Tagesablauf lief in
einem festen T. ab
turaus|mäßig /Adj.; nicht präd.j in einem be
stimmten Turnus (stattfindend): etw. findet t. statt
Turn|zeug, das u m g . Turnhemd, -hose und -schuhe
für den Sportunterricht in der Schule
Tür| -Öffner, der (von der Wohnung aus zu be
dienende) elektrische Vorrichtung, die jmd m . das
Öffnen der H austür von draußen ermöglicht;
- rahmen, der i n die Öffnung der Wa nd eingesetzter
Rahmen, an dem die Tür beweglich angebracht ist;
-Schild, das an der Wohnungs-, Haustür angebrach
tes Schild mit dem Namen des Bewohners; -schloß,
das Schloß einer Tür; -schwelle, die; -Spalt, der
Spalt zwischen der ein wenig geöffneten Tür und
dem vertikalen T eil des Türrahmens
Turteltaube, die im Wald lebende, kleine, schlanke,
klangvoll gurrende Taube mit rötlich-braunem Ge
fied er
Tusch, der; -es, -e/-s kräftig intonierter Akkord einer
Kap elle als (Begleitung zu einem) Hochruf od. a ls
Signal zu besonderer Aufmerksamkeit: die Kapelle
spielte, blies einen T.
Tusche, die;
- n /vorw. Sg.j 1.1. schwarze, weiße
od. farbige, deckende od. lasierende flüssige Lösung
zum Schreiben, Zeichnen: eine technische Zeich
nung mit T. anfertigen 1.2. /o. Pl.f chinesische T.
(zu Stücken geformter Ruß mit Bindemitteln, der mit
Wasser angerieben wird, so daß eine schwarze
Flüssigk eit entsteht, die zum künstlerischen Zeichnen
verwendet wird) — 2 . aus Wachsen, Fett, Öl und
Farbstoff bestehende feste Schminke für Wimpern,
Augenbrauen — 3. landsch. Wasserfarbe
tuscheln /sw. Vb.; hat/ (heimlich) miteinander
flüstern: mit jmdm. (über etw., jmdn.) t.; es wurde
getuschelt (es gab das Gerücht), daß ...; etw.t.:
jmdm. etw. ins Ohr t. (leise ins Ohr sagen)
tuschen /sw. Vb.; hat/ 1.1. etw. m it Tusche (1) zeich
nen: eine Landschaft t. 1.2. landsch. etw. mit
Wasserfarben malen — 2 . die Wimpern, A ugen
brauen t. (mit Tusche schminken)
Tusch| -färbe, die l a n d s ch . Wasserfarbe; -kästen,
der /PL -kästen / land sch . Kästchen mit Wasser
farben; -patrone, die Patrone für Tusche (1.1);
- Zeichnung, die 1.1. m it Tusche (1) ausgeführte Zeich
nung 1.2 . landsch. mit Wasserfarben gemaltes Bild
tut jlautnachähmend für den langgezogenen, lauten,
meist dumpfen Ton bes. eines Horns, einer H upe/
1175
Tute, die;
-n
u m g . trichterförmiger Gegenstand,
m it dem durch Hineinblasen ein langgezogener,
lauter (dumpfer) Ton erzeugt werden k a n n : das
Kind hatte eine T.
Tüte, die; -,
- n 1.1 . trichter-, zylinderförmiger od.
rechteckiger Behälter, bes. aus festem Papier, in den
bestimmte Waren hineingetan werden: eine spitze T .;
in Tüten abgepackter Zucker 1.2 . eine T. (in 1.1 ab-
gepackte Menge) Bonbons — 2 .salopp Schimpf w.
/zu einem dummen, ungeschickten Menschen ge
sagt/ : das kannst du wieder nicht, du T .!
- f salopp etw. kommt nicht in die T. (nicht in
Frage) ; angeben wie eine T. Mücken (sehr angeben)
tuten, tutete, hat getutet 1.1. ein Signalhorn lang
gezogen laut (und dumpf) ertönen lassen: der Damp
fer, die Lokomotive tutet; das Tuten (Hupen) der
Autos 1.2 . das Nebelhorn, die Sirene eines Werkes
tutet (ertönt langgezogen, laut und dumpf) —
2. durch Hineinblasen in eine Tute einen langge
zogenen, lauten (dumpfen) Ton erzeugen: auf einer
Spielzeugtrompete t.
+ salopp von Tuten und Blasen keine Ahnung
hab en (überhaupt nichts von einer Sache verstehen) ;
—
mit jmdm. in das gleiche, dasselbe / Horn t.
Tutti, das; -/ -s, -/ -s Mus. gleichzeitiges Erklingen
aller Instrumente eines Sinfonieorchesters: das Or
chester setzte mit einem T. ein
Tuttifrutti, das; -/ -s, -/ -s Süßspeise mit mehreren
Obstsorten
Tweed, der; -s, jo. Pl.j [tvi:t] dicker, aus groben
Streichgarnen locker gewebter, melierter od. klein
gemusterter W ollstoff: ein Mantel, eine H ose aus T.
Twen, der; -/ -s, -s junger Mensch zwischen 20 und
29 Jahren: Mode für Teenager und Twens
Twinset, der, das; -/ -s, -s [ ..set] Kombination aus
(kurzärmeligem) Pullover und Strickjacke aus glei
chem M aterial und von gleicher Farbe
Twist, der; -es/-s, -ej-s I. / -es, -e/ lose gedrehtes,
aus mehreren Fäden bestehendes Baumwoll- od.
Mischgarn, bes. zum Stopfen — II . /-s, -s/ Gesell
schaftstanz im Viervierteltakt, bei dem die Partner
getrennt tanzen
twisten, twistete, hat getwistet Twist tanzen
Typ, der; -s, -en [ty:p] 1.1 . durch bestimmte (we
sentliche) Eigenschaften, M erkm ale, die einer
Gruppe von Individuen, Einzeldingen im Unter
schied zu anderen Gruppen eigentümlich sind, ge
kennzeichnete, bestimmte A rt, Erscheinungsform
eines Individuums, Einzeldinges: der T. dieser
Viren; die Typen der landwirtschaftlichen Pro
duktionsgenossenschaft; er ist ein dunkler, athle
tischer T.; sie paßt ihre Kleidung ihrem T. an
1.2 . Prototyp (1): er war der T. eines Wissenschaft
lers, ist für mich der T. des Spießers 1.3 . bestimmte
Art eines in Serie gefertigten (technischen) Erzeug
nisses, die sich von anderen Erzeugnissen derselben
Funktion unterscheidet, Modell (3): zehn Autos des
selben, verschiedenen Typs, verschiedener Typen;
einen neuen T. entwickeln
- f umg. er, sie ist mein T. (er, sie gehört zu den
Männern, Frauen, die mich auf Grund bestimmter
Eigenschaften, m eist ihres Ä ußeren wegen, besonders
anziehen); umg. scherzh. dein T. wird verlangt
(du wirst verlangt)!
Type, die; -n [ty :po] I. meist aus Metall bestehen
der rechteckiger Körper mit einem erhabenen, spiegel-
verkehrten Bild eines Schriftzeichens zum Abdruck
auf Papier: aus Blei gegossene Typen; die Typen
der Schreibmaschine reinigen — I I . u m g . durch
seine besondere, komische A rt auffallender Mensch:
er ist eine ulkige T. — HI. österr. Typ (1.3):das
Auto ist eine alte T.
—
IV. fachspr. bestimmte
Klassifizierung eines gemahlenen Weizen-, Roggen
produktes nach dem Grad seiner Ausmahlung: Mehl
T. 405
Typen| -hau, der /PI. -ten/ B auw . ein nach einem
Typenprojekt errichtetes Gebäude; -möbel, die /PL/
typisierte Möbel; -projekt, das B a u w . standardi
siertes Projekt für die Serienproduktion gleicher Ge
bäude mit gleicher Funktion; -satz, der Satz von
Typenmöbeln
Typhus, der; jo. PI ./ [ty : ..] schwere fieberhafte,
infektiöse Erkrankung des Lymphgefäßsystems im
Dünndarm
typisch /Adj./ [ty:..] 1.1 . /zu Typ 1.1/: die Krank
heit nahm den typischen Verlauf; das ist ein
typisches Merkmal dafür, scheint t. für ihn zu sein
1.2 . /nicht adv.; zu Typ 1.2/: er ist der typische
Berliner; dieser Stil ist t. für das 18. Jahrhundert
—
2. Ä s t h e t i k /von literarisch, künstlerisch Ge
staltetem/ mit individuellen Wesenszügen und Eigen
schaften, die zugleich historisch und sozial bestimmte,
überindividuelle für Gruppen repräsentative Wesens
züge und Eigenschaften sind
typisieren /sw. Vb.; hat/ [ty..] 1. etw. t. die Art von
(technischen) Erzeugnissen zum Zweck der Ver
einfachung, V erbilligung und Verbesserung fest
legen und vereinheitlichen: typisierte Möbel, B a u
elemente — 2. etw. t . den Typ (1.1) von etw. fest
stellen: einen neuen Virus t.
Typisierung, die; -en [ty ..] 1. Typung — 2 . die T.
(das Typisieren 2) von Geweben — 3. Ä sthetik
künstlerisches Verfahren, da s a uf die Gestaltung von
Typischem zielt
Typograph, der; -en, -en [ty..] jmd., der beruflich
ein Druckerzeugnis, bes. dessen Satzbild gestaltet
Typographie, die; -, fo. Pl.f [ty ..] Gestaltung eines
Druckerzeugnisses, bes. seines Satzbildes: die T.
dieser Zeitung wurde verbessert; dazu typogra
phisch /A dj.f: eine t. gut gestaltete Zeitschrift
Typologie, die; -n [ty.., PI. ..i:on] Lehre von den
Typen (1.1), systematische Einteilung, Gliederung
nach Typen (1.1); dazu typolQgisch /Adj./
Typung, die; -,
-en [ty:..] fachspr. Teilgebiet der
Standardisierung, das sich mit dem Typisieren (1)
befaßt: die T. von Bauelementen
Typus, der;
Typen [ty:..] veraltend, noch
fachspr. Typ (1.1, 1.2)
Tyrann, der; -en, -en [ty ..] 1. unumschränkt Gewalt
und Zwang ausübender Herrscher — 2 . herrsch
süchtig, rücksichtslos und diktatorisch anderen seinen
Willen aufzwingender Mensch: er ist der T. der
Familie
Tyrannei, die; -,
-e n [ty..] 1. Willkür- und Gewalt
herrschaft : die faschistische T. — 2 . /o. Pl.j herrsch
süchtiges, rücksichtsloses und diktatorisches Ver
halten eines Menschen, der anderen seinen Willen
aufzwingt und sie dadurch quält: die Art und Weise,
in der der Großvater über die Familie bestimmte,
wurde als T. empfunden
tyrannisch /Adj.f [ty..] 1. /zu Tyrann 2/: ein ty
rannischer Ehemann — 2 . fzu Tyrann 1/: eine
tyrannische (von einem Tyrannen ausgeübte) Dik
tatur
Tute — tyrannisch
1176
tyrannisieren— über
tyrannisieren jsw. Vb.; h a t/[ty ..] jmdn. t . jmdm. Willen aufzwingen und ihn dadurch quälen: er
herrsch süchtig, rücksichtslos und diktatorisch seinen tyrannisierte seine ganze Umgebung
ii,U,das; -,
- /umg. -s der Laut U; einundzwanzig
ster Buchstabe des Alphabets: ein kleines, großes U
-J- jmdm. ein j* X für ein U vormachen
U-Bahn, die [u:..] fKurzw. für Untergrundbahn/
s. Untergrundbahn
übel /A dj./ 1 . unangenehm auf die Sinnesorgane
wirkend, widerlich: ein übler Geruch, Geschmack —
2. jmdm. ist ü. jmd. fühlt sich so, als müßte er sich
ubergeben: v on diesem Geruch, bei dem Anblick
war, wurde ihm ganz ü. — 3 .1 . moralisch, charak
terlich schlecht: ein übler Bursche; in üble Gesell
schaft geraten 3.2 . gemein und boshaft: jmdn. auf
üble, in der übelsten Weise beschimpfen; man hat
ihm bei dieser Sache ü. mitgespielt — 4 . sehr un
angenehm und unerfreulich: in einer üblen Lage
sein; derJjGedanke ist nicht ü. (ist ganz gut); etw.
ü. vermerken (etw. übelnehmen)
+ wohl oder ü. (ob man will oder nicht)
Übel, d a s; -s, - 1 . sehr unangenehmer, unerfreulicher
Zustand: Wurzel des, alles, allen Übels ist, daß ...;
ein Ü. beseitigen — 2 . Krankheit, Leiden: sein altes
Ü., das Rheuma, plagt ihn wieder
- f etw. ist vom, von Ü. (führt zu nichts Gutem); das
kleinere Ü. (das weniger Unerfreuliche von zwei un
angenehmen Dingen) wählen; das U. mit der W urzel
(vollständig) ausrotten; das Ü. an der Wurzel
packen (von Grund auf beseitigen); umg. etw.,
jmdn. als notwendiges U. betrachten (mit in Kauf
nehmen)
übel|gelaunt lA d j.f in schlechter Stimmung
Übelkeit, die;
- e n fvorw. Sg.j mit Brechreiz ver
bundenes körperliches Unwohlsein: von einer plötz
lichen Ü. befallen werden
übel/Übel| -nehmen /V b./ (jmdm.) etw. ü. wegen
jmds. Verhalten, Äußerung beleidigt sein und es ihn
fühlen lassen: er hat (ihr) diese Äußerung sehr übel
genommen; -nehmerisch /A d j./ schnell etw. übel
nehmend: ü. sein; -stand, der Übel (1): einen Ü. b e
seitigen; -tat, die v e r a lten d böse, verwerfliche Tat:
seine Übeltaten bereuen; -täter, der sch er zh. jmd.,
der etw. Unrechtes tut, getan hat; -wollen fVb.j jmdm.
ü. jmdm. zu schaden suchen: er will ihm übel, hat
ihm immer übelgewollt
üben /sw. Vb.; hat; / auch geübt/ 1. etw. immer
wieder tun, ständig wiederholen, um dadurch eine
bestimmte Fertigkeit, Geschicklichkeit zu erlangen:
das große Einmaleins, täglich eine Stunde Klavier
ü. — 2 .1 . /mit bestimmten Subst./ jmdm. etw. durch
Wort od. Tat zuteil werden lassen: Gerechtigkeit,
Rücksicht (gegen jmdn.) ü.; (jmdm. gegenüber)
Zurückhaltung ü. 2 .2 . /in Verbindung mit Subst. zur
Umschreibung eines Verbalbegriffs/'.
Kritik (an
jmdm ., etw .) ü. (jmdn., etw. kritisieren); an jmdm.
Rache ü. (sich an jmdm. rächen)
1über /Präp. mit Dat. u . Akk.; / auch überm,
übern, übers/ 1. /räumt./ 1 .1 . /mit Dat.; gibt die
höhere Lage von etw., jmdm. gegenüber etw., jmdm.
anderen an/ 1.1 .1 • in der Höhe und in bestimmtem
Abstand von der obere Seiten von etw., jmdm. an
deren: die Lampe hängt ü. dem Tisch; er steht ü.
mir auf der Leiter; der Ort liegt 600 Meter ü. dem
(höher als der) Meeresspiegel 1.1 .2 . unmittelbar auf
etw., etw. bedeckend: einen Mantel ü. dem Kostüm
tragen 1.2 . /mit Akk.; gibt die Richtung anj 1.2 .1 .
/bezeichnet die Bewegung in Richtung einer höher
als etw., jmd. gelegenen Stelle/: die Lampe ü. den
Tisch hängen 1 .2 .2 . /bezeichnet das Überschreiten
einer oberen Grenze in der Bewegung od. Erstrek-
kung/: der Fluß ist ü. die Ufer getreten;
der Fernsehturm ragt ü. das Häusermeer 1.2 .3 .
/bezeichnet die Bewegung a uf einer, parallel zu
einer Oberfläche in ihrer ganzen E rstreckung/:
Tränen liefen ihr ü. die Wangen; ü. die Straße
gehen; ü. das Meer flieg en 1.2 .4 . /bezeichnet
die Bewegung durch einen Ort hindurch auf ein
Ziel zu/: ü. Prag nach Budapest fahren 1.2 .5 .
/bezeichnet das ganze od. teilw eise Bedecken von etw.
mit etw. von oben her/: eine Decke ü. den Tisch
legen; sich die Jacke ü. die Schultern hängen
1.2 .6 . /weist auf eine Erstreckung hin/: ein Staffel-
auf ü. viermal hundert Meter — 2 . /zeitl.j 2.1 . /mit
\Akk./ 2 .1 .1 . /weist auf eine Zeitspanne hin, nach
deren Verlauf etw. vor sich geht, ist/: heute ü. drei
Wochen ist Ostern 2.1 .2 . /weist auf einen bestimm
ten Zeitraum hin/: ü. Weihnachten lag Schnee; ü.
Mittag (während der Mittagszeit); er blieb die ganze
Woche ü. (2hindurch); ü. N acht (irgendwann in
der Nacht) hat es geregnet 2.2 . /mit Dat.; drückt
die Gleichzeitigkeit eines Vorgangs m it einem anderen
aus/ bei (2): ü. dem Lärm ist er eingeschlafen —
3. /mit Akk./ 3 .1 . /weist in Verbindung mit Verben,
A dj., Subst. der Gemütsbewegung auf den Grund hin]
wegen (1.1): sich ü. etw., jmdn. freuen, wundern;
ü. etw. froh, böse sein; die Freude ü. etw. 3 .2 .1 .
/weist darauf hin, daß etw. Thema, Inhalt von etw.
ist/: eine Zeitschrift ü. Technik 3.2 .2 . /drückt in
Verbindung mit Verben od. Subst. des Denkens,
Redens, Schreibens aus, daß eine Handlung auf
jmdn ., etw. gerichtet ist/: ü. jmdn. reden; sich ü.
etw. informieren; ein Ürteil ü. jmdn. haben 3.3 .
/weist auf das als M ittler dienende Zwischenglied
hin/: etw. ü. (durch) den Rundfunk bekannt
geben 3.4 .1 . /bezeichnet m it gleichlautend wieder
holtem Subst. eine Häufung/: Fehler ü. Fehler (sehr
viele Fehler) machen; er bekam Blumen ü. Blumen
3.4 .2 . /in Ausdrücken, die insgesamt eine Wieder
holung bezeichnen/: einmal ü. das andere Mal (im
mer wieder) sang er das Lied — 4 . /mit Akk.; in
fester Abhängigkeit von Verben, Subst./: ü. etw.,
jmdn. herrschen; die H errschaft ü. etw ., jmdn.
2über /Adv.; / auch übersein/ 1. mehr als: das
kostet ü. 1000 Mark; ü. die Hälfte der Zuschauer;
seit ü. einem Jahr — 2 . Mil. /Kommando/ (das)
Gewehr ü. (das Gewehr über die Schulter nehmen) !
—
3. um g. etw. ist, wird jmdm. ü. (lästig)
+ ü. und ü, (völlig, ganz und gar)
über- /trennbare, betonte od. untrennbare, unbetonte
Partik el vor Verben und deren substantivischen Ab-
überall — überdies
1177
leitungen, die in Verbindung mit dem Grundwort
bestimmte produktive Bedeutungstypen bildetj 1.1 .
/nur untrennbar/ über eine Fläche, einen Raum hin
weg: / z. B . überfliegen, überschreiten 1.2 . /trenn
bar und untrennbar/ von einem Ort zu einem (jenseits
gelegenen) anderen Ort: / z . B . überführen, über
führen; überwechseln l.B . /nur trennbar/ von einer
Stelle auf eine andere: j* z. B . übergreifen —
2. /nur untrennbar/ über jmdn., etw. her: / z. B .
überfahren überfallen, — 8 .1 . jnur untrennbar/ nach
oben über etw. hinweg, hinaus: / z. B . überragen,
übersteigen 8.2 . jnur trennbar; von Flüssigkeiten/
nach oben über einen Rand, eine Begrenzung hinaus:
/ z . B . überkochen, überlaufen — 4 .1 . jnur un
trennbar/ über eine (Ober)fläche hin und sie be
deckend : / z. B . überschwemmen, überwuchern
4.2 . jnur trennbar/ etw., sich mit etw. bedeckend:
/ z. B . Überhängen, überlegen — 5 .1 . /untrenn
bar, auch bei Erstbetonung/ über das normale
Maß, den zulässigen Grad hinaus: / z. B. über
anstrengen, überbelasten; (sich) überstürzen 5.2 .
/nur untrennbar/ lauter als jmd., etw.: / z. B . über
tönen 5.8 . /nur trennbar/ einer Sache überdrüssig:
/ z. B . überbekommen, sich überessen, über
sehen — 6 . /nur untrennbar/ über jmdn. (durch Ge
walt, List, Macht, Leistung) triumphierend: / z. B .
überlisten, übertreffen — 7. /nur untrennbar/ jmdn.,
etw. nicht wahrnehmend, beachtend: / z. B . über
hören, übersehen — 8 . /nur untrennbar/ {noch ein
mal) von Anfang bis Ende:
z. B . überarbeiten,
überprüfen — 9 . /nur untrennbar/ einen bestimm
tenZeitraum überdauernd:/* z. B. überleben, über
w intern
überjall, Überfall /A dv ./ an allen Orten, Stellen:
jmdn. ü. suchen; er ist ü. {bei allen Leuten) be
liebt; ü. {auf allen Gebieten) Bescheid wissen
überall| -her /Adv./: von ü. {von allen Orten, aus
allen Richtungen) waren die Menschen gekommen;
- h in /Adv./: jmdn. ü. {nach allen Orten, in alle
Richtungen) begleiten
über/Über| -altert/ A d j./in der Mehrzahl seiner Menge
alt: eine überalterte Mannschaft; -anstrengen /hat
überanstrengt/ sich, etw. in gesundheitlich abträg
licher Weise anstrengen: überanstrenge dich, deine
Augen nicht!; dazu -anstrengung, die; -antworten
/hat überantwortet/ 1. jmdn., etw. jmdm. ü. jmdm.
die Verantwortung für jmdn., etw. übertragen (6):
der Bau der Kaufhalle wurde einer Jugendbrigade
überantwortet —* 2. jmdn., sich jmdm., einer Sache
ü. jmdn., sich jmds. Gewalt, einer Institution unter
stellen, damit er, man zur Verantwortung gezogen w ird :
jmdn. dem Gericht ü.; -arbeiten /hat überarbeitet/
1. etw. noch einmal durcharbeiten und dabei er
gänzen, verbessern: eine überarbeitete Auflage des
Lexikons — 2 . sich durch Arbeit überanstrengen: er
hat sich überarbeitet, sieht überarbeitet a us; -aus,
- aus /Partikel; drückt einen sehr hohen Grad aus/:
ü. {sehr) lustig sein, v iel gegessen haben; -backen
/hat überbacken; / Zacken/Kochk. eine Speise
m itetw.,bes. einerSoße, überziehen, m it Käse bestreuen
und kurz im Ofen backen; -bau, der 1. /PI. -e; vorw.
Sg.j P hilo s. die von einer bestimmten ökonomischen
Basis hervorgebrachten und auf sie zurückwirkenden
politischen, juristischen, philosophischen, religiösen
und kulturellen Anschauungen einer bestimmten Ge
sellschaft und die ihnen entsprechenden Institutionen
— 2 .T echn. auf den Pfeilern aufliegender Teil einer
Brücke; -beanspruchung, die übermäßige B ea n
spruchung; -bein, das gallertartige Verdickung
einer Sehnenscheide od. Gelenkkapsel bes. am
Rücken des Handgelenks; ^bekommen, bekom mt
über, hat überbekommen umg. jmdn., etw. ü.
jmds., einer Sache überdrüssig werden: er hat das
Essen, ihr Gejammer ü.; -belasten, überbelastete,
hat überbelastet 1. ein Fahrzeug ü. {überladen
1) — 2 . jmdn. überfordern: die Schüler waren
überbelastet; -belegt /A dj.; nicht adv./: die
Jugendherberge, das Krankenhaus ist ü. {mit zu
vielen Personen belegt); ^belichten, üb erbelichtete,
hat überbelichtet Fotogr.: einen Film ü. (zu
lange belichten);^betrieblich /A d j. / : ein überbetrieb
licher (über den einzelnen Betrieb hinausgehender,
mehrere Betriebe einbeziehender) W ettbew erb;
ibewerten, überbewertete, hat überbewertet etw.
zu hoch bewerten: eine Leistung, jmds. Fähigkeiten
ü.; -bieten /hat überboten/1. jmdn. ü. einen höheren
Preis als ein anderer bieten, bes. bei Auktionen: er
hat ihn um 100 Mark, beträchtlich überboten —
2. jmdn., etw. übertreffen(1):jmdn. an Dreistigkeit ü.
— 8. den Plan, die Norm ü. (übererfüllen); -bleib-
sel, das; -s, - 1 . etw., das übriggeblieben ist, Rest —
2. etw., das sich aus vergangener Zeit erhalten h at:
das ist ein Ü. aus damaliger Zeit; -blenden /hat
überblendet, übergeblendet/ Rundf. Fernsehen
F ilm eine Szene in eine aridere durch allmähliches
Ausblenden des Tones, Bildes und gleichzeitiges
Einblenden des anderen Tones, Bildes übergehen
lassen; Jblick, der 1 . weitreichender umfassender
Blick von einem erhöhten Standort aus: von dieser
Tribüne aus hat man einen guten Ü. über die
Rennstrecke — 2 .1 . das Buch enthält die deutsch
sprachige Literatur im Ü. (in einer umfassenden,
als Zusammenfassung vermittelten Darstellung)
2.2 . /o. Pl.j ihm fehlt noch der Ü. (die Fähigkeit,
ein bestimmtes Gebiet zu überblicken); den Ü . v er
loren h aben (etw. nicht mehr überblicken können);
-blfcken /hat überblickt/ 1. etw. ü. einen Überblick
über etw. haben: vom Berg aus das Tal, vom Fenster
aus die Kreuzung ü. (können) — 2 . (durch um
fassende Kenntnisse) imstande sein, etw. in seinen
wesentlichen Zügen und Zusammenhängen zu sehen
und zu beurteilen: den gegenwärtigen Forschungs
stand ü.; er hat die Lage sofort überblickt; das
ganze Ausmaß der Katastrophe läßt sich noch
nicht ü.;
-bringen /hat überbracht/: jmdm. eine
Nachricht, Glückwünsche ü. (als Mittelsperson
mitteilen); -brücken /sw. Vb.; hat überbrückt/:
sie überbrückten die Zeit (sie beschäftigten sich in
der Zeit) bis zur Abfahrt des Zuges mit Karten-
spielen; die Gegensätze konnten nicht überbrückt
(ausgeglichen 1.2) werden; -dachen /sw. Vb.; hat
überdacht/: eine überdachte (mit einem Dach ver
sehene) Terrasse; -dauern /hat überdauert/ etw.
überdauert etw. etw. bleibt länger als etw., über eine
bestimmte Zeit hinaus (trotz widriger Umstände) er
halten: sein Werk hat sein Leben überdauert; ihre
Freundschaft überdauerte die Studienzeit; -decken
/hat überdeckt/ 1. etw. überdeckt etw. etw. bedeckt
etw. : Schnee überdeckte die Erde — 2 . eine gewisse
Verlegenheit durch vieles R eden ü. (verbergen);
-denken /hat überdacht/ etw. (vor einer Ent
scheidung) noch einmal gründlich überlegen (II):
etw. in Ruhe ü.; -dies /Adv./ 1 . außerdem: er er
zählte ü. noch manche interessante Neuigkeit —
1178
überdimensional — überführen
2. ohnehin: ich werde es ihm mitteilen, ich muß ihm
ü. schreiben; -dimensional jA dj.j: überdimensio
nale (übermäßig große) Brillengläser; -dosis, die zu
starke Dosis: eine Ü. Tabletten; -drghen /hat über
dreht/ 1. ein Gewinde ü. (über den äußersten Punkt
seiner Belastbarkeit hinaus drehen und es dadurch
unwirksam machen) — 2 . um g. jmd. ist überdreht
(ist wegen zu starker Anspannung unnatürlich
munter, ausgelassen); -druck, der I . /PL
-drücke/
P h y s . der über den normalen Luftdruck hinaus
gehende Druck: der Reifen hat Ü.
—
II, /PL -e/
eine Briefmarke mit Ü. (mit einer Änderung durch
nachträglich erfolgten Aufdruck); -druckkabine, die
T ech n . Kabine in Flugzeugen, in der ein höherer
Luftdruck herrscht, als in der das Flugzeug um
gebenden Luft; -druß, der; -drusses, jo. P l.j Wider
wille, Abneigung gegenüberetwjmdm ., mit dem man
zu lange und dauernd beschäftigt war, sich ausein
andersetzen mußte: etw. bis zum Ü. gehört, getan
haben; dazu -drüssig fA dj.; in der Verbindung! geh .
einer Sache, jmds. ü . sein, werden in Hinblick auf
jmdn., etw. Überdruß empfinden: er war des langen
Wartens ü .;
- durchschnittlich /Adj.J über dem
Durchschnitt liegend: seine Leistungen sind ü.;
-e ck jAdv.f: der Schrank steht ü. (quer vor einer
Ecke); die Tischdecke ü. (so, daß die Ecken des
Tisches frei bleiben) legen; -eifer, der zu großer Eifer:
etw. im, vor Ü. tun; -eignen /hat übereignet/ jmdm.
(testamentarisch) etw. als Eigentum geben: jmdm.
sein Haus ü.;
- eilen /hat übereilt/ etw. ohne ge
nügend Überlegung, voreilig ausführen: wir wollen
nichts ü .l; die Abreise war übereilt; -einander
/A dv./ 1 . einer, eines über dem anderen: sie wohnen
ü.
—
2. eines über das andere, einer über den a n
deren: zwei Pullover ü. anziehen; ü. schimpfen
übereinander- fin verbalen Zusammensetzungen und
deren substantivischen Ableitungen! 1* eines über,
auf das andere, z . B . : übereinanderlegen überein-
anderschlagen — 2 . eines, einer über, auf dem
anderen, z . B . : Übereinanderliegen (Bretter)
übereJn/Übere|n| -kommen /Vb./ mit jmdm. ü., etw.
Bestimmtes zu tun sich mit jmdm. einigen, etw.
Bestimmtes zu tu n : die Vertragspartner kamen
überein, sind übereingekommen, die Zusammen
arbeit zu erweitern; -kom m en, das; -s, - Überein
kunft: ein Ü . treffen; -k unft, die;
- k ünfte
Einigung zwischen zwei od. mehreren Partnern,
Vereinbarung: zu einer (stillschweigenden) Ü. g e
langen; mit jmdm. eine Ü. treffen, erzielen; nach
Ü. mit jmdm.; -stimmen jVb.j 1. mit jmdm. (in etw.)
gleicher Meinung sein:er stimmt mitihm in der Be
urteilung, dahingehend überein, hat mit ihm darin
übereingestimmt, daß ...; sie stimmten vollkommen
überein — 2 , die gleichen (wesentlichen) Merkmale,
bes. gleichen Wortlaut, Inhalt haben: die Aussagen
der Zeugen stimmten überein, haben überein
gestimmt; übereinstimmenden Berichten zufolge
ist ...; die Reaktionen der eineügen Zwillinge
stimmen fast völlig überein; mit etw. ü .: nach der
Größe stimmt meine neue Wohnung mit der alten
überein; sein Aufsatz stimmt im Wortlaut mit dem
seines Nachbarn überein — 8 . etw. harmoniert mit
etw., paßt zu etw.: der Teppich stimmt in der Farbe
m it den Gardinen überein; dazu -Stimmung, die
das Übereinstimmen; zu 1: in beiderseitiger Ü . (Ein
vernehmen)
über/Über| -empfindlich /A d j./ 1.1. allzu empfind
lich: ü. sein, reagieren 1.2. Med. ü. (allergisch 1.1)
gegenüber einem Medikament sein; ^erfüllen,
übererfüllte, hat übererfüllt den Plan ü. (m ehr
als im Plan vorgegeben ist, leisten, produzieren);
d a z u -erfüllung, die; -essen, sich I. /hat sich über
gegessen/ sich etw. ü. so viel von etw. essen, daß
man es nicht mehr mag: er hat sich Bockwurst
übergegessen — Et. /hat sich übergessen/ zuviel
essen : überiß dich nicht!; -fahren /hat überfahren/
1.jmdn., einTierü. mit einem Fahrzeugüberjmdn.,
ein Tier hinwegfahren und ihn, das Tier dabei (töd
lich) verletzen: das Kind ist von einem Auto über
fahren worden — 2.1. ein Signal, Warnschild ü.
(an ihm vorbeifahren, ohne es zu bemerken, zu be
achten) 2.2. das erste Boot hat die Ziellinie ü. (pas
siert) —8. umg. jmdn. schnell zu etw. überreden, das
für ihn nachteilig ist: bei diesem Vertrag hat man
uns ü. wollen; -fahrt, die: eine ruhige, stürmische Ü .
(Überquerung des Meeres mit einem Schiff) haben;
bei der Ü. (Fahrt) über den See kenterte das Boot;
-fall, der überraschender, meist räuberischer Angriff
auf etw., einen Staat, jmdn.: einen Ü. auf eine
Bank verüben; der faschistische Ü. auf die So
wjetunion; -fallen /hat überfallen/ 1. jmdn., etw.
ü. auf jmdn., etw., einen Staat einen Überfall ver
üben: er ist auf dem.Heimweg ü. worden; die
Faschisten überfielen Polen — 2.1. umg. scherzh.
jmdn. überraschend besuchen: unsere Freunde ha
ben uns gestern abend ü. 2 .2. jmdn. mit etw. ü .:
die Kinder überfielen (bestürm ten 1.1) uns gleich
mit tausend Fragen — 8 . etw. überkommt (1)
jm d n .: ihn überfiel ein Schreck, große Müdigkeit;
^fällig/Adj.; nicht adv./1. /bes. von Schiffen, Flug
zeugen! zur erwarteten Zeit, im festgesetzten Zeitraum
aus ungeklärtem Grund noch nicht eingetroffen: das
Schiff ist seit drei Tagen ü. — 2. eine Rechnung ist
ü. (zur Zeit der Fülligkeit noch nicht eingelöst);
-fliegen /hat überflogen/ 1. etw. ü. etw. fliegend
überqueren: die Alpen ü.
—
2. etw. flüchtig lesen:
er hat den Brief nur überflogen — 8 . geh. etw.
überzieht (II.2) etw. leicht und vorübergehend: Röte
überflog ihr Gesicht; -fließen I. /ist übergeflossen/
etw. läuft Über: das Benzin floß beim Einfüllen
über; O oft spött. vor, von Dankbarkeit ü. (seine
Dankbarkeit überschwenglich zum Ausdruck brin
gen) — H . /hat Überflossen/ etw. überschwemmen
(1): das Wasser überfloß die Straße; -flügeln jsu).
Vb.; hat überflügelt/ jmdn. in der Leistung (mühe
los) überholen, übertreffen: er hat alle in der Klasse
überflügelt; -fluß, der jo. Pl.j über den Bedarf hin
ausgehendes, reichliches Vorhandensein von etw.:
Ü. an etw. haben; etw. ist in, im Ü. vorhanden;
+ zu allem Ü. obendrein:ich habe den Bus verpaßt,
und zu allem Ü. fing es noch an zu regnen; -flüssig
IA d j./ entbehrlich, unnötig: überflüssige Worte; sich
ü. Arbeit machen; sich ü. Vorkommen (das Gefühl
haben, in einem Personenkreis unbeachtet zu bleiben,
zu stören); -fluten /hat überflutet/ etw. über
schwem men (1): die Wassermassen haben die
Deiche überflutet; -fordern/ha t üherfordert/ jmdn.
ü. von jmdm. mehr fordern, als er zu leisten im
stande ist: das Kind ist ständig, mit dieser Auf
gabe überfordert; -fragt /Adj.; nur präd.j ü. sein
etw. nicht wissen (können):da, in diesem Punkt bin
ich glatt ü .; -führen I. /hat übergeführt, überführt/
1. jmdn., etw. an einen anderen Ort bringen: man
überführte den Verletzten in eine Spezialklinik;
die Leiche wurde nach N übergeführt, überführt —
2. etw. in eine andere Form, einen anderen Zustand
bringen: Forschungsergebnisse werden in die
Praxis überführt, übergeführt (für die Praxis nutz
bar gemacht); der Betrieb ist in Volkseigentum
übergeführt, überführt (ist zu Volkseigentum ge
macht) worden — II . /hat überführt/ jmdn. (einer
Sache) ü. jmdm . eine (Straf)tat nachweisen: er
wurde das Mordes überführt; der Dieb wurde über
führt; -führung, die 1. /zu -führen/; zu L I: die Ü.
der Leiche; zu 1.2 /vorw. Sg.f: die Ü. von For
schungsergebnissen in die Praxis; zu I I: die Ü. der
Diebe — 2 . Verkehrsweg, der als Brücke über einen
anderen Verkehrsweg hinwegführt: die Ü . über
einen Kanal, eine Eisenbahnlinie; unter der Ü.
hindurchfahren; -füllt /A dj./ übervoll, bes. von
Menschen: ein überfüllter Zug; der Zug war ü .;
- funktion, die fachspr.: die U. (zu starke Tätig
keit) einer Drüse; -füttern /hat überfüttert/1.1 . ein
Tier ü. (einem Tier zuviel zu fressen geben) 1.2 . /vom
Menschen, bes. von einem K indj: das Kind ist über
füttert worden (hat zuviel zu essen bekommen);
-gäbe* die /o. P L / 1 . das Übergeben (1.1): die Ü . der
Wohnungsschlüssel — 2 . das Übergeben (2.2): die
kampflose Ü. der Stadt; -gang, der 1. der Ü. der
Truppen über den Rhein (das Überqueren des
Rheines durch die Truppen) — 2 . Weg zum Über
queren einer Straße, eines Gleiskörpers, Flusses: ein
U. für Fußgänger, über die Bahn — 8 . das Fort
schreiten in der Entwicklung zu etw. anderem,
Neuem: der Ü. vom Kapitalismus zum Sozialismus
—
4. [o. Pl.f Übergangszeit, bes. zwischen Sommer
und Winter: ein Kostüm für den Ü.
Übergangs| -m antel, der M antel für die Übergangs
zeit; -periode, die Periode des Übergangs (3); -Sta
dium., das vgl. -zeit (1); -zeit, die 1. Zeit zwischen
zwei Entwicklungsstufen, Epochen — 2 . Jahreszeit
zwischen Sommer und Winter od. Winter und Som
mer : Frühling und Herbst sind Übergangszeiten
Über/über| -g a rdin e, die über den Store zu ziehende
Gardine aus dichtem Gewebe; -geben /hat über
geben/ 1.1. jmdm., einem Empfänger etw. geben: er
hat mir den Brief persönlich ü. 1 .2. jmdm. etw.,
bes. d ie weitere A usführung einer Angelegenheit,
anvertrauen, 1übertragen (6): er übergab die Sache
seinem Anwalt; er hat das Geschäft seinem Sohn
ü.
—
2.1 . jmdn. festnehmen und in die Hand der
staatlichen Gewalt geben: den Einbrecher der P oli
zei ü. 2.2 . der Kommandant hat die Stadt kampf
los ü. (hat kapituliert und die Stadt dem Gegner preis
gegeben) — 8 . etw. (für etw.) freigeben: die Brücke
wurde dem Verkehr ü .; das H otel wurde vorfristig
ü, (eröffnet) — 4 . sich erbrechen (I): er mußte sich
ü.; H- jmdm. etw. zu treuen / Händen ü.; -ge
hen I. /ist übergegangen/ 1. zu etw. ü. 1 .1. zur
Gegenpartei ü. (die Partei wechseln) 1.2 . mit etw.
aufhören und mit etw. anderem beginnen: zu einem
anderen Thema ü.; zur Automatisierung ü.; zum
Angriff ü. (mit dem Angriff beginnen) — 2 . etw.
geht in etw. über etw. nimmt (allmählich) einen
anderen Zustand, eine andere Form an: das Fleisch
ging in Fäulnis über; die Nerven gehen in immer
feinere Stränge über — 8 . etw. geht in jmds. Besitz
über etw. wird jmds. Eigentum: der Betrieb ging in
Volkseigentum über — 4 . etw. geht in etw. über
etw. i s t nicht scharf gegen etw. abgegrenzt: die Fa r
ben gehen ineinander über — II . /hat übergangen/
etw., jm d n . unbeachtet lassen, nicht berücksichtigen:
eine Anordnung ü.; einen peinlichen Vorfall m it
Stillschweigen ü.; sich übergangen fühlen; -f
jmdm. gehen die / Augen über; etw. ist jmdm. in
Fleisch und Blut übergegangen; -geordnet /A dj.;
nicht adv.; / auch überordnen/: das Problem hat
übergeordnete (vom Zusammenhang her gesehen
größere, umfassende) Bedeutung; -gewicht, das jo.
Pl.f 1.1 . der Brief, sein Fluggepäck hat Ü. (liegt
im Gewicht über der für die Beförderung festgesetzten
Norm) 1.2 . jmd. hat Ü. (jmds. Körpergewicht liegt
über dem Normalgewicht); Ü. belastet den K reis
lauf — 2 . fin den Verbindungenf das Ü. bekommen,
krieg en (das Gleichgewicht verlieren) — 8 . da s
wirtschaftliche, militärische Ü . (Überlegenheit)
haben; -gießen/hat übergossen/ etw., jmdn. mit etw.
ü. etw. über, auf etw., jmdn. gießen: den Tee mit
kochendem Wasser ü.; ^glücklich /A dj./ überaus
glücklich: der üb erglückliche G ewinner; ^greifen
/ha t übergegriffen;
auch -greifend/ 1. mit einer
Hand über die andere hinweg greifen, bes. beim
Kla vierspiel, Geräteturnen: das Übergreifen beim
Klavierspielen üben — 2 . auf etw. ü. sich über etw.
ausbreiten: der Brand griff auf angrenzende Ge
bäude über; das Übergreifen der Seuche verhindern;
^greifend /Adj.; vorw. attr.; / auch -greifen/ über
geordnet: der Historismus ist in diesem Roman das
übergreifende, die Form bestimmende Moment;
zgriff, der Handlung, m it der sich jmd. unberechtigt
in die Angelegenheiten, den Bereich anderer ein
mischt: sich vor Übergriffen schützen; -groß
lAdj.f weitaus größer als normal: er ist ü.; die
übergroße (mehr als die einfache) Mehrheit schloß
sich dem Vorschlag an; -haben /hat übergehabt/
umg. 1. eine Jacke, nichts ü. (übergezogen haben) —
2. das Warten ü. (des Wartens überdrüssig sein);
Reisen hatte er über; -handnehmen jVb.; von etw.
Negativem/ sich rasch und stark vermehren: das
Unkraut, diese Unsitte nimmt überhand, hat
stark überhandgenommen; -hang, der 1. W ir t-
s c h . überschüssige, nicht verbrauchte od. verkaufte
Waren: es kam zu Überhängen in der W aren
produktion — 2 . Umhang; 1-hängen 1. /hat über
gehangen/ etw. hängt über etw. ragt (schräg nach
unten) über eine Senkrechte hinaus: überhängende
Zweige, Felsen — 2 . /überhangen/ etw. ist von etw.
überhangen über etw. hängt etw. und bedeckt es
(völlig): v on Efeu überhangene Mauern; 2-hängen
/hat übergehängt/ jmdm., sich etw. über die Schul
tern hängen: er hängte ihm eine Jacke, einen Ruck
sack über; -hasten /hat überhastet/: sich beim
Essen ü. (in sehr großer Hast essen); überhastet
sprechen; -häufen /hat überhäuft/ jmdn. mit etw.
ü. jmdm. etw. in reichem M aß zuteil werden lassen:
jmdn. mit Blumen, Ehrungen ü .; mit Arbeit über
häuft sein (sehr viel Arbeit haben)
überhaupt fPartikel/ 1. aufs Ganze gesehen: ich
wem e kommen, soweit ich heute ü., ü. heute schon
eine Zusage machen kann — 2 . /verstärkt die Ver
neinung/ ü. nicht gar nicht: das ist ü. nicht wahr;
dazu hat er ü. kein (gar kein) Recht — 3. umg.
außerdem, überdies: ach ü., da fällt mir noch etw.
ein — 4 . /verstärkt eine Frage/ 1eigentlich (2),2denn
(2): wie konnte das ü. geschehen?
über/Über| -heben, sich /hat sich überhoben/1. sich
durch Heben einer zu schweren L a st körperlichen
Schaden zufügen: beim Transport des Schrankes
Überführung — überheben
1179
1180
überheblich — überleiten
hat er sich überhoben — 2 . sich für besser od.
fähiger halten als andere: er will sich nicht ü .;
- heblich /Adj.f 1,1 . anderen gegenüber mit einer un
angebracht hohen Selbsteinschätzung a uftretend:
ein überheblicher Mensch 1.2 , von 1.1 zeugend: sein
Ton war ü .;dazu -heblichkeit,die; -, jo. Pl.f;-heizen
/hat überheizt/: ein überheizter (zu stark geheizter)
Raum; -liitzt fAdj.f: eine überhitzte (zu stark er
hitzte) Maschine; überhitzte Luft; O die Atmo
sphäre war ü. (stark erregt); -höhen fsw. Vb. ; hat
überhöht;/ auch -höht/ B au w .:eineKurve ü. (die
Außenseite einer Straße, Schiene in der K urve höher
bauen als die Innenseite); -höht fAdj.; / auch
- höhen/ über der Norm liegend, übermäßig hoch:
er fuhr mit überhöhter Geschwindigkeit; das
Strafmaß erschien ü.; -holen //* auch -holt/ I. /hat
übergeholt/ 1* jmdn. übersetzen (1.1.1) — 2 . S ee -
mannsspr. das Schiff holt über (schwingt um
seine Längsachse, indem es sich nach Backbord od.
Steuerbord neigt) — II ./hat überholt/1. jmdn. ü. an
jm d m . auf Grund höherer Geschwindigkeit vorbei
fahren, -laufen und ihn hinter sich lassen: ein Auto
links ü .; er wurde kurz vor dem Ziel noch überholt
—
2. jmdn., etw. in der Leistung übertreffen: ein
Land in der industriellen Produktion ü . — 3* etw.,
bes. ein Fahrzeug, durch gründliches Überprüfen,
Beseitigen von Mängeln und verbessernde Verän
derungen wieder voll gebrauchsfähig machen: das
Auto, den Motor gründlich ü .; -holspur, die Fahr
spur, die beim Überholen zu benutzen ist; -holt fAdj.;
auch -holen/ nicht mehr gebräuchlich, veraltet:
diese Anschauung, Methode ist ü.;
- hören /hat
überhört/1.1 . etw. mit dem Gehör nicht wahrnehmen:
er hat das Klingeln überhört 1.2 . etw. nicht hören
und damit nicht zur Kenntnis nehmen wollen: die
Bemerkung möchte ich (lieber) überhört haben;
- irdisch /A dj.f (nach christlichem Glauben) einer
gedachten jenseitigen Welt angehörend: ein über
irdisches Wesen; -kandidelt /Adj.f umg. über
spannt, ein bißchen verrückt: jmd. ist ü.; ^kippen
/ist übergekippt/ 1. das Übergewicht bekommen und
Umstürzen, kippen: der Schrank kippte beim Trans
port über — 2 . jmds. Stimme kippt über (xüber-
schlägt II.2 sich); -kleben /hat überklebt/: ein
Plakat ü. (etw. darauf kleben und es dadurch ver
decken) ; -kochen /ist übergekocht/ etw. kocht über
etw. kocht so stark, daß es über den Rand des Ge*
fäßes läuft: die Milch ist übergekocht; O umg.
scherzh . jmd. kocht leicht, schnell über (erregt
sich schnell); -kommen /hat, ist überkommen/
1. etw. überkommt jmdn. etw., bes. eine E m pfin
dung, ergreift, erfaßt jmdn. (hat): Angst, Ekel,
Rührung überkam ihn bei diesem Anblick — 2 .
etw. ist jmdm., auf jmdn. ü. etw. ist jmdm. über
liefert (ist): viele Zeugnisse dieser alten K ultur sind
uns, auf uns ü.; sich v on überkommenen Vorstel
lungen lösen; -kreuzen, sieh /hat sich überkreuzt/
sich in einem Punkt kreuzen: die Linien ü. «ich;
-kriegen /hat übergekriegt/ umg. etw. überbekom
men; -l&den /hat überladen/ 1. etw. mit einer Last
beladen, die schwerer als zulässig ist: er hat das
Auto ü .; der Fahrstuhl war ü .; O mit der Arbeit ü.
(überhäuft) sein — 2 . die Wand ist mit Bildern ü.
(an der Wand hängen zu viele Bilder); eine über
ladene (zuviel Schmuck aufweisende) Fassade;
- lagern /hat überlagert/ 1. etw. schichtartig be
decken: von Sedim entschichten überlagertes Ge
stein — 2« sich in bestimmten (Flächen)bereichen
decken; klänge, die über das normale M aß hinaus
gehende Länge: die Strumpfhose h at Ü .; -lappen
fsw. Vb.; hat überlappt/ sich teilweise überlagern
(2): sich überlappende Dachziegel; -lassen /hat
überlassen/ 1. jmdm. etw. (dauernd) zur Verfügung
stellen: jmdm. etw. leihweise, kostenlos, käuflich
ü. — 2 .1 . jmdn., etw. jmdm. anvertrauen: die Kinder
der Nachbarin ü. 2 .2 . sich selbst ü. (ohne Be
treuung, Hilfe) sein — 3 .1 . jmdm. etw. ü. jmdn.
etw. tun, entscheiden lassen: er h at ihr die E n t
scheidung ü.; es ist dir ü., wozu du das Geld ver
wendest; überlaß das bitte mir! 3.2 . etw. dem Zu
fall, Selbstlauf ü. (nicht eingreifen, sondern ah-
warten, wie es der Zufall ergibt) — 4 .1 . jmdn. einem
Zustand preisgeben: jmdn. seinem Schicksal ü.
4.2 . sich einer Empfindung hingeben: sich seinem
Schmerz ü.; -lasten /hat überlastet/ 1. etw. Über
laden (1): die Fähre war überlastet — 2 . etw., jmdn.
zu stark beanspruchen:den Kreislauf ü .; mit Arbeit,
Aufträgen überlastet sein; dazu -lastung, die; -,
- e n; -laufen I. /ist übergelaufen/ 1. etw. läuft über
etw. läuft über den R a nd eines Gefäßes: die Milch
ist übergelaufen; die Badewanne (das Wasser in der
Badewanne) läuft über — 2 . desertieren und auf die
Seite des Gegners, Feindes überwechseln: v iele Sol
daten sind damals übergelaufen — II . /hat über
laufen/ 1. etw. überläuft jmdn.: ein Schauer über
lief mich (mich schauderte) — 2 . die Geschäfte
waren vo n Touristen ü. (zu viele Touristen besuch
ten die Geschäfte); ein überlaufenes Seebad; O diese
Fachrichtung ist ü. (für diese Fachrichtung gibt es
zu viele Bewerber); -}- jmdm. läuft die / Galle
über; z u 1.2
-laufer, der; -leben /hat überlebt/
1. etw. Überstehen und weiterleben: keiner hat das
Unglück überlebt; er hat die Nacht nicht über
lebt (ist in der Nacht gestorben); jmdn. ü.: er hat
seine Frau (um) fünf Jahre überlebt (hat nach dem
Tod seiner Frau noch fünf Jahre gelebt) — 2 . etw.
überlebt sich etw. kommt außer Mode, veraltet: diese
Mode hat sich überlebt; überlebte Anschauungen;
- lebende, der u. die; -n, -n jmd., der ein Unglück
überlebt hat; -lebensgroß, -lebensgroß IAdj.f größer
a ls die in der Wirklichkeit vorhandene Entsprechung:
die Statue ist ü.; 1-legen I. /hat übergelegt/ sich,
jmdm. etw. über die Schultern, K nie legen: leg dir
eine Decke über! — II. /hat überlegt/ etw. durch
denken, Über etw. nachdenken, um zu einem E nt
schluß, einer Erkenntnis zu kommen: etw. in Ruhe,
gründlich, reiflich, hin und her ü.; sich etw. ge
nau ü.; nach langem Überlegen; überlegt (klug
und besonnen) handeln; Megen fAdj.f 1.1 . fvorw.
präd.f jmdm. an etw. ü. sein in bezug auf etw. besser
sein als jmd.: jmdm. an Erfahrung, Ausdauer ü.
sein; er war ihr (im Weitsprung) haushoch ü.
1.2 . ein überlegener (klarer 2.2) Sieg — 2 . / nicht
präd.f beherrscht und gelassen: etw. m it überlegener
Ruhe machen; er ta t sehr ü. (selbstsicher und herab
lassend); dazu -legenheit, die; fo. Pl.fytu 1.1:
militärische Ü .; -legung, die;
-en 1. fvorw. Sg.f
das 1Überlegen (II): nach einiger Ü .
—
2. fnur im
Pl.f Folge von Gedanken, die einer Entscheidung
vorausgehen\ etw. in seine Überlegungen einbe
ziehen; Überlegungen anstellen (etw. überlegen II);
gleiten /ha t übergeleitet/ 1. eine thematische Ver
bindung zu etw. anderem hersteilen und dazu über
gehen: zum nächsten Abschnitt ü. — 2 . etw. in etw.
1181
ü. (überführen 1.2); dazu Jeitung, die; -lesen /hat
überlesen/ 1. etw. flüchtig prüfend lesen: er hat den
Aufsatz nur ü. können — 2 . etw. beim Lesen über
sehen: Fehler, einen Hinweis ü.; -liefern /hat über
liefert/ etw. (von kulturhistorischem Wert) durch
Weitersagen von Generation zu Generation od. in
schriftlicher, gedruckter Form od. als Sache für die
Nachwelt erhalten: in dieser Chronik ist (uns) über
liefert, daß
an überlieferten (traditionellen)
Formen festhalten; dazu -lleferung, die 1. das
Überliefern: die mündliche Ü. von Sagen — 2 .1 .
jvorw. PLI das Überlieferte: schriftlichen Über
lieferungen zufolge war ... 2 .2 . Brauch, Tradition:
an einer Ü. festhalten; -listen /überlistete, hat
überlistet/ jmdn. durch eine List täuschen, über
vorteilen: den Gegner ü.
überm fPräp. über + Eat. (dem) von Mer, Mas/;
/* Mber 1.1, 2.2
Uber/über| -m a cht, die jo . Pl.j (militärische) Über
legenheit an Zahl, Stärke: die Ü. haben, besitzen;
in der Ü. sein (die größere Anzahl, Stärke besitzen);
dazu ^mächtig /Adj./; -mannen jsw. Vb.; hat über
mannt/ 1. etw. übermannt jmdn. etw. überwäl
tigt (2) jmdn.: die Müdigkeit übermannte ihn; von
Schmerz übermannt werden — 2. veraltend
jmdn. überwältigen (1); -mannshoch lAdj.f höher
als ein erwachsener Mensch: der Mais stand ü.;
- m aß, das jo. PLj Menge, StärkS, Intensität, die
über das normale od. erträgliche M aß hinausgeht:
ein Ü. an Arbeit, Hitze, von Glück; etw. im Ü.
haben; dazu ^mäßig jA dj.j über das normale, zu•
lässige, angemessene M aß hinausgehend: über
mäßige Belastung; ü. hohe Kosten; ü. rauchen;
- m e n s chlich \Adj.f über die Kraft, Grenzen des
Menschen hinausgehend, sehr groß: eine über
menschliche Leistung, Anstrengung; -m ittein jsw.
Vb.; hat übermittelt/: jmdm. eine Nachricht,
Glückwünsche ü. (durch die Post od. durch eine
Mittelsperson zukommen lassen); ^morgen jAdv.j an
dem auf morgen folgenden Tag: er hat ü. Geburts
tag; -müdßt /Adj./ durch zu intensive Beanspru
chung und zu wenig Schlaf übermäßig ermüdet:
völlig ü. sein; ^unit, der ausgelassene Fröhlichkeit:
etw. vor, aus (lauter) Ü. tun; dazu =mütig IAdj.fi
ein übermütiger Streich; ü. sein
übern fPräp. über -f Akk. (den) von Mer/; /
Hiber 1.2.1 —1.2.5, 3.1 -3,3, 4
über/Über| ^nächst /A d j.; nur attr.f dem nächsten
folgend: am übernächsten Tag; er ist nach mir
der Übernächste an der Reihe; -nachten/übernach
tete, hat übernachtet/ die Nacht schlafend nicht in
der eigenen Wohnung, sondern bei jmdm ., a n einem
anderen Ort verbringen: bei Freunden, im H otel ü.;
- nächtig, -nächtigt fAdj.j durch fehlenden (Nacht
schlaf nicht ausgeschlafen, sehr müde: ü. sein, aus-
sehen; -nachtung, die; -,
-e n das Übernachten: der
Preis für eine Ü .; ^nahme, die; -n jvorw. Sg.; zu
-n ehmen II.1.1, 1.2, 2.2/; zu 1.1: die Ü. der Macht
durch die W erktätigen; zu 1.2: die Ü. einer Ver
pflichtung; zu 2.2: die Ü. von Ideen; -national
jA dj.j über den einzelnen Staat hinausgehend, ver
schiedene Staaten umfassend: eine übernationale
Organisation; -natürlich fAdj.j scheinbar über die
Gesetze der Natur hinausgehend: etw. dem Wirken
übernatürlicher K räfte zuschreiben; die Ang st
verlieh ihm übernatürliche (sehr große) Kräfte;
- n ehmen I. /hat übergenommen/ etw. ü. sich etw.
über die Schultern, K nie legen, hängen: eine Decke,
den Mantel ü. — I I . /hat übernommen/ 1.1. etw. in
Besitz, Verwaltung nehmen: das Gebäude wurde von
der Stadt übernommen 1.2 . etw., das einem an
getragen wird, annehmen und mit allen damit ver
bundenen Aufgaben ausführen: eine Funktion, die
Verteidigung des Angeklagten ü.; er soll die Lei
tung des Betriebes ü.; er hat es übernommen, das
Geschenk zu besorgen; die Verantwortung für etw.
ü. (etw. verantworten 1); die K o sten ü. (tragen 5);
übernommene Aufträge erledigen — 2 .1 . jmdn.,
etw. (von jmdm., etw.) ü.: die Passagiere wurden
von einem anderen Schiff übernommen (an Bord
genommen); er h at die Möbel v on seinem Vor
gänger gleich übernommen (als Inventar mit ge
kauft, gemietet) 2.2 . etw. von jmd. anderem verwen
den, entlehnen: die Sendung ist vom sowjetischen
Fernsehen übernommen; die Textstelle ist wörtlich
aus dem Buch übernommen — 8 . sich zuviel zu
muten, sich überanstrengen: er h at sich (bei, in,
m it dieser Arbeit) übernommen; sich finanziell ü.
(mehr Geld verbrauchen, a ls zu r Verfügung steht);
- o rdnen /hat übergeordnet; / auch übergeordnet/
etw., jmdn. einer Sache, jmdm. ü. etw., jmdn. über
etw., jmdn. stellen: Arbeitsaufgaben persönlichen
Belangen ü .; jvorw. im Part. Prät.j die übergeord
nete Dienststelle; dieser Behörde ist nur das Mi
nisterium übergeordnet; -parteilich jA dj.; nicht
adv.j über eine einzelne Partei hinausgreifend: eine
überparteiliche Massenorganisation; ^planmäßig
jA dj.j über den Plan hinaus (erfolgend) : ü. wurden
5000 Autos produziert; -preis, der über dem ge
setzlichen od. über dem dem tatsächlichen Wert ent
sprechenden Preis liegender Preis: für etw. Über
preise zahlen; -Produktion, die jvorw. Sg.j im kap.
Wirtschaftssystem gesetzmäßig auftretende, die N ach
frage übersteigende Warenproduktion; iproduktions-
krise, die durch Überproduktion hervorgerufene, bes.
durch Absatzschwierigkeiten, Stagnation des w irt
schaftlichen Wachstums, Arbeitslosigkeit gekenn
zeichnete K rise; -p rüfen/hat überprüft/ etw., jmdn.
(noch einmal) prüfen, kontrollieren: eine Rechnung
ü.; alle anwesenden Personen wurden überprüft;
^quellen /ist übergequollen/ etw. quillt über etw.
quillt über den B a nd eines Gefäßes: der Grießbrei
ist übergequollen; -queren jsw. Vb.; hat über
quert/ etw. ü. quer über etw. hinweggehen, -fahren:
er wurde beim Überqueren der Fahrbahn vo n
einem Auto erfaßt; den Ozean ü.; -ragen I. /hat
übergeragt/ in horizontaler Richtung über etw.
hinausragen: ein überragender B alken — II . /hat
überragt/ 1. jmdn., etw. ü. in vertikaler Richtung
über jmd n., etw. hinausragen: er überragt seinen
Vater um einen Kopf; die Hochhäuser ü. die
Stadt; O eine Frage von überragender (außer
ordentlicher 1) Bedeutung; ein überragender
(außergewöhnlicher 1.2) Erfolg — 2 . jmdn., etw.
weit übertreffen (1): jmdn. an Mut, Verdiensten,
Leistungen ü.; -raschen jsw. Vb.; hat überrascht/
1. jmdn. bei etw. ertappen: die Einbrecher wurden
beim Verladen des Diebesgutes überrascht —
2. etw. überrascht jmdn. etw. geschieht für jmdn.
völlig unvorbereitet: das Erdbeben überraschte die
Menschen im Schlaf; wir wurden vom Regen über
rascht — 8 . etw. überrascht jmdn. etw. setzt jmdn.
in Erstaunen, verwundert jmdn.: diese Nachricht
überraschte alle, hat uns nicht (weiter) überrascht;
Überleitung — überraschen
von etw. (unangenehm) überrascht sein; die Post
ging überraschend (unerwartet) schnell; ein über
raschender Erfolg — 4 . jmdn. mit etw. ü. jmdm.
m it etw. eine unerwartete Freude bereiten: jmdn.
mit einem Geschenk, seinem Besuch ü .; -raschung,
die;
-e n 1. jo. PL; zu -raschen 3/ das Über
raschtsein: vor Ü. sprachlos sein; zu seiner Ü .
mußte er hören, daß ...
—
2. unerwartetes
Geschehnis, Ereignis: eine unangenehme, böse
Ü.; das ist aber eine Ü . (unerwartete Freude)\
—
3. für jmdn. eine kleine Ü . (ein kleines
Geschenk) kaufen; -raschungseffekt, der auf Über
raschung (1) beruhender Effekt; -rechnen /hat
überrechnet/ etw. zur Kontrolle, prüfend (noch
einmal) durchrechnen: seine Ausgaben, den K o sten
voranschlag ü.; alle Aufgaben noch einmal ü.;
-rgden /hat überredet/ jmdn. zu etw. ü. jmdn.
durch Zureden dazu bringen, daß er etw. tut, was
er ursprünglich nicht tun wollte: jmdn. zu einem
Kauf, zum Mitkommen ü.;
- r edungskunst, die
Fähigkeit, jmdn. zu etw. zu überreden: er bot all
seine Ü. auf, um ihn davon abzubringen; -reichen
/hat überreicht/ jmdm. etw. (in feierlicher Form)
geben: jmdm. eine Urkunde, Blumen ü.;
-r eif
jAdj.; von Früchtenf: die Bananen sind ü. (haben
den richtigen Reifegrad bereits überschritten); -reizen
/hat überreizt/ etw., jmdn. durch zu große Bela
stung (der Nerven) zu stark reizen: durch den Streß
wurde er, wurden seine Nerven überreizt; fvorw.
im Part. Prät.j überreizt sein: seine Augen sind
durch die Sonneneinstrahlung überreizt; -rennen
/hat überrannt/ 1. jmdn., etw. umrennen: er hätte
mich beinahe überrannt — 2 . die gegnerischen
Stellungen ü. (im Sturmangriff nehmen und weiter
vorrücken); <> von den Ereignissen überrannt
(überrascht 2) werden; -rest, der fvorw. Pl.f: die
Überreste (Reste) der Mahlzeit; + die sterblichen
Überreste (jmds. Leichnam); -rieseln /ha t über
rieselt/ 1. etw . überrieselt etw . (etw. fließt rieselnd
über etw. hinweg) — 2 . etw. überrieselt (uberläuft)
jmdn.: mich überrieselte ein Schauer; -rollen /hat
überrollt/ 1. jmdn., etw. im Rollen, Fahren mit er
fassen und darüber hinwegrollen: die Skifahrer wur
den von einer Lawine überrollt — 2. die gegneri
schen Stellungen, den Gegner ü. (mit Panzern über-
rennen 2); -rumpeln /hat überrumpelt/: den Gegner
ü. (völlig unerwartet angreifen, so daß er völlig über
rascht ist); O jmdn. mit seinem Besuch ü. (jmdn.
völlig überraschend besuchen); -runden /hat über
rundet/ jmdn. bei einem W ettlauf, einer Wettfahrt
um eine od. mehrere Runden überholen: der R en n
fahrer hatte bald alle überrundet; O der Junge
überrundete (übertraf 1) alle Mitschüler
übers /Präp. über + Akk. (das) von xdas/; / 1über
1.2 .1
— 1.2.5, 2.1, 3.1 —3.3, 3.4.2, 4
über| -sät /A dj.; nicht adv.f etw. ist mit etw. ü. etw.
ist mit etw. dicht bedeckt: sein Gesicht ist mit Pik-
keln ü.; ein mit Steinen übersäter Weg; -sättigt
/Adj.; nicht adv.f: voh etw. ü. (bis zum Überdruß
gesättigt) sein
Überschall! -flug ze u g , das m it Überschallgeschwin
digkeit fliegendes Flugzeug; -geschwindigkeit, die jo.
Pl.j Geschwindigkeit, die größer ist als die des Schalls
über/Über| -schatten, überschattete, hat über
schattet etw. überschattet etw. etw. wirft Schatten
über etw.: die Eiche überschattet die Bank; <Q>seine
letzten Lebensjahre waren v o n K rankheit über
1182
Überraschung — Überschuß
schattet (beeinträchtigt, getrübt); -schätzen /hat
überschätzt/ etw., jmdn., sich zu hoch einschätzen*
bewerten: er hat seine K räfte, Fähigkeiten, den
Wert dieser Sache überschätzt; -schauen /hat
überschaut/ 1. etw. überblicken (1): vom Berg aus-
das Tal ü. (können); von diesem Platz konnte er
alles gut ü. — 2t etw. überblicken (2): diese kompli
zierten Zusammenhänge sind schwer zu ü .;
- s chäumen /ist übergeschäumt/ etw. schäumt über
etw. läuft schäumend über den R a nd eines Gefäßes:
der Sekt schäumte über; O ein überschäumende&
(nicht zu zügelndes) Temperament haben; -schlafen
/hat überschlafen/ umg.: eine Sache ü. (eine Nacht
über eine Sache hingehen lassen, bevor man über sie
eine endgültige Entscheidung fällt); -schlag, der
1. ungefähre Berechnung: einen Ü. der Reisekosten
machen — 2, Turnen ganze Drehung des Körpers
um die eigene Querachse; 1-schlagen I. /hat, ist
übergeschlagen/ 1, (hat) die Beine ü. (im Sitzen ein
Bein über das andere legen) — 2. (ist) ein Funke
ist übergeschlagen (übergesprungen 1.1) — II . /ha t
überschlagen/ 1. sich um die eigene (Quer)achse
drehen: das A uto überschlug sich mehrmals; O
sich vor Eifer ü. (übertrieben eifrig sein); die N a ch-
richten über diesen Fall ü. sich fast (eine Nach
richt folgt unmittelbar auf die andere) — 2 . jmds.
Stimme überschlägt sich (klingt plötzlich sehr hoch
und schrill) — 3 . ein Kapitel im Buch ü. (beim
Lesen auslassen) — 4 . etw. ungefähr berechnen: die
Kosten ü .; 2-schlagen fAdj.; nicht adv.f nicht ganz
kalt, mäßig warm: das Bier ist ü.; überschlagenes
Wasser; -schnappen /ist übergeschnappt/ um g .
1. jmd. schnappt über jmd. verliert den Verstand:
er bildet sich so viel auf seinen Erfolg ein, daß er
bald überschnappt; übergeschnappt (nicht ganz
bei Verstand, ein bißchen verrückt) sein — 2 . jmds.
Stimme schnappt über (überschlägt sich); -schnei
den, sich /hat sich überschnitten/ 1. sich in einem
Punkt, mehreren Punkten schneiden (8) und dabei
teilweise Übereinanderhängen: die beiden Kreise ü-
sich — 2 . die beiden Sendungen ü. sich (fallen zeit
lich zusammen); diese Probleme ü. sich (berühren
sich inhaltlich); -schreiben /hat überschrieben/
1. jmdm., auf jmdn. etw. ü . jmdm. etw. schriftlich*
notariell übereignen: jmdm. ein Grundstück ü.; er
hat das Geschäft auf seinen Sohn ü. lassen — 2 . etw.*
bes. einen Text, m it einer Überschrift versehen: wie
ist dieses K apitel überschrieben?; zu 1 -Schreibung,
die; -schreien /hat überschrien/ jmdn. durch
Schreien übertönen: der Redner wurde vo n der
Menge überschrien; -schreiten /hat überschritten/
1. etw. ü . : Gleise, eine Grenze ü. (über Gleise, eine
Grenze gehen); O er h at die Siebzig bereits über
schritten (ist über 70 Jahre alt); die Ausgaben ü.
(sind größer als) die Einnahmen — 2 . eine Vor
schrift, eine (festgesetzte) oberste Grenze nicht ein-
halten, sich nicht an ein bestimmtes M aß halten:
seine Befugnisse, einen Termin, den Etat ü.; die
zulässige Höchstgeschwindigkeit ü.;
-Schrift, die
aus einem od. mehreren Wörtern, auch einem S a tz
bestehender sprachlicher Ausdruck, der einem Tex t,
bes. einem Aufsatz, Artikel, als Hinweis auf da&
Thema, den Inh alt vorangestellt ist; ^schliß, der
/PL -schüsse/ 1. erwirtschafteter Reing ew inn : einen
Ü. erzielen — 2 . über den eigentlichen Bedarf, ein
bestimmtes M aß hinausgehende Menge: einen Ü.
an etw. haben; der Ü. an Geburten (die größere
überschüssig — überstreifen
1183
Zahl von Geburten gegenüber den Sterbefällen); zu 2
- s chlissig jAdj.; nicht adv./ über den eigentlichen
Bedarf, ein bestimmtes M aß hinausgehend: über
schüssige Gelder; er muß seine überschüssige Kraft
austoben; -schütten /hat überschüttet/ 1. jmdn.,
-etw. mit etw. ü. etw. über jmdn., etw. schütten:
jmdn. mit einem Eimer Wasser ü. — 2 . jmdn. mit
etw. überhäufen: jmdn. m it Geschenken ü .; er
wurde mit Fragen überschüttet (ihm wurden sehr
viele Fragen gestellt); -schwang, der Jin den
Verbindungen/ im Ü . (im emotionalen Übermaß)
der B egeisterung, seiner Gefühle; voll, voller U.
(überschwenglich) sein; ^schwappen /ist, hat über
geschwappt/ umg. etw. schwappt über etw.
schwappt über den Rand eines Gefäßes: das Wasser
{im Eimer) ist übergeschwappt; -schwemmen /hat
überschwemmt/ 1. etw. ü . über etw. hinwegfließen
und es ganz bedecken: das Hochwasser hat große
Teile der Stadt überschwemmt — 2« etw., jmdn.
m it etw. zu reichlich versehen: der Markt war, wurde
mit Äpfeln überschwemmt; dazu -schwemmung,
die; -,
- e n; -schvvenglich /A dj./ übermäßig und über-
trieben gefühlvoll: überschwengliche Briefe schrei
ben; sich ü. bedanken; -see jin den Verbindungen/
in, nach, aus Ü. in, nach, aus einem Land jenseits
des Ozeans: sie waren nach Ü. ausgewandert
Übersee| -h afe n , der H afen für den Überseeverkehr;
- verkehr, der Verkehr nach, aus Übersee
über/Über| -sehbar jAdj.; zu -sehen IL1,2/; zu II.2:
der Schaden ist noch nicht ü .; -sehen I. /hat über
gesehen/ sich etw. ü . einer Sache überdrüssig wer
den, wenn man sie zu oft sieht: dieses Muster sieht
man sich leicht über — II . /hat übersehen/ 1. etw.
überblicken (1): von hier aus kann man das ganze
Tal ü. — 2 . etw. überblicken (2): das ganze Ausmaß
der Katastrophe laßt sich noch nicht ü.
—
8.1 .
etw., jmdn. versehentlich nicht sehen, beachten: beim
Durchlesen Fehler \ü.; er h at das Verkehrsschild
ü. 8 .2 . jmdn., etw. nicht sehen, beachten wollen,
jmdn., etw. ignorieren: man übersah ihn einfach;
- s ein /ist übergewesen; Präs. u. Prät. /* 2über 3/
- s e nden /hat übersandt, auch übersendet/ jmdm.
etw. senden, schicken: er übersandte ihm Glück
wünsche; -setzen I. /hat, ist übergesetzt/1.1 . jmdn.
m it einem Boot, einer Fähre ans andere Ufer fahren
(hat): der Fährmann hat uns übergesetzt 1.2 . mit
einem Boot, einer Fähre ans andere Üfer fahren (ist):
die Truppen sind im Morgengrauen übergesetzt —
II. /hat übersetzt/ etw. (in eine andere Sprache) ü.
einen Text schriftlich od. mündlich in einer anderen
Sprache wiedergeben: das Buch wurde in mehrere
Sprachen übersetzt; -setzer, der /zu -setzen II/
jm d ., der (beruflich) übersetzt; -Setzung , die; -,
-en
I. jzu -setzen II/ 1. das Übersetzen: eine wörtliche,
freie, schriftliche Ü. des Textes — 2 . das Übersetzte:
eine Ü. anfertigen; der Roman liegt jetzt in der Ü.
(Übersetzt) vor — II. T echn. das Verhältnis der
Drehzahlen zweier Räder, Wellen: eine andere Ü.
einsch alten; -setzungsbüro, das Einrichtung, in der
gegen Honorar schriftliche Übersetzungen angefertigt
werden; -sieht, die 1. fo. PI ./ Überblick (2.2): nicht
genügend Ü. (über etw.) haben — 2 . (in einer Zu
sammenfassung) vermittelte umfassende Darstellung
eines bestimmten Fachgebiets: eine Ü . über die
französische Literatur; -sichtlich /Adj./ 1. gut zu
überblicken (1): übersichtliches Gelände — 2 . klar
geordnet, gut und schnell lesbar, erfaßbar: eine über
sichtliche Darstellung; etw. ü. anordnen; -siedeln
/ist übergesiedelt, auch übersiedelt/ seinen Wohn
sitz in einen anderen Ort, in ein anderes Land ver
legen : er ist nach Dresden übergesiedelt, übersiedelt;
dazu -sied(e)lung, auch -sied(e)lang, die; ^sinnlich
jA dj.j scheinbar Über das sinnlich Erfahrbare
hinausgehend; -spannen /hat überspannt; /
auch -spannt/ 1. etw. überspannt etw. etw. führt
(in weitem Bogen) über etw. hinweg: eine Brücke
überspannt das Tal — 2 . etw. mit Stoff, Folie ü.
(bespannen) — 3 . das Seil, eine Saite, Feder ü. (zu
straff spannen); + den / Bogen ü .; -spannt fAdj.;
/ auch -spannen/ das M aß des Vernünftigen, Z u
mutbaren überschreitend, verstiegen: überspannte
Ideen; jmd. ist ü. (ein bißchen verrückt); dazu
- spanntheit, die; -,
-e n; -spielen /hat überspielt/
1. Unangenehmes od. Peinliches durch geschicktes
Verhalten andere nicht merken lassen: er überspielte
seine Unsicherheit, diese Taktlosigkeit — 2 .
Techn. Film Rundf. eine akustische Aufnahme
von einem Tonträger auf einen anderen bringen:
eine Schallplatte auf ein Tonband ü .; -spitzen /hat
überspitzt/ etw. in unvernünftiger Weise genau,
spitzfindig behandeln: eine Angelegenheit (nicht)
ü.; das ist überspitzt formuliert; überspitzte (über
triebene) Forderungen; -springen I . /ist überge
sprungen/ 1. das Feuer, ein Funke ist übergesprun
gen (ist von einer Stelle zu einer anderen rasch ge
wechselt) — 2 . auf ein anderes Thema ü. (unver
m ittelt zu einem anderen Thema übergehen) — H .
/hat übersprungen/ 1. etw. ü. über etw. hinweg-
springen: einen Graben, Zaun, ein Hindernis ü. *
—
2. einige Seiten im Buch ü. (beim Lesen auslassen);
- sprudeln /ist übergesprudelt/ etw. sprudelt über
etw. läuft sprudelnd über den R and eines Gefäßes:
das kochende Wasser sprudelt über; O von, vor
neuen Ideen ü. (sehr viele und neue Ideen haben);
ein üb ersprudelndes (sehr lebhaftes) Temperament;
-spülen /hat überspült/ etw. ü. über etw. fluten und
ganz m it Wasser bedecken: die W ellen ü. den Strand,
das Deck; ^staatlich fAdj./ über den einzelnen Staat
hinausgehend, verschiedene Staaten umfassend: eine
überstaatliche Institution; -ständig JAdj.j: über
s tändige (übriggebliebene und überalterte) Waren;
- stehen I. /hat übergestanden/ überragen (I): ein
überstehendes Dach — Dt. /hat überstanden/ etw.,
was nicht leicht zu durchstehen, zu ertragen ist, be
wältigen, überwinden: eine K rankheit, Gefahr ü.;
er hat die Prüfung gut überstanden; -steigen /hat
überstiegen/1. etw. ü. über etw. steigen: einen Zaun
ü. — 2 . etw. übersteigt etw.: die Nachfrage über
stieg (war größer als) das Angebot; das übersteigt
(ist zuviel für) meine K räfte, unsere finanziellen
Möglichkeiten; -steigern /hat übersteigert/ etw.
z u sehr steigern, etw. übertreiben: er üb ersteigerte
seine Forderungen; ein übersteigertes Selbst
bewußtsein, Verantwortungsbewußtsein; etw. über
steigert darstellen; -stellen /hat überstellt/: der
Häftling wurde dem Gericht überstellt (übergeben
2.1); -stimmen /hat überstimmt/ jmdn. durch Stim
menmehrheit besiegen: die Befürworter des Vor
schlags wurden überstimmt; etw. ü .: der Antrag
wurde überstimmt (mit Stimmenmehrheit abgelehnt);
- strahlen /hat überstrahlt/ etw. durch noch größere
Wirkung verblassen lassen: dieser Erfolg überstrahlt
alle seine voraufgegangenen Siege; -streifen /hat
übergestreift/ ein Kleidungsstück schnell und ohne
1184
überströmen — überweisen
besondere Sorgfalt überziehen: sich ein Kleid, die
Handschuhe ü.;
-strömen I. /ist übergeströmt/
etw. strömt über (etw. strömt über den Rand eines
Gefäßes); O überströmende (sehr große, deutlich
gezeigte) Freude —* II. /hat überströmt/ etw. über-
schwemmen (1): der Fluß h at die Niederung über
strömt; ein von Tränen, Schweiß überströmtes
(bedecktes 1.2) Gesicht; -stunde, die jvorw. Pl.f
über die festgelegte A rbeitszeit hinaus für den Betrieb
geleistete Arbeitsstunde: Überstunden machen, be
zahlen; -stürzen /hat überstürzt/1.1 . etw. zu schnell
ohne genügende Überlegung, Vorbereitung tun: eine
Entscheidung ü.; eine überstürzte Abreise; über
stürze nichts! 1.2 . sich (bei etw.) ü. etw. in sehr
großer Hast tun : er überstürzte sich beim Erzählen,
Essen — 2 . die Ereignisse, Nachrichten überstürz
ten sich (folgten sehr schnell aufeinander); -tage
fAdv.f Berg m .: ü. (nicht unter der Erdoberfläche)
arbeiten; -tölpeln jsw. Vb.; hat übertölpelt/ jmdn.
in plu mp er Weise übervorteilen, betrügen: sich
(nicht) ü. lassen; -tönen /hat übertönt/ jmdn., etw.
an Tonstärke übertreffen und dadurch unhörbar
machen: der Lärm des Flugzeugs übertönte uns,
den Lautsprecher jitrag,der; -(e)s, -trägeWirtsch.
Summe, die als Ergebnis von einer Seite auf die
nächste Seite übertragen w ird; -tragbar jA d j.; nicht
adv.j 1. fzu -tragen 5.2 u. 8/; zu 5: diese Methode
ist auch auf andere Gebiete ü. (anwendbar); zu 8:
eine übertragbare (ansteckende) Krankheit — 2 .
diese Eintrittskarte ist nicht ü. (ist in der Benutzung
a uf den Besitzer beschränkt); 1-tragen /hat über
tragen/ 1. etw. als Übertragung senden: ein Konzert,
Fußballspiel original ü.
—
2. etw. überspielen (2):
eine Schallplattenaufnahme auf Band ü. — 8 . etw.
bereits Geschriebenes, Gezeichnetes unverä ndert noch
einmal an eine andere Stelle schreiben, zeichnen: den
Aufsatz ins H eft ü.; Korrekturen (in ein anderes
Exemplar) ü. — 4 .1 . etw. übersetzen (II): ein Buch
vom Russischen ins Deutsche ü. 4 .2 . etw. in eine
andere Form bringen: ein Stenogramm in Lang
schriftü. — 5. etw. auf etw. ü. 5.1. /von einem tech
nischen Teil/ einen Vorgang von einem T eilbe
reich) zu einem anderen bringen: die Achse über
trägt den Antrieb auf die Räder 5.2 . etw. auf etw.
anderes anwenden: das läßt sich nicht auf die dor
tigen Verhältnisse ü.
—
6. jmdm. etw. ü. jmdm.
den Auftrag geben, etw. zu tun, zu übernehmen:
jmdm. eine Arbeit, die Leitung von etw. ü.
—
7. etw. überträgt sich auf jmdn.: seine Unruhe
übertrug sich auf die anderen (die anderen wurden
auch unruhig) — 8 . eine Krankheit auf jmdn. ü.
(bewirken, daß Krankheitserreger bei einem anderen
Organismus eine K rankheit verursachen); 2-tragen
fA dj.f: die übertragene (sinnbildliche, metapho
rische) Bedeutung eines W ortes; -tr&gung, die;
-,
-e n 1. Sendung in Ton, Bild vom Ort der Veran
staltung aus: die Ü. des Fußballspiels beginnt um
20Uhr —2.jzu -tragen4—6,8/; zu 4.1: derArti
kel ist eine Ü. (Übersetzung) aus dem Russischen;
zu 4.2: die Ü. von kyrillischer Schrift in lateinische
Buchstaben; zu 6: die U. einer Funktion, Aufgabe;
zu 8: die Ü. der Schlafkrankheit durch die Tsetse
fliege; -tragungswagen, der Rundf. Fernsehen
Kraftwagen, der m it allen technischen Einrichtungen
zu r Übertragung und Aufzeichnung von Rundfunk-,
Fernsehsendungen ausgerüstet ist; -treffen /hat
übertroffen/ 1. jmdn., etw. (an etw.) ü. (in bezug
auf etw.) mehr leisten, besser sein als jmd., etw.i
jmdn. an Fleiß, Ausdauer ü.; mit dieser Leistung
hat er sich selbst übertroffen (hat er mehr als je
zuvor, mehr, als m an von ihm erwartete, geleistet) —
2. etw. übertrifft etw .: das übertrifft die schlimm
sten Befürchtungen (ist schlimmer, als man be
fürchtet hat); -treiben /hat übertrieben/ 1.1. etw. in,
einer Äußerung größer, besser, schlimmer erscheinen
lassen, als es in Wirklichkeit ist: er übertreibt im
mer, maßlos 1.2 . etw. ü. in bezug auf etw. die Gren
zen des Möglichen, Üblichen überschreiten: er sollte
seine Ansprüche, so llte es rfciit seinen Ansprüchen
nicht ü.; übertriebene (allzu große) Angst, B e
scheidenheit; übertrieben ehrgeizig, sparsam sein;
dazu -trejbung, die; -,
-e n; -treten I. /ist, hat über
getreten/ 1. Sport über die für den Absprung, Ab
wurf vorgeschriebene M arkierung hinweg treten (ist,
hat): sein Sprung ist ungültig, weil er übergetreten
ist, hat — 2. (ist) der Fluß ist übergetreten (ist über
das Ufer getreten) — 3 . zu etw. ü. eine Mitglied
schaft, Anschauung aufgeben und sich einer anderen
Anschauung, Organisation anschließen (ist): er trat
von der SPD zur KPD über — II. /hat übertreten/
ein Gesetz, Verbot nicht einhalten: eine Vorschrift,
Anordnung ü.; zu II -tretung, die; -, -en; -tritt, der
das Übertreten (L3): sein Ü. zur K PD; -trumpfen
fsw. Vb.; hat übertrumpft/ jmdn. übertreffen (1):
sie versuchten, sich gegenseitig zu ü.;
-Völkern
jsw. Vb.; hat übervölkert/: Menschen ü. einen Ort
(zuviele Menschen kommen an einen Ort); die Ur
lauber ü. den Strand; -dazu -VQlkerung, die; -en
jvorw. 8g.j zu große Bevölkerungsdichte; «voll jAdj.f
allzu voll: ein übervoller Zug; der Zug war ü.; -vor
teilen jsw , Vb. ; hat übervorteilt/ jmdn. ü. sich auf
jmds. Kosten einen Vorteil verschaffen, bereichern:
er versuchte, ihn bei dem Tausch zu ü.; -wachen
/hat überwacht/ jmdn., etw. bes. durch Beobachtung
(ständig) unter Kontrolle halten: jmdn. Tag und
Nacht ü. lassen; die Polizei überwachte den Ver
kehr; dazu -wachung, die; -,
- e n; -wallen I. /ist
übergewallt/ etw. wallt über etw. fließt kochend
über den Rand eines Gefäßes: die Milch ist über
gewallt — II . /hat überwallt/ geh. etw. überwallt
jmdn. etw. überkommt (1) jmdn .: Gefühle des Zorns,
der Liebe überwallten ihn; -wältigen jsw. Vb.; hat
überwältigt; / auch -wältigend/ 1. jmdn. (durch
körperliche Gewalt) bezwingen: die Flugzeugent
führer konnten überwältigt werden — 2 . etw. über
wältigt jmdn. etw. erfaßt jmdn. mit unwidersteh
licher Gewalt: Angst überwältigte ihn; von Müdig
keit überwältigt schlief er ein; -wältigend jA dj.;
/ auch -wältigen 2/ 1.1 . großartig und sehr ein
drucksvoll: ein überwältigender Anblick, Eindruck;
seine Leistungen sind nicht gerade ü. (sind mittel
mäßig) 1.2 . die Resolution wurde mit überwältigen
der (beeindruckend großer) Mehrheit ang eno m m en;
- wechseln /ist überg ew ech selt/1. sich von einer Stelle
zu einer anderen begeben: das Auto ist auf die
Mittelspur übergewechselt — 2 . zu etw. ü. 2 .1 . zu
etw. übergehen (1.1 .1): zur Gegenpartei ü. 2 .2 . zu
etw. übergehen (1.1 .2): zu einem anderen Thema ü .;
- weisen /hat überwiesen/ 1. jmd m . Geld durch eine
Bank od. die Post zustellen: er hat ihm den Betrag
überwiesen, läßt sich sein Genalt auf ein Konto ü.
—
2. der Arzt hat den Patienten zum Facharzt
überwiesen (mittels eines Überweisungsscheines zur
weiteren Behandlung zu einem Facharzt geschickt);
dazu -Weisung, die; -weisungsschein, der vom be
handelnden A rz t auszustellender Schein, m it dem die
weitere Behandlung eines K rank en einem anderen
Arzt, bes. einem Facharzt, übertragen wird; -werfen
I. /hat übergeworfen/ sich, jmdm. etw. schnell, ?ose
2Überhängen: sich eine Jacke ü.
—
II. /hat sich
überworfen/ sich mit jmdm. ü. sicA jmdm. durch
Streit entzweien, verfeinden: er überwarf sich mit
seinem Sohn; die Verwandten haben sich wegen
derErbschaft überworfen;-wiegen /hat überwogen;
/ auch -wiegend/ 1.1 . das Übergewicht haben, t?or-
herrsehen: die Zahl der Befürworter des Antrags
überwog 1.2 . etw. überwiegt etw. etw. ist stärker
als etw.: seine Neugier überwog alle Skrupel, B e
denken; ^wiegend, -wiegend /Adj.; nicht präd.; /
auch -wiegen/ 1 .1 . fattr./ der überwiegende (größte)
Teil der Bevölkerung 1.2. fadv.f das Wetter war ü.
(vorwiegend, hauptsächlich) niederschlagsfrei; in
dieser Abteilung arbeiten ü. Frauen; -wmden /hat
überwunden/ 1.1 . etw. physisch bewältigen: die B ad
fahrer mußten eine große Steigung ü.; ein Hinder
nis ü. 1 .2 . etw. psychisch bewältigen: endlich über
wand er seine Abneigung; er brauchte Jahre, um
diese Enttäuschung zu ü. (um über diese Enttäu
schung hinwegzukommen); ein überwundener (ver
alteter) Standpunkt 1.8. sich ü. sich dazu durchrin
gen, etw. zu tun, was einem schwerfällt: er konnte
sich nur schwer ü., dieser Sache zuzustimmen; dazu
-Windung, die fvorw. Sg.f; -wjntern /sw. Vb.; hat
überwintert/ 1. ein Tier, jmd., etw. überwintert
irgendwo ein Tier, jmd. verbringt den Winter an
einem bestimmten Ort: Störche ü. größtenteils in
Afrika; die Polarforscher wollen in der Station M
ü .; der H amster überwintert (hält den Winterschlaf)
in seinem Bau — 2. Dahlien, Geranien im Keller
ü. (sie den Winter hindurch im Keller überdauern
lassen); -wölben /hat überwölbt/ etw. überwölbt
etw. etw. überspannt etw. m it einer Wölbung: eine
Kuppel überwölbt den Raum; -wuchern /hat über
wuchert/ etw. wuchernd bedecken: das Unkraut hat
die jungen Pflanzen überwuchert; eine von Efeu,
Weinlaub überwucherte Laube; -zahl, die /in der
Verbindung! in der Ü. in größerer Anzahl als die
anderen: die Frauen waren, erschienen in der Ü.;
- zahlen /hat überzählt/ etw. (noch einmal) zählen,
nachzählen: sein Geld ü.; -zählig fAdj./ zuviel vor
handen, überschüssig: überzählige E xem plare; wir
sind hier ü. (überflüssig); -zeichnen /ha t über
zeichnet/: eine Figur in einem Roman, Drama ü.
(bestimmte M erkmale in ihrer Darstellung so über
betonen, daß sie verzeichnet 2.2 ist); -zeitlich /A dj.;
nicht ad v.j hinsichtlich der (künstlerischen) Bedeu
tung, Aussage für lange Zeit, länger als in der Gegen
wart gültig: ein Kunstwerk von überzeitlicher Be
deutung; -zeugen /hat überzeugt; / auch -zeu
gend, -zeugt/ 1. jmdn. durch Argumente dazu brin
gen, daß er etw. als richtig anerkennt: jmdn. von der
Schuld eines anderen, von der Richtigkeit einer
Sache ü.; er war nicht zu ü., überzeugt, daß
von jmds. Unschuld überzeugt sein — 2. sich durch
Nach-, Überprüfen Gewißheit über etw. verschaffen:
sich von der Glaubwürdigkeit einer Aussage ü .; er
überzeugte sich selbst, ob alle Fenster geschlossen
sind; sich mit eigenen Augen ü., daß ...; -zeugend
/A dj.; / auch -zeugen, -zeugt/ einleuchtend, glaub
haft: überzeugende Gründe, Beweise für etw. ha
ben; etw. ü. darstellen; -zeugt /Adj.; nicht adv.; /
auch -zeugen, -zeugend/ der Bichtigkeit, Gültigkeit
von etw. sicher: ein überzeugter Anhänger dieser
Anschauung; er ist sehr von sich selbst ü. (ist sehr
selbstbewußt); -Zeugung, die das Überzeugtsein:
die politische Ü. eines Menschen; etw. aus fester,
in, mit innerster Ü. tun; für seine Ü. kämpfen;
meiner Ü. nach, nach meiner Ü. war das anders;
+ etw. im /* Brustton der Ü. sagen; -zeugungs-
kraft, die fo. P l.j Fähigkeit, K raft zu überzeugen;
- ziehen I. /hat übergezogen/ ein Kleidungsstück
über den Körp er od. über ein anderes Kleidungsstück
anziehen: er hat noch einen Pullover übergezogen
*— II . /hat überzogen/ 1. etw. mit etw. ü. 1.1. etw.
mit einer Schicht (aus etw.) bedecken: den Kuchen
mit Schokolade ü .; die Maschinenteile sind mit
einer Isolierschicht überzogen 1.2. etw. (mit etw.)
beziehen: die Sessel mit Leder, neu ü.; die Betten
sind frisch überzogen — 2. tiefe Röte überzog (be
deckte) ihr Gesicht; der Himmel hat sich mit Wol
ken überzogen (ist von Wolken bedeckt) — 3.1. er
hat bei dem Vortrag (die Zeit) überzogen (die fest
gesetzte Zeit überschritten) 8.2. diese Figur wirkt
überzogen (überzeichnet) 3.3 . B ank das Konto ü.
(mehr Geld abheben, als auf dem Konto steht); -j-
um g. jmdm. eins, ein paar ü. (jmdm. einen Schlag,
Schläge mit dem Stock, der Peitsche versetzen) ;
-züchtet /Adj.; nicht adv.; von Tieren und Pflanzen/
durch einseitige od. übertriebene Züchtung i n be
stimmten Merkmalen und Anlagen oft auf Kosten
der Gesundheit, Widerstandsfähigkeit über das
Normale hinaus entwickelt: diese Hunderasse ist ü.;
- zug, der 1.1. Schicht, m it der etw. bedeckt wird, ist:
die Torte hat einen Ü. aus Schokolade; der Stahl
ist mit einem Ü. aus Aluminium versehen 1.2. aus
wechselbare Hülle, die über etw. gezogen wird, B ezug :
die Betten hatten bunte Überzüge
Üblich /A dj.; nicht ad v.j einer (allgemeinen) Ge
pflogenheit entsprechend, gebräuchlich: die üblich e
Methode; etw. zu den üblichen Bedingungen ver
einbaren; dort ist ü., daß ...; das ist nicht mehr ü.;.
wie ü. (immer 1.1), kam er zu spät
U-Boot, das [u:..] /Kurzw. für Unterseeboot/ s*
Unterseeboot
übrig /A dj.; nicht adv./ 1.1. als Best zurückgeblieben+
nicht verbraucht: der übrige Kuchen; von dem Stoff
ist nichts mehr ü. 1 .2 . /nicht präd./ die übrigen
(anderen 1) wußten davon nichts; alles, das übiyge-
(Weitere 1) besprechen wir morgen
+ im übrigen (übrigens); ein übriges tu n (mehr, tun
als erwartet, verlangt wird); etwas für jmdn. ü .
haben (jmdn. sympathisch finden, gern haben);
etwas für etw. ü. haben (für etw. Interesse, eine
Vorliebe haben)
übrig| -behalten /Vb./ etw. als Best behalten: er hat
keine einzige Mark ü .; -bleiben / Vb./ als Best Zurück
bleiben: v o n der Schokolade blieb nichts übrig-
+ jmdm. bleibt nichts (anderes) übrig, als . . . (jmd.
hat keine andere Wahl, als ...)
übrigens /A dv.j nebenbei bemerkt, gesagt: du könn
test mir ü. einen Gefallen tun; ü., habe ich dir
schon gesagt, daß ...?
übrig|lassen /Vb./ etw. als Best zurücklassen: man
hat mir von dem Kuchen nichts übriggelassen (auf
gehoben 2.2); -f- etw. läßt zu
wünschen übrig
Übung, die;
-en 1./o. PI.; zu üben 1/1.1. das
Üben: das macht alles nur die Ü. 1.2. durch Üben
erlangte Fertigkeit, Geschicklichkeit: ihm fehlt es an
Überweisung — Übung
1185
Ü.; in etw. Ü . haben; in der Ü. sein, bleiben; aus
der Ü. kommen — 2 . häufig und regelmäßig wieder-
holte Handlung zum Zweck des Lernens und zur Stei
gerung der Fertigkeit, Geschicklichkeit: durch Übun
gen die Fertigkeiten steigern — 8 . seminaristische
Unterrichtsstunden an Hochschulen: eine Ü. a n
setzen, abhalten; an einer Ü. teilnehmen — 4 .-4 6 -
lauf, Folge turnerischer Bewegungen: gymnastische
Übungen; eine schwierige Ü. am Barren zeigen —
5. für den Ernstfall geprobter Einsatz: dieser Alarm
diente der Feuerwehr nur als Ü .; eine militärische
Ü.
Übungsj -flug, der; -leiter, der S p o rt Leiter einer
(außerschulischen) Sportgruppe, Sektion; -stück, das
/PI.
-e/ kurzes M usikstück, das dazu dient, das
Spielen auf einem Instrument zu erlernen
Ufer, das; -s, - unmittelbar an ein (fließendes) Ge
wässer angrenzender Streifen La nd : ein steiles,
flaches, befestigtes U .; der Fluß trat über die U.
yfer|los fA dj.f: eine uferlose (nicht enden wollende)
Diskussion
+ etw. führt, geht ins uferlose (sprengt den Rahmen,
geht über das vertretbare M aß hinaus)
U-förmig fAdj.f [u:..] ein U-förmiges Eisen, Rohr
Uhr, die;
- e n 1. der Anzeige der Zeit dienendes
Gerät in verschiedenster Form und Größe, das meist
m it dem Uhrwerk, einem Zifferblatt und zwei
Zeigern versehen ist: die U . stellen, aufziehen; die
U. geht nach, vor, genau, tickt, steht, ist ab
gelaufen; die U . schlägt zehn (gibt durch Schlagen
an, daß es zehn Uhr ist); auf die, nach der U. sehen
(feststellen, wie spät es isf) — 2 . /bezeichnet in Zeit
angaben die volle Stunde/: es ist genau Punkt,
Schlag zehn U.; es ist zwei U. nachts; wieviel U.
(wie spät) ist es?; von zwölf U. bis vierzehn U. ist
Mittagspause; fünf U. und dreizehn Minuten;
12.10 U . /sprich: zwölf Uhr zehn/
+ fbes. von Betrieben, M aschinen, Menschen/ rund
um die U . ohne Unterbrechung, Stillstand: rund um
die U. arbeiten
Uhr(en) [armband, das schmales, flaches Gebilde bes.
aus Leder, Metall, m it dem die Armbanduhr am
Handgelenk befestigt w ird
Uhr) -feder, die Feder (3), die das Uhrwerk in
Gang hält; -macher, der; -s, - Handwerker, der
Uhren repariert; -werk, das Räderwerk, Vorrich
tungen zum Antrieb der Zeiger einer Uhr; -zeiger,
der einer der Zeiger der Uhr, der die Stunde od.
Minute anzeigt; -Zeigerrichtung, die jo. Pl.f Rich
tung im Kreis von links nach rechts, die der Bewe
gung des Uhrzeigers entspricht: eine Bewegung in,
entgegen der U .; -zeit, die die durch die Uhr ange
zeigte Zeit
Uhu, der; -s, -s größte europäische Eule
Ukas, der; Ukas(s)es, Ukas(s)e v era ltend , oft
scherzh . schriftlicher Erlaß: einen U. herausgeben
UKW /unflektiert u .o . Art.; Kurzw. für Ultra
kurzwelle/ [u:ka:ve:] s. Ultrakurzweile
UKW) -»Empfänger, der /K urzw . für Ultrakurzwel
lenempfänger/ s. Ultrakurzwellenempfäng er; - »Sen
der, der /Kurzw. für Ultrakurzwellensender/ s.
Ultrakurzwellensender
Ulk, der; -(e)s, -e fvorw. Sg.f Spaß, spaßhafter,
harmloser Unfug: (etw. nur aus) U. machen; (sei
nen) U. m it jmdm. treiben
ulk en fsw. Vb.; hat/ Ulk machen: mit jmdm. u.
ulkig fAdj.f 1.1 . spaßig (1): etw. u. erzählen 1.2 .
1186
Übungsflug —
u m g. merkwürdig, sonderbar: sein ulkiges Verhalten
Ulme, die; -, -n in vielen Arten vorkommender Laub
baum, der vor der Entfaltung seines Laubes blüht,
geflügelte, einsamige Früchte hat (und wertvolles
Nutzholz ergibt), Rüster
Ulster, der; -s, - 1 . jo. P l.f schwerer, oft doppelt ge
webter Mantelstoff — 2 . m eist zweireihiger, lose
fallender Herrenmantel aus 1
ultimativ, auch ultimativ fAdj.f in Form eines Ulti
matums: eine ultimative Forderung stellen
Ultimatum, das; -s, -s, auch Ultim a te n befristete
Forderung, für deren Nichterfüllung Gegenmaß
nahmen angedroht werden: (jmdm.) ein U. stellen;
ein U. zurückweisen
Ultimo, der; -s, -s letzter Tag des Monats: die Rech
nung bis U. bezahlen
Ultra , der; -s, -s fvorw. Pl.f Angehöriger aggressiver,
rechtsradikaler K reise
Ultrakurzwellc, die Phys. Rundf. / auchUKW/
1. elektromagnetische Welle mit einer Wellenlänge im
Bereich von 1 bis 10 Meter — 2 . fo. Pl.f Wellen
bereich von 1: die Sendung wird über U. aus
gestrahlt
Ultrakurzwellen) -empfänger, der / / auch UKW -
Empfäng er/ vgl.
- s e nder; -sender, der / / auch
UKW-Sender/ Sender für Ultrakurzwelle (2)
ultrarot, ultrarot fAdj.f P h y s . infrarot
Ultrarot, Ultrarot, das; -s, fo. Pl.f P hy s . Infrarot
Ultraschall, der fo. Pl.f Ph ys . Schall mit Schwin-
gungszdhlen über 20000 Hertz
Ultraschall)welle, die Schallwelle im Bereich des
Ultraschalls
Ultrastrahlung, die P h y s . Höhenstrahlung
ultraviolett, ultraviolett fA d j.f P h y s . zum Bereich
des Ultraviolett gehörend: ultraviolette Strahlen
Ultraviolett, Ultraviolett, da s; -s, fo. Pl.f P h y s .
nicht sichtbare Strahlen, die im Spektrum jenseits
des violetten Bereichs liegen
1um jPräp. mit Akk.; / auch ums/ 1.1. fräuml.f
1.1 .1 . /bezeichnet die kreis- od. bogenförmige Be
wegung od. Lage im Hinblick auf einen Bezugspunkt
in der Mitte; oft in Korrelation mit herum/: um das
Haus (herum)gehen; das Rad dreht sich um seine
Achse; den Arm um jmdn. legen; eine K ette um
den Hals tragen; einen Mantel um die Schulter
legen; die Wälder um Berlin herum (in der Um
gebung von Berlin) 1.1 .2 . /um + sich + Vb.; be
zeichnet die Richtung einer Tätigkeit, die sich von
einem Punkt aus nach allen Seiten erstreckt; der
Ton liegt, auf um/: ängstlich um sich blicken; wie
wild um sich schlagen 1.2 . fzeitl.f 1.2 .1 . /weist in
Verbindung m it der Uhrzeit auf einen bestimmten
Zeitpunkt hin/: der Vortrag beginnt um 20 Uhr;
wir kamen um zwölf Uhr dort an 1.2 .2 . /weist auf
eine ungefähre Zeitangabe hin; oft, bei Angabe der
Uhrzeit stets in Korrelation mit herum/: ich komme
um fünf Uhr herum; um Ostern (herum); das Haus
ist um 1900 (herum) gebaut 1.8 . /weist auf den
Grund und das Ziel einer Tätigkeit hin/: sich um
jmdn. sorgen; um jmdn. trauern; es ist schade um
die Zeit, die er darauf verwendet hat; Angst um
jmdn. haben; um eine Ausrede ist er nie verlegen
1.4 . /weist auf eine Differenz bei M aß-, Mengen
angaben/: das Brett ist um zehn Zentimeter zu
kurz; der Ausflug wurde um acht Tage ver
schoben; um nichts gebessert sein 1.5 .1 . /bezeichnet
m it gleichlautend wiederholtem Subst. eine konti-
2um — umblicken
1187
nuierlicke Aufeinanderfolge/: Stunde um Stunde
warten; sich Meter um Meter vorwärtsbewegen
1.5 .2 . / weist auf einen regelmäßigen Wechselj: er
kam einen Tag um den anderen (jeden zweiten
Tag) 1.6 . /in fester Abhängigkeit von Verben, Subst.j
1.6 .1 . /weist auf Zweck od. Ziel einer Tätigkeit hin/:
um Geld bitten; um etw. wetten; um Hilfe rufen;
der Kampf um den Frieden 1.6 .2 . /weist darauf hin,
daß etw., jmd. Thema od. Gegenstand von etw. ist/:
es handelt sich um folgendes
es ging um die
Kinder 1.6 .3 . /weist auf einen Verlust hin/: jmdn.
um sein Geld bringen — 2 . /in Verbindung mit
willen/ um + Gen. einesSubst.-j- willen veraltend
wegen, im Interesse vom um des eigenen Vorteils
willen; um der Gerechtigkeit willen; /in Ausrufen
der Bestürzung, Erregung/ : um Himmels wil
len!
2um /Adv.; / auch umsein/ umg. 1. um, um
(die) . . . herum etwa, ungefähr: wir waren so um
(die) zwanzig Personen; das Buch kostet um (die)
zehn Mark (herum); er ist um die Fünfzig (etwa
50 Jahre alt) — 2 . etw. ist um etw. ist zu Ende,
vorbei: die Ferien sind um; allein Jahr um war ...
+ um und um nach allen Seiten, ganz: etw. um
und um kehren, wenden
3um /K o nj.; unterordnend/ 1. /als Glied der mehr
teiligen Konj. um
...
zu/ 1.1 . leitet einen finalen
Gliedsatz ein; der Gliedsatz gibt das Ziel für die im
Hauptsatz genannte Voraussetzung an; bei Gleich
heit des Subjekts im Haupt- und Gliedsatz; vgl. da
gegen damit/: sie ging in die Stadt, um einzu
kaufen; ich komme, um dir zu helfen 1.2 . /leitet
einen temporalen nachgestellten Gliedsatz ein, der
das zeitliche Danach ausdrückt; betont auch den
Gegensatz zum Hauptsatz/ : er kam, um gleich wieder
fortzugehen — 2 . /als Glied der mehrteiligen K onj.
um ... zu; in Korrelation mit Adj. + genug im
Hauptsatz; leitet einen nachgestellten konsekutiven
Gliedsatz ein; gibt eine (positive) Folgerung aus dem
Vorhergenannten an/: Sie sind intelligent genug,
um das begreifen zu können — 3 . /als Glied
der mehrteiligen K o nj. um
. . . zu; in Korrelation
mit zu -f- Adj. im Hauptsatz; leitet einen nach
gestellten konsekutiven Gliedsatz ein; gibt eine Folge
an, die auf Grund eines im H auptsatz genannten
Umstandes nicht eintreten darf, kann/: er ist zu
alt, um sich noch umstellen zu können — 4 . /als
Glied der mehrteiligen Konj. um so/ 4.1 . /in Ver
bindung mit mehr als, weniger als; leitet einen
nachgestellten kausalen Gliedsatz ein; kennzeichnet
den Gliedsatz als verstärkenden positiven od. nega
tiven Grund für den im H auptsatz genannten Sach
verhalt/: er ist mein Freund, um so mehr als ich
mich stets auf ihn verlassen kann; ich esse keine
Pilze, um so weniger als ich giftige von ungiftigen
nicht unterscheiden kann 4 .2 . /als Glied der mehr
teiligen Konj. je ... um so/: 2je (1)
u m - /trennbare, betonte od. untrennbare, unbetonte
Partikel vor Verben und deren substantivischen Ab
leitungen, die in Verbindung mit dem Grundwort
bestimmte produktive Bedeutungstypen bildet/ 1.1 .
/nur untrennbar/ im K reis, Bogen, von allen Seiten
um etw., jmdn. herum: / z. B . umfahren, um
lagern, umfassen, umrahmen 1.2 . /nur trennbar/
einen Körperteil, bes. die Schultern, jmdn. um
schließend, umhüllend:
z. B . umbinden, um
hängen 1.3 . /nu r trennbar/ nach allen Seiten:
/ z. B . sich umblicken, sich umsehen — 2 . /nur
trennbar/ 2.1 . in eine andere (entgegengesetzte) Rich
tung, Lage: / z. B . umbiegen, umlegen 2.2. auf
die andere Seite: /* z. B . umblättern, umdrehen,
umwenden 2.3 . um eine halbe Wendung, um 180
Grad: / z. B . sich umdrehen, sich umwenden
2.4 . von innen nach außen: /* z. B . umkehren,
umwenden, umkrempeln — 3 . /nur trennbar/ von
der Vertikalen (durch Einw irk ung von Gewalt) in
die Horizontale, zu Boden: /* z. B . umfallen, um
kippen, umfahren, umstoßen — 4 . /nur trennbar/
4 .1 . von einem Ort, einer Stelle an einen anderen
Ort, eine andere Stelle: / z .B . umziehen, um
steigen, umbetten, umpflanzen 4 .2 . von einem
Gefäß, Behältnis in ein anderes: / z. B . um
füllen, umgießen, umladen — 5 . /nur trennbar/
5.1 . einen anderen, neuen Zustand herbeiführend:
/ z. B . umbauen, umfärben, umändern, um
strukturieren, um schulen 5 .2 . gegen Gleichwertiges,
anderes: / z. B . Umtauschen, umwechseln
um/Um| :ändern /hat umgeändert/ etw. ändern
(1.1): ein Kleid u.; er hat die Einleitung noch
etwas umgeändert; :arbeiten /hat umgearbeitet/
etw. durch Veränderung (der Form) anders, neu ge
stalten : einen Mantel u. (lassen); er hat das Manu
skript völlig umgearbeitet; -armen /sw. Vb.; hat
umarmt/ jmdn. u. seine Arme (liebevoll) um jmdn.
legen: er umarmte sie; sie umarmten sich, ein
ander bei der Begrüßung; :bau, der /o. PI ./ das
Umbauen (I): der U. des Theaters; das Geschäft
bleibt wegen U., Umbaus geschlossen; Theater
F ilm U. (Auswechseln der Kulissen) auf offener
Szene; -bauen I. /hat umgebaut/ etw. baulich ver
ändern: ein Haus u.; das Kino zum, in einen
Kultursaal u. (umgestalten); T hea te r Film das
Bühnenbild u. (die Kulissen auswechseln) — II .
/hat umbaut/ eine Fläche u. um eine Fläche herum
Bauten errichten: der Platz wurde mit Hoch
häusern umbaut; B au w . der umbaute Raum (das
durch die äußeren begrenzenden Mauern, Wände
umschlossene Volumen eines Gebäudes); :b enenn en ,
benannte um, hat umbenannt etw. u. einer Sache
einen anderen Nam en geben: eine Straße u.;
:besetzen, besetzte um, hat umbesetzt eine Rolle,
Stelle mit einer anderen Person besetzen: die Rolle
mußte wegen Erkrankung des Schauspielers um
besetzt werden; Positionen innerhalb einer Mann
schaft u.; :betten /hat umgebettet/ 1. eine Leiche
u. (exhumieren und i n einem anderen Grab bei
setzen) — 2 . einen Kranken u. (in ein anderes
Bett legen); :biegen /hat, ist umgebogen/ 1. etw.
durch Biegen in seiner Lage, Form verändern (hat):
einen Draht u.; das Blech nach hinten u.
—
2.
(ist) am Waldrand biegen wir um (kehren wir um);
:bilden /hat umgebildet/ 1. ein Kabinett u. (in
einem K abinett personelle Veränderungen vor
nehmen) — 2. etw. bildet sich zu etw. um etw.
verändert sich und nim mt eine andere Form, Qualität
an: Gewebezellen bilden sich zu Krebszellen um;
^binden /hat umgebunden/ jmdm ., sich etw. durch
Binden am Körper befestigen: sich eine Schürze,
ein Kopftuch u.; er band (sich) eine Krawatte
um; :blättem /hat umgeblättert/ ein beschrie
benes, bedrucktes Blatt umwenden: Seiten in einem
Buch u .; die Zeitung (die Blätter der Zeitung)
u.;
- b l icken, sich /hat sich umgeblickt/ sich um
sehen (1)
76 Wörterbuch
1188
Umbra — umfrieden
Umbra, die;
/o. P L / dunkelbraune Farbe aus
eisen- und manganhcdtigem Ton
um/Um| -brechen I. /hat, ist umgebrochen/ 1.1.
etw. u. verursachen, daß etw. durchbricht und von
der vertikalen in die horizontale Lage gerät (hat):
der Sturm hat Telegraphenmasten umgebrochen
1.2 . durchbrechen und Umfallen (ist): der Baum ist
umgebrochen — 2 . (hat) den Acker u. (durch Pflügen
den Erdboden wenden, so d aß die Oberfläche nach
unten zu liegen kommt) — II . /hat umbrochen/
Druckerei den Schriftsatz zu Seiten od. Spalten
zusammensetzen: der Satz ist noch nicht um
brochen; 7bringen /hat umgebracht/ jmdn., sich
gewaltsam töten: jmdn. auf bestialische Weise, aus
Eifersucht u . ; sich selbst u. (Selbstmord begehen);
-f- umg. etw. bringt jmdn. noch um (macht jmdn.
fast verrückt); :bruch, der 1. grundlegende (gesell
schaftliche) Veränderung, (revolutionäre) Um w äl
zung: der Sieg der Oktoberrevolution bedeutete
einen welthistorischen U.; ein U. im Bildungs
wesen — 2 . Druckerei Zusammensetzen des
Schriftsatzes zu Seiten od. Spälten; ^buchen /hat
umgebucht/ 1. B ank eine Summe, einen Betrag
u. (auf ein anderes Konto buchen) — 2. eine Reise,
ein en Flug u. (eine gebuchte Reise, einen gebuchten
Flug anders buchen lassen); :denken /hat um
gedacht; vorw. im I nf./ (auf Grund einer veränderten
Situation) seine Denkgewohnheiten, Anschauungen
aufgeben und sich (politisch) neu orientieren: nach
dem zweiten W eltkrieg begann für viele Menschen
ein Prozeß des Umdenkens; :deuten /hat umgedeu
tet/ etw. in, zu etw. u. einer Sache, einem Sachverhalt
eine andere Deutung, Erklärung geben: jmds. Fehler
in einen Vorzug u. wollen; ^dirigieren /hat um
dirigiert/ etw., jmdn. an einen anderen Ort, in eine
andere Richtung dirigieren: wegen dichten Nebels
wurde das Flugzeug zur Landung nach B um
dirigiert; :disponieren /hat umdisponiert/ anders
disponieren als ursprünglich vorgesehen war: da es
regnete, mußten wir u.; :drehen /hat, ist um
gedreht/ 1. etw. auf seine andere Seite wenden (hat):
ein Geldstück, Blatt Papier u.
—
2. etw. um
wenden (1.3) (hat): die Hosentaschen, Strümpfe u.
—
3. sich u. eine Wendung (um 180 Grad) machen
(hat): er drehte sich um und ging weg; sich nach
jmdm . u. (umsehen 2) — 4 . die entgegengesetzte
Richtung einschlagen (hat, ist): das Schiff hat, ist
umgedreht; + jmd. würde sich im Grabe u.;
jeden / Groschen (einzeln) u .; jmdm. dreht sich
der
Magen um; jeden / Pfennig dreimal u.;
den /* Spieß u.; jmdm. das / Wort im Mund(e)
u.;
- drehung, die einmalige (ganze) Drehung um
die eigene Achse: eine halbe, ganze U .; der Motor
läuft mit 6000 Umdrehungen (Touren 3) in der
Minute; -einander /A dv ./ einer um den anderen,
eines um das andere: u. besorgt sein; -fächeln /hat
umfächelt/ geh.: ein Lufthauch umfächelt jmdn.,
etw. (umweht II jmdn., etw. sanft); -fahren I. /hat
umgefahren/ jmdn., etw. u. an jmdn., etw. im
Fähren anprallen und ihn, es dadurch umwerfen:
einen Fußgänger, ein Verkehrsschild u. — I I . /hat
umfahren/ etw. u. 1 .1, den See (mit dem Fahrrad)
u. (rings um den See herumfahren) 1.2 . ausweichend
um etw., ein Hindernis herumfahren: Schlag
löcher u.; auf der neuen Umgehungsstraße um
fährt man den Ort; :fallen /ist umgefallen/ 1.1.
etw., jmd. gerät plötzlich aus einer vertikalen in eine
horizontale Lage und kommt auf den Boden, einen
Untergrund zu liegen: der Stuhl, die Vase fiel um,
ist umgefallen 1.2 . jmd. sinkt ohnmächtig zu
Boden: es war so heiß, daß sie fast umfiel; O umg.
vor Hunger bald u. (sehr großen Hunger haben) —
2. um g. jemot. neg.\ jmd. fällt um (ändert über
raschend seine Meinung, Gesinnung; gibt nach);
+ wie die / Fliegen u.; :fang, der /vorw.
Sg./ 1 . Länge der Umgrenzung 1.1 . eines Körpers:
der Baumstamm hat einen U. von sechs Metern;
der U. einer Taille 1.2 . M ath, einer Fläche: den
U. eines Kreises, Dreiecks berechnen — 2 . der
Band hat einen U. von 600 Seiten (umfaßt 600
Seiten); er hat einen ganz schönen U. (ist ziemlich
dick); O die Stimme des Sängers hat einen be
achtlichen U. (er kann sehr hoch und sehr tief
singen) — 8 .1 . Gesamtheit aller Einzelheiten eines
Ganzen: der U. einer Arbeit, der Kunstsammlung,
des Themas, Begriffs; in vollem U . (völlig) 3.2 .
Bereich (1) und Grad (2.1) der (Ausw irkung eines
Vorgangs, Geschehens: der U . der K atastrophe;
-fangen /hat umfangen/ geh. 1 . jmdn. umarmen
—
2. er war von Dunkelheit u. (umgeben 1.2);
:fänglich /Adj.; nicht adv./ 1 .1 . umfangreich (1.1)
i.2 . umfangreich (1.2); :fangreich /Adj.; nicht adv./
1.1. von großem Umfang (2): ein recht umfang
reiches Buch; scherzh. er ist ziemlich u. (dick)
geworden 1.2 . umfassend: umfangreiche Vor
bereitungen treffen; sein Wissen ist sehr u.;
7färben /hat umgefärbt/ etw., bes. ein Kleidungs
stück, durch Färben in seiner Färbung verändern;
-fassen />* auch -fassend/ I. /hat umgefaßt/
landsch., bes. norddt. jmdn., etw. u. die Arme
um jmdn., etw. legen: er faßte seine Mutter liebe
voll um — II. /hat umfaßt/ 1. etw., jmdn. völlig
in die Hände, Arme schließen: jmds. Handgelenk,
Taille u .; er hielt sie umfaßt — 2 . etw. enthält etw.
mengenmäßig, zeitlich: seine Sammlung umfaßt mehr
als 1000 Gläser; die Ausgabe umfaßt alle Werke
des Dichters; -fassend /A dj.; / auch -fassen 11.2/
in bezug auf etw. sich auf alles erstreckend, weitrei
chend : umfassende Kenntnisse besitzen; umfassende
Maßnahmen treffen; ein umfassendes (vollständiges)
Geständnis ablegen; :feld, das die (sozialen) Fak
toren, die jmdn. stark beeinflussen, ihn p rägen: das
soziale U ., in dem jmd. aufgewachsen ist; -fliegen
I. /ist umgeflogen/ salopp umfällen (1.1) — II.
/hat umflogen/ etw. fliegend umkreisen: eine kos
mische Rakete umflog den Mond; -floren, sich
/sw. Vb.; hat sich umflort; / t auch -flort/: sein
Blick umflorte (trübte 2) sich; -flort /A dj.; vorw.
präd.; / auch -floren/: sein Bild war schwarz u.
(war m it einem Trauerflor versehen); ^formen /ha t
umgeformt/ 1. etw. in eine andere Form bringen:
eine mathematische Gleichung u.; einen Satz ins
Passiv u.; Gleichstrom in W echselstrom u. (trans
formieren) — 2 . etw. formt jmdn. um jmd. wird
durch etw., bestimmte Einflüsse im Wesen ver
ändert: der Krieg, dieses Erlebnis hat ihn um
geformt; :former, der; -s,
-
Elektrotechn.
Maschine od. Gerät zum Umformen von Gleich- in
Wechselstrom od. umgekehrt; 7frage, die (system a
tische) Befragung einer größeren Anzahl von Perso
nen nach ihrer M einung zu einer bestimmten Sache
von allgemeiner Bedeutung; -frieden, um friedete,
hat umfriedet veraltend etw. einfrieden, um
zäunen: einen Garten m it einer Hecke, einem
umfüllen — umhinkönnen
1189
Zaun u.;
-f ü llen /hat umgefüllt/ etw. in etw. u.
etw. aus einem Gefäß in ein anderes füllen ’. Tee in
die Thermosflasche u.; Kartoffeln in Säcke u.;
:funktionieren /hat umfunktioniert/ etw. in, zu
etw. u. etw. einer anderen Funktion zuführen, für
einen anderen Zweck verwenden: das ehemalige
Schauspielhaus wurde in eine Konzerthalle um
funktioniert; :gang, der fo. Pl.f 1. Verkehr (3) mit
anderen Menschen: mit jmdm. U . pflegen; er hat
viel U. m it Ausländern; Erfahrung im U. mit
schwererziehbaren Kindern haben — 2 . das Um
gehen (1.2.2) mit etw., d ie Handhabung von etw.:
die Schüler übten sich im U. mit Karte und Kom
paß; er kannte sich im U. mit diesem Gerät aus;
+ jmd. ist kein U. (keine passende, geeignete
Gesellschaft) für jmdn.; :gänglich fAdj.; nicht adv.f
angenehm im Umgang (1), keine Schwierigkeiten im
Umgang machend: er ist ein umgänglicher Mensch,
hat eine umgängliche Art
^Jmgangs/umgangs zu Umgang 1| -form, die
fvorw. P l.f: er hat gute, keine Umgangsformen (weiß
sich gut, nicht zu benehmen); -spräche, die fo. Pl.f
Spra ch w iss. Existenzform der Sprache, die zwischen
den Mundarten und der Literatursprache steht; dazu
- sprachlich fAdj.f: ein umgangssprachliches Wort;
- ton, der fo. Pl.j Art und Weise, sich im Umgang
m it jmdm. sprachlich auszudrücken: einen höf
lichen, rauhen U. haben; zu jmdm. nicht den
richtigen U . finden
um/Um| -garnen /sw. Vb.; hat umgarnt/ jmdn.
durch Liebenswürdigkeit, Schmeichelei, List für sich
und seine Absichten zu gewinnen suchen: sie ver
stand es, ihn zu u.;
-geben /hat umgeben/ 1.1.
etw. um gibt etw . etw. bildet eine Begrenzung um
etw. herum: ein Zaun umgibt den Garten; der Hof
ist von einer Mauer u. 1 .2 . jmd., etw. umgibt
jmdn.: die Menschen, die ihn täglich u. (die sich
täglich um ihn herum, in seiner Nähe befinden);
von Neugierigen u. (umringt) sein; bald umgab
uns Dunkelheit (war es um uns herum dunkel);
O von Liebe und Fürsorge der Eltern u. sein;
- gebung, die; -,
- e n 1. die einen Ort umgebende
Landschaft, Gegend: die Stadt hat eine reizvolle,
gebirgige U .; die nähere, weitere U . Dresdens,
von Dresden — 2 . Bereich, in dem ein Lebe
wesen existiert, jmd. tätig ist: er hat sich in der
neuen U. gut eingelebt; der Täter wird in der
näheren U . des Opfers (unter den Menschen, die
das Opfer täglich umgaben) vermutet; :gegend, die
Gegend um einen bestimmten Ort herum: die Polizei
hat in der U. alles abgesucht; -gehen //* auch
-gehend/ I. /ist umgegangen/ 1.1 . ein Gerücht,
diese Krankheit geht um (gelangt von einem zum
andern und verbreitet sich so) 1.2 . in der alten
Burg sollen Gespenster u., (soll es spuken) —
2.1 . mit jmdm., einem Tier in bestimmter Weise
u. jmdn., ein Tier in bestimmter Weise behandeln:
er ging sehr grob mit ihr um ; mit Kündern, Tieren
umzugehen wissen (sie richtig behandeln können)
2.2 . mit etw. in bestimmter Weise u. etw. in be
stimmter Weise handhaben, gebrauchen: er geht sehr
sorgfältig mit seinen Sachen um; lernen, m it etw.
richtig umzugehen — 3 . mit etw. u. sich in Gedanken
m it etw. beschäftigen, etw. Vorhaben: er ging mit
dem Gedanken um, ein Haus zu bauen — II. /hat
umgangen/ 1. etw. u. ausweichend um etw., ein
Hindernis herumgehen, -fahren: den Gegner (auf
zwei Seiten) u.; wir müssen dieses unwegsame
Gelände u .; diese Straße umgeht die Ortschaft
(verläuft um die Ortschaft herum); O Schwierig
keiten zu u. suchen; es ließ sich nicht u. (ver
meiden), daß . . .
—
2. eine Vorschrift u. (nicht
befolgen, nicht einhalten); :gehend fAdj.; nicht
präd.; / auch -gehen 1/ sofort, bei der ersten Ge
legenheit: u. antworten; für die umgehende Er
ledigung von etw. danken; -gehung, die; jo. PI .;
zu -gehen II/; -gehungsstraße, die Straße, die um
einen Ort herum führt, so d aß der Verkehr da s
Zentrum nicht passieren muß; :gekehrt /Adj.;
/ auch umkehren/ 1. entgegengesetzt (1.2): in um
gekehrter Reihenfolge — 2 . es kam u. (das Gegen
teil trat ein); genau u. ist es richtig; -f u. wird
ein / Schuh daraus; gestalten /hat umgestaltet/
etw. durch eine neue Gestaltung verändern: das
Stadtzentrum ist umgestaltet worden; dazu G e
staltung, die; :gießen/hat umgegossen/ 1. Flüssig
keit aus einem Gefäß in ein anderes gießen, um
füllen: Milch (in ein en Krug) u.
—
2. etw. durch
erneutes Schmelzen und Gießen (4) in eine andere
Form bringen: ein Werkstück u.; :graben /hat
umgegraben/: Erde, den Garten u. (Erde, die
Gartenerde durch Graben umwenden); -grenzen /hat
umgrenzt/: eine Hecke umgrenzt (begrenzt rings
um) das Grundstück; eine v on Wald umgrenzte
Wiese; dazu -grenzung, die; -,
- e n; gruppieren
/hat umgruppiert/ etw. anders, neu gruppieren: die
Mannschaft wurde umgruppiert; :gucken, sich
/hat sich umgeguckt/ umg. 1. sich umsehen (1) —
2. sich umsehen (2); :haben /hat umgehabt/ um g.
etw., bes. ein Kleidungsstück, umgehängt, um
gebunden haben: einen Schal, eine Schürze, keinen
Schlips u.; -halsen jsw. Vb.; hat umhalst/: jmdn.
u. (jmdm. um den Hals fallen, jmdn. umarmen);
:hang, der mantelartiges, ärmelloses Kleidungs
stück, das m an sich über die Schultern hängt;
-hängen I. /hat umgehängt/ jmdm., sich etw. um
den Hals, die Schultern hängen: sich den F oto
apparat, eine K ette u.
—
II. /hat umhängt/ etw.
mit etw. behängen, umkleiden (II): das Rednerpult
war mit rotem Stoff umhängt; :hängetasche, die
Tasche, die an einem langen Riemen über der
Schulter getragen wird; :hauen /hat umgehauen/
1. /haute um, geh. hieb um/ einen Baum u.
(fällen 1) — 2. /haute um/ umg. jmdn. umwerfen
(3.1): das Gläschen W ein wird dich nicht gleich
u.!; salopp es hat mich fast umgehauen, als ich
das hörte; -her fAdv.f nach allen Seiten, ringsum
her, rundumher: die Trümmer des Flugzeugs
waren weit u. verstreut
um her- fin verbalen Zusammensetzungen und deren
substantivischen Ableitungen! 1. nach allen Seiten,
z.B .: umherblicken — 2. herum- (3), z. B .: um
hertreiben
umherj -irren jVb.; ist/: er war stundenlang in
der Stadt, im Wald umhergeirrt (plan- und ziellos
umhergelaufen); -laufen /Vb.; ist/ (plan- und ziel
los) hierhin und dorthin laufen: auf der Suche nach
etw. lange u. müssen; -liegen fVb.f. ungeordnet,
verstreut daliegen: überall lagen seine Sachen um
her
umhin|können fVb.f nicht u., etw. Bestimmtes zu
tun nicht anders können, als etw. Bestimmtes zu
tun: er wird nicht, kaum u., die Einladung a n
zunehmen
76*
1190
umhüllen — umleiteh
um/Umj -hüllen /hat umhüllt/ jmdn., etw. mit
etw. u. etw. als Hülle um jmdn., etw. legen: jmdn. mit.
einer Becke u .; O dichter Nebel umhüllte (umgab
1.2) uns; :kehr, die; jo. PLj das Umkehren (1):
das W etter zwang die Bergsteiger zur U .; 7kehrbar
fAdj.; za umkehren 3/: die Gleichung, der Vor
gang ist u.; :kehron /ist, hat umgekehrt; / auch
umgekehrt/ 1. auf dem eingeschlagenen Weg kehrt
machen und sich zurückbegeben (ist): wir k ehrten
um, als es zu regnen begann; laß uns lieber u.
—
2. (hat) 2.1 . etw. von innen nach außen wenden:
die Hosentaschen, Strümpfe u. 2.2 . etw. auf seine
andere, entgegengesetzte Seite setzen, stellen, legen:
die Stühle u. 2 .8 . sich umdrehen (3): er kehrte sich
im Weggehen noch einmal um — 8 . etw., bes.
einen Zustand, ein Verhältnis, ins Gegenteil kehren
(hat): die Reihenfolge u.; + den / Spieß u.;
:kehrfilm, der Film, der beim Entwickeln sofort
ein Positiv ergibt; :kippen /ist, hat umgekippt/ 1.
(ist) 1.1 . etw. fällt um: die Vase ist umgekippt;
die Leiter kann leicht u. 1.2. umg. jmd. fällt um:
bei der Hitze kippten viele Menschen um — 2.
etw. umwerfen (1) (hat): eine Vase u.
—
8. (ist)
u m g . jemot. neg.j jmd. kippt um (ändert über
raschend seine Meinung, Gesinnung; gibt nach) —
4. (ist) jmds. Stimme kippt um (geht plötzlich in
eine andere Stimmlage über); -klammern /hat um
klammert/ etw., jmdn. fest, krampfhaft umfaßt
halten: jmds. Handgelenk u.; etw. fest umklam
mert halten; :kleidekahine, die Kabine zum Um
kleiden (I); -kleiden I. /hat umgekleidet/ geh. sich,
jmdn. umziehen (2) II. /hat umkleidet/ etw. mit
etw. ringsherum bedecken: die Tür war m it Girlan
den umkleidet; das Rednerpult mit rotem Stoff u.
(bespannen); :knicken / hat, ist umgeknickt/ 1.1 .
(hat) ein Stück Pappe, Papier u. (50 w eit biegen,
daß ein Knick entsteht) 1.2 . (ist) die Blüte ist um
geknickt (ist durch Knicken umgefallen) — 2, mit
dem Fuß plötzlich zur Seite knicken (ist): er knickt
leicht um; :kommen /ist umgekommen/ 1. bei
einem Unglück, Unfall, im K rieg sterben: er ist
bei dem Flugzeugabsturz, Erdbeben, im Krieg
umgekommen; um g. du wirst nicht gleich u.
(sterben, Schaden erleiden), w en n du das mal
machst; O vor Angst, Hanger, Burst fast, bald,
beinahe u. (Angst, Hunger, Durst in sehr hohem
Maße empfinden) — 2 . schlecht, ungenießbar wer
den: paß auf, daß das Obst nicht umkommt;
nichts u. lassen; -kränzen /sw. V b hat umkränzt/
etw. u. um etw. herum zum Schmuck etw. kranz
artig legen: die Haustür mit Girlanden u.; O der
See ist von Wald umkränzt (umgeben 1.1); :kreis,
der 1. jo. PL / Gebiet von bestimmter Ausdehnung
um einen bestimmten Punkt, Ort herum: die Trüm
mer lagen im U. von einem Kilometer verstreut;
die Seen im U. von Berlin; über den U, (die
nähere Umgebung) der Stadt hinaus — 2 . Um
gebung (2): er wußte nichts von einem solchen
Vorfall in seinem U.
—
8. M ath, um die Ecken
eines regelmäßigen Vielecks gezogener K r eis ; -krei
sen /hat umkreist/ etw., jmdn. u. sich in einer
kreisförmigen Bahn um etw., jmdn. bewegen: Vögel
u. den Turm; die Sonne wird von Planeten um
kreist; :krempeln / hat umgekrempelt/ um g . 1 .1 .
(sich) die Hosenbeine, Hemdsärmel u. (mehrmals
nach oben Umschlagen) 1.2 . die Strümpfe, Taschen u.
(umwenden 1.3) — 2 . u m g . etw., jmdn. von Grund
auf ändern (1.2): er hat den Plan wieder völlig
umgekrempelt; in seinem Alter kannst du ihn
nicht mehr u.; :laden /hat umgeladen/ etw. von
einem Behältnis, Fahrzeug in, auf ein anderes laden:
Kohlen, Getreide auf Schiffe u.; dage5 die Bei
trag, der auf jede einzelne Person entfällt, die an
einer gemeinsam zu finanzierenden Unternehmung,
Verpflichtung beteiligt ist: die U. beträgt pro
Person zehn Mark; -lagern I. /hat umgelagert/
etw., bes. Güter, Waren, anders als vorher, an einem
anderen Ort lagern: Getreide an einen trockenen
Platz u.
—
II. /hat umlagert/ jmdn., etw. u. sich
um jmdn., etw. drängen (1.2,1): Autogrammjäger
um lagerten ihn; der Verkaufsstand war immer
dicht (von Neugierigen) umlagert; :lauf5 der 1.
jo. PL; zu -laufen 11.1 .2/: der U. eines Satelliten
um die Erde; <> das Herz hält das Blut in U. (läßt
es zirkulieren) — 2 . /o, PL; zu -laufen 1.3/: der U.
der Zahlungsmittel; diese Münze wird aus dem U.
(Verkehr 2) gezogen; etw. in U. bringen (kursieren
lassen); das Schreiben ist im U. (läuft um) —
3. an eine bestimmte Personengruppe innerhalb
eines Betriebes gerichtete, m eist abzuzeichnende
offizielle, schriftliche Mitteilung; daufbahn, die
Bahn eines (künstlichen) Himmelskörpers um einen
Himmelskörper; -laufen I. /hat, ist umgelaufen/
I. jmdn., etw. umrennen (hat): er hätte mich bei
nahe umgelaufen — 2 . sich um eine Achse, einen
Schwerpunkt bewegen, drehen, rotieren (ist): fvono.
im Part. Präs./ eine umlaufende Weile — 3.
von einem zum anderen weitergegeben werden, k u r
sieren (ist): nach umlaufenden Gerüchten so ll...;
eine Zeitschrift unter den Mitarbeitern u. lassen;
das umlaufende (im Verkehr befindliche) Geld —
II. /hat umlaufen/ etw. u. 1 .1 . rings um etw. her
umlaufen: er hat die Talsperre ganz u. 1 .2 . etw.
bewegt sich (in einer' bestimmten Bahn) um etw.
herum: die Erde umläuft die Sonne in einem Jahr;
daufmittel, die fPl.f W irts ch. Gesamtheit der in den
soz. Betrieben eingesetzten notwendigen materiellen
und finanziellen Mittel; daufzeit, die Zeit, die ein
(künstlicher) Himmelskörper zum Umlaufen eines
Himmelskörpers braucht; daut, der Sprachwiss.
1.fo.Pl.jWechselvona,o,u,auzuä,ö,ü,äu—
2. durch 1 entstandener Laut, ä, ö, ü, äu: ä ist ein
U .; degekalender, der Kalender, dessen Blätter um
gelegt (3) werden können; degen /hat umgelegt/
1. jmdm., sich etw. um den Hals, die Schultern
legen, hängen: sich eine Stola, K ette u.
—
2. etw.
von der vertikalen in die horizontale Lage bringen:
der Schornstein des Schiffes muß beim B arch
fahren der Brücke umgelegt werden; der Regen
hat das Getreide umgelegt (zu Boden gedrückt);
die alten Bäume sind umgelegt (gefällt 1) worden
—
3. etw. in seiner Lage so verändern, daß es
waagerecht od. auf seine andere Seite zu liegen
kommt: die Lehnen der Sitze lassen sich 11.; einen
Kragen u. (Umschlägen 3.1) — 4 . derb jmdn. kalt
blütig erschießen: der Gewalttäter h at zwei Poli
zisten umgelegt — 5 .1 . etw. an eine andere Stelle
verlegen: ein Kabel u. 5 .2 . der Patient wurde um
gelegt (in ein anderes Zimmer gelegt) — ß. die
(Un)kosten, Ausgaben wurden auf alle Beteiligten
umgelegt (anteilmäßig verteilt); deiten /hat um
geleitet/ etw., bes. den Verkehr, über eine andere
Strecke leiten: infolge eines Unfalls m ußte der Ver
kehr, Zug umgeleitet werden; einen Bach u. (in
Umleitung — umschauen
1191
ein anderes, neues Bett leiten); dazu 7leitung , die;
:lenken /hat umgelenkt/1.1 .
'ein Fahrzeug,
wenden: der Fahrer lenkte den Wagen um 1.2 . an
der Ecke lenkte der Fahrer um (kehrte er mit dem
Fahrzeug um); :lernen /hat umgelernt/ 1.1 . um -
denken 1.2 . nach seinem Unfall mußte er u. (seinen
bisherigen Beruf aufgeben und einen anderen Beruf
erlernen); diegend /Adj.; nur attr.f in der Um
gebung von etw. liegend: die Talsperre versorgt die
umliegenden Ortschaften mit Trinkwasser; :modeln
/hat umgemodelt/ umg. 1 .1 . etw. (nach und nach) an
ders gestalten: die ganze Wohnung, den Mantel u.
1.2 . jmdn. u .: er hat sie (zu einem anderen Men
schen, völlig) umgem odelt (umgewandelt, im Wesen
verändert); :münzen /hat umgemünzt/ etw. in, zu
etw. n. 1 .1, etw. Positives bewußt als Negatives
auslegen : er münzte die Äußerung seines Kollegen
in Diffamierung um 1.2 . etw. nutzbringend (in, zu
etw.) verwandeln: Ideen in praktische Vorschläge u.;
- n a chtet /Adj.; nicht adv./ im Zustand geistiger
Verwirrung: (geistig) u. sein; :nähen /hat um
genäht/ ein Kleidungs-, Wäschestück umsäumen:
den Rock u.; -nebeln /sw. Vb.; hat umnebelt/ 1.1 .
Wolkenschleier u. die Sonne (hüllen die Sonne in
Nebel ein); <0 er saß am Schreibtisch, von Tabak
rauch umnebelt (eingenebelt) 1.2 . der Alkohol hat
seine Sinne, seinen Blick umnebelt (getrübt 2);
organisieren /hat umorganisiert/ etw. anders als
bisher, etw. neu organisieren: den Arbeitsablauf u . ;
:pflanzen /hat umgepflanzt/ eine Pflanze aus der
Erde herausnehmen und an einem anderen Ort
einpflanzen: Bäume, Sträucher u.; :pflügen /hat
u m g epflügt/: den Acker u. (pflügen, umbrechen 1.2);
:polen/hat umgepolt/Phys.Elektrotechn.:eine
Batterie u. (den Plus- und Minuspol vertauschen);
7programmieren /hat umprogrammiert/ K ybern .:
einen Elektronenrechner u. (sein Programm verän
dern, ihn neu programmieren); :quartieren /sw. Vb.;
hat umquartiert/ jmdn. u. veranlassen, daß jmd.
ein Quartier verläßt und in ein anderes zieht: einige
der Hotelgäste mußten umquartiert werden; -rah
men /hat umrahmt/ 1. etw. umgibt etw.: der Ort
ist von Hügeln und Wäldern umrahmt — 2 . eine
Veranstaltung, Feier musikalisch, mit kulturellen
Darbietungen u. (durch Hinzufügung musikali
scher, kultureller Darbietungen, bes. am Anfang und
Ende, gestalten); -randen, umrandete, hat um
randet 1.1. einen Buchstaben, eine Stelle in einem
Text u. (mit einem Strich ringsherum hervorheben);
die Fehler rot u. 1 .2 . etw. mit etw. umgeben, ein
fassen: die Tischdecke mit einer Spitze u.; -rändern
/sw. Vb.; hat umrändert/ umg. etw. umranden;
:rangieren /hat, ist umrangiert/ 1.1, (hat) einen
Zug u. (auf ein anderes Oleis stellen; durch Ran
gieren anders, neu zusammenstellen) 1.2 . (ist) ein
Zug rangiert um (wechselt auf ein anderes Gleis
über); 7räumen /hat umgeräumt/ etw. an eine an
dere Stelle räumen: Möbel, die Wäsche im Schrank
u.; ein Zimmer u. (durch Räumen 2 anders ge
stalten) ; ^rechnen /hat umgerechnet/ etw. in etw. u.
ausrechnen, wieviel etw., bes. eine Summe, ein B e
trag, in einer anderen Währung, einer anderen
(Maßeinheit ergibt: Mark in Rubel u.; Meter in
Zentimeter u.;
-r eißen I. /hat umgerissen/ jmdn.,
etw. zu Boden reißen: der Hund riß mich vor Freude
fast um; der Sturm hat das Zelt umgerissen
—
II. /hat Umrissen/ etw. u. das Wesentliche einer
Sache, Angelegenheit in großen Zjigen knapp dar
stellen: er hat das Thema, die Situation kurz Um
rissen; scharf umrissene (genau ausgeprägte) Vor
stellungen von einem Projekt haben; :rennen /hat
umgerannt/ jmdn., etw. u. an jmdn., etw. beim
Rennen anprallen und ihn, es dadurch umwerfen:
beinahe wäre er umgerannt worden, als er aus
der Haustür trat; einen Eimer u.;
-ringen /hat
umringt/ jmdn., etw. u. um jmdn., etw. ringsherum
(dicht) gedrängt stehen: der Lehrer war von seinen
Schülern umringt; Reporter umringten den Sieger;
:riß, der 1. Linie, die als äußere Begrenzung von
etw. erscheint, K o n tu r : er erkannte nur die Umrisse
der Gestalt; etw. im U., in Umrissen zeichnen —
2. /nur im PI./ in Umrissen in großen Zügen, im
Überblick: eine Literaturgeschichte in Umris
sen
Umriß| -linie, die Umriß (1); -Zeichnung, die Zeich
nung, die nur die Umrisse der dargestellten Gegen
stände, Figuren zeigt
um| :rühren /hat umgerührt/ etw. durch Rühren
bewegen (und dadurch die darin enthaltenen Substan
zen vermischen): den Inhalt des Beutels in
kochendes Wasser geben und gut u.; die Suppe
unter häufigem Umrühren zehn Minuten kochen
lassen; -runden /hat umrundet/ etw. umkreisen:
das Raumschiff hat die Erde zehnmal umrundet;
7msten /hat umgerüstet/ 1. ein Staat rüstet um
(stellt seine Rüstung um) — 2 . eine Maschine u.
(nach rationellen, effektiven Gesichtspunkten u m
bauen, umgestalten)
ums /Präp. um
-f* Akk. (das) von Mas/; / Mm
1.1 .1, 1.3, 1.6; /in vielen Fällen heute nur ums/:
u. Haus gehen
um/Um| -satteln /hat umgesattelt/ umg. von
einem Studienfach, B eruf in ein anderes, einen
anderen überwechseln: er sattelte von Physik zu(r)
Medizin um; er hat umgesattelt und arbeitet jetzt
in der Landwirtschaft; -satz, der der in Preisen
und Mengen ausgedrückte Absatz von Waren, Um
fang von Dienstleistungen innerhalb eines bestimm,-
ten Zeitabschnitts: einen hohen U. haben; den U.
steigern; der U. an Getränken
Umsatz) -plan, der /DD R / innerhalb eines bestimm
ten Zeitraumes für einen Betrieb festgelegter Plan
für den Umsatz; -Steuer, die 1. Steuer, die in der
D DR auf alle Umsätze an Waren und Dienst
leistungen nicht volkseigener Betriebe erhoben w ird
—
2. allgemeine Form einer Verbrauchssteuer in
kap. Ländern
um/Um| -säumen I. /hat umgesäumt/ etw. u. den
Rand vom Stoff eines Kleidungs-, Wäschestücks zur
Innenseite, linken Seite hin Umschlagen und fest
nähen: den Rock u.
—
II. /hat umsäumt/ etw.
ringsherum mit etw. einfassen: die Tischdecke mit
Spitze u.; O die Ufer des Sees sind von Schilf
umsäumt (umgeben 1.1); gehalten /hat um
gesch altet/ 1. ein Gerät, eine Anlage durch eine
Schaltung anders einstellen: das Netz von Gleich
strom auf Wechselstrom u.; den Heizofen auf
Stufe drei u.; O umg. er kann nicht so schnell u.
(sich auf etw. anderes einstellen) — 2. Rundf.
Fernsehen von einem Sender auf einen anderen
schalten: wir schalten um nach B; :schau /in der
Verbindung/ (nach jmdm., etw.) U. halten (sich
nach jmdm ., etw. suchend umsehen); :schauen, sich
/hat sich umgeschaut/ 1. 1and sch. 1.1. sich um-
1192
umschichtig — umsetzen
sehen (1) 1.2 . sigh (nach jmdm., etw.) umsehen (2)
—
2. sich nach etw., jmdm . umsehen (3); ^schichtig
fAdv.f: die Mähdrescher sind u. (im Wechsel) im
Einsatz; -schiffen jsw. F6 .; hat umschifft/: eine
Insel, die Klippen u. (mit dem Schiff umfahren);
O er hat alle Klippen glücklich umschifft (alle
Schwierigkeiten geschickt gemeistert); Tschlag , der
1. Schutzumschlagi der U. des Buches ist ein
gerissen; abwaschbare Umschläge für Schul
bücher — 2 . Briefumschlag: gefütterte Umschläge;
die Karte in einen U. stecken — 8. einen kalten,
heißen U. machen (ein kaltes, heißes feuchtes Tuch
zu therapeutischen Zwecken um einen Körperteil
legen); Umschläge mit essigsaurer Tonerde —
4. nach außen umgeschlagener Rand von Kleidungs-
stücken: eine Hose mit U.; die Ärmel haben
breite Umschläge — 5 . fo. P l.j plötzliche ent
scheidende, wesentliche Verä nd erung: ein plötzlicher
U. des W etters; der U. seiner Stimmung war uns
unerklärlich; der U. in eine neue Qualität — 6 .
fo. Pl.f Pol. ök. Prozeß der Verwandlung und
Nutzbarmachung bestimmter vorgeschossener Mittel
während der Reproduktion — 7 . fo. Pl.f Güterum
schlag: d er U. von der Eisenbahn auf Schiffe;
:schlagen /ist, hat umgeschlagen/ 1. (hat) Bäume
u. (fällen 1) — 2- (ist) das Auto, der Kran ist um
geschlagen (umgefallen 1.1); das Boot ist um
geschlagen (gekentert) — 8 . (hat) 3.1 . etw. u . den
Rand von etw., bes. von einem Kleidungsstück, auf
seine andere Seite wenden: den Kragen, die Man
schetten u .; die Tischdecke ist an der einen Ecke
umgeschlagen 3.2 . eine Seite im Buch u. (um
blättern) — 4 . etw. schlägt (in etw.) um etw. ver
ändert sich plötzlich entscheidend, wesentlich (ist):
das W etter wird bald u.; die Stimmung schlug
plötzlich um — 5 . (hat) Waren, Güter u. (von
einem Transportmittel in ein anderes umladen)
Umschlag| -hafen, der Hafen, in dem der Güter
umschlag von See od. vom Fluß nach Land und
umgekehrt stattfindet; -platz, der Ort, an dem
(bestimmte) Güter verladen, umgeladen od. a u s
geladen werden: N ist ein großer U. für Kaffee,
Rohöl
um/Um| -schließen /hat umschlossen/ 1.1 . etw.
umschließt etw. etw. führt um etw. (rings)herum
und schließt es ein: eine Mauer umschloß früher
die Stadt; der Ort ist auf drei Seiten v on Bergen
umschlossen 1.2 . jmdn., etw. umfassen (II.l): er
umschloß sie mit beiden Armen; -schlingen I. /hat
umgeschlungen/ sich einen Schal, ein Tuch u.
(locker umbinden) — II . /hat umschlungen/ 1.
jmdn. umarmen: sie um schlangen sich, einander;
ein eng umschlungenes Liebespaar — 2 . etw. um
schlingt etw. etw. ist um etw. geschlungen: ein
dicker Schal umschlang seinen Hals; :schmeißen
/hat umgeschmissen/ umg. 1. etw. umstoßen, um
werfen: er hat die Vase umgeschmissen; einen
Stuhl u.
—
2.1 . jmdn. umwerfen (3.1): ihn kann
so leicht nichts u.; das Gläschen wird dich doch
nicht gleich u. 2 .2 . diese Sache hat unseren Plan
umgeschmissen (umgeworfen 3.2); :schnallen /hat
umgeschnallt/: sich einen Gürtel u. (um den Kör
p er legen und m it einer Schnalle befestigen, ver
schließen); -schreiben I. /hat umgeschrieben/ 1.
etw. Geschriebenes inhaltlich, form al umgestalten:
er mußte ein Kapitel des Buches u.
—
2. etw.
auf jmdn., etw. u. etw., das bisher im eigenen Be
sitz war, jmdm., einer Sache durch Änderung im
Register notariell schriftlich übereignen: er hat das
Geschäft auf seinen Sohn u. lassen — II . /hat um
schrieben/ 1. etw. in seinen wesentlichen Zügen be
schreiben: eine Aufgabe, jmds. Befugnisse (genau,
kurz) u. — 2 . etw. m it anderen, oft verhüllenden Wör
tern, Worten ausdrücken: ein anstößiges W ort u.;
Tschrift, die 1.1 . P h o n e t . lautlich genaue graphische
Wiedergabe von Wörtern: die phonetische U. eines
Wortes 1.2. Sprachwiss. Übertragung einer auf
einem Alphabet beruhenden Schrift in eine auf
einem anderen Alphabet beruhende Schrift: die U.
kyrillischer Schrift in lateinische Buchstaben —
2. die U. einer Münze (kreisförmig verlaufende B e
schriftung am Rand einer Münze); :schulen /hat
um geschult/ 1. einen Schüler u. (von einer Schule
in eine andere Schule überwechseln lassen) — 2 .
jmdn. für einen anderen Beruf als den bisher aus
geübten ausbilden: die Bergleute wurden für andere
Berufe umgeschult; -schwärmen /hatumschwärmt/
1. Insekten u. etw., jmdn. Insekten fliegen in
Schwärmen um etw., jmdn. herum: Mücken u. die
Lampe —* 2. Menschen u. jmdn. Menschen um
geben jmdn. in Scharen, bewundern ihn (und suchen
seine Gunst zu erlangen): der Schlagerstar wurde
von vielen Mädchen umschwärmt; Männer um
schwärmten sie; sie wurde, war sehr umschwärmt;
:schweife /PZ./
- f ohne U. (offen und ohne zu
zögern); keine U . machen (etw. offen und ohne zu
zögern sagen); :schwenken /ist umgeschwenkt/ 1.
schwenken (2.1): der Wind ist umgeschwenkt —
2. unerwartet seine bisherige Ansicht, M einung auf-
geben u nd eine wesentlich andere, gegenteilige A n
sicht, Meinung vertreten: kurz vor der Abstim
mung schwenkte er noch um; :schwung, der 1.
grundlegende Änderung, Wendung: plötzlich trat
ein U. (in) seiner Stimmung ein; ein U. in der
Politik — 2 . T urn en einmalige ganze Drehung
des Körpers um ein Gerät, bei der dieser wieder in
die Ausgangsstellung kommt — 3 . jo. Pl.f Schweiz.
ein H aus umgebendes Grundstück: ein Haus mit
U. zu verkaufen; -segeln /hat umsegelt/: eine
Insel, die Klippen u. (mit dem Segelschiff umfah
ren); :sehen, sich /hat sich umgesehen/ 1. nach
allen Seiten blicken, rings um sich her alles an-
sehen: er sah sich in unserer W ohnung neugierig
um; O er hat sich in der Welt überall umgesehen
(hat viel von der Welt kennengelernt) — 2 . sich
(nach jmdm., etw.) u. sich umdrehen od. den K opf
nach hinten drehen, um jmdn., etio. zu sehen: er
hat sich mehrmals (nach uns) umgesehen — 3 .
sich nach etw., jmdm. u. sich darum bemühen,
eine benötigte Sache zu erwerben, eine benötigte
Person zu gewinnen: er sieht sich schon lange
nach einem passenden Geschenk für sie um;
sich nach einer neuen Stelle, einem Babysitter u.;
7Sein /ist umgewesen; Präs. u. Prät. / 2um 2/
umg.; :seitig /Adj.; nicht präd.j auf der anderen
Seite, bes. eines Blattes: das Modell ist u. ab
gebildet; :sctzen /hat umgesetzt/ 1.1 . der Schüler
wurde umgesetzt (bekam einen anderen Sitzplatz
in der Klasse) 1.2 . den Bagger u* (an einen anderen
Standort bringen); einen Baum u. (umpflanzen) —
2, etw. abtragen und anders als bisher errichten: den
Ofenu. lassen; den Komposthaufen u.
—
3. etw.,
sich in etw. u. etw., sich in eine andere Form, einen
anderen Zustand verwandeln: Wasserkraft in Strom
u .; Stärkemehl wirdin Zucker umgesetzt; die Bewe
gung setzt sich in Wärme um; einen Vorschlag in
die Praxis u. (in der Praxis anwenden) — 4 .1 .
Waren u. (absetzen, verkaufen) 4.2 . etw. in etw. u.:
er hat sein Geld in Alkohol, Bücher umgesetzt
(für Alkohol, Bücher ausgegeben)',
+ etw. in die
/ Tat u.; zu 1, 2, 3 :Setzung, die; -,
- e n; :sicht,
die fo. PL / besonnene Erwägung aller zu berück
sichtigenden Umstände', m it U. zu Werke gehen;
bei etw. große U. zeigen; ^sichtig lA dj.j Umsicht
zeigend, besonnen, bedacht: u. sein, handeln; ein
umsichtiger Arzt; :siedeln /ist, hat umgesiedelt/
1. (ist) er will in die ÖSSR u. (übersiedeln) —
2. jmdn. u. jmdm. einen anderen Wohnort, eine
andere Wohnung zuweisen (hat): wegen des Tal
sperrenbaus mußten die Bewohner einiger Dörfer
um gesiedelt werden; dazu :siedelung, die, :siedler,
der u. :siedlung, die; -sonst /Adv./ 1. umg. foft in
der Verbindung/ für u. ohne Bezahlung, unentgeltlich:
für u. Theaterkarten bekommen; diese Arbeit
machte er u.
—
2. vergeblich: alle Arbeit war u.
getan; seine Bemühungen waren nicht u.
—
3. /in der Verbindung! nicht u. nicht ohne Grund:
er hatte nicht u. davor gewarnt; -spannen I.
/hat umgespannt/ Elektrotechn. Strom mit
Hilfe eines Transformators auf eine andere
Spannung bringen, transformieren — II . /hat
umspannt/ 1. etw. umfassen (IL1): jmds. Arm
u.
—
2. die Handlung des Romans umspannt
(erstreckt sich über) einen Zeitraum v on 50 Jahren;
zu I :spanner, der Transformator, :spannung,
die; :spannwerk, das Elektrotechn. Anlage, in
der durch Transformatoren die Spannung des Stroms
umgewandelt wird; -spielen /hat umspielt/ g e h .:
die Wellen u. das B oot (kleine Wellen bewegen sich
um das Boot herum) ; ein Lächeln umspielte seinen
Mund (er verzog den M u nd zu einem leichten
Lächeln); -springen I. /ist umgesprungen/ 1. der
Wind ist umgesprungen (weht jetzt aus einer ande
ren Richtung) — 2. umg. mit jmdm. in nicht zu
billigender Weise u. jmdn. in nicht zu billigender
Weise behandeln: mit jmdm. grob, unfreundlich
u.; so kannst du nicht mit ihm u.!
—
II. /hat
umsprungen/ jmdn., etw. u. sich um jmdn., etw.
herum springend bewegen: der Hund umspringt
seinen Herrn; -spulen /hat umgespult/ Tech n.:
den Film, das Tonband u. (von einer Spule auf
eine andere wickeln); :stand, der 1 . besonderer
Sachverhalt im Hinblick a uf ein Geschehen, eine
Situation: ein entscheidender, günstiger U. dabei
war, daß . . .; durch einen glücklichen U. wurde
er gerettet; auf Grund besonderer Um stände...;
nach den näheren Umständen von etw. fragen;
den (veränderten) Umständen Rechnung tragen;
dem Patienten geht es den Umständen ent
sprechend (so, wie es in seinem derzeitigen Z u
stand sein kann); Jur. mildernde Umstände (die
Strafe herabsetzende Fakten); erschwerende U m
stände (die Strafzumessung verschärfende Fakten)
—
2. Inur im Pl.j aufwendige und zeitraubende
Vorbereitungen, Mühe: mach dir meinetwegen
keine Umstände!; (nicht) viel Umstände (mit etw.,
jmdm.) machen; + unter Umständen (viel
leicht); unter allen U mständen (unbedingt); unter
(gar) keinen Umständen (auf keinen Fall); sie ist
in anderen Um ständen (ist schwanger)
umstände [halber /Adv./ auf Grund besonderer ver
änderter Umstände (1): er mußte sein Auto u. ver
kaufen
umständlich /A d j./ 1 .1 . nicht gewandt, schwerfällig
und langsam (im Handeln): ein umständlicher
Mensch; er ist bei allem, was er macht, sehr u.
1.2 . zu aufwendig und zeitraubend: diese Methode
ist zu u .; er gab eine um ständliche (weitschweifige)
Erklärung dafür
Umstandsj -bestimmung, die G ram m , adverbiale
Bestimmung; -kleid, das K leid mit großer Weite
für eine schwangere Frau; -krämer, der; -s, - umg.
allzu umständlicher Mensch; -wort, das jPl.
-Wör
ter/ Gramm. Adverb
um/Um| -stehen /hat umstanden; / auch -ste
hend/ etw., jmdn. u. um etw., jmdn. ringsherum
stehen: Neugierige umstanden den Unfallort; <0
ein v on W eiden umstandener (umgebener) Teich;
:stehend /Adj.; / auch -stehen/ 1. /nur attr./ um
jmdn., etw. ringsherum stehend: er wandte sich an
die umstehenden Leute; die Um stehenden hörten
ihm zu — 2 . /nicht präd.) auf der anderen Seite, bes.
eines Blattes: u. befinden sich die Erläuterungen
zu der Abbildung; das Umstehende bitte beach
ten!; :steig(e)bahnhof, der Bahnhof mit Möglich
keiten zum Umsteigen; ^steigen /ist umgestiegen/
1. aus einem Verkehrsmittel aussteigen und in ein
anderes (gleicher A rt) einsteigen, um m it ihm die
Fahrt fortzusetzen: wenn du mit diesem Zug, dieser
Straßenbahn fährst, brauchst du nicht umzu
steigen; wenn Sie nach A wollen, müssen Sie in
N u.; beim Umsteigen bitte beeilen! — 2. umg.
auf etw. u . 2 .1 . von einem Studienfach in ein
anderes, von einem Beruf zu einem anderen über
wechseln: er ist auf Medizin umgestiegen 2.2 . für
die Dauer ein anderes Fahrzeug, Gerät als bisher
benutzen: er ist auf Fahrrad umgestiegen; -stellen
1. /hat umgestellt/ 1. etw. von einem Platz an einen
anderen stellen: er hat die Couch umgestellt —
2. etw., sich auf etw. u. 2 .1 . etw., sich bestimmten
Erfordernissen entsprechend ändern: das Geschäft
stellt (sich) auf Selbstbedienung um; die Ernäh
rung auf eine gesunde Lebensweise u. 2.2« sich
(auf etw.) u. sich veränderten Verhältnissen a n
passen: die Arbeit war völlig neu für ihn, aber er
hat sich schnell umgestellt — II . /hat umstellt/
etw., jmdn. u. sich um etw., jmdn. ringsherum
aufstellen, um jmds., s ein Entkommen zu verhin
dern: die Polizei um stellte das Haus; das Wild
war von Treibern um stellt; zu I :Stellung, die;
:stimmen /hat umgestimmt/1. ein Saiteninstrument
u. (seine Stimmung 4.2 ändern) — 2 . jmdn. u. bewir
ken, veranlassen, daß jmd. seine Meinung, Haltung
jmdm ., einer Sache gegenüber ändert: er ließ sich
trotz allen Zuredens, aller Ermunterungen nicht
u.; :stoßen /hat umgestoßen/ 1. etw., jmdn. durch
einen Stoß umwerfen: die L eiter u.; er hat das
Kind mit dem Ellenbogen umgestoßen — 2 . etw.
grundlegend ändern, ind em es rückgängig gemacht,
für ungültig erklärt wird: einen Plan, ein Vorhaben,
das Testament u .; -stricken /hat umstrickt/ jmdn.
umgarnen; -stritten /A dj.; nicht adv./ in seinem
Wert, seiner Gültigkeit nicht einwandfrei geklärt:
eine umstrittene Methode; die E chtheit des Ge
mäldes ist u.; strukturieren /hat umstrukturiert/
gesellschaftliche (Teilbereiche anders strukturieren:
einen Wirtschaftszweig, den Arbeitsprozeß eines
Bereiches u.; dazu :strukturierung, die; -,
-en;
Umsetzung — Umstrukturierung
1193
:stülpen /hat umgestülpt/1.1 . etw. umwenden (1.3):
eine Tasche u. 1 .2 . etw. umdrehen (1) und auf seine
obere Seite stellen: den Eimer u.; -stürz, der fvorw.
Sg.j gewaltsame Beseitigung einer bestehenden staat
lichen, gesellschaftlichen Ordnung, Stur z einer
Regierung, eines Regimes mit dem Ziel der Her
stellung anderer Verhältnisse: einen U. vorbereiten;
der U. ist gescheitert, erfolgreich verlaufen;
Tstürzen /ist, hat umgestürzt/ 1. etw. fällt mit
Wucht um (ist): bei dem Sturm stürzte ein Krau
um; umgestürzte Baume — 2 . etw. umwerfen (1)
(hat): einen Stuhl u.
—
3. etw. abrupt grund
legend verändern (hat): eine alles umstürzende
Heuerang; das stürzt unseren ganzen Plan um;
:stürzlerisch /A d j.; oft emot. neg.f auf Umsturz
zielend, einen Umsturz herbeiführend: umstürz-
lerische Ideen, Bestrebungen; :tausch, der fo. PL;
zu -tauschen/; zu 1.1: diese Ware ist vom U. aus
geschlossen; zu 1.2: der U. von Forint in Mark
der DDR; ^tauschen /hat umgetauscht/ 1.1 . etw.,
bes. eine gehäufte Ware, zurückgeben und d afür eine
andere (derselben A rt) erhalten: fehlerhafte Ware,
ein Geschenk u. 1 .2 . Geld gegen Geld einer anderen
Währung tauschen: Kronen in Forint u.; 4opfen
/sw. Vb.; hat umgetopft/ eine Topfpflanze in einen
anderen Blumentopf mit neuer Erde pflanzen: den
Gummibaum u.; :triebe, die /PL/ aus gegnerischer
Einstellung gegen eine bestehende staatliche, gesell
schaftliche Ordnung unternommene, auf Umsturz
gerichtete Aktivitäten: staatsfeindliche, reaktionäre
U.; :tun /hat umgetan/ umg. 1. jmdm., sich etw.
umhängen, umbinden: sich ein Tuch u.; sie hat
sich eine Schürze umgetan — 2 .1 . sich (in etw.)
umsehen (1): vormittags hat er sich etwas in der
Stadt umgetan 2.2 . sich (nach etw.) umsehen (3):
er hat sich bereits nach Theaterkarten umgetan;
wälzen /hat umgewälzt/ 1.1 . etw. auf seine andere
Seite wälzen: einen Stein u. 1 .2 . etw. grundlegend
verändern: fvorw. im Part. Präs.j umwälzende
Ideen, Heuerungen; :wälzung, die;
-en grund
legende, revolutionäre Veränderung, bes. im gesell
schaftlichen Entwicklungsprozeß, Revolution: eine
revolutionäre, soziale U .; technische Umwälzun
gen vollziehen sich; :wandeln /hat umgewandelt/
1.1 . etw. funktionell in, zu etw. umgestalten: das
Kino in ein K ulturhaus, zu einem Bürohaus u.
1.2 . Gleichstrom in W echselstrom u. (umformen)
—
2. /in der Verbindung! jmd. ist wie umgewan
delt (jmd. hat sich in seinem Wesen völlig ver
ändert); dazu :wand(e)lung, die; :wechseln /hat
umgewechselt/1. Geld u. (wechseln 3) — 2. fin der
Verbindung! jmd. ist wie umgewechselt (umgewan
delt 2); :weg , der Weg, der länger als der direkte
Weg zu einem Ziel ist: einen kleinen, großen U.
machen; wir kamen nur auf Umwegen zum Ziel;
O etw. auf einem, über einen U., auf Umwegen
(durch indirektes Vorgehen) zu erreichen suchen;
- wehen I. /hat umgeweht/ der Wind, Sturm hat
mich, das Schild umgeweht (durch sein Wehen um-
geworfen) — II . /hat umweht/ der Wind, Sturm
umwehte das Haus, uns (wehte um das Haus, um
uns herum); :welt, die fo. Pl.j Gesamtheit der natür
lichen und vom Menschen geschaffenen B edin
gungen, unter denen Menschen, Tiere, Pflanzen
leben: die natürliche U . der Tiere; sich seiner U.
anpassen; die U. verändern; die Verschmutzung
der U. bekämpfen
1194
umstülpen — umzingeln
Umwelt/umwelt| -bedingungen, die IPl.j: die U.
verbessern; -einfluß, der \vorw. Pl.j: schädigende
Umwelteinflüsse; -feindlich /A dj.j die natürliche
Umwelt schädigend, negativ beeinflussend; -freund
lich fAdj.f die natürliche Umwelt schonend, be
günstigend: der Bau eines umweltfreundlichen
Industriebetriebes; -schütz, der Gesamtheit von
Maßnahm en zum Schutz der natürlichen Umwelt
des Menschen; -Verschmutzung, die /o. P?./: der
Kampf gegen die U.
um/Um| :wenden /hat, ist umgewendet, um
gewandt/ 1. (hat) 1.1 . etw. auf seine andere Seite
wenden, drehen: ein Blatt (im Buch) u.; /hat um-
gewendet/: der Braten mußte mehrmals umgewen
det werden 1.2 . /hat umgewendet/ der Fahrer hat
den Wagen umgewendet (umgelenkt 1.1) 1.3.
/hat umgewendet/ etw. von innen nach außen
wenden: die Strümpfe beim W aschen u. 1 .4 .
sich u. sich umdrehen, sich (nach jmdm ., etw.) um
sehen: er wandte, wendete sich noch einmal (nach
uns) um; etw. u.: den Kopf u. (wenden 2.2) —
2. /ist, hat umgewendet/ der Wagen hat, ist an
der Ecke umgewendet (hat an der Ecke die ent
gegengesetzte Richtung eingeschlagen); -werben /ha t
umworben/ jmdn., bes. eine Frau, u. sich um jmds.
Gunst od. Liebe, bes. um die Liebe einer Frau,
bemühen: eine umworbene Frau; sie ließ sich gern
u.; :werfen /hat umgeworfen/ 1. etw\, jmdn. u.
verursachen, daß etw., jmd. umfällt (1): eine Vase
u.; der Sturm h at den Mast, mich umgeworfen —
2. jmdm., sich einen Schal, eine Jacke u. (rasch
umhängen) — 8. umg. 3.1. etw. wirft jmdn. um
etw. bringt jmdn. aus der Fassung, erschüttert
jmdn.: diese Heuigkeit wirft mich um!; das Gläs
chen (Wein) wird dich nicht gleich u (betrunken
m achen)!; ein umwerfender (verblüffender, groß
artiger) Gedanke! 8.2 . etw. wirft etw\ um etw.
macht etw. unmöglich, bringt etw. zu Fall: diese
Hachricht wirft unseren ganzen Plan um ; -wjckeln
/hat umwickelt/ etw. mit etw. u. etw. (mehrmals)
um etw. herumwickeln: das K abel mit Isolierband
u .; sein Daumen war mit einem dicken Verband
umwickelt; -winden /hat umwunden/ etw. mit
etw. u. etw. um etw. winden, binden: die Tür war
mit einer Girlande umwunden; -wittert /Adj.;
vorw. präd.j: etw. ist von einem Geheimnis, von
Gefahren u. (geheimnisvoll umgeben); :wohnend
/Adj.; nur attr.\ in der Umgebung von jmdm.,
etw. wohnend: die umwohnenden Bürger des Wer
kes waren sehr von dem Lärm belästigt; dazu
7Wohner, der; -s, - Bewohner der unmittelbaren Um
gebung von etw.: die U. des Flugplatzes; -wölken,
sich /sw. Vb.; hat sich umwölkt/: der Himmel um
wölkt sich (bedeckt sich mit Wolken); O seine
Stirn umwölkte sich (sein Gesicht verdüsterte sich);
- zäunen /sw. Vb.; hat umzäunt/ Gelände mit einem
Zaun umgeben: den Garten u.; der Bauplatz ist
mit Maschendraht umzäunt (mit einem Zaun aus
Maschendraht umgeben); ^ziehen /ist, hat umgezo
gen/ 1. aus einer Wohnung ausziehen und in eine an
dere Wohnung einziehen, den Wohnsitz wechseln (ist):
er will ti.; wir ziehen nächste Woche (in eine Heu
bauwohnung) um — 2. jmdn., sich u. jmdm., sich
andere Kleidung anziehen (hat): das Kind mußte
völlig umgezogen Werden; sich fürs Theater u.;
er ist gerade beim Umziehen; -zingeln /sw. Vb.;
hat umzingelt/ etw., jmdn., bes. den Gegner, um-
Umzug — Unart
1195
stellen: die Stadt ist von gegnerischen Trappen
umzingelt; die Polizei hat das Viertel umzingelt;
:zug, der 1. das Umziehen in eine andere Wohnung:
derU. ist erst im Frühjahr; jmdm. beim U. helfen
—
2. (feierlicher, festlicher) Zug (1.4) durch die
Straßen (1.2): aus Anlaß der 750-Jahr-Feier der
Stadt soll ein großer U. veranstaltet werden; ein
U. der Kinder mit Lampions
UN, die jPl.j [u:|en] jKurzw. für engl. United
Nations/ s. UNO
unabänderlich, unabänderlich lA dj.f nicht (mehr)
zu ändern, unwiderruflich: die Entscheidung, sein
Entschluß ist u., steht u. fest; sich in das Unab
änderliche fügen
unabdingbar, unabdingbar /A d jn ic h t adv./ 1.1.
unbedingt notw endig: etw. ist eine unabdingbare
Voraussetzung für etw. 1 .2 . J u r. ein unabding
barer (rechtsverbindlicher) Rechtsansp ru ch
unabhängig fAdj.f 1.1 . nicht abhängig: im Sozia
lismus ist die Frau sozial und ökonomisch u. 1 .2 .
nicht von etw., jmdm . abhängig: unser Vorhaben
ist vom Wetter u .; ein vom Wetter unabhängiges
Vorhaben; die außerhalb und u. vom Bewußtsein
existierende objektive Realität 1.3 . ein politisch
unabhängiger (nicht abhängiger) Staat 1.4 . /in den
Verbindungen! u. davon, daß ... (abgesehen davon,
daß ...); u. davon, ob (gleichgültig, ob ...); zu 1.1
—
1.3 Unabhängigkeit, die; jo. PL/
Unabhängigkeits| -erklärung, die Erklärung, in
der ein Staat offiziell seine Unabhängigkeit bekannt
gibt', -streben, das; -s, /o. Pl.j Streben unterdrückter
Völker nach staatlicher, 'politischer, ökonomischer
Unabhängigkeit
unabkömmlich, unabkömmlich /A d jn ic h t adv.j
nicht abkömmlich: dieser Mitarbeiter ist zur Zeit,
in seinem Betrieb u.
unablässig, unablässig /Adj.; nicht präd.f fort
während, ununterbrochen: u. an jmdn. denken
unabsehbar, unabsehbar lAdj.f 1.1 . von nicht zu
überblickendem räumlichem A u s m aß , endlos: das
Meer lag in unabsehbarer W eite vor uns; eine
unabsehbare Autoschlange; O die Kosten steigen
ins unabsehbare 1.2 . nicht absehbar: eine H andlung
mit unabsehbaren Folgen
unabsichtlich, unabsichtlich lA dj.f nicht absicht
lich, versehentlich: etw. geschieht u.
unabwendbar, unabwendbar /A d j./ nicht mehr ab
zuwenden od. zu verhindern, unvermeidlich: der Ver
fall des G-ebäudes ist u.
unachtsam jAdj.f 1. der Kraftfahrer war nur einen
Augenblick u. (unaufmerksam), und schon war der
Unfall geschehen — 2. der Junge ging mit seinem
Spielzeu g u. (nicht sorgfältig) um
unähnlich /Adj.; vorw. präd.f jmdm., einer Sache
u. sein jmdm., einer Sache nicht ähnlich sein: die
Geschwister sind einander (im W esen) ganz u.;
sein Heulen war dem eines Hundes nicht u.
(ähnelte in gewisser Weise dem eines Hundes)
unanfechtbar, unanfechtbar jA dj.j nicht anfecht
bar: eine unanfechtbare Entscheidung; das Urteil
ist (juristisch) u.; seine Behauptung, sein Beweis
ist u.
unangebracht /A dj.; nicht adv.j nicht in einen be
stimmten Rahmen, in eine bestimmte Situation pas
send, deplaciert: seine Bemerkung war hier äußerst
u.; etw. für u. halten; eine unangebrachte Zurück
haltung
unangefochten \Adj.j 1.1 . diese These ist u. (un
bestritten); das U rteil, T estam ent blieb u. (wurde
von niemandem angefochten) 1.2 . durch niemanden
behindert: u. passierte er die Sperre 1.3 . er wrar der
unangefochtene (allen anderen Wettkampfteil
nehmern weit überlegene) Sieger des Rennens
unangemeldet /Adj./ 1. ohne vorherige Ankündi
gung, überraschend: er kam u.; ein unangemeldeter
Besuch — 2. er wohnt u. (ohne polizeiliche An
meldung) in dieser W ohnung
unangemessen lAdj.j nicht angemessen: mit unan
gemessener Geschwindigkeit fahren; jmds. Forde
rungen, den Aufwand für u. halten
unangenehm jAdj.j nicht angenehm: ein unan
genehmer Geruch; etw. ist jmdm. u. (peinlich,
macht ihn verlegen); jmd. fällt u. auf (erregt M iß
fallen) ; er ist ein unangenehmer (unsympathischer)
Typ, Mensch; in einer unangenehmen Lage sein;
das kann sehr u. werden; jin der Verbindung/ u.
(sehr zornig, grob) werden können: er kann manch
mal sehr u. werden
unangetastet /Adj.; in den Verbindungen! etw.
bleibt u.: das Urteil blieb u. (unangefochten); etw .
u. lassen: er ließ seine Ersparnisse, Vorräte u.
(brach sie nicht an)
unangreifbar, unangreifbar /A dj.; nicht adv./ unan
fechtbar: dieses Recht ist u.; eine unangreifbare
These
unannehmbar, unannehmbar jAdj.j nicht an
nehmbar (1.1): unannehmbare Bedingungen; sein
Vorschlag ist u.
Unannehmlichkeit, die;
- e n /vorw. Pl.j Ärger,
Verdruß bringende, peinliche, lästige Sache: (mit,
durch etw.) Unannehmlichkeiten bekommen,
haben; jmdm. Unannehmlichkeiten machen, be
reiten
unanschaulich \Adj.j nicht anschaulich
unansehnlich fAdj.j 1.1 . /von einem Menschen/ von
nicht anziehendem Äußeren: er ist eine unansehn
liche Erscheinung, wirkt u. 1 2 . jvon einer Sachej
(durch Abnutzung) nicht schön aussehend, schäbig:
das Buch, Kleid ist u. geworden, wirkt u.
unanständig /Adj./ 1 .1 . die in einer Gesellschaft
gültigen Umgangsformen, bes. die sexuellen Tabus,
verletzend und daher als unschicklich und anstößig
empfunden: ein unanständiges Benehmen; unan
ständige Witze machen; das macht man nicht,
das ist u. 1.2. /adv.; vor Ädv., Adj.j umg. er hat u.
viel (so viel, daß es als anstößig empfunden wurde)
gegessen; er hat u. laut gelacht — 2 . unehrenhaft:
seine Handlungsweise war u.
unantastbar, unantastbar \Adj.; nicht adv.j 1.1.
sicher od. rechtmäßig und so von niemandem an
getastet werden könnend od. dürfenä: diese R echte,
die sozialistischen Errungenschaften sind u .; u n
antastbare Rechte 1.2 . nicht zu widerlegen: das ist
eine unantastbare Wahrheit 1.3 . moralisch ein
wandfrei, durch nichts in Frage zu stellen: ein un
antastbarer Zeuge; sein Leumund ist u.; dazu
Unantastbarkeit, Unantastbarkeit, die; jo. P l.j
unappetitlich jA d j.j 1. ekelerregend, ividerlich: die
Speise riecht u., sieht u. aus
—
2. unästhetisch:
unappetitliche Fingernägel; jmd. sieht u. aus
Unart, die;
-en
ungezogenes Benehmen, A n
gewohnheit, die für andere M enschen lästig, nicht
angenehm ist: das ist so eine U. von ihm; diese U.
mußt du dir abgewöhnen!
1196
unartig — unbedingt
unartig fAdj./ nicht artig: ein unartiges Kind; der
Junge war heute sehr u.
unartikuliert fAdj.f: unartikulierte (undeutlich aus-
gesprochene, unverständliche) Laute von sieh geben
unästhetisch /A d j./ den Schönheitssinn verletzend,
abstoßend, unschön: jmd., etw. s ieht u. aus, wirkt
u .; ein unästhetischer Mensch
unaufdringlich fAdj.f 1.1 . nicht aufdringlich,
dezent: die Musik war u.; eine unaufdringliche
Eleganz 1.2 . zurückhaltend und 2bescheiden: ein un
aufdringlicher Mensch; die Art und Weise, in der
er erzählte, war u.
unauffällig fAdj.f 1. nicht auffällig: eine unauf
fällige Farbe, die Farbe ist u.; er kleidet sichu. —
2. ohne von jmdm. bemerkt zu werden, ohne es zu
bemerken: er zog sich u. zurück, wurde u. beobach
tet; dazu IJnauffälligkeit, die; -, fo. Pl./z die U.
ihrer Kleidung
unauffindbar, unauffindbar fAdj.f: der Schlüssel
war, blieb u. (war nicht aufzufinden)
unaufgefordert jAdv.f aus eigener Initiative, ohne
dazu aufgefordert worden zu sein: er trat u. ein,
mußte sich u. regelmäßig bei der Polizei melden
unaufhaltsam, unaufhaltsam fAdj.f nicht in seinem
Verlauf aufzuhalten: ein unaufhaltsamer Verfall;
der Verfall war u.; der Termin rückt u. heran
unaufhörlich, unaufhörlich /A dj.; nicht präd.f un
unterbrochen: es schneite, regnete den ganzen Tag
u.
unaufmerksam fAdj.f 1. nicht aufmerksam (1.1):
ein unaufmerksamer Schüler; im Unterricht u.
sein — 2 . auf Grund mangelnder Aufmerksamkeit
wenig zuvorkommend: ein unaufmerksamer G ast
geber; dazu Unaufmerksamkeit, die;
-en fvorw.
Sg-t
unaufrichtig fAdj.f nicht aufrichtig, falsch: er ist
u., ein unaufrichtiger Mensch; er hat etw. Unauf
richtiges in seinem W esen; dazu Unaufrichtigkeit,
die; -,
-en
unaufschiebbar, unaufschiebbar /A dj.; nicht adv.f:
der Reisetermin ist u. (kann nicht aufgeschoben
werden)
unausbleiblich, unausbleiblich fA dj.; nicht adv.f
als notwendige Folge eintretend, geschehend: die u n
ausbleibliche Wirkung des Medikaments; die
Katastrophe war u.
unausdenkbar, unausdenkbar fA d j.f: die Folgen,
Auswirkungen sind u. (unvorstellbar)
unausführbar, unausführbar fA d j.; nicht ad v.f: der
Vorschlag ist u. (kann nicht ausgeführt werden);
ein unausführbarer Plan
unausgeglichen fAdj.; nicht adv.f 1. von seinen
Stimmungen und Launen abhängig: jmd. hat ein
unausgeglichenes Wesen, ist u.
—
2. Bank
W ir ts ch. eine unausgeglichene Zahlungsbilanz
(eine Zahlungsbilanz, bei der Soll und Haben nicht
ausgeglichen sind); die Bilanz ist u.
unausgegoren fAdj.; nicht adv.f: dieser Vorschlag
ist noch u. (noch nicht ausgereift, ausgeprägt)
unausgesetzt fAdj.; nicht präd.f fortwährend, un
unterbrochen: in unausgesetzter Folge; es regnete
u.
unauslöschlich, unauslöschlich fAdj.f unvergeßlich:
etw., jmd. hinterläßt einen unauslöschlichen Ein
druck; das Erlebnis h at sich u. bei ihm eingeprägt;
der Eindruck ist u.
unaussprechlich, unaussprechlich fAdj.f 1. /nicht
adv.f von einer Art, die nicht mit Worten auszu
drücken ist: das m achte einen unaussprechlichen
Eindruck auf ihn — 2 . /drückt emotional einen
hohen Grad aus/: unaussprechliches (überaus
großes) Elend; seine Freude, das Glück war u.;
er t a t mir u. (überaus) leid
unausstehlich, unausstehlich fAdj.f 1. wegen seiner
charakterlichen Eigenart, bes. wegen seiner Launen,
nicht zu ertragen, lästig und abstoßend: eine unaus
stehliche Person; du bist heute u.
—
2. von un
angenehmer Wirkung auf die Sinnesorgane, u n
erträglich, widerlich: der Geruch war u.; ein unaus
stehlicher Geruch
unausweichlich, unausweichlich fAdj.f mit Sicher
heit eintretend und unabwendbar: eine K atastrophe
schien u.
unbändig, unbändig fAdj.f 1. ungezügelt und wild:
seinTemperament ist u .;u. umhertollen —2.fdrückt
emotional einen hohen Grad a u sf: jmdn. erfaßt eine
unbändige (starke, große) Sehnsucht; unbändigen
Hunger haben; sich u. (sehr) über etw. freuen
unbarmherzig fAdj.f ohne Mitleid, h a rt: jmdm.
gegenüber, gegen jmdn. u. sein
unbeabsichtigt fA dj.f 1.1 . ohne es beabsichtigt, ge
wollt zu haben: jmdn. u. kränken 1.2 . etw. hat eine
unbeabsichtigte Wirkung (wirkt sich in einer Weise
a us, die nicht beabsichtigt, nicht vorherzusehen war)
unbeachtet fAdj.f 1.1 . nicht beachtet: sein neues
Spielzeug lag u. in der Ecke; u. (ohne daß die
Öffentlichkeit der Tatsache Beachtung schenkte)
lebte der Dichter noch einige Jahre in einem Dorf
bei N; etw., jmdn. u. lassen (nicht beachten) ; etw.
bleibt u. (wird nicht beachtet) 1.2 . fvorw. adv.f u.
(unbemerkt) konnte er das Zimmer verlassen
unbeanstandet fAdj.; vorw. adv.f: die Sendung
ging u. (nicht beanstandet) durch den Zoll; etw. u.
lassen (nicht beanstanden); etw . bleibt u. (wird
nicht beanstandet)
unbearbeitet fA d j.f 1.1* (noch) nicht durch mensch
liche Arbeit geformt: das Material ist noch u .; un
bearbeitetes Holz, Metall 1.2 . der Antrag ist noch
u. (ist vom zuständigen Bearbeiter noch nicht er
ledigt worden)
unbeaufsichtigt fA dj.f: die Schüler waren u. (nicht
beaufsichtigt); ein Kind u. lassen (nicht beauf
sichtigen)
unbebaut fAdj.f I. ein unbebautes (nicht bebautes)
Grundstück, Gebiet — II . unbebautes (landwirt
schaftlich nicht nutzba r gemachtes) Land
unbedacht fAdj.f unüberlegt: eine unbedachte
Äußerung; u. handeln; das war u.
unbedarft fAdj.f umg. 1 .1. auf einem Gebiet wenig
od. keine Kenntnisse, Erfahrungen besitzend: unbe
darfte Leser, Zuhörer; jmd. ist literarisch ziem
lich u. 1 .2 . naiv (1.2): unbedarfte Gemüter; jmd.
ist völlig u.
unbedenklich fAdj.f 1. fadv.f bedenkenlos: etw. u.
tun, bejahen — 2 . keine Bedenken erregend: ein
Vorhaben für u. halten; der Plan ist u.
unbedeutend fAdj.f 1. bedeutungslos: ein unbedeu
tendes Gemälde; er kam sich inmitten dieser Leute
sehr u. vor — 2 . geringfügig: ein unbedeutender
Fehler, Schaden; die Änderungen im Statut sind
u .; die Summe war u. (nicht groß)
unbedingt, unbedingt fAdj.f 1.1. /nicht präd.f un
eingeschränkt: zu jmdm. unbedingtes Vertrauen
haben; sich auf jmdn. u. verlassen können 1.2 .
unbefahrbar — unbequem
1197
P hysiol. ein unbedingter Reflex (angeborener, un
willkürlicher, in seinem Ablauf festgelegter Reflex)
—
2. fadv.f auf jeden F all, ohne Rücksicht auf
Hindernisse und Schwierigkeiten: etw. u. wissen,
haben wollen; das gehört nicht u. zum Thema;
das ist u. notwendig
unbefahrbar, unbefahrbar jA d j.; nicht ad v.j: die
Straße ist u. (kann aus bestimmten Gründen, bes.
wegen ihres schlechten Zustandes, nicht befahren wer
den)
unbefangen /Adj.f 1. nicht befangen (1): ein un
befangenes Benehmen zeigen; u. antworten,
sprechen — 2 . ohne Vorurteile, unvoreingenommen:
Neuem u. gegenüberstehen; Ju r. ein unbefangener
(unparteiischer) Richter; dazu Unbefangenheit,
die; -, jo. PI ./
unbefriedigend /A d j./ Erwartungen, Ansprüche,
Wünsche nicht erfüllend, nicht befriedigend: ein u n
befriedigendes Ergebnis; diese Tätigkeit ist für ihn
u.
unbefriedigt /A d j.f nicht befriedigt: unbefriedigte
Neugier, Leidenschaften; er ist vom Ergebnis der
Aussprache u.
unbefristet /A dj./ nicht befristet: ein unbefristetes
Arbeitsverhältnis; der Paß, Passierschein ist u.
unbefugt /Adj.f zu etw. keine Befugnis besitzend,
nicht berechtigt: Unbefugten ist der Zutritt ver
boten; etw. u. tun#
unbegabt jAdj.', nicht adv.j nicht begabt: er ist (in
Musik, für Sprachen) u.
unbegreiflich, unbegreiflich jAdj.f 1.1 . unverständ
lich (1.2), nicht zu begreifen: ein unbegreiflicher
Leichtsinn; es, mir ist u., daß er so etwas glaubt;
das Buch war auf unbegreifliche (rätselhafte) Weise
verschwunden; es geschah etw. Unbegreifliches
1.2 . jadv.; emot.j sehr: die Zeit verging u. schnell;
jmdn. u. hart bestrafen
unbegrenzt, unbegrenzt jAdj.f in seiner Geltung,
seinem Umfang durch nichts begrenzt od. einge
schränkt: unbegrenztes Vertrauen zu jmdm. haben;
der Aufenthalt ist zeitlich u.; die Mittel dafür
sind nicht u.; dazu Unbegrenztheit, die; -,
-en
fvorw. Sg.j
unbegründet jA dj.f nicht begründet: unbegründete
Bedenken, Angst; das Mißtrauen ist völlig u .; seine
Befürchtungen waren nicht u. (bestanden aus
gutem Grund, zu Recht)
Unbehagen, das; -s, fo. Pl.f unangenehmes Gefühl,
Mißbehagen: ein leises, gewisses U. empfinden;
etw. mit großem, wachsendem U. feststellen; etw.
bereitet jmdm. U ., ruft U. hervor
unbehaglich /Adj.f 1.1 . Unbehagen hervorrufend,
ungemütlich (1.1): ein u nbehagliches Zimmer; die
Atmosphäre war u. 1 .2 . Unbehagen empfindend:
mir wurde langsam u. zumute
unbehelligt, unbehelligt fAdj.f 1.1 . ohnejede Störung,
Belästigung: dort bist du u., kannst du u. arbeiten
1.2 . /adv./ er war u. (ungehindert) in das Haus ge
langt
unbeherrscht /Adj.f sein Verhalten, seine Em otio
nen, Äußerungen nicht unter Kontrolle haltend: ein
unbeherrschter Mensch; u. sein, reagieren
unbeholfen fAdj.f 1.1 . plump und schwerfällig in
den Bevjegungen: sich u. bewegen; u. aufstehen
1.2 . ungeschickt, ungewandt: er ist zu u., um die
Reparatur selbst auszuführen; sein Benehmen
wirkte u.
unbeirrbar, unbeirrbar fAdj.f sich durch nichts, nie
manden beirren lassend, beharrlich an seinem Vor
satz, an seiner Überzeugung festhaltend: u. seinen
Weg gehen, sein Ziel verfolgen; er war u.
unbeirrt, unbejrrt /Adj.f unbeirrbar: u. sein Ziel
verfolgen, für etw. kämpfen
unbekannt fAdj.; nicht adv.;
auch Unbekannte/
1.1 . von niemandem gekannt: ein Mann dieses
Namens ist hier u.; wer ist der Unbekannte?;
Empfänger u. f Vermerk auf Postsendungen!; J ur .
eine Strafanzeige gegen Unbekannt (gegen den od.
die nicht bekannten Täter); M ath, eine unbekannte
Größe (meist mit x od. y bezeichneter Wert, der durch
mathematische Berechnungen ermittelt werden soll)
1.2 . das ist mir u. (davon weiß ich nichts); die Zu
sammenhänge sind dir nicht u. (du kennst die Zu
sammenhänge) 1.8 . ich bin hier u. (kenne mich in
dieser Gegend nicht aus, bin hier fremd)
Unbekannte, die; -n, -n //* auch unbekannt/ M ath.
unbekannte Größe (3.2): eine Rechnung mit einer,
zwei Unbekannten
unbekannterweise /Adv.j: grüßen Sie Ihre Frau
bitte u. (obwohl ich sie nicht persönlich kenne)
unbekleidet /Adj.f ohne Bekleidung, nackt: völlig
u. sein; mit unbekleidetem Oberkörper
unbekümmert, unbekümmert fAdj.f 1. sich keine
Sorgen machend, sorglos und unbeschwert: er h at
ein unbekümmertes Gemüt; fröhlich und u. sein —
2. fadv.f u. um die Mahnungen der anderen (ohne
sich um sie zu kümmern)ginger den eingeschlagenen
Weg weiter
unbelebt fAdj. ; vorw. attr. u. präd.f 1. die unbelebte
(anorganische) Natur, Materie — 2 . eine unbelebte
(wenig begangene, wenig befahrene) Straße, Gegend
unbelehrbar, unbelehrbar /Adj.f weder durch eigene
negative Erfahrung noch durch den R at anderer von
seiner irrigen Meinung, A uffassung abzubringen:
immer wieder macht er denselben Fehler, er. ist u.;
einige Unbelehrbare hielten an ihren Vorurteilen
fest
unbeliebt fAdj.f: er war überall u. (nicht gern ge
sehen, nicht geschätzt); sich (mit, durch etw.) u.
machen (mit, durch etw. Mißfallen erregen)
unbemannt fAdj.; nicht adv.f: ein unbemanntes
(nicht bemanntes) Raumschiff
unbemerkt fAdj.; nicht präd.f von niemandem be
merkt, heimlich: er konnte u. verschwinden; etw.,
jmd. bleibt u. (ivird nicht bemerkt)
unbemittelt /Adj.f ohne finanzielle Mittel, ohne
Vermögen, arm: u. dastehen; nicht ganz u. sein
(etwas Geld besitzen)
unbenommen, unbenommen jA dj.; in den Verbin
dungenI es ist, bleibt jmdm. u., etw. Bestimmtes
zu tun es ist jmdm. freigestellt, überlassen, etiv. Be
stimmtes zu tun: es ist dir u., das Geld für eine Reise
zu verwenden
unbenutzt fAdj.f 1. (zu einem bestimmten Zeit
punkt) nicht genutzt: das Gerät steht zur Zeit u. im
Keller — 2 . ein unbenutztes (noch nicht benutztes)
Taschentuch
unbenützt /Adj.f s. unbenutzt
unbeobachtet fAdj./ von niemandem beobachtet: sich
u. fühlen, glauben; in einem unbeobachteten
Augenblick (in einem Augenblick, in dem er von
niemandem beobachtet wurde) entkam er
unbequem fAdj.f 1. nicht bequem (1): u. sitzen;
unbequeme (schlecht passende) Schuhe tragen —
1198
Unbequemlichkeit — unbeweglich
2. durch sein Verhalten, T un etw. in Frage stellend
und dadurch Ungelegenheiten bereitend, lästig: ein
unbequemer K ritiker; seine Fragerei, er wurde
ihnen sehr u .; zu 1 Unbequemlichkeit, die;
-en:
die Unbequemlichkeiten einer Reise
unberechenbar, unberechenbar /A dj./ 1 .1 . un
berechenbare {nicht vorherzusehende) Zufälle, Mög
lichkeiten 1.2 . /vom Menschenj so gartet, daß man
sein Verhalten, seine Reaktionen nicht voraussehen
kann: ein unberechenbarer Mensch; im Zorn ist er
u.
unberechtigt /A dj./ ohne Berechtigung: unberech
tigte Forderungen; unberechtigtes Mißtrauen;
etw. u . (unbefugt) benutzen; sein Zorn war u.
unberücksichtigt jA dj. ; in den Verbindungen! etw.
u. lassen (nicht berücksichtigen) ; etw. bleibt u. (wird
nicht berücksichtigt)
unberufen /A d j./ I . /unberufen; nur attr./ unbefugt:
ein Urteil aus unberufenem Munde; dieser Brief
darf nicht in unberufene Hände geraten (zu jmdm.
gelangen, für den er nicht bestimmt ist) — II . /un
berufen, unberufen/ u m g . / wird in abergläubischer
Weise gesagt, um das, worüber man sichgerade günstig
geäußert hat, vor Gefährdung in der Zukunft abzu
sichernI: es geht ihm etwas besser, u .!
unberührt /Adj./ 1. etw. u. (ohne es zu berühren)
liegenlassen; sein Essen stand noch u. da (er
hatte nichts davon gegessen) — 2 . ohne Einwirkungen,
Veränderungen durch die Zivilisation: eine unbe
rührte jSfatur, Landschaft — 3 . durch etw. innerlich
nicht beeindruckt, nicht ergriffen: u. v o n ihrem
Schmerz, wandte er sich anderen Dingen zu; jin
den Verbindungen! (von etw.) u. bleiben (nicht be
eindruckt, nicht ergriffen werden)*, etw. läßt jmdn.
u. (beeindruckt, ergreift jmd n. nicht)
unbeschadet, unbeschadet jPräp. mit Gen.; dem
Nomen vor- od. nachgestellt/ g eh . ohne etw. außer
acht zu lassen od. zu schmälern, trotz: u. seiner gro
ßen Verdienste hat er schwere Fehler gemacht;
u. des Paragraphen . .. gilt folgendes
unbeschädigt /Adj.l*. die Möbel waren u. (wiesen
keine Beschädigung auf)
unbeschäftigt /Adj.; vorw. adv./ untätig, müßig: u.
herumstehen, -sitzen
unbescheiden /A d j.l Bescheidenheit vermissen las
send: unbescheidene Wünsche, Forderungen; ist
es sehr u., wenn ich Sie darum bitte?
unbescholten /A dj./ allgemein als untadelig und
rechtschaffen beurteilt: sie g alten als unbescholtene
Leute; der Angeklagte war bisher u. (nicht straf
fällig geworden)
unbeschrankt /A dj.; nicht adv.f :ein unbeschrankter
(nicht mit Schranken versehener) Bahnüber
gang
unbeschränkt, unbeschränkt /A dj.l unbegrenzt: un
beschränkte Vollmacht für etw. besitzen; unbe
schränktes Vertrauen genießen; etw. ist von un
beschränkter Dauer; die Teilnehmerzahl ist u.
unbeschreiblich, unbeschreiblich /A dj./ 1 . /nicht
adv./ von einer Art, die nicht mit Worten zu beschrei
ben is t: ein unbeschreibliches Gefühl; der Eindruck
ist u. — 2 . /drückt emotional einen hohen Grad aus/:
unbeschreibliche (sehr große) Angst vor etw. ha
ben; der Lärm war u .; es war u. (sehr) schön
unbeschrieben /A dj./
-f- jmd. ist ein unbeschriebenes / Blatt
unbeschwert /A d j./ von keinen Sorgen bedrückt, sor
genfrei : u. leben können ; er hatte eine unbeschwrerte
Kindheit
unbesehen, unbesehen /Adv./ ohne etw. genau an
gesehen, geprüft zu haben: er nahm die W ohnung u.
unbesiegbar, unbesiegbar /A d j./ nicht zu besiegen9
sehr stark: der Gegner schien u.
unbesonnen /A dj./ unüberlegt: u. handeln; eine
unbesonnene Äußerung; dazu Unbesonnenheit, die;
-,
-en
unbesorgt, unbesorgt /A dj.; nicht attr./: etw. u .
(ohne sich Sorgen machen zu müssen, sorglos) tun
können; seien, bleiben Sie u. (machen Sie sich
keine Sorgen) !; du kannst dich u. (ohne Bedenken)
an ihn wenden
unbeständig /A dj./ 1 . wankelmütig: ein unbeständi
ger Mensch — 2 . unbeständiges (wechselhaftes)
Wetter
unbestätigt /Adj.; nicht adv./: nach unbestätigten
{nicht offiziellen) Meldungen ist . . .
unbestechlich, unbestechlich /Adj.; nicht a d v ./1 .1 .
Bestechungen nicht zugänglich: er ist u. und gerecht
1.2 . ein unbestechlicher (in seinem Urteil durch
nichts zu beeinflussender) Kritiker 1.3 . eindeutig
feststehend; unwiderlegbar: diese Fakten, Zahlen
sind u.; dazu Unbestechlichkeit, die; \o. Pl.j
unbestimmt /Adj.; nicht adv./ 1. nicht genau zu
bestimmen (4): von einer unbestimmten Angst er
faßt werden; einen unbestimmten Verdacht haben;
unbestimmte (nicht eindeutige, nicht klare) Angaben
m achen — 2 . nicht festzulegen, nicht festgelegt: auf
unbestimmte Zeit verreisen; es ist u. (ungewiß), ob
er kommt — 3. /nur attr./ Gramm, der unbe
stimmte Artikel (der Artikel ,ein, eine4)
unbestreitbar, unbestreitbar /A dj./: eine unbestreit
bare (nicht zu widerlegende, gesicherte) Erkenntnis;
diese Tatsache ist u.
unbestritten, unbestritten /Adj./ 1 . allgemein an
erkannt: es ist und bleibt eine unbestrittene Tat
sache, daß ...; er lief u. die beste Kür — 2 . /nur
präd.\ etw. ist jmdm. u. etw. kann jmdm. nicht
streitig gemacht werden: dieses Recht ist dir u., soll
dir u. bleiben
unbeteiligt, unbeteiligt /Adj./ 1. kein Interesse zei
gend, teilnahmslos: er saß u., m it unbeteiligtem
Gesicht dabei — 2 . /nicht adv./ er war an dem Über
fall u. (war nicht als Mittäter an dem Überfall be
teiligt)
unbeträchtlich, unbeträchtlich /A dj./ von geringem
Ausmaß, unwesentlich:ein unbeträchtlicherVerlust;
die Temperatur ist nur u. gestiegen; sein Vermögen
ist nicht u. (ist ziemlich groß)
unbeugsam, unbeugsam /A dj./ sich fremdem Willen
nicht beugend, standhaft: er ist immer ein um
beugsamer Kommunist gewesen; sein Freiheits
wille war u.
unbewacht /Adj./ 1 .1 . nicht bewacht: dieser Park
platz ist u. 1 .2 . /nur attr./ in einem unbewachten
(unbeobachteten) Augenblick riß er sich los
unbewaffnet /A dj./: die Einbrecher waren u. (hat
ten keine W affen bei sich)
unbewandert /A dj.; nicht adv./ in etw., auf einem
Gebiet u. sein in etw., auf einem Gebiet keine od.
nur geringe Kenntnisse, Erfahrungen besitzen: darin
ist er völlig u.; in diesen Fragen ist er nicht u.
(kennt er sich ganz gut aus)
unbeweglich, unbeweglich /Adj./ 1 .1 . so geworden,
daß es sich nicht mehr bewegen läßt: ein unbeweg
unbewegt — und
1199
liches Gelenk; die Teile sind u. (starr 1.2) mitein
ander verbunden 1.2 . /nur attr.j unbeweglicher
Besitz (Immobilien) — 2 . /unbeweglich/ 2.1 . /nicht
präd.j regungslos: u. verharrte das Tier in seiner
Stellung 2.2 . mit unbeweglicher (ausdrucksloser
und starrer) Miene hörte er sich das an 2.3« geistig
u. (nicht wendig, geistig schwerfällig) sein
unbewegt /Adj./ unbeweglich (2.2): mit unbewegtem
Gesicht zuhören
unbewiesen /A d j.; nicht adv./ nicht bewiesen: eine
unbewiesene Hypothese; es ist noch u., ob ...
unbewohnbar,unbewohnbar /A dj./: das Haus ist u.
(nicht als Wohnraum zu nutzen)
unbewohnt /Adj./: ein unbewohntes (nicht als
Wohnraum genutztes) Haus; das Haus ist u.
unbewußt /A d j./ 1 .1 . ohne etw. in ausgeprägter
Weise im Bewußtsein zu reflektieren, in stinktiv,
(rein) vom Gefühl her: er hat u. das Richtige getan;
eine unbewußte Scheu vor etw. haben 1.2 . er hatte
das Geschehen u. (ohne es mit voll aktivem Bewußt
sein erfaßt zu haben) wahrgenommen — 2 . eine un
bewußte (unbeabsichtigte 1.1) Kränkung, Komik
unbezahlbar, unbezahlbar /A dj.; nicht adv,/ 1. so
teuer, daß man es nicht bezahlen kann: ein unbe
zahlbarer Preis; O dieses alte Porzellan ist u.
(so kostbar, d aß sein Wert durch nichts a ufgewogen
werden kann) — 2. umg. jmd., etw. ist u. (durch
niemanden, nichts zu ersetzen); er ist u. m it seinem
Humor; unsere W aschmaschine ist u,
unbezahlt /Adj.; nicht adv./ 1 .1 . nicht bezahlt, nicht
beglichen: eine unbezahlte Rechnung 1.2 . /nur
a ttr./ unbezahlten Urlaub (zusätzlichen Urlaub,
der nicht vergütet wird) beantragen
unbezähmbar, unbezähmbar /A d j, ; nicht adv,/ sehr
heftig und nicht zu bezähmen, zu unterdrücken:
sein e Neugierde, sein Hunger war u.
Unbilden, die /P l.j geh .: die U. (unangenehmen
Auswirkungen) des W etters, Winters; die U. (Be
schwernisse) der langen Reise auf sich nehmen
Unbill, die; -, /o. PL/ veraltend 1. der U. (den
Unbilden) des Wetters ausgesetzt sein — 2. un
würdige, ungerechte Behandlung, Kränkung: er
mußte große U. ertragen
unbillig /Adj.; nicht adv,/ geh. unangemessen, un
gerechtfertigt: unbillige Forderungen stellen; nichts
Unbilliges verlangen
unblutig /A d j./ ohne Blutvergießen: ein unblutiger
Aufstand; die Aktion verlief u.
unbrauchbar, unbrauchbar /A dj.; nicht adv,/ 1.1 .
nicht mehr zu verwenden: das Gerät ist durch falsche
Lagerung u. geworden 1.2 . jmd. ist (für etw.) u.
jmd. ist für etw. nicht geeignet: für diese Arbeit
bist du u.
unbürokratisch /A dj./ nicht bürokratisch: eine
schnelle unbürokratische Entscheidung fällen;
etw . u. erledigen
und /Konj.; nebenordnend; stellt eine Verbindung
zweier od. mehrerer, meist direkt aufeinander
folgender Glieder her; vgl. 1 .3; gibt an, daß das durch
die Glieder Benannte zugleich in bezug auf den je
weiligen Kontext gilt/ I .l . /verbindet syntaktisch
gleichartige, aber in ihrer Bedeutung verschiedene,
jedoch einander ausschließende Wörter, Wort
gruppen od. Sätze; ausgenommen sind in der Regel
Artikel, Konjunktionen, Interjektionen, Indefinit
pronomen/ 1.1 . du u. ich; Bruder und Schwester;
Männer, Frauen u. Kinder; anspruchslose u. fro st
beständige Zierpflanzen; sie sangen u. lachten; die
Sonne schien, u. die Vögel zwitscherten 1.2 . /mit
exemplifizierenden od. präzisierenden Zusätzen,
wenn die Glieder in einem Verhältnis von Ober- und
ümerbegriff stehen/: Apfel, Birnen u. anderes, so l
ches, ähnliches Obst; er liebt seine Künder u. be
sonders, vor allem seine Tochter 1.3 . /ist austausch
bar durch aber, wenn die verbundenen Glieder min
destens zwei gegensätzliche Bestandteile enthalten/:
ihr vergnügt euch, u. ich muß arbeiten; alle ver
lassen das Zimmer, u. ich soll bleiben; er weiß die
Wahrheit u. sagt sie nicht 1.4. /ist austauschbar mit
oder, wenn die verbundenen Glieder in bezug auf
ein genanntes Auswahlkriterium gleichermaßen re
präsentantsindI:er läuft schneller als Fritz u. Rudi;
er darf kommen u. gehen, wie er will — 2 . /ver
bindet gleichlautende od. m it Komparativ wiederholte
Glieder zu einem Ausdruck, der bedeutungsgleich
ist m it einem entsprechenden Ausdruck, in dem das
erste Glied durch alle, immer, nichts als usw. be
stimmt ist/: wir sahen nur Wasser u. Wasser (nichts
als Wasser); im ganzen Aufsatz Fehler, Fehler u.
(nochmals) Fehler (lauter Fehler); er lief schn ell u.
schneller (immer schneller); das Flugzeug stieg
höher u. höher (immer höher); er las u. las (las im
merzu) ; er will u. will es nicht begreifen (er begreift
es immer noch nicht); /bei eingebetteten Satzgliedern
in der indirekten Rede gleichbedeutend mit den ent
sprechenden relativischen Ausdrücken/: er sagte, es
sei so u. so gewesen (sagte, wie es gewesen sei); er
erzählte, es sei der u. der gewesen (wer es gewesen
sei) — 3 . /syntaktische Sonderfälle/ 3 .1 . /schließt
ein nachgestelltes Satzglied an, wodurch dieses hervor -
gehoben w ird/: ihre Augen gefallen mir sehr u. ihr
charmantes Lächeln; ich möchte dich wieder g e
sund sehen u. glücklich 3.2 . / einleitend in Gedich
ten, Liedern, Buchtiteln; ohne voraufgehendes Satz
glied/ : Und der Haifisch, der hat Zähne; Und sagte
kein einziges Wort — II . /in Verbindungen, die als
gleichbedeutend mit einem Satzgefüge, nicht neben
geordnet wie unter I, interpretiert werden können/
1. /wenn das zweite Glied der Verbindung durch eine
Nebensatzkonstruktion ersetzbar ist/ 1.1 . /mit kon
zessivem Charakter/: man muß es versuchen, u.
wäre es noch so schwierig; er will es durchsetzen, u.
wenn alle dagegen sind; ich gehe jetzt, u. wenn es
nöch so regnet 1.2 . /m it konsekutivem Charakter/:
es regnete stark, u. die W ege wurden unpassierbar
1.3 . /m it dem Charakter eines Objektsatzes/ 1.3 .1 .
/statt eines Infinitivs mit zu /: tu mir den Gefallen
u. schreibe mir bald; sei bitte so gut u. reiche mir
das Buch herüber 1.3 .2 . /statt daß/: es fehlte nicht
viel, u. das Kind wäre aus dem Fenster gefallen —
2. / das erste Glied der Verbindung ist ersetzbar durch
einen Konditionalsatz/ 2.1 . /wenn das erste Glied ein
Imperativsatz, das zweite ein Aussagesatz ist/: komm
her, u. ich verzeih dir; iß deinen Pudding, u. du
darfst spielen gehen 2.2 . /wenn das erste Glied ein
nominales Satzfragment, das zweite ein Aussage
satz ist/: noch ein Bier u. ich gehe; ein Wolken
bruch u. die Ernte ist hin — 3 . /wenn das erste
Glied ein Nomen, das zweite ein Verb im Infinitiv,
Adjektiv, Adverb ist, ist der gesamte Aufdruck gleich
bedeutend einem negierten Aussagesatz mit dem
ersten Glied als Subjekt und zweiten Glied als P rä
dikat/ : du u. stören (du störst keinesfalls) !; der u.
das Rauchen aufgeben (der gibt niemals das R au
1200
Undank — Unendlichkeit
chen auf)! — HL /verbindet Kard.zaklen/ 1. umg.
plus (1.1): drei u. drei ist sechs — 2. /gibt die Distri
bution a n /: sie gingen zwei u. zwei (je zwei Personen
nebeneinander)
4- um g. na u. (was ist dabei)? /drückt eine heraus
fordernde Haltung des Sprechers aus/
Undank, der; -(e)s, /o. Pl./i von jmdm. nur U.
(nicht den erwarteten D ank, eher Gegenteiliges) ern
ten ; eine Gefälligkeit mit U. vergelten
undankbar /A dj./ 1 . keinen Dank für etw. zeigend:
ein undankbarer Mensch; das ist u. v o n dir, du
bist aber u .!; sich jmdm. gegenüber u. verhalten —
2. /nicht ad v./ im Verhältnis zur aufgewandten Mühe
nicht lohnend, nicht befriedigend:das ist eine undank
bare Aufgabe, ein undankbares Thema
undefinierbar, undefinierbar /A d j./ nicht genau zu
bestimmen, zu erklären: ein undefinierbares Ge
räusch; im Saal herrschte eine undefinierbare Span
nung; das Getränk war u. (man konnte nicht fest
stellen, woraus es bestand)
undemokratisch /A d j./ demokratischen Grundsätzen
widersprechend: u. Vorgehen
undenkbar, undenkbar /Adj./ 1 .1 . /vorw. präd./
nicht vorstellbar, unmöglich: früher war so etw. u .;
etw. für u. halten; es ist nicht u. (es ist durchaus
möglich), daß er kommt 1.2 . /in den Verbindungen/
seit, vor undenkbaren (undenklichen) Zeiten
undenklich, undenklich /Adj.; in den Verbindun
gen/ seit, vor undenklichen Z eiten (seit, vor sehr
langer Zeit)
undeutlich /A d j./1 .1 . nicht deutlich (1.1): u. (schwer
lesbar) schreiben; eine undeutliche (schlecht
artikulierte) Aussprache haben; ich sehe das nur u.
(nicht klar, nicht scharf) 1.2 . sich nur u. (ungenau
1.2) an etw. erinnern
undialektisch /Adj./ Phi los. den universellen
Zusammenhang der Gegenstände und Erscheinun
gen ignorierend und deren Entwicklung und innere
Widersprüche leugnend, m etaphysisch: die u n
dialektische Auffassung von etw.; das undialek
tische Herangehen an eine Sache
undicht /A dj./ durchlässig, nicht dicht: eine u n
dichte Leitung; das Dach ist u.
undifferenziert /A dj./ bei einem Vorgehen, beim
Denken (entscheidende) Unterschiede nicht be
rücksichtigend: u. über etw. urteilen
Unding, das /in der Verbindung/ umg. es ist ein U.
es ist unmöglich, unsinnig: es ist ein U., so etwas zu
behaupten
undiplomatisch /A dj./ nicht diplomatisch (2): sein
undiplomatisches Vorgehen; sich u. verhalten
undiszipliniert /A dj./ keine Disziplin haltend, auf
weisend: sich u. verhalten; die Klasse ist, die
Schüler waren u .; sein undiszipliniertes Verhalten
unduldsam /A dj./ eine andere Denk- od. Handlungs
weise nicht gelten lassend, intolerant: sich gegenüber
Andersdenkenden u. verhalten; u. (unnachsichtig)
gegenüber Bummelanten
undurchdringlich, undurchdringlich /A dj./ 1 . das
Gestrüpp, die H ecke war u. (sehr dicht, nicht zu
durchdringen ) — 2 . /undurchdringlich/ etw. mit un
durchdringlicher Miene (ohne daß man seinem Ge
sichtsausdruck etw. entnehmen könnte) a nhö
ren
undurchführbar, undurchführbar /Adj.; nicht adv,/:
das Projekt, der Plan is t u. (nicht durchzuführen,
unausführbar)
undurchlässig /A dj./ nicht durchlässig: eine gegen
Wasser undurchlässige S chicht
undurchschaubar, undurchschaubar /Adj./ nicht
durchschaubar: undurchschaubare Absichten, Grün
de; jmd. ist u.; ein undurchschaubarer Charakter
undurchsichtig /Adj,/ 1 . /von Materialien/ nicht
durchsichtig (1): undu rchsichtiges Glas; der Vo r
hang ist u. — 2 . undurchschaubar: undurchsichtige
Gründe
uneben /A dj./ nicht leben: ein unebenes Gelände;
die Straße ist u. (holperig, nicht glatt)
unecht /A dj,/1.1 . nicht echt (1.1): unechter Schmuck
1.2 . nur vorgetäuscht, unnatürlich: sein Lächeln
war u. — 2. /nur attr.] Math, ein unechter Bruch
(Bruch, dessen Zähler größer ist als sein Nenner)
unedel /Adj./ 1 . nicht edel (1): eine unedle Ge
sinnung — 2 . /nur attr,/ unedle Metalle (Metalle,
die leicht von Sauerstoff angegriffen werden und in
nichtoxydierenden Säuren löslich sind)
uneh elich /A dj./ nichtehelich: ein uneheliches Kind;
das Kind ist u.
Unehre, die /in den Verbindungen/ etw. m acht
jmdm. U . (Schande 1); etw. gereicht jmdm. zur U.
unehrenhaft /A dj./ nicht ehrenhaft: es wäre u., so
etwas zu tun; eine unehrenhafte Handlung
unehrlich /A dj./1. nicht ehrlich (2): er ist u .; das ist
ein unehrliches Verhalten — 2 . /nicht präd,/ das
Geld h at er sich auf unehrliche (betrügerische)
Weise beschafft, ist u. erworben; zu 1 Unehrlich
keit, die; /o. PI,/
uneigennützig /A dj./ nicht eigennützig, selbstlos:
jmd. ist u., denkt, handelt u.; eine uneigennützige
Tat
uneingeschränkt /A dj,/ in seiner Geltung ohne jede
Einschränkung: die uneingeschränkte Vollmacht
für etw. haben; er verdient uneingeschränktes Lob,
hat der Sache u. zugestimmt
uneinig /Adj,; vorw. präd./ sich (in einer Sache) u.
sein verschiedener M einung sein, in etw. nicht über
einstimmen: wir waren uns u., ob ...; mit jmdm.,
miteinander u. (entzweit 1.1) sein; dazu U neinig
keit, die; -, jo. PL/
uneins jindekl. Adj.; nicht attr./: mit jmdm., mit
einander u. (uneinig) sein, werden; er ist mit sich
selbst u. (mit sich im Zwiespalt)
uneinsichtig /Adj./ nicht einsichtig, keine Einsicht
zeigend: der Täter war u., zeigte sich u.
unempfänglich /A dj./ nicht empfänglich: für etw.
u. sein; er ist, zeigte sich für Naturschönheiten u.
unempfindlich /A dj./ 1 . nicht empfindlich (1): jmd.,
etw. ist u. gegen Kälte, Hitze; jmd. ist u. gegen
Tadel (jmd. bleibt von Tadel unberührt) — 2 . nicht
empfindlich (2): der Teppich ist u.
unendlich, auch unendlich /Adj./ 1. /unendlich/
1.1 . unabsehbar (1.1): die unendliche Weite des
Meeres; Fotogr. das Objektiv auf u. (auf eine
nicht begrenzte Entfernung) einstellen 1.2 . /nur
attr./ M ath, eine unendliche (nicht begrenzte 2)
Menge 1.8 . Ph i lo s . räumlich, zeitlich, quantitativ
unbegrenzt und qualitativ unerschöpflich /Merkm al
der sich bewegenden M aterie/: die unendliche Ma
terie 1.4 . von sehr großem zeitlichem Ausm aß: die
Zeit des Wartens schien uns u.
—
2, /drückt emo
tional einen hohen Grad a u s/: eine unendliche (sehr
große) Geduld haben; diese Arbeit hat unendliche
Mühe gekostet; u. (sehr) froh, traurig über etw.
sein; u. viele Menschen; zu ^Unendlichkeit, Un-
unentbehrlich — unerschöpflich
1201
endlichkeit, die; fo. P L /; zu 1.4 Ewigkeit (1.3):
die Minuten der Ungewißheit dünkten uns eine U.
unentbehrlich, unentbehrlich fAdj.f unbedingt er
forderlich, nicht zu entbehren: unentbehrliches
Werkzeug; ein unentbehrlicher Mitarbeiter; jmd.
ist u .; sich u. Vorkommen, für u. halten
unentdeckt /A dj.; nicht adv.f (in Wissenschaft und
Forschung) bisher noch nicht entdeckt: ein noch
unentdeckter Virus; ein unentdecktes (von maßgeb
lichen Leuten noch nicht bemerktes) Talent
unentgeltlich, unentgeltlich fAdj.f ohne Bezahlung,
Entgelt, kostenlos: etw. u. tun, leisten; eine un
entgeltliche Dienstleistung; die Reparatur ist u.
unentrinnbar, unentrinnbar fAdj.; nicht präd.f:
einem Geschehen u. (so, daß man ihm nicht ent
gehen kann) ausgeliefert sein
unentschieden fAdj.f 1. unentschiedene (noch nicht
entschiedene) Fälle, Fragen; es ist noch u. (un
gewiß), ob er das Angebot annimmt — 2. Sport
von keinem der beteiligten Spieler od. Mannschaften
gewonnen od. verloren,punktgleich: das Spiel endete,
war u .; durch das Unentschieden kam die Mann
schaft in die letzte Runde
unentschlossen fA dj.f sich nicht entschließen, ent
scheiden könnend: ein unentschlossener Mensch,
Käufer; er war noch u. (unschlüssig 1), ob er ... ; er
schien, wirkte u.
unentschuldbar, unentschuldbar fA dj.; nicht adv.f
nicht zu entschuldigen, unverzeihlich: ein un ent
schuldbarer Fehler; sein Verhalten ist u.
unentschuldigt fAdj.f: u. (ohne Entschuldigung 1.1)
fehlen; sein unentschuldigtes Fehlen
unentwegt, unentwegt fAdj. ; nicht präd.f 1.1 . mit
großer Ausdauer, Standhaftigkeit, beharrlich: ein
unentwegter Kämpfer für den Frieden; auch
scherzh. ein paar Unentwegte harrten noch aus
1.2 . ohne Unterbrechung, pausenlos: er redete u.;
u. klingelte das Telefon
unentwirrbar, unentwirrbar /A d j.f so beschaffen,
daß man es nicht entwirren kann: die Fäden waren
zu einem unentwirrbaren K näuel verschlungen
unerachtet, unerachtet fPräp. mit Oen.f v e ra lten d
ungeachtet
unerbittlich, unerbittlich fAdj.f 1. durch Bitten nicht
umzustimmen: gegen jmdn. in einer bestimmten
Angelegenheit u. sein, bleiben — 2. einen unerbitt
lichen (äußerst harten, heftigen) Kampf gegen etw.
führen
unerfahren fAdj.f 1.1# ohne Erfahrung auf einem
bestimmten Gebiet: der Praktikant war noch u. auf
seinem Fachgebiet; er ist darin noch u. 1 .2 . ohne
Lebenserfahrung: er ist noch sehr jung und u.;
dazu Unerfahrenheit, die; fo. Pl.f
unerfindlich, unerfindlich jA d j.; nicht adv.j: was er
sich dabei gedacht hat, bleibtu. (unverständlich 1.2)
unerforschlich, unerforschlich /A dj.; nicht adv.f:
etw. bleibt ein unerforschliches (nicht zu er
forschendes, unverständliches 1.2) Geheimnis; aus
unerforschlichen Gründen h at er . . .
unerfreulich fAdj.f unangenehm: eine unerfreuliche
Angelegenheit; jmdm. eine unerfreuliche Mit
teilung m achen müssen; der Zwischenfall war recht
u.
unergiebig fAdj.f nicht ergiebig: ein unergiebiges
Thema;das Quellenmaterial erwies sich als u., war u.
unergründlich, unergründlich fAdj.f 1.1 . etw. bleibt
ein unergründliches (nicht zu ergründendes, un
verständliches 1.2) Geheimnis 1.2 . sein Lächeln ist
u. (undurchschaubar); ein unergründliches Lächeln
unerheblich fAdj.f 1.1 . fvorw. präd.f unwichtig: es
ist u., ob ... 1 .2 . geringfügig: bei dem Unfall ent
stand nur unerheblicher Sachschaden; der Ge
winn war nicht u. (war ziemlich groß)
unerhört, unerhört /Adj.f 1. femot.f empörend und
schändlich: das ist eine unerhörte Frechheit;
diese Dreistigkeit ist u. — 2 . /nicht adv.f einmalig
in seiner Besonderheit: eine unerhörte Begebenheit;
etw. Unerhörtes war geschehen — 3 . /drückt emo
tional einen hohen Grad a u sf : unerhörtes (sehr
großes) Glück hab en; das war u. (sehr, überaus)
interessant; er hat u. viel gesehen
unerkannt fAdj.; vorw. adv.f ohne erkannt zu
werden: u. entkommen; er blieb u. (wurde nicht
erkannt)
unerklärlich, unerklärlich fAdj.f: es ist u. (nicht zu
erklären 1.2, unverständlich 1.2), daß er sich so
täuschen konnte; eine unerklärliche Angst befiel
ihn
unerläßlich, unerläßlich fAdj.f unbedingt not
wendig: etw. ist eine unerläßliche Voraussetzung
für etw.; es ist u., daß du dir das einprägst; etw.
für u. halten
unerlaubt fAdj.f 1. /nichtpräd.f ohne Erlaubnis: der
Soldat hatte sich u. von der Truppe entfernt; sein
unerlaubtes Fernbleiben — 2 . fvorw. attr.f gegen
das Gesetz verstoßend, unzulässig: unerlaubter B esitz
v on W affen; sich unerlaubter Mittel bedienen
unerledigt fAdj.f: unerledigte (nicht erledigte, nicht
bearbeitete) Anträge, P ost; Akten u. liegenlassen
unermeßlich, unermeßlich fAdj.f 1. unendlich (1.1) —
2.1 . zahlenmäßig, mengenmäßig außergewöhnlich
umfangreich: unermeßliche Reichtümer; die K o
sten steigerten sich ins unermeßliche; dieser
Schmuck ist von unermeßlichem Wert 2.2 . /drückt
emotional einen hohen Grad a u s/: unermeßliches
Leid; etw. ist u. (sehr, außerordentlich) kostbar; u.
viel geleistet haben
unermüdlich, unermüdlich fAdj.f mit großer A us
dauer, Beharrlichkeit: sich u. für etw. eins etzen ; er
arbeitete u. daran; er ist u. in seiner Hilfsbereit
schaft; sein unermüdlicher Fleiß
unerquicklich fA dj.; nicht ad v.f: ein unerquickliches
(unerfreuliches) Thema, Gespräch
unerreichbar, unerreichbar fAdj.f 1. so (weit ent
fernt) gelegen, daß man es nicht erreichen kann: die
Bücher im obersten Fach sind für mich ohne L eiter
u . ; der Gipfel des Berges schien uns noch u. (sehr)
weit entfernt; <> dieses Ziel ist, bleibt für ihn u.
(wird er nie erreichen) — 2 . fnicht adv.f jmd. ist
u. zu jmdm. kann keine Verbindung hergestellt
werden: im Moment ist er u.
unerreicht, unerreicht fA dj.; vorw. präd.f von
keinem anderen (bisher) erreicht: dieser Rekord i s t
bisher u.
unersättlich, unersättlich fA dj.; nicht adv.; emot.f
1.1 . die Kinder sind heute u. (erwecken den Ein
druck, als wären sie nicht satt zu bekommen) 1.2 .
nicht zu befriedigen: ein unersättlicher Wissens
durst; er ist u. in seiner Habgier
unerschlossen /A dj.; nicht adv.f 1.1 . die Gegend ist
noch u. (noch nicht erschlossen 1.1); unerschlossene
Gebiete 1.2 . unerschlossene (noch nicht erschlossene
1.2) Bodenschätze
unerschöpflich, unerschöpflich fAdj.f in solcher
1202
unerschrocken — Unfreiheit
Fülle vorhanden, daß es nicht versiegt: seine finan
ziellen Mittel scheinen u. zu sein; ein unerschöpf
licher Vorrat; <0 ihre Güte ist u. (grenzenlos 2.1)
unerschrocken /Adj.f keine Furcht zeigend, m u tig:
ein unerschrockenes Auftreten, Handeln; sich u. zur
Wehr setzen
unerschütterlich IA dj.f durch nichts zu erschüttern
(1.2); mit unerschütterlicher Ruhe; er hatte den
unerschütterlichen Willen, die Sache durchzu
kämpfen; sein Vertrauen zu ihr ist u.; dazu Un-
erschütterlichkeit, die; -, jo. P L/
unerschwinglich,unerschwinglich fA dj.; nicht adv./
nicht erschwinglich: das ist ein unerschwinglicher
Preis; das Auto ist für uns u.
unersetzbar, unersetzbar /A dj./ unersetzlich
unersetzlich, unersetzlich fAdj./ 1 .1 . ein unersetz
licher (durch nichts anderes z u ersetzender) Verlu st;
der Verlust ist u. 1 .2 . jmd. ist u. jmd. ist so wichtig,
w ird so notwendig gebraucht, daß er durch niemanden
zu ersetzen i s t : der Mitarbeiter ist u.; sich für u.
halten
unersprießlich, unersprießlich jA d j.; nicht adv.f
nutzlos, nicht förderlich: die Zusammenarbeit, das
Gespräch war u.
unerträglich, unerträglich /A d j./ 1 . so unangenehm,
daß es nicht, kaum zu ertragen i s t: eine unerträgliche
Hitze; seine Lage, die Situation war u.; es war ihm
u., daß er untätig dabeisitzen mußte; es war u.
(sehr) heiß dort — 2 . unausstehlich (1); eine un
erträgliche Person; er war h eute u.
unerwähnt fAdj.; in den Verbindungen/ etw. u.
lassen (nicht erwähnen); etw. bleibt u. (wird nicht
erwähnt)
unerwartet, unerwartet /Adj.f ohne daß man damit
gerechnet hat, überraschend: ein unerwartetes Wie
dersehen; er starb plötzlich und u.; etw. völlig
Unerwartetes geschah; die Nachricht kam uns
nicht u. (wir hatten mit ihr gerechnet)
unerwünscht fAdj.f nicht erwünscht, nicht w ill-
kommen: unerwünschte Gäste; Besuche sind zur
Zeit u.
unfähig fAdj.; nicht adv./ 1 . zu etw. u. sein zu etw.
nicht imstande sein: der Kranke ist u. aufzustehen;
er ist u., darüber zu entscheiden; er war u. (besaß
nicht die psychische K raft), ihr die W ahrheit zu
sagen; geh. einer Sache u. sein — 2. ohne die er
forderliche Befähigung, Eignung zu etw.: ein un
fähiger Mitarbeiter; er ist u .; dazu Unfähigkeit, die;
fo. PL/
unfair fAdj.f [..fe:r, ..fs:r] 1.1 . einem anderen
gegenüber nicht fair: ein unfaires Verhalten; zu u n
fairen Mitteln greifen; es wäre u., so zu handeln
1.2 . Sport zum eigenen Vorteil und zum Nachteil
des Partners im W ettkampf (bewußt) gegen die sport
lichen Regeln verstoßend: er h at eine unfaire Spiel
weise; u. boxen
Unfall, der; -s, Unfälle Ereignis, Mißgeschick, das
körperlichen Schaden, Sachschaden zur Folge hat:
ein leichter, schwerer, tödlicher U .; ein U. auf
der Baustelle; einen U. mit dem Auto haben; einen
U. verursachen, verschulden; an den Folgen eines
Unfalls sterben
unfall/Unfall| -frei jAdj.; nicht präd.j ohne einen
Unfall zu verursachen, verursacht zu haben: er fährt
seit 20 Jahren u.; -gefahr, die /o. PL/ Gefahr, daß
ein Unfall geschieht: bei Straßenglätte besteht er
höhte U.; -hergang, der: den U. feststellen, rekon
struieren; -klinik, die Klinik zur Aufnahme und
Behandlung von Unfallverletzten; -o rt, der jPL -e/
vgl. -stelle; -quelle, die etw., das Ursache eines Un
falls sein kann: Unfallquellen im Betrieb besei
tigen; -quote, die statistisch ermittelte Quote der Un
fälle; die U. ist vergleichsweise niedriger als im
Vorjahr; -risiko, das vgl.
-gefahr: jedes U. aus
schließen; -schütz, der gesetzliche Maßnahmen des
Arbeitsschutzes zur Verhütung von Unfällen; -Sta
tion , die medizinische Einrichtung (einer Klinik)
zur sofortigen Hilfeleistung für Unfallverletzte;
- stelle, die Stelle, an der sich ein Unfall ereignet hat;
- tod, der der durch einen Unfall eingetretene Tod;
- tote, der u. die jmd., der infolge eines Unfalls ge
storben ist; -Ursache, die; -verletzte, der u. die
durch einen Unfall verletzte Person; -Versicherung,
die Versicherung von Personen gegen Schaden durch
Unfall; -Verursacher, der; -s , - ;
- wagen, der durch
einen Verkehrsunfall beschädigter Kraftwagen; -zeu
ge, der
unfaßbar, unfaßbar /Adj.f 1.1 . das Vorstellungs
vermögen übersteigend, so beschaffen, d aß man
glaubt, es nicht fassen, begreifen zu können: ein un
faßbares Ereignis; der Tod des Bruders war für
ihn u.; es ist u. (unverständlich 1.2), wie er das
hat tun können 1.2 . unvorstellbar groß: ein unfaß
bares Glück haben; eine unfaßbare Armut
unfehlbar, unfehlbar /Adj.f 1. jnicht adv./ sich nie
m als irrend, niem als einen Fehler machend: kein
Mensch ist u.; sich für u. halten; einen unfehl
baren (untrüglichen) Instinkt besitzen — 2 . /un
fehlbar; adv./ zweifellos, gewiß: mit einer solchen
Einstellung wird er u. scheitern; zu 1 Unfehlbar
keit, Unfehlbarkeit, die; -, fo. Pl.f
un fein fAdj.f die guten Umgangsformen verletzend:
er hat ein unfeines Benehmen; das ist u., gilt als
u.
1unfern fPräp. mit Gen.f nahe, Unweit: u. der
Stadt, des Bahnhofs
2unfern /A dv.; in Verbindung mit von/ 2unweit:
u. von Leipzig, vom Bahnhof
unfertig fAdj.f unreif (2): ein unfertiger junger
Mann
Unflat, der; -(e)s, fo. Pl.f [..la:t] geh. Schmutz,
Unrat; O der Redner goß kübelweise U. über
seine Gegner aus (beschimpfte seine Gegner in der
übelsten Weise)
unflätig lAdj.f unanständig, grob und gemein: un
flätige Reden führen; jmdn. in unflätiger Weise
beschimpfen
unflektierbar, unflektierbar jA d j.; nicht adv./
G ra m m .: ein unflektierbares (nicht zu flektierendes)
Wort
unflott IAdj.f umg. 1.1. jmd. ist nicht u. jmd. ist
attraktiv: das Mädchen ist nicht u. 1 .2 . etw. ist
nicht u. etw. ist modisch, schick und gefällt: das
Kleid ist nicht u.
unförmig /Adj./ breit und massig, keine gefälligen
Proportionen aufweisend: eine unförmige Gestalt;
jmd., etw. ist u.; jmd. hat eine unförmige Nase
unfrei lAdj.j 1. nicht frei (1): das einst koloniale,
unfreie Volk ist jetzt unabhängig; die unfreien
leibeigenen) Bauern — 2 . /nicht adv.f nicht frei
(3.1): er ist in seinen Entscheidungen u.
—
8.
befangen (1): in seiner Gegenwart fühlt er sich
u.; er ist u. in seinem Benehmen; dazu Unfrei"
heit, die; /o. Pl.f
unfreiwillig /A dj./ 1 . nicht freiwillig, gegen den
eigenen Willen: u. auf etw. verzichten; ein unfrei
williger Aufenthalt — 2 . unbeabsichtigt (1.1): einen
unfreiwilligen Witz machen; sche’rzh. ein un
freiwilliges B ad nehm en (ins Wasser fallen)
unfreundlich /A dj./ 1. nicht freundlich (1): ein
unfreundlicher Kellner; jmdm. u. antworten;
jmdn. u. ansehen — 2 . in seiner optischen Wirkung
unangenehm, nicht anheimelnd: ein dunkles, un
freundliches Zimmer; unfreundliches W etter
Unfriede, der; -ns, jo. Pl.j s. Unfrieden
Unfrieden, der; -s, jo. Pl.j durch ständige Streitig
keiten hervorgerufener Zustand der Uneinigkeit,
Zwietracht: mit jmdm. in U. leben; U. stiften
unfrisiert jA d j.j 1. unfrisiertes (nicht frisiertes)
Haar; sie war noch u. — 2 . durch nichts beschönigt:
einen unfrisierten Bericht vo n etw. geben
unfruchtbar /A dj.; nicht adv.j 1. zur Fortpflanzung
unfähig: sie ist u.
—
2. unfruchtbarer (keinen
od. nur geringen Ertrag bringender) Boden, Acker
—
3. nicht fruchtbar (2): das Gespräch, die Diskus
sion war u .; dazu Unfruchtbarkeit, die; -, Jo. Pl.j
Unfug, der; -(e)s, ]o. Pl.j 1* (öffentliches Ä rgernis
erregende und m it Sachbeschädigung verbundene)
unerlaubte od. ungehörige Handlung: jmdn. wegen
groben Unfugs bestrafen — 2 . Unsinn (1), dummes
Zeug: so ein U.! — 3. Unsinn (2)
ungalant jAdj./ als Mann Frauen gegenüber un
höflich : er verhielt sich, war ihr gegenüber recht u.
ungastlich jA dj.; vorw. attr.j 1. wenig, nicht zum
Aufenthalt einladend, unwirtlich: eine ungastliche
Stätte, Gegend — 2 . nicht gastlich, nicht gast
freundlich: wir verließen das ungastliche Haus
Ungeachtet, ungeachtet jPräp. mit Gen.; dem
Nomen vor- od. nachgestelltj ohne Rücksicht auf,
trotz: u. der Schwierigkeiten, der Schwierigkeiten
u. wurde die Arbeit termingerecht fertig
2ungea chtet /Konjin Verbindung mit daß; leitet
einen konzessiven Gliedsatz ein; gibt an, daß der im
Gliedsatz genannte Sachverhalt ohne Einfluß auf
den Sachverhalt des Hauptsatzes istj obwohl, trotz
dem: er tat es, u. daß es verboten war
ungeahnt, ungeahnt jAdj.; nur attr.j alle Er
wartungen übersteigend: u ng eah nte Möglichkeiten;
jmd. besitzt ungeahnte Fähigkeiten
ungebärdig jA dj.j schwer zu zügeln, wild und wider
spenstig : ein ungebärdiges Kind, Füllen
ungebeten jA dj.j ohne aufgefordert zu sein (und
unerwünscht): ein ungebetener Gast; er hat das u.
getan
ungebeugt jA dj.j trotz großer Leiden, Rückschläge
mutig, standhaft und aufrecht: trotz aller Schikanen
und Folterungen blieb er u.; die ungebeugten
Widerstandskämpfer
ungebildet jA dj.j hinsichtlich der Bildung unter
einer von unterschiedlichen Maß stäben bestimmten
Norm liegend: als Unterdrückte wurden sie un
wissend und u. gehalten; er war u., war ein unge
bildeter Mensch
ungebräuchlich jA dj.; nicht adv.j selten gebraucht,
nicht üblich: ein ungebräuchliches Wort; diese
Methode ist u.
ungebraucht jA dj.j noch nicht in Gebrauch ge
nommen: ein ungebrauchtes Auto; das Taschen
tuch ist noch u. (unbenutzt 2)
ungebrochen jA dj.j trotz großer Leiden, Rück
schläge nicht entm utigt: er war trotz allem u.
ungebührlich jA dj.j 1.1 , ungehörig: sich (jmdm.
gegenüber) u. benehmen; eine ungebührliche A nt
wortgeben 1 .2 .1adv.j einen u, (das angemessene Maß
übersteigenden, über Gebühr) hoh en Preis verla ng en
ungebunden jA dj.j 1. persönlich frei von bindender
Verpflichtung, an nichts, niemanden in verpflichten
der Weise gebunden: ein ungebundenes Leben
führen; er hat keine Familie und ist, lebt u.
—
2. /nur attr.j ungebundene Rede (Prosa)
Ungeduld, die;
/o. P l.j Unfähigkeit, etw. mit
Geduld abzuwarten: voll(er) U. sein; etw. m it U.
erwarten; vor U. fast vergehen
ungeduldig jAdj.j' voller Ungeduld: jmd. ist, wird
u.; u. auf etw., jmdn. warten; ein ungeduldiger
Patient
ungeeignet jA dj.; nicht adv.j 1.1. jmd. ist für etw.
u. jmd . besitzt für etw. keine Befähigung, Eignung:
er ist für diese Tätigkeit, diesen Beruf (denkbar,
völlig) u. 1.2. unzweckmäßig: etw. ist für etw. u .;
eine ungeeignete Methode
ungefähr, ungefähr jAdj.j 1.1. /nicht präd.j nur
annähernd zutreffend: eine ungefähre Vorstellung
von etw. haben; hier weiß ich u. Bescheid 1.2.
/als Partikel; in Verbindung mit Zahlen, Zeit- od.
Ortsbestimmungen; drückt einen angenäherten Wert
ausj: u. 50 Personen; es wird u. zwei Stunden
dauern; u. am Ende der Straße liegt unser Haus
+ v o n u. (durch Zufall, zufällig, beiläufig); wie
v o n u. (scheinbar zufällig, scheinbar absichtslos);
n icht v on u. (nicht zufällig, nicht ohne Ursache,
Grund)
ungefährdet jAdj./: hier können Kinder u. (ohne
durch den Verkehr gefährdet zu sein) spielen
ungefährlich jAdj.; vorw. präd.j mit keiner Gefahr
verbunden, gefahrlos: dieses Mittel ist u . ; die B e
steigung dieses Gipfels ist verhältnismäßig u.;
etw. ist nicht u. (ist ziemlich gefährlich)
ungefällig jAdj.j nicht gern bereit, jmdm. einen
Gefallen zu erweisen: (jmdm. gegenüber) u. sein
ungefestigt jAdj.j charakterlich noch labil: mora
lisch u. sein
ungefragt /Adv.j ohne gefragt worden zu sein: u.
auf etw. antworten, seine Meinung sagen
ungefüge jAdj.j groß und massig, schwer zu hand
haben: u. Möbel; ein ungefüger Gegenstand
ungehalten jAdj.j: über etw., jmdn. u . (verärgert,
unwillig) sein; u. schüttelte er den Kopf
ungeheißen jAdv./ veraltend von sich aus, ohne
dazu aufgefordert zu sein, freiwillig : u. holte er
Kohlen aus dem Keller
ungeheizt jAdj.j nicht geheizt: das Zimmer war u.;
ungeheizte Räume
ungehemmt jAdj.j 1. nicht gehemmt: der Junge ist
natürlich und u.; u. (frei heraus) sagte er seine
Meinung — 2 . hemmungslos: in ungehemmter
Wut ...; u. lachen, weinen
ungeheuer, ungeheuer jAdj.j 1.1. /nicht adv.j außer
gewöhnlich groß in der Erstreckung: eine ungeheure
Entfernung, Höhe 1.2 . /nicht adv.j zahlenmäßig,
mengenmäßig außergewöhnlich groß: eine ungeheure
Summe, Menge 1 .3 . /drückt emotional einen sehr
hohen Grad a u sj: etw. erregt ungeheures (sehr gro
ßes) Aufsehen; ungeheuren Erfolg haben; er ist
u. (sehr) stark; sich u. freuen
Ungeheuer, das; -s, - 1 .1 . schreckliches, grauen
erregendes, großes Wesen (3.2) in Sagen, Märchen:
die U. der Sagen und Märchen 1.2 . er ist ein U.
unfreiwillig — Ungeheuer
1203
77 Wörterbuch
1204
ungeheuerlich — ungesättigt
(ein Scheusal, Unmensch) — 2* /emot.; m der Fer-
bindungj umg. ein U. von ein viel zu großes
und meist häßliches Gebildet Monstrum: ein U. von
(einem) Hut; ein U. von einem Satz (ein zu langer
Satz)
ungeheuerlich, ungeheuerlich /A d j.l1. /emot./ un
erhört (1): eine ungeheuerliche Behauptung; die
Anschuldigung ist u. — 2 . unheimlich (1), m ysteriös:
das ist mir u.
ungehindert /A dj./ ohne Behinderung (durch
andere): die Gäste kon nten sich überall frei und
u. bewegen; ungehinderten Zugang zu etw. haben
ungehobelt /Adj./ 1. /nicht adv./ ungehobelte (nicht
gehobelte) Bretter — 2 . ungeschliffen: ein u n
gehobelter Bursche; sein ungehobeltes Benehmen
ungehörig /A d j./ nicht den in der Gesellschaft
gültigen Umgangsformen entsprechend: ein u n
gehöriges B etragen; sich gegen jmdn., jmdm.
gegenüber u. aufführen; das ist u.; dazu Hin
gehörigkeit, die; -en
ungehorsam /A d j./ Geboten, Befehlen nicht Folge
leistend, keinen Gehorsam zeigend:, ein ungehor
sames Kind
Ungeist, der; -es, jo. PI ./ geh. inhumane, volks
feindliche, reaktionäre Ideologie: der faschistische
U.
ungekämmt /A dj./: ungekämmtes (nicht gekämm
tes) Haar; er war noch u., lief u. herum
ungeklärt /A dj./ (noch) nicht geklärt, ermittelt: der
Fall ist noch u.; es ist u., ob es sieh wirklich so
zugetragen hat; ungeklärte Probleme
ungelegen /Adj./ zu einem ungünstigen Zeitpunkt:
zu ungelegener Stunde kommen; /in der Verbin
dung/ etw., jmd. kommt (jmdm.) u.: diese Ein
ladung, die Dienstreise kommt mir sehr u .; komme
ich u. (störe ich)?
TJngelegenheit, die;
- e n /vorw. Pl.f Unannehm
lichkeit: jmdm. Ungelegenheiten bereiten; er
könnte dadurch Ungelegenheiten haben
imgelegt /Adj.j
+ ungelegte / Eier
ungelenk /A dj./ 1 . ungelenkig: ein ungelenker
alter Mann — 2. /vorw. attr. u. präd./ ungeübt: eine
ungelenke Handschrift; sein Stil ist u.
ungelenkig /Adj.; vorw. attr. u. präd./ nicht gelenkig:
seine Finger sind zu u. zum Klavierspielen
ungelernt /Adj.; in der Verbindung/ umg. ein un
gelernter Arbeiter (Arbeiter ohne abgeschlossene
Berufsausbildung)
ungelogen /Adv./ umg. /zur Bekräftigung, Be
teuerung einer Aussage/ tatsächlich, wirklich: er h at
es u. in einer Stunde geschafft
Ungemach, das; -(e)s, jo. PL/ veraltend geh.
1. Unannehmlichkeit, Kum mer: großes U. erleiden
—
2, U. (Mühsal) auf sich nehmen
ungemäß /A d]./ einer Sache u. einer Sache unan
gemessen: eine dieser Leistung ungemäße Würdi
gung
ungemein, auch ungemein /A dj./ außerordentlich
groß (8): allen machte das Spiel ungemeines Ver
gnügen; er erfreut sich ungemeiner Beliebtheit;
etw. ist u. (sehr) nützlich; das beruhigt, freut mich
u.
ungemütlich /Adj.j 1.1 . nicht behaglich und an
heimelnd: der Raum wirkt, ist u.; wir saßen dort
sehr u. 1 .2 . ein ungemütliches (unangenehmes)
Gefühl beschlich ihn 1.8 . /in der Verbindung/ jmdm.
wird es (allmählich) u. (jmd. bekommt Angst vor
einer Strafe, Entdeckung) 1.4 . u m g . /in der Verbin
dung/ u. werden (aus Ärger über etw. unfreundlich,
grob werden)
ungenannt /Adj.j nicht mit dem Namen genannt:
ungenannte Spender; der Verfasser des Artikels
w ollte u. (anonym) bleiben
ungenau /Adj.j 1.1 . nicht genau, nicht präzise: die
Waage ist u. eingestellt; eine ungenaue Berech
nung 1.2 . ungenaue (nicht klar umrissene) Vor
stellungen von etw. haben; dazu Ungenauigkeit,
die; -en
ungeniert, ungeniert /Adj./ 1 .1 . ungehemmt und
unbefangen: sich u. benehmen; u. sein 1.2 . /adv.j
ohne sich zu genieren: er langte u. zu, gähnte u.
ungenießbar, ungenießbar /A d j. ; vorw. attr. u.
präd./ 1 .1 . für die menschliche Ernährung nicht
geeignet: ungenießbare Pilze, Beeren, Früchte 1.2 .
für die menschliche E rnährung nicht mehr geeignet:
der Fisch, das Bier ist u. geworden — 2. umg.
er ist heute wieder einmal u. (unausstehlich 1)
ungenügend /A dj./ berechtigten Erwartungen nicht
entsprechend, unzureichend: eine ungenügende B e
lüftung ; ungenügende Kenntnisse; sich u. um etw.
kümmern; seine Leistungen sind u.
ungenutzt /Adj./ 1 .1 . nicht (aus)genutzt: ungenutz
ter W ohnraum; eine Chance u. vorübergehen
lassen 1.2 . für die Wirtschaft nicht nutzbar gemacht:
ungenutzte Energie; ungenutzter (brachliegender)
Boden
ungenützt /Adj./ s. ungenutzt (1.1)
ungepflegt /A dj./ nicht gepflegt (1): er wirkt sehr
u.
ungerade /Adj.; nicht adv./ M ath.: eine u. (nicht
durch 2 ohne B est dividierbare) Zahl
ungeraten /Adj.; vorw. attr. u. präd./ veraltend
(durch schlechte Erziehung) mit schlechten Eigen
schaften behaftet: ein ungeratenes Kind
ungerechnet /Adj./ 1. /nicht attr./ nicht mit be
rechnet: alle zusätzlichen Ausgaben u., hat der
Aufenthalt 300 Mark gekostet — 2 . /als Präp. mit
Gen./: u. aller sonstigen Kosten
ungerecht /A dj./ 1 .1 . die Gerechtigkeit verletzend:
jmdm. gegenüber, gegen jmdn., zu jmdm. u. sein
1.2 . der Gerechtigkeit nicht entsprechend: die Strafe
ist u.; eine ungerechte Beurteilung; jmdn. u. be
urteilen; etw. u. verteilen
ungerechtfertigt /A dj./ ohne berechtigten Grund:
sein Mißtrauen ist u .; jmdn. u. verdächtigen
Ungerechtigkeit, die; -,
-en 1. jo. PI./ das Un
gerechtsein: seine Entscheidung war eine große U .;
soziale U.
—
2. ungerechte Tat, Handlung: er hat
viele Ungerechtigkeiten auf seinem Gewissen
ungereimt /A dj./ sinnlos, töricht: ungereimtes
Zeug erzählen; dazu Ungereimtheit, die; -,
-en
ungern /Adv./ nicht gern (1.1), widerwillig: etw.
(nur) u. tun; er sieht es, hat es u., wenn sie raucht;
das macht er nicht u. (macht er recht gern)
ungerührt /Adj.; nicht attr./ von etw. nicht bewegt,
nicht gerührt: sie weinte, er aber blieb u.
ungesättigt /Adj./ 1 . u. (noch hungrig) sein — 2 .
/nicht adv.f 2.1. fa ch sp r. eine ungesättigte (durch
Zusatz von Weiß, Grau od. Schwarz verhüllte) Farbe
2.2 . Chem. eine ungesättigte Lösung (Lösung, die
bei konstanter Temperatur fähig ist, noch mehr von
der in ihr gelösten Substanz aufzunehmen) 2.3 . P h y s .
ungesättigter Dampf (in einem begrenzten Raum
1205
vorhandener D ampf, der bei konstanter Temperatur
fähig ist , noch mehr von einer verdunstenden Flüs
sigk eit aufzunehmen)
ungeschehen fA dj.; in der Verbindung! etw. u.
machen: könnte ich das doch u. machen (bewir
ken, daß das Geschehene nie geschehen wäre) !
Ungeschick, das; -(e)s, jo. PL / Mangel an Ge
schicklichkeit, ungeschicktes Verhalten: das geschah
durch mein Ü .; sein U. bei Verhandlungen
Ungeschicklichkeit, die; -,
-en 1.1 . /o. Pl.j Unge
schick 1.2 . ungeschickte Handlung
ungeschickt fAdj.f nicht geschickt: er ist u., ein
ungeschickter Mensch; sich u. anstellen; eine un
geschickte Bewegung machen; er hat sich u. aus
gedrückt; dazu Ungeschicktheit, die; -en
ungeschlacht /Adj.; vorw. attr.f 1. von massigem,
oft plumpem Körperbau: ein ungeschlachter Kerl;
mit seinen ungeschlachten Händen; ein großes,
ungeschlachtes Tier — 2 . sein ungeschlachtes (un
beholfenes, derbes und ungehöriges) Benehm en
ungeschlagen, ungeschlagen fAdj.f: die Mann
schaft ist seit drei Jahren u. (in keinem Wettkampf
besiegt worden)
ungeschlechtlich fAdj.f B io l .: die ungeschlecht
liche (nicht durch Befruchtung erfolgende) Vermeh
rung, Fortpflanzung durch Ableger, Knollen
ungeschliffen fA dj.; vorw. attr.f ohne gute Manieren,
grob, taktlos im Verhalten, Benehmen gegenüber an
deren: ein ungeschliffener Bursche
ungeschmälert, ungeschmälert fAdj.f ohne Ein
schränkung, i n vollem Umfang: der Erfolg wurde
ihm u. zuteil; seine Verdienste bleiben u. (werden
durch nichts gemindert)
ungeschminkt fAdj.f 1. nicht geschminkt: un
geschminkte Lippen — 2. ohne Schönfärberei, B e
schönigung: das ist die ungeschminkte Wahrheit;
er hat ihm u. seine Meinung gesagt
ungeschoren fAdj.; nicht adv.f: ein ungeschorenes
(nicht geschorenes) Schaffell
+ um g. jmdn. u. lassen (jmdn. in Ruhe lassen,
nicht behelligen); (v on etw.) u. bleiben (von etw.
Unangenehmem nicht betroffen, nicht behelligt wer
den)
ungeschrieben fAdj.; in der Verbindungf: etw. ist
(ein) ungeschriebenes Gesetz (etw. hat sich ein
gebürgert und wird von allen ohne ausdrückliche
schriftliche Festlegung respektiert un d befolgt)
ungeschult fA d j.f: eine ungeschulte (nicht aus
gebildete) Stimme
ungesehen fAdv.f: u. (ohne von jmdm. gesehen zu
werden) ins Haus gelangen
ungesellig fAdj.f 1. die Gesellschaft anderer mei
dend, nicht gesellig: er hat eine ungesellige Art,
ist sehr u. (geworden) — 2 . Zool, einzeln, nicht in
Schwärmen od. Rudeln lebend: ein u. lebendes Tier;
eine ungesellige Art
ungesetzlich fAdj.f gesetzwidrig: eine ungesetzliche
Handlung; dieser Beschluß ist u.; u. handeln
ungestört, ungestört fAdj.f durch niemanden, durch
nichts gestört: hier sind wir u., können wir uns u.
unterhalten; ein ungestörtes Plätzchen
ungestraft fAdj.; vorw. adv.f: u. (ohne Strafe) davon
kommen
ungestüm fAdj.f überaus temperamentvoll, stür
misch, wild und heftig: jmd. h at ein ungestümes
Wesen; er sprang auf und umarmte mich u.;
dazu Ungestüm, das; -s, fo. P l.f; jugendliches U.
ungesund fAdj.f 1. gesundheitsschädlich: eine un
gesunde Ernährung; das Rauchen ist u. — 2 . auf
Krankheit hinweisend: eine ungesunde Blässe
haben; u. aussehen — 8 . nachteilig, ungünstig: das
Arbeitsklima in dieser Abteilung ist u.; eine un
gesunde Hektik verbreiten
ungeteilt fAdj.; nicht adv.f: etw. findet ungeteilte
(allseitige 2) Zustimmung
ungetrübt fAdj.f durch nichts beeinträchtigt: ein
ungetrübtes Glück; die Tage dort waren ganz u.
Ungetüm, das; -(e)s, -e 1. Ungeheuer, das bes.
durch seine Größe Angst einflößt; <£> dieser Hund
ist ein wahres U. (ist ein riesiges, unförmiges Tier)
—
2. u m g . femot.j großes und m eist häßliches Ge
bilde, Monstrum: der alte Sessel ist ein U .; fin
der Verbindung! ein U. von: ein U. von (einem)
Schrank
ungeübt fAdj.; vorw. attr. u. präd.f ohne Fertig
keit, Geschicklichkeit in etw. auf Grund mangelnder
Übung: im Klavierspielen u. sein; mit ungeübter
Hand etw. malen
ung ewan dt fAdj.f nicht gewandt, nicht geschickt,
bes. im Auftreten, Benehmen: sein ungewandtes
Benehmen; etw. u. ausdrücken; er ist u. im Ver
handeln
ungewaschen fAdj.f 1.1 . /nicht adv.f ungewaschenes
(nicht mit Wasser abgespültes) Obst 1.2. unge
wa schene (schmutzige, nicht gereinigte) Hände
+ ein ungewaschenes / Maul haben
ungewiß fAdj.f 1. fvorw. attr. u. präd.f nicht sicher
(4.2): es ist, scheint, bleibt u., ob er kommt; er
ließ es u., im ungewissen (ließ es offen), ob . . .
—
2. fvorw. präd.f ich bin (mir) noch u. (bin noch
unschlüssig), ob ich fahre — 8 . in bezug auf das
Kommende nicht genau feststehend, nicht gesichert: er
hatte Angst vor einer ungewissen Zukunft; Angst
vor dem Ungewissen (dem unbekannten Kom men
den, Zukünftigen) haben — 4 . eine ungewisse (un
bestimmte 1) Bangigkeit
+ jmdn. über etw. im ungewissen lassen (jmdm.
nichts Genaues, Definitives mitteilen, jmdm . keine
genaue Kenntnis, Aufklärung von etw. geben); über
etw. im ungewissen sein, bleiben (über etw. im
Zweifel sein, bleiben)
Ungewißheit, die; -,
-en jzu ungewiß 3/
ungewöhnlich fA dj.f außergewöhnlich (1.2): eine
ungewöhnliche Hitze; er ist eine ungewöhnliche
Erscheinung; dieser Beruf war bisher für eine
Frau u.; das ist ganz u. ; er ist u. (überaus, sehr)
begabt; für sein Alter ist er u. groß
ungewohnt fAdj.; nicht adv.f 1.1. das ist für ihn
eine ungewohnte Tätigkeit (eine Tätigkeit, an die
er nicht gewöhnt ist, die er selten verrichtet); diese
Arbeit ist ihm (noch) u. 1 .2. er sagte es mit un
gewo hnter Schärfe (mit einer Schärfe, die man bei
ihm sonst nicht gewohnt ist); die ungewohnte Kälte
machte allen zu schaffen 1.8 . jmdm. (noch) fremd
(2): eine ungewohnte Umgebung
ungewollt fAdj.f 1.1 . unbeabsichtigt (1.1): er hat
es u. verraten; das war, geschah u. 1 .2 . nicht
gewünscht: zu einem ungewollten Aufenthalt ge
zwungen sein; eine ungewollte Schwangerschaft
ungezählt fAdj./ 1 . fnur attr.f unzählig, zahllos:
etw. ungezählte Male versuchen; ungezählte
Stunden auf etw. verwenden — 2 . fadv.f ohne es
gezählt zu haben: er steckte das Geld u. ein
Ung eziefer, das; -s. Io. PI .; bestimmte schädliche,
ungeschehen — Ungeziefer
77*
1206
ungeziemend — unhaltbar
schmarotzende Tiere, bes. In sekten od. bestimmte
Nagetiere/: Wanzen, Motten, Ratten und anderes
U .; ein Tier hat U. {Läuse, Flöhe); U. vernichten
ungeziemend /A dj./ geh. ungehörig: sein Verhalten
war u .; sich u. benehmen
ungezogen /Adj.; bes. von einem Kind/ in seinem
Verhalten, Benehmen anderen gegenüber ungehörig,
frech: ein ungezogenes Kind; seine Antwort war
sehr u.; das ist aber u. von dir
Ungezogenheit, die;
-en 1. /o. PL/ das Un
gezogensein — 2 . ungezogene H andlung
ungezügelt /A dj.j hemmungslos, nicht gezügelt: un
gezügelter H aß;von einem ungezügelten Schaffens
drang besessen sein
ungezwungen jAdj.j natürlich und zwanglos: sich
u. benehmen, bewegen; u. sein, frei und u. reden;
dazu Ungezwungenheit, die; -, jo. Pl.j
Unglaube, der; -ns, .jo. P l.j Zweifel an der Wahr
heit einer Aussage, Richtigkeit einer Sache: seine
Augen spiegelten Unglauben; er spürte bei ihr
Unglauben und Ablehnung
unglaubhaft jA dj.j 1.1 . so unwahrscheinlich, daß
man es nicht glauben kann: diese Darstellung ist
sehr u.; das erscheint mir u. 1 .2 . er ist, erscheint
u. (nicht glaubwürdig)
ungläubig jAdj.j 1. /nicht präd.j er sah mich u.
(:zweifelnd) an, machte ein ungläubiges Gesicht —
2. /nicht adv.; aus religiöser Sichtj ein religiöses
Bekenntnis für sich ablehnend
unglaublich, unglaublich jA dj.j 1. unglaubhaft
(1.1): etw. erscheint jmdm. u. — 2 .1 . zahlenmäßig,
mengenmäßig außergewöhnlich umfangreich: eine
unglaubliche Summe, Menge 2 .2 . /drückt emotional
einen hohen Grad ausj außergewöhnlich groß: un
glaubliches Glück haben; ein unglaubliches Tempo;
es ist u. (außerordentlich viel), was er in der kurzen
Zeit geschafft hat; er sieht u. (überaus, sehr) jung
aus; es geschah in u. kurzer Zeit — 8 . /nicht
adv*; emot.j unerhört (1): eine unglaubliche Frech-
heitres ist u., wie er die Tatsachen verdreht
unglaubwürdig jA dj.j nicht glaubwürdig: seine
Darstellung ist, klingt u .; ein unglaubwürdiger
Zeuge
ungleich jA dj.j 1.1 . nicht übereinstimmend, ver
schiedenartig: ungleiche Schuhe; ungleiche Höhen;
etw. erfolgt in ungleichen zeitlichen Abständen;
ungleiche Charaktere; die Stores sind u. lang 1.2 .
jvorw. adv.j umgleichmäßig (2): etw. ist u. verteilt
worden — 2 . ein ungleicher (nicht auf gleichen
Voraussetzungen beruhender) Kampf; m it un
gleichen Mitteln kämpfen — 8 . jals Pariikel; drückt
eine Verstärkung aus; vor einem K o mp.j bedeutend
(4): er hat u. mehr geschafft als die anderen;
dieses H otel ist u. komfortabler als das andere
ungleich {artig jA dj.j verschiedenartig: sie haben
sehr ungleichartige Vorstellungen davon
Ungleichheit, die; -, jo. PL; zu ungleich 1 u. 2/
ungleichmäßig jAdj.j 1. nicht gleichmäßig, un
regelmäßig: sein Puls g eht u.; ungleichmäßiges
Wachstum — 2 . nicht zu gleichen Teilen: etw. ist
u. v erteilt worden; ungleichmäßige Verteilung
Unglück, das; -(e)s, -e 1.1 . jvorw. Sg.j Schaden
(und Trauer) . hervorrufendes Ereignis, das m eist
durch Naturgewalten od. technisches, menschliches
Versagen bedingt ist: das schwere U. hat mehrere
Todesopfer gefordert; im Bergwerk ist ein U. ge
schehen, passiert 1.2 . jo. Pl.j Unheil (großen Aus
maßes), Verderben: der Krieg hat das Land ins U.
gestürzt; jmdn., sich ins U. bringen, stürzen —
2. jo. Pl.j durch das Fehlen von Glück (1.1) gekenn
zeichneter Zustand: U. im Spiel, in der Liebe
haben; es ist ein U., daß ...
-f- zu allem U ., zum U . (unglücklicherweise); —
wie ein / Häufchen U. dasitzen
unglücklich jAdj.j 1. traurig und bedrückt: über
etw. sehr, tief u. sein; er ist u. darüber, daß ...;
einen unglücklichen Eindruck machen;, jmdn.,
s ich u. m achen (ins Unglück bringen, stürzen) —
2. unglückselig (1): er ist ein unglücklicher Mensch;
die Unglücklichen konnten erst nach Stunden be
freit werden — 8 .1 . (zu einem ungünstigen Moment
eintretend und) sich ungünstig auswirkend; ein un
glücklicher Zufall; ein unglückliches Zusammen
treffen; die Sache ist sehr u. ausgegangen; eine
unglückliche (nicht erwiderte) Liebe 8.2 . durch eine
unglückliche (ungeschickte) Bewegung verrenkte
er sich den Arm; das ist u. (nicht gewandt, schlecht)
formuliert
unglücklicher!weise jAdv .j was man als einen un
glücklichen (3.1) Umstand ansehen muß: u. wurde er
krank
unglückselig jAdj.; vorw. attr.j 1. ein unglück
seliger (bedauernswerter, beklagenswerter, w eil vom
Unglück betroffener, bedrohter) Mensch — 2 . die
unglückselige (schreckliche und folgenschwere) Zeit
des Krieges
Unglücks] -fall, der Unglück (1.1); -rabe, der
u m g . j m d ., der oft Unglück (2) hat(te), Pechvogel:
du U.!
Ungnade, die jin den Verbindungenj (bei jmdm.)
in U. fallen (jmds. Gunst, Wohlwollen verlieren;
sich jmds. Unwillen zuziehen); bei jmdm. in U.
sein (jmds. Gunst, Wohlwollen verloren haben, sich
jmd s. Unwillen zugezogen haben)
4- auf Gnade und, oder U.
ungnädig jAdj.j jmdm. gegenüber nicht wohlwollend
gesinnt, schlechtgelaunt, verdrießlich: er ist heute
ziemlich u.; jmdm. einen ungnädigen Blick zu
werfen; er nahm es u. auf
ungültig jA dj./ nicht (mehr) gültig: ein ungültiger
Fahrschein; der Paß wird am 1. April u. (verliert
am 1. April seine Gültigkeit, verfällt am 1. April);
einen Vertrag, eine Ehe für u. erklären (aufheben
3.1)
Ungunst, die; -, jo. Pl.j ungünstige Beschaffenheit,
ungünstiger Zustand: die U. der Verhältnisse
brachte es mit sich, daß ...; die U. des Wetters
(das ungünstige, schlechte Wetter) zwa ng uns . . .
+ zu jmds. Ungunsten zu jmds. Nachteil: sich zu
seinen Ungunsten verrechnen
ungünstig jAdj.j für jmdn., etw.. nachteilig: unter
ungünstigen Bedingungen arbeiten; bei jmdm.
einen ungünstigen Eindruck hinterlassen; einen
ungünstigen Einfluß auf jmdn. ausüben; im un
günstigsten Fall müssen wir umkehren; das W et
ter war dafür denkbar u.; er sitzt dort recht u.;
dieses Bild von dir ist u. (nicht vorteilhaft)
ungut jA dj. ; vorw. attr.j von bestimmten Befürch
tungen begleitet: jmd. hat ein ungutes Gefühl
bei seinem Vorhaben; eine ungute Ahnung haben
-{- nichts für u. (nehmen Sie es mir nicht übel) !
unhaltbar, unhaltbar jAdj.; nicht adv.j 1.1 . B a ll
sp iele nicht zu halten (1.3): der Schuß, Ball war
für den Torwart u. 1 .2 . Mil. eine unhaltbare (nicht
unhandlich — universell
1207
länger zu verteidigende) Stellung aufgeben — 2 .1 .
unhaltbare (dringend der Änderung bedürfende)
Zustände, Verhältnisse 2.2 . diese These ist wissen
sch aftlich u. (nicht aufrechtzuerhalten, falsch)
unhandlich /Adj./ nicht handlich: unser Staub
sauger, das Gerät ist u.; ein unhandliches Gerät
unharmonisch /Adj.f 1.1 . ohne Harmonie (2): die
Zusammenarbeit verlief u. 1 .2 . er hat ein un
harmonisches (unausgeglichenes 1) Wesen
Unheil, das; -s, fo. P l.j furchtbares, Verhängnis-
volleß Geschehen: der Krieg brachte schweres U.
über die Menschen; das U. kommen sehen;
schreckliches U. (großen Schaden) anrichten,
stiften
unheilbar, unheilbar fAdj.f 1. eine unheilbare
(nicht zu heilende) Krankheit; u. krank sein —
2. /unheilbar/ um g . er ist ein unheilbarer (un
verbesserlicher) Egoist
unheil| -bringend /Adj.; nicht adv./ zum Unheil
führend: eine unheilbringende (gefährliche) E n t
wicklung; -voll /Adj.f voller Unheil: eine unheil
volle Situation, Wirkung
unheimlich, unheimlich fAdj.f 1. ein gewisses Ge
fühl der Angst hervorrufend: das ist eine unheim
liche Gegend; jmdm. ist, wird u. (zumute) (jmdn.
beschleicht ein gewisses Gefühl der Angst); er ist
mir u. (er verursacht in mir ein gewisses Gefühl der
Angst) — 2 . /unheimlich/ umg. 2 .1 . jemot.j zahlen
m äßig, mengenmäßig außergewöhnlich groß: er hat
eine unheimliche Menge Geld daran verdient 2.2 .
fnicht p rä d .; drückt emotional einen hohen Grad aus/:
unheimlichen (sehr großen) Hunger haben; dort
herrschte ein unheimliches Durcheinander; das
hat u. (sehr) lange gedauert
unhistorisch /A dj.f die historische Bedingtheit, E nt
wicklung von etw. außer acht lassend: eine un
historische Betrachtungsweise; an ein Problem u.
herangehen
unhöflich /Adj.f nicht höflich: er ist u. (zu ihr,
ihr gegenüber) gewesen; eine unhöfliche Antwort
geben; dazu Unhöflichkeit, die; -,
-en
Unhold, der; -(e)s,- e 1. furchterregender Geist (LA)
in Sagen, Märchen: die Unholde der Sagen und
Märchen — 2 . Sexualverbrecher: in dieser Gegend
treibt sich seit einiger Zeit ein U. herum
nnhörbar, unhörbar fAdj.f nicht m it dem Gehör
wahrzunehmen: seine Stimme war fast u.
unhygienisch /Adj./ [..hygie:..] den Vorschriften,
Bedingungen der Hygiene nicht entsprechend: eine
unhygienische Verpackung; etw. u. verpacken
uni /indekl. A dj.; nicht attr.f [yni:] einfarbig: der
Stoff ist u .; eine Tapete in Uni
Uni, die; -,
-s fKurzw. für Universität/ umg. s.
Universität
unifizieren jsw. Vb.; hat/ fachspr. etw. verein
heitlichen: Geräte, Arbeitsmittel, Verfahren u.;
unifizierte Bauelemente
uniform fAdj.f 1.1 . einheitlich gestaltet: eine uni
forme Dienst-, Schulkleidung 1.2 . in der Form
keine Abwechselung zeigend, eintönig, gleichförmig:
die Fassaden der Häuser sind zu u.
Uniform, Uniform, die;
-en in Material, Zu
schnitt und Farbe einheitlich gestaltete Dienst
kleidung: die U . der Volkspolizei, Eisenbahner;
(eine) U. tragen; er war in U.
uniformieren jsw. Vb.; hat/ 1. die Eisenbahner
sind uniformiert (in Uniform gekleidet); die H ostes
sen wurden uniformiert — 2 . etw. u . durch ein
heitliche Gestaltung Eintönigkeit in bezug auf etw.
hervorrufen: man vermied es, die Ausstattung der
Zimmer zu u.
Uniformität, die; fo. PL; zu uniform 1.2/ das
Uniformsein
unikal fAdj.f fachspr. nur einmal, nur in diesem
Zusammenhang vorhanden: unikale Kunstgegen
stände
Unikat, das; -(e)s, -e W issensch. einzige, nur
einm al vorhandene Ausfertigung eines Schriftstücks
Unikum, das; -s, Unika/umg.
-s 1. fPl. Unika/
1.1 . fachspr. nur einmal hergestelltes od. vor
handenes Exemplar: diese Drucke, Münzen sind
nur als Unika vorhanden 1.2 . (in seiner Art) Ein
maliges, Seltenes: dieser Schrank ist ein U .
—
2.
fPl.
-s/ umg. jmd., der bes. durch seine originelle
Art auf andere belustigend wirkt: er ist ein richtiges
U .; er ist ein seltsames U. (ein Sonderling)
unilateral, unilateral fAdj.f (in der Politik) nur
von einem Partner ausgehend, nur einen Partner
betreffend: unilaterale Verhandlungen
uninteressant fAdj.f nicht interessant, kein Inter
esse erweckend: eine uninteressante Arbeit; das
Buch ist u.; deine Meinung ist für mich u. (be
deutungslos); es wäre nicht u. (es wäre sehr inter
essant) zu wissen, wer es gewesen ist
uninteressiert fAdj.f an etw. u. sein für etw. kein
Interesse zeigen: er ist an einer Aussprache u.;
er hat sich bei der Diskussion recht u. gezeigt
(hat wenig Interesse an dem zu diskutierenden
Gegenstand gezeigt)
UniQn, die; -,
- e n durch Vertrag zur Wahrung
und Durchsetzung gemeinsamer Interessen ge
schaffene Vereinigung /oft in Eigennamen/ 1.1 . von
Staaten, staatlichen, nationalen territorialen Ein
heiten (zu einem einheitlichen Gesamtstaat): einer
U. angehören, beitreten; die U. der Sozialistischen
Sowjetrepubliken fAbk. UdSSB; der erste soz.
Staat der Weltf 1.2 . jo. P l.j von Personen(gruppen)
fin Namen von Parteien!: die / t Christlich-Demo
kratische U. Deutschlands; die
Christlich-
Demokratische U.
Unions [ -republik, die eine der fünfzehn Soziali
stischen Sowjetrepubliken der U dSSR ; -Sowjet, der
fo. PL/ Kammer des Obersten Sowjets der UdSSR,
die sich aus unabhängig von ihrer Nationalität ge
wählten Vertretern zusammensetzt und die Gesamt
interessen aller Bürger der Sowjetunion vertritt
unisono fAdv.f 1.1. Mus. ein Lied u. (einstimmig
1) singen 1.2 . sie riefen, sprachen die Losung u.
(zugleich, gemeinsam im Chor); <J> etw. u . (ein
mütig, übereinstimmend) billigen
universal /Adj.f [..▼ ..] s. universell
Universal] -erbe, der Alleinerbe; -g e nie , das 1.1 .
Mensch mit überragendem Wissen und Können auf
den verschiedensten Gebieten 1.2 . scherzh . jmd.,
der alles kann
Universalität, die; -, jo. PL/ [..v . .] 1. die U. (die
prinzipielle Möglichkeit der Mitgliedschaft für alle
Staaten) der UNO — 2 . (schöpferische) Vielseitig
keit: die U. eines Wissenschaftlers — 3. die U.
eines Haushaltsgerätes (die vielseitigen Möglich
keiten, es einzusetzen)
universell fAdj./ [..v . .] 1. (die ganze Welt) um
fassend: eine universelle Aufgabe; eine universelle
Kulturgeschichte schreiben; etw. hat universelle
1208
Universität — unleserlich
Bedeutung — 2 . vielseitig: ein universeller Gelehr
ter; sein Wissen ist u. — 8 . ein u. anwendbares,
universelles (vielseitig einsetzbares) Gerät
Universität, die;
-en [..v..]// auchUni/1.
viele verschiedene Wissenschaftsgebiete umfassende
höchste wissenschaftliche, staatliche Lehr- und
Forschungsstätte: an einer U. studieren, lehren;
die U. in, von N; die Technische U. (in) Dresden;
er folgte einem Ruf an die Prager U., an die U.
Prag — 2. Gebäude von 1: er wohnt in der Nahe
der U.; in die, zur U. gehen — 8. jo, PI./ umg.
Lehrkörper und Studenten von 1: die gesamte U.
war am Pestumzug, beteiligt
Universitäts| -bibÖothek, die fAhk. U B / zentrale
wissenschaftliche 'Bibliothek einer Universität;
- buehhandlung, die wissenschaftliche Buchhandlung
an einem Universitätsort, die bes. Literatur der
Lehrfächer der Universität fuhrt; -klinik, die einer
Universität als Forschungsstelle angeschlossene K U -
n i k ; -professor, der an einer Universität lehrender
Professor; -Studium, das Hochschulstudium an
einer Universität
Universum, das; -s, jo. Pl.f [.. v . .] Weltall: die
Erforschung des Universums
Unke, die;
-n 1. Froschlurch mit plumpem,
gedrungenem Körper, warziger Rückenhaut, braun
od. grüngrau gefärbter Oberseite, gelb od. rot ge
färbter Unterseite, der bes. in Tümpeln, Teichen
lebt und dumpfe, monotone Rufe ausstößt — 2 .
salopp jvon einem Menschen/: sie ist eine alte U.
(ist pessimistisch, schwarzseherisch)
unken fsw. Vb.; hat/ um g . Unheilvolles, Unglück
Vorhersagen, schwarzsehen: „w enn das nur g ut
geht“ , unkte er; unk4 nicht!
unkenntlich jA dj./ nicht wiederzuerkennen, weil
vollkommen entstellt, verändert: sein Gesicht war
durch den Unfall u. geworden; fin der Verbindung!
etw., jmdn., sich u. machen (bis zur Unkenntlich
keit verändern); der Bart und die Brille machten
ihn u .; dazu Unkenntlichkeit, die; jo. Pl.f Zu
stand, in dem jmd., etw. nicht wiederzuerkennen i s t :
der Verletzte war bis zur U. entstellt
Unkenntnis, die; fo. Pl.f 1.1 . Mangel an Kennt
nis (auf einem bestimmten Gebiet), Unwissenheit:
U. des Gesetzes schützt nicht vor Strafe; das hat
er aus U. falsch gemacht 1.2 . in U. (über etw.)
sein (über etw. nicht unterrichtet 2 sein); jmdn. in
U. (über etw.) lassen (jmdn. über etw. nicht unter
richten)
Unkenjruf, der u m g . pessimistische Äußerung
unkindlich fAdj.f: ein unkindliches (nicht einem
Kind entsprechendes) Benehmen; sein Benehmen
war u.
unklar jAdj.f 1. nicht klar (2.1), unverständlich:
unklare Ausführungen; der Sinn seiner W orte
blieb mir u.; sich u. ausdrücken; es ist mir u.,
wie das geschehen konnte — 2 .1 . offenbleibend,
fraglich: der Ausgang der Sache ist noch u.; es
ist völlig u., wie das mal wird 2.2 . ungeklärt: die
Herkunft des Wortes ist u. 2 .8 . unklare (dunkle,
verworrene) Verhältnisse — 8 . unscharf (1): die
Berge sind nur u. zu erkennen; O von etw. nur
eine unklare Vorstellung haben
+ über etw. im unklaren (im Zweifel) sein,
bleiben; jmdn. über etw. im unklaren lassen
(jmdn. über etw. nicht unterrichten)
Unklarheit, die; -,
- e n jzu unklar/
unklug /A dj.f undiplomatisch, psychologisch nicht
geschickt: ein unkluges Vorgehen; es wäre sehr u.,
das zu sagen, so etwas zu tun
unkollegial fAdj.f nicht kollegial: jmd. ist sehr u.;
unkollegiales Verhalten; sich u. benehmen
unkompliziert fAdj.f 1.1 . einfach in seiner K on
struktion, Bauweise: ein unkompliziertes Gerät
1.2 . einfach, nicht schwierig: die Sache, das Pro
blem ist u.; ein unkompliziertes Wesen haben;
jmd. ist u.
—
2. fnicht adv.f ein unkomplizierter
(keine Komplikationen aufweisender) Knochenbruch
unkonzentriert fAdj.f 1. ohne Konzentration, un
aufmerksam: er war, arbeitete u.
—
2. nicht auf
das Ziel konzentriert: die u. spielende Mannschaft;
das unkonzentrierte Spiel der Mannschaft *
unkorrekt fAdj.f 1. in seinem Verhalten anderen
gegenüber nicht so, wie es sich gehört, inkorrekt:
eine unkorrekte Handlungsweise; jmd. ist u., ver
hält sich u. — 2 . falsch (3.2): das ist grammatisch
u.; dazu Unkorrektheit, die; -,
-en
Unkosten, die fPhf 1. Kosten, die zusätzlich zu den
normalen, laufenden Ausgaben entstehen: durch den
Wohnungstausch entstanden ihm U .; etw. ist mit
großen U. verbunden; die U. für etw. übernehmen
—
2. alle Kosten, der gesamte finanzielle Aufwand
für etw.: die U. der Veranstaltung wurden auf alle
Beteiligten umgelegt, übernahm der Betrieb; sich
unnötige U. (Ausgaben 2) machen
+ umg. sich (für jmdn.) in U. stürzen (viel Geld
für jmdn. ausgeben)
Unkosten|beitrag, der Geldsumme, die jmd. zur
Deckung entstehender Unkosten bei etw., für etw. zu
zahlen hat: für die Besichtigung wird ein U. von
50 Pfennig erhoben
Unkraut, das; -(e)s, Unkräuter 1. fo. Pl.f die auf
einer Anbaufläche neben den Kulturpflanzen wild
wachsenden Pflanzen: das U. hat im Garten ge
wuchert; U. jäten, vertilgen — 2 . wild wachsende,
für menschliche Zwecke nicht nutzbare Pflan z e:
Melde ist ein U.
unkritisch fAdj.f kritiklos in der Beurteilung einer
Person, Bache: jmd. ist sehr u., nimmt alles u. hin
unkultiviert /Adj.f [.. v . .] 1. nicht den in der Gesell
schaft gültigen Umgangsformen entsprechend: ein
unkultiviertes Benehmen, Auftreten; u. essen
—
2. ungepflegt: jmd. ist, wirkt u.
unkündbar, unkündbar fAdj.; nicht adv.f: der Ver
trag, das Darlehen ist u. (kann nicht gekündigt
werden)
unkundig fAdj.f 1.1 . geh. einer Sache u. sein etw.
nicht beherrschen: des Russischen, Schreibens u.
sein; er war des Weges u. (kannte den Weg nicht)
1.2 . etw. ist vo n unkundiger (nicht sachkundiger)
Hand gemacht
unlängst /Adv.f vor kurzer Zeit: wir sprachen u.
darüber; das Buch ist erst u., u. erst erschie
nen
unlauter fAdj.f 1.1 . unkorrekt (1): unlautere Me
thoden, Ziele 1 .2 . unehrlich und unkorrekt (1):
jmds. unlautere Gesinnung, Handlungsweise
unleidlich fAdj.f 1. unausstehlich (1): er ist ein un
leidlicher Mensch, ist heute wieder einmal u.
—
2. eine für jmdn. unleidliche (unerträgliche 1) Si
tuation
unleserlich fAdj.f so undeutlich, daß es schwer od.
nicht (mehr) zu lesen ist: eine unleserliche H a nd
schrift; die Unterschrift ist u.
unleugbar — Unmündigkeit
1209
unleugbar, unleugbar /A dj.\ unbestreitbar: unleug
bare Tatsachen; das ist u. der Fall
unlieb /Adj.; vorw. präd. u. verneint/ etw. ist
jmdm. nicht u. etw. kommt jmdm. ganz gelegen: es
ist mir nicht u., daß er seinen Besuch abgesagt hat
unliebsam /Adj./ 1 .1 . unangenehm: etw. hat un
liebsame Folgen; eine unliebsame Unterbrechung;
er fiel u. auf 1.2 . /vorw. attr./ ungern gesehen, lästig:
unliebsame Gäste, Beobachter
unliniert /A dj.; nicht adv./: unliniertes (nicht linier
tes) Papier
unliniiert /A dj./ s. unliniert (1)
unlogisch /Adj./ nicht logisch: unlogische Schlüsse
ziehen; u. denken; das ist u.
unlösbar, unlösbar /A dj./ nicht zu lösen (2): das
Problem, die Aufgabe schien u.
unlöslich /Adj./ 1. so beschaffen, daß es sich in einer
Flüssigkeit nicht löst: die unlöslichen Bestandteile
einer Emulsion — 2. so beschaffen, daß man es nicht
lösen (1.2 .1) kann: ein unlöslicher Knoten — 8 . un
trennbar (verbunden), fest verbunden: u. m itein
ander verbunden sein
Unlust, die; -, jo. PL/ fehlende Lust, Widerwille: mit
Ü. an die Arbeit gehen; etw. mit wachsender U.
feststellen; seine U. überwinden
unlustig /Adj.; vorw. präd. u. adv./ (mißgestimmt
und) lustlos: u. an die Arbeit gehen; u. sein (zu
nichts Lust haben)
unmanierlich / A dj./ keine guten Umgangsformen
besitzend: ein unmanierlicher Bursche; sich u. (un
gehörig) benehm en; u. essen
unmännlich /Adj./ der Art, dem Wesen des Mannes
nicht gemäß: er sieht u. aus, wirkt u.; sein un
männliches Verhalten
Unmaß, das Jin den Verbindungen/ ein U. von, an
sehr viel, ein Übermaß von, an: ein U. an Arbeit,
v on Hoffnung; im U. (unmäßig) rauchen
Unmasse, die; -,
-n
umg. /emot./ Unmenge: eine U.
Menschen, Material; eine U. Geld ausgeben; /in
den Verbindungen*, eine U. an, von sehr viel: eine U.
an, von Schallplatten haben
unmaßgeblich /A dj./ nicht maßgebend: sein Urteil
ist u .; nach meiner unmaßgeblichen Meinung, An
sicht /Ausdruck besonderer Bescheidenheit/
unmäßig /Adj./ 1 . maßlos: er ist u. im Essen, in
seinen Forderungen; u. rauchen — 2 . sehr groß:
unmäßigen Durst haben; er ist u. (allzu)
dick
Unmenge, die; -,
-n /emot./ sehr große Menge, A n
zahl: eine U. Schallplatten; eine U. Geld aus
geben; etw. in Unmengen besitzen; /in den Ver
bindungen/ eine U. an, von sehr viel: eine U. an,
v on Büchern
Unmensch, der; -en, -en jmd., der den Mitmenschen
gegenüber ohne Mitgefühl, der brutal, hart und grau
sam ist: er ist ein U.
+ umg. jmd. ist kein U. (jmd. läßt mit sich reden,
zeigt Verständnis für jmdn.)
unmenschlich, unmenschlich /Adj./ 1.1. den Mit
menschen gegenüber ohne Mitgefühl, brutal, hart
und grausam: jmdn. u. behandeln, auf unmensch
liche Weise quälen; das ist u. von ihm 1.2. unter
unmenschlichen (menschenunwürdigen) Bedingun
gen leben müssen — 2 . /unmenschlich/ umg.
/drückt emotional in negativem Sinne einen hohen
Grad aus/: unmenschliche (sehr große) Strapazen
auf sich nehmen; eine unmenschliche Hitze; u.
(sehr) frieren müssen; zu 1 Unmenschlichkeit, U n
menschlichkeit, die; -en
unmerklich, unmerklich /A dj./ kaum merklich,
kaum spürbar: eine unmerkliche Besserung war ein
getreten; u. wurde es dunkel
unmißverständlich /A dj./ 1 .1 . so geartet, daß es nicht
mißverstanden werden kann: der Text ist u.; etw.
u. formulieren 1.2 . rücksichtslos offen und energisch:
das war eine unmißverständliche Antwort; jmdm.
etw. u. zu verstehen geben
unmittelbar /A dj./ 1 . /vorw. adv./ ohne Umweg: die
Straße führt u. zum Bahnhof; die Tür führt u.
(ohne daß noch eine weitere Tür zu passieren wäre)
ins Freie — 2 . /nicht präd./ in nächster Nähe, ganz
dicht: er stand u. neben mir; etw. aus unmittelbarer
Nahe miterleben; in der unmittelbaren Umgebung
—
8. sofort, gleich danach (eintretend):eine u nmittel
bare Folge der Krankheit; etw. folgt u. auf etw.;
u. vor, nach dem Mittagessen — 4 . ohne (vermitteln
de) Zwischenstufe: das Geschäft bekom mt die
Ware u. vom Hersteller; die Frage war u. an ihn
gerichtet; ein unmittelbares Interesse an etw.
haben; das geht dich u. (persönlich 1.1) an —■
5. /nur attr./ den unmittelbaren (zur Zeit bestehen
den und dringenden) Bed arf befriedigen
unmöbliert /A dj.; vorw. attr./: ein unmöbliertes
Zimmer (Zimmer, das vom Vermieter nicht mit
Möbeln ausgestattet ist, Leerzimmer) mieten
unmodern /A d j./ 1 .1 . nicht mehr der neuesten Mode
entsprechend, nicht mehr modisch, altmodisch: ein
unmodernes Kleid; die Möbel sind u. geworden;
sich u. kleiden 1.2 . nicht mehr dem neuesten Stand
der wissenschaftlich-technischen Entwicklung ent
sprechend, veraltet: ein unmodernes Gerät 1.8 . hin
ter den Forderungen der Zeit, dem derzeitigen Stand
der gesellschaftlichen E ntwicklung zurückgeblieben:
jmd. ist ein unmoderner Mensch; seine Ansichten
über die Kindererziehung sind u.
unmöglich, unmöglich /Adj./ 1 .1 . /nicht attr./ nach
den gegebenen Bedingungen, Umständen nicht zu
verwirklichen: es ist u., den Auftrag in so kurzer
Zeit auszuführen; etw. ist völlig, technisch u.;
Unmögliches verlangen 1.2 . /adv./ keinesfalls,
unter keinen Umständen: du kannst jetzt u. ab-
sagen; das kann u. so gewesen sein — 2 . umg.
/emot./ als unangenehm empfunden, weil vom N or
malen, Üblichen abweichend: er ist ein unmöglicher
Mensch; er kam in einem unmöglichen Aufzug,
sah u. aus; sich u. benehmen, kleiden; du bist (be
nimmst dich) u.!
+ sich, jmdn. u. machen (sich, jmdn. blamieren,
bloßstellen, kompromittieren)
Unmöglichkeit, Unmöglichkeit, die; -,
-en /zu un
möglich 1.1/
+ dasistein/ DingderU.
Unmoral, die; -, /o. PI ./ Verhalten, das gegen die in
einer bestimmten Gesellschaftsordnung gültige M oral
verstößt: gegen jmdn. den Vorwurf der U. erheben
unmoralisch /Adj./ nicht die Moral (1) einhaltend:
unmoralisches Verhalten
unmotiviert /Adj./ [..v . .] ohne erkennbaren Grund:
seine Abneigung ist u.; er lachte völlig u.; sein
unmotivierter Sinneswandel
unmündig /Adj./ noch nicht mündig, minderjährig:
er hat zwei unmündige Kinder; jmdn. für u. er
klären lassen (jmdn. entmündigen);dazu Unmündig
keit, die; -, /o. PL/
unmusikalisch jA dj.j nicht musikalisch (1.2): u.
sein
Unmut, der; -(e)s, jo. PL/ Mißmut, Ärger: das
hat er nur im ersten U. gesagt; voller U. (über
etw.) sein
unnachahmlich, unnachahmlich /Adj./ 50 geartet,
so einmalig, daß es nicht nachzuahmen ist: seine
Mimik ist u . ; jmds. unnachahmliche Gewandtheit
unnachgiebig /A d j./ nicht zu Zugeständnissen be
reit: eine unnachgiebige H altung einnehmen; u.
sein, bleiben; sich (in etw.) u. zeigen; dazu Unnach-
giebigkeit, die; -, jo. PLj
unnachsichtig lAdj.j nicht nachsichtig: mit un
nachsichtiger Strenge Vorgehen; ein Verbrechen u.
ahnden; dazu Unnachsichtigkeit, die; jo. PLj
unnahbar, unnahbar /A dj./ zurückhaltend und ab
weisend, unzugänglich: jmd. ist, wirkt, erscheint u.;
dazu Unnahbarkeit, Unnahbarkeit, die; jo. PLj
unnatürlich jA dj.j 1. nicht dem Normalen (1.2) ent
sprechend: eine unnatürliche Blässe; seine Stimme
klang u.; ein u. heißer Sommer; dieser Zustand ist
u.
—
2. nicht natürlich (4): ein unnatürliches Ver
halten; er spricht u.; dazu Unnatürlichkeit, die;
Io. Pl-I
unnennbar, unnennbar jA dj.; nur attr.; drückt
emotional einen hohen Grad a u sj: unnennbares (sehr
großes) Leid, Unglück
unnormal jAdj.j 1.1 . vom Normalen abweichend:
diese Kälte ist für diese Jahreszeit u.; das ist ein
unnormaler Zustand 1.2 . nicht normal (2): ein
geistig unnormaler Mensch; jmd. ist u. veranlagt
unnötig jAdj.j 1.1 . jnicht adv.j überflüssig, nicht
notwendig: sich unnötige Sorgen, Gedanken m a
chen; eine unnötige Ausgabe; alles wäre u. ge
wesen, wenn . .. 1 .2 . Iadv.j in überflüssiger Weise:
sich u. anstrengen; das h at alles u. kompliziert
unnütz jAdj.j 3 . keinen Nutzen bringend, nutzlos:
ein unnützes Gerede; unnütze Anstrengungen;
sein Geld u. ausgeben; nichts Unnützes kaufen —
2. jnicht adv.j u m g . ein unnützer (nichtsnutziger
1.2) Bengel — 3 . unnötig (1.1): eine unnütze Auf
regung ; mach dir nicht unnütze Sorgen
UNO, die; -, jo. PL; Kurzw. für engl. United Ka
tions Organization/ [u:no] /Organisation souveräner
Staaten zur Aufrechterhaltung des Friedens und der
internationalen Sicherheit und zur Entwicklung
friedlicher Zusammenarbeit; / auch UN/
unordentlich jA d j.j 1. im Zustand der Unordnung:
eine unordentliche Wohnung; alles lag u. umher —
2* ohne Sorgfalt: er hat seine Aufgaben sehr u. ge
macht; u. mit etw. umgehen — 3 . ohne Sinn für
Ordnung, keine Ordnung haltend: ein unordentlicher
Mensch; u. sein, arbeiten
Unordnung, die; -, jo. PI .j Zustand fehlender Ord
nung (2): dort herrscht eine schreckliche, große U .;
etw. in U. bringen; O mein Magen ist in U. (ich
habe Magenbeschwerden)
unorthodox jA dj.j nicht starr an etw. Traditionellem,
an einer Lehrmeinung festhaltend: eine unorthodoxe
Haltung einnehmen; er ging sehr u. vor
Unpaarhufer, der; -s, - in zahlreichen A rten vor-
kommendes Säugetier mit einem H uf an einer stark
entwickelten mittleren Zehe
unpaarig jAdj.; vorw. adv.j fachspr. nicht paar
weise vorhanden: u. gefiederte Blätter
unparteiisch /A dj.j 1.1 . (in einem Streitfall) neutral
bleibend: ein unparteiischer Beobachter; eine un
1210
unmusikalisch — unrecht
parteiische Haltung einnehmen; u. sein 1.2 . Ju r.
in einem Rechtsstreit keine der streitenden Parteien
begünstigend: ein unparteiischer Zeuge; das R echt
u. handhaben
Unparteiische, der; -n, -n S p o r t Schiedsrichter (2)
unpassend jA dj.j 1. unangebracht: eine unpassende
Bemerkung; sein Benehmen war höchst u.; dieser
Anzug war für diesen Anlaß u. (ungeeignet) — 2 .
jnicht adv.j ungelegen: zu unpassender Zeit, im un
passenden Moment kommen
unpassierbar, unpassierbar jA dj.; nicht adv.j: un
passierbare (nichtpassierbare) Straßen; die Brücke
ist u.
unpäßlich jAdj.; vorw. präd./: jmd. ist, fühlt sich u.
(fühlt sich nicht ganz wohl); dazu Unpäßlichkeit, die;
-,
-en
unpersönlich jA dj.j 1. im Umgang mit anderen alles
Verbindliche vermeidend, förmlich und kühl: er ist
(ihr gegenüber) sehr u.; der Brief ist (ganz) u. ge
halten — 2 . jnicht attr.) die ganze Wohnung wirkt
u. (ist ohne eine persönliche Eigenart) — 3 . / nur
attr.j Gramm. ,es‘ ist ein unpersönliches (nicht
auf eine bestimmte Person zu beziehendes) Fürwort
unpolitisch jA dj./ sich von politischen Fragen, vom
politischen Leben fernhaltend, ohne politisches Inte r
esse: er nannte sich einen unpolitischen Menschen;
/dient im bürgert. Sprachgebrauch häufig als K en n
zeichnung einer Sache, von der man glaubt od. vor
gibt, daß sie mit Politik nichts zu tun habej: diese
Zeitschrift gibt sich u.
unpopulär jA d j.j von der Öffentlichkeit nicht ge
billigt, nicht populär: unpopuläre Maßnahmen;
durch etw. u. werden
unpraktisch /Adj.; vorw. attr. u. präd.j 1. nicht od.
wenig zweckdienlich: ein unpraktisches Möbel; die
Einrichtung ist u.; das ist mir viel zu u. — 2. jmd.
ist u. (ungeschickt bei manueller Tätigkeit, ohne Be
gabung für das Praktische)
unproduktiv jA dj.j nicht od. kaum produktiv: eine
unproduktive Tätigkeit; u. arbeiten; der Künstler
war in der letzten Zeit recht u. (nicht od. wenig
schöpferisch)
unpünktlich lA dj.j später als zur festgesetzten, ver
abredeten Zeit kommend: er kam u., ist immer u.;
dazu Unpünktlichkeit, die; -, jo. PLj
unqualifiziert jA d j.j : eine unqualifizierte (un
passende, niveaulose) Bemerkung
unrasiert jAdj.j nicht rasiert: er ist noch u.
Unrast, die; -, jo. P Lj rastlose Unruhe (1): jmd. ist
voll(er) U.; jmdn. treibt eine U.
Unrat, der; -(e)s, jo. PLj [,.r a :t] (übelriechender)
auf dem Boden herumliegender Schmutz und weg
geworfene Dinge: den U . beseitigen; das Tier lag
in seinem eigenen U. (Kot 1)
+ U . wittern (etw. Schlimmes vermuten)
unrationell jA dj.j nicht rationell: u. arbeiten; das
ist u., wie du das machst
unrealistisch jA dj.j 1.1 . nicht realistisch (1): eine
unrealistische Darstellung; etw. u . einschätzen
1.2 . nicht realisierbar: unrealistische Forderungen;
dein Wunsch ist u.
unrecht jA dj.j 1. m it sittlichen Normen nicht über
einstimmend: u. handeln; etw. Unrechtes tun —
2. jvorw. attr.j nicht richtig (1.2, 1.3): er ist m it
seinen Forderungen auf dem Unrechten Weg;
zu Unrechter Zeit kommen; etw. geschieht im un-
rechten Augenblick
Unrecht — unschlagbar
1211
-j- jmdm. xi. tun (jmdn. ungerecht beurteilen, be
handeln) ; jmdm. u. geben (jmds. Meinung als
falsch ablehnen); u. haben (nicht recht haben, eine
falsche M ein ung vertreten)
Unrecht, das; -(e)s, fo. Pl.f etw., das der Gerechtig
keit widerspricht: jmdm. geschieht, widerfährt ein
großes, schweres U.; jmdm. ein U. antun; ein U.
begehen, wiedergutmachen
+ sich (durch, mit etw.) ins U. setzen (sich durch
sein unrechtmäßiges Verhalten die Möglichkeit
nehmen, sein Recht durchzusetzen); im U . sein (eine
falsche Meinung vertreten, im Irrtum sein); zu U.
ohne daß es berechtigt wäre: jmdn. zu U. beschuldi
gen
unrecht|mäßig fAdj.f nicht rechtmäßig: unrecht
mäßiger Besitz; diese Handlungsweise war u.; sich
etw. u . aneignen
unredlich fAdj.f nicht redlich, nicht korrekt: das hat
er sich auf unredliche W eise beschafft; das war u.
gehandelt; dazu Unredlichkeit, die; -en
unreell fAdj.f [..re|sl] nicht reell (1): unreelle Ge
schäfte machen; bei der Verteilung ging es u. zu
unregelmäßig fAdj.f 1.1 . nicht nach den sonst üb
lichen Regeln (geordnet): ein unregelmäßiges Leben
führen; diese Verben werden u. flektiert 1.2 . in un
gleichen zeitlichen Abständen erfolgend: ein unregel
mäßiger Puls; der Kranke atmete u.; dazu Un
regelmäßigkeit, d ie; -en
unreif fAdj.; nicht adv.f 1. fvon Früchtenf (noch)
nicht reif (1): unreifes Obst — 2 . fvon (jungen) M en
schen/ (noch) jung und unerfahren (1.2): ein un
reifer junger Mann; jmd. wirkt noch u.; dazu U n
reife, die; -, fo. Pl.f
unrein fAdj.f 1.1 . unsauber, schmutzig:unreine Luft,
Kleidung 1.2 . unreine (mit Pickeln besetzte, nicht
glatte) Haut — 2 . unsauber (2.2): unreine Töne;
eine unreine Stimme
+ etw. ins unreine (ins Konzept) schreiben; mit
sich über etw. im unreinen sein (über etw. selbst
noch keine klare Vorstellung haben)
unreinlich fAdj.; vorw. attr.f 1. unsauber (1): un
reinliche Kleidung —• 2 . ein unreinlicher (nicht
auf Sauberkeit achtender) Mensch; dazu U nrein
lichkeit, die; fo. Pl.f
unrentabel fAdj.f nicht rentabel: dieser Betrieb ar
beitet, ist u.
unrettbar, unrettbar fAdj.; vorw. adv.f rettungslos:
u. verloren sein; er ist ihr, dieser Sache u. verfallen
unrichtig fAdj.f falsch (3.1): von einer unrichtigen
Voraussetzung ausgehen; seine Aussage enthält
unrichtige (unwahre) Angaben; im unrichtigen
(ungünstigen) Moment kommen
Unruh, die; -,
- e n m it einer Spiralfeder verbundenes,
kleines Schwungrad in Uhren zur Sicherung eines
gleichmäßigen Ganges
Unruhe, die; -,
-n 1. fo. Pl.f von Besorgnis begleiteter
Zustand innerer Erregung: er war voll innerer U .;
jmdn. erfaßt, ergreift, überkommt (eine) U.; in,
voll(er) U. sein; etw. versetzt jmdn. in U.
—
2. fo. Pl.f als Störung empfundener Lärm , der bes.
durch die ständige Bewegung, das Reden o. ä . vieler
Menschen entsteht: in der Klasse herrschte U .;
unter der Menge entstand plötzlich U .; U. stiften —
3. /nur im Pl.f Empörung, Aufruhr einer größeren
Grupp e von Menschen gegen einen bestehenden Z u
stand, bestehende Verhältnisse: bei den Unruhen
waren mehrere Menschen ums Leben gekommen
Unruhe| -herd, der Zentrum politischer Konflikte,
die den Frieden gefährden; -Stifter, der jmd., der
andere aufwiegelt
unruhig fAdj.f 1. voller Unruhe (1): jmd. ist u.;
er wurde u., als die Kinder nicht kamen; u.
schlafen — 2 . fvorw. attr. u. präd.f 2.1 .1 . in (dauern
der) Bewegung, nicht ruhig: die See war u. 2 .1 .2 .
ein unruhiges (unstetes, wechselvolles) Leben führen; ‘
ein unruhiger (rastloser 1.2) Mensch, Geist 2.2 . eine
un ruh ige (durch Verkehr und Lärm beeinträchtigte)
Wohngegend 2.3 . unruhige Tage (Tage ohne einen
normalen, gleichmäßigen Ablauf)
unrühmlich /A dj.; vorw. attr.f nicht, wenig rühmlich:
jmd., etw. findet ein unrühmliches Ende, spielt
eine unrühmliche Rolle bei etw.
uns fPron.f I. fDat. u. Akk. vom Pers.pron. wir/ s.
wir — II. fRefl.pron. der 1,Pers. PL im Dat. u .
Akk.f — IH . /reziprokes Pron. der 1. Pers. Pl.f: wir
haben u. lieb
unsachgemäß fAdj.f nicht sachgemäß: etw. u. be
handeln, lagern; eine unsachgemäße Lagerung
unsachlich fAdj.f sich nicht streng an das Sachliche
haltend, von persö nlichen Gefühlen, Vorurteilen
beeinflußt: eine unsachliche Kritik; u. werden
(nicht sachlich bleiben)
unsagbar, unsagbar fAdj.f unsäglich
unsäglich, unsäglich fAdj.f 1. /drückt emotional
einen hohen Grad aus): unsägliche (sehr große)
Angst, Not; jmdn. erfüllt ein unsäglicher Haß;
u. (sehr) müde, glücklich sein; u. unter etw. leiden
—
2. / nicht adv.f unaussprechlich (1): ein unsäg
liches Gefühl; Unsägliches erlebt haben
unsanft fAdj.f grob und barsch: wir wurden u. ge
weckt; mit jmdm. u. umgehen; jmdn. u. (derb) an
fassen
unsauber fAdj.f 1. schmutzig (1.1): unsaubere
Wäsche; seine Hände waren u. — 2 .1 . nicht ordent
lich, nicht sorgfältig (ausgeführt): eine unsaubere
Naht; das ist u. geschrieben 2.2 . im Klang nicht
rein: unsaubere Töne; er singt u.
—
3. moralisch
nicht einwandfrei: unsaubere Mittel anwenden;
unsaubere Geschäfte machen; dazu U^sauberkcit,
die; -, fo. Pl.f
unschädlich fAdj.; nicht adv.f 1.1 . unschädliche
(keinen Schaden verursachende) Tiere, Insekten 1 .2 .
ohne negative Folgen für die Gesundheit: unschäd
liche Gase, Stoffe; dieses Mittel ist u.
+ jmdn. u . machen (dafür sorgen, daß jmd. keinen
weiteren Schaden anrichtet)
unscharf fAdj.f 1. ein unscharfes (nicht scharfes
3.3 .1) Foto — 2 . nicht präzis, ungenau, unklar: eine
These u. formulieren; er h at sich u. ausgedrückt;
dazu Unschärfe, die; -,
-n
unschätzbar, unschätzbar fAdj.; vorw. attr. u.präd.f:
der Schmuck hat einen unschätzbaren (außer
gewöhnlich hohen) Wert; jmdm. einen unschätz
baren Dienst erweisen
unscheinbar fAdj.f auf Grund äußerer Merkmale,
bes. der Größe, unauffällig: jmd. ist klein und u.;
diese Pflanze hat ganz unscheinbare Blüten
unschicklich fAdj.f v era ltend geh. ungehörig:
ein unschickliches B enehm en; eine unschickliche
Frage; etw. Unschickliches tun; etw. u . finden
unschlagbar fAdj.; vorw. attr. u. präd.f 1. nicht zu
besiegen in einem sportlichen Wettkampf: diese
Mannschaft ist u. — 2. in Mathematik ist er u. (ist
er nicht z u übertreffen)
1212
unschlüssig — unsportlich
unschlüssig fAdj.f 1. unentschlossen, zögernd: u.
sein, dastehen; er nahm eine unschlüssige Haltung
ein; er ist sich noch u., ob er die Stelle annimmt —
2. ein unschlüssiger (nicht folgerichtiger) Beweis;
dazu Unschlüssigkeit, die; -en fvorw. Sg.f
unschön fAdj.f 1. von unangenehmer Wirkung auf
das ästhetische Empfinden, nicht schön, häßlich:
diese Form ist ausgesprochen u.; etw. wirkt u. —
2. /nicht adv.f unerfreulich: es kam zu unschönen
Szenen; eine unschöne Angelegenheit
Unschuld, die;
jo. Pl.f 1. Schuldlosigkeit: er
konnte seine U. beweisen; an jmds. TJ. glauben —
2. Unfähigkeit, Böses, Schlechtes zu wollen od . a n
zunehmen, daß andere es wollen: ein Ausdruck
kindlicher U . lag auf seinem Gesicht; in aller U.
(ohne sich etw. Böses dabei zu denken) etw. tun
4- die, seine / Hände in U. waschen
unschuldig [Adf.f 1* schuldlos, ohne Schuld: der
Angeklagte ist u.; er ist u. an dem Unfall; er hat
u. im Gefängnis gesessen; den Unschuldigen spielen
—
2. nicht fähig, Böses, Schlechtes zu wollen od.
anzunehmen, daß andere es wollen: unschuldige
Kinder; sein unschuldiges W esen; das sind un
schuldige (harmlose, naive) Vergnügen
Unschulds/unschuldsl -beweis, der Jur. Beweis der
Unschuld (1); -engel, der spött. Mensch, der nichts
Böses, Schlechtes tut: spiel nicht den U .!;-miene,die
s p ö tt. Miene, die Unschuld (1) vortäuscht: etw.
m it einer U. sagen, fragen; -v o ll fAdj.f unschuldig
(2): ein unschuldsvolles Kind, Gesicht
unschwer / Adv.f: das ist u. (mühelos und ohne
Schwierigkeiten) festzustellen, läßt sich u. finden
unselbständig fAdj.f 1. nicht selbständig (1): der
Junge ist noch sehr u.; u. arbeiten — 2. abhängig
(1.3 .1): ein unselbständiger Staat; dazu Unselb
ständigkeit, die; jo. Pl.f
unselig fA d j. ; vorw. attr.l 1. unheilvoll, verhängnis
voll: eine unselige Veranlagung, Leidenschaft —
2, unglückselig (1): er ist ein unseliger Mensch
4- unseligen / Angedenkens
unser fPron.f L jPoss.pron.; Mask. u. Neutr.;
Fern.: uns(e)re; / auch unserige; ordnet etw., jmd n.
dem Zugehörigkeits-, Interessenbereich mehrerer, die
eigene Person einschließender Personen z u j : fadj.f
u. Sohn; uns(e)re Eltern; die Kinder uns(e)rer
Nachbarn; mit uns(e)ren, unser(e)n eigenen Augen;
in uns(e)rem, unser(e)m Garten; u. Bus (der Bus,
m it dem w ir gewöhnlich fahren) fiel heute aus;
das ist uns(e)re Sache, nicht eu(e)re; /subst./ das
Haus steht unmittelbar neben dem uns(e)ren,
unser(e)n; die Unseren (unsere Angehörigen); wir
müssen das Unsere (unseren Teil) dazu beitragen —
II. /Gen. vom Pers.pron. wir/ s. wir
unser umg. zu unser II| -einer flndef.pron.; nicht
im Gen.) jmd. wie wir, ich: u. konnte da nicht mit
reden; an unsereinen denkt dabei keiner; -eins
findekl. Indef.pron.f unsereiner
unsererseits fAdv.f vgl. deinerseits
unserige, U nserige, der, die, das fsubst. Poss.pron.
zu unser/ der, die, das unsere; / auch deinige
unseriös fAdj.f 1. nicht seriös (1): ein unseriöser
Lebenswandel; jmd. macht einen unseriösen Ein
druck — 2 . fvorw. im bürgerl. Sprachgebrauch!
nicht seriös (2): ein unseriöses Geschäftsgebaren
unserseits fAdv.f vgl. deinerseits
unsersgleichen findekl. Pron.f vgl. deinesglei
chen
unserthalben /Adv.f v e ra lten d vgl. deinethalben
unsertwegen fAdv.f 1. vgl. deinetwegen — 2 . vgl.
meinetwegen (2)
unsertwillen /Adv.f v er a lten d vgl. deinetwil
len
unsicher fAdj.f 1. /nicht adv.f ohne ausreichende
Grundlage, ohne die erforderliche Sicherheit: un
sichere Indizien, Ergebnisse; diese Methode ist zu
u.
—
2. /nicht adv.f in seinem Verlauf, Ausgang
nicht eindeutig feststehend: das ist eine unsichere
Sache, Angelegenheit; da ist noch ein unsicherer
Faktor dabei (ein Faktor, von dem man nicht weiß,
wie er sich auswirken wird); es ist noch u. (unge
wiß), ob wir kommen werden — 3 . im Gehen, Ste
hen ohne da s erforderliche Gleichgewicht, schwankend:
das Kund läuft noch u .; er stand u. auf den Schlitt
schuhen — 4 . ohne die erforderliche Erfahrung,
Übung: er ist ein unsicherer Autofahrer, fährt
sehr u.; der neue Mitarbeiter ist noch u. — .5. nicht
selbstbewußt, nicht selbstsicher: ein unsicheres A uf
treten haben; sich u. fühlen; durch diese Frage
wurde er u. (irregemacht)
+ die
Gegend u. machen; ein unsicherer
/ Kantonist
Unsicherheit, die;
-e n /zu unsicher/; zu 2: die
soziale U. in kapitalistischen Staaten; zu 5: die
U. seines Auftretens
Unsieherheits|faktor, der etw., das ein Moment der
Unsicherheit, Ungewißheit darstelltr einen U. aus
schalten
unsichtbar fAdj.f mit den Augen nicht wahrnehm
bar, nicht zu sehen: unsichtbare Strahlen
Unsinn, der; -(e)s, jo. Pl.f 1. etw. Dummes, Törich
tes, etw., in dem kein Sinn, keine Logik ist: was
du sagst, ist glatter, blanker, kompletter U .; das
ist doch alles U.; umg. U . machen (etw. falsch
machen, einen Fehler machen) — 2 . spaßig gemein
tes, aber törichtes Tun, Handeln: er hat nur U. im
Kopf; laß den U .!
unsinnig fAdj.f 1. keinen Sinn, keine Logik habend,
dumm, töricht: unsinniges Gerede; eine unsinnige
Behauptung; etw. Unsinniges anstellen — 2 .
/drückt emotional einen hohen Grad aus): eine un
sinnige (sehr große) Angst haben; unsinnige (über
trieben hohe) Forderungen stellen; er hat sich u.
(überaus, sehr) gefreut; u. hohe K osten
Unsitte, die; -,
-n
schlechte Angewohnheit, üble
Sitte: es ist eine gefährliche U., im Bett zu rauchen;
eine U. ablegen
unsittlich fAdj.f die M oral, bes. auf sexuellem
Gebiet, auf grobe Weise verletzend: eine u n sitt
liche Handlung; er näherte sich ihr u.; sich u.
aufführen
u nso lid(e) fAdj.f 1. nicht solide (4): ein unsolider
Mensch; er führt einen unsoliden Lebenswandel,
lebt u.
—
2. fvorw. i m bürgerl. Sprachgebrauchf
nicht solide (3.2): eine unsolide Firma — 3 . qualita
tiv nicht einwandfrei: ein unsolider Bau; die Repa
ratur ist u. ausgeführt
unsozial fAdj.f 1. den sozialen Interessen, dem
sozialen Empfinden breiter Bevölkerungskreise nicht
entsprechend: die unsozialen Maßnahmen des
reaktionären Regimes; sich u. verhalten — 2 .
Zool. nicht gesellig lebend, solitär: fast alle Insek
tenfresser sind unsoziale Tiere
unsportlich fAdj.f 1. nicht sportlich (1.2): er ist
völlig u.; er ist eine unsportliche Erscheinung,
sieht u. aus
—
2. unfair (1.2): der Spieler wurde
wegen unsportlichen Verhaltens gesperrt
unsrige, Unsrige /subst. Poss.pron./ s. unserige
unständig /Adv.; in der Verbindung! u. beschäftigt
sein (in einem befristeten Arbeitsverhältnis ste
hen)
unstatthaft fAdjvo rw . attr. u. präd.f: ein un
statthaftes (unschickliches) Benehmen; etw. ist u.
(nicht statthaft, nicht erlaubt)
unsterblich /Adj.f 1. /nicht adv.f 1.1 . B el. /nach
religiöser Vorstellung! nach dem Tode fortlebend: die
unsterbliche Seele 1.2 . unvergänglich im Gedenken
der Menschen fortlebend: die unsterblichen Dichter;
der unsterbliche Beethoven; seine Werke sind u.
—
2. /adv./ umg. /emot./: er ist u. (überaus, sehr) in
sie verliebt, hat sich u. blamiert; zu 1 Unsterblich
keit, die; jo. PL/
unstet /Adj.f von Unruhe getrieben ruhelos: ein
unstetes Leben führen; er ist ein unsteter Mensch,
hat einen unsteten Blick
unstillbar, unstillbar jA dj.; nicht adv./ nicht zu be
friedigen: unstillbarer Appetit; seine Wißbegier
war u.
unstimmig /Adj.; nicht adv./ nicht mit dem tatsäch
lichen Sachverhalt übereinstimmend: eineunstimmige
Buchführung
Unstimmigkeit, die; -en /vorw. PL/ 1 . unstimmiges
Detail bes. einer Rechnung: bei Überprüfung der
Rechnungen stieß man auf Unstimmigkeiten — 2 .
Meinungsverschiedenheit (1.2): in der Frage kam es
zwischen dem Autor und dem Verlag zu Unstim
migkeiten
unstreitig /A d j./ nicht zu bestreiten, unbestritten
(1): das ist eine unstreitige Tatsache; er ist u.
(.zweifellos) ein bedeutender K omponist
Unsumme, die;
-n
sehr große Geldsumme: dieser
Bau hat Ünsummen gekostet, verschlungen; an
etw., durch etw. Unsummen verdienen
unsympathisch /Adj./ [..z y ..] nicht sympathisch:
ein unsympathischer Mensch; er ist mir u.; dieser
Plan, Vorschlag ist mir u. (sagt mir nicht zu)
untad(e)lig, untad(e)lig lAdj.j veraltend 1.1. er
ist ein untad(e)liger (moralisch einwandfreier)
Mensch, führt einen untadeligen Lebenswandel
1.2 . er war immer u. (sehr korrekt) gekleidet
Untat, die; -en verwerfliche T at, Verbrechen: U n
taten begehen, verüben
untätig /Adj./ ohne etw. zu tun: er ist keine Minute
u., stand u. herum; er sah u. (ohne zuzugreifen,
ohne zu helfen) zu, wie wir uns abplagten; dazu
Untätigkeit, die; -, jo. PL/
untauglich /Adj.; nicht adv./ 1.1 . nicht geeignet zur
Ausübung eines bestimmten Dienstes, einer bestimm
ten Tätigkeit: er ist für diesen Beruf körperlich
u .; er wurde bei der Musterung als u. (für nicht
wehrdiensttauglich) befunden 1.2 . die Mittel waren
für den Versuch u. (nicht geeignet); untaugliche
Mittel
*
unteilbar, unteilbar /A dj.; nicht adv./ eine Einheit
bildend und daher nicht zu teilen: etw. bildet ein
unteilbares Ganzes; dieser Besitz ist u.
unten / Adv./ 1 . /bezeichnet im Verhältnis zu einem
Bezugspunkt eine vertikal tiefere Lage/: die Flasche
steht u. im Schrank; er wartete u. (vor dem Haus);
der Fahrstuhl wird gleich u. (im Erdgeschoß) sein;
um g. der Ort liegt auf der Landkarte ganz u. (im
Süden) — 2 . /verweist in einem Buch, Heft auf eine
folgende Textstelle, Seite/ siehe u . !; weiter u. im
Buch ist darauf verwiesen
+ salopp bei jmdm. u. durch sein (sich bei jmdm.
alle Sympathien verscherzt haben); — von /* oben
bis u.; nicht wissen, was, wo
oben und u. ist;
/ oben hui, u. pfui
untenstehend /Adj.; nur attr./ im Text weiter unten
(2) stehend: untenstehendes .Bild veranschaulicht
das Problem
1unter /Präp. mit Dat. u. Akk.;
auch unterm,
untern, unters/ 1. /räuml./ 1 .1 . /mit Dat.; gibt die
Lage an/ 1.1 .1 . /in einer vertikal tieferen Lage als
der Bezugspunkt, wobei dieser das Tieferliegende
(als Fläche) überdecken kann/: der Hund liegt u.
dem Tisch; er stand u. dem Baum; sie befanden
sich 100 Meter u. dem Gipfel; die Wiesen stehen
u. Wasser (sind überschwemmt); B erg m . u. Tage
(in der Grube unter der Erdoberfläche, untertage)
arbeiten 1.1 .2 . /dabei in unmittelbarer Berührung
m it etw. Darüberliegendem/: eine Strickjacke u.
dem Mantel tragen; der Schlüssel liegt u. dem
Fußabtreter 1.2 . /mit Akk.; gibt die Richtung an/
1.2 .1 . /in eine vertikal tiefer gelegene Stelle als der
Bezugspunkt/: der Hund hat sich u. den Tisch
gelegt; sich u. die Dusche stellen 1.2 .2 . /dabei in
unmittelbarer Berührung m it Darüberliegendem/:
eine Strickjacke u. den Mantel ziehen; eine Lei
tung u. Putz legen (so in die Mauer einlassen, daß
sie später durch den P utz völlig verdeckt wird) 1.8 .
/mit Dat.; drückt ein Sichbefinden in einer un
bestimmten Menge aus/ zwischen (1.1 .2): u. den
Zuhörern waren v iele ältere Menschen; u. den
Geschwistern gab es oft Streit; er stand (mitten)
u. ihnen; der Brief fand sich u. seinen Papieren;
er ist einer u. (von 6.3) vielen, anderen; einer u.
(von 6.3) euch 1.4. /mit Akk./ in eine Gruppe,
unbestimmte Menge hinein, zwischen (1.2 .2): er
mischte sich u. die Zuhörer; er ging nie u. Men
schen (war immer für sich); Erbsen u. den Reis
mischen 1.6 . /mit Dat.; bezeichnet ein Unter
ordnungsverhältnisI 1.5 .1 . /w eist auf die leitende
Tätigkeit, führende Rolle einer Person, Gruppe hin /:
u. jmds. Kommando stehen; er war u. ärztlicher
Kontrolle; u. jmds. Einfluß geraten; der Aufbau
des Sozialismus u. der Führung der Partei der
Arbeiterklasse; /der Ton liegt auf unter/: einen
Personenkreis, Betrieb u. sich haben einen Perso
nenkreis, Betrieb leiten: der Chefarzt hat 10 Ärzte
u. sich 1.5 .2 . /ordnet etw. einem bestimmten Bereich
zu/: die Ausstellung steht u. dem Thema ... 1.5.3»
/bei Datumsangaben/: u. dem Datum des 14. Juni
findet sich folgende Eintragung ...
—
2. /modal/
2.1 . /mit Dat.; weist auf einen Begleitumstand hin/
mit (1.5): u. großem Beifall; etw. u. Tränen g e
stehen; u. Protest verließ er den Raum; u. Vor
spiegelung falscher Tatsachen; der Prozeß fand
u. Ausschluß der Öffentlichkeit sta tt; u. der Vor
aussetzung, Bedingung, d aß ...; u. diesen Um
ständen; die Geraden schneiden sich u. einem
Winkel von 40 Grad; er ist u. dem Namen M
bekannt; u. welcher Rufnummer bist du zu er
reichen? 2.2 . /mit Dat.; o. Art.; weist auf den Zu
stand hin, in dem sich etw. befindet/: die L eitung
s teht u. Strom; u. Quarantäne, Naturschutz
stehen; die Stadt lag u. Beschuß (wurde beschossen)
2.3 . /mit Akk.; o. Art.; weist auf den Zustand hin,
in den etw. versetzt wird/: den Kessel u. Dampf
unsrige — ^nter
1213
1214
2imter — unterbringen
setzen; ein Ziel u. Beschuß nehm en 2.4 . niedriger,
weniger, geringer als 2.4.1» /mit Dat./ etw. u .
seinem Wert verkaufen; seine Leistungen liegen
u. dem Durchschnitt 2.4 .2 . /mit Akk./ die Tem
peratur soll in der Nacht u. null Grad sinken —
3. [mit Dat.; zeitl.j landsch. u. Mittag (in der
Mittagspause, mittags) — 4 . [mit Dat. ; kausal; in
fester Abhängigkeit von Verben/: u. der Kälte
leiden
-f- das Unterste zuoberst kehren (alles durchein
anderbringen); u. uns, sich in unserem, ihrem ver
trauten, engen K reis: u. uns gesagt; wir sind u.
un s (sind ohne Zeugen)
2unter [Adv.[ weniger als: er ist u. 20 Jahre alt;
Kinder von u. vier Jahren; u. einer Stunde (in
weniger als einer Stunde) kann er nicht zurück
sein
3unter /A dj. ; nur a ttrj 1. vertikal tiefer als anderes
(Gleichartige) gelegen, befindlich: die untere R eih e,
Schublade; die unterste Sprosse der Leiter; in den
unteren Stockwerken; an der unteren (an dem der
Mündung näher gelegenen Teil der) Elbe — 2 . in
der Rang-, Stufenfolge niedriger als andere: die
unteren militärischen Ränge; die unterste (nied
rigste) Gehaltsstufe; die unteren Schulklassen; ein
Problem auf unterer Ebene diskutieren; [in der
Klassengesellschaft/ die unteren (in sozial niedriger
Stellung befindlichen) Schichten der Bevölkerung
Unter, der; -s, - [Karte der deutschen Spielkartej
unter- I . [trennbare, betonte od. untrennbare, un
betonte Pa rtikel vor Verben und deren substanti
vischen Ableitungen, die in Verbindung mit dem
Grundwort bestimmte produktive Bedeutungstypen
bildet! 1«1* l nur untrennbar[ etw. von unten her durch
ein [Fundament festigend: /* z. B . unterbauen,
untermauern 1.2 . [nur trennbar/ unter den A rm
fassend und dadurch stützend: / t z. B . unter
fassen, unterhaken 1.8 . [nur untrennbar! die
Festigkeit von unten her gefährdend: / z. B . unter
graben, unterwandern — 2 .1 . [nur untrennbar[
unter etw. hinweg: / z. B . unterqueren 2.2 . [nur
trennbar[ unter die Oberfläche von etw .:
z. B.
unterlegen, unterstellen, unterziehen — B. / un
trennbarI gewaltsam niederdrückend, -haltend: /
z. B . unterdrücken, unterwerfen — 4 . [nur untrenn
barI unter ein Schriftstück, einen Text: ^ z. B .
unterschreiben, unterstreichen — 5 . [nur trennbarj
unterhalb von etw.: / z.B . unterstehen — 6 .
[trennbar und betont od. untrennbar und unbetont/
weniger als erforderlich: /* z. B . unterbelichten,
unterfordern, unterschätzen — 7 . [nur untrennbar[
eine Handlung, einen Vorgang abbrechend, unter
brechend : / z. B . unterbinden, unterlassen — 11.
[stets betonte Partikel vor Subst.j 1. vertikal tiefer als
etw. anderes befindlich: / z .B . Untergrund, Unter
holz, Unterteil, Unterleib — 2 . im Rang, in der
Stufenfolge anderem untergeordnet: / z. B . U nter
offizier, Untergruppe, U ntertitel, Unterart
Unter/unter| :abteilung, die einer größeren Ab
teilung untergeordnete kleinere Abteilung; :arm, der
unterer Teil des A rmes zwischen Ellenbogen und
Hand; :art, die B iol. einer Art untergeordnete Ein
heit im System der Lebewesen; :bau, der 1. Gesam -
heit der zusammengefügten konstruktiven Teile, die
als tragendes, stützendes Element für den Aufbau
bes. von Bauwerken, Maschinen dient — 2 . E isenb .
Straßenbau befestigter Untergrund einer Fahr
bahn, Straße, Gleisanlage: der U . einer Straße,
Eisenbahnstrecke — 3. [o. Pl.j Grundlage, B asis:
der wissenschaftliche U. einer These; -bauen /hat
unterbaut/ 1.1 . Bauw . ein Gebäude u. (mit einem
Unterbau 1 versehen) 1.2 . jvorw. im Part. Prät.f
Eisenb. Straßenbau eine gut unterbaute (mit
einem soliden Unterbau 2 versehene) Straße — 2»
etw. m it stichhaltigen Argumenten stützen, fundie
ren: eine These wissenschaftlich u.; :begriff, der
Begriff, der einem umfassenderen untergeordnet ist;
:bekleidung, die Unterwäsche (1); :belegt /A d j.f:
das Hotel, Krankenhaus ist u. (seine Kapazität ist
nicht voll ausgelastet); -belichten /unterbelichtete,
hat unterbelichtet/ Fotog r.: einen Eilm u. (zu
kurz belichten); ^bewerten /unterbewertete, hat
unterbewertet/ etw. zu gering bewerten: einen Fak
tor, jmds. Verdienste u.; -bieten /hat unterboten/
1. einen Preis, jmdn. u. (einen geringeren Preis
für eine Ware fordern als ein anderer, eine andere
Firma [im kap. Wirtschaftssystem geübte P ra x is
zur Ausschaltung der Konkurrenz[) — 2. Sport
in einer Sportdisziplin bei der Austragung eines
Wettkampfs weniger Zeit benötigen als ein anderer
vorher: er hat die W eltbestzeit, seinen Rekord um
zwei Sekunden unterboten — 3 . für die Herstellung
von etw. weniger Zeit, Material benötigen, als im
Plan veranschlagt war: die Bauarbeiter haben die
Termine, die veranschlagte Menge Zement unter
boten — 4 . das Niveau dieser Veranstaltung ist
kaum noch zu u. (ist in negativer Hinsicht nicht zu
übertreffen); -binden /hat unterbunden/ 1 . etw.
Negatives durch bestimmte Maßnahmen verhindern:
eine gefährliche Entwicklung u.
—
2. ein Blut
gefäß u. (es vorübergehend abschnüren, abbinden);
- b leiben /ist unterblieben/ etw. unterbleibt etw.
wird nicht getan, etw. findet nicht statt: eine K o n
trolle war unterblieben; das ist leider unter
blieben, hat zu u . !; -brechen /hat unterbrochen/
1. etw. u . 1 .1 . vorübergehend mit etw. aufhören:
die Sitzung wurde für 15 Minuten unterbrochen;
die Arbeit u. müssen; wir unterbrachen die Reise
in B 1 .2 . etw. (in seinem Ablauf, Verlauf) vorüber
gehend aufhalten, stoppen, stören: die Stromzufuhr
kurz u.; durch das Unwetter war die Telefon
verbindung nach auswärts unterbrochen; etw.
unterbricht etw .: kein Laut unterbrach die Stille
1. B. eine Schwangerschaft u. (durch ärztlichen E in
griff die Leibesfrucht vor der Geburt abtöten und
entfernen) — 2 . jmdn. am Weitersprechen hindern:
er unterbrach den Redner mit einer Frage; unter
brich mich nicht!; -brecher, der Elektrotechn.
Vorrichtung, die elektrischen Strom in schneller
Folge periodisch ein- und ausschaltet; -brechung,
die 1. / o. PL; zu -brechen/ das Unterbrechen —
2. [zu -brechen 1.1/ das Unterbrochensein; -breiten
I. /hat unterbreitet/ jmdm. etw. vorlegen, vor-
tragen: der Versammlung eine Resolution u.; er
hat sein Abschiedsgesuch unterbreitet; er unter
breitete uns seine Pläne, seine Gedanken zur E nt
wicklung des Projekts — II . /hat untergebreitet/
wir lagerten uns auf dem Rasen, hatten aber eine
Decke untergebreitet (unter uns ausgebreitet);
:bringen /hat untergebracht/ 1. etw., jmdn. in
etw. u. 1 .1 . für etw., jmdn. in etw. Platz finden:
in zwei Koffern brachten wir alles Gepäck unter;
sie können fünf Personen in ihrem Wagen u. 1 .2 .
etw. zur Aufbewahrung, zum Transport in etw.
Unterbringung — untergraben
1215
setzen, stellen, legen: den Schrank im Keller u.;
die Bücher in Kisten u. 1 .3 . die Gaststätte war
im Hauptgebäude untergebracht (befand sich im
Hauptgebäude) 1.4 . dieser Mann kam ihm bekannt
vor, er wußte aber nicht, wo er ihn u. sollte (wo
her er ihn kannte und wer er war) — 2 . jmdn.
irgendwo u. 2 .1 . jmdm. irgendwo für eine gewisse
Zeit eine Unterkunft, ein Quartier bereitstellen: wir
wurden im Interhotel untergebracht; jmdn. für
eine Nacht u. 2 .2 . dafür sorgen, daß jmd. irgendwo
au fgenommen und betreut ivird: ein Kleinkind in
einer Krippe u.; die Verletzten wurden in den
umliegenden Krankenhäusern untergebracht 2.3 .
jmdm. irgendwo zu einer Arbeits-, Ausbildungs
möglichkeit verhelfen: er h a t ihn (als Lehrling) in
diesem Betrieb untergebracht — 3 . etw. irgend
wo u.: er hat seinen Roman bei einem Verlag
untergebracht (erreicht, daß er von einem Verlag
veröffentlicht wird); dazu Tbringung, die;
-en 1.
jvorw. 8g.; zu -bringen 1 u. 2/; zu 2.1: für die U.
der Gäste ist gesorgt — 2 . Unterkunft
unterderhand /Adv ./ heimlich, nicht offiziell: etw.
u. erfahren, verkaufen
unter/Unter| -dessen /A dv ./ 1 .1 . inzwischen (1.1):
ich gehe einkaufen, u. kannst du das Essen vor
bereiten 1.2 . inzwischen (1.2): wir waren lange
n icht dort, u. hat sich manches verändert; :druck,
derjPl. -efPhys. Techn. Druck(LI), derkleinerist
a ls ein gegebener normaler Druck; -drücken /hat
unterdrückt/ 1. jmd. hindert jmdn. gewaltsam an
seiner freien Entwicklung, eine Gruppe, Klasse
hindert eine andere Gruppe, Klasse auf Grund ihrer
Machtmittel an der Durchsetzung ihrer Interessen:
die herrschende Bourgeoisie unterdrückte die
Arbeiterklasse; abhängige und (kolonial) unter
drückte Völker — 2 . einen Aufstand u. (gewaltsam
verhindern, unterbinden) — 3 . etw.,
bes. eine
(Gefühls)äußerung, zurückhalten: nur mit Mühe
konnte er das Lachen, seine Empörung u.; eine
Frage, Bemerkung u. (nicht aussprechen); zu 1 u.
2 -drücker, der; :druckkammer, die T e ch n . gegen
Druck stabiler, fest abgeschlossener R aum, in dem
der Luftdruck künstlich auf ein bestimmtes M aß
herabgesetzt werden kann; -drückung, die; -,
-en
fzu -drücken/; zu 1: koloniale XL; -einander /.Adv./
1.1 . eines, einer unter dem anderen: Zahlen u. auf-
schreiben 1.2 . eines unter das andere: er schrieb
die Wörter nicht nebeneinander, sondern u.
—
2.1 . im Rahmen einer bestimmten Gruppe: u. du
sagen; etw. u. regeln 2.2 . sich u. einer den, dem
anderen, sich gegenseitig: sich u. beobachten, ver
ständigen, gut vertragen
untereinander- /in verbalen Zusammensetzungen/
1. eines unter dem anderen, z. B .: untereinander
hängen, untereinanderstehen — 2 . eines unter das
andere, z . B . : untereinanderschreiben, untereinan
dermischen
unter/Untcr| ^entwickelt fAdj.; nicht adv./ 1 . nicht
dem Alter entsprechend körperlich, geistig ent
wickelt: das Kind ist u.
—
2. jvorw. im bürgerl.
Sprachgebrauch/ unterentwickelte Länder (Ent
wicklungsländer); :ernährt /A dj.j auf Grund man
gelhafter und unzureichender Ernährung in schlech
ter körperlicher Verfassung: im Krieg waren viele
u.; dazu :ernährung, die jo. Pl.j; -fahren /hat
unterfahren/ 1. B auw . etw. u. unter etw., bes.
unter ein Bauwerk, einen Schacht, K an al bauen,
ohne die Standfestigkeit des Gebauten zu gefährden:
beim Bau der U-Bahn mußten Gebäude und
Straßen u. werden — 2 . jmd., etw. unterfährt
etw. jmd., etw. fährt unter etw. hindurch: wir unter
fuhren die Autobahn; der Berg wird von der
Eisenbahn u. (die Eisenbahn fährt in einem Tunnel
unter dem Berg hindurch); -fangen /hat unter
fangen/ 1. geh. sich u., etw. Bestimmtes zu tun
1.1 . er hat sich u. (hatte den Mut, hat es gewagt),
die schwierige Aufgabe zu übernehmen 1.2 . wie
konnte er sich u. (sich unterstehen, sich erdreisten),
ihm so eine Frage zu stellen! — 2. Bauw. etw.
(während eines Umbaus) gegen Einsturzgefahr ab
stützen: der Fachwerkbau wurde mit einer Stahl
konstruktion u.;
- fangen, das; -s, - jvorw. Sg.j
kühnes und gewagtes Unternehmen, W agnis: ein
schwieriges, sinnloses U .; :fassen /hat unter-
gefaßt/ 1.1. jmdn. einhaken: er hatte sie, sie hatten
sich untergefaßt; untergefaßt (Arm in Arm) gehen
1.2 . jmdn. unter den Arm fassen und ihn dadurch
stützen: er h atte den Verletzten untergefaßt;
:feldwebel, der Angehöriger der Land-, Luftstreit
kräfte, dessen Dienstgrad zwischen dem des Unter
offiziers und dem des Feldwebels liegt; -fordern /hat
unterfordert/ jmdn. u. von jmdm. weniger fordern,
als er zu leisten imstande ist: einzelne Schüler
waren zeitweilig unterfordert; -führung, die Bau
werk, das es ermöglicht, einen Verkehrsweg unter
dem anderen hindurchzuführen: die U . un ter der
Eisenbahn verkürzt den Weg nach L um 20
Minuten; Funktion, die durch Krankheit bedingte
ungenügende Funktion eines Organs: die U. der
Schilddrüse; :gang, der 1. das Untergehen (1): der
U. der Sonne — 2 . jbes. von Wasserfahrzeugen!
das Untergehen (2): beim U. des Schiffes ertranken
viele — 3. jo. Pl.j 3.1 . das Untergehen (3): etw.
vor dem U. retten; der U. des römischen Im
periums; der U. einer Kultur 3.2 . umg. etw., jmd.
ist jmds. U. etw., jmd. ist jmds. Verderben: der
Alkohol war sein U.; + etw. ist dem U. ge
weiht (etw. muß zugrunde gehen) ; :gehen /ist unter
gegangen/ 1. die Sonne, der Mond geht unter (ver
schwindet am Horizont) — 2 . sinken (1.2 .1): bei
dem Sturm gingen mehrere Fischerboote unter;
seine Brille fiel ins Wasser und ging unter — 3 .
aufhören zu bestehen, zugrunde gehen: eine unter
gehende Gesellschaftsklasse; eine untergegangene
Kultur; wenn sich sein Bruder nicht um ihn ge
kümmert hätte, wäre er untergegangen (ins Ver
derben, Unglück geraten) — 4 . in etw. u. 4 .1 . jmd.
geht in der Menge unter jmd. ist in der Menge
nicht mehr zu erkennen, auszumachen: der Flüch
tige ging im Menschengewühl unter 4 .2 . seine
Hilferufe gingen in dem Getöse unter (wurden von
dem Getöse übertönt); :g eschoß, das Kellergeschoß;
^gewicht, das jo. Pl.j 1.1 . Gewicht, das unter der
für eine Ware vorgeschriebenen No rm liegt: das
Brot hatte U. 1 .2 . Gewicht eines Menschen, das
unter dem Normalgewicht, liegt: er hat zehn Pfund
U.;
- gliedern /hat untergliedert/ etw. (inhaltlich)
nach bestimmten Gesichtspunkten in (kleinere) A b
schnitte gliedern: eine Bibliographie nach systema
tischen Gesichtspunkten u.; ein klar unterglieder
ter Aufsatz, T ex t; -graben I. /hat untergraben/
etw. (vorsätzlich) langsam und unmerklich zer
stören: jmds. Autorität, Stellung u.; das Rauchen
hat seine Gesundheit völlig u.
—
H. /hat unter
1216
Untergrund — unterkriechen
gegraben/ etw. durch Graben unter die Erde bringen:
Dünger, Torfmull u.; :grund, der 1. Fläche 1.1 .
als obere Schicht des Bodens: ein sumpfiger, san
diger U. 1 .2 . als Schicht des Bodens, die die Grund-
läge für einen B a u bildet und die Tragfähigkeit des
Baugrundes beeinflußt: das Gebäude steht auf
felsigem U.; der U. hat sich während der Bau
arbeiten gesenkt 1.8 . auf der sich etw., jmd. be
findet, bewegt — 2 . fvorw. Sg./ 2 .1 . Grund (1.5): der
Stoff hat ein schwarzes Muster auf weißem U.
2.2 . Fläche eines Gegenstandes, auf die etw. auf
getragen (1) wird: der U. eines Gemäldes — 3 .
jo. PL; nur mit best. Art.j im U. (als Mitglied einer
Untergrundbewegung) leben, arbeiten; in den U.
gehen
Untergrund| -bahn, die j / auch U-Bahn/ elek
trisch betriebene, unterirdisch verlaufende Schnell
bahn in Großstädten zur Beförderung von Personen
im Nahverkehr; -bewegung, die in der Illegalität
gegen eine herrschende gesellschaftlich-politische
Ordnung, gegen eine Regierung, ein Regime arbei
tende Bewegung (II) von unterschiedlichem K lassen
charakter; -Organisation, die Organisation (3) einer
Untergrundbewegung
Unter/unter| -gruppe, die einer größeren Gruppe
untergeordnete kleinere Gruppe; -haken /hat unter
gehakt/ jmds. Arm in seinen gebeugten Arm
nehmen', er hatte seine Frau untergehakt; ein
ander u.; untergehakt (Arm in Arm) gehen
Unterhalb fPräp. mit Gen./ xunter (1.1 .1), tiefer
als etw. befindlich: u. des Dorfes erstreckt sich
ein Wald; er hatte sich u. des Knies verletzt
2unterhalb /Adv.; in Verbindung mit von/ tiefer
als etw. befindlich: u. vo n dem Dorf erstreckt sich
ein Wald
Unter/unter| :halt, der fo. Pl.f 1, Lebensunterhalt:
sich seinen U. durch seine tägliche Arbeit ver
dienen; etw. zu jmds. U . beitragen; für jmds. U.
aufkommen; Jur. auf U. (Zahlung eines Aus
gleichs für lebensnotwendige Aufwendungen), auf
Zahlung von U. klagen — 2 . das Unterhalten
(1.1.2) von etw.: der Staat hat eine größere Summe
für den U. dieses Baudenkmals bereitgestellt;
- halten I. /hat unterhalten/ 1.1 . jmdn. u. für
jmdn. den Unterhalt (1) bezahlen: er hatte eine große
Familie zu u.; er unterhält noch seinen Bruder
1.2 . etw., bes. Anlagen, Gebäude, Institutionen,
finanzieren und instand halten: das Ferienheim
wird vom Betrieb u.; die Stadt unterhält zwei
Krankenhäuser 1.3 . etw. zu seinem Nutzen auf
eigene Kosten betreiben: sie unterhielten ein Ge
schäft, eine Pension — 2 . etw. aufrechterhalten:
das Feuer u. (nicht verlöschen lassen); freund
schaftliche Beziehungen, Kontakte zu jmdm. u .;
zu einem Staat Handelsbeziehungen u. (haben 2.1)
—
3. sich mit jmdm. u. mit jmdm. ein Gespräch
führen, mit jmdm. plaudern: sich (mit jmdm.) an
geregt, ungestört u .; mit ihm kann man sich über
alles u.; er hat sich mit ihm französisch u.
—
4.1 . jmdn. u. jmdm. durch etw. auf angenehme,
vergnügliche, kurzweilige Weise die Zeit vertreiben :
er hat seine Gäste gut u., konnte eine ganze Gesell
schaft u.; eine unterhaltende (unterhaltsame) Lek
türe 4.2 . sich u. (sich mit etw. beschäftigen und
dadurch) die Z eit angenehm verbringen, sich
amüsieren: das Kind konnte sich stundenlang mit
diesem Spielzeug u.; wir haben uns auf der Ver
anstaltung gut u.
—
II. /hat untergehalten/ etw.
xunter (1.2 .1) etw. halten: den Wasserhahn auf
drehen und den Topf u.; zu 1.4.1
- halter, der;
- haltsam lAdj.f die Zeit angenehm vertreibend: ein
unterhaltsamer Abend; das Programm war u.
Unterhalts/unterhaltsl -anspruch, der Anspruch
auf Unterhaltszahlung; -berechtigt /A dj./ berech
tigt, Unterhält (1) zu fordern; -pflicht, die jo. Pl.f
gesetzliche Pflicht zur Bezahlung des Lebensunter
halts für jmdn. od. eines gesetzlich festgelegten Teils
desselben; -Zahlung, die Zahlung von Unterhält (1)
Unter|haitung, die 1. auf angenehme Weise geführ
tes Gespräch, Plauderei: eine lebhafte, inter
essante, vertrauliche U.; mit jmdm. eine U.
führen — 2 . fo. Pl.f angenehmer Zeitvertreib,
Amüsement: ich wünsche gute, angenehme U.; er
trug viel zur U. der Gäste bei — 3. jo. Pl.j das
Unterhalten (1.1)
Unterhaltungsl -beilage, die der Unterhaltung (2)
dienende Beilage in Zeitungen; -kosten, die /Pl.f
Kosten für die Unterhaltung (3): die U . für dieses
Auto sind niedrig; -kunst, die fo. Pl.f vgl. -m usik;
- m u sik, die fo. Pl.f leichte Musik zur Unter
haltung (3); -programm, das Reihenfolge von D ar
bietungen mit unterhaltsamem Charakter
unter/Unter| -handeln /hat unterhandelt/ als Ver
treter eines Staates, einer (Interessengruppe mit der
Gegenseite durch Verhandeln zu einer Einigung über
etw. zu kommen versuchen: mit dem Gegner über
einen W affenstillstand u.; dazu :händler, der u.
- handlung, die; :hemd, das Hemd, meist aus
Trikot, das von männlichen Personen unter der
Oberbekleidung unmittelbar auf dem Körper ge
tragen wird; ^hitze, die von unten einwirkende
Hitze, bes. beim Backen, Braten: der Kuchen hat
zuviel U. bekommen; -höhlen /sw. Vb.; hat unter
höhlt/ 1. etw., bes. Erdreich, unter seiner Oberfläche
durch kontinuierliche Einw irkung allmählich hohl
machen und dadurch seine Festigkeit gefährden:
Mäuse haben den Damm unterhöhlt — 2 . etw.
untergraben (I); :holz, das fo. Pl.f Gesamtheit aller
unter älteren, hohen Bäumen stehenden H olz
gewächse; :hose, die vgl. - hemd; ^irdisch /Adj./ 1 .
unter der Erdoberfläche (liegend): unterirdische
Gänge; der Parkplatz wird u. angelegt — 2 . fvorw.
adv.f verborgen, geheim: eine u. schwelende Feind
schaft; -jochen fsw. Vb.; hat unterjocht/ jmdn.,
ein Land unterwerfen und in Abhängigkeit halten:
ein Volk u.; kolonial unterjochte Länder; -kellern
fsw. Vb.; hat unterkellert/ ein Gebäude mit einem
Keller versehen: ein voll, teilweise unterkellertes
Haus; :kiefer, der frei beweglicher unterer Teil des
Kiefers; :kleid, das 1.1 . Unterrock 1.2 . ärmelloses
Kleid (aus Futterstoff) zum Unterziehen unter ein
Kleid aus durchsichtigem Stoff; :kommen /ist unter-
gekommen/ 1.1 . irgendwo für eine gewisse Zeit
Unterkunft, Quartier finden: für eine N acht bei
Bekannten, im Hotel u. 1 .2 . irgendwo Aufnahme
(1) und Betreuung finden: im Altersheim, in einer
Spezialklinik u. 1 .3 . irgendwo eine Möglichkeit zu
arbeiten, für seine Ausbildung finden: er ist bei der
Eisenbahn untergekommen; dazu :kommen, das;
-s, - fvorw. Sg.f: jmdm. ein U. bieten; :körper,
der der Teil des menschlichen Körpers, der unter
halb der Gürtellinie liegt; :kriechen /ist unter
gekrochen/ umg. femot.f bei jmdm., an einem be
stimmten Ort Zuflucht suchen und finden: er kroch
unterkriegen — U nternehm en
1217
wieder bei seiner Mutter, im selben H otel unter;
:kriegen /hat untergekriegt/ um g . jmdn., etw. be
zwingen, besiegen: er hat ihn doch noch unter
gekriegt; + sich nicht u. lassen (den M ut nicht
verlieren, nicht aufgeben); -kühlen /hat unterkühlt/
1. jmdn. u. die Temperatur des menschlichen Kör
pers durch äußere Bedingungen unter 36,3 Grad
Celsius senken: der Patient wurde vor der Herz
operation auf 29 Grad unterkühlt; die Schiff
brüchigen waren stark unterkühlt — 2. fachspr.
eine Flüssigkeit, etw. Geschmolzenes od. D ampf,
Gas bis zu der Temperatur abkühlen, bei der Er
starrung od. Kondensation eintritt: eine Lösung u .;
dazu -kühlung, die; :kunft, die;
-k ünfte Raum,
der jmdm. für eine gewisse Zeit zum Schlafen und
zum Aufenthalt dient, Obdach, Quartier: eine U.
für eine Nacht suchen; U. und Verpflegung kosten
20 Mark pro Tag; :lage, die 1. etw., das (zum
Schutz) unter etw., jmdn. gelegt wird, das an der
unteren Seite von etw. angebracht ist: eine U . aus
Gummi, Metall; eine feste U. zum Schreiben; etw.
als U. benutzen — 2 . fvorw. PL/ Schriftstück, das
Beweis, Nachweis, Beleg für etw. ist: amtliche,
statistische, wissenschaftliche Unterlagen; bei
einer Bewerbung alle erforderlichen U nterlagen
einreichen; sämtliche Unterlagen vernichten; das
geht aus den Unterlagen nicht hervor — 3 . B ot.
Teil der Pflanze, auf die beim Veredeln ein Trieb
(II) gepfropft w ird ; :läng e, die Teil eines, Buch
stabens, der sich von der Linie, Zeile, auf der ge
schrieben wird, nach unten erstreckt: die U. des
,g4; ?laß + ohne U. ununterbrochen: es regnete
ohne U .; -lassen /hat unterlassen/ 1.1 . etw. bewußt
nicht tun, von etw. absehen: er hat es wohlweislich
u., danach zu fragen; er unterließ diesmal seine
spöttischen Bemerkungen 1.2 . versäumen, etw. zu
tun: er hat es u., rechtzeitig Bescheid zu geben;
weshalb wurde die Kontrolle u.?; dazu -lassung,
die;
-e n; -lassungssünde, die Fehler, der in der
Vernachlässigung, dem Versäumnis einer Pflicht,
Handlung besteht: eine kleine, schwere U. be
gehen; -lauf, der der Mündung zu gelegener Teil
eines Flusses, Stromes; Maufen /ist, hat unter
laufen/ I. (ist) jmdm. unterläuft ein Fehler (jmd.
macht versehentlich einen Fehler); ihm unterlief ein
Versehen — II. (hat) Sport den Gegner u. (in
geduckter Stellung den Gegner durch Hochheben von
unten zu Fall bringen); <Q> man hatte geglaubt,
den Sozialismus u. (durch subversive Machen
schaften schwächen, zerstören) zu können; M aufe n
/Adj.; vorw. präd.f: das Auge ist mit Blut, ist
blutig u. (um das Auge herum hat sich die Haut
m it Blut gefüllt, das aus den verletzten Gefäßen in
das Zellgewebe getreten ist); Megen I. /hat unter
gelegt/ jmdm., einem G egenstand etw. u. unter
jmdn., einen Gegenstand etw. legen: dem Kranken
ein Kissen u.; der Tisch wackelte, wir mußten
etwas u .; der Glucke Eier u. (der Glucke zum Aus
brüten ß ie r ins Nest legen) — II. /hat unterlegt,
auch untergelegt/ 1. einer Melodie einen T ext u.
(eine Melodie mit einem Text versehen); einen Film
m it Musik u. (einen Film mit begleitender M usik
versehen) — 2. Worten einen anderen Sinn u. in
Worte einen nicht gemeinten Sinn hineindeuten: er
hat diesem Ausspruch eine falsche Bedeutung
unterlegt, untergelegt; Megen fAdj.; vorw. präd.;
/* auch -liegen/ einem anderen nicht ebenbürtig in
der (Leistungsfähigkeit, schwächer als ein anderer:
er war seinem Bruder geistig (weit) u.; jmdm.
an Kraft, Stärke, dem Gegner zahlenmäßig u.
sein; :leib, der jo. Pl.j unterer Teil des Bauches
eines Menschen, bes. einer Frau, im Hinblick auf
ihre Geschlechtsorgane; deutn a nt, der Offizier der
Landr, Luft-, Seestreitkräfte m it dem niedrigsten
Dienstrang; -liegen /ist, hat unterlegen; / auch
Megen/ 1. (ist) 1.1 . jmd. unterliegt jmdm. jmd.
w ird von jmdm . besiegt, bezwungen: die Mannschaft
unterlag dem Gegner (mit) 2:3; bei der Abstim
mung unterlag der Kandidat der Oppositionspartei
1.2 . er unterlag (erlag 1) der Versuchung — 2 . etw.,
jmd. ist durch etw. bestimmt (5) (hat): etw. unter
liegt einem Zwang; die Kleidung unterliegt der
Mode; dieses Vergehen unterliegt nicht der Ver
jährung (für dieses Vergehen gilt nicht die Ver
jährung); Idrückt ein Pass, ausj: die Waren u.
einer strengen K ontrolle (werden streng kontrol
liert); jmd., etw. unterliegt einer scharfen K ritik
(wird scharf kritisiert); die werktätige Mutter
unterliegt besonderen B elastungen (ist besonders
belastet); Tlippe, die die untere Lippe
unterm fPräp. unter + Dat. (dem) von Mer, Mas/;
Mnter 1.1, 1.5, 2.1, 2.4.1, 4
unter/Unter| -malen /hat untermalt/ 1. ein Bild
grundieren (1.2) — 2 . eine Rezitation, Darbietung
mit Musik u. (leise mit M usik begleiten, um eine be
stimmte Stimmung zu erzielen); -mauern /hat unter
mauert/ 1. einen Bau mit festen Grundmauern, mit
einem festen Fundament versehen: das Gebäude, Ge
wölbe war gut untermauert — 2. etw. mit stich
haltigen Argumenten stützen: eine These w issen
schaftlich, theoretisch u . ; ein unzureichend unter
mauerter Vertrag; :m iete, die /in der Verbindung/
(bei jmdm.) in, zur U. (als Untermieter) wohnen;
:m ieter, der jmd., der Wohnraum in jmds. Wohnung
gegen Miete bewohnt: bei jmdm. als U. wohnen;
- minieren /sw. Vb.; hat unterminiert/ 1. etw. u.
unter etw. Sprenglöcher anlegen und es so zur Spren
gung vorbereiten: ein Gebäude, die gegnerischen
Stellungen u. — 2 . etw. untergraben (I); Tmisehen
/hat untergemischt/ etw. zwischen, unter etw. m i
schen: die Rosinen werden (unter den fertigen
Teig) untergemischt
untern /Präp. unter + Akk. (den) von Mer/; / f
Mnter 1.2, 1.4, 2.4 .2
unter/Unter| -nehmen /hat unternommen/ 1. etw.
planen und durchführen: einen Ausflug, eine Reise
u .; einen Versuch, Vorstoß u .; was wollep wir heute
abend u. (zu unserem Vergnügen tun)? — 2 . etw.
(gegen etw., jmdn.) u. gegen etw., jmdn. Vorgehen,
bestimmte Maßnahmen ergreifen: er hat nichts da
gegen, gegen ihn unternommen; hast du in dieser
Angelegenheit etwas unternommen?; gegen jmdn.,
etw. Schritte u.; -nehmen, das; -s, - 1.Einrichtung,
die eine größere Anzahl von Menschen zur zweck
bestimmten, produktiven Arbeit als eine selbständige,
organisierte, wirtschaftlich-finanzielle und rechtliche
Einheit zusammenfaßt 1.1 . /vorw. im bürgerl, Sprach
gebrauch/ priva tkap. Betrieb od. Zusammenschluß
von kap. Betrieben, Gesellschaften, bes. der I n
dustrie, des Handels: ein U. gründen 1.2 . /selten
auf soz. Verhältnisse angewandt/: die U. des Luft-
und Eisenbahnverkehrs; ein gemeinsames U. der
RGW-Länder — 2 .1 . zielgerichtete, geplante H a nd
lung, Tat, zweckbestimmtes Vorhaben: ein kühnes,
1218
Unternehmer — Unterschenkel
schwieriges U .; ein U. planen, durchführen, auf
geben; sich in ein gefährliches U . einlassen; ein
großes w issenschaftlich es U . (Forschungsvorhaben,
an dem sich mehrere Fachleute beteiligen) 2 .2 . M il.
militärische Operation, Aktion; -nehmer, der; -s, -
jvorw. im bürgerl. Sprachgebrauch! Kapitalist, der
ein Unternehmen besitzt (und selbst leitet); -nehm er
verband, der Verband kap. Unternehmer, bes. m it dem
Ziel, ihre Klasseninteressen gegen die Gewerkschaften
wirkungsvoll zur Geltung zu bringen; -nehmung, die;
- e n 1. Unternehmen (2): eine gewagte U .; eine
gemeinsame U. (dem privaten Vergnügen dienendes
Vorhaben) für den Abend planen; Mil. taktische
Unternehmungen — 2 . Unternehmen (1.1)
Unternehmungs/unternehmungs| -geist, der jo. Pl.f
Initiative und'Aktivität, die sich darauf richtet, etw.
(zum eigenen Vergnügen) zu unternehmen: jmd. i s t
voller U.;
- lust, die jo, PL/ Lust, Neigung, etw,
(zum eigenen Vergnügen) zu unternehmen: jmd. h a t
v iel U.; dazu -lustig jA dj.j voller Unternehmungs
lust: er wirkte ziemlich u.
Unter/unteri :offizier, der Angehöriger der Land-,
Luftstreitkräfte, dessen Dienstgrad zwischen dem des
Stabsgefreiten un d dem d es Unterfeldwebels liegt;
:ordnen /hat untergeordnet/1.1 . sich jmdm., jmds.
Willen u. in seinen willensmäßigen Handlungen
jmdn., jmds, Willen als bestimmend anerkennen: es
fällt ihm nicht leicht, sich unterzuordnen; er hat
sich ihrem Wunsch untergeordnet 1.2 . etw., jmdn.
einer Institution, jmdm. u. etw., jmdn. in der
Rang-, Reihenfolge unter eine Institution, jmdn.
stellen: das Büro wurde dem Ministerium unter
geordnet; untergeordnete Organe, Dienststellen —
2. etw. einer Sache u. 2 .1, etw. in einer Ordnung (5.1)
der übergeordneten Größe zuordnen: eine Pflanze
einer bestimmten Art u .; ein untergeordneter B e
griff ; Gr a m m. ein untergeordneter Satz (Gliedsatz);
eine unterordnende (subordinierende) Konju nktion1;
das ist eine Frage vo n untergeordneter (von gerin
gerer, zweitrangiger) Bedeutung; etw. ist von unter
geordnetem Interesse 2.2 . etw. zugunsten einer
anderen Sache zurückstellen: er ordnete seine Pläne
denen der ganzen Familie unter; dazu Tordnung,
die; :pfand, das g eh . etw., das als Gewähr, Beweis
für etw. dient foft mit Gen./: ein Ring als U. der
Treue; diese Gedichte waren für sie ein U. seiner
Liebe; :pflügen /hat untergepflügt/ etw. durch
Pflügen unter die Erdebringen:Dünger tief u.; -que
ren jsw. Vb.; hat unterquert/ etw. u. unter einem
Verkehrsweg, einem Platz, einem Fluß in einem Tun
nel i n gerader Richtung hindurchfahren, -führen:
die Autos u. den Platz in einem Autotunnel; die
Spree wird v on der U-Bahn unterquert; der Tunnel,
die Straße unterquert die Bahnlinie; -redung, die;
-,
-en
m eist sachliches, klärendes Gespräch zwischen
zwei od. mehreren Personen: eine wichtige, ver
trauliche U .; mit jmdm. (über eine Angelegenheit)
eine U. haben; jmdn. um eine U. bitten; einer U.
beiwohnen; :richt, der; -(e)s, jo. Pl.f (auf der
Grundlage von Lehrplänen) unter Führung eines
Lehrers organisierte, systematische Vermittlung und
Aneignung von (theoretischen) Kenntnissen, Fähig
keiten und Fertigkeiten: der (fremd)sprachliche,
naturwissenschaftliche^;U. im Schreiben;(jmdm.)
U. in Russisch geben; U. in Schreibmaschine n eh
men; den U. versäumen,; am U. teilnehmen; der
U. fällt heute aus; -richten /hat unterrichtet/ 1.
jmdn. u . jmdm. Unterricht geben: er unterrichtet
die Schüler der zwölften Klasse, unterrichtet die
Klasse im Zeichnen; Physik u. (Unterricht in
Physik geben) — 2 . sich über etw., jmdn. über, von
etw. u. sich, jmdn. über, von etw. in Kenntnis setzen:
der Arzt unterrichtete sich über den Zustand der
Verletzten; er hat uns von dem Vorgang unter
richtet; soweit ich unterrichtet bin, ist ...; falsch,
gut, einseitig unterrichtet sein; von unterrichteter
Seite erfuhren wir, daß . ..; ^richtlich jAdj.; zu
Unterricht/ den Unterricht betreffend: etw. für unter-
richtliche Zwecke nutzen; unterrichtliche Erfolge
Unterrichts | -einh eit, die vgl. -pensum; -fach, das
Fachgebiet als Gegenstand des Unterrichts, Lehr
fach; -m ethode, die Methode, nach der unterrichtet
wird, Lehrmethode; -m ittel, die jP l.j Lehrmittel;
- pensum, das Pensum an Lehrstoff, der in einer
bestimmten Zeit im Unterricht zu bewältigen ist;
- praxis, die 1. Pra xis des Unterrichtens (1): neue Me
thoden in der U. anwenden — 2 . Berufserfahrung
eines Lehrers im Unterrichten: ihm fehlt die U.;
- stoff, der Lehrstoff; -stunde, die Zeiteinheit von
meist 45 Minuten, in der unterrichtet wird: wö
chentlich 20 Unterrichtsstunden haben; die letzte
U. fällt heute aus
Unter| -rjchtung, die; jo. P L; zu unterrichten/;
zu 2: die U. über das Ereignis; :rock, der den gan
zen Kö rp e r bedeckendes, durch über die Schultern
geführte Träger gehaltenes Wäschestück für weibliche
Personen, das unmittelbar unter der Oberbekleidung
getragen wird
unters jPräp. unter -}- Akk. (das) von Mas/; /* Hm-
ter 1.2, 1.4, 2.4.2
unter/Unter| -sagen /hat untersagt/ jmdm. etw.
(offiziell) verbieten: der Arzt hat ihm das Rauchen
untersagt; etw. ist strengstens, bei Strafe unter
sagt; ;Satz, der Gegenstand, bes. in der Form einer
Platte, eines Tellers, worauf etw. gestellt w ird : ein U.
aus Holz, Plaste, Bast; einen Teller als U. benut
zen ;die Kaffeekanne aufeinenU. stellen; + u mg*
s c h e r z h . ein fahrbarer U. (Kraftfahrzeug, bes.
Personenkraftwagen); -schätzen /hat unterschätzt/
etw., jmdn., sich zu gering einschätzen, bewerten:
eine Entfernung, Gefahr u .; etw. ist nicht zu u .; du
hast ihn, seine Fähigkeiten unterschätzt; dazu
- Schätzung, die jvorw. 8 g .j; -scheiden /hat unter
schieden/ 1.1 . das Verschiedensein von zwei od.
mehreren Personen, Sachen feststellen: die Zwillinge
sind leicht, schwer (voneinander) zu u.; zwischen
Echtem und Unechtem u .; das Richtige vom Fal
schen u. 1 .2 . eine Menge von Sachen, Personen hin
sichtlich unterschiedlicher M erkmale zu Gruppen zu
sammenfassen : wir u. viele Pflanzenarten 1.3 . zwi
schen zwei Menschen, Dingen nicht u. (keinen
Unterschied machen); er unterscheidet nicht zwi
schen eigenen und Pflegekindern (behandelt sie
gleich) — 2 . sich von jmdm., etw. u. anders sein, als
j'jfnd., etw., von etw. abweichen: sich kaum von jmdm.
u.; sie unterscheidet sich vo n ihrer Schwester
durch die Haarfarbe — 3 . etw. unterscheidet jmdn.,
etw . vo n jmdm., etw. etw. ist, bildet das abweichende
Merkmal von jmdm., etw.:seine Lebhaftigkeit unter
scheidet ihn von seinen Geschwistern; unterschei
dende Merkmale — 4 . etw., jmdn. erkennen (1);
er konnte in der Dunkelheit, bei der großen Ent
fernung die Personen nicht u .; zu 1 -Scheidung, die;
^Schenkel, der Teil des Beines zwischen K nie und
unterschieben — Unterstützung
1219
F uß; -schieben I. /hat untergeschoben/ jmdm. etw.
u. etw. unter jmdn. schieben (1.1): dem Kranken ein
Kissen u.
—
II. /hat unterschoben, auch unter
geschoben/ jmdm. etw. u. in böser Absicht von
jmdm. fälschlich behaupten, daß er etw. {in bestimm
ter Weise, Absicht) gesagt, getan h a t: jmdm. einen
Brief, eine Äußerung, niedrige Beweggründe u.;
:schied, der; -(e)s, -e das Anderssein, Verschie
densein: ein kleiner, großer U. in der Qualität;
zwischen diesen Dingen besteht kein U .; ein feiner
U.; jin den Verbindungen! zum U. von, im U. zu
jmdm. , etw.: im U. zu ihrer Schwester trägt sie
kurzes Haar; ohne U. (ohne Ausnahme); einen U.
machen (etw. differenzieren 1.1); keinen U. zwischen
Sachen, Personen machen; -}- ein U. wie Tag und
Nacht (ein sehr großer, auffallender Unterschied);
^schiedlich fA d j.j sich von etw., jmdm . unterschei
dend (2): Staaten mit unterschiedlicher Gesell
schaftsordnung; die Farben sind u. ausgefallen;
:schiedslos /A d j.; vorw. adv.f ohne Unterschied: die
Touristen wurden u. gut verpflegt; -schlagen I .
Ihat untergeschlagen/ die Beine beim Sitzen u. (ein
Bein über Kreuz über das andere legen); mit unter
geschlagenen (verschränkten) Armen da sitzen —
II. /hat unterschlagen/ etw. u. sich eine anvertraute,
fremde Sache in betrügerischer Weise aneignen: er h a t
Geld, eine größere Summe, den Brief u .; der Re
ferent hat einige wichtige Tatsachen u. (absicht
lich nicht erwähnt; verschwiegen); zu I I -sehlagimg,
die; -,
-en :
eine U. begehen; :schlupf, der; -(e)s, -e
1. Stelle, die Schutz, Obdach bietet: der Igel kam aus
seinem U . hervor; vor dem Gewitter U. suchen —
2. geheimer Zufluchtsort, Verstech für jmdn., der ver
folgt w ird : der Verfolgte fand bei Freunden siche
ren U .; jmdm. U . gewähren; ^schlüpfen /ist unter
geschlüpft/ 1. irgendwo u. sich an eine Stelle be
geben, die Schutz, Obdach bietet: wir konnten vor
dem Gewitter rechtzeitig in einer Scheune u.
—
2. einen geheimen Zufluchtsort, ein Versteck finden,
um sich der Verfolgung zu entziehen: er konnte bei
guten Freunden u .; -schreiben /hat unterschrieben/:
ein Schriftstück u. (zum Zeichen der Identität,
Bestätigung) eigenhändig seinen Nam en unter ein
Schriftstück setzen: einen Brief, Vertrag u.; mit
vollem Namen u .; er hat unterschrieben (hat sich
m it seiner Unterschrift verpflichtet), daß . . .;
- s chreiten /hat unterschritten/ etw., jmd. unter
schreitet etw. etw., jmd. bleibt (mit etw.) unter einer
(festgesetzten) obersten Grenze: die K o s ten haben
den Voranschlag w eit unterschritten; wir haben
die veranschlagte Summe unterschritten; :schrift,
die 1,1 , (zum Zeichen der Identität, Bestätigung)
eigenhändig unter ein Schriftstück gesetzter Nam e:
eine gut leserliche U .; ein Bild mit eigenhändiger
U. des Künstlers; eine U. leisten, fälschen 1.2 . fo.
Pl.f einen Vertrag zur U. (zum Unterschreiben) vo r
leg en
Unterschriften] -mappe, die M appe für Schrift
stücke, die unterschrieben werden sollen; -Sammlung,
die Sammlung von Unterschriften gegen od. für etw.,
jmd n . : eine U. für das Verbot der Neutronenbombe
durchführen
unter/Unter] :schwellig fAdj.; vorw. attr. u. p räd.f
unterhalb der Reizschwelle, der Grenze, über der etw.
klar bewußt wird: eine unterschwellige Angst,
Freude; :seeboot, das f/ auch U-B oot/ Schiff, das
tauchen und längere Zeit unter Wasser fahren kann
und für militärische und Forschungszwecke benutzt
wird; :seeisch fAdj.; vorw. attr.f [ze:if] unter der
Meeresoberfläche gelegen: ein unterseeischer Vul
kan; :seite, die 1 .1 .3untere (1) Seite von etw.: die U.
der Kiste 1.2 . die linke Seite eines Stoffes; :setzer,
der; -s, - Untersatz: die Weinflasche auf einen U.
stellen; -setzt fAdj.! von mittelgroßer Gestalt und
kräftigem Körperbau: ein untersetzter Mann;
- Setzung, die;
-en Techn. Vorrichtung zum
Herabsetzen der Drehzahl einer getriebenen Welle
gegenüber der Drehzahl der treibenden Welle; -spü len
/hat unterspült/ Wasser unterspült etw. Wasser
unterhöhlt etw.: die Flutwelle hat die Eisenbahn
linie unterspült; :stand, der unter der Erdoberfläche
angelegter Bau in der A rt eines Raumes mit befestig
ter Decke, der Soldaten und ihrer Ausrüstung Schutz
vor Beschuß bietet: ^ständig /Adj.f Bo t.: ein unter
ständiger (unter den übrigen Blütenteilen gelegener)
Fruchtknoten; -stehen I. /bat untergestanden/
landsch.,
bes. österr. Schweiz, unter einem
schützenden Dach stehen: hier können wir während
des Regens u. — II. /hat unterstanden/1. einer In
stitution, jmdm. u. einer Institution, jmdm. unter
geordnet sein : dieser Betrieb untersteht unmittelbar
dem Ministerium; ihm u. zwei Abteilungen —
2. sich erdreisten, etw. Bestimmtes zu tun: niemand
unterstand sich, gegen diese Anweisung zu handeln;
/als Warnungj unterstehe dich (wage das nicht)!;
- stellen I. /hat untergestellt/ 1. etw. unter etw. stel
len : der Wasserhahn tropft, stelle bitte einen Eimer
unter! — 2 . sich, etw. irgendwo u. sich, etw. bes.
zu m Schutz (vorübergehend) unter etw., in einen
Raum stellen: wir haben uns bei dem Gewitter
unter einer Brücke untergestellt; er hat sein Auto
in unserer Garage untergestellt; die Möbel mußten
wir vorerst bei Bekannten u.
—
II. /hat unter
stellt/ 1. etw., jmdn. jmdm., einer Institution unter
ordnen: diese Abteilung wurde dem Direktor un
mittelbar unterstellt — 2. jmdm. etw. u. (in böser
Absicht) von jmd m. fälschlich behaupten, daß er etw.
(in bestimmter Weise, Absicht) gesagt, getan habe:
jmdm . eine böse Absicht, ein schlechtes Motiv für
sein Handeln u.
—
8. etw. als möglich voraussetzen:
u. wir einmal, daß diese Angaben richtig sind;
zu II -Stellung, die; zu II.2 etw. (böswillig)
Unterstelltes: er wehrte sich gegen diese infame U.;
- streichen /hat unterstrichen/1. etw. u . zur Hervor
hebung einen Strich unter etw. Geschriebenes, Ge
drucktes ziehen: dieses Wort, der Satz ist dick, rot
unterstrichen; das Ergebnis der Rechenaufgabe
zweimal u.
—
2.1 . etw. m i t Worten, Gesten hervor
heben: der Redner unterstrich die Notwendigkeit
der Zusammenarbeit; er unterstrich das, was er
sagte, durch seine Gestik 2.2. etw. unterstreicht
etw . etw. läßt etw. besonders hervortreten, bringt etw.
deutlich zur Geltung: diese Mode unterstreicht die
sportliche Linie; :stufe, die erste bis dritte Klasse
der allgemeinbildenden zehnklassigen p olytechni
schen Oberschule; -stützen /hat unterstützt/ 1.
jm d n . u . jmdm. (durch Zuwendungen) in schwieriger
Lage beistehen: jmdn. finanziell u .;die Bevölkerung
des Katastrophengebiets mit Hilfssendungen u.; er
hat mich bei meiner Arbeit, in meinen Bemühun
gen unterstützt — 2. etw. befürworten: eine Bitte,
ein Gesuch u.
—
8. etw. fördern (I):jmds. Pläne u.;
Massagen u. bei dieser Krankheit die Heilung;
dazu -Stützung, die 1. jvorw. Sg.; zu -stützen/; zu
78 Wörterbuch
1220
untersuchen — unterwerfen
1 das Unterstützen: jmdm. seine TL Zusagen; zu 2:
der Vorschlag fand bei den m eisten U. (Befürwor
tung) — 2 . finanzielle Mittel, mit denen jmd. unter
stützt w ird : eine einmalige, monatliche U. erhalten;
- s u chen /hat untersucht/ 1.1 . der Arzt untersucht
den Patienten (versucht bes. durch Betasten bestimm
ter Körperzonen, Abhorchen den Gesundheitszustand,
die Krankheitsursache des Patienten festzustellen)
1.2 . einen Sachverhalt, Tatbestand durch bestimmte
Methoden festzustellen, zu analysieren suchen: eine
Klagesache gerichtlich u .; die Ursachen des Un
glücks wurden sorgfältig untersucht; die gesell
schaftlichen Verhältnisse einer bestimmten Zeit u.
(erforschen 1.1); eine chemische Lösung auf ihre
Bestandteile hin u. 1 .8 . etw. prüfend durchsuchen:
die Kleidung, Taschen eines Verdächtigen u . ; dazu
-s u chung, die;.-,
-e n 1 . fzu -suchen/ das Unter
suchen; zu 1.1: eine vorbeugende U.; zu 1.2: eine
U. der Unglücksursache; eine U. chemischer Pro
zesse; gegen jmdn. eine polizeiliche U. einleiten
—
2. wissenschaftliche Abhandlung: eine theore
tische, soziologische U. schreiben
Untersuchungs| -befund, der Befund der Unter
suchung eines Patienten; -bericht, der Bericht über
die Untersuchung eines Falles, Patienten; -ergebnis,
das Ergebnis der Untersuchung eines Falles, Patien
ten; -haft, die einstweilige H aft eines Angeschuldig
ten od. eines einer Straftat Verdächtigen bis zum
Beginn des Prozesses: in U. sitzen; die U. wurde
dem Angeklagten auf die erkannte Strafe an
gerechnet; -häftling, der jmd., der sich in Unter
suchungshaft befindet; -kommission, die mit der
Untersuchung eines bestimmten F alles beauftragte
Kommission; -methode, die Methode, die angewandt
wird, um jmdn., etw. zu untersuchen (1.1,, 1.2);
- o rgan, das mit der Untersuchung von Straftaten
befaßtes polizeiliches Organ; -verfahren, das vgl.
- m ethode
unter/Unter| -tage fAdv.f Bergm .: u . (in der
Grube unter der Erdoberfläche) arbeiten; -tagebau,
der Bergm. 1. fPl. -e/ Bergwerk, in dem unter der
Erdoberfläche abgebaut wird — 2 . jo. Pl.f das Ab
bauen (3) untertage: Bodenschätze im U. gewinnen
untertan /Adjin den Verbindungen! sich etw. u.
machen sich etw. dienstbar machen: der Mensch
macht sich die Natur u.; jmdm. u. sein (von einem
absolut regierenden Herrscher, bes. einem F eud al
herrn, ökonomisch, rechtlich, auch p olitis ch abhängig
sein)
Untertan, der; -s/veraltend -en, -en [..ta:n]
1.1 . untertäniger, kritikloser, devoter Staatsbürger
in einem autoritär, undemokratisch regierten Staat:
die Kinder wurden damals in der Schule zu Unter
tanen erzogen 1.2 . Bürger einer Monarchie, der
seinem Landesherrn zu Gehorsam und Dienstbarkeit
verpflichtet war: ein U. des Königs
Untertanen |geist, der jo. Pl.f untertänige, devote,
kritiklose Haltung des Staatsbürgers gegenüber einem
autoritär, undemokratisch regierten Staat
untertänig /Adj./ jmdm., bes. einem Vorgesetzten,
gegenüber ergeben, devot: eine untertänige H altung,
Verbeugung; jmdn. u. um etw. bitten
Unter/unter| 4asse , die kleiner, flacher Teller, auf
den die Tasse gestellt wird; :tauchen /hat, ist unter
geta ucht/ 1. jmdn. unter die Wasseroberfläche
drücken (hat): er hat ihn mehrmals untergetaucht
—
2. vorübergehend unter die Wasseroberfläche ta u
chen (ist): er tauchte in den Wellen unter — 8 . (ist)
3.1 . in der Menge, im Menschengewühl u. (ver
schwinden) 3.2 . sie ko nnten sich der Verfolgung
entziehen und sind irgendwo untergetaucht (sind
aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit verschwunden
und leben irgendwo anonym, unerkannt); :teil, das
unteres T eil von etw.: das U. einer Schrankwand;
- teilen /hat unterteilt/ ein Ganzes (räumlich) in
mehrere Teile einteilen: einen Raum u.; die Skala
ist in zehn Grade unterteilt; ein Schrank mit unter
teilten Innenfächern; das Buch ist in zehn Kapitel,
zwei große Abschnitte unterteilt; dazu -teilung,
die; :titel, der dem H aupttitel hinzugefügter Titel
(erläuternder Art): das Buch hat den U. ...; 4on,
der das, was in einer Äußerung (unbeabsichtigt
als emotionale Haltung mitschwingt, Beiklang:
er sagte das mit einem U. von Spott; seine Vor
würfe hatten einen bitteren U .; -treiben /hat unter
trieben/ in einer Äußerung etw. kleiner, gering
fügiger erscheinen lassen, als es in Wirklichkeit ist:
wenn er sagt, das sei in einer Stunde zu erledigen,
dann untertreibt er; das ist stark untertrieben;
dazu -treibung, die; -,
- en; :trikotage, die Unter-
bekleidung a us (geschnittenen) Gewirken od. Ge
stricken; 4ritt, der S ch n eid erei angeschnittenes
od. angesetztes Stoffteil am Verschluß eines K lei
dungsstückes, das beim Schließen unter dem Oberstoff
liegt; -tunneln /sw. Vb.; hat untertunnelt/: einen
Verkehrsweg, Fluß, ein Gebirge u. (einen Tunnel
unter einem Verkehrsweg, Fluß, Gebirge hindurch
führen); ^versichern /unterversicherte, hat unter
versichert; vorw. im Perf.j etw. mit einer Summe
versichern, die unter dem Wert des versicherten
Gegenstandes liegt: er h at seine W ohnung, die W oh
nung ist unterversichert; -wandern /hat unter
wandert/ : der Gegner versuchte, den Staat ideolo
gisch zu u. (die Bevölkerung des Staates allmählich
und unmerklich gegen den Staat zu beeinflussen);
^wasche, die 1. jo. Pl.f unter der Oberbekleidung
(unmittelbar auf dem Körp e r) getragene Wäsche:
warme, seidene U. — 2. am Auto eine U. machen
lassen (die Unterseite des Autos m it Wasser säubern
lassen)
Unterwasser] -aufnahm e, die unter Wasser ge
machte (Filmaufnahme; -kamera, die Kamera, mit
der unter Wasser gefilmt, fotografiert werden kann;
- m a s s age, die manuell od. durch Wasserstrahl er
folgende Massage des Körp ers od. von Körperteilen
unter Wasser
unterwegs fAdv.f auf dem Wege zu einer bestimmten
Person, einem bestimmten Ort, Z iel: er traf u. seinen
Freund; wir waren bei dem Gewitter gerade u . ; der
Brief ist schon u. (ist schon abgeschickt) ; er war drei
Monate u. (auf Reisen); O umg. verhüll, bei ihr
ist ein Kind u. (sie ist schwanger)
unter/Unter| -weisen /hat unterwiesen/ jmdn. (in
etw.) u. jmdm. durch Anleitung die notwendigen
Kenntnisse für etw. verm itteln: jmdn. in einer
Sprache u .; er wurde genau unterwiesen (angeleitet,
belehrt), wie er es tun soll; dazu -Weisung, die;
:welt, die fo. PI .;nur mit best. Art.f 1. das Reich der
Toten in der griech. Mythologie — 2 . organisierte
Verbrecherkreise (in den Großstädten) kap . Länder;
- werfen /hat unterworfen/ 1. ein Volk, ein Land
m it militärischer Gewalt unter seine Herrschaft
bringen: die afrikanischen Stämme wurden von den
Kolonialherren unterworfen — 2 . sieh einer Sache,
Unterwerfung — unveränderlich
1221
jmdm. u . sich einer Sache, jmdm. (bedingungslos)
fügen, ergeben: sieh den gegebenen Bedingungen
freiwillig u . ; sie waren gezwungen, sich den Er
oberern zu u.
—
3. jmd., etw. ist einer Sache
unterworfen jmd., etw. ist von einer Sache abhängig’.
er ist sehr seinen Stimmungen unterworfen; etw. ist
der Mode unterworfen — 4 . jin Verbindung mit
Subst. im D at. zur Umschreibung eines Verbal-
begriffe/: jmdn. einem Verhör, einer Prüfung u.
(jmdn. verhören, prüfen); zu 1 u. 2
- werfung, die
-en; -würfig, auch :würfig /Adj./ in über
triebener, würdeloser Weise jmd m. ergeben, servil:
sich u. verhalten; eine unterwürfige Haltung; dazu
- w ürfigkeit,auch :würfigkeit, die; -en jvorw. S g .j;
- zeichnen /hat unterzeichnet/ ein Schriftstück unter
schreiben: ein Protokoll u.; einen Vertrag u. (einem
Vertrag durch Unterschreiben Rechtskraft verleihen)*,
dazu -Zeichner, der; -zeichnete, der u. die; -n, -n
jmd ., der ein amtliches Schriftstück durch seine
Unterschrift bestätigt hat: die Unterzeichneten des
Vertrages; -Zeichnung, die /zu -zeichnen/; -ziehen
I. /hat untergezogen/ ein Kleidungs-, Wäschestück
anziehen, so daß es durch ein anderes überdeckt w ird :
er hat noch einen Pullover untergezogen — II . /hat
unterzogen/ 1.1 . sich einer Sache u. etw. überneh
men, etw. auf sich nehmen: er hat sich ungern die
ser Aufgabe, der langen Reise unterzogen; er
mußte sich einer Operation u. (mußte sich operieren
lassen) 1.2 . /in Verbindung mit Subst. im Dat. zur
Umschreibung eines Verbalbegriff's/ : jmdn. einem
Verhör, einer Prüfung u. (jmdn. verhören, prüfen)
untief jA dj.; nicht adv.; von Gewässern/ flach, seicht,
nicht tief: im Fluß sind einige untiefe Stellen
Untiefe, d ie; -n 1. untiefe Stelle in einem Gewässer:
die Baken zeigen Untiefen im Fluß an — 2 . außer
ordentlich tiefe Stelle in einem Gewässer: der See ha t
Untiefen, das macht das Baden gefährlich
untilgbar, untilgbar /A d j./ 1.1. eine untilgbare
(durch nichts zu beseitigende) Schuld, Schmach
1.2 . untilgbare (nicht mehr abzahlbare) Schulden
1.3 . für immer, unauslöschlich in der Erinnerung
bleibend: ein untilgbarer Eindruck
untragbar, untragbar jA d j.; nicht adv.f 1. unerträg
lich (1): untragbare Zustände; diese Situation ist u.
—
2. jmd. i s t u. auf Grund fehlerhaften Verhaltens,
bestimmter Vorkommnisse darf jm d. nicht in seiner
Stellung verbleiben, seine Funktion nicht mehr aus
üben: nach dieser Unterschlagung ist er als K as
sierer u.
untrennbar, untrennbar /A dj./ so fest, eng ver
bunden, daß man es nicht trennen kann: etw. ist ein
untrennbares Ganzes; diese beiden Begriffe bilden
eine untrennbare Einh eit; mit etw., jmdm. u.
verbunden sein
untreu /A dj./ 1. nicht die (eheliche) Treue haltend,
treulos: ein untreuer Ehemann , Liebhaber; sie ist
ihrem Mann u. geworden, gewesen (hat ihn _m it
einem anderen M ann betrogen) — 2 . einer Sache u.
werden nicht länger an einer Sache festhalten, für die
man bisher eingetreten ist: einer Idee, seinem Ideal
u. werden; sich selber, sich selbst u. werden (seine
Eigenart a ufgeben)
Untreue, die; -, /o. PI./ 1 . (eheliche) Treulosigkeit:
die U. des Ehemannes, der Ehefrau — 2. Jur. das
Veruntreuen: jmdn. wegen fortgesetzter U. zum
Nachteil gesellschaftlichen Eigentums bestrafen
untröstlich, untröstlich /A d j. ; nicht adv./ sehr trau
rig, keinem Trost zugänglich: er war u. über den
Verlust; die Hinterbliebenen waren u.
untrüglich, untrüglich jA dj.; vorw. attr.j von der
Art, daß man darauf vertrauen kann, nicht trügend:
etw. ist ein untrügliches Zeichen für etw .; ein Un
trüglicher Beweis
untüchtig /Adj.; nicht adv./ ohne die erforderliche
Tüchtigkeit: ein untüchtiger Mitarbeiter; er ist in
seinem Beruf u.
Untugend, die;
-en
schlechte Angewohnheit: er
hat die U., das gebrauchte Werkzeug stehen- und
liegenzulassen
untypisch /Adj.f [..ty ..] nicht typisch (1.1); diese
Merkmale sind völlig u.
unüberbrückbar, unüberbrückbar /A d j. ; nicht a dv./:
unüberbrückbare (nicht zu überbrückende) Gegen
sätze
unüberlegt /A dj./ ohne vorher nachzudenken, mit zu
wenig Überlegung: eine unüberlegte Antwort; er
hat u. gehandelt; nichts Unüberlegtes tun
unübersehbar, unübersehbar /A dj./ 1. von einem
(räumlichen) Ausmaß, das nicht zu überblicken is t:
eine unübersehbare Menschenmenge, W eite; O die
Folgen sind u. (nicht vorauszusehen) — 2 . leicht
sichtbar, leicht bemerkbar: unübersehbare Fehler,
Mängel
unübersichtlich jA d j.j nicht übersichtlich (1): eine
unübersichtliche Kurve; <> seine persönlichen Ver
hältnisse sind u. (verworren, nicht geordnet)
unübertrefflich, unübertrefflich /A dj./ nicht zu
übertreffen, hervorragend: er kann u. kochen; dar
inisteru.
unübertroffen, unübertroffen jA dj.; nicht adv./ bis
her noch nicht übertroffen: eine noch unübertroffene
Leistung; er ist auf diesem Gebiet u.
unüberwindlich, unüberwindlich jA d j.; nicht adv.j
1.1 . nicht zu überwinden: unüberwindliche Hinder
nisse; O unüberwindliche Gegensätze, Schwierig
keiten 1.2 . von solcher Intensität, daß man es nicht
unterdrücken kann: eine unüberwindliche Abnei
gung, Angst 1.3 . nicht zu bezwingen: ein unüber
windlicher Gegner
unumgänglich, unumgänglich jA dj.j nicht zu ver
meiden; nicht zu umgehen: unumgängliche Maß
nahmen; die Behandlung dieser Frage ist u.; etwv
für u. halten
unumschränkt, unumschränkt jAdj.j 1.1 . unein
geschränkt: unumschränkte Verfügungsgewalt über
etw. haben 1.2 . /nicht präd.j u. (als Selbstherrscher)
herrschen
unumstößlich, unumstößlich jA dj.j endgültig in
seiner Festlegung, nicht mehr abzuändern: sein Vor
satz ist u., steht u. fest; eine unumstößliche E nt
scheidung
unumstritten, unumstritten /A dj. ; nicht adv./ allge
mein gültig und anerkannt: das ist eine unumstrit
tene Tatsache; diese These ist u. (nicht umstritten)
unumwunden, unumwunden /Adj.; nicht präd.j
offen und ohne Umschweife: etw. u. eingestehen,
zugeben; u. seine Meinung sagen
ununterbrochen, ununterbrochen jA d j.; nicht präd.j
ohne Unterbrechungen), fortwährend, fortgesetzt: es
regnete u.; u. reden; die Autos fuhren in ununter
brochener Folge
unveränderlich, unveränderlich jA d j./ gleichblei
bend, keine Veränderung zeigend: ein unveränder
liches Naturgesetz
78*
1122
unverändert — Unvernunft
unverändert, unverändert /A d j./ nicht verändert
(1.1): eine unveränderte Auflage eines Buches;
sein Zustand war u . ; etw. u. lassen
unverantwortlich, unverantwortlich /A dj./ nicht zu
verantworten: dieses Wagnis ist ein unverantwort
licher Leichtsinn; sein Verhalten ist u.
unveräußerlich, unveräußerlich /Adj,; nicht adv./:
unveräußerlicher (nicht verkäuflicher) Besitz
unverbesserlich, unverbesserlich fA dj. ; nicht adv./
immer wieder in seine Eigenart zurückfallend: er ist
ein unverbesserlicher Nörgler; du bist wirklich u.
(du nimmst keine K ritik an, besserst dich nicht)
unverbindlich, unverbindlich fAdj.f 1.1 . zu nichts
verpflichtend: u. Verhandlungen führen; diese
Auskunft ist u. (ohne Gewähr) 1.2, ohne zum K auf
genötigt zu sein: das Gerät wurde dem Kunden u.
vorgeführt — 2 . höflich, aber nicht m it Freundlich
keit entgegenkommend: der Verkäufer bediente
sehr u . ; eine kurze, unverbindliche Antwort
unverblümt, unverblümt lAdj.f offen, ohne Um
schweife und ohne Zurückhaltung: jmdm. u. die
Wahrheit, Meinung sagen; u. etw. fordern; seine
Drohungen waren u .; dazu Unverblümtheit, Unver
blümtheit, die; -en
unverbraucht /A dj./ noch kraftvoll und frisch: un
verbrauchte junge Menschen; seine Nerven sind
noch u.
unverbrüchlich, unverbrüchlich fAdj.f geh . 1 . un
erschütterlich: eine unverbrüchliche Freundschaft
—
2. unberirrbar: er hat u. an seiner Überzeugung
festgehalten, war ihr u. treu
unverbürgt, unverbürgt fA dj. ; nicht adv./ nicht ver
bürgt (1.2): unverbürgte Meldungen ; etw. ist u.
unverdaulich /A dj.; nicht adv.f 1. nicht verdaulich:
der Kunstdarm der Wurst ist u.
—
2. umg. un
verständlich (1.2): unverdauliche Lektüre; dieser
Aufsatz ist u.
unverdient, unverdient fA dj./ 1 .1 . ohne es sich ver
dient zu haben: er hat unverdientes Glück; der
Sieg der Mannschaft war u. 1 -2 . ungerechtfertigt:
eine, unverdiente Strafe; diese Vorwürfe waren u.
unverdrossen, unverdrossen fAdj.f etw. ohne Ver
druß , emsig und beharrlich durchführend, fort
setzend: u. arbeitete er weiter an seinem Projekt;
freudige, unverdrossene (keinen Verdruß über etw.
zeigende) Gesichter
unvereinbar, unvereinbar /A dj./ nicht miteinander
zu vereinbaren: unvereinbare Anschauungen; seine
Wünsche sind mit unseren Plänen u.
unverfälscht, unverfälscht /A dj./ ohne Beimengun
gen, die den ursprünglichen Charakter verändern:
unverfälschter (reiner) Wein; er sprach einen un
verfälschten bairischen Dialekt; Bräuche und
Sitten dieses Volkes sind u. (ursprünglich 2)
unverfänglich, unverfänglich fAdj./ nicht verfäng
lich: unverfängliche Fragen stellen; die Situation
war ganz u.
unverfroren, unverfroren fA dj./ dreist und un
verschämt: ein unverfrorenes Benehmen; sein B e
nehmen war ziemlich u .; er hat u. gelogen; dazu
Unverfrorenheit, Unverfrorenheit, die; -,
-en
unvergänglich, unvergänglich /A dj.; nicht adv.j un
sterblich (1.2): die unvergänglichen Werke B e et
hovens; dieses Kunstwerk ist u.
unvergessen, unvergessen /A dj.; nicht adv.f in der
Erinnerung lebendig geblieben: unser unvergessener
Vater; er ist u., wird u. bleiben
unvergeßlich, unvergeßlich fA dj./ einen so tiefen
Eindruck hinterlassend, daß man es in der Erinne
rung behält: ein unvergeßlicher Augenblick; u.
schöne Tage; dieser Eindruck wird mir u. bleiben
unvergleichlich, unvergleichlich /Adj./ 1 .1. /nicht
adv.f einzigartig, hervorragend: die unvergleichliche
Schönheit dieser Landschaft; etw. bietet einen
unvergleichlichen Anblick 1.2 . /als Partikelf außer
gewöhnlich, sehr: etw., jmd. ist u. schön
unverhältnismäßig, unverhältnismäßig fAdv.f nicht
den normalen Erwartungen entsprechend: für sein
Alter sieht er u. jung aus; die Reparatur hat u.
lange gedauert
unverheiratet fAdj.f nicht verheiratet, ledig: ein noch
unverheirateter junger Mann; er, sie ist u. ge
blieb en
unverhofft, unverhofft fAdj.f unerwartet: ein un
verhofftes Wiedersehen; er ist u. gekommen
unverhohlen, unverhohlen fAdj.f ganz offen und
ohne Zurückhaltung: u. seine Meinung sagen; jmdn.
mit unverhohlener Neugier mustern; etw. u. ge
stehen
unverhüllt fAdj.f 1. nicht mit Kleidung bedeckt: nur
ihr Gesicht war u. — 2 . unverhohlen: etw. mit un
verhüllter Freude betrachten
unverkäuflich fA dj.; nicht adv.f nicht zum Verkauf
bestimmt: unverkäufliche Ausstellungsstücke; diese
Uhr ist u.
unverkennbar, unverkennbar fAdj.f eindeutig er
kennbar: das ist ein unverkennbares Anzeichen
dieser Krankheit; ihre Ähnlichkeit ist u.
unverläßlich fAdj.f unzuverlässig: er war schon
immer so u.
unverletzlich, unverletzlich fA dj.; nicht adv.f un
antastbar (1.1): unverletzliche Rechte; Grenzen als
u. anerkennen; dazu Unverletzlichkeit, Unverletz
lichkeit, die; -, jo. Pl.f
unverletzt fAdj.f 1.1 . ohne Verletzung (1): er ist bei
dem Unfall u. geblieben 1.2. das Siegel war u.
(ohne Beschädigung, nicht au fgebrochen)
unvermeidbar, unvermeidbar fA d j.; nicht adv.f un
vermeidlich
unvermeidlich, unvermeidlich fA d j. ; nicht adv.f 1.1 .
nicht zu vermeiden: etw. als unvermeidliches Übel
ansehen; er nahm es als u. hin, fügte sich in das
Unvermeidliche; es war leider u., daß ... 1 .2 . die
unvermeidliche (mit gesetzmäßiger Notwendigkeit
geschehende) Ablösung des K apitalism us durch den
Sozialismus
unvermindert fAdj.f gleichbleibend stark (7.1): der
Sturm tobte noch immer mit unverminderter
Stärke; mit unverminderter Kraft Weiterarbeiten
unvermittelt fAdj.; vorw. adv.f ohne Übergang
geschehend und plötzlich: u. verabschiedete er sich,
brach er das Gespräch ab; eine unv erm ittelte
Frage
ünverm ögen, das; -s, jo. Pl.f das Nichtfähigsein,
Nichtkönnen: sein U., sich richtig auszudrücken,
die Zusammenhänge zu erkennen; sein U., ohne
Stütze zu gehen
unvermögend fAdj.; nicht adv.f ohne Vermögen,
mittellos: jmd. ist völlig u.; er soll nicht u. sein
(er soll ein ansehnliches Vermögen besitzen)
unvermutet fAdj.f nicht vorherzusehen: unvermutete
Schwierigkeiten tauchten auf; ein unvermutetes
(unerwartetes) Wiedersehen
Unvernunft, die; -, fo. Pl.f Mangel an Vernunft,
unvernünftig — unwägbar
1223
Torheit: es ist (die) reine U., bei diesem Wetter
baden zu gehen
unyernünftig /A dj./ nicht vernünftig, töricht: er ist
ein unvernünftiger Mensch, h at sehr unvernünftige
Ansichten; es ist u. von dir, das durchsetzen zu
wollen
unveröffentlicht /A dj.j nicht veröffentlicht: un
veröffentlichtes Tatsachenmaterial; dieses Manu
skript ist bisher u., blieb u.
unverrichteterdjnge /A dv ./ ohne das tun zu können,
was beabsichtigt, geplant war: wir m ußten u. um
kehren; er kam u. zurück
unverrückbar, unverrückbar /A dj.j durch nichts in
Frage zu stellen: für ihn stand u. fest, daß ...; er
hat ein unverrückbares Ziel vor Augen
unverschämt / A dj.j 1, herausfordernd frech: eine
unverschämte Person; er hat eine unverschämte
Art; sich (jmdm. gegenüber, gegen jmdn., zu
jmdm.) u. benehmen - 2 . um g. /drückt emotional
einen hohen Grad aus/ : unverschämtes (sehr großes)
Glück haben; der Preis, den er forderte, war u.
(unzumutbar hoch); das ist u. teuer.; zu 1 Unver
schämtheit, die; -en
unverschuldet, unverschuldet /A dj./ ohne eigenes
Verschulden, schuldlos: ein unverschuldeter Ver
kehrsunfall; seine Notlage ist u.
unversehens, unversehens /Adv./ unvermutet: u. in
eine schwierige Lage geraten; u. war er aufgetaucht
unversehrt, unversehrt /A dj.j 1. unverletzt (1.1) —
2* unbeschädigt: die Möbel kam en u. an
unversöhnlich, unversöhnlich /A dj./ 1 , nicht zur
Versöhnung bereit, nicht nachgebend: u n v ers öhn
liche Feinde, Feindschaft; er blieb trotz in
ständigen Bittens u.
—
2. unüberbrückbar: ein u n
versöhnlicher Gegensatz — 3 . einen unversöhn
lich en (kompromißlo sen, nicht versöhnlerischen)
Klassenkampf führen; dazu Unversöhnlichkeit,
Unversöhnlichkeit, die; jo. PL ’/
unverstanden /A dj./ sich mit seinen Problemen
nicht verstanden, a llein gelassen fühlend: sich (vo n
jmdm.) u. fühlen; ein von seinen Eltern unverstan
dener junger Mensch
unverständlich /A dj./ 1 .1 . akustisch schlecht, un
deutlich wahrzunehmen: er hat eine unverständ
liche Aussprache, murmelte etwas Unverständ
liches 1.2 . geistig nicht genau zu erfassen, nicht zu
begreifen: eine unverständliche Handlungsweise;
es ist (mir) u., wie so etwas passieren konnte;
eine u. geschriebene Gebrauchsanweisung; dazu
Unverständlichkeit, die; -en
Unverständnis, das; -ses, jo. PL/ Mangel an Ver
ständnis: er stieß mit seinem Anliegen auf U.
unversteuert, unversteuert /A dj./: unversteuerte
(nicht versteuerte) Einnahmen; dieser Verdienst
bleibt u.
unversucht, unversucht /A d j.; in der Verbindung/
nichts u. lassen (alles nur Mögliche versuchen,
unternehmen, um etw. Bestimmtes zu erreichen)
unverträglich, unverträglich /Adj.; nicht adv.,/ 1.
sich mit anderen nicht vertragend: ein unverträg
licher Mensch; jmd. ist u. — 2 .1 . unvereinbar:unver
trägliche Meinungen, Anschauungen 2.2 . Med. un
verträgliche Blutgruppen (Blutgruppen, die in
dieser Kombination eine Transfusion nicht zu
lassen) — 3 . eine unverträgliche (nicht bekömm
liche, schwer verdauliche) Kost; dazu Unverträg
lichkeit, Unverträglichkeit, die; -, fo.Pl.j
unverwandt /A dv./ ohne die Augen abzuwenden:
jmdn. u. ansehen; u. den Blick auf etw. richten
unverwechselbar, unverwechselbar /A dj.j so cha
rakteristisch, typisch, daß es nicht zu verwechseln
ist: er h at einen unverwechselbaren Gang; sein
Stil, die Silhouette der Stadt ist u.
unverwehrt, unverwehrt /A d j.; in der Verbindung/
es ist, bleibt jmdm. u. (es bleibt jmdm. unbenom
men), etw. Bestimmtes zu tun
unverwüstlich, unverwüstlich /A dj.; nicht adv.f
1.1 . sehr haltbar und strapazierfähig: der Stoff ist u.
— 1 .2 . er hat eine unverwüstliche (durch nichts zu be
einträchtigende) Gesundheit; er h at einen unver
wüstlichen Humor
unverzagt /Adj.; vorw. adv./ ohne den Mut zu ver
lieren, beherzt: u. ging er an die schwierige Auf
gabe heran; dazu Unverzagtheit, die; -, jo. PI ./
unverzeihlich, unverzeihlich /Adj.; nicht adv.j
nicht verzeihlich: ein unverzeihlicher Fehler, L eicht
sinn; es ist u., daß ....
unverzichtbar, unverzichtbar /A d j.; nicht adv./ von
der A rt, daß nicht darauf verzichtet werden kann:
unverzichtbare Voraussetzungen, Forderungen
unverzüglich, unverzüglich /A d j.; vorw. adv./: u.
(sofort 1.1) abreisen; etw. u. beginnen
Unvollendet, unvollendet /A dj./ nicht vollendet: der
Bau ist, blieb u.
unvollkommen, unvollkommen /Adj./ 1 . mangel
haft, nicht perfekt: er spricht ein unvollkommenes
Deutsch; etw. nur u. beherrschen — 2. /nicht
präd./ nicht völlig, nicht gänzlich: das Gerät reinigt
den Teppich nur u.; dazu Unvollkommenheit,
Unvollkommenheit, die; -,
-en
unvollständig /A d j.j nicht vollständig (1.1): eine
unvollständige Ausgabe von Goethes Werken; das
Kaffeeservice ist leider u.; seine Angaben waren
u.
unvorbereitet /A d j./ nicht vorbereitet: die Bede war
u . ; er war u. (hatte sich nicht vorbereitet); die
Nachricht traf uns völlig u. (wir waren nicht auf
sie gefaßt)
unvoreingenommen /Adj.; vorw. präd. u. adv./ nicht
voreingenommen: er hat die Arbeiten u. beurteilt;
das Publikum war u.; dazu Unvoreingenommen
heit, die; -, jo. PL/
unvorhergesehen /A d j./ nicht vorhergesehen: un
vorhergesehene Ausgaben haben; etw. Unvorher
gesehenes trat ein; etw. geschieht, u.
unvorschriftsmäßig /A dj./ nicht vorschriftsmäßig:
ein Gerät u. gebrauchen; bei unvorschriftsmäßiger
Bedienung des Gerätes .. .
unvorsichtig /A dj./ ohne die nötige Vorsicht und
Überlegung: eine unvorsichtige Bemerkung; er hat
u. gehandelt; jmd. ist u.; dazu Unvorsichtigkeit,
die; -,
- en 1. jo. Pl.j das Unvorsichtigsein: das ist
eine Folge seiner,U .
—
2 . unvorsichtige Handlung
unvorstellbar /A dj.j 1. es ist mir u. (ich kann mir
nicht vorstellen, halte es für ausgeschlossen), daß
er so etwas tu t; die Auswirkungen sind u. (kann
man sich nicht vorstellen) — 2 . /emot./ 2 .1 . von un-
geheuremAusmaß: eine unvorstellbare Entfernung;
Schäden von unvorstellbarem Ausmaß 2.2 . /ad v.j
über alle M aßen: u. leiden; das war u. schön
unvorteilhaft /A d j./ nicht vorteilhaft (1.2): dieser
Schnitt ist für seine Figur u.; sich u. kleiden
unwägbar, unwägbar /A dj./: eine unwägbare (nicht
zu berechnende, nicht zu messende) kleine Menge
1224
unwahr — unwissentlich
unwahr /A dj. ; nicht adv./ nicht wahr, nicht wahr
heitsgemäß: eine unwahre Behauptung; es ist u.,
daß ...
unwahrhaftig /Ad j./ 1 .1 . nicht aufrichtig, verlogen:
er erscheint u. 1 .2 . unwahr, erlogen: unwahr
haftige Äußerungen; seine Erzählung klingt sehr
u. (unwahrscheirüich, unglaubhaft); dazu Unwahr
haftigkeit, die; jo. Pl.j das Unwahrhaftigsein
Unwahrheit, die; -en 1. jo. Pl.j das Unwahrsein:
die U. dieser Behauptung — 2 . unwahre Äußerung:
Unwahrheiten sagen, niederschreiben
unwahrscheinlich /A dj./ 1 . nicht wahrscheinlich,
kaum anzunehmen: es ist u., daß er so spät noch
kommt; etw. für sehr u. halten — 2 . offenbar nicht
der Wirklichkeit entsprechend: seine Darstellung
ist, klingt u.
—
3. /drückt emotional einen hohen
Ghrad aus/ 3.1 . er hat unwahrscheinliches (sehr
großes) Glück gehabt; eine unwahrscheinliche (sehr
große) Anzahl von ... 3 .2 /als Partikel/ ein u. (sehr)
blauer Himmel; er wirkt u. jung; zu Xu. 2 Unwahr
scheinlichkeit, die; /o. Pl.j
unwandelbar, unwandelbar /A dj./ sich in seinem
Wesen nicht verändernd, beständig: eine unwandel
bare Gesinnung, Freundschaft; einer Sache u. treu
bleiben
unwegsam /Adj.; nicht adv./ schwer begehbar od.
befahrbar, schwer zugänglich: unwegsam es Gelände;
ein unwegsames Gebirge
unweiblich /Adj./ der Art, dem Wesen der Frau
nicht gemäß: sie hat ein unweibliches Wesen,
kleidet sich u.
unweigerlich, unweigerlich /Adj.; nicht präd./ mit
Sicherheit, ganz bestimmt eintretend: das führt u.
zu einer K atastrophe; die unweigerliche Folge wird
sein, daß ...
1unweit /Präp. mit Gen./ nicht weit entfernt, nahe:
u. unseres Hauses; ein Ort u. Dresdens, der Stadt
Dresden
2unweit /Adv.; in Verbindung mit von/ nicht weit
entfernt: u. von hier; u. von Berlin wohnen
Unwesen, das
4- sein U. treiben Ruhe und Ordnung gefährden:
in dieser Gegend trieben Banden ihr U.
unwesentlich /A dj./ für das Wesen einer Sache
nicht von Wichtigkeit, nebensächlich: u n w es en t
liche Dinge, Kleinigkeiten; die vorgenommene
Änderung ist u.; das Wesentliche vom Unwesent
lichen unterscheiden
Unwetter, das; -s, - Sturm und Niederschlag von
starker, Schaden verursachender Intensität: ein
schweres, verheerendes U .; das U. richtete große
Schäden an; wir wurden von einem U. überrascht
unwichtig /A dj./ nicht wichtig (1.1): das Problem
ist vorerst u .; es ist u., daß . . ob...; ein unwich
tiges Detail
unwiderlegbar, unwiderlegbar /A dj./ nicht zu wider
legen: unwiderlegbare Argumente, Beweise
unwiderruflich, unwiderruflich /A dj./ für immer
festgelegt und nicht zu widerrufen, endgültig: eine
unwiderrufliche E ntscheidung; sein Entschluß
steht u. fest; nun ist u. (ein für allemal) Schluß
damit!
unwidersprochen, unwidersprochen /A dj./: diese
Behauptung darf nicht u. bleiben (man muß ihr
widersprechen)
unwiderstehlich, unwiderstehlich /Adj./ 1 .1 . in
jrndm. so stark, heftig wirkend, daß er nicht wider
stehen kann: ein unwiderstehliches Verlangen nach
etw. haben 1.2 . auf andere so stark, bezaubernd,
bestrickend wirkend, d aß sie nicht widerstehen kön
nen: eine unwiderstehliche Art haben; sich für u.
halten; jmd. hat etw. Unwiderstehliches an sich
unwiederbringlich, unwiederbringlich /A dj./ end
gültig, für immer vergangen: glückliche, unwieder
bringliche Stunden; diese Zeit ist u., ist u. vorbei
Unwille, der; -ns, jo. Pl.j s. Unwillen
Unwillen, der; -s, jo. Pl.j Mißfallen, Ärger: etw.
ruft jmds. U . hervor; seinen U . äußern; einen U.
gegen etw., jmdn. empfinden; sich jmds. U . zu
ziehen
unwillentlich /Adv./ nicht mit Willen, nicht ab
sichtlich: etw. u . tun; das geschah u.
unwillig /Adj./ 1 . /nicht präd.j seinen Unwillen
ausdrückend: u. den K opf schütteln; jmdm. einen
unwilligen Blick zuwerfen — 2 . u. (widerwillig)
einer Aufforderung nachkommen; jmd. ist sehr u.
(ist stets nur ungern bereit, das zu tun, was von
ihm erwartet, gefordert wird)
unwillkommen /A dj.; nicht adv./ nicht willkommen:
ein unwillkommener Besuch; dieser Termin war
uns nicht u. (war uns ganz recht, angenehm)
unwillkürlich, unwillkürlich /A d j./ 1 .1 . spontan
und nicht mit Willen, Absicht geschehend: eine un
willkürliche Reaktion; u. lächeln müssen 1.2 . nicht
vom Willen gesteuert: die Ausscheidungen erfolgen
beim Baby noch u.
unwirklich /Adj./ 1.1 . von der Art, als ob es nicht
wirklich existiere: in diesem fremden Land kam
ihm alles ganz u. vor 1.2 . nicht der Wirklichkeit
angemessen, nicht realistisch: unwirkliche Forde
rungen; sein Vorschlag ist u.
unwirksam /A dj./ nicht die gewünschte Wirkung
zeigend: ein unwirksames Mittel; etw. erweist sich
als u.
unwirsch /A dj./ anderen gegenüber recht unfreund
lich, mürrisch, barsch: u. antworten; etw. in einem
unwirschen Ton sagen; er war ziemlich u.
unwirtlich /Adj./ 1 .1 . ungastlich (1): eine unwirt
liche Gegend; das Zimmer war recht u. 1 .2 . rauh
(3): ein unwirtliches Klima; diese Gegend ist zu
dieser Jahreszeit schon recht u.
unwirtschaftlich /Adj./ 1 . den Grundsätzen ratio
neller Wirtschaftsführung widersprechend, nicht
wirtschaftlich: eine unwirtschaftliche Betriebs
führung; diese Produktionsweise ist u. — 2 . jvorw.
präd./ jmd. ist u. (für die Hauswirtschaft unbegabt)
unwissend /Adj./ 1 . (auf einem bestimmten Gebiet)
geringes Wissen, zu wenig Kenntnisse besitzend: er
liest überhaupt nicht, ist sehr u .; ein unwissendes
(unerfahrenes 1.2) Kind — 2 . sich u. stellen (so
tun, als hätte man von etw. keine Kenntnis, als sei
man über etw. nicht informiert); er spielte den U n
wissenden
Unwissenheit, die; -, jo. Pl.j 1.1 . Mangel an
Wissen, Kenntnissen (auf einem bestimmten Ge
biet): hinsichtlich der Geburtenregelung herrschte
noch weitverbreitete U. 1 .2 . aus, in U. der Sach
lage (weil er darüber nicht informiert war) hat er
so entschieden
unwissenschaftlich /A dj./ nicht wissenschaftlich
fundiert: unwissenschaftliche Methoden anwenden;
diese Auffassung ist u .; bei einer Untersuchung u.
Vorgehen
unwissentlich /Adj.; nicht präd./ ohne Wissen>
unwohl — uralt
1225
nicht bewußt, nicht absichtlich: jmdn. u . beleidigen
unwohl /Adv./: sich u. (gesundheitlich nicht wohl,
nicht gut) fühlen; jmdm. ist u. (übel 2); er fühlt
sich dort sehr u. (er empfindet dort Unbehagen)
Unwohl| sein , das jo. P L / Störung des körperlichen
Wohlbefindens: die Erkrankung begann mit einem
plötzlichen U .; ihn überkam ein heftiges U.
unwohnlich /Adj./ nicht wohnlich: ein u. ein
gerichtetes Zimmer; der Raum ist u.
Unwucht, die; -,
-en Techn. in schnell rotierenden
Körpern, Maschinenteilen Abweichung vom Schwer
punkt durch das Überwiegen der Kraft (2) an einer
Stelle: durch U. ist der Reifen an einer Stelle stark
abgenutzt
unwürdig /Adj./ 1 .1 . jmd. ist einer Sache, jmds. u.
jmd. ist einer Sache, jmds. nicht würdig: er ist der
Auszeichnung, dieser Frau u. 1 .2 . etw. ist jmds. u.
etw. steht jmds. Würde entgegen: diese Handlungs
weise ist seiner u. — 2 . menschenunwürdig: jmdn.
u. behandeln
Unzahl, die; /o. PLf sehr große Anzahl, Menge:
eine U. v on Einsendungen, Briefen, Büchern,
Menschen; er erhielt eine U. herrlicher Blumen zu
seinem Jubiläum
unzählig, unzählig /Adj.; nicht präd.j zahllos: etw.
unzählige Male versuchen; unzählige Unterschrif
ten wurden gesammelt; u. viele (sehr viele) Tou
risten
unzählige[mal, unzählige|mal /Adv.f sehr oft: etw.
u. versuchen
Unze, die;
-n Sport /Maßeinheit für die Be
rechnung des Gewichts bes. von Tennisschlägern,
Boxhandschuhen/’, ein Boxhandschuh von acht
Unzen
Unzeit, die /in der Verbindung/ zur U. zu un
passender Zeit, zu einem schlecht gewählten Z eit
punkt : wir kamen zur U. dort an
unzeitgemäß /Adj./ 1 .1 . seiner Zeit (3.2) nicht ent
sprechend: mit unzeitgemäßen Methoden produ
zieren 1.2 . nicht der Jahreszeit entsprechend: eine
unzeitgemäße Kälte; das Kind war u. angezogen
unzerbrechlich, unzerbrechlich /Adj.; nicht adv./
nicht zerbrechlich: unzerbrechliches Material, Glas;
das Spielzeug ist u.
unzerstörbar, unzerstörbar /A dj./ nicht zerstörbar:
die Festung galt als u.; O die unzerstörbare Ein
heit eines Bündnisses; dazu Unzerstörbarkeit,
Unzerstörbarkeit, die; \o. PL/
unzertrennbar, unzertrennbar /A dj./ unzertrenn
lich
unzertrennlich, unzertrennlich /A dj./ stets bei
sammen seiend, fest zusammenhaltend: die beiden
sind ein unzertrennliches Paar; die Zwillinge sind
u.
unziemlich /Adj./ geh. ungeziemend: sein unziem
liches Benehmen; es ist u., so etwas zu tun; sichu.
benehmen
Unzucht, die;
/o. P I ./ den Geschlechtstrieb be
friedigende strafbare unsittliche Ha ndlung: U . (mit
Kindern, Tieren) treiben
unzüchtig /Adj./ veraltend 1.1 . unsittlich: un
züchtige Blicke; er betastete das Kind u. 1 .2 . un
anständig (1.1): unzüchtige Lieder; diese Verse
sind u.
unzufrieden /Adj./ nicht zufrieden: mit etw. u .
sein; er sah u. aus; unzufriedene Gesichter; dazu
Unzufriedenheit, die; jo. Pl.f
unzugänglich /A dj.j 1. unwegsam und nicht zu
gänglich: ein unzugängliches Sumpfgebiet, Gebirge
—
2. nicht aufgeschlossen gegenüber anderen M en
schen, verschlossen: jmd. ist u., ist ein unzugäng
licher Mensch — 3 . allen Bitten u. sein (auf keine
Bitten eingehen, sich allen Bitten verschließen)*, er
zeigte sich allen Vernunftgründen, Mahnungen
gegenüber u.
unzulänglich /A dj./ unzureichend: eine unzuläng
liche Ausbildung; die Beleuchtung im Treppen
haus ist u.; er war u. (zu dürftig 2) bekleidet; dazu
Unzulänglichkeit, die; -,
-en 1. /o. PI./ das Unzu
länglichsein — 2 . etw. Unzulängliches
unzulässig /A dj./ nicht zulässig, nicht erlaubt: un
zulässige Methoden anwenden; eine Einmischung
als u. zurückweisen; derartige Versuche sind recht
lich u.
unzumutbar /A dj./ nicht zumutbar: dieser Preis ist
ii.; ein unzumutbarer Lärm
unzurechnungsfähig /Adj.; nicht adv./ Jur. nicht
zurechnungsfähig: der Täter war zur T atzeit u.;
dazu Unzurechnungsfähigkeit, die; /o. PL/
unzureichend /A dj./ nicht ausreichend (l.i) : eine
unzureichende Ausrüstung; ein unzureichender
Grund; die Begründung für den Antrag ist u.
unzutreffend /Adj.*, vorw. attr. u. p rä d ./1 . für einen
bestimmten Fall, eine bestimmte Person nicht zu
treffend: /auf Formularen/ unzutreffende Fragen
offenlassen; Unzutreffendes bitte streichen! — 2 .
falsch (3.1): unzutreffende Angaben machen; diese
Behauptung ist u.
unzuverlässig /Adj./ nicht zuverlässig (1.1): ein un
zuverlässiger Mensch; er ist ziemlich u.; dazu
Unzuverlässigkeit, die; -, /o. P I ./
unzweckmäßig /Adj./ nicht zweckmäßig: eine un
zweckmäßige Methode; diese Anordnung der
Bücher erwies sich als u., war u.
unzweideutig /A dj./ unmißverständlich (1.1): aus
seinem Brief geht u. hervor, daß ...
unzweifelhaft, unzweifelhaft /A dj.j nicht zu be
zweifeln: seine musikalische Begabung ist u.; das
ist u. (zweifellos) ein großer Gewinn für uns
üppig /A d j./ 1 .1 . sehr reichlich, in großer Fülle vor
handen: eine üppige Vegetation; sein üppiger
Bartwuchs; eine üppige Phantasie haben 1.2 . in
Quantität über das normale od. zuträgliche M aß
hinaus: eine üppige Mahlzeit; ü. (gut und ver
schwenderisch) leben; sie ist ziemlich ü. (dick), hat
üppige Körperformen, einen üppigen (vollen 2.1)
Busen
up to date [aptude:t] u. sein: Bärte sind wieder u.
(xmodern 1, aktuell); er ist in seinem Fachwissen
ganz u. (steht auf dem neuesten Wissensstand)
Ur-/u r- /betonte, nominale Partikel/ 1. /bezeichnet
das am Anfang Liegende, das weit Zurückliegende/:
z. B . Urbevölkerung — 2 . /bezeichnet in Ver
wandtschaftsnamen die der genannten Verwandt
schaftsbezeichnung vorhergehende od. nachfolgende
Generation/ :
z. B. Urenkel, Urgroßvater, — 3 .
/drückt einen hohen Grad au s/: / z. B . urgemüt
lich, urkomisch
Ur/ur| -abstimmung, die Abstimmung in Gewerk
schaften kap. Länder, bei der jedes einzelne M it
glied seine Stimme für od. gegen die Durchführung
od. Beendigung eines Streiks abgibt; -a hn, der 1.
jmds. U . jmds. (ältester)Vorfahr: seinU. — 2, süd dt.
österr. Urgroßvater; dazu -ahne, die; -alt /Adj.;
1226
Uran — Urlaubszeit
nicht adv./ sehr,a lt: uralte Bäume; umg. dieses
Kleid ist schon u. (habe ich schon sehr lange)
Uran, das; -s, jo. PI ./ radioaktives, schweres,
silbergraues Metall, das als Brennstoff für K ern
reaktoren dient
Uran| -b ergbau, der; -erz, das Uran enthaltendes
Erz; -pecherz, das jo. PL/ W issen sch. Pech
blende; -Vorkommen, das
ur/Ur| -aufführen, uraufführte, hat uraufgeführt
/Präs. u. Prät. Akt. nur im Gliedsatz möglich/ ein
Bühnen-, Film -, M usikwerk zum erstenmal vor der
Öffentlichkeit aufführen: einen Film u . ; das Musical
wurde 1970 in N uraufgeführt; als man sein E rst
lingswerk uraufführte . . . ; dazu -aufführung, die
urban /A dj./: urbane (städtische) Siedlungsformen
urbanisieren /sw. Vb. ; hat/: durch die Industrie
wurde diese Ortschaft urbanisiert (wurde sie den
städtischen Lebens- und Siedlungsformen ange
glichen)
Urbanisierung, die;
-e n \vorw. Sg./ das (ver
stärkte) Sichherausbilden städtischer Lebens- und
Siedlungsformen, Verstädterung
Urbanität, die; jo. PL; urban/ städtische Atmo-
späre (2)
urbar /A dj.; in der Verbindung/ etw. u. machen
Boden für den Anbau von Nutzpflanzen nutzbar
machen: Boden, Wald u. machen; dazu Urbar
machung, die; -en jvorw. Sg./
Ur/ur| -B ev ölkerung , die ursprüngliche (1.1), erste
Bevölkerung eines bestimmten Gebietes, Land es;
- bewohner, der Ureinwohner; -bild, das 1. einer
künstlerischen Darstellung zugrunde liegende w irk
liche Erscheinung (1), Person: ein Maurerbrigadier
war das U. dieser Plastik — 2 . Inbegriff: sein
Vater war für ihn das U. eines schöpferischen
Menschen; -Christentum, das das Christentum in
seiner frühesten Zeit; -eigen /A dj.; nur attr./ jmdn.
ausschließlich, in besonderem M aß e betreffend, nur
ihn etwas angehend: das ist seine ureigene A n
gelegenheit; er ta t das aus ureigenstem (ganz
persönlichem) Interesse; -einwohner, der zur Ur
bevölkerung gehörender Einwohner: die U . Austra
liens; -enkel, der Sohn des Enkels od. der Enkelin;
-e nkelin, die Tochter des Enkels od. der Enkelin;
-gemütlich /Adj./ umg. sehr gemütlich: im Lokal
war es u.; -geschickte, die fo. PI./ 1.1. Geschichte
der Menschheit in der Epoche der Urgesellschaft
1.2 . älteste Entwicklungsprozesse in N atur und
Gesellschaft; dazu -geschichtlich /Adj./; -gesell-
sch aft, die jo . P l.j erste, der Klassengesellschaft vor
ausgehende Gesellschaftsformation, die durch das
gesellschaftliche Eigentum an den Produktions
mitteln und die gleichmäßige Verteilung der Ergeb
nisse der gemeinsamen A rbeit gekennzeichnet is t;
- gewalt, die grenzenlose Kraft der in Aktion befind
lichen Naturgewalten: der Sturm brach mit U. los;
- großeitern, die /PI./ Eltern der Großeltern; -groß-
mutter, die M utter des Großvaters od. der Groß
mutter; -großvater, der Vater des Großvaters od.
der Großmutter
Urheber, der; -s, - 1 . jmd., der etw. initiiert, ver
ursacht hat: er war der geistige U . dieses Projekts
—
2. jmd., der eine schöpferische Leistung, bes. auf
dem Gebiet der Literatur, Kunst, Musik, Wissen
schaft, vollbracht hat: die R e chte des Urhebers
schützen
Urheber|recht, das / o. PI ./ Gesamtheit der recht
lichen Regelungen des Schutzes der individ uellen
schöpferischen Leistungen, bes. auf dem Gebiet der
Literatur, Kunst, Musik, Wissenschaft
Urheberschaft, die; fo. P I ./: über die U. dieser
Komposition (darüber, wer der Urheber 2 dieser
Komposition ist) gibt es nur Vermutungen
Ur|heim at, die ursprüngliche Heimat, bes. von
Stämmen, Völkern: Spekulationen über die U. der
Polynesier
urig /Adj.; vorw. attr./ 1. landsch., bes. süddt.
urtümlich: der Elch wird als uriges, scheues Tier
dargestellt — 2 . von urwüchsiger, origineller A rt:
er ist ein uriger Bursche
Urjn, der; -s, jo. PL/, fachspr. -e Harn
urinieren /sw. Vb. ; hat/ Harn ausscheiden
ur/Ur| -komisch /Adj./ umg. sehr komisch: die
Situation war, er ist u.; -kommunismus, der Ur
gesellschaft; -kraft, die K raft wie die einer Ur
gewalt
Urkunde, die;
-n (rechtskräftiges) Schriftstück,
durch das etw. bekundet, offiziell bestätigt w ird : eine
standesamtliche, notarielle U .; eine U. (über etw.)
ausstellen, ausfertigen; der Sieger im Wettbewerb
erhielt eine U.
Urkundenfälschung, die Falschbeurkundung
urkundlich /A dj.; nicht präd./ durch Urkunde(n):
der Ort wird 1250 erstmals u. erwähnt; es ist u.
belegt, daß . . .; die erste urkundliche Erwähnung
Urlaub, der; -(e)s, -e 1.1 . Zeitspanne gesetzlich fest
gelegter F reistellung eines Werktätigen von der
Arbeit bei fortlaufender Vergütung zum Zweck der
Erholung, Erholungsurlaub: er nim mt seinen U.
im Juli, tritt morgen seinen U. an; wir wollen in
unserem, im U . an die Ostsee fahren*, den U. im
Gebirge verbringen; in U. gehen, fahren; U.
machen, haben (den Urlaub antreten od. angetreten
haben) 1.2 . meist kurzfristige (bezahlte) Freistellung
von der Arbeit, vom Dienst: für den Umzug bekam
er zwei Tage U .; / unbezahlten U. beantragen
Urlauber, der; -s, - 1 .1 . jmd., der Urlaub hat (und
ihn nicht an seinem Wohnort verbringt): ein Ferien
heim für 200 U . 1 .2 . Urlaubsreisende: zusätzliche
Züge für U. einsetzen 1.3. Soldat auf Urlaub
Urlauberl -dorf, das aus Ferienheimen, bes.
Bungalows und den notwendigen Versorgungsein
richtungen für Urlauber bestehende Wohnsiedlung;
- Zentrum, das von Urlaubern bevorzugtes, viele
Urlauber beherbergendes Gebiet: N ha t sich zu
einem U. entwickelt
Urlaubs/urlaubsl -anschrift, die jmds. Anschrift
am Urlaubsort; -antrag, der Antrag auf Genehmi
gung des, eines Urlaubs; -ort, der /PL -e/ Ort, an
dem jmd. seinen Urlaub verbringt; -plan, der 1.1 .
/nyr im Pl.j er hat schon Urlaubspläne (seinen
Urlaub betreffende Überlegungen) für das nä ch ste
Jahr 1.2 . in einem Betrieb zu Beginn eines Jahres
festzulegender Plan über die Urlaubszeit der Werk
tätigen des Betriebes; -reif /Adj.f umg. in einer
körperlichen, psychischen Verfassung, in der man
Urlaub nehmen müßte: nach den Prüfungen bin
ich jetzt wirklich u.; -reise, die Reise im Urlaub;
-r eisende, der jmd., der sich auf einer Urlaubsreise
befindet; -tag, der Tag, an dem jmd. Urlaub hat,
macht; -zeit, die 1. Zeit, in der jmd. Urlaub hat,
macht: während unserer U. sind wir in N — 2.
Jahreszeit, die viele Menschen für den Urlaub be
vorzugen : in der U. sind die Zeltplätze voll belegt
Urmensch — Usurpation
1227
Ur|m ensch, der Vertreter der frühesten Entwick
lungsstufe der Menschheit
Urne, die; -,
- n 1* vasen-, krugartiges Gefäß mit
Deckel zur Aufnahme der Asche eines Toten — 2 ,
Wahlurne: den Stimmzettel in die U. stecken
Urnen| -beisetzung, die; -grab, das kleines Grab,
in dem eine Urne beigesetzt i s t
Urologie, die;
jo. Pl.j Teilgebiet der M edizin,
das sich mit den Erkrankungen der Harnorgane, m it
den Geschlechtsorganen des Mannes befaßt; dazu
urologisch /A d j.; vorw. attr.j
ur/Ur| -plötzlich fAdj.; nicht präd.f ganz plötzlich:
u. trat Stille ein; -Produktion, die fo. PL/ W irt-
s ch . die Bereiche der Volkswirtschaft, die mit der
Gewinnung von Rohstoffen, der Nutzung des Bodens
und natürlich vorkommender Fischbestände befaßt
s in d ; -Sache, die 1. objektiver Sachverhalt, der einen
anderen Sachverhalt m it Notwendigkeit hervorbringt
und wesentlich bestimmt: objektive, subjektive,
innere, äußere Ursachen; die U. des Unglücks
klären; die U. eines Mißstandes aufdecken; U.
und Wirkung — 2. Grund (II. 1.1): er hatte alle
U., sich zu freuen; + keine U. {nichts zu danken,
gern geschehen) ! /Formel, m it der ein Dank höflich
abgewehrt wird/; -sächlich fAdj.f 1« /nicht präd.f
die Ursache (1) betreffend: Untersuchungen zur
ursächlichen Klärung des Brandes — 2 .1 . die Ur
sache (1) bildend, als Ursache w irkend: ursächliche
Momente; u. für den Unfall war seine Unaufmerk
samkeit 2.2 . ein ursächlicher Zusammenhang
(Kausalzusammenhang); -sch leim , der 4- u m g .
v om U. an (von den allerersten Anfängen an);
- Schrift, die erste Niederschrift, Original: eine Ab
schrift von der U. des Testaments; -Sendung, die
Produktion des Hör- od. Fernsehfunks, die zum
ersten M ale gesendet w ird; -Sprache, die 1 . Sprache,
die mehreren Sprachen als Vorstufe gemeinsam i s t :
Latein ist die U. der romanischen Sprachen —
2. Sprache, in der ein Text ursprünglich geschrieben
worden ist, Sprache des Originals im Gegensatz zu r
Sprache der Übersetzung: Shakespeare in der U .
lesen; die U . dieses Romans ist Russisch
Ursprung, der; -(e)s, Ursprünge 1. Anfang, B e
ginn, Ausgangspunkt von etw., bes. einer Entwick
lung: der U. des Lebens; eine Entwicklung bis zu
ihren Ursprüngen zurückv erfolgen; ein Fremd
wort romanischen Ursprungs (aus einer romani
schen Sprache); Kraterseen sind vulkanischen Ur
sprungs (sind durch Vulkane entstanden) — 2 .
Grund (IL1.1): der U. dieses Konflikts liegt in der
unterschiedlichen Behandlung der beiden
ursprünglich, ursprünglich \A dj.j 1.1 . /nur attr.f
einen Zustand aufweisend, wie er vor dem der
zeitigen, ganz zu Beginn bestand: beim Abwaschen
der Wände kam die ursprüngliche Farbe zum
Vorschein; er änderte seinen ursprünglichen Plan;
die ursprüngliche Bevölkerung eines Landes 1.2 .
/ad v./ eigentlich (1.2): u. wollte er Arzt werden; er
hatte u. Bedenken dagegen äußern wollen — 2 . ur
wüchsig (1.1): dort war noch ursprüngliche Natur;
zu 2 Ursprünglichkeit, Ursprünglichkeit, die; -,
Io. Pl.l
Ursprungs! -land, das Land, aus dem etw., bes.
eine Ware, stam m t; -Zeugnis, das Urkunde über
Herkunft, A rt und Menge einer importierten Ware
Urständ, die
- f etw. feiert fröhliche U . etw., von dem man es
sich nicht wünscht, lebt wieder auf, kehrt wid er:
die kitschigen Romane dieser Autorin feierten
fröhliche U .
Urstromtal, das Tal, ,das in der Eiszeit durch die
Schmelzwässer der Gletscher geschaffen wurde
TJrteil, das; -s, -e 1. gerichtliche Entscheidung in
einem Rechtsstreit als endgültiger od. teilweiser A b
schluß eines gerichtlichen Verfahrens: ein gerechtes,
hartes, mildes U.; das U. ist rechtskräftig, lautet
auf Freispruch; ein U. fällen, vollstrecken, an
fechten, aufheben, kassieren; gegen ein U. B e
rufung einlegen — 2 . auf die eigene Erkenntnis und
auf die Einstellung zu etw., jmdm. sich gründende,
geäußerte Überzeugung: ein treffendes, sachliches,
vernichtendes, vorschnelles U .; selbst Fachleute
haben darüber noch kein einhelliges U .; ein, sein
U. (über etw., jmdn.) abgeben; sich ein U. über
etw., jmdn. bilden, anmaßen — 3 . W issensch.
Bewertung des Inhalts eines widergespiegelten
Sachverhalts, einer Aussage
urteilen fsw. Vb.; hatf über jmdn., etw. ein Urteil
abgeben: richtig, hart, sachlich, abfällig (über
jmdn., etw.) u.; dem Ergebnis nach zu u., hat
er . . . ; wie u. Sie darüber (wie beurteilen Sie das) ?
urteils/Urteils] -fähig /Adj.; nicht adv.j geistig
fähig, selbständig (und objektiv) zu urteilen; dazu
- fähigkeit, die jo. Pl.f; -findung, die; -,
-en Jur.
Zustandekommen einer gerichtlichen Entscheidung;
- kraft, die fo. Pl.f geistige Fähigkeit, selbständig
(und objektiv) zu urteilen: jmds. kritische, poli
tische TL; -los fAdj.f vohne eigenes Urteil (2);
-Spruch, der J u r . formuliertes Urteil: der Richter
verlas den U.; -verkündung, die; -,
-en Jur. das
Verlesen des Urteils a m Schluß der Verhandlung
od. in einem besonderen Termin; -vermögen, das
jo. P l.f Urteilskraft
Uritex t, der ursprüngliche (1.1) Fassung eines
Textes; Text in seiner Ursprache: von diesem bisher
nur in einer Überarbeitung bekannten Epos wur
den Fragmente des Urtextes gefunden; er las Ho
mer im U., nicht in der Übersetzung
urtümlich fAdj.f urwüchsig (1.1): eine urtümliche
Landschaft; dazu Urtümlichkeit, die; -, fo. Pl.f
ur/Ur| -verwandt fAdj.f vom selben Stamm herzu
leiten: urverwandte Sprachen; -vieh, das umg.
/emot./ sehr witzige, urkomische Person: er ist ein
U.; -vogel, der fo. Pl.f ausgestorbener, der Forma
tion des Ju ra angehöriger Vogel mit vielen M erk
malen von Reptilien; -wald, der Wald, der in seinem
Aufbau und seiner *Entwicklung vom Menschen
nicht beeinflußt worden ist
urwüchsig fAdj.f 1.1 . von natürlicher, durch nichts
beeinflußter od. veränderter A rt: eine urwüchsige
Landschaft 1.2 . nicht gekünstelt, natürlich-drastisch:
er h at eine urwüchsige Sprache, einen urwüchsigen
Humor
Ur| -zeit, die 1.1 . älteste Zeit der Erdgeschichte
1.2 . älteste Zeit der Geschichte der Menschheit:
Funde aus der U. des Menschengeschlechts 1.3 .
seit Urzeiten (seit sehr langer Zeit); -zeugung, die
jo. Pl.f fach sp r. Entstehung von Lebewesen aus
unbelebter Materie; -zustand, der ursprünglicher,
ältester Zustand von etw.: etw. in seinem U. be
lassen (unverändert lassen)
usuell /Adj./ [uzusl] vorw. fachspr.: usueller
(üblicher) Wortschatz, Sprachgebrauch
Usurpation, die; -,
- e n widerrechtliche (gewaltsame)
Aneignung von Besitz und Macht, bes. eines Thro
n es; dazu Usurpator, der; -s, Usurpatoren u .
usurpieren /sw. Vb.; hat/: die Putschisten haben
die Regierungsgewalt usurpiert
Usus, der;
jo. P L / Gewohnheit, etw. in einer
bestimmten Weise zu tun, zu handhaben: es ist U.,
daß ...; etw., das ist (so) U. (etw., das ist so üblich)
Utensil, das; -s, -ien [..ion] /vorw. PL/ (Heiner)
z u einem bestimmten Zweck benötigter Gegenstand:
seine persönlichen Utensilien; er h atte alle mög
lichen Utensilien in seiner Hosentasche; dieses
Parfüm war ihr zum unentbehrlichen U. (Gegen
stand ihres täglichen Bedarfs) geworden
Uterus, der; Uteri Med. Gebärmutter
Utilitarismus, der;
jo. P L / frühbürgerl. Lehre,
nach der die M otivation individuellen sittlichen
Handelns auf Nützlichkeitserwägungen beruht; da
zu utilitaristisch /Adj./
Utopie, die;
-n [. .i:on] 1. phantastische Vor
stellung, für deren Verwirklichung die technischen
od. gesellschaftlichen Voraussetzungen noch fehlen
1228
Usurpator — Vanilleschote
od. die überhaupt nicht realisierbar ist: lange Zeit
hielt man die Weltraumfahrt des Menschen für
eine U.
—
2. Vorstellung von einem künftigen
Gesellschaftszustand, die nicht auf der Kenntnis
objektiver gesellschaftlicher Gesetze beruht und daher
nicht od. hur unter anderen historischen Bedingungen
realisiert werden kann
utopisch /A dj./ nicht realisierbar, phantastisch: etw.
erscheint u.; ein utopischer Roman (Roman, in
dem zur Zeit seiner Entstehung nicht existierende
gesellschaftliche Zustände u nd technisch-naturwissen
schaftliche Gegebenheiten a ls real existierend da r
gestellt sind); der utopische Sozialismus (vormarxi
stische soz. Lehre, die im Unterschied zum wissen
schaftlichen Soz. nicht od. noch nicht realisierbare
Pläne einer soz. Gesellschaft entwickelte)
Utopist, der; -en, -en 1. Anhänger, Verkünder einer
Utopie (2) — 2 . wirklichkeitsfremder Schwärmer
Uz, der; -es, -e /vorw.Sg.f umg. Neckerei, Fop
perei: (mit jmdm.) U. machen
uzen /sw. Vb.; hat/ umg. jmdn. necken, foppen
V
y, Y, das; -,
- /umg. ’s pau] der Laut V; zweiund
zwanzigster Buchstabe des Alphabets: ein kleines,
großes V
va banque [vabaqk, auch vabdk] /in der Verbin
dung/ v. spielen (im Glücksspiel um den gesamten
Einsatz der B ank spielen; in verzweifelter Lage
alles riskieren, alles auf einmal wagen)
Vabanque|spiel, das 1*1. Spiel um den gesamten
Einsatz der B ank beim Glücksspiel 1.2 . riskantes
Wagnis in verzweifelter Lage
Vademekum, das; -s, -s [v ..] einen Stoff in knapper
un d gedrängter Fo rm darstellendes Taschenbuch, das
a l s handlicher und leicht zu benutzender Ratgeber,
Leitfaden dienen soll: ein V. für Botaniker
vag /Adj./ [v..] s. vage
Vagabund, der; -en, -en [v..] veraltend Land
streicher; dazu vagabundieren /sw. F 6 .; 'h at/ wie
e in Vagabund umherziehen
vage /Adj./ [v ..] 1.1. ungenau, undeutlich: eine v.
Vorstellung von etw. haben; eine v. Vermutung,
Andeutung; sich nur v . an etw. erinnern können;
er konnte den Schmerz nur v. lokalisieren 1.2 .
noch eine v. (schwache 4.1) Hoffnung haben
Vagina, die; -, Vaginen [v ..] Med. Scheide (3)
vakant /Adj.; nicht adv./ [v..] veraltend /bes.
von einer Arbeitsstelle, einem Arbeitsplatz/ offen
(3.2): eine vakante Stelle; dazu Vakanz, die; -,
jo. PL/ das Vakantsein
Vakuum, das; -s, Vakua [va:ku|um] Phys. Zu
stand in einem mit Gas gefüllten Raum, in dem
ein Druck herrscht, der (wesentlich) kleiner als der
Druck der Atmosphäre ist
V&kuum/väkuum| -metallurgie, die T e ch n . Ge
winnung von sehr reinen Metallen im Vakuum;
-pumpe, die Phys. Techn. Einrichtung zur Ver
minderung des Gasdrucks in einem abgeschlossenen
Raum; -trocknung, die; -, jo. PL/ in einem Vakuum
durchgeführter und daher schnell verlaufender E nt
zug von Feuchtigkeit aus Substanzen, bes. aus
Gemüse, Arzneimitteln, Kaffee; -verpackt /A dj./ in
einer Verpackung, in der ein Vakuum erzeugt
wurde, durch das die Haltbarkeit der verpackten
Ware verlängert w ird : vakuumverpackter Kaffee
Vakzin, das; -s, -e, auch Vakzine, die;
-n [v..]
Med. Impfstoff aus abgeschwächten lebenden od.
toten Krankheitserregern: die Behandlung mit
Vakzinen
Valenz, die;
-en [v..] 1. Chem. Fähigkeit des
Atoms, sich mit einer bestimmten Anzahl anderer
Atome chemisch zu verbinden, chemische Wertig
keit — 2. Sprachwiss. Fähigkeit bestimmter Wort
arten, bes. des Verbs, Glieder des Satzes zu fordern,
an sich zu binden
Valuta, die; -, Valuten [v ..] jede. ausländische
Währung und die auf sie lautenden Vermögenswerte
und Zahlungsmittel: in V. zahlen; die V. eines
Landes
Valuta] -kurs, der Preis einer ausländischen Wäh
rung i n inländischer Währung ausgedrückt; -«Mark,
die in M ark ausgedrückte Einheit zur Umrechnung
eines in ausländischer Währung ausgedrückten
Weltmarktpreises
Vamp, der; -s, -s [vemp] vom amerikanischen Film
in H ollywood geschaffener T yp der erotisch stark
anziehenden, k alt berechnenden F ra u
Vampir, Vampir, der; -s, -e [v ..] 1. im tropischen
und subtropischen Am erika lebende Fledermaus mit
messerscharfen oberen Schneidezähnen, d ie die H aut
von Warmblütern aufritzt und die das austretende
Blut aufleckt — 2 . skrupelloser Ausbeuter, Wucherer
Vanille, die; -, jo. PL/ [vanilje] 1. tropische Kletter
pflanze m it grünlichen Blüten und Schoten (1.1.1),
die als Gewürz verwendet werden — 2 . Vanille
schote
Vanille (mit * auch Vanillen])| *-eis, das Speiseeis
m it Vanillegeschmack; -geschmack, der jo. PL/
Geschmacksrichtung des V a nillin s; «-pudding, der
Pudding mit Vanillegeschmack; -schote, die Vanil
YaniUesoße — Vedute
1229
lin enthaltende Frucht der Vanille, die als Gewürz,
bes. für Süßspeisen, verwendet wird; *-soße, die
süße Soße mit Vanillegeschmack; -zucker, der
jo, Pl.j mit Vanillin vermischter Zucker, der als
Aroma bes. beim Backen verwendet wird
Vanillin, das; -s, jo. Pl.j [v ..] aromatisch riechen-
der Stoff der Vanilleschote, der zum Würzen von
Süßspeisen verwendet wird
VaniUin|zucker, der jo. Pl.j Vanillezucker
variabel jAdj.; / auch Variable/ [v ..] 1.1 . so be
schaffen, daß man es variieren (1.1) kann: v. gestal
tete Anbaumöbel; elektronische Rechenmaschinen
m it variablem Programm 1,2 . so beschaffen, daß
es variiert (1.2): M ath. Phys. eine variable Große;
Pol. Ök. variables Kapital (der Teil des Kapitals,
der zum Ankauf von Arbeitskraft aufgewandt wird
und der sich verändert, weil die Arbeitskraß mehr
Wert erzeugt, a ls sie kostet)
Variable, die; -n, -n / / auch variabel 1.2/ [v ..]
M a t h , mathematische Größe, die verschiedene Werte
annehmen kann
Variante, die; -,
-n [v ..] 1. leicht abweichende Form,
mögliche Spielart innerhalb eines Typus: diese Ein
bauküche gibt es in fünf Varianten; das Auto ist
ein e neue V. des Standardmodells; verschiedene
Varianten einer Konzeption — 2. W issensch.
Lesart, bes. von alten Handschriften: zu dieser
Textstelle gibt es mehrere Varianten
Variation, die; -,
-en [v ..] 1. das Variieren (1.1):
die Darstellung des Geschehens hat im Laufe der
Zeit gewisse Variationen erfahren — 2 . jzu
variieren 1.1/ das V ariierte: die Frühjahrsmode
zeigt viele Variationen — 3 . Mus. variiertes
Thema — 4 . Biol. bei Individuen einer Art außre-
tende Abweichung von der ererbten Form (in einzelnen
Merkmalen): diese farbliche V. des Tieres tritt nur
im Hochgebirge auf
Variationsl -b reite, die alle Variationsmöglichkeiten
von etw.;
- möglichkeit, die Möglichkeit, daß etw.
variiert (1.1) werden kann
Variete, das; -s, -s [variote:] 1. Theater für leichte
Unterhaltung, bes. m it artistischen, tänzerischen,
musikalischen Darbietungen: im V. auftreten —
.2. jo. Pl.j Aufführung, Vorstellung in 1: ins V.
gehen
variieren jsw. V b hat/ [v ..i|i:..] 1.1. etw., einen
Typus (in seinem Erscheinungsbild) ein wenig ver
ändern (und dadurch abwechslungsreich gestalten):
dieses Modell läßt sich vielfach v .; bunte Keramik
platten v. das äußere Bild der Bauten 1.2 . etw.
variiert etw. ist von etw. Gleichartigem verschieden,
-etw. weicht gering von etw. Gleichartigem ab: der
Umfang der einzelnen Beiträge variiert etwas; das
Gefieder dieses Vogels variiert vo n gelb bis braun
—
2. M us. ein Thema melodisch, harmonisch od.
rhythmisch verändern, abwandeln
Vasall, der; -en, -en [v ..] 1. Lehnsmann — 2 . Ge
folgsmann
Vase, die;
- n [v ..] (in ästhetisch ansprechender
Form gestaltetes) Gefäß, bes. aus Porzellan, Glas,
Ton, für Schnittblumen: eine schlanke, kugelige,
bemalte V.
Vaselin, das; -s, jo. Pl.j [v ..] s. Vaseline
Vaseline, die; jo. Pl.j [v ..] aus Erdöl gewonnene
salbenartige M asse, die bes; als Grundlage von
Salben, als Schmiermittel, als Rostschutzmittel ver
wendet wird
Vasomotoren, die jPl.j [v ..] Med. Nerven, die die
Weite der Blutgefäße und damit auch den Blut
druck beeinflussen; dazu vasomotorisch jA dj.j
Vater, der; -s, Väter 1. Mann, der ein Kind ge
zeugt hat, bes. M ann im Verhältnis seines Kindes
zu ihm gesehen und im Verhältnis zu seinem Kind:
er ist V. geworden (seine Frau, Partnerin hat ein
Kind geboren, das er gezeugt hat); er ist V. von
zwei Bindern; mein, euer (leiblicher) V.; V. und
Mutter; der Junge ist ganz der V. (der Junge ist
dem Vater sehr ähnlich) ; O er ist der (geistige) V.
(Schöpfer 1.1) dieser Idee — 2 . jmds. väterlicher
Beschützer: dieser Arzt war ein V. der W aisen
kinder —3.jo. Pl.j Rel. 3.1. ev. kath. Gott (1.1):
V. unser, Unser V. jGebetsanfangj 3.2 . k a th . der
Heilige V. (der Papst)
Vater/vater| -freuden, die /PL; in der Verbindung!
scherzh . V. entgegensehen (Vater werden); -land,
das das innerhalb territorialer Abgrenzung gegebene,
durch den Klassencharakter des Staates geprägte
politische, kulturelle und. soziale Milieu des Lebens
des, der Angehörigen eines Volkes: die DDR , unser
sozialistisches V .; dazu -ländisch jAdj.; vorw.
a ttr.j: der Große Vaterländische Krieg (gerechter
Verteidigungskrieg der Sowjetunion gegen die
faschistische Aggression im 2. Weltkrieg); der
Vaterländische Verdienstorden fhohe staatliche
Auszeichnung der DDR/
Vaterlands) -liebe, die Liebe zum Vaterland; -Ver
teidigung, die jo. Pl.j Gesamtheit der Maßnahmen
zürn (bewaffneten) Schutz des Vaterlandes vor
einem gegnerischen militärischen Überfall
väterlich jAdj.j 1, /nur attr.j 1.1 . dem (leiblichen)
Vater gehörig: das väterliche Geschäft 1.2 . vom
(leiblichen) Vater stammend: das väterliche Erb
teil 1.3 . dem leiblichen) Vater eigen: väterlicher
Stolz; er sah das als väterliche Pflicht an — 2. wie
ein leiblicher Vater: er war ihm ein väterlicher
Freund; sich v . um jmdn. sorgen
väterlicher|seits jAdv.j vom Vater (1) her: seine
Verwandten v.
vaterlos jAdj.j ohne Vater (1): v. aufwachsen
Vaterschaft, die;
- e n jvorw. Sg.; zu Vater 1/ das
Vatersein; J u r . Rechtsverhältnis eines M annes als
Vater zu seinem leiblichen Kind: er hat die V. an
erkannt, bestritten (anerkannt, bestritten, daß er
der leibliche Vater ist); die Feststellung der V.
Vaterschafts| -bestimmung, die Feststellung der
Vaterschaft durch bestimmte Untersuchungen, bes.
medizinischer, anthropologischer A rt; -feststellung,
die vgl. -bestimmung
Vater| -Stadt, die Stadt, in der man (geboren und)
aufgewachsen ist; -stelle, die /in der Verbindungj
bei jmdm. V. vertreten (für jmdn. wie ein leib
licher Vater sorgen); -unser, das; -s, - verbreitetstes
Gebet der Christen
Vati, der; -s, -s / Koseform von Vater 1/
Vatikan, der; -s, jo. Pl.j- [v ..] 1. Residenz des
Papstes in Rom — 2 . die päpstliche Regierung
Vatikan)stadt, die jo. Pl.j das päpstliche Staats
gebiet in Rom .
VEB, der; -/ -s, -s [fau|e:be:] jKurzw. für volks
eigener Betrieb/ s. volkseigen
Vedute, die; -n [v..] bild. K unst sachlich genau
wiedergegebene Ansicht einer Stadt od. Landschaft
in Gemälden, Zeichnungen, Graphiken (des 17. u nd
18. Jahrhunderts): die Veduten Canalettos
1230
VEG — verabschieden
VEG, das; -/ -s, -s [fau[e:ge:] jKurzwort für volks
eigenes Gilt/ s. volkseigen
vegetabil(isch) jAdj.j [v ..] fachspr. pflanzlich,
von Pflanzen stammend: vegetabile, vegetabilische
Kost
Vegetarier, der; -s, - [v . . ior, . . ior] jmd., der sich
vorwiegend von pflanzlicher K o st ernährt
vegetarisch jAdj.j [v ..]: vegetarische (pflanzliche)
K ost; sich v. (von Pflanzen) ernähren
Vegetarismus, der; jo. PI ./ [v ..] Ernährung aus
schließlich od. vorwiegend von pflanzlicher K o st,
unter Verzicht auf Fleisch und Fisch
Vegetation, die;
-e n jvorw. 8g./ [v..] 1* Gesamt
heit der Pflanzen eines bestimmten Gebietes: die V.
tropischer Urwälder — 2 . Wachstum von Pflanzen:
eine dürftige, üppige V.
Vegetätionsl -grenze, die bestimmte Höhenlage, die
klimabedingt od. auf Grund der Bodenverhältnisse
die Grenze für die Vegetation (2) bildet; -periode,
die Zeitraum des Wachstums von Pflanzen während
eines Kalenderjahres; -zeit, die 1. Zeit des Wachs
tums einer Pflanze — 2 . Vegetationsperiode
vegetativ, vegetativ /Adj./ [v ..] 1. Med. das vege
tative Nervensystem (Teil des Zentralnerven
systems, dessen Leistungen nicht mit dem B ew ußt
sein verbunden sind und das grundlegende Lebens
funktionen regelt); vegetative /* Dystonie — 2 .
B io l . die veg etativ e (ungeschlechtliche) Vermehrung
vegetieren /sw. Vb.; hat/ [v .J armselig sein Leben
fristen: Menschen, die in Slums v.
vehement /Adj./ [v ..] heftig und ungestüm: etw.
v. bekämpfen, fordern; dazu Vehemenz, die; -,
jo. Pl.f: mit V. sprechen, reden; etw. mit V. be
treiben
Vehikel, auch Vehjkel, das; -s, - [v..] 1.1 . altes
od. in schlechtem Zustand befindliches (Straßen)-
fährzeug: dieses Fahrrad, Auto ist ein altmodisches,
elendes V. 1 .2 . umg. jemot. neg.j (Straßen)fahr-
zeug: ex strebte schon lange nach einem Auto, nun
hat er endlich so ein V .!
Veilchen, das; -s, - 1 . krautige, im Frühjahr
blühende Pflanze m it kleinen gespornten, meist
dunkelvioletten, stark duftenden Blüten — 2 . u m g .
sch erzh . ein V. (durch Schlag, Stoß blau verfärbte
Haut in der Gegend des Auges) haben
+ umg. blau wie ein V. (sehr betrunken) sein
veilchen/Veilchen] -blau /A d j./; -duft, der jo. PI .j;
-Strauß, der
Veitstanz, der jo. P l.j Nervenerkrankung, die sich
in unwillkürlichen Zuckungen von M uskeln und
ungeregeltem Zusam menspiel de.r Muskelgruppen
äußert
Vektor, der;
Vektoren [v ..] Math, durch einen
Zählenwert und eine Bichtung gekennzeichnete
Größe, die graphisch durch eine gerichtete Strecke
darstellbar ist
Vektorjrechnung, die /o. PI ./ M ath, das Rechnen
m it Vektoren
velar /Adj.j [v..] Phon et.: ein velarer (am Velum
gebildeter) Lau t
Velo, das; -s, -s [v ..] Schweiz. Fahrrad
Velftur, der; -s, jo. Pl.j [volu:r, auch v e..] 1.
Velourleder — 2 . Velours (1)
Velour | : / Velours |
Velours, der; jo. Pl.j [voluir, auch ve.., Gen. ..
rs] 1. jBez. für Gewebe, deren Oberseite durch kurzen,
samtartigen Flor II.2 gekennzeichnet ist/ — 2 . Tep
pichware mit samtartigem Flor (IL 2): der Korridor
war mit rotem V. ausgelegt
Velours (mit * auch Velour] )| *-Ieder, das jo. P l.f
weiches Leder, bes. Kalbs-, Ziegenleder, m it samt
a rtig geschliffener Oberfläche; *-papier, das jo. P l.f
m it einer samtartigen Oberfläche versehenes starkes
Papier; -teppich, der Teppich mit samtartigem Flor
(11.2)
Velum, das; -s, Vela [v..] Phonet. hinterer Teil
des Gaumens
Velvet, der; -s, jo. Pl.j [vslvot] Samt aus Baum
wolle
Velveton, der; -s, jo. Pl.j [velveton] angerauhtes,,
samtartiges, kräftiges Baumwollgewebe
Vene, die;
-n [v ..] Blutgefäß, das das Blut dem
Herzen zuführt; dazu venös /Adj./: venöses (in den
Venen enthaltenes) Blut; v enöse Blutgefäße (Venen)
Ventü, das; -s, -e [v ..] 1. Vorrichtung, durch die
der Durchfluß von flüssigen od. gasförmigen M edien
in Leitungen reguliert werden kann: ein V. öffnen*
schließen, zudrehen; das V. am Fahrradschlauchj
O er brauchte ein V. für seinen Ärger (jmdn., etw.,
an dem er seinen Ärger abreagieren konnte) — 2*
Mus. 2 .1 . mechanische Vorrichtung an Blechblas
instrumenten, durch die die Stimmung des Instru
ments verändert werden kann 2.2 . Klappe an der
Orgel, die die Zufuhr des Luftstroms zu den Pfeifen
regelt
Ventilation, die; jo. Pl.j [v ..] 1. Bewegung von
Luft od. Gasen, bes. die Belüftung, Zuführung von
Frischluft: für eine gute V. im Saal sorgen —
2. Vorrichtung zur (Be)lüftung: das Kino hat
keine ausreichende V.
Ventilator, der; -s, Ventilatoren [v ..] mit einem
(Elektro)motor betriebenes Gerät, das bes. zur Venti
lation in geschlossenen Räumen od. zur Kühlung
von Motoren verwendet wird
ventilieren jsw. Vb.; hat/ 1. einen Baum v. (be
lüften) — 2 . etw. sorgfältig erwägen, erörtern: dieses-
Problem muß noch ventiliert werden
verabfolgen jsw. Vb.; hat/ jmdm. etw. verabreichen
verabreden, verabredete, hat verabredet 1.1 . etw.
(mit jmdm.) vereinbaren: ein Stelldichein (mit
jmdm.) v.; auf ein verabredetes Zeichen los
laufen; wir trafen uns wie verabredet 1.2 . sich
(mit jmdm.) v. m it jmdm. ein Treffen vereinbarenr
ich habe mich mit ihr (um siebzehn Uhr, am
Bahnhof) verabredet; mit jmdm. verabredet sein
(ein Treffen mit jmdm. vereinbart haben)
Verabredung, die;
- e n 1. jvorw. Sg.j das Verab
reden (1.1): die V. einer Zusammenkunft —
-
2.1*
das, was verabredet worden ist: eine V. einhalten
2.2 , eine V. haben (mit jmdm. verabredet sein)
verabreichen jsw. Vb.; hat/ jmdm. etw., bes. eine
Speise, ein Medikament, geben, reichen: dem Kran
ken leichte Kost v .; in diesem Restaurant werden
Tag und Nacht warme Speisen verabreicht (aus
gegeben); vo n diesem Medikament müssen zwei
mal täglich zwanzig Tropfen verabreicht (ein
gegeben) werden
verabsäumen jsw. Vb.; hat/ etw. v . es versäumeny
unterlassen, etw. Bestimmtes zu tun: er hat (es)
verabsäumt, Bescheid zu geben
verabscheuen jsw. Vb.; hat/: etw., jmdn. v . (vor
etw., jmdm. Abscheu empfinden)
verabschieden, verabschiedete, hat verabschiedet
1.1 . sich (von jmdm.) v. sich in bestimmter W eise
Verabschiedung — verantworten
1231
m eist mit einer Grußformel, von jmdm . beim Weg
gang trennen: er hat sich sehr herzlich, nicht (von
uns) verabschiedet; ich möchte mich von, bei
Ihnen v. 1 .2 . jmdn. v .: der ausländische Gast
wurde auf dem Flugplatz feierlich verabschiedet
(ihm wurde ein feierlicher, zeremonieller Abschied
bereitet) — 2 . der Offizier wurde aus dem aktiven
Dienst verabschiedet (in Ehren entlassen) — 3 .
■etw., bes. ein Gesetz, annehmen und für rechts
kräftig erklären; dazu Verabschiedung, die;
-en
jvorw. 8g./
verabsolutieren /sw, Vh.; hat/ etw., das nur unter
bestimmten Bedingungen gültig sein kann, als all
gemein, für alle Fälle gültig hinstellen: das Ergeb
nis dieses Experiments darf man nicht v.
verachten, verachtete, hat verachtet 1. jmdn.,
etw. v. jmdm., einer Sache, bes. einem Verhalten,
(aus moralischen Gründen) keine Achtung entgegen
bringen: er verachtet ihn (wegen dieser Hand
lungsweise); Feigheit v.
—
2. etw. mißachten (2):
das Gesetz, eine Gefahr, alle Ermahnungen v.
+ umg. etw. ist nicht zu v. /drückt aus, daß der
Sprecher etw. a ls besonders gut und begehrenswert
unsiehtf: der Braten, Wein ist nicht zu v.
verachtenswert fAdj.f wert, verachtet (1) zu werden
verächtlich fAdj.f mit, voll Verachtung (1), ab
fällig: ein verächtlicher Blick; v. von jmdm.
sprechen
Verachtung, die; -, jo. Pl.f das Verachten 1. fzu
verachten 1/: jmdn. mit, voll V. ansehen; jmdn.
m it V. (mit Nichtachtung) strafen — 2 . fzu ver
achten 2/: die V. aller Gefahren
verachtungs| -wert fAdj.f verachtenswert; -würdig
fA d j.f verachtenswert
veralbern jsw. Vb.; hat/ umg. jmdn. zum Narren
halten: du willst mich wohl v. ?
verallgemeinern jsw. Vb.; hat/ einen Einzelfäll,
einen bestimmten Sachverhalt, eine bestimmte E r
fahrung für ällgemeingültig, für alle ähnlichen Fälle
zutreffend erklären: dieses Forschungsergebnis
kann man nicht v.; dazu Verallgemeinerung, die;
-en
veralten, veraltete, ist veraltet etw. veraltet etw.
w ird unmodern, ist nicht mehr zeitgemäß, etw. wird
durch die Entwicklung überholt: diese Mode v er
altet schnell, ist bereits wieder veraltet; eine ver
altete Technik, Anschauung; veraltete (außer Ge
brauch gekommene, nicht mehr übliche) Wörter,
Sitten
Veranda, die; -,
- s/Veranden [v ..] überdachter,
m eist verglaster und meist nicht heizbarer Vor-,
Anbau an einem Wohnhaus, der mit den Wohn-
räumen in Verbindung steht
veränderlich fAdj.f: das Wetter bleibt v. (neigt
weiterhin dazu, sich zu ändern)
verändern /sw. Vb.; hat/ 1.1 . jmdn., etw. v.
jmd m ., einer Sache ein anderes Wesen, eine andere
Beschaffenheit geben: dieses Erlebnis hat ihn ver
ändert; die Verhältnisse, W elt v. (wollen) 1.2 . sich
v . ein anderes Aussehen, Wesen, eine andere B e
schaffenheit annehmen, anders werden: der Ort hat
sich in den letzten Jahren sehr verändert; er hat
sich äußerlich kaum verändert (sieht fast so aus
wie früher) — 2. umg. er will sich v. (seine Stel
lung, den Beruf, die Wohnung wechseln); dazu
Veränderung, die; -,
- e n ; zu 1: gesellschaftliche,
revolutionäre Veränderungen
verängstigen jsw. Vb.; hat/ jmdn. in Angst ver
setzen, einschüchtern: das Kind wird durch Dro
hungen nur verängstigt; unser Kind wirkte völlig
verängstigt
verankern fsw. Vb.; hat/ etw. v . einem (hoch auf-
ragenden) Gegenstand durch Verbindung m it seiner
Umgebung, bes. m it dem Boden, festen H alt, Stand
geben: die,Sendemaste mit Stahlseilen v.; O ein
verfassungsmäßig verankertes (festgelegtes) Hecht
veranlagen fsw. Vb.; hat;
auch veranlagt/
fachspr.: jmdn., etw. v . (die Höhe der Steuern
für jmdn., etw. veranschlagen)
veranlagt fAdj.; nicht adv.;
auch veranlagen/
in bestimmter Weise v. 1 .1 . eine bestimmte physio
logische Eigenschaft habend: ein krankhaft v er
anlagter Mensch; zu etw. v . sein: dazu ist er nicht
v .; krankhaft v. sein 1 .2 . bestimmte charakterliche
Eigenschaften habend: humorvoll v . sein
Veranlagung, die; -,
-e n I. das Veranlagen: die V.
zur Gewerbe-, Vermögenssteuer — fi .1 .1 , eine
praktische V. haben (praktisch veranlagt sein); das
ist eine krankhafte V. 1 .2 . bestimmte charakter
liche Eigenschaft: er hat eine glückliche V. (er ist
glücklich veranlagt)
veranlassen, veranlaßt©, hat veranlaßt 1.1. etw.
v. dafür sorgen, daß etw. durchgeführt wird:jmds. Be
strafung, Auszeichnung v.; wir v. alles Kotige,
Weitere 1.2 . jmdn. v ., etw. Bestimmtes zu tun
jmdn. dazu bringen, etw. Bestimmtes zu tun: etw.
veranlaßt jmdn. zum Nachdenken; sein Beneh
men veranlaßte uns einzugreifen; sich zu etw. ver
anlaßt sehen, fühlen
Veranlassung, die; -,
- e n jvorw. Sg.j 1.1 . Beweg
grund: er gab nie V. zu einem Streit; es besteht
keine V. zu einer besonderen Erklärung 1.2 . [in
der Verbindung! auf jmds. V . (Anordnung) (hin):
auf Y. des Arztes stellte er das Rauchen ein;
diese Maßnahme geschah auf seine V. hin
veranschaulichen fsw. Vb.; hat/ etw. (durch An
schauungsmaterial) anschaulich, deutlich machen: die
einzelnen Ergebnisse werden in Tabellen veran
schaulicht
veranschlagen jsw. Vb.; hat/ etw. v . im voraus
berechnen, einschätzen, wieviel für etw., bes. an Zeit,
Geld, notwendig ist: die Kosten für einen Bau, die
Höhe der Steuern für jmdn. v .; die Kosten wurden
auf 1000 Mark veranschlagt; er brauchte dafür
weit mehr Zeit als veranschlagt; O seine Hilfe
kann man nicht hoch genug v. (bewerten, ein
schätzen)
veranstalten, veranstaltete, hat veranstaltet ein
Unternehmen (2.1), an dem viele Personen als M it
wirkende, als Zuschauer, Zuhörer teilnehmen,
(organisieren und) stattfinden lassen: eine Tagung,
ein Autorennen v .; dazu Veranstalter, der; -s, -
Veranstaltung, die; -,
- e n 1. das Veranstalten: die
V. einer Tagung, Volkszählung — 2 . das, was ver
anstaltet wird: eine sportliche, geschlossene V.; an
einer V. teilnehmen; die V. beginnt um 20 Uhr
verantworten, verantwortete, hat verantwortet 1.
etw. v . sich mit dem, was man veranlaßt hat, mit
seinem Handeln, Verhalten identifizieren und ge
gebenenfalls die Folgen tragen: eine Maßnahme,
Entscheidung v.; etw. jmdm. gegenüber, vor
jmdm. v .; eine solche Handlungsweise ist nicht
zu v .; ich kann das nicht v. — 2. sich rechtfertigen,
sich verteidigen: du wirst dich dafür v. müssen;
1232
verantwortlich — Verbannung
er muß sich vor Gericht (wegen Unterschlagung) v.
verantwortlich /A dj./1 . die Verantwortung für etw.9
jmd n . tragend: der verantwortliche Minister; für
etw. (jmdm. gegenüber) v. sein; sich für etw.,
jmdn. v. fühlen; jmdn. (für etw.) v. machen
(jmdn, verpflichten, die Folgen seiner Handlung zu
tragen; behaupten, daß jmd. die Schuld an etw .
trägt); für etw. v . zeichnen (durch Unterschrift die
Verantwortung für etw. übernehmen); die Verant
wortlichen zur Rechenschaft ziehen — 2* mit Ver
antwortung verbunden, Verantwortung erfordernd:
eine verantwortliche Aufgabe, Stellung
Verantwortlichkeit, die;
-en 1.1. jo. PI./ das
Verantwortlichsein: die V. eines Leiters für die
Planerfüllung 1.2 . /nur im Pl.f die Verantwort
lichkeiten (Bereiche, für die jmd. verantwortlich ist)
abgrenzen, festleg en
Verantwortung, die;
/o. Pl.f 1. jmdm. zukom
mende, zufallende Aufgabe, Verpflichtung, Bereit
schaft, für sein od. ein von ihm veranlagtes Tun,
Nichttun Rechenschaft abzulegen und die Folgen zu
tragen: eine schwere V.; die V. (für etw., jmdn.)
haben, tragen, übernehmen, ablehnen; sich der
V. entziehen; auf deine V. (du mußt das verant
worten)! — 2 . jmdn. (für etw., wegen einer Sache)
zur V. / ziehen
verantwortungs/Verantwortungsl -bewußt /Adj./
der (übernommenen) Verantwortung bewu ßt: v.
handeln; dazu -bewußtsein, das; -gefühl, das
jo. P L / Bereitschaft, für etw. die Verantwortung zu
tragen (ohne dazu verpflichtet zu sein); -los /A dj./
in einer nicht zu verantwortenden A rt und Weise:
v. handeln; dazu -losigkeit, die; -, jo. Pl.f; -voll
/A dj.f 1. verantwortungsbewußt: ein verantwor
tungsvoller Forscher — 2 . m it großer Verant
wortung verbunden: eine verantwortungsvolle Arbeit
verarbeiten, verarbeitete, hat verarbeitet 1.1 . etw.,
bes. einen Rohstoff, in einem Arbeitsprozeß zu
einem (anderen) Produkt umformen: Holz, Metall
v .; Fleisch zu Wurst, den Stoff zu einem Kleid v.
1.2 . etw. durch geistige Arbeit in etw. umsetzen, für
etw. nutzbar machen: er verarbeitete seine N otizen
zu einem Artikel; Daten, Materialien v .; das Ge
hirn nimmt Signale auf und verarbeitet sie; das
Kind kann so viele Eindrücke nicht so schnell v.
(bewältigen); dazu Verarbeitung, die; jo. Pl.j
verargen jsw. Vb.; hat/ geh. jmdm. etw. übel
nehmen: ich kann es Ihnen nicht v., wenn Sie
sich anders entscheiden
verärgern jsw. Vb.; hat/ jmdn. ärgerlich machen,
verstimmen: wir haben ihn mit unserem Ansinnen
verärgert; deine Bemerkung hat ihn sehr verärgert;
wir waren darüber verärgert
verarmen jsw. Vb.; ist/ 1. seinen Besitz, sein Ver
mögen verlieren, arm werden: eine verarmte Adels
familie — 2 . g eistig v . (geistig anspruchslos werden)
verarzten, verarzten, verarztete, hat verarztet
u m g . jmdn. v . jmdm. notdürftig Erste Hilfe leisten:
die Mutter hat die Kleine erst einmal selbst ver
arztet; O scherzh. nun waren alle Gäste, Warten
den verarztet (versorgt 2, abgefertigt 1.3)
verästeln, sich jsw. Vb.; hat/1 .1 . der Baum hat sich
stark verästelt (hat sich in viele kleine Äste ver
zweigt) 1.2 . Blutgefäße, Nervenfasern v. sich (gehen
in mehrere, immer kleinere Stränge über)
verausgaben jsw. Vb.; hat/ 1.1 . für den Bau des
Ferienheims hat der Betrieb 200000 Mark ver
ausgabt (ausgegeben, verbraucht); die verausgabte
Summe überstieg den Voranschlag 1.2 . sich v .
sein Geld völlig ausgeben, verbrauchen: diesen
Monat, durch den Kauf des Autos hat er sich
total verausgabt 1.3. sich, etw. v . seine körper
lichen, geistigen Kräfte in einer Tätigkeit ver
brauchen: der Sportler hat sich beim Endlauf
völlig verausgabt; zu 1.1 u. 1.3 Verausgabung, die;
-, jo. Pl.f
verauslagen jsw. Vb.; hat/: für jmdn. Geld v. (für
jm d n . Geld auslegen)
veräußerlich /Adj.; nicht adv.j: die Rechte an
diesem Werk sind nicht v. (dürfen nicht veräußert
werden)
veräußern jsw. Vb.; hat/ etw., bes. einen (wert
vollen) Gegenstand aus seinem Besitz, verkaufen,
bes. um dadurch zu Geld zu kommen: er will einige
Gemälde aus seiner Sammlung v.; er hat die
Rechte auf dieses Werk veräußert
Verb, das; -s, -en [v ..] Gramm, konjugierbares
Wort, das eine Tätigkeit, einen Vorgang, einen Z u
stand bezeichnet
verbal jAdj.j [v ..] 1. mit Worten, mündlich: der
Streit wurde nur v. ausgetragen — 2. Gramm.
a uf dem Verb beruhend, zum Verb gehörend, von
einem Verb abgeleitet
verballhornen jsw. Vb.; hat/ 1.1 . ein Wort, das
man für falsch hält, verbessern wollen, aber es in
Wirklichkeit dadurch entstellen: ein Wort v .; ein
verballhorntes W ort 1.2 . ein Wort entstellen, um
eine bestimmte, meist komische Wirkung zu erzielen:
einen Namen v.
Verband, der; -(e)s, Verbände I. aus Verbands
material (in bestimmter Technik) angelegte B e
deckung einer Wunde, eines erkrankten, verletzten
Körperteils: einen V. anlegen, erneuern; den V.
wechseln — I I .l . Vereinigung, Organisation von
Menschen(gruppen) zu r Wahrung und Durch
setzung gemeinsamer Interessen und Ziele: der V.
der bildenden Künstler, K onsumgenossenschaften;
der V. (Sportverband) der Ruderer; er ist Vor
sitzender des Verbandes; einen V. gründen; einem
V. beitreten, angehören — 2 . mehrere Truppen
teile einer od. verschiedener Waffengattungen unter
einem einheitlichen Kommando: ein motorisierter,
schlagkräftiger V.; militärische Verbände — 3 .
B io l . Gruppe zusammenlebender Tiere: der Ele
fant lebt meist nur in kleineren Verbänden —
4. B auw . Verbindung von Baumaterial, bes.
Ziegelsteinen, Balken, die beim Bauen über Fugen
verlegt worden sind , so d aß sie sich gegenseitig
stützen und eine größere Stabilität des Gebauten er
zielt w ird : Ziegelsteine, Balken im V. legen
Verband(s)| -kästen, der jPl.
- kästen/ Behältnis
m it Verbandmaterial, bes. für die Erste H ilfe;
- m aterial, das /vorw. Sg.j Material, bes. Binden,
Mull, Heftpflaster, m it dem Verbände (I) angelegt
werden können; -päckchen,»das in luftdichter Hülle
zu einem Päckchen zusammengelegte keimfreie K o m
presse und Binde aus M ull, bes. für die Erste H ilfe;
- zeug, das vgl. -m aterial
verbannen jsw. Vb.; hat/ jmdn. aus einem bestimm
ten Gebiet, Ort, Land ausweisen (und ihn zum A uf
enthalt an einen w eit entfernt gelegenen Ort schicken),
um ihn dadurch zu strafen: er wurde für drei Jahre
(auf eine Insel) verbannt; dazu Verbannung, die;
-,
- e n jvorw. Sg.j
verbarrikadieren — verbinden
1233
verbarrikadieren jsw. Vb.; hat/ etw., sich v. zur
Deckung, Verteidigung den Zugang zu etw., zu sich
durch aufgetürmte Gegenstände, hingestellte H ind e r
nisse versperren: die Tür war verbarrikadiert; er
hatte sieh im Haus verbarrikadiert
verbauen jsw.Vb.; h at/1.1 . etw. durch ein Bauwerk
versperren: durch den Neubaublock wurde uns die
Aussicht auf die, der gerade W eg zu den Gärten
verbaut 1.2 . jmdm., sich etw. v .: durch diese
dumme Sache hat er sich seine Zukunft verbaut
(die Möglichkeiten zum Weiterkommen versperrt) —
2.1 . Baum aterial für die Errichtung eines Baues
verbrauchen: die Steine sind alle verbaut worden
2.2 . Geld für die Errichtung eines Baues verbrau
chen: er hat sein ganzes Geld verbaut — 3 . das
Haus ist völlig verbaut (ist hifisichtlich seiner
räumlichen Aufteilung völlig unzweckmäßig an-
gelegt)
verbeißen, verbiß, hat verbissen j / auch ver
bissen/ 1. (sich) etw., bes. eine (Gefühlsäußerung,
v. etw., bes. eine (Gefühlsäußerung, m it Mühe zu
rückhalten, unterdrücken: (sich) den Schmerz, das
Lachen v .; er verbiß sich, etwas dazu zu sagen —
2. ein Tier verbeißt sich in etw., jmdn. ein Tier
beißt sich an etw., jmdm . fest und läßt nicht los:
die Hunde haben sich ineinander verbissen; der
Tiger hat sich in den Arm des Dompteurs ver
bissen; O er hat sich l n diesen Gedanken, in seine
Arbeit verbissen (hält hartnäckig an diesem Ge
danken fest, widmet sich seiner Arbeit fanatisch und
zäh) — 3 . fachspr. fvon Schalenwild, Hasen,
Kaninchen/ Wild verbeißt einen Baum (Wild be
schädigt einen Baum durch Abbeißen von Trieben
und Knospen, so daß er im Wachstum geschädigt
w ird od. eingeht)
verbergen (er verbirgt), verbarg, hat verborgen
1.1 . jmdn., sich, etw. den Blicken, dem Zugriff
anderer entziehen, jm d n ., sich, etw. verstecken: ein en
Verfolgten in seinem Haus v., verborgen halten;
er verbarg sich hinter einem Strauch; sich vor
jmdm. v .: sich vor den Verfolgern v.; das Gesicht
in den Händen v. (die Hände so vor das Gesicht
halten, daß sie es bedecken); eine verborgene (ab
gelegene, von etw. verdeckte) Ecke des Parks; deine
Absicht ist mir nicht verborgen geblieben (habe ich
erkannt); im verborgenen (von anderen unbemerkt)
bleiben 1.2 . etw. nicht merken lassen: seine Freude,
Erregung über etw. v . ; er verbarg seine Unsicher
heit hinter forschem Auftreten — 2 . jmdm. etw.
verheimlichen: warum ha st du das alles vor uns
verborgen?; er teilte ihr seine verborgensten
(heimlichsten) Gedanken mit; er h at offenbar etwas
zu v. (verheimlicht offenbar etwas, das ihn belasten
könnte)
verbessern jsio.' Vb.; hat/ 1.1 . etw. verändern und
dadurch besser, schöner, vollkommener, wirksam er
machen: die Lebensbedingungen der W erktätigen
v.; die Qualität der Stoffe v.; eine neue, ver
besserte Auflage eines Lexikons; er konnte sich,
seine Leistungen v. (steigern 1.1) 1.2 . sich v.
besser werden: die Lebensbedingungen haben sich
verbessert 1.3 . er hat die Arbeitsstelle gewechselt,
weil er sich finanziell v. kann (einen höheren Lohn,
ein höheres Gehalt erhalten kann) — 2 . etw., jmdn.,
sich korrigieren, berichtigen: einen B echen-, B echt-
schreibfehler, die Aussprache eines W ortes v .;
jmdn. v . (jmds. sprachlich fehlerhafte Äußerung
korrigieren); ich muß mich v . (muß berichtigen,
was ich gesagt habe)
Verbesserung, die; -,
-e n 1. jzu verbessern 1.1 u. 2f
das Verbessern; zu 1.1: die V. der Arbeits- und
Lebensbedingungen, Leitungstätigkeit; die tech
nische V. des Produktionsablaufs; zu 2: als Haus
aufgabe erhielten die Schüler die V. (Berichtigung
der Fehler) des Diktats — 2 . jzu verbessern 1.1/
das Verbesserte: eine technische V. iii die Produk
tion überführen
Verbesserungs|Vorschlag, der jvorw. in der soz.
Prod uktion gebraucht! Vorschlag, durch den etw.
(technologisch) verbessert werden kann: durch den
V. konnte der Betrieb beträchtliche Mittel ein
sparen
verbeugen, sich /sw. Vb.; hat/ sich (vor jmdm.) v.
vor jmdm., bes. zum Gruß od. zum Zeichen der Ehr
erbietung, K opf und Oberkörper nach vorn beugen:
sich tief (vor jmdm.) v.; er verbeugte sich vor
dem Publikum; dazu Verbeugung, die; -,
-en:
eine
tiefe V. machen
verbeulen /sw. Vb.; hat/ etw. v . verursachen, daß
etw., bes. ein Blechteil, durch Stoß, Druck Beulen
bekommt: bei dem Unfall wurde der rechte K ot
flügel verbeult; ein verbeulter (Beulen aufweisen
der) Eimer
verbiegen, verbog, hat verbogen 1.1 . einen meist
länglichen metallenen Gegenstand durch Biegen aus
seiner normalen, richtigen Form bringen und d a
durch krum m (und unbrauchbar), machen: D raht,
einen Nagel v.; verbogene Eisenträger; eine ver
bogene Stoßstange 1.2 . sich v. durch Biegen
krumm (und unbrauchbar) werden: die Lenkstange
hat sich verbogen
verbiestern jsw. F6 .;hat/ landsch., bes. norddt.
1. jmdn. verwirren, durcheinanderbringen: die
Fragerei hatte ihn völlig verbiestert — 2 . etw.
verärgert jmdn.: sein Beneh men verbiesterte die
Mitarbeiter; verbiestert dreinschauen
verbieten, verbot, hat verboten 1.1. jmdm. etw.
nicht erlauben: Jugendlichen unter 18 Jahren ist
der Eintritt verboten; Bauchen verboten (hier
darf nicht geraucht werden)!; er hat ihm sein Haus
verboten (untersagt, sein Haus zu betreten); ver
botener Weg (Weg, der nicht begangen, befahren
werden darf) 1.2 . etw. verbietet (jmdm.) etw. etw.
erlaubt jmdm. etw. nicht: das verbietet (mir) mein
Stolz, Ehrgefühl; etw. verbietet sich von selbst
(ist aus Gründen, die in der Sache selbst liegen,
nicht möglich)
+ u m g . verboten (unmöglich, komisch) aussehen:
er sieht in diesem Mantel verboten aus; — jmdm.
den / Mund v.
verbilden, verbildete, hat verbildet jvorw. im
Pass./ 1. er ist durch diesen Unterricht verbildet
(worden) (ihm sind dadurch falsche Wertmaßstäbe
anerzogen worden); ein verbildeter Geschmack —
2. durch das mangelhafte Schuhwerk sind seine
Füße verbildet (deformiert 2) (worden)
verbilligen jsw. Vb.; hat/ etw. v . den Preis für
etw. herabsetzen: der Artikel wurde verbilligt;
jvorw. im Part. Prät.j verbilligte Eintrittskarten
verbinden, verband, hat verbunden 1.1 . jmdm. die
Augen v. (jmdn. am Sehen hindern, indem man
ihm ein Tuch um die Augen bindet) 1.2 . jmdn., etw.
v . jmdm . einen Verband anlegen, eine Wunde, einen
erkrankten, verletzten Körperteil mit einem Verband
1234
verbindlich — verblassen
bedachen: den Verletzten v .; eine Wunde, die ver
letzte Hand notdürftig, frisch v.
—
2.1 . Gegen
stände, bes. Teile, durch etw. aneinander, m itein
ander befestigen: Maschinenteile durch Schrauben
v .; die Räder sind durch eine Achse miteinander
verbunden 2.2 .1 . etw. mit etw. v . etw. so an etw.
befestigen, durch etw. m it etw. anderem zu einer
Einheit machen, daß zwischen beiden ein Prozeß
vor sich gehen kann: den Schlauch mit dem Wasser
hahn, das Radio mit dem Stromnetz v. 2 .2 .2 . etw.
verbindet etw. m it etw. etw. bildet einen (Ver
kehrsw eg zwischen Bereichen (1), Orten: ein Damm
verbindet die Insel mit dem Festland 2.3 . eine
telefonische Verbindung hersteilen: v . Sie mich bitte
mit Berlin, mit der Telefonnummer...; einen
Augenblick bitte, ich verbinde; Entschuldigung,
falsch verbunden — 3 .1 . mehrere (verschiedene)
Dinge zu einem Ganzen machen: Buchstaben zu
Wörtern v.; Kalk, Wasser und Sand zu Mörtel v.
3.2 . Chem. etw. verbindet sich mit etw. zu etw.
eiri Stoff, chemisches Element vereinigt sich m it
einem anderen zu einer chemischen Verbindung:
Chlor verbindet sich mit Natrium zu Kochsalz —
4.1 . etw. ist mit etw. verbunden etw. ist an be
stimmte Voraussetzungen, Bedingungen, Umstände
gebunden: die Aufgabe ist mit großer Mühe ver
bunden; die Erbschaft war mit bestimmten Be
dingungen verbunden 4.2 . etw. verbindet sich für
jmdn. mit etw. etw. steht für jmdn. mit etw. in Zu
sammenhang: für ihn verbindet sich mit diesem
Namen, Begriff nichts 4.3 . etw. mit etw. anderem
gleichzeitig erledigen: das Angenehme mit dem
Nützlichen v.; er hat die Dienstreise mit einem
Besuch bei uns verbunden — 5 .1 . etw. verbindet
Menschen etw. schafft und erhält enge Beziehungen
zwischen Menschen: uns v. gemeinsame Inter
essen; die beiden verband eine feste, jahrelange
Freundschaft 5.2 . etw. verbindet jmdn. mit
jmdm., etw. jmd. hat durch etw. eine enge Be
ziehung zu jmdm., etw.: durch jahrelange Tätig
keit war er aufs engste mit ihm, mit dem Betrieb
verbunden; unvergeßliche Erlebnisse v. ihn mit
diesem Land — 6 . sich mit jmdm. verbünden: sie
haben sich zu gemeinsamem Vorgehen verbunden
+ sich jmdm. verbunden fühlen (sich jmdm. zu
getan, mit jmdm. solidarisch fühlen); vera ltend
geh. jmdm. verbunden sein jmdm. zu Dank ver
pflichtet sein: ich bin Ihnen sehr verbunden
verbindlich /A dj.f 1.1 . freundlich und zuvorkom
mend: der Verkäufer h at eine verbindliche Art;
ein paar verbindliche W orte wechseln; v. lächeln
1.2 . verbindlich(st)en Dank fDankesformell — 2 .
verpflichtend (1, 3.1): eine verbindliche Ab
machung ; diese Anordnung ist für alle Mitarbeiter
v .; etw. v. Zusagen
Verbindlichkeit, die;
-en 1. /nur im Pl.f er ver
suchte, uns m it ein paar Verbindlichkeiten (höf
lichen Redensarten) loszuwerden — 2 . fo. Pl.f zu
erfüllende Verpflichtung (1): die V. des Völker
rechts — 3 . /vorw. Pl.f Pflicht zur Zahlung einer
Geldsumme, bes. von Schulden: Verbindlichkeiten
erfüllen, (gegen jmdn.) haben
Verbindung, die; -, -en 1./zu verbinden 2.1 u. 2 .2 .2/
jdas Verbinden; zu 2.1: die V. der einzelnen Bau
teile ausführen; zu 2.2 .2: die V. der beiden Städte
soll später von einer S-Bahn übernommen werden
—
2.1 .1 . das, was etw. m it etw. verbindet (2.2 .2):
dieser Damm ist die V. der Insel zum Festland
2.1 .2 . /vorw. Sg.; zu verbinden 2.2/ Zustand des
Verbundenseins (von etw.) mit etw.: die V. m it dem
Stromnetz hersteilen; durch die starken Schnee
fälle ist der Ort von jeder V. zur Außenwelt ab
geschnitten 2 .2 . Verkehrsverbindung: eine direkte
V. zur Hauptstadt, nach B ; die schnellste V. dort
hin ist die Eisenbahn 2.3 . /vorw. Sg./ Möglichkeit,
m it jmdm . telefonisch zu sprechen: die V. her
steilen; keine V. bekommen 2.4. (enge) Beziehung
zwischen (Gruppen von) Menschen, zu jmdm., zu
etw.: freundschaftliche, politische, internationale
Verbindungen; ich habe die V. zu ihr verloren,
abgebrochen; mit jmdm. V. haben, in V. stehen,
treten; sich mit jmdm. in V. setzen 2.5 . /vorw.
PI./ Beziehung (1-3): gute Verbindungen haben;
er weiß seine Verbindungen zu nutzen, hat keiner
lei V.
—
3. Beziehung (2), Zusammenhang: die
Polizei brachte sein Verschwinden mit dem Ver
brechen in V.; eine V. zwischen gewissen Vor
kommnissen sehen; eine enge V. zwischen Theorie
und Praxis; /in der Verbindung/ in V. mit zu
sammen mit: die verbilligte Fahrkarte gilt nur in
V. mit dem Studentenausweis — 4 . Verbindungs
linie: eine Gerade ist die kürzeste V. zwischen zwei
Punkten — 5 . Chem. Stoff, der durch chemische
Vereinigung von verschiedenen chemischen Elemen
ten, Stoffen entstanden ist: Kochsalz ist eine che
mische V.
—
6. organisatorischer Zusamm en
schluß : eine geheime, verbotene V .; eine / schla
gende V.
—
7. Sprachwiss. eine syntaktische,
semantische Einheit bildende Gruppe von Wörtern
Verb|ndungs| -linic, die Linie, die zwei Punkte (3)
verbindet: die Gerade ist die kürzeste V. zwischen
zwei Punkten; -mann, der /PL -männer, -leute/
jm d ., der beauftragt, eingesetzt ist, in Angelegen
heiten einer bestimmten Verbindung (2.4) tätig zu
sein: jmdn. als V. einsetzen; -tür, die Tür zwischen
zwei Räumen
verbissen /Adj.; / auch verbeißen/ 1. ein ver
bissenes (Ärger, Angespanntheit ausdrückendes)
Gesicht machen; er sah v. aus — 2 . hartnäckig und
zäh: v ., m it verbissenem Fleiß an einer Aufgabe
arbeiten; die Mannschaft kämpfte v. um den Sieg
—
3. /adv./ das darfst du nicht so v. sehen (so
ernst nehmen)!; zu 2 Verbissenheit, die; -, /o.
PI./
verbitten, sich, verbat sich, hat sich verbeten
sich etw. v . nachdrücklich von jmdm. verlangen,
etw. zu unterlassen, weil man es als Affront emp
findet: er verbat sich jede Einmischung in seine
persönlichen Angelegenheiten; diesen Ton ver
bitte ich mir!
verbittern /sw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. verbittert jmdn.
Enttäuschung über Mißerfolge, erlittenes Unrecht
erfüllt jmdn. m it ständiger Unzufriedenheit, stän
digem Groll, macht jmdn. pessimistisch und unzu
gänglich: seine Erfolglosigkeit hat, die ständigen
Schikanen haben ihn verbittert; ein verbitterter
alter Mann 1.2 . sich etw. v . sich die Freude, Lust
an etw. verderben: sich das Leben, den Urlaub
nicht v. lassen; zu 1.1 Verbitterung, die; -, /o. Pl.j
das Verbittertsein
verblassen, verblaßte, ist verblaßt etw. verblaßt
1.1 . der Farbton, die Färbung von etw. läßt in der
Intensität nach: die Tapeten, Farben sind schon
etwas verblaßt; ein verblaßtes Foto 1.2 . die Er
Verbleib — verbreiten
1235
innerung an dieses Erlebnis verblaßt (schwindet)
langsam
Verbleib, der; -(ejs, jo. Pl.f Ort, wo sich eine ge
suchte, vermißte Person, Sache befindet: jmds. V.
ermitteln; niemand weiß etwas über seinen V.,
über den V. des Buches
verbleiben, verblieb, ist verblieben 1* wie seid Ihr
(mit ihm) verblieben (was habt Ihr miteinander,
habt Ihr mit ihm vereinbart)?; wir sind so ver
blieben (wir haben vereinbart), daß er g eht, wenn
wir bis zwölf Uhr nicht bei ihm sind — 2 . etw.
verbleibt jmdm. etw. bleibt jmdm. von einer größeren
Menge übrig: das Geld, das ihm verblieben war,
reichte dafür nicht aus; die noch verbliebenen
Urlaubstage wollte er in B verbringen — 3 . bleiben
(1): fvorw. in amtlichen Verlautbarungen! er muß
noch eine Woche im Krankenhaus v.; die Unter
lagen v. beim Gericht; nach diesem Vorfall w^r
sein weiteres Verbleiben in diesem Betrieb nicht
möglich; v e r a lt e n d /als Schlußformel unter
Briefen/ mit besten Grüßen verbleibe ich (bin ich
weiterhin, bleibe ich) ihr F. M.
verbleichen, verblich, ist verblichen 1.1 . verblassen:
die Farben des Vorhangs sind schon verblichen;
das verblichene Blau der Jacke 1.2 . die Erinnerung
daran verblich (schwand) allmählich
verblenden, verblendete, hat verblendet 1. etw.
verblendet jmdn. etw. raubt jmdm. die Einsicht,
Vernunft: seine Erfolge hatten ihn völlig ver
blendet; von Haß, Eifersucht verblendet sein; sie
waren völlig verblendet (irregeführt) — 2 . fa ch -
sp r. Mauerwerk, eine Wand mit etw., bes. einem
wertvollen M aterial, verkleiden: den Sockel des
Hauses mit Kacheln v.
verblöden, verblödete, ist verblödet 1. schwach
sinnig werden: durch eine Krankheit v. — 2. umg.
stumpfsinnig werden: bei solcher eintönigen Arbeit
verblödet man
verblüffen jsw. Vb.; hat/ jmdn. so in Erstaunen
versetzen, daß er nicht sogleich weiß, was er sagen,
tun soll: seine Antwort verblüffte uns; er ver
blüffte uns mit seinen Kenntnissen; ihn konnte
nichts v .; es ist verblüffend (erstaunlich, über
raschend), wie schnell er das begriffen hat; er war
völlig verblüfft (erstaunt, überrascht), als er uns
dort sah; dazu Verblüffung, die; -, fo. Pl.f das
Verblüfftsein
verblühen jsw. Vb.; ist/ aufhören zu blühen: die
Astern v. rasch bei diesem Wetter, sind schon
verblüht; <> ihre Schönheit ist verblüht
verblümt fA d j.f durch Umschreibung verhüllt: sich
v . ausdrücken
verbluten, verblutete, ist verblutet an starkem Blut
verlust sterben: er verblutete am Unfallort; wäre
die Hilfe nicht sofort gekommen, wäre er ver
blutet
verbocken jsw. Vb.; hat/ salopp: wer hat denn
das verbo ckt (wer hat denn dies angestellt, ver
schuldet)?
verbohrcn, sich fsw. Vb.; hat/ umg. sich in etw. y.
sich starrsinnig auf eine abwegige Ansicht, auf ein
Vorhaben festlegen: sich in eine Idee v .; fvorw. im
Part. Prät.f ein verbohrter (starrsinnig auf etw.
festgelegter) Mensch; verbohrte Ansichten haben;
verbohrt sein; dazu Verbohrtheit, die; -, jo. Pl.f
verborgen fsw. Vb.; hat/: etw. (an jmdn.) v.
(jmdm. etw. leihen 2)
Verbot, das; -(e)s, -e Aufforderung, Anordnung,
mit der jmd. jmdm. verbietet, etw. Bestimmtes zu
tun: ein polizeiliches, ärztliches, strenges V.; sich
an ein V. halten; gegen ein V. verstoßen
Verbots| -Schild, das Schild , auf dem ein Verbot
schriftlich fixiert ist: ein V. mit der Aufschrift
,Rasen betreten verboten4; -tafel, die vgl. -Schild;
- Zeichen, das ein Verbot ausdrückendes Pikto
gramm
verbrämen fsw. Vb.; hat/ 1. ein Kleidungsstück v.
den Batid von einem Kleidungsstück verzierend (mit
Pelz) einfassen: ein mit Pelz verbrämter Mantel
—
2. etw., das als negativ empfunden wird, durch
Hinzufügen von etw. als angenehm Empfundenem
positiv erscheinen lassen: einen trockenen Tat
sachenbericht mit Humor v . ; eine Ablehnung mit
schönen Worten v.
verbraten (er verbrät), verbriet, hat verbraten
salopp: alles Geld hat er an einem Abend v.
(ausgegeben)
Verbrauch, der; -(e)s, fo. Pl.f, f a c h s p r . Verbräuche
1.1 . die Hautcreme ist sehr sparsam im V. (man
braucht davon nur wenig zu nehmen) 1.2 . verbrauchte
Menge (von Waren): ein hoher V. an B u tter
verbrauchen fsw. Vb.; hat; / auch verbraucht/
etw. v . 1.1 . etw. so verwenden, daß davon nichts
übrigbleibt: er hat diesen Monat wieder über 1000
Mark verbraucht; wenig, viel Butter, Gas, Strom
v .; das Auto verbraucht zwölf Liter auf hundert
Kilometer; alle Vorräte waren verbraucht 1.2 . etw.
durch Gebrauch abnutzen, verschleißen: er v er
braucht viel Schuhwerk; die Luft im Zimmer war
ziemlich verbraucht (arm an Sauerstoff und nicht
mehr frisch)
Verbraucher, der; -s, - jmd., der Waren, Produkte
zum (persönlichen) Verbrauch kauft
Verbraucherpreis, der Preis, den der Verbraucher
für eine Ware, ein Prod ukt bezahlen muß
verbraucht jA d j.; / auch verbrauchen/ durch
Arb eit, ein schweres, hartes Leben nicht mehr
leistungsfähig: er ist, fühlt sich v.; v. aussehen
verbrechen (er verbricht), verbrach, hat verbro
chen /nur im Perf. u. Plusquamperf.j umg. etw.
Schlimmes, Unrechtes tun: was haben wir denn
verbrochen?
Verbrechen, das; -s, - schwere Verletzung des Straf-
rechts, schwere strafbare Handlung (für die eine
Freiheitsstrafe von mindestens zwei Jähren verhängt
wird): ein V. begehen, aufdecken, aufklären, be
strafen; ein V. gegen die Menschlichkeit
Verbrechens | -aufklärung, die Aufklärung von Ver
brechen; -bekämpfung, die Bekämpfung von Ver
brechen
Verbrecher, der; -s, - jm d ., der ein Verbrechen be
geht, begangen hat
verbrecherisch fAdj.f 1.1 . eine verbrecherische
Handlung (ein Verbrechen) 1.2 . femot.f verbreche
rische Elemente ( Verbrecher) — 2 . verbrecherische
(in hohem Grade verantwortungslose) Machen
schaften
verbreiten, verbreitete, hat verbreitet j/* auch
v erbreitet/ 1.1. etw. überall bekanntmachen: eine
Nachricht überall, durch Rundfunk, Fernsehen
v.; ein Gerücht v. 1 .2 . sich v .: diese Neuigkeit
verbreitete sich sofort, sehr schnell (wurde sofort,
sehr schnell überall bekannt) — 2 . sich y. von
irgendwo aus (durch Zunahme) einen immer größe-
79 Wörterbuch
1236
verbreitern — verdächtig
ren Bereich (1) einnehmen: dicker Qualm, U n
kraut verbreitete sich über den Platz; nach der
Abreise der Gäste verbreitete sich im H aus eine
wohltuende Stille —8 . jmd., etw. ruft in seinem Um
kreis, um sich herum, etw. Bestimmtes hervor: er ver
stand es, eine Stimmung der Heiterkeit (um sich)
zu v .; der verdorbene Fisch verbreitete einen un
angenehmen Geruch; der Krieg verbreitet (erregt
überall) Angst und Schrecken — 4 . umg. sich v.
sich weitläufig über etw. äußern: sich über ein
Thema v,
verbreitern /sw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. (durch bauliche
Maßnahmen) breiter machen: die Straße v . 1 .2 .
sich v. breiter werden: zum Marktplatz hin ver
breitert sich die Straße
verbreitet fA dj.; /* auch verbreiten/: v . (in vielen
Gebieten) trat Niederschlag auf; eine verbreitete
(weithin anzutreffende) Ansicht
verbrennen, verbrannte, h at/ist verbrannt 1. (hat)
1.1 . etw. durch Brennen vernichten: alte Briefe,
Laub v . 1 .2 . jmdn. v . (jmds. Leichnam einäschern)
1.8 . Chem. Biol. Stoffe unter Einwirkung von
Sauerstoff chemisch umsetzen: Kohlenhydrate wer
den unter Mitwirkung von Sauerstoff zu Kohlen
dioxid und Wasser verbrannt — 2 . (ist) 2.1 . etw.
wird durch Brennen vernichtet, jmd. kommt durch
Brennen um: die Dokumente sind alle mit ver
brannt; bei der Explosion sind mehrere Menschen
verbrannt 2.2 . etw. verkohlt durch zu intensive Ein
wirkung von Hitze und wird ungenießbar: fvorw.
im Part. Prät.j der Kuchen, Braten ist völlig ver
brannt 2.8. etw. wird durch zu intensive Einwirkung
von Hitze zerstört: der Basen verbrennt bei der
langanhaltenden Hitze — 8 . (hat) 3.1 . sich v. sich
eine Brandwunde zuziehen: er h at sich (an der
Ofentür) verbrannt 3.2 . sich, jmdm. etw. v . sich,
jmdm. an etw. eine Brandwunde zufügen: mit der
heißen Brühe habe ich mir die Zunge verbrannt;
die Sonne hat ihm den Rücken verbrannt —■4.
(hat) die Sonne hat sein Gesicht verbrannt (ge
bräunt) ; er war verbrannt
+ sich die / Finger, den /* Mund, die / Pfoten,
/ Schnauze, / Zunge v.
Verbrennung, die; -,
-e n 1. fo. PL; zu verbrennen
1/; zu 1.1: die V. von Müll — 2. Schädigung der
Haut durch Feuer, Hitze: Verbrennungen ersten,
zweiten Grades
Verbrennungs| -kraftmaschine, die fa ch sp r .
Maschine, die die bei der durch rasches Verbrennen
eines Gemisches von Kraftstoff und Luft in einem
Zylind e r entstehende Wärmeenergie i n nutzbare
mechanische Energie umwandelt; -motor, der Ver
brennungskraftmaschine; -produkt, das bei der und
durch die Verbrennung (1.3) entstehender Stoff; -pro-
zeß, der Vorgang des Verbrennens (1): die Atmung
ist ein biologischer V .; -wärme, die Wärmemenge,
die bei der vollständigen Verbrennung von festem,
flüssigem od. gasförmigem Brennstoff frei wird
verbriefen jsw. Vb.; hat/ etw. als berechtigten A n
spruch, als Recht urkundlich festlegen: fvorw. im
Part. Prät.f verbriefte Rechte, Ansprüche
verbringen, verbrachte, hat verbracht eine be
stimmte Zeit irgendwie, irgendwo zubringen: die
Zeit mit Lesen, krank im B ett v.; eine schlaflos
verbrachte Nacht
verbrüdern, sich jsw. Vb.; hat/ sich mit jmdm. eng
(für ein gemeinsames Ziel) zusammenschließen, sich
m it ihm solidarisieren: die Soldaten verbrüderten
sich mit den revolutionären Arbeitern; dazu Ver
brüderung , die; -,
-en
verbrühen, sich fsw. Vb.; hat/ sich durch heißes,
kochendes Wasser (etw.) verbrennen: er h at sich
beim Kochen (die Finger) verbrüht
verbuchen fsw. Vb.; hat/ einen Betrag als Ein
nahme od. Ausgabe verzeichnen: Zahlungen, eine
Summe als Verlust v .; <0 etw. als Erfolg v.
verbuddeln fsw. Vb.; hat/ la n d s ch . etw. vergraben
(1)
Verbum, das; -s, Verba [v..] Gramm, s. Verb
verbummeln jsw. Vb.; hat/ umg. 1. Zeit ungenutzt,
m it Müßiggang verbringen: er hat seinen ganzen
freien Tag verbummelt — 2 . er hat seinen Arzt
termin verbummelt (aus Nachlässigkeit nicht wahr-
genommen) — 3 . er hat seinen Ausweis verbum
m e lt (verlegt, verloren)
Verbund, der; -(e)s, -e 1. T ech n . stabile Einheit
verschiedener, miteinander verbundener Stoffe: Stahl
beton ist ein Beispiel von V.
—
2. fo. Pl.f Kraft
werke arbeiten im V. (bilden durch Koppelung eine
technisch-produktive Einheit)
verbünden, sich, verbündete sich, hat sich ver
bündet f/ auch Verbündete/ sich mit jmdm. v .
(ein Bündnis mit jmdm. schließen)
Verbundenheit, die; -, fo. PL; zu verbinden 5/ das
Verbundensein: die brüderliche V. mit der Sowjet
union; er betonte seine V. mit dieser Stadt
Verbündete, der u. die; -n, -n f / t auch verbünden/
jmd., eine Gruppe, ein Staat, der mit jmdm., einer
Gruppe, einem Staat ein Bündnis geschlossen hat
Verbund] -netz, das Netz (3.2) von Leitungen, bes.
für Elektroenergie, d as von mehreren Werken ge
speist wird; -System, das vgl. -netz
verbürgen fsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. garantiert (1.2) *
(jmdm.) etw.: die Verfassung verbürgt uns das
Recht auf Arbeit 1.2 . etw. als richtig bestätigen
(1.1): er konnte die Wahrheit dieser Aussage nicht
v.; verbürgte Nachrichten — 2 . sich für etw.,
jmdn. v . für etw., jmdn. bürgen (2): ich verbürge
mich für seine Zuverlässigkeit
verbüßen jsw. Vb.; hat/: eine Freiheitsstrafe v .
(den durch eine Freiheitsstrafe festgelegten Z eit
raum in einer Strafvollzugsanstalt verbringen)
verchromen fsw. Vb.; hat/ [..k r ..] einen metallenen
Gegenstand mit Chrom überziehen: die Klingen der
Messer v. lassen; verchromte Stoßstangen
Verdacht, der; -(e)s, fo. Pl.f 1.1 . (begründete) Ver
mutung eines schuldhaften Verhaltens: es besteht
der dringende, nicht der geringste, leiseste V., daß
er ...; der V. fiel auf ihn; V. hegen; etw. erregt,
erweckt V.; in V. kommen, geraten; etw. bringt
jmdn. in V. (macht ihn verdächtig); fin den Ver
bindungen/ jmdn. im, in V. haben (verdächtigen);
im, in V. stehen (verdächtigt werden); V. schöpfen
(argwöhnisch werden) 1.2 . u m g . ich habe den V. (ich
vermute 1.1), daß er doch nicht kommen wird —
2. umg. etw. auf V. (hin) tun etw. aus der Er
wägung heraus, daß etw. eintreten, ein B edarf auf-
treten wird, vorsorglich tun: ich habe auf V. (hin)
einen Kuchen gebacken
verdächtig fAdj.j 1.1 . /nicht adv,/ des Diebstahls
v . sein (in Verdacht stehen, einen Diebstahl be
gangen z u haben) 1.2 . Verdacht erregend: ein ver
dächtiges Verhalten, Geräusch; das, er kam uns
v. vor;.sich v. machen (Verdacht erregen)
verdächtigen — verdienen
1237
verdächtigen / sw. Vb.; hat/ jmdn. einer Handlung
v . von jmdm. (begründet) vermuten, glauben, daß er
schuldhaft gehandelt hat, handelt (und dieses ä ußern) :
jmdn. einer Tat, des Diebstahls (unschuldig), v .;
Verdächtigung, die; -,
-en
Verdachts! -grund, der; -moment, das
verdammen jsw. 76 .; hat;
auch verdammt/ 1.
jmd n. , etw. (in emphatischer Weise) scharf ver
urteilen: jmdn. (wegen einer Tat, seines Verhal
tens) v.; er hat ihn verdammt, weil er...
—
2.
jmd. ist zu etw. verdammt jmd. muß etw. gegen
seinen Willen tun, sein, ohne Aussicht, dies ändern
zu können: durch den Unfall war er zu längerem
Nichtstun verdammt
verdammt jAdj.; / auch verdammen/ salopp
1.1 . /nur attr.f 1.1 .1 . so ein verdammter (übler,
gemeiner) Kerl, Bengel! 1.1 .2 . jemct.; drückt Ärger,
Unwillen ausf verdammter Mist! 1.2 . /Ausrufe des
Ärgers, Unwillens! : v. (nochmal)!; v. und zu
genäht! — 2 . Inicht präd.; drückt emotional einen
hohen Grad au sf: ich habe einen verdammten (sehr
großen) Hunger; es ist deine verdammte (un
bedingte, dringliche) Pflicht, ihm beizustehen; ich
bin v. (sehr) müde; er ist ein v. feiner Kerl
verdampfen fsw. Vb.; hat, ist/ 1.1 . Flüssigkeit in
den gasförmigen Aggregatzustand übergehen lassen
(hat) 1.2 . vom flüssigen in den gasförmigen Aggre
gatzustand übergehen (ist): das Wasser verdampft
beim Kochen 1.8 . sein Zorn war bald verdampft
(verflogen 2.2)
verdanken fsw. Vb.; hat/ 1.1. jmdm. etw. v . jmdm.
für etw. Dank schuldig sein: jmdm. viel, alles v.
1.2 . diesen Erfolg hat er nur dem Umstand zu v.
(ist nur aus dem Umstand zu erklären), d aß ...
1.8. iron. das habe ich nur dir zu v. (du bist
schuld daran), daß ich in eine solche Lage geraten
bin
verdattert fA d j.j u m g . durch eine unerwartete
Situation erschrocken und verw irrt: als er das hörte,
war er ganz v .; ein verdattertes Gesicht machen;
v. etw. stottern
verdguen jsw. Vb.; h a t/ 1.1 . aufgenommene Nahrung
durch die Tätigkeit des Verdauungsapparates in eine
für den Körper verwertbare Form überführen: er
hat das Essen gut, schlecht verdaut; eine schwer
zu verdauende Speise 1.2 . u m g . diese Neuigkeit,
die vielen Eindrücke muß ich erst v . (psychisch,
geistig verarbeiten, bewältigen)
verdaulich /Adj.; mir präd.; in Verbindung mit
leicht, schwer/: diese Speise ist leicht, schwer v.
(zu verdauen)
Verdauung, die; jo. Pl.j die Tätigkeit des Ver
dauungsapparates : eine gute V. haben; an schlech
ter V. leiden
Verdauungs| -apparat, der jvorw. Sg.j die Gesamt
heit der Verdauungsorgane; -beschwerden, die jPl.j
Beschwerden, die bei der Verdauung auftreten;
-Organ, das Organ, das beim Verdauen der auf
genommenen Nahrung mit beteiligt ist: Speiseröhre,
Magen, Leber sind Verdauungsorgane; -Spazier
gang, der Spaziergang nach der Einnahme einer
Mahlzeit z ur Förderung der Verdauung; -Störung,
die Störung der Verdauung
Verdeck, da s; -(e)s, -e (bewegliche) obere flächige
Begrenzung eines Wagens (1, 2): das V. eines
Autos; das V. des Kinderwagens herunterklappen
verdecken jsw. Vb.; hat/ 1. etw., jmd. verdeckt
79*
etw., jmdn. etw., jmd. befindet sich so vor, über
etw., jmdm., daß es, er nicht zu sehen ist: die
Bäume v. die Aussicht auf den See; er ist auf
dem Bild ganz verdeckt; ein verdeckter Knopf
verschluß — 2 . etw. verbergen, verheimlichen: s eine
wahren Absichten, eine Straftat v.
verdenken, verdachte, hat verdacht jmdm. etw.
übelnehmen, verargen: wer will, kan n es ihm v .,
wenn er sich verändern möchte?; jvorw. verneintf
man kann es ihm nicht v., daß er ...; das kann
ihm keiner, niemand v.
Verderb, der; -s, jo. P l.j 1. Obst, Fleis ch vor dem
V. (Verderben, Ungenießbarwerden) schützen — 2 .
Untergang, Verderben: der Alkohol wird noch ein
mal sein V. werden
-{- auf / Gedeih und V.
verderben (er verdirbt), verdarb, ist/hat verdorben
1. (durch Fäulnis, Gärung) ungenießbar werden
(ist): Pilze v. leicht, schnell; verdorbene Konser
ven — 2. (hat) 2.1. etw. v. bewirken, daß etw.
ungenießbar wird: die Köchin, das schlechte Ei,
zuviel Salz hat das Essen verdorben 2.2 . sich etw.
v.: wenn du bei diesem Licht liest, verdirbst du
dir die (schädigst du deine) Augen; er hat sich den
Magen verdorben (hat sich durch eine nicht ein
wandfreie Speise, durch zu reichliches Essen eine
Magenverstimmung zugezogen) 2.8 . jmdm. etw. v .:
jmdm. die Freude, den Spaß (an etw.) v. (ver
ursachen, daß jmd. keine Freude, keinen Spaß mehr
an etw. hat); er hat uns den ganzen Urlaub ver
dorben; der Anblick hat mir den Appetit ver
dorben 2.4 . u m g . jmd. verdirbt die Preise (zahlt
für etw. mehr, verlangt für etw. weniger als üblich,
was sich für andere Interessenten negativ auswirkt)
—
3. jmdn., etw. v . auf jmdn. einen (moralisch)
negativen Einfluß ausüben (hat): dieser Umgang hat
ihn, seinen Charakter verdorben
+ es mit jmdm. v . (zu jmdm. in ein schlechtes
Verhältnis geraten); — jmdm. das./* Konzept v.
Verderben, das; -s, jo. Pl.j 1.1 . Verhängnis: der
Alkohol war sein V. 1 .2 . jin den Verbindungen!
ins, in sein V. rennen, laufen (etw. blindlings t u n ,
was unweigerlich zum Verhängnis führt); jmdn.
ins V. stürzen (jmdn. unglücklich 1 machen)
verderblich jAdj.; nicht adv.j 1. schnell, leicht v e r
derbend : leicht verderbliche Lebensmittel — 2 . v o n
(moralisch) negativer Wirkung: verderblichen Ein
flüssen widerstehen .
verdeutlichen jsw. Vb.; hat/ etw. (durch Veran
schaulichung) deutlich er), leicht(er) begreifbar, v o r
stellbar machen: etw. an einem Beispiel, durch
einen Vergleich v.
verdeutschen jsw. Vb.; hat/: ein Fremdwort v.
(ins Deutsche übersetzen)
verdichten, verdichtete, hat verdichtet 1.1 . T ech n .
Gas, Flüssigkeit, Dampf v . (durch Druck in der
Ausdehnung verringern und dadurch die Dichte er
höhen) 1.2 . sich v . dichter (1.1) werden: der N eb el
hat sich verdichtet; <0> es v. sich Gerüchte, daß ...
—
2. die Busfolge wurde verdichtet (es wurden
mehr Busse eingesetzt, so daß die Busse in kürzeren
Abstä nd en verkehren)
Verdichter, der; -s, - T e ch n . Kompressor
verdienen jsw. Vb.; hat/ 1.1 .1 . etw., bes. Geld, fü r
Arbeit, eine Leistung bekommen: Geld v . ; in der
Stunde fünf Mark v .; sich nebenbei etwas v .;
sauer, schwer verdientes Geld 1.1 .2 . gut, schlecht
1238
Verdiener — Verdunk(e)Iung
v. (viel, wenig Geld für A rbeit, eine Leistung be
kommen) 1.2 . an etw. (etw.) v. bei einem Geschäft
(3) finanziellen Gewinn erzielen: er h at an dem
Verkauf dieser Stücke eine erhebliche Summe ver
dient; an, mit dieser Ware, dabei hat er sehr
wenig verdient — 2 .1 . jmd. verdient etw.: jmd.
verdient Lob, Dank (jmd. muß für etw. gelobt,
jmdm. muß für etw. gedankt werden); etw. ver
dient etw.: diese Tat verdient Anerkennung (muß
anerkannt werden); das hat er nicht verdient
(diese Behandlung wird ihm, seinem Verhalten nicht
gerecht); eine verdiente (gerechte) Strafe 2.2 . sich
um etw., jmdn. verdient machen sich tatkräftig für
etw., jmdn. einsetzen, für etw., jmdn. viel leisten:
er hat sich um die Stadt, um ihn verdient ge
macht ; mehrere verdiente Bürger (Bürger, die sich
um, bei etw. Verdienste erworben haben) wurden
geehrt; /in Ehrentiteln der DDR/ z. B. Verdienter
Arzt, Lehrer des Volkes
+ sich sein / Brot, seine / Brötchen v.; sich
mit, durch etw. eine goldene / Nase, die (ersten)
/* Sporen v.
Verdiener, der; -s, - 1.1. veraltend die Familie
hatte ihren einzigen V. (das einzige Familienmit
glied, das Geld verdiente) verloren 1.2 . jmd., der
an etw. verdient: die Rüstungskonzerne waren die
größten V. des K rieges
Verdienst, der; -es, -e durch Arbeit, Leistung er
worbenes Geld: ein monatlicher V. (Lohn, Gehalt)
von 800 Mark; einen guten, geringen, zusätzlichen
V. haben
2Verdienst, das; -es, -e 1.1 . anerkennenswerte L ei
stung, Tat, bes. zum Wohle anderer, zum Nutzen
der Gesellschaft: sein V. besteht darin, d aß ...;
etw. ist ein historisches V.; das ist nicht allein
sein V. 1 .2 . sich ein V., Verdienste erwerben etw.
leisten, das Dank, Anerkennung verdient: er hat
sich große Verdienste (um den Sport) erworben
Verdienst/verdienst| -ausfall, der Ausfall an Lohn,
Gehalt; -m öglichkeit, die /vorw. PI ./ Möglichkeit,
Gelegenheit zu verdienen; -orden, der: der / Vater
ländische V.; -spanne, die W irtsch . sich aus dem
Unterschied zwischen Herstellungskosten od. E in
kaufspreis und Verkaufspreis ergebender Gewinn;
- voll /Adj./ 1 .1. Dank, Anerkennung verdienend:
sein verdienstvolles Wirken als Arzt 1.2 . /nur attr./
anerkennenswerte Leistungen aufweisend: verdienst
volle Künstler, Sportler
verdientermaßen, verdientermaßen /Adv./: er be
kam das Lob v . (weil er das Lob verdient hatte)
verdonnern /sw. Vb.; hat/ salopp jmdn. (zu etw.)
verurteilen: er wurde zu zwei Jahren Haft ver
donnert; O sch erzh . er wurde dazu verdonnert,
eine Lage Bier zu spendieren
verdoppeln /sw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. um die gleiche
Anzahl, Menge, Größe, um das gleiche M aß ver
mehren: die Zahl zwei v .; sich v . : die Produktion
dieses Betriebes h at sich in diesem Jahr verdop
pelt (ist doppelt so groß geworden wie bisher) 1.2 .
stw. verstärken, steigern: seine Anstrengungen,
eeinen Eifer v.
verdorren jsw. Vb.; ist/: Pflanzen v. (werden
trocken, dürr, vertrocknen); verdorrte Zweige
verdrängen /sw. Vb.; hat/ 1.1 . jmdn. von seiner
Stelle drängen und sie dann selbst einnehmen: sie
haben uns von unseren Plätzen verdrängt; <0 er
ist aus seiner Stellung verdrängt worden 1.2 . das
Schiff verdrängt 2 000 Tonnen (füllt den Raum von
2000 Tonnen Wasser aus) — 2. Psych. (un
bewußt) etw. p sychisch Belastendes unterdrücken,
nicht mehr zum Bewußtsein kommen lassen: ein
Erlebnis v .; verdrängte Wünsche, Vorstellungen
verdrecken jsw. Vb.; hat, ist/ umg. 1. etw. sehr
schmutzig machen (hat): den Teppich v.
—
2. sehr
schmutzig Werden (ist): seine Kleidung verdreckte
dabei
verdrehen /sw. Vb.; hat; / auch verdreht/ 1. etw.
durch eine Drehbewegung in extremer Weise aus
seiner normalen Lage bringen: die Augen v.; jmdm.
den Arm v.
—
2. etw. absichtlich falsch deuten,
unrichtig wiedergeben: die W ahrheit, Tatsachen,
jmds. Worte v.; das Recht v. (eine Handlung, die
gesetzwidrig ist, durch Gesetze zu decken versuchen)
+ jmdm. den / Kopf v.
verdreht /Adj.; / auch verdrehen/ umg. 1.1.
/nicht ad v./ verrückt (1.2): verdrehte Ansichten
haben 1.2 . /nur präd./ er ist heute ganz v. (konfus)
verdreschen (er verdrischt), verdrosch, hat ver
droschen umg. jmdn. verprügeln
verdrießen, verdroß, hat verdrossen / / auch ver
drossen/ 1.1 . etw. verdrießt jmdn. etw. mißfällt
jmdm. so, daß es seinen Unwillen, Ärger erregt:
es verdroß ihn, daß die Reparatur so lange dauerte
1.2 . /in der Verbindung/ sich etw., die Freude an
etw. nicht v. lassen (sich nicht die Freude an etw.
nehmen lassen); laß es dich nicht v . !
verdrießlich /A dj./ 1 . Unzufriedenheit, schlechte
Stimmung (1) ausdrückend: er sah v. aus, machte
ein verdrießliches Gesicht — 2 . unangenehm, Ärger
bereitend: eine verdrießliche Angelegenheit
verdrossen /Adj.; / auch verdrießen/: ein v er
drossenes (verdrießliches 1) Gesicht machen
verdrucken /sw. Vb.; hat/ etw. falsch drucken:
/vorw. im Part. Prät./ dieses Wort ist verdruckt
verdrücken /sw. Vb.; hat/ umg. 1. er hat den
ganzen K uchen verdrückt (aufgegessen) — 2 . sich
unauffällig entfernen (2), sich wegschleichen: er war
auf dem Fest, hat sich aber gegen 20 Uhr ver
drückt
Verdruß, der; Verdrusses, jo. PI ./ Mißmut, Ärger
(2): etw. bereitet, bringt (jmdm.) V.; durch etw.
nur, viel V. haben; es gab großen V.; langes
Warten ohne V. hinnehmen; keinen V. über etw.
zeigen
verduften, verduftete, ist/hat verduftet 1. (ist) das
Aroma, Parfüm verduftet (verflüchtigt sich) schnell
—
2. s a lop p 2.1 . sich schnell (und unauffällig)
irgendwohin entfernen (2) (ist): die Täter verdufteten
ins Ausland; verdufte (mach, daß du fortkommst)!
2.2 . sich v. (hat): er hat sich schleunigst verduftet
(davongemacht)
verdummen /sw. Vb.; hat, ist/ 1. jmdn. so beein
flussen, daß er (falschen Informationen gegenüber)
unkritisch und geistig anspruchslos wird (hat): sich
nicht v. lassen — 2 . unkritisch und geistig an
spruchslos werden (ist): dabei muß man ja v . !
verdunkeln /sw. Vb.; hat/ 1.1.1. etw. dunkel (1)
machen: dichte Wolken v. den Himmel 1.1 .2 . die
Fenster v. (völlig bedecken, so daß kein Licht hin
durchdringt) 1,2. sich v. 1 .2 .1 . der Himmel ver
dunkelte sich (wurde dunkel 1) 1.2 .2 . seine Miene
verdunkelte sich (wurde finster 3) — 2 . etw. ver
schleiern (2): Tatbestände zu v. suchen
Verdunkelung,die; -,
- e n 1. das Verdunkeln (1.1):
die V. eines Fensters, Raumes — 2 . die V. (Ver
schleierung) von Tatbeständen
Verdunk(e)lungs|gefahr, die /o. Pl.j J ur. Gefahr
der Beseitigung von Spuren, Beweismaterial od. Be
einflussung von Zeugen od. Beschuldigten durch den
Beschuldigten, Angeklagten
verdünnen fsw. Vb.; hat/ etw. v . die Konzentration
einer Flüssigk eit durch Zusetzen einer anderen
Flüssigkeit herabsetzen:Kaffee, Wein (mit Wasser)v.
verdünnisieren, sieh fsw. Vb.; hat/ umg. sich un
auffällig entfernen (2)
Verdünnung, die;
- e n flüssige Chemikalie zum
Verdünnen, bes. von Lackfarben
verdunsten, verdunstete, ist/hat verdunstet 1.1,
allmählich vom flüssigen i n den gasförmigen Aggre
gatzustand übergehen (is t): das Parfüm, Benzin v er
dunstet schnell 1*2. etw. allmählich vom flüssigen
in den gasförmigen Aggregatzustand überführen
(hat): eine große Birke verdunstet jährlich m eh
rere tausend Liter Wasser; dazu Verdunstung, die;
-,
- e n fvorw. Sg.j
verdursten, verdurstete, ist verdurstet vor Durst
umkommen, sterben: es herrschte eine große Dürre,
und das Vieh verdurstete; seherzh. wir v. bald,'
sind am Verdursten (haben sehr großen Durst)
verdüstern fsw. Vb.; hat/ 1.1 , Gewitterwolken v.
den Himmel (machen den Himmel düster 1.1) 1.2 .
sich v. 1 .2 .1 . der Himmel verdüsterte sich (wurde
düster 1.1) 1.2 .2 . seine Miene verdüsterte sich
(wurde düster 3)
verdutzt fAdj.j erstaunt und verwirrt: ein verdutz
tes Gesicht machen; v. sein
verebben /sw. Vb.; ist/: allmählich verebbte der
Lärm, Beifall (ließ der Lärm , Beifall nach)
veredeln /sw. Vb. ; hat/ 1. etw. durch zusätzliche
Bearbeitung m it besonderen, guten Eigenschaften
versehen: ein Gewebe v .; veredelte Metalle, Kohle
—
2. Obstbäume, -sträucher v . (ihnen erwünschte
Eigenschaften verleihen, indem man sie m it einem
Edelreis verbindet); dazu Veredelung, die; -,
-en
verehelichen, sich /sw. Vb.; hat/ v era lten d sich
verheiraten: noch fach sp r. Maria Schmidt, ver
ehelichte (verheiratete) Schulze; dazu Verehe
lichung, die; -,
-en
verehren /sw. Vb.; hat/ 1.1 .1 . jmdn. bewundernd,
ehrfurchtsvoll lieben: er verehrte seinen alten L eh
rer; /Anrede für ein Publikum/: verehrte An
wesende!; meine (sehr) verehrten Damen und
Herren!; /Anrede in Briefen/: sehr verehrter Herr
Präsident! 1.2 . er verehrt (umwirbt, liebt) dieses
Mädchen 1.3. R el. Gott, einen Heiligen v. (ihm
kultische Ehren erweisen) — II . jmdm. etw. Wert
volles als Geschenk geben: er hat mir dieses B uch
verehrt; seherzh. jmdm. sein Bild v.
Verehrer, der; -s, - 1 .1. jmd., der jmdn. verehrt,
etw. bewundert: er ist ein V. dieses Schauspielers,
seiner Kunst 1.2. sie hat viele V. (wird von vielen
Männern umworben, geliebt)
Verehrung, die; /o. Pl.j bewundernde, ehrfurchts
volle Achtung: jmdm. große V. entgegenbringen;
er sprach mit V. von ihm
vereidigen /sw. Vb.; hat/ jmdn. durch einen Eid
zu etw. verpflichten: die jungen Soldaten wurden
vereidigt; dazu Vereidigung, die; -,
-en
Verein, der; -s, -e 1. organisierter Zusamm en
schluß von Personen zu dem Zweck, sich auf einem
bestimmten Gebiet gemeinsam zu betätigen, zur
gemeinsamen Pflege gleicher Interessen: einen V.
gründen; einem V. beitreten, angehören; in einem
V., Mitglied eines Vereins §ein — 2 . /emot.; Bez.
fü r eine bestimmte, beliebig große Gruppe von
Personen, der vom Sprecher gleiche Eigenschaften
zugeschrieben w erden/: ihr seid ja, das ist ja ein
lustiger, lahmer V.
-f
im V. m it (zusammen m it, im Zusammenwirken
m it)
vereinbar \Adj.; nur präd.; zu vereinbaren ”2/:
diese verschiedenen Meinungen sind durchaus v.
(lassen sich miteinander vereinbaren 2)
vereinbaren /sw. Vb.; hat/ 1. etw. (mit jmdm.) v.
etw. m it jmdm. nach Absprache und in gegenseitigem
Einverständnis festlegen: mit jmdm. ein Treffen,
einen Termin, den Ort, Zeitpunkt einer Zusam
m enkunft v .; Ware zum vereinbarten Preis liefern
—
2. etw. mit etw. v . etw. mit etw. in Einklang
bringen: das kann er nicht mit seinem Gewissen
v., ist mit seiner Anschauung nicht zu v.; diese
Meinungen sind nicht miteinander zu v . ; etw. läßt
sich mit etw. (nicht) v.
Vereinbarung, die; -,
- e n 1. fvorw. Sg./ das Verein
baren (1): die V. einer Zusammenkunft — 2 . etw.,
das vereinbart worden ist: sich an die V. halten
vereinen fsw. Vb.; hat/ s. vereinigen
vereinfachen /sw. Vb.; hat/ etw. weniger kompli
ziert machen: ein technisches Verfahren v .; etw. in
vereinfachter Form darstellen; dazu Verein
fachung, die; -,
-en
vereinheitlichen /sw. Vb.; hat/ etw. einheitlich
machen: die Schreibweise v .; Maße für einen Ge
brauchsgegenstand v. (normieren); dazu Verein
heitlichung, die; -,
-en
vereinigen /sw. Vb.; hat/ 1. Personen miteinander,
etw. m it etw. zu einer Einheit zusammenfassen: die
Feier vereinigte wieder einmal alle Familienmit
glieder; in seiner H and sind wichtige Aufgaben
vereinigt — 2 .1 .1 . sich v. sich zu einer Einheit
zusammenschließen: die Handwerker vereinigten
sich in einer PGH; Proletarier aller Länder, ver
einigt euch! /Losung des proletarischen Internatio
nalismus/ 2.1 .2 . an dieser Stelle v. sich die beiden
Flüsse (fließen sie zusammen) 2,2 . etw. in sich v.
verschiedene Eigenschaften gleichzeitig besitzen u nd
miteinander harmonisch verbinden: dieses Saatgut
vereinigt in sich mehrere Vorzüge — 3 . etw. mit
etw. v . etw. mit etw. in Übereinstimmung bringen:
diese Ansichten sind nicht (miteinander) zu v.,
lassen sich nicht v.
Vereinigung, die; -,
- e n 1. /vorw. Sg.f das Ver
einigen (1): die V. der beiden Arbeiterparteien,
von zwei Institutionen — 2 .1 . Organisation, in der
sich Personen zur gem einsamen Pflege ihrer gleichen
Interessen od. zum gemeinsamen Verfolgen bestimm
ter Ziele zusammengeschlossen haben: die V. der
Verfolgten des Naziregimes /Abk. W N / 2.2 .
Organisation, in der sich Betriebe, Institutionen zu
sammengeschlossen haben: V. Volks eigener B e
triebe /Abk. W B / — 3 . die geschlechtliche V.
(der Geschlechtsakt)
vereinnahmen fsw. Vb.; hat/ 1. Geld, Pacht, eine
größere Summe v . (kassieren 1, einnehmen 1) —
2. umg. sie hat ihn ganz schön vereinnahmt (in
ihrem Interesse m it Beschlag belegt)
vereinsamen /sw. Vb.; ist/ einsam werden: er war
im Alter sehr vereinsamt
Verdunkelungsgefahr — vereinsamen
1239
1240
vereinzeln — verfärben
vereinzeln /sw. Vb.; hat; / auch vereinzelt/
Landw. Forstw. junge Pflanzen v. aus einem
Bestand dicht stehender junger Pflanzen Pflanzen
herausziehen, so daß nur einzelne in bestimmten
Abständen stehenbleiben: Rüben, junge Fichten v.
vereinzelt fAdj.; nicht präd.; / auch vereinzeln/
1.1 . hier und da , gelegentlich vorkommend: diese
Pflanze tritt v. im Hochgebirge auf; es handelt
sich dabei um eine vereinzelte Erscheinung 1.2 .
/nicht präd./ einzeln (1-1): diesen Tieren begegnet
man v. oder in Gruppen
vereisen /sw. 76 .; ist, hat/ 1. (ist) 1.1 . fvorw. im
Part. Prät./ der Bach, See ist vereist (ist mit einer
Eisschicht bedeckt) 1.2 . sich m it einer Eisschicht
überziehen: die Fenster v .; vereiste Fahrbahnen
—
2. Med. durch Einsprühen mit einer bestimmten
chemischen Verbindung eine Stelle des Körpers Ört
lich betäuben (hat)
vereiteln /sw. 76 .; hat/ etw. v . die Durchführung,
den Erfolg von etw. zum Scheitern bringen: einen
Plan, jmds. Vorhaben, ein Verbrechen v.
vereitern jsw. Vb.; ist; vorw. im Part. Prät./ sich
unter Bildung von Eiter entzünden, sich mit Eiter
füllen: ein vereiterter Zahn
verekeln /sw. 76.; hat/ 1. jmdm. etw. v. 1.1. in
jmdm . Ekel gegen etw. hervorrufen: mit deinen B e
merkungen verekelst du mir das ganze E ssen 1.2 .
jmdm. die Freude an etw. nehmen: er hat mir den
Ausflug verekelt
verblenden, verelendete, ist verelendet der Ver
elendung unterliegen; dazu Verelendung, die; -,
/o. PI./ Pol. ök.: die V. des Proletariats (Ver
schlechterung der Lebenslage der Arbeiterklasse
durch die Ausbeutung im K ap ., bes. im Verhältnis
zur Eskalation der Profite)
verenden, verendete, ist verendet /bes. von größe
ren Tieren/ sterben (1.1): während des strengen
Winters ist viel Wild verendet
verengen /sw. 76 .; hat/ 1.1 . etw. enger, schmaler
machen: die Fahrbahn wurde durch Bauarbeiten
verengt 1.2 . sich v. (enger, schmaler werden)
vererben /sw. 76 .; hat/ 1.1 . jmdm. etw. als 1Erbe
hinterlassen: jmdm. ein Haus, sein Vermögen v.
1.2, umg. scherzh. jmdm. etw. aus dem eigenen
Besitz schenken: er h at mir seinen Mantel vererbt
—
2.1 . etw. als Erbanlage auf seine Nachkommen
übertragen: eine Anlage, Krankheit v . 2 .2 . etw.
vererbt sich etw. überträgt sich als Erbanlage auf
die Nachkommen: diese Krankheit vererbt sich
nicht; zu 2.1 Vererbung, die; -,
-en
verewigen /sw. Vb.; hat/ 1. sich, jmdn., etw. v .
sich, jmdn., etw. unvergessen machen: mit diesem
Werk hat er sich, diese Gestalt, seinen Namen ver
ewigt — 2. umg., oft spött. sichirgendwo v. etw.,
bes. seinen Namen, in ein Buch schreiben od. irgend
wo einritzen: er hat- sich im Gästebuch verewigt
—
8. einen Zustand v. (für immer bestehen lassen)
wollen
Verfahren (er verfährt), verfuhr, hat/ist verfahren
1. sich v. m it einem Fahrzeug die falsche Richtung,
einen falschen Weg einschlagen (hat): auf der Rück
fahrthaben wir unsinR v. — 2. (hat) erhat viel
Geld, Benzin, Zeit v . (durch Fahren verbraucht) —
8. (ist) 3.1. in bestimmter Weise v. in bestimmter
Weise Vorgehen, handeln: er ist dabei sehr vor
sichtig, rücksichtslos v .; nach einer bestimmten
Methode, in herkömmlicher Weise v . 3 .2 . mit
jmdm., etw. in bestimmter Weise v. jmdn., etw. in
bestim mter Weise behandeln: er verfuhr streng mit
seinen Schülern; du kannst mit dem Erbe nach
deinem Gutdünken v. (kannst damit machen, was
du willst) — 4 . (hat) fachspr. eine Schicht v.
(als Bergmann eine Schicht ableisten)
Verfahren /Adj.; nicht adv./ durch falsches Vor
gehen, Handeln in eine falsche Richtung gelenkt und
(zunächst) keine Lösung erkennen lassend: eine ver
fahrene Geschichte; diese Angelegenheit ist völlig
v.
Verfahren, das; -s, - 1 .1 . Technologie (2): ein neues
V. entwickeln, anwenden; moderne technische V.
1.2 . A rt des Handelns, des Vorgehens: durch sein
geschicktes V. kam es zu Fortschritten bei den
Verhandlungen — 2 . J u r . gerichtliche Unter
suchung, Rechtshandlungen zur Erledigung einer
Rechtssache: ein V. (gegen jmdn.) einleiten, er
öffnen; das V. aussetzen, einstellen; die Wieder
aufnahme eines Verfahrens
Verfahrens! -technik, die /o. PI ./ Wissenschaft, die
sich m it der Technologie (2), bes. der Überführung
von Fertigungsverfahren in die industrielle Produk
tion, beschäftigt; -weise, die Art und Weise, wie in
einer Angelegenheit Verfahren (3.1.) wird , zu V er
fahren ist
Verfall, der; -(e)$, /o. PL; zu verfallen 1 u. 2/ das
Verfallen; zu 1.1: den V. eines Hauses aufhalten;
zu 1.2: der körperliche, geistige V. eines Menschen;
zu 1.3: der V. einer Kultur; zu 2: den V. von
Geldnöten bekanntgeben
verfallen (er verfällt), verfiel, ist verfallen 1.1 . ein
Gebäude, Bauwerk verfällt (wird baufällig); ver
fallene Häuser 1.2 . jmd. verliert körperlich, geistig
an Kraft: es war auffallend, wie er verfiel 1.3 . etw.
verliert seine Macht, Geschlossenheit, Wirksamkeit,
gerät in Auflösung: das Römische Reich verfiel;
die Sitten verfielen mehr und mehr — 2 . etw. wird
ungültig: der Passierschein verfällt am 1. 10., ist
v . ; verfallene Fahrkarten — 3 . in einen bestimmten
Zustand hineingeraten: in Schweigen, Nachdenken,
immer wieder in den gleichen Fehler v.
—
4. auf
etw . v . einen (außergewöhnlichen) Einfall haben:
er verfiel auf einen sonderbaren Gedanken, die
tollsten Ideen — 5 . einer Sache, jmdm. v . von
einer Bache, jmdm . physisch, psychisch völlig ab
hängig werden: dem Spiel, Alkohol v.; er war dieser
Frau ganz und gar v. (hörig geworden) — 6 . einer
Institution, bes. dem Staat, zufallen: die beschlag
nahmten Waren v. dem Staat
Verfalls |erscheinung, die Anzeichen eines (kultu
rellen) Verfalls: Verfallserscheinungen in der spat-
bürgerlichen Gesellschaft
verfälschen /sw. Vb.; hat/ etw. bewußt unrichtig
darstellen: (historische) Tatsachen v.
verfangen (er verfängt), verfing, hat verfangen
1.1 . sich in etw. v . in etw. hängenbleiben (1.1): das
Seil verfing sich im Baum 1.2 . sich in Wider
sprüchen v . (verstricken 1.1 .2) — 2 . dieser Trick/
verfängt bei ihm nicht (auf diesen Trick fällt er
nicht herein)
verfänglich /Adj.; nicht adv./ so beschaffen, daß
man dabei leicht in Verlegenheit gerät, sich darin
verstrickt: eine verfängliche Situation; jmdm. eine
verfängliche Frage stellen
verfärben /sw. Vb.; hat/ sich v. eine andere Farbe
annehmen: der Stoff, das Papier h at sich ver-
verfassen — verfluchen
1241
färbt; er, sein Gesicht verfärbte sich bei dieser
Nachricht
verfassen, verfaßte, hat verfaßt einen Text formu
lieren (und schriftlich niederlegen): er hat ein
Gedicht, Drama, den T ext zu einem Lied, eine
Resolution verfaßt
Verfasser, der; -s, - jmd., der einen Text verfaßt
hat, Autor
Verfassung, die; -en I. grundlegendes Gesetz eines
Staates, das die gesellschaftliche und staatliche Ord
nung, die grundlegenden Rechte und Pflichten der
Bürger, das System und die Funktionen der Staats
organe festlegt und juristisch sichert: die V. der
DDR; eine V. in Kraft setzen, ändern — II.
jo. PI./ physischer, psychischer Zustand, in dem
sich jmd . befindet: seine körperliche, geistige V. ist
ausgezeichnet, schlecht; ich bin jetzt nicht in der
V. (nicht dazu in der Stimmung, Lage), darüber
zu sprechen
verfassunggebend /Adj.; nur attr./: eine verfas
sunggebende Versammlung ( Versammlung, die eine
Verfassung I ausarbeitet, beschließt)
Verfassungs/verfassungs zu Verfassung I| -ände-
rung, die rechtlich wirksame Veränderung einer in
Kraft befindlichen Verfassung; -bruch, der Ver
letzung der Verfassung durch einen zur Wahrung
der Verfassung Verpflichteten; »mäßig /A d j.; nicht
präd.j 1.1 . auf Grund der Verfassung (bestehend),
m it der Verfassung übereinstimmend: eine verfas
sungsmäßige Regierung 1.2 . aus der Verfassung
sich ergebend: verfassungsmäßige R echte; -widrig
/A d j./ gegen die Verfassung verstoßend: diese Maß
nahme ist v.
verfaulen /sw. Vb.; ist/ in Fäulnis übergehen: die
Kartoffeln sind in der Miete verfault
verfechten (er verficht), verfocht, hat verfochten
etw. Hertreten und verteidigen: einen Standpunkt,
seine Interessen v.; er verficht sein Recht; dazu
Verfechter, der; -s, -
verfehlen /sw. Vb.; hat;
auch verfehlt/ 1. der
Schuß verfehlte das Ziel (ging am Ziel vorbei);
O er hat den Weltrekord nur ganz knapp verfehlt
(blieb nur ganz knapp unter dem Weltrekord); das
Thema v. (ungenügend auf das gegebene Thema ein-
gehen); seine W orte haben ihre Wirkung verfehlt;
du hast den Beruf verfehlt (hast den falschen Beruf
ergriffen), auch sch erz h . /als Lob für eine Fähig
keit, die außerhalb des Berufs liegt/ — 2 . etw., das
man erreichen (3) will, nicht erreichen, jmdn., den
man treffen will, nicht treffen: den Bus v.; ich
wollte ihn abholen, habe ihn aber verfehlt
verfehlt /A dj.; nicht adv.; / auch verfehlen/ ver
kehrt, falsch (3); es wäre völlig v . , daraus diese
Schlußfolgerungen zu ziehen; eine verfehlte Tak
tik
Verfehlung, die; -,
- e n Verstoß, Vergehen: sich eine
grobe, schwerwiegende V. zuschulden kommen
lassen
verfeinden, sich, verfeindete sich, hat sich ver
feindet sich mit jmdm. v . sich jmdn. zum Feind
machen: die beiden Brüder haben sich, waren (mit
einander) verfeindet
verfeinern /sw. Vb. ; hat/ 1.1 . etw. feiner (4.2) und
besser machen: den Geschmack einer Soße durch
Zusatz von Wein v. 1.2. sich v. feiner (4,1), besser
werden: die Methoden haben sich verfeinert
verfemen /sw. Vb.; hat/ jmdn. ächten (1.1): er war
als Künstler unter dem faschistischen Regime ver
femt
verfertigen /sw. Vb.; hat/ einen Gegenstand bes. mit
handwerklichen Methoden, M itteln herstellen (LI);
Schmuck aus Bernstein v.; aus Holz verfertigte
Gerätschaften
verfestigen /sw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. verdichten und
fest werden lassen: Beton, Sand v. 1 .2 . sich V; (sich
verdichten und fest werden)
verfetten, verfettete, ist verfettet übermäßig Fett
in Zellen, Geweben und Organen ansetzen: infolge
einer Drüsenkrankheit war er verfettet
verfeuern /sw. Vb.; hat/ 1.1 . Holz, Kohle v. (als
Brennstoff verwenden) 1.2 . in diesem Winter haben
wir alles Holz, alle Kohlen verfeuert (zum Heizen
verbraucht) — 2 . alle Munition war verfeuert
(durch Schießen verbraucht)
verfilmen /sw. Vb.; hat/: ein literarisches Werk,
eine Oper, Operette v . (als Film gestalten); dazu
Verfilmung, die;-en
verfilzen jsw. Vb.; ist/ wie Filz werden: der Pull
over ist durch Waschen verfilzt; verfilztes Haar
verfinstern /sw. Vb.; hat/ 1.1 . Wolken v. den
Himmel (machen den Himmel finster) 1.2 . sich v.
1.2 .1 . Wolken zogen auf, und der Himmel ver
finsterte sich (wurde finster) 1.2 .2 . seine Miene ver
finsterte sich (wurde finster 3)
verfitzen jsw. Vb.; hat/ umg. /bes. von Fäden/
sich zu einem dichten Wirrwarr verschlingen: das
Haar, Garn hat sich verfitzt; etw. v .: Garn v. (zu
einem dichten Wirrwarr verschlingen)
verflachen jsw. Vb.; ist, hat/ 1. (ist) ein Gewässer
verflacht (wird seichter) — 2 . oberflächlich werden
(ist): das Gespräch verfla chte; sich v . (hat): die
Diskussion verflachte sieh
verflechten (er verflicht), verflocht, h at verflochten
1. etw. mit, in etw. v . etw. mit etw. durch Flechten
(1.1) eng verbinden: bunte Bänder in-, mitein
ander v.
—
2. etw. wirtschaftlich, organisatorisch
eng miteinander verbinden: bestimmte Zweige der
Volkswirtschaft miteinander v . ; zu 2 Verflechtung,
die; -en: die V. von Kapital (gegenseitige Kapital
beteiligung der Konzerne)
verfliegen, verflog, hat/ist verflogen 1. etw. ver
flüchtigt sich (ist): das Aroma verfliegt — 2 . (ist)
2.1 . schnell vergehen: die Zeit ist nur so verflogen
2.2 . sein Zorn war bald verflogen (geschwunden,
hatte bald aufgehört) — 3 . sich v. (hat): der Pilot,
das Flugzeug hat sich verflogen (ist beim Fliegen
in eine falsche Richtung geraten)
verfließen, verfloß, ist verflossen /./< auch ver
flossen/ 1. vergehen (1) : dieser Urlaub verfloß viel
zu schnell; (längst) verflossene Zeiten — 2. Farben
v. (gehen ineinander über); <0> Konturen, die
Grenzen zwischen ähnlichen W ortbedeutungen v.
(verschwimmen)
verflixt /Adj./ umg. 1 .1 . /nur attr.; emot.; drückt
Ärger, Unwillen aus/ verflucht (1.1 .2): so eine ver
flixte Geschichte, Situation! 1.2 . /Ausruf des
Ärgers, Unwillens/: v. (nochmal)! — 2. /nicht
präd.; drückt emotional einen hohen Grad aus/: ver
flixtes (sehr großes) Schwein haben; der Koffer ist
v. (sehr) schwer; eine v. heikle Angelegenheit
verflossen /Adj.; nur attr.; / auch verfließen/
s a l o p p : ihr verflossener (ehemaliger) Freund;
seine Verflossene (ehemalige Freundin, Frau)
verfluchen jsw. Vb.; hat; / auch verflucht/ jmdn.,
1242
verflucht — verführerisch
etw. verdammen (1): jmdn. (wegen einer Tat,
seines Verhaltens) v .; er verfluchte den Tag, an
dem er das getan hatte
verflucht /Adj.; / auch verfluchen/ salopp 1.1.
Inur attr.l 1.1 .1 . so ein verfluchter (übler, gemeiner)
Kerl 1.1 .2 . jemot.; drückt Ärger, Unwillen aus/ : so
eine verfluchte (verdammte) Geschichte, A ngelegen
heit! 1 .2 .1Ausruf des Ärgers, Unwillens! : v. (noch
mal)! — 2 . /nicht präd.; drückt emotional einen
hohen Grad au s/: du hattest (ein) verfluchtes (sehr
großes) Schwein; das ist v. (sehr) teuer; sie ist v.
hübsch
verflüchtigen /sw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. in den gas
förmigen Aggregatzustand überführen: Salzsäure v.
1.2 . sich v . in den gasförmigen Aggregatzustand
übergehen: der Alkohol, Äther verflüchtigte sich
—
2. sich v. 2.1 . der Geruch, das Aroma von etw.
hat sich verflüchtigt (etw. hat seinen Geruch, sein
Aroma verloren) 2.2 . der Nebel, das Geräusch ver
flüchtigt sich (schwindet); O umg. scherzh.
meine Brille h at sich anscheinend verflüchtigt (ist
a uf unerklärliche Weise verschwunden)
verflüssigen /sw. Vb.; hat/ 1.1. etw. in den flüssigen
Aggregatzustand überführen: Stickstoff, Gas v. 1 .2 .
sich v. (in den flüssigen Aggregatzustand über
gehen)
verfolgen jsw. Vb.; hat/ 1.1 . jmdn., ein Tier v.
jmdm . zum Zwecke der Festnahme, einem Tier zum
Zwecke des Einfangens folgen: einen Verbrecher
v .; die Hunde verfolgten das Wild; sich verfolgt
fühlen; <0 diese Vorstellung, der Gedanke ver
folgte (beschäftigte 2.5) ihn Tag und Nacht; jmdn.
mit den Blicken v. (jmdn., der sich vorwärts
bewegt, ständig beobachten); vom Pech, Unglück
verfolgt sein (oft Pech, Unglück haben) 1.2 . eine
Spur, Fährte v. (einer Spur, Fährte nachgehen);
wir verfolgten diesen W eg (blieben auf diesem Weg)
bis zum Waldrand — 2 . jmdn. m it etiv. bedrängen,
belästigen: jmdn. mit Schmähungen, Spott, Bitten
v.
—
B.l . jmdn. in seiner Freiheit, hinsichtlich der
Möglichkeit, sich beruflich, politisch zu betätigen,
beschränken (und sein Leben bedrohen) : sie wurden
als K omm unisten, Antifaschisten (politisch) v er
folgt; die Vereinigung der Verfolgten des Na zi
regimes jÄbk. VVN/ B.2. J u r . Zuwiderhandlungen,
Verstöße (gegen dieses Verbot) werden strafrecht
lich verfolgt (gegen denjenigen, der gegen dieses
Verbot handelt, w ird strafrechtlich vorgegangen) —
4. etw. v . die Verwirklichung von etw. anstreben:
ein bestimmtes Ziel v . ; eine fortschrittliche Politik
v. (betreiben) — 5 . einen Vorgang, eine Handlung
genau, aufmerksam beobachten: die politischen Er
eignisse (in der Presse, im Fernsehen) v . ; die E n t
wicklung auf diesem Gebiet aufmerksam v . ; zu
1.1 u. B .l Verfolger, der; -s, -; zu 1 —5 Verfolgung,
die; -,
-en
Verfolgungs| -fahren, das; -s, - R adsport Rad
rennen auf einer Bahn, bei dem die Fahrer od.
Mannschaften auf einer Strecke von 4000 Metern
einander einzuholen suchen; -jagd, die Jagd (4):
nach kurzer V. wurde der Verbrecher gestellt;
-rennen, das vgl.
- fahren; -wahn, der Wahnvor
stellung, die sich in der Furcht äußert, ständig beob
achtet und bedroht zu werden
verformen /sw. Vb.; hat/ etw. v . 1.1. die gegebene
Form, Gestalt von etw. negativ verändern: dieser
Schuh hat meinen Fuß verformt 1.2. fachspr.
einem M aterial, bes. M etall, eine bestimmte Form
geben: Stahl kalt, warm v .; Kunststoff v.
verfrachten, verfrachtete, hat verfrachtet 1.1 .
Waren, Güter als Fracht verladen und versenden:
Stückgut, Kohle v. 1 .2 . Menschen v. (menschen
unwürdig bei einem Transport unterbringen) — 2 .
u m g . jmdn. irgendwohin bringen: den Kranken ins
Bett, den Betrunkenen nach Hause v.
verfranzen, sich /sw. Vb.; hat/ Fliegerspr. sich
verfliegen (3); O umg. auf dem Heimweg haben
wir uns im Wald verfranzt (verirrt)
Zerfressen (er verfrißt), verfraß, hat verfressen
salopp sein Geld v. (für das Essen ausgeben)
Zerfressen /Adj.; nicht adv./ salopp gefräßig: er
ist v .; ein verfressener Kerl
verfroren /A dj.; nicht adv./ 1 . sehr frierend, durch
gefroren: er war völlig v.; v. aussehen — 2 . sie ist
sehr v . (friert sehr leicht)
verfrühen, sich jsw. Vb.; hat/ früher kommen als
erwartet od. beabsichtigt: wir haben uns etwas ver
früht; \vorw. im Part. Prät.f etw. für verfrüht (für
zu früh geschehend) halten; ein verfrühter (vor
zeitig eingetretener) Winter
verfügbar /A dj.; nicht adv./ zur Verfügung stehend,
vorhanden: mit allen verfügbaren Mitteln; das
Ersatzteil ist zur Zeit nicht v. (nicht vorrätig)
verfügen /sw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. (behördlich) an
ordnen, bestimmen: den Bau eines neuen Alters
heimes, die Beschlagnahme von etw. v.
—
2. über
jmdn., etw. v . können das Recht, die Möglichkeit
haben, zu bestimmen, was m it jmdm ., etw. geschehen
soll: du kannst, wenn du umziehst, über mich v.
(meine Hilfe in Anspruch nehmen); über sein Geld
frei v. können — B. über etw. v . 8 .1 . etw. besitzen
und jederzeit verwenden können: er verfügt über
einige Ersparnisse 3 .2 . eine bestimmte Fähigkeit,
Anlage (3) haben: über ein umfangreiches Wissen,
überPhantasie v. — II. veraltend, nochscherzh.
sich irgendwohin v . sich (auf jmds. Anordnung) ir
gendwohin begeben: sich nach Hause, ins B ett v.
Verfügung, die; -, -en 1. schriftliche Anordnung einer
Behörde, eines Gerichts: eine einstweilige, richter
liche, testam entarische V .; die letztwillige V. (das
Testament 1); Verfügungen erlassen, treffen —
2. /in den Verbindungen/ jmd. hat etw. zur V.,
jmdm. steht etw. zur V. (jmd. kann über etw. ver
fügen); jmdm. zur V. stehen (jederzeit bereit sein,
jmdm. behilflich zu sein); jmdm. etw. zur V. stellen
(zu beliebiger Verwendung überlassen); sich jmdm.
zur V. stellen (jmdm. seine Hilfe anbieten); sich zur
V. h alte n (sich bereithalten)
Verfügimgsl -gewalt, die jo. PI ./ Recht und Macht,
über etw. verfügen (1.2) z u können: die V. über etw.
haben; -recht, das jo. PI ./ rechtliche Befugnis, über
etw. zu bestimmen
verführen jsw. Vb.; hat/ 1.1 . jmdn. zu et$\ v.
jmdn. so beeinflussen, daß er etw. Schädliches, F al
sches, nicht eindeutig Günstiges od. Verwerfliches
tut, was er von sich aus nicht tun würde od. wollte:
jmdn. zum Trinken, Rauchen v.; scherzh. darf
ich dich zu einem Eis v. (einladen II. 1.2)? 1.2 .
jmdn. zum Geschlechtsverkehr verleiten; dazu Ver
führer, der; -s,-
verführerisch /Adj./ 1 .1 . so geartet, daß es jmdn.
verführen (1.1) kann: sch erzh . sein Angebot war
sehr v. 1 .2 . sie sieht in dem Kleid v. (attraktiv und
reizvoll) aus
Verführung — vergessen
1243
Verführung, die; -,
-en jvorw. Sg.; zu verführen/;
zu 1.2: die V. einer Minderjährigen
verfüttern jsw. Vb.; hat/: Kartoffeln, Brotreste an
das Vieh v. (dem Vieh als F utter geben)
Vergabe, die; -en jvorw. Sg.; zu vergeben 1/: die
V. von Kuren, Lizenzen; die V. staatlicher Auf
träge
vergackeiern /sw. Vb. ; hat/ [..gak|ai..] umg. jmdn.
veralbern
vergaffen, sich jsw. Vb.; hat/ salopp sich in jmdn.
verlieben
vergällen jsw. Vb.; hat/1. fachspr. Alkohol, Spiri
tus v . (ungenießbar machen, denaturieren 1) —
2. jmdm. etw., die Freude an etw. v . jmdm. die
Freude an etw. verderben: mit deiner schlechten
Laune hast du mir die Freude an dem Ausflug
vergällt
vergaloppieren, sich jsw. Vb.; hat/ umg.: er hat
sich dabei mächtig vergaloppiert (ist dabei durch
Unbedachtheit einem großen Irrtum erlegen)
vergammeln jsw. Vb.; ist /umg. 1. verderben (1):
Obst, Brot v. lassen; vergammelte Wurst — 2 . ver
wahrlosen: er sah heute ganz vergam melt aus, ließ
das Grundstück v.
Vergangenheit, die; -, jo. PL/ 1.1. die (jeweils aus
der Sicht einer Generation) zurückliegende Zeit: die
jüngste V.; etw. gehört der V. an (gibt es heute
nicht mehr, ist überlebt); lassen wir die V. ruhen
(sprechen wir nicht mehr von dem, was einmal war)
1.2 . das Leben eines Menschen bis zum jeweils ge
genwärtigen Zeitpunkt: jmdn. nach seiner V. fragen;
er hat eine dunkle, bewegte V.
—
2. Zeitform des
Verbs, die ein Geschehen, einen Umstand als ver
gangen darstellt
vergänglich /Adj.; nicht adv./ nicht von Bestand,
nicht von Dauer: vergängliche Schönheit; diese
Mode ist v . ; alle Menschen sind v. (sterblich); dazu
Vergänglichkeit, die; -, jo. PL/
vergären, vergor/vergärte, hat, ist vergoren/ver-
gärt 1.1 . etw. (zu etw.) v. etw. durch Gärung in etw.
umsetzen (hat): Obstsaft (zu Wein) v. 1 .2 . etw.
vergärt (zu etw.) etw. setzt sich durch Gärung (in
etw.) um (ist): der Wein ist (zu Essig) vergoren
vergasen jsw. Vb.; hat/ fachsp r.: Braunkohle v.
(aus Braunkohle Gas gewinnen)
Vergaser, der; -s, - T ech n . Teil des Verbrennungs
motors, in dem flüssiger K raftstoff in ein Kraftstoff-
Luft-Gemisch umgewandelt wird
vergeben (er vergibt), vergab, hat vergeben 1. einen
Auftrag v. (einen Betrieb m it der Herstellung von
etw., m it der Ausführung einer Dienstleistung beauf
tragen); die Jury vergab (verteilte 1) zwei erste
Preise; die Stelle ist schon v. (besetzt 3), ein Zimmer
ist noch zu v. (ist noch frei); die Olympiade wurde
nach M. v . (M wurde beauftragt, die Olympiade durch
zuführen); sie hatte den nächsten Tanz schon v.
(jmdm. versprochen 1) — 2. sich etwas v. seinem
Ansehen, seiner Würde schaden: du vergibst dir
nichts, wenn du dorthin mitgehst — 3 .1 . eine
günstige Gelegenheit ungenutzt verstreichen lassen:
einegünstige Gelegenheit v. 3.2. B allspiele erhat
den Elfmeter v. (den Ball beim Elfmeter nicht ins
Tor geschossen) — 4 . jmdm. (etw.) verzeihen: er hat
ihm das nie, längst v .; können Sie mir (die Krän
kung, Beleidigung) v.?
vergebens jA dv .j vergeblich
vergeblich jA d j.j trotz aller Bemühungen ohne E r
folg: wir haben v. versucht, ihn davon abzuhalten;
das ist vergebliche Mühe
Vergebung, die; -,
-en 1. /o. Pl.j jmdn. um V. (Ver
zeihung) bitten — 2 . Vergabe: die V. staatlicher
Aufträge
vergegenständlichen jsw. Vb.; hat/: der Künstler
vergegenständlichte (veranschaulichte) seine Ideen
in seinem Werk; Pol. ök. die vergegenständlichte
Arbeit (in Produktions- und Konsumtionsmitteln
verkörperte menschliche A rb eit)
vergegenwärtigen, vergegenwärtigen jsw. Vb.; hat/
sich etw., jmdn. (aus der Erinnerung heraus) deutlich
vorstellen: ich versuchte, mir die damalige Situa
tion, meine Lage zu v.
vergehen, verging, ist/hat vergangen 1. etw. vergeht
ein zeitlicher Hergang, ein Zeitabschnitt wird zur
Vergangenheit (ist): viele Jahre sind vergangen,
seit ...; der Winter ist vergangen; die Zeit verging
(mir) wie im Fluge; vergangene (letzte 2) Nacht —
2.1 . etw. v erg eht (jmdm.) ein physischer, psychischer
Zustand, Vorgang hört auf (ist): die Schmerzen
sind, der Ärger ist vergangen; mir verging der
Appetit 2.2 . das Werden und Vergehen (Entstehen
und Absterben 1.1) in der Natur — 3. (ist) vor Hun
ger, Sehnsucht v. (sehr großen Hunger, sehr große
Sehnsucht haben) — 4 . (hat) 4.1 . sich gegen etw. v .
gegen etw. verstoßen: er hat sich gegen das Gesetz
vergangen; sich an fremdem Eigentum v. 4 .2 . sich
an jmdm. v . an jmdm. ein Sittlichkeitsverbrechen be
gehen : er hat sich an dem Mädchen, Kind vergangen
+ jmdm. vergeht / Hören und Sehen
Vergehen, d a s; -s, - strafbare Handlung, die nicht die
Schwere eines Verbrechens hat: sich ein V* zuschul
den kommen lassen
vergeistigt jA dj.j durchgeistigt: sein vergeistigtes
Gesicht
vergelten (er vergilt), vergalt, hat vergolten jmdm.
etw. v . auf jmds. freundliche od. unfreundliche
Handlung(sweise) in einer (entsprechenden) freund
lichen od. unfreundlichen Weise reagieren: diese Tat,
sein Entgegenkommen wurde ihm übel, böse, mit
Undank vergolten; wie soll ich dir das v. (danken)*!
Vergeltung, die; -, jo. Pl.j Rache: für etw. V. üben
Vergenossenschaftlichung, die; -, jo. Pl.j: die V.
der Landwirtschaft (die Überführung privater
bäuerlicher Betriebe in landwirtschaftliche Produk
tionsgenossenschaften)
vergesellschaften, vergesellschaftete, hat vergesell
schaftet 1.1. Produktionsmittel v. (aus Privateigen
tum in gesellschaftliches Eigentum überführen)
1.2 . jvorw. im Pass./ die Produktion wird vergesell
sc h af te t (unterliegt der Vergesellschaftung 1.2)
Vergesellschaftung, die; -, jo. Pl.j 1.1 . die V. (das
Vergesellschaften 1.1) der Produktionsmittel 1.2 . die
V. der Arbeit, Produktion (mit der Industriali
sierung einsetzender, in seinem Wesen von der je
weiligen Gesellschaftsordnung bestimmter Prozeß der
Entfaltung des gesellschaftlichen Charakters der A r
beit, Prod uktion)
vergessen (er vergißt), vergaß, hat vergessen
1.1 . etw. aus dem Gedächtnis (2) verlieren: ich habe
seine Adresse v.; sein Werk, sein Name ist heute
längst v. (sein Werk, seinen Namen kennt heute
niemand mehr); so etwas kann man nicht v.
1.2 . etw., jmdn. v . an etw., jmdn. nicht denken: ich
habe v., Geld einzustecken; er vergaß für einige
Stunden seine Sorgen; das werde ich dir nie v.
1244
Vergessenheit — Vergnügen
(dafür werde ich dir immer dankbar sein; ich werde
immer daran denken, was du mir angetan hast)\
1.8 . etw. versehentlich, irrtümlich liegenlassen, nicht
mitnehmen: ich habe die Schlüssel, den Schirm v.
+ salopp das kannst da v. (daraus wird nichts;
das taugt nichts) \
Vergessenheit, die /in der Verbindung/ in V. g e
raten, kommen (vergessen 1.2 werden)
vergeßlich /A dj.; nicht adv./ leicht und oft etw. ver
gessend (1.1, 1.3): er wird immer vergeßlicher; dazu
Vergeßlichkeit, die; -, fo. Pl.f: seine V. macht uns
sehr zu schaffen
vergeuden, vergeudete, hat vergeudet etw. ver
schwenden
vergewaltigen fsw. Vb. ; hat/: eine Frau v. (unter
Anwendung von Gewalt od. durch eine Drohung zum
Geschlechtsverkehr zwingen); da zu V ergewaltigung ,
die; -en
vergewissern, sich fsw. Vb.; h at/ sich durch Über
prüfung Gewißheit über etw. verschaffen: er ging
noch einmal zurück, um sich zu v., daß, ob er die
Haustür abgeschlossen hatte; sich jmds., einer
Sache v . : sie wollte sich seiner Zuverlässigkeit v.
vergießen, vergoß, hat vergossen 1. eine Flüssig
keit verschütten (1): paß auf, daß du nichts, keine
Milch vergießt! — 2 .1 . etw. (zu etw.) v. eine (flüssig
gemachte) Masse in eine Form gießen und dadurch
etw. herstellen: Roheisen zu Platten v.; Beton v.
2.2 . die Fugen in der Betondecke mit Teer v. (mit
flüssig gemachtem Teer ausfüllen)
-f/ Tränenv.
vergiften, vergiftete, hat vergiftet 1. etw. mit Gift
vermischen, durchsetzen (II), giftig machen: die
Speisen waren vergiftet; Industrieabgase haben
die Luft vergiftet; <> durch diesen Vorfall war die
Atmosphäre in der Klasse vergiftet (waren die Be
ziehungen der Schüler untereinander gestört) —
2.1 . jmdn., sich, ein Tier durch Gift töten: sie hat
ihren Liebhaber aus Eifersucht vergiftet; er hat
sich vergiftet (durch Einnehmen von Gift das Leben
genommen) 2.2 . sich v. durch Aufnahme von Gift od.
durch Bildung von Gift im Organismus erkranken:
sich mit Fisch, an Pilzen, durch verdorbene Wurst
v.
Vergiftung, die; -,
-e n 1. das Vergiften (1, 2.1) —
2. das Vergiftetsein — 3 . durch 2 bewirkte E rkran
kung: er ist an einer V. gestorben
vergjlben fsw. Vb.; ist; bes. von Papier, Geweben/
auf Grund seines Alters, durch Einwirkung von
Licht fahl, gelblich werden: die Fotos v. im Laufe
der Jahre; eine vergilbte Tapete
vergipsen fsw. Vb.; hat/: Ritzen, Löcher in der
Wand v. (mit Gips ausfüllen 1.1)
Vergißmeinnicht, das; -/ -s, - Pflanze m it kleinen
hellblauen Blüten, die w ild wächst, aber auch als
Zierpflanze gehalten vjird
vergittern fsw. Vb.; hat/ etw., bes. Fenster, Türen,
zur Sicherung m it einem Gitter versehen: die K eller
fenster wurden, sind vergittert
verglasen fsw. Vb.; hat/ etw., bes. Fenster, Türen,
mit Glasscheiben versehen: Fenster neu v .; eine ver
glaste Veranda
Vergleich, der; -(e)s, -e 1.1 . vergleichende Betrach
tung, Überlegung: ein guter, treffender, gewagter
V.; einen V. ziehen, anstellen; dieser V. hinkt
(stimmt nicht in seinen Relationen); im V. mit, zu
ihr (verglichen m it ihr) ist er sehr zurückhaltend
1.2 . Redewendung, in der zur Erhöhung der Anschau
lichkeit bildhaft eine analoge Erscheinung angeführt
w ird: ,tief wie das Meer‘ ist ein V. — 2. sportlicher
Wettkampf zwischen Mannschaften auf Grund freier
Vereinbarung: in dem V. blieb unsere Mannschaft
siegreich — 3 . Jur. Einigung (1), gütlicher Aus
gleich (1.2) in einem Streitfall durch beiderseitiges
Nachgeben: der Prozeß endete mit einem V.; beide
Parteien schlossen einen V.
vergleichbar /Adj.; zu vergleichen 1/: vergleich
bare Arbeiten; dieser Eindruck war m it nichts v.
(war unvergleichlich 1.1)
vergleichen, verglich, hat verglichen 1. jmdn. mit
jmdm. , etw. mit etw. v . die Eigenschaften von zwei
od. mehreren Personen, Sachen p rüfen , um fest
zustellen, inw iew eit sie sich unterscheiden od. über
einstimmen: er verglich die beiden Brüder, ihre
Handschriften (miteinander); Ergebnisse, Werte
der Untersuchungen v . ; diese Blütenpracht ist mit
nichts zu v. (übertrifft alles); verglichen mit ihr, ist
er sehr zurückhaltend; vergleiche (dazu) Seite . . .
/Hinw eis in einem Text/; eine vergleichende B e
trachtung, Untersuchung; vergleichende Sprach
wissenschaft, Anatomie — 2 . du kannst dich doch
nicht mit ihm v. (für dich gelten andere Voraus
setzungen als für ihn) —3 . Jur. sich mit jmdm. v.
(mit jmdm . einen Vergleich 3 schließen)
Vergleichs/vergleichs| -maßstab, der Maßstab für
einen Vergleich (1.1); -m öglichkeit, die Möglich
keit, sich durch den Vergleich mit einem analogen
Fall die Beurteilung, Entscheidung zu erleichtern:
keine V. haben; -m onat, der M onat (des Vorjahrs),
der für statistische Zwecke als Vergleich dient: im V.
lagen die Temperaturen wesentlich höher; -weise
/A dv ./ im Vergleich, verhältnismäßig: diese Arbeit
hatte er v. schnell fertiggestellt; -zahl, die vgl.
-monat
verglimmen, verglomm, ist verglommen allmählich
aufhören zu glim men und verlöschen: die Zigarette
verglimmt
verglühen fsw. Vb.; ist/ 1.1 . allmählich aufhören zu
glühen und verlöschen: das Feuer, K ohle, Asche
verglüht; verglühte Lava 1.2 . der Meteor, Satellit
verglühte beim Eindringen in die Erdatmosphäre
(löste sich durch die Reibungswärme auf)
vergnatzt /Adj./ norddt. berl.: v. (verstimmt, ver
ärgert) sein
vergnügen jsw. Vb.; hat; / auch vergnügt/ 1. sich
v . angenehm, in heiterer Stimmung die Zeit ver
bringen: sich auf einem Ball, am Strand v .; er
vergnügte sich mit ihr — 2 . etw. belustigt, erfreut
jm d n . : unsere Bemerkungen, Fragen schienen ihn
ZU V.
Vergnügen, das; -s, - U . /vorw. Sg.f Freude, die
ma n bei einer (unterhaltsamen) Beschäftigung hat:
etw. bereitet jmdm. V .; ich wünsche viel V.!; so
etw. ist kein V .; V. an etw. finden; etw. aus V. tun;
er klatschte vor V. Beifall; /Höflichkeitsformeln in
der mündlichen Rede/ veraltend es war mir einV.
(Sie kennenzulemen)!; mit wem habe, hatte ich das
V. (mit wem spreche, sprach ich)? 1.2 . /o. PI./ er geht
nur seinem V. nach (sucht nur amüsanten Z eit
vertreib) — 2 . unterhaltsame, gesellige Veranstaltung
mit Tanz: zu einem, auf ein V. gehen; ein V. mit
machen
-f- m it (dem größten) V. (sehr gern, selbstverständ
lich 2.2)!; ein teures V. (eine kostspielige Sache,
vergnüglich — verhalten
1245
Angelegenheit); ein diebisches V. (von Schaden
freude bestimmtes heimliches Frohlocken)
vergnüglich /Adj./ 1.1. /nicht präd./ vergnügt: er
lächelte v. 1 .2 . /nicht adv./ Vergnügen (1.1) berei
tend: ein vergnüglicher Abend; es war v., ihm zu
zuhören
vergnügt /Adj.; / auch vergnügen/ heiter und zu
frieden (gestim mt): vergnügte Menschen; alle waren
sehr v.
Vergnügung, die; -,
-en 1. /vorw. PL/ Beschäftigung,
m itder sich jmd.die Zeit vertreibt:seinenVergnügun
gen nachgehen — 2 . unterhaltsame Veranstaltung
Vergnügungs/vergnügungsl -industrie, die alle auf
dem Gebiet der leichten Unterhaltung tätigen Unter
nehmen in kap. Ländern; -park, der Park, Anlage
mit Einrichtungen zur Unterhaltung, Belustigung;
-sucht, die /o. PL/ Sucht nach Vergnügungen (1);
dazu -süchtig /Adj./; -viertel, das Stadtviertel mit
vielen Einrichtungen (1) zur Unterhaltung, Be
lustigung in best. Großstädten kap. Länder
vergolden, vergoldete, hat vergoldet 1. etw. m it einer
dünnen Schicht Gold überziehen: eine Inschrift v.
lassen; eine vergoldete Halskette — 2. geh. etw.
strahlender und schöner erscheinen lassen, als es
wirklich war, ist: die Erinnerung vergoldet (ihm)
die Jugendzeit
vergönnen /sw. V b .;hat/ geh. etw. istjmdm. (nicht)
vergönnt:es war ihm nicht vergönnt, seinen 80. Ge
burtstag zu feiern (er hat seinen 80. Geburtstag
nicht mehr erleben können); mögen Ihnen noch
viele Jahre erfolgreicher Arbeit vergönnt sein!
vergöttern /sw. Vb .; hat/ jmdn. übermäßig lieben,
schwärmerisch verehren und darum alles für ihn tun:
er vergöttert seine Frau
vergraben (er vergräbt), vergrub, hat vergraben
1. etw. in die Erde eingraben, um es zu verdecken:
er hatte Wertsachen im Garten v.
—
2. einen Kör
perteil irgendwo verbergen: das Gesicht in die, in
beide Hände v.; die Hände in die, in den Hosen
taschen v. (tief in die Hosentaschen hineinstecken) —
8. sich in etw. v. sich intensiv m it etw. befassen,
sich in etw. versenken (3): er vergrub sich in seine
Arbeit, in seine Bücher, seinen Büchern
vergrämt /Adj./ von Gram, Kummer erfüllt und
gezeichnet, sorgenvoll; ein vergrämtes Gesicht; v.
aussehen
vergraulen /sw. Vb.; hat/ umg. 1. jmdm. etw. ver
leiden: Mathematik konnte ihm 'zuweilen die
Schule v.
—
2. jmdn. durch sein unfreundliches
Verhalten dazu bringen, daß er fernbleibt: er ver
graulte die Kunden durch seine Unfreundlichkeit
vergreifen, sich, vergriff sich, hat sich vergriffen
//* auch vergriffen/ 1. der Geiger, Pianist hat sich
vergriffen (hat falsch gespielt) — 2 . sich an fremdem
Eigentum v. (stehlen 1) — 3. sich an jmdm. v.
3.1 . jmdm. gegenüber tätlich werden: der Betrunkene
hat sich an einem Passanten vergriffen 3.2 . er hat
sich an Kündern vergriffen (hat Kinder sexuell
mißbraucht)
+ siehim Tonv.
vergreisen /sw. Vb.; ist/ zum Greis werden und
körperlich, geistig abbauen
vergriffen /Adj.; nicht adv.; / auch vergreifen/:
die Ware, das Buch ist v. (ist nicht mehr lieferbar,
ist ausverkauft)
vergrößern fsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. größer (2, 4)
machen: eine Aufnahme v. (eine größere Reproduk
tion von einer Aufnahme herstellen); das Mikroskop
vergrößert zweihundertfach; die Abteilung soll
vergrößert (personell und vom Umfang her erweitert)
werden 1.2 . sich v. größer (2, 4) werden: unsere Fa
milie hat sich vergrößert; ein krankhaft vergrößer
tes Organ
Vergrößerung, die;
-en 1. /vorw. 8g.j 1.1. das
Vergrößern (1.1): die V. (Erweiterung) eines
Betriebes 1.2 . /vorw. 8g./ das Vergrößertsein: eine
V. der Leber — 2. vergrößerte Aufnahme (2.1)
Vergrößerungs| -apparat, der Fotogr. Gerät, m it
dem Vergrößerungen hergestellt werden; -glas, das
/PI. -gläser/ Lupe
vergucken, sichjsw. Vb.; hat/ umg. 1. sich versehen
(3.2) —2. sich in jmdn. verlieben: er hat sichin sie
verguckt
Vergünstigung, die;
-en ein jmdm. gewährter
Vorteil: (steuerliche) Vergünstigungen haben, ge
nießen; diese V. wird nur gewährt, wenn ...
vergüten, vergütete, hat vergütet 1. jmdm. etw. v .
1.1. jmdn. für etw. entschädigen: die beschädigte
Ware wurde ihm vergütet 1.2. jmdm . etw. bezah
len (1.2): seine Arbeit wurde ihm (nicht annähernd)
vergütet — 2.1. Techn. metallische Werkstoffe
durch Härten veredeln: vergüteter Stahl 2.2. Opt.
Linsen durch Aufbringen von dünnen, die Reflexion
m indernden Schichten verbessern: eine Sonnenbrille
mit vergüteten Gläsern; dazu Vergütung, die; -,
-en
verhaften, verhaftete, hat verhaftet / auch ver
haftet, Verhaftete/ jmdn. auf Grund eines H aft
befehls inhaftieren, festnehmen: man hat ihn, er
wurde von der Polizei am Tatort verhaftet
verhaftet /Adj.; /* auch verhaften/ geh. einer
Sache v. sein in etw. verwurzelt sein, ohne sich davon
lösen zu können: einer Tradition, bestimmten Vor
stellungen v. sein
Verhaftete, der u. die; -en, -en //* auch verhaften/
jmd., der verhaftet worden ist
Verhaftung, die; -,
-en Festnahme auf Grund eines
Haftbefehls
verhagelt /Adj./
+ jmdm. ist die / Petersilie v.
verhaken jsw. Vb .; hat/ 1.1. sich (in etw.r) v. (an
etw.) hängenbleiben: der Reißverschluß hat sich (im
Stoff)verhakt1.2.dieFingerineinander v. (haken 1)
verhallen jsw. Vb .; ist/ allmählich aufhören zu
tönen, zu hallen: der Lärm, das Geläut verhallte;
O unsere Bitten sind ungehört verhallt (sind un
beachtet geblieben)
verhalten (er verhält), verhielt, hat verhalten
1.1. sich in bestimmter Weise v. eine bestimmte
Verhaltensweise zeigen: sich ruhig, still v.; er ver
hielt sich uns gegenüber korrekt, reserviert; ich
weiß nicht, wie ich mich in einem solchen Fall v.
würde 1.2 . etw. verhält sich in bestimmter Weise
etw. zeigt eine bestimmte Sachlage: die Sache, An
gelegenheit verhält sich folgendermaßen
wie
verhält es sich eigentlich damit? 1.3 . etw. verhält
sich zu etw. in bestimmter Weise etw. steht in einem
bestimmten Verhältnis zu etw .: zwei verhält sich zu
vier wie drei zu sechs — 2. etw. zurückhalten,
unterdrücken: er konnte das Lachen, die Tränen
nicht v.; er sagte das mit verhaltenem Zorn; mit
verhaltener (leiser, gedämpfter) Stimme sprechen —
3. den Schritt v. langsamer gehen und stehenbleiben:
er verhielt (den Schritt) einen Augenblick, dann
ging er weiter
1246
Verhalten — verheimlichen
Verhalten, das; -s, jo. PL; zu verhalten 1.1/ Art des
Handelns, Beagierens, Benehmens unter bestimmten
Umständen: ein kluges, mutiges V.; das V. im
Straßenverkehr; dieseTiere zeigen ein geselliges V.
Verhaltens/verhaltens| -forschung, die jo . P L /
wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der Ver
haltensweise von Tieren befaßt; -gestört jAdj.; vom
MenschenI keine normale Verhaltensweise zeigend:
das Kind ist v.;
-norm, die Norm des mensch
lichen Verhaltens in der Gesellschaft: bestimmte ge
sellschaftliche Verhaltensnormen; -regel, die vgl.
-n o r m; -weise, die Art und Weise des Verhaltens
Verhältnis, das; -ses, -se 1.1. (vergleichbare, meßbare)
Beziehung (1) von etw. zu etw.: das V. zwischen Ur
sache und Wirkung; etw. steht zu etw. anderem in
einem bestimmten V .;das entspricht einem V. (der
Proportion) von drei zu eins;der Aufwand stand in
keinem V. zu dem Erfolg; im V. zu (im Vergleich zu)
seinem Alter ist er noch sehr leistungsfähig; das V.
von (die Wechselbeziehung zwischen) Theorie und
Praxis — 2.1. persönliche Beziehung, Kontakt', das
V. zwischen ihm und seinem Bruder war nie sehr
gut; er hat ein persönliches V. zu ihm, kein V. zur
Malerei; umg. ein V. mit jmdm. haben (eine in
time Beziehung zu einem Menschen anderen Ge
schlechts haben) 2.2. vertraglich bestimmte Beziehung
zwischen Personen und Institutionen — II. /nur im
Pl.j 1.1.das spezifische soziale Milieu, die wirtschaft
liche Lage eines Menschen: in guten, geordneten
Verhältnissen leben; er stammte aus ärmlichen
Verhältnissen 1.2. die gesellschaftlichen Verhält
nisse (Gesamtheit der Zusammenhänge und, Ent
wicklungsformen der praktischen gesellschaftlichen
Tätigkeit der Menschen innerhalb einer Gesellschaft)
—
2. Lebensbedingungen, die sich aus der (physi
schen) Um welt ergeben: klimatische Verhältnisse;
unter ungünstigen räumlichen Verhältnissen leben
+ über seine Verhältnisse leben (mehr Geld aus
geben als entsprechend der finanziellen Lage aus
gegeben werden dürfte)
verhältnis/Verhältnis| -mäßig /Adv./ im Verhältnis,
im Vergleich, relativ (1.2): wir mußten v. lange auf
Antwort warten; rwort, das /PL -Wörter/ Gramm.
Präposition
verhandeln jsw. Vb.; hat/ 1. mit jmdm. v. mit
jmdm. über etw. eingehend sprechen, eine Beratung
führen zum Zweck der Einigung: (mit jmdm.) über
ein neues Warenabkommen, über Fragen der Zu
sammenarbeit v.
—
2.Jur. 2.1. eine im Prozeßrecht
geregelte mündliche Beratung durchführen: das
Gericht hat gegen ihn (wegen Devisenvergehens)
verhandelt 2.2. etw. v . über etw. ein Gerichtsver
fahrendurchführen: einen Fall in zweiter Instanz v.
Verhandlung, die; -,
-en 1. das Verhandeln (1):
eineV., Verhandlungen führen; eshaben darüber offi
zielle Verhandlungen stattgefunden; mit jmdm. in
Verhandlungen stehen — 2. Jur. mündliches Ver
fahren vor einem zur Entscheidung von Streitfällen
befugten O rgan: Experten zur V. hinzuziehen
Verhandlung®| -führung, die das Führen einer Ver
handlung: einegeschickte V.; -ort, der /PI. -e/ Ort, an
dem eine Verhandlung (1) geführt wird;-spräche, die
Sprache, in der eine Verhandlung (1) geführt wird;
-weg, derjo. P l.j:internationale Probleme auf dem
V. (durch Verhandlungen 1) lösen
verhangen jA dj.; nicht adv.j: der Himmel ist v. (ist
m it Wolken bedeckt)
verhängen jsw. Vb.; hat/ 1. etw., bes. ein Fenster,
eine Tür, m itetw. zuhängen, bedecken:dieFenster mit
Decken v.
—
2. eine Strafe, einschränkende M aß
nahme festsetzen, anordnen: in dem Prozeß wurden
schwereStrafen verhängt; den Ausnahmezustand v.
Verhängnis, das; -ses, -se etw. Unheilvolles, dem
jmd. nicht zu entgehen vermag: der Alkohol wurde
ihm zum V.
Verhängnis|voll jAdj./ mit unheilvollen Folgen: ein
verhängnisvoller Tag, Irrtum
verharmlosen jsw. Vbl; hat/ etw. harmloser hin-,
darstellen, als es wirklich ist, etw. bagatellisieren:
diese Waffen, Gefahren kann man nicht v.
verhärmt jAdj.j von Kummer und Leid erfüllt und
gezeichnet, sorgenvoll: v. aussehen
verharrenjsw. Vb .;hat/1.1 . auf, bei,in etw. v. bei
etw. bleiben, an etw. festhalten: die Streitenden ver
harrten auf,beiihrenStandpunkten;inHoffnung v.
1.2. an einem Ort, in einer bestimmten Stellung, in
einem Zustand bleiben: das Publikum verharrte
auf seinen Plätzen; einen Augenblick v.
verhärten, verhärtete, ist/hat verhärtet 1.1. etw.
verhärtet (ist): der Boden verhärtet schnell (wird
schnell fest und hart,) wenn er nicht gepflügt, ge
hackt wird 1.2 . sich v. (hat):die Geschwulst, Drüse
hat sich verhärtet (ist hart geworden) —2. sich v.
(hat): seine Züge haben sich verhärtet (sind eckig
und kantig geworden)
verhaspeln, sich jsw. Vb.; hat/ umg.: sich beim
Sprechen v. (sich durch zu hastiges Sprechen mehr
mals versprechen)
verhaßt jAdj.j: ein verhaßter (von allen, vielen ge
haßter) Mensch; sich v. machen (Haß auf sich
ziehen); diese Arbeit ist mir v. (diese Arbeit hasse
ich)
verhätscheln, verhätscheln jsw. Vb .; hat/ umg.
jmdn., bes. ein Kind, sehr verwöhnen und dadurch
verweichlichen, verziehen
Verhau, der, auch das; -(e)s, -e aus vielen Teilen und
Draht dicht zusammengefügtes Hindernis: ein V.
errichten; durch ein V. kriechen
verhauen, verhaute, hat verhauen 1. umg. jmdn.
verprügeln — 2. Schülerspr. er, die ganze
Klasse hat die Mathematikarbeit v. (ihm, der
ganzen Klasse ist die Mathematikarbeit mißglückt) —
3. salopp er hat sich mit seinen Spekulationen
gründlich v. (geirrt)
verheben, sich, verhob sich, hat sich verhoben sich
beim Heben körperlichen Schaden zufügen
verheddernjsw. Vb .; hat/ umg. 1.1. sich(inetw.) v.
(anetw.) hängenbleiben: sichim Gestrüpp v. 1 .2 . etw.
verwirren, durcheinanderbringen: du hast die Leine,
Wolle völlig verheddert 1.3 . sich beim Sprechen v.
(verhaspeln)
verheeren jsw. Vb .; hat; / auch verheerend/ etw.
verwüsten, zerstören
verheerendjA dj.; / auch verheeren/1.1 . furchtbar,
katastrophal: eine verheerende Feuersbrunst; ver
heerende Folgen, Zustände 1.2 . umg. scheußlich,
unmöglich: er sieht in diesem Mantel v. aus
verhehlen jsw. Vb .; hat; / auch verhohlen/
(jmdm.) etw. verheimlichen
verheilenjsw. V b .; ist/:eine Wunde, ein Bruch ver
heilt (heilt)
verheimlichen jsw. Vb .; hat/ (jmdm.) etw. v.
(jmdm.) etw. nicht sagen, etw. nicht bekannt werden
lassen, (jmdm.) etw. verschweigen: du hast mir ver
heimlicht, daß ...; wir konnten es (ihm) nicht
länger v.
verheiraten, sich, verheiratete sich, h at sich ver
heiratet sich (mit jmdm.) v. jmdn. heiraten: er
hat sich mit ihr verheiratet; jvorw. im Part. Prät./
er, sie ist verheiratet (hat einen Ehepartner); eine
verheiratete Frau; O umg. scherzh. er ist doch
mit ihm, diesem Verein nicht verheiratet (ist ihm ,
diesem Verein doch nicht in jeder Hinsicht ver
pflichtet) !
,
verheißen, verhieß, hat verheißen geh. etw. ver
heißt jmdm. etw. etw. läßt jmdn. etw. erwarten:
seine Miene verhieß (uns) nichts Gutes
vcrheißungs|voll jA dj.j viel-, erfolgversprechend:
ein verheißungsvoller Blick; der Anfang war v.
verheizen jsw. Vb.; hat/ 1. etw. als Heizmaterial
verbrauchen: wir haben in diesem Winter schon
Unmengen von Holz, Briketts verheizt — 2. umg.
ganze Divisionen wurden von den faschistischen
Machthabern verheizt (sinnlos geopfert, in den Tod
getrieben)
verhelfen (er verhilft), verhalf, hat verholfen
jmdm. zu etw. v. helfen, daß jmd. etw. erhält, er
langt: jmdm. zu Erfolg, zu einer Anstellung v.
verherrlichen/sw. V b .;hat/ jmdn., etw.überschweng
lich od. unangemessen rühmen
verhetzen /sw. Vb .;hat/jmdn. durch ständige Hetze
gegen jmdn., etw. aufbringen
verheultjAdj.j umg. verweint: sie sah völlig v. aus
verhexen fsw. Vb.; hat/ jmdn., etw. verzaubern: er
war wie verhext von diesem Anblick; umg. das ist
ja wie verhext (das will einfach nicht gelingen,
glücken)!
verhindern fsw. Vb .; hat/ 1.1. etw. v . bewirken,
daß etw. nicht geschieht, getan wird: ein Unglück,
einen Krieg v.; es ließ sich nicht v., daß ... 1 .2. er
war dienstlich,durchKrankheitverhindert (konnnte
aus dienstlichen Gründen, wegen Krankheit nicht
.kommen, teilnehmen); dazu Verhinderung, die;
-,
- e n: ein Abkommen zur V. eines Krieges
verhohlen fA dj.; / auch verhehlen/ es andere nicht
merken lassend: er sah das mit verhohlener Scha
denfreude, fragte mit kaum verhohlener Neugier
verhöhnen jsw. Vb.; hat/ jmdn., etw. boshaft ver
spotten, verächtlich machen
verhohnepi(e)peln jsw. Vb .; hat/ umg. jmdn. ver
spotten
verhökern jsw. Vb .; hat/ umg. jemot. neg.j etw.
veräußern: er hat seine Uhr verhökert
verholzen /sw. Vb.; ist; von Stämmen, Ästen, Zwei
gen, Stengelnj unter der Rinde zu Holz werden
Verhör, das; -(e)s, -e jDDR noch umg./ das Ver
hören, Vernehmung: er war einem langen V. unter
zogen, unterworfen worden; jin der Verbindung!
jmdn. ins V. nehmen (jmdn. eingehend über einen
bestimmten unangenehmen Vorgang befragen)
verhörenjsw. Vb .; hat/ 1.jmdn. vernehmen (1) —
2. da habe ich mich wohl verhört (habe ich wohl
falsch gehört)!
verhüllen jsw. Vb .; hat/ etw., sich v. etw., sich mit
etw. bedecken, einhüllen (um es, sich dadurch zu
verbergen): das Gesicht, sich mit einem Schleier v.;
Wolkenv. die Gipfel der Berge; O ein verhüllender
(euphemistischer) Ausdruck; eine verhüllte (ver
steckte 2) Drohung
verhungernjsw. Vb .; ist/ aus Mangel an Nahrungs
mitteln sterben: noch heute v. viele Kinder in der
Welt; scherzh. wir v. bald, sind am Verhungern
(haben sehr großen Hunger)
verhunzen jsw. Vb .; hat/ umg. etw. verderben (2.3):
das Wetter hat uns den ganzen Urlaub verhunzt;
dieser Bau verhunzt (verunziert) den ganzen Ort
verhüten, verhütete, hat verhütet etw. v. durch
Handeln, bestimmte Maßnahmen das Eintreten von
etw. Unerwünschtem verhindern: Brände, einen
Krieg v.
verhütten, verhüttete, hat verhüttet Erz, Schrott
v. (Erz, Schrott in metallurgischen Öfen verarbeiten);
da zu Verhüttung, die; -,
-en
Verhütung, die; -,
-e n das Verhüten: die V. von
Bränden
Verhütungs|mittel, das M ittel zur Empfängnis
verhütung
verhutzeltfAdj.j zusammengeschrumpft und runzlig:
eine verhutzelte Gestalt; v. aussehen
verifizierenjsw. Vb .;hat/ [v..] etw. v. die Wahrheit,
Richtigkeit von etw. bestätigen: seine Angaben, diese
Hypothese konnte später verifiziert werden
verirren, sich jsw. Vb .; hat/ 1.1. vom richtigen Weg
abkommen, den richtigen Weg nicht mehr finden,
sich verlaufen: sich im Wald v.;auf dem Rückweg
haben wir uns verirrt 1.2 . zufällig irgendwohin ge
raten: hierhin verirrt sich selten ein Fremder
verjagenjsw. Vb .;hat/ ein Tier, jmdn. verscheuchen,
fortjagen: die Fliegen, Hühner v.; das Volk ver
jagte die reaktionären M achthaber (entmachtete sie,
erzwang ihre Flucht); <> trübe Gedanken v.
verjährenjsw. Vb .; ist/ etw. verjährt etw. kann nach
Ablauf einer festgesetzten Frist nicht mehr gericht
lich verfolgt werden: Kriegsverbrechen dürfen nicht
für verjährt erklärt werden; sein Anspruch darauf
ist verjährt; dazu Verjährung, die; -,
-en
Verjährungsfrist, die festgelegter Z eitraum , nach
dessen Ablauf etw. verjährt ist
verjubelnjsw. Vb .; hat/ umg.: sein Geld v. (leicht
sinnig, für Vergnügungen ausgeben)
verjüngen jsw. Vb .; hat/ 1.1. etw. verjüngt etw.,
jmdn. etw. gibt einer Sache, jmdm. ein jüngeres
Aussehen: diese Creme, dieses Make-up verjüngt
die Haut; diese Mode verjüngt sie; er fühlte sich
nach dieser Kur wie verjüngt (als wäre er jünger
geworden) 1.2. das Präsidium, die National
mannschaft ist verjüngt worden (ältere Mitglieder
des Präsidiums, der Nationalmannschaft sind durch
jüngere ersetzt worden); den Baumbestand v. (ältere
Bäume fällen und dafür junge Bäume pflanzen) —
2. etw. verjüngt sich etw. wird nach einer Richtung
hin dünner, schmaler: nach oben hin verjüngt sich
der Turm; zu 1Verjüngung, die; -,
-en
verkalkenjsw. Vb.; ist/1. Med. Arterien v. (büßen
ihre Elastizität ein, weil sich verhärtende Stoffe an
ihrer inneren Wandung ablagern); umg. jmd. ist
verkalkt (leidet an Arterienverkalkung) — 2. umg.
durch Altern geistig unbeweglich werden: er verkalkt
immer mehr, ist schon verkalkt
verkalkulieren, sich jsw. Vb .; hat/ die Kosten für
eine Leistung od. ein Erzeugnis fälsch berechnen: man
hatte sich bei der Berechnung der Baukosten ver
kalkuliert; O die Zeit, der Stoff reicht dafür nicht,
ich habe mich verkalkuliert (habe das fälsch ein
geschätzt)
Verkalkung, d ie ; -,
-e n 1. jo. Pl.j das Verkalken —
2. jvorw. Sg.j das Verkalktsein
verkappt fAdj.f so geschickt getarnt, daß das währe
verheiraten — verkappt
1247
1248
rerkarsten — Verkehrsfluß
Wesen nicht erkannt wird: ein verkappter
Spion
verkarsten, verkarstete, ist verkarstet Geogr.
durch Veränderung der natürlichen Vegetation, hes.
durchRaubbau am Wald,allmählich zuKarst werden:
das Gebiet ist im Laufe unseres Jahrhunderts
völlig verkarstet; verkarstete Berghänge
verkatert /Adj./ umg. nach reichlichem Genuß von
Alkohol (und zu wenig Schlaf) in schlechter körper
licher (und psychischer) Verfassung: v. sein, aus-
sehen
Verkauf, der; -(e)s, Verkäufe das Verkaufen (1.1):
der V. eines Hauses, von Theaterkarten; V. auch
außer Haus /Hinweis in Gaststätten, daß Waren, bes.
Kuchen und Getränke, zum Mitnehmen gekauft wer
den könnenj;Pol. Ök. Kauf und V. als Phasen der
Warenzirkulation
verkaufenfsw, Vb.; hat/ 1.1. etw., eine Ware gegen
Bezahlung einem anderen als dessen Eigentum über
lassen: etw. billig, teuer, günstig v.; ein Haus mit
Verlust, unter seinem Wert v .; Waren ins Ausland
v.; Pol. ök. Lohnarbeiter, die gezwungen waren,
ihre Arbeitskraft (als Ware) zu v.; O sein Leben
teuer v. (sein Leben zäh verteidigen, nur um einen
hohen Preis hingeben) 1.2 . etw. verkauft sich gut,
schlecht etw. wird viel, wenig gekauft: in einem kal
ten, verregneten Sommer v. sich Badeanzüge
schlecht 1.8 sie verkauft sich, ihren Körper (geht der
Prostitution nach)
+ sich nicht für / dumm v. lassen; sich/ verraten
und verkauft fühlen
Verkäufer, der; -s, - 1. Angestellter eines (Einzel-
handeis)geschäfies, der verkauft: er ist, arbeitet als V.
— 2.natürlicheod.juristischePerson im Hinblickdar
auf, daß sie etw. verkauft (hat): der V. desGrund
stücks; als V. tritt in diesem Falle ein Betrieb
auf; zu 1 Verkäuferin, die; -,
-nen
verkäuflich /Adj.; nicht adv.j zum Verkauf an-
geboten: das Haus ist v.; ein frei verkäufliches
(nicht rezeptpflichtiges) Medikament; das Haus ist
schwer v. (ist schwer zu verkaufen)
Verkaufs/verkgufsl -ausstellung, die A u s s te ll u n g ,
auf der das Ausgestellte auch zum Kauf angeboten
w ird; -einrichtung, die fachspr. Einrichtung, Ge
schäft des soz. Einzelhandels: eine moderne, ge
nossenschaftliche V.;
-fläche, die Fläche, die in
einem Warenhaus, einer Kaufhalle, einem Geschäfty
für die zum Kauf angebotenen Waren und den Ablauf
des Verkaufens zur Verfügung steht: eine Kaufhalle
mit einer V. von 400 Quadratmetern; -kraft, die
Verkäuferin) (1); -kultur, die fo. PI ./ Ordnung,
Sauberkeit und gute Bedienung beim Verkauf von
Waren im Einzelhandel: ein Laden mit guter V.;
die V. erhöhen, verbessern; -messe, die vgl.
- aus
stellung; -offen/Adj.; nicht adv.; in derBRD/: ein
verkaufsoffener Sonnabend (Sonnabend, an dem
die Einzelhandelsgeschäfte geöffnet sind); -personal,
das Gesamtheit der Verkaufskräfte eines (Einzel-
handels)geschäftes; -praktik, die Verfahrensweise
beim Verkauf: er hat sich einer unlauteren V. be
dient; -praxis, die 1. fo. PI ./ Berufserfahrung auf
dem Gebiet des Verkaufs — 2. Verkaufspraktik;
-preis, der von einem Verkäufer (2) für eine Ware
geforderter Preis; -Schlager, Artikel (3), der sich
sehr gut verkauft: die Pullis waren ein großer V.;
-stand, der Stand zum Verkauf von Waren; -stelle,
die Geschäft des soz. Einzelhandels
Verkaufsstellen! -ausschuß, der gewählte, ehren
amtlich tätige Leitung einer Grundorganisation der
soz. Konsumgenossenschaft; -beirat, der ehrenamt
lich als Interessenvertretung der Bevölkerung bei
einer Verkaufsstelle des soz. Einzelhandels tätiges
Organ; -leiter, der Leiter eines Geschäfts des soz.
Einzelhandels
Verkehr, der; «(e)s, jo. Pl.f 1.1. Gesamtheit bes. der
Straßenfahrzeuge, die sich auf den dafür vorgesehe
nen Verkehrswegen bewegt, und der Personen, die
sich auf ihnen bewegt, die auf ihnen befördert w ird:
der V. auf der Autobahn, in der Großstadt hat zu
genommen; der / fließende V.; der / ruhende V.
1.2. das Fahren bes. der Straßenfahrzeuge, Gehen
der Personen auf den dafür vorgesehenen Verkehrs
wegen: der öffentliche (auf Straßen vor sich gehende)
V.; auf dieser Straße, Eisenbahnstrecke ist immer
starker, wenig V.; der Verkehrspolizist regelt den
V., s o rgt für einen reibungslosen, flüssigen Ablauf
des Verkehrs; eine Straße für den V. freigeben,
sperren; das Auto mußte aus dem V. gezogen wer
den (darf nicht mehr als Verkehrsmittel benutzt
werden); die Schneemassen brachten den V. auf
Straße und Schiene zum Erliegen — 2. Banknoten
aus dem V. ziehen (nicht mehr für den Umlauf,
Gebrauch zulassen) — 3. (ständiger) menschlicher
Kontakt, Beziehung mit jrndm.: freundschaftlichen
V. mit den Nachbarn haben, pflegen; mit jmdm. in
V. treten, in (brieflichem) V. stehen — 4 . Ge
schlechtsverkehr: mit jmdm. V. haben
verkehren /sw. Vb .; hat, ist; / auch verkehrt/ 1.1.
als öffentliches Verkehrsmittel planmäßig auf einer
bestimmten Strecke (in bestimmter Weise) fahren (hat,
ist): die Straßenbahn verkehrt auf dieser Linie
viertelstündlich; der Bus hat, ist gestern unregel
mäßig verkehrt; zwischen diesen drei Städten ver
kehrt eine Schnellbahn —2. (hat) 2.1. mit jmdm.
Verkehr (3) haben: wir v. nur geschäftlich mitein
ander; mit jmdm. freundschaftlich, brieflich v.
2.2.in etw., beijmdm. häufig zu Gast sein: in diesem
Cafe v. viele Künstler; er verkehrte damals bei uns
—
3. (hat) mit jmdm. geschlechtlich v. (mit jmdm .
Geschlechtsverkehr haben) — II. etw ., sich ins Gegenteil
verwandeln (hat): deine Interpretation verkehrt
den Sinn der Sache; etw. verkehrt sich ins Gegen
teil
Verkehrs/verkehrs| -ader, die sehr wichtiger, stark
frequentierter Verkehrsweg; -ampel, die technische
Anlage, die zur Regelung des Staßenverkehrs ab
wechselnd rote, grüne und gelbe Lichtsignale gibt;
-arm /Adj.; nicht adv.! mit wenig Verkehr (1.2),
bes. Straßenverkehr: eine verkehrsarme Gegend;
die verkehrsarmen Nachtstunden; -behinderung,
die: starke Verkehrsbehinderungen (Behinderungen
des Straßenverkehrs) durch Neuschnee; -betrieb,
der Betrieb, der die Anlagen und Fahrzeuge für
einen bestimmten Zweig des Öffentlichen Verkehrs
einsetzt und unterhält: die Berliner Verkehrs
betriebe; -chaos, das chaotisches Durcheinander im
öffentlichen Verkehr (1.2): durch Stromausfall kam
es in der Innenstadt zu einem V.;
-delikt, das
Verstoß gegen die Verkehrsvorschriften; -dichte, die
jo. PI./ Dichte (1) des Verkehrs, bes. des Straßen
verkehrs; -erZiehung, die Erziehung zum richtigen
Verhalten im öffentlichen Verkehr; -flugzeug, das
Flugzeug für den zivilen Luftverkehr; -fluß, der
jo. Pl.j (flüssiger) Ablauf des Straßenverkehrs;
verkehrsgerecht — verkleiden
1249
-gerecht fAdj.f den Erfordernissen des öffentlichen
Verkehrs ,angemessen-,
verkehrsgerechtes Verhal
ten; -günstig fA d j.f : das Hotel, die Wohnung hat
eine verkehrsgünstige Lage, hegt v. (lieg t in d e r
Nähe eines Bahnhofs, einer Haltestelle); -helfer, der
ehrenamtlicher Helfer der Volkspolizei in Fragen
des öffentlichen Verkehrs; -hindernis, das etw., das
als Hindernis den fließenden Verkehr (1.2) stört;
-insei, die meist erhöhter, für den Aufenthalt von
Fußgängern reservierter Bereich auf Fahrbahnen;
- knotenpunkt, der verkehrsreiche Stelle im Ver
kehrsnetz, an der Verkehrswege ineinandermünden
od. sich kreuzen; -kontrolle, die von der Volks
polizei durchgeführte Maßnahme, die der Über
prüfung der am öffentlichen Verkehr beteiligten
Fahrzeuge und des korrekten Verhaltens der Fahrer
im Straßenverkehr dient; -läge, die fvorw. Sg.f 1.
die jeweilige Situation des öffentlichen Verkehrs:
eine normale, komplizierte V. — 2. das Hotel hat
eine gute V. (ist verkehrsgünstig gelegen); -maschine,
die Verkehrsflugzeug; -mittel, das Straßen-, Schie
nen-, Wasser-, Luftfahrzeug für die Beförderung von
Personen, Gütern: ein öffentliches (für die Be
förderung von Personen im öffentlichen Verkehr
bestimmtes) V.; -netz, das Gesamtheit der in einem
bestimmten Gebiet vorhandenen, miteinander ver
flochtenen Verkehrswege; -opfer, das Verkehrstote;
•Ordnung, die Gesamtheit der Verkehrsregeln und
- Vorschriften; -polizei, die die für die Überwachung,
Regelung und Sicherung des Straßen-,
Wasser
straßen- und Eisenbahnverkehrs verantwortlichen
staatlichen Kräfte; -polizist, der Angehöriger der
Verkehrspolizei; dazu -polizistin, die; -posten. der
Verkehrspolizist, -heifer, der zur Regelung und Über
wachung des Straßenverkehrs irgendwo postiert ist;
-regel, die gesetzliche Regel für das Verhalten der
Verkehrsteilnehmer im öffentlichen Verkehr; -reg(e)-
lung, dieRegelung (1.1) des Straßenverkehrs; -reich
/Adj.; nicht adv.f mit viel Verkehr (1.2), bes.
Straßenverkehr: eine verkehrsreiche Kreuzung;
-rowdy, der bes. Motorrad-, Autofahrer, der rück
sichtslos die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer
gefährdet; -Schild, das 1Schild mit einem Verkehrs
zeichen; -Schrift, die fo. Pl.f Kurzschrift mit einer
relativ geringen Zähl von Kürzeln; -sicher fAdj.f:
das Fahrzeug ist v. (ist technisch einwandfrei, ge
fährdet nicht den Verkehr); -Sicherheit, die fo. Pl.j
1. verkehrssicherer Zustand: die V. des Fahrzeugs
überprüfen — 2. Sicherheit im öffentlichen Ver
k eh r: aus Gründen der V. wurde die Haltestelle
verlegt; -sicherheitsaktiv, das ehrenamtlich tätiges
gesellschaftliches Organ in Betrieben, Institutionen,
Wohngebieten der DDR , das die staatlichen Organe
der Verkehrserziehung,
- kontrolle und -regelung
unterstützt; -spitze, dieVerkehrsspitzenzeit; -Spitzen
zeit, die Zeitspanne größter Verkehrsdichte im
Straßenverkehr;
-stau, der Verkehrsstauung;
-Stauung, die Stauung im Verkehrsfluß; -Stockung,
die Stockung im Verkehrsfluß; -Störung, die Stö
rung im öffentlichen Verkehr; -streife, die den
öffentlichen Verkehr überwachende Streife; -Sünder,
der oft scherzh. Verkehrsteilnehmer, der gegen die
Verkehrsordnung verstoßen hat; -teilnehmer, der
Person, die am öffentlichen Verkehr teilnimmt;
- tote, der u. die statistisch erfaßte Person, die durch
einen Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist;
-Unfall, der Unfall, an dem mindestens ein sich im
öffentlichen Verkehr bewegendes Verkehrsmittel be
teiligt ist; -Verbindung, die Verbindung durch Ver
kehrswege, durch Verkehrsmittel; -Verhältnisse, die
/P l.f Verkehrslage (1); -Vorschrift, die gesetzliche
Vorschrift für das Verhalten der Verkehrsteilnehmer
im öffentlichen Verkehr; -weg, der Straße, Schie
nen-, Wasserweg; -wesen, das fo. Pl.f Gesamtheit
der Vorgänge, MaßnahmenAnlagen, Mittel und
Einrichtungen sowie die Beschäftigten, die der Orts
veränderung von Personen, Gütern, Nachrichten
dienen; -widrig JAdj.f gegen die Verkehrsordnung
v e r s to ß e n d : Verkehrswidriges Verhalten; sich v.
verhalten; -Zahlung, die statistische Erhebung zur
Ermittlung spezifischer Kriterien des fließenden
Verkehrs; -Zeichen, das bestimmte graphische D a r
stellung meist auf dinem 1Schild zur Regelung und
Sicherung des öffentlichen Verkehrs
verkehrt /A dj.; / auch verkehren II/1. falsch (2):
wir sind an der verkehrten Haltestelle aus
gestiegen; er hat den Pullover v. angezogen —
2. fä ls c h (3): das ist/(nicht) v.; eine verkehrte Aus
kunft bekommen; ein Wort v. (orthographisch
nicht korrekt) schreiben; er hatte Angst, etwas Ver
kehrtes zu machen
verkennen, verkannte, hat verkannt etw., jmdn.
v. das wahre Wesen von etw., jmdm. nicht erkennen,
etw., jmdn. falsch beurteilen: den Ernst der Lage,
den Charakter einer Maßnahme v.; du verkennst
ihn; seine Handschrift ist nicht zu v. (ist einwand
frei zu erkennen, ist nicht zu verwechseln); ich will
nicht v. (muß zugeben 2, eingestehen), daß du ...
verkitten, verkittete, hat verkittet e tw . ,
bes.
Fugen, Ritzen, Löcher, mit Kitt füllen
verklagen fsw. Vb .; hat; / auch Verklagte/ jmdn.
v. gegen jmdn. klagen: er will ihn auf Schaden
ersatz v.
Verklagte, der u . die; -n, -n f / a u c h verklagen/
jmd., der verklagt worden ist: derV. hat gegen das
Urteil Berufung eingelegt
verklapsen fsw. Vb .; hat/ salopp jmdn. zum
besten halten:du willst mich wohl v.?
verklären f s w . V b . ; hatf 1.1. jmds. Gesicht, Blick
verklärt sich (jmds. Gesicht, Blick bekommt einen
glücklichen Ausdruck, erscheint schön und strah
le n d ) 1.2. ein Lächeln, Freude verklärte die Ge
sichter (verlieh ihnen einen glücklichen Ausdruck,
ließ sie schön und strählend erscheinen) — 2. etw.
schöner, besser erscheinen lassen, als es wirklich vjar,
is t : die Erinnerung verklärte (ihm) die Jugend
zeit
verklausulieren fsw. V b .; hat/ 1.1. eine Festlegung,
bes. einen Vertrag, ein Gesetz, durch Klauseln od.
Vorbehalte in seiner Gültigkeit einschränken od. er
weitern: einen Vertrag v. 1.2. einen Text v. (einen
Text kompliziert, schwer verständlich formulieren)
verkleben fsw. Vb.; ist, hat/ 1. etw. wird durch
etw., bes. eine klebrige Absonderung, klebrig und
haftet a neinander (ist): durch das Schwitzen ver
klebte sein Haar; ein verklebter Verband — 2 .
etw. zukleben (hat) —3. (hat) den Fußbodenbelag
v. (mit Klebstoff auf dem Fußboden befestigen)
verkleckern fsw. Vb .; hat/ umg. 1. Flüssigkeit,
halbflüssige Speise verschütten (1) (und dadurch
Flecke auf etw. machen): beim Einschenken hat er
ein paar Tropfen verkleckert — 2. Geld v. (fü r
meist unnütze Kleinigkeiten verbrauchen)
verkleiden, verkleidete, hat verkleidet 1. sich,
1250
Verkleidung — verkorksen
jmdn. v. sich, jmdn. so kleiden, daß man, er fncÄi
erkannt w ird: die Kinder haben sich verkleidet;
sich zum Fasching als Clown v. (kostümieren) —
2. eme Fläche mit einem bestimmten Material be
decken, bes. um sie schöner erscheinen zu lassen:
Wände mit Holz v.; der Sockel des Hauses war
mit Klinkern verkleidet
Verkleidung, die; -,
-en 1. jzu verkleiden/ das Ver
kleiden; zu 2: dieV. derWände mitHolz —2. das
zum Verkleiden (1) Verwendete: in dieser V. haben
wir ihn nicht erkannt —8. das zum Verkleiden (2)
Verwendete; Vorrichtung, die etw. verkleidet: zum
Reinigen der Heizkörper ^muß die V. entfernt
werden
verkleinern jsw. Vb .; hat/ 1.1. etw. kleiner (1, 3)
machen: eine Aufnahme v. (eine kleinere Repro
duktion von einer Aufnahme herstellen);der Betrieb
soll verkleinert (personell und vom Umfang her ver
ringert) werden 1.2. sich v. kleiner (1, 3) werden:
der Abstand zum Vorausfahrenden hat sich ver
kleinert (v e r r in g e r t 1.1); wir haben uns verkleinert
(haben eine kleinere Wohnung bezogen); dazu Ver
kleinerung, die; -en
Verkleinerungsform, die Sprachwiss. D im in u tiv
verkleistern jsw . Vb .; hat/ umg. etw. verschleiern
(2): die Unterschiede, Klassengegensätze zu v.
suchen
verklemmen, sich jsw. Vb .; hat; / auch ver
klemmt/ etw. verklemmt sich etw. gerät in den Zu
stand, daß es klemmt (3): das Fenster hat sich ver
klemmt; ein verklemmtes Schubfach
verklemmt jA dj.; / auch verklemmen/ umg.:
jmd. ist (sexuell) v. (jmd. ist in seinem Verhalten,
in seinem sexuellen Verhalten gehemmt) ; seine ver
klemmte (durch Hemmungen unnatürliche, ver
krampfte )Haltung
verklingen, verklang, ist verklungen a l lm ä h lic h
aufhören zu tönen, klingen: ein Lied, der Beifall
verklingt; die Schritte entfernten sich und ver
klangen
verklpppen jsw . Vb .; hat/ landsch. salopp 1.
jmdn. verprügeln — 2. etw. veräußern: er hat seine
Uhr verkloppt
verknacken jsw. Vb.; hat/ salopp jmdn. ver
u rteile n (1.1): er ist zu 1000 Mark Geldstrafe ver
knackt worden
verknacksen jsw . V b .; hat/ umg.: sich den Fuß,
die Hand v. (verstauchen)
verknallen jsw . V b .; hat/ salopp: sich in jmdn. v.
(sich in jmdn. verlieben)
verknappen jsw. Vb .; hat/ 1.1. sich v. knapp (1)
w e r d e n : durch den Streik der Lastkraftwagen -
fahrer verknappten sich die Lebensmittel 1.2. etw.
v. veranlassen, daß etw. knapp (1) wird: durch
Manipulation der Konzerne wurde das Angebot
künstlich verknappt; d a z u Verknappung, die; -,
-en
verkneifen, verkniff, hat verkniffen f / t a u c h ver
kniffen/ 1. etw. zusammenkneifen: die Lippen v.;
er verkniff böse den Mund — 2. um g. sich etw. v.
2.1. auf etw. verzichten: Alkohol muß er sich als
Fahrer v. 2.2. etw. unterdrücken (3): sich eine Be
merkung, Frage v.; er konnte sich das Lachen
nicht v.
verkniffen jA dj.; / auch verkneifen/: ein ver
kniffenes (durch Verbitterung harte, scharfe Züge
aufweisendes) Gesicht
verknöchern jsw. Vb .; ist/ 1. (im Alter) in seinen
Ansichten, Gewohnheiten unbeweglich, starr werden:
er verknöchert zusehends; jvorw. im Part. Prät.j
ein verknöcherter Junggeselle — 2. Med. p a t h o
logisch od. physiologisch zu Knochen werden: die
Knorpel verknöcherten vorzeitig
verknoten, verknotete, hat verknotet 1.1. e tw . ,
bes. Fäden, Bänder, die Zipfel eines Tuches, durch
einen Knoten fest miteinander verbinden:das Kopf
tuch unter dem Kinn v . ; er verknotete die Schnür
senkel 1,2. sich v. sich (ohne jmds. Dazutun) zu
einem Knoten verschlingen: die Schnur hatte sich
mehrmals verknotet — 2. etw. an etw. mit Hilfe
eines Knotens festbinden: der Kutscher verknotete
die Zügel am Bock
verknüpfen jsw. Vb .; hat/ 1. etw., bes. Fäden,
Bänder, durch einen Knoten fest miteinander ver
b in d e n : die Enden des Bindfadens v.; Fäden zu
einem Netz v .
—
2.1. etw. m it etw. verbinden (4.1):
die Erbschaft war mit bestimmten Bedingungen
verknüpft 2.2. etw. verbindet (4.2) sich mit etw.:
mit diesem Namen verknüpft sich bei ihm eine
angenehme Erinnerung 2.8. etw. m it etw. ver
b in d e n (4.3): das Angenehme mit dem Nützlichen
v.; er hat die Dienstreise mit einem Besuch bei
uns verknüpft — 8.1. etw. verbindet (5.1) jmdn.
m it jm d m .: uns v. gemeinsame Interessen; die
beiden verknüpft eine langjährige Freundschaft
3.2. etw. verbindet (5.2) jmdn. m it etw.: unvergeß
liche Erlebnisse v. ihn mit diesem Land
verknusen jsw . V b .; hat/ landsch. umg.: jmdn.,
etw. nicht v. können (jmdn., etw. nicht ausstehen
können)
verkochen jsw . V b .; ist, hat/ 1. (ist) etw. verkocht
(etw. verdampft durch langes Kochen) — 2. etw.
zu etw. v. etw. durch langes Kochen in etw. anderes
umwandeln (hat):Knochen zu Leim v.
verkohlen jsw. Vb .; ist, hat/ 1.1. etw. wird durch
Einwirkung von (schwelendem) Feuer zu Kohle, zu
einem kohleartigen Stoff (ist):der Docht der Kerze
verkohlte allmählich; verkohlte Balken 1.2. e tw . ,
bes. Holz, in Kohle, in einen kohleartigen Stoff um
wandeln (hat): Holzin einemMeiler v. — 2. umg.
jmdn. zum besten haben (hat):du willst mich wohl
v.?
verkoken jsw. Vb .; hat/ fachspr.: Kohle v.
(durch Erhitzen aus Kohle Koks gewinnen); dazu
Verkokung, die; -en jvorw. Sg.j
verkommen, verkam, ist verkommen 1. jmd. ver
kommt jmd. läßt sein Äußeres verwahrlosen, gerät
(allmählich) auf einen moralischen, wirtschaftlichen,
sozialen Tiefstand: jmd. verkommt im Schmutz;
er wurde zum Trinker und verkam immer mehr;
moralisch v. sein; eine verkommene Gesellschaft
—
2.1. etw. verdirbt (1): iß auf, damit nichts ver
kommt 2.2. etw. gerät infolge Vernachlässigung,
mangelnder Pflege in einen sehr schlechten Zustand,
verwahrlost: seine Wohnung ist völlig v.; das Haus
macht einen verkommenen Eindruck; d a z u Ver
kommenheit, die; -, jo. P l.j
verkonsumieren jsw . Vb .; hat/ umg. etw ., bes.
Lebens-, Genußmittel, (in größeren Mengen) essen,
verbrauchen: er verkonsumiert täglich zweiSchach
teln Zigaretten
verkorken jsw . V b .; hat/: eine Flasche v. (eine
Flasche mit einem Korken verschließen)
verkorksen jsw. Vb .; hat/ umg. 1.1. etw. verderben
verkörpern — Verlagsrecht
1251
(2.3): er verkorkst dauernd die Pointe, die gute
Stimmung 1.2* sich den Magen v. {verderben 2.2)
verkörpern jsw. V b .; hat/1. eine Bolle v. eine Bolle
auf der Buhne, im Film darstellen: er verkörperte
die Bolle des Mephisto — 2 . jedes dieser Decken
gemälde verkörpert {veranschaulicht) einen be
stimmten Zeitabschnitt; in ihm v. sich (in ihm ver
einigen sich beispielhaft) Güte und Bescheidenheit
verkosten, verkostete, hat verkostet fach spr.
eine Speise, ein Getränk v. (an einer entnommenen
Probe den Geschmack einer Speise, eines Getränkes
prüfen); Wein v.
verkrachen jsw. Vb .; hat; /t auch verkracht/
umg. sich (mit jmdm.) durch Streit verfeinden: die
beiden haben sich, er hat sich mit ihr verkracht
verkracht /Adj.; nicht adv.; / auch verkrachen/
umg. im Leben, Beruf gescheitert: ein verkrachter
Schauspieler; eine verkrachte Existenz
verkraften, verkraftete, hat verkraftet etw. be
wältigen: einen Konflikt, ein Erlebnis v.; das ist
eine Tatsache, die du v. m ußt; das Kraftwerk
konnte den gestiegenen Energiebedarf gerade noch
v. (decken 3); diese Ausgabe können wir nicht v.
(können wir uns nicht leisten)
verkramen jsw. Vb.; hat/ umg. etw. Verlegen (1)
verkrampft jA dj.j gehemmt, unnatürlich: jmd. ist,
wirkt v .; ein verkrampftes Lachen
verkriechen, sich, verkroch sich, hat sich ver
krochen 1.1. ein Tier verkriecht sich irgendwo,
irgendwohin ein Tier kriecht irgendwohin, so daß
es nicht gesehen werden kann: der Hund verkroch
sich unter dem, unter den Tisch; O die Sonne ver
kriecht sich (hinter den, hinter die Wolken) 1.2.
sich (aus Angst, Scham, Scheu) verstecken: mir war
das so peinlich, daß ich mich am liebsten (in ein
Mauseloch) verkrochen hätte 1.3. er verkriecht
sich hinter seinen Büchern (befaßt sich ausschließ
lich mit seinen Büchern und will für andere nicht
erreichbar sein)
verkrümeln, sich jsw. Vb .; hat/ umg. 1.1. sich
unauffällig, heimlich zurückziehen: er hat sich bei
zeiten verkrümelt 1.2 . /von einer Anzahl Personenj
nach und nach (einzeln) verschwinden: ein Teil der
Beisegruppe hatte sich verkrümelt
verkrümmen jsw. Vb .; ist, hatj krumm (1) werden
(ist): eine Krankheit, bei der die Wirbelsäule ver
krüm mt; sich v. (hat): seine Wirbelsäule h at sich
verkrümmt
verkrüppeln jsw. Vb .; ist/ sich zu einer M iß
bildung entwickeln: sein Fuß, Arm verkrüppelte;
jvorw. im Part. Prät.j seine Beine sind verkrüp
pelt; eine verkrüppelte Kiefer
verkrusten, verkrustete, ist verkrustet etw. über
zieht sich auf der Oberfläche mit einer Kruste von
etw.: jvorw. im Part. Prät.j das Gesicht des Ver
unglückten war von Blut verkrustet; von Schlamm
verkrustete Stiefel
verkühlen, sich jsw. Vb .; hat/ landsch. sich er
kälten (1.1)
verkümmern jsw. Vb .; ist/ 1.1. unter bestimmten
Bedingungen in der Entwicklung, im Wachstum
Zurückbleiben, an Lebensfähigkeit verlieren: an die
sem Standort verkümmert die Pflanze, der Baum;
in dieser Umgebung ist er fast verkümmert; ein
durch die Gefangenschaft verkümmertes Tier 1.2.
durch Kümmernisse, Sorgen allmählich die Freude
am Leben, an der Arbeit, seine Energie verlieren:
seelisch, menschlich v.
—
2. durch Veröden, Ent
artung von Gewebe kleiner werden: Muskeln können
v .; ein verkümmertes Organ
verkünden, verkündete, hat verkündet 1.1. das
Urteil v. (öffentlich bekanntgeben) 1.2. etw. ver
kündigen (1.1) 1.3 . etw. in nachdrücklicher Form
m itteilen: freudestrahlend verkündete er, daß er
die Prüfung bestanden hat
verkündigen jsw. Vb .; hat/ 1.1. geh. diese Lehre
wollte er in aller Welt v. (verbreiten 1.1) 1.2 etw.
verkünden (1.3)
verkuppeln jsw. Vb .; hat/ 1. etw. m it etw. anderem
koppeln: Waggons v.
—
2. jmdn. mit jmdm., an
jmdn. v. jmdn. mit einer Person anderen Ge
schlechts zum Zwecke einer Liebesbeziehung, Heirat
(gegen Bezahlung) zusammenbringen: er hat sich
nicht v. lassen
verkürzen jsw. Vb .; hat/ 1.1 . etw. kürzer (1.1)
machen, kürzen: eine Leiste etwas, um drei Zenti
meter v.; durch die Operation hat er ein ver
kürztes Bein 1.2 . sieh v. kürzer (1.1) werden: die
Schatten v. sich um diese Tageszeit schon — 2.1.
Sport einen Ab-, Rückstand verringern: in der
zweiten Halbzeit verkürzte die Mannschaft auf
drei zu vier 2.2 . etw. mengen-, zahlenmäßig ver
kleinern: die Bationen, Anteile wurden verkürzt
(gekürzt 3) 2.3 . eine (festgelegte) Zeitspanne ver
ringern: die wöchentliche Arbeitszeit wurde ver
kürzt; durch das Bauchen hat er sein Leben ver
kürzt; verkürzt (nicht die volle Wochenstundenzahl)
arbeiten; sich (mit etw.) die Zeit v. (sich mit etw.
beschäftigen, damit die Zeit kürzer erscheint) 2.4.
etw. in eine kürzere, knappere Form bringen: jvorw.
im Part. Prät.j die verkürzte Fassung eines
Beferats; zu 1, 2.2 u. 2.3 Verkürzung, die; -,
-en
verlachenjsw. Vb.; hat/ jmdn. auslachen
Verlade| -brücke, die Kran in Form einer Brücke
m it weit voneinander entfernt stehenden Stützen;
- kai, der vgl. Verladeplatz
verladen (er verlädt, umg. verladet), verlud, hat
verladen 1 .1 . Waren, Güter zwecks Versendung in,
auf ein Fahrzeug laden: Kohlen, Stückgut (in
Waggons, auf einen Lastwagen) v .; Luftfracht v.
1.2. Truppen v. (Truppen für den Transport bes.
in einem Zug, auf Fahrzeugen unterbringen)
Verlade|platz, der Platz (2), der zum Verladen von
Gütern dient
Verlag, der; -(e)s, -e Betrieb, der Manuskripte von
den Autoren erwirbt, sie betreut und für die Druck
legung, das Einbinden, den Vertrieb sorgt: ein
belletristischer, naturwissenschaftlicher V.; das
Buch ist in einem Berliner V. erschienen; als
Lektor in einem V. arbeiten
verlagern jsw. Vb .; hat/ 1.1 . etw. von einer Stelle
wegnehmen und an eine andere Stelle bringen: die
Last von einer auf die andere Schulter v.; das
Körpergewicht nach vorn v. 1 .2. Arbeitszeit v.
(auf einen anderen Tag Verlegen) — 2. sich v.
seinen Standort, seine Lage ändern: das Tiefdruck
gebiet verlagert sich langsam nach Osten; die
Niere des Patienten hat sich verlagert
Verlags] -buchkandlung, die von einem Verlag be
triebene Buchhandlung; -katalog, der Katalog der
Erzeugnisse eines Verlags; -leiter, der; -lektor, der;
-recht, das 1. joi Pl.j Gesamtheit der festgelegten
rechtlichen Normen für die Beziehungen zwischen
Urheber und Verlag — 2. ausschließliche Befugnis
80 Wörterbuch
1252
verlanden — verlauten
eines bestimmten Verlags zur Drucklegung und zum
Vertrieb eines Werkes
verlanden, verlandete, ist verlandet ein See, Fluß
verlandet (füllt sich allmählich mit Schlamm , Erde)
verlangen /sw, Vb.; hat/ 1.1. etw. v. äußern, daß
man etw, (von jmdm.) haben, verwirklicht haben
m ö ch te : Schadenersatz v.; was hat er dafür ver
langt?; er verlangte, daß s i e . . . ; er machte die
verlangten Angaben; er tut alles, was von ihm
verlangt wird; das kannst du nicht von mir v.!;
von den Schülern wird heute mehr verlangt als
früher 1.2. eine bestimmte Ware v. in einem Ge
schäftden Wunsch zum Kauf einerbestimmten Ware
ä u ß e r n : er verlangte Kaffee und Zigaretten 1.3.
jmdn. zu sprechen wünschen, bes, am Telefon: er
hat den Geschäftsleiter verlangt; du wirst am
Telefon verlangt 1.4. jmd. verlangt nach jmdm.,
etw. 1.4.1.jmd, wünscht, daß jmd. zu ihm kommt:
der Kranke verlangte nach einem Arzt 1.4.2. j m d .
wünscht etw, zu erhalten: er verlangte nach Ruhe,
einem Glas Wasser — 2. etw. erfordert etw .: diese
Aufgabe verlangt Ausdauer — 3. geh . jmdn. ver
langt (es) nach jmdm., etw. jmd. sehnt sich nach
jmdm., etw., jmd.hat ein Bedürfnis nach etw.:ihn
verlangt nach dir, nach mehr Abwechselung; das
Kind streckte die Arme verlangend (sehn sü chtig)
nach der Mutter aus
Verlangen, das; -s, jo . P l.f 1. jzu verlangen 1.4.2,
3/: etw. erregt, erweckt bei jmdm. ein heftiges,
starkes V.; er hatte das V., Lehrer zu werden;
ich habe kein V., ihn wiederzusehen; voller V.
streckte das Kind die Hand danach aus — 2. die
Eintrittskarte ist auf V. (wenn es verlangt 1.1 wird)
vorzuzeigen; erst auf sein ausdrückliches V. (hin)
erhielt er die Bescheinigung
verlängern fsw . Vb .; hat/ 1. etw. Hänger (1.1.2 u.
1.2.2) machen: den Rock etwas, um drei Zenti
meter v.
2.1. eine (festgelegte) Zeitspanne aus-
dehnen: er hat den Urlaub um eine Woche ver
längert; eine Frist v.; den Ausweis v. lassen (d ie
Gültigkeitsdauer des Ausweises ausdehnen lassen)
2.2 . eine Aufzählung beliebig v. (for tse tze n ) können
—
3. eine Flüssigkeit durch Hinzufügen von Flüs
sigkeit, eine Speise durch Hinzufügen von etw.
anderem mengenmäßig vergrößern (1.1): die Soße
v.; Leberwurst mit Semmelmehl v.; z u 1 u . 2
Verlängerung, die; -,
-en
Verlängerungs)schnür, die Kabel, m it dem die L ei
tung zu einem elektrischen Gerät verlängert werden
kann
verlangsamen fsw . V b .; hat/ 1.1. etw. v. die
Geschwindigkeit von etw. verringern: seinen Schritt,
die Fahrt v . ; Kälte verlangsamt den Stoffwechsel
1.2. sich v. langsamer werden: eine Entwicklung
verlangsamt sich
Verlaß, der fin der Verbindung! auf jmdn., etw.
ist V., ist keinV. (auf jmdn., etw. kann man sich,
kann man sich nicht verlassen)
verlassen (er verläßt), verließ, hat verlassen 1.1.
etw. v. sich von einem xOrt, einer Stelle entfernen:
das Zimmer, eine Stadt v.; der Kranke durfte das
Bett v. (durfte nach überstandener Krankheit auf
stehen); täglich v. 100 Traktoren das Werk (werden
100 Traktoren im Werk hergestellt und ausgeliefert) ;
an dieser Stelle verließen wir die Fernverkehrs
straße (bogen w ir von ihr ab); eine verlassene (ein
s a m e ) Gegend; die Straßen waren still und v.
(menschenleer) —2. jmdn. Allein, im Stich lassen:
er hat seine Familie v.; jmd. ist, fühlt sich v.
(einsam, 1allein und hilflos) — 3. etw. verläßt
jmdn. jmd. verliert etw., jmd. hat etw. nicht länger:
ihn verließ aller Mut; seine Kräfte verließen ihn —
II. sich auf jmdn., etw. v. jmdm., einer Sache ver
tra u e n : er verließ sich ganz auf sie, auf sein Glück;
darauf kannst dudich v. (das ist so, da kannst du
sicher sein)!; verlaß dich nicht auf ihn!
- f / da verließen sie ihn!; du bist wohl von allen
guten / Geistern, ganz von / Gott v.
Verlassenheit, die; jo . P L ; z u verlassen 1.1 u . 2/
verläßlich /A dj.f 1.1. zuverlässig (1.1): ein verläß
licher Mitarbeiter, Zeuge; er ist absolut v. 1.2.
einwandfrei funktionierend: die Maschine arbeitet
sehr v. 1.3. v e r b ü r g t: etw. aus verläßlicher Quelle
wissen; seine Informationen sind v.
Verlaub
+ veraltend mit V. m it deiner, Ihrer Erlaubnis:
das ist, mit V. (gesagt), glatte Verleumdung
Verlauf, der; -(e)s, Verläufe jvorw . Sg.j 1.1. A rt
und Weise, wie etw. verläuft (6), verlaufen ist: vom
V. seiner Arbeit, der Reise berichten; der typische
V. einer Krankheit; mit Spannung den V. der
Wettkämpfe verfolgen; im V., Verlaufe des Ge
sprächs (während des Gesprächs) erfuhren wir,
daß ... 1.2. /o. P l.j im V., Verlaufe eines halben
Jahres (innerhalb eines halben Jahres); nach V.
von drei Tagen (nach drei Tagen) — 2. Richtung
und Erstreckung einer Linie: der V. der Grenze;
den V. einer neuen Straße festlegen
verlaufen (er verläuft), verlief, ist/hat verlaufen
1. sich v. die Orientierung verlieren und vom
richtigen Weg abkommen, einen falschen Weg gehen
(hat): wir haben uns im Wald, unterwegs v.
—
2. eine Menschenmenge verläuft sich ein e M e n
schenmenge geht auseinander, zerstreut sich (hat):
nach der Kundgebung hat sich die Menge rasch v.
—
3. Wasser verläuft sich Wasser fließt ab (hat):
das Hochwasser hat sich wieder v.; das Rinnsal
verlief sich (versickerte) im Sand —4. etw. verläuft
in etw. etw. verliert sich in etw. (ist): die Spur
verlief im Sand — 5. etw. verläuft irgendwo, in
bestimmter Richtung etw. erstreckt sich irgendwo,
in bestimmter Richtung in Form einer Linie (ist):
die Grenze verläuft mitten im Fluß, auf dem
Kamm des Gebirges; die Linien v. parallel — 6.
etw. verläuft in bestimmter Weise ein Vorgang,
Prozeß ist in bestimmter Weise, durch ein bestimm
tes Ergebnis charakterisiert (ist): die Fahrt verlief
nicht ohne Zwischenfälle; die Operation ist gut v.;
eine tödlich verlaufende Krankheit — 7. Farbe
verläuftFarbe fließt ohneKonturen auseinander (ist):
der Künstler ließ die Farben auf der Leinwand v.
+ etw. verläuft im / Sande
verlaust jAdj.f von Läusen befallen: jmd. ist v.;
verlaustes Haar
verlautbaren /sw. Vb .; hat; vorw. im Pass./ etw.
amtlich (in schriftlicher Form) bekanntgeben: wie
(amtlich) verlautbart wurde, s o l l . . .
Verlautbarung, die; -,
-en (amtliche) Bekannt
m a c h u n g : eine offizielle, amtliche V.; der Inhalt
einer V.
verlauten, verlautete, hat verlautet 1. der Direktor
hat noch nichts darüber verlautet, v. lassen (ha t
sich noch nicht darüber geäußert) —2. es verlautet:
wie aus informierten Kreisen verlautet (b e k a n n t
verleben — Verleumdung
1253
geworden ist), hat der Präsident...; es verlautet
(man sagt, erzählt), er wolle sich verändern
verleben /sw. Vb .; hat; / auch verlebt/ eine
gewisse Zeit (irgendwo, irgendwie) verbringen: den
Urlaub am Meer, bei Verwandten v.; froh ver
lebte Stunden
verlebendigen /sw . Vb .; hat/ etw. anschaulich
machen, anschaulich darstellen: dieser Roman, das
Bild verlebendigt ein Stück Geschichte
verlebt /Adj.; / auch verleben/: v. (durch aus
schweifendes Leben verbraucht, alt) aussehen; er hat
ein verlebtes Gesicht
Verlegen /sw. Vb .; hat/ 1* etw. irgendwohin legen
und später die Stelle nicht wieder finden: er hat
seine Brille, den Ausweis verlegt — 2. seinen
Wohnsitz von Rostock nach Berlin v. (von Rostock
nach Berlin um ziehen 1); die Haltestelle ist hinter
die Kreuzung verlegt worden (befindet sich jetzt
nicht mehr an der bisherigen Stelle, sondern hinter
der Kreuzung) — 8. etw. (auf etw.) v. den fest
gesetzten Zeitpunkt für etw. Vorgesehenes wider
rufen und einen neuen Zeitpunkt dafür festsetzen:
die Veranstaltung, Premiere wurde auf einen
späteren Zeitpunkt, auf Mittwoch verlegt — 4.1.
etw., bes. Rohre, Leitungen, in eine bestimmte räum
liche Erstreckung bringen (und befestigen): Kabel,
Gas-, Wasserleitungen, Gleise v. 4.2. etw. a ls B elag
in einer bestimmten Anordnung auf einer Fläche,
bes. auf einem Fußboden, befestigen: farbige Stein
platten in Mustern v.; fachgerecht verlegtes Par
kett — 5. sich auf etw. v. 5.1. eine bestimmte
Haltung, Handlungsweise aufgeben und eine andere
Haltung einnehmen, anders handeln: sich aufs
Schweigen, auf eine neue Taktik v. 5.2. sich einer
(neuen) Sache besonders zuwenden (2), widmen:
früher betrieb er Taubenzucht, jetzt hat er sich
auf Hundezucht, Briefmarken verlegt — 8. a l s
Verlag ein Druckerzeugnis herausbringen (2.1): in
diesem Verlag wird vorwiegend Fachliteratur ver
legt — 7. etw. versperren, blockieren (2): der Zu-
gang^war mit Baumaterial verlegt
2verlegen /Adj./ befangen, verwirrt, peinlich berührt:
er ist, wurde v., stand ganz v. da; ein verlegenes
Schweigen
-j- um etw. nicht, nie v. sein etw. immer zur Ver
fügung, bereit haben: um eine Antwort, Ausrede
war er nie v.
Verlegenheit, die; -,
-en 1. fo. PL; zu 2verlegen/
das Verlegensein: vor V. erröten; jmdn. in V.
bringen — 2. fvorw. Sg.j unangenehme, schwierige
Lage, Situation, in die jmd. geraten ist: in großer,
finanzieller V. sein; in V. geraten, kommen;
hoffentlich komme ich nie in die V. (in die Lage),
darum bitten zu müssen
Verleger, der; -s, - jmd., der Druckerzeugnisse ver
legt, Inhaber, auch Leiter eines Verlages
verleiden, verleidete, hat verleidet jmdm. etw.,
jmdn. v. bewirken, daß jmd. an etw. keine Freude
mehr hat, daß jmdm. jmd. nicht mehr gefällt: die
Mücken haben uns den Aufenthalt am See ver
leidet; du kannst mir durch deine Bemerkungen
das Essen, dieses Mädchen nicht v.
Verleib, der; -(e)s, -e 1. jo. Pl.f das Verleihen (2) —
2. Unternehmen, das etw. gewerbsmäßig gegen eine
Gebühr verleiht: ein V, für Wäsche, Kostüme
verleihen, verlieh, hat verliehen 1. jmdm. etw. v .
1.1. jmdn. m it etw. auszeichnen: jmdm. einen
Orden, Titel, Preis v. 1.2. jmdm. ein Recht zu
erkennen: die Stadt verlieh ihm das Recht, Bier
zu brauen — 2. jmdm. etw. (gewerbsmäßig gegen
Gebühr) leih e n: Strandkörbe, Boote v.; er verlieh
seine Bücher nicht gern — 3.1. etw. verleiht
jmdm., einer Sache etw. etw. ist die Ursache dafür,
daß etw. für jmdn., etw. zur Eigenschaft wird:
dieser Erfolg verlieh ihm neuen Mut; Hopfen ver
leiht dem Bier einen bitteren Geschmack 3.2.
seinem Bedauern, Verdruß, seinen Gefühlen Aus
druck v. (sein Bedauern, seinen Verdruß, seine
Gefühle ausdrücken); zu 1.1 Verleihung, die; -,
-en
verleimen jsw. Vb .; hat/ (Holz)teile mit Hilfe von
Leim zusammenkleben, fest verbinden
verleiten, verleitete, hat verleitet jm d n . z u e tw .
verführen: jmdn. zum Diebstahl, Rauchen v.
verlernen jsw . Vb .; hat/ eine bestimmte, durch
Lernen, Üben erworbene Fähigkeit, Fertigkeit auf
Grund mangelnder Übung allmählich wieder ver
lie r e n : ich habe das Klavierspielen völlig verlernt;
so etwas verlernt man nie wieder
verlesen (er verliest), verlas, hat verlesen 1.1. e tw .
öffentlich vorlesen, um es zur Kenntnis zu bringen:
einen Befehl, eine Grußbotschaft, die Anklage
schrift v. — 2. sich v. 2.1. sich beim lauten Lesen
versprechen: er verliest sich heute aber oft 2.2.
etw. fälsch, unrichtig lesen und verstehen: das
stimmt nicht, was du sagst, du mußt dich y. haben
— I I. Linsen, Beeren v. (lesen II.2)
verletzen jsw. Vb .; hat/ 1. jmdn., sich v. jmdm.,
sich eine Verletzung (1) zufügen: er wurde bei dem
Unfall leicht, am Kopf verletzt; sich mit dem
Messer (an der Hand) v.; sich etw. v .: sich die
Hand v. — 2. jmdn. kränken: deine Worte haben
ihn verletzt; sich in seiner Ehre verletzt fühlen;
er sagte ihm das in einem verletzenden Ton; etw.
v.: jmds. Stolz v. (treffen) — 3.1. etw. v. gegen
eine Vorschrift, Regel verstoßen: das Gesetz, Brief
geheimnis v.; seine Pflicht v. (seiner Pflicht nicht
nachkommen) 3.2. den Luftraum, die Grenzen eines
Staates v. (illegal in den Luftraum, das Territorium
eines Staates eindringen)
Verletzung, die; -en 1. Schädigung bes. der Haut,
der inneren Organe durch gewaltsame äußere Ein
w ir k u n g : eine leichte, lebensgefährliche, innere V .;
er ist seinen Verletzungen erlegen — 2. f z u ver
letzen 3/ das Verletzen; zu 3.2: die V. des Luft
raumes eines Staates
verleugnen, verleugnete, hat verleugnet 1.1. er kann
seineHerkunftnichtv. (seine Herkunft ist leicht zu
erkennen);etw. läßtsich nicht v. (etw. ist unleugbar)
1.2. jmdn. v. behaupten, jmdn. nicht zu kennen: er
hat seinen Freund verleugnet 1.3. sich v. lassen
(einem Besucher durch jmdn. sagen lassen, man sei
nicht anwesend, obgleich man doch anwesend ist) 1.4.
sich selbst v. gegen seine Überzeugung handeln: ich
müßte mich v., wenn ich das täte 1.5. seine Ge
fühle, Gesinnung v. (seine wirklichen Gefühle^ seine
wirkliche Gesinnung nicht offen zeigen)
verleumden, verleumdete, hat verleumdet jmdn.
v. über jmdn. wider besseres Wissen Unwahrheiten,
nicht beweisbare Behauptungen verbreiten und da
durch seinem Ansehen schaden: er wurde von
seinem Nachbarn in übelster Weise verleum
det
Verleumdung, die; -,
-en 1. das Verleumden —
2. Äußerung, durch die jmd. verleumdet wird
80*
1254
verlieben — verlustieren
verlieben, sich /s w . V b . ; hat/ sich (in jmdn.) v.
zu einer Person des anderen Geschlechts von Liebe
erfaßt werden: er hat sich,ist unsterblich, unglück
lich verliebt; ein verliebtes Paar; verliebte (L ieb e
zeigende) Blicke; O er ist in diesen alten Schrank
verliebt (ist von ihm begeistert)
+ bis über beide / Ohren verliebt sein
verlieren, verlor, hat verloren j / a u c h verloren/
1.1. jmd. verliert etw. jmdm . entfällt, entgleitet un^
bemerkt ein meist kleinerer Gegenstand, den er bei
sich hat, so daß er ihn später vermißt: etw. unter
wegs v.; er hat seinen Ausweis, die Uhr verloren;
O in dem Gedränge haben wir uns verloren ( w u r
den wir getrennt und fanden uns nicht wieder) 1.2.
Geld in, bei einem Spiel v. (weil man nicht Ge
winner ist, bezahlen müssen) — 2.1. jmd., etw.
verliert etw., jmdn. etw., jmd. hört auf, zugehöriger
Teil von jmdm., etw. zu sein: die Haare, Zähne,
bei einem Unfall ein Bein v . ; der Motor verliert
Öl; der Baum verliert die Blatter; der Pullover
hat die Fasson verloren (hat keine Fasson mehr)',
er hat zeitig seinen Vater verloren (sein V ater
starb, als er noch jung war); C>den Mut, die Fas
sung, Geduld v.; er verlor die Gewalt über den
Wagen (beherrschte ihn nicht mehr); keine Zeit v.
wollen; etw. verliert seinen Reiz, Sinn 2.2. an
etw. v.: jmd. verliert an Schönheit, Einfluß (jm d s .
Schönheit, Einfluß läßt nach); das Flugzeug verlor
an Höhe; etw. verliert an Aktualität 2.3. etw.,
jmd. verliert etw., jmd. wirkt weniger günstig: ohne
Gürtel verliert das Kleid; sie hat in letzter Zeit
etwas verloren (sieht nicht mehr so hübsch, gut aus)
— 3. etw. v. bei etw. unterliegen, nicht der Gewinner
s e in : einen Prozeß, Wettkampf, ein Spiel v.; eine
verlorene Wette — 4. etw., jmd. verliert sich 4.1.
etw. verschwindet, vergeht allmählich: seine Angst,
Scheu verlor sich im Laufe der Zeit; der Geruch
verlor sich nur sehr langsam 4.2. jmd., etw. er
scheint im Verhältnis zu einer Fläche, einem Raum,
zu etw. anderem klein: die wenigen Zuschauer ver
loren sich in diesem großen Stadion; das zierliche
Schränkchen wirkte verloren neben den großen,
schweren Möbeln; ihre Stimme verlor sich in die
sem Saal (war zu schwach für diesen Saal);indieser
fremden Stadt kam er sich verloren vor, fühlte er
sich verloren (fühlte er. sich verlassen, sehr allein)
4.3. jmd. verliert sich in etw. jmd. gibt sich einer
Sache ganz hin: sichinErinnerungen, Träumen v.;
in Gedanken verloren (versunken 2.2) 4.4. etw.,
jmd. verliert sich in etw. etw., jmd. schweift vom
Eigentlichen ab und gerät ins Unwesentliche: sein
Bericht verliert sich zu sehr in Einzelheiten 4.5 .
die Spur, der Pfad verlor sich in den Wiesen, im
Wald (führte in die Wiesen, den Wald hinein und
hörte dort allmählich auf)
+ nichts zu v. haben (nichts haben und deshalb
bei etw. nur gewinnen können); umg. hier hast du
nichts verloren (du hast hier nichts zu suchen, ge
hörst nicht hierher)!; — jmdn., etw. aus dem
/ Auge, aus den Augen v.; (an) / Boden v.;
den ß Faden v.; bei jmdm. ist
Hopfen und
Malz verloren; den / Kopf v.; kein / Wort
über etw. v .
Verlies, das; -es, -e unterirdisches Gefängnis, bes.
in mittelalterlichen Befestigungsanlagen
verloben, sich jsw . V b .; hat/ sich (mit jmdm.) v.
eine Verlobung mit jmdm. eingehen: er hat sich
mit ihr, sie haben sich verlobt; sie sind verlobt;
dazu Verlobte, der u. die; -n, -n
Verlobung, die; - , -engegenseitiges Versprechen, ein
ander zu heiraten:V.feiern;er,siehatdieV.gelöst
verlocken /sw . V b .; hat/ etw. verlockt jmdn. etw .
weckt in jmdm. die Lust zu etw., lockt jmdn., etw.
z u t u n : das schöne Wetter verlockte zum Baden;
das kann mich nicht v.; eine verlockende ( I n t e r
esse weckende) Aufgabe
verlogen jAdj.j 1.1. zum Lügen neigend: eine ver
logene Person; er ist v. 1.2. unwahr, voller Lüge:
die verlogene Moral des Spießers; verlogene Argu
mente
verlohnen /sw . V b .; hat/ etw. verlohnt (sich) etw .
lohnt (1) (sich): die Mühe verlohnt sich; die Aus
beute hat den Aufwand (nicht) verlohnt; es ver
lohnt (nicht) die Ausgabe
verloren jA dj.; nicht attr.; / auch verlieren/ ohne
Aussicht auf Rettung: er ist hoffnungslos, rettungs
los v.; /in der Verbindung/ jmdn., etw., sich v.
geben (für jmdn., etw., sich keine Chance sehen, ge
rettet zu werden)
-f- auf verlorenem / Posten stehen
verloren [gehen j V b . j 1.1. das Buch ist mir ver
lorengegangen (ich habe es nicht mehr und weiß
nicht, wo es ist); die Unterlagen sind verloren
gegangen; paß auf, daß das nicht verlorengeht!;
das Paket ging verloren, ist verlorengegangen (is t
abgeschickt worden, aber nicht beim Adressaten an
gekomm en) 1.2. an jmdm. ist jmd. verloren
gegangen: an ihm ist ein Lehrer verlorengegangen
(er wäre ein guter Lehrer geworden)
verlöschen (er verlischt, a u c h verlöscht), verlosch,
a u c h verlöschte, ist verloschen, a u c h verlöscht 1.
aufhören zu brennen (und zu leuchten): die Flamme,
das Licht verlosch, verlöschte — 2. /er verlischt,
verlosch, ist verloschen/ seine Liebe war verloschen
(erloschen)
verlosen /sw. Vb .; hat/ etw. durch Losen verteilen:
Bücher v.; als Hauptgewinn wurde ein Fahrrad
verlost; d a z u Verlosung, die; -,
-en
verlottern jsw. Vb .; ist/ verwahrlosen, herunter
k o m m en : er verlotterte immer mehr; ein ver
lotterter Bursche; er hat das Haus v. lassen
Verlust, der; -(e)s, -e 1. jo. P I .; zu verlieren 1, 2.1,
2.2/ das Verlieren; zu 1: amAbend bemerkte er den
V. seines Ausweises (daß er seinen Ausweis ver
loren hatte); in V. geraten (verlorengehen); zu 2A :
der V. des Augenlichts; den V. ( T o d 1) seiner
Mutter konnte er nur schwer überwinden — 2.1.
durch Verlieren (2.1) entstandene (materielle) Beein
trächtigung einer Person, Einrichtung: ein schmerz
licher, unersetzlicher V.; einen materiellen, finan
ziellen V. erleiden; sein Weggang bedeutet einen
großen V. für uns; der Gegner hatte hohe Ver
luste an Menschen und Material 2.2. etw. mit V.
verkaufen (etw. unter seinem Wert verkaufen und
dadurch Einbuße erleiden); die Ernte ohne Ver
luste (restlos) einbringen
+ ohne / f Rücksicht auf Verluste
verlust/Verlust] -arm / A d j . / i die verlustarme Lage
rung von Kartoffeln (Lagerung, bei der nur wenig
Kartoffeln verderben); -geschäft, das kaufmännische
Aktion, bei der die Ausgaben den Gewinn über
steigen
verlustieren, sich jsw . V b .; hat/ spött. sich ver
gnügen, sich amüsieren
1255
verlustig /Adj.; in der Verbindung! einer Sache v.
gehen, werden etw. verlieren, einbüßen: eines Vor
teils, Rechts v. gehen
Verlust/verlust| -liste, die bes. bei einem K a ta
strophenfall, im Krieg aufgestellte Liste, in der Ver
wundete, Tote od. materielle Verluste erfaßt sind;
-los jAdj.j ohne Verlust (2.2): die Ernte v. ein-
bringen
vermachenjsw. Vb.; hat/ 1.1.jmdm. etw. testamen
tarisch hinterlassen: er hat seinem jüngsten Sohn
das Haus, seine Sammlung einem Museum ver
macht 1.2. umg, jmdm . etw. (aus seinem eigenen
Besitz) schenken: sie hat mir eine ihrer Blusen
vermacht
Vermächtnis, das; -ses, -se 1. Jur. in einem Testa
ment enthaltene einzelne Zuwendung an jmdn., der
nicht Erbe ist, lLegat — 2. das, was jmd. jmdm.
verm acht (hat): er hat seine bedeutende Sammlung
seiner Heimatstadt als V. hinterlassen — 3. le tz te r
Wunsch des Verstorbenen an die Zurückgebliebenen,
bes. im Hinblick auf die Verwirklichung seiner
Ideen o. ä .: das V. eines Toten; jmds. V. erfüllen
vermählen, sich jsw . V b .; hat/ geh.: sich (mit
jmdm.) v. (jmdn. heiraten);dazu Vermählung, die;
-,
-en
vermarkten, vermarktete, hat vermarktet /u n te r
kap. Verhältnissen/ jmdn., jmds. geistiges Produkt
wie eine Ware geschäftsmäßig (aus)nutzen; dazu
Vermarktung, die; -en jvorw . Sg.j
vermasseln fsw. Vb .; hat/ salopp (jmdm.) etw.
verderben (2.3)
vermauern jsw. Vb.; hat/ etw. zumauern: ein
Fenster v.
vermehren jsw. Vb.; hat/ 1.1. etw. v. die Anzahl
von etw. erhöhen, den Umfang von etw. vergrößern:
die Zahl der Hochschulen wurde in der DDR be
trächtlich vermehrt; seinen Einfluß auf etw. v .
1.2. sich v. zahlenmäßig, an Umfang (3) zunehmen
(1.1) : die Zahl der Mitglieder, Unfälle vermehrte
sich rasch; sein Einfluß darauf hat sich vermehrt
—
2. sich fortpflanzen (1.1); dazu Vermehrung,
die; -en jvorw. Sg./
vermeiden, vermied, hat vermieden etw. v. d a
für sorgen,' darauf achten, daß etw. nicht geschieht,
daß es nicht zu etw. kommt: Ärger, Aufsehen,
Streit v .; es läßt sich nicht v., daß ...; er vermied
es, mit ihr zusammenzutreffen
vermeintlich /A dj.; nur attr.f irrtümlich verm utet,
irrtümlich angenomm en (5.1): eine vermeintliche
Chance, Verbesserung
vermengen jsw. Vb .; hat/ etw. vermischen: Mehl
und Zucker (miteinander) v . ; Tatsachen und Ver
mutungen willkürlich v.
vermenschlichen jsw. Vb .; hat/ 1. etw. humaner
(1.1) gesta lte n: die Arbeitswelt des Menschen v. —
2. etw., bes. Tiere, als mit menschlichen Eigen
schaften versehen betrachten: in Märchen werden,
sind die Tiere meist vermenschlicht
Vermerk, der; -(e)s, -e 1.1. Randbemerkung: ein
Aktenstück mit einem V. versehen 1.2. a m tlic h e
Eintragung: ein V. in einem Paß
vermerken jsw. Vb .; hat/ 1. etw. notieren (1): auf
dem Zettel war eine Telefonnummer vermerkt —
2. ich will das nur am Rande v. (nebenbei sagen) —
3. etw. in bestimmter Weise zur Kenntnis nehmen:
jmds. Bemühungen dankbar v.; das hat er (uns)
übel vermerkt (übelgenommen)
Vermessen (er vermißt), vermaß, hat vermessen
1. etw., bes. Land, einen Raum, genau ausmessen,
m e s s e n (1): zu erschließendes Baugelände, ein
Gebäude v. — 2. sich v. (etw. falsch messen 1) —
3. geh. sich v.: ich wollte mich nicht v. (erdreisten)
zu widersprechen
2vermessen jA dj.j überheblich: er war so v., zu
behaupten, daß . . .; eine vermessene Behauptung;
dazu Vermessenheit, die; -, jo. P l.j
Vermietern jsw. Vb .; ist/ salopp verkümmern
(1.1): in dieser Luft müssen Pflanzen r . ; jvor w . im
Part. Prät.j ein vermickerter (mickriger, verküm
m erter) Gummibaum; vermickert (m ickrig) aus-
sehen
vermiesen jsw. Vb.; hat/ umg. jmdm. etw. ver
leiden
vermieten, vermietete, hat vermietet etw. v.
jmdm. etw., bes. Wohnraum, zeitweilig gegen Ent
gelt zur Benutzung überlassen: ein Zimmer, eine
Garage, Autos v.; d a z u Vermieter, der; -s, - u .
Vermieterin, die; -,
-nen
vermindern jsw . V b .; hat/ etw. verringern: die Ge
schwindigkeit v.; in diesem Zustand ist er nur
vermindert (nic h t v o ll) zurechnungsfähig
verminen jsw. V b .; hat/: ein Gelände, etw. v. (un
zugänglich machen, indem man es mit Minen ver
sieht, Minen darauf vergräbt, anbringt)
vermischen jsw . V b .; hat/ etw. mit etw. v. 1.1.
verschiedene Stoffe miteinander mischen: Farben,
Chemikalien (miteinander) v.; Wein mit Wasser
v .; sich mit etw. v .: der Regen hat sich mit Schnee
vermischt 1.2. Verschiedenes, nicht Zusammen
gehöriges od. nicht miteinander zu Vereinbarendes
vereinen: Begriffe, Fakten v.; diese Dinge darf man
nicht v.
vermfssen, vermißte, hat vermißt etw., jmdn. v.
1.1. feststellen, daß etw., jmd. fehlt, nicht mehr da
ist, und nicht wissen, y)o er, es sich befindet: ich
vermisse meinen Kugelschreiber; er gilt als ver
mißt (über seinen Verbleib und Aufenthalt ist nichts
bekannt) 1.2. jmds. Abwesenheit, das Fehlen einer
Sache schmerzlich empfinden: wir haben ihn wäh
rend seiner langen Krankheit vermißt; ich ver
misse diese praktische Tasche sehr
vermitteln js w . V b .; hat/ 1.1. jmdm. etw. v.
helfen, dafür sorgen, daß jmd. etw. erhält: die
Wohnraumlenkung hat ihm eine Wohnung ver
mittelt; jedem Schulabgänger wird eine Lehrstelle
vermittelt; Kenntnisse v. 1.2. etw. vermittelt etw .:
diese Werke v. (gewähren, ermöglichen) einen Ein
blick in das Schaffen des Künstlers — 2. in einem
Streitfall v. (einen Streitfall schlichten helfen);
zwischen Gegnern v. (helfen, eine Einigung zwi
schen Gegnern herbeizuführen); eine vermittelnde
(den Ausgleich suchende, eine versöhnliche) Art
haben; dazu Vermittler, der; -s, -; zu 2: als V.
zwischen zwei Parteien, in einem Streitfall auf-
treten
Vermittlung, die; -,
- e nl. jzu vermitteln/ das Ver
m itteln; zu 1.1: die V. von Urlaubsreisen durch das
Reisebüro; die V. von Wissensstoff im Unterricht;
z u 2: jmdn. um V. in einem Streit bitten — 2.
Telefonzentrale: dieV. anrufen
vermodern jsw. Vb .; ist/ verfaulen, sich langsam
ze rsetzen: das Laub vermodert; vermodertes Holz
vermöge jPräp. mit Gen.j veraltend dank: v.
seiner Verbindungen konnte er das vermitteln; v.
verlustig — vermöge
seiner Kenntnisse konnte er die Aufgabe lö
sen
vermögen (er vermag), vermochte, hat vermocht
etw. können, zu etw. in der Lage sein LI. /v. + zu
I n f . j keiner vermag zu sagen, wie lange dieser
Zustand gedauert hat; er vermochte sich das nicht
mehr zu erklären 1.2 . er tat, was er vermochte ( w a s
er zu leisten imstande w ar);es ist erstaunlich, was
der Wille vermag
Vermögen,das; -s. - 1.jo. PL/ Fähigkeit zur Leistung
auf einem bestimmten Gebiet: er hat das V., Mathe
matik zu studieren; diese Anforderung geht über
seinV. — II. jvorw. Sg.j Eigentum an Geld und an
in Geld schätzbaren W erten: eingroßes, ansehnliches
V. besitzen, erworben, geerbt haben; sein V. an-
legen, verschleudern, verlieren; jmds. V. einziehen;
etw. kostet (jmdn.) ein V. (sehr viel Geld)
vermögend /Adj.; nicht adv./ über ein (großes) Ver
mögen verfügend, wohlhabend: vermögende Leute;
er ist nicht v.
vermögens/Vermögens Jur.| -rechtlich /A d j.; nicht
präd.j die rechtlichen Bestimmungen für Vermögen
(II) b e tr e f f e n d : vermögensrechtliche Streitigkeiten;
-Steuer, die nach entsprechenden Bestimmungen auf
Vermögen (II) erhobene Steuer
vermooren jsw . F6.; ist/: ein See, Gelände, die
Wiese ist vermoort (ist allmählich zu einem Moor
geworden)
vermummen fsw. V b .;hat/1. sich, jmdn. verkleiden,
mit etw. verhüllen, um unerkannt zw bleiben: die
Täter hatten sich, ihre Gesichter vermummt;
vermummte Gestalten — 2. jmdn., sich in dicke
warme Kleidung hüllen: jvorw. im Part. Prät./ das
Band war dick vermummt
vermurksen /siv. Vb .; hat/ salopp etw. verpfuschen
vermuten, vermutete, hat vermutet 1.1. etw. v.
annehmen, daß etw. vorliegt, sich in bestimmter
W eise v erhä lt: man vermutet Brandstiftung; ich
vermute nur, daß es so war 1.2. jmdn., etw. irgend
wo v.: ihn hatten wir dort nicht vermutet (w ir
hatten nicht angenommen, daß er sich dort befindet)
vermutlich /Adj.; nicht präd.f 1.1. jadv.f wahr
scheinlich (1.2): v. hat er sich geirrt 1.2. /nur attr.j
er ist der vermutliche (m utm aßliche) Täter
Vermutung, die; -,
-en das, was jmd. vermutet:
unsere V. war (nicht) richtig; die V. liegt nahe, daß
er den Diebstahl begangen hat; seine V. äußern;
eine V. hegen; ich habe folgende V .: . . . ; die Polizei
war nur auf Vermutungen angewiesen
vernachlässigen /s w . V b .; hat/ etw., jmdn. v. sich
nicht in dem Maße, in dem es erforderlich ist, wün
schenswert wäre, um etw., jmdn. kümmern (1.1): er
vernachlässigt seine Kleidung (pflegt sie schlecht);
die Kinder sahen vernachlässigt aus; dieses Ge
biet wurde von der Forschung bisher vernach
lässigt (nicht genügend berücksichtigt); seine Pflich
ten v. (seinen Pflichten nicht nachkommen 3); dazu
Vernachlässigung, die; jo . P I . /
vernageln jsw . Vb .; hat; / auch vernagelt/ etw.
durch Festnageln von etw., durch Nägel verschließen:
das Fenster war mit Brettern vernagelt; eine
Kiste v.
vernagelt /A dj.; / auch vernageln/ umg.: jmd.
ist v. (beschränkt 1 und verbohrt)
vernarben js w . V b .; -ist/: eine Wunde vernarbt (eine
Wunde heilt und wird zu einer Narbe); <0dieWun
den des Krieges waren noch nicht vernarbt
1256
vermögen — vernünftig
vernarren, sich jsw . V b .; hat/ sich in jmdn., etw. v.
für jmdn., etw. sehr begeistert sein, sich in jmdn., etw.
ve rlieben: er hat sich in sie vernarrt; in jmdn., etw.
vernarrt sein
vernaschen jsw. Vb .; hat/ 1. Geld v. (Geld für
Näschereien ausgeben) — 2. salopp verhüll, er
hat schon einige Mädchen vernascht (ha tte b e reits
m it einigen Mädchen Liebesbeziehungen)
vernebeln jsw. Vb .; hat/ 1. etw. wie in Nebel ein
hüllen : der Qualm vernebelt die ganze Gegend —
2. jmdn. v., jmdm. den Kopf v. (jmdn. durch
Täuschung irreführen, verdummen) —3. fachspr.
eine Flüssigkeit in feinsten Tröpfchen versprühen:
Schädlingsbekämpfungsmittel v.
vernehmbar / A d j . ; z u vernehmen 2.1/: das Geräusch
war nicht v.
vernehmen (er vernimmt), vernahm, hat ver
nommen 1. jmdn. richterlich, polizeilich befragen,
ausfragen: einen Angeklagten v.; jmdn. als Zeu
gen zur Sache v. — 2.1. etw. akustisch wahrnehmen,
hö r e n : Rufe, Stimmen v.; obwohl er leise sprach,
konnte ich jedes Wort v. 2.2 . ich habe schon ver
nommen (xerfahren 1), was geschehen ist
Vernehmen, das jin der Verbindung/ dem V. nach
nach dem, was man hört, erfährt: demV. nach hat
er die Operation gut überstanden
Vernehmung, die; -en das Vernehmen (1): die V.
der Zeugen
verneigen, sich jsw . Vb .; hat/ sich verbeugen
verneinen jsw. Vb .; hat/ 1.1. etw. mit Nein beant
w o r te n : eine Frage v.; eine verneinende Antwort
1.2. etw. ablehnen (4), gegen etw. sein: jmds. An
sichten v.; er steht dieser Neuerung verneinend
gegenüber; d a z u Verneinung, die; -,
-en
vernjchten, vernichtete, hat vernichtet etw. v.
auf etw. so einwirken, daß es aufhört zu existie
r e n : Unterlagen, Briefe v . ; die Ernte wurde durch
Hagelschlag vernichtet; jmdn. v . : den Gegner v.
(kampfunfähig machen); der Feind erlitt eine ver
nichtende Niederlage; O ein vernichtender Blick
(ein Blick voller Verachtung, Entrüstung); eine ver
nichtende Kritik (Kritik, die ein Werk (1.3.2) völlig
a b leh n t); ein vernichtendes Urteil über ein neues
Theaterstück
vernickeln jsw. Vb .; hat/ etw. v. die Oberfläche von
Metall, eines metallenen Gegenstandes mit einer
dünnen Schicht Nickel überziehen (II.1.1): ein ver
nickelter Wasserhahn
verniedlichen jsw. Vb .; hat/ etw. verharmlosen: ein
Problem zu v. suchen
vernieten, vernietete, hat vernietet etw . m it N ie te n
verbinden, verschließen: Bleche miteinander v.
Vernunft, die; -, /o. Pl.j Vermögen des Menschen,
Zusammenhänge zu erkennen, zu beurteilen, zu über
schauen und sich dementsprechend sinnvoll und
zweckmäßig zu verhalten: gegen alle V. handeln;
jin den Verbindungenjjmdn. zurV. 'bringen (jmdn.
dazu bringen, daß er sich wieder in der von ihm zu
erwartenden Weise verhält); (wieder) zurV.kommen
(dahin kommen, daß man sich in der von einem zu
erwartenden Weise verhält); V. / annehmen
vernünftig /Adj.j 1.1. von Vernunft bestimmt, ein
sichtig, besonnen: der Junge ist schon recht v.; v.
handeln, denken; sei doch v . !; v. leben 1.2. v o n
Vernunftzeugend, sinnvoll(2),überlegt (II):einever
nünftige Ansicht; der Gedanke, Vorschlag ist v. —
2. umg. ich habe kein vernünftiges (gutes) Foto
von dir; diese Gaststätte ist einigermaßen v.; etw.
Vernünftiges machen; er will ein vernünftiges
(großes und gutes) Stück Fleisch auf dem Teller
sehen
Vernpnfts|gründe, die /P L ; in der Verbindung! etw.
aus Vernunftsgründen (aus Gründen der Vernunft)
tun
veröden, verödete, ist/hat verödet 1. m enschenleer
w e r d e n (ist): nachts v. die Straßen; der Platz lag
verödet da —2. Med. ein Gefäßv. ein Gefäß medi
kamentös od. chirurgisch außer Funktion setzen
(hat): sich die Krampfadern v. lassen — 8 . (ist)
8,1 • eine Landschaft verödet (wird unfruchtbar)
8.2 . Med. ein Gefäß, ein Nerv, eine Drüse verödet
(hört auf, seine Funktion zu erfüllen)
veröffentlichen jsw. Vb .; hat/ etw. durch Druck
(II.1), Publikation der Öffentlichkeit zugänglich
m a c h e n : den Wortlaut des Kommuniques, der
Bede v . ; einen Roman v.
Veröffentlichung, die; -,
-en 1. das Veröffentlichen:
die V. dieser Meldung erfolgte in der Tagespresse —
2. veröffentlichtes literarisches, wissenschaftliches
Werk, veröffentlichter A ufsatz: er ist durch zahl
reiche Veröffentlichungen bekannt
verordnen, verordnete, hat verordnet 1. der Arzt
verordnetjmdm. etw. der Arzt legtfür einen Patien
ten mündlich od. schriftlich etw. als, zur Therapie
f e s t : der Arzt hat ihm ein Medikament, eine Brille
verordnet; die verordnete Diät, Bettruhe einhalten
— 2. veraltend etw. verfügen (1.1): es wurde ver
ordnet, daß
d a z u Verordnung, die; -,
-en 1.
jvorw. Sg.j das Verordnen — 2. /zu 2/ das Ver
ordnete
verpachten, verpachtete, hat verpachtet etw. v.
jmdm. etw. zeitweise gegen Pacht zur Nutzung über
lassen : ein Grundstück, Land v.; da zu Verpächter,
der; -s, -
verpackenjsw. Vb .;hat/ einen Gegenstand, bes. eine
Ware, zum Schutz vor äußeren Einflüssen bes. für
den Transport, Versand und die Lagerung mit
Verpackungsmaterial umhüllen od. in einem Behält
nis unterbringen: die Ware ist beschädigt, weil sie
schlecht verpackt war; etw. ansprechend, maschi
nell v.; etw. in etw. v .: Bücher in Kisten v.
Verpackung, die; -,
-en 1./o. PI ./ das Verpacken —
2.das, womit, worin ein Gegenstand, bes. eine Ware,
verpackt ist, wird: die V. ist beim Transport be
schädigt worden; ansprechende Verpackungen für
Kosmetika
Verpackung»|material, das Material, das zur Ver
packung von Gegenständen, Waren dient: luft-,
wasserdichtes V.; Kisten, Schachteln, Beutel die
nen als V.
verpäppeln jsw. Vb .; hat/ umg.: ein Kind v. (ver
weichlichen 1.2)
verpassen, verpaßte, hat verpaßt 1. etw., jmdn. v.
verspätet an einem Ziel ankommen und dadurch
m it einem dort abfahrenden Verkehrsmittel nicht
mitkommen od. zu etw., was dort stattfindet, nicht
zurechtkommen od. jmdn., mit dem man dort Zu
sammentreffen will, nicht treffen: den Zug v.; er
kam zu spät und verpaßte den Einführungsvortrag;
ichhabeihn verpaßt —2. im geeigneten Augenblick,
zur rechten Zeit nicht das Nötige od. Mögliche tun,
etw. ungenutzt vorübergehen lassen: eine Chance v.;
der Sänger hat seinen Einsatz verpaßt; eine ver
paßte Gelegenheit; den Anschluß an die Entwick
lung v. (verlieren 2.1) — 8. salopp jmdm. etw. v.
jmdm. etw., bes. etw. Unangenehmes, zuteil werden
lassen: jmdm. eine Tracht Prügel v. (jmdn. ver
prügeln) ;derArzt hat ihm eine Brille verpaßt (ver
ordnet)
4- jmdm. einen Denkzettel v.
verpatzen jsw . V b .; hat/ umg. jmd. verpatzt etw.
jmdm. mißglückt etw., jmd. führt etiv. mangelhaft,
fehlerhaft a u s: er verpatzte bei der Eislaufkür
seinen letzten Sprung
verpesten, verpestete, hat verpestet jem o t. n e g .j
Autos v. dieLuft (verderben die Luft mit ihren Ab
gasen)
verpetzen jsw . V b .; hat/ Schülerspr. jmdn. v.
etw. petzen, was jmdn. betrifft, was jmd. getan hat:
er hat ihn beim Lehrer verpetzt
verpfänden, verpfändete, hat verpfändet (jmdm.)
etw. v. jmdm. etw. als Pfand (für etw.) geben: seinen
Ring v.; <>jmdm. sein Wort v. (sein Wort dafür
geben, daß ...)
verpfeifen, verpfiff, hat verpfiffen s a l op p j m d n .
verraten (2)
verpflanzen /sw. Vb .; hat/ 1. eine Pflanze aus der
Erde nehmen und an einem anderen Standort wieder
e inpflanze n: Jungpflanzen aus dem Frühbeet ins
Freiland v.; einen Baum v.
—
2. Med. eigenes
Gewebe an einer anderen Stelle des Organismus, ein
von einem anderen stammendes Organ in einen
menschlichen, tierischen Organismus einsetzen, da
mit es dort seine Funktion aufnimmt: ein Organ,
Gewebe v.; d a z u Verpflanzung, die; -,
-en
verpflegen jsw. Vb.; hat/ jmdn. mit Nahrung ver
s o r g e n : wir haben uns im Urlaub selbst verpflegt
Verpflegung, die; -,
-en 1. /o. Pl.j das Verpflegen:
die V. der Lehrgangsteilnehmer hat die Betriebs
küche übernommen — 2. jvorw. Sg.j Nahrung,
mitder jmd. (von jmdm.) versorgt wird,Beköstigung:
die V. war gut, recht eintönig — 8. jo. P l.j ein
Zimmer mit voller V. (mit Frühstück, Mittag- und
Abendessen)
verpflichten, verpflichtete,hat verpflichtet 1. jmdn.,
sich zu etw. v. jmdm., sich etw. durch eine feste Zu
sage als Pflicht auferlegen: jmdn., sich zum Schwei
gen, zu einer Zahlung v . ; er hat sich verpflichtet,
die Aufgabe zu übernehmen — 2. jmdm. zu Dank
verpflichtet sein (jmdm. gegenüber zu Dank ver
anlaßt sein); er ist ihm, seinen Auffassungen ver
pflichtet (er sieht ihn als Vorbild, sieht seine A uf
fassungen als verbindlich an) —8.1. etw. verpflichtet
jmdn. zu etw. etw. verlangt von jmdm. ein be
stim m tes Verhalten: das Gesetz verpflichtet ihn zum
Schadenersatz 8.2 . jmd. ist zu etw. verpflichtet
jmd. hatdie Pflicht, etw. zu tun, jmd. muß etw. tun:
jmd. ist zum Schweigen, zur Teilnahme, zu nichts
verpflichtet; er fühlte sich verpflichtet, ihm zu
schreiben — 4.1. einen Schauspieler (für eine
Rolle) auf ein Jahr v. (einstellen) 4.2. der Sänger
hat sich auf, für drei Jahre verpflichtet (v e r tr a g
lich gebunden)
Verpflichtung, die; -,- -en 1. Aufgabe (1.1), zu der
jmd. verpflichtet ist od. sich verpflichtet hat, Pflicht:
eine dringliche, dienstliche, vertragliche V. ein-
gehen, übernehmen, erfüllen; jmdm. eine V. auf-
erlegen —2. Pflicht zur Zahlung einer Geldsumme:
der Betrieb konnte seinen (finanziellen) Verpflich
tungen nicht nachkommen
verpfuschenjsw. Vb .; hat/ umg. etw. durch unsach
Vernunftsgründe — verpfuschen
1257
gemäßes, mangelhaftes Arbeiten unbrauchbar (1.1)
machen: er hat das Werkstück verpfuscht; O ein
verpfuschtes Leben
verpjmpeln /sw. Vb .; hat/ umg. jmdn. verweich
lichen (1.2)
verpissen, sich, verpißte sich, hat sich verpißt derb
sich (unauffällig) entfernen: verpißt euch!
verplanen /sw. Vb .; hat/ 1. (Geldmittel nach einem
bestimmten Plan aufteilen: er hat sein ganzes Mo-
natsgehalt bereits verplant; der morgige Tag ist
voll verplant —2. umg. sich v. (etw. falsch planen)
verplappern, sich jsw . Vb .; hat/ umg. versehentlich
etw. verraten, ausplaudern
verplaudern j s w . V b . ; hat/: wir haben den ganzen
Morgenverplaudert (nur m it Plaudern verbracht)
verplempernjsw . Vb .; hat/ umg. 1. etw., bes. Zeit,
Geld, sinnlos vertun (1), vergeuden — 2. landsch.
eine Flüssigkeit verschütten
verplomben jsw. *Vb.; hat/ efao. wi# einer Plombe
versehen: eine Gasuhr v.
verpönt /Adj.; nicht adv./ für schlecht gehalten, ver
achtet (iwd darum gemieden): jmd., etw. ist v.
verprassen, verpraßte, hat verpraßt e tw . , b e s. G eld ,
in kurzer Zeit durch kostspielige Lebensführung ver
schwenden
verprügeln jsw. V b .; hat/ jmdn. heftig (zur Strafe)
schlagen
verpuffenjsw. Vb .; ist/ unter dumpfem Puffen (II.1)
v e rlösch e n (1): die Gasflamme verpuffte; O sein
Zorn, seine Begeisterung war rasch wieder verpufft
(war schnell vorbei)
verpulvern jsw. Vb .; hat/ [..f ..,
..v..] umg. etw.,
bes. Geld, verschwenden
verpumpen jsw. Vb .; hat/ umg. etw. verborgen
verpuppen, sich js w . V b .; hat/ Zool.: eine Raupe
verpupptsich(eine Raupe bildet sich zur Puppe um)
verpusten, verpustete, hat verpustet umg. v e r
schnaufen: ich muß (mich) mal v.
Verputz, der; -es, jo. Pl.j Putz auf Wänden und
Decken
verputzenjsw. Vb .;hat/l.etw. v. Putz auf Wände
(1.2), Decken (II.1.2) aufbringen (1.3): ein Haus,
eine Mauer v.
—
2. landsch. umg. etw. schnell
aufessen
verquer jA dj.j umg. 1. verquere (absonderliche)
Ansichten, Vorstellungen — 2. entgegen der E r
wartung schräg nach der Seite, quer: das Auto
stand v. auf der Fahrbahn
+ etw. kommt jmdm. v. (etw. kommt jmdm. un
gelegen); etw. geht jmdm. v. (etw. m ißglückt
jmdm.)
verquicken jsw . Vb .; hat/ etw. mit etw. v.: in
einem Roman das Gegenwärtige mit dem Histo
rischen v. (verbinden)
verqufrlen jsw. Vb .; hat/ (zäh)flüssige Stoffe durch
Quirlen miteinander vermengen
verrammeln jsw. Vb .; hat/ salopp etw., bes. einen
Eingang, fest und sicher zusperren: die Türen v.
Verrat, der; -(e)s, jo. Pl.j Zerstörung eines durch
Vertrauen bestimmten^ Verhältnisses dadurch, daß
jmd. die inhaltliche Übereinstimmung mit jmdm.,
etw. aufgibt und ihn tauscht, betrügt V. treiben; an
jmdm. , etw. V. begehen, üben
verraten (er verrät), verriet, hat verraten 1. etw.,
jmdn. v. an etw., jmdm. Verrat üben: seineIdeale,
seinen Freund v . ; er hat unsere gemeinsame Sache
v.
— 2. etw., jmdn. (an jmdn.) v. einen Vertrauens
1258
verpimpeln — verrinnen
bruch begehen, indem man jmdm. etw. Geheimes
über etw., jmdn. mitteilt: er hatte ihren Plan (an
ihre Gegner) v. — B. umg. er hat uns kein Wort v.
(hat uns nichts darüber gesagt);ich will dir v., was
ich vorhabe — 4. seine Miene verriet (ze ig te ) Ärger,
Bestürzung; sich durch etw. v. (seine eigentlichen
Absichten, Beweggründe unabsichtlich durch etw.
erkennen lassen)
+ sich v. und verkauft (hilflos, verloren) fühlen
Verräter, der; -s, - jmd., der einen Verrat begangen
hat
verräterisch jAdj.j 1. /nicht präd.j mit einem Verrat
verbunden, treulos — 2. jmds. eigentliche Absichten,
Beweggründe unabsichtlich erkennen lassend: eine
verräterische Geste machen
verratzt /Adj.; nur präd.j landsch. salopp auf
Grund widerwärtiger äußerer Umstände verloren,
hilflos: ohne ihn waren sie v.
verrauchen js w . V b .; ist, hat/1 . (ist) Qualm, Dampf
verraucht (Qualm, Dampf löst sich auf); O sein
Ärger, Zorn verrauchte schnell (war schnell vorbei)
— 2. (hat) er hat sein Taschengeld verraucht (du r c h
den Genuß von Tabakwaren verbraucht)
verräuchernjsw. Vb .; hat/ etw., bes. einen Raum,
m it Rauch erfüllen, durch Rauch schwärzen: eine
verräucherte Kneipe
verrechnen, verrechnete, hat verrechnet 1* etw. (mit
etw.) v. bei einer Abrechnung gegenseitige Forderun
gen ausgleichen: einen Geldbetrag, die Spesen v.;
die Renovierungskosten mit der Miete v. —2« sichv.
(einen Rechenfehler manchen, falsch rechnen)
verrecken jsw. Vb .; ist/ salopp jvon bestimmten
größeren Tierenj, derb jvon einem Menschen/
sterben; elend zugrunde gehen
verregnen, verregnete, ist verregnet etw. verregnet
etw. wird durch zuviel Regen beeinträchtigt: jvorw.
im P art. P rät.j derSonntag war verregnet; ein ver
regneter Sommer
verreiben, verrieb, hat verrieben eine dickflüssig e
Masse durch Reiben auf einer Oberfläche fein ver
teilen : die Creme gut auf der Haut v.
verreisen jsw. Vb .; istf eine Reise unternehmen:
dienstlich, mit der ganzen Familie v.; er ist zur
Zeit verreist
verreißen, verriß, hat verrissen 1. etw ., jm dn. sehr
hart, vernichtend kritisieren: ein Theaterstück,
einen Schauspieler v.
—
2. das Lenkrad v. (un
absichtlich ruckartig drehen und dadurch das Fahr
zeug ins Schleudern bringen)
verrenkenjsw. Vb.; hat/ sich, jmdm. ein Glied aus
dem Gelenk drehen: er hat sich den Arm ver
renkt
verrennen, sich, verrannte sich, hat sich verrannt
1.1. bei seinem Vorgehen, Denken in eine falsche
Richtung geraten, sich irren (1.1) 1.2. sich in einen
Gedanken v. (verbeißen)
verrichten, verrichtete, hat verrichtet e tw . tu n , a u s
führen, erledigen jin Verbindung mit bestimmten
Sub st.j: eine Arbeit, seinen Dienst v.; seine Not
durft v.
verriegeln jsw. Vb .; hat/ etw. m it einem Riegel
verschließen: eine Tür v.
verringern jsw . Vb .; hat/ 1.1. etw. geringer (1.1,
1.2,2) machen: den Abstand, das Tempo v. 1.2. sich
v. geringer (1.1, 1.2, 2) werden: die Kosten haben
sich verringert
verrinnen, verrann, ist verronnen 1. e tw . flie ß t in
Verriß — versäumen
1259
feinen Rinnsalen und versickert — 2. etw. vergeht
(1): die Zeit verrinnt
Verriß, der; Verrisses, Verrisse harte, vernichtende
Kritik an einem Kunstwerk:dieRezension war ein
einziger V.
verrohen /sw. Vb.; hat, ist/ 1. jmdn. roh, brutal
m a c h e n (hat): der Krieg hatte die Menschen ver
roht —2. roh, brutal werden (ist)
verrosten,verrostete, istverrostet rostig und dadurch
unbrauchbar werden
verrotten, verrottete, ist verrottet 1.1. /b e s . v o n
pflanzlicher Substanz/ verfaulen:derDung mußgut.
v. 1.2. den sittlichen H alt verlieren, verkommen', eine
verrottete Gesellschaft
verrucht /A dj.; vorw. attr./ verworfen', ein verruch
ter Kerl
verrücken /sw. Vb .; hat; / auch verrückt/ etw.
durch Rücken an einen anderen Standort bringen:
einen Schrank, Tisch v.
verrückt /A dj.; / auch verrücken/ 1. umg. 1.1.1.
wahnsinnig, nicht normal: er ist vor Angst, Un
geduld, Schmerzen fast v. geworden; er hat sich
wie ein Verrückter benommen; jmdn. v. machen
(jmdn. völlig durcheinanderbringen, nervös machen);
beidemLärmkann man ja v. werden(den Verstand
verlieren)!1.1.2. sich so verhaltend-, als ob man wahn
sinnig wäre: erist v.!1.2. närrisch,überspannt: ein
verrückter Einfall, Gedanke; etw. Verrücktes tun;
ein verrückter Kerl — 2. umg. v. sein auf etw.,
jmdn., nach etw., jmdm. begierig, versessen sein auf
etw., jmdn.: erist v. nach ihr —8. salopp wie v.
/drückt emotional einen hohen Grad aus/: er hat wie
v. (sehr) geschrien, ist wie v. gerannt; es hat wie v.
geregnet
+ umg. v. spielen (sich absonderlich, exaltiert
aufführen)
Verruf, der; -(e)s, jo. P l.f schlechter R uf, schlechter
Leumund: etw., jmdn. in V. bringen; in V. gera
ten, kommen
verrufen /Adj./ übel beleumundet, berüchtigt: ein
verrufenes Lokal
verrühren /sw. Vb .; hat/ etw. mit etw. v. ver
schiedene Stoffe durch Rühren miteinander ver
mischen :die Eier mit der Butter v.
verrunzelt /A dj./ mit Runzeln bedeckt: verrunzelte
Haut, Hände
verrußen /sw. Vb .; ist, hat/ 1. rußig werden (ist):
Ivorw. im Part. P rät.j verrußte Zündkerzen —
2. etw. rußig machen (hat)
verrutschen /sw . Vb .; ist/ etw. verrutscht etw. ä n
dert durch Rutschen (1) seinen Platz: die Ladung
verrutschte in der Kurve
Vers, der; -es, -e 1. metrisch, rhythmisch gestaltetes
sprachliches Gebilde in einem Gedicht, Versdrama
od. Versepos, das oft mit einem zweiten einen Reim
b ild e t: etw. in Verse bringen; reimlose Verse; die
letzten beiden Verse reimen sich —2. umg. Strophe
eines Gedichtes
versachlichen /sw . V b .; hat/ 1.1. etw. sachlicher,
weitgehend frei von subjektiven Eigenheiten .machen,
g es ta lte n : eine Reportage v. 1.2. die Atmosphäre
eines Zimmers v. (ein Zimmer nüchtern, zweck
mäßig ausstatten); dazu Versachlichung, die; -,
Io. PLI
versacken /sw. Vb .; ist/ 1. umg. in etw. einsinken
(und steckenbleiben): die Räder versackten im
Morast — 2. salopp er ist gestern abend wieder
einmal versackt (hat lange gefeiert und. zuviel ge
trunken)
versagen fsw. Vb .; hat/ 1.1. jmdm. etw. v. jmdm.
etw. nicht gewähren: jmdm. seine Achtung, Hilfe,
einen Wunsch v. 1.2. sich etw. v. (sich etw. nicht
zugestehen, auf etw. verzichten) — 2.1. (an einer
Aufgabe) scheitern, nicht das Erwartete leisten: in
einer Prüfung v . ; die Unglücksursache war mensch
liches Versagen 2.2. etw. versagt etw. funktioniert
n ic h t: der Motor, die Bremse versagte; ihre Stimme
versagte vor Aufregung
+ etw. versagt jmdm. den / Dienst
Versager, der; -s, - / z u versagen 2.1/
versalzen, versalzte, hat versalzen 1.1. e tw . z u s t a r k
salzen: die Suppe ist total v. 1.2. umg. jmdm. die
Freude v. (verderben 2.3)
+ jmdm. die / Suppe v.
versammeln fsw. Vb .; hat/ 1.1. eine (größere) An
zahl von Personen zu einem bestimmten Zweck an
einem Ort zusammenbringen, vereinigen: derLehrer
versammelte seine Schüler um sich 1.2. /vo n einer
größeren Anzahl von Personen/ sich v. an einem
Ort zu einem bestimmten Zweck Zusammenkommen:
sie versammelten sich vor dem Rathaus
Versammlung, die; -,
-en organisierte, offizielle
Zusammenkunft einer (größeren) Anzahl von Per
sonen zu einem bestimmten Zweck an einem bestimm
te n O r t: eine V. einberufen, eröffnen, leiten; an
einer V. teilnehmen; auf einer V. sprechen; heute
ist V.; zur V. gehen; wir haben heute V.
Versammlungs|ort, der /PL -e/ Ort, an dem eine
Versammlung stattfindet
Versand, der; -(e)s, /o. PL/ 1. das Versenden, der
Transport von Gegenständen, Erzeugnissen — 2 . Ab
teilung in einem Betrieb, die für 1 zuständig ist
versanden, versandete, ist versandet 1. s ic h a ll
mählich mit Sand füllen (und für die Schiffahrt un
passierbar werden) — 2. die Unterhaltung ver
sandete (horte aus M angel an Gesprächsstoff all
mählich auf)
versand/Versand zu Versand 1| -fertig /A d j.; nicht
adv./ zum Versand fertig gemacht; -handel, der
Form des Handels, bei dem der Verkäufer die Waren
nach Angebot durch Prospekte und auf Grund schrift
licher Bestellungen dem Käufer durch Post od. Bahn
sendet
Versaitzstück, das / P I .
-e/ Theater frei stehendes,
durch Stützen befestigtes Teil der Ausstattung einer
Bühne, das ständig versetzt werden kann
versauen fsw. Vb .; hat/ salopp 1. etw. sehr schmut
zig machen —2. etw. verpfuschen: einWerkstück v.
versauern /sw . V b .; ist/ 1. die Wiese versauert (der
Säuregehalt des Bodens steigt an) — 2. umg. er
versauert (verkümmert geistig) in dieser Umge
bung
versaufen (er versäuft), versoff, hat versoffen // *
auch versoffen/ salopp: sein Geld v. (sein Geld
durch den Genuß alkoholischer Getränke verbrauchen)
4* jmds. / Fell v.
versäumen /sw. Vb .; hat/ 1.1. etw. (durch zu langes
Warten, durch Saumseligkeit) nicht erreichen, ver
passen: den Bus, Zug v. 1.2. etw. v. an etw. nicht
teilnehmen, etw. nicht miterleben: die Mahlzeit, den
Dienst, Unterricht v.; du hast gestern bei dem
Konzertvielversäumt (hast dir das Konzert entgehen
lassen) 1.8. etw. ungenutzt vergehen lassen: eine
Chance v. 1.4. etw. unterlassen, nicht tun: seine
1260
Versäumnis — Verschlagen
Pflichten v . ; das Versäumte, den versäumten Schlaf
nachholen; z u 1.4 Versäumnis, das; -ses, -se
verschachern jsw. Vb.; hat/ umg. etw. auf un
lautere Weise zu einem möglichst hohen Preis ver
kaufen
verschaffenjsw. F6.; hat/ jmdm., sich etw. besorgen
(1), b esch affe ne jmdm., sich Arbeit, Geld, eine Unter
kunft, etwas zu essen v . ; sich Gehör, Respekt, Ge
wißheit v. (erreichen, daß man angehört, respektiert
w ird , Gewißheit erlangt); oft scherzh. was verschafft
mir das Vergnügen, die Ehre (Ihres Besuches) (w e s
halb Stichen Sie mich auf)?
verschalen jsw . Vb .; hat/ etw» (mit Brettern) ver
k le id e n : die Wände eines Schachtes v.
Verschalung, die; -en Material, bes. Bretter, mit
dem etw. verschalt worden ist
verschämt jAdj.j ein wenig Scham empfindend, aus-
d r ü c k e n d : v. lächeln; ein verschämtes Lächeln
verschandeln jsw. Vb .; hat/ umg. etw. verunstalten,
häßlich m achen: die Landschaft (durch ein riesiges
Bauwerk) v.
verschanzen, sich /sw . V b .; hat/1 , umg. sich hinter
etw. v. 1,1, sich hinter etw. verbergen: er ver
schanzte sichhinter seinerZeitung 1,2. etw . a ls V or
wand benutzen: sich hinter einer Ausrede v.
—
2. veraltend Mil. sich durch Errichtung einer
Befestigung, Schanze zur Verteidigung vorberei
ten
verschärfen jsw . V b .; hat/ 1.1. etw. strenger, härter
machen \ die Kontrollen v.; eine Strafe v. 1.2. etw.
schlimmer machen, zuspitzen: etw. verschärft die
Gegensätze, Spannungen 1.3. sich v. s c h lim m e r
werden, sich zuspitzen: die Lage verschärft sich
1.4. das Tempo v. (erhöhen, steigern)
verscharren jsw. Vb .; hat/ etw. oberflächlich ver
graben
verschätzen, sich /sw . Vb .; hat/ eine Größe, einen
Wert falsch schätzen: er hat sich um zehn Meter,
Jahre verschätzt
verscheiden, verschied, ist verschieden geh . s te r b e n
(1.1)
verschenken /sw. Vb .; hat/ etw. als Geschenk weg
geben: Bonbons (an Kinder) v.
verscherbeln /sw . V b .; hat/ salopp etw . (billig)
veräußern
verscherzen /sw . V b .;hat/ sich etw. v. (durch fehler
haftes Verhalten) etw. einbüßen, verlieren: sich
jmds. Gunst, Wohlwollen v.
verscheuchen jsw. Vb .; hat/ ein Tier, jmdn. ver
t r e ib e n : Fliegen, Hühner v.; O jmds. Bedenken,
trübe Gedanken v.
verscheuern jsw . V b .; hat/ salopp etw. (billig)
veräußern
verschicken jsw. Vb .; hat/ etw. irgendwohin schik-
k e n : Einladungen, Waren v.
Verschiebe|bahnhof, der Bangierbahnhof
verschieben, verschob, hat verschoben 1. e tw . d u r c h
Schieben an einen anderen Platz bringen: einen
Schrank um ein paar Zentimeter v.; sich v . : der
Teppich hat sich verschoben — 2. etw. verschiebt
sich etw. ändert sich in seinen Relationen: das
Kräfteverhältnis hat sich verschoben — 3. e tw .
auf einen anderen Zeitpunkt verlegen, etw. auf
s c h ie b e n : seine Abreise, einen Termin (um eine
Woche) v.; seinen Urlaub v.
—
4. etw., bes. Geld,
Waren gesetzwidrig dem geregelten Umlauf, Handel
entziehen und auf unerlaubte Weise jmdm. zu
führen: Devisen, Mangelware v.; zu 2 u. 3 Ver
schiebung, die; -,
-en
verschieden /Ädj.f 1. sich von etw., jmdm. unter
scheidend, andersartig: verschiedene Ansichten,
Interessen haben; v. groß, lang, hoch sein; der
Größe nach, nach Farbe und Form v. sein; die
beiden Brüder sind sehr v . ; das ist von Fall zu Fall
v.; darüber kann man v. denken, verschiedener
Meinung sein —2.fnur im PI.; nur attr.j einige (1),
m e h re re : verschiedene Fragen haben; er hatte sich
verschiedene Male daran beteiligt
verschieden]artig /A dj./ verschieden (1), unter
schiedlich
verschiedenerlei, verschiedenerlei /in d ekl./ allerlei,
mancherlei
verschiedenfarbig /A dj./ 1. von unterschiedlicher
Farbe —2. mehrfarbig
Verschiedenheit, die; jo . P L ; z u verschieden 1/
das Verschiedensein
verschiedentlich /Adv./ zu verschiedenen Malen,
mehrmals: er ist v. dort gewesen
verschießen, verschoß, hat/ist verschossen I. (hat)
1. ein Geschoß abfeuern, abschießen (1.1): Raketen
v.
—
2. M unition, Geschosse durch Schießen ver
brauchen: er verschoß die gesamte Munition —
II. umg., oft spött. sich heftig (in jmdn.) verlieben
(hat): er hatte sich, ist in sie verschossen — DI .
etw. verschießt etw. verbleicht, verliert seine Farbe
(ist): /vorw. im Part. Prät.f die Vorhänge sind
völlig verschossen
+ jmd. hat sein ganzes / Pulver verschos
sen
verschiffen jsw. Vb.; hat/ jmdn., etw. mit einem
Schiff transportieren: Waren, Truppen v.
verschilfen /sw . V b .; ist/ m it Schilf Zuwachsen: das
Ufer, der See verschilft
verschimmeln jsw. V b .;ist/ schim mlig werden
Verschissen /A d j . f
+ derb esbeijmdm. v. haben(sich bei jmdm. alle
Sympathien verscherzt haben)
Verschlafen (er verschläft), verschlief, hat ver
schlafen 1.1. zu lange schlafen und so einen be
stimmten Zeitpunkt verpassen: ichhabeheute mor
gen (die Zeit) v. 1.2. etw. durch zu langes Schlafen
versäum en: das Frühstück, eine Verabredung v.
1.3. umg. etw. durch Nachlässigkeit versäumen —
2. eine bestimmte Zeitdauer schlafend verbringen:er
hat den Sonntag v.
Verschlafen jA dj.j 1. noch vom Schlaf benommen,
müde: erwarganz v., siehtv. aus —2.jvorw. attr.j
spött, sehr ruhig, langweilig: ein verschlafenes
Städtchen
Verschlag,der; -(e)s, Verschlüge kleiner, aus B rettern
gezimmerter, abgeteilter Baum od. Schuppen
1verschlagen (er verschlägt), verschlug, hat ver
schlagen1. etw. m it Brettern verschließen, zunageln:
Fässer, Kisten v.; den Eingang, die Fenster mit
Brettern v. — 2. eine bestimmte Seite in einem Buch
nach erfolgtem Umblättern nicht mehr finden: ich
habe die Seite v.
—
3. etw. verschlägt jmdn. ir
gendwohin etw. läßt jmdn. durch besondere Um
stände, zufällig, ungewollt irgendwohin gelangen: es
hat ihn hierher v.; das Schiff wurde vom Sturm
an eine einsame Küste v.
—
4. etw. verschlägt
jmdm. etw. etw. wirkt so stark auf jmdn. ein, daß
er vorübergehend zu etw. nicht imstande ist: der
Schreck verschlägt jmdm. das Lachen, die Stimme,
Verschlagen — verschlüsseln
1261
Sprache; die Kälte verschlug ihm den Atem; das
wird ihm den Appetit v. (nehmen)
Verschlagen/Adj.f I-1.gerissen, unaufrichtig, heim
tückisch: er ist v. — 2. voller Heimtücke:v. lächeln,
aussehen; jmdn. mit verschlagenen Augen, Blicken
ansehen —II. fnicht adv.j landsch., hes. norddt.
lauwarm:dasWasser ist v.; zu I Verschlagenheit,
die; jo. Pl.f
verschlammen fsw. Vb .; ist/ schlammig werden:
durch den Kegen v. die Wege
verschlampen jsw, Vb.; ist, hat/ umg, 1, verwahr
losen (1.1), verkom m en (ist): das Haus verschlampt
immermehr —2. etw. durch Nachlässigkeit verlieren,
v e r leg e n (hat): er hat seinen Personalausweis ver
schlampt
verschlechtern jsw. Vb .; hat/ 1.1. etw. verändern
und dadurch schlecht machen 1.2. sich v. schlecht,
schlimm werden: sein Gesundheitszustand, das
Wetter hat sich verschlechtert; in der neuen Stel
lung habeich mich verschlechtert (bin ich fina n ziell
schlechter gestellt)
verschleiern jsw. V b hat/ 1.1. sich das Gesicht
m it einem Schleier bedecken: sie hat sich das Ge
sicht verschleiert 1.2. etw. trübe (1.2) machen:
Wolken v. den Himmel; die Tränen verschleier
ten ihr den Blick; O sie sprach mit verschleierter
(belegter) Stimme — 2. etw. vorsätzlich unklar,
nicht durchschaubar machen: einen Sachverhalt,
Mißstände v.; d a z u Verschleierung, die; -en
verschleimt /A dj.; nicht adv.j mit Schleim angefüllt:
verschleimte Bronchien
Verschleiß, der; -es, -e fvorw. Sg.f 1.1. durch den
(häufigen) Gebrauch bedingte starke Abnutzung und
die damit verbundene Minderung des (Gebrauchs)-
wertes von Gegenständen: der materielle, / mora
lische V.; der technische, natürliche V. von Ma
schinenteilen, eines Gegenstandes 1.2. d u r c h B e
lastung, Alter bedingte Verminderung der Funktions
fähigkeit des menschlichen Körpers, einzelner Teile
des Körpers, einzelner Organe: derV. derKnochen,
Bänder, der Wirbelsäule 1.3. jo. P l.j umg. einen
großen V. an etw. haben (von etw. viel brau
chen)
verschleißen, verschliß, ist/hat verschlissen 1. etw.
verschleißt etw. unterliegt dem Verschleiß (1.1) (ist):
diese Maschinen v. in kurzer Zeit; ein verschlisse
ner (abgenutzter) Anzug, Vorhang — 2. etw . stark
abnutzen und verbrauchen (hat):Schuhwerk v.
verschIeiß/Verschleiß| -fest /4-dj./ besonders w ider
standsfähig gegen Verschleiß (1.1): verschleißfeste
Werkstoffe; -teil, das Teil einer Maschine, eines
Gerätes, das rascher als die anderen Teile verschleißt
verschleppen jsw. Vb .; hat/ 1. jmdn., etw. wider
rechtlich, gewaltsam irgendwohin bringen —2.fach-
spr. etw. weiterverbreiten: Bazillen v.
—
3.1. etw.
hinauszögern, verzögern, in die Länge ziehen: einen
Prozeß, Verhandlungen v. 3.2. eine Krankheit v.
eine Krankheit nicht od. nicht rechtzeitig behandeln
lassen und dadurch verlängern: fvorw. im Part.
P r ä t . j eine verschleppte Grippe
verschleudern jsw. Vb .; hat/ 1. etw. unter seinem
Wert, zu billig verkaufen: Waren, seinen Schmuck
v. — 2. sein Vermögen, seine Ersparnisse v. (le ich t
sinnig ausgeben)
verschließen, verschloß, hat verschlossen 1.1. e tw .
durch Betätigung eines daran angebrachten Schlosses
m it einem Schlüssel zuschließen: ein Haus, Schub
fach, eine Kassette v. 1.2. die Tür v. (den Schlüssel
im Türschloß so bewegen, daß die Tür nicht mehr
geöffnet werden kann)"1.3. etw. schließen (1.3) —
2.1. etw. einschließen (1.3): Wertsachen, Geld (im
Tresor) v . ; die Akten, Papiere (im Schreibtisch) v.
2.2 . seine Liebe, Gedanken, Gefühle in sich, in
seinem Herzen v. (verbergen) —3. sich einer Sache,
jmdm. gegenüber abweisend verhalten, unzugäng
lich ze ig e n : sich der Wahrheit, einer Tatsache,
jmds. Argumenten, Wünschen v . ; sich gegen jmds.
Worte, Bitten v .; ein verschlossener (zurü ckhalten
der, schweigsamer) Mensch
+ die / Augen, / Ohren vor etw. v .; hinter ver
schlossenen Türen verhandeln; vor verschlossener
/ Tür stehen
verschlimmern fsw. Vb .; hat/ 1.1. etw. (um das es
schlimm steht) noch schlimmer machen, verschlech
t e r n (1.1): etw. verschlimmert die Lage, den Gesund
heitszustand einer Person 1.2. sich v. sc hlim m er
w e r d e n : sein Leiden hat sich verschlimmert
verschljngen, verschlang, hat verschlungen I. e tw . ,
sich umeinander schlingen: sie verschlang ihre
Hände im Schoß; der Faden hat sich zu einem
Knoten verschlungen; verschlungene (sic h w i n
dende) Pfade — II. Nahrung, ohne viel zu kauen,
hastig und gierig zu sich nehmen: /von einem Tier/
der Hund verschlang ein großes Stück Fleisch;
fvon einem Menschen/ er verschlang das Brot mit
Heißhunger; O jmdn., etw. (mit den Augen, Blik-
ken) v. (jmdn., etw. aufdringlich, begehrlich an
starren); ein Buch v. (hastig und voll Spannung
lesen ); die Dunkelheit hatte ihn nach wenigen
Schrittenverschlungen(er war im Dunkel verschwun
den); das Projekt wird Millionen v. (kosten, ver
brauchen)
verschlucken jsw . V b .; hat/ 1. etw. durch Schlucken
versehentlich in den Magen gelangen lassen: er hat
einen Kirschkern verschluckt; er geht, als hätte er
einen Besenstiel, ein Lineal verschluckt (er h a t
einen unnatürlich steifen Gang); <0 die Nacht, der
Nebel hatte ihn nach wenigen Schritten verschluckt
(er war im Dunkel, Nebel verschwunden); der Neu
bau hat eine Unmenge Geld verschluckt (gek o s te t,
verbraucht) —2. sich v. (feste od. flüssige Nahrung
in die Luftröhre bekommen)
-f* wie vom
Erdboden verschluckt
Verschluß, der; Verschlusses, Verschlüsse 1.1. G e
genstand, Vorrichtung zum Verschließen (1.3) von
e tw . : der V. einer Flasche; einen V. festschrauben,
öffnen1.2.derV.einerKamera (Vorrichtung an einer
Kamera, die durch öffnen und Schließen die Be
lichtung ermöglicht) — 2. jo. PL/ unter V. sicher
verwahrt, eingeschlossen: etw. unter V. halten, auf
bewahren; diese Chemikalien stehen unter V. ( w e r
den sicher verwahrt, nicht herausgegeben) — 3. Med.
krankhafte Verengung bes. eines Blutgefäßes, die die
Durchlässigkeit verhindert: der V< mußte operiert
werden
verschlüsselnfsw. Vb .; hat/ 1.1. einen Text in einen
für andere nicht verständlichen Kode, Schlüssel um-
setzen, um seinen Inhalt geheimhalten zu können:
eine Nachricht v.; ein verschlüsseltes Telegramm
1.2. in einem literarischen Text die Personen, Ereig
nisse so verschleiern, daß sie nichtohne weiteres authen
tisch zugeordnet werden können — 2. Techn. Ky-
bern. Daten,Informationen in einen Kode umsetzen,
um sie zur Bearbeitung bes. durch die Lochkartentech
1262
Verschlußsache — verschusseln
nik, für die elektronische Datenverarbeitung od. für
Nachrichtenübermittlung geeignet zu machen
Verschluß]Sache, die Dokument eines staatlichen
Organs, das als vertraulich od. geheim gekennzeichnet
und nur einem begrenztenPersonenkreis zugänglichist
verschmachten, verschmachtete, ist verschmachtet
1. unter Entbehrungen, bes. Durst, leiden (und daran
zugrunde gehen): vor Durst, Hitze, Hunger v. —2.
nach jmdm., etw. schmachten (2) (und daran zugrunde
gehen): vor Sehnsucht nach etw., jmdm. v.
verschmähen /sw. Vb .; hat/ etw. Gutes, das einem
angeboten wird, ablehnen
verschmelzen (er verschmilzt), verschmolz, hat/ist
verschmolzen 1. bes, Metalle durch Hitze, Wärme
weich, flüssig machen und miteinander (zu einer
Legierung) verbinden (hat) — 2. etw. verschmilzt
mit etw. wird mit etw. zu einem Ganzen (ist): die
beiden Städte verschmolzen allmählich (mitein
ander)
verschmerzen /sw . V b .; hat/ etw. v. (können) über
etw. Unangenehmes hinwegkommen, etw. überwin
den, verw inden: eine Enttäuschung, einen Verlust
nicht v. können; das kann ich v. (darauf kann ich
verzichten)
verschmieren /sw . Vb .; hat/ 1. Löcher, Bisse einer
Mauer, Wand mit etw. ausfüllen und die Oberfläche
g lä tten : die Fugen, Risse mit Gips, Mörtel v.
—
2. umg. Schreibpapier durch Nachlässigkeit beim
Schreiben, durch Kritzelein unbrauchbar machen —
3. umg. 8.1. etw. verreiben: eine Salbe, Creme v.
3.2, die Fensterscheiben, Kacheln beim Putzen v.
(durch unsachgemäßes Putzen streifig, fleckig m a
chen); verschmierte (schmierige) Wände 3.3. Ge
schriebenes v. (Geschriebenes verwischen 1)
verschmitzt /A dj./ freundlich und schalkhaft, schel
m is c h : v. lächeln; sein verschmitztes Gesicht
verschmutzen /sw. Vb .; hat, ist/ 1. etw. schmutzig
machen, verunreinigen (hat): einen Teppich, eine
Wohnung v. — 2. (ist) etw. verschmutzt (e tw . w ir d
schmutzig); dazu Verschmutzung, die; -en 1. fo.
PI./ das Verschmutzen — 2. verschmutzte Stelle
verschnaufen /sw. Vb .; hat/ umg. Luft, Atem
schöpfen, um die Folgen einer körperlichen A n
strengung zu überwinden, um auszuruhen, um wieder
zu Atem zu kommen
Verschnauf]pause, die umg. Pause zum Verschnau
fen : eine V. einlegen, machen
verschneiden, verschnitt, hat verschnitten 1. Bäu
me, Sträucher, eine Hecke v. (beschneiden 1,
stutzen I) —2. etw. falsch zuschneiden: einen Stoff
v.; der Anzug ist verschnitten — 3. ein Tier v.
(kastrieren) — 4. ein alkoholisches Getränk bei der
Herstellung mit einem anderen, meist einer billigeren
Sorte, vermischen: Weinbrand, Rum v.
verschneit /A dj./ von Schnee bedeckt: eine ver
schneite Landschaft
Verschnitt, der; -es/-s, -e 1.Abfall beim Beschneiden
von M aterialien — 2. /vorw. Sg./ das Verschneiden
(4) —3. verschnittenes alkoholisches Getränk
verschnörkelt /Adj./ mit Schnörkeln, sich winden
den, spiraligen Verzierungen versehen: eine ver
schnörkelte Schrift
verschnupfen /sw. V b . ; hat; / a u c h verschnupft/
umg,: etw. verschnupft jmdn. (etw. verärgert,
kränkt jmdn.); er war verschnupft
verschnupft /A d j.;/* auch verschnupfen/: er war
mächtig v. (hatte einen starken Schnupfen)
verschnüren /sw. Vb .; hat/: ein Paket v. (Bind
faden fest um ein Paket wickeln und verknoten)
verschollen /Adj.; nicht adv./ seit längerer Zeit ver
mißt, abwesend, ohne daß man (je) etw. über den
Verbleib erfahren hätte: das Schiff, Flugzeug ist v.;
sie trauerten um ihren im Krieg verschollenen Sohn
verschonen /sw. Vb.; hat/1.jmdn., etw. v. jmdm.,
einer Sache im Unterschied zu anderen, anderem
keinen Schaden zufügen: der Krieg hat kaum eine
Familie verschont; einige Gebäude sind vom Erd
beben verschont geblieben — 2. jmdn. mit etw, v.
jmdn. nicht mit etw. belästigen: verschone mich
mit deinen Ratschlägen, Witzen!
verschönen /sw . V b .; hat/1.1. etw. verschönt etw.,
jmdn. etw. macht etw., jmdn. schöner: ein Lächeln
verschönte ihr Gesicht, sie 1.2 . jmdm., sich etw.
(mit etw.) v . : er verschönte sich den Tag mit einem
Spaziergang (machte sich den Tag mit einem Spa
ziergang angenehmer)
verschönern /sw . Vb .; hat/ etw. schöner machen,
schmücken (1.1): die Wohnung mit Bildern v.
verschärfen /sw. Vb .; ist/ sich mit Schorf bedecken
verschrammen /sw. Vb .; hat/ etw., sich etw. (un
absichtlich) mit vielen Schrammen versehen: er hat
sich den Arm verschrammt
verschränken /sw. Vb .; hat; bes. von Gliedmaßen/
etw. kreuzweise anordnen, übereinanderlegen: die
Arme, Hände (vor der Brust, hinter dem Rücken,
unter dem Kopf) v.
verschrauben /sw. Vb .; hat/ zwei je mit einem
Gewinde versehene Teile verbinden od. etw. m it einer
Schraube befestigen: die Rohre werden verschraubt
verschreiben, verschrieb, hat verschrieben 1. er hat
eine Menge Papier, Tinte verschrieben (du r ch
Schreiben verbraucht) — 2. sich v. (beim Schreiben
aus Versehen einen Schreibfehler machen) — 3.
(jmdm.) etw. v . 3.1 . der Arzt verschreibt (v e r
ordnet schriftlich) jmdm. etw.: der Arzt hat ihm
ein Medikament, eine Kur verschrieben 3.2. jm d m .
etw. (durch ein Testament, eine Urkunde) über
eignen, jmdm. etw. vermachen: er hat das Haus
seinem Sohn verschrieben — 4. sich einer Sache
v. sich an eine Sache hingeben, sich ihr intensiv
w i d m e n : sich der Kunst, Wissenschaft v.
verschrie(e)n /Adj.; nicht adv./ verrufen: er ist als
ein hochmütiger Mensch, als hochmütig v.
verschroben /Adj./ merkwürdig und befremdlich:
verschrobene Ansichten haben;er wirkte ziemlich v.
verschrotten, verschrottete, hat verschrottet G eg e n
stände, Materialien aus Metall zu Schrott machen,
als Altmetall verwerten: einAuto v.
verschrumpeln /sw . Vb .; ist/ umg. eintrocknen und
faltig, runzlig werden
verschüchtern /sw . V b .; hat/ jm dn. schüchtern
machen, einschüchtern: /vorw. im Part. Prät.f ein
verschüchtertes Kind
verschulden, verschuldete, hat/ist verschuldet 1.
etw. (Übles) durch eigene Schuld verursachen (hat):
einen Unfall, den Tod eines Menschen v.; ohne
eigenes Verschulden in Schwierigkeiten geraten —
2. jmd., etw. verschuldet jmd., etw. gerät in finan
zielle Schwierigkeiten, Schulden (ist): er, der Be
trieb verschuldete immer mehr; er ist stark ver
schuldet
verschusseln /sw. Vb .; hat/ umg. 1.1. etw. V er
legen (1): einen Brief v. 1.2. etw. zu tun vergessen:
ich habe verschusselt, dir das mitzuteilen
verschütten — versenken
1263
verschütten, verschüttete, hat verschüttet 1. etw.
v* einen Teil von etw. Flüssigem, einer körnigen
Masse aus Versehen neben das Gefäß, aus dem
Gefäß geraten lassen: Milch, Zucker v.
—
2« jmd.,
etw. wird verschüttet (jmd., etw. wird von Erd-,
Gesteins-, Schneemassen bedeckt)
verschüttgehen fV b.f salopp: etw., jmd. geht ver
schütt (etw. kommt abhanden, jmd. verschwindet
sp u r lo s); er ist verschüttgegangen
verschwägert /Adj.; nicht adv.j durch Heirat mit
jmdm., einer Familie verwandt (1.1.2): die Zeugin
ist mit dem Angeklagten nicht v.
verschweigen, verschwieg, hat verschwiegen
/ / auch verschwiegen/ (jmdm .) etw. absichtlich
nicht sagen, etw. verheimlichen: (jmdm.) eineNeuig
keit, die Wahrheit v.
verschweißen /sw. Vb .; hat/ zwei Teile durch
Schweißen (I) miteinander verbinden: Rohre v.
verschwelen /sw. Vb .; ist, hat/ 1. etw. hört unter
Schwelen allmählich auf zu brennen (ist): das Holz
verschwelte — 2. Techn. etw., bes. H olz, Kohle,
erdölhaltigen Schiefer, entgasen (hat); zu 2 Ver
schwelung, die; -en: die V. von Kohle
verschwenden, verschwendete, hat verschwendet
etw. unnötig, sinnlos, leichtsinnig verbrauchen, etw.
vergeuden: Geld v.; seine Kräfte, Zeit v.; viel Zeit,
Mühe an, auf eine Sache v. (für eine Sache auf-
wenden, ohne Erfolg zu haben,); <>er verschwendete
keinen Blick, kein Wort an sie (würdigte sie keines
Blickes, Wortes); dazu Verschwender, der; -s, -
jmd., der Geld verschwendet (hat)
verschwenderisch jA dj.j 1. leichtsinnig, unbedacht
im Verbrauchen von etw., bes. von Geld: v. leben —
2* ü p p i g (1.2): die verschwenderische Ausstattung
eines Schlosses
Verschwendung, die; -,
-en jvorw. Sg.f das Ver
schwenden, Verschwendetwerden: das ist die reinste
V.!
verschwiegen jAdj.; nicht ad v.; / auch ver
schweigen/ 1. imstande, dazu neigend, etw. nicht
auszuplaudern: erist v., einverschwiegenerMensch
—
2. /nur attr.l heimlich, vor anderen geheim
gehalten'.
verschwiegene Laster — 8« abgelegen,
einsam und ruhig:ein verschwiegenesPlätzchen
+ v.seinwieein/ Grab
Verschwiegenheit, die; -, jo . P I . ; z u verschwiegen
1 u. 3/ das Verschwiegensein
-{- jmdm. etw. unter dem / Siegel der V. erzählen
verschwiemelt jA d j.j salopp: verschwiemelte (in
folge langen ZecMns verquollene) Augen haben; v.
aussehen
verschwimmen, verschwamm, ist verschwommen
etw. verschwimmt etw. wird undeutlich, verliert
seine klaren Um risse: die Berge v. im Dunst; die
Buchstaben, Gegenstände v. vor seinen Augen;
jmdm. verschwimmt alles vor den Augen (jm d .
kann nicht mehr klar und deutlich sehen); O eine
verschwommene ( u n k la r e ) Darstellung, Idee, Emp
findung
verschwinden, verschwand, ist verschwunden
/ auch verschwindend/ jmd., etw. verschwindet
jmd., etw. bewegt sich weg und gerät aus jmds.
Gesichtskreis: der Junge, das Auto verschwand
um die Ecke; die Sonne ist hinter den Bergen
verschwunden; er war im Eingang, Gewühl
verschwunden; umg. verhüll, ich muß ein
mal v. (die Toilette aufsuchen^; O sein Sohn, der
Schlüssel ist spurlos verschwunden (is t n irg e nd s
zu finden); der Fleck ist mit der Zeit verschwun
den (verblichen); seine Angst war verschwunden
(er hatte keine Angst mehr)
+ von der / Bildfläche, in der Versenkung v.
verschwindend j A d j . ; / a u c h verschwinden/: sie
stellten eine verschwindende (sehr k lein e) Minder
heit dar; v. (sehr) wenig
verschwitzen jsw . V b .; hat; / auch verschwitzt/
umg. etw. vergessen (1.2)
verschwitzt jA dj.; / auch verschwitzen/ feucht
durch Schweiß, m it Schweiß bedeckt: er,' sein Hemd
war v.
versckwollen jAdj.; nicht adv.j an-, aufgeschwollen'.
ein (vom Weinen) verschworenes Gesicht
verschwören, sich, verschwor sich, hat sich ver
schworen 1« sich gegen etw., jmdn. v. sich fest
verabreden, gemeinsam gegen etw., jmdn. vorzu
gehen'. sie hatten sich alle gegen uns verschworen;
O es hat sich alles gegen uns verschworen ( u n s
w ill nichts gelingen) — 2. sich jmdm., einer Sache
v. (sich jmdm., einer Sache ganz und gar hingeben,
widmen 3); zu 1Verschwörer, der; -s, - u. Ver
schwörung, die; -,
-en
Vers|drama, das in Versen (1) geschriebenes D ram a
versehen (er versieht), versah, hat versehen 1.
jmdn., sich mit etw. v. (dafür sorgen, daß jmd.,
man etw. zu seiner Verfügung hat);etw. mitetw. v.
(dafür sorgen, daß etw. irgendwo vorhanden ist);
etw., jmd., ein Tier ist mit etw. v. etw. ist Teil
von etw., jmdm., einem Tier: Raubvögel sind mit
scharfen Augen v. — 2. seinen Dienst gewissenhaft
v. (ausüben 1) — 8.1. hier ist allerlei, nichts v.
worden (übersehen und falsch gemacht, versäumt
worden) 8.2. sich v. beim Hinsehen, Lesen irrtümlich
etw. Falsches sehen :er hat sich in der Zeit, beim
Lesen der Zahlen v.
-f- ehe man sich’s versieht (schneller als gedacht,
ganz plötzlich)
Versehen, das; -s, - Irrtum , unbeabsichtigter, leichter
Mißgriff: das war nur ein V.; etw. aus V. (ver
sehentlich, irrtümlich) tun
versehentlich jAdv.j ohne Absicht, irrtümlich
Versehrte, der u. die; -n, -n Körperbehinderte(r)
verselbständigen jsw. Vb .; hat/ etw., sich aus einem
Zusammenhang lösen und selbständig, eigenständig
mcbchen, w erden: in der Untersuchung hat sich
dieser Aspekt völlig verselbständigt
versenden, versandte, a u c h versendete, hat ver
sandt, auch versendet etw. durch Post od. Bahn an
jmdn. senden:Einladungen, Waren v.
versengen jsw. Vb .; hat/ etw. durch Einwirkung
von Hitze beschädigen, so daß es Brandflecken be
kommt, teilweise verbrannt ist: WäschebeimBügeln
v . ; sich die Haare, die Augenbrauen v . ; die Sonne
hatte Wiesen und Felder versengt (ausgetrocknet,
ausgedörrt)
versenkbar lAdj.j so beschaffen, daß es versenkt (2)
werden kann: eine versenkbare Nähmaschine
versenken jsw. Vb .; hat/ 1.1. etw. v. verursachen,
daß etw., bes. ein Schiff, im Wasser versinkt 1.2.
etw. in eine Vertiefung(von etw.)senken,sodaß esdarin
verschwindet: einen Öltank im Erdboden v. (ein
graben) — 2. fachspr. etw. so einsetzen, daß es
nicht herausragt: Nägel, Nieten, Schrauben v.
—
8. sich in etw. vertiefen, sich intensiv m it etw. be
schäftigen : sich in ein Buch, eine Arbeit v.
1264
Versenkung — versinken
Versenkung, die;
-en jvorw. 8g./ 1. das Ver
senken (1) — 2* Teil des Bodens, bes. auf der
Buhne, der in die Tiefe gesenkt und wieder hoch
gehoben werden kann
+ umg, in der V. verschwinden {nicht mehr in E r
scheinung treten; in Vergessenheit geraten); (wieder)
aus der V* auftauchen (jplötzlich wieder erscheinen
Versjepos, das in Versen (1) geschriebenes Epos
versessen fA dj.; nicht adv.; / auch versitzen/ auf
etw. v. sein begierig, mit Eifer auf etw. aus sein,
etw. hartnäckig anstreben: auf Süßigkeiten v. sein
versetzen fsw. Vb .; hat; / auch versetzt/ 1.1.
etw. von einer Stelle an eine andere Stelle, von einem
Ort an einen anderen Ort bringen, setzen: eineMauer,
den Grenzstein (um zwei Meter) v. 1.2. etw . u m
p f la n z e n : Bäume, Sträucher v. 1.3. jmdn. (irgend
wohin) v. jmdm. eine (andere) Tätigkeit, Aufgabe an
einem anderen Ort, an einer anderenStelleübertragen,
zuweisen:er wurdenachN,an eine neueSchule ver
setzt1.4.einenSchülerv. am Ende eines Schuljahres
bestätigen, daß ein Schüler die nächsthöhere Klasse
besuchen kann: er ist (in die achte Klasse) versetzt
worden — 2. sich in etw., jmdn. v. sich vorstellen,
selbst in einer bestimmten Situation, an jmds. Stelle
zu sein: v. Sie sich einmal in meine Lage, in mich!
—
3. etw. (auf der Pfandleihe) verpfänden: er hat
seine goldene Uhr versetzt — 4. umg. jm d n. an
einem verabredeten Treffpunkt vergeblich warten
lassen; seine Freundin hat ihn versetzt — 5. eine
Flüssigkeit mit etw. vermischen: Wein mitWasser,
Kohlensäure v.
—
6. etw. antworten, entgegnen:
„ich bin nicht Ihrer Meinung“, versetzte er — 7.
/in Verbindung mit Subst..zur Umschreibung eines
Verbalbegriffsf: jmdm. einen Fußtritt, Tritt v.
(jmdn. einmal treten); jmdm. einen Hieb, Schlag v.
(jmdn. einmal schlagen);jmdm. eine Ohrfeige, Ohr
feigen v. (jmdn. ohrfeigen); jmdm. einen Stoß v.
(jmdn. einmal stoßen); jmdn. in Angst undSchrek-
kenv. (jmdn. ängstigen und erschrecken); jmdn. in
Aufregung v. (jmdn. aufregen 1.1); jmdn. in Be
geisterung v. (jmdn. begeistern); jmdn. in Er
staunen v. (bewirken, daß jmd. staunt); jmdn. in
Wut v, (jmdn. wütend machen); das versetzt ihn
in die Lage (ermöglicht ihm), ihnen zu helfen
versetzt /Adj.; nur attr.; / auch versetzen/: ver
setzte (angestaute) Blähungen, Winde
verseuchen fsw. Vb.; hat/ etw. mit Krankheits
erregern, gesundheitsschädigenden Stoffen durch
setzen
Vers|fuß, der aus mindestens je einer Hebung und
Senkung bestehende kleinste rhythmische Einheit des
Verses (1)
versichern /sw . V b .; hat/ 1. etw., jmdn., sich v.
für etw., jmdn., sich mit einer Versicherungsanstalt
eine Versicherung abschließen: sein Reisegepäck
v.; das Haus ist gegen Brandschäden versichert;
er hat sich gegen Unfall versichert — 2. jmdm.
etw. v. 2.1. jmdm. etw. als sicher und gewiß hin
stellen, jmdm . etw . beteüern: er versicherte uns, daß
er den besten Eindruck von uns gehabt hätte 2.2.
jmdm . etw. fest versprechen, garantieren: jmdm.
etw. feierlich v . ; sie versicherten ihm ihre Unter
stützung, ihr Wohlwollen; seien Sie versichert
(gewiß), daß ...; veraltend jmdn. einer Sache v.:
wir versicherten ihn unseres Beistands, unserer
Freundschaft — 3. sich einer Sache v. sich Gew iß
heit verschaffen, daß etw. gewiß und sicher ist: sich
jmds. Einwilligung, Hilfe, Wohlwollens v.; er
hatte sich versichert (durch Nachprüfen fest
gestellt, sich davon überzeugt), daß keine Gefahr
drohe
Versickerung, die; -en 1. das Versichern (1): die
V. des Gepäcks —2.1. Beteuerung, Erklärung, daß
etw. gewiß und sicher sei: eine feierliche V. ab
geben; er gab uns die V., daß ... 2.2. Jur. V.
zum Zwecke des Beweises (offizielle E rkläru n g ,
durch die jmd. seine Angaben, Aussagen als wahr
heitsgemäß bekräftigt) —3. Vertrag mit einer Ver
sicherungsanstalt, durch den dem VerSicherungs
nehmer gegen Beitragsleistungen Schadenersatz im
Schadensfall garantiert wird: eine V. abschließen,
erneuern; die V. kündigen — 4. umg. V ersiche
rungsanstalt: die V. kommt für den Schaden auf
—
5. umg. Versicherungsbeitrag: die monatliche
V. kassieren
Versjcherungs| -anstalt, die Institution, bei der m an
eine Versicherung (3)abschließen kann; -beitrag,der
Betrag, den der Versicherungsnehmer der Versiche
rungsanstalt (regelmäßig) zu zahlen hat; -betrug,
der Betrug, durch den ein Versicherungsnehmer die
Versicherungsanstalt schädigt; -fall, der Schadens
fall, in dem die Versicherungsanstalt Schadenersatz
leistet; -leistung, die von der Versicherungsanstalt
in einem VerSicherung$fall gezahlte Geldsumme,
Entschädigung; -nehmer, der; -s, - Jur. jmd., der
m it einer Versicherungsanstalt eine Versicherung (3)
abgeschlossen hat; -pflicht, diejo. Pl.f für bestimmte
Umstände vorgeschriebene gesetzliche Pflicht, eine
Versicherung abzuschließen; -police, die Versiche
rungsschein; -prämie, die Versicherungsbeitrag;
-schein, der Urkunde über den Abschluß eines
Vertrages zwischen einer Versicherungsanstalt und
einem Versicherungsnehmer; -schütz, der von der
Versicherungsanstalt garantierter Schutz gegen finan
zielle Einbuße bei Schadensfällen; -träger, der Jur.
Versicherungsanstalt
versickern fsw. Vb .; ist/ 1. etw. Flüssiges, meist
Wasser, wird vom Untergrund, von der Erde all
m ählich au fgesaugt: der Regen versickerte im Sand
—
2. das Gespräch versickerte (stockte u n d hörte
allmählich auf)
versieben fsw. Vb .; hat/ umg. 1. etw. Verlegen (1):
er hat seine Autoschlüssel versiebt — 2. e tw . z u
tun vergessen: das habe ich versiebt
versiegeln fsw. Vb .; hat/ 1. etw. m it einem Siegel
verschließen: einenBrief, eineTürv. — 2.fachspr.
das Parkett v. (durch Aufträgen einer Schutz
schicht widerstandsfähiger, haltbarer machen)
versiegen js w . V b .; ist/ 1. die Quelle ist versiegt
(es kommt kein Quellwasser mehr aus dem Boden);
ihre Tränen versiegten (hörten auf zu fließen) —
2. das Gespräch drohte zu v. (zu stocken, allmählich
aufzuhören)
versiert /Adj./ [v..] auf einem Fach-, Sachgebiet
vielseitig erfahren und geschickt, gut unterrichtet:
ein versierter Fachmann, Verkäufer
versilbern jsw. Vb .; hat/ 1. etw. mit einer dünnen
Schicht Silber überziehen: Bestecke v.
—
2. umg.
etw. aus der persönlichen Habe in Geld Umsetzern
ich habe meine Uhr versilbert
versimpeln fsw. Vb.; hat/ etw. übermäßig, unan
gemessen vereinfachen, so daß es unsachgemäß,
prim itiv erscheint: man darf die Probleme nicht v.
versinken, versank, ist versunken 1.1. irgendwo v.
versinnbildlichen — versprechen
1265
tief in etw. einsinken und darin verschwinden: im
Sumpf v . ; bis zu den Knöcheln, Knien (im Schnee,
Schlamm) v. 1.2. das Schiff ist (im Meer) ver
sunken (untergegangen) 1.3. die Sonne versinkt
hinter dem Horizont (geht u n te r ) 1.4. versunkene
(zugrunde gegangene, vergessene) Reiche, Kulturen
—
2.in etw. v. 2.1. immer tiefer in einen Zustand
hineingeraten und scheinbar ganz darin aufgehen:
in Melancholie, Trauer, Schweigen v. 2.2. s ic h ein e r
Tätigkeit völlig hingeben, die Welt um sich her ver
gessen: in Nachdenken v.; er war ganz in seine
Arbeit versunken
versinnbildlichen /sw . V b .; hatj etw. sinnbildlich
ausdrücken, darstellen
Version, die; -en [v..] 1. eine von mehreren mög
lichen Darstellungen, Deutungen für denselben Sach*
ve rhalt, V o rfall: eine amtliche, offizielle V.; über
diesen Vorgang kursieren verschiedene Versionen,
sind mehrere Versionen im Umlauf — 2. im W o rt
laut (vom Original) abweichende Fassung eines be
stimmten Textes — 3. (weiterentwickelte) Spielart
eines bestehenden Modells, Produkts: eine ver
besserte V. dieses Flugzeugs, Autotyps
versippen, sichjsw. Vb .; hat; vorw. im Part. Prät.j
durch Heirat mit einer Familie verwandt werden
versitzen, versaß, hat versessen j / a u c h ver
sessen/ umg. Zeit (nutzlos) sitzend irgendwo ver
bringen: seine Abende in Kneipen v.
versklaven jsw. Vb .; hat/ [..a:von] jmdn., bes. ein
Volk, unter seine Herrschaft zwingen und seiner
Grundrechte berauben: die Völker Afrikas wurden
von den Kolonialmächten versklavt; d a z u Ver
sklavung, die; -,
-en fvorw. Sg./
Vers| -lehre, diejo. Pl.j Metrik; -maß,das Art, in
der betonte und unbetonte, kurze und lange Silben
im Vers (1)aufeinander folgen
versnobt/Adj./ von Snobismus geprägt, blasiert und
extravagant: ein versnobtes Publikum; er kommt
mir ziemlich v. vor
versoffen fA dj.; / auch versaufen/ salopp 1.1.
Inicht adv.f viel und oft trinkend (1.2): einversoffener
Kerl 1.2. von übermäßigem Genuß von Alkohol
z e u g e n d : er hat versoffene Augen; seine Stimme
klingt v.
versohlenfsw. Vb .; hat/ umg. jmdn. prügeln (1.1):
den hat man tüchtig versohlt; jmdm. den Hintern
v. (jmdm. zur Strafe heftige Schläge auf den Hintern
geben)
versöhnen jsw . V b .; hat/ 1.1. jmdn. mit jmdm.,
sich mitjmdm. v. (jmds., seinen Streit mit jmdm.
beilegen, schlichten) 1.2. ich habe ihn versöhnt
(seine Feindschaft, seinen Zorn gegen mich beseitigt)
Versöhnler, der; -s, - jm d .,
der innerhalb der
Arbeiterbewegung gegenüber rechts- und links
opportunistischen Strömungen ein prinzipienloses,
antimarxistisches Verhalten zeigt; dazu versöhn
lerisch \A dj.j u. Versöhnlertum, das; -s, jo. P l.j
versöhnlich jAdj.l zur Versöhnung, Beilegung von
Streit od. Gegnerschaft bereit: versöhnliche Worte;
er war v. gestimmt
Versöhnung, die; -,
-en jvorw. Sg.; zu versöhnen/
versonnen jAdj.j in Gedanken versunken, in sich
gekehrt, verträum t: ein versonnenes Lächeln; etw.
v. betrachten
versorgenjsw. Vb .; hat/ 1.1. jmdn., sich, etw. mit
etw. versehen: jmdn. mit Nahrung, Kleidung, Lese
stoff v. 1.2. jmdn. v. jmdm. die zum Leben nötigen
Dinge, bes. Nahrung und Kleidung, verschaffen: er
hat fünf Kinder zu v.; versorgt sein (die z u m
Leben nötigen M ittel haben) — 2. jmdn., etw. v.
für jmdn., etw. sorgen: ein Kind, einen Kranken
v.; den Garten v.; d a z u Versorgung, die; -,
-en
jvorw. Sg.j
versotten, versottete, ist versottet ein Schorn
stein versottet (an der Innenwand eines Schorn
steins bildet sich eine feste Ablagerung aus Wasser
und den flüchtigen Bestandteilen der Kohle)
verspannt jA d j.j: die Rückenmuskeln sind v. (sind
in einem Zustand unnatürlicher Spannung 1.1)
verspäten, sich, verspätete sich, hat sich verspätet
später als festgelegt, erwartet, zu spät kommen: er
hat sich ein wenig, (um) zehn Minuten verspätet;
der Zug kam verspätet an; d a z u Verspätung, die;
-,
-en :
entschuldige bitte meine V. (m ein Z uspät
kommen)!;derZug,das Flugzeughat V. (hat durch
besondere Umstände den festgelegten Zeitpunkt seiner
Ankunft, Abfahrt überschritten); der Zug wird mit
einer Stunde V. (wird eine Stunde später als festge
leg t) eintreffen
verspeisen jsw. Vb .; hat/ geh. etw. aufessen
verspekulieren, sich jsw . Vb .; hat/ sich in seinen
Mutmaßungen, Überlegungen irren
versperren jsw. Vb.; hat/ 1.1. etw. durch Hinder
nisse unzugänglich, unpassierbar machen: eine
Straße, einen Zugang mit etw. v .; jmdm. den Weg
v. (jmdn. am Weitergehen hindern) 1.2. etw. ver
sperrt jmdm. die Sicht, Aussicht (etw. nim m t, ver
deckt jmdm. die Sicht, Aussicht) — 2. landsch.,
bes. österr. etw. zu -, verschließen: die Haustür,
den Schrank v.
verspielen jsw . V b .; hat;
a u c h verspielt/ 1.1.
Geld beim (Glücks)spiel verlieren: ein Vermögen,
die letzte Mark v. 1.2. er hat seine Chance ver
spielt (durch eigenes Verschulden verloren) — 2.
jmd. hat beijmdm. verspielt (hat jmds. Sympathie,
Vertrauen verloren)
verspielt jÄdj.; J 9 auch verspielen/ 1. nur zum
Spielen (1.1) aufgelegt und leicht ablenkbar: ein ver
spieltes Kind — 2. von spielerischer Phantasie
zeugend: eine verspielte Melodie
verspießern jsw. Vb .; ist/ zum Spießbürger werden
verspinnen, verspann, hat versponnen 1. fa c h sp r .
Fasern durch Spinnen zu Fäden verarbeiten:
Flachs, Schafwolle v. — 2. sich in eine Idee, einen
Gedanken v. (sich ausschließlich mit einer Idee,
einem Gedanken befassen und nicht davon los
kommen)
verspotten, verspottete, hat verspottet jmdn.,
etw. v. (über jmdn., etw. spöttisch sprechen)
versprechen (er verspricht), versprach, hat ver
sprochen 1. jmdm. etw. v. jmdm . ausdrücklich er
klären, etw. bestimmt zu tun, jmdm. etw. fest zu
sichern: jmdm. etw. fest, feierlich v.; er hat ihr
Hilfe versprochen — 2.1. jmd., etw. verspricht
etw. jmd., etw. läßt etw. erwarten: er verspricht ein
guter Schriftsteller zu werden; die Erdbeeren v.
in diesem Jahr eine gute Ernte; seine Miene, sein
Blick verspricht nichts Gutes 2.2. sich etw. von
jmdm., etw. v. etw. von jmdm., etw. erwarten, er
h o ffe n : von ihm, davon verspreche ich mir viel,
nichts Gutes — 3. sich v. (aus Versehen ein Wort
falsch aussprechen, einen Satz sinnwidrig sprechen)
- f jmdm. goldene / Berge v.; jmdm. etw. in die
/ Hand v .; etw. / hoch und heilig v.
Versprechen, das; -s, - Erklärung, mit der jmd.
jmdm . etw. verspricht (1): ein feierliches, leeres
V.; ein V. (ab)geben, halten, brechen
Versprecher, der; -s, - beim Sprechen unterlaufener
Fehler durch Sichversprechen
Versprechung, die; -en fvorw. PI ./ Versprechen:
jmdm. (große, leere) Versprechungen machen
versprengen / s w . V b . ; hat/: eine militärische Ein
heit v. (durch einen Angriff, durch Beschuß ausein
andertreiben, zerstreuen); versprengte Soldaten
(Soldaten, die durch Einwirkung des Gegners von
ihrem Verband getrennt worden sind)
verspritzen jsw. Vb .; hat/ Flüssigkeit in Tropfen
irgendwohin spritzen: Wasser, Parfüm v.
versprühen /sw. Vb .; hat/ Flüssigkeit in feinsten
Tropfen irgendwohin, auf etw. sprühen: Pflanzen
schutzmittel v.
verspunden, verspundete, hat verspundet 1. e tw .
mit einem Spund verschließen: ein Paß v.
—
2.
Tischlerei Bretter v. (durch Spund und Nut fest
verbinden)
verspüren fsw. Vb .; hat/ 1.1. etw. wahrnehmen,
e m p fin d e n (1.1): Schmerz, Hunger, Durst, keine
Müdigkeit v. 1.2. etw. em pfinden (1.2): eine große
Befriedigung, Furcht, Reue v.
verstaatlichen /sw. Vb .; hat; bes. unter kap. Ver
hältnissen/ privates Eigentum an Produktions
mitteln in staatliches Eigentum überführen, natio
n a l is ie r e n (1): die Stahlindustrie, Eisenbahn v.;
^«Verstaatlichung, die; -,
-en
verstädtern, auch verstädtern jsw . V b .; hat, ist/
1.1. (hat) durch die Industrie wurde diese Ort
schaft verstädtert (wurde sie den städtischen
Lebens-, Siedlungsformen angeglichen) 1.2. städtische
Lebens-,
Siedlungsformen annehmen (ist): der Ort
verstädtert zusehends; d a z u Verstädterung, a u c h
Verstädterung, die; -,
-en jvorw. Sg./
Verstand, der; -(e)s, /o. P L/ Vermögen des M en
schen, die objektive Realität begrifflich zu erfassen,
Fähigkeit zu denken, zu urteilen: viel, wenig,
keinen V. haben; er hat einen klaren, scharfen,
praktischen V.; ein Mensch mit V.; dazu reicht
sein V. nicht aus
+ den V. verlieren (wahnsinnig werden); umg.
du bist wohl nicht recht bei V. (bist wohl ver
rückt)?;etw. bringtjmdn. um denV. (macht jmdn.
wahnsinnig); — jmd. hat mehr /* Glück als V.;
ohne Sinn und V.
verstandes/Verstandes| -gemäß /A d j.; nicht p rä d.j
verstandesmäßig: etw. v. erfassen; -mäßig /Adj.;
nicht präd./ vom Verstand, von der Vernunft aus
g eh e nd : eine verstandesmäßige Betrachtung; etw.
v. begreifen; -mensch, der Mensch, der in seiner
Veranlagung, in seinen Entscheidungen weniger
vom Gefühl als vom Intellekt, von der Vernunft be
stimmt wird
verständig /Adj./ einsichtig, besonnen, vernünftig
(1): ein verständiges Kind; v. handeln
verständigen /s w . V b .; hat/ 1. jmdn. (von, über
etw.) v. jmdn. von etw. in Kenntnis setzen, jmdn.
benachrichtigen: die Polizei v.
—
2.sichv.so mit
einander sprechen, daß jeder den anderen versteht:
sich durch Zeichen, mit Blicken v.; sie konnten
sich kaum, auf Französisch v. — 8. sich mit jmdm.
überetw. v. (sich mit jmdm. über etw. einigen, mit
jmdm. über etw. zu einer Übereinkunft kommen);
d a z u Verständigung, die; -,
-en /vorw. Sg./; zu 3
1266
Versprechen — verstauen
das Sichverständigen: es kam zu einer V. mit dem
Gegner
Verständigungs/verständigungs] -bereitschalt, die
Ivorw. Sg.j Bereitschaft, zu Übereinkünften zu kom
m en: V. zeigen; -feindlich /Adj./ keine Verständi
gungsbereitschaft zeigend; -mittel, das Mittel, sich
jmdm. mitzuteilen; -Wille, derWille, sich mit jmdm.
über etw. zu verständigen (3): der ständig wachsende
V. der Völker
verständlich /Adj./ 1. akustisch gut, deutlich wahr
zunehmen: seine Worte waren kaum, schwer v.;
sprich bitte laut und v. (deutlich)! —2. dem Sinn
nach leicht zu begreifen, klar: etw. v. darlegen,
ausdrücken; die Abhandlung ist leicht, kaum,
schwer v. (geschrieben); sich v. machen (s o s p r e
chen, daß der Sinn begriffen wird) —8. /nicht adv./
leicht einzusehen, begreiflich: ein verständlicher
Wunsch; seine Frage ist v.
verständlicher[weise /A dv ./ begreiflicherweise
Verständnis, das; -ses, \o. Pl.f Bereitschaft und
Fähigkeit, sich in jmdn., etw. hineinzuversetzen,
jmdn.
, etw. zu verstehen: viel, wenig, kaum V. für
jmdn., etw. haben; jmdm., einer Sache (nicht
genug) V. entgegenbringen; V. für jmdn., etw.
aufbringen; ich habe volles V. für deine Lage
(verstehe deine Lage sehr gut)
verständnis| -innig /A dj./ völliges Verstehen (2,3)
ausdrückend: v. nicken, lachen; -los /Adj./ man
gelndes Verstehen (2,3) ausdrüchend: jmdn. v. an-
sehen; -voll /Adj./ voll Verständnis für jmdn., etw.:
ein verständnisvoller Blick; v. lächeln
verstärken jsw. Vb .; hat/ 1. etw. stärker (3.2),
stabiler machen: eine Wand, Mauer, einen Träger
v.
—
2. etw. zahlenmäßig vergrößern: die Truppe,
Mannschaft v.; die Wachen, Posten v.
—
8.1.
etw. v. die Intensität von etw. erhöhen, etw. stärker
(7.1), kräftiger m achen: den elektrischen Strom,
die Spannung, den Druck v.; den Ton über Laut
sprecher v . ; seine Anstrengungen, Bemühungen v.
3.2. sich v. an Intensität zunehmen, stärker (7.1),
kräftiger werden: der Lärm, Sturm hat sich ver
stärkt; seine Zweifel haben sich verstärkt
Verstärker, der; -s, - Elektrotechn. m it Elektro
nenröhren od. Transistoren ausgerüstetes Gerät zum
Verstärken (3.1) von elektrischem Strom, elektrischen
Spannungen und Leistungen
Verstärker[röhre, die Elektrotechn. Elektronen
röhre, die zum Verstärken (3.1)von elektrischemStrom,
elektrischen Spannungen und Leistungen verwendet
w ird
Verstärkung, die;
-en 1. /vorw. Sg.; zu ver
stärken/ das (Sich) verstärken — 2. Person(en), durch
die eine Gruppe zahlenmäßig vergrößert wird: die
V. rückt an, ist eingetroffen
verstauben jsw . V b .; ist;
auch verstaubt/ sich
mit Staub bedecken, staubig werden
verstäuben jsw. Vb .; hat/ Flüssigkeiten in feinsten
Tropfen versprühen: Pflanzenschutzmittel v.
verstaubt /Adj.; nicht adv.;
a u c h verstauben/
ü b e rh o lt: verstaubte Verordnungen, Ansichten
verstauchen /sw. V b .; hat/ sich etw. v. sich an etw.
eine Verstauchung zuziehen: er hat sich den Fuß,
Knöchel, die Hand verstaucht
Verstauchung, die; -,
-en Verletzung eines Gelenks
durch Zerrung od. Zerreißen seiner Bänder: eine V.
der Hand; sich eine V. zuziehen
verstauen /s w . V b . ; hat/ etw. irgendwo, irgendwo-
Versteck — verstohlen
1267
hin v. etw. irgendwo auf engem Raum unterbringen,
irgendwohin so legen, daß es auf engem Raum 'unter
gebracht is t: Geschirr, Bücher im Schrank v.; das
Gepäck im Auto, in das Auto v.
Versteck, das; -(e)s, -e 1. Ort, an dem etw., jmd.
versteckt ist, versteckt werden kann, an dem man
sich versteckt hat, verstecken kann, verborgene Stelle:
etw. in ein sicheres V. tun; jmdn. in seinem V.
aufstöbern; aus seinem V. hervorkommen — 2.
fin der Verbindung! V. (Verstecken) spielen
verstecken fsw. Vb .; hat; / auch versteckt/ etw.,
jmdn., sich an einen Ort bringen, der anderen un
bekannt ist, um von ihnen nicht od. nur mit Mühe
gefunden zu werden: die Schlüssel, sein Geld,
jmdn., sich (vor jmdm.) v.; er hatte sich hinter
einem Strauch versteckt
-h umg. sich vor, neben jmdm. v. können (sich
m it jmdm. nicht messen können); sich (mit etw.)
vor jmdm. nicht zu v. brauchen (jmdm. in. seinen
Leistungen durchaus ebenbürtig sein)
Verstecken, das fin der Verbindung! V. spielen (das
Versteckspiel 1.1 spielen)
- f mit, vor jmdm. V. spielen (jmdn. irrefuhren,
jmdm. etw. verheimlichen);mit etw. V. spielen (etw.
verheimlichen)
Versteck]spiel, das 1*1. fo. Pl.f Kinderspiel, bei dem
sich mehrere Kinder verstecken und ein anderes
Kind diese suchen muß 1.2. Heimlichtuerei: er
wollte das V. zwischen ihnen beenden
versteckt jAdj.; / auch verstecken/ 1. nicht od.
schwer auffindbar, verborgen: das Haus liegt ganz
hinter Bäumen v.
—
2. nicht offen ausgesprochen,
nur angedeutet: ein versteckter Vorwurf; ver
steckte Drohungen, Schadenfreude, Bosheit
verstehen, verstand, hat verstanden 1. j m d n . , e tw .
akustisch wahrnehmen: jmdn., etw. gut, deutlich,
nicht v.; er konnte alles, kein Wort, jede Silbe
v.; er war (am Telefon) schlecht, schwer, kaum
zu v.
— 2. jmdn., etw. v . sich bewußt werden, mit
dem Verstand erfassen, was jmd. meint, welchen
Sinn etw. hat, etw. begreifen: eine Aufgabe, einen
Sachverhalt, Gedankengang v.; er hat ihn, den
Sinn seiner Worte nicht verstanden; das Buch ist
schwer zu v.; wie soll ich das v. (wie ist das ge
m eint)?; /zur Verstärkung eines Befehls/: umg. du
bleibst zu Hause, erzählst nichts davon, verstan
den? —3. Verständnis für etw., jmdn. haben, auf
bringen: jmds. Sorgen, Nöte, Schwächen v.; er
wurde von niemandem verstanden — 4.1 . e tw .
(gut) beherrschen: sein Bach, seinen Beruf (aus
gezeichnet, gründlich) v. 4.2 . etwas von etw. v .
auf einem bestimmten Gebiet besondere Kenntnisse
ha b e n : er versteht viel, wenig von Musik, Chemie;
davon verstehst du nichts! — 5. sich mit jmdm. v.
(mit jmdm. gleicher Meinung sein, gleiche Inter
essen, Ansichten haben) — 6. sich auf etw., jmdn.
v. (sich in etw. gut auskennen, mit jmdm. umgehen
können)
-f- jmdm. etw. zu v. geben (jmdm. etw. durch einen
Hinweis andeuien); etw. versteht sich von selbst
(etw. ist selbstverständlich, bedarf keiner Erklärung);
— ich verstehe nur Bahnhof; (keinen) / Spaß
v.
versteifen fsw. Vb .; hat/1. etw. steifer (1.2) machen,
etw. verstärken, (ab)stützen: eine Mauer, einen Zaun
v.; Stofflagen mit Vlieseline v.
—
2. ein Körper-
gelenk versteift sich (wird steif 1.1) — 8.1. etw.
versteift sich: ihr Widerstand hat sich versteift
(sie sind in ihrem Widerstand hartnäckiger ge
worden) 8.2. jmd. versteift sich auf etw. jmd. hält
hartnäckig an etw. fest, will etw. unbedingt durch
s e tz e n : er versteift sich auf diese Forderung
versteifen, sich, verstieg sich, hat sich verstiegen
//* auch verstiegen/ sich zu etw. v. etw. Ungerecht
fertigtes in anmaßender Weise vertreten: er verstieg
sich zu der Behauptung, daß . . .
versteigernfsw. Vb .; hat/ gebrauchte Sachen an den
Meistbietenden öffentlich verkaufen: einen Nach
laß, Fundsachen v.
Versteigerung, die; -,
-en 1. das Versteigern: die V.
einer Briefmarken-, Gemäldesammlung — 2. V e r
anstaltung für 1: etw. auf einer V. kaufen, er
stehen
verstejnen fsw. Vb .; ist, hat/ veraltend s. ver
steinern
versteinern j s w .
Vb.; ist, hat/ 1.1. zu Stein
w e r d e n (ist); die Pflanzen, Tiere sind (im Laufe
von Millionen Jahren) versteinert; O er stand,
saß wie versteinert (starr vor Schreck, Staunen)
1.2. sich v. (hat): sein Gesicht, seine Miene ver
steinerte sich (wurde unbeweglich), als ...
Versteinerung, die; -,
-en 1. fvorw. Sg.f das (Sich)-
versteinern — 2. versteinerter Überrest vorzeitlicher
Tiere od. Pflanzen, Fossil
verstellbar fA dj.; nicht adv.; zu verstellen 3j; zu
3.1: ein Sessel mit verstellbarer Rückenlehne
verstellen jsw. Vb .; hat/ 1. etw. dadurch, daß man
etw. in den Weg stellt, unzugänglich machen, ver
s p e r r e n : eine Tür, einen Durchgang (mit Möbeln)
v.; O jmdm. den Weg v. (jmdn. am Weitergehen
hindern). — 2. er hat das Bpch verstellt (an einen
anderen, den falschen Platz gestellt) — 3.1. die
Autositze v. (nach vorn od. hinten versetzen) 8.2.
die Blende des Fotoapparates, die Sicherheits
gurte v. (anders einstellen) —4. etw^absichtlich so
verändern, daß es ein anderer nicht erkennt: seine
Stimme, Handschrift v.
— 5. sich v. (sich anders
geben, als m an in Wirklichkeit ist); zu 3—5 Ver
stellung, die; -, fo. P l.f
versterben (er verstirbt), verstarb, ist verstorben
fvorw. im Prät., Perf. u. Plusquamperf.; / auch
Verstorbene/ ste r b e n (1.1); er verstarb an den
Folgen eines Unfalls; er ist bereits verstorben (is t
bereits tot)
versteuern fs w . V b .; hat/: seine Einkünfte v. (fü r
sie Steuern bezahlen)
verstiegen jAdj.; / auch versteigen/ das M aß des
Vernünftigen, Zum utbaren überschreitend, über
s p a n n t : verstiegene Ideen, Vorstellungen
verstimmen jsw . Vb .; hat; / auch verstimmt/
jmdn. verärgern, in schlechte Laune versetzen: ihre
Antwort, Absage verstimmte ihn, schien ihn zu
v.; er lächelte verstimmt (verärgert)
verstjmmt jAdj.; / auch verstimmen/ 1. jvon
Musikinstrumentenj keinen reinen Klang mehr
habend, falsch klingend: ein verstimmtes Klavier;
die Geige ist, klingt v.
—
2. /nur attr.f jmd. hat
einen verstimmten Magen (hat eine Magenverstim
mung)
verstocktjAdj.j aus Trotz unzugänglich (2)und un
einsichtig : ein verstocktes Kind; er zeigte sich v.
verstohlen jAdj.; nicht präd.j unbemerkt, unauf
fä llig , h eim lich: jmdm. verstohlene Blicke zu
werfen; jmdn. v . ansehen; v. lächeln
81 Wörterbuch
1268
verstopfen — Versuchung
verstopfen /sw . Vb .; hat/ 1.1. etw. durch Stopfen
(2.2) verschließen: Ritzen, Fugen, Spalten, ein
Schlüsselloch v. 1 .2 . das Rohr, die Straße ist ver
stopft (is£] durch eine angestaute Menge von etw.
blockiert) 1.3. umg. verstopft sein (wenig, keinen
Stuhlgang haben)
Verstopfung,die; -en das Verstopftsein 1.1. fvorw.
S g .; z u verstopfen 1.2/: eine V. im Abflußrohr
1.2. fo. PL; zu verstopfen 1.3/: er leidet an V.
Verstorbene, der u . die; -n, - n a u c h versterben/
(unlängst) verstorbene Person: haben Sie den Ver
storbenen näher gekannt?
verstprenfsw. Vb .; hat/ etw. bringt jmdn. aus dem
psychischen Gleichgewicht, erschüttert jmdn. tief,
verwirrt jmdn. stark: die Nachricht von dem Un
glück hat ihn sehr verstört; fvorw. im Part. Prät.f
jmdn. verstört, mit verstörten Augen (sehr ve rw irrt)
ansehen
Verstoß, der; -es, Verstöße (geringfügige) Ver
letzung eines Gesetzes, einer Vorschrift od. Regel,
Vergehen: einen (schweren) V. gegen die Ordnung,
Disziplin, guten Sitten begehen
verstoßen (er verstößt), verstieß, hat verstoßen 1.
gegen ein Gesetz v. ein Gesetz verletzen, bei einem
Handeln ein Gesetz (beumßt) nicht befolgen: gegen
die Vorschrift, Ordnung, Moral, Regeln des An
stands v.
—
2. jmdn. bes. aus der Familie aus
stoßen: er wurde von dar Familie v.
verstrebenfsw, Vb.; hat/:etw. v. (einer Konstruk
tion durch eine Strebe, durch Streben H alt geben)
Verstrebung,) die; -,
-en fachspr. Strebe od. Ge
samtheit der Streben von etw. : eine V. einfügen
verstreichen, verstrich, hat/ist verstrichen I. (hat)
1. etw. verschmieren (1): Fugen, Risse (mit Mörtel)
v. — 2. etw. durch Streichen (1.1.1)auf einer Ober
fläche fein verteilen: die Creme, Ölfarbe muß gut
verstrichen werden — 3. etw. durch Streichen (1.2)
verbrauchen: du hast die ganze Farbe verstrichen
—
U. (ist) die Zeit verstreicht (vergeht 1); das
Jahr, der Urlaub ist schnell verstrichen
verstreuen fsw . V b .; hat;* / auch verstreut/ 1.1.
etw., bes. pulvrige od. körnige Stoffe, über eine be
stimmte Fläche möglichst gleichmäßig streuen (1.1):
Körner, Kies, Sand v. 1.2. Zucker v. (verschütten
1) — 2. zusammengehörende Gegenstände ohne
Ordnung an verschiedenen Stellen hinlegen und
liegenlassen: der Junge hat seine Spielsachen,
Kleidung im ganzen Zimmer verstreut
verstreut fA d j.; / auch verstreuen/: die Häuser
liegen v. (liegen einzeln und räumlich voneinander
entfernt)
verstricken fsw. Vb .; hat/ 1.1.1. jmdn. in etw. ver
w ick eln (2.1): jmdn. in ein Gespräch, eine An
gelegenheit v. 1.2. sich in etw. v .: er hat sich in
Widersprüche, Lügen verstrickt (hat sich so sehr
in Widersprüche, Lügen verwickelt 2.2, daß er keinen
Ausweg aus ihnen findet) —DLdieganze Wolle v.
(durch Stricken verbrauchen)
-j- sich im eigenen / Netz v.
verströmen fsw. V b .; hat/ etw. von sich ausgehen
(6.2) la ssen : die Blume, Zigarre verströmt einen
feinen Duft
verstümmeln fsw . V b .; hat/ 1. jmdn., sich, etw. v.
jmdm., sich, einem Körperteil eine schwere Ver
letzung, schwere Verletzungen zufügen, wobei meist
(ganze) Gliedmaßen, Körperteile abgetrennt werden:
der Verunglückte ist bis zur Unkenntlichkeit ver
stümmelt worden; fvorw. im Part. Prät.f er hat
eine verstümmelte Hand —2. einen Text v. (einen
Text stark, willkürlich kürzen od. entstellt, sinn
widrig wiedergeben)
verstummen fsw. Vb .; ist/ aufhören zu sprechen,
z u t ö n e n : die Kinder verstummten vor Schreck;
das Gespräch, der Lärm, die Musik verstummte
Versuch, der; -(e)s, -e 1.1. Handlung, durch deren
Ergebnis man etw. prüfen, feststellen, beweisen will:
ein wissenschaftlicher, physikalischer V.; Versuche
über etw., mit etw., jmdm., an Tieren anstellen;
einen V., Versuche durchführen, abbrechen, aus
werten; der V. schlug fehl, verlief erfolgreich 1.2.
das Versuchen (1.1, 1.2): es kommt, käme auf
einen V. an; er hat nie den ernsthaften V. ge
macht (sich nie ernsthaft bemüht), einen Beruf zu
erlernen; er machte den V. (versuchte 1.1), die Tür
aufzubrechen
versuchen fsw. Vb .; hat/ 1.1. sich Mühe geben,
etw. erfolgreich durchzuführen: er versuchte, es ihm
zu erklären; er hatte vergeblich versucht zu ent
fliehen, die Tür aufzuschließen 1.2. etw . tu n , u m
durch das Ergebnis der Handlung festzustellen, ob
es taugt, ob man erfolgreich ist: er versuchte, ob
es geht, ob er es kann; er versuchte es (mit ihm)
immer wieder im Guten, mit Strenge; er versuchte
es mit einem neuen Arzneimittel, einer Kur 1.3.
sich in, auf etw. v. sich (vorübergehend) mit einer
Sache beschäftigen, um festzustellen, ob man sie er
lernen od. erfolgreich betreiben kann: er hatte sich
in der Malerei, auf dem Klavier, als Journalist
versucht — 2. etw. kosten (I): diesen Wein mußt
du unbedingt v.
—
8. jmd. fühlt sich, ist ver
sucht, etw. Bestimmtes zu tun jmd. verspürt den
heftigen Wunsch, etw. Bestimmtes zu tun, kämpft
aber dagegen an: er fühlte sich, war fast versucht,
ihm eine Ohrfeige zu geben
+ sein / Glück, / Heil v.
Versuchs/versuchs| -ballon, der umg. H a n d lu n g ,
Äußerung, durch die man die Stimmung, Meinung,
Reaktion anderer prüfen will: sein Vorschlag war
nur ein V.;
-gelände, das Gelände für die E r
probung bes. von Raketen; -gut, das landwirtschaft
licher Betrieb zur Durchführung wissenschaftlicher
Versuche; -kaninchen, das umg. jmd., m it dem
man etw. (mißbräuchlich) ausprobiert; -muster, das
Muster, Modell, m it dem etw. erprobt werden soll;
-Objekt, das für (wissenschaftliche) Versuche dienen
d es O bjek t: etw. dient (jmdm.) als V.; -person, die
Person, m it der (wissenschaftliche) Versuche durch
geführt werden;-reihe, dieFolge (1.1)von zusammen
gehörigen wissenschaftlichen Versuchen; -Serie, die
vgl.
-reihe: eine V. abschließen; -strecke, die
Straße, Gleisanlage für die Erprobung bes. von
Kraft-, Schienenfahrzeugen; -tier, das Tier, m it
dem, an dem wissenschaftliche Versuche durchgeführt
werden, um biologische, medizinische Erkenntnisse
zu gewinnen; -weise fAdv.f um etw. zu versuchen,
eine Fähigkeit, Eigenschaft zu testen: jmdn. v. mit
einer Aufgabe betrauen
Versuchung, die; -,
-en dringendes Verlangen, etw.
Bestimmtes zu tun, das man ursprünglich nicht
beabsichtigte: die V. zum Rauchen war zu stark
für ihn, war stärker als er; er erlag, widerstand,
entging der V.; jmdn. in V. führen (jmdn. zu
einer unbeabsichtigten Tat, zu etw. Schlechtem ver
anlassen); in V.;sein, etw. Bestimmtes zu tun (ver
sucht sein, etw. Bestimmtes zu tun); in V. geraten,
kommen, etw. Bestimmtes zu tun
versumpfen jsw . Vb .; ist/ 1. der See, die Wiese
versumpft (wird sum pfig) — 2. umg. wir sind
gestern abend ganz schön versumpft (ha b e n seh r
viel Alkohol getrunken)
versündigen, sich jsw . Yb.; hat/ veraltend sich
an jmdm., gegen jmdn. v. ein Unrecht an jmdm.
beg ehe n: sie hatten sich an ihm versündigt; sich
an etw. v . : versündige dich nicht an deiner Gesund
heit (schädige nicht deine Gesundheit)!
Versunkenheit, die; jo . P L ; z u versinken 2.2/
Zustand des Versunkenseins: jmd. sitzt in tiefer
V. da, erwacht aus seiner V.
versüßenjsw. Yb.; hat/ jmdm., sich etw. v. jmdm.,
sich etw. angenehm machen, was man sonst als
nicht angenehm empfindet: sich die eintönige
Arbeit, das Leben v.
vertagen jsw. Yb.; hat/ 1.1. etw. auf einen späteren
Zeitpunkt Verlegen (3): die Sitzung wurde auf
morgen, später vertagt; die Verhandlung, Debatte
mußte vertagt werden 1.2. sich v. beschließen, etw.
zu einem anderen Termin Weiterzufuhren: das Ge
richt hat sich vertagt
vertäuen jsw . Yb.; hat/ Seemannsspr.: ein
Schiff v. (mit Tauen festmachen 1, verankern)
vertauschen jsw . Yb.; hat/ 1. etw. mit etw. v.
etw. gegen etw. anderes auswechseln: sie vertauschte
die Kittelschürze mit einem Sommerkleid;sie haben
die Stadt mit dem Land vertauscht (sind von der
Stadt aufs Land gezogen) —2. etw. (mit etw.) v.
etw., das einem anderen gehört, versehentlich an Stelle
von etw. anderem mitnehmen: jmd. hat meinen
Schirm, Mantel (mit seinem) vertauscht
verteidigenjsw. Yb.; hat/ 1.1. etw., sich, jmdn. vor
(militärischen) Angriffen durch geeignete (militä
rische) Gegenmaßnahmen schützen, einen (militä
rischen) Angriff auf etw., sich, jmdn. abwehren (1):
die Stadt, Grenze, Heimat, das Vaterland, den
Sozialismus v.; sein Leben v.; die Löwin ver
teidigte ihr Junges; O seine Ehre, seinen Rekord
v. (zu erhalten, zu halten suchen) 1.2. Ballspiele
das Tor v. (zu verhindern suchen, daß der Gegner
den Ballins Tor schießt, wirft) —2.jmdn., sich,etw.
v. jmds., sein Verhalten, etw. gegen die Vorwurfe
anderer rechtfertigen: jmdn., sichgegenden Vorwurf
der Überheblichkeit v . ; er hat seinen Standpunkt,
seine Meinung (nur schwach, geschickt, hartnäckig)
verteidigt; j D D R j eine Dissertation öffentlich v. (a ls
Autor ihren Inhalt vor einem Kreis kompetenter
Kritiker verfechten) — 3.jmdn. v. (jmdn. vor Gericht
in einer Strafsache Vertreten 2.1)
Verteidiger, der; -s, -1.1. jmd., der etw., jmdn. vor
m ilitärischen A ngriffen schützt: die V. der belager
ten Stadt; O er ist ein glühender V. (Fürsprecher
1) der revolutionären Ideen 1.2. B allspiele Spie
ler, der bei bestimmten Mannschaftsspielen das Tor
zu verteidigen hat: derlinke, rechte V. — 2. Rechts
anwalt, der den Beschuldigten od. Angeklagten in
einem Strafverfahren bei der Wahrnehmung seiner
Rechte unterstützt: sich einen V. nehmen; jDDRj
der gesellschaftliche V. (Werktätiger, der im A uf
träge seines Kollektivs, zu dem auch der Angeklagte
vor der Straftat gehörte, an der Hauptverhandlung
einer Strafsache aufklärend und beratend mitwirkt)
Verteidigung, die; -,
-en jvorw. Sg.j 1. jzu ver
teidigen/ das Verteidigen; zu 1jo. PL/: zur V. des
Vaterlandes, der Heimat bereit sein; Mittel, Maß
nahmen für die V. (Landesverteidigung); zu 2: die
standhafte, wortreiche, kraftlose, überzeugende V.
(Rechtfertigung) seiner Meinung, Ansichten; jD D Rj
die (öffentliche) V. der Dissertation; z u 3: einen
Rechtsanwalt mit der V. des Angeklagten beauf
tragen — 2*jo. Pl.j (die Gesamtheit der) Verteidiger
(2): die V. beantragte die Vorladung neuer Zeugen
—
3. jo. Pl.j Ballspiele die Gesamtheit der Ver
teidiger (1.2) einer Mannschaft
VerteidigungsJ -bereitschaft, die jo . P l.j B ereit
schaß zur Landesverteidigung; -bündnis, das mili
tärisches Bündnis befreundeter Staaten zum Schutz
vor Aggressionen: das V. der Staaten des War
schauer Vertrages; -kraft, die jo. P l.j militärische
Kampfkraft zum Schutz vor Aggressionen; -krieg,
der Krieg zur Abwehr von Aggressionen; -minister,
der Minister für Landesverteidigung; -ministeritim,
das Ministerium für Landesverteidigung; -rat, der
jo. P l.j: der Nationale V. der DDR (staatliches
Führungsorgan der DDR für die einheitliche Lei
tung der Landesverteidigung); -zustand, derjo. Pl.f
1.1. Ausnahmezustand, in dem alle Bereiche der
Gesellschaß eines Landes entsprechend den[Erforder
nissen eines Krieges umgestellt werden: den V. be
schließen, verkünden 1.2. ein Gebäude in V. setzen
(so befestigen, daß es gegen einen militärischen A n
griff gesichert ist)
verteilen js w . Y b .; hat/ 1.1. etw. (an jmdn.) v.
eine bestimmte Anzahl (gleichartiger) Dinge, Gegen
stände meist nach vorliegenden Gesichtspunkten be
stimmten Personen geben: Bonbons, Luftballons an
die Kinder v.; Karten an die Spieler v.; Preise v.;
die Lehrerin verteilte die Hefte, Zeugnisse; <> die
Rollen v. (jedem bei einer Aktion seine Aufgabe
zuteilen) 1.2. jmdm., einer Gruppe, einem Bereich
einen Anteil, Anteile von etw. zukommen lassen;
Waren, Güter v.; das Nationaleinkommen, gesell
schaftliche Gesamtprodukt v.
— 2. eine Ganzheit
hinsichtlich Ihrer Menge, ihres Gewichts in bestimm
ten Teilen (gleichmäßig) auf eine Fläche, in einen
Bereich bringen, legen, verschiedenen Personen zu
w e i s e n : eine Ladung gleichmäßig auf einer Lade
fläche v.; Zucker, Schokoladenstreusel über den
Kuchen v.; sie verteilten die Kosten auf alle —
3. sich irgendwo(hin) v. sich an verschiedene Stellen
von etw., bes. einer Fläche, begeben: die Gäste ver
teilten sich im Garten, über alle Räume; der
Rauch verteilte sich im ganzen Haus
Verteiler, der; -s, - Techn. Zündverteiler
Verteiler| -dose, die Elektroteehn. Abzweigdose;
-netz, das Elektroteehn. Netz von Leitungen zur
Versorgung der Verbraucher mit Elektroenergie, Gas
od. Wärme; -Schlüssel, der Schema, nach dem etw.
zu verteilen (1.1) ist
Verteilung, die; -, jo. Pl.j 1. das Verteilen (1) —
2. Pol. Ök. in ihrem Wesen vom Charakter der
Produktionsverhältnisse bestimmte Gesamtheit der
Vorgänge in der gesellschaßlichen Reproduktion,
durch die die Ergebnisse der gesellschaftlichen Pro
duktion auf die Klassen und Schichten der Bevölke
rung verteilt werden, Distribution: dieV. des Natio
naleinkommens (im Kapitalismus, Sozialismus);
das Gesetz der V. nach der Arbeitsleistung / ök o n o
misches Gesetz des Soz.j; die Sphäre der V.
—
3. A rt und Weise, in der etw. verteilt (1.2,2) ist
verteuern jsw . Yb.; hat/ 1.1. etw. teu(r)er machen,
versumpfen — verteuern
1269
81*
1270
verteufeln — Vertrauen
den P reis für etw. erhöhen: hohe Materialkosten v.
die Ware 1.2. etw. verteuert sich (wird teuer, teurer)
verteufeln/sw. Vb.; hat; / auch verteufelt/jmdn.,
etw.als besonders gefährlich,schlimmhinstellen:erhat
versucht, seine Kontrahenten, solche Ansichten
zu v.
verteufelt /A d j.;
auch verteufeln/ umg. femot.f
1.1* /nur attr./ verwegen, gewitzt-, er ist ein ver
teufelter Kerl, Bursche 1.2. /nicht adv./ das ist
eine verteufelte (schwierige, unangenehme, heikle)
Situation, Geschichte, Angelegenheit — 2. / a l s P a r
tik e l/ sehr: die Sache ist v. ernst, schwierig; das
Mädchen sieht v. hübsch aus
vertiefen /sw. Vb .; hat/ 1. etw. tiefer (1.1) machen:
einen Graben, Kanal, eine Grube v . ; der Kummer
hat die Falten in ihrem Gesicht vertieft — 2.1.
seine Kenntnisse, sein Wissen v. (durch gründliche
Beschäftigung mit dem Wissensstoff vergrößern);
den Lehrstoff v. (durch Wiederholungen, zusätzliche
Übungen festigen) 2.2. sich v .: die Freundschaft,
Kluft, der Konflikt zwischen ihnen vertiefte sich
(wurde größer 8) —3. sich in etw. v. sich intensiv
mit etw. beschäftigen, sich ganz auf etw. konzen
trieren: er vertiefte sieh in die Arbeit, in sein
Buch; das Kind war ganz in sein Spiel vertieft;
in Gedanken vertieft sein
Vertiefung, die; -,
-en 1. das (Sich)vertiefen (1, 2)
—
2. Stelle in einer Oberfläche, bes. einem Gelände,
deren Niveau unter dem der Umgebung liegt
vertikal /Adj.; / auch Vertikale/ [v..] senkrecht:
eine vertikale Linie; etw. befindet sich in einer
vertikalen Lage
Vertikale, die; -/-n, -n //* auch vertikal/ [v..] 1.
senkrechte Lage — 2. senkrechte Gerade
verfügen /sw. Vb .; hat/ 1. Schädliches vollständig
a usrotten: Ungeziefer, Insekten, Unkraut v.
—
2.
umg. scherzh. eine große M enge von etw. aufessen,
austrinken: er hat den ganzen Kuchen, hat alles
restlos vertilgt
vertippen, sich /sw. Vb .; hat/ etw. falsch tippen
(1. 2)
vertobaken/sw. Vb .;hat/ saloppjmdn. verprügeln:
er wurde von seinen Klassenkameraden vertobakt
vertonen jsw. Vb.; hat/ etw. in Musik setzen, für
etw. M usik erdenken: ein Gedicht, Libretto v.
vertrackt /Adj.; nicht adv./ umg. 1.1. schwierig,
heikel, verwickelt: eine vertrackte Frage, Aufgabe,
Geschichte; seine Lage ist v. 1.2. unangenehm,
sc h lecht: ich hatte ein vertracktes Gefühl; so ein
vertracktes Wetter!
Vertrag, der; -(e)s, Verträge (schriftliche) rechts
gültige Vereinbarung, Abmachung zwischen zwei od.
mehreren Partnern: ein internationaler, lang
fristiger, zweiseitiger, bindender V.; einen V. (mit
jmdm.) schließen, abschließen; einen V. unter
zeichnen, ratifizieren, kündigen, verletzen, bre
chen; einen Künstler unter V. nehmen (v e rtra g
lich verpflichten, engagieren); die Staaten des War
schauer Vertrages
vertragen (er verträgt), vertrug, hat vertragen 1.
etw. v. 1.1. widerstandsfähig gegen etw. sein, etw.
aushalten: jvorw . verneint/ er kann Hitze, Kälte,
Lärm nicht v .; er kann keine Sonne, Hast, Auf
regung v.; du kannst wohl die Wahrheit, Kritik,
Widerspruch nicht v.?; seine Haut verträgt diese
Salbe gut; jmd. verträgt keinen Spaß (n im m t leicht
etw. übel) 1*2. etw. ohne körperlichen Schaden essen,
trinken können: er verträgt keinen Kaffee; er ver
trägt viel (Alkohol) — 2.1. sich mit jmdm. (gut)
v. mit jmdm. gleicher Meinung sein und keinen
Streit haben: wir haben uns gut, einigermaßen, gar
nicht v. 2.2. sich (wieder) v. sich miteinander ver
söhnen: wir wollen uns wieder v.
—
3. etw, ver
trägt sich mit etw. etw. ist mit etw. vereinbar, paßt
z u e t w . : die Farbe ihres Kleides verträgt sich nicht
mit ihrem roten Haar
-f- jmd. kann einen / Puff, / Stiefel v.
vertraglich /Adj.; nicht präd.j durch einen Vertrag
(fes tg e leg t): vertragliche Verpflichtungen, Verein
barungen; etw. v. festlegen, vereinbaren, regeln;
er ist v. gebunden
verträglich /Adj./ 1. sich mit anderen gut ver
tragend (2.1), um gänglich: er ist ein verträglicher
Mensch —2. /nicht adv./ so beschaffen, daß man
es gut vertragen kann, bekömmlich: diese Speise,
dieser Wein ist leicht, schwer v.; der Impfstoff
erwies sich als sehr gut v.
Vertrags/vertrags| -abschluß, der A bschluß eines
Vertrages: einen V. tätigen; -bruch, der Nicht
erfüllung eines Vertrages; dazu -brüchig /Adj.;
nicht ad v ./: ein Vertragsbrüchiger Partner (ein
Partner, der den mit ihm abgeschlossenen Vertrag
gebrochen h a t); v. werden; -entwurf, der; -gemäß
/Adj./ dem Vertrag entsprechend: die Ware wurde
v. geliefert; -gericht, das: das Staatliche V. (O rg a n
des Ministerrats der DDR für die Entscheidung bei
der Gestaltung und bei der Erfüllung von Wirt
schaftsverträgen); -heim, das /in der DDR/: ein V.
des FDGB (ein vom FDQB vertraglich genutztes
Ferienheim); -partner, der jmd., der mit jmdm.
einen Vertrag abgeschlossen hat; -recht, das /o. PL/
Gesamtheit der rechtlichen Vorschriften über Ab
schluß und Einhaltung von Verträgen; -strafe, die
Zahlung, zu der ein Vertragspartner im Falle der
Verletzung eines Vertrages dem anderen Vertrags
partn er gegenüber verpflichtet ist; -text, der: eine
Änderung des Vertragstextes beantragen; -treue, die
strikte Einhaltung eines Vertrages; -Werkstatt, die
Werkstatt, die auf Grund eines Vertrages mit dem
Herstellerwerk Reparaturen als Kundendienst aus
führt; -widrig /Adj./ gegen den Vertrag verstoßend:
er verhält sich v.
vertrauen /sw . V b .; hat; auch vertraut/ jmdm.,
einer Sache, auch auf jmdn., etw. v. jmdn., etw.
für zuverlässig halten, fest glauben, daß sich jmd.
einem gegenüber in der erwarteten Weise verhält, daß
etw. nicht versagt: jmdm., jmds. Worten voll, ganz,
bedingungslos v. können; auf jmdn., auf jmds.
Liehe, Ehrlichkeit blindlings, fest v.; er vertraute
seiner Kraft, seinen Fähigkeiten
Vertrauen, das; -s, /o. PL/ fester Glaube daran,
Überzeugung, daß jmd., etw. zuverlässig ist, daß
jmd. sich in einer bestimmten, die Erwartung erfül
lenden Weise verhält, etw. nicht versagt: festes, gren
zenloses, blindes V.; jmd. erweckt V., floßt V. ein;
jmdm. (sein) volles V. schenken; jmdm. das V. aus
sprechen, entziehen; jmds. V. gewinnen, genießen,
verdienen, mißbrauchen; das V. zu jmdm. verlieren;
sie hat kein rechtes, nur wenig V. zu ihm, zu
seinem Plan; in festem V. auf die Bündnistreue
der Partner; im V. (mit dem Versprechen der Ver
schwiegenheit) gesagt, ich glaube ihm nicht; jmdn.
etw. im V. fragen; jmdn. ins V. ziehen (jmdm . etw.
vertrauensvoll mitteilen)
vertrauenerweckend — Vertreter
1271
vertragen]erweckendjAdj.feinen zuverlässigen Ein
druck erweckend:seinÄußeres warnichtgerade v.
Vertrauens/vertrauensl -arzt, der / i n d e r B R D /
Arzt, der im Auftrag der Krankenkasse bei längerer
Erkrankung eines Versicherten dessen A rbeitsun
fähigkeit nachprüft; -beweis, der: jmdm. einen V.
geben;-bildend /Adj.; vorw. attr.j Vertrauen bewir
kend; -brueh, der: einen V. begehen (jmds. Ver
trauen enttäuschen); -fördernd /A d jv o r w . attr.j:
vertrauensfördernde Maßnahmen (K a ta log m ilitä
risch-politischer M aßnahm en zur Erhöhung der
Sicherheit und Stabilität in Europa); -frage, die
fvorw. Sg.fPari, offizielle Frage an ein bürgert.Parla
ment, ob die Regierung, der Regierungschef noch von
der Mehrheitakzeptiert wird: die V. stellen;über die
V. abstimmen; -leutevollverSammlung, die V e r
sammlung aller Vertrauensmänner (1) einer Betriebs
gewerkschaftsorganisation; -mann, der jPl.
-män-
ner, deute/ 1. Gewerkschaftsvertrauensmann — 2»
vgl. -person; -person, die vertrauenswürdige Person,
der man Vertrauen erfordernde Aufträge geben kann;
-Sache, diefin der Verbindung! etw. ist V. (ist eine
Angelegenheit, die verlangt, daß Vertrauen in den
Ausführenden gesetzt wird);dieKassierungderBei
trägeist (eine)V.; -selig /Adj./ jmdm., einer Sache
blindlings, kritiklos, ohne nachzuprüfen vertrauend:
er ist anderen gegenüber zu v.;
-Verhältnis, das
/o. PL/:das V. (das auf Vertrauen gegründete Ver
hältnis) zwischen Lehrer und Schüler; -voll jA d j.f
voll Vertrauen: sich v. an jmdn. wenden; v. in die
Zukunft blicken; -Votum, das Pari. Beschluß der
Mehrheit eines bürgerl. Parlaments, der Regierung,
dem Regierungschef das Vertrauen auszusprechen;
-würdig /A dj./ Vertrauen verdienend, zuverlässig
(1.1); dazu -Würdigkeit, die; -, /b. PL/
vertrauern fsw. Vb .;hat/ eine bestimmte Zeitdauer,
ohne Freude zu erleben, ohne etwas zu unternehmen,
v e rbring en: er wollte nicht seine Jugend, sein
ganzes Leben v.
vertraulich jAdj.\ 1. die Verschwiegenheit, Diskre
tion des Gesprächspartners voraussetzend: eine ver
trauliche Information, Unterredung; jmdm. etw.
streng v. mitteilen — 2» enge Verbundenheit mit
jmdm . zeigend, sehr freundschaftlich, offenherzig:
mit jmdm. v. reden; im vertraulichen Ton mit
einander reden
Vertraulichkeit, die; -en 1. jo. PL/ das Vertrau
lichsein — 2. fvorw. P l.j bitte keine Vertraulich
keiten (plum pen Zudringlichkeiten)!; was der sich
für Vertraulichkeiten herausnimmt!
verträumen fsw. Vb .; hat; / auch verträumt/ eine
bestimmte Zeitdauer träumend verbringen: er hat
den ganzen Nachmittag verträumt
verträum! fAdj.; / auch verträumen/ 1. seinen
Gedanken, seiner Phantasie (1) hingegeben und
dabei die Welt um sich her vergessend, versonnen:
ein verträumtes Kind; er lächelte v., sah v. in
diePerne — 2. ein verträumtes (von der Außen
welt 1 wenig berührtes, abgelegenes, stilles) Fischer
dorf, Landstädtchen
vertraut /Adj.; / auch vertrauen/ 1.1. /nicht adv.f
eng befreundet (1), persönlich sehr verbunden: sie
sind sehr v. miteinander; er ist ein enger Ver
trauter von ihm 1.2. /nur attr.j sie waren im ver
trauten (vertraulichen 2) Gespräch vertieft — 2.1.
jmdn. , sich mit etw. v. machen jmdn., sich mit
etw. gut bekannt machen, jmdn. gründlich in etw.
einführen, jmdm. genaue Kenntnisse von etw. ver
m itt e l n : jmdn., sich mit den Tatsachen, techni
schen Einzelheiten v. machen; mit etw. v . sein
(etw. gut kennen od. können, in etw. Erfahren sein);
mit etw. v. werden 2.2. /nicht adv.f diese Gegend
ist ihm seit langem v. (gut bekannt)
+ mit jmdm. auf vertrautem / Fuße stehen
vertreiben, vertrieb, hat vertrieben 1. j m d n . , e in
Tier veranlassen, zwingen, seinen Platz, Standort
zu verlassen und sich an einen anderen Platz, Ort
z u begeben: die Aggressoren aus dem Land v.;
jmdn. von seinem Platz v.; die Indianer wurden
aus ihren angestammten Gebieten vertrieben; das
Geräusch vertrieb die Rehe; die Hitze hat uns
aus dem Garten vertrieben; 0> jmdm. etw. v .:
jmdm. die Sorgen, den Kummer, die schlechte
Laune v.
— 2. Waren (in großen Mengen) verkaufen
(1.1) : die Waren zu einem sehr billigen Preis v.;
die Broschüren wurden schnell, in der Gruppe ver
trieben
4- jmdm., sich mit etw. die / Zeit v.
vertretbar fAdj.;nicht adv./ so beschaffen, daß man
es Vertreten, rechtfertigen kann: ein vertretbares
Risiko; diese Methode ist wissenschaftlich nicht
länger v.
Vertreten (er vertritt), vertrat, hat vertreten 1.
jmdn. v. zeitweise an jmds. Stelle treten und seinen
Aufgabenbereich übernehm en: einen erkrankten,
abwesenden Kollegen (im Dienst) v.; kannst du
mich heute in der Sitzung v.? — 2.1. etw., jmdn.
v. sich (als Beauftragter einer bestimmten Gruppe
von Personen) für etw. einsetzen (3.1), jmds. Inter
essen, Rechte wahrnehmen (2.1, 2.2): gemeinsam,
nachdrücklich Forderungen v . ; die Rechte, Inter
essen der Arbeiterklasse, Werktätigen v.; er ver
tritt sein Land bei der UNO; der Anwalt vertritt
seinen Klienten vor Gericht 2.2. eine Firma v.
(als Vertreter für eine Firma tätig sein) — 3.1.
eine Entscheidung, Tat (vor sich, jmdm.) v. e in e
Entscheidung, Tat vor sich, jmdm. verantworten,
rechtfertigenwas ich getan habe, muß ich selbst
v.; wie willst du deine Entscheidung, Handlungs
weise vor dir, deinen Freunden v.? 8.2. er vertrat
(hatte, ä ußerte) die Anschauung, Überzeugung,
Auffassung, These, daß . . .
—
4. sich den Fuß v.
(sich bes. durch ungeschicktes Auftreten den Fuß
verstauchen) — 5. die Schuhe v. {die Schuhe schief
treten)
4- sich die / Beine, / Füße v.
^vertreten fAdj.; nur präd.j 1.1. bei der Sitzung,
war auch die Gewerkschaft v. (war auch ein Ver
treter, waren Vertreter der Gewerkschaft anwesend,
zu gegen) 1.2. die Partei war mit 100 Abgeordneten
im Parlament v. (hatte 100 Abgeordnete im Parla
m e n t) 1.3. auf der Modenschau war vom Skianzug
bis zum Abendkleid alles v. (vorhanden)
Vertreter, der; -s, - 1. jmd., der jmdn. (dienstlich)
Vertritt: der ständige V. des Ministers; einen V.
stellen, benennen — 2.1. jmd., der etw. Hertritt
(3.2) : ein konsequenter V. fortschrittlicher Ideen
2.2. jmd., der etw., jmdn. Hertritt (2.1):V. (Reprä
senta nten 1.2) von Partei und Regierung waren
anwesend; führende V. der Wissenschaft — 3.
jmd., der, vorwiegend im kap. Wirtschaftssystem,
m it der Vermittlung od. dem Abschluß von geschäft
lichen Vereinbarungen von einer Firma, einem Be
trieb beauftragt ist: er ist V. einer Autofirma, Ver-
Sicherungsgesellschaft; d a z u Vertreterin, die;
-nen
Vertretung, die;
-en 1.1. /zu Vertreten 1/ das
Vertre te n: die V. für einen erkrankten Kollegen
übernehmen; er nahm in V. des Direktors an der
Sitzung teil 1.2. N hat die V. (ist Vertreter 3) für
Waschmaschinen — 2. (repräsentative) Institution,
Delegation, die die Interessen, Rechte eines Staates,
einer Gruppe von Personen vertritt: die diploma
tischen, konsularischen Vertretungen unseres
Staates im Ausland
Vertrgtungs/vertretungs| -körperschaft, die (ge
wählte) Gruppe von Personen, die als Organ die
Interessen, Rechte anderer vertritt; -stunde, die
Unterrichtsstunde, in der ein Lehrer einen (er
krankten) Kollegen Vertritt; -weise /Adv./ jmdn.
V e r tr e t e n d (1): eine Unterrichtsstunde v. überneh
men
Vertrieb, der; -(e)s, jo. Pl.j 1. Verkauf von Waren
(in großen Mengen): der V. von Filmen, Elektro
geräten, Zeitungen — 2. Abteilung in einem Be
trieb, die für 1 zuständig ist
vertrimmen/sw. Vb .; hat/ umg. jmdn. verprügeln
vertrinken, vertrank, hat vertrunken sein Geld
v. (durch den Genuß alkoholischer Getränke ver
brauchen)
vertrocknen, vertrocknete, ist vertrocknet v ö llig
trocken (1.2, 1.3) werden: infolge der anhaltenden
Hitze ist der Boden, sind die Beeren an den
Sträuchern vertrocknet; ein vertrockneter (ab g e
storbener 1.1) Ast, Baum
vertrödeln jsw. Vb .; hatj umg.: Zeit v. (nutzlos
die Zeit verbringen, vertun)
vertrösten, vertröstete, hat vertröstet jmdn. (auf
etw.) v, jmdm . nicht sofort seine Wünsche, Hoff
nungen erfüllen, sondern ihn auf später hoffen
lassen, ihm Versprechungen für einen späteren Zeit
punkt machen: er vertröstete ihn auf einen der
nächsten Tage, auf seinen nächsten Besuch
vertun, vertat, hat vertan 1. etw., bes. Geld, Zeit,
unnötig und sinnlos verbrauchen: er hat viel Zeit
und Geld mit Kartenspiel vertan; das ist (sinnlos,
umsonst) vertane Zeit, Mühe — 2. umg. sich ver
r e c h n e n (2): er hat sich bei seinen Abrechnungen
nie vertan
vertuschen jsw. Vb .; hat/ etw. verheimlichen, nicht
bekannt werden lassen: eine Affäre, einen Skandal
v., zu v. suchen; die Fehler, Betrügereien ließen
sich nicht länger v.
verübeln jsw. Vb.; hat/ jmdm. etw. übelnehmen,
jmdm. wegen etw. böse sein: das hat er ihm sehr
verübelt
verüben jsw. Vb .; hat/ etw. Negatives machen,
a u sfüh ren (3.3): ein Verbrechen, Attentat v.;
Grausamkeiten, Selbstmord v.k; an jmdm. ein Un
recht v.
verulken jsw . V b .; hat/ umg.: jmdn., etw. v.
(sich über jmdn., etw. lustig machen)
verunglimpfen jsw. Vb .; hat/ etw., jmdn. in den
Augen anderer herabsetzen, schmähen: jmds. An
denken, guten Namen v.; jmdn. (persönlich) v.
verunglücken js w . V b .; ist/ 1. jmd. verunglückt
jmd. erleidet Schaden durch eigenes, menschliches,
technisches Versagen: mit dem Auto, Flugzeug v.;
er ist auf dem Wege zu seiner Arbeitsstelle, beim
Überqueren der Fahrbahn (schwer, tödlich) ver
unglückt; der verunglückte Fahrer, der Verun
1272
Vertreterin — Verwachsen
glückte wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht
—
2. umg. etw. verunglückt etw. m ißlingt,, m iß
glückt: jvorw. im Part. Prät.j eine verunglückte
Rede, Geburtstagsfeier
verunreinigen jsw. Vb .; hat/ etw. unrein (1.1),
schmutzig machen: ein Gewässer, die Umwelt v.;
Abgase v. die Luft; d a z u Verunreinigung, die; -en
verunsichernjsw. Vb .; hatj jmdn. unsicher machen,
in jmdm. das Gefühl des Gefährdetseins auslösen
verunstalten, verunstaltete, hat verunstaltet
jmdn., etw. v. das Aussehen, die Gestalt von jmdm.,
etw. nachteilig verändern, jmdn., etw. häßlich, un
ansehnlich machen: eine Narbe verunstaltet ihn,
sein Gesicht
veruntreuen jsw . Vb .; hat/ etw. v. bei fremdem
Eigentum seine Befugnisse zu dessen Verwaltung
zur eigenen Bereicherung mißbrauchen: er hat
Geld(er), Waren veruntreut
verunzieren j s w . V b . hat/: etw. verunziert jmdn.,
etw. (etw. macht jmdn., etw. unschön)
verursachen jsw . Vb .; hat/ etw. v. die Ursache
von etw. sein, etw. bewirken: etw. verursachtLärm,
Aufregung, Kopfschmerzen, Übelkeit; jmd. ver
ursacht einen Unfall, Skandal; jmdm. etw. v . :
diese Angelegenheit, er hat ihm viel Ärger, Kopf
zerbrechen verursacht
verurteilen jsw . V b .; hat/ 1.1. jmdn. (zu etw.) v.
jmdm. durch gerichtliches Urteil eine Strafe auf
e r le g e n : jmdn. zu einer Geld-, Haftstrafe, zu zwei
Jahren Freiheitsstrafe wegen Diebstahl v.; der
Verurteilte wurde abgeführt 1.2 . jmd., etw. ist
zu etw. verurteilt jmd., etw. m uß etw. gegen seinen
Willen tun, sein: er ist zum Warten, Schweigen
verurteilt; etw. ist zum Untergang, jmd. ist zum
Müßiggang verurteilt; sein Plan war von Anfang
an zürn Scheitern verurteilt (m ußte notwendig
scheitern) —2. etw., jmdn. mißbilligen: jmds. Be
nehmen, Tat, jmdn. wegen seiner Handlungsweise
(aufs schärfste, vorschnell) v . ; d a z u Verurteilung,
die; -,
-en jvorw. Sg.j
Verve, die; -, jo. Pl.j [vervo] Begeisterung, Schwung:
er sprach, sang mit V.
vervielfachen jsw. Vb .; hat/ etw. um ein Viel
faches, stark vermehren: seine Anstrengungen v.
vervielfältigen jsw. Vb .; hat/ etw. v. (auf mecha
nischem Wege) viele Exemplare von etw., bes. von
etw. Geschriebenem od. Gedrucktem, herstellen: einen
Text, Aufruf, eine Zeichnung v.; d a z u Verviel
fältigung, die; -,
-en 1. jo. Pl.j das Vervielfältigen
— 2. vervielfältigter Text
vervollkommnen, vervollkommnete, hat vervoll
kommnet etw .
noch besser, etw. vollkommen
m a c h e n : seine Kenntnisse, sein Wissen auf einem
Fachgebiet v.; eine Maschine v.; jmd. vervoll
kommnet sich: er hat sich im Klavierspiel ver
vollkommnet (gesteigert 1.2)
vervollständigen jsw. V b .;hat/ 1.1. etw. durch Hin
zufügen von etw. Fehlendem vollständig machen:
eine Sammlung v. 1.2. sich v. (vollständig werden)
1verwachsen (er verwächst), verwuchs, ist/hat ver
wachsen 1. (ist) 1.1. zusammenwachsen: jvorw. im
Part. P rät.j seine Zehen sind v.; miteinander ver
wachsene Büsche, Zweige; O die Schulklasse ist
zu einer festen Gemeinschaft v. (geworden) 1.2.
v e r h eile n : die Wunde verwächst allmählich, ist
schlecht v. — 2. mitjmdm., etw. v. eine enge Be
ziehung zu jmdm., etw. bekommen (ist): jvorw. im
Verwachsen — verwehen
1273
Part. P räi.j er ist, fühlt sich mit seiner Familie,
Arbeit, dem Kollektiv (eng, fest) v.
—
3. (hat)
u m g. ein körperlicher Schaden verwächst sich
(gleicht sich während des Wachstums aus, verschwin
det durch Wachstum)
Verwachsen /Adjnicht adv./ krumm, schief ge
wachsen: er hat eine verwachsene Schulter; er ist
v. (hat eine Verkrümmung des Rückgrats)
Verwachsung, die;
-en fvorw. PL/ Med. ver
klebtes Bindegewebe in Hohlräumen des Körpers
nach Entzündungen od. Operationen
verwackeln /sw. Vb .; hat/ das Foto v. durch un
absichtliches Wackeln mit der Kamera beim Foto
grafieren bewirken, daß das Foto unscharf wird:
du hast das Foto verwackelt; das Bild ist ver
wackelt
verwählen, sich fsw. Vb .; hat/ beim Telefonieren
versehentlich eine falsche Numm er wählen
verwahren fsw. V b .; hatf 1.- etw. irgendwo v. etw. an
einen Ort legen, stellen, an dem es bis zu seiner er
neuten Verwendung sicher, geschützt ist: etw. im
Schrank, Schreibtisch v .; Geld, Urkunden (sorg
sam, sicher)im Safe v. — 2. sich gegen etw. v. gegen
etw. Widerspruch, Einspruch erheben, protestieren:
sich (energisch, entschieden, mit Nachdruck) gegen
einen Vorwurf, eine Verdächtigung v.
verwahrlosen /sw . Vb .; ist/ 1.1. unordentlich wer
den, nicht (mehr) gepflegt werden: der Garten ver
wahrloste; er hat sein Äußeres, seine Kleidung,
seine Wohnung, seinen Garten v. lassen 1.2. m o
ralisch verkom men (1): viele Jugendliche verwahr
losten in dieser Zeit; d a z u Verwahrlosung, die;
jo. Pl.f 1. das Verwahrlosen — 2. das Verwahrlost
sein
Verwahrung, die; -, jo . P L ; zu verwahren/; zu 1:
/in den Verbindungen/ etw. in V. geben (jmdm.
etw. geben, damit er es verwahrt);etw. inV. nehmen
(etw. für jmdn. verwahren); zu 2: /in der Verbin
dung/ gegen etw. V. einlegen (sich gegen etw. ver
wahren)
verwafsen jsw. Vb .; ist/ Waise werden, die Eltern
verlieren: er ist schon früh verwaist; fvorw. im
Part. Prät./ ein verwaistes Kind; O ein ver
waistes (verlassenes LI) Haus
verwalten, verwaltete, hat verwaltet etw. v . f ü r
die Lenkung, Regelung, ordnungsgemäße Durch
führung aller Angelegenheiten in einem bestimmten
Aufgaben-, Sachbereich zuständig sein, sorgen: ein
Haus, einen Besitz v.; Gelder, eine Kasse v.; etw.
wird, ist staatlich, kommunal verwaltet (ste h t u n te r
staatlicher, kommunaler Verwaltung)
Verwalter, der; -s,
der V. (die zuständige Ver
waltung 1 ausübende Institution) dieses Grund
stücks ist die kommunale Wohnungsverwaltung;
als V. (verwaltende Person) des Hauses hat der
Besitzer Herrn N eingesetzt
Verwaltung, die; -, -enl.l . jo. Pl.f organisatorische
Lenkung, Regelung, Kontrolle der unmittelbaren Pro
duktion od. anderer gesellschaftlicher Prozesse: die
staatliche, kommunale V.; etw. ist in, steht unter
(staatlicher) V. 1.2. die V. (das Verwalten) eines
Nachlasses —2.1. bestimmte Institution, Abteilung
eines Betriebes, einer Einrichtung, die 1.1 ausübt:
die Wohnungsverwaltung ist eine kommunale V .;
damit muß er sich an die V. (des Lagers), die
(Abteilung) Allgemeine V. wenden 2.2 . S i t z (4.1)
von 2.1
Verwaltungs] -apparat, der /vo rw . Sg.j Gesamtheit
der Einrichtungen eines Verwaltungskomplexes und
dessen Mitarbeiter; -einheit, die von einem (staat
lichen) Organ (4) verwaltetes Gebiet, verwalteter Be
reich; -gebäude, das; -gebühr, die für bestimmte
Dienste in der Verwaltung 2.1 erhobene Gebühr;
-Organ, das Organ der staatlichen, kommunalen Ver
waltung; -weg, der fin der Verbindung/ etw. auf
dem V. (unter Inanspruchnahme der Verwaltung
2.1) reg eln
verwandeln /sw. Vb .;hat/ 1.1. etw., jmdn. v. einer
Sache, Person eine andere Gestalt, ein anderes Aus
sehen geben, jmdn., etw. (völlig) verändern (1.1):
der Frühling wird bald wieder die Landschaft v.;
die Freude hat ihn ganz verwandelt; nach diesem
Erlebnis war er wie verwandelt; etw. in etw. v .:
Flüssigkeit in Dampf v. (bewirken, daß sie zu
Dampf wird) 1.2. sichin etw. v. die Beschaffenheit
von etw. annehmen: die Flüssigkeit hat sich in
Dampf verwandelt — 2. B allspiele einen Elf
meter v. (den Ball beim Elfmeter ins Tor schießen);
d a z u Verwandlung, die; -en
verwandt /Adj.; JA auch Verwandte/ 1. /nicht adv./
1.1.1. in einem Verhältnis zueinander od. zu jmdm.
stehend, das durch Abstammung voneinander od.
durch einen gemeinsamen Vorfahren begründet ist:
mit jmdm. nahe, entfernt, im zweiten Grad v.
sein; sie sind (eng) miteinander v., mit ihm v.
1.1.2. mit jmdm. v. seih (in einem Verhältnis zu
jmdm. stehen, das durch Abstammung od. Heirat
bestimmt ist) 1.2. zur gleichen Familie (2) gehörend:
verwandte Edelhölzer, Katzenarten — 2. v o n
gleicher A rt, ähnlich: verwandte Berufe, Fach
gebiete; sich jmdm. v. fühlen
Verwandte, der u. die; -n, -n //* auch verwandt 1/
jmd., mit dem jmd. verwandt (1.1.1, 1.1.2) ist: sie
sind V. zweiten Grades; er ist ein entfernter, weit
läufiger, naher Verwandter meiner Frau; sie ist
eine V. meiner Freundin; einen Verwandten, eine
V. besuchen; die Verwandten einladen
Verwandtschaft, die;
-en 1. /vorw. Sg.; zu ver
wandt 1/ das Verwandtsein: seine V. mit jmdm.
feststellen —2. jo. Pl.f Gesamtheit der Verwandten,
die jmd. hat: er hat eine große V.,#gehört zur V.
—
3. /vorw. Sg.j Gleichartigkeit, Ähnlichkeit: die
(chemische) V. von Leichtmetallen; z u 1 verwandt
schaftlich / A d j . / : verwandtschaftliche Beziehungen
verwanzt /Adj.; nicht adv./ von Wanzen befallen:
die Baracke war völlig v.
verwarnen jsw. Vb .; hat/ jmdn. (unter Androhung
einer Strafe) warnend zurechtweisen: jmdn. streng,
scharf v.; d a z u Verwarnung, die;
-en: jmdm.
eine V. erteilen (jmdn. verwarnen); eine schrift
liche V. erhalten
verwaschen /A dj./1.1. durch häufiges Waschen aus
geblichen: ein verwaschenes Hemd, Kleid 1.2.
{durch Witterungseinflüsse) verblaßt und undeutlich:
verwaschene Inschriften, Muster; verwaschene
Farben — 2. verwaschene (ungenaue, verschwom
m en e, u nk la re) Formulierungen, Vorstellungen
verweben, verwebte/verwob, hat verwebt/ver-
woben 1. /verwebte, hat verwebt/ etw. mit etw.
v. etw. beim, durch Weben miteinander verbinden:
rote Fäden mit grünen v. — 2 . /verwpb, hat ver
woben/ geh. die Geschicke der beiden Freunde
waren miteinander verwoben (standen in enger
wechselseitiger Beziehung)
1274
verwechseln — verwesen
verwechseln j s w . V b . ; hat/ 1.1. jmdn. mit jmdm.
v. irrtümlich jmdn. für jmdn. anderen halten: er
hat mich mit meiner Schwester verwechselt; die
beiden Schwestern werden oft (miteinander) ver
wechselt, sind leicht (miteinander) zu v . ; die
beiden sind, sehen sich zum Verwechseln ähnlich
1.2. etw. (mit etw.) v. etw. vertauschen (2): jmd.
hat meinen Mantel (mit seinem) verwechselt 1.3.
etw. (mit etw.) v. etw. aus Unkenntnis, Vergeß
lichkeit, Unachtsamkeit an Stelle von etw. anderem
benu tzen : Namen, Begriffe (miteinander) v.; er
verwechselte die Telefonnummern; er verwech
selte ,mir4und ,mich4
- f verhüll, mein und dein v. (stehlen 1)
Verwechs(e)lung, die; -en / z u verwechseln/
verwegen jAdj.j 1.1. kühn, draufgängerisch: ein
verwegener Bursche; sein Plan war v. 1.2. u n te r
nehmungslustig wirkend, keck: er trug einen ver
wegenen Schnurrbart, hatte den Hut v. auf
gesetzt; zu 1.1 Verwegenheit, die; jo . P l . f
verwghen /sw . V b .; hat/ 1. der Wind verwehte
(beseitigte) die Spuren im Sand; vom, mit Schnee
verwehte (verschneite) Straßen —2. geh. 2.1. seine
Rufe verwehten im Wind (gingen im Rauschen des
Windes unter) 2.2. sein Zorn war bald verweht
(verflogen 2.2)
verwehren jsw. Vb .; hat/ jmdm. etw. verbieten,
nicht erlauben, jmdn. an etw. hindern: jmdm. den
Eintritt (in ein Haus), die Teilnahme an etw.,
Benutzung von etw. v.
verweichlichen js w . V b .; ist, hat/ 1,1. (ist) jmd.
verweichlicht (wird energielos, kann körperlichen
Anforderungen nicht mehr gerecht werden) 1.2. jmdn.
v. jmdn. energielos machen, jmdm . die körperliche
Spannkraft nehmen (hat): ein Kind v.; etw. ver
weichlicht jmdn.
verweigern / s w . V b . ; hat/ jmd. verweigert etw.
jmd. tut etw. nicht, das von ihm verlangt, erwartet
wird, jmd. gibt, gewährt etw. nicht: jmd. verweigert
die Annahme eines Briefes, die Ausführung eines
Befehls; er verweigerte die Zahlung, Unterschrift,
Antwort, Aussage; jmd. verweigert jmdm. etw.:
jmdm.. eine Auskunft, Hilfe v.; ihm wurde die
Einreise verweigert; das Pferd verweigerte die
Nahrung (fraß nichts); fachspr. das Pferd hat
das Hindernis verweigert (ist nicht über das Hinder
nis gesprungen); dazu Verweigerung, die;
-en
jvorw. Sg.j
verweilen jsw. Vb .; hat/ irgendwo (für eine be
stimmte Zeit) bleiben, sich aufhalten: längere Zeit
in einer Stadt, an einem Ort, bei jmdm. v .; jmdn.
zum Verweilen auffordern; <> sein Blick verweilte
lange auf ihrem Gesicht, auf ihr (er blickte sie
la ng e a n ) ; er verweilte in seinem Bericht bei diesem
Ereignis länger (berichtete ausführlicher darüber)
verweint jAdj.j mit sichtbaren Spuren von Tränen,
vom Weinen gerötet, verschwollen: verweinte Augen,
ein verweintes Gesicht haben; sie sah v. aus
Verweis, der; -es, -e 1.1. T a d e l (1): einen strengen,
scharfen, milden V. erteilen, aussprechen, erhalten
1.2. disziplinarische Maßnahme, durch die ein
Werktätiger in seinem Betrieb wegen schuldhafter
Verletzung der Arbeitspflicht getadelt wird — 2.
Hinweis von einer Stelle auf eine andere Stelle in
einem Text, Buch: einenV. auf ein anderes Stich
wort anbringen, nachschlagen
verweisen, verwies, hat verwiesen 1.1.1. jmdn. auf
etw. v. jmdn. auf etw. hinweisen, auf etw. aufmerk
s a m m a c h e n : jmdn. auf gesetzliche Bestimmungen,
eine Verordnung v. 1 .1 .2. bei diesem Stichwort ist
auf ein anderes Wort, auf eine Abbildung ver
wiesen (steht ein Hinweis 3 darauf) 1.2. jmdn.
an jmd. anderen v. jmdm. raten,' sich an jmd.
anderen zu wenden: jmdn. an die zuständige
Stelle v. 1.3. eine Rechtssache, den Streit
fall an ein dafür zuständiges (anderes) Organ der
Rechtspflege v. (ihm zur Bearbeitung zuleiten,
übergeben) — 2.1. jmdn. aus, von einem Ort,
Gebiet v. (jmdm. den weiteren Aufenthalt an einem
Ort, in einem Gebiet untersagen); Ballspiele der
Fußballspieler N wurde vom Feld verwiesen
(wurde vom weiteren Spiel ausgeschlossen) 2.2.
jmdn. irgendwohin v. jmdn. auffordern, sich irgend
wohin zu begeben: er verwies sie an ihre Arbeits
plätze —3. jmdm. etw. v. jmdn. wegen einer Un-
gehörigkeit tad eln: jmdm. seine Frechheit, Unacht
samkeit v .; etw. im verweisenden (mißbilligenden,
tadelnden) Ton sagen — 4. Sport der Favorit
verwiesBundCauf die Plätze (war Sieger in einem
Wettkampf vor B und G)
+ jmdn. in die / Grenzen, / Schranken v.
verwelken jsw. Vb .; ist/ welk werden: die Blume
verwelkt; eine verwelkte Rose; <> seine Haut war
verwelkt
verweltlichen jsw. Vb .; hat/ etw. säkularisieren
verwendbar jA dj.; nicht adv.; zu verwenden 1/:
das Obst ist nicht mehr v.
verwenden, verwendete/verwandte, hat verwendet/
verwandt 1. etw. für einen bestimmten Zweck nut
z e n : welches Waschmittel haben Sie dafür ver
wendet?; eine Sache, seine Zeit zweckmäßig, sinn
voll, schlecht v. (nutzen 2.1); etw. für, bei, zu
etw. v .; etw. nicht mehr v. können; er hat viel
Zeit, Kraft, Mühe auf diese Sache verwandt, ver
wendet (für diese Sache aufgeboten) — 2. sich für
jmdn., etw. v. für jmdn., etw. eintreten, sich (bei
jmdm.) zujmds. Fürsprecher machen: erverwandte,
verwendete sich für ihn, für den Bau eines Spiel
platzes; z u 1 Verwendung, die;
-en /vorw. Sg.j
das Verwenden: die sinnvolle, regelmäßigeV. einer
Sache; keine V. für etw. haben (etw. nicht nutzen
können, nicht benötigen)
Verwendung»|zweck, der Zweck, für den etw. ver
wendet (1)wird, werden soll: etw. füreinen bestimm
ten V. hersteilen
verwerfen (er verwirft), verwarf, hat verworfen
j / auch verworfen/ 1. etw. für ungeeignet, un
durchführbar, unannehmbar, unsinnig erklären, etw.
zurückweisen:einenVorschlag,Plan, Antrag v.;eine
Vermutung, einen Verdacht wieder v.
—
2. etw.
verzieht (2) sich: die Tür, der Fensterrahmen hat
sich verworfen — 3. /von bestimmten Säugetierenj
eine Fehlgeburt haben: die Kuh hat verworfen
verwerflich jAdj.j unmoralisch und daher zu ver
u r t e i le n : eine verwerfliche Tat, Handlungsweise
verwertbar jAdj.; nicht adv.; zu verwerten/: das
Obst ist nicht mehr v.
verwerten, verwertete, hat verwertet e tw . n u t z
bringend verwenden: Altstoffe, Abfälle, Reste (zu
etw.) v.; eine Erfindung, Idee v.; das ist gut, nicht
mehr zu v.; d a z u Verwertung, die;
-en jvorw.
8g-l
verwesen jsw. Vb .; ist; bes. von toten menschlichen
od. tierischen Körpernj in Fäulnis übergehen, sich
verwichsen — verwurzeln
1275
z e r s e t z e n : verwesende Leichen; der Tierkörper,
Kadaver verwest, ist schon verwest
verwichsen /sw. V b .;hat/ salopp jmdn. verprügeln
verwickeln /sw . F6.; hat; / auch verwickelt/ 1.
sich v. sich ineinander schlingen: der Bindfaden
hat sich verwickelt; ein verwickeltes Wollknäuel
—
2.1. jmdn. in etw. v. verursachen, daß jmd.
(gegen seinen Willen) in eine bestimmte Situation
gerät, cm etw. beteiligt ist, wird: jmdn. in eine un
angenehme Angelegenheit, in einen Skandal, Streit
v.; jmdn. in ein langes Gespräch v .; in eine Affäre
verwickelt sein 2.2. sich in etw. v . : sich in Wider
sprüche v. (einander widersprechende Aussagen
machen)
verwickelt /A dj.; / auch verwickeln/ schwer zu
übersehen, zu begreifen, unklar: eine verwickelte
Angelegenheit, Geschichte; dieser Fall ist sehr
v.
Verwicklung, die; -,
-en jvorw. Pl.f Schwierigkeit
im Verhältnis von Partnern, Gruppen zueinander:
das kann zu diplomatischen, internationalen Ver
wicklungen führen
verwildern jsw. Vb .; ist/ 1.1. infolge mangelnder
Pflege von wild wachsenden Pflanzen überwuchert
w e r d e n : der Park, Garten verwildert immer mehr
1.2. im Äußeren unordentlich und ungepflegt wer
d en : er verwilderte zusehends, sah verwildert aus;
sein verwilderter (wirr wachsender, ungepflegter)
Bart 1.8. die Umgangsformen vernachlässigen,
disziplinlos werden: der Junge war in der letzten
Zeit ganz verwildert
verwinden, verwand, hat verwunden etw. v. ü b e r
etw., das einem widerfahren ist, hinwegkommen:
einen Verlust, Schmerz, Ärger nicht v. können
verwirken /sw . Vb .; hat/ etw. v. durch eigene
Schuld das Recht, den Anspruch auf etw. verlieren:
er hat das Vertrauen seiner Kollegen verwirkt
verwirklichen js w . V b . ; hat/ 1.1. einen Plan, eine
Idee v. (den Inhalt eines Plans, einer Idee zur
Wirklichkeit werden lassen, in die Tat umsetzen);
einen Plan, eine Idee v. 1.2 . etw. verwirklicht sich :
seine Hoffnungen, Befürchtungen haben sich
(nicht) verwirklicht (sind Wirklichkeit, nicht W irk
lichkeit geworden); dazu Verwirklichung, die; -,
Io. Pl.f
verwirrenjsw. Vb .; hat; / auch verworren/ 1. etw.
durcheinanderbringen (1): der Wind verwirrte ihm
die Haare; jvorw. im Part. Prät.f die Wollfäden
waren völlig verwirrt — 2. jmdn., etw. v. jmdn.
in seinem klaren Denken beeinträchtigen, aus der
Fassung bringen: diese Mitteilung, Frage hat ihn
verwirrt; jmdm. die Sinne, den Kopf, jmds. Sinne,
Kopf v.; er war ganz verwirrt (unfähig zu klarem
Denken, benommen); er blickte ihn verwirrt an;
eine verwirrende (schwer zu übersehende) Fülle von
Einzelheiten
Verwirrung, die; -,
-en jvorw. Sg.j 1. Durchein
a n d e r (1.2): es herrschte im Saal eine allgemeine
V. — 2.1. er befindet sich im Zustand geistiger V.
(er ist geistig gestört) 2.2. jin der Verbindungj
jmdn. inV. bringen (jmdn. verwirren 2)
verwischen jsw. Vb .; hat/ 1. etw. durch Wischen
(1.1) undeutlich machen: die Schrift v.; eine
verwischte (undeutliche, schwer leserlich gewor
d ene) Inschrift; O die Spuren des Verbrechens
v. (beseitigen 1) —2. sich v. in der Vorstellung (2)
undeutlich, unklar werden: die Reiseeindrücke ver
wischten sich immer mehr; die Gegensätze v. sich
(verschwinden) allmählich
verwittern jsw. Vb .; ist/ durch Witterungseinflüsse
zerfallen, sich zersetzen: die Mauern der Burg v.
immer mehr, sind stark verwittert; <> ein ver
wittertes (zerfurchtes, ledern wirkendes) Gesicht
verwitwet jAdj.; nicht adv.; Abk. verw./: Frau
Müller, verwitwete Lehmann (Frau M üller, die in
ihrer vorherigen Ehe mit Herrn Lehmann Witwe
geworden ist); Frau Müller ist v. (ist Witwe)
verwohnen jsw. V b .; hat/ Wohnraum durch langes
Bewohnen und Unterlassung von Arbeiten zur
Instandhaltung in einen schlechten Zustand geraten
la ssen : er hat das Zimmer völlig verwohnt; das
Haus ist verwohnt
verwöhnen jsw. Vb .; hat/ 1.1. jmdn. v. jmdm.,
bes. einem Kind, seine Wünsche über das normale
(und zuträgliche) Maß hinaus erfüllen, jmdn. sehr
nachgiebig und großzügig behandeln: sie haben
ihren Sohn sehr verwöhnt; er verwöhnte seine
Frau durch Geschenke; er ist sehr verwöhnt; sie
hat einen verwöhnten (hohe A nsp rüche stellenden)
Geschmack 1.2. jm dn., sich verweichlichen (1.2):
durch zu warme Kleidung verwöhnst du das Kind
verworfen jAdj.; nicht adv.; / auch verwerfen/
moralisch, charakterlich verkommen (1), lasterhaft:
er ist ein verworfener Mensch
verworren jAdj.; / auch verwirren/ 1.1. schwer
z u überblick en (2): verworrene Verhältnisse;dieLage
ist v. 1.2. verworrene ( w ir r e 1.2) Gedanken
verwundbar jA dj.; nicht adv.; zu verwunden/; zu
2:eristleichtv.
verwunden, verwundete, hat verwundet j / a u c h
Verwundete/ 1. jmdn. v. jmdm. mit einer Waffe
eine Wunde zufügen: jmdn. tödlich, lebensgefähr
lich v.; er wurde im Krieg leicht, schwer ver
wundet; die verwundeten Soldaten wurden ab
transportiert — 2. jmdn. kränken: seine Worte
haben ihn tief verwundet
verwunderlich jAdj.; nicht adv.j Verwunderung
hervorrufend, erstaunlich (1.2): es ist sehr, nicht
(weiter) v., daß ...
verwundern jsw. Vb .; hat/ 1.1. etw. wundert (2)
jm d n .: es verwunderte ihn, daß ... 1.2. sich v.
sich wundern (1): alle v. sich über ihr Verhalten;
jmdn. verwundert ansehen 1.8. es ist nicht zu v.
(nicht verw underlich), daß ...; zu 1.2Verwunderung,
die; -, jo. P l.j: jmdn. in V. setzen; etw. mit
(tiefer, echter) V. feststellen
Verwundete, der u . die; -n, -n \ / a u c h verwunden
1/durch Kriegseinwirkung verwundete Person
Verwundung, die; -,
-en 1. das Verwunden — 2.
durch Kriegseinwirkung erhaltene Wunde: die V.’
war lebensgefährlich
verwünschen jsw . V b .; hat; / auch verwünscht/
etw., jmdn. v. wünschen, daß es etw., jmdn. (so)
nicht gäbe, daß etw. (so) nicht geschehen sei: sein
Geschick, eine unüberlegte Handlung v.; er ver
wünschte die Übeltäter
verwünschtjA dj.; nicht adv.; / auch verwünschen;
emot.; drückt Arger, Unwillen aus/: so eine ver
wünschte (ärgerliche 2, unangenehme) Geschich
te!; das verwünschte Telefon funktioniert wieder
nicht!
Verwünschung, die; -en j z u verwünschen/
verwurzeln jsw. Vb.; ist; vorw. im Inf. u . Part.
Prät.j zu etw. eine feste, innere Bindung hersteilen,
1276
verwüsten — Verzierung
haben: es gelang ihm, in der neuen Umgebung zu
v .; er ist in seiner Familie, in seinem Heimatort
verwurzelt
verwüsten, verwüstete, hat verwüstet etw ., bes. e in
Gebiet, völlig zerstören: das Unwetter, Erdbeben,
der Krieg verwüstete große Teile des Landes;
d a z u Verwüstung, die;
-en 1. das Verwüsten —
2. das Verwüstetsein
verzagen jsw. Vb.; ist, seltener hat/ den M ut, die
Zuversicht verlieren: trotz vieler Schwierigkeiten
verzagte er nicht, ist er nicht verzagt; sie sind
ganz verzagt
verzählen, sich jsw . Vb .; hat/ sich beim Zählen
irren , falsch zählen: die Anzahl stimmt nicht, ich
muß mich verzählt haben
verzahnen j s w . V b .; hat/ 1.1 . Bretter (miteinan
der) v. (1verbinden, indem man hervorstehende Teile
in die Lüchen zwischen hervorstehenden Teilen ein
g reifen lä ß t); ein verzahntes Räderwerk 1.2. diese
Wirtschaftszweige sind (miteinander) verzahnt
(eng miteinander verbunden, verflochten)
verzanken, sich j s w . V b .; hat/ umg, sich mit
jmdm. v. mit jmdm. in Streit, Zank geraten: erhat
sich mit ihr verzankt; die Kinder sind wegen des
Spielzeugs verzankt
verzapfen jsw. Vb.; hat/ l.-fachspr. etw. durch
eine od. mehrere Zapfen (3) verbinden: Balken,
Bretter v.
—
2. salopp etw. Törichtes tun, von
sich geben: wer hat diesen Blödsinn, Unsinn, Mist
verzapft?
verzärteln, auch verzärteln jsw. Vb .; hat/ jmdn.,
bes. ein Kind, durch übertriebene Fürsorge ver
w eichlichen (1.2): die Eltern haben das Kind ver
zärtelt
verzaubern jsw. Vb .; hatf 1. /in Märchen, Sagen/
jmdn.
, etw. durch Zauber (1) in eine andere Gestalt
bring en: die Hexe verzauberte den Prinzen (in
einen Schwan) — 2. auf jmdn. einen starken
Zauber (2), Reiz (2) ausüben, jmdn. tief beein
drucken: ihre Schönheit, die Musik hat ihn ver
zaubert
Verzehr, der; -s, jo. P l.f das Verzehren (1)
verzehren fsw. Vb .; hat/ 1. etw. essen (und etw.
dazu trinken): sein Frühstück (hastig, in Ruhe) v.;
der Gast hat nicht viel verzehrt — 2. etw. ver
zehrt jmdn. etw. verbraucht jmds. physische und
psychische K räfte: die Leidenschaft, der Kummer
verzehrte ihn; sich v.: sich in Liebe (zu jmdm.),
Sehnsucht (nach jmdm.) v.
verzeichnen, verzeichnete, hat verzeichnet 1.1.
etw. in einem Verzeichnis festhalten, niederschreiben:
jvorw. im Part. Prät.f die Namen sind, stehen in
einer Liste verzeichnet 1.2. etw. feststellen, zur
Kenntnis nehmen: eine Tatsache v.; er verzeich
nete (es) mit Befriedigung, d a ß . . .
—
2.1. etw.
falsch zeichnen 2.2. jmdn., etw. verzerrt, nicht der
Wahrheit entsprechend darstellen: die Personen in
diesem Roman sind stark verzeichnet
Verzeichnis, das; -ses, -se schriftliche A ufzählung
bestimmter Sachen, Personen (in alphabetischer Rei
henfolge), L iste : ein V. des Inventars, aller Buch
titel, aller Personen; ein alphabetisches, vollstän
diges, genaues V. aufstellen, anfertigen, anlegen;
dieses Buch ist in dem V. (nicht) aufgeführt, en t
halten
verzeihen, verzieh, hat verziehen 1.1. (jmdm.) etw.
v. für jmds. Vergehen, Schuld Nachsicht und Ver
ständnis zeigen und nicht auf Vergeltung, Wieder
gutmachung bestehen: ich verzeihe ihm sein un
gezogenes Verhalten, seine harten Worte, die Ver
spätung; er verzieh ihr die Kränkung 1.2. / a l s
Höflichkeitsform elj bitte v. Sie die Störung!; v.
Sie bitte, können Sie mir sagen...?; zu 1.1 ver
zeihlich jA dj.; nicht ad v ./: ein verzeihlicher Fehler,
Irrtum; zu 1.1 u. 1.2 Verzeihung, die; -, jo. Pl.f
das Verzeihen; zu 1.1: jmdn. um V. bitten; zu
1.2: V.!; V., können Sie mir bitte sagen ...?
verzerren fsw. V b .; hat/ 1. etw., bes. Gesichtszüge,
unter psychischem Drang stark verziehen (1): jmd.
verzerrt seinen Mund, sein Gesicht (vor Schmerz,
Wut); der Schmerz verzerrte sein Gesicht; sich
v.: sein Gesicht verzerrte sich vor Schmerz —
2. etw. verzerrt etw. 2.1. die Linien, Umrisse,
Proportionen eines Körpers, Gegenstandes falsch
wiedergeben, zeigen: dieser Spiegel verzerrt die Ge
stalt 2.2. einen Ton falsch, entstellt wiedergeben:
die Musik wurde durch den Lautsprecher verzerrt
2.8. etw. (bewußt) falsch, nicht der Wirklichkeit
entsprechend, darstellen, beschreiben: jvorw. im
Part. Prät.f dieser Bericht gibt den Vorfall ver
zerrt wieder
verzetteln fsw. Vb .; hatf 1. umg. 1.1. etw. für
zahlreiche unwichtige Dinge verausgaben, vertun:
sein Geld, seine Kraft (für nutzlose Kleinigkeiten)
v. 1.2. sich v. (sich zuviel mit nebensächlichen
Dingen beschäftigen) — 2. etw. (für eine Kartei)
auf einzelne Zettel schreiben: Titel von Aufsätzen,
Wörter v.
Verzicht, der; -(e)s, -e jvorw. Sg.f das Verzichten:
der V. auf etw.; seinen V. erklären; V. leisten
(verzichten)
verzichten, verzichtete, hat verzichtet 1.1. auf etw.
v. den Anspruch auf etw., das einem (rechtmäßig)
zusteht, das einem Heb ist, aufgeben: auf einen An
spruch, seinen Anteil, eine Belohnung, die Teil
nahme (an etw.) v. 1.2 . auf jmdn. v .: er mußte
auf sie v. (mußte die Bindung zu ihr aufgeben)
Verz|cht|erklärung, die (schriftliche) Erklärung , auf
etw. verzichten zu wollen
verziehen, verzog, hat/ist verzogen 1. e tw . , b es.
Gesichtszüge, durch die Muskulatur in eine vom Nor
malen, Üblichen abweichende Form bringen (hat):
jmd. verzieht spöttisch sein Gesicht, seinen Mund;
keine Miene v. (mit unverändertem Gesichtsausdruck
auf etw. reagieren) — 2. etw. verzieht sich etw.
gerät aus der normalen, passenden Form (hat):die
Bretter, Fensterrahmen haben sich durch die
Feuchtigkeit verzogen — 8. (hat) 8.1. etw. ver
zieht sich etw. zieht allmählich weg: die Regen
wolken, Rauchschwaden v. sich; der Nebel, das
Gewitter hat sich verzogen 8.2 . u m g. jmd. ver
zieht sich jmd. geht (unauffällig) weg: er verzog
sich schnell — 4 . (ist) er ist (in eine andere Stadt,
nach N) verzogen (umgezogen 1) —5. (hat) jmdn.
v. (ein Kind zu nachgiebig und großzügig behandeln
und dadurch schlecht erziehen) —6. (hat) Rüben v.
(vereinzeln)
verzieren jsw. Vb.; hat/ etw. mit etw. Schmücken
dem versehen: eine Bluse mit Spitzen v.
Verzierung, die; -,
-en 1. das Verzieren —2. etw.,
womit etw. verziert ist: die Verzierungen an einem
gußeisernen Gitter
- f umg. brich dir keine V. ab (ziere dich nicht so;
sprich, benimm dich natürlich)!
verzinken — Viehsalz
1277
verzinken jsw. Vb.; hat/ bes. Eisen mit Zink über
ziehen, damit es nicht rostet: jvorw. im Part. Prät.j
verzinktes Blech
verzinsen /sw. Vb.; hat/ 1*1. eine Geldsumme v.
Zinsen für eine Summe zahlen: die Bank, Spar
kasse verzinst das Guthaben, die Spareinlage mit
3x/2 Prozent 1.2 . etw. verzinst sich etw. bringt
Zinsen: sein Geld hat sich mit 4 Prozent verzinst
verzögern /sw. Vb.; hat/ 1 .1 , etw. nicht zu dem
geplanten, erwarteten Zeitpunkt stattfinden lassen
und es hinausschieben: er hat seine Abreise verzögert
1 .2. etw. verzögert sich (etw. tritt später als erwartet
ein) — 2. etw. v. auf etw. einen hemmenden Ein
fluß ausuben, etw. verlangsamen: der strenge W in
ter verzögerte die Bauarbeiten; dazu Verzögerung,
die; -en
Verzögerungstaktik, die /o. PI./ hemmenden Ein
fluß ausübende Taktik, bes. um für das eigene Vor
haben Zeit zu gewinnen
verzollen jsw. Vb.; hat/: Waren v. (für Waren
Zo ll bezahlen)
verzüeken jsw. Vb.; hat/ jmdn. außerordentlich be
geistern, in Ekstase versetzen: jvorw. im Part. Prät.j
er lauschte verzückt der Musik, lächelte verzückt
Verzug, der; -(e)s, jo. PI .; in den Verbindungen/
e tw . ohne V. (ohne Verzögerung) ausführen; mit
den Steuern, m it einer Arbeit im V. sein (den
fälligen Termin überzogen haben); in V. kommen,
geraten
verzweifeln jsw. Vb.; ist; /* auch verzweifelt/ die
Hoffnung auf die Besserung einer bestehenden
Situation verlieren und in eine Stimmung der Aus
sichtslosigkeit geraten: am G elingen einer Arbeit,
über die Schwierigkeiten einer Aufgabe v .; das ist
ja zum Verzweifeln!; er war darüber ganz v er
zweifelt
verzweifelt jA dj.; / auch verzweifelnj 1. /nichtadv.j
hoffnungslos (1.2): eine verzweifelte Lage — 2 .
wegen höchster Gefahr mit äußerster Anstrengung,
K raft (durchgeführt): ein verzweifelter Befreiungs
versuch, Kampf; sie wehrten sich v.
—
3. fadv.j
die Lage war v. (äußerst) ernst
Verzweiflung, die; jo. PL; zu verzweifeln/ das
Verzweifeltsein: in (grenzenlose, dumpfe, wilde) V.
geraten; etw. aus, in, vor V. tun; jmdn. zur V.
bringen (jmdn. durch sein Verhalten aufs äußerste
reizen, ungeduldig machen)
Verzweiflungs|tat, die aus Verzweiflung begangene
Tat
verzweigen, sich fsw. Vb.; hat/ 1.1 . sich in mehrere
Zweige (1) teilen: der Baum verzweigte sich 1.2 .
der Weg verzweigte sich (ging in zwei, mehrere
Wege über); ein verzw eigtes (viele Stränge auf-
weisendes) Netz von Rohrleitungen
verzwickt jAdj.; nicht adv.j umg.: eine ver
zw ickte (komplizierte, verwickelte) Angelegenheit,
Situation; die Aufgabe ist v.
Vesper, die; -n 1. landsch., bes. süddt. österr.
Mahlzeit am Nachmittag — 2 . Rel. kath. Gottes
dienst am späten Nachmittag
Vesper|brot, das jo. Pl.j landsch., bes. süddt.
österr. Speisen, die zur Vesper (1) gegessen werden
Vestibül, das; -s, -e [v ..] großer Vorraum am Ein
gang bes. eines Theaters
Veteran, der; -en, -en [v ..] 1.1. Arbeiterveteran
1.2 . langjähriger, in seinem Dienst bewährter (und
wegen Erreichen d er Altersgrenze ausgeschiedener)
Mitarbeiter: ein V. der Wissenschaft — 2. altes
Modell bes. eines Autos
Veteranenklub, der jin der DDRj Einrichtung, in
der sich Rentner zum geselligen Beisammensein
treffen
veterinär fAdj.f [v . .] die Veterinärmedizin betref
fend, tierärztlich
Veterinär, der; -s, -e [v ..] Tierarzt
Veterinärmedizin, die jo. Pl.j Medizin (1), die
sich mit Tieren befaßt
Veto, das; -s, -s [v ..] Einspruch, Protest eines M it
glieds einer Organisation, eines Gremiums gegen
eine Entscheidung, M aßnahm e, wodurch deren
Durchführung verhindert wird: sein V. einlegen;
auf ein V. verzichten
Veto|recht, das jo. Pl.j Recht, sein Veto einzulegen
Vettel, die;
-n veraltend umg. liederliche,
schlampige (alte) F rau: eine alte V.
Vetter, der; -s, -n Cousin
Vetternwirtschaft, die jo. PL; emot. neg.j Bevor
zugung von Verwandten und Freunden, bes. bei der
Besetzung von Posten (I)
Vexierbild, das [ v ..] Zeichnung, in der eine ver
steckt eingezeichnete Figur zu suchen ist
V [fau]| -«Form, die jo. Pl.j Form, Gestalt in der
A rt eines V: die Tragflächen der Düsenflugzeuge
haben V.;
-«Gespräch, das jKurzw. für Fern
gespräch mit Voranmeldung/
vja jPräp. mit Akk.f [v ..] Verkehr sw. jvorw. in
Verbindung mit Ortsnamen u. o. erkennbare Rektionj
(auf dem Wege) xüber (1.2 .4): v. Moskau nach Lenin
grad reisen, fliegen
Viadukt, der; -(e)s, -e [v ..] über ein größeres Tal
führende Brücke für den Straßen-, Eisenbahnver
kehr
Vibration, die; -,
- e n [v ..] leicht zitternde Schwin
gung
Vibrato /Adv.j [v ..] Mus. mit leichtem Beben
schwingend
vibrieren jsw. Vb.; hat/ [v ..] leicht zitternd schwin
gen: die Saite, Stimmgabel vibriert; er sprach mit
vibrierender (zitternder) Stimme
Videorecorder, der [ v ..] Gerät für die Aufzeichnung
un d Wiedergabe von Fernsehsendungen
Videotelefon, das [ v . .] Telefon mit einer Vorrichtung,
durch die der Gesprächspartner auf einem Bildschirm
zu sehen ist
Viech, das; -(e)s, -er salopp s. Vieh (2)
Viecherei, die;
-en
s a l o p p sehr anstrengende
Arbeit: die Renovierung der Wohnung war eine
ganz schöne V .!
Vieh, das; -(e)s, jo. Pl.j, umg. Viecher 1. jo. Pl.j
(in einem landwirtschaftlichen Betrieb gehaltene)
Nutztiere (in ihrer Gesamtheit): V. halten, züchten;
das V. versorgen, füttern — 2 . um g. Tier: das ist
ja ein riesiges V.!; er kann gut mit den Viechern
umgehen — 3 . roher, gemeiner Mensch: er wareinV.
Vieh zu Vieh \\ -bestand, der: den V. erweitern;
- halter, der jmd., der Viehhaltung betreibt; -hal-
tung, die das Halten (11) von Vieh;, -handel,
der Handel (1) mit Vieh; -herde, die
viehisch jAdj.j 1. äußerst roh, brutal: ein viehisches
Verbrechen; jmdn. v . mißhandeln — 2 . jnicht
präd.j s alopp /drückt in negativem Sinne emotional
einen hohen Grad ausj: er hatte viehische (sehr
heftige) Schmerzen, war v. (sehr) vergnügt
Vieh zu Vieh 1| -Salz, das jo. Pl.f ungereinigtes,
1278
Viehwagen — vielseitig
m it Eisenoxid rötlich gefärbtes Salz, das dem Vieh
zum Lecken gegeben wird; -wagen, der Eisenbahn
wagen zum Transportieren von Vieh; -Wirtschaft,
die jo. PL/ Zweig der Landwirtschaft, der die Vieh
haltung umfaßt; -zählung, die amtliche Zählung des
Viehbestands eines Landes; -zeug, das umg. Vieh,
bes. Kleinvieh; -zucht, die /o. Pl.j Zucht landwirt
schaftlicher Nutztiere: extensive, intensive V.
treiben; dazu -Züchter, der
viel j / auch mehr, meist/ I. /Indef.pron./ 1. \nur
im PL; bezeichnet eine große Menge, Zahl von
einzelnen Sachen, Lebewesen! 1*1. /adj.; bes. im
Nom. u. Akk. auch unflektiert/ zahlreiche: er hat
viele, v. Bücher, Bedenken, Probleme; das ist die
Ansicht vieler Menschen, v o n vielen Menschen;
er hat es uns mit vielen, v. Worten erklärt; viele
interessante Filme ansehen 1 .2 . /subst./ eine große
Zahl von Lebewesen, Sachen: v iele haben dafür
Verständnis; er vertrat die Interessen vieler, von
vielen; vielen gefällt das nicht — 2. jo. PL; be
zeichnet eine große Menge, ein hohes M aß , einen
hohen Gradj 2.1 . jadj.; meist unflektiertj v. Kund
schaft, Zeit haben; das viele Geld; dazu gehört
v. Übung; in vieler Beziehung; etw. mit v., vielem
Eifer beginnen; v. Obst essen; v. Sport treiben;
hier gibt es v. Wald; er hat v. Neues, vieles Neue
gesehen; so v., vielen Schnee hatten wir lange
nicht; v. Glück, Vergnügen!; vielen Dank! 2.2 .
jsubst.; bes. im Nom. u. Akk. meist unflektiert/
eine große Menge; v. lernen, essen; v., vieles hat
sich verändert; v. läßt sich darüber nicht sagen;
in vielem ähneln sich die beiden; mit vielem ein
verstanden sein — II. /Adv./ mehr, am meisten
1. /als Gradangabej 1.1 . in hohem Grad, M aße,
sehr: er hat uns v. geholfen 1 .2. wesentlich, bei
weitem: fvor Komp./ er ist v. größer als sein
Bruder; /v. zu + Adj.j: die Bluse ist ihr v. zu
klein — 2 . häufig, oft: v. lachen; das Buch wurde
v. diskutiert — 8. um g. /als Partikel in rhetorischen
Fragen/: was kann da v. {schon II.l , groß 13.2)
passieren?
viel/Viel| -beschäftigt /A dj.; nur attr.l stark be
schäftigt: er ist ein vielbeschäftigter Mann; -be
sucht /A dj.; nur attr.j von vielen, stark besucht: ein
vielbesuchter Ausflugsort; -deutig /A dj./ viele,
mehrere Deutungen zulassend: vieldeutige Begriffe,
Redensarten; v. lächeln; dazu -deutigkeit, die; -,
jo. Pl.j; -diskutiert /Adj.; nur attr.j von vielen,
häufig diskutiert: ein vieldiskutierter Film
viele jlndef.pron.; Pl.j s, viel
Vigl| -eck, das /PL -e/ von vielen Strecken begrenzte
{ebene) geometrische Figur; -ehe, die jo. PI ./ Poly
gamie
vielen|orts /Adv./ vielerorts
vielerlei, vielerlei jindekl. Indef.pron./ vieles, Unter
schiedliches umfassend: /adj./ v. Dinge, Gedanken,
Gründe; /subst./ er h at v. (viel, Verschiedenes) ge
sehen, gelernt
vielerorts /Adv./ an vielen, zahlreichen Orten: es
hat v, (stark) geschneit
vieles /Indef.pron.; Neutr./ s. viel
vielfach /Adj.; nicht präd./ 1 .1 . viele Male sich
wiederholend, mehrmalig: ein vielfacher Olympia
sieger; eine Veranstaltung auf vielfachen (von
vielen geäußerten) Wunsch wiederholen; ein v iel
faches (aus mehreren Lagen bestehendes) K ab el; ein
v. gefaltetes Tuch 1.2 . viele Male so groß: er
brauchte die vielfache Menge, das Vielfache der
angegebenen Menge; er hat ihm den Schaden v.
ersetzt — 2. /adv./ in vielen Fällen: man ist v .
der Meinung, daß .. .
Vielfalt, die; /o. Pl.j das Vorhandensein von etw.
in verschiedenen, vielen Arten, Formen, M an nig
faltigkeit: die W elt in ihrer V. erfassen; die (bunte)
V. der Blumen, Farben
v ielfältig /A dj./ in verschiedenen, vielen A rtenr
Formen vorhanden, mannigfach: vielfältige B e
ziehungen, Kontakte haben; das hat vielfältige
Ursachen
v|gl/Viel| -farbig /A d j./ in, m it vielen, verschiedenen
Farben: ein vielfarbiges Muster; -fraß, d e r 'l . im
hohen Norden lebender, dem Braunbären ähnlicher
großer M arder mit einem zottigen, dunkelbraunen
Fell — 2. salopp jmd., der unmäßig viel ißt;
- gelesen /Adj.; nur attr.j von vielen, häufig gelesen:
eine vielgelesene Zeitschrift; -genannt /Adj.; nur
attr.j von vielen, häufig genannt; -gepriesen /A d j.;
nur attr.j von vielen, sehr gepriesen; -gerühmt /A dj.;
nur attr./ oft s p ö tt. von vielen, sehr gerühmt: seine
vielgerühmte Menschenkenntnis; -gestaltig /Adj./
in vielen, verschiedenen Gestalten: eine vielgestal
tige Landschaft, Tierwelt; -köpfig /Adj.; nur attr.j
viele Personen umfassend: eine vielköpfige Familie
vielleicht /Adv./ 1, /drückt eine unsichere Ver
mutung ausI es ist denkbar, möglich, daß ..., es
könnte möglich sein, daß ...: v. hat er sich doch
geirrt; v. kommen sie noch heute — 2 . /in Ver
bindung mit Zahlen/ u m g . etwa, ungefähr: es
waren v. hundert Personen gekommen; er ist v.
fünf Jahre älter als sein Bruder — 3. umg. /als
Partikel/ 8.1 . /dient zur höflichen Umschreibung
einer Bitte, Frage/ wenn es dir, Ihnen recht ist:
könntest du, könnten Sie v. so freundlich sein,,
das für mich zu erledigen?; darf ich dir, Ihnen v .
etwas zu trinken anbieten? 3.2 . /intensiviert eine
Forderung/: v. benimmst du dich jetzt anständig
(ich erwarte, daß du dich jetzt anständig benimmst) !
3.3 . /intensiviert eine Aussage, Behauptung/: der
hat v. einen Unsinn (hat großen Unsinn) geredet!
viel/Vicl| «mals /Adv.; vorw. in Verbindung m it
Verben des Grüßens, Dankens, Entschuldigensf
sehr: jmdm. v . danken; jmdn. v . um Entschuldi
gung bitten, grüßen lassen; -mehr, -mehr /Adv.;
auch in konjunktionaler Verwendung; nebenord
nend; verbindet Hauptsätze, Nebensätze, Satzglieder/
1.1 . /präzisiert das Voraufgehende; oft in Verbin
dung mit oder/ oder genauer gesagt: er schrieb einen
Aufsatz, (oder) v . eine ganze Abhandlung über
dieses Thema 1.2 . /adversativ; gibt einen Gegensatz
an, der sich auf die Bedeutung der Glieder, auf die
Bewertung des Gesagten beziehen ka nn und berichtigt
es; setzt immer eine Negation voraus/: wir erwarte
ten kein Lob, v. machten wir uns auf eine Rüge
gefaßt; -sagend /Adj./ etw. deutlich (durch Gesten,
Mimik) ausdrückend, ohne daß es mit Worten ge
sagt wird: jmdm. einen vielsagenden Blick zu
werfen; v. lächeln, schweigen; -schichtig /Adj.j
aus vielen, verschiedenartigen Komponenten zusam
mengesetzt: das ist ein vielschichtiges Problem;
dazu -Schichtigkeit, die; /o. PL /; -Schreiber, der
Schriftsteller, der viele Werke von geringem litera
rischem Wert verfaßt; -seitig /Adj.j 1.1 . vieles, Ver
schiedenes umfassend: vielseitige Interessen, A n
regungen, Erfahrungen; ein vielseitiges Angebot;
er ist v. begabt 1.2 . /nicht adv./ auf vielen, ver
schiedenen Gebieten erfahren, an vielen Ding en
interessiert: ein vielseitiger Künstler; er ist sehr
v.; dazu -seitigkeit, die; jo. PLj; -stimmig /Adj./
von vielen Stimmen (1 ) hervorgebracht: ein v iel
stimmiges Geschrei; -umstritten /A dj,; nur attr.j
von vielen, häufig umstritten: ein vielum strittenes
Buch, Problem; -verheißend /A d j./ vielverspre
chend; -versprechend /A dj./ große Erwartungen,
Hoffnungen erweckend: vielversprechende A n
gebote, Pläne; etw. macht einen vielversprechen
den Eindruck, klingt v . ; -weiberei, -weiberei, die;
/o. PL/ eheliche Verbindung eines M annes mit
mehreren Frauen; -zahl, die jo. PL/ sehr große A n
zahl (verschiedener Dinge) : eine verwirrende V. der
Eindrücke; eine V. von Entscheidungen, Geräten;
- zeller, der; -s, - a us vielen Zellen bestehendes Lebe
wesen; -zitiert /Adj.; nur aJttr./ von vielen, häufig
z itiert: ein vielzitiertes Werk, Wort
vier /Kard.zahl 4/: die v. Jahreszeiten, Himmels
richtungen; S k a t ein Grand mit vieren (mit den
vier Bubenfi; in Mathematik hat er eine Vier
(das Prädikat genügend') bekommen;
auch
drei
+ umg. alle viere von sich strecken (sich lang
ausstrecken und sich dabei entspannen); auf allen
vieren (auf Händen und Füßen) gehen, kriechen;
—
unter v. / Augen; sich auf seine v. / Buch
staben setzen; in seinen v. / Wänden bleiben
Vier/vier I: / auch Drei/drei|
Vigr/vier| -beiner, der; -s, - u m g. vierbeiniges Tier;
- beinlg /Adj.; nicht adv./ mit vier Beinen (1, 3):
vierbeinige Tiere; ein vierbeiniger Hocker; -blät
t e r ig /Adj.; nicht adv./: ein vierblättriges (aus
einem vierteiligen Blatt 1 bestehendes) Kleeblatt;
- e ck, das /PL -e/ von vier Strecken begrenzte (ebene)
geometrische Figur: ein rechtwinkliges V .;
-eckig
/A dj./ in der Form eines Vierecks: ein viereckiges
Tuch; der Platz ist v.
Vigrer, der; -s, - 1. Rudern Rennboot für vier
Ruderer: ein V. ohne, mit Steuermann — 2 . umg.
einen V. (vier richtige Zahlen im Lotto) haben
Vierer|bob, der S p o r t Bob mit vier Sitzen
viererlei, viererlei /indekl./ vgl. dreierlei
Vigr/vigr| -farbendruck, der /PL -e/ Druck mit den
Farben Rot, Gelb, Blau, Schwarz; -händig /Adv./:
v. (zu zweit auf einem Klavier) spielen; -kant, der,
auch das; -s, -e Halbzeug mit quadratischem Quer
schnitt
Vierkant | -feile, die Feile mit quadratischem Quer
schnitt; -Schlüssel, der Schlüssel, Werkzeug zum
Aufstecken auf einen Vierkant
Vierling , der; -s, -e vgl. Drilling
Vier/vier| -master, der; -s, - Segelschiff mit vier
Masten; -motorig /Adj.; nicht adv./ vgl. drei
motorig; -radbremse, die T e ch n . Bremse eines
Kraftfahrzeugs, die gleichzeitig auf alle vier Räder
wirkt; -raumwohnung, die vgl. Dreiraumwohnung;
- s chrötig /A dj./ von massiger, breiter, kräftiger
Gestalt: ein vierschrötiger Mann; -seitig /A dj./ vgl.
dreiseitig; -stellig /A d j.; nicht adv./ vgl. drei
stellig; -stimmig /Adj./ vgl. dreistimmig; -strahlig
IAdj.; nicht adv./ vgl. dreistrahlig; -takter, der;
- s, - u m g . (Kraftfahrzeug mit) Viertaktmotor;
- taktmotor, der Verbrennungsmotor, der in vier
Takten (1.3.1) arbeitet
vigrte /Ord.zahl zu vier/: im vierten Gang fahren;
/* auch dritte
viertel vgl. drittel
Viertel, das; -s, - I . vg l. Drittel: das zweite V. des
Jahres; ein V. (Viertelliter) Wein; ein V. (125
Gramm) Gehacktes; es ist V. (eine Viertelstunde)
vor zehn; landsch. es ist V. zwölf (eine Viertel
stunde nach elf Uhr) — II . Stadtteil, Stadtviertel
Vlertel/vierteil -drehung, die Drehung um 90 G rad:
eine V. machen; -finale, das Sport Gesamtheit der
Ausscheide vor dem Halbfinale; -jahr, das: nach
einem V.; -jährig /Adj.; nur attr.j ein Vierteljahr
dauernd: ein vierteljähriger Lehrgang; -jährlich
/A dj./ in Abständen von jeweils einem Vierteljahr
(stattfindend): v. Inventur machen; :liter, -liter,
der, fachspr. das: ein V. Milch
vierteln /sw. Vb.; hat/ etw. in vier gleiche Teile
(zer)teilen: einen Apfel v .
Viertel/viertel) -n ote, die M us. Note, die den vierten
Teil des Wertes einer ganzen Note hat; -pfund, das
/PL -e; heute nicht mehr offizielle M aßeinheit/ ein
achtel Kilogramm: ein V. Kaffee; -stunde, die: er
redete eine V.;
-stündig /Adj.; nur attr./ eine
Viertelstunde dauernd: eine viertelstündige W arte
zeit; -stündlich /Adj./ in Abständen von jeweils
einer Viertelstunde (stattfindend): der Bus fährt v.
viertens /Adv./ vgl. drittens
vigr/Vigrj -türig /A d j. ; nicht adv. / : ein viertüriges
(mit vier Türen ausgestattetes) Auto; -vierteltakt,
der Mus. Takt, der aus den Werten von vier Viertel
noten gebildet ist; -wertig /Adj.; nicht adv.j Chem .
vgl. dreiwertig; -wöchentlich /Adj.; nicht präd.j in
Abständen von jeweils vier Wochen (stattfindend):
eine v. stattfindende Veranstaltung; -wöchig
/Adj.; nur attr.j vgl. dreiwöchig; -zehn /Kard.zahl
14/
vierzig /Kard.zahl 40/; / auch dreißig
vierziger jindekL Adj.; n u r attr./ vgl. dreißiger
Vierziger, der; -s, - v g l. Dreißiger
vierzigste /Ord.zahl z u vierzig/; / auch dreißigste
V|er|zimmerwohnung, die Vierraumwohnung
Vignette, die; -,
-n [vinjsto] kleines Bild, Ornament
als Verzierung eines Buches, bes. au f dem Titelblatt
od. am Anfang, Ende
Vikar, der; -s, -e [v..] Rel. 1.1* ev. Theologe nach
dem ersten Examen, der einem Pfarrer zur weiteren
Ausbildung zugewiesen ist 1.2 . k a th . Stellvertreter
eines Pfarrers; Kaplan
Villa, die; -, Villen [v ..] größeres, repräsentatives,
komfortables, einzeln stehendes Einfa milienha us bes.
in der bürgerl. Gesellschaft
Viola, die; Violen [v ..] Bratsche
violett /Adj.j [v ..] blau mit rötlichem Einschlag (4):
ein Kleid aus violettem Samt
Violine, die;
-n [v.,] Geige: ein Konzert für V.
und Orchester
Viol|n| -konzert, das Konzert für Violine und
Orchester; -Schlüssel, der auf der Linie der Note G
stehender Notenschlüssel
Violoncello, das [v . J Cello
Viper, d ie; -,
-n [v..] Otter
Virologie, die; -, /o. PL/ [v ..] Wissenschaft von
den Viren, Viruskrankheiten
virtuos /Adj.j [v ..] vollkommen in der Beherr
schung einer bestimmten (künstlerischen) Technik,
vollendet: der Pianist spielte v.; sein virtuoses
Vielseitigkeit — virtuos
1279
1280
Spiel; dazu Virtuose, der; -n, -n jmd., der eine
bestimmte (künstlerische) Technik virtuos beherrscht:
das Konzert des berühmten Virtuosen u . Virtuosi
tät, die;-, jo. PI j: die V. seines Klavierspiels
virulent /Adj./ [v .J Med.: virulente (lebens
kräftige und deshalb ansteckend wirkende) .Bakte
rien, Erreger
Virus, das, auch der; Viren [ v .. ] sehr kleiner,,
m it dem Elektronenmikroskop erkennbarer Eiw e iß -
körper, der einem Organismus ähnelt, kein Wachs
tum und keinen eigenen Stoffwechsel hat und sich
nur in lebenden Zellen mit Hilfe von deren Bestand
teilen zur Fortpflanzung vermehren kann und bei
Menschen, Tieren und Pflanzen Krankheiten er-
regen kann
Virus | -grippe, die Grippe (1); -krankheit, die durch
einen Virus verursachte K ra nkh eit
visa|frei fAdj.f [v .J : ein visafreier (keine Visa
erfordernder grenzüberschreitender) Reiseverkehr
Visgge, die;
-n [viza:3o] salopp femot. neg.f
Gesicht (1.1): er hat eine freche, dumme, gemeine
V.; jmdm. in die V. hauen
^s-ä -vis [vizavi:] fPräp. mit Dat.; dem Nomen
vor- od. nachgestellt, dem Pers.pron. nur nach-
gestellt/ v e ra lten d gegenüber (1): der Park lag
seinem Haus v., v. seinem Haus; er wohnte ihr v.
2vis-ä -vis [vizavi:] fAdv.f vera ltend 2gegenüber:
der Park liegt v. (von seinem Haus)
Visavis, das;
-
[vizavi:, Gen. u. PI. ..vi:s] ver
a lte n d 1.1 . Person, die jmdm. gegenübersitzt: er
sprach sein V. an 1.2 . etw., bes. Häuserfront, das
jmds. Wohnung gegenüberliegt: ein altes' Mietshaus,
der Stadtpark war sein V.
Visa|zwang, der fo. Pl.f [v ..] Verpflichtung zum
Vorweisen von Visa bei der Ein- und Ausreise
Visier, das; -s, -e [v.J] 1. zum Zielen dienende Vor
richtung an (Handfeuerwaffen: das Ziel, einen Reh
bock im V. haben — 2 . beweglich angebrachter, das
Gesicht schützender T eil des mittelalterlichen Helms
visieren fsw. Vb.; hatf [v .J etw., jmdn. v . auf
etw., jmdn. zielen: einen Zielpunkt, Gegner v.;
über den Lauf v. (zielen)
Vision, die; -,
-e n [v ..] (die Zukunft'betreffendes)
Bild, das nur in jmds. Vorstellung vorhanden ist:
seltsame, krankhafte Visionen haben, sehen
visionär /Adj./ [v..] 1.1 . in der Art einer Vision:
visionäre Erscheinungen, Bilder, Zeichen 1.2 . sich
in Visionen ausdrückend, Visionen gestaltend: ein
visionärer Dichter; etw. mit visionärer Kraft ge
stalten
Visitation, die; -,
- e n [v..] das Visitieren: eine V.
des Gepäcks vornehmen
Visite, die; -,
- n [v ..] regelmäßiger Besuch des be
handelnden Arztes bei den Patienten in einer Klinik :
der Arzt ist gerade bei der (morgendlichen) V.,
kommt zur V., macht V.
Visiten [karte, die Karte mit aufgedrucktem Namen
(und anderen Angaben zur Person) des Besuchers,
die dieser bei einem (offiziellen) Besuch abgibt;
O das Schaufenster ist die V. eines Geschäfts
(läßt auf die Qualität eines Geschäfts schließen)
visitieren fsw. Vb.; hat/ [v..] v eraltend etw.,
jmdn. durchsuchen: jmds. Wohnung, Kleidung,
Taschen v.
viskos, viskos jAdj.f [v ..] fachspr. zähflüssig:
viskose, viskose Lösungen, Körper
Viskose, die; -, fo. Pl.f [v .J Chem. gelbe, zäh
Virtuose — Vogel
flüssige Zelluloseverbindung, die bes. zur Herstellung
von Fasern verwendet wird
Viskose] -faser, die aus Viskose hergestellte K un st
faser; -schwamm, der vgl. -faser
visuell /Adj.; nicht präd.f [vizujsl] auf dem Sehen
beruhend, m it den Augen wahrnehmbar: visuelle
Eindrücke, Zeichen; er ist ein visueller (das Ge
sehene leichter als d as Gehörte aufnehmender) Typ
Visum, das; -s, Visa/Visen [v ..] Vermerk in einem
Paß , der dessen Inhaber die Einreise in einen
Staat, die Ausreise aus einem Staat od. die Durch
reise durch einen Staat erlaubt: ein V. beantragen*
ausstellen
vital fAdj.l [v ..] 1. voller Lebenskraft, lebendig: er
ist ein vitaler Mensch, ist trotz seines hohen Alters
noch sehr v.
—
2. /nur attr.f jmds. vitale (lebens
wichtige) Interessen, Bedürfnisse; eine Präge von
vitaler Bedeutung; zu 1 Vitalität, die; /o. Pl.f
das Vitalsein: jmd. besitzt, hat eine ungeheure*
starke V.
Vitamin, das; -s, -e [v ..] vorwiegend in Pflanzen
gebildeter, für Menschen und Tiere lebenswichtiger
organischer Wirkstoff, der mit der Nahrung auf-■
genommen wird: wasserlösliche Vitamine; Gemüse
enthält viel V. C
vitamin/Vitamin| -arm \Adj.f arm an Vitaminen:
vitaminarme Nahrungsmittel; -gehalt, der fo. Pl.f
Gehalt an Vitaminen: der V. der Milch, Zitrone;
- m a ngel, der fo. Pl.f ungenügende Zufuhr von
Vitaminen; -präparat, das Vitamin(e) enthaltendes
Medikament; -reich fAdj.f reich an Vitaminen:
eine vitaminreiche Kost, Ernährung; -spritze, die
Injektion eines Vitaminpräparates; -stoß, der Zu
fuhr einer großen Menge von Vitamin(en)
Vitrine, die; -,
-n [v.J 1 . vorwiegend aus Glas
bestehender, k astenförmiger, möbelähnlicher Gegen
stand, in dem sich Ausstellungsstücke, Waren? be
finden, die (von allen Seiten) betrachtet werden
sollen — 2 . schrankartiges Möbelstück mit Tür und
Seitenwänden aus Glas für kostbare, als Zierde
dienende Gegenstände
vivace jAdv.j [viva:tJe] Mus. lebhaft, munter
Vivisektion, die;
-e n [vivi..] Med. Biol. opera
tiver Eingriff an einem lebenden, nicht betäubten
Tier zu Forschungszwecken
Vizeadmiral, der [f.., auch v .J General der See
streitkräfte, dessen Dienstgrad dem des Generalleut
nants entspricht
Vizepräsident, der [f.. , auch v . J Stellvertreter des
Präsidenten
Vlies, das; -es, -e 1. Fell des Schafes und die nach
der Schur in ihrer natürlichen Form zusammen
hängende Wolle: ein weiches, dichtes, lockeres V.
—
2. T e x til. Schicht aus infolge natürlicher H af
tung zusammenhängenden, nicht in einer Richtung
geordneten Fasern
Vlieseline, die; -, fo. Pl.f mit Kunstharzen oeL
Kautschuk aufbereiteter Vliesstoff, der als ver
steifende Einlage bei Kleidungsstücken dient
Vließ, das s. Vlies
Vlies[Stoff, der T e x til, aus einem Vlies (2) her
gestellter, nicht gewebter Stoff
Vogel, der; -s, Vögel 1. zweibeiniges Wirbeltier mit
Federn und Flügeln, einem Schnabel aus Horn, das
Eier legt und meist flugfähig ist: ein kleiner, bunter
V.; einheimische, exotische Vögel; der V. fliegt,
schlägt mit den Flügeln, brütet, mausert sich; die
Vögel singen, zwitschern — 2. umg., oft scherzh.
/von einem Menschen; nur in Verbindung mit be
stimmten A dj.j: er ist ein komischer, lustiger V.
(er ist komisch, lustig)
+ (jmdm.) einen V. zeigen (sich selbst mit dem
Zeigefinger an die Stirn tippen, um auszudrücken,
daß man den anderen, jmdn. für verrückt hält);
umg. der V. ist ausgeflogen (der Übeltäter hat sich
aus dem Staube gemacht); den V. abschießen (alle
anderen übertreffen); s a l o p p ein en V. haben (ver
rück t sein)
Vögel/vQgel) -bauer, das, auch der 2Bauer; -beer-
baum, der Eberesche; -beere, die Frucht der Eber
esche; -ei, das; -flug, der /o. PL/; -frei /Adj.; nicht
ad v./ durch die 1Acht von der weltlichen Gemein
schaft ausgeschlossen und ohne Rechtsschutz: er
wurde für v. erklärt; -futter, das Futter für Vögel;
- gesiebt, das /PL -er/ längliches Gesicht m it her
vorspringender Nase und fliehendem Kinn: er hat ein
scharfes V.; -haus, das sehr großer Vogelkäfig,bes. in
einem Zoo; -käfig,derKäfig(1.2); -künde, diejo. PL/
Ornithologie; -miere, die ]o. Pl.f als Unkraut all
gemein verbreitete, m eist weißblühende, krautige
Pflanze, die manchen Vögeln als Nahrung dient;
- n e s t, das; -paradies, das femot.f Landschaft, in
der Vögel ungestört nisten und sich vermehren kön
nen; -Perspektive, die jo, P L /: etw. aus der V.
(von oben) sehen, betrachten; -ruf, der: kein V.
war zu hören; -schar, die; -schau, die /o. PL/:
etw. aus der V. (von sehr weit oben, so daß man
einen Überblick hat) betrachten; -scheuche, die 1.
auf Feldern, in Gärten aufgestelltes, m it alten
Kleidungsstücken behängtes, einer menschlichen Ge
s talt ähnelndes Gestell z um Fernhalten von Vögeln
—
2. sa lopp meist lange und dürre Persern, deren
Kleidung sehr lose, faltig an ihrem Körper hängt
od. häßlich, geschmacklos ist; -schütz, der staatliche
Maßnahmen zur Erhaltung der einheimischen
Vögel
Vogelschutz) -g ebiet, das Gebiet, in dem der Vogel
bestand geschützt wird; -w arte, die;
- n Einrich
tung, die der Erforschung der Vogelweit und der
Durchführung des Vogelschutzes d ie nt
VQgel) -Schwarm, der: ein V. fiel in den Kirsch
baum ein; -stim me, die; -sStraußsPolitik, die
jo. Pl.f das bewußte Nichtbeachten von vorhandenen
Gefahren, Schwierigkeiten: jmd. betreibt V .;
- warte, die; -n Vogelschutzwarte; -w eit, die fo. Pl.f
Gesamtheit der Vögel: die einheimische V .;
- zug,
der regelmäßig vor Eintritt der kalten Jahreszeit
erfolgender Zug bestimmter Vögel in klimatisch
günstigere Gebiete
Vokabel, die; -,
-n [v ..] einzelnes Wort einer
Fremdsprache: Vokabeln lernen, abfragen
Vok abelh eft, das m eist kleinformatiges Schreibheft
zum Einträgen von Wörtern einer Fremdsprache
und ihrer Bedeutungen
Vokabular, das; -s, -e [v..] jmds. V. der von jmdm.
verwendete, jmdm . zur Verfügung stehende Wort
schatz: er hat ein großes, ungewöhnliches V.;
dieses Wort gehört zu seinem täglichen V.
vokal fAdj.f [v ..] Mus. für Singstimmen bestimmt:
ein vokales Werk; vokale Musik
Vokal, der; -s, -e [v..] Laut, der durch das un
gehinderte Entweichen des ausgeatmeten Luftstromes
gebildet w ird : ein heller, dunkler, langer, offener V.
Vokalmusik, die fo. Pl.f vokale Musik mit od.
ohne Begleitung durch ein Instrument, durch Instru
mente
Volant, der; -s, -s [volarj, auch vold] 1. Falbel:
ein Kleid mit Volants'aus Spitze — 2. veraltend
Lenkrad eines Kraftfahrzeugs: am, hinter dem V.
(des W agens) sitzen
Voliere, die; -,
-n [volle:ro, ..leire] großer, oft im
Freien aufgestellter Vogelkäfig, in dem die Vögel
umherfliegen können
Volk, das; -(e)s, Völker 1.1 . Bevölkerung eines
Landes, Gesamtheit der Bürger eines Staates,
Nation: das französische, polnische V.; das V. der
DDR; eine Geschichte des deutschen Volkes; die
Freundschaft mit allen friedliebenden Völkern;
die Völker (Nationalitäten 2) der Sowjetunion 1.2 .
Völkerschaft: das V. der Lappen; nomadisierende,
von Viehzucht lebende Völker — 2 . fo. Pl.f 2.1 .
Gesamtheit der den werktätigen Teil der Gesellschaft
umfassenden Klassen und sozialen Schichten: das
arbeitende, werktätige V.; das ausgebeutete, von
Unterdrückung befreite V.; das V. erhob sich,
empörte sich gegen die Gewaltherrschaft; die
schöpferischen Kräfte des Volkes; die Überführung
der Produktionsmittel in die Hand des Volkes; er
stammte aus dem V. 2 .2 . /bezeichnet unter soz. Ver
hältnissen die Gesamtheit der Angehörigen eines
Staates; wird so unter Verschleierung der Klassen
gegensätze auch im bürgerl. Sprachgebrauch verwen
det/ : die Abgeordneten sind die gewählten Vertreter
des Volkes; zum W ohle des Volkes wirken; Verdien
ter Arzt, Lehrer des Volkes /Ehrentitel in der DDRf
— 3 ./o.P L;vorw. in Verbindung mitbestimmten Adj.f
Leute (1): umg. sich unters V. mischen; das junge
V. (junge Leute, Jugend); das kleine V. (Kinder
1.1); salopp dieses liederliche V.; ihr seid aber
ein blödes V. (benehmt euch dumm, albern) ! — 4 .
ein V. Bienen (Gemeinschaft eines Bienenstocks, die
aus einer Königin, Arbeitsbienen und zeitweise aus
Drohnen besteht)
Völker/volker) -fa milie, die Gemeinschaft von fried
lich zusammenlebenden, freundschaftlich verbunde
nen Völkern: die sozialistische V.;
- freundschaft,
die fo. Pl.f freundschaftliches Verhältnis zwischen
den Völkern: die Jugend im Geiste der V. er
ziehen; -gemisch, das Gemisch aus Angehörigen
verschiedener Völker; -künde, die jo. Pl.j Wissen
schaft, die sich mit der Erforschung der Geschichte
und Entwicklung ethnischer Gemeinschaften befaßt,
Ethnographie; dazu -kundlich /A dj.; nicht präd.f;
-m o rd, der /o. Pl.f Völkerrecht verbrecherische
Handlungen zur Vernichtung bestimmter nationaler,
ethnischer, rassischer Gruppen; -recht, das /o. Pl.f
Gesamtheit der Rechtsnormen, die die Beziehungen
zwischen den Staaten regeln, internationales R echt:
etw. entspricht dem V., steht im Widerspruch
zum V.; dazu -rechtler, der; -s, - Jurist auf dem
Gebiet des Völkerrechts u.
- r e chtlich /Adj.; nicht
p räd .j: völkerrechtliche Normen, Verträge; -rechts
widrig fAdj.f im Widerspruch zum Völkerrecht
Völkersch aft, die; -,
- e n kleinere, aus einem od.
mehreren Stäm m en hervorgegangene ethnische Ge
meinschaft mit vorkapitalistischer Produktions
weise: afrikanische Völkerschaften
Völker) -Verständigung, die jo. P L / friedliche Über
einkunft, Einigung der Völker: für Frieden und V.
eintreten; -Wanderung, die \vorw. Sg./ 1 . durch
gesellschaftliche Veränderungen verursachte Wände-
Vogelbauer — Völkerwanderung
1281
1282
Volksabstimmung — Volkstümlichkeit
rung von Völkern, Stämmen in Europa, bes. das
Vordringen germanischer und slawischer Völker
schaften nach Süden und Westen im 4. bis 6. Jh. —
2, umg, scherzh. dasistjadie reinsteV. (dassind
Scharen von Menschen, die sich in eine bestimmte
Richtung bewegen) \; eine V. ins Grüne setzte ein
Volks/volks| -abstimmung, die Abstimmung, bei der
die Bürger über eine bestimmte, bes, eine grundsätz
liche politische Frage, unmittelbar entscheiden;
- aktie, die jBRDj Aktie mit niedrigem Nennwert,
die von einem kap. (Monopol)unternehmen an
Werktätige verkauft wird, unter anderem, um bei
ihnen eine Illusion von Beteiligung am K apital zu
erzeugen; -armee, die 1.1 . jo, PI./ die Nationale V.
jAbk. NVA/ (die Streitkräfte der DDR) 1.2 . Volks
befreiungsarmee; -aufstand, der revolutionäre E r
hebung der werktätigen M assen; -aussprache, die
jo. PL; DDR/ Diskussion im Sinne der M it
sprache zu grundsätzlichen politischen Angelegen
heiten, bes. zu Dokumenten, Beschlüssen, in breiten
Kreisen der Bevölkerung in einem soz. Land: die V.
über den E ntwurf des Fünfjahrplans, die Partei-
tagsdokumente (hat begonnen); -befragung, die
Abstimmung, durch die die Meinung der Bürger
zu einer bestimmten, bes, einer grundsätzlichen
politischen Frage erkundet werden soll; -befreiungs-
armee, die für nationale und soziale Befreiung
kämpfende, aus Angehörigen des werktätigen Volkes
gebildete Armee; -begehren, das Antrag eines Teils
der Bürger, einer Partei, über einen Gesetzentwurf
eine Volksabstimmung durchzuführen; -bewegung,
die auf ein gemeinsames Ziel gerichtete Bestrebung
des werktätigen Volkes: es entstand eine breite,
revolutionäre, patriotische V.; -bildung, die fo. Pl.f
Gesamtheit der der wissenschaftlichen, technischen
und kulturellen Bildung der Bevölkerung^ bes, der
Jugend, dienenden Maßnahmen: fin der DDR/ das
Ministerium für V.;
- braueh, der im werktätigen
Volke (einer bestimmten Landschaß) überlieferte
Sitte; -bücherei, die allgemeine öffentliche Biblio
thek; -buchhandlung, die zum volkseigenen Sektor
des Buchhandels gehörende Buchhandlung; -dem o -
kratie, die 1.1 . fo, Pl.f vom Übergang der anti
faschistischen,
antiimperialistisch-demokratischen
zur soz. Revolution gekennzeichnete Form der Dikta
tur des Proletariats 1.2 . Land mit der Staatsform von
1,1; dazu -demokratisch fAdj.f; -eigen /Adj.; nicht
adv.j in der Form von Volkseigentum: ein volks
eigener Betrieb \/ auch VEB/; der volkseigene
Handel; ein volkseigenes Gut //* auch VEG/;
- eigentu m , das fo, Pl.f gesamtgesellschaßliches
Eigentum im Soz., staatlich-soz. Eigentum, bes. an
Produktionsmitteln: das V. schützen; -einkommen,
das Nationaleinkommen; -entseheid, der Volks
abstimmung; -feindlich /Ad]./ gegen die Interessen
des werktätigen Volkes gerichtet; -fe st, das festliche,
vergnügliche Veranstaltung, an der eine große
Menschenmenge teilnim mt; -front, die fvorw. Sg.f
politisches Bündnis der fortschrittlichen K räße eines
Volkes unter Führung der Arbeiterklasse zur B e
kämpfung reaktionärer Macht; -gruppe, die natio
nale Minderheit; -g ut, das volkseigenes Gut (1.1 .2);
- h elfer, der ehrenamtlich tätiger Helfer d er Volks
solidarität ;-herrschaft, die fo. PI .;Staatsform, in der
das werktätige Volk die Herrschaß ausübt;.wird unter
Verschleierung der Klassengegensätze un d wahren
Machtverhältnisse auch von bürgert. Ideologen für
die bürgerl. Demokratie gebraucht/; -hochschule, die
Einrichtung der Erwachsenenbildung, in der sich
Werktätige neben ihrer Berufsarbeit weiterbilden
können; -kammer, die jo. Pl.f oberste Volksver
tretung, höchstes staatliches Machtorgan der DDR :
die V. beschließt, verabschiedet ein Gesetz; -kon-
trolle, die /o. Pl.f gesellschaßliche Kontrolle der
Durchführung von Beschlüssen der Partei- und
Staatsführung in einem soz. Staat, bes. die Tätigkeit
und Einrichtungen der Arbeiter- und Bauem -
Inspektion; -korrespondent, der Werktätiger in
einem soz. Land, der der Presse, dem Rundfunk regel
m äßig aus einem Tätigkeitsbereich berichtet; -künd e,
die jo. Pl.f Wissenschaß von der Lebensweise und
Kultur des werktätigen Volkes; dazu -kundlich fAdj.;
nicht präd.f; -kunst, die fo. PI./ künstlerisches
Schaffen des werktätigen Volkes; dazu -künstler, der;
- l ied, das im werktätigen Volk überliefertes, oft von
einem unbekannten Verfasser stammendes, volks
tümliches Lied; -m acht, die fo. Pl.f vom werktätigen
Volk unter Führung der Arbeiterklasse ausgeübte
staatliche M acht: die Errichtung der V.; -marine,
die die Seestreitkräße der DDR; -m asse , die /vorw.
P l.f die werktätige Bevölkerung, die fortschrittlich
handelnden Klassen und Schichten in einer ge
gebenen Gesellschaft-, die Rolle der Volksmassen in
der Geschichte; -m en ge, die Menschenmenge;
- m u nd, der jo. Pl.f im werktätigen Volk lebendige
mündliche Überlieferung, volkstümlicher Sprach
gebrauch: der V. sagt, berichtet, daß
-musik,
die jo. Pl.f im werktätigen Volk überlieferte volks
tümliche Musik, die meist national od. landschaß-■
lieh geprägt ist; -polizei, die jAbk. VP/ Polizei der
DDR: ein Revier, eine Inspektion der V .; -polizist,
der Angehöriger der Volkspolizei; dazu -p olizistin,
die; -reden, die fPl./ + umg. scherzh. halte
keine (langen, endlosen) Volksreden (fasse dich
kurz)\; -republik, die jAbk. VR; Bez. für volks
demokratische, auch antiimperialistisch-dem okrati
sche Staaten/: die V. Bulgarien; -schule, die v e r
a lte n d für alle schulpflichtigen Kinder verbindliche
allgemeinbildende Schule im bürgerl. Schulsystem;
- Schüler, der v e r a l t e n d Schüler der Volksschule;
- Solidarität, die /M assenorganisation in der DDR für
freiwillige solidarische H ilfe/;-Souveränität, die Recht
des werktätigen Volkes, die Macht innerhalb eines
Staates auszuüben: die Verwirklichung der V. im
Sozialismus; -stamm, der veraltend Völker
schaft, Volksgruppe; -stück, das /PL -e/ volkstüm
liches, oft humoristisches Theaterstück, das meist
landschaftlich geprägt (und in M und art abgefaßt)
ist; -tan z, der im werktätigen Volk überlieferter
volkstümlicher Tanz, der meist national od. land
schaftlich geprägt ist; -tanzgruppe, die Gruppe von
Laienkünstlern, die Volkstänze aufführen; -traeht,
die traditionelle Kleidu ng des werktätigen Volkes,
bes. der ländlichen Bevölkerung einer bestimmten
Landschaft
Volkstum, das; -(e)s, /o. PL/ veraltend: Sitten,
Bräuche, die im V. (in der Lebenssphäre des werk
tätigen Volkes, m eist einer bestimmten Landschaß)
wurzeln
volkstümlich /Adj./ 1 . dem Denken und Fühlen des
werktätigen Volkes entsprechend: volkstümliche
Lieder, Balladen, Tänze — 2. veraltend er gab
eine volkstümliche (allgemeinverständliche) Ein
führung; dazu Volkstümlichkeit, die; jo. PL/
Volks/Volks] -verbunden /Adj./ engjnii dem werk
tätigen Volk, m it seinen Interessen verbunden; dazu
- Verbundenheit, die; -Verdummung, die; Jo. Pl.j
bewußte M anipulierung des werktätigen Volkes im
Interesse der imp erial. Bourgeoisie; -Vertreter, der
gewähltes M itglied einer Volksvertretung, Abgeordne
ter; -Vertretung, die 1. aus gewählten Abgeordneten
bestehendes wichtigstes Staatsorgan der soz. Demo
kratie: die oberste V.; die örtlichen Volksvertre
tungen — 2 . /im bürgert. Sprachgebrauch der Ver
schleierung der wahren M achtverhältnisse dienende
Bez. für ein bürgerl. Parlament! ; -w ählen, die /PL/
freie, in Inhalt und Form einen Ausdruck der Durch
setzung soz. Demokratie darstellende Wahl einer
Volksvertretung; -w eise, die Melodie eines Volks
liedes; -wirt, der jnoch BRDj Fachmann auf dem
Gebiet der Volkswirtschaftslehre; -Wirtschaft, die
1. Gesamtheit der für die Produktion, Verteilung
und Konsumtion materieller Güter notwendigen
ökonomischen und wissenschaftlich-technischen P r o
zesse und Einrichtungen eines Landes: die soziali
stische, kapitalistische V .; der staatliche, genos
senschaftliche Sektor der V.
—
2. fo. PI .; noch
B RDj Volkswirtschaftslehre; -Wirtschaftler, der;
-s, - / noch BRDj Volkswirt; -wirtschaftlich /A dj.;
nicht präd.; zu -Wirtschaft 1 /: der volkswirtschaft
liche Wert, Nutzen dieser Forschungen; ein v.
wichtiger Betrieb; die volkswirtschaftliche /
Masseninitiative
Volkswirtschafts| -lehre, die jo. PI.; noch BRD;
Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaft!; -plan , der
jeweils für ein Jahr geltender Plan zur Entwicklung
der Volkswirtschaft und des gesamten gesellschaft
lichen Lebens in einem soz. La nd
Volks|zählung, die; -en statistische Untersuchung
zur Feststellung der Anzahl der Bevölkerung eines
Landes und zur Erfassung bestimmter Daten in der
Bevölkerung
voll /Adj./ 1 . m it einem bestimmten Inhalt (1.1) ver
sehen, angefüllt 1.1 . ein volles Glas; ein voller
Teller, Topf; eine volle Tüte, Flasche; ein voller
Bus, Saal; er spricht mit vollem Mund; der Eimer
ist (bis zum Rand, nur halb, ganz) v . ; der Saal war
/* brechend v .; er hat beide Arme, die Hände v.
(trägt mi tbeiden Armen, Händen gleichzeitig etwas);
O umg. ich bin jetzt wirklich v. (satt 1); salopp
er ist v. (stark betrunken) 1.2 . /wird bei Mengen
angaben unflektiert dem zugehörigen Subst. nach
gestellt, wenn der Inhalt bereits vorher erwähnt od. a ls
bekannt vorausgesetzt w irdj: die Suppe schmeckte
ihm so gut, daß er zwei Teller v. aß 1.3 . /in Ver
bindung mit einem unflektierten od. im Gen. od. auch
Dat. stehenden S ub st.; wird dem Bezugswort nach
gestellt; neben v oll wird auch v oller gebraucht/: ein
Glas v., voller Wein; ein Korb v., voller (frischer)
Eier; eine Flasche v. saurem Most; der Saal war v.,
voller (aufgeregter) Menschen; fauch mit von od.
mit/ eine Baste v. von, mit Spielsachen; O sein
Herz ist v., voller (aufrichtiger) Liebe; er ist v.
von Haß, Dankbarkeit — 2.1. rund in den Kon
turen: sie h at ein volles Gesicht, volle Lippen,
Arme; sie ist voller (dicker) geworden 2.2 . / nicht
adv./ volles (in großer Menge, dicht gewachsenes)
Haar 2.3 . kräftig (1.2) und klangvoll tönend: volle
Töne, Akkorde; mit voller Stimme singen, spre
chen — 3 . vollständig, ganz: die volle Menge, Zahl,
Summe; ein volles Dutzend; den vollen Preis
zahlen; er mußte eine volle Stunde, ein volles
Jahr warten; er unterschrieb mit vollem Namen;
für etw. die volle Verantwortung tragen; etw. in
vollstem Ernst sagen; für etw. vollstes Verständ
nis haben; die Bäume stehen in voller Blüte (sind
vollständig erblüht); die Maschine läuft, arbeitet
auf vollen Touren (auf Hochtouren), mit voller
Maschinenkraft; das war ein vo ller (großer) Sieg,
Erfolg; er bekam seinen Lohn v. ausgezahlt; er
muß den Preis v. bezahlen; sie arbeitet nicht mehr
v. (arbeitet verkürzt); er ist für seine Tat v. verant
wortlich
- f etw. v . und ganz (völlig) billigen, verstehen;
jmdn., etw. nicht für v. nehmen (jmdn., etw. nicht
ernst nehmen, nicht gelten lassen); aus dem vollen
schöpfen, wirtschaften, (alles reichlich zur Ver
fügung haben); umg. in die vollen gehen (ver-
schwenderich m it Geld, K r a ft umgehen); — das,
sein Geld mit vollen Händen ausgeben; den /*
Hals nicht v. (genug) kriegen; aus vollem / Halse
lachen, singen; alle, beide / Hände v. zu tun
haben; v. wie eine / Haubitze sein; die / Hosen
y. haben; jmdm. die / Hucke v. hauen, lügen;
jmdm. die / Jacke v. hauen, lügen; die / Jacke v.
kriegen; den /* Kanal v. haben; aus voller / Keh
le singen; den / Kopf v. haben; über jmdn., etw.
des/ Lobesv.sein:das/ Maßistv.;den/
Mund v. nehmen; die / Nase v. haben; den /
Rachen nicht v. (genug) kriegen; die Schnauze
v. haben; etw. in vollen Zügen genießen
- voll /in Verbindung mit Subst/ mit (viel): / z. B.
gehaltvoll
Voll/Voll| 7auf, -a uf /Adv./ 1 .1 . vollständig (1.2): sie
waren damit v. zufrieden 1 .2. er hat damit v.
(genug, reichlich) zu tu n; -au to m at, der technische
Vorrichtung, Maschine m it automatisch gesteuerter
Arbeit (1.4); dazu -automatisch /Adj.f: eine voll
automatische Waschmaschine, Taktstraße; -auto
matisiert /A dj./ ausschließlich mit Vollautomaten
ausgerüstet: eine vollautomatische Werkanlage;
- bad, das Bad für den ganzen Körper; -hart, der
dichter Bart an Wangen, Kinn und Oberlippe; -be
schäftigt /Adj.; nicht adv./ die normale Arbeitszeit
eines Werktätigen ableistend: der Betrieb hat
300 vollbeschäftigte Mitarbeiter; -besehäftigten-
einheit, die /Abk. VBE/ die Arbeitszeit einer voll be
schäftigten Person repräsentierende rechnerische
Größe in Planung und Statistik, auf die die Arbeits
zeit der verkürzt arbeitenden Personen anteilmäßig
bezogen w ird; -besehäftigung, die /o. PI .; von bürgerl.
Ökonomen geprägte und vorwiegend für den Zustand
der kap. Wirtschaft (in der Zeit der Hochkonjunktur)
gebrauchte Bez., bei dem nur ein sehr geringer Pr o
zentsatz der Arbeitskräfte arbeitslos i s t/: wirkliche V.
(Realisierung des-Rechts auf Arbeit für alle) ist nur
im Sozialismus gegeben; -besetzt lAdj.; vorw. attr./
völlig besetzt: ein vollbesetzter Bus; -besitz, der /in
der Verbindung/ im V. seiner K räfte, Sinne sein
(über seine K räfte, Sinne voll verfügen können);
- h ier, das /o. Pl.j Bier mit einem Gehalt an Stamm
würze von 11 bis 13 Prozent; -blut, das Vollblüter:
dieses Pferd ist ein englisches V.; -blüter, der; -s, -
reinrassiges Pferd, das von Tieren aus arabischer od.
englischer Zucht abstammt; -blütig /A dj./ 1. /nicht
adv./' aus reinrassiger Zucht stammend: ein v oll
blütiges Pferd — 2 . voller Lebenskraft und Tempe
rament: er ist ein vollblütiger Mensch; -blutpferd,
volksverbunden — Vollblutpferd
1283
82 Wörterbuch
1284
vollbringen — vollpumpen
das Vollblüter; -bringen /hat vollbracht/ etw. bis
zum völligen Abschluß durchführen, tun: er v o ll
brachte große Leistungen, ein gutes Werk, hat es
mit großer Energie vollbracht; -busig fA dj.; nicht
adv./ mit stark entwickelter Brust (2): eine vollbusige
Frau; -dampf, der jin der Verbindungj mit V. m it
voller Kraft der Maschinen: das Schiff fuhr mit
V.; O um g . mit V. (schnell, fleißig) arbeiten;
- d ünger, der meist mineralischer Dünger, der Stick
stoff, Phosphorsäure und K a li enthält
Völlegefühl, das jo. Pl.j Gefühl übermäßigen S att
seins
voll| -enden /hat vollendet; / auch vollendet/ etw.
Begonnenes zu Ende führen, zum Abschluß bringen:
wir haben das Werk, den Bau vollendet; + jmdn.
vor vollendete / Tatsachen stellen; -endet /Adj.;
/ auch vollenden/ 1 .1 . unübertrefflich, ausgezeich
net, vollkommen: er ist ein vollendeter Redner,
Schauspieler; er hat das Musikstück v . g espielt
1.2 . /nur a ttr .; drückt im negativen Sinne einen hohen
Grad aus/: jmd. ist ein vollendeter (sehr großer)
Heuchler; das ist (ein) vollendeter Blödsinn!
vollends fAdv.j 1. völlig, ganz und gar: die Sonne
brach nun v. durch; das wird ihn v. verärgern —
2. vor allem: die Landschaft ist sehr reizvoll, v. jetzt
im Frühling
Voll/voll| -endung, die. fo. Pl.f 1. /zu vollenden/:
der Bau der Talsperre steht vor seiner V., geht
seiner V. entgegen — 2. Vollkommenheit, Per
fektion: sein Klavierspiel war von höchster V.;
entwickelt jA dj.; nur attr./ körperlich, geistig ganz
entwickelt, vollständig ausgebildet: das Gewicht eines
vo llentwickelten Tieres
Völlerei, die; /o. Pl.j Unmäßigkeit im Essen und
Trinken: jmd. neigt zur V.
Voll/voll| -erntem aschine, die Erntemaschine, m it
der alle für die Bergung der Ernte notwendigen
Arbeitsgänge ausgeführt werden können: eine V. für
Getreide, Rüben; -essen, sich /Vb./ umg. so viel
essen, bis man völlig satt ist
Volleyball, der fo. P l.j [volibal] Ballspiel zwischen
zwei Mannschaften, bei dem der Ball nach bestimm
ten Regeln mit den Händen über ein Netz ge
schlagen werden m uß
voll/Voll| -fett /A dj.; von Milchprodukten/ sehr fett
haltig, mit nicht reduziertem Fettgehalt: vollfetter
Käse; -führen /hat vollführt/ etw. machen, tun: er
vollführte einen mächtigen Sprung, hat große Taten
vollführt; -füllen /Vb./ etw. ganz füllen: ein Glas,
den Tank v.;
- gas, das /in den Verbindungen/ V.
geben (die Fahrt des A utos, Motorrads aufs äußerste
beschleunigen); mit V. (mit größtmöglicher Ge
schwindigkeit) fahren; -g efühl, das /in der Ver
bindung/ im V. v o n etw . in gefühlsbedingter Über
zeugung: er tat, sagte das im V. seiner Überlegen
heit; -gießen /Vb.j 1. etw. durch Hineingießen
einer Flüssigkeit füllen: das Glas, den Eimer v.
— 2. umg. etw., jmdn. durch Verschütten von Flüssig
keit beschmutzen: das Kind hat den Teppich (mit
Milch) vollgegossen; -gültig /Adj.; vorw. attr./ un
eingeschränkt gültig: vollgültige Dokumente, B e
weise; -heulen / Vb.j + jmdm. die
Ohren v.;
-id iot, der salopp Schimpfw. großer Dummkopf,
Trottel: du V .!
völlig /Adj.; nicht präd.j vollständig, uneinge
schränkt, restlos: etw. v . verstehen, vergessen; v.
betrunken sein; völlige Gewißheit erlangen; es
herrschte völlige Ruhe, Windstille; du hast v. recht;
das ist v. unmöglich
VQll/Voll| -inhaltlich jAdj.; vorw. adv./: einen An
trag, Vorschlag v . (den Inhalt in allen Punkten be
treffend) unterstützen, billigen; -invalidität, die
völlige Arb eitsunfähigkeit wegen eines körperlichen,
geistigen Schadens; -jährig /A dj.; nicht adv./ in
einem Alter, das zu bestimmten zivil- und famtlien
rechtlichen Handlungen und zur Wahrnehmung we
sentlicher politischer Rechte berechtigt: der Täter
war noch nicht v.; dazu -jährigkeit, die; /o. Pl.j;
- jammern /Vb.j
-j- jmdm. die / Ohren v.;
- kaskoversicherung, die Kaskoversicherung gegen
sämtliche Schäden; -komfort, der: eine Wohnung
mit V. (mit kompletter moderner technischer A usstat
tung)
vollkommen /Adj./ I . /vpllkommen; nicht präd.j
vollständig, völlig, uneingeschränkt: vollkommene
Einigung erzielen; es herrschte vollkommene Ruhe,
Finsternis; etw. v . verstehen; ich bin v. deiner
Meinung — H . /vollkQmmen/ 1.1 . seinem Wesen
entsprechend voll ausgebildet, ohne Fehler gestaltet:
ein vollkommenes Kunstwerk; die vollkommene
Schönheit der Rose; keiner ist v. 1 .2 . /nur präd.j
sein Glück, die Finsternis war v. (überaus groß);
zu II.1.1 Vollkommenheit, die; -, /o. Pl.j
Voll/voll| -kornbrot, das aus grob gemahlenem, alle
Bestandteile des Getreidekorns enthaltendem M ehl
gebackenes dunkles Brot; -kriegen /Vb.j umg. etw.
ganz füllen können: er kriegte den Korb schnell (mit
Pilzen) voll; -kritzeln / Vb./ umg. etw., bes. Papier,
ganz m it Schnörkeln, Schriftzeichen bedecken;
- laden /Vb.; Schreibg. volladen/: den Wagen v.
(so beladen, daß er ganz gefüllt ist); -laufen /Vb.;
Schreibg. vollaufen/ 1.1 . einen Eimer, die Bade
wanne v. (sich völlig mit Flüssigkeit füllen) lassen
1.2. salopp erhat sich v. lassen (hat sich betrunken);
-m a chen jVb.j 1.1 . umg. etw. ganz füllen: den
Eimer v. 1.2. salopp das Kind hat die Hosen voll
gemacht (seine Notdurft in die Hose verrichtet) —
2. um g. etw., sich beschmutzen: das Kind hat das
Tischtuch, sich ganz vollgemacht; -}- das macht
das / Maß voll; -macht, die;
-en 1. jmdm. von
jmdm. erteiltes Recht, etw. an dessen Stelle tun zu
dürfen: jmdm. (die) V. (zum Unterschreiben)
geben, erteilen, übertragen; jmdn. m it allen Voll
machten ausstatten; seine V. mißbrauchen, über
schreiten — 2 . Schriftstück, das 1 ausweist: eine V.
ausstellen, vorweisen;-matrose, derSeem annsspr.
Seemann mit abgeschlossener Au sbildung; - m e
chanisiert /Adj./: eine vollmechanisierte Baustelle
(eine Baustelle, auf der alle Arbeitsgänge auf maschi
neller B asis ablaufen) ; -m ilch, die Frischmilch mit
nicht reduziertem Fettgehalt; -milchschokolade, die;
-m o nd,derjo.PI./derMondinder Phase, in der seine
der Erde zugewandte Seite vollständig zu sehen ist: es
ist, wir haben heute V .; -mondgesicht, das jPl. -er/
umg. spött. volles, rundes Gesicht: er hat ein V.;
- mündig /Adj./ fachspr. /von Wein, Bier/ kräftig
im Geschmack: ein vollmundiger Wein; -narkose, die
Narkose mit vollständiger Ausschaltung des B ewußt
seins: jmdn. in V. operieren; -packen /Vb.j: die
Koffer, Kisten v. (so viel in die Koffer, Kisten
packen, daß sie ganz gefüllt sind); -pension, die
jo. PI ./ Unterkunft m it Übernachtung und Vollver
pflegung: ein Zimmer mit V.; -pfropfen /Vb./ umg.
etw. vollpacken: die Aktentasche v .; -pumpen / Vb.j
Vollreife — vo n
1285
1. etw. durch Hineinpumpen mit einer Flüssigkeit,
einem Gas ganz füllen: den Reifen mit Luft v.
—
2. umg. sich mit etw. v. etw. (in großer Menge) in
sich aufnehmen: er h at sich mit Sonne, Wissen,
frischer Luft vollgepumpt; -reife, die höchster R eife
grad: die V. der Weintrauben; -saugen, sich fVb.f
etw. saugt sich voll etw. füllt sich 1 .1 . allmählich
m it Flüssigkeit: der Stoff, Schwamm h at sich (mit
Wasser) vollgesaugt, vollgesogen 1.2 . durch Ein
saugen einer Flüssigkeit: die Mücke hat sich mit
Blut vollgesaugt, vollgesogen; -schlagen fVb.; hat/
-fsichden/ Bauchv.;
-schlankfAdj./ verhül
lend jbes. von Frauen/ ein wenig dick, rundlich:siehat
eine vollschlanke Figur, ist v.; -schmieren fVb.f 1.
u m g . sich, etw. beschmutzen: sich das Gesicht (mit
Ruß) v.; er hat sich mit Lehm vollgeschmiert — 2 .
s a lo p p femot. neg.j etw. vollschreiben; -schreiben
jVb.l etw., bes. P apier, ganz mit Schriftzeichen bedek-
ken: ein Blatt, Notizbuch v.; -ständig fAdj.f 1.1 . /be
zogen auf Zählbares/ alle dazugehörigen Teile, Stücke
umfassend: ein vollständiges Verzeichnis der
Werke des Dichters;diese Sammlung ist nicht ganz,
ist fast v.; die Gruppe ist noch nicht v. (ver
sammelt) 1.2 . /bezogen auf das Ausmaß einer Sache/
ohne die geringste Einschränkung, uneingeschränkt:
die vollständige Wiederherstellung seiner Gesund
heit; jmdm. vollständige Freiheit lassen; es herrsch
te vollständige Finsternis; etw. v . vergessen; das
genügt mir v .; dazu -ständigkeit, die; -, jo. Pl.f;
- Stellen fVb.f einen Raum (mit etw.) v. in einen
Raum soviel wie möglich (von etw.) stellen, einen
Raum ganz (mit etw.) füllen: das Zimmer mit alten
Möbeln v .;
- stopfen /Vb.j umg. etw. vollpacken;
- strecken /hat vollstreckt/ eine rechtlich wirksame
Entscheidung verwirklichen: ein Urteil, eine Strafe
v.; das Urteil wurde sofort vollstreckt; dazu
- Streckung, die; -,
-e n : die V. eines Urteils -syn
thetisch jA dj. ; nicht adv./ ausschließlich aus Kunst
fasern hergestellt; -tanken fVb.f 1 .1 . ein Auto, Flug
zeug v . den Treibstoffbehälter eines Autos, Flugzeugs
vollständig füllen: dasAuto, Flugzeug v. 1 .2 . sa lopp
scherzh. sich v. (sich betrinken); -tönend fAdj.;
vorw. attr.f kräftig und klangvoll tönend: eine vo ll
tönende Stimme; -transistoriert fAdj.; nicht adv./
T ech n . ausschließlich mit Transistoren ausgerüstet;
- treffer, der 1. Schuß, Schlag mitten ins Ziel: das
Haus ist durch einen V. zerstört worden — 2. umg.
das Buch wurde ein V. (hatte eine große Wirkung,
viel Erfolg); -trinken, sich/ Vb.f übermäßig viel trin
ken; sich betrinken; -trunken /Adj.f völlig betrunken;
-Verpflegung, die fo. Pl.f: ein Urlaubsplatz m it V.
(mit vollständiger Verpflegung); -Versammlung, die
Versammlung aller Mitglieder, Mitarbeiter: die V. der
Vereinten Nationen; -waise, die /meist im Unter
schied zu Halbwaise/ Kind , das beide Elternteile
durch Tod verloren hat; -wertig /Adj.f alle dazu
gehörigen nötigen Eigenschaften aufweisend, den
vollen, uneingeschränkten Wert besitzend: ein e v o ll
wertige Arbeit, Ernährung; jmdm. (einen) v o ll
wertigen (gleichwertigen) Ersatz (für etw.) leisten;
- zählig fA dj.; vorw. adv. u. präd.f alle dazugehören
den, nötigen Personen, Teile umfassend, die voll
ständige Anzahl aufweisend: sie waren (noch nicht)
v., v. versammelt; -ziehen /hat vollzogen/ 1 . etw.
o ffiziell A u fgetragenes, Festgelegtes ausführen, ver
wirklichen : einen Auftrag v . ; ein Urteil, die Trau
ung v. — 2. etw. vollzieht sich in bestimmter Weise
etw. geschieht in bestimmter Weise, geht in be
stimmter Weise vor sich: dieser Vorgang, diese
Wandlung vollzieht sich gesetzmäßig, zögernd,
unbewußt; -zug, der fo. Pl.f das Vollziehen (1):
den V. des Urteils aufschieben
Volontär, der; -s, -e [volon.., voloq..] 1 . Ab
iturient, der vor Aufnahme des Journalistikstudium s
in einer Redaktion tätig ist — 2 . fvorw. in der kap.
Wirtschaftf jmd., der zu seiner (kaufmännischen)
Ausbildung unentgeltlich od. gegen geringes Entgelt
und nicht im Lehrverhältnis arbeitet
Volt, das; -/ -es/-s, - {y.^ fAbk. V .; Maßeinheit der
elektrischen Spannung/
Volumen, das; -s, -/Volumina [v ..] 1 . räumliche
Ausdehnung eines Körpers, Rauminhalt: das V. des
Würfels, einer Kugel berechnen — 2 . Gesamtmenge
von etw. innerhalb eines bestimmten Zeitraums: das
V. des Handels, der chemischen Produktion
voluminös fAdj.f [v ..] von verhältnismäßig großer
räumlicher Ausdehnung, umfangreich: ein v olu
minöser Felsbrocken, Sessel, Rucksack
vom fPräp. von -j- Lat. (dem) von 1der, xdas/; /
von 1, 2.1.1, 2.1.3, 3, 4.4, 4.5, 5.1, 5.3, 6.1, 6.3, 7.2,
7.3, 7.4, 8, 9; fin vielen Fällen heute nur vom/: er
stammt v. Lande
von fPräp. mit Lat.; / auch vom/ 1 . fräuml.f
1.1 . /weist auf den Ausgangspunkt, den Standort als
Ausgangspunkt hin/ 1.1.1. der Zug kommt v. Ber
lin; jmdn. v . der Seite ansehen; etw. schon v.
weitem erkennen, v . draußen hören können
1.1 .2 . fin Korrelation mit Präp., die den Zielpunkt
angeben/: v . Leipzig nach Dresden fahren; ein
Buch v. vorn bis hinten durchlesen; v ___zu / *zu
1.1.3. 1 .1 .8 . fin, Verbindung mit dem Subst. od. Adv.
nachgestelltem her, herab,herauf, aus/: vom Meer, v .
derKüste herwehteein starkerWind;vom Turm aus
hat man eine weite Sicht 1.2 . jweist auf den Bezugs
punkt für die Kennzeichnung einer räumlichen Lage,
den Anfangspunkt einer räumlichen Erstreckung
hinf 1.2 .1 . er war v. der Stadt noch weit entfernt;
die Klingel befindet sich links v. der Tür 1.2 .2. fin
Korrelation mit Präp., die den Endpunkt einer Er
streckung angeben/: das1 Baugelände erstreckt sich
v. hier bis zur Autobahn; die Entfernung v. der
Erde (bis) zum Mond 1.2 .8 . fin Verbindung mit
nachgestelltem an, ab, aus/: der Brief muß v. hier
an geändert werden; v. hier aus ist es nicht mehr
weit bis zu unserem Haus 1.3 . /weist beim Entfer
nen, Trennen auf den Ausgangspunkt und die davon
wegführende Richtung hinf: das Bild v. der Wand
nehmen; v. zu Hausefortgehen; sich v. jmdm., etw.
nicht trennen können; jder Ton liegt auf von/ etw.
v. sich werfen, tun 1.4 . /weist auf die Herkunft, den
Ursprung hin (vgl. 6 .1)/: er ist v. auswärts, stammt
nicht v. hier; umg. er ist v. (xaus 2) Berlin — 2.
fzeitl.f 2.1 . Iweist auf den Anfangspunkt eines
zeitlichen Ablaufs, einer bestimmten Zeitspanne hinf
2.1 .1 . fin Verbindung mit nachgestelltem an, ab, auf,
her/: (vgl. 1.1.3, 1.2.3) v. nun, jetzt, heute, morgen,
Kindheit an; ich habe das v. Anfang an gewußt;
um g. v . heute ab"1; v. Kindheit, (frühester) Jugend
auftreibt er Sport; sie kannten sich vom Urlaub her
2.1 .2 . finden Verbindungen/ v. / neuem; v. / vorn
2.1 .3 . / in Korrelation mit Präp., die den Endpunkt
einer bestimmten Zeitspanne angeben/: in der Zeit v.
9—12 Uhr ; das Geschäft ist v. Montag bis Freitag
geöffnet; sie arbeitet v. morgens bis abends; v. ...
82*
1286
voneinander — vor-
zu / xzu 2.2 — 3 . /weist auf eine untere Grenze als
Ausgangspunkt hin; oft mit dem Subst. od. Adv,
nachgestelltem an/: im Sonderverkauf gab es
Taschen v. acht Mark an; vom Abteilungsleiter
(an) aufwärts — 4 . /modal/ 4.1 . /vor Angaben einer
charakteristischen Eigenschaft von jmdm ., etw./: ein
Mann v. kräftiger Gestalt, aufrichtiger Gesin
nung, erstaunlichem Mut; ein Schriftsteller v .
Rang, Format, großem Ruf; eine Reportage v.
großer Aktualität; für uns ist das v. Vorteil, v.
(großem) Nutzen, V. größter Wichtigkeit 4.2 . /weist
vor M aß-, Zahl- und Wertangaben auf eine nähere
Charakterisierung hin/: ein Brett v. zwei Meter
Länge; eine Wanderung v. drei Stunden; ein
Paket v. acht Kilo; ein Winkel v. 90 Grad; eine
Stadt v. einer Million Einwohner 4.3 . /vor Stoff-
namenj xaus (4): ein Kleid v. Seide; ein Ring v.
echtem Gold 4.4 . /w eist vor temporalen Angaben auf
eine nähere Charakterisierung hin/ : er erinnert sich
an das Gespräch v. gestern; eine Frau v. heute
(eine moderne Frau) 4.5 /vor Angaben, die das Mittel
bezeichnen/ : er hat das v. seinem Lohn, Taschen
geld gekauft; er kann v. seinem Einkommen gut
leben — 5« /kausal/ 5.1 . auf Grund (II.1.3): er ist
müde v. dem weiten Weg; er erwachte v. dem
Lärm 5.2 . /in Verbindung mit wegen/ von + Gen.
eines Subst. o. Art, + wegen: v. Berufs wegen (auf
Grund des Berufes, beruflich); v. Staats wegen
(durch den Staat) 5.B. /in passivischen Sätzen, wenn
das logische Subjekt unmittelbare Ursache des Ge
schehens ist/ :das Kind wurde v. der Mutter gerufen;
er wurde v. einem Auto angefahren; sie wurde v.
ihren Sorgen niedergedrückt — 6 . /steht als Teil
einer p räp. Verbindung, die ein Genitivattribut ver
tritt/ 6.1 . /weist auf die Zugehörigkeit, den Besitzer,
den Schöpfer eines Kunstwerks hin (vgl. 1 .4)/: die
Einwohner v. L; er ist ein Freund v. mir; man
hörte den Lärm v. Kindern; hier liegt ein Heft v.
Peter; umg. dort steht das Glas v. Peter (Peters
Glasp; er liest ein Gedicht v. Bertolt Brecht; es
wurde eine Oper v . Mozart gespielt 6.2 . /schließt an
ein Verbalsubst. d as Objekt des entsprechenden trä n-
sitiven Verbs an/: der Verkauf v. Obst; der Bau v.
Autobahnen 6.3 . /weist darauf hin, daß etw., jmd.
Teil einer Menge ist/:er hat v. dem Geld die Hälfte
bekommen; jeder v. uns, keiner v. ihnen ist dazu
bereit; Tausende v . Einwohnern nahmen an der
Kundgebung teil; er hat viel v. der Welt gesehen —
7.1 . um g. /weist auf die Gattung hin in Verbindung
m it einer bildhaft umschriebenen hervorstechenden
Eigenschaft/ : er ist ein Riese v. einem Mann (ein
riesengroßer M ann), ein Muster v. einem Schüler
(ein musterhafter Schüler) 7.2 . hinsichtlich: er ist
klein v. Statur; sie ist ein Ausbund v. Klugheit;
er ist Lehrer v . Beruf; /in Verbindung mit nach
gestelltem her/ der Lehrstoff ist v. der Sache her
recht schwierig 7.B. /weist auf die Person hin, über
deren Verhaltensweise eine bestimmte Aussage ge
macht wird/: das war klug v . dir (deinerseits); es
war vernünftig v . deinem Bruder, so zu reagieren
7.4 . 1über (3.2 .2): v. jmdm. sprechen; v. etw. er
zählen* schreiben, berichten, lesen; ich weiß nichts
v. ihm, v. der Sache — 8. /Abk. v .; Bestandteil
mancher Eigennamen, der früher die Zugehörigkeit
zum Adel angab/: Alexander v. Humboldt;
J. W. v . Goethe — 9 . /in fester Abhängigkeit von
Verben, Subst., A dj./\ v. jmdm., etw. abhängen,
abhängig sein; die Abhängigkeit v . jmdm.,
etw.
+ umg. v. wegen (das kommt nicht in Frage)!
von| -einander /Adv./ einer, eines vom anderen: die
beiden fordern viel v .; die beiden Hälften v. tren
nen; zwei weit v. entfernte Orte; sie sind v. ent
täuscht; sie wußten alles v.;
- nöten /Adv./ etw.,
jmd. ist v. etw., jmd . ist nötig, dringend erforderlich:
größfce Eile, schnelle Hilfe, ein Arzt ist hier v.;
- statten /Adv.; in der Verbindung/ etw. geht in
bestimmter Weise v. etw. verläuft (6) in bestimmter
Weise:die Arbeit geht rasch, zügig, ohne Störung v.
xvor /Präp. mit Dat. u. Akk.; / auch vorm, vors/
1. /räumt./ 1.1. /mit Dat.; gibt die Lage an/ im Be
reich der Vorderseite von etw., jmdm . (aus der
Sicht des Betrachters): er wartete, stand v. dem
Kino; das Auto hielt v. dem Haus, kurz v. der
Kreuzung; im Theater v. jmdm. sitzen 1.2 . /mit
Akk.; gibt die Richtung an/ in den Bereich der
Vorderseite von etw., jmdm. (aus der Sicht des Be
trachters) : er stellte sich v. das Kino, den Spiegel;
das Auto fuhr bis v. das Haus; sich v. jmdn. setzen;
sich beim Husten die Hand v. den Mund halten —
2. /mit Dat.; weist auf eine Rang-, Reihenfolge hin;
betont die erste Stelle gegenüber der zweiten, den
folgenden/: jmdm. v . einem anderen, einer Sache v.
einer anderen den Vorzug geben; er war v. mir an
der Reihe — B. /zeitl.; mit Dat./ 3 .1 . /weist auf
einen Zeitpunkt hin, der einem anderen Zeitpunkt
od. einem bestimmten Vorgang vorausgehtf: es ist
fünf Minuten v. sieben Uhr; im Jahre 753 v. un
serer Zeitrechnung /Abk. v .u .Z ./; v. dem Schlafen
gehen; er wird nicht v. morgen früh, v. Abend ein
treffen B.2. /weist auf einen Zeitpunkt hin, der eine
bestimmte Zeitspanne zurückliegt/: er ist v. drei
Tagen, v. vier Wochen zurückgekommen; das ge
schah v. Jahren, v. langer Zeit — 4 ../mit Dat. ; weist
auf eine zeitliche Reihenfolge hin/: er ging v. uns
(eher als wir) weg, war v. uns da — 5. /mit Dat./
5.1 . in Gegenwart, im Beisein von: etw. v. Zeugen
erklären; etw. v . allen Leuten tun 5.2 . jmdm., einer
Sache gegenüber, in Hinblick auf: die Achtung, den
Respekt v. jmdm. verlieren; jmdn. v . einer Ent
täuschung bewahren; sich v. einer Erkältung
schützen 5.3. v . jmdm., etw. davonlaufen (davon-
laufen, um jmdm ., einer Sache zu entgehen) —
6. /kausal; mit Dat.; o. Art./ auf Grund von, wegen,
infolge: v. Freude, Glück strahlen; v. Angst, Kälte
zittern; v. Schmerzen stöhnen; in dem Zimmer
konnte man v. Qualm nichts sehen — 7. /mit Dat.;
in fester Abhängigkeit von Verben, Subst./: sich v.
etw. ekeln, fürchten; die Furcht v. Krankheit
2vor /Adv.; in Aufforderungen/ nach vorn (1): Frei
willige v .!; zwei Schritte v .!
-j- da gab es kein Vor und (kein) Zurück (keinen
Ausweg) mehr; — ^ nach wie v.
vor- /trennbare, cxets betonte Partikel vor Verben und
deren substantivischen Ableitungen, die in Verbin
dung mit dem Grundwort bestimmte produktive B e
deutungstypen bildet/ 1 . sich vorwärts bewegend,
nach vorn: /* z. B . vorpreschen, vorstürmen —
2. an der Vorderseite, davor: /* z. B . vorbinden,
Vorhängen — B. a us , zwischen etw. heraus sichtbar
werdend, hervor:
z. B . vorgucken, vorragen —
4. zu einem Ort, einer Person hin:
z. B. Vorfah
ren, vorladen — 5 . /in Part. Prät.f weiter vorn: /
z. B. vorgenannt — 6 .1 . der eigentlichen, endgülti
vorab — vorausschauen
1287
gen Handlung vorausgehend’. / z. B . vorbereiten,
vormontieren 6.2 . auf einen späteren Zeitpunkt
bezogen: / z. B . Vorarbeiten — 7.1. einen späteren
Zeitpunkt näher an die Gegenwart heranrückend:
2. B. vordatieren, vorverlegen 7.2. lim Part. Prät.f
bereits vorher: / z. B. vorbelastet, vorbestraft —
8.1 . sich an eine anwesende Person, Personengruppe
wendend: / z. B . vorklagen 8.2. eindringlich er
mahnend, tadelnd: z. B . Vorhalten, vorwerfen —
9. eine herausragende Stellung innehabend: / z. B .
vorherrschen
vorab jAdv.j Zunächst, im voraus: v. sei gesagt,
daß ...
Vor| -abdruck, der jPl. -e/ 1. das Abdrucken vor der
eigentlichen Veröffentlichung — 2 . das vor der
eigentlichen Veröffentlichung Abgedruckte; -abend,
der Io. PLI 1 . Abend, der einem Tag mit einem be
sonderen Ereignis vorausgeht: am V. der Prüfung,
seiner Abreise — 2 . Zeitabschnitt, der einem histo
rischen Ereignis unmittelbar vorausgegangen ist: am
V. des Zweiten Weltkrieges, der Reformation;
-ahnung, die Gefühl, daß etw. (Unangenehmes) ein-
treten w ird: ihn befiel eine (böse, schlimme) V.
vor$n/Adv./ [..ran; Trennung: vor|an]l. vor jmdm.,
etw. her, an der Spitze einer Gruppe: wir wanderten,
der Vater immer v.; jmdm., einer Sache v.: dem
Festzug v. marschierte eine Musikkapelle — 2 .
die Kinder tobten wild herum, (allen) v. (besonders)
der Jüngste
voran| -bringen jVb.j etw., jmdn. v . es (durch eigenes
Zutun) dahin bringen, daß etw.,jmd. vorankommt (1):
die Frühjahrsbestellung, Ausbauarbeiten (rasch,
zügig) v.; -gehen /F&./ 1. vcr jmdm., etw. hergehen,
an der Spitze gehen: der Bergführer ging (den
Touristen) voran; jmdn. v . lassen — 2. /von Tex
ten! sich unmittelbar vor etw. Gedrucktem, befinden:
jvorw. im, Part. Präs./ das vorangehende Kapitel
des Buches enthält nähere Erläuterungen —
8. vor einem bestimmten Zeitpunkt erfolgen, liegen:
dem Vertragsabschluß gingen mehrere Verhand
lungen voran; vorangegangene Ereignisse; am
vorangegangenen Tag (am Vortag) — 4 . etw. schrei
tet fort: die Untersuchungen, Bauarbeiten gehen
rasch, zügig, schleppend voran; -f- mit gutem /
Beispiel v.; -kommen /V b./1 . sich in Richtung nach
vorn bewegen, von der Stelle kommen: bergauf, bei
diesem Sturm kamen sie nur langsam voran —
2. sich bei der Bewältigung von etw. einem gesteckten
Ziel nähern: er kommt mit dieser Arbeit gut, zügig
voran; in seinem Beruf v.
Vor| -ankündigung, die vorheriger Hinweis, vor
herige Ankündigung bes. einer Vorstellung: die
V. eines Gastspiels, der nächsten Premiere; -an -
meldung, die vorherige Anmeldung: ein Fernge
spräch mit V .; -anschlag, der vorherige Schätzung,
Berechnung der voraussichtlich entstehenden K o sten :
einen V. machen
voran | -schreiten /Vb./ 1 . sich erfolgreich weiter-
entwickeln: die E ntwicklung (des Sozialismus)
schreitet unaufhaltsam voran — 2 . geh. vor jmdm.,
etw. hergehen, an der Spitze schreiten; -stellen fVb.j
etw. einer Sache v. etw. an den Anfang von etw.
stellen: dem Buch ist eine umfassende Einleitung,
ein Leitwort vorangestellt; -treiben /Vb.; hat/ etw.
v . die rasche Entwicklung einer Sache energisch be
treiben :einen historischen Prozeß, dieProduktion v.
Vor/vor| -a nzeige, die vorherige Ankündigung einer
VorStellung bes. in Form einer Anzeige, eines Plakats:
die V. im Kino; -arbeit, die 1. vorbereitende A rbeit
(1.1): die Vorarbeiten haben begonnen — 2 . Kunst
werk, wissenschaftliches Werk, das zur Vorbereitung
eines größeren Werkes angefertigt wurde; -arbeiten
/Vb.j 1. Silvester v. (die Arbeitszeit des Silvester
tages zu einem früheren Zeitpunkt ableisten) —
2. sie hat schon für die Familienfeier am Sonntag
vorgearbeitet (Vorsorge getroffen); -arbeiter, der
Leiter einer Gruppe von Arbeitern in der kap. Wirt
schaft
vorauf /Adv./ [..rauf; Trennung: vor[auf] voran (1)
Vor|aufführung, die Aufführung eines Bühnenstücks
vor der Premiere
vorauf|gehen jVb.j vorangehen (1—3)
voraus, voraus /Adv./ [..raus; Trennung: vor|aus]
1 . /voraus; räuml.l 1 .1 . vor jmdm., etw.: es näherte
sich der W agen des Präsidenten, v . eine motorisierte
Eskorte; jmdm., einer Sache v.: die Spitzengruppe
der Radrennfahrer war dem Hauptfeld schon weit v . ;
O jmdm. (weit) v. (2überlegen 1 .1) sein 1 .2. See-
mannsspr. jin Kommandos/ vorwärts: (mit) Voll
dampf v .!; volle, halbe Kraft v.!
—
2. /zeitl./ 2.1.
(voraus; in der Verbindung! im v. schon vorher: wir
wußten es im v .; vielen Dank im v .!; den Beitrag,
die Miete im v. (vor dem festgesetzten Termin) be
zahlen 2.2 . /voraus/ jmdm., einer Sache v. sein: er
war, seine Erkenntnisse, Ansichten waren (dem Den
ken) seiner Zeit schon w eit v. (seine Erkenntnisse,
Ansichten wichen von der N orm seiner Zeit dadurch
ab, daß sie weit in die Zukunft wiesen)
voraus/Vorausl -ahnen / Vb./ etw. v . fühlen, ahnen,
daß etw. eintreten wird: erhat die Ereignisse voraus
geahnt; -berechnen /Vb./ den voraussichtlichen
Verlauf von etw. berechnen: die Umlaufbahn des
Satelliten v .; O die Wirkung seiner Worte v .; dazu
- berechnung, die; -bezahlen /Fö./ etw. vorher, im
voraus bezahlen: die Miete v .;
-datieren /Vb./
ein Schriftstück mit dem Datum eines in der Zu
kunft liegenden Zeitpunkts versehen; -eilen /Vb.;
ist/ 1 . sich schneller als jmd., etw. fortbewegen,
eilig vor jmdm ., etw. hergehen: er war (ihnen) schon
vorausgeeilt — 2 . er ist in seinen Ansichten seiner
Generation vorausgeeilt (hat Ansichten entwickelt,
die denen seiner Generation weit voraus 2.2 sind);
- exemplar, das V erlag sw. Exemplar eines Druck
werks, das vor Auslieferung der gesamten Auflage als
Muster abgegeben w ird; -gehen /F&./ vorangehen
(1—3); -gesetzt \Konj. in Verbindung mit daß; /
auch -setzen; unterordnend; leitet einen konditiona
len Gliedsatz ein; kennzeichnet den Gliedsatz im
Sinne einer Bedingung, aus der sich eine Folge her-
leitetl: wir werden pünktlich am Ziel sein, v . daß
der Zug keine Verspätung ha t;-haben / F&./ (jmdm.,
einer Sache, vor jmdm., etw.) etw. v . (jmdm., etw.
gegenüber) einen Vorzug, Vorteilhaben, (jmdm., einer
Sache) in etw. überlegen sein: er hatte (vor) seinem
Kollegen die größere Erfahrung voraus; unsere
Stadt hat vor anderen die schöne Umgebung vor
aus; -sa g e, die Vorhersage: Voraussagen über die
Zukunft, das W etter; die V. ist eingetroffen;
- s agen /Fö./ etw. Vorhersagen: das Wetter v.;
er sagte ein baldiges, schlimmes Ende voraus;
- s chauen /Vb./ die für die Zukunft zu erwartenden
Entwicklungen erkennen und berücksichtigen, den
Blick auf Künftiges richten: er hat diese Entwick
lung lange vorausgeschaut; eine weit voraus
1288
vorausschicken — vorbeireden
schauende Planung, Politik; -schicken /Fö./ 1.
jmdn., etw. so zeitig schicken, daß er, es vor jmdm.,
etw. eiw bestimmtes Ziel erreicht: eine Abordnung,
ein Paket v.
—
2. efw. vor dew eigentlichen A u s
führungen mitteilen, sagen: bevor ich zur Sache
komme, muß ich folgendes v.;
- s ehen /Fö./ etw.
vorher erkennen, eJtv. abschätzen: die Entwicklung
der Dinge y .; das war vorauszusehen!; -setzen / Vb.;
hat;
auch -gesetzt/ 1 . etw. als gegeben, sicher an-
sehen: jmd. s etzt stillschweigend, als selbst
verständlich voraus, daß ...; ich kann diese Tat
sache hier als bekannt v.
—
2.1 . etw. setzt etw.
voraus etw. wird durch etw. Vorausgehendes od.
bereits Vorhandenes möglich: diese T at s etzt großen
Mut voraus 2.2 . /leitet im Part Prät. einen Kondi
tionalsatz ein/ vorausgesetzt, (daß) ... (unter der
Voraussetzung, Bedingung, daß .. .) ; -Setzung, die;
-e n 1 .1 . etw., das vorhanden sein muß, damit etw.
anderes realisiert werden kann: dafür fehlen die
grundlegenden, die wichtigsten, alle objektiven
Voraussetzungen; vorher mußte man die notwen
digen, materiellen, ökonomischen, technischen
Voraussetzungen schaffen 1 .2 . /leitet einen K o n
ditionalsatz e in ; in der Verbindung/ unter der V.,
daß... (wenn);-sicht, die 1. jvorw. Sg.jaufderKennt
nis von Zusammenhängen od. auf Vermutung be
ruhender Ausblick auf Künftiges: die wissenschaft
liche V. der gesellschaftlichen Entwicklung; ent
gegen aller V.; aller V. nach (mit großer Wahr
scheinlichkeit, voraussichtlich); menschlicher V.
nach (soweit man es voraussehen kann) — 2 . jo. Pl.j
Fähigkeit, Künftiges vorauszusehen, Weitblick: ihm
fehlt die notwendige V.; dieser Mißerfolg beruht
auf mangelnder V.;
-sichtlich /Adj.; nicht präd./
soweit man es voraussehen kann, wahrscheinlich: die
Sitzung findet v. in der nächsten Woche statt; der
Zug hat v. zehn Minuten Verspätung; die voraus
sichtliche Verspätung des Zuges beträgt zehn Mi
nuten
Vorauswahl, die jo. PI ./ das noch nicht endgültige
Auswählen aus einer größeren Anzahl: eine V. tref
fen
voraus/Voraus] -werfen / Fö./ + etw. wirft seinen
Schatten voraus; -zahlen / Fö./: (jmdm.) etw. v .
(jmdm. etw. im voraus, vorher zahlen); -Zahlung, die
Zahlung im voraus
Vor/vor| -bau, der fPl. - ten/ an der Vorderseite an
gebauter, vorspringender Gebäudeteil; -bauen /Fö./
I. etw. an der Vorderseite anbauen: dem Theater
wurde ein großes Foyer vorgebaut; eine vorgebaute
Veranda — I I . einer Sache Vorbeugen (2): einem
Mißverständnis, Irrtum v .;
- bedacht, der fin den
Verbindungen/ mit, in, aus V. bewußt (1.3): mit V.
handeln; etw. aus V. sagen; ohne V. ohne überlegt
zu haben, unbeabsichtigt: etw. ohne V. tun, sagen;
- bedenken fVb.f etw. im voraus bedenken, vorher
überlegen: hast du alle Möglichkeiten vorbedacht?;
die Folgen seines Handelns v .;
- bedeutung, die
fin Verbindung m it bestimmten A dj.f etw., das
Schlüsse auf Künftiges zuläßt: er hielt das für ein
Zeichen von guter, schlimmer, böser V.;
-bedin-
gung , die Voraussetzung (1.1); -behalt, der; -(e)s, -e
unter bestimmten Umständen geltend gemachtes
Bedenken, geltend gemachte Einschränkung, au f
abweichenden Auffassungen beruhende teilweise Ab
lehnung, innere Zurückhaltung: er hatte einen
stillen, heimlichen, inneren V. (ihm gegenüber);
kritische, moralische Vorbehalte; wir müssen einige
Vorbehalte dagegen anmelden; etw. mit, ohne V.
tun; -behalten fVb.f 1. sich etw. v . das Recht, ge
gebenenfalls etw. tun zu dürfen, für sich beanspru
chen, zur Bedingung machen: er behielt sich ge
legentliche Kontrollen, letzte Änderungen^ vor;
jcds Part. Prät. in verkürzten Passivsätzenf Ände
rungen v .; alle Rechte v. / Vermerk in Druckerzeug
nissen über die amtlich und durch das Urheberrecht
abgesicherte Rechtslage, betreffend Nachdruck, Ver
filmung usw.f
—
2.1 . etw. ist jmdm. v . jmd. ist
allein zu etw. berechtigt: die Verteilung der Auf
gaben ist dem Leiter v. 2 .2 . es ist, bleibt jmdm. v .,
etw. Bestimmtes zu tun: es war ihm, blieb ihm v.
(auf Grund der Umstände hatte allein er die Chance
und nutzte sie), als erster in die Tiefsee vorzu
dringen; -behältlich jPräp. m it Gen.f unter der
Bedingung, mit dem Vorbehalt, daß ...: v. seiner
Zustimmung; -behaltlos /A dj.f ohne Vorbehalt,
uneingeschränkt: jmdn., einen Vorschlag v. unter
stützen
vorbei fAdv.l 1 . fräuml.j an jmdm., etw. v . auf eine
Person, Bache zu, neben dieser her und in Richtung
nach vorn wieder von ihr weg: der Festzug war schon
an ihrem Haus v. — 2 . fzeUl.f vergangen, zu Ende:
die Stunde, Nacht, Gefahr, der Winter, das Un
wetter ist v.; als er kam, war bereits alles v.
vorbei- /in verbalen Zusammensetzungen und deren
substantivischen Ableitungen! 1. sich auf eine Person,
Sache zu, neben dieser her und wieder von ihr weg
bewegend: / z. B . vorbeifahren — 2 . fehlgehend,
mißlingend: S* z. B . vorbeischießen
vorbei/Vorbeil -fahren /Fö.; ist/ sich fahrend auf
eine Person, Sache zu, sich neben dieser her und wie
der davon weg bewegen: wir sind gestern mit dem
Auto an eurem Haus vorbeigefahren; -führen / Fö./
etw. führt an etw. vorbei etw. verläuft, erstreckt
sich neben etw., führt an etw. entlang: dieser W eg
führt an einem See vorbei; -gehen fVb.f 1. vgl.
- fahren: er ging an ihr, an dem Haus vorbei; beim,
im Vorbeigehen einen Blick auf etw. werfen; <•>
etw . nur im Vo rbeigeh en (flüchtig, nebenbei, bei
läufig) erwähnen, erledigen; er g eht an den Schön
heiten der Natur achtlos vorbei (läßt sie unbeachtet);
man kann an diesen Ereignissen, Tatsachen nicht
v. — 2. umg. bei jmdm., etw, v. (jmdn., etw. kurz
a u fsuchen, wenn sich die Gelegenheit gerade ergibt) —
8. etw. geht vorbei etw. vergeht, geht zu Ende: der
Kummer, Schmerz ging rasch wieder vorbei;
- kommen / Fö./1 . kommen und Vorbeigehen, -fahren:
kommt der Bus hier vorbei (verläuft seine Route
hier entlang, hält er hier)? — 2 . an jmdm., etw. (nach
Überwindung von Hindernissen) Vorbeigehen, -fah
ren können: an der Unfailstelle kamen wir mit dem
Auto nicht, gerade noch vorbei — 3 . umg. bei
jmdm. Vorbeigehen (2): ich komme morgen (bei dir)
vorbei; -f- auf einen / Sprung v .; -können / Fö./
umg. vorbeikommen (2); -lassen jVb.j jmdn., etw.
Vorbeigehen, -fahren lassen; -laufen /Fö.; ist/ vgl.
- fahren; -marsch, der feierlicher Marsch (von T r up
pen) vorbeia n einer Ehrentribüne, a n Würdenträgern:
der V. einer Ehrenkompanie; -marschieren / Fö./
vgl.
- fahren: die Truppen marschierten an den
Ehrengästen, an der Tribüne vorbei; -reden / Fö./1.
an etw. v . über etw. reden, ohne das Wesentliche,
den Kern der Sache zu berühren: er redete an den
wirklichen Problemen vorbei — 2 . an jmdm., an
vorbeischießen — Vordermann
1289
einander v. (mit jmdm ., miteinander sprechen, ohne
vom anderen verstanden zu werden od. ohne auf
die Probleme des andern einzugehen); -schießen
fVb.f 1. neben das Ziel schießen (1.1), das Ziel ver
fehlen (hat): er hat an der Scheibe vorbeige
schossen — 2 . an jmdm., etw. v . auf jmdn., etw.
zu, neben diesem her und wieder von diesem weg
eilen (ist): er schoß an ihnen, an der Tür vorbei;
-sehen /Vb./: an jmdm., etw. v . (jmdn., etw. ab
sichtlich nicht ansehen, beachten); -ziehen /V b .;
ist/ vgl. -fahren: die Demonstranten zogen an der
Tribüne vorbei
vor/Vor| -belastet fA d j.; nicht adv-.f m it einer be
sonderen, m eist negativen, belastenden Eigenschaft
behaftet, von vornherein in bestimmter Weise ver
anlagt, festgelegt: er sta m mt aus einer psychisch
vorbelasteten Familie; -bemerkung, die Bemerkung,
die einem Bush, Vortrag vorangestellt w ird ; -berei
ten fVb.f 1.1 . etw. durch vorhergehende Arbeiten er
möglichen, die notwendigen Voraussetzungen für das
gute Gelingen von etw. schaffen: eine Reise, ein Fest
v .; der Lehrer hat die Unterrichtsstunde gut vor
bereitet 1 .2 . etw., jmdn. in einen bestimmten, für
etw., jmdn. geeigneten, vorgesehenen Zustand brin
gen : alles für die Geburtstagsfeier, die Abreise v . ;
einen Patienten für die, zur Operation v. 1.3 . jmdn.,
sich (auf, für, zu etw.) v. jmdn., sich mit den not
wendigen Kenntnissen, Fertigkeiten (für eine be
stimmte Aufgabe) ausstatten: jmdn. auf eine Prü
fung v.; er hat sich (lange, gut, intensiv) auf den
Unterricht, auf seinen zukünftigen Beruf v o r
bereitet; jmdn. (schonend) auf eine schlechte
Nachricht v . (jmdm. eine schlechte Nachricht rück
sichtsvoll, nach und nach mitteilen) — 2 . auf etw.,
jmdn. vorbereitet sein erwarten, daß etw. erfolgt,
jmd. kommt: er war auf Schlimmes, nicht auf die
Frage vorbereitet; auf dich war ich nicht vor
bereitet — 3 . etw. bereitet sich vor etw. entwickelt
sich und steht bevor: ein erneuter Ausbruch des
Vulkans schien sich vorzubereiten; + etw. von
langer / Hand (her) v.; «bereitung, die; -,
-en 1.1.
fvorw. Pl.f Maßnahme, durch die etw. Nachfolgendes
ermöglicht wird, die notwendige Voraussetzung für
das gute Gelingen von etw. geschaffen wird: um
fängliche, die letzten Vorbereitungen für das Fest,
zum Abmarsch treffen; die Vorbereitungen sind
in vollem Gange; mit den Vorbereitungen für etw.
beginnen, beschäftigt sein 1.2 . fin der Verbindung!
in V .: etw. befindet sich, ist in V. (wird vorbereitet
1. 1)
Vorbereitung»| -küche, die Betrieb, in dem Gemüse
Kartoffeln, Fleisch od. Fisch zur Weiterverarbeitung
in gastronomischen Einrichtungen, Betriebsküchen
vorbereitet werden; -zeit, die Zeitraum, in dem man
sich auf etw. vorbereiten kann: er hatte nur wenig V.
für seine Prüfung, brauchte eine lange V.
VQr/vorj -besprechung, die vorbereitende, vorherige
Besprechung; -bestellen fV b.f etw. vorher bestellen:
Theaterkarten, Platzkarten, ein Buch v . ; -bestraft
fA d j.; nicht adv.f mit einer od. mehreren gerichtlichen
Vorstrafen belastet: er war wegen Diebstahls mehr
fach v.;
-beten fVb.f umg . jmdm. etw. langatmig
erklären, etw. eintönig hersagen: jmdm. seine Sor
gen, nutzlose Ratschläge v.; -beugen fVb.f 1. den
Rumpf, K opf, sich nach vorn beugen: den Ober
körper, Kopf, sich weit v. — 2. einer Sache v. etw.
durch rechtzeitige Vorsorge z u verhüten suchen: einem
Konflikt, einer Krankheit, Seuche v .; der vor
beugende Gesundheits-, Brandschutz; eine vo r
beugende Untersuchung, Impfung, Erholungskur;
- beugung, die fvorw. Sg.f rechtzeitige Vorsorge zur
Verhütung von etw., bes. von K rankheit: eine wirk-
•ame, erfolgreiche V.;
-bild, das 1.1. jmd., etw.,
dem man nacheifert: für jmdn. ein gutes, schlechtes
V. sein; in jmdm. ein V. sehen; (sich) jmdn., jmds.
Mut zum V. nehmen;erist für mich einV.;erist mein
V., ist mir ein (gutes) V.; jmdm. ein gutes V. (ein
Beispiel, dem man nacheifern kann) geben 1.2 . dieses
Gebäude wurde nach historischem V. (wie es histo
risch schon einmal bestand) wiederaufgebaut; -bild
lich fA d j.f als nachahmenswertes Vorbild geeignet,
wirkend: ein vorbildlicher Lehrer, Arzt; eine vor
bildliche Ordnung, Erziehung; er arbeitet v ., b e
nimmt sich v .; -bildung, die fo. Pl.f spezielle Vor
kenntnisse: jmd. besitzt die nötige, theoretische,
fachliche V.; er verfügt über eine mangelhafte,
sehr gute, geringe V.; -binden fVb.f (jmdm., sich)
etw. v . (bei jmdm., sich) an der Vorderseite des, Kör
pers etw. anbringen und festbinden, das den Körper
od. Partien des Körpers bzw. der Kleidung bedecken
soll: (sich) eine Schürze, Serviette, Maske v .; -bote,
d e r l . Vorläufer (1.1): diese Maler waren Vorboten
des Impressionismus — 2 . Schneeglöckchen sind
die Vorboten des Frühlings (kündigen den Frühling
an); -bringen fVb.f etw. äußern, sagen, bes. an der
dafür zuständigen Stelle, wodurch es Geltung erlangen
soll: eine Frage, Forderung, Argumente, Anschul
digungen, Beweise v .; er konnte gegen sie nichts v .;
-christlich fAdj.; nur attr.f: das Kunstwerk stammt
aus vorchristlicher Zeit (aus der Zeit vor der E nt
stehung des Christentums); -datieren fVb.f etw. vor
ausdatieren: einen Brief, Scheck, eine Rechnung v .;
idem, -dem /Adv.f veraltend davor, früher: er war
wieder gesund und aktiv wie v.
vorder fA dj.; nur attr.f vorn befindlich: der vordere
Teil, die vordere Seite des Hauses; die vorderen,
vordersten Plätze, Reihen waren schon besetzt
Vorder/vorder| -achse, die vordere Achse eines F ah r
zeugs; -ansicht, die Ansicht von vorn; -bein, das
/vo n Vierbeinern! vorderes B ein; -front, die Vor
derseite eines Gebäudes; -fuß, der 1 .1 . F uß des
Vorderbeins 1.2 . /von kurzbeinigen Vierbeinernf
vorderes Bein; -grund, der 1.1 . fvorw. Sg.f der
vorn, in der Nähe des Betrachters liegende Teil
von dem, was man sieht: die Personen im V.
des Fotos sind unscharf 1.2 . jmdn., etw. in den V.
stellen, rücken (jmdm., einer Sache größere Bedeu
tung, mehr Beachtung verschaffen);jmd., etw. tritt in
den V. (jmd., etw. zieht die Aufmerksamkeit stärker
auf sich, gewinnt an Bedeutung); im V. stehen (von
großer Bedeutung sein, sehr beachtet werden).;
- gründig fA d j.f leicht durchschaubar, ohne tiefere
Bedeutung: eine vordergründige Filmhandlung;
etw. v . darstellen
vorderhand, auch vorderhand, vorderhand / A dv.f
1zunächst (2), vorläufig, vorerst: v. kann man nichts
weiter tun
Vorder| -hand, die fo . P l.f Vorhand; -haus, das
an der Straße gelegenes Haus, das auch ein Hinter
haus hat; -lauf, der Jägerspr. /von Haarwild,
Hundenf Vorderbein; -mann, der fPl. -männer; oft
mit Poss.pron.f jmd., der sich aus der Sicht eines
anderen innerhalb einer Gruppe (unmittelbar) vor
ihm befindet: er ko nnte über seinen V. nicht hinweg-
1290
Vorderrad — Vorführgerät
sehen, überragte seinen V.;
-f- salopp jmdn. auf
V. bringen (jmdn. energisch dazu bringen, sich ein-,
unterzuordnen, das Verlangte zu tun); -rad, das
vorderes R ad , R a d an der Vorderachse; -radantrieb,
der /o. PL/ T echn. Antrieb eines Fahrzeugs über
Vorderachse und Vorderräder; -Seite, die 1 .1 . vor
dere, dem Betrachter in der Regel zugewandte S eite:
etw. befindet sich auf, an der V. von etw.; die
V. eines Hauses, Schrankes, Gemäldes, Spiegels,
einer Fotografie 1.2 . durch bestimmte K riterien als
dominierend geltende Seite von zwei sonst gleich
wertigen Seiten: die V. einer Münze, Schallplatte,
eines Geldscheins; -sitz, der vorderer Sitz in einem
Fahrzeug; -teil, das, auch der vorderes, vorderer T eil :
das V. eines Kleides; -tür, die Tür an der Vorder
seite (1.1) [eines Gebäudes); -wand, die vg l. -tür
vor/Vor| -drängeln, sich fVb.f u m g . sich vordrängen
(1.1); -drängen,sich/Vb./1.1. sich in einer Menge
nach vorn schieben und dadurch in der Reihenfolge
einen unberechtigten vorderen Pla t z einnehmen: sie
hatten sich bis an die Absperrung vorgedrängt;
er hat sich (beim Anstehen nach Kinokarten) vor
gedrängt 1.2 . sich in den Vordergrund drängen, die
Aufm erksamkeit stärker auf sich ziehen: er drängt
sich gern vor, pflegt sich vorzudrängen; -dringen
fVb.; ist/ 1.1 . sich mühsam einen Weg bahnen:
sie drangen nur langsam /durch den Urwald)
vor 1.2 . nach Überwindung von Hindernissen an
eine bestimmte Stelle gelangen: in un erforschte
Gebiete der Erde, den W eltraum
in ein neues
Wissensgebiet v. — 2 . etw. dringt vor etw. gewinnt
an Einfluß, breitet sich aus: diese Idee, Mode drang
(unaufhaltsam) v or; -dringlich /A d j.f besonders
dringlich, eiliger und wichtiger als anderes: eine
vordringliche Angelegenheit; sein Antrag ist v.,
als v. zu behandeln; -druck, der /PI. -e/ Blatt mit
aufgedruckten Rubriken, in die bestimmte (für am t
liche Zwecke benötigte) Angaben eingetragen werden;
- ehelich fAdj.; nicht adv.f: vorehelicher (der Ehe
schließung vorausgehender) Geschlechtsv erkehr;
- eilig /A dj./ zu rasch und unüberlegt, übereilt: etw.
v. sagen, fragen; v. handeln; er bereute seinen
voreiligen Schritt, Eifer; -einander /Adv.f einer,
eines vor dem anderen: etw. v . verbergen; Respekt,
Scheu, Angst v. haben; -eingenommen /A dj.;
vorw. präd. u. adv.f von einer vorgefaßten Meinung
ausgehend, voller Vorurteile gegen jmdn., etw. : gegen
jmdn., etw. v . sein; er betrachtet die Sache v., ur
teilt v .; -enthalten / Vb.j jmdm. etw. ihm Zustehendes
nicht geben: jmdm. sein Eigentum, Erbe v.; jmdm.
die Hilfe v .; jmdm. eine Nachricht v. (verschwei
gen); -entscheidung, die vorläufige, das Endergebnis
vorbereitende, anzeigende E ntscheid ung;-entwurf, der
noch nicht endgültiger E ntw urf; -erst, -erst, auch -erst
IAdv.f erst einmal, 1zunächst, ■vorläufig: du kannst
v. bei mir wohnen; er sagte ihm v. nichts davon;
-erwähnt fAdj.; nur attr.f bereits erwähnt: die vor
erwähnten Ereignisse; -exerzieren fVb.f u m g .
(jmdm.) etw. v . jmdm. zeigen, wie etw. ausgeführt
wird, etw. anschaulich vorführen: etw. praktisch v . ;
-fahr, der; -en, -en 1.1 . jmds. V. Person, von der
jmd. abstammt: seine Vorfahren waren Bauern;
ein V. von ihm, einer seiner Vorfahren war Schwei
zer 1.2 . fnur im Pl.f unsere Vorfahren (die früheren
Generationen); -fahren /Vb.; ist/ 1.1 . bis zu einem
bestimmten Gebäude, Ort fahren, gefahren kommen und
davoranhalten: vor dem Nachbarhaus fuhr ein rotes
Auto vor; die Gäste, Wagen sind schon vorgefahren
1.2 . das Auto fuhr bis zur Kreuzung vor (fuhr vorwärts
bis an die Kreuzung heran) und bog rechts ab — 2.
früher als jmd. anderes, der dasselbe Ziel hat, ab-
fahren: er ist schon vorgefahren; -fahrt, die jo. Pl.f
Vorfahrtsrecht: die V. gewähren, beachten, ver
letzen, erzwingen; jmdm. die V. lassen, einräumen
vorfahrts/Vorfahrts] -berechtigt /A d j.; nicht adv.f
das Vorfahrtsrecht habend: er war v .;
-recht, das
fo. Pl.f durch die Verkehrsordnung festgelegte B e
rechtigung eines Verkehrsteilnehmers, bei sich kreu
zenden Verkehrswegenod. Einmündungen als erster zu
fahren; -regel, die Regel für das Vorfahrtsrecht
VQr/yor| -fall, der I. das, was vorgefallen ist: ein
unangenehmer, seltsamer, peinlicherV. — I I . jvorw.
8g.I Med. Hervortreten eines inneren Organs
durch eine Öffnung des Körpers: ein V. der Gebär
mutter, des Mastdarms; -fallen fVb.; meist von
etw. Unangenehmem! geschehen (1); gestern ist
nichts, etw. Unangenehmes vorgefallen; -feld,
das fo. Pl.f 1. Vorgelände: das V. der Stadt, des
Flughafens — 2 . Bereich, Zeitabschnitt, der einer
Sache vorausgeht: sie standen im V. der Verhand
lungen, des Kongresses; die Verbrechen schon im
V. der Kriminalität bekämpfen; -fertigen fVb.j be
stimmte Teile, die später zu einem fertigen Erzeugnis
zusammengesetzt werden sollen, in Serienfertigung im
voraus herstellen: jvorw. im Part. Prät.f vorgefertig
te Bauelemente, Bungalows; dazu -fertigung, die;
- f i lm, der Kurzfilm, der am Beginn einer Kino
vorstellung vor dem Hauptfilm gezeigt w ird; -finden
fVb.f jmdn., etw. an einem bestimmten Ort in einer
bestimmten Weise als vorhanden feststellen, wenn
m an dorthin kommt: bei ihrer Rückkehr fanden sie
die Kindengesund vor, fanden sie nichts zu essen v o r;
- formen fVb.f etw. durch Formen (1.2) vorfertigen:
jvorw. im Part. Prät.f etw. aus vorgeformten Teilen
zusammenfügen; -freude, die fo. Pl.f dieV. auf etw.
freudiges Gefühl in Erwartung eines bevorstehenden
Ereignisses:die V. auf den Urlaub, das Weihnachts
fest; -fristig fAdj.; nicht präd.f vor der festgesetzten
Frist (verwirklicht, erfolgend): der vorfristige Ab
schluß der B auarbeiten; die Anlage wurde v . über
geben; -frucht, die Landw . Kulturpflanze, die
innerhalb der Fruchtfolge a uf einer bestimmten
Ackerfläche ,vor anderen angebaut wird; -frühling,
der wärmere Tage, die dem Beginn des Frühlings
unmittelbar vorausgehen; -fühlen fVb.f u m g .:
bei jmdm. v . (bei jmdm. vorsichtig erkunden, wie
er zu einem bestimmten Anliegen steht); -führ-
dame, die Mannequin; -führen fVb.f 1.1 . etw. zur
Unterhaltung eines Publikums zeigen, darbieten:
einen Film, Dias, Zauberkunststücke v. 1 .2 . eine
Ware anbieten, indem man sie betrachten läßt und
ihre Eigenschaften erläutert: die neuesten Modelle
auf einer Modenschau, Messe v . 1 .3 . jmdm. etw.
anschaulich darstellen, erläutern: der Lehrer führte
den Schülern vor, wie die Aufgabe zu lösen ist
1.4 . er führte den Gästen seine neue Wohnung vor
(zeigte ihnen seine neue Wohnung, indem er sie
durch sie führte) — 2. jmdn. (jmdm.) v. jmdn. vor
jmdn. führen, zu jmdm. hinführen, bes. jmdn.
zwangsweise zur Verhandlung einem Organ der
Rechtspflege zuführen: der H äftling wurde dem
Richter, wurde zur Vernehmung, Verhandlung vor
geführt; -führer, der Person, die im Filmtheater das
Vorführgerät bedient; -führg erät, das Projektor für
Vorführung — vorhanden
1291
Filme, Diapositive;-führung,die/zu -führen/; -gäbe,
die 1 .1 . im voraus festgelegte verbindliche Bestimmung,
die als Richtlinie dienen s oll: bei der Projektierung
des Gebäudes sind einige Vorgaben zu beachten
1.2. /in der DDR/ W irtsch. die staatliche V. (vom
Staat im voraus festgelegte Kennziffer für den Per
spektivplan) — 2. Sport bewilligter Vorsprung bei
einem W ettkampf zum Ausgleichen von (Leistungs)-
unterschieden: die schwächere Gruppe h at eine
Runde V., erhält eine V.;
- gabezeit, die fBRDf
W irts ch. Zeit, die zur Durchführung eines A r
beitsganges, -auftrags vorgegeben w ird: -gang, der 1 .
Geschehen: der V. wiederholte sich; erbeschrieb den
(ganzen) V .; physikalische, biologische, meteorolo
gische, psychische Vorgänge (Prozesse) — 2 . fa ch -
spr. Sammlung aller Schriftstücke über eine be
stimmte Angelegenheit: den V. anfordern, studieren,
abheften; -gänger, der; -s, - jmds. V. jmd., der vor
jmdm. die Funktion, Stellung, das Amt innehatte:
er war mein V .; -garten, der vor dem Haus gelegener
(kleiner) Ziergarten; -gaukeln fVb.; hat/ jmdm. etw.
(Angenehmes) vorspiegeln, in ihm falsche H offnun
gen erwecken; -geben fVb.f 1 . etw. im voraus als
Richtlinie bestimmen, festlegen: die anzuwendenden
Kriterien v.; die vorgegebene Norm; vorgegebene
Werte, Kennziffern — 2 . etw. fälschlich behaupten:
er gab vor, die Uhr gefunden zu haben —
- 8.Sport
jmdm. etw. v . jmdm. etw. als Vorgäbe (2) zubilligen:
jmdm. eine Runde, drei Minuten v .; -gebirge, das
einem Gebirge vorgelagerter, aber niedrigerer Ge
birgszug; -geblich /Adv.; nicht präd./ angeblich: er
war v. krank; -gefaßt /A dj.; nur attr.f von vorn
herein festgelegt, auf Vorurteilen beruhend: eine vor
gefaßte Meinung; ein vorgefaßtes Urteil; einem
vorgefaßten (vorher beschlossenen) Plan folgen;
- gefecht, das dem eigentlichen K ampf voraus
gehendes kleines Gefecht; -gefühl, das jvorw. Sg.f
Vorahnung: jmdn. quält, beschleicht ein banges,
dumpfes, schmerzliches V .; -gehen fVb.f 1.1. früher
als jmd., der dasselbe Ziel hat, losgehen: du kannst
schon v., ich komme gleich nach 1.2. umg. nach
vorn gehen: geh mal vor zur Tafel! — 2 . die Uhr
geht vor (geht zu schnell und zeigt eine Zeit an, die
erst noch kommen w ird) — 8. den Vorrang haben:
die Gesundheit, Sicherheit geht vor — 4. in be
stimmter Weise v. bestimmte Maßnahmen er
greifen, in einer bestimmten Weise handeln: ener
gisch, selbständig, rücksichtsvoll v.; gegen jmdn.,
etw. mit allen Mitteln, entschieden v.
—
5. er
kümmerte sich nicht um das, was draußen vor
ging (geschah); was geht hier vor?; zu 4 -gehen, das;
-s, jo. Pl.j Art des Handelns: ein solches, sein (ein
seitiges, rücksichtsloses) V. ist nicht zu billigen;
-gelagert fA dj.; nicht adv. / : der Küste vorgelagerte
(vor der Küste gelegene) Inseln; -gelände, das vor
etw. gelegenes Gelände: das V. der Stadt, des Flug
hafens; -genannt /A dj.; nur attr.f vorher genannt,
bereits erwähnt: die vorgenannten Personen, Fra
gen; -geplänkel, das dem eigentlichen (Wett)kampf,
der eigentlichen Auseinandersetzung vorangehendes,
vorbereitendes, noch nicht entscheidendes T u n zu r
Sache: an den ersten Tagen des Rennens gab es
nur V.; im Parlament kam es in dieser Frage zu
einem V.; -gericht, das Speise, die vor dem Haupt
gericht gegessen w ird; -geschichte, die fo. PI f vor
ausgegangene Ereignisse, die für das Zustande
kommen von etw. wesentlich waren: die V. eines
Zwischenfalls; die V. einer Krankheit unter
suchen; -geschmaek, der fin den Verbindungen/
jmdm. einen V. von etw. (einen ersten Eindruck
von etw. Bevorstehendem) geben; einen V. von etw.
erhalten, bekommen, haben; -geschritten /Adj.;
nicht ad v./ dem Ende einer zeitlichen Erstreckung
angenähert: ein Mann vorgeschrittenen Alters;
zu dieser vorgeschrittenen Stunde; -gesetzte, der u.
die; -n, -n ]/* auch vorsetzen 4/ Person, die jmdm.
im Dienst übergeordnet ist, jmdm. Anweisungen zu
geben berechtigt ist; -gespräch, das vorbereitendes
Gespräch: die ersten Vorgespräche haben schon
stattgefunden; -gestern/Adv./1. an dem Tag, der vor
dem gestrigen liegt, vor zwei Tagen: v. früh, abend;
ich war v. beiihm; die Zeitungist von v. —
- 2.diese
Ansichten sind noch von v. (sind von früher, sehr
rückständig, veraltet); -gestrig /A dj./ 1 . /nur attr./
von dem Tag, der vor dem gestrigen liegt: die vor
gestrige Zeitung — 2 . das sind vorgestrige (rück
ständige, veraltete) Anschauungen; -greifen /Vb./
einer Sache, jmdm. v . etw. schon vor dem dafür vor
gesehenen Zeitpunkt, vor jmds. Entscheidung, H and
lung tun, sagen: wir wollen, dürfen dem Beschluß,
der Entscheidung des Gerichts nicht v .; wir dürfen,
wollen ihm (in dieser Angelegenheit) nicht v.;
- griff, der ein V. auf etw. das Vorgreifen in bezug
auf etw. Zukünftiges: ein V. auf die spätere E nt
wicklung; -gucken /Vb.j umg. 1. hinter etw. hervor
sehen: das Kind guckt hinter dem Baum, der
Gardine vor — 2 . der Unterrock guckt vor (ist
länger als der darüber getragene Rock und dadurch
sichtbar); -haben /Vb./ etw. v . die Absicht, den
Plan haben, etw. Bestimmtes zu tun: eine große
Arbeit v.; er hat noch viel vor; er hat heute abend
schon etwas anderes, noch nichts vor; -haben, das;
-s, - das, was jmd. plant, geplant hat: ein gutes, löb
liches, nützliches V.; sein V. ausführen, ändern,
aufgeben; wichtige V. (beabsichtigte, geplante U n
ternehmungen) unserer Volkswirtschaft verwirk
lichen; -halle, die: die V. (Halle am Eingang) des
Bahnhofs; -halten / V b./1. jmdm., sich etw. v. ehe.
vor jmdn., sich halten: jmdm. einen Spiegel v .; sich
das Taschentuch v .;jmdm. mit vorgehaltener Pistole
drohen — 2 . jmdm. etw. v . jmdn. vorwurfsvoll,
tadelnd a uf einen Fehler, sein Fehlverhalten hin-
weisen: jmdm. seine Fehler, seine Unentschlossen
heit v .;du hast mir oft genug meinen Irrtum, meine
Unpünktlichkeit vorgehalten — 8 .1 . ausreichen (1):
unsere Vorräte, Ersparnisse werden nicht lange
v. 8 .2 . eine bestimmte Zeit v. in seiner Wirkung
eine bestimmte Zeit andauern: der gute Vorsatz,
seine Einsicht hielt nur kurze Zeit vor; die Er
holung, Kur soll lange v.;
- haltung, die jvorw.
P l.j Ermahnung, Vorwurf: jmdm. (ernsthafte) Vor
haltungen machen; -hand, die /o. PI ./ 1. Skat die
V. haben, in der V. sein (in der Position sein, als
erster ausspielen zu müssen) — 2 . Z o ol. Vorderbeine
und vorderer Teil des Körpers bestimmter größerer
Vierbeiner — 8. Tennis Tischtennis Haltung
des Schlägers, die sich dadurch ergibt, daß mit dem
rechten Arm rechts vom Körper od. mit dem linken
Arm links vom Körper geschlagen wird: V. spielen;
- handen /A dj.; nicht adv./ zu einem bestimmten
Zeitpunkt an einem bestimmten Ort in bestimmter
Form (für jmdn.) real greifbar, verfügbar: es sind
noch genügend Vorräte, Eintrittskarten v .; diese
Ware, dieses Buch ist zur Zeit nicht v.; das vor-
1292
Vorhandensein — Vorkriegszeit
handene Brennholz wird nicht ausreichen; sie
taten, als wäre er nicht v. (sie ignorierten ihn);
- handensein, das; -hang, der Gebilde aus Stoff, das
eine Öffnung verdeckt od. eine Trennwand bildet und
meist zur Seite gezogen werden k a n n :die Vorhänge (an
den Fenstern) auf-, zu-, zurückziehen, öffnen; eine
Ecke des Zimmers mit einem V. abtrennen; der V.
im Theater öffnet sich, geht in die Höhe, fällt;
die Schauspieler traten am Schluß vor den V .; der
/ eiserne V.; -hängen fsw. Vb./etw. vor etw. 2hängen
(1 .1 ), damit es verdeckt od. geschlossen ist: eine
Decke v.; die Türkette, ein Schloß v .;
- hänge-
schloß, das Schloß (1.1 .1) mit einem Bügel, der in
eine an einer Tür , einem Behälter angebrachte
Krampe zum Verschließen eingehängt w ird; -haut, die
den vordersten Teil des männlichen Gliedes um
schließende H aut; -heizen jVb.f einen Backofen vor
der eigentlichen Benutzung erwärm en: jvorw. im
Part. Prät.f den Kuchen in die vorgeheizte Back
röhre schieb en
vorher/vorher /Adv.f vor einem Zeitpunkt, an dem
etw. geschieht od. geschehen s oll: etw. v . wissen,
ahnen; jmdm. schon v. danken; das muß man v.
gut überlegen
vorher| -berechnen jV b .f etw. vorausberechnen:
einen Zeitpunkt v.;
-bestimmen fVb .l etw. vorher
festsetzen, festlegen:die Reihenfolge, Sitzordnung v . ;
- gehen / Vb.f vorangehen (3): fvorw. im Part. Präs.]
an den vorhergehenden Tagen
verhgrig, yorherig / A d j.; n ur a ttr .f vorhergehend,,
vorher erfolgend od. erfolgt: etw . ohne vorherige
Ankündigung, Warnung tun; imdn. um vorherige
Bezahlung bitten
Vor/vorj -herrschaft, die fo. Pl.f (politisch) be
herrschende Stellung, Rolle: das Land hat nach der
V. (in Europa, zur See) gestrebt, hat jahrzehntelang
seine V. behauptet; -herrschen /Vb.f am stärksten,
häufigsten in Erscheinung treten, überwiegen: in
diesem Gebiet herrscht der Kiefernwald, Sandstein
vor; es herrscht die Meinung vor, daß ...; der da
mals vorherrschende Geschmack
Vorher/vorher[ -sage, die;
- n Aussage darüber,
wie sich etw. Zukünftiges gestalten, vollziehen wird:
die V. hat sich erfüllt, nicht bestätigt; langfristige,
sichere Vorhersagen; -sagen fVb.f etw. v . aussagen,
wie sich etw. Zukünftiges gestalten, vollziehen w ird :
er hatte uns die Folgen vorhergesagt; das W etter
v.; -sehen /Vb.f: das ließ sich nicht v. (das konnte
m a n nicht vorher erkennen, abschätzen)
vorhin, vorhin fAdv.f vor ganz kurzer Zeit, in
jenem gerade erst vergangenen Augenblick: er ist
v. erst angekommen, hat es mir v. gesagt
vor/Vorj -hinein fAdv.f
-f- im v. von vornherein:
etw. im v. wissen, ablehnen; -hof, der Med. Hohl
raum des Herzens, in den das Blut zuerst strömt: der
linke, rechte V.;
-holen fVb.f umg. etw. hervor-
holen, herausholen: etw. aus einem Versteck v .;
- hut, die; -,
- e n 1. Gruppe von Wegbereitern, Vor
kämpfern: die marxistisch-leninistische Partei ist
die revolutionäre V. der Arbeiterklasse — 2. M il.
militärische Einheit, die den Truppen beim Marsch
zur Sicherung und Aufklärung vorausgeschickt
wird
vorig fAdj.; nur attr.f zeitlich dem jetzigen (un
mittelbar) vorangehend, eben erst vergangen, letzt:
das vorige Jahr, Jahrhundert; die Konferenz fand
in der vorigen Woche, (am) vorigen Dienstag statt;
er hatte ihren vorigen Brief noch nicht beantwor
tet, bereits am vorigen Kurs teilgenommen
Vor/vor| -jahr, das das vorige, letzte Jahr: die Ernte
des Vorjahres; dazu -jährig fA dj.; nur attr.f vom
vorigen Jahr: die vorjährigen Wettkämpfe, Er
gebnisse; das vorjährige Laub zusammenharken;
- kämpfer, der jmd., der wegbereitend für die Ver
wirklichung einer Sache, Idee kämpft: ein (aktiver)
V. für die Interessen, Sache der Arbeiterklasse;
-kauen fVb.j salopp: jmdm. etw. v . (jmdm. im
mer wieder gründlich erklären, auseinandersetzen,
wie etw. zu machen, was zu sagen sei); -kaufsreeht,
das fo. Pl.j Jur. Recht, im Falle des Verkaufs einer
Sache, bes. eines Grundstücks, diese als erster zum
Kauf angeboten zu bekommen: vom V. Gebrauch
machen; -kehrung, die;
- e n fvorw. Pl.f vorsorg
liche, vorbereitende M aßnahme: Vorkehrungen (für
etw.) treffen; -keimen fVb.j Samen schon vor der
Aussaut zum Keimen bringen: Pflanzgut v.; -kennt-
nis, die fvorw. Pl.f Kenntnis, die als Voraussetzung zur
Verrichtung einer bestimmten Tätigkeit, für das Ver
stehen, Erlernen eines bestimmten (Lehrstoffes not
wendigist: er hat gute, umfassende Vorkenntnisse;
zum B edienen dieses Gerätes gehören spezielle, keine
besonderen Vorkenntnisse; -klagen fVb.f u m g .:
jmdm. etwas v. (vor jmdm. über seinen Kummer,
seine Sorgen klagen); -knöpfen /Vb.f u m g .: sich
jmdn. v . (jmdn. zu sich rufen und von ihm Rechen
schaft fordern, jmdn. zurechtweisen); -kochen fVb.f
1.1. Speisen für eine bestimmte Gelegenheit im vor
aus kochen: sie kocht das Mittagessen für Sonntag
meist schon vor 1.2. Nahrungsmittel vor der wei
teren Verarbeitung kochen: das Obst vor dem Ein
wecken kurz v.; -kommen fVb.f 1. auftreten: solche
Fehler kommen häufig vor; so etwas kann überall,
schon einmal v.
—
2. irgendwo vorhanden sein,
auftreten: in diesem Gebiet kommt Erdöl, Erdgas
vor; diese Krankheit kommt in Europa nicht mehr
vor — 8. etw., jmd. ist jmdm. noch nicht vor
gekommen etw., jmd. ist dermaßen negativ, daß
jmd. so etw., jmdn. noch nicht erlebt, gesehen hat:
eine solche Frechheit, solch eine unverschämte
Person ist mir noch nicht vorgekommen! —4. jmd.,
etw. kommt jmdm. in bestimmter Weise vor jmd.,
etw. ruft bei jmdm. einen bestimmten Eindruck her
vor: dieser Mann kommt mir bekannt, merk
würdig, nervö3 vor; die Sache kommt uns selt
sam, verdächtig, nicht / geheuer vor; es kam ihm
so vor, als ...; das wäre mir wie Verrat vorge
kommen; jmd. kommt sich klug vor (hält sich für
klug) ; er kam sich wie ein Fremder vor (fühlte sich
wie ein, als Fremder) — 5. um g. 5.1. nach vorn
kommen: komm mal vor (an die Tafel)! 5.2 . zum
Vorschein kommen, hervorkommen: das Kind kam
hinter dem Baum, unter dem Tisch vor; + das
kommt in den besten / Familien vor; das kommt
mir / spanisch vor; -kommen, das; -s, - 1.1. fo.
Pl.f das Vorhandensein an einer bestimmten Stelle:
das V. solcher Pflanzen, Gesteinsarten in dieser
Gegend ist überraschend 1.2. jvorw. Pl.f Geol.
Vorrat von Mineralien , Gesteinen od. organischen
Verbindungen in der Erdkruste: umfangreiche V.
vo n K ohle, Uran, Silber; -kommnis, das; -ses, -se
Ereignis, Vorfall: unangenehme, peinliche Vor
kommnisse; wir hatten von diesem seltsamen,
tragischen V. erfahren; -kriegszeit, die Zeitab
schnitt unmittelbar vor einem K rieg , bes. vor dem
vorladen — vormachen
1293
2. Weltkrieg; -laden /Vb./ jmdn. schriftlich ver
pflichtend auffordern, zu einem bestimmten Termin
a n einem bestimmten Ort, bes. vor Gericht, bei einem
staatlichen Organ zu erscheinen: jmdn. zur Ver
nehmung, als Zeugen v .; dazu -ladung, die: jmdm.
ein e (gerichtliche, polizeiliche) V. schicken; die V.
des Zeugen vor Gericht beantragen; -läge, die
1. jo. Pl.j das Vorlegen (1.1): etw. gegen V. des Aus
weises, Reparaturscheins aushändigen — 2 . E nt
w urf, Vorschlag, über dessen Inhalt und Annahme
beraten und beschlossen werden s oll: eine V. er
arbeiten, einbringen, abändern, ablehnen; die V.
wurde diskutiert und zum Beschluß erhoben —
3. etw. im Bild, Muster Dargestelltes, das zum ge
nauen Nachbilden .dient: nach einer V. zeichnen,
sticken; eine V. benutzen, abzeichnen, nachbauen,
kopieren; er hat sich (nicht) genau an die V. ge
halten — 4* B allspiele den Schuß auf das Tor
vorbereitendes Zuspielen ß e s B alls: mit
steilen
Vorlagen spielen — 5 . fo. PI ./ Ski Neigung des Kör
pers nach vom; -lassen /Vb./ 1 . umg. jmdn. v.
(gestatten, daß jmd., der hinter einem in einer Reihe
wartet, vor einem an die Reihe kommt) —2 . die Sekre
tärin hatte den Auftrag, niemanden, vorzulassen
(niemanden mit einem Anliegen an den Chef in das
Zimmer des Chefs zu lassen); -lauf, der 1. /o. Pl.f
W ir t s ch . Durchführung bestimmter vorbereitender
Produktions- od. Forschungsarbeiten vor Aufnahme
der eigentlichen Produktion: den technischen, theo
retischen, städtebaulichen V. schaffen; die Volks
wirtschaft bedarf eines wissenschaftlich-techni
schen Vorlaufs — 2. Sport Lauf, bei dem die Teil
nehmer der folgenden Zwischenläufe ermittelt werden;
- läufer, der 1 .1 . jmd., der in gewissem Sinne als Weg
bereiter für jmdn., etw. gelten kann: die V. des Koper-
nikus; N war ein V. der Klassik, modernen Chirur
gie 1 .2 . etw., das eine noch unfertige Form einer gegen
wärtig vorhandenen Sache darstellt: das Gerät ist der
V. unseres Telefons;-läufig /Adj.f bis zu einer späteren
Regelung, Entscheidung geltend, nicht endgültig: eine
vorläufige Diagnose, Regelung, Entscheidung, Ver
fügung; v. kann man nichts unternehmen, sind wir
damit zufrieden; -laut /Adj.; bes. von Kindern/ sich
ungefragt, ein wenig dreist, ohne die notwendige
Zurückhaltung äußernd: ein vorlautes Kind; eine
vorlaute Frage, Bemerkung; sei nicht so v . !;
- leben, das das bisherige Leben einer Person und
die damit verbundenen Ereignisse, ihre Lebens
führung, Vergangenheit: er h at ein einwandfreies
V.; Erkundigungen über jmds. V. einholen; sich
nach jmds. V . erkundigen; -legebesteck, das großes
Besteck zum Vorlegen der Speisen; -legen /Vb./ 1 .
jmdm. etw. v . 1 .1 . jmdm. etw., bes. ein Schriftstück,
zur Ansicht, Prüfung, Bearbeitung hinlegen: jmdm.
seine Papiere, Zeugnisse, den Ausweis v .; einen
Scheck bei der Bank v.; jmdm. die Rechnung v.;
der Abteilungsleiter ließ sich die Akten v. 1 .2 .
jmdm . etw. zur Beratung, Beschlußfassung unter
breiten: der Öffentlichkeit die Ergebnisse der B e
fragung v.; der Volkskammer einen Gesetzent
wurf v .; jmdm., sich eine Frage v. (stellen 7)
1.8 . ein Arbeitsergebnis v. mit einem Arbeits
ergebnis an die Öffentlichkeit treten: der Autor, Ver
lag hat ein neues Buch vorgelegt; die auf der
Herbstmesse vorgelegten Modelle der Lederwaren
industrie — 2 .1 . (jmdm.) Speisen v. Speisen von
einer Platte, aus einer Schüssel dem am Tisch
Sitzenden auf den Teller geben: der K ellner legte
(den Gästen) Fleisch, Gemüse vor 2.2 . einem Tier
Futter v . vor einem Tier (Trocken)futter hinlegen,
in den Trog legen: den Kühen Heu, Klee v.
—
3. etw. vor etw. legen: einen Stein v., um das Fahr
zeug am W egrollen zu hindern; an der Tür den
Riegel, die Sicherheitskette v. (die Tür durch Vor
schieben des Riegels, durch Einhängen der Sicher
heitskette verschließen) — 4 . ein schnelles Tempo v.
m it einem schnellen Tempo einsetzen und dadurch
gegenüber anderen Zeitgewinn erzielen /bes. im
sportlichen Lauf, Rennen/: er legte gleich nach
dem Start ein scharfes Tempo vor; sie haben
bei der Arbeit ein ordentliches, schnelles Tempo
vorgelegt; -lehnen, sich /Vb./ sich nach vorn
lehnen, sich Vorbeugen: er lehnte sich (auf seinem
Stuhl) vor; -leistung, die Zugeständnis an einen
Partner m it dem Ziel, dessen Entgegenkommen zu
erreichen: die Regierung betrachtet das Abkom
men als eine V.; -lesen / Vb./: jmdm. etw. v . (etw.
Gedrucktes, Geschriebenes für jmdn. laut lesen);
- lesu ng , die (regelmäßig stattfindende) Lehrveran
staltung an einer Hochschule in Form eines w issen
schaftlichen Vortrags od. mehrerer zusammen
gehöriger Vorträge: eine einführende, fakultative
V.; er hört, besucht die Vorlesungen für deutsche
Literatur, geht zur V., in die V.; -letzt /Adj.; nur
attr./ 1.1 . in einer Aufeinanderfolge den Platz ein
nehmend, der vor dem letzten liegt: das vo rletzte
Haus dieser Straße; am vorletzten Tag des Jahres,
seines Urlaubs; er war als vorletzter an der Reihe
1.2 . im vorletzten Jahr (in dem Jahr, das vor dem
eben erst vergangenen, vor dem letzten, vor dem vorigen
Jahr li^gt) — 2 . zusammen mit nur noch einer Sache,
Person gleicher A rt von einer Menge übriggeblieben:
das ist mein vorletzter Fünfzigmarkschein; -lieb e,
die /PI. -n; vorw. Sg./ eine V. für etw., jmdn. ha
ben an etw., jmdm. mehr Gefallen finden als an an
derem, anderen: er hat eine (ausgesprochene, heim
liche) V. für klassische M usik; er liest mit V. (be
sonders gern) Abenteuerromane
vorliebnehmen (er nim mt vorlieb), nahm vorlieb,
hat vorliebgenommen mit etw., jmdm. v . sich (not
gedrungen) m it etw., jmd m . zufriedengeben, begnügen:
er nahm mit dieser bescheidenen Mahlzeit vorlieb;
wir mußten mit seiner Gesellschaft v .; mit jmdm.
v . ; wir mußten mit ihm (mit seiner Gesellschaft) v.
vor| -liegen /Vb./ etw. liegt vor 1.1. etw. liegt
(jmdm.) vor etw., bes. ein Schriftstück, ist (jmdm.)
zur Ansicht, Prüfung, Bearbeitung übergeben worden,
ist (für jmdn.) verfügbar, liegt (für jmdn.) bereit: der
Antrag, die Beschwerde, der Brief liegt (uns) vor;
die Eingabe, alle Unterlagen, Pläne haben der
Kommission Vorgelegen; ^ as liegt heute an Arbeit
vor? 1.2 . Gründe, bestimmte Tatsachen liegen vor
es gibt, bestehen Gründe, bestimmte Tatsachen: es
liegt keine Veranlassung zur Besorgnis vor; gegen
jmdn. liegen Anschuldigungen vor, hat bisher
nichts (Nachteiliges) Vorgelegen; hier liegt offenbar
ein Irrtum, Mißverständnis vor 1.8 . der dritte
Band des Romans, das Buch liegt jetzt (gedruckt)
vor (ist jetzt veröffentlicht); -lügen /Vb./ jmdm.
bewußt etw. Unwahres erzählen
VQrm /Präp. vor -f- Dat. (dem) von 1der, blas/; /
*vor 1.1, 2 —5, 7
vör/Vor| -machen /Vb./ jmdm. etw. v . 1 . jmdm.
zeigen, wie etw. ausgeführt wird, jmdm. etw. an -
1294
Vormacht — Vorort
schaülich vorfuhren: er machte den Lehrlingen
jeden Arbeitsgang, die notwendigen Handgriffe
vor — 2. umg. jmdm. etw. vorspiegeln, vorlügen:
er läßt sich nichts, von niemandem etwas v .; mir
machst du nichts vor, kannstdu (soleicht) nichts v .!;
-f- jmdm. m acht keiner, niemand (so leicht) was vor
(jmdn. übertrifft keiner); —jmdm. blauen / Dunst
v.;jmdm.ein/ XfüreinUv.; -macht,diejo.PL/
Vorherrschaft: die V. besitzen; -machtStellung, die:
diepolitische,militärischeV.eines Staates; -magen,
der Z o ol. vorderer, aus vier Abschnitten bestehender
Teil des Magens der Wiederkäuer; dem eigentlichen
Magen vorgelagertes Verdauungs-, Kauorgan bei
Vögeln und bestimmten Insekten; -malig fAdj.; nur
attr.f v e ra lten d ehemalig,einstig: die Sitzung fand
in der vormaligen Bibliothek statt; -mals/Adv./ ehe
mals, einst: er hatte v. in N gelebt, als Anwalt ge
arbeitet; -marsch, der siegreiches Vordringen in ein
vom Gegner verteidigtes, besetztes Gebiet: die Armee
befand sich, war auf dem V.; -merken fVb.j etw.,
jmdn. im voraus zur späteren Berücksichtigung no
tieren: die Bestellung, einen Antrag v .; sich (bei
jmdm.) für einen Kursus, als Käufer v. lassen;
- militärisch /A dj.; vorw. a ttr./i die vormilitärische
(auf den W ehrdienst vorbereitende) Ausbildung , E r
ziehung; -mittag /Adv.; in Verbindungmitbestimm
ten Temporaladv. od. dem Nam en eines Tages der
Woche; stets nachgestellt/ am Vormittag: heute,
gestern, morgen, Dienstag v . ; -mittag, der Tageszeit
vom Morgen bis zum Mittag: ein nebliger, sonniger
V.; am frühen, späten V.; sie arbeitet drei Vor
mittage in der Woche; -mittags /Adv.f am Vor
mittag, an jedem Vormittag: wir fuhren v . , v . (um)
11 Uhr, Montag v. ab; das Geschäft ist täglich v.
(von 9 bis 12 Uhr) geöffnet; -monat, der der vorige,
letzte M onat; -montage, die das Vormontieren;
- montieren fVb./ vorgefertigte Einzelteile im voraus,
vor der Endmontage zusammensetzen: industrielle
Rohrleitungen, einzelne Bauteile bereits in den
Werkhallen v .;
-mund, der /PL -münder, auch
- e/ jmd., der zum gesetzlichen Vertreter eines M in
derjährigen, Entmündigten bestellt ist; -mund-
schaft, die; -,
>en 1.1. gesetzliche Vertretung
eines Minderjährigen, Entmündigten: jmdm. die
V. für, über jmdn. übertragen, entziehen; unter
jmds. V. stehen; eine V. für jmdn. anordnen, be
stellen 1.2. jo. P l.j die Völker Afrikas lösen sich
v o n der V. (Einschränkung der Selbständigkeit,
Bevormundung) der Kolonialmächte
vorn /Adv.; umg. vprne/ 1. /gibt eine Lage an, die
(von einer bestimmten Blickrichtung aus gesehen)
dem Ziel (in der üblichen Bewegungsrichtung) am
nächsten ist/: der Fahrer, Pilot sitzt v.; nach v.
gehen; er fuhr v. (an der Spitze der Kolonne); die
Bereifung muß v. erneuert werden; zwei Schritte
nach v. •(in der üblichen Bewegungsrichtung) ma
chen; die Kinder standen v. (dicht) am Straßen
rand; v. (dort, wohin die Zuschauer gewöhnlich
blicken) im Saal hing die Leinwand — 2.1. /gibt
eine Lage an, die (aus der Sicht, Gewohnheit des
Betrachters, Benutzers) den Beginn, Anfang von
etw. bildet/: das Buch liegt ganz v. im Schrank,
Schaufenster; die Titelei steht v. im Buch;
/in der Verbindung/ von v .: alles noch einmal von
v . (von Anfang an) erzählen 2.2. das Zimmer liegt
v. (auf der Straßenseite);jmdn. von v. (so, daß man
ihm ins Gesicht sieht) angreifen; das Haar nach v.
kämmen
-f- um g. jmdn. von v. bis hinten (in jeder Weise,
bei jeder Gelegenheit) bedienen, betrügen; — die /
Flucht nach v. antreten; nicht wissen, wo
hinten
und v. ist; es jmdm.
hinten und v. reinstecken;
etw. stimmt / hinten und v. nicht; etw. reicht /
hinten und v. nicht; die y* Nase v. haben
Vor| -nähme, die; -, jo. PL/ das Vornehmen: die V.
einer Änderung, Reparatur; -name, der zum Fami
liennamen hinzutretender Eigenname einer Person,
der ihr nach dev Geburt gegeben und rechtsverbindlich
in die Geburtsurkunde eingetragen w ird : sein V. ist
Peter
vorn|an, vorn|an /Adv.; umg. vornean/ ganz vorn,
vor allem, vor allen anderen: das Notizbuch liegt im
Kasten gleich v.
vorne /Adv./ umg. s. vorn
vornehm /A dj./ 1 . in der äußeren Erscheinung von
feinem, über dem Durchschnitt stehendem, k ulti
viertem Geschmack zeugend: seine Wohnung ist v.
eingerichtet; diese Bücherwand wirkt sehr v., sieht
v. aus; ein vornehmes (elegantes) Hotel — 2 . im
Verhalten, Benehmen von Verständnis, Zurück
haltung, Großzügigkeit und Anständigkeit zeugend:
ein Mensch von vornehmer Gesinnung, Haltung;
ein vornehmer Charakter; das ist sehr v. gedacht
vonThnen — 8. /im bürgerl. Sprachgebrauch/ durch
gute Lebensverhältnisse und entsprechendes A u f
treten die Normen der Oberschicht der bürgerl. Ge
sellschaft repräsentierend: er war ein vornehmer
Herr geworden, verkehrte in der vornehmen Ge
sellschaft, wohnte in einer vornehmen Gegend —
4 .1vorw. adv./ spött. sie tut schrecklich v., spricht
immer sehr v. (tut, spricht geziert, als dünke sie sich
etw. Besseres) — 5 . /nur im Superl. u . nur attr./
geh . die vornehmste (erstrangige, hauptsächliche)
Pflicht des Arztes ist, den Menschen zu helfen
vgr|nehmen /V b .j 1. etw. ausführen, machen: /in
Verbindung mit Subst. zur Umschreibung eines Ver
balbegriffs/ eine Amtshandlung, Trauung, H aus;
suchung v.; regelmäßig vorzunehmende Kontrol
len; eine gute Auswahl v. (etw. gut auswählen);
eine Änderung v. (etw. ändern 1 .1 , 1 .2) — 2 . sich
etw. v, etw. beabsichtigen, planen: er hat sich (im
stillen) vorgenommen, sie zu besuchen; er hat sich
für morgen schon etwas, einen Theaterbesuch vor
genommen — 8. (sich) etw., sich jmdn. v . sich mit
etw., jmdm. zu beschäftigen beginnen: er nahm (sich)
ein Buch, die Zeitung vor — 4 . umg. sich jmdn.
v . (jmdn. zur Rede stellen, zurechtweisen)
vornehmlich /Adv./ vor allem: es kommt v. darauf
an, daß ...
vor [neigen / Vb.j den Rumpf, K opf, sich Vorbeugen
vorne[weg /Adv./ umg. s . vornweg
vornherein, vorn|herein /Adv.; um g . vorneherein/
+ von v. gleich anfangs, von Anfang an: er hat es
von v. gewußt, gemerkt, vorgehabt
vor|notieren / Vb.j etw., jmdn. vormerken
vornüber- /in verbalen Zusammensetzungen/ sich in
Richtung nach vorn und nach unten bewegend:
z. B . vomüberfallen
vornüber]fallen /V b./ in Richtung nach vorn hin
fallen: er stolperte und fiel vornüber
vorn|weg, vorn|weg /Adv.; umg. vorneweg/ an der
Spitze, voraus: die Autokolonne fuhr vorüber, v.
die Motorräder; + m it dem JA Mund v. sein
Vor/vorj-ort, der /PI.
- e/ Ortsteil od. selbständiger
Vorortverkehr — Vorschlag
1295
kleinerer Ort am Rande einer größeren S tad t; -ort
verkehr, der bes. die Beförderung von Personen be
treffender öffentlicher Verkehr zwischen einer S ta d t
und deren Einzugsbereich; -platz, der freier Platz
vor einem (größeren) Gebäude: der V. des Bahnhofs;
- posten, der 1. militärische. Wache, die an vor
geschobenem Stand ort die (in Ruhe befindliche)
eigene Truppe sichert: V. aufstellen, ausschicken;
auf gegnerische V. stoßen — 2 . jo, Pl.j von 1 aus-
geübter W achdienst: auf V. steh en; -preschen fVb.f
um g. nach vorn eilen, jagen; <> er ist in dieser
Sache zu weit vorgeprescht {war zu voreilig, hat der
Entwicklung vorgegriffen); -produkt, das Produkt,
das zur Herstellung eines anderen Erzeugnisses
dient und dessen Vorstufe bildet: industrielle Vor
produkte; ein wasserlösliches V. des K unstharzes;
- quellen fVb.f hervorquellen: das Haar quoll unter
dem H ut vor; -ragen fVb.f hervorragen (1): das
Dach ragt vor; -rang,der jo. P l.j:jmd., etw. hat V.,
den (unbedingten, absoluten) V. (vor jmdm., etw.)
(ist für deren Fall wichtiger als jmd., etw. und wird
daher zuerst berücksichtigt); jmdm. den V. (den
Anspruch auf eine vorrangige Behandlung, Stellung)
lassen, streitig machen; einer Sache den V. geben
(eine Sache als wichtiger ansehen, behandeln);
-rangig fAdj.j 1.1. /nicht adv.j eine höhere, wich
tigere Stellung einnehmend, an erster Stelle stehend:
etw. ist von vorrangiger Wichtigkeit; jmds. vor
rangiges A nliegenl.2 . jadv.j vor allen, allemanderen,
in erster Linie, zuersti jmdn. v. behandeln, be
dienen; etw. v. erledigen; -rangstellung, die : jmd.,
etw. nimmt eine V. ein (ist vorrangig 1.1)
VQrrat, der; -(e)s, Vorräte (im voraus zusammen
getragene und aufbewahrte) im Beda rfsfall verfüg
bare Menge von bestimmten Dingen : ein (großer,
unerschöpflicher) V. an Bodenschätzen, Lebens
mitteln, von Medikamenten; Vorräte anlegen,
speichern; etw. auf V. kaufen, herstellen; unser V.
(an Kohlen) geht zu Ende, ist verbraucht; dazu
vorrätig jA dj.; vorw. p räd.j als Vorrat vorhanden,
bereitliegend, verfügbar: diese Ware ist (noch) v .;
eine Ware (nicht) v. haben
Vorrats] -haltung, die (vom Staat, von Betrieben or
ganisiertes) planmäßiges Zusammentragen und Auf-
bewahren von Vorräten, bes. von Lebensmitteln’,
-kammer, die Kam m er, in der Vorräte, bps. Lebens
m ittel, aufbewahrt werden; -keller, der vgl.
- kam
mer; -raum, der vgl.
- kammer; -Wirtschaft, die
jo. P l.j Vorratshaltung im Haushalt: V. (be)treiben
Vor/vor| -raum, der R a um , der vor einem größeren,
wichtigeren Raum liegt; -rechnen jVb.f 1. jmdm.
etw . v . jmdm . etw. durch Rechnen anschaulich
darstellen, erklären: er rechnete ihr alle Ausgaben,
die Aufgabe vor — 2 . jmdm. seine Fehler, Hand
lungen v. (jmdn. vorwurfsvoll, tadelnd auf seine
Fehler, Handlungen hinweisen); -recht, das einer
bestimmten Person, einem bestimmten Personen
kreis zugestandene Vergünstigungen, zugestandenes
Recht, etw. zu tun, in den Genuß von etw. zu kom
men, was anderen nicht gewährt ist: ein V. genießen;
Vorrechte beseitigen; das waren Vorrechte (Privi
legien) des Adels; -rede, die 1.1 . einleitende, er
läuternde Bemerkungen vor dem eigentlichen Text
eines Buches 1 .2 . einleitende Mitteilung vor der
eigentlichen mündlichen Äußerung: nach einer
langen V. kam er endlich zu seinem Anliegen; bitte,
keine langen Vorreden!; -redner, der jmd., der zeit
lieh vor einem anderen zu einem bestimmten Thema ge
sprochen, der vor einem anderen eine Rede gehalten h at:
ich schließe mich den Ausführungen meines Vo ^
redners an; -richtung, die für einen bestimmten
Zweck hergestelltes, m eist technisches Hilfsm ittel:
eine einfache, praktische, sinnreiche V.; eine V.
zum Drehen, Kippen, Festhalten des Werkstücks
anbringen; -rücken fVb.f 1. etw. nach vorn, vor
wärts rücken, schieben (hat): den Sessel, Schrank
(ein Stück) v .; den Zeiger einer Uhr ein paar
Minuten v.
—
2. sich (nach und nach) weiter nach
vorn, vorwärts bewegen (ist): er rückte in die erste
Sitzreihe vor; der Zeiger der Uhr rückte auf zwölf
vor; O die Zeit, Nacht rückt vor; etw. zu vor
gerückter (später 1 .2) Stunde, in vorgerücktem
(höherem 5.1) Alter tu n — 8. vorwärts marschieren
(is t): die Truppen rückten (gegen den Gegner) vor;
-runde, die Sport erste Runde der Ausscheide bei
Meisterschaften: die Mannschaft schied in der V. aus
vors jPräp. vor -f Akk. (das) von 1das/; / xvor 1.2
Vör/vQr] -saal, der landsch., bes. ostmdt. Vor
raum, Diele, Korridor; -sagen fVb.f jmdm., der die
Antwort nicht w eiß, heimlich zuflüstern, was er sagen
soll: er hat seinem Banknachbarn (die Antwort)
vo rgesagt; -Saison, die /vorw. 8g.j Zeitabschnitt
innerhalb der Saison, der der Hauptsaison un
mittelbar vorausgeht: einen Urlaubsplatz in der V.
buchen; -satz, der auf einer Entscheidung, die jmd.
für sich getroffen hat, beruhendes bewußtes Wollen,
feste Absicht, etw. zu tun: einen V. fassen, aus
führen, fallenlassen; jmdn. in seinem V. bestärken;
er hat (alle) seine guten Vorsätze vergessen; dazu
-sätzlich jAdj.; nicht präd.j bes. Jur. mit Vorsatz,
Willen, absichtlich: eine vorsätzliche Beleidigung,
Brandstiftung, Körperverletzung; eine Straftat,
einen Mord v. begehen; -schau, die 1.1. Ausblick
(2), vorheriger Hinweis auf Künftiges: eine V. auf
die Leipziger Messe 1.2 . Programmvorschau: eine
V. für die nächste Woche senden; -schein, der
+ zum V. kommen (sich zeigen, sichtbar, erkennbar
werden); etw. zum V. bringen etw. erkennbar, sicht
bar werden lassen: die Ausgrabungen brachten
Reste einer slawischen Siedlung zum V .; -schicken
fVb.f 1. jmdn., etw. vorausschicken (1 ): sie schickten
die Kinder, das Gepäck schon vor — 2 . jmdn. zu
jmdm. m it dem Auftrag schicken, etw. zu erkunden,
vorzubereiten: sie hatten ihn (als Vermittler) vor
geschickt; -schieben jVb.; hat/ 1. etw. vor etw.
schieben (1): einen Riegel an der Tür v.
—
2. etw.,
jmd n . , sich nach vorn schieben (1.1), rücken: den U n
terkiefer, Mund, das Kinn, die Unterlippe v .; er
schiebt sich durch die Menschenmenge vor; ein
vorgeschobener (vor der eigenen Linie, meist in
unm ittelbarer Nahe des Gegners befindlicher) B e
obachter, Posten; auf vorgeschobenem Posten
stehen — 8. jmdn. v . jmdn. in der Öffentlichkeit für
sich handeln lassen, während man selbst im Hinter
grund bleibt:jmdn. als Strohmannv. —d.etw .v .etw .
als Vorwand benutzen, als angeblichen Grund nennen:
eine Reise, dringendeBesorgung, Krankheit v .;
-f
einer Sache einen / Riegel v.;
-s chießen jVb.f
umg. 1. (hat) jmdm. Geld v. (vorstrecken 2) —
2. (ist) 2.1 . vorwärts, nach vorn eilen, stürzen: einer
der Läufer schoß plötzlich vor 2.2 . aus etw. hervor
stürzen: der Junge schoß aus seinem Versteck, der
Haustür vor; -schiff, das Seemannsspr. vorderer
Teil eines Schiffes; -schlag, der etw., das jmdm. als
1296
Vorschlägen — Vorsorgeuntersuchung
unverbindliche Empfehlung unterbreitet w ird : jmdm.
einen guten, vernünftigen, praktischen V. machen;
jmds. V. annehmen, ablehnen; er ging auf diesen
V. ein, stimmte unseren Vorschlägen zu; -schlagen
/Vb.; hat/ 1*1. (jmdm.) etw. als unverbindliche E m
pfehlung unterbreiten: jmdm. einen geeigneten Ter
min, gütlichen Vergleich v . ; er schlug (ihnen) vor,
gleich damit zu beginnen; alle stimmten den vor
geschlagenen Maßnahmen zu 1.2» jmdn. (für etw.)
als möglichen Anwärter nennen: jmdn. für eine
Funktion, als Abteilungsleiter, für das Studium v .;
- s ehlaghammer, der großer, schwerer Ham m er;
- Schlußrunde, die S p o r t Gesamtheit der Ausscheide
zur Ermittlung der Teilnehmer am Endkampf;
- s chnell /Adj./ zu schnell und unüberlegt, übereilt:
ein vorschnelles Urteil; vorschnelle Schlüsse zie
hen; v. entscheiden, handeln, antworten; -schnel
len / Vb.; ist/ nach vorn schnellen (1): der Junge
schnellte vor, ließ seine Faust v.; -schreiben jVb.j
1 . (jmdm.) etw. v . (für jmdn.) etw. als verbindlich
erklären, etw. anordnen, verfügen: jmdm. Bedin
gungen, ein bestimmtes Verhalten v.; für diese
Ausbildung ist eine Eignungsprüfung vorgeschrie
ben ; die vorgeschriebene Dosis eines Medikaments
einnehmen — 2* (jmdm.) etw. v . jmdm. zeigen, wie
etw. geschrieben wird, etw. (für jmdn.) als Muster
schreiben: die Lehrerin schreibt den Kindern die
Buchstaben, das W ort vor; -Schrift, die (offizielle)
Aussage, die etw. als verbindlich erklärt, bes. ein
bestimmtes Verhalten (in bestimmten Situationen):
eine gesetzliche, dienstliche, genaue, strenge V .;
die V., Vorschriften kennen, beachten, einhalten,
befolgen, verletzen; jmdm. Vorschriften machen;
er hielt sich an die Vorschriften, handelte nach V.,
verstieß gegen die V.; es ist V. ...
vörschrifts/Vorschrifts| -m äßig fAdj.f der Vor
schrift entsprechend: er v erhielt sich v .; ein
Mittel v. anwenden; -widrig fAdj.f gegen die Vor
schrift verstoßend: jmdn. v . anreden, grüßen; etw.
v. ausführen; -Zeichen, das V erk eh rs w. Verkehrs
zeichen, das ein Verbot od. Gebot ausdrückt
Vor/vor| -schub, der T e ch n . Vorwärtsbewegung
eines Werkzeugs od. Werkstücks bei der spa nab
hebenden Bearbeitung an Werkzeugmaschinen; +
jmdm ., einer Sache V. leisten (eine Person bei einer
neg ativ bewerteten Sache, eine negative, tadelnswerte
Sache unterstützen, begünstigen); -Schulalter, das
jo. Pl.f Lebensabschnitt unmittelbar vor Beginn der
Schulzeit; -schule, die jo. Pl.f umg. im letzten Jahr
vor der Einschulung durchgeführte, bereits auf den
Schulunterricht vorbereitende Veranstaltungen für
Kinder, die nicht den Kindergarten besuchen;
- s chulisch fAdj.; nur attr.f der Schulzeit voraus
gehend, das Vorschulkind betreffend: die vorschuli
sche Erziehung; vorschulische Einrichtungen;
- Schulkind, das K ind im Vorschulalter; -schuß, der
jPl.
- s chüsse/ Geld, das jmd. als Teil einer ihm
eigentlich erst später zustehenden Zahlung bereits im
voraus erhält: einen V. (von 200 Mark) geben, zah
len, erhalten; -Schußlorbeeren, die fPl.f um g.,
oft scherzh. V. ernten (im voraus für etw. gelobt
werden); jmdn. mit V. überschütten; -schützen
fVb.f etw. als Vorwand benutzen, als angeblichen
Grund nennen: wichtige Geschäfte, K rankheit,
Kopfschmerzen v.; + keine / Müdigkeit v . !;
- s chwärmen fVb.; hat/: jmdm. von jmdm., etw. v .
(jmdm. schwärmerisch, begeistert von jmdrh., etw.
erzählen); -schweben fVb.; hat/ etw., jmd. schwebt
jmdm. vor jmd. hat eine bestimmte, aber noch vage
Vorstellung von der Sache, Person, die er braucht,
möchte: ihr schwebten dunkelrote Gardinen für die
neue Wohnung, schwebte ein ganz anderer Schwie
gersohn vor; -schwindeln fVb.f umg. jmdm. etw.
vorlügen; -sehen fVb.f 1.1 . etw. beabsichtigen: wir
haben für das W ochenende einen Theaterbesuch*
Ausflug vorgesehen; das Gesetz sieht solche Maß
nahm en nicht vor (enthält keine Bestimmungen für
solche Maßnahmen) 1.2 . jmd., etw. ist für etw., etw.
ist für jmdn. vorgesehen, jmd. hat etw. als etw.
vorgesehen: er ist für eine Prämie vorgesehen (man
hat festgelegt, daß er eine Prämie erhält); das Terrain
ist für einen Flugplatz vorgesehen; die Prämie ist
für ihn vorgesehen; er hat diesen Ort als Urlaubsziel
vorgesehen (er will an diesem Ort Urlaub machen) —
2. sich v. vorsichtig sein: sieh dich vor, wenn du über
die Straße gehst!; -setzen / Vb.; hat; /f auch Vor
gesetzte/ 1.1 . jmdn., bes. einen Schüler, nach vorn
umsetzen (1.1): der Lehrer hat ihn vorgesetzt, weil er
schlecht sehen kann 1.2 . ein Bein, den linken Fuß v.
(vorstellen 4.1) — 2 . ein Filter v . (vor dem Objektiv
befestigen) — 3 . jmdm. etw. v . jmdm. etw. zu essen,
trinken geben, hinstellen (1.1): jmdm. ein Frühstück,
Wein, einen Kaffee v .; O jmdm. Lügen v. (jmdn.
belügen) — 4 . jmdn. jmdm. v . jmdn. jmdm-. in der
Dienststelle überordnen: den Vorfall an die Vor
gesetzte (übergeordnete) Dienststelle melden; -sicht,
die fo. P l.f besonnenes, Gefahren voraussehendes u n d
sorgfältig meidendes, wachsames Verhalten: etw .
mit großer, äußerster, der nötigen, aller V. tun;
jmdm. zur V. raten; jmdn. zur V. anhalten, mah
nen; /als warnender Ausruf, Hinweis/ V., Stufe!; V.,
bissiger Hund!; umg. etw. ist mit V. zu genießen
(etw. m uß mit Vorbehalt aufgenommen werden); er
ist heute (nur) mit V. zu genießen (ist wegen seiner
schlechten Laune nicht zu ertragen, ist unausstehlich);
- sichtig fAdj.f mit der nötigen Vorsicht, besonnen,
sorgsam (1 ), aufmerksamachtgebend: ein vorsichtiger
Mensch; vorsichtige Fragen, Andeutungen; etw. v .
öffnen, tragen; -sichtshalber fAdv.f aus' Vorsicht,
um ganz sicher zu gehen: etw. v . noch einmal prüfen;
-Silbe, die Sprachwiss. Präfix; -singen fVb.f
1 .1 . jmdm. etw. v . für jmdn., der zuhört, etw.
singen: jmdm. ein Lied v. 1 .2 . der junge Sänger
durfte an der Oper v . (ein Gesangsstück zur Eig
nungsprüfung vortragen); -sintflutlich fAdj.f u m g .
s p ö tt . seit langem völlig veraltet und unmodern: ein
vorsintflutliches Kleid, Auto, Feuerzeug; er h at
vorsintflutliche Anschauungen; -sitz, der jo. Pl.f
Leitung (1), bes. bei einem beratenden, beschließenden
Gremium, bei einer Organisation: den V. über
nehmen, innehaben, niederlegen; er hat, führt bei
diesen Verhandlungen den V .; -sitzende, der u. die;
-n, -n jmd., der den Vorsitz hat: der stellvertretende
V. der Betriebsgewerkschaftsleitung; der V. des
Ministerrats; jmdn. zum Vorsitzenden (einer
Partei, des Elternbeirats) wählen; -sorge, die fo.
Pl.f vorausschauende, der Sicherheit dienende, sorg
same Vorbereitung auf etw. Zukünftiges, etw. even
tuell Eintretendes: V. (für das Alter tragen, tref
fen; die medizinische V.;
- s o rgen fVb.f voraus
schauend der Sicherheit dienende sorgsame Vor
bereitungen für etw. Zukünftiges, etw. eventuell
Eintretendes treffen: man muß beizeiten für das
Alter, für Krankheitsfälle v . ; -sorgeuntersuchung,
vorsorglich — Vorstrafe
1297
die vorbeugende ärztliche Untersuchung zum früh
zeitigen Erkennen einer möglichen Krankheit; -sorg
lich IAdj♦; nicht präd.f etw. im voraus bedenkend, als
Vorsorge: eine vorsorgliche Maßnahme, Über
legung; etw. v . tun; -spann, der Film Rundf.
Fernsehen einem Film, einer Sendung od. Sende
reihe vorangestellte Einführung od. Angaben über
Titel, Darsteller und andere an der Herstellung Be
teiligte; -spannen /Vb./: ein Zugtier v. (vor einen
Wagen spannen); -speise, die Vorgericht; -spiegeln
/Vb./ jmdm. etw. v . jmdn. dahingehend beeinflussen,
daß er etw. Unwahres, Unwirkliches, Nichtvor
handenes als wahr, tatsächlich vorhanden a nsieht:
jmdm. eine Krankheit, Notlage, Erfolge v.; seine
erregte Phantasie spiegelte ihm Traumbilder vor;
dazu -spieg(e)lung, die: das ist eine V. falscher
Tatsachen; -spiel, das 1.1 . einleitende Szene vor dem
eigentlichen Beginn eines Bühnenstücks 1.2 . ein
leitender instrumentaler Teil eines musikalischen
Bühnenwerks — 2 . etw., das einem Vorgang voraus
geht, ein Ereignis vorbereitet: dieser Streit war erst
das V. der folgenden Auseinandersetzungen;
- spielen jVb.f 1. jmdm. etw. v . 1 .1 . für Zuschauer
Theater spielen 1.2 . für Zuhörer ein M usikstück vor
tragen — 2. umg. jmdm. etw. v . jmdm. etw. vor
spiegeln, Vortäuschen; er spielte ihr diese G efühle,
seine Überlegenheit nur vor; -sprechen jVb.j 1.1 .
jmdm. etw. v . vor jmdm ., der das Gesprochene hören
(und nachsprechen) soll, etw. sprechen: den Kindern
schwierige Wörter v .; jmdm. ein Gedicht v.
1.2 . der junge Schauspieler durfte an dem großen
Theater v . (einen Text aus einem Theaterstück zur
Eignungsprüfung vortragen) — 2 . bei jmdm., einer
(Dienst)stelle v . (jmdn., eine Dienststelle wegen eines
Anliegens, einer Unterredung aufsuchen); -springen
/Vb.f hervorragen (1): das Dach springt (ein Stück)
vor; ein vorspringendes Kinn; -Sprung, der 1. her
ausragender, vorspringender Teil: unter dem V.
eines Daches, Felsens Schutz suchen — 2 . jvorw.
8g.I räumlicher od. zeitlicher Vorteil gegenüber
einem Verfolger, Konkurrenten, Abstand von einem
Nachfolgenden: einengroßen, beträchtlichen V. (vor
jmdm.) haben; einen V. gewinnen, erzielen, ein
büßen, halten, nicht aufholen können; jmdm. zehn
Schritt V. geben, lassen; O die Brigade gewann im
Wettbewerb einen klaren V.; -Stadium, das voraus
gehendes Stadium eines Entwicklungsprozesses, Vor
gangs: die Vorstadien des Krebses; -stadt, die
Ortsteil am Bande einer größeren Stadt; -stand, der
leitendes Organ einer Organisation, Partei, Ver
einigung, eines Gremiums: der V. einer Partei,
eines Vereins; einen V. wählen, bilden; er gehört
dem V. an, ist, sitzt im V.; -Standsmitglied, das
jmd., der dem Vorstand angehört; -stehen /Vb.; /
auch -stehend/ 1. hervorragen (1): der Balkon, das
Dach steht' vor; er hat vorstehende Zähne —
2 . veraltend einer Institution v. (eine In
stitution leiten, verwalten); -stehend /A d j.; nicht
präd.; /* auch -stehen/ im Text unmittelbar davor
befindlich: das erklärt sich aus dem vorstehenden
Beitrag, aus dem Vorstehenden; papierdt. v.,
im v orstehenden (im Text weiter oben) wurde darauf
bereits hingewiesen; -Steher, der; -s, - /zu -stehen2/;
-steherdrüse, die Med. Prostata; -stehhund, der
Jagdhund, der das Wild sucht und es dem Jäger durch
Verharren vor dem Wild anzeigt; -stellbar /A dj.; zu
-stellen 2/: kaum, schwer vorstellbare Anstrengun
gen, Ausmaße; das ist nicht v.; -stellen /Vb./ 1.1.
sich, jmdn. (jmdm.) v. jmdm. seinen, jmds. Namen
nennen (und dabei entsprechende nähere Angaben
zur Person machen): darf ich mich Ihnen v.?; er
stellte ihnen seinen Freund vor; die Kandidaten
stellen sich morgen in der Wahlversammlung vor
(stellen sich den Fragen ihrer zukünftigen Wähler);
der Bewerber stellte sich persönlich (bei der Kader
abteilung) vor (suchte die Kaderabteilung auf, um
sich zu bewerben) 1.2 . jmdn., sich (einem Arzt) v.
(jmdn., sich von einem A rz t untersuchen lassen)
1.3 . etw. vorführen (1.2): auf der Modenschau
wurden Modelle für die Sommersaison vorgestellt—
2. sich etw. v . sich in Gedanken ein Bild, eine Vor
stellung von etw. machen: er k onnte sich den Vor
gang (genau, lebhaft) v . ; unter dieser Bezeichnung
konnte er sich nichts, nur schwer etwas v.; er
hatte sich seine Arbeit interessanter vorgestellt;
sich jmdn. v .: ich kann mir meinen Onkel noch gut
v. (mich noch gut an ihn erinnern); das kann ich mir
einfach nicht v. (das kann ich nicht glauben)! —
3. etw., jmdn. darstellen: das abstrakte Gemälde
soll eine verwüstete Landschaft v.; die Plastik
stellt einen jungen Mann vor — 4 .1 .1 . etw. nach vorn
stellen:das rechte Bein v. 4 .1 .2 . die Uhrumeine volle
Stunde v. (den Zeiger der Uhr um eine Stunde vor
rücken 1) 4.2 . etw. vor etw. stellen (2.1): um die Tür zu
verdecken, stellte er ein Bücherregal vor; -stellig
/A dj.; in der Verbindung/ bei jmdm., einem staat
lichen Organ v. werden (sich mit einem Gesuch, E in
spruch an jmdn., ein staatliches Organ wenden);
- Stellung, die 1. Veranstaltung, bei der dem Publikum
ein Bühnenstück, Film o. ä . vorgeführt wird: die V.
beginnt (um) 20 Uhr; eine V. absagen, abbrechen;
Kinokarten für die erste, zweite V. kaufen; die V.
war gut besucht, ausverkauft — 2 . im Bewußtsein
auftretendes Abbild der Wirklichk eit od. möglicher
Sachverhalte, das nicht auf unmittelbarer Wahr
nehmung beruht, sondern früher wahrgenommene
Gegenstände, Situationen (neu kombiniert) wieder
gibt: eine klare, genaue, feste, falsche V. von etw.
haben; sich von etw. keine (richtige), kaum eine
V. machen können; das entspricht ganz m einen
(eigenen) Vorstellungen (dem, was ich angenommen,
beabsichtigt, gewünscht habe) — 3 . das Vorstellen
(1 .1 ): die V. der neuen Mitarbeiter, aller W ahl
kandidaten — 4. jvorw. Pl.j veraltend Vor
haltung, Ermahnung: jmdm. ernste, eindringliche
Vorstellungen machen
Vorstellungs| -vermögen, das jo. P l.j Fähigkeit>
sich etw. vorzustellen (2): das übersteigt sein V .;
- weit, die jo. P l.j Gesamtheit dessen, was sich jmd .
vorstellen (2) kann, wie sich jmd. etw. vorstellt: die V.
des Kindes
Vor/vor| -stoß, der 1.1 . das Vorstoßen (1.1): einen
(kühnen, erneuten) V. des Gegners abwehren; einen
V. (gegen jmdn., in ein Gebiet) unternehmen 1.2 .
energisches, tatkräftiges Vordringen (1.2):d erV . ins
Weltall, in unerforschte Gebiete; O bei jmdm,,
einer Institution einen V. unternehmen, machen
*(sich mit einem Gesuch, Anliegen an jmdn., eine I n
stitution wenden); -stoßen jVb.; ist/ 1.1 . kämpfend
und schnell Vordringen (1.1): die Truppen stie
ßen gegen die gegnerischen Stellungen, (weiter)
in das Gebiet des Gegners vor 1.2 . energisch,
tatkräftig Vordringen (1.2): ins unerforschte I n
nere des Landes, in den Weltraum v.;
- strafe,
1298
Yorstreeken — vorwärts
die Ju r. schon früher von einem Gericht über die
betreffende Person verhängte Strafe, die noch nicht
getilgt ist; -strecken fVb.j 1. etw., bes. einen Körper
teil, nach vorn strecken: die Arme, Hände, den
Bauch, Hals v.
—
2, jmdm. Geld v. (jmdm. Geld
borgen od. als T eil einer Zahlung bereits im voraus
geben); -streichen jVb.; hat/ etw. vor dem Lackieren
m it einem Grundanstrich versehen: die Fenster
rahmen, Türen v . ; -streichfarbe, die Farbe, die sich
für einen Grundanstrich eignet; -stufe, die etw., das
dem eigentlichen Entwicklungsprozeß, Vorgang vor
ausgeht, Abschnitt, Zustand vor dem eigentlichen
Beginn; -stürmen fVb.; ist/ vorwärts, nach vorn
stürmen: die Angreifer stürmten (unaufhaltsam)
vor; -tag, der /o, PI./ Tag, der einem Tag mit einem
besonderen Ereignis vorausgeht: am V. der Prüfung;
- täuschen fVb.f etw. v. jmdm. etw. vorspiegeln, be
wußt den Anschein von etw. erwecken, das nicht den
Tatsachen entspricht: eine Krankheit v .; er täuschte
Überraschung, Fröhlichkeit vor; dazu -täuschu ng,
die; -teil, der 1 .1 , etw., das sich für jmdn. gut, förder
lich, nützlich auswirkt, ihm Gewinn, Ertrag bringt:
seinen V. erkennen, wahren, im Auge haben; aus
einer Sache Vorteile ziehen; er hat davon keinen V.,
dadurch weder Vorteile noch Nachteile; etw. ist für
jmdn. von V., geschieht zu jmds. V.; er hat sich
zu seinem V. verändert; jmdm. gegenüber im V.
(in einer besseren Lage) s ein 1 .2 , Eigenschaft einer
Sache, die diese für jmdn. im Vergleich zu einer
anderen nutzbringender m acht: diese Neuerung
bietet einige Vorteile, weist Vorteile auf; der V.
dieser Methode ist offensichtlich; die Sache hat den
V., daß ...; -teilhaft fAdj.f 1,1 , Vorteilebietend,sich
für jmdn. gut auswirkend, nutzbringend: ein vor
teilhaftes Angebot; etw. v . verkaufen, ekikaufen
1.2 . gut, günstig, im Hinblick auf das Aussehen,
Äußere wirkend: dieses Kostüm, diese Farbe ist für
dich v.; sich v. kleiden; -trag, der; -(e)s, -träge
1, mündlich vorgetragene Ausführungen, Rede über
ein bestimmtes (wissenschaftliches) Thema: ein
langer, interessanter V .; einen V. ausarbeiten,
halten, hören, besuchen — 2 .1 . das Vortragen (1):
der V. eines Gedichts, Musikstücks 2,2 . A rt und
Weise, wie ein K unstw erk, eine sportliche Leistung
dargeboten wird: der V. der Pianistin, Eiskunst
läuferin war sicher, ausdrucksvoll; -tragen fVb.f
1. vor jmdm., einem Publikum ein sprachliches,
musikalisches K unstw erk wiedergeben: ein Gedicht,
Lied v.; ein Musikstück (auf dem Klavier, der
Geige) v.
—
2, etw. (offiziell) in mündlicher und
sachlicher F orm darlegen, berichten: jmdm. eine
Angelegenheit, einen Fall, seine Bedenken v .; eine
Bitte, Forderung v.
Vortrags zu Vortrag 1| -reihe, die Reihe zusammen
hängender, thematisch zusammengehöriger Vor
träge; -reise, die Reise, die jmd. unternimmt, um in
mehreren Orten Vorträge z u halten
vfir/Vor| -trefflich jA d j.j hervorragend (1 ): er ist ein
vortrefflicher Mensch, Schwimmer, besitzt ein vor
treffliches Gedächtnis; die Schuhe passen v . zum
Kleid; -treten fVb.; is t/ 1. (aus einer Gruppe, Reihe)
nach vorn treten: die aufgerufenen Schüler traten
(einen Schritt) vor — 2 . hervorragen (1): jmds.
Backenknochen treten vor; -tritt, der jo. Pl.j
1.1 . Recht, entsprechend den Regeln der Höflichkeit
vorangehen zu dürfen: jmd. hat den V.; jmdm. ge
bührt der V.; jmdm. den V. lassen 1 .2, Recht, etw.
als erster od. einziger von zwei od. mehreren Personen
tun zu dürfen: jmdm. in der Diskussion, beim A us
wählen den V. lassen, geben, einräumen, zu
gestehen; jmd. hat (vor jmdm.) den V.
—
2.
Schweiz. Vorfahrt; -trupp, der 1. Trupp, der einer
größeren A nzahl von Personen vorausgeht, vor den
änderen ankommt — 2. Gruppe von Wegbereitern,
Vorkämpfern: die marxistisch-leninistische Partei
ist der V. der Arbeiterklasse; -turnen /Vb.; hat/:
(eine Übung) v . (eine Turnübung vorführen, zeigen);
dazu -turner, der
vorüber jA d v .j[ , . r y Trennung: vor|über] vorbei
vorüber- vgl. vorbei- (1)
vorüber| -fahren jVb.; ist/ vorbeifahren; -führen
jVb.j vorbeiführen; -gehen jVb.; / auch -gehend/
Vorbeigehen (1, 3); -f* der / Kelch ist an jmdm.
vorübergegangen; -gehend jA d j.; / auch -gehen/
zeitlich begrenzt, nicht ständig: ein vorübergehender
Aufenthalt, Temperaturanstieg; diese Verkaufs
stelle ist v. geschlossen
Vor/vQr| -Übung, die Übung, die dazu geeignet ist,
jmdn. auf etw., bes. auf das zukünftige Aufgaben
gebiet, vorzubereiten: das ist eine gute V. für seine
spätere Tätigkeit; -Untersuchung, die 1.1 . Unter
suchung, die einer eigentlichen Untersuchung voraus
geht od. Lösungswege vorbereitet 1.2. J u r . /noch B R D /
Untersuchung vor der Einleitung eines gerichtlichen
Verfahrens, Teil des Vorverfahrens (1.2); -urteil, das
(in Unkenntnis der objektiven Tatsachen) voreilig
gebildetes od. un geprüft übernommenes Urteil,
auf Fehleinschätzung beruhende M einu ng: überholte,
kleinbürgerliche Vorurteile; gegen etw., jmdn. ein
V., Vorurteile haben; ein V., Vorurteile abbauen,
bekämpfen; -urteilsfrei jA d j./ ohne Vorurteile;
- u rteilslos jAdj./ vorurteilsfrei; -väter, die jPl.j geh.
die Vorfahren, Ahnen: die Sitten unserer V.; -ver
fahren, das Ju r. 1 .1. vorausgegangenes Strafver
fahren 1,2. jnoch BRD/ vorbereitender Teil eines
Strafverfahrens; -Verhandlung, die vorausgehende,
vorbereitende Verhandlung: Vertreter beider Staa
ten führten Vorverhandlungen; -verkauf, der fo.
Pl.j Verkauf von Eintrittskarten (längere Zeit) im
voraus, nicht direkt vor der Vorstellung: K arten für
die Premiere im V. besorgen; -verlegen / Vb.j 1. etw.
a uf einen früheren Zeitpunkt legen: einen Termin
(um eine Stunde) v. — 2. etw. auf eine Stelle verlegen,
die vor der bisherigen liegt: eine H altestelle hundert
Meter v .;
- vertrag, der vertragliche Übereinkunft,
später einen bestimmten Vertrag abzuschließen;
- wagen, sich jVb.j vorzudringen wagen, sich
Tünch vorn wagen; O er hat sich mit seiner
Äußerung zu weit vorgewagt; -wähl, die 1 . das
Wählen der Vorwählnummer — 2. Vorauswahl:
eine V. aus den eingesandten Beiträgen treffen;
- wählnummer, die Nummer eines bestimmten
Ortsnetzes, die bei einem Ferngespräch im Selbst
wählferndienst vor der Num mer des gewünsch
ten Teilnehmers gewählt wird; -wand, der; -(e)s,
- wände als Entschuldigung, Ausrede benutzter
Grund: etw. als (willkommenen) V. benutzen,
zum V. nehmen; er entfernte sich unter einem
V.; er hatte, suchte, fand einen V. (für seine
Ablehnung); -wärmen / Vb.j etw. vorher anwärmen:
das B ett, Badezimmer, die Teekanne v . ; -Warnung,
die vorherige Warnung: bei Erdbebengefahr, H och
wasser rechtzeitig V. geben
vorwärts, vorwärts jAdv.j in Richtung nach vorn: v.
Vorwärtsbewegung — Vulgärlatein
1299
gehen, fahren; sich v. bewegen; zwei Schritte v.
tun; den Blick v. richten; v.! /Ausruf, der zu einer
sofortigen Handlung auffordert, bes. zum Gehen,
Laufen/; Mil. v . marsch! /Kommando/; O diese
Maßnahme bedeutet einen großen Schritt v. (ist
ein großer Fortschritt)
Vprwärts/vorwärts, Vorwärts/vorwärts| -bewegung,
die (kontinuierliche) Bewegung nach vorn; -bringen
/Vb./ etw., jmdn. voranbringen; -entwickeln, sich
fVb.f sich weiterentwickeln; -gang, der T e c h n . Gang
(1.6) für die Vorwärtsbewegung bes. eines K raftfahr
zeugs; -gehen / Vb./ Fortschritte machen, sich günstig
weiterentwickeln: das Projekt, seine Arbeit ging
(zügig) vorwärts; -kommen /V b ./ vorankommen (2):
er war im Leben, in seinem Beruf rasch, gut vor
wärtsgekommen; -weisend /Adf.j die weitere E nt
wicklung bestimmend, weiterführend: vorwärts
weisende Ideen
vorweg /Adv./ 1. /zeitl./ vorher, im voraus: etw. v.
bezahlen, erklären — 2 . /rä uml./ vornweg, voraus:
die Eander waren schon ein Stück v.
+ mit dem Mund v. sesin
Vorweg/vorweg| -nähme, die; -,
-n /vorw. 8g.j das
Vorwegnehmen; -nehmen / Vb./ etw. schon vor dem
dafür vorgesehenen Zeitpunkt tun, vor den weiteren
Mitteilungen, vorher, gleich sagen: wir wollen nicht
das Ergebnis, die Pakten, den Schluß der Erzäh
lung v .; um gleich das Wichtigste, die Hauptsache
vorwegzunehmen ...
vor/Vor[ -weihnachtlich /A d j./ dem Weihnachtsfest
unmittelbar vorausgehend; -weisen /V b ./ etw. vor
zeigen: den Ausweis, eine Vollmacht v .; O jmd.
kann die notwendigen K enntnisse v. (hat die
notwendigen Kenntnisse); -werfen /Vb./ 1 . jmdm.
etw. v . jmdn. anklagend, tadelnd auf einen Fehler,
sein Fehlverhalten hinweisen: jmdm. Rücksichts
losigkeit, Feigheit, seine Vergangenheit v .; sie
warfen ihm Betrug vor (beschuldigten ihn des B e
truges);ich lasse mir das nicht v.! —2. einem Tier
Futter geben, hinwerfen: den Hühnern Körner v . ;
den Raubtieren Fleisch (zum Fraß) v . ; -wiegen /st.
Vb.; vorw. im Prä s.; /* auch -w ieg end/überwiegen,
vorherrschen: in dieser Gegend wiegt der Bergbau,
dieLandwirtschaft vor; -wiegend /Adj.; nicht präd.;
/ auch -wiegen/1,1. /nur attr.f die Hauptsache dar
stellend: vorwiegende Eigenschaften; der vor
wiegende (größere 4) Teil der Bevölkerung 1.2 .
/ad v./ in erster Linie, besonders (2.1): in diesem Haus
wohnen v. ältere Leute; das Wetter wird v. heiter;
- witzig /A d j./ unangemessen neugierig und die A uf
merksamkeit auf sich ziehend, sich imgehemmt und
etwas dreist äußernd: ein vorwitziges Kind; vor
witzige Reden, Fragen; -wort, das /PI.
- e/ ein
leitende, erläuternde Bemerkungen vor dem. eigent
lichen Text eines Buches; -wurf, der 1. Äußerung,
m it der jmd. jmdm. etw. vorwirft: ein schwerer, ern
ster, versteckter V.; jmdm., sich (heftige, bittere)
Vorwürfe machen — 2 . /vorw. 8g.j Gegenstand (2.2),
Thema einer künstlerischen Darstellung: ein histo
risches Ereignis zum V. eines Romans, Gemäldes
nehmen, wählen; -wurfsvoll /Adj./einen Vorwurf (1)
enthaltend: etw. in vorwurfsvollem Ton sagen;
jmdn. v. ansehen; -Zeichen, das 1. Zeichen, erster
Hinweis für etw. Künftiges: etw. ist ein gutes, un
günstiges V., erscheint jmdm. als ein schlimmes,
böses V. — 2 . etw. vollzieht, wiederholt sich mit,
unter veränderten, umgekehrten V. (in gleicher
Gestalt m it verändertem, gegenteiligem Inhalt) —
3.1 . vorangestelltes Zeichen (1.3), das eine Zahl als p o
sitiv od. negativ kennzeichnet 3.2 . Mus. Zeichen (1.3),
das am Beginn eines Musikstücks und der Notenlinie
die Tonart angibt; -zeichnen / Vb./1 . jmdm. etw. v.
(etw. für jmdn. bes. als Muster, Vorlage zeichnen) —
2. jmdm . etw als Richtlinie geben, festsetzen:
(jmdm.) den Weg, die Zielstellung v.; -zeigen /Vb./
etw. (hervorholen und) zeigen, da mit es von jmdm.
geprüft, betrachtet werden k a n n : den Ausweis, einen
Passierschein v . ; -zeit, die längst vergangener, weit
zurückliegender Zeitabschnitt: Sagengestalten, K no
chenfunde aus ferner, grauer V.; -zgiten /Adv./ geh .
einst (1); -zeitig /Adj.; nicht präd./ früher als vor
gesehen, zu früh geschehend: seine vorzeitige Ab
reise, Heimkehr, Entlassung; die Geburt v. einlei
ten; -ziehen / Vb. ; h a t/1.1. etw. lieber als etw. anderes
mögen, tun wollen: er zieh t Zigarren (den Zigaretten)
vor; er zog es vor, zu Fuß zu gehen 1.2. jmdn. un
gerechtfertigt günstiger, besser behandeln als jmd.
anders, als andere: ein Kind, einen Schüler v.
—
2. etw. vor etw. ziehen, etw. zuziehen (1): die Gardine,
den Vorhang (am Fenster) v.
—
3. etw. hervor-
ziehen: ein. Schriftstück (aus der Tasche) v.
—
4. etw. für später Vorgesehenes auf einen früheren
Zeitpunkt legen, zuerst erledigen: die Wahlen,
Prüfungen, eine Arbeit v.; -zimmer, das vor dem
Raum bes. eines Direktors gelegenes Zimmer, Büro,
in dem man sich anmeldet: das V. des Direktors; im
V. warten; -zug, der 1.1.1. wertvolle Eigenschaft,
durch die sich jmd. , etw. auszeichnet: jmd., etw.
hat, besitzt viele Vorzüge; diese unbedingte
Ehrlichkeit ist einer seiner Vorzüge 1 .2 . Vorteil
(1.2): man muß die Vorzüge und Nachteile g egen
einander abwägen; das hat den V., daß ...
—
2.1. fo. Pl.j etw. verdient den V. (etw. ist wichtiger
als etw. und wird daher zuerst berücksichtigt); etw.
wird mit V. (in erster Linie, zuerst) bearbeitet;
einer Sache, jmdm. den V. geben, einräumen (etw.,
jmdn. lieber mögen, haben) 2.2 . /vorw. 8g./ im Ver
gleich zu anderen günstigere, bessere Behandlung: er
genoß den V., zuerst auftreten zu dürfen —
H. Entlastungszug, der vor dem fahrplanmäßigen
Zug verkehrt; zu 1.1 .1
- züglich, -züglich /A d j./
außerordentlich gut, sehr g u t: er ist ein vorzüglicher
Redner, Schwimmer; das Essen war, schmeckte v . ;
er sieht in diesem Anzug v. aus
Vorzugs/vorzugs| -preis, der W ir t s c h . unter dem
Marktpreis liegender Preis, der in der kap. Wirt
schaft bestimmten Abnehmern gewährt w ird; -weise
/A d v ./ vor allem, hauptsächlich, besonders: er raucht
v. schwere Zigarren, liest v . Abenteuerromane
Votum, das; -s, Voten/Vota [v ..] Äußerung (bei
einer Abstimmung), durch die man sich für, gegen
etw., jmdn. entscheidet: ein einmütiges V. für, gegen
den Entwurf ; sein V. abgeben
vulgär /A d j./ [ v . .] 1. von abstoßender Derbheit, grob
und unanständig: vulgäre Ausdrücke, Flüche;
jmds. Benehmen ist, wirkt v. — 2. nicht zum Wesen
einer Sache vordringend, oberflächlich, unzulässig
vereinfacht, unwissenschaftlich: vulgärer Materialis
mus ; etw. ist zu simpel und v. dargestellt
vulgarisieren /sw. Vb.; hat/ [v ..] etw. unzulässig
vereinfachen, oberflächlich, unwissenschaftlich da r
stellen: komplizierte wissenschaftliche Vorgänge,
Erkenntnisse v.
Vulgär| -latein, das Sprachwiss. lateinische Um-
83 Wörterbuch
1300
Vulgärmaterialismus — S ach sen
gangssprache, a us der sich die romanischen Sprachen
entwickelten; -m aterialismus, der den M aterialis
mus simplifizierende kleinbürgerliche philosophische
Richtung
Vulkan, der; -s, -e [v,.] durch ausströmende Lava
entstandener od. entstehender B e rg : ein tätiger,
erloschener V.; der Ausbruch eines Vulkans; wie
auf einem V. (in ständiger Gefahr) leben
Vulka nfiber, die fo. PL/ aus Zellulose hergestellter
künstlicher Werkstoff von hoher Festigkeit: ein
Koffer aus V.
vulkanisch lAdj.f [v ..] von einem Vulkan her-
rührend: vulkanische Asche; eine heiße Quelle vu l
kanischen Ursprungs
vulkanisieren fsw. V b hat/ [v..] Techn. 1.1. na
türlichen od. synthetischen Kautschuk durch E in
wirkung von Hitze und Chemikalien zu elastischem
Gummi verarbeiten: den Kautschuk v. 1 .2 . einen
Autoreifen v. (durch Verschweißen einer schad
haften Stelle od. durch Aufbringen eines Profils
2.2 auf den Reifen wieder instand setzen)
W
W, W, das;
- /umg.
-s [ve:] der Laut W; drei
undzwanzigster Buchstabe des Alphabets: ein kleines,
großes W
Waage, die;
-n 1. Gerät zur Bestimmung des
Gewichts, der Masse: etw. auf die W. legen, mit der
W. abwiegen; sich auf die W. stellen — 2 . Wasser
waage — 8. Turnen Übung, bei der der gestreckte
Körper auf einem Bein stehend in waagerechter Lage
gehalten w ird
+ sich die W. halten gleich wichtig sein, sich aus-
gleichen: Vor- und Nachteile halten sich die W .; —
das / Zünglein an der W. sein
waag(e)/Waag(e) | -recht jA dj.; / auch -rechte/
rechtwinklig zur Senkrechten, pa rallel zur als Ebene
gedachten Erdoberfläche (verlaufend) : das B rett
liegt w.; -rechte, die; -n, -n f/ auch -recht/ waage
rechte Linie
Waag [schale, die einer Schale (II. 1) ähnliches Teil an
einer Waage (1) für die Wägestücke od. die zu w ie
gende Last: die W. hebt, sen kt sich
+ etw. in die W. werfen (etw. geltend machen, als
M ittel einsetzen)
Wabe, die; -,
-n Verband von Zellen (1.3) zur A uf
zucht der B rut und Speicherung von Vorräten, bes.
bei Honigbienen
wach fAdj.f 1. fvorw. präd. u. adv.f nicht schlafend:
w. sein; die ganze Nacht w. bleiben; etw. hält jmdn.
(lange) w.; jmdn. w. machen (wecken 1 ); er wurde
früh w. (wachte früh a uf); O Erinnerungen wurden
w. (man erinnerte sich an Zurückliegendes) — 2 . a u f
geweckt^ aufmerksam und rege: ein wacher Junge;
etw. mit wachem Interesse verfolgen
W ach| -ablÖsung, die Ablösung der Wache (1 );
- a ufzug, der feierlicher Aufzug (1) einer militä
rischen Formation, bes. d e s , Wachregiments, m it
Musik : der Große W. einer Ehrenkompanie der
Nationalen Volksarmee vor dem Mahnmal der
Opfer des Faschismus; -dienst, der [o. Pl.f Dienst
zur Be-, Überwachung von etw., jmdm.
Wache, die; -,
- n 1. Person, Gruppe, die etw. be
wacht: die W. ablösen, einziehen; Wachen auf
stellen; die W. auf einem Schiff — 2 . fo. Pl.f Wach
dienst: W. haben, halten; auf W. stehen, ziehen —
3. Gebäude, R au m für die, den Wachthabenden, bes.
beim Militär, bei der Polizei: vor der W. stand ein
Posten
+ um g. W . schieben (Wachdienst haben)
wachen fsw. Vb.; hat/ 1. wach sein, nicht schlafen:
er hat die ganze Nacht gewacht und auf sie ge
wartet — 2 .1 . den Wachdienst versehen: der Posten
wachte 2.2. wach (1) bleiben, um jmdn., bes. einen
Kranken, zu betreuen: die Mutter hat die ganze
Nacht bei dem schwerkranken Kind gewacht —
3. über etw., jmdn. w. sorgsam auf etw., jmdn. ach
ten, aufpassen: der Volkspolizist wacht über den
Verkehr; er wacht darüber, daß die Vorschriften
eingehalten werden
wach/Wach| -habend JAdj.; nur attr.f s. wacht
habend; -halten fVb.f etw. im Bewußtsein fort
dauern lassen: sein Gefühl, Interesse, jmds. An
denken w.;
- hund, der Hund für den Wach
dienst
Wacholder, der; -s, - 1. fvorw. Sg.j zu den Nadel
hölzern gehörender Strauch, dessen häufigste A r t
schwarzblaue, fleischige Beeren hat, die als H eil
mittel, Gewürz und zur Herstellung alkoholischer
Getränke verwendet werden — 2 . aus Extrakten der
Beeren von 1 hergestellter Branntwein: eine Flasche
W .; einen W. trinken
Wach/wach| -regiment, das Regiment, das für den
Wachdienst bestimmt ist; -rufen jVb.j etw. (in jmdm.)
hervorrufen, wecken (2): jmds. Ehrgeiz w .; das Bild
rief Erinnerungen in ihm wach; -rütteln fVb.f jmdn.
durch Rütteln wecken (1); O einen Gleichgültigen,
jmds. Gewissen w.
Wachs, das; -es, -e fettige, leicht knetbare und
schmelzbare Masse, die in der N atur als Bienenwachs
vorkommt od. chemisch erzeugt wird und bes. zur
Herstellung von Kerzen dient: weißes, gelbes,
flüssiges W.; etw. in W. abdrücken, gießen
+ (wie) W. in jmds. Händen sein (alles tun, was
jmd. will, sehr nachgiebig sein)
wachsam fAdj.f aufmerksam achtgebend: ein wach
samer Posten; es gilt, w. zu sein gegenüber Diver
sionsversuchen
+ ein wachsames / Auge auf jmdn., etw. haben
Wachsamkeit, die; -, jo. PL; zu wachsam/
Sachsen (er wächst), wuchs, ist gewachsen / /
auch gewachsen/ 1. im Prozeß der Entwicklung vom
Keim zum fertigen Organismus an Umfang, A u s
dehnung zunehmen: Pflanzen, Menschen, Tiere w .;
Kinder und Jugendliche w. noch; er ist gerade ge
wachsen (hat eine gerade Gestalt); hier wächst kein
Getreide (dieser Boden, dieses Klim a ist für den
Anbau von Getreide nicht geeignet); um g . sie ist
aus ihren Kleidern gewachsen (braucht jetzt größere
Kleiderp ; O ein Gedanke wuchs (entwickelte sich)
in ihr — 2. etw. wächst 2.1 . die Nägel, Haare w.
(werden länger); er läßt sich die Haare w. (läßt sie
lang werden) 2.2 . etw. steigt (2.2): die Einwohner
^wachsen — wagen
1301
zahl, das Einkommen wächst; unsere Ansprüche w.
2.3 . etw. steigt (2.3): der Widerstand, die Spannung
wächst; wachsende Gefahren
-f- das / Gras w. hören; über etw. / Gras w. las
sen; sich über, wegen, um etw. keine grauen /
Haare w. lassen; jmdm. ans / Herz gewachsen
sein; etw. ist jmdm. über den / Kopf gewachsen;
dagegen ist kein / Kraut gewachsen; etw. ist nicht
auf jmds.
Mist gewachsen; bleib, wo der /
Pfeffer wächst; reden, wie einem der / Schnabel
gewachsen ist
2wachsen /sw. Vb.; hat/ 1.1 . die Skier w. (ihre
Lauffläche mit Wachs einreiben, um sie gleitfähig zu
machen) 1.2 . den Fußboden, das Linoleum w.
(bohnern)
wächsern lAdj.f 1. /nicht adv./ aus Wachs: eine
wächserne Puppe; ein wächsernes Bild — 2 . sehr
bleich und scheinbar durchscheinend: eine wächserne
Hand; etw. schimmert w.
Wachs |kerze, die Kerze aus Wachs
Wach |Station, die M ed. Station für Schwerkranke,
bes. für frisch Operierte, auf der eine ständige B e
treuung garantiert ist
Wachs |tuch, das Gewebe, das auf einer Seite m it
einer wasserdichten Schicht aus Firnis od. K unststoff
überzogen ist
Wachstum, das; -s, /o. PL; zu Sachsen 1, 2.2/
das Wachsen; zu 1: das W. (einer Pflanze, eines
Tieres) fördern, hemmen; zu 2.2: das ständige W.
der Industrie, Bevölkerungszahl
Wachstums| -rate, die bes. W irtsch . Zuwachsrate:
die industrielle, wirtschaftliche W .;
- tempo, das
jo, PL/ Tempo der (wirtschaftlichen) Entwicklung:
ein hohes, stürmisches W.
Wacht, die /in der Verbindung! geh . auf (der) W.
stehen (<bewaffnet) wachsam und aktiv Schutz bieten:
für den Frieden auf (der) W. stehen
Wachte, die; -,
-n
nach der dem Wind abgewandten
Seite überhängende Schneemasse
Wachtel, die; -,
- n kleiner, brauner, auf Wiesen und
Feldern lebender Hühnervögel m it kurzem Schwanz
Wächter, der; -s, - jmd ., der beruflich einen be
stimmten Wachdienst versieht
wacht/Wacht| -habend jAdj.; nur attr./ den mili
tärischen Wachdienst versehend: der wachthabende
Posten, Offizier; -m eister, der / Unteroffiziersgrad/:
ein W. der Volkspolizei
wackelig lAdj.j 1. mit der Eigenschaft zu wackeln
(1j:ein wackeliger Stuhl; der Tisch, die Leiter steht
w .; ein wackeliger (locker sitzender) Zahn — 2 . u m g .
schwach (1.1): ein wackeliger Greis; er war nach
der Krankheit noch etwas w. (auf den Beinen,
in den Knien), fühlte sich etwas w.
—
8. umg.
gefährdet, unsicher: das Unternehm en ist (ziemlich)
w .; der Schüler steht w. (seine Versetzung ist ge
fährdet)
Wackelkontakt, der schadhafte Verbindung in
einem elektrischen Strom kreis, die eine kontinuierliche
Stromzufuhr verhindert: die Lampe hat (einen) W.
wackeln /sw. Vb.; hat/1 . nicht fest auf dem Boden,
auf der Unterlage stehen und bei Benutzung schwan
ken: der Stuhl, Tisch wackelt; der Zahn wackelt
(sitzt locker) — 2 .1 . sich (schwankend) hin- und her
bewegen : wackel nicht, steh ruhig!; bei der Deto
nation wackelten alle Türen 2.2 . an etw. w .: er
hat am Zaun, Gitter gewackelt (gerüttelt) 2.3 . m it
den Ohren w. (die Ohren hin- und herbewegen)
können 2.4 . umg. etw. wackelt: das Unternehmen
wackelt (ist gefährdet)
4 lachen, schreien, niesen, daß die / Wände w.
wacker/Adj./ veraltend, noch scherzh.l. tüch
tig, rechtschaffen: ein wackerer Bursche — 2. tapfer:
sich w. schlagen, halten
wacklig jAdj.l s. wackelig
Wade, die; -, -n hinterer, muskulöser Teil des Unter
schenkels
Waden| -bein, das der hintere, schwächere der beiden
Knochen des Unterschenkels; -krampf, der K rampf
der Wadenmuskeln
Waffe, die; -,
-n jedes im Kampf verwendete Mittel,
bes. Schußwaffe, das dazu dient, den Gegner und sein
Potential zu schädigen od. zu vernichten: konventio
nelle, atomare, biologische, chemische Waffen; eine
W. besitzen, tragen, bei sich führen; die W. auf
jmdn. richten;zur W. greifen;von der W. Gebrauch
machen; einen Knüppel als W. benutzen; <> dieses
Buch ist eine ideologische, politische W.; mit
geistigen Waffen kämpfen; seine W. ist der Zei
chenstift, das Wort
4 zu den W affen greifen (sich gegen den Gegner
militärisch wehren); die W affen strecken (sich er
geben 2; sich geschlagen geben); die W affen nieder
legen (die Kampfhandlungen einstellen, sich er
geben); jmdn. m it seinen eigenen Waffen (durch
Anwendung der gleichen Methoden, Argumente)
schlagen
W affel, die; -,
-n
sehr flaches Gebäckstück mit m eist
wabenförmigem M uster
W affel|eisen , das (elektrisches) Gerät, bestehend aus
zwei mit wabenförmigem M uster versehenen Teilen,
zwischen denen die Waffeln gebacken werden
Waffen/waffen| -besitz, der jo. PL/: unerlaubter
W.;
- bruder, der g eh . Waffengefährte; -brüder-
schaft, die; -, jo. PLf geh .: unsere W. (militärische
Kampfgemeinschaft) hat sich bewährt; -gattung,
die Truppen der Land-, Luft- od. Seesireitkräfte mit
gleichartiger Aufgabe und Ausrüstung; «gefährte,
der geh. Gefährte im militärischen Kampf; -gewalt,
die jo. PL / Gebrauch polizeilicher, militärischer
Macht unter Einsatz von Waffen: W. anwenden;
einen Putsch mit W. niederschlagen; -lager, das:
ein geheimes W. ausheben; -los /A dj./ ohne Waffen,
unbewaffnet: w. sein; -ruh e, die Unterbrechung im
Kampf (1.1): W. vereinbaren, die W. einhalten;
- s chein, der Ausweis, der zum Besitz einer Handfeuer
waffe berechtigt; -Stillstand, der bes. zwischen krieg-
führenden Staaten vereinbarte allgemeine od. lokale
Einstellung der Kampfhandlungen, meist bis zum
Abschluß eines Friedensvertrages: ein en W. (ab)-
schließen, unterzeichnen, einhalten, brechen
Wage/wage| -m ut, der unerschrockene Kühnheit;
dazu -mutig /Adj.j: ein wagemutiger Forscher
wagen /sw. Vb.; hat; / auch gewagt/ 1.1, etw.
mutig, eine mögliche Gefahr nicht scheuend, tun:
einen Vorstoß, Versuch, kühnen Sprung w.; er
wagte nicht zu stören, ein Wort zu sagen 1.2. sich
irgendwohin w. den M u t haben, sich irgendwohin zu
begeben: sich (nicht) auf die Straße w. 1 .3 . sich an
etw. w. den M ut haben, etw. in Angriff zu nehmen :
sich an eine schwierige Aufgabe w. — 2 . etw. selbst
auf die Gefahr des Verlustes hin einsetzen (3.2), in der
Hoffnung, damit ein positives Ergebnis zu erzielen:
er hat dabei viel, alles gewagt; einen hohen Ein
satz w.;der Retter hat sein Leben für das Kind ge
83*
1302
Wagen — W ahlgeheimnis
wagt; /im Part. Prät.j es ist sehr gewagt, so schnell
zu fahren; eine gewagte (gefährliche, riskante)
Operation
- f sichindie/ HöhledesLöwenw.
Wagen, der; -s, - 1 . auf Rädern laufendes, zum
Transport von Personen, Lasten verwendetes Fahr
zeug 1.1 . das durch Menschenhand bewegt w ird :
Holz, Kohlen mit einem W. (Handwagen) holen;
einen W. (Kinderwagen) schieben 1.2 . das von
Tieren, bes. Pferden, gezogen w ird : Pferde vor den
W. spannen 1 .8. das auf Schienen läuft und von
einer Lokomotive, einem Triebwagen gezogen w ird,
auch mit eigenem Antrieb: ein Zug mit zehn W.
(Eisenbahnwagen); der vordere, letzte W. (Stra
ßenbahnwagen) der Linie 5 ist entgleist; einen W.
abhängen, abkuppeln — 2 . Auto, Kraftwagen:
einen W. steuern, parken, waschen; einen eigenen
W. fahren — 3. fachspr. der W. der Schreib
maschine (Mn- und herbewegbares Teil der Schreib
maschine, das das Papier führt)
4- umg. jmdm. an den W. fahren (jmdm. etw.
Schlechtes nachweisen, jmd m . schaden wollen); —
das fünfte
Rad am W. sein
wägen, wog/wagte, hat gewogen / / auch 1wiegen/
1. /wog/1.1.fachspr. etw. w. (die Masse von etw.,
jm d m . m it einer durch Wägestücke regulierten
Waage feststellen, bestimmen) 1.2 . ö s t e r r . etw.,
jmdn. liegen (1.1) — 2. /wägte, wog/ geh. etw.,
sorgsam prüfend bedenken: seine Worte, H andlun
gen, Taten w.
Wagen j-heber, der Gerät zum Anheben eines K raft
wagens ; -kolonne, die Kolonne (1.4) von Kraftwagen;
-park, der Gesamtheit der z ur Verfügung stehenden
Kraftwagen bes. eines Betriebes; -rad, das Rad eines
Wagens, bes. eines Pferdewagens; -tür, die Tür eines
Wagens, bes. eines Autos; -typ, der T yp eines
Kraftwagens; -zug, der Straßenbahn, U-Bahn,
5 - Bahn mit mehreren gekoppelten Wagen
Wagestück, das fPl. -e/ fachspr. Körper (2), der
zu m Wägen (1.1) dient
Waggon, der; -s, -sf-Jbei Maßangabe PI. W aggon/
[vagoq] Eisenbahnwagen, bes. für den Gütertransport,
Güterwagen: ein Güterzug mit 30 Waggons;drei W.
Kohlen
wag|halsig fA dj./ kühn (1 .1 ): ein waghalsiger
Kletterer
Wagnis, da s; -ses, -s e 1.1* kühne, M ut erfordernde,
gefährliche Unternehmung: ein W. bestehen; sich
in ein W. stürzen; diese Bergtour war ein (gefähr
liches, tollkühnes) W. 1 .2 . m it der Gefahr des Ver
lustes verbundenes Unternehmen, dessen Ablauf,
Ausgang unsicher ist: ein W. eingehen; sich auf
kein W. einlassen
Wahl, die; -,
- e n 1. jo. Pl.j Entscheidung zwischen
zwei od. mehr Möglichkeiten, Dingen, Personen: eine
gute, schlechte, kluge W. treffen; jmdm. fällt
die W. schwer, nicht leicht; jmdm. die W. lassen;
vor der W. stehen, sich vor die W. gestellt sehen,
dies oder jenes zu tun; etw. steht zur W.; in die
engere W. kommen (nach bereits erfolgter erster
Auswahl auch weiterhin noch in Frage kommen) —
2. /der PI. kann die vielen Aktionen eines Gesamt
vorgangs meinen/ Abstimmung, durch die eine Person
in eine Funktion, in ein A mt, durch die ein Gremium,
eine Vertretungskörperschaft berufen wird und die
im Soz. als freie, unmittelbare Entscheidung des
Wählers eine Form der Durchsetzung der soz. De
mokratie darstellt: die W. der Abgeordneten für die
oberste Volksvertretung; die W. der Betriebs
gewerkschaftsleitung(en); /der PI. kann auch den
Sg. meinenj die W ahlen zur Volkskammer; die
Vorbereitung, Durchführung der W .; zur W. gehen;
die Kandidaten in direkter W. (unmittelbar durch
persönliche Stimmabgabe der Wählenden) wählen;
sich zur W. steilen (bereit sein, sich wählen 2 zu
lassen) ; die W. (zum Vorsitzenden) annehmen (sich
damit einverstanden erklären, daß man gewählt 2
worden ist) — 3 . fo. Pl.j Güteklasse: Waren erster,
zweiter W.
+ keine andere W. haben (nicht anders entscheiden
können)
Wahl/wahl| -alter, das jo. P l.j gesetzlich vor-
geschriebenes Mindestalter für die A usübung des
aktiven und passiven Wahlrechts; -berechtigt /A dj.;
nicht ädv.j zur Stimmabgabe berechtigt; -beteiligung,
die Beteiligung der Stimmberechtigten an einer Wahl;
- bezirk, der T eil eines Wahlkreises
wählen jsw. Vb.; hat; / auch gewählt/ 1.1. etw. w.
sich für eine von zwei od. mehr Möglichkeiten, Din
gen, Personen entscheiden, etw. auswählen, a u s
suchen: einen Stoff für ein Kleid w .; (auf der
Speisekarte) ein Gericht w.; der Zeitpunkt war
äußerst günstig gewählt 1.2 . die Telefonnummer
110 w. (die Wählerscheibe entsprechend den Zählen 1,
1 , 0 «so drehen, d aß eine Fernsprechverbindung her-
gestellt wird) — 2 . durch Stimmabgabe (bei einer
Wahl 2) jmdn., ein Gremium berufen: die Kandi
daten der Nationalen Front, die (neue) Betriebs
gewerkschaftsleitung w.; jmdn. in die Volks
kammer, in den Vorstand, einstimmig zum Vor
sitzenden w .; w. (zur Wähl 2) gehen
Wähler, der; -s, - Teilnehmer an einer Wahl (2),
einer Volksabstimmung
Wähler|auftrag, der in einem soz. Staat einem A b
geordneten od. Kandidaten von den Wählern über
tragene Verpflichtung, sich für die Lösung be
stim mter gesellschaftlicher Aufgaben einzusetzen:
einen W. erhalten, erfüllen
Wahlergebnis, das Ergebnis einer Wahl (2): das
vorläufige, endgültige W. bekanntgeben
wählerisch /Adj.; vorw. p räd.j 1.1. in der Auswahl
besondere Ansprüche stellend, nur schwer zufriedenzu
stellen: er ist sehr, nicht w. im Essen 1.2. er ist
nicht w. in seinen Mitteln (er hat bei der Wähl seiner
Mittel wenig Skrupel)
Wähler| -liste, die Verzeichnis der Wähler eines
Wahlkreises; -scheibe, die drehbare Scheibe m it
kreisrunden Löchern über den Zahlen des Telefon
apparates, m it der die Telefonnummer gewählt w ird ;
- stimme, die Stimme (4); -Versammlung, die
Wählervertreterkonferenz; -Vertreter, der / in der
D D R / gewählter Vertreter der Wähler eines od.
mehrerer Wahlkreise; -Vertreterkonferenz, die / in
der DDR/ Beratung der Kandidaten der zu wählenden
Volksvertretung m it den Wählervertretern
Wahl/wahl| -essen, das unter mehreren Gerichten zur
Aus wah l stehendes Gericht in einer Gemeinschaftsver
pflegung; -fach, das Unterrichtsfach, an dem die
Schüler freiwillig teilnehmen können; -gang, der /im
bürgerl. Parlament/ Teil einer Abstimmung, Wähl,
der als endgültige Entscheidung gilt, wenn einer der
Kandidaten die vorgeschriebene Stimmenzähl auf sich
vereinigt: einen Kandidaten im ersten, zweiten W.
wählen; -geheimnis, das jo. PLI Prin zip des Wähl
Wahlheimat — 2während
1303
rechts, d as dem Wähler ermöglicht, von der geheimen
Abgabe seiner Stimme Gebrauch zu machen; -heim at,
die Land, Ort, in dem jmd. seinen ständigen Wohn
sitz gewählt ha t; -kabine, die abgeteilter R aum im
Wahllokal für die geheime Stimmabgabe; -kämpf,
der Auseinandersetzung der einzelnen Parteien und
ihrer Vertreter in bürgerl. Staaten vor der Wahl, um
die Wähler und deren Stimmen für ihre politischen
Ziele zu gewinnen; -kommission, die K om mission
zur (organisatorischen) Vorbereitung und Durch
führung einer Wahl (2); -kreis, der zum Zweck einer
Wahl festgelegtes geographisches Gebiet, dessen w a h l
berechtigte Bürger eine bestimmte Zahl von A b
geordneten wählen; -leiter, der Verantwortlicher für
die ordnungsgemäße Durchführung einer Wahl (2);
- liste, die Verzeichnis der für eine Wahl (2) auf-
gestellten Kandidaten: auf der W. stehen; jmdn.
auf die W. setzen; -lokal, das Raum, in dem die
Wahlberechtigten ihre Stimm e abgeben, bes. bei den
Wahlen zu einer Volksvertretung, einem Parlam ent;
-los /A dj.; vorw. adv.f ohne zu wählen (1.1), ohne lange
nachzudenken, willkürlich: Geschenke w. verteilen;
aus der Fülle des Materials ein Beispiel w. heraus
greifen; -niederlage, die vgl.
- sieg; -periode, die
Zeitraum, für den ein bestimmtes Gremium, eine
Vertretungskörperschaft gewählt w ird : für die Dauer,
nach Ablauf einer W .;
-pflicht, die jo. Pl.j in
bestimmten Ländern gesetzlich vorgeschriebene Pflicht
zur Teilnahme an der Wahl von Abgeordneten;
- p lakat, das zur Vorbereitung einer Wahl (2), für die
Wahlpropaganda dienendes Plakat (einer Partei);
- Propaganda, die im Rahmen des Wahlkampfes be
triebene Propaganda; -recht, das 1. Gesamtheit
staatsrechtlicher Normen für die Wahl einer Volks
vertretung, eines Parlam ents, des Staatsoberhauptes,
deren Inhalt durch den Charakter der jeweiligen
Staats- und Gesellschaftsordnung bestimmt is t : das
bürgerliche, sozialistische W.
—
2.fo.PI./in1
festgelegtes Recht des Staatsbürgers, sich an der Wahl
zu beteiligen und selbst gewählt zu werden: das all
gemeine W .; das / aktive W .; das / passive W .;
- r ede, die im Wahlkampf gehaltene Rede; -schein,
der Schein (IL1), der zur Wahl außerhalb des Wohn .
orts und des dafür zuständigen Wahllokals berechtigt;
- sieg, der Sieg einer Partei, eines Kandidaten bes.
bei bürgerl. Parlamentswahlen; -Spruch, der L eit
spruch ; -urne, die Behälter, in den die Stimmzettel
geworfen werden: der Gang an die, zur W .; -Ver
sammlung, die Versammlung zur Vorbereitung
einer Wahl (2); -Vorstand, der Gruppe von Personen,
die im Wahlbezirk ehrenamtlich die Durchführung
der Wahl leiten und das Ergebnis der Stimmabgabe
feststellen; -weise /A dj.j nach eigener Wahl (l),n a c h
eigenem Ermessen: die wahlweise Verwendung
dieses oder jenes Mittels; eine Lehrveranstaltung
w. belegen können
Wahn, der; -(e)s, /o. Pl.j 1.1 . oft auf phantastischer
Vorstellung, Selbsttäuschung beruhende irrige, fixe
Idee, trügerische Annahme, Einbildung: in einem
(blinden) W. befangen sein; in dem W. leben,
handeln, daß
jmdn. in dem W. lassen, daß ...
1.2 . M ed . krankhafte Störung der Denktätigkeit, bei
der sich nicht unterdrückbare fälsche Vorstellungen,
Überzeugungen von der R ealität bilden
wihnen /sw. Vb.; hat/ veraltend geh.: jmdn.,
sich glücklich w. (annehmen, d aß jmd., m an selbst
glücklich ist); er wähnte ihn auf Reisen (nahm an,
daß er auf Reisen ist); er wähnte (nahm an), daß die
Zeit gekommen war
Wahn/wahn| -sinn, der jo. Pl.j 1. Med. mit Wahn
vorstellungen einhergehende Psychose, Schizophre
nie :jmdn. in den W., bis an die Grenzen des Wahn
sinns treiben; dem W. verfallen — 2 . grenzenlose,
gefährliche Unvernunft: der W. des Krieges; u m g .
das ist doch heller, glatter, der reine W .!; -sinnig
jAdj.j 1.1 . /nicht adv.; zu -sinn 1/: er wurde w.; er
schrie, gebärdete sich wie w., wie ein W ahnsinniger;
um g. du bist wohl w. (nicht bei Sinnen) 1; ich
werde w .! jAusruf des Entsetzens, Erstaunens/
1.2 . /zu -sinn 2/: seine wahnsinnigen Pläne, Hoff
nungen, Ideen — 2 . um g. /drückt emotional einen
sehr hohen Grad aus/: wahnsinnige (sehr große)
Angst, Schmerzen haben; etw. ist w. (überaus)
teuer; -Vorstellung, die durch Wahn erzeugte Vor
stellung (2); -witz, der jo. PI ./ Wahnsinn (2); dazu
-witzig jAdj.j: wahnwitzige Ideen, Vorstellungen
haben
wahr /Adj.; nicht adv./ 1 .1 . einen Sachverhalt ob
jektiv richtig widerspiegelnd, der V/ahrheit (1) ent
sprechend: eine wahre Erkenntnis, Behauptung;
etw. für w. halten; an der ganzen Geschichte ist
kein wahres Wort, kein Wort w .; das ist traurig,
aber w. 1 .2 . wirklich (1 ), tatsächlich (1 ): das wahre
Wesen, der wahre W ert einer Sache; seine wahren
Interessen, Beweggründe erkennen; eine wahre
(auf Tatsachen, Geschehnissen beruhende) Ge
schichte; nicht w.? /Aufdruck der gegenseitigen Ver
gewisserung/: du kommst doch mit, nicht w.?; so
w. ich lebe!; so w. ich hier stehe! /als Ausdruck der
Beteuerung/; umg. das kann doch nicht w. sein!
/Ausruf des Erstaunens, der Überraschung/ —
2.1 . wirklich (2), richtig (2.1 ), echt (1 .2): ein wahrer
Freund; eine wahre Mutter 2.2 . um g. jemot.f es ist
eine wahre Freude (wirklich eine Freude), ihr zu
zuhören, eine wahre Strafe, sie singen zu hören;
es ist ein wahres Glück, Wunder, daß ihm dabei
nichts passiert ist
- f etw. w. machen (etw. in die Tat umsetzen, ver
wirklichen 1 .1 ); w. werden (wirklich geschehen, ein
treffen); umg. das ist doch schon bald nicht mehr
w. (es ist schon sehr lange her) !; — sein wahres ./*
Gesicht zeigen; das ist nicht der wahre / Jakob;
im wahrsten
Sinne (des Wortes)
wahren /sw. Vb.; h a t/1.1. etw. weiterhin beibehalten,
einhälten: seinen (guten) Ruf, seine Würde w.;
den Schein w.; die Form(en), Etikette w.; Diszi
plin, Ruhe w .; im Straßenverkehr den Sicherheits
abstand w . ; (größtes, strengstes) Stillschweigen w.
1.2 . seine Rechte, Interessen w. (wahrnehmen 2.1);
seinen Vorteil w. (nutzen 2.1)
+ das / Gesicht w.
währen /sw. Vb.; hat/ geh. etw. währt etw. dauert,
hält a n : etw. währte (nicht) lange, drei Tage; sturi-
denlang währende Gespräche
Während /Präp. mit Gen.; im Sg. umg. mit Dat.;
bezeichnet eine Zeitdauer/ in der Zeit, zur Zeit von,
im Verlauf der, des . ..: w. dieser Zeit, Tage; w. der
Nacht; es war noch w. des Krieges (zu einem Zeit
punkt im Krieg), als das geschah
2während /Konj.; unterordnend; leitet einen Glied
satz ein/ 1 . /temporal; kennzeichnet den Gliedsatz im
Sinne der Gleichzeitigkeit; gibt eine Zeitdauer an, die
mit der des Hauptsatzes identisch ist; die Sach
verhalte schließen keinen Gegensatz ein/: w. er das
1304
währenddem — Wald
Geschirr abwusch (abwäscht), schälte (schält) sie
Kartoffeln — 2 . / adversativ; kennzeichnet den Glied
satz im Sinne eines Gegensatzes zum Voraufgehen
den; die Sachverhalte sind nicht zeitlich kongruent/:
w. er noch immer bei seinen Prüfungsvorbereitun
gen sitzt, hat sein Bruder die Prüfung bereits b e
standen
während| -dem /A dv./ u m g . währenddessen; -dessen
lAdv.j inzwischen (1 .1 ): sie war einkaufen gegangen,
und w. war Besuch gekommen
wahr|haben /F 6.; in der Verbindung! etw. nicht w.
wollen etw. nicht einsehen, nicht zugeben wollen:
seinen Irrtum nicht w. wollen
wahrhaft /A dj./1 *1 . /nichtpräd./ wahr (2.1), richtig,
echt: wahrhafte Liebe, Treue; seine wahrhafte Größe,
Bescheidenheit zeigte sich auch im Verzicht; jmdn.
w. lieben 1.2 . /adv.; dient zur Verstärkung, Be
kräftigung/: ein w. großer Dichter; eine w. vor
bildliche H altung
wahrhaftig, wahrhaftig /Adj./ 1 . /nicht adv./ nach
Wahrheit strebend, a u frichtig: ein wa hrhaftiger
Mensch; sein Streben ist w.
—
2. /wahrhaftig;
a dv.; dient zur Bekräftigung, Beteuerung einer
Aussage/: es hat w. keinen Zweck, noch länger auf
ihn zu warten; das habe ich (wirklich und) w. nicht
getan, gewollt!; das hat sich w. (in der Wirklich
keit) so zugetragen
Wahrheit, die; -,
- e n 1.1 . /o. Pl.J Übereinstimmung
einer Aussage, Darstellung, Erkenntnis mit dem
von ihr wiedergegebenen, widergespiegelten Objekt,
Sachverhalt, adäquate Widerspiegelung der objek
tiven Realität: die W. einer Aussage, Darstellung
prüfen, bestreiten 1 .2 . Aussage, Erkenntnis mit 1.1:
philosophische, wissenschaftliche, geschichtliche
Wahrheiten; eine allgemeingültige, bittere, banale
W.
— 2. /o. PI ./ das, was wirklich geschehen ist, tat
sächlich (2) vorliegt: die ganze, volle W. erfahren,
erzählen, gestehen; die W. verschweigen, leugnen;
die W. (über jmdn., etw.) herausfinden; sag (mir)
die W .!; um g. jmdm. gehörig die W. (dieMeinung)
sagen"1; in W. (tatsächlich 2) verhält es sich damit
ganz anders
+ umg. der W. die Ehre geben (etw. wahrheits
gemäß sagen)
w&hrheits/Wahrheits zu W ahrheit 2\ -gemäß /A dj./
der Wahrheit entsprechend: eine Frage w. b ea nt
worten; -getreu /Adj./ wahrheitsgemäß; -liehe, die
Bestreben, die Wahrheit zu erkennen und auszu
sprechen
wahrlich /Adv./ v e ra lten d /dient zur Verstärkung,
Bekräftigung/: das ist w. kein Vergnügen
wahr/Wahr| -nehmbar /A dj./ so beschaffen, daß es
wahrgenommen (1 ) werden kann: ein kaum (noch)
wahrnehmbarer (hörbarer) Ton; eine weithin wahr
nehmbare (sichtbare) Lichtquelle; -nehmen /Vb.j 1.
etw., jmdn. w. sich einer Sache, Person durch Vermitt
lung der Sinnesorgane in einer Form sinnlich-ideeller
Widerspiegelung bewußt werden: ein Geräusch,
einen Geruch, Lichtschein, Schmerz w.; etw. m it
dem Geschmackssinn w .; einen Gegenstand, eine
Gestalt im Dunkeln kaum w. können; er ging an ihr
vorbei, ohne sie wahrzunehmen; er hatte das Auto,
Kind zu spät wahrgenommen — 2.1 . etw. w. sich
für etw. einsetzen (3.1), etw. Vertreten (2.1): jmds.
Angelegenheiten, Interessen, Belange w. 2 .2 . etw.
(für sich) nutzen, von etw. Gebrauch machen: (s)ein
s Recht w .; die, eine Gelegenheit, Chance w .; seinen
Vorteil w .; einen Termin w. (zu einem Termin er
scheinen) 2.8 . eine Pflicht, Verantwortung, Aufgabe
w. (einer Pflicht, Verantwortung nachkommen, eine
Aufgabe übernehmen); -nehmung, die; -en 1. das
Wahrnehmen (1): die (bewußte) W. ein es Sinnenrei
zes, Ereignisses; akustische, optische Wahrnehmun
gen —2 ./o. PI./ das Wahrnehmen (2.3.): jmdn. mit
der W. einer Aufgabe, Funktion betrauen; -sagen,
sagte wahr/wahrsagte, hat wahrgesagt/gewahrsagt
au f Aberglauben spekulierend unreal begründete
Aussagen über angeblich künftig Eintretendes
machen: aus der Hand, den Karten w.;
- s ager,
der; -s, - männliche Person, die wahrsagt; dazu
-s agerin, die; -,
-nen; -scheinlich /Adj./ 1.1.
in hohem Grade möglich, m it ziemlicher Sicher
heit anzunehmen: etw. als w. annehmen, für w.
halten; es ist (nicht) w., daß ...; die wahrschein
lichen Folgen einer Sache 1.2 . /adv./ mit ziemlicher
Sicherheit, annähernder Gewißheit, wie zu ver
muten ist: w. kommt er; der Mantel ist dir w. zu
groß; -scheinlichkeit, die; jo. PI ./, fa chspr. -en
(quantitatives M aß für den) Grad von Möglichkeit,
m it dem etw. zur Wirklichkeit werden kann, ziem
liche Sicherheit, annähernde Gewißheit: die W., daß
das eintritt, ist (nicht sehr) groß; etw. mit (einiger)
W. (ziemlicher Sicherheit) annehmen; aller W. nach
(höchstwahrscheinlich); -W ahrscheinlichkeitsrech
nung, die /o. Pl.j Math. Teilgebiet der angewandten
Mathematik, das quantitativ die Häufigkeit zu
fälliger Ereignisse beschreibt und auswertet
Wahrung, die; -, /o. PL; zu wahren/ dad Wahren;
zu 1.1: unter W. des (Brief)geheimnisses, der For
men; zu 1.2: zur W. seiner Rechte, Interessen
Währung, die; -,
- e n 1. Einheit (2.1) des Geldes in
einem Staat: die W. der DDR ist die Mark; eine aus
ländische W. ;W irtsch. Bank in (frei) konvertier
barer W. zahlen — 2 . Ordnung, System des Geldes
in einem Staat: eine feste W. schaffen; die Stabilität
einer W .; etw. erschüttert, zerrüttet die W.
Währungs| -kurs, der W irtsch . quantitativ be
stimmtes Verhältnis, nach dem die Währung (1 ) eines
Staates zur Währung eines anderen Staates getauscht
w ird; -reform, die Umgestaltung, neue Festsetzung
einer Währung (2) durch den Staat
Wahrzeichen, das etw., bes. ein Bauwerk, das
charakteristisch, symbolhaft für etw., bes. eine Stadt,
Landschaft, ist: der Eiffelturm ist das W. von Paris
waid/Waidl s. W eid/weid|
Wajse, die; -,
- n Kind , das beide Elternteile durch
Tod verloren hat
Waisen| -kind, das veraltend Waise; -knabe, der
4- umg. scherzh. gegen jmdn. ein W. sein (im
Vergleich zu jmdm. ahnungslos und unbedarft sein)
W al, der; -(e)s, -e in zahlreichen Arten vorkommen
des, dem Leben im M eer völlig angepaßtes, sehr
großes Säugetier mit massigem haarlosem Körp er
und waagerechter Schwanzflosse, das, wenn es an die
Meeresoberfläche auftaucht, die verbrauchte A tem
luft sichtbar als Fontäne ausstößt und dessen Fleisch
und dicke Speckschicht genutzt werden
Wald, der; -(e)s, Wälder 1. größeres, dicht mit
hohen Bäumen bestandenes Gebiet, in dem eine Viel
zahl pflanzlicher und tierischer Lebewesen in Ge
meinschaft lebt: ein dunkler, lichter, verschneiter
W .; w eite, undurchdringliche Wälder; im tiefen
W .; durch den W. gehen, wandern; durch W. und
Feld, Wiesen und Wälder, W. und / Flur streifen;
Waldameise — Wampe
1305
der W. rauscht — 2 . ein W. (eine unübersehbare,
sehr große Menge) von Fahnen, Antennen
+ umg. jmd. sieht den W. vor lauter Bäumen
nicht (übersieht das Wichtigste vor unwichtigen
Einzelheiten)
Wald| -am eise, die Larven und Insekten vertilgende,
in Ameisenhaufen lebende Ameise in den Wäldern
Mitteleuropas: die Rote W.;
-brand, der B ra nd
eines Waldes: Waldbrände verhüten; -erdbeere, die
vorwiegend auf Waldwiesen gedeihende wildwachsen
de Erdbeere mit kleinen, aromatischen Früchten;
- grenze, die geographische Linie, an der der geschlos
sene Wald jeweils auf Grund von Klim a - od. Boden
verhältnissen aufhört; -horn, das /PL -hörner/
Horn (2)
waldig /A d jn i c h t adv,/ bewaldet: waldige Berge,
Höhen, Täler; eine waldige Landschaft
Wald/wald| -lauf, der Geländelauf in mittlerer Ge
schwindigkeit über eine längere Zeitdauer und Strecke
im Wald; -meister, der fo. Pl.f in schattigen La ub
wäldern wachsendes aromatisches K raut m it weißen
Blüten; -reich /A dj.; nicht adv.f mit viel Wald: eine
waldreiche Gegend; -tier, das Tier, das den Wald
a ls Lebensraum bevorzugt
Wald-und-Wiesen-5 /in Verbindung mit bestimmten
Berufs- od. Sachbezeichnungen; weist auf die man
gelnde Qualität und unspezifische A rt hinf u m g .
spött.: z. B . Wald-und-Wiesen-Dichter
Waldung, die; -,
- e n (größerer) Wald: eine weite,
dichte W.
Wal| -fang, der das Fangen und Erlegen von W alen;
Tfisch, auch -fisch, der umg. Wal
walken /sw. Vb.; hat/ faehsp r. etw. durch Schla
gen, Stampfen, Kneten, Reiben, Stoßen, Drücken
od. Hin- und Herbewegen bearbeiten: Leder, Felle,
Wollgewebe, Bieche w.
W all, der; -(e)s, W älle langgestreckte, bes. durch
Aufschütten und Befestigen von Erde, Steinen
künstlich errichtete Erhöhung (1 ) (als Bollwerk 2
od. zum Schutz gegen Wasser): einen W. er
richten
Wallach, der; -(e)s, -e verschnittener Hengst
wallen fsw. Vb.; hat, ist/ 1. (hat) 1,1. etw. Flüssiges
w a llt etw. Flüssig es befindet sich (durch den Vorgang
des Kochens) in heftiger, an der Oberfläche Wellen
bildender Bewegung: das Wasser wallt im Topf;
Milch, Suppe zum Wallen bringen, w. lassen 1.2*
Dampf, Rauch wallt Dampf, Rauch bewegt sich
in Schwaden hin und her: der Nebel wallte
über den Wiesen — 2 . wellig und in großer Fülle
lang herabhängen (ist): geh. das Haar wallt (ihr)
bis auf die Schultern; soherzh. ein wallender
Vollbart; wallende Gewänder
wall/Wall R el.| -fahren (er wallfahrt), wallfahrte,
ist gewallfahrt eine W allfahrt machen; -fahrer, der
jmd., der eine Wallfahrt macht; -fahrt, die als reli
giöse Handlung verstandene, gestaltete Wanderung
od. Fahrt zu einer religiös bedeutenden Stätte
Wallung, die;
-en
oft g eh . plötzlich auftretende,
starke innere Erregung (1): eine jähe, freudige W .;
eine W. des Zorns, Mitleids; (über etw., jmdn.) in
WT. geraten; O jmdn., jmds. Blut, Herz, Gemüt in
W. bringen (jmdn. plötzlich stark erregen); jmd.,
jmds. Blut kommt, gerät in W. (jmd. erregt sich
plötzlich stark)
Walnuß, die Frucht des Walnußbaums mit einer
harten Schale und einem eßbaren K ern
Walnuß | bäum, der Laubbaum mit eßbaren
Früchten in Form von Nüssen und mit wertvollem
hartem Holz
Wal|, auch Wal|roß, das an den Küsten der a rk
tischen Meere gesellig lebende große Robbe mit m a ss i
gem Körp er und zwei stark entwickelten, langen
Hauern
walten, waltete, hat gewaltet wirksam (1.1) sein:
geh . in der Natur w. andere Gesetze; hier haben
rohe Kräfte gewaltet, hat Vernunft gewaltet*1;
\vorw. in Verbindung mit einem Subst. + lassen/:
Gerechtigkeit w. lassen (gerecht sein); Vorsicht w.
lassen (vorsichtig sein); Rücksicht w. lassen (rück
sichtsvoll sein); Milde, Gnade w. lassen (mild, nach
sichtig sein)
+ seines / Amtes w .; / schalten und w.
Walz [blech, das gewälztes Blech
Walze, die; -,
-n 1 , M ath, zylindrischer Körper mit
kreisförmig em Querschnitt — 2 ,1 . bewegliches, sich
um seine eigene Achse drehendes T eil an Geräten od.
Maschinen, das die Form von 1 hat: die W. einer
Schreibmaschine, Spieluhr; die Walzen der R o
tationsmaschine 2.2 . Fahrzeug mit einem großen,
schweren Teil in der Form von 1 zum Wälzen (2)
walzen jsw. Vb.; hat/ 1. Metallteile zu geringem
Querschnitt und vergrößerter Länge umformen, i n
dem man sie pressende, gegeneinander rotierende od.
feststehende, glatte od. profilierte W alzen (2.1) durch
laufen läßt: Eisen, Blech, Schienen w.
—
2. mit
einer Walze (2.2) den Boden verdichten und die
Oberfläche glätten: den Acker, das Feld w.; eine
Straße w.
w älzen jsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. (Großes, Schweres),
jm d n . durch Drehung um seine Achse irgendwohin
bewegen: einen Stein zur Seite, Fässer in den
Keller w.; einen Verletzten auf den Bauch, Rücken
w.; O alle Schuld, Verantwortung, unerledigte
Arbeiten auf jmdn. w. (jmdm. aufbürden) 1.2 . sich
schwerfällig und langsam irgendwohin bewegen: die
Menge wälzte sich durch den Eingang, ins Freie;
eine Schneelawine wälzt sich ins Tal — 2 .1 . etw.
drehend in etw. hin- und herbewegen, umwenden und
seine Oberfläche dadurch m it einer Schicht davon ver
sehen: die Bratwurst, K oteletts in Paniermehl w.
2.2 . sich im Liegen drehend hin- und herbewegen: die
beiden Kämpfenden wälzten sich am Boden; der
Verletzte wälzte sich vor Schmerzen; er wälzte sich
die ganze Nacht schlaflos im Bett, von einer Seite
auf die andere —3. umg. 3.1.Bücher w. in vielen
(dicken) Büchern nachschlagen, längere Abschnitte
nachlesen: Nachschlagewerke, Reiseführer, Kurs
bücher w. 3 .2 . Probleme, Pläne w. sich mit Pro
blemen, Plänen gründlich auseinandersetzen, um
Klarheit darüber zu erlangen: einen Gedanken, eine
Frage (im Kopf) w.
Walzer, der; -s, - Gesellschaftstanz, bei dem sich die
Paare im Dreivierteltakt um sich selbst drehen: einen
W. tanzen
Wälzer, der; -s, - umg., oft spött. (altes) großes,
dickes Buch (1)
Walz| -gut, das T ech n. gewalztes od. zu wälzendes
(1) Metall; -Straße, die T ech n . Kombination
mehrerer nebeneinander od. hintereinander liegender
Wälzen, die das Walzgut bei seiner Bearbeitung
durchläuft; -werk, das Betrieb, Anlage zum Wälzen
(1) von Metall
Wampe, die; -,
-n
salopp fetter Bauch
1306
Wams — W andleuchte
Wams, das; -es* Wämser für die Männerkleidung
bes. des 15. bis 17. Jhs. charakteristische kurze,
enganliegende, oft wattierte, gesteppte Jacke (mit
Schoß)
Wand, die; Wände 1.1. einen Raum seitlich be
grenzendes, m eist senkrecht stehendes (und vom
Fußboden bis zur Decke reichendes) flächiges B a u
element od. an Ort und Stelle aus einzelnen Teilen
gefertigtes T eil: eine dünne, schräge, tragende W .;
Wände aus Ziegeln, Beton, Holz; eine W. ein
ziehen, durchbrechen 1 .2 . die von 1 .1 gebildete
Fläche: die Wände streichen, weißen, tapezieren;
sich, etw. an die W. lehnen; sie wurde weiß, bleich
wie eine, die W. (sehr bleich) — 2 . (etw. von etw.
trennendes od. etw. gegen etw. abschirmendes) senk
recht und frei stehendes (hohes) flächenartiges Ge
bilde: über eine W. (aus Steinen, Brettern) klet
tern; O femot.f gegen eine W. vo n Ablehnung, Vor
urteilen anrennen — 3 . Berg-, Felswand: eine
(steile, hohe) W. besteigen, bezwingen, erklettern —
4. Wolkenwand: eine graue W. zieht auf, herauf —
5.1. flächiges Gebilde aus Zellgewebe, das Hohlräume
im menschlichen und tierischen Körp er voneinander
trennt, Organe umschließt: die W. des Magens,
Dickdarms; die Wände der Venen 5.2. Wandung:
die W . eines Zylinders, Brunnens, Tunnels
-j- m it jmdm. W . an W . (unmittelbar nebeneinander,
benachbart) wohnen; eine spanische W. (Wand
schirm); jmdn. an die W. drücken (jmdn. ver
drängen), spielen (jmdn. durch größere Leistungen
in den Schatten stellen, überbieten 2, übertreffen 1 );
v e rh ü ll, jmdn. an die W. stellen (jmd?i. stand
rechtlich erschießen 1.1); um g . lachen, schreien,
niesen, daß die Wände wackeln (sehr laut lachen,
schreien, niesen); jmd. hat die W. mitgenommen
(hat eine getünchte Wand gestreift und sich dabei mit
Farbe beschmutzt); hier haben die Wände Ohren
(kann man belauscht werden); die Wände hoch
gehen können vor Wut, Schmerzen (wütend sein,
unerträgliche Schmerzen haben); das ist ja, um die
Wände, um an den Wänden hochzugehen (das ist
zum Verzweifeln, ist empörend)!; gegen eine W.
sprechen, reden (erfolglos, unbeachtet reden, jm d n .
nicht überzeugen können); in seinen vier Wänden
(zu Hause) bleiben; — jmdn. stört, ärgert die /
Fliege an der W .; mit dem Kopf durch die W.
wollen; mit dem / Kopf nicht durch die W. kön
nen; Zusehen, daß man mit dein / Bücken an die
W. kommt; den / Teufel an die W. malen
Wand| -behäng, der kunstgewerbliches, als W a nd
schmuck dienendes textiles Gebilde; -bett, das /PI.
- e n/ umg. Wandklappbett; -brett, das an der Wand
angebrachtes Brett, auf das etw. gestellt werden
kann
Wandel, der; -s, fo. PI.; zu wandeln 1.1,1./ das
Sichwandeln:: ein tiefgreifender, grundlegender W.
vollzieht sich (in etw., jmdm.); ein W. ist eingetre
ten; etw. befindet sich in ständigem W .; im W. der
Zeit(en) (im Verlauf der Geschichte, in dem sich die
Dinge und Erscheinungen, Zustände und Verhält
nisse ändern)
Wandel| -gang, der Gang od. Vorraum, bes. in
Theatern, zum Wandeln, Promenieren; -halle, die
vgl. -gang
wandeln jsw. Vb.; hat, ist/ I. (hat) 1.1. sich im
Wesen allmählich verändern (1.2): die Mode, der
Geschmack, jmds. Ansichten w. sich 1.2. die Jahre
im Ausland haben ihn sehr gewandelt (verändert 1.1
—
II. g eh . geruhsam schreiten (ist): im Park, unter
Bäumen w .; auf und ab w.
-J- wie ein wandelndes / Gerippe, eine wandelnde
/ Leiche aussehen; jmd. ist ein wandelndes /*
Lexikon; auf jmds.
Spuren w.
Wandelung, die; -r
-en fzu wandeln 1 .1.1/: etw.
ist in einer, in ständiger W. begriffen; jmd. macht
eine tiefe, innere W. durch
Wander| -ausstelhmg, die Ausstellung, die an ver
schiedenen Orten nacheinander gezeigt w i rd ; -düne,die
sich durch die Wirkung des Windes verlagernde Düne
Wanderer, der; -s, - jmd., der wandert (1)
Wander| -fahne, die Fahne, die als Auszeichnung
dem jeweils Besten in einem soz. Wettbewerb über
geben wird: die W. des Betriebes erringen; -falke,
der weltweit verbreiteter Falke, der meist kein eigenes
Nest baut; -karte, die speziell für die Orientierung
beim Wändern (1) ausgestaltete Landkarte; -lied, das
Lied, das das Wandern (1 ) zum Gegenstand hat und
nach dessen Takt es sich gut wandern läßt
wandern fsw. Vb.; ist/ 1. in der Natur eine, längere
Strecke mit einem bestimmten Ziel zur Erholung zu
Fuß gehen: im Gebirge, nach N w.; O er wandert
durchs Zimmer (geht im Zimmer auf und ab); etw.
wandert irgendwo(hin): die Wolken w. am Himmel
(ziehen am Himmel dahin); seine Augen wanderten
von einem zum anderen (er blickte von einem zum
anderen); seine Gedanken w. in die Ferne, Ver
gangenheit — 2 .1 . fbes. von Nomaden, auch von
einigen Tierarten/ ständig von einem zu einem an
deren Wohn-, Aufenthaltsort ziehen: Nomaden w.
m it ihren Herden zu neuen Weideplätzen; wan
dernde Stämme; ein Zirkus wandert durch die
Städte 2.2 . seinen Standort, seine Lage ändern:
ein im Körper befindlicher Splitter, ein Gallen
stein wandert; eine wandernde Düne — 3. um g.
etw., jmd. wandert in etw. etw., jmd. wird irgend
wohin geschafft, gebracht, in etw. getan: der Brief
wanderte sofort in den Papierkorb; er wanderte für
drei Monate ins Gefängnis; scherzh. das Huhn
wanderte in den Kochtopf
Wanderj -pokal, der S p o r t vgl. -preis; -preis, der
Sport Preis, der für die Zeit zwischen den Wett
bewerben beim jeweiligen Sieger bleibt und erst nach
mehreren Siegen in den endgültigen B esitz des
Siegers übergeht; -ratte, die große, vorwiegend i n
Kellern, der Kanalisation, auf Schuttplätzen lebende
Ratte, die Seuchen verbreitet; -route, die Route zum
Wandern (1),für eine Wanderung; -stock, der /PL
- stocke/ Spazierstock zum Wandern (1); -tag, der
unterrichtsfreier Tag, der für eine gemeinsame Wan
derung, Exkursion von Schulklassen vorgesehen ist;
-trieb, der fo. Pl.f Zool. Instinkt, der den jahres
zeitlich bedingten Wechsel des Aufenthaltsortes von
Tieren steuert
Wanderung, die; -,
- e n 1. das Zurücklegen einer be
stimmten Strecke durch Wandern (1): eine weite,
lange W. machen — 2. das Wandern (2.1): die W.
der Aale
Wand zu Wand 1| -fries, derA rchitekt. Fries (I);
- gemälde, das a uf die Wand (1.2) gemaltes Gemälde;
- kalender, der an die Wand zu hängender (Abreiß)-
kalender; -klappbett, das in einen an der Wand ste
henden Rahmen montiertes Bett, das zur Benutzung
heruntergeklappt w ird ; -lampe, die Wandleuchte;
- leuchte, die Leuchte, die an der W and angebracht
wird; -leuchter, der Leuchter, der an der Wand an
gebracht w ird
Wandlung, die s. W andelung
Wandrer, der s. Wanderer
Wandrung, die s . Wanderung
Wand| -schirm, der als Wand (2) dienende, zum
A ufstellen bestimmte Vorrichtung, aus meist mehreren
m it Stoff od. P apier bespannten, durch Scharniere
verbundenen Holzrahmen; -schmuck, der jo. PLf
Schmuck für die Wand; -schrank, der in die Wand
(1.1) eingebauter Schrank; -Schränkchen, da s; -s, -
kleiner Schrank, der an die Wand gehängt wird;
-Spiegel, der Spiegel, der an die Wand gehängt w ird;
- tafel, die Tafel, die in Räumen, in denen unter
richtet wird, an der Wand hängt und zum Anschrei
ben von Lehrstoff mit Kreide bestimmt ist: etw. an
die W. schreiben; -teppich, der teppichartiger W and
behang; -uhr,die Uhr, die an die Wand gehängt wird
Wandung, die; -,
- e n Hülle, die einen Hohlraum
flächenförmig um schließt: starke, isolierte W an
dungen; die W. einer Röhre, des Schiffes
Wand| -Verkleidung, die Verkleidung (3) von W ä n
den (1.2); -zeitung, die Agitationsmaterial, Nach
richten, Mitteilungen, die bes. in Betrieben, Schulen
auf einem Brett an der Wand angebracht sind: eine
W. gestalten
Wange, die; -,
-n geh. Backe (LI): die rechte, linke
W.; blasse, rote, volle, eingefallene Wangen
haben; jmdn. auf beide W angen küssen; jmds.
Wangen brennen, glühen, röten sich
Wankelmotor, der Verbrennungsmotor, dessen K o l
ben eine umlaufende Bewegung macht
wankelmütig fAdj.f in der Haltung, den Ansichten
nicht entschieden (1): ein wankelmütiger Mensch,
Charakter
wanken fsw. Vb.; hat, ist/1 . sich am Ort schwankend
hin- und herbewegen und zu stürzen drohen (hat): er
wankte (unter der Last); die Mauern wankten
während des Bebens; jmdm. w. (zittern) die Knie
(vor Schwäche); eine Wagenladung kommt, gerät
ins Wanken — 2. den Körper unsicher hin- und
herbewegend irgendwohin gehen(is t): er wankte zur
Tür, auf ihn zu — 3 . schwanken (2) (hat): fvorw.
im Part. Präs./ (in seinem Entschluß, in seinen Vor
sätzen) wankend werden; jmdn. wankend machen,
ins Wanken bringen
+ nicht w. und (nicht) weichen (hartnäckig an
einer Stelle ausharren, standhaft bleiben)
wann /Adv.; leitet einen (in)direkten Fragesatz ein/
1. zu welcher Zeit, um welche Zeit?: w. wirst du bei
uns eintreffen?; w. ist das geschehen?; (von w.) bis
w. dauert die Vorstellung?; ich weiß nicht, w. der
Zug eintrifft — 2 . unter welcher Bedingung?: w.
kann eine Prüfung als bestanden gelten?
-F
/ dann und w.
Wanne, die;
- n großes, m eist längliches, oben
offenes Gefäß mit steilen Innenwänden für die A uf
nahme von Wasser, bes. zum Baden: eine weiße,
emaillierte, hölzerne, eingebaute W .; Wasser in die
W. laufen lassen; in der W. sitzen, liegen; in die
W. steigen
1Wanst, der; -es, Wänste salopp Bauch
2Wanst,das; -es, Wänster1andsch. salopp kleines
(ungezogenes) K in d
Want, die; -,
-en fvorw. Pl.f Seemannsspr. Seil,
Tau zum Verspannen des M astes nach der Seite hin:
in die W anten klettern
Wanze, die; -,
-n 1.1. in zahlreichen Arten vor
kommendes abgeflachtes, räuberisch od. von Pflan z en -
saften lebendes Insekt 1.2 . Bettwanze — 2. um g.
s c h e r z h . sehr kleines, versteckt installiertes elek
tronisches Gerät, m it dem Gespräche überwacht w er
den können
Wappen, das; -s, - m eist historisch entstandenes
Kennzeichen bes. eines Gemeinwesens od. einer dem
Feudaladel angehörenden Person, Familie, dessen
symbolhafte graphische Darstellung vorwiegend in
der Form eines nach unten spitz zulaufenden
2Schildes (1) gefaßt ist: jmd., eine Stadt führt ein
W., einen Löwen im W.
Wappentier, das im W appen dargestelltes Tier: das
V7. von Berlin ist der Bär
wappnen, sich, wappnete sich, hat sich gewappnet
1.1 . sich gegen, für etw. w. sich vorsorglich auf etw.
einstellen: sich gegen Vorwürfe, eine drohende Ge
fahr, für den Winter w .; dagegen war er nicht ge
wappnet 1.2 . sich mit Geduld, Mut w. (für etw.
Bevorstehendes Geduld, M ut fassen)
Ware, die;
-n in seinem Wesen von den Produk
tionsverhältnissen der jeweiligen Gesellschaft charak
terisiertes Produkt menschlicher Arbeit mit Ge
brauchs- und Tauschwert, das zur Konsumtion auf
dem Wege von Verkauf und Kauf bestimmt ist fder
8g. ka nn eine Gesamtheit von (verschiedenen) P ro
dukten bezeichnen, der PI. bezeichnet eine Vielzahl
einzelner Posten, Sorfen, A rtikel/: (eine) gute,
minderwertige, teure, preiswerte, fehlerhafte W .;
abgepackte, leicht verderbliche W., Waren; Wa
ren, (eine) W. herstellen, verkaufen, exportieren,
absetzen, bestellen; neue W. (an)liefern; Waren des
täglichen Bedarfs; Pol. ök. W. als Einheit von
Wert und Gebrauchswert; die Produktion, Zirku
lation der W., Waren
+ s a l o p p heiße W. (Schmuggelware, Diebesgut)
Waren| -abkommen, das Abkommen zwischen
Staaten über den Austausch von Waren; -angebot,
das der zu einem bestimmten Zeitpunkt der Be
völkerung zum K a uf zu r Verfügung stehende T eil
des Warenfonds: ein reichhaltiges W .; -austhusch,
der Austausch von Waren, bes. zwischen Staaten:
den W. erhöhen; -bestand, der Gesamtheit der zur
Konsumtion bereitstehenden Waren; -bestandsauf -
nahme, die Inventur; -fonds, der W irts ch. Ge
samtheit der Waren aus Produktion und Import, die
zur Verfügung stehen, bes. für die Versorgung der
Bevölkerung in einem.i bestimmten Zeitraum; -haus,
das Verkaufseinrichtung des Einzelhandels, die
Waren fast aller Branchen in einem großen, oft
mehrstöckigen Gebäude zum K a uf anbietet; -künde,
die fo. P l.f Lehre von den Gebrauchswerten der
Waren; -lager, das 1. Lagerraum für Waren —
2. Warenbestand von 1; -lieferung, die 1. das Liefern
von Ware(n): wegen W. bleibt die Verkaufsstelle
bis zehn Uhr geschlossen — 2 . Ware, die als Lie
ferung erwartet wird: eine W. erwarten; -liste, die
W ir t s c h . (im Rahmen eines Handelsabkommens
aufgestellte) Liste der zu liefernden Waren; -marke,
die Warenzeichen; -Produktion, die jo. Pl.f P o l.
Ök. in ihrem Charakter von der jeweiligen Produk
tionsweise bestimmte, auf gesellschaftlicher A rbeits
teilung beruhende Form der Produktion, in der die
Arbeitsprodukte zum Verkauf bestimmt sind;-Produ
zent, der Pol. Ök. Produzent, der seine Arbeitspro
dukte für den Austausch produziert; -prüfung, die
Wandleuchter — Warenprüfung
1307
1308
Warenstreuung — W armwasserversorgung
fo. Pl.f nach Richtlinien der Warenkunde erfolgende
Prüfung der Waren a uf (vorgeschriebene) Qualitäts-
merkm ale: das Am t für Standardisierung, Meßwesen
und W .; -Streuung, die fo. PLf Streuung (1)der Waren
im Handel; -test, der Prüfung von Erzeugnissen auf
ihre Bewährung im Gebrauch; -Umsatz, der: den W.
steigern, erhöhen; -Umschlag, der fo. PI .f 1. das
Umladen von Waren von einem Transportmittel in
ein anderes — 2. Pol. ök. auf die Produktion fol
gende Phase der W arenzirkulation, in der die Waren
an die Konsumenten herangeführt werden; -verkehr,
der Warenaustausch: den internationalen W. för
dern, beleben; -Zeichen, das W irts ch . eine Ware
gegen rechtlichen Mißbrauch , unbefugte N a ch
ahmung schützendes Kennzeichen mit einem Hinw eis
auf ihren Hersteller od. Vertrieb: ein eingetragenes
W.; -Zirkulation, die fo.Pl.f Pol. Ök. der über das
Geld vermittelte Prozeß des Austausches von Waren
zwischen Produktion, Distribution (2) und Kon
sumtion
warm, wärmer, wärmste fAdj.f 1.1 . von (relativ zur
Umgebung) m äßig hoher (als angenehm empfundener)
Temperatur: warme L uft; warmes Wasser, W etter;
ein warmer Wind, Tag, Frühling, Ofen; ein warmes
Bad; in der warmen Jahreszeit; der Kaffee ist noch
w .; die Sonne scheint w .; hoffentlich wird es bald
wärmer; warme Gegenden, Länder (Gegenden,
Länder mit warmem K lim a);eine warme (gut geheizte,
gut heizbare) Wohnung; um g. w. (in einem geheiz
ten Raum) schlafen; sich im Warmen (in einem
geheizten Raum) aufhalten"1; die Suppe w. stellen
(so aufbewahren, daß sie warm bleibt); das E ssen w.
machen (aufwärmen); sich w. (mit warmem Wasser)
waschen 1.2 . mit normaler od. leicht erhöhter Körper
temperatur: warme Hände, Füße haben; seine
Stirn fühlt sich w. an; bei dieser Arbeit wird einem
w.; mir ist w .; O sich w. (in Erregung) reden; w.
werden (seine Zurückhaltung oblegen) 1.8 . /nicht
präd.; von Speisenj: warme Speisen, Getränke
(durch Kochen, Braten, Backen zubereitete Speisen ,
Getränke, die im Zustand von 1.1 verzehrt werden);
eine warme Mahlzeit; umg. w. essen: wir essen
abends w. (warmeSpeisen); er hat heute noch nichts
Warmes im Magen, möchte gern etwas Warmes
trinken — 2 . den Körper gegen Kälte schützend:
warme Kleidung, Unterwäsche, Schuhe; eine warme
Decke; jmdn. w. (mit wärmenden Decken) zudecken;
sich w., etwas Warmes (wärmende Kleidung) anzie-
hen —8 .1 . herzlich, gefühlsbetont, m itempfind end: ein
warmer Händedruck; jmdm. m it warmen W orten
danken; ein warmes Herz haben; jmdn. aufs wärm
ste begrüßen, empfangen; umg. mit jmdm. nicht
w. werden (zu jmdm. kein herzliches Verhältnis be
kommen); er konnte in N nicht w. (heimisch)
werden"1; jmdm. jmdn., etw. wärmstens (sehr)
empfehlen 8.2 . warme (ah wohltuend, beruhigend
empfundene, angenehm wirkende) Farben, Töne; die
Tischlampe spendete warmes (Behaglichkeit verbrei
tendes) Licht
+ warme /< Küche;sich ins warme / Nest setzen;
ein warmer'/* Regen; etw. geht weg wie warme
/* Semmeln
Warm] -Mut, das Warmblüter (II);-Müter, der; -s, -
Zool. I . Tier, das seine Körpertemperatur un
abhängig von der Außentemperatur konstant er
hält — II . Vertreter einer Rasse leichter Pferde, die
sich bes. als Reitpferde eignen
Wärme, die; -, fo. Pl.f 1.1 . (relativ zur Umgebung)
mäßig hohe (als angenehm empfundene) Temperatur,
das W armsein: sommerliche, feuchte, trockene W .;
der Ofen hält die W. nicht gut; gestern waren
zwanzig Grad W. (zwanzig Grad über dem Gefrier
punkt) 1.2 . Phys. Form der Energie, die durch die
Energie der ungeordneten Eigenbewegung der Atome
und Moleküle eines Stoffes, Körp er s hervorgerufen
wird: W. ausstrahlen, speichern; bei diesem Vor
gang entsteht, entwickelt sich W., wird W. frei;
Reibung erzeugt W. — 2 .1 . Herzlichkeit, Innigkeit,
Mitgefühl: die W. seiner Worte, ihres W esens; mit
großer W. von jmdm. sprechen 2.2 . Behaglichkeit
(1.1) , beruhigend, angenehm wirkende Atmosphäre
(1.2 .1) : diese braunen Farben strahlen W. aus,
geben dem Raum W.
wärme/Wärme| -beständig fAdj. ; nicht adv.f form
beständig bei Einwirkung von Wärme: wärme
beständige Plaste; «energie, die fo. Pl.f P h ys .
Tech n . Energie in Form von Wärme (1.2); -grad,
der fPl.
- e/ Grad auf der Temperaturskala über
dem Gefrierpunkt; -haushalt, der fo. Pl.f Wärme
regulation: der W. des Körpers, der Erde; -kraft-
werk, das T echn. Kraftwerk zur Erzeugung von
Wärmeenergie, die erst in mechanische und a n
schließend in elektrische Energie ymgeformt wird;
- lehre, die fo. Pl.f Teilgebiet der Physik, das sich
m it den Erscheinungen von Wärme (1 .2), bes. m it der
Umwandlung von Wärme (1.2) in andere Form ender
Energie, beschäftigt; -leiter, der Phys. Techn.
Stoff, der Wärme (1.2) gut leitet: Kupfer ist ein
guter W .; -menge, die: die abgeleitete, zugeführte
W.
wärmen fsw. Vb.; hat/ etw., jmdn. warm (1.1, 1.2)
machen: der Ofen wärmt das Zimmer; im März
wärmt die Sonne schon; sich die Hände, Füße (am
Ofen) w .; der Pullover wärmt gut (hält gut warm,
schützt gut gegen Kälte)
Wärme| -pol, der eine der Stellen der Erde mit den
höchsten Temperaturen; -quelle, die etw., von dem
Wärme (1) ausgeht; -regulation, die; -, fo. P lf 1.1.
Regulierung der Abgabe und Aufnahme von Wärme
2.1 . B io l . Vorgang der Erhaltung der konstanten
Körpertemperatur bei Warmblütern (I); -technik,
die fo. Pl.f Teilgebiet der Technik, das sich mit der
Erzeugung, Messung und Anwendung von Wärme
(1 .2 ) befaßt
Wärm [flasche, die (flaschenartiger) Behälter aus
Metall, Steingut, Gummi, der mit heißem Wasser
gefüllt und zum Wärmen ins Bett od. an den Körper
gelegt wird
Warm/warm| -front, die M eteo r, vorderes Gebiet
vördringender Warmluft (1.2); -halten fVb.f u m g .:
sich jmdn. w. (sich jmds. Wohlwollen, Gunstbewäh
ren); -herzig fAdj.f voller Wärme (2.1): ein warm
herziger Mensch, Brief; -luft, die fo. Pl.f 1.1 . er
wärmte Luft:dieRäume mit W. heizen 1.2 . M eteor.
warme Luftmasse
Warmluft| -einbruch, der M eteo r. Eindringen von
Warmluft (1.2) in ein Gebiet; -heizung, die mit er
wärmter Luft gespeiste Zentralheizung; -zufuhr, die
Meteor, vgl.
- einbruch
Warmwasser| -heizun g, die mit warmem Wasser ge
speiste Zentralheizung; -Speicher, der Gerät, in dem
Wasser erwärmt und gespeichert wird; -Versorgung,
die zentrale Versorgung von Gebäuden mit fließendem
warmem Wasser
warnen — was
1309
warnen /sw. Vb.; hat/ 1.1 . jmdn. (vor etw.) w.
jmd n. auf eine Gefahr, auf ein drohendes Unheil
aufmerksam machen: jmdn. vor dem Genuß von
Rauschgift, vor einem Betrüger, vor dem Betreten
des Eises w .; ich habe euch (davor, vor ihm) ge
warnt!; etw. ist jmdm. ein warnendes Beispiel; er
hob warnend den Zeigefinger 1.2 . jmdn. durch
Drohung auffordern, etw. Bestimmtes zu tun od.
nicht zu tun: komm mir nicht zu nahe, ich warne
dich!; du bist gewarnt, wenn du nicht fleißiger
lernst, wirst du die Prüfung nicht bestehen
Warnj -flagge, die als Warnsignal im Straßenverkehr
verwendete rote Flagge, die an einer Ladung a n
gebracht werden muß, wenn diese über das Trans
portmittel hinausragt; -lampe, die Lampe als Warn
signal; -leuchte, die Warnlampe; -ruf, der warnen
der (Aus)ruf: ein W. ertönte; -Schild, das eine War
nung enthaltendes 1S child; -schuß, der /PL -schüsse/
a ls Warnung abgegebener, nicht gezielter S ch uß ; -Sig
n a l, das als Warnung dienendes optisches, akustisches
Zeichen (1.2); -streik, der kurzer Streik, der die Bereit
schaft zu einem möglichen umfassenden Streik an-
zeigen soll: Warnstreiks gegen Untemehmerwillkür
Warnung, die;
-e n Hinweis (1) auf eine Gefahr,
au f ein drohendes Unheil: eine ernste, eindringliche
W .; alle W arnungen überhören; das soll dir eine W.
(eine Lehre LI) sein
Warnzeichen, das 1.1. als Warnung dienendes
Zeichen (1.1): an der Baugrube, Böschung W. auf
stellen 1.2. Verkehrsw, dreieckiges, mit der Spitze
nach oben zeigendes, rot umrandetes Verkehrszeichen
m it schwarzem Symbol auf weißem Feld — 2. Warn
signal
Warte, die
4* von jmds. W. (Standpunkt 2.2) aus: von seiner
W. aus gesehen, nimmt sich das so aus; von
höherer, hoher W. (von einer Position, von der aus
m an größere Zusammenhänge überschaut) aus: etw.
v o n höherer, hoher W. aus betrachten, beurteilen
Warte| -halle, d iel »vgl. -häuschen — 2. vgl. Warte
saal ; -häuschen, das kleiner überdachter Baum zum
Sichunterstellen an Haltestellen; -liste, die Liste, in
der Personen für den Erwerb einer nicht sofort liefer
baren Ware od. für eine nicht sofort ausführbare
Dienstleistung vermerkt werden
warten, wartete, hat gewartet I.l .l . meist an einem
bestimmten Ort eine bestimmte Zeit in der Hoffnung
od. Gewißheit verbringen, d aß etw. eintreten od. jm d .
eintreffen wird: er hat lange, geduldig, angstvoll,
vergeblich, drei Stunden, bis gegen Abend (zu
Hause) gewartet; er mußte lange w., bis er an der
Reihe war, bis sie, bis Antwort kam; jmdn. w.
lassen; auf jmdn., etw. w .: ich werde auf dich, auf
deine Rückkehr w.; jmd. wartet auf eine günstige
Gelegenheit, auf den Zug, auf Anschluß; er lag
lange im Bett und wartete auf den Schlaf; wenn
du dich beeilst, warte ich auf dich (bleibe ich, bis
du fertig bist); umg. da kannst du lange w. (da
wartest du vergeblich) !; warte (mal) (einen M oment),
ich bringe das gleich in Ordnung; na warte, wart(e)
nur, wenn ich dich erwische! /leichte Drohung/;
jmd., etw. läßt auf sich w.: der Briefträger läßt
heute (lange) auf sich w. (kommt später als
üblich, angenommen); die Wirkung, der Erfolg ließ
nicht auf sich w. (trat sofort ein); <> die Arbeit,
das kann w. (die Arbeit, das hat Zeit, kann später
gemacht werden); etw. wartet auf jmdn.: zu Hause
wartet eine Überraschung auf euch (gibt es eine
Überraschung für euch); auf mich w a rtet (ich habe)
noch viel Arbeit 1,2 . mit etw. (auf jmdn., etw.) w.
etw. noch nicht sogleich tun (sondern erst, wenn jmd .
eintrifft, etw. eintritt): wir werden mit dem Essen
noch etwas, auf dich w.; mit der Renovierung w.
wir noch (ein Jahr) — H . bes. technische A n
lagen, Geräte zu ihrer Erhaltung pflegen (1.2):
Maschinen, Geräte w.; der Wagen muß gut ge
wartet werden
+ iron. auf den, darauf haben wir ^ gerade noch
gewartet; da kannst du w., bis du / schwarz wirst
Wärter, der; -s, - jmd., der etw. berufsmäßig pflegt,
betreut, bewacht
Warte| -raum, der 1. vgl. -saal — 2 . Wartezimmer;
-Saal, der größerer Aufenthaltsraum für Reisende auf
Bahnhöfen; -zeit, die 1.1 . jo. PL/ Zeit des Wartens
(I.l .l):sich die W. (bis zur Abfahrt des Zuges) ver
kürzen 1 .2 . Zeit, die man bis zur Ausführung, E r
ledigung von etw. warten m uß: für die Lieferung
dieses Wagentyps besteht eine W. von zwei Jah
ren; in dieser Wäscherei gibt es noch zu lange
Wartezeiten 1.3. /vorw. PL/ W irtsch. durch
Stockungen od. Störungen im Produktionsablauf
verursachte unproduktive Zeit im Produktionspro
zeß: die W artezeiten senken; -zimmer, das Raum
für Personen, die auf Behandlung, Abfertigung
warten: ein überfülltes W .; im W. Platz nehmen
Wartung, die; /o. PL/ das Warten (II): die Pflege
und W. der Maschinen, Fahrzeuge; diese Geräte
brauchen wenig W.
wartungs/Wartungsl -frei /A dj./ keiner Wartung
bedürfend: ein wartungsfreies Aggregat, Maschinen
teil; -personal, das für Wartung zuständiges Perso
nal : das W. des Flughafens
warum, warum /A dv./[.. rum; Trennung: war|um]
/leitet einen (in)direkten Fragesatz ein/ aus welchem
Grund?: w. ist das so?; w. sollen wir nicht mit
kommen?; „kommst du mit ins Kino?“ „Warum
nicht?“ ; ich weiß, w. er das getan hat
Warze, auch Warze, die; -,
-n , kleine, hornige
Wucherung der H aut bes. an den Händen od. im
Gesicht
Warzen|, auch Warzen|hof, der die Brustwarze um
gebendes Feld bräunlicher Haut
was /Pron.; entspricht als Neutr. dem Mask. u. Fern.
wer/ I. /Interr.pron./ 1. /in Fragesätzen, die all
gemein nach einer Sache, einem Vorgang, Verhalten
fragen; leitet einen (in)direkten Fragesatz ein/ 1.1 . w.
ist das?; w. bedeutet das, dieses Wort, dein Be
nehmen?; w. gibt es Neues?; w. suchst du?; w. soll
ich tun?; w. hast du gesagt?; umg. w. (wie bitte,
was sagtest du)Ü; w. ist (los)?; w. fehlt dir?; w. be
kommen Sie, darf es, soll es sein? /Frage an den
Kunden/; w. ist aus ihm geworden?; w. ist er von
Beruf?; umg. w. (warum) rennst du denn so
schnell?; w. macht deine Gesundheit (wie ist es um
deine Gesundheit bestellt)Ü; er fragte mich, w. dies
sei; weißt du, w. dort passiert ist? 1.2 . umg. /in
Verbindung mit P räp. für woran, wodurch, wofür
u. ä ./: an w. (woran 1) denkst du?; um w. (worum 1)
handelt es sich? 1.3 . w. für (ein) von welcher Art,
Beschaffenheit?: w. für ein Buch möchtest du lesen?;
w. sind das für Blumen? — 2 . /in (fragenden) Aus
rufen des Erstaunens, der Ablehnung/: w., das
weißt du nicht?; w. für ein Unsinn!; umg. w. du
nicht sagst!; w. geht mich das an!; /als verneinen-
1310
waschbar —•' W aschtag
der Ausruf in der Verbindung! ach. w .! — II. /Rel.-
pron.; weist auf etw. Allgemeines hin, von dem etw.
Näheres ausgesagt wird/ 1.1 . er hatte ihnen nnr
(das) erzählt, w. er selbst erlebt hat; das ist das
Beste, w. ihr tun könnt; w. mich angeht, betrifft,
(so) werde ich mich an die Abmachung halten;
er kaufte, w. er (bekommen) konnte; um g. er lief,
w. (so schnell) er konnte; w. mein Bruder ist (mein
Bruder), der i st ein großartiger Fußballspieler*1;
w. (immer) auch, w. auch immer /gibt einem R e
lativsatz konzessiven Charakter/: wir halten zu
sammen, w. (immer) auch, auch immer kommen
mag; w. er auch vorbrachte, es war Unsinn
1.2 . umg. fin Verbindung mit Präp. für woran (2),
worauf (2.1), wodurch (2) u. ä ./: das ist es, auf w.
.(worauf) du achten mußt 1.3 . /leitet einen weiter-
führenden Satz ein/: das Fußballspiel mußte ab
gebrochen werden, w. wir sehr bedauerten —
IH. jindekl. Indef.pron.; steht nie am Satzanfang/
u m g . etwas (1): ich weiß w. (Schönes); so w. (das
ist ja allerhand) \ /Ausruf der Entrüstung, Verwun
derung, E nttäuschung/; wessen
waschbar /A dj./ so beschaffen, daß man es waschen
kann, ohne daß es einläuft, die Farbe verliert
Wasch | -bär, der vorwiegend in Nordamerika leben
der kleiner, p lumper Bär, der einen langen buschigen
Schwanz hat, seine Nahrung vor dem Fressen ins
Wasser taucht und mit den Pfoten abreibt; -becken,
das meist an der Wand befestigtes Becken zum
Waschen des Körpers, der Hände; -benzin, das
/o. PL/ Leichtbenzin, das als Reinigungsmittel ver
wendet wird
Wäsche, die;
-n 1. /o. PI./ 1.1. /Sammelbez, für
alle waschbaren Textilien, die unter der Oberbeklei
dung unmittelbar auf dem Körp er getragen od. die im
Haushalt verwendet werden/: W. aus Leinen, Fla
nell, Damast; die gewaschene, trockene W. ein-
sprengen, legen, mangeln; frische, saubere W.
(Unterwäsche) anziehen 1.2 . /Sammelbez. für alle
Bekleidungsstücke und sonstigen Textilien, die ge
waschen werden (müssen)/: die W. einweichen,
spülen, schleudern, aufhängen, abnehmen, trock
nen; die schmutzige W. in Koch-, Bunt- und Fein
wäsche sortieren; ich muß heute (noch) W. waschen
— 2 . das Waschen (1.1) 2.1 . von 1: die große W. (das
Waschen einer großen Menge Wäsche) ; die kleine W.
(das Waschen einiger Bekleidungsstücke); heute
habe ich W. (wasche ich); die Handtücher sind alle
in der W. (werden gerade gewaschen); das Hemd ist
in, bei der W. (durch das Waschen) eingegangen,
eingelaufen, hat sich in, bei der W. verfärbt 2.2 .
einer Person, eines Autos: die tägliche W. von
Kopf bis Fuß; die W. (Säuberung der Karosserie)
eines Autos —3 . das Waschen (1.2).: die W. von Erz
-f- um g. (seine) schmutzige W. waschen (mißliche
private Angelegenheiten vor anderen ausbreiten);
s a l o p p dumm aus der W. gucken (fassungslos,
überrascht sein)
wasch|echt /Adj./ 1 . sich beim Waschen (1.1) nicht
verändernd: eine waschechte Farbe; ein wasch
echter Stoff — 2. um g. ein waschechter (ganz
echter, typischer) Berliner
Wäsche zu Wäsche 1.2] -klammer, die Klammer
m it keilförmigem Einschnitt od. Feder (3) zum B e
festigen der nassen Wäsche a n der Wäscheleine;
- korb, der /PI. -körbe/ großer Korb für die Wäsche;
- lein e, die Leine aus verschiedenartigem M aterial, die
ausgespannt wird und woran die Wäsche zum Trock
nen gehängt wird: eine W. spannen, ziehen
waschen (er wäscht), wusch, hat gewaschen 1.1 .1 .
etw. m it Wasser und einem Waschmittel reinigen:
einen Pullover, Strümpfe w.; die Wäsche (mit der
Waschmaschine) w . ; ich habe gestern den ganzen
Tag gewaschen (Wäsche' gewaschen) 1.1 .2 . einen
Körperteil, sich, jmdn. m it Wasser und Seife reinigen:
das Gesicht, die Hände, Füße w .; sich die Haare, den
Kopf w.; sich gründlich, kalt, warm w.; das Kind
ist sauber gewaschen 1.1 .3 . etw. mit Wasser (und
einem Reinigungsmittel) reinigen: das Geschirr, die
Gläser w.; einen Wagen w.; 1.2. Bergm. etw.
durch Wasser, Lösungsmittel von anderen Bestand
teilen befreien: Kohle, Erz, Gold w.; Chem . ein
Gas w. (durch eine Flüssigkeit leiten und so reini
gen) — 2 . fließendes Wasser entfernt jmdn., etw.
von, aus etw. : die Wellen haben ihn über Bord ge
waschen; die Brandung wäscht Sand aus den
Klippen; der Regen wusch den Staub von den
Straßen
4- salopp etw., das sich gewaschen hat etw., das
von besonders hohem, starkem Ausmaß is t: eine Ohr
feige, die sich gewaschen hat (eine kräftige, derbe
Ohrfeige); — die, seine / Hände in Unschuld w .;
jmdm. den / Kopf w.; (seine) schmutzige /
Wäsche w .; mit allen / Wassern gewaschen sein
Wäsche|piiff, der /PL -e/ gepolstertes niedriges M ö
belstück ohne Beine, das als Behälter für schmutzige
Wäsche und gleichzeitig als Hocker dient
Wäscherei, die; -,
- e n Dienstleistungsbetrieb, in dem
Wäsche gewaschen wird: Wäsche in die W. geben
Wäsche] -Schleuder, die elektrische Schleuder (2) für
nasse Wäsche; -schrank, der Schrank zum A uf-
bewahren von Wäsche (1.1); -starke, die M ittel,
mit dem Wäsche steif. (1.2) gemacht wird; -stück, das
/PL -e/ einzelnes Stück der Wäsche (1.1); «tinte, die
in Wasser nicht lösliche Tinte zum Kennzeichnen
von Wäsche; -tromm el, die Trommel (2) der Wasch
maschine für die Wäsche; -Zeichen, das Zeichen
an einem Wäschestück zur Kennzeichnung des
Eigentümers
Wasch] -g ut, das jo. PL/ Wäsche, die gewaschen
wird: das W. in die Waschmaschine legen; -haus,
das kleines Gebäude, in dem die Wäsche gewaschen
wird; -kessel, der Kessel zum Kochen der Wäsche
(1); -küche, die 1and sch. Raum in od. an einem
Wohnhaus, in dem die Wäsche (1.2) gewaschen w i rd ;
O-umg. scherzh. draußen ist eine richtige W.
(dichter Nebel); -lappen, der 1. Lappen aus (Frottee) -
stoff, mit dem man sich wäscht — 2. umg.
Schim pfw . schwacher (2), feiger ,Mensch: so ein
W .!; -la ug e, die mit einem Waschmittel versehenes
Wasser zum Wäschewaschen; -m aschihe, die elek
trisch angetriebene Maschine, in der die Wäsche ge
waschen, auch gespült, oft auch geschleudert wird :
eine halb-, vollautomatische W .; -mittel, das Stoff
(3.2) od. bestimmtes Stoffgemisch, das dem Wasch
wasser für die Wäsche (1.2) zugesetzt wird, um dessen
Reinigungskraft stark zu erhöhen; -pulver, das pulver-
förmiges Waschmittel; -raum , der Raum, bes. in B e
trieben, Unterkünften, in dem sich mehrere Personen
gleichzeitig waschen können; -Schüssel, die Schüssel
zum Waschen des Körpers, der Hände; -Stützpunkt,
der kommunale od. betriebliche Einrichtung, in der
Mieter od. Betriebsangehörige ihre Wäsche waschen
(lassen) können; -tag , der Tag, an dem in einem
Waschwanne — wässerig
1311
Haushalt große Wäsche gewaschen wird; -wanne,
die Wanne zum Waschen der Wäsche (1.2); -wasser,
das fo. PL/ Wasser zum Waschen des Körpers,- der
Wäsche (1.2); -weib, das umg. Schimpfw. ge
schwätziger klatschsüchtiger M ensch: er, sie ist ein
richtiges W .!; -zettel, der Buchw. kurze Dar
stellung, Besprechung des Inhalts eines Buches auf
der Innenseite des Schutzumschlags od. auf einem
dem Buch beigelegten Zettel; -zeug, das zum Waschen
des Körpers benötigte Utensilien
Wasser, das; -s, -/Wässer / / auch Wässerchen/
1. Io. P L / färb- un d geschmacklose, durchsichtige
Flüssigkeit, die für lebende Organismen unentbehr
lich, ein Oxid des Wasserstoffs ist, bei 0 Grad
gefriert und bei 100 Grad siedet: frisches, klares,
sauberes, eisenhaltiges, gechlortes, hartes, weiches,
trübes W .; W. trinken, holen; das W. siedet, kocht,
verdunstet, gefriert; das W. rinnt, fließt, strömt,
sprudelt, spritzt; das W. (den Wasserhahn) ab
drehen, abstellen; ein Glas, Eimer (voll) W.; sich
mit kaltem W. waschen; ein Zimmer mit fließen
dem W. (mit Wasseranschluß); /in bezug bes. auf den
Menschen, der sich darin bewegt/ aus dem W. auf-
tauchen; im W. waten, planschen; ins W. fallen,
stürzen, springen; etw. ins W. werfen; im, unter W.
schwimmen; der Keller steht unter W. (ist über
schwemmt 1); ein Boot zu W. bringen, lassen —
2. /PL
auch Wässer/ Gewässer: ein stehendes,
fließendes, kleines, tiefes W .; ein verunreinigtes
W .; diese Stadt ist zu Lande und zu W. (auf dem
Land- und Wasserweg) zu erreichen — 3 . /nur im
PL; PL -[ 'geh . die W. die Wassermassen, Fluten
(2): die wilden W. der Gebirgsbäche stürzen herab;
die W. (des Meeres, Stroms) durchbrechen die
Damme, überfluten die Wiesen — 4 . /PL Wässer/
wäßrige Lösung (3): wohlriechende Wässer (Par
füme); Kölnisches W.; um g . ein W. (Mineral
wasser) mit Geschmack — 5 . /o. PL/ wäßrige
Flüssigkeit, die sich im menschlichen Körper bildet,
bilden kann: umg. W. (in den Beinen) (Wassersucht)
haben"1; ihre Augen sind, stehen vo ll W. (Tränen);
bei der Hitze lief ihm das W. (der Schweiß 1) von
der Stirn; sein W. nicht halten können (häufig od.
unwillkürlich Harn lassen); W. lassen (Harn aus-
scheiden)
-j- etw. ist W. auf jmds. Mühle (bestärkt jmdn. in
seiner Meinung, ist ganz in seinem Sinne); jmdm.
nicht das W. reichen können (jmds. Fälligkeiten,
Leistungen nicht entfernt erreichen); jmdm. das W.
abgraben (jmds. Pläne vereiteln, jmds. Existenz
gefährden); v erh ü ll, ins W. gehen (sich ertränken);
um g. etw. fällt ins W. (etw. zerschlägt sich, kommt
nicht zur Ausführung); hier wird auch nur mit W.
gekocht (hier geht es auch nicht anders zu als über
all) ; mit allen Wassern gewaschen sein (durch
trieben sein); sich über W. halten (gerade soviel
verdienen, daß man davon leben kann); jmdm. läuft
das W. im Mund(e) zusammen (jmd. bekommt, bes.
beim Anblick einer Delikatesse, großen Appetit);
sie hat nahe, dicht am W. gebaut (weint leicht);
jmdm. steht das W. bis zum Hals"(/md. hat
große Schulden, Schwierigkeiten); ■— / Blut und
W. schwitzen; jmd. fühlt sich wöhl wie ein / Fisch
im W .;/* Rotz undW.heulen;ein / SchlaginsW.
wasser/Wasser| -abstoßend /Adj./ so beschaffen,
daß Wasser, Feuchtigkeit nicht eindringt, dabei aber
luftdurchlässig; -ader, die kleiner unterirdischer
Wasserlauf; -anschluß, der Anschluß an eine
Wasserleitung; -bad, das jo. PL/ K ochk. Topf mit
kochendem, heißem Wasser, in das ein kleiner Topf
zum Aufwärmen, Kochen von Speisen, Getränken
gestellt wird, bes. um das Anbrennen zu verhindern;
- ball, der 1. größerer aufblasbarer Ball aus Kunst
stoff, Gummi, m it dem man bes. im Wasser spielt
—
2. m it Luft gefüllter B all von vorgeschriebenem
Gewicht und Umfang für 3 — 3 . jo. PL/ im Wasser
zwischen zwei Mannschaften ausgetragenes Ballspiel,
bei dem der B all nach bestimmten Regeln mög
lichst oft in das gegnerische Tor zu werfen ist: W.
spielen; -blase, die bes. durch Quetschung ent
standene, m it Lymphe gefüllte Blase (2) in der H aut;
- b ü f fel, der vorwiegend in Asien wild lebender, auch
als H austier gehaltener Büffel mit weit ausladendem
Gehörn, der in Reisanbaugebieten als Zugtier dient;
- burg, die Burg, die von einem See od. einem breiten
Wassergraben umgeben ist
Wässerchen, das / / auch Wasser/
- f umg. kein W. trüben können (nichts Unrechtes,
Böses tu n können, harmlos sein)
Wasser/wasser zu Wasser 1| -dampf, der Wasser
im Zustand des Dampfes; -dicht /Adj./ Wasser,
Feuchtigkeit nicht durchlassend; -druck, der /PI.
-drücke/ 1.1. Phys. die durch das Wasser hervor-
gerufene Belastung, die bes. von der Höhe der
Wassersäule abhängig ist, die auf einen unter
Wasser befindlichen Körp er w irkt 1.2 . durch Druck
(1.1) entstehende K r aft, Geschwindigkeit des aus einer
Leitung strömenden Wassers; -echt /A dj.j wasser
fest: wasserechte Farben, Textilien; -eimer, der
Eimer zum Tragen, Aufbewahren von Wasser; -fahr-
zeug , das Fahrzeug, das zur Fortbewegung a uf dem
Wasser dient; -fall, der fast senkrechter Fall fließen
den Wassers über eine Felswand in ein Flußbett: ein
W. stürzt vom Felsen herab; + u m g . reden wie ein
W. (ununterbrochen reden); -färbe, die mit Leim ge
bundener Farbstoff, der m it Wasser angerührt wird
und auch nach dem Trocknen wasserlöslich bleibt;-f es t
jAdj.j gegen die Einwirkung von Wasser beständig,
unempfindlich: ein wasserfester Lack, Überzug;
- f läch e, die vom W asser eingenommene Fläche eines
Gewässers: die weite W. des Meeres, eines Sees;
- f loh , der im Süßiuasser lebender kleiner Krebs,
der sich ruckartig vorwärtsbewegt und bes. als
Fischfutter für Aquarienfische dient; -flugzeug, das
Flugzeug mit Schwimmkörpern, das auf dem Wasser
starten, landen und gleiten kann; -frösch, der in
Teichen lebender Frosch m it grüngelbem Streifen;
- gekühlt /Adj.; nicht adv./: ein wassergekühlter
Motor; -glas, das /PL «gläser/ 1. gläsernes Trink
gefäß ohne Fuß — 2. jo. PL/ Chem. durch
scheinende, kolloide Lösung a us Verbindungen von
Natrium od. Kalium mit Kieselsäure, die bes. als
Bindemittel dient; -f- ein
Sturm im W .;
- grundstück, das Grundstück an einem Gewässer;
- h ahn , der Vorrichtung an einer Wasserleitung,
durch die das Durchfließen des Wassers reguliert,
Wasser herausgelassen w ird: den W. auf-, zu
drehen; der W. tropft; -haushalt, der Verhältnis
von Zufuhr, Abfluß, und Verbrauch von Wasser:
der W. der Erde, des m enschlichen Körpers; -hell
lA dj.j hell, klar wie Wasser: wasserhelle Augen;
- höhe, die Höhe des Wasserspiegels; -hose, die Wind
hose über dem Meer, das Wasser mit sich emporreißt
wässerig /Adj.f s. wäßrig
Wasser/wasser zu Wasser 1| -Jungfer, die Libelle (I);
- kessel, der Kessel (1.1): der W. singt, summt;
-k lar fAdj.f klar, hell wie Wasser; -klosett, das / /
auch WC/ Klosett mit Wasserspülung; -köpf, der
ungewöhnlich großer K o p f infolge abnormer A n
sammlung von wäßriger Flüssigkeit im H irn; -kraft,
die jo. Pl.f in ruhendem od. strömendem Wasser ent
haltene E nergie; -kraftwerk, das Kraftwerk, das die
potentielle Energie von angestautem Wasser mittels
Wasserturbinen in mechanische Energie und dann
durch Generatoren in elektrische Energie um w a n delt;
- kreislauf, der jo. Pl.f 1. K reislauf des Wassers
vom Meer über den Wasserdampf der Atmosphäre,
die Niederschläge und den Rückfluß zum Meer —
2. T e ch n . Umlauf (2) des Wassers in geschlossenen
Rohrleitungen für H eiz- od. Kühlzwecke; -lache,
die kleine Ansammlung von Schmutz-, Regenwasser;
- la uf, der fließendes Gewässer; -leitung, die Rohr
leitung, die der Beförderung von Wasser dient; -lin se,
die einkeimblättrige Pflanze, die sehr klein ist und in
großen Mengen auf stehenden Gewässern schwimmt;
- löslich /Adj.f in Wasser löslich: wasserlösliche
Stoffe, Vitamine; -masse, die fvorw. Pl.f
-mühle,
die mit Wasserkraft betriebene Mühle
wassern fsw. Vb.; ist, hat/ mit einem Flugkörper,
bes. einem Wasserflugzeug, auf das Wasser nieder -
gehen
wässern fsw. Vb.; hat/ 1.1 . etw. längere Zeit in
(fließendes) Wasser legen, um es weich zu m achen:
getrocknete Erbsen, Flachs w. 1 .2 . etw. längere Zeit
in (fließendes) Wasser legen, um bestimmte Stoffe
daraus herauszulösen: Rindernieren vor dem Bra
ten w.; Heringe, Salzfleisch w.; Fotog r. ein
Negativ w. — 2 . Pflanzen reichlich mit Wasser be
gießen, versehen: die Bäume w.
Wasser/wasser| -Oberfläche, die Oberfläche eines
Gewässers; -pflanze, die im Wasser lebende Pflanze;
-r ad, das Techn. Rad mit einer endlosen Reihe
querstehender, zweckentsprechend geformter Blätter
(4), das durch Wasserkraft in Umdrehung versetzt
w ird und dadurch für etw. als Antrieb dient: das W.
einer Wassermühle -ratte, die 1. große, am und im
Wasser lebende Wühlmaus — 2. umg. scherzh.
jmd., der gern und gut schwimmt; -reservoir, das;
- r ohr, das Rohr, durch das Wasser geleitet wird;
- s chaden, der bes. durch Überschwemmung, E in
dringen von (Regen)wasser entstandener Schaden;
- s cheide, die Gebiet, von dem aus alle fließen
den Gewässer entweder nur nach der einen od.
nur nach der anderen Seite fließen; -scheu fAdj.;
nicht adv.f Angst vor Wasser habend: w. sein; -sk i,
der breiter, kurzer Ski, auf dem stehend man sich von
einem Motorboot über das Wasser ziehen läßt; -Spei
cher, der Behälter, Anlage zum Speichern von
Wasser; -Spiegel, der 1. glatte Oberfläche eines Gewäs
sers — 2. Wasserstand: der W. steigt, sinkt; -sport,
der im od. auf dem Wasser betriebener Sport; dazu
-Sportler, der; -Spülung, die Vorrichtung an einem
Toilettenbecken, durch deren Betätigung die Fäkalien
m it dem aus der Leitung strömenden Wasser weg
gespült werden; -s ta nd , der a uf eine feste Größe be
zogene Höhe der Wasseroberfläche, die bei einem Ge
wässer mit einem Pegel gemessen w ird : ein niedriger,
wechselnder W.; der W. steigt, sinkt; -stelle, die
Stelle, an der Wasser (1) vorkommt, entnommen werden
kann; -Stoff, der fo. Pl.f häufigstes nichtmetallisches
Element, das in der Verbindung mit Sauerstoff als
1312
Wasserjungfer — W atte
Wasser auftritt; -stoffbombe, die als M assen
vernichtungsmittel wirkende, auf der Verschmelzung
von Atomkernen des Wasserstoffsberuhende Bombe m it
mehrfach höherer Sprengkraft, a ls sie die Atombombe
besitzt; -Straße, dm schiffbarer Wasserlauf, von S chif
fen befahrene Strecke über einen See, über das Meer,
bes. durch eine Meerenge; -sucht, die fo. Pl.f krank
hafte Ansammlung wäßriger Flüssigkeit im Körp er;
-türm, der turmartiger Bau mit einem Wasser
speicher, durch den der Wasserdruck in den an
geschlossenen Wasserleitungen bewirkt wird; -Ver
schmutzung, die Verschmutzung der Gewässer durch
Abfälle aus Industrie und Haushalt; -Versorgung,
die Bereitstellung ausreichender Mengen von Trink- ,
Brauchwasser für Haushalt, Industrie und Landwirt
schaft; -waage, die M eßgerät mit einer Libelle (II)
zur Bestimmung der Waagerechten od. Senkrechten
von etw.
- w eg, der Wasserstraße; -werfer, der;
-s, - Gerät auf Fahrzeugen, das Wasser unter
hohem Druck auswerfen kann und bes. von der
Polizei in bürgert. Staaten gegen Demonstranten
eingesetzt wird; -werk, das Anlage, in der Wasser
für die Wasserversorgung aufbereitet und in die
Wasserrohre gepumpt, geleitet w ird; -Zähler, der
Gerät, das die Menge des verbrauchten Wassers m iß t :
den W. a blesen; -Zeichen, das durchscheinendes
Zeichen im Papier, bes. bei Banknoten, das die
Herkunft und Echtheit kennzeichnet und Fälschun
gen erschwert
wäßrig /Adj.j 1.1 . /nicht adv.f (zu)viel Wasser ent
haltend : eine wäßrige Lösung, Milch, Suppe 1.2 . wie
Wasser schmeckend, ohne Geschmack, fade: ein
wäßriger W ein; die Tomaten, Gurken schmecken w.
1.3 . wäßrige (hell wie Wasser, fast farblos aus
sehende) Augen
+ jmdm. den / Mund w. machen
waten, watete, ist/hat gewatet langsam, bis zu
den Knöcheln, Waden einsinkend, durch (niedriges)
Wasser od. au f nachgiebigem Untergrund gehen
1.1 . (ist, hat) in einem Bach, See, im Moor, Sand
w. 1 .2 . (ist) /mit Richtungsangabej: durch Pfützen,
einen Fluß, tiefen Schnee w .; ans Ufer, inden See w.
Watsche, die; -n landsch., bes. süddt. österr.
Ohrfeige
watscheln fsw. Vb.; ist, hat; bes. von Schwimm
vögelnI schwerfällig und leicht hin- und herschwan
kend gehen, wobei die Füße nur wenig vom Boden
abgehoben werden 1.1. (ist, hat) Enten w.; er ist,
hat wie eine Ente gewatschelt 1.2 . (ist) /mit Rich
tungsangabe/: die E nten sind in den Teich gew at
schelt
Watschen, die; -,
- s. Watsche
WVatt, das; -(e)s, -en Geogr. seichter Küsten
streifen, bes. a n der Nordsee, der bei Ebbe nicht
überflutet ist
2Watt, das; -s, - fAbk. W ; heute offizielle Maßeinheit
der Leistung/
Watte, die;
- n jvorw. Sg.j lockere, weiche Masse
aus Baumwolle od. Kunstfaser, die bes. zur Wund
behandlung, kosmetischen Pflege und zum Füttern
und Auspolstern von Kleidungsstücken dient: eine
Wunde mit sterilisierter W. abtupfen; Gesichts
wasser, Reinigungsmilch mit W. auftragen; die
Schultern eines Mantels mit W. polstern; sich W.
in die Ohren stopfen
- fumg. spött. jmdn. in W. packen (jmdn. über-
Wattebausch — wechselseitig
1313
trieben vorsichtig, behutsam behandeln, um ihn bes.
vor Krankheiten zu schützen)
Watte| -bausch, der Bausch aus Watte; -jache, die
m it Watte gefütterte Jacke
wattieren /sw. Vb.; hat/ ein Kleidungsstück mit
Watte füttern, polstern: einen Mantel w .; eine
wattierte Jacke
wau, wau jlautnachähmend für das Bellen des
Hundesj: Kinderspr. der Dackel macht w.
WC, das; -/ -s, -/ -s [ve(:)tse:] \Kurzw. für Wasser
klosett/ s. W asserklosett
Webe |kante, die besonders fest gewebter Rand eines
Gewebes, einer Stoffbahn
weben, webte/wob, hat gewebt/gewoben längs und
quer verlaufende Fäden (1) so miteinander ver
binden, d aß sie in dichter Folge in beiden Rich
tungen wechselweise über- und untereinander liegen
und ein textiles flächiges Gebilde, ein Gewebe (1),
Stoff (1) ergeben: /webte, hat gewebt/ Leinen,
Seide, Anzugstoffe w.; einen Teppich, eine Decke
w.; <3> /wob, hat gewoben/ geh. die Sonne wob
goldene Fäden in das Laub
Weber, de r; -s, - Facharbeiter, der Gewebe herstellt
Weberei, die;
- e n Betrieb, in dem Gewebe her-
gestellt werden
Weber| -knecht, der in zahlreichen Arten vorkom
mendes Spinnentier mit sehr langen und dünnen
Beinen; -Schiffchen, das; -s, - T e x til. Behälter für
die Spule eines Webstuhls, der den Schußfaden auf-
nimmt
Web| -fehler, der beim Weben entstandener Fehler in
einem Gewebe; -p elz, der Gewebe, das Pelz imitiert;
- Schiffchen, das; -s,- T e x t il . Weberschiffchen;
-Stuhl, der Gerät od. M aschine zum Herstellen von
Geweben; -waren, die /PI./ gewebte Textilien
Wechsel, der; -s, - 1. /vorw. Sg.j 1, /zu wechseln 1 u.
2/ das Wechseln; zu 1: einen W. der Arbeitsstelle,
Wohnung vornehmen; ein schneller, plötzlicher,
jäher, allmählicher W. ( Veränderung 1.2) der T em
peratur, Mode; zu 2: der W. (die Aufeinander
folge) von Tag und Nacht, der Jahreszeiten; im W.
der Jahre — 2. Sport ein gelungener W. (Stab
wechsel) beim Staffellauf — II . Schuldschein, au f
dem der A ussteller zusichert od. einen Dritten a n
weist, eine bestimmte Geldsumme zu einer bestimm
ten Zeit an eine bestimmte Person zu zahlen: ein
ungedeckter W .; einen W. ausstellen, unter
schreiben, einlösen, verlängern; der W. ist fällig,
verfällt — 1H. Jägerspr. vom Schalenwild aus
getretener Pfad: das Rotwild, Rehwild zieht auf
(seinen) Wechseln zur Tränke
Wechsel| -bad, das abwechselndes Eintauchen
bes. der Füße, Hände in warmes und kaltes Wasser;
- beziehung, die wechselseitige, gegenseitige B e
ziehung: die W echselbeziehungen zwischen zwei
Erscheinungen; -fälle, die /PL/: die W. des Lebens
(Ereignisse im Leben eines Menschen, die eine
plötzliche Verbesserung od. Verschlechterung seiner
Situation bewirken); -geld, das Ja. P I ./1 . Geldbetrag,
der jmdm. zurückgegeben w ird, der mit einem über der
geforderten Sum me liegenden Geldschein, -stück
bezahlt hat — 2 . für das Herausgeben (3) bestimmtes
Kleingeld: der Verkäufer hatte kein W. in der
Kasse; -getriebe, das T echn. Getriebe, mit dem die
Übertragung mechanischer Bewegung i n S tu fen
möglich is t
wechselhaft /A dj.; bes. vom Wetter/ (rasch) wech
selnd (1.2), sich ändernd: das W etter ist, bleibt in
den nächsten Tagen w.
Wechsel| -jahre, die /P I./ bei Frauen der Zeitraum
etwa zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr, in dem
die Funktion der Eierstocke und damit die Men
struation allmählich aufhört, Klimakterium: in
die W. kommen; sie ist in den Wechseljahren;
- kurs, der Valutakurs
wechseln /sw. Vb.; hat, ist/ 1. (hat) 1.1 . etw. (un
brauchbar Gewordenes, Abgenutztes) durch etw.
(Neues) derselben A r t ersetzen, etw. aufgeben u nd
etw. anderes derselben A rt dafür wählen: die nassen
Schuhe, Strümpfe w.; den Verband w.; den R ei
fen, das Öl w.; er wechselt täglich die Wäsche,
Handtücher (zieht täglich frische Wäsche an, nimmt
täglich frische Handtücher); seinen Arbeitsplatz,
Betrieb, Beruf, W ohnort, seine Wohnung, den
Platz w .; das Thema, seine Meinung, den Glau
ben, Kurs, die Richtung w. (ändern 1.2); jmdn.
w . : den Gesprächspartner w. (sich einem anderen
Gesprächspartner zuwenden); etw. wechselt seinen
Besitzer (etw. geht in den B esitz eines anderen
über) 1.2 . etw. wechselt etw. ändert (1.3) sich:
seine Stimmung wechselt rasch, häufig; die Mode,
das W etter wechselt ständig; das Kinoprogramm
wechselt jede Woche; etw. mit wechselndem
(einmal mehr, einmal weniger) Erfolg, Glück ver
suchen; wechselnde Bewölkung — 2 . (hat) 2.1 .
(mit jmdm.) etw. w. mit jmdm. etw. anderes der
selben A rt tauschen (1.2): bei der Eheschließung
die Ringe w.; mit jmdm. die Plätze w.; (mit
jmdm.) Briefe w. (einander Briefe schreiben); Rede
und Gegenrede w .; (mit jmdm.) Blicke, einen
Blick, einen Händedruck w .; sie wechselten einige
Worte (miteinander) (sprachen kurz miteinan
der) 2.2 . in rascher Folge wechselten Rede und
Gegenrede (folgten Rede und Gegenrede a ufein
ander) — 3 . (hat) 8.1 . Geld w. für einen grö
ßeren Geldschein, ein größeres Geldstück kleinere
Noten od. Mün zen derselben Währung geben od.
erhalten: kannst du (mir) 20 Mark w.?; ich
kann leider nicht w.; einen Hundertmarkschein
bei der B ank w. (lassen) 8.2 . Geld einer Währung in
Geld einer anderen Währung Umtauschen: Mark
gegen Rubel w .; an der Grenze Geld w.
—
4. von
einem Ort zu einem anderen w. einen Ort verlassen
und sich nach einem anderen begeben (ist): von der
einen Straßenseite zur anderen w. — 5. Jägerspr.
das Wild wechselt das Wild läuft (in ruhiger Gang
art), zieht (auf einem Wechsel III) 5.1 . (ist, hat) hier
ist, hat ein Hiisch gewechselt 5.2 ., (ist) /mit Rich
tungsangabe/: der Hirsch ist über die Autobahn
gewechselt
+ etw. wie sein / Hemd w .; die / Tapete(n) w.
Wechsel/wechsel| -rahmen, der Bilderrahmen, des
sen K onstruktion ein leichtes Auswechseln des je
weils eingefaßten Bildes ermöglicht; -Schalter, der
Elektrotechn. einer von zwei od. mehreren
Schaltern, die einen Stromkreis ein- od. ausschälten
können; -schritt, der Schritt, bei dem im schnellen,
rhythmischen Wechsel das zurückgestellte B ein neben
das vorgestellte gesetzt und dieses wieder nach vorn ge
stellt wird; -seitig /A dj./1.1 .von dem einen ausgehend
auf das andere wirkend und sich (gleichzeitig) um
gekehrt vollziehend: wechselseitige Beziehungen,
Einwirkungen; zwischen den beiden Fragen be
steht ein wechselseitiger Zusammenhang; Wechsel
1314
Wechselseitigkeit — W eg
seitige Sympathie 1.2 . /kann zur Verdeutlichung
zum reziproken Pron. sich tretenj sich w. einer den
anderen und umgekehrt: sich w. loben, auslachen;
zu 1.1 -seitigkeit, die; -en fvorw. 8g./; -Spannung,
die Elektrotechn, elektrische Spannung, deren
Richtung und Größe sich periodisch ändern; -Spiel,
das 1 . Wechselwirkung (1.1): das W. der K räfte —
2. der Ablauf von Veränderung, Aufeinanderfolge
bei einer Sache: das W. der Lichter und Farben
bei der Lichtreklame; -ständig /Adj./ B ot.: wech
selständige (einzeln in ungleicher Höhe am Sten
gel stehende) Blätter; -stelle, die Zweigstelle od.
Abteilung einer Ba nk, bei der man Geld wechseln
(3.2) kann; -ström, der elektrischer Strom, dessen
Richtung und Stärke sich periodisch ändern; -Ver
hältnis, das auf Wechselwirkung (1.1) beruhen
des Verhältnis; -v o ll lA dj.f häufig {zwischen gut
und schlecht) wechselnd: ein wechselvolles Schick
sal, Leben; die w echselvollc Geschichte der Stadt;
-warm /Adj.; nicht adv.f Zo'ol. die Körpertem
peratur ständig entsprechend der Außentempera
tur verändernd: wechselwarme Tiere; Reptilien,
Fische sind w .;
- weise fAdv.f 1. aufeinander
folgend, sich ablösend, abwechselnd: er m a ch te, die
Bruder machten w. Früh- und Spätschicht —
2. gegenseitig (1.1): sie wissen w. gut Bescheid über
ihre Lebensgewohnheiten; -Wirkung, die 1.1 . wech
selseitige (1.1) Wirkung, Beeinflussung: die W.
zwischen dem Menschen und seiner Umwelt, zwi
schen Inhalt und Form 1.2 . Phys. gleichzeitige
gegenseitige Beeinflussung zweier physikalisch er
Systeme
Weckapparat, der Apparat zum Einwecken
wecken /sw. Vb.; hat;
auch geweckt/ 1. jmdn.
zum Erwachen bringen: jmdn. zu spät, m itten in
der Nacht, telefonisch w.; er wurde durch den
Lärm geweckt — 2 . etw. in jmdm. hervorrufen, ent
stehen lassen: jmds. Verständnis für etw., jmds.
Interesse, Neugierde, Mitleid w.; etw. weckt jmds.
Mißtrauen, Aufmerksamkeit; etw. weckt in jmdm.
Besorgnis, Argwohn, alte Erinnerungen
Wecken, der; -s, - süddt. österr. Brötchen, Brot
(aus Weizenmehl)
Wecker, der; -s, - Uhr mit Läutewerk, das zu einer
bestimmten Zeit, die man vorher einstellt, ausgelöst
wird, bes. um jmdn. zu wecken: den W. (auf 5 Uhr)
stellen; den W. aufziehen; der W. klingelt, rasselt
+ salopp jmdm. auf den W. fallen (jmdm. lästig
sein, werden)
Weckglas, das fPl. -gläser/ Glas, in dem etw. ein
geweckt wird
Wedel, der; -s, - 1 . Gegenstand, bestehend aus einem
Griff und einem meist aus Federn bestehenden Bü
schel zum Staubwischen, Besprengen — 2 . großes, ge
fiedertes od. fächerförmiges Blatt, bes. des Farns,
der Palme
wedeln jsw. Vb. ; hat/1.1 . mit etw. w. etw. (Leichtes)
rasch hin- und herbewegen: der Hund wedelte mit
dem Schwanz; mit dem Taschentuch, einem Blatt
Papier w. 1 .2 . etw. wedelt etw. bewegt sich rasch
hin und her: die Wäsche wedelt auf der Leine
weder /Konj.; als Glied der mehrteiligen Konj. w. . . .
noch; verbindet zwei od. mehrere, meist direkt auf
einanderfolgende Glieder; gibt an, d aß die durch die
Glieder benannten Einheiten, Eigenschaften zugleich
nicht gelten; verbindet Glieder wie und (LI), aus
genommen sind in der Regel eingliedrige finite Verb
formen sowie ganze Sätze ohne gemeinsame Glieder/ :
w. Hans noch Birgit hat (auch haben) den Film
gesehen; er hat weder den Film gesehen, noch das
Buch gelesen; wir stellen w, männliche Piloten ein,
noch weibliche
weg fAdv.; / auch wegsein/1 .1 . /bezeichnet die Be
wegungsrichtung von irgendwo nach irgendwohin/:
die Straße führt vom See w. ins Dorf, w. vom See;
um g . sie wurde vom Flugplatz w. (unmittelbar vom
Flugplatz aus) ins Krankenhaus gebracht 1,2 . u m g.
/drückt die Aufforderung aus, sich od. etw. vom ge
genwärtigen (Stand)ort zu entfernen/: w. (mit euch)!;
schnell w. von hier!; w. da!; Hände, Finger w .!;
w. damit! — 2 . /drückt aus, daß sich etw., jmd. nicht
(mehr) a n einem bestimmten Ort, einer bestimmten
Stelle befindet/: der Zug, unser Besuch ist schon w.;
wie lange warst du w. (nicht anwesend)*!; der Fleck
ist w. (beseitigt 1); mein Schlüssel, das Kind ist w.
(verschwunden, nicht auffindbar); die Schmerzen
sind w. (es tut nicht mehr weh); um g. die Ware war
schnell w. (verkauft); O er war gleich w. (ein
geschlafen 1) — 3 .1 . weit w. (von) in großer Ent
fernung (von): der Ort ist weit w. von hier; das
Schiff ist noch weit w. 3 .2 . /zeitl./ das ist schon so
weit w. (so lange her)
+ u m g. ganz w. sein (begeistert sein); über etw. w.
sein (etw. überwunden haben); — jmd. ist w. vom /
Fenster; vom / Fleck w.; frisch, frei von der /
Leber w. reden, sprechen
W eg, der; -(e)s, -e 1.1, relativ schmaler, festgetretener
od. nur leicht befestigter, langgestreckter Streifen
Land (als Verkehrsweg) bes. für Fußgänger: ein
breiter, schmaler, steiler, gepflasterter, schlammiger
W.; öffentliche W ege; dieser W. führt ins Dorf,
durch den Wald; nach 50 Metern zweigt links ein
W. ab; die Wege im Park, zwischen den Beeten
1.2 . sich einen W. durch die Menschenmenge,
durchs Dickicht bahnen (sich mühsam, unter Über
windung von Hindernissen, durch die Menschenmenge,
das Dickicht vorwärtsbewegen) — 2 . i n Länge und Ver
lauf bestimmte Entfernung, die überwunden werden
muß, um an ein bestimmtes Ziel zu gelangen: einen
weiten W. (zur Arbeitsstelle) haben; einem Fremden
den W. zeigen, beschreiben; den W. abkürzen; ein
W. von fünf Kilometern, von einer Stunde; das liegt
an meinem W. (daran komme ich vorbei); hier
trennen sich unsere Wege (jetzt muß jeder in eine
andere Richtung gehen); er nahm den W. durch die
Hintertür (ging durch die Hintertür); jmdm. den W.
freigeben (zur Seite treten); jmdm. den W. ab
schneiden (jmdm. auf kürzerer Strecke zuvorkommen
und sich ihm entgegenstellen, so daß er nicht weiter
gehen kann) — 3 .1 . Gang od. Fahrt in einer be
stimmten Richtung, zu einem Ziel: sein erster W.
führte ihn zu ihr; er traf ihn auf dem W. zur Arbeit;
jmd. ist, befindet sich auf dem W. (jmd. ist unter
wegs) nach N, zu jmdm.; seinen W. fortsetzen
3.2 . u m g . Gang, um etw. zu erledigen, Besorgung (1):
einen dringenden W. erledigen; für jmdn. W ege
machen müssen; jmdm. einen W. abnehmen —
4, /nur mit A ttr.; vorw. Sg.j etw. auf friedlichem W.
(auf friedliche A rt und Weise) regeln; auf gesetz
lichem Wege vorgehen; sich auf gütlichem Wege
einigen; dieser W . (diese Verfahrensweise) steh t
dir offen, scheidet aus — 5 . /vorw. Sg.j (grundlegen
de) Richtung auf ein Ziel hin, die jm d . in seinem
Handeln und Denken verfolgt, und die Entwicklung
weg-
—
Weggehen
1315
auf dieses Ziel Mn: auf dem rechten, richtigen,
falschen W. sein; dieses Land beschreitet den W.
zum Sozialismus; der W. in eine glückliche, g e
sicherte Zukunft
■+■ W. und Steg {alle Wege, die ganze Gegend)
kennen; bis dahin ist es noch ein weiter W. (es
dauert noch lange, ehe es so weit ist) ; auf dem schnell
sten Wege (so schnell wie möglich); jmdm. den W.
ebnen (Hindernisse, die jmds. Entwicklung, dem
Vorwärtskommen entgegenstehen, beseitigen); jmdm.
etw. mit auf den W. geben jmdm. etw. sagen, bevor
er weggeht: jmdm. einen guten Rat mit auf den W.
geben; sich jmdm. in den W. stellen (jmdm. ent
gegentreten, Widerstand leisten) ; den W. des gering
s te n Widerstandes g ehen (allen Schwierigkeiten
ausweichen); seine eigenen Wege gehen (selb
ständig handeln, denken); seinen W. machen (im
Leben vorwärtskommen) ; auf dem besten W., Wege
sein, etw. Bestimmtes zu tun (im Begriff sein, etw.
Bestimmtes zu tun); jmdm. auf halbem W., Wege
entgegenkommen (teilweise nachgeben) ; auf halbem
W., Wege stehenbleiben (etw. nicht zu Ende führen,
aufgeben); jmdm., einer Sache aus dem W. gehen
(jmdn., eine Sache meiden); etw. in die Wege leiten
(etw. vorbereiten und beginnen, es in die Tat um
zusetzen) ; etw. aus dem W. räumen etw. beseitigen:
Schwierigkeiten, Mißverständnisse aus dem W.
räumen; jmdm., einer Sache im W., Wege stehen,
sein (jmdm., einer Sache hinderlich sein) ; dem steht
nichts im Wege (das ist ohne weiteres möglich);
jmdn. vom rechten W. abbringen (jmdn. zu un
moralischem Handeln verleiten); sich auf den W.
machen (aufbrechen); um g . jmdm. nicht über den
W. trauen (sehr mißtrauisch gegenüber jmdm . s ein);
den W. alles Irdischen gehen (aufhören zu existie
ren); jmdm. über den W. laufen (jmdm. zufällig
begegnen); salopp verhüll, jmdn. aus dem W.
räumen (umbringen); — / t Mittel und Wege finden,
suchen; jmdm.
Steine in den W. legen
w eg - fin verbalen Zusammensetzungen und deren
substantivischen Ableitungen! 1. sich, etw. von einer
bestimmten Stelle (nach einer anderen) bewegend:
/ t Z. B . wegbringen, wegfahren —2 . etw. entfernend,
beseitigend
z. B. wegblasen
Weg| : / Wege|
wegIbekommen fVb.; hat/ umg . 1 . etw. beseitigen
(lj, entfernen (1) können: ich habe den Fleck (nicht)
w.
— 2 .1 . etw. von der Stelle 1bewegen können: allein
bekomme ich den Schrank nicht (von hier) weg
2.2 , jmdn. v o n irgendwo w. bewirken können, d aß
jmd. von einer Stelle weggeht: das Kind war vom
Schaufenster nicht wegzubekommen — 3 . sich
etw. Unangenehmes zuziehen: er hat einen Schnup
fen w.
Weg| -bereiter, der; -s, - jmd., der in seinem Denken
und Handeln mithilft, die Voraussetzungen zur Ver
wirklichung einer Sache zu schaffen: er war ein W.
des Sozialismus; -bicgung, die Stelle, an der ein
Weg eine Krümmung macht
weg| -blasen jVb.j etw. durch Blasen entfernen:
Staub w.; -bleiben /Vb.f umg. 1. jmd. bleibt weg
jmd. kommt nicht mehr, kommt nicht zurück: lange,
für immer w .; von da an blieb er weg; jmdm. bleibt
etw. weg: jmdm. bleibt die Luft weg (jmd. kann
vorübergehend nicht richtig atm en); O der Motor
blieb weg (versagte plötzlich) — 2 . weggelassen (1)
werden: dieser Satz kann w.; + jmdm. bleibt die
/ Spucke weg; -blicken / Vb./ wegsehen (1); -brin
gen / Vb.f 1.1 . etw. von einer Stelle wegnehmen und an
eine dafür bestimmte Stelle bringen: er h at das Buch,
den Brief weggebracht 1.2 . u m g . den Besuch w.
(ein Stück auf dem Heimweg begleiten); -denken
jVb.f sich etw., jmdn. w. sich etw., jmdn. als nicht
vorhanden, als fehlend vorstellen: den Schrank
mußt du dir w.; etw., jmd. ist aus etw. nicht weg
zudenken; -drehen /Vb.f etw., sich wegwenden: den
Kopf w.; sich (von jmdm., etw.) w.
Wege| -bau, der /o. Pl.j das Anlegen, Befestigen von
öffentlichen Wegen; -lag(e)rer, der; -s, - jmd., der an
Wegen, Landstraßen bes. Reisenden auflauert, sie
überfällt und beraubt
wegenjPräp. mitGen., bes. umg. u. süddt. österr.
auch mit Dat.; dem Subst. im Gen. auch nach
gestellt! 1.1 . a uf Grund (von), infolge: w. (des)
schlechten Wetters, des schlechten Wetters w., w.
dem schlechten W etter blieben wir zu Hause; er
wurde w. seines Fleißes gelobt; jo. erkennbare Rek
tion in Verbindung mit starkem Subst. im Sg. o. Art.
u. Attr.; mit Dat., wenn der Gen. PI. nicht erkennbar
ist/ w. Umbau geschlossen; das Flugzeug konnte
w. Nebel nicht starten; von ... w .: / von (5.2)
1.2 . /bezeichnet den Zweck, das Ziel/: er hat es nicht
nur w. des Geldes, des Geldes w., w. dem Geld geta n
+ von/ Amts,/ Rechtsw.;/ vonw.!
Wegerich, der; -s, -e a n Wegen, auf Wiesen als
Kraut od. Staude in zahlreichen Arten vorkommende
Pflanze m it einem meist kurzen ährenförmigen
Blütenstand
Weges|rand, der Wegrand
weg|essen IVb.f: jmdm. etw. w. (etw. aufessen, so
daß für jmd . anderen nichts davon übrigbleibt)
Wege (mit * auch Weg|)| -Unfall, der fachspr. Un
fall, der sich a uf dem direkten Weg zwischen Woh
nung und Arbeitsstelle ereignet; «-Zeichen, das Z ei
chen, das einen Wanderweg markiert; «-zeit, die
Zeitspanne, die man für einen bestimmten Weg (2)
braucht
weg/Weg| -fahren jVb.j 1. sich mit einem Fahrzeug
von irgendwo entfernen (ist) — 2 . etw. in einem Fahr
zeug wegbringen (hat): Schutt w.; -fall, der Io. Pl.j
das Wegfallen: der W. schwerer körperlicher Ar
beiten; -fallen IVb.f etw. fällt weg etw. ist gegen
standslos geworden, unterbleibt: dieser Grund fällt
w e g;diese Zuschläge sind weggefallen (werden nicht
mehr gezahlt); der letzte Absatz im Text kann w.
(kann weggelassen werden) ; -fegen /F6 .;ha t/ etw. von
der Stelle fegen und entfernen: den Schnee vor
der Tür w . ; -feilen jVb .j etw. durch Feilen entfernen:
eine Kante w.;
- f l iegen jVb.; ist/ 1. sich durch
Fliegen von einer Stelle entfernen — 2 . u m g .
von der Stelle geweht werden; -gang , der jo. Pl.j
das Weggehen (1.1, 1.2): nach seinem W. aus N;
- geben IVb.f 1. den Kinderwagen können wir
jetzt w. (jmdm. überlassen 1) — 2 . die Wäsche
w. (zum Waschen in die Wäscherei bringen); -g ehen
/Vb.f 1.1 . sich zu Fuß von irgendwo entfernen (2):
schnell, leise, heimlich w .; er ist vor einer Stunde
weggegangen; umg. sie geht nur selten weg (geht
nur selten aus) 1.2 . seinen bisherigen Wohnsitz,
Arbeitsplatz aufgeben und sich fortbegeben: nach
seinem Studium ist er von N weggegangen; er geht
vo n seiner bisherigen Arbeitsstelle weg 1.3 . das
Paket, der Brief geht heute noch weg (wird heute
noch weggeschickt 2) — 2 . u m g . beseitigt (1), ent-
84 Wörterbuch
1316
weghaben — wegstellen
\ernt (1) werden können: der Fleck geht leicht,
nicht mehr weg; die Schmerzen gingen allmählich
weg (hörten auf) —3. umg. überjmds. Einwand w.
(hinweggehen 2) — 4 . umg. eine Ware geht schnell
weg (ist schnell verkauft)-,
-J- umg. geh mir weg
damit (laß mich damit in Ruhe)!; — etw. geht weg
wie warme / Semmeln; -haben fVb.f umg. 1. etw.
(Schlimmes) bekommen (1.1 , 1.3 , 2.2) haben: seine
Strafe w.; du hast deinen A nteil schon weg; bei
der Kälte hatte er sofort eine Grippe weg —
2.1 . er hatte sofort weg (hatte sofort begriffen, erfaßt),
wie das gemacht wird 2.2 . auf diesem Gebiet hat er
was weg (ist er beschlagen); + um g. einen w. (an
getrunken sein); — sein Fett w.; die / Kühe w .;
sein(en)
Teil w.;
- halten fVb.f etw., jmdn. in
einiger Entfernung von sich halten (2.1): er hielt das
Buch weit von sich weg; -hangen /sw. Vb.f etw.
an eine bestimmte (dafür vorgesehene) Stelle hängen:
Kleidungsstücke w. (in den Schrank hängen) ;
- helfen fVb.f u m g .: jmdm. über etw. w. (hinweg
helfen); -holen fVb.f 1. jmdn. von irgendwo, aus
einer bestimmten Umgebung entfernen, holen;
er holte die Kinder von der Straße weg — 2. umg.
sich was w. (sich eine Krankheit zuziehen) ; sich eine
Erkältung, einen Schnupfen, nasse Füße w. (zu
ziehen); -hören / Vb.f absichtlich nicht hinhören;
- kommen jVb.j umg. 1. sich von einer Stelle, einem
Ort entfernen, ihn verlassen (können): wir müssen
sehen, daß wir hier schnell w .; mach, daß du weg
kommst !; er kommt wenig weg (geht wenig aus) —
2. verlorengehen: ihm ist Geld, die Brieftasche weg
gekommen; hier kommt nichts weg — 8 . über etw.
w. (hinwegkommen) — 4 . jmd., etw. kommt (bei
etw.) gut, schlecht, billig weg (etw. ist besser,
schlechter, billiger für jmd n. , etw., als zu erwarten war)
Weg|kreuzung?die Schnittpunkt zweier od. mehrerer
sich kreuzender ( Verkehrswege
weg| -lassen /Vb.f 1. etw. w. etw. nicht erwähnen:
etw. absichtlich, versehentlich w.; alles U n
wesentliche w .; die Titel bei der Anrede w .; einen
Absatz, eine Szene im Theaterstück w. (streichen 3)
—
2. bei der Wärme hat er den Schal weggelassen
(nicht umgelegt) — 8 . u m g . jmdn. nicht w. (jmdn.
nicht Weggehen lassen); -laufen fVb.; ist/ 1.1 . sich
(aus Angst) durch Laufen (2.1) von etw., jmdm . ent
fernen: vom Spiel w.; vor jmdm., einem Hund w.
1.2 . heimlich Weggehen (1.1 , 1.2) in der Absicht,
nicht wiederzukehren: vo n zu Hause, aus einem
Heim w .; seine Frau ist ihm weggelaufen (hat ihn
verlassen 1.2); O etw. läuft jmdm. nicht weg (etw.
hat Zeit, braucht nicht gleich erledigt zu werden, weil
es jmdm. sicher ist); -leg en fVb.f 1.1 . etw. aus der
Hand, an einedafür bestimmte Stellelegen: den K ugel
schreiber, das Buch w. 1 .2 . er konnte jeden Monat
eine gewisse Summe w. (sparen 1) 1.3 . er hat sich das
Buch, den Pullover w. (zurücklegen 3.1) lassen;
- leugnen fVb.f: etw. ist nicht wegzuleugnen (etw.
is t durch Leugnen nicht aus der Welt zu schaffen;
- lotsen fVb.f umg. jmdn. durch Überreden von
irgendwo wegbekommen (2.2): er ko n nte das
Kind nicht vom Affenkäfig w .; -machen fVb.f umg.
1.1 . etw. beseitigen (1), entfernen (1): einen Fleck,
den Dreck w. 1 .2 . sie will sich das Kind w. (ab
treiben) lassen; -müssen fVb.f umg . 1 . Weg
gehen (1.1) müssen: er muß gleich wieder weg —
2.1 . der Brief muß weg (muß weggeschickt werden)
2.2 . das verschimmelte Brot muß weg (muß in den
Abfall geworfen werden); -neh men fVb.f 1. etw. von
der Stelle nehmen, an der es sich befindet: das Tisch
tuch w .; nimm bitte deine Sachen hier weg!; nimm
die Hände, den Kopf weg! — 2.1. jmdm. etw. w.
etw., was ein anderer hat, besitzt, (unrechtmäßig) an
sich nehmen: jmdm. ein Buch, die Brieftasche w.;
der Junge hat dem kleinen Mädchen den Ball, die
Puppe weggenommen; jmdm. jmdn. w .: er hat ihm
die Freundin weggenommen (abspenstig gemacht);
der Mutter wird das Kind weggenommen (ihr wird
das Sorgerecht für das K ind entzogen) 2.2 . jmdm.
etw. w. bewirken, daß jmd. etw. nicht mehr (ge
nügend) hat: jmdm. die Sicht, Zeit w.; etw. nimmt
etw. weg: der Schrank nimmt viel Platz weg (be
ansprucht viel Platz); die Gardinen nehm en viel
Licht weg (halten viel Licht ab) — 3 . fin der Ver
bindung/ / t Gas w.
Wgg| -rain, der R ain an einem Weg; -rand, der:
sich an den W., auf einen Stein am W. setzen
weg| -räumen fVb.f etw. von der Stelle räumen (2),
an der es sich befindet: Schutt, Schnee w.; das ab
gewaschene Geschirr, die Spielsachen w. (ein
räumen 1.1); O Hindernisse, Bedenken w. (be
seitigen 1); -reißen / Vb.;hat/ etw., jmdn. von der Stelle,
etw. aus seiner Befestigung reißen (2): der Sturm hat
das Dach weggerissen; er hat ihm das Buch weg
gerissen (entrissen); er riß ihn vom Abgrund weg;
- rücken / Vb.f 1. etw. vonderStellerücken (i),and er es
sich befindet (hat): das Sofa (von der Wand) w. —
2. von der Stelle rücken (2),an der man sich gerade be
findet (ist): er rückte von seinem Nachbarn, vom
Tisch weg; -rühren, sich fVb.f: sich nicht w. (sich
nicht von der Stelle rühren, nicht Weggehen) ; -s c h e n
ken fVb.f etw. verschenken: sein e (alten) Kleider,
Spielsachen w.; -scheren, sich fsw. Vb.; vorw. im
Imp./ umg.: scher dich weg (mach, daß du weg-
kommst)\; -schicken fVb.f 1. jmdn. w. jmdn. (mit
einer bestimmten Absicht) an einen anderen Ort
schicken (1.2.1): die Mutter schickte das Kind (mit
einem Auftrag) weg — 2 . etw. w. etw. (durch die
Post) nach einem anderen Ort schicken (L I): Geld,
einen Brief, eine Nachricht (an jmdn.) w.; -sch ie
ben fVb.; hat/ etw., jmdn. von der Stelle schieben
(1.1): den Teller, einen Sessel w.; -schleppen fVb.f
u m g . etw. (unrechtmäßig) v o n der Stelle schleppen,
an der es sich befindet: Kisten, Kohlen w .; -schließen
/V b.f etw. in ein Fach, einen Schrank einschließen:
Briefe, Dokumente,Geldw.;-schmeißen/76./umg.
etw. wegwerfen (1); -schm elzen fst. Vb.f durch Schmel
zen verschwinden: der Schnee ist (von den Dächern)
weggeschmolzen; O sein Erspartes war weg
geschm olzen (schnell verbraucht); -schnappen fVb.;
hat/ umg. j,mdm. etw. w. etw. so schnell an sich neh
men, daß ein anderer es nicht bekommen kann: er
schnappte ihr das größte Stück Kuchen, das letzte
Exemplar des Buches (vorderNase) weg; -schwim
men fVb.; ist/ + jmdm. sind alle / Felle wegge
schwommen; -sehen fVb.f 1. von jmdm., etw. weg
nach einer anderen Stelle sehen, blicken: angewidert
w.
—
2. umg. über jmdn., etw. w. (jmdn., etw. un
beachtet lassen); -sein / Vb.; ist weggewesen;Präs.u.
Prät. / weg 2/; -setzen fVb.; hat/ 1.1. etw., jmdn.
an eine andere Stelle setzen: den Stuhl, die Vase
w. 1 .2 . er hat sich (von der Tür) weggesetzt (hat
sich woanders hingesetzt) — 2 . u m g . sich über
etw. w. (hinwegsetzen); -stellen /Vb.f etw. an
einen anderen (dafür vorgesehenen) Ort stellen :
wegsterben — wehren
1317
das Fahrrad, abgewaschene Geschirr w.; -sterben
/Vb./ umg. jmd. stirbt jmdm. weg jmd. verliert
jmdn. (plötzlich) durch den T od : ihm sind die
Eltern früh weggestorben
W egstrecke, die Stück, Abschnitt eines Weges (2):
noch eine kurze, lange W., eine W. von zwei Kilo
metern vor sich haben
weg| -streichen / Vb.; ha t/ etw. ausstreichen, durch
streichen: ein Wort, eine Zahl w.; -treten / Vb.; ist/
Mil.: der Offizier ließ die Kompanie w. (die in be
stimmter Ordnung aufgestellte Ko mp anie zwanglos
Weggehen); w .! /Kommando/; -tun /Vb./ umg.
1. etw. weglegen (1,1) — 2 . etw. wegwerfen (1.2)
Weg/weg| -warte, die;
-n
an Weg- und Feld
rändern wachsender Korbblütler mit hellblauen
Blüten, dessen geröstete Wurzel zu Zichorie ver
arbeitet wird; -weisend /A d j./ richtungweisend,
richtunggebend: wegweisende Beschlüsse; -w eiser,
der; -s, - 1 . (Pfahl mit einer) Tafel, auf der angegeben
ist, wohin der Weg, die Straße führt: an der Kreu
zung steht ein W. — 2 . Handbuch mit kurzen A n
gaben über ein Wissensgebiet, bes. Stadt-, R eise
führer: ein W. durch die Stadt Dresden, durch die
Grundbegriffe der Atom physik
weg|-wendenfVb.fetw., bes. den Kopf, sich von etw.,
jmdm. weg in eine andere Richtung wenden (2.2): den
Kopf w .;denBlickvon jmdm.,etw.niehtw.können;
er wandte sich von ihr weg; -werfen / Vb.; / auch
- werfend/ 1.1 . etw., das man nicht (mehr) behalten
möchte, irgendwohin werfen: etw. achtlos w .; eine
Zigarette, Fahrkarte w .; etw. aufheben und wieder
w.; <> um g . das ist weggeworfenes (unnütz aus
gegebenes) Geld 1.2 . etw. Wertloses, Überflüssiges in
den Abfall werfen: Speisereste, alte Schuhe w.
—
2. jbes. von einer F ra u/ sich (an jmdn.) w. (seine
Liebe einem Unwürdigen schenken) ; -werfend / A d j .;
/ auch -werfen/ geringschätzig, verächtlich: eine
wegwerfende H andbewegung, Bemerkung machen;
w. von jmdm., etw. sprechen; -wischen / Vb.; hat/
etw. durch Wischen beseitigen, entfernen: ein W ort
an der Tafel w.; Tropfen, den Staub w.; -wollen
/Vb./ umg . Weggehen wollen: er wollte pünktlich
weg; -ziehen'/Vb./ 1 . etw., jmdn. durch Ziehen (1)
aus seiner augenblicklichen Stellung bringen, von
seinem Ort entfernen (hat): einen Vorhang w .;
jmdm. den Stuhl, die Bettdecke w.; er zog den
Jungen vom Geländer weg — 2 . seinen bisherigen
Wohnsitz aufgeben und a n einem anderen Ort eine
Wohnung beziehen (ist): er is t (aus N , aus dieser
Wohnung, von hier) weggezogen
xweh /Adj./ 1 . /nicht präd.; vorw. in der Verbindung/
w. tun 1.1 . jmdm. tut etw. w. jmdm. schmerzt
(1) etw.: mir tut der Kopf, Bauch, Hals w.; die
Zähne taten ihm (sehr) w.; tut es noch w.?; wo tut
es (dir) denn w.? 1.2 . jmdm. w. tun jmdm. körper
lichen Schmerz zufügen: du tust mir ja w .!; das
grelle Licht tut mir w.; hast du dir w. getan?; O
deine Bemerkung hat mir w. getan (psychischen
Schmerz zugefügt, K um m er bereitet) — 2 . /nicht
adv./ geh. wehmütig: ein wehes Lächeln; ein wehes
Gefühl ergriff ihn; mir ist w. ums Herz
2weh /Ausruf/ 1.1 . /Ausruf des Schmerzes, der
Klage/: o w.!1.2. s. wehe
+ / ach und w. schreien
Weh,das;-(e)s, jo. Pl.j v era ltend Leid:einbitteres,
brennendes W. im. Herzen tragen; etw. erfüllt
jmdn. mit tiefem W.
wehe /Ausruf der Drohung; mit folgendem Dat.
auch in der Form weh/: w., wenn du nicht pünkt
lich nach Hause kommst!; w., weh dem, derdas tut!
WVßhe, die;
-n I. /vorw. Pl.j rhythmische Zu
sammenziehung der Muskulatur der Gebärmutter zur
Ausstoßung der Leibesfrucht beider Geburt: heftige,
schwache Wehen haben; in den Wehen liegen; die
Wehen setzten ein, begannen, ließen nach —
II. vom Wind, Sturm zusammengewehter Haufen
von Schnee, Sand: hohe Wehen türmten sich auf,
behinderten den Verkehr
2Wehe, das
+ das/ WohlundW.
wehen /sw. Vb.; h a t/1. /von Luftmassen, vom Wind/
strömend dahinziehen: der Wind weht schwach,
eisig, aus Nordosten; ein scharfer, frischer, leichter
Wind, eine steife Brise weht; draußen weht es
heute tüchtig (ist es heute sehr windig) — 2 . der
Wind weht etw. irgendwohin der Wind befördert
etw. irgendwohin, bewegt etw. in eine bestimmte Rich
tung: der Wind wehte den Schnee von den Dächern,
ihm den Sand ins Gesicht; der Luftzug wehte die
losen Blätter auf den Fußboden — 3 . etw. weht (im
Wind) etw. bewegt sich im Wind hin und her: Fahnen
wehten (im Wind); ihr Haar wehte im Wind; ein
Tuch w. lassen
-f- wissen, merken, woher der / Wind weht; daher
weht der / Wind; hier, dort weht (jetzt) ein an
derer, neuer, frischer / Wind; sich den / Wind
um die Nase w. lassen
weh/Wßh| -klagen, wehklagte, hat gewehklagt
über etw. w. über etw. laut klagen: spött. sie weh
klagten über den Verlust"1; in lautes Wehklagen
ausbrechen; -leidig /A d j./1 .1 . übertrieben empfind
lich gegen Schmerzen, sehr schnell, oft und schon bei
geringem Schmerz klagend: ein wehleidiger Mensch;
er is t sehr w. 1 .2 . bewußt psychischen, körperlichen
Schmerz ausdrückend, um Mitleid , Aufmerksamkeit
zu erwecken: etw . mit wehleidiger Stimme sagen;
ein wehleidiges Gesicht machen; w. lächeln; -m ut,
die; -, jo. Pl.j leichte, verhaltene Trauer, leiser
Schmerz (um etw. Vergangenes, Verlorenes): jmdn.
erfaßt, ergreift, beschleicht W .; mit heimüeher,
in stiller, tiefer W., voll W. an etw. zurückdenken;
- mütig /Adj./ voller Wehmut, ein wenig traurig:
eine wehmütige Stimmung, Erinnerung; wehmüti
ge Lieder; w, lächeln, sprechen
1Wehr, die /in der Verbindung/ sich zur W, setzen
sich wehren (1), verteidigen (1,1, 2): sich energisch,
mutig (gegen etw., jmdn.) zur W. setzen
2Wehr, das; -(e)s, -e quer durch ein fließendes Ge
wässer gebaute Anlage zum Stauen des Wassers, bes.
zur Regelung des Wasserstandes
Wehr| -bezirkskommando, das dem Wehrkreis
kommando auf der Ebene des Bezirks Überge
ordnete Dienststelle der Nationalen Volksarmee;
- d ienst, der jo. Pl.j Dienst, den jmd. in Erfüllung
seiner Wehrpflicht bei einer militärischen Einheit
ableistet: zum W. einberufen werden; den W. (ab)-
leisten
Wehrdienst/wehrdienstj -a usweis, der Dokument
eines Wehrpflichtigen über erfolgte Musterung und
abgeleistete Dienstzeit; -ta uglich /A d j./ tauglich für
den Wehrdienst
wehren /sw. Vb.;hat/1. sich w. 1.1. sich (gegen etw.,
jmdn.) w. sich (gegen etw., jmdn.) verteidigen (1.1):
sich tapfer, mit aller K raft (gegen einen Überfall,
84*
1318
Wehrersatzdienst — 1weichen
Angreifer) w. 1 .2 . sich (gegen etw.) w. gegen etw.
a nkämpfen, sich gegen etw. z u schützen versuchen,
efoi;. zurückweisen (2): sich energisch gegen einen
Verdacht, eine Anschuldigung, gegen Eingriffe in
seine Rechte w .; sich gegen eine beginnende Krank
heit w. — 2. geh. einer Sache w'. etw. an der Aus
breitung hindern, etw. bekämpfen: einem Unglück,
Übel w .; der Gefahr mit allen Mitteln w.
+ ,sich mit / Händen und Füßen w .; sich seiner /
Haut w.
Wehr| -ergatzdienst, der jo. Pl.j Dienst Wehr
pflichtiger bei bestimmten bewaffneten K räften an
stelle des aktiven Militärdienstes; -erziehung, die
Erziehung, bes. der Jugendlichen, zur Bereitschaft
für den Wehrdienst und zum Kampf mit der Waffe
im Kriegsfall
wehrhalt jAdj.j ZooL: wehrhafte Tiere (Tiere, die
sich gegen andere verteidigen, andere angrei-
fen)
Wehr/wehr| -kreiskommando, das Dienststelle der
Nationalen Volksarmee in den Land- und Stadt
kreisen, die bes. für die Musterung und Einberufung
der Wehrpflichtigen und Reservisten verantwortlich
isfr; -los jA d j.j unfähig, ohne Möglichkeit, sich zu
wehren, sich zu verteidigen: gegen jmdn., etw. w.
sein; einem Angriff, dem Gegner w. ausgeliefert
seih; etw. w. über sich ergehen lassen; auf einen
Wehrlosen einschlagen; -paß, der /noch BRD/
Wehrdienstausweis; -pflicht, die jo. Pl.j gesetzliche
Pflicht, aktiven Wehrdienst zu leisten: die allgemeine
W.; dazu -pflichtig jAdj.; nicht adv.j; -Sold, der
Dienstbezüge des Wehrpflichtigen; -unterricht, der
a u f den W ehrdienst vorbereitender, wehrpolitische
Fragen betreffender Unterricht an den allgemein-
bildenden polytechnischen Oberschulen
Weh|wehchen,das; -s, - umg. scherzh. od. spött.
harmloses, meist eingebildetes Leiden: ein W. haben;
er geht bei jedem (kleinen) W. zum Arzt
Weib, das; -(e)s, -er / / auch Weibchen/ 1. umg.
jvörw. emot.j Frau (1): ein junges, schwaches,
hysterisches, albernes W .; sie ist ein tolles W. (eine
attraktive, interessante Frau); er benim mt sich wie
ein altes W. (ängstlich,feige) —2. veraltend\®e-
frau: er hat ein treues, liebes W.
umg. W. und Kind (eine Familie 1.1) haben
Weibchen, das; -s, - / /* auch Weib/ weibliches Tier
jbes. für weibliche Tiere gebraucht, die keine sp ez i
fische Bez. haben/: er hat zwei Meerschweinchen,
ein Männchen und ein W.
Weiber umg.[ -feind, der Mann, der eine schlechte
Meinung von Frauen hat und nichts m it ihnen zu
tun haben will;-geschichten, die jPl.; emot. neg.j: er
ha t dauernd irgendwelche W . (erotische Abenteuer
mit Frauen); -held, der jemot. neg.j Mann, der den
Frauen nachstellt und bei ihnen Erfolg hat
weibisch jAdj.; emot.; von einer männlichen Personj:
unmännlich, weichlich: er hat ein weibisches B eneh
men, Wesen, ein weibisches Gesicht, weibische Züge
Weiblich /Adj./ 1. /nicht adv.j 1.1. dem Geschlecht
angehörend, das Nachkommen gebären kann: die
Weibliche Jugend; die weiblichen Familienmit
glieder; ein weibliches Tier; ein weibliches Wesen
1.2 . B o t. die Frucht hervorbringend: eine weibliche
Blüte, Pflanze — 2 .1 . zu einem weiblichen Wesen
gehörend: weibliche Vornamen; die weiblichen
Geschlechtsmerkmale; die weibliche Psy che; eine
weibliche Stimme war zu hören 2.2 . typisch, charak
teristisch für eine Frau, einer Frau gemäß: eine
weibliche Frisur; weibliche Kleidung * Gefühle;
m it weiblichem In stinkt, Spürsinn; Kindergärt
nerin ist ein weiblicher (für eine Frau besonders geeig
neter, passender) Beruf — 3 . G ram m , feminin
(2): dieses Substantiv ist w.,
weiblichen Ge
schlechts
Weiblichkeit, die; -, /o. Pl.j für eine Frau typisches,
charakteristisches Wesen: ein Mädchen vo n au s
gesprochener W.
Weibs] -bild, das jemot. neg.j Frau (1): s alo pp ein
aufgetakeltes, unverschämtes W .; süddt. umg.
ein schmuckes W .;
- stück, das jPl.
-e/ salopp
liederliche, moralisch verkommene F ra u: ein übles,
frechesW.;soeinW.!
weich jAdj.j 1.1 .1 . von relativ geringer Festigkeit und
Widerstandsfähigkeit gegen mechanische E in w ir
kung, einem Druck relativ leicht nachgebend (und
sich dabei verformend): eine weiche Masse; weiches
Brot, Holz; ein weiches Bett, Polster; der Käse, die
Butter ist ganz w. geworden; ein w. gefederter Sitz;
w. (auf weicher Unterlage) sitzen, liegen; das Gemüse,
Fleisch w. (gar) kochen; ein weiches Ei (gekochtes
Ei, dessen Dotter noch flüssig ist) 1.1 .2 . weiches
(wenig K a lk enthaltendes) Wasser 1 .2 . sich nachgiebig,
geschmeidig anfühlend: w eich es Haar, Fell, Leder;
ein weicher Pelz; weiche Haut, Wolle; w. wie
Samt, Seide — 2 . leicht innerlich bewegt und nach
giebig: er ist ein weicher Mensch, hat ein weiches
Gemüt, W esen; eine weiche Regung haben; die
Erinnerung stimmte ihn w.; ihm wurde ganz w.
ums Herz; nur nicht w. werden! — 3.1. mit ab
gerundeten, ineinander übergehenden Konturen:
weiche Umrisse; ein weicher (voller 2.1) Mund
3.2 . dieses Instrument hat einen weichen (wohl
klingenden, nicht schrillen) Klang, Ton; sie sprach
mit weicher Stimme — 4 . das Raumschiff ist w.
(infolge Bremsung ohne heftigen Aufprall) gelandet
-f- eine weiche
Birne, einen weichen / Keks
haben
Weichbild, das das Gebiet innerhalb der Stadtgrenzen,
bes. der Stadtkern: das W. der Stadt betreten, ver
lassen
Weiche, die; -,
- n I . von Gleis z u Gleis führendes,
verstellbares P a a r von Schienen, auf dem Züge,
Bahnen auf andere Gleise (zur Änderung der Fahrt
richtung) überwechseln können: ein e W., die W ei
chen stellen; O die W eichen stellen (richtunggebend
wirken) für eine bestimmte Entwicklung —
II. jvorw. Pl.j Flanke (1): dem Pferd die Sporen in
die W eich en drücken
Reichen, wich, ist gewichen 1. nicht von etw.,
jmdm. w. sich nicht von etw., jmdm. entfernen, nicht
von etw., jmdm. Weggehen: jmd. weicht nicht von
der Stelle, vom Fleck, keinen Schritt vom Wege;
jmdm. nicht von der Seite w .; sie ist die ganze
Nacht nicht vom Bett des Kranken gewichen —
2. etw. weicht (von jmdm., aus etw.) etw. läßt
nach, verschwindet, schwindet (1): die Ang st,
Besorgnis, Spannung wich v on ihm, aus seinem
Gesicht; aus ihrem Gesicht war alle Farbe g e
wichen (sie war blaß geworden); endlich war der
Winter gewichen (vergangen) — 3 . einem Gegner,
einer Übermacht nachgeben und sich zurückziehen
(2): (vor) dem Gegner, der Gewalt, Übermacht w .;
der Gegner begann zu w.; (vor einem Auto) zur
Seite w. (ausweichen 1.1); O die alten Häuser muß
2weichen — W eihnachtsstern
1319
ten modernen Neubauten w.; die Wiedersehens
freude wich bald der Enttäuschung
+ nicht / wanken und (nicht) w.
2weichen /sw. Vb.; hat/ 1. etw. einweichen: Wäsche
w.
—
2. in einer Flüssigkeit weich (1.1) werden:
die Brötchen müssen noch etwas w.
we]ch/We|chj -gekocht /A dj.; nur attr./i ein weich
gekochtes Ei (nur so lange gekochtes E i, daß der
Dotter noch weich ist); -herzig /Adj.; nicht adv./ mit
einem weichen Herzen, mitfühlend: ein weich
herziger Mensch; w. sein; -holz, das jo. PL/ Holz
von geringer Festigkeit; -käse, der /o. Pl.f weicher,
streichfähiger Käse
weichlich fA dj.f ohne die nötige charakterliche
Festigkeit und energielos: ein weichlicher Mensch,
Charakter
welch/Weichj -machen /Vb.f jmdn. zermürben: da
mitwill eruns w.; -machender;-s,-Chem. 1. Stoff,
der Plasten und ähnlichen M aterialien zugesetzt wird ,
um diese weicher, schmiegsamer, zäher od. elastischer
zu machen — 2 . W eichspülmittel; -Spülmittel, das
M ittel, das dem Spülwasser der Wäsche zugesetzt
w ird, um es weich (1.2) zu machen; -teile, die fPl.f
die weichen, knochenlosen Körperteile: die W. des
Gesichts; -tier, das zu den Wirbellosen gehörendes
Tier mit wenig gegliedertem Körper und weicher,
Schleim absondernder H aut, das sich schwimmend
od. kriechend fortbewegt un d teilweise eine harte
Schale (1.1 .3) hat
Weide, die;
-n I. eingezäuntes Grasland, auf dem
Vieh weidet: eine gute, fette W.; grüne, saftige,
dürre Weiden; das Vieh, die Kühe, Schafe auf die
W. treiben — II . in zahlreichen Arten vorkommender
Baum od. Strauch, der als Blüten Kätzchen ausbildet
Weideland, das fo. Pl.f Land, das als Weide ge
nutzt wird, sich als Weide eignet: gutes, saftiges
weiden, weidete, hat geweidet 1.1. das Vieh weidet
das Vieh befindet sich auf der Weide (I) und frißt Gras:
die Kühe, Schafe, Pferde w. (auf der Wiese, K op
pel); weidende Herden 1 .2 . das Vieh w. (das Vieh
hüten und Gras fressen lassen) — 2 . sich, an etw. w.
sich an einem Anblick freuen, ergötzen: er weidete
sich an ihrem Erstaunen, an dem schönen Aus
blick, an ihren verblüfften Gesichtern, an ihrer
Verlegenheit; O das Auge weidet sich an der herr
lichen Landschaft
Weiden zu Weide II| -kätzchen, das Blütenstand
der Weide; -rute, die dünne biegsame Rute der
Korbweide
weidgerecht /Adj.f Jägerspr. den Regeln, Bräu
chen und ethischen Grundsätzen des Weidwerks ent
sprechend : eine weidgerechte J agd; das Wild w. er
leg en
weidlich fAdv.f veraltend sehr: jmdn. w. aus
schimpfen, verprügeln; sich w. amüsieren, mit
etw. plagen; etw. w. ausnutzen, auskosten
Weid/weid Jägerspr.|
-mann,derjPl.
- männer/
weidgerechter Jäger und Heger; -werk, das fo. Pl.f
weidgerecht ausgeübte Jagd: dem W. nachgehen;
das W. ausüben; -wund /Adj.; von (jagdbaren)
Tieren/ durch Schuß in die Eingeweide verwundet:
einen Hirsch w. schießen
weigern, sich /sw. Vb.;hat/ sich w., etw. Bestimmtes
zu tun etw. Bestimmtes zu tun ablehnen (3): sich
heftig, hartnäckig w., an etw. teilzunehmen; er
weigerte sich, das Geld anzunehmen, m it mir mit
zukommen, den Auftrag auszuführen; dazu W ei
gerung, die; -,
- e n das Sichweigern
Weihe, die; -,
-n 1. Bel. kath. feierliche Handlung,
bei der eine für das geistliche A m t bestimmte Person
od. etw., bes. ein (neuerrichtetes) kirchliches Gebäude,
gesegnet w ird : die W. eines Priesters, einer Kirche—
2. fvorw. Sg./ geh . feierliche Stimmung, Erhaben
heit: die W. des Augenblicks, der Stunde empfinden
weihen /sw. Vb.; hat/ 1. Rel. kath. 1.1. etw. nach
einem bestimmten religiösen Zeremoniell segnen
1.1 .1 . einen Altar w.; geweihtes Wasser 1.1.2. und
einem Heiligen zueignen: diese Kirche ist dem H ei
ligen Michael geweiht 1.2 . jmdn. zum Priester, Bi
schof w. (durch Weihe 1 zum Priester, Bischof
machen) — 2 . g eh . etw. einer Sache, jrndrn. völlig
widmen (2): er hat sein ganzes Leben, seine ganze
Kraft, sein Können diesem Werk geweiht
+ jmd. ist dem ^ Tode, etw. ist dem / Unter
gang geweiht
Weiher, der; -s, - landsch. kleiner Teich: ein ein
samer W. im Wald
weihe|voll /Adj./ geh. feierlich, erhaben: ein weihe
voller Augenblick; eine weihevolle Stimmung,
Stille
Weihnacht, die /o. PL/ Weihnachten: jmdm. etw.
zur W. schenken; frohe, fröhliche W .! /Wunsch-
formel/
Weihnachten, das; -s, - /der PL meint den Sg.;
vorw. o. A rt./ vom 24. bis 26. Dezember begangenes
(Familien)fest (das von Christen aus A nlaß der im
Neuen Testam ent berichteten Geburt Christi gefeiert
wird): W. feiern; jmdm. etw. zu W. schenken;
zu, über W. verreisen; sich auf W. freuen; frohe(s),
fröhliche(s) W .! /Wunschformel/; vorige(s), letzte(s)
W.; wir waren W. zu Hause; er will uns (zu) W.
besuchen; / weiße, / grüne W.
weihnachtlich /A dj./ Weihnachten betreffend, wie
zu Weihnachten: weihnachtliche Vorbereitungen,
Einkäufe; eine weihnachtliche Stimmung; das
Zimmer ist w. geschmückt
Weihnachtsj -abend, der Heiligabend; -bäum, der
Fichte, Tanne od. Kiefer, die zum Weihnachtsfest
(ins Zimmer gestellt und) geschmückt wird; -feier,
die weihnachtliche Feier, bes. in öffentlichen E in
richtungen; -feiertag, der einer der beiden Feiertage
des Weihnachtsfestes: der erste W. (25. Dezember);
der zweite W. (26. Dezember); -fest, das Weih
nachten; -g ebäck, das kleines Gebäck, bes. Leb
kuchen, das zum Weihnachtsfest gebacken wird; -g e-
schenk, das Geschenk zum Weihnachtsfest, das H ei
ligabend überreicht w ird; -kftktus, der Gliederkaktus,
der um die Weihnachtszeit blüht; -lied, das Lied, das
Weihnachten zum Thema hat; -mann, der /PL -män
ner/ 1. in langem rotem Mantel, mit weißem Bart,
einem Sack und einer Rute auftretende, verkleidete
od. fiktive männliche Gestalt, die nach altem Volks
brauch den K ind e r n zu Weihnachten Geschenke
bringt — 2. Schimpfw. du W. (du Trottel)!;
- m a rk t, der vor Weihnachten abgehaltener, als
Volksfest gestalteter M a rkt (2.1); -pyramide, die
(sich nach oben verjüngendes) Holzgestell, dessen be
weglich angebrachtes, m i t weihnachtlichen Figuren
un d m it Flügeln (3.2) ausgestattetes Mittelteil durch
die von brennenden K erzen aufsteigende Wärme in
Drehung versetzt wird; -Stern, der 1. aus unter
schiedlichem M aterial hergestellter Stern, der bes.
zum Schmuck des Weihnachtsbaumes dient —
-
2.
1320
Weihnachtstag — weise
Wolfsmilchgewächs, dessen obere Blätter karminrot
gefärbt sind, das im Dezember blüht und als Zier-
pflanze gezogen w ird ; -tag , der Weihnachtsfeiertag;
- tisch, der Tisch, auf dem die Geschenke zum Weih
nachtsfest liegen; -zeit, die fo. PI ./ Zeit vom 1. A d
vent bis zum Jahresende
W e|h| -rauch, der körniges Harz indischer, süd
arabischer und ostafrikanischer Sträucher, das beim
Erhitzen würzige, wohlriechende Dämpfe erzeugt,
wozu es in verschiedenen Religionen bei Kulthand
lungen verwendet w ird: W. abbrennen; -wasser,
das fo. PLI von einem katholischen Priester ge
weihtes Wasser, das bes. beim Segnen verwendet
w ird : jmdn. mit W. benetzen, besprengen
w eil jKonj.; unterordnend; kausal; leitet einen N e
bensatz ein und stellt in bezug auf das im H auptsatz
Gesagte einen erklärenden od. begründenden Z u
sammenhang her; ist oft durch 2da (1) ersetzbar; w eil
kann nicht durch da ersetzt werden, wenn weil die
Antwort auf eine direkte Frage einleitet od. wenn m it
darum, deshalb, deswegen auf den Gliedsatz hin
gewiesen w ird11.1 . /der Nebensatz gibt eine Ursache
für den im Hauptsatz behaupteten Sachverhalt a n f:
Peter ist immerzu müde, w. er zu wenig schlaft;
nicht w. wir ängstlich sind,’ sondern w. wir so
lange nichts von ihr gehört haben, deshalb sind wir
in Sorge um unsere Tochter 1.2 . /leitet die Antwort
auf eine direkte Frage nach dem Grund, der Ursache
ein; der Gliedsatz ist selbständig! : „warum b ist du
gestern nicht gekommen?“ „ Weil ich krank war“
1.8 . fder Nebensatz gibt eine Begründung, M oti
vierung für die mit dem H auptsatz vollzogene, nicht
behauptende Sprechhandlungf: geh jetzt bitte nach
Hause, w. ich müde bin (meine Müdigkeit ist der
Grund, dich zu bitten, nach Hause zu gehen) —
2. fder Nebensatz kann zu einem prädikativen A d
jektiv verkürzt an Adjektive im Hauptsatz ange
schlossen werdenf • er hat mir eine teuere, w . sehr
rare Goethe-Ausgabe geschenkt; umg. die Ringe
sind teuer, w. versilbert
weiland fAdv.f noch spött. vormals, einstmals: was
w. entstand, wird heute in Museen gezeigt; er war
w. Professor in IST
Weile, die; fo. Pl.j eine W. ein Zeitraum von un
bestimmter kürzerer D a uer: es dauerte eine (ge
raume, gute, ganze, nur eine kurze) W-, bis er kam;
eine (kleine) W.; für eine W. herrschte Ruhe; er
kam nach einer W., ist vor einer W. gekommen
weilen fsiv. V b .; hat/ geh. eine Zeitlang an einem
bestimmten Ort sein, sich aufhalten: zu, auf Besuch
bei jmdm. w.; er weilte längere Zeit in N; ver
hüll. er weilt nicht mehr unter uns, unter den
Lebenden (er ist tot)
Weller, der; -s, - landsch. aus wenigen Gehöften
bestehende Ansiedlung, die keine eigene Gemeinde
bildet
Wein, der; -(e)s, -e 1. aus dem Saft von Wein
trauben durch Gärung gewonnenes alkoholisches
Getränk: ein schwerer, leichter, süßer, herber, edler
W .; ungarische W eine; ein Glas, eine Flasche W .;
W. trinken — 2. fo. PL/ 2.1. Weinstock: W. an
bauen 2.2 . Frucht von 2.1, Weintrauben: W. lesen,
ernten, essen; sie kaufte ein Pfund W.
-f- jmdm. reinen W. einschenken (jmdm. über etw.,
jmd n . die volle Wahrheit sagen)
Wein] -anbau, der jo. Pl.f Anbau des Weinstocks
zur Erzeugung von Wein, M ost, Weintrauben und
Rosinen; -bauer, der jmd., der beruflich Weinstöcke
anbaut; -beere, die 1.1 . einzelne Beere einer W ein
traube 1.2. süddt. Schweiz. Rosine, Korinthe;
- b erg , der mit Weinstöcken bepflanztes ansteigendes
Gelände; -bergschnecke, die in Mitteleuropa ver
breitete, a uf dem L a nd lebende große Schnecke m it
einem Gehäuse, deren Fleisch als Delikatesse gilt;
- brand, der aus Wein (1) destilliertes, mindestens
38 Prozent Alkohol enthaltendes Getränk; -brand
verschnitt, der Gemisch aus Sprit, Wasser und einem
gesetzlich vorgeschriebenen A n te il Weinbrand
we|nen /sw. Vb.; hat/ 1.1 . bei Gemütsbewegungen
Tränen absondern, wobei man m eist (krampfhaft,
stoßweise) Laute von sich gibt: bitterlich, laut, heftig
w .; jmd. weint vor Schmerz, Freude, Wut; das
Kind weinte still vor sich hin, brach in Weinen aus;
sie weinte bittere, stille, heiße Tränen; Tränen der
Freude; sie weinte über ihr Mißgeschick, ihre
Tochter; um einen Verstorbenen w. 1 .2 . nach
etw., jmdm. w. durch 1.1 das Verlangen nach etw.,
jmdm . ausdrücken: das Baby weinte nach seinem
Fläschchen, seiner Mutter
+ sich die / Augen aus dem Kopf w .; mit einem
lachenden und einem weinenden /* Auge
weinerlich fAdj.f 1.1 . dem Weinen nahe, kläglich:
etw. in weinerlichem Ton, mit weinerlicher Stimme
sagen 1 .2 . /nicht adv.f ein weinerliches (leicht 3.2
weinendes) Kind
Wem/we|n| -essig, der aus Wein (1) hergestellter
Essig; -faß, das /PL -fässer/ Faß zum Aufbewahren
von Wein (1); -flasche, die Flasche zum Aufbewah
ren von Wein (1); -garten, der landsch. Weinberg;
- geist, der fo. PL/ Chem. farblose, leicht entzünd
liche, brennend schmeckende Flüssigk eit, die durch
alkoholische Gärung von zucker- od. stärkehaltigen
Naturprodukten, bes. von Getreide, Kartoffeln,
Zuckerrohr, und anschließende Destillation erzeugt
wird; -glas, das /PL -gläser/ Trinkglas für Wein,
meist mit einem Stiel; -g ut, das landwirtschaftlicher
Spezialbetrieb m it größerer Fläche für den A nbau
von Weinstöcken; -jahr, das: ein gutes W. (ein
Jahr mit einer guten Weinlese 2); -karte, die in einer
Gaststätte ausliegendes Verzeichnis der dort a n -
gebotenen Weine; -keller, der 1. Keller, in dem Wein
(1) aufbewahrt wird — 2 . meist im Kellergeschoß
gelegenes Lokal, in dem W ein ausgeschenkt wird;
- kellerei, die Kellerei; -kenner, der jmd., derdie Be
sonderheiten der verschiedenen Weine (und Jahr
gänge 1.2) gut kennt; -krampf, der krampfhaftes, hef
tiges Weinen; -kühler, der Gefäß zum KüUen einer
Flasche Wein; -les e, die 1. das Ernten der reifen
Weintrauben — 2 . Ertrag von 1: eine gute W .; -rebe,
die 1. Ranke, Zweig des Weinstocks — 2 . Weinstock;
-r ot /Adj./ dunkelrot mit einem Stich ins Bläuliche:
weinroter Samt; -selig /Adj./ durch Genuß von
Wein (1) rauschhaft glücklich: in weinseliger S tim
mung sein; -stock, der /PL -stocke/ rankender
Strauch mit zwittrigen Blüten und einfachen, ge
lappten od. gezähnten Blättern, der zur Gewinnung
der in einer Traube angeordneten rundlichen Beeren
in vielen Sorten gezogen w ird; -traube, die 1. aus
rundlichen Früchten bestehender Fruchtstand des
Weinstocks: grüne, blaue W eintrauben — 2 . u m g .
einzelne Beere von 1
we|se /Adj./ von, mit Weisheit (1): ein weiser
Mensch; das ist ein weiser Ratschlag; w. urteilen,
- weise — weisungsgebunden
1321
handeln; w. (gut überlegte, besonnene) Mäßigung,
Beschränkung, Vorsicht
+ der Stein der Weisen
- weise /heute sehr produktiv/ 1. jin Verbindung mit
Adj. u. Subst.; drückt die Art und Weise aus, wie
etw. verläuft, geschieht, getan wird/: / z. B . aus
nahmsweise, beispielsweise, normalerweise, ver
suchsweise — 2 . /in Verbindung mit Subst.; gibt
eine Menge, ein M aß an/:
z. B . dutzendweise,
pfundweise
Weise, die;
-n I. fvorw. Sg.; gibt als Subst. an,
wie etw. verläuft, geschieht, getan w ird/: auf diese,
ähnliche W. Vorgehen; nach der üblichen, g e
wohnten W. verfahren; auf welche W. funktio
niert das?; jmdn. in großzügiger W. unterstützen;
die Art und W .: etw. auf jede Art und W. ver
suchen; die Art und W. seines Auftretens; Gramm ,
eine Umstandsbestimmung der Art und W. (Modal-
bestimmung) — I I .l .l . kleineres, anspruchsloses
Musikstück: heitere, beschwingte, flotte Weisen
1.2 . Melodie: die schlichte W. eines alten Volks
liedes
+ «m g. in keinster W. (ganz und gar nicht, unter
gar keinen Umständen) \; — das ist keine / Art
und W.
W eisel, der; -s, -, auch die; -n Bienenkönigin
weisen, wies, hat gewiesen 1.1. irgendwohin, auf
etw., jmdn. w. irgendwohin, auf etw., jmdn. zeigen
(1): er wies in die Ferne, (mit dem Finger, der
Hand) auf das große Haus; der Pfeil weist in die
entgegengesetzte Richtung 1.2 . jmdm. den (rich
tigen) Weg, die Richtung w. (zeigen 2.1, beschreiben
2) — 2 . jmdn. aus etw. w. jmdn. anweisen, etw. zu
verlassen: jmdn. aus dem Haus w ,; er wies die
lärmenden Kinder aus dem Zimmer — 8 . etw. von
sich w. etw. als unzumutbar, unberechtigt ablehnen,
zurückweisen: ein Ansinnen von sich w.
+ jmdn. in die Grenzen w.; etw. läßt sich nicht
von der / Hand w., ist nicht von der Hand zu w.;
jmdn. in die Schranken w.; jmdm. die / Tür w.
Weisheit, die; -,
- e n 1. /o. Pl.f auf reicher Lebens
erfahrung und tiefer Einsicht in die Zusammen
hänge beruhende, von innerer Reife geprägte große
Klugheit: tiefe, abgeklärte, überlegene W .; aus
ihm spricht die W. des Alters — 2. oft spött. ein
zelne Erkenntnis, Erfahrung: platte W eisheiten;
diese Fabeln, Sprüche enthalten viele W eisheiten;
das ist eine alte W.
+ umg. mit seiner W. am Ende sein (nicht mehr
weiter wissen); salopp die W. nicht mit Löffeln
gefressen haben (nicht sehr klug sein)
Weisheits|zahn, der hinterster, spät durchbrechen
der Backenzahn des Menschen im Ober-, Unter
kiefer
weis|machen fVb.j jmdm. etw. w. jmdm. etw. (Fal
sches) einreden, jm d n . etw. (Falsches) glauben
machen: ich lasse mir nichts w.; du willst mir wohl
w., daß ...; das kannst du mir (doch) nicht w .!
weiß lAdj.f 1.1 . völlig hell, ohne Färbung, alle
Lichtstrahlen reflektierend: w. wie Schnee, Milch;
weiße Lilien, Schwäne; ein weißes Tischtuch,
Laken, Segel; der weiße K ittel eines Arztes;
weiße Zähne, Haare; weißes Mehl; die weiße Fahne
(Zeichen der Bereitschaft zur Unterhandlung, K a p i
tulation) ; ein Topf mit weißer Farbe; etw. leuchtet,
schimmert w .; etw. w. (mit weißer Farbe) streichen;
er ist in den letzten Jahren ganz w. geworden (seine
Haare haben die Farbe verloren); sie wurde ganz w.,
w. wie die Wand (sehr bleich, blaß); die Farbe W eiß;
ein strahlendes, grelles, makelloses W eiß; sie er
schien ganz in Weiß (in weißer Kleidung); das
Weiße des Auges; er spielt Weiß (spielt mit den
weißen Figuren beim Dame-, Mühle- od. Schach
spiel); O weiße Ostern, W eihnachten (Ostern,
Weihnachten mit Schnee) 1.2 . sich im Farbton 1.1
annähernd, von geringer od. keiner Färbung: ein
weißer Wein (Weißwein); weiße Blutkörperchen;
die W eißen jBez. für vom europäischen Typ ab
stammende Menschen mit heller Hautfarbe/
+ eine weiße / Maus; weiße Mäuse sehen; ein
weißer / Rabe; etw. / schwarz auf w. besitzen,
haben; aus
schwarz w. machen; (k)eine weiße
/ Weste haben
weis/Weis| -sagen jVb.; hat geweissagt/ v era lten d
etw. prophezeien; dazu -sag ung , die; -,
- e n Prophe
zeiung
Weiß/weiß| -bier, das viel Kohlensäure enthaltendes
säuerliches Bier; -blech, das verzinntes Blech; -blond
/A dj./ sehr hellblond; -brot, das aus Weizenmehl und
Hefe hergestelltes Brot; -buch, das nach der weißen
Farbe des Umschlags, des Einbandes benannte, meist
offizielle politische Dokumentation über bestimmte
(außenpolitische Sachverhalte; -buche, die Hain
buche; -dorn, der /PI. -e; vorw. Sg.j zu den Rosen
gewächsen gehörender Strauch mit meist dornigen
Zweigen, weißen Blüten und roten mehligen Früch
ten
Weiße, die;
-n /bei Mengenangabe PI. W eiße/
Weißbier: eine Berliner W .; eine W. m it Schuß
(ein Glas Weißbier mit Fruchtsaft)
weißen /sw. Vb.; hat/ etw. weiß (1.1) anstreichen,
weiß tünchen: die Decke, Wände w.
Weiß/weiß[ -glut, die jo. Pl.j auf die Rotglut folgende
Stufe des Glühens beim Erhitzen von festen M a
terialien, bes. Metallen: etw. bis zur W. erhitzen;
4* jmdn. (bis) zur W. (bis zu äußerster Wut) reizen,
bringen;-haarig jAdj,j mit weißem Haar: ein weiß
haariger alter Mann; -käse, der jo. Pl.f landsch.
Quark (1); -k ohl, der K opfkohl, dessen glatte innere
Blätter weißlich und dessen Deckblätter hellgrün
sind; -kraut, das jo. Pl.j landsch. Weißkohl
weißlich jAdj.j der Farbe Weiß nahe, ins Weiße spie
lend: weißlicher Dunst, N ebel; ein weißlicher
Schimmer
Weiß/weiß| -macher, der; -s, - fluoreszierender
farbloser Stoff in Waschmitteln, der die Fasern op
tisch aufhellt; -näherin, die Näherin, die Haushalts
wäsche, Oberhemden, Blusen anfertigt, repariert;
- wäre, die fvorw. Pl.j Weißwäsche und entsprechende
Kurzwaren; -wasche, die jo. Pl.j (kochfeste) Haus
halts-,
Unterwäsche aus gebleichter, ungefärbter
Baumwolle, aus Leinen od. Chemiefasern; -w a
sch en jV b.j sich, jmdn. von einer (gerechtfertigten)
Verdächtigung, Anschuldigung reinigen, befreien;
- w e in , der heller, gelblicher Wein
Weisung, die; -,
-en
oft papierdt. Anweisung (1),
Anordnung (1.1): eine strikte, strenge W .; eine W.
erteilen, erhalten, befolgen, aufheben; er hatte
(die) W., niemanden durchzulassen
Weisungs/weisungs| -befugnis, die Berechtigung,
Anweisungen (1) zu erteilen: die W. des staatlichen
Leiters; -befugt jA d j.j berechtigt, Anweisungen (1)
zu erteilen: er ist w.; -berechtigt /A dj./ weisungs
befugt; -gebunden jA dj.j an eine Anweisung (1)
1322
weisungsgemäß — weiter-
gebunden: er ist, handelte w.;
-gemäß /Adj./ ent
sprechend einer Anweisung (1): etw. w. ausführen
weit /Adj.; / auch weiter/ 1.1 . /einer Maßangabe
nachgestellt; gibt die in der Zahl ausgedrückte E nt
fernung, Länge einer Strecke von einem Ausgangs
punkt an/: er sprang drei Meter w .; der Ort liegt
nur drei Kilometer w. von hier; er lief drei Stunden
w. 1 .2 . /bezeichnet eine (relativ) große Entfernung,
meist von einem Ausgangspunkt aus gesehen/: ein
weiter Weg; eine weite Entfernung; eine weite
Reise machen; ein weiter (in die Ferne reichender)
Blick; einen weiten Abstand voneinander haben;
die nähere und weitere Umgebung erkunden; w.
werfen, springen, laufen; den Kopf w. vorstrecken;
den Oberkörper w. Vorbeugen, hinauslehnen; das
Haus liegt w. von hier; sie gingen nicht (zu) w.,
weiter als beabsichtigt; er ist w. (in der Welt)
herumgekommen; das ist nicht w. (weg) (von
hier); wie w. ist es bis dahin, ist es noch (sehr)
w. bis dahin (wie lang ist die Strecke bis dahin)?;
jmdn. (schon) vo n weitem erkennen, grüßen; O
um g. wie w. bist du (gekommen) (wieviel hast du
geschafft)*!; diese Klasse ist schon weiter (fort
geschrittener 1) im L ehrplan 1.3,. /bezeichnet eine
(relativ) große zeitliche Entfernung, m eist vom
gegenwärtigen Zeitpunkt aus gesehen/: etw. liegt w.
zurück, noch in weiter Ferne; bis W eihnachten ist
es noch, nicht mehr w .; er arbeitet bis w. in die
Nacht 1.4. so w. bis zu dem, diesem Punkt, Grad der
Entwicklung (gelangt): die Forschung ist so w.,
daß ...; eine Sache so w. fördern, daß ...; es wird
noch so w. kommen, daß ...
—
2.1 . in der Fläche
ausgedehnt (4), (nach Länge und Breite) groß : ein.
weites Tal; eine weite Ebene; das weite Meer;
die weite W elt; weite (geräumige) Räume, Säle;
eine weite (dem Durchmesser nach große) Öffnung;
das Fenster, die Tür w. (ganz und gar) öffnen;
den Mund w. aufmachen; die Augen w. aufreißen;
O ein weites Herz haben (großzügig und gütig sein)
2.2 . umfassend: jmd. hat einen weiten Gesichts
kreis, H orizont; im w eitesten Sinne des Wortes;
weite (viele Menschen umfassende) Kreise der B e
völkerung — 3 . locker sitzend, nicht eng am Körper
anliegend: ein weiter Rock; weite Ärmel; ihm sind
alle Sachen zu w. geworden; ein Kleid weiter ma
chen; O jmd. hat ein weites (hat wenig) Gewissen —
4, /als Pa rtikel; dient bei Relationen zur Verstärkung
des graduellen Unterschieds/ in hohem M aß e: w.
älter, jünger aussehen; w. mehr leisten können;
jmdn. w. übertreffen; etw. w. (kategorisch) vo n sich
weisen; jmdm. w . überlegen sein; er ist w. über
sechzig Jahre alt, über die Sechzig; etw. ist V. ver
breitet
- f w. und breit ringsum (1.1): w. und breit war
niemand zu sehen; es w. bringen (viel erreichen);
etw. ist w. hergeholt (gehört nicht zur Sache, ist all
zu gesucht); w. davon entfernt sein (in keiner Weise
beabsichtigen), etw. Bestimmtes zu tun; mit etw.
nicht w. kommen (mit etw. nicht viel erreichen, nicht
lange reichen); das geht zu w. (das ist zuviel, un
verschämt)!; zu w. gehen (zuviel wagen, sich zuviel
erlauben); etw. führt zu w. (sprengt den Rahmen,
geht über das vertretbare M aß hinaus); etw. zu w.
treiben (etw. übertreiben); das W eite suchen (flie
hen, weglaufen); bei weitem mit großem Abstand im
Vergleich zu anderen: er hat bei weitem die besten
Ergebnisse erzielt; iron. es ist w. mit jmdm. ge
kommen (jmd. ist tief gesunken); gespreizt w. ge
fehlt (das ist ein großer Irrtum, ganz falsch)!; umg.
mit etw. ist es nicht w. her (etw. ist unzulänglich,
läßtzu wünschenübrig); umg. spött. sow. kommt’s
noch (das darf nicht eintreten) l; — das ist ein wei
tes
Feld; allein auf weiter / Flur sein; w. vom
Schuß
weit/We|t| -ab, -ab /Adv.j sehr, weit entfernt: er
wohnt w. (vom Bahnhof); + w. vom / Schuß;
-a u s /Partikel; drückt bei einem Komp. od. Superl.
einen starken graduellen Unterschied aus/ in hohem
Maße: er ist w. (sehr viel) begabter, klüger; von
der gesamten Mannschaft spielt er w. am besten
Fußball; -blick, der jo. PI ./ Fähigkeit, künftige
Entwicklungen, Erfordernisse zu erkennen, ein
zuschätzen und sachlich richtig z u beurteilen: er i st
ein Mensch von politischem, ohne W.; -blickend
/A dj./ mit Weitblick: eine weitblickende E nt
scheidung
Weite, die; -n 1. große lineare, flächenmäßige od.
räumliche Ausdehnung: die W. der Entfernung(en)
erstaunte ihn; die W. des Meeres, W eltalls; in die
W. (Ferne 1) blicken; die W. des Mantels durch
einen Gürtel raffen — 2 .1 . Entfernung (1), A u s
dehnung einer Strecke: die W. eines Wregs 2.2 .
S p o r t erreichte Entfernung, bes. bei Sprung, Wurf,
Kugelstoßen: er erreichte beim WTeitsprung die
beste W., eine W. von sieben Metern 2.3, Größe
(3.1), bes. hinsichtlich des Umfangs: Kleidungs
stücke in allen Weiten; die W. des Kragens; die
s* lichte W.
weiten, weitete, hat geweitet 1.1 . die Schuhe w.
(durch Dehnen weiter machen) (lassen) 1.2 . etw.
w eitet sich etw. erweitert (1.2) sich: hinter der
Wegbiegung weitete sich das Tal; seine Augen,
Pupillen weiteten sich vor Schreck, Angst 1.3 . etw.
hat jmds. Horizont, Gesichtskreis, Blick geweitet
(an Kenntnissen, Einsichten reicher gemacht)
weiter /Adj.; Komp, zu weit; nicht präd./ 1. hinzu
kommend (2), zusätzlich: gibt es noch weitere Fra
gen, Wortmeldungen?; es werden noch weitere
Gäste, Besucher erwartet; w. (außerdem) brauchen,
wollen wir, sagte er nichts; und was geschah w.
(außerdem noch)?; es war w. niemand, niemand w.
da; alles W eitere, das Weitere besprechen wir
später — 2 . /adv./ 2 .1 . /drückt ein Fortsetzen aus/:
/in Aufforderungen/ w. (fahre fort zu gehen, spre
chen, lesen)!; (halt), nicht w .!; und so w. /Abk.
u s w .; als Abkürzung bei Aufzählungen für folgende
Glieder, die nicht mehr genannt werden/: er kaufte
alles, was man zum Abendbrot braucht, Brot,
Butter, Wurst und so w. 2 .2 . weiterhin: w. mit
machen; er wird sich w. um sie kümmern 2.3. umg.
/einschränkend/: ich finde w. nichts, nichts w.
(nichts von Bedeutung) dabei, habe nichts w. da
gegen; der Schaden ist nicht w., w. nicht (nicht
besonders, nicht sehr) schlimm; w. niemand, n ie
mand w. (keine Person von Bedeutung) war erschie
nen
-j- des weiteren (darüber hinaus, außerdem); bis
auf weiteres (vorläufig); im weiteren (im folgenden);
ohne weiteres (ohne Umstände, Bedenken); — w. im
Text!
weiter- /in verbalen Zusammensetzungen und deren
substantivischen Ableitungen/ 1 .1 . die Ortsverände
rung a uf einer Strecke fortsetzend: / z. B . weiter
fahren, weitergehen, weiterlaufen 1.2 . eine Tätig-
weiterbilden — welch
1323
keit, ein Geschehen, einen Zustand weiterhin fort
setzend: / z. B . weiterzahlen — 2. an Dritte, an
dere, einen anderen:
z. B . weitererzählen,
weitergeben, weitersagen
weiter/Weiter] -bild en / Vb.f sich auch nach Abschluß
der beruflichen A usbildung noch weiterhin gezielt
Wissen, Fähigkeiten, meist auf einem bestimmten
Gebiet, aneignen: sich fachlich, in Sprachen w.;
dazu -bildung, die fo. PL/: fachliche, berufliche
W.; -bringen fVb.j jmdn. voranbringen: das bringt
uns weiter; -denken fVb.f etw. zu Ende denken,
über das Nächstliegende hinausgehend denken;
- e mpfehlen fVb.f etw.,
jmdn. jmdm. empfeh
len: ein Buch w.; ich werde Sie w.;
-e ntwickeln
IVb.l 1.1 . etw. über den erreichten Stand hinaus ent
wickeln und verbessern: eine Theorie, ein Verfahren
w. 1 ,2 . sich w. in seiner Entwicklung Fortschritte
machen: die Menschheit wird sich immer w.; -er
zählen fVb.f 1. fortfahren zu erzählen — 2* vgl.
- s agen; -fahren fVb.; ist/ die Fahrt fortsetzen:
er ist nach N weitergefahren; nach einem zwei
stündigen Aufenthalt konnten sie w .; dazu -fahrt,
die fo. Pl.j: angenehme W .!; auf Gleis sechs
steht der Zug zur W. nach N bereit!; -fing, der jo.
Pl.f Fortsetzung des Flugs; -führen fVb.f etw.
weiterhin tun, betreiben (1,2) (und weilerentwickeln):
eine Arbeit trotz auftretender Schwierigkeiten w .;
- geben jVb.f 1. etw. Erhaltenes, Geschenktes einem
anderen geben: ein Buch, eine Eingabe w. — 2* eine
Mitteilung w. (weitersagen); -gehen fVb.f 1,1. seinen
Weg fortsetzen, nicht stehenbleiben: wir g eh en gleich
weiter; (bitte) w.! 1.2 . etw. geht weiter etw. ist
nicht beendet, wird fortgesetzt: der Streit, die Aus
einandersetzung ging weiter; wie geht die Ge
schichte weiter (wie ist die Fortsetzung, das Ende
der Geschichte)?; das kann so nicht w. (muß ge
ändert, abgestellt werden) !; -helfen fVb.f jmd m . so
helfen, d aß seine Lage wesentlich gebessert w ird;
- h in fAdv.f 1. (auch) in Zukunft, künftig: etw. w.
durchführen, tun — 2 . außerdem: w. forderten sie,
daß .
- kommen fVb.f 1. seine Fahrt, seinen Weg
fortsetzen: von N kann man nur noch mit dem Bus
oder Taxi w.
—
2, vorankommen (2): er war m it
seiner Arbeit, Aufgabe weitergekommen; er wollte
unbedingt w. (sich qualifizieren, beruflich ver
bessern); -können fVb. ; vorw. verneint! umg. 1 . in
einer bestimmten Dichtung weitergehen,
-fahren
können: hier können Sie nicht weiter! — 2 . weiter
wissen; -laufen fVb.; ist/ 1. seinen Weg laufend,
gehend fortsetzen — 2 . weiterhin gültig sein, in K raft
bleiben: der Vertrag, die Krankschreibung läuft
weiter; das Gehalt läuft weiter (wird weiterhin
gezahlt); -leben fVb.f fortfahren zu leben; -leiten
/ Vb.f etw. an den nächsten Ort, an den Bestimmungs
ort, an jmdn. leiten, reichen: eine Anweisung w.;
-m a chen fVb.f umg. in einer Tätigkeit fortfahren:
er wollte noch ein paar Stunden w .; so kannst du
hier nicht w. (du mußt dich hier anders verhalten) ;
- r eichen fVb.f etw. weitergeben, -leiten; -sagen fVb.f
etw. (was einem mitgeteilt, anvertraut wurde) einem
Dritten, anderen sagen, m itteilen : das darfst du nie
mandem w .!; sag es bitte weiter, daß ...; -tragen
fVb.f 1. fortfahren, etw. zu tragen (1) — 2 . Vertrau
liches weitersagen: Informationen, Gerüchte w.;
- treiben fVb.; hat/ etiv. vorantreiben, fördern: einen
Entwicklungsprozeß, eine Sache w.
Weiterungen, die fPl.f papierdt. (unerwünschte,
unangenehme) Folgen, Schwierigkeiten: um allen W.
vorzubeugen; diese Maßnahme wird (unangenehme)
W. zur Folge haben
weiter] -verarbeiten fVb.f etw. in einem weiteren
Arbeitsgang verarbeiten, verwerten: Halbfabrikate,
industrielle Abfallprodukte w .; Informationen,
Daten speichern und w.; -wissen fVb.; vorw. ver
neintI einen Ausweg, eine Lösung für eine schwierige
Lage wissen: er wußte einfach nicht mehr weiter;
- zahlen fVb.f fortfahren, etw. zu zahlen
weit/Weit| -gehend fAdj.; nicht präd.f 1.1. /nur
attr.f sich auf einen weiteren Bereich (3) erstreckend:
weitgehende Vollmachten, Befugnisse, Zugeständ
nisse 1.2 . /nur adv.f in hohem Maße, so weit wie
möglich, sehr: jmdm. w. entgegenkommen; etw. w.
berücksichtigen, verbessern; -her, -her /Adv.; in
der Verbindungj von w. aus großer Entfernung: v on
w. kommen;-herzig fAdj.f: w. (großzügig 1.1) aus
gelegte Vorschriften; -hin ,h|n fAdv.f 1. bis in große
Entfernung, in großem Umkreis: etw. ist w. zu
sehen, hören — 2 . das ist w. (in hohem Maße)
sein Verdienst; -läufig fAdj.f 1. in der Fläche aus
gedehnt, geräumig: ein weitläufiger Garten; w eit
läufige Räume — 2 . zu jmdm. nicht in einem nahen
Verwandtschaftsverhältnis stehend: ein weitläufiger
Verwandter — 3 . ausführlich und umständlich:
weitläufige Schilderungen; etw. ziemlich w. er
zählen; -räumig fAdj.f sehr viel Raum , Platz bietend,
sehr geräumig: eine weiträumige Halle, Anlage;
- r eichend /A dj.; nur attr.f sich auf einen weiten
Bereich (3) erstreckend: weitreichende Beziehungen,
Vollmachten; -schweifig fAdj.f sehr ausführlich,
wortreich und umständlich: eine weitschweifige
Diskussion; etw. w. erzählen; -sicht, die fo. Pl.f
Fähigkeit, Zukünftiges in kluger Weise zu berück
sichtigen, zu beurteilen: einen Plan mit W. und
Sachkenntnis aufstellen; -sichtig fAdj.f 1. in der
Nähe befindliche Dinge nicht deutlich sehend: er ist
stark w.; weitsichtige Augen — 2 . vorausschau
end, weitblickend: w. denken; eine weitsich
tige Politik betreiben;, dazu -sichtigkeit, die; -,
fo. P l.f; -Sprung, der fo. P l.f leichtathletische
Disziplin, bei der nach einem Anlauf durch Sprin
gen von einem Absp rungbalken eine möglichst große
Weite zu erreichen ist: der Europameister im W .;
- tragend fAdj.f 1. von großer Schuß-, Reichweite:
weittragende Geschütze, Raketen — 2 . weitrei
chend und von tiefgreifender Wirk ung: weittragende
Beschlüsse, Forschungsergebnisse; -verbreitet
fAdj.; nur attr.f bei vielen Personen od. an vielen
Orten vorkommend, vorhanden: ein weitverbreiteter
Irrtum; eine weitverbreitete Unsitte, Pflanze,
Zeitschrift
Welzen, der; -s, fo. Pl.f 1. Getreidepflanze mit
langem H alm und meist ohne Grannen an den Ähren,
aus deren Körnern vor allem weißes Mehl für >Back-
und Teigwaren gewonnen w ird — 2 . Samenkörner
von 1: W. mahlen
t um g. jmds. W. blüht (jmd. hat Erfolg); — die
Spreu vom W. scheiden, sondern, trennen
we|zen/We|zen| -blond fAdj.f hellblond mit einer
starken gelblichen Tönung: weizenblondes Haar;
- brot, das aus Weizenmehl hergestelltes Brot; -körn,
das /PI.
-körner/; -m eh l, das fo. Pl.f Mehl aus
Weizen (2); -stroh, das
welch fPron.; Mask., Fern., Neutr.f s. welcher
(1.1.2 .1)
1324
welche — Welt
welche /Pron.; Fern. u. PL/ s. welcher
welcher /Pron.; Mask.; Fern.: welche, Neutr.:
welches/ I. flnterr.pron./ 1.1 . /fragt nach einem
Einzelwesen, -ding, einem Teil aus einer Anzahl,
Menge/ was für ein(e)V. fadj.j w. Schüler hat
gefehlt?; welche Mütze gehört dir?; an welchem
Tag bist du geboren?; aus welchem Grund kann er
nicht kommen?; er fragte ihn, welche Wünsche,
Vorschläge, Pläne er noch habe; fsubst.j w,
der beiden ist dafür am geeignetsten?; welches,
w. war sein Vorschlag? 1.2 ,1 , /in Verbindung
m it stark flektiertem A dj. od. unbest. Art. unflektiert;
in (fragenden) Ausrufen; weist auf Art, Ausmaß
einer Sache, eines Geschehens hinf: welch (ein)
schöner Tag heute!; w. große, welch (ein)
großer Erfolg!; welches Glück!; welches, welchen
Kindes Wunsch wäre das nicht! 1.2 .2 . was für
welcher, welche, welches? /fragt nach der A rt, Be
schaffenheit vorher genannter Ding e/: „es gibt noch
Kuchen.“ „Was für welchen?“ — II. veraltend
/Bel.pron.; leitet einen Gliedsatz ein; wird vorw.
noch zur Vermeidung einer Häufung gleichlautender
Pronomen verwendet/ 2der (II), 2die, 2d a s: die
Kinder, welche noch nicht geimpft sind; das Buch,
welches ich gerade lese; derjenige, w. . . .
—
in. jlnd ef. pro n. ; steht stellvertretend für ein vorher-
genanntes Sub st./ 1 .1 . /bezeichnet eine unbestimmte
Menge von etw. Vorhergenanntem/: „brauchst du
Geld?“ „ Ich habe noch welches“ ; wir haben keine
Zigaretten mehr, ich hole schnell welche 1.2 . /nur
im PI./ u m g . /von Personen/ einige (1): „sind schon
Gäste da?“ „Ja, es sind schon welche gekommen“ ;
es gibt welche, die so etwas machen
welches /Pron.; Neutr./ s. welcher
welk /Adj. 1 .1 . /von krautigen Pflanzen od. Blättern]
infolge gestörten Wasserhaushalts, ungenügender
Wasserzufuhr kraftlos hängend, mehr od. weniger
vertrocknet: welke Blumen, Blätter; welkes Laub;
die Rosen sind w. (geworden) 1.2 . welke (faltige,
runzlige) Haut haben
welken /sw. Vb.; hat, ist/ 1.1 . welk werden: die
Blumen w .; der Strauß welkt schon, hat bei dieser
Hitze schnell gewelkt 1.2 . die Frau begann früh
zu w. (zu altern)
W ell |blech, das wellenförmig gebogenes Blech
W elle, die; -n 1.1 . sich fortbewegendes, auf und ab
gehendes Wasser (an der Oberfläche) einer W asser
masse \ hohe, kurze, kleine W ellen; die Wellen
branden um den Leuchtturm, brechen sich an den
Klippen, gehen hoch; eki Boot treibt auf den
Wellen; das Wasser schlägt (hohe) Wellen; in den
Wellen (im Meer) ertrinken; O die grüne W .;
die Wellen der Begeisterung, Freude schlugen,
gingen hoch (es herrschte große Begeisterung, Freu
de) ; eine W. der Sympathie, des Mitgefühls schlug
ihm entgegen; etw. löst eine W. (eine größere
Menge) von Verpflichtungen, Protesten aus; die
Einwanderung war in mehreren W ellen (nach und
nach) erfolgt — 2 . miteinander abwechselnde E rhö
hung und Vertiefung 2.1 . /vom Haar/: sich (das
Haar) in Wellen legen lassen 2.2 . /von einer Fläche/:
eine Ebene, Straße mit vielen Wellen; der Fuß
bodenbelag, Teppich hat W ellen (hat sich gewellte)
—
3. /nur mit A ttr ./ bestimmte modische Strömung^
Richtung (in der Kunst): eine weiche W. in der
Mode betont das Weibliche — 4. Turnen Um
schwung, Schwung des ganzen Körpers um die
Querachse: eine W. am Reck machen — 5 .1 .
Phys. sich (von einem Punkt aus) fortpflanzende
od. statische Schwingung einer sich in Ra um und
Zeit (periodisch) ändernden Größe: elektrische,
elektromagnetische, kurze Wellen; die W ellen
des Schalls, Lichts 5 .2 . u m g . Wellenlänge: auf
welcher W. liegt der Sender? — H . Techn. stab-
förmiges Maschinenteil zur Übertragung von Dreh
bewegungen
+ etw. schlägt Wellen (erregt Aufsehen)
wellen /sw. Vb.; hat/ 1. etw. wellenförmig formen:
glattes Haar w.; /vorw. im Part. Prät./ frisch ge
welltes Haar; gewellte Bleche; vom Wind gewellter
Sand — 2 . sich w. wellige Formen (aus)bilden: der
Fußbodenbelag hat sich gew ellt; ihr Haar wellt
(kräuselt) sich
Wellen/weUen| -bad, das Schwimmbad, in dem
künstlich Wellen erzeugt werden; -bereich, der P h y s .
R u n d f . bestimmter Teil des Spektrums der elektro
magnetischen Wellen: der W. der Lang-, Kurzwelle;
- berg, der oberer Teil einer Welle (1.1 u. 5.1}7; -bre-
cher, der Vorrichtung zum Schutz gegen die Wucht
der anprallenden Wellen (LI); -förmig /Adj./ in der
Form von Wellen (1.1 u. 2); -gang, der jo. PI ./ das
Auf und Ab der Wellen (LI): es herrschte hoher
W.; -kämm , der oberster Teil des Wellenberges einer
Welle (LI); -länge, die Phys. Abstand zwischen
zwei aufeinanderfolgenden Punkten der gleichen
Phase einer Welle (1.5 .1); + u m g . die gleiche W.
haben (die gleiche A r t zu fühlen, zu denken haben);
- l inie, die wellenförmige Linie; -reiten, das; -s,
jo. PI ./ A rt des Wassersports, bei der m an sich, auf
einem Brett stehend, von den Wellen der Brandung
an das Ufer tragen läßt; -schlag, der /o. PL/ das
Auftreffen der Wellen am Ufer od. an einem Gegen
stand: ein leichter, ruhiger W. (des Meeres);
- Sittich, der kleiner Papagei, der in Europa bes.
in gelber, grüner und blauer Farbe gezüchtet und
in Käfigen gehalten wird; -tal, das unterer Teil
einer Welle (1.1 u. 5 .1)
W alfleis ch , das gekochtes fettes Fleisch vom Bauch
eines frischgeschlachteten Schweins
w ellig /A dj./ wellenförmig verlaufend, geformt:
welliges Haar; ein welliges Gelände, Hügelland;
die Fahrbahn ist w.
Well|pappe, die wellenförmig gepreßte Pappe, die
meist auf einer od. beiden Seiten mit glattem Papier
beklebt i s t
Welpe, der; -n, -n Junges von Hunden, Füchsen,
Wölfen
Wels, der; -es, -e in zahlreichen Arten vorkommen
der, vorwiegend im Süßwasser räuberisch lebender
Knochenfisch mit Barteln und ohne echte Schuppen
Welt, die; -en 1. /o. Pl.j 1.1 . der Planet Erde samt
allen natürlichen (1) Gegebenheiten als der Bereich,
in dem bes. die Menschen, aber auch die Pflanzen
und Tiere leben: die große, schöne, weite W .; die
Bodenschätze der W.; jmd. will die W. kennen
lernen; jmd. hat die W., etw. von der W. gesehen,
ist (viel) in der W. herumgekommen (ist viel ge
reist); jmd. weiß nicht, was in der W. vorgeht;
eine Reise um die W elt; aus aller W. (von überall
her); in alle W. (überallhin); in aller W. (überall);
O keine Macht der W. (niemand, gar nichts),
nichts auf der W. (gar nichts) kann ihn von ihr
trennen 1.2 . Gesamtheit der auf 1.1 herrschenden
(sozialen, ökonomischen, politischen) Verhältnisse,
weltabgeschieden — W eltklasse
1325
der menschlichen Lebensverhältnissei eine neu e,
bessere W. aufbauen; die W. von morgen; die W.
verändern helfen 1.3 . das (öffentliche) Leben und
Geschehen auf 1.1: im Strom, Getriebe der W .; sich
in der W. zurechtfinden, aus, von der W. zurück
ziehen; jmd. kennt die W.; umg. so geht’s in der
W. zu! 1.4 .1 . der Planet Erde und die auf ihm
lebende Menschheit: der W. den Frieden erhalten;
die W. vor den Gefahren eines Atomkrieges schüt
zen 1.4 .2 . Weltöffentlichkeit: diese Nachricht ließ
die W. aufhorchen; etw. ist in der ganzen W. be
kannt; etw. vor der, vor aller W. (vor der Öffent
lichkeit) verbergen, verheimlichen — 2 . jvorw. 8g.
u. m it A ttr .j in sich geschlossener Lebensbereich,
Bereich (3), Sphäre: die bu nte W. des Zirkus; die
W. der Antike, Kunst, Technik; die W. des Kindes;
jmd. lebt in der W. der Phantasie; etw. ist eine W.
für sich; jmd. baut sich eine eigene W. auf; jmdm.
tut sich eine neue W. auf; seine W. (sein idealer
Lebensinhalt, der Bereich, der ihn völlig erfüllt) ist
die Musik — 3 . /o. PL; nur mit Adj.j umfassender
Kreis von Menschen, die bestimmte Gemeinsam
keiten aufweisen: die wissenschaftliche W. dis
kutierte dieses Problem lebhaft — 4 . jo. PL/ umg.
fFragewort -f- in aller W .; drückt in Fragesätzen
Verwunderung, Beunruhigung, Unwillen aus/:
warum in aller W. hast du nichts davon erzählt?;
wie in aller W. war das nur möglich?; wo in aller
W. bist du so lange gewesen? — 5 . jo. PL/ eine W.
von etw .: er mußte gegen eine W. von Vorurteilen
(gegen sehr viele Vorurteile) kämpfen, sah sich einer
W. von Problemen gegenüber — 6 .1 . jo. PLj Uni
versum, Weltall: die Entstehung der W. 6 .2 . Leben
ermöglichender Himmelskörper: im W eltall sind
viele bewohnte W elten möglich; sie kam ihm vor
wie ein W esen aus einer anderen W.
+ etw. aus der W. schaffen (etw. beseitigen); etw.
in die W. setzen etw. verbreiten: ein Gerücht in die
W. setzen; die W. aus den Angeln heben (grund
legend verändern) (wo llen); mit der W. abgeschlos
sen haben (nichts mehr vom Leben erwarten); um
alles, nichts in der W. (um jeden, gar keinen Preis);
u m g . alle W. (jedermann, viele), die ganze W. (alle),
die halbe W. (sehr viele Menschen) war gekommen;
das kostet nicht die W. (ist nicht sehr teuer); etw.
liegt nicht aus der W. (ist nicht weit entfernt); etw.
nicht um die W. (um keinen Preis, auf keinen Fäll)
tun; — am
Arsch der W .; die / Bretter, die die
W. bedeuten; am / Ende der W.; ein Kind zur
W. bringen; ein / Kind, Kinder in die W. setzen;
ein/ KindkommtzurW.;das/ LichtderW.
erblicken
welt/Welt| -abgeschieden \A d j.\ weltvergessen (1):
in einem weltabgeschiedenen Dorf leben; -all, das
Gesamtheit aller M aterie und der von ihr eingenom
mene Raum, Kosmos, Universum; -anschaulich
jA d j.; nicht präd.j die Weltanschauung betreffend:
jmds. weltanschauliche Einstellung, Erziehung;
- a n s chauung, die die in ein System gebrachten Vor
stellungen von Natur, Gesellschaft und der Welt als
Ganzem und der Stellung des Menschen in ih r : eine
materialistische, idealistische W .; -alias. der Atlas,
der die gesamte Erdoberfläche darstellt; -a usstellung,
die internationale Ausstellung, die einen Überblick
über den zur Zeit in der Welt erreichten Stand in
Technik, Wissenschaft, K ultur geben w ill; -bekannt
fAdj.j in der ganzen Welt bekannt: ein weltbekann
ter Dirigent, Sportler, B etrieb; -berühmt jA d j.j
vgl. - bekannt: ein weltberühmter Künstler, Arzt;
diese Straße ist w .; -best jAdj.; nur attr.j:die welt-
besten Läufer (die besten Läufer der Welt); er
schwamm die weitbeste Zeit des Jahres; die Welt
beste im Maschineschreiben; -bestleistung, die
S p o r t nicht in einer offiziellen Liste geführte welt-
beste Leistung in einer Disziplin; -bestzeit, die vgl.
- bestleistung; -bevölkerung, die jo. PLj Gesamtheit
der auf der Erde lebenden Menschen; -bewegend
IAdj.j sehr viele Menschen auf der Welt bewegend,
von sehr großer Bedeutung, Auswirkung: welt
bewegende Taten, Vorgänge; eine weltbewegende
Erfindung; -bewegung, die über die gesamte Welt
verbreitete Bewegung (II), Strömung; -Mid, das
Wissen, Vorstellung von der Welt als Ganzem: das
mittelalterliche, physikalische W .; das W. Thomas
Manns; -elite, die jo. PLj: die gesamte W. der
Schwimmer (die besten Schwimmer der Welt) war zu
dem Wettkampf angetreten; -erfahren jAdj.j weit
in der Welt herumgekommen und dadurch ent
sprechende Erfahrung, Klugheit besitzend; -erfolg,
der großer Erfolg in der gesamten Welt: sein Buch,
dieser Film ist ein W. geworden
Weltergewicht, das jo. Pl.j Sport /Gewichtsklasse
in den Disziplinen Boxen, Ringen, Judoj
welt/Welt| -erschütternd jA dj.j vgl. weltbewegend:
welterschütternde Ereignisse, Nachrichten; -fest-
spiele, die /Pl.j: die W. der Jugend und Studenten
(periodisch stattfindendes mehrtägiges Treffen von
Vertretern der Jugendorganisationen aller Nationen,
bei dem die Jugendlichen gegen den Imperialism us
und für Frieden, Freundschaft, Solidarität demon
strieren); -flucht, die jo. Pl.j Abkehr vom öffent
lichen Leben aus Resignation, aus Unvermögen zur
aktiven Auseinandersetzung; -fremd jA dj.j wirk
lichkeitsfremd; -fried en , der Frieden zwischen allen
Völkern der Welt
Weltfriedens! -bew egung, die jo. Pl.j weltweite B e
wegung für die Sicherung des Friedens, gegen im
perial. Aggressionspolitik und nationale Unter
drückung; -rat, der jo. P l.j beschließendes Organ der
Weltfriedensbewegung
Welt/welt| -geistliche, der B el. k ath . Geistlicher,
der nicht an einen Orden gebunden ist; -geltung, die
Achtung, Wertschätzung in der ganzen Welt: jmd-,
etw. besitzt, hatW .;
- geschehen, das das gesamte
öffentliche Geschehen in der Welt: jmd. nimmt regen
Anteil am W .; -geschichte, die 1. jo. PLj Geschichte
der gesamten Menschheit, aller Gesellschaftsfor
mationen, aller Staaten in ihren wechselseitigen
Beziehungen — 2 . Werk über 1: eine zehnbändige
W.;
-+* umg. scherzh. jmd. reist in der W. um
her (jmd. reist viel und in verschiedene Gegenden);
dazu -geschichtlich jAdj.; nicht präd.j; -gewandt
jA dj.j sicher im Auftreten und im Umgang mit
Menschen; -gewerkschaftsbund, der jo. Pl.j inter
nationale, demokratische Organisation der Gewerk
schaften der Welt; -ha ndel, der der internationale
Handel im Weltmaßstab (2); -herrschaft, die jo. PLj
Herrschaft über die ganze Welt: das Streben des
Monopolkapitalismus nach W .; -historisch jAdj.;
nicht präd.j weltgeschichtlich; -höchststand, der
höchster Stand des Weltniveaus; -karte, die Land
karte, die die gesamte Erdoberfläche darstellt; -klasse,
die jo. Pl.j 1. höchste Qualität, die dem Weltniveau
entspricht: dieses Produkt ist W.
—
2. Sport die
1326
Weltkongreß — Wendekreis
Sportler dieses Landes gehören zur W. (gehören zu
den besten Sportlern der Welt); -kongreß, der K on
greß mit Teilnehmern aus vielen Landern der Welt;
- krieg, der Krieg, an dem viele Länder der Welt, bes.
die Großmächte, beteiligt s ind : der eräte, zweite W .;
- kugel, die 1. jo. PL/ Erdkugel — 2 . Globus; -kun
dig /Adj./ welterfahren; -läge, die jo. PL/ politische
Lage in der Welt: die allgemeine W. erörtern
weltlich /Adj./ nicht dem kirchlichen, geistlichen B e
reich zugehörig, der Welt (1) zugewandt: weltliche
Lieder, Schriften, Bauwerke, Freuden, Genüsse
Welt/welt| -literatur, die jo. P l.j Gesamtheit der
hervorragendsten literarischen Werke der N ational-
literaturen aller Völker; -m acht, die Großmacht mit
weltweitem Einfluß; -m ann , der /PL -männer;
vorw. Sg.f v eraltend im Auftreten und im Umgang
mit Menschen sehr gewandter Mann; dazu -män-
nisch /Adj./; -markt, der jo. PL/ Gesamtheit der
zwischenstaatlichen Beziehungen der nationalen
Märkte, internationaler M arkt: das Produkt hat in
kurzer Zeit den W. erobert; -maßstab, der /o. P L /
1. durch Spitzenleistungen festgelegter, für die ganze
Welt geltender M aßstab — 2 . fin der Verbindung/
im W .: diese Entwicklung vollzieht sich im W. (in
der ganzen Welt); -m eer , das \o. PL / zusammenhän
gende, große Teile der Erde (1.1) bedeckende Wasser -
masse; -m eister, der 1. /o. PL; Titel des Siegers in
einer Weltmeisterschaft/ — 2 . Träger von 1; -m eister
schalt, die 1. periodisch stattfindender Wettkampf,
bei dem der beste Sportler, die beste Mannschaft der
Welt in einer Disziplin ermittelt wird und den Welt
meistertitel erhält: die W eltmeisterschaften im
Schwimmen, Fußball — 2 , jo. Pl.j Sieg in 1: um
die W. kämpfen; er hat die W. im Boxen erobert,
errungen; -m eistertitel, der Titel , Weltmeister
- niveau, das /o. PL/ qualitatives Maß für ein Er
zeugnis od. Verfahren, das den neuesten wissenschaft
lichen Erkenntnissen und den auf dem Weltmarkt an
gebotenen Spitzenleistungen seiner Branche ent
spricht: diese Erzeugnisse, Herstellungsverfahren
erreichen, haben W .; -offen /A dj./1 .1. aufgeschlos
sen, zugängig für die Weltöffentlichkeit: ein w elt
offenes Land; ein weltoffener Handel 1.2 . für alles
in der Welt aufgeschlossen und interessiert: er ist ein
weltoffener Mensch; -Öffentlichkeit, die Menschen
aller Länder, die am Weltgeschehen A nteil nehmen:
etw. findet in der W. starke Beachtung; die W.
ford ert...; -Organisation, die viele Länder, Organi
sationen vieler Länder umfassende Organisation;
- politik, die /o. PL/ Politik im Weltmaßstab, inter
nationale P olitik: Fragen der W .; dazu -politisch
/Adj.; nicht präd.j: weltpolitische Entscheidungen;
- presse, die jo. PL / die internationale Presse; -pro-
zeß, der jo. P L /: der revolutionäre W. (Prozeß der
revolutionären Entwicklung der Welt vom K ap . zum
Soz.); -rang, der fin der Verbindung/ von W. von
weltweiter Bedeutung, Geltung, von höchstem R a ng :
ein Wissenschaftler, Künstler von W .; -raum, der
jo. Pl.j der gesamte Raum des Weltalls außerhalb
der Erdatmosphäre: in den W. vorstoßen; den W.
erschließen
Weltraum! -fahrer, der Raumfahrer; -fahrt, die jo.
PL/; -flug, der Raumflug; -schiff, das Raumschiff;
- Station, die Raumstation
Welt/welt| -reich, das in einer historischen Epoche
große Teile der Welt beherrschendes, auf die Unter
jochung vieler Länd er gegründetes Reich: das rö
mische W.; -reise, die Reise um die Erdkugel; -re -
kord, der offiziell anerkannte beste Leistung in der
ganzen Welt in einer sportlichen Dis zip lin : einen W.
erringen, einstellen; er hält den W. im Hundert
meterlauf ; -religion, die Religion, die in vielen
Ländern der Welt verbreitet ist; -revolution, die fo.
Pl.j v era lten d der revolutionäre Weltprozeß; -ruf,
der jo. P L/ Bekanntheit, Berühmtheit, Ansehen in
der ganzen Welt: jmd., etw. erlangt, gewinnt W.;
-rühm, der Weltruf; -schmerz, der jo. PL/ melan
cholische, traurige Stimmung wegen als unzulänglich
empfundener bestehender Verhältnisse; -Sicherheits
rat, der Sicherheitsrat; -spitze, die jo. Pl.j 1. Welt
höchststand — 2 . S p o r t Weltklasse (2); -spräche,
die Sprache, die über den nationalen Bereich hinaus
allgemein auch zur internationalen Verständigung
dient; -stadt, die Großstadt mit über einer Million
Einwohner, internationalem Erscheinungsbild und
internationaler Bedeutung; dazu -städtisch /A dj./:
weltstädtisches Fluidum; weltstädtischer Verkehr;
- stand, der jo. PL/ Weltniveau; -System, das Ge
samtheit od. Gemeinschaft von Staaten gleichen
sozial-ökonomischen Typus mit gleichen Grund
interessen und Hauptzielen: das sozialistische, ka
pitalistische W.; -teil, der Erdteil, Kontinent; -Um
spannend /A dj./ die gesamte Welt umfassend; -Unter
gang , der von manchen Religionen prophezeites
katastrophales Ende der Welt; -Verbesserer, der;
-s, - vorw. spött. jmd., der glaubt, aus eigener
Kraft und nach seinen Vorstellungen die Welt ver
bessern zu können; -vergessen /A dj./ 1 . weit ent
fernt vom öffentlichen Leben der Welt, einsam ge
legen: ein weltvergessenes N est, Dorf — 2. gedank
lich weit von der Außenwelt entfernt, in sich ver
sunken: ein weltvergessener Träumer; w. da
sitzen; -verloren/A dj./ weltvergessen (2); -w eit/A dj.f
die ganze od. große Teile der Welt umfassend, be
treffend: eine weltw eite Friedensbewegung; w elt
weite Proteste; etw. ist von weltweitem Interesse;
etw. ist w. (in der ganzen Welt) bekannt, wirkt sich
w. aus; -Wirtschaftskrise, die die meisten der kap.
Länder im gleichen Zeitraum erfassende K rise (2);
-wunder, das Bau-, Kunstwerk, das als grandiose
Leistung früherer Zeit die Bewunderung der ganzen
Menschheit hervorgerufen hat: die Sieben W. des
Altertums
Wende, die;
-n 1. (einschneidende) Veränderung
gegenüber dem bisherigen Verla uf, bes. i n einem (ge
sellschaftlichen) Entwicklungsprozeß, Umschwung:
eine historische W. zeichnet sich ab; etw. brachte
eine W .; an, vor einer großen W. (in seinem Leben)
stehen; eine unvorhergesehene W. war (im Krank
heitsverlauf) eingetreten — 2 . jo. Pl.j an der, um
die W. des 19. Jahrhunderts (in der Zeit des Über
gangs vom 18. zum 19. Jahrhundert) — 8.1. Sport
Drehung des Körpers (um die Längsachse) bei einem
Sprung, Schwung am Gerät, beim Ringen od. um
beim Schwimmen am Ende einer Bahn (1.3 .1) um
zukehren: die W. trainieren 8.2 . Stelle d,er Schwimm
bahn, an der 3.1 ausgeführt w ird : der Schwimmer
führte schon an der W.
Wende |kreis, der 1. nördlichste od. südlichste p a ral
lel zum Äquator verlaufende (gedachte) Linie auf der
Erdoberfläche, über der die Sonne noch im Zenit
stehen kann: der nördliche, südliche W. — 2 . eng
ster K r eis , der beim Wenden eines Fahrzeugs be
schrieben werden kann
Wendel — wenig
1327
Wendel, die; -,
-n T e ch n . schraubenförmig ge
wundener Draht
Wendeltreppe, die Treppe, deren Stufen schrauben
förmig um eine Achse angeordnet sind
wenden, wandte/wendete, hat gewandt/gewendet
1. /wendete, hat gewendet/ 1.1 . etw. auf seine an
dere Seite drehen (2): Koteletts, Eierkuchen in der
Pfanne w.; Heu w.; die Seiten eines Buches w.;
bitte w. fAbk. b. w .; Vermerk als Aufforderung zum
Umwenden eines Blattesj 1.2 .1 . etw. von innen nach
außen w. (durch eine bestimmte Handhabung die
Innenseite von etw. nach außen bringen) 1.2 .2 . ein
Kleidungsstück w. (ein Kleidungsstück zertrennen
un d wieder so zusammennähen, daß die Innenseite
nach außen gekehrt ist) 1.3 . den Fisch, die K oteletts
in Semmelmehl w. (wälzen 2.1) — 2 .1 . /wendete,
hat gewendet/ etw., bes. ein Fahrzeug, in die ent
gegengesetzte Richtung lenken: das Auto, Boot w .;
etw., jmd. wendet: das Schiff, Auto, der Schwim
mer hat gewendet (die entgegengesetzte Richtung ein
geschlagen) ; der Wind wendet sich (dreht sich) 2.2 .
etw., sich w. etw., sich in eine andere Richtung dre
hen, in eine andere Lage bringen: den Kopf (nach
rechts, zur Seite, nach jmdm., etw.) w.; er wen
dete, wandte sich uns zu, hat sein Gesicht zur
Wand gewendet, gewandt 2.3 . sich in eine be
stimmte Richtung w. eine bestimmte Richtung ein-
schlagen, in eine bestimmte Richtung gehen: sich
zum Ausgang, zur Tür w .; wir müssen uns mehr
nach Süden, zum Wasser hin w.; seine Schritte
zum Wald w. (zum Wald gehen) — 3.1 . sich an
eine Institution, an jmdn. w. einer Institution,
jmd m . eine bestimmte Angelegenheit vortragen, vor
legen, um Auskunft, R at od. Hilfe zu erhalten: sich
an eine höhere Instanz w.; sich an jmdn. um Rat,
Hilfe w.; an wen soll, muß ich mich w.? 3.2 . etw.
wendet sich an jmdn.: das Buch wendet sich vor
allem an Fachleute (ist vor allem für Fachleute be
stimmt) —4 . /wendete sich, hat sich gewendet/ etw.
wendet sich zum Guten, Besseren, Schlechten (wird
gut, besser, ungünstiger); das Wetter hat sich ge
wendet (verändert 1.2) — 5 .1 . etw. an etw., jmdn.
w. etw. für etw., jmdn. aufbringen (1.2), etw. jmdm.
zuteil werden lassen: Sorgfalt, Mühe, Aufmerk
samkeit an eine Aufgabe w.; er hat viel Arbeit,
Geld an das Haus gewandt, gewendet; sie wandte
alles an ihre Kinder 5.2 . etw. auf etw., jmdn. w.
etw. auf eine Sache, jmd n. richten (1.1 .1), lenken (4):
seine Aufmerksamkeit auf den Straßenverkehr w .;
er hat alle seine Gedanken auf sie gewandt, ge
wendet — 6 . sich gegen jmdn., etw. w, jmdm., einer
Sache entschieden entgegentreten (2): er w a ndte,
wendete sich gegen seine Kritiker, ganz entschie
den gegen diesen Vorwurf — 7.1. sich von jmdm. w.
das Verhältnis, die Beziehung zu jmdm. abbrechen:
er hat sich endgültig von ihr gewandt, gewendet
7.2 . etw. von jmdm. w. jmdn. vor etw. schützen,
etw. von jmdm. abwenden (3): er hat alles Unheil
von ihr gewandt, gewendet
+ das / Blatt, / Blättchen hat sich gewendet;
s ich / drehen und w.
Wende|punkt? der fPl. -e/ 1. äußerster Punkt der
Krümmung einer Kurve — 2. Zeitpunkt, an dem sich
etw. entscheidend verändert: an einem großen W.
(seines Lebens) stehen
wendig fAdj.f 1.1 . leicht und gut zu steuern (1): ein
wendiges Auto, Boot 1.2 . gewandt, flink: ein wen
diges Wiesel; w. über etw. springen — 2 . eine
Situation leicht und schnell erfassend und sich ihr
anpassend: ein wendiger Geschäftsmann; dafür ist
er nicht w. genug
Wendung, die; -,
-e n 1. fzu wenden 2/ das (Sich-)
wenden, Drehung in eine andere Richtung: eine
scharfe, jähe, halbe W. machen; die W. des Kopfes
—
2. Biegung: an der W. der Straße; die Wen
dungen einer Treppe — 3 . einschneidende Ver
änderung, Wende: eine glückliche, unerwartete W.
trat ein; etw. nimmt eine W. zum Guten, Schlech
ten; einem Gespräch eine überraschende W. geben
(bewirken, daß ein Gespräch einen anderen Verlauf
nimmt); die Angelegenheit nahm eine unvorher
gesehene, peinliche, günstige W.
—
4 . Redewen
dung: eine stehende, feste, veraltete W.
wenig //auch wenigstens/1.flndef.pron.f 1.jnur im
PL; bezeichnet eine geringe Menge, Zähl von ein
zelnen Sachen, Lebewesen/ 1.1 . fadj.; bes. im Nom .
u . Akk. auch unflektiert/ nicht visl(e): w., wenige
Bücher, Bedenken, Probleme, zu w., wenige Mög
lichkeiten haben; in dieser Höhe wachsen nur noch
w., wenige Pflanzen; es war ein Werk weniger
Minuten, von wenigen Minuten; das trifft in den
wenigsten Fällen zu; er hat es uns mit w., wenigen
Worten erklärt 1.2 . jsubst.f eine geringe Zahl von
Lebewesen, Sachen: wenige, die wenigsten (von uns)
wissen das; (einige, nur) wenige sind früher nach
Hause gegangen; es waren nicht wenige (es waren
viele), die...; er sagte das in Gegenwart weniger, von
wenigen — 2 . fo. PL; bezeichnet eine geringe Menge,
das geringe M aß, den geringen Gradf nicht viel
2.1 . fadj.; meist unflektiertf w. Publikum, Übung,
Geld, Mut, Energie, Erfahrung, Geduld haben; er
hat heute w. Zeit, ißt w. Obst; das macht w.,
wenige, die wenigste Arbeit; w. Sport treiben;
dort gibt es (sehr) w. Wald; so w., wenigen Schnee
wie in diesem Winter gab es lange nicht; er hat
dort w. Neues, weniges Neue(s) gesehen; fin der
Verbindungj ein w .: er trinkt den Kaffee gerne mit
ein w. Zucker, Kaffeesahne; dazu braucht man nur
ein w. Geduld 2.2 . fsubst.; bes. im Nom. u. Akk.
meist unflektiertj eine geringe Menge: w. essen,
über etw. wissen, hören; jmd. verträgt nur w .; etw.
kostet w .; er ist mit wenigem zufrieden; es ist nicht
w. (ist viel), was er dafür bekommt; das ist das
wenigste (mindeste), was ich erwartet hatte; eine
Person ist zu w. (reicht nicht aus) für die viele Ar
beit; das ist mir zu w. — I I . fAdv.f 1. fäls Gradan-
gabef 1.1 . in geringem Grad, M aße, nicht sehr, nicht
besonders: er hat uns nur w. geholfen; das stört
mich w .; ich kenne ihn noch zu w. (noch nicht gut
genug); eine w. belebte Straße; das ist w., weniger
erfreulich, angenehm; er war nicht w. (war sehr)
erstaunt; er ist jetzt weniger (in geringerem Grad,
Maße) fleißig als früher; hier kommt es weniger
(nicht so sehr) auf Quantität als (vielmehr) auf Qua
lität an; er ist nichts weniger als (durchaus nicht,
gar nicht) glücklich; je ...desto, umsoweniger: je
mehr er verspricht, desto, um so weniger (in ebenso
geringerem Grad) glaube ich ihm 1.2 . fvor K o mp.j
nicht sehr viel: ihr Mann ist w. älter, größer als sie
—
2. selten, nicht häufig, nicht oft: w. ins Theater
gehen; wir sehen uns nur noch w.; diese Oper wird
w. gespielt
+ um g. jmd. wird immer weniger (nimmt immer
mehr ab); — ein / klein w .; / mehr oder weniger
1328
wenige — werden
wenige /Indef.pron.; Fern, u . Pl.j $. wenig
weniges /Indef.pron.; Neutr.j s. wenig
Wenigkeit, die
+ umg. scherzh. meine W. ich, mich:erhat seine
besten Freunde und meine W. eingeladen
wenigstens fAdv.; / auch wenig/1.1. /mit Zahlen-
angabe; weist auf eine geringste (vorgesehene) Anzahl
hin/: er will w. drei Tage bleiben; jeder hat w. drei
Flaschen Bier getrunken 1.2 . Iweist auf eine M in
destforderung hin/:du hättest w. schreiben, dich ent
schuldigen können 1.3 . / mindert etw. Negatives od.
a ls . negativ Empfundenes/: der Ausflug war eine
Strapaze, (aber) w. regnete es nicht
w enn jK onj.; unterordnend', leitet einen Gliedsatz
ein/ 1. /konditional; kennzeichnet den Gliedsatz im
Sinne einer Bedingung in bezug auf das im H aupt
satz Gesagte/ 1.1 . /im Sinne einer hinreichenden
Bedingung/ : w. er es allein nicht schafft, (dann)
bekommt er Hilfe; w. heute die Sonne scheint,
fahren wir ins Grüne; du schaffst es, w. du dich
anstrengst; w. er sich anstrengen würde, könnte
er es schaffen 1.2 . nur w. jim Sinne einer notwendi
gen Bedingung/: nur w. du dich beeilst, schaffen
wir den Zug — 2 . /leitet Hauptsätze mit der Wort
stellung eines Gliedsatzes ein, die einen Wunsch aus-
drücken; oft in Verbindung mit doch, nur/: w. er
doch bald käme!; w. ich mich nur daran erinnern
könnte! — 3 . /temporal; kennzeichnet den Glied
satz im Sinne der Gleichzeitigkeit in der Gegenwart
od. Zukunft/: w. die Störche ziehen, wird es
Herbst; w. du wieder hier bist, werden wir deinen
Erfolg feiern; immer w. er kam, brachte er Blumen
m it; jedesmal w. wir uns begegnen, grüßt er
freundlich; w. (sobald) ich angekommen bin,
schicke ich ein Telegramm, werde ich ein Telegramm
schicken — 4 . /als Glied der mehrteiligen K o nj.
w. ... auch...so ...doch,w....schon...so...doch,
w .... gleich ...s o . . . doch;konzessiv;w.auch, schon,
gleich leiten den Gliedsatz ein, so doch den H a upt
satz; konzessiv; gibt an, daß der im Gliedsatz ge
nannte Sachverhalt ohne Einfluß auf den Sach
verhalt des Hauptsatzes ist/: w. er auch mein Freund
ist, so kann ich dies doch nicht entschuldigen; w.
ich auch (schon, gleich) verloren habe, so hatte
ich doch Freude am Spiel — 5 . /in Verbindung mit
als, außer, wie/:
als (2.2 , 2 .3), 2außer, 2wie (3.1)
wennschon /Konj.; unterordnend; konzessiv/ geh.
obwohl
wenngleich /Konjunterordnend; konzessiv/ geh.
obwohl
Wenzel, der; -s, - Bube (2)
wer /Fron.; entspricht als Mask. u. Fern, dem Neutr.
was/ I. /Interr.pron.j 1. /in Fragesätzen, die nach
Personen ohne Unterschied des Geschlechts fragen/
1.1 . /leitet einen (in)direkten Fragesatz e i n /: w. ist
da, das, dieser Fremde?; w. (von euch) hat das
getan?; halt! Wer da? /Anruf des Postens/; wessen
Buch ist das?; wem gehört diese Tasche?; wen
hast du eingeladen?; w. weiß (wer kann das wissen),
was noch geschieht!; er fragte mich, w. gekommen
sei; ich weiß nicht, w. das ist 1.2 . /in (fragenden)
Ausrufen des Erstaunens, (fer Bewunderung/: um g .
na, w. sagt’s denn! — 2. /in der Verbindung/ umg.
w. weiß /drückt in Verbindung mit Fragewörtern
Unkenntnis, Gleichgültigkeit aus/: das Buch hat w.
weiß w. (irgendwer), liegt w. weiß wo (irgendwo),
gehört w. weiß wem (irgend jemandem); er kommt
w. weiß wann (irgendwann); er hält sich für w.
weiß wie (für sehr) klug; er hat w. weiß wieviele (eine
unbekannte größere Menge) Sachen eingekauft —
II. {Bel. p r o n .; bezeichnet verallgemeinernd eine od.
mehrere beliebige Personen; außer nach Imp . nur am
Anfang von Satzgefügen/: w. das behauptet, (der)
lügt; rette sich, w. kann; mit wem ich einmal zu
sammen war, wen ich einmal gesehen habe, dessen
Gesicht vergesse ich nicht wieder; /in der Ver
bindung w. (immer) auch, w. auch (immer) einem
Relativsatz konzessiven Charakter gebend/: w. (im
mer) auch, w. auch (immer) kommt (jeder, der
kommt), (er) ist uns willkommen — III. /Indef.
pron.; o. Gen.; steht nie am Satzanfang/ umg.
jemand: da ist w. an der Tür; suchen Sie wen?; er
wollte w. (jemand Besonderes) sein
Werbe| -fernsehen, das Werbung (1) im Rahmen des
Fernsehprogramms; -film , der kurzer Film , in dem
m eist für eine Ware geworben wird
werben (er wirbt), warb, hat geworben 1. für etw.
w. etw., bes. eine Ware, Dienstleistung, anbieten
und seine Vorzüge lobend hervorheben, um Käufer,
Interessenten dafür zu gewinnen: für eine Zeit
schrift, ein neues Waschmittel w ,; für ein Theater
stück w. — 2 . jmdn. w, jmdn. für eine Sache, für
jmd n., für sich zu gewinnen suchen: neue Leser,
Abonnenten, Kunden, Mitglieder w.
—
3.1. um
etw. w. sich bemühen, etw. zu erhalten: um jmds.
Gunst, Liebe, Freundschaft w. 3 .2 . um eine Frau
w. die Liebe, Gunst, Zuneigung einer Frau zu er
ringen suchen: er hat lange, vergeblich um sie ge
worben; zu 1,2,3.2 Werber, der; s, -
Werbe/werbe| -schrift, die Druckerzeugnis, das
für etw., bes.'eine Ware, wirbt; -Slogan, der Werbe
spruch; -spot, der kurze Filmszene, die für etw., bes.
eine Ware, wirbt; -Spruch, der einprägsame W ort
gruppe, die für etw., bes. eine Ware, wirbt; -tex t, der
meist kurzer, einprägsamer Text auf Plakaten, in
Zeitungsanzeigen, im Werbefernsehen, der für etw.,
bes. eine Ware, wirbt; -trommel, die
+ umg. für
etw. die W. rühren (für etw. mit großem Aufwand,
kräftig werben 1); -wirksam /A dj.f von großer wer
bender (1, 2) Wirkung: ein werbewirksames Plakat
Werbung, die; -,
- e n 1. jo. PI ./ bewußte, zielgerich
tete Beeinflussung von Menschen, um ihr Interesse
für bestimmte Waren, Dienstleistungen zu gewinnen
/dient in der kap. Wirtschaft zur Absatzsteigerung
durch Manipulierung von Käufern/: eine ge
schickte, ansprechende, raffinierte W .; die W. für
eine Ware, einen neuen Film — 2. jo. PI./ das
Werben (2): die W. neuer Abonnenten, Mitglieder —
3.1 . Bemühung um die Gunst einer Person, bes. die
Liebe einer Frau: die W. um seine Freundschaft;
sie gab seinen stürmischen Werbungen nach
3.2 . v era lten d Heiratsantrag: eine W. annehmen,
ausschlagen
Werde|, auch Werdejgang, der jmds., einer Sache
W. Verlauf, Ablauf der Entwicklung von jmdm .,
etw., der Entstehung von etw.: der W. eines Künst
lers, Facharbeiters; der W. der modernen Psycho
logie, eines Romans
werden, auch werden (er wird), wurde/ v era lten d
ward, ist geworden 1. /bezeichnet eine Zustands
änderung/ 1.1 . in einen bestimmten Zustand (all
mählich) übergehen, kommen, eine bestimmte Eigen
schaft bekommen: alt, müde, blaß, krank, wütend
w.; der Junge wird zehn Jahre alt, wird wie sein
werfen
1329
Vater; jmdm. untreu, lästig w.; sein Haar ist weiß,
die Milch ist sauer geworden; wie wird das W etter?;
das muß anders w. 1; der Abschied wurde {fiel) ihm
schwer; es wird kalt, warm; es wird jetzt früh hell;
es wird Nacht, Frühling 1.2 . jmdm. wird (es)
schlecht (jmd. beginnt sich schlecht zu fühlen)
1.8 . jmd., etw. wird jmd., etw., zu jmdm., etw.
jmd., etw. nimmt die A rt, Beschaffenheit, Eigen
schaften von jmdm., etw. am sie wurden Freunde,
Nachbarn; er ist Vater geworden; sie wurde seine
Frau; er ist ein anderer geworden {hat sich charak
terlich geändert); er will Lehrer w. {den Beruf des
Lehrers ergreifen); was w illst du w. {welchen B eruf
willst du ergreifen)?; etw. wird Mode, soll eine
Überraschung, ein Erfolg w .; das Laub wird H u
mus; sein Traum wurde Wirklichkeit; er wurde
zum Dieb; etw. wird zu Stein, Eis; eine Vermutung
wird zur Gewißheit; etw. wird jmdm. zu etw.: etw.
wird jmdm. zur Gewohnheit, zum Verhängnis; aus
jmdm., etw. wird etw., jmd.; aus Freundschaft
wird Liebe — 2 . / bezeichnet einen Entwicklungs
prozeß/ 2.1 . entstehen, sich entwickeln: umg. was
nicht ist, kann noch w.1; fvorw. im Part. Präs. u. als
subst. I nf.j eine werdende Mutter {schwangere
Frau); ein werdender {angehender) Schriftsteller;
das Werden neuer sozialer Systeme; etw. ist im
Werden (begriffen) 2.2 . u m g . etw., jmd. wird etw.,
jmd. kommt gut voran, entwickelt sich gut: das
Haus wird allmählich; der Junge kann noch w.;
es wird schon (alles wieder) w.; landsch. er wird
wieder w. {gesund werden) 2.3 . umg. /weist in Frage
sätzen auf Zukünftiges/ geschehen (2.1): was soll
jetzt (mit ihm, damit) w.?; was wird, wenn er
nicht kommt?; na, wird’s bald? /ungeduldige, ener
gische Aufforderung, etw. Bestimmtes sofort zu tun/
—
3.1 . /w. + Inf.; dient zur Bildung des Fut. 1/
3.1 .1 . /bezeichnet ein {vermutetes) zukünftiges Ge
schehen/: wir w. morgen ins Theater gehen; es
wird (wohl) gleich regnen; /als Befehl/ du wirst das
Buch morgen zurückgeben!; /als Drohung/ um g .
dem werd ich’s heimzahlen!; /als Zuspruch, Bitte/
wer wird denn gleich weinen {nun weine doch nicht)!
3 .1 .2 . /bezeichnet ein vermutetes gegenwärtiges Ge
schehen/ : er wird im Wohnzimmer, er wirdkrank sein
3.2 . /w. + Part. Prät.
-f- haben, sein; dient zur
Bildung des Fut. II / 3 .2 .1 . /bezeichnet ein {ver
mutetes) als abgeschlossen vorgestelltes zukünftiges
Geschehen/: morgen werde ich die Arbeit ab
geschlossen, das Buch ausgelesen haben 3.2 .2 . /be
zeichnet ein vermutetes abgeschlossenes vergangenes
od. gegenwärtiges Geschehen/: er wird (gestern)
krank gewesen sein, sich (wohl) verlaufen haben —
4. /w. + Part. Prät.j 4.1 . /dient zur Bildung des
Pass.; bei vorangehendem Part. Prät. steht worden
statt geworden/: er soll ausgezeichnet w., wird,
wurde ausgezeichnet, ist ausgezeichnet worden;
es wird ihm, ihm wird geholfen (w.) 4.2 . /drückt eine
energische Aufforderung aus/: jetzt wird aber ge
schlafen, gegessen! — 5 . /würde + Inf.; drückt den
Konj. aus/: er würde sich freuen, wenn wir kämen;
was würdest du dazu sagen?
+ etw. wird nichts {gelingt nicht, kommt nicht z u
stande) ; aus etw. wird nichts {etw. kommt nicht zu
stande); aus jmdm. wird etwas {jmd. wird es zu etw.
bringen)
werfen (er wirft), warf, hat geworfen 1.1 .1 . etw. w.
einem in der H and gehaltenen Gegenstand mit einer
{kräftigen) Bewegung des A rm s einen Schwung geben,
so daß er durch die Luft irgendwohin fliegt: einen
Ball, Stock, Stein (ins Wasser, in die Höhe, gegen
eine Wand, nach jmdm., weit) w.; Sport er hat
(den Speer, Diskus) 65 Meter weit geworfen1; P a
pier auf die Straße, ins Feuer w.; jmdm. etw. an
den Kopf, ins Gesicht, vor die Füße w .; etw. auf
den Boden w .; mit etw. w .: mit einem Stein (nach
jmdm.) w. 1 .1 .2 . etw., jmdn. durch eine kräftige
Bewegung irgendwohin gelangen lassen: der Sturm
warf das Schiff gegen ein Biff; jmdn. auf den, zu
Boden w .; bei dem Zusammenstoß wurde er aus
dem W agen geworfen; das Pferd warf den
Beiter aus dem Sattel {warf den Reiter ab); 0>
Truppen an die Front w. {sehr schnell an die Front
befördern); jmdn. aus dem Haus, Zimmer w.
{jmdn. scharf auffordern, das Haus, Zimmer zu ver
lassen, jmdn. für immer fortschicken); jmdn. ins Ge
fängnis w. {inhaftieren); Dias an die Wand w. (proji
zieren); eine Frage, einen Einwand in die Dis
kussion, Debatte w. (einwerfen); er warf einen
Blick (blickte flüchtig) auf jmdn., etw ., in, hinter
etw. 1 .2 . etw. durch 1.1 .1 verursachen, erzielen:
jmdm. ein Loch in den Kopf w.; Ballspiele ein
Tor w.*1; er hat sechs Augen geworfen (durch
Würfeln erhalten) — 2 .1 . sich irgendwohin w. sich
m it Schwung irgendwohin fallen lassen, in eine
bestimmte Stellung bringen: sich auf die Erde, auf das
Bett, ins Gras, gegen die Tür, (vor jmdm.) auf die
Knie w .; sich auf einen Stuhl, in einen Sessel w .;
sich jmdm. (weinend) an die Brust, den Hals, in
die Arme w. (jmdn. heftig umarmen); sich auf jmdn.
w. (sich auf jmdn. stürzen 3,2; jmdn. stürmisch an-
greifen) 2.2 . einen Körperteil, den Körper mit
Schwung, m it einem Ruck in eine bestimmte Rich
tung bewegen: den Kopf in den Nacken w ,; die
Arme in die Luft, Höhe w .; im Schlaf den Körper
hin und her w .; die Tänzerinnen warfen die Beine
(hoben und senkten die Beine mit Schwung) — 3 . etw.
über, um etw. w. etw.,Res. ein Kleidungsstück, schnell,
m it Schwung lose umy über etw. legen: sich einen
Schal um den Hals, ein Tuch über den Kopf w.;
sich, jmdm. eine Decke um die Schultern w ,; sich
einen Bucksack über den Bücken w.
—
4. umg.
4.1 . sich in etw. w. etw. (schnell) anziehen (1.1):
sich in seinen besten Anzug, sich in Gala w. 4 .2 .
sich auf etw. w. sich von nun an auf etw. legen
(3): er h at sich aufs Briefmarkensammeln, auf die
Musik geworfen — 5. umg. mit etw. um sich w.
etw. allzu reichlich verwenden, gebrauchen: m it
Fremdwörtern, Bedensarten um sich w .; mit dem
Geld um sich w. (Geld verschwenderisch ausgeben) —
6. jmd., ein Gebäude wirft (erzeugt) einen (langen)
Schatten; der Stoff, die Hose wirft (bildet) Falten —
7. /von bestimmten Säugetieren/ J unge w. Junge be-
bären: die Katze hat fünf Junge geworfen; die
Sau muß bald w.
—
8. das Holz wirft sich ver
zieht (2) sich, verwirft (2) sich: die Türen, Platten,
Bahmen haben sieh geworfen
+ ein/ Augeaufjmdn., etw. w.; ausder/ Bahn
geworfen werden; einen / Blick hinter die K u
lissen w .; etw. über /* Bord w.; sich für jmdn. in
die / Bresche w.; sich in die ^ Brust w .; die
J* Flinte ins Korn w .; jmdm. etw. vor die ^ Füße
w.; das /* Geld aus dem Fenster w.; sich jmdm.
an den/ Hals w.;das/ Handtuch w.;etw. über
den / Haufen w.; jmdm. (einen) / Knüppel zwi-
1330
Werft — wert
sehen die Beine w.;jmdm. etw. an den / Kopf w.;
Perlen vor die Säue w.; jmdm. etw. in den /
Rachen w.; sich in / Schale w.; jmdn. auf die ^
Straße w.; alles in einen / Topf w.; etw. in die
Waagschale w.
Werft, die;
-e n Betrieb zum Bauen und Repa
rieren von Wasserfahrzeugen, auch Flugzeugen
Werg, das; -(e)s, jo. PL/ kurze Fasern aus Flachs,
Hanf, die bes. zum Abdichten von Rohrleitungen
verwendet werden
Werk, das; -(e)s, -e 1.1. /o. Pl.f der Bewältigung
einer (großen) Aufgabe dienende Tätigkeit, Arbeit:
ein W. beginnen, weiterführen; sich (mit Eifer)
ans W. begeben, machen; jmd. geht (fröhlich, so
fort) ans W. — 2 . /nur mit Attr.j ein gutes W. (eine
gute Tat) tun; das war ein verdienstvolles W.
—
3.1 . Ergebnis einer Tätigkeit, A rbeit: die Neubauten
sind das W. ihrer Hände; diese Zerstörung, Intrige
ist sein W. 3 .2 . Erzeugnis künstlerischen, wissen
schaftlichen Schaffens, das Geschaffene, H ervor -
gebrachte: ein unvollendetes, neues, einschlägiges
W.; dichterische Werke; die großen Werke der
Weltliteratur; Goethes Werke; die Werke Mozarts;
ein W. abfassen, veröffentlichen, aufführen; das
W. (Buch) hat 700 Seiten 3.3 . jo. Pl.j Gesamtheit
der Werke (3.2) bes. eines Künstlers: das dramati
sche, dichterische W. Schillers; das W. Mozarts —
H. größerer Betrieb od. T eil eines größeren Betriebes,
in dem materielle Güter, Produkte hergestellt werden:
ein W. des Schwermaschinenbaus; ein W. er
richten, in Betrieb nehmen, stillegen; er arbeitet
im W. II des Kombinats — H l. Triebwerk (1.2):
das W. einer Uhr; das W. aufziehen, reparieren
+ jmd. ist am W. (jmd. ist tätig); jmd. geht in be
stimmter W eise zu Werke (beginnt, tut etw. in be
stimmter Weise)
Werk/werk| -bank, die jPl. -bänke/ größerer, stabi
ler, tischartiger Einrichtungsgegenstand mit Fächern,
Schraubstock o. ä . für Werkstätten, Betriebe, an dem
bes. handwerkliche Arbeiten verrichtet werden;
- d irektor, der Betriebsdirektor; -eigen lA dj.f dem
Betrieb gehörend: werkeigene Kindergärten, Er
holungsheime, W ohnungen
werkeln jsw. Yb.; hat/ 1. landseh., bes. süddt.
österr. werken — 2. spött. sich zum Zeitvertreib
m it einer Arbeit beschäftigen, herumwirtschaften:
sonntags werkelt er gern ein wenig in seinem Vor
garten
werken /sw. Vb.; hat/ körperlich, handwerklich ar
beiten (1.1), tätig (1) sein: im Haus, Garten, in der
Küche w.; er werkt von früh bis spät (auf dem
Acker, im Stall)
Werken, das; -s, jo. PL/ Unterrichtsfach an den all
gemeinbildenden Schulen zu r Vermittlung von
Kenntnissen im Umgang mit den gebräuchlichsten
Werkzeugen und einfachen Maschinen: das Fach W.
Werk/werk| -essen , das Betriebsessen; -gerecht
fAdj.l den Eigenheiten, Besonderheiten eines (K u n st
werks, den Intentionen seines Verfassers gerecht
werdend, entsprechend: ein Drama w. inszenieren;
- getreu /A dj./ bei der Interpretation (1.2) der künst
lerischen Vorlage genau folgend: ein e werkge
treue Aufführung; ein Musikstück w. spielen,
wiedergeben; -halle, die Halle, die als Pro
duktionsstätte dient; -kollektiv , das Gesamtheit
der Werktätigen eines soz. Betriebes; -küche, die
Betriebsküche; -küchenessen, das Betriebsessen;
- leiter, der Betriebsleiter; -leitung , die Betriebs
leitung; -m eister, der /noch BRD / Leiter einer Werk
statt od. Abteilung eines Betriebes; -schütz, der
Betriebsschutz; -statt, die; -,
-Stätten 1. Arbeite-
raum bes. eines Handwerksbetriebes, in dem meist
alle zur gewerblichen Herstellung od. Reparatur einer
Ware notwendigen Arbeitsgänge durchgeführt wer
den: die W. eines Tischlers, einer Autolackiererei —
2. jo. Pl.j dem Austausch von Erfahrungen, Ideen
dienendes Treffen bes. von Künstlern; -Stätte, die
Werkstatt; -stattgespräch, das /vorw. Pl.f im Rah
men einer Werkstatt (2) geführtes Gespräch; -Stoff,
der aus Rohstoffen gewonnenes M aterial, das zur
Herstellung von Halbfabrikaten, Fertigerzeugnissen
dient: metallische, synthetische Werkstoffe; -stück,
das /PL -e/ bereits bearbeiteter Arbeitsgegenstand,
der noch weiterverarbeitet werden muß; -tag, der
Tag, an dem allgemein gearbeitet wird; -tags /Adv./
an Werktagen: dieser Zug verkehrt nur w.; -tätig
fA dj.f als Werktätiger lebend, arbeitend: das werk
tätige Volk; die werktätigen Frauen, Massen,
Menschen; -tätige,der u. die; -n, -n jmd., der seinen
Lebensunterhalt selbst durch gesellschaftlich no t
wendige Arbeit erwirbt und keine Ausbeutung (1) be
treibt (und in einem Arbeitsrechtsverhältnis steht):
die sozialistischen, fortschrittlichen W erktätigen;
die Interessen, Bedürfnisse, ein Staat der W erk
tätigen; -tor, das Tor an der Einfahrt eines Be
triebes; -treu /A d j./ werkgetreu; -unterricht, der
Werken; -zeug, das jPl.
-e/ 1.1. Arbeitsmittel, mit
dem manuell od. maschinell auf den Arbeitsgegen
stand eingewirkt wird 1.2 . jo. Pl.f Gesamtheit der
verschiedenen Hilfsmittel für'jeweils eine bestimmte
handwerkliche Tätigkeit: das W. des Klempners,
Tischlers; das W. liegt in der Kiste — 2 . jmd., der
von einem anderen als M ittel zur Erreichung be
stimmter Absichten benutzt wird: jmdn. als W. miß
brauchen, zum willenlosen, blinden W. machen;
-zeugmaschine, die Techn. Maschine, mit der
Werkstücke bearbeitet werden
Wermut, der; -(e)s, jo. Pl.j 1. gelbblühender Korb
blütler, dessen ätherische Öle als A rznei und Gewürz
verwendet werden — 2 . Wermutwein: er trank ein
Glas W.
Wermuts|tropfen, der g eh . etw., das einen an
genehmen Zustand, die Freude trübt: seine Erkältung
war der einzige W. auf dieser Reise
Wermut) -tee, der Tee aus den getrockneten Pflan
zenteilen des Wermuts; -w ein, der alkoholreiches
Getränk aus rotem od. weißem Südwein, dem ein
bitterer Extrakt des Wermuts zugesetzt ist
wert /Adj./ 1 .1 . etw. ist etwas w. etw. hat einen
bestimmten materiellen, meist in Geld ausgedrückten
Wert, hat einen bestimmten (Kaufpreis: die alte
Uhr ist viel, wenig, nichts w.; das Fahrrad ist
200 Mark w .; der Schmuck ist das, sein Geld nicht
w. 1 .2 . etw., jmd. ist etwas w. etw. hat einen be
stimmten Gebrauchswert, jmd. hat einen bestimmten
ideellen, moralischen Wert: dein Plan, R at, dieser
Apparat ist viel, nichts w. (ist gut, nicht zu ge
brauchen, verwenden); jmd. ist nichts w. (jmd. hat
kaum sittlich positive Eigenschaften) 1.3 . etw., jmd.
ist jmdm. etwas w. etw., jmd. ist jmdm. wichtig, be
deutsam, ideell wertvoll: seine Hilfe war mir viel,
wenig, nichts w.; das, er ist mir lieb und w. (ge
worden) 1.4 . etw., jmd. ist (jmdm.) etw. w. etw.,
jmd. verdient (2.1) etw .: das war (mir) das Opfer,
Wert — Wesen
1331
den Preis, die Reise w .; das ist die Sache nicht w .;
das wäre einen Versuch w.; er ist es w., nicht w.,
daß man ihn beachtet; die Gedichte sind (es)
w., gedruckt zu werden; etw. ist eine(r) Sache w.:
sein Entschluß ist alle(r) Achtung w.; etw. ist
alle(r) Ehren w.; etw. ist der, die Mühe w. (etw.
lohnt die Muhe); das ist nicht der Erwähnung w.;
jmdn., etw. einer Sache für w. (berechtigt, geeignet)
erachten; jmd. ist einer Sache, jmds. w.: er ist
des Vertrauens, ihrer (Liebe) nicht w.
—
2. /nur
attr.l geschätzt und verehrt (1.1 .1): /in Anreden in
Briefen, Reden/ werter Herr A !; werte K olle
gen!; papierdt. Ihr wertes Schreiben vom ...
haben wir erhalten; veraltend, noch spött. wie
ist der werte, Ihr werter Name?; wie geht es Ihrer
werten Gattin?
-j- etw. ist einen / Dreck, keinen
Dreier w.;
etw., jmd. ist / Gold(es) w.; etw. ist keinen /
Groschen, (roten)
Heller,
Pfennig, keinen,
nicht einen / Pfifferling, nicht der / Rede w.;
jmd. ist keinen / Schuß Pulver w.
Wert, der; -(e)s, -e 1. jo. PL /1.1. meist in Geld aus
gedrücktes Äquivalent eine'S Gegenstandes, einer
Dienstleistung, Preis, den man zahlen muß, um eine
Ware zu erwerben, eine Dienstleistung zu erhalten:
ein Ring v on großem, hohem, geringem W .; den
W. eines Gegenstandes schätzen, angeben; etw.
über, unter dem, seinem W. verkaufen; eine Ware
ist im W. gestiegen, gefallen, hat an W. verloren;
das Land hat Waren im Werte vo n 400 Millionen
Mark importiert 1.2. Polit. ök. in einer Ware ver
gegenständlichte, allgemeine menschliche, abstrakte,
zur Herstellung einer Ware gesellschaftlich n o t
wendige Arbeit — 2 . /o. PI ./ aus der Beschaffenheit,
den Eigenschaften einer Sache, eines Menschen sich
ergebende(r Grad der) Bedeutung, Wichtigkeit in
einem bestimmten Zusammenhang, meist gemessen
a n einem gesellschaftlich entwickelten M a ß s ta b :
der künstlerische W. des Romans (war unerheb
lich); der technische W. einer Erfindung; der
moralische, ideelle W. einer Sache, Tat; den
wahren W. eines Menschen erkennen; den W.
der Freundschaft zu schätzen wissen; sich
seines Wertes bewußt sein; etw hat wenig, viel W.
für etw., jmdn. (etw. ist für Hw., jmdn. wenig, sehr
wichtig); etw. ist ohne W. für etw., jmdn.; das hat
nur persönlichen W. für mich (ist nur für mich
wichtig); einer Sache großen, keinen W. beilegen,
beimessen (etw. für sehr wichtig, nicht wichtig hal
ten) — 8. /nur im PL/ 8.1 . Dinge, Gegenstände von
großem materiellem Wert, Sachwerte: große ma
terielle Werte erhalten, vernichten; (bleibende,
dauernde) Werte schaffen 3.2 . Dinge, Eigenschaf
ten, Normen, die Wert (2) repräsentieren: geistige
Werte; die ethischen Werte eines Menschen; die
kulturellen Werte eines Volkes — 4 . in Zahlen aus
gedrücktes (mathematisches, physikalisches) Ergeb
nis einer Messung, Untersuchung, Meßwert: m eteo
rologische, mathematische, technische W erte; die
mittleren Werte des W asserstandes; die extremen
Werte der Temperaturen im Sommer und Winter;
einen W. (an einer Skala) ablesen; die Werte be
rechnen, vergleichen — 5 . Briefmarke mit einem
bestimmten aufgedruckten Preis: eine Briefmarken -
serie mit Werten von fünf bis siebzig Pfennig
+ W. auf etw. legen (etw. für besonders wichtig
halten)
Wert/wert] -arbeit, die \o. PI ./ Arbeit, die einen
besonders hohen Gebrauchswert schafft; -bestä ndig
IAdj.; nicht adv./ seinen materiellen, finanziellen
Wert (relativ lange) konstant haltend: eine wert
beständige Währung
werten, wertete, hat gewertet 1.1 . etw. w. den
Wert (2) von etw. bestimmen, beurteilen: eine Tat,
ein Verhalten positiv, hoch, kritisch, moralisch w .;
etw. höher w. als etw. anderes; das Gesamtwerk
eines Dichters w.; etw. als etw. w .: etw. als gute
Leistung, als Ausdruck des Mitgefühls w. (be
trachten, einschätzen) 1.2 . S p o r t Punkte für eine
sportliche Leistung geben: die Punktrichter haben
sehr unterschiedlich gewertet; einen Sprung, eine
Kür zu hoch, niedrig w. (für einen Sprung, eine
Kür zu viel, wenig Punkte geben)
Wert/wert| -erhaltung, die fach sp r. Erhaltung od.
Erhöhung des Gebauchswertes bes. von Gebäuden und
Maschinen durch Reparaturen, Pflegearbeiten;
- gegenständ, der Gegenstand von großem materiellem,
finanziellem Wert, Sachwert; -gemindert /Adj./ im
Gebrauchswert gemindert: wertgeminderte Ware;
- halten fVb./ etw., jmdn. sehr schätzen: ein Ge
schenk, jmds. Andenken, seinen Freund w.
Wertigkeit, die; -,
-en 1. /o. Pl.j Wert (2): etw. ist
von starker, geringer, gesellschaftlicher W.; etw.
auf seine W. prüfen — 2. Chem. Valenz (1)
wert/Wert| -los /A dj.; von Sachen/ ohne, von sehr
geringem Wert (1.1, 2): wertlose Schmucksachen,
Banknoten; der Roman ist künstlerisch w .; -maß
stab, der Maßstab, Kriterium, m it dessen Hilfe der
Wert (1.1 ,2) einer Sache bestimmtwird; -messer, der;
- s, - Wertmaßstab; -minderung, die Minderung
des Gebrauchswertes einer Ware od. Dienstleistung;
- Objekt, das etw. von großem materiellem, finanziellem
Wert; -papier, das /vorw. PI ./ Urkunde, die ein
bestimmtes Vermögen (II) verbrieft, das an den
Besitz der Urkunde selbst gebunden ist; -Sache,
die /vorw. Pl.j Wertgegenstand, bes. Schmuck: seine
Wertsachen in einem Safe deponieren; -Schätzung,
die /vorw. mit A dj./ (große) Achtung, Anerkennung:
jmdm., einer Sache außerordentliche W. en t
gegenbringen; jmd., etw. genießt eine große, be
sondere W .; seine (hohe) W. für jmdn., etw. zum
Ausdruck bringen; -stück, das /PI. -e/ Wertgegen
stand
Wertung, die; -,
-en /zu werten/; zu 1.2: eine hohe,
zu niedrige W.
Wert/wert| -urteil, das Urteil über den Wert (2)
einer Person, Sache: künstlerische, ethische, mora
lische Werturteile; ein (negatives) W. aussprechen,
bestätigen; -voll /Adj.; nicht adv./ 1.1. von großem
materiellem Wert: ein wertvoller Ring, Pelz 1.2 . von
hohem Wert (2), sehr nützlich (1): wertvolle Er
fahrungen sammeln; jmdm. wertvolle Ratschläge
geben; seine Hilfe, Mitarbeit ist uns sehr w.; -Vor
stellung, die /vorw. PI ./ Vorstellung, Auffassung
von den ideellen Werten (3.2): die so zialisti
schen Wertvorstellungen; die W ertvorstellungen
einer Epoche, einer Gesellschaft, Gruppe, eines
Menschen
Wesen, das; -s, - 1 . /o. PI ./ entscheidende, bestim
mende, relativ stabile, invariante Eigenschaften,
Eigenart einer Sache, eines Vorgangs, d ie, a u s
gehend von der Erscheinung, im Erkenntnisprozeß
gefunden wird: das wahre, widerspruchsvolle W.
einer Sache; W. und Erscheinung; das W. einer
85 Wörterbuch
1332
- wesen — westlich
Sache erkennen, erforschen, beurteilen; etw. liegt
im W. einer Sache — 2 . fo. Pl.f 2.1 . psychisch-
emotionale, temperamentsmäßige, charakterliche
Eigenart eines Menschen: jmds. W. verstehen; sein
ganzes W. ist mir fremd; das gehört zu seinem W.,
entspricht nicht seinem W .; er ist im Grunde seines
Wesens schüchtern; sein (ganzes) W. (seine ganze
Persönlichkeit, er) empört sich dagegen, ist ver
ändert; jmdm. sein (innerstes) W. (sein Innerstes)
offenbaren, enthüllen 2.2 . fnur mit Adj.f Art und
Weise, m e sich jmd. auf Grund von 2.1 verhält,
a ufseine Umwelt wirkt, Verhalten: er hat ein freund
liches, lebhaftes W .; jmd. zeigt ein liebenswürdiges
W., trägt ein würdiges, munteres W. zur Schau —
3. /mit best. Adj.f 3.1 . lebender Organismus: er sah
im Wasser winzige, kleine W .; ein menschliches
W. (ein Mensch 1.1); der Mensch ist ein soziales,
geselliges W. 3 .2 . Her- od. menschenähnliches Ge
schöpf der abergläubischen od. dichterischen Phan
tasie: er glaubt an überirdische, höhere W . 3 .3 .
Mensch (1.2): sie ist ein liebes, gütiges, sanftes,
hilfloses W .; ein weibliches, männliches W.
+ viel, kein W., Wesens von, um etw., jmdn.
macheh (einer Sache, jmdm. viel, wenig Bedeutung
beimessen und daher viel, keine Umstände um etw.,
jmdn. machen)
- wesen jo. PI .; in Verbindung mit Subst.; bezeichnet
die Gesamtheit der Einrichtungen od. Vorgänge,
die zu etw. gehören/: / z. B . Bauwesen, Gesund
heitswesen, Transportwesen
wegenhaft /Adj.f das Wesen (1, 2) einer Person,
Sache betreffend: das gehört w. zu ihm, ist das
Wesenhafte dieser Vorgänge
wesenlos jAdj.l 1. ohne Gestalt, Kontur: wesenlose
Schatten — 2 . inhaltslos, leer, unbedeutend: etw.
als w. empfinden
Wesens/wesens] -art, die Wesen (2): jmd. ist v on
ruhiger, schüchterner W .; etw. entspricht nicht
jmds. W ., ist jmds. W. fremd; -eigen IAdj.f zum
Wesen einer Sache, Person gehörend: Wesens -
eigene Triebkräfte eines Prozesses; etw. ist jmdm.,
einer Sache w .;
- fremd /Adj.f nicht wesenseigen:
diese Bauten wirken in dem Stadtbild w .; etw. ist
jmdm., einer Sache w.; -m erkmal, das Bestandteil,
Merkmal des Wesens (1, 2): die Wesensmerkmale
der sozialistischen Kultur, Gesellschaft; -unter
schied, der Unterschied im Wesen einer Person,
Sache zu einer anderen: zwischen den beiden Ge
schwistern, Problemen besteht ein W .; -verwandt
IAdj.f in der Wesensart verwandt, ähnlich: die bei
den Künstler sind w .; -zug , der (charakteristischer)
Besta ndteil, M erk m al, bestimmende, entscheidende
Eigenschaft (des Wesens) einer Sache, Perso n: die
Wesenszüge der sozialistischen Gesellschaft; er ent
deckte einen unschönen, neuen W . an ihm
wesentlich \A dj.f 1. von entscheidender Bedeutung,
grundlegend, wichtig, zum Wesen (1) gehörend: die
wesentlichen Merkmale, Bestandteile einer Sache;
es ist keine wesentliche Änderung, Besserung des
Wetters, seiner Situation zu erwarten; etw. ganz
w. (grundlegend 2) verändern, verbessern; ihm fehlt
der Blick für das Wesentliche; das ist im wesent
lichen (was das Wesen 1 betrifft, im wichtigsten
Teil der Sache) dasselbe; diese Bauten stammen im
wesentlichen (zum größten Teil) aus dem Mittel-
alter — 2 . /als Partikel; dient vor Verben od. dem
Komp , als Gradangabef’ der Sportler hat sich
w. (sehr) verbessert; sein Bruder ist w. (viel)
älter
weshalb, weshalb /Adv .; leitet einen (in)direkten
Fragesatz ein/ aus welchem Grund?, warum?: w.
hast du das getan?; sage mir bitte, w. du das ge
tan hast
Wespe, die; -n in zahlreichen Arten vorkommendes
fliegendes, stechendes, schwarz- od. braungelbes
Insekt: mich hat eine W. gestochen
Wespen] -nest, das meist wabenförmiges, aus einer
papierähnlichen M a sse bestehendes Gebilde, in dem
die Wespen ihre B rut aufziehen: ein W. ausräuchern;
+ in ein W. stechen (eine heikle, üble Angelegen
heit berühren, aufdecken und dadurch viel Aufregung
hervorrufen und sich Unannehmlichkeiten zuziehen);
- stich, der: ein schmerzender W .;
- taille, die
oft scherzh . sehr schlanke Taille: das Mädchen
hat eine W.
wessen /Gen. Sg. von wer, was/ s. wer, was
West, der; -(e)s, -e 1. fo. Art., o. PI.; indekl.; vorw.
mit Präp. u. o. Attr.; Abk. W/ Seemannsspr.
Meteor. Westen (1): das Schiff nahm Kurs auf W.;
der Wind drehte (sich) nach W.
—
2. fvorw. Sg.f
Seemannsspr. Meteor. Westwind: der W. er
reichte Orkanstärke — 3 . /in der Verbindung! /
Ost und W.
west]deutsch fA dj.f 1. den westlichen Teil Deutsch
lands bis 1945, den westlichen Teil der BRD be
treffend, in ihm gelegen — 2 . die BRD betreffend
Weste, die; -,
-n ärmelloses, über einem Oberhemd,
einer Bluse getragenes, m eist bis zu r Taille reichendes
Kleidungsstück
+ u m g . keine, eine reine, saubere, weiße W. haben
(schuldig, ohne Schuld sein); salopp spött. jmdm.
etw. unter die W. jubeln (jmdm. etw. zuschieben,
was er nicht haben, nicht tun möchte)
Westen, der; -s, fo. Pl.f 1. fvorw. o. Art., mit Präp.
u. o. Attr.; Abk. W/ Himmelsrichtung in der Mitte
zwischen Süden und Norden auf derjenigen Seite,
wo die Sonne untergeht: die Sonne geht im W. unter;
der Wind kommt aus (dem), von W.
—
2. /mit
best. A rt./ Gebiet, das westlich von etw. gelegen ist:
im W. Europas ist das Klima milder als im Osten;
der W. des Landes ist gebirgig; der W. (der west
liche 2.1 Teil) Londons — 3 . /aus ursprünglich geo
graphischer Sicht geprägte Bez. für die kap. Länder/ :
die politische Haltung des W estens in Fragen der
Abrüstung
Westen zu Weste| -tasche, die Tasche in der Weste:
etw. in die W. stecken; + umg. etw. wie seine
(eigene) W. (ganz genau) kennen; -taschenformat,
das: eine Kamera im W. (in einem kleinen, hand
lichen Format)
«
Western, der; -/ -s, - (Abenteuerfilm, der im west
lichen Teil der USA in der Zeit der Besiedlung im
19. Jh. spielt
West| -fernsehen, das /DDR umg.; Bez. für in der
BRD ausgestrahlte Fernsehsendungenf; -flanke, die
M eteor, westliche (2.1) Seite: die W. eines Hoch
druckgebietes; -geld, das (o. Pl.f DDR umg./ Bez.
für die Währung derBRD/;-h ang9der westlicher (2.1)
Abhang; -küste, die westliche 2.1 Küste eines Landes
westlich jAdj.; nicht präd.f 1. fnur attr./ 1.1. nach
Westen (1): das Schiff hat westlichen Kurs 1.2 . aus
Westen (1): westliche Winde; der Wind kommt aus
westlicher Richtung — 2 .1 . im Westen (1) gelegen:
die westlichen Gebiete; der Fluß liegt weiter w.;
Westmark — wettern
1333
das westliche Seeufer; auf dem 20. Längengrad
westlicher Länge fAbk. w. od. westl. L ./; das west
liche (der im Westen 1 gelegene Teil vom) Erzgebirge;
der Ort liegt (20 Kilometer) w. von Leipzig
2.2 . fpräp. .mit Gen.f westwärts von etw.: w. des
Waldes liegt ein See — 3 . (die) kap. Länder be
treffend, von (den) kap . Ländern ausgehend: das
westliche Militärbündnis; wie von westlicher Seite
verlautet...
West(mark, die jPL -/ veraltend.umg. /Bez, für
die Währung der BRD, die Deutsche Markf
Westover, der; -s, - [ . .t|o:vor] ärmelloser Pullo
ver
West/west| «rand, der jvorw. 8g,j: am W. (westlichen
Rand) der Stadt wohnen; -Seite, die fvorw. 8g.f
westliche (2.1) Seite (1.1); -w ärts fAdv.f nach Westen
(1) zu: w. wandern, fahren, ziehen; -wind, der
a us Westen (1) kommender Wind
wes |wegen lAdv.f weshalb
Wettbewerb, der 1. Wettkampf, W ettstreit: einen
musikalischen, sportlichen W. veranstalten, aus
tragen; einen W. für Fotografen, Architekten aus
schreiben *— 2 , der sozialistische W. soz. Massen
initiative zur Steigerung der Arbeitsproduktivität
durch kollegiales Zusammenarbeiten der Werktätigen
im K a mpf um die besten Arbeitsergebnisse: den
sozialistischen W. organisieren; zum inner-, über
betrieblichen W. aufrufen; im W. stehen — 8 . jo.
PL; in der kap. Wirtschaft gebrauchte euphemistische
Bez. für Konkurrenzkampf/
Wettbewerbs zu Wettbewerb 2| -aufruf, der Aufruf
zu einem Wettbewerb; -programm, das Programm,
Plan (einer Brigade, Abteilung) eines soz. Betriebes
zur Führung des Wettbewerbs; -Verpflichtung, die
Verpflichtung zu einer bestimmten Leistung im
Wettbewerb: die W erktätigen erfüllten ihre W ett-
bewerbsverpflichtungen
Wett|biiro, das Geschäft (2) für den Abschluß von
Wetten für (Pferderennen
Wette, die;
- n 1. Abmachung zwischen zwei od.
mehreren Personen, daß derjenige, dessen Behaup
tung sich als richtig erweist, etw. vorher Vereinbartes,
meist eine Geldsumme, bekommt, als Gewinner gilt:
eine W. annehmen *verlieren; (mit jmdm.) eine W.
abschließen, eingehen; ich gehe jede W. ein, mache
jede W. m it (bin fest davon überzeugt, ganz sicher),
daß ...
—
2, gegen Zahlung einer Geldsumme ab
gegebener Tip über den Ausgang eines Rennens, einer
Ziehung, der bei richtiger Voraussage den Gewinn
einer bestimmten Geldsumme erbringt — 3 . fin der
Verbindung! um die W.: (mit jmdm.) um die W.
laufen, arbeiten (mit jmdm. gleichzeitig laufen, a r
beiten, um festzustellen, wer die beste Leistung er
bringt); sie haben um die W. gesungen
W ett/wett| -eifer, der ernstliches, emsiges Bemühen,
einander in guten Leistungen zu übertreffen: die
Schüler zum (fröhlichen, gesunden) W. anregen;
- eifern /hat gewetteifert/ mit jmdm. (um etw.) w.
jmdn ., einander im eifrigen Streben zu überbieten,
zu übertreffen versuchen: die Hausgemeinschaften
w. miteinander bei der Pflege ihrer Vorgärten; um
den ersten, besten Platz, um den Sieg w.
wetten, wettete, hat gewettet fzu Wette 1 u. 2/
eine Wette vereinbaren: er w ettete (zwanzig Mark,
um eine Flasche W ein), daß seine Behauptung
stimmt; ich wette, möchte w., wette zehn gegen
eins (ich bin fest davon überzeugt, ganz sicher), daß
...; umg. w., daß ... (wollen wir eine Wette ab-
schließen, daß ...)?; Rennen auf ein Pferd, auf
Sieg w. (auf den Sieg eines bestimmten Pferdes
Geld einzahlen); auf Platz w. (eine Platzwette ab
schließen)
- f umg. so haben wir nicht gewettet (das war nicht
so gemeint, kommt nicht in Frage) !
Wetter, das; -s, - 1 . jo. Pl.f der durch Luftdruck,
Temperatur, Wind, Sicht, Bewölkung, Luftfeuchtig
keit und Niederschläge sowie deren Zusammenwirken
gekennzeichnete augenblickliche Zustan d der L uft
hülle : gutes, schönes, schlechtes, sommerliches
wechselhaftes W .; wir haben warmes, kaltes, reg
nerisches, windiges, stürmisches W .; gestern war
(ein) scheußliches, trübes W .; das W. schlägt um,
bleibt beständig; das W. Vorhersagen; er geht bei
jedem W. spazieren — 2 , Unwetter: ein (heftiges,
schweres) W. zieht auf, braut sich zusammen, ist
im Anzug; das W. ist abgezogen — 3 . fvorw. PL/
Bergm . / schlagende W.
+ u m g . um gut(es) W. (günstige Stimmung) bit
ten; — / Wind und W. ausgesetzt sein
Wetter/wetter] -ablauf, der; -aussiebten, die fPLj
wahrscheinliche Gestaltung des Wetters in der nächst
folgenden Zeit: die W. für die nächsten Tage sind
gu t; -bericht, der von einer Wetterdienststelle ge
gebener Bericht über die augenblickliche Wetterlage
und ihre voraussichtliche Entwicklung: laut W. wird
es bald regnen; -beständig /Adj.; nicht adv./ wetter
fest; -bestimmend /A dj.f das Wetter (1) bestimmend,
prägend: das ausgedehnte Hoch bleibt weiterhin
w.; -dienst, der (Gesamtheit der Einrichtungen zur)
Ermittlung der den Zustand des Wetters bestimmen
den Größen und Erarbeitung von Aussagen über den
zu erwartenden W etterablauf der nächsten Tage;
- d ienststeile, die staatliche Einrichtung, die den
Wetterdienst versieht: die Zentrale W. Potsdam;
-empfindlich /A d jn i c h t adv./ wetterfühlig; -fest
fA dj.; nicht adv.! unempfindlich, widerstandsfähig
gegen die Wirkungen des (schlechten) Wetters: w etter
feste Schuhe, Kleidung, Zelte; -fühlig jAdj.; nicht
a d v.j vor od. bei einem Wetterumschwung gesteigert
schmerzempfindlich, sensibel (1.2); -führung, die
B erg m . (Einrichtungen zur) Versorgung der Berg
leute unter Tage mit Frischluft; -hart /Adj.; nicht
ad v./ 1 . abgehärtet gegen unangenehme Wirkungen
des Wetters: wetterharte Bauarbeiter, Seeleute,
Bergsteiger — 2 . wetterharte (durch ständigen
Aufenthalt im Freien gebräunte, scharf ausge
prägte) Gesichtszüge; -ka rte, die geographische
Karte eines bestimmten Gebietes, auf der die Wetter
lage in Form bestimmter Zeichen eingetragen i s t ;
- k ünde, die jo. PL/ Wissenschaft, die die Ursachen
und Erscheinungen des Wetters zum Zweck der Vor
hersage des künftigen Wetterablaufs erforscht, Meteo
rologie; -lag e, die Gesamtheit der meteorologischen
Erscheinungen in einem größeren Gebiet zu einer
bestimmten Zeit: die hochsommerliche W .; -leuch
ten jVb.; hat gewetterleuchtet/: es wetterleuchtet
(es blitzt in so weiter Entfernung, daß der Donner
nicht zu hören ist); -leuchten, das; -s, /o. PL/ Wider
schein ferner Gewitter am Horizont ohne vernehmbaren
Donner: ein W. erhellte den Himmel
wettern jsw. Vb.; hat/ um g . heftig schimpfen (1):
laut, tüchtig, in einem fort w.; gegen etw., jmdn.
w.: er wetterte gegen alles Neue, die fußball-
spieleriden J ung en
85*
1334
Wetterprognose — wickeln
Wetter/wetter| -prognose, die Wettervorhersage;
- Satellit, der Satellit, der in mehreren hundert Kilo
metern Entfernung die Erde umkreist und meteoro
logische Beobachtungen durchführt; -s ch acht, der
B erg m . Schacht, der der Wetterführung dient;
- s cheid e, die als Grenze (1.2) wirkendes Gebiet, meist
Gebirge, a uf dessen beiden S eiten verschiedenartiges
Wetter od. Klim a herrschen kann; -Seite, die Seite
eines Hauses, Baumes, die der Himmelsrichtung
zugewandt ist, aus der meist der Wind kommt;
- Station, die (kleinere) Station, in der das Wetter
beobachtet w ird und von der regelmäßig genaue
Inform ationen über die meteorologischen Erschei
nungen an die Wetterdienststelle weitergegeben
werden; -stürz, der plötzlicher Übergang von schö
nem zu schlechtem Wetter; -Umschlag, der Ä nde
rung des Wetters; -Unbilden, die /PL/ unangenehme
Wirkungen des Wetters, bes. von F rost, Schnee,
Regen; -Voraussage, die Wettervorhersage; -Vor
hersage, die Angabe über den wahrscheinlichen Ver
lauf des Wetters in der nächsten Zeit, bes. im täg
lichen Wetterbericht: eine kurzfristige, zuverlässige,
detaillierte W.;
-warte, die;
-n veraltend
Wetterstation; -wendisch fAdj.f leicht seine Meinung,
Stimmung wechselnd und daher unberechenbar, un
beständig: er ist w., ein wetterwendischer Mensch;
- wolke, die Gewitterwolke: schwere, schwarze
Wetterwolken zogen auf
Wett/wett| -fahrt, die bes. als Rennen ausgeführter
Wettbewerb m it Kraftfahrzeugen, Motorrädern,
Fahrrädern; -kampf, der Begegnung zwischen
Sportlern, bei der um die beste sportliche Leistung,
um die Meisterschaft gekämpft w ird : ein fairer W .;
Wettkämpfe veranstalten, durchführen; einen W.
austragen, gewinnen, verlieren; dazu -kämpfer,
der; -lauf, der La uf, bei dem festgestellt werden soll,
wer der schnellste Läufer ist: die Kinder veranstal
ten Wettläufe; O ein W. mit der Zeit; -machen
fV b .j 1. etw. Nachteiliges ausgleichen, etw. Fehlendes
durch etw. anderes ersetzen: einen Mangel, N a chteil,
Fehler, Verlust, Schaden, Arbeitsausfall w.
—
2. etw. w. sich für etw. erkenntlich zeigen: er wollte
diese Hilfeleistung, Unterstützung (wieder) w.;
-ren n en, das Wettlauf; -rüsten, das; -s, fo. Pl.f
die durch die Hochrüstung aggressiver, imp erial.
Staaten provozierte, bes. in der Konfrontation der
soz. und imperial. Staaten wirksame wechselseitige
Steigerung der Rüstung gegnerischer Staaten: für die
Einstellung, Einschränkung des (atomaren) W ett
rüstens kämpfen; -spiel, das zur Ünterhaltung, zum
Vergnügen durchgeführter Wettstreit; -s tre it, der
intensives Bemühen, einander in guten Leistungen
zu übertreffen: ein musikalischer, kultureller,
sportlicher W.; mit jmdm. in den W. treten; O es
entbrannte in ihm ein W. der Gefühle
wetzen /sw. Vb.; hat, ist/ 1. (hat) etw. w. 1 .1 . etw.
2schleifen (1.1): eine Sense, Sichel w.; eine A xt (am,
m it dem W etzstein), ein Messer (an einem Leder)
w. 1 .2 . etw. an, auf etw. anderem bei dauernder Be
rührung hin- und herbewegen, reiben (1.1): der Vogel
wetzte den Schnabel (am Ast, Gitter) — 2 . umg.
eilig, hastig laufen, rennen (ist): er wetzte um die
Ecke, ist über die Straße gewetzt
Wetz| stein, der Stein zum Wetzen (i.i), bes. von
Messern, Sensen
W hisky, d e r; -s, -s [viski] sich durch einen rauchigen
Geschmack auszeichnender Branntw ein aus Gerste,
Roggen od. Mais: schottischer W.; (einen) W. mit
Soda trinken
Wichse, die;
-n landsch. 1. fvorw. Sg.f Schuh
creme: W. auf die Schuhe schmieren — 2. jo. Pl.f
xPrügel: W. kriegen
wichsen jsw. Vb.; hat; / auch gewichst/ landsch.
etw. m it einem wachsartigen Mittel einreiben und p o
lieren : Schuhe, Stiefel, Leder w .; das Parkett w.
Wicht, der; -(e)s, -e /nur in Verbindung mit be
stimmten Adj.f 1.1. veraltend femot. neg.f männ
liche Person: er ist ein elender, jämmerlicher, armer
W. 1.2 . umg. lemot.f ein kleiner W. (ein kleines
Kind)
Wichte, die; -,
- n P h y s . das Verhältnis des Gewichts
eines Körpers zu seinem Volumen, das spezifische
Gewicht: die W. einiger Metalle vergleichen
Wichtelmännchen, das Zwerg (1)
wichtig fAdj.f 1.1 . für jmdn. in einem Zusammenhang
wesentlich, entscheidend, von großer, besonderer
Wirksamkeit: eine wichtige Angelegenheit, B e
ratung, Arbeit, Aufgabe; eine wichtiger Beschluß,
Schritt; ein wichtiges Fußballspiel; einen wich
tigen Brief schreiben; er war dort ein wichtiger
Mann; eine wichtige (äußerst beachtenswerte) Nach
richt, Mitteilung; etw. Wichtiges tu n, Vorhaben;
etw., jmd. ist für jmdn. sehr w.; dieses Problem,
diesen Punkt auf der Tagesordnung halte ich für
sehr w .; ein für das Leben wichtiger (dringend not
wendiger) Nährstoff; jetzt ist es am wichtigsten
(dringlichsten), allen sofort Bescheid zu geben
1.2 . /nur attr.f wichtigtuerisch: ein wichtiges Ge
sicht machen; etw. mit wichtiger Miene, in wich
tigem Ton sagen
- f umg. jmd. macht, tut, hat sich (mit etw. vor
jmdm. ) w. (jmd. benimmt sich, als ob er etw. Beson
deres wäre, zu sagen hätte, versucht, sich m it etw.
mehr Geltung, Beachtung zu verschaffen, als ihm
zukommt); jmd. kommt sich w. vor (jmd. kommt
sich so vor, als ob er etw. Besonderes wäre, zu sagen
hätte)
Wichtigkeit, die; -,
-e n fvorw. Sg.; zu wichtig/; zu
1.1: die W. einer Angelegenheit, Arbeit; einer Auf
gabe große, besondere W. beimessen; etw. ist für
jmdn. von allergrößter W., nicht von W.; zu 1.2:
etw. m it großer W. erzählen
Wiehtig/wichtig| -tuer, der; -s, - jmd., der sich
wichtig tut, macht; dazu :tuerei, -tuere|, die; -, fo.
Pl.f u. -tuerisch fAdj.f: eine wichtigtuerische Miene
machen; sich w. benehmen; etw. w. erzählen, be
richten
Wicke, die;
-n
rankender Schmetterlingsblütler
m it rötlichen, violetten, weißen od. bläulichen Blüten
Wickel, der; -s, - feuchtes Tuch, das zu therapeuti
schen Zwecken um einen Körperteil gewickelt und
m it einem trockenen Tuch bedeckt wird: jmdm. einen
warmen, kalten W. anlegen
+ umg. jmdn. am, beim W. haben, am W. kriegen
(jmdn. zur Verantwortung, Rechenschaft ziehen)
Wickelkind, das veraltend Säugling: oft spött.
du bist doch kein W. mehr!; sich wie ein W. (kin
disch) benehm en
wickeln fsw. Vb.; hat/ 1. etw. dünnes (schmales)
Langes durch kreisende Bewegung (mit der H and)
1.1 . (fest) auf, um etw. herum (in Lagen) neben- und
übereinander legen: Draht, einen Faden, Bänder auf,
um eine Rolle w.; etw. (zu etw.) w.: Wolle (zu
einem Knäuel), Draht zu einer Spule w .; sich
einen Schal um den Hals, ein Tuch um den Kopf
w .; etw. w .: das verletzte Bein w. (eine Binde mehr
mals fest um das verletzte Bein legen); einen Säug
ling w. (Windeln um seinen Unterkörper legen)
1.2 . von etw., das durch 1.1 entstanden ist, abnehmen,
entfernen: den Draht von der Spule, Garn von
einer Rolle, Wolle von einem Knäuel, die Binde
von der Verletzung w. — 2 .1 . etw., jmdn., sich in
etw., etw. um etw., jmdn. w. etw. Flächiges mehr
fach um etw., jmdn., sich legen, schlagen, so daß es
davon völlig, jmd. größtenteils davon eingehüllt ist:
etw. in Papier, jmdn., sich in eine Decke w .; Papier
um ein Buch, eine Decke um das Kind w. 2 .2 .
etw., jmdn., sich aus etw. w. die durch 2.1 ent
standene Umhüllung von etw., jmd m . , sich entfernen:
das Geschenk, die Blumen aus dem Papier, das
Kind aus den Decken w.
—
3. etw. durch 1.1 her-
stellen: Zigarren w.; Elektrotechn. eine Spule,
einen Transformator w.
4 jmdn. um den (kleinen)/* Finger w. können
Wicklung, die;
-en Elektrotechn. Bauelement
aus einem um einen isolierten Körper gewickelten
Draht: die Wicklungen eines Trafos
Widder, der; -s, - männliches Schaf, Schafbock
w|der /Präp. mit Akk.f 1. geh. im Gegensatz zu etw.,
2entgegen: das hat er w. meinen Willen, seine bes
sere Überzeugung, alle Vernunft getan; w. (alles)
Erwartenkam er doch —2. veraltend geh. gegen
(2.1) :w. das Gesetz handeln; w. die Ordnung ver
stoßen
-f- das / Für und Wider
wider- /heute nicht mehr produktiv; trennbare, betonte
od. untrennbare, unbetonte Pa rtikel vor Verben und
deren substantivischen Ableitungen, vor A d j., Subst.f
1. /nur untrennbar/ gegen (1): / z. B . wider
sprechen, widerstehen, widerstreben — 2 . fvorw.
untrennbar/ etw. reflektierend: / z. B. widerhallen
(widerhallen), widerschallen, widerspiegeln
wider/Wider| -borstig /A d j./ widerspenstig; -fahren
/ist widerfahren/ geh . etw. widerfährt jmdm. jmd.
erfährt, erlebt etw. ihn persönlich Betreffendes (meist
Unangenehmes), ohne d aß er d ara uf vorbereitet ge-,
wesen wäre: er erzählte, was ihm im Leben, auf der
Reise w.- war; ihm widerfuhr ein schweres Leid,
etwas Merkwürdiges, eine große Freude; ihm ist
(ein) Unrecht w.j jmdm. Gerechtigkeit w. (zuteil
werden) lassen; ^gesetzlich /A d j./ gesetzeswidrig:
eine widergesetzliche Handlungsweise; -haken, der
Haken mit zurückgebogener Spitze an einem Gegen
stand, die verhindert, daß er aus etw. wieder heraus
gezogen werden kann: ein Pfeil, Angelhaken mit
W .; -hall, der jo. Pl.f 1. hörbare Wiederholung eines
Schalls infolge Reflexion: den W. seiner eigenen
Schritte, seiner Rufe hören — 2 . der W. (die Reso
nanz 2) der Regierungsbeschlüsse bei, in der B e
völkerung; etw. findet großen, keinen W. (große,
keine Reaktion, Zustimmung); -hallen, hallte wider/
widerhallte, hat widergehallt etw. hallt v on etw.
wider, widerhallt vo n etw. 1 .1 . Töne, Geräusche
werden von etw. reflektiert, zurückgeworfen: die
Klänge, Schritte hallten von den hohen Wänden
wider 1.2 . etw. ist von Widerhall (1) erfüllt: die
engen Straßen hallten wider von Lachen und Ge
sang; -lager, das /PI. -lager/ T echn. Fläche, auf der
etw., bes. eine Brücke, ein Gewölbe, Bogen, aufliegt;
- legen /hat widerlegt /etw. w. nachweisen, daß etw.,
bes. eine Behauptung, nicht richtig ist, nicht zu
trifft: eine Aussage, einen Einwand, Vorwurf w.;
dazu -legung, die; -,
-en
widerlich fAdj.f 1.1 . höchst unangenehm auf die
Sinnesorgane, das ästhetische Empfinden wirkend,
Widerwillen, Ekel, Abscheu erregend, ekelhaft (1.1):
ein widerlicher Beigeschmack, Geruch, Anblick;
widerliche Farbzusammenstellungen, Töne; etw.
schmeckt, riecht w. 1 .2 . sehr unangenehm, un
sympathisch a uf jmdn. wirkend: ein widerlicher
Heuchler, Charakter, K erl; sein aufdringliches
Benehmen, seine Neugier ist (mir) w .; er grinste w.
1.3 . m it äußerst unangenehmen, peinlichen Um
ständen, Ärger und Verlegenheit verbunden: das ist
eine widerliche Angelegenheit, Situation
wider/Wider| -natürlich/A dj./ gegen die natürlichen,
biologischen Anlagen, das natürliche Empfinden
verstoßend: widernatürliche Triebe; sich w. ver
halten; -part 4 jmdm. W. geben (sich jmdm.
widersetzen, jmdm. Widerstand leisten); ^rechtlich
/Adj.f gegen das Recht, Gesetz verstoßend, ungesetz
lich: sich etw. w. aneignen; widerrechtlichen Ge
brauch von etw. machen; -rede,die Widerspruch(2):
etw. ohne W. tun; keine W. dulden, wagen; -rist,
der erhöhter Teil des Rückens am Übergang zum
Hals bei Pferd und Rind; =ruf, der das Widerrufen:
den W. einer Anordnung bewirken; etw. (bis) auf
W. (bis etw. Gegenteiliges angeordnet wird) ver
bieten, gestatten; -rufen /hat widerrufen/ Gesagtes,
Erklärtes mündlich od. schriftlich (offiziell) zurück
nehmen, für falsch od. ungültig erklären: eine A n
ordnung, einen Befehl w .; jmd. widerruft sein
Geständnis, seine Aussage; -sacher, der; -s, - p er
sönlicher Gegner, F eind (in einer rechtlichen, p o li
tischen, geistigen Auseinandersetzung): er ist sein
erbitterter W. in dieser Angelegenheit; ^schallen
/hat widergeschallt/ widerhallen; ^schein, der re
flektierter Lichtschein: der W. des Feuers, der
Kerze leuchtet, tanzt auf der Wand; der W. der
Sonne in den Fenstern; O der W. von Glück,
Freude lag auf seinem.Gesicht; -setzen, sich /hat
sich widersetzt/ sich einer Sache, jmdm. w. einer
Sache, jmdm. Widerstand leisten, sich weigern, etw.
zu befolgen, etw. Gefordertes zu tun: sich einer A n
ordnung, dem Lehrer w.;
- s etzlich /Adj./ dazu
neigend, sich einer Sache, jmd m . zu widersetzen;
iSinn, der jo. PI ./ Sinnlosigkeit, logische Unrichtig
keit: er bewies ihm den W. seiner B ehauptung;
dazu -sinnig fAdj.; nicht adv./; -spenstig /Adj.f
1. nicht bereit, Folge zu leisten, zu gehorchen, nicht
fügsam: ein widerspenstiges Kind; ein widerspen
stiger E sel; sich w. zeigen — 2 . widerspenstige (sich
nicht, schwer in eine bestimmte Form - fügende)
Haare, Locken; -spiegeln, spiegelte wider/wider-
spiegelte, hat widergespiegelt 1. etw. zeigt etw. als
Spiegelbild: das Wasser des Sees spiegelt Bäume
und Berge, den Himmel wider — 2 .1 . etw. zeigt
etw., läßt etw. erkennen, bringt etw. zum Ausdruck:
seine Augen spiegeln die Freude, Trauer, die er
empfindet, wider; der Roman spiegelt die poli
tischen Kämpfe, gesellschaftlichen Verhältnisse
jener Zeit wider; etw. spiegelt sich in etw. wider
(etw. kommt in etw. zum Ausdruck, wird in etw. er
kennbar) 2.2 . Phi los. das Bewußtsein des Men
schen widerspiegelt die Dinge der objektiven Reali
tä t (erzeugt ein Abbild 1.2 der objektiven Realität);
dazu -spieg(e)lung, die fo. Pl.f 1. das Widerspiegeln
(1) —2.1. das Widerspiegeln (2.1) 2.2. Philos. das
Wicklung — Widerspiegelung
1335
1336
widersprechen — widerwärtig
a ktive Erfassen der objektiven R ealität durch die
Erzeugung von Abbildern (1.2) im Bewußtsein des
Menschen; -sprechen /hat widersprochen/1. jmdm.,
jmds. Meinungsäußerung w. jmd m, gegenüber ent-
gegengesetzte Ansichten äußern, Einwände erheben,
jmds. Meinungsäußerung für unrichtig erklären:
dem Redner, seinen W orten, seiner Behauptung
mit scharfen Worten w .; er widersprach ihm mit
keinem Wort; jmd. widerspricht sich selbst (jmd.
äuß er t sich entgegengesetzt zu seiner eigenen, vorher
gemachten Aussage) — 2 . etw. widerspricht einer
Sache etw. steht im Gegensatz zu etw., stimmt mit
etw. nicht überein: dies widerspricht den bisherigen
Behauptungen, Erfahrungen, den Bestimmungen,
seinen Angaben, Grundsätzen; die Zeugenaussagen,
Nachrichten w. sich, einander; widersprechende
(entgegengesetzte, unvereinbare) Antworten, Aus
künfte erhalten; jmdn. bewegen die widerspre
chendsten Gefühle; -Spruch, der 1. miteinander
nicht Übereinstimmendes, nicht z u Vereinbarendes,
gegensätzliche Tatsachen, unvereinbares Verhältnis,
Gegensatz (2): ein krasser, tiefer, schroffer, unlös
barer W.; Phi los. W issensch. ein dialektischer
W. (die Einheit von Gegensätzen, die sich gleich
zeitig gegenseitig ausschließen und einander be
dingen) ; ein antagonistischer W .; sich zuspitzende
Widersprüche; ein logischer W. (gedankliche Ver
knüpfung logischer Gegensätze, die Verbindung
einer Aussage und ihrer Negation)^; etw., eine Aus
sage enthält einen W .; etw. steht zu, mit etw.
in, im W.; jmd. beendet sich in, im W. zu seiner
Umwelt; es besteht ein W. zwischen seinen Worten
und Taten; der Angeklagte verwickelte sich in
Widersprüche (machte einander widersprechende
Aussagen) — 2 . jo. Pl.j das Äußern einer Meinung,
m it der jmd. die Meinungsäußerung eines anderen
ablehnt, zu widerlegen sucht, m it der jmd. einem
anderen Widerstand leistet: keinen W. zulassen,
vertragen, dulden; jeden W. zurückweisen; etw.
ohne W. anhören, hinnehmen; W. gegen etw. er
heben; das reizt zum W., fordert jmdn. zum W.
heraus; auf (harten, heftigen) W. (Ablehnung)
stoßen;-sprüchlich /A dj./1 .1 . einen WiderSpruch (1),
Gegensatz (2) enthaltend: eine widersprüchliche
Problematik, Formulierung; P h i los . eine E nt
wicklung verläuft w. (in Widersprüchen) 1.2 . wi
dersprüchliche (einander widersprechende, entgegen
gesetzte 2) Eindrücke, Aussagen, Nachrichten
w|derspruchs/Widerspruehs| -frei /A dj./ W iss e n
s c h . keinen logischen Widerspruch enthaltend;
- geist, der jo. Pl.j: in jmdm. regt sich, erwacht der
W. (der Drang zu widersprechen); -los jA dj.j keinen
Widerspruch erhebend, ohne zu widersprechen;
- vo ll jAdj.l voller Widersprüche (1): er führte ein
widerspruchsvolles Leben; seine Haltung war w.
Widerstand, der 1. /o. P l.j die ablehnende Haltung
und das Entgegenwirken, der K a mpf gegen etw.,
jmdn., jmds. Tun od. Wollen, bes. gegen einen (mili
tärischen) Gegner, um eigene Interessen zu wahren,
zu verteid ig en, durchzusetzen, Ungewolltes abzu
wehren: bewaffneten, heftigen, offenen, / aktiven,
z* passiven W. leisten; der antifaschistische W.
(Widerstandskampf); den W. organisieren; Ju r.
W. gegen die Staatsgewalt, gegen staatliche Maß
nahmen (gewaltsame Behinderung eines Angehöri
gen eines staatlichen Organs an der Durchführung
seiner AufgabenJ1; er ließ sich oh ne W. (ohne Gegen
wehr) festnehmen; jmdm. W . leisten; bei jmdm.
auf W. stoßen; den W. des Gegners brechen; den
W. aufgeben, einstellen — 2 .1 . etw., das sich jmdm.,
einem Prozeß, Vorgang, Geschehen hindernd, hem
mend entgegenstellt: g eg en den W. des Gestrüpps
bahnte er sich seinen Weg; überall auf Wider
stände stoßen; allen Widerständen zum Trotz
etw. durchsetzen; seine inneren Widerstände
(Hemmungen) überwinden 2.2 . Phys. Kraft, die
einer Bewegung entgegenwirkt : der aerodynamische,
elektrische W .; der W. der Strömung des Wassers
—
3. Elektrotechn. Bauteil zur Verringerung
des elektrischen Stroms
+ den / Weg des geringsten Widerstandes gehen
Widerstands/widerstands| -bewegung, die" vgl.
-kampf; -fähig jAdj.; nicht adv.j 1.1. fähig, phy
sische od. psychische Belastungen zu ertragen, ohne
Schaden zu erleiden: ein (gegen Ansteckungen,
Krankheiten) widerstandsfähiger Körper; wider
sta ndsfähige (gegen Witterungseinflüsse unempfind
liche) Pflanzen, Getreidesorten 1.2 . nicht empfind
lich (2) gegen äußere Einwirkung, Belastungen: eine
widerstandsfähige Konstruktion; der Lack, das
Material ist sehr w. gegen Korrosion, Druck, Stoß;
dazu -fähigkeit, die jo. P l.j; -kampf, der jo. Pl.j
organisierte, aktive, politische (bewaffnete) Aktionen
gegen eine reaktionäre, volksfeindliche Herrschaft:
der antifaschistische W .; -kämpfer, der Teilnehmer
am Widerstandskampf; -kraft, die vgl.
-fähigkeit:
physische, psychische, moralische W.;
-los jAdj.j
keinen Widerstand leistend: er ließ sich w. fest
nehm en, abführen
wider/Wider| -stehen /hat widerstanden/ 1.1 . einer
Sache, jmdm. gegenüber standhaft bleiben, einer
Versuchung, die von einer 'Sache, jmdm. ausgeht,
nicht nachgeben: jmds. Bitten , Überredungskünsten,
Liebenswürdigkeit (nicht) w. (können); der Ver
lockung, Versuchung, etw. zu tun, w. 1 .2 . gegen
über der Einwirkung einer K raft, einer äußeren
od. inneren Belastung unempfindlich sein: dieses
Material widersteht allen Beanspruchungen, Er
schütterungen — 2 . etw. widersteht jmdm. 2 .1 . ein
Nahrungs-, Genußmittel löst bei jmdm. Widerwillen,
Ekel aus: das fette Fleisch widersteht ihm 2.2 . etw.
widerstrebt (1) jmdm .: es widersteht ihm, lange
Erklärungen abgeben zu müssen; -streben /hat
widerstrebt/ 1. etw. widerstrebt jmdm., jmds. Ge
fühl etw. ist jmdm. höchst unangenehm, zuwider: es
widerstrebt mir, darüber zu reden, sein Vertrauen
zu mißbrauchen; es widerstrebt seinem Charakter,
Gerechtigkeitsgefühl, so etwas zu tun — 2 . jmds.
Wünschen, Forderungen w. jmds. Wünsche, For
derungen nicht befolgen wollen: jmds. Plänen, A n
weisungen w. (gegen sie sein); er ging nur mit
Widerstreben, widerstrebend (widerwillig, ungern),
ohne Widerstreben (willig) mit; etw. mit wider
strebenden (sich dagegen wehrenden) Gefühlen,
Empfindungen tun; ^streit, der jo . Pl.j Gegen
einanderwirken (zweier) unterschiedlicher K räfte,
Tendenzen: ein W. der Gefühle; der W. von Pflicht
und Neigung; -streiten /hat widerstritten/ etw.
widerstreitet einer Sache etw. steht im Gegensatz zu
einer Sache, ist m it einer Sache unvereinbar: das
widerstreitet seinen Prinzipien; jvorw. im P a rt.
Prä s.j widerstreitende (miteinander unvereinbare,
entgegengesetzte) Wünsche, Gefühle, Ansichten
widerwärtig jA dj.j widerlich
Widerwärtigkeit — wieder
1337
Widerwärtigkeit, die; -,
-en 1. /o. PL; zu widerwär
tig/ widerliche Beschaffenheit von etw .; zu 1.1: die W.
des Anblicks, Geruchs; zu 1.2: die W. seines B e
nehmens; zu 1.3: die W. seiner Lage — 2. jvorw.
Pl.f widerliche (1.3), peinliche, m it Ärger verbun
dene Angelegenheit, höchst unangenehmes H ind er
nis: er mußte v iele Widerwärtigkeiten überwinden,
durchstehen
Wider/wider| -w ille(n), der gegen etw., jmdn. ge
richtetes heftiges Gefühl der Abneigung, Abscheu:
einen starken, großen Widerwillen gegen etw.,
jmdn. haben, empfinden, hegen; etw. nur m it
Widerwillen tun; etw., jmd. erregt bei jmdm. W .
(xEkel); -w illig /A dj.; nicht präd./ Widerwillen,
Widerstreben ausdrückend, dem eigenen Wollen
widerstrebend: eine widerwillige Antwort geben;
ein paar widerwillige Schritte tun; sich w. ab
wenden; das Kind gehorchte w.; eine Arbeit (nur)
w. {sehr ungern) tun
widmen, widmete, hat gewidmet 1.1 . etw. jmdm.
w. in einem selbstgeschaffenen literarischen, wissen
schaftlichen Werk einer Person seine Zuneigung,
Verehrung durch einen diesem vorangestellten ge
schriebenen od. gedruckten Tex t ausdrücken: er
widmete seinen ersten Roman seiner Frau 1.2 . etw.
(Geschriebenes) ist jmdm., einer Sache gewidmet
etw. (Geschriebenes) hat jm dn ., etw. zum Gegenstand,
als Inhalt: der Zeitungsartikel ist dem jungen
Komponisten, der neuen Kunstausstellung ge
widmet — 2 . etw. einer Sache, jmdm. zukommen
lassen: einer Sache, jmdm. seine Liebe, Aufmerk
samkeit w,; jmd. hat sein Leben ganz der Kunst
gewidmet; sie widm et ihre meiste Zeit ihren
Kindern (verbringt ihre meiste Zeit mit ihren K in
dern) — 3. sich jmdm., einer Sache w. sich mit
jm dm ., einer Sache (längere Zeit) eingehend be
schäftigen: sich (ganz) seinen Kindern, dem Stu
dium, Haushalt, der K unst, Musik w.
Widmung, die; -,
- e n geschriebener od. gedruckter
Text, mit dem jmd. jmdm. etw. widmet (1.1): ein
Buch mit einer eigenhändigen W. des Autors; eine
W. in ein Buch schreiben
widrig \A d j.; nicht adv.f ungünstig, sich für jmdn.,
etw. nachteilig, hinderlich auswirk end: widrige
Umstände; ein widriges Geschick, W etter; widrige
(die Fahrt, den Flug hemmende, hindernde) Winde
widrigen|falls /Adv./ papierdt. falls das nicht
geschieht, im anderen Falle: er muß w. mit einer
Bestrafung rechnen
Widrigkeit, die; -,
- e n jvorw. Pl.f Schwierigkeit,
Unannehmlichkeit: mit Widrigkeiten zu kämpfen
haben; die Widrigkeiten des Lebens
1wie jAdv.f 1. jin (in)direkten Fragesätzen/ 1.1 .
/fragt in Verbindung mit Verben nach dem Verlauf,
der Ursache eines Vorgangs, der Beschaffenheit eines
ZustandsI auf welche Weise, in welcher Art?: w. g eht
es weiter?; w. konnte das geschehen?; w. ist das
möglich?; w. geht es dir?; w. heißen Sie?; /ellip
tisch/ w. (bitte) (was hast du, haben Sie gesagt)?; er
erzählte, w. es ihm ergangen war 1.2 . /fragt in Ver
bindung mit Adj., Adv. nach dem Grad, Umfang,
Ausmaß, der Länge eines Vorgangs, Zustands/ in
welchem Maße?: w. lange bleibst du?; wie groß, alt
bist du?; w. spät, warm ist es?; w. weit ist es bis
zum Bahnhof? — 2 . /bezeichnet, bes. in Ausrufen
der Freude, Bewunderung, Entrüstung, des Be
dauerns, einen hohen Grad/ sehr, außerordentlich: w.
(das ist sehr) schön, furchtbar, schade, dum m!; w.
habe ich mich gefreut (ich habe mich sehr gefreut),
als ...!; w. ofthabe ich dir das gesagt (ich habe es
dir schon so, sehr oft gesagt) !; /verstärkt eine A u s
sage/ umg. er kommt sich wer weiß w., wunder w.
(sehr) klug vor; sie ist auf dem Glatteis gestürzt,
aber w., und w. (sie ist schwer gestürzt)!; /als be
kräftigende Antwort/ und w .! — 3 . /in relativer Ver
wendung/ ,die Art, w. (in der) er erzählt
4- w. komme ich denn dazu (ich denke gar nicht
daran) !
2wie /K o nj./ 1 .1 . /setzt Satzteile und Satzglieder bei
einem Vergleich zueinander in Beziehung; gibt ein
Verhältnis der Gleichheit an; häufig in Verbindung
mit so/: er ist w. sein Vater; mach es so w. ich;
seine Hand war kalt w. Eis 1.2 . /unterordnend;
leitet bei einem Vergleich wie 1.1 einen Gliedsatz ein;
der Gliedsatz ist meist nachgestelltj: er benahm sich,
w. es sich gehört; sie liebt ihn (so), w. er ist; er
arbeitet so gut, w. er kann; vom Fernsehturm
hat man einen Ausblick, w. wenn man aus einem
Flugzeug sieht — 2 . /als Einleitung einer A uf
zählung, die dem Vergleich, der Verdeutlichung dient;
oft in Verbindung mit zum B eispiel/: bedeutende
deutsche Dichter w. (zum Beispiel) Goethe und
Schiller — 3. umg. 3.1. /setzt wie als Glieder bei
einem realen Vergleich nach Komp arativ od. nach
ander, anders, auf andere Weise zueinander in
Beziehung; gibt ein Verhältnis der Ungleichheit an/:
er ist größer w. ich; er nahm eine andere Bahn w. ich
3.2 . /unterordnend; leitet bei einem Vergleich wie 3.1
einen Gliedsatz ein; der Gliedsatz is t nachgestellt/:
er war größer, w. ich gedacht hatte; es war anders,
w. ich gedacht hatte — 4 . um g. /unterordnend;
leitet einen temporalen Gliedsatz ein; kennzeichnet
den Gliedsatz im Sinne der Gleichzeitigkeit in der
Gegenwart/: w. ich zurückkomme, höre ich einen
Schrei in der Wohnung des Nachbarn — 5 . /oft
in Verbindung mit auch, immer; unterordnend;
leitet einen konzessiven Gliedsatz ein; gibt an, daß der
im Gliedsatz genannte Sachverhalt ohne Einfluß auf
den Sachverhalt des Hauptsatzes ist/: er erreichte
den Bus nicht mehr, w. sehr er sich auch beeilte —
6. /nebenordnend; verbindet Satzglieder bei A n
reihungen, vorw. Substantive an Stelle von und I/:
er wurde als Wissenschaftler w. (ebenso) als Mensch
sehr geschätzt; der Direktor w. auch einige seiner
Freunde waren anwesend — 7 . /in Verbindung mit
solange/: / t solange
wieder /A dv ./1 . /drückt aus, daß etw. mehrfach getan
wird, geschieht/ 1.1 . ein zweites, weiteres M al : ein so
teures Geschenk sollst du mir nicht w. machen;
die Sitzung wurde w. verschoben; das darfst du nie
w. tun!; er fährt zu Ostern w. nach N 1.2. auch
dieses M al, wie schon öfter /drückt oft Erstaunen,
Mißfallen aus/: w. ist ein Jahr vergangen; was
hat denn das Kind da w. angestellt?; es regnet
(schon) w .; damit hast du w. einmal das Richtige
getroffen; er fährt (immer) w., schon w. nach N;
etw. w. und w., immer w. (immer noch einmal,
mehrmals hintereinander) üben, versuchen, lesen
1.3 . auch, ebenfalls: sie hatte vier Kinder, die alle
w. vier Kinder hatten; die neue Therapie half w.
nichts — 2 . /drückt das Erreichen eines früheren,
vorherigen, ursprünglichen Zustands, eine Rückkehr
an einen vorher verlassenen Ort a u s /: werde bald
w. gesund!; er ist w. da; er legte das Buch w. an die
1338
wieder----- wiederholen
alte Stelle; der Verhaftete wurde w. freigelassen;
die Mutter hob die Puppe, die das Kind auf den
Boden geworfen hatte, w. auf; auf der Straße
wurde es w. ruhig — 3 . /setzt verschiedene Hand
lungen, Tatbestände miteinander in Beziehung! : er
half ihr, und sie w. (ihrerseits) half ihm; sie sprach
einmal laut, dann w. (im Gegensatz dazu) leise;
ich freue mich darüber und (freue mich) auch w.
(andererseits) nich t
+ für nichts und w. nichts (völlig umsonst, ver
geblich) ; — / hin und w.
wieder- /trennbare (mit Ausnahme von wiederholen),
betonte od. unbetonte Partikel vor Verben und deren
substantivischen Ableitungen, die in Verbindung
m it dem Grundwort bestimmte produktive Bedeutungs
typen bildetI 1.1 . (nach^einer gewissen Zeit der Un
terbrechung) noch einmal, abermals, erneut: / z. B .
wiederaufführen, wiedereröffnen 1 .2 . /drückt aus ,
daß etw. nach einer gewissen Zeit der Unterbrechung
in den ursprünglichen, früheren Zusta nd gebracht
w ird/: /* z. B . wiederbeleben, wiederherstellen,
—
2. zum ursprünglichen Besitzer, Ort zurück:
/ z. B . wiedergeben, wiederholen — 8 . eine H and
lung mit der gleichen erwidernd, zurück-(3), z. B .:
wiedergrüßen, wiederhauen
Wieder/wieder| -aufbau, der jo. PL/ das Wieder
aufbauen: der W. des zerstörten Theaters; -au f-
bauen, baute wieder auf, h at wiederaufgebaut etw.
Zerstörtes in den ursprünglichen Zustand bringen,
neu aufbauen: die im Krieg zerstörten Städte w.;
- a ufführen, führte wieder auf, hat wiederauf
geführt ein Bühnenstück nach längerer Pause erneut
aufführen, ohne es neu zu inszenieren; dazu -auf-
führung, die; -aufnähme, die das Wiederaufnehmen;
-a ufnehmen, nahm wieder auf, hat wiederauf-
genommen 1. etw. nach einer gewissen Zeit der
Unterbrechung fortsetzen: nach einer,K rankheit die
Arbeit, das Studium w.; ein gerichtliches Ver
fahren w. — 2 . ein vorher abgesetztes, nicht neu insze
niertes Stück erneut in den Spielplan aufnehmen —
8. jmdn. nach seinem A ustritt, Ausschluß aus einer
Organisation erneut aufnehmen: er wurde in die
Partei, den Verband wiederaufgenommen; -be
ginn , der erneuter Beginn nach einer gewissen Zeit
der Unterbrechung: der W. der Arbeit, Proben;
- bekommen fVb.; hat/ etw. zurückbekommen; -be
leben /Vb./ 1 . jmdn. w. einen Bewußtlosen (mit
Atemstillstand) zum Bewußtsein (und Atmen) brin
gen: einen Verunglückten, Ertrunkenen w.
—
2. etw . w . etw. Vergessenes, Aufgegebenes erneut
wieder aufleben (1.2) lassen: alte Bräuche, Sitten,
eine Kunstform w.; -erkennen jVb.j jmdn., etw.
w. bei einer Begegnung mit einer Person, Sache fest
stellen, sich erinnern, daß man sie kennt: den Freund
nach langen Jahren der Abwesenheit (kaum, s o
fort) w.; eine Landschaft w.; -erlangen /Vb.j: seine
Bücher, sein Geld w. (zurückbekommen); das B e
wußtsein w. (wieder zu Bewußtsein kommen); seine
Leistungsfähigkeit w. (wiedergewinnen); -eröff
n en /V b ./ etw. nach längerer Schließung erneut er
öffnen: das Theater, Kaufhaus wurde nach dem
Umbau wiedereröffnet; -erstatten fVb.j etw. zurück
erstatten, zurückgeben: Auslagen, (Un)kosten w,;
- e rwachen / Vb.f nach einer gewissen Zeit der Unter
brechung, Stagnation sich erneut zu regen beginnen:
sein Interesse, Lebensgefühl, Argwohn ist wieder
erwacht; -finden fVb.f 1.1 . etw. Verlorenes, Ver
legtes, Vergessenes finden: er h at sein Schlüssel
bund, seinen Ausweis wiedergefunden 1.2 . sich
irgendwo w. sich unvermutet, unversehens an einem
bestimmten Ort befinden: sich nach einem Ver
kehrsunfall im Straßengraben w. — 2 . etw. wieder
gewinnen: seine Sprache, Fassung, Würde w .;
- gäbe, die 1. /zu -geben 2/ das Wiedergeben —
2. Reproduktion (2): eine gute W. von Rembrandts
,Nachtwache4; -geben /Vb./ 1. jmdm. etw., jmdn.
zurückgeben (1): jmdm. das geliehene Buch, Geld
w .; einem gefangenen Tier die Freiheit w.
—
2.1 . etw., jmdn. in einer anderen Form, Materie, bes.
als Kunstwerk}, originalgetreu od. möglichst ähnlich
gestalten, nachbilden: der Bildhauer h at den K opf
des alten Mannes, der Maler hat die Abendstim
mung eindrucksvoll wiedergegeben; Fotografien,
Gemälde (im Druck) w .; Urkunden als Faksimiles,
Fotokopien w .; einen russischen T ex t in deutscher
Sprache w. 2 .2 . etw. Gehörtes m it eigenen Worten od.
wörtlich nachsprechen, wiederholen, etw. Gesehenes,
Gelesenes, Erlebtes, Empfundenes in (geschriebene,
gesprochene) Worte fassen, durch Worte ausdrücken:
einen T ext, ein Gespräch (sinngemäß, wörtlich, mit
eigenen Worten, wortgetreu) w.; die Ausdrücke,
die er gebrauchte, kann man (gar) nicht w . ;
einen Vorgang, Anblick treffend, richtig, entstellt,
verzerrt w.; seine Gedanken, Gefühle Stimmun
gen (nicht) w. (können); die Zeitung hat die
Rede, Ansprache im v ollen Wortlaut, verkürzt
wiedergegeben (abgedruckt) 2.3 . etw. Gedichtetes,
Komponiertes in gesprochene, gesungene Worte, i n
Töne, Klänge umwandeln, hörbar machen: ein Ge
dicht, Lied, Klavierstück (vollendet) w. 2 .4 . etw.
gibt etw. wieder etw. zeigt etw., läßt etw. sichtbar,
hörbar, erkennbar werden: die Fotos, Filmauf
nahmen geben die Verwüstungen durch das H och
wasser wieder; der Roman, die Reportage gibt die
Stimmung realistisch wieder; der Lautsprecher
gibt die Musik gut, verzerrt wieder; -gewinnen
/V b./ nach einer gewissen Z eit der Unterbrechung
eine bestimmte Fähigkeit erneut besitzen, haben:
seine Fassung, Sicherheit, gute Laune, sein Gleich
gewicht w .; -gutmachen, machte wieder gut, hat
wiedergutgemacht selbst verschuldetes Unrecht, a n
gerichteten Schaden durch etw. anderes ersetzen, aus -
gleichen: seinen Fehler, den Schaden w. wollen;
-gutmachung, die; -,
-en 1. /o. PI./ das Wieder
gutmachen — 2 . bestimmte Leistung, durch die ein
Schaden, Unrecht ausgeglichen werden s o ll : ein e W.
zahlen; -haben /Vb.j umg.: ich möchte das Buch
w. (zurückbekommen 1.1); -hersteilen, stellte
wieder her, hat wiederhergestellt etw. wieder in den
ursprünglichen Zustand bringen, einen früheren
Zustand erneut herstellen: das Ansehen einer Person
w.; die Ruhe, Ordnung, guten Beziehungen w.;
eine zerstörte Anlage w.; seine Gesundheit ist
wiederhergestellt; jmd. ist wiederhergestellt (gesund
geworden); dazu -herstellung, die; -holen /Vb.j I.
/hat wiedergeholt/ etw. an den Ort bringen, wo es
sich vorher befunden hat, etw. zu sich holen: den ins
Wasser gefallenen Ball w.; jmdn. w. (jmdn. dazu
bewegen, an seinen früheren, vorherigen A ufe n t
haltsort zurückzukehren) — II . /hat wiederholt; /
auch -h olt/ 1 .1 . etw. Gesprochenes, Gehörtes noch
einmal sagen: eine Frage, Anweisung, ein Wort w.;
ein Gespräch in allen Einzelheiten, wörtlich w.;
er wiederholte seine Forderungen 1.2 . etw. noch
wiederholt — wieviel
1339
einmal tun: eine Untersuchung, Belehrung w.;
eine Veranstaltung, Sendung, ein Konzert w.
(noch einmal stattfinden lassen, noch einmal durch
führen)', eine Arie, ein Klavierstück w. (noch ein
mal vortragen); Vokabeln, den Lehrstoff w. (noch
einmal sich einprägend lernen, durcharbeiten); eine
Klasse w. .(noch einmal durchlaufen) 1.8 . etw .
wiederholt sich etw. geschieht noch einmal, öfter: der
Vorgang hat sich schon mehrere Male wieder
holt; -holt /Adj.; nicht präd.; / auch -holen II/
mehr als zweimal (geschehen, erfolgt): wiederholte
Untersuchungen, Belehrungen; wiederholte Auf
forderungen, Beschwerden; etw. w ., zum wieder
holten Mal tun; -holung, die; -,
-e n jzu -holen II/;
- holungsfall, der fin der Verbindung/ im W. wenn es
wieder vorkommt: im W. hat der Beklagte mit Be
strafung zu rechnen; -hören fin der Verbindung/
auf W .! IAbschiedsgruß bei Rundfunksendungen
und beim Telefonieren/; rInbetriebnahme, die
p a p i e r d t. erneute Inbetriebnahme nach einer ge
wissen Zeit der Unterbrechung: die W. dieses Appa
rates; -inkrafttreten, das; -s, jo. PL/ papierdt.
das erneute Inkrafttreten von etw. nach einer gewissen
Zeit der Unterbrechung: das W. des G esetzes, der
Verordnung; -Instandsetzung, die papier dt. er-
neute Instandsetzung von etw.: die W. des K raft
werkes; -kauen /sw. Vb.; hat/ 1. jvon bestimmten
Paarhufern/ das vom Magen zurück in das M aul ge
langte, fast unzerkaute Futter noch einmal kauen:
die Kühe, Schafe kauen wieder; das Gras, Futter
w.
—
2. u m g . etw . (Gehörtes, Gelesenes) nahezu
wörtlich vortragen, noch einm al sagen, in langweiliger,
unschöpferischer Form behandeln: eine Lektion,
den Lehrstoff w.;
- käuer, der; -s, - Paarhufer,
dessen Magen in drei od. vier Abschnitte geteilt
ist, von denen einer die Nahrung zum Wiederkäuen
in das Maul zurückbefördert; -kehr, die; -, fo. Pl.f
das Wiederkehren; -kehren jV b.; ist/ 1. zurück-,
heimkehren: von einer Reise w .; <0 sein Mut kehrte
wieder — 2 . etw. kehrt wieder etw. tritt wieder ein,
ereignet sich wieder: ein Gedenk-, Festtag kehrt
wieder; diese Gelegenheit kehrt nie, nicht so bald
wieder; dieses Motiv kehrt am Schluß der Sym
phonie wieder; -kommen jVb.f 1. zum Ausgangs
punkt, -ort zurückkommen: wann kommst du von
deiner Reise wieder? — 2 . noch einmal auftreten (4):
diese Mode kommt bestimmt wieder; -sehen /Vb.f
1.1 . jmdn. w. m it jmdm. (nach längerer Trennung)
erneut Zusammentreffen, jmd m . noch einmal be
gegnen: jmdn. nach langen, vielen Jahren w.;
ein fröhliches, überraschendes Wiedersehen (mit
alten Freunden); auf Wiedersehen! /Abschieds
grußI; (jmdm.) auf Wiedersehen sagen (sich ver
abschieden) 1.2 . etw. w. etw. (nach längerer Ab
wesenheit) erneut sehen: die H eim atstadt w.
wiederum /A dv./ [..rum ; Trennung: wiederum]
Inachdrücklicher als w ied er/ wieder
W|eder| -V ereinigung, die Vereinigung nach einer
gewissen Zeit der Trennung, Teilung; -wähl, die /o.
Pl.f nochmalige, erneute Wahl (2) einer Perso n:
seine W. zum Präsidenten
Wiege, die; -n 1. kleines.Bett für den Säugling, das
in seitwärts schaukelnde Bewegung versetzt werden
kann: das Kind liegt, schläft in der W .; O seine
W. stand in N (er ist in N geboren, stammt aus N) —
2. jo. Pl.f geh . Ursprung von etw., Ausgangspunkt:
Frankreich war die W. der bürgerlichen Revolution
Wiege zu 2wiegen 3| -braten, der Iandsch. Hack
braten; -messer, das Messer mit halbrund geformter
Schneide und zwei nach oben stehenden Griffen an
ihren Enden, m it dem man durch schaukelnde B e
wegung bes. Küchenkräuter zerkleinert
xwiegen, wog, hat gewogen f/ auch wägen/ 1.1 .
etw., jmdn. w. das Gewicht von etw., jmdm. mit
einer Waage feststellen: den Brief, das Paket,
Äpfel, Fleisch w.; die Verkäuferin hat die Wurst
knapp, reichlich, genau gewogen; bei der ä rzt
lichen Untersuchung wurden alle Kinder gewogen;
sie wiegt sich jeden Morgen 1.2. fachspr. etw.,
jmdn. w. (das Gewicht von etw., jmdm. m it einer
Federwaage feststellen, bestimmen) 1.3 . etw. in der
Hand w. das Gewicht von etw., das man in der Hand
hält, schätzen; etw. nachdenklich, überlegend in der
Hand halten, leicht bewegen, als wolle man das Ge
wicht, die M asse schätzen: er wog das Päckchen,
Buch, den Stein, Brief (unschlüssig) in der Hand —
2. ein bestimmtes Gewicht (1) haben: das Brot wiegt
ein halbes Kilo; wieviel wiegst du?; der Sack,
Koffer w iegt schwer, leicht (ist schwer, leicht); er
wiegt zuviel, zuwenig (er ist zu schwer, zu leicht);
O etw., das Argument, die Beschuldigung, Dro
hung wiegt schwer, viel, leicht, wenig (ist von gro
ßer, geringer Bedeutung); diese Worte w. schwer
2wiegen jsw. Vb.; hat/ 1. jmdn., sich, etw. w. jmdn.,
sich, etw. regelmäßig sanft und leicht schaukelnd hin
und her od. auf und nieder bewegen: ein Baby in der
Wiege, in den Armen (in den Schlaf) w .; die Vögel
wiegten sich auf den Zweigen; die Halme, Zweige
wiegten sich im Wind; sich in den Hüften, im
Tanz, Takt w .; den Kopf nachdenklich, bedauernd,
sorgenvoll w .; das Boot wiegt sich (bewegt sich auf
und ab) auf den Wellen — 2.1. sich in einer Vor
stellung w. sich einer (trügerischen) Vorstellung
überlassen, hingeben: sich in angenehmen Träumen,
in Selbstzufriedenheit w .; sich in der (trügerischen)
Hoffnung w., daß ...; sich in Sicherheit w. (wähnen)
2.2 . jmdn. in Sicherheit w. (bes. durch Zureden be
wirken, daß sich jmd. sicher wähnt) — 3 . etw. mit
dem Wiegemesser zerkleinern: Petersilie, Zwiebeln,
hartgekochte Eier w.
Wiegen| -fest, das veraltend geh. Geburtstag (1);
- l ied, das Schlaflied für kleine Kinder
wifihern jsw. Vb.; hat/ 1.1 . das Pferd wiehert (das
Pferd gibt eine rasche Folge von meist hohen, hellen
Tönen von sich) 1.2. salopp das Publikum wie
herte (lachte sehr laut und ungehemmt in einer
raschen Folge von hohen Tönen) vor Vergnügen,
über den Witz; die Jungen brachen in (ein) wie
herndes Gelächter aus
wienern jsw. Vb.; hat/ Iandsch. umg. etw. inten
siv putzen, polieren: die Klinken, Türgriffe, Fen
sterscheibe w.
Wiese, die; -,
-n 1.1 . vor allem mit Gras bewachsene,
wenig od. nicht bearbeitete Fläche in der Natur: eine
blumige, sumpfige W .; eine W. mähen; auf einer
W. liegen, spielen 1.2 . la nd w . Nutzfläche mit mehr
jährigen Gräsern und Kräutern für die Produktion
von Futter
Wiesel, das; -s, - besonders flinker und wendiger
kleiner, schlanker M arder: jmd. läuft, rennt, ist
flink wie ein W. (sehr schnell)
wie| -so jAdv.j warum?, weshalb?; -viel, -viel jAdv.f
1.1 . fin (in)direkten Fragesätzen! welche Anzahl,
Menge?: w. Einwohner hat Leipzig?; w. Geld ha
1340
wievielmal — willens
ben Sie ihm geliehen?; w. (welche Summe Geld) bin
ich (Ihnen) schuldig?; er wußte nicht genau, w.
Bücher er besitzt 1.2 . jvorw. in Ausrufen/ welch
große Menge, hohes Maß!: w. Geld das gekostet
hat!; w. Leid er ertragen muß!; w. (welch große
Menge an Gutem, Nützlichem) habe ich Ihnen zu
verdanken!; -vielmal, -vielmal /Adv.; leitet einen
{in)direkten Fragesatz ein/ wie oft?: w. hast du heute
■(schon) telefoniert?; -v ielte, -vielte welche(r) in der
ReihenZahlenfolge?: als wievielter Läufer ist er
durch das Ziel gegangen?; die w. Haltestelle ist es?;
der w. (welcher Tag des Monats) ist heute?; -w eit
/Adv.} inwieweit (1.2)
wiewo hl IKonj. ; unterordnend; leitet einen Gliedsatz
einI veraltend obwohl
Wigwam, der; -s, -s Zelt, Hütte der Indianer
wiid /Adj./ 1 .1 . unter natürlichen Bedingungen, un
abhängig und unberührt von menschlicher E in
wirkung lebend od. wachsend, nicht gezähmt, ge
züchtet od. angebaut: wilde Tiere, Kaninchen,
Pferde; wilde Obstbäume, Früchte; wilder W ein;
diese Rosen wachsen w.; eine wilde (in einem
besonders urwüchsigen Naturzustand befindliche)
Schlucht, Gegend 1.2 . ein wilder (ungepflegter, un
ordentlicher, verwilderter) Garten, Bart; wildes (an
Wunden wucherndes) Fleisch — 2 . eine wilde (nicht
offiziell als solche genehmigte) Ansiedlung, Bade
stelle; wildes Bauen, Parken (Bauen, Parken an
nicht genehmigten Plätzen) — 8 .1 . von überaus
■starkem, großem Ausmaß, sehr heftig, überaus groß:
■ein wildes Geschrei, W einen; eine wilde (aus
schweifende) Phantasie; jmdn. ergreift eine wilde
Freude, Sehnsucht, ein wildes Verlangen; zwi
schen den Jungen entbrannte ein wilder Streit;
eine wilde (sehr schnelle) (Hetz)jagd, Flucht; w.
(hemmungslos) schluchzen; sie küßten sich w.
(leidenschaftlich) 8.2 . sehr laut, lebhaft und u n
gezügelt: ein wildes Kind; bei dem Fest ist es w.
zugegangen;- die Kinder sind heute wieder sehr w.
8.3 . sehr zornig, wütend, heftig erregt: wilde Blicke,
Drohungen; jmd. schlägt, schaut w. um sich, ge
bärdet sich w.; jmd. wird w.; jmdn. w. machen;
ein Pferd wird w. (scheut) — 4 . w irr, chaotisch: wilde
Gedanken, Träume; wilde Gerüchte, B eha uptun
gen — 5 . wüst (4); ein wildes Treiben; ein wildes
Leben führen
-f- um g. auf etw. w. sein (auf etw. versessen sein,
etw. leidenschaftlich gern haben, machen, wollen);
wie ein Wilder, wie die Wilden (sehr) toben, schrei
en , rennen; — (wie) vom wilden / Affen gebissen
sein; das ist / halb so w.; den wilden / Mann
spielen
Wild, das; -(e)s, jo. PLf 1. /Bez. für alle jagdbaren
Säugetiere und Vögel/: das W. füttern, hegen, ja
gen, erlegen; ein Stück W. (ein einzelnes jagdbares
Tier) — 2 . Fleisch von 1, das der menschlichen E r
nährung dient: W. essen
Wild| -bach, der Gebirgsbach mit sehr starker Strö
mung; -bahn, die /in den Verbindungen/ in der
freien, in freier, auf freier W .: Tiere in freier
W. (in ihrer natürlichen Umgebung) beobachten;
- bret, das; -s, /o. PL/ Wild (2): W. braten;
-d ieb, der veraltend Wilderer; -ente, die wild
lebende Ente
Wilderer, der; -s, - jmd., der wildert, gewildert hat
wildern /sw. Vb.; h a t / 1.1 . unberechtigt und heimlich
Wild (1) fangen, erlegen und sich aneignen: in
diesem Revier wird gewildert 1.2 . der Hund wildert
(streunt umher und fällt Wild an); eine wildernde
Katze
Wild/wild| -fang , der sehr lebhaftes, temperament
volles Kind , das viel herumtollt; -fremd, -fremd
/A dj.; nicht adv.; emot./ völlig fremd (2.1): wild
fremde Menschen, Gesichter; eine wildfremde
Gegend; -fru eht, die für die menschliche Ernährung
verwertbare, in der freien N atur wachsende Frucht;
- gans, die wildlebende Gans; -gehege, das bes. in
einem Pa rk angelegtes Gehege für Wild (1): Hirsche
im W. aussetzen
Wildheit, die; -, /o. PL; zu wild 1-3/; zu 3.1: die
W. des Sturms
Wild| -katze, die wildlebende K atze (1), die sich von
der Hauskatze durch einen dicken, kurzen Schwanz
und durch das stärkere Gebiß unterscheidet; -leder,
das /o. PL / bes. aus Häuten von Rehen, Schafen,
Ziegen gewonnenes (weiches) Leder mit einer s a m t
artigen Oberseite: braunes W.
Wildnis, die; -,
- s e \vorw. Sg./ im Naturzustand be
findliches, von menschlicher Einwirkung unberühr
tes Gebiet: eine unberührte, schneebedeckte W .; die
grüne, undurchdringliche W. des Urwaldes
W|ld| -san , die weibliches Wildschwein; -sehw ein,
das wildlebendes Schwein (1.1), das sich vom H aus
schwein durch einen schmaleren, längeren K o p f,
stärkere Eckzähne und dichteres dunkles Fell unter
scheidet; -tier, das wildlebendes Tier; -Wechsel, der
Jägerspr. Wechsel (III)
Wille, der; -ns, /o. PL/ aus rationalem, emotionalem
Antrieb sich ergebendes bewußtes Streben zur E r
reichung von Zielen als eine psychische Eigenschaft
des Menschen: einen starken, unbeugsamen,
schwachen, schwankenden Willen haben; er
hat in dieser Sache einen zähen Willen bewiesen;
dem Willen des Volkes, breiter Bevölkerungs
schichten entsprechen; das war nicht böser,
schlechter W-, ist nicht aus bösem Willen (aus
niederen Beweggründen) geschehen; er hat den
(festen) Willen, sich zu bessern; er hat seinen
eigenen Willen (weiß, was er will; ist eigenwillig,
möchte tun, was er will); er hat keinen eigenen
Willen (weiß nicht, was er will, ordnet sich allzu
bereitwillig unter); seinen guten Willen (seine Be
reitschaß, etw. zu tun) beweisen; es war sein freier
W. ...; etw. aus freiem Willen (ohne Zwang, frei
willig) tun; der W., Gutes zu tun; sein W. zum
Leben, zu leben; seinen Willen durchsetzen, b e
kommen (erreichen, was man will); auf seinem
Willen beharren, bestehen; etw. gegen jmds. Wil
len tun; jmdm. seinen Willen lassen; jmdm. den
Willen tun (tun, gewähren, was er will); er soll
seinen Willen haben (er soll bekommen, was er will)
4- der Letzte W. (das Testament); etw. beim besten
Willen nicht (unmöglich trotz Einsicht, Verständ
nis, auf keinen Fall) tun können; etw. mit Willen
(ganz bewußt, absichtlich), wider Willen (ohne es zu
wollen, entgegen seiner eigentlichen Absicht, u n
willkürlich) tun
willen / xum (2)
Willen, der; -s, /o. PL/ veraltend«. Wille
w illenlos /Adj./ keinen eigenen Willen habend, sich
anderen unterordnend, nach anderen richtend: ein
willenloser Mensch; jmd. läßt sich w. (widerstands
los) abführen
willens /in der Verbindung/ w. sein, etw. Bestimm-
Willensfreiheit — Windel
1341
tes zu tun gewillt sein, bereit sein, etw. Bestimmtes
z u t u m er war w., auf den Vorschlag einzugehen
Willcns/willensl -freiheit, die /o. PI ./ Freiheit,
Fähigkeit, nach eigenem Willen zu handeln, sich zu
■entscheiden; -kraft, die Kraft, einen festen Willen
4aufzubringen, zu behaupten {und durchzusetzen):
jmd. besitzt eine große, nur geringe W.; alle W.
aufbieten; -schwach /Adj./ von geringer Willens
k ra ft : ein willensschwacher Mensch; -stark /A d j./
von starker Willenskraft: w. sein; dazu -stärke, die
Jo. PLI
willentlich fAdv.f mit Willen, absichtlich: etw. w.
tun
willfahren, willfahren (er willfahrt), willfahrte,
hat willfahrt/willfahren/gewillfahrt v e r a lte n d :
jmdm. w. (jmds. Wunsch nachkommen, jmds. Bitte
erfüllen);einer Bitte w. (eine Bitte erfüllen)
willfährig, willfährig IAdj.f bedenkenlos bereit zu
tun, was ein anderer fordert: jmd. ist ein will
fähriges Werkzeug in den Händen von Ver
brechern; ein willfähriger H andla ng er
willig /Adj./ (stets) gern bereit, das zu tun, was er
wartet, gefordert wird: ein willigesKind; ein williger
Zuhörer; jmd. ist sehr w.; jmdm. w. (bereitw illig)
Auskunft geben
willkommen /Adj.; nicht adv./ erwünscht (1.2): eine
willkommene Gelegenheit, Abwechslung, N ach
richt; etw. ist jmdm. w .; er ist ein willkommener
{gern gesehener) Gast; jmd.ist jmdm. w. (wird von
jmdm. freundlich,freudig empfangen);herzlich w.!
Ials Begrüßung eines (erwarteten) Gastes/
-}- jmdn. w. heißen (jmdn. freundlich begrüßen,
empfangen)
Willkommen, das; -s, /o. PL/ freundlicher, freu
diger Empfang, freundliche Begrüßung: jmdm. ein
herzliches W. bereiten
Willkür, die; -, jo. PL/ Handeln nach ausschließlich
eigenen Interessen und subjektivem Ermessen unter
Anwendung von Macht und unter Mißachtung der
Rechte anderer: eine brutale W.; jmds. W. preis
gegeben, ausgeliefert sein
Willkür| -akt, der durch Willkür charakterisierte
Tat, H andlung: gegen den W. protestieren; -herr-
schaft, diejo. PLI durch Machtstreben und Gewalt
anwendung charakterisierte Herrschaft unter Miß
achtung der Rechte des Volkes
willkürlich JAdj./ 1. ohne Rücksicht auf objektive
Gegebenheiten od. die Interessen anderer, ausschließ
lich nach dem eigenen subjektiven Ermessen: eine
willkürliche Maßnahme, Anordnung; jmd. legt
otw. w. fest — 2. vom Willen, Bewußtsein ge
s t e u e r t : willkürliche Muskeln; eine willkürliche
Bewegung
wimmeln /sw. Vb.; hat/ 1.1* sich in großer Anzahl
an einem bestimmten Ort ungeordnet und lebhaft be
w e g e n : die Regenwürmer wimmelten in der Büchse;
-ein wimmelnder Ameisenhaufen 1 .2 . die Straße
wimmelt von Menschen (die Straße ist voll von sich
ständig durcheinander bewegenden Menschen); der
Waldboden wimmelt von Käfern; auf dem See
wimmelt es von Booten; <0 der Aufsatz wimmelt
von Fehlern (hat sehr viele Fehler)
wimmernjsw. Vb.; hat/ jmd. wimmertjmd. äußert
in leisen, zitternden, jämmerlichen Tönen seinen
Schmerz, Kumm er: jmd. wimmert vor Schmerz,
Kälte; das kranke Kind wimmerte (leise)
Wimpel,der; -s, - kleine, schmale dreieckige Fahne
Wimper, die;
-n jvorw. PL/ kurzes, meist ge
bogenes, starkes Härchen am Rand des Augenlids:
lange, seidige, dunkle, gefärbte Wimpern; die
Wimpern senken
-j- ohne mit der W. zu zucken (ohne eine innere
Beteiligung zu zeigen; ohne zu zögern)
Wind,der; -(e)s, -e1.strömendeBewegung derLuft,
die durch den Ausgleich der Luftdruckunterschiede
über verschiedenen Gebieten hervorgerufen w ird:
ein frischer, kalter, eisiger, stürmischer, sanfter,
warmer W .; es weht, bläst ein scharfer, schneiden
der W .; ungünstige, widrige Winde; ein leichter
W. erhob sich, kam auf; bei schwachem bis mäßi
gem W. aus nördlicher Richtung ... /Angabe in
einem Wetterbericht!; der W. kommt von Osten,
dreht nach Nordwest, nimmt zu, flaut ab, ist um
gesprungen, hat sich gelegt; der W. heult, pfeift
um das Haus; gegen den W. fahren, laufen, an
kämpfen, segeln, kreuzen — 2. verhüll, (ab-
gehende) Blähung: versetzte Winde
+ in alle (vier) Winde (in alle Himmelsrichtun
gen, Überallhin); W. und Wetter (jedem, bes. auch
schlechtem Wetter) ausgesetzt sein; in den W. reden
(keine Beachtung für eine Äußerung, bes. eine War
nung, finden, vergebens reden); jmdm. denW. aus
den Segeln nehmen (einem Gegner keinen Grund
mehrfür sein ursprüngliches Vorhaben lassen, jmds.
Absicht vereiteln); umg. wissen, merken, woherder
W. weht(merken, was zu geschehen droht; sich aus
kennen); daher weht der W. (so ist das also ge
meint, das ist also der wahre Grund)!; hier, dort
weht (jetzt) ein anderer W. (M er, dort geht es jetzt
strenger zu, herrscht ein anderer, strenger Ton),
ein neuer, frischer W. (hier, dort ist ein frischer,
neuer Geist zu spüren); sich den W. um die Nase
wehenlassen(sich erst einmal in der Welt, im Leben
umsehen, bewähren, Erfahrungen sammeln); von
etw. W. bekommen (von einer Angelegenheit, die
nicht bekannt werden sollte, erfahren); mach nicht
soviel, solchenW. (gib nicht so an; bausch das nicht
unnötig auf)l; etw. indenW. schlagen eine Äuße
rung nicht beachten, befolgen: jmds. Worte, Rat,
Warnung in den W. schlagen;
den / Mantel,
sein Mäntelchen nach dem W. hängen, drehen;
etw. stinkt sieben / Meilen gegen den W .;
schwanken wie ein ^ Rohr im W., Winde
Wind| -beutel, der leichtes, innen hohles Gebäck -
stück, das aufgeschnitten und mit Schlagsahne gefüllt
w ird; -bö,dieheftiger Windstoß; -brach,derForst-
w. 1.das Abbrechen von Ästen, Wipfeln und Stäm
men durch heftigen Wind — 2.Ergebnis von 1: den
W. beseitigen, verwerten — 3. durch 1 geschädigte,
mit Wald bewachsene Fläche
Winde, die; -,
-nI.Techn. Vorrichtung od. M aschi
ne zum Heben und Senken von Lasten durch Zug
(1.1.2) mittels eines über eine Trommel laufenden
Seiles od. einer Kette: mitderW. einen Baum auf-
richten, einen schweren Stein heben — II. Klette r
pflanze mit Ranken und weiß, lila od. rosa blühen
den, trichterförmigen Blüten
Wind|ei,das Vogelei ohne Schale, das nur von einer
Haut umgeben ist; O das sind Windeier(ist Un
realistisches, sind nicht verwertbare Pläne)
Windel, die; -,
-n saugfähiges, weiches Tuch bes. aus
Mull, das um den Unterkörper von Säuglingen ge
legtwird, um Kotund Urin aufzunehmen:demBaby
eine saubere, frische W. umlegen
1342
windelweich — Winkel
windelweich, windelweich jA d j.f
+ jemot./ jmdn. w. hauen, schlagen (jmdm. eine
gehörige Tracht Prügel gehen)
wjnden, wand, hat gewunden 1. etw. mit einer
Winde (I) irgendwohin (in die Höhe) bewegen, be
fördern: Lasten in die Höhe, einen Eimer Wasser
aus dem Brunnen w.
— 2.1.etw.zuetw.w.mehrere
längliche biegsame Dinge zu einem festen, einheit
lichen Gebilde zusammenfügen, indem man sie um
einander dreht, schlingt, indem man sie flicht: Blu
men zum Kranz, Zweige zu einer Girlande w.
2.2 . etw. durch 2.1 herstellen: einen Kranz, eine
Girlande w. 2.8. etw. schmales Langes (mehrmals)
um etw. wickeln: jmdm., sich ein Band um die
Stirn, ein Tuch um den Kopf, Hals w. 2 .4 . jmdm.
etw. aus der Hand, den Händen w. (jmdm. etw.
durch drehende Bewegung aus der Hand reißen, ge
waltsam wegnehmen); sich aus jmds. Armen w.
(sichdurch drehendeBewegung aus jmds. Umarmung
befreien) — 3 . sich w. 8.1 . das Kind windet
(krümmt) sich vor Schmerzen, Weinen, in Krämp
fen; er wand sich vor Lachen 3.2 . jmd. windet
sich durch etw. jmd. schlängelt sich (3) durch etw.:
er wand sich durch die Menschenmenge, das
Dickicht, ein enges Loch im Zaun 3.3. der Bach
windet sich (verläuft in einer Schlangenlinie, in
Windungen) durch das Tal; der Pfad windet sich
zum Gipfel 8.4 . eine Kletterpflanze windet sich
um etw. (die dünnen Sprossen einer Kletterpflanze
wachsen in Windungen an etw. senkrecht Stehendem
empor) —4. jmd. windet sich jmd. macht Aus
flüchte, will nicht offen reden, die Wahrheit sagen:
jmd. windet sich vor Scham, Verlegenheit; sich
gewunden (nicht geradeheraus, nicht offen; geziert,
gekünstelt) ausdrücken
-f- sich w. wie ein / Aal
Windes|eile \in den Verbindungen! in, mit W. sehr
schnell: etw. in W. tun; die Nachricht hatte sich
in, mit W. herumgesprochen
Wind| -fang, der Vorraum, der die inneren Räume
gegen den Luftzug von draußen beim Öffnen der
Haustür abschirmt; -hose, die bes. in den Tropen
auftretender, um eine senkrechte Achse kreisender
Luftwirbel, der oft Sand, Wasser mit sich emporreißt,
so daß ein schlauchförmiges Gebilde entsteht; -hund,
der 1. zu einer Hunderasse mit langem, schmalem
Körper und schmalem Kopf gehörender, sehr schnel
ler Haushund —2. umg.jemot.; von einer männ
lichen Person/: er ist ein W. (ist leichtfertig, wenig
zuverlässig)
windigIA dj.11./nicht adv.j mit viel Wind (1): win
digesWetter; es ist sehr, schwach w. (es wehen viele
Winde, es weht ein wenig Wind) —2.jvorw. attr.j
umg. unzuverlässig, unsicher, zweifelhaft, nicht
glaubhaft: ein windiger Mensch; windige Projekte,
Manipulationen; eine windige Ausrede
Wind|wjnd| -Jacke, die Jack e aus leichtem, im
prägniertem , wetterfestem Stoff; -licht, das jPl.
-er/
(Glas)behälter, in dem eine Wachskerze steht, die
durch ihn gegen Luftzug geschützt ist; -mühle, die
Mühle, diemitHilfe von vierbissechsdurchbrochenen
Flügeln (1.3.2) vom W ind angetrieben wird; -müh-
lenflügel,derjvorw. PL/ Flügel (1.3.2) einer Wind
mühle; + ein / Kampf gegenW.;
- pocke, die
1.1 . kleines Bläschen auf der (Schleim)haut, das mit
Sekret gefüllt und von einem roten Hof umgeben ist
1.2. /nur im Pl.f bes. im Kindesalter auftretende,
sehr ansteckende, meist gutartige Viruserkrankung
mit einem aus 1.1 bestehenden Hautausschlag:
das Kind hat (die) Windpocken; -rad, das Techn.
mit Flügeln versehene Kraftmaschine, die die Energie
des Windes in technisch nutzbare mechanische
Energie umsetzt; -richtung, die Richtung, aus der
der Wind weht; -rose, die nach den Himmels
richtungen eingeteilte Scheibe des Kompasses;
-s chatten, der vor dem Wind geschützte Seite: sich
im W. des Berges befinden; -schief fA dj.f: ein
windschiefes (schiefes, nicht geradestehendes) Haus,
Dach; die Wände, Pfosten stehen w.;
- s chutz-
scheibe, dieFrontscheibe eines Kraftwagens; -stärke,
die (nach der Beaufortskala in 12 Stufen unter
schiedene) Stärke des Windes: heute haben wir W.
fünf; -still /Adj.; nicht adv./ 1.1 . ein windstiller
(vor W ind geschützter) Platz im Garten 1.2 . es ist w.
(die Luft regt sich nicht); zu 1.2 -stille, die; -stoß,
der plötzliche, heftige Bewegung der Luft: kurze,
scharfe, jähe Windstöße; -surfer, der jmd., der
Windsurfing betreibt; -Surfing, das Brettsegeln
Windung, die; -,
-en1.1.jvorw. PI ./in, imBogen
(1.1.1) verlaufende Erstreckung von etw., bes. eines
Wasserlaufs: er war an der ersten großen W. des
Flusses angelangt; die Windungen eines Weges,
einer Landstraße; ein in vielen Windungen ver
laufender Flußlauf, Bach 1.2. jo. Pl.j um eine
senkrechte Achse in (regelmäßigen) bogenförmigen
Abweichungen meist spiralig verlaufende (vertiefte
od. erhabene) Linie, Form : die W. einer Säule,
Wendeltreppe — 2. Elektro techn. die Wick
lung des Trafos hat 200 Windungen (der Draht der
Wicklung verläuft 200 mal um den isolierten Kör
per)
Wink, der; -(e)s, -e 1. durch eine Bewegung der
Hand, des Kopfes, der Augen gegebenes Zeichen, mit
dem man jmdm. etw. zu verstehen gibt: ein kurzer,
deutlicher, heimlicher, leiser W.; jmdm. mit den
Augen, dem Kopf einen W. geben; etw. auf jmds.
W. (hin) tun — 2. Äußerung, die jmdn. auf etw.
aufmerksam macht, warnende Andeutung: jmdm.
einen W. geben; einen W. erhalten, befolgen;
praktische Winke (Ratschläge, Empfehlungen) für
die Hausfrau, für Reisen ins Ausland; O das war
wie ein W. des Schicksals
+ umg. ein W. mit dem Zaun(s)pfahl (eine sehr
deutliche Anspielung bes. darauf, daß man etw.
haben möchte)
Winkel,der; -s, - 1.geometrische Figur am Schnitt
punkt zweier Geraden, deren Neigung zueinander in
Graden auf einem Kreis um den Schnittpunkt ge
messen w ird: einen W. messen, übertragen; die
beiden Linien schneiden sich in einem spitzen,
stumpfen, rechten W.,
bilden einen W. von
90Grad —2.1. Stelle (eines Raumes), an der zwei
(Wand)flächen, Begrenzungen aufeinanderstoßen:
etw. steht in einem W. eines Zimmers; etw. in den
W. stellen; sich in einen W. (neben dem Ofen, am
Fenster) setzen 2.2./nur mitbestimmten Adj./ durch
ihre Besonderheit, abgesonderte Lage charakterisierte
bestimmte Gegend, Stelle irgendwo draußen od. drin
nen : ein versteckter, malerischer, idyllischer W.
(der Altstadt); sich in einem stillen, verschwiege
nen, im äußersten, hintersten W. des Hauses ver
kriechen; jeden W. der Stadt kennen — 3 . im
toten W. (im nicht einzusehenden, nicht zu er
reichenden Gebiet) liegen
Winkeleisen — Wirbel
1343
W|nkel|eisen, das Profilstahl mit winkelförmigem
Querschnitt
Wjnk|element, das /Bez. bes. für Fähnchen, Tücher
zum Winken 1.1 bei Demonstrationen!
Winkel| -geschwindigkeit, die fachspr. Geschwin
digkeit, die als Änderung eines Winkels (1) in der
Zeiteinheit gemessen w ird;-messer, der; -s, - Gerät
zum Messen, Übertragen von Winkeln (1); -minute,
die sechzigster Teil eines Grades (1.2); -zug, der
jvorw. P L; emot. neg.f trickreiches, täuschendes Vor
gehen,oftauf Umwegen, zur Erreichung eines Ziels:
taktische, juristische, diplomatische Winkelzüge
machen
winkenfsw. Vb.; hat/1.1. eine Hand,beideHände,
einen Gegenstand hoch erhoben hin und her bewegen,
um jmdn. zu grüßen, jmdm. ein Zeichen, Signal zu
geben: jmd. winkt einem Kellner, einer Taxe; mit
den Augen w.; sie winkten (mit der Hand, mit
Hähnchen, mit dem Taschentuch, zum Abschied),
als der Zug abfuhr; mit Flaggen w. (Signale geben)
1.2.jmdn. zu sich w. (jmdn, durch einen Wink ver
anlassen heranzukommen) —2. etw. winkt (jmdm.)
etw. ist jmdm. zugesichert, erwartet jmdn.:dem Fin
der winkt eine hohe Belohnung; dem Sieger winkt
der Wanderpokal; dort w. (ihm) Abenteuer, grö
ßere Vorteile
winseln fsw. Vb.; hat/ 1. der Hund winselt (gibt
leise, zitternde, klagende Laute von sich) — 2. sa
lopp Iemot.Ijmd. winseltum etw. jmd. bittetflehent
lich undin unwürdiger Weise um etw.\jmd. winselt
um Gnade, Erbarmen, um sein Leben
Winter, der; -s, - letzte der vier Jahreszeiten, die
kälteste, in höheren Breiten durch Schnee und Frost
gekennzeichnete Jahreszeit: ein harter, strenger,
kalter, milder, langer W .; es ist, wird bald W .; die
Wildenten sind gut durch den W. gekommen; er
war den ganzen W. über krank
-f
Sommer und W.
Winter/winter (mit * auch Winters|)| -abend, der;
*-anfang, der jo. Pl.f: am 21. Dezember ist W.;
-fahrplan, der im Winterhalbjahr geltender Fahr
plan; -ferien, die fPl.f Schulferien im Winter;
-fest fAdj.f 1.1. gegen die Unbilden des Winters
geschützt: eine Baustelle, ein Haus w. machen
1.2. fnicht adv./ vgl.
- hart: winterfestes Gemüse;
-garten,derheizbarerRaum mitgroßen, breitenGlas
fenstern zur Haltung von Zimmerpflanzen, meist in
Verbindung mit einem Wohnraum; -getreide, das
im Herbst gesätes Getreide, das überwintert; -halb-
jahr, das die Wintermonate einschließende Hälfte
des Jahres; -hart fAdj.; nicht adv.f Bot, wider
standsfähig gegen Frost: winterharte Stauden;
- k leid, das vgl.
- k leidung;-kleidung,die warme, für
den Winter geeignete Kleidung; -landschaft, die
schneebedeckte Landschaft
winterlich fAdj.f dem Winter entsprechend, wie im
Winter: winterliche Kälte, Luft; ein winterliches
Wetter; w. (warm) gekleidet sein
Winter| -mantel, der vgl. Winterkleidung; -mode,
die; -monat, der Monat im Winter
wfnters fAdv.f
+ / sommers wie w.
Wintersl: / Winter|
Winter (mit * auch Winters[)| -Sachen, die fPl.f
umg. Winterkleidung: -schlaf, der langdauernder,
schlafähnlicher Zustand einiger Warmblüter im
Winter: W. halten; -Schlußverkauf, der Verkauf
verbilligter Waren, bes. von W interkleidung, vor
Ende des Winters; -schuh, der; -Sonnenwende, die
fo. Pl.f Zeitpunkt, an dem die Sonne während des
Jahres ihren tiefsten Stand erreicht hat; -speck,der
scherzh. unerwünschtes Körpergewicht, das jmd.
während der Winterzeit auf Grund von Bewegungs
armut bekommen hat; -spiele, die fPl.f während des
Winters stattfindende Wettkämpfe der Olympischen
Spiele in den Disziplinen des Wintersports; -Sport,
der auf Eis od. Schnee betriebene Sportart(en);
-tag, der; -Urlaub, der; -wetter, das fo. P l.f;
*-zeit, die fo. Pl.f: zur W. (im Winter) wandern
wir gern
Winzer, der; -s, - Weinbauer
winzig fAdj.f von überaus geringer Größe, sehr
klein : ein winziges Fenster, Häuschen, Hündchen;
ein winziger Geldbetrag; einen winzigen Augen
blick nachdenken; etw. sieht w. aus, ist w. (klein)
Wipfel, der; -s, - oberster Teil eines Baumes: die
hohen, kahlen W. der Pappeln; die W. rauschen im
Wind
Wippe, die;
-n Gerät aus einem in der Mitte be
weglich auf einem Pfosten befestigten Brett od.
Balken, auf dem mindestens zwei jeweils auf den
Enden sitzende Personen wippen (1.2)können
w|ppen fsw. Vb.; hat/ 1.1. etw. wippt etw. bewegt
sich ruckartig od. federnd in schneller Folge auf und
nieder, vor und zurück: die Blüten wippten im
Wind; ihre Zöpfe, die Federn an seinem Hut wipp
ten bei jedem Schritt; ein wippender Rock 1.2.
jmd. wippt (auf etw.) jmd. bewegt sich durch Ab
stößen (vom Erdboden) ruckartig,federnd in schneller
Folge auf und nieder, vor und zurück: das Kind
wippt auf einer Wippe; jmd. wippt auf den Ab
sätzen, Zehen(spitzen) 1.3. mit etw. w. etw. ruck
artig od. federnd auf und nieder, vor und zurück sich
bewegen lassen: mit der Fußspitze im Takt w.;mit
dem Stuhl (auf dem Stuhl sitzend) w.
wirfPers.pron. 1 .Pers. Pl.f 1./Bez. für die Per
sonen, die von sich sprechen/: w. kommen bald
zurück; der Weg vom Ich zum Wir; /vom Redner,
Autor in Reden, Büchern für sich und die Gemein
schaft der Hörer, Leser gebraucht/: bei diesem Ex
periment werden w. sehen, daß ...
—
2./vom Red
ner, Autor in Reden,Büchern stattichgebrauchtf:w.
haben hier einen gewichtigen Einwand —3 . umg.
fin der Anrede für du, ihr, Sie 1.1/: aber Kinder,
das dürfen w. (dürft ihr) doch nicht machen!; na,
was haben w. (Sie) denn auf dem Herzen?;
unser, uns
W|rbel, der; -s, - 1. sehr schnell um einen Mittel
punkt kreisende, drehende Bewegung, bes. in einem
gasförmigen od. flüssigen M edium : die Papierfetzen
wurden von einem W. erfaßt und flogen hoch; der
Sand, Schnee stob in heftigen Wirbeln durch die
Straßen; in einen W. von Staub, Asche geraten;
der Fluß, See hat viele W. (Strudel I); die Tänzer
drehten sich in einem schnellen W.
—
2./o. Pl.f
2.1. schnelles, hektisches Durcheinander, schnelle,
verwirrende Aufeinanderfolge von etw.: etw. im W.
der Ereignisse vergessen; sich in den W. (Trubel)
eines Faschingsfestes stürzen 2.2 . umg. Aufsehen,
Aufregung:jmd. verursachtvielW., machtvielW.
um eine Sache; es gab einen großen W., als ...
—
3.Stelle aufdem Kopf, von der aus die Haare strah
lenförmig nach allen Seiten wachsen — 4. einzelnes
knorpeliges od. knöchernes Glied der Wirbelsäule —
1344
Wirbelknoehen — wirkungsvoll
5. schnelle Folge von kurzen harten Schlägen auf etw.:
einen W. auf der Trommel, mit den Fingern auf der
Tischplatte schlagen — 6. Mus. drehbarer Pflock
zum.Spannen und Stimmen der Saiten
Wjrbel|-knochen,der einzelner Knochen der Wirbel
säule; -losen,diefPl.j Zool. Tiere ohne Wirbelsäule
wjrbeln /sw, Vb.; ist, hat/ 1.1. etw. bewegt sich
rasch kreisend, drehend, in Wirbeln (1) 1.1.1. (hat)
der Schnee wirbelt vor dem Fenster 1.1.2. (ist) fm it
Richtungsangabel die Schneeflocken w. durch die
Luft; das Wasser des Sturzbaches wirbelt durch
die schmale Schlucht; aus dem Schornstein wir
belt weißer Rauch 1.2. sich rasch um seine Achse
drehend irgendwohin bewegen (ist): die Tänzerin
wirbelte über die Bühne; das Mädchen wirbelte
aus dem Zimmer 1.3. etw. bewegt sich irgendwo
rasch durcheinander (ist) fmit Richtungsangabel:
bei der Explosion wirbelten Staub und Steine durch
dieLuft—2.jmdn., etw.schnelldrehendirgendwohin
bew egen (hat): die Tänzer wirbelten ihre Partne
rinnen durch den Saal; der Wind wirbelte Blätter in
die Luft, Höhe
Wirbel| -Säule, die den Körper der Wirbeltiere und
des Menschen stützende, vom Kopf bis zum Ende
des Rumpfes reichende Achse des Skeletts, die aus
einer bestimmten Anzahl von Wirbeln, die durch
Gelenke, Bänder und Bandscheiben miteinander
verbunden sind, besteht; -sturm, der bes. in tro
pischen Gebieten auftretender starker Sturm, der sich
um einen Mittelpunkt kreisend fortbewegt; -tier, das
Tier mit einer Wirbelsäule und zwei Paar Glied
maßen, die in der Regel zur Fortbewegung und zum
Greifen dienen; -wind,der1. vgl. -sturm — 2. hef
tiger Wind, Windstoß, der Wirbel (1) hervorruft,
etw. in die Höhe wirbeln kann
wfrkenjsw. Vb.; hat/ 1.1. in einem bestimmten (be
ruflichen) Bereich tätig sein, arbeiten: er hat lange
Zeit als Arzt, Schauspieler in dieser Stadt gewirkt;
mit Wort und Tat für, gegen etw. w. (aktiv ein-
trete n); sein schriftstellerisches Wirken bleibt un
vergessen — 2* geh. etw. hervorbringen, schaffen,
vollbringen: er hat Großes, Gutes (für die Mensch
heit)gewirkt —3. etw. übt auf Grund seiner Be
schaffenheit eine bestimmte Wirkung aus, hat ein
bestimmtes Ergebnis: der Sturm hatte verheerend
gewirkt; die Arznei wirkt (schon, gut, schnell, auf
die Verdauung); Kaffee, Tee wirkt belebend;
seine Tat wirkte beispielgebend; die Aussicht
auf Belohnung hat gewirkt (hatte den gewünschten
Erfolg); das Theaterstück hat sehr stark auf ihn
gewirkt (hat ihn sehr stark beeindruckt);ein Musik
stück auf sich w. lassen (sich der Wirkung von
einem Musikstückhingeben, überlassen) —4.1.jmd.,
etw. ruft einen bestimmten Eindruck hervor, er
scheint in bestimmter W eise: jmd. wirktunbeholfen,
lächerlich, erschöpft, natürlich, männlich; die
Ortschaft wirkte (wie) ausgestorben; sein Ver
halten wirkte abstoßend 4.2 . etw., jmd. wirkt
(aufjmdn.) etw., jmd. kommt (beijmdm.) vorteilhaft,
mit Erfolg zur Geltung, findet Anklang: das Bild
wirkt nur aus der Nähe; das Stück wirkt nur auf
der Bühne; er wirkt vor allem durch die Art seines
Auftretens (auf uns) —II.l. Textilien, Gewebe ma
schinellin der Art des Strickens herstellen: Pullover,
Strümpfe, Unterwäsche w.; gewirkte Teppiche —
2.Bäckerei den Teigw. (durchkneten 1)
+ etw. wirkt / Wunder
wirklich IAdj.1 1. mit der objektiven Realität über
einstimmend, so, wie etw. objektiv (wissenschaftlich)
nachprüfbar, erlebbar ist, sich verhält, abläuft, ge
s chieht: der Roman schildert das wirkliche Leben;
die Darstellung entspricht nicht der wirklichen
Lage der Dinge, den wirklichen Ereignissen; er
wollte wissen, wie es w. war, wie groß die Vorräte
w. sind, was er w. denkt, macht — 2. im eigent
lichen Sinne der Sache, dem Wesen der Sache ent
sprechend, richtig, wie etw. sein soll: ein wirklicher
Freund, Künstler, Könner; einen wirklichen E r
folg erringen; er v ersteht, beherrscht sein Fa ch
gebiet w.
—
3.jadv.; dient zur Bekräftigung, Be
teuerung einerAussage/wahrhaftig (2):dasweiß ich
w. nicht mehr, habe ich w. nicht getan; das ist w.
(und wahrhaftig) so gewesen!
Wirklichkeit, die; -,
-enjvorw. Sg.jdas objektiv als
Sache od.Prozeß Vorhandene, Existierende: in einem
Roman die bunte, harte, nüchterne, rauhe W. dar
stellen; die gesellschaftliche, politische W .; den
Schein mit der W. verwechseln; der Unterschied
zwischen seinen Träumen, Wünschen und der W.
ist groß; in W. (gemessen an den wirklichen Er
eignissen) verhält es sich damit ganz anders; etw.
wird W. (etw. wird in einen objektiv vorhandenen,
existierenden Zustand versetzt, verwandelt); Philos.
die objektive W. (objektive Realitätp; <> auf dem
Boden der W. stehen (eine nüchterne, realistische
Lebenseinstellung haben)
wirklichkeits/Wirklichkeits] -fremd / A d j./ d e r
Wirklichkeit und ihren Forderungen, dem Leben
nicht entsprechend: wirklichkeitsfremde Vorstel
lungen, Wünsche; -getreu /A dj./ wirklichkeitstreu;
-n ah /A dj./ vgl. -treu: ein wirklichkeitsnahes
Kunstwerk; -sinn, der jo. Pl.j Sinn für die Wirk
lichkeit, für die Tatsachen, das Leben; -treu lAdj.j
der Wirklichkeit, dem Leben entsprechend: eine
wirklichkeitst’reue Darstellung; d a z u -treue, die
wirksam /Adj./ 1.1. eine bestimmte Wirkung aus
ü b en d : die in der Natur, Gesellschaft wirksamen
Gesetze, Kräfte; diese Verordnung ist seit dem
1. Januar w. (gültig, rechtskräftig); w. (eine Ver
änderung bewirkend) in einen Vorgang eingreifen;
jmdn. w. unterstützen 1.2. die gewünschte Wirkung
zeigend, erfolgreich wirkend (1.3): ein äußerst wirk
sames Medikament; eine wirksame Maßnahme,
Strafe;jmdm. wirksame Hilfe leisten;jmdn., etw. w.
vor etw. schützen;daz u Wirksamkeit,die; -, /o. P L /
W|rk|Stoff, der Stoff (3.2), der im lebenden Organis
mus eine spezifische Wirkung ausübt od. auslöst: ein
fettlöslicher, natürlicher, synthetischer W.
Wirkung, die; -,
-en das, was von einer Person,
Sache ausgehend den Verlauf, die Beschaffenheit
einer anderen Sache, das Handeln od.Denken einer
anderen Person bestimmt, beeinflußt: eine gute,
nachteilige, ungünstige W. haben; etw. übt eine
heilsame, erzieherische W. aus; vo n jmdm., einer
Sache geht eine große, starke W. aus; die W. einer
Explosion, Rede, Maßnahme; das Verhältnis von
Ursache und W .; seine Ermahnungen blieben ohne
W., hatten keine, keinerlei W., verfehlten ihre W.;
jmd. steht unter der W. von Alkohol
+ mitW. vom ... (vom ...ab geltend)
Wirkungs/w|rkungs| -grad, der /PI. -e/ Grad, A u s
maß der Wirkung von etw.;
-los /Adj./ ohne Wir
ku n g : eine wirkungslose Maßnahme; -voll /A d j./
von großer, starker Wirkung
Wirkware — Wirtschaftspolitik
1345
Wirk|wäre, diejvorw. Pl.j Gewirk
wirr jAdj.j 1.1. keine Ordnung aufweisend, nicht
geordnet, durcheinander: ein wirres Durcheinander
von Papieren, Briefen; seine Haare standen ihm w.
um den Kopf 1.2. ohne logischen Zusammenhang:
wirre Gedanken, Gefühle, Vorstellungen, Träume
haben; ein wirres Gerede; wirres Zeug reden; jmd.
ist ziemlich w., jmdm. ist esganz w. im Kopf(jmd.
ist unfähig zu klarem Denken);er war nochganz w.
(benommen) von dem ungewohnten Lärm, den Auf
regungen
Wirren, die /PL/ durch politische Auseinander
setzungen, Unruhen verursachtes Durcheinander im
gesellschaftlichen, wirtschaftlichen Gefüge eines Lan
des, ungeordnete Verhältnisse: innere, politischeW.;
in den W. der Nachkriegszeit
Wirr|kopf, der verworren, unklar denkender und
entsprechend handelnder Mensch
Wirrnis, die; -,
-se /zu wirr/
Wirrsal, das; -s, -e [..za:l] /zu wirr/ veraltend
Wirrwarr, der; -s, jo. Pl.j völlige Unordnung: ein
W. von Gedanken, Stimmen; auf seinem Schreib
tisch herrschte ein unbeschreiblicher, heilloser W.
(von Papieren)
Wirsing, der; -s, jo. Pl.j Wirsingkohl
Wirsingkohl, der Kopfkohl, dessen innere Blätter
kraus sind
Wirt, der; -(e)s, -e 1. Inhaber, Pächter, Leiter einer
Gaststätte, Gastwirt: der W. des ,Goldenen Adlers*—
2.1. Vermieter von Wohnraum 2.2. Hauswirt —
3. Biol. Wirtsorganismus: derW. einesVirus sein;
zu 1—2Wirtin,'die; -nen
Wirtschaft, die;
-en 1.jvorw. JSg.j Gebiet des ge
sellschaftlichen Lebens eines Landes und die damit
verbundenen Einrichtungen, in dem die Produktion,
die Verteilung, der Austausch und die Konsumtion
der materiellen Güter erfolgen und dessen Charakter
durch die jeweils herrschenden Eigentumsverhältnisse
bestimmt w ird: die sozialistische, kapitalistische W .;
eine blühende, krisenfreie, leistungsfähige W .; der
volkseigene, private, genossenschaftliche Sektor
derW.(Volkswirtschaft);dieIndustrialisierung,Re
konstruktion der W.
—
2.1./vorw. Sg.)2.1.1.Haus
halt (1.1): jmdm. die W. führen, besorgen; die
KinderhelfenderMutterinderW.2.1.2.Haus
halt (1.2): eine eigene W. gründen 2.2 . jo. Pl.j das
Führen einer Hauswirtschaft, das Wirtschaften: sie
versteht nichts von der W .; bei solch schlechter W.
(Wirtschaftsführung) konnten sie mit dem Geld
nicht auskommen — 3. landsch. 3.1. (kleinere)
Gaststätte, in der Getränke ausgeschenkt werden: in
die W. gehen 3.2. bes. norddt. kleiner privater
landwirtschaftlicher Betrieb: er hatte die W. von
seinem Vater geerbt — 4. /o. Pl.j umg. jemot./
4.1 . Unordnung, Durcheinander: was hast du wie
derfür eine W. angerichtet!;das ist ja eine saubere,
schöne W.!4.2 . etw. macht eine Menge W. (große
Mühe, viel Arbeit, Schererei)
wirtschaften, wirtschaftete, hat gewirtsehaftet
1.in der Wirtschaft(1)od. in einem bestimmten Be
reich der Wirtschaft (1, 2.1, 3) mit den gegebenen
Mitteln und Möglichkeiten in der Weise leiten und
arbeiten, daß bei möglichst geringem Einsatz von
Mitteln und Arbeitszeit ein möglichst großer Nutzen
erzielt wird: rationell, rentabel, sparsam, intensiv,
mit Gewinn, Verlust w.; in diesem Betrieb ist
schlecht gewirtsehaftet worden; wir haben diesen
Monat gut gewirtsehaftet (wenig Geld ausgegeben);
jmd. kann w., versteht zu w. (gehtgut, rationell mit
den ihm zur Verfügung stehenden Geldmitteln,
Materialien um);sie wohnen zusammen und w. ge
meinsam (führen einen gemeinsamen Haushalt);
selbständig w.; mit etw. in bestimmter Weise w.:
sparsam, haushälterisch mit Investitionsmitteln,
seinen Kohlen, Ersparnissen, Kräften w.
—
2. die Mutter wirtschaftet in der Küche (ist in der
Küche tätig)
-bindieeigene/ Taschew.;ausdem/ vollenw.
Wirtschafterin, die; -,
-n e n weibliche Person, die
beruflich jmdm. die Hauswirtschaftführt
wirtschaftlich /A dj.j 1. die Wirtschaft (1) be
treffend, zur Wirtschaft (1)gehörend: der wirtschaft
liche Aufbau, Aufschwung; die wirtschaftliche
Entwicklung; die wirtschaftlichen Verhältnisse
eines Landes; wirtschaftliche Vereinbarungen;
ein Land erlebt eine wirtschaftliche Blüte, De
pression, Krise; ein w. starkes, selbständiges
Land; eine Gegend w. erschließen — 2 . finanziell:
in eine wirtschaftliche Notlage geraten; jmd. ist w.
unabhängig, möchte sich w. verbessern, wr un
abhängig werden; jmdm. geht es w. (nicht) sehr
gut — 3. bei möglichst geringem Geldmittel-,
Ma
terialverbrauch den höchstmöglichen Nutzeffekt er
zielend: die wirtschaftliche Rechnungsführung,
Leitung eines Betriebes; ein wirtschaftliches Ver
fahren; w. (sparsam, rentabel) arbeiten, handeln;
zu 3 Wirtschaftlichkeit, die; jo . P I j
Wjrtschafts/wjrtschaftsl -führung, die jo . P l.j das
Führen, Leiten einer Wirtschaft (1, 2.1, 3): die
Prinzipien der wissenschaftlichen, sozialistischen
W.;
-funktionär, derjvorw. DD Rj Funktionär, der
im Bereich der Volkswirtschaft eine verantwortungs
volle, vorwiegendleitende Tätigkeit ausübt; -gebäude,
das einem Gebäudekomplex angeschlossenes Ge
bäude, in dem haus-, landwirtschaftliche od. hand
werkliche Arbeitsräume untergebracht sind; -geld,
das jo. Pl.j zur Führung eines Haushalts verwen
detes Geld: mit dem W.. (nicht) auskommen; -ge-
meinschaft, die jo. Pl.j 1.1. /bestimmte Form inter
nationaler wirtschaftlicher Zusammenarbeit soz.
Länderj 1.2. die Europäische W. jAbk. EWG/
(staatsmonopolistischer Zusammenschluß 'einer Reihe
westeuropäischer Staaten zu gemeinsamem Vorgehen
bes. au f wirtschaftlichem Gebiet); -geschichte, die
jo. PL/ Wissenschaft von der geschichtlichen Ent
wicklung der Produktionsverhältnisse und der Pro
duktivkräfte und bestimmter angrenzender Gebiete;
-h ilfe, die jo. Pl.j 1. in unterschiedlicher Weise ge
währte Unterstützung für wirtschaftlich schwach ent
wickelte Länder durch einen industriell gut ent
wickelten Staat: W. gewähren — 2. jo. Pl.j der /f
Rat für Gegenseitige W. jauch RGW/; -krise,
die Pol. Ök. gesetzmäßige, periodisch auftretende
Erscheinung der kap. Produktionsweise, die sich
aus dem Grundwiderspruch des Kap. und dem sich
daraus ableitenden Mißverhältnis zwischen der
Mengeder angebotenen Waren und derBeschränkung
der Kaufkraft der werktätigen Massen ergibt, was zu
einem bestimmten Zeitpunkt zur Unverkäuflichkeit
der Waren und damit zur Einschränkung der Pro
duktion und zur Arbeitslosigkeit führt; -plan, der
Plan, der die Entwicklung der soz. Volkswirtschaft
und ihrer Teilsysteme für einen bestimmten Zeit
raum festlegt; -politik, die jo. Pl.j Gesamtheit der
1346
wirtschaftspolitisch — Wissenschaftler
Maßnahmen und Methoden eines Staates zur Er
reichung bestimmter wirtschaftlicher und damit ver
bundener politischer Ziele: die Einheit von Wirt
schafts- und Sozialpolitik in der DDR; dazu -poli
tisch /Ädj.l; -recht, das /o. Pl.f Recht, das für den
Bereich der Wirtschaft (1) gilt; -Sektor, der: der
staatliche, genossenschaftliche, private W. (Bereich
der Wirtschaft 1); -Strafrecht, das vgl.
-recht;
-Straftat, die Straftat auf dem Gebiet der Wirt
schaft (1); -System, das System der Produktivkräfte
und Produktionsverhältnisse innerhalb eines Gesell
schaftssystem s: das sozialistische, kapitalistische
W.; -trakt, der vgl.
- gebäude; -vertrag, der 1. (zwi
schenstaatlicher) Vertrag über wirtschaftliche B e
ziehungen — 2. Vertrag im Rahmen des soz. Ver
tragssystems zur Regelung der wechselseitigen Be
ziehungen zwischen Betrieben, organisatorischen
Einheiten der Wirtschaft; -Wissenschaft,die Wissen
schaft, die ökonomische Verhältnisse und Prozesse
untersucht; dazu -Wissenschaftler, der u. -wissen
schaftlich fA dj.fi -zweig, der Teilbereich der Wirt
schaft, der alle Betriebe mit gleichartiger Produk
tion umfaßt
Wirts| -haus, das veraltend (ländliches) Gasthaus;
-Organismus,derBiol. lebenderOrganismus, auf od.
in dem andere Organismen parasitär leben
Wisch, der; -es, -e femot. neg.f Schriftstück, be
schriebenes Stück Papier:diesen W. habe ich nicht
verfaßt!
wischen /sw. Vb.; hat, ist/ 1. (hat) 1.1. (sich) mit
etw. über etw. w. mit etw., bes. mit derHand,über
etw. hinfahren, streichen: er wischte (sich) mit der
Hand über die Stirn, den Kopf; aus Versehen mit
dem Ärmel über frisch Geschriebenes w. 1 .2 .1 .
(sich) etw. w. durch 1.1 etw. säubern: sich (mit der
Hand, Serviette) den Mund w. (mit derHand, Ser
viette überden M und streichen, um etw. abzuwischen);
den Fußboden, die Treppe w. (durch streichende,
reibende Bewegung mit einem feuchten Tuch säu
bern) 1.2.2. etw. durch 1.1 von, aus etw. entfernen:
die Krümel vom Tisch, den Staub von den Bü
chern w.; (sich, jmdm.) die Tränen aus den Augen,
den Schweiß von der Stirn w.;Staub w. (mit einem
Staubtuch beseitigen) —2. umg. schnellirgendwohin
rennen (1.1) (ist): derJunge wischte um die Ecke
-j- salopp jmdm. eine w. (jmdm. eine Ohrfeige
geben)
Wisent, d er; -(e)s,
-e großes, europäisches, ur
sprünglich wildlebendes Rind (1), das nur noch in
Gehegen und Tiergärten erhalten ist
Wismut, das; -(e)s, fo. Pl.f Schwermetall mit röt
lichem bis silberweißem Glanz
w|spern fsw. Vb.;hat/ flüstern
Wiß/wjß| -hegier(de), die Begierde, Verlangen, etw.
zu erfahren, zu lernen; dazu -begierigfAdj.f
wissen (er weiß), wußte, hat gewußt 1.1. etw. in
folge eigener Wahrnehmung, Erfahrung, durch
Lernen von anderen im Gedächtnis, Bewußtsein
haben (und wiedergeben können), etw. im Gedächtnis,
in derErinnerung gespeicherthaben:viel, wenigw.;
etw. (nicht) w .; weiß du schon das Neueste?; nie
mand wußte Näheres, Genaueres (davon, über
ihn); etw. seit langem, im voraus, genau, sicher,
(nur) vom Hörensagen, aus Erfahrung, aus siche
rer Quelle, von jmdm. w .; um etw. w .; er wußte
nichts mehrdavon (erinnerte sich nichtmehrdaran);
wie, woher soll ich das w.?; soviel ich weiß ...;
(k)einen Ausweg w.; er wußte den Weg nicht
(mehr); nicht w. (vorhersehen) können, was kommt;
er lächelte wissend (bestimmte Kenntnisse an
deutend); jmdn. etw. w. lassen, jmdm. etw. zu w.
geben (jmdm. etw. mitteilen, bekanntgeben);er weiß
(ist sich ganz sicher, völlig bewußt), was er will,
welche Folgen dieser Entschluß für ihn hat; er
wußte nicht(war sich nichtbewußt, nicht im klaren),
was mit ihm geschehen war, was er tun sollte,
woran er war 1.2 . jmdn., etw., sich irgendwie,
irgendwo w. sicher, überzeugt sein, daß etw., jmd.,
man selbst in einer bestimmten Lage, in einem be
stimmten Zustand ist: jmdn. in Sicherheit w.; er
wußte die Kinder, seinen Garten gut versorgt; wir
wußten uns unbeobachtet, verantwortlich, frei
von Schuld 1.8. fin der Verbindungf umg. / wer
weiß—2./w.+ zu+ Inf.fetw.zutunw.etw.zu
tun verstehen, imstande sein, etw. tun zu können:
jmds. Vertrauen zu würdigen, schätzen w.; sich zu
helfen w.; mit jmdm., etw. nichts anzufangen w.;
sich vor Freude, Lachen, Stolz nicht zu halten w.
+ von jmdm., etw. nichts w. wollen (mit jmdm.,
etw. nichts zu tun haben wollen, jmdn.,
etw. ab
lehnen); wie man weiß (bekanntlich)
umg. was
weiß ich (das ist mir unbekannt, ich habe keine
Ahnung davon)!;... und was weißich allesund alles
mögliche andere:ich habe gekocht, gewaschen und
was weiß ich alles; was weißt du denn davon (du
hast zuwenig Kenntnis davon)!; nicht daß ich
wüßte, wenn ich das wüßte (das ist mir nicht be
kannt)!; — nicht
aus und ein, nicht aus noch
ein, weder aus noch ein w .; Bescheid w.; nicht
w., wo
hinten und vorn ist; etw. aus dem
Kopf w .; sich nicht zu / lassen w.
Wissen, das; -s, fo. PI ./ Gesamtheit dessen, was
jmd. weiß (1.1), Gesamtheit der im Bewußtsein,
Gedächtnis gespeicherten, einer Gruppe zur Ver
fügung stehenden, auf einem Gebiet vorhandenen
(Erkenntnisse: jmd.hat, besitzt eingroßes, grund
legendes, umfassendes, vielseitiges W .; unser ge
sichertes, exaktes W. vom Aufbau der Elemente;
das W. und Können der Arbeiter, Techniker,
Wissenschaftler; sein W. erweitern, weitergeben,
in der Praxis anwenden; sich W. aneignen
-f- meines Wissens /Abk. m . W ./, unseres Wissens
fAbk. u. W ./ (soviel ich weiß, wir wissen);etw. mit
W. (ganz bewußt, absichtlich) tun; nach bestem W.
und Gewissen (ehrlich und so gut man es weiß)
aussagen, handeln; etw. ohne jmds. W . (ohne daß
jmd. etwas davon weiß) tun; etw. wider besseres,
gegen sein besseres W. tun (etw. tun, obgleich man
weiß, daß es nicht richtig, gut ist)
Wissenschaft, die; -,
- e n spezifische Form gesell
schaftlich organisierter Erkenntnistätigkeit in Ein
heit mit dem sich ständig entwickelnden System von
Erkenntnissen, Begriffen, Theorien u. ä . sowie in
ständiger Wechselbeziehung mit der Praxis, die
die Gesetzmäßigkeiten der objektiven Realität und des
Denkens zum Gegenstand haben: die medizinische,
biologische W .; die technischen Wissenschaften;
W. und Technik; W. und Praxis; die W. fördern,
planen, vorantreiben; die Akademie der Wissen
schaften (der DDR, UdSSR)
-f- umg. dasist eineW.fürsich (das ist sehr kom
pliziert, schwierig, dazu gehören ganz spezielle
Kenntnisse)
Wissenschaftler, der; -s, - jmd., der an einer Hoch
wissenschaftlich — 1wo
1347
schule ausgebildet und auf einem Gebiet der Wissen
schaft (forschend, lehrend) tätig ist
wissenschaftlich fA dj./ 1.1. (der M ethodik) der
Wissenschaft, den Prinzipien der Exaktheit, Nach
prüfbarkeit und logischen Schlüssigkeit entsprechend:
eine wissenschaftliche A rbeit, Aufgabe, Theorie,
Auseinandersetzung, Untersuchung, Analyse, Me
thode; mit wissenschaftlicher Exaktheit arbeiten;
w. arbeiten, denken, tätig sein; etw. w. begründen,
erforschen, entwickeln 1.2 . jnur attr.j die Wissen
schaft od. eines ihrer Teilgebiete betreffend: eine
wissenschaftliche Tagung, Publikation, Zeitschrift,
Institution; ein wissenschaftlicher (auf einem Ge
biet der Wissenschaft ausgebildeter, tätiger) Mit
arbeiter; die w.-technische / Revolution 1.3 . /nur
attr) der wissenschaftliche (als Wissenschaft aus
geprägte) Sozialismus, Kommunismus; zu - 1.1
Wissenschaftlichkeit, die; -, jo . P l.f
Wjssenschafts| -Organisation, die jo . P l.f syste
matische Organisation (im Bereich) der Wissen
schaft zum Zwecke ihrer Nutzung und Entwicklung
nach bestimmten gesellschaftlichen Erfordernissen;
-theorie, die jo. Pl.f Theorie, interdisziplinäre
Erforschung der Wissenschaft im Hinblick auf ihre
Grundlagen, Voraussetzungen, ihre Funktion in der
Gesellschaft und die Gesetzmäßigkeit ihrer Ent
wicklung
Wissens/wjssensl -durst, der heftiges Verlangen nach
Wissen; dazu -durstig /Adj./; -gebiet, das jo. Pl.f
in sich eine gewisse Einheit bildender Teil des
Wissensgutes; -gut, das jo. PL/ Gesamtheit des
Wissens einer Epoche, eines Menschen; -lücke, die
Mangel, Unvollständigkeit im Wissen eines Men
schen : Wissenslücken haben, ausfüllen; -Speicher,
der überschaubar geordnete Sammlung von Formeln,
grundsätzlichen Aussagen über ein Wissensgebiet:
ein W. für Chemie, Physik; -wert jA dj.; nicht adv./:
eine wissenswerte Neuigkeit, Tatsache (eine N eu ig
keit, Tatsache, die es wert ist, daß man sie erfährt,
w eiß); er teilte uns alles Wissenswerte schriftlich
mit
wissentlich fAdj.; nicht präd.j mit Wissen, bewußt
(1.3), absichtlich: eine wissentliche Lüge; w. eine
falsche Angabe machen
wittern/sw. Vb.;hat/ 1. /von Tieren, bes. Hunden/
den Geruch, der von Menschen, Tieren, Gegen
ständen ausgeht, wahrnehmen: der Hundvwitterte
einen Hasen, die Spur; der Hirsch hat sofort den
Jäger gewittert; das Pferd witterte den Stall —
U. umg. etw. spüren (1.2), merken (1), ahnen (1.2):
eine Gefahr, ein Geschäft, seine Chance, seinen
Vorteil, Unheil w.; jmd. w ittert (vermutet 1.1,
fürchtet argwöhnisch) überall Verrat, einen Hinter
halt
+ jmd. wittert / Morgenluft; / Unrat w.
Witterung, die; -, jo, PL/ I. Verlauf des Wetters
über mehrere Tage an einem bestimmten Ort od. in
*<einem bestimmten Gebiet: eine kühle, warme, nasse,
trockene, milde, beständige W .; die W. wechselte,
.schlug um; die jahreszeitlich bedingten Schwan
kungen der W.
—
n.1.1. Geruchssinn, bes. bei
Hunden, Wild: ein Hund mit einer guten, schar
fen, feinenW.1.2.derdurch 1.1 von Hunden, Wild
wahrgenommene Geruch, der von Menschen, Tieren,
Gegenständen ausgeht: die Rehe hatten, bekamen
W.; der Hund nahm W. (den Geruch des verfolgten
Tieres, Menschen) auf, hatte die W. verloren —
2. Gespür, Spürsinn: er hat eine erstaunliche,
empfindliche, feine W. für Stimmungen, für die
Gefühle anderer
witterungs/Witterungs zu W itterun g I| -bedingt
/Adj./ durch (schlechte) Witterung entstanden; -be-
dingungen, die /PL/: erschwerte, extreme, un
günstige W .;
-einfluß, der (ungünstige) Wirkung
der Witterung; -Unbilden, die /Pl.f: gegen W. ge
schützt sein
Witwe, die; -,
-n Frau, deren Ehemann gestorben ist
Witwer,der; -s, - M ann, dessen Ehefrau gestorben ist
Witz, der; -es, -e 1.1, geschickt, kunstvoll auf einen
Höhepunkthin formulierte kurze Erzählurig,die eine
mit Spannung erwartete Überraschung, Pointe ent
hält, durch die bes. Fehler, Schwächen von Menschen
od. Sachverhalten vorwiegend humorvoll (kritisch)
dargestellt werden: einguter, schlechter, geistreicher,
anzüglicher, zweideutiger, pikanter, fauler, derber,
schmutziger W.; politische Witze; einen W. er
zählen, zum besten geben; über einen W. lachen;
eine Menge Witze kennen, wissen; <0> umg. der
W. (das Entscheidende, Wesentliche, Interessante)
der Sache ist, daß ... 1 .2. lustige, scherzhafte B e
merkung od. Entgegnung, durch die jmd., etw. dem
Gelächter anderer preisgegeben wird: einen W.,
Witze (über etw., jmdn.) machen, reißen; sich
einen W. (Scherz, Spaß) mit jmdm. erlauben —
2. jo. PL/ 2.1. Gabe, etw. lustig, treffend, schlagfertig
und geistreich zu erzählen, darzustellen: sein bei
ßender, scharfer, sarkastischer, funkelnder W .; etw.
mitfeinem, mit vielW. erzählen; seine Rede sprüh
te von Geist und W., W. und Laune; eine Operette
mit komödiantischem W. (witzigen Einfällen) auf
führen 2.2. veraltend Klugheit, Findigkeit: jmd.
ist am Ende seines Witzes, hat weder W. noch Ver
stand
+ umg. das ist doch, ja ein W. (das kann doch
nicht wahr sein; das ist ein schlechter Scherz, eine
Zumutung) !;ist das nicht ein W. (ist das nicht zum
Lachen, Ärgern)?;machkeineWitze (erzählekeinen
Unsinn, das ist unmöglich)!
Witz|bold,der; -(e)s, -e umg. jmd., der häufig und
gern (geistlose) Witze über etw.,
jmdn. macht,
(dumme) Späße mit etw., jmdm. treibt: er ist einW.
witzeln /sw. Vb.; hat/: über etw., jmdn. w . (über
etw., jmdn. scherzhafte, witzige Bemerkungen, An
spielungen machen)
witzig /Adj./ 1. jmd. ist w. (imstande, gute Witze zu
erfinden od. vorzutragen) — 2. lustig, spaßig,
scherzhaft, in der Art eines Witzes (1): eine witzige
Geschichte, Anekdote erzählen; eine witzige An
spielung machen; einen witzigen Einfall haben
witz|los /Adj./ 1. geistlos, humorlos: ein witzloser
Spaß;etw. w.erzählen —2 ./nurpräd.f umg. esist
w. (sinnlos, zwecklos) für dich, jetzt noch zu warten
1W0/Adv./ 1 . /leitet einen (in)direkten Fragesatz ein/
an welchem Ort, an welcher Stelle?: wo wohnt er?;
wo bist du gestern gewesen?; ich weiß nicht, wo er
wohnt; umg. er ist wer weiß wo (irgendwo) —
2./leitet einen zeitl. od. räuml. Relativsatz ein/ umg.:
hier ist der Ort, wo (an dem) er geboren wurde;
er blieb (dort), wo (andem Ort, andern) er studiert
hatte; an dem Tag, wo (an dem) am meisten zu tun
war, wurde er krank; jetzt, wo (zu dem jetzigen
Zeitpunkt, an dem) ich alles noch einmal lese,
kommen mir Bedenken — 3. /indefinit/ umg.
irgendwo: er hat seinenSchirm wo stehenlassen —
.8 6 Wörterbuch
1348
2wo — wohl
4. /als Partikel; verneinender Ausruf in der Ver
bindung! umg. ach wo (aber nein, keineswegs)!
+ umg. wo denkst du hin (da irrst du dich)\; wo
fehlt’sdenn(was ist nicktin Ordnung,wo kann man
helfen)?;woergehtundstehtimmer, überall:woer
geht und steht, denkt er daran
2wo /Konj. in Verbindung mit doch;unterordnend;
leitet einen meist nachgestellten Gliedsatz ein/
1./kausal; der Sachverhalt im Hauptsatz wird vor
gezogen und z. B
.
durch lieber, besser betont; der
Gliedsatz begründet eine negative Aussage! weil (1.1):
du solltest besser nicht Spazierengehen, wo es doch
so regnet — 2. /konzessiv und adversativj obwohl:
wieso beschimpft er mich, wo ich ihn doch ständig
verteidige?
wo| -anders /Adv./ an einem anderen Ort, an einer
anderen Stelle:er war mit seinen Gedanken (ganz)
w.;
-andershin /Adv./ an einen anderen Ort, eine
andere Stelle: ersah schnell w.; -be|/Adv./1 ./inter
rogativI bei welcher Sache, Tätigkeit?: w. habt ihr
ihn getroffen?; w. ist dies passiert?; sie wollte
wissen, w. das geschehen ist — 2 . /relativ/ bei der,
bei dem : das ist eine pikante Angelegenheit, w.
noch allerhand zu bedenken ist; ein Versuch, w.
große Gefahren drohen; er hat das Problem g ut
gelöst, w. jedoch zu bedenken ist (bei dem G e
nannten ist jedoch zu bedenken), daß ...
Woche, die; -,
-n Zeitabschnitt, der die sieben Tage
von Montag bis Sonntag umfaßt: die vorige, ver
gangene, nächste, folgende W .; in dieser, in der
kommenden W.; die W. vor, nach Weihnachten;
am Anfang, zu Beginn, gegen Ende der W.; jede
(dritte) W.; alle drei Wochen; (heute) in, vor drei
Wochen; etw. innerhalb vo n drei Wochen zurück
geben müssen; für zwei, mehrere W ochen ver
reisen; drei, viele W ochen (lang, hindurch), seit
Wochen krank sein; W, für W. (jede W oche); etw.
zieht sich über Wochen (wochenlang) hin; die W.
über, während der W., unter der W. (an den
Werk-, Wochentagen) bleiben sie in der Stadt
Wochen/wochen| -bett, dasjo. P lj der Entbindung
folgender Zeitraum bis zur Zurückbildung der
Gebärmutter auf ihre normale Größe; -ende, das
Sonnabend und Sonntag: wir wollen am (kommen
den) W.5 übers W. nach N fahren; -endhaus, das
kleines, im Grünen gelegenes, meist eingeschossiges
Haus, das in der Freizeit, vorw. am Wochenende
zur Erholung genutzt wird; -geld,dasjo. PI ./ Geld,
das die Sozialversicherung einer werktätigen Frau
während des Wochenurlaubs zahlt; -karte,diefür die
Dauer einer Woche gültige Fahrkarte; -krippe, die
Kinderkrippe, in der die Kinder von Montag bis
Freitag durchgehend untergebracht sind; -lang/Adj.;
nichtpräd./ mehrere Wochendauernd: nachwochen
langer Abwesenheit zurückkehren; w. warten,
krank sein; -lohn, der Arbeitslohn für die in einer
Woche geleistete Arbeit; -markt, der an bestimmten
Tagen in der Woche stattfindender M arkt: die
Stände (für Obst und Gemüse, Kurzwaren) auf
demW.; -schau, die wöchentlich wechselnder Kurz
film, der über die wichtigsten Ereignisse (der ver
gangenen Woche) berichtet und im Kino vor dem
Hauptfilm gezeigt wird; -tag, der einer der sechs
Tage in der Woche außerdem Sonntag; -tags/Adv./
an Wochentagen: w. muß erimmer sehr zeitig auf
stehen
wöchentlich /Adj.; nicht präd./ jede Woche wieder
kehrend, in jeder Woche: eine wöchentliche Ab
rechnung, Lohnzahlung; w. ein-, zweimal be
richten, abrechnen; diese Zeitschrift erscheint w.
Wochen|Urlaub, der gesetzlich festgelegter Zeitra u m
bezahlter Freistellung der werktätigen Frau von der
Arbeit nach derEntbindung
Wöchnerin, die; •, -nen Frau während der Zeit des
Wochenbetts
Wpdka, der; -s, -s /bei Mengenangabe PI. auch
Wodka/ vorwiegend aus Getreide hergestellter heller,
klarer Branntwein
ohne aromatische Zusätze:
sowjetischer W .; einen W. trinken
wo| -durch /Adv./ 1. /interrogativ/ durch welche
Sache, Tätigkeit?: w. ist er so geworden? —2*/re
lativ/ er hat den Wecker nicht gehört, w. (durch
welche eben erwähnte Sache) er verschlafen hat;
-für/Adv./ 1./interrogativ/ für welche Sache, Tätig
k eit?: w. hast du dein ganzes Geld ausgegeben? —
2. /relativ/ er hat ein Kind vor dem Ertrinken ge
rettet, w. (für welche eben erwähnte Sache) er eine
Auszeichnung erhielt
Woge, die; -,
-n geh. hohe, starke Welle (LI): die
Wogen (des Meeres) schlugen ans Ufer, über das
Schiff, gegen die Felsen; eine riesige W. schleuderte
das Boot auf den Strand; O eine W. herzlicher
Sympathie empfing ihn; die Wogen der Freude,
Empörung schlugen hoch (es herrschte sehr große
Freude, Empörung); die Wogen der Diskussion
gingen hoch (es wurde heftig diskutiert); etw. löst
eine W. (eine sehr große Menge) von Protesten,
Zustimmung aus
4* / Öl auf die Wogen gießen
wojgegen /Adv./1./interrogativ/ gegen welche Sache,
Tätigkeit?: w. stellte er die Leiter? —2. /relativ/ er
schlug einen gemeinsamen Ausflug vor, w. (gegen
den) niemand etwas einwendete
wogen /sw. Vb.; hat/ geh. 1,1* Wasser wogt Wasser
bildet Wogen, bewegt sich heftig, in starken W ellen:
der Ozean, die See wogte; das wogende Meer
1.2. etw. bewegt sich wie Wogen heftig hin und her,
auf und ab: dieÄhrenwogtenimWind;durchdie
Straßen wogte eine große Menschenmenge
wo| -herI./Adv./ 1.1. /interrogativ/ w. (von welchem
Ort, aus welcher Richtung) ist er gekommen?; w.
(von wem, aus welcher Quelle) soll ich das wissen?
1.2 . /relativ/ wir gingen an den Ort zurück, w. (von
dem),dorthinzurück,w. (andenOrtzurück, von dem)
wir gekommen waren; zeige mir das Buch, w.
(aus dem) du das Zitat genommen hast — II. /als
Partikel; als verneinenderAusrufinder Verbindungf
umg. ach w. (denn) (aber nein, keineswegs)!; -hin
jAdv.j l. /interrogativ/ w. (auf welchen Platz) soll
ich mich setzen?; w. (an welchen Ort, in welche
Richtung) gehst du?; ich weiß nicht, w. mit den
vielen Sachen — 2 . /relativ/ ihr könnt (dorthin)
gehen, w. (an welchen Ort, in welche Richtung) ihr
wollt; das ist eine Gegend, w. (zu d er) es mich im
mer wieder zieht; umg. verhüll, ich muß mal w.
(ich muß mal auf die Toilette gehen); -hingegen
/Konj.; unterordnend; leitet einen nachgestellten
Gliedsatz ein; adversativ; kennzeichnet den Gliedsatz
im Sinne eines Gegensatzes/: er hat studiert, w.
seine Geschwister alle ein Handwerk erlernt haben
wohl /Adv./ I.l . sich w. (gesund 1.1) fühlen; jmdm.
ist nicht (ganz) w .; ist dir wieder wohler (zumute)
(fühlst du dich wieder besser, gesünder)?; nach der
Kur, demUrlaub sah ersehr w. (erholt, gesund) aus;,
Wohl — wohlverdient
1349
am wohlsten (am besten) fühlte er sich zu Hause;
jmdm. ist (es) bei etw. nicht w. zumute (jm d . fühlt
sich bei etw. unbehaglich,jmd. hat bei etw. Bedenken,
Befürchtungen) — 2*1« er ließ es sich w. (gut)
schmecken; lebe w.! fAbschiedsgrußj ; w. be
kommt! /Wunschformel beim Essenf; fin Aus
rufenj w. dem (wie gut, ein Glück für den), derge
sunde Kinder hat! 2.2, ich weiß w. (genau), habe
w. bedacht, was zu tun ist; jvorw. in Verbindung
mit Part. Prät.f alles war w. überlegt, geplant; er
hatte alles w. (sorgfältig) verpackt 2.3, /betont;
entkräftet einen Zweifelf durchaus (1.2); ich er
innere mich (sehr) w. an diesen Vorfall, habe es
(sehr) w. gesehen; er hat (sehr) w. verstanden, was
gemeint war; das kann w. sein, kann man w. sagen
—
3. /unbetont; drückt eine Unsicherheit, einen
Zweifel des Sprechers aus/ 3,1. wahrscheinlich, an
scheinend, verm utlich: er wird w. noch kommen;
das wird er w. nie begreifen, lernen; das ist w. das
Beste (für ihn); du hast w. gerade viel zu tun?;
dubist w. sehr enttäuscht?;fin Fragen, die einen
Vorwurf ausdrücken/ du spiifnst w., bist w. nicht
recht bei Trost? 3.2. ich habe w. (etwa, ungefähr)
eine Stunde vergeblich auf ihn gewartet —
II./als Partikel; unbetont; dient der Verstärkung und
Intensivierungj:manwirddochw. nochfragendür
fen !; siehst du w., so wirddas gemacht!; er ist nicht
dumm, w. aber faul; umg. fin Aufforderungen/
wirst du w. herkommen!, wirst du das w. sein
lassen!
-f- es sich w. seinlassen (sein Leben genießen, sich
Essen und Trinken schmecken lassen); — jmd.fühlt
sich, jmdm. ist nicht w. in seiner Haut; w. oder
/ übel
Wohl, das; -(e)s, /o. Pl.j das W ohlergehen, W ohl
befinden : für das W. seiner Kinder, Familie sor
gen; für das W. der Mitbürger wirken; etw. zum
Wohle der (ganzen) Menschheit tun; das allgemei
ne, öffentliche, gesellschaftliche W .; auf jmds. W.
trinken; mit jmdm. auf sein W. anstoßen; zum
W.!, (auf) Ihr, dein W.! /Wunschformeln beim
(Zu)trinken/
-fumg. das W. undWehe das Ergehen: sich um
jmds. W. und Wehe sorgen
wohl/Wohl|-auf/Adj.; nur in Verbindung mit sein,
bleiben/ gesu n d (1.1); sie ist wieder w.; bleibt w .!;
-befinden, das guter (gesundheitlicher) Zustand: das
psychische, körperliche, soziale W .; -behagen, das
Behagen .: etw. beeinträchtigt jmds. W .; -behalten
/Adv./ 1. wir sind w. (gesund 1.1, unverletzt 1.1)
angekommen — 2. das Paket traf w. (unbeschädigt,
in gutem Zustand) ein; -bekannt /Adj.; nicht adv./
gut, genau bekannt: eine wohlbekannte Straße,
Person; -beleibt /Adj.; nicht adv./ geh. dick (2.1),
ru n d lich (1): eine wohlbeleibte ältere Dame; -er
gehen, das; -s, /o. Pl.j guter Verlauf des Lebens,
gute Lebensumstände: das Glück und W. eines
Menschen, der Werktätigen; -erzogen / A d j./ v e r
altend gut erzogen; -gefallen, das; -s, jo. Pl.j Be
hagen an jmdm.,
etw.,
der, das einem gefällt: er
blickte ihr mit W. nach; jmd., etw. erregt jmds.,
allgemeines W.; + umg. etw. löst sich in W. auf
(etw. findet eine gute Lösung, ein gutes Ende; ein
Gegenstand zerfäUt in seine Bestandteile); -gefällig
/Adj./ mit Wohlgefallen: w. blicken, nicken, lä
cheln; etw. w. betrachten; -gefühl, das jo . P l .j
angenehmes Gefühl behaglicher Freude: jmdn. über
kommt, durchströmt ein W.; -gelaunt /A dj./ geh.
gutgelaunt; -gemeint /Adj.; nicht adv./: ein wohl
gemeinter (gutgemeinter) Rat; -gemut /Adj.; nicht
attr.j veraltend gutgelaunt und zuversichtlich:
jmd. ist w., m acht sich w. an die Arbeit; -geraten
/Adj.; nicht adv./ 1.1. geh. ein wohlgeratener (gut
gelungener) Kuchen1.2. veraltend siehaben zwei
wohlgeratene (gut entwickelte, gut erzogene) Kinder;
-geruch, der angenehmer Geruch, D uft: ein köst
licher W.; -geschmack, der /o. Pl.j guter, angeneh
mer Geschmack: eine Frucht von köstlichem W.;
-gesetzt /Adj.; nicht adv./: jmdm. in wohlgesetzten
Worten (in sprachlich guter Form) danken; -ge
sinnt/Adj.; nicht adv./ freundlich gesinnt: erist dir
w.; -habend /Adj.; nicht adv./ Vermögen besitzend,
in guten Vermögensverhältnissen lebend: jmd. ist w.
geworden, stammt aus einer wohlhabenden Familie
wohlig /Adj./ behaglich, als angenehm empfunden:
jmdn. erfüllt ein wohliges Gefühl; eine wohlige
Wärme; sich w. rekeln, recken; w. gähnen, auf-
atmen
Wohl/wfihl|-klang,der schöner, angenehmer Klang:
der W. einer Stimme, Geige; -klingend /A dj.; nicht
adv./ schön, angenehm klingend: eine wohlklingende
Stimme; -lautend /A dj.; nicht adv./ vgl. -klingend;
-leben, das angenehmes, behagliches Leben in guten
materiellen, finanziellen Verhältnissen; -meinend
/Adj./ 1.1. veraltend es gut mit jmdm. meinend,
freundlich gesinnt:ein wohlmeinenderFreund, Kol
lege 1.2. /nickt adv./ ein wohlmeinender (in freund
licher, guter Absicht gegebener) Wink, Rat; -rie
chend /Adj.; nicht adv./ gut, angenehm riechend:
eine wohlriechende Seife; -schmeckend /A d j.; nicht
adv./ vgl. -riechend; -sein, das: umg. (zum) W.!
jWunschformelbeim Zutrinken od. wenn jmd. niest/;
-stand,derjo. Pl.j hoher materieller Lebensstandard:
der allgemeine, gesellschaftliche W .; der wachsende
W. unserer Bevölkerung; -standsdenken, das a u s
schließlich auf den persönlichen Wohlstand orien
tiertes Denken und Verhalten: ein egozentrisches,
kleingeistiges W.; -tat, die 1. gute Tat zum Wohle
anderer: jmdm. für eineW. danken; jmdm.eineW.,
Wohltaten erweisen —2.jo. Pl.j etw., das in einer
bestimmten Situation eine bes. angenehme Wirkung
auf jmdn. hat, Annehmlichkeit:dasheißeBad,der
Kaffee war nach dem langen Weg in der Kälte eine
(wahre) W.; dieses satte Grün ist eine W. für die
müdenAugen; zu 1 -täter, der; -tätig/Adj./ 1./nur
attr.; noch BRD/ Geld für wohltätige (der Unter
stützung sozial Hilfsbedürftiger dienende) Zwecke
sammeln, verwenden —.2. angenehm, gut wirkend:
einen wohltätigen Einfluß, eine wohltätige Wir
kung auf jmdn. ausüben; diese Worte berührtenihn
w.; zu 1 -tätigkeit,diejo. Pl.j; -tönend /Adj.; nicht
adv./ vgl. -klingend; -tun /Vb./ 1. etw. tut jmdm.
wohl etw. hat auf jmdn. in einer bestimmten Situa
tion eine besonders angenehme Wirkung: diefrische
Luft, der Kognak, Kaffee wird dir nach der An
strengung w.; diese aufmunternden Worte taten
(ihr) wohl; im Wald herrschte eine wohltuende
Kühle, Stille; jmd. ist von wohltuender Beschei
denheit, übt einen wohltuenden Einfluß aus, ist
wohltuend sachlich — 2. veraltend geh. jmd.
handelt richtig, klug: du würdest w., wenn du ihm
verziehest; etw. ist wohlgetan; -überlegt / A d j./
klug, sorgfältig überlegt: w. handeln, Vorgehen;
-verdient /Adj.; nicht adv./: die wohlverdiente
86*
1350
wohlweislich — Wolf
(iberechtigt ve rdiente) Ruhe, den wohlverdienten
Urlaub genießen; -weislich jA d v . f : er schwieg w.
{aus gutem Grund, nach gründlicher, sorgfältiger
•Überlegun g), sagte ihnen w. nichts davon; -wollen
jVb.j:geh.jmd. willjmdm. wohl(jmd. ist jmdm.
freundlich gesinnt, will jmds. Bestes)"*;/oft im Part,
Präs./ jmdn. wohlwollend (mit Wohlwollen, freund
lich g esinnt) anblicken, zulächeln; etw. wohlwol
lend prüfen; jmdn. m it wohlwollender Nachsicht
behandeln; -wollen, das; -s, jo. PLf freundliche
Zuneigung,Gunst:jmdm.gegenübereinherzliches,
väterliches, persönliches, wenig W. empfinden;
jmds. W. erwerben, erringen, verlieren; jmdn. mit
W. betrachten
Wohn| -bezirk,derterritoriale und politisch-organi
satorische Einheit in größeren Städten der DDE;
‘-block, der aus mehreren einheitlichen Wohn
gebäuden bestehender, eine Einheit bildender, oft
quadratisch angeordneter Gebäudekomplex: mo
derne Wohnblocks
WQhnen /sw. Vb.; hat/ 1,1. jmd. wohnt an einem
bestimmten Ort jmd. hat an einem bestimmten Ort
seine Wohnung:auf demLande, inderStadt, zur
(Unter)miete, parterre, im zweiten Stock w .; wo
w. Sie?; er wohnt zehn Minuten vom Bahnhof ent
fernt; in bestimmter Weise w.: möbliert, beengt,
komfortabel w. (eine möblierte,’ enge, komfortable
Wohnung haben) 1.2. vorübergehend eine Unterkunft
bes. zur tJbernachtung haben:erwohntwährendder
drei Tage in einem H otel, bei Freunden
+ mitjmdm.
Tür an Tür, / Wand an Wand w.
Wohn| -gebäude, das vg l. Wohnhaus; -gebiet, das
vgl. Wohnbezirk; -gegend, die kleinerer Teil eines
Ortesi in dem sich vorwiegend Wohnhäuser befinden:
das ist eine schöne, ruhige W .; -gemeinschaft, die
Gruppe, Gemeinschaft von Personen, die über län
gere Zeit zusammen ein Zimmer, eine Wohnung, ein
Haus mit gemeinsamen (sanitären, hauswirtschaft
lichen) Einrichtungen bewohnt: die W. eines Stu
dentenheims; in W. mit jmdm. leben
wohnhaftfAdj.; nur präd.j w. sein wohnen, seinen
Wohnsitz haben: wo sind Sie w.?
Wohn| -haus, dasHaus zum Wohnen (1.1)mit einer
od. mehreren Wohnungen: ein fünfstöckiges W.;
-heim, dasHeim, in dem vorwiegend Alleinstehende,
bes. Lehrlinge, Studenten, Schüler, Krankenschwe
stern, Bauarbeiter, meist in der Nähe ihrer Aus
bildungs-, Arbeitsstätte wohnen; -küche, diegrößere
Küche, die gleichzeitig als Wohnzimmer dient;
-kultur, diejo. PL/dem modernentechnischenNiveau
angemessene, geschmackvolle und gepflegte Aus
stattung der W ohnung(en): Neubauten mit moder
ner W.
wohnlich /Adj./ so ausgestattet, daß man sich dort
gern länger aufhält, gern dort wohnt, gemütlich,
beh aglich : ein wohnlicher Raum; ein Zimmer, eine
Wohnung w. machen, einrichten
Wohn| -ort, der /PL -e/ Ort, an dem jmd. seinen
W oh n sitzhat: den W. wechseln;-Parteiorganisation,
die Grundeinheit der SED innerhalb eines Wohn
gebiets; -raum, der 1. Wohn-,
Schlafzim mer im
Unterschied zu Küche, Bad — 2. jo. Pl.f als Woh
nung geeignete, verfügbare Räum lichkeit: zweckent
fremdeter, unterbelegter W .; die Schaffung, L en
kung, Nutzung von W.; -raumlenkung, die /o. PL;
in der DDE/ Erfassung und Verteilung des Wohn-
raums (2)durch die zuständigen staatlichen Organe;
-recht, dasfo. PL/ Recht, an einem bestimmten Ort,
in einem bestimmten Haus, einer bestimmten Woh
nung zu wohnen; -sitz, der Wohnung an einem be
stimmten Ort, die jmdm. zum ständigen Aufenthalt
dien t: er hat einen zweitenW.; jmd. ist ohne festen,
ständigen W.;
- Stätte, die: die W ohnstätten der
Germanen (Stellen, an denen die Germanen wohn
ten); -Stube,dieveraltend, noch landsch. Wohn
zimmer(i)
Wohnung, die; -,
-en zur Führung des individuellen
Lebens einer Person, eines Ehepaares od. einer
Familie in der Regel auf Dauer dienende, in sich
abgeschlossene Einheit von einem od. mehreren
Wohnräumen in einem Wohnhaus, wozu andere
Räume wie Küche, Bad, Toilette (Keller und Boden)
gehö r e n : eine große, gemütliche, warme/ helle,
feuchte W .; eine W. mit Küche, Bad, Balkon, vier
Zimmern und Zentralheizung; eine W. mieten,
tauschen, beziehen, renovieren, aufgeben, ein
richten; in eine W. einziehen; jmd. hat keine
(eigene), sucht eine (neue, andere) W.; jmdn. in
eine (leerstehende) W. einweisen; die W. wechseln
(um ziehen 1); jmdm. eine W. zuweisen
Wohnungs] -amt, das /DD R noch umg./ staatliches
Organ für Wohnraumlenkung; -bau, der fo. PL/:
das Programm zur Förderung des W ohnungsbaus;
-einrichtung, die Einrichtung (3) einer Wohnung;
-iuhaber, derPerson, auf deren Namen der Miet-,
Kaufvertrag für eine Wohnung lautet; -kommission,
die auf dem Gebiet der Wohnraumlenkung ehren
amtlich tätige Kommission bei den Räten der Städte,
Stadtbezirke und Gemeinden und in großen Betrieben
und Einrichtungen in der DDR; -miete, diegesetz
lich, vertraglich geregelte Miete für die Nutzung einer
Wohnung; -not, die/o. PL/ Mangel an Wohnraum
(2); -tür, die Tür zu einer Wohnung: an der W.
klingeln, klopfen; -Verwaltung, die: der VEB /
Kommunale W. fA bk. KWV/
Wöhn| -Verhältnisse, die /PL/: die Verbesserung
der W.; -viertel, das Teil einer Stadt, in dem sich
vorwiegend Wohnhäuser befinden: am Stadtrand
entstehtein neuesW.; -wagen, der von einemKraft
fahrzeug gezogener, mit Einrichtungen zum Wohnen,
Kochen und Schlafen versehener Wagen, der bes. von
Zirkusangehörigen, Schaustellern während ihrer
Tournee bewohnt wird, der (Bauarbeitern als
Aufenthaltsraum dient od. als Unterkunft für Frei
zeitund Urlaub genutzt wird; -zimmer, das1.Zim
mer einer Wohnung, das für den Aufenthalt-tagsüber
dient —2.Möbelfür 1
wölben, sich js w . V b.; hat/ 1.1 . etw. wölbt sich
über etw. etio. verläuft, erstreckt, erhebt sich bogen
förmig, im Halbkreis über etw .: eine steinerne
Brücke wölbt sich über den Fluß;der Himmel wölbt
sich strahlend blau über uns; eine gewölbte Zimmer
decke, Brücke1.2. etw. hat eine rundliche Ausbuch
tung,weist eine erhabeneRundung auf:derBüchsen
deckel wölbt sich; eine gewölbte Stirn, Brust
Wölbung, die; -,
-en bogenförmiger Verlauf, bogen
förmige Gestalt: die W. einer Kuppel, eines Tor
bogens; die sanfte W. ihrer Augenbrauen, Stirn
Wolf,der; -(e)s, Wölfe1. zu den Hunden (1.1.1)ge
hörendes Raubtier, das sich zu Rudeln zusammen
schließt: ein hungriger W.; der W. hat ein Schaf
?jerissen; dieWölfeheulten — 2. Fleischwolf —3.
o. Pl.f durch Reibung hervorgerufene Entzündung
der Haut an den Innenseiten der Oberschenkel
Wölfin — Wollgarn
1351
4- ein W. im Schaf(s)pelz (Mensch, der unter der
Maske des Harmlosen böse Ziele verfolgt);umg. mit
den Wölfen heulen (sich aus Opportunismus, um
deseigenenVorteilswillenderMeinung,dem Handeln
einer Gruppe Machthabender anschließen); /emot.f
hungrigwie einW. (sehr hungrig) sein
W ölfin, die; -,
-nen jzu Wolf1/
wölfisch jA dj.; zu Wolf 1/
Wolfram, das; -s, jo. PLf silberweiß glänzendes
Schwermetall
Wolfs| -Inniger, der umg. /emot./ starker H unger;
-milch, die in zahlreichen Arten vorkommendes
Wolfsmilchgewächs; -milchgewächs, das vorwie
gend in den Tropen als Kraut od.Strauch in zahl
reichen Arten vorkommender Bedecktsamer, der
häufig einen milchigen Saft enthält; -rachen, der
angeborene Spälte im Gaumen bei Menschen
Wolke, die; -,
-n 1. sichtbare, verschieden geformte
Ansammlung verdichteter Wassertröpfchen od. Eis
kristalle, die in der Luft in verschiedener Höhe frei
schweben: eine weiße, dunkle W.; schwarze, dro
hende, düstere W olken ziehen am Horizont herauf,
ballen sich zusammen; die W olken ziehen schnell
dahin; der Himmel war von Wolken bedeckt; der
Berggipfel ist in dichte Wolken gehüllt; die Gefahr
schwebte wie eine drohende W. über ihnen; <J> eine
W. zieht über jmds. Stirn, Gesicht (jmds. M iene
verfinstert sich) — 2. sichtbare, abgegrenzte Z u
sammenballung von Dampf, Bauch in der Luft:
aus dem Schornstein kam en dicke schwarze
Wolken; die Lokomotive stieß weiße Wolken aus;
eine W. vo n Zigarettenqualm, Pulverdampf —
3. größere dichte Ansammlung von winzigen Teil
chen, Tieren, Gerüchenin der Art von 1u. 2 in der
L u ft :eine W. von Staub, Puder, Schnee wirbelte auf;
eine W. von Mücken, Heuschrecken; eine W., Wol
ken von Parfüm, Benzingestank
4- umg. jmd. fällt (wie) aus allen Wolken (jm d .
ist außerordentlich überrascht, erstaunt)
Wolken/wolkenzw Wolke 1| -bank, die /P L -banke/
langgestreckte kompakte Masse, Zusammenballung
von W olken:einedunkle, schwarte W.; -hruch,der
plötzlich einsetzender, in großen Tropfen fällender,
sehr heftiger Regem ein schwerer W. geht, prasselt
nieder; -decke, dielo.PL/ den ganzen Himmel bedek-
kende Schicht von Wolken:dieW.rißauf; -feld,das
größereFläche zusammenhängender,ineinandergehen-
der W o lk e n : lockere Wolkenfelder bedeckten den
Himmel; -los /Adj./ ohne W olken: ein wolkenloser
Himmel, Sommertag; -störe, der reich längs u n d
quer geriehener und sich dadurch duftig bauschen
der Store: -verhangen jAdj.f von Wolken bedeckt:
der Himmel ist w.; -wand, die ausgedehnte kom
pakte Zusammenballung von Wolken: am Hori
zont stand eine graue, schwarze W.
wolkig jAdj.; nicht adv./ mit Wolken (1) (bedeckt):
eine wolkige Nacht; der Himmel, es ist w.
Woll[decke, die Decke (1) aus Wolle (2)
Wolle, die; fo. Pl.j, fachspr.
-n1.Haar bes.
des Schafes, das geschoren und versponnen wird:
rohe, ungewaschene W .; dieses Schaf hat eine
dichte, lange, kräftige W.
—
2, Garn aus 1 (zum
Stricken): rote, weiße, feine, dicke, reine, echte
W .;W . wickeln, aufrebbeln; diese W. filzt nicht
beim Waschen — 8, Stoff aus 2 : ein Mantel aus
W.
4 umg. sich in derW.haben, liegen(sich zanken,
streiten); sich in die W. kriegen (zu zanken, strei
ten anfangen)
Sollen /Adj.f aus Wolle (2, 3): eine wolleneDecke,
Jacke, Mütze
2wqllen (er will), wollte, hat gewollt /bei v o r a n
gehendem Inf. steht der Inf. von w. statt des Part.
Prät.; stehtw. ohnefolgenden Inf., so ergibt sich aus
Zusammenhang und Situation der zu ergänzende
Inf.;der zu ergänzende Inf. kann durch das, es er
setztwerden;/ auchgewollt/l./w. 4-Inf., Gliedsatz,
Akk. obj.; drückt aus, daß der Wille, Wunsch, die
Absicht des Subj. darauf gerichtet ist, daß der Inhalt
des Inf.,
des Gliedsatzes, Akk. obj. realisiert wird,
sich realisiert/: er will (Medizin) studieren, morgen
(nach Rostock) abreisen, jetzt zur Sache reden,
etwas sagen; sie weiß, was sie will (sie hat ein
klares Ziel und die feste Absicht, es zu realisieren);
er sagte, er wolle ihr schreiben; was willst du tun,
(von mir) haben, bekommen, erfahren?; ich will
nichts, einen Apfel (haben); willst du noch eine
Tasse Kaffee?; jmdn. w .: Kinder w. (sich K ind e r
w ünschen); er wollte etwas sehen, erleben;ich will
wissen, was geschehen ist; ich will, daß er mit
kommt; er wollte nach Hause; zu wem w. Sie
(wen möchten Sie sprechen)?;ermag w. oder nicht,
er muß es tun; was willst du von mir?; ich wollte
Sie fragen, ob ... /in höflicher Rede/; ich wollte
(wünschte), er käme endlich!; w. Sie bitte Platz
nehm en, einen Augenblick warten, so freundlich
sein, mir den Weg zu zeigen! /in höflicher A uf
ford eru n g/; wollt ihr wohl (endlich) still sein,
Schlafengehen! /in leicht drohender Aufforderung/;
wirw. gehen, unser Glaserheben! /in Aufforderun
gen zur gemeinsamen Realisierung des Inhalts des
Inf./; das will ich nicht gesehen haben (das hätte
nicht geschehen dürfen, aber ich werde nachsichtig
s e in )!; wennes sich so verhält, will ich nichts gesagt
haben (nehme ich alles zurück); wir w. sehen (es
w ird sich zeigen), was sich machen läßt; scherzh.
ich will mal nicht so.sein (ich tue es, obwohl ich es
nicht beabsichtigt habe) P; er wollte schon die Hoff
nung aufgeben (er war nähe daran, die Hoffnung
aufzugeben) —2.1./w. 4- Inf./ 2.1.1./w. + Part.
Prät. 4- sein; drückt aus, daß etw. getan werden
muß/ müssen (1): diese Arbeit will getan sein; das
will gelernt, genau bedacht sein 2.1.2. nähe daran
sein zu geschehen, etw. Bestimmtes zu tun: es will
Abend werden; ihr wollten schon wieder die
Tränenkommen; ich wollte schon verzagen, aber ...
2.1.3. /mit Verneinung; drückt aus, daß etw. Er
wünschtes, Erwartetes nicht in befriedigendemi M aße
od. gar nicht eintritt/: die Wunde will nicht heilen;
der Motor wollte nicht anspringen; nicht enden
wollenderBeifall; der Motor will (fun ktioniert) nicht
mehr 2.1.4., das will nichts besagen (das bessert
nichts); es will mir scheinen, als (ob) ...; das will
mir nicht gefallen 2.2. /w. 4- Akk. obj.f diese
Pflanzen w. (brau ch en 1.1) viel Pflege, Wasser —
3./w. 4-Inf.;drücktaus, daßderSprecherdenIn
haltdes Inf. als eine Behauptung des Subj. hinstellt,
deren Richtigkeit er bezweifelt/: er will dich gestern
gesehen haben (er behauptet, dich gestern gesehen zu
hab e n); du willst krank sein?; niemand wollte,
keiner will es gewesen sein
4- jA koste es, was es wolle; mit jmdm., etw. nichts
zu / tun haben w.
WoIl[ -faden, der Faden aus Wollgarn; -garn, das
1352
Wollgras — Wort
Garn ans Wolle; -gras, das/o. PL/Riedgras,
dem
sich nach dem Blühen dichte, wollige Büschel ent
wickeln
wollig /Adj./1. aus Wolle (1) bestehend:das wollige
Vlies einesWidders — 2.jbes. vomHaar) wie Wolle
(1) aussehend', wolliges Haar
Wollj -knäuel,das zu einem Knäuel aufgewickelter,
langer Wollfaden;-pullOYer, der aus Wolle gestrick
ter od.gewirkter Pullover; -schal,der vgl. -pullover;
-Stoff, derStoff aus Wolle, Wolle enthaltender Stoff
Wollust, die; Wollüste fvorw. Sg.f 1. Lustgefühl,
dasbei sexuellerErregung,Befriedigung sexuellerBe
dürfnisse entsteht —2 .jo . PI .) etw. mit (wahrer)W.
(mit großem, innigem Vergnügen, mit Wonne) tun
wollüstigfAdj.f 1. mit, voller Wollust (1): eine wol
lüstige Erregung erfaßte ihn; jmdn. w. an sich pres
sen — 2« Vergnügen, Genuß, Wonne empfindend,
bereitend : etw. mit geradezu wollüstiger Neugier,
Sensationsgier beobachten
Wolpryla [..y ..],Wolpryla [..y: . das;-s, fo. P l.f
im Aussehen und Griffder Schafwolle ähnliche syn
thetische textile Faser
wo| -mit /Adv./ 1. Iinterrogativ! mit welcher Sache,
Tätigkeit?: w. beschäftigen Sie sich jetzt?; ich
frage mich, w. er das verdient hat — 2. frelativf
er gab ihr eine kurze Auskunft, w. (mit der) sie zu
frieden war; -möglich lAdv.f vielleicht, eventuell:
er kommt w. erst morgen; -nach /Adv./ 1. /in
terrogativI nach welcher Sache?: w. hat er dich
gefragt?; wir wissen nicht, w. wir uns richten sol
len — 2« frelativf ein neues Gesetz, eine Bestim
mung, w. (nach dessen, deren Wortlaut)verboten ist,
daß ...
Wonne, die; -n beglückendes Gefühl tiefster Freude,
innigen Vergnügens, höchsten Genusses: es ist eine
(wahre) W., so etwas zu hören; jmd. genießt die
Wonnen der Liebe; jmd. kann sich vor W. kaum
fassen; vor W. laut jubeln; jmdm. mit W. (m it
großem Vergnügen, sehr gern) eine Ohrfeige geben,
die Meinung sagen
WQnne|monat, derjo. PL/ geh., oft scherzh. M ai
wonnig fAdj.f Wonne, Entzücken hervorrufend:
ein wonniges Baby, Hündchen
woran fAdv.f [..ran; Trennung: wor|an] !• /inter
rogativtIan welche, welcher Sache?: w. hängst dudas
auf?; w. ist er gestorben?; er weiß nicht, w. er ist
(wie er sich verhalten soll) — 2« /relativ/ er brachte
vieles vor, w. (an das) die anderen nicht gedacht
hatten
worauf/Adv./ [..rauf; Trennung: wor|auf]1./inter
rogativ! auf welcher, welche Sache?: w. steht die
Vase, soll ich die Vase stellen?; er wußte nicht, w.
er sich berufen sollte — 2. /relativ/ 2.1. auf dem,
aufder, aufden, aufdas, aufdie:erwolltesichauf
den Stuhl setzen, w. die Bücher lagen, w. sie die
Bücher gelegt hatte 2.2 . w o r a u fhin (2): er erhielt
ein Telegramm, w. er abreiste
woraufhin /Adv./ [..rauf..; Trennung: wor|auf..]
1. /interrogativ/ auf welche Sache hin?: es ist nicht
zu erkennen, w. er so gehandelt hat — 2. /relativ/
auf welche eben erwähnte Sache hin: sie gab ihm
das gewünschte Buch, w. er wegging
woraus /Adv./ [..raus; Trennung:wor|aus]1./inter
rogativ/ aus welcher Sache?: w. bestehtdieserSalat?
— 2 . /relativ/ er hat sehr viel durchgemacht, w. (aus
welcher eben erwähnten Sache) seinErnst zu erklären
ist
worein /Adv./ [..rein; Trennung: wor|ein] 1. /inter
rogativ/ in weche Sache?: w. hast du die Bade
sachen gesteckt? — 2. /relativ/ es war eine dumme
Geschichte, w. (in die) er verwickelt war
worin /Adv.J [..rin; Trennung: worjin] 1. /inter
rogativ/ in welcher Sache?: w. besteht die Ver
besserung? —2 . /relativ/ das ist ein Punkt, w. (in
d e m ) ich anderer Meinung bin
Wort, das; -(e)s, Wörter/-e f / au ch Wörtchen/
1. /PL Wörter, auch -e/ kleinste im Satz isolierbare
selbständige sprachliche Einheit mit einer bestimmten
eigenen Bedeutung od. Funktion: ein ein-, mehr
silbiges, zusammengesetztes, neues, veraltetes,
fachsprachliches, schwieriges W.; russische, fran
zösische Wörter; nach einem treffenden, geeigne
ten , dem passenden W. suchen; ein W. hören,
lesen, sprechen, buchstabieren, nicht verstehen,
falsch betonen, schreiben; dieses W. hat mehrere
Bedeutungen; W. für W. (ein Wort nach dem an
deren) ; ein Satz von zwölf Wörtern; ein Telegramm
mit zwölf Wörtern; er drückt seinen Wunsch in we
nigen Worten aus; fauf Zahlungsbelegenj drei
tausend Markin Worten (mit Buchstaben geschrie
ben) —2./PL -e; vorw. PL/ mündlich od. schriftlich
formulierte sinnvolle Äußerung, zusammenhängende
Gruppe von 1 mit einem bestimmten Bedeutungsge
h a lt : das gesprochene, geschriebene W .; geistreiche,
mahnende, liebevolle, beleidigende Worte spre
chen; einige, ein paar Worte mit jmdm. wechseln;
etw. in wenigen präzisen und eindrucksvollen
Worten schildern; jmdm. in, m it bewegten Worten
danken; die passenden, richtigen Worte finden,
sagen; scharfe, harte Worte fielen; etw. läßt sich
nicht mit wenigen Worten sagen, erklären; mit
jmdm. ein offenes, vernünftiges, ernstes W. spre
chen (mit jmdm. offen, vernünftig, ernst reden);
man kann (vor Lärm) das eigene, sein eigenes W.
nicht verstehen; seine letzten Worte verklangen
ungehört; kann ich ein paar Worte (ku rz 2.1) mit
Ihnen sprechen?; er half ohne viele Worte; ich
traue seinen (schönen) Worten nicht; er hat kein W.
(nichts) davon gesagt; jmdm. ein W. des Dankes,
Trostes, der Anerkennung sagen; Worte des B e
dauerns, Mitleids äußern; jmd. setzt seine Worte
bedächtig, klug; denke an meine W orte!; du sollst
auf seine Worte hören!; mit diesen Worten (nach
dieser Äußerung) verließ er das Zimmer; mit an
deren Worten (das Vorhergesagte anders ausge
drückt): ich soll mitkommen; ein W. (eine A n
de u t u n g 1.1) genügt, und ich weiß Bescheid; das
ist das erste W., das ich davon höre (davon höre ich
zum erstenmal) — 8. /o. PL/ Möglichkeit, Gelegen
heit, Erlaubnis zur mündlichen Darlegung seiner
Gedanken zu einem bestimmten Thema vor einem
bestimmten Publikum : ums W. bitten; jmdm. das
W. geben, erteilen; jmd. nimmt, ergreift (auf einer
Tagung, in einer Sitzung) das W .; jmdm. das W.
entziehen; das W. hat nun Kollege N! — 4. /PL
-e/ 4.1. Ausspruch (einer bekannten Person), Zitat:
ein bekanntes, klassisches W .; ein W* von Goethe,
Marx 4.2. Text: W. und Weise eines Liedes; ein
Lied ohne Worte; die Illustrierte berichtet darüber
in W. und Bild; revolutionäre Agitation in W.
und Schrift(in mündlicher und schriftlicher Form)
— 5. jo. Pl.f (mündliches) Versprechen, (mündliche)
Zusage, Ehrenwort: jmd. gibt, verpfändet, hält
sein W.; jmd. steht zu seinem W., löst sein W. ein;
Wortart — wovor
1353
jmd. hat sein W. gebrochen, zurückgenommen;
(ich gehe dir) mein W. (darauf)!
+ das W. an jmdn. richten (jmdn. ansprechen);
das letzte W. ist noch nichtgesprochen (diese A n
gelegenheit ist noch nicht endgültig abgeschlossen);
das ist mein letztes W. (bei dieser Entscheidung,
Meinung bleibe ich); jmdm. fehlen (einfach) die
Worte (jmd. ist so erstaunt, erschrocken, entrüstet,
daß er zunächst nicht sprechen kann);jmdm. bleibt
dasW.im Munde stecken (jmd. kannplötzlich nicht
mehr weitersprechen); das sind nur schöne Worte
{leere Versprechungen); ein geflügeltes W. (weit
verbreiteter Ausspruch einer bekannten Persönlich
keit);jmdm., einer Sache das W. reden (für jmdn.,
etw. eintreten); jmdm. das W. aus dem Mund neh
men (etw. sagen, bevor der andere es ausspricht);das
W. führen (im Gespräch den Ton angeben); das
große W. führen (prahlerisch, viel reden); (immer)
das letzte W. haben (als letzter noch einm al seine
Meinung sagen und damit recht behalten wollen);
keinW.überetw.verlieren(überetw. nicht sprechen);
bei jmdm. ein (gutes) W. für jmdn. einlegen (bei
jmdm. für jmdn. bitten); keine Worte finden (fas
sungslos sein, so daß man zunächst nicht sprechen
kann); nicht viel, viele Worte machen (handeln,
ohne lange darüber zu reden; wortkarg sein); jmdm.
aufsW.glauben (jmdm. alles, was er sagt,glauben);
jmdn. beim W. nehmen (von jmdm. verlangen, daß
er das Gesagte, Versprochene ausführt); mit einem
W. (kurz gesagt, das vorher Gesagte zusammen
gefaßt);jmdn. nichtzuW.kommenlassen(jmdn. am
Sprechen, Reden hindern); jmdm. ins W. fallen
(jmdn. unterbrechen, am Sprechen hindern); sich zu
W. melden (durch Handzeichen zu erkennen geben,
daß man zur Sache sprechen möchte); umg. jmdm.
das W. im Mund(e) (her)umdrehen (den Sinn von
jmds. Äußerung ins Gegenteil verkehren);jedesW.
auf die Goldwaage legen (das von jmdm. Gesagte
wortwörtlich, übergenau nehmen);hast du (danoch)
Worte (das ist unerhört)!; —nichtfür / Geld und
gute W orte!
Wort/wort| -art, die Art, Gruppe, der ein Wort (1)
nach bestimmten sprachlichen, bes. grammatischen
Kriterien zugeördnet wird; -bruch, der Nicht
erfüllung eines Versprechens, einer Zusage; dazu
-brüchigfAdj.; nicht adv.f:jmd. ist w. geworden
Wörtchen, das; -s, - j/ auch Wort/
+ mitjmdm. einW. reden müssen (jmdm. energisch
und deutlich seinen Standpunkt klarmachen); da
habe ich auch einW. mitzureden (da habe ich das
Recht, mit zu entscheiden)
Wörterbuch, das Nachschlagewerk, das aus einem
Verzeichnis nach bestimmten Gesichtspunkten aus-
gewählter und angeordneter Wörter besteht, zu denen
bestimmte Aussagen gemacht werden:ein ein-, zwei
sprachiges, englisches, m edizinisches W .
Wort/wort| -führer, der Sprecher, Vertreter der
Interessen einer bestimmten Gruppe; -gefecht, das
mündlich, mit Worten ausgetragener Streit: es ent
spann sich ein W. zwischen ihnen; -getreu fAdj./
im genauen Wortlaut, wörtlich: die wortgetreue
Übersetzung, Wiedergabe eines Textes; -gewalt,
die fo. Pl.f Beherrschung der sprachlichen Mittel
im besonderen Ausmaß: er ist ein Redner von gro
ßer W.; dazu -gewaltig fA dj.f: ein wortgewaltiger
Mann,Redner;-gewandtfAdj.fgewandtimSprechen,
sprachlichen Ausdruck: jmd. ist w.;
- gruppe,
die Gruppe (syntaktisch) zusammengehöriger Wörter
(1); -karg fAdj.f wenig redend, schweigsam: ein
wortkargerMann; eine wortkarge (nur aus wenigen
Wörtern bestehende) Antwort; -klauberei, -klaube-
rei, die; -,
-e n kleinliche, engstirnigeAuslegung eines
bestimmten Textes, pedantisches,lübertriebenes Fest
halten am Wortlaut; -laut, der Aufeinanderfolge
von Wörtern, so wie sie geschrieben, gesprochen
wurden: einen Vertrag, eine Rede im (vollen, ori
ginalen) W. veröffentlichen; den genauen W. eines
Gesetzes, einer Verordnung wiedergeben
wörtlich fAdj.f 1.1. dem Text genau entsprechend,
jedes einzelne Wort genauso, wie es gesprochen, ge
schrieben wurde: etw. w . wiederholen, zitieren, ab-
drucken;dashatte erw.gesagt;einewörtliche(genau
den Text des Originals wiedergebende) Übersetzung;
das darfst du nicht (so) w. (nicht streng dem Wort
laut nach, sondern freier, großzügiger) nehmen
1.2. jnur attr.f Gramm, die wörtliche (direkte)
Rede
wort/Wort| -los fAdj.f 1.1. ohne etw. zu sagen,
schweigend: er wandte sich w. ab, ging w. hinaus
1.2. ohne Worte (2): ein wortloses Einverständnis;
-meldung, die Bitte ums Wort (3) (durch Hand
zeichen): ich bitte um weitere Wortmeldungen;
-reich fAdj.f mit (übermäßig) vielen Worten (1):
eine wortreiche Erklärung, Entschuldigung; etw.
w. anpreisen, loben; -schätz, der 1.1, Gesamtheit der
Wörter und Wendungen einer Sprache (in einem
bestimmten Zeitraum, auf einem bestimmten Gebiet):
der allgemeine, wissenschaftliche, englische, fach
sprachliche, mathematische W. 1.2. Gesamtheit
aller Wörter und Wendungen einer Sprache,die jmd.
kennt, beherrscht: jmd. hat einen kleinen,großenW.,
verfügt über einen (umfang)reichen W .; -Schwall,
der Redeschwall: jmdn. mit einem ungeheuren,
endlosen W. überschütten, empfangen; -Spiel, das
geistreiche, witzige Verwendung von gleich od. ähn
lich klingenden Wörtern mit (sehr) unterschiedlicher
BedeutungineinemSatz; -stamm,derSprachwiss.
Stamm (5); -streit,.der Wortgefecht; -wähl, die fo.
Pl.f (bewußte) Auswahl bestimmter Wörter für eine
Äuß erung: eine richtige, treffende, sorgsame W.;
-Wechsel, der vgl. Wortgefecht: es kam zu einem
(heftigen, lauten, kurzen) W. zwischen den beiden;
- wörtlichfAdj.f wörtlich (1.1),im genauen Wortlaut:
etw. w. notieren, abschreiben; das hat er w. ge
sagt, ist w. wahr
worüber IAdv.f [..ry: ..; Trennung: worüber]
1. /interrogativ! über welche, welcher Sache?: w.
habt ihr gesprochen, bist du eingeschlafen? —
2. frelativ) ich habe alles erfahren, w. (über das) ich
mich informieren wollte
worumfAdv.f[. .rum;Trennung: wor|um]1.finter
rogativ! um welche Sache?: w. handelt essichhier?;
ich weiß nicht, w. es geht —2 . /relativf er erzählte
mir alles, w. (um das) ich gebeten hatte
worunter /Adv.f [..run..; Trennung: wor|unter]
1. /interrogativ! unter welche, welcher Sache?: w.
leidet er? — 2 . /relativf er gab mir genaue tech
nische Erklärungen, w. (unter denen) ich mir nichts
vorstellen konnte
wo| -von/Adv.f 1./interrogativ! von welcherSache?:
w. sprechtihr?;ich habe keineAhnung, w. die Rede
war — 2. /relativ/ esgibt etwas, w. (von dem) wir
niemals reden; -vor fAdv.f 1. finterrogativ/ vor
welcher, welche Sache?: w. hast du Angst? —
1354
wozu — Wunder
2. /relativI dasist alles, w. (vordem) er sichfürchtet;
-zu /Adv./ 1. /interrogativ/ zu welchem Zweck, zu
welcher Sache?: w. brauchst du das Geld?; w. ge
hören diese Teile? — 2. /relativ/ ich muß noch ein
kaufen gehen, w. (zu welcher eben erwähnten Sache)
ich aber keine Lust habe
Wrack, das; -(e)s, -s/-e durch Verschleiß, infolge
von schweren Schäden nicht mehr fahrtüchtiges
Fahrzeug, bes. (gesunkenes) Schiff: ein W. heben;
das W. eines Autos, Flugzeugs; O er ist nur noch
einW.(physisch undpsychisch verbrauchter Mensch,
Mensch mit zerrütteter Gesundheit)
Wrasen, der; -s, - landsch., bes. norddt beim
Kochen entstehender Wasserdampf
wringen, wrang, hat gewrungen landsch., bes.
nordd1.1.1.nassenStoffdurchdrehendeBewegungen
mit beiden Händen zusammenpressen, um die
Feuchtigkeitdarauszu entfernen:Wäschew. 1.2.das
Wasser aus dem Scheuerlappen w. (durch 1.1. ent
fernen)
Wucher, der; -s, /o. PL/ stark überhöhte Forderung
an Geld,Zins für etw., eine Leistung, bes. für eine
geliehene Geldsumme unter rücksichtsloser Aus
nutzung derZwangslagedesPartners /im (Früh)kap.
als Form der Erzielung zusätzlichen Profits aus
geprägt/: (mit etw.) W. treiben; umg. das ist ja W.
(ein unverschämt hoher Preis)!;dazu Wucherer, der;
-s, -
wuchern fsw. Vb.; hat/ 1. üppig wachsen (1, 2.1),
sich stark ausbreiten: das Unkraut wuchert im
Garten; das wilde Fleisch' wuchert; sein Bart
wuchert stark; eine wuchernde Geschwulst; O er
hat eine wuchernde (üppige 1, blühende 1) Phan
tasie — 2. /in der Verbindung/ mit, etw. w. durch
WucherProfit erzielen:mitseinemGeld,Kapital w.
+ mit seinem / Pfund w.
Wucher) -preis, der stark überhöhter, vom Wucher
bestimmter Preis; -zinsen, die jPl.f vgl. -preis
Wucherung,die; -en 1. jo. PI ./ krankhaft um sich
greifende Bildung von Gewebe am menschlichen,
tierischen, pflanzlichen Körper: eine W. der
Schleimhäute — 2. durch 1 entstandenes Gewebe,
Geschw ulst: eine knotige, bösartige W.; Wucherun
gen in der Nase beseitigen
Wuchs, der; -es, /o. Pl.f 1. das 1Wachsen (1, 2.1):
ein schneller, üppiger W .; der dichte W. seines
Haares — 2. durch Wachstum bedingte äußere E r
scheinungsform, Gestalt, Körperbau: ein Mädchen
vo n kräftigem, schlankem, zierlichem, kleinem W .;
der hohe W. einer Tanne
Wucht,die; /o. Pl.f1.durch starkeBewegung (von
etw.) erzeugte Kraft, Gewalt, die jmdn., etw. trifft:
die große, ungeheure W. eines Schlages, einer
Lawine; mit voller W. zuschlagen; der Hieb, Stein
traf ihn mit ganzer, voller W .; unter der W. der
Schläge, des Zusammenpralls wanken, Umfallen —
2. salopp 1Prügel: eineW. kriegen
- f umg. dasist ’ne W. (ist großartig)!
wuchten, wuchtete, hat gewuchtet umg. etw. m it
großem Kraftaufwand, mit Anstrengung heben,
stemmen: Säcke vom, auf den Wa^en w.; einen
Koffer ins Gepäcknetz w.
wuchtig /Adj./ 1. kraftvoll, schwungvoll: wuchtige
(Axt)schläge, Hiebe; w. hauen, schlagen — 2 . m a s
sig und schwer wirkend: ein wuchtigerTurm; eine
wuchtige Stirn; wuchtige Mauern
wühlen/sw. Vb.; hat/1.in etw. w. 1.1.imErdreich
w. mitbeiden Händen od. den Vorderpfoten im Erd
reich graben und es dabei (auf der Suche nach etw.)
von unten nach obenkehren und zur Seite werfen : der
Hund, das Schwein wühlt in der Erde; das Kind
wühlt mit den Händen im Sand; etw. (in etw.) w.r
die Maulwürfe w. sich lange Gänge; ein Loch (in
den Erdboden) w .; nach etw. w .: (in der Erde) nach
Kartoffeln, Trüffeln w . ; O (sich) mit den Fingern
im Haar, Bart w.;denKopfindieKissen w. 1.2. in
einem Behälter, einer Menge nach etw. suchen und
dabei alles durcheinanderbringen: im Koffer, unter
der Wäsche, zwischen den Papieren w. — 2. gegen
jmdn., etw. w. (gegen jmdn., etw. gerichtete Wühl
tätigkeit betreiben) — 8. Hunger, Schmerz wühlt
(ist quälend spürbar) in jmdm., in jmds. Leib, Ein-
geweiden
Wühl)-maus, diein zahlreichenArten vorkommendes
kleines Nagetier, das in unterirdischen Bauen lebt
und durch das Wühlen von Gängen und Abfressen
von Wurzeln großen landwirtschaftlichen Schaden
anrichtet; -tätigkeit, die jo. PI ./ subversive Tätigkeit
Wulst, der; -es, Wülste/-e, a u c h die; -, Wülste/-e
längliche, hervorstehende rundliche Verdickung, bes.
am Körper od. auf einer ebenen Fläche: jmd.hat
(dicke) Wülste im Nacken; am Ufer bildeten sich
dicke Wülste von Eis; der W. eines Büchsendeckels;
Architekt, der W. eines Kapitells
wulstig /Adj.; nicht adv./ wie ein Wulst geformt,
länglich und rund hervortretend: wulstige Lippen;
der wulstige Rand einer Blechbüchse, Regenrinne
wummern /sw. Vb.; hat/umg. ein dumpfdröhnen
des Geräusch erzeugen: in der Ferne wummerten
Geschütze; er wummert (schlägt du m pf dröhnend)
gegen die Tür
wund /Adj./ 1. an der Oberfläche der Haut durch
Reibung, Schürfung leicht verletzt, entzündet (II):
wunde Fersen, Füße; wunde Finger, Hände vom
Wäschewaschen haben; der Kranke ist ganz w.
(vom Liegen); einen Säugling pudern, damit er
nicht w. wird; er hat sich die Füße ganz w. gelaufen
—
2. geh. innerlich getroffen, seelisch gepeinigt: ein
wundes Gemüt; ihm war das Herz w.
+ sich die / Finger w. schreiben; ein wunder /
Punkt
Wunde, die;
-n durch gewaltsame Einwirkung
hervorgerufene Schädigung der Haut, bei der das
darunterliegende Gewebe zu sehen ist: eine leichte,
gefährliche, tödliche, frische, offene, schmerzhafte
W.; die W. blutet, eitert, näßt, schmerzt, ver
narbt; eine W. auswaschen, klammern, nähen,
verbinden; der Hund leckt seine Wunden; der
Verletzte blutet aus vielen Wunden; O die Wun
den des Krieges vernarben allmählich; etw. schlägt
tiefe Wunden (fügt großen Schaden zu, verursacht
viel Unheil, Schmerz); eine alte W., alte Wunden
wieder aufreißen (einen vergessenen Schmerz,
schmerzliche Erinnerungen wieder aufrühren)
+ den Finger auf die W. legen
wunder/in Verbindung mit was, wer, wie eine hohe
(Selbst)einschätzung als stark übertrieben bewertend/:
umg. spött, er glaubt,w. was (etw. Außergewöhn
liches, G roßartiges) geleistet zu haben; er denkt, er
sei w. wer, w. wie klug (etw. Besonderes, sehr klug
zu sein)
Wunder, das; -s, - 1. zunächst nicht erklärbarer,
staunenerregender Vorgang, der den Gesetzmäßig
keiten in Natur und Gesellschaft zu widersprechen
wunderbar — Würde
1355
scheint: ein unbegreifliches, vermeintliches W.;
nicht an W. glauben; auf ein W. hoffen; seine
Bettung erschien ihm wie ein W., war ein W .; ein
W.(etw., was man aller Erfahrung nach bei weitem
nicht erwartet hatte) ist geschehen — 2. ungewöhn
liche,dasübliche M aß weitübertreffende, bewunderns
werteBache, Person:dieW.derNatur;dieseelektro
nische Uhr ist ein W. der Technik, an Präzision;
das Kind ist ein W. an Begabung
- f etw. wirkt W. (etw. hat eine überraschend gute
undschnelleWirkung,hilft sehr); umg.(dasist)kein
W. (das ist nicht verwunderlich, ist selbstverständ
lich)!; wasW.(esist nichtzu verwundern, ist nur na
türlich),'wenn ...; sein blaues W. erleben (etw. er
leben, was einen unangenehm überrascht, in höchstes
Erstaunen versetzt)
wunderbarjAdj.f1. wie ein Wunder (1)erscheinend:
die wunderbare Rettung der Schiffbrüchigen —•
2.1. ein übliches M aß an hoher Qualität noch über
treffend, Bewunderung erregend: ein wunderbares
Gemälde; ein wunderbarer Künstler; w. spielen,
tanzen; er ist ein wunderbarer (mit hervorragenden
Eigenschaften versehener) Mensch 2.2 . erstaunlich,
außergewöhnlich gut, großartig: sie hat sich w. er
holt
wunder/Wunder| :hübsch, -hübsch fA d j.; em ot.f
ungewöhnlich hübsch: ein wunderhübsches Mäd
chen; -kerze, die Metalldraht, der von einem Ge
misch aus leicht brennbaren Substanzen überzogen
ist, das funkensprühend abbrennt; -kind,das Kind,
das für sein Alter ungewöhnlich (künstlerisch) be
gabt ist
wunderlich fAdj.f merkwürdig und lächerlich: ein
wunderlicher Zufall; wunderliche Einfälle haben;
etw. mutet jmdn. w. an
wundern jsw. Vb.; hat/1. sich w. etw. Unvermutetes
ungläubig, mit Befremden, Staunen zur Kenntnis
nehmen, eigenartig berührt feststellen müssen, daß
etw. anders geschieht, verläuft, als man es erwartet
hat: wir wunderten uns, daß er nicht kam; sich
nicht wenig, sehr w.;du wirst dich w. (das wirst du
nichtfürmöglichhalten),aber eristdochgekommen;
sich über jmdn., etw. w .: wir haben uns über ihn
sehr gewundert — 2. etw. wundert jmdn. etw. ist
für jmdn. so überraschend, unerwartet, daß er nicht
weiß, wie er es beurteilen soll:sein Verhalten, Auf
treten hat uns sehr gewundert; das wundert ihn
gar nicht weiter, nicht im geringsten; es sollte
mich nicht w., wenn ... (ich halte es für möglich,
daß ...)
wunder/Wunder| -nehmen fVb.f v eraltend geh.:
es nimmt mich wunder (wundert mich), daß ...;
:sehön, -schön fA djem o t.f vgl. wunderhübsch;
-tier, das fvorw. Sg.f spött.:jmdn. wie einW. an -,
bestaunen (jmdn. staunend betrachten); -volljAdj.;
emot.f herrlich, großartig: ein wundervolles Kunst
werk; das hast du w. gemacht; -werk,das: ein W.
der Technik (eine bewunderswerte technische K on
struktion)
wund/Wund| -liegen, sich /Vb./: der Patient hat
sich wundgelegen (hat durch langes Liegen wunde,
entzündete Stellen auf der Haut bekommen); -rose,
die infektiöse, bei Verletzung der Haut auftretende,
mit Rötung, Schwellung und Fieber verbundene
Entzündung; -sekret, das flüssige Absonderung (2)
von Wunden, entzündeten Stellen am Körper (1);
-Starrkrampf, der durch Bazillen hervorgerufene,
lebensgefährliche Infektion einer Wunde, die zum
Krampfder gesamten Muskulatur führt
Wunsch, der; -es, Wünsche 1. (jmdm. gegenüber
ausgesprochenes) Streben nach etw., das man gern
(von jmdm.) haben, erlangen möchte, das man ver
w irklicht, erreicht sehen möchte: ein berechtigter,.
(un)bescheidener, inniger, heißer, geheimer W .;
viele Wünsche haben;das war sein sehnlichster W .;
einen W. äußern, hegen; jmdm. einen W. erfüllen,
abschlagen; am Ziel seiner Wünsche sein; sein W.
geht in Erfüllung; der W. nach Ruhe, Frieden;
in ihm regt sich der W. (das Verlangen 1), etw.
Einmaliges zu leisten; er hat nur den einen W.,
wieder gesund zu werden; sich nach jmds. Wün
schen richten;erist auf(seinen) eigenen W. versetzt
worden; alles ging, lief nach W. (wie es erhofft war)
—
2.fvorw. Pl.f einer anderenPerson gegenüber aus
gesprochene Hoffnung, Erwartung, daß sich für sie
(in einer bestimmten Situation) etw. bestimmte&
Positives verwirklichen möge: jmdm. die besten
Wünsche für baldige Genesung aussprechen; meine
guten, aufrichtigen Wünsche begleiten dich; die
Wünsche (Glückwünsche) der Gratulanten ent
gegennehmen
- f scherzh.deinW.istmirBefehl(ichtue, was du
w illst)
Wunsch zu Wunsch 1| -bild, das von jmds. Wün
schen bestimmtes, der Wirklichkeit meist nicht ent
sprechendes Idealbild; -denken, das; -s, /o. Pl.f von
jmds. Wünschen bestimmtes, die Wirklichkeit un
genügend berücksichtigendes D enken: jmd. läßt sich
vom W. leiten
wünschenfsw. Vb.; hat/ 1. etw. w. einen Wunsch
(lj,Wünschehaben(undihn, siejmdm.gegenüberaus
sprechen): etw. sehnlichst, heimlich, nachdrück
lich w .; der Vater wünscht (von den Kindern),
daß ...; wir können nur hoffen und wt, daß alles
gutgeht; es wäre sehr zu w., daß ...; sich etw. (von
jmdm.) w.; wir w. uns einen schönen Urlaub; die
gewünschten Angaben machen; /Frage an einen
Kundenf was w. Sie bitte (was möchten Sie gern
kaufen)? —2. jmdm. etw. w. jmdm. gegenüber die
Erwartung aussprechen, daß sich etw. bestimmtes
Positives für ihn verwirklichen möge: jmdm. etw.
aufrichtig, innig, herzlich w.; jmdm. viel Erfolg,
eine glückliche Reise, Gesundheit w.; ich wünsche
Ihnen guten Appetit, alles Gute zum Geburtstag
+ etw. läßt zu w. übrig (etw. ist nicht so gut, wie es
erwartet werden könnte);—jmdn. zum / Kuckuck
w.; jmdm. die / Pest an den Hals w.
wünschenswert fAdj.f wert, daß man es erstrebt,
erhofft, es verwirklicht sehen möchte:eine wünschens
werte Offenheit, Höflichkeit; etw. ist w.; etw. für
w. halten
wunsch/Wunschz^ Wunsch 1| -gemäß /A dj.; nicht
präd.f dem Wunsch entsprechend: etw. w. aus
führen, erledigen; -kind, das von den Eltern ge
wolltes, erwünschtes Kind; -los fAdj.f ohne jeden
Wunsch: w. sein; umg. jmd. ist w. (völlig) glück
lich;-Sendung,die Sendung des Rundfunks, Fern
sehens, in der bes. M usik nach Hörerwünschen ge
brachtwird; -träum,der von jmds. Wünschen, Sehn
süchten bestimmte, den wirklichen Gegebenheiten
meist nicht entsprechende Vorstellung: seine Wunsch
träume zerrannen; -Zettel,der Zettel, auf dem jmds.
Wünsche vermerkt sind
Würde, die; -,
- n 1. fo. Pl.j der achtunggebietende
1356
würdelos — Wurst
Wert des Menschen als Persönlichkeit: die mensch
liche W .; seine W. (be)wahren, verlieren; jmds. W .
schützen, achten; jmdn. in seiner W. verletzen —
2. jo. PI ./ Haltung, entsprechendes Verhalten, Auf
treten eines Menschen im Bewußtsein von 1jvorw.
m it A dj./ : seine schlichte, edle W.; jmdn. mit (ge
lassener, feierlicher) W. behandeln, empfangen;
mit(gemessener)W.sprechen —8. mit Titel,Ehren
und hohem Ansehen verbundene Stellung: akade
mische, geistliche Würden erlangen; jmdm. die W.
eines Professors verleihen
4- etw. istunterjmds. W.(istfürjmdn. aus Grün
den seiner Würde, seines Selbsibeumßtseins un
möglich zu tun); umg. dasist unter aller W. (sehr
schlecht); —in / Amt und Würden
würde|losfAdj.f ohne Würde (1,2), die Würde ver
letzend : ein würdeloses Benehmen; eine würdelose
Behandlung; etw. ist w.
Würden!träger, der jmd., der eine hohe, ehrenvolle
{kirchliche) Stellung innehat: hohe, kirchliche W.;
vera ltend die W. der Universität, Stadt
würdejvoll /Adj./ voll, m it Würde (2): eine würde
volle Miene aufsetzen; w. aussehen; jmdn. w.
empfangen
würdig/Adj.f 1.1. Würde (2) besitzend, zeigend: eine
würdige Haltung, Miene*; w. auftreten; ein würdi
ger (vornehmer 2, 3) alter Herr 1.2. dem feierlichen
Anlaß angemessen, feierlich: ein würdiges Begräb
nis; ein Jubiläum w., in würdiger Form begehen;
einen hohen Gast w. empfangen, verabschieden —
2. das erforderliche Können, Verdienste aufweisend:
er ist ein würdiger Nachfolger des Direktors; sie
hielten ihn für w., dieses Amt zu versehen —
3. einer Sache w .: er ist des, seines Vertrauens w.
(verdient das, sein Vertrauen), erweist sich dieser
Ehre w.
würdigen/sw. Vb.; hat/ 1.jmdn. nach seinen Ver
diensten, etw. nach seinem Wert schätzen (und dies
ausdrücken): einen tüchtigen Arbeiter, einen
Künstler (gebührend, hoch) w.; jmds. Verdienste,
Leistungen w .; jmds. Entgegenkommen zu w. wis
sen — 2.jmdn., etw. einer Sache w. jmdn., etw.
einer Sache für wert halten, jmdm., einer Sache etw.
(alsEhrung,Anerkennung)zukommenlassen: jmdn.
eines Gesprächs, Grußes w .; einen Vorschlag einer
eingehenden Prüfung w.; jmdn. keines Blickes w.
(jmdn. nicht ansehen, beachten)
Würdigung, die; -,
-en jvorw. Sg.j anerkennende
Einschätzung: etw., jmd. erfährt, findet eine ge
rechte, verdiente W.; in W. seiner Verdienste
wurde er wieder zum Vorsitzenden gewählt; eine
W. seiner Arbeit
Wurf, der; -(e)s, Würfe 1. fzu werfen 1.1 .1/ das
W erfe n : ein kurzer, weiter, guter, geschickter W .;
ein W. mit einem Stein, Speer; zum W. ausholen —
2. /von bestimmten Säugetieren/ Gesamtheit der von
einem Muttertier zur selben Zeit geborenen Jungen:
ein W. Ferkel, Hunde
+ ein glücklicher W. (eine gut gelungene Sache,
Arbeit); ein großer W. (eine erfolgreiche Leistung,
ein gelungenes Werk)
Würfel,der; -s, -1 . Math, von sechs quadratischen
Flächen begrenzter Körper: die Höhe, Kante eines
Würfels; den Inhalt, die Oberfläche eines Würfels
berechnen —2.kleiner Gegenstandin derForm von
1mit meist abgerundeten Ecken, von dem jedeSeiten
fläche mit einem Punkt bzw. zwei, drei, vier, fünf,
sechs Punkten versehen ist: ein W. aus Holz, Elfen
bein; mitWürfelnspielen —3.Gegenstand in Form
v o n 1: ein W. Margarine; Speck, Pellkartoffeln,
Schnittkäse in W. schneiden
+ die W. sindgefallen (die Sache ist entschieden)
Würfel)becher, der Becher, in dem die Würfel (2)
durcheinandergeschüttelt werden
würfeln /sw. Vb.; hat; /* auch gewürfelt/ 1. mit
einem Würfel (2), mehreren Würfeln (um etw.) spie
len, indem man ihn, sie auf eineFläche wirft(wobei
derSpielergewinnt,dessen Würfeldie höchsteAugen
zahl zeigt, zeigen): er hat mit uns (um Geld) ge
würfelt; eine Zwei, Sechs w. (einen Würfel auf eine
Unterlage werfen, wobeidie mit der Zwei, Sechs ver
sehene Seitenfläche nach oben zeigt) —2. schnittfeste
Nahrungsmittelin Form von Würfeln (1)schneiden:
Speck, Zwiebeln w .; gewürfelte Pellkartoffeln
Würfel]zucker, derjo. Pl.j Zucker in Form kleiner
Würfel (1)
Wurf zu Wurf i| -geschoß, das Geschoß, das vor
wiegend mit der Hand geworfen wird; -leine, die
Seemannsspr. 20 bis 25 Meter lange Leine, die
einemSchiffzugeworfen od.zum Festmachen anLand
ausgeworfen wird; -taubensehießen, das sportliche
Disziplin, bei der auf in die Luft geschleuderte
Scheiben aus 2Ton geschossen wird
Würge zu würgen 11-griff,der Griff, durch den der
Hals des Angegriffenen zusammengepreßt wird;
-m al, das /PI. -e/ durch Würgen entstandenes M al
(1.1): Würgemale am H als
würgen/sw. Vb.; hat/1.jmdn.w.jmdm.dieKehle zu
sammenpressen und ihn dadurch zu ersticken suchen:
jmdn. (an der Kehle) w.
—
2. etw. würgt jmdn.:
die Krawatte, der Kragen w ürgt(beengt, drückt)
ihn am Hals ; der Husten würgte ihn (preßte ihm
die Kehle zusammen); O derEkel würgte ihn (ver
ursachte ihm ein beengendes Gefühl, Übelkeit); ihn
packte würgende (erstickende) Angst — 8. an etw.
w. mit Anstrengung versuchen, etw. hinunter-
zuschlücken: er würgte an einem harten Stück
Brot, an einem großen Bissen
4- mit / Hängen und Würgen
xWurm, der; -(e)s, Würmer zu den Wirbellosen
gehörendes kriechendes Tier von verschiedener, meist
langgestreckter Gestalt ohne Gliedmaßen und von
unterschiedlicher Größe: ein langer, fetter W.; auf
der Erde kriecht, krümmt sich ein W .; einen W. als
Köder an der Angel befestigen; von Würmern
(Holzwürmern) zerfressenesHolz;Würmer(Faden- ,
Spulwürmer) haben; im Apfel ist ein W. (eine
Made)
4- salopp da ist der W. drin (da stimmt etwas
n icht); jmdm. die Würmer aus der Nase ziehen
(jmdn., der nicht mitteilsam ist, geschickt nach etw.
ausfragen)
2Wurm, das; -(e)s, Würmer umg. kleines, hilfloses
K in d : ein armes, verlassenes W.; sie hat vier
Würmer zu versorgen
wurmen /sw. Vb.; hat/ umg.: etw. wurmt jmdn.
(eiw. ärgert, verdrießtjmdn. anhaltend)
Wurmfortsatz, der etwa acht Zentimeter langer
Fortsatz des Blinddarms
wurmig/Adj.j voller Würmer, Maden, wurmstichig:
wurmige Äpfel, Kirschen; die Pflaumen sind w.
wurmstichig/Adj./ von Würmern, Maden befallen,
zerfressen: wurmstichiges Holz, Obst
Wurst, die; -, Würste //* auch Würstchen/1.1. /o.
Würstchen — Wüstensand
1357
Pl.j aus verschiedenartigen Mischungen von zer
kleinertem Fleisch, Innereien, Blut, Fett und (Ge
würzen hergestellte Masse, die gekocht, gebrüht öd.
geräuchert wird: eine Dose mit W.; ein Glas mit
selbstgemachter W .; W. aufs Brot legen, streichen
1.2. längliches, an beiden Enden zugebundenes Stück
von natürlichem od. künstlichem Darm, das mit
1.1 gefüllt ist: eine heiße, warme, geräucherte,
hausschlachtene, harte, frische W .;Würste kochen,
braten, grillen; eine Scheibe von einer W.
—
2.
umg. Kot (1):das Kind hat eineW.gemacht
■+ umg. mit der W. nach der Speckseite werfen
{.Kleineres einsetzen, um Größeres zu gewinnen);
salopp das ist mir (alles) W. (das ist mir voll
kommen gleichgültig)!; es geht um die W. (um die
endgültige Entscheidung)
Würstchen, das; -s, - fj* auch Wurst/aus magerem
Fleisch hergestellte Wurst, die vor dem Verzehr in
Wasser heiß gemacht wird: heiße, warme W.; ein
Paar Wiener W.
+ salopp ein armesW. (ein schwacher, bedauerns
werter Mensch)
wursteln jsw. Vb.; hat/ salopp langsam (Und un
geschickt), w enig zielgerichtet, nicht system atisch
arbeiten, dahinleben: so w. sie jahraus jahrein
wurstigjÄdj.l salopp gleichgültig (1):ein wurstiger
Mensch; w. sein
Würze, die; -,
- n fvorw. Sg.j Stoff, der einer Sache,
bes. Speisen, Getränken, angenehmen Geschmack,
Geruch verleiht: eine feine, milde, kräftige W.;
Pfeffer, Paprika als W. verwenden; 0> dieser Ro
man enthält die W. (den angenehmen Reiz) der
Ironie
Wurzel, die;
-n 1. unterstes, meist in den Erd
boden wachsendes Organ der Farm und Samen
pflanzen, das ihnen Halt gibt und aus dem Boden
Wasser und Nährstoffe aufsaugt: eine lange, dicke,
dünne, verästelte W .; ein Baum mit starken, kräf
tigen Wurzeln; die Wurzeln verzweigen sich, ver
dorren; Unkraut mitder W. ausziehen; die Pflanze
treibt Wurzeln; die Pflanze hat Wurzeln ge
schlagen; O die historischen Wurzeln (Ursachen 1)
einer Revolution; die W. alles, allen, des Übels ist,
daß ...
—
2. Ansatz (1.1) knochiger Teile, horniger,
knorpliger Gebilde des Körpers: die W. der Käse,
Zunge, des Fingernagels — 3. M ath, die Zahl, die
sich ergibt, wenn man eine beliebige Zahl in zwei od.
mehrere gleiche Faktoren (2) zerlegt: die W. aus 9 ist
3; dieW. aus einerZahl ziehen —4,Sprachwiss.
Stamm (5)
+ jmd. schlägt irgendwo Wurzeln (jmd. w ird ir
gendwo heimisch, lebt sich irgendwo ein; jmd. muß
irgendwo lange warten); — das / Übel mitderW.
ausrotten; das /t Übel an der W. packen
Wurzel| -ballen, der Gesamtheit der W urzeln einer
Pflanze mit dem daran haftenden Erdreich: den W.
lockern, ausgraben; -behandlung, die zahnerhal
tende Behandlung der (erkrankten) Zahnwurzel;
-haut,diedie Zahnwurzel umgebendesBindegewebe;
-knolle, die verdickte, zum Speichern von Nahrung
umgewandelte Wurzel bestimmter Pflanzen
wurzelnfsw. Vb.; hat/ 1.im Erdboden w. mit der
Wurzel, den Wurzeln in den Erdboden hinein
gewachsen sein, im Boden festsitzen: der Baum
wurzelttiefim Erdreich, aufdem Felsen —2. jmd.,
etw. wurzelt in etw., jmdm. jmd., etw. ist mit etw.,
jmdm. herkömmlich eng verbunden: er wurzelt in
seiner ländlichen Heimat, in den Traditionen,
Vorstellungen seiner Jugend; das Mißtrauen
w urzelt (sitzt) tief in ihm
Wyrzel| -stock, der jPl.
- stocke/ unterirdischer,
einer Wurzel ähnlicher Sproß bestimmter Pflanzen,
der die Nahrung für den Winter speichert und im
Frühjahr Schößlinge treibt; -werk, das fo. Pl.f
1. sämtliche Wurzeln einer Pflanze — 2.landsch.
Suppengrün
würzen jsw. Vb.; hat/ 1. Speisen, Getränke durch
Hinzüfügen von Gewürzen schmackhaft machen: den
Braten mit Pfeffer und Paprika w.; die Suppe ist
zu stark, wenig gewürzt; ein schwach gewürzter
Glühwein — 2. etw. reizvoller, annehmlicher, unter
haltender machen: Humor würzt das Leben; der
Redner würzte seinen Vortrag mit einigen Anek
doten, Wortspielen
würzig jAdj.f einen angenehmen, kräftigen Ge
schmackhabend, einen angenehmen, kräftigen Geruch
verbreitend: ein würziges Ragout, Schwarzbrot;
ein würziger W ein; würzige K räuter; eine würzige
Waldluft; etw. riecht, schmeckt w.
wuschelig jAdj.j umg. kraus, lockig: wuscheliges
Haar
Wuschel|kopf, der umg. 1. Kopf mit krausem,
lockigem Haar: einenW.haben — 2. Mensch mit
krausem, lockigem Haar: er ist ein W.
wuscklig fA dj.f s. wuschelig
Wüst,der; -es, jo. PL; emot.jgroßes Durcheinander
von D ingen: ein heilloser, verfilzter W. (aus altem
Kram, Kleidungsstücken);ein W. (eine ungeordnete
Menge) Papiere, von Büchern; im W. ersticken
wüst jAdj.j 1./nicht adv.j unbebaut (II), nicht kul
tiviert undunbewohnt, mitspärlichemPflanzenwuchs-.
eine wüste Gegend, Landschaft; ein wüstes Ge
lände — 2. sehr unordentlich, verwahrlost: ein wü
ster Berg Schutt; ein wüstes (nicht aufgeräumtes)
Zimmer; ein wüster (ungepflegter) Bart; ein wüstes
Durcheinander; hier sieht es w. aus; die Haare
standen ihm w. um'den Kopf —3. wirr (1.2), ver
worren (1.2): wüste Gedanken haben; ein wüstes
Gestammel; w. träumen — 4. /emot.j zügellos, un
gezügelt, sittenlos: ein wüstes Treiben; ein wüster
Kerl; ein wüstes (ausschweifendes) Leben führen;
eine wüste Orgie; wüste (unflätige) Flüche; eine
wüste (bis zur Ausschweifung ausgelassene) Gesell
schaft;ein wüstes (widerliches, rohes) Benehmen —
5. joft emot. neg.j 5.1. von überaus starkem Ausmaß,
sehr (heftig), w ild: ein wüster Sturm, Schmerz; eine
wüste Schießerei, Schlägerei; ein wüstes Gebrüll;
eine wüsteHetzeentfalten; eine wüste Unordnung;
w. toben, schreien, lärmen 5.2 . sehr zornig, heftig
erregt: wüste Drohungen, Schmähungen ausstoßen;
ein wüster Blick; jmdn. w. beschimpfen
Wüste, die'; -,
-n bes. mitSand und Gesteinbedecktes,
trockenes Gebiet, das nahezu ohne Vegetation ist: die
afrikanische, arabische W.; die W. Gobi, Sahara;
eine Oase in der W .; eine W. auf Kamelen durch
queren
+ umg.jmdn. indieW. schicken(jmdn. aus seiner
Stellung 5.1 entfernen)
wüsten, wüstete, hat gewüstet mit etw. leichtfertig,
verschwenderisch umgehen: mit dem Geld, seiner
Gesundheit, seinen Kräften w.
Wüsten| -klima, das jo. P l.j: ein trockenes, heißes
W.;
-könig,dergeh. Löwe; -sand,derjo. Pl.j: der
heiße W.
1358
Wüstling — Zack
Wüstling, der; -s, -e jemot.j Mensch, der ein sitten
loses, ausschweifendes Leben führt
Wut, die; -, jo. Pl.f 1. heftige, unbeherrschte E r
regung, maßloser Zorn: eine wilde, grimmige, ra
sende, sinnlose, ohnmächtige, blinde W .; voll(er)
W.; von W. erfüllt sein; die W. (gegen jmdn., etw.)
erfaßt, packt jmdn.; jmds. W . legt sich, verraucht;
W. (auf jmdn., etw., wegen jmdm., etw.) haben;
seine W. an jmdm. auslassen; aus W. heulen;
in W. (über jmdn., etw.) geraten, ausbrechen;
jmdn. in W. bringen, versetzen; vor W. toben,
beben, mit den Zähnen knirschen; vor W. rot,
bleich sein, werden; umg. vor W. platzen, schäu
men (außerordentlich wütend sein) — 2. die W.
(außerordentliche H eftigkeit) des Sturms, Unwetters
ließ langsam nach; der Orkan brach mit voller W.
los
+ umg. W. im Bauch haben (sehr wütend sein,
ohne dies zu äußern)
wüten, wütete, hat gewütet / auch wütend/
1* (vor Wut 1) toben (1), gewalttätig werden: er
bittert, sinnlos, blind w.; gegen etw., jmdn. w.
(gegen etw.,
jmdn. schonungslos, zerstörerisch Vor
gehen) —2, etw. wütet etw. bringt mit vernichtender
Gewalt, Heftigkeit große Zerstörung:derSturm, Or
kan, Krieg, das Feuer h at schrecklich gewütet;;
Seuchen w. in der vom Erdbeben heimgesuchten
Stadt; das Wüten der Sturmflut
wütendjAdj.; / auch wüten/ 1. von Wut (1) er
füllt, äußerst zornig (erregt): ein wütender Mensch,.
Blick; ein wütendes Hundegebell; w. schreien,,
toben; jmdn. w. machen; w. werden; jmdn. w. be
schimpfen, angreifen; auf, über jmdn., etw. w. sein
— 2,jnur attr.Jheftig (1), außerordentlich stark (7.1),
s e h r g r o ß (8): ein wütender Schneesturm, Schmerz,.
Hunger; eine wütende Hetze; ein wütender (fana
tisch e r) Verfechter seiner Ideen
wutentbranntjAdj.j voller Wut (1), sehr wütend (l)r
w. auf jmdn. losgehen; sich w. auf jmdn. stürzen
Wüterich, der; -s, -e veraltend, noch scherzh.
jmd., der leicht in Wut gerät (und dabei gewalttätig
w ird): ein fluchender, tobender W .; sich wie ein W.
aufführen
wutschnaubend lA d j.j vgl. wutentbrannt: jmdn.
w. verfolgen
X
x, X,das; -[iks]1.derLaut X ;vierundzwanzigsie't
Buchstabe des Alphabets: ein kleines, großes X —
2.1. /Bez. für einen unbekannten Namenj:dieStadt
X;HerrX 2.2.Math./Zeichen für eine unbekannte
od. variable Größef: die unbekannte Größe x;
einen (bestimmten) Wert für (die Größe) x ein-
setzen — 3. umg. viele, unzählige: wirhaben uns
seit x Jahren nicht mehr gesehen; er hat x Be
kannte
H- umg. jmdm. ein X fürein U vormachen (jmdn.
bewußt täuschen)
Xanthippe, die; -n [ksan..] umg. bösartige, streit
süchtige Frau: sieist eine richtige X.
X|-sBeine, die jPl.f nach innen gekehrte K nie: ein
Mädchen mit X-Beinen; dazu -dbeinig jA d j.f
x-beliebig /Adj.; nicht präd.j umg. irgendein?
irgendwer, ganz gleichgültig, was od. wer: eine x-be
liebige Zahl; ein x-beliebiger Mensch; etw. kann
nicht x. (unbegrenzt, wie man will) gesteigert, er
höht, festgesetzt werden
x-fach jAdj.j umg. vielfach, unzählige M ale: etw.
hat sich x. bewährt; ein x. erprobtes Mittel
x-mal/Adv./ viele, unzählige M ale: etw. x. wieder
holen, sagen
x-te fOrd.zahl; bezeichnet eine große, unbestimmte
Anzahl/ umg.: ich habe esdir zum x-ten Malege
sagt
Xylophon, das; -s, -e [ksy..] Schlaginstrument mit
liegenden Holzstäben, die mit zwei Schlegeln zum
Klingen gebracht werden
y, Y, das;
-
/umg.
-s [ypsilon] 1.der Laut Y;
fünfundzwanzigster Buchstabe des Alphabets: ein
kleines,großesY —2.Math./Zeichen für eine un
bekannte od. variable Größe, die von einer anderen
Größe, meist x, abhängig ist)
Yacht, die s. Jacht
Yak, der; -s, -s [jak]großes, wildlebendes Bind (1)
der zentralasiatischen Hochländer mit langen,
dunkelbraunen bis schwarzen Haaren
Yoga, der s. Joga
Yoghurt, der s . Joghurt
Yogi, der s . Jogi
ypsilon, Ypsilon, das [y..] s. y, Y
Z
z, Z, das; -,
-
/umg. -s [tset]der Laut Z; sechsund^ Zack
zwanzigster, letzter Buchstabe des Alphabets: ein
+ umg. aufZ.(tüchtig, einer Lage gewachsen) sein;
kleines, großes Z
etw. aufZ,(etw. in den gewünschten ordentlichen Zu-
-f-von/ AbisZ
stand) bringen
Zacke — Zahlungmittel
1359
Zacke, die;.-,
-n spitz zulaufendes, meist am Rande
von etw. herausragendes, oft in größerer Anzahl in
<einer Reihe stehendes Gebilde: die Zacken einer
Krone, Säge;die Zacken eines Berg-, Felsenmassivs;
•ein Stern mit sechs Zacken
Zacken, der; -s, - Zacke
4- umg. da brichst du dir keinen Z. aus der Krone
(damit vergibst du dir nichts); salopp einen Z. (in
der Krone) haben (angetrunken sein)
zackigfAdj.f 1. Zacken aufweisend: zackigeFelsen
—
2. mit forschen, knappen, ruckartigen Bewegun
gen: er ging,grüßte z.
zag(e) lAdj.f geh.zaghaft:man hörte zageSchritte;
er wagte nur einen zagen Einwand; er klopfte z.
Zagen, das
+ Kilt /* Zittern und Zagen
zaghaftjAdj.f überaus vorsichtigund unentschlossen:
zaghafte Schritte; ein zaghafter Versuch; z. klop
fen, eine Tür öffnen; dazu Zaghaftigkeit, die; - , fo.
Plf
szähfAdj.f 1. zähflüssig: zäher Teig, Morast, Sirup,
Honig—2.flexibel, aber von sehrfestem Zusammen
h a lt : zähes Leder, Fleisch; zähe W eidengerten; der
Rinderbraten war z. wie Leder — 3. bei harten
Lebensbedingungen od. schweren Belastungen aus
dauernd und widerstandsfähig: ein zäher Bursche;
er besitzt eine zähe Natur, Gesundheit — 4 . ohne
in seinem Einsatz (1) nachzulassen, beharrlich: etw.
m it zähem Fleiß, Widerstand, in zäher Klein
arbeit erreichen; um einen Erfolg z. kämpfen,
ringen
zäh|flüssig /Adj.f verhältnismäßig fest, dick und
daher nur langsam fließend: zähflüssiger Honig,
Sirup, Teig, Brei
Zahl, die;
-en 1. mathematische Kennzeichnung
für eine Größe, die als Glied einer durch die Einheit
1eins definierten gleichförmigen Reihe eine M enge
von gleichartigen Dingen (in Ziffern) bezeichnet: che
Z. 3; einstellige, mehrstellige Zahlen addieren,
subtrahieren; große, kleine, hohe, niedrige Zahlen;
etw . in genauen Zahlen angeben; gerade, ungerade
Zahlen; arabische, römische Zahlen ( Z iffe r n ) ;
M ath, eine positive, negative, rationale, irratio
nale Z.; natürliche, ganze Zahlen — 2. fo. Pl.f
Anzahl, Menge: dieZ. derBewerber, Bücher; eine
große Z. (von) Menschen; der Z. nach waren es nur
wenige
4-Wirtseh. indie roten Zahlenkommen(Verluste
aufweisen)
zahlbar f A d j .f : ein Fernseher auf Teilzahlung, z.
(zu zahlen) in sechs Monaten
Zahl]box, die kleine kastenförmige Vorrichtung in
bestimmten öffentlichen, ohne Schaffner fahrenden
Verkehrsmitteln für die Aufnahme des Fahrgelds
aäh|lebig fAdj.; nicht adv.f: eine zählebige (wider
standsfähige, langlebige) Topfpflanze; <> zählebige
(schwer zu beseitigende) Gewohnheiten, Vorurteile
zahlen jsw. Vb.; hat/ finanzielle Forderungen er
füllen, 'bes. Geld als Gegenleistungfüretw. geben:bar,
mit einem Scheck z.; er wollte in Rubel(n), mit
Rubel z.; jmd. zahlt pünktlich, regelmäßig; er hat
(ihm) 20 Mark dafür gezahlt; einen Betrag auf ein
mal, im voraus, in Raten z .; Beitrag, Miete, Steu
ern, Schulden z.; er sucht eine Aushilfskraft, er
zahlt (entlohnt sie) gut
+ / Lehrgeld z.
zählen fsw. Vb.; hat/ 1. Zahlen der Reihe nach
nennen: von 1bis20 z.; dasKindkann schonbis
10z., hatschonz. gelernt —2. etw. z. die Anzahl der
einzelnenExemplareeinerMenge von Sachen od.Per
sonen, die Höhe eines Betrages (einer Geldsumme)
durch Zählen (1) und Addieren feststellen: er zählte
seine Gepäckstücke, die Anwesenden, sein Geld;
die Kinder zählten die Tage bis zum Fest (warteten
ungeduldig auf das Fest) —3.1. derjunge Mann
zählt 25 Jahre (ist 25 Jahre alt); die Stadt zählt
(hat) eine Million Einwohner 3.2 . die Mitgliederzahl
dieser Organisation zählt nach Hunderttausenden
(beträgt Hunderttausende) —4. gelten (5), von Be
deutung sein: hier z. nur Leistungen; das zählt
nicht! —5.1. zu jmdm., etw. z. zu jmdm., etw. ge
h ören (2): er zählt zu unseren engsten Freunden
5.2. jmdn., sich, etw. zu jmdm., etw. z. jmdn., sich,
etw. als zu einer Gruppe, Gesamtheit zugehörig rech
n e n : er wird zu den bedeutendsten Malern des
vorigen Jahrhunderts gezählt; nach der Geburt sei
nes Sohnes zählte er sich zu den glücklichsten
Menschen —6. aufjmdn., etw. z. sich auf jmdn.,
etw. verlassen, mit jmdm., einer Sache rechnen: er
zählte bei dem Hausbau auf seine Brüder; Sie
können auf meine Verschwiegenheit z.
-f- jmdm. die, jeden / * Bissen in den Mund z.;
nicht bis
drei z. können; jmds. JA Tage sind
gezählt
Zahlen/zahlen| -lotto, das fo . P I .f Lotto (1); -mäßig
/Adjnicht präd.f die Anzahl betreffend: eine
zahlenmäßige Überlegenheit; diese E ntwicklungs
tendenz läßt sich z. (mit Hilfe von Zahlen) naeh-
weisen; -material, das fvorw. Sg.f Angaben über
Zahlen, über die Anzahl, Menge von etw.: das Z.
sichten, aufarbeiten
Zähler, der; -s, - 1. Stromzähler; Gaszähler: den Z.
ablesen — 2. Math, in einem Bruch über dem
Bruchstrich stehende•Zahl, die die Anzahl der im
Nenner genannten Größe angibt
Zahl/zahl| -karte, die Formular für eine Zahlung
auf ein Konto durch die Post; -losfAdj.f ungezählt
(1), sehr viele: zahllose Menschen strömten über
den Platz; eine zahllose (sehr große) Menge
Zähllmaß,das M aß (1.1.1), nach dem in bestimmter
Menge zusammengefaßte Produkte gezählt werden
zahl/Zahl[ -reich fAdj.f in großer Anzahl (vor
handen, auftretend): zahlreiche Mitglieder, Zu
hörer waren erschienen; -tag, der Tag, an dem etw.
(aus)gezahlt wird
Zahlung, die;.-»
-endasZahlen, Bezahlen: dieZ.der
Beiträge, R aten erfolgt monatlich; eine Z. leisten
(etw. zahlen); die Zahlungen einstellen (etw. nicht
mehr zahlen);etw. inZ.geben(bei einem Kaufdem
Verkäufer einen Gegenstand geben, den er mit dem
Preis verrechnet); etw. in Z. nehmen
Zahlungs/zahlungs[ -aufforderung, die gerichtlich e
Aufforderung an einen Schuldner zur Zahlung einer
Sch uld : eine Z. erhalten; -bedingungen, die \P l.f
zwischen Gläubiger und Schuldner vereinbarte
Bedingungen über die Bezahlung einer Schuld; -be-
fehl,derfnoch BRD/ Zahlungsaufforderung: einen
Z. erlassen; -bilanz, die Gegenüberstellung der geld
lichen Forderungen und Verbindlichkeiten eines
Staates gegenüberdem Ausland: einDefizitinderZ.
ausgleichen; -fähig fAdj.; nicht adv.f in der Lage,
fällige Zahlungen zu leisten: ein zahlungsfähiger
Kunde; -kräftig fAdj.f mit verhältnismäßig viel
Geld verseh en : ein zahlungskräftiger Gast; -mittel,
1360
zahlungsunfähig — Zäpfchen
das gesetzlich festgelegtes Mittel zum Zahlen, bes.
in Form von Geld, Schecks; -unfähig fAdj.; nicht
adv.f nicht zahlungsfähig; -verkehr, der Gesamtheit
der Tätigkeiten, bei denen Zahlungen vorgenommen
vperden: bargeldloser Z.
Zähl|werk,das Vorrichtung zum selbsttätigen Zählen
(2)von Personen, Gegenständen od. sich wiederholen
den gleichartigen Vorgängen
Zahl|wort, das jPl. -Wörter/ Gramm. N um erale:
ein (un)bestimmtes Z.
zahmfAdj.f 1*ein zahmesTier ein Tier, das nicht
(mehr) wild (1.1) lebt, das an den Menschen gewöhnt
is t : ein zahmes Reh, Eichhörnchen; zahme Vögel —
2# umg. m ild (1), nicht streng (1.1): eine zahme
Kritik, Rezension, Zurechtweisung
zähmenjsw. Vb.; hat/1. einTierz. (an den Men
schen gewöhnen, gefügig, gehorsam machen) —
2. seihe Ungeduld, Neugier, Leidenschaft z. (be
herrschen, mäßigen)
Zahn, der; -s, Zähne 1. in Ober-,
Unterkiefer fest
eingebettetes knochenähnliches, sehr hartes Gebilde in
der Mundhöhle des Menschen und der Wirbeltiere
zum Zerkleinern der Nahrung: weiße, gesunde,
schlechte Zähne haben; ein hohler, falscher, künst
licher Z.; (sich) die Zahne putzen; der Zahnarzt
zieht, plombiert einen Z .; ein Z. oben links schmerzt,
ist locker; der Hund zeigte, fletschte die Zähne;
(vor Wut) mit den Zähnen knirschen — 2, jvorw .
Pl.j kleine Zacke, die am Rand eines Gegenstandes
in einer längeren Reihe gleichartiger Gebilde steht:
die Zähne einer Säge, Briefmarke
-}- die dritten Zähne (das künstliche Gebiß); der Z.
(die zerstörende Wirkung) der Zeit; die Zähne zu
sammenbeißen (bei Schmerzen, in schwierigen
Situationen tapfer sein, sich zusammennehmen);bis
an die Zähne (stark, schwer) bewaffnet sein; umg.
jmdm. diesen, den Z. ziehenjmdm . eine bestimmte
Illusion nehmen: er hoffte, etwas zu erben, aber
den Z. habe ich ihm gezogen; einen Z. zulegen
(schneller fahren, arbeiten); das reicht, ist nur für
denhohlenZ.(das ist zu wenig, um satt zu werden);
jmdm. die Zähne zeigen (jmdm. zeigen, daß man
sich von ihm nichts gefallen läßt); sich an etw. die
Zähne ausbeißen (sich mit etw. sehr Schwierigem
abmühen und daran scheitern); jmdm. auf den Z.
fühlen (jmdn. durch geschickte Fragen ausforschen,
prüfen); salopp ein steiler Z. (ein attraktives,
kesses Mädchen); — / Haare auf den Zähnen
haben
Zahn|-arzt, der Facharzt, der erkrankte Zähne be
handelt; -bürste, die kleine Bürste zum Putzen der
Zähne
Zähne/zähne| -klappern, das + es herrscht /
Heulen und Z.; -klappernd fAdj.; nicht präd.f vor
Kälte mit den Zähnen klappernd, sehr frierend: die
Kinder verließen z. das Schwimmbecken; -knir
schend fAdj.; nicht präd.f mit verhaltenem Wider
willen, verhaltener W ut: sie fügten sich z. ins Un
vermeidliche
zahnen jsw . V b hat/: das Baby zahnt (bekommt
Milchzähne)
Zahn/zahn| -ersatz, der künstlicher Zahn (1), Zahn
prothese: jmd. hat, trägt einen Z.;
- fäule, die; -,
jo. PLf Karies; -fleisch,das den Rand des Kiefers
und die Zahnhälse bedeckender Teil der Mund
schleimhaut: sein Z. blutet, ist entzündet; + sa
lopp auf dem Z.gehen, laufen (sehr erschöpft sein);
-gold, das Legierung mit einem hohen Anteil an-
Gold, die bei der Herstellung von Füllungen, Zahn
ersatz und Kronen (4.2) verwendet wird; -hals, der
Teildes Zahns (1)zwischen Wurzel und Krone (4.1);
-los fAdj.f ohne Zähne (1): ein zahnloser Greis;
-lücke, die Lücke im Gebiß, die durch den Verlust
eines Zahns od. mehrerer Zähne entstanden ist;
-m edizin, die fo. Pl.f Teilgebiet der M edizin, das
sich mit Zähnen, Mund und Kiefer befaßt; dazu
-mediziner, der auf einer Hochschule ausgebildeter
Fachmann für Zahnmedizin; -pasta, die; -,
- pasten
Paste zur Pflege der Zähne (1); -paste, die Zahn
pasta; -prothese, die Prothese, die fehlende Zähne (1)
ersetzt; -putzbecher, derBecher für das Wasser, das
beim Zähneputzen benötigt wird; -rad, das rad
förmiges Maschinenelement mit Zähnen (2) am
Rande, durch die.Drehbewegungen übertragen wer
den; -radbahn, die meist elektrisch betriebenes
Schienenfahrzeug, das mit Hilfe eines Zahnrades
große Steigungenüberwindet;-Schmelz,dersehr harte
Substanz, mit der die Krone des Zahns (1) über
zogen ist; -schmerzen, die fP l.f:erhatte heftige Z.;
-stein, derfo. Pl.f mit Zellen der Mundschleimhaut
und mit Bakterien durchsetzte Ablagerung von Kalk
verbindungen an den Zähnen (1);-Stocher,der; -s, -
spitz zulaufendes, kleines Stäbchen zum Entfernen
von zwischen den Zähnen haftengebliebenen Speise
resten; -techniker, der Fachmann, der Zahnersatz,
Kronen (4.2), u. ä . herstellt; -Wurzel,die im Kiefer
befindlicher Teil des Zahns
Zander, der; -s, - mit dem Barsch verwandter, im
Süßwasser räuberisch lebender Knochenfisch mit
silberglänzendem Bauch und grünlich-grauem, dunk
lere Bänder aufweisendem Rücken, der alsSpeisefisch
genutzt wird
Zange, die;
-n 1. Werkzeug, bestehend aus zwei
gekreuzten, beweglich verbundenen länglichen Teilen,
deren vordereEnden je nach dem Verwendungszweck
halbrund od.flachgeformt sind und derenhintere En
den als Griffe dienen: einen Draht mit der Z. ab
kneifen, biegen; Nägel mit der Z. aus einem Brett
ziehen —2. zangenähnliches Greifwerkzeug bei be
stimmten Insekten und Krebsen
+ umg. jmdn. indieZ. nehmen (jmdn. von meh
reren Seiten heftig bedrängen, unter Druck setzen)
Zangen{gebürt, die Entbindung mit Hilfe eines
zangenförmigen Instruments
Zank, der; -(e)s, fo. Pl.j Streit mit gegenseitigen
Vorwürfen, Beschimpfungen: zwischen ihnen gibt
es dauernd Z. (und Streit)
Zankapfel, der Gegenstand, Sachverhalt, um den
sich zwei od. mehrere Personen streiten
zankenfsw. Vb.; hat/1, sich mitjmdm. (um Gering
fügigkeiten) streiten: die Kinder zankten sich um
das neue Spielzeug; sie haben sich schon wieder
(wegen einer Kleinigkeit) gezankt — 2 . umg. mit
jmdm. z. jmdn. schelten, jmdn. heftig tadeln: die
Mutter zankte (mit den Kindern), weil .. .; z u 1
Zankerei, die; -en
Zänkerei, die; -,
-en fvörw. Pl.f kleinliche Aus
einandersetzung über Geringfügigkeiten: ihre stän
digen Zänkereien sind unerträglich
zänkisch fAdj.f oft und aus geringfügigem Anlaß
Zank hervorrufend, stiftend: er ist ein nervöser,
zänkischer Mensch
Zäpfchen, das; -s, -1 . frei in den Rachen hängende,
zapfenförmige Verlängerung des weichenGaumens —
zapfen — zaubern
1361
2. zapfenförmiges M edikament, das rektal eingeführt
w ird: ein Z. einführen
zapfenjsw. Vb.;hat/: Bier, Wein z.
cmm Faß
abfüllen)
Zapfen, der; -s, - 1. Fruchtstand der Nadelhölzer,
dessen meist langgestreckte Achse zahlreiche holzige
Schuppen trägt, zwischen denen die Samen sitzen —
2. kleines, kurzes, rundes Stück Holz o. ä . zum Ver
schließen eines Gefäßes, 6es. emcs Fasses: einen Z.
in ein Faß schlagen; der Z. eines W aschbottichs;
ein Rohr mit einem Z. verschließen — 8 . For-
sprung am Ende eines Kantholzes, der in eine dazu
passende Vertiefung in einem anderen Kantholz
eingefügt wird — 4. kleines rundes Maschinen-
element an Achsen, Wellen zur Aufnahme von
Kräften bei Drehbewegungen
Zapf| -hahn, der Hahn, bes. an einem Schanktisch,
zum Abfüllen von Getränken (aus einem Faß);
-Säule, die technische Vorrichtung in einer Tank
stelle zum Abfüllen von Treibstoff
zappelig jAdj.j häufig, anhaltend zappelnd: ein
zappeliges Kind; sitz ruhig, sei nicht so z.!; O er
ist ganz z. (unruhig) vor Aufregung, Spannung
zappelnjsw. Vb.;hat/ sich rasch und heftig (mit den
Gliedmaßen) hin und her bewegen: Fische z. im
Netz; das Baby zappelt (mit den Armen und Bei
nen)
- j -umg.jmdn. z. lassen(jmdn., der ungeduldigauf
etw. wartet, absichtlich in Ungewißheit lassen)
zappenduster, auch zappenduster /A dj.; nicht attr.f
salopp 1. völlig dunkel (1): es gab einen Kurz
schluß, und im Zimmer wurde es z.
—
2. mitetw.
ist es z., sieht es z. aus (etw. ist aussichtslos, hoff
nungslos)
zapplig fA dj.j s. zappelig
Zar, der; -en, -en /Titel der russischen, auch der
bulgarischen, serbischen Monarchen/
Zarge, die; -,
- n 1.Türrahmen,Fensterrahmen (1)—
2. Seitenwand der Streichinstrumente, der Gitarre
und Zither
Zarismus, der; -, jo. Pl.f monarchische Staatsform
unter einem Zaren; dazu zaristischjAdj.j
zart jAdj./ 1.1. von sehr dünner Struktur und sich
daher geschmeidig, weich anfühlend, empfindlich
gegen starke Einwirkungen: zarte Haut, Wangen;
zarter Flaum; eine Bluse aus zarter Seide, Spitze;
Blumen sind zarte Gebilde 1.2. /nicht adv.j so
weich, daß es sich (zubereitet) leicht kauen od. schnei
den läßt: zartes Gemüse; das Schnitzel war sehr z.
1.8. von schmalem, schlankem Körperbau, Äußeren
und leicht verletzbar wirkend: zarte Glieder haben;
sie ist von zarter Gestalt, von zartem Wuchs, hat
ein zartes Gesicht 1.4. /nicht adv.j noch sehr jung
und daher empfindlich, wenig widerstandsfähig:
zarte Blutenknospen; die zarten Pflänzchen müssen
vor Nachtfrösten geschützt werden; im zarten
Alter von fünf Jahren verlor er seine M utter
1.5. zarte (sehr dünne, schwach sichtbare) Striche,
Linien —2. schwach (1.1)und empfindlich (1.2), an
fällig: ein zartes Kind; eine zarte Gesundheit,
Lunge, zarte Nerven haben —8. sensibel (1.1): die
ser Film ist nichts für zarte Gemüter — 4 . rück
sichtsvoll, liebevoll, taktvoll: jmdn. mit zarter Auf
merksamkeit, Rücksichtnahme, mit der zartesten
Fürsorge behandeln; jmdn. nicht gerade z. an
fassen — 5. von geringer Intensität, bes. von wenig
intensiver Färbung, Leuchtkraft, Lautstärke: ihr
blasses Gesichtüberzog sich mit einer zaften Röte;
ein Stoff von zartem (hellem) Rosa; zarte (dezente)
Farben; eine zarte (leise) Stimme, Melodie; eine
zarte (leichte, unm erkliche, vorsichtige) Berührung,
Liebkosung; ein zarter (schwach spürbarer) Hauch,
Duft
zart/Z&rtl -besaitet jAdj.j oft spött. sensibel (1.1):
sie ist z.;
-farbig jAdj.j in dezenten, schwachen
Farben; -fühlend jAdj.j behutsam, taktvoll: jmdn.
etw. z. fragen; -gefühl, das jo. Pl.f einfühlsame
Rücksichtnahme, Takt (II): Z. beweisen; jmdm. mit
Z. helfen; -gliedrigjA dj./ mit zarten (1.3), zierlichen
Gliedern
zgrtlichjAdj.j 1.1. Liebe, Zuneigung behutsam be
kundend, liebevoll: zärtliche Worte; jmdn. z. an -
lächeln, ansehen; jmdn. z. küssen; für jmdn. zärt
liche Gefühle empfinden, hegen (jmdn. lieben 1.1,
1.2) 1.2 . jmdn. z. (fürsorglich) pflegen, umsorgen
Zärtlichkeit, die; -,
-en 1.1. jvorw. Pl.j liebevolle
Berührung, bes. in Form von Küssen, durch Strei
cheln: (stürmische, scheue) Zärtlichkeiten aus-
tauschen; jmdn. mit Zärtlichkeiten überschütten
1.2. /o. Pl.j Zuneigung, liebevolle Fürsorge (1):
jmdm. seine Z. zeigen, beweisen; jmdn. voll Z.
anblicken
zart|sinnig jAdj.j mit, voll Zartgefühl
Zaster,der; -s, Io. Pl.j salopp Geld (1): er hat viel,
keinen Z.
Zäsur, die; -,
-e n wichtiger Einschnitt (4), markanter
Pu n kt: eine historische, scharfe, einschneidende Z.
in der Entwicklung eines Landes
Zauber, der; -s, - 1. jvorw. Sg.j zu den abergläu
bischen Vorstellungen und zu den religiösen Auf
fassungen der auf einer früheren Entwicklungsstufe
lebenden Völker gehörende, auf Magie beruhende
Handlung mit dem Ziel, Menschen, Geschehnisse
od. die Natur zu beeinflussen: einen Z. zur Heilung
einer Krankheit, zur Herbeiführung von Regen
anwenden; einen Z. über jmdn., etw. aussprechen
—
2. jo. Pl.j Faszination, faszinierende Wirkung,
Ausstrahlung: der Z. einer sternklaren Nacht; nie
mand konnte sich dem Z. ihres Lächelns, ihrer
Jugend entziehen — 3. /o. Pl.j umg. jemot.j etw.,
das für nichtig, unnötig, übertrieben od. lästig gehal
ten w ird: was kostet der ganze Z.?;ich mache den
Z. nicht (mehr) mit!
+ salopp fauler Z. (Schwindel)
Zauberei, die; -,
-en /zu zaubern1u. 2/dasZaubern
Zauberer,der; -s, - 1.Figur im Märchen, die durch
übernatürliche Kräfte, Fähigkeiten etw. bewirken
kann — 2.Zauberkünstler
zauberhaft jAdj./ in Entzücken versetzend, un
gewöhnlich schön, bezaubernd: ein zauberhafter
Sonnenuntergang, Frühlingstag; etw. übt einen
zauberhaften (unwiderstehlichen, berückenden) Reiz,
eine zauberhafte (faszinierende) Wirkung aus
Zauber zu zaubern 2| -künstler, der jmd., der Zau
berkunststücke vorführen kann; -kunststück, das au f
Sinnestäuschung und Fingerfertigkeit beruhende&
Kunststück, durch das bes. Gegenstände erscheinen,
verschwinden od. sich verändern
zaubernjsw. Vb.; hat/ 1. einen Zauber (1)anwen
den, M agie (1) betreiben: die Medizinmänner geben
vor, z. zu können; etw. z .: die Fee zauberte ein
Schloß (ließ durch Zauber ein Schloß entstehen) —
2. etw. od. jmdn. durch ein Zauberkunststück er
scheinen, verschwinden od. sich verändern lassen:
1362
Zauberspruch — Zeichen
er zauberte ein Kaninchen aus dem Hut —
3. etw. mit großem Geschick, Können, oft trotz un
zulänglicher Mittel, unter ungünstigen Voraus
setzungen hervorbringen:siezauberteausdenStoff
resten ein elegantes Kleid; der Maler zauberte mit
wenigen Strichen eine reizvolle Landschaft auf das
Papier; umg. nicht z. können (etw. U nmögliches
nicht leisten können)
Zauber|Spruch, der formelhafter, oft unverständ
lich formulierter Spruch, der einen Zauber (1) be
wirken soll
zaudern /sw. Vb.\ hat/ zögern
Zaum, der; -(e)s, Zäumedie um den Kopfvon Zug-
und Reittieren, bes. Pferden, angebrachten, zu
sammenhängenden Riemen und das Gebiß (2), die
ein Lenken und Führen derTiere ermöglichen: einem
Pferd den Z. anlegen
-j- etw., jmdn., sich im Z. halten (beherrschen,
zügeln); — die, seine / Zungeim Z. halten
zäumen/sw. Vb.; hat/: einPferd z. (ihm den Zaum
anlegen)
Zaum|zeug,das /PL -e/ Zaum
Zaun, der; -(e)s, Zäune meist aus Latten, Gittern od.
{Maschen)draht und Pfählen bestehende Vorrich
tung, mit der ein Stück Land, ein Grundstück um
grenzt w ird : ein hoher, eiserner, verfallener Z.;
«inen Z. um etw. ziehen, errichten; die Jungen
kletterten über den Z.; ein lebender Z. (eine H ecke)
+ einen / Streit vom Z., Zaune brechen
Zaun (mit * auch Zauns|)| -gast,derjmd., der nicht
zu den Teilnehmern einer Veranstaltung gehört und
dieser aus einer gewissen Entfernung (ohne Eintritts
geld gezahlt zu haben) zusieht; -könig, der in zahl
reichen Arten vorkommender, kleiner, überwiegend
braun gefärbter Singvogel; -latte, die; «-pfähl, der
Pfahlfür einen Zaun: einenZ. setzen;
+ein^
Wink mit dem Z.
zausen fsw. Vb.; hat/ etw. z. an etw. leicht ziehen,
zerren, so daß esin Unordnung gerät,durcheinander-
g erä t: der Wind zauste die Bäume; sie zauste liebe
voll sein Haar
Zebra, das; -s, -s in Afrika wildlebender, mit dem
Pferd verwandter Unpaarhufer mit schwarzweiß
gestreiftem F ell
Zebra]streifen, der als Verkehrszeichen dienende
breite weißeStreifen aufderFahrbahn, durch die der
Fußgängerüberweg markiert ist: überden Z. gehen
Zeche, die; -nI.Summe, die für die in einer Gast
stätte genossenen Speisen, Getränke bezahlt werden
m u ß : die Z. betrug dreißig Mark; jmd. kann seine
Z. nichtbezahlen; die Z. prellen — II. Bergwerk:
eine Z. stillegen
+ umg. die Z. bezahlen (allein für einen Schaden
aufkommen) müssen
zechen /sw. Vb.; hat/ meist mit anderen zusammen
(in großen Mengen) Alkohol trinken: siehatten die
ganze Nacht hindurch gezecht; da zu Zecher, der;
-s, -
Zech] -gelage, das Trinkgelage; -kumpan, der
umg. jmd.,
der mit anderen gemeinsam zecht;
-preller, der; -s, - jmd.,
der seine Zeche (I) nicht
bezahlt od. bezahlen kann
Zecke,die; -n in zahlreichen Arten vorkommende,
parasitisch lebende, blutsaugende Milbe
Zeder, die;
- n im Mittelmeergebiet vorkommender
Nadelbaum mit Pyramiden- od. schirmförmiger
Krone
Zeh, der; -(e)s, -en landsch. s . Zehe (1)
Zehe, die; -,
-n 1. eines der Glieder des Fußes vom
Menschen und von bestimmten Wirbeltieren: die
große, kleine Z.; sich auf die Zehen stellen; auf
(den) Zehen gehen; jmdm. auf die Zehen treten —
2« einzelner Teil der Knoblauchzwiebel
■f umg. jmdm. auf die Zehen treten (jmdn. meist
unbeabsichtigt durch eine Äußerung kränken, be
leidigen)
Zehen zu Zehe1|-nagel,derNagel (II)einer Zehe:
sich die Zehennägel schneiden; -spitzen, die / P L ;
vorw. in der Verbindung/auf(den, die)Zehenspitzen
aufdem, den oberenTeil,dem, dasEndederZehen:
auf (den) Z. gehen; sich auf die Z. stellen
zehn/Kard.zahl 10/: die Zahlen von einsbis z.;
der Mensch hat z. Finger und z. Zehen; / auch
drei
-fsichallez.
Finger nach etw. lecken; dahin,
dazu bringen mich keine z. / Pferde
Zehn/zehn|: / au ch Drei/drei]
Zghner, der; -s, - umg. Zehnpfennigstück
zehnerlei, zehnerlei /ind ekl./ vgl. dreierlei
zehn/Zehn| -jährig /Adj.; nur attr.j vgl. dreijährig;
-kampf,der/o. Pl.j Wettkampf für Männer in zehn
leichtathletischen Disziplinen, die als Einheit ge
wertet werden; -klassenschule, die die zehnklassige
allgemeinbildende polytechnische Oberschule; -Massig
/Adj.; nur attr./mit zehnSchulklassen; -markschein,
derBanknote im Wert von zehn M ark; -markstück,
das Münze im Wert von zehn M ark; -pfennigstück,
das /PI. -e/ Münze im Wert von zehn Pfennigen;
- tausend, -tausend jKard .zahl 10000/: z. Menschen
nahmen an der Demonstration teil; + um g. die
oberen Zehntausend (die Gruppe der bürgert. Ge
sellschaft mit den größten finanziellen Mitteln, mit
dem höchsten Einfluß)
zehnte /O rd.zahl zu zehn/: jmd. steht an zehnter
Stelle auf einer Liste;
auch dritte
zehntel vgl. drittel
Zehntel, das; -s, - vg l. Drittel
zehntens /Adv./ vgl. drittens
zehren fs w . V b.; hat/ 1.1. Seeluft, Fieber zehrt
(vermindert das Körpergewicht) 1.2 . etw. zehrt an
jmdm., etw. etw. schwächt jmds. physische und psy
chische K räfte: das Fieber, die Krankheit zehrte
an ihm, an seinen K räften; der Kummer, das Leid
zehrt an ihr, an ihrem Herzen — 2 . von etw. z.
sich von etw. ernähren, von etw. leben:derBär zehrt
während des Winterschlafs von eigenem Fett; sie
zehrten lange vo n ihren Vorräten, Ersparnissen;
O v on seinen Reiseerlebnissen, Jugenderinnerun
gen z.
Zeichen, das; -s, - 1.1. etw. graphisch Dargestelltes
od. etw. Gegenständliches, das für den, der es benutzt
od. verwendet, verwendet hat, etw. Bestimmtes be
deutet: sich an einerStelle im Buch ein Z. (mitdem
Bleistift) machen; in ein Brett ein Z. kerben, ritzen,
schneiden; Pferden, Rindern ein Z. einbrennen;
ein Stück Papier als Z. in ein Buch legen; Wäsche
stücke mit einem Z. versehen; unser, Ihr Z.: A/Sch
/abgekürzte Namensangabe in einem geschäftlichen,
amtlichen Brief, um dessen Verfasser und Schreiber
zu kennzeichnen/ 1.2. Gebärde, Geste, kurze akusti
sche Äußerung, mit der man jmdn. auf etw. hin-
weisen, aufmerksam machen, zu etw. veranlassen
w i l l : sich durch Z. miteinander verständigen;
jmdm. ein Z. geben; jmdn. durch Z. vor etw. war
nen; das Z. zum Aufbruch geben 1.3« durch Ver
einbarung festgelegtes (graphisches) Kennzeichen für
etw., bes. für bestimmte Größen, Begriffe, das (mit
anderen zusammen) eine Information ergibt: ein
mathematisches, chemisches, musikalisches Z.;
ein (falsches) Z. (Satzzeichen) setzen; das Z. (Sym
bol) des Kreuzes in etw. einritzen —2. wahrnehm
bare Erscheinung (1.1),die 2.1. etw., bes. einen Zu
stand, offenbart, beweist, sichtbar, erkennbar macht:
das ist ein deutliches, klares, untrügliches Z. da
für, daß
die Z. einer K ra nkheit, des Verfalls;
er gab deutlich Z. der Ungeduld, Ermüdung von
sich;, jmdn. mit dem Z. (Ausdruck 3.1, 3.2) ehr
licher Freude begrüßen; jmdm. die H andgeben als,
zum Z. (Beweis 2) der Versöhnung 2.2. auf etw.
Künftigesaufmerksam macht, etw. Bestimmtes, Kom
mendes erfahrungsgemäß ankündigt: ein alarmie
rendes, beunruhigendes, günstiges Z.; das ist ein
böses, gutes Z. (das läßt kommendes Böses, Gutes
erwarten); wenn nicht alle Z. trügen, kommt heute
noch ein Gewitter — 8. Tierkreiszeichen: er ist im
Z. des Steinbocks geboren
4- etw. stehtimZ. von etw. (wird von etw. besonders
stark geprägt, beeinflußt)
Zeichen! -block, der Block (4) mit Blättern aus
Zeichenpapier; -brett, das Brett, das als Unterlage
zum Zeichnen (1) dient; -papier, das jo. Pl.j zum
Zeichnen (1) bestimmtes Papier; -Setzung, die; -,
jo. Pl.j Gramm. (Lehre vom) Gebrauch der Satz
zeichen’, die Z. beherrschen; -Sprache, die 1. System
von Handzeichen mit feststehender Bedeutung, das
der Kommunikation dient: dieZ.derTaubstummen
—
2.jo. Pl.j Gebärdenspiel, mit dem zwei Personen,
die keine gemeinsame Sprache beherrschen, sich zu
verständigen versuchen: jmdm. etw. durch Z. er
klären; -stift, der (Parb)stift zum Zeichnen (1): etw.
mit dem Z. festhalten; -trickfilm, der T rickfilm ,
bei dem die einzelnen Phasen der Bewegung der
Figuren, der Hintergrund und die Dekoration ge
zeichnet und dann fotografiert werden
zeichnen, zeichnete, hat gezeichnet 1. etw., jmdn. z.
eine (technische, künstlerische) Zeichnung von etw.,
jmdm . anfertigen:.eine Landschaft, ein Kind, einen
Akt z ,; einen Grundriß, Aufriß z . ; mit Farbstiften
z . ; er zeichnet gern, gut; das technische Zeichnen —
2. der Schmetterling ist schön gezeichnet (hat ein e
schöne natürliche Musterung) —8. etw., ein Tier mit
(einem) Zeichen (1.1) versehen, etw. kennzeichnen:
die Wäsche, Taschentücher (mit dem Monogramm)
z.; Bäume (zum Fällen) z.; O geh. sein Gesicht
war vom Leid, von einer schweren Krankheit ge
zeichnet (zeigte Spuren, Kennzeichen des Leids,
einer schweren Krankheit); er ist vom Tode ge
zeichnet (ist dem Tod sichtbar nahe) — 4.1. etw.
unterschreiben, unterzeichnen: er muß die Akten
noch mit seinem Namen z .; gezeichnet jA bk . gez./
NN jVermerk auf vervielfältigten Schriftstücken vor
der maschinenschriftlichen Unterschrift! 4.2. bei
einer Sammlung 20Mark z. (sich mit einer Spende
von 20 M ark namentlich in eine Sammelliste ein
trag e n) 4.8 . als Verfasser, Herausgeber zeichnet
Dr. N (Dr. N ist der Verfasser, Herausgeber)
Zeichner, der; -s, - jmd., der beruflich (künstlerische,
technische)Zeichnungen anfertigt:eristteehnischerZ.
zeichnerisch jAdj.; nicht präd.; zu zeichnen 1/ 1.1.
zeichnerisches Talent (Talent zum künstlerischen
Zeich n e n) haben 1.2 . die zeichnerischen Unterlagen
(technische Zeichnungen) sind vorhanden; dieser
Entwurf ist z. (die Ausführung derZeichnung 1be
treffend) zu wenig ausgefeilt
Zeichnung, die; -,
-en 1. bildliche Darstellung, die
vorwiegend in Strichen, Linien und Kurven aus
geführt is t: eine flüchtige, naturgetreue, künst
lerische, technische Z.; eine Z. im Maßstab 1:20;
ein Werkstück nach der Z. hersteilen, bearbeiten;
O die lebendige, realistische, übertriebene Z.
(Schilderung) der Charaktere in einem Roman,
Drama — 2. /von Tieren, Pflanzenj natürliche
Musterung: das Fell, Gefieder, Blatt, der Schmet
terling hat eine schöne, auffallende Z.
zeichnungs[berechtigt jA dj.; nicht adv./ berechtigt,
ein Schriftstück verantwortlich zu unterzeichnen: er
ist (nicht) z.
Zeige[finger, der Finger neben dem Daumen: mit
dem Z. auf etw. weisen, zeigen, tippen; etw. m it
erhobenem Z. (warnend, mahnend) sagen
zeigen jsw . V b.; hat/ 1.1. auf etw., jmdn., irgend
wohin z. den meistgestreckten Zeigefinger (samt Arm)
auf etw., jmdn. richten, um darauf, auf ihn auf
merksam zu machen, in eine bestimmte Richtung
halten, um sie zu erklären: auf einBild, Kind z.; er
zeigte geradeaus, nach links; er zeigte in die Rich
tung, aus der wir gekommen waren 1.2, etw. zeigt
irgendwohin etw. ist in eine bestimmte Richtung
gerichtet: der Wegweiser zeigt nach rechts; die
Magnetnadel des Kompasses zeigt nach Norden;
die Uhr zeigt (auf) neun (der kleine Zeiger der
Uhr ist auf die Neun gerichtet) — 2. jmdm. vor
wiegend mit Gesten erklären 2.1. wie man etw. fin
det, jmdm. die Richtung, Lage von etw. angeben:
jmdm. den Weg zum Bahnhof z. ; er zeigte ihm, in
welcher Richtung er gehen muß 2.2. wie man etw.
handhabt: er hat uns gezeigt, wie man den Apparat,
die Maschinebedient —8.1. jmdm. etw. z. jmdn.
etw. sehen (1.4) lassen: jmdm. einen Brief, ein
neues Buch, seine Wohnung z.; er hat mir die
ganze Stadt gezeigt (mich durch die ganze Stadt
zum Besichtigen geführt); etw. zeigt etw.: die
Bäume, Sträucher z . schon die ersten Knospen;
die Straße zeigt ihr gewohntes Bild 8.2 . jmd. zeigt
sichjmd. ist zu sehen (1.2): dasMädchen zeigte sich
am Fenster; sich auf einem Fest z. (ein Fest be
suchen) ; er hat sich öffentlich mit ihr gezeigt (hat
sich öffentlich mit ihr sehen lassen);sokannich mich
doch nichtaufderStraßez. (in diesem Aufzug kann
ich nicht auf die Straße gehen); etw. zeigt sich: am
Himmel z. sich die Sterne (werden die Sterne sicht
bar) —4.1.jvorw. mitPoss.pron.j etw., bes. eine be
stimmte Gefühlsregung, Fähigkeit, Eigenschaft,
durch sein Verhalten für jmdn. wahrnehmbar, er
kennbar machen: seinen Ärger, seine Freude, sein
Interesse (offen) z.; jmdm. seine Liebe z.; er kann
seine Gefühle nicht z., zeigt keine Reue, Einsicht;
jetztdarfst duz., was dukannst4.2.fdrückt in Ver
bindung mit einem artikellosen Subst. aus, daß jmd.
eine bestimmte Eigenschaft, Fähigkeit, ein be
stimmtes Gefühl aufweist, an sich erkennbar werden
läßt/: jmd. zeigt (hat, besitzt) Mut, Geschick, Mit
leid 4.3. sich irgendwie z. sich in einer bestimmten
Art seiner Umwelt, jmdm. gegenüber verhalten: sich
erfreut, besorgt, dankbar, gekränkt z.; sich tapfer,
klug,geschickt, feige z. 4.4. etw. läßt etw. erkennbar,
deutlich werden, läßt auf etw. schließen: die Er
fahrung, der Versuch hat gezeigt, daß
sein
Zeichenblock — zeigen
1363
87 Wörterbuch
1364
Zeiger — Zeit
Verhalten zeigt einen Mangel an Einfühlungs
vermögen; es zeigte sich (es stellte sich heraus,
wurde erkennbar, offenbar), daß er sich verrechnet,
getäuscht hatte; sich einer Aufgabe nicht ge
wachsen z. (erweisen); sich alsjmd. z.: duhast dich
als guter Freund gezeigt
+ umg. dem werd ich’s z.!/Drohungf (dem werde
ich beweisen, daß er unrecht hat; dem werde ich
deutlichdie Meinung sagen\); — mit(den) / Fin
gern, mit dem / Finger auf jmdn. z .; sein wahres
Gesicht z.; jmdm. z., was eine /* Harke ist;
jmdm. die / * Krallen z.; sich in einem guten,
schlechten /* Licht z .; jmdm. die kalte / * Schulter
z .; (jmdm.) einen Vogel z .;jmdm. die Zähnez.
Zeiger, der; -s, - bewegliches Teil an M eßgeräten,
das auf eine Zahl, einen Wert der Skala weist und
dadurch ein Meßergebnis angibt: derZ.desSeismo
graphen, der Waage schlägt nach rechts aus; der
große, / kleine Z. (einer Uhr)
Zeige|stock, der jPl. -stocke/ langer Stock (1.1.1),
mit dem der Vortragende auf etw., das er gerade er
klärt, zeigt
zeihen, zieh, hat geziehen veraltend geh.: jmdn.
der Lüge, Undankbarkeit, Feigheit z. (besch uldi
gen, bezichtigen)
Zeile, die;*
-n 1. Anzahl von geschriebenen od. ge
druckten Wörtern, die in einer waagerechten Linie
nebeneinander stehen: in der dritten Z. von oben
steht ...; siehe Seite zehn, Z. sechs; eine Z. unter
streichen; er hat von dem Buch noch nicht eine
(einzige) Z. gelesen; ein paar Zeilen (einen kurzen
Brief, eine kurze Mitteilung) an jmdn. schreiben;
etw. auf der Schreibmaschine mit zwei Zeilen Ab
stand (Zwischenraum, den zwei Reihen Buchstaben
einnehmen würden) schreiben; im Brief ein paar
Zeilen frei lassen — 2. Reihe gleichartiger od. zu
sammengehöriger (gebauter) Gegenstände: eine Z.
von Reihenhäusern, Verkaufsständen — 8 . E lek -
trotechn. einer von mehreren horizontalen, streifen
artigen Abschnitten, die in ihrer Gesamtheit das
Fernsehbild bilden
+ (etw.) zwischen den Zeilen lesen (etw. verhüllt
Ausgedrücktes aus etw. herauslesen)
Zeisig,der; -(e)s, -e mitdem Fink verwandter Sing
vogel mit grüngelbem Schnabel
zeit /Präp. mit Gen.; nur in der Verbindung mit
Poss.pron. + Leben/: das werde ich z. meines
Lebens (solange ich lebe, während meines ganzen
Lebens) nicht vergessen
Zeit,die; -en 1. /o. PI ./ 1.1.die vergangene, gegen
wärtige, in die Zukunft gehende ununterbrochene
Aufeinanderfolge allen Geschehens, aller materiellen
Prozesse, die nach bestimmten periodischen (gleich
mäßigen) Abläufen gemessen, eingeteilt wird: die Z.
vergeht schnell, verstreicht, verrinnt, schien ihm
stillzustehen; die Z. wird es lehren, erweisen (es
wird sich später erweisen), ob ... 1.2.Philos. 1.1 als
grundlegendeExistenzform der M aterie:dieExistenz
der Materie in Raum und Z.
—
2. Teil von 1.1
2.1. /o. PI ./ über den jmd. verfügen kann, den etw.
für seinen Ablauf braucht: keine,nurwenig, vielZ.
(für etw., jmdn.) haben; die, seine Z. nützen; seine
Z. einteilen, vergeuden; die Z. mit Lesen ver-, zu
bringen; viel Z. und Mühe auf etw. verwenden;
jmd. nimmt sich die Z. zu,'für etw.; etw. braucht,
kostet, erfordert (viel) Z., dauert seine Z.; dazu
fehlt mirleiderdie Z. 2.2. von unbestimmter, meist
längerer, durch bestimmte Ereignisse, Anfang und
Ende begrenzter Dauer fvorw. mit Adj.f: wirhaben
eine herrliche Z. miteinander verbracht; in frü
heren, vergangenen Zeiten; das ist schon längere,
geraume Z. her; auf, für kurze Z. verreist sein;
etw. in, nach kurzer Z., in einer Z. von (nur)
fünf Minuten tun; er hat seit langer Z. nicht mehr
geschrieben; er wird uns in nächster, in der näch
sten Z. (bald) besuchen; er war vor kurzer Z. bei
uns; es gibt, er hat Zeiten, in denen er sehr nervös
ist 2.8. /o. PI ./ von exakt begrenzter Dauer, der
jmdm. zu einem bestimmten Zweck zur Verfügung
gestellt wird, Frist (1.1): für diese Arbeit hast du
noch 14 Tage Z .; ich brauche noch etwas Z. da
für; die Z. ist um, überschritten 2.4. Sport den
ein Sportler zum Zurücklegen einer bestimmten
Strecke braucht, gebraucht hat: die Z. stoppen, neh
men; er ist eine gute Z. gelaufen, geschwommen,
gefahren — 8.1. bestimmter (größerer) Abschnitt im
Ablauf des historischen Geschehens, der gesellschaft
lichen Entwicklung: die Z. vor, nach dem Zweiten
Weltkrieg; die Z. Goethes; vergangene, kommende,
künftige Zeiten; das waren schwere, gute Zeiten;
zur Z. des Bauernkriegs; die Z. (Epoche) des
Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus*
in unserer, derheutigen Z. (in der Gegenwart); O
die Zeiten (gesellschaftlichen Verhältnisse) haben
sich geändert 8.2. /o. PI ./ sich gerade vollziehende,
gegenwärtige gesellschaftliche, historische Entwick
lu n g : mit der Z. (mit)gehen; die Z. ist noch nicht
reif dafür; ein H aus im Geschmack, Stil der Z. —
4. jo. Pl.j 4.1. bestimmte Stunde und Minute (und
Sekunde) eines Tages, die von der Uhr angezeigt
w ird : hast du (die) genaue Z.?; welche Z. haben
wir jetzt?; die Z., Z. und Ort der Versammlung
festsetzen; die Z. (den Zeitpu nkt des A ufStehens)
verschlafen; etw. auf unbestimmte Z. vertagen,
verschieben; zur festgelegten, rechten Z. kommen;
vor der Z. (früher als festgelegt) kommen; er ist nur
um diese Z. zu Hause anzutreffen 4.2. für ein be
stimmtes Gebiet festgelegte, nach dem mittleren Stand
der Sonne bestimmte gültige Messung, Zahlung von
1.1nachStunden,Minuten, Sekunden: esist 19Uhr
Moskauer Z .; die mitteleuropäische Z.
4- es ist Z., höchste Z., etw. zu tun, für etw. (der
Zeitpunkt, der äußerste Zeitpunkt ist gekommen, an
dem etw. getan werden muß); das hat Z. (das eilt
n icht); jmdm., sich mit etw. die Z. vertreiben
(jmdn., sich mit etw. unterhalten, beschäftigen, bes.
damit die Zeit 2.1 kürzer erscheint); jmdm. Z. las
sen (jmdn. nicht drängen); sichZ. lassen (sich nicht
beeilen);jmdm. dieZ. stehlen(jmdn. von etw. W ich
tigerem, bes. der Arbeit, abhalten); jmdm. wird die
Z.lang(jmd.hat Langeweile); es ist anderZ.(esist
soweit, der Zeitpunkt ist gekommen); auf Z. (für
eine bestimmte Dauer, bis auf Widerruf); für alle
Zeiten für im m er: ich habe für alle Zeiten genug
davon; mit der Z. allmählich: mit der Z. wird sich
sein Gesundheitszustand bessern; von Z. zu Z.
gelegentlich: von Z. zu Z. kommt er uns besuchen;
zu seinerZ. (als erdort wohnte, arbeitete; unter seiner
Leitung; zu seinen Lebzeiten); zu meiner Z. (in
meiner Jugend); alles zu seiner Z. (nichts über
hasten)'.; zu jeder Z. (in ausnahmslos allen Situa
tionen) ; zur Z. fAbk. z. Z./ (im Augenblick, gegen
wärtig, jetzt); umg. die Z. totschlagen (sich die
Langeweile mit irgendetwas vertreiben); zu, bei
Zeitabschnitt — zeitraubend
1365
nachtschlafener Z. (zur Zeit der Nachtruhe); — im
/ Lauf(e) der Z.; seit, zu / Olims Zeiten; der /
Zahn der Z.
Zeit/zeit| -abschnitt, der T eil der Zeit (1.1), der
durch bestimmte Markierungen eine Einheit bildet;
- abstand, der Teil der Zeit (1.1) zwischen zwei Zeit
punkten: etw. in regelmäßigen, größeren Zeit
abständen tun; -alter, das Epoche: das Z. Na
poleons; ein neues Z. hat begonnen; im Z. der
Raumfahrt; -angabe, die Angabe der Uhrzeit;
-a n s age,dieAnsageder Uhrzeitim Rundfunk,Tele
fon; -aufnahme, die Foto mit langer Belichtungszeit;
- aufwand,der
nötiger Zeit (2.1)für etw.:
etw. erfordert viel Z., einen Z. von mehreren Ta
gen; den Z. verringern; -aufwendig lAdj.f viel Zeit
(2.1) beanspruchend: eine zeitaufwendige Arbeit;
- bedingt /Adj.j durch die Gegebenheiten einer be
stimmten historischen, gesellschaftlichen Entwicklung
bedingt: diese Auffassung war z.;
-bezogen /Adj.j
auf einen bestimmten historischen Zeitraum, bes. auf
die Gegenwart, bezogen: ein zeitbezogenes Drama;
-bombe, die Bombe mit Zeitzünder; -dauer, die Zeit
abschnitt: für die Z. von vier Jahren gewählt wer
den; -dokument, das Dokument, das einen be
stimmten historischen Zeitraum charakterisiert: ein
bedeutsames, erschütterndes Z.;
- druck, der jo.
Pl.j: unter Z. stehen (in zeitlicher Bedrängnis
sein); unter Z. arbeiten; -einheit, die 1,1. Einheit
derZeit (1.1):derTag,dasJahrist eineZ.1.2.(im
Rahmen eines Meß- und Normsystems) für einen
Ablauf festgelegte Zeitspanne: eine Arbeit in einer
bestimmten Z. leisten, erbringen; -einteilung, die
Einteilung der jmdm. zur Verfügung stehenden Zeit
(2.1) : eine gute Z. haben
Zeitenwende, die Zeitpunkt, an dem sich eine
Wende, ein Umschwung im historischen Geschehen,
in der gesellschaftlichen Entwicklung vollzieht: an
der Z. vom M ittelalter zur Neuzeit
Ze|t/zeit| -ersparnis, die fo. Phf Ersparnis an (ein
geplanter) Zeit (2.1): etw. aus Gründen der Z. nicht
tun; -fahren, das; -s, - R adsport Wettkampf, bei
dem dieFahrer einzeln in Abständen starten und der
jenige Sieger wird, der für die Strecke die geringste
Zeit (2.4) benötigt; -form, die Gramm.: eine Z. (ein
Tempus) des Verbs; -frage, die jo. Pl.f: etw. ist
(nur) eine Z. (die Realisierung von etw. hängt davon
ab, ob Zeit 2.1 dafür vorhanden ist); -gebunden
/Adj.j vgl. zeitbezogen; -gefühl,dasjo. Pl.f Fähigkeit
zu empfinden, welche Zeit (4.1) es gerade ist, wie
lange etw. dauert,gedauert hat: jmd. hat eingenaues
Z., kein Z. mehr; -gemäß /Adj.j seiner Zeit (3.2)
entsprechend: eine zeitgemäße Mode, Kleidung,
Denkweise; das ist nicht mehr z. (nicht mehr mo
dern, nicht mehr der Gegenwart entsprechend); -ge
nösse, der 1.1. Mensch, der gleichzeitig mit anderen
in einem bestimmten historischen Zeitraum lebt: er
war ein Z. Goethes 1.2. umg. /nur in Verbindung
mit best. Adj.j Mitmensch: er ist ein seltsamer,
sturer, wenig vertrauenerweckender Z .;
- genös-
sisch /Adj.; nicht adv.j 1. im gleichen historischen
Zeitraum
entstanden: zeitgenössische Quellen,
Memoiren; eine zeitgenössische Darstellung, Ab
bildung — 2. heutig (2), gegenwärtig: die zeit
genössische Musik, Literatur, K unst; -geschehen,
das aktuelles, in der unmittelbaren Gegenwart sich
vollziehendes Geschehen: Funk, Fernsehen und
Presse unterrichten täglich über das Z.; -geschickte,
die jo. Pl.f Erforschung und Beschreibung des je
weils aktuellen od. in der unmittelbaren Vergangen-
heit liegenden gesellschaftlich-politischen Geschehens;
- geschmack, derjo. Pl.f für einen bestimmten histo
rischen Zeitraum charakteristischer Geschmack (2.3):
etw. ist dem Z. unterworfen; -gewinn, der jo. Pl.j
vgl.
- e r sparnis; -gründe, die jPl.; in der Verbin
dung/ aus Zeitgründen aus Zeitmangel: etw. aus
Zeitgründen nicht tun können
zeitig /Adj.; nicht präd.j zu einem relativ frühen
Zeitpunkt: ich bin z. aufgestanden, losgegangen;
wir gehen heute z. schlafen; zu z. (relativ lange
vor dem festgelegten Zeitpunkt) kommen; wir er
leben diesesJahr einen zeitigen (vor dem normalen,
üblichen Zeitpunkt eintretenden) Winter
zeitigenjsw. Vb.; hat/ veraltend: diegemeinsame
Arbeit hat Erfolge, gute Ergebnisse gezeitigt (her
vorgebracht)
Ze|t/zeit| -karte, die Fahrausweis für eine beliebige
Zahl von Fahrten in einem festgelegten Zeitraum;
- lang, die fin der Verbindung! eine Z. eine Weile:
etw. eine Z. tun; -läufte, die jPl.j veraltend
bestimmter historischer Zeitraum und die sich in
ihm vollziehenden Ereignisse: in den damaligen,
unsicheren, schwierigen Zeitläuften; -lebens, auch
- lebens jAdv.j: er hat z. (zeit seines Lebens) schwer
gearbeitet
zeitlich jAdj.; nicht präd.j 1.1. hinsichtlich der Zeit
(1.1) aufeinanderfolgend geschehend: die zeitliche
Reihenfolge, Abfolge d er Ereignisse; den zeit
lichen Ablauf einer Tagung festlegen 1.2. im H in
blick auf die zur Verfügung stehende Zeit (2.1): ich
weiß nicht, wie ich das z. einrichten soll
-f- veraltend verhüll, das Zeitliche segnen (ster
ben)
Zeit/ze|t| -lohn, der jo. Pl.j Wirts ch. Lohn, der
nach der geleisteten Arbeitszeit berechnet wird; -los
/Adj.j nicht der (augenblicklich herrschenden) Mode
unterworfen: ein zeitloses Modell, Kostüm; zeit
lose Möbel; -lupe jin der Verbindung) Film in Z.:
der Hochsprung, Hürdenlauf wird in Z. (in einer
Geschwindigkeit, die langsamer als die des realen
Ablaufs ist) gezeigt; -lupentempo, das jo. Pl.j; O
umg. er arbeitet im Z. (sehr langsam);-mangel,der
/o. Pl.j Mangel an verfügbarer Zßit (211): der stän
dige Z. führte dazu, daß ...; etw. aus Z. nicht tun
können; -nah(e) /A dj.j: ein zeitnahes (sich mit den
gesellschaftlichen Problemen der jeweiligen Gegen
wart auseinandersetzendes, sie einbeziehendes) Thea
terstück; -nehmer, der; -s, - Sport Kampfrichter,
der die Zeit (2.4) stoppt; -not, die jo. Pl.j schwierige
Lage, Bedrängnis, die durch Mangel an Zeit (2.1)
entsteht: sich in Z. befinden; in Z. geraten; -plan,
der Plan für einen zeitlichen Ablauf: einen Z. auf-
stellen, nicht einhalten; -problcm, das 1. Problem
eines bestimmten historischen Zeitraums, bes. der
Gegenwart: sich mit den Zeitproblemen ausein
andersetzen — 2. jo. Pl.f Zeitfrage; -punkt, der
jP l.
-e/ bestimmter Punkt im Ablauf der Zeit (1.1):
den rechten, geeigneten Z. abwarten, verpassen,
für gekommen halten; einen Z. (Tag und Stunde)
für etw. festsetzen; der Z. seiner Abreise steht noch
nicht fest; -raffer, der Film : der Film zeigt das
Aufblühen einer Blüte im, in Z. (in einer Ge
schwindigkeit, die schneller als die des realen Ablaufs
ist);-raubendjAdj.;nicht adv./ viel Zeit (2.1) in A n
spruch nehmend: eine zeitraubende Arbeit, Me-
87*
1366
Zeitraum — Zeltplatz
thode; -raum, der Zeitabschnitt von unbestimmter,
meist längerer Dauern in einem Z. von mehreren
Tagen, Monaten, Jahren; etw. gilt für einen län
geren Z.; -rechnung, die fo. PI ./ die der Datums
angabe zugrunde liegende Zählung der Jahre von
einem angenommenen Jahr an: diese Münzen
stammen aus dem 4. Jahrhundert vor, nach un
serer Z.jAbk. v. u.Z., n.u.Z./;-Schrift,die meist
wöchentlich, monatlich od. vierteljährlich als Heft
erscheinendes, oft illustriertes Druckerzeugnis, das
vorwiegend über ein bestimmtes thematisches Gebiet
unterrichtet, sich an einen bestimmten Leserkreis
wendet: eine Z. für Mode, Architektur, für Lehrer;
eine wissenschaftliche Z.; -sinn, der jo. P I ./ Zeit
gefühl; -spanne, die Zeitabschnitt von relativ kurzer
Dauer: inderZ.vomSchulanfangbis zudenHerbst
ferien; -sparendJAdj.; nicht adv.f weniger Zeit (2.1)
alsüblich verbrauchend:ein zeitsparendesVerfahren;
-Strömung, die geistige Strömung fin einem be
stimmten historischen Zeitraum, in der Gegenwart
Zeitung, die; -,
- e n meist täglich und in gefalteten
Blättern Erscheinendes Druckerzeugnis, das von
einem bestimmten politischen Standpunkt aus ak
tuelle Nachrichten und Beiträge aus Politik, Wirt
schaft, Kultur und Sport veröffentlicht (und An
zeigen abdruckt): eine Z. herausgeben, abonnieren,
halten; (die) Z. (Tagespresse) lesen; eine Anzeige
in die Z. setzen; die Z. zusammenfalten; das hat
heute in der Z. gestanden
Zeitungsl -artikel, der in einer Zeitung abgedruckter
A rtikel: einen Z. schreiben, lesen; -ausschnitt, der
ausgeschnittener Artikel, Teil einer Zeitung; -cnte,
die<umg. lancierte Falschmeldung in einer Zeitung;
- kiosk, der Kiosk, an dem vorwiegend Zeitungen,
Zeitschriften, Broschüren verkauft werden; -leser,
der: er ist ein aufmerksamer, eifriger Z.; -meldung,
die:dieZ. besagt, daß ...; -notiz, diekurze, knappe
Nachricht in einer Zeitung: der Vorfall wurde in
einerZ.erwähnt;-papier,dasfo. Pl.f1.Papier, auf
dem Zeitungen gedruckt werden — 2. Teil einer
(alten) Zeitung: etw. in Z. einwickeln; -stand, der
vgl.
- kiosk; -Verkäufer, der jmd., der bes. auf der
Straße, auf einem Bahnhof herumgehend, stehend
Zeitungen verkauft
Zeit/zeit| -Vergeudung, die; -, fo. Pl.f Vergeudung,
schlechte Ausnutzung von verfügbarer Zeit (2.1);
-Verlust, der fvorw. Sg.j Verlust, Einbuße an ver
fügbarer Zeit (2.1):den Z. wieder aufholen; ohne Z.
(sofort) handeln;. -Verschwendung, die fo. P l.j vgl.
- Vergeudung; -vertreib, der; -(e)s, jo. Pl.f Be
schäftigung, mit der sich jmd. die Zeit (2.1) vertreibt:
Lesen ist sein liebster Z.;fin der Verbindung! etw.
nur zum,zu seinemZ.tun (etw. nur tun, um sichdie
Langeweile zu vertreiben); -weilig/Adj.; nichtpräd.f
1,1. zeitlich begrenzt, für kurze Zeit, nicht ständig
geltend, w irkend: eine zeitweilige Verfügung; seine
zeitweilige Abwesenheit; die Wiesen standen z.
(eine Weile) unter Wasser 1.2, er ist z. (wiederholt
für eine kurze Zeit) nicht zurechnungsfähig; -weise
fÄdv.f 1.1. für eine kurze Zeit, eine Weile: infolge
des Unwetters waren die Straßen z. unpassierbar
1.2« der Bungalow wird nur z. (nicht immer, mit
Unterbrechungen) bewohnt; er bekommt z. (wie
derholt für eine kurze Zeit) keine Luft; -wert, der
jo. Pl.f Wert, den eine gebrauchte Sache zu einem
bestimmten Zeitpunkt hat; -wort, das jPl.
- Wörter/
Gramm. Verb; -Zeichen, das bestimmte Folge von
Morsezeichen, die von Sendern, bes. vom Rundfunk,
ausgestrahlt wird, um die genaue Uhrzeit anzugeben;
-zünder, der Zünder, der eine Sprengladung zu
einer bestimmten, vorher eingestellten Uhrzeit zur
Detonation bringt
zelebrieren/sw. Vb.; hat/ 1.1. geh., oft spött. etw.
feierlich, zeremoniell begehen: ein Abendessen, eine
Gratulationscour z. 1.2 . Bel. einen Gottesdienst
nach einem bestimmten Zeremoniell durchführen,
halten: die Messe z.
Zelle, die; -,
-n 1. kleiner, von der Umwelt isolierter
Raum 1.1. mit sehr einfacher Einrichtung zur
Unterbringung der Strafgefangenen in einer Straf
vollzugsanstalt, als Wohnraum eines einzelnen
Mönchs, einer Nonne in einem Kloster:einekahle,,
enge, dunkle Z.; die Häftlinge in ihre Zellen
(zurück)führen 1.2 . mit einem Fernsprechapparat
zur öffentlichen Benutzung 1.3. meist sechseckig ge
formtes hohles Gebilde als Teil einer Wabe: die
Zellen einer Wabe — 2. kleinste selbständig lebens
fähige Einheit in einem pflanzlichen od. tierischen-
Organismus: die Zellen wachsen, teilen sich, ster
ben ab — 3. kleinste Gruppe, Grundeinheit von
Mitgliedern bestimmter Organisationen
Zell| -gewebe, das Med. Biol. Gewebe aus gleich
artigen Zellen; -glas, das jo. Pl.j dünne Folie aus
Kunststoff, die vorwiegend als Verpackungsmaterial
in der Nahrungsmittelindustrie verwendet wird^
-kern, der Med. Biol. Teil einer Zelle höher ent
wickelter Organismen, in dem die meisten Träger der
genetischen Information lokalisiert sind
Zellophan, das; -s, fo. P I .; Handelsname für Zell-
glas/
Zell| -plasma, das fo. Pl.f Biol. Protoplasma;.
-stoff, der fo. Pl.f 1. aus Zellulose gewonnenes
Material, das vielfältig weiterverarbeitet wird —
2. saugfähiges, in mehreren Schichten übereinander
liegendes, papierartiges M aterial aus 1;-teilung,die
Med. Biol. Vorgang, bei dem sich eine lebende Zelle
durch Teilung vermehrt
Zelluloid, das; -(e)s, fo. Pl.f [..oyt] Kunststoff, der
aus einem Nitrat der Zellulose und Kampfer her-
gestellt wird: ein Kamm, Brillengestell, eine Puppe
aus Z.
Zellulose, die; -, fo. Pl.f wichtigster Bestandteil der
Zellwände von Pflanzen
Zell| -wand, die Med. Biol. Umhüllung einer le
benden Zelle; -wolle, die fo. Pl.f aus Zellulose her
gestellte, einer Naturfaser ähnliche Kunstfaser
Zelt, das; -(e)s, -e aus Stangen und aus Planen
unterschiedlichen M aterials, bes. aus Baumwoll-
gewebe, zu vorübergehender Nutzung errichtete leichte
Unterkunft: ein Z. aufstellen, aufbauen; im Urlaub
in einem Z. wohnen; in einem Z. schlafen
-f- die Zelte abbrechen (den Aufenthaltsort auf-
geben)
Zelt|bahn, die genormte Stoffbahn aus wasser
dichtem Baumwollgewebe zum Bau eines Zeltes
zelten, zeltete, hat gezeltet in einem Zelt wohnen,,
übernachten: auf einem Campingplatz, an einem
See z.
Zelt|lager, das fP l.
- lager/Lager (2), in dem in Zel
ten gelebt wird
Zeltler, der; -s, - jmd.,
der (zu seiner Erholung)
zeltet
Zelt| -plane, die Zeltbahn; -platz, der Platz (2) zum,
Zelten
Zement — zerdrücken
1367
Zement, der; -(e)s, jo. Pl.f , fachspr. -e pulver-
förmiger Baustoff, der mit Wasser und Kies od.
Sand vermischt Beton, Mörtel ergibt und zu Stein
erhärtet
zementieren fsw. Vb.; hat/ efa?. mit Beton be
festigen (2): einen Fußweg, eine Rollbahn z.
Zenit, auch Zenit, der, auch das; -(e)s, jo. PLI
senkrecht über dem Beobachter am Himmel ge
dachter Punkt:dieSonne stehtimZ.; O jmd. steht
im Z. (auf dem Höhepunkt) seines Lebens, Erfolgs
zensierenjsw. Vb.; hat/ 1. die Leistung eines Schü
lers mit einer Zensur bewerten: eine Mathematik
arbeit streng, milde, etw. mit (der Note) Zwei z. —
2. etw. der Zensur (2)unterwerfen
Zensur,die; -en 1.Bewertung einer Leistung,bes.
von Schülern, Studenten, wocA einem festgelegten
Bewertungsmaßstab in Worten od. Zahlen: jmdm.
eine Z., Zensuren geben*- erteilen; eine gute,
schlechte Z. (in Deutsch, Physik) bekommen —
2. Io. PI ./ autoritär-staatliche Kontrolle (1)(mit Ein
griffen zur Veränderung) des Inhalts von Druck
erzeugnissen, Bühnenwerken, Filmen vor ihrer Ver
öffentlichung im Sinne der Wahrung reaktionärer
Klasseninteressen: etw. unterliegt der, geht durch
dieZ. — 3.jo. PL/ staatliche Behörde, die 2 ausübt:
der Film, das Buch wurde damals von der Z. ver
boten
Zentimeter, Zentimeter, der, fachspr. das fA bk.
cm/ ein hundertstel Meter: ein Faden von 20 Z.,
Zentimetern Länge; das Lineal ist 30 Z. lang
Zentimeterjmaß,das /PL -e/ Metermaß
Zentner, der; -s, - jAbk. zj veraltend 50 Kilo
gram m : zwanzig Z. Kartoffeln, Kohlen
Zentner/zentner] -last, die Last, deren Gewicht einen
Zentner, mehrere Zentner beträgt: Zentnerlasten
heben, befördern; -schwer /Adj./ mit einem Gewicht
von einem Zentner, mehrerenZentnern:einezentner
schwere Last
zentraljAdj.; nichtpräd.; / auch Zentrale/1. im
Zentrum (1.1), in der Mitte eines Ortes liegend und
daher meist verkehrsgünstig: das Hotel, seine Woh
nung ist z. gelegen — 2. /nicht adv.l wegen seiner
Wichtigkeit an erster, vorderer Stelle, im Mittelpunkt
s teh e nd : etw. ist ein zentrales Problem, Vorhaben,
eine zentrale Frage, Aufgabe; das zentrale Nerven
system (Zentralnervensystem) —3*1.von einerleiten
den, übergeordneten Stelle, einem Zentrum (2.2) aus
gehend und für den ganzen zugehörigen Bereich gel
tend, w irksam : eine zentrale Leitung, Planung, Be
heizung; etw. z. organisieren, verwalten; etw. z. (in
einer als Zentrum, Mittelpunkt fungierenden Stelle)
erfassen,auswerten3.2,die leitendeFunktion für den
gesamten (Staats)bereich innehabend, ausübend: eine
zentrale Stelle; \DDBl zentrale (für das gesamte
Staatsgebiet der D D E zuständige) staatliche Organe
Zentrale, die; -,
-n / / auch zentral/ 1. zentrale,
übergeordnete Stelle, von der aus ein bestimmter B e
reich geleitet, verwaltet wird: die Z. einer Organi
sation, Bank, Firma — 2. technische Anlage, von
der aus bestimmte technische Vorgänge zentral ge
steuert werden, bes. Schalt-, Telefonzentrale
zentral/Zentralj -geleitet /Adj.; vorw. attr.; D D E/:
die zentralgeleitete (zentralen staatlichen Organen
direkt unterstellte) Industrie; -heizung, die Anlage,
durch die die Beheizung der Eäume eines Hauses
von einer Stelle aus erfolgt
zentralisieren/sw. Vb.; hat/1.1. etw. zentral (3.1) or
ganisieren: dieVerwaltung z. 1.2. alleKräfte z. (an
einem Ort, zu einer Aufgabe zusammenfassen)
Zentralismus, der; -, /o. PL/ 1.1. in seinem Charak
ter von den jeweiligen Klassenverhältnissen be
stimmtes Prinzip der zentralen Leitung des Staates,
der Gesellschaft 1.2. der / demokratische Z.
Zentral! -komitee, das höchstes leitendes Gremium,
bes. einer marxistisch-leninistischen Partei zwi
schen den Parteitagen; -nervensystem, das Med.
Biol. der aus dem Gehirn und dem Bückenmark
bestehende Teil des Nervensystems des Menschen und
der Wirbeltiere; -organ, das offizielles Organ (5)
einer Partei, Massenorganisation od. einer anderen
Institution; -rat, der: der Z. (das höchste leitende
Gremium) derFDJ
Zentrifugalkraft, die jo. P L I Phys. Fliehkraft
Zentrifuge, die; -,
-n Gerät, das Stoffe verschiedener
Dichte durch Fliehkraft trennt
Zentrum, das; -s, Zentren 1.1. Mitte (1.1), Mittel
punkt (1): das Z. eines Kreises; das Z. des Erd
bebens lag in N; im Z. (in der Mitte der Stadt)
herrscht starker Verkehr 1.2 . /o. P L / etw., jmd.
steht im Z. (im Mittelpunkt 2.1) des Interesses —
2.1. Bereich (1), lOrt (2), in dem etw. stark vertreten
ist und der daher auf diesem Gebiet von besonderer,
führender Bedeutung ist: Dresdenist einkulturelles
Z.; das industrielle Z. eines Landes 2.2 . A rb eits
stelle (3), Institution, in der bestimmte Einrichtun
gen für einen bestimmten Bereich zusammengefaßt
s i n d : das Z. für wissenschaftlichen Gerätebau, für
Information und Dokumentation, für Kunstaus
stellungen
Zepter, das, auch der; -s, - Stab, der Macht und
Würde eines Kaisers, Königs versinnbildlicht
4- das Z. führen, schwingen (die bestimmende
Person sein)
zerbeißen, zerbiß, hat zerbissen etw. durch Beißen
(1.3) in kleine Stücke teilen: einen Zwieback, ein
Stück Schokolade z.
zerbersten (er zerbirst), zerbarst, ist zerborsten m it
großer Gewalt in viele einzelne Stücke, Teile zer
brechen, zerspringen: das Flugzeug ist beim Auf
prall zerborsten
zerbeulen /sw. Vb.; hat/ etw. z. einer Sache eine
Beule, Beulen zufügen: er hatbeidemSturz seinen
Koffer zerbeult;jvorw. im Part. Prät./ ein zerbeulter
Topf
zerbomben jsw. Vb.; hat/ etw. durch Bomben zer
stören: eine Stadt z.; zerbombte Häuser
zerbrechen (er zerbricht), zerbrach, hat/ist zer
brochen1. etw. (unabsichtlich) in Stücke brechen und
dadurch zerstören (hat): Glas, einen Teller, Stock z.
—
2. (ist) 2.1. infolge mechanischer Einwirkung
(durch einen Aufprall) in Stücke brechen: derTeller
fiel herunter und zerbrach 2.2 . daran wäre er fast
zerbrochen(das hat ihn schwer erschüttert, fast schei
tern lassen)
+ sichden/ Kopfz.
zerbrechlich fAdj.j 1.1. leicht zerbrechend: dieVase
ist aus leicht zerbrechlichem Glas 1.2 . sie ist, wirkt
z. (sehr zart 1.3 und darum wenig widerstandsfähig)
zerbröckeln /sw. Vb.; hat, ist/ 1.1. etw. (mit den
Fingern) zu Brocken zerkleinern (hat): Kekse,
einen Erdklumpen z. 1.2. durch Bröckeln (1.1) all
m ählich zerfallen (ist): das Mauerwerk zerbröckelt
mehr und mehr
zerdrücken /sw . V b .; hat/: ein Ei, Kartoffeln z.
1368
Zeremonie — zerreiben
(zerquetschen); eine Mücke z. (durch Zerquetschen
töten)
Zeremonie, die;
- n [i:on], auch Zeremonie, die;
-n [. .ie]feierliche, nach bestimmten (traditionellen)
Regeln od. Vorschriften ablaufende Handlung (I. 1):
eine prunkvolle, kirchliche Z.
zeremoniell/A dj./ (allzu) feierlich (1.1),förmlich (2):
ein zeremonieller Empfang; jmdn. z. begrüßen
Zeremoniell, das; -s, -e Gesamtheit der bei bestimm
ten feierlichen Anlässen einzuhaltenden Vorschriften:
ein diplomatisches, militärisches, strenges Z.
zerfahren /Adj./ zerstreut, unkonzentriert: ein zer
fahrener Mensch; er war, wirkte sehr z.
Zerfall, der; -(e)s, jo. Pl.j 1.1. das Zerfallen (1.1):
der Z. einer Burgruine 1.2 . das Zerfallen (1.2): der
Z. des imperialistischen Kolonialsystems
zerfallen (er zerfällt), zerfiel, ist zerfallen 1.1 . etw .
verliert sein festes Gefüge und setzt sich in eine
andere Form um: in, zu Staub, Asche z.; Phys.
radioaktive Atomkerne z. (setzen, sich durch Ab
strahlen 1 von Teilchen in ein anderes Element um)
1.2. einWeltreich zerfällt(gehtzugrunde, gehtunter,
löst sichauf)—2.finden Verbindungen/mitjmdm.z.
(uneinig 2, verfeindet)sein;mitsich selbst z. (mit sich
im Zwiespalt, uneinig,äußerst unzufrieden) sein; mit
sich und derWelt, mit der ganzen Welt z. (äußerst
niedergeschlagen, bedrückt, mit allem und jedermann
unzufrieden) sein — 8. das Buch, die Abhandlung
zerfällt (gliedert sich) in fünf Abschnitte
zerfetzen /sw. Vb.;hat/ etw. in Stücke, Fetzen reißen
zerfledern /sw. Vb.; hat/:das Buch, die Zeitung ist
schon ganz zerfledert (durch unordentlichen Ge
brauch stark beschädigt, abgenutzt)
zerfleischen/sw. Vb.; h at/1. einRaubtierzerfleischt
seine Beute (reißt seine Beute mit den Zähnen in
Stücke) —2. sichinetw. z. sich mitetw. aufreiben (1):
sich in Selbstvorwürfen, Selbstmitleid, in Eifer
sucht z.
zerfließen, zerfloß, ist zerflossen flüssig (1) w erden:
Schnee zerfließt (xschmilzt) in der Sonne; erhitzte
Butter zerfließt; <•>im Halbdunkel z. die Konturen
(werden die Konturen undeutlich)
+in/Tränenz.
zerfressen (er zerfrißt), zerfraß, hat zerfressen
1.1 . etw. durch Fressen, Nagen beschädigen, zer
stören: die Motten haben den Pelzmantel, Woll
pullover z.; O Gram, Eifersucht zerfrißt ihr das
Herz (quält sie sehr) 1.2 . /von chemischen Vorgängen/
etw. zersetzen: die Säure, der Rost hat das Metall z.
zerfurcht /Adj./: eine zerfurchte (Furchen 2, Falten
aufweisende) Stirn
zergehen, zerging, ist zergangen 1. die feste K o n
sistenz verlieren, flüssig werden: der Schnee zergeht
(schmilzt) in der Sonne; Butter in der Pfanne, ein
Stück Schokolade auf der Zunge z. lassen — 2 . eine
Tablette in Wasser z. (sich lösen 5.1) lassen
+ etw. zergeht auf der / Zunge
zergliedern/sw. Vb.; hat/ etw. z. durch Analysieren
die einzelnen Faktoren von etw. bestimmen: einen
Satz, menschliche Verhaltensweisen z.
zerhackenjsw. Vb.; hat/etw. durch Hacken, bes. mit
einem Beil, zerkleinern: ein Stück Holz, einen
Knochen z.
zerkauenjsw. Vb.; hat/ etw., bes. Nahrung, durch
Kauen zerkleinern
zerkleinern /sw. Vb.; hat/ etw. in kleinere Stücke
teilen: Fleisch, Gemüse, Holz z.
zerklüftet /Adj.; nicht adv./: ein zerklüftetes (viele
Klüfte 1.1 aufweisendes) Bergmassiv
zerknacken jsw. Vb.; hat/ etw. auf-, durchbrechen,
so daß dabei ein knackendes Geräusch entsteht: eine
Nuß, harte Schale, einen Ast z.
zerknallenjsw. Vb.;ist/ mit einem Knall zerplatzen,
zerspringen: der Luftballon ist zerknallt
zerknautschen jsw. Vb.; hat/ umg. etw. zerknittern
zerknfrscht/Adj./ von Reue ergriffen, schuldbewußt:
ein zerknirschtes Gesicht machen; z. sein; dazu
Zerknirschung, die; -, /o. Pl.j das Zerknirschtsein
zerknittern /sw. Vb.; hat/ etw., bes. Stoff, Papier,
durch Zusammendrücken faltig, knittrig machen: ein
Kleid, Blatt Papier, einen Brief z.
zerknüllen jsw. Vb.; hat/ etw. (zur Form eines
Knäuels, Balls) zerknittern: ein Stück Papier,
Taschentuch z.
zerkochenjsw. Vb.; ist/ durch zu langes Kochen zu
weich werden und zerfallen: das Gemüse, Fleisch ist
ganz zerkocht
zerkratzen /sw. Vb.; hat/ etw. z. die Oberfläche von
etw. durch Kratzen beschädigen: eine Tisch-, Schall
platte z.; sich das Gesicht z. (durch Kratzen ver
letzen)
zerkrümeln jsw. Vb.; hat, ist/ 1. etw. (mit den
Fingern) zu Krümeln zerkleinern (hat): das Brot,
den Kuchen z.
—
2. zu Krümeln werden (ist): die
Kekse sind zerkrümelt
zerlassen (er zerläßt), zerließ, hat zerlassen etw. zer
gehen, 1schmelzen lassen: Fett in der Pfanne z.
zerlaufen (erzerläuft), zerlief, ist zerlaufen zergehen
(1), 1schm elzen
zerlegenjsw., Vb.; hat/ etw. z. 1.1. die Bestandteile
von etw. Zusammengesetztem einzeln aus ihrem Ge
füge lösen: ein Motorrad (in seine Bestandteile),
eine Uhr z.; Geflügel z. 1.2. Chem. Phys. durch
ein chemisches, physikalisches Verfahren die Be
standteile von etw. aus ihrem Zusammenhang lösen
1.3. einen Satz z. (zergliedern)
zerlesen /Adj.; nicht adv./: ein zerlesenes (durch
häufiges Lesen abgenutztes, beschädigtes) Buch
zerlumpt \Adj.j 1.1. /nicht adv./ schäbig (1.1), zer
rissen: ein zerlumpterAnzug 1.2. z. (mit zerrissener
Kleidung bekleidet) herumlaufen
zermalmen /sw. Vb.; hat/ jmdn.,
etw. mit Wucht
zerquetschen: jmd., ein Tier wird von einem Fels
block zermalmt
zermartern jsw. Vb.;hat/
+ siehden/ Kopfz.
zermürben jsw. Vb.; hat/ 1. etw. zermürbt jmdn.
etw. untergräbt jmds. physische, psychische Kraft:
etw. zermürbt jmdn. seelisch, moralisch — 2 . sich
z. (sich durch Grübeleien aufreiben)
zerpflückenjsw. Vb.; hat/1. etw. durch Abpflücken,
Abreißen in einzelne Teile zerlegen: Salatblätter,
eine Blume z.
—
2. etw. bis in seine Einzelheiten
kritisch untersuchen und seine Mängel, Mangel
haftigkeit nachweisen: jmds. Argumente, ein Thea
terstück z.
zerplatzen jsw. Vb.; ist/ platzen (1): eine Seifen
blase, ein Luftballon zerplatzt
zerquetschenjsw. Vb.; hat/ etw., jmdn. mit großem
Druck in eine breiartige Masse verwandeln: ge
kochte Kartoffeln z.
Zerrbild, das etw. (absichtlich) verzerrt, entstellt
Wiedergegebenes: ein Z. von etw. geben
zerreiben, zerrieb, hat zerrieben 1.1. etw. durch Ge
zerreißen — zerstören
1369
geneinanderreiben (zu Pulver) zerkleinern', getrock
nete (Tabak)blätter zwischen den Fingern z. 1 .2 .
sich z. (sich zermürben 2, aufreiben 1)
zerreißen, zerriß, hat/ist zerrissen / / a u c h zer
rissen/ 1. (hat) 1.1.1. etw. (gewaltsam) in Stücke
r e iß en : ein Blatt Papier, Foto, einen Brief z.; ein
Band, einen Faden, eine Kette z.; O ein Schrei,
Schuß zerriß (unterbrach jäh) die Stille 1.1,2. jmdn.,
ein Tierin Stücke trennen und dadurch töten:er,das
Schaf wurde vom Tiger zerrissen; er wurde von
einer Granate zerrissen; O umg. /em ot./ ich könnte
ihnz. (bin sehr wütend aufihn)\1.1.3. sich z.: ich
kann mich doch nicht z. (kann doch nicht mehrere
Dinge gleichzeitigtun)!1.2.etw. z. ein Loch,Löcher
in etw., bes. in ein Kleidungsstück, reißen: seine
Hose z.;sichdenStrumpf,dasKleid z. — 2. reißen
(1.2) (ist): der Bindfaden, das Seil, Papier zerreißt
leicht; <> seine Nerven waren zum Zerreißen g e
spannt (aufs äußerste belastet)
+ jmdn. in der / Luft z.; sich über jmdn., etw.
das / Maul z.
Zerreiß|probe,die1.Test, um festzustellen,bei welcher
Spannung (1)etw.zerreißt: einenWerkstoff einerZ.
unterwerfen — 2. etw. ist eine Z. (überaus starke
Belastung) für jmds. Nerven, Geduld
zerren /sw. Vb.; hat/1.jmdn., etw. gewaltsam (gegen
seinen Widerstand), etw. unter großem Kraftauf
wand in eine bestimmte Richtung, hinter sich her
ziehen: jmdn. überdie Straße, in ein Haus, aus dem
Bett z.; einen Handwagen, ein Kind hinter sich
her z. — 2. an etw. z. an etw. heftig und ruckweise
ziehen:jmdn. amArm,Mantel, an denHaarenz.;der
Hund zerrt an der Leine, Kette — 3. sich eine
Sehne z. (sich die Zerrung einer Sehne zuziehen)
zerrinnen, zerrann, ist zerronnen seine Form ver
lieren und allmählich flüssig (1)werden: derSchnee
zerrinnt; O geh. eine Hoffnung, ein Traum zer
rinnt (wird zunichte)
zerrissen /Adj.; nicht adv.; /* auch zerreißen/: er
ist (innerlich) z. (uneins mit sich selbst)
Zerrung, die; -,
-en Schädigung einer Sehne, eines
Muskels, die dadurch entstanden ist, daß sie, er durch
plötzlichegroßeBelastung zu stark gedehnt worden ist:
sich eine Z . zuziehen
zerrütten, zerrüttete, hat zerrüttet du rch allz u
große Belastungen jmdn. (gesundheitlich), etw. stark
beeinträchtigen: diese Belastungen zerrütteten ihre
Ehe; eine zerrüttete Ehe; jmds. Gesundheit, Wider
standskraft, Nerven z .;jm dn. z .: jmdn. körper
lich, psychisch z.; dazu Zerrüttung, die; -, jo. P I ./
zersägen /sw. Vb.; hat/ etw. durch Sägen zerteilen:
Holz z.
zerschellenjsw. Vb.; ist/1. an,aufetw. z.gegen, auf
etw. prallen und in Stücke brechen: das Schiff zer
schellte an den Klippen; das Flugzeug ist am, auf
dem Boden zerschellt —
-
2. der Wunsch, die Hoff
nung zerschellte (erfüllte sich nicht)
zerschlagen (er zerschlägt), zerschlug, hat zer
schlagen 1.1. etw. durch Schläge, durch Hinwerfen,
Fällenlassen zerbrechen: einen Teller, Spiegel, eine
Fensterscheibe, Vase (aus Versehen, m it einem
Hammer) z.; zerschlagenes Porzellan 1.2 . eine geg
nerischeArmee z. (vernichten) — 2. sich z.: jmds.
Urlaubspläne, Hoffnungen haben sich z. (sind
gescheitert, konnten nicht verwirklicht werden); die
Verhandlungen zerschlugen sich (führten zu kein em
Ergebnis)
+ (wie) z. (völlig erschöpft, sehr müde und kraftlos)
sein; — / Porzellan z.
zerschleißen, zerschliß, hat zerschlissen e tw . ,
bes.
Textilien, durch Abnutzung beschädigen, unan
sehnlich, unbrauchbar machen: fvorw. im Part.Prät.J
sein Anzug sah nach kurzer Z eit schon zerschlissen
aus; zerschlissene Gardinen, H osen
zerschmeißen, zerschmiß, hat zerschmissen u mg .
etw. zerschmettern: einen Teller (vor Wut) z.
zerschmettern jsw. Vb.; hat/ etw. durch heftiges
Werfen (1.1.1) zerstören: eine Vase (im Zorn) z.
zerschneiden, zerschnitt, hat zerschnitten 1.1 . etw.
durch Schneiden in (zwei) Stücke teilen: Papier,
Stoff, Blech, Rohre z .; etw. mit einer Schere, einem
Messer z. 1 .2 . etw. zerschneidet etw.: ein Stück
Glas zerschnitt ihm die Hand (verletzte ihn du rch
Schneiden an der Hand)
zerschrammen /sw. Vb.; hat/ etw. z. die Oberfläche
von etw. durch Schrammen beschädigen: jvorw. im
P a rt . P rä t./ eine zerschrammte Tischplatte; zer
schrammte Knie(Knie mit Schürfwunden)
zerschunden /A d j./ : durch den Unfall war sein
Gesicht, seine Haut ganz z. (voller Verletzungen,
Schrammen, Narben)
zersetzen /sw. Vb.; hat/1. /von chemischen Vorgän
gen/ 1.1. etw. durch Einwirkung bestimmter Stoffe,
Mikroben zerstören: ein Metall durch eine Säure z.;
die Fäulnis zersetzte den Baumstumpf, Ti'er-
kadaver 1.2. etw. zersetzt sich etw. wandelt sich
durch die Einwirkung bestimmter Stoffe, Mikroben
u m : eine organische Verbindung zersetzt sich — 2 .
die Moral, moralische Widerstandskraft z. ( u n t e r
graben I, zerrütten); zersetzende Kräfte, Äußerun
gen, Kritik; dazu Zersetzung, die; jo. P I ./
zerspalten, zerspaltete, hat zerspaltet/zerspalten
etw. spalten (1.1): Holz mit einem Beil z.
zerspanen jsw. Vb.; hat/ Techn. etw. durch span
abhebende Bearbeitung formen, hersteilen: einWerk
stück z.
zersplittern /sw. Vb.; hat, ist/ 1. (hat) 1.1. etw. in
Splitter schlagen: eineTürmiteinemBeilz.1.2. sich,
seine Kräfte z. (sich mit zu vielen Dingen gleich
zeitig beschäftigen, so daß man nichts gründlich tun
kann) — 2. in Splitter zerbrechen (ist):dieFenster
scheibe, der Knochen zersplitterte
zerspringen, zersprang, ist zersprungen /bes. v o n
Glas, Porzellan, Keramik/ zerbrechen (2.1): einGlas,
eine Scheibe zerspringt (in Stücke)
zerstäuben jsw. Vb.; hat/ etw.,
bes. eine Flüssig
keit, in die Form winziger Teilchen, Tröpfchen
(mittels Druck durch eine Düse) bringen: ein Par
füm z.
zerstechen (er zersticht), zerstach, hat zerstochen
sich den Finger mit der Nähnadel z. (durch Stiche
verletzen); von Mücken zerstochen sein (viele M uk-
kenstiche haben)
zerstieben, zerstob, ist zerstoben etw . fliegt in
kleinsten Teilchen nach allen Seiten (und löst sich
auf): \vorw. im Part. Präs. u . Part. Prät./ zerstie
bende Schneeflocken, Wassertropfen, Funken
zerstören /sw. Vb.; hat/ etw. so stark beschädigen,
daß es unbrauchbar, in seiner ursprünglichen Be
schaffenheit, Gestalt, Form mcht mehr vorhanden ist:
ein Haus, eine Brücke, Stadt z.; etw. mutwillig,
völlig, im Zorn z.; eine zerstörte Straße, Fabrik,
Telefonleitung; O jmds. Ehe, Glück, Vertrauen z.;
zerstörte Illusionen, Hoffnungen
1370
Zerstörer — Zeugnis
Zerstörer, der; -s, - mittelgroßes schwach gepanzertes,
schnelles, wendiges, mit Geschützen und Raketen aus
gerüstetes Schiff der Seestreitkräfte
Zerstörung, die;
-en 1* das Zerstören — 2. das
Zerstörtsein
Zerstörungswut, die starker D rang, etw. zu zerstören
zerstoßen (er zerstößt), zerstieß, hat zerstoßen e t w .
durch Stöße mit einem Stößel in einem Mörser zer
kleinern
zerstreuen/sw. Vb.; hat; / auch zerstreut/1.1 .etw.
(in seinen einzelnen Teilen) weit auseinander, nach
allen Seiten hin verteilen (2): der Herbstwind hat
die Blätter überallhin zerstreut; zerstreutes ( d if
fuses) Licht; O seine Freunde sind in alle Welt
zerstreut (in ferne Gegenden gezogen)’, die Bauern
häuserliegen zerstreut (räumlich weit auseinander)
in der Hochebene 1.2 . eine Menge zerstreut sich:
eine Menschenmenge zerstreut sich [die M en sch en
gehen in verschiedenenRichtungen auseinander) —2.
etw., bes. ein negatives Gefühl, durch Argumente, Zu
reden beseitigen: jmds. Argwohn, Mißtrauen, Ver
dacht, Zweifel, Befürchtungen z. — 3.jmdn. unter
halten (4.1), um ihn auf andere (heitere) Gedanken zu
bringen, von unangenehmen Dingen abzulenken, zu
entspannen: jmdn. durchScherze, ein kleines Spiel
z.; sich z.: sich beim Fernsehen, im Kino, mit
Schachspielen z.
zerstreut jA dj.; / auch zerstreuen/ unkonzentriert,
unaufmerksam: z. nicken, lächeln; er“war sehr z.,
antwortete z.
zerstritten fAdj.; vorw. präd.j entzweit (1.1): die
Brüder waren seit der Erbschaft z.
zerstückelii fsw. Vb.;hat/ etw. in oft wert-, sinnlose
kleine Stücke teilen: Bauland, einen Acker z.
zerteilen jsw. Vb.; hat/ 1. etw. in (mehrere) Stücke
teilen (1): Geflügel, einen Braten, Fisch z.
—
2. der Nebel hat sich zerteilt (aufgelöst)
zertrampelnfsw. Vb.; hat/umg. lemot.j etw. zertre
ten : eine Wiese, die junge Saat z.
zertreten (er zertritt), zertrat, h at zertreten etw.,
einTierz.aufetw., einkleinesTiertreten und es da
durch zerdrücken, zerstören, töten: eine Pflaume,
Blume z.; eine Raupe z.
zertrümmern fsw. Vb.; hat/ etw. heftig und voll
ständigzerschlagen (1.1): eine Fensterscheibe, Tür,
Stühle z.
Zervelatwurst, die [(t)servo. a u ch zsrva..] / W u rst
sorteI
zerwühlen fsw. Vb.; hat/ etw. durch Wühlen (1.2)
in Unordnung,in ein wirresDurcheinanderbringen:
Wildschweine zerwühlten den W aldboden; ein zer
wühltes Bett
Zerwürfnis, das; -ses, -se durch Streit bewirkte
gegenseitige feindliche Einstellung zwischen Per
sonen, heftige Auseinandersetzung öhrie Versöhnung:
zwischen ihnen kam es zu einem tiefen Z., zu
schweren (ehelichen) Zerwürfnissen
zerzausen jsw . Vb.; hat/: Haare, Federn z. (durch
Zausen in Unordnung, in ein wirres Durcheinander
bringen)
Zgter
+ veraltend Z. und Mordio (voller Entrüstung
und Empörung über etw. zeternd) schreien
zeternjsw. Vb.;hat/ umg.foft emot.j wiederholt vor
Wut, Arger (mit hoher Stimme) schimpfen
Zettel,der; -s, - kleines, loses Blatt Papier für, mit
Aufzeichnungen, Mitteilungen: ein leerer, weißer
Z.; sich etw. auf einem Z. notieren; Z. aufkleben,
verteilen
Zeug,das; -(e)s, jo. Pl.f umg. 1. /nur mit Attr.j
Kleidung, bes. Wäsche: neues, dickes, trockenes Z.
anziehen; er fror in dem dünnen Z.; wo hast du
deinZ.hingehängt?—2 ./emot.jnachArtundAnzahl
nicht näher bezeichnte Menge als wertlos betrachteter
Gegenstände, Sachen: wo hast du das Z. her?;
räum dein Z. (deine Sachen 1.1) weg!; was soll
ich mit all dem Z.?; er konnte das fade, zähe Z.
(Essen) nicht essen —8.jvorw. in Verbindung mit
bestimmten Adj.j etw. Unsinniges (1): albernes,
ungereimtes, sinnloses Z. reden, tun; wirres Z.
träumen —4.jin den Verbindungen/ jmd.hat, be
sitzt (nicht) das Z. (die nötigen Voraussetzungen,
Fähigkeiten) zu, für etw.; jmdm. fehlt das Z. zu,
für etw.; in jmdm. steckt das Z. zu etw.
4- umg. arbeiten, was das Z. hält (mit äußerster
Anspannung aller Kräfte arbeiten);jmdm. etw. am
Z., Zeuge flicken (jmdm. etw. Nachteiliges an-
hängen, nachweisen); sich für jmdn., etw. ins Z.
legen (sich für jmdn., etw. einsetzen)
Zeuge, der; -n, -n 1.1.jmd., der etw. miterlebt (hat),
m ithört, m itgehört hat: (unfreiwilliger) Z. eines Ge
sprächs, Streites sein; mit jmdm. nur in G egen
wart von Zeugen, ohne Zeugen (xallein 1.1) spre
chen 1.2 . die Findlinge sind Zeugen der Eiszeit,
Vergangenheit(stammen aus derEiszeit, Vergangen
heitund zeugen von ihr) —2.1. zur Bestätigung einer
(Rechtshandlung hinzugezogene Person: Z. bei der
Abfassung eines Testaments sein 2.2. jm d ., der als
1.1 in einem Ermittlungsverfahren, einem Verfahren
vor einem (Schiedsgericht vorgeladen wird, um über
das Miterlebte,
- gehörte auszusagen: einen Zeugen
befragen; Zeugen vorladen; als Z. vor Gericht aus-
sagen
zeugenjsw. Vb.; hat/ I. ein Kind z. durch den Ge
schlechtsakt die Entstehung eines Kindes bewirken:
er hat (mit ihr) einen Sohn, drei Länder gezeugt;
<C>geh. dieses Land hat großeKünstler gezeugt (her
vorgebracht) —H .l. für, gegen jmdn. z. (für, gegen
jmdn. vor Gericht als Zeuge 2.2 aussagen) — 2.
etw. zeugt von etw. etw. zeigt (4.4), beweist (2) etw.,
läßt auf etw. schließen: diese Arbeit zeugt von
großem Können, Fleiß
Zeugen] -aussage, die Aussage, die jmd. als Zeuge
(2.2) macht; -stand, der fo. Pl.f Platz, an dem der
Zeuge stehend vor Gericht seine Aussage macht: in
den Z. treten
Zeugnis, das; -ses, -se 1.1. offizielles Schriftstück,
in dem die Leistungen und das Verhalten eines
Schülers, Lehrlings, Studenten mittels Zensuren be
wertet sind: eingutes, schlechtesZ,1.2.jnoch BRDj
Bescheinigung über ein Arbeitsverhältnis mit An
gaben überLeistungen und Verhalten des betreffenden
W erktätigen: jmdm. ein (gutes) Z. ausstellen; (aus
gezeichnete) Zeugnisse vorweisen, haben 1.3 . u r
kundliche Bescheinigung einer Tatsache, bes. Gut
achten eines Fachmanns über die Echtheit eines
Kunstwerks:
ärztliches Z. (Gutachten eines Arz
tes über jmds. Gesundheitszustand) — 2. jo. Pl.f
veraltend Jur. Zeugenaussage: ein (glaub
würdiges) Z. für, gegen jmdn. abgeben, ablehnen —
3. Beweis (2), Zeichen (2.1): einZ. desVertrauens,
seines schlechten Gewissens; die Tempel sind
Zeugnisse der antikenBaukunst — 4. fin den Ver
bindungenI etw. legt von etw. Z. ab,gibtvon etw.
Zeugung — ziehen
1371
Z.(etw.berichtet von etiv., bekundet, beweist etw. deut
lich)
Zeugung,die; -en jvorw. Sg.f das Zeugen (I)
zeugungs| -fällig/Adj.; nicht adv.f fähig, ein Kind
zu zeugen; -unfähig /Adj.; nicht adv./ nicht zeu
gungsfähig: erist z.
Zicke, die; -,
-n landsch. Ziege
Zicken fP Lf
salopp mach keine Z. (keinen Unsinn, keine
Schwierigkeiten)!
zickig /Adj./ salopp störrisch und albern, einge
bildet: stell dich nur nicht so z. an!
Zickzack /in der Verbindung/ im Z. in einer in
scharfenKnickenhin- und herlaufendenLinie:imZ.
laufen, fahren, gehen
Zigge, die; -,
-n 1.in zahlreichen Arten vorkommen
der Wiederkäuer von meist kleiner Gestalt, mit
Hörnern und kurzem, dichtem Fell, der in Bergen
gewandt klettern kann —2.in mehreren Bassen ge
züchtetes Haustier mit den Merkmalen von 1 —
8. ufflg. Schimpfw. dumme (gezierte) weibliche
P e rs o n : so eine (dumme, alberne, blöde) Z.l
Ziegel,der; -s, - aus Ton, Lehm geformter und ge
brannter, als Baustoff dienender Gegenstand 1.1.
vorwiegend in Form eines Quaders zum Bauen von
Mauerwerk 1.2. in flacher od. gebogener, gewellter
Form zum Decken eines Daches
Ziegelei,die; -en Betrieb, in dem Ziegel hergestellt
werden
ziegel/Ziegel] -rot fAdj.f rot mit einem Stich ins
Gelbliche; -stein, der Zieg el (1.1): ein®Mauer, Wand
aus Ziegelsteinen
Ziegen] -hock, der männliche Ziege (2); -leder, das
fo.Pl.jLederausderHautderZiege(1,2);-peter,der;
-s,fo.PIIumg.Mumps
ziehen, zog, hat/ist gezogen 1. (hat) etw ., jm dn .
durch Anwendung von Kraft (mit der Hand, beiden
Händen) 1.1. in Richtung der eigenen Bewegung
hinter sich her fortbewegen: einen Handwagen,
Schlitten z .; das Pferd zieht den Wagen; die Loko
motive zieht die Waggons; das Kind ließ sich z.
1.2. in eine bestimmte Richtung, bes. an sich heran,
bewegen: jmdn. an sich, neben sich auf das Sofa,
auf die Seite z.; einen Eimer Wasser in die Höhe,
das Boot an Land z.; O es zieht (lockt ELl.l)
jmdn. in die Ferne, nach Hause; jmdn. in ein
längeres Gespräch z. (verw ickeln); jmdn. inseinen
Bann z. (bringen) —2. etw. aus dem Inneren von
etw. nach außen bringen, aus etw. nehmen, etw.
Störendes, Überflüssiges aus seiner festen Lage be
wegen und dadurch entfernen (hat): die Uhr, das
Portemonnaie (aus der Tasche) z . ; sich einen Split
ter aus dem Finger z.; einen Nagel aus der Wand
z.; den Korken aus der Flasche z.; Med. (die)
Fäden (nach der Operation aus der Wunde) z .1 ;
jmdm. einen Zahn z.; ein Los (aus einem Behälter
m it vielen Losen) z.; eine Spielkarte (aus einem
Stapel) z.; das Schwert (aus der Scheide) z.; das
Messer, den Revolver, Degen z.; O Math, die
Wurzel aus einer Zahl z. (errechnen)1 ; Banknoten
aus dem Umlauf, Verkehr z. (nicht mehr für den
Umlauf, Gebrauch zulassen) — 8. (hat)8.1. an etw.
z. auf etw. (das irgendwo befestigt ist, festsitzt) einen
Zug (1.1.2) ausüben: an einem Seil, Strick, einer
Klingelschnur z.; jmdn. am Ärmel, Ohr, an den
Haaren z.; der Hund zog an der Leine 3.2 . etw.
durch einen kräftigen Ruck mit der Hand, den
Händen bewegen, um damit etw. in Tätigkeit, Gang
z u s e tz e n : die (Not)bremse z.; die Reißleine eines
Fallschirms z.
—
4. etw. mitderHand in eine be
stimmte, aus einerbestimmten Stellung,Lage bringen
(hat): den Hut (zum Gruß) z .; eine Schachfigur z ,;
Perlen auf eine Schnur z. (xr e ih e n 1.1); einen Ring
vom Finger z .; die Mütze in die Stirn z .; den Faden
durch das Nadelöhr z.; die Gardine vor das Fen
ster z.;eineJackeüberdasKleid z. — 5.(hat)etw.
sich lang Erstreckendes 5.1. herstellen: einen Strich
m it dem Lineal z.; einen Graben, Scheitel, Fur
chen, eine Grenze z. 5.2. spannen (1.1) und an
bring e n : eine Leitung, Drähte z.; eine Wäsche
leine z.
—
6. (hat) 6.1 . nasse Wäschestücke in
Form, in die Länge und Breite z. (durch 3.1 in die
ursprüngliche Form bringen, in Länge und Breite
erweitern) 6.2. etw. durch Dehnen, Strecken eines
Werkstoffs mit Hilfe eines Werkzeugs formen, her
steilen : Draht, Röhren, Kerzen z. 6 .3 . Honig, Leim
zieht (fließt in) Fäden; der Teig zieht (bildet beim
Aufgehen) Blasen6.4.das Gesicht od. einen Teil des
Gesichts durch Strecken, Zusammenziehen einiger
Gesichtsmuskeln in bestimmter Weise verändern: jmd.
zieht die Stirn, Nase kraus, das Gesicht in Falten;
einen Flunsch, Grimassen z. — 7 . (hat) etw. zieht
(erstreckt 1) sich irgendwohin: die Straße zieht sich
durch den ganzen Ort; die Narbe zieht sich (quer)
über die Stirn — 8. (ist) 8.1. sich auf bestimmte
Weise in bestimmter Richtung fortbewegen (1.2):
heimwärts, in die Fremde, von einem Ort zum
anderen z.; die Demonstranten zogen (marschier
ten) zum Marktplatz; die Zugvögel z. (flieg en) nach
dem Süden; die Wolken z. über den Himmel 8.2 .
in eine neue Wohnung z. (eine neue Wohnung als
Wohnsitz nehmen); am 1. Oktober z. sie (ziehen sie
um ); in eine andere Stadt z. (übersiedeln) — 9.
(hat) 9.1. etw.,
bes. Luft, kräftig einatmen: den
Atem durch die Nase z.; die frische Luft, den
Zigarettenrauch tief in die Lungen z. 9 .2 . an etw.
z. etw. zwischen die Lippen nehmen und durch kräf
tiges Einsaugen, Einatmen zu sich nehmen: an der
Pfeife, Zigarette, an einem Strohhalm z. — 1 0 . etw.
zieht (hat) 10.1 . die Maschine, der Motor zieht (ar
beitet, funktioniert in der richtigen W eise);dieBrem
sen z. gut, zuverlässig, einwandfrei 10.2 . die Zigarre,
Pfeife zieht (läßt die nötige Luft durch); der
Schornstein, Ofen zieht schlecht, nicht -— 1 1. (hat)
Kaffee, Tee z. (das Aroma, den Farbstoff und die
Wirkstoffe des Kaffees, Tees in das Wasser über
gehen) lassen — 12. (hat) es zieht (herrscht Zugluft)
—
13. umg. (hat): es zieht (jmdm.) (jmd.'hat an-
und abschwellende Schmerzen) im Rücken, in allen
Gliedern — 14. umg. etw., jmd. zieht etw., jmd.
macht Eindruck, übt eine gewünschte Wirkung aus
(hat): dieser Film, Bu chtitel zieht; diese Ausrede
zieht bei mir nicht —15. Pflanzen, Tiere züchten
(hat): Gemüse, Blumen, Geflügel z. — 16.fin Ver
bindung mit Subst. zur Umschreibung eines Verbal-
beg riffsf (hat): Nutzen, Vorteil aus etw. z. (etw .
für sich nützen 2.1); dieLehren aus etw. z. (aus etw.
lernen); einen Schluß aus etw. z. (aus etw. auf etw.
schließen 6); etw. in Zweifel z. (etw. bezweifeln);
jmdn. (für etw.) zur Verantwortung z. (jm d n . fü r
etw. verantwortlich 1machen); etw. in/ Betrachtz.
+ etw. auf sich z. etw. auf sich lenken: die Auf
merksamkeit auf sich z .; etw. zieht etw. nach sich
(hat etw. zur Folge); — sich (geschickt) aus der /
8 8 Wörterbuch
1372
Ziehharmonika — Zigarillo
Affäre z.; den / Hut vor jmdm., jmds. Lei
stung z.; etw. zieht / Kreise; den / kürzeren
z.; etw. zieht sich in die / Länge; / * Leine z.;
jmdm. etw. aus der Nase z.; jmdn., etw. zu
Rate z .; alle Register z .; jmdm. diesen, den
Zahn z.
Ziehharmonika, die Harmonika mit einem Balg
und einer Tastatur an jeder der beiden Seiten
Ziehung, die;
-en Ermittlung der Gewinnzahlen,
des Gewinns in einer Lotterie, einem Lotto
Ziel,das; -(e)s, -e 1*1.Ort, den jmd. bes. auf einer
Reise, Wanderung erreichen w ill:das Z. der Reise
war N; am Z. ankommen, anlangen; das, sein Z.
erreichen; ohne Z. (kreuz u n d quer) umherlaufen
1.2. Stelle, die jmd. beim Werfen, Schießen treffen
w i l l : ein Z. anvisieren, treffen, verfehlen; am Z.
vorbeischießen, -werfen 1.3. Ende der Strecke bei
einem Rennen, Wettlauf: kurz vor dem Z. das
Rennen aufgeben, stürzen; dieser Läufer, Renn
fahrer, Jockey erreichte als erster das Z., ging als
ersterdurchsZ. — 2. etw., das jmd. erreichen will,
auf dessen Verwirklichung jmds. Handlungen, Ab
sichten gerichtet sind, auf das eine Entwicklung hin
fu h r t : ein klares, lohnendes Z. haben; künstlerische,
politische Ziele anstreben, verfolgen; etw. zum Z.
haben; er studierte mit dem Z. (der Absicht), Tech
niker zu werden; sich ein bestimmtes Z. setzen;
sich etw. zum Z. setzen, stecken; zum Z. kommen;
etw. führt zum Z.
+ übers Z. hinausschießen (das vernünftige M aß
überschreiten, zu weitgehen);—ohne/ MaßundZ.
ziel|bewußt fAdj.f unbeirrbar, entschlossen ein be
stimmtes Ziel (2) verfolgend: z. arbeiten, handeln,
vorgehen; er ist sehr z.
zielen fsw. Vb.; hat; / auch gezielt/ 1. etw., bes.
eine Handfeuerwaffe, ein Wurfgeschoß, genau auf
ein Ziel (1.2), richten, um es zu treffen: sorgfältig
(auf etw., jmdn.) z.; mit dem Gewehr, Ball z.;
ein gut gezielter Wurf, Schuß — 2 . auf etw.,
jmdn.z.sich mitetw. auf etw., jmdn.beziehen (6.1),
sich mitetw. auf,gegen etw., jmdn.richten (2.3):wor
auf zielt deine Frage?; diese Anspielung ist auf
dich gezielt; eine gezielte (einen bestimmten Zweck
verfolgende) Bemerkung
Ziel/ziel| -foto, das Sport Foto, das den Moment
des Passierens der Ziellinie festhalt und zur Er
mittlung des Siegers dient; -gerade, die Sport ge
rade Strecke einer Lauf-,
Rennbahn vor dem Ziel
(1.3); -kurve, die Sport Kurve, die vor einer Ziel
geraden liegt; -linie, dieSport quer über die Bahn
verlaufende, das Ziel (1.3) markierende Linie; -los
fAdj./1.1. fnichtpräd.f z. (ohnefestes Ziel 1.1,kreuz
un d quer) durch die Straßen irren 1.2. ein zielloses
Leben(ein Leben ohne Ziel 2); -prämie, diefür die
Einhaltung, Überbietung eines bedeutsamen Plan
ziels ausgesetzte Prämie (1.1); -scheibe, die weiße
Scheibe mit konzentrisch angeordneten schwarzen
Ringen, die beim Schießen mit einer Handfeuer
waffe, einem Bogen als Ziel (1.2) dient: auf eineZ.
schießen; <> er war die Z. ihres Spotts, ihrer Witze;
-Setzung,die; -en Festsetzung eines Ziels (2): eine
klare, reale, ökonomische Z.; -sicher fA d j.f sich er
und genau aufdas Ziel(2)gerichtet: seinzielsicheres
Vorgehen; -Stellung,die Zielsetzung; -strebig fA dj.f
ganz auf das Ziel (2) (aus)gerichtet: sein zielstrebiges
Handeln; jmd. ist z.; z. arbeiten
ziemen, sichfsw. Vb.;hat/: etw. ziemt sich(etw. ent
spricht den gültigen Umgangsformen in einer Gesell
schaft) ; das ziemt sich nicht
ziemlich fAdj.f 1. fnur attr.f von verhältnismäßig
großerMenge, großem Ausmaß:eine ziemliche(ver
hältnismäßig große) Menge Geld verdienen; eine
ziemliche Weüe warten müssen; wir können mit
ziemlicher (verhältnismäßig großer) Sicherheit sa
gen, daß ... - 2 . Ials Partikel; einschränkend/sehr,
aber nicht übermäßig: ein z. hohes Alter, z. großes
Paket; heute ist es z. kalt; er ist mit der Arbeit
z. (fast) fertig
ziepen fsw. Vb.; hat/ norddt. 1.1. jmdn. (an etw.)
z. (jmdn. bes. an den Haaren, der Haut so ziehen,
daß es kurz und stechend schmerzt) 1.2. etw. ziept
(schmerzt kurz und stechend); mein Bein ziept
Zierat,der;-(e)s, -e[..ra:t]veraltend schmücken
des B eiw erk:der goldene Z. eines Pokals
Zierde, die; -,
-n1.1.jo. Pl.fBlumenzurZ. aufden
Tisch stellen (auf den Tisch stellen, damit sie ihn
verschönen) 1.2. die Rosen sind eine Z. des Parks
(verschönen den Park)
zieren fsw. Vb.; hat;
auch geziert/ 1. etw.
schmückt, verschönt etw., jmdn.: kostbare Gemälde
z. den Saal; eine große Schleife ziert ihr Haar —
2. sich z. sich unnatürlich (2), gespreizt benehmen,
sich bei etw. zurückhatten, obwohl man es eigentlich
gern haben, tun möchte: das Mädchen zierte sich
vor den Jungen; nimmt dir reichlich Schlagsahne,
ziere dich nicht so!; sie zierte sich (ließ sich lange
bitten), ehe sie etwas vorspielte
Zier] -fisch, *der in Aquarien, Teichen seiner
Schönheit wegen gehaltener kleiner Fisch; -leiste, die
Leiste, die eine Fläche schmückend begrenzt, um
randet
zierlichfAdj.f1. von ansprechender kleiner und ge
fälliger Gestalt, F o rm : ein zierliches Mädchen;
zierliche (/ein glied rig e) Hände; eine zierliche Schrift
—
2. anmutig und graziös: sich z. verneigen, bewe
gen; z. tanzen
Zier] -pflanze, die durch Blatt, Blüte od. Frucht de
korativ wirkende, als Schmuck verwendete Pflanze;
-Strauch, der vg l. -pflanze
Ziffer, die;
-n 1. graphisches Zeichen, mit dem
eine Zähl schriftlich dargestellt wird —
-
2. mit einer
Zähl versehener Absatz eines Textes, bes. Teil eines
Paragraphen: Paragraph 8, Z. 11
—
3. (statistisch
ermittelte) Zähl (2), Menge (2) von etw.: die hohen
Ziffern der Geburten, Unfälle
Zifferblatt, das /PI. -blätter/ scheibenförmiger T eil
der Uhr, auf dem die Stunden meist in Ziffern(1)
und kreisförmig angeordnet angegeben sind
zigfindekl.; attr. gibt eine unbestimmte, sehr große
Anzahl, Menge anf umg. sehr viele: es kamen z.
Leute; er hat daran z. Mark verdient
Zigarette, die; -,
-n zum Rauchendienender stäbchen
förmigerGegenstand,der aus sehrdünn geschnittenem
Tabak in einerpapierenen Hülle besteht: Zigaretten,
eine Z. rauchen; (sich) eine Z. drehen, anzünden;
jmdm. eine Z. anbieten
Zigaretten] -länge /in der Verbindung/ umg. auf
eine Z. so lange, bis eine Zigarette aufgeraucht ist,
für eine kurze Zeit: ich kann leider bloß auf eine
Z.bleiben; -pause, die umg. kurze Pause zum
Rauchen einerZigarette; -Schachtel,die:eineleereZ.
Zigarillo, der, das; -s, -s, umg. auch die;
-s
kleine, dünne, an beiden Enden stumpf zulaufende
Zigarre
1373
Zigarre, die; -,
-n 1. zum Bauchen dienende, zu
einer an beiden Enden spitz zulaufenden Bolle ge
wickelte Tabakblätter, die mit einem Deckblatt u m
hüllt sind: eine dicke, leichte, starke, gute Z.
rauchen; (sich) eine Z. anzünden — 2. u m g . Tadel,
Büge, Verweis: eine (dicke, gewaltige, gehörige) Z.
bekommen, einstecken müssen; jmdm. eine Z.
verpassen
Zigarren|kiste, die kleiner, flacher rechteckiger B e
hälter aus dünnem Holz als Verpackung für Zigarren
Zigeuner, der; -s, - Angehöriger eines in Gruppen
über viele Länder Asiens und Europas verstreuten
(nomadisierenden) indoeuropäischen Volkes
zigfach fAdj.; nicht präd.f u m g . um ein Vielfaches:
eine zigfache Vergrößerung; die Schnur ist z. ver
knotet
zig|mal fAdv.f umg. sehr viele Male: das habe ich
dir schon z. gesagt
Zikade, die; -,
-n i n zahlreichen A rten vorkommen
des, Saft aus Pflanzen saugendes Insekt, dessen
Männchen bei manchen A rten zirpende Laute her
vorbringt
Zimmer, das; -s, - 1 .1 . einzelner (Wohn-, Arbeits)-
raum eines Hauses, einer Wohnung: ein geräumiges,
helles, sonniges, dunkles Z. (bewohnen); eine
Wohnung mit vier Zimmern; ein (leeres, möblier
tes) Z. (ver)mieten; das Z. lüften, heizen, ab
schließen; jmd. geht in sein Z., schließt sich in
seinem Z. ein 1.2. Baum in einem Hotel, der zur
vorübergehenden Unterkunft, bes. zur Übernachtung
dient: ein Z. bestellen; kein freies Z. haben
Zjmmerjantenne, die innerhalb eines Zimmers i n
stallierte Antenne
Zimmerer, der; -s, - Zimmermann
Zimmer | -flucht, die Beihe von nebeneinander od.
hintereinander liegenden und durch Türen mitein
ander verbundenen Zimmern; -frau, die B au mpfle
gerin für die Zimmer in einem Hotel; -lautstarke,
die jo. P I .; in der Verbindung! auf Z.: ein Radio,
einen Lautsprecher auf Z. stellen (so einstellen,
daß der von dem B adio, dem Lautsprecher erzeugte
Schall nicht störend über ein Zimmer hinausdringt);
-mädchen, das veraltend Zimmerfrau; -mann,
der (PI.
- leute, selten -männer/ Handwerker, der
Holzkonstruktionen, bes. Dachstühle, beim B au von
Gebäuden herstellt und Schalungen anfertigt; + u m g.
jmdm. zeigen, wo der Z. das Loch gelassen hat
(jmdm. die Tür weisen)
zjmmern jsw. F&.; hat/ etw. aus Holz bauen: eine
Bank, Laube, ein Kinderbett z.
Zimmer| -nachweis, der Stelle, die Zimmer (in
Privatwohnungen) zum Übernachten vermittelt;
- p f lanze, die Zierpflanze, die vorwiegend in Töpfen
in geschlossenen Bäumen gehalten wird; -tempera-
tur, die fo. P l.j die für die ausreichende, normale
Beheizung eines Wohn-, Arbeitsraum s erforderliche
Temperatur
zimperlich jA d j.j 1.1 . übertrieben empfindlich (1.2):
das tut ja gar nicht weh, sei nicht so z.!; sie tut, ist
sehr z. (prüde), wenn Witze erzählt werden 1.2 . mit
jmdm. n ich t gerade z. (nicht rücksichtsvoll) um
springen, verfahren
Zimt, der; -(e)s, -e fvorw. Sg.j I. gelblich-rotbraunes
Gewürz aus der getrockneten Binde eines tropischen
Baums, das, meist zu Pulver gemahlen, für Speisen
und Backwaren verwendet w ird : Milchreis mit
Zucker und Z. — II. jo. Pl.j salopp 1. Unsinn (1):
red, mach nicht solchen Z.! —2. laß mich mit dem
Z. (Kram 2) in Ruhe! —3. Zeug (2), Kram (1): wirf
doch den ganzen Z. weg, in den Müll!
Zink, das; -(e)s, jo. Pl.j bläulich-weiß glänzendes
Schwermetall, das gewalzt, gegossen und geschweißt,
werden kann
Zjnk|blech, das jo. Pl.j Blech aus Zink; verzinktes
Blech
Zjnke, die; -,
-n
einzelnes, in einer Beihe gleich
artiger Gebilde stehendes, längliches, am Ende z u
gespitztes Teil an einer Gabel, Harke, einem K a m m :
eine Gabel mit fünf Zinken; aus der Harke sind
zwei Zinken ausgebrochen
zinken jsw. Vb.; hat/ Spielkarten in betrügerischer
Absicht m it unauffälligen Kennzeichen versehen:
mit gezinkten Karten spielen
Zinken, der; -s, - umg. scherzh. unförmige,
große Nase
Zink| -oxid, das jo. Pl.j weißes Pulver aus oxy
diertem Zink; -salbe, die jo. Pl.j Zinkoxid ent
haltende, bes. zur Heilung von Hautschäden dienen
de Salbe
Zinn , das; -(e)s, jo. P l.j silberweiß glänzendes,
weiches Schwermetall
Zinne, die; -,
-n 1. über einen oberen Band empor
ragendes, rechteckiges, in einer Beihe gleichartiger
Gebilde stehendes M auerstück (zwischen je zwei
Schießscharten) — 2 . m it einer Beihe von 1 ver
sehene Brüstung auf Mauern, Türmen, Flach
dächern: auf der Z., den Zinnen stehen
Zinnfigur, die aus Zinn gegossene, meist flache
kleine Figur (die als Spielzeug dient)
Zinnie, die; - ,
- n [.da] in Gärten wachsender, im
Sommer blühender Korbblütler m it starken, starren
Stengeln und Blüten in kräftigen, leuchtenden
Farben
Zinn| -kraut, das jo. Pl.j als Unkraut auf Feldern
verbreiteter Schachtelhalm; -k rug , der aus Zinn
gegossener Krug
Zinnober, der; -s, jo ..Pl.f [..n o : . .] 1. ziegelrotes bis
blauschwarzes E rz, das der Gewinnung von Queck
silber dient — 2, salopp was willst du mit dem
ganzen Z. (Zeug 2, K ra m 1)?; mach nicht solchen
Z. (solche Umstände, solch ein Aufhebens) !
zinnoberrot fAdj./ gelblich-rot
Zins, der; -es, -en 1. fvorw. Pl.f finanzielle Ver
gütung, die 1.1. eine Bank für die Nutzung der bei
ihr als Einlagen deponierten Geldmittel zahlt: Spar
guthaben bringen, tragen Zinsen; ein Sparvertrag
zu fünf Prozent Zinsen; die Zinsen gutschreiben
lassen 1.2 . ein Entleiher für (von einer Bank) ge
liehene Geldmittel zahlen m uß : für einen K redit
hohe, niedrige Zinsen fordern, zahlen müssen —
2. süddt. österr. Schweiz. Miete (1.1), Pacht
(2): den Z. pünktlich zahlen
Zinses|zins, der Verzinsung auf einem Konto ver
bliebener Zinsen
Zins/zins zu Zins 1| -fuß, der Zinssatz; -los jAdj.f
nicht zu verzinsend: ein zinsloser K redit; -rechnung,
die jo. Pl.f Bechenart zur Berechnung der Zinsen;
- s atz, der bestimmter Prozentsatz, der bei der Berech
nung der Zinsen angewendet wird
Zipfel, der; -s, - s p itz zulaufendes Ende bes. von
einem Tuch, Kleidung s-, Wäschestück: die v ier Z.
einer Decke, eines Bettbezugs, Tischtuchs; die Z.
eines Halstuchs, einer Schürze; der Z. (das Ende
2.1) einer Wurst
Zigarre — Zipfel
1374
Zipfelmütze, die in einen langen Zipfel auslaufende
Mütze
Zippe, die; -,
-n landsch. weibliches Tier, bes.
bei Kaninchen
zirka /Adv.;Abh. ca ./ ungefähr (1.2): er kommt in z.
drei Wochen; sie mußten noch z. drei Kilometer
laufen
Zirkel, der; -s, - 1 . Gerät aus zwei gelenkig an
einem Ende verbundenen länglichen Teilen, m it dem
man einen Kreis schlagen, zeichnen kann:einen Kreis
m it dem Z. schlagen — 2 . kleiner, ro sicft geschlos
sener K reis von Menschen mit bestimmten gemein
samen Interessen: ein Z. von Fachleuten, Kennern
—
3. /DDR/ Arbeitsgemeinschaft: einen dramati
schen Z. gründen, besuchen; an einem Z. (für
Malerei, Philosophie) teilnehm en
Zirkel| -definition, die Definition eines Wortes durch
ein Wort, das bereits selbst durch dieses Wort definiert
ist; -leiter, der Leiter eines Zirkels (3)
zirkeln jsw. Vb.; hat/ umg.: sie muß beim Zu
schneiden des Kleids sehr z. (weZ Mühe aufwenden,
genau abmessen), damit der Stoff reicht
Zirkel|Schluß, der falscher Schluß (2), bei dem das
zu Beweisende bereits als Voraussetzung auftritt
Zirkulation, die;
- en 1. das Zirkulieren: die Z.
der Luft in einem Zimmer; das Blut zur Z. bringen
—
2. Pol. Ök. Stadium des gesellschaftlichen Re
produktionsprozesses, der den gesamten Prozeß des
Warenaustausches umfaßt
Zirkulation|fonds, der Pol. Ök. 1 .1 . jo. Pl.f die in
der Sphäre der Zirkulation (2) befindlichen Fonds
(1.1) 1.2 . einzelner Fonds (1.1) od. bestimmter Teil
von 1.1: der materielle Z.; die Z. der Betriebe
zirkulieren fsw. Vb.; hat/ 1.1 . die in einem Raum
zirkulierende (sich bewegende) Warmluft; das Blu t
zirkuliert (kreist in den Adern) 1.2 . etw. zirkuliert
etw. ist in Umlauf (2): in der Stadt z. falsche Geld
scheine; Zeitschriften. Umläufe z. lassen; P o l. Ök.
zirkulierendes K apital (im K reislauf 1 befindlicher
Teil des K apitals 1.1, der in Arbeitsgegenständen
und im Geld für Arbeitslohn besteht)
Zirkus, der;
-se 1.1 . Unternehmen, das meist in
einem großen Zelt mit einer Manege und ringsum
stufenförmig ansteigenden Sitzreihen bes. Tier
dressuren, Kunstreiten, A rtistik und Glownsszenen
darbietet: jmd. ist Artist, Dompteur, Clown in
einem Z. 1.2. /o. PLf ergeht zum Z. (er willArtist in
1 werden) 1.3 . der Z. (das Zirkuszelt) ist schon auf
gebaut — 2. fo. PL/ salopp so ein Z. (solche Un
ruhe, solch aufgeregtes, lärmendes Durcheinander) !;
mach doch nicht so einen, mach keinen Z. (mach
keine Umstände, nicht soviel Aufhebens) !
Zirkus] -k uppel, die höchste, kuppelförmige Stelle
im Dach des Zirkuszelts und der darunter liegende
Raum: Trapezkünste in der Z. vorführen; -zeit, das
sehr großes, meist rundes Zelt, in dem die VorStellungen
des Zirkus stattfinden
zirpen jsw. Vb. ; hat/: die Grillen, Zikaden z. (brin
gen eine Folge von feinen, hellen vibrierenden Tönen
hervor) ; das Zirpen des Heimchens
Zirruswolke, die M et e o r . Federwolke
zischeln fsw. Vb.; hat/ 1. (in ärgerlichem od. ein
dringlich scharfem Ton) in einer Sprechweise
flüstern, bei der besonders die Zischlaute zu ver
nehmen sind: jmdm. etw. ins Ohr z.; einige Worte
z.
—
2. heimlich und flüsternd Nachteilig es über
jmdn., etw. sagen: über jmdn. z.
Zipfelmütze — zittern
zischen /sw. Vb.; hat, ist/ 1.1 . einen Ton hervor
bringen, der den scharf ausgesprochenen Lauten , s \
,sch‘, ,z‘ ähnlich ist (hat):die aufgebrachte Schlange,
Gans zischte; das heiße Bügeleisen zischt (auf dem
feuchten Tuch); das Fett zischt in der Pfanne 1.2 .
das Publikum zischte (gab als Äußerung des M iß
fallens La ute von sich, wie sie bei 1.1 hervorgebracht
werden) — 2 . etw. sehr ärgerlich in eindringlich
scharfem, flüsterndem Ton sagen (hat): „verschwinde
von hier“ , zischte er (wütend, zwischen den Zäh
nen) — 3 . sich sehr schnell irgendwohin bewegen (und
dabei ein Zischen 1.1 erzeugen) (ist): die Silv es ter
raketen zischten in die Höhe
+ salopp einen z. (ein Bier trinken)
Ziseleur, der; -s, -e [. .lo :r] Handwerker, Künstler,
der Gegenstände durch Ziselieren bearbeitet
ziselieren /sw. Vb.; hat/ etw. z . reliefartige Orna
mente, Muster in die Oberflächen metallener
(Schmuck)gegenstände bes. m it Stichel, M eißel und
Feile einarbeiten: ein en Messingkrug, Armreif z.
Zisterne, die; -,
-n
unterirdischer, meist gemauerter
Behälter zum Sammeln von Regenwasser bes. in regen
armen Gegenden
Zitadelle, die; -,
-n
ehemalige Befestigungsanlage
einer Stadt, Kernstück einer Festung
Zitat, das; -(e)s, -e wörtlich angeführter Text aus
einer Druckschrift od. R ed e: etw. mit einem, durch
ein Z. belegen; ein Z. von Goethe
Zither, die; -,
- n Zupfinstrum ent, dessen zahlreiche
Saiten über einen flachen, länglichen, hölzernen
Resonanzkörper gespannt sind
zitieren jsw. Vb. ; hat/ 1.1 .1 . einen Textteil aus einer
Schrift od. Rede wörtlich nachsprechen, W ieder
holen: (einen Satz) aus einem Buch, einer Rede
z .; (einen Ausspruch von) Marx, Goethe z. 1 .2 . eine
Quelle, ein B eispiel z. (erwähnen, nennen) —
II. jmdn. an einen bestimmten Ort beordern, vor
laden: jmdn. vor Gericht, zu sich z.
Zitronat, das; -(e)s, fo. P l.j beim Kuchenbacken als
Gewürz verwendete kandierte Schäle bestimmter Z i
trusfrüchte
Zitrone, die; -,
-n länglich-runde, gelbe, säuerlichen
Saft enthaltende Frucht eines in den Subtropen
kultivierten, immergrünen Zitrusgewächses
+ um g . jmdn. wie eine Z. ausquetschen (jmdn.
bis zum Überdruß ausfragen)
Zitronen/zitronen| -falter, der Tagfalter mit zitro
nengelben Flügeln; -gelb /A dj./ gelb wie eine Z i
trone; -presse, die kleines Gerät zum Auspressen
von Zitronen; -Saft, der: ein Glas Tee mit Z. trinken;
- s chale, die: den Teig mit (ab)geriebener Z. wür
zen
Zitrusfrucht, die Frucht eines Zitrusgewächses
Zitrus gewachs, das in warmen Ländern angebauter
immergrüner Baum od. Strauch mit saftigen Früch
ten
Zitter|gras, das fo. PI ./ Gras, bei dem an haar
dünnen Stielen sehr kleine, herzförmige Ähren
hängen, die beim leisesten Luftzug zittern
zitterig fA d j./ zitternd (1.2): etw. m it zitteriger
Hand unterschreiben; mit zitteriger Stimme spre
chen
zittern /sw. Vb.; hat/ 1.1 . /von Sachen/ sich infolge
einer Erschütterung in k urz aufeinanderfolgenden
leichten Stößen hin- und herbewegen: die Kompaß
nadel zittert; durch die Detonation zitterten die
Fensterscheiben; die Luft zittert (flimmert) vor
Zitterpappel — Zollverwaltung
1375
Hitze 1.2 . / von Menschen/ infolge einer Erregung,
äußeren Belastung unwillkürliche kurze, rasch aufein
anderfolgende, leichte, hin- und hergehende B ew e
gungen macheni vor Kälte, Angst, Aufregung z.; er
zitterte am ganzen Körper, an allen Gliedern;
jmdm. z. die Hände (vor Schreck, Erschöpfung); O
m it zitternder (in der Tonhöhe und -stärke rasch
wechselnder, nicht fester) Stimme sprechen 1.3 .1 .
vor jmdm., etw. z. vor jmdm., etw. große Angst (1.1)
haben: er zitterte vor ihm, vor seinem Zorn, vor
der Prüfung 1.3 .2 . um, für jmdn., etw. z. um jmdn.,
etw. große A ngst (1.2) haben, in großer Sorge sein:
die Mutter zitterte um, für ihre Kinder; um, für
jmds. Leben z.
+ m it Zittern und Zagen (voller Furcht, angstvoll) ;
—
jmd. zittert wie / Espenlaub
Zitterpappel, die Espe
zittrig jAdj.j s. zitterig
Zjtze, die; -,
- n zum Säugen dienendes Organ bei
weiblichen Säugetieren
zivil /Adj.; vonv. attr.\ [..v . .] 1. nicht militärisch:
die zivile Luftfahrt; etw. dient zivilen Zwecken;
der Hauptmann war im zivilen Leben, Beruf In
genieur — 2 . J u r . die persönlichen Belange der
Staatsbürger betreffend: das zivile R echt (Zivil-
recht); ein ziviler Prozeß (Zivilprozeß)
Zivü, das; -s, jo. Pl.j [..v . .] Zivilkleidung: Z. tra
gen, anziehen; der Offizier war in Z.
Zivil| -beruf, der Beruf, den jmd. als Zivilist erlernt
hat, ausübt; -bevölkerung, die jo. PL; aus der Sicht
einer militärisch bestimmten Situation gebraucht!
nicht den Streitkräften eines Landes ungehörige B e
völkerung; -courage, die M ut, unter schwierigen
Umständen seine persönliche M einung, seinen
Standpunkt offen zu äußern, zu vertreten: jmd. be
sitzt, zeigt, hat (keine) Z.; -gesetzbuch, das jAbk.
ZGB; D D R j Gesetzbuch, d as die zivilrechtlichen
Gesetze enthält
Zivilisation, die; -, jo. Pl.j [..v . .] durch die Ent
faltung der Produktivkräfte in Verbindung mit Tech
n ik und Wissenschaft entstandene Lebensweise, die
sich durch dementsprechende Lebensformen, -be-
dingungen äußert, materielle K u ltu r: die moderne Z .;
ein Land mit geringer Z.
Zivilisations| -krankheit, die Krankheit, die durch
bestimmte Erscheinungen der Zivilisation bedingt ist;
- s chaden, der vgl. -krankheit
zivilisiert jA dj.] [ . . v . .] durch Erziehung, Bildung,
Menschlichkeit geprägtes Verhalten zeigend: zivi
lisierte Menschen; diese T aten werden v on der
ganzen zivilisierten W elt als Verbrechen ange
sehen; sich z. (gesittet) benehmen
Zivilist, der; -en, -en [..v . .] jmd., der zur Zivil
bevölkerung gehört, keine (militärische) Uniform
trägt
Zivil/zivil] -klage, die zivilrechtliche Klage; -klei-
dung, die Kleidung, die keine (militärische) Uniform
ist; -person, die vgl. Zivilbevölkerung; -prozeß, der
gerichtliches Verfahren a uf dem Gebiet des Zivil- ,
Familien- und Arbeitsrechts zur Wahrung und
Durchsetzung der Hechte der Bürger, eines daran
beteiligten Rechtssubjekts; -recht, das [o. Pl.f Ge
samtheit der Rechtsnormen zur Regelung bes. der
Vermögensverhältnisse, der Beziehungen zwischen
Bürgern und Betrieben und der persönlichen Be
ziehungen der Bürger untereinander; -rechtlich
jAdj.; nicht präd.f: ein zivilrechtlicher (dem Zivil
recht entsprechender) Kaufvertrag; eine zivil-
rechtliche (das Zivilrecht betreffende) Klage;-Sa ch e,
die J u r . Gegenstand (2.1) eines Zivilprozesses; -v er
fahren, das Zivilprozeß; -Verteidigung, die jo. Pl.f
System von Maßnahmen, die in soz. Staaten als
Bestandteil der Landesverteidigung (vorwiegend
von Zivilpersonen) zum Schutz der Zivilbevölkerung,
der Volkswirtschaft, lebensnotwendiger Einrichtun
gen und kultureller Werte vor den Folgen von K a ta
strophen und möglichen militärischen Aggressions
handlungen durchgeführt werden
Zloty, der; -s, -s /bei Wertangabe PI. Zloty/ [sloti,
auch zvoti] / Währungseinheit in Polenj
Zobel, der; -s, - 1 . in der nordasiatischen Taiga
lebender kleiner M arder mit kegelförmigem K opf,
hohen, kräftigen Beinen und wertvollem Fell —
2. jo. Pl.j Fell von 1; eine Stola aus Z.
zockeln jsw. Vb.; ist/ umg. zuckeln
Zofe, die; -,
-n weibliche Person, die früher für die
persönliche Bedienung einer wohlhabenden (adligen)
Dame tätig war
zögern jsw. Vb.; hat/ sich aus Bedenken, Unschlüssig
keit abwartend verhalten: mit der Antwort, Zusage,
dem Kauf z.; er zögerte einen Augenblick, ehe er
hineinging; er stimmte nur zögernd zu, sprang ohne
Zögern ins Wasser, entfernte sich mit zögernden
Schritten; du darfst nicht so lange z.
Zögling, der; -s, -e noch scherzh. in einem Heim,
Internat lebender Jugendlicher
Zölibat, der, das; -(e)s, fo. Pl.f bes. R el. kath. bes.
dem Geistlichen vorgeschriebenes Unverheiratetsein
und keusches Leben: im Z. leben
Zoll, der; -(e)s, Zölle/- 1.1. fPl. Zölle/ vom Sta at
erhobene Abgabe für bestimmte Güter, die über die
Grenze gebracht werden: Z. erheben, bezahlen; O
dem Alter, einer Krankheit seinen Z. entrichten,
zahlen (sich damitabfinden) — 2 . jo. Pl.j umg. staat
liches Organ (4), das 1 erhebt: der Z. hat die Waren
geprüft, stellte eine Bescheinigung aus — II. /PI.
-; altes, in manchen technischen, bes. handwerklichen
Bereichen noch übliches Längenmaß für den Durch
messerI: ein Rohr von drei Z.; ein Nagel, Schrauben
gewinde von zweiZ.
+ keinen Z. (nicht im geringsten, gar nicht) nach
geben, weichen; jeder Z., Z. für Z. (ganz und gar)
ein ...: er ist jeder Z., Z. für Z. ein Gentleman
Zoll |amt, das Dienststelle der Zollverwaltung
zollen jsw. Vb.; hat; in Verbindung mit best. Subst.j
geh . jmdm ., einer Sache etw. verdientermaßen zuteil
werden lassen: jmdm. H ochachtung, Anerkennung,
seinen Dank, den schuldigen Respekt z.; jmdm.,
einer Sache Beifall z .;jmdm., einerSache/^Tributz.
Z911/Zq11| -frei jA d j.f : zollfreie Güter (Güter, für die
kein Zoll 1.1 erhoben wird); -gut, das fachspr. zu
verzollende Ware; -Inhaltserklärung, die Formular,
in das für die Zollverwaltung bestimmte Angaben
über den Inhalt von Sendungen, die auf dem Postweg
ins Ausland gehen, eingetragen werden; -kontrolle,
die Kontrolle für zollpflichtige Güter; -pflichtig jA dj. ;
nicht adv.j: zollpflichtige Güter (Güter, für die Zoll
LI erhoben wird); -stelle, die Dienststelle des Zolls
(1.2); -stock, der jPl. -stocke/ zusammenklappbarer
Maßstab (1) mit einer Einteilung in Zentimeter und
Millimeter, in Zoll (II); -Verwaltung, die: die Z, der
DDR (Staatsorgan der DDR zur Abwicklung und
Kontrolle des grenzüberschreitenden Waren-, Devisen-
und Geldverkehrs)
1376
Zone — 1zu
Zone, die; -,
- n 1*1, nach bestimmten K riterien be
grenztes lokales od. auch großflächiges geographi
sches Gebiet: die gemäßigte, tropische Z.; eine neu
trale, kernwaffenfreie Z. 1.2« Stelle, bestimmte Partie
des Körpers: erogene Zonen — 2 . eine der für Fern
gespräche, öffentliche Verkehrsmittel ta riflich fest
gelegten Entfernungen: ein nach Zonen abgestufter
Tarif
Zoo, der; -/ -s, -s [tso:] öffentliche Anlage, m der
exotische und heimische Tiere gehalten werden und
von Besuchern betrachtet werden können: in den Z.
gehen; der Leipziger Z.
Zoologe, der; -n, -n [tso|o ..] Wissenschaftler auf
dem Gebiet der Zoologie
Zoologig, die; jo. PL/ [tso|o..] Wissenschaft von
den Tieren
zoologisch [Adj./ [tso|o..] 1.1 . /nicht präd.f die
Zoologie betreffend: zoologische Studien 1.2 . fnur
attr.j ein zoologischer Garten (Zoo) ; der Zoologische
Garten der Stadt B
Zootechnik, auch Zootechnik [tso:o..], die jo PI.;
DDR / Technik der Tierhaltung und Tierzucht; dazu
Zootechniker, auch Zootechniker der /D DR/ Fach
mann auf dem Gebiet der Zootechnik
Zoo|tier, das Tier, das in einem Zoo gehalten wird
Zopf, der; -(e)s, Zöpfe 1. aus mehreren, meist drei
Strähnen zu einem Strang geflochtenes K opfhaar:
braune, blonde, lange, dicke Zöpfe; einen Z. flechten
—
2. aus Streifen von Teig geflochtenes, längliches
Gebäckstück: einen Z. formen, backen; ein mit Mohn
gefüllter Z.
- f umg. ein alter Z. (eine überholte Ansicht, Ein
richtung, Methode)
Zopf [kalter, der kleiner, meist verzierter Gegenstand,
der das Ende eines Zopfes (1) zusammenhält
Zorn,' der; -(e)s, jo. PI ./ in sehr starker Erregung
sich äußernder heftiger bis leidenschaftlicher U n
willen gegen jmdn., etw.: jmdn. packt der Z.; blin
der, ohnmächtiger Z.; jmds. Z. entfesseln, fürch
ten; (leicht) in Z. geraten; sich in maßlosen Z.
steigern, reden; er war rot, blaß vor Z.
Zorn (auch Zornes|)| -ader, die Ader der Stirn, die
bei Zorn, Ärger, Aufregung leicht anschwillt: jmdm.
schwillt die Z., schwellen die Zornesadern; -falte,
die senkrechte Falte in der Stirn über der Nasen
wurzel
zornig /Adj./ von Zorn erfüllt, ärgerlich: zornige
Blicke, Worte; über etw., auf jmdn. z. sein
Zote, die; -,
-n derber, unanständiger Witz: rohe
Zoten; Zoten reißen (unanständige Witze erzählen);
dazu zotig /A dj./: zotig^(unanständige) Redensarten
zottelig /Adj./ um g . in Zotteln herabhängend, m it9
voller Zotteln: ein zotteliger Bart, Schafspelz;
zotteliges Haar
zotteln /sw. Vb.; ist/ umg. langsam und achtlos
irgendwohin gehen: die Kinder zottelten nach Hause
Zotteln, die /PI./ u m g . unordentlich hängende,
dichte (verfilzte) Haarsträhnen
zottig /Adj./ 1 .1 . /von Haaren/ unordentlich, ver
filzt und ungepflegt: ein zottiger Bart; zottiges
Haar; ein Pferd mit einer zottigen Mahne 1.2. mit
einem dichten, i n Büscheln, Strähnen hängenden
(und daher ungepflegt wirkenden) Fell: zottige Zie
gen, Schafe, Ponys; ein zottiger Pelz
zottlig [Adj./ s. zottelig
2zu fPräp. mit Hat.; / auch zum, zur/ 1. fräumt/
1.1 . /weist in die Richtung, auf das Ziel einer Be
wegung, Handlung hin/ 1.1 .1 . sich zu jmdm. (hin)-
wenden, (nieder)beugen; zu jmdm. aufblicken,
sprechen; etw. fällt zu Boden; jmdn. zu sich
bitten; ich habe ihn (bis) zu dieser Haltestelle be
gleitet; /seltener nachgestellt/ er ist dem See zu g e
laufen, dem Haus zu gegangen 1.1 .2 . /zu + Subst.
-b gehen; weist auf das Ziel einer Bewegung mit dem
Zweck der Teilnahme hinf: zu einem Fest gehen
1.1 .8 . /weist in Korrelation mit von und zwei gleichen
Subst. o. Art. bei einer kontinuierlich wiederholten
Bewegung auf das Ziel hin/: von Haus zu Haus,
von Tür zu Tür gehen; etw. von Mann zu Mann
weiterreichen 1.1 .4 . jiveist daraufhin, daß etw. dahin
getan wird, wo sich schon etw. befindet/: die Zeitung
zu den anderen legen 1.2 . /weist auf den Ort, die
Lage hin, wo sich jmd., etw. befindet/ 1.2 .1 . /in
Verbindung mit bestimmten Subst. o. A rt./ zu Hause
sein, bleiben; jmdm. zu Füßen sitzen 1.2 .2 . v e r
a lten d /vor Ortsnamen/ in (1.1): der Dom zu Mei
ßen 1.2.8. umg. /zu -b Subst. + sein; weist auf
etw. hin, wo sich jmd. befindet, um dort an etw. teil-
zunehmen/: er ist zur Versammlung, Erholung, zum
Kongreß-
—
2. /zeitl.j 2.1 . /weist auf einen Zeit
punkt, eine Zeitspanne hin/: zu Weihnachten hat
ten wir Schnee; zur rechten Zeit kommen; Schlos
ser zum 1. Januar gesucht; der Arzt bestellte ihn
zu (xfür) morgen, Montag, 17 Uhr; bis zum, zur:
etw. bis zum 1. Januar erledigen müssen; bis zur
letzten Minute arbeiten; zur (während der) Zeit des
Bauernkrieges; zu / Lebzeiten des Dichters 2 .2 .
/von ... zu/ 2.2.1. /weist auf den Endpunkt einer
bestimmten Zeitspanne hin/: es geschah in der
Nacht vom Montag zum Dienstag; von einem Tag
zum anderen 2.2 .2 . /weist in Korrelation mit von
und zwei gleichen Subst o. Art. auf den Endpunkt
einer sich k ontinuierlich wiederholenden bestimmten
Zeitspanne hin/: etw. verbessert sich von Jahr zu
Jahr, Mal zu Mal; sein Zustand verschlechterte
sich von Tag zu Tag, Stunde zu Stunde — 3. [modal/
3.1 . /in Verbindung mit bestimmten Subst. o. A rt.;
weist auf das Mittel der Fortbewegung hin/: zu Fuß
gehen; zu Pferd reisen 3.2 . /vor Mengen-, Maß-,
Grad- od. Zählenangabenj 3.2 .1 . /weist auf eine
Gesamtheit hin/: sie saßen zu dritt auf dem Sofa (alle
drei saßen auf dem Sofa); sich zu dreien (in einer
Anordnung von je drei Personen) aufstellen; Fässer
zu (mit je) 50 Liter(n) 3.2 .2 . bis zu s. 1bis (4.1)
3.2 .3 . /vor Angaben der Höhe des Preises (in Zählen)/
xfür (7.1): Strumpfhosen zu 9 Mark; eine Ware zu
einem erschwinglichen Preis kaufen 3.2 .4 . /weist,
zwischen zwei Zählen stehend, auf ein Verhältnis,
einen Vergleich hin/: das Spiel steht 3 zu 1 für die
Gäste (die Gäste erzielten 3 Tore, der Gastgeber ein
Tor); die Chancen stehen 50 zu 50 — 4. [final;
weist auf den Zweck, das Ziel hin/: etw. dient jmdm.
zur Warnung; etw. zum Trost, Spaß sagen; Stoff
zu einem Mantel kaufen — 5 . /gibt im Anschluß
an ein Nomen od. Verb Hinwendung auf jmdn., etw.
an/: seine Liebe zu den Eltern; er ist sehr gut, nett
zu mir; etw. aus Liebe, Freundschaft zu jmdm.
tun — 6 .1 . /weist auf das Ergebnis, die Folge einer
Handlung, Entwicklung, eines Geschehens hin/: zu
Asche, Staub werden; das Wasser ist zu Eis ge
worden; /in Verbindung mit kommen, bringen/ zu
Geld, Ansehen, zu einem Ergebnis kommen; jmdn.
zum Reden, Lachen, zur Verzweiflung bringen;
etw. zum Ausdruck bringen 6.2 . /etw. kommt, ge
2zu — Zuchtvieh
1377
langt zu + Subst.; dient zur Umschreibung des
Passivs/: die Sache kommt, gelangt zum Abschluß
(wird abgeschlossen)', etw. kommt zum Einsatz,
zur Anwendung, Klärung — 7 . jin fester Abhängig
keit von Verben, Adj., Subst./: zu etw. passen; zu
etw. dienen; zu etw. bereit sein
2zu /Partikel/ 1. /zu -f- Inf.; fügt nach bestimmten
Verben, Adj., Subst. einen Inf. an/ 1.1. er versucht
zu schlafen, hört auf zu lesen; er bittet seinen
Freund (ihm) zu helfen; er ist fähig, diese Arbeit
zu leisten; ich bin froh, (ihm) helfen zu können; er
ist alt genug, selbst zu entscheiden; es ist un
möglich, schnell eine Entscheidung zu treffen; die
Hoffnung zu gewinnen; die Gelegenheit zu han
deln; die Freude, ihn getroffen zu haben; /es gibt
+ zu + Inf'l:dort gibt es viel zu sehen (dort kann
man viel sehen); es gibt noch eine Menge Arbeit zu
erledigen (eine Menge Arbeit muß noch erledigt
werden); /es bleibt + zu + Inf./: es bleibt noch
viel zu tun (muß noch viel getan werden); /sein + zu
+ Inf.fi /* 2sein (1.9); /haben -f- zu + Inf.j: /
haben (1.7) 1.2 . /konjunktional; in Verbindung mit
ohne, um -{- Inf./i /* ohne (II), / 3um (1) —
2. /zu + Part. Präs.; nur attr. gebraucht/ die zu er
wartende Nachricht (die Nachricht, die erwartet
wird); die zu gewinnenden Preise (die Preise, die
gewonnen werden können); die zu lösenden Probleme
(die Probleme, die gelöst werden müssen)
3zu /Adv./ 1. /in Verbindung mit auf eine Richtung
weisenden Präp./ nach ... zu, auf ... zu auf etw.,
jmdn. gerichtet: das Zimmer ist nach dem Hof, der
Straße zu gelegen; weiter nach Norden zu wurde
der Regen stärker; der Baum fiel auf die Hütte zu;
er ist auf uns zu gelaufen / / auch zulaufen 1/ —
2. / / auch zusein/ umg. das Fenster, die Tür ist
zu (ist geschlossen); /in Aufforderungen/ Tür zu (Tür
schließen)!; Augen zu! — 8 . /in Aufforderungen/
weiter (2.1): nur zu!; immer zu! — 4 . /als Partikel;
in höherem od. geringerem M aß als angemessen; liegt
der Ton auf zu, wird ein Übermaß ausgedrückt/: das
Haus ist zu groß; der Mantel ist zu teuer; er ist zu
gut, dumm; das W etter ist zu kalt; zu sehr, viel,
wenig
+/ abundzu
zu- /trennbare, stets betonte Partikel vor Verben und
deren substantivischen Ableitungen, die in Verbin
dung mit dem Grundwort bestimmte produktive
Bedeutungstypen bildetf 1. /drückt die Richtung einer
Bewegung, Handlung, eines Vorgangs auf ein Ziel
hin aus/: /* z. B . zugehen, zulächeln, zuschicken,
zustoßen — 2 . von auswärts nach hierher: / z. B .
zureisen, zuziehen — 8 . hinzu-: / z. B . zufügen
—
4. geschlossen, vgl. schließen (1.1): / z. B . zu
bleiben — 5 . einer Sache die vorgesehene Form ge
bend: /* z. B . zuschneiden
zuallerl -erst, auch -erst, :erst /A dv./ zuerst (1.1): z.
muß ich meine Arbeit machen; -letzt, ;letzt /Adv./
zuletzt (1.1): du kom m st z. dran
zu|bauen [Vb./ 1 . einen freien Platz, bes. zwischen
Häusern, durch das Errichten von Gebäuden aus
füllen — 2 . u m g . eine Öffnung mit Gegenständen
verstellen: die Tür mit Kisten z.
Zubehör, das, auch der; -(e)s, -e jvorw. Sg./ meist
mehrere einzelne Gegenstände, die zur Ausstattungr,
Ergänzung bes. eines technischen Gerätes od. der K le i
dung gehören: modisches Z.; das Z. des Staub
saugers, Fahrrads
zu| -beißen fVb.j 1.1 . der Hund biß zu (biß 2.1)
1.2 . beißen Sie fest zu (pressen Sie die Zähne fest
aufeinander)!; -bekommen / Vb./ etw. schließen (1.1,
1.3) können: er bekam die Tür, das Schloß, den
Koffer nicht zu
Zuber, der; -s, - landsch. großer Bottich
zu/Zu| -bereiten jVb.j Nahrung für den Verzehr
herrichten: Fleisch, Gemüse z.;
-bewegen /Vb./:
sich auf jmdn., etw. z. (sich jmdm., einer Sache
nähern); -billigen /V b./: jmdm. Erleichterungen,
mildernde Um stände z. (gewähren); -binden / Vb./:
einen Sack z. (verschnüren) ; die Schuhe, Schnür
senkel z. (die Schnürsenkel zu Knoten und Schleife
binden); -bleiben /V b j um g. geschlossen, ver
schlossen bleiben: die Kiste, das Fenster muß z.;
- b l inzeln /Vb./: jmdm. z. (jmdn. blinzelnd ansehen,
um ihm etw. zu verstehen zu geben); -bringen fVb.j
1. eine bestimmte Zeitspanne irgendwo sein, sich
irgendwo aufhalten: eine Na cht in einem Hotel, im
Freien z. müssen; er hat vier Wochen im Kranken
haus, an äer See zugebracht — 2. umg. etw.
schließen (1.1) können: den Deckel, Koffer nicht z.;
- bringer, der; -s, - 1 . Verkehrsmittel, das Fahrgäste
an einen bestimmten Ort, meist an einen Verkehrs
knotenpunkt, bringt, von dem sie mit einem anderen
Verkehrsmittel weiterbefördert werden — 2 . Straße,
die an eine Hauptstraße, Autobahn heranführt;
- buttern /Vb./ u m g . Geldmittel beisteuern, zu
schießen (3)
Zucht, die; -en 1. /o. PI ./ das Züchten (1): die Z.
von Blumen, Obstbäumen, Jagdhunden, Zier
fischen, Bakterien — 2 . Bestand (2), Stamm (3.3)
gezüchteter Tiere od. Pflanzen: die Tiere, Pflanzen
ausseinerZ., aus diesenZuchten —3./o.PI./ ver
a lten d Disziplin (LI), Gehorsam: in seiner Klasse
herrscht strenge, keine Z., herrschen Z. und Ord
nung
Zuchtbulle, der vgl. Zuchtvieh
züchten, züchtete, hat gezüchtet 1. Tiere, Pflanzen
z. 1 .1 . bei Tieren, Pflanzen durch Auslese, Kreuzung,
Vermehrung Exemplare mit erwünschten Eigen
schaften entwickeln und sie aufziehen: Kühe mit
hoher Milchleistung z . ; winterfeste W eizensorten z.
1.2 . Tiere, Pflanzen in größerer Anzahl zu wirt
schaftlichen Zwecken halten, vermehren, a ufziehen:
Geflügel, Hunde, Bienen, Vieh z.; Kakteen, Rosen
z. 1 .8 . Bakterien z. (nach besonderen Verfahren ver
mehren 1.1) — 2 . /oft emot. neg./ das züchtet (er
zeugt) Arroganz, Hochmut (in ihm); künstlich ge
züchteter Haß; zu 1.2 Züchter, der; -s, -
Zucht|haus, das /noch BRD/ 1. (Strafvollzugs-
anstatt für Häftlinge, in der die schwerste A rt der
Freiheitsstrafe verbüßt wird — 2 . /o. PL/ Freiheits
strafe, die in 1 verbüßt werden m uß: zu zwei Jahren
Z. verurteilt werden
züchtig /Adj./ veraltend, noch spö11.sittenstreng,
keusch: sie schlug die Augen z. zu Boden
züchtigen /sw. Vb.; hat/ veraltend jmdn. durch
Schläge bestrafen
Zuch t -perle, die durch menschliches Zutun entstan
dene Perle; -tier, das vgl. Zuchtvieh
Züchtung, die; -,
-en 1. /o. PI.; zu züchten 1/ das
Züchten; zu 1.1: die Z. neuer Getreidesorten —
2. gezüchtete A rt, Rasse: diese Z. ist besonders
widerstandsfähig, ergiebig
Zuchtvieh, das /o. PI ./ zur Zucht (1) ausgewähltes
Vieh
1378
zuck — zufliegen
zuck
ruck, zuck
zuckeln fsw. Vb.; ist/ umg.: der Pferdewagen
zuckelte (bewegte sich sehr langsam und in ruchartig
wirkender Weise) über die Kreuzung
zucken jsw, Vb.; hat, ist/ 1. (hat) 1.1 . /vom Körper,
KörperteilI (unwillkürlich) eine kurze, schnelle, p lötz
liche ruckartige Bewegung machen: yor Schmerz,
Schreck z.; ein Fisch zuckte an der Angel; ihre
Lippen, Augenlider zuckten nervös; um seinen
Mund zuckte es spöttisch, verräterisch, schmerz
lich; die Schultern, Achseln, mit den Schultern,
Achseln z. /um ein Nichtivissen, Gleichgültigkeit, A b-
lehnung auszudrücken/ ; O bei seinem Anblick
zuckte es ihm in den Fäusten, Händen, Fingern
(überkam ihn die Lust, ihn zu verprügeln) 1.2 . plötz
lich und kurz hell aufleuchten: die Blitzlichter der
Fotografen z.; Blitze z. (am Himmel) — 2 . etw.
zuckt irgendwohin etw. bewegt sich in kurzen, schnel
len, ruckartigen Stößen irgendwohin (ist): ein Blitz
zuckte (über den Himmel); Flammen z. aus dem
Gebälk; seine Hand zuckte nach vorn; O ein Ge
danke zuckte durch (durchzuckte) sein Gehirn
+ ohne mit der / Wimper zu z.
zücken jsw. Vb.; hat/ etw., das man bei sich trägt,
(schnell) aus etw. herausholen u nd zum Gebrauch
bereithalten: das Portemonnaie, den Kugelschrei
ber, ein Notizbuch z.; einen Dolch, ein Messer z.
Zucker, der; -s, fo.Pl.f, fachspr. - 1. süß schmek-
kendes Kohlehydrat in flüssiger od:kristalliner Form,
das als Nahrungs- und Genußmittel verwendet w i rd :
etw. ist süß wie Z .; brauner, weißer, feiner Z .; ein
Löffel, Stück Z.; Kaffee mit Z. und Sahne; den
Tee mit Z. süßen — 2. jo. PL/ umg. Diabetes: Z.
haben
4- seinem / Affen Z. geben
Zucker/zucker; -dose, die Gefäß des Kaffee-, Tee
services für Zucker; -guß, der Guß (4) aus Puder
zucker; -hut, der in Form eines Kegels gehandelter
Zucker; -krank fAdj.; nicht adv.f umg. an Diabetes
leidend: er ist z.;
- krankheit, die fo. Pl.f umg.
Diabetes;-lecken, das -f u mg. etw. ist kein Z. (etw.
is t nicht, angenehm, nicht leicht, einfach)
zuckern fsw. Vb.; hat/ etw. m it Zucker süßen, be
streuen: das K ompott, die Erdbeeren z.; Gebäck z.
Zucker/zucker| -rohr, das fo. Pl.f in den Tropen und
Subtropen angebautes, dem Schilf ähnliches, hohes
Gras, aus dessen Stengeln Zucker hergestellt wird;
- rübe, die Rübe, aus deren Saft Zucker gewonnen
wird; :SÜß, -süß fAdj.f 1. süß wie Zucker, sehr süß —
2. foft emot.f übertrieben, oft heuchlerisch freundlich :
zuckersüße W orte, Schmeicheleien; z. lächeln;
- tüte, die landsch. Schultüte; -watte, die fo. Pl.f
in einer Zentrifuge hergestellter watteartiger Zucker
als Süßigkeit; -zange, die kleine Zange, m it der
Würfelzucker aus der Zuckerdose für Kaffee, Tee
genommen w ird '
Zuckung, die; -,
- e n /vorn Körper, Körperteil! un
willkürliche kurze und schnelle ruckartige Bewegung:
die letzten Zuckungen eines getöteten Tiers; jmd.
leidet an nervösen Zuckungen im Gesicht
Zu/zu| -decke, die umg. Decke, Deckbett zum Zu
decken (1.2); -decken fVb.f 1.1 . etw. nach oben Offe-
nes völlig abdecken (2): eine Grube, einen Brun
nen mit Brettern z .; ein Frühbeet z. 1.2. jmdn., sich
z. über jmd n ., sich eine Decke (1.1), ein Deckbett
legen, ausbreiten: die Mutter deckte die Kinder
(warm) zu; -dem fAdv.f: draußen war es kalt und
windig, z. (außerdem) begann es zu regnen; -denken
fVb.f jmd. hat jmdm. etw. zugedacht hat bestimmt,
gewünscht, daß jmd. etw. Bestimmtes bekommt: diese
Blumen sind seiner Frau zugedacht; -diktieren
fVb.f durch Befehl, Anordnung jmdm. etw. Bestimm
tes zuweisen: jmdm. eine Strafe, Aufgabe z .; -drehen
fVb.f 1. den Wasser-, Gashahn z. (so drehend bewe
gen, d aß Wasser, Gas nicht durch ihn ausströmen
kann); die Ofentür z. (durch Drehen einer Vorrich
tung fest schließen) — 2 . sich, etw. jmdm ., einer
Sache zuwenden (1): er drehte sich uns zu, drehte
uns sein Gesicht, seinen Rücken zu; -dringlich
fAdj.f sich jmdm. aufdrängend, jmdn. belästigend:
eine zudringliche Person; jmd. wird z., immer zu
dringlicher; -drücken fVb.f etw. (durch Druck)
schließen (1.1): eine Tür, einen Deckel, Verschluß
z.; einem Verstorbenen die Augen z.;
-j- ein /
Auge, beide Augen z.; -eignen fVb.f geh. jmdm. etw.
widmen (1.1): der Dichter hat das Werk seiner Frau
zugeeignet;-einander fAdv.f einer, eines zum andern:
sie passen gut, schlecht z., sind lieb z.; -erkennen
fVb.f jmdm., einer Sache etw. z. (durch einen rechts
gültigen Beschluß) erklären, feststellen, daß jmdm .,
einer Sache etw. gebührt, etw. gegeben werden m uß:
jmdm. den ersten Preis, ein Recht, eine Ent
schädigung z.; einer Sache Bedeutung, einen be
stimmten Wert z .; -erst, auch -erst /Adv.f 1.1 . als
erste(r), erstes: ich komme z. an die Reihe, war z.
da; z. müssen wir frühstücken 1.2 . zum ersten M al:
wir haben uns z. an der Ostsee gesehen 1.3 . im
ersten Augenblick, zu Anfang: z. war ich bei dem
Anblick sprachlos, dann ...; + mit dem linken /
Bein z. aufgestanden sein; -erteilen fVb.f jmdm.,
einer Sache etw. zuerkennen; -fächeln fVb.f: sich,
jmdm. Kühlung, Luft z. (für sich, jmdn. durch
rasches H in - u n d Herbewegen eines Fächers, Gegen
standes einen kühlenden Luftzug erzeugen) ; -fahren
jVb.; ist/ auf jmdn., etw. z. in Richtung auf jmdn.,
etw. fahren: der W agen fuhr auf ihn, auf das-Haus
zu; -fahrt, die Fahrweg, Straße, die die Fahrt zu
einem bestimmten Ziel ermöglicht: die Z: zum Schloß
war gesperrt; -fall, der 1.1 . unerwartetes Ereignis,
unvorhergesehenes Zusamm entreffen von Vorgängen,
Geschehnissen: ein unglücklicher, merkwürdiger,
großer Z.; eine Reihe v on Zufällen; etw. durch
Z. erfahren; das war k ein (bloßer) Z.; ein Spiel
des Zufalls 1.2 . fphilos. Kategorie/ Ereignis, das
unter gegebenen Bedingungen zwar kausal, aber nicht
notwendig eintritt und nur statistisch voraussagbar
•ist; -fallen fVb.f 1. etw. schließt sich von selbst, ohne
jmds. Zutun: die Tür, der Deckel fiel zu; die Augen
fielen ihm vor Müdigkeit zu — 2 . jmdm. fällt
etw. zu 2.1 . etw. geht (unerwartet) in jmds. Eigen
tum über: dieses Grundstück ist ihm als Erbteil zu-
gefallen 2.2 . jmd. muß etw. erledigen, jmdm. wird
etw. aufgetragen: jmdm. fällt eine Aufgabe, Rolle,
viel Arbeit zu 2.3 . jmdm. fällt etw., alles von
selb st zu (er braucht sich nicht darum zu bemühen,
begreift alles leicht); -fällig fAdj.f durch, aus Zufall
(1.1), unvorhergesehen, unvermutet: eine zufällige
Begegnung, Beobachtung, Bekanntschaft; etw. z.
bemerken; ich habe ihn heute z. getroffen; umg.
haben Sie z. (vielleicht 1) einen Kugelschreiber
bei sich?; -fallstreffer, der zufällig erzielter Treffer
(1); -fassen fVb.f zugreifen (1.1); -fliegen jVb.;
ist/ 1.1 . auf etw., jmdn. z. in Richtung auf etw.,
jmdn. fliegen (1.2, 1.3): die Flugzeuge sind auf den
zufließen — Zug
1379
Flugplatz zugeflogen 1.2 . / emot./ das Kind flog
auf die Mutter zu (lief schnell auf die M utter zu) —
2. ein Vogel ist jmdm. zugeflogen (zu jmdm. ge
flogen und bei ihm geblieben) — 8 . umg. eine Tür,
ein Fenster fliegt zu (schließt sich heftig, krachend
von selbst) — 4 . jmdm. fliegen die Ideen (nur so) zu
(jmdm. kommen mit Leichtigkeit viele Ideen); dem
Jungen fliegt alles zu (er lernt, begreift leicht); -flie
ßen fVb.f 1. der Fluß fließt dem Meer zu (mündet
ins Meer) — 2 . dem Bassin fließt ständig frisches
Wasser zu (in das B assin fließt ständig frisches Was
ser); kaltes Wasser in die Wanne z. lassen — 3 .
das Vermögen fließt mehreren Erben zu (gelangt
an mehrere Erben); dem Fonds sind große Summen
zugeflossen; -flucht, die jo. Pl.j Stätte, Person, zu
der man in einer Notlage flieht, um Hilfe zu erhalten:
bei jmdm. (vor etw., jmdm.) Z. suchen; an einem
Ort (vor einem Unwetter) Z. finden; jmdm. (in
seinem Hause) Z. bieten, gewähren; + (seine) Z.
zu etw. nehmen etw. als letzte Möglichkeit, als A us
weg benutzen: er nahm Z. zu einer Notlüge; -fluchts
ort, der jPl. -ef Stätte, an der man Schutz, Hilfe
findet; -fluß, der Bach, kleiner Fluß, der in ein an
deres Gewässer fließt: der See hat nur einen Z .;
- f l üstern fVb.f jmdm. etw. flüsternd sagen, m itteilen;
- folge fPräp. m it Dat.; dem Nomen nachgestelltf
%ach (4), 2gemäß: dem Vertrag z. muß Ersatz g e
liefert werden
zufrieden fA dj.f den gegebenen Verhältnissen und
Bedingungen, dem Vorhandenen und Erreichten
gegenüber ohne weitere wesentliche Wünsche, a n etw.,
jmdm . nichts auszusetzen habend: ein zufriedener
Mensch; ein zufriedenes Gemüt haben; m it sich
(und der W elt), mit dem neuen Fernsehgerät, seinen
Kollegen (sehr) z. sein; z. aussehen, lächeln; er ist
nie z.; sich z. fühlen
zufrieden|geben, sich jVb.f sich (mit etw.) z. (mit
etw.) schließlich zufrieden sein: sich mit dem Er
reichten, der Belohnung z.
Zufriedenheit, die; -, jo. Pl.j das Zufriedensein:
ein Leben in Glück und Z.; eine Aufgabe zu jmds.
Z. erledigen; vor Z. strahlen
zufrieden| -lassen fVb.f umg . jmdn. ungestört, un
behelligt lassem laß mich endlich (mit deinen Vor
würfen) zufrieden!; -stellen jVb.f jmdn. z. jmdm.
geben, zukommen lassen, was er wünscht, braucht, d a
m it er zufrieden ist: jmd. ist leicht, schwer zufrieden
zustellen; seine Leistungen sind zufriedenstellend
(befriedigend)
zu/Zu! -frieren fVb.f: der See, Fluß, das Fenster ist
zugefroren (hat sich m it einer Eisschicht bedeckt);
- f ügen jVb.f 1. etw. einer Sache hinzufügen (1): dem
Brief einige Bilder z.
—
2. jmdm. etw. z . verur
sachen, d aß jm dm . etw. Unangenehmes geschieht:
jmdm. Schmerzen, ein Leid, Unrecht, eine Nieder
lage, einen Schaden, Verlust z.; jmdm. eine
Kränkung z. (jmdn. kränken); -fuhr, die; jo. Pl.j
Vorgang, durch den etw. an eine Stelle gebracht wird,
wodurch diese damit versorgt wird: die Z. von Vita
minen, Hormonen; die Z. von milder Meeresluft
hält an; -führen jVb.j 1. einer Sache etw. z. etw.
zu etw. leiten (3) und es dadurch d amit versorgen:
einem Gerät Strom aus einer Batterie z.; Geld
mittel einem Fonds z. — 2. auf etw. z. in Richtung
auf etw. hin verlaufen (5): der Pfad führt auf
das Dorf zu
Zug, auch Zug, der; -es, Züge 1.1. jo. Pl.j 1.1 . das
Ziehen (3.1) an etw., um etw. in Tätigkeit, Gang zu
setzen, etw. zu bewirken: ein Z. au der Reißleine,
Notbremse, am Gloekenstrang; mit einem Z. die
Gardinen schließen 1.2. Phys. auf einen Körper (2),
Werkstoff wirkende Kraft, deren Wirkung in Rich
tung auf die wirkende K raft gerichtet ist: den Z. er
höhen, verringern; eine Schraube, WTelle, ein Seil
auf Z. beanspruchen, prüfen — 2 . m it beiden Arm en
gleichzeitig ausgeführte schwungvolle Bewegung, die
dem Vorwärtskoinmen dienen soll: mit kräftigen
Zügen schwimmen, rudern — 3 .1 . das Ziehen (4)
eines Steins, einer Spielfigur bei einem Brettspiel:
ein guter, falscher Z.; einen Z. tu n; ich bin am Z.
(bin an der Reihe, einen Stein , eineJPigur zu ziehen)
3.2 . das war ein raffinierter, geschickter Z. (Schach
zug 2) von ihm — 4 . jo. Pl.j das Sichfortbewegen einer
Menge in bestimmter Richtung: der Z. der W olken,
Wildgänse (über den Himmel) — 5 . Menge von sich
hintereinander vorwärts bewegenden Menschen, auch
bestimmten Tieren, Fahrzeugen: ein festlicher Z. vo n
Menschen, W agen; ein Z. Wildgänse; die Leute for
mierten, ordneten sich zum Z. —
6 . Vorgang, durch
den man eine bestimmte Menge von etw. über den
Mund, die Atemwege in den Körper gelangen läßt 6.1 .
jLuft beim Atmenf: die frische Luft in vollen Zügen
in sich einziehen;einpaar tiefe Züge tun 6.2 . jTabak-
rauch beim Rauchenj: jmd. m acht ein Paar Züge aus
seiner Zigarette, einen Z. aus seiner Pfeife 6.3 .-/em
Getränk beim Trinken/: einen langen, kräftigen Z.
aus der Flasche tun — 7. jo. Pl.j 7.1 . Zugluft: ein
Fenster, eine Tür gegen Z. abdichten; jmd. steht
im Z., ist sehr empfindlich gegen Z. 7 .2. der Ofen
muß Z. haben (die Luft muß gut durch den Ofen in
den Schornstein entweichen können) — 8 . jo. P l.f
8.1 . Drang, Neigung (3.1 .2): er hat einen Z. zur
Vereinfachung; dem Z. in die Fremde, seines
Herzens nachgeben 8.2 . der Vorfall h at einen Z. ins
Lächerliche (wirkt etwas lächerlich) — 9 .1 . jvorw. P l.f
das Schriftbild, eine Zeichnung kennzeichnende Linie :
etw. mit großen, schönen, klaren Zügen schreiben;
eine Zeichnung mit kräftigen, feinen Zügen
9.2 . da s Gesicht kennzeichnendes charakteristisches
Merkm al: ein Gesicht mit schönen, strengen, kind
lichen, leidenden Zügen; sein Gesicht bekam einen
spöttischen, verträumten Z. (Ausdruck); ein Z.
von Wehmut, Verachtung spielte um seinen Mund
— 1 0 . Wesenszug: das ist ein liebenswerter, schöner,
sympathischer Z. (Charakterzug) an, von ihm —
11. etw. in groben Zügen (in den Hauptpunkten, nur
in Umrissen) erklären, darstellen — 12 . jin der
Verbindung/ im Zuge einer Sache im Verlauf von
etw., im Zusammenhang mit etw.: im Zuge der E nt
wicklung, der Rationalisierung — II .l . Anzahl an
einander gekoppelter Wagen (1.3) mit einer Lokomo
tive od. einem Triebwagen: der Z. aus, von, nach N ;
der Z. fährt los, hält auf freier Strecke; mit dem Z.
fahren; in den Z. einsteigen; einen Wagen an den
Z. anhängen — 2 . Lastkraftwagen mit Anhänger(n),
Lastzug
+ einen guten Z. haben (ohne abzusetzen viel auf
einmal trinken können); am Z. sein (an der Reihe
sein zu handeln); etw. auf einen Z. (ohne abzu
setzen) austrinken; Z. um Z. ohne Unterbrechung in
einzelnen aufeinanderfolgenden Schritten: Z. um Z.
realisierte er seine Pläne; etw. in vollen Zügen
(ausgiebig) genießen;nicht zum Zuge kommen (keine
Gelegenheit haben, etw. Bestimmtes zu tun, bes. zu
1380
Zugabe — Zugnummer
sagen); verhüll, in den letzten Zügen liegen {im
Sterben liegen)
Zu/zu| -gäbe, die etw., das bei einer künstlerischen
Darbietung zusätzlich vor-, a ufgeführt w ird : eine Z.
geben; -gang, der 1. /o. PI ./ 1 .1 . Zutritt (1): sich,
jmdm. Z. in, zu etw. verschaffen; jmdm. den Z. in,
zu etw. verwehren; freien Z. zu etw. haben
1.2 . keinen Z. zu etw. (kein Verständnis für etw.)
finden — 2 . Eingang, Einfahrt, Weg, der den Zu
gang (1.1) zu einem bestimmten Ziel ermöglicht: der
Park, Saal, Fuchsbau h at mehrere Zugänge; alle
Zugänge zur Stadt waren gesperrt — 3 . die chirur
gische Abteilung hat heute drei Zugänge bekom
m en (in der chirurgischen Abteilung sind heute drei
neue Patienten stationär aufgenommen worden);
- gänglich /A dj.; nicht adv./ 1 .1 . diese Räume sind
nur für Mitarbeiter z. (dürfen nur von Mitarbeitern
betreten werden) 1.2 . der Gipfel ist nur für geübte
Bergsteiger z. (kann nur von geübten Bergsteigern er
reicht werden) — 2 . so vorbereitet, eingerichtet, d aß es
benutzt werden kann, verfügbar: schwer zugängliches
Material für eine wissenschaftliche Arbeit; diese
Dokumente, Forschungsergebnisse müssen allen
Interessenten z. gemacht werden — 3. gegenüber
anderen Menschen aufgeschlossen, umgänglich, kon
taktfreudig: ein zugänglicher Mensch; er ist wenig
z .; er ist Ratschlägen durchaus z. (nimmt Ratschläge
an)
Zug|, auch Zug |brücke, die Brücke über einem
Wasserlauf, -graben, die man um eine waagerechte
Achse nach oben bewegen kann
zu/Zu| -geben jVb.j 1.1 .1. du mußt noch etwas Salz
z. (an das Gericht tun) 1.1.2. umg. jmdm. etw. dazu
geben : ich gebe dir noch zehn Mark zu, das dürfte
reichen 1.2 . etw. zusätzlich zu einem festgelegten
Programm vor-, aufführen: der Sänger gab noch
zwei Lieder zu — 2 . etw. (vorher Bestrittenes, Abge
lehntes) als richtig, zutreffend erklären, die Wahrheit
von etw. bestätigen: etw. offen, selbstkritisch z . ;
ich muß z., daß ...; der Angeklagte hat den Dieb
stahl zugegeben; -gegen jundekl. Adj.; nur präd./
jmd. ist (bei etw.) z. jmd. ist bei etw. anwesend: er
war bei dem Vorfall zufällig z.; ich war z., als .. .;
- geben fVb.f 1. auf etw., jmdn. z. in Richtung auf
etw., jmdn. gehen, an etw., jmdn. näher herangehen
(1): sie waren geradewegs auf ihr Ziel zugegangen;
er ging einige Schritte auf ihn zu — 2. etw. geht
jmdm. zü etw. wird jmdm. geschickt (1.1), über
bracht: jmdm. geht ein Brief, ein Bescheid zu —
3. die Tür ging (von selbst) zu (schloß sich von selbst);
das Fenster, der Koffer geht nicht zu (läßt sich
nicht schließen) — 4 . an einen bestimmten Zeitpunkt
herankommen: die Ferien gingen ihrem Ende zu;
er geht auf die Siebzig zu; es geht auf sieben Uhr,
auf Weihnachten zu — 5 . etw. geht in bestimmter
Weise zu etw. verläuft (6) in bestimmter Weise: auf
denkFest ging es lustig zu; wie ist das zugegangen?;
-j- das geht (doch) nicht mit rechten / Dingen zu;
hier geht’s zu wie in einem / Irrenhaus; es müßte
doch mitdem / Teufel z., wenn ...; -gehörig\Adj.;
nur attr.j dazugehörig; -gehörigkeit, die; Jo. Pl.f:
jmds. Z. zu (Mitgliedschaft in) einer Partei, Organi
sation; -geknöpft JAdj.; / auch zuknöpfen/ umg.
verschlossen, abweisend und wortkarg: er ist vor
Fremden sehr z.
Zügel, der; -s, - a m Zaumzeug befestigter langer
Riemen zum Führen und Lenken von Reit-, Zug
tieren: dem Pferd die Z. anlegen; das Pferd am Z.
führen; mit verhängten Zügeln reiten
-f- die Z. (fest) in der Hand haben, halten (etw.
straff leiten; die Situation beherrschen); die Z.
schleifen lassen (nicht mehr so streng auf Ordnung,
Disziplin achten)
zügel|los IAdj.f nicht durch moralische Bedenken ge-,
hemmt, maßlos heftig (1): jmd. ist v o n zügellosem
Ehrgeiz besessen; eine zügellose Leidenschaft,
Hetze; z. (ohne Selbstdisziplin) leben
zügeln /sw. Vb.; hat/ 1. ein Reit-, Zugtier z. die
Zügel eines Reit-, Zugtiers antiiehen, um es in der
Geschwindigkeit zu mindern od. zum Stehen zu brin
gen: sein Pferd z. — 2 . etw., sich zurückhalten (3),
beherrschen (3): seine Gefühle, Neugierde, Ungeduld,
seinen Tatendrang z.; du mußt dich z.; jmdn. z.:
ich konnte das Kind nicht z. (nicht dazu bringen,
sich zurückzuhalten, sich z u beherrschen)
4- seine / Zunge z.
zu/Zu| -geneigt /Adj.; nur präd.; auch zuneigen/;
jmdm. z. sein (für jmdn. Zuneigung empfinden);
einer Sache z. sein (etw. schätzen, an etw. Gefallen
finden); -gesellen, sich / Vb.j zu jmdm. dazukommen
(1.1) und sich ihm anschließen: ein neuer Gast g e
sellte sich zu uns; -geständnis, das Anerkennung
von Ansprüchen eines anderen (unter teilweisem Ver
zicht auf eigene Rechte, Vorteile): jmdm. einige Zu
geständnisse machen; -gestehen fVb.j 1. jmdm.
etw. z. 1 .1 . jmds. Anspruch auf etw. (unter teil
weisem Verzicht auf eigene Rechte, Interessen) a n
erkennen: jmdm. sein Recht, seinen Anteil an etw.
z. 1 .2 . jmdm. etw. gewähren (1.1): jmdm. eine Be
währungsfrist, genügend Zeit für etw. z. — 2 . etw.
z. die Wahrheit, Richtigkeit von etw. zugeben, einge
stehen: er wollte (ihr) nicht z., daß er einen Fehler
gemacht hatte, daß sie viel geschickter ist als er;
- getan /Adj.; nur präd.;
auch zutun/: jmdm. z.
sein (für jmdn. Sympathie, Zuneigung empfinden)
Zug|, auch Zugjfolge, die durch den Fahrplan fest
gelegte zeitliche Aufeinanderfolge der Züge (II. 1)
zu |gießen jVb./ zusätzlich noch etw. in eine Flüssig
keit gießen: noch etwas kaltes Wasser z.
zugig JAdj./ so beschaffen, daß man ständig der Zug
luft ausgesetzt is t : ein zugiger Flur, Torweg, Pla t z;
hier am Fenster ist es sehr z.
zügig /Adj.j ohne Unterbrechung, stetig und an
gemessen schnell: eine zügige Material-, W aren
lieferung; ein zügiger Verkehr; die Arbeiten gehen
z. voran
Zug/zug, auch Zug/zpg| -kraft, die 1. Phy s. Kraft,
Spannung, die einen Zug (1.1 .2) ausübt — 2 . fo. PI ./
Reiz (2), Anreiz, mit dem eine Sache Menschen an
zieht: diese Werbung, dieser Film h at eine große
Z.; etw. hat an Z. verloren; -kräftig /Adj./ attrak
tiv: ein zugkräftiger Film, Titel, Werbespruch
zu|gleich /Adv./ 1 .1 . zur gleichen Zeit, im selben
Augenblick: sie kamen beide z. an 1.2 . Überdies
auch: das Zimmer ist im Sommer sonnig und z.
kühl
Zug|,awcÄZug| -luft, die jo. PL/ meist nur geringer
und als unangenehm empfundener, kühl wirkender
stetiger Luftstrom, bes. in Räumen, durch geöffnete
Türen, Fenster; -m asch ine, die Kraftfahrzeug ohne
eigene Ladefläche zum Ziehen von Anhängern, spe
ziellen Geräten, Fahrzeugen; -nummer, die einzelne
künstlerische, artistische Darbietung, die eine große
Anziehungskraft auf das Publikum ausübt
zugreifen — zukünftig
1381
zu/Zu| -greifen jVb.j 1-1 . (schnell) nach etw., jmdm.
greifen, fassen, etw., jmdn. anfassen: ehe er z.
konnte, war die Vase heruntergefallen 1.2 . etw.
Angebotenes nehmen: bitte greifen Sie zu und lassen
Sie es sich schmecken!; wenn du an dem Buch in
teressiert bist, mußt du sofort z. (es sofort kaufen,
ehe es vergriffen ist) — 2 . tüchtig mitarbeiten, m it
helfen : wenn alle z., sind wir schnell mit der Arbeit
fertig; -griff, der: sich dem Z. der Polizei (dem
*Gestelltwerden durch die Polizei) entziehen; -gründe
/A dv .; in den Verbindungen! etw. einer Sache z.
leg en (etw. zur Grundlage, Voraussetzung von etw.
machen); einer Sache z. liegen (Grund, Grundlage
für etw. seiri)\ jmd., ein Tier geht (an etw.) z.
(jmd., ein Tier kommt ums Leben, stirbt durch etw.);
etw. geht (an etw.) z. (etw. wird durch etw. zugrunde
gerichtet); jmdn., etw. z. richten (jmds. Ruin, den
R u in von etw. herbeiführen)
Zug|, auch Zug| -stück, das jPl.
- e/ zugkräftiges
Theaterstück; -tier, das zum Ziehen von Lasten be
nutztes Tier; -Unglück,das jvorw. Sg.j Unglück (1.1),
von dem ein Eisenbahnzug betroffen ist
zu| -gunsten /Präp. mit Gen./ zu jmds. Gunsten,
Vorteil: der Rechtsstreit ist z. des Angeklagten ent
schieden; er ist z. seiner Schwester zurückgetreten;
- gute jAdv.; in den Verbindungen! jmdm., sich etw.
z. halten (jmdm., sich etw. zu seinen Gunsten, seiner
Entschuldigung, als mildernden Umstand anrechnen);
jmdm. kommt etw. z. (etw. wirkt sich für jmdn.
vorteilhaft aus); jmdm. etw. z. kommen lassen
(jmdm. etw. angedeihen lassen) ; sich etwas auf etw.
z. tun (auf etw. stolz sein)
Zug|, auch Zug| -verkehr, der Verkehr (1.2) von
Eisenbahnzügen: der Z. zwischen N und 0 ist zur
Zeit gestört; -yogel, der Vogel, der beim Nahen des
Winters regelmäßig nach dem Süden in wärmere Ge
biete fliegt und im Frühjahr zurückkehrt
zu| -haben /Vb./ umg. etw. geschlossen haben, vgl.
schließen (4): montags haben die Fleischer und
Bäcker zu; -halten jVb.j 1.1 . eine Tür z. (so gegen
sie drücken, daß ein anderer sie nicht öffnen kann)
1.2 . etw. mit der Hand bedecken (1.1): jmdm. mit
der Hand den Mund z.; sich die Augen, Ohren z.;
sich die Nase z. (mit Daumen und Zeigefinger die
Nasenflügel zusammendrücken) — 2 . auf etw.,
jmdn. z. (sich in Richtung auf etw., jmdn. bewegen)
Zuhälter, der; -s, - männliche Person, die an den
Einkünften einer Prostituierten teilhat und ihr als
Gegenleistung (angeblich) einen gewissen Schutz
bietet; dazu Zuhälterei, die; jo. PI ./
Zuhause, das;
jo. Pl.j Wohnung, in der jmd.
ständig wohnt (und sich heimisch fühlt), jmds. H eim
(1): jmd. hat ein schönes, gemütliches Z., kein
(richtiges) Z.; sie h at im Altersheim ein neues,
zweites Z. gefunden
Zuhilfenahm e, die; jo. PI .; in den Verbindungen!
unter, ohne Z. einer Sache (mit einer Sache, ohne
eine Sache, die als Hilfsmittel zur Erreichung eines
bestimmten Ziels nützlich ist)
zu/Zu| -hören / Vb./ jmdm., einer Sache (aufmerk
sam) mit dem Gehör folgen, um aufzunehmen, was
gesagt wird, was geschieht: ruhig, schweigend, zer
streut z.; jmd. kann (gut) z .; + nur mit halbem
/ Ohr z.; -hörer, der 1. jmd., der etw. (unabsicht
lich, bes. bei einem Gespräch, m ithört: er war stets
ein geduldiger, dankbarer Z.
—
2. Besucher einer
Veranstaltung, die vor allem ein akustisches Erlebnis
vermittelt: die Z. applaudierten dem Pianisten,
Redner begeistert; zu 2 -hörersehaft, die; -, jo. P l.j ;
-jubeln /Vb./: jmdm., einer Sache z. (sich jmdm.,
einer Sache jubelnd zuwenden); -kehren jVb.j etw.,
sich jmdm ., einer Sache zuwenden (1): den Zuhörern
das Gesicht, der Wand den Rücken z.; er kehrte
sich seinem Sitznachbam zu; -klappen IVb.j 1.1 .
(hat) 1.1 .1 . einen Kofferdeckel, eine Tür z. (so be
wegen, daß er, sie eine Öffnung schließt) 1.1 .2 . einen
Koffer, ein Buch z. (durch Bewegen eines seiner
Teile schließen); ein Taschenmesser z. (die Klinge
durch Klappen 1 in die dafür vorgesehene Öffnung
bringen) 1.2 . etw. klappt zu etw. schließt sich (von
selbst) (ist): der Kofferdeckel, die Tür klappte zu,
war zugeklappt; seine Augenlider, Augen klappten
zu (fielen zu); -kleben /V b./: einen Briefumschlag,
Riß z. (mit Klebstoff verschließen); -klinken jVb.j:
eine Tür z. (durch Niederdrücken der Türklinke
schließen); -knallen IVb.j umg. 1 .1 . etw. mit Wucht
und lautem K n all schließen (hat): die Tür, das
Fenster z. 1 .2 . (ist) etw. knallt zu (etw. fällt mit
lautem Knall zu); -kneifen IVb.j: die Augen, Lip
pen z. (fest schließen); -knöpfen / Vb.; / auch zu
geknöpft/ etw. durch Knöpfen schließen: (sich) den
Mantel, das Kleid z.; -kommen IVb.j 1. jmd., etw.
bewegt sich in Richtung auf jmdn., etw., nähert sich
jmdm., einer Sache: sie sahen ihn schon von weitem
auf sich z.; das Boot kommt auf uns zu — 2. etw.
kommt auf jmdn., etw. zu etw. steht jmdm., einer
Sache bevor: auf ihn kommen große Probleme,
schwere Entscheidungen zu — 3 . etw. kommt
jmdm. zu jmd. hat einen Anspruch (1.3), ein Recht
(2) auf etw.: er hat mehr (Urlaub) verlangt, als ihm
(rechtmäßig) zukommt; die E ntscheidung darüber
kommt ihm nicht zu; einer Sache kommt etw. zu:
dieser Erkenntnis kommt allgemeine Gültigkeit zu
(diese Erkenntnis ist allgemeingültig) — 4 . jmdm.
etw. z. lassen dafür Sorge tragen, daß jmd. etw. er
hält: jmdm. einen Bescheid, eine Nachricht z. las
sen; jmdm. Fürsorge, Aufmerksamkeit, Geld, Ver
günstigungen z. lassen; einer Sache etw. z. lassen:
den alten Baudenkmälern sorgsame Pflege z. las
sen; + etw. auf sich z. lassen (den Gang einer
Entwicklung abwarten, ohne selbst etw. zu unter
nehmen); -korken jsw. Vb.; hat/: eine Flasche z.
(mit einem Korken verschließen); -kost, die jo. Pl.j
Beilage zum Hauptgericht: Rohkostsalate als Z,
für Fleischgerichte; -krachen jVb.j umg. vgl.
- knallen; -kriegen jVb.j um g. 1 . etw. zubekommen —
2. etw. zusätzlich zu etw. anderem erhalten: ein paar
Bonbons z.;
-f- du kriegst die / Tür nicht zu!
Zukunft): / Zukunfts/zukunfts]
Zukunft, die; -, jo. Pl.j 1.1 . die (jeweils aus der Sicht
einer Generation vor ihr liegende) kommende Z eit:
die Z. gehört der Jugend; der Z. zuversichtlich,
beruhigt entgegensehen; der Kampf für eine besse
re, friedliche, glückliche Z .; schon in naher, näch
ster Z. wird sich erweisen, ob ... 1 .2 . das Leben
eines Menschen nach dem jeweils gegenwärtigen
Zeitpunkt: wie stellst du dir deine Z. vor?; du mußt
auch an deine Z. denken; Pläne für die Z. schmie
den; jmdm. ist eine große, glänzende Z. (erfolg
reiche Laufbahn) gewiß — 2 . Futur
+ jmd., etw. hat (keine) Z. (jmd., etw. kann eine,
keine günstige Entwicklung erwarten, wird erfolg
reich, erfolglos s ein); in Z. (von nun, heilte an)
zukünftig jAdj.; nichtpräd.j in der Zukunft (1.1) ein
1382
Zukunftsaussicht — zumauern
tretend od. vorhanden: die zukünftige Entwicklung,
Gesellschaft; zukünftige Generationen, Zeiten;
sein zukünftiger Beruf, Arbeitsplatz; z. (von nun
an, in Zukunft) werde ich das berücksichtigen
Zukunfts/zukimfts (mit * auch zukunft|)| -aussicht,
die jvorw. PI ./: ein Beruf, eine Technologie mit
großen Zukunftsaussichten (mit Entwicklungsmög
lichkeiten, in der Zukunft 1.1 von großer Bedeutung;
- forschung, die jo. P l.j: die bürgerliche Z. (Futu
rologie); -froh jAdj.j optimistisch der Zukunft ent
gegenblickend; -musik -f- um g. etw. ist Z. (etw. ist
erst in sehr ferner Zukunft, wenn überhaupt, realisier
bar); -plan, der jvorw. Pl.j Plan (2)für die Zukunft:
jmd. macht, schmiedet Zukunftspläne; -roman,
der utopischer Roman; «-trächtig jAdj.j für die Zu
kunft (1.1) von großer Bedeutung: ein zukunftsträch
tiger Industriezweig, Beruf; zukunftsträchtige
Forschungen, Elemente, Kräfte; -träum, der Vor
stellung von der Zukunft; «-weisend jAdj.j zukünf
tige progressive Entwicklungen fördernd, zum Ziel
habend: zukunftsweisende Ideen, Beschlüsse
zu/Zu| -lächeln jV b.j: jmdm. z. (jmdn. lächelnd an-
sehen); -lachen jV b .j: jmdm. z. (jmdn. lachend an-
sehen); -läge, die Geldsumme, die zusätzlich zu etw.
gezahlt wird: jmd. erhält, bekommt monatlich eine
Z. (von 50 Mark); -langen jVb.j umg. 1 . etw. An
gebotenes zum Essen nehmen: sie waren hungrig und
langten tüchtig zu — 2 . 1and sch. langen (3.1):
das Brot langt nicht zu; -länglich jAdj.j: er hat
keine zulängliche (ausreichende) Erklärung dafür;
-lassen jVb.j 1. jmdn. zu etw. z. jmdm. den Zutritt
(1) zu etw. gestatten: zu dieser Verhandlung hatte
man die Vertreter der Presse nicht zugelassen —
2.1 . etw. erlauben (1): die Eltern ließen zu, daß ihr
Sohn allein verreiste; der Lehrer läßt keine Aus
nahmen zu 2.2 . etw. ermöglicht etw.: die regennasse
Fahrbahn ließ keine höhere Geschwindigkeit zu;
das läßt das Gesetz (nicht) z u ; sein Stolz, Gesund
heitszustand ließ es nicht zu, daß ...; diese Worte
lassen keinen anderen Schluß zu — 3 .1 . jindn. zu,
als etw. z. jmdm. die amtliche Genehmigung für etw.
geben: jmdn. zum Studium, zur Prüfung z.; jmdn.
als Arzt, Rechtsanwalt z. 3 .2 . etw. für, zu etw. z.
die amtliche Genehmigung geben, daß etw. für, zu
etw. verwendet werden kann: neue Medikamente
für die Therapie z .; ein Tier zur Zucht z .; der Kraft
wagen ist noch nicht (für den Verkehr) zugelassen
-
4. um g. etw. geschlossen (1.1 .1) lassen: die Kiste,
Tür z.;laß doch bitte das Fenster zu!; -lässig jAdj.j
1.1 . gesetzlich, amtlich vorgeschrieben, genehmigt:
etw. zum zulässigen Preis verkaufen; die zulässige
Höchstgeschwindigkeit überschreiten 1.2 . von den
Voraussetzungen her möglich, vertretbar: der Arzt
hielt die Reise ins Gebirge für z.; die maximal zu
lässigen W erte für die B elastung der Brücke; -Ias-
sung, die; -,
-en
amtliche Genehmigung, bes. für die
Benutzung eines Kraftfahrzeugs im öffentlichen
Straßenverkehr; -la ssung sschein, der amtlich be
glaubigtes Dokum ent, durch das die Zulassung be
stätigt wird; -lauf, der jo. P l.j das Herbeikommen,
der Zustrom vieler Menschen, Andrang: der Z. war
so groß, daß das Gastspiel verlängert wurde; jin der
Verbindung! jmd., etw. h at (großen, starken) Z.
(jmd. hat viele Kunden, Klienten, Patienten, etw.
wird von vielen Menschen besucht); -laufen jVb.j
1. auf etw., jmdn. z. sich auf etw., jmdn. durch
Laufen (2.1) zubewegen j/ auch 3zu 1j l— 2 . jnur
im Imp.j umg. lauf (nur, schon) zu {lauf los, beeile
dich)! — 3 . ein Tier ist jmdm. zugelaufen (ist zu
jmd m . gelaufen und bei ihm geblieben) — 4 . heiße»
Wasser in die Badewanne z. (zufließen 2) lassen —
5.1 . etw. läuft spitz, eng zu etw. wird zu einem
Ende hin spitz, eng: ihr Kinn, der Turm läuft spitz,
zu 5.2 . etw. läuft auf etw. zu etw. erstreckt sich in
Richtung auf etw .: die Straße läuft direkt auf den
Park zu; -legen /Vb.j 1. etw. zusätzlich zu etw. legen,
hinzufügen: legen Sie bitte noch drei Scheiben
Schinken zu!; sein Vater hat 50 Mark zum Foto
apparat zugelegt (beigesteuert) — 2 . um g. sich etw. >
kaufen, anschaffen: er hat sich einen neuen Anzug,,
ein Auto, einen Hund zugelegt; O oft scherzh.
er hat sich einen Vollbart, eine Freundin zugelegt;
+ einen / Schritt, / Zahn z.; -leide /Adv.; in der
Verbindungj jmdm. etwas z. tu n (jmdm. eine Ver
letzung, einen Schaden zufügen, jmdn. k rä nken);
+ jmd. kann keiner Fliege etwas z. tun; -leiten
IV b.Jl. einer Sache etw. zuführen (1): dem Kraft
werk Wasser z. — 2 . jmdm. etw. übermitteln: jmdm.
einen Bescheid, bestimmte Dokumente, Beschlüsse
z.;
- letzt jAdv.f 1.1 . als letzte(r), letztes: z. abge
fertigt werden, an die Reihe kommen; er kam
(ganz) z .; daran würde ich z. denken 1.2 . das letzte
M al: wann hast du ihn z. gesehen? 1.8 . schließlich,
am Ende, zum Schluß: er hörte lange zu, wurde
aber z. ungeduldig; bis z. (bis zum Schluß, Ende)',
O bis z. (bis zu seinem Tode) arbeiten — 2 . jdient
zur Hervorhebung! nich t z. ganz besonders: zum
Gelingen des Festes trug nicht z. das gute W etter
bei; -liehe jPräp. mit Dat.; nachgestelltj: etw.
jmdm. z. (weil es jmd. gern möchte, m it Rücksicht
auf jmdn.) tun; etw. einer Sache z. (wegen einer
Sache, m it Rücksicht auf etw.) tun; -lieferbetrieb,
der Produktions- od. Handelsbetrieb, der einem an
deren, meist größeren Betrieb etw. zuliefert; -lieferer,
der; -s, - Zulieferbetrieb; -lieferindustrie, die Teil
der Industrie, der die Zulieferbetriebe umfaßt; -lie
fern jV b.j bes. Rohstoffe, Teile von Aggregaten,
Halbzeuge (der eigenen Produktion) an einen ande
ren, meist größeren Betrieb zur weiteren, Bearbei
tung für die Herstellung eines Endprodukts liefern,
einem Handelsorgan Waren liefern; dazu -lieferung,
die
zum jPräp. zu + Dat. (dem) von 1der, xdas/; / lzn
1.1.1, 1.1.2, 1.1.4, 1.2.1, 1.2.3, 2.1, 2.2.1, 3.2.2,
3.2.3, 3.2.4, 4 —6; jin vielen Fällenheute nur zum/:
z. Bahnhof, Flugplatz fahren; z. Arzt gehen
zu/Zu| -machen jVb.j umg. 1 .1 . etw. schließen (1.1,
1.3): die Tür, das Fenster, den Koffer, die Jacke z .;
den Brief, die Flasche z.; mach den Mund zut
1.2 . wann machen hier die Geschäfte zu (schließen
hier die Geschäfte)? 1.3 . der Bäcker hat zugemacht
(sein Geschäft aufgegeben); + kein /* Auge z .;
1- m al jK onj.; unterordnend; leitet einen nach
gestellten kausalen Gliedsatz ein; kennzeichnet den
Gliedsatz als verstärkenden positiven od. negativen
Grund für das im H auptsatz Genanntei besonders
weil, um so mehr als: alle unterstützen ihn gerne
dabei, z. er auch stets hilfsbereit war; jauch in Ver
bindung mit da; / auch 2da/: er gewann immer mehr
Vorsprung, z. da die Kräfte der Verfolger nachließ en;
2- m al IPartikel;hebtdas folgende Satzglied hervorj be
sonders (2.1): z. am Abend herrscht starker Verkehr;
-m a u e rn jVb.j eine Öffnung durch Mauern aus-
füllen und dadurch unzugänglich machen: eine Tür,
zumeist — Zunge
1383
ein Fenster, einen Gang z.; -meist /Adv./ meistens),
überwiegend:die Diskos werden z. von Jugendlichen
aufgesucht; diese Krankheit verläuft z. gutartig;
-m es sen /Vb.f: einer Sache eine bestimmte Be-'
deutung z. (zuerkennen, geben); er maß diesen W or
ten, dieser Tatsache keine, große Bedeutung zu;
«mindest fAdv.j wenigstens (1.2): er hätte uns seine
Hilfe z. anbieten müssen; -mute jAdv.; in Ver
bindung mit bestimmten A dj./: jmdm. ist unbehaglich
z. (jmd. fühlt sich unbehaglich, ist in einer un
behaglichen Stimmung); mir wurde unheimlich z .;
jmdm. ist (nicht) nach etw. z .: mir ist nicht nach
Witzen, Späßen z. (ich bin nicht zu Witzen, Späßen
aufgelegt); -muten, mutete zu, hat zugemutet
jmdm. etw. z. von jmdm. eine bestimmte (unan
gemessene, nicht vertretbare) Leistung verlangen (1.1);
er mutete uns zu, den langen Weg zu Fuß zu
machen; das kannst du mir nicht z., das ist keinem
Menschen zuzumuten; sich etw. z.: sie hatte sich,
ihren Kräften zuviel zugemutet (hatte sich über
anstrengt) ; einer Sache etw. z .: der Film mutet dem
guten Geschmack der Zuschauer einiges zu (ist in
Hinblick auf den guten Geschmack unerträglich);
- m utung, die; -,
- e n 1.1 . unangemessenes Ver
langen (2): eine Z. zurückweisen, ablehnen 1.2 .
/vorw. Sg.f der ständige Lärm, Qualm, ist eine Z.
(rücksichtslose Belästigung) für alle Anwohner;
1- nächst fAdv.f 1. an erster Stelle, als erstes:
z. möchte ich Ihnen folgendes mitteilen ...; es
muß z. festgestellt werden, ob ...
—
2. vor
läufig: das ist z. nicht vorgesehen, eingeplant;
2- nächst /Präp. mit Dat.; dem Nomen vor- od. nach-
gesielU/ v e r a lten d unmittelbar neben jmdm., etw.:
nur diejenigen, die dem Redner z. standen, konn
ten seine Worte verstehen; -nageln jVb.f etw. ver
nageln; -nähen fVb.f ein Loch durch Nähen be
seitigen: ein Loch, einen Riß (in der Hose) z.;
-nähme, die; -,
-n jvorw. Sg.; zu zunehmen 1 u. 2/;
zu 2: eine geringe, starke Z. (des Gewichts, an Ge
wicht) feststellen; -name, der Familienname
zünden, zündete, hat gezündet 1.1 . anfangen zu
brennen, in Brand geraten: nasse Streichhölzer z.
nicht 1.2. Techn. durch eine Zündung (1) zu
funktionieren beginnen: der Motor zündet nicht;
das Triebwerk der Rakete hat sofort gezündet —
2. etw. z. bei etw. eine Zündung (1) herbeiführen:
eine Bombe, Sprengladung, einen Sprengkörper z . ;
die zweite Stufe einer Rakete z.; ein Gas durch
Funken z. — 3 . seine Idee, Ansprache, der Appell
zündete (rief Begeisterung hervor); fvorw. im Pa rt.
Präs.j eine zündende (begeisternde) Rede halten;
zündende Pointen, Melodien, Rhythmen
Zunder
+ etw. brennt wie Z. (brennt sehr gut, beginnt sehr
leicht, schnell zu brennen); u m g . Z. kriegen (ge
prügelt, gescholten werden); jmdm. (tüchtig) Z. ge
ben (jmdn. prügeln; jmdm . hart zusetzen, bes. bei
einer Diskussion)
Zünder, der; -s, - Vorrichtung, bes. an Sprengkör
pern, durch die die Sprengladung gezündet wird
Zünd| -funke(n), der Techn. Funken, der einen
Verbrennungsprozeß einleitet; -holz, das jPl. -hölzer/
Streichholz; -holzschachtel, die; -hütchen, das; -s, -
m it Initialsprengstoff gefüllte Metallkapsel, die zur
Zündung bes. von Ladungen in Patronen und Kar
tuschen dient; -kerze, die T echn. Vorrichtung zur
Zündung des im Zylinder eines Verbrennungsmotors
befindlichen Gasgemisches durch einen übersprin
genden elektrischen Funken; -Schalter, der T e ch n .
Vorrichtungfür die Zündung (2) bei einem K raftfahr
zeug; -schloß, das Zündschalter; -Schlüssel, der
Schlüssel, m it dem der Zündschalter betätigt wird;
- s chnür, die Schnur, die an einem Ende entzündet
wird, langsam in ihrer ganzen Länge abbrennt und
die am anderen E nd e angeschlossene Sprengladung
zur Detonation bringt; -Stoff, der jo. P l.j etw., das
einen K onflikt, eine Auseinandersetzung auslösen
kann: die Rede enthielt (politischen) Z.
Zündung, die; -,
-en Techn. 1. Beginn eines Ver
brennungsprozesses od. einer Explosion: die Z.
einer Bombe; eine elektrische Z .; es erfolgte keine
Z.
—
2. elektrische Vorrichtung bei Verbrennungs
motoren, die 1 bewirkt: die Z. ein-, a uss chalten
Zündverteiler, der T ech n. Teil der elektrischen
Anlage eines Kraftfahrzeugs, von dem die Kabel für
die Zündkerzen ausgehen
zu/Zu| -nehmen jVb.j 1.1. mehr, größer, länger wer
den: die Geburtenrate nimmt ständig zu; mit zu
nehmendem Alter läßt das Gehör nach; im Januar
nehm en die Tage wieder zu (ist es wieder länger
hell) 1.2 . stärker, intensiver werden: der Wind, die
Kälte, Temperatur, Dunkelheit nimmt zu; jmds.
Eifer, Angst nimmt zu; etw. mit zunehmender
Sorge, Unruhe beobachten; in zunehmendem
Maße 1.3 . zunehmender Mond (Mond in der Phase
nach Neumond) — 2 . /in bezug auf das Körgerge-
wichtf schwerer werden: das Baby nimmt regel
mäßig zu; er hat stark (an Gewicht), drei Kilo
zugenommen — 3. Handarb. Maschen z. (neue
Maschen zusätzlich hersteilen); -n eigen jVb.; /
auch zugeneigt/ 1. sich, etw. jmdm., einer Sache
z. sich, etw. zu jmdm., in Richtung auf etw. nei
gen (1): er hatte sich, sein Gesicht ihr zugeneigt
—
2, jmd., etw. neigt einer Sache zu jmd., etw.
tendiert, neigt zu etw.: ich neige mehr der An
sicht, Auffassung zu, daß ...
—
3. etw. neigt sich
seinem, dem Ende zu (nähert sich seinem, dem
Ende); -neigung, die Gefühl der Sympathie, Freund
schaft, des Wohlwollens, liebevolle herzliche E m p
findung für jm d n .: eine aufrichtige, schwesterliche
Z. für jmdn. empfinden; jmd. schenkt, beweist
jmdm. seine Z., erwidert jmds. Z.
Zunft, die; -, Zünfte 1. scherzh . Berufsgruppe:
die Z. der Ärzte, Dichter, Gelehrten; er zählt, g e
hört (nicht) zur Z., ist (nicht) von der Z. (er ist vom
Fach, nicht vom Fach) — 2 . Organisation, der bes. im
Mittelalter alle Handwerker eines bestimmten
Handwerks zur Wahrung gemeinsamer Berufs-
interessen angehören mußten: die Z. der Bäcker,
Schneider, Goldschmiede
zünftig lAdj.f 1.1 . fachliche Kenntnisse und Er
fahrungen aufweisend, sachverständig: dieses B uch
ist eine Anleitung für den zünftigen Angler, Klein
gärtner; ein zünftiger Skiläufer, Bergsteiger 1.2 . be
stimmten fachlichen, sachgemäßen Erfordernissen
entsprechend: er trug eine zünftige Jägeruniform;
eine zünftige Skiausrüstung 1.3 . um g . wie es in der
Regel sein soll, wie m an es allgemein erwartet: eine
zünftige Silvesterfeier ;z. Fasching feiern 1.4 . jmdm.
eine zünftige (kräftige) Ohrfeige versetzen; einen
zünftigen (heftigen, starken) Schnupfen haben
Zunge, die; -, -n f / auch Zünglein/1.1. muskulöses,
am Boden der Mundhöhle liegendes bewegliches
Organ, das bei der Nahrungsaufnahme, beim
1384
züngeln — zurechtfinden
Schmecken und Schlucken und bei der Lautbildung
beteiligt, is t: eine rote, belegte Z.; etw. brennt, zer
geht auf der Z.; sieh aus Versehen auf die, in die Z.
beißen; sich die Z. an heißer Brühe verbrennen;
jmdm. die Z. herausst(r)ecken /als Zeichen der
Mißachtung, Schadenfreude! 1.2 . als Speise dienen
des 1.1 von bestimmten Schlachttieren: gekochte, g e
pökelte Z.; Z. in Rotwein — 2. veraltend die
Dichter deutscher, französischer Z. (Sprache 1.1) —
3.1 . Lasche (3) 3.2 . Mus. an einer Seite befestigtes
Blättchen, bes. bei bestimmten Blasinstrumenten, das
in Schwingung versetzt wird und dadurch Töne er
zeugt
- f eine spitze Z. haben (oft und gern boshafte,
scharfe Bemerkungen machen); eine schwere Z.
haben (unter dem Einfluß von Alkohol od. aus Ver
anlagung langsam reden); böse Zungen (boshafte
Menschen) behaupten, daß ...; die, seine Z. im
Zaum halten, seine Z. zügeln, hüten (sich be
herrschen und nicht aussprechen, w as unangenehme
Folgen haben kann); etw. löst jmdm. die Z. (bringt
jmdn. zum Beden, macht jmdn. gesprächig); etw.
zergeht auf der Z. (ist sehr zart, weich und beson
ders schmackhaft); etw. liegt jmdm. auf der Z. (jmd.
ist nahe daran, sich an etw., was er sagen will, zu er
innern, das ihm im Moment noch nicht einfällt);
umg. jmdm. klebt die Z. am Gaumen (jmd. ist sehr
durstig); sich die Z. verbrennen (unbedacht etw.
sagen, das unangenehme Folgen haben kann); s a
lopp jmdm. hängt die Z. zum Hals heraus (jmd.
ist sehr durstig; jmd. ist ganz erschöpft, hat sich sehr
angestrengt); — das Herz auf der Z. tragen
züngeln /sw. Vb.; hat/1 . /von Schlangen! die Zunge
wiederholt schnell herausstrecken und zurückziehen —
2. Flammen z. Flammen bewegen sich (wiederholt)
schnell, unruhig hin und her, auf und ab: die Flam
men z. im Kamin
Zungen| -brecher, der; -s, - umg. scherzh. sehr
schwer auszusprechendes Wort; -fertigkeit, die jo.
Pl.j Bedegewandtheit; -schlag, der + ein falscher
Z. (ein m eist unbeabsichtigter verhängnisvoller Ver
sprecher, unangebrachter Ausdruck); -spitze, die
Spitze der Zunge (1.1); -warst, die jo. Pl.j Blut
wurst, in der Zunge (1.2) verarbeitet ist
Zünglein, das; -s, - j/t auch Zunge/
4- das Z. an der Waage sein (bei etw. trotz meist
relativ geringen Einflusses den entscheidenden A u s
schlag geben)
zu| -nichte fAdv.; in den Verbindungen/ etw. z.
machen (zum Scheitern bringen, etw. vereiteln, ver
nichten); etw. wird z. (etw.'s cheitert, w ird vereitelt,
vernichtet); etw . is t z. (etw. is t gescheitert, vereitelt,
vernichtet); -nicken /Vb./: jmdm. z. (jmdn, an-
sehen und dabei nicken); -nutze fAdv.; in der Ver
bindung/ sich etw. z. machen etw. zu eigenem Vor
teil ausnutzen (1.1): sich jmds. Leichtgläubigkeit,
Unerfahrenheit z. machen; die Diebe haben sich die
Dunkelheit z. gemacht; sich die Errungenschaften
der modernen Technik z. machen; -oberst /Adv./
in einem Stapel, Haufen (1) obenauf liegend: die
Rechnung lag z.; die neueste Zeitung z. auf den
Stoß legen; + das / Unterste z. kehren; -ordnen
fVb.f etw., jmdn. einer Sache z. 1.1 . etw., jmdn.
als zu einem bestimmten System , einer bestimmten
Gruppierung gehörend betrachten: ein K un stw erk,
einen Künstler einem bestimmten Stil z. 1 .2 . diese
Mitarbeiterin soll einer anderen Abteilung zu
geordnet werden (in eine andere Abteilung versetzt
werden); -p ack en fVb.j 1. (schnell und) fest, derb
zugreifen (1.1): du mußt mit beiden Händen, kräf
tiger z.; 0 er hat sich mit seiner zupackenden
(energisch, tatkräftig vorgehenden) Art großen R e
spekt erworben — 2 . zugreifen (2): er hat kräftig
mit zugepackt; -paß, auch -passe fAdv.; in der
Verbindung! umg. etw., jmd. kommt (jmdm.) z.
etw., jmd. kommt (jmdm.) gelegen: das Geld, An
gebot kommt mir (sehr) z .; du kommst gerade z.,
heute nicht z.
zupfen jsw. Vb.; hat/ 1.1 . an etw. z. (wiederholt)
ruckartig, aber leicht, vorsichtig mit den Finger
spitzen an etw. ziehen: verlegen, nervös an der
Tischdecke z.; jmdn., sich an etw. z .: jmdn. am
Ärmel, Rock z.; sich nervös am Kinn, Bart z.
1.2 . die Gitarre, die Saiten der Gitarre z. (die Saiten
der Gitarre mit den Fingerspitzen od. einem Plätt
chen m it einer ruckartigen, ziehenden Bewegung leicht
und kurz berühren und dadurch in Schwingungen
versetzen); die Zither, Mandoline, Harfe z. 1 .3 .1 .
etw. (aus etw.) z. etw. mit den Fingerspitzen od.
einem spitzen Gerät erfassen und von etw. anderem
m it einem kleinen Buck trennen, aus etw. heraus
ziehen: einen Faden aus einem Gewebe z.; im
Garten Unkraut z. 1 .3 .2 . sich die Augenbrauen
(mit der Pinzette) z. (durch 1.3.1 einzelne Härchen
entfernen, um die Augenbrauen in die gewünschte
Form zu bringen)
Zupfinstrument, das Musikinstrument, dessen
Saiten gezupft werden
zur jPräp. zu -{- Bat. (der) von 1die/; / *zu 1.1.1,
1.1.2, 1.1.4, 1.2.1, 1.2.3, 2.1, 2.2.1, 3.2.2, 3.2.3,
3.2 .4 ,4 —6; \in vielen Fällen heute nur zur/: z. Post,
Sparkasse, Schule gehen; z. {/-durch 1.1 die) Tür
hinausgehen; sich z. Ruhe, Vernunft zwingen
zu| -raten fVb.j jmdm. z. (etw. zu tun) jmdm. raten,
empfehlen, eine Sache zu tun: er hat mir zugeraten
(es zu tun); -raunen jVb.l jmdm. etw. raunend,
flüsternd sagen, mitteilen; -rechnen /Vb./ 1 . etw.,
jmdn. einer Sache zuordnen (1.1): der Künstler ist
dem Barock zuzurechnen — 2 . jmdm. etw. zur Last
legen: diese Tat kann ihm nicht allein zugerechnet
werden
zurechnimgs/Zurechnungs Jur.|
-fällig jAdj.;
nicht adv./ fähig, eine strafbare Handlung entspre
chend den Strafgesetzen als solche zu erkennen und
sich entsprechend zu verhalten: jmd. ist (voll, ver
mindert) z.; dazu -fähigkeit, die jo. PI ./: eine Tat
bei voller, verminderter Z. begehen
zurecht- jin verbalen Zusammensetzungen und
deren substantivischen Ableitungen! 1. für einen
bestimmten Zweck passend, (wieder) in die richtige,
brauchbare Form: / z. B . zurechtbiegen, zurecht
schneiden — 2- an die richtige Stelle, in die richtige
Lage:
z .B . zurechtlegen, zurechtrücken, zu
rechtsetzen
zurecht/Zurecht] -biegen jVb.; hat/ etw. in eine für
einen bestimmten Zweck passende, benötigte Form
biegen: ein Rohr, Stück Draht z .; -finden, sich/F6./
1. irgendwo den richtigen Weg finden: sich in einer
fremden Stadt z., in der Dunkelheit nicht mehr z.
können — 2 .1 . sich mit etw. vertraut gemacht haben
und bestimmte Aufgaben, Probleme bewältigen: sich
in einem neuen Arbeitsgebiet z.; 0 jmd. findet
sich (im Leben) nicht zurecht (bewältigt seine
Probleme nicht) 2.2 . etw. richtig handhaben, benutzen
znrechtkommen — zurückbringen
1385
können: sich im Fahrplan, auf der Landkarte z.;
-kommen /Vb./ 1. mit jmdm., einer Sache z. mit
jmd m . , einer Sache richtig umgehen (2) können: sie
kamen mit dem neuen Kollegen, der neuen Me
thode (gut, nicht) zurecht; ich helfe dir, wenn du
mit den Aufgaben nicht zurechtkommst (die A uf-
gaben nicht bewältigst, nicht verstehst) — 2 . recht
zeitig, pünktlich kommen: wir kamen zur Vorstel
lung gerade zurecht; -legen jVb.j 1. etw. (in der
rechten Weise) an die Stelle legen, wo es für einen
bestimmten Zweck benötigt wird: die B estecke auf
dem Tisch z.; jmdm. alles für die Reise z.; der
Torwart legte sich den Ball zurecht und schoß;
sich z.: er legte sich bequem zurecht und schlief
sofort ein — 2 . sich etw. z. sich etw. vorher genau
überlegen, das man später sagen, tun will: sich eine
Ausrede, einen Plan, ein paar Worte z .; -machen
/Vb.f 1.1, etw. für einen bestimmten Zweck her-
richten (1): das E ssen, Frühstück, Zimmer, B ett,
Bad z. 1.2. sich, jmdn., etw. z.: ich muß mich erst
noch ein bißchen z. (mich frisieren, schminken, a n -
ziehen), bevor wir ausgehen; sich die Haare z.
(frisieren); -rücken fVb.; hat/ etw. an die richtige,
für einen bestimmten Zweck benötigte Stelle rücken:
seine Brille, Krawatte z.;
-J- jmdm. den / Kopf
z.;
- s chneiden /Vb.f etw. zuschneiden (1.1): einen
Stoff, Bretter, Baumstämme z.; -setzen fVb.f sich
z. sich so hinsetzen, wie es für einen bestimmten
Zweck am günstigsten, für jmdn. am bequemsten ist:
sich behaglich, umständlich z.; + jmdm. den /
Kopf z.;
- stutzen fVb.f etw. durch Stutzen, Ver
kürzen auf ein bestimmtes M aß , in eine bestimmte
Form bringen: eine Hecke z.; sich den Bart z. las
sen; -weisen fVb.f jmdn. streng zur Ordnung rufen,
jmdn. rügen, tadeln: jmdn. streng, sanft, m it einem
drohenden Blick z.; dazu -Weisung, die; -zimmern
fVb.f etw. (mit Mühe, dilettantisch) zimmern: ein
Regal, altes Boot wieder z.
zu| -reden fVb.f jmdm. z. auf jmdn. einreden und
ihn dabei zu einem bestimmten Verhalten veranlassen
wollen: jmdm. gut, aufmunternd z.; alles Zureden
half nichts; -f- jmdm. z. wie einem lahmen /
Gaul; -reichen fVb.f 1. jmdm. etw. reichen (1),
geben (1.2): jmdm. das Werkzeug, die Nägel z. —
2. ausreichen (1), genügen (1): la nd sch . der Stoff,
das Geld, seine Erfahrung reicht nicht z u 1; foft
im Part. Prä s.f eine zureichende Entschuldigung,
Grundlage; -reisen fVb.f von auswärts zuziehen (5):
er ist vor drei Jahren (aus N, aus dem Süden) zu
gereist; -reiten /F6 ./ 1. (hat) ein Pferd z. (ein
junges, wildes Pferd reiten, um es an den Reiter, an das
Reiten zu gewöhnen) — 2 . (ist) auf etw., jmdn. z.
(in Richtung auf etw., jmdn. reiten); -richten /Vb.f
1. etw. meist durch Bearbeitung für einen bestimmten
Zweck vorbereiten (1.2): ein Brett z.; vorw. fa ch -
s p r. Rauchwaren, ein Gewebe, Druckformen z.;
landsch. ein Zimmer für die Gäste z.; das Früh
stück, Essen z. (zubereiten) — 2 . fvorw. mit be
stimmten Adj.f etw. stark beschädigen, jmdn. ver
letzen (1): die wilden Kaninchen haben die jungen
Bäumchen übel zugerichtet; man hat ihn bei der
Schlägerei schlimm zugerichtet; -riegeln fsw. Vb.;
hat/: die Tür, das Fenster z. (mit einem Riegel
schließen)
zürnen fsw. Vb.; hatf geh.: (mit) jmdm. z. (auf
jmdn. zornig, sehr ärgerlich sein)
zurück jA dv.; / auch zurücksein/ 1.1 . wieder in
Richtung auf den, zum Ausgangsort, -punkt: die
Fahrt z. von Leipzig war sehr schön; mit Dank z.
(wieder an den Besitzer); hin und z .: wir wollen hin
und z. laufen; bitte einmal Berlin hin und z.
(bitte eine Fahrkarte nach Berlin für die Hin- und
Rückfahrt) 1.2 . zurückgekehrt: er ist vo n der Reise
z. — 2. umg. hinten (1): noch weiter z. als er liegt
sein Landsmann in diesem Rennen — 3 . umg. ein
paar Jahre z. vor ein paar Jahren, ein paar Jahre
früher: ein paar Jahre z. sah es hier noch anders
aus — 4 . um g. zurückgeblieben (4): der Junge ist
körperlich, geistig etwas z .; in Deutsch ist er sehr
z.; dieses Land ist um Jahrzehnte z.; in diesem
Frühjahr ist die Natur noch sehr z.
4- da gab es kein / Vor und (kein) Zurück
zurück- /in verbalen Zusammensetzungen und deren
substantivischen Ableitungen; / auch rück-/ 1. zum
Ausgangsort, -punkt: / z. B . zurückfahren, zurück
gehen — 2 . dem (ursprünglichen) Besitzer : /< z. B .
zurückbringen — 8 . eine Handlung mit der gleichen
erwidernd: / z . B . Zurückschlagen — 4 . in die
Vergangenheit: / z. B . zurückdenken, sich zurück
versetzen
zurück/Zurück| -behalten fVb.f 1. (sich) etw. z.
(einen Teil von) etw. vorübergehend od. für imm er
behalten: er hat noch einen Rest z. — 2. etw. von
etw. z. von etw. einen bleibenden Schaden davon
tragen: er behielt von der Krankheit einen Herz
fehler zurück; -bekommen fVb.f 1.1 . etw., das man
weggegeben hatte, wieder erhalten: ein verliehenes
Buch z. 1 .2 . Wechselgeld zurückgezahlt bekommen:
du bekommst noch zwei Mark zurück; -beugen
fVb.f sich, den Rumpf nach hinten beugen; -bilden,
sich fVb.f 1. etw. bildet sich zurück etw. geixt nach
einer (krankhaften) Veränderung allmählich wied er
in den ursprünglichen Zustand über: die Gebär
mutter bildet sich nach der Geburt zurück; die
Schwellung hat sich zurückgebildet (ist allmählich
wieder geschwunden) — 2 . verkümmern (2): Muskeln,
die zu wenig beansprucht werden, bilden sich zu
rück; -bleiben fVb.f 1. jmd., etw. bleibt zurück
1.1 . jmd., etw. verharrt, bleibt an einer Stelle, einem
Ort, während ein anderer, etw. anderes diese Stelle,
diesen Ort verläßt: er ist allein (zu Hause) zurück
geblieben; O als ihr Mann starb, blieb sie mit vier
kleinen Kindern zurück 1.2 . etw. bleibt (hinter
jmdm.) zurück: die Stadt blieb immer weiter hinter
uns zurück (wir entfernten uns immer mehr von der
Stadt) — 2 . langsamer als ein anderer od. mehrere
andere gehen und dadurch hinter ihm, ihnen bleiben:
wir blieben ein wenig zurück, um uns ungestört
unterhalten zu können — 8 . etw. bleibt von, nach
etw. zurück etw. bleibt von, nach etw. als dauernder
Schaden: von, nach seiner Krankheit blieb ein
Herzfehler zurück — 4 . jmd., etw. entwickelt sich
langsamer als normal, langsamer als andere, etw. a n
deres: er ist hinter den L eistungen der anderen
zurückgeblieben; ein geistig, körperlich zurück
gebliebenes Kind; ein industriell zurückgebliebenes
Land; -blicken / Vb.f nach hinten auf eine zurück
bleibende Person, Sache blicken, sich umsehen (2):
er ging, ohne noch einmal zurückzublicken; O auf
ein arbeitsreiches Leben z. können (ein arbeits
reiches Leben gehabt haben); -b ring en fVb.f 1. etw.
dem Besitzer wiederbringen, etw. dorthin bringen, wo
es herstammt: ich bringe dir das Buch morgen zu
rück, bringe die entlieh enen Bücher in die Biblio
1386
zurückdatieren — zurücklassen
thek zurück — 2 . jmdn. zum Ausgangsort gelei
ten: das Kind ins Heim z.;
- datieren fVb.f ein
Schriftstück mit dem Datum eines zurückliegenden
Zeitpunktes versehen: einen Brief z.; ein literari
sch es Werk um 200 Jahre z. (seine Entstehung auf
einen 200 Jahre früher liegenden Zeitpunkt fest
legen); -denken fVb.f an etw. Zurückliegendes, an
jmdn., den man gekannt hat, denken: er dachte gern
an diese Zeit, an sie zurück; so w eit ich z. (mich
erinnern) kann, war
-drängen fVb.f jmdn. in
Richtung auf den Ausgangsort drängend die Polizei
drängte die Neugierigen zurück; -drehen fVb.f: die
Uhr, einen Zeiger z. (rückwärts, bis an einen be
stimmten, bereits überschritten gewesenen Pu nkt
drehen); O das Rad der Geschichte laßt sich nicht
z. (historisch überlebte Zustände lassen sich nicht
wiederherstellen); -erhalten fVb.f etw. zurück
bekommen; -erwarten fVb.f jmdn. z. mit jmds.
Rückkehr (zu einem bestimmten Zeitpunkt) rech
nen: er wird heute (von seiner Reise) zurück-
«rwartet; -fahren fVb.f 1.1 . wieder zum Ausgangs
ort fahren (ist): wir sind mitderBahn, schon gestern
zurückgefahren 1.2 . jmdn. an seinen Ausgangsort
fahren (hat): er will uns mit dem Auto z. — 2. (vor
Schreck) eine plötzliche, schnelle Körperbewegung
nach hinten, rückwärts machen (ist): vor der Schlan
ge fuhr er entsetzt zurück;-fallen fVb.f 1. nach
hinten, rückwärts (um)fallen: erschöpft ließ er sich
in den Sessel z. — 2 .i n seiner Leistung (immer mehr)
hinter anderen bleiben: nach dem Reifendefekt war
er weit, vom zweiten auf den zehnten Platz zurück
gefallen — 3 . etw. fällt an jmdn. zurück: das
Grundstück fiel nach dem Tode der Tante an ihn
zurück (ging wieder in seinen Besitz über) — 4 . in etw.
z . einen früheren negativen Zustand, eine frühere
negative Gewohnheit wieder annehmen: in seinen
a lten Fehler, seine frühere Lebensweise z.
—
5.
etw. fällt auf jmdn. zurück jmdm. werden die Ur
sachen für etw. Negatives angelastet: sein schlech
tes Benehmen fällt auf seine Eltern, auf das
gesamte Kollektiv zurück; -finden fVb.f 1.1 .
den Weg zum Ausgangsort finden: von hier aus
finde ich (mich) allein zurück 1.2 . zu jmdm.,
vo n dem m a n sich getrennt hatte, zurückkehren:
er hat zu seiner Familie zurückgefunden; -fluten
/Vb.; ist/ zurückströmen; -fordern fVb.f etw. (von
jmdm.) z. von jmdm. verlangen, daß er etw. zurück
gibt (1): verliehenes Geld, das Eintrittsgeld z .; -füh
ren fVb.f 1. jmdn. an den Ausgangsort führen:
nach dem Tanz führte er sie an ihren Platz zurück
—
2.1 . etw. auf etw. z. die Ursachen für etw. in etw.
find en, erkennen, sehen: der Brand ist auf Fahr
lässigkeit zurückzuführen; ich führe das auf die
Tatsache, den Umstand zurück, daß ... 2 .2. ein
kompliziertes Problem auf einfache Formen z. (re
duzieren); -geben fVb.f 1. jmdm. etw., das ihm ge
hört, das m an von ihm (leihweise) bekommen hat,
geben, so daß es wieder in seinem Besitz ist: ge
liehenes Geld, ein geborgtes Buch z .; O dieser Er
folg gab ihm sein Selbstvertrauen zurück (be
wirkte, daß er wieder Selbstvertrauen bekam) —
2. auf eine mündliche Äußerung etw. unmittelbar
erwidern: „und wer soll das bezahlen?“ gab er
zurück; -gehen fVb.f 1.1 .1 . wieder zum Ausgangs
ort gehen: er war sich nicht sicher, ob er das
Fenster geschlossen hatte, darum ging er noch
•einmal zurück; denselben Weg z. 1 .1 .2 . zwei Schritt
z. (rückwärts gehen) 1.1.3 . er will nach dem Stu
dium nach B z. (zurückkehren) 1.2 . etw. geht zu
rück: die Postsendung ging zurück (wurde von der
Post an den Absender zurückgeschickt); er ließ im
Restaurant die Suppe z. (reklamierte sie, ließ sie wie
der in die Küche bringen) — 2 .1 . sinken (2.1 .1), fallen
(3.1): das Hochwasser g eht zurück; das Fieber ist
zurückgegangen 2.2 . etw. geht zurück etw. schwindet
(1) allmählich:die Entzündung, der Schmerz geht zu
rück — 3 .1 . etw. gehtauf etw. zurück etw. hat seinen
Ursprung in etw.: dieser Brauch geht auf ein be
stimmtes Ereignis zurück 3.2 . etw. geht auf jmdn.
zurück etw. stammt (1.2) von jmdm.: diese Ver
fügung g eht bereits auf seinen Vorgänger zurück;
- gezogen fAdj.; nicht präd.; / auch -ziehen 5.1/:
z. leben (Kontakt, gesellschaftlichen Umgang mei
dend, um ganz für sich zu leben); ein zurück
gezogenes Leben führen; -greifen fVb.f 1. auf etw.,
jmdn. z. im Bedarfsfall etw., jmdn. in Anspruch
nehmen: auf seine Ersparnisse z. müssen — 2 . beim
Erzählen, beider Darstellung von etw. weit in der Ver
gangenheit beginnen: um das zu erklären, muß ich
weit z.; -halten /Vb.; / auch -haltend/ 1. jmdn.
(durch Festhalten) hindern, sich vorwärts zu bewegen,
wegzugehen: er hielt sie am Arm zurück, sonst wäre
sie in das Auto gelaufen; jmdn. an der Tür z.; eine
wichtige Angelegenheit hatte ihn dort zurück
gehalten — 2 . etw. bewußt (noch) nicht verkaufen:
wir halten die Bücher (vorläufig) noch zurück —
3.1 . etw., mit etw. z. etw., bes. eine Gefühlsäußerung,
eine Meinung, nicht laut werden lassen: mit Mühe
das Lachen z. können; er hielt nie mit seiner
Meinung zurück (sagte sie immer offen) 3.2, sich z.
sich dazu zwingen, etw. nicht zu tun: er konnte sich
nicht länger z. und sagte ihm seine Meinung; sich
beim Trinken z. (mäßigen) 3.3 . sich z. (in einer A n
gelegenheit nicht aktiv werden) —4 . jmdn. (von einer
Handlung) z. jmdn. an einer Handlung (1) hindern:
jmdn. von einem unüberlegten Schritt z.; -haltend
fAdj.; / auch -halten/ 1.1 . 2bescheiden od. ab
wartend im Hintergrund bleibend: jmd. ist sehr z.,
hat ein zurückhaltendes Wesen 1.2 . fnicht attr.f ab
wartend, zögernd: er verhielt sich zu diesem Problem
z.
—
2. fadv.f nicht auffällig; dezent: ein z. ge
musterter Stoff; -haltung, die fo. Pl.f 1. zurück
haltendes Wesen (2.2), Verhalten; jmdn. mit Z. be
grüßen — 2 . der Film wurde vom Publikum mit Z.
(zögernd, ohne daß es schon eindeutig Stellung dazu
bezogen hätte) aufgenommen; -kehren fVb.; ist/ (für
immer) wieder dorthin gehen, wo m an früher, vorher
gewohnt, gelebt hat: in die Heimat z.; aus dem Ur
laub z.; er ist zu seiner Frau zurückgekehrt (lebt
wieder mit seiner Frau zusammen); O sein Bewußt
sein kehrte zurück (er erlangte wieder das B ewußt
sein); -kommen fVb.f 1. wieder zum Ausgangsort
kommen: von einer Reise, aus dem Urlaub z.; er
kam noch einmal zurück, weil . . .
—
2.1. auf etw.,
jmdn. z. noch einmal, erneut über etw., jmdn. spre
chen: auf diese Frage kom men wir später zurück;
auf jmds. Angebot z. 2 .2 . auf jmdn. z .: wir kommen
auf euch zurück (werden uns wieder an euch wen
den), wenn wir Hilfe brauchen; -können /Vb.f
1. u m g . zurückgehen, zurückfahren können: es ist so
spät geworden, daß wir heute nicht mehr z.
—
2. n icht mehr z. (etw., bes. eine Zusage, nicht mehr
rückgängig machen können); -la ssen fVb. /I . etw.,
jmdn. an der Stelle, dem Ort lassen, von dem man
zurücklegen — zurückströmen
1387
sich entfernt: das Gepäck, eine Nachricht im
Hotel z.; O er ließ (bei seinem Tod) seine Frau und
drei kleine Kinder zurück — 2 . etw. läßt etw. zu
rück etw. bleibt als Folge von etw., etw. hinterläßt (II.3)
etw .: dieser Erfolg ließ bei ihm ein Gefühl der B e
friedigung zurück; -legen fYb.f 1. etw. an seinen
früheren Platz legen: den Schmuck in das Etui z. —
2*den Kopf indenSesselz. (denKopf nach hinten auf
die Lehne legen) —
-
8.1 . jmdm. etw., für jmdn. etw.
z. eine Ware nicht verkaufen, sondern für jmdn. (der
sie bestellt hat) aufheben: er ließ sich die Tasche bis
zum Abend z. 8.2.Geld z. (sparen) —4. eine Weg
strecke bewältigen: er legte den W eg täglich zweimal
zurück; einen Teil der Strecke legten wir mit dem
Autobus zurück; -lehn en fVb.j beim Sitzen sich,
den K opf nach hinten lehnen: sich (im Sessel, in den
Sessel) z.; -liegen /Vb.f 1. etw. liegt lange zurück
(etw. liegt weit in der Vergangenheit) — 2 . S p o r t
jmd. liegt in einer sportlichen Wertung um eine be
stimmte Zeit, Distanz hinter einem weiter vorn
Plazierten, bes. hinter dem Führend en: dieser
Fahrer liegt drei Bunden (hinter dem Spitzen
reiter) zurück; die Mannschaft lag mit 2 :3 Toren
zurück; -melden, sich / Vb.f melden, daß man wieder
da, zurückgekehrt is t: der Soldat meldete sich beim
Diensthabenden zurück; -müssen fVb.j umg. zu
rückgehen (1.1 .1), zurückfahren (1.1) müssen: wir
müssen schnellstens zurück; -nähme, die; -,
-n
jvorw. Sg.f das Zurücknehmen (4): die Z. einer
Klage; -nehmen fVb.j 1. etw., das man jmdm. ge
geben hat, das einem jmd . genommen hat, wieder
von ihm entgegennehmen: er wollte das Geld nicht
z.
—
2. einen Körperteil nach hinten bewegen: die
Arme z.
—
8. Mil. Truppen z. (zurückziehen)',
eine Stellung, die Front z. (unter Aufgabe von Ge
biet nach hinten verlegen) — 4 .1 . etw. rückgängig
machen: eine Klage, einen Auftrag z. 4 .2 . er nahm
die Äußerung, B eleidigung zurück (widerrief sie,
entschuldigte sich dafür); -pfeifen fVb.j 1. einen
Hund z. (durch Pfeifen zum Zurückkommen auf
fordern) — 2. salopp jmdn. z. anordnen, daß jmd.
von einem geplanten od. begonnenen Vorhaben ab
läßt: das Einsatzkommando wurde zurückgepfiffen;
- r eichen jVb.f etw. reicht bis zu einem weit in der
Vergangenheit liegenden Zeitpunkt, Ereig nis: diese
Tradition reicht w eit zurück; -rufen fVb.f 1.1 .
jmdn. durch Rufen auffordern zurückzukommen:
ich war schon auf der Straße, als er mich zurück
rief 1.2 . jmdn. auffordern zurückzukehren: der B o t
schafter wurde aus B zurückgerufen — 2 .1 . jmdm.
auf seinen Zuruf etw. rufend erwidern: er rief zu
rück: „Ich komme gleich wieder“ 2.2 . jmdn., der
angerufen (1) hat, (nach Klärung einer Angelegenheit,
eines Sachverhalts) wieder anrufen: ich sehe nach
und rufe dann zurück — 8 . sich etw. ins Gedächt
nis z. (sich wieder an etw. erinnern); -schauen
fVb.j land sch . zurückblicken; -scheuen jVb.; ist/
vor etw. Hurückschrecken (2): er scheute n ich t da
vor zurück, ihn zu betrügen; -schieben jVb.j 1.
etw. nach hinten schieben: die Mütze, den Stuhl z. —
2.1 . den Sessel an seinen Platz z. (wieder an seinen
Platz schieben) 2,2 . den Riegel z. (nach der Seite
schieben, so daß die Tür geöffnet werden kann);
- s chlagen jVb.j 1.1 . etw. durch Schlagen (1.1)
in Richtung auf den Ausgangspunkt bewegen (hat):
den Ball (über das Netz) z. 1 .2 . etw. bewegt sich
plötzlich heftig rückwärts (ist): er ließ die Kurbel
zu früh los, so daß sie zurückschlug — 2 . (hat)
2.1 . jmd. schlägt zurück jmd. erwidert soeben er
haltene Schläge, indem er seinerseits zuschlägt:
Peter schlug Hans ins Gesicht, Hans schlug
zurück 2.2 . einen A ng riff durch Gegenmaßnahmen
vergelten: wenn das Land angegriffen wird, wird
seine Armee z.
—
8. (hat) die Bettdecke z. (an
einem Ende anheben und so hinlegen, d aß ein T eil
auf dem anderen liegt und seine Innenseite zum Teil
nach außen zeigt); die Fensterläden z. (aufklappen,
öffnen) — 4 . (hat) den Gegner z. (durch Kam pf er
reichen, daß der Gegner zurückweicht) ; etw. z.: der
gegnerische Angriff konnte zurückgeschlagen wer
den; -schneiden jVb.j Triebe, Zweige sachgemäß
durch Schneiden kürzen: Rosen im Herbst z.;
- s chnellen jVb.; ist/ sich plötzlich und schnell rück
wärts in die ursprüngliche Stellung, Lage bewegen:
einen Ast z. lassen; -schrauben jVb.j umg.: Er
wartungen, Ansprüche z. (aus Einsicht in die Ge
gebenheiten auf ein geringeres M aß bringen);
1- schrecken jVb.j jmdn. in Schrecken versetzen und
ihn dadurch von einer Handlung abhalten, abbrin
gen: er ließ sich durch Drohungen nicht z.;
2- schrecken jVb.; ist, hatj 1. Erschrecken und zu
rückfahren (2) (ist): er schreckte, schrak bei diesem
Anblick zurück — 2 . vor etw. z. von etw. aus Furcht,
Angst Abstand nehmen (ist, h at): vor keiner Arbeit
z.;
vor nichts z. (keinerlei Skrupel haben);
- s ehnen, sich jVb.j sich nach etw. in der Vergangen
heit Liegendem, sich irgendwohin, wo man einmal
gewesen ist, sehnen: in diese schöne Landschaft
werde ich mich immer z.; -sein jVb.; ist zurück
gewesen; Präs. u. Prät.: /* zurück 1.2 u. 4/; -setzen
jVb.j 1. sich, jmdn., etw. an seinen früheren Platz
setzen: er setzte sich auf seinen Platz zurück —
2.1 . etw., sich, jmdn. nach hinten setzen: den Stuhl
ein Stück z. 2 .2 . die beiden Obergeschosse des
Hauses wurden des besseren Lichteinfalls wegen
etwas zurückgesetzt (wurden so gebaut, daß sie etwas
zurückstehen 1) — 3 . eine Ware im Preis z. (herab
setzen) — 4 . jmdn . schlechter als andere behandeln:
sich zurückgesetzt fühlen;-stecken jsiv. Vb.j umg.:
seine Forderungen, Ansprüche z. (zurückschrau
ben); + einen / Pflock z.;
- stehen jVb.j 1. etw.
steht zurück etw. unterbricht eine Linie dadurch, daß
es hinter ihr steht: das Haus steht etwas zurück —
2. hinter jmdm. z. weniger leisten, in etw. schlechter
sein als ein anderer: er steht in seinen Leistungen,
an Einsatzbereitschaft nicht hinter den anderen
zurück — 3 . jmd. steht (hinter jmdm.) zurück jmd.
ist gegenüber jmdm. benachteiligt: er soll nicht (hin
ter seinen Geschwistern) z.; -stellen jVb.j 1. etw.
an seinen früheren Platz stellen: das Buch ins Regal
z.
—
2. die Zeiger der Uhr z . (zurückdrehen) —
3. eine Ware nicht verkaufen, sondern für jmdn. (der
sie bestellt hat) stehenlassen — 4 . etw. zugunsten von
etw. anderem verschieben (3 ), vorläufig nicht reali
sieren: dieses Projekt muß vorerst zurückgestellt
werden; seine persönlichen Interessen z. — 5 . jmdn.
(von etw.) z . : er wurde (aus gesundheitlichen
Gründen) vom W ehrdienst zurückgestellt (wurde
vorläufig nicht einberufen); das Kind i st noch ein
Jahr zurückgestellt worden (wird ein Jahr später
eingeschult); -strömen jV b .j : Wasser strömt zurück
(Wasser strömt in Richtung auf seinen Ausgangs
punkt, -ort); O die Menschen strömen von dem
Festplatz zurück (Menschen bewegen sich vom
89 Wörterbuch
1388
zurüektreten — zusammenbrechen
Festplatz weg zu ihrem Ausgangsort); -treten jVb.;
ist/ 1. rückwärts treten: zwei Schritte, vo n der
Bahnsteigkante z.
—
2. von dieser Stelle an tritt
der W ald beiderseits der Straße weiter zurück
(wird der Abstand von der Straße zum Wald größer)
—
8.1 . \vorw. von Mitgliedern einer bürgerl. R e
gierung)jmd. legt sein Amt nieder: das Kabinett, der
Finanzminister ist zurückgetreten 8.2 . jmd. n im mt
von etw. Abstand: von einer Abmachung z. müssen;
er ist von seiner Forderung zurückgetreten —
4. etw. tritt (hinter, gegenüber etw. anderem)
zurück etw. tritt gegenüber etw. anderem in den
Hintergrund: hinter diesem Ereignis trat alles
andere zurück; -verfolgen jVb.j etw. in Richtung
auf seine Entstehung, seinen Ursprung verfolgen: die
Jungen Pioniere wollen die Geschichte des Wider
standskampfes in ihrem Heimatort z.; -versetzen,
sich / Vb.j sich in eine vergangene Zeit versetzen (2);
- weichen jst. Vb.j 1. sich von jmdm., etw. weg
rückwärts bewegen: erschrocken vor etw. z .; der
Gegner wich zurück (gab dem Druck seines Gegners
nach und bewegte sich in Richtung auf seine A u s
gangsstellung) — 2 . vor einer Schwierigkeit z.
(Hurückschrecken 2) — 8 . eine zurückweichende
(fliehende) Stirn; -weisen jVb.j 1. jmdn. z. jmdm.
den Zu-, Durchgang, Eintritt verwehren: wegen
eines ungültigen Passes wurde er an der Grenze
zurückgewiesen — 2 . etw. entschieden abweisen (1.1):
jmds. Bitte, Forderung, Beschwerde z.; jede E in
mischung in die inneren Angelegenheiten des
Landes z.;
-werfen jVb.j 1. etw. in Richtung auf
seinen Ausgangspunkt werfen: den Ball z.
—
2. etw., sich nach hinten werfen: den Kopf, sich in
die Kissen z.
—
8. etw. wirft Strahlen, Wellen
zurück von einer Grenzfläche werden dort a uf
treffende Strahlen, Wellen (zum Teil) wieder ab
gestrahlt (1): der Spiegel wirft Lichtstrahlen zu
rück; der Schall wird durch diese Wand zurück
geworfen — 4 . den Gegner z. (durch Kampf in
Richtung auf seine Ausgangsstellung zurückdrängen)
—
5. etw. wirft jmdn. zurück etw. verursacht bei
jmdm. einen Rückschritt od. ein Stehenbleiben in
seiner Entwicklung, seinen Leistungen: das Mißlin
gen dieses Experiments warf den Forscher um Jahre
zurück; die Krankheit hat ihn beruflich zurück
geworfen; -wollen IVb.j u m g . zurückgehen (1.1 .1),
zurückfahren (1.1) wollen; -zahlen jVb.j jmdm. Geld
z. jmdm. geliehenes Geld wiedergeben: Schulden, ein
Darlehen z.;
- ziehen /Vb.; / auch -gezogen/
1.1 . jmdn., etw. nach hinten bewegen (hat): seine
Hand, den Stuhl z. 1 .2 . den Store z. (zur Seite zie
hen) — 2 . (hat)Mi 1. Truppen z. (aus einem Gebiet ab-
rücken lassen, ins Hinterland 2, in eine rückwärtige
Stellung verlegen); sich z.: der Gegner hat sich
zurückgezogen (ein Gebiet aufgegeben, eine rück
wärtige Stellung bezogen) — 8 . (für immer) wieder
dorthin ziehen, wo man früher gewohnt, gelebt hat
(ist): die Familie will nach R z.
—
4. etw. rück
gängig machen (hat): eine Klage, einen Auftrag,
seine Zusage z.
—
5. (hat) 5.1 . sich z. sich aus
einem K reis von Menschen entfernen: das Gericht
zog sich zur Beratung zurück; sich irgendwohin z. :
er zog sich unmittelbar nach dem Essen auf sein
Zimmer zurück; er h at sich vor Jahren auf dieses
Dorf zurückgezogen; sich von jmdm. z .: seit er so
trinkt, haben sich seine Freunde v on ihm zurück
gezogen (haben seine Freunde den Kontakt zu ihm
aufgegeben) 5.2 . sich von, aus etw. z.: sich vom ak
tiven Sport z. (den aktiven Sport aufgeben); sich
aus dem Berufsleben z. (nicht mehr berufstätig sein);
sich vom Umgang mit anderen z. (sich absondern
1. 1)
Zu/zu| -ruf, der 1. jo. PI./ das Zurufen — 2 . zu
gerufene Worte: die Zuschauer feuerten die Mann
schaft durch Zurufe an; -rufen /Vb./ jmdm. etw.
durch Rufen mitteilen: er rief mir noch zu, daß er
heute später heimkommt; -sage, die; -,
-n 1.1.Be
scheid über jmds. Zustimmung zu etw.: er erhielt die
Z., daß seine Reise genehmigt würde 1.2. Ver
sprechen: eine feste, bindende Z. m achen, erhalten
haben; -sagen jVb.f 1.1 . jmds. Einladung, Ange
bot annehmen: kom m st du morgen auch? Alle an
deren haben (mir) schon zugesagt 1.2. jmdm. etw.
versprechen (1): man hat uns Unterstützung zu-
gesagt — 2. etw. sagt jmdm. zu etw. gefällt jmdm.,
entspricht jmds. Geschmack: diese Arbeit sagt ihm
gar nicht zu; so ein Mantel würde mir z.; +
jmdm. etw. auf den / Kopf z.
zusammen /Adv.; / auch Zusammensein/ 1. ge
meinsam (2), miteinander (1.2): wir haben viele
Jahre mit ihm z. gearbeitet; wir müssen alle z.
überlegen, was nun zu tun ist — 2 . beieinander:
wir sind nur noch selten z. — 8 . insgesamt: alles z.
kostete es 100 Mark
zusammen- jin verbalen Zusammensetzungen und
deren substantivischen Ableitungen! 1. in Gemein
schaft, Gesellschaft mit jmdm., m it anderen: / z. B .
zusammenbleiben, Zusammenleben — 2 .1 . inein
ander- :
z. B . zusammenfließen 2.2 . zueinander,
zu einem Ganzen: J* z. B . zusammenfinden, zu
sammenkleben — 3 .1 . verstreut Umherliegendes
auf eine Stelle, einen Haufen bringend: / z. B . zu
sammenfegen, Zusammentragen 3 .2 . addierend:
/ z. B . zusammenrechnen, zusammenzählen —
4. den Umfang verkleinernd: / z. B . zusammen
drücken, zusammenfalten — 5 . nach unten, zu
Boden: JA z. B . zusammensinken — 6 . eine ruck
artige Bewegung ausführend: / z. B . zusammen
fahren, zusammenzucken
Zusammen/zusammen| -arbeit, die jo. Pl.f das
Zusammenarbeiten: die politische, wirtschaftliche
Z. zwischen den Ländern des RGW ; -arbeiten jVb.j
gemeinschaftlich an der Lösung bestimmter Aufgaben
arbeiten; -bauen jVb.j etw. aus vorgefertigten Teilen
zu einem Ganzen bauen (1.2): ein Auto, Radio z.;
- beißen jVb.j 1. die Zähne z. (aufeinanderpressen) —
2. u m g. sich zusammenraufen; + die / Zähne z .;
- b inden jVb.j: die beiden Enden des Fadens z.
(miteinander verknoten) ; zwei Sträuße z. (zu einem
Strauß binden); -bleiben jVb.j sich nicht trennen:
sie bleiben ein Leben lang zusammen; -brauen jVb.j
1. um g. etw., bes. ein Getränk,aus mehreren Bestand
teilenmischen: einen Cocktail z. — 2 . ein Unw etter
braut sich zusammen (entwickelt sich drohend und
unheilvoll wirkend); O eine Gefahr, ein U nheil
braut sich zusammen; -brechen jVb. ; ist/ 1 . einstür-
zen: das Dach brach unter der Last des Schnees zu
sammen —2. durchdas Unwetterbrach der gesamte
Verkehr zusammen (kam der gesamte Verkehr zum E r
liegen) — 3 . infolge starker Belastung plötzlich
seine physischen, psychischen K räfte verlieren (und
zu Boden sinken): vor Überanstrengung, Er
schöpfung z.; nach ihrem Tod brach er zusammen;
ohnmächtig, tot z. — 4. etw. bricht zusammen etw.
zusammenbringen — zusammenläppern
1389
erleidet den Zusammenbruch (1): das Regime brach
zusammen; der gegnerische Angriff ist zusammen
gebrochen (zunichte geworden); -bringen jV b.j
1. etw., bes. Geld, für einen bestimmten Zweck b e
schaffen: er wußte nicht, wie er diese Summe z.
sollte; die nötigen Beweise für etw. z. — 2 . jmdn.
m it jmdm. z. die Bekanntschaft zwischen Menschen
herbeiführen: sein Beruf brachte ihn mit vielen
Künstlern zusammen — 8 . um g. jvorw. verneint/
etw. zustande bringen: er brachte nichts Ordent
liches zusammen; -brach, der 1* durch äußere,
innere Faktoren bewirktes, relativ plötzliches Ende,
Aufhören der Existenz von etw.: der Z. des Faschis
mus ; ein wirtschaftlicherZ . (schwerer wirtschaftlicher
Niedergang) — 2 . (plötzliches) schweres gesundheit
liches Versagen: er erholte sich nur schwer nach dem,
seinem Z.; -drücken jVb.j etw. z. die Form von etw.
durch Drücken, Pressen verändern, so daß sich das
Volumen verringert: eine Schachtel z.; der H ut war
ganz zusammengedrückt; -fahren jVb.; istf 1. beim
Fahren (1.1 ,1 .2 .1 )zusammenstoßen (1): an der K reu
zung sind zwei Autos zusammengefahren — 2, zu
sammenzucken: als es klingelte, fuhr er erschreckt
zusammen; -fallen / Vb./ 1 . einstürzen: das Haus ist
so baufällig, daß es bald z. wird *—2.1* der K uchen
ist (in sich) zusammengefallen (zusammengesunken
2.1) 2.2 . das Feuer fiel (in sich) zusammen (wurde
kleiner und erlosch) — 8 . abmagern und an körper
licher K raft verlieren: er ist in letzter Zeit sehr
zusammengefallen — 4 . etw. fällt mit etw. zu
sammen etw. deckt (9.2) sich zeitlich mit etw.: die
beiden Veranstaltungen fallen zusammen; -falten
/Vb./ etw. durch Falten (1) Zusammenlegen: einen
Briefbogen, die Serviette z.; -fassen / Vb.j 1. B e
triebe in, zu einem Kombinat z. (zu einem grö
ßeren Ganzen vereinigen) — 2 . etw. z. von etw.
das Wichtigste kurz, gerafft formulieren: die w ich
tigsten Punkte, Ergebnisse noch einmal z.; zu
sammenfassend läßt sich sagen, feststellen, daß
. . . ; dazu -fassung, die; -fegen /Vb.; hat/ (ver
streut) Umherliegendes a uf einen Haufen fegen;
- f inden, sich jVb.; von mehreren Personen/ Zu
sammenkommen (1.1): nach der Veranstaltung
fanden sich einige Teilnehmer noch zu einem Ge
spräch zusammen; -fließen /Vb./: in dieser Stadt
fließen die beiden Flüsse zusammen (fließen die
beiden Flüsse ineinander); <C> Farben, Klänge flie
ßen zusammen (gehen ineinander über, vermischen
sich); -fluß, der Stelle, an der Flüsse zusammen
fließen: am Z. der Saale und Unstrut; -fügen /Vb.j
Teile miteinander zu einem Ganzen verbinden: ein
zelne Teile z.; -führen /Vb./ jmdn. mit jmdm. zu
sammenbringen (2); -gehören / Vb./ zueinander ge
hören, eine Einheit bilden: diese drei Personen
gehören zusammen; die beiden Handschuhe- g e
hören nicht zusammen; dazu -gehörig jAdj.f;
-geraten jVb.j umg. in Streit geraten: die beiden
Brüder sind h eftig z.;
-gewürfelt jAdj.; nicht
adv.; vorw. in der Verbindung! bunt z.: eine bunt
zusammengewürfelte (ungleich, beliebig zusammen
gesetzte) Reisegesellschaft; -haben /Vb./ etw. zu
sammengebracht haben: er ha t das Geld für die
Reise schon zusammen; -halt, der jvorw. Sgzu
- halten 1/; zu 1.3: in dieser Mannschaft ist kein Z .;
- halten jVb.j 1.1 . etw. bleibt dank der festen Ver
bindung seiner Teile ein solides Ganzes: die (Bretter
der) Kisten werden noch lange z. 1 .2 . etw. ver
bindet (2.1 ) etw. fest zu einem Ganzen: die Reifen
halten das Faß zusammen; das Ganze wird nur
durch einen Draht zusammengehalten 1.8 . eng
m iteinander verbunden (5.2) sein (und einander bei
stehen): die beiden halten brüderlich, seit Jahren
zusammen — 2 . Menschen, Tiere z. dafür sorgen,
daß eine Gruppe Menschen, Tiere zusam menbleibt:
der Lehrer hatte Mühe, die Klasse auf dem Ausflug
immer zusammenzuhalten; der Hund hielt die
Herde zusammen; O sein Geld z. (sparsam mit
seinem Geld umgehen) — 3 . Dinge so nebeneinander-
halten, daß man sie vergleichen kann: wenn man
die Stoffe zusammenhält, sieht man den Unter
schied in der Qualität; + sie halten zusammen
wie / Pech und Schwefel; -hang, der wechsel
seitige Beziehung zwischen Sachverhalten, Dingen:
historische, wirtschaftliche Zusammenhänge; ein
ursächlicher Z .; Zusammenhänge erkennen; etw.
mit etw. in Z. bringen; etw. steht mit etw. in, im
Z .; einen Satz aus dem Z. reißen (isoliert vom dazu
gehörigen Text betrachten); -hängen jst. Vb.; / auch
- hängend/ 1. die Blätter des Buches hängen nur
noch lose zusammen (sind nur noch lose miteinander
verbunden) — 2 . etw. steht mit etw. in Zusammen
hang: diese Entscheidung hängt mit bestimmten
Vorkommnissen zusammen; das hängt damit zu
sammen, daß ...; -hängend/Adj.; / auch -hängen/
1. /nur attr.l im Zusammenhang, in Beziehung ste
hend, zusammengehörig: alle damit zusammenhän
genden Fragen erörtern — 2 . /nicht präd.j in der
richtigen, ununterbrochenen Abfolge: eine zusammen
hängende Darstellung von etw. geben; er will ein
mal z. davon berichten; -h ang(s)los fAdj.; nicht
präd.j nicht zusammenhängend (2): der Kranke
sprach z.;
- kehren jVb.j etw. zusammenfegen;
- k lappbar jA dj.; nicht adv.j mit einer Vorrichtung
zum Zusammenklappen (1): das B ett, der Stuhl
ist z.;
-k lappen jVb.j 1. etw. durch Klappen Zu
sammenlegen (hat): einen Campingtisch, ein Klapp
fahrrad z.
—
2. (hat) die Hacken, Absätze z.
(zusammenschlagen 1 ) — 8 . u m g . zusammenbrechen
(3) (ist): nach diesem Ereignis ist er völlig zu
sammengeklappt; -kleben /Vb.; hat, ist/ 1. etw.
m it Klebstoff verbinden (hat): Papier, Scherben
z.
—
2. (durch Klebstoff) aneinanderhaften (hat,
ist): die Bonbons haben, sind zusammengeklebt;
- kneifen jVb.j: die Lippen z. (aufeinanderpressen);
mit zusammengekniffenem Mund; -knüllen jVb.j
etw. knüllen: einen Zettel z.; ein zusammenge
knülltes Taschentuch; -kommen jVb.j 1.1 . sich
zusammen mit jmdm., anderen Menschen an einem
bestimmten Ort zu einem bestimmten Zweck ein
finden: die Mitglieder des Klubs kommen einmal
monatlich, regelmäßig zusammen; ich bestelle
ihm deinen Gruß am Sonntag, da kommen wir
wieder zusammen (begegnen wir uns wieder) 1 .2 .
mit jmdm. z .: durch seinen Beruf kommt er mit
vielen Leuten zusammen (lernt er viele Leute ken
nen) — 2 .1 . etw. sammelt, häuft sich an: bei der
Sammlung ist viel Geld zusammengekommen
2 .2 . mehreres ereignet sich gleichzeitig: an diesem
Tag kam aber auch alles zusammen; -kratzen jVb.j
u m g . Geld mühsam zusammenbringen (1): er hat
für diese Anschaffung sein letztes Geld z. müssen;
- kunft, die; -,
- k ünfte das Zusammenkommen (1.1):
eine Z. vereinbaren, haben; die monatliche Z. der
Vorstandsmitglieder; -läppern, sich jsw. Vb.; hat/
1390
zusammenlaufen — zusammensinken
um g. etw. sammelt sich allmählich aus kleinen
Mengen zu einem großen Ganzen an: die Ausgaben
haben sieh ganz schön zusammengeläppert;
- laufen /Vb.; ist/ 1. aus verschiedenen Richtungen
kommend {in Mengen) a n einen Ort, eine Stelle
laufen: sofort liefen die Menschen an der Unfall
stelle zusammen — 2 . sich, aus verschiedenen
Richtungen kommend, an einem Ort, einer Stelle
treffen und vereinigen: in M laufen die beiden
Flüsse zusammen; O in seiner Hand laufen alle
Faden zusammen — 8« landsch. die Milch ist
zusammengelaufen (geronnen) — 4 . die Farben
sind zusammengelaufen (ineinander verlaufen);
-f- jmdm. läuft das / Wasser im Mund(e) zu
sammen; -leben /Vb.[ 1. zusammen, gemeinsam mit
jm d m . leben, eine Lebensgemeinschaft bilden: ein
weiteres Zusammenleben mit ihm schien ihr un
möglich — 2 . sich (mit jmdm.) z. sich gegenseitig so
anpassen, d aß man miteinander in einer Gemein
schaft leben kann: nach zwei Jahren Ehe hatten sie
sich zusammengelebt; -legen fVb.f 1 . etw. z. einen
Teil, die Hälfte von etw., bes. von Papier, Stoff,
(mehrmals) über den anderen T eil , die andere Hälfte
legen, um es in ein kleineres Format zu bringen:
die Zeitung, eine Plane z. — 2 . etw. zusammenfassen
(1 ) : die beiden Abteilungen wurden zusammenge
legt; zwei Kurse z. — 8 . durch.finanzielle Beteiligung
von zwei od. mehreren Personen (das benötigte) Geld
für etw. aufbringen: die Kollegen legten für das
Hochzeitsgeschenk zusammen; -nehmen fVb.f
1*1. seine K räfte, Gedanken z. seine Kräfte, Ge
danken konzentrieren, um etw. Bestimmtes bewäl
tigen zu können: er nahm seinen ganzen Mut zu
sammen (setzte seinen ganzen Mut ein), um .. .
1.2* sich beherrschen (3): er mußte sich sehr z., um
nicht laut aufzulachen — 2 . etw. zusammenfassen
(2): fvorw. im Part. P rät.; in der Verbindung/ alles
zusammengenommen: alles zusammengenommen
(alles in allem) kann man sagen, daß ...;
- passen
fVb.f zueinander passen (2): diese Farben, die beiden
jungen Leute passen g ut zusammen; -prall, der; -s,
jo. PL; zu -prallen/; -prallen f V b ist/ mit etw.,
jmdm. heftig Zusammenstößen (1); -raffen /Vb./
1 . etw. raffen (1): seine Kleider, Habseligkeiten z. —
2. Geld, Besitz z. Geld, B esitz habgierig an sich
bringen: er kann nicht genug Geld z.
—
8. etw.
raffen (3.2): beim Treppensteigen mußte sie das
lange Kleid z.
—
4. u m g . sich zusammennehmen
(1.2)v-ranfen, sieb fVb.f scherzh . sich mit jmdm.
z. mit jmdm. nach anfänglichen Auseinander
setzungen, Reibereien Übereinstimmung, Harmo nie
erreichen: die jungen Eheleute müssen sich erst z.;
-r e chnen fVb.f etw. addieren; -reimen /Vb./ sich
etw. z. sich den Sinn, Zusammenhang von etw. aus
einzelnen Informationen erklären: man kann sich
den Hergang aus seinen Andeutungen z.; -reißen,
sich /F 6.; hat/ umg. sich zusammennehmen (1.2);
- r ollen fVb.; hat/ etw. durch Rollen (3) Zusammen
legen (1): den Teppich z.; -rotten, sich, rottete sieh
zusammen, hat sich zusammengerottet (spontan in
aufrührerischer Absicht) eine (Art von) Rotte bilden:
Jugendlichehattensich zusammengerottet;-rücken
fVb.f 1. Dinge dicht nebeneinander an einen Platz
rücken (hat): Tische z, — 2 . näher aneinander
rücken (ist): enger z.; -rufen /Vb./ eine bestimmte
Gruppe von Personen zu einer Zusammenkunft
auffordern: seine Mitarbeiter z.;
- s a cken fVb.; ist/
um g. 1 .1 . zusammenbrechen (3*): plötzlich sackte er
zusammen 1.2. einstürzen: das Haus sackte (in sich)
zusammen; -schießen/Vb.; h a t/1.1 . etw. durch Be
schuß (völlig) zerstören:das Dorf wurde in den letzten
Kriegstagen zusammengeschossen 1 .2 . Menschen
z. auf Menschen schießen u nd sie (bis auf wenige
Ausnahmen) töten: die Kompanie wurde bei dem
Sturmangriff zusammengesehossen; -schlagen / Vb./
1. (hat) die H acken z. (50 heftig gegeneinander bewe
gen, daß sie sichgeräuschvollberühren) —2 . um g.etw .
zerschlagen (1.1) (hat):erhat vor Wut die halbe Ein
richtung zusammengeschlagen — 3 . jmdn. so brutal
schlagen, daß er zusammenbricht (hat): Rowdys
hatten ihn zusammengeschlagen — 4 . (ist) die
Wellen schlugen über dem Schiff, ihm zusammen
(begruben das Schiff, ihn unter sich) — 5 . etw. Zu
sammenlegen (1 ) (hat): ein Tuch z.;
-f* die /
Hände überm Kopf z.; -schließen fVb.f 1. zwei od.
mehrere Dinge m i t einem Schloß aneinanderketten:
zwei Fahrräder z.
—
2. sich (organisatorisch)
verbinden (6): die beiden Gemeinden, Betriebe
haben sich zusammengeschlossen; -Schluß, der jzu
-s chließen 2/; -schmelzen / Vb./ 1. (ist) 1.1 . der
Schnee ist sehr zusammengeschmolzen (ein großer
Teil des Schnees ist geschmolzen) 1.2 . unsere Vorräte
sind zusammengeschmolzen (haben stark ab
genommen) — 2 . Metalle durch 2Schmelzen m i t
einander verbinden (hat): Metalle zu einer Legie
rung z.; -schnüren /Vb.; hat/ etw. mit Hilfe einer
Schnur zusammenbinden: Zeitungen zu einem
Bündel z.; O Angst schnürte mir das Herz zu
sammen; -schreiben fVb.j 1 . zwei od. mehrere
Wörter in einem Wort schreiben: ,so daß4wird nicht
zusammengeschrieben —.
2. etw. aus anderen
Schriftstücken, Büchern entnehmen und zu einem
neuen Text zusammenstellen: er hat die Arbeit aus
den verschiedensten Quellen zusammengeschrieben
—
3 . u m g . etw. oberflächlich, flüchtig niederschrei
ben: einen Bericht in Eile z.; zu 1 -Schreibung, die;
-e n; -schrumpfen jVb.j 1. stark schrumpfen (1):
das Fleisch ist beim Braten sehr zusammenge
schrumpft — 2 . seine Ersparnisse schrumpften
immer mehr zusammen (schrumpften 2 immer mehr);
- s chweißen fVb.f etw. durch Schweißen miteinander
verbinden: Schienen, Rohre z.; <0> dieses Erlebnis
hat die Gruppe enger zusammengeschweißt; -sein
fVb.; ist zusammengewesen; Präs. u. Prät.: / zu
sammen 2/; -sein, das: zu einem gemütlichen Z.
(Beisammensein) einladen; -setzen fVb.f 1. Einzel
teile zu einem Ganzen zusammenfügen: Steine zu
einem Mosaik z. — 2. etw. setzt sich aus etw., aus
Personen zusammen etw. besteht aus mehreren
Teilen, Personen: das Gerät setzt sich aus vielen
Teilen zusammen; die Delegation war aus Wissen
schaftlern verschiedener Disziplinen zusammen
gesetzt; Sprach wiss. ein zusammengesetztes
Wort (Kompositum) — 3 . sich z. 3 .1 . sich (dicht)
nebeneinander hinsetzen: die beiden hatten sich im
Konzert zusammengesetzt 3.2 . sich treffen, um zu
sammenzusitzen und etw. zu beraten, zu klären, sich
zu unterhalten: wir müssen uns (bald wieder) ein
mal z.; -Setzung, die; -en 1. das Zusammensetzen
(1)
2. Art, in der sich etw. aus etw., aus Per
sonen zusammensetzt: die Z. eines Stoffes; die so
ziale Z. der Bevölkerung; die Mannschaft spielt in
folgenderZ.: . . .
—
3. Sprachwiss. Kompositum;
- sinken fVb.f 1. zu Boden sinken: sie ist ohn
zusammensitzen — Zuschlag
1391
mächtig zusammengesunken — 2 .1 . die Stabilität
einbüßen und sich (teilweise) senken (1.1 .2): das
Dach, der Kuchen war (in sich) zusammengesun
ken 2.2 . er saß zusammengesunken (völlig er
schlafft, gebückt) auf dem Stuhl; -sitzen fVb.f 1.1 . in
einer Gruppe od. z u zweit in geselliger Weise sitzen:
in angeregtem Gespräch z. 1 .2 . wir saßen im Kino
zusammen (hatten nebeneinanderliegende P lä tz e );
- spiel, das fo. Pl.f 1. das Zusammenwirken, Aufein-
andereingehen der Spieler einer M annschaft: durch
ihr gutes Z. errang die Mannschaft den Sieg —2 . das
Z. (aufeinander abgestimmte Reagieren) der Mus
keln; -stauchen fVb.j 1. etw. stauchen — 2. salopp
jmdn. energisch zurechtweisen: er hat ihn w egen
dieses Vorkommnisses ordentlich zusam m enge
staucht; -stecken fsw. Vb.f 1. etw. mit etw. bes.
durch Nadeln, Klammern verbinden: die einzelnen
Stoffteile für die Anprobe mit Stecknadeln z.
—
2. u m g . (heimlich) Zusammensein: die beiden stek-
ken täglich zusammen; + die / Köpfe z.;
- stehen /Vb.f 1. beieinanderstehen: in Gruppen z.
—
2. wir wollen immer z. (Zusammenhalten 1.3);
- stellen fVb.f 1. Dinge dicht nebeneinander an einen
Platz stellen: Stühle, Tische z. — 2 . etw. z. die ein-
zelnen Teile für ein i n sich geschlossenes Ganzes
auswählen und festlegen: eine Stadtrundfahrt,
Reise, Sendung z.; das Menü war gut zusammen-
estellt; dazu -Stellung, die; -,
-en 1. fvorw. Sg.f
as Zusammenstellen (2): die Z. einer Reiseroute —
2. geordnete Übersicht: eineZ. der wichtigsten Fak
ten; -stoß, der 1. das Zusammenstößen (1): der Z.
von zwei Zügen — 2 . heftige (tätliche) Auseinander
setzung, Streit: es kam zu einem Z. zwischen den
Randalierern und der Polizei; -stoßen jVb.; ist/ 1.
beim Fahren, Gehen gegeneinander geraten: die beiden
Autos stießen frontal zusammen; in der Tür wären
wir fast zusammengestoßen — 2 . er ist mit seinem
Vorgesetzten heftig zusammengestoßen (in eine hef
tige Auseinandersetzung 2.2 geraten) — 8 . zwei,
mehrere Dinge stoßen zusammen zwei, mehrere
Dinge treffen sich in, an einem Punkt, grenzen anein
ander : diese Linien stoßen in einem Punkt zusam
men; die beiden Grundstücke stoßen zusammen;
- strömen fVb.j in großer Menge herbeiströmen, zu
sammenlaufen (1): M enschenmengen waren im
Stadion zusammengeströmt; -stürzen fVb.j zusam
menbrechen (1), einstürzen: das Haus ist beim Erd
beben zusammengestürzt; -suchen fVb.f einzelne
Dinge od. die Teile von etw., d ie m.an braucht, durch
Suchen zusammenbringen: er mußte die Nägel erst
z . ; -tragen fVb.f mehrere Dinge von verschiedenen
Stellen an eine Stelle bringen und anhäufen (1.1):
Holz für den Winter z . ; <0 Material für einen Vortrag
z .; -treffen fyb.f 1. einander treffen (4.1, 4 .2): wir
trafen unverhofft in der Stadt zusammen; wenn
ich mit ihm zusammentreffe, werde ich ...
—
2 . etw. geschieht gleichzeitig m it etw. anderem: die
Ereignisse trafen so unglücklich zusammen, daß ...;
- treten / Vb.; ist/: die Volkskammer tritt morgen
zusammen (die Mitglieder der Volkskammer kom
men in einer Sitzung zu einem bestimmten Zweck zu
sammen) ;-tromm eln/Vb.f umg .: Menschen z. (Men
schen zusammenrufen); -tun, sich jVb.f umg. sich
mit jmdm. z. seine Aktionen mit jmds. Aktionen koor
dinieren, um etw. gemeinsam zu bewältigen: wir wollen
uns zu gemeinsamer Arbeit z.; die beiden haben
sieh gegen uns zusammengetan; -wachsen Ist. Vb.f
sich durch S a ch s e n (1) (wieder) vereinigen: seine
Augenbrauen sind über der Nase zusammenge
wachsen; die gebrochenen Knochen sind gut zu
sammengewachsen; -wirken fVb.f gemeinsam für
die Lösung eines Problems wirken: bei einem Projekt
z.; das Zusammenwirken aller Mitarbeiter bei diesem
Projekt; -zählen fVb.f etw. addieren; -ziehen fVb.f
1. (hat) 1.1 . das Loch im Strumpf nur mit einem
Faden z. (die Ränder des Lochs zusammennähen) 1.2 .
ein Muskel zieht sich zusammen (verkürzt sich vor
übergehend durch Anspannung) — 2 . (hat) ein U n
wetter, Gewitter zieht sich (am Himmel) zusammen
(entwickelt sich drohend und unheilvoll wirkend) — 8 .
(hat) Truppen z. (Truppen an einem Ort konzentrie
ren) — 4 . etw. addieren (hat):die einzelnen Posten z.
—
5, m it jmdm. eine gemeinsame Wohnung beziehen
(ist): er ist mit seinem Freund zusammengezogen;
- zimm ern fVb.f etw. schnell, flüchtig, oberflächlich
aus einzelnen Teilen zimmern: ein Regal z.; -zucken
jVb.; ist/ vor Schreck eine ruckartige Bewegung
machen: als es klingelte, zuckte er unwillkürlich
zusammen
Zusatz, der; -es, Zusätze 1. fo. Pl.f das Zusetzen (1):
Wasser durch Z. von Soda enthärten — 2. etw.,
das einer Sache zugesetzt worden ist, wird: ein Ge
tränk mit einem Z. von Kohlensäure — 8 . Er
gänzung (2), Nachtrag:der Vertrag hat noch einen Z.
Zusatz gerät, das ein Gerät ergänzendes Teil, Gerät
zusätzlich fA dj.f über bereits Vorhandenes, B e
stehendes hinausgehend: zusätzliche Arbeit, 'Ko
sten; etw. z. übernehmen
Zusatz | »rentenYersicherung, die im Rahmen der
Sozialversicherung der DDR zusätzlich abzuschlie
ßende freiwillige Rentenversicherung; -Studium, das
Studium, das zusätzlich zu einem bereits abgeschlos
senen Studium absolviert wird und dieses ergänzt
zu/Zu| -schänden fA dv .; in den Verbindungen/ etw.
z. machen etw. zunichte machen: das hat seine
Hoffnungen, die ganze Arbeit z. gemacht; etw.
wird z. etw. wird zunichte: alle seine Ideale wurden
z.; -schanzen fsw. Vb.; hat/ umg. jmdm. etw. zu
schieben (2): jmdm. eine Stellung z.; -schauen fVb.f
(jmdm.) bei etw. Zusehen (1);d a zu -schauer, der; -s, -
1.1 . jmd., der bei etw. zusieht (1): er wollte keine Z.
bei dieser Arbeit haben 1.2 . Besucher einer Veran
staltung, bei der es vor allem etw. zu sehen gibt: die
Zuschauer verfolgten die W ettkämpfe voller Span
nung ; - schaufeln / Vb.f etw. durch Schaufeln mit Erde
zuschütten: das Grab, den Graben für das K abel z . ;
- s chicken fVb.f jmdm. etw. schicken (LI): jmdm.
eine Nachricht, Einladung z.;
- s chieben fVb.f 1.
einen K a sten z. (durch Schieben 1.1 schließen) — 2 .
jmdm. etw. z. jmdm. etw. (heimlich) zukommen, z u
teil werden lassen, worauf er eigentlich keinen A n
spruch hat: sich gegenseitig Aufträge z. — 8. jmdm.
die Schuld (an etw.) z. (die Schuld an etw. auf jmdn.
schieben, jmdm . geben); -schießen fV b.j 1. (hat)
jmdm. den Ball z. (den Ball in Richtung auf jmdn.
schießen, ihm den B all Zuspielen 1.1) — 2 . auf jmdn.,
etw. z. sich schnell in Richtung auf jmdn., etw. be
wegen (ist): das B o ot schoß auf die Wendemarke
zu - B. umg. Geld zu etw. z. Geld zu etw., dasdie
Betreffenden nicht allein finanzieren können, dazu
geben (hat): Geld aus öffentlichen Mitteln z.; seine
Eltern haben zum Kauf des Autos zugeschossen;
-s chlag, der 1. über eine Geldsumme, einen Preis
hinaus zu zahlender Betrag: für die Benutzung
1392
Zuschlägen — Zustand
eines D-Zuges muß ein Z. gezahlt werden —
2, d as Zuerteilen des ersteigerten Gegenstandes an
den Meistbietenden durch einen Schlag mit einem
Hammer: er blieb Meistbietender und erhielt den
Z.; -schlagen jVb.j 1.1. etw. zuwerfen (1), daß es
knallt (hat): die Tür hinter sieh z.; der Wind
schlug das Fenster zu; das Buch z. (zuklappen)
1.2 . etw. fällt m it Schwung laut zu (ist): die Tür
schlug hinter mir zu — 2 . auf, gegen etw., jmdn.
schlagen (hat): er schlug mit der Faust, mit einem
Knüppel zu; er h at rücksichtslos zugeschlagen —
3. jmdm. etw. durch gerichtlichen Beschluß, bei
öffentlichen Versteigerungen durch einen Schlag m it
einem Hammer als Eigentum zusprechen (hat): man
hat ihm das Grundstück, die Münze zugeschlagen
—
4. einen zusätzlichen Betrag auf eine Ware auf-
schlagen (hat): die Transportkosten werden dem
Endverbraucherpreis zugeschlag en
Zuschlag/zuschlag (mit * auch Zuschlags/zu-
schlags|)| *-karte, die zusätzlich zur Fahrkarte zu
lösende Karte für einen Zuschlag, bes. für die B e
nutzung von Expreß- und D-Zügen; *-pflichtig
/A d j.; nicht ad v.f: ein zuschlagpflichtiger (nur mit
einer Zuschlagkarte zu benutzender) Zug; -Stoff, der
1. B a u w . Stoff, bes. zerkleinertes Gestein, der zusam
men m it Bindemittel und Wasser zur Herstellung
von Beton dient — 2. Techn. Flußmittel (2)
zu/Zu| -schließen jVb.j etw. z. das Schloß von etw.
so betätigen, d aß es nicht geöffnet'werden kann: die
Tür war zugeschlossen; -schnallen jVb.j etw. m it
einer Schnalle schließen: den Rucksack z . ; -schnap
pen jVb .j 1. ins Schloß fallen, einrasten (ist): die
Tür ist hinter mir zugeschnappt — 2 . mit dem
M aul, Schnabel nach etw., jmdm. schnappen (hat):
der H und hat plötzlich zugeschnappt; -schneiden
/ Vb.j 1.1. etw., das Material für etw. mit einem
Schneidwerkzeug in bestimmte M aße, in die gewünsch
te Form bringen: Bretter für einen Schuppen z.;
Tapeten z. 1 .2 . ein Kleid z. (die einzelnen Teile für
ein Kleid meist nach einem Schnittmuster aus einer
Stoffbahn schneiden) — 2 . etw. ist auf etw., jmdn.
zugeschnitten etw. ist einer Sache, jmdm. an
gepaßt (2): das Programm war auf Vorschulkinder
zugeschnitten; -schneien jVb.; ist/ mit Schnee be
deckt werden: der Eingang war ganz zugeschneit;
-s chnitt, der 1. jo. Pl.j das Zuschneiden (1): der Z.
von Blechen, eines Mantels — 2 .1. Art und Weise
des Schnitts (5), bes. von Kleidung: der moderne
Z. des Anzugs 2.2 . Aufteilung, bes. von Räumen,
nach Form und M a ß : der Z. einer Neubauwohnung
2.8 . jo. Pl.j eine Kollektion von internationalem
Z. (Format 2, Charakter 3); -schnüren jVb.; hat/
etw. verschnüren: ein Pak et mit Bindfaden z.; die
Schnürsenkel z. (zubinden); -schranken jVb.f etw.
durch Schrauben (3) schließen: die Flasche, Ofen
tür z.; -schreiben jVb.j etw. einer Sache, jmdm,
z. die Ursache für etw. in etw., jmds. Tun, Verhal
ten sehen, finden, erkennen: es ist seinem Unge
schick zuzuschreiben, daß er gestürzt ist; diesen
Mißerfolg hast du dir selbst zuzuschreiben (daran
bist du selbst schuld); einem Ereignis keine B e
deutung z. (es für bedeutungslos halten); -Schrift,
die schriftliche A ntw ort a uf eine Veröffentlichung:
die Redaktion erhielt eine Flut von Zuschriften zu
diesem Artikel, dieser Annonce; -schulden /in der
Verbindung! sich etw. z. kommen lassen (etw. Ge
setzwidriges tun, sich schuldhaft verhalten); -schuß,
der jPl. -s chüsse/ finanzielle Unterstützung für eine
Person, für die Finanzierung einer Sache: der B e
trieb arbeitet mit staatlichen Zuschüssen; einen
Z. beantragen, bewilligen, erhalten; -schustern
/sw. Vb.; hat/ umg . 1 . Geld zusetzen: bei diesem
Geschäft hat er nur zugeschustert — 2 . jmdm.
etw. zuschieben (2); -schütten /V b./ etw. m it Erd e,
Sand, Steinen, Schutt füllen: einen Graben, eine
Schlucht z.;
-s ehen /Vb./ 1. jmdm., einer Sache
z. sich jmds. Tätigkeit, den Verlauf von etw. bes.
aus Interesse, Neugier ansehen: Kindern beim
Spielen z .; O ich kann nicht länger z. (untätig mit
ansehen), wie er sich quält — 2 . sich bemühen, etw.
Bestimmtes zu erreichen: ich muß z., wie ich damit
fertig werde; sieh zu, daß du nicht so spät kommst!;
-f- umg. z., wo man bleibt (wissen, wie man am
besten Vorteile gewinnen k ann); -sehends /Adv./ er
kennbar schnell, rasch: er erholte sich nach der
Operation z.; es wurde z. dunkler; -sein / V b ist
zugewesen; Präs. u. Prät.: / 3zu 2/ umg.; -sen
den, sandte zu, auch sendete zu, hat zugesandt,
auch zugesendet jmdm. etw. schicken (1.1): jmdm.
eine Nachricht z.; -setzen / Vb.; hat/ 1. einer Sache
etw. beimengen: dem W ein Zucker z. — 2 . jmdm.
(mit etw.) z. jmdn. (mit etw.) bedrängen (2): er setzte
mir (mit seinen Fragen) sehr zu; etw. setzt jmdm.
zu: die Hitze, dieses Klima hat uns zugesetzt
(Beschwerden bereitet, is t uns lästig geworden) —
3. u m g . bei etw. zusätzlich Geld investieren müssen
(statt Gewinn zu erzielen): bei diesem Geschäft hat
er bisher nur zugesetzt, alle seine Ersparnisse z.
müssen; O nichts zuzusetzen haben (so mager 2
sein, daß keine Kraftreserven vorhanden sind);
-sichern jVb.j jmdm. die Erfüllung einer Forderung,
eines Wunsches als sicher versprechen (1): jmdm.
Unterstützung, Verschwiegenheit z.;
-sperren
jVb.f landsch., bes. süddt. österr. etw. ver
schließen (1); -spielen jVb.j 1.1. jmdm. den Ball z.
(den B all zu einem Spieler der eigenen Mannschaft
werfen, schießen) 1.2 . jmdm. etw. z. jmdm. etw.
geschickt (wie zufällig) zukommen (4) lassen: kannst
du ihm die Nachricht z.?; + jmdm., sich die /
Bälle z .; -spitzen jVb.j 1.1 . etw., bes. ein Stück Holz,
mit einer Spitze versehen: Pfähle z. 1 .2 . etw. spitzt
sich zu etw. läuft in einer Richtung spitz zu: der
Obelisk spitzt sich nach oben zu — 2 .1 . aggressive
Kräfte spitzen die Lage, Situation zu (verschlim
mern sie) 2.2 . etw. spitzt sich zu: der Konflikt hat
sich zugespitzt (hat sich verschlimmert); -sprechen
/ Vb.j 1.1 . jmdm. in bestimmter Weise z. zu jmdm. in
bestimmter Weise sprechen, um auf ihn einzuwirken:
jmdm. gut, freundlich, beruhigend z. 1 .2 . jmdm.
Mut, Hoffnung, Trost z. (jmdm. mit Worten Mut,
Hoffnung machen, Trost spenden) — 2 . jmdm.
jmdn. , etw. z. durch gerichtlichen Beschluß jmds.
Anspruch auf jmdn., etw. anerkennen: das Kind
wurde bei der Scheidung der Mutter zugesprochen;
das Gericht sprach ihm mildernde Umstände zu
(erkannte bei ihm mildernde Umstände an) —
3. dem Essen, Trinken z. (mit Appetit essen, trin
ken); -Spruch, der jo. P l.j 1. ermutigende, tröstende
Worte: der tröstende Z. ta t ihm in seinem Schmerz
wohl — 2. etw., jmd. hat, findet Z. etw., jmd. hat
Zulauf: das Theaterstück, die neue Gaststätte hat,
findet viel Z.
Zustand, der 1.1 . jo. Pl.j 1.1 .1 . der Z. von etw.,
jmdm. die Beschaffenheit von etw., von jmds. Physis,
zustande — zutreiben
1393
Psyche zu einem bestimmten Zeitpunkt, während
einer bestimmten Dauer (hinsichtlich eines bestimm
ten Gesichtspunktes): der bauliche Z. eines Hauses;
jmds. körperlicher, geistiger, psychischer Z.; sein
Z. (Gesundheitszustand) hat sich gebessert; etw. ist
seit langem in unverändertem Z. (ist seit langem
unverändert) 1.1 .2 . das Haus ist in baufälligem Z.
(ist baufällig); er ist in angetrunkenem Z. (ist an
getrunken) 1.1 .3 . der feste, flüssige, gasförmige Z.
(Aggregatzustand) eines Stoffes, Körpers 1.2 . jvorw.
PL/ Situation (1.2), bestehende Verhältnisse (II.1 .2 ,
2) zu einem bestimmten Zeitpunkt, während einer
bestimmten D a u er: die sozialen, gesellschaftlichen
Zustände in einem Land; die sanitären Zustände in
einem Krankenhaus; das sind unhaltbare Zu
stände — 2 . /nur im PL; in den Verbindungen/
umg. Zustände haben, bekommen, kriegen (auf
etw. nervös, heftig reagieren)
zustande /A dv.; in den Verbindungen/ etw. z. brin
gen (etw. bewerkstelligen, erreichen); etw . k o m m t z.
(etw. w ird erreicht, gelingt)
zu/Zu| -ständig \Adj.; nicht adv./ befugt, berechtigt
zur Ausübung einer bestimmten Tätigkeit, Wahr
nehmung bestimmter Aufgaben: den Antrag bei der
zuständigen Stelle einreichen; für einen Bereich z.
sein; dazu -ständigkeit, die; -,
-en /vorw. Sg./;
- statten /Adv.; in der Verbindung/ etw. kommt
jmdm. z. (etw. nützt jmdm., ist jmdm. von Vorteil,
kommt jmdm. gelegen); -stecken jsw. Vb.j jmdm.
heimlich etw. schenken, geben: die Mutter steckte
ihm einen Geldschein zu; -stehen /Vb./ etw. kommt
jmdm. zu: es steht mir nicht zu, darüber zu ur
teilen; ihm stehen 23 Tage Urlaub zu; man hatte
dem Kind zu viele Freiheiten zugestanden (ein
geräumt); -steigen /V b./ ein Verkehrsmittel an
einer zwischen seinem Ausgangs- und Endpunkt
liegenden Haltestelle (als Fahrgast) besteigen: in M
steigen meistens viele Reisende zu; -stellen /Vb.j
1. etw. z. eine Öffnung mit Gegenständen verstellen:
die Tür mit einem Schrank z. — 2.1. Post z. (dem
Adressaten bringen, austragen) 2.2 . jmdm. etw.
(durch die Post) schicken (LI): die Rechnung wird
uns zugestellt; -steuern / Vb./ 1 . umg. (hat, ist) er
steuerte auf den Ausgang zu (ging zielstrebig auf den
Ausgang zu) — 2 . etw., bes. Geld, zuschießen (3) (hat):
seine Eltern hatten zu dem Kauf des Autos einen
größeren Betrag zugesteuert; -stimmen /Vb./
1.1 . jmdm. z. zu erkennen geben, daß man jmds.
Meinung, A nsicht teilt, m it jmdm. übereinstimmen:
was dies betrifft, stimme ich dir zu; er nickte mir
zustimmend zu 1.2 . einer Sache z. mit etw. ein
verstanden sein, etw. billigen: die meisten stimmten
seinem Vorschlag zu; zu 1.2 -Stimmung, die: etw.
findet jmds. Z. (jmd. stimmt einer Sache zu); -stöp
seln /Vb./i eine Flasche z. (mit einem Stöpsel 1
schließen); -stoßen /Vb./ 1 . etw. durch einen Stoß
schließen (hat): die Tür (mit dem Fuß, Ellenbogen)
z.
—
2. m it etw. z. einen spitzen Gegenstand in
Richtung auf jmdn., etw. bewegen, um ihn, es zu
stoßen, stechen (hat): er hat mit dem Messer zuge
stoßen — 3 . jmdm. stößt etw. zu jmdm. wider
fährt, pa ssiert etw. Unangenehmes (ist): er müßte
längst da sein, hoffentlich ist ihm nichts zuge
stoßen; mir ist ein kleines Mißgeschick zugestoßen;
- ström, der jo. PL; zu -strömen/: der Z. kalter
Luftmassen, von Schaulustigen riß nicht ab; das
Land hat einen großen Z. an Touristen; -strömen
/Vb./ sich in großen Mengen in Richtung auf etw.
bewegen: die zuströmenden Luftmassen; die der
Elbe zuströmenden (zufließenden) Nebenflüsse;
Menschenmengen strömten dem Stadion zu;
- stürzen /Vb.; ist/ auf jmdn. z. sich sehr schnell in
Richtung auf jmdn. zu bewegen: er kam auf uns zu
gestürzt, um uns die Neuigkeit mitzuteilen;
- stutzen /Vb./ etw. durch Stutzen (I) auf das ge
wünschte M aß, in die gewünschte Form bringen:
kugelig zugestutzte Bäume; -tage /Adv.; in den
Verbindungen/ etw. z. fördern (ans Licht, zum Vor
schein bringen); die Untersuchung hat nichts z. ge
bracht (aufgedeckt 4.1); z. kommen, treten (<auf-
gedeckt 4.1 werden); offen z. liegen (leicht zu er
kennen sein); -tat, die 1.1 . fvorw. P L/ Bestandteil
für die Herstellung eines Lebens-, Genußmittels: die
Soße ist aus den besten Zutaten bereitet 1.2 . /nur
im PL/ alle Dinge außer dem Stoff, die zur Anferti
gung eines Kleidungsstückes notwendig sind : für die
Knöpfe, das Futter und andere Zutaten berechnete
der Schneider zwanzig Mark; -teil /A d j.;in den Ver
bindungen/ jmdm. wird etw. z. jmdm . wird etw. zuer
kannt: ihm ist eine große Ehre z. geworden; jmdm.,
einer Sache etw. z. werden lassen (veranlassen od.
bewirken, daß jmdm ., einer Sache etw. zuerkannt
wird); -teilen /Vb./ 1 .1 . jmdm. etw., jmdn. z. fest
legen, daß jmd. etw., jmdn. (zu-seiner Verfügung)
erhält: die Aufgaben wurden den einzelnen Mit
arbeitern zugeteilt 1.2 . jmdni. etw. z. jmdm. von
etw. ein bestimmtes Quantum gewähren und geben:
im Krieg wurden die Lebensmittel zugeteilt; jeder
bekam seine Portion zugeteilt; dazu -teilung, die 1.
das Zuteilen (1.2): die Z. von Waren — 2 . zugeteilte
Menge; -tiefst /Adv./: z. (aufs tiefste) von etw. beein
druckt, ergriffen, überzeugt sein; etw. z. bedauern;
-tragen \ Vb./ 1. jmdm. etw. z. etw. zu jmdm. tragen
(1), um ihn dadurch (in seiner Arbeit) zu unterstützen:
er trug dem Maurer die Ziegel zu — 2 . jmdm. etw.
z. jmdm. etw. hinterbringen (II): mir ist zugetragen
worden, du hättest ...
—
3. etw. hat sich zuge
tragen etw. hat sich ereignet: wie hat sich das zu-
geträgen?; der Unfall hat sich an dieser Stelle zu
getragen; zu 2 -träger, der; -träglieh /Adj.; nicht
a d v./ der Gesundheit förderlich, bekömmlich: ein e
fettreiche Ernährung ist nicht z.; zuträgliche
Kost; -trauen /Vb./ jmdm. etw. z. annehmen, daß
jmd. zu etw. fähig, imstande ist: hättest du ihm eine
solche Tat zugetraut?ich habe dir einen besseren
Geschmack zugetraut (habe angenommen, daß du
einen besseren Geschmack hast); sich etw. z .: er
traut sich nichts zu (hat kein Selbstvertrauen);
- trauen, das; -s, jo. PL/ Vertrauen: zu jmdm. viel,
kein Z. haben; das Kind gewann allmählich Z. zu
ihm; -traulich /A dj./ voller Zutrauen: das Tier war
so z. (wenig scheu), daß es aus der Hand fraß;
- treffen / Vb.; hat/ 1. etw. trifft zu etw. ist so richtig,
entspricht so dem Sachverhalt: seine B ehauptung
hat nicht zugetroffen; er hat die Situation zu
treffend gekennzeichnet; /auf Formularen/ Zu
treffendes unterstreichen — 2 . etw. trifft auf, für
jmdn., etw. zu etw. entspricht jmdm., einer Sache,
ist für jmdn., etw. anzuwenden: der Vergleich
trifft auf, für diesen Fall nicht zu; das trifft für
alle Mitarbeiter zu (betrifft alle Mitarbeiter); -trei
ben /Vb.f 1.1 . etw. einer Sache, jmdm. z. etw., bes.
ein Tier, in Richtung auf etw., jmdn. treiben (1.1.1)
(hat): das Vieh der Tränke z .; der Wind trieb die
1394
zutreten — zuzwinkern
Rauchschwaden auf das Dorf zu 1.2 . etw. treibt auf
etw., jmdn. zu etw. treibt (1.4 .2) in Richtung auf
etw., jmdn. (ist):das Boot trieb aufs offene Meer zu;
-treten /V b./1 . (ist) auf jmdn., etw. z. (auf jmdn.,
etw. m it einigen Schritten zugehen) — 2 . gezielt nach
jmdm., einem Tier treten (3.2) (hat): ich trat zu, als
der Hund mich ansprang; -trinken /Vb»/i jmdm. z.
(sich mit gefülltem, erhobenem Glas zu jmdm. hin-
wenden und auf ihn trinken); -tritt, der fo. PI ./
1. das Hineingehen in etw., das Betreten von etw.: Z.
verboten!; kein Z .!; freien, ungehinderten Z. zu
etw. haben — 2 . die durch Z. (Hinzutreten) von
Sauerstoff erfolgende Verbrennung; -tun /Vb.; /
auch zugetan/: die schwere Eisentür tat sich hinter
uns zu (schloß sich hinter uns); verhüll, die Augen
für immer z. (sterben); + kein / Auge z.; -tun,
das /in den Verbindungen/ durch, mit, ohne jmds.
Z. (Hilfe, Unterstützung): durch dein freundliches
Z. gelang es mir ...; ohne jmds. Z .: die Entschei
dung fiel ohne unser Z. (unsere Mitwirkung);
-u ngunsten /Präp. m it Gen./ zu jmds. Nachteil: der
Staatsanwalt hat die Kassation des Urteils z. des
Angeklagten beantragt; -unterst fAdv.f in einem
Stapel, Haufen (1) ganz unten: der Schlafanzug lag
z. im Koffer; + das Oberste z. kehren; -ver
lässig lAdj.f 1.1. ein zuverlässiger Kollege (ein
Kollege, von dem man glauben kann, daß er sich in
der erwarteten, korrekten Weise verhält); ein z. (ein
wandfrei) funktionierendes Gerät 1.2 . verbürgt
(1.2): etw. aus zuverlässiger Quelle haben; dazu
- verlässigkeit, die; -, fo. P I ./
Zuversicht, die;
fo. Pl.f festes Vertrauen, feste
Hoffnung, daß etw. von der Zukunft erwartetes Gutes
eintritt: voller Z. in die Zukunft schauen; voller Z.
sein; d a m zuversichtlich fA dj.f
zu| -viel [indekl. Indef.pron.f mehr als nötig, als an
gemessen, als zuträglich: z. (Fleisch) essen; das
wäre z. verlangt; besser, lieber z. als zuwenig;
+ dasistz.des/ Guten,desGutenz.;z. des/
Guten, des Guten z. tun; -vor /Adv,f vorher: ich
habe ihn zwei Tage z* noch gesprochen; nie z. hatte
ich so etwas erlebt; z. muß ich noch etwas erledigen
zuvor/Zuvor | -kommen fVb.; /* auch -kommend/
1.1 . jmdm. z. bei etw. (zu seinem Vorteil) schneller
als ein anderer sein: mit seinem Angebot anderen
z. 1 .2 . allen Gerüchten z. (rechtzeitig begegnen 4);
-kommend fAdj.; / auch -kommen/ anderen
gegenüber freundlich, höflich und jmdm. Aufmerk
samkeiten erweisend: jmdn. z . behandeln; z. sein;
eine zuvorkommende Bedienung; dazu -kommen-
heit, die; -, jo. Pl.f
Zu/zu| -wachs, der; -es, jo. Pl.f Zunahme, das An
wachsen (2): der jährliche Z. der Bevölkerung in
diesem Land; der Z. an Arbeitsproduktivität, des
Nationaleinkommens; scherzh. Z. (ein Kind) er
warten, bekommen1; der Mantel ist auf Z. be
rechnet (ist jetzt noch zu groß, weil er bei künftigem
Wachstum auch noch getragen werden soll); -wach
sen /st. Vb.f 1.1 . überwuchert werden: dieser W ald
weg ist allmählich zugewachsen 1.2 . eine Wunde
wächst zu (verheilt) — 2 . jmdm. fällt etw. zu (2.2):
der Jugend wachsen in der Zukunft große Auf
gaben zu; -wachsrate, die W irtsch . Kennziffer,
die den Anstieg von etw., bes. der Produktion, in
einem bestimmten Zeitraum ausdrückt; -wege /Adv.;
in den Verbindungen/ etw. z. bringen (etw. zustande
bringen); mit etw. z. kommen (mit etw. zurecht
kommen 1); -wellen /Adv./ gelegentlich (1.2): ich
treffe ihn z.; z. besucht er uns; -weisen fVb.f jmdm.
etw., jmdn. z. festlegen, daß jmd. (bei einer Auf
teilung) etw., jmdn. erhält: jmdm. eine Arbeit, Mit
arbeiterin z .; die uns zugewiesene Neubauwohnung
wird im dritten Quartal bezugsfertig; dazu -Wei
sung, die; -wenden jVb.j 1. sich, etw. jmdm., einer
Sache z.sich, etw. in Richtung auf jmdn., etvj. wen
den (2.2), sich zu jmdm., etw. hinwenden: er wendete,
wandte sich, sein Gesicht mir zu; er wandte sich
dem Ausgang zu — 2i sich einer (anderen) Sache z.
beginnen, sich m it einer (anderen) Sache zu be
schäftigen: sich einem anderen Thema, wieder
seiner Arbeit z. — 3 . /wendete zu, hat zugewendet/
jmdm. etw. z. jmdm. etw., bes. Geld, zukommen (4)
lassen: er hat dieser Frau über Jahre Geld zu
gewendet; jmdm. seine Aufmerksamkeit, ganze
Liebe z . ; zu 3 -W endung, die zugewendete Geldsumme:
eine einmalige Z. in Höhe von ...; -wenig /indekl.
Indef.pron./ weniger als nötig, als angemessen, als
zuträglich: das Essen war z. gewürzt; davon weiß
er z.;
- werfen /Vb.j 1. etw. m it kräftigem Schwung
schließen: er warf die Tür hinter sich zu — 2 . jmdm.
etw. z. etw. in Richtung auf jmdn. werfen, jmdm.
etw. hinwerfen: jmdm. den Ball z.; einem Ertrin
kenden den Rettungsring z.; O jmdm. einen
strafenden, liebevollen Blick z.;
-f- jmdm., sich
die / Bälle z.; wider /Adv./ 1. jmdm. z. sein,
werden (jmdm. unangenehm, widerwärtig sein, wer
den) — 2 . etw. ist jmdm., einer Sache z. (etw. steht
jmdm ., einer Sache entgegen); 2-wider /Präp. mit
Bat,; dem Nomen nachgestellt/ 2entgegen: aller Ver
nunft z. ging er auf den Vorschlag ein
zuw!der| -handeln /V b./ einer Sache z. gegen etw.,
bes. ein Verbot, eine Anordnung, verstoßen: einem
Gesetz, Anordnungen z.;
- laufen /Vb.; ist/ etw.
läuft einer Sache zuwider etw. steht im Gegensatz zu
etw.: es läuft aller Erfahrung, seiner Absicht zu
wider, wenn du ...
zu| -winken /Vb.j jmdm. z. jmdn. durch Winken
grüßen: er hat uns zugewinkt; -zahlen / Vb.j 1.1 . z.
müssen über einen festgelegten Preis, Betrag hinaus
zusätzlich noch Geld zahlen müssen: wir mußten für
die Fahrt noch zwei Mark z. 1 .2 . sich an den Kosten
beteiligen: in einem solchen Fall zahlt die Ver
sicherung zu; -zählen /Vb./ 1 . etw. hinzüzählen:
diesen Betrag mußt du z.
—
2. jmdn., etw. einer
Sache zurechnen (1.1): er wird zu R echt den großen
Malern seines Jahrhunderts zugezählt; -Zeiten
/Adv./ zuweilen: z. ist er sehr aktiv; -ziehen / Vb./
1. (hat) die Gardine, einen Vorhang z. (in seine
ganze Breite auseinanderziehen, um dadurch das
Fenster, eine Öffnung völlig zu bedecken) — 2 . (hat)
die Schlinge z. (durch Ziehen am Faden, Strick
enger machen) — 3 . jmdn. hinzuziehen (hat): er
wurde als Gutachter (zu dem Prozeß) zugezogen —
4. (hat) sich etw. z .: sich eine Erkältung z. (sich er
kälten); sich jmds. Zorn z. (jmds. Zorn gegen sich
hervorrufen) — 5 . seinen W ohnsitz an diesen Ort,
nach hier verlegen (ist): viele Einwohner der Stadt
sind aus der ländlichen Umgebung zugezogen;
- züglich /Präp. mit Gen./ fach spr. Harnt: die Miete
z. der Heizungskosten beträgt ...; fo. erkennbare
Rektion in Verbindung mit starkem Subst. im Sg. o.
Art. u. Attr.; mit Dat., wenn der Gen. PI. nicht er-
kennbar ist/: das ist der Preis z. Porto; -zwinkern
/Vb./ jmdm. z. jmdn. ansehen und dabei (in be-
zwacken — Zweck
1395
stimmtet Weise) als Mittel der vertraulichen Verstän
digung zwinkern: jmdm freundlich, vertraulich,
heimlich z .; er zwinkerte ihm zu
zwacken jsw. Vb.; hat/
- f jmdn. / zwickt und zwackt es überall
Zwang, der; -(e)s, Zwänge 1.1 , uneingeschränkte
Forderung an den Menschen, die seinen (Handlungs)-
spielraum jeweils in bestimmter Weise einschränkt
od. aufhebt, wodurch eine bestimmte Verhaltensweise
erreicht werden soll 1*1.1* /in einer Gewaltherrschaft
als Methode des Herrschensj Androhung, Anwendung
physischer od. psychischer Gewalt: gegen den Z. der
reaktionären J unta aufbegehren; durch den Jahre
andauernden Z. waren die Menschen abgestumpft
1.1.2* fvon einer Instanz ausgehend, die die Macht,
Befugnis hat, über etw., jmd n. zu bestimmen/: der Z.
von Verordnungen, des Gesetzes 1.1*8. /von jmdm .,
von sozialen Gruppen und ihren Normen ausgehend/:
ein moralischer Z.; unter Z. handeln, aussagen;
er hat es nur unter Z. getan (hat es nicht freiwillig
getan); dem Z. der Mode unterliegen 1.2 . von
jmdm. geht ein verführerischer Z. (eine starke E in
wirkung, Beeinflussung) auf jmdn. aus 1.3 . B e
schränkung, die man sich selbst auferlegt: sich Z.
auferlegen; tu dir keinen Z. an (benimm dich völlig
ungezwungen)\ 1.4 . er hat unter dem Z. (in der
Zwangslage) der Not gestohlen 1.5 . P sych . zwang
hafte (1) Motivierung: unter einem Z.,
unter
Zwängen stehen, leiden
zwängen jsw. Vb.; hat/ etw., jmdn., sich gewaltsam
in einen dafür zu kleinen Raum, ein dafür zu kleines
Behältnis drücken (1.4), quetschen (2.2): die Füße
in zu kleine Schuhe z ,; sie hat die Kleider in den
Koffer gezwängt; wir zwängten (drängten 1.2) uns
noch in den schon vollen Bus
zwanghaft /Adj./ 1 . P sych . aus unbedingtem,
willentlich nicht steuerbarem Antrieb: eine zwang
hafte Vorstellung; oft kehren Verbrecher z. an den
Ort ihrer Tat zurück — 2 . gekünstelt und gezwun
gen : eine zwanghafte Heiterkeit
zwangjlos \A dj.\ 1 .1 . nicht einem Zwang unter
liegend, so beschaffen, daß es nicht zu etw. zwingt
(1.2): eine zwanglose Unterhaltung; wir besuchten
uns z.; dort kann man sich ganz z. bewegen; eine
zwanglose Einladung 1.2 . unregelmäßig (1.2), an
keine zeitliche Folge gebunden: diese H efte erschei
nen in zwangloser Folge; die Darbietungen waren
z. über den Abend verteilt
Zwangs/zwangs| -arbeit, die Jo. P L / 1*1. in den
Ausbeutergesellschaften von den herrschenden K la s
sen durch administrativen Zwang (1.1.1) Angehörigen
unterdrückter Klassen od. fremder Völker auferlegte
Arb eit: die ausländischen Arbeiter wurden zur Z.
gepreßt 1.2 . m it schwerer körperlicher Arbeit ver
bundene Freiheitsstrafe in manchen Staaten: er
wurde zu Z. verurteilt; -einweisung, die gegen den
Willen des Kranken verfügte und deshalb der Kon
trolle eines Staatsanwaltes unterliegende Über
führung eines Patienten in eine Heilanstalt; -hand-
lung, die P s y c h . zwanghaftes (1), oft wiederholtes
Tun od. Verhalten; -herrschaft, die /o. P l.j Gewalt
herrschaft; -Jacke, die zur Fesselung Tobsüchtiger
benutzte Jacke aus Segeltuch mit besonders langen
Ärmeln ohne Öffnung, die auf dem Rücken zu
sammengebunden werden; O jmdm. die Z. anlegen
(willkürlich erhebliche Beschränkungen a uferlegen);
- läge, die Notlage, die von jmdm. ein bestimmtes
Handeln, Verhalten verlangt: jmds. Z. aüsnutzen;
- läufig fAdj.f 1.1 . /nicht präd.j durch die Gegeben
heiten bedingt, notwendig (2): ein zwangsläufiger
Verlauf; z. kam es dazu, daß . ..; du wirst dich
dem z. fügen müssen 1.2 . /adv./ durch die Gesetz
mäßigkeiten logischen Denkens bedingt: wenn man
hiervon ausgeht, ergibt sich z. folgendes Problem
. . . ; das führte ihn z. zu diesem Schluß;-maßnahme,
die auf Zwang (1.1) beruhende Maßnahme: zu
scharfen Zwangsmaßnahmen greifen (müssen);
die Freiheitsstrafe ist eine staatliche Z.; -m ittel,
das Zwangsmaßnahme: Z. anwenden; -Vorstellung,
die P s y ch . zwanghafte (1), als bedrohlich empfun
dene Vorstellung: jmd. leidet an, unter, lebt in
Zwangsvorstellungen; -weise /A dj.; nicht präd.f
m it Mitteln des staatlichen Zwangs erwirkt: eine z.
Evakuierung; die Wohnung wurde z. geräumt;
Ju;r. eine z. Beitreibung unterlassener Zahlungen;
-Wirtschaft, die jo. Pl.f bes. in Zeiten wirtschaft
lichen Notstandes angewandte Form der staatsmono
polistischen Wirtschaft, in der, bei Wahrung der
Interessen des Monopolkapitals, der Staat zwangs
weise regulierend in die Wirtschaft eingreift
zwanzig /Kard.zahl 20/: eine Straßenbahnfahrt
kostet z. Pfennig; /* auch dreißig
zwanziger jindekl. Adj. ; nur attr.j vgl. dreißiger
Zwanziger, der; -s, - vgl. Dreißiger
Zwanzig| -markschein, der Geldschein im Wert
von zwanzig Mark; -markstück, das Münze im
Wert von zwanzig Mark; -pfennigmarke, die Brief
marke im Wert von zwanzig Pfennigen; -Pfennig
stück, das jPl.
- e/ Münze im Wert von zvjanzig
Pfennigen
zwanzigste jOrd.zahl zu zwanzig/; / auch drei
ßigste
zwar /Adv.; auch in konjunktionaler Verwendung;
nebenordnend/1.1 . /steht an der Spitze eines Vorder
satzes m it Inversion des Subjekts; korrespondiert
m it den adversativen Korrelaten aber, doch, jedoch
im Nachsatz; steht im Gegensatz zum Nachsatz und
schränkt ihn ein; meist im Sinne des Gegensatzes
von Vorzug[Nachteil, im Sinne des Ausgleichs/ : z.
ist er noch jung, aber er ist schon recht erfahren
(doch i st er schon recht erfahren) 1.2 . / verbindet auch
im Sinne von 1.1 parallel strukturierte Satzglieder/:
dies ist z. ein guter, aber nicht mehr ganz neuer
Anzug — 2 . jin der Verbindung mit und als Ein
leitung einer näheren Bestimmung eines Satzgliedes
des Vordersatzes; vgl. und (1.1 .2)/: er stellte uns
einen Verwandten vor und z. seinen Onkel
Zweck, der; -(e)s, -e 1 .1 . jvorw. Sg.f angestrebtes
Ziel einer Handlung, eines Vorgangs: einen Z. m it
etw. verfolgen; seinen Z. erreichen; diese Maß
nahme hat ihren Z. verfehlt; der eigentliche, wahre
Z. seines Kommens war...; das war derZ. derSa
che (das, was damit beabsichtigt war); zum Z. des _
besseren Verständnisses (damit etw. besser ver
standen wird) soll ...; dieser Wagen erfüllt vollauf
seinen Z. (genügt den Forderungen, die man an ihn
stellt) 1.2 . Ziel der A n-, Verwendung von etw.:
Atomenergie für friedliche Zwecke nutzen; etw.
eignet sich für medizinische Zwecke, dient mili
tärischen Zwecken; welchen Z. h at dieses Gerät?;
für welchen Z. (wofür) brauchst du das Geld?; diese
Sache hat einen praktischen Z.; .etw. für private
Zwecke verwenden 1.8 . jo. Pl.j etw. hat keinen Z.
(mehr) etw. führt zu keinem Ergebnis (mehr), ist
1396
Zweckbau — zweigleisig
sinnlos: ob es einen Z. hat, noch länger zu warten?;
seine Bemühungen hatten überhaupt keinen Z.
-f- etw. ist für jmdn. nur / Mittel zum Z.
Zweck/zweck| -bau, der jP l.
-ten/ Ba«, dessen
architektonische Gestaltung den Bedingungen seiner
Verwendung untergeordnet i s t ; -dienlich fA dj.f
1.1. der Erreichung eines angestrebten Ergebnisses
förderlich, nützlich: zweckdienliche Angaben, Hin
weise; etw. erweist sich als z., ist z. 1 .2 . der Be-
stimmung, Verwendung entsprechend gestaltet: z.
ausgestattete Arbeitsräume
Zwecke, die; -n kurzer Nagel mit breitem, flachem
K o p f: mit Zwecken beschlagene Bergstiefel
zwecken /sw. Vb.; hat/: ein Plakat an die Wand z.
einer Zwecke, raii Zwecken a n der W and be
festigen)
zweck/Zweck| -entfremdet fA d j.f zu einem anderen
a l s dem vorgesehenen, eigentlichen Zweck (1.2) ver
wendet, genutzt: zweckentfremdeter Wohnraum;
zweckentfremdete Gelder; -entsprechend jA d j./
zweckmäßig; -frei fAdj.f auf keine bestimmte An-,
Verwendung zielend: z. experimentieren; -ge
bunden fA dj.f nur für eine bestimmte Verwendung
vorgesehen, bestimmt: zweckgebundene Geldmittel;
- los fAdj.f 1. nutzlos, vergeblich: ein zweckloser
Kräfteaufwand; alle ärztlichen Bemühungen waren
z.; es erscheint z., n o ch einmal vorzusprechen —
2. in dieser Wohnung steht viel zweckloser (un
nötiger 1.1) Kram herum; da zu -losigkeit, die;
fo. Pf./; -mäßig fAdj.f 1.1. zur Erreichung des er
strebten Zieles gut geeignet: ein zweckmäßiges Vor
gehen; etw. für z. halten 1.2 . zweckdienlich (1.2):
zweckmäßiges Schuhwerk; diese Geräte sind z. und
formschön; der Bungalow ist z. eingerichtet
zwecks fPräp. mi# Gen.f zu dem Zweck (1.1): z.
besserer Haltbarkeit werden die Früchte gespritzt;
jo. erkennbare Rektion in Verbindung m it starkem
JSubst. im 8g. o. Art. u. Attr.; mit Dat., wenn der
Gen. PI. nicht erkennbar istf: z. Umbau schließen
zwei fKard.zahl 2f: z. Äpfel; die z. (beiden) ver
stehen sich gut; z. (ein Paar) Augen, Ohren haben;
links z., drei, vier /Kommando beim Marschieren/;
in Mathematik hat er eine Zwei (das Prädikat ,gut)
bekommen; /* auch drei
+ für z. arbeiten (mit großem Einsatz arbeiten,
mehr arbeiten, als normalerweise jmd. arbeitet); —
das geht eins, z., drei; z. linke / Hände haben;
sich zwischen z. / t Stühle setzen
Zwei/zwei|: / * auch Drei/drei
zwei/Zweij -achsig fA dj.; nicht adv.j: ein zwei
achsigerWohnwagen (Wohnwagen mit zwei Achsen);
- armig fA d j.; nicht adv.f vgl. dreiarmig; -bändig
jA d j.; nicht adv.f vgl. dreibändig; -beiner, der; -s, -
umg. scherzh. 1Mensch (1.1); -bettzimmer, das
Gäste-, Krankenzim mer mit zwei Betten; -deutig
/A dj./1 . zwei Deutungen zulassend: eine zweideutige
Antwort geben; der klinische Befund war z.
—
2. auf etw. Anstößiges anspielend: zweideutige B e
merkungen, Witze; -dimensional fAdj.f zwei
Dimensionen (1.1) aufweisend: Flächen sind z.;
- eiig fAdj.; nicht adv.f: zweieiige (aus zwei Eizellen
entstandene) Zwillinge; -einhalb, -einhalb fBruch-
zahl 21f2f
Zweier, der; -s, - 1. Rennboot für zwei Ruderer,
Paddler — 2. umg. einen Z. (zwei richtige Zahlen
im Lotto) haben
Zweier| -anschluß, der telefonischer Hausanschluß
für zwei Teilnehmer mit gesonderten Rufnummern,
die aber nicht gleichzeitig telefonieren können; -bob,
der Bob mit zwei Sitzen
zweierlei, zweierlei findekl.f vgl. dreierlei
-f- mit z. /* Maß messen
Zweier{reihe, die vgl. Dreierreihe
zweifach fAdj.; nicht präd.f vgl. dreifach
Zweifach!impfung, die kombinierte Schutzimpfung
gegen Diphtherie und Wundstarrkrampf
Zwei/zwei| -familienhaus, das Haus mit zwei Woh
nungen; -farbig fAdj.f in, m it zwei Farben: das Kleid
ist z.
Zw eifel, der; -s, - fehlende Sicherheit, ob etw. glaub
würdig, richtig ist od. sich w ie angegeben verhält:
Z. hegen, haben, daß'..., ob ...; ihm kamen Z.,
ob ...; es besteht, herrscht kein Z., gibt keinen,
nicht den geringsten Z .; etw. in Z. stellen, ziehen
(bezweifeln); jmdn. nicht im Z. über etw. lassen;
die E chtheit des Gemäldes unterliegt keinem Z.
mehr
- f ohne Z. (zweifellos); es steht außer Z. (es ist
sicher, ganz gewiß), daß .. .
zweifelhaft fA dj.f 1. unsicher (2): der Erfolg des
Projekts war zunächst z.; es ist z., ob wir das alles
an einem Tag schaffen — 2 . fnur attr.f Zweifel auf-
kommen lassend, ob etw. dem eigentlichen Sinn ent
spricht: das ist ein zweifelhaftes Kompliment;
das war ein zweifelhaftes (kein reines) Vergnügen —
3. fnur attr.f Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit,
Rechtmäßigkeit aufkommen lassend: zweifelhafte
Existenzen, Geschäfte
zweifellos fAdv.; drückt den Standpunkt des Spre
chers ausf keinem Zweifel unterliegend: er hat z.
die besten Voraussetzungen dafür; z. hat er recht
zweifeln fsw. Vb.; hatf .(an etw.) Zweifel haben: ich
zweifle an seiner Ehrlichkeit; daran ist nicht zu z.;
du zweifelst, ob er die Wahrheit gesagt hat; mit
zweifelnder Miene
Zweifels|zweifelsj -fall, der: im Z. (wenn Zweifel be
stehen) mußt du rückfragen; -freifAdj.f objektiv so be
schaffen, daß dafür keine Zweifel bestehen: der Beweis
ist zetw. z. feststellen, erkennen; -ohne fAdv.f
zweifellos: das war z. ein Irrtum
Zweifler, der; -s, - jmd., der alles, viel in Zweifel
stellt
zwei/Zwei| -flügelig fAdj.f s. -fl üglig; -flügler, der;
-s, - Z o ol. in sehr zahlreichen Arten vorkommendes
Insekt mit nur einem Paar Flügel; -flüglig fAdj.;
nur attr.f 1.1 . eine zweiflüglige Tür (Tür mit zwei
Flügeln 3) 1.2 . Z ool. zweiflüglige (zu den Zwei
flüglern gehörige) Insekten
Zweig, der; -(e)s, -e 1. (mehrfach gegabelter) dün
nerer, holziger, bei Bäumen meist von einem A st, bei
Sträuchern von der Wurzel ausgehender Teil, aus dem
die Blätter od. Nadeln, Blüten und Früchte hervor
wachsen: blühende, verdorrte Zweige — 2 .1 . das
ist ein neuer Z. (neuer, relativ selbständiger Teil)
der Textilindustrie 2 .2 . dieser Z. (diese Linie) der
Familie ist ausgestorben
-f- um g. aufkeinen grünen Z. kommen (nicht voran
kommen; nicht z u Geld kommen)
Zw eig {betrieb, der einem Stammbetrieb angegliederter,
örtlich von ihm getrennter Betrieb
zwei] -geschlechtig fAdj.; nicht adv.f B ot.: eine
zweigeschlechtige (sowohl männliche als auch weib
liche Geschlechtsorgane aufweisende) Pflanze; -glei-
sig fA dj.f: diese Bahnlinie ist z. (hat zwei Gleise);
-f- z. fahren (in einer Taktik gleichzeitig zwei Ziele
verfolgen)
Zweig] -stelle, die einer Zentrale (1) untergeordneter,
örtlich von ihr getrennter Teil eines Betriebes, einer
Institution: die Z. einer Sparkasse; -werk, das vgl.
Zweigbetrieb
zweijhäusig /A dj.; nicht adv.f B o t.: zweihäusige
Pflanzen (Pflanzen,
denen männliche und weib
liche Blüten getrennt auf verschiedenen Exemplaren
stehen)
Zwei/zwel( -kampf, der 1. K a m pf (1.2) zwischen
zwei Menschen: jmdn. zum Z. (heraus)fordern —
2. Duell (2): die Fahrer M und K lieferten sich
einen spannenden Z.;
- keimblättrig /A dj.; nicht
adv./ B ot.: eine zweikeimblättrige Pflanze (Be
decktsamer, dessen Keimling zwei Keimblätter hat);
- m al IAdv.f vgl. dreimal; + sich etw. nicht z. sa
gen lassen (bei etw., das günstig scheint, sofort
Zusagen, etw. sofort tun); -m alig fAdj.; nur attr.f
vgl. dreimalig; -markstück, das Münze im Wert
von zwei Mark; -motorig fAdj.; nicht adv.f vgl.
dreimotorig; -phasig fAdj.; nicht adv.f E lek tr o -
tech n . mit zwei Phasen; -polig fAdj.; nicht
adv.f Elektrotechn. mit zwei Polen; -rad, das
Fahrzeug mit zwei hintereinander angebrachten
Rädern; -rädrig fAdj.; nur attr.f mit zwei nebenein
ander angebrachten Rädern: ein zweirädriger K ar
ren; -raumwohnimg, die vgl. Dreiraumwohnung;
- r eiher, der; -s, - zweireihiger Anzug, Mantel;
- r eihig fAdj.f: ein zweireihiger Anzug (Anzug
m it zwei senkrecht parallel verlaufenden Reihen
von Knöpfen, von denen nur eine Reihe zu knöp
fen ist); -schichtsystem, das fo. Pl.f: der Be
trieb hat das, arbeitet im Z. (arbeitet in zwei
Schichten 3); -schneidig fAdj.; vorw. attr.f mit
zwei Schneiden, beidseitig geschliffen: eine zwei
schneidige Klinge; -f- etw. ist ein zweischneidiges
/ Schwert; -seitig fAdj.f vgl. dreiseitig; -silbig
fAdj.; nicht adv.f vgl. dreisilbig; -s paltig fAdj.f vgl.
dreispaltig; -sprachig fAdj.f 1. / nicht adv.f in zwei
Sprachen abgefaßt: ein zweisprachiger Reiseführer
—
2. er wuchs z. (in einer Umgebung, in der zwei
Sprachen gesprochen werden, die er von klein auf
gelernt hat) auf; die Bevölkerung im Grenzgebiet
ist z. (spricht zwei Sprachen gleich gut); -spurig
fAdj.f 1.1 . vgl. dreispurig 1.2 . fnicht adv.f zwei
gleisig — 2 . fnicht adv.f ein zweispuriges (zwei
Spuren hinterlassendes) Fahrzeug; -stellig fAdj.;
nicht adv.f vgl. dreistellig; -stim mig fAdj.f vgl.
dreistimmig; -strahlig fAdj.; nicht adv.f vgl. drei-
strahlig; -ständig fAdj.; nur attr.f vgl. dreistündig;
- Stündlich fAdj.; nicht präd.f vgl. dreistündlich;
- tägig fAdj.; nur attr.f vgl. dreitägig; -takter, der;
-s,
-
u m g . (Kraftfahrzeug mit) Zweitaktmotor;
- taktmotor, der Verbrennungsmotor, der in zwei
Takten (1.3.1) arbeitet
zweit|best fAdj.; nur attr.f den Leistungen, der
Qualität nach an zweiter Stelle stehend: der zweit
beste Schüler der Klasse
zweite fOrd.zahl zu zwei/ 1.1 . im zweiten Gang
fahren; an zweiter Stelle stehen; er wurde der
Zweite, Zweiter (der Zweitbeste) ; zu zw eit (zu
zwei Menschen) nebeneinander gehen 1.2 . es gibt
noch eine z. (andere, weitere) Möglichkeit; / auch
dritte
-f- etw. aus zweiter / Hand kaufen; etw. ist, jmd.
hat, weiß etw. aus zweiter / Hand; in zweiter /
Linie; den zweiten / Schritt vor dem ersten tun,
machen
zweiteilig fAdj.; nicht adv.f vgl. dreiteilig: ein
zweiteiliger Badeanzug,NSchrank
zweitens fAdv.f vgl. d ritten s
Zweit/zweit] -fris ur, die Perücke, die dem Zweck
dient, jederzeit m it einer modischen, gepflegten
Frisu r auftreten zu können; -Massig fAdj.f nicht
erstklassig, von geringerem Wert: ein zweitklassiges
Hotel; -rangig fAdj.f: etw. ist von zweitrangiger
Bedeutung (etw. liegt hinsichtlich seiner Bedeutung
an zweiter Stelle, nicht an erster); -Schrift, die A b
schrift, Kopie
zweijtürig fAdj.; nicht adv.f: ein zweitüriges (mit
z wei Türen ausgestattetes) Auto
Zweit] -wagen, der Auto, das jmd. neben einem be
reits vorhandenen besitzt; -wohnung, die vgl. -wagen
Zwei/zwell -yierteltakt, der M u s. T a k t (1.1), der
aus den Werten von zwei Viertelnoten gebildet ist;
- wertig fAdj.; nicht adv.f Chem . vgl. dreiwertig;
- wöchig fAdj.; nur attr.f vgl. dreiwöchig; «zimmer-
wohnung, die Zweiraumwohnung
Zwerchfell, das querverlaufende, teils muskulöse,
teils sehnige Wand zwischen Brust- und Bauchhöhle
Zwerg, der; -(e)s, -e 1. in Märchen, Sagen vor-
kommendes Wesen von sehr kleiner menschlicher
Gestalt — 2 . 1Mensch von sehr kleinem Wuchs
Zwerg] -form, die sehr kleine Spielart einer Pflanze
od. eines Tieres; -h uh n , das Huhn einer Rasse von
sehr kleinem Wuchs; -wuchs, der Körp ergröße bei
Erwachsenen unter 130 Zentimeter: Menschen mit
Z.
Zwetschge, die;
-n landsch.,
bes. süddt.
Pflaume (1)
Zwickel, der; -s, - keilförmiges Stoffteil, das an be
stimmten Stellen (zur Erweiterung) in Kleidungs
stücke eingesetzt w i rd : eine Strumpfhose mit Z.;
bei angeschnittenen Ärmeln wird ein Z. eingesetzt
zwicken /sw. Vb.; hat/ 1. jmdn. (in etw.) kneifen
(l.i): er hat mich' (in den Arm) gezwickt — 2 .
umg., oft scherzh. etw. schmerzt (1) jmdn., be
reitet jmdm. Schmerzen: das Rheuma zwickte ihn
+ umg., oft scherzh. jmdn. zwickt und zwackt es
überall (jmd. fühlt sich gesundheitlich nicht wohl,
hat viele Beschwerden)
Zwick|mühle, die bestimmte Stellung der Steine im
Mühlespiel, bei der man dem Gegner mit jedem Zug
einen Stein abgewinnen kann
+ umg. in eine Z. geraten (in eine Lage geraten,
in der man, wie man sich auch verhält, Unannehm
lichkeiten bekommt)
Zwieback, der; -(e)s, Zwiebäcke/-e leicht verdau-
Uche Dauerbackware aus Scheiben, die von einem
gebackenen Hefeteig geschnitten und noch einm al ge
backen sind
Zwiebel, die;
-n 1. Liliengewächs mit röhren
förmigen Blättern und einem unterirdischen knollen
förmigen Sproß, der aus mehreren fleischig verdick
ten Blättern und einer trockenen, dünnen Schale be
steht — 2 . unterirdischer, knollenförmiger Sproß
2.1 . von 1, der als Gewürz und Gemüse verwendet
wird 2.2 . von mehrjährigen Blütenpflanzen, der der
Pflanze zur Speicherung von Nährstoffen dient
ZwiebelImuster, das fo. Pl.f dem Granatapfel od.
der A ster nachgebildetes pflanzliches, bes. in Blau
gehaltenes Ornament auf Porzellan
zwiebeln fsw. Vb.; hat/ umg. jmdn. quälen (1.1),
Zweigstelle — zwiebeln
1397
schikanieren: als Schüler sind sie v on ihren
Lehrern ganz schön gezwiebelt worden
Zwiebel | -ring, der ringartiges Stück, das sich ergibt,
wenn man eine Zwiebel quer schneidet: die gebratene
Leber mit Zwiebelringen garnieren; -suppe, die aus
Fleischbrühe mit Zwiebeln hergestellte Suppe; -türm,
der Kirchturm m it einem bauchigen und sich nach
oben verjüngenden Dach
Zwiegespräch, das Unterhaltung, Gespräch zwischen
zwei Personen
Zwielaut, der P h o n e t . Diphthong
Zwiglicht, das jo . PL! 1.1. durch die Mischung von
Tageslicht und künstlichem Licht entstehende, für
Aug en schädliche Beleuchtung (1.1); bei Z. lesen;
Z. schadet den Augen 1.2. im Z. (in dem Dämmer
licht) konnte er die Tiere nui schwer erkennen
—
2. etw. bringt jmdn. ins Z. (macht ihn suspekt,
erweckt Argwohn gegen ihn); zu 2 zwielichtig
fAdj.j zweifelhaft (3), anrüchig wirkend: eine
zwielichtige Person; ihre Beziehungen zueinander
sind z.
Zwiespalt, der; -(e)s, fo. Pl.f 1.1. Zustand der inneren
Zerrissenheit: sich in einem inneren Z. befinden;
in einen Z. geraten; im Z. (Widerstreit) der E mp
findungen 1.2 . Uneinigkeit: in der Gruppe herrschte
(ein) Z.; z u lA zwiespältig fAdj.j: ein zwiespältiger
Mensch; seine Empfindungen waren dabei sehr z.
Zwiesprache, die /in der Verbindung/ mit sich
selbst, mit jmdm. Z. halten mit sich selbst ein
Gespräch führen, m it einer nicht anwesenden Person
ein Gespräch führen, als wäre sie anwesend: er hielt
stumme Z. mit der Toten
Zwietracht, die; fo. Pl.j Streit, Uneinigkeit: zwi
schen Freunden Z. säen, stiften
Zwjlling, der; -s, -e vgl. Drilling (1): eineiige, zw ei
eiige, / siamesische Zwillinge
Zwillings| -brudcr, der: jmds. Z. (männlicher
Zwilling in seinem Verhältnis zum anderen Zwilling);
-paar, das Zwilling e mit unterschiedlichem Ge
schlecht; -Schwester, die vgl. -bruder
Zwinge, die; -,
-n Werkzeug m it zwei verstellbaren
Baaken, in die etw. eingespannt und dadurch zu
sammengepreßt werden kann: frisch verleimte
Bretter mit einer Z. Zusammenhalten
zwingen, zwang, hat gezwungen f/ auch ge
zwungen, zwingend/ 1.1. jmdnsich, etw. durch
Zwang (1.1) zu etw. veranlassen: jmdn. zum Spre
chen, zu einem Geständnis z.; dazu kann man nie
manden z .; ich lasse mich nicht z .; jmdn. zu sei
nem Glück z. (ihn ermuntern, etw. zu tun, was
günstig für ihn ist); er mußte sich zur Ruhe, zu
einem Lächeln z. 1.2. etw. zwingt jmdn. zu etw.
etw. veranlaßt jmdn. notwendig zu etw.: Not, Hunger
zwang ihn dazu; das Wetter zwang uns zur Um
kehr; sich zu etw. gezwungen sehen; zu etw. ge
zwungen sein — 2. umg. das Essen konnten wir
beim besten Willen nicht z. (bewältigen)
+ jmdn. auf, in die / Knie z.
zwingend jAdj.; / auch zwingen/ sich mit Not
wendigkeit aus etw. ergebend: es gab keinen zwin
genden Grund für sein Fernbleiben; dieser Schluß
des Romans ist nicht z.
Zwinger, der; -s, - größerer Käfig im Freien, bes.
zur Haltung von Hunden
zwinkern jsw. Vb.; hat/ die Augenlider (wiederholt)
schnell zusammenkneifen und öffnen: er sah sie
zwinkernd an; nervös z.
1398
Zwiebelrin g — Zwischengröße
Zwirn, der; -s, jo. P l.j aus zwei od. mehreren einzelnen
Fäden gedrehtes festes Garn: weißer, schwarzer Z.
zw|rnen jsw. Vb.; hat/ zwei od. mehrere einzelnes
Fäden Garn od. Seide zu Zwirn drehen
zwischen jPräp. mit Dat. u. Akk.j 1. jräuml.f
1.1. jmit Dat.; gibt die Lage a n/1.1 .1 . in einem von
zwei Begrenzungen festgelegten Baum: z. den beiden
Häusern ist eine Durchfahrt; die kürzeste Ver
bindung z. zwei Orten 1.1 .2 . inmitten,1unter (1.3):.
der Brief lag z. den Papieren; der Lehrer saß z. den
Kindern 1.2 . /mit Akk.; gibt die Richtung anj'
1.2 .1 . i n einen von zwei Begrenzungen festgelegten
Raum: er stellte sich zum Fotografieren z. uns;:
die Blüten zum Pressen z. die Seiten eines Buches
legen 1.2 .2 . in eine Gruppe, unbestimmte Menge
hinein: der Sänger setzte sich z. die Zuhörer; Salat
z. die Radieschen säen — 2 . jzeitl.j 2.1 . jmit Dat.}
in einem von zwei Zeitpunkten begrenzten Zeitraum:
z. dem ersten und siebenten Oktober 2.2 . jmit Akk.f
in einen von zwei Zeitpunkten begrenzten Zeitraum:
seinen Resturlaub will er z. die Feiertage legen —
3. jmit Dat.j 3.1 . /gibt eine Wechselbeziehung anj:
das Bündnis z. der Arbeiterklasse und den werk
tätigen Bauern; z. zwei Parteien vermitteln; z. den
beiden hat es eine Absprache gegeben 3.2 . jin fester
Abhängigkeit von Verben, Substfj: z . zwei Möglich
keiten wählen können; der Unterschied z. den
beiden besteht darin, daß ... —
* 4. jmit Dat.; weist
auf Werte hin, die innerhalb von zwei genannten Wer
ten liegen/: die Temperatur soll morgen z. acht und
zehn Grad liegen
Zwischen/zwisehenl -aktmusik, die für ein Schau
spiel komponierte, zwischen zwei Akten zu spielende
M u sik ; -aufenthalt, der kürzerer, vorübergehender
Aufenthalt, bes. als Unterbrechung einer R eise: in L
legten wir zur Besichtigung des Domes einen Z.
ein; -aufheiterung, die M e t e o r , vorübergehende
Aufheiterung; -bemerkung, die Bemerkung, die
jmd. in die Rede eines anderen einwirft: der Redner
reagierte nicht auf die Z.;
- bescheid, der (vor
läufiger) Bescheid vor dem endgültigen Bescheid;
-betrieblich jAdj.; vorw. attr .f zwischen zwei od.
mehreren Betrieben bestehend: zwischenbetriebliche
Wettbewerbe, Beziehungen; -deck, das jedes zw i
schen dem obersten Deck und dem Schiffsboden liegen^
de Deck; -decke, die zusätzlich eingezogene Decke (II),
durch die die Höhe eines Raumes gemindert w ird ;
-ding, das jo. Pl.j umg. Mittelding; -drin, auch
7drin /Adv.j umg. mitten darin, dazwischen (2);
- durch, auch :durch jAdv.j 1. jzeitl.j während eines
durch zwei Zeitpunkte begrenzten Zeitraums, in der
Zwischenzeit: er war längere Zeit in stationärer
Behandlung, durfte aber z. öfters einige Tage nach
Hause; er erzählte sehr lebhaft, fragte nur z. (dann
und wann) einmal nach der Zeit — 2 . jräuml.f
stellenweise, hier und da: vor uns lag eine große
Wiese, z. waren kleine Gruppen von Birken; -er*
gebnis, das vgl. -bescheid; -fall, der 1.1 . Ereignis,
das (störend) in den Ablauf eines Geschehens, einer
Handlung tritt: am ersten Abend gab es einen be
dauerlichen, heiteren Z.; die Fahrt verlief ohne
Zwischenfälle 1.2 . fvorwr Pl.j in B kam es zu
schweren, blutigen Zwischenfällen (Zusammen
stößen 2, Tumulten 2); -frage, die vgl. -bemerkung;
-frucht, die jo. Pl.j Landw. Kultur von Nutz
pflanzen, die zeitlich od. räumlich zwischen den
Hauptkulturen angebaut wird; -große, die zwischen
1399
zwei Größen (3) liegende Größe, bes. bei Kleidung,
Schuhen: er braucht eineZ.; -handel, der Handel,
der sich zwischen Produzenten und Einzelhandel od.
Weiterverarbeitung einschaltet; -hirn, das M ed .
Teil des Gehirns, der die vegetativen Zentren enthält,
von denen aus wichtige Funktionen, bes. auch der
Stoffwechsel, gesteuert werden; -hoch, das M eteo r .
nur für kurze Zeit wirksam werdendes Hoch zwischen
zwei Tiefs; -landung, die Landung auf einem Flug-
hafen zwischen Ausgangsort und Ziel (bei Flügen
über lange Strecken), bes. um das Flugzeug auf
zutanken; -lauf, der S p o rt der Ausscheidung (3)
für die Teilnahme am Endlauf dienender Lauf, der
nach dem Vorlauf durchgeführt wird; -m ahlzeit, die
Mahlzeit zwischen zwei Hauptmahlzeiten; -m ensch
lich fAdj.; nur attr.f von Mensch zu Mensch:
zwischenmenschliche Beziehungen, Kontakte;
- r a u m , der 1. räumlicher Abstand zwischen zwei
Dingen:genügend Z. zwischen den Wörtern lassen;
fünf Meter Z. — 2 . zeitlicher Abstand zwischen zwei
Vorgängen, Handlungen: die Züge von B nach M
fahren in kurzen Zwischenräumen; -ruf, der vgl.
- bemerkung; -Spiel, das Mus. verbindende Instru
mentalmusik zwischen zwei Akten im Theater;
- staatlich fAdj.; vorw. attr.f vgl.
- betrieblich;
- Stadium, das im Laufe einer Entwicklung vor dem
Endstadium erreichtes, aber vorübergehendes Sta
dium; -stufe, die vgl. -Stadium; -träger, der jmd.,
der in Erfahrung Gebrachtes anderen zuträgt; -Wirt,
der Biol. Organismus, auf od. in dem Parasiten in
einem bestimmten Entwicklungsstadium leben; -z eit,
die 1 . fo. Pl.j Zeitraum, der zwischen zwei Vörgängen,
Handlungen liegt: er hatte das Kind lange nicht
gesehen und staunte, wie es in der Z. gewachsen
war; ich war nur auf dem Postamt, in der Z. muß
er dagewesen sein — 2. Sport Zeit, die für das
Durchlaufen, -fahren eines Abschnitts einer Ren n
strecke gestoppt w ird : bei diesem Langläufer wurden
gute Zwischenzeiten gestoppt; -zeitlich fAdj.f in
der Zwischenzeit (1)
Zwist, der; -(e)s, -e geh. Streit: einen Z. mit jmdm.
haben; alten Z. begraben
Zwfstigkeit, die; -,
- e n Zänkerei, Streitigkeit: es gab
öfters Zwistigkeiten unter den Geschwistern
zwitschern fsw. Vb.; hat/: der Vogel zwitschert
(gibt schnell aufeinanderfolgende feine, hohe, oft
trillernde Töne von sich); das Zwitschern der
Schwalben
4* berl. salopp einen z. (Alkohol trinken)
Zwitter, der; -s, - Lebewesen, Pflanze m it männ
lichen und weiblichen Geschlechtsorganen
zwölf fKard.zahl 12/: z. Stück; ein Jahr hat z.
Monate; / auch drei
4- fünf / Minuten vor z.
Zwölf/zwölf|: / auch Drei/drei|
Zwölf| -ender, der; -s, - Jägerspr. Hirsch mit in
der Regel je sechs Enden an beiden Stangen des Ge
weihs; -fingerdarm, der an den Magen anschließen
der Abschnitt des Dünndarms
zwölfte /Ord.zahl zu zwölf/: der Dezember ist der z.
Monat des Jahres; / auch dritte
zwölftel vgl. drittel
Zwölftel, das; -s, - vgl. Drittel
zwölftens fAdv.j vgl. drittens
Zyankali, das [tsya:n ..] Zyankalium
Zyankalium, das [tsya:n..] stark giftiges Kalium
salz der Blausäure
zyklisch [tsy:..], auch zyklisch [tsy..] fAdj.f
1. in einem Zyklus (1) verlaufend, vor sich gehend:
die zyklische Abgabe von Hormonen; Pol. ök.
zyklische (gesetzmäßig in bestimmten Zeitabständen
wiederkehrende) Krisen; etw. läuft z. ab — 2 .
fnicht präd.f in Form eines Zyklus (2): zyklische
Graphiken; ein z. angelegter Roman — 3. Chem.
zyklische Verbindungen (organische Verbindungen,
deren Atome ringförmig angeordnet sind)
Zyklon, der; -s, -e [tsy ..] in einem Tiefdruckgebiet
in tropischen Gebieten herrschender kräftiger Wirb el
sturm
Zyklone, die; -n [tsy..] M eteor. Tiefdruckgebiet
Zyklus [tsy:..], auch Zyklus [tsy..], der; -, Zyklen
1.1 . der Z. (sich regelmäßig wiederholende Ablauf)
von Tag und Nacht, der Jahreszeiten 1.2 . diese
Veranstaltung wird in einem Z. von zwei Wochen
(alle zwei Wochen) durchgeführt — 2 . Folge meh
rerer inhaltlich zusammengehörender bes. literari
scher, musikalischer Werke: ein Z. So nette; Litho
graphien aus dem Z. »Novemberrevolution* —
3.1 . Kreislauf (1): der ökonomische Z. 3 .2 . Auf
einanderfolge aller zu einem Arbeitsprozeß ge
hörenden Arbeitsgänge bis zu ihrer Wiederholung:
das Werk ist ein Kombinat mit vollem metallur
gischem Z., von der Roheisenerzeugung bis zur
Herstellung von Stahl, W alzwerkerzeugnissen und
geschweißten Rohren
Zylinder, der; -s, - [tsi.., auch tsy..] 1. Math.
hohler od. massiver regelmäßiger Körp er mit rundem
Querschnitt und einer Grundfläche u nd einer D eck
fläche, die beide eben, kongruent und zueinander
parallel sind — 2 . Teü von Geräten, Maschinen in
derForm von 1 2.1 . Techn. Hohlkörper, indem sich
gleitend ein Kolben bewegt, bes. bei Verbrennungs
motoren: ein Motor mit sechs Zylindern 2.2 . zylin
drisch geformtes Glasteil bes. einer Petroleumlampe:
der Z. der Petroleumlampe ist verrußt — 3 . hohe,
steife Kopfbedeckung für Männer in Form eines
unten offenen hohlen Zylinders (1) mit Krempe: ein
zusammenklappbarer Z .; er kam im Frack und trug
einen Z.
ZyljnderImantel, der M ath . T e ch n . Oberfläche
eines Zylinders (1, 2) zwischen der Grund- und
Deckfläche
zylindrisch fAdj.f [tsi.., auch tsy ..] in der Form
eines Zylinders (1): ein zylindrischer Lampen
schirm
Zyniker, der; -s, - [tsy:..] zynischer Mensch
zynisch fAdj.f [tsy :..] von verletzendem Spott,
bissig und höhnisch: er ist ein zynischer Mensch,
hat eine zynische Art; z. lächeln
Zynismus, der; -, Zynismen [tsy..] 1. fo. P If bei
ßender, verletzender Spott, verächtliches und heraus
forderndes Verhalten gegenüber den Regeln der M o ral
und des Anstands: er ist für seinen Z. bekannt; etw.
mit unverhohlenem Z. sagen, feststellen — 2 . fvorw.
Pl.j zynische Bemerkung: er sparte nicht mit Zynis
men
Zypresse, die; -,
- n [tsy ..] im Mittelmeergebiet vor
kommender Nadelbaum m it schuppenförmigen B lät
tern und meist kegelförmiger, schlanker Krone
Zyste, die; -,
-n [tsy..] Med. krankhafter, ge
schwulstartiger Hohlraum im Gewebe mit flüssigem
od. breiigem Inhalt
Zwischenhandel — Zyste
Wörterbuch
der deutschen Gegenwartssprache
Herausgegeben von R uth Klappenbach f und Wolfgang Steinitz
Akademie der Wissenschaften der D D R
Zentralinstitut für Sprachwissenschaft
Band 1: A —deutsch
10. Auflage
1980. 838 Seiten — 17 X 24 cm — Leinen 48,— M
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